ie m im# lun r» Ad« )a:A >r. 190 Mittwoch, de« 15, August 1888. 5. Jahrg. MitterMsW Organ für die Intrressen der Arbeiter. �,,.. Da« �«erliaer VolkSblatt" SM™ Uglich Morgent«uiet noch Sonn- und Festtagen. WonnementSprei» für Berlin frei t m�P1*.vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Man, wöchentlich 85 Pf. Postabonnement ■uiart. Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Zcummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. .(Eingetragen in der Post�itungsvreisliste für 1866 unter Nr. 849.) Juserttou« gebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag» u» der Expedition, Berlin SW_ Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung deS Preises, angenommen. KedaKtiou: Keuthstraste 2.— Gepeditiou: Zimmerstraße 44, ä -liM Die Friedens-Schalmei. . Der konservative englische Premierminister S a l i S hat dieser Tage wieder die Friedens-Schalmei ge- °«sen. Wenn man die Musik dieses merkwürdigen Staats- �«mes hört, so könnte man glauben, Europa sei ein �chendeS Arkadien, in dessen grünenden Auen sich fröhliche Schäfer tummeln, deren einzige Sorge darin besteht, ihre Schafe zu hüten und den schönen Schäferinnen den Hof zu �chen. Die ungeheuren Rüstungen scheint der vortreffliche �aatimann gar nicht zu sehen. Wir sind zwar mit ihm �Meinung, daß für den Augenblick keine direlten kriege- Gefahren bestehen, wenn auch der Zündstoff noch ™toe so massenhaft angehäuft ist wie früher, und wenn die Franzosen und Italiener wieder aftikanische Händel " einander auszumachen haben. Aber im Ganzen hat sich die Situation nicht gebeffert, , wir wünschen>. ur, daß wir für die Dauer deS Friedens glitte Bürgschaften hätten, als die Worte des englischen Lord Salisbury erwartet von Rußland und nament- ich von dem jetzigen Zaren, daß er„eine große KrredenSliga" bilden werde,„die keine unruhige «lacht zu brechen im Stande sein wird". Man kann nur »aunen, wenn man so etwas liest. Daß die russische Politik ganz allein eS ist, welche den Frieden Europas stört u»d ihn so oft aus dem Gleichgewicht zu bringen droht, p* sieht und fühlt jeder vernünftige Europäer. Die Eng- �oder, die seit so langen Jahren mit der russischen Orient- �uti! im Kampfe liegen, haben doch wahrlich oft genug Li« Flotten unter Segel gehen lassen, um dem russischen Moringen Einhalt zu tyun. Hat denn Salisbury von % Wirren auf der Balkanhalbinsel gar nichts bemerkt und wirklich der Meinung, daß diese Jntriguen nur ange- flrci sind, um den Frieden zu erhalten und Kulturbe- zj /Hilgen zu dienen? Man sollte in öffentlichen Reden die �'««natische Heuchelei denn doch nicht so weit trnben; «r W ja gar keinen Sinn, die öffentliche Meinung so '""p über die Wahrheit hinwegtäuschen zu wollen. Aber der Lord geht noch weiter; er sagt, es gebe für ».fvelt nichts wünschenSwerthereS, als daß die Politik In ük sich mehr und mehr parallel mit der Politik Deutsch- b»» ß°staltet. Run, der Lord hat offenbar die große Rede »Mrsten Bismarck von diesem Frühjahr, in der die WRf'•oisuiuiu vun U/iv/"•' -'l'lch- deutschen Beziehungen deS Langen und Breiten _"Hobelt worden find, slbon veraesten. In jener Rede |$afr zu bethätigen pflegt. Man kann in jener Rede un- T*1 zwischen den Zeilen lesen und da wird sich nur die »«**«.] JeuMeton. [61 - Ihre Tochter. '«al- Roman nach dem Französischen von K. D e t r i n g. �Deck"� eä'" brummte Liebesapfel vor sich hin.„Mit ich brn„ J?10" Mäuse. In fünf Minuten ist sie hier und %Q4 dann nur dem Herrn„zuzuführen".... denken nur �,un•••• Ich kann eS mir schon �'rneinLu" Und stir einen feinen Herrn ist eS eine riesige hin.•.• Aber was geht mich das an, ich sehe nicht Tesch-s. iahlt za gut.... Die Moral ist nicht mein (ich'•' tch bin kein Sittenpolizist... Aber eigent- �treick doch leid, daß ich der Kleinen einen solchen Wich n,S« r'•* denn, das steht nun fest, ohne sie'te"'cht gekommen... bei jedem anderen hätte bin ich 6�% geschöpft... Passirt ihr ein Unglück, so .. an... und sie hätte Recht, mir vor- ducken'm siätte sie verkauft, und mir in's Gesicht zu *icht ib, Mädel! Wenn die kleine Therese wüßte, daß dft ü,rr0" Huf sie wartet, wie würde sie hübsch bei ftoe aalj 8 bleiben! Aber, wenn sie bemerkt, daß sie in mebr? � worden, ist eS schon zu spät, sie kann �eres �uck. t_ Und doch wird nicht alles so ohne auz_ fle9fn, denk' ich mir... Sie sieht entschlossen 55 legt wird sich schon sträuben, wenn man Hand an Herr'� wird schreien, wird um Hilfe rufen... "4, oetf.f,1! e,n schöner Mann, er fängt es aber, glaub' � 88--- sie kratzt ihm gewiß die Augen Me' Wenn er sich aber ruhig der Mutter vorstellen 2?1 Belt""!5 sich da» vielleicht alles von selber finden.. fik* ßlei4„u.Qre zufrieden, nur der Baron nicht, aber der ist �auvt 5'S-.. Ich kann seine Fratze nicht leiden... gv Ie BlondinS nicht." z?d A diesem Selbstgespräch kauerte Liebesapfel nieder rlstunk.. si� rine Zigarrette an. Er konnte keine aushalten, wenn er nicht rauchte, und er traditionelle Anschauung bestätigt finden, daß Rußland als Freund oft genau so unbequem werden kann, wie als Feind. Wir verstehen auch gar nicht, wie sich der englische Premier- minister die ruffische Politik parallel mit der deutschen vor- stellen kann. ES gab Zeiten, da sie parallel gehen konnte, wie etwa beim Angriff auf den ersten Napoleon. Aber damals schon wurde die ländergierige russische Freundschaft übel ver- spürt. Nun ist der Fall gerade umgekehrt; die Antipathie zwischen Frankreich und Deutschland wird von Rußland benutzt, um ganz Europa in Athcm zu halten und eS in ein immer rascheres Tempo der kostspieligen Konkurrenz in der Kriegs- rüstung hinein zu jagen. Weder die wirthschaftlichen noch die politischen Interessen Rußlands und Deutschlands sind dieselben. Ohnehin sind wir kräftig genug, unsere wirth- schaftliche KrisiS von innen heraus zu überwinden, wenn wir nur die nothwendigen gesetzlichen Institutionen schaffen wollen; wir sind entwickelungSfähig. Ganz anders sieht eS mit Rußland auS, das, noch weit in der Entwickelung zu- rückgeblieben, durch den Druck einer halbbarbarischen StaatSmaschine seiner Kräfte beraubt ist und von einer habsüchtigen Bureaukratie ausgesogen wird. Der russische Bauer, trotz vielfach gemeinsamen Grundbesitzes noch an die niedrigsten Formen der Bodenbewirthfchastung gebunden, erhebt sich in manchen Gegenden nur wenig über ein thierähnliches Dahinvegetiren. WaS kann eine solche Bevölkerung für den Staat leisten? Ihm Kanonenfutter stellen. Das ist aber auch alles und wenn dies Kanonenfutter dann in fremdes Land kommt, so haust es darnach. Dieses Rußland, so reichhaltig an ein- zelnen Orten seine Produktivkräfte und Naturschätze auch sein mögen, ist in seinem Innern ruinirt, ohne Kredit und ohne Aussicht auf Besserung, und seine Staatsmänner streben deshalb ganz offen darnach, die Mittel zur Besserung der russischen Verhältnisse anderen Nationen abzunehmen. Dazu können sie sich nur zwei Bahnen öffnen: nach Osten gegen Ostindien, nach Westen gegen Mittel-Europa. Wie sehr die russischen Staatsmänner von Eroberungsideen erfüllt sind, hat dieses Jahr erst wieder I g n a t i e w be- wiesen, ein echt russischer Staatsmann, der einst den „Unterrock" für die nliirna ratio der russischen Diplomatie erklärt hat. Dieser Tage sagte er auf dem Slavenfest zu Kiew ganz urverblümt:„Wir werden trotz aller Hindernisse nach dem Westen vordrängen, ungeachtet Oe st erreich«, das die Null in der europäischen Gleichung ist. Seien Sie unbesorgt; auf Oesterreich haben wir keine Rücksicht genommen und werden es nicht."— Man kann es dem englischen Premierminister überlassen, diese fteche Drohung in Einklang zu bringen mit seiner Anschauung von einer parallelen Politik Deutschlands und Rußlands. hielt an seinen Gewohnheiten wie ein alter Lands- knccht fest. „Und bei alledem kommt sie schließlich nicht," sprach er weiter zu sich.„Mama wird sie vielleicht nicht hinaus- lassen... und das würde mich verdrießen... denn der alte Esel, der Pelikan, würde mich dann nicht schlecht auslachen... und vom Herrn würde ich eine Nase be- kommen... obgleich eS gar nicht meine Schuld war, denn in die Villa kann ich doch nicht hineinkommen... und selbst wenn ich eS könnte, hätte ich gar keine Lust, mich erwischen zu lassen.... Ein Spaß wäre das nicht, wenn der Mann da wäre, der den Pelikan in der vergan- genen Nacht gefaßt hat, oder wenn er uns auf den Hals käme, während die Kleine fortfpedirt wird." „Unsinn! Mich soll er nicht kriegen," schloß der Bengel und knipste mit den'Fingern.„Immergrün hat mir gesagt, daß ich die Beine in die Hand nehmen soll, wen« etwas dazwischen käme, und von der Erlaubniß werde ich Gebrauch machen." Während LiebeSapfel so nachdachte, hatte er die Villa fortwährend im Auge behalten. Er hoffte, Therese auf die Freitreppe treten zu sehen, und war unangenehm überrascht, als er am Fenster, an dem sie sich vorhin einen Augenblick gezeigt hatte, zwei Personen erscheinen sah, die ihr durchaus nicht alichen. Es war eine Frau, die größer und stärker als sie war und ein Mann von hoher und breiter Figur, der sich wie die Frau auf das Fensterbrett lehnte. Von seinem Platze auS konnte LiebeSapfel die Per- fönen nicht erkennen, aber er sah einen leuchtenden Punkt in der Dunkelheit. Der Mann rauchte eine Zigarre. Da ihm daS gestattet war, mußte er hier wie zu Hause sein. „Hineingefallen!" seufzte der kleine Verbrecher,„hin- eingefallen! Der Mann ist da. Die Kleine wird nicht zu kommen wagen. Und sie kann es auch gar nicht, denn wenn sie sich in den Garten wagt, sieht er sie und ihre Mutter sieht sie auch... Mir bleibt nichts weiter übrig, als mich aus dem Staube zu machen und Immergrün mit- zutheilen, daß es diesmal nichts ist." LiebeSapfel wußte nicht recht, was er thun sollte. Er Man kann sagen: Jgnatiew ist nicht Rußland. In gewissem Sinne ist er eS doch. Sind denn die Gortschakow, Skobelew, KaulbarS und Gurko jemals ander» aufgetreten, als jetzt Jgnatiew gethan hat? Der„Zug nach dem Westen" war bei allen russischen Staatsmännern gleich stark. Man wird also nicht so naiv sein, glauben zu wollen, daß Rußland eine Friedensliga gegen Frankreich bilden wird, wie der edle Lord glaubt. Aber das scheint unS feststehend, daß der Friede in Europa nicht eher dauernd gesichert werden kann, als bis sämmtliche Staaten von Europa eine Friedensliga gegen Rußland bilden werden. Politische Ueberstcht. „Die Norddeutsche AUgemeiue" ist wirklich auf dem besten Wege, das Enfant terrible der deutschen Regierungspresse zu werden. Ihren vielen Geschwistern fehlt es zwar auch nicht an der augenscheinlich zum Handwerk gehörigen Dosts von Un» geschick.ichkcit, allein die„Norddeutsche" ist ihnen allen doch weit „über", die„Kölnische" nicht ausgenommen, welche es zwar fertig gebracht hat, den abgetbancn General Boulanger durch den famosen„General Cordillars" zu ersetzen, deren Geniestreiche aber jenes wunderbaren Hintergrundes der„Staatsmännischkeit" entbehren, welchen Herr Pindter dem zufälligen Umstände ver» dankt, daß Niemand sagen kann, wo der richtige(oder falsche) Pindter aushöit und der falsche(oder richtige) anfängt und daß man nie weiß, welcher von beiden Doppelgängern der richtige und welcher der falsche ist. Durch dieses wunderbare Naturspiel werden die Tölpeleien der„Norddeutschen" gewissermaßen po'enzirt, so daß selbst die.Kölnerin" nicht nachkommen kann. Wenn z. B. der letzte Rüpelartikel des Herrn Pindter über den„italienisch-franzöfischen Streitfall" in der„Köl» Nischen Ztg." ge anden hätte, so würde kein Hahn danach gekräht baden. Die Thatsache aber, daß er fich in den Spalten der„Norddeutschen" befand, gab dem Artikel die Bedeutung einer wunderbar taktlosen Ungezogenheit gegen die französtschc Regierung und verlieh ihm einen außcrordcnt» lichcn Werth in den Augen aller derer, welchen daran liegt, die deutsche Regierung als händelsüchtig in der ganzen Welt zu verdächtigen. Man muß nur das Behaaen sehen, mit welchem der den Friedensabstchten des Fürstm Bismarck nicht trauende Theil der ftanzöfischen Puffe die plumpe Pindtcret abdruckt.— Und warum wir das erwähnen? Wir find ficheilich für absolute Prcßfreihcit und gestehen auch einem Pindter das Recht zu, so zu schreiben wie ihm der Schnabel gewachsen ist, allein hier haben wir es nicht mit einer Frage der Preßfreiheit, sondern mit einer Frage der nationalen und internationalen Politik zu thun. Vermittelst des ReptilienfondS und anderer Arten der Beeinflussung ist eine große Anzahl von deutschen Zeitungen zu der Regiemng in ein Ver- hältniß gerathen, welches die Unterscheidung zwischen dem, waS Aussprache der Regierung oder der Regierungsorgane, und zwischen dem, was Privatäußcrung der Redaktionen ist, auch mußte fürchten, daß ihm Immergrün trotz seiner Schuld- losigkeit an der Störung Vorwürfe machen würde. Plötzlich kam eS ihm so vor, als höre er von rechts her unter den alten Bäumen, die das Gitter beschatteten und von ihm nur durch einen schmalen Gang getrennt waren, Schritte herkommen. Er mußte ein feinet Gehör haben, denn eS war ein so leises Geräusch, wie es der Tritt eines VögelchenS verur- sacht. Aber der Schritt kam näher, und LiebeSapfel erhob sich, um auf jedeS Ereigniß gerüstet zu sein. Er bekam es sogar fertig, seine Zigarette zu opfern, deren Duft ihn verrathen konnte. Er warf sie weg, ob- gleich er erst einige Züge gethan hatte. „Sind Sie da?" sprach leise eine süße Stimme. „Ja," flüsterte LiebeSapfel und wendete sich rasch nach der Stelle, wo man sprach. Einige Schrstte von ihm entfernt zeigte sich ihm ein Schatten hinter dem Gitter und die Stimme fuhr fort: „Beobachten Sie das helle Fenster im Erdgeschoß und sagen Sie mir, ob Sie Jemanden sehen." „Nein, Fräulein... Vorhin war Jemand da, aber jetzt nicht mehr." „Gut. Treten Sie etwas zurück und rühre« Sie sich nicht, bis ich draußen bin." LiebeSapfel gehorchte und hielt sich still, aber er hatte gute Augen und fuhr zu beobachten fort. Er sah daS junge Mädchen sich vorsichtig nähern. Nach jedem Schritt blieb es stehen, und es hatte Grund dazu, denn der Mann und die Frau, die eS im Hause gelassen hatte, hörten nicht auf, am Fenster zu er» scheinen. Nur lehnten sie sich jetzt nicht mehr hinaus, sondern machten nach einem kurzen Halt Kehrt und verschwanden wieder. Sie gingen augenscheinlich im Salon auf und ab, und diese regelmäßige Bewegung mußte sie in kurzen Zwischenräumen immer wieder vor das Fenster führen. Darnach richtete Therese ihr Manöver ein. Die Schwierigkeit bestand darin, den Moment zu er« spähen, wo sie die Gartenthür öffnen konnte, ohne daß die Auf- und Abwandelnden eS bemerkten. dem Kundigsten unmöglich macht. Die nothwendige Folge iſt, daß Verwechselungen stattfinden und die Regierung für vieles verantwortlich gehalten wird, was einer Regierung nicht zur Ehre gereicht. Herrn Pindter ist manches erlaubt, was einem Staatsmann in Amt und Würden nicht erlaubt ist. Quod licet bovi non licet Jovi( Was dem Ochsen erlaubt ist, ist nicht dem Jupiter erlaubt) tönnen wir das lateinische Sprichwort umdrehen. Freilich, Herr Pindter ist's nicht, der unter der Verwechslung leidet. " Krieg der Arbeit Friede dem Müßiggang!" Das ist, nach Behauptung der Leipziger Zeitungs. Regiffeure", die Losung der franzöfifchen Arbeiter bei den jüngsten Kundgebungen der Grevisten( Streifenden). Es scheint hier eine Ver wechselung vorzuliegen. Für gewiffe Herren und Parteien, mit denen die Leipziger Beitung" auf sehr gutem Fuße steht, würde Die Losung allerdings ganz vortrefflich paffen. Der bevorstehende Wahlkampf im 6. Berliner Reichstagswahlkreise fördert bei den Ordnungsparteien" die komischsten Entdeckungen zu Tage. So hat die„ Nat. Lib. Corresp. nicht nur herausbekommen, daß von den 86 000 Wählern dieses Wahlkreises rund 56 000 nicht sozialdemokratisch gesinnt find ( fte rechnet schlauer Weise alle nicht abgegebenen Stimmen den Ordnungsparteien" zu), sondern sie behauptet auch schlankweg, Daß die Sozialdemokratie mit den bei der Februarwahl 1887 auf fie in diesem Kreise gefallenen 30 400 Stimmen ihren ,, allerhöchsten Besißstand" erreicht hat. Die Wahl am 30. Auguft wird den weisen Entdeckern eine gründliche Enttäuschung bereiten. Die Arbeiter im 6. Wahlkreise werden alles daran setzen, um am Wahltage den Beweis zu liefern, daß die Sozialdemokratie dort wie überall in jedem Jahre tausende neuer Anhänger gewinnt. Bum Durchfallskandidaten der freisinnigen Partei im 6. Berliner Reichstagswahlkreis hat sich der Freis. 3tg." zufolge der Landtagsabgeordnete, Standesbeamter Knöide hergegeben. Daß man auf die eminanten Fähigkeiten des Herrn Arnold Perls für diesen Posten verzichtet hat, ist wirklich zu bedauern. " " heißt es u. a. in dem Bericht für Oberfranken: Die ermächtigt, Schi maarenindustrie( die wichtigste des Bezirks, welche 13 000 u fchließen, die beiter beschäftigt) fann infolge des erhöhten Eingangsjolles Berträgen verga gar kein Geschäft mehr nach Desterreich und Frankreich mach Bunsch in hoher Was den Nürnberger Bericht anlangt, fo flagt nicht nur über ein be Handelsabtheilung über die ungünstige Gestaltung der deuten Sie demr Handelsbeziehungen zu den wichtigsten Nachbarstaaten, italiedern des besondere Desterreich- Ungarn, auf die man für den Erport. Oftober in gewiesen sei, sondern auch die Gewerbekammer lettere parlamenten sonst gewöhnlich reaktionärer zu sein- sagt:„ Die Zollver Dolument nicht nife wirken nach wie vor lähmend auf den Handel, inng theilzunehm dessen selbstverständlich auch auf die Gewerbe; es wäre das einen haben auch wünschenswerth, daß von Seiten der hohen föniglommen. Staatsregierung den wiederholten Bitten der Gewerbefam und Fabrikanten Rechnung getragen und mit den uns im In der letzt nahestehenden Ländern günstige Handelsverträge abgefale wieder in b Sefretär Boulé würden." der Kartellparteien zu einander schon so gut wie beendet. Die Nordd. Allg. 3tg." hat am 7. d. Abends den bekannten offiziösen Artikel gebracht, der wie das Signal: Hahn in Ruhe" wirkte. Sie hat darin erklärt, daß die Regierung feine der drei Kartellparteien bekämpfen könne, daß diese sich daher vertragen und gemeinsam auf die Bildung einer Majorität hinarbeiten sollen. Die streitenden Brüder haben sich dem gefügt und werden, was im ganzen und großen eigentlich nie zweifelhaft war, bei den Land tagswahlen gemeinschaftlich gegen Zentrum und Frelsinnige operiren. Weder Fürst Bismard noch Herr v. Bennigsen werden dem Streit so viel Bedeutung beigelegt haben, daß fie des halb eine Zusammenkunft für nothwendig gehalten hätten. Die " Frankf. 3tg." fieht daher den Zweck der Zusammenkunft in etwas anderem; fte sagt, und wir wollen ihren interessanten Vers muthungen Plas gönnen, ohne uns ihnen anzuschließen: Herr v. Bennigsen hat schon einmal einen berühmt gewordenen Bes such in Friedrichsruh abgestattet. Das war um Neujahr 1878. Damals hoffte er mit dem Reichskanzler ein nationalliberales Ministerium bilden zu können. Der Preis war die Vermehrung der indirekten Steuern, vor allen Dingen. das Tabaksmonopol. Damals war Herrn v. Bennigsen dieser Preis zu hoch. Die Verhandlungen scheiterten, Fürst Bismarck machte seine Steuers politik mit den Konservativem und dem Zentrum, und der Rückgang der nationalliberalen Partei datirt von jener Zeit. Kaum 5 Jahre später war die Gesammtlage derartig, daß Herr v. Bennigsen von der parlamentarischen Wirksamkeit zurücktrat, weil er eine ersprießliche Thätigkeit für fich nicht mehr möglich hielt und fich nicht mehr entschließen fonnte, in Oppofition gegen den Fürsten Bismard zu treten. Die Zeiten haben fich inzwischen geändert. Obwohl man dies vom Fürsten Bismarc nicht sagen fann, hat Herr v. Bennigsen doch wieder Zuversicht zur parlamentarischen Thätigkeit bekommen. Es wird jezt kaum noch etwas geben, was er oder gar seine Partei denn er ist immer noch der liberalste von ihnen dem Reichsfanzler abschlagen würden. Man darf bei allen Vorgängen, die sich jetzt vollziehen, nie vergessen, daß wir am Anfang einer neuen Aera stehen, deren Gestaltung unklar und Gegenstand vieler Meinungsverschiedenheiten ist. Besonders werden militärische Neuerungen in ihrer Folge den Reichstag zu beschäftigen haben. Die nächste parlamentarische Kampagne bringt wahrscheinlich Ueberraschungen; die Volksvertretungen werden Fragen zu entscheiden haben, die vielleicht außerhalb des bisherigen Geleises der Politik liegen. Es ist anzunehmen, daß unter solchen Verhältnissen der Herr Reichskanzler das Bedürf nig gehabt hat, sich mit dem Führer der Nationalliberalen, der zugleich für den staatsmännischsten Kopf der Kartellparteien gilt, über die nächste Zukunft zu unterhalten. Daß gerade Herr von Bennigsen es ist, der zu ihm berufen worden ist, wird die Konfervativen nicht angenehm berühren. Die Vermuthung, daß Fürst Bismarck der neuen Aera durch ein scheinbar libe rales Regiment die Wege zu ebnen versuchen könnte, ist in parlamentarischen Kreisen schon im Frühjahr mehrfach erörtert worden, auf der einen Seite mit Behagen, auf der anderen mit entgegengesetzten Gefühlen. Diese Vermuthung wird jest ver stärkt werden. Aufklärung darüber wird man wohl erst erhalten, wenn der Reichstag seine Thätigkeit beginnt." Der Altersgesehentwurf. Es scheint, als ob der Ges sebentwurf über die Alters- und Invalidenversorgung auch in drben Reihen der konservativen Partei Gegner findet. Die Grenzboten", eines der ergebensten Organe der herrschenden Politik, veröffentlichen einen Artikel, als deffen Verfasser sich Her: Eugen Stübling in Ulm unterzeichnet, in welchem ausge führt wird, daß die früheren Grundzüge vor den Bestimmun Bid gen des jezi vorliegenden Entwurfs entschieden den Vorzug verdienten. Die früheren Grundzüge wollten den Unternehmerverbänden, den Berufsgenossenschaften, die Altersversicherung ausliefern. Wenn der neue Entwurf darauf verzichtet hat, so ist dies eine seiner wenigen Verbesserungen. " Der Verein zur Wahrung der wirthschaftlichen Interessen von Handel und Gewerbe, beffer bekannt unter der Bezeichnung Berein mit dem langen Namen", hat in dem neuesten Hefte seiner Veröffentlichungen seinen Mitgliedern einen Abdruck des Entwurfes der Alters, und Invalidenversicherung der Arbeiter zugehen lassen, dem eine Zusammenstellung der bisher bekannt gewordenen A slaffungen über die Hauptpunkte des Gefeßentwurfes ange fügt ist. Eine bestimmte Stellung nimmt die Geschäftsführung des Vereins nicht ein, wenn man auch aus dem größeren Nachbrud, mit dem dieses oder jenes Argument vorgetragen wird, schließen kann, wohin die Meinung der Zusammensteller der Gutachten fich neigt. So wird z. B. die Nothwendigkeit des Umlage statt des Deckungsverfahrens, der höheren Bemessung dec Rente und deren Abstufung nach den Löhnen, die Einfüh rung einer Ren e für theilweise Erwerbsunfähigkeit, sowie der gleichzeitigen Regelung der Wittwen und Waifenversorgung mit einem gewissen Nachdruck auseinandergesetzt. Auch für die Rückerstattung der Beiträge an solche Personen, die dauernd aus Der Versicherungspflicht ausscheiden, werden vielfache Gründe geltend gemacht. Ueber das Quittungsbuch und die Vertreter Der Arbeiter bei der Verwaltung geht die Zusammenstellung sehr kurz hinweg, augenscheinlich weil sie mit der Bevormun dung und Zurücksetzung der Arbeiter einverstanden ist. " einer Aus Sachsen, 12. August, wird der Frankf. 