k 193 Im(DJ is Prooia» en nur w nbfliöwuM des% % Ig ilchem et« nach nweit Konnabend� de» 18. August 1888. 3. Jahrg. gewinn L) Auf* nsl in den< D °Ss Es ist arker iswand� I täglich Morgen» Sonn- und Festtagen. ZlbonncmmtSprei» für Berlin frei i z�su» merteljäbttich 4 Mark, msnattich 1,35 Med,.......... Emmeln« Rum»« 5 Pf� Eonntag6»Numm« wöchentlich 35 Pf. Postabonnnnent -cy------- v,.«tt dem.Sonntags-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen i» der Postzettungsoreislist« für 1888 unter Nr. 849.) J»sertton«aebühr beträgt für die 4 gespaltete Bctttzeiie od« deren Raum 25 Pf. Ardeitimarkt 10 größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bi» 4 Uhr! m der Elpedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaur,#hiw Erhöhung des Preises, angenommen. KedaKtio«: Keuthstraße 2.— Grpeditiou: Zimmerstraße 44. mcn tet: Smal« der Geist des Herrn von MuttKamer. haben versprochen, zu zeigen, wie weit da» Be- ? in gewissen Kreisen geht, die Schaffung selbst- öf1 Arbeiter- Organisationen und damit die Möglich- � Ausnützung de» Koalitionsrechtes zu hintertreiben. sollen im Nachstehenden unserem Versprechen nach- iu,? Verfasser der Abhandlung in den„Grenzboten" 3> die Behauptung auf, daß die in Frage kommen- .tt��stutzungSoerbände zu den genehmigungspflichtigen jyen im Sinne des§ 366, 9 des R.-Str.-G.-B. ak?'»weil sie die Eigenschaften der VersicherungSgesell» tael».""f Gegenseitigkeit besitzen und dies gerade den a pu,b der ganzen Streitfrage bildet." »%4 läßt sich kaum verkennen", heißt es in dem Mttogenen Artikel,„daß die Verbände allgemeine «ersscherungSzwecke verfolgen und diese, wie mehr oder S�ber alle derartigen modernen Bildungen auf sozialem Wete, durch da« Prinzip der berufsgenoffenschaft- >en Selbsthilfe zu lösen suchen; denn es wird eben k»le Sicherstellung der Verbandsmitglieder gegen Ar- r. I"sitSlosigkeit und sonstige Nothlagen, d. h. gegen zu- ebrachten � I«rüstige ungewisse Ereignisse, durch gegenseitige Bei- Gelvwc>,» Heuern zu einem GarantiefondS, also nach dem eigent- s l'chen Versicherungsprinzip bezweckt." öalich ist.%!»,�°hl eS nun gar keinem Zweifel unterliegt, daß m(o unver� �chgeber, als er die Bestimmungen über das Ver« ingen st"?,' M'"■"' L e man rn Garden� i Materiol «Ä oetga�jaj •% vohl e-. ier Ur.sw "-fördern._ W «Z festsetzte, auch nicht entfernt daran dachte, .timmungen jemals auf Arbeiteroerbiodungen V. �. werden könnten, welche nichts weiter bezwecken, �noernn? ��los>IUgIieder im Falle unverschuldeter Roth oder Ar- ' die 3Wje'-.p mit iu unterstütze«, so wollen wir doch zugeben, lcnd veifÄZtzesse guten Willen und der nöthigen junstischcn � in Rew'i�lpe r. wfiimmungen so zu drehen und deuten sind, »rti tlPÖ Hui.. />%»*& Ilti+prffiiktnirtÄnPrftflTlbß fllts etn des ganzes alientschc. lienische« I*****%)"* I v—----- i' Sbe(� teBttch auch auf die UnterstützungSverbände an- ben können. DieS gilt aber sicherlich auch für als den Mitgliedern dieser Verbände für «Elr ver�t bestimmt umschriebene und festgesetzte An- dcl verdiÄ glicht � �asse garautirt sind. Wo solche Ansprüche "'ihr anerkannt werden, wo der UnterstützungS- wegfällt und die Kasse nur, je nach Be- Agenten r müssen „Neuesten; *i slbweisf ner k%% J,. W»»*' Vlv uvUj|v IIUV� J[v i. Üni r'brem Vermögen oder dem Ermessen des Vor- rn»..�stiitzungen an ihre Mitglieder ausbezahlt,— "i.»einet Versicherungsgesellschaft nicht mehr die > denn Voraussetzung einer solchen ist, daß ihren ttar und bestimmt ausgesprochene Rechte zu- 20 S'S JeuiLteton. [64 K,.. Ihre Tochter. k nach dem Französischen von«. D e t r i« g. lnte schien seinerseits von der wunderbaren überrascht zu sein. Er hätte wenn sie alt und häßlich ge- c.....—» ihr zu Hilfe kam, wußte er ja »ussah. aber eS war ihm sicherlich nur ange- jintf N tv rj0 wunderschönen jungen Mädchen einen $ s,.s"st geleistet zu haben.,„ le tyr ganz zu Ihrem Befehl, mein Fräulein, ich ast" respektvollen Tone.„Wenn Sie wünschen, 'bt L�rer Frau Mutter alles, was ich gesehen habe. n».' daß Sie in dem Augenblick, als ich kc? Zwei Banditen umringt waren, die nur l>r e,.»!? baben konnten. Wollten sie Sie plün- 'Wren? Ich weiß e» nicht und da« schadet ja Ä» e kannten sie sicherlich nicht, und wenn Sie « Hilf'» was Ihnen begegnen würde, wären Sie J p"0» Hau» fortgegangen. Aber... mehr S febr �r'" fügte er lächelnd hinzu,... und !. 3hre Frau Mutter wird mit dieser Er- » zufrieden sein." » �i«?.°khete. Sie verstand. Ihr Ritter vermuthete, e.f eines von jenen sei, von denen junge 1% intern nichts zu erzählen pflegen, und daß "SiWlMSWW wüssen Sie also mit mir kommen, mein II». Nun hat eine ganze Anzahl von UnterMtzungSverbän- den ihre Statuten in der Weise geändert, daß die früher bestimmt sixirten Unterstützungen einfach beseitigt worden sind und die Mitglieder einen irgendwie klagbaren oder überhaupt sixirten Anspruch nicht mehr haben. Mehrere Gerichte haben infolge dessen auch, wie unsere Leser au» den von unS veröffentlichten Erkenntnissen ersehen haben werden, anerkannt, daß derartige Unterstützungsvereine unter den Begriff der Versicherungsgesellschaften nicht fallen. Erst in neuester Zeit hat sich auch das Oberlandesgericht München, also der höchste bayerische Gerichts- Hof, in diesem Sinne ausgesprochen. Der Verfasser der„Grenzboten"artikel will aber nicht zugeben, daß die Abänderung der Statuten der Unter- stützungSvereine diese aus dem Bereich der GenehmigungS- Pflicht bringe. „Die Unterstützungsvereine, schreibt er, suchten sich den versicherungsgesetzlichen Bestimmungen dadurch zu entziehen, daß sie— vermuthlich auf den Rath eines ebenso großen Schlau- kopfeS als schlechten Juristen— die bis- herigen Unterstützungsvereine in angebliche Wohl- thäugkeitsvereine verwandelten." „Dies sei aber nur eine bloße Wortveränderung, durch welche der Rechtscharakter der Einrichtung nicht verändert werden könne." Daß die Umwandlung eines klagbaren Rechtsanspruchs in eine auf purem fteien Ermessen des GeberS beruhende Leistung blos eine Wortänderung sei, um das zu finden muß man wirklich Leibjurist jenes Ministers sein, der die berühmte Definition des WörtchenS„sofort" erfunden hat. Uebrigens haben nunmehr drei deutsche Landgerichte, eine Reihe von Amtsgerichten und ein Oberlandesgericht anerkannt, daß die Unterstützungsvereine mit den geänderten Statuten keine Versicherungsgesellschaften find. Da nun doch nicht anzunehmen ist, daß in allen diesen Gerichts- Höfen nur„Schlauköpfe, aber schlechte Juristen" sitzen, so ist wohl der Schluß erlaubt, daß über dem Bestreben, einen politischen Zweck zu erreichen, dem Juristen der „Grenzboten" der juristische Scharfblick verloren gegangen und nur mehr die Schlauheit des Polizisten geblieben ist. Diese Schlauheit freilich führt ihn zu den sonderbarsten Annahmen. Wenn eS für ihn einmal feststeht, daß die Stawtenänderunaen lediglich zu dem Zwecke der Verfchleie- rung der thatsächlichen Rechtsverhältnisse vorgenommen sind, und daß eS sich bei denselben nur um eine rechtSungiltiae Simulation handelt, giebt es für ihn keine Grenze mehr für das, was sich an Arbeitervereinen unter den Begriff der Versicherungsgesellschaft bringen läßt. Der herkömmliche Handwerksbrauch der Darreichung eines Der Unbekannte verneigte sich zum Zeichen der Zu- ftimmungr � da," fuhr Therese fort.„Und meine Mutter ist noch wach. Ich ließ sie im Salon mit einem �""sBieT Sie ist nicht allein, und Sie wollen doch..." „Dieser Freund kann hören, was ich sage; er soll eS sogar hören-Sie mein Fräulein. Sie müssen ja übrigens auch die Situation besser zu beurtheilen wissen, als ich. Ihre Frau Mutter ist wohl verwittwet?" Therese senkte de« Kopf und antwortete nicht. Diese kleine Frage des Unbekannten erinnerte sie mit einem Male wieder an die traurigen Entdeckungen, die sie während dieses unheilvollen Tages gemacht hatte. Sie hatte sie einen Augenblick vergessen, aber nun standen sie wieder um so lebhafter vor ihr..__ Wie sollte sie ihrem Retter gestehen, daß ihre Mutter nicht verheirathct war, und daß sie erst seit wenigen Stun. den die Existenz aufgegeben, die sie in ihrem Hotel m der Avenue d'Eylau geführt. Vielleicht hatte dieser Gentleman von Frau von LornS reden gehört; vielleicht war er ihr begegnet; vielleicht kannte er sie!.... Und wenn er sie kannte, was würde er sagen, wenn er sie jetzt wieder sähe? Und was mußte er von ihrer Tochter ��"�Theresen that eS schon leid, voreilig gewesen zu sein, aber sie wagte ihre Einladung, die sie so unbesonnen au»- gesprochen, nicht mehr zurückzuziehen. .Mein Fräulein," nahm der Unbekannte wieder daS Wort, dem ihre Verlegenheit nicht entgangen war,„ich habe soeben eine recht dumme Frage an Sie gerichtet. Ob Ihre Fiau Mutter nun Wittwe ist oder ob Ihr Gatte abwesend ist, ich stehe in jedem Falle ganz zu Ihrer Verfügung. Und um meine Indiskretion, die ich bedauere, wieder gut zu machen, so bitte ich Sie, wenn ich mich in Gegenwart Ihrer Frau Mutter befinde, die herkömmlichen Formalitäten zu unterlassen. Wir können uns auf eine einfache Unterhaltung beschränken und jede Vorstellung ist dann überflüssig. Ich Zehrpfennigs oder Gewährung einer Herberge an wandernde Berufsgenossen erregt bei dem Verfasser schon Bedenken, doch will er das noch angehen lassen. „Sobald aber diese Einrichtungen in ein gewisse» System gebracht werden, insbesondere durch Ein» führung der Gegenseitigkeit und Freizügigkeit zwischen den einzelnen Orten und einheitliche Zahlungsregeln, durch die Beschränkung der Unterstützung auf Ver- bandSgenossen und durch Ausbildung eines geregelten Kastenwesens, nehmen sie allerdings den Charakter genehmigungspflichtiger Versicherungen an." Also, das in einzelnen Gewerben, z. B. bei den Hut- machern, Gerbern, Nagelschmieden k., seit urvordenklichen Zeiten übliche„Ausschenken" soll„genehmigungspflichtig" sein und nicht stattfinden dürfen, wenn nicht der Herr Minister deS Innern seine Zustimmung dazu giebt. WaS ein findiger, modern reichStreu dressirter Jurist doch nicht alleS zu entdecken vermag! Doch diese Spitzfindigkeiten sind natürlich alles nur Beiwerk; die Hauptsache ist: das Koalitionsrecht der Arbeiter, dem man mit dem Mittel versicherungsgesetzlicher Schwierig- leiten beikommen will. So heißt es denn schließlich auch in dem mehrfach zitirten Aufsatz: „Bei folgerichtiger Anwendung der dargelegten Grundsätze würden auch die neuerdings so ver- breiteten Lohn- und Streik- Kommissionen, welche wohl aus sozialisten- und oereinSgcsetzl'chen Rücksichten die bisherige Thätigkeit der Fachvereine auf dem Gebiete der Lohn- und Strcikfrage ersetzen sollen, den versicherungsgesetzlichen Bestimmungen und somit der Genehmigungspflicht zu unterwerfen sein; denn diese ver- folgen im Grunde auch nichts andere» als Versicherungszwecke, nämlich die Sicherstellung der Berufsgenossen gegen die Nothlage während de» durchzuführenden StteikS, und zwar durch AuSzah- lung von„Reisegeldern" an die Unverheiratheten und von„Streikgeldern" an die Verheiratheten aus den dazu gesammelten Uuterstützungs- oder Streikfonds. Dabei ist eS an sich gleichgiltig, ob es sich bei solchen bloS örtlichen Kommissionen meist nur um vorüber-- gehende Bildungen von unbestimmter Dauer handelt, weil die Vorbedingung der Dauer von dem Gesetz (natürlich wie eS der Verfasser auffaßt und auslegt) gar nicht erfordert wird." Damit wären wir also beim Kernpunkt der ganze» Frage angelangt. Also jede Lohn- und Streikkommission, welche über Gelder verfügt, die eventuell an die beim Streik betheiligten Arbeiter vertheilt werden sollen, ist eine Ver- sicherungS Gesellschaft im Sinne deS§ 366, 9 deS Reichs» bleibe für Ihre Frau Mutter und für Sie, der ich bin... irgend ein Straßenpassant, der durch einen sonderbaren Zu- fall das Glück hatte, Ihnen einen Dienst zu leisten. Auf meinen und auf Ihren Namen kommt es dabei ja nur wenig an. Nicht etwa, weil ich aus meinem Namen ein Geheimniß machen will, wenn Sie ihn durchaus wissen wollen, mache ich diesen Vorschlag, aber ei scheint mir überflüssig, ihn vorzubringen. Ich werde warten, bis man mich darnach fragt." „Wie Sie wünschen, mein Herr," murmelte da« junge Mädchen.„Meine Mutter wird Sie gewiß nach Ihrem Namen ftagen und sie wird Ihnen den ihrigen nennen. Es liegt dann in Ihrer Hand, nicht mehr wieder zu kommen und nicht mehr an uns zu denken. Aber ich werde Sie nicht vergessen." Therese sagte das mit so ftischer Liebenswürdigkeit, daß eS augenscheinlich auch auf ihren so zurückhaltenden Retter Eindruck machte, denn er erivioerte eifrig: „Auch ich werde Sie nicht vergessen, mein Fräulern, und wen» das Wiedersehen in meiner Macht liegt, so können sie sicher sein, daß eS geschieht. Aber darüber hat Ihre Frau Mutter zu entscheiden, da Sie ja wünschen, daß ich sie sehen soll, und wie ihre Entscheidung auch sei, ich werde mich danach richten." „Kommen Sie, mein Herr," erwiederte Therese,„wir haben schon zu lange gesäumt. Ich brauche Ruhe und Ihr Wagen wartet. Sie sind von Ihrem Wege abgebogen, um mir zu Hilfe zu eilen; ich möchte Ihre Güte daher nicht zu lange in Anspruch nehmen. In wenigen Minuten können Sie Ihre Fahrt wieder fortsetzen, um dorthin zu gelangen, wohin Sie wollten, als Sie meine Schreie hörten." „Ich wollte nach Hause und habe eS nicht so eilig," er- widerte alsbald der Unbekannte, der seine ftühere Kälte gut zu machen suchte. Therese hatte Lust, ihn zu fragen, wo er wohne, denn seine Antwort schien anzudeuten, daß er nicht allzu weit von hier zu Hause sei, aber sie wagte es nicht. Sie hatte seinen Arm in dem Augenblick losgelassen, als die letzte Auseinandersetzung im Schein einer städtischen l Straf- Gesetz; Buches und bedarf der Genehmigung des Ministers. Dahin will man es also mit der Ausschlachtung der gesetzlichen Bestimmungen über das Versicherungswesen bringen. Es handelt sich also um die völlige Lahmlegung deS KoalitionSrechtS. Denn daß dasselbe ohne die Möglichkeit deS Streiks ein Mesier ohne Klinge ist, dem der Griff fehlt, ist klar. Ein Streik kann aber nur geführt werden, wenn Leiter vorhanden sind, also irgend eine Art Kommission, diese aber würde, sobald sie Unterstützungen vertheilte, Verfiche- rungS- Gesellschaft und unterläge der Genehmigung, die natürlich nie erfolgen würde, denn— hinter jedem Streik lauert die Hydra der Revolution. Das Mittel, bei voller gesetzlicher Gewährleistung der Koalitionsfreiheit jeden Streik unmöglich zu machen und jeden Versuch dazu im Keime zu ersticken, wäre also ge- funden, wenn nur die deutschen Gerichte das Rezept des juristischen Schlaukopfes auS den„Grenzboten" befolgen wollten. Bis jetzt haben die Gerichtshöfe freilich noch kein Verständniß für dieses aus der Puttkamer'schen Küche stammende Rezept gezeigt. Ob das auch weiter so bleiben wird, wollen wir hoffen und glanben, können es aber nicht wiffen, denn auf dem Gebiete der Rechtsprechung braucht das erste Wunder nicht erst mehr zu geschehen. Die Dame Justitia trägt nicht blos eine Binde vor den Augen, sie hat leider auch eine wächserne Rase. GnMd-�mjponämzeu, München, den 16. August. Hier wimmelt es augenblick- lich ron Zünstlern und Zunftgenossen, welche zu den verschie- densten„Tagen" zusammen gekommen find. Die Schuhmacher und Konditoren haben hier ihre Wünsche zunächst zum besten gegeben, wobei die Schuhmacher ihren partikularistischen Nei gungen die Zügel schießen ließen, indem fie den Eintritten den deutschen Zentral Jnnungsvcrband ablehnten und die Gründung eines eigenen bayerischen Jrnunpebundes beschloffen. Ueder die Verhandlungen sowohl bei den Schubmachern als auch bei den Konditoren»st wenig zu sagen. Die letzteren bellagten fich, daß auch die Bäcker Kuchen backen, und verlangten, daß das in Zukunft oerboten werde. Sonst gingen die Verhandlungen nicht über den allergcwöhnlichsten Jnnungstraisch hinaus. Auch der Telcgirtentag des bayerischen Handwcrkerbundcs verlief ungemein flau. Die Abrechnung ergab, daß der Bund, welcher Anspruch erhebt, der Repräsentant des bayerischen Hand- wrrks zu sein, in 86 Korporationen nur 5000 Mitglieder zählt, und daß er innerhalb 8 Monaten eine Einnahme von 1200 M. hatte, der eine Ausgabe von 600 M. gegenüber steht. Diese geradezu jämmerlich geringfügigen Ziffern zeigen schon, welch unbedeutende Rolle dieser„bayerische Handwerkerbund" in Wirklichkeit spielt. Ein nicht viel glänzenderes Bild bot der„Allgemeine deutsche und bayerische Handwerkertag", welcher am letzten Dienstag seine Verhandlungen begann, wozu ihm seitens des hieflgen Magistrats der alte Rathhaussaal eingeräumt worden war. Obwohl fich aus Anlaß der hiefigcn Ausstellungen Tau- sende von Gewerbetreibenden unv kleinen Industriellen aus allen Gauen Deutschlands hier vorübergehend aufhalten, so fanden fich zu dem großen„Handwerkertag" doch nur winzrge 120Theilneber ein, von denen außerdem noch eine größere Zahl Münchcncr waren oder zu den Schuhmachern oder Konditoren zählten, welche nur aus Anlaß ihrer eigenen Verbandstage hier anwesend waren. Die Verhandlungen wurden mit den üblichen Hochs! ein- geleitet, und sowohl die Staarsregierung wie'der Magistrat waren vertreten und ließen durch ihre Organe den Herren „Mr istern" zu ihren Verhandlungen alles Glück wünschen. Der Regicrungsvertreter that dabei den tiefsinnigen Ausspruch, daß die Maschinen, welche dem Handwerker zum Theil so verderblich geworden sind, ihm zum größten Nutzen werden können, wenn er sie nur„zu meistern versteht". Da wäre also endlich das Rezept gegeben, wie dos Handwerk fich vor der Konkurrenz der maschinellen Großproduklion fichern kann. Die Handwerker kaufen fich ein- fach ebenfalls Maschinen, richten fich Fabriken ein und die alte Klage über den Verfall des Handwerks ist durck das einfachste Mittel von der Welt beseitigt. Ja, ja, so ein Regierungsrath, der weiß, wie's gemacht werden muß. Naeb den ofsiziellen Begrüßungen erhielt ein Herr Dr. Oer tel aus Dresden das Wort, der die Grüße des konservativen Landesvercins für das Königreich Sachsen brachte und bei der Gelegenheil eine donnernde Philippika gegen das ausbeutende Großkapital, den tausn-äi nischen Sckachergeist und die vater- landslosen Hetzer hielt. Unter den letzteren verstand der Herr Doktor aber nicht etwa die Sozialdemokraten, sondern den frei- händlerischcn Lideralismus, der die Liebe zum Vaterland um des Handelsp ofiis willen zu opfern bereit sei. Gaslaterne begonnen hatte, und nahm ihn jetzt nicht wieder, fondern schritt ungestützt auf die Villa zu, die nicht mehr fern war. Der Unbekannte ging an ihrer Seite. Er schwieg, aber er sah sich häufig nach beiden Seiten und nach hinten um, um nicht von einem plötzlichen Angriff der Banditen überrascht zu werden, die er vorhin in die Flucht geschlagen hatte. Er hatte allerdings nur zwei gesehen, und der eine war nicht mehr zu fürchten, aber hinter den Bäumen konnten ihre Spießgesellen verborgen sein. Zehn Schritt vor dem Hause der Frau Valdieu machte er plötzlich Halt, denn er sah auf dem Wege einen Mann erscheinen, der soeben die Gitterthür geöffnet hatte und sie nun hinter sich schloß. Auch Therese blieb stehen. Der Mann trat bis auf die Mitte deS WegeS und sah dann nach rechts und links. „Warten Sie hier auf mich, mein Fräulein," sprach der Retter zu Theresen.