25*% 193. er Umgek�k"' ein Fr« ojanow««I ach Rylo einen» dem wir# chee Gugtoj nen; ianvZ t zmüa. m der bn s ich mich l a suchen.?. lang es- >uzuschr> -ppte, w« ock zwn find ew'N hren dalse«. !rschwÄ d« s S» v leisteten,«�. um AufgeA e wohl sep Frettag, den 17. A«g«st 1888. S. Jahrg. MttVlMii Brgan für die Interessen der Arbeiter. Zefangencn umspitze,' enommen sf Die Zeit*] lich murWj efühlt. vurde den letzten te Spiel entwarf, •ntroerff auch dies So mili war er, illfeilegten die Länd' aekannl r f einen pol Das„Berliner Volksblatt- en. WonnementSprei» für Berlin frei wv»M.utw ifvu j/iuii, wöchentlich 35 Pf. Poftahonnement ...——~- Pf. Sonntagö-?eummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. getragen in der Postzettungspreisliste für 1888 unter Nr. 849.) Jnferttonsaebühr beträgt für die 4 gespaltet« Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. ArbeitSmarft 10 Pf. Bei öfteren Auftragen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag« der Expedition, Berlin LW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bmeaux, ohne Erhöhung deS Preises, angenommen. KedaKtio«: Keathstraße 2.— Grpeditiou: Zimmerstraße 44. Wassersnoth. Wiederum sind große und fruchtbare Strecken, darunter schöne Hirschberger Thal, durch, wilde und von mensch- ' Gewalt nicht bezwingbare Wasierfluthen verheert wor- Der Schaden, den die Katastrophe angerichtet hat, ist Wer und wie viele der Betroffenen werden sich wohl "neder davon erholen! Dieses Hirschberger Thal hat Unglück. Vor mehr als vierzig Jahren suchte es ."berühmte" Kriminalist� Dr. S t i e b e r mit jener M Haupt- und Staatsaktion heim, bei der man sich barüber klar werden konnte, wer die eigentlichen der damals entdeckten„großen Verschwörung" nun wird es von dem Zorn wilder Gewäffer ver- , hat Aufsehen gemacht, daß Graf Franken- .8.>n der„Post" sich darüber beschwert hat, daß ßbie UeberschwemmungSgefahr von Seiten Staats eigentlich noch so viel wie gar nichts en ist. Er sagt:„Was ist in unserem Kulturstaate Jahren geschehen, um dem Verderben zu steuern, Renschen und Eigenthum zu schützen? Sind die Flüffe legulirt, die Wafferläufe nicht erweitert, die Quellen- nicht bewaldet und mit Sperren versehen, die Thäler r den gründlichen Ablauf der Gewässer frei gemacht ? Die Antwort wird zu unserer Beschämung fast verneinend ausfallen." �aßdiese Auslassung Aufsehen erregt hat, kannwohl keinen Grund haben, als daß ihr Verfasser ein bekannter scher Magat ist und daß sie sich in einem halbossiziösen befindet. Denn was Graf Frankenberg sagt, ist von BtK»>d� schon hundert und tausend Mal und dabei viel , fiehen" erregt, wenn sie sich in einem offiziösen in �"bet und von einer Persönlichkeit ausgeht, die % �oher und einflußreicher gesellschaftlicher Stellung be- Ihkl-Pir haben in Deutschland wahrhaftig mit Ueber- �ungznöthen genug zu kämpfen, die oft- tine ganze Strecke Landes in die drin- Gefahr bringen oder auch Verheerungen i, 5 beten Spuren in Jahrzehnten nicht zu verwischen ~te Niederungen der Oder, Elbe und Weichsel, da» . an der unteren Weser, die Thalgründe des dringt N' laupsitavt anderen ir-fe f%, # m ensioß-) ienX) tn Äc> mit d« Die Kollifio» chiff rannte des D in das rete Minub iarnpfers o : Bug einß1 chaft flücb" »fer rctteNj daß der -sphorus" welchem e* outb zu tfärn m r�us können davon etwas erzählen. Und jedesmal on ihren � k®%lbe Elend, jedesmal sind dieselben schweren Ver. ffw Minii��eichnen, jedesmal sind die Hilfsmittel gleich un- chen Sonst sagt man, man pflege den Brunnen zu- , keute>" Js�jnachbcm das Kind hineingefallen ist. In diesem t. Der se in : heute IeuiCeton. [63 Ihre Tochter. . na»»ach dem Französische» von K. D e t r i» g. n,at srhr brünett, soweit sich dies in oem 1 fiine 9r,m. bie Rue Corvifart lag, beurtheilen ließ, .�t �"strahlten. "(hen hP:"enQr ,banbsthuhten Händen half et dem jungen ». dak a Aufstehen, und er that eS so zart und ge- lit' e twmet fester der Meinung wurde, sie habe �straoeT� deS Glaubens, daß"der klein � ha«, v irona von Elven gekommen sei � bie Flucht ergriffen und sie nicht iÜTntt ü°ber seine Jugend entschuldigte L. 'hm nicht, daß er sie in Stich gelassen "»st eil 1 lmmer fester der ivreinun .srbildeten Manne zu thun b s» Äte :,. gewann sie wieder daß sie sich über die Vorgänge, die > f er fie n�rV' 8» werden suchte. immer' al}b den Zusammenhang noch immer nicht "firaa. x.. des Glaubens, daß der kleine Jäger * rr:f---******* fßf � virtzt, oap e»|ic tu w.wy "i� stich gestürzt, vorher ihren Geliebten ermordet k Jebr war sie in Gedanken versunken, daß sie b»s �fi" schien' �ren eller anzureden, der dies sicher ...An Andauernd stumm und unbeweglich blieb, S$ stnj Meßlich. sie anzureden. st-u r llvädige Frau, Sie von diesen Ban- haben. Sie werden wohl kaum nach dieser Fall aber bleibt der Brunnen offen und daS Kind fällt immer wieder hinein. Wenn das Wasser die Dämme überschritten und Tausende in's Elend gebracht hat, dann ertönt der Hilferuf durch die deutschen Gauen und eS werden Sammlungen ver- anstaltet, milde Gaben in Masse gespendet, um die von der Katastrophe heimgesuchten Volksgenossen vor dem bittersten Elend zu schützen. Allein das alles bleibt unzureichend, selbst wenn der Staat sich entschließen sollte, einen gewöhn- lich kärglichen Zuschuß zu geben. Bei den vorletzten Ueber- schwemmungen im Osten der preußischen Monarchie hatte Herr v. P u t t k a m e r, damals noch Minister des Inner», einen beredten Appell an die deutsche Nation erlassen, sich ihrer bedrängten Söhne im Osten anzunehmen und schnell Hilfe zu spenden. DaS war ganz gut gemeint, allein wir meinen, daß damit die Aufgabe einer Regierung denn doch noch nicht abgeschlossen sei gegenüber solchen Ereignissen. Ein Minister deS Innern hat unserer Meinung nach unter den gegenwärtigen Verhältnissen doch etwa« mehr zu thun, al» die Parteien zu beaufsichtigen und ein solch erschütterndes Ereigniß, wie eine verwüstende Ueberschwemmung, mit einigen schönen Worten gelegentlich zu streifen. Solchen Ereignissen gegenüber hat eine Regie- rung zu prüfen, inwieweit ihrer Wiederholung vorgebeugt werden kann. Ist ein solches Vorbeugen eine unmögliche Sache, so wird sich, nachdem dies einmal konstatirt, jeder- mann in die Lage ergeben, denn niemand wird von einer Regierung verlangen, daß sie Vorkehrungen gegen Regen- weiter oder gegen ein Erdbeben treffen könne. Aber gegen die Ueberschwemmungen lassen sich Vorkehrungen treffen durch Aufforstung der Quellengebiete und durch Regulirung der Wasierläufe. Man komme unS nicht mit Einwürfen bezüglich der Schwierigkeit solcher Vorkehrungen. Andere haben zu anderen Zeiten mit weniger Mitteln und weit weniger entwickelten tech- nischen Kräften weit Größeres leisten müssen, als bei uns erforderlich ist. Was wäre wohl aus Holland geworden ohne jenes bewundernswürdige System von Deichen, das im Stande ist, die wilden Wogen des Meeres zu bän- digen? Man wird auch den Mangel an Geldmitteln betonen. Aber für solche Dinge, sollte man meinen, müsse denn doch Geld da sein. Schon in seinem eigenen Interesse müßte der Staat die Mittel für solche Verbesserungen beschassen, denn er hat die Verwüstungen selbst zu büßen, die da» Austreten der Flüsse anrichtet. Leute, denen Eigenthum und Erwerb durch solche Katasttophen vernichtet werden, sind auch nicht im Stande, ihren Verpflichtungen gegen den Staat nachzukommen und man hat kein Recht, sie darob auch nur schief anzusehen. Wir wissen wohl, daß wir bei manchen Leuten Pre» Lektion wiederzukommen wagen. Aber Sie sind allein und das Viertel ist um diese Zeit sehr einsam. Sie könnten auf Ihrem Nachhausewege also weiteren Unannehmlichkeiten ausgesetzt sein. Wenn Sie gestatten, begleite ich Sie." „Ich nehme Ihr Anerbieten dankend an," erwiderte Er stellte sich zu ihrem Befehl und er war so fein und zurückhaltend, daß er sie nicht fragte, wie sie denn Abend» um zehn Uhr hierher in die Hände jener Verbrecher ge- rathen sei. Aber sie schuldete ihm doch eine Erklärung und sie nahm sich vor, sie ihm zu geben; aber erst wollte sie wissen, was mit Andreas von Elve» geschehen sei. „Ich danke Ihnen, daß Sie mir zur Hilfe gekommen sind," flüsterte sie.„Ohne Sie wäre ich verloren gewesen. Der Himmel weiß, was die Sckurken mir gethan hätten, und ich fürchte noch, daß jemand, der auf dieser Straße auf mich wartete, in ihre Hände gefallen ist." „Ich habe Niemanden gesehen," sagte der Unbekannte mit einem leisen Lächeln,.das heißt, ich habe nur Ihre Angreifer gesehen, und die sind jetzt beseitigt." „Der Eine ist geflohen... der Andere ist am Platze geblieben, aber ich glaube, er rührt kein Glied mehr." „Ach! Er ist ja todt," schrie Therese. Erst jetzt sah sie einen Menschen regungslos zu ihre» Füßen auf dem Straßenpflaster liegen. Schaudernd trat sie zurück. Vielleicht war eS gar Andreas, der da vor ihr lag. Sie war sich nicht klar über die Szene, die sie soeben erlebt. Ihr Retter beugte sich über den Körper des Banditen, den sein Stockhieb gettoffen. Er schüttelte ihn, aber der Mensch gab kein Lebenszeichen mehr von sich. „Er scheint gerade nicht todt zu sein," sagte er kalt, „aber viel besser wird eS mit ihm nicht stehen." „Wir müssen ihm helfen," rief Therese lebhaft.„Wir können ihn hier nicht verlassen." „Wie, gnädige Frau, Sie nehmen noch an dem Schicksal dieses Buben Antheil, der Sie bedrohte? Ich habe ihn in diesen Zustand versetzt und, offen gesagt, mir ist es sehr biger in der Wüste sind. Namentlich solche, die in Gegen- den leben, wo keine Ueberschwemmungen zu befürchten sind, kümmern sich nicht gerne um solche Dinge und thun, als ob ihre vom Elend heimgesuchten Volksgenossen„weit hinten in der Türkei" oder gar in China lebten. Wir aber meine», daß schon Noth genug im Lande sei infolge der traurigen Erwerbsverhältnisse und daß es Pflicht des Staates sein müsse, f.ine Bürger, soweit es möglich, vor den Ausbrüchen der Naturgewalt zu beschützen. Um daS zu verstehen, braucht man nicht erst offiziöse Blätter und auch nicht erst schlesische Magnaten. Kriymllk-Korrespgnäeuzeu. Hamburg, 15. August. Die Vereinsbäckerei, welche hier vor einiger Zeit gegründet wurde, scheint trotz aller ihr entgegengestellten Schwierigkeiten stch eines günstigen Aufschwunges zu erfreuen. Die Hauotgegner der Genossenschaft find nicht nur die zünftigen Herren Bäckermeister, sondern besonders auch die sogenannten Brotträger, welche sich in ihrer Ezistenz und ihrem Erwerbe bedroht glauben, wenn die Vereinsbäckerei ihre Thätigkeit in größerem Maßstabe ausbreitet oder wenn in ver- schiedenen Stadttheilen neue Genoffenschaftsbäckereien in's Leben gerufen werden sollten. Damit hat es nun wohl noch gute Weile und die Brotträger mögen fich nur beruhigen, da es ihnen noch lange nicht an den Kragen geht. Zu beneiden find fie ja auch nicht in ihrem mühsamen Berufe, der Be» völlerung jeden Morgen in aller Frühe, Winter und Sommer, bei jedem Wetter das frische Brot zuzutragen, Trepp ab. Trepp auf bis in die höchsten Stockwerke Es ist eben ein Stück Kampf um's Dasein, der stch hier zwischen Proletariern abspielt. Die Einen wollen ihr Brot etwas größer und billiger haben und gründen mit eigenen Mitteln eine Bäckerei. Die Anderen fürchten ihr bischen Brot, d. h. ihre Prozente zu ver- lieien. wenn fie keine Kunden mehr haben werden, denen fie das Brot von den Bäckern zutragen. Das ist bei unserer beutigen regellosen Produktionsweise nun einmal nicht anders. Die Vereinsbäckerei wird daran jedoch auch nichts ändern, gerade wie die Konsumvereine, welche hie und da auch die Detailisten für ihre Existenz bangen ließen. Sollte die Vereins- bäckerei weiteren Aufschwung nehmen, so könnte fie vielleicht das eine Gute im Gefolge haben, so lange fie nämlich nicht selber versumpft und ihre Leiter nicht Genossenschaftsvbilister werden, daß die Privatbäcker ihr Brot von derselben Güte und Größe und zu demselben Preise liefern müssen, wie die Genoffenschast; daß fie es könnten, beweist die letzte Abrechnung der Vereinsbäckerei, die in. einem Vierteljahre bei einem Umsatz von 56 000 Mark einen Reingewinn von 3000 Mark aufzuweisen hatte. Die Genoffenschaft zäblt jetzt 2620 Mitglieder, beschäftigt 25 Personen und hat zum Ver- kaufe ver Waaren 67 Filialen ernchtet, denen in vier eigenen Wagen das Brot zugeführt wird. Ein Beweis noch, in wel- chem engen und kleinen Jdeenkreise fich die Angehöngen des Bäckergewerdes bewegen, ist der, daß fie die hiefigen Mehl- lieferanten bewogen haben, der Veretnsbäckerei kein Rohmaterial gleichgiltig, was auS ihm wird Kommt er nicht mit dem Leben davon, so werde ich mich sehr leicht trösten, kommt er aber davon, so bürge ich dafür, daß er sich mäuschenstill verhalten wird, denn sonst müßte er erzählen, wie er zu dem Schlage gekommen ist." Seine Kameraden werden ihn schon fortschaffen, und hierbei möchte ich Sie doch darauf aufmerksam machen, daß sie vielleicht nicht fern sind und wiederkommen und uns an- greifen können. Ich wurde ihrer mächtig, weil eS nur zwei waren, aber mit einer ganzen Bande würde ich doch nicht fertig werden. Wenn Sie mir also folgen wollen, gnädige Frau, so halten wir uns in dieser Straße nicht mehr länger auf. Es ist hier unsicher." „Sie haben Recht, mein Herr. Ich wohne ganz in der Nähe. Sie boten mir an, mich nach Haufe zu begleiten, und ich nahm es an. Aber ich werde Ihre Gefälligkeit nicht zu lange in Anspruch nehmen. In wenigen Augen- blicken sind Sie ftei und können Ihre Fahrt fort- setzen.... Ich werde dem Unglücklichen hier dann Hilfe schicken." DaS wurde in einem Tone gesagt, daß der Retter sich gegen eine Beschuldigung zu vertheidigen sich beeilte, die er nicht verdiente. „Sie scheinen zu glauben, ich habe Furcht," erwiderte er sehr trocken.