K,,# etn Dienstag, de« 21» Angnst 1888. 5. Jahrs« JeriiiHNmin. lff*L -�euer! rksderM lacbbarten k -wunvet. llkan mifj und@rf ne an gen. Drgan für die Interessen der Arbeiter. w»* ,ir �auschex-n?�- _, Das„Berliner V o l ks b latt" täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Wonnementspreis für Berlin frei ?�.Haus vierteljahrlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement -"W- Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntngs-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1888 unter Nr. 849.) Ansertionsqebühr beträgt für die 4 gesvaltcte Pctirzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Auftrügen hoher Rabatt nach Ucbcreinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. rompte lW* esden. angels# Redaktion: Keuthstraste 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. ,�1 eine chmdP Herr Kchäffle. Der ehemalige österreichische Handelsminister, dessen «tlumtrssenz des Sozialismus" einst in allen politischen Mrn so großes Aufsehen erregte, ist bekanntlich kein �derlicher Gönner der Arbeiterbewegung. Früher schien |Ä zu sein, denn auch in seinem Hauptwerke:„Bau und , Jen des sozialen Körpers" hat er an der kapitalistischen »1«� eine Kritik geübt, wie sie schärfer und treffender nicht «Mt werden kann. Allein wie eS scheint, ist ihm vor den ��"enzen seiner eigenen Idee bange geworden � er hat sich beeilt, bei den herrschenden Klassen einige heftige Ausfälle gegen die sozialistische Welt- ,.--4iung sich zu rehabilitiren. Der berühmte Sozialökonom .X dabei keine Bedenken, die flachsten Gemeinplätze auf- ° Ach«,. r. Tollte er in der Aera der„Sozialreform" eine Rolle Wahrscheinlich. Aber er scheint trotz seiner Um- J* dem Reichskanzler nicht gefallen zu haben und es ist 7? nicht gelungen, unter die sozialpolitischen Geheimräthe genommen zu werden. Das ist vielleicht auch ganz gut, >J!U Herr Schaffte hat ein scharfes Auge für soziale Ge- >kcheu, daS aber einigermaßen getrübt werden könnte,- er eine geheimräthliche Brille aufsetzen würde. , Herr Schäffle bat im„Deutschen Wochenblatt" in einer Meihx von Artikeln die Grundzüge für eine Alters- ® Invalidenversicherung der Arbeiter krittsirt. Er hat sich Agitation angeschlossen, welche die Altersversorgung l Grund der schon bestehenden Krankenkassen gen üpf-Ti■ �chsühren und von Berufsgenossenschaften, die übrigens llen �l«: I. e die Altersversorgung auch von der Regierung aufgegeben cyv'!gfre-\ u«' nichts, wissen will. Für den Gedanken, die Kronken- u"""" von Grundlage der Altersversorgung zu machen, wird der der Unternehmer mit einem Eifer eingetreten, kfln,"'Sttmaßer verdächtig erscheinen muß. Auch Handels- da Kben sich dafür ausgesprochen. Nun, wir möchten tor,' destirchten, daß dieser Eifer einem andern Grunde ent- als einem blos theoretischen; hier scheint wieder './�lsenpolitik vorzuwalten. Man weiß, daß schon die Versicherung so eingerichtet ist, daß die Hauptlast der- . /? auf die Krankenkassen abgewälzt werden kann' lj.cn aicht daS Best reden bestehen, durch «... Verbindung der Alters- und In- ,''denversorguna etwas A e h n l i ch es zu Ij�r �'chen? Namentlich bei der Znvalidenversorgung er 0hne Schwierigkeiten ein Modus finden, sie bei L, nrankevkassen unterzubringen und diesen für die kie o? Fälle, wie es bei der Unfallversicherung auch ist, (*,. JMten aufzuladen. Es sollte uns wundern, wenn nicht ein derartiger Pferdefuß zu Tage tteten würde. die Sache schmackhafter zu machen, �agt man den WM »F Verth., I-Gardii M. I anien« marrt % Z5 IxB} /Ä : meidet tterie' b.W' oeijt niUtrntßv'k 'ä™ JeuMeton. [66 Ihre Tochter. 'Uünal-Rvvia» nach dem Französischen von K. D e t r i» g. war jetzt wieder ganz ruhig geworden, und man "'cht ansehen, daß sie soeben der größten Gefahr t(nx.n"en' die ein junges Mädchen laufen kann. Sie be- W? H?r» von Randal aufmerksam, den sie vorhin bei .fou Unßeroiffen Licht einer Straßenlaterne nur oberflächlich n rn können, und der Major, welcher zu verstehen iL, f'e zu beurtheilen, merkte ihr an, daß das Resultat MkrLrüfung für den Baron" fjj~' wir t/w» v# S'uß?ach Wunsch. günstig war. Andreas von Elven konnte Iß' pm- rt" w;"7" v—---—-------- Vi«?" Schlage nicht mehr erholen, den ihm der ge- W?"""ersetzt, und der Platz, den er im Herzen -1?°� �esaß, mußte ihm bald genommen werden, »s chw nicht bereits genommen war. -Uen Gundula prüfte den Retter ihrer Schülerin ver- ' U"d er schien ihrem Geschmack zu entsprechen. (o �""J sah ei ihren Augen an. Alte Zungfern haben gefallt erbare Art, den Mann anzusehen, welcher ihnen Zeanne schien weniger entzückt, und der Major toithip. p Herr von Randal ihr mehr Neugierde als Sym- �>r,L �"lläßte. Aber er sagte sich, daß das nur der erste . ftjl®?'-6' und daß sie sicherlich davon zurückkommen werde. '�e lefl bitte ja übrigens auch noch nicht Zeit gehabt, iu W Erregung niederzukämpfen, und ihre Stellung >ie lo"es*en Ankömmling war ja auch etwas mißlich. I» sy.r® die kühnen Pläne Guntrams, und Therese hatte Achter n* l�t Abenteuer erzählt. Sie wußte, daß ihre Je) �»och der Rue Corvisart begeben hatte, weil sie aron""u Elven zu treffen glaubte. Dieser lt0n von �ßetode nicht geeignet, ihre Heirath mit dem M 5" erleichtern. werkte diese Gefahr so gut wie sie, aber er Arbeitern, daß dann das Ouittungsbuch hinwegfallen würde. DaS ist richtig; allein wenn man die OuittungSbücher be- feitigen will, so kann man das auch ohne Heranziehung der Krankenkassen thun. Allem Anschein handelt eS sich nicht um die OuittungSbücher, sondern darum, die Beittags- last der Unternehmer zu verringern und die Kosten für die Altersversorgung den Arbeitern zum größeren Theil selbst zuzuwälzen. Anders können wir unS den Grund des großen Eifers, mit dem man diese Umänderung anstrebt, nicht vorstellen; auS Idealismus pflegen sich die Herren Unternehmer sonst nicht in solche Unkosten zu stürzen. Daß Herr Schäffle ihnen dazu seine Feder leiht, finden wir begreiflich. Indessen hat er das Ergebniß seiner Kritik der AlterSversicherungSvorlage in folgenden Sätzen zusammengefaßt: „Zugleich sind die weiteren, ja die anstößigsten und gefährlichsten Seiten, welche den Vorschlägen des „Entwurfes" wie jenen der„Grundzüge" nicht abge- sprochen werden können, ganz von selbst gefallen: einerseits die Plackerei des ganzen Bürgerstandes mit der Versicherungsschreiberei an jedem Lohntage und damit auch die Bedrohung desselben mit Verboten, Konttolen, Strafen; andererseits das Ouittungsbuch als„verdecktes A r b e i t S b u ch". Beide Dinge würden eine uner- schöpfliche Quelle gehässiger Agitation unter dem Bürger- und dem Arbeiterstande zugleich werden und den sozialpolitischen Friedenserfolg des Gesetzes für immer in Frage stellen. Mit aufgehobenen Händen muß man die Reichsregierung bitten, der Agitation unter beiden Ständen diese furchtbaren Waffen gegen unsere R e i ch s re g i erun g nicht in dieHandzu geben. Jede Opposition sammt der Agitation unter den Arbeitern könnte sich dieses Fehlgriffes nur freuen. Mag man über das„ArbestSbuch" denken, wie man will, den bösen Schein muß man meiden, eS verdeckt einzuschmuggeln, waS ja die Reichsregierung gar nicht thun will." Wir wollen dem Herrn Exminister denn doch sagen, daß wenigstens die Arbeiterpartei sich nicht fteuen wird, wenn die Regierung den Fehler begeht und das OuittungS- buch auftecht erhält. Denn die Agitation wird doch nicht nur um der Agitation selbst willen bettieben, sondern um Mißstände zu beseitigen; daß man sich aber über daS Bestehen solcher, den Arbeiter quälenden Mißstände fteuen sollte, nur weil man dann mehr Argu- mente für die Agitation hat, daS sollte Herr Schäffle doch nicht behaupten, der aus der großdeutschdemokratischen Periode seines vielfarbigen Lebens sich doch eigentlich auch erinnern müßte, welchen Zwecken die oppositionelle Oppo- traute sich zu, die Sache schon in einer Unterredung mit seinem neuen Freunde in Ordnung zu dringen. Sollte ihm dies aber gelingen, so mußte er zunächst genau wissen, was in dem Briefe stand, der Theresen aus dem mütterlichen Hause gelockt. Vor dem Baron aber wollte er sich nicht darnach erkundigen, denn er re.'muthete, daß Andreas von Elven in diesem Briefe eine Rolle spiele. Deshalb wünschte er, daß sich für diesmal alles nur auf die Vorstellung be- schränke, und er rechnete, daß Herr von Randal so taktvoll sein würde, seinen Besuch, wie er ihm gerathen hatte, ab- zukürzen. Er täuschte sich nicht. Der nollendete Gentleman traf sofort die richtige Note. „Gnädige Frau," sagte er und wandte sich an Jeanne, „ich bin dankbar für den fteundlichen Empfang, den ich finde und ich wage auf ihre Erlaub niß zu hoffen, mit meinem Freunde, Herrn von ArboiS, wiederkommen zu dürfen, aber augenblicklich wäre es indiskret von mir, wollte ich länger bleiben." Jeanne suchte nach einer höflichen Phrase, aber sie fand keine. „Ich habe übrigens," fuhr der Baron fort,„noch einen anderen Grund, weshalb ich Sie um die Erlaubniß bitte, mich zurückziehen zu dürfen. Ich habe einem der Banditen, die Ihr Fräulein Tochter überfielen, einen heftigen Schlag versetzt, und er ist auf dem Platze geblieben." „Wie?" rief der Major.„Sie haben einen er- schlagen?" „Ich fürchte, und wenn der Mann todt sein sollte, so halte ich mich für verpflichtet, der Polizei anzuzeigen, daß ich der Thäter war." „Der Polizei?... Zum Teufel, das könnte unan- genehm werden... Ich glaube wirklich nicht, daß Sie dazu verpflichtet sind... Niemand hat doch die Szene ge- sehen, nicht wahr?" „Niemand außer seinem Spießgesellen, der die Flucht ergriffen. Mein Kutscher war dabei, aber zu entfernt, so daß er nicht genau wissen kann, was geschehen. Jetzt sition dient. Aber sachlich hat er Recht; das Arbeitsbuch wird nur dazu beitragen, Mißstimmung hervorzurufen. Man wird hoffentlich in Berlin von dem Mahnruf eineS so her- vorragenden Sozialpolitikers Notiz nehmen und wird sich hoffentlich doch noch entschließen, auf die OuittungS- bücher zu verzichten, die ja nur eine Konzession für jene Elemente sind, die schon seit langen Jahren unter der Firma Ackermann die Wiedereinführung der Arbeits- bücher anstreben. Wir dächten aber, daß eS sehr zeitgemäß wäre, wenn das deutsche Volk mit den„Ideen" der Herren Ackermann und Genossen verschont bliebe. Diese Gesell- schaft wird auch der einzige Bestandtheil des deutschen Volkes sein, welcher die OuittungSbücher ernsthast wünscht; in allen übrigen Schichten des Volkes will man nichts von ihnen wissen und Herr Schäffle giebt auch nur einer An- schauung weiter Kreise Ausdruck. Also fort mit diesen fatalen Ouittungsbüchern! Politische Ueberstcht. In der«rsatzWaht im 6. Berliner Reichstags Wahlkreise schreibt die„Nationall. Korr." folgenden gruseligen Heulmeier- artikcl:„Am 30. August findet im sechsten Berliner Reichstage» Wahlkreise die Ersatzwahl für den entmündigten früheren Abg. Oasenclever statt. Während es wohl möglich wäre, wenn vre Ordnungspatteien fich ihrer Pflicht gegen Staat und Gesell- schaft völlig bewußt wären und demgemäß einig den gemein» samen Gegner bekämpften, diesen Wahlkreis der Sostalvemo- kiatie zu entreißen, erleben wir leider das detrübende Schau» spiel, daß die Gegner fich bereits in drei Gruppen gespalten haben, und jeder Appell zur Einiglest wird mit Trotz oder Hohn zu» rvckgewiesen. Unter diesen Umständen ist der Erfolg der So» zialdemokratie mit absoluter Sicherheit vorherzusehen. Zwar im ersten Wahlgange wird Herr Liedknecht, welcher hier aufgestellt worven, nicht fl.gen, denn noch haben auch in diesem Vorzugs- weise von der Arbeiterdevölkerung bewohnten Wahlkreise die Sozialdemokraten nicht die absolute Mehrheit, aber Herr Lieb» knecht kommt in die Stichwahl und ist dann seines Sieges ge- miß. Schlimm genug find die Gründe, welche die Antisemiten, Konservativen und„Freifinnigen" für ihre Unvetträalichkest in's Feld führen. Jede dieser drei Gruppen hält es eben für ihre „heilige Pflicht", der Uederzeugung zu folgen— unbekümmert um den Erfolg. Jede der drei Gruppen verlangt, daß die beiden anderen fich ihr anschließen, und jede wirft den anderen beiden vor, im Stillen den Sieg des Sozialdemokraten zu billigen. Da hört eben alles Argumentiren auf. Es ist traurig genug, daß eine so extreme Partei wie die Sozialdemokratie überhaupt im Reichstage vertreten ist. Aber da es einmal der Fall ist, muß das Streben aller anderen Par» leren darauf gerichtet sein, die Zahl der sozialdemokratischen Ab» geordneten von einer Legislaturperiode zur anderen stetig zu ver» nngern. Was man mit Energie und Painotismus leisten kann, hat in rühmlichster Weise das Königreich Sachsen bei den levten Reichstagswahlen gezeigt, und dieses Beispiel muß auch ande-» wartet er mit dem Wagen auf dem Platz d'Jtalie auf mich." „Ja, dann halte ich es für völlig überflüssig, daß Sie sich noch weiter um den Banditen kümmern." „Wenn man aber erfahren sollte.. „Sicherlich ist auch Frau Valdieu meiner Meinung," sprach Guntram von Arbois und sah Jeanne an, die iym nur durch ein zustimmendes Zeichen antwortete. Guntram sah schon seine Freundinnen und sich vor den Polizeikommissar geladen und gezwungen, auseinanderzu- setzen, weshalb Therese von dem Todten angegriffen worden sei und was sie um zehn Uhr Abends in der Rue Corvisart zu suchen gehabt hätte. „Vergessen Sie doch nicht, lieber Freund," fuhr er fort,„daß Sie dann den ganzen Hergang erzählen müssen. Sie müßten entweder eine Lüge ersinnen, oder Fräulein Valdieu mit hineinbringen." „Bevor ich Fräulein Valdieu erwähnen würde, ließe ich mich lieber des Mordes anklagen," erwiderte Herr von Randal lächelnd.„Aber vielleicht ist es besser, wenn ich mich nicht damit befasse." „Ja, wenn der Unglückliche todt ist," sagte Therese, die mit großer Aufmerksamkeit zugehört.