3ta." Schiedsgericht schrieben:" Der erfortschrittliche Landtagsabgeordnete Gnt haben. Starte hat neuerdings, dem Beispiele seines nationalliberanden sei, fon Kartellgenoffen, des Reichstagsabgeordneten Dechelhäuser folg, daß Herr durch einen Aufruf an alle Arbeitgeber des Amtsgerichtsbepfing, weil Mitweida die Absicht befundet, ebenfalls der praktischen Lo fet inzwisch der sozialen Frage näher zu treten. Es sollen Vereine gegrüort nach dem werden, die durch Errichtung von Hilfslaffen, Förderung Innern beg Spartriebes unter den Arbeitern, Abhaltung gemeinschaftli Festlichkeiten und Vorkehrungen zur billigen Beschaffung Allseitiges s nothwendigen Lebensbedürfnisse ein friedliches Einvernehifchen Juſt fördern sollen. Gewissenhafte Innehaltung aller reichschen Glasarb landesgesetzlichen, polizeilichen, oder durch die zuständigen inden des Aus rufsgenossenschaften getroffenen Bestimmungen über Arbeiter influßreichste A und Unfallverhütung, sowie thunlichste Einschränkung der Smer angebliche tagsarbeit, der Kinder und Frauenarbeit soll allen dem Ben Glaswerke beitretenden Arbeitgebern zur Pflicht gemacht werden. Die Strafe, di die Fabrilordnungen und sonstige Maßnahmen sollen diner Festnahm insbesondere auch der Trunksucht entgegenarbeiten und als eine Ehrensache betrachten, auf Die Hebung religiösen, fittlichen und patriotischen Gefühls der einzuwirken, ohne sich jedoch einer einseitig fonfeff oder politischen Beeinflussung insbesondere bei schuldig zu machen. Als weiteres Biel wird alsdann di richtung von Kleinkinderbewahranstalten, die Gründung musikalischen Vereinen, Turnvereinen, Arbeiterbibliotheken Veranstaltung von Vortragsabenden sowie die Errichtungen Gr funder und billiger Arbeiterwohnungen, öffentlicher Wasch Badeeinrichtungen empfohlen. Unseres Erachtens haben rade in zahlreichen sächsischen Fabrikstädten die Gegenleur erhielt zwischen und im Laufe Anknüpfung des Kartells. Die Hamburger Nachr.", auch ein nationalliberales Blatt, erklären jetzt, es sei doch wohl das Richtige, wenn die Nationalliberalen es vermieden, den Kampf gegen die Konservativen offen zu proflamiren, und mit ihnen eine Verständigung suchten. Es fönnte sonst leicht eine Erbitterung entstehen und möglicher Weise könnte die Regieung fich genöthigt glauben, ihre Stüße mehr bei den Konser vativen als bei den Nationalliberalen zu suchen, was doch ein Unglück set. Herr ven Bennigsen ist einige Tage zum Besuch beim Reichstanzler in Friedrichsruh gewesen. Wenn der Reichs Tanzler politische Bersönlichkeiten zu fich einladet, so muß der 3med ichon ein wichtiger sein. Und so ist die Anwesenbeit des Herrn von Bennigsen immerhin als ein bedeutsames Ereigniß in dieser Zeit der politischen Stille anzusehen. Es wird wahr scheinlich vielfach die Vermuthung ausgesprochen werden, daß Sie Begegnung durch die bevorstehenden Landtagswahlen veran lagt worden sei. Es ist möglich und sogar wahrscheinlich, daß der Reichskanzler und der Führer der Nationalliberalen fich über Dieses Thema unterhalten haben. Man überschäßt aber, wie die Frff. 8tg." meint, wohl die Bedeutung dieser Wahlen und des Streites, der sich in den legten Wochen darüber entsponnen hatte, wenn man annimmt, daß dies allein die Veranlassung und der Zweck der Anwesenheit Herrn von Bennigsen's in Friedrichsrub gewesen sei. Es ist nicht genau gefagt, an welchen Tagen Herr von Bennigsen dort war. Es muß am 9., 10. oder 11. d. Mts. gewesen sein. Damals war der Streit über das Verhalten Es gelang ihr. Die Gitterthür war nicht verschlossen, sie drehte sich geräuschlos in ihren Angeln und gab ihr den Weg frei. Sie glitt durch die halbgeöffnete Pforte und Ließ sie so. Hierher! Fräulein," sagte Liebesapfel halblaut. Ohne zu zögern tam Therese auf ihn zu und fragte ihn: " Ist Herr von Elven da?" Generalfeldmarschall von Moltke ist der Kreuzztg." zufolge der Funktionen des Chefs des Generalstabes der Armee enthoben und zum Chef der Landesvertheidigungskommission er nannt und an seiner Stelle der General der Kavallerie, General- Quartiermeister Graf von Waldersee zum Chef des Generalstabes der Armee berufen worden. Bei Herrn von Waldersee fand seinerzeit jene bekannte Versammlung in Sachen der Stöckerfchen Stadtmission statt. ,, Er wartet in der Rue Corvisart," log der verderbte Junge mit größter Unbefangenheit. Er wird aber in sehr verzweifelter Stimmung sein, denn seit einer halben Stunde find wir schon da, und er muß glauben, Sie tämen nicht." ,, Es ist ja eben erst zehn Uhr," flüsterte Therese. fich den verschier altet, um die fegen. Um d König die inifter hat Fa it fegen laffen ingen, über der Organ falleur's mit Juftizminister, Belgien zu verl Berbüfung der Falleur und das zumeist nicht ohne Verschulden der ersteren, so Land, aber mit Zur Förderung der Gesundheitslehre in der Volksschule hat der Niederrheinische Verein für öffentliche Gesund heitspflege einen Preis ausgeschrieben für Lesestücke über Ge sundheitspflege, die sich zur Aufnahme in Volksschullesebücher eignen. Dieses Vorgehen verdient ohne Frage Beifall und fann als ein praktischer Schritt bezeichnet werden. Von größerer Wichtigkeit wäre es allerdings noch, wenn durch eine fräftige Fabrifgefeggebung für die Vorbedingungen der Volksgesundheit gesorgt würde. Was nüßt die beste Kenntniß der Vorschriften Der Gesundheitspflege, wenn der Arbeiter durch die Noth gezwungen ist, fich 12 Stunden und länger in dunstigen, staub gefüllten Arbeitsstätten aufzuhalten. Das ist richtig, gnädiges Fräulein; aber ich habe auch schon gedacht, Sie würden nicht kommen, weil ich sah, daß Sie nicht allein zu Hause sind.... Ich beobachtete die Freitreppe und fah Sie nicht kommen, aber ich sah einen Herrn und eine Dame am Fenster." " Ich ging hinten heraus und fam durch den Garten." " Ach deshalb tamen Sie von der anderen Seite, woher ich Sie nicht erwartete!" liberale Blätter Seitens britannien spigt, das alle Belehrungsversuche, die Arbeiter in das des Nationalliberalismus oder dasjenige der Herren S Schreckt und Genoffen hineinzutreiben, von vornherein als geblich zu bezeichnen sein dürften, ganz abgesehen davon, nach den Erfahrungen, die wir in einigen fächsischen Städten gemacht haben, zahlreiche Arbeitgeber auch nicht mindeste Lust verspüren werden, in der hier vorgeschlagerbe in Hom freundlichen und liebevoll entgegenkommenden Weise mitationen auf Arbeitern zu verfehren. Was aber die Vorkehrungen en; alle übri schaffung möglichst billiger Lebensmittel anlangt, so möchten, den Herren vom Kartell vor allen Dingen eine Revision uni Boll- und Steuergesetzgebung und in erster Linie die Aufheb der Getreidezölle empfehlen, fte würden auch auf diefe Gelegenheit finden, ihrer arbeiterfreundlichen Gesinnung brud zu geben." Wie die früher erschienenen Berichte der anderen bayerischen Kammern, so flagen auch die dieser Tage herausgegebenen Jahresberichte der Handels- und Gewerbekammern von Oberfranken( Bayreuth) und Mittelfranken( Nürnberg) über die Schädigung des Exports durch die Bollmaßnahmen der Nachbarländer und die allgemeine Schuß 30llpolitit. So „ Führen Sie mich," brach Therese die nußlose Unterhaltung ab. Liebesapfel hatte seine Stimme zu verstellen gewußt, und das arme Mädchen, das durch die Jägeruniform des Burschen getäuscht wurde, schöpfte nicht den geringsten Verdacht. Sie hatte sich im botanischen Garten den Träger der Lügenbotschaft nicht so genau angesehen, als daß sie ihn jetzt in der Verkleidung erkennen konnte. Lange hatte sie gezaubert, bevor sie sich entschloß, dem Rufe Andreas' Folge zu leisten, der ihr geschrieben hatte, fie möchte ihm doch eine lezte Unterredung gewähren. Gleichgiltigkeit oder Grausamkeit beschuldigen könnte, und deshalb entschloß sie sich, seine Bitte zu erhören. Oesterreich- Ungarn. Eine amtli tommanda ganeiti, auf Gewehren unternehmer ben angeordr fchi Bozuls 00 Paganeiti ein. Sämmtliche Oppositionsblätter Kroatiens schienen an einem der letzten Tage voriger Woche mit ein Baschi Bo weißen Blatt an der Spize ihrer Mittheilungen. Bei diesen Zeitungen hatte sich der Leitartikel mit der angeblichen Anrüden Enthebung des Banus vom Amte beschäftigt und allen biele beibigang Pieutenant und ein, bertrieb Di Daffelbe. Das Zeitungen war der betreffende Leitart tel tonfis trt worde Die Opposition verschanzte sich hinter ihre Unschuld, schrieb ni anderes und demonstrirte im weißen Kleide, um ihren Lan die Affaortins, leuten und den Ungarn ein Bild der kroatischen Freiheit ichtigung Deb zuführen. Großbritannien. Oberhaus und Unterhaus haben sich bis 6. November vertagt. Die irischen Abgeordneten T. G. D'Connor um Feinde Rapitän und aren, fielen; Unordnung Anzahl des Fe John Redmond haben bei dem Queens.Bench- Gerichte indlichen B gleichfalls einen Verleumdungsprozeß gegen die anhängig gemacht. W Tim Englischen Parlamentsmitgliedern f von 11 Mitgliedern der französischen Deputirtenfammer nitalienische Biberitan de 400 in Waa 350 Mann ge zeichnetes Rundschreiben zugegangen, worin es heißt: 233Dberkomm glieder des britischen Parlaments und 120 Mitglieder desen und wi Sun zöfifchen Parlaments haben Denkschriften unterzeichnet zu von Schiedsgerichtsverträgen mit den Verein ten Staaten von Amerita und der Senat der Ihre Mutter hatte sie selbstverständlich nicht gefragt, ob fie ihre fühne Expedition für angemessen halte. Sie sah feine Gefahr dabei und noch weniger kam ihr der Gedanke, daß der Brief gefälscht sein könnte. Er beklagte sich in dem Briefe, daß sie ihn verurtheile, ohne ihn gehört zu haben, und er versprach, sich zu rechts fertigen, wenn sie ihm die Gelegenheit zu einer furzen Unterhaltung böte. gegen den Fei eftlicher Lang un zwischen Sultanausbrüc geführten 2 einigten Staaten hat den Präftdenten der Vereinigten Staa sehen sollte, sie bereitete fich darauf vor, seine Rechtfertig zu hören, und beschloß, ihm nur dann zu verzeihen, wenn ihm vollkommen gelinge. Da sie aber ihrem eigenen Herzen nicht traute, äth die Me suchte sie sich mit Kälte zu wappnen, um im Stande Sultanausbrüc sein, den Werth feiner Einwände und Entschuldigung Stande ruhig zu prüfen. Sie kannte Andreas' Handschrift nicht, aber sie war überzeugt davon, daß nur sein Styl jene Erregung und Leidenschaftlichkeit besitzen könne, die jedes Wort des Briefes athmete. Sie glaubte nicht sehr daran, daß er sein Versprechen halten werde, aber sie wollte auch nicht, daß er sie der Außerdem lag die Straße, in der das Rendezvous stattfinden sollte, in nächster Nähe der Villa, fast in Hörweite, und noch Niemand war im Hause der Frau Valdieu schon зи Bett gegangen. Frau Valdieu, die nun für immer von ihrer Villa am Boulevard d'Italie Besitz genommen, hatte bort den Besuch des Majors von Arbois empfangen. Therese konnte also vermuthen, daß es ihr im Falle eines Unglücks nicht an Vertheidigern fehlen würde. Sie war noch in derselben Kleidung, die sie am Morgen getragen hatte; nur hatte sie eine Kapuze umgeworfen, die ihr Kopf und Schultern bedeckte. So schritt sie festen Schritts neben Liebesapfel einher, der so that, als wache er für sie, während er sie in einen gemeinen Hinterhalt lockte. oden liegt afie als blo Sie war nicht mehr das junge, naive Mädchen, ellen entſtel fie bisher gewesen. Die Eifersucht hatte ihr die Augen Meeres öffnet. Sie wußte jeßt, daß ein Mann auch lügen, ein liebendes Herz getäuscht werden könne. ittelbar aus mögen ber oblich auftre Liebesapfel beobachtete sie heimlich und hütete fich er erzeugt sie durch irgend eine Bemerkung in ihrem Nachdenken stören. Sie ging von selbst dorthin, wohin er sie führen wo Er konnte also gar nichts besseres thun, als sie einfad begleiten. ( Fortsetzung folgt.) Die Nacht war schön, aber es war kein Mondschein, und auf dem Boulevard d'Italie, dessen mächtige Bäume dunklen Schatteu auf die Wege werfen, stehen die StraßenLaternen nur sehr vereinzelt. Stunde und Ort waren gut gewählt, um ein Werk der Finsterniß zu vollbringen. Kein Fußgänger kein Wagen ließ sich blicken. Raum hörte man das ferne Rollen eines Omnibus, der den Boulevard d'Hopital entlang fuhr. • Für Therese war diese völlige Einsamkeit aber kein Schredniß, Sie war daran gewöhnt; sie hatte sich noch nie in ihrem Leben des Abends auf einer jener geräuschvollen und verkehrsreichen Straßen des Zentrums der Stadt befunden, wo das Leben nicht wie hier mit Sonnenuntergang einschläft. ufig gewaltig See empo tbut. Als Gem Welle misigi daste die Sc Top E Hood dub or brehend, tofendem Seinung, di Der Aus Kunst und Leben. Heber unterseeische Erdbeben und Vulkana brüche hat im vorigen Jahre E. Rudolph höcht anziehe eine Der ein Auff bobe. Hierzu Stoße Anlaß Untersuchungen und Betrachtungen angestellt, welche ihn schlichtanischen G zu einer wohl annehmbaren Vorstellung von der Dickenbeschaganz and heit der Erbrinde im Festlandsgebiet und in den vom dem Festl bedeckten Gegenden führt. Der Post" wird darüber folgende " 1 betri geschrieben: Das Forschungsgebiet, welches E. Rudolph gehört zu den bisher nur mit geringer Sicherheit befann Schon die einfachen Angaben über die Seebeben, welche eine Bultane ben ebenen aufigften vor oben Gebirg Reichloffen ist. Schiffe erlebt worden find, find ungenau und gehen vielfacetabe in ihre dieselben hervorrufen, der ist, als wenn das Schiff den Bob Art beimgefud uge, fo fte einander. Soviel steht fest, daß der allgemeine Eindrud, weld Re berührt hätte und mit schneller Fahrt darüber hinweggezo würde oder als ob es auf ein Riff gestoßen hätte. Daher i dann geschehen, daß man in Unkenntniß der wahren der Erscheinung heimgesucht werden, als Untiefen betrachtete, Bänte und Urfa R Meeresgegenden, welche von Seebeben hä daselbst vermuthete, wie z. B. in der Nachbarschaft des Paulsfelsens, der im Atlantischen Ozean unter dem Aequ Sie dachte nur daran, daß sie Andreas jest wieder gelegen ist, etwa in 1 Grad nördlicher Breite und 30 G Don Toiro, als ber und weniger Rudolph, Daß ifche bas älte Hellung amifd Leit au ben Die ermächtigt, Schiedsgerichtsverträge mit irgend einer Regierung he 13 000 u ichließen, die dozu gewillt ist. Der Wunsch nach solchen ancs jolie Berträgen vergrößert sich täglich, aber wir glauben, daß dieser freich madunich in hohem Grade beschleunigt und gestärkt werden kann, nicht nur über ein beſtimmtes Verfahren schlüssig zu machen. Wir der deuten Sie demnach herzlich ein, einer Konferenz zwischen den arftaaten, italiedern des französischen und des britischen Parlaments am en Expo Ottober in Paris beizuwohnen. Die Konferenz wird streng lettere parlamentsmitglieder beschränkt sein." Clemenceau hat das Die Bolloer Dolument nicht unterzeichnet, aber versprochen, an der Konfe andel, inn theilzunehmen. Mehrere Mitglieder des Hauses der Gewäre deinen haben die an sie gerichtete Einladung bereits ange en töniglommen. Sewerbefam d Frankreich. n Madisin Gerichts- Beitung. Ein unter besonders erschwerenden Umständen aus geführter Diebstahl unterlag gestern der Prüfung der zweiten Ferienstraffammer des Landgerichts I. Der Angeklagte, der Kommis Franz Karl Dombrowsky, erschien eines Tages in der tönigl. Klinik in der Ziegelstraße, um wegen eines geringfügigen Leidens Hilfe zu suchen. Er traf hier mehrere Leidensgefährten, die gleich ihm nach geschehener Anmeldung im Wartezimmer des Aufrufs harrten. Zuerst tam ein Patient an die Reihe, welcher eine Verlegung am Arme hatte und fich nach erfolgtem Aufruf beeilte, sein Jadet auszuziehen. Da ihm dies sichtlich schwer fiel, sprang der Angeklagte dienstbereit hinzu und leistete ihm Hilfe. Bei dieser Gelegenheit stahl er ihm Uhr und Kette. Natürlich machte er sich dann schleunigst aus dem Staube. Es war ein Leichtes, ihn zu ermitteln. Der Angeklagte war außer dem der Kuppelei und der wiederholten Körperverlegung bes uns im In der legten Versammlung der Erdarbeiter, abgefale wieder in der Salle Betrelle stattfand, theilte der General Befretär Boulé den Anwesenden mit, daß die Unternehmer das Schiedsgericht des Arbeitsausschusses' des Gemeinderaths abgeschuldigt, seine sogenannte„ Braut" hatte den Strafantrag wider anff. 3ta. Belgien. ordnete nt haben. Die Versicherung, daß noch Geld genug vorationallibenden fei, fonnte abgegeben werden. Boulé rwähnte dann Säufer folgo, daß Herr Flequet die Delegation der Streifenden nicht sgerichtsbepfing, weil diese nicht um eine Audienz nachgesucht hatte; tischen sei inzwischen geschehen und die Delegirten würden sich eine gegrüort nach dem Eintreffen der Antwort, auf das Ministerium Förderung Innern begeben. meinschaftli efchaffung Allseitiges Aufsehen ruft eine Maßnahme des bel Einverne fchen Justiz ministers hervor. Der Leiter der belJustizministers reichschen Glasarbeiter- Union, welche mit den Glasarbeiter- Verftändigen inden des Auslandes in Verbindung steht, Falleur, der r Arbeiter flußreichste Arbeiterführer im Baffin Charleroi, war wegen ung der er angeblichen Theilnahme an der Berstörung der Baudour n dem Ben Glaswerke zu 20 Jahren Buchthaus verurtheilt worden, erden. De Strafe, die er im Loewener Buchthause verbüßte. Seit ollen dier Festnahme hatte die belgische Arbeiterpartei fortdauernd iten und Sebung Der tonfef bei Dann bi ründung bliotheken Errichtung er Wasch ihn gestellt. Der Gerichtshof fand keine Veranlassung, diesem Menschen gegenüber Milde walten zu laffen, sondern erkannte auf 1 Jahr 9 Monate Buchthaus, 2 Jahr Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufficht. Ein Betrugsprozek um fünf Pfennige beschäftigte vor kurzem die Berufungsstraftammer des Landgerichts I. Das Schöffengericht hatte den Kaufmann Georg J. des Betruges für schuldig erachtet und zu 5 M. Geldstrafe verurtheilt, weil J. auf der Stadtbahn in einem Rupee 2. Klaffe betroffen worden war, obgleich er nur einen Fahrschein 3. Klaffe gelöst hatte. Der Verurtheilte, welcher Berufung eingelegt hatte, vertheidigte fich mit großer Energie. Am Nachmittage des 13. Juni habe er in Gesellschaft des Rechtsanwalts M. von der Jannowizbrüde bis nach Rummelsburg fahren wollen. Sie hatten fich Billets dritter Klaffe gelöst. Als der Bug einlief, waren alle Kupees dritter Klaffe besetzt und der Angeflagte fragte einen, mit einer Dienstmüße bekleideten Mann, in den verschiedensten Städten große Straßenaufzüge veran ob er die zweite Klaffe benutzen dürfe. Nachdem der Gefragte die altet, um die Freilaffung des mit Unrecht Verurtheilten durch Erlaubniß ertheilt, sei er mit seinem Begleiter in ein Kupee zweiter Klaffe eingestiegen. Auf dem Schlesischen Bahnhofe tam dem AnKönig die Strafe auf 6 Jahre ermäßigt, und der Justiz geklagten ein Stationsaffistent zu Geficht, er sprang schnell zum it fegen laffen. Falleur, den die Arbeiter mit offenen Armen aifter hat Falleur vor kurzem bedingungsweise ganz in Frei Rupee hinaus und theilte demBeamten aus freien Stücken den Sach verhalt mit. Da der Bug nur eine halbe Minute hielt, war zu längeren Auseinandersetzungen keine Zeit, der Angeklagte nahm seinen Platz wieder ein. In Rummelsburg wurden die beiden Herren vom Stationsvorsteher, der auf telegraphischem Wege von dem Assistenten auf dem Schlesischen Bahnhofe verständigt worden war, in Empfang genommen und nach dem Dienstgebäude geführt. ingen, übernahm sofort die Leitung der Glasarbeiter