„Ich will sehen, wer die Person ist." „Das ist unnöthig," erwiderte das junge Mädchen nach kurzem Zögern;„ich kenne sie." „Wie?" „3a, sie kommt ja aus unserem Garten. ES ist der Freund meiner Mutter, von dem ich eben zu Ihnen ��.Ah!... Entschuldigen Sie meinen Jrrthum..,. ich sehe jetzt überall Banditen... Aber halten Sie es nicht für bester, den Herrn erst fortgehen zn lasten, bevor Sie zu Ihrer Frau Mutter zurückkehren.... er scheint gehen zu wollen, und vielleicht ist eS bester, wenn er Sie " Therese�dachte einen Augenblick nach und erwiderte �Cm"'Rein. Ich ziehe es im Gegentheil vor, mich zuerst an ihn zu wenden. Meine Mutter könnte sich über Ihr Er- scheinen wundern.,. Ich will erst ihren Freund davon in Kenntniß setzen." Nachdem so der Versammlung ihr Charakter aufgedrückt und konstatirt war, daß der nicht poltiische Handwerkerbund nichts weiter als ein politisches Konventikel für konser- vative Paiteizwecke ist, ging es an die Verhandlungen über die Tagesordnung.§ 100 der Gewerbeerdnung mit dem daran gehängten Halden Alphabet, Zwangsinnung, Befähigungsnach- weis, Arbeilsbücher und was sonst noch die hundert Mal abge- leieiten Forderungen der gewerblichen Reaktionäre find, folgten fich buni durch einander und schließlich fanden Resolutionen An- nähme, in welchen die Regierung aufgefordert wird, den Be- fähigungsnachweis möglichst rasch einzuführen, den Handwerkern aber empfohlen wird, den Innungen beizutreten und deren Rechte auszunützen. Für die Nothwendigkeit des Befähigungsnachweises wur- den natürlich die alten Kraftphrasen gegen das Pfuscherthum wieder in dos Feld geführt. Da mag es denn nicht üderflüsstg erscheinen, daran zu erinnern, daß einer der Hauptkämpfcr gegen das„Pirischerunwesen", der„bürgerliche Malermeister und Reichs- und Landtags-Abgeordnete für Eggenfelden", Herr Haderland, das persönliche Opier einer selbstverschuldeten Pfuscherei sonder gleichen geworden ist. Der Sturz vom Gerüst(über den wir bereits berichtet. Die Red.), der für Herrn Haberland so verhängnißvolle Folgen hatte, ist nämlich nur dadurch verschuldet, daß die Bretter auf dem Gemst nicht befestigt, sondern nur frei aufgelegt waren. Herr Haberland trat auf das überstehende Ende eines Brettes, das letztere schlug über und so mußte der Sturz eriolgen. Wir bedauern Herrn Haber- land in seinem Unglück aufrichtig, aber wer selbst bei so wichtigen Arbeiten, wie Gerüste aufschlagen rc., die einfachsten Regeln der nothwendigen Vorficht und Solidität ver- nachläsfigt, der hat wahrlich kein Recht, seinen nicht zunftgemäß geaichten Konkurrenten den Vorwurf des Pfuscherthums zu machen. Etwas lebhafter wurden die Verhandlungen, als die Ham- durger Delegttten, mit dem„freifinnigen" Herrn Lar.gthim an der Spitze, ihre Anträge zur Sprache brachten, welche auf nichts Geringeres als die vollständige Vernichtung jeder Bewegungs- frciheit der Arbeiter abzielten. Der Umstand, daß es den Hamburger Zünftlern nicht gelang, die streikenden Tischler- gesellen zu Paaren zu treiben, scheint diese Jnnungsftrüder auch noch uni den letzten Rest ihres ohnehin nie sehr bedeutenden Verstandes gebracht zu haben. So verlangten fie eine Abände- rung der Gewerbeordnung dahin, daß die Errichtung und Ver« waltung von Ardeitsnachweisungs Anstalten sowie die Regelung und Ueberwachung des Herbergswesens ausschließlich den Innungen überttagen werde. Weiter stellten fie folgende Anträge: „Zu§ 152 a der Reichszewerbcordnung: Streitigkeiten und Differenzen über Feststellung von Lohn- und Arbeitsbedingungen unterstehen der Untersuchung und Entscheidung eines Einigungs- amtes. Das Einigungsamt muß zusammengesetzt sein aus einem von der A u f s i ch t s b e h ö r d e für die Innungen, aus den übrigen bürgecl-chen Ständen zu ernennenden Vorfitzendcn und... Beisttzern, welche zu gleichen Tbeilen aus Arbeit- gebern und Arbeitnehmern bestehen, c) Zusatz zu§ 153 der Reichsgewerbeordnung: Unter Anwendung körver» lichen Zwanges, sowie von Drohungen, Ehrverletzung oder Ver- rufserklärung ist u. A. zu verstehen: 1. Gewalt gegen Person oder Vermögen.(Oeffentliche Bekanntmachungen irgend welcher Art, welche Namen von Arbeitgebern oder Arbeitnehmern ent- halten, find, sobald fie zu Zwecken der Arbeitssperre oder dergleichen veröffentlicht werden, als Gewalt gegen Vermögen zu betrachten.) 2. Drohung oder Einschüchterung oder Ausstellung von Bedin- gungen seitens der Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, welche einem Fiiedensdruche gleich kommen oder in die Hausordnung des Einen oder Andern hineingreifen: 3. Belästigungen oder Störungen folgender Art: a) beständiges Verfolgen von Ort zu Ort, zum Zwecke des Arbeitsausschluffes: d) Versteck von Werl- zeugen oder Kleidungsstücken oder deren Fottnahme oder Hinde- rung an dem Gebrauche solcher; c) Ueberwachung oder Umstellung von Bahnhöfen, Schiffslandungsplätzen oder sonstigen öffentlichen Vcrkehrsanstalten, des Wohnbausss resp. des Ar- beits- und Gcschäftslokales oder der Zugänge zu solchen, oder Verfolgung eines Einzelnen in ungehöriger Art auf den Straßen." Eine Kritik dieser Anträge können wir uns wohl sparen, riefen dieselben doch in der Versammlung selbst sehr lebhafte Opposition hervor. So erklärte Möller aus Dortmund, der sich rühmte, Herrn Ackermann seine Stimme gegeben zu haben, daß die vorgeschlagenen Zusätze zur Gewerbe-Ördnung „lediglich eine Verschärfung des Sozialistengesetzes" wären, und Schweppenhäuscr aus Frankfurt am Main gab den Hamburger Heilen zu- verstehen, daß, wenn die Zustände der Hamburger wirklich so schlimm sein sollten, wie sie die Delegirien von dort schilderten, dann wohl die Meister selbst daran schuld seinmüßten. Zwar versuchten die Hamburger durch Schimpfen auf die Gesellen und Verdrehen der Tbarsachen sich zu rechtfertigen, aber es gelang ihnen dies sehr schlecht. Schließlich brachte der Oberzünftler Buhl den tosenden See dadurch zur Ruhe, daß er vorschlug, den Zentralvorstand mit der Abfassung einer Resolu- tion an den Reichsrag zu betrauen, worin den Hamburger „Sie müffen selber am besten wiffen, was Sie zu thun haben, mein Fräulein," flüsterte der Unbekannte, der wenig geneigt schien, mit dem Freunde Bekanntschaft zu machen. „Jetzt geht es auch gar nicht mehr anders," erwiderte das junge Mädchen.„Er kommt auf uns zu!" Er hatte sie in der That bemerkt und lenkte seine Schritte sofort auf sie zu. „Ich bin eS," rief Fräulein Valdieu entgegen. „Therese, Sie... zum Teufel, was machen Sie denn hier?" erwiderte der Herr und kam rasch näher. „Sie sehen ja, ich bin auf dem Wege nach Hause." „Ich wußte nicht, daß Sie noch fortgegangen. Sie ver- ließen uns, um in ihr Zimmer zu gehen. Ihre Mutter meinte, Sie hätten sich zu Bett begeben." Die beiden Männer standen sich jetzt gegenüber und sahen sich gegenseitig an, und trotzdem es sehr dunkel auf dem Wege war, dauerte ihr Schwanken doch nur wenige Augenblicke. Der Retter brach zuerst das Eis. „Täusche ich mich, oder habe ich wirklich die Ehre, mit dem Herrn Major von Arbois zu reden?" sagte er. „Wie! Sie sind es!" rief Guntram überrascht;„ich vermuthete auch, daß Sie es wären, aber ich glaubte, meinen Augen nicht trauen zu dürfen, lieber Baron. Ich bin wahr- haftig ganz überrascht." „Ich auch." „So sehr wie ich können Sie es gar nicht sein, denn ich erzählte Ihnen ja schon von meinen Freundinnen vom Boulevard d'Jtalie und da ist es nicht so sonderbar, daß Sie mich hier vor dem Gitter ihres Gartens treffen. Uebrigens muß Ihnen ja auch Fräulein Valdieu schon ge- sagt haben, daß sie mich vor einer halben Stunde im Salon ihrer Mutter verlassen hat." „Fräulein Valdieu!" wiederholte der Baron.„Wie! So habe ich das Glück gehabt, Fräulein Valdieu zu..." Er wollte„befreien" sagen, aber dann wäre das junge Mädchen gezwungen gewesen, ihr Abenteuer zu er- zählen, und so fügte er nach unmerklichem Zögern hinzu- „zu treffen". bis jetzt [4% � soilderb: M 18 i" «ffTOjfen der jen z i r* unter t wnn Wünscken Rechnung getragen werden soll. Die W Ardeiter mögen aus diesem Vorgang die Lehre zuheir wenn fie im Reichstag nicht in der gleichen Weise ocu» werden wollen, sie ba'ür zu sorgen haben, daß vre Arde� treter mit dem nöthigen einschlägigen Material W weiden. Ein merkwürdiger Prozeß auf Grund des Sozialisten �vosaunten ist in dem benachbarten Schwabing anhängig. Dort Mite r e n nämlich zwei Arbeiter Plakate, auf denen zu einer M- sawmlung eingeladen wurde, weggeworfen, nairtf Verbot der Versammlung bereits bekannt war. Obwohl die Versammlung nicht stattgefunden hat, dazu auch g« MAnover sie Versuch gemacht wurve, so crblickr die Anklagebehörde in ist öer( Wegwerfen der Plakate doch eine Aufforderung zu einer!»h ernschne dotenen Versammlung(§ 17 D. S. G.) und hat dementsprw% Ausdru Anklage erhoben. Das Strafminimum wäre in diesem'!•« n der i 4 Wochen; immerhin eine harte Ahndung für eine einfack Wort re dedachte Handlung. filier an suß Nock Whiem-H -,-�girten ei Mit einer Auograbnng sucht die„Nordv. Allg- 3*n den i Herrn Eugen Richtet zu ärgern. Sie zitirt aus e« �nn, v e Vortrage, den Herr Richter oor einer WählerversamwlmS"Ol? Zu Jahre 1877 gehalten hat, die folgende Stelle:„Meine„bttsSnlid Politische Ueberstcht. Mag man hier dazu kommen, neb-n der Fortschnttspattel � hen Arbc Kandidaten aufzustellen oder nicht, das sage ich von 7°�n mosl politischen Standpunkte aus, lassen Sie uns den Kom»t-° Znnme Fcrtschnttspartei mst den anderen politischen Parteien rwdtt M.; bin immer als Ncbensache bettachten, und verweisen wir � �«er Freunde, wie andere politische Parteien darauf, daß es r c"'« wo Hauptaufgabe ist, den uns allen gemeinsamen Gwj%,«2�' c 1 Sozialdemokratie, zu besiegen.(Bravo!) Meine Herten! � ßo�n st frtfrp trfv nTTpfi. mnS hurrf» nflpS' /7JU ent sage ich, Stellung alles, was durch Bildung, alles, wasdurlb 232� entla im Leben, durch sein öffentliches Vertrauen. die eii, seinen Beruf Ei. fluß hat in diesem Wahlfreie-, das L�ser -- m Vov �6-13 3 Siefen Einfluß erproben, um eine Wahl durchzusetzen, Gegentheil ist von demjenigen, was die Rohheit, die b-it und blinde Leidenschaft vertritt.(Bravo!) Meine«fi Im Namen der parlamentarischen Partei glaube iibAj unseren Standpunkt hiermit klargelegt zu haben. Wi®» unsere Schuldigkeit gethan, jetzt ist es an Ihnen, mein(% Ihre Schuldigkeit zu!hun!"(Langanhaltender, ledi afl� fall.)"— Herr E. Richter aber ärgert sich gar nicht, l@ läßt— und das ist das Interessanteste bei der Sache sein Organ, die„Frets. Ztg." erklären, daß er auch H'- WWMMMWMWWWW er au» k/Tima die Rede nicht desavouire, d.h.. daß raA j/ kL Meinung die WahlLiedknech ts den Sieg der". I�shiir a! heit.derUnwissenheitundderblindenL s ch a f t bedeuten würde. Verwundern braucht man »che, t, fen, d. Im. j , Trc Uten d würde '»mburg ftitfptecf diese Bornirthest nicht, denn Herr Richter ist ein Politik� seit 1877 in der That nichts gelernt und alles vcrceffe» aber merken werden sich die Berliner Arbeiter den M»»" seine Worte, und den Sozialdemokraten wollen wir sehH !?« 'Ä'K "Pf tat (si jemals noch bei einer Stichwahl einen deutschfreifinnigen �» zettel abgeben wird.. �„»eutsck Nach einem Spihelbevicht aus London, der von°�iL'*»de lammten R.ptilpreffe Deutschlands nachgedruckt wird, W/i% m r, Guillaume-Schack, die bekannte Vorkämpferin!»', HriiA sn Frauenrechte, in einem dortigen Arbeitervereine eine"SflVn,,?6• halten haben, aus der eine recht anarchistisch klingende>n die eine Auffordeiung zur Propaganda der That entbau. getbnlt wird. Aus dieser apokryphen Aeußerung der Guillaume-Schack sucht nun die sreikonservative„Post". � gegen die Sozialdemokratie zu schlagen, in deren„Swu'j Anarchismus seine Erziehung und Bildung erhalte-_ Hintergedanke bei derartigen Behauptungen, die m» P, Regelmäßigkeit wiederkehren,.st narürlicb kein anderer, W durch die Fortdauer und die Verswättung des Soz>» geseycs zu rechtfertigen. Daß Frau Guillaume Sck?»%% sich in der angedeuteten Weise geäußert bäte, be�'H ponz entschieden. Wie es mit der Wahrheitsliebe Wissen des Verfassers der betr. Notiz in der Notiz siv&i daraus bervoi, daß er Frau Guillaume-Schack die. l... Fra- des in der Schweiz als Regierungsrath cngesteun» angestellt gewesenen Grafen Schack sein läßt, und behauptet, fie sei durch die Herren Liebln echt und in die sozialistische Agitation eingeführt worden. Urber die von««lerem München er Ko denten bereit» ermähnte« KeschNldignnge« der burger ILnftter gegen die dortigen Arbeiter auf dew meinen deutichen Handwerker tage berichten die Iliv- '4 M &£ »Neuest. Nachrichten";„Voß Hamburg pläditt für dtz ist durger Anträge und schildert in drastischer Weise die griffe, welche fich in Hamburg, der � /I*%" r** F*- �• ,* Sk 1 a e- Ä-— i.** t_ kottirung der betroffenen Meister kommen. So haben die Gesellen u. a. ver'°" daß der Meister zu bestimmten Stund�i Werk st Site nicht betreten dürfe. Der Randal „Wie! Sie haben sie getroffen!.. dem Boulevard? Ja, lieber Herr von werde ich nicht klug." Und nun wandte er sich an Therese. „Fräulein," sagte der Major,„Sie allein konn das Räthsel lösen.", „Die Lösung ist sehr einfach," erwiderte Fräulew ohne die geringste Verlegenheit.„Der Herr h<" Leben gerettet.", „Das verstehe ich noch weniger. War denn 3" weil t haben, Duye &R fruct �sche Msonen K da! �otnme: mß" Ä&t si: Ay srvsa L bedroht, liebe Therese?" „Reden Sie, mein Herr," sprach da» Mss asi# und wandte sich an ihren Verthcidiger, der nun die � aufklaren zu dürfen glaubte. (Fortsetzung folgt.) iCr« An» Kunst und Leben- � Ei« Geniestreich. Die ungarischen Zigeuner in der ganzen Welt zu einem Grade der Berühmthe» � an welchen selbst die schönsten und imposantesten Leu pii j, derer Ungarn nicht hinanreichen. Ebenso bekannt trefflichen Geiger und Cymbalschläger es in der nicht weit gebracht haben. Ein Zigeuner, der Note»«PA zählt zu den Leuchten seines Standes, und die bei» Geiger von Budapest spielen, ohne von der Theortt emedunkle Ahnung zu baden. Das merkwürdig» � Gefühl, welches in den Leuten steckt, ein wunderbar bor ersetzt ihnen, was die Erziehung ihnen n* � Geschichtchen, welches � und das folgende Geschichtchen,' welches aus denchtet wird, illustrirt das soeben Gesagte Weise. Es ist ein wahrer Geniestteicb, den.„ varer Zigeuner ausgeführt haben. Die hatten gar zu gerne die Temesvarer mit den vopu(tz X der Operette„Suhancz" bekannt gemacht, und �„x) P] Lerchleres giebt, als dieselben beim Musikalienha schaffen, ging der„Primas" in die Mustkalienva- x- ledoch zufällig kein Exemplar vorrätdig war. �lo!„ des Zigeuners sagte der Chef des Geschäfts zu, stellen zu wollen, und der Primas kam noch�o$ anfragen, ob die Sendung aus Budapest noch % fei i'Öt nofle 80 000 HJ. gekostet, wovon 20 000 M. durch lirti""�(bracht wurden, während 60000 M. durch die i>.» Hamburg und auswärts gedeckt worden seien. Tischler und Zimmerer müsse wöchent- Mark in die Streikkasse zahlen. Das sei -- ititll?n')are Illustration des allenthalbm in die Welt hin- -ozralisWW Mposauntm Ardeitcrelends. Bedauerlich sei. daß die fwggtertn Polizeiorgane sehr wenig guten l � n zum Helfen' e i g t e n. Die englischen Gesetze ?en derartige Ausschreitungen der Arbeiter mit Gefängniß ' unter drei Monaten und erheblicher Geldbuße.— Heinzen- mnooet stebt ganz auf dem Boden der Hamburger Anträge "t der AnÜrfit. hnb es fiffe liier um eine der wikbtiasten Di« re zieh*. Seife mil» die ArdnwJ aterial Obwohl auch g« bebördc>» v der Anficht, daß es fich hier um eine der wichtigsten R Su J kmschneidendsten Fragen handle.„Wenn hier Stimmen demente' wb Ausdruck kommen, welche dem Humanitätsdusel " � J kr Abschaffung des Soziali st engesetzes eine e.nw Wort reden, so find das unsere Feinde und Ver an der eigenen Sache. Das Soziali st engesetz b n o ch viel mehr verschärft werden."— rl*+?Mem-Hamburg weist die Acußerungen des Frankfurter �- �'?en entschieden zurück. Wo sollen wir hinkommen, wenn rdv. Allx. o«> den ungestraft in Acht und Bann thun zitirt aus i» nn der seine Familie ehrlich zu ernähren vers'.mwluoj Ol? Zur Zeit der alten Zunft seien solche Beschränkungen „Meine H' �rttsonlichen Freiheit, wie fie jetzt durch die Arbeitnehmer ritttpartei«? �nen Arbeitgebern verübt wurden, unmöglich gewesen. Wer ich von ny 7°nren wolle, müsse auch arbeiten dürfen. Schreiner, Maurer den fiomm, Znnmerer verdienten heute in Hamburg zwischen ücicn roch l J3 At.; unter 6 M. pro Tag rühre niemand offen wir.Werkzeug an. Das sei doch wohl genug. Die daß es u" wollten aber, daß die Meister die Haus- ien GW�Lkl. der Gesellen würden.(Beifall.) Die Herren! � St, Cen seien nicht die alten Gesellen, sondern die kaum der wasvurch l? S* entlaufenen Jungen, und diese seien es in erster Linie, lertraueo, w Jrf die Familienväter unglücklich machten.(Bravo.)"— das wo)< L Leser wissen so ziemlich, was an den Behauptungen der f.. L p ll?oß und Langthiem ist, besonders die Behauptung von \ � M. Lohn pro Tag wird trefflich illustrirt durch die �hache, daß der Tischlerstreil ausbrach, weil die Meister fich ?>!men, den Tischlern aller Branchen den Lohn von 4 M. uen, der den Bautischlern schon voriges Jahr gewährt Trotzdem aber, daß den Behauptungen der Herren men die Lüge und Uebertrcibung an die Stirne geschrieben würden die Leiter der Tischler- und Schlofferdcwegung .bürg gut tlmn, eine sachliche und vollständig der Wahr- auch.h��.?