„Wenn er aber nur verwundet ist, will ich nicht, daß man ihn ohne Hilfe liegen lasse. Und ich bitte Sie, dafür zu sorgen," setzte sie in entschiedenem Tone hinzu. „Ich gehe, mein Fräulein," sagte Herr von Randal einfach. Und als der Major noch Einwände erheben wollte, be- ruhigte er ihn durch einen raschen Blick, in dem zu lesen war: Seien Sie unbesorgt, ich werde so vorgehen, daß nie- mand kompromittirt wird. Er hatte jetzt einen Vorwand gefunden, um gehen zu können. Er brauchte sich nur roch zu empfehlen und er that es. Niemand suchte ihn länger zurückzuhalten, auch Frau von Lorri» nicht, die während dieses ganzen, kurze« Be» suches kein Wort an ihn gerichtet hatte. wärts Nachfolge finden. Trotz aller Großsprechereien der sozial- demokratischen Agitatoren ist es nämlich doch eine Thatsache, daß der ernsthafte Anhang der Sozialdemokratie in der deutschen Gesammtbevölkerung seit zehn Jahren zurückgegangen ist. Und trotz solcher bedauerlichen Vorgänge, wie wir jetzt wieder in Berlin zu verzeichnen haben, bleibt es ficher, daß in absehbarer Zeit nicht daran zu denken ist, daß Sozialdemokraten im Reichs» tage überhaupt die Stärke einer parlamentarischen Partei erreichen werben, welche auf den Gang unserer poli« tischen Entwicklung einwirken könnte. Und die Abgeordnelen der Sozialdemokratie haben gezeigt, daß fie parlamentarisch eigentlich überhaupt leistungsunfäkig find. Ihre Forderungen für den Arbeiterstand gehören, abgesehen von verwerflichen lieber« treibungen, keiner wegs ausschließlich der sozialdemokratischen Partei an, und nachdem ein bedeutender Theil dieser Forde- rungen lhatsächlich dmch die Gesetzgebung der letzten Jahre, trotz des möglichsten Widerstandes der sozial- demokratischen„Führer", erfüllt worden ist, find die Augen gar vieler früheren Anhänger dieser Revolutinäre geöffnet und diese zu gesetzlich denkenden und handelnden Staatsbürgern gewoiden. Aber so lange die Partei überhaupt besteht, so lange es noch möglich ist, daß sie auch nur c i n e n Abgeordneten in den Reichstag entsendet, ist es im Jntereffe der Humanität und Kultur, im Jntereffe der Millionen Menschen, welche täglich der Verfüdiung ausgesetzt find, im Jntereffe der Selbsterhaltung nothwendig daß Staat und Gesellschaft, daß jeder Einzelne seine ganze Kraft einsetzt, die sozialdemokratische Partei zu ver- Nichten. Die Methode der sozialdemokratischen Agitatoren wendet sich immer an die niedrigsten Regungen der menschlichen Seele, an den Neid und die Genußsucht, um die bethörtcn Mafien wöglickst unzufrieden zu machen, gegen alle in ihren Augen deffer situirten aufzuhetzen und so den Umsturz alles Bestehm- den vorzubereiten. Eine solche Partei hat kein Recht, hat nicht den geringsten Anspruch, irgendwie Tbeil zu nehmen an der parlamentarischen Beeinfluffung der Geschicke des Staates, fie ist lediglich ein krankhafter Auswuchs, ein Geschwür am Staatsund Bolkskörper, und, wie gesagt, bevor wir an den Austrag anderer Meinungsverschiedenheiten Venken, ist immer vor allem diese Krankheit, dieser allen staatSerhaltenden Parteien gemein- fame Feind zu bekriegen bis zur Vernichtung."— Der arme Angs-ph'trster, der diesen Artikel liest, bekommt fickerlich eine Gänsehaut über den ganzen Leib. Nun— dem Angstphilister ist nicht zu helfen; er ist dazu da, um genasführt zu werden, und wir wollen ihn nicht verhindern, seine Bestimmung zu erfüllen. Zu unserem Privatvergnügen müssen wir uns aber mst dem kartelkbrüderlichen Machwerk eine Minute beschäftigen. Wir schenken dem Verfasser alle seine Schimpfereien und Dummheiten und greifen blos die zwei— uns allein interesfirenden— Behauptungen heraus; 1. die sozialdemokratischen Abgeordneten haben sich im Parlammt leistungsunfähig gezeigt. 2. Die„Sozialreform" der Regierung hat einen großen Theil der deutschen Arbeiter den Sozialdemokraten entfremdet. Wer lacht da? Ruhig! Also die soziald mokratischen Abgeordneten haben fich im Parlament nickt leistungsfähig gezeigt. Die Thatsache ist: die sozialdemo» kratischen Reichstagsabzesrdneten haben eine Reihe von selbst- ständigen Anträgen und von Amendements eingebracht, welche nach dem Zeugniß aller von Arbeiterangelegenheiten und Ar- deitergesetzgr bring etwas verstchenden Leute geradezu Muster- giltig' find und die Aufmerksamkeit von Regierungen auf sich gezogen haben, die in der Sozialgesetzgebung mindestens so kompetent find, als die deutsche. Daß die Anträge und Amen- dements ver sozialdemokratischen Abgeordneten im Reichstag nicht durchgedrungen find, das ist die Schuld der reak- tionärrn Majorität, welche fich— und damit geben wir die Vorwürfe zurück— zur Arbeitergeseygebung allerdings völlig unfähig gezeigt und es glücklich zu Wege gebracht bat, daß Deutschland, trotz aller reklamenhasten Prahle- reien. auf dem Geriete der Sozial- und Arbeitergeietzgebung hinter allen übrigen Kulturstaaten Europas, mit einziger Aus- nähme des von Pfaffen und lliationalliberalen regierten Bel» gicn, weit, weit zurückgeblieben ist. Und die„Sozial- reform" der Regierung, welche die deutschen Arbeiter der sozial- demokratie ennremdet habkn soll! Die„Nat. Corr." und das sonstige Kartellgeschwister schläft wohl im jetzigen Moment, daß es nicht hört und steht, wie die Arbeiterschaft Deutschlands ein- stimmig und mit elementarer Allgewalt gegen ,st>ie Krönung des Gebäudes", den Entwurf der Alters- und Jnvalidenver- sorgung protestirt? Tausend Agitatoren wären nicht im Stande gewesen, so viel Waffer auf die Mühle der Sozial- demokratie zu leiten, als dieses eine Stückchen Regierungs- reform. Und das Kranken- und Uniallverficherungsgesetz haben ähnlich gewirkt— wenn auch nickt ganz so kräftig. Wir können nur wünschen, daß man fortfährt, die Sozialdemokratie auf diese Weise„todlzumachen". Eine„faustdicke Lüge" soll es in der gewählten Sprache des H.rcn D e r n b u r g, von der„Nationalzeitung", sein, daß Liebknecht in seinem Brief an die Berliner Wähler von den sämmllichen Ordnungsparteien gesagt, fie ständen den Forde- rungen der Arbeiter„feindselig negirend" gegenüber. Der an- stän:iae Der nb arg häll es offenbar für eine„faustdicke Lüge", Der Major begleitete den Baron bis zur Freitreppe, schüttelte ihm kräftig die Hand und sagte: .Alles steht gut und wird noch besser stehen, wenn ich mit den Damen gesprochen haben werde. Wenn Sie sich die Mühe machen wollen, mich morgen zu be- suchen, so hoffe ich, Ihnen gute Neuigkeiten mittheilen zu können." „Ich werde nicht verfehlen," erwiderte der Baron verbindlich,„und waS den Banditen anbetrifft, den ich zu Boden gestreckt habe, so können Sie sich ganz auf mich ver- laffen. Wenn ich ihn noch auf demselben Platze sinde, so werde ich den ersten besten Schutzmann, dem ich begegne, in Beschlag nehmen und ihm sagen, daß ich soeben da und da einen Trunkenen auf dem Pflaster liegen gesehen habe. Er wird ihn dann todt oder lebendig aufheben, und wir werden niemals mehr davon reden hören." „Wenn er nicht Lärm schlägt..." „Er wird sich hüten; er wird kein sehr reines Ge- wiffen haben. Er ist sicherlich gedungen worden, Fräulein Paldieu zu entführen, und sollte ich, waS ich für gänzlich auSgefchloffen halte, doch noch deswegen vor Gericht ihm gegenüber gestellt werden, so würde ich eben erzählen, waS geschehen ist.... selbstverständlich ohne die Damen zu nennen. Ich würde sagen, daß ich die Person nicht kenne, der ich zu Hilfe gekommen bin, und daß sie davon gegangen ist, ohne mir zu sagen, wer sie sei." „'Za, ich glaube jetzt auch, daß wir von der Seite nichts zu' fürchten haben... und mir thut nur leid,... daß ich den Banditen nicht selber ausfragen kann, ich würde aus ihm vielleicht den Namen seine« Herrn heraus- bekommen, der die Damen verfolgt... und wahrhaftig, ich hätte beinahe Lust, um eine so schöne Gelegenheit nicht vorübergehen zu laffen, mit Ihnen zu ihm zu gehen. Es ist doch nicht wei, von hier?" Am Eingang einer kleinen Straße, die auf diesen Boulevard mündet. Aber ich möchte Ihnen abrathen, mitzukommen. Es könnten Schutzleute kommen, während wir uns mit dem Todten oder Verwundeten zu schaffen machen. Man würde uns nach unseren Namen fragen. Meinen könnte ich ja ruhig an- daß die Erde fich um die Sonne dreht. Er selbst hat aller- dings e,ne große Abneigung gegen„fauildicke Lügen". Sein Streben geht höher. Die— Wahrheiten, welche er vor der letzten Wahl in Bezug auf Boulanger die Bretterbuden, die Melinitbomben u. s. w. in die, Welt schickte, erregten sogar den Neid der Kölnischen eloaea rnaiirna, und waren allerdings nicht„faustdick", sondern schon mehr im Stil cyklopischer Felsblöcke. Anch die — Wahrheiten, welche Herr Dernburg in der Mockenziehctze, als Chef des Bergmann'schen Preßbureaus unter die Menschen schleuderte, waren nichi von schlechten Eitern. Genug, Herr Demburg versteht's aus dtm ff. Daß er aber auf Liebknecht ein kleines Zörncken hat, findet seine sehr natürliche Erklärung in dem Umstand, daß dieser ihm seinerzeit den Offenbacher Erbwahlkreis abjagte und die parlamentarische Karriere verschloß, wodurch nach dem Urtheil des Chefredakteurs der, /National- Zeitung" der Menschheit im allgemeinen und dem Deutschen Reich im besonderen ein schwerer Schade erwachsen ist.— Die Ernennung Kötticher« zum Vizepräfidenten des Staatsministeriums ist in dem Augenblick erfolgt, wo die„Post" Bennigsen für diesen Posten vorschlug. Als ältester Minister würde Maybach die Anwartschaft auf die Vertretung gehabt haben. Aber schon vor einigen Monaten wurde ofstziös ausgeführt, daß ein Fachminister fich nicht zum Vizepräfidenten des Slaat-ministeriums eigne. Durch das Amt eines Vize- präfidenten des Staat-ministeriums wird Herr v. Bötticher noch mehr, als er es bisher schon war, das alter ego des Fürsten Bismarck in den Reichsgeschäften und preußischen Ministerial- geschäften. Iuurrhalb der natioualliberalen Presse herrscht große Meinungsverschiedenheit darüber, ob Herr von Bennigsen wieder ein Landtagsmandat annehmen werde oder nicht. Das„Franks. Journal" bestteitet die Nachricht entschieden, die »Köln. Ztg." dagegen bestätigt fie, legt aber Werth darauf, zu konstatiren, daß der Entschluß des Herrn v. Bennigsen gefaßt war, ehe derselbe„dem Reichskanzler auf dessen Landsitz guten Tag sagte". In parlamentarischen Kreise» verlautet, die Wahlen zum Abgeordnetenhause würden bereits auf die« erste Hälfte des Oktober anberaumt werden. Die Berufung des Reichstages würde dieses Mal bereits gegen Ende Oktober erfolgen. „Internationales Räubergestndel" ist die neueste Be- Zeichnung der Antisemiten für die Sozialdemokraten. In der antisemitischen Wählelversammlung des 6. Reichstagswahlkreises am Freitag gipfelte der Vortrag eines Herrn Wilberg in der Aufforderung, zu Ehren von Christenthum, Vaterland und Monarchie und zur Bekämpfung alles internationalen Räuber- gestndels Herrn Dn Paul Förster zum Reichstagsmitglied zu wählen. Als einen Scheinantisemiten bezeichneten in der Antisemilenversammlung, welche der deutsche Reformvcrein am Freitag in der Alten Jakobstraße adhielt, die Herren Bodeck und Blavier den Hofprediger Stöcker.— Das ist eine un- verdiente Härte für den braven Mann, welcher übrigens von anderen Antisemiten gegen jenm Vorwurf in derselben Ver- sammlung mit Erfolg in Schutz genommen wurde. Hviedrr ein pröbche« von dem Vestnnungsadel und der Siltenreinheit der„'N o r d d e u t f ch e n Allgemeinen Zeitung". In einem anscheinend ganz sachlich gehaltenen Artikel, der von der landwinhschaftlichen Verwaltung in Preußen bandelt und aui den ministeriellen Bericht darüber Bezug nimmt, weiß das genannte offiziöse Blatt eine Reklame für die„Angls- Kontinentalen(vormals Ohlendorff'schen) Guanowerke" unterzudnngen. Wie kommt diese Reklame in den politischen Theil des offiziösen Blattes? Sehr einfach. Die Familie von Ohlendorff, die Hauptintereffentin jener Guanowerke, ist auch die Hauptbestyerin der Aktien der./Norddeutschen Allgemeinen Zeitung". So wäscht eine Hand die andere. So mißbraucht die „Norddeutsche" ibre Stellung als offiziöses Blatt, so mißbraucht ste einen mimsteriellen Bericht zu geschäftlichen Zwecken, zur He- bung ver Guano- Spekulation. In einen guten Geruch bringt fich das Blatt ficherlich nicht damit. Ader was thut's? Pecunia von olet(Geld riecht nicht). In Kachfe«, so schreibt man uns, haben in letzter Zeit zahlreiche Arbeitcrversammlungen stattgehabt, in denen der Eni- wurf des Alters- und Jnvalidengesetzes besprochen wurde. Solche Versammlungen waren u. A. in Freiberg, Stoll- berg, Chemnitz, Zwickau, Würzen u. s. w. Ueberall erklärten die Versammellen einstimmig den Entwurf für unan- nehmbar— und zwar aus den bekannten, handgreiflichen Grün- den. In Leipzig, Dresden und anderen?tädten find für die nächste Zeit Versammlungen anberaumt, die unzweifelhaft in demselben Sinne fich erklären werden. Wenn nicht in jedem Orte Sachsens eine Proteitoeisammluna abgehalten wird, so liegt der Grund einzig darin, daß die kartellbrüdcrliche„Saal- sperre", noch nicht überall durch kräftige Gegenmaßregcln gc- sprengt werden konnte. Das steht fest: in ganz Sachsen giebt es kernen Arbeiter, der den Entwurf des Invaliden- und Alters- versorzungsgesetzes nicht als eine Beleidigung der deutschen Arbeiter empfände. geben, da ich bis heute Frau von Lorris nicht kannte, bei Ihnen aber wäre das ganz etwas anderes, der Sie so viel bei ihr verkehren." „Sie haben Recht, lieber Freund. Ich verlaffe mich ganz auf Sie und will jetzt wieder zu den Damen zurück- kehren. Sie haben gefallen, das sage ich Ihnen. Selbst Gundula ist für Sie gewonnen." „Das wäre mir sehr angenehm. Zndeß kam es mir so vor, als hätte mich Frau von LorriS kühl empfangen." „Sagen Sie nur Frau Valdieu. Eine Frau von Lorris giebt es nicht mehr. Aber Sie uriheilen falsch. Jeanne war nur verwirrt. Sollte Sie übrigens wirklich irgend welche Bedenken haben, so nehme ich eS auf mich, sie zu zerstreuen, aber ich glaube nicht daran. Also auf morgen, lieber Freund. Bis Mittag erwarte ich Sie bei mir." Das war nun wirklich das letzte Wort dieser Unter- Haltung, die Herr von Randal zu beenden Eile zu haben schien und die auch thatsächlich ein wenig am falschen Platze war. Sonst war der Major gerade kein Freund des Zögern« und pflegte die Leute nicht oben auf einer Freitreppe auf- zuhalten und sie in lange Auseinandersetzungen zu ver- wickeln- heut Abend war er aber durch die vielen sonder- baren Erlebnisse so zu sagen auS dem Gleichgewicht ge kommen. Unter anderen Umständen wäre er ohne weiteres an den Ort gegangen, wo der Mann unter dem Stockhiebe des Barons zusammengebrochen war, und er hätte dann vielleicht erfahren, wer diesen sonderbaren Hinterhalt in Szene g setzl hatte. So aber verzichtete er darauf und ging rasch wreder in den Salon zurück. „Das ist in Ordnung," sagte er,„Herr von Randal besorgt alles und wir können uns auf ihn verlassen. Der Bandit, den er zu Boden geschlagen, wird nicht auf der Straße wie ein Hund verenden und doch wird niemand kompromittirt werden. Jetzt möchte ich aber gern wiffen waS in dem Briefe stand..." „Hier ist er, lieber Freund." sagte Jeanne.„Therese hat ihn mrr vorhin gegeben." Guntram las ihn rasch durch, denn er war nicht lang. und war von der Geschicklichkeit überrascht, mit der er ab- Eine demerkens werth« Ktrritfrage ist mebrfalt» Kn tnu den letzten Tagen auS Anlaß ver Einziehung««> nnende Z Reservisten zu den M a n ö v e r n aufgeworfen wo:!