„Ich dächte doch, Ihnen das Gegentheil bewiesen zu haben. Da Sie aber daran zweifeln, so werde ich hier so lange bleiben, als Sie wünschen. WaS nun aber mein Mitleid mit dem Schicksale dieses Schurken hier anlangt, so muß ich gestehen, daß ich keines empfinde. Es wäre mir sogar sehr unangenehm, in eine Affaire verwickelt zu werden, mit der sich höchst wahrscheinlich die Pol'zei beschäftigen wird. Vielleicht haben auch Sie, gnädige Frau, noch nicht an die Folgen gedacht, welche dieses sonderbare Erlebniß dann für Sie haben könnte." In der That hatte Fräulein Valdieu daran noch nicht gedacht, und der Hinweis genügte, fie ihr vor Augen zu führen. „Kommen Sie, mein Herr," sagte sie und senkte de» Kopf. I zu verkaufen, als wenn man bei unseren heutigen Verkehrs« Mitteln sich nickt schnell mit auswärtigen Händlern in Verdin- dung setzen könnte, die froh find, eine solche sichere Absatzquelle zu finden. Der schon neulich gemeldete Töpfer streik scheint einen sehr ruhigen Verlauf zu nehmen, da bereits 47 Meister die For» dcrungen bewilligt haben, nachdem 54 Gesellen mit 585,80 M. unterstützt wurden. Zur Zeit befinden stch nur noch 14 Gesellen im Ausstande. Natürlich find es die Jnnungelrauter, welche tlauben, erst lange schachern zu muffen, bis es ihnen ihre Meisterwürde erlaubt, auf die Forderungen der Arbeiter einzu« gehen. Am 12. und 13. ds. Mts. tagte hier in aller Stille der Verband der deutschen Schirmarbeiter nnd infolge dessen wird wahrscheinlich eine Annäherung an die Vereinigung der Drechsler Deutschlands erfolgen. Die„Hamburger Re- form", ein Fortschrittsblatt, und in der Arbeiterfrage die Hirsch- Duncker'sche tzarmonieduselei vertretend, leistet fich den Schirm- arbeitem gegenüber folgende Denunziation:„Der Verband muhte wohl Ursache haben, seine Beschlüffe nicht an die Ocffent- lichkeit gelangen zu lassen, wenigstens wurde den Vertretern der Presse der Zutritt zu den Verhandlungen verweigert." Die Ar- heiter werden aber wohl begründete Ursache haben, fich eine gc- wisse Sorte von Berichterstattern wett vom Leibe zu halten! Nicht nur die Schirmmacher, sondern fast sämmtliche Gewerk- schatten verweigern den Berichterstattern der„Reform" den Zu- tritt zu ihren Versammlungen der tendenziösen und die Wahr- Keit stets entstellenden Mittheilungen wegen, welche fie in die Oeffentlichkeit bringen. *** Zürich, 14. August. Wir erwähnten in der letzten Korre- spondcnz einen Bericht des Handels- und Jndustrievereins in Zürich. Dieser Bericht zog auch die Raubzüge bekannter Spe- kulantengruppen und-Ringe in seine Betrachtungen und zwar nicht blos die Spekulationen in Kupfer, Mesfing ze.. sondern namentlich die Spekulationen in landwitthschastlichen Produtten. Wir lesen da:„Die Tcrminspekulation. der großen Börsen in New-Bork, Chicago, Berlin, Pest, Wien. Paris rc. beschleunigt den Niedergang der Landwirthschaft. Dort werden Millionen und aber Millionen Hektoliter Getreide, welches gar nicht gc- wachsen ist, auf dem Papier auf Lieferung verkauft, und so macht eine Spekulation mit unbegrenzten Quantitäten dem Pro- duzenten als Verkäufer Konkurrenz. So lange dieses neue Verkchrsmedium, diese ungesunde Form der Spekulation cxistirt, bekommen wir keine besseren Preise, sondern gehen immer mehr dem Ruin der Landwirthschaft und dem Verfall der ganzen Volkswitthschaft entgegen."— Wir finden, daß die Spekulation in jeder Form eine ungesunde Erscheinung ist, denn fie ist weiter nichts, als das Gewinnspiel mit dem Ertrage der Thätig- keit der arbeitenden Klaffen und ein solches Spiel finden wir weder gesund noch fittlich. Von dem bekannten Stickerci-Verbande der Ost- schweiz und des Vorarlberg ist der Jahresbericht erschienen, nach welchem der wirthschaftlichc Stand dieses für die Schweiz hoch- wichtigen Industriezweiges gegen das Vorjahr ziemlich glrich geblieben ist. Der Export nach Nordamerika hat fich um 764 332 Frks. vermindert, dagegen ist der Waarcnabsatz nach den meisten übrigen Ländern gestiegen. Neben Sachsen tritt die Stickerei in Paris und St. Quentin immer mebr in den Vordergrund und bereitet den Schweizern auf dem Weltmärkte empfindliche Konkurrenz. MU den Arbeitslöhnen der Sticker steht es noch immer sehr prekär. Ueber 3 Frks. Tagelohn verdienen nur sehr wenige Sticker; dagegen verdienen viele blos 2 Frks. und eine größere Anzahl nur 1,50 Frks. pro Tag. Das find allerdings traurige Löhne. Dem Verbände gehören an 18 839 Stickmaschinen, bei denen 18 809 männliche Arbeiter beschäftigt find. 330 Maschinen werden von Stickerinnen gc- handhabt. Das Fachgerickt hatte fich im Berichtsjahre mit 219 Streitfällen zu befassen. Das Vermögen des Verbandes bettägt 64 848,70 Frks. Die eingetretene schöne Witterung bringt erhöhtes Leben in die hierländische Arbeiterbewegung, indem fie das Arrangement von Waldfesten gestattet. Am Sonntag fanden deren in St. Gallen und Winterthur statt. Wie ich dem JStadtanzeiger" entnehme, nahm dasselbe in erste: er Stadt einen sehr gelungenen Verlauf, Das Wald- fest in Winterthur hatte ich Gelegenheit, selbst mit- zumachen. Tasselbe war im Verhältnisse zur Größe der Stadt wahrhaftig großartig. Vorausschicken will ich, daß in den meisten Schwcizerstädten alle vorhandenen gewerkschaftlichen und politischen Ardeitervereinigungen zu einer sogen. Lokal- Organisation verbunden find, die ihre Verköiperung findet in einem Komitee, das gebildet wird von Delegirten, deren jeder Verein einen entsendet. In Winterthur find in dieser Form 18 Vereine organifitt. Diese' Komitce's arrangiren solche Feste. Mit fliegenden Fahnen und Standarten und einem Tambour ericheinen die Vereine von ihren Standlokalen aus am Sammel- platze. So wird dann der Zug zusammengestellt und mit einem Mufikkorvs an der Spitze durch meorere Straßen der Stadt ein Umzug gehalten und zum Festpl tze marschirt. Der for- mitte Zug zählte wenigstens 1000 Personen. Hinter dem Der Unbekannte bot ihr seinen Arm und sie stützte sich darauf. „Mein Wagen steht zu Ihrer Verfügung," sagte er und zeigte auf seinen mit zwei Pferden bespannten Wagen, der mitten auf dem Straßendamm hielt. „Ich danke sehr," erwiderte Therese.„DaS HauS, in dem ich wohne, liegt nur zweihundert Schritte weit von hier. Ich kann bis dahin zu Fuß gehen." „Ww Sie wünschen, gnädige Frau. Gestatten Sie nur, daß ich meinen Kutscher mich etwas weiter unten ermatten lasse. Er braucht Sie, meine ich, nicht erst zu sehen." Der Kutscher hielt in Hörweite. „Fahren Sie im Schritt weiter und warten Sie am Platze d'Italie," ttef ihm sein Herr zu. Sofort wurde der Befehl ausgeführt. Therese war noch zu verwirrt, um die Unterhaltung mit ihrem Retter fortsetzen zu können. Sie fing jetzt an, die Wahrheit zum Theil zu errathen. „Der Brief, den ich bekommen habe, war gefälscht," sagte sie sich.„Herr von Elven hat ihn nicht geschrieben, weil er sich schuldig fühlt. Er rührt von dem Feinde meiner Mutter her, der mich in diese infame Straße gelockt hat, wo seine Spießgesellen mich getödtet haben würden... Ich bin doch recht undankbar... Statt dem muthigen Manne, der sein Leben wagte, um mich ihren Händen zu entreißen, zu danken, beleidigte ich ihn soeben durch meine ungerechten Vorwürfe. Was muß er von mir denken?... Und womit kann ich meine Undankbarkeit entschuldigen?" Diese Gedanken schössen ihr durch den Kopf, während sie mit ihm den Boulevard d'Italie entlang schritt, der zu Ihrem Hause fühtte. Er schien nicht aufgelegt, das Stillschweigen zu brechen, das seit einigen Augenblicken auf ihnen ruhte. Sie hatte die Empfindung, daß sie zuerst sprechen müsse. „Verzeihen Sie, mein Herr," begann Sie mit be- wegter Stimme,„daß ich vergaß, was ich Ihnen verdanke, ohne Sie hätte ich nie meine Mutter wiedergesehen; sie wird Ihnen alsbald persönlich danken... Wollen Sie Mustkkorps der Gmtlioerein mit seiner Fahne, dann das Komitee mit einer ricfizen rothen Fahne mit goldener Inschrift, dann der Metallardeiterfachverein mit den SMbolen seines Gewerks, die Malerfach vereine von Zürich und Wintetthur mit zwei vorangetragenen Platten, der Glaserfachverein mit einem riefigen, mit Blumen bekränzten Diamant, der Gießer- fachverein mit einem Kugclchen eu miniatnre, der Spenglenachverein mit einer vollständig aus Blech angefettigten Fahne, die Holzardeitergewerkschaft mit einer prachvollen. aus Hobelspähnen gemachten Fahne und die deutschen Arbeiter- bildungsvereine von Wintetthur und Frauenfeld mit ihren Fahnen und der Grütliverein Töst mit Fahne. Wie gesagt, der Zug war großattig und imposant, und seine ordnungs- mäßige Bewegung bewies den Ordnungsfinn der Ardeiter. Dem Freunde der Arbeiterschaft mußte bei diesem Anblick das Herz vor Fieude hüpfen. Auf dem Festplatze selbst, der in dichtem sauberen Tannenwalde gelegen, sammelten fich in kurzem gegen 3000 Personen an, für deren Unterhaltung Sänger, Turner und die Mufikkapelle sorgten. Obgleich auch Reden gehalten wurden, war doch keine Polizei zu sehen, nicht einmal ein Bundesspitzel war zu erblicken und doch wackett die kleine Republik noch nicht in ihren Fugen. In Zürich haben wir noch zwei Waldfeste der Arbeiterschaft in Ausficht, außerdem noch mehrere in verschiedenen anderen Städten. Die im Frühjahr von Liebknecht verschobene Agitations- reise in der Schweiz wird von ihm jetzt gemacht. In allen größeren Städten soll er Votträge halten über das„Wesen und die Ziele des Sozialismus". Politische Ueverstcht. Die„Norddeutsche" hat ein so heftiges Bedürfniß, fich zu blamiren, daß fie auch die am wenigsten dazu geeigneten Gelegenheiten benützt, um ihrem allerdings durchaus natur- gemäßen und berechtigten Bedürfniß Genüge zu leisten. Als das Kanzlerblalt nach der Belfortcr Studentenaffaire im pathe- tischen Pmdterstil„weitere Folgen" in Ausficht stellte, da mußten natürlich die„Grünen" ermatten, es werde eine große diplo- matische Aktion kommen, oder zum mindesten ein„kalter Wasser- sttahl". Es ist aber nichts gekommen und die„Norddeutsche" hat fich mit ibrer pathetischen Ankündigung nur lächerlich ge- macht. Ein Mensch von gewöhnlichem Schrot und Korn liebt es nun bekanntlich nicht, seine Blamagen an die große Glocke zu hängen. Anders Herr Pindter. Er kommt auf die alte Bel- fotter Geschichte zurück, tbut jedoch, als hätte er nie eine große diplomatische Aktwn in Ausficht gestellt, und erzählt uns, die Hilden oder Opfer der Belfotter Studentenaffaire hätten in dem verkommenen, verwilderten Frantteich keinen Advokaten gefunden, der die Belfotter Stadtgemeinde auf Entschädigung für fie ver- klagen wollte. Herr Pindter hat es mit dieser komischen Notiz fettig gebracht, fich doppelt und nach zwei Seiten hin lächerlich zu machen. Einmal konstatitt er, daß seine Ankündigung einer diplomati- schen Aktion eine alberne Flunkerei war. Und zweitens konstatitt er, daß er auch nicht das ABC vom Völkerrecht versteht. Wenn die betreffenden Studenten in Belsott eine solche Behandlung erlitten hätten, die eine Ent- schädigunpspflicht seitens der Stadtgemeinde begründete, so wäre es Sache der deutschen Regierung gewesen, die Interessen der Studenten zu vertreten, — und an dem nöthigen Rechtsbeistand hätte es dann nicht tefehlt. Herr Pindter verlangt doch nicht von den ftanzöfischcn lvvokaten, daß fie für deutsche Staatsbürger, die eine franzöfische Behörde verklagen wollen, Rechtsansprüche vertreten, für welche einzutreten fich die deutsche Regierung nicht befugt hält. Das ist eine Höhe der Naioetät, auf die ein„ver- kommener" Franzose nicht emporklimmen kann. Unv diesen Gipfel der Lächerlichkeit kann nur ein Pindter erreichen. Das verbindcrt natürlich nicht, daß die Kartellpreffe den Blödfinn nachvruckt— wie ein paar Tage vorher dm„General Corbillard" der Kölnischen Tulgirag#. „Hetzerei." Die„Probe-Lohnstatistik", welche das schweizerische Arbeitersekretanat im Kanton Zürich für Winterthur und Umgegend aufnehmen will, begegnet vielfach dem Mißtrauen der Arbeiter, so daß der Arbeitersekretär Greulich eine längere Erklärung veröffentlichen mußte, durch welche er jenes Mißtrauen zu beseitigen sucht. Was ist nun die Moral, welche unsere Reptllpreffe aus diesem Vorkommniß zu ziehen sucht?„Da ficht man die Früchte der sozialdemokratischen Verhetzung," quatt's aus dem Rcptilsumpf. Also die sozialdemo- lratische Verhetzung hat zur Folge, daß die Ardeiter dem sozial- demokratischen Arbeitersekretär nicht stauen! Denn daß Greulich ein Sozialvemokrat ist, dürfte unserm Reptilblättern doch wohl bekannt sein. Die Sache ist— und die Wahrheit liegt Hand- greiflick vor uns—: die Arbeiter find daran gewöhnt, so oft der„Staat" oder die„Gemeinde" fich um fie bekümmern, Haare lassen zu müssen, und dadurch ist bei ihnen ein Mißtrauen erzeugt worden, das selbst durch die Sozialdemokraten nicht im Handumdrehen beseitigt werden kann. Ob's die Reptilien kapircn? Z« dem Hesache de» Herrn von Bennigsen in Friedrichsruh nimmt der„Reichsbote" in anscheinend etwas nicht die Güte haben und mir den Namen meines Retters nennen!" „Was kommt es auf meinen Namen an," erwiderte der Unbekannte sanft.„Ich werde wohl nie Gelegenheit haben, Sie wiederzusehen." „Wollen Sie denn vor mir fliehen?" rief Therese, „Sie haben mich gerettet und haben eS nun so eilig, sich zu entfernen." „DaS Bewußtsein genügt mir, Sie aus einer gefährlichen Lage befteit zu haben. Wollte ich Ihnen wieder zu begegnen versuchen, so würde ich Ihnen zweifellos lästig fallen. Sie können aber meiner völligen Diskretion ver- sichert sein, gnädige Frau." „Sie nennen mich gnädige Frau... ich bin aber nicht verheirathet." „Ah!... Wirklich?... Verzeihen Sie;.... ich hatte geglaubt.. „Sie hatten geglaubt, daß sich ein junges Mädchen nicht allein in der Nacht aus dem mütterlichen Hause wagen würde... und Sie müssen sehr schlecht von mir denken. Ich will Ihnen mein Benehmen erklären." „"3ch erhebe ja keinen Vorwurf gegen Sie, mein Fräulein, und dann steht mir ja auch gar kein Ur- theil zu." „Ich halte eS aber doch für meine Pflicht, mich zu rechtfertigen. Sie sind für mich keine gleichgiltige Person mehr. Sie haben Ihr Leben eingesetzt, um mich zu ver- therdlgen, und das werde ich nie vergessen und Sie hoffent- l:ch auch nicht. Aber sollte ich Sie auch nie mehr wieder- sehen, so liegt mir doch an Ihrer Achtung zu viel, als daß tch Sie gehen lassen könnte, ohne Ihnen zu sagen, weshalb lch um diese Stunde das HauS meiner Mutter verließ. Aber nicht hier sollen Sie eS erfahren. Meine Mutter hat vielleicht meine Abwesenheit bereits bemerkt und ich kann sie ntcht in ihrer Unruhe lassen. Sie boten mir an, mich bis nach Hau» zu begleiten, Sie werden mir nun auch nicht abschlagen, mit mir einzutreten." 9"---"wich »Was nur? Indiskret zu sein? Nach dem, was so- unbehaglicher Stimmung das Wott, indem er ausführt, es M Gehalt.- abzuwarten, ob Herr von Bennigsen durch den Besuch# J(m®ie umstimmen lassen, um ein Mandat für das Abgeordnetem 7?-tren Gr anzunehmen. Es fehle den fftationalliberalen im Slbpcotlnd Won im F hause allerdings an einem Führer.„Sie seien wie Schals- �ssiigen. keinen reckten Hirten haben, auf dessen Stimme fie boo Wahrige Ar Allein auch in der„liberalen Aera" sei Herr von BenW�lhuna nid mehr ein Geführter als ein Führer gewesen; er sei mit EP.»«tiftm ..........