Union der Organifirung der Arbeiter in Charleroi. Die bel. ichen Großindustriellen fahen dieses Vorgehen haben fiduizminister, der ihren Wünschen Gehörschentte. Die Gegen aller erhielt die Aufforderung, bis zum 15. b. M. entweder Hier wurden ihre Persönlichkeiten festgestellt und dann eröffnete St Caufe der eren, so in das Derren Gerein als n davon, fifchen Fa uch nicht orgefchlage Belgien zu verlassen, oder seine sofortige Festnahme zur weiteren Berbüßung der Buchthausstrafe zu erwarten. Falleur verläßt das Land, aber mit den Gesezen steht dieses Vorgehen, wie selbst liberale Blätter anerkennen, nicht im Einklange. Italien. Seitens Rußlands, Deutschlands, Groß= Groß britanniens, Desterreich Ungarns und Spaniens Beise mitationen auf Wt a fiaua und dessen Gebiet nicht anwendbar urde in Nom die Erklärung abgegeben, daß die Kapilen; alle übrigen Mächte nahmen dies unter Zustimmung zu möchten italienischen Noten vom 25. v. M. zur Kenntniß. ngen zur evifion unf Eine amtliche Meldung aus Massaua saat: Der Die Aufheblommandant hatte in Erfahrung gebracht, daß Debeb in efinnung patiens he mit ein 00 Gewehren Bewaffnete anfammele, um mit denselben Razzia's unternehmen, und hatte deshalb eine Expedition gegen den elben angeordnet. Zu dem Ende trafen am 8. d. Mts. 400 fchi Bozuts unter einem Kapitän und 4 Lieutenants, sowie Baschi Bozuts und 200 Affaortins unter Adam Aga von Paganeitt ein. Debe bez über 470 Mann verfügte, hatte von em Anrücken der Italiener Kenntniß erhalten und alles zur Die Lieutenant und 100 Baschi Bozuks drang gleichwohl in den Ort beibigang vorbereitet. Der italienische Kapitän mit einem fchrieb Daffelieb die Abessinier aus einem fleinen Fort und besetzte ihren Land Das Fort fonnte jedoch nicht gehalten werden, weil Freiheit Bei al Der angebli d allen is tet worde fich bis O'Connor en die ,, Tim Der die Affaortins, welche bereits auf dem Marsche durch Benach richtigung Debebs Verrath geübt hatten, während des Kampfes um Feinde übergingen und die Jtaliener angriffen. Rapitän und der Lieutenant, welche in das Fort eingedrungen Waren, fielen; die Baschi Bozuks verließen darauf das Fort in Unordnung. Dies sowohl, wie auch die wider Erwarten große Anzahl des Feindes, brachte unter den außerhalb des Ortes Gericht indlichen Baschi Bozuts eine Art von Panit hervor. Von Den italienischen Offizieren scheinen 2 bis 3 nach verzweifeltem 100 in Waa wieder gesammelt. Der Verlust Debebs wird auf Biberstande gefallen zu sein, von den Baschi Bozuks wurden 350 Mann geschäßt. Adam Aga foll ebenfalls gefallen sein. Bt: 233e Dberkommandant hat 40 Affaortins als Geißeln festnehmen laffen und wird nach dem Eingang ausreichender Nachrichten eder des f et zu Gugen den Feind vorgehen. Vereini enat det nigten Staa ern ift fammer un " Rechtfertig ihen, wenn Mädchen, lügen, ellen eftlicher Länge von Greenwich. Nach E. Rudolph hat man un zwischen den eigentlichen Seebeben und den unterseeischen Sultanausbrüchen zu unterscheiden. Während jene fich in der geführten Weise äußern, aber feine Fluthwellen erzeugen, ht traute, äth die Meeresoberfläche oft in gewaltige Aufregung, wenn m Stande ullanausbrüche im Spiele find. Ein Seebeben kommt dadurch schuldigung Stande, daß Erschütterungen, deren Ursprung im Meeres oden liegt, fich beim Uebergang auf die ozeanische Waffers affe als bloße Elastizitätswellen fortpflanzen. Die Augen Meeres Plaß zu machen suchen, mögen dieselben nun un der mögen Lavaergüffe fte in Berührung mit dem Meeres ittelbar aus unterfeeischen Kratern ausgestoßen worden sein itete fich et erzeugt haben. Die Erscheinungen, welche durch derartige, löglich auftretende Dampfmassen hervorgebracht werden, find ufla gewaltige; zu einem steilen Wellenberg fluthet dann wohl See empor, an deffen Seiten sich ein schäumender Abgrund Ntbut. Als der Dampfer John Elder" am 9. Mai 1877 von hem Wellenberg erfaßt und in die Höhe gehoben wurde, te die Schraube mit unheimlichem Geräusche, in der Luft brehend, dann bog fich das Schiff vorüber und stürzte tofendem Gellatsch in die Tiefe. Eine eigenartige Er entstehen erst, wenn Dampfmassen sich im Innern Rachdenken führen wo fie einfac babe. Seinung, die bei einem Seebeben noch auftreten tann, oder ein Aufschießen von Wafferstrahlen bis zu 12 und 15 Fuß eine dem Sieden ähnliche Bewegung des Waffers, Stoke Anlaß. Was die Verbreitung der Seebeben und der ultanischen Erscheinungen des Meeres anbetrifft, so ist dieselbe en. Vulkana bit anziehen Didenbefchaffne ethn fchlick en vom Dieu über folgen udolph bette Deit befann en, welche n vielfach, Diff den Bo binweggez Hierzu andere geben fenfrecht zur Meeresoberfläche gerichtete der Vorsteher ihnen, daß fte wegen Benutzung der falschen Wagenklaffe eine sofort zu erlegende Geldstrafe von je sechs Mart verwirkt hätten. Vergebens berief fich der Angeklagte auf die Erlaubniß, die ihm auf der Abfahrtsstation ertheilt worden mar, man erwiderte ihm, daß jener Mann in der Dienfimüße Beamtenqualität nicht beftge, sondern nur Waggonschließer sei, der eine solche Erlaubniß garnicht ertheilen könne. Während Rechtsanwalt M. Schließlich, um Weiterungen zu vermeiden, Die Strafe bezahlte, beharrte der Angeklagte auf seiner Weige rung, es wurde Anzeige erstattet und das Verfahren wegen Betruges gegen ihn eingeleitet. Jm Termine am Donnerstag blieben die Beamten dabei, daß der Angeklagte fich strafbar gemacht habe. In dem Publikum herrsche vielfach die irrige An ficht, daß es erlaubt sei, ohne Weiteres die 2. Klaffe zu benußen, wenn die dritte besetzt sei. feder Stationsaffiftent mit Buschlagbillets versehen, welche in folchen Fällen von den Fahrgästen gelöst werden müßten, wenn dieselben es nicht vorzögen, bis zum nächsten weniger ange. füllten Buge zu warten. Der Vorsitzende hob mit Recht her vor, daß dies für Jemanden, der Eile habe, doch eine pretäre Sache sei, auch mit dem Lösen der Buschlags billets sei es nicht praktisch genug eingerichtet, denn wenn jemand nach dem Einlaufen des Buges fich erst vergewiffert habe, daß alle Koupees dritter Klasse besett feien, so bleibe ihm von der halben Minute schwerlich so viel Zeit übrig, um erst zum Stationsbeamten zu laufen und ein Zuschlagbillet zu lösen. Der Staatsanwalt beantragte selbst Aufhebung des ersten Urtheils und tostenlose Freisprechung des Angeklagten. Nicht nur habe demfelben jede betrügerische Abficht gefehlt, sondern er habe auch alles gethan, was er fonnte, um sich als ehrlicher Mann zu zeigen. Es sei Sache der Direktion, geeignetere Maßregeln zu treffen, um das Publikum. zu befördern. Der Gerichtshof schloß fich diesen Ausführungen des Staatsanwalts an und erkannte nach deffem Antrage. Der durch seine absonderlichen Manieren in ganz Bayern bekannte Maler Diefenbach( von dem wir übrigens in einem unserer lesten Sonntagsblätter berichteten), der deshalb schon vielfach die Gerichte beschäftigte, hatte vor 14 Tagen wieder zwei Vorladungen vom Amtsgericht Wolfratshausen er halten, weil er am 2. 6. und 22. Juni d. J. feinen 8jährigen Sohn Helios ganz nackt vor seiner Wohnung frei herumlaufen ließ so daß er von den einen in unmittelbarer Nähe vorbeiführenden öffentlichen Weg paffirenden Personen wahrgenommen werden konnte. Er soll sich hierdurch eines groben Unfugs aus meerbedeckten Theile der Erdrinde als die schwächeren, dünneren Schollen angesehen werden, während die Festländer aus festeren, bideren Rindenstücken bestehen; daher können die in und unter halb der Erdrinde thätigen Kräfte auf jene meerbedeckten Theile besonders fern dem Festlande, also in der Mitte-am nach baltigften einwirken, während das Festlandsgebiet, je weiter von der Küste entfernt, desto weniger vom Vultanismus und den übrigen die Erderschütterungen verursachenden Gewalten heimgesucht wird. Eine große natürliche Eishöhle von ganz eigener Schönheit ist am Rande des Aletschgletschers entdeckt worden. Da, wo der Gletscher an die steile Wand der Belalp grenzt, bemerkte im vorigen Sommer ein Träger, Viktor Jteg, daß aus einer Eisspalte Dampf aufstieg. Beherzt letterte er dem nach. Drang hinein und fand, daß in das Innere des Gletschers ein Bach fich ergoß, der aus der Höhlung Wafferdunst hervortrieb. In diesem Jahre hat sich die Höhle bedeutend erweitert. Den Eingang bildet ein Thor wie die Deffnung eines Eisenbahntunnels. Man schreitet hinein, auf Geröll etwas abwärts, und nach 20 oder 30 Metern steht man in einem fuppelartig ge wölbten Raume, vielleicht 30 Meter lang, bis zu der höchsten Höhe ebenso viel meffend und zwei Drittel so breit. Links stürzt ein fräftiger Wafferfall herunter, der nach hinten im Boden abe strömt und den ganzen Raum mit leichtem, in der Sonne rofig gefärbtem Dunfte füllt. Durchfichtig blau schimmern die Wände, ein mächtiger Pfeiler hinten, ein anderer am Eingang und ein Bogenstüd glänzen krystallrein, daß der Blick weit in die klaren Blöcke hineindringt. Nichts ist bis jetzt geschehen, um die Höhle bequemer zugänglich zu machen oder auch nur zu prüfen, ob ste nicht hinten am Wafferabfluß sich noch weiter erschließen läßt; doch ist sie schön, wie sie ist, alle die fünstlichen Eisgrotten find ganz als die der Erdbeben und des Bulkanismus dem Festlande. Im Innern des Festlandes treffen wir eine Bullane an, und auch die Erderschütterungen fehlen hier betben ebenen Gebieten mehr oder minder, insbesondere die am ufigsten vorkommenden sog. tektonischen Erdbeben find auf die boben Gebirge beschränkt, deren Faltungsprozeß noch nicht ab iloffen ist. Im Gegensage hierzu werden die Meeresbeden ndrud, weldabe in ihrer Mitte von den stärksten Erschütterungen jeder Art beimgesucht. Faßt man die verschiedenen Meere genauer ins luge, fo stellt sich heraus, daß der Atlantische Ozean jeden wird, als der Stille oder Große Ozean. Auch ist jener tiefer weniger mit Inseln bedeckt als der lettere. Hieraus schließt Rudolph, daß der Stille Dzean das jüngste Meer ist, der Atlantiche das älteste, während dem Indischen Ozean eine Mittel, Rellung zwischen beiden zukommt, entsprechend seiner Zugehörigau den Gebieten beider Ozeane. Weiterhin müffen die öffnung zu 培 Daher wahren Ur Бан R Seebeben inte und Schaft des Dem Aequ und 30 falls und Don vultanischen Kräften Speiseröhre und Luftröhre. Es gehört bekanntlich zu den weniger zweckmäßigen Einrichtungen unseres Körpers, daß Speiseröhre und Luftröhre in ihrem oberen Ende nicht getrennt bleiben, sondern sich im Schlunde vereinigen, so daß die auf genommenen Speisen und Getränke anfangs denselben Weg einschlagen wie die eingeathmete Luft. Daher kommt es, daß man fich der Gefahr des Erstickens aussett, wenn man es beim Schlingen versäumt, den Luftverkehr durch den Kehlkopf einzu stellen, wenn man z. B. den Athem etwas einzieht oder lacht, meil dann leicht ein Biffen fester Speise oder Flüssigkeit in die Luftröhre gerathen kann. Nach der früheren Meinung sollte nun dem Kehldeckel, der nach hinten eine Eingangs dem inneren Kehlkopf und der Luftröhre auch Dor § 360 des Str. G.-B. schuldig gemacht haben. Gleichzeitig erhielt, deffelben Vergehens angeklagt, eine Vorladung sein Schüler, der 20jährige Konditorssohn Hugo Höppener aus Lübed, ein angehender Künstler, Lübeck, ein angehender Künstler, welcher seit Jahr und Tag der treueste Anhänger des„ Meisters" ist, denselben wie einen Vater verehrt und ihn in rührender Unverdroffenheit und Beharrlichkeit aufs Liebevollste pflegt; er soll sich am 22. Juni d. J. ganz noct Am Ver feiner Wohnung aufgehalten haben. handlungstage erschien vor Gericht nur Höppener. Diefenbach fonnte den vierstündigen Weg nicht wagen, da sein Leidens zustand hochgradige Neurasthenie, verbunden mit einem anderen Uebel thn zur Beit ans Bett feffelte. Höppener hatte zur Mitvertretung seines Meisters eine schriftliche Boll macht bei sich. Er stellte sich dem Gerichte in dem bekannten Diefenbach- Kostüm vor: barhaupt, barfuß, mit einem weiß wollenen, bis auf die Knöchel reichenden Gewand und einem langen faltenreichen grauen Mantel. Als Jüngling ist er eine prächtige Gestalt von blühendem Aussehen; sein Haupt zieren lange schwarze Haare, die in reicher Lockenfülle den ganzen Naden bebeden. In ruhiger Weise vertheidigte er fich gegen über der Anklage, gab die Richtigkeit der in derselben ange führten Thatsachen zu, bestritt aber, daß in ihrer Lebens art ein grober Unfug zu erblicken sei. Er erklärte, daß nicht blos Helios und er selbst, sondern auch der Meister zur Wiedererlangung ihrer durch ihre frühere naturwidrige die allgemein übliche Lebensweise ver= lorenen Gesundheit durch Licht- und Luftbäder" an jedem Dazu geeigneten Tage auf der Teraffe fich nackt aufhielten. Es sei dies ein durch sanitäre und ethische Gründe gerechtfertigtes, gottgefälliges Verhalten, nicht blos an und für fich, sondern weil thre Nacktheit von einem dicht unterhalb der Terraffe vorbei. führenden öffentlichen Planwege gar nicht und von dem oberhalb vorbeiführenden Privatfußweg nur dann bemerkt werden könne, wenn derselbe abfichtlich verlaffen werde. Eine umständlichere, auf die Lebens und Erziehungsgrundsäße Diefenbach's fich bafirende Rechtfertigung ließ der Amtsrichter als zur Sache nicht gehörig nicht zu. Der als einziger Zeuge erschienene Gendarm, welcher über das Treiben Diefenbach's Anzeige erstatten mußte, bestätigte, daß er die unbekleideten Gestalten nur sehen fonnte, nachdem er den Privatfußweg verlaffen und fich durch das Gebüsch hindurch in die unmittelbare Näbe der Terraffe gestellt hatte. Das Gericht fand indeß diefe beiden Gründe nicht für ausreichend zur Entlastung der An geschuldigten, vielmehr erklärte es, ganz im Sinne der Anklage, das geschilderte Verhalten für ein schamloses und unehrbares Gebahren, als eine Verlegung des allgemeinen Sittlichkeitsgefühls und als eine fortgesette Verhöhnung der Staatsbehörden, und verurtheilte Diefenbach für die drei zur Anzeige gebrachten Fälle zu je 14 Tagen haft und Tragung der Kosten und Hugo Höppener zu 3 Wochen Haft und Tragung der Kosten; legteren außerdem noch zu zwei Tagen Haft wegen Barfußerscheinens vor Gericht, was eine Verlegung der den Behörden schuldigen Achtung sei. Der Amtsanwalt hatte eine höhere, sofort anzus tretende Haftstrafe beantragt, weil der Angeklagte eingestandeners maßen im Befiße von Schuhen sei. Höppener fündigte gegen das Urtheil sofort die Berufung an. Vereine und Versammlungen. Eine öffentliche Versammlung der Maler und vers önten Berufsgenoſen toate am 7 in Reſtaurant " 3wed und Biele der Verernigung der Maler 2c. Deutschlands und Berathung der Statuten derselben." Herr Schweißer schil berte zunächst die Entwickelung der Gewerkschaftsorganisation und deren Kämpfe und Stürme, wobei er auch die englischen Organisationen furz erwähnte. Auch die Maler und Berufs genoffen Deutschlands hätten sich zu Schutz und Truz vereinigt. Bwed der Drganisation müsse es sein, in erster Linie die Kons furrenz der Arbeiter unter fich aufzuheben; daher erstrebe die Vereinigung die Regelung der Lohnverhältnisse und der Arbeitszeit. Redner tommt dann ausführlicher auf den Streit, die Verbesserung des Lohnes, Verkürzung der Ar beitszeit und Beseitigung der Akkord, Ueberstunden- und Sonntagsarbeit zu sprechen. Ferner weist derselbe darauf hin, daß durch Erhöhung der Bedürfnisse und der Konsumtion des Volles auch zu gleicher Zeit dessen Kulturzustand gehoben würde. und das beides zu erreichen die Fachvereine eifrigst bestrebt wären durch Erzielung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen. Deshalb sei auch die Gründung eines Arbeitervereins für die Kultur von großer Wichtigkeit. Es hieße ein Volt mit Wissen und Willen in die Barbarei zurücktreiben, wollte man dem Arbeiter rathen, seine Bedürfnisse, seine Konsumtion einzus schränken. Redner sucht dies durch statistische Daten und Bitate aus Werken wiffenschaftlicher Männer zu beweisen. Die ge sammte" Wissenschaft streite mit für die gerechte Sache der Ar beiter. Dann schildert Redner die Vortheile, welche die Ver einigung ihren Mitgliedern gewährt, durch Rechtsschuß, freie Benugung der Bibliothek, Wanderunterstüßung 2c. Hiernach wird folgende von Herrn Hohlwegler eingebrachte Resolution freiläßt, die Rolle zufallen, beim Schlingen den Kehlkopf zu verschließen infolge eines Druces, den die Bungen wurzel, unter der er sich befindet, auf ihn ausüben sollte. Nach neueren Untersuchungen ist indeffen der Vorgang, durch den der Eingang in die Athmungswerkzeuge beim Schlingen abgesperrt wird, lettere somit gegen das Eindringen von Speisen geschützt werden, ein anderer. Der gesammte Kehlkopf wird nach vorn und oben geschoben, während die Bunge, den Bissen oder den Schluck nach hinten befördernd, in der Wurzelgegend anschwillt und sich ausdehnt; auf diese Weise wird der Kehlkopf gleichsam unter die Bunge untergeduct und liegt so gesichert, während die aufgenommene Nahrung den Speiseweg hinabgleitet. Auswandererelend. Von der Deutschen Gesellschaft zu Montreal, Kanada, ist dem Oberpräfidenten von Westpreußen ein Schreiben zugegangen, worin es heißt: Keine Woche vers geht, ohne daß Leute in der denkbar dürftigsten Lage hier ein treffen, sich in ihrer Bedrängniß an die Gesellschaft wenden und ein beredtes Bild der unverantwortlichen Handlungsweise der jenigen Agenten, namentlich der deutschen Seestädte geben, von welchen fie ihre Passagescheine gekauft haben. Bekanntlich vers bindert ein Gesetz der Vereinigten Staaten die Einwanderung Mittelloser in den Hafenstädten, und diese Leute werden von den Agenten über Kanada geschickt, von wo aus ihrer Einwan derung in die Vereinigten Staaten fein Hinderniß entgegensteht. Die Entfernung unseres Hafenplages von der Grenze der Staaten wird ihnen als so geringfügig geschildert, daß die Leute feinen Anstand nehmen, die Billette via Kanada zu faufen, und bei ihrer Ankunft hier finden sie zu spät, daß fie noch Hunderte von Meilen von ihren Bestimmungsorten entfernt find. " Einen Beweis von großer Offenheit giebt im Oster felder Tageblatt" Schuhmachermeister Hebestreit. Daffelbe vers öffentlicht im Inseratenheil folgende Erklärung:„ Als ich gestern Abend als anständiger Mann nach Hause fam, empfing mich meine Frau mit Schimpfen und Echlägen, worauf wir uns prügelten und meine Frau mir das Geficht zerkragte. Ein Nach bar fam ihr zu Hilfe und trennte uns; ich werde denselben wegen Hausfriedensbruchs anzeigen. Ich mache dies hiermit bekannt, damit die Leute wiffen, woher ich mein zerkragtes Ge ficht habe. Ich werde mich heute noch photographiren laffen und meiner Frau ein Bild in ihre Stube hängen. Osterfeld, 8. August 1888. Otto Hebestreit, Schuhmachermeister." Reicher Kinderfegen. Kempen, 12. Auguft. In Breyll ward einem Handelsmanne das sechsundzwanzigste Kind ge boren. 28 verlesen:„ Die heutige Versammlung beschließt, im Westen Berlins eine Filiale der Vereinigung der Maler 2c. zu gründen, ein Komitee zu wählen, welches die nöthigen Schritte zur Kon stituirung der Filiale thut und mit aller Kraft für das Gedeihen Derselben eintritt."- An der hierauf folgenden Diskussion bes theiligten fich die Herren Siedel, Barti, Reddin und Link. Es wurde alsdann beschloffen, eine Filiale zu gründen und einen provisorischen Vorstand zu wählen, der die nöthigen Arbeiten bis zur nächsten Versammlung übernimmt. Zum ersten Vorsitzenden wurde Herr Beiske, zum zweiten Herr Scheer und zum Schriftführer Herr Kosante ge wählt. Der zweite Punkt der Tagesordnung, Berathung der Statuten, wird auf Antrag Schweizer von der Tagesordnung abgefeßt. Hierauf trat eine Pause ein behufs Aufnahme von Mitgliedern für die neue Filiale. Da fich fast ausschließlich ältere Kollegen aufnehmen ließen, forderte Herr Reddin die an wesenden jüngeren Kollegen ebenfalls zum Beitritt auf. In feinem Schlußwort schilderte Herr Schweizer noch die Vortheile einer fürzeren Arbeitszeit und kritiftrte das Vorgehen der Meister, welche durch Ueberstunden- und Affordarbeit die Ar beitszeit auszudehnen suchten. Hierauf schloß die Versammlung mit einem begeisterten Hoch auf die neue Filiale im Westen Berlins. Verband deutscher Mechaniker und verwandten Be rufsgenoffen.( Bahlstelle Berlin.) Am 8. d. M. fand eine außerordentliche Generalversammlung im Neuen Klubhause, Der angekündigte Vortrag fiel Kommandantenstr. 72 statt. leider wegen Nichterscheinens des Referenten aus. Dafür wur den die in der Deutschen Mechaniter Zeitung" veröffentlichten Statutenabänderungsvorschläge für den am 11., 12. und 13. d. M. in Marburg tagenden Verbandstag eingehend durchberathen. Ferner beschäftigte sich die Versammlung mit der Frage der Verlegung des Hauptvorstandsfißes nach Berlin. Unter Hinweis darauf, daß fich die Bablstelle Berlin aus verschiedenen Gründen hierfür nicht gut eigne, wurden die Delegirten be auftragt, fich gegenüber einem derartigen Antrage, sollte er auf bem Verbandstage gestellt werden, ablehnend zu verhalten. Dagegen würde sich, laut Beschluß der Versammlung, die Zahlstelle Berlin eventuell bereit finden, den Siz des Ausschusses zu übernehmen. Ein Antrag, den Vertrieb der Deutschen Mechaniker Zeitung" für Berlin in Kolportage zu geben, wurde abgelehnt, da zu befürchten sei, daß sich die Zahl der Abonnenten badurch verringern würde. Freilich sei nicht zu verkennen, daß cs für den bis jetzt mit dem Vertrieb der Zeitung beauftragten Kollegen ein mühevolles und undankbares Geschäft sei. Der Be treffende wurde jedoch ersucht, sich dieser Aufgabe, bis ein anderer Ausweg gefunden, weiter mit dem bisher gezeigten Eifer zu unterziehen. Der Fachverein der Steinträger hielt am 12. August feine ordentliche Mitgliederversammlung in Scheffer's Salon, Inselstr. 10, ab mit der Tagesordnung: 1 Vorlegung des vers änderten Statuts. 2. Jnnere Vereinsangelegenheiten und Ver Theater. Mittwoch, den 15. August. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Gasparone. Kroll's Theater: Margarethe. 9ttend- Theater: Vom Viehhof bis zu den Menschenfressern. Bellealliance- Cheater: Das elfte Gebot. Othello's Erfolg. Viktoria- Theater: Die Kinder des Kapitän Grant. Könighädtisches Theater. Die Waise von Lowood. Banfmann's Variété: Spezialitäten- Vorftellung. Concordia- Theater: stellung. Spezialitäten VorAdolph Ernst- Theater ( früber Louisenstädtisches), Dresdenerstr. 72. Bum 5. Male: Die drei Brazien. Gesangspoffe in 4 Aften von Leon Treptow, Rouplets von Gustav Görß, Mufit von Franz Roth( Novität). Mit vollständig neuen Kostümen und Deforationen. Elly: Bertha Feldau, Clara: Elly Bender, Gretchen: Mary Reichardt, Laura: Rosa Lid, Augufte: Grete Gal us, Elfriede: Selma Richter, Nidel: Guido Tilscher, Heller: Hugo Haskerl, Bornstedt: Fritz Schmidt, Lehmann: Alfred Schmarsow, Schumann: Gustav Görss, Emil: Edmund Schmarsow, Carl: Georg Stollberg, Bullerkopp: Dir. Ad. Ernst. Kaffeneröffnung 63 Uhr. Anfang der Vorstellung 7 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. affage 1 Er. 9 M.- 10. Kaiser- Panorama. 3weite Reise durch Ober. italien. Lago Maggiore und Como See. Der ganze Trauerzug und Aufsahrung Kaiser Wilhelms im Dom. Entree à Cycl. 20 Bf., Rind nur 10 Pf. Abonn. Unserm Freunde Richard Wridt zu seinem heutigen Wiegenfeste ein donnerndes [ 334 hoch. Die durftigen Seelen von der Wafferkante. Dem Fachverein der Steinträger sage ich meinen besten Dank. [ 333] Carl Döring. Echten Nordhäuser, Liter 80 Pf., im Restaurant von [ 323 Emil Böhl, Frankfurter Allee 74. Soeben erschien: " Nr. 56 des Wahren Jakob". Bu beziehen durch die Expedition b. Bimmerttraße 44. schiedenes. Nachdem wurde von den Revisoren mitgetheilt, daß| fle den bereits früher erstatteten Raffenbericht für richtig be funden hätten und dem Kafftrer, Herrn Steinberg, Decharge er theilt. Herr Steinberg bedauerte, daß ihm erst nach vier Wochen Decharge ertheilt werde; an ihm hätte es jedoch nicht gelegen, sondern lediglich an den Revisoren. Alsdann verlas der Schriftführer die umgeänderten Statuten. Herr Nennthaler äußerte den Wunsch, daß die Versammlung, weil sie so schwach besucht sei, nicht darüber beschließen möge. Auf Antrag des Herrn Gaßmann wurde beschloffen, die Statutenberathung in der nächsten Versammlung vorzunehmen. Ferner wurde auf Antrag des Herrn Rennthaler beschlossen, an Stelle des Herrn Rechtsanwalt Freudenthal einen anderen Rechtsanwalt zu beauftragen, die Prozesse der Vereinsmitglieder zu führen. Als Beitragfammler für die Zahlstelle im Südosten wurde herr Kohlstädt gewählt. Auf Antrag des Herrn Rohlstädt wurde nach längerer Debatte beschloffen, für ein frantes Mitglied eine Tellersammlung zu veranstalten. Hierauf wurde die Versamm lung geschloffen. Die nächste Versammlung findet am 9. Seps tember statt. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine am Mittwoch. Männergesangverein Jugendlust" Abends 8 Uhr im Restarant Paffod, Gartenstr. 162.Männergesangverein ,, Cäcilia" Abends 9 Uhr im Restaurant, Köpnikerstraße 127a.- Gesangverein Männerchor Linde" Abends 81, Ubr im Restaurant Haller, Naunynstraße 70.- Männergesangverein Sangesfreunde" Abends 9 Uhr im Restaurant Musehold, Landsbergerstr. 31. " Freya", Gesangverein der Freireligiösen Gemeinde, Abends 8 Uhr im Restaurant Benede, Große Hamburgerstraße 16. Huppert'sche Sängervereinigung jeden Mittwoch nach dem ersten im Monat, Abds. 9 Uhr, im Restaurant Heise, Lichtenbergerstr. 21. H " Seeger'scher Gesangverein" Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, Brenzlauerstr. 41. Gesangverein Schwungrad" Abends 8 Uhr im Restaurant Sahm, Annenstraße 16. Männergesangverein Lorbeerfranz" Abends 9 Uhr im Reſtau rant Karsch, Dranienftr. 190. Gesangverein Nord Jubal" Abends 9 Uhr in Vettin's Bierhaus, Veteranenstr. 19. Männergefangverein Schneeglödchen" Abends 9 Uhr im Restaurant Doberstein, Mariannenstraße 31-32.- Lübeck'scher Turnverein( 1. Lehrlingsabtheilung) Abends 8 Uhr Elisabeth. Straße 57-58. Turnverein Wedding", Pankſtraße 9. Männer- Abtheilung von 8 bis 10 Uhr Abends; des gleichen 1. Lehrlings Abtheilung von 8 bis 10 Uhr Abends. Mehr Licht", Verein für Scherz und Ernst, Abends 8 Uhr im Restaurant Heid, Koppenstraße 75.Schlesischer Verein Holtei" Abends 9 Uhr im Restaurant Hente, Hollmannstraße 33. Vergnügungsverein„ Fröh lichkeit Abends 9 Uhr im Restaurant Säger, Grüner Weg 29. Wiffenschaftlicher Verein für Roller'sche Stenographie. Abends 8 Uhr im Restaurant Beefe, Alte Schönhauser Roller'scher straße 42, Unterricht und Uebungsstunde. Stenographenverein Süd Berlin". Abends 8 Uhr im = = Schweizer- Garten. Restaurant Prinzenstraße 97 Sigung und Uebung Arends'scher Stenographenverein„ Amicitia" Abends& im Restaurant Behrends, Schönebergerstraße 6.- Aren Stenographenverein Philia" Abends 9 Uhr im Ref Wilhelmsgarten", Kochstraße 7. Verein ehemaliger der 22. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Le Kurfürstenstraße 31.- Berliner Rauchflub Wrangel" 9 Uhr im Restaurant Foge, Köpeniderstraße 191. flub Havanna SO" Abends 84 Uhr im Restaurant Bar. 190. Reichenbergerstraße 16. Rauchklub Gemüthlichkeit" 9 Uhr im Restaurant Achsel, Köpenickerstraße 161. flub Columbia" Abends 8 Uhr im Restaurant Prinzenstr. 96. Rauchklub Frisch gewaat" Abends im Restaurant Tempel, Breslauerstr. 27. Rauchilub Piepe, Abends 8 Uhr, Ostbahn 4 bei Trumpf. Sprechsaal. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechfaals, soweit Raum dafür ift, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen zur Berfügung; fie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem beffelben identifizirt zu werden. Dom V Deutschla europäischen L hier das Pferd fann. Wald ein geeigneter mit nicht zu h halb ganz fel Was manchmal den Ortsbeamten der freien Hilfslafferdefleisch n heute in den man hatte sch hafte Verwerth Schaf viel bef Indeffen Scherereien gemacht werden, um denselben ihr Amt zu ve etläutere folgender Fall. In der vorigen Woche erhielten auch in den ä liche Ortsbeamten der Offenbacher Krankenkaffe für Frau Mädchen Deutschlands, Filiale Rirdorf, von der Behörde eine Vorladung auf Montag, den 6. Augu Sachen wider Sie" zugeschickt. Als wir nun a Amtshaus erschienen, wurde uns mitgetheilt, daß wir va man hatte tein hätten, im Januar die neugewählte Ortsverwaltung anzu Da wir nun glücklicher Weise im Befiße einer Befde ei den Festen von derselben Behörde waren, daß von unserem Vorfigend Anmeldung rechtzeitig erfolgt war, so wurde diefelbe unterbreitet, was natürlich den Herrn sehr in Berleg mit der dem in verichm brachte, denn er suchte dann eine halbe Stunde Aften herum, ohne aber etwas zu finden, dann eine Weile und wollte uns dann mit br fung entlaffen, der Herr Bürgermeister sagt, es ie all Back benn DET Ordnung", wir könnten gehen. Als wir ihn nun uns denn den verfäumten halben Tag bezahlt, erwide für lönne er nicht, das wäre Untersuchungssache. Num nach unserer Meinung, die Behörde nur berechtigt( lich die Ar meldung verfäumt worden wäre), den den und nicht die ganze Ortsverwaltung vorzuladen, Abs. D des Hilfskaffengesezes schreibt vor, daß nur figende verpflichtet ist, die neugewählte Ortsverwaltung melden. Also um so eine Kleinigkeit mußten fünf Perfon so viel Zeit versäumen. Dies hiermit zur öffentlichen Rudolf Preslet Sürtler. Rirdorf, Berlinerstraße Am Königsthor.- Haltestelle der Ringbahn. Am Friedrichshain. Telephon- Amt III. 1898** Letztes Ernte- Fest mit humoristischen Umzügen. Entrée 30 Pfg. Alles Nähere die Anschlagsäulen. Diese Ach! wie brillante Farbe! Und in so kurzer Zeit getrocknet. Ja das ist Suter'sche FussbodenGlasur- Lack- Farbe und kostet nur 75 Pf.das Pfund. ussboden- Glasur- Lack- Farbe trocknet in 4-5 Stunden hart und glänzend, macht das Überlackieren überflüssig. Das unangenehme Kleben ist vollständig ausgeschlossen. Nasse Witterung hat keinen Einfluss auf meine Farbe. Aufträge führe nur gegen vorherige Einsendung des Betrages oder gegen Nachnahme aus. Preis à Pfund 75 Pfennige. R. J. Suter, Berlin N., Zionskirchstr. No. 44. Kastanien- Allee No. 60 Soeben erschien: Die französische Revolution. Bu beziehen durch die Bon W. Blos. Heft 2. für Berlin von 5 Pfd. an. frei ins Haus. Expedition des Berl. Volksblatt", Bimmerstraße 44. Soeben erschien Wiederverkäufern Rabatt. Der Arbeiter- Notizkalender für das Jahr 1889. Bu beziehen durch die Expedition dieses Blattes, Simmerstraße 44. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Möbel, Spiegel und Polsterwaaren eigener Fabrit wegen Ersparung der Ladenmiethe billig runneustraße 28. Lager und Verkauf nur Soi part. Bahlung nach Uebereintunft. Große öffentliche Versammlung Der Töpfer Berlins und Umgegend am Donnerstag, den 16. Auguft, Ab. 6 Uhr, im Königstadt- Kanno, Holzmarktstraße. Tagesordnung: 1. Auf welchen Bauten wird der Tarif nicht bezahlt? Stellungnahme zu denselben. 2. Gewerkschaftliches. Bur Deckung der Unkosten wird ein Enfree nach Belieben erhoben. [ 330 Der Einberufer: L. Kozielecki. Betten, 10 Mark, in der Steindrucker 1 Stand, vollständige Länge und Brette, nur 10 Mart, Bettfedern, fund von 35 Bf. an, ver am l. 1. Geschäft Bottbuferstraße 4, part. 2. Ge und Lithographen. Versammlung Donnerstag, den 16. d. M., Ab. 8 Uhr, Kommandanteustraße 77-79. Sten 3m Berlage von J. H. W. Diets in Sta gart if foeben erfotenen: ger Neue Welt Kalend für 1889. Dreizehnter Jahrgang. Ralenbarium. Rüdblid. Inhalt: Ein fechszehnmonet Meffen und Wärkte. lauf des Jahres( mit Bild). m Are Beatrice cor trait). Um ein Haar. Erzählung von.3low Der alte Beder( mit Portrait). ( Bild). Die Spiel Bon dem Einfluß der Sonne und Mondes auf das Wetter der Erde. Bon Dew. Röhl Weil's mi freut. Gedicht mit luftration Beim Pfandleiher( Bild). Bleibe bir fel Samenbildun getren. Erzählung von H. Robert. Sängerfp den Pflanzen und die Einheit der Zeugungsa Gedicht von 3. Audorf. Die De Pflanzen und Thierreich. Bon Prof. Dr. A Port( mit Zufir.). Allerlei Wunder( mit Gedenkblatt an J. v. Eichendorff. Schufter. Erzählung von E. Werner( illuf Dr. Adolf Douai( mit Portrait). Wilhelm clever( mit Portrait).- Max Rayfer( mit Bert Ein musikalischer Bäderlehrling. Frid von Clara Reichner.- Fliegenbe Blätter( ill Rebus, Räthsel 2c. Hierzu 4 Rupfer: Bieber Befuch bas nedt fich Sommerluft 1 Bandkalender. Preis 50 Pfennig. Bas d Binterab Zu beziehen durch die Erp für etwas ga immt aus de in Deutschlan famteit unterd Man hat pürten und bewiefen mur " Daß fie Pfer etheiligt hatt egen, formte um, und das worden mit Der Teu in Gestalt ein Au vom Fleisc Leibe Chrifti, noffen wird. Chriften vor Diefem d ländische Spe der das Bier verboten ist. Es wird welcher ältere um Grunde fern in dere die hindu, brauchen aud Der Indier biente es bes die aus der ihnen fagte, Rinderfett be u machen. fleisch ist nat Die alle welche mit de Beligionsgem Seger gegen das Bf ibrer but frä bie Kirche eige erhalten. Der Gö So binfen lein Dpfermo Bierdefleisch Vorurtheil g lefter, da ni treten. Daß lich weiter g vergaß es, a fonit leicht, einen fchwar man fich, a Vorurtheil g lich der Sach man vom h dition des Berliner Volks lagt, ist un blatt", Zimmerstraße Nr. 44 Wiederverkäufer erhalten hobe Rabatt. schriften, Steuerreclamationen, Interv Recht muß Recht bleib Anfertigung von Klagen, Eingaben flagen zu ſoliden Preisen. Große Braris in sachen. Berufungsschriften; Strafauffdi gesuche Besorgung des Armenrechts und Auskunft wird jederzeit loftenfrei Rechtsbeistandsbure 112. Große Frankfurterit Wo speisen Docter. 328] In der alten po Küche, Oranienfit parterre, bei lein 30 Bf., Mittagstif 50 Bf., Abendtisch 50 Bf. nach Auswa Arbeitsmarkt Gutt Jörs& Gat Barock- Vergolderinnen suchen Tüchtige Belegerin auf Leiften wird 331] Fruchtftraf Der Arbeitsnachwei der schäft Brunnenstraße 189, 1. Zur Auswab aus Natur- und Kulturgeschichte". 2. Diskusston. befindet sich nach wie vor Waldemarf ftehen 23 Sorten Federn. Billigfte Bezugsquelle 3. Abrechnung vom Sommerfest. 4. 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Si majestätisch Wie er ihr nicht tönnen, bas „ Ich Es war e fernter Rou lichen Nam liebte „ Und S in biefen a geliebt, Cy Citelteit, fe feine Reue Ich wußte er; benn Sie find leben, wenn Und und tiefe 2 fühlt, als i ober fo b tenne ihre Aurüdzuger Bekanntscha W B. Uebung Abends& Arend rim Ref hemaliger taurant Le Brangel" e 191. Slid Beilage zum Berliner Volksblatt. taurant Bar. 190. hlichkeit" je 161. testaurant Abends& auchilub ipf. allgemeinen gen, mit dem halb Bom Borurtheil gegen Pferdefleisch. Deutschland, Frankreich, England und andere der mitteluropäischen Länder haben eine solche Bodenbeschaffenheit, daß hier das Pferd niemals in größeren Heerden wild gelebt haben lann. Wald und Gebirge find für das wilde Perd durchaus Raum bafür ein geeigneter Boden, es verlangt große, weite grasreiche Flächen mit nicht zu hartem Boden, um gut zu gedeihen. Es ist des ganz selbstverständlich, daß in unseren Gegenden das ten Hilfslaerdefleisch nie eine Voltsnahrung gewesen ist, wie etwa noch heute in den weiten ostrussischen Steppen. Man zog bei uns be erhielten auch in den älteren Beiten die Pferde niemals als Schlachtthiere, je für Frau man hatte schon sehr früh erkannt, daß dies keine sehr vortheilvon der te Verwerthung des Pferdes ist, daß sich dazu Nind und 6. Augu Schaf viel beffer eignen. Amt zu ve Rig wir nun a Indeffen man verschmähte das Pferdefleisch durchaus nicht, daß wir hatte keinen Etel davor, sondern hielt es im Gegentheil für etwas ganz besonders Kostbares. Es war die Opferspeise Itung anjum bei den Festen der höchsten Götter. Wir wissen dies ganz beiner Beschein m Borfiende mmt aus den Beiten, in welchen das Christenthum gewaltsam in Deutschland eingeführt und der Dienst der heimischen Götter de biefelbe mit der dem Christenthum eigenen Unduldsamkeit und Grauin Berl famleit unterdrückt wurde. Stunde nden, mit b in verfching Blom esie alles nun erwide Hun wat d be. chtigt( ), den uladen, Barke benn DI Daß nur Sverwaltung fünf Berfon entlichen Re Preslet rtler. clinerstraße 4 Diets in alend 9. rgang. ebnmonal rite. + mr eatrice( o 18 von 1.3lom it). Die Spiel Sonne und Bon Dew. Röhle it auftration Bleibe bir fel Sängerfo Samenbildung r3eugungsa Prof. Dr. orff. Inder( mit rner( illuft Wilhelm fer( mit Ber rling. Gr Blätter( ill -Bas d -intera nig. Die Erpr er Volks e Nr. 44 Iten hohe XX200 t bleibe Eingaben Interve Be Braris in Strafauffchi enrechts Toftenfrei e sbures arterit peifen alten po canienftr Seilein ittagstif Abendtisch ach Auswa arkt fuchen #& Gattl ften wird Fruchtftraf achwei weiter aldemar effenausga r und fomobl eder une a- Rom eine Stap 2009 Man hatte damals fromme Spigel, die den Heiden" nachpirten und sie zur grausamen Bestrafung brachten, wenn ihnen bewiesen wurde, oder sie zu dem Geständniß gefoltert waren, deß fie Pferdefleisch" gegeffen, d. b. fich an einem Opfermahle betheiligt hatten. Da fich die heidnischen Götter nicht vertreiben Ben, formte man fte als Teufel zum christlichen Aberglauben m, und das Effen von Pferdefleisch war gleichbedeutend ge worden mit Teufelsdienst treiben. Der Teufel batte einen Pferdefuß erhalten, er erschien oft in Gestalt eines Pferdes, so daß also Pferdefleisch effen geradevom Fleische des Teufels effen bedeutete, im Gegensatz zum Chriften Mittwoch, den 15. August 1888. scheiden. Aber freilich, den Roßschlächtereien entströmt meistens ein unangenehmer Geruch, den man in größeren Orten in den sauberen Rinoschlächtereien in der Regel nicht so bemerkt. Wer aber leinere Orte fennt, und da in der Nähe einer Schlächterei gewohnt hat, der kennt ganz denselben Geruch. Er haftet nicht an der Art des Fleisches, sondern an der nicht ger.ügenden Sauberkeit. Der billige Preis des Pferdefleisches fann die Kosten nicht tragen, die unfere ele anten Schlächterläden sehr mit Recht und sehr löblich auf die Lüftung, die Sauberkeit und gute Aufbewahrung der Waare verwenden. In Kleineren Drten fleht es damit nicht sonderlich gut aus, ohne daß dadurch geradezu Schädlichkeiten erzeugt werden. Es ist eben nur für die Nachbarschaft unbequem. Die ganze Unterhaltung und das ganze Denten eines Spießs bürgers dreht sich um das Effen. Keiner weiß beffer als er, wo die beste Küche geführt wird, und wer zu einer guten Kneipe gelangen will, wo man einen„ guten Happen" erhält, der darf nur der runden Gestalt eines solchen Schüßenbruders folgen, wenn sie ihr Haus verläßt und durch die Straßen watschelt; fte führt ihn ganz ficher und unfehlbar zum Ziele. Wo also in einer großen Stadt solche Brüder ihren Verkehr aufschlagen, da muß an dem, was man so beffere Hausmannskost" nennen würde, tein Tadel sein. Ein eigentlicher Feinschmecker" ist der Spießbürger meist nicht, das, was zur feinen Küche" gehört, ist ihm meistens unbekannt, aber der Braten, das Rostfleisch, das Sauerfleisch, das Pökelfleisch, das verlangt er tadellos in Stoff und Bubereitung, und darin ist er Kenner. Da Nun gut! Diese Berliner und Charlottenburger Schüßenbrüder wußten vor einigen Jahren nicht genug Rühmens über die Wirthschaft im Schüßenhause zu Charlottenburg. Die Beefsteats, die Sauerbraten, die Rostbraten daselbst waren be rühmt ihrer Schönheit und Schmackhaftigkeit wegen. machte der Wirth, der ein etwas lockerer Bogel war, trotzdem sein Geschäft sehr gut ging, eine Pleite, und starr standen die Herren Schüßenbrüder da, als fte erfuhren, daß der HauptKneipe nie gehalten worden. Das ungemein wohlschmeckende Fleisch, das man da verzehrt hatte, war alles Pferdefleisch ges wesen. Leibe Chrifti, der nach der Kirchenlehre beim Abendmahle ge nofen wird. Da kann man fich den Etel eines gläubigen gläubiger der Roßschlächter war. Rindfleisch war in dieser vor dem Pferdefleischgenuß wohl erklären. Diesem chriftlichen Aberglauben tam freilich die morgen ländische Speisenordnung der Gesetzgebung des Moses zu Hilfe, der das Pferd unter die Thiere sett, deren Fleisch zu genießen verboten ist. Es wird wohl schwerlich jemals gelingen, zu erforschen, welcher ältere Aberglaube wieder den mosaischen Vorschriften um Grunde lag, wir sehen aber Aehnliches bei anderen Völen in deren Speisenregelung fich einfügen. So effen z. B. die Hindu, die Einwohner Indiens, lein Rindfleisch und ge brauchen auch feinen Rindertalg. Bei dem großen Aufstande der Indier gegen die britische Herrschaft vor etwa 20 Jahren biente es besonders zur Aufwiegelung der englischen Soldaten, die aus der indischen Kriegerkaste ausgehoben waren, daß man ihnen sagte, die Engländer hätten die Flintenpatronen mit Rinderfett beschmiert, um die damit hantirenden Indier ,, unrein" u machen. Auch das indische Verbot des Genusses von Rind fleisch ist natürlich ein religiöser Aberglaube. Die allerhartnädigsten Vorurtheile find immer diejenigen, Ja sogar aus dem Aussehen einzelner Fleischstücke, die aus dem Ganzen herausgeschnitten und kunstgerecht zerlegt find, ist Pferdefleisch von Rindfleisch nicht zu unterscheiden. Was man zuweilen von Grobfasrigkeit des Pferdefleisches sagen hört, iſt nicht in der That begründet. Es giebt beim Pferde wie beim Rind, wie bei jedem Thiere Muskeltheile von sehr verschiedener Beschaffenheit in Bezug auf Feinheit und Weichheit der einzelnen Muskelfasern. Jeder Schlächter, jeder Koch und jede gute Hausfrau wiffen ganz genau, daß nicht jedes Rindfleisch zu jedem Zweck gleich gut zu gebrauchen ist. Man weiß ganz genau, wo ein Braten herausgeschnitten werden muß, man kennt und fürchtet den sogenannten weißen Muskel", der als Kochfleisch hart und zäh wird. Ganz ebenso ist es beim Pferde, auch da ist nicht jedes Stück zu jedem 3wed gleich gut zu verwenden. Schlächter und Hausfrau kennen es aber meistens nicht genau genug. Im Allgemeinen ist Pferdefleisch vielleicht sogar etwas feinfaseriger als Rindfleisch. Wir wollen auch hier ein Sachkenner, Pferdefleisch in Stücken vom Rindfleisch zu unters welche mit den religiösen Anschauungen zusammenhängen. Die feinfaseriger Beligionsgemeinschaften und ihre Diener find stets die Pfleger Beispiel anführen dafür, daß es sehr schwer ist, selbst für gute und beger aller Vorurtheile gewesen und find es heute noch. So binfen wir uns denn nicht wundern, wenn das Vorurtheil scheiden. gegen das Pferdefleisch, das von der Kirche gepflanzt wurde, auch in ibrer but fräftig fortwuchs und selbst dann nicht verschwand, als bie Kirche eigentlich kein Intereffe mehr daran hatte, es aufrecht zu erhalten. Der Götterdienst der Deutschen war lange verschwunden, lein Dofermahl wurde den alten Göttern mehr bereitet, fein Bferdefleisch wurde mehr zu ihren Ehren verzehrt, aber das Borurtheil gegen das Pferdefleisch blieb figen, und dies um so lefter, da niemand ein rechtes Intereffe hatte, ihm