OtW» h OS at st- It,>« uSfmw von octlonJ bell- -fdri-Z 3M Nendä >r. 196. Mittwoch, den 2Z. Angnst 1888. 5 Ilchrfl» MinerMM ♦ Brgan für die Interessen der Arbeiter. . Dns„Berliner Volksblatt" in'-? täfllich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei . vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 85 Pf. Postabonnement Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Ztummer mit dem„Sonntafls-Blatt" 10 Pf. _■(Eingetragen in der Postzcitungspreisliste für 1888 unter Nr. 849.) Jnscrtionsgebuhr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raun, 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebcreinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. it Redaktion: Kenthftraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. i Löhne«nd Prelse. £ bea hiesigen Blättern wird gegenwärtig die Frage wtett, oh hohe oderniedrigeWaarenpreise _ Land vortheilhast seien. Wir seien, sagt man, in P�'vde der sinkenden Preise eingetreten. en>� tnW 1 IWrk c 5taSe/ ob hohe oder niedrige Waarenpreise vor- iL f"2"' scheint uns an sich eine müssige, denn ,Hr~* r~yr\ y.» M'* m cgeW k u Ui8r 0mmt es darauf an, in welchem Verhältniß die rG�chlchnittlichen Preise der Waaren zu dem 2 chfchnittlichen Volkseinkommeu stehen. m,- und Wehe von Millionen ab. Lu leben allerdings in einer Periode, in der zwischen Ar ««.,:09nett und Preisen ein Verhältnißbesteht, wie es ungünsti p kaum gedacht werden kann. Die Waarenpreise haben eine Mutende Tendenz, was durch die auf die Spitze ge- 'weve Korllurrenz der Waarenproduzenten bewirkt wird. - dieser Thatsache sind denn auch die Männer der freien TOakurrenz gleich als mit einem Trost bei der Hand, wenn hie niedrige Lebenshaltung unseres Volkes geklagt „Der arme Mann," sagen sie,„hat doch noch den "Ben Vortheil, daß die Waaren billig sind!" Großartige Täuschung! Die Waarenpreise werden bei J?! wieder emporgetrieben durch indirekte Steuern und durch Schutzzölle. Denn gewisse Produkte, die gegen eine Kon- karrenz durch Einfuhr, durch Zölle geschützt sind, werden j0* den Produzenten dann willkürlich im Preise ge- pam. M«n denke nur an die Kartelle, die diesen Zweck folgen. aenn �e' uns die Steigerung der Waarenpreise ��.jsdte Steuern und Zölle nicht wäre, so bliebe das 'uiß zwischen Löhnen und Preisen gerade noch ---- cm------------- t.l chste» rrzfeft mcumj»» iucivcu vn«Ii» Löhne finf � e'n Hinabdrücken der Produktionskosten; die baß her- QUf cin Minimum. Man wird sagen können, and>>!.?°Kre Theil der Waarenproduklion in Deutsch- Iib„' j® lür den täglichen Verbrauch erforderlich ist, nicht ker"" ben kräftigen Männern, von der Blüthe iinderi--��."�® besorgt wird. Ausländer und Aus- n Vo> :n et bie zu schier chinesischen Löhnen arbeiten, kiiiiW Un� Mädchen, jugendliche Arbeiter, d. h. halbe wich ein gute« Theil Kinder im zarten Älter bej„ größten Theil der industriellen Produkte her, die dix»> Zirkulation kommen. Wir wissen, daß man Schickt'Jl�isse des Industriearbeiters nicht auf alle r., �>en der arbeitenben Revölkeruna anwenden bat v�o_ ber arbeitenden Bevölkerung anwenden darf und oabera r � der ländlichen Bevölkerung die Dinge etwas teste, f* t �der gerade bei der mdustriellen Ar- Und wnd das Mißverhältniß zwischen Löhnen steifer am deutlichsten fichtbar. Die Löhne sind auf JeuMeton. irfhtitnt«! Ihre Tochter. [67 al-Zioma» nach dem Französischen von K. D e t r i n g. Z>e,»-4� sprach der Major und blickte Jeanne an, die voll- ._«fr'"ulLn n vfi/.MS.