�»mend st Die Reservisten weigern fich nämlich— unserer Meinung Wen vo mit vollem Recht—, wäbrend der sechswöchentlichen llebunA Mtt Wrs Beiträge an die O r t s k r a n k e n k a s s e n zu zahlen,«nl»** Eheriff ja als aktive Soldaten bei Krankheiten im Lazaretb ätzilid)*««r dem bandest und verpfiegt werden, so daß die Krankenkasse W«fot auf; Rifilo hat. Die Verstcherungspflicht der Reservisten hött elxes mler Eier, lich mit dem Tage der Einziehung auf, denn die betriff dem ß Personen verlassen ja die Beschäftigung, welche dieselde> wiffen d gründet. Allein man meint, die eingezogenen Ärbeiler lol!««uttotleten die Beiträge weiter zahlen, um stch ihre Mitgliedschaft zn>«t diese i hallen, denn bei zweimaliger Nichtzadlung der Wockendeioi ffaen Lei erlischt die Mitgliedschaft, die nur dmch die Enttichtung#|®men; fi Eintrittsgeides wieder erworben werden kann. Dabei ist w*et ange eine Bestimmung des Krankenkaffcngesctzes zu beachten,» jjomkns> nach ein Eintritt« gelb von solchen Personen niÄi 1 We Bej hoben werden darf, die bcrells einer gesetzlich wie nd .. abei sowohl Kauen ikus! n Pa lungen, Jl'& in m sü; Jmtojl fjhtfchi bei laffenen Kasse angebört, bezw. für die Gero krankenverstcherung Beiträge gezahlt haben, wenn seit der Ii Beitragszahlung dreizehn Wochen noch nicht verfloffen Also die Reservisten würden nach ihrer sechswöckili Uebuug ohne Eintrittsgeld in ihre Ortskrankenkaffen wieder treten können. Insofern hat die Lücke, die augenjcheinlia Gesetz enthalten ist, für diesen Fall nichts zu bedeuten. 8.....« wenn die Einziehung länger dauert, wenn der Reservist walro'sttet wü der Uebungszert erkrankt und seine Heilung so lange y-U'«ut-hei fordert, daß mehr als dreizehn Wochen seit seiner letzten*** wauetbi tragszahlung verfloffen finv, endlich wmn es fich um eine"wffen de Ziehung aus Anlaß der Mobilmachung handelt, soll derA"*" f thäten lediglich deshalb, weil er seinen militärischen BerpflichbA, Kanner nachgekommen ist, zur Strafe nochmals ein Eintnttsgelo 5 um de, wenn er wieder in veificherungspflichtige Arbeit und da«»>®Jben. eine Krankentaffe tritt? Den Fall eines Krieges wo>W>°,. M ein« dabei nicht einmal ins Auge faffen. Bei der bevorsieIJS Aenderung des Krankenkaffengesetzcs wird auch dieser P** Auge gefaßt werden müssen. Demonstration. In Freiburg i. Br. war am des 14. d. auf dem Schioßbcrg eine etwa drei Metl „rolhe Fahne" aufgehißt. Wie die„Oberrh. Volkszt, war der Anlaß dieses angekündigten Beflrggens die E des Schuhmachers F. H a u g aus dem Landesaefängrnfft, derselbe acht Monate in unfreiwilliger Zurückgezogen bringen mußte, weck er mit dem Ausnahmegesetz tSor-* gesey) in Kollision gerieth. Gebüßt hat nun der MaiH. wohl in aller Augen als einer der überzeugungsvollstcn demokraten Freiburgs bekannt ist, das„Verbrechen", od bekehrt ist, möchten wir sehr bezw ifeln. Wenn es m» Einsperren gethan wäre, dann müßte die Sozialdemolrati« längst mit Stumpf und Stil ausgerottet sein. Herr H# sich übrigens über die ihm gewordene Behandlung im I" gefängniffe seitens der niederen Angestellten lobend ausst daran fich manch anderer ein Beispiel nehmen könnte." VrrsammlnngoauflöZ'nng. In Barmen ivu# letzten Sonntag eine Volksversammlung, welche von> 1500 Arbeitern besucht war und in welcher der Reichst ordnete Hann über den Alters- und Invaliden- Verfii Gesetzentwurf sprach, als der aus Stettin ausgei Schneider Winkler den Gesetzentwurf als eine VerböbnuM Arbtiierstandes bezcichnete, auf elöst, worauf die Versa unter Hochrufen auf die Sozialdemokratie in Ordnung ander gingen. Urne» Arbeiter dlatt. Vom 1. September ab, Dortmund ein neues Arbellerorgan unter dem Titel. iättsche Freie Pr.ffe" erscheinen. Im Jahre 1878 na?�, Tage des Inkrafttretens des Sozialistengesetzes die alle- fälische Freie Presse" Abschied von ihren Lesern, deren nicht gering war; ste hatte 3700 Abonnenten. Jetzt holst dem neuen Blatte, das unter dem alten, guten'Namen läufig wöchentlich zweimal mit einer Sonntagsbeilage soll, bald eine hohe Abonnentenzahl verschaffen zu Wir wünschen, daß diese Hoffnung bald in Erfüllung möge.„ Der Druckfehlerteufel hat in unserem Freitags lÄ Notiz über den allen Revolutionär Flotte arg W Statt Flotte, steht überall Flitte. Auch de Flott Wahl kurz vor dem Staatsstreich des Bonaparte so g sehen machte, ist dem Druckfehlerteufel zum i fallen und unbarmherzig in einen de Flilte v-� wordm. Großbritannien«„ In Coolroe, Grafschaft Wexford(Irland),«»'? Anfang mit sieben weiteren Exmission e* den Ländereien eines römisch-katholischen Gutsherrn, � I. E Byrne, gemacht, wobei es zu aufregenden Szen� Insbesondere bot das Haus des Pächiers T SomMtss Gerichtsvienern die größten„Schwierigkeiten". Daff-�, verbarnkadirt und in eine regelrechte Festung umg*' Von tiefen Gräben umgeben, war auch bis zum Dache wall aufgeschüttet, gegen den der Mauerbrecher fich n den. andis .•» M crn große tflie in Ae das A anqe % gesaßt war. Die Handschrift des Barons von es nicht. Der Fälscher hatte sie nicht nachzumach�' � t der tatt sucht, vermuthlich weil er sie nicht kannte, und dann'0%� eS ja auch überflüssig gewesen, da Fräulein Bald"- 5, hätten. ebensowenig kannte, aber wunderbar geschickt war dcr� Pi, die eines sentimental Liebenden nachgeahmt. Ein t>®eaal sches Detail war eS, daß der Brief in jeder Zeile*| � �vel Vorgänge Bezug nahm, die fich in jenem Ztmnt � � � Hotels du Helder abgespielt hatten, und daß der � hoch und heilig versicherte, er habe in seinem Lcro �% Qn � Frauenzimmer nicht gesehen, die in seine Wohnung �«nbito� drungen sei; wahrscheinlich habe sie jener Feind adg-� U' oder der sie verfolge und der ihnen schon einmal den> J in Streich gespielt habe, sie nach der Avenue d'Eylau/u �»r Zum Schluß bat der Schreiber für sein unfteiwiuig, gehen um Verzeihung und erbat als letzte Unterredung, um so die Möglichkeit zu haben, sich" rechtfertigen. „Das ist sonderbar," rief Guntram.»Der der uns überall Schlingen legt, muß uns doch> auf den Fersen sitzen. Ich wundere mich ga";.?' wi'i Therese einem so geschickt abgefaßten Briese Gl« I schenkt hat. Wer hat ihn denn gebracht?" /I „Ein Junge, der al« Hoteljäger angekleidet Jy* widerte Jeanne, welche Zeit gehabt hatte, ihre I fragen. � „Irgend ein Hallunke, den man zu diesem � eine Verkleidung gesteckt hatte. Es ist ein vöMS - 5% 'wen 3 # Äs! plott. Und wir alle haben uns überlisten lassen- Wir brauchen einen Hilfsvertheidiger sehr nötdss! �l können dem Zufall danken, welcher Herrn von N geführt hat. (Fortsetzung folgt.) Ans Kunst«nd Zedettv 'Aus Fuchu in Corna ji ■leftrftfimfl der(ÜOtiCt ji gestrafte Götter. thümilcker Fall von ver Bestrafung der Götter w'g| hatte stch eine Anzahl Leute an die Götzenbilder ntelrfiKM Kn musite. Der von der Hauptstraße nach dem Gehöft jung Wwiir Weg war mit großen Bäumen und Steinen versperrt, »rfcn tzo:#"jWnö innerhalb des Hauses ein Vorrath schmutzigen Waffers Meinung Men wurde. Eine Pumpe nebst Schlauch zur Auswerfung n UibunfslJ Wasserstrahlen war gleichfalls vorhanden. Die Beamten ihlen, Äheriffs standen unter dem Schutze von 150 Polizisten h ärztlild> dem Befehl von Herrn Conffdine. Sobald der Mauer- nkentaffe �»cher aufgestellt war, wurden die Angreifer von einem Hagel a hört erxe» Mn Eier, sowie von Tbeer und Maffen kochenden Wassers ! bewW-� bem Giebelfenster empfangen. Herr Conffvine warnte die ' dieselbe Mlaffen des Hauses, die mit dem Rufe„Keine Uebergabe!" rbeiter �orteten. Dann wurde eine Leiter an den Giebel gestellt, wschast zu l M diese ward sofort umgeworfen und zerbrochen. Mit einer sioebenbeivt«wen Leiter gelang es mehreren Konstablern, das Dach zu er- rickmng o* Men; ste wurden indeß von anderen Punkten mit siedendem Dabei ist a tbeer angegriffen und mußten sich zurückziehen. Zwischen dem beachten,» Markus Doy!e und dem Gutsherrn fanden alsdann einige vcr- m nickt i Me Besorechungen statt und nach kurzer Pause wurde der- iscylich l* wieder aufgenommen. Die Gerich'sdiencr stürmten die 'Gemein« M>and des Hauses, während die Polizisten die Front an- seit der W" Ain, aber ber Hagel von Theer und Steinen wurde so dicht, erfloffen w sowohl die Gerrchtsdiener als die Polizei retirircn mußten. swöckentlim% Mauern waren indessen an vielen Stellen durchbrochen. en wieber eu«wnikus Doyle offerirte Namens des Pächters einen zwei» enichcinliie alte» rn. deren Setzt hofft n'NamM' eilage m zu f'.füllung .-Mmlung von Gladstonianern wurde be- %OT, einen Fonds für die Vertdeidigung Parnell's gegen Mklagen der„Times" zu organistren. Die Bewegung soll MIer Natur sein, und andere Städte sollen eingeladen wer- � Au-schüffe zu bilden. tun den Schiffsbauwerften von Aberdeen R gegen 1000 Eisenarbeiter einen streik begonnen, weil die Weber sich weigerten, die geforderte Lohnerhöhung von ip- zu bewilligen. Frankreich. Vernehmen nach sollen gegen diejenigen Ausländer, den jüngsten Kundgebungen der Stree- ■$ theilgenommen haben, Ausweisungsbefehle erlassen den bis Wbefannten Rejuji° te n der Sonn a im tö+i �ub l en erhielt B oulanger in Lille 130 lo2, A U? p6 567, Desmoutiers 97 409, Noreau 95 023, Delcourt "AT1 f'm Delcluze 5837 Stimmen.- In Amiens wurden n wurK j � Stimmen für Boulangcr und 41 371 stimmen für too'.ubwacben.— In Larochclle erhielt Boulanger 32614 23 731 Stimmen.— Nach weiteren'Nachrichten aus Versichert �Departement Charente-Jnfirieure gilt Boulanger's '»z gesichert. «n A m i e n s ist es nach einer kurzen telegraphischen Mit- Ing aus dem ,.W. T.-B." zu einem Zusammenstoß zwischen ir und Volk gekommen. Der Grund ist nicht angegeben. -i Lille kam es zu Schlägereien zwischen Boulangisten «Ntiboulangisten, wobei viele Verhaftungen vorgenommen ben �«e Kellner hatten die Vertreter der Syndikatskammem Mk und Restaurantwirthe zu einer Versammlung einge- ]■ um über die schwebende Trinkgeldfrage ernstlich zu be- % Zwei bekannte Wirtbe, Marguery und Bignon, führten e» jT*toT und empfahlen die Bildung einer aus zwölf Arbeit- schtj fauw Und zwölf Bediensteten bestehenden Kommission und löiffvoriws�it Anklang. Sie selbst versprachen ihren Beistand, i f['«i-ke' freitags bl�i ! Kellner ruhig auseinander gingen. Holland. r b"."tue Generalgouverneur von Ost-Indien P y n a ck e r wird am 24. August nach seinem Posten abreisen. Tnime Kolonial-Minister Kuchenius bringt diese Thatsache rZ»& If» hnif"-.Staatscourant" zur öffentlichen Kenntniß,„damit i?>r.?."�sche Volk die Gelegenheit bekomme, daß Jedermann « z>A"Siösen Gesinnung gemäß den Segen des Himmels für Jk.T und vir Verwaltung des Gouverneurs erflehen kann." '?egt diese ungewöhnliche Aeußerung in aufgeklärten »roßes Erstaunen. d).«»t % f f i u"■ 3 1 rt 1 1 0 II n Sze"�'l �|:e> Paris überreichte'Note C r i s p i' s erklärt, nach- Sommel° t D, das Vorgehen Italiens in Massaua eingehend motivirt Daffct�,ii �»LfTedlichen Provokationen französischer Agenten daselbst umgeÄ! 1 �?t' ,®ie italienische Regierung lege Werth daraus, Dache �»NHensall als geschloffen zu betrachten und im Frieden stch e Zu beharren, die ste sich vorgezeichnet habe. Sie i RA gewandt, um Rache an ihren Feinden zu nehmen. i, �°tler sollten den Tod dieser Heinde veranlassen. Nun tmtarische Befehlshaber des Militärs vlötzlich, und die 1°?er fingen an zu glauben, daß die Götter diesen ge- ~"*e( Tchl v Daraufhin gab der Vizekönig der Provinz sofort ar Atl-«K A" Götzenbilder zu verhasten und zu bestrafen. Der ch">»i? itab fich mit dem Befehl des Vizekönigs bewaffnet in e»« Zeile 3imÄ l den'»f kylauZ» eiwilliff, •e@u»L ; sich � wurden iunen die Augen ausgestochen, damit sie te« m nicht erkennen und an ihm später Rache nehmen fit meh gründlicher Untersuchung des Falles wurde ein nenbu» en Vizekönig eingesandt, welcher darauf befahl, d,e ?»tiel 1" köpfen und ste in einen Teich zu werfen. Der 5 StnA• sollte auf ewige Zeiten geschloffen werden, damit ,iU°�in Zukunft Ruhe habe., i>Ui,g ��n�« einfachen Nersuch, welcher die��,»en- ,Der zoch l> »'«rn»rnfaqen zier, na,, wr,a,rr»,»»»»»- "l". der Erde beweist, berichtet die„Naluno. Wochen« [ittS5e s°lgt: Die Umdrehung der Erde um ihre Axe wrrd .mch experimentell hauptsächlich durch Benzenberg's Fall- >»ten m.die nach dem französischen Physiker Foucault be- sck�Ä'elversuche bewiesen. Was die elfteren betnfft, so _ ndA Newton 1679 die östliche Abweichung der aus be- „iä»!, Tk einfrA m" fallenden Körper vorausgesagt. Einen neuen 1 iuüXi den Boden eines Zimmers im Erdgeschosse, wo lerne Störungen durch Luftbeweguna oder sonstige Er- „(z. zz. draußen vorüderfahrende Wagen u. Vgl.) statt- »auJT'HI nach einiger Zeit das Wasser in der Schale scheinbar ein. i�Hig, so pudere man mittelst eines dünnen Läpp- Ikrz.dunne Schicht Bärlappsamen auf die Oderfläche des vorsichtig stin�muß""m" das° Waffer m l"och links. dnum bewegt, wie der Zeiger einer liegenden und zwar stets nach derselben werde bis zum Ende im Rothen Meere die Interessen ver« theidigen, die sie unter ihren Schuy genommen habe und von denen ste glaube, daß ste die Interessen der Gerechtigkeit, des guten Rechtes und der Zivilisation seien. Afrika. Ein„Reuter'sches Telegramm" aus Pietermaritzburg meldet: Boten aus Czabush berichten, daß die Usutus zu ihren Kraals zurückkehren und fich den Behörden unter« werfen. Die Stimmung im Lande ist eine viel ruhigere ge« worden. Dinizulu und Undaduko sollen fich im Swaziland be- finden._ Soziales und Arbeiterbewegung. Aufruf a« die Zackirer Kerlius»ud Umgegend. Werthe Kollegen! Mit innerster Ueberzeugung und unser Ziel im Auge treten wir nochmals an Euch heran. Denkt zurück, als unser Verein zur Wahrung unserer Interessen vor zwei Jahren ins Leben gerufen wurde, wie groß war da die Opfer- wrlligkeit, wie entbrannte der Muth unter den Kollegen, als die Parole gegeben war, daß wir uns solidarisch verbinden und ge- meinsam unser Gewcrk zu Heden suchen wollten. Nun, wie sieht es jetzt aus? Kein Streben, vorwärts zu schreiten, scheint mehr unter den Kollegen vorhanden zu sein. Damm, Kollegen» rufen wir Euch nochmals zu: Tretet dem Fachverein bei, um endlich zu beweisen, daß auch die Lackirer Berlins den anderen Gewerken nicht nachstehen wollen an Muth und Ueberzeugungs- treue für die allgemeine Arbeitersache! Die Ziele des Fach- Vereins find bekannt. Wir wollen die herrschenden Mißstände in unserem Gewerk beseitigen, wir wollen ferner durch wissen- schaftliche Vorträge und sachliche Diskussion die Bildung der Mitglieder heben und wirkliche Kollegialität großziehen. Kollegen, laßt nicht die Einzelnen im Kampfe unter« liegen, die es fich zur Pflicht gemacht haben, für das Wohl der gesammtcn Kollegenschaft einzutreten. Durch die Gründung des Vereins haben wir uns eine Waffe