*- ausbmrf auftragen abg-speist worden. Sollte Herr von Bennigsen, fabulilt der„R.ichsbote" weiter, vom Kanzler zum Wieden% Dr. Bc t worden sein,„so �°as war t tritt in das Abgeordnetenhaus bestimmt man daraus schließen können, daß die Nationalliberalen bttj einmal Landtagswahlen mächtige Bundesgenossen haben werden;*-J® merkt Herr von Bennigsen geht nur in das Abgeordnetenhaus,#%pattämu seine Partei die führende wird. Versteht er fich also von**«mter i& berein dazu, so setzt das voraus, daß ihm entsprechende,[• Nun ist ficherungen gemacht worden find." Zum Schlüsse meint- J vnr, desj Organ des Herrn Stöcker, vielleicht hätten fich die VerP"»uf den, lungcn des Reichskanzlers mit Herrn von Bennigsen»"- j.Klfckun Uebernahme des M i n i st e r i u ni s des Innern de» gg Geleger Ausführung der nationalliberalen Pläne bezüglich einer 1W �darüber staltung des Sozialistengesetzes gedreht. Große k l Gerichte g beeren seien auf diesem Gebiete nicht gerade zu ernten, o W mit: hei! die Nationallideralen versagen würden, so würde der Regien tfofoen � am Ende nichts übrig bleiben, als Herrn von Puttka« Jwchung, wieder zurückzurufen.— So muß es kommen. jMfl um vi Urber da» Gebiet allgemeiuer Phrase« geht i J* Vermth Besprechung des B e nni g s en' schen Besuches?"sur des Friedrichsruh, die anscheinend von der natio»« Mure sein ideralen Parteileitung ausgeht, nicht hinaus. Beka iiutiuicii-iZuiitii&iiuui) uuvjjryt, inu�i ijiriuu»- �» u kann fich eines Lächelns nicht ermehren, wenn es da heißt 1 M zugrga c.u.... co v.-..,..*-.x HxM% fernes Reichskanzler habe das Bedürfniß gefühlt, mit Bennigsen die„Bewegungen auf dem Gebiete der hohen zu besprechen, und wenn dabei auf die goldene Zeit der Jahre verwiesen wird, so wird man fich ettnnern, daß Herr v. Bennigsen damals auf dem Gebiete der hohen bin und wieder eine Rolle zu übelnehmen hatte, diejen Interpellanten auf B e st e l l u n g, die ja gco pattiotisch und verdienstvoll, aber nichts weniger als herooi war. Wenn wetter das nationalliberale Organ das des Reichskanzlers, fich mit Herrn v. Bennigsen über di läge auszusprechen, zurückführt auf das„tiefe historische mit welchem Herr v. Bennigsen die europärschen Staatebezie! zu verfolgen und nach den jeweiligen Gedanken der ausw Politik des Kanzlers zu erfassen und selbstständig zu prüP, Stande ist", wie schmerzlich muß es da Fürst Bismarck empbl» haben, daß er zehn volle Jahre auf den Beistand ve> mußte, den eine solche Tiefe des histonschen Uttbeils u solche Selbstständigkeit der Prüfung seiner auswärtigen hätte leisten können. Endlich stellt der erwähnte WaschZ als eine selbstverständliche Konsequenz der Besprechungen z'. dem Fürsten Bismarck und Bennigsen hin,„wenn tadki die künftige persönliche Theilnahme des nationalli Parteiführers an den wichtigsten öffentlichen Angelegr berührt worden sein sollte." Damit weiden die Porte träume, die lange für eingesargt gehalten wurden, wieder geweckt und die„Kremzdtung" mag auf's neue das vor dem„kommenden Mann" lernen unv zwar um s licher, als mit beiläufiger Bosheit mügethe.lt wird, Rauchhaupt sei im März bereits bis zum Stettiner. vorgedrungen gewesen, um den Kanzler in Varzin zu be!> habe aber vermöge eines„unerwarteten Zwischenfalls" die aufgegeben. Nie K«fst»ll«ng de» Herr» Hnörcke als deuw finnigen Kandidaten bei der Nachwahl im 6. Berliner N tags Wahlkreise wird von der„Frkf. Ztg." folgendermaßen mentitt:„Die Kandidatur dieses Herrn ist wobl als er' weis dafür anzuseben, daß die Fieifinntgen einen ernsten kämpf nicht beabfichtigen und nur anstandshalber einen kandidaten nominiren."— Stimmt!.. „GW wirksame» Mittel gegen die kratie ist— die Aufhebung des Schulgeldes in den Gen" schulen." Der famose Ausspruch rük t von dem frerP Stadtverordneten Halber st adt in Görlitz her, der mrtd Argument auch wirklich mit dazu beitrug, daß die versaM»-��,...�,, Stadtväter in Görlitz die Aufhebnng des Gemeindeschw�W ,-sanI beschloffen. Je dicker die Dummheit, desto größer der �7 IM, Re Für die Uerrhelichnng drr Lehrerinnet*'"J luNohi? verschiedenen deutschen Staaten gelten nach Oer // A Schulzeitung" folgende Bestimmungen: Preußen: Din®,' ehclichung geht die Stelle, aber bei einer penfionirten P nicht das Ruhegehalt verloren. Sachsen: Durch Vereb«- gehen Anstellung und Penstonsansprüche verloren. Die Verheiräthung ist mit Dienstentsagung verbunden- Lehrettnnen, welche fich verehelichen, verlieren alle Rechte: erfolgt die Verehelickung nach Eintritt in den..( stand, so kommt das Ruhegehalt in Wegfall, wenn n>«d 30jShrige(!) Dienstzeit vorausgegangen ist. Hessen: D«*? ehelichung erlischt die Anstellung. Oldenburg: Tritt ein- renn in den Ehestand, so scheidet fie aus dem Ruhestände eine penfionirte Lehrerin verliert durch die VcrheiraM» Kre der lE-cksfeldi >s.; Mittk "a zur °ur des -nimen ge 'ich diese °uf da- angeklc P>' fonl & sM! Dzwcifel der Pr, > steller pfe. ! der( mit, de mg die ls verlc werde. »er so, der I te c 1886® Zahl d eP « st ranke bei K ihr- eben geschehen, haben Herkommen und Gewohnheit verloreu. Ich kann meinen Retter sehr wohl selb-'1� stellen. Und auch meine Mutter würde nie verzeihen, Sie wiedergekommen zu sein."- Und da der Retter noch immer nicht von der- tunität eines solchen Besuches überzeugt zu sein fügte sie hinzu:„Sehen Sie denn ntcht, daß ich einen Gefallen bitte?" und hob ihre großen, fruch mernden Augen zu ihm empor. c Sie befanden sich in diesem Augenblick gerade nn. kreis einer Straßenlaterne. Unwillkürlich bleiben Pj und konnten sich zum ersten Male genau i>e» Therese sah, daß ihr Retter ein schöner Mann war 1 nicht mehr so jung wie der Baron von Elven, ave � männliches Gesicht flößte auf den ersten Vlm trauen ein.(Forts. M0' flt. 'nden" b rein »imt« Ä" An« Kunst«nd Lebe«- Mutterliebe. Wien, 15. August. Gestern% dem Gatten eines bekannten hiestgen Vergnügung»'. ments findet das übliche Nachmiltagskonzert einer Mw1 statt. Hunderte von Spaziergängern lauschen den„jr Mustk. Die Nummer, die eben gespiell wird, ist,"frP' liebte» Lied mit Flügelhornbegleitung. Hell schmettert strumer.t und immer höher und reiner fließen seine 4�' Die Menge drängt fich entzückt zusammen, mitte» trippelt ängstlich ein alles Mütterchen und in so!%% Höhen die Töne steigen, desto bestürzter werden die Frau. Endlich ist das Lied deendet. Die Zuhörer< i �jlb, erster . und Ä �rnnroi H i Frau. Endlich ist das Lied beendet. Die Zuhörer � M Ab« und begehren stürmisch die Wiederholung der NrÄA%«ntret alte Mütterchen nur, das fich an das Gitter gedtä»L.UiilAUn-U>s„.! de ches fie von dem Orchester trennt, unterbricht den was fie denn eigentlich mit ihrem Zischen bezwecke- widert das Mütterchen mit tbränenerstickter v" Trompeter ist mein Sohn. Er ist kaum von einer zündung genesen und ich fürchte, wenn er jetzt � bläst, wird et mir von neuem krank." Gwe Grabrede im Iatzre 1888. I»® Dresden wurde in der vorletzten Woche ein m ihrt, ei— Es wäre an der Zeit, daß einheitliche Bestimm- 'such M JJj™ an die Stelle dieser R'gellostgkeit träten, und daß nach wrdnctenl�wreren Grundsätzen verfahren würde. Der Fortfall der llbpcodw W>n im Falle der Verheirathung einer Lehrerin ist nicht zu e Schaf«.???'?en. Die Penston ist kein Geschenk, sondern ein durch re ste res Mhnge Arbeit wohl erworbenes Recht, das durch die Ver- >a Bei»�a>aunll nicht aufgehoben werden kann. ei mit lW.»ntiseWiten und Konservative. Zur Revanche für Zcniiigsc� �>«dnick..Radauantisemiten" hält der„Reichshcrold" des m Wiedfl- Dr. Bockel den Konservativen folgenden Spiegel vor: in,„so®® ,f.war der Konservativismus vor 10 Jahren in Berlin? .-ralen bei> gs«nmal das Veilchen, das im Verborgenen blüht, denn Verden!"** werkt man am Geruch. Der Antisemitismus hat den mhaus, a»'Wwatismus in Berlin möglich gemacht, um bei den Wahlen ilfo von's �wter;887 von dem letzteren schnöde verleugnet zu wer- prechenvc,"• Jcun ist aber der Vetter Konseroativismus schon ein sehr je meint J verr, dessen Knochen schon morsch find und der nicht mehr die VerP«auf den eigenen Beinen stehen kann." "h-ii �tschnnge« i« offiziösen Kreisblätter«. Wir haben ncs" �Gelegenheit gehabt, so schreibt die„Fr. Ztg.", unsere ' e}Selc,i«tXrrüdei zu unterrichien, was alles noch der heutigen Praxis Gioßc. Gericht grober Unfug ist. Wir find nunmehr in der Lage, v«L;« Nwitlheilen zu können, was nicht grober Unfug ist. Ein ner. S» J1 wegen dieses Vergebens hat überraschender Weise mit si u t r k a«tvrechung geendigt, und der Fall, der hierbei zu Grunde jL'"um vieles interessanter als alle übrigen Fälle, in denen csen gehl' � da heißt it Heon' hohen it der daß hoben :, diese: . 1° g® ls hervol das B. über Vi lorische catsdezie! >er aus: I zu pml mck emp: stand ve> tbeils u läctigen Waschzess�MiW ungen znw IcrfftH-.. W -nn dabei' des betreffenden Redakteurs________„,„ ationallibA i«»...�eignet ist, eine Rüge von Seite derjenigen Behörden ÜngelegcnhM/�wfien, die ihm ihre Miltbeilungen zugestellt haben, ist 'lare dem Organ des Zentrums im Kreise Heiligenstadt, Mfcsfeldia", zu, und diese kam dadurch in die Lage, die mlungen, welche aus diesen amtlichen Bekanntmachungen Swhnten waren, ihren Lesern in einer unrichtigen Gestalt Uhren. Es find in dieser Weise gefälscht Mittheilungen % Spattassm, Mittbeilungen über die Freistellen in Mittheilungen von Obersörstercien und sogar die Auf- Pdfl zur Einstellung zu den Kontrolversammlungen. Der �ur des„Worbiser Kreisblattes" ist seines Verfahrens .Wen geständig. Er hat vor Gericht eingeräumt, daß er «tch diese Aenderungen vorgenommen habe, um die„Eichs- auf das Glatteis zu führen. Er wurde wegen groben angeklagt. Sein Vcrtheidiger führte aus, daß nicht das w, sondern lediglich die„Eicksfeldia" durch das Ver- belästigt sei, und das Schöffengericht sprach frei. Wir utn Interesse daran, die Frage zu erörtern, ob eine solche »Ä'weisc fich als grober Unfug charakterifirt, wollen es dahingestellt sein lassen, ob irgend ein anderer Para- Iwe-r*» Strafrechts angewendet werden könne. Aber daß das ein ungehöriges ist, daß ie Portz en, wieder re das um so wird, ttiner jin zu falls" die als deutfi ierliner dermaßen hl als' i ernsten der einen M der iW*' ie ocifowf >eindeD her der innen i» der„D: n: onirten h Verehe� >ren. unden. alle er>« i in den; venn w«. ltuhestand-, �rheirathul� Durcdl f("iwrifelhaft. Es handelt fich hier um ein Mittel in dem «er Presse, das moralisch verwerflich ist, das auf eine > stellen ist mit dem Gebrauche vergifteter Waffen im pfe. theilt der„Berner mit. daß der Bundesrath, wenn seitens der deutschen >ng die Auslieferung des in Bern befindlichen Akten. ils verlangt werde, diesem Verlangen jedenfalls ent- r werde. ,Winer soeben verösfenslichte» statistische« Znsamnten- der Ergebnisse der Kranbenverstchernng im w Sachsen während des Jahres 1887 entnehmen os Zahl der Verficherten von 457 794 am Schlüsse des bi-% auf 596 153(4- 5 pCt.) angewachsen ist, während der Kassen um 55 verringert hat, eine Thatsache, tzLyKatunR nicht allein in der andauernden Bekämpfung hil'slassen sondern auch in der Verschmelzung zahl- Ortskrankenkasscn zu einer einzigen Kasse findet. Verficherten beträgt übrigens nahezu 19 pCt. der iz/?°lkerung, und zwar waren von den verficherten Per- inh 789 oder reichlich ein Viertheil weiblichen Geschlechts. Li�ankenkaffen wurden am Schlufie des Jahres 1888 , gegen 1886) mit 70 813(+ 6351) Mitgliedern ge- '-7ai, �°nk-nkassen gab es 250(- 6) mit 224 534 213 ,7 Mitgliedern, Betriebslranlenkaffen 765(+ 3j mit " /T 8090) Mitgliedern, Jnnungskrankenkaffcn 45(+ 1) o0+ 567) Mitgliedern und freie H i l�s lassen 095(_ 241 mit 130402 t— 2.£ Nd 24) mit 139402(- 23 638) Mitgliedern. .... am Schlüsse des Jahres 1885 noch 52 pCt. aller Ver. '47 br. �'e freien Hilfskassen entfielen, ist diese Ziffer 1886 a Ä' nunmehr sogar auf 37 pCt. herabgesunken, ?K Ortskrankenkassen einen großen Aufschwung zu ver- .j sr, �n Verfichcrungsbeiträgen find insgesammt Aich M.(- 768 79« M."gegen i88§), und zwar durch. uro Kopf bei dm Gemeindekrankenkassen 6,24 M., bei i® Krankenkassen 13,72 M.,"bci"den Betriebskrankenkassen �2 den Jnnunaskrankenkassm 17,38 M. und bei den ihr �& Ladei hielt der Herr Vikar der Trauerversammlung .��.�rrisch» Lynchjustiz. Pawnee City, Nebr„ war tili,,""en Tagen ni-c«- wn*nia h«- Tagen dieses Monats der Schauplatz äußerst «Sitder»Flchäftsmäßiaer Volksjustiz. F. Emmons. e.n ,{n xi'.?orh. in einem Hotel der genannten Stadt, ... in bpmfßfkaw ff af a(YOnf Aßtifl �öl l» hl'.™Vn rinem Hotel der genannten Ätavt, hatte 1®etfiiAm dunklen Hofe überfiel und es, nach emem l% als{0,taen, fand man die Leiche— und den WMW msm freien Hilfskassen 11,18 M., im Durchschnitt aber 11,82 M. erhoben worden. Erkrankungsfälle kamen 206 949 vor, und zwar wurden für 2 934 269 Krankentage Unterstützungen ausgezahlt, so daß durchschnittlich auf je einen Verficherten 5 Krankentage und ein Erkrankungsfall auf nickt ganz 3 Verficherte entfällt. Verausgabt wurdm 1 238 321 M. für ärztliche Behandlung, 756 566 M. für Arzneien und Heilmittel, 2 878 475 M. Krankengeld an Mitglieder und 18 158 M. an Angehörige, 155 488 M. Wöchnerinnenunterstützuug. 389 469 M. für Verpflegung in Krankenhäusern, 248 188 M. an Sterbegeldern und 511 445 M. an Verwaltungskosten. Alle diese einzelnen Ausgabepostm weism erfreulicher Weise mit alleiniger Ausnahme der Ver- waltungskosten, wo eine Herabminderung um etwa 25 000 M. zu verzeichnen war, eine Steigerung auf. Nicht weniger als 285 Kassen nämlick 115 Gemeinde-, 44 Orts-, 60 Betriebs-, 3 Jnnungskrankenkassen und 63 freie Hilfskaffen schloffen aller- dings ihre Jahresrechnung mit einem Defizit ab. Von dm Ge- sammtausgadcn entfallen übrigens im Durchschnitt 10,40 M. (+ 0,20 M.), von den Verwaltungskosten 1,28 M.