>wrechende Darstellung des Verlaufe der Angelegenheiten . i—m* nur i d e n L e � Rest der Koalitionsfreiheit zu vernichten, illsetzcn, l, die Meine.W aube Wi r. meiiil , leblasl?. �mcht, ach--1,1! aS& Kk % erhalte die mit anderer, des Soi % VK EN 1 _____ �__ � a uch �M�?�echer>de Darstellung des Verlaufe der Ängelegenheiten daß raATj k�bfientlichen. Legenden bilden fich gar zu leicht, und dem o g der" ,i�? Ur allzu stark vorhandenen guten Willen, auch noch den d e n L(yJ W Rest der Koalitionsfreiheit zu vernichten, darf nicht da- il man D«i itlL.y0tfct)ub geleistet werden, daß in der Vertheidigung der- in Polittw� � irgend etwas versäumt wird. Also die Feder gespitzt 6 verreffe«»m Herren Langthiem und Voß die Antwort, die ihnen aiMnfl•'"w .ri?r*Bdett R'ichvfrstung ersten Rangrs, gleich Metz, � 5(«<•!!), ist eine Nolhwendigtert, um im östlichen den Mans � r wir$ innigen b........................—,......... iid»,. kut>ckland einen festen Halt zu haben und eventuell das der von en �«lende EisenbahntranSportmatertal gegen den etwa ein- wird, seU<0 sL-stJden Feind sichern zu können. Der Königstein kann " Aufpabe nickt erfüllen. Ein Sachs e."— Dieser ge- ie Rathschlag findet fich in Gestalt einer harmlosen >ze im„Leipziger Tageblatt" vom 15. d. M.„Gefahr. weil wir Deutsche bekanntermaßen so heidenmäßig viel haben, daß jedes Projekt, welches Ausficht bietet, uns um Dutzend oder Hundert Millionen Mark zu erleichtern, GM fruchtbaren Boden fällt— besonders, wenn es fich um "Msche Bauten und um neue Flinten, Kanonen und in diesem kartellbrüderlichen die Reichsfestungen _............._____ starke Zukunftsmusik. "'njumtn Fiitte,„der Koch", wie man ihn zum Unter- rfl��TO dem bekannten demokratischen Marineoffizier D e Mn 1850 in Paris gewählt— ,u nennen pflegte, ist g&AJ*. in seinem Geburtsstädtchen Cucrs(Departement -----'' Er war einer der eisernen den Kämpfen gegen das Kh ßJß JbSkSFU�s f ���enten.?iack dem Aufstand des 2. Mai 1839 •ii.......................... Wi*, r tn der Vf m i�Op c*«woienien. vtm Ssls Ü1'1 Blanqui und Bertss vor Gericht gesteM und zu % �'ufcem Gcsängnlß verurlhesit, während über die '?'i-s,,-�nannten die Todesstrafe" Uiurde jedoch nicht verhängt ward. Die vollstreckt, sondern in i,-"»«we Einsperrung umgewandelt. Die Fe- h 5..� Solution gab Flitle gleich seinen Kampf- R hJf'Egeßhi'.cn die Freihest zuiück, jedoch nur auf kurze 2%.,n der verunglückte Aufstandsversuch des 15. Mai 1848 KroiBnit1 ncbsi Blanqui, Barbis und anderen abermals ins könn�' stern wrifjieviQiift j"______________ lorliflcn �»wß. Fiitte wurde zu 5 Jahren Einsperrung verurtheilt, ��„.�kberum zur Einsperrung auf Lebenszeit. Nach Bc- st c r S-i i�ung � � begab jIitte � nad) Qnglanb und dann "• oCwii'1�est.»"'>. und kehrte auf Wunsch B lan q ui's. der 1869 �Äs� �kr �uiurde, kurz vor d m dmtsch-französtschen Krieg nach D« T'lf�jj�tch zurück. Er betheiligte sich an der Vertheidigung von sti. Endlich war der„Subanc," da, und der Zigeuner V ieif°8 Heft zur Hand, blätterte ein wenig in demselben und 3y..rtn, vaar Melodien vor fich hin. Alsdann legte er berw nieder und sagte, er werde mit der ganzen Kapelle lM L??en, da jedes Mitglied derselben zum Kaufpreise bei- müsse. Und richtig, am Nachmittag rückie die ganze iL?' MÜ Geigen. Viola, Cello, Zymbal. Flöte, Klarinet !> N°b<>ß. Ter Primas bat um das Heft, da ferne Leute '>Nu'? �'e K°ve im Sack kaufen könnten, und mit Zu- «ne_ M Händlers begann der Primas, der 7".eine Aus- be Notenlesens kundig ist, seiner Gesellschaft das 'eilen 1 steeßend vom Blatte wegzuspielen. Die braunen leg" hoechten hoch auf. fielen mit ihren Instrumenten zu- ilC"' und als die Pioce zu Ende war. erklärten fie unter � Sveltakel. daß fie solchen Schund nicht kauten >ie N„, r Musikalienhändler protestirte mit aller Energie, da ie ben»" brrekt hatte kommen lassen, allein der Prunas Mvauernd die Achseln und im Nu waren die Zigeuner „b Our draußen. Der Musikalienhändler blickte ihnen an bi' �'ue Stunde später dachte er aber gar nicht (Sache, Jumal � � um nnen gering""'"-"' �Ndelte. Abends nlnn er ins..footel Kronprinz". tffmf K, Kk !>, , Eeff desetzt und unser Mann fand nur m irgend lein Or?" Vaychen. Da plötzlich schlägt eine Introduktion be�„?r horcht hoch auf. und richtig- die Z'geuner- iSÄSI «de�stwLrdig»« dunklen Streifen anf der ie» �stäche haben bekanntlich in neuester Zeit viel Kopf- »WWW unmöglich so (Denn Paris und später an der Kommuneerbebung. Als intimster Freund Blanqui's wurde er von den Kommuneleitem mit den Unterhandlungen zur Befreiung Blanqui's beauftragt, den Thiers während der Belagerung unter den nichtigsten Vorwän- den hatte verhaften lassen. Flitte war ermächtigt— und diese Thab fache, die von den Verleumdern der Kommune geflissentlich ignorirt wird, kann nicht kräftig genug hervorgehoben werden—, erst einen Theil der Geiseln und hierauf, nachdem dies abgelehnt worden, sämmtliche in der Gewalt der Kommune befindlichen Geiseln gegen den einen Blanqui auszutauschen. Thiers wies aber alle Anerdietungen zurück und gab Flitte, als dieser ihn in den eindringlichsten Worten beschwor und auch die Zustimmung des gefangenen Erzbischoss D a r b 0 y überbrachte, gar keine Antwort. Der Haß des Ordnungs mannnes Thiers gegen Blanqui war so groß, daß er ihm die Geiseln opferte. Die Kommune erlag, und in den Verzweif lungskämpfen, die dem Fall der Kommuneregierung folgten, wurdern die Geiseln getödtet. Die Kommune, welche zu jener Zeit nicht mehr bestand, ist unschuldig an dem Tode der Geiseln. Wohl aber trägt Thiers die Ver- antwortlichkeit, der, wenn er fich nicht von seinem Haß und vielleicht von noch schlimmeren Triebfedern hätte leiten lassen, die Geiseln ohne Zweifel gerettet hätte. Flitte entging den Metzeleien der blutigen Maiwoche, er entkam aus Frankreich und ging wieder nach Amerika, von wo er erst 1884 zurückkehrte, um in der Heimath zu sterben. Er war in den letzten Jahren zu kränklich, um fich noch thätig an der Po- litik zu bethciligen, blieb aber der Sache des arbeitenden Volkes bis zu seinem Tode treu. Serr v. Kennigfe«. Wie der„Hamburgischm Börsen- halle" telegraphirt wird, beabsichtigt Herr v. Bennigsen, wieder ein Mandat für das Abgeordnetenhaus anzunehmen. In Kezug anf die Normalarbeit»seit hat der Schweizer Bundesrath kürzlich einen Entscheid von großer grundsätzlicher Bedeutung gefallt.'Nach dem schweizeri- schen Fabrikgesetz beträgt die regelmäßige Arbeit im Tage elf Stunden, an den Vorabenden von Sonn- und Festtagen zehn Stunden. Wie nun der Fabrikinspektor konstatitte, wurde in den Stickereien des Kantons Appenzell Außerrhodcn die Arbeitszeit an Sonnabenden auf elf Stunden in der Weise ausge- dehnt, daß die elfte Stunde zur Vornahme von Reini- gungsarbeiten verwendet wurde. Die Regierung überwies die betreffenden Fabrikanten dem Richter. Das Bezirksgericht des Vordcilandes sprach die Beklagten frei. Die Kantons- regierung appellitte an das Oberacricht. Vor dem Obergericht erfolgte abermals Freisprechung. Der Thatbestand war unbe- stritten. Die Angeklagten gaben selbst zu, daß in ihren Stick- fabriken an Sonnabenden die elfte Stunde für Putzarbeiten verwendet werde. Das Odergericht nabm an, diese Putzarbeiten seien als Hilfsarbeiten zu betrachten, die nach ver zehnten Ar- deitsstundc verrichtet werden dürfen. Die Fabrikordnung eines der Beklagten destimmt, die regelmäßige Arbeitszeit betrage elf Stunden. An Vorabenden von Sonn- und Festtagen höre die gewöhnliche Fabrikarbeit eine Stunde früher auf. Mit Rückstcht auf diese Vorschrift sah das Obergericht den Beklagten für de- rcchtigt an, an Sonnabenden in der elften Stunde solche Putz- arbeiten vornehmen zu lassen. Die Freisprechung der vier Be- klagten machte sogleich ihre Folgen auf andere Kantone und andere Industriezweige geltend. Unter diesen Umständen nahm der Bundesrath, dessen Sache es ist, für den Vollzug des Fadrikgesetzes zu sorgen, die Angelegenheit in die Hand und hob das obergerichtliche Urtheil auf. Weder der Bundesrath noch das Industrie- und Landwitthschaftsdepatte- ment haben in der bisherigen Praxis die Reinigungsarbeiten in den Stickerei-Fabriken den tzilfsarbeiten im Sinne des Art. 12 des Gesetzes beigezählt. Die bundesräthliche Praxis nahm im Gegentheil den Standpunkt ein. daß die gedachten Reini- ungsarbeiten in der Normalarbeitszeit ein- cgriffen werden müssen. Sonach dehält die Bestimmung, daß die regelmäßige Tagesarbett elf, an Vorabenden von Sonn- und Festtagen zehn Stunden betrage, auch für die Fabrik- stickereien thatsächlich ihre volle Kraft. Znr ZlnfaUverstcherung. In der Rekursinstanz kam das Reichsverficherungsamt zum ersten Mal in den Fall, den'§ 67 des Unfallgrsetzes in Anwendung zu bringen. Ein Ausländer hatte die ihm infolge eines Betriebsunfalls angebotene Rente nicht angefochten; als er das deutsche Reichsgebiet verließ, bot ihm die Genoffenschaft eine einmalige Kapitalzahlung an; mit deren Höhe nicht einverstanden, legte er dagegen Berufung ein, und als diese verworfen war, den Rekurs zum Reichsverfiche- rungsamte. Dieses entschied nun dahin, daß der§ 67 der Genossenschaft keine Verpflichtung auferlege, dem das Reichsgebiet verlassenden Ausländer statt der monatlichen Rente eine Ab- findungssumme zu zahlen, es stehe vielmehr in ihrem Belieben, wie auch in dem des andern Theiles, darauf einzugehen. Damit bat das Reichsverficherungsamt den Grundsatz aufgestellt, daß die Genoffenschaft zu einer höheren, als der von ihr ge- botenen Abfindungssumme nicht verpflichtet werden kann; wenn eine Einigung nicht erzielt wird, verbleibe es bei der einmonat- ' �"weßin de« Entwurf der„Alter,-«nd Invalidengabte Menschen sein müßten; denn von uns Erdbewohnern würde ein System so zahlloser und namentlich so breiter künstlicher Wasserstraßen nicht hergestellt werden können. Ein ganz neues Licht wirft auf die Frage der Entstehung dieser eigenthümlichen Gebilde ein Vortrag. welchen kürzlich der berühmte Physiker Fizeau in der Pariser Akademie der Wissenschaften hielt. Fizeau ist der Anficht, daß der ganze Mars vergletschett ist und die viel besprochenen Kanäle nichts Anderes als riefige Gletscher« spalten find. Fizeau begründet diese Annahme folgendermaßen: Da die Entfernung des Mars von der Sonne zu derjenigen der Erde von der Sonne fich verhält wie 3 zu 2. so gelangt höchstens V, derjenigen Lichtmenge zum Mars, welche wir von der Sonne erhalten. Ferne? ist durch spektroskopische wie teleskopische Untersuchungen festgestellt, daß die Atmosphäre des Mars bedeutend dünner als die Erdatmosphäre ist, daß also Vre Wärmeausstrahlung in den Weltenraum bedeutend schneller vor ", geht, als auf unserem Planeten. Eine Vergletscherung der �arsvderfläche ist daher denkbar. Die Gletscherspalten aber auf unserer Erde, z. B. im wer de glace, im Rhonegletscher u. s. w. zeigen, wenn auch im bedeutend verkleinerten Maßstade, jene merkwürdig scharfen und parallelen Ränder, so wie einen ähnlichen, größte ntheilsaradlinigen Verlauf, wie die räthselhaften am 13. d. Mts., Abends 10 Uhr, bei dem Dorfe Münchehofe in der Nähe von Buckow in der Mark beobachtet. Die drei Insassen eines in der'Nähe des ge- nannten Dorfes fahrenden Wagens wurden bei bis dahin mäßiger Dunkelheit urplötzlich von einem so hellen Schein geblendet, als wenn ein Blitz gan, in der Nähe einschlüge. Bei dem Umsehen nach der Ursache der plötzlich grellen Beleuchtung gewahrten alle drei Personen in anscheinend geringer Entfernung von dem Wege ein Meteor, welches fich in schräger Richtung von Sud- often nach'Nordwesten zur Erde bewegte und in haushoher Entfernung von der Eide plötzlich im Dunkel der Nacht ver- schwand. Diese Erscheinung gewähtte einen prachtvollen An- blick. Eine flammenhellc Feuettugel ,n der Größe einer Kegel- kugel schien an einem intensiv dunkelblau leuchtenden nahezu meterlangen Stab zu fitzen, aus dessen oberen Ende glühend dunkelrotbe Funken sprühten. Ein besonderes Geräusch wurde bei dem Rasseln des Wagens aus steinigem Wege nicht gehört. »«rstchmmg der Arbeiter« erklärt fich auch die„Tapezirer- zettung", das Organ der Gehilfen. Die„Tapezirerzettung" meint:„Zu fordern wäre eine Rente von 1 M. und die Alters» rente nach Ablauf des 50.— 55. Lebensjahres." Auch gegen das geplante Ouittungsbuch mit seiner Art der Markcnentwetthung wird Einspruch erhoben. Weiter heißt es:„Die Beiseiteschie- dung der freien Hilfskaffenvettretung, trotzdem es sich um eine Versicherung von über 12 Millionen Köpfen handelt, während das Kranken oerficherungsgesetz nur 5 Millionen umfaßt, st eber.» falls ein tadelnswctther Faktor, wie überhaupt die ganze Orgam- sation der ständigen Leitung eine echt bureaukratische ist." Das Blatt kommt zu dem Endergebniß, daß das ganze Gesetz nur den Werth � einer Umänderung der Armenpflege habe; aber während früher die Arbeiter zu dieser nichts beizutragen brauchten, müßten fie jetzt die Lasten tragen. Die Früchte reife«. Nachdem die Urabstimmung im Buchdruckerverband vorüber, werden hinter den Sammetpfötchen, welche die Verbandsleitung bisher gezeigt hat, die Tigerklauen jetzt fichtbar. Bei der Abstimmung haben besonders die Leip- ziger Gehilfm fich bekanntlich mit erdrückender Majorität gegen die Annahme des neuen Statuts ausgesprochen. Die Leipziger Gehilsenschaft hält fich auch ein eigenes Organ, die„Reform", welche mir dem wasserblauen„Correspondent" manchmal etwas unsanft umspringt. Gegen die„Reform" scheint nun der erste Sturmlauf der polizeilich approdirten Verbandsleitung geplant zu sein, denn in Nr. 90 des„Correspondent" wird erklärt, daß „eine Aenderung der Dinge" nur möglich sei, wenn das lokale Organ, die„Reform" beseitigt wird. Mit dieser Frage dürste sich gelegentlich der neue Vorstand des Unterstützungs- Vereins deutscher Buchdrucker oder eoent. die nächste General- Versammlung befassen. Also nachdem man sich des Schutz.s der Polizei geflchert hat, soll die O p p 0 s i t i 0 n im Verbände mundtodt gemacht werden. Es steht wirklich nett aus in diesem kgl. preußischen Gewerkverein! Invungokrankenkasfen. Der Oberprästdent von Bran- denburg hat mit Zustimmung des Ministers für Handel und Gewerde(Fürst Bismarck) entschieden, daß den Innung� krankenkaffen nicht gestattet ist, im Statut zu bestimmen, da� die bei Jnnungsmeistern beschäftigten Gesellen und Lehrlinge mit dem Tage des Eintritts in die Beschäftigung auch zur Ja- nungskrankenkaffe eintreten müssen. Das Polizeiprästdium zu Berlin hatte ein solches Statut genehmigt, auf Beschwerde des Berliner Magistrates ist dasselbe aber als unzulässig erklärt.— Wir machen die Ardeiter auf diesen Entscheid aufmerksam, um überall da, wo Innungen die Gesellen zum Eintritt in ihre Krankenkassen zwingen, die Sache zum gesetzlichen Austtag zu bringen. A«s Forst i.£., den 10. August, wird der„Arb.-Chr." geschrieben: Auch im hiesigen Kreise Sorau-Forst wird das Sozialistengesetz stramm gehandhabt. So hat am 8. v. M. m Linderode bei 4 Personen Haussuchung nach verbotenen Schriften stattgesunden. Da das Ergebniß der ersten Durch- suchung vermuthlich ein nicht befriedigendes war, wurde fi- bei zwei der am gefährlichsten Erscheinenden an demselben Tag« noch zwei Mal wiederholt, und doch soll das Resultat, abge- sehen von einigen Exemplaren des„Sozialdemokrat", belanglos gewesen sein. Am 25. v. M. wurden aber die letzterwähnten 2 Personen plötzlich verhaftet, und es ist bis heute die Eni- laffung noch nicht erfolgt. Auch in Forst fand am 1. d. M. eine Haussuchung nach verbotenen Schriften statt, bei welcher 2 Exemplare des„Sozialdemokrat" vom 7. und 14. April l. I vorgefunden und beschlagnahmt wurden. Die Arbeit war jedoch für die Beamten noch nickt erschöpft. Die Beerdigung eines wackeren Anhängers der Arbeiter, August Kraft, sollte statt» finden, und die Polizei bemühte fich festzustellen, ob in irgend welcher Form demonstrative Abzeichen wahrzunehmen, eventuell zu entfernen seien. Der Herr Polizeiinspektor P e t s ch musterte beim Erscheinen am Trauerboufe zunächst die anwesenden Leidttagenden, darauf wurde die Aus- schmückung des bereits aufgebahrten Sarges einer genauen Be- fichtigung unterzogen. Und wirklich war die sonst so friedliche Hülle mit einem Kranz aus rothen Blumen verschen. Sofort wurde der anwesende Vorstand der Krankenkasse, welcher der Verstörtere angehört hatte, vom Herrn Polizeiinspektor auf» gefordert, diesen Kranz zu entfernen. Der Vorstand bedeutete ihm jedoch, daß dieses Recht nicht ihm, vielmehr nur den Ver- wandten des Verstorbenen zustehe, worauf des letztere« Sohn der Aufforderung des Herrn Inspektors nachgab, um eine weit.'re Verzögerung der Beerdigung zu verhindern. Die Gattin deS Verstorbenen überaad hieraus das ominöse Objekt einem als Leidtragende anwesenden Mädchen, die das ihr Anvertraute im. aller Ruhe nach dem Friedbofe trug. Dieser hier bezeichnete Fall wird nicht etwa der'Neuheit wegen geschildert, sondern eine ganze Reihe vergleichen Vorkommnisse würden aufzuzählea sein. Ebenso darf es nicht überraschen, wenn in Zukunft Fälle solcher Art vorkommen. Denn wie fich aus den gemacktc« Wahrnehmungen schließen läßt, scheinen alle Leichenwäscherinnea von der Polizei angewiesen zu sein, da, wo fich vor oder bei einer Beerdigung Außergewöhnliches zeigt, dieses sofort zu melden.