geschaffen, die uns ermöglicht, mit vereinten Kräften allen ungerechten An- feindungen der Arbeitgeber energisch entgegenzutreten. Es wird so oft von Kollegen geäußert, es wäre noch nichts geschehen zur Verbesserung ihrer Lage, aber diesen Ausspruch mögen die Kollegen sich recht zu Herzen nehmen und ihn prüfen und sich fragen: Hast Du denn schon Deine Pflicht gethan; gehörst Du schon dem Verein der Lackirer an; hast Du schon die anderen Kollegen aufmerksam auf die gute Sache gemacht, die wir an- streben? Diese Frage müssen die meisten Kollegen verneinen; hier trifft ste die Schuld selbst, wenn noch nichts geschehen ist. Darum frisch auf mit erneuter Kraft! Es wird und muß uns gelingen, alle Lackirer mit dem Bande der Liebe und Eintracht >u umschlingen. Das soll unsere Aufgabe sein! H. Jungcrmann, Vorfitzender, Landsberger Platz 2. Kommunales. Der Weit erbau der pfrrbeeifeubah« nach Reinicken« dorf vom Gesundbrunnen ad scheint wegen der deträchtlichm Mittel, die die Bewohner von Reinickendorf aufzubringen haben, nicht zu Stande zu kommen. Dieselben haben fich nunmehr an den hiesigen Magistrat mit dem Ersuchen gerichtet, an dem Unternehmen fich mit einem reichen Betrage zu betheiligen, indem sie darauf hinwiesen, daß die Stadtgemeinde Berlin wegen des an der Strecke belegenen städtischen Grundbesitzes an der Ausführung derselben ein hohes Interesse habe. Der Magistrat war indessen anderer Meinung, indem er nicht aner- kennen konnte, daß der dezeichnete Grundbesitz, welcher nur in dem Sckäfersee besteht, der nur eine unerhebliche Summe aus der Pacht für Fischerei und der Eisnuyung bringt, Veran- lassung geben könnte, fich mit dem gewünschten Beitrag zu be« thciligen, und er beschloß daher, das Gesuch einfach abzulehnen. Ute Zahl der der städtischen Maife»ver«»alt«NlZ anvertraut geevesenen Waisenkinder betrug am 1. April 1888 zusammen 5090, d. h. 131 weniger als am I.April 1887. Dieselben find in vier Kategorien eingethetlt: 1. Waisenkinder im engeren Sinne, d- h. eitern« oder doch vater- od« mutier- lose Kind«, 2. sogenannte Zwangserziehungskinder, welche gesetz- Iii) zur Zwangserziehung überwiesen waren, 3. andere verwahr- loste Kind« und 4. erw«bsunfäbige ehemalige Waisenkind«. Das Verwaltungsjahr 1. April 1887—88 tritt hier unt« ganz besonderen M«kmalen hervor, so daß dasselbe in der städtischen Waisenv«waltung als Unikum verzeichnet ist. Während näm- lich in den Vorjahren der Zugang d« Waisenkinder im eng«en Sinne mit rund 125—200 zu verzeichnen war, ist im V«- waltungsjahr 1887—88 der auffällige Umstand eingetreten, daß am 1. April 1887 der Abgang den Zugang um die«heb- liche Zahl von 164 Kindern üdertroffen hat, wie üb«kaupt zum angegebenen Zeitpunkt gegenüber dem Vorjahre die Zahl sämmt- licher Waisenkind« um 131 zurückgegangen ist. Die Diff«enzen zwischen dem Bestände am 1. April 1387 und dem am 1. April 1888 berechnen fich wie folgt. Es betrugen: 1. bei den Waisenkindem der Zugang 1635 Kind«, der Abgang 1799 Richtung, welche der Drehung der Erde entgegengesetzt ist. Je näh« an dem Pole, um so rascher findet die Umdrehung statt. Wie alles, was mit der Erde in Verbindung steht, fich mit der« selben Herumdreht, so thut es auch das Glasgefäß. Das in der Schale ruhende Wasser jedoch bleibt infolge seines Beharmngs- Vermögens ruhend in sein« Stelle und dreht fich nicht h«um — daher die oben geschilderte Erscheinung, welche wiederum nur durch die Axendrchung d« Erde fich erklären läßt."— Füllt man ein größeres rundes Gefäß etwa halb mit Wass«, legt einen leichten Körper(eine F�derpose od« d«gl.) darauf und setzt nach eingetretener Ruhe das Gefäß in rotirende Bewegung, so bemerkt man bekanntlich, daß der schwimmende Körp« bei gleichmäßiger Drehung ziemlich lange seine Richtung unverändert beibehält. Aus diesem einfachen Versuche ergiebt sich gleichfalls, daß das Wass« seine Lage nicht änd«t und fich nicht in rotirend« Bewegung befindet. Wenn Quecksilber anstatt Wass« bei dem in der obigen Mittheilung beschriebenen Versuche ver- wendet wird, so muß d«selbe unseres Erachtens dedeutend leichter �el�febensgefährlicke Kunststücke. London. 18. August. D« amerikanische Taucher Lany Donovan, welcher vor einigen Monaten in England«schien, um das Publikum von sein« Kunst zu überzeugen und welch« auch mehrere Male von West- minst« Bridge in die Themse sprang, fand am Dienstag bei einem Sprung von Charing Cross Bridge seinen Tod. In England hatten seine Produktionen keinen Anklang gefunden und er war dadurch in dedrängte V«hältniffe gerathen und hatte fich schließlich dem Trünke«geben. Um eine Wette von 2 Pfd. St. zu gewinnen, hatte« den Sprung von genannt« Brücke gewagt.— Ein gleich gefährliches Experiment wird, wie bereits gemelvet, allwöchentlich von einem„Professor" Baldwin gemacht, welcher sich von einem im Alexandra Palace aufsteigen« den Ballon, nachdem d«selbe die Höhe von 1500 Met« erreicht, an einem Fallschirm hängend, fallen läßt und bis jetzt noch jedesmal die Erde unversehrt«reicht hat. Ci» Frrundschufta-Gpfrr seltener Art wird aus New Nork verichtet: Ein Mann namens Mac Carthy ist soeben in Freiheit gesetzt worden, der drei Jahre im Zuchthause zuge- bracht, obgleich« jeden Augenblick im Stande gewesen, dm Schuldigen zu nennen. Dieser, namens Luby, hat auf dem Sterbebette alles eingestanden. Es war um Weihnachten 1881, als Mac Carthy stark b«auscht in einer New- Nork« Taverne mit drei Italienern in wilden Streit gerieth, d« fich auch auf der Straße fortsetzte. Mac Carthy stahl rasch ein Messer aus einem Laden und stürzte auf die Angreif« los, unterlag jedoch, (Abgang mehr 164 Kind«), 2. bei den Zwangserziehungskindern d« Zugang 71, der Abgang 33(Zugang mehr 38), 3. bei den verwahrlosten Kind«n d« Zugang 18, der Abgang 22(Abgang mehr 4), 4. bei den erwerbsunfähigen ehemaligen Waisenkindem d« Zugang 14 Kinder, der Abgang 15(Abgang mehr 1 Kind). Es waren einschließlich der Zwangserziehungskinder, wie oben angegeben, vorhanden 1. April 1388 zusammen 5090 Waisenkinder. Davon defanden fich im Depot 79, in hiefig« Kost- pflege bei Privaten 1777, in auswärtiger Kostpflege bei Privaten 2369, in der städtischen Waisen«ziehungsanstalt zu Rummels- bürg 424, in der städtischen Erziehungsanstalt für verwahrloste Knaben in Rummelsburg 115, in sonstigen geschlossenen An- stalten 132, im Unrersuchungsgefängniß 6(5 Knaben, 1 Mädchen), jc. Von den Zwangserziehungskindern waren während des B«ichtsjahres 21 entlaufene(17 Knaben, 4 Mädchen). Die Pflegestellen für die außerhalb Berlins untergebrachten Waisenkinder vertheilten fich auf 506 Ortschaften, 150 Städte, 356 Dörfer, die Zahl ihrer Waisenväter bestand am 1. April 1888 aus 321 Geistlichen, 43 Lehrern, 16 Bürgermeistern und sonstigen Kommunalbeamten, 4 Gutsbefitz«n, Rentiers ze. Als solche strafbare Handlungen, welche die ge- richtliche Ueb«weisung zur Zwangserziehung auf Grund des Gesetzes vom 13. Mär, 1878 zur Folge gehabt hatten, lagen vor: Diebstahl bei 61 Kindern(52 Knaben, 9 Mädchen), Unterschlagung bei 5 Knaben, Betteln bei 2 Knaben, Betrug bei 1 Mädchen. Brandstiftung bei 1 Knaben, Unzucht bei 1 Knaben. Die Ueuregulirung des Kundefangr» i» KerU« soll bekanntlich aus der Verwaltung der Abdeckerei auf den Thier- schuyverein übertragen werden. Ein diesbezüglicher Entwurf eines Vertrages zwischen dem Polizeipräsidium und dem ge- nannten V«ein ist dem Magistrat zur Zustimmung unterbreitet worden. Letzterer bat nun zu diesem Entwurf einige ergänzende Bestimmungen in Betreff d« dem V«ein aufzuerlegenden V«- pflichtungen gestellt, welche vom Polizeipräsidium anerkannt wurden. Die hauptsächlichsten Bestimmungen des Vertrages, welcher am Freitag dem Magistrats� Kollegium zur Berathung vorlag, sind folgende: Der Verein vnpflichtet fich 1. von jedem ohne oder mit ungiltiger Steuermarke aufgegriffenen Hunde, dessen Eigenthüm« ermittelt wird, der Steuerbehörde Anzeige zu machen und den Hund nur nach Maßgabe d« Bestimmungen des Hundesteucr-Regulativs wieder heraus- zugeben; 2. auf Ersuchen der Steuerbehörde Hunde, für welche die Steuer nicht hat beigetrieben werden können, abzuholen; 3. seinen Angestellten den Handel mit Hunden od« Verkauf von den in ihren Besty gelangten, getödteten Hunden abge. nommenen Steuermarken zu untersagen und sie anzuweisen, die aufgegriffenen Hunde nur an die Berechtigten herauszuaeben, oder zu tödten, die Steuermarke ab« entweder an den Eigen- thümer des getödteten Hundes, oder, wenn dieser dieselbe nicht verlangt, an die Steu«behöive abzuliefern; 4. ein V«- zeichniß zu führen, in welches alle aufgegriffenen Hunde nach Raffe und Abzeichen möglichst genau dezeichnet eingetragen werden, auch angegeben wird, wenn sie getödtet, dezw. an wen fie ausgeliefert find, dies Verzeickniß auch auf Verlangen einem Beauftragten der Steuerbehörde jederzeit vorzuzeigen; 5. alle diejenigen Kosten zu tragen, welche seither von der Verwaltung der Abdeckerei getragen sind, bezw. welche durch Einrichtungen entstehen, die im polizeilichen od« Steunintereffe für«forderlich erachtet w«den; 6. mindestens sechs Monate vor etwaig« Auflösung des Vereins oder Rück- mtt von den üb«nommenen Verpflichtungen auch der Steuerbehörde davon Anzeige zu machen. Zur Vorb«athung dieser Bestrmmungen, insbesondere zur Erwägung darüber, ob nicht s" Bezug auf die jetzt giltigen Bestimmungen wegen Todtung v« Hunde, wonach dieselben in kurzer Zeit nach ihrem Einfangen getödtet werden sollen, eine Aenderung stattzufinden bade, insbesondere, wenn es fich um w«thoollere Hunde handeft, hat der Magistrat eine Subkommisfion eingesetzt. Literarisches. _ Di- franzölifch» Revolution. Aus dem Verlage von I. H. W. Deetz in Stuttgart gehen uns soeben das erste und zweite Heft eines größeren Lieferungswerkes zu:„Die fron« zösische Revolution. Volksthümliche Darstellung d« Ereignisse und Zustände in Frankreich von 1789—1804." Von Wilhelm Bios. Mit vielen Porträts und historischen Bil- d«n.(Preis pro Heft 20 Pf.) Soweit eine Beurtheilung des Werkes aus den vorliegenden Heften möglich ist, schließt die Geschichtsauffafiung des Verfassers. der fich hauptsächlich in die ökonomischen Zustände Frankreichs im 18. Jahrhundert vertieft, in ancrkennenswerther Weise die herkömmlichen Gemeinplätze aus, so daß das Buch mit Nutzen gelesen werden dürfte. Die vielen Illustrationen, sowie eine Reihe vorzüglich geschnittener Porträts nach Originalen, die in Deutschland bislang unbekannt waren, gestalten auch nach dieser Seite hin das Werk zu einem interessanten und werthvollen für alle diejenigen, die fich kurz und bündig über jene gewastige Geschichtsepoche unterrichten wollen. und ein« der Italiener zog sein Stllet und war eben im Begriff, dem Niedergeworfenen den Garaus zn machen, als ein Kumpan desselben, ein„Langfinger", dazwischen stürzte, dem Jtalren« dm Dolch entwand und ihm denselben ins Her, stieß. Danach liefen alle davon. Vier Jahre lang forschte die Polizei nach dem Mörder und verhaftete schließlich den Unrechten, Mac Carthy. Er wurde wegen Todtschlags zu Zwölf Jahren Zuchthaus verurtheilt. indem er, um seinen Frmnd zu schützen, falschlrch zugab, die Tbat begangen zu haben. Als Mac Cartby's Kau von dem Eingeständniß des sterbenden Luby vernahm, schrieb fie ihrem Gatten sofort die frohe Bot- schast und erhielt wenige Tage vor seiner Freilassung folgende Zeilen:„Ich wußte, wer den Jtalim« getödtet, seit jener Un- glucksnacht schon, aber meine Lippen waren verfieaelt, well«ja meinetwegen und um mich zu retten in das Raufen gerieth. Ich bin sehr froh, daß die Wahrheit ans Licht gekommen, um Deinethalben und um meines Kindes willen." N-n der Gntstehnng de» Ueitvtanzes dnrck Nack- ÄÄÄf t» Ä£ &%%%= untersagt, diese Stube zu betreten. Diese Anordnung wurde & aA ÄEÄÄÄÄ U T ä Stunden entwickel e fich nun das Bild eines hochgradigen Veits. tanzes. Unter entsprechender Behandlung besserten sich die Er- scheinungen, so daß Geheimrath Mösl« fie nach einigen Tagen seinem studentischen Auditorium vorführte; als sich das Bläschen ab« von em« großen Anzahl von Zuhörern beobachtet entfernt»«den mußte. Durch die Behandlung mit Cbloral- MWKHZsM schulerinnen verkehren, beobachtet. So ist es unlängst in Frank. einzigen angesteckt worden war. Theater. Dienstag, den 21. August. «pernhaa«: Carmen. x Kchauspielha««(im Mallner- Theater): 1.?!m Reiche der Mütter. 2. Die Prüfung. 3. Castor und Pollux 4. Eine alte Schachtel. Z5t»-"ich- Wilhelmstädtische« Theater: Gasparone. Krall'» Theater: Don Juan. «eatral-Theater: Die Schmetterlinge. Gvead-TH-ater: Prcciosa. Settealliaace- Theater: Das elfte Gebot. Othello's Erfolg. Viktoria-Theater: Die Kinder des Kapitan Grant. � »önigkadtischrv Theater. Die Waise von Lowood._ Taafman»'« Karittt: Spezialitäten-Vorstellung. � Koacordia- Theater: Spezialitäten« Vorstellung. T odes- Anzeige. Am 18. August starb mein lieber Gatte und Vater, der Steinmetz[381| Hugo Stäche. Die Beerdigung findet beute, Dienstag, den 21. Aug., Nachm. 4 Uhr. vom Trauerhause, Brandenburgstr. 5, aus statt. Die tranernde« Hiuterdliebene«. Preuß Zoose 1. Klasse sowie nicht gezogene Loose 4. Klasse, welche von dem Inhaber nicht weiter gespielt werden, kaufe mit Aufgeld. H. Krüger, Lotterie- Geschäft, Dresdener ftr. 88 88.[358 g M.- 10 A. Dritte Reise durch die malerische Schweiz. Fahrt mit der M a t th ard da h n. Der ganze Trauerzug und Aufaahrung Kaiser Wilhelms im Dom. Entree& Cycl. 20#., Kind nur 10 Pf. Abonn. für Vereine, Festtichketten:c.:c. I Gratwreil'sche Bierhallen,» Kommandantcnstraße 78—79.[348 Billige Rester zu Knabenhosen, große Hosen, Jaquets, für Damen Regenmäntel, Jaquets, Trikots» Morgenkleider, Sammet, Atlas, Spitzen u. s. w. Karle, Laufiyerpl. 1, auch Dres» denersttaße 23, an der Martthalle. Nur bis Mittag. »cliwelaEei*-t*arten. Am Königsthor.— Haltestelle der Ringbahn.— Am Friedrichshain. Theater, Concert n. Kall, Auftreten sammtlicher� Speeialitaten. -S' Massow, Hornig u. Bonander. Zum Schluß: Die Erstürmung der Düppeler Schanzen. Schlachtenpanorama, unter Mitwirkung von 160 Personen. 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Juli 1887; Die hauptsächlich Ken Krkiimmungen an» sämmtlichen in Deutschland geltenden N»vri»va»s»tzen; Einnahme- und Ausgabetabcllen für die Haushaltung; Schreidpapier mit Datum für Tagesnotizen; Leeres Schreibpapier in verstärkter Bogenzahl: Briestäschchen. Wir haben, wie seit vier Jahren, den Kalender wieder in zwei Qualitäten an- fertigen lassen, 1. Qualität drieftaschenartig, sehr gut gebunden, mit Gummiband und mehr Schreibpapier wie Sorte 2; Preis 75 Pfg. 2. Qualität, einfache Ausgabe, solid ausgestattet, mit weichem Einband, etwas weniger Schreidpapier wie Sorte 1; Preis 50 Pfg. Wied-rverkäufer erhalten lohnenden Rabatt. Kiv der Wächter s-dliegt:[355 werden von heute ab an Meister, Gesellen, Burschen die verfallenen Hosen, etwas getragen. für 3—5 Mark, Jaquetts für 4—7 Mark, auch gute Anzüge für 11— 19 Mark, Sommer-Palctols kür 7— 16 M Linienatr. 