___ v__:a JYJ"'_"/""" �» rxv------- c �tstand, was er damit sagen wollte. sei g-J2 /uhtte wie er, daß eS jetzt sehr wenig angebracht fatathJ**"on der Absicht deS Herrn von Randal, sie zu | � unterrichten. fort." �gen Sie dazu, liebes Kind?" fuhr der Major Herr von Randal nicht, unser Freund zu den?" ßobe®«be nie vergessen, was ich ihm zu verdanken . v.. iunge Mädchen,„und ich will Herrn >°u a-, widerte das ke<>", botfachlich ist auch ein Vergleich zwischen den Diensten, ' 2T von beiden geleistet hat, gar nicht möglich. N>* bot von einem aufdringlichen Burschen befreit, von Randal rettete Ihnen das Leben." "Lch weiß es." 2rnluthlich mißfällt Ihnen auch feine Persönlichkeit eidt� ?cn � Äein. Aber weshalb fragen Sie mich darnach?" nun, weil er wieder herkommen will. � auk�.�bnen mißfiele, würde ich veranlassen, daß er sich „4* n Höflichkeitsbesuch beschränke." �ben? f%*be ihn stets mit Vergnügen empfangen," „Therese, die keine Lust zu haben schien, sich ihre Empfindungen für den Baron auszu- Du ihn nicht nach Deinem Geschmack findest, w. bt Du schwer zu befriedigen sein," rief Gundula. 'Eindruck, und sein Be- Gentlemans. Hoffentlit tch>nen!bt einen sehr guten Mtn das eines richtigen Gentlemans, �vpenin chw"'bo wieder, und Du bist dann nicht unfieund.i �b�efe antwortete nicht. Das war ihr fester Ent- L ein Minimum gesunken infolge der Art und Weise, wie die Arbeitskräfte in unserer Industrie ausgenutzt werden. So- nach sind die niedrigen Waarenpreise für unsere Arbeiter gerade auch drückend genug. Die Männer der freien Konkurrenz behaupten, es sei an und für sich kein Unglück, ob wir hohe oder niedrige Waarenpreise hätten. Run, die Preise sind darüber überhaupt nicht entscheidend. Wenn man aber sagt, wie von jener Seite geschieht, das Hin- und Herschwanken der Preise sei der „natürliche Regulato r", der auf einen Ueberschwang in der Produktion wieder ein Sinken eintreten läßt, so ist die unglückliche Situation, in der wir uns befinden, ohne weiteres zugegeben. Denn dies Hin- und Herschwanken der Preise steht in enger Wechselwirkung mit den wirthschaft- lichen Krisen; jede solche KrisiS vernichtet eine Menge von Existenzen. DaS nennen dann die Herren Manchestermänner den.Kampf um'« Dasein" mit seinen Rothwendig- leiten, die aber unserer Meinung keine Naturgesetze sind und bei einer geordneten Produktion völlig wegfallen würden. Die Unordnung, die Anarchie in unserer Pro- duktionSform ist'S ja überhaupt, die in erster Linie auch auf das Verhältniß von Löhnen und Preisen schädigend einwirkt. Wir wissen nie, wie groß das Be- dürfniß unserer Volksgemeinschaft an täglichen LebenSbedürf- nissen ist. Die Industrie, welche die Aufgabe übernommen hat, uns mit diesen Bedürfnissen zu versorgen, thut daS ins Blaue hinein, ohne den Bedarf im Geringsten feststellen zu können. Niedrige Waarenpreise bedeuten bei unS in Deutschland sinkende Löhne und sinkende Konsumtion, eine Schraube ohne Ende, die immer die gleiche Wirkung hat: V e r- wüstung der VolkSkraft durch große Ar- beitsleistung und mangelhafte Ernährung. In Nordamerika haben wir eine ganz andere Erscheinung. Dort sind die Waarenpreise in manchen Industrien außer- ordentlich niedrig, die Löhne bleiben aber doch auf einer anständigen Höhe. Woher mag das kommen? Nun wohl daher, daß die Amerikaner praktische Leute und keine solchen „K r a u t e r e r" sind, wie unsere Industriellen, welche den Grundsatz, daß die Masse den Gewinn bringen soll, lange nicht so geschickt durchgeführt haben, wie die Amerikaner. Wenn