— Aehnlich verhält es fich hier mit Abhattung öffentlicher Versammlungen, denn seit der letzten Reichstagswahl, während der die Versammlungen verboten wur- den, wurde jetzt erst wieder der Versuch gemacht, eine solche abHallen zu dürfen. Herr F. Geyer- Großenhein war auf den 7. d. M. eingeladen worden, einen Vortrag zu halten. Trotz- dem Herr Geyer an den Tagen vorher in Spremdcrg und Kottbus über dasselbe Thema sprechen durfte, wurde die hier angemeldete Versammlung auf Grund folgenden Bescheides verboten:„Forst, den 6. August 1883. Da Sie sowohl, als auch der Zigarrenfabrikant und säckfische Landtagsabgeordnete Fr. Geyer zu den prononzirtesten Führern der sozialdemokrati- schen Partei gehören, müssen wir annehmen, daß die Versamm- lung, welche am 7. d. Mts., Abends 8; Uhr, im Buse'schen Saale stattfinden soll, dazu bestimmt ist, sozialdemokratischen Zwecken zu dienen. Die Abhaltung der Versammlung wird deshalb hiermit verboten. Die Polizei« Verwaltung. Der erste Bürgermeister Engmann. An den Zigarrenhändler Herrn Karl Urban, hier. II. 8640." Wenn schon die Versammlung ver» boten war, hatte die Polizei doch alle ihre Kräfte aufgeboten� auch 4 Gendarmen und ebensoviel Nachtwächter fehllen nicht. Gesterreich-Ungartu Auf die Vorbereitungen, die von den Anhänger» Schönerer's getroffen werden, um anläßlich seines Straf- antrittes, der am 20. d. M. zu erfolgen hat. mit Demonstta- tionen zu debutiren, hat man behördlicherseits ein scharfes Auge. Eine aus Deutschland importirte„Hoch Schönerer! Ein Justiz» mord in Oesterreich im Jahre 1888" betitelte Schritt ist kon- fiiezirt worden, und überall, wo dennoch ihre Versendung ver- sucht wurde, ist seitens der Bezirksbehörden darauf aufmerksam gemacht worden, daß die Verbreiter des Machwerks dem Preßgesetze gemäß mtt hohen Geldstrafen belegt werde» würden. Grotzbritattttie«. Ueber den Inhalt der Klageschrift Parnell's gegen die„Times" bringt der Edinburgher Korrespondet der „Daily News" folgende Mittheilungen:„Die Klage Parnell's st dem Eigenthümer der„Times", John Walter, und dem Drucker des Blattes, G. E. Wright, bereits eingehändigt wor- den. Parnell fordert 50 000 Lstr. Schadenersatz und der Prozeß wird im Oktober vor Lord Kinneai und einer Jury in Edin» burgh zur Verhandlung kommen. Parnell begründet seine Klage auf die bekannten„Parnellismus und Verbrechen" betitelte» Artikel der„Times". Hierunter find auch der nachgebildete Brief und die denselben degleitenden Artikel, die Besprechungen des Blattes darüber, daß Parnell die Echtheit des Schreidens in Abrede stellte, der zweite Theil der als Broschüre gedruckten Artikel über„Parnellismus und Verbrecken" und alle im Laufe des O'Dönnell'schen Prozesses vom Generalanwalt angeführten Schreiben, ins- besondere der angeblich an Egan gerichtete Brief begriffen. Parnell gründet seine Klage ferner auf die Art und Weise, wie d e„Times" die Rede des Generalanwals ausgenutzt haben, und den Berickt, welchen die Zeitung über den O'Donnell'schen Prozeß gebracht hat. In der Klageschrift heißt es, daß alle erwähnten Briefe und Artikel gefälscht find. Kein einziger ist vom Kläger geschrieben oder unterzeichnet worden, weder von ibm selbst, noch auf seine Veranlaffung. In den desagten ge- fälschten Briefen und Artikeln wird von dem Beklagten dös- willig und verleumderisch behauptet: 1) daß der Kläger die Ermordung Burke's im Pbönirparf, Dublin, guthieß und dilligte; 2) daß er, um gcwiffe Personen zu beruhigen. Briefe verfaßt habe, worin er seine öffentliche Verurtheilung des Ver- drechens entschuldigte; 3) daß er Frank Byrne die Mittel zur Flucht nach Frankreick gewährt habe, weil er gewußt habe, daß ein Haftbefehl gegen Byrne ausgesteLt worden sei; 4) daß er Patrick Caan schriftlich aufgefordert habe, die Ermordung des irischen Odersekretärs Forster zu betreiben. Die beregten Schreiben und Behauptungen wurden in der Prcffe der ganzen Welt kommentirt und bildeten den Gegenstand der Erörterung in beiden Häusern des Parlaments. Sie haben die Gefühle des Klägers auf das Empfindlichste verletzt und seinen per- sönlichen und polstischen Charakter und seinen Ruf tief ge- schädigt." In dem Streit zwischm Chamberlain und Parnell hat der letztere den Sieg davon getragen. Der erstere hatte behauptet, daß er einen von Parnell selbst verfaßten Home- Rule- Plan befitze, den dieser verleugnet habe, well er von den Konser- vativen bcffere Zugeständnisse zu erhalten hoffte. Nun giebt Chamberlain selbst zu, daß der Plan in seinem Befiy nicht von Parnell herrührt, sondern in der Handschrift eines Zwischen- Händlers O'Schea ist und lediglich eine Dezentralifirung der Berwalwngszweigc in Irland bezweckt, ohne die Schaffung eines Landtages oder Parlaments in Dublin im Geringsten zu präjudiziren. Auch hütet fich Chamberlain, der Forderung Parnell's Folge zu leisten, die von ihm erhaltenen Briefe zu veröffentlichen. FV«» Kr eich. Die Audienz, welche der Konseilspräsident Floquet den Delegirten der Erdgräder ertheilte, dauerte länger als eine Stunde. Eine Stunde später erstatteten fie einer Versammlung der streikenden Erdgräder mündlichen Be- richt über den ihnen gewordenen Empfang und über das Er- gebniß der Audienz. Die Versammlung äußerte ihre volle Zu- friedenheit damit und brachte ein Hoch auf den Konseilspräfi- denten aus, welcher als Seinepiäfekt zur Errichtung der Arbeitebörse dos Meiste beigetragen hatte. Ihre Zufriedenheit entsprang vorzüglich der Verficherung des Ministers, daß die Behörden das Recht der streikenden Arbeiter zur Propaganda bei den nicht streikenden Kameraden insofern anerkennen, als fie es ohne Drohung oder Gewaltlhat und ausschließlich mittelst der Uederredung ausüben. Dem„XIX. Siäcle" wird aus Cannes telegrophirt:„In unserer Stadt find am Vorgebirge der Croisctte zwei junge Leute, ein Ungar und ein Deutscher, verhaftet worden, als fie Pläne aufnahmen. Eine Untersuchung ist gegen fie einge- leitet." ItaHen. Die neue Niederlage bei Massauah veranlaßt begreiflicherweise die italienische Presse zu düsteren Betrachtungen und leidenschaftlichen Vorwürfen wegen einer verfehlten, schlecht geleiteten Kolonialpolllik. So schreibt der gemäßigt liberale Mailänder„Corriere della Sera":„Ein neuer Unglücksfall ge- sellt fick zu denen, die unsere afrikanische Politik bereits so traurig illustrirt haben. Neues Blut ist unnütz vergossen worden; neue Thränen Wtterer Klage werden über das Schicksal von Offizieren vergossen werden, die als Helden in dem traurigen afrikanischen Küstenlande gefallen find. Und wenn die ge- fallcncn Soldaten diesmal mit uns nicht das Vaterland und die Raffe gemein haben, so find fie dennoch unserer Klage würdig, nicht blos aus dem Gefühle der Menschlichkeit, sondern weil fie unter unsern Bannern gestritten haben. Die noch ziemlich unficheren Berichte, die der Telegraph uns mittheilt, find jetzt nickt weit und breit zu erörtern. Ader sagen wir die Wahrheit, ohne Phrasen und Heuchelei: das Herz schnürt fich uns zusammen bei dem Gedanken, daß eine Art Fluch aus unserer Kolonialpolitik zu lasten scheint. Seit ihrem stellt uns diese nichts anderes dar als eine Kette von Enttäuschungen, Mißerfolgen und Leiden." fvanie». rozeß gegen den des Mulle deschuldigten V a r e I a zieht, dehnen fich immer weiter haben schon die spanische Politik, die Rechtspflege und die' waltung in Mitleidenschaft gezogen. Vor den Blicken der rüsteten Nation entrollte fich ein düsteres Bild; die Geiö beamten Hehler oder Mithelfer der Verbrecher und einflus Personen als Schützer von Verbrechern! Die Enm fand in der unabhängigen Presse beredten Ausdruck, rücknc wurde der Krebsschaden bloßgelegt. Gegen 50 Zeitungen Zeitschriften vereinigen fich, um gemeinsam im Namen öffentlichen Meinung an dem Gerichtsverfahren theilzuneh Das spanische Gesetz gestattet nämlich jedem Bürger, fi» Gericht an der Verfolgung eines Verbrechens zu betheu� einen Rechtsanwalt zu stellen und durch diesen den P«$l führen, sobald er glaubt, daß die Richter nicht entschieden' vorgeben oder Partellichkeiten fich zu schulden kommen Thatsächlich ist von diesem Rechte bis jetzt kein Gcdrauck macht worden. Dieses Mal aber wird die Bürgschastsfi»» gezahlt und im Namen der spanischen Gesellschaft der 9p geführt werden, da schwere Mißgriffe und Unterlassungssun« die Ueberzeugung aufdrängen, daß der Erbe von Millionen, ja, der v e r m u t h l i ch e M u t t e r m ö r>y Varela von einflußreichen Kreisen und Personen dem wird. Ist es doch unbegreiflicher Weise gestaltet worden, fich der Gcfängnißdirektor Millan Afiray in die Vr suchung einmischte, während er selbst der Mitschuld an furchtbaren Verbrechen verdächtig war. Auch gegen den eim Gönner des pflichtveraessenen Beamten, gegen Montero> den Präfidenten des Obersten Gerichtshofs, erhob fich die M liehe Meinung, sodaß derselbe fich entschlossen hat, sein. niederzulegen und fich in den Körles gegen die Vorwim� vertheidigen. Die Advokaten Salmeron oder Azcarate muthmaßlich den Prozeß führen. Die Blätter veröffe schon Listen der Beiträge zur Bestreitung der Unkosten. 193. beruh "o'fi die vc le aufgrstc W lein, l kurz n ' die So! Uilung ei «lanntliä mien L •ichert s Jg übet untenfitä ' den for Zocken e, ,ewe uörper- xf der n Haltung ckrahlui scheu 3 Zentr itrnitei !>n größ »eschn s die gleicht das ai W HZ 8 vc gig vi kr _ Die diejeny derS r in l durchn vroduzi die lgUNg iten zc Otiten, d den M ve nskra W)er bi > Er, Theater. Sonnabend, den 18. August vpernhau«: Margarethe. Kchaaspielha«»(im M allner- Theater): 1. Fm Reiche der Mütter. 2. Die Prüfung. 3. Castor und Pollux. 4. Eine alte Schachtel. Friedrich- Wilhelmstädtisch»« Theater: Gasparone. Kroll'» Theater: La Traviata. «»atrai-Theater: Die«vchmellerltnge. Äftend-Theater: Die Grille. te»,»»t.ir»Uhrrn von..«0,, HM MM 8®0(bi- 7a MM M M M„ 8>» 80-800 H RegaUtnirt, lilage(«henbea. 1 SReierlimg». 10,, 6*. te»«IM 9h;|baunu»«h4uj« oo. 16,. »0. 6». mit Schlagwerk.... 18—76» «tnnd.Slckernhreu ,o»....... 1—80, Zllustrirte pr«>«oer,eichnifl« gntti««m» fr-mr». Serfonli noch nitcr|«U legen Nachnahme. Umtaufch tereitwtlligft gestatM. 'S En gros. Export Internationale Bibliothek. sowie 337] Fortsetzung: Die srank-stsch» Kevolutio«, �_ sämmtl. wiffensch. Werke u. Zeitschr.-c. liefert fret ins Haus nach all. Gegenden d. Stadt HD jß Buchhandlung und Buchbinderei, __ N» Rolslilaror, Brandenbura'traße 56, Hof II. 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Muttnw» 1er weiter>> ze und die i» Blicken der-? die Geil nd einfiul )ie End uck, rückst' Zeitungen � m Diamen° ülS'w• Sie Heteoritcn und ifire Jlulfe im 'sJH nac� neueren Unter fucfiangen. kommen last-„(Schlusi>) tt Gedrauck»*5 berühmtesten von rll diesen T�eoiren oder ißqovihjfcn irgschaftssum�u die von Robert Muyer übec vie Erhaltung der sonnen- ,aft der W r- aufgestellte geworden. Stetelbe dürfte wohl allgemein rlaffungssüiil- Tj-'t kein, dock gestalten wir uns der Vollständigkeit halber, e von) ii1'1'UIJ m rekapituiiren. Die Kant-Luplace'sche Hypothese, ttermör«.- � die Sonne und alle Planeten ihres Systems aus der sonen best# 5%uug eines mächtigen Urnebels hervorgegangen sein läßt, worden, �:°"anntlich nichts aus über die Entstehung und Dauer des die Vonini- reuten Wäimevorraths, welchen wir Keule in der Sonne chuld an b> �wechert sehen. Die Sonnenstrahlung hat, seit eine Bc n den einitia-- überhaupt stattfindet, feine merkliche Verminderung Montero S» ZuntenMät erfahren; es müssen also Faktoren thätig sein, fich die 10"$(Tl den fortwährend stattfindenden ungeheuren Verlust un« hat, sein fachen ergänzen. Verbrcnnungevrozesse find ausgeschlossen, e Vorwüri- f eine rasche Gewichts- und Volumnenabnahme des tcarate �--'örpers herbeiführen würden. Robert Mayer, der veröfferlM-' der mechanischen Wärmetheorie und des Prinzivs von ckosten. b-'- Haltung der Energie, sah nun in der ungeschwächten mrahlung der Sonne das Resultat der Vernichtung der 'cken Bewegung ponderabler Massen bei ihrem Sturze g- Zentralgestirn. Diese Massen sollten aus dem Ringe ««leoriten stammen, welchen man als Ursache des Zodiakal- > größerer Distanz mn die Sonne vermuthet. Je nach Geschwindigkeit würde jeder dieser Körper bei seinem >f die Sonne 4600—9200 mal so viel Wärme erzeugen gleiches Quantum Kohle bei der Verbrennung. So an- das auch scheint, so ergiebt doch die Rechnung, daß eine Wie Menge Materie— Mayer findet dieselbe im Mini- 94000 Bill. Kiloar. pro Sekunde, v. i. in 2 Jahren le gleich der des Mondes— erforderlich sein würde, " meverlust zu decken, ein Gewichtszuwachs, der eine g der Planetenbewegung, mithin eineVerkürzungdes jerdeisühren müßte. Während aber May-r diese Ver- «ur auf einen Bruchtbeil einer Sekunde pro Jahr de- berechnet Sir William Thomson seit Christi Geburt eine Mz von sechs Wochen. Hieraus ergiebt fich sonach, ganz gig von der Frage, woher denn diese große Zahl von en kommen sollte, die Unmö lichkeit der Mayer'schen Dieselbe ist heute in der That vollständig verlassen diejenige von Helmholtz, nach welcher die Zusamnun- der Sonne, also gerade eine Folge ihrer Wärmestrahlung, in historischer Zeit völlig unmerkbaren Abnahme des Durchmessers, einen die Ausstrahlung deckenden Wärme- vroduzirt. ch die thatsächlich oder wahrscheinlich vorhandene Be -gung der Monddewegung ist kaum der Wirkung der iten zuzuschreiben. Allerdings können und müssen die :, die ja auf den Mond nicht minder als auf die Erde Monat, wie man ihn durch eine Anzahl von Tagen . verkürzen, indem fie einerseits die Masse und ionskraft beider Gestirne steigern, also den Mond der Uber dringen und seine Bewegung beschleunigen, anderer- Grhp mit Materie belasten, welche kein Drebunas« Honnade«� den 18» August 1888. 3. Jahrg. gelieft jedes ein 'en wird, JQNJ Dl r hrnaus ckrlv-lS. (Stbe mit Materie belasten, welche kein Drehungs 1 0-'J'O, m; dadurch wird die Erdrotation gehemmt, also der ckelte Stov�k�'fi,,«. iert und die Monatsdauer in entgegengesetztem Sinne s&ää-ä« {Meinung treten, bedarf es nach den Berechnungen von einer Masse von Meteoriten, wie fie d e thatsächlich iVTl! weit überschreitet. Tie Annahme aber, daß in nicht PS« hinter uns liegenden Epochen ein reichlicheres Zu- lßt�bon Meteoriten stattgefunden habe, ist zum mindesten Ii yf Erfahrung in keiner Weise gestützt. i�bnlich läßt sich auch nachweisen, daß die lebendige Kraft % iten nicht ausgereicht haben kann, die Erhebung der * L/% iu bewirken, ferner daß von einem Einflüsse derselben \ x ��-ier kaum die Rede sein kann. Wenn nun auch »Iii* Meteoriten viel von ihrer vermeintlichen Bedeutung i ouf J, ist. so soll damit keineswegs gesagt sein, daß ihr Ein- We Oebonomie des Weltalls thatsächlich gleich Null sei. tt,' Wirkungslosigkeit im phystkalischen Sinne giebt es ja Ii. nicht, und was der augenblicklichen Jntenfität ab« i�wnn durch die Zeit ersetzt werden. Newton schätzt den , �-»iuwachs der Erde durch Meteoriten auf l 00 Tonnen und nimmt man dazu die feinen kosmischen Staube iner, abrik. Nungen. j.' t Ur und franr mommerr.� h-e». Gin RSthsel. eives «ur •k.fi �gtbuchblätter einer Künstlerin. Doch keine Thräne heißer Reu' Macht eine welke Rose blüh'n, Erweckt ein todtes Herz auf's Neu'. >ne. lition att"» iÄ- k mn. rrel-i� . 18-20; Erstes Blatt. die Höhe erklommen! Steil war der Weg, raße, aber der Ruhmeskranz schmückt meine drückt er schwer! Jedes Lorbeerblatt wird ltm»"� Warum nur? Sie sind von Thränen benetzt, � Blätter— dunkler Schatten liegt darüber, kein ület r hat sie geküßt— sie welken auf meinem ien b-e die Blume meines Herzen». Ein Räthsel �atbr'? n?eine Freunde, ein Rärhsel meine Verehrer— �loil* die große Menge, die athemlo» meinem Ge- : denen das thränenvolle Klopfen meiner Stimme >t z erscheint, wie der Ausdruck meines Gesichts. ly,."tt auch der berühmten Sängerin Maja Servauti 8e&ätfchellen Liebling des Publikums? Müßte % Uf�lütfltch sein und in berauschenden Zügen den � einft' �en arir das Schicksal beut? Wie habe ich l Jen,'. na(h diesem Ruhmesglanz gesehnt, und nun er Sl'w« r' f-h""4 er fahl und matt— er erwärmt \ �erz und wirft Schatten um Schatten auf meinen i}, an. t Zweite» Blatt. j! es('edenhof wirbt um meine Hand— er liebt �-agten's mir viele in meinem Leben, und �blü lie6e' was ich für den schönen Mann empfinde. nechende �' Liebenswürdigkeit alle Welt entzückt? inemK� l bin ich nur so oft weich und warmherzig wie iC'tte oft kalt und herzlos? Warum klingen %(h v 0til rauh, während mein Herz zuckt in gewal- Warum lacht mein Mund, während heiße, Massen, auf deren Bedeutung namentlich Noidenstiöld hinge« wiesen hat, so steM fich dieser Betrag noch höher; im Vergleich zur Gesammtmaffe der Erve zwar gewiß noch eine sehr kleine Zahl, die aber im Verlaufe langer geologischer Zeiträume nichts' destoweniger zu bedeutender Geltung gelangen kann. Notben skiöld geht so weit, anzunehmen, baß die Erde bei ihrer Ent- steburg von verbältnißir.