(— 0,07 M.. auf je einen Verficherten. Mo« der Grenze de»„Grbfrenndes" derichtet der „Oberschl. Anz." wieder einmal über folgenden Vorfall:„Vor einigen Tagen war der erwachsene Sohn des Ackerbürgers Lukas Janus aus Woischnik damit beschäftigt, am Felde fernes Vaters von dem Landesgrenzrain Bromdeersträcher auszuroden, welche fich bis auf das Feld hinüberzogen. Ein russtscher Grenzsoldat, welcher dort postirte, untersagte ihm dies. Als der Landmann bemerkte, daß er ja nicht auf rusfischem Gebiete grabe und durch das Ausroden der Brombeersträucher dm Grenzrain ja nur gangbar mache, versetzte ihm der Soldat mehrere wuchtige Schläge und entfernte fich sodann. Als nach diesem Vorfall der Mißhandelte über die Grenze trat, um aus einer Quelle fich einen Labetrunk zu holen, alarmirte der Soldat durch einen Signalschub die ganze Postenlinie, rückte mit der- selben an den inzwischen auf diesseitiges Gebiet zurückgetretenen Janus heran und forderte ihn auf, an den Grenzrain heranzu- treten und fich zu erklären, was er über den Rain geholt habe. Der Erwidemng des Janus, daß es Wasser gewesen sei, schenkte der Soldat keinen Glauben, er defahl Janus, den Arm auszu- strecken, um zu zeigen, daß er in der Hand nichts verborgen habe. Als Janus diesem Befehle nachkam, wurde er am Arm griffen und nach der Grenzkammer geschleppt. Von dort erst wurde dem Vater des Verhafteten Nachricht gegeben, er könne den Sohn Holm, was naturlich auch geschah." Grotzbritanni»«. Die Frage:„Warum Herr Parne ll nicht früher Schutz gegen seine Ankläger in den Gerichtshöfen ge- sucht habe? beantwortet„Freeman's Journal" dahin:„Herr Parnell ist nicht der Mann der Uebersturzung. Er nimmt fich Zeit und schlägt nicht ins Blaue. Er wartete, bis die Akte an- genommen war. Er hatte es nicht mit den„Times" aufzu nehmen, sondern eher mit einer mächtigen Regierung, die mit den„Times" im Bunde steht. Was am Sonnabend in Edin- bürg geschchm ist, geschah insgeheim und plötzlich." Im Oberhause ging es am Samstag ungewöhnlich lustig her. Anläßlich des Antrages auf»wette Lesung der Ziationalvertheidigungsvorlage erging fich Lord Dmman in einigen Bemerkungen in Bezug auf die Nationaloertheidigung. Lord Cranbrook, Lord-Präfident of the Council, hob hervor, daß es fich um eine besondere Vorlage und nicht um ein allgemeines Thema handle. Lord Dmman protestirte in augenscheinlich sehr erregter Stimmung gegen die Art und Weise, wie der Debatte- schluß im Hause in Kraft gesetzt werde; es sei völlig beleidigend. (Gelächter.) Die edlen Lords lachten, er betrachte ihr Benehmm als eine persönliche Beleidigung. Im Jahre 1869 anläßlich der Annahme des irischen Kirchengesetzes sei er in ähnlicher Weise behandelt worden und damals habe er gesagt, daß er fich mit irgend Jemand schlagen würde. Er wäre jetzt 83 Jahre alt und da der Zweilampf auf dem Kontinent noch bestehe, wiederhole er seine Herausforderung an den edlen Lord(Cranbrook), wmn er sein Leben gegen das seinige(Denman's) riskiren wolle. (Gelächter.) Er protestire gegen die Tyrannei der Parteiführer aus beiden Seiten des Hauses gegen einzelne Mitglieder. Die Vorlage wurde zum zweiten Male gelesen und alsdann in den übrigen Stadien erledigt. Später entschuldigte Lord Dmman seine Auslassungen und bedauerte, daß er in der Hitze des Augenblicks sich derselben dedient habe. Die Wahrheit über die vor einiger Zeit erwähnten, von den Gründern der„Hvderabad-DeccanMining Company begangenen Betrügcreim ist von dem Select Committee unter dem Vorsitz von Sir Henry James, das hauptsächlich auf Veranlassung Ladouchere's ernannt wurde, in ziemlicher Vollständigkeit ans Licht gebracht worden, und wenn auch die englische Presse wieder aufathmet und fich damit tröstet, daß kein anglo-indischer Beamter in dieser schmutzigen Geschichte kompromittirt worden sei, so gereichen doch auch die eruirten Thatsachen weder den bntischen Beamten in tzyverabad noch den englischen Gründem in London zur Ehre. Im Januar 1337 erwirkten die Herren Watson und Stewart von dem Nizam(Fürsten) von Hyderabad eine Konzesston zur Exploitirung wurde ihm ein Strick um den Hals gelegt, dessen Ende an einem Pfeiler der Brücke befestigt war, ein Tuch wurde dem Delinquenten um die Augen gebunden und ihm befohlen- zu springen. Er zitterte. Auf einen zweiten Befehl machte er einen Satz und verschwand hinter dem Rande der Brücke. Vierzig Fuß unterhalb derselben schwenkte der Körper des Ge- richteten, dessen Hals gebrochen war, hin und her. Still wie die unheimliche Lynching- party gekommen, mfiemte ste fich wieder, es dem Gerichte überlassend, den Gerichteten von der Brücke zu lösen�md �begrab»u��� 13. August. Am vorigen weaes über dm Gotthard lag etwa 6 Meter unterhalb der sur% der Teufelsbrücke über die„staubende Brücke", einen langen, an Felsdlöcke. und der hoch aufwirbelnde Schaum bmetzt den Hin- uberwandelnden. Ein nahe liegender, fast wurfelföimtger großer Felsblock wird der Teufelsstein genannt und spielt in der Legende von der alten Teufelsbrücke eine wichtige Rolle. Wieder habe« die Finthen de« Uiagara ei« Opfer gefordert, welches gegen die Äiaturgewalten sttetten wollte. des Mineralreichthums dieses Staates auf die Dauer von 99 Jahren. Eine Handelsgesellschaft mit beschränkter Haftpflicht sollte in London gegründet werden, mit einem Kapital von 1 000 COO Lstrl. Die Herren Gründer waren der Anficht, daß 850000 Pfund den Werth der Konzesston darstellten, währmd 150 000 Lstrl. verausgabt werden solltm, um diesen Reichthum in Mineralien und Edelmetallen erst aufzufinden. Die Attim dreses Unternehmens wurden jedoch nicht in der regelrechten Weise auf den Markt gebracht. Ein Prospett wurde nicht ver- öffentlicht, aus dem einfachen Grunde, weil über die Ressourcen des Staates Hyderabad sehr wenig bekannt war. Die von den Gründem verfolgte Methode bestand darin, dem Pudli- kum gelegentlich von den verlockendm Ausfichten des Unter- nehmens Kenntniß zu geben und durch geschickt verbreitete In- formatronen den Markt zu stimuliren. Die Gründer hattm nämlich von dem Aktienkapital von einer Million 850000 Lstr. ffch selbst zu Gute geschrieben. Von dieser Summe erhielt Abdul tzuk ein Viertel. Dieser Herr, ein schlauer indischer Parvenü, war seit Jahren erster Ratbgeber des Nizam von Hyderabad und hatte schon zuvor mit Watson eine Eisenbahn- gesellschaft im Staate gegründet, bei welchem Unternehmen er für seinen Gewinntheil 120000 Lstr., Watson 100 000 Lstr. einstrich. Die Leichtigkeit, mit welcher diese beiden Herren bei dem Eisenbahngeschäft große Summen verdienten, gab ihnen augenscheinlich den Gedanken ein, die Spekulation weiter aus- zudehnen und fie trugen sich sogar mit dem Gedanken, eine Gesellschaft mit einem Kapital von 2 Mill. Pfd. zu gründen, und der Nizam wurde durch Abdul Huk veranlaßt, eine fünf- prozentige Verzinsung des Kapitals auf 20 Jahre zu versprechen. Doch schien sogar dem Vizekönig Lord Dufferin diese Summe übertrieben und das Aktienkapital wurde schließlich auf die Hälfte deschräntt. Nachdem die Gründer 850000 Pfd. für fich behalten hatten, handelte es sich darum, diesen Betrag in Aktien an das Publikum loszuschlagen, ohne die Stock Exchange, wo keine Kotirung erhältlich war, zu behelligen. Plötzlich verlautete, daß der Nizam selbst als Käufer einer be- deutenden Zahl Altien auf dem Londoner Markt aufgetreten sei. In der That wurden für seine Rechnung 10 0 0 Shares zum Preis von 12 Lstr. angekauft. Thatsächlich waren es solche Aktien, welche Abdul Huk als seinen Antheil erhalten hatte und jetzt mit einem Agio an den Nizam wieder verkaufte; diese Meldung jedoch genügte, um den Martt zu stimuliren und die Nachfrage nach Hyderabad-Attien wuchs, als im Juli 1887 Lord Lawrence, der Sohn eines der populärsten Vizekönige von Indien, auf den Leim ging und fich als Vertteter des N zam zum Direktor der Kompany ernennen ließ. Stewart, einer der Gründer, war inzwischen gestorben und sein Gewinn am Ge- schäft ließ fich nicht feststellen. Watson dagegen hatte zur Zeit der Enquete zugestandenermaßen durch Verkauf seiner Aktien 209 300 Lstr.(4186(00 M.) realistrt, abzüglich von 20 829 Lfir. Spesen, und er hatte noch 5559 Shares im Besitz. Es wüide zu weit führen, den Gewinnsten anderer Personen, die mit Watson, Stewart und Abdul Huk assoziirt waren, nachzuspüren. Augenscheinlich ist Herr Corderu, der britische Resident am Hofe des Nizam, bei der Sache unbctheiligt gewesen; da jedoch das Memorandum der Gesellschaft ihm zur Einficht und Billigung vorgelegt werden mußte, hat er mindestens eine erstaunliche In- kompetenz an den Tag gelegt. Seine Pflicht war, darauf zu sehen, daß die Regierung des Nizam nicht üdervortheilt wurde. Das aber ist geschehen. Abdul Huk hat die 120000 Lstr. in den letzten Wochen wieder herausgeben müssen. Am Anfang dieser Woche fand eine Versammlung der Attionäre der Gesell- schaft statt, und es fragt fich nun, ob es möglich sein wird, die englischen Gründer zur Herausgabe ihres Theils zu veranlassen. Das kann nur auf dem Wege des gerichtlichen Verfahrens gegen die Direktoren geschehen, und es ist zweifelhaft, ob die bereits arg mitgenommenen Aktionäre ihr gutes Geld zu diesem kost» spieligen Prozeß hergeben wollen. Frankreich. In den Ardennen wurde der republikanische Abgeordnete Neveux an Stelle des Konservativen Kolb-Bernard zum Senator gewählt. Er erhielt 463 Stimmen, ein anderer Republikaner 136 und der Monarchist Lamiadle 203. So wäre denn Boulanger wieder der Held des Tages, wenigstens bis zum 19. August, dem Tage der Entscheidung des Wahlkampfes in der Charente, der Somme und dem Nord- departement. Die Streiks scheinen aus Mangel an Organisation und Widerstandskraft der Arbeiter ihrem Ende entgegenzugehen. Bezüglich der beim Begräbniß des„Generals" Eudes geworfenen JBombe"(recte Sardinenbuchse), welche der Polizeikommissar Moquin schleunigst in seine Tasche verschwinden ließ, wird ein weises Schweigen beobachtet. Vielleicht wäre mich die jetzige Wahlkampagne in ein ruhigeres Fahrwasser eingelenkt, wenn die Oppottunisten nicht das Bedürfniß empfunden hätten, wieder eine jener Dummheiten zu begehen, die am meistenzur Popularität des Generals Boulanger beigetragen haben. Man organiflrte gegen den noch vor wenigen Wochen für„todt" und„ver- nichtet" erklärten Plebiszitkandidaten Manifestationen, provozirle Prügeleien, ließ fich zu Revolverschüffm hinreißen und beklagt fich nun, daß Monarchisten und Boulangisten die Gelegenheit R. W. Flack, ein englischer Ingenieur, hatte mit Charles A. Percy um 2000 M. gewettet, die berüchtigten Stromschnellen des Niagara in einem Boote zu durchmessen. Percy ist jener Verwegene, dem das Wagniß schon einmal in einer Tonne ge- glückt ist. Flack wollte vorher eine Probefahrt machen und ließ fich zu diesem Zwecke in seinem eigens konstruirten Boote fest- schnallen. In Gegenwart einer ungeheuren Menschenmenge wmde dasselbe ins Wasser gelassen. Bald wurde das Fahrzeug von den tosenden Waffermassen erfaßt und in Bewegung gesetzt. Zeitweise in dem Schaum und Gischt ganz verschwindend, tauchte es immer wieder von neuem auf. Krampfhaft hatte fich der Verwegene im Boot an den Wänden desselben festgeklammert. Plötzlich verschwand das Fahrzeug in dem Höllenschlund des größten Wirbels, um erst nach bangen Sekunden kieloben in fortwährend kreisender Bewegung wieder aufzutauchen. Als nach einiger Zeit das Boot in der Nähe des Ufers getrieben wurde, gelang es, dasselbe zu erfassen und ans Land zu ziehen. Flack, der noch im Boote festgeschnallt gefunden wurde, war todt. Sein Gestcht war schwarz, der Körper theilweise zerschunden. Seine Schwester und sein Schwager, die Zeuge des ganzen Vorfalls gewesen waren, nahmen den Körper in Empfang. Flack hatte den verwegenen Streich im Voubefitze seiner geistigen Kräfte ausgeführt. Lcdrglich die Sucht, von fich reden zu machen, ließ rhn an denselben herangehen. Daß das Boot wohl an einige Dutzend Purzelbäume schlagen würde, hatte Flack vorher »ugegeben, doch glaubte er nicht, daß es ihm an's Leben gehen könnte. Er hatte fich geirrt und mußte seinen Jrrthum mit dem Leben büßen. Zu Beginn voriger Woche gelangten an sammtlcche Londoner Zeitungsredafteure die in Goldschnitt ge- bundenen Werke eines bisher völlig unbekannten Dichters Namens James Roland. In jedem der Rezenfionsexemplare lag ein Zettel mit den Worten:„Wenn binnen vier Tagen nicht eine freundliche Besprechung meines Buches in Ihrem Blatte ist, soll das nächste, was Sie von mir hören, ein Pistoll n- schuß sein." Daraufhin fanden es mehrere Journalisten für angezeigt, den energischen Dichter wegen gefährlicher Drohung verhaften zu lassen; dieser erklärte, es sei ganz und gar nicht erwiesen, daß der erwähnte Pistolenschuß den Redatteuren und nicht seinem eigenen Leben gegolten hätte, da gekränfte Poeten schon häufig zur Todeswaffc gegriffen. Roland wurde frei- gelassen, der Sachverhalt stand in allen Zeitungen und bildete eine weit größere Reklame für das Werk als irgend welche Rezenfion. benutzte«, um von einem Attentat gegen den Führer der anti- parlamentarischen Oppofition zu sprechen. Damit nicht genug, »erlangen ministerielle Blätter, wie der„Voltaire" und der „National", man solle im Falle eines Wahlfieges der Boulan- giften alle ihre Führer als Aufwiegler verhaften und fie des Hochoerraths anklagen. Die Regierung des Herrn Floquet de- gnügt sich indessen einstweilen mit anderen Mitteln. Sie über« bietet zunächst den Geldgeber Boulanger's, den Grafen Dillon, in Bezug auf die Preßagitation. Die„Lanteme", welche zu- geben mußte, daß fie mehr als 130 000 Frks. vom Grafen Di..... dillon erhielt, wurde für die Regierung gewonnen, ebenso die famose„Agence Libre", die eine Zeit lang der offizielle Moniteur des Generals war. Auch das„Petit Journal", welches seither Boulanger gegenüber eine wohlwollende Neuttalität zeigte, scheint umzuschwenken, nachdem es noch vor acht Tagen die Reglerung der Unfähigkeit geziehen. Die Unternehmer der Erdarbeiten hielten eine neue Versammlung ab, in welcher es abermals sehr stürmisch zuging. Das Meeting war stärker besucht, als am Tage vorher, aber das Ergebniß das nämliche; die Unternehmer wollen den Pariser Gemeinderath nicht als einen defugten Schiedsrichter in diesem Streik anerkennen. KalKanland-r. In Zeitungsverboten ist die Türkei Deutschland doch noch„über". So wurden kürzlich in Konstantinopel fol- gende Blätter wieder verboten: der„Metcut" vom 18. Juli, der„Manchester Guardian" vom 27. Juli, die„Frankfutter Zeitung" vom 28. Juli, der„New-Nork Herald" vom 5. August. Der„Jndependance roumaine" ist der Eingang vollständig untersagt. Ast-«._ r Eine große Anzahl tonangebender Hindus und Mohame« daner in Ober-Indien und Bombay hat eine Verbindung ge- gründet, welche flch„De r indische patriotischeVerein" nennt. Dem Prospekt zufolge ist der Zweck dieses Vereins, der Thättgkeit freifinniger Vereine und des nationalen Kongrefies entgegen zu arbeiten und die Versuche, Lebren einzuführen, welche die konservativen Triebe der indischen Raeen untergraben würden, zu bekämpfen; d. h. also, dem immer weiter um fich greifenden Einflüsse der europäischen Kultur entgegenzutreten. Gerichts-Zeitrnig. Entscheidungen de» Keichsgericht«.(Nachdruck ver- boten.) Leipzig, 13 August.(Bestäligtes Todesurtheil.) Vom Schwurgericht Stettin ist am 13. Juni der Schmied Johann Hermann Ludwig Tillair aus Bernsdorf wegen Mordes zum Tode verurthM worden, weil er nach dem Wahlspruche der Geschworenen am 30. Mai die unverehelichte Großkopf vorsätz- lich und mit Ueberlegung getödtet hat.— Gegen das Urtheil hatte er Revifion eingelegt und eine prozessuale Rüge geltend gemacht. Er behauptete nämlich, daß der Fragedogen vor- schttftswidttg mit der Unterschrift des Obmannes versehen wor- den sei. Die Fragen an die Geschworenen nahmen die ersten drei Seiten eines Bozens ein, und zwar standen auf der ersten Seite die Hauptfragen und auf den beiden folgenden die Eventualfragen für den Fall der Verneinung der hauotfragcn. Die Geschworenen hatten nun die Hauptfragen bejaht, so daß die Eventualfragen entfielen. Der Obmann hatte seinen Namen nicht direkt hinter die Antwott der Hauptsragen geschtteben, sondern an daS Ende des gesammten Fragentextes. Hiettn erblickte der Angeklagte eine Verletzung des § 307 der Strafprozeß- Ordnung.