man bei unS eine billige Waare sieht, so ist einer der ersten Gedanken:„W as mag der Ar- beiter, der sie angefertigt, dabei verdient haben?" Und da kommen die Manchestermänner mit dem Trost, niedrige Waarenpreise gehörten zu den„natür- lichen Regulatoren" des Erwerbslebens! schluß und ihre Mutter, die ihr Wesen kannte, wußte, daß es nutzlos sei, weiter in sie zu dringen. Sie ver- zichtete darauf, aber mit Guntram wünschte sie sich noch aus« zusprechen. „Du brauchst Ruhe," sagte sie zu ihrer Tochter. „Gehe mit Gundula inzwischen hinauf; ich komme sofort nach." Da« junge Mädchen reichte dem Major schweigend die Hand, während Gundula sich sehr zeremoniell von ihm ver- abschiedete. Der Major war nicht ein Mann nach ihrem Geschmack. Sie fand ihn zu aufbrausend und zu kurz angebunden- „Nun?" fragte Guntram, sobald Therese und ihre Er- zieherin fort waren.„Hatte ich nicht Recht, als ich Dir sagte, daß die Heirath zu Stande kommen werde?" „Sie ist noch nicht geschlossen," flüsterte Zeanne. „Aber so gut wie geschlossen! Ich konnte Herrn von Randal, während ich ihn hinausbegleitete, noch nicht direkt fragen, aber ich halte es für ganz gewiß, daß seine Absichten die alten geblieben sind. Er findet Deine Tochter reizend und wünscht ihr den Hof zu machen. Therese scheint von ihrer phantastischen Liebe für Andreas zurückgekommen zu sein, und eben hat sie unS erklärt, daß ihr Herr v. Randal nicht antipathisch sei, im Gegentheil. Er kennt Deine Lage und die Theresens. Es ist also nicht zu befürchten, daß er noch im letzten Augenblick zurücktritt." „Weiß er, daß Therese bei Herrn von Elven war?" „Nein, noch nicht. Aber ich werde es ihm sagen und er wird diesem thörichten Schritt weiter keine Wichtigkeit beim-ssen. Ich wiederhole Dir, eS geht alles von selbst. Du schüttelst den Kopf? Man könnte fast vermuthen, daß Dir diese Heirath nicht recht ist. Ja, aber weshalb denn? Paßt Dir Herr von Randal nicht?" „Ich gebe zu, daß es eine unverhofft günstige Partie wäre, wenn er Therese heirathet,... obwohl er eigentlich zu alt für sie ist... Aber wir müssen doch erst Eikun- digungen über ihn einziehen, die wir doch vorläufig noch nicht haben... Du hast ihn ja selber kaum kennen ge- lernt." „Zch will Erkundigungen einziehen, und Sartilly wird Nie Mets- und Invakidenver�orgung in der SdWij. Unser Züricher Korrespondent hat s. Z. die Thesen mit- getheilt, die der aargauische Kantonsstatistiker, Herr Näh, aufgestellt hat, und über die er beim Zentcalfeste des Grütiivereins in Glarus einen gründlichen Vortrag hielt. Derselbe liegt nun» mehr im Druck vor, und da die JnoalidM' und Altersversor- gung in Deutschland gege-'wärtig die Tagessrage bildet, so ist es wohl nicht ohne Interesse, die Anschauungen eines schweizett» schen Sozialpolitikers über diesen Gegenstand kennen zu lernen. Wir bemerken aber noch, daß die sozialdemokratischen Arbeiter in dieser Frage weiter geben als Herr Näh, weshalb sein Vor- trag in Glarus auch auf Opposition stieß. „Das Ziel aller sozialen Reformen", sagt Herr Näh,„ist die Beseitigung der Armuth." Da das Wohl des Staates darauf beruht, daß möglichst alle Bürger desselben ihr Auskommen finden, so liegt es in seinem vitalsten Interesse, diese Armuth zu bekämpfen und ihre Ausbreitung zu verhindern. Zwei Wege liegen hierzu offen: Die Vorbeugung und die Armenpflege. Einleuchtend ist die Vorbeugung nichts anderes als der ganze Umfang der Bildungs-, Erziehung«, Erwerbe- und Einkommenspolitik des Staates. So lange fich