entgegenzu treten. Daß Pferdefleisch ekelhaft sei, wurde als selbstverständ lich weiter geglaubt, ohne daß jemand fragte warum?" Man vergaß es, auf den Grund der Sache zu sehen, da hätte man einen schwarzen Punkt, einen Pfaffen entdeckt. Dafür bemühte man sich, allerlei Beschönigungen und Erklärungen für das Vorurtheil gegen das Pferdefleisch aufzusuchen, die aber sämmtlich der Sache und der Wahrheit nicht entsprechen. Alles, was man vom besonderen Geruch oder Geschmack dieses Fleisches gleicher Bubereitung vom Rindfleisch durchaus nicht zu unters fagt, ist unrichtig. Das Pferdefleisch ist im Geschmack bei Tausendschön. Aus dem Englischen von J. G. ( Schluß.) Aura Raymond, die schöne Erbin, stand lange wortlos bor ber Statue. Es mag die Erinnerung an Margarethens rührte, ficht aber, indem sie hinblickte, ward ihr eigenes Ges umwölft und aus ihren tiefblauen Augen brang ein Dann kehrte fie fich plöglich zu Blid der Pein hervor. majestätisch aus. hieß fie?" fragte sie ihn. Für sein Leben hätte In Emden war vor längeren Jahren ein Schlächter angeflagt, Pferdefleisch statt Rindfleisch zu einem mir nicht mehr er innerlichen Bwed geliefert zu haben. Die Anklage lautete natür lich auf Betrug, endete aber mit Freisprechung wegen mangeln den Beweises. Es waren Sachverständige von der Thierarznei schule zu Hannover und aus Berlin geladen, außerdem natürlich Schlächter, alle erklärten aber, an den vorgelegten Fleischstücken wäre die Herkunft vom Pferd oder Rind nicht ersichtlich zu machen, da es eigentlich sicher kennzeichnende Unterscheidungszeichen nicht giebt, sondern es nur bei einzelnen Merkmalen, die freilich vorhanden find, auf ein etwas mehr oder Weniger an tommt. So soll Pferdefleisch beim Eintauchen in fochendes Waffer weißer werden, als Rindfleisch, aber es verhalten fich da nicht alle Theile des Thieres gleich, so daß manche Theile des Rindes weißer werden, als andere Theile des Pferdes. Wir haben also aesehen, das einzelne Fleischstück des Pferdes unterscheidet fich im Ganzen weder im Aussehen, noch im Ge ruch, noch im Geschmack vom Rindfleisch, es ist also zum ,, Etel" gar feine Veranlassung. Es fäme nun noch darauf an, weitere Vergleiche zwischen den beiden Fleischarten zu ziehen, die freilich, " Von Angesicht zu Angesicht standen sie einander gegen über und blickten sich in's Auge, das Weib aufgeregt und stolz, der Mann todtenblaß. Sie haben mich also getäuscht - wie ich Tausendschön," stöhnte er ,,, Sie haben mit meinem treuen Herzen Ihr Spiel getrieben, wie ich mit dem ihrigen. Nun!" er fehrte sich ab und bedeckte das Gesicht mit den Händen ,, ich bin gerecht bestraft!" den Händen " Sie legte ihre weiche, weiße Hand auf seinen Arm und blumengleichen Gefichtchens gewesen sein, was ihr Herz blickte ihm mit einem Lächeln, wie das ,, Margarethens" ins Gesicht, die stolze gebieterische Miene war verschwunden fie war jetzt so zart, flehend, zärtlich, wie es nur„ TausendCyrill. Sie war stets stattlich, aber jetzt sah sie geradezu schön" hätte sein können. Nein!" sagte fie, ich habe nicht gescherzt oder getäuscht, benn er wollte fie in denn ich liebe Sie, Cyrill! Nein! ,, nicht, bis Sie frei find. Sie gehören noch Tansendschön an, wenn sie mich nicht an fie abtritt. Ich halte es für null und nichtig, daß sie Ihnen Ihre Freiheit zurückgab was tonnte ihr Stolz weniger thun? Sie ist heute nicht mehr das junge, einfache Mäds chen, das Sie gewonnen haben; man nennt sie schön " er ihr nicht eine Antwort versagen, das Weib hintergehen seine Arme schließen " Wie tonnen, das er anbetete, selbst nicht, um es zu gewinnen. " Sch nannte sie Laufendschön"," sagte er demüthig. Es war ein hübscher Name, nur war sie eine Art ents fernter Roufine lichen Namen liebte -ich erinnere mich nicht an ihren wirk -Tausendschön Bane"." " Und haben Sie sie geliebt? Ich weiß, daß sie Sie Sie brauchen mir das nicht zu sagen; ich lese es in diesen aufrichtigen, unschuldigen Augen. Haben Sie sie sie hat emfig stubirt, um Ihrer würdig zu ſein, und besitzt ein bedeutendes Ver.nögen, das ihr ihre Tante hinterlassen hat. Sie ist nicht mehr das einfache Mädchen, das Sie geliebt, Cyrill Danton?" Da sagte er ihr alles, seine verstoßen haben, sondern ein stolzes Weib, Cyrill. Aber Eitelteit, feine Falschheit, sein Erwachen zu wirklicher Liebe, der Stolz fonnte ihre Liebe nicht heilen; sie grämte sich feine Reue über das Unrecht, das er Tausendfchön zugefügt. ihr Ich wußte nie, wie groß es war, bis ich Sie liebte!" rief er; benn bis dahin wußte ich nicht, was Liebe sei. Aura, um Ihretwillen, und ich habe gelobt, daß ich Sie will. Sie zurückbringen Laffen mich mein mein Wort halten. Kehren Sie mit mir in bas Ihrer Mutter zurück, zu„ Tausendschön" Sie find mir lieber als mein Leben! Ich will gar ni und lassen Sie sie über unser Schicksal entscheiden." Und so fühlt Tausendschön noch für Sie!" rief Aura, ober so hat fie wenigstens noch vor einigen Monaten ge- feltsam. fühlt, als ich sie besuchte und ihre Geschichte erfuhr. Ich halten," sagte sie. Bekanntschaft gemacht." " Aber er zögerte. Wenn sie mich für gebunden erachten sollte?" fagte er ,,, und ich liebe Sie!" Sie lächelte seltsam. Sie ist zu stolz, um Sie gegen Ihren Willen zu Wollen Sie fommen?" ,, Ueberall H 5. Jahrg. was Nährwerth und Verwendbarkeit betrifft, nicht überall zu Gunsten des Roßfleisches ausfallen werden. Ich mag diesen Aufsatz nicht länger machen, halte die Frage aber doch für so wichtig, um fie weiter zu besprechen, werde also mindestens noch einen Auffaz daran wenden müssen. Die Sache scheint mir um dieserhalb von Wichtigkeit, weil das Pferd fleisch jedenfalls viel beffer ist als gar kein Fleisch. Wenn es be: gelingen sollte, das Pferdefleisch vom Nährmittelmarkt hinweg zu graulen, wäre eine Preissteigerung des Nind fleisches unvermeidlich, die noch größeren Kreisen der Arbeiter bie Fleischnahrung entziehen würde. Es ist die Sachlage ge rade so, wie bei der Kunstbutter. Dieselbe tann in vielen Stellen die Naturbutter ohne Zweifel vollkommen ersetzen, wenn auch nicht gerade als ,, Tafelbutter", um fte auf Brot zu streichen. Tritt dieser Ersatz an der richtigen Stelle ein, so ist ein Billigers werden der Tafelbutter" die nothwendige Folge. Deshalb ist das Margarine Gesez" nur im Intereffe der Buttererzeuger erlaffen, wie man jezt den Ekel gegen das Pferdefleisch nur im Intereffe der Rindviehzüchter pflegt und die Pferdeschlächtereien beschränken will. Aus diesen volkswirthschaftlichen sehr ernſten Gründen halte ich es für angebracht, die Sache in einem für Arbeiter geschriebenen Blatte auch ernst und eingehend zu er örtern. Ich glaube, der Leserkreis dieses Blattes wird damit einverstanden sein. Kämpfen gegen Vorurtheile, wo man fte auch trifft, das ist die Aufgabe jeder Arbeiterpreffe. ( ,, Vereinsblatt.") Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Außerordentliche Sigung vom Dienstag, den 14. August 1888. Der Stadtverordneten Vorsteher, Stadtv. Dr. Stryd, eröffnet die Sigung um 5% Uhr. Einziger Gegenstand der Tagesordnung ist die Vorlage über die gegen die Richtigkeit der Gemeindewählerliste, bezw. gegen die Streichung der Namen von Wählern in derselben erhobenen Einwendungen. Berichts erstatter des Ausschusses ist der Stadto. Meyer 1: 15 Pere sonen haben rechtzeitig gegen die Richtigkeit der Gemeindes wählerliste Einspruch erhoben. Der in dem Verzeichniß unter Nr. 1 Genannte beantragt seine nachträgliche Eintragung in die Gemeindewählerliste, die unter Nr. 2 bis 15 aufgeführten Personen erheben dagegen Widerspruch, daß nach der ihnen zugegangenen Mittheilung des Magistrats ihre Namen in der Gemeindewählerliste gestrichen werden sollen. Die bezüglichen Eingaben hat der Magistrat der Versammlung im Original zu gehen laffen. a) Bu 1 des Verzeichnisses. Der vereidete Waaren- und Produktenmakler Wilhelm Adolf Morris, Königgrägerstraße 27 wohnhaft, ist nach der Mittheilung des Magistrats um deshalb nicht in die Wählerliste eingetragen worden, weil er während der Zeit vom 15 November 1886 bis 19. September 1887 poli zeilich nach Schöneberg abgemeldet gewesen ist und bei der Auf stellung der Liste noch fein volles Jahr wieder in Berlin wohnhaft gewesen sein soll. Hiergegen führt der p. Morris durch seinen Sachwalter, Justizrath Lefse, unter Ueberreichung der betreffenden Steuer- und Miethsquittungen sowie des Miethsvertrages aus, daß er, wenngleich er sich vorübergehend zur Kur in Schöneberg aufgehalten, während der gedachten Beit seinen Wohnfig in Berlin nicht aufgegeben, sondern beibehalten habe, wie denn auch alle Steuern, sowohl Staats- als Kommunalsteuern, insbesondere auch die Miethssteuern von ihm in Berlin bezahlt worden seien. Er sei demnach zur Ausübung des Kom munalwahlrechts in Berlin gefeßlich berechtigt und sein Name müffe nachträglich in die Gemeindewählerliste eingetragen were den. Der Ausschuß hat auf Grund der beigebrachten Beweis mittel für thatsächlich nachgewiesen erachtet, daß der p. Morris in der oben angegebenen Beit seinen Wohnfit in Berlin nicht aufgegeben, sondern beibehalten hat wird demgemäß seine nachträgliche Eintragung in die Gemeindewählerliste vorgeschlagen. b) Bu Nr. 2 bis 11 des Verzeichnisses. Nach der Ansicht des Magistrats haben die unter Nr. 2 bis 11 aufgeführten Pers sonen eine Ar menunterstüßung aus öffentlichen Mitteln insofern empfangen, als diefelben nach den dem Wahlbureau nach Aufstellung der Wählerliste zugegangenen An zeigen der Kalkulatur der Armen- Direttion im Monat Juni d. J. theils selbst, theils Angehörige derselben( Ehefrau und Kinder) auf Kosten der Kommune trantheitshalber Die Reise war kurz und niemand sprach viel auf dem Wege; aber beide waren voll Gedanken, was für ein Refultat die bevorstehende Busammenkunft haben würde. Ins= besondere zerbrach sich Cyrill den Kopf, was der eigentliche Beweggrund seiner schönen Gefährtin sein könne, und in seinem Innern fühlte er die drückende Pein des Zweifels und der Neue des 3weifels, ob Tausendschön" stark genug fein würde, um den Stolz über die Liebe siegen zu lassen, oder ob die Leidenschaft bei ihr zu gewaltig sein würde und der Neue wegen der Rolle, die er gegen sie gespielt das Weib in seiner Brust erweckte, das er so kalt behandelte hatte und die ein gefährliches Gefühl des Mitleids gegen und das ihn so wahrhaft geliebt hatte. " Auf Aura's Gesicht dagegen lag ein halb heiterer, halb erwartungsvoller Ausdruck, welcher Cyrill's Verlegenheit ver mehrte, wenn er dann und wann einen raschen Blid in ihre flaren Augen warf. Endlich erreichten sie den Ort ihrer BeStimmung, und die Abendsonne badete die Landschaft in purpurrothem Glanz, als fie am Thore des Hauses vorfuhren. Wie bekannt war ihnen die Szene! Das scheinen mir gerade dieselben Wiesen Tausendschönchen zu sein, die ich vor Jahren köpfte," sagte Cyrill, und dann kam ihm eine andere Erinnerung und er brach seufzend seine Rede ab. Frau Danton tam ihnen entgegengelaufen und schloß ihren lange verlorenen Liebling in die Arme. Willkommen daheim, mein Sohn!" rief sie, und dann zu Miß Raymond gewendet: ,, Und auch Tausendschön! Ihr beide mitsammen! So ist es Ihnen also gelungen, treues Herz, und Sie haben ihn zurückgewonnen?" Cyrill stieß einen plöglichen Schrei aus. Tausenda schön!" rief er. Sie sind Tausendschön!" und rasch war ihm alles klar. Er wandte sich um und schloß sie an sein Verzeihen Sie mir! Verzeihen Sie, meine treue Herz. Liebe! Ich kenne Sie jetzt so verändert und doch dies felbe; mein Koufinchen, Aura Naymond Vane, mein liebes, " tenne ihren Rummer, und um Sie für Tausendschön hin, wohin Sie mich führen!" erwiderte er leidenschaftlich. füßes Tausendschönchen!" Aurückzugewinnen, habe ich Sie zuerst aufgesucht und Ihre Sie reichte ihm die Hand und sagte ruhig:" Ich werde Sie zu Ihrem Glücke führen." er n hiesige Krankenhäuser aufgenommen worden find. Der Magistrat vertritt demgemäß die Meinung, daß diese Per sonen auf Grund des§ 5 Nr. 2 der Städteordnung in der Gemeindewählerliste zu streichen seien und er hat diese seine Absicht den Betreffenden mitgetheilt. Dieselben protestiren hier gegen, indem fte zum Theil bestreiten, daß fte überhaupt eine öffentliche Armenunterstüßung erhalten beziehungsweise daß die Aufnahme in eine Krantenanstalt einer öffentlichen Armen unterſtüßung gleich zu achten ist, ein anderer Theil führt an, daß ihnen zur Abtragung der Kurkostenschuld vom Magistrat Abschlagszahlungen bewilliat worden seien beziehungsweise daß fie die aufgelaufenen Kurkosten durch Theilzahlungen decen wollen. Der Ausschuß war der Meinung, daß in den vor. liegenden Fällen eine Armenunterstügung, welche den Verlust des Wahlrechts zur Folge habe, nicht angenommen werden könne. Wie unbestritten feststehe, habe der Magistrat aur Abtragung der Kurkosten Theilzahlungen bewilligt und es ist in einem Falle bereits eine Abschlagszahlung geleistet worden. Die Krankenunterstüßungen find demgemäß als Vorschüsse und zwar so lange anzusehen, bis durch fruchtlose Vollstreckung der Mobiliar Erelution das Unvermögen zur Erstattung derselben nachgewiesen wird. Der Ausschuß empfiehlt unter diesen Umfiänden, die in der Nachweisung unter Nr. 2-11 aufgeführten Personen in der Gemeindewählerliste zu belaffen. c) Bu 12 des Verzeichniffes. Der Arbeiter Karl Henkel, Alte Schönhauserstr. 10 wohn haft, hat nach der Mittheilung der Kalkulatur der Armen Direktion vom 1. Juli 1888 ab eine laufende Armenunterstüßung erhalten. Derselbe giebt dies in seiner Eingabe als richtig zu, bittet aber gleichwohl um seine Belaffung in der Wählerliste, da er die Unterstügung zu erstatten gedenkt, sobald fich feine Vermögensverhältnisse gebeffert haben sollten. Diesem Antrage fonnte nicht entsprochen werden. Die Gewährung einer laufenden Armenunterstüßung aus öffentlichen Mitteln hat nach $ 5 Nr. 2 der Städteordnung den Verlust des Wahlrechts nach Meinung des Ausschusses zur Folge, der Name des Arbeiters entel ist deshalb in der Gemeindewählerliste zu streichen. d) Bu Nr. 13, 14 und 15 des Verzeichnisses. H daß mung mit einer der beiden ersten man dann die Entscheidung Smodwitz. entnimmt und so fort. Auch die Vergleichungen der bloße der Verein Minutenangaben der eigenen Uhr mit denjenigen der Normal 8 Uhr von am bet D ubr find erfahrungsmäßig mit Ablesungsfehlern ähnlich von der Jan Art, und zvar leichteften Beigerstellungen fangs war di welche zwischen den ganzen Viertelstunden liegen, be gelangt, fam spielsweise mit Ablesungsversehen von fünf Minuten, behaftet luftig und t Bet den Ablesungen der Minutenangaben der Normalub hüffen an tommen außerdem diejenigen nicht unmerklichen Verschiebung langt war un in Betracht, welche die anscheinende Stellung der Spipe genommen he Minutenzeigers gegen die Eintheilung des Zifferblattes an ve genommen. schiedenen Stellen des Umkreises dadurch erfährt, daß das Aus veranstaltet, t des Ablesenden sich im allgemeinen erheblich unter der Mitsing man is des Zifferblattes und oft auch seitlich von derselben befinde Bettlaufen fi Viel erheblicher find bei den Vergleichungen einer Taschenu batte der Vo mit den Normaluhren diejenigen Unsicherheiten, welche aus da lotterie geschn Eintheilungsfehlern der Minuten- Bifferblätter der Taschenuhr Uhr die B in Verbindung mit den Zentrirungsfehlern der Zeigerbewegun allgemein bel zu dem in Minuten eingetheilten Umiceise entstehen können. den die Loos einer sehr großen Anzahl von Taschenuhren, selbst guter Du einen schönen lität, find Eintheilungsfehler und Erzentrizitätsfehler der Minuten ause. Aber Bifferblätter bis zu 1 oder 2 Minuten vorhanden. Es giebt fatt. Endlic viele Taschenuhren, auch von guter Qualität, welche bei rege 10 Uhr zum Bev Siftirun Qutmacher Spe Sle Sonnabend Golbat ber Soldate mäßig wiederkehrenden Vergleichungen von Tag zu Tage das Signal auf wenige Sekunden übereinstimmende Gänge zeigen, dagegen bengalischer s innerhalb eines Tages, sei es infolge der Verschiedenheiten de er um 13 Temperatur und der Lage, denen sie am Tage und in der Na ausg sett sind, sei es megen Unvollkommenheiten der erwähnten Art, um ganze Behner der Sekunde in ihren Angaben einem Krimin berartig hin und her schwanken, daß sie sehr wohl innerhat Bache fli einer ganzen oder halben Stunde, geschweige denn in me luhung unter stündigen Beiträumen, von dem regelmäßigen, nach ihren tleinen täglichen Durchschnittsabweichungen zu erwartenden laufe der Angaben um viele Sekunden abweichen können. diefe Unvollkommenheiten der Vergleichungsmittel, mit welchen müdmar oft in bester Meinung und größtem Vertrauen die Normaluh lage getroff zu kontroliren glaubt, werden sofort zur Erscheinung kommt wenn man die Vorsichtsmaßregel befolgt, zu der ersten Noma Der Mann i uhr, mit welcher man die eigene Uhr verglichen hat, nach ein nicht zu langen Zeitraume zurückzukehren und alsdann e neute Vergleichung vorzunehmen. zur Bedingung gemacht: Vor allem müßte die Stellung und bauernd sein er mache in dieser Beziehung dar auf aufmerksam, daß er Familie habe und mit Annahme des Angebots mit der bis dahin Die inne gehabten ficheren Stellung völlig abbreche." Stellung wurde angetreten, doch ergaben sich sofort arge Diffe renzen. Der Mann wurde nicht als Vorarbeiter beschäftigt, und nach einiger Zeit fruchtloser Reklamationen bei den im Filial Geschäft selten anwesenden Prinzipalen kam es zum Bruch. Die Firma kündigte und feste eine dreimonatliche Kündigungsfrist an, ließ aber in der Beschäftigung des Angestellten keine Aen derung eintreten. Darauf strengte der sich schwer getäuscht sehende eine Klage an und verlangte Ersatz der sehr bedeutenden Reise und Umzugskosten, der Kosten für das Aufsuchen einer neuen Stellung und Entschädigung für vierwöchentliche Arbeitslosigkeit. In der Gewerbegerichts Verhandlung fragte der Vorfißende den Kläger: Was verstehen Sie unter ,, dauernde Stellung? Die Antwort enthält die Klagebegründung, wesUnter halb wir den betr. Paffus hier wörtlich folgen lassen: dauernder Stellung" ist zunächst immerwährende Arbeitsgelegenheit im Sinne des vertragsmäßigen Arbeitsverhältnisses zu verstehen( d. h. die verklagte Firma fann mit den Angestellten wechseln, fann auch die Stellung unbesest laffen, die Stellung muß aber immer vorhanden sein, sodaß sie durch eine geeignete Person, vorbehaltlich des Eintritts höherer Gewalt, immer während besezt bleiben kann) dann aber bedeutet die Busage einer bauernden Stellung" im vorliegenden Falle mindestens eine so lange Dauer des Arbeitsverhältnisses, daß der Arbeitsverdienst während dieser Zeit für die aufgewendeten Kosten zur Erlangung der Stelle Entschädigung bietet.( Wenn die ver flagte Firma die Umzugskosten von vornherein bezahlt hätte, so würde ste, im Falle Kläger für die Stellung untauglich ge wesen wäre, genau ebenso geschädigt gewesen sein, wie diefer es jetzt ist.) Dieser Ansicht trat das Gewerbegericht nicht bei, es sprach vielmehr in seinem Erkenntniß aus, daß eine dreimonatliche Kündigung nach einer mehrmonatlichen Beschäftigung in Ermangelung einer besonderen Vereinbarung dem Begriffe ,, dauernde Beschäftigung" entspreche." Die Sache kam aus anDeren Gründen in zweiter Instanz vor das Landgericht.( Die verklagte Firma hatte behauptet, fte habe den Arbeitsvertrag vollständig erfüllt. Das Gewerbegericht schloß sich dieser Behauptung an und fam dabei zu dem sonderbaren Erkenntniß, ein Monteur für Wafferleitung sei gleichbedeutend mit Vorarbeiter.) Das Landgericht führte in Bezug auf die Busage der„ dauernden Beschäftigung" folgendes aus:„ Der Kläger mußte wissen, daß ein Geschäft von der Bedeutung der verklagten Firma bezüglich der Zahl der einzustellenden Arbeiter und der Dauer ihrer Engagements felber von der Fortdauer und der Zahl der Bestellungen abhängig ist, er somit nicht mit Sicherheit darauf rechnen fonnte, auf Jahre hinaus bei der Beklagten als Vorarbeiter beschäftigt zu werden. Wenn Kläger bei Eingehung des Dienstverhältnisses auf eine längere Dauer seiner Beschäftigung rechnete, so war es seine Sache, diese Zeitdauer zu präzistren." Der Kläger hatte vor dem Landgericht, um seine Anfechtung des Urtheils erster Instanz in Bezug auf den in Rede stehenden Punkt zu unterſtüßen, eine größere Anzahl von Anzeigen vorgelegt, in denen dauernde Stellung" zugeftchert wurde. Ebenso standen ihm mehrere Briefe zur Verfügung, in denen derselbe Ausdrud als Vorzug der barin angebotenen Stellungen gebraucht worden war. Er wies an der Hand dieses Materials auf die allgemeine, als Geschäftsgebrauch zu betrachende Anwendung des Ausdrucks hin, der doch irgend eine rechtlich feststellbare Verpflichtung in sich schließe. Außerdem führte der Rechtsanwalt des Klägers an, daß das Verkehren der beklagten Firma keine Vertragserfüllung im Sinne des Gesetzes sei. Alles dieses hatte keinen Erfolg. Das Erkenntniß des Landgerichts sprach vielmehr aus, daß auch nicht einmal eine dauernde Arbeits gelegenheit vorhanden zu sein braucht und entbindet sogar denjenigen, der eine dauernde Stellung" verspricht, vollständig von der Verantwortlichkeit, ob er seine Busage auch halten kann, legt vielmehr diese Verantwortlichkeit dem Ermessen desjenigen auf, welcher aus dieser Buſage einen rechtlichen Anspruch geltend machen will. Es ergiebt fich also für den Stellungsuchenden und ebenso auch für den Arbeitgeber denn beide Theile können infolge falscher Voraussetzungen bei solchen Anläffen in arge Verlegenheit gerathen als einziger Ausweg die genaue Feststellung einer Zeitdauer und überhaupt wohl die Ausfertigung eines Kon traftes in aller Form. Dann erst erhält der Begriff ,, dauernde Stellung" eine greifbare Gestalt. Ohne solche vorhergegangene oder nachträgliche Präziftrung verpflichtet der Ausdruck zu nichts weiter, als zur gefeßmäßigen Kündigungsfrist. Denn es ist leicht einzufeben, daß für die vorerwähnten Entscheidungen nicht die gerade hier auf drei Monate angesetzte Dauer der Kündigungs frist, sondern überhaupt die Einschaltung einer ausreichenden Kündigungsfrist maßgebend war. Nach der Mittheilung der städtischen Steuer- Deputation find die in dem Verzeichnisse unter 13-15 aufgeführten Perfonen infolge Reflamation gegen die Steuerverwaltung zur Infolge deffen ersten Klaffensteuerstufe ermäßigt worden. beabsichtigt der Magiftrat, die Streichung der Betreffenden in der Gemeindemählerliste zu veranlaffen, und hat ihnen von Dieser Absicht Kenntniß gegeben. Dieselben protestiren hiergegen, indem fte der Ansicht sind, daß ihnen nach wie vor das Wahlrecht zustehe und die stattgefundene Ermäßigung der Steuer hierauf feinen Einfluß ausübe. Der unter Nr. 15 auf geführte Arbeiter Mignat hat fich gleichzeitig behufs Er haltung seines Kommunalwahlrechts bereit erklärt, die Gemeinde Einkommensteuer eventuell nach dem Saße der zweiten Steuerstufe zu zahlen. Nach § 5 Nr. 4d der Städteordnung in Verbindung mit§ 9d des Gesetzes vom 25. Mai 1873, betreffend die Abänderung des Gesetzes vom 1. Mai 18 1 über die Klaffen und Einkommensteuer ist das Stimm- und Wahlrecht in Gemeindeangelegenheiten an die Bedingung geknüpft, daß der Betreffende zu einem KlaffenSteuerbetrage von 6 M.