— Der Reichsanwalt machte dagegen geltend, daß bereits vom Reichsgettchte festgestellt sei, daß der Fragebogen am Ende vom Obmann zu unterzeichnen sei. Wenn der Präfident und der Gettchtsschreider in diesem Falle ihre Unterschriften sowohl auf der ersten als auf der dritten Seite angebracht hätten, so könne daS uims schaden. Daß sich die Unterschttft am Ende befinde, seil dadurch gerechtfertigt, daß auch die NichtbeantwottuM übrigen Fragen beglaubigt werden müsse.— Das Reich' verwarf demgemäß in seiner letzten Sitzung(am 10. Auai Revifion als unbegründet, und das Todesurthell ist somn kräftig geworden._ Literarisches. Unter dem Titel„Goethe unt Liebe" ist soeben von mir ein Büchlein erschienen,« den Zweck hat, einem möglichst weiten Leserkreise die mensa und künstlerische Persönlichkeit des Altmeisters deutscher Dich näher zu führen und namentlich sein Verböltniß zu Liebe> Ehe zu beleuchten. Es war nicht meine Adfickt, eine O beschreidung des Mannes zu geben, sondern auf den Zusa hang von seinem Leben und Dichten nachdrücklich hinzu und so die Lust zu immer erneuter und immer weiterer C in seine Werke zu erwecken und reichen Genuß schöpfe» können. In wie wett mir dies gelungen ist, muß ich m« limirt.: Beuttheilern überlassen, festzustellen. Verschiedene bei« ti!Ct,sjn0 Goethekenner haben fich mir gegenüber sehr freundlich',., meine Arbeit geäußert. Da ich für die weitesten Kreise unter schrieben baden will, haben die Verleger im EinverständMI* i» ve mir den Preis auf nur 25 Pf. festgesetzt. Möchte ich eW«mm„ maßen die Abficht erreichen, welche mir bei dem st#.lich Schaffen dieser kleinen wohlgemeinten Arbeit die Feder«> � Manfred Witti�lgieit Hand drückte. fcen: 1) 5 �2)9) Theater. Freitag, den 17. A u g u st. «pernha«»: Der Freischütz. Kchauspielsta«»(im Mallner» Theater): Der Menonit. Friedrich- MilhelmSadtische» Theater: Gasparone. Krall'« Theater: Lucrezia Borgia. Eentral-Theater: Die Schmetterlinge. Oftead-Theater: Die Einquartierung. �ettealliaaee» Theater: Das elfte Gebot. Othello's Erfolg. Giktaria-Theater: Die Kinder des Kapitän Grant. KSaigstädtische» Theater. Die Waise von Lowood. Kamfmam»'» Kartete: Spezialitäten-Vorstellung. iaaeardia- Theater: Spezialitäten- Vorstellung. M# Enisl-fcler (früher Louisen�ädtist�s), Dresdenerstr. 72. Nie llm Grazien. Kerem zur Wahrung der Interessen der Tischler. Versammlung am Sonnabend, den 18. August. Abends 8* Uhr, Köpnickerstraße 68. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Bohn. 2. Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes._[344 Fachverein der Ben ner Bau- Stuckateure. m 3) S 4) Montag, den 20. August, Abends 8 Uhr, in Kstuski» Lokal, Fischerstraße Nr. 10: MglilderVelsammIuug. Tagesordnung: 1. Vorkag des Herrn Dr. med. Bernstein. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Freunde und Gäste find willkommen. Der Dorstand. Gesangsposse in 4 Allen von Leon Treptow, Äoupiets von Gustav Görß, Mufil von Franz Roth(Novität). Elly: Bertha Feldau, Clara: Elly Bender, Gretchen: Marie Reichert, Nickel: Guido Tieischer, Heller: Hugo Hasskerl, Bullerkopp: Dir. Ad. Ernst. Anfang 7t Uhr. AM" Killet- Keflellunge»»erde» stet« auf 4 Tag» voraus an der Kasse ent» gegengenommen. schweizer Garten. Entrte SO Pf. Entere SO Pf Theater-« Speeialitiiten KorsteUung 1 KazoLoll-Famili?, C. Willbtts, Krothers Almiag. Seschw Delorme. n Volks! L Volksbelustigungen Im Saal: Damen aller Art. tanz u. Kall AbendS: Gr. Illumination. Alles sllähere Iii die Anschlagsäulen. amen-> fall. ■J tfessag» 1«». ö M.- 10 A. SLBlser-Pansrnam. Zweite Reise durch Oberitalien. Lago Maggtore und Como-See. Der ganze Trauerzug und Auf Zahlung Kaiser Wilhelms im Dom. Kntree t Cycl. Ä Vf.. Kind nur 10 Pf. Adonn. In Keller'« Kaffager war es schön, Wir amüstrten uns mehr denn angenehm. Der blaue Montag war nie besser, Denn alles dies gab Herr Kchma»k»»dr»r. Innigsten Dank wir alle sagen Dem Meister, über den wir niemals klagen, Das Kchneiderinaea-Mamselleu-Korp«, Wir sehen mtt Hochachtung zu ihm empor. 343] S. für Vereine, Festlichkeiten>c. je. I GratweU'sche Bierhallen, M Kommandantenstraße 78—79.[348 Centraikranken- u. Sterbekasse der Tischler. Gertliche Uermaltvngsftelle Keriin A. Den Zviitgliedern zur Nachricht, daß die Zahl- stelle von der Manteuffelstraße Nr. 32 nach der Mautevsselktrah» Kr 41 bei Lorenz verlegt ist. Die Mitglieder, speziell diejenigen, welche ihre Beiträge bisher bei Dautzenderg bezahlt haben, werden ersucht, dieselben nunmehr bei Lorenz zu bezahlen. Zahlabenv jeden Sonn- abend von 8—10 Uhr Abends.[342 Die Grtsverwaltono. Versammlung des Vereivs zur Vahruvg der Intmfrti in Klüvirrardeiter am Sonnabend, den 18. August, Kommandantenstraße 77—79(Gratweil'sche Bierballen). Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Schmelzpfennig: Heber das Handwerk. 2. Aufnahme neuer Mttglieder. 3. Werkstattangelegenheit. 4. Vcreinsangelezenhciten, Verschiedenes und Fragekasten. NB. Diejenigen Mitglieder, welche noch BilletS vom Sommervergnügen in Händen haben, wer- den ersucht, dieselben an den Kollegen Köppen zurückzugeben, andernfalls fie als verkauft be- trachtet werden. Auch find Billets zu dem am 15. September stattfindenden Stiftungsfest in der Vereinsver- 1 sammlung abzuheben.[347 Der Vorstand. Stoff Wlet MmuilW für den 6. Berliner Reichstagslvahlkrei!.» am FreMag, den 17. August, Abends 8% lWthk«[c»dtr für das Jahr 1SK9 Zu beziehen durch die Expedttion dieses Blattes, Zimmerskaße 44. Wiederverkäufer erhalte« Rabatt. M tel ZinerltilB Kitt«, 10 WM (Lvkalverbaud Kerlin Word«ud Umg.) Grosser 1 Stand, vollständige Länge und Breite, nur 10 Mark, Bettfedern, Pfund von 35 Pf. an, oerkauft allein die Bettfedern-Engros-Handlung: 1. Geschäft Kvttbuferstraße 4, part. 2. Geschäft Kruuueustrah» 150, I. Zur Auswahl stehen 23 Sorten Federn. 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Durch die Kepedition de« ! liner Kolk-blatt Kerlin HW' Zimmerstr. 44, ist zu' beziehen: &be, Küiei Ä >d i)iijt"'iu',üiumiiiiiiiiiniuuiuuj Sozial politischer Roman von DiSraell. Uebersetzt Natalie Zebk«e �eder i« i n,cnn jeder sozialdemokratische Wähler uns hilfreiche leistet. Die Wahl steht vor der Thür! Jeder thue seine , Witt!»%8kü nach Kräften. Hilfsmannschaften haben fich zu U Schönhauser Vorstadt bei I. Hartmann, Anklamerstraße 25, n.; 2) RosenthalerVorstadt bei A. Hinze, D em- m i n e r st r a ß e 8, H. I I.; 2) Wedding und Oranienburger Vorstadt bei A. Jacobey, Kolbergerstr. 32; Gesundbrunnen bei W. R e i n i ck e, Grün» thaler st raße 66, im Keller; 5) Moabit bei K. P f a r r, S t r o m st r a ß e 32, v. III. rufe1'' 7«Mannten Personen find alle Anftagen, Sendungen:c. %n. Das Arbeiter-Wahlkomitee. Meteoriien mi idte ücfte im Wlfltt nocR neueren idensi nip zichen- �N. 'n man die überaus phantastischen Berichte älterer über Metcorsteinfälle und die dieselben begleitenden ? liest, so muß man fick unwilllürlich fragen, od man Uberhaupt mit realen Naturerscheinungen oder lediglich Produkten einer gestrllenden Phantafie zu thun habe. rffenschaft» außer Stande, eine Erklärung der wunder- Phänomene zu geben, zog es darum lange Zeit hindurch en Realität überhaupt in Abrede zu stellen, und erst durch vorurtheilssreie Zeugen unzweifelhaft beglaubigte fieinfälle zu Ende des vorigen und zu Beginn des jetzigen wderts machten dieser Negation ein Ende, indem ste dafür ;R9ä die Frage, was d'e Meteoriten find, woher fie stam- RRd welche Rolle fie in der Ockonomie des Weltalls spielen, "" so dringender in den Vordergrund stellten. Seitdem A die Arbeit zahlreicher Beobachter die in Rede stehen- m>ieme zwar noch nicht vollständig gelöst, aber es ist einiges Licht in das früher so dunkle Gebiet gebracht einer der geistvollsten Forscher auf diesem Ge- in einem kü zlich in der„Internationalen wissen- 's Tidliothel" erschienenen Buche„Lea rsgions invi- �r.«lobe et des e-paies Celestes, welches von den ■u'fitn Wasserläusen, den Erdbeben und den Meteoriten Austreten und den Habitus dieser letzteren folgender- �'Feuerkugel erscheint am Himmel, eine gegen den \ Jitttl geneigte Bahn beschreibend. Die Geschwindigkeit Kilometer pro Sekunde, ist also mit derjenigen liis.7'kn in ihrer Bahn vergleichbar, woraus fich, wie schon it« Stelle bemerkt sei, ergiebt, daß die Meteoriten fich k Ettoe, sondern um die Sonne als Attraktions- bewegen müssen. Eine oder mehrere Detonationen de- Zerstörung des Acrolithcn. welcher nun in mehr '«tj-,?!ber zahlreichen polyedrischen Stücken auf den Boden kW*' Diese Stücke find, wahrend fie im Innern die kalte it,« des Weltraums bewahrt haben, äußerlich durch die stv�e fix bei ihrer raschen Bewegung außerordentlich stark % CT? und dadurch erhitzten, auf eine Gluth gebrecht, 1�°/ Leuchten bedingte, die Kanten rundgeschmolzen und QJ* die ganze Lblifläche mit einer dünnen geschmolzenen, h h.? Watten, bisweilen emailartig glänzenden Schicht de» U'feiten überschreitet die letztere die Dicke ernes Millr- Äli. ähnlichen Glasur begegnet man bisweilen auf .3* getroffenen Felsstücken. Im Innern bleiben die wie gesagt, völlig kalt und intakt und geben so ban der Konstitution und Materie desjenigen Welt- welchem fie entstammen mögen. Die eingehendste Leb I"un hat in denselben weder eine Spur organi- welches man wohl in ihnen vermuthet hatte, noch >nb."er Erde fremden Elementarstoff nachweisen lassen. ,t i'wanstg der hekannten chemischen Elemente hat man «.5 den Meteoriten aufgefunden; die wicktigsten der- rfll Jff**. Silizium, Sauerstoff, Magnesium, Nickel, t ai Phosphor und Kohlenstoff, also zum Theil Elemente, CtfH� an dem Aufbau der Erde in hervorragendem .Meiligen. Am charakteristischsten für die Äeteo- der Aerolithen ist das nickelballige Eisen, welches ut derselben ganz fehlt. Daneben finden fich dem .»und Pgroxen ähnliche Silikate mit Eisenoxidul und " als ge„ach dem ausschließlichen Vorkommen, an cht. der einen oder anderen dieser Körpergruppen bi, Meteoriten in vier Klaffen eingetheilt: in Holost« Nlgl,80"* aus Eisen bestehen, Sysfideren mit einzelnen dn zwischen dem Eisen, Sporadostderen, in welchen -tte»."ur noch zerstreut in kleinen Massen sich findet, und ; fttej." welchen dasselbe völlig fehlt. Selbstverständlich ist "on k Scheidung der einzelnen Klaffen kaum möglich, wie '"tu beiderseitigen Extremen nur wenige Exemplare tl de» i,. am häufigsten trifft man die Uedcrgangsformen. '°?esfe �Astderen bieten die kohlenstoffhaltigen das meiste ' tie»«.der Kohlenstoff in denselben nicht graphitartig, i wi-'fsienmetemiten, sondern Wasserstoff- und sauerstoff« Zerseyungsffrovukt vegetabilischer Sudstanzen er- w wurde bereits bemerkt, daß das Suchen nach Struktur in diesen Boten vi�elte� M'fhaft organischer Strr h l-b rShe. ifd1 v-rgedlich gewesen find. fcS? Betrachtung der vielcckigen Meteoritenformen " Der»"t0"'s mit Bruchstücken größerer Mafien zu "�NfietnKxLpS"�' und welche man ihrem Aussehen »drucke bezeichnet. Bisweilen nehmen dieselben noch sonderbarere Gestatten an, wovon gewisse, im Altetthume göttlich verehrte Aerolithen Zeugniß ablegen. Diese Vertiefungen, welchen man hauptsächlich bei den Eisenmcteoriten begegnet, schienen lange unerklärlich; heute weiß man, daß fie durch den wirbelnden Stoß der verdichteten Luft hervorgebracht find. Zum Beweise führt Daubree die analoge Struktur der Pulverkörner an, wie fie bisweilen, unvollständig verbrannt, vor den Mün- düngen der Kanonen großen Kalibers niederfallen, ferner die Aushöhlungen im Zündlanal solcher Geschütze und endlich die Wirkung der modernen Sprcnamittel, z. B. des Dynamits, selbst auf die widerstandsfähigsten Materialien. Analoges bietet, wie wir nicht unerwähnt lassen wollen, ein merkwürdiges, dem Ameri- kaner Sibbald jüngst vatentirtes technisches Verfahren, welches nichts Geringeres dezweckt, als die Bearbeitung von Hartmetallen durch— Luft. So wird z. B. der Kranz von Eisenbahnrädern in der Weise abgedreht, daß vor dem in langsamer Umdrehung befindlichen Rade in geringer Distanz von demselben eine Mesfing- scheide außerordenllich rasch rotitt; die von der letzteren mitge- führte Luftschicht reißt von dem Rade unter lebhaftem Sprühen kleine Eisentheilcken los. So erklären fich femer die Staub- wölken, von welchen man häufig die Meteore gefolgt steht. Daubrse beschreibt weiter einen Versuch, bei welchem feste Körper unter Bedingungen, wie ste in den oberen Schichten der Atmosphäre realistit find, nahezu völlig in Pulver verwandett werden. Es ist danach wahrscheinlich, daß noch weit mehr kos- mische Massen in Form von Staub, denn als große Steine auf die Erde herabgelangen. Unter gewöhnlichen Bedingungen muß solcher Staub natürlich völlig der Beobachtung entgehen, und nur auf den Eis- und Schneefeldem der Alpen und Polar- regionen kann man seine Spuren aufzufinden hoffen. Aber auch hier wäre es gewogt, diesen Staub sofort als kosmisch in An- spruch zu nehmen. Die Asche von der ungeheuren vulkanischen Katastrophe auf der Krakatau. Insel im Jahre 1883 wurde in die höchsten Regionen der Atmosphäre geschleudert und bort um den ganzen Erdball herumgeführt, jahrelang jene außerordent- liehen Lichterscheinuimen am Abendhimmcl hervordringend; vier Tage nach dem Brande von Chicago fiel die Asche dieser Stadt auf den Azoren nieder. Solche Fälle lehren, wie leicht eine Verwechslung mit irdischen Erscheinungen möglich ist; dennoch dürften die stark eisenhaltigen Staudablagerungen, welchen Norde nsljöld auf den Eisfeldern Grönlands begegnete, kaum anders als kosmischen Ursprunges sein; eine Schätzung ihrer Masse ergiebt, daß die Quantitäten Materie, welche auf diese Weise der Erde zugeführt werden, keineswegs unbeträcht- lieh find, beträchtlicher jedenfalls, als die von den großen Aero- lithen henührenden, trotzdem daß man bisweilen Tausende dieser letzteren gletckzeittg hat niedersausen sehen. Ein in Mexiko gefundener Meteoreisenblock wog 780 Kilogramm, und äbnliche Beispiele ließen fich noch manche anführen; trotzdem dürfte in der Mehrzahl der Fälle Haselnußgröße nicht über- schritten werden. Woher stammen nun all' diese Meteoriten, und auf welche Weise hat man fich dieselben entstanden zu denken? Dieselben, wie es früher vielfach versucht worden, auf Eruptionen der Sonne, des Mondes, der großen Planeten oder der Erde selbst zurückzuführen, begegnet den größten Schwierigkeiten, selbst wenn wir auf den sonnenähnlichen Jugendzustand der Planeten zurückgreifen wollen; trotz der gewaltigen vulkanischen Thätig- keit, welche in diesem primitiven Stadium geherrscht haben muß, dürfte auf diese Weise weder die große Zahl, noch die außerordentliche Geschwindigkeit der Meteoriten zu erklären sein, im Falle des Ursprungs von der Sonne oder der Erde selbst auch nicht die gegen den Horizont geneigte Richtung ihrer Bahn. Den gänzlichen Zerfall eines früheren Planeten für die Eni- stehung der Meteoriten verantwortlich zu machen, dürfte nicht minder gewagt sein, da die Kräfte, welche einen solchen Zerfall bewirkt haben könnten, gänzlich außerhalb des Bereiches unsrer Vorstellung und Erfahrung liegen. Wenn Daubr�e ferner auf die Analogie der Zusammensetzung der Meteoriten mit gewissen Lavamaffen, mit den Mineralien, welche die tiefsten Regionen unseres Erdballes ausfüllen und mit den von Nordenskjöld und Steenstrup aufgefundenen ungeheuren eruptiven Eisenlagern Grönlands hinweist, so will er hierin lediglich einen Beweis für die Einheit der Materie durch das ganze Weltall hindurch beibringen, ohne damit eine bestimmte Anschauung über das Herkommen der Meteortten selbst zu verbinden. In der Tkat aber bleibt nichts anderes übrig, als den Ursprung dieser letzteren außerhalb des Planetensystems zu suchen. Von besonderem Interesse ist in dieier Hinficht die enge Beziekuno, w.lche zwischen den Meteoriten einerseits, den Boliden fmd Mernschnuppen andrerseits besteht; scharfe Grenzen find hier kaum zu ziehen. H- A. Newton, welcher das Problem der Meteoriten und Sternschnuppen in einem Vortrage vor der •Ä.inei'i an Association for the AdTancement of S ien e be- Kandelt hat, will überhaupt keine wesentliche Verschiedenheit gelten lassen. Die Sternschnuppen bieten ja in ihrem Auftreten so große Achnlichkeit mit den Meteoriten, auch fie erscheinen bald vereinzelt, bald in großen Schwärmen, und auch fie muffen feste Körper, nicht Gasmossen, sein, werl sonst rhr Zusammenhalt gegenüber den ungleichen Anziehungskräften, denen ihre verschiedenen Therle ausgesetzt find, und ihr Eindringen in die Athmolpäre bis zu einer so betrachtlichen Tiefe, geradezu unerklärlich wäre. Wenn dieselben trotzdem keine ficht- baren Spuren zurücklassen, so rubrt dies eben von ihrer Kleinheit her. Den einzigen berechtigten Einwurf, daß man aus Stern- schnuppenschwärmen noch niemals Meteorlteinfalle hervorgehen sah sucht Newton mit dem Hinweise zu entkräften, die Wahr- scheinlichkeit solcher Fälle sei überhaupt so gering, daß man nach WMWSMW Meteoriten und Sternschnuppen muß also zum mindesten als sehr wahrscheinlich gellen. Andrerseits haben aber die Beobachtungen vieler Asttonomen, von welchen vor Allen Schiaparelli� zu nennen ist, den Zusammenhang zwischen Kometen und Sternschnuppen außer Frage m vom astronomischen Standpunkte nichts einwenden. Dagegen muß man fragen, od die kometaiische Natur der Meteortten zugleich deren mineralogische Eigenthümlichkeitcn zu erklären vermag. Die Antwott hierauf ist nach Newton nicht zweifelhaft. Vor nicht langer Zeit noch galt bei den bedeutendsten Forschern, wie Lawrence Smith, Haidinaer, Daublöe, der feurige Ursprung der Meteoriten unter hoher T mperatu: und starkem Drucke als aus« gemacht. Mittlerweile aber Hal en sich die Anfichten geändert. So schließt Reusch aus der Prüjung ilandinavischer Meteoriten, daß es keineswegs nothwendig sei, vulkanische und ähnliche Pro» zesse in einem großen Himmelskörper anzunehmen, der durch die- selben eine weitgehende Zertheilung erfayren habe. Und Daubrse sagt mtt Bezug auf denselben Gegenstand:„Es ist äußerst merkwürdig, daß ungeachtet der charakteristischen Neigung zu einer völlig destimmten Krystallisation der Silikatverbindungen, welche die Meteoriten bilden, fich nur in Form sehr kleiner Krystalle vorfinden, die durch einander geworfen find, als wenn ste nicht aus einer Schmelzung hervorgegangen wären. Wenn wir nach analogen Thatsachen suchen, so würden wir sagen können, daß, anstatt an die langen Eisnadeln zu er« innem, welche das Wasser beim Gefrieren bildet, die kleinen Krystallkörner der Meteoriten eher denen des Reifes und Schnees ähneln, welche bekanntlich durch den unmittelbaren Uedergang des Wafferdampfes der Atmosphäre in den festen Zustand ge» bildet werden." Nach Newton find nun die Kometen— und ebenso natürlich auch die Meteoriten— das älteste Produtt einer Kondcn« sation des kalten Urnebels, wobei nicht von einem einzigen Zentrum aus eine gewaltige Masse gebilbet wurde, sonvern, wie es ja auch a priori wahrscheinlicher ist, die Verdichtung in einer großen Zahl von Zentren zugleich erfolgte, woraus in der Regel nur kleinere Anhäufungen resuitiren konnten. Silizium, Eisen, Nickel, Magnesium, Kohlenstoff bilden das Rohmaterial, wo» gegen Waffer fehlen soll. In dem kalten Himmelsraume mußte die Verdichtung zunächst zu den geschilderten klein« kiystallinischen Formen führen; später wurden durch beschlänkte Sauerstoffzufuhr vorerst Silicium, Magnesium und Kohlenstoff oxidiit, während das Eisen in vielen Fällen im metallischen Zustande erhalten blieb. Bei der ersten Bildung war also keine Wärme thätig; die Verdicktungs- und Oxydationsvorgänge ent- wickelten aber allmälig eine große Wärmemenge, welche, im Vereine mit der starken Eröiyung, welcher der Meieorit oder Komet noch obendrein ausgesetzt war, wenn ihn seine Bahn in die Sonnennähe fühtte. gewaltige Umwälzungen in seiner ganzen Masse hervorrufen mußte. Die Meteoriten. Bruchstücke größerer Einheiten, zeigen nämlich bei genauerer Untersuchung eine bis in die kleinsten Thcile gehende Chondrit oder Bruchstückstruktur, welche als eine Wirkung der abwechselnden Erhitzung und Gas« entwicklung in der Sonnennähe und der Abkühlung in dem kalten Wellraume der Sonnenferne ohne weiteres verständlich erscheint. Welches ist nun, nachdem wir über den Ursprung der Meteoriten zum mindesten eine plausible Hypothese defitzen, deren weitere Rolle und Aufgabe in dem großen Haushalte des Wellalls? Hierüber find bis in die letzte Zeit die abenteuerlichsten und widersprechendsten Meinungen aufgestellt worden, und man hat, wie Newton anführt, die Meteoriten für alle möglichen Vor- gänge verantwortlich gemacht, für welche man eben keine andere Ursache aufzufinden vermochte. Sie sollten die Sonne mit strahlender Energie versorgen, die Bewegang des Mondes be- schlmnigen, andere Himmelskörper zertrümmern; fie sollten die Berge des Mondes bis zu ihrer jetzigen, im Vergleich mit den Gesammtdimenfionen des Gestirns so entsetzlichen Höhe empor« gehoben, das Material zu vielen geologischen Schichten der Erde geliefert haben; die Sonnenkorona, das Zodiakallicht, die Polar« lichter wurden als Wirkungen der Meteoriten betrachtet, die plötzlichen Aendemngen des Wetters ihnen zugeschrieben. (Schluß folgt.) Fokales. Den städtischen Parkanlagen in Treptou» droht eine schwerwiegende Beeinträchtigung. Die Attien-Gesellschaft für Anilinfabrikation beabsichtigt nämlich, ihre Fabrikanlage auf dem am Lohmühlenwcge nahe am Treptower Park belegenen Terrain zu«wettern und hat bereits diesbezügliche Zeichnungen und Beschreibungen dem Landrathsamte des Teltower Kreises ringe« reicht. Gegen diese Anlage hat die städtische Parideputation Einspruch erhoben, indem sie namentlich hervorhebt, es sei er« wiesen und könne gegebenen Falls durch gerichtliche und andere Sachverständige bekundet werden, daß Anilinfabriken in ihrer ganzen Umgebung einen süßlich widerlichen Gestank verbreiten, der je nach der Witterung sich bis zum Ekelerregen steigert. Außerdem würden auch die Blätter der Bäume leiden; abgc» sehen davon, daß das städtische Villen- Terrain, welches fich in der Nähe befindet, ganz erheblich entwerthet werden würde. Kei de« Kertiner Aerzte« soll augenscheinlich die Steuer« schraube etwas schärfer angezogen werden. Das geht nämlich aus folgendem Schreiben hervor, welches soeben allen hiefigen Hills- und Krankenkassen- Vor ständen zugegangen ist:„Auf Geund des Einkommensteuergesetzes vom 1. Mai 1851 find wir von dem Herrn Vorfitzenden der Einschäyungs-Kommisfion für klasfifizitte Einkommensteuer beauftragt woiden, die Namen- und Wohnungen derjenigen hier domizilirenden praktischen Aerzte, welche neben ihrer Praxis als Anstalts-, Armen, Gewens, Ortskrankenkaffen-Aerzte, Vertrauens Aerzte bei Lebensverfiche« rungsgesellschasten u. Ä. fungiren, sowie das denselben aus diesen Stellen zufließende Einkommen zu ermitteln. Um dieser Requisition entsprechen zu können, ersuchen wir Euer Wohl- geboren ergebenst um gefällige baldige Mittheilung der Namen und Wohnungen der bei der Ihnen unterstellte» Kasse be- schästigten Aerzte. sowie der denselben aus Viesen Srellen zu« fließenden Einnahmen. Steuer- und Einquartierunas-Deputation des Magistrats. Adth. il. gez. Hagen." $ttr Permridnng von Perkehrs störnngen bei G?» legenheit de»»»vorstehenden Ktralaner Fischzng»», bei welchem am Sonntag, den 19. d. M., eine Vorfeier, am 24. das eigentliche Fischzugsfest und am Sonntag, den 26., eine Schluß« frier stattfindet, werden für drei Tage folgende Anordnungen gettoffen: Der Weg nach Stralau durch die Mühlenstraße, die Warschauerstraße und über die Oberbaumsbrücke wird von 6 Uhr Nachmittags an für Wagen und Reiter gesperrt. Dieselben haben von dieser Stunde ab den Weg nach Stralau von der Frankfurter Allee aus durch die Boxhagenerstraße einzu« schlagen. Die Oberbaumsbrücke bleibt auch für die von Stralau zurückkehrenden Wagen und Reiter von 7 Uhr Abends ad gesperrt. Die Grbohrung eine» SoolqnrUe, wie wir sie jetzt im Hofe des Admiralgartcnbades mitten in Berlin fließen sehen, bat bereits in den Wünschen der früheren Fürsten der Mark Brandenburg gelegen. Kosten haben fie fich genug gemacht, um Soolqucllen in der Mark zu erschließen. Sic fielen aber Aden« eurem in die Hände, welche ihnen ihr schweres Geld abnahmen und sie schließlich noch mit Prozessen beim Reichskammergericht heimsuchten. So erbot stch 1545 der Brunnenmeister Leonhard Reimann aus Reuburg vorm Walde gegen 200 Thaler Reise- teld, Bezahlung seiner ersten Zehrung und Einrichtung und Vorschuß von 3000 Gulden, bei Belitz Soolquel-en zu erschließen. Drei Jabre später setzten das von ihm begonnene Werk die Ge- drüder Ritlas und Hertmann Hirsch aus Joachimsthal in Böhmen fort. Gelänge ihnen das Werk, so sollten fie eine Gratifikation von 8000 Thalern erhalten. In Belitz begannen die Gedi üder Hirsch zunächst zu schlemmen und zu prassen. Der Kurfürst sandte nun im November 1549 eine Untersuchungs- kommisfion an Ort und Stelle, vor deren Ankunft die beiden Hirsche jedoch verschwanden. Im Januar 1550 ging der Kurfürst selbst nach Belitz; er fand das angefangene Werk untaug- lieb. Im Juli 1550 verklagten die Brüder Hirsch den Kur- fürsten beim Reichskammergericht. Der Prozeß zog stch bis 1569 hin und endete nach vielen Kosten durch einen Vergleich. Kurfürst Johann Georg wandte neue Summen an das Beliyer Werk, aber zu einem entsprechenden Ertrage scheint dasselbe nie gekommen zu sein. Reste des Werkes standen noch um 1795. Der Salzhering ist das nothwendige Korrelat zum Bier, für Deutschland also seit alten Zeiten ein überaus wichtiger Importartikel. Der frische Hering dagegen, dessen Wohlgeschmack man an den Küsten so sehr zu würdigen weiß, ist in seiner Schüchternheit noch kaum ins Innere von Deutschland vorge- drangen. Seine angebliche Transportunfähigleit vorschützend, hat er sich noch nicht zu jenem Massen- Einbruch entschließen können, ohne welchen eine vollständige Eroberung und Fest- setzung nicht möglich ist. Jetzt kommt eine ungeheure Verstär- lung von Norden her, und der gesalzene wie der frische Fisch werden fich in unzählbarer Masse auf Zentraleuropa stürzen. Mit Ende dieses Monats beginnt an der schwedischen Küste wieder der Gamheringfang. Mit dem rationellen Fang dieses Sommcrherings ist erst im vergangenen Jahre der Anfang ge- macht warten und soll derselbe für die Fischer ein lohnender geworden sein, so daß fich in in dieser Saison die doppelte An- zahl Fischer mit dem Her.ngsfang beschäftigen will. Die Exporteure bemühen fich infolge dessen auch, ein größeres Absatzgebiet für diesen Hering zu schaffen und wollen denselben, thcilweise mit Salz besprengt, theilweise in Eis verpackt, nach Deutschland exportiren. Auch der Gothenburger Export des schwedischen Winterherings scheint immer größere Dimenstonen anzu- nehmen. Tie beiden größten deutschen Heringsfirmen in Gothen- bürg bauen zu diesem Zwecke, im Verein mit einer Konen Hagener Firma, einen schnellgebenden Dampfer, speziell zum Transport frischer Heringe von Marstrand direkt nach Pommern bestimmt. Der Dampfer wird auf der Kieler Werft Howald gairz aus Eisen und Stahl erbaut, bekommt eine sehr starke Maschine und vorn am Bug sehr starke Eisen- und iotahlplatten, um sich eventuell durch Einbrechen Eingang in die betreff.nden Hä'cn Wolgast und Swinemünde, zu verschaffen. Die Fahrgeschwin- digkeit soll derartig sein, daß der Dampfer bei regulärem Wetter in vierundzwanzig Stunden die Reise von Marstrand nach Swinemünde oder Wolgast zurücklegen kann. Außerdem werden bei dem Dampfer Einrichtungen getroffen, daß die Ladung nicht durch Maschinenwärme leidet, vielmehr bei wärmerer Witterung die Räume abgeküolt werden können. Im Falle fich der Be- trieb dieses kostspieligen Dampfers lohnt, wollen die betreffenden Firmen im nächsten Jahre zwei weitere Dampfer bauen. In Gothcndurg wünscht man den Unternehmern, die fich durch den Vertrieb der kolossalen Heringsfänge Verdienste erworben haben, viel Glück zu dem Dampferbau, der auch ein beredtes Zeugniß ablegt von dem Unternehmungsgeist dieser deutschen Exportfirma in Gothenburg. Ginzelur der Crntefeste, die jetzt in den Biergärten Berlins und der Vororte gefeiert werden, bewegen stch leider in Jormen, die den jugendlichen Tdeilnehmem wenig angepaßt erscheinen. Vor allen Dingen erscheint es mehr als bedenklich, den„Schulmeister" bei dieser Gelegenheit als Hanswurst zu verwenden. Diese Feste find in erster Linie Kinderfeste, und Hu derte von schulpflichtigen Knaben und Mädchen nehmen an jedem derselben Theil. Die Szenen, in denen der devote Hungerleider dargestellt wird, find ja bekannt. In der wunder- lichsten Auestattung, mit Buch, Rutbe und Brille versehen, muß er dem Amimann die Hand küssen, von allen Mitwirkenden als„Schulmeisterlein" sich hänseln lassen, und außerdem fällt ihm die Aufgabe zu, die anwesenden Kinder in den Pausen zu de- lustigen, d. h. auch ihnen als Gegenstand ihres Muthwillens zu dienen. Die Berliner Jugend hat Witz genug, diese Dinge zu dem eigenen Schulleben in Beziehung zu bringen. Manchem Kinde mögen nicht nur in den nächsten Tagen die Eindrücke so eines Erntefestes auf der Schulbank in die Erinnerung kommen. Die Schule hat deswegen ein Recht derartige Darstellungen vor Kind rn als ungehörig und schädlich zu bezeichnen. Die Schule, die den Kindern das Gebot:„Du sollst Vater und Mutter ehren".inprägt, darf auch von den Eltern so viel Achtung vor der Schule und ihren Lehrern fordern, daß fie die Kinder von Vergnügungen fernhalten, die geeignet find, die Schulzucht zu untergraben. Eine derartige Verspottung und Verächtlich- machung der Lehrer auf solch n Kinderfesten ist eine Ungehörig keit, der man in Berlin nicht mehr begegnen sollte. Die Ver- anstalter solcher Belustigungen würden mit geringer Anstrengung ihres Wiyes auch andere Hanswuriifiguren zu finden wissen, die zu dem Kinde in weniger innigen Beziehunuen stehen. Vor allem aber haben die Eltern die Pfl cht, die Autorität ihrer Mllardetter an der Erziehung ihres Kindes so viel zu wahren, daß fie zu solchen Festen, auf denen der Lehrer das gehänselte Subjekt ist. ihre Kinder nicht hinführen. Für die Kommunatbestenernng auf Grund des neuen Kommunalabgaden- Gesetzes vom 27. Juli 1885 find kürzlich vom Oberverwaltungsgeiicht in zwei allgemein interesstrenden Fällen prinzipiell bedeutsame Entscheidungen ergangen. In einem dieser Fälle hatte stch in einer Fidrik ein Konsumverein Sebildet und bestand seit Jahren, beschränkte jedoch seinen Ge- hättsbetrub nur auf den Ankauf von Maaren für seine Mitglieder. Eine bestimmte Rechtsform war für das gegenseitige Recktsoerrältniß der Mitglieder sowodl, wie für das Verhältniß des Vereins dritten gegenüber nicht vereinbart worden, eben weil dies bei d.m einfachen Geschäftsbetriebe nicht nötbig er schienen war. Auf die Beschwerde einzelner durch den Verein sich geschädigt glaubender Gewerbetreibender veranlagte der Magistiat den Konsumverein zur Kommnnalsteuer. Das Ober» verwaltiingsgeriwt erklärte diese Steuerveranlagung für ungesetzlich, da der Verein nicht zu der Zahl der im 8 1 des Kommunaladgaben- ges.tzes bestimmt aufgeführten Rechissubjckte gehöre und es nicht zuläffig fei. die Eteuerpflicht weiter auszudehnen, als durch das Ges.tz not geschrieben sei.— Unter Hinweis auf denselben ist «uch in einem anderen Falle die Veranlagung einer Konkurs- m ffe uit Kommunalbesteuerung für unzulässig erklärt worden. Hier führte das Oberoerwaliungsgericht aus: die Konkursmasse gehört— gleichviel, ob man diese, was dahin gestellt bleiben kann, als Fördenn s.lbstständigcr Vermögensrechte ansehen will — in keinem Falle zu denjenigen Rechtssubjekten, welche nach Vorschrift der Gesetze der Besteuerung unterworfen werden können; am wenigsten kann fie zu denjenigen juristischen Personen gerechnet werden, die im§ 1 des Kommunaladgaben-Gesetzes aufgezählt find, da es an einer gesetzlichen Bestimmung mangelt, welche ihr diese Eigenschaft beilegt. Ueber dir Urrteguna drr Ringbahnlinie der Großen Berliner Pferdedahn vom Prenzlauer Dhor� an durch das neue Siadtviert.l auf dem ehemaligen Alten Schützenplatz erfahren wir Folgendes: Die Ringbahnwagen, welche bis jetzt den so- genannten B.rg auf der Fliedenstraße mittelst Vorspann bis zur Wemstraße hinter dem Reuen Königsthor paifiren. weiden nach Beendigung der neu jevt»rojeftirten duichg.legten Jostystraße die Mendelsohn- und Meyerbeerstraße durchlaufen und die Reue Königstraße durchkreuzend von da aus in die Nebenstraße der- selben, die Barnimstraße, cinpasfiren, welche fie bis zur Quer- straße der letzteren, der Büschingstraße, befahren. Durch einen bereits geschehenen, oder noch in Frage stehenden Ankauf des Friedensgartens, eines direkt am Friedrichshain gelegenen Garten- restavrants, wird die Büschingstiaße verlängert werden, um so der Pferdebahn das Einmünden nach der Friedenstraße am Friedrichshain zu ermöglichen. Es würden also die Berge, bei welchen der Vorspann nöthig, gänzlich vermieden, ja sogar Fahrzeit gesparrt werden, wozu noch kommt, daß der Verkehr in diesem volksreichcn Viertel ein ungleich bedeutenderer ist, als in der einsamen Friedenstraße am F.iedrichshain und auf dem Berge. Vor Anfang nächsten Frühjahres wäre aber, wie unser Gewährsmann mittheilt, die Legung dieser Linie nicht zu er- warten da der Durchbruch der Jostystraße nach dem Prenzlauer Thor abgewartet werden muß. Da« Gebahrr» riurr gewisse« Art vo« Geschäft«- le«te« wird durch folgenden von der„Staatsd. Ztg." mitge- theiltcn Fall treffend gekennzeichnet. Hatte da ein Dienstmäd- chen, welches die leer stehende Wohnung während der Badereise gut bewahrt hatte, von der Herrschaft ein Geldgeschenk be- kommen, um fich einen neuen Mantel zu kaufen. Sie begab stch voll Freude zu einem in der nahen Rosenthalerstraße wohnenden„Konfestionär", der ihr mit vielen Komplimenten und großer Zungenfertigkeit ein Exemplar von Mantel auf- schwatzte, das äußerlich zwar sehr gut aussah, an dem fich aber bei näherer Bestchtigung zu Hause mehrere gestopfte Mottenlöcher zeigten. Der Konfektionär und seine Frau weigerten fich, als das Mädchen traurig zurückkehrte, entschie- den, den Mantel zurückzunehmen, und erst als das Müschen nochmals zurückkam und drohte, der Polizei Anzeige zu machen, bequemte fich das saubere Paar zur Zurücknahme, nickt ohne daß von Seiten der Frau die Aeußerung zu ihrem Manne fiel:„Run, da können wir ihn ja einer Anderen an- schmieren!" Eine neue Ktöckersche Geschmacklostgsteit. In der Unterhaltungsbeilage zum„Deutschen Volksblatt", dem„Deutschen Untcrhaltungsblatt", findet stch folgender Witz, den wir, um die Höhe der Stöckerschen Geschmacklosigkeiten zu kennzeichnen, niedriger hängen wollen:„Eine Rechnung für einen schwäbischen Pfarrer lautete folgendermaßen: Rechnung vor Herr Pfarrer... in... vor Schumacherei. 1. 8. 10. 20. 30. Aug. .hm durchaus gesold und eingefaßt. Jungfer Lerchen gesold und eingefaßt. Dan Gustav grad geklopft und gerüstert Das Kind zugened....... Die Frau Pkarr und Jungfer Lene zu- sammengeflicht......... 2. Sept. Den Fritz einen Rister aufgesetzt... fl. 12 kr. 1; 5. 15. Ihn einen Strupfer angeneö Di? Jungfer Male überzogen und ein- 24 6 6 21. &L 36 25. 26. 30 15 18 _ e Marie oben vorne zugened und ge- rustert............ Den Gustav angespannt und zugened. Die Jungfer Male untergelegt unv Ihm Panvofel geflickt........ Allerliebst für ein„Deutsches Famflimblatt". Da» sündhafte Kerlt«. Am letzten Sonntag hat in dem Dorfe Born.m bei Potsdam ein Misstonsfest stattgefunden, bei dem es recht erbaulich zugegangen ist. Die Predigt hielt Pastor Schall aus Cladow, bekannt durch seine agitatorische Thätigkcit in Spandau während der letzten Reichstagswahl. Stadimisfiorar W egener aus Berlin schilderte später in einer Versammlung im Horn'schen Lokal die Zustände in Berlin. Seine Rede gipfelte, wie die„Potsv. Nachr." berichten, darin, daß alles Uebel von Berlin käme. Vieles sei aber durch Stöcker's Bemühungen schon besser geworden. Vor zehn Jahren seien die Berliner noch zerlumpt umhergelaufen, viele seien nicht ge- tauft resp. getraut gewesen; von erftcren wären es jetzt ein Viertel, von letzteren ein Drittel und zwar lediglich durch die Bemühungen der Stadtmisfion. Herr Wegen« theilte dann mit, daß er einen Trauanzug für Männer und einen solchen für Frauen beschafft habe, den er unentgeltlich ausleihe und der vielfach benutzt werde. Weiter führte Redner aus, daß in Berlin seitens der Stadt seit dem Jahre 1872 keine neue Kirche erbaut sei, dagegen aber ein schönes Rathhaus und viele Schulen. Berlin sollte es dock so machen wie die Kaiserin Augusta und die regierende Kaiserin Augusta Viktoria, welche alle Bittgesuche, die an fie gelangten, durch die Stadtmisston erledigen ließen und derselben dazu Mittel zur Verfügung stellten. Viel Schuld an den Zuständen in Berlin trage die schlechte Presse. Pastor Schall fordert hierauf zu Beiträgen für die Stadtmisfion auf. Das Potsdamer Blatt bemerkt, daß man es einem Theil der Zuhörer ansah, daß fie auf die Zeit warteten, wo im Horn'schen Lokal die Tanzmufik deginnen würde, was um 5 Uhr geschehen sollte, stch durch die Vorträge aber bis um 6j Uhr verzögerte. Daß übrigens bei der oslhavelländischen Landbevölkerung die Ausführungen der Redner nicht ungetheilten Beifall fanden, bewiesen zahlreiche Zwischenrufe, namentlich mehrmals der Ruf: „Ist Alles nicht wahr!" Die Bezeichnung der Aeidereitergasse schreibt fich aus ejmr Zeit her, als rings um die Tbore Berlins noch Wald und Haide grünten, deren Holz und Aecker von dem Magistrat ver- pachtet wurden. Die behördliche Verwaltung dieses Gemeinde- befitzes lag in den Händen eines der damaligen vier Bürgermeister, welcher den Titel„der H> ydeherr" führte. Zur Voll- ziedung und Uebcrwachung seiner Anordnungen waren „Forstvedicnstete" angestellt, welche, je nachdem fie beritten oder zu Fuß ihre Thätigkeit ausübten,„Heyde- Reuther" und„Heydc- Läuf r" genannt wurden, lieber ihre Pflichlen sagt das„Rath- häußlickc Reglement der Restdentzien Berlin v. 21. Febr. 1747" im Titel 16:„Die„Heyde Reuth«" und„Heyde-Läufer" sollen auf des Magistrats und der Stadt Heyden fleißig Ackt haben und selbige täglich bereiten und belaufen, damit ohne Erlaubniß kein Holtz möge voraus gebokt werden. Sollte stch jemand finden, der ohne Erlaubniß Holtz hauete oder wcgholete, müssen fie denselben ohne Ansehen der Personen, wann gleich der Knecht bei Jemand aus dem Rath in Diensten wäre, pfänden, die abgenommenen Pfänder unvorzüglich zur Cämmney liefern und den Thäter dem Praefidenten(Ob«bürg«mcister) anzeigen." Wessen man fich ferner bei diesen Forstbediensteten zu gewär- tigen hatte, darauf läßt ein weiterer Paragraph desselben Titels schließen, welcher lautet:„Wenn ihnen vom Magistrat in Rathbäuslichen Sache wohin zu reiten oder zu laufen befohlen wird, sollen fie solches unverdrossen bewerkstelligen, insonderheit die ihnen aufgegebenen Exekutiones in den Dörfern nach denen dazu«halten en Befehlen getreulich verrichten, und solche nicht überschreiten, noch die Lenthe mit Exekutionsgebühren über- setzen, sondern fich mit dem, was ihnen zu nehmen erlaubet, begnügen." K-rhaftung.. In Berlin wurde am Montag der Zeitungs- Expeditor Stephan Hollos aus Wien, welcher am 29. Mai von dort flüchtig geworden ist. verhaflet. Hollos hatte im Laufe drs Monats Mai dieses Jahres d« Tante seiner Gattin, der Kaffeeschänkerin Elisabeth Wagner, Alsergrund, Berggaffe Nr. 28 wohnhaft, aus einem Koffer nach Aufsprengung des Schlosses 6 Sparkassenbücher, zusammen auf Einlagen von 7C00 fl. lautend, dann�Pretiosen im Wnthe von 150 fl. gestohlen. Die Einlagen der Sparkassenbücher hatte er dehoben, den größten Theil des G-ldes im Spiele verloren und v«geudet und sich hierauf in den letzten Tagen des Monats Mai aus Berlin geflüchtet In dem aufgesprengten Koffer hat Hollos einen an die Beschädigte mwmsm Airline «r, wo Mdbst % *«« gegen mich die Strafanzeige, so bin ich durch eine Kagel# und Sie haben wed« Geld noch Ihren Hollos. Warten» hingegen ruhig, so komme ich nach Jahresfrist als reicher»j zurück und dann werden wir Alle glücklich sein. Ihr tr2 Reffe Stephan Hollos."— Frau Elise Wagner, welche l»: diesen Gaunerstreich um ihre sämmtlichen Eisparnisse gekraj| ist, hat trotz der Versprechungen und Drohungen des Verdreh die Strafanzeige erstattet und sogar auf die Aufgre>funs> Hollos und die Wied«nlangung des entwendeten Geldes» Belohnung ausgesetzt. Stephan Hollos, welch« zu Mhea Ungarn gebürtig, nach Baja zuständig und 23 Jahre a» fl wird nach Durchführung d« Auslief«ungs Unterhandle«"Qr A nach Wien eskortirt und dem dortigen Landesgerichte eingebt rFen 5 werden.'.i' Do« einer barbarischen Ueberschreitnng be» 2, �ts tigungsrechte» von Seiten eine» Lehrer« wird uns sme irgi gendes geschrieben: Vorgestern Vormittag wurde ich von we«nrordei Fiau von dem Bau Fennstraße Rr. 27 abgeholt und i~yen» w wegen einer Züchtigung, welche d« Rektor Klebe von j?««a 167. Gemeindeschule in der Brunnenstraße meinem zehn i? r«usmc allen Sohn Georg hatte zu Theil werden lassen. Die 5%" laffung zu j)et Mißhandlung soll eure Lüge gewesen fem-, M! die sich mein Sohn angeblich hat zu Schulden kommen lassen.-1 tif Sohn soll nämlich beim Turnunterricht gefehlt haben, uns»j» n gleich ihm mehrere Mitschül« bezeugten, daß das nicht der-*™ie. war, schlug der hier benannte Rektor auf eine Meldung yen, Turnlehrers den Knaben so, daß mir der Herr Doktor f•Wegen, länd«, Brunnenstraße 33, das folgende Attest ausstellte:» rj"« ve, heutigen Tage gegen 3 Uhr Nachmittags war d« Zimmer» xbeidtg Herr Robert Schulz, Strelitzeistraße 51, mit einem Knabe»"Stetf« 4o«i c/iuucu �ucuoeiiuuBe 01, rnu einem jiuuv-, etwa 10 Jahren, d« sein« Angabe nach sein Sohn s-w'k bei mir. An dem Körper des Knaben war folgendes�' Mhleu statiren. Auf d.m Rücken befanden fich eine größere W Wen.„ blutunterlaufener Striemen; an einzelnen Stellen hat das-� Wien cxtravasat schon einen Stich ins Gelbliche angenomw»-, � größte Anzahl dies« Striemen befindet fich auf der li. lc»� nach innen, vom linken Schulterblatte aus. AußerW»� find dieselben besonders zahlreich auf dem Gesäß zu(.Ww einzelt finden fie fich am linken Ob«schenkel. Auxeit*»� der Knabe übet Schmerzen in der linken Schenkelvr Knabe behauptet, mit einem Rohrstock geschlagen roori Der von mir vorgefundene Thatdestand läßt diese A> durchaus wahijcheinlich elscheinen. Berlin, den 15. A Dr. med. Friedländer, Arzt."— D« entrüstete«MW mißhandeltin Knaben wird die Sache natürlich wev»| folgen. ■ Kr ccti Da« postmuseum in der Leipziger Straße,. ,51 L. �rebs Whe, ywe y in uci �clpzigci*4 längere Zeit hindurch behufs Ausführung von Baulickkr?! schloffen war, ist nunmehr wieder wöchentlich zwei 3** Montags und Donnerstags, von 11 bis 1 Uhr geöffnet Sammlung ist durch mancherlei Neuerwerbungen in jW bereichert. q Waghalsigem Spiel dürfte ein blühendes jung�' eim�A.� zum Opfer gefallen sein. Vor dem Eckbause der Kurfürl'� gv/ Feh Frobenstraße vergnügte sich vorgest«n Nachmittag 6 Uhr � I jähriger Knabe damit, auf das vor dem Haufe besindliäst' �.Oerrn Gitter des Vorgartens zu klettnn. Auf d« Höhe verlor? gW thc Gleichgewicht und stürzte so unglücklich auf Die in � C?»"« endenden Gitterstangen, daß dieselben ihm den Hals fst' tü�ftfica der Kehlkopfstelle durchbohrten und noch tief t Mundhöhle eindrangen. Der so verunglückte Knabe Elisabeth Krankenhause untergebracht; sein Zustand soll w los sein. Uicht geringe» Aussehe« erregt im Mittel' Stadt d« Selbstmord eines namentlich in israelitiicke� bekannten Mannes des Inhabers der hebräischen Buckb PH. Deutsch, klosterstr. 