der Staat mit der sogenannten„Nachtwächterpolitil" begnügte, nach welcher er einzig darauf zu achten hat, daß jeder in Ruhe sein Einkommen verzehren kann, so lange der Staat gegenüber den Folgen der ungeheuren winhschaftlichen Um» wälzungen, welche seit der großen franzöfischen Revolution ein» getreten sind, glcichgiltig blieb, mußte die Last der Armenpflege immer erdrückender werden. Erst als das Gespenst der sozialen Revolution seinen drohenden Arm erhob, da erinnerte man fich, daß der Staat größere Pflichten hat— und die alte Schul- Meinung einer solchen Volkswirthschaft wurde über Bord ge» worfen. Es liegt in der Natur der heutigen wittbschaftlichen Ver» bältnisse, daß fich die Uebermacht im Erwerbskampfe und im Vermögen einseitig bei Einzelnen häuft und bei der Masse ab» Händen kommt. So entsteht die Maffenverarmung. Diesem Zu» stand entzieht fich jetzt die Klasse der Arbeiter durch Lobnerwerb. Die Armuth tritt aber sofott wieder ein, wenn der Lohnerwerd durch Krisen oder Erwerbsunfähigkeit unmöglich gemacht wird. Die Krisen aber liegen im Wesen des planlos durchgeführten Erwerdskampfes zc. Persönlich unverschuldete Erwerbsunfähigkeit trifft den Vermögenslosen früher oder später, kürzere oder längere Zeit. Den Krisen und" der Erwerbsunfähigkeit find nun aller» dings auch die Kapitalisten als Unternehmer unterworfen; allein diese haben, wenn auch die Arbeitskraft aufhört, doch noch immer das Kapital, oder wenn das Kapital aufhört, so ist doch immer noch die Arbeitskraft da. Die lapitallosen Lohnarbeiter dagegen, die sozusagen von Tag zu Tag nur das durch Arbeit erwerben, was fie für ihre Lebenserhaltung unmittelbar verwenden, ste werden durch den zettweisen oder dauernden Verlust ihrer Ar» mir Auskunft ertheilen. Den kenne ich schon seit Jahren; er ist zwar langweilig, wie Regenwetter, aber er ist nicht im Stande, mich zu täuschen. Wenn Du keinen bessern Grund hast..." „Einen besseren, nein... aber ich habe einen andern, der allerdings, wie ich zugebe, recht unver- nünftig ist." „Sag' ihn nur!" „Wohlan! Als ich Herrn von Randal erblickte, hatte ich eine sonderbare Empfindung. War es seine Stimme oder sein Auge, daS mich verwirrte?... Ich weiß eS nicht... aber ich hatte die Empfindung, als brächte dieser Mann unS Unglück." „Schön! Das waren Deine Nerven. Aber ernsthast ist das nicht zu nehmen, und wenn Du mit ihm erst länger verkehrst, wirst Dn schon sehen, daß der Retter Deiner Tochter nichts Verderbenbringendes an sich hat. Vergiß Deine Visionen, liebe Zeanne, und bleiben wir bei unserem Programm. Den Baron nehme ich auf mich und bringe ihn morgen hierher. Nimm Du Deine Tochter auf Dich und bereite sie vor, Baronin zu werden. Jetzt aber muß ich Dich leider verlassen' wir sind ja nicht mehr in der Avenue d'Eylau.... Aber ich ttöste mich mit dem Be- wußtsein, Glückliche gemacht zu haben." IV. Eine Woche ist vergangen, seit Herr von Randal Therese aus den Händen der Banditen befreite, die ihr Leben bedrohten. Und ruhig und still, ist die Woche glücklich verronnen. Auf die Stürme, die rastlos die Ruhe der Hauptpersonen unserer Geschichte störten, war wie durch Zauberkunst ein tiefer Frieden gefolgt. Die Villa am Boulevard d'Ztalie glich nicht länger mehr einem belagerten Platze, wo beständige Alarm- schüsse die Einwohner wach erhalten. Jetzt schläft man dort ruhig. Keine verdächtigen Gestalten streichen des Abends mehr um den Garten; keine gefälschten Briefe werden mehr durch steut"2e Boten gebracht. beitsfähigkeit