äßia geringer G öße gewesen und erst im Laufe der Z iten durch Meteoriten auf ihre jetzigen Dimcn- stonen angewachsen sii. Diese Theorie, für welche ihr Urheber in dem geologisck Bau der Erde Beweise zu finden glaubt, soll die Kant-Laplace'sche Hypothese nicht verdrängen, sondem nur in gewisser Richtung ergänzen. Dagegen hat letzthin der englische Astronom Norman Lockyer, bekannt durch seine großartigen Spektraluntersuchungen über Sonne und Fixsterne, eine Meteoritentheorie aufgestellt, welche nicht nur die früheren Hypothesen über die Entstehung der Himmelskörper, sondem auch die beschriebenen Anschauungen über die Bildung der Meteoriten über den Haufen wirft, inso- fern fie die letzteren als nichts geringeres, denn als Bausteine des Weltalls erscheinen lassen. Den Ausgangspunkt bilden Spektraldeobachtungm. Be kanntlich geben im Glühzustande befindliche feste Körper oder Flüsfizkeiten ein sogenanntes kontinuirliches Spektrum, in web chem innerhalb gewisser Grenzen alle Lichtarten in ununter' brochener Aufeinanderfolge vertreten find, während glühende Gase meist nur Schwingungen weniger, scharf definirter Perioden aussenden, also ein Spektrum liefern, b stehend aus nur wenigen hellen Linien, welche fich in dem Maße, als Druck und Temperatur in dem Gase wachsen, zu Banden zu ver- breitern, also dem Charakter des kontinuirlichen Spektrums fich zu nähern streben. Ein glühender, von Gasen oder Dämpfen umgebener fester oder flüjstger Körper entwirst, wie z. B. die Sonne lehrt, ein Spektrum, durchzogen von dunklen Linien, welche für die Bestandttheile der Tampfhülle charakteristisch find und sonach diese zu analyfir.n gestatten. Lockyer hat nun zu- nächst gezeigt, daß die Spektra vieler Himmelskörper keineswegs absolut unveränderlich find, sondern je nach den Bedingungen von Temperatur, Druck sc. variiten. So liefert ein Komet in der Sonnennähe, wo seine Theile, durch die Sonnenstrahlung erhitzt, in fortwährendem heftigen Anprall auf einander be- griffen find, ein ganz anderes Spektrum, als in großer Distanz von der Sonne, sei es, daß er fich zu derselben hin oder von ihr weg bewegt. Bei dem großen Kometen von 1882 z. B. wurden im Perihel viele helle Linien beobachtet, die man in der Flamme des Bunsenbrenners durch Dämpfe von Natrium, Eisen und Magnefium erhält. Mit wachsender Entfernung ver- schwanden diese Linien allmälig und ließen schließlich, z. B. im Falle des Kometen von 1886—1887, nur eine Magnefiumlinie zurück; auch der Kohlenstoff, diese wichtigste Grundlage organi- sehen Lebens, erscheint und verschwindet in dem Spektrum je nach dem Wechsel von Druck und Temperatur. Lockyer brachte ferner Stückchen von authentischen Meteoriten bald in die Flamme des Bunsen'schen Brenners, bald in den elektrischen Lichtbogen, dessen Pole bisweilen ebenfa's von Meteoriten gebildet wurden, bald wurden solche Stücke in Vakuumröhren einer höheren Temperatur oder elektrischen Ent' lavung n ausgesetzt. Es gelang ihm auf diese Weise, alle Spektra, wie sie von der Sonne, den Fixsternen, Nebelflecken, Kometen und Sternschnuppen ausgegeben werdew getreu zu reproduziren, mit einziger Ausnahme derjenigen Sterne, wie Sirius, deren Temperatur jede im Laboratorium erzeugbare ins Ung'.meffene übersteigt. Diese Versuche führten nun unfern Autor zu einer Reihe von Schlüssen und Thesen, welche wir kurz rcsumiren wollen. Die bisherige Unterscheidung zwischen Fixsternen, Kometen und Nebeln entbehrt nach Lockyer jeder phyfikalischen Grund- läge, vielmehr bestehen alle selbstleuchtenden Körper im Welten- räume aus Meteoriten oder Massen meteorischer Dämpfe, welche durch die Hitze der Zusammenstöße aus jenen ent- wickelt wurden. Als„Urzustand" ist eine unbegrenzte Zahl von Meteoriten oder ähnlichen steinigen Massen vorauszusetzen, welche zunächst noch kalt, dafür aber mit ungeheuren Geschwindigkeiten begabt find, mit welchen fie den Raum nach allen Richtungen durcheilen. Zusammenstöße bleiben natürlich nicht aus und haben einerseits den Effekt, die Geschwindigkeiten gegenseitig auszugleichen und eine größere Zahl von Einzelkörpern zu Strömen und Gruppen zu vereinigen, andererseits die Tempe ratur dieser Gruppen durch Vernichtung mechanischer Bewegung gewaltig zu erhöhen; die Lichtausstrahlung beginnt. Eine solche Gruppe, obschon aus einzelnen getrennten Individuen bestehend, wird uns vermöge ihrer Entfernung als homogene Lichtquelle, brennende Thränen mir au» dem Herzen aufsteigen und in die Augen treten? Warum erscheine ich meinen Freunden gegenüber oft liebenswürdig, wo ich doch oft das Gefühl habe, als müßte ich weit von ihnen fliehen? Ein Räthsel bin ich den andern— ein Räthsel bin ich mir selbst. Werde ich es je lösen? Drittes Blatt. Wohin mich die Erinnerung führt: Weit, weit ab. Zn einem kleinen Dörfchen, da liegt ein Häuschen. Epheu hält eS umsponnen— dort spielte ich einst— nicht selig wie andere Kinder, wohl aber mit der Sehnsucht nach dieser Seligkeit in dem kleinen Herzen.— Der Vater starb und die Mutter— sie war so müde— sie streichelte nicht mehr mein Lockenhaupt. Auch keine herzigen Märlein flössen wie sonst gleich Gold und Perlen von ihren Lippen.— Alles still— alles traurig.— Der alte Hofhund starb auch, den ich oft im überwallenden Gefühl zärtlich in die Arme schloß. Die Blumen im Gärtchen waren verblüht, deren Dust mich sonst erlabte, und die gar so viel zu erzählen wußten von dem, was mein Herz ergründen wollte und doch nicht fand— das All! Nur einige späte Astern blühten noch, aber diese schmückten ja auch des Vaters Grab, und wo atte ich denn einst gelesen, daß die Aster die Blume der .Jodten? Nur dunkel taucht in mir wie durch einen Nebel- schleier daS Memento Mori von Gola Luigi auf: Todtenblume, Aster, Schmückest dürftig Grab, Letzte arme Zierde, Die man weinend gab. Streicht um kahle Hügel Schneidend kalter Wind, Sommerluft und Sonne Längst geschwunden sind. Rascheln dürre Blätter Unter meinem Fuß, als Nebel mit oder ohne Kondensationskern, ja unter Um- ständen nur als leuchtender Punkt erscheinen. Die Art des von ihr ausgehenden Lichtes, also der Charakter des Spektrums, wird von der Anzahl und Geschwindigkeit, der im gleichen Räume vorhandenen Meteoriten, oder von dem Verhältniß ihres Volumens zu dem der Zwischen- räume, mithin von der Häufigkeit der Zusammenstöße und der durch dieselben be: oorgeorackten Temperaturerhöhung abhängen. Sind die Zwischenräume sehr groß, also Kolltfionen verhältniß- mäßig selten, so werden dieselben nur die Oberfläche der Meteoriten zum Verdampfen bringen können, die Hauptmasse derselben aber kalt lassen; wir haben einen leuchtenden Nebel- fleck, dessen Dämpfe ein aus wenigen hellen Linien bestehendes Spektrum aussenden. Die Gravitation bewirkt nun eine fort« schreitende Verdichtung des Nebels, allmälig beginnen auch die festen Meteoriten selbst zu glühen, die hellen Linien verbreitern fich zu Banden, während neben ihnen auch ein schwächeres kontinuirliches Spektrum fichtbar wird— ein Fall, den gewisse Sterne darbieten. Mit dem Fortschreiten der Verdickung und Temperaturerhöhung überwiegt immer mehr das kontinuir- liche Spektrum, welches zunächst durch die Absorption der um die Meteoriten vorhandenen Dämpfe von dunklen— natürlich nur relativ dunklen— Linien unterbrochen ist, deren Zahl fich aber immer mehr reduzirt. Wir haben schließlich Spektren der einfachsten Art, wie fie der höchsten Gluth entsprechen und am Himmel durch Sirius und seine Verwandten repräsentirt werden. Von der Existenz festet getrennter Meteorpartikeln kann natürlich nicht mehr die Rede fein: es ist im Innern alles ein homogener Dampf, der fich lediglich durch die fabelhafte Temperatur und den ungeheuren Druck in Bezug auf die Ausstrahlung wie ein fester Körper verhält. Von da an geht es abwärts; die Temperatur beginnt zu stnken, neben der Emisston tritt die Absorption wieder in ihr Recht. Wir haben Spektren mit zahlreichen dunklen Linien, Sterne von der Klaffe unserer So ne. Mit weiter steckende? Temperatur verbreitern fich die dunklen Linien zu Adsorptions- banden, bis schließlich die Ausstrahlung ganz erlischt.... So gelangt Lockyer, von gänzlich neuen Grundlagen aus- gehend, zu einer natürlichen Klasfifikation der Sterne, welche in ihren Grundzügen mit derjenigen von Secchi und Vogel über- einstimmt. Er liefert ferner für gewisse, bisher noch gehcimniß» volle Erscheinungen den Schlüssel; so z. B. werden die regel- mäßig veränderlichen Sterne auf das Zusammenwirken zweier Meteorschwärme zurückgeführt, von welchen der eine, fich in elliptischer Bahn bewegend, nach regelmäß-gen Intervallen mit dem anderen zusammentrifft und eine plötzliche Vermehrung der Kolltfionen, also der Lichtausstrahlung, herbeiführt. Ueberhaupt liegt eine gewisse großartige Elnfachhett in Lockyer's Theorie, welche aber darum nichtsdestoweniger gewichtigen Einwänden begegnet ist. Daß ein von so komplizirten Körpern, wie es die Meteoriten find, erfülltes Weltall einen einfachsten Urzustand im Sinne der Kant Laplace'schen Auffassung nickt darstellen kann, liegt auf der Hand und ist also die Theorie in dieser Richtung zum mindesten unvollständig. Wenn jedoch die zu geringe Zahl der heute beobachteten Meteoriten als Argu- ment gegen die Theorie ins Feld geführt wird, so scheint uns dies nicht stichhaltig zu sein, weil eben unser Sonnensystem einen Theil des Weltalls darstellt, in welchem die Entwicklung, d. h. die Vereinigung und Gruppimng der Einzelkörper zu großen Massen, schon in hohem Grade fortgeschritten, wenn nicht nahezu vollendet ist. Jedenfalls gebührt dem englischen Falscher das Verdienst, durch seine geistreiche Hypothese eine mächtige Anregung ge- geben zu haben, wenn es auch weiteren Untersuchungen vorde- halten bleiben muß, die Richtigkeit seiner Voraussetzungen und die Berechtigung seiner Schlüsse zu prüfen.' Lokales. Neber unsolide Kaunnteruehmer klagt die„Bau- gcwerkszeitung", die deshalb billiger arbeiten, weil sie die kleinen Handwerker, Tischler, Scklosscr, Maler, Glaser u. s. w. entweder gar nicht oder nur m t erheblichen Abzügen bezahlen. Das fi d nicht mehr unsolide Männer, sondern einfach Schwindler und Betrüger und wir gehen ganz mit der„Baugewerkszeitung" zu- samwen, wenn fie sagt, daß das ganze solide Baugeschäft durch solche Schwindler leibet. Schwindler giebt es übrigens in den meisten Geschäftszweigen. Wer gute Waare haben will, geht ihnen aus dem Wege, und zuletzt find diese Schwindler im Bau» betrieb meistens nur vorgeschobene Personen des eigentlichen Sendet nah'nder Winter Seinen ersten Gruß. Todtenblume, Aster, Blühst alleine nur! Hingewelkt die Menschen— Welkend die Natur——— Viertes Blatt. Die Mutter war bald auch niclst mehr— ich stand allein! Niemand verstand mich— ich ging meine eigene Straße— immer suchend— immer einsam. Da fiel plötzlich ein heller Lichtschein in meine Seele, und geblendet von den Strahlen schloß ich die Augen.— Sollte mir Aufklärung werden über das, was ich so lange vergeblich er- forschen wollte, war es nicht der Kranz des Ruhme», den ich so heiß ersehnte, sondern ein schönerer Kranz, der un- verwelklich blühte? Meine Seele jauchzte, und doch ward eS in iflir so fromm und still— ich begehrte nicht, was mein Herz er- kor— denn es war weit von mir, unerreichbar dünkte eS meinem kindlich bescheidenen Sinn, und nur ein glücklicher, kurzer, wonniger Traum nahm mich gesangen.— O, hätte man mir den Traum gelassen, denn darin flammte hell und glänzend:„Mein Stern!" Wo still ein Herz in Liebe glüht, O rühret, rühret nicht daran; Den Geistesfunken löscht nicht au»; Fürwahr, eS ist nicht wohlgethan! Wenn'S irgend auf dem Erdenrund Em unentweihtes Plätzchen giebt, So ist's ein junges Menschenherz, Das fromm zum erstenmale liebt. Fünftes Blatt. Was ich aus scheuer Entfernung anbetete, das trat mir nahe— unverhofft— überraschend! Mir genügte es bis dahin, seinen Geist mir nahe zu wissen— jetzt stand er Gauners, der dahinter sitzt. Was meint die„Baugewerkszciwng" aber, drückt n das Baufach nicht auch herab, wenn sogenannte „solide Uniernehmer" deshalb niedrige Preise in den Sudmisfionen und im Verhandeln mit Privaten anbieten, weil ste die Arbeiter durch Akkordarbeit, Ueberstundenardeit und dergleichen, ver- Kunden mit Lohnabzug, ausnutzen? Ist es„solider", einen Arbeiter zu schinden, a!s einem Tischlermeister 5l)pCt. für seine Arbeiten zu zahlen? Diese Quelle der Schädigung des Hand- Werks könnte man doch nur durch Abschaffung der Akkordarbeit und Festsetzung von Normalarbcitstag und Äindestlohn besei- tigen. Wir kennen den Bauschwindel in Beilin sehr genau und haben ihn öfters gekennzeichnet. Lohn- und Preisdrücker, wo es fich um die Ausnutzung der Arbeiter und kleinen Hand werker handelt, sind übrigens wohl sämmtliche Bauunternehmer in Berlin, od solid oder nicht, mit verschwindenden Ausnahmen. Die„soliden" verstehen es auch sehr gut, den kleinen Meistern bei der Schlußrechnung haarsträubende Abzüge zu machen, so daß dieselben bei den„unsoliden" Unternehmern im Grunde nicht viel schlechter fahren. Uebrigens find die„unsoliden" Unternehmer sehr häufig reckt zünftige Meister. Der Iahrevlauf im Kerliner Kinderspiele ist äugen blicklich im Zeichen des Drachen angelangt. In den ersten Früh- lingstagn beschäftigten Kreisel und Murmel, im Anfange des Som- mers die Trottoirspiele mit ihren vielgestaltigen Zeichnungen das Berliner Kind. Mit dem Beginn des Herbstes, so bald die ersten Felder in der Nähe der Stadt abgeerntet find, kommt der Drache unumschränkt zur Herrschaft. Schon Wochen lang vor- her wurden die in den Schaufenstern der Papierhandlungen ausgestellten Prachtcxemlare bewundert und die Heldenthaten der vorigen Jahre gegen" einander gerühmt. Gegenwärtig, in der Hochsaison dee Drachens, können die meisten Geschäfte das Be dürfniß kaum befriedigen, und wenn der erste bei einem un- glücklichen Fall zerbrochen ist, wissen die kleinen Diarhen bändige den Eltern so lange zu schmeicheln und zuzusetzen, bis fie im Besitze eines zweiten und später gar eines drillen find. Ader die Handlungen decken den Bedarf nur zum kleinsten Theil. Die große Menge der Berliner Knaben kauft seine Drachen nicht, sondern fertigt fie oft unter Mithllfe von Er- wachsenen s.ldst. Emsiger kann es in keiner Werkstatt zugehen als in so einer Drachenfabrik. Alle möglichen Swffe werden hervorgesuchl und zusammengeklebt. Und welches Glück beseelt das Bürschchen, wenn ihm sein Werk gelungen ist! In der Regel wollen aber die selbstgefertigten Drachen nicht steigen. Dann müssen einige kunstfertige Kameraden, die weit über den eigenen Bedarf herstellen, mit ihren Fabrikaten aushelfen. Diese verschaffen fich auf diese Art einen kleinen Verdienst, der so lange andauert, bis die Herstellung von Weihnachtsartikeln ihre fleißigen Finger in Bewegung setzt. Auf allen Feldern unweit der Stadt tummeln die Drachen- bändiger sich jetzt zu Hunderten. Ganze Familien wandern drachenbeladen hinaus. Es ist ein ergötzliches Bild, wenn ein Vater beispielsweise mit seinen 4—5 Burschen hinauszieht und jeder mit einem seiner Größe angemessenen Drachen ausgerüstet ist. Dazu werden lustige kleine Feuer angezündet und nach Herrenslust darum getanzt und gesprungen. Einen Drachen müssen jetzt auch die Drei- und Vierjährigen haben. Sie nehmen allerdings auch mit einem Stück farbigen Papiers vorlieb, d an einer„Strippe" flattert, und es steht oft recht drollig aus, wenn mehrere dieser ilemen Helden ihre Drachen steigen lassen. Unter allen spielen, die der Berliner Junge ausführen kann, kommt dem Drachensteigen keines gleich. Wenn fich der Papier vogel hoch in den Lüften schaukelt und von der Hand des Knaben gelenkt wird, dann fühlt fich dieser auch einmal als ein Held. Auch in gesundh.itlicher Beziehung ist es eins der werth- vollsten Spiele. Während unsere Knaben sonst bei allen Spielen auf den harten Fliesen hocken und hüpfen und im Gewühl und Gedränge des Str ßenlebens sich herumdrücken müssen, weht ihnen hierbei auch einmal ein frischer Herbstwind entgegen, und frischer und froher als sonst kebren fie beim von ihren Helden- fahrten, selbst dann noch vergnügt, wenn ihnen ihr Kleinod von einem widerwilligen Windv.oße in die Lüste entführt ist Tief uuitt der G»d' weiden sowohl bei Nacht wie bei Tage in Berlin regelmäßige Arbeiten verrichtet, welche zwar das Licht des Tages scher en, aber für das Wohl der Stadt von großer Bedeutung find; wir meinen die Reinigungsarbeiten für die Kanalisation, von denen der Berliner eigenllich nur etwas merkt, wenn er als Nachtschwärmer vor einer von Laternen «.leuchteten Kanolisationsöffnung vorbeikommt und durch einen neugierigen Bl ck in die Twse fich überzeugt, daß es„da unten fürchterlich" ist. Diese Reinigungsardeiten werden im wesent- liehen in drei Nächten und vier Taaen der Woche ausgeführt und zwar werden an drei Tagen die Tbonrohrleiiungen gespült, an einem Taze die Kanäle begangen und in drei Nächten werden die Tbonrohrleitungen mittelst Hindurchziehen von Wischern von Sand gereinigt und der Sand aus den Revifionsbrunnen und Kanälen herausgenommen.— Beim Begehen der Kanäle befinden fich zwei Arbeiter und der Aufs, her im Kanal: der Aufseher geht mit der Laterne voran und rührt, die Füße in langen Stiefeln, den abgelagerten 4-and. Kaffeearund, Lappen und Papier auf; ihm folgt ein Arbeiter, welcher mit einer hölzernen Schaufel die Ablagerungen vor sich schiebt, und zul-tzt der zweite A'.beiter, welcher, mit einem B-sen versehen, die Kanalsohle rem'gt. Die Arbeiter st' igen gewöhnlich des Morgens 7 Übt am ob.ren Ende der Kanäle hinein und kommen Nachmittags 4$ ILr auf der Pumpstation an, wo dieselben selbst vor mir und in welcher Größe! Ich kam mir gegen ihn so klein, so unbedeutend vor, daß ich nie wagte, ihn zu begehren. Im Geiste sah ich oft ein Weib an seiner Seite, rem, schön, hold, wie ein Engel des Lichts, zu dem ich die Hände aufhob und bat: Beglücke ihn! Ich vermag es nicht — bin zu klein, bin zu arm, um ihn reich machen zu können, wie er eS verdient. Es wurde anders; auch meine Seele begehrte! Es war ein trüber Abend— an seinem Arm ging ich durch den herbstlichen Park der großen Stadt, in der ich meinen Studien oblag. Still war's rings umher— mir bebte das Herz, als ich seiner Stimme lauschte, die l.ise in abgebrochenen Sätzen an mein Ohr klang. Was er gesprochen— ich weiß ei nickt— nur fühlte ich, wie ein Paar kräftige Arme mich umschlangen, strahlende braune Augen in die meinen blickten, und ern bärtiger Mund sich auf meine Lippen preßte. In leisen Lubeslauten drang der Name Muja an mein Ohr und ich lag so fest und sicher an seinem Herzen, als könnte mich nichts mehr von ihm trennen. Der Himmel weinte dazu, denn einzelne schwere Regentropfen, die niederfielen, mahnten zur Heimkehr. Welch dunkle Schatten liegen zwischen einst und jetzt!— Sechstes Blatt. Nur kurze Zeit währte der LiebeSrausch— meine Seele, die früher so ganz in der seinen zu ruhen wähnte, fand nicht Genüge, denn sie empfand, daß seine Seele an seiner Liebe keinen Theil hatte— je mehr ich das fühlte, dtsto heißer wurde mein Begehren. Aber er, dem mein Herz sich zuneig'e, verstand mich nicht! Meine Seele, die sich der W li verschloß, war auch ihm ein Buch mft sieben Siegeln, und ich fand nicht den Weg zu der Brücke, die unsere Seelen verbinden konnte, weil ich durch da« Erkennen der Art seiner Liebe, im Innersten verletzt, nicht den Muth halte, das Räthsel meines Wesens, an dem er Herumrieth, zu lösen. Wa« blieb unS anderes, als zu scheiden? aus dem Bassin heraussteigen. Der dritte Arbeiter befindet fich während dieser Zell oben auf der Straße und öffnet die Deckel der Brunnen jedesmal an der Stelle, wo sich die Arbeiter im Kanal befinden, damit auf diese Weise die Zuführung frischer Lust stattfindet. Die Spülung jeder ein- zelnen Leitung findet in Zwischenräumen von etwa 12 Tagen statt. Bei derselben wird der betteffende Brunnen, nackdcm die Leitung durck einen Pfropfen, der an einer nach der Straße zu fühlenden Kette befestigt ist, verschloffen, mit Wafferleitungs wasser gefüllt; alsdann wird mittelst der Kette der Pfropfen herausgezogen und das ganze, ziemlich bedeutende Wafferquan tum stürzt durch die Lettungen und reinigt dieselben.— Das Durchziehen einer Bürste durch die einzelnen Kanalstrecken findet nur in Zwischenräumen von 2—6 Jahren statt. Die Nacht ruhe wirv wesentlich auch dazu benutzt, um die Kanäle vom Sand zu befreien. Der Sand lagert fich auf der Sohle der Kanäle ad und wird durch das über ihn hinfließende Waffer von leichten und löslichen Bestandtheilen rein gespült; sobald die Ablagerung eine Höhe von etwa 15 Zentimeter erlangt hat, wird dieselbe hcrausgeholt. Diese Arbeiten werden gewöhnlich in der Zeit von halb 10 Uhr bis 5 Uhr Nachts vorgenommen und zwar von sieben Arbeitern, von denen fünf unter der Erde arbeiten, während zwei weitere Arbeiter oben an den Einsteige drunnen die mit Sand gefüllten Eimer emporziehen. Koweit ist» gekommen. Unter dieser Spitzmarke schreibt man uns: Am Montag, den 13. d. M, saßen in einem Keller in der Mariannenstraße mehrere Arbeiter(Buchdrucker Werner, Kistenmachcr Kaufhold, Schriftsetzer Dimmcke, Buch bindet Höhne, Schlosser Höhner, Maler Buhr, Buchbinder Hörlein) zusammen und unterhielten fich über gleichgiltige Dinge; fie vertrieben fich die Zeit mit Kartenspielen, als zu« fällig einige sehr galante Herren, sehr freundlich„guten Abend, meine Herren," sagend, eintraten mit den Worten:„Hier können wir uns auch ein wenig herumsetzcn." Während die Arbeiter ruhig weiter zechten und spielten, sah man jene Galanten eifrig die Köpfe zusammenstecken, als ob es fich hier um große Ge- beimnific handele. Man hielt es aber nicht der Mühe werth, fich um die Geheimnisse derselben zu kümmern. Gegen 10 Uhr nun verließen die Ardeiter das betreffende Lokal, die betreffen� den Herren schienen fich ebenfalls sehr für fie zu interejstren, denn fie erhoben fich eiligst und gingen theils vor, theils nach. Auf der Straße angelangt, forderten die Galanten, welche fich als Polizeibeamte lcgitimirten, die vorhin Genannten auf, ihnen nach der Wache zu folgen. Dort angelangt, erklärte man ihnen,% hätten fich einer polizeilichen Durchsuchung nach ver botenen Schriften zu unterwerfen, was denn auch geschah. Es wurde gesucht und gesucht, Rock, Hose, Weste, Hute, Stiefe', alles, was nur sein konnte, doch, was man suchte, schien man leider nicht finden zu können. So mußte man denn auch als- bald fünf der so Ueberraschten, nachdem man, nebenbei gesagt, eine geraume Zeit mit ironischen Witzen fich gegenseitig gedient hatte, entlassen. Bald darauf wurde auch der sechste, nachdem man fich nach der Richtigkeit seiner Angaben über Namen und Wohnung erkundigt hatte, freigelassen. Zu nicht geringem Er staunen sollte man sich nun bald wiedersehen; es wurden näm- lich der Buchdrucker Werner, Schlosser Höhner u. s. w., Mitt woch früh aus dem Bette von Kriminalbeamten zum Verhör nach dem Molkenmarkt geholt. Auf die Frage, worum es sich eigentlich handle, erklärten die Beamten, das nicht zu wissen. Ja, fürwahr, man muß gesteh'n, das war kein freud'ges Wiederseh'n. Man setzte sich hin und wartete der Dinge, die da kommen sollten. Es wurde von einem der beireffenden Beamten zu einem gerade Eingetretenen gesagt:„Wenn Sie den Mund nrcht halten, werden Sie eingesteckt." Vorher hatte dieser Be- amte es nicht für nöthig gehalten, den Betreffenden darauf auf- merksam zu machen, daß das Sprechen verboten sei. So fand denn nun nach langem Warten das Verhör statt. Man wurde einzeln hinaufgeführt; nach dem Verhör fand man fich dann in der Sistirstubc mit allen Verbrechern, Hehlern u. s. w. zusammen wieder. Hier sollte man das weitere abwarten; das Sprechen wurde verboten. Einer der Sistirten mußte fich auf Befehl des bewachenden Schutzmannes auf einen andern Platz setzen. Als derselbe nun seinen Kopf drehte, wohin er wollte, fühlte fich der Beamte veranlaßt, mit den Worten:„Hier ist jemand ungehorsam"— einen wettern Beamten hinzuziehen. Man batie steh aber nun bald dahin geeinigt, daß der Betreffende seinen Kopf drehen durfte, wohin er wollte. So verstrichen Minute für Minute, man harrte, was denn nun eigentlich kommen werde. Ab und zu trank man Wasser. Man hatte nun aber schließlich auch Hunger bekommen und auf dringendes Ersuchen wurde um 2 Ubr Nachmittags gestattet, daß der Bureau- Restaurateur den Sistirten für Geld etwas verab- reichen konnte, was denn auch geschah. 9 Stullen mit Wurst nebst 7 Glas Bier wurden denn zum Preise von 2,65 M. ausgehändigt. So rückte denn nun langsam der Abend heran, man wurde nicht mehr vorgerufen, trotzdem man fich mehrmals darüber be- fchwerte. Als einem der Sistirten beim Master holen die Ehre zu Theil wurde, jemanden darüber zu befragen, erklärte derselbe, es würden wahrscheinlich erst Recherchen zu Hause angestellt. Da plötzlich gegen 7 Uhr öffnet fich die Thüre. Zu zwei und zwei wurden nun die Sistirten vorgerufen und man höite endlich:„Sic find entlassen". So hatte man denn nun volle zwölf Stunden auf der Polizeiwache gesessen, ohne daß jemandem etwas zu Essen angeboten wurde. Man würde also, wenn man kein Geld gehabt hätte, den ganzen Tag gehungert haben. Wer Wer ermißt die Qual, die in dem Worte liegt? Nicht mehr kahl und bereift sind die Bäume des Parks, wo er mich einst zum erstenmal ans Herz gedrückt. Der Mai, der strahlende Wonnemond, ist ins Land ge- kommen, die kleinen Blümelein jubeln zur Sonne empor, und der holde FrühliugSknabe schmückt sie tändelnd mit bunten Farben. Die Sonne sinkt— stumm schreite ich an seiner Seite — zum letztenmale— durch den blüthenduftenden Hain— kein Laut entringt sich unseren Lippen— ob er auch so be- wegt war, wie das kleine unbedeutende Mägdelein an seiner Serie?— Er fühlte wohl, wie unsäglich ich litt. Stunden vergehen und noch immer wandeln wir laut- los durch die uns umrauschende FrühlingSpracht. Am Rande eines stillen See'S, in dem sich der Mond hell und glän- zend spiegelt, steht eine Bank— schweigsam sitzen wir dort bei einander— wehmüthig singt die Nachtigall im leise er- schauernden Gezweig ihr Abendlied— der Flieder duftet und die erst halberbrochenen Rosen glühen wie dunkle Flammen in grüner Laube. Eine liebe, liebe Hand hebt mein gesenktes Haupt und ein Paar nicht mehr glückstrahlende, sondern ernst und for- schend braune Sterne blicken tief in die meinen. Warum halte ich den Blick nicht aus, warum habe ich auch jetzt beim Scheiden nicht den Muth, den Mann meines Herzens in meiner Seele lesen zu lasten? Jetzt, wo ich fühlte, ich verliere ihn, zog sich mein Herz noch mimosenhafter zu- sammen— willenlos ruhte mein Haupt an seiner Brust— wortlos duldete ich seine glühenden Küsse— das Wort, das einen Ausgleich hätte erzielen können— blieb unge- sprochen. Der Nachtigall Liebest, ed verklang, der Mond ver- hüllte unter einem trüben Wolkenschleier sein Angesicht— Rosen und Frieder schienen nicht mehr zu duften und zu glühen, und beim letzten Kuß und Händedruck da weinte der Himmel wieder Thränen wie einst, als ich zum ersten s» aber dezahlt dem Arbeiter den Schaden, den er durch Vorkommnisse hat? Zu Hause hatte man nun alles gr... durchsucht, doch nichts weiter gefunden als„Intern ailon» Bibliothek" und„Wahre Jakob".— Im Anschluß hieran w« uns mitgetheilt, daß bei der bei Herrn Hörlein vorgenommen« Haussuchung folgende Gegenstände gefunden wurden: 7 ExemM des„Sozialdemokrat" Nr. 21, 1 Exemplar des„Sozialdemon» Nr 47, 1 Exemplar des„Sozialdemokrat Nr. 18, 1 ExcmM des„Sozialdemokrat" Nr. 20, 1 Exemplar des„SozialdemM Nr. 19, 1 Exemplar„Ceterurn censeo", 1 Exemplar„Acht 1 Exemplar Arbeiter Liederbuch, 1 Notizbuch, 1 Exemplar„dst Handlungen des Parteitags in St. Gallm", 1 Exemplar„öi* Bibliothek" Bd. 2. Icitt» Feuerprobe mit Weber- Falkenberg««'T prägnirte» wasserdichten Leinenstosse« für Kedach»»» wurde gestern in Gegenwart des Brandinspettors Rcinbart uw zahlreicher Sachocrsländiger auf Tivoli abgebalten. Nach � unter die Anwesenden vertheilten gedruckten Auskunst so»!" die Jmprägnirungsmaffe steinartig auf den Stoff ansetzen w-'l „jede Feuersgefahr absolut ausschließen". Zuerst wurden zwei improvifirte Dächer mit geschwundener Schalung, � den.n cincs mit img.ägnirtem Leinenstoff, das andere aber mit IP wöhnl chcr Dachpappe gedeckt war, glühende Holzkohlen M Die Wirkunz war in beiden Fällen annähernd gleich- Kohlen glimmten entgegen der Voraussage auch auf dem prägnirten Dach weiter. Als man die Kohlen durch Blaset«� ansackte, brannten Leinwand wie Dachpappe durch, so, KA? darunter liegende Holzverschalung fich entzündete. Die pappe war vom Regen angefeuchtet, was ihre Widerstände«« allerdings etwas erhöhte. Noch charatteristischer war einer r weiteren Versuche. Eine an der vorderen Seite offene Hrift war im Innern vollständig mit imprägnirtem Stoff delleie� außerdem war das Dach damit eingedeckt. In der Bude«r das bei derartigen Proben übliche Feuer aus Spähnen, PW stücken und Petroleum entzündet. Nach den Ermittelungen s- Feuerwehr brannten bereits nach 3 Minuten die impräg�H, inneren Wände, nach 4; Minuten gerieth auch der obere � des Daches, nach 12 Minuten endlich auch die Rückw�d Brand. Nach 20 Minuten fiel ein Theil dieser mit impräg»� Stoffe bekleideten Rückwand ein. Die Leinwand brenmf? nicht, verkohlt aber und läßt dann die Flamme durch»«� Vorgelegte Atteste bewiesen, daß frühere Proben günstigS gefallen waren. � Pas hellglanzeube Meteor, welches am Montag' � 13. August, Abends, in verschiedenen Theilen des% Regierungsbezirks gesehen worden ist, wurde auch in 3t#(, Griegcnheit der photographischen Aufnahmen von Sternsäm� war zwar der Himmel in der Wim ,u r «b besser tonli Schi In I »Vui .m Tbe ffS* Asweise Sä* «Wen®e| &Ä ife, dlers � •orten, le uÜ �ben «Uung der Schtet g Mlrch «selb« je gt wahrgenommen. Hier wo das Meteor fich befand, bewöltt, indessen war die decke ziemlich dünn, so daß einigermaßen der Ort des sC1 k*'«' MSüf 2 Untctt J�macbt Mu enh «Jtet de De QT e*Ol» «en t( II' 'Ppnue S' ueue} lern um uunn,|u vag einigermag en oer*Jti oes �sielar durck das belle Leuchten des Gewölkes erkannt werden ko»«. r.'Uriq> Die Erscheinung begann etwa in Ostsüdost in einer H?� N ungefähr 30 Grad und zog fich dann nach Norden zu in"r. 1 derselben Höhe. Unter Zugrundelegungdieser Angrbe und 0 der Annahme, daß in Züüichau das Meteor im Osten in< Höhe von 70 Grad gesehen worden ist, ergiebt fich die®V ordentliche Höhe von 129 Kilometer(etwa 17 Meilen).«. Au» Charlottenburg wird der„Rat. Ztg." unter*) tonung absoluter Richtigkeit eine horrende Mittheilung ge>NZ „Am letzten Sonntag sei eine Gesellschaft von 16 Personen«J einer Partie im Grunewald in der Nähe von Paulsbow� Heimkehr aufgebrochen. Ein junges Mädchen, von 17 JWS sei, weil es sehr müde gewesen, etwas zurückgeblieben mW- Angabe, fie werde bald folgen. Man rieth ihr davon ab,*2 blieb ste. Als ste nach einiger Zeit nicht erschien, suchte*1 fie, ohne ste zu finden. Da die Dunkelbeit anbrach, so. man indessen allein zurück in der Annahme, das Mav« I? welches in Westend diente, würde allein den Heimweg«JJ treten haben. Die Nacht verging indessen, ohne daß üe 3 i &05 Sri Nknschai jj�burge rjibuig gl eine »de und l>«n W pten jer »uf bei ' ngei erst am nächsten Tage stellte fich h raus, daß das Mädchen° zwei gut gekleideten Männern gräßlich mißhandelt worden daß ihr, um fie am Schreien zu verhindern, der Bkuuo. einem Taschentuch verstopft worden sei. Es wird dinM'ttb daß dos Mädchen schwer erkrankt ist und nach ärztlicher im Sterben liegt. Verwunderlicher Weise est der keine Mittheilung gemacht worden." Soweit die sckstJU' Nachricht einer der ersten Firmen Ehmlottenburgs, die am � phonische Anfrage die Mitthettung vollinhaltlich aufrecht% Wir nehmen dieser bestimmten Angabe gegenüber von deM fall Notiz, bei dem es allerdings mysteriös ist, daß er notr der Polstei mitgetheilt wurde.«j Während wir et« Gla«„Cchtes", das einen W Liter enthalten soll, mit 30 Pfennigen bezahlen und an�z Preis bereits so gewöhnt find, daß wir denselben ohne_. entrichten, läßt ein bayrisches Blatt die folgende Pbilippim j „Die Bcutelschneidcrei, welche gegenwärtig von Hotelier*,» Wirthen im bayrischen Hochlande und speziell in der Uir der Königsschlöffer auf die Fremden ausgeübt wird, ist unerlaubt. So mußte unlängst ein Fremder bei Schloß. tz des see in einer Wirthschaft für einen Halden Liter Bier zwanzig Pfennige bezahlen. Derartige Preise erinnern midie früheren Revolverprcise der Schweiz, welchen es dies» 0(% auch zu verdanken hat, daß der Fremdenbesuch ein viel geworden. Unsere H.chlandwirthe scheinen gleichfalls den den durch ihre unverschämten Preise den Besuch für imwe» Mal an seinem Herzen ruhte, aber nicht tropfenweis si sie auf uns herab, sondern in Strömen, gerade stN meine Augen sie dem nachweinten, der meine Seele w nahm.— LeiS flüsterte ich dem Scheidenden nach: In Glück und hellem Glanz Sollst Du, mein Lieb, durch'» Leben geh'n; Doch laß mich immer ganz, Wenn auch im Dunkel, Dir zur Seite steh»- WaS ich erträumt, erhofft, Daß Du mich führst durch alles Leid, Es war umsonst! Wie oft stirbt in Schmerzen Liebetfteud'? Doch wird Dein Glück, Dein Ruhm Auch eines Glückes Abglanz mir verlerh'n, Bis die verblich'ne Blum' Sinkt still und klanglos in die Erd' hinein. Dann lege auf da« frühe Grab Der Armen, die so müd' und lebenssatt, Als letzte milde Gab': Vergiß eS nicht! ein einzig Lorbeerblatt! «Ina Siebentes Blatt. Winter!— Verschneit, verweht der kurze Trauw Glücks, das keines war! Versunken, erloschen der % �9 \ Ä meines Daseins! Dunkle Nacht um mich her.— D'* pj k in Banden und doch voll Sehnsucht, zu ergründe zz My,. in VUIV UUU Vi-tiiiiiuiye, AU eig-»—,■ Räthsel in der eigenen Brust. Verlorene Mühe! Berl A ehox Leben! Doch ein Stern winkt— die Kunst! Wie l�#»(Ju J so scheichelnd mit blendendem Schein— ich folge(if(■ soll das beiße SSeri berubiaen da« Nätkriel meine» l soll das heiße Herz beruhigen, da» Räthsel meine» V Infott Soä ÄSpnpnÄ SrtÄ WfToa«aifT iiftb � lösen, des Herzen», da» Alles ergründen will und e kann.— Die Kunst ist eine liebliche Fee! Sie so schmeichelnd in ihre Arme, drückt mir den waMä CS srunlw tcrnatiom» hieran w»« icnommeini 7 Exem«W 1 ExenK ialdemolm »cht mplar mplor»o1» iedach«»». »W ist soll msetzen w wurden ln f»r Ä'l tt.« lerstandekl«' A llelunge«� "S'Z W brcnw'T durch»� inflig# .i» j§» m wollen. In der Schweiz reist man jetzt vielfach billiger r�beffer als im bayrischen Hochlande. Die Schweizer find �« Schaden klüger geworden." lernschn� der die Höht� n zu in' «er � dm Fernverkehr, werden gegenwärtig zwei neue Billetschalter Met. Dieselben werden nach ihrer Fertigstellung nur aus- Mweise und bei starkem Andränge zum Vorortsverkehr, sowie « ledhaitem Reiseverkehr an bestimmten Tagen oder zu ge- Men Gelegenheiten geöffnet sein. In solchen Fällen wird ein «tshang am Schalter angeben, für welche Strecken der Billet- «'krkauf in denselben erfolgt. Da» Unglück t« der Grunewaldstraße, bei welchem t Kinder infolge des Dmct gehens der Pferde des Fourage- ldlcrs Hacker ihren Tod gefunden haben, ist, wie festgestellt ?Wen, lediglich dem traurigen Zustande der genannten Straße �schreiben. Gleich hinter dem Herbarium liegt nämlich noch Mland, welches den Schöneberger Koffälhen gehört. Der St lohende Bretterzaun war bereits vor Jahren, auf Veran- Wing des Gemeindevorstandes zurückgesetzt, so daß die Straße Achter ganzen Länge eine gleiche Breite hatte. Die Familie ließ aber später den Zaun wieder hinausrücken, so daß Mtbc jetzt auf etwa 2* Meter in die Straßenflucht hinaus- In der hier gebildeten Ecke hatten die Kinder vor den Wmrasendm Pferden Zuflucht gesucht und gerade hier bogen % Pferde ein, um auf das Hacker'sche Grundstück zu kommen. N das Hofthor gesperrt war, rasten die Thiere auf dem �5 Ja ne alten Mannes angeschwemmt In beiden Fällen unter„ I jutt Selbstmord vorzuliegen. Tie Leichen wurden nach dem lung ß-ji lu�uschaudause gebracht.— Vormittags fuhr auf der Char- 8crsonei�>�>?biburger Cbauffee der Fuhrwerksbesttzcr Hcinye aus Char- " mit einer von ihm geführten Equipage so heftig eine Straßenlaterne, daß er vom Bock herabgeschleudert de und anscheinend schwere innere Verletzungen eilitt. Zwei dem Wagen fitzende Damen fielen ebenfalls auf die Straße, "en jedoch nur unerhebliche Verletzungen.— Nachmittags auf dem Alcranderplay der Kutscher Skiba von dem von geworden waren und Kopf unter ein Rad aus der"Stelle gctödtct.— Nachmittags fiel am i�?hafen ein etwa 9 Jahre alter Knabe beim Wasselschöpfen Schifffakrtskanal, wurde aber von dem Steinsetzer In der ibm sofort nachsprang, wieder herausgezogen.— •Wt»'ten Tage fand Ackerstraße 18 ein unbedeutendes Haics/i- welches noch vor Eintreffen der Feuerwehr von Aitern gelöscht wurde. Gerichts-Ieituug. �wri arm» Frauen, die Blumenhändlerin Auguste fls�d die Wiltwc Friederike Kubiek standen gestern vor tranken der 1. Ferienstrafkammer des Landgericht I, um ' die Anklagen wegen wissentlich falscher Anschuldi- ibe/* Widcrstandes gegen die Staatsgewalt, des Hausfrie- j'ckls, der Beamtenbcleidigung und der Uebcrtrctuna der �eorvnung zu verantworten. Die zuerst genannte Änge- iMk.,, ff� der Scstirung durch den Polizeiwachtmeister widersetzt und denselben bei dieser Gelegenheit mit den Sie micriger Wachtmeister, Keil jc. beleidigt haben. 9) I? ihr zur Last gelegt, in den Räumen des Polizeireviers trotz mehrmaliger Aufforderung ver- zu sein und später den genannten Polizei- bei seiner vorgesetzten Behörde dem Poliz-i- |I("W, wissentlich falsch angeschuldigt zu haben. Die Ge- .»Mravention soll Frau Lange dadurch begangen haben, auf der Straße einen festen Stand einnahm, wozu sie Zaulsdtffl n 17 W eben niu von ab, l, suchte, ck. so., Das Mv imwi daß Mädchen : worbe"- j er Mund- m w ,*:• It u"i dem Alcranverplay der»uricycr c Üt/ l?,Seführten Wagen, dessen Pferde scheu 'fg fingen, herab, gerielh dabei mit dem U' 4 Sigurde aus der Stelle gctödtct.—' die aui£ wfrecht"C von deifA an' einen und ohne Zbilipp'V HoteUelS m nnern. es viel 0" rlls den ür immer dieses' enweis � hie nach= -h'n; steh'n. Stirn— ich schlinge meine p, A. meine Lippen saugen die W�rz bleibt leer.