15. Derselbe, ein alter JungM schon seit länger« Zeit leidend und nur mit großer 3 lang es ihm, sein ausgebreitetes Geschäft, welches er alle zu verwalten. Am Montag blieb der Laden desselben" Tag über geschloffen und die Kunden mußten«f„ Sache wieder umkehren; als derselbe auch am DlennW nicht geöffnet wurde, schöpften die Nachbaren Vervaidt- fich nach dem ersten Stockwerk, welchen Deutsch all-in ließen die verriegelte Eingangsthür öffnen und fanden glücklichen Mann, welcher fich eines trefflichen Rufes 1» der Geschäftswelt als bei Privatleuten erfreute, an �. erhängt, als Leiche vor. Wie es scheint, ist Meli Kummer über seine schlechte Gesundheit der Grund z mord gewesen * Die«atteumörderi» W der wurde gery mittag per Droschke nach der Morgue gebracht, uiv/ Gegenwart des Herrn Untelsuchungsrichtels Richter ihres Mannes zu rekognosziren. Der Ermoidete lag dem Seziitisch, aber das als Mordwerkzeug benutz» noch genau so im Kopf des Unglücklichen, wie es darin vorgefunden war. Der Schlag, durch Instrument bis ans Heft in den Schädel des MA drang, muß mit äußerster Kraftanstrengung geführt und man sollte kaum glauben, daß eine Fcau vo»■ schaffenbeit der Mörderin einen derartigen Hieb führ«' Frau Weber ist 28 Jahre alt und von Statur; das Gestckt wird von blonden Haaren cinW jjfl die Leiche ihres Gatten geleitet, bezweifelte fie � W Identität, weil das Geficht geschwollen und our»�s hh,,.' ronnene Blut sehr entstellt war; nachdem man aber L. h etwas gereinigt hatte, bestätigte fie unt« lautem, der grausig entstellte Köiper der Leichnam ihres � Elches e Hi« auf wurde die Sezirung von dem ger'®11' verständigen, Herrn Medizinalrath Dr. Wolff begov f gleich der Transport in all« Stille«folgte, hatte%%%%," eine große Menschenmenge vor der Morgue anges®"� Weite«, die Mörderin bei der Rückkehr nach dem Untersuch 11«schenm niß mit lauten Verwünschungen überschüttete._ Regnet d Im Teltow.r Kee«trank, wie wir in Nr.'* f Sm Blatres berichteten, am Sonntag der Steindruo�k gtj Plessow beim Baden. Einige Kollegen des Verunglu®Al Ahnend Augenzeugen des Unfalls waren, ersuchen uns u® A MI.% folgenden Schreibens:„In Betreff der Notiz ubfmj** vor@ des Steindruckes Julius Plessow theilen Ihn«, die noch tt.. neten folgendes zur Richrigstellung mit: Mit Einsetzt« � ganzen Kräfte suchten wir unstrcn Kollegen zu rft»"'Ä?!onb h, selbe aber schon vollständig leblos war, als wir If1"? Äß und er uns durch sein Körpirgewicht wiederHoll zog, so befanden wir uns schließlich in solcher Ledens�t mgen,>> wir, als d.r Körper des Plessow uns unt« den �(Ur loten ging, ohne überhaupt ein einziges Mal u®, M Mo zu haben, uns selbst kaum unter den größten*£?<« ai ans Land retten konnten. Dann, mit den CWiW] Wen hüml herri K. bei .Sanzis %n, i htei Wrtn« Nug« al SS «?ffnd< I i, An" unl K 5*, im schritten nicht vertraut, begaben wir uns, unter Baarschatt des Verunglückten, nach Berlin, um-, ansässig find, die Meldung auch hier zu machen-: «fuhren wir jedoch, daß die Angelegenkeit Sack» L Behörde sei. und meldeten demnach pfl-.chtgem"»- Fall in Teltow an. Vorstebend.s ist auch zu V worden. Ernst Rotte, Steindruck«, KurfU" gfl H.inrid) Prüfer, Steindrucker, Frobenstraße 21 l Steindruckei, Wilmersdorf. Die«tf städtischen Schwimm- und?,' find in der Woche vom 5. bis 11. August ds. 0 von insgesammt 34 942 Personen benutzt hörten 23 940 dem männlichen, 11 002 dem weib», r an. Von dem Mesammtverkehr entfielen 29 7 L die acht älteren Badeanstalten, d« Rest von us die drei neuen Schwimmanstalten an der W®». und unter der Schillinpsbrücke Am Sonntag, de« 19. d. Schwimmkiud».Hecht" unt« MltwirkuM' % i ite W* Warle» � reicher welche d» iffe«cW lcs Lv ufgreifunjj n©fit«!* Segler" und der Schmöckwitzer Segler om Restaurant j£e8|etf(f)I5{;chen" in Schmöckwitz bei Grünau ein humoristisches �vnnmfest, das einen heiteren Verlauf zu nebmen verspricht. ..—!wiy jft am bequemsten zu erreichen vom Görlitzer Bahn- .�selbst schon früh 5 U. 15 M. und von 6 U. 35 M. ______ ein Zug abgeht, ebenso vom Schlefischen Bahnhof, jjwbft die Züge von 5 U. 21 M. früh stündlich mit Umsteigen f�uohannisidal Verbindung nach Schmöckwitz haben. Anfang ,,....., j gW präzise 3 Uhr Ziachmittags. zu Wohco,_®m Landfrirdrttvbrttch versetzte am Dienstag Abend Jahre all',„«nwohner des Weddings in ungeheure Aufregung. Gegen ltcrhandluri Abend betrat ein Mann das Geschäftslokal des Kolonial- hte eingfl"' Kaufmanns K., Weddingstr. 2, und verlangte von dem A z lkldst allein anwesenden Gehilfen H. Zucker; während der 10 des I' M>wls das Verlangte verabreichen wollte, begann der Fremde wird uns' SWe ngend welche Veranlassung das Lokal zu demoliren. Eine ich von nin«Forderung des darüber entrüsteten H., den Laden'u ver- olt und> �>en, wurde von dem Tumultuanten mit höhnischen Redens- Uebe von P"» beantwoUet, worauf der Kommis denselben zur Thür em zehn y Auswarf. Dies war für die draußen stehenden, anscheinend Die"»l den Störenfried wartenden Kollegen das Signal zum Anlesen sew� U! dieselben drangen in den Laden und hinter den Laden- en lassen, v"JJ- rissen H. hervor, schleppten ihn auf die Straße laben, un5, S® mißhandelten denselben auf eine ganz entsetzliche nicht deriss�iie. Mehreren Männern, die in der Nachbarschaft Melvun»?"Jwm, gelang es. den Blutüberströmten seinen Peinigern zu Doktor ißj'jjwhen, wobei sich ein regulärer Messerkampf entspann. In verbarrikadirten Keller des Hauses Weddingstraße Nr. la ?«erdigten die Hausbewohner den H. gegen die zahlreichen Merfer, welche den Keller stürmen wollten, erfolgreich, bis liche Hilfe kam; ein Polizeiossizier und eine Abthcilung � bleute erschienen auf der Kampfesstätte, um Ordnung zu Jz"' �-er Tumult hatte inzwischen derartig überhand ge- 7 w!"en- daß die nächstgelegenen Läden geschlossen werden �flen und ein Fleischerladen durch Polizeimacht mit Gewalt Wumt wurde. Vier der Rädelsführer wurden verbastet. H. J? schwere innerliche und äußere Verletzungen erlitten und Mde mittelst Droschke nach dem Lazarus Kiankenhause geschafft. währte längere Zeit, bis die Ruhe unter de« Menschenmassen hergestellt werden konnte. »erhaftuttg einer Ginbrecherbande. Heber einen ugen Fang, welchen die Berliner Kriminalpolizei gemacht meldet eine hiesige Korrespondenz folgendes: Vor einigen brachten die hiesigen Zeitungen eine Notiz, wonach ein �rlneinbruchsdiebstahl bei dem Weißwaarenhändler Krisch, Echönhauserstraßc, verübt worden war. Die Details über us stellte r Zimm :m Knabeis ?ohn s-� lgenoes" n"lR> enoaruimi i der KaWS Außei�� ! zu stg'w Äußert irfelbr� wor liefe Ai 15. A stete iich Straße, SaulM i zwei v» ; iüS- -s iungsf' befindlich� »he verlol. die in' - Hals 9** tief e Knabe nd soll W Mittel! aelitijche� en Buch .-Junggew L?» ssetden l'rA Verv-chl- h all stn bd d fanden Rufes so. le, an b*. t Melai stund 9» bw o�bftohl, die Qualität der gestohlenen Waarerr waren in ?! Zeitungen genau angegeben worden und die Kriminalpolizi Mte eifrigst nack den Einbrechern. Da erhielt am Dienstag C�wittag der bestohlene Herr Krisch einen anonymen Brief, o�lchem ihm mitgetbeilt wurde, daß der Schreiber desselben kzbem Einbruchsdiebstahl in den Zeitungen gelesen und ihn einÄsblige. daß der Beschreibung nach sich seine Waare bei Fehrbellinerstraße 44 wohnenden Wittwe, Handelsfrau �uittid, befände. Herr K. fuhr sofort mit diesem Schreiben Herrn Kriminalinspestor von Hüllcssem und dieser thatkröftig ein. Der Bestohlene und mehrere �rstttte begaben sich zu der Hehllrin in der Fehl- Mnerstraße und als dieselbe ihnen die Thüre geöffnet, Mberkte Herr Krisch in den Haaren der Frau einen lthumuch geformten Kamm, welcher nur aus seinem Waaren« herrühren konnte. Nunmehr wurden sämmtliche Waaren i. bei der anfänglich Leugnenden gefunden und außerdem ganzes Lager von Waaren aller Art wie Leinen, Strümpfe, en. Handschuhe, die sämmtlich von anderen Diebstählen rühren scheinen. Der wichtigste Fund aber, welcher bei der �.-.rin gemacht wurde, war ein Korb, in welchem sich nicht Nuger als 400 Dietriche» die ganze„Tantelei":c., befanden. -- m" QTrHandelssrou gestand nun ein, daß sie die Waaren von den «ßMachtcr Ehlers'schen Eheleuten in Fnedrichsfelde gekauft; diese J sind alle Bekannte unserer Kriminalpolrzei und waren nach k feiger hinterttstiger Todtlchlag ist am Mittwoch rrde gest mitgenommen." Natürlich hätte die Fahrt bis Wien nur da einer außergewöhnlich günstigen und konstanten WindströniM aus Westnordwest gelingen können. Ein Telegramm des Kor«' spondcnzbureaus meldet aber:„Der von der hiestgen irtsaw Ausstellung Abends mit dem Luftschiffer Simmons und M Passagieren aufgestiegene große Luftballon, mtt welchem ew Fahrt bis Wien unternommen werden sollte, ging nach ww stündiger Fahrt wegen ungünstiger Luftströmung unweit gate nieder."_., Uem-Nork. 12. August.(Das Ricscnfloß.) DerVersu». Eh 9*'"tel Hell Gate von 7 Schfippdampfern befördert, an seinem stimmungsort im East River angelangt. Die Balken find w» Ketten und Eiscndrähten aneinandergebunden. Der TransM einer solchen Masse Holz auf gewöhnlichem Wege würde otiuw Dollars kosten. Die beiden Schleppdampfer, welche das aus Neu-Schottland hierherzoaen, erhalten nur 4500 DolM und man glaubt, daß die Eigenthümer einen Gewinn 75000 bis 100 000 Dollars herausschlagen werden. Nrw-Nork, 13. August.(Eisenbahnunglück.) Auf«S Ericbahn bei Shohola fuhr heute Morgen ein Güter Felsstücke, welche durch den heftigen Regen auf das Gel. schwemmt worden waren. Der Zug wurde aus dem Geletie g� worfen und gleich darauf fuhr ein Personenzug in den er gleisten Zug hinein, infolge dessen der Personenzug ernen Fuß hohen Damm hinabstürzte. Die Wagen fingen Feuer# verbrannten. Der Heizer konnte aus den Trümmem nicht W vorgezogen werden und soll fich erschossen haben, v- Flammen ihm nahe kamen. 40 Personen wurden verletzt, JL j unier einige schwer. Der erste Wagen enthielt 6 Reitmmi"um und 14 Rennpferde. Die Reitknechte wurden alle verletzt u»' 12 Pferde verbrannten. M Ausplünderung vo» Auswanderern. Es ist wiederholt über die unsauberen Kniffe der New-Uorker berichtet worden, welche die neu ankommenden Äuswanflg* den Bureaux von Castle-Garden in Empfang nehmen.% dings wird über dasselbe Thema folgendes berichtet: die amtliche Untersuchung der Skandale in Castle-Garden?� am 31. August 1887 ihr Ende erreicht und ein Materials Tage gefördert hat, welches die Behörden zu schleunigstem�.. schreiten hätte veranlassen müssen, herrschen heute, nachdem*«i" ein Jahr seit dem Abschluß jener Untersuchung vergangen., i 0% noch immer Zustände in Castle-Garden, die jeder Beschem spotten� So waren z. B. in der Nacht vom 5. zum v. Mc 6000 Menschen in der Halle eingepfercht— obwohl. eigeM� nur Raum für 2000 vorhanden ist— wegen der Unsäbift� der Eisenbahnen, dieselben nach dem Westen zu befördern-* mot ftdfl rnttr�nry imrtr A#** r ,i n STT? v» am anderen Morgen fortgenommen, M ......" so hensckte in*! meisten wurden zwar da während des Tages wieder 4000 ankamen. ,v•- m, nächsten Nacht wieder ein entsetzliches Gedränge. Die% der langen Seereise ermatteten Männer, Frauen Kinder mußten auf dem harten Fußboden kampircn m in den Ecken und Winkeln gekauert, wie die zusammengepreßt, die lange Nacht verbringen. Dock da». nicht alles. Die Armen wollen auch essen und trinken- drängen. und stoßen fich jw der engen„Bar", Hab V'atS k* Ausn Rollen j Vers Wen lau}«weil «fe jjmber a wie Sic MSlofft wenig Waare für theures Geld, so daß die mitgebrachten 1*6 bjßnftine Goldstücke gewaltig zusammenschrumpfen. Der GelvweM ,,» will auch sein Theilchen verdienen, wenn er die Zwanzig-�., I ü*,_ m stücke in amerikanische Münze umsetzt; die Eisenbahnagts U*____ �...... fit.*. lfcU,O0nI p, was nur möglich ist- i diesem Fall um so unvcr ...................... KSKSl- ! über das Treiben der Auswanderungsagenten, na«gM 1 italienischen, außerordentlich erbittert, weil fie dun» schlagen an den Fa. r(orten beraus, Unthätigkeit der Behörden ist in wortlicher, als die armen Einwanderer gezwungen Castle-Garden fich ausschiffen zu lassen. Auch lst man in Bork über das Treiben' der italienischen, außc Vorspiegelungen ganz mittellose locken, die dann bei der Ankunft in etmeraa, oa o>c fctztes Geld verschlungen hat, dem giößten Elend Diejenigen, die noch etwas haben, werden dann in%% unter gleichen Vorspiegelungen nach dem Innern gelorft. Jcarnernltd) in Toronto, Kanada, kommen ganze donjtallenfrn ohne einen Pfennig an. Die italienische Kkellschast thut so viel als möglich, und der italienische% ifl entschlaffen, die Agenten, welche Italiener unter dtt� S-.m«»z.? ist entschlossen, Siegelung stetiger Arbeit nach Toronto schicken. we, der Bestrafung zuzuführen. Die schlimmsten dieser Agenten vor dem öffentlichen Unwillen New-Äork räumen müssen A Telegraph;!;? Depeschen. l�erftü %\th München, Donnerstag, 16. August. Den„Neuesten-"� richten" zufolge find gestern in Lindau drei Schmuggler bei dem Ausladen mehrerer Zentner kratischer Schriften und der neusten Auflage des Schmuggler bei dem Ausladen mehrerer Zentner krat" aus einem mit Mühlsteinen beladenen Segelschiffe und festgenommen worden. � pari». Donnerstag, 16. August.'Auch in Abbsvil», � «iti* i'yrmiitn iff" Pt\ Boulanger heute Vormittag eintraf, kam es zu öffentlichen Kranz niedirzulcgen, der Friedhof war indeß von Truppe" von der Polizei bewatt, welche nur Boulanger allein de"„ul tntt in den Friedhof gestattete. Beim Wiederherausttete«', a, " W!' vor demselben dem Friedhofe hielt Boulanger an die...—...., weite Volksmenge eine Rede, in deren Verlaufe ein so f �i- Tuniult entstand, daß die Polizei einzuschretten genöthW Mehrere Perionen wurden verhaftet. ,, Varis, Donnerstag, 16. August, fltach einer h>ee qjF gangenen amtlichen Meldung aus Cayenne brach in der vom 12. zum 13. d. M. daselbst eine Fcuersdrunst aus, jr 1 ,,doy Kriefkaste« der Kedakti-«.�. ***»nfroflen ritten wir die»donnementi-ciuittun- deuufüsen. iMntrtynr*-_ lC.;r. i o—-------——-— yckjuj «ntwort wird nicht etttzeilt. . S. Maiaon de Sanis in Schöneberg, o '.f. 1. Ihrem Eintritt in den Verein steht unie� I'... achtens nichts entgegen. 2. Ja. «rnhaeii« n Berlin. Druck und Verlag von Ma. Kading Markthalle». Kericht von Kand»«»«.™ Verkaufsvecmittler. Berlin, den 16. August 1888. � . Neisckl- Rindfleisch 28-35-45-65, Kalbfleisch 2S7 M,-- Fleisches angenommen. Schinken geräuchert mit-t" "lÄ V! SSL W' 5 M.. II. 2-2,50 M. pr. Ztr., Zwiebeln pr. Ztr. 3 lgM. Gurken 20- 35 M. pr. 100 Stck.. pr. Schck. 6.50 lü— l�.ö'st M., Johannisbeeren 7 bis 10 M, Pfeffe1'/ pr. 50 Ko Blumenkohl 15—25. jKst, Feldfrüchte in Wagenladungen. Gutkochende � � r weißfleischige Speisekartoffeln la. 400—500, Zwiebeln 600-700 M. vir 10000 Kilo. in Berlin SW., Beuthstraße 2.