88. varterre, verkauf:. für den 6. Berliner Reichstagstvahlkreis am Dienstag, den 21. 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Ref.: Herr Redakteur Max Schippe#. 2. Diskusston. Zu zahlreichem Besuch ladet ein 387 Das Komitee. Verband deutscher Mechaniker n.»erw. Sernfsgen.(Zahlllelle Kerlin.) Versammlung am Mittwoch den 22. August, Abends 8& Uhr bei Lämmern, Kommandantensttaße 71—72. Tagesordnung: 1. Bericht der Delegirten vom 2. Verbands- tage. 2. Diskusston. 3. Wahl des Ausschuffes. 4. Wahl eines Beifitzers. 5. Verschiedenes. 6. Feagckasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste find will- kommen. Um recht zahlreichen Besuch bittet 384] Der Vorstand. Uersammlitttg des Reise- Unterstützungs-Verbands der Schneider u 8e ufsgen. am Dienstag den 21. d. M., Abends 8 Uhr, Kommandantenstr. 20. Tages-Ordnung: Berichterstattung des D-legiiten von der General- Versammlung. Alle Schneider, Kürschner und Posamentiere find eingeladen.(385 Ein Tischler, der ein kleines Vermögen hat, kann in eine Tischlerei auf gute Möbel mit guter Kundschaft eintreten. Gest. Adr. unter Chiffre A, T. 100 an die Expedition d. 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August, seinen Anfang nehmen. C;f4cirt unbistrisch und dennoch hat eine solche besondere Bercchtigmg, da das Dorf Stialau in diesem Jahre .•■'Mi seines sechstrnderljährigen Bestehens oder vielmehr der trufß''.!' Lct 600 Jabrcr erfolgten Erwähnung begehen kann. In Grenzberichtiguigs- Urkunde des Dorfes Rosenfelde wuchsfelde) von 288 wird nämlich zum ersten Male das Stralow genamt. Zweifellos hat dasselbe schon vorher 4en. da uns aer hierüber nichts Sicheres überlieftit ist, "wge immerhin>as vergnügungslustige Berlin aus dieser urkundlichen Ewäbnung den Anlaß zur doppelt stöh- ''Betheiligung an Fischzuge schöpfen. Früher hat man Ursprung des Boksfestes auf die wendische, heidnische Zeit �»gttührt, wählen« die neuere Forschung darin einen Nach» l®5 des katholische. Bartholomäusfestes erblickt. Nach der ?�ination wollten die Berliner wohl nicht mehr die katholi c? Feiertage halten, aber doch auf ihre altgewohnten Lustbar C nicht verzichten, und so gestaltete stch der Fischzug zr T" rein profanen Volksfeste. Die über den Verlauf des vorliegenden B richte aus alter Zeit find gar dürftig. In erliner Blättern zu Ende des vorigen Jahrhunderts finden nur die polizmchen Bekanntmachungen, welche das >en und sonstiges ungebührliches Verhalten zu Wasser und tde bei harter Srafe verbieten, indessen erfahren wir doch •', daß, wie die.V. Z." erzählt, 1780 Prinz Ferdinand mner Gemahlin rnd zahlreichem Gefolge dem Fischzuge >te, ein Ereigniß, zu dem die Stralauer stch durch be« Reinigung der Lorfstrahe vorbereiteten. Sogar auf die K Bühne vurib der Fischzug stch wagen. Am Sonn- > 25. August 1822, wurde im Opernhause— das Schau- 4 befand steh in Umbau— zum ersten Male gegeben: .-lralowcr Fischzig" von Julius von Voß, dem reich baten aber später nicht ohne eigene Schuld im Elend ver» fcjen Dichter. Es war die erste Berliner Posse. Ziehen «nzahl von Vollsypen und Kopien wohlbekannter Ori- führte Voh ein» Fremden vor und einen gebildeten er, welcher ersterm die Eigenthümlichkeiten des Volks- an der Spree zu erklären hatte. Der erste Aufzug des :lgen Stückes zeige ein naturwahr arrangirtes Bild der -"ese, im Mittelpunt desselben den Sattler Jucht, trefflich leslellt vom alten Wuer, der einst selbst das Sattlergewcrde 'den hatte. Der„>mge" Gern gab den„Onkel aus der lendude" in aller smer philiströsen Weißdierglolie. und sein winder komi'ches siegenstück hatte er rn der„Tante aus Aeischscharrn", in»elche Madame Esperstedt eine ergöy» der allgemeii! dekannten, Wurst verkaufenden Mutter ey'Magm lieferte. Zos Stück erlebte im ersten Vierteljahre vUuhrungen, eine pr jene Zeit sehr ansehnliche Zahl und thrq«M Beweis, wie sehr den Berlinern die Aufführung 'er gefallen hatte. Freilich fällt Heinrich Stieglitz, ine«'««hre darauf in Berlin swdirte, in einem Briefe an >elbs�� Charlotte Wllhött, die später so tragisch durch r M endete, über las Stück ein sehr ungünstiges Urtheil, . auch er gestdt ein:„Ich habe mitgelacht und Solch' schlechte Dinger find oft vieles ......_ euch hiervon manches eigenthümlich Das Treidn auf dem Festplatze selbst aber Stieglitz so«ziehend, daß ein Theil seiner i von 1827)tct folgen möge:„Du kennst die an der Spree, vo zu beiden Testen Stralau und .......~..... Hierhin Gegend. 180-6 b. AX> Pf- i[ 90# rmeti' 'mahl. reise. rauvf r 15�, Th-r. � W»' länvig« 51- Ii» jj" diesem Tage illeS Bewegliche aus oer rsegeno. iß.,? wst ganz leer, Vinn mst dem ganzen Haushalt schlägt �», wer seine Währungen auf, zu essen, zu trinken, zu w.-— vcm hier so eirladenden Spreethal liegen an diesem Tage illes Bewegliche aus der M*"' O—,........ „.... Da wogt nun erne hüben und drüben, auf der Fluß ist mit ein immer« hinüber. Und kch hpntT"cn T»"~f------ MSRMI leputzlnr Schiffern überraschend nett. Die ganze gleich einem Bienenschwarm/' In ähnlicher TZ IKjWe gleich einem Bienenschwarm." In ähnlicher »rillen ÜÜ» Berkaufsbuden aller Art, die grotesken Orden, 'SslänhiÄ? Pappnasm, nur die Maulkörbe, welche 1849 in r auffm. ju Bnspieling aufkamen und in der Konfl.ktszctt »*.??Wten. verschwanden bald wieder. Die Jahre 1864, srer t Gest- Bb ob«s H��eu-71 aber, welche der Stadt Berlin eine ganz «70 aang�ln?aben, bereiteten dem Straläuer Fischzug"den 4e ni, v. eae und mehr stechte er dahin— es schien, als ,*»ib.q werdende Wellstadt des kindlichm Vergnügens Äüb????�st�lich die traurige Zeit, da niemand es mehr hielt, am 24. August hinaus zu pilgern. metfit-jy it�bet t, ,m industrielle Betriebsamkeit das alte Volks« ß?fOna6p»", Aen versucht, und das Unternehmen scheint ja j)N h l Seg'uckt zu sein. Daß es auf die Dauer Bestand ■VIL-..i l». no' glauben wir freilich nickt. cirW astgeld o- IVM».. �°uben wir frestich nickt. �uri��liger Zwiespalt im Schooße unserer Stadt> Asiens nJc gegenwärtig von den Bewohnern des äußersten i�.gina% Stadt lebhaft hesprochen. Vor etwa einem it�itweilin Gerücht, die Anilinfadrik am Lohmühlenwege, oeri"o..upb namentlich im Sommer einen erstickenden %(n solle von dort verlegt werden. Alle Bewohner -' �»o—----->.-»£ m„r On. ter°Urch»/Mer Stadtverwaltung die Entwässerung ver Fa� Säväj a den Oinirfrhoden wurde. Die gestrige Beweisauf- nähme er gab, darr Rechte ar wait Fröhlich durchaus korr ett ge> hanvelt hatte. Der Gerichtshof veruttheilte L.hmairn zu einer G fängnißlirafe von einem Monate, die durch die erlittene linterstchungshaft für verbüßt erachtet wurde; der Angeklagte Glüse wurde freigesprochen. 111(141 hrikle Sache r» ist, als Fri> denestifter zwischen streu, nee Eheleute zu treten, das haben der Portier R. und der Schuhmacher B. erfak-en müss.n, die gestern als Zeugen gegen die En,!rau Emilie Slarcke vor der ersten Ferienstrafkammer des Lanbperichts zu erscheinen hatten. Tie Genannten hörten eines Tag,s markdurchdringende tzüferufe, welche aus der Woh- nung e>n.s Hausgenossen, des Zdchneis Starcke, kamen. Sie hie ten es für ihre Pflicht. den Rufen zu folgen, und sahen beim Betreien der Siarckc'schiN Wohnung, daß der Inhaber seine Eherrau bei den Haaren auf dem Fußboden hm und her schleifte. Als der Wüthende der b.-iden Emdri glinge anfichtig wurde, ließ er sofort von seinem Opfer ad und stürzte fich auf di. selben. Es.ntspann fich ein heftiger Kampf, rn welchem Starcke wahrfch>inlich unterlegen wäre, wenn nicht plötzlich ferne Egefrau auf feine Seile getreten wäre. In ihr gewann vre Lüde zum Ehemanne wieder die Oberhand, ste ergnff einen Besenstiel und füh.te damit wuchtige Schlage gegen die Schädel ihrer eigen- n Histsrruppen. Da derEhemann Starke auch irgend ern gefährliches Weikzeug als Waffe de- r uv e, so mußun die beiden Zeugen uvel zugerichtet das Feld räumen. Starke erstattete gegen drefelden noch eine Anzeige, die fich als eine wiffentlich falsche erwies und dieserhalb, sowie wegen schwerer Körperverletzung erhiett er seinerzeit eine sechs monatiae Gefängnißstrafe. Bei der Verhandlung kam auch die Thätigkeit seiner Ehefrau bei dem Streite zur Sprache, und es wurde nachträglich das Verfahren gegen stc eingeleitet. Der Staatsanwalt beantragte gegen ste wegen gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung eine Gefängnißstrafe von 2 Monaten, der Gerichtshof berücksichtigte aber Milderungsgründe und er« kannte nur auf eine Geldstrafe von 50 Mark. Gin unglücklicher Ritt auf dem Dreirad brachte den Komtoristen Zichaler auf vre Anllagebank vor der 97. Abtheilung des Schöffengerichts. Der Genannte fuhr auf dem modernen Gefährt die Aeandersiraße entlang, hatte aber das Malheur, in das Rad einer Droschke zu gerathen, welche soeben durch den Kutscher umgewendet wurde. Der Reiter kam mit dem Schrecken davon, während sein Stahlroß wie eine Stricknadel zusammen knickte. Wer den Schaden hat, braucht für Svott nicht zu sorgen, sagt ein altes Sprüchwort, und die liebe Straßenjugend tdat ihr Bestes, den Verunglückten die Wahrheit dieser Worte fühlen zu lassen. Schließlich kam ein Schutzmann, um fich den Vorfall zu notircn, und so gelangte die Angelegenheit vor das Gericht. Der als Zeuge geladene Kutscher behauptet, daS Drei rad sei ganz schnell herangcsaust und habe sich auch nicht durch Läuten angemeldet. Der Angeklagte erwidert hierauf, daß er schon aus dem Grunde nicht habe schnell fahren können, well das Pflaster jener Straße sehr schlecht sei und ein schnelles Fahren unmöglich mache. Der Zeuge muß dieses zugeben, glaubt aber trotzdem seine Bekundung aufrecht erhalten zu müssen. Vorfitzender: Können Sie dort schnell fahren? Zeuge: Nein, das kann ich auch nickt! Vorfitzender: Nun, wenn Sie das nicht können, wird es der Angeklagte auch nicht fertig bringen! Der Amtsanwalt beantragte hierauf Freisprechung und der Gerichts! Hof erkannte nach diesem Antrage. Wilddiebe in der Inn�fernhaid» find in letzter Zeit wiederholt von Forst. Auffichls Beamten getroffen und verbaftet worden. Zwei derselben, die Brüder August und Robert Acker- mann, standen gestern vor der Ferienstrafkammer des Landge- richts Ii. Im Januar d. I. fand der Förster Franke auf seinem Patrouillen- Gange in der Nähe von Tegel im Schnee auffällige Spuren, daß irgend wo in der Nähe Wilddiebe getrieben. In der That begegnete der Beamte baid darauf unweit des Wasserlcitungs Dammes, der von dem Tegeler See nach dm Chailoitenburger Wasserwerken führt, zwei Männern, deren einer eine kurze Sturtz- Flinte über die Schulter geworfen bei fich trug. Tie Vermuthung, daß diese beiden jene Wilddiebe seien, welche kurz vorher an jener Stelle Rehdöcke aufgebrochen, lag nahe. Der Förster sprang aus seinem Versteck heraus, kaum aber waren die beiden seiner anfichtig geworden, so wandten fie fich zur Flucht; die mit einer scharfen Äehpatrone ige- tadene Buchse, welche der Förster in Beschlag nahm, hatte einer der Flüchtigen, als er den Förster bemertte, fortgeworfen. Trotzdem nabm das Schöffengericht II Berlin Wilddieberei nicht für erwiesen an und sprach beide Angeklagten frei. Der Angeklagte Robert Ackermann hatte eingewendet, daß er die Flinte. welche er nur geliehen, dem in Spandau wohnhaften Eigentümer habe zurückbringen wollen. Der Staatsanwalt legte gegen dies Unheil Berufung ein und infolge deffen de- schäitigtc die Sache am Freitag wiederum die Strafkammer des Landgerichts 1.— Auf Grund der Aussage des Försters er- achtete der Gerichtshof die Angeklagten der W-lddüberei vollständig überführt; der Einwand des Angeklagten Ackermann, daß er die dcschlagnal'mte Flinte nicht um zu jagen mitgefühlt, wurde settcns der Strafkammer deshalb für widerlegt erachtet, weil, wenn dies wirklich der Fall.gcwesen wäre, die Angeklagten fich einer unvermulheien Begegnung mir dem Förster nicht zu ent- ziehen brauchten. Der letztere dagegen hatte bestimmt bekundet, daß die Angeklagten„getrieben" und somit die Jagd ausgeübt. — Der Staalsariwalt beantragte 3 und dezw. 2 Monate Ge> fängnih; das Urtheil der Ferienstrafkammer unter Aushebung des ersten freisprechenden Urlheils lautete gegen Robert Acker- mann auf 30 Mark, gegen August Ackermann auf 50 Mark Geldbuße. * Daß die Dummen«icht all» werden, bewies eine Verbanvlung, welche gestern vor der 92. Abtheilung des Schöffengerichts geführt wurde. Bei dem Arbeiter Niemfckeck erschien eines Tages die Frau des Schneidermeisters Schwarz und bat ihn, er möge ihrem Manne doch 150 M. leihen, die derselbe notwendig gebrauche. Ihr Mann sei nämlich vor 7 Jahren in Holland gewesen, wo er mit einem Mädchen ein Verbältniß einging, das nicht ohne Folgen blieb. Nun habe er plötzlich eine Anklage erhalten, nach welcher er für 7 Jahre Alt- mente zahlen müsse, widrigenfalls Zwangsvollstreckung erfolge. Niemfchcck ließ fich erweichen und gab der Frau, die er sehr gut kannte, das verlangte Geld, obgleich dieses nicht einmal sein Eigenthum war, denn er hatte es von einem Freund in Verwah- rung genommen. Nach einigen Tagen erschien Fr. Schwarz wieder und bat aufs Neue um Geld. Die Alimente— so erzählte fie weinend— hätten fie bezahlt, aber nun müßten auch noch die Gericktskosten ausgeglichen werden. Freund Niemjcheck fand fich zum zweiten Mal bereit, 150 M. zu leihen, und als Frau Schwarz kurze Zeit darauf erklärte, daß noch 20 M. an der Summe fehlten, trug er kein Bedenken, auch noch diese Summe hinzugeben. Nun kam aber das dicke Ende nach; sein Freund verlangte von ihm das Geld zurück und als er fich deshat an die Frau Sckwarz wandte, um von dieser die gepumpten Summen zurückzufordern, erklärte ihm diese rund heraus, daß fie kein Geld habe, und ihr Ehemann wollte von der ganzen Geschichte nichts wissen. Vor dem Schöffengericht mußte die Frau Schwarz zugeben, daß die ganze holländische Erzählung auf Sct-windel beruhe und Gerichtshof verurteilte fie des verübten Betruges wegen zu 1 Monat Gefängniß. * Gi« umfangreicher Prozeß»egen Körperverletzung defchästigte geüern die 1. Ferienstrafkammer des Landgerichts I. Auf der Anllagebank nehmen der Ardeiter Karl Vogt, drffen Ehefrau und der Kutscher Edmund Suchten Platz. Diestlben sollen gemeinschaftlich den Pottier Ramö, welcher auf dem Güterbahnhof der Schlestjchen Elsenbahn in der Mühlen- straße angestellt ist, gemißhandelt haben. Als Belastungszeugen waren von der ivtaatsanwaltschaft außer dem Ramö noch drei seiner Kollegen, Vorarbeiter der genannten Bahn, und zwei Schutzleute geladen. Der Vorfall wirv von der Frau Vogt wie folgt geschildert: Ich begab mich am 21. Mai v. I. nack dem Güler« babnhos um mir bei dem Kohlenhändler Herrmann Preßkohlen zu bestellen. Der Portier, welcher mich ganz genau kennt, verlangte von mir eine L pitrmclion, und als ick bierüber mit ihm in Wortnechsel aerieth, stieß er mich vor die Brust, daß mein Kind meinen Armen entfiel. Diese Rohhett regte mich auf, und ich ergriff einen Kord, in dem fich vas Mittage essen für meinen Mann befunden hatte, um meinen Gegner damit zu schlagen. Das gelang mir aber nickt, denn derselbe schlug mir den Korb aus der Hand, daß Meffer, Gabel und Geschirr zur Erde fielen. Nun holte ild meinen in der'Nähe beschäftigten Mann und der füllte den Ran s zur Rede. Der letztere rief uns aber zu: Wenn Ihr Hunde nicht geht, schlage ich Euch nieder, und im selben Moment schlug er mich mit einem Ochsenziemer auf d-n Kopf, daß ich in Ohnmacht fiel und eine grore klaffende Wunde davontrug, die ich mir verbinden lassen mußte. Diese Behauptungen werten auch von dem Ehemann Vogt auftecht erhalten. Als seine Frau, gegen die der Portier einen beson- deren Haß hatte, niedergeschlagen uno blutenv auf der Erde lag habe er dem Rams erklärlicher Weise kerne Schmeicheleien sagen können; geschlagen habe er aber nicht. Suchten bestreitet ebenfalls. geschlagen zu haben. Er sei mit mehreren MMMW .in In isvetc Forhm Whri; tlhelte der 1 » 3? di «urde.