— Der Lorbeer Arme verlangend Seele ein, aber drückt die Schläfe >'? rem. l! Es brach wohl schon manch starkes Herz, Daß man sein Lieben ihm entriß, Und ward wohl Nacht und Finsterniß. Und manches, das sich blutend schloß, Schrie auf nach Blut in seiner Roth, Versank tief in den Staub der Welt, Der schöne Geist in ihm war todt. Irrweg auf der sie selbst verlor Traum% ets je» der __ Di-° ti ie! folge ceineS i auch ich mich nicht im Gewirr der Welt ver- '"--rn? Lag eS bei meiner Künstlerlaufbahn nicht l he und drängte meine ruhelose Seele nicht unaufhör- 79 Betäubung? tnft auch meine Seele, manche» »icht! �'e wandeln mußte• % Achtes Blatt. •ft, schmeichelt mir— ich dulde eS— daS ist sünd- h v begünstige die Bewerbungen deS Grafen Wieden- % ich meinte, das ruhelose Herz müsse endlich Ge- r1»x.t?' und doch kann ich nicht die Seine werden. Hf-�chsel meines Herzens steht zwischeu uns, und seine 'gründet es uicht. 'e Liebe zu ihm nicht längst gestorben, der einst �/''nscheine der Zugend mein Herz gewann?- möt Jögete ich, den Bewerbungen eine« anderen ManneS V'* 8«b9eb£n' ber"''ch liebt, der mich sanft und sicher �"re�i�n«wiede�! den leichten Schleier, der keine Erlaubniß hatte. Frau Kubiek ist nur der wissentlich falschen Anschuldigung angeklagt. Die Verhandlung wird mit der Vernehmung der Angeklagten begonnen und Frau Lange erzählt den Vorgang folgendermaßen: Am 6. April begab ich mich mit meinem gefüllten Blumenkorb auf die Straße, um zu handeln. Am Louisenufer traf ich die Kubiek, welche einen Korb mitPorzellansachen mit sich führte. Wir geriethen in einGespräch und setzten der Bequemlichkeit halber unsere Waaren auf den Straßen- dämm nieder. Als wir ein Weilchen dort gestanden hatten, sahen wir den Wachtmeister Schröfel ankommen und um nicht wegen Einnahme einer festen Handelsstelle denunzirt zu werden, eilten wir von dannen. Der Beamte holte uns aber ein und ver- langte, wir sollten mit nach einem Hausflur kommen, wo er unsere Legitimation einsehen wolle. Frau Kubiek übergab ihren Gewerbeschein und lief dann davon, während ich mich Anfangs weigerte, dies zu thun. Als aber der Wachtmeister mich auf- forderte, in diesem Falle mit zur Wache zu kommen, erklärte ich mich zur Herausgabe meines Scheines bereit, dessen Annahme aber nun von dem genannten Beamten verweigert wurde. Ich sträubte mich anfänglich, mitzugehen, da aber der Beamte auf seiner Forderung bestand, widersetzte ich mich nicht länger, sondern bat ihn nur, er möge mich nicht anfassen, weil ich ihm doch nicht entlaufen könne. Der Hm Wachtmeister schubste mich aber mit den Worten: Sie find ja eine gemeine Dirne— fort mit dem Pöbel zur Wache— derartig hin und her, daß mir der Korb entfiel und meine Blumen, welche mindestens 6 M. werth waren, auf die Straße gestreut wurden. Ich bat den Beamten, mir doch die Blumen wieder sammeln zu lassen, was er aber nicht zugeben wollte, da er dies nicht nöthig habe. Als ich infolge dieser Ablehnung zögerte, packte er mich im Genick und warf mich an einen Zigarrenladen, so daß meine Pantinen von den Füßen flogen. Dann zerrte er mich unter fnrtwährenden Drohungen, wie:„Ich werde Ihnen zeigen, was ein Wachtmeister kann"— und„Halten Sie die Schnauze" nach dem Bureau in der Kottbuserstraße, wo ich die anwesenden Schutzleute bat, meinen Arm entblößen zu dürfen, der die Spuren von den mir zu Theil gewordenen Mißhandlungen ent- hielt. Diese Bitte beantwortete der Herr Wachtmeister mit dem Befehl:„In die Zelle mit dem frechen Weib" und ich wurde darauf in eine Zelle gebracht, aus der man mich nach einiger Zeit zur Vernehmung hervorholte. Als ich dann meinen Korb wieder verlangte, wurde ich aufs neue gemißhandelt, was mich veranlaßte, meinen Pantoffel in die Hand zu nehmen, um mich zu wehren. Das konnte ich aber nicht, denn der Beamte stieß mich nochmals in die Zelle, stauchte mich auf einen Schemel nieder und schloß die Thür. Später habe ich dann Antrag auf Bestrafung des Wachtmeisters gestellt.— Wittwe Kubiek bestätigt, soweit sie dabei detheiligt war, die angefübrten Angaben der ersten Angeklagten. Diese habe ihr die auf der Polizeiwache erlittenen Mißhandlungen geschildert, was sie veranlaßte, stch mit einer Eingabe an das Polizeiprafidium zu wenden, in der sie um Rückgabe ihres dem Wachtmeister Schröfel üdergebencn Gewerbescheines unter dem Hinweis kittet, daß fie sich nicht getraue, nach dem Revier zu gehen, weil der genannte Beamte zu Frau Lange gesagt habe: „Einer von den Handelsweibern habe ich das besorgt, die andere werde ich mir auch noch kaufen."— Hierauf erfolgt die Zeugenvernehmung. Zunächst wird Wachtmeister Schröfel unter Aussetzung der Vereidigung vernommen. Derselbe destreitet, die Lange gemißhandelt zu haben. Er sah die Frauen an der Bordschwelle stehen und war somit der Meinung, daß fie dort handeln wollten, was nicht gestattet weiden könne. Deshalb begab er stch nach dem Platze, um die Personalien festzustellen. Als die Angeklagten ihn gewahrten, versuchten fie zu entkommen, doch gelang es ihm, dieselben ein- zuholen. Auf seine bezügliche Aufforderung habe die Kubiek ihren Gewerbescbein abgeliefert, worauf er diese ungehindert weiter gehen ließ. Frau Lange habe die Legitimation ver- weitert und abgelehnt, itm nach der Wache zu folgen. Auf dem Wege dahin habe fie sich mehrfach widersetzt, was ihn ver- anlaßte, fie am Arm zu fassen, um fie fortbringen zu können. Echimv'worte habe er ebenfalls nicht gebraucht. Am Zigarrenladen wollte die Angeklagte fich festhalten, was er zu verhindern suchte; bei vieler Zerrerei möge dieselbe wohl gegen die Wand gefallen sein. Auf Ver Wache habe die Frau heftig lamentirt, und da fie die Angade ihres Nationale verweigere, wurde fie vorläufig in eine Zelle gesperrt. Während des Transports wie auch auf der Wache sei er von der Angeklagten mit allerhand Schimpf- worten belegt worden und als fie schließlich entlassen werden sollte, weigerte fie sich zugehen.— Der 11jährige Knabe Franz Wruck, welcher jetzt den Zeugenstand betritt, hat gesehen, daß Frau Longe von dem Wachtmeister im Genick gepackt und vorwärts geschoben wurde. Er sah die Frau auch an die Wand neben dem Zigarrengeschäft fallen; ob dies durch Stoßen des Beamten bewirft wurde, kann der kleine Zeuge nicht genau angeben.— Der Schutzmann Leon ist Telegrapbist des 43. Polizeireviers; seiner Aussage nach wei- gerte fich Frau Lange, ihr Nationale abzugeben. Sie war äußerst ungehalten und erklärte, fich beim Polizcipräfldenten über die ihr zu Theil gewordene Behandlung beschweren zu wollen. Da fie fich nicht ruhig verhalten wollte, wurde fie in einer Zelle untergebracht. Als fie entlass.n werden sollte, weigerte fie fich zu gehen und verlangte, der Wachtmeister solle ihr erst ihren Korb wieder holen. Von Mißhandlungen will auch dieser Zeuge nrchts gesehen haben.— Angeklagte:„Herr Leon, Sie Zehntes Blatt. Die Jahre fliehen— alles zerfällt in Staub, selbst die Erinnerung.— Trotz der Silberfäden, die meine einst rabenschwarzen Locken bereit« durchziehen, ist das Herz das- selbe geblieben— unverstanden von der großen Menge, verkannt von den mir Nahestehenden. Nicht die Jahre bedeckten mein Haupt mit dem ersten Schnee, sondern— die Erkenntniß. Den Gründen de« Seins hatte ich nachgesonnen, die Schranken, die un« Menschenkindern gesteckt, hatte ich durch- brechen wollen. Meine Jugendliebe hatte ich eingesargt— meine schönheitS- und sehnsuchtstrunkene Seele forschte nach der Lösung des RäthselS, das in mir lag— die Geistes- welt wollte ich erforschen, dann mußte sich ja daS Räthsel von selbst lösen. Immer weiter strebte ich— meiner Kunst wollt' ich entsagen, denn die Ruhmeskränze konnten die Sehnsucht in meinem Innern nicht beschwichtigen. Zum letztenmal betrat ich die Bühne. Ich sang die Leonore im Troubadour. eine meiner Glanzrollen. DaS Publikum spendete rauschenden Beifall, Blumen und Kränze fielen zu meinen Füßen nieder, kostbar und duftreich. Ich dankte lächelnd— Wehmuth im Herze». Ei« einfacher, schmuckloser Lorbeerkranz, der sich auS einer Loge de« ersten Ranges niedersenkte, streifte leicht, wie im Kusse mein Haupt. Ich hob den Blick und erkannte in dem Geber ihn— den ich einst geliebt. Er bot mir den Lorbeer, um den ich einst für meine Ruhestatt gebeten, noch im Leben! All' daS Ringen in mir erstarb: wie mit einem Zauberschlage fühlte ich, daS All ist die Liebe, und nur diese allein kann alle Räthsel im Menschen- herzen lösen. Noch nie hatte ich so gesungen, wie an viesem einen, diesem jetzigen Abend! Ich sang für ihn und mein Mund strömte in Tönen auS, was lange, lange unverstanden in meinem Herzen ruhte, was mich oft rathloS im Leben hin- und Hergetrieben hatte, da« Räthsel meiner Seele. müssen doch gesehen haben, wie ich von dem Wachtmeister an der Gurgel gepackt und gestoßen wurde?!"— Zeuge Leon verneint diese Frage, fügt aber hinzu, daß er gesehen habe, wie die Angeklagte ihren Pantoffel nahm, um damit auf den Wachtmeister einzudringen. Frau Lange giebtzu, nachdem Pantoffel gegriffen zu haben; fie that es, um fich der Mißhand- lungen zu erwehren. Mit fester Stimme ruft fie dem Zeugen zu:„Ich weiß recht gut, Herr Leon, daß Sie unv der Herr Wachtmeister höhnisch lachten, als ich mich beklagte; crinnem Sie stch nur, Hm Leon!"— Zeuge Leon weiß davon nicht das Geringste.— Schutzmann Severin hat keine Mißhandlungen bemerkt.— Die Zeugin Frau Großmann konstatirt, daß die An- geklagte fich geweigert habe, dem Beamten nach der Wache zu folgen. Der Ehemann dieser Zeugin, Kohlenhändler Groß- mann, bekundet, die Angeklagee habe dem Wachtmeister ihren Gewerbeschein zeigen wollen, der letztere habe aber erwidert, nun nehme er die Legitimation nicht mehr, jetzt sei es zu spät.— Böttchermeister Stephan hat der Angeklagten, als fie fich st äubte, zur Wache zu folgen, den Rath ertheilt, doch ruhig mitzugeben; was weiter folgte, kann er nickt angeben.— Frau Kraußhaar hörte, wie die Angeklagte dem Wachtmeister zurief:„Ich will ja mitgehen, aber nicht angefaßt sein." Vom Schimpfen hat die Zeugin nichts wahrgenommen. Frau Lange sagte nur: „Solch' ein Wachtmeister ist mir noch nicht vor- gekommen."— Von den folgenden Zeugenaussagen find nur noch die Bekundungen des Arbeitsburschen Georg Brauer von Wichtigkeit. Derselbe folgte dem Transport bis zur Wache. Er sah, wie die Frau Lange von dem Wachtmeister mehrfach geschubst und gestoßen wurde. Diese verbat fich das mit den Worten:„Fassen Sie mich nicht so frech an!" Der Wachtmeister schimpfte die Frau„freche Dirne" und als diese die Pantinen verloren hatte, stieß er mit seinen Füßen nach denen der Angellagten. Zeuge ist erst 15 Jahre und kann daher nicht vereidigt werden.— Der als Entlastungszeuge vorgeladene Kohlenhändler Schulze ist nicht erschienen, die Zeugenvernehmung ist somit geschloffen. Der Gerichtshof beschließt, den Wacht» meister Schröfel zu vereidigen. Es wird nun ein ärztlichcs Attest verlesen, nach welchem der Arm der Frau Lange ge- schwollen war und verschiedene Flecke zeigte.— Der Staatsanwalt hält die Anklage in allen Punkten aufrecht und bean- tragt gegen Frau Lange 3 Monate und 3 Tage, gegen die Wittwe Kubiek 1 Monat Gefängniß. Nach längerer Berathung veruttheilte der Gerichtshof diesem Antrage gemäß. Bezüglich der Verautmortlichlieit für unterlofsene Trottoirreinigong fällte gestern die Strafkammer VI* des Berliner Landgerichts t eine bemerkenswerthe Entscheidung, welche von der bisherigen Praxis der Schöffengerichte abweicht Die Eigenthümerin des Hauses Weinmeisterstraße 18, Fccm Pickenbach, hat in dem mit dem Restaurateur Neumann adge- schloffenen Miethsvertrage diesem die gesammte Haus-, Hof- und Trottoirreinigung übertragen. Am 22. März er. fand der revidirende Schutzmann das vor dem Hause der Frau P. be- findliche Troltoir mit Schnee und einer Eiskruste bedeckt, und erhielt auf die von ihm erstattete Anzeige der Restamateur 'Neumann als der für die Unterlassung der Beseitigung Verantwortliche eine polizeiliche Strafverfügung in Höhe von 5 Mark eventuell 1 Tag Hast. Auf seinen da- gegen erhobenen Widerspruch bestätigte die 96. Abtheilung des Schöffengerichts diese Strafe, indem fie den Einwand des Angellagten, daß seine kontraftliche Vervfiichtung eine rein zivilrechtliche sei, als unstichhattig verwarf. Hiergegen legte der Veruttheilte Berufung ein und wiederholte im Termin vor der Strafkammer die in erster Instanz angebrachte Rechtsanficht. Der Staatsanwalt bekämpfte dieselbe als verfehlt und bean- tragte Verwerfung der Berufung; doch hob der Gerichtshof das erste Utthell auf und sprach den Angeklagten frei. Richtig sei die Ausführung des Staatsanwalts nur insoweit, daß em tzauseigenthümer, wenn er nicht in seinem Wohnort wohne, was hier nicht zutrifft, seine strafrechtliche Verantwortlichkeit auch einem Vertreter übertragen könne. Als ein solcher Vertteter sei aber der Angeklagte nicht anzusehen, da einem solchen auch die Verfügungsgewalt zustehen müsse, die dem Angeklagten aber nicht eingeräumt war. Dortmund, 14. August. 160 Jahre Zuchthaus wurden beute vor der Strafkammer gegen den Bergmann Eduard Richter aus Kruckel im Landkreise Dortmund als Einzelstrafen beantragt und zwar wegen VerÜbung von 160 Verbrechen gegen die Sittlichkeit. Die nach den Bestimmungen der Strafprozeß- ordnung festzusetzende Gesammtsttafe bestimmte das Gericht auf 5 Jahre Zuchthaus._ Soziales und Arbeiterbewegung. An die Fackirer Kerlin« ergeht folgender Aufruf- Kollegen aller Branchen! Hierdurch fühle ich mich veranlaßt, ein ernstes Wott an Euch zu richten. Wollt Ihr, daß das, was in diesem Frühjahr mit schweren Opfern errungen worden ist, durch Eure Gleichgiltigkeit, die Ihr jetzt geradezu an den Tag legt, Euch wieder entrissen wird? Wollt Ihr, daß Ihr auf das frühere Niveau wieder herabfinket, wie es bei einigen Jnnungsmeistern schon wieder der Fall ist. Nein, Kollegen. das könnt Ihr nicht wollen, soweit darf es unter keinen Um» ständen kommen, dem muß ein entschiedener Damm entgegen gesetzt werden; bis hierher und nicht weiter. Vereint wollen „Sterben für Dich ist Seligkeit", sang ich mit Lauten, wie sie wohl nur einmal einem Menschenkinde im Leben ge- aeben sind, und unter dem Bcifalljauchzen der erregte» Menge brach ich ohnmächtig zusammen. Elfte« Blatt. Wir sitzen oft beieinander— plaudern viel von Ver- gangenheit und Gegenwart— wir sind ja alt— so meinen wir. In unseren Herzen glüht eS nach.— Wenn er zu- weilen meine Hand ergreift und an seine Lippen zieht, dann suche ich in seinen Augen zu lesen. Klar und beut» lich steht eS darin geschrieben, daß ich ihm noch immer ein Räthsel bin, wie einst vor Jahren, und daß er nicht im Stande ist, e» zu lösen, weil e« dazu einer großen, uneigennützigen, reichen Mannesliebe bedarf, wie sie nur wenige AuSerwählte zu vergeben haben. Wir lachen und scherzen— meine Kräfte schwinden— die Erkenntniß meines Herzen« hat mich müd' gemacht. Letztes Blatt. Dunkler, schattenhafter wird eS um mich her. Ich habe eS erkannt— das Räthsel eine« Frauenherzens löst nur die Liebe mit zarter Hand, und wo sie eS nicht kann, nicht groß genug ist, eS zu ergründen, das Herz sich am eigenen Feuer verzehrt, wenn es erkennt, daß allein die Liebe nur alle Fragen an das Dasein löst und doch diese Liebe vergeben« ersehnt, dann welft es wie die Blätter der Bäume. Auch meine Zeit ist um. Der Arzt schaut mit trübe» Blicken auf meine hinfällige Gestalt.— Eine kleine Weile noch, und eS wird Nacht sein! Ob sein Auge wohl eine Thräne netzt, wenn ich nicht mehr bm? WaS nützt«? Dann weint Ihr wohl und klagt Euch a«. Doch keine Thräne heißer Reu' Macht eine welke Blume blüh'«, Erweckt ei» todteS Herz auf's Neu'! i tob hierauf eine Antwort geben. Ein jeder Lackirer, gleichviel welcher Branche er auch angehören mag, wclchn das Bewußtsein in fich fühlt, sich und den Seinigen eine menschen» würdige Existenz zu schaffen, muß fich sagen, allein bin ich machtlos. Nur durch die größte Einigkeit unter den Gehilfen find wir im Stande, derartigen Bedrückungen seitens hnzloser Meister ein energisches Hatt zuzurufen. Kollegen! Die Meister haben fich verbündet, fie suchen durch die Innung ihre Jnttteffen zu wahren und zu fördern, leider find das aber nicht die Jnttteffen des Gewerls; jeder einfichtige Gehilfe wird bei der Bewegung im Frühjahr erkannt haben, daß die Innung nur den Zweck verfolgt, den gerechten Forderungen dtt Gehilfen entgegen zu wirken und die Gehilfen immtt mehr und mehr von der Innung abhängig zu machen. Kollegen, fühlt Ihr nicht den drückenden Zustand? Nun wohlan denn, so seid dereit und unterstützt diejenigen, die doch nur bestredt find, Euch ein deffttcs, würdiges Dasein zu schaffen. Kollegen, zeigt durch die That, daß es Euch Ernst ist, an demgroßen Werke mitzuarbeiten und mitzuhelfen und erscheint alle Mann für Mann zu der am Montag, den 20. d. Mts., Abends 8* Übt, in den„Armim Hallen, Kommandantenstr. 20, stattfindenden öffentlichen Ver sammlung. Heinr. Rautenhaus, GUschinttstr. 87a U. Vereine und Versammlungen. Die große Mahleroersammluug» die aestttn Abend unttt Vorfiy des Herrn E.