( 2. Steuerstufe) veranlagt worden ist. Das Gesez, betreffend die Aufhebung der beiden untersten Klaffensteuerstufen vom 26. März 1883 hat hieran nichts geändert. Durch die Herabseßnng der Steuer der unter Nr. 13 bis 15 gedachten Personen auf die 1. Klaffensteuerstufe( welche einem Steuerfage von 3 M. entspricht) haben dieselben das Gemeindewahlrecht verloren und es find demgemäß ihre Namen in der Gemeindewählerliste zu streichen. Das Erbieten des p. Mignat, die Steuern nach der zweiten Steuerstufe zahlen zu wollen, kann hieran nichts ändern. Der Ausschuß empfiehlt demgemäß einstimmig: 1. dem Antrage des vereideten Waaren und ProduktenMallers Morris( Nr. 1 des Verzeichniffes) auf nach tägliche Eintragung in die Gemeindewählerliste ist stattzugeben, 2. die in dem Verzeichniß unter Nr. 2 bis 11 aufgeführten Personen, welche in der Gemeindewählerliste eingetragen stehen, nach der Abficht des Magistrats aber gestrichen werden sollen, find in der Liste zu be laffen, 3. der in dem Verzeichniß unter Nr. 12 aufgeführte Arbeiter Henkel ist in der Gemeindewählerliste zu streichen. 4. Ebenso find die in dem Verzeichniß unter Nr. 13, 14 und 15 aufgeführten Personen in der Gemeinde wählerliste zu streichen. Die Versammlung stimmt debattelos den einzelnen Anträgen des Ausschuffes zu. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Schluß: Nach 5 Uhr. An Vermächtnissen, Geschenken etc. find im Monat Juli cr. bet der Hau tstiftungskaffe des Magistrats eingegangen 33 172,60 M. Darunter 449 55 M. Kollektengelder und 616,80 M. aus schiedsmännischen Vergleichen und Beffionen 2c. In dem städtismen Fleischschauamte auf dem Zentrals Schlachthofe find im Monat Juli cr. 32 833 Schweine auf Trichinen untersucht und darunter 23 trichinöse und 153 finnige ermittelt worden, welche als zur menschlichen Nahrung unge. nügend verworfen worden sind. Lokales. Stra dem Gai ogen worde Bezügli chodieb Bende Einz be Ueber die Konfiskation des lehten soziald kratischen Flugblattes werden in der Preffe ganz unal liche Nachrichten verbreitet. Es find im Ganzen 15 000 G plare beschlagnahmt, und zwar wurde in der Wörther ein Maurer, der in Begleitung von zwei anderen Männera befand, von Kriminalbeamten angehalten. Diese Leute führt ungefähr 8000 Exemplare bei fich. Der Rest von 7000 Gre plaren wurde in einer Wohnung der Swinemünder Straße Exemplaren hergestellt, sodaß also 85.000 Exemplare zur theilung gelangten. Angesichts dieser Thaisachen sind die Lobe flüffig. Ver welcher denburg gef ihrend der , der ihn odam erm Reftaurateur fam machte, D weniger, da e schlagnahmt. Im Ganzen wurde eine Auflage von 100 000 u tun habe. erhielt. As S agte: Was hymnen auf die Wachsamkeit der Polizei mindestens übtinlgeld auf .65 Doll Ge Eine wiederholte Warnung vor dem Verschlucheben."" Mit von Obstkernen und-Steinen, welches bei vielen Rinden noch durch bie beiden eits ein Ge noch nich zur üblen Gewohnheit geworden ist, veröffentlichen die ,, Blat M. Bon für Gesundheitspflege". Wie berechtigt eine solche Mahnung ergangen ist, lehren verschiedene Todesfälle, die innerhalb der legte Wochen durch Genuß von Kirschen sammt den Steinen vetumm stel sacht worden sind. Wer Kirschen sammt den Steinen ist dem Wahne, das sei gefund, spielt mit seiner Gesundheit; entrinnen der Gefahr der Darmentzündung, der Hundertite Eine weitere Warnu end, nich muß die schlimmen Folgen tragen. ergeht an diejenigen, welche im Freien, in Gärten, Flodurch ei u. s. w. zu arbeiten veranlaßt sind. Es ist gefährlich, mit einen Fabrgaf noch so kleinen Verlegung an der Hand in der Erde herum arbeiten. Denn es ist nachgewiesen, daß in der Ecde, besonde Mit fort, als er Befährt perlaf forbett Dalla batte ablte Baafchichen tegte. in der gedüngten Gartenerde, Fäulniß erregende Pilze( Baltertel Kaffen in großer Menge enthalten find, welche, in eine Wunde gebrader eingewi Blutvergiftung und andere Krankheiten verursachen können Das Blauwerden der Milch. Jm 2. Band de theilungen des Reichsgesundheitsamtes bat Dr. Ferd. Hüppe Supre b Trogde Daß man einer han demfel len morde erden follten. Einschla Breslau- Ber Den fich über jezt eine Reihe von Untersuchungen veröffentlicht, die fich auf das Blauwerden der Milch beziehen. Daß die Ursache hierfür ein Mikroorganismus, ein Spaltpilz ist, wurde schon vor länger Beit auf Grund einer Reihe von Forschungen festgestellt. Hüppe hat seine Untersuchungen deshalb darauf gerichtet, Fragen über die Bedingungen, unter welchen die Milch Blaufärbung annimmt, zu lösen und die genauere Kenntniß bloufärbenden Pilzes möglichst zu fördern. Dieser Bila terium syncyanum, von Dr. Hüppe in Reinfulturen nach Dr. R. Stoch'schen Methode gezüchtet, erscheint in Form äuß fleiner stäbchenartiger Gebilde, die eine Länge von ein bis vi tausendstel Millimeter haben, und vermehrt fich durch einfac Theilung der wachsenden Stäbchen und durch Sporenbildun Es gehört nur eine sehr fleine Menge dieses Pilzes, etwa neue Wie Tel coffer. Me fondern D Bronzebra en zwei Sta mt. Der 3 den Seiten unter. 2 tung nad Blitz vo legraphenfta viel, als an einer Nadelspige haftet, dazu, um in roher oder g kochter Milch graublaue bis intensiv himmelblaue Flecke hervo zurufen. Säuert die Milch und scheidet fich infolge beffen Käsestoff aus, so nehmen auch schließlich die unteren Schichten derselben die blaue Farbe an. Im übrigen hat unser Pilz mit dem Sauerwerden der Milch nichts zu thun. Diese Veränderung it tungen 1 der Anwesenheit eines anderen, meist in der Luft vorhandenen Pilzes, des Milchsäurebacillus, abhängig. Führt man die blat deshalb färbenden Pilze in sog. sterilisirte Milch, also in MIch, welde Durch ein halb- bis zweistündiges Erhigen in ftrömendung bei S Wafferdampf an 100 Gr. C. absolut pilzfret gemacht wurde, fo his durch At unb Derbunden ist, lägt erheblich ungen seig inlich infol bilden fich zunächst nur graue Flecken. Erst allmälig wird die ganze im Glase befindliche Milch schiefergrau oder blaß matt blau. Diese Milch wird nie sauer, weil eben die Milchfäu bacillen durch das vorhergegangene Sterilifiren abgetödtet von der Milch ferngehalten werden; fie gerinnt baber nicht sondern bleibt flüssig und wird alfalisch. Wie die Blaufärbu der Milch durch diesen niederen Organismus hervorgerufen with welche so verhält es sich auch mit anderen Veränderungen, Milch zum Leidwesen der Hausfrauen nur zu oft befallen. bit leichte e cochenen G Telephonle ungsfähigte Men brabt. Swet Ro Den worden Der Ster Reiche Stom wird das Sauerwerden durch den schon genannten Bacill hervorgerufen. Ebenso ist das Auftreten rother Flecke, dann da Gelbwerden, das Schleimigwerden der Milch an solche Mi organismen geknüpft. Hüppe's Untersuchungen haben nicht m I einen bedeutenden wissenschaftlichen sondern auch eming praktischen Werth, weil bei der zunehmenden Kenntniß der stedungserreger auch die Mittel fich ergeben werden, dieselben bekämpfen und unschädlich zu machen. Ueber Uhrvergleichungen und die dabei vorkommen. den Jerungen nacht die Dtsch. Ubrm. 3tg." aus einem von dem Geheimen Regierungsrath Prof. Dr. Förster, Direktor der Berliner Sternwarte, im Berliner Uhrmacherverein gehaltenen Vortrage ausführliche Mittheilungen, denen nachstehend.s entnommen ist: Es ist der Aftronomie im Verein mit der Mathe matik gelungen, gewiffe Regeln zu erfinnen und zu erproben, nach denen man wenigstens im Ganzen und Großen bei allen mit Maßbestimmungen verbundenen Wahrnehmungen sich von qen trübenden Wirkungen vieler menschlicher Friungen mehr und mehr unabhängig machen kann. Insbesondere gilt dies auch von den sogenannten„ persönlichen Fehlern", welche gerade im Ge biete der feineren Beitmessung und Beitvergleichung eine sehr wesentliche Bedeutung haben und welche unter anderem davon herrühren, daß bei verschiedenen Personen die G.schwindigkeit und die Reihenfolge, in welcher die verschiedenen Sinneswahr nehmungen zum Bewußtsein kommen, recht erheblich von einander abweichen können. Zur Sicherung gegen solche, in manchen Fällen mehr als eine halbe Sekunde erreichenden persönlichen Unterschiede hat man in der Astronomie mannigfache Vor fehrungen erdacht und im allgemeinen bei den Normaluhren mit Erfolg in Anwendung gebracht. Was die Vergleichung der Sefunden- Angaben der Normaluhr mit derjenigen des Se fundenzeigers einer Taschenuhr betrifft, und zwar mit Ausschluß einer größeren Genauigkeit als etwa bis auf die volle Sekunde, so tommen dabei zunächst erfahrungsgemäß Ablesungs- und Zäh lungsfehler von ganzen Behnern oder Fünfern der Sekunde in Betracht, aber auch Frrungen von einem halben Umkreise, also von runden dreißig Sekunden. Das Entstehen eines Versehens lepterer Art mico, wie es scheint, auch dadurch begünstigt, daß bei manchen Taschenuhren der Knopf und Ring fich nicht bei dei der 3mölf, sondern gegenüber bei der Sechs befindet, oder daß sonstige Verschiedenheiten der bezüglichen Einrichtungen vor liegen. Die Gefahr von Ablesungs- oder Zählungsfehlern wird bei solchen Vergleichungen dadurch erhöht, daß die Aufmerk famteit fich zwischen zwei Bewegungs Erscheinungen zu theilen hat, und daß bei der Vergleichung mit den Normaluhren die Gehörs Wahrnehmung ihrer Sekundenschläge, wodurch sonst die Uebertragung der Zählung von einer Uhr auf eine andere unterſtügt wird, in Wegfall kommt, der Taschenuhr dadurch sehr erschwert wird, daß Diese Schläge bei den meisten Taschenuhren in noch fleineren Inter vallen als halben Sefunden aufeinander folgen. Um sich gegen Ablesungs- und Bählungsfehler vorerwähnter Art zu sichern, thut man gut, die Vergleichung mindestens einmal und wo möglich in einer von der ersten Vergleichung etwas verschiedenen Art des Verfahrens, und zwar am besten an einer gegenüber liegenden Stelle des Sekunden- Bifferblattes zu wiederholen, sodann bei kleinen Unterschieden der beiden Ergebnisse den Durchschnitt zu nehmen, bei größeren Unterschieben aber noch eine dritte Bergleichung hinzuzufügen, aus deren Uebereinstim de Dauernde Stellung. Das Beitungswesen hat sich zu einem großartigen Vermittelungs- Institute herausgebildet und namentlich ist es die Vermittelung von Arbeit, welche in großem Maßstabe durch die Beitung geschieht. Wer Arbeit sucht, noch mehr aber, wer Arbeiter sucht, läßt eine diesbezügliche Anzeige in eine oder mehrere Zeitungen einrücken und für die größt möglichste Verbreitung des Gesuches ist gesorgt. Bei Anzeigen legierer Art, in denen Arbeitsfräfte gesucht werden, finden sich nicht selten zwei ziemlich verhängnißvolle Worte und diese lauten: Dauernde Stellung! In der heutigen Zeit der vielfachen Krisen und Arbeitslosigkeit ist es nur zu erklärlich, daß seitens der Arbeit oder Beschäftigung Suchenden auf eine ,, dauernde Stellung" ein großes Gewicht gelegt wird und einer solchen selbst vor einer anderen, größere Vortheile verheißenden Stellung oder Arbeits. gelegenheit der Vorzug gegeben wird, weil ste ja„ dauernd" ist. Ueber die rechtliche Bedeutung einer derartigen Versicherung, wie dauernde Stellung", herrscht in weiten Kreisen noch große Untlarbeit. Die meisten derjenigen, welche eine„ dauernde Stellung" antreten, thun dies in der Erwartung und Ueberzeugung, wenn auch nicht für Lebenszeit, so doch für eine Reihe von Jahren gesichert zu sein. Und doch ist dies nur ein leerer Wahn, der oft genug verhängnißvoll für den Betreffenden werden kann. Der so häufig gebrauchte Ausdruck dauernde Stellung" hat troß seiner anscheinenden Unzweideutigteit rechtlich gar leinen Werth. Es laffen sich daraus keinerlei Ansprüche begründen, welche auf die Beitdauer eines Arbeitsverhältniffes Bezug haben, und sogar selbst dann nicht, wenn ausdrücklich und mit dem Hinweis auf die sonst entstehenden Nachtheile eine„ dauernde Stellung" als Bedingung aufgestellt worden ist. Recht lehrreich in dieser Beziehung find die von Herrn W. Beielstein jr. in der Baden'schen Gewerbezeitung" mitgetheilten Thatsachen, welche wir zur Klarstellung der rechtlichen B.deutung der dauernden Stellung" nach der D. G. 3." bier folgen laffen. Infolge einer Anzeige und auf Grund brieflicher Abmachung hatte eine Firma der Gas- und Wafferleitungsbranche einen Vorarbeiter engagirt, welcher zirka 100 Meilen entfernt von dem Wohnort der Firma in Stellung war. Der Vorarbeiter hatte folgendes felt Febru beim Erid unte wiederu e Thatia Kitten jeiden von Romet ben Ster otefen. Bur Fen Laternen für die Miethsboote. Angesichts des feg lich stattgehabten Unglüds auf der Oberspree, bei welchem d Dampfer zwei Boote überrannte, dürfte es wohl am Plage feit unsere Behörden auf eine Verordnung aufmerksam zu machen durch deren Erlaß ähnlichen Unglücksfällen vorgebeugt werden Laterne zu versehen find. Wenn am festen Lande bei eintreter würde. Wir meinen die Verordnung, daß die Boote mit einer der Dunkelheit auch der kleinste Handwagen mit einer Late den bis 1. Blamme", D fann um so wenige nicht minder belebten Wasserstraßen Geltung haben. Die Dund führung einer solchen Verordnung Miethsboote find, deren Standpläge die Polizei ganz genau I während andererseits das Bäblen nach dem Hören der Schläge Schwierigkeiten bieten, als doch der allergrößte Theil der Boot so würde Abends niemand ein Boot besteigen, welches merita 287, Danemart rematorien m nid eins in Sto Bau begrif Feuerbefta agen 1226, f Railand 580, Darmitabt m Ores ben 210, Buffalo 128, fennt. Würde zudem die Bestimmung getroffen, daß nicht ich. Die Vermiether allein, sondern auch der Miether der Gondel in Strafe genommen wird, wenn er ohne Licht das Waffer befäb mit einer Laterne versehen wäre. Also gleiches Recht für Land und Waffer und demnach für das lettere die gleiche Pfl Der Fachverein der Buchbinder und verwandl Berufsgenossen veranstaltete am Sonntag den 12. Auguft eine Dampferpartie nach dem Restaurant" Seglerschlößchen" auch sein Kleinſtes Fahrzeug zu beleuchten. 188 cab Richtigt, Lommen babin Entscheidung Schmod wit. Um alle Theilnehmer befördern zu können, hatte der bloß der Verein drei Dampfer gemiethet, wovon der erfte um Der Norm Uhr von Café Alsen und die beiden anderen um 8% Uhr nähnlich von der Janowißbrüde unter voller Musik abdampften. AnErstellungen fangs war das Wetter sehr trübe, aber auf der Oberspree anegen, belangt, fam die Sonne zum Vorschein und ein jeder wurde n, behaftd luftig und vergnügt. Nachdem der Dampfer unter Salut lormalubruffen an der Landungsbrücke des Seglerschlößchen" anges richiebung langt war und alle Theilnehmer in dem schattigen Garten Plat Spige genommen hatten, wurde unter Konzertmufit das Frühstück einttes an genommen. Nach dieser Zeit wurde ein Preistegeln für Damen ß das Auseranstaltet, woran fich sämmtliche Damen betheiligten. Epäter r der ing man in den Wald, um dort einige Gesellschaftsspiele, Sen befinde Bettlaufen für Herren 2c. zu veranstalten. Während dieser Beit che aus batterie geschmackvoll auf der Tafel auszustellen. Als nun gegen Taschenuhr Uhr die Gesellschaft aus dem Walde zurück kam, fand das gerbewegun allgemein beliebte Raffeefochen statt. Während dieser Zeit wurfönnen. Ben die Looſe zur Scherzlotterie ausgegeben. Mancher nahm guter Quinen schönen Gewinn als Andenken an die Partie mit nach . Es giet att. Endlich, es war eigentlich noch viel zu früh, ertönte um he bei rege 10 Uhr zum ersten und gegen 11 Ubár zu den anderen Tampfern u Tage bas Signal zur Abfahrt. Unter Salutſchüssen und feenhafter Jen, dagegen bengalischer Beleuchtung dampfte der Verein nach Berlin ab, Denheiten do er um 13 Uhr anlangte. in der Na Sistirung. Gestern Nachmittag gegen 1 Uhr wurde der En der vulmacher Herr Fris Post, Greifswalderstraße 5 wohnhaft, von ren Angaben einem Kriminalbeamten in der Neuen Königstraße verhaftet und hl innerhajur Bache fistirt. Dort mußte er sich einer förperlichen UnterEnn in me hung unterziehen, die jedoch nicht das Geringfte ergab. ch ihren ich önnen. Vev melchen man Normaluben Soldatenleben- ja, das heißt lustig sein! Am " rtenden Sonnabend wurde, dem Anz. f. d. Bavell." zufolge, ein Soldat der 5. Kompanie des 4. Garde Regiments 3. F. auf dem Rückmarich von den Schießständen bei Tegel vom Hig flage getroffen und brach bewußtlos zusammen. Er wurde Eng fomme dem Garnisonlazareth befördert, wo er am Abend verstarb. Der Mann ist aus Schöneberg und war als Reservist einnach ogen worden. Er lebte in sehr guten Verhältniffen. ein Saal zu größeren Leichenfeierlichkeiten, wie dies bereits bei| Lebendgeborenen 10,8, bei den Todtgeborenen 20,9 p6t. Die der Leiche des unlängst verstorbenen Dr. Geiger geschehen, dem Verein zur Verfügung gestellt wird. Bahl der gemeldeten Sterbefälle betrug 630, die fich auf die Wochentage wie folgt vertheilen: Sonntag 89, Montag 103, Dienstag 83, Mittwoch 94, Donnerstag 85, Freitag 89, Sonnabend 87. Von den Gestorbenen erlagen an Ma fern 16, Scharlach 4, Pocken 1, Rose 2, Diphtheritis 11, Keuchhusten 8, Rindbettfieber 4, Typhus 4, Syphilis 0, Altersschwäche 15, Gehirnschlag 17, Lungenentzündung 30, Lungenschwindsucht 69, Diarrhöe 41, Brechdurchfall 88, Magendarmfatarrh 19. Durch Vergiftung famen 4 Personen um, hier von 3 durch Selbstmord, 1 durch Alkoholvergiftung( Delirium tremens). Eines gewaltsamen Todes starben 15 Personen, und zwar Ertrinken 6, Erhängen 4, Ersticken 2, Ueberfahren 1, Sturz oder Schlag 2. Hierunter find 8 Todesfälle durch Selbstmord herbeigeführt. Dem Alter nach find die Gestorbenen: unter 1 Jahr alt 309( 49,0 pCt. der Ges fammtsterblichkeit), 1-5 Jahre 72, 5-15 Jahre 14, 15 bis 20 Jahre 11, 20-30 Jahre 44, 30-40 Jahre 41, 40 bis 60 Jahre 62, 60-80 Jahre 66, über 80 Jahre 11 Personen. In hiesigen Krankenhäusern starben 131, einschließlich 14 Aus wärtige, welche zur Behandlung hierher gebracht waren. Auf die Standesämter vertheilen sich die Todesfälle folgendermaßen: Berlin Köln Dorotheenstadt( 1) 24, Friedrichstadt( u) 12, Friedrich- und Schöneberger Vorstadt( 11) 30, Friedrich, und Tempelhofer Vorstadt( IV) 44, Louisenstadt jenseits, westlich ( Va) 45, Louisenstadt jenseits, östlich( Vb) 47, Louisenstadt dies feits und Neu- Köln( VI) 40, Stralauer Viertel, westlich( Vlla) 51, Stralauer Viertel, östlich( V.Ib) 37, Königstadt( VI) 42, Spandauer Viertel( IX) 23, Rosenthaler Vorstadt, südlich( Xa) 43, Rosenthaler Vorstadt, nördlich( Xb) 34, Oranienburger Vorstadt( X1) 61, Friedrich Wilhelmstadt und Moabit( XII) 46, Wedding( XIII) 51. Die Sterbefälle sind 22,9 Mille der fortgeschriebenen Bevölkerungszahl pro Durch einen Gattenmord wurde am Montag früh die Gegend der Friedrichsbergerstraße in große Aufregung gebracht. In dem Hause Nr. 25 dieser Straße bewohnt der Gärtner gehilfe Weber mit seiner Frau eine aus nur einer Stube bestehende Wohnung. Das erst seit 2 bis 3 Jahren verheirathete Baar lebte jedoch nach Auskunft der Nachbarn feineswegs glücklich, oftmals hörte man Bant, Streit und Drohungen aus der Wohnung. Am Sonntag Abend geriethen die Eheleute wieder aneinander und der Mann schlug blindlings auf seine Frau ein. Dieser, die ihrem Mann offenbar gewachsen war, gelang es bald, fich loszuringen und ein naheliegendes Beil zu er greifen. Noch ehe ihr Weber in die Arme fallen tonnte, hatte fie bereits einen so wuchtigen Hieb auf seinen Schädel gerichtet, daß das Beil im Schädelfnochen stecken blieb und darin noch bei der Untersuchung vorgefunden wurde. Weber stürzte fofort blutüberströmt nieder und war nach wenigen Minuten eine Leiche. Die Mörderin verließ am frühen Morgen die Wohnung und begab sich zu ihrem Bruder, auf deffen Veranlaffung fie fich dann freiwillig der Behörde stellte. Sie wurde verhaftet und hat sogleich ein offenes Geständniß abgelegt, indem fie den Ehemann als den Anfänger des Streites bezeichnete. Ein Berichterstatter meldet noch folgendes: Um 10 Uhr be findet sich die Leiche des ermordeten Weber noch in der Wohnung, und zwar in der Lage, wie fte am Vormittag befunden wurde, das heißt auf dem Bauche liegend, mit dem Gesicht nach dem Fußboden. Die Straße war während des ganzen Abends schwarz von Menschen, die auf das Erscheinen der Behörde und des Obduktionswagens warteten; mehrere Schußleute waren aufgeboten, um die Paffage frei zu halten. Bis zur genannten Stunde war die Staatsanwaltschaft noch nicht erschienen und die Wirthsleute des Ermord.ten machten energische Vorstellungen um Entfernung der Leiche deffelben. Ueber die Vorgeschichte des Mordes wird folgendes erzählt. Die Weber'schen Eheleute hatten fich wider Willen geheirathet und waren niemals in be sonderem Einvernehmen gewesen. Sie bewohnten als Aftermiether in dem Hause Friedrichsbergerstr. 