— Zeuge Portier Roms, ein sehr goß er. stark ausseba-. Are i der Mann, deffen Figur den schwächlicher Körver der F 3 Vogt wohl um mehr als die Hälfte überrat, deponirt, d ß« 2 nar von der letzieren mit einem Pantoffel geschlgen worden sei. Ei wlung, habe die Angeklagte, welche mit einer andern Frau im Tdoe-° Yandw weg des Güterbahnhofes stand, aufgefordert den Platz frei P« und t machen, worauf ste ihr mit Schimpfwotten rwrderlen. Als« �«ieinb bei ferner Forderung behairte, legte fie ihr Kind, das fie™ für dem Arm trug, nieder, schlug ihn ins G- ftjt und bewarf w meld mit dem Korb, den fie bei fich fühlte. Dem holte sie tbre»«9 und Mann, und nun schlugen beide, die Frau rit dem Pantoffel, Mg des auf mich los. Darauf holte ich meinen Ochenziemer und httU/feuizu um mich, wobei ich die Frau getroffen haben mag, denn fie b nieder. Nun entstand ern Auflauf, eine Anahl Leute drangl auf mich ein unbjch mußte mich zurückziehen, bis ich von meini Kollegen und dem Ächutzmannsposten Untcrstütrng erhielt. Bei de» Leuten, die auf mich los kamen und tdeiluise aucb schlugt" befand fich auck der Angeklagte Suchten.- Die als Zeug> anwesenden Schutzleute haben die?rau Voat, ohnmächtig und blutend am Boden lag, nch ihrer Wöhr» schaffen helfen. Gesehen haben fie mr, daß diese! den Pantoffel gegen den Roms erhob, ob ie aber damit f �«n. schlagen bat, ist ihnen nicht bekannt. Doggen bemerkten W �jtm, daß Ramö, als mehrere Leute auf ihn lsgingen, mit de« Mm. Ochsenziemer um fich schlug und fich rückwärs nach serner Be«% aufg zu konzentrirte. Die übrigen Zeugen haben au-i, nicht gesche«' � Xomp., daß einer der Angeklagten geschlagen hat; auch der Säsiwt! metifd worte können fie fich nicht mehr erinnern,«gleich solche dam?� 7°� tr gegen den Ramö ausgestoßen wurden. Difer erklärt auf ftf' Safe bezügliche Frage des Vorfivcnden, d.ß er fich � der Titel Lump und Spitzbube, de ibm von � CM da Angeklagten beigelegt worden seien, einnern könne'; Die Angeklagten verwahren fich gegen diese BchamM ptl mit der Bemerkung, daß gerade der Ranö die Schimpft� gebraucht habe; damals hätten fich ihnen ene Menge Peift� weiche über das Treiben des Pottiers nttüstet wareir? Zeugen angeboten.— Der Staatsanwalt h.lt die Anklage?? vollen Umfange nach aufrecht. Der Zeug, Roms habe 4. der Nolhwebr befunden und deshalb nicht awers handeln jjj mithin müsse er gegen Vogt und dessen(hefrau je 2% und 3 Tage, gegen Suchten 2 Monate Gjängniß dem Der Gerichtshof geht noch über vieles Stafmaß bei der Vogt hinaus, indem er diese zu 3 Monatn und 3 Tag« sängniß veru. theilt. Gegen die beiden mderen Ange! lautet vas Urtheil dem Antrage des Suateanwalls g- außerdem wird dem beleidigten Ramö bis Recht zugesm«� den Tenor des Erkenntnisses auf Kosten d.-r Vogt'schen publiziren zu lassen.. ♦ Itw»ine gute Wurst zu begab sich der K'T, Flach mit einem Freunde nach der Atariftalle, wo ste WK stckt nach dieses Bevürfniß am besten beftedigen konnten. ste noch im Genuß der süß duftenden„K.obländer"?»>nlun traten zwei Unbekannte heran, von bener der eine, obne�j��Aifes Wort der Hüilichkeit vorzubringen, den Ronrichtopf annek"�� um denselben für fich in Gebrauch zu lehmen Die Wurstfreunde waren über die Entfernun, ver braunen sehr aufgebracht und gerieten mit den zidringl cden N«® in einen heftigen Wortwechsel, der aber chre Thällichkettei» überoing. A s ste nach dem Imbiß die Zäumlickkeiten v-d-! wollten, trafen fie zufällig wieder mit>en Störenfrieden sammen, von denen ste mit anzüglichen Redensarten belas wurden. Das war dem Fiach zu arg, und er erhob Stock, um dem Kauptkrakehlei einen Hib zu versetzen;» Hast schlug er aber vorbei und traf die Hand der Handel! Anders derartig, daß dieselbe stark ansckvoll und der G-'1 nen große Sebmerzen verursachte. Vor rem LchöffengerieW schuldigt der Angeklagte sein Benehmen oomit, daß er gar' die Absicht hatte, die Frau zu treffen; er habe nur seinen vre in Schutz nehmen wollen. Die als Z ugin vorgeladene der Anders bestätigt diese Bebaupiungen rnd konstatirt, W Vings ein Auflauf, aber nur von gerinzem Umfange, ent>ta> sei. Der Gcrichtshof fand in der Hmdlringswerse des klagten die Krit- rien des groben Unfucs und verurchci.te 5 M. event. 1 Tag Haft Krandenburg a. A., den 17. August. Daß ein anwall gegen seinen eigenen Antrag ruf Freisprechung dck. Auf fiube: den A %fZ Pre etzunx nach «n Ge wenn nie e t Jteif, Jchltmn die Sach geklagten Berufung einlegt, kommt wotl nichr häufig vor.< ist dies jetzt geschehen, wie folgend«! Vorfall beroe#« m Söhne des Vergolders Ferdinand Emrld, welch' letzter«« seit dem Jahre 1878 aus der eoangelfchcn Landeskirche' schieden und deffen Kinder infolgedeff-n den Religronsu»! in der hiefigcn Bürgerschule nicht beuchen, wurden, n« dieselben bei dem jetzt verstorbenen R.llor die Auslriiiser� ihrer Eltern vorgezeigt hatten, vom Religonsuv" dispenstrt. Seitdem jedoch ein neuer Rektor angestellt' verlangte dieser, daß die Söhne Es am Religionsur" theilnehmen sollten, und wurde E aufgefordert, r,> hierzu anzuhalten, was dieser unter den Hinweis auf drw ablehnte. Hierauf erhielt E. vom Herrn Oderbürgeinrerm� Verwarnung mit dem Hinweis, daß er bei feinerem ofü hatten seiner Söhne in Strafe gcncnmen würde. A' ,. dies nichts half, erhielt E. hinter einander secks Stra?®®' in Höhe von 3—6 M., wogeoen er Widerspruch eK® wurde Termin auf den 14. März«mgesetzt. Di, st« u, jedoch vertagt, weil fich das G-r.chr niht im B.stve vek» digen gesetzlichen Bestimmungen befand und das Anerb«- welcher dieselben dem Gerichte zur Verfügung stellte, � Nun fand Termin am 14. April statt und wurde E-- fick auf den Ministerialerla- vom 14. Juni 1877, § 11 Th. 2 Tit. 12 des Allgemeinen Landrechls, ifi. Art. 12, 24 der preußischen L-rfafi rngsurkunv ?»/>„„„,■ lOKn„,.£ L-7- o r?-!, O„henD"', eine M unbj 31. Januar 1850, ferner auf§ 74 Th. 2 Tit. 2 eben ferner�auf§ 78 loc. cit. cfr. Dcclar, vom 21. Novewbt welches Gesetz ebenfalls noch in Kraft ist, berief, frei#!" ohne daß hiergegen von Seiten des Amtsanwalts_ f eingelegt wurde. Nun sollte dock jedrr meinen, dreh legenhert wäre hiermit erledigt. Doch fehlgeschossen! Freisprechung erbiell E. wieder vier Strafmandate hinterher noch zwei im Gesammtbetrag- von 18 M-. E. selbstverständlich Widerspruch erhob. Irr der V't welche am 4 Juli stattfand, berief stch E. auf das urw- 14. April. Der Amtsanwalt, vom Richter befragt, rvaS trage, antwortete:„Ich deantrage die FreifpreS" Angeklagten"— welche auck erfolgte. Hiermit war r» Sache erledigt bis derselbe zu fernem Erftaunen erfudf- des Geschickes Mächten doch kein ewiger Bund zu denn am 15. d. M. erhielt er die gerichtliche Benacvr � daß der Herr Amlsanwalt Zöllner die Berufung habe. Uni n .°uch Im anr *4 Uereine und Ärrlmnmlun Drei große Wählerverfammlungen für z 1 Adeno liner Reichstagswahlkreis finden heute, Dienstag, statt und zwar: 1. im„Kolberger Salon", Köters� (Referent: Stadtverordneter F. Kunert), 2. i®" Meyer(Gesundbrunnen) Wrietzenerstr. 6(Referent.■ und 3. in der Schloßdrauerei von Tessow,• Nr. 162(Referent: Herr Auerbach). Togesorvn � bevorstehende Ersatzwahl im 6. Berliner öffentliche Ardeiterverfa«"«'> Dienstag, Abends 8% Uhr, im Lokale„Kömgsa � straße 40 Tagesordnung: 1. Die Alters und � � sorgung der Arbeiter(Referent: Franz Tutzaucr). 1 dS litlt. Beides ,4 scblu! als Za Voat, Wob' aß diese! ckaussebw Ser gwm?ur Wahrung der Interessen der : der F'2>»'irrarbeit, hielt am 18. August in(Äratmeil's Bier- lirt, d ß» m Kommanntenstraße, eine gut besuchte Mitgliederver- :den sei. 0 ab. err Schmelzpfennig hielt einen Vortrag über i im Tdoi' r vandwerk. r führte etwa folgendes aus: Das Handilatz frei j»» und deffenfortbeslehen sei eine brennende Tagesfrage. en. Als«?KInnbe>rieI werde von dem Großbetrieb unerbittlich, das ste M wll für �cktt zurückgedrängt. Die sogenannte Wettge- bewarf ch»# melde se wenig von der Arbeit, aber sehr viel von lte üe i Kreil% und anden Dingen. Es sei die Geschichte der Ent- a PantoffeiiMli des Sä�blattes oder der ersten Feile interessanter als er und meu-züge zammen. Das Handwerk bade seinen Ursprung Venn fie fiwr* to Indien In Deutschland entstand eine Besserung der ute drangcakmisverhästnii mit Erbauung der Städte. Im 15. und u von mei��uabrbunderttand das Handwerk in hober Blüthe. Durch «HZHrigen sseg wurde es vollständig niedergeworfen: seit- «bclte es h nicht wieder, da der„Todesengel" des.Hand- der Dam. und Fadttkbetrieb, es mehr und mehr ver- '• Was it als Handwerk vorbanden, sei nur Abglanz :tt Zeiten md habe keine Aussicht, wieder empor zu —• da d Grundbedingungen heute ganz andere r damit g'-°lden.— n den Vortrag schloß sich eine lebhafte merkten 1%'jrjjiou, in d namentlich die Herren Sparfeld und Schaar n, mit dfl«®nen. NachSchluß der Debatte wurden 12 neue Mit- ) seiner aufgenomen. Die Zustände in der Fabrik von Wiesener licht gescb�' Grrauerstr. 27, wurden scharf kritisirt und als >er Scbilrr'' iwenschenuvürdig hingestellt. In den Arbeitsnachweis solche Dfln'r% die isscheidenden Herren Scharf und Niendorf die ärt auf f*' Ra'ch un Vogel gewählt. Hen Zubeil wünschte sehn- sich daß die rbeitsuckenden Kollegen doch endlich einsehen a von � daß d Arbeitsnachweis nützlich sei, da fortwährend könne-",.�reffen eiiefen, ober die Kollegen leider, im Verbältniß Behmip� ,l,.'?>°kl Äerilrbeitslosen, immer nur sehr spärlich den Ar- Schimpfo�f �hlveis buchten. Der Bibliothekar macht bekannt, daß ige Peis»�' JrMW icen Montag, Abends von 7—9 Uhr und jeden ilJtt?Q9. Ab»ds von 8—10 Uvr, geöffnet sei; dieselbe de- C,, Narynstr. 78 bei Winzer(Vorstandslokal). Die ,Mder möge die ausstehenden Bücher recht bald abliefern, Strafgillr erhöht worden seien und viele Bücher noch M Monat» April, Mai und Juni ausstehen. Der Vor- theilt rck mit, daß das diesjährige Stiftungsfest am . md, de 15. September, in„Sanssouci", Kottbuser- V stattfidct. Billets sind bei den Herren Nagel, " waren," Anklage�? habe Äfi ndeln K je 2 M iß bcaW bei dcrl 3 Tag/W i Angellv. valis 9% zuges-'°Ä fcftt. 25; sparfeld, Sorauerstr. 27; Lange, Wienerstt. 41, « id.|£®*mQ'ora-' Langesir. 70, zu haben, außerdem bei sämmt- M spU?� Ig. Vorstandmitgliedern und n 'schen ßkn werderersucht, sich zahlreich rm Arbeitsnachweis. Die an der Festlichkett zu be- ick dcr si'�. össetliche KLrschnerversammlung führte am ) ste im ochützenhause, Linienstraße 5, die Berathung konnten. f4®' Vj, ZM. H m wuve der.„ lopf annen� �� Auf dcnHinweis. daß der Tarif„für Gesellen, die in r#. Jkw öi ji�end tm vwUtzenyllllie, tmitnuiuBe o, BR er Handel! v der GUI öffengcricbt aß er gar' üne, otn« � wuve der Gcschäftszertlage wegen für nothrg er- rmrmr;'.....--..... 06 J.............. Ärbeitkubenbcsitzer, daß nur letztere die Preise des ' an" n,:. ,"U, ocnvrnweev. oag oer �arrr„IUI rsieieuen, vie rn Die bei?? �stoben" titig seien, derechnet ist, erklärte einer der an- .raunen Mm Arbeitkubenbesitzer, daß nur letztere die Preise des chen Nald°� oon venGeschäften erhielten und sie dieselben daher ittichkeiten /Gsellen nich zahlen könnten. Es wurde darauf erwidert, keilen n.' Preise«gen der seit Jahren fortwährend beobachteten Atzung deielden gehoben werden sollten. Der Tarif nach Ard.tepreisen ausgearbeitet, die schon heute in M Geschäktn gebräuchlich seien, die aber zurückgehen wür- wenn die Geschäfte, welche weniger für die Arbeiten de- i, nicht rranlaßt würden, die Preise aufzubessern. Es üe der Deister, rcsp. Ardeitsstudeninbadlr, die erforder- Preise jücsich zu erlangen und den Arbeitern zu helfen, glimmen Änkurrenztreiben Einhalt zu gebieten. Bedauert die maoclndc Organisation der Kürschner zur Durch- eise des urther.te W" beauftragt, innerhalb Daß ein ichung usig vor. bewe/t die Lohnkommlssiön HI ix o nie Versammlung einzuberufen, in welcher wWtsin zur Handhabung der Organisation zur Handhabung Werben>ll. Die Aideitsstubenbefitzer beabsichtigen das. n. ne vr........... 1 .Ulart trure. Zum Schluß wurde das Fachorgan der wähst ne von einem ihrer Vertreter in der Vcrsamm- chn°. � Wure. Zum Schluß wurde do beweiss(-zO(' n" Deutsckands als Lektüre empkoblen. ' lctzterss ik Fachvrrin für Schlosser und Bcrufsgenossen hielt KSSitSSiZ»............■' igionsut*1', irden, K islrittserU' igwnsu»' igellellt' %% % jrf) CtBO"-. Dies- «kl 577, so�'» ls. fer�_ TÄ fiovemb" i.,'* ate un» ! w.A . was er erfvbr, jnaöte mg an! un.~wiu,)en 18. August, eine gut besuchte Versammlung qj„°'e des Hrrn H.ydrich, Beuthstr. 20, ab. Herr Thierbach . e Uber da Th ma i„Innungen und Fachvereine". Es falsche Behauptung, daß die Arbeitseinstellung eine i�?lWg dr neutren Zeit sei da bereits im 14. und l»!-!-. dertArbeitseinstellungen stattgefunden haben. Schon i» 6 Waren s die Innungen gewesen, welche den Arbeiter i-�rranlahtn. Im Jabre 1475 stellten sämmtliche Blech- »cgescllen in der Stadt Nürnberg die Arbeit ein, weil in- nner Verheuerung der Lebensmittel die Ardeitgeber die »!,»rr Gullen verringerten. Tie Gesellen protcsttrten eW dagejen, erklärten die Meister in Vermf und zogen Statt. Daher kam es, daß die Blechschmiedcrei rrg vollständig einging. Ein anderer Fall rc sici im Jahre 1495 in Kolmar(Elsaß). -ZSten sämmtliche Bäckergesellen die Arbeit nieder. 1»** n 3c' einem Frohnlcichnamsfeste der ihnen ge- ! nicht angewiesen war. Die Streikenden kehrten üe in i�war den Rücken: die Arbeitseinstellung dauerte ;. ynhe und endete damit, daß die Innung von Seiten . tadtobrigkeit mit 170 fl. bestraft wurde. Im Jahre 1503 � amtliche Schneidergesellen zu Wesel die Arbeit nieder ! w?ren wii der Stadt, cs kam dabei bei der Schneiderzunst ja sogar thällichem Streit. So viel Mühe sich die v®°uch gab, den Streik zu schlichten, so scheiterte Qn der Hartnäckigkeit der Meister. Im Jahre 1505 ■ Welte: sich die Schneidermeister aus 21 Städten am Rhein, � und m Wetterau' anf� Ür»e". Ab-�. ,,- mi un �aeueeuu emem großen Schneidertag in derrn; sie beriethen dort über„das gute Wesen einer '""d was jedweden förderlich sei gegen die Gesellen'. run'sche Wesen derselben und ihre übertriebenen Lohn» "gen, so hieße es, seien nicht mehr zu dulden. Insbesondere ben,.."große Auftreiber" Heinrich Ruffs aus Worms, SswsieHt in den Städten und die Gesellen aufrührt, .11 unschädlich gemacht werden. Aebnliche Beschlüsse wur- X iJU von den Meistern anderer Zünfte gefaßt. Nachdem i großen Maßstabe immer mehr Arbeitseinstellungen statt- .�n!: f°h sich im Jahre 1548 die Reichsodrigkeit veranlaßt, U Erlaß herauszugeben:„Wir wollen, daß die Hand« Nten und Gesellen denen ihren Meistern nicht ein- rMm Was und wie viel fie ihnen jederzeit zu essen und zu geben, doch daß die Meister ihre Gesellen dermaßen 'sM sie zu klagen nickt Ursache haben." Dieser Erlaß t. l C'W»?»dne die geboffte Wirkung, so daß man sich ge- u I'ab, denselben öfter zu wiederholen. Hieraus sei er- it: 3» zöab"� idruu®' IS Iii«"0, gbof" J"" 2-' damals ein gutes Einvernehmen zwischen Arbeit- Ardeitnebmern wohl kaum destanden habe und i>-v,?Huene Zeitalter, welches von Seiten unserer Zünfte so bT W ru, wird, wohl für die Herren Meister da war, daß r d-�ibei» cn davon nichts kannten. Als im Jahre 1843 bi». hn nncn Maxiwalarbeitstag, einen Min, wallohn von "�S Einführung des geheimen. gleichen und � � en.,bl.reckts verlangten, da waren es die Herren Zunftler, �ii>, i'eirnÄt dagegen Front machten. Am 22.Apnl richteten . verschiedener Leipziger Innungen an alle Deutschlands einen offenen Brief, m welchem %i,, v wurde, festzuhalten am Jnnungswesen: ste alle letzten„»"lte stzleischtopf der Zunft" sei in Gefahr. "eueren Vorkommnisse hätten es zur Genüge be- wiesen, daß die Innungen nur bestrebt sind, jede freie Arbeiter entwickelung zu verhindern, um den Fachoereinen entgegenzu- arbeiten. Die heutigen Innungen verlangen: Abschaffung der Gewerbefreitheit, Regelung des Gesellen- und Lehrlingswesens in ihrem Sinne, obligatorische Innungen, Einführung einheit- licher Lehrbriefe und Arbeitsbücher, Befähigungsnachweis und so weiter. Redner unterzog diese Forderungen einer scharfen Kritik. Es sei Pflicht jedes ein- zelnen Arbeiters, überall da, wo sich ihm die Ge- legenheit bietet, thatkrästig für die Fachvereine einzutreten, aber auch Mitglied zu werden. Bei der heutigen Produftions- weise spitzten sich die wirthschaftlichen Verhältnisse von Jahr zu Jahr immer mehr zu. Wenn man nicht ernstlich Hand ans Werk legt und die Regierung nicht bald mit ernsteren Reformen hervortritt, würde man zu spät erkennen.....— Bei diesen Watten des Vottragenden erhob sich der überwachende Polizei- lieutenant und erklätte die Versammlung auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes für aufgelöst. Er fordette die Anwesen- den auf, den Saal sofott zu räumen. Es wurden einige Rufe laut, wie„Helm aufsetzen",„sitzen bleiben, ist nicht auf« gelöst" ic. Einige ermahnende Worte des Vorsitzenden genügten jedock. die Gemuther zu bembigen. Der Fachverein der Metallschranben-, Facondreher und Berufsgenoffen Berlins hielt am 19. d. Mts. seine General- Versammlung im„Königstadt-Kasino", Holzmarttstr. 72, ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Berichterstattung über die Lohn« resp. Arbeitsverhältnisse der Firma Bourset u. Weiler, Gatten- straße 49. 2. Regelung des Rückzablungsmodus der Darlebns- lasse. 3. Richtigstellung des Protokolls vom 14. August 1887. 4. Verschiedenes. Nachdem die Arbeitsverhältnisse bei der Firma Bourset u. Weller klargelegt worden, theilten die Herren Stadernack und Kirchner mit. daß fie nach längerer Unterredung mit dem Prinzipal dahin einig wurden, daß derselbe auf sämmt- liche aufgestellten Thesen einging. Herr Jacobs wies darauf hin, daß es nun an den Kollegen selbst liege, das Errungene aufrecht zu erhalten.— Herr Früfahtt stellte in Bezug auf die säumigen Rückzahler der Darlehnskaffe den Antrag, daß die Betreffenden von jetzt ad ihre Rück- Zahlungen wöchentlich an die Vertrauensmänner der Werkstätten zu leisten haben. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Ferner wurde beschlossen, daß Mitglieder, welche durch ihre Thätigkeit in der Bewegunggemaßrezelt werden, vorläufig von der Fachkommisston mit 12 M. wöchentlich und durch Beschluß der Generalversammlung mit 21 M. zu unterstützen find. Zu „Verschiedenes" theilte der Vorsitzende, Herr Voigt, mll, daß er durch Zahlungsbefehl die einkasfitten Beiträge des früheren Mit- gliedes Roßdeutscher erhalten habe. Zum Schluß ehrte die Ver- sammlung des Andenken des verstorbenen Mitgliedes Kretschmar durch Erheben von den Plätzen. Der Fachverei« der Marmor» und Granitarbeiter Kerlin» hielt am Sonntag, den 12. August, im Lokale des Herrn Deigmüller seine regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Nachdem einige Vereinssachen erledigt waren, theilte der Vor- fitzende Herr Paulikat der Versammlung mit, daß in der Marmor- Werkstatt des Herrn Fühttng zu Schöneberg ein Stteik ausge- krochen sei, und bezeichnete er das Verhalten der Kollegen als gerechtfertigt. Ursache zu dieser Arbeitseinstellung war Lohn- abzug, den sich die Kollegen nicht gefallen ließen, sondern oben genanntem Herrn einstimmig erklärten, wenn nicht weller nach dem bishettgen Akkordtarif bezahlt würde, legten fie gemein- schaftlich die Ardell nieder. Darauf antwortete ihnen der liebenswürdige Herr, daß fie das ruhig thun könnten: er bekäme Leute genug, die gern für den gebotenen Preis arbeiten.— Er verlangte ferner, daß die Kollegen sofott die Werkstelle ver- ließen, so daß es den Kollegen nicht möglich war, sich das Geschirr richtig einpacken zu können, da man k Stunde zum Zusammensuchen gebrauchte. Was aber war der Erfolg dieses Vorgehens? Die„billige Ardeitskrast" — blieb aus, denn schon nach einigen Tagen vergeblichen Suchens war der Herr Prinzipal sehr zufneden, daß er die allen Arbeiter wieder einstellen konnte, und war gern bereit, den allen Tarif beizubehalten.— odann hob der Vorsitzende hervor, daß es nöthig wäre, die Tarife in den einzelnen Werl- statten zu prüfen, in wie weit in denselben nach dem Vereins- tarif bezahlt würde. Darauf wurde beschlossen, aus sämmt- lichen Werkstätten den bis jetzt bezahlten Lohnsatz dem Vorstand zuzusenden und in der nächsten Versammlung Bericht zu erstatten. Der Fachverei« der Steindrucker und FUljo- araphe» hielt am Donneistag, den 16. d. M., in Gratweil's Bierhallen eine Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: Abrechnung vom Sommerfest, Verschiedenes und Frage- kästen. Der Versammlung war erst von der Polizeibehörde die Genehmigung versagt, als noch als erster Punkt: Vortrag des Herrn Dr. Huber über„Neues aus Natur und Kulturgeschichte" auf der Tagesordnung stand. Der Vorstand suchte erst am letzten Tage die Genehmigung nach; diese wurde ihm mit Fott- laffung des Vottrages gestattet. Bei der Abrechnung vom Som- merfesl ergaben sich als Einnahme 362 M. 30 Pf., Ausgabe 210 Mark 40 Pf., bleibt ein Ueberschuß von 151 Mark 90 Pf. Dieses Resultat ist als günstiges zu de- zeichnen, da in Anbetracht des ungünstigen Tages noch solch' ein Ueberschuß zu verzeichnen ist. Bei„Verschiedenes" wurden zunächst einige Fragen, das Winterfest betreffend, beantwortet, ebenso wurde mitgetheilt, daß der Herrenabend in Mundt's Salon am 22. September stattfindet. Billets hierzu werden in der nächsten Versammlung ausgegeben. Eine recht lebhafte Debatte entspann sich darüber, ob beim Herrenabend den Mit- gliedern freier Einttttt gewähtt werden könne. Der größere Theil war der Meinung, daß man dieses nicht thun könne, so lange es noch Kollegen gebe, welche 12 Mark die Woche verdienten; es sei daher die Pflicht eines jeden Einzelnen, darauf zu achten, daß solche Löhne gezahlt'werden, daß ein Jeder im Stande sei, ein menschenwürdiges Dasein zu führen. Es sei daher wohl als erste Aufgabe zu betrachten, daß man die geringen Löhne endlich einmal zu beseitigen suche. Es sei aber auch Pflicht eines jeden, sich dem Vereine anzuschließen, um geschlossen die Durchführung eines Minimallohnes für den sogenannten schwachen Arbeiter zur Durchführung zu bringen. Hierauf wurde folgender Antrag angenommen:„Der Verein macht es sich zur Pflicht, die Festsetzung eines Minimimallohnes zur Durchführung zu bringen: zur Erreichung dieses Zweckes wird event. in einen L o h l a m p s eingetreten. Die Höhe des Lohnes wurde noch nicht festgesetzt; auf der einen Seite wurden 18 M. als Norm hingestellt, aus der anderen 20 und 21 M. pro Woche. Als ein großer Uebelstand wurden die so verheerend wirkenden lieber- stunden bezeichnet; hier sei es ebenfalls Pflicht eines jeden Mit- gliedes, diese Ueberstunden möglichst beseitigen zu suchen. Wenn auch der Einzelne hier nichts ausrichten könne, so sei es in einer geschlossenen Organisation möglich, vieles zur Durchführung zu bringen. Der Arbeiter selbst habe von den Ueberstunden niemals einen Vortbeil. Deutscher Kenefelder Knud.(MUgliedschaft Berlin.) Heute, Diennag. Abends 8 Uhr, Versammlung im Restaurant Weick. Alexanderstraße 31. Reise-Unterftutzungsverband der Schneider und Be- rufsgen offen. Heute, Dienstag, Abends 8 Uhr, Versammlung in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20. Tagesordnung: Bettckterstattung des Delegitten von der Generalversammlung. Alle Schneider, Kürschner und Posamentiere sind zu der Ver- sammlung eingeladen. Freie Vereinigung aller Ii« der chirnrgische« Krauche beschäftigten Kerufsgenassen. Versammlung am Mittwoch, den 22. v. M., Abends 8* Uhr, in den„Arminballen", Kommandantenstt. 20. Tagesordnung: 1. Verlesung der festgesetzten Preise für Metallinstrumente 2. Verschiedenes. Der Vorstand ersucht alle Kollegen(auch NichtMitglieder), zahl- reich zu erscheinen. Große öffentliche U-rsammlung der Kteindrncker, Lithographen und Berufgenoffen findet am Sonnabend, den 25. August, im Alten Sckützenhause, Linienstr. 5, statt. Pflicht eines Jeden ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Näheres wird noch bekannt gemacht. Große öffentliche Kersammlung der Zigarren» und Tabakarbeiter Kerlin» heute, Dienstag, Abends 8 Uhr, in Sckeffer's Salon, Jnselstraße 10, 2 Treppen. Tagesordnung: 1. Vottrag des tzm. M ax Schippe! über:„Die Vernichtung der freien Konkurrenz durch die Kapitalsmonopole." 2 Die Verordnung des Bundesraths, betr. das Zigarren- und Tabaksgewerbe. Referent: Herr Ä u t r y. 3. Diskussion. Die Herren Fabrikanten find eingeladen. Kauvereiu Kerliner Kild haner. Heute. Dienstag, Annenstr. 16: Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Herrn Dr. M. Baumgart über:„Die Idee des ewigen Völkerfttedens." 3. Verschiedenes. Gesang», Tnrn-«nd gesellig» Vereine am Dienstag. Gesangverein„Gutenberg" Abends 8* Uhr im Restaurant Ouandt, Sttalauerstraße 43.— Gesangverein„Alpenglühen Abends 9 Uhr im Restaurant Hildebrandt, Prinzenstraße 97.— Schäfer'scher„Gesangverein der Elfer". Abends 9 Uhr bei Wolf und Krüger, Skalitzersiraße 126, Gesang.— Männergesangverein„Gattenlaube" Abends 9 Uhr im Restaurant Firk, Kottbusersttaße 22.— Männergesangverein„Steinnelke" Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, Stettinerstraße 56 57. — Gesangverein„Harmonie" Abends 8 Uhr in Neukants Bierhaus, Große Frankfuttersttaße 49.— Männergesangverein »Echo U" Abends 9 Uhr im Restaurant„Zum Flügel", Loth» nngerstraße 60.— Gesangverein„Sängerbain" Abends 9 Ufer im Rest. Kaiser Franz Grenadierpl. 7.— Gesangverein„Hoffnung Moabit" Abends 8 t Uhr Wilsnackersttaße 63, im Restaurant Jlaes.— Gesangverein„Felicitas" Abends 9 Uhr im Restaurant Nedelin, Langestr. 108— Gesangverein„Liederlust" Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann, Naunynstr. 44.— Männergesangverein „Accordia" Abends 9 Uhr bei Brademann, Marftrsstr. 7.— Zitherklub„Amphion" Abends 9 Uhr in Triebel's Restaurant, Hoher Steinweg 15.—Turnverein„Froh und Frei"(Männer» abtheilung) Abends 8& Uhr Bergstraße Nr. 57.— Berliner Turngenoffenschaft(V. Männerabtheilung) Abends 8|f Uhr in der städtischen Turnhalle, Wassetthor» straße � Nr. 31.— Turnverein„Hasenhaide"(Männer- Abtheilung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstr. Nr. 60/61.— Verein ehemaliger Schüler der 37. Gemeindeschule Abs. 9 Uhr m Rest. Kinner, Köpnickerstr. 68.— Verein ehemaliger Schüler der 44. Gemeindeschule Abb. 9 Uhr im Restaurant„ÄlbrechtSgatten", Wilhelmstraße 105.— Arends'scher Stenographenverein„Avoll a- bund" Abends 8% Uhr Brunnenstraße 129 a.— Arend'scker Stenographenverein Abends 8t Uhr im Restaurant„Zum eisernen Kreuz", Lindenstraße 71.— Deutscher Verein Arends'scher Stenographen Abends 8t Uhr in Randel's Restaurant, Brunnen- straße 129 a.— Verein„Rose" Abends 3t Uhr im Restaurant Eltze, Alexandnnenstt. 99.— Unterhaltungsverein„Harmonie" Abends 8 Uhr Wrangelstt. 136, im Restaurant Schimvke.— Vergnügungsverein„Mollig" Abends 9 Uhr im Restaurant Reinicke, Gipsstraße 3, jeden Dienstag nach dem 1. und 15. — Zitherklub„Amphion" Abends 9 Uhr im„Münchener Hof", Svandauerstr. 11—12.— Rauchklub„Zum Ärangel" Abends 8 Uhr bei Herschleb, Adalbettstraße 4.— Rauchklub„Deutsche Flagge" Abends 8 Uhr im Restaurant Händler, Wrangelstt. 11. — Rauchklub„Friedrichshain" Abends 9 Uhr im Restaurant Kipping, Landsbergerstr. 116a.— Rauchklub„Lustige Brüder" Abends 8t Uhr bei Grothe, Fürstenbergerstraße 2. Kleine Mittheilungen. Nordhanse«, 16. August.(Unglücksfall.) Im'Nachbar- flecken Schernberg stürzte vorgestern der 71jähnge Maurer und Landwirth Heinrich tzöche beim Futterholen von dem Gerüst- boden seiner Scheune auf die Tenne hinab, brach den Hals- Wirbel und fand dadurch einen plötzlichen Tod. Danzig, 16. August.(Vom Blitz erschlagen.) Am Mon» tag, etwa um 5 Uhr Nachmittags, ging über unseren Landkreis ein furchtbares Gewitter nieder. Blitz auf Blitz. Schlag auf Schlag folgten, der Regen goß heftig, die Chausseen und alle Wege glichen gewaltigen Strömen. Auf dem Gute Bialachowken beim Dorfe Stüdlau traf der Blitz sechs Männer; zwei wurd n auf der Stelle getödtet; der dritte ist Dienstag früh gestorben. Drei von ihnen liegen schwer krank; man hofft aber, sie am Leben zu erhalten. Diese Männer flüchteten vor dem Regen nach Hause, begingen aber die Unvorsichtigkeit, die Sensen auf den Schuftern zu tragen. Der Blitz fuhr in die Sensen, eine davon zerschmetternd und den Sensenbaum zersplitternd. Einem der Männer fuhr der Blitz am Rückgrat entlang, wie die Brand- wunden zeigen, dem anderen Getödteten, dessen Sense und Baum zerschmettett wurde, find auch die Kleider verbrannt. Alle Verunglückten sind Familienväter. Konstantinopel. 15. August.(Schiffszusammenstoß.) lieber den bereits mitgetheilten vchiffszusammenstoß auf dem Bospoms wird folgendes bettchtet: Am 12. d. hat in den Gewässern des Bosporus dicht vor dem Stapelplatze von Neni-Kiöi ein Zusammenstoß von zwei Schiffen unter Umständen stattgefunden, welche das Entstehen der Katastrophe schwer begreiflich erscheinen lassen. Gegen 10 Uhr Vormittags fuhr der„Mars", ein Dampfer des öfter- reichisch-ungarischen Lloyd, mit einer Ladung von Getreide und Hammeln und etwa 50 Paffagieren an Bord, aus Galatz kom- mend, den Bosporus abwärts, wobei er sich mehr an die euro- päische Küste hielt. Ihm entgegen kam, den Bosporus auf- wärts in der gleichen Linie fahrend, das große, der russischen patttotischen Gesellschaft gehöttge Dampfschiff„Kastroma" welches, mft einer Theeladung an Bord, Odessa zum Ziel hätte. Der Himmel war um diese Zell vollständig klar, das Meer ganz regungslos, so daß die beiden Fahrzeuge einander mit voller Bequemlichkeit ausbiegen konnten. Aus unerklärlichen Gründen gingen aber die beiden Schiffe direkt aufeinander los und erst ,m letzten Augenblick ließ der Kapitän des„Mars", wahr- nehmend, daß der„Kasttoma" seinen Kurs nicht ändere, das Schiff wenden und der europäischen Küste näher zu- steuern, während der Kapftän der„Kastroma" die Geschwin- digkeit seines Schiffes mäßigte. Es war jedoch zu spät, um einen Zusammenstoß hintanzuhatten. Der„Kastroma" rannte den„Mars" in der Mitte seiner linken Flanke an und das Bugspttet des erstgenannten Schiffes bohtte sich unter weithin hallendem Getöse in die Seite des Lloyddampfers ein, so daß dessen Brücke und eines der Maschinenrohre zu'ammenbracher'. Beide Schiffe standen hierauf still und der Bugspriet des „Kastroma" füllte das Leck des„Mars" derart aus, daß in letzteren kein Waffer einzudringen vermochte. Während dieses Stillstandes beider Fahrzeuge konnten die entsetzten Paffagiere des»Mars auf Schaluppen dieses Schiffes und Barken voir Neni-Kiöi geborgen werden. Unmittelbar nachdem dies ge- schehen, wurde der„Kastroma" mit Hilfe von zwei Remorqueur» schiffen unter großen Bemühungen freigemacht. In das ttesige Leck des„Mars" ergoffen sich darauf Wassermassen, das Schiff senfte sich und ging auf der Sanddank von Neni-Kiöi nieder; das Schiffshintettheil ist vollständig unter Waffer, nur der Burgspnet und der Vordertheil ragen einen Halden Meter über das Wasser empor. Der„Kastroma" hat gleichfalls am Vorder, theil einigen Schaden genommen, jedoch oberhalb der Wasser- linie. Nachdem an demselben im Hafen einige provisorische A isdesserungen vorgenommen warm, konnte er am 13. d. M. Morgens die Fahtt nach Odessa antreten. Der Kommandant des»Mars", Herr Torenzio. hat sofott nach der Katastrophe ein Protokoll abgefaßt, das er von allen Paffagieren des Schiffes unterzerchnm ließ. AAÄ&r» Utttrste Aachrichten dung dienen, daß demnächst eine Verordnung zu erwarten sei, wonach alle bei deutschen Gerichten schweben» den Prozesse französischer Unterthanen sistirt werden sollen, vis Frankreich bezüglich der Schadenersatzklage der deutschen Stu» denken gegen die Stadt Belfort zu den ge- wünschten Schritten sich entschlossen hat!�— Bestätigung bleibt zunächst abzuwarten. Ko«la«ger ist dreimal gewählt, Köchlin ist ebenfalls im Nord gewählt. Die boulangistischen und monarchistischen Or» gane triumpbiren und jubeln, als ob dadurch der Republik der Todesstoß versetzt wäre. Im Norddepartement erhielt vorgestern Boulanger 130 000, Köchlin 126 000 Stimmen, die beiden repu blllanischen Kandidaten haben 95 000 Stimmen erhalten. Boulanger wurde dort im April mit 172 528 Stimmen gewählt, sein republikanischer Gegenkandidat erhielt 75 901 Stimmen, woraus folgt, daß vorgestern kein Repu- blikaner für Boulanger gestimmt hat, dessen Wahl also lediglich ein Sieg der Monarchisten ist, welche stets die Majorität besaßen. Gleiches ist in den beiden anderen Departements der Fall. Vorgestern Abend erfolgten vor den Bureaux der„Presse" und„Cocarde", sowie in den Ardeitervierteln und auf den Boulevards starke Aufläufe und Manifestationen aller Art, so- wie wiederholte Angriffe der Polizei. Telegraphische Depesche«. (Wolff's Telegrapben-Bureau.) Hannover. Montag, 20. August, Abends. Wie der hannoversche Courier" meldet, wird Herr von Bennigsen kein Mandat zum Abgeordnctenhause annehmen. Rom, Montag. 20. August. In Savona stellten 1500 Ar- bester einer Metallfabrik wegen Herabsetzung des Lohnes die Arbeit ein. Eine Deputation von Arbeitern begab sich zum Unterpräfckten. Briefkasten der Redakvn. XW Anfragen bitten wir die ilboimementb-Ouittung beijigen. BtW» Antwort wird nicht ertheilt. P. K. Klvmeustr. Wenden Sie fich psönlich# Redaktion unseres Blattes.,-» Z. M. Kritz. Ihre Frau hätte das ungcigend W Schreiben des Landraths nicht annehmen sott. Hat i» doch gethan und das Mehrporto gezahlt, so!ßt ffv weiter thun. Die Post hat jedenfalls korrekt gondelt, fie versuchte, den Betrag vom Adreffaten zu erligen. F. K. F. Den Ersatz für eine bei ein Haussul? Ihnen zerschlagene Lampenglocke können Sie»cht von_ lehörde, sondern nur von dem detteffcnden Beaten verloni vkw/|vi»vvw» iiMi» wv»b vhii vtivtfftuuti»'«jvuav«* � Erkundigen Sie sich, wer die Glocke zerschlagen.t, und so» V_________ Sie diesen zum Ersatz auf, event. verklagen Sieh» F. G. 11. Uns ist eine derartige Anstaltnicht beW Sie find keineswegs verpflichtet, das Kind nach illldorf bno Armenunterstützung anzuncnen. W« inen angesehenen Arzt, etwcDr. Menl» zu laffen oder eine Sie fich lieber an einen h i9 Prospectus. Subscription auf Nom. M. 10,000,000 Acbieij der Actien- Gesellschaft fsttl'cint{ MÄ" Anglo-C«n(Male(vorm. Ohlemtorffsche)(illilllOWCif ist auf Grund der notariellen Verhandlung vom 22. Oktober 18! mit ' om:~ 1 ,nnn an enichtet und am 29. Oktober 1883 in dosHandck� Die Attimgescllschast Anglo- Continentale(vorm. Ohlendorf!'sehe) Guano-Werke in Hamburg und einem Aktienkapital von 16 Millionen Mark, eingetheitt in 16 000 auf den Inhaber lautende Attien ä 1000 M., eingetragen worden. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. � Die Gesellschaft bat die Fabriketabliffents der Firma Ohlendorf! A Co tn Hamburg. Laud-u. Antwerpen,«mmerich a. Rh. per 1. Januar 1883 erwordenzu dem den Betrieb des Gnaoogelchäft», sowie alle damit in Verbindung stehenden Düngerstoff- und sonstigen kaufmännischen und Fabrikgeschäfte fortzuführen; fie ist befugt, auch an ndercn Zweigniederlaffungen oder Agenturen zu errichten und ist ihre Dauer auf eine bestimmte Zeit nicht beschränkt Von den 16 000 Aktien der Gesellschaft find den früheren Eigenthümern der in die Gesellschaft eingebrachten Werke für diese Einlage 5248 voll eingezahlte Attien goährt Die übrigen Attien wurden von den Gründern der Gesellschaft übernommen und voll bezahlt. M Wie aus der Bilanz hervorgeht, find aus Grundstücke, Gebäude und Maschinen in den Jahren 1883 bis 1887 M. 1010521,91 abgeschrieben worden, so daß dieselben nfdilieM,* intwischen erfolgten Neubauten und Neuanschaffungen im Ganzen nur mit M. 4641 834, d. i. mit ca. 28, pCt. des Aktienkapitals, zu Buche stehen, während der Uebmest des ZtienkaB�M Lagerdeständen, Maaren, Materialien und Außenständen investirt ist. Die Gesellschaft hat keinerlei Obligationen- oder sonstige Hypothekenschulden, ihre Finanzlage ist derart, daßie sclbst ihre Banquierkredite nicht in Anspruch genommen hat. Die Gesellschaft vertheilte seit ihrem Bestehen an Dividenden: pro 1883: 11,6 pCt. : Iii; I: : S; i: . Äd. ?°ttert, o � ein Lc Petto Die zusammen 29,6 pCt. oder durchschnittlich 5,92 pCt._ Die geringeren Etträaniffe in den Jahren 1885 und 1886 hatten, wie in dem 1887er Geschäftsbericht des Näheren erwähnt, darin ihren Grund, daß infolge dei Rückgang» Wertbes vieler landwirthschaftlicher Produtte, namentlich des Zuckers und aller Getreidearten, sowie infolge Weichens der Preise für Chlli-Salpeter die Gesellschaft fich zu eredlichen �', konzesfionen für ihre Produkte entschließen mußte. Dazu kam, daß das Monopol für Peru- Guano während mehrerer Jahre eine Unterbrechung dadurch erfuhr, daß die Compagne financi�j ronimerciale dn pacifiqne dm im Jahre 1882 mit der chilenischen Regierung geschloffenen Vertrag infolge zu hoher Preisfordcmng Anfang 1884 aufhob. Die Verhandlungen üer einen M? Guano Kontratt waren längere Zeit erfolglos, wodurch Unficherhett im Geschäft erzeugt und das Hatten großer Vorräthe nöthig gemacht wurde, welch letztere namhafte tinsoerlui»' lge hatte gelang es einer anderm ftanzöfischen Gesellschaft, der Compagoie Comtneivia'o Fran�aise in Paris, einen neuen Kon fignations-Kontrakt für Peru-(Hano � � chilmiscken Regierung abzuschließen, auf Gmnd deffen fie fich den Alleinverkauf des Artitels für Frankreich, Spanien und Italien vorbehielt und das gleiche Recht für Deutschland, firoßbi und Irland. Belgien. Holland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Rußland, Nord-Oesterrerch, Ungarn und die Schweiz unserer Gesellschaft übertragen konnte. Im Januar diesesJahreS dicstr Kontratt prolongirt, der, gegenüber den früheren bezüglichen Vereinbarungen, unserer Gesellschaft durch billigere Preise-c. wesentliche Vortheile fichert. Gleichzeitig Haber wir wtt Prolongation auf eine Reihe von Jahren das««»schließlich» Monopol des Pem-Guano für die erwähnten Länder erworden und ist dadurch die bisherige Konkurrenz in dm Artrlel ständig beseitigt worden. Zwischen der vorerwähnten Comvagnie Commerciale Fran�aise in Paris und den Anglo- Continentalm(vormals Ohlendorff'schen) Guanowerken bestehen die ftmndstastlichstt"' chiz "»von hä � Wir l �ttöhnet � kaum c Jlnlenl Meve K r# dieser �>akurren � di- °»d.„2 'Hen Vor 8** miede mtzzollk enz d h'®ett �«»ert. "Galgen. Wto deiderseitigm Verkaufsgebiete schützenden Bedingungen. Der Absatz an Rohstoffen und Fabrikaten der 4 Etablissements b> einig: im Jahre 1883: „ 1834: „ 1885: „ 1886: 1887: 96 099 TonS 73 047„ 84 795„ 101 204„ 123123 m and, die 'iwa der �"derinn mauen V UNS i (vorliegende Ordres vom 1. Januar 1887: 15 941 Tons, am 1. Januar 1888: 19 124 Tons) ist mithin rn den letzten drei Jahren ein erheblich größerer geworden. 1 Auch im laufendm Jahre hat fich das Geschäft günstig entwickelt. Es beziffem fich die Verkäufe bis Ende Juli dieses Jahres auf 107 848 Tons gegen 95 148% Tons in 1887, u die Ablieferungen bis Ende Juli cr. 95 3«8i Ton» gee»« 83 458 Ton» in 1887 betrugen. Nach den bisherigen Resultaten ist zu hoffen, daß die vorjährige Dividende 0 pCt. in diesem Jahre eine erhebliche Aufbesserung erfahren wird. Für die Gewinn-Vertheilung und Festsetzung der Dividende ist der§ 13 des Statuts maßgebend. Die Dividendcnscheine der Gesellschaft find in Mamburg, Berlin unv Frankfurt a. M. zahlbar gestellt. Der Verwaltungsratb der Gesellschaft besteht seit d>m Jabre 1883 aus den Herren: Albertua von Ohlendorf!(in Firma(Ohlendorfs 9 Co.) in Hamburg, Vorfitzender» H. Münchmeyer(in Jirma Äünchmcyer& Co.) in Hamburg, stcllvertr. Vorfitzender, J. 0 Ertel(in Firma Ertel. Bieber& Co.) in Hamburg, M. Schlnckef(Direttor der Norddeutschen Bank in Hamburg), Geh. Commerzienrath J. Schwabach(in Firma S. Bleich röd er) in Berlin, E. F. Vogler in Hamburg, Adolphua Horny in London, Auguat Ohlendorff in Antwerpen, von welchen die sechs erstgenannten Herren den Aufsichtsrath der Gesellschaft bilden. Der Vorstand besteht aus den Herren: Direttor Otto TrObenbaeh, „ Adolph Keller jjpl und find ferner die Verwaltungsraths-Mitgliever Herr Auguat Ohlendorff in Antwerpen und Herr Adolphua Horny in London gemäß§ 16 der revidtrten Statuten in ttN®0 abgeordnet. Herr Albertua Von dauerndes Interesse Zeichnern vom Hamburg, im August 1888. Anglo-Continentale(vorm. OhlendoHPf'sche) Guano-Werke. 0. Trübenbach. A. Kol er Subscriptions-Bedingungen. Shw, �Nnival » �vtmen Sie Ther tLc LI Auf Grund des vorstehenden Prospettui werden hiermit Nominal Mark 10 000 000 Actien der Aotian-Oeaellachaft Anglo- Dies (vorm Ohlendorff sehe) Guano Werke in zur Subskription gestellt. Dieselbe findet am Mittwoch, den 32. August 1888. Berlin bei dem Bankhause 8. Bleichr&der, Hamburg bei der Norddeutaohen Sank in Hamburg, „ bei dem Bankhause L Behren. A Söhne, Frankfurt a. M. bei der Filiale der Bank für Handel A Induatrle. behalten, die Subscription schon vor Ablauf jenes' Termincs zuschließen unÖ'näÄ Ihiem 7rÄn™%»rWe�hr�c[' auf'o'iMiniJlnen Zttchwmgen' zulufrUieUenU � flu beftimmen. 2. Der Sudscriptionspreis ist auf 1Ä5 pCt. zumglich 4 pCt. S'ückzinsen vom 1 Januar 1888 ab festgesetzt. 3. Bei der Zeichnung ist eine Caution von 5 pCt. des Nominalbetrages in Baar oder börsengängigen Effekten ,u binterleaen 4 Die Zutheilung wird so bald als möglich nach Schluß der Subskription unter Benachrichtung an die Zeichner erfolgen ,it( Abnahme der zugethellten Bettage kann vom 31.«ugift d. I. ab gegen Zahlung des Preises geschehen. Der Subscttbent ist jedoch verpflichtet, die Hälfte der ff fl w» vtiu-vauiizuui t W».»vnrens et 90i , Frankfurt a. M. bei der Filiale der Bank fit während der üblichen Geschästsswnden unter folgenden Bedingungen statt: 1. Die Subskription erfolgt auf Gmnd des diesem Prospektus beigegebcnm Anmelde- Formulars, 4. 5. Stücke spätestens am 15. September und die andere Hälfte spätestens am 15. Öttober cr. ungetrennt ,u reauliren Das Statut, sowie der letzte Geschäftsbericht der Attiengesellschast: Anglo-Continentale'(vorm'Lht'ndörsssche)' G�m-Werke liegt bei den Subscripttonsstellen zur Einficht Berlin und Hamburg, tm Aug'»r looo. S. JBIeicliröder. Norddeutsche Bank in Hamburg. L Behrens& Söhn�. ki,;.3,' '"tt Elv »A ..R >hi, a>ier % % Tl Verantwortlicher Redakteur: v- Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von M«. Fading in Berlin SW, Beuthstraße 2.