«Schmidt in der„Tonhalle" statt- fand, war äußerst zahlreich besucht und legte durch ihren Ber- lauf Zeugniß von der einmüthigen Begeisterung ad— die beste Bürgschaft für einen glänzenden Sieg am 30. August. Der Referent des Abends, Herr Redakteur Max Schippel, legte häufig von Beifall unterbrochen klar, wie durch den Gang der sozialen Entwicklung der Gegensatz zwischen Befitzenden und Befitzlosen sich immer mehr vttschärfe, gleichzeitig aber auch das Berständniß für die soziale Entwicklung bei den Besitzlosen zum Klassenbewußtsein werde. Jede Wahl sei ein Mittel, die Zahl der Genossen zu mustern und gleichzeitig die Ideen dtt Ardeitttdewegung in die Kreise zu tragen, die bisher aus Un- wisscnheit und Träghett abseits geblieben seien. Nachdem der Redner unter stürmischem Beifall geendet, nahm die Vnsamm- lung einsnmmig eine Resolution an, in der fie mit allen Ki ästen für die Wahl Liebknecht's einzutreten verspricht. Eine ausge- breitete Diskusston schloß fich an, in der die Tagespolitik -(Wahlrecht, Schulfrage, Altersversicherung, die Thätigkeit des j yigen Reichstages) und die gegnerischen Patteien besprochen und scharf kritifirt wurden. Nach einem kräftigen Schlußwort d.s Ref«enten wurde nach II Uhr die Versammlung mit einem dreifachen, stürmischen Hoch auf Liebknecht und die Sozial- dcmokratie geschloffen. Ausführlicher Bericht folgt nach. «we öffentliche Uersammlnng der Kerliner Hansdiener, welche am Donnerstag Abend im„Louisenstävtischen Konzetthaus", Alte Jakodstraße 37, tagte, beschäftigte sich mit dem Entwurf, betreffend dieAlttts- und Jnvaliden-Verfichcrung vtt Arbeittt. Den Vorfitz fühtte Hausdiener O. Grauer, während Hausdiener Wiemer die Versammlung einberufen hatte. D�s Referat hatte Herr W. Liefländer übernommen. Redner fühtte einleitend aus, wie man nach dtt Neuschaffung des Deutschen Reiches sich veranlaßt gesehen habe, auch einmal an die Arbeiter zu denken und wie hieraus das Haftpflichtgesctz, ein Fortschntt gegen früher, entstanden sei. Eine Verbesserung dieses sehr lückenhaften Gesetzes bezeichne dtt vorliegende Entwutt insofttn, als kein Verunglückter mehr den Nachweis der Schuldlosigkeit zu liefttn habe und als der Entwurf fast alle Arbeiten in die Versicherung einbeziehe, nach» dem bneits das Unfallverficherungsgesetz die Bauardeiter, we- nigstens eine Kategorie Arbeiter mehr als das Hastpflichtgesetz, ,-ndezogcn habe. Trotzdem werde von vielen Seiten ein zu großer Werth auf diesen Entwurf gelegt, wenn man glaube, daß hiermit alles für den Arbeiter geschehe odtt geschehen könne. Redner versteht unter Arbeitern alle diejenigen Pcttonen, welche für Ge» hall oder Lohn Me geistige od« körpnliche Thätigkeit für andere ausüben. Daß der Entwurf noch nicht alle Arbeiter in diesem Sinne umfasse, bezeichnet Redner als seine Lücke. Des Weit«en wendet er fich gegen die zu hohe Karenzzeit, die ge- ringe Rente, die Zulassung von Natural-Unterstützungcn. Die Altersgrenze könne man sehr wohl auf 50 Jahre bei absetzen. Die Beiträge, welche nominell zu je einem Drittel der Ardeiter, dtt Arbeitgeber und der Staat trügen, fielen in Wirklichkeit durch Lohnabzüge und indirekte Steuern fast ganz dem Arbeiter zur Last. Dieser empfange also schließlich kaum mehr als er ein» gezahtt habe. Zu tadeln sei es auch, daß man einen Unter- stued zwischen männlichen und weiblichen Verficherten mache. SeM die Wenigen, die einmal 69 Pfennig pro Tag erhalten sollten, könnten davon in keinem Orte Deutschlands leben, wenn sie auch den billigsten aufsuchen wollten. Auch die Organisation der Vttficherung laffe sehr viel zu wünschen übrig, da die An- gehörigen der freien Hilfskaffen von der Wahl zum Ausschuh ausgeschlossen seien, das oppofitionelle Element also nicht zur Geltung kommen könne. Das größte Bedenken endlich müsse i« jedem Arbeiter das Quittungsbuch hervorrufen. Eine Geld- st-afe gegen Mißbrauch desselben genüge keineswegs und über- dies wnde der Nachweis eines solchen immer schwer sein. Das QaUtungsduch degradire die Arbeiter zu Staatebürgttn zweiter Klaffe. Nicht unerwähnt will schließlich Redner den Vorzug des Entwurfs lassen, daß n das Odium der Almenunterstützung beseitige; leider aber schaffe er da- für die fortwährende Kontrole. In der Diskusfion weist der Vo. fitzende darauf hin, daß Niemand im Stande sei, 50 Jahre die Arbeit eines Hausdieners zu vttttchten. Ein großer Miß- stand sei ferner, daß, wenn Jemand sterbe, ohne zum Genuß der Rente gekommen zu sein, nichts von den Beiträgen den Hintnbliebenen zu Gute komme. Da sei es doch schon besser, daß Jeder das Geld zinsbar anlege. Hausdiener Lamprechi tadelt die Annahme der 47 Beitragswochen und die Zusammensetzung des Schiedsgettchts. Der Vorfitzende fordett die Anwesen- den auf, wenn gegen das Quittungsbuch, so auch gegen die wairheitswidrigen Zeugnisse zu agitiren. Hausdienn K..hnle bittet, von der Fassung jeder Resolution Abstand zu nehmen, da man doch nicht darauf hören werde. Hausdiener Reischer ist dtt Anficht, daß der Entwurf nur in« sofern eine Aenderung dtt Armenunterstützung darstelle, als j.tzt statt der Bemittelten odtt neben diesen auch die Unbemit- testen zur Aufbringung der Armenmittcl herangezogen werden sollten. Die Versammlung erklärte fich schließlich in einer Resolutton mit den Ausführungen des Referenten ein- verstanden und den Gesetzentwurf wegen der niedrigen Rente, dtt beschränttcn Verwaltung und der geplanten Ardestsbücher in dn vorliegenden Form für unannehmbar. Di» öffentlich« Derfammlnng der Töpfer Kerlin« tmd U«g»»r«d, welche, nach dem Königstadt-Kafino einbe- rufen, am 16. d. M. dottselbst unter Vorfitz des Herrn Sachs stattfand, nörtcrte in erster Reihe die Frage, auf welchen Bauten dtt Tattf nicht bezahlt werde und welche Stellung diesen gegen- üdtt einzunehmen sei? Der Vertrauensmann, Herr Kozilecki, w.lchem in dtt vorigen Versammlung die Untersuchung dieser Angelegenbett übertragen worden war, fühtte aus, daß in der j tzigen stillen Zeit verschiedene Arbeitgeber die Arbeitsflaue de- nutzen, um die Löhne herabzudrücken, d. h. den Tarif nicht inne halten, und find dem Vertrauensmann verschiedene derartige Finnen bekannt gemacht worden. Die Nachtheile dtt- arttgtt Manipulationen lägen auf der Hand. Solche Arbeit» gebtt sähen nicht auf solrde Arbeit, sondern nur auf billige Arbeit, infolge dessen die Gefahr nahe liege, daß die Pfusch- arbeit wiedtt Platz greife und daß die unsoliden Ardeitgeber bei tor herrschenden Konkurrenz die Arbeit an fich reißen und die soliden Ardeitgebtt dadurch zwingen, ebenfalls billiger zu ar- beilcn. Herr»ozelecki hielt es für durchaus nothwendig, der« artigen Konsequenzen vorzubeugen und den Lohnherabsetzungcn energisch entgegen zu steten. In der sehr lebhaften fich hieran anschließenden Diskusfion wurde viel darüber geklagt, daß der Zusammenhast unter den Töpfern nicht derattig sei, wie er sein sollte im allgemeinen Interesse, denn sonst würden fich nicht Arbeittt finden, welche durch billigere Arbeit sich und ihre Ge- wnksgenossen schädigen. Meistens seien dies unverheirathete, zu- gereiste Kollegen, welche die vttheiratheten Kollegen durch billigere Arbett außer Arbeit bringen. Viele derselben, so wurde angefühtt, hätten sechs Wochen lang gcfciett, aber trotz dtt großen Roth den Tarif hochgehalten. Der Lohntattf sei die Grundlage der heutigen Existenz der Töpfergesellen, deshalb dürfe an demselben nicht gerüttelt wer- den. Wenn von den Arbeitgebern die jetzige Knse dazu benutzt werde, die Löhne zu drücken, so sei es Pflicht eines jeden Töpfergescllen, den Lohntattf mit aller Macht zu vettheidigen, um nicht wiedtt in die traurigen Verhältnisse der 70tt Jahre zurückzufinken. Der Winttt sei vor der Tbür und schon heute seien Hunderte von Kollegen arbtttslos. Die jungen Gesellen würden daher gut thun, Berlin zu verlassen, um den hiestgen Ardeitsmarkt zu enllasten. Sollten fie dies nicht wollen, so müsse das Solidatttätsgefühl fie wenigstens veranlassen, nicht unter dem mit so großen Müden und Opfttn schwer erkämpften Lohntarif zu arbeiten. Die Stellungnahme betreffend, wurden verschiedene Vorschläge gemacht. Die Versammlung einigte fich zu der Annahme folgender Resolution:„In Erwägung, daß der jetzt bestehende Lohntattf nur gerade genügt, um durch den- selben unseren Verpflichtungen, welche immer höhere werden, nachzukommen; in ferner Erwägung, daß, wenn unter diesem Lohntattf gearbeitet wird, es nicht mehr möglich ist, die Existenz zu behaupten, ersteht die heutige öffentliche Töpferversammlung den einzigen Weg zur Abhilfe darin, den Lohntattf aufrecht zu erhalten, und nllätt es für die Pflicht eines jeden Töpfer- gesellen, nicht unter dem Tarif zu arbeiten. Deshalb beschließt die heute tagende öffentliche Töpferversammlung, den Lohntarif mit allen zu Gebote stehenden gesetzlichen Mitteln auf allen Bauten aufrecht zu erhalten und überall da, wo der Lohntarif nicht bezahlt wird, die Arbeit einzustellen."— Ein weiterer Antrag, gestellt von Herrn Ernst Marks, ging dahin, daß zur Unterstützung derjenigen Kollegen, welche zur ArdeitSeinsteUung gezwunaen werden, von den arbeitenden Kollegen zehn Prozent ihres Wochenvttdienstcs abgeführt werden sollen.(Hm Ernst Marks, Brunnenstraße 6, ersucht mitzutheilen, daß er noch nie in der Fennsttaße gearbeitet hat.) Dieser Antrag wuide von der zahlreich besuchten Vttsammlung einstimmig angenom- men.— Ein Antrag, über ein Geschäft nach dem anderen die Bausperre zu verhängen, wurde abgelehnt. Die Arbeitseinstellung soll sofort gleichzeitig erfolgen. Beantragt wurde ferner die Wahl von 4 Vertrauensmännern für den Norden, Süden, Osten und Westen. Zwei weitere Anträge verlangten 7 und 2 Vertrauensmänner. Zur Annahme gelangte dtt Antrag au' zwei Vettrauensmänner. Gewählt wurde neben Herrn Kozielcki Herr Abendroth und als Stellvertreter des Herrn Koziclcki Heir Krämer. Diese Vertrauensmänner nehmen Meldungen und Untetttützungsbeiträge entgegen. Die Forderungen find heute, Sonnabend, zu stellen, die Arbeitseinstellung hat mit Beginn der nächsten Woche zu erfolgen.— Der zweite Punkt der Tages- ordnung lautete:„Gewerkschaftliches", über welchen fich noch eine längere Debatte entspann.— Das Meldebureau befindet fich bei Kuhlmcy, Neue Fciedrichstraße, Ecke der Rosenstraße. Die Verlrauensmänntt find dort anwesend heute, Sonnabend, von 7—9 Ubr Abenvs und am Montag den ganzen Tag. Im Herein zur Währung der Interesse» der Miether de» llorde» Oertins hielt am Mtttwoch Abend Hm Mox Camp einen Vortrag über das Thema:„Inwiefern tragen schlechte Wohnungen zu Lungenerkrankunacn bei." Dn Voittagende gab zunächst eine ausführliche Erklärung der ein- zelnen Theile der Lunge, sowie dn Entstehung und des Ver- laufs der Krankheiten verselben. Als unheilbar bezeichnete er die Lungenschwindsucht; gerade diese Krankheit werde von ge- wiffenlosen Medizinern benutzt, um den voran Leidenden das Geld aus der Tasche zu locken, durch die falsche Vorspiegelung, daß fie noch zu retten seien. Viel Schuld an der Lungen- schwindsuckt hätten die feuchten und dumpfigen Wohnungen, in denen öfter in einem Räume 5—6 Peisonen Tag und Nacht zubringen müssen, eine Folge der schlechten Wirtbsckaftsverbält- niffe, wie wir fie leider haben. Etwas dagegen thun könne jedoch Jeder, indem er das Zimmer den Tag über 4—6 mal durch Zugluft oentilttt.— Herr Unger war der Meinung, die Wohnungsfrage sei nur zu lösen, durch Gründung von Bau- Genoffenschasten. Als Beispiet führt er die in Amerika de- stehenden Genossenschaften an. Herr Marteu war jedoch anderer Meinung. Wenn Kapitalisten die Hand dabei im Spiele haben, würde für den Arbeiter dabei nichts heraus kommen; nachzu- ahmen seien die Bau- Genossenschaften d.r Arbeiter in Däne- mark. Im wetteren Vorlaufe dn Debatte wurden noch ver- schiedene Chikane von Hauswitthen vorgebracht; so erklärte Herr Jordan eine Exmisfion wegen nicht pünktlich gezahlter Miethe für ganz gerechtfertigt, während er alle anderen Exmissionen als ungerecht dezeichnete. Hiermit nklätten fich jedoch mehrere an- dere Redner nicht einverstanden, da eine nicht pünktliche Mielhe- zabluna me stens ohne Verschulden des Miethers(durch Krank- heit, Arbeitsleflgkett jc.) hervorgerufen werde. Sämmtltche Redner waren jedoch der Meinung, daß gegen ungerechte Exmisfivnen nur eine große Organisation etwas auszurichten im Stande wäre, denn Einigkeit mache stark. Mit polizeilicher Auflösung endete am Montag Abend die Versammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der Schubmacher. Auf der Tagesordnung stand:„Zweck und Ziele des Vtteins." Eine Versammlung mit der Tagesordnung: „Ulrich von Hutten und seine Zeit", hatte die polizeiliche Ge- nehmigung nicht erhalten, weshalb noch schleunigst eine Versammlung mit der erstgenannten Tagesordnung angemeldet wurde, welche auch die polizeiliche Genehmigung eihicll. Ketress» der Loh differenze« in der Kistenfabrik von H. Stteubel macht die Kommisfion bekannt, daß fich die Vtt- Hältnisse für die Arbeiter günstig gestalten. Näherer Bericht wird in der Versammlung, welche heute, Sonnabend, im Lokale des Herrn Deigmüllcr, Alte Jakodstr. 48a, stattfindet» ttstatt t. Die Tagesordnung lautet: 1. Bericht über die Streikv.rhäll- nisse. 2. Wie verhalten wir uns dem gegenüber? 3. Verschiedenes. Allgemeine Kranken-«ud Zttrrdekasse der Metallarbeiter(E. H. 29, Hamburg), Filiale Berlin 5. Heute, Sonnabend, Abends 8 Uhr, Versammlung bei Ackermann, Loth- ttngerstraße 81. Tagesordnung: Kassenbericht und Verschiedenes. Die neuen Statuten gelangen zur Ausgabe. vessentliche Derfammtung de» Ktuhlarbeiter und verwandten Berufsgenossen am Sonntag, den 19. August, Vormittags 10 Uhr, im großen Saale des Herrn Niest, Wederstr. 17. Tagesordnung: 1. Die gegenwärtigen Verhältnisse innerhalb der Weberei. 2. Das Vorgehen dtt vtt einigten Innungen und die allgemeine Stellungnahme zu denselben. Der Herein der Modelltischler veranstaltet am Sonn- tag, den 19. August, eine Herrenpartie nach„Wervmannslust", Restaurant Lehmann. Treffpunkt: Stettiner Bahnhof, 7 Uhr Morgens. Herein Kerliner Hagelkchmirde. Sonntag, den 19. August, Vormittags 10 Uhr, Lichtenbergerstr. 21 bei Heise: Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Statutenteralhung. 2. Gewerkschaftliches. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Kranken- und Kegrädnisskasse de« Herein« sammt- licher K»ruf«kass«n(E. H. I.) Versammlung jeden d itten Sonnabend im Monat bei Bastelt, Flottwellstr. 5, Abends 8 Ubr. Daselbst Aufnahme neuer Mitglieder. Allgemeine Kranken- und Kterdekasse der Metall- arbeite». tE. H. 29, Hamburg.) Filiale Berlin I. Sonnabend, den 18. August, Abends 85 Uhr, Lichterfeldttstr. 8, im Restaurant Winter: außerordentliche Mitgliederversl Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Bericht des Herrn Schindler über die im Mai d. I. stattgefundene Gener«? sammlung zu Nürnberg.— Innere Kafsenangelegenheitat.« in dieser Versammlung höchst wichtige Punkte und das Statut sowie das fernere Verhallen ver Mitglieder in Jwfi angelcgenheiten diskutirt werden, ist es Pflicht eines jeden � gliedes, in der Versammlung zu ttscheinen. DieZahlstelllnst heute Abend geschloffen. Beiträge werden in dtt Veisamind�� entgegengenommen. Kranken-«nd KegräbniKkass« des H-reln« säti llcher Kerufvklassen(Berlin 3). Mitgliederversamww heute, Sonnabend, Abends 8% Uhr, Brunnenstraße Nr. 38> Schmidt. Gäste find willkommen. Neue Mitglieder werden 4 jeder Versammlung aufgenommen. Herbanb der Möbelpolirer Kerlin» und Umgcg«! Montag, den 20. August, Abends 49 Uhr, Versammlung „Andreasgarten". Andreas str. 26. Tagesordnung: 1. Von« 2. Antrag, betreffend die Unterstützung der Familie eines(4® kranken Mitgliedes. 3. Abrechnung vom Sommernachtsball/ von der Dampferpartie und Wahl von Revisoren zur Pri derselben. 4. Verschiedenes. Gäste sind willkommen. Au und Umtausch der Bibliothekbücher vor und nach dtt sammlung. Fachoeriin der MetaUschrauben-, Farondrebe» täal Berufsgenoffen Berlins. Generalversammlung am sottB hQ1j% den 19. Aujuft, Vormittags 10; Uhr. im„Königftadt-KaW Sfot,«; Holzmarktstt. 72. Tagesordnung: 1. Berichterstattung über' Lohn- und Arbeitsverhältnisse bei der Firma Bourset«£ h Weiler. 2 Regelung des Rückzahlungsmodus der Darlehrs� 3. Richttgstellung des Protokolls vom 14. August 1887. 4■ schiedenes. Fachverein für Schlosser und Berufsgenossen. sammlung heute. Sonnabend, Abends 84 Uhr. im Saale.J® Herrn Heidlich, Beulhstr. 20. Tagesordnung: 1. Vortrages Innungen und Fachvereine. Referent Hm O. Tbiew»! 2. Diskusfion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. VfflCT staitung der Kommisfion für den Arbeitsnachweis. 5. schiedenes. � Zentral-Kranke«. und Kterbekass» der denlr: Wagenbauer. Das diesjährige Son merfest findet ff Sonnabend, den 18. August, Franlfutter Allee 72—73, statt. im Konzerß Park ranlsmicr Auee rz—vo,„au. Anfang Nachmittags A Billets* 30 Pf. find noch bei dem Bevollmächtigten G. I Jft. W Breslauerstr. 27, und dem Kasfirer G. Seehaus, Warsck� i firsyf,* O L." V der? arbett er. Heute, Sonnabend, Abenvs 84 Uhr, KommaavarM�."st vl straße 2, zu haben. Herein für Wahrnng der straße 77—79(Gratweillsche Bier hallen), Versammlung. Wjf Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Sckmelzpfcnnig: Uede«-IQ,- Handwerk. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Weiki�,* � Ul angelegenheit. 4. Vereinsangelegcnheiten, Verschiedenes c0n Frage lasten. Diejenigen Mitglieder, welche noch WUek hc Sommervergnügen in Händen haben, werden ersucht, dieius.,�-' an Herrn Köppen zurückzugeben, andernfalls vre BiUets verkauft bettachtet weiden. Billets zu dem am 15. Scp-e® stattfindenden Stiftungsfest find in der Vtteinsvcrsa abzuheben.. Herein zur Wahrung der Interesse» der Tissh� Versammlung heute, Sonnavend. Abends 84 Uhr, Kc strafte 68. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. 2. Aufnahme neuer Mitglieder und Vttschiedenes. Ientralkravken- und Kterbekass« der Ti chler, liche Verwaltungsstelle Berlin A. Den Mitgliedern zur Nack! daß die Zahlstelle von der Manteuffelstr. 32 nach der 2 teuffclstraße 41 bei Lorenz verlegt ist. Die Mitglieder, dirjcnigen, welche ihre Beiträge bisher bei Daayenberg bei baden, werden ersucht, dietelcen nunmehr bei Lorenz zu zahlen. Zahlabend jeden«Sonnabend von 8—10 Ubr Abs Herein de« technifchen Herfonal» ber dent/«* Kühnen Heute, Sonnabend, Abends 11 Uhr, in Don"«« Restaurant, Fischerstraßc 41: Versau mlung. Tagesordnun 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Das Unfallgesetz und 1« Bedeutung. Referent Her Blindow. 3. Besprechung üdtt Sti'tungsfest. 4. Verschiedenes. 5. Fragekasten. Gäste kommen. Freie H»rei»iaung der Hergolder und Fachgen0 Dorotheenstt. 84.— Verein ehemal. Schüler der 34. Gew. schule Abends 9j Uhr im Restaurant, Markusstt. 7.— klub„Qualm" Abends 3 Uhr im Restaurant Tamm, hauser Allee 28.— Vergnügunasverein„Lustige 13, 9 Uhr im Restaurant Albrecht, Annenstt. 9. Telegraph;. chv Depesche«. (Wolff's Telegraphen-Bureau.) pari«, Freitag lung dtt streikenden 17. Augusb' In der heutigen Ve�Ä rung oer zireirenoen Erdarbezter theilte dtt Gcneralsctt-. rd Stteikdureaus mit, daß die Fonds zur Aufrechterhält, �.hr, Arbeitseinstellung nicht ausreichten und es Jedem tt- nach seinem Ermessen zu handeln. Die Stteik-Kommisfld wettcr in Pttmanenz bleiben und eine bessere Arbeitsorr. � po vorbereiten. Infolge dieser Ecllärung beschloß die Med Vttsammlung, die Arbeit wieder aufzunehmen.%, Fondo», Freitag, 17. August. Den„Times � Sanfidar unter heutigem Datum gemeldet, daß d» jp»«» Gesellschaft, welcher gestern offiziell vom Sultan die Q i der Küste verliehen worden fei, in l4 Häfen vre ij sammen mit der des Sultans gehißt habe. Vnantwortlichtt Redakteur: K. Crnhorii« n Bttlin. Druck und Verlag von Mae Kading in Berlin SW., Beuthstraße 2. VI