25 bei dem Fabrik Bezüglich der angeblich in der Passch'schen Ein- arbeiter, früheren Schuhmacher Schulze, auf dem Hofe eine chodiebstahlssache erfolgten Verhaftung erfahren wir noch Treppe ein einziges Bimmer. Der Mann, ein Gärtnergehilfe, sende Einzelheiten. Der Droschkenkutscher Kalfofen in Pots soll seine junge Frau vielfach vernachlässigt haben, welcher die Gauner durch den Grunewald nach Char gleich die Ehe erst kurze Zeit bestand. Am Sonntag tenburg gefahren, ist bereits mehrmals über die Vorgänge jedoch waren beide noch Arm in Arm ausgegangen und hrend der Fahrt polizeilich vernommen worden. Sein Fahr der Mann a erdings etwas angeebenso zurückgekehrt, gt, der ihn befanntlich im Restaurant Bum Obelist" in heitert. So weit gehen die Erzählungen der Hausbewohner. Die Frau hatte sich, nachdem sie die That begangen, zu ihrem Reftaurateur Schröder, welcher auch den Kutscher darauf aufmerk. Bruder nach Friedrichsberg begeben und hatte sich dann der fam machte, daß er es dem Anschein nach mit einem Schwindler Polizei auf Veranlassung des Bruders gestellt. Die Behörde borenen und des Zuschlages, der den Weggezogenen erfahrungs von 100 000 tun habe. Der Kutscher hegte aber fein Mißtrauen, um so fand die Leiche des Mannes auf dem Bauche neben dem Bett weniger, da er die Fahrt mit 13 M. 50 Pf. im Voraus bezahlt liegend, den Schädel durch einen mächtigen Beilhieb gespalten, wohnerzahl beträgt sonach am Schlusse der Berichtsnoche erhielt. Als Kalfofen seinen Fahrgast später auf ein gutes die Spize des Beiles noch in der Diele steckend, so daß das Deftens übtinlgeld aufmerksam machte, griff dieser in die Tasche und Beil erst entfernt werden mußte, um den Kopf frei zu machen. Die Ermordung ist nach dem Leichenbefund zu urtheilen ohne jede Gegenwehr geschehen. Zuerst ist ein Schlag mit dem Beil auf die Stirn des Ermordeten erfolgt, der ihn augenscheinlich betäubt hat, sodann wurden noch, wie die Wunden an der rechten Bade beweisen, 3 oder 4 Siebe mit der scharfen Kante des Beiles auf den Kopf geführt und endlich that die Mörde rin noch den entscheidenden Schlag über den Hinterschädel, der so tief ging, daß die Spiße des Beiles im Fußboden stecken blieb. In der Bwischenzeit, zwischen 4 Uhr, der ungefähren Stunde der Ermordung, und 6 Uhr, wo die Mörderin die Wohnung verließ, hat fte noch einen längeren Brief an ihren Vater gerichtet, in welchem fie unter einem Schwall religiöser ten Normal ann ei oziald ang unal Gren Sta 5.000 Srther Männern Beute führt 7000 Gre r Straße are zur fic be Bev d die Lob erfchludes elen Rinder " Botsdam fagte: band erwartete, erregte dort schon die Aufmerksamkeit des Was ich mit der vollen hand erfaffe, das sollen Sie baben."" Mit diesen Worten händigte er dem Kutscher eine = die Bläti 5 M. Von Potsdam aus scheint indeffen die telegraphische Melhe Mahaun ergangen zu sein, auf den Gauner, der in Beelithof bekannt5 der legt noch durch einen zweiten rothaarigen Hern, welcher sich teinen verbumm stellte, Gesellschaft bekommen hatte, zu fahnden, denn boll Geld ein; wie fich später herausstellte, waren es teinen ist fundheit; die beiden Komplizen auf Bahnhof Halensee saßen, erschien its ein Gendarm, der die Beiden in Augenschein nahm, undertste ab noch nicht zur Verhaftung schritt. Dieselbe erfolgte erst in ere Warnu end, nicht, wie ursprünglich berichtet worden, in Hunde le, durch einige Kriminalbeamte. Es gelang aber nur, den ten, Floa lich, mit einen Fahrgast festzunehmen, da der sich taubstumm Stellende Phrasen: daß ihr Gott die That eingegeben hätte 2c. den Mord fort, als er in Halensee den Gendarmen bemerkt hatte, das rde berum se Dulia zu rechtfertigen sucht. Der Brief wurde adressirt im Zimmer des Ehepaares gefunden. Von anderer Seite wird gemeldet, de, befondet verlaffen hatte. Der Verhaftete führte eine größere Anzahl Kaffenscheine bei sich, die er in einen Bogen Zeitungs daß die Eheleute überhaupt separirt waren und sich nur an dem unde gebrader eingewickelt hatte, welchen er sich erst im Restaurant ,, zum tönne and der Mit Ferd Hüppe Die fich auf tegte. batte geben laffen, wofür er zehn Pfennig unaufge ogdem die Verhaftung unter dem Verdachte des erden follten. n vor längerer geftellt. gerichtet, te Milch e Kenntniß r Pilz, tren nach Form äuß b Abend vor dem Morde wieder vereinigt hatten. Die Nachbarn des Paares sollen so wenig von der ganzen That gemerkt haben, daß die Schulze'schen Wirthsleute erst durch die Recherchen der Polizei am Montag Nachmittag auf den Mord aufmerksam geworden sind und da erst die Leiche erblickt haben. obs ( 1 439 345). Die Sterblichkeitsziffer in folgenden Städten des Deutschen Reiches mit mehr als 100 000 Einwohnern betrug in Aachen 21,6, Altona 21,9, Barmen 14,1, Bremen 15,4, Breslau 23,6, Chemnitz 25,4, Danzig 24,7, Dresden 18,3, Düsseldorf 19,5, Elberfeld 12,4, Frankfurt a. M. 18,1, Hamburg mit Vororten 26,1, Hannover 13,7, Köln 22,6, Königsberg 23,9, Leipzig 18,1, Magdeburg 27,7, München 32,1 Nürnberg 22,0, Stettin 27,6, Straßburg i.. 27,4, Stuttgart 14,6 pro Mille. In anderen Großstädten Europas mit mehr als 300 000 Einwohnern betrug die Sterblichkeitsziffer in Amsterdam 20,4, Budapest( Vorwoche) 35,1, Dublin 18,0, Liverpool 17,0, London 15,9, Paris 19,0, Petersburg( Vorwoche) 22,7, Warschau( BorEs wurden woche) 30,4, Wien( Vorwoche) 22,7 pro Mille. 2263 Bugezogene, 1857 Weggezogene gemeldet, so daß sich die Bevölkerung mit Einrechnung der nachträglich gemeldeten G mäßig zugerechnet werden muß, um 566 vermehrt hat; die Eins 1 439 911. = In der Woche vom 29. Juli bis 4. August tamen zur Meldung Infektions Erkrankungsfälle an Typhus 42, Masern 122 Scharlach 51, Diphtheritis 48, Kindbettfieber 5. Polizeibericht. Am 12. d. Mts. Abends erschlug die Gärtnerfrau Weber, Friedrichsfelderfir. 25 wohnhaft, ihren Ehes mann mit einem Beil. Sie ist verhaftet und der That ge ständig und will dieselbe infolge der durch ihren Ehemann er littenen Mißhandlungen begangen haben. Am 13. d. Mis. Vormittags wurde in der Klosterstraße ein vor einen Arbeitswagen gespanntes Pferd scheu und ging durch. Dabei fuhr der Wagen so heftig gegen einen ihm entgegenkommenden Geschäftswagen, daß eine auf letterem figende Frau herabgeschleudert wurde, anscheinend jedoch ohne weitere Verlegungen erlitten zu haben. Gegen Abend erschoß sich auf dem Kloset des Bahns hofs Bellevue ein etwa 60 Jahre alter Mann. Die Leiche wurde nach dem Leichenschauhause gebracht. Um dieselbe Beit wurde ein Buchhändler in seiner Wohnung in der Klosterstraße und ein Klempnergeselle in seiner Wotnung in der Wilhelmsstraße erhängt vorgefunden. Nachmittags sprang in der Nähe des Schloffes Bellevue eine unbekannte Frauensperson in die Spree und ertrant. Die Leiche ist noch nicht aufgefunden. Um dieselbe Zeit wurde auf dem Königsplaß ein Mädchen von Krämpfen befallen und mußte mittelst Droschke nach der elterlichen Wohnung gebracht Ebenfalls Nachmittags fiel ein 6 Jahre alter Knabe, Hennigsdorferstraße Nr. 26, 4 Treppen hoch wohnhaft, aus der Wohnung eines Flurnachbars, mit dessen Kindern er gespielt batte, auf den Flur hinab und blieb auf der Stelle todt. Gegen Abend fiel in der Ackerstraße ein 6 Jahre alter Knabe beim Ringen mit einem anderen Knaben vor das Hinterrad eines vorüberfahrenden Handwagens und wurde von demselben am linken Fuß verlegt. In der Nacht sprang ein wegen werden. forben ablte und dadurch die Aufmerksamkeit des Wirthes ers Baafdh'fhen Diebstahls erfolgte, ist es mehr als wahrscheinlich, rfache bief man einen anderen Dieb festgenommen hat. Es sind näm han demselben Tage in Caputh bei Potsdam 2265 m. ge len worden, die zur Löschung einer Hypothek verwendet Einschlagen des Blikes in die Telephonleitung Breslau- Berlin. In den Morgenstunden des Sonntags ent en fich über einem Theil der Proving Schlesien heftige Ges Wie der Bresl. 3tg." mitgetheilt wird, hat der Blitz neue Telephonleitung Breslau- Berlin, unweit Grünberg, offen. Merkwürdiger Weise traf der Blig nicht die Stan schaft gesorgt, fich auch dem Trunt ergeben haben. Die lettere Ruheſtörung nach der Wache des 5. Polizeireviers gebrachter Die Enden en zwei Stangen und durchschlug den Draht. sondern den Draht, etwa im Drittel der Spannweite zwis Bronzebrahtes waren geschmolzen und zu Kugeln umge den Seiten etwa bis Der zerriffene Draht schnellte zurück und hing nach zur vierten Telegraphenstange vierten Telegraphenstange in der ein- bis vi durch einfa porenbildu Izes, etwa rober oder g Flece hervo nfolge bef ten Schichten Bilz mit dem Derung ist von unter. An der tung nach Breslau zu zeigte sich deutlich, daß hier Blitz vom Draht nach dem metallenen Anker überprungen und in die Erde gefahren war. vorhanden rapbenstange ist nur eine scharfe flache Spur zu bemerken. ist deshalb anzunehmen, daß eine Fernwirtung des Bliz MIch, welds durch den Draht nicht stattgefunden hat. man die bla ftrömendem cht wurde, alig wird b blaf mat fo verbunden zu An der Da die sein und überhaupt noch nicht in Dienst ge= ung bei Grünberg vorbeigeht, ohne mit dem Telegraphenist, läßt fich a. 3. bestimmtes über das Nichtvorhandensein erheblichen Fernwirkung nicht sagen. Geringe Fern lungen zeigte der Draht noch Sonntag Vormittag, wahr einlich infolge von Gewittern an anderen Stellen der Leitung, leichte elektrische Schläge, welche von Beit zu Zeit am rochenen Ende verspürt wurden. Es fragt sich, ob der für Telephonleitung benußte Bronzedraht wegen seiner befferen ungsfähigkeit stärker anziehend auf den Blig wirkt, als der le Milchfäure bgetödtet un Daber nid Blaufärbung gerufen with welche befallen. nten Bacill de, dann folche Mit bit bal ben nicht n tuch emind tniß der Membrabt. Swet Rometen find am 3. und 9. August wieder ges Den worden. Es sind dies der bekannte Ende'sche Komet, Der Sternwarte am Kap wieder aufgefunden, und der Reiche Komet, welcher in Nizza zuerst wieder gesehen wurde. lett Februar dieses Jahres fein Romet erschienen ist und beim Erscheinen der Sternschnuppenfälle deren drei sich ein this des feit gewiffer Sternschnuppenschwärme mit Kometen. , diefelben welchem m Plage fein eugt werden zu machen ote mit eine bei eintreter otefen. unter denen allerdings zwei periodische, so führt wiederum einmal zu der Annahme einer Zusammen fe Thatsache ist bei einzelnen Kometen, so z. B. dem en Rometen von 1862, dem Sternschnuppenschwarm der jeiden von 1866, dem ersten Kompeten des Jahres 1866 den Sternschnuppen der Leoniden deffelben Jahres bereits Bur Feuerbestattung. Nach statistischen Berichten der einer Late en bis 1. August 1888 in Gotha 554, in Italien 998, in Blamme", Organ des Berliner Vereins für Feuerbestattung, erita 287, in Schweden 39, in England 16, in Frankreich 7, Danemart 1 Berson eingeäschert. In Thätigkeit befindliche so wenigmatorien waren bis zur selben Zeit in Italien 9, Amerika 6, eins in Stockholm, Kopenhagen, London, Paris und Gotha; Bau begriffen in San Franzisko, Chicago, Baltimore und daß nicht. Die größte Mitgliederzahl hat der schwedische Verein er Bonbel Feuerbestattung in Stockholm 3012, dann fommt Kopenefehl für bit Die Durdy eil der Boole ganz genau Baffer befabr welches nid cht für Land Meiche Pfli agen 1226, ferner Haag mit 93weigvereinen 1218, Berlin 612, Darmstadt mit Umgegend 316, Wien 295, New- York 236, Dres ben 210, Chemnitz 161, St. Louis 158, Cincinnati 150, beabfichtigt, mit der Direktion des Anhalter Bahnhofs ein Abverwandle Auguft 1858 Ichlöschen Buffalo 128, Liegnig 80.Der Vorstand des Berliner Vereins Weiter wird noch gemeldet, daß die Frau Weber gestern vom Untersuchungsrichter vernommen worden ist und hier wie bei ihrer polizeilichen Vernehmung ihre Blutthat mit all ihren Schrecklichen Einzelheiten unumwunden eingeräumt bat. Danach ist dem Todtichlage ein heftiger Wortwechsel der Eheleute voraufgegangen, wie er in den zwei Jahren des Bestehens ihrer übrigens finderlofen Ehe an der Tagesordnung war. Der sonst als sanft und ruhig geschilderte Gärtnergehilfe Weber soll nach den Angaben seiner Ehefrau nur mangelhaft für die WirthBehauptung wird von den Bekannten des W. als start übertrieben dargestellt; soweit sie zutrifft, sollen Jähzorn und Banksucht der Frau zum großen Theil die Schuld daran tragen, daß W. zeitweise den häuslichen Herger im Genuß von Spirituosen zu vergessen suchte. Das Thema, fich von einander scheiden zu lassen, wurde bei den häufig vorkommenden Szenen wiederholt zwischen den Eheleuten erörtert. Bei dem in Der Nacht vom Sonntag zum Montag vorgekommenen Bwiste will die Ehefrau des Weber von diesem im höchsten Grade gereizt und auch thätlich angegriffen worden sein; zur Abwehr habe sie zum Beile gegriffen und im Verlaufe der nun ent standenen Schlägerei ihrem Manne theils mit der stumpfen Seite, theils mit der Schneide des Beiles so lange auf den Kopf geschlagen, bis derselbe blutüberströmt zusammenbrach. Nach vollbrachter That babe sie den Leichnam auf das Bett gelegt, mit einem Bettlaken zugedeckt und sich sodann unter Aufgabe ihres ursprünglichen Blanes, fich nunmehr selbst das Leben zu nehmen, zu ihrem in der Münzstraße wohnenden Bruder begeben, welcher, wie bereits mitgetheilt, den Todtschlag zur Anzeige brachte. Selbstmord auf dem Bahnhof Bellevue. Die Detonation eines Schuffes, der aus den Herren- Retiraden drang, erschreckte gestern Mittag gegen 12 Uhr die Beamten und Baffanten auf der Bahnstation Bellevue der Stadtbahn. Beim Betreten der genannten Räumlichkeit fand man einen anscheinend dem Arbeiterstande angehörigen, etwa 40jährigen einfach aber sauber gekleideten Mann, einen Revolver frampfhaft in der rechten Hand haltend, in Todeszuckungen vor. Der Unbekannte hatte sich einen Schuß in die linke Bruſt beigebracht und ver schied wenige Minuten darauf. In seinen Taschen befand sich nichts, was Aufschluß über seine Person hätte geben können. Im Teltower See ertrank beim Baden am Sonntag ein Viann, welcher als der Steindrucker Julius Plefow, Kurs fürstenstr. 70 wohnhaft, bezeichnet wird. In der Mittagstunde wurde am Ufer des Sees von einem Knaben ein vollständiger Herrenanzug gefunden. Am Montag ging bei der Bolizeibe hörde in Teltow ein Schreiben ein, worin zwei Freunde" des Ertrunkenen anzeigten, daß fie mit dem Steindrucker Julius Bleffow gebadet häiten; derselbe sei in den See hinausgeschwom men und dort untergegangen; als er um Hilfe gerufen, seien fie ängstlich geworden und davongelaufen. Am Mittwoch wurde die Leiche des Verunglückten in dem See aufgefischt und gelandet. In den Sachen wurde nichts gefunden, nicht einmal ein Portemonnaie, obgleich, wie festgestellt ist, der Todte am Sonnabend 26 M. Lohn erhalten hat. Es liegt anscheinend Diebstahl vor, wegen dessen die Untersuchung bereits eingeleitet ist. Gute Freunde müffen es gewesen sein, die davonlaufen, wenn der Freund sich in Lebensgefahr befindet. Bewegung der Bevölkerung der Stadt Berlin. In der Woche vom 22. bis 28. Juli fanden 207 Che schließungen statt. Lebendgeboren wurden 937 Kinder, darunter 101 außerehelich, todtgeboren waren 43 mit 9 außerehelichen. Die Lebendgeborenen find 34,0, die Todtgeborenen 1,6 pro ommen babin zu treffen, daß vor Afahrt einer Leiche nach Gotha Mille der Bevölkerung, die außerehelich Geborenen find bei den Schneider aus dem Fenster des 1 Treppe hoch belegenen WachLotals auf die Straße herab und mußte, wegen der dabei er littenen Verlegungen, mittelst Droschke nach dem Krankenhause im Friedrichshain gebracht werden. Gerichts- Zeitung. Am Dienstag tagte in den weiten Räumen des Justiz palastes zu Moabit nur eine Schöffengerichts. Abtheilung, in welcher Vergehen, und eine, in welcher Uebertretungen verhandelt wurden. Von letteren sind folgende von allgemeinerem Intereffe: Bunächst erscheint ein Dienstmädchen auf der Anklagebant, welches den Dienst verlassen hat, ohne die vorgeschriebene Kün digungsfrist innezuhalten. Sie behauptet, von ihrem Herrn miß handelt worden zu sein, und für Schläge brauche sie nicht zu bienen. Durch die Beweisaufnahme wird allerdings festgestellt, daß fie einige Dhrfeigen erhielt, aber erst, nachdem fte eine Burechtweisung ihrer Dienstherrin mit groben Schmähungen erwiderte. Der Amtsanwalt ist der Ansicht, daß diese Büchtigung eine gefeßlich erlaubte und wohlverdiente ge tein Recht fein wesen, die der Angeklagten gab, Dent Dienst zu verlassen. Dieser Ansicht ist auch der Gerichtshof. Es bleibt somit bei den durch Strafmandat auferlegten 6 M -Als ein allzu energischer Verfechter feines Rechts zeigt sich ein Kaufmann, welcher auf Antrag der Eisenbahndirektion mit 5 M. Geldstrafe belegt worden ist. Er soll auf dem Potsdamer Bahnhof einen Bug bestiegen haben, nachdem das Abfahrtssignal gegeben und der Bug bereits in Bewegung war. Er bestreitet bies in so lebhafter Weise, daß ihm wiederholt mit einer Drdnungsstrafe gedroht werden muß. Bwei Beugen hat er mit gebracht, welche bekunden, daß der Zug erst zum Fortfahren anrückte, als der Angeklagte bereits den letzten Fuß im Koupee hatte, zwei Beamte befunden aber ebenso bes fich die Achsen, stimmt, daß wenn auch erft als der langsam drehten, als der Angeklagte auf das Tritts brett stieg. Der Gerichtshof hält die Aussage der Beamten für am zuverlässigsten, mit Rücksicht aber darauf, daß gegen die in Rede stehende Verordnung fast alltäglich und bisweilen sogar mit Wiffen und Willen der Beamten verstoßen wird, ist das niebriaste Strafmaß 1 M. zur Anwendung gefommen. Der Verurtheilte steht nicht aus, als ob er sich bei der Entschei dung beruhigen werde. Es ist nicht der 3 M. wegen, sondern weil es meinem Gefühl von Recht und Gerechtigkeit widerstrebt, daß ich Strafe bekommen habe, denn ich habe 54 Jahre lang auf dem Boden des Gesetzes gestanden." Mit dieser Einleitung beginnt ein bejahrter Pfandleiher seine Vertheidigungsrede. Es ist das erste Strafmandat, daß er in seinem Leben erhalten, des halb nimmt er die Sache auch gar zu tragisch. Er wollte sein Geschäft mit einem neuen Straßenschild verzieren und wie es vorgeschrieben, reichte er auch den Plan dazu bei der Polizei ein. Man hatte behördlicherseits nichts gegen die Anbringung des Schildes einzuwenden. Später befann der Angeklagte sich Mr. r. 191. aber eines anderen, anstatt des einen großen Schildes brachte er zwei je halb so große an seinem Schaufenster an. Daß dies gegen die polizeiliche Erlaubniß und ein willkürliches Handeln ist, will dem Gemaßregelten nicht in den Kopf und froßdem Der Gerichtshof die Strafe auf eine Mart herabsent, scheint bas Gerechtigkeitsgefühl des Beschuldigten zu dem Erkenntniß doch in einem schroffen Widerspruche zu stehen. " Vereine und Versammlungen. Eine öffentliche Versammlung der Hausdiener Berlins findet morgen, Donnerstag, Abends 9 Uhr, Alte Jakob straße 37 im Louisenstädtischen Konzerthause" statt. Tages ordnung: Die Alters- und Invalidenversicherung der Arbeiter. Referent Herr W. Liefländer. Es ist Pflicht eines jeden Haus Dieners, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Pugmacherin, die nach ihm den Anklageraum betritt, hat fich einer Sonntagsentheiligung schuldig gemacht. Ein Schußmann hat befundet, daß drei Strohhüte von dem Vorhange vor dem Schaufenster so schlecht verdeckt waren, daß nicht nur das scharfe Auge des Gesetzes, sondern auch jeder Baffant fie sehen mußte. Es ist dies ein gewaltiger Jrrthum," führt Die Beschuldigte mit großer Redegewandtheit aus, denn erstens war es fein Schaufenster, in dem die Hüte lagen, zweitens lagen sie übereinander und drittens waren fie noch nicht garnit, fonnten also auch nicht zur Dekoration dienen." Die Bes meistraft dieser legten Folgerung scheint dem Amtsanwalt nicht recht einzuleuchten, aber er fragt den Schußmann, ob das betreffende Fenster auch ein Schaufenster" gewesen ist. Der Gefragte giebt seiner Ansicht über den Begriff eines Schau fensters in einer Weise Ausdruck, worüber fich ein allge meines Schütteln des Kopfes erhebt. Er hält jedes Parterre gelegene Fenster, welches zum Ausschauen" geeignet ist, für ein Schaufenster. Der Vorsitzende giebt sich die Mühe, ihn eines Befferen zu belehren. Es wird endlich festgestellt, daß das fragliche Fenster zwar nicht zum Laden, aber doch zu einem Daranstoßenden Raum gehört, welcher als Geschäftslokal dient. Hieraus folgert der Gerichtshof, daß das Fenster während der Kirchzeit so verhangen werden muß, daß die dahinter befind lichen Gegenstände nicht gesehen werden können. Die Put macherin soll drei Mark Strafe zahlen. " " Verband deutscher Zimmerlente, Lokalverband Berlin Süd. Donnerstag, den 16. August, Abends 8 Uhr, in den Industriehallen", Mariannenstr. 31-32: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über: Die Entstehung der Innungen, ihre Glanzzeit und Verfall bis zur Jestzeit." 2. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. " Kleine Mittheilungen. Der Postillon und der dritte Kartenspieler verschwanden darauf, wie man sagte, nach Amerika. Der Mörder lebte in seinen behaglichen Verhältnissen weiter, ließ unschuldige foren einterfern, fühlte fich überhaupt recht wohl. Doch nichts so fein gesponnen, es fommt an's Licht der Sonne auf einmal tauchte der Postillon aus Amerika wieder auf verrieth die ganze Geschichte. Darauf erfolgte die Verhaf des biederen Bürgermeisters und seines Sekretärs. Hammerstein, 11. August.( Verunglückte Soldaten.) Die Artillerie gebraucht zum Angeben der Ziele für die schießenden Batterien u. a. Gewehr und Kanonenläufe, deren Pulvers mengen durch Abbrennen einer Zündschnur zur Explofton ge bracht werden. Zu diesem Dienste waren gestern beim Schießen des 1. Regiments ein Unteroffizier und vier Mann fommandirt. Von den Mannschaften hatte einer das Unglück auf eine Zündschnur zu treten, wodurch das Pulver( ungefähr 20 Kilogramm) der dort befindlichen Kanonenschläge zur Entzündung gebracht wurde. Alle vier Soldaten wurden mehr oder minder in gräßlicher Weise verbrannt, so daß stellenweise die Knochen bloßgelegt wurden und die verkohlten Uniformstücke buchstäblich vom Leibe fielen. Ich habe mir nichts Dabei gedacht," durch diese wohlfeile Entschuldigung glaubt fich auch ein junges Mädchen von der Strafe freimachen zu fönnen, welche sie von Polizeiwegen auferlegt erhielt, weil fte Apfelfinenschalen auf die Straße geworfen. Das Strafmandat lautet auf 2 M. In diesem Falle steht sich der Gerichtshof aber veranlaßt, die Strafe auf 5 M. zu erhöhen, anstatt fie zu ermäßigen. Der Vorftzende führt der jungen Sünderin vor Augen, daß fie zweifellos häufig gelesen oder gehört, wie schwere Unglücksfälle durch die Unfitte des Forts werfens von Dbstresten auf die Straße schon entstanden find, diesem Uebel müsse energisch gesteuert werden. Echlimm ergeht's auch einem Schlächtergesellen, welcher vor schriftswidrig schnell um die Ecke gefahren war. Der Gerichtshof war mit der Polizeibehörde der Ansicht, daß alle Angehörige des Schlächtereibetriebes, welche fich durch den beliebten Unfug des Echnellfahrens einer Uebertretung schuldig gemacht haben, von vorne herein mit einer Freiheitsstrafe belegt werden müffen. Nach einer Statistik des Polizeipräsidiums fallen über die Hälfte con sämmtlichen durch Ueberfahren verursachten Unglücksfällen den Schlächterfuhrwerken zur Last; wenn stets auf Haftstrafe erfannt werde, würden sich die anderen es schon merken. Der Echlächtergeselle soll sechs Tage fißen. Die Verunglückten wurden sofort in Haardecken nach dem nahen Lazareth geschafft, woselbst fte in ärztliche Behand lung genommen wurden. Die Verlegungen sollen jedoch der artig sein, daß an dem Aufkommen der verbrannten Soldaten gezweifet wird. Budapest, 10. Auguft.( Unglüdsfälle.) In der des Karl Knuth( Allianzgaffe Nr. 3) war man heute mittags mit der Montirung eines 17 Meter hohen eifen Fabritsschlotes beschäftigt, wobei die einzelnen Stüde Schlotes mittelst eines Flaschenzuges in die Höhe ge wurden. Während der Arbeit brach plöglich das Holagen zusammen und wurde der unter demselben stehende Bimm mannsgehilfe Gabriel Szabo von dem eisernen Flaschenzug unglüdlich auf den Kopf getroffen, daß er sofort den Geift gab. Auf der Station Rafos der Desterreichisch- Ungari Staatseisenbahn Gesellschaft ereignete fich heute Nachmittag schreckliches Unglüd. Der Laftzug Nr. 256 war eben aus G bruch fommend in die Station eingefahren. Dem Zuge stieg der aus Szegedin gebürtige Bremser Peter Fartas. hatte das Schienengeleise noch nicht verlaffen, als von Bud der Eilzug Nr. 4 herangebraust kam, der das nächste Schi geleise offupirte. Farkas, der in dem Zwischenraum meint täglic ben zwei Bügen stehen geblieben war, wurde nun infolge ftarten Luftdruces zu Boden geschleudert, wobei er mit Oberkörper unter die Lokomotive des Eilzuges zu liegen Die Räder der Lokomotive gingen über seinen Halswirbel weg, so daß der Kopf förmlich vom Rumpf getrennt wurde Budapest, 11. Auguft.( Unterschlagung und Selbfim Aus Neufag tommt die Kunde, daß der dortige Regie fommiffar der Theiß- Echußdämme, Svetozar Nifolits, na übung großer Unterschlagungen einen Selbstmord begangen In intereffirten Kreisen sprach man schon seit geraumet Hart n's Haus vie Mart. Ein ( on die Einl davon, daß Nikolits, der Vertraute der Regierung, mit blommt wieder Blumenthal, 12. Auguſt.( Auf der Weser verunglückt anvertrauten großen Summen nicht redlich umgehe. Von geldtripen Kreisen ging eine vertrauliche Anzeige an den Minister der eine außerordentliche Rechnungsreviston über Nikolits verwalteten Gelder vornehmen ließ. Mit dem Eilzug langte der ministerielle Rechnungsrath in Ne Von seiner Ankunft wußte weder Nikolits noch irgend Heute Vormittag erschien der Rechnungsrevisor plötzlich Amtslotalitäten. Derfelbe verlangte einem Beamten bie und Rechnungen ab; schon nach furzer Kontrole stelle Nifolits vernahm, daß der Delegirte des Ministerium Am Sonnabend Vormittag waren beim Bagger, welcher dem Rönnebeder Anleger gegenüber liegt, drei Arbeiter damit bes schäftigt, den Bichdraht, welcher an einer„ Schlenge" befestigt war, tlarzumachen. Um die Arbeit auszuführen, begaben sie sich in ein Boot, in welchem fte fich unter dem Draht, der in einer Rolle im Bug des Fahrzeuges lief, entlang zogen. Anstatt nun den Draht vom Bagger aus locker zu laffen, wurde er straffer gezogen und das Boot wurde infolge deffen in die Tiefe ge drückt. Der eine Insaffe sprang schnell über Bord, als er das Unglück kommen sah, und erreichte durch Schwimmen die nahe liegende„ Schlenge", dagegen haben die betden anderen, welche nicht schwimmen fonnten, ihren Tod im Waffer gefunden. Die sofort getroffenen Anstalten zur Rettung der Veri.nglückten, welche herzzerreißende Hilfeschreie ausstießen, tamen leider zu spät. Um Mittag fand man die Leiche eines Ertrunkenen, nach der anderen Leiche wird noch gefischt. Die beiden Verunglückten find aus Hekeln bei Beine und sollen noch underheirathet sein. Soziales und Arbeiterbewegung. Unglück ereignete fich in der Nacht zu Montag im Üeberan den abibaten zu bem fich iefigen 6. gen fönnte e3umuth meinen For Rechnungsrath fest, daß große Unterschlagunges vorliegen rade der Fr , der die Pl Silfe derfelbe Sozialbemofra it ber Rechnungsrevision vornahm, ergriff er eine Pistole, drückte die auf sich selbst los und blieb auf der Stelle todt. Wien, 11. August.( Von den Märzgefallenen.) Mit Uebertragung der Märzgefallenen vom Schmelzer nach Bentralfriedhofe wird nunmehr Ernst gemacht, indem mit der Abtragung des Grabmal- Obelisken begonnen Elbing, 8. August.( Tod im Saugrohr.) Ein gräßliches schwemmungsgebiet. Der Maschinist, welcher die bei Rückfort aufgestellte große Hülfsentwäfferungsmaschine bediente, glitt nämlich aus und stürzte in das Bassin, aus welchem das Waffer aufgehoben wird. Der Unglückliche gerieth infolge der gewaltigen Strömung in das große Saugrohr und wurde im Knie des selben eingeteilt, woselbst er seinen Tod fand. Ein Arm war ihm mehrere Male gebrochen. ber großen St orbnun rittlern refp ist. Bei der Schwere des zu hebenden Objektes( das Deandate der wiegt 300 Bentner) geht die Arbeit selbstverständlich nu langsam von ſtatten und wird noch mehrere Tage in An nehmen. Sobald die Transferirung bewerkstelligt ist, zur Erhumirung der Märzopfer geschritten werden, dort befanntlich am 17. März 1848 sechsundzwanzig worden find. bef ein iner freiwillig Bartei auf de ade an bie Leben ha Artei die finn selbst an beshall von de baben fie i fie vor zel beffent fie ben großen anen glaubte orben, unt eripart New- York, 21. Juli. In Chicago wurde vor Tagen ein Mann zu Grabe getragen, mit deffen Zob eigenthümliches Cheverhältniß gelöst worden ist. Vor 303 beirathete James Hutchins eine langjährige Freundin Mutter. Die Ehe, welcher ein Sohn entsproß, war die d glücklichste, bis vor 12 Jahren Hutchins in einem Anfall ga unbegründeter Eifersucht sich von seinem Weibe abschlo thr jeden Verkehr mit ihm untersagte. Sie hatten we trennte Bimmer in derselben Wohnung inne und führte trennte Haushaltung. Zwölf Jahre hindurch hatte bul tein einziges Wort zu seiner Frau gesprochen. Er bege 25 Doll. monatlich für ihren Lebensunterhalt, welche fie einem Bankier erhob. Wiederholte Versuche der unglüdlid rutschte dabei aus, stürzte in den Brunnen und ertrant. Ihre Frau, fich ihm zu nähern und ihre Unschuld nachjuwels Juf dem Organ der fächsischen Handelskammern, der Deutschen Industrie Beitung" wird über sächsische Hausindustrie Bustände folgendermaßen geschrieben: Die Wirkung des langen, über weite Geschlechter reiben gehenden Leineweberei betriebes, in welchem be fanntlich die Kinder schon im siebenten Lebensjahre mit zur Arbeit( Spulen) herangezogen werden, ist eine vollendete Technit und Anstelligkeit, welche die so lange Erhaltung der Hausindustrie ermöglicht hat gegenüber dem modernen Betriebe in geschloffenen Etablissements. Freilich darf man sich hierbei auch nicht täuschen über die tiefen Schattenseiten dieses fiegreichen" Festhaltens der Hausweberei. Wenn, wie in der Laufis, ine ganze Leinweberfamilie mit äußers ster Anspannung der Kräfte nur 6 bis 8 Mart in der Woche verdient, so gehört dazu eben eine Bevölkerung, deren Genügsamteit das fast unmöglich Erscheinende in der Entsagung leistet. Daher find in den legten zwei Dezennien auch Tausende von Hauswebern, um das hunger leben aufzugeben, in die mechanischen Webereien übergegangen." Entsagen, das alte Entsagungslied Die Zittaner Maschinenfabrik, vormals Albert Kießler und Co., zahlt für das Geschäftsjahr 1887.88 an ihre Aktionäre eine Dividende von fünfzehn Prozent. Der Arbeiter Unterstügungsfonds", der selbstverständlich in den Kaffen der Gesellschaft und unter der Leitung der Gesellschaft steht, erhielt eine Buweisung" von 6000 M. Jm Vorjahre waren 19 pCt. Dividende an die Aftienbefizer gezahlt worden. Diesmal war der Profit nicht ganz so fett, weil eine große Reihe technischer Verbesserungen durchgeführt, d. h. die Erzielung einer größeren Profitrate für die Folgezeit gesichert wurde. Wie viel Arbeiter durch die Verbefferungen brotlos werden, um wie viel die neuen maschinellen Einrichtungen die Löhne drücken werden, darüber schweigt des Geschäftsberichtes Höflichkeit. Schweb, 7. Auguft. Nach dem letzten Hochwaffer ist hier im tooten Arm der Weichsel ein mächtiger Stör von etwa 2 Meter Länge zurückgeblieben und kann, da dieser Arm foupirt ist, nicht mehr in die offene Weichsel hinaus. Mehrere Male hatten ihn unsere Fischer schon im Netz, doch hat er daffelbe jedes Mal zerriffen. Gröpelingen, 12. Auguft. Ein gräßliches Unglück hat unseren sonst so ruhigen Ort in Aufregung verfeßt. Die Frau eines Milchhändlets, welche Waffer vom Brunnen holen wollte, Sechszehnjährige Tochter, der die Mutter zu lange ausblieb, ging ihr, von Unruhe erfaßt, nach und fah, als sie dem Brunnen sich näherte, vor demselben die Pantoffeln der Frau stehen. Schnell eilte fte hinzu, und als fie in der Tiefe die Leiche erblickte, sprang fie, von verzweifeltem Schmerz erfüllt, ihr nach, um mit der Mutter zu sterben. Mit genauer Noth gelang es, wenigstens das junge Leben zu retten. wurden wortlos und schroff zurückgewiesen. Rürlich et Hutchins am Typhus, und der herbeigeholte Arzt erla So feinen Bustand als lebensgefährlich. Mit unermüdlicher pflegte die verstoßene Frau ihren Gatten, welcher alle merksamkeit und Mühewaltung stumm und still entgege In seiner Todesstunde warf fich die Frau, von Barta mare to gebliebe hätte, den Drb Wenn wi hter und G ben haben Rifinnigen B alien wird, b der Paifch wir, Ung qual Myslowit( Oberschl.), 12. August.( Mädchenhändler.) innerung an die früheren, glücklichen Jahre überwälti Der biefigen Polizei ist es gelungen, zwei Männer abzufaffen, Die von Sczałowa mit fünf jungen Mädchen hier eingetreffen waren, die fie ins Ausland schaffen wollten. Alle fieben Ber sonen waren mit falschen Päffen versehen. Die jungen Mädchen, welche froh waren, befreit zu werden, wurden von der Behörde nach Desterreich abgeschoben", die Agenten selber, bei denen große Geldsummen vorgefunden wurden, blieben in Haft. In den landwirthschaftlichen Industriezweigen, dem Exploitationsfelde unserer ehrenfesten Junker, herrscht ein enorm Ianger Arbeitstag, so in den Buder- und Stärkefabriken, so in den Meiereien, Käsereien, Mollereien, Brennereien, Ziegeleien u. f. w. In der Mehrzahl der Fälle findet sich eine tägliche effettive Arbeitszeit von 14 bis 21 Stunden. Also abzüg lich der Pausen eine 14 bis 21 stündige Plackerei zu Nuz und Fion men unserer Feudalbarone, die nicht genug über die„ un chriftliche" Ausnutung der Industrieproletarier jammern fönnen, d. h. wenn es ihnen in den Kram paßt, ihren Brüdern vom mobilen Kapital, den Pfeffersäcken" und Schlotbaronen, eins auszuwischen. Aber gleiche Brüder, gleiche Kappen! Ein Marimalarbeitstag ist für die landwirth fchaftliche Industrie gerade so nöthig, wie für die Fabritbetriebe. Eagt doch z. B. der Fabrikinspektor für die Regierungs bezufe Potsdam und Frankfurt a. D.: Auffällig ist bie Wirkung der harten Arbeit bei den Biegelstreichern. Diese Leute arbeiten meistens nur die fleben Sommermonate in ben Biegeleien und leben in den fünf Wintermonaten theils in ihrem eigenen Hauswesen, theils als Knechte, aber jedenfalls in weniger anftrengenden Verhältniffen. Im Frühjahr bes ginnen fie fräftig und im Herbst sind sie wabre Schattengestalten." Das genügt. Aus Chemnitz wird der Leipziger Monatsschrift für Textilindustrie" geschrieben: Die handschuhbranche hat keine Fortschritte gemacht und liegt noch so still wie vordem. Auch in Strumpfwaaren können wir " Graudenz, 10. Auguft.( Verunglückter Arbeiter.) Am 9. b. M. gerieth der Telegraphenarbeiter Seller aus Bromberg auf unserem Bahnhofe unter die Räder des Zuges und wurde total zermalmt. seinem Lager auf die Knie und bat ihn mit gerungenen Seelenkampf malte fich auf dem Gefichte des Sterbenden öffnete den Mund, doch nur ein unartifulirter Laut entran seinen Lippen. Ein Hustenanfall machte seinem Leben nur ein einziges Wort zu ihr zu sprechen. Ein Oderberg, 11. Auguft.( Unglücksfall.) Das letzte Hoch waffer der Oder hat hier auch zwei Menschenleben gekostet. Am 9. b. M. versuchten die Ingenieure, die seit etwa sechs Wochen Unterfudungen behufs Schiffbarmachung der Oder angestellt haben, die Schnelligkeit der Hochfluthen zu meffen. Bei n fpannung einer Stahlfette zwischen den österreichischen und preu fischen Ufern warf dieselbe den Kahn um, in welchem vie: Perfonen faken. Alle Vier fielen in die brausenden Wogen. Ein Ingenieur und deffen Begleiter fanden den Tod in den Wellen. Die beiden Ueberfuhrknechte retteten sich, der Aeltere, eine robuste Gestalt, mit den größten Anstrengungen durch geschicktes Schwim men, der Andere durch seine Geistesgegenwart und Gewandt beit, indem er sich auf den umgeschlagenen Kahn hinaufwarf und denselben festhielt. 3 vei brave Ruderer segten ihm auf einem zweiten Rahne nach und retteten ihn. Die Leichen der zwei Berunglückten find noch nicht gefunden worden. nicht von Befferung reden. Die Löhne sind bis auf ein Minimum gedrückt und die Bestellungen gehen nur wenig und flein ein." Wir machen darauf aufmerksam, daß die Mor atsschrift für Textilindustrie" ein Fabritantenblatt vom reinsten Waffer ist, es ist das Organ des Vereins deutscher Wolltämmer und Kammgarnspinner, es verficht nur fapitalistische Intereffen und Forderungen. Wie schlimm, wie betrübend muß Die Lage der Chemnizer Strumpfwaarenmacher sein, wenn fo gar solch ein Blatt zugiebt, daß die Löhne nicht tiefer herabges brückt werden können, weil sie das niedrigste Niveau bereits er reicht haben! Welch kolosale Profite die Metall Monopo. listen Rothschild und Konsorten aus der Kupfer, schwänze, d. h. dem Maffenauffaufen und Preistreiben des Kupfers gezogen haben, ist bekannt. Der Gewinn der Kupferbergwerke, deren Attien fich zum großen Theil in denselben Händen befinden wie die Kupfervorräthe, ist gleichfalls sehr be trächtlich. Die große Rio Tinto: Compagnie in Spanien hat im Jahre 1887 einen Gewinn von 13 600 000 m. gegen 8 800 000 Mart im Jahre 1886. 10 pCt. Dividende wurden vertheilt. Verantwortlicher Redakteur: fertig! tidfreifinni Wir find wohnt, und Seite noch ei New- York, 10. August.( Feuerstbrunft.) In Chattan die Einlad darauf ein Ende. im Staate New- York, wurden mehrere der größten Gef häuser durch eine Feuerbrunst zerstört. Der Verluft wird 4 000 000 Doll. geschäßt. Telegraphie Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Genoffen ben, ba war brudt verboten. minal- Roma Therese br Rom, Dienstag, 14. Auguft. Ein Telegramm des Tr Oberbefehlshabets in Maffaua von heute meldet: Der fran sche Missionspater aus Adrur, welcher hier eingetroffen if richtet, daß bei der Expedition gegen Saganeiti 4 italien Difiziere getödtet seien, das Schicksal des fünften D sei unbefannt. Debeb babe bei dem Kampfe über 700 versehen waren. Von den zerstreuten italienischen Solbal stehen. verfügt, von denen 350 mit Gewehren und geringer Tu Stelle weitere Erfundigungen einzuziehen. Wir tom Elven hier Er ist au auf dem bie Ede he Roßen." Bielleicht richt ist er ich hin. eine größere Anzahl mit Adam Aça zurüdgelehrt. Die Ba bis jetzt wieder gesammelten Soldaten betrage etwas über Vom Oberkommando seien Boten abgesandt, um an D Floquet empfing heute Vormittag eine Delegation der f den Erdarbeiter, welche die Forderungen darlegte, die Arbeitern erhoben worden seien und die ihrer Anficht na Biel geführt haben würden, wenn die Arbeitgeber nicht Verwaltung und der Polizei unterſtügt worden wären. antwortete ihnen, daß die Republit den Arbeitern da gewähre, frei über die Arbeitsbedingungen zu verhandeln daß die Regierung nicht gestatten könne, daß die Ausübun Arbeitsrechtes beeinträchtigt werde. Die Regierung mie Arbeiter gegen alle Gewaltthätigkeiten schüßen. Die Sl der Arbeiterbörse sei angeordnet worden, um allen Brovolation Luremburg, 8. Auguft.( Ein netter Bürgermeister.) Seit einigen Tagen versett rachstehender Vorfall die hiesige Bevölke rung in Aufregung. Im Oktober vor. Js. wurde eines Tages auf offener Landstraße die Leiche tes Bürgermeisters von Niedermerzig aufgefunden. Anfangs glaubte man an eine natürliche Todesursache; nach näherer Untersuchung der Leiche stellte sich jedoch heraus, daß ein Todtschlag stattgefunden haben müsse. Die Untersuchung wurde vom Diekircher Gerichte betrieben und es wurden auch mehrere verdächtige Personen verhaftet, fte mußten jedoch nach furzer Zeit als unschuldig wieder entlassen werden. Ueber die Angelegenheit schwebt ein Dunkel, das erst dieser Tage gelichtet werden sollte. Durch Denunziation, wie es heißt, tam die Leiche an das Tageslicht und als dringend verdächtig wurde der Bürgermeister der Nachbargemeinde Gros bons und sein Sekretär eingeferkert. Der Vorfall wird von gut unterrichteter Seite folgendermaßen dargestellt: Die beiden Bürger meister spielten im Vereine mit einem dritten in dem Hause des verhafteten Sekretärs, der eine Schantwirthschaft hält, des öftern Karten und, wie man erzählt, ziemlich hoch. An dem Tage vorher, wo der Todte aufgefunden wurde, war zwischen den beiden Bürgermeistern aus Anlaß des Spieles ein Streit ent flanden, der sehr heftige Dimensionen annahm. Der Bürger meister von Niedermerßig verließ den Saal und ein Kollege von Grosbons folgte ihm und soll ihm draußen mit einer Flasche von hinten auf den Kopf geschlagen haben, daß er leblos zu fammenbrach. Die Leiche wurde sodann auf die vorbeifahrende leere Poftlutsche gebracht und der Postillon legte fte unterwegs auf der Landstraße ab, wo fie andern Tages aufgefunden wurde. ein Ende zu machen. Freilen Die Liebesapfe erwidert O, bas t orgen früh w verici er fühlen fern liegt Paris und giebt ht ift, Fräul auf bem Herrn gefu Erdarbeiter versuchten heute an mehreren Bauplägen Paris, Dienstag, 14. Auguft. Einzelne Trupps f befindlichen Arbeiter zum Niederlegen der Arbeit zu Iwurden aber unter Beihilfe der Arbeiter selbst, durch die Bo entfernt. An mehreren Baupläßen, an denen die Arbeiter streikten, ist die Arbeit wieder aufgenommen. Briefkasten der Redaktion Bei Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Antwort wird nicht ertheilt. Beteft wenn „ Out," Beben Sie." Ober foll Rein, es Wie Ste eibung, wenn ughts zu fürcht fort " Gleichheit". Die Ueberseßung fönnen wir leider J. 3., Smidstraße. Schlafburschen müffen, eta anderes ausgemacht ist, spätestens am 15. Kündigen und afzeptiren. dann zum 1. des nächsten Monats ziehen. R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.