oder der Arbeitsgelegenheit sofort auf den Unter- halt aus den Mitteln der Gesammtbeit, d. h. auf die Armen- Pflege mit all' ihrem Schimpf und Makel angewiesen. Jeder, der ein offenes Auge und ein warnics Herz für fremde Noth hat, muff Sympal die haben mit diesen Lohnarbeitern. Diese dürfen im wirthsckaftlichen Kampfe nicht ihrem Schicksale einfach überlaffen werden, sondern der Start bat im Jntereffc seiner eigenen Erhaltung die Pflicht, seine gesetzliche und materielle Macht zur Heilung offenbar vorhandener Schäden anzuwenden. Wie soll nun der Staat diese Pflicht erfüllen? Jedes noch so schöne Projekt, das den Selbsterhaltungslrieb des einzelnen zerslört, wird in fich selbst zerfallen, weil es gegen die Natur ist. Das System der allgemeinen Staalsoersorgung findet in der gegenwärtigen Armenpflege die vernichtendste Kritik. Grundsätzlich hat jeder erwachsene und arbeitsfähige Mensch für seinen eigenen Unterhalt sowie für den seiner nächsten An- gehörigen zu sorgen. Diese Sorge soll fich nickt nur auf den täglichen Unterhalt, sonderir auch auf die Sickerstellung für die Lage der Krankheit, des Alters, der Invalidität, des Todes und der Erwelbslostakeit ausdehnen. Die Sicherstellung soll rcgel- rnäffig in Gestalt der Kranken-, Unfall-, Alters- und Jnvaliditäts- verstckerung erfolgen. Für diese Verfickerung sollte aber dann das Erfordcrniff er- füllt sein, daff der Erwerb in der Zeit der Arbeitsfähigkeit nicht blos zum gegenwärtigen Unterhalt ausreichend sei, sondern einen Ueberschuff enthalte, aus welchem die Verfichcrungsbeiträge gedeckt werden können. Wenn es daher wahr ist, daff die kollestive Selbstvcrstcherung der öffentlichen Armenpflege gegenüber die viel höhere, edlere und erfolgreichere Art der Bekämpfung der Armuth und des Elends ist, und daff zur Bcfferstellung der im Erwerbs« kämpfe am meisten bedrohten Klaffe der Lohnarbeiter die Zwangsverfickerung gegen die Wechselsälle des Lebens noth- wendig ist, so erwächst auf der anderen Seite für den Staat ebenso sehr die gebieterische Pflicht der Arbeits- und Er« werbsversicherung. Wir werden nickt von heute auf morgen mit einem unsthldaren Rezept diese Arbeitsverfickerung durchführen. Die Staatspolitik kann nur schrittweise vorwärts, aher ihr endliches Ziel muh sein, in die bis- herige regellose Wirthschaftspolitik derart ordnend einzugreifen, daß Jeder verdient, was er erhält und Jeder erhält, was er ver« dient. Bis dabin hat bei der Ardeiterverficherung neben den unmittelbar verpflichteten Arbeitern und Ardeitgedern der Staat mit seinen finanziellen Mitteln einzutreten. Soll nun die Arbeiterverstcherung ihren Zweck vollständig erreichen, so muß fie für alle Lohnarbeiter obligatorisch sein. Freiwillig verfichern fich nur die bestem und Keffer gelohnten Arbeiter, die Maffe will und kann fich nicht verfichern. Sobald der Staat aber ermöglicht, daß die Maffe fich verfichern kann, so darf er in der Zuvcrstcht, daß diese Verficherung zum Wohle der Lohnarbeiter geschieht, das Obligatorium einführen, denn er hat ja die Aufgabe, die durck Marerialismus und Selbstsucht beherrschte Gesellschaft ihren höheren und idealeren Z.elen ent- aegenzufübren. Darum hat er auch den Schulzwang einge- führt. Gewiß ist der Verfickerungszwang mehr ge- rechtfertigt als der Armensteuerzwang, der dem ver- armten Steuerpflichtigen nichts bietet, als das Armenhaus und das Brandmal. Dazu kommt die Nothwendigkeit allge» meinen Beitragszwanges gegen die Arbeitgeber. Dieser Zwang erleichtert gerade den arbeiterfreunvlichen und pflichtbewußten Ärdeitgebi in die Erfüllung ihrer natürlichen und sozialen Pflicht. Denn nur dann, wenn die schlechten und harten Brüder, die rückfichislostn Ausbeuter der Arbeiter, gleiche Last zu tragen haben, ist normale Konkurrenz wiederhergestellt, ist die Gewinn- prämie für Bernackläsfigung der Versorgungspflicht beseitigt. Nun ist aber nicht zu bestreiten, daß nebst der vereinten Selbst- sürsorge der Lohnarbeiter Niemand für gewiffe Zwecke näher zur Arbeiterve! sorgung verpflichtet ist, als der Ardeitgeber, und zwar in dem Maße, als er die ihm dienende Lohnarbeit aus- "Ifn� früherer Zeit standen sich Arbeiter und Arbeitgeber näher als heute. Der Handwerksgeselle, deffen Leistungsfähigkeit das Alter verringeite, er war grau geworden bei seinem Meister, und so hatte fich zwischen Arbeiter und Arbeitgeber ein viel innigeres Verhällniß ausgebildet, als wir es heuizutage finden; es verstand fich von selbst, daß der Dienstherr die Hand über seinen alten Gehilfen hielt und ihn stützte, so gut er Mit dem Aufkommen der Fabrikindustrie find vielerorts Arbeiter und Arbeitgeber einander fremd geworden. Haupt- aufgade der sozialen Reform muß es sein, fie einander wieder zu nähern, und das ist möglich durch die Ardeiterverficherung.(Herr Näh zeigt hier, daß er eben kein Sozialdemokrat ist. Denn Hauptaufgabe der sozialen Reform nach unserer Auffassung muß sein, auf friedlichem Wege den Uebergang vom heuttgen Produktions- system zu einem vollendeteren der Zukunft zu bewerkstelligen. Nach seinen Ausführungen ist Herrn Näh's Zukunftsideal die Vereinigung der so ungerechten Lohnarbeit mit einigen angenehmen Zutbaten, verzuckerte, bittere Pillen.) Aber nickt nur Verficherungs- und Verficherungsbertrags- Verwirklicht haben sich die optimistischen Vermuthungen des Major«. Am Morgen nach dem nächtlichen Uebersall an der Ecke der Rue Corvisart erschien er mit seinem Freunde, dem Baron, in der Villa, und Herr von Randal wurde herzlicher empfangen, als sie beide gehofft hatten., Gundula war äußerst liebenswürdig zu ihm, Therese war zurückhaltender, aber auch freundlich, und Frau Valdicu, die ihre Bedenken aufgegeben hatte, erkannte an, daß der Retter ihrer Tochter ein vollendeter Gentleman sei und daß eS ihr zur Ehre gereichen müßte, wenn er ihr Schwieger- söhn werden wollte. Und der vollendete Gentleman wollte nichts lieber als da«. Er war mit dieser Heirath schon im Prinzip ein- verstanden gewesen, bevor er Fräulem Valdieu noch kannte. Jetzt, wo er sie kennen gelernt, wünschte er auf das Leb- hafteste, ihr Gatte zu werden. DaS hatte er Herrn von ArboiS erklärt. Er hatte ogar mit Frau Valdieu über diesen Punkt eine Be- prechung gehabt; Zeanne war von seiner Bewerbung und einer Freimüthigkeit sehr bewegt, denn er hatte das Schwierige bei dieser Frage offen berührt. Er hatte ihr gesagt, daß er. der er kürzlich nach Paris gekommen sei, nicht die Vorurtheile der Pariser theile und daß ihn die traurige Berühmtheit der Frau von Lorris nicht abschrecke. Aber er hatte hinzugefügt, daß ein Mann von seiner Stellung auch der öffentlichen Meinung Rechnung tragen müffe und daß er deshalb, um jedes Aufsehen zu vermeiden, da« diese unerwartete Vermählung verursachen könne, fest entschlossen sei, nach der Heirath in der Provinz oder im Auslande zu leben, ja sogar sich dort zu ver- heirathen, wenn Frau und Fräulein Valdieu damit emver- standen wären, Paris sofort zu verlaffen Er hatte auch die VermögenSftage berührt und erklart, daß er von einer etwaigen Mitgift keinen Pfennig anneh- wen würde, und daß er Gütergemeinschaft in der Eye haben wolle, also mit seiner Frau sein Vermögen, das sich auf 1 500 000 Franks beziffere, zu theilen beabsichtige. Er hatte hinzugefügt, daß er die angegebene Hohe zwang ist noibwendig, sondern auch Zentralisation, bundcs- einheitliche Dmch'übrung des Instituts. Es soll allen Lohn- arbeitern in der Schweiz das gleiche Maß der Wohithat der Versicherung zufallen. Wir können diese Albeiter nickt von der Gnade der Kantone abhängig machen, von denen die weilten überhaupt zu schwach wären, das große Risiko dieser Ver- ficherung zu tragen und dem Ardeiter nur ungenügende Garantie für seine Ansprüche gewähren würden. Es muß auch dafür gesorgt werden, daß kein verfichertcr Arbeiter außer Ver- hältniß zur Größe und Dauer seiner Lohnabzüge und kein Arbeite eber außer Verdältniß zur Arbeiterzahl und Dauer der Beschäftigung in Anspruch genommen werde. Soll dieser Grundsatz ohne Beeinträchtigung der freien Geschäftsbewegung der Ardertgeber und ohne Beeinträchtigung der Freizügigkeit und Unabhängigkeit der Lohnarbeiter in Erfüllung gehen, so muß das Verficherunqswesen zentralifirt sein. Ohne wirksame Staatsbilfe ist die Arbeite: verficherung gar nicht durchzuführen. Diese Hilfe kann aber nur der Bund gewähren. Das allereinfachste wäre, eine Bundescinrichtung zu treffen, welche alle Kategorien der Ardeiterverficherung, also die Kranken-, Unfall-, Alters und Jnvaliditätsverfickerung umfaßt. Die Lasten würden dadurch bedeutend vereinfacht Es ist indcffen eine solche Einheit nickt möglich, weil es fich um verschiedene Verficherungs- arten handelt. So gestattet und fordert beispielsweise die Natur der Krankenverflcherung nicht eine Zusammenfaffung größerer Kreise, sondern vielmehr eine Organisation für nickt zu große örtliche Bezirke.(Herr Näh hat offenbar von den großen zentrali- sirten freien Hilfskaffen in Deutschland, z. B. von der über 70 000 Mitglieder zählenden Kaffe der Tisckler nichts gehört. Das Gedeihen dieser großen, ausgedehnten Kaffen widerlegt am besten die gegentheilige Behauptung des Vottragenden. D. Red.) Das Risiko der Krankenverficherung ist nicht so groß, daß es nicht von kleineren Kreisen getragen werden könnte. Dagegen handelt es fich bei ihr um eine große Zahl meist unbedeutender Fälle, in welchen sofortige Hilfe nöthig wird und desbalb in ihrem Beginne nicht von der Erledigung weitläufiger Verhandlungen abhängig gemacht werden darf, welche um so zeitraubender werden, je umfangreicher der Bezirk der Kranken'affe ist.(lieber diesen Punkt und überhaupt über die ganze Organisation des Krankenkassen- wcsens tbut Herrn Näh nock einiges Studium zur Erlangung völliger Klarheit noth.) Die Hauptdcdingung der ttchtigen Funktion der Krankenversicherung ist die Dezentralisation nach Otts oder Bezirksverbändcn, welche selbstverständlich eine ein- beitliche cidgenösfische Organisation nickt ausschließt.(Also doch Zentralisation möglich.) Bei der Unfallversicherung dagegen und bei der Alters und Jnvaliditäisvcrficherung ist das Risiko ein derattiges, daß nur ein großer, ausgedehnter Verband es tragen kann. Hier wird daher eine zentrale Verfickenrngsanstalt mit territorialer Gliederung von vornherein notbwendig. Die Or- ganisation könnte für beide Verficherungszweige dienstbar ge- macht werden, wobei indessen getrennte Verwaltung nothwendig wäre. Denn die Unfallversicherung- deilräge sollen nur erhoben werden beim Arbeitgeber und müssen erhoben werden nach Ge- fahrenklassen. An die Last der Alters- und Jnvalidenverfiche- rung hätien beizutragen Arbeiter, Arbeitgeber und der Bund, d. h. der Staat._ Politische Ueverstcht. * Herr Crispi hat einen großen Auszug seiner Note, die am Sonnabend als Antwort auf die Gobler'sche Note vom 3. August abgegangen ist, veröffentlichen lassen. Zur Sache selbst bringt die Note nichts Neues, es ist aber gleichwohl einiges darüber zu bemerken. Die Note verspricht, Alles zu oermeiden, was die Debatte verbittern könnte, wirft aber am Schlüsse doch wiederholt den Franzosen vor,„daß sie die ruhige Bevölkerung zur Verachtung des Gesetzes und zum Trotze gegen die Autorität der eingesetzten Gewalten aufreizen". Wenn die J'aliener für diese Behauptung Beweise hätten, so würden fie wohl mit dem Agenten Frankreichs in Maffaua kürzeren Prozeß machen. Herr Crispi behauptet jetzt, er hätte die Besetzung nicht anzuzeigen brauchen, weil die Vorschrift zur Anzeige erst nach der Besetzung erlassen worden sei. HerrCrispi bat ein sehr kurzes Gedäcktniß, denn in seinen ersten Noten hat er fich bekanntlich gerühmt, daß die Besitzergreifung in Uebercinstimmurg mit den von der Berliner Konferenz erlassenen Vorschriften erfolgt sei. Damals wollte er die Anzeige gemacht haben, jetzt behauptet er, er habe nichts angezeigt und das auch nicht zu thun brauchen. Herr Cttspi unterscheidet jetzt auch zwischen bloßer Verwaltung und Souve- ränetät; er gesteht zu, daß in erstercm Falle, wenn nämlich ein Land in europäische Verwaltung übergeht, ohne daß an der türkischen Souveräneiät etwas geändert wird, die Kapitulationen bis zu ihrer formellen Abschaffung sortbeslehen; anders aber sei es, wenn die Souv-ränetät wechsle, da fallen die Kapitulationen eo ispo weg. Aber auch wenn dies richtig wäre, käme Herr Crispi doch nicht aus seinen Widersprüchen beraus, denn die italienische Regierung hat ja gerade bei der Befitzergreitung er- klärt, daß sie nur die Verwaltung übernähme, die Souoeränctäts- frage aber unberührt lasse. Als Beweis des lctztern bat fie be- kanntbch die cgyptische Flagge neben der ihttgen wehen lassen. seines Vermögens dem Notar der Frau Valdieu nachzu- weisen bereit sei. Diese Zukunftsaue sichten, die er Jcanne eröffnete, waren für sie da« reine Himmelreich: sie brauchte sich ja nicht von ihrer Tochter zu trennen; und fast hätte sie auf die weitherzigen Vorschläge deS Herrn von Randal mit der M'ttheilung geantwortet, daß Therese mehr als zwei Millionen Franks geerbt habe. Sie erinnerte sich aber, welchen Eindruck die Mittheilung von dieser großen Erb- schaft auf den Baron von Elven gemacht, und so schwieg sie aus Furcht, das Zartgefühl des Herrn von Randal zu verletzen. Guntram, den sie um Rath gefragt, billigte ihre Vor- ficht und rielh ihr, von dem Vermögen ihrer Tochter erst im letzten Moment zu sprechen, wenn die Heirath bereits entschieden sei und man nur noch den Ehekontrakt aufzusetzen brauche. Schließlich hatte Herr von Randal noch ausdrücklich betont, daß er Therese nur unter ihrer Zustimmung heirathen werde und daß er sie um ihre Einwilligung fragen werde, sobald er hoffen zu dürfen glaube, keine abschlägliche Ant- wort zu erhalten. Vorläufig bitte er nur um die Erlaub- Nlß, ihr den Hof machen zu dürfen. Und er that es mit einer Zurückhaltung, wie man sie sich nicht diskreter denken konnte. Er kannte die Geschichte ihrer Liebe zu Herrn von Elven in allen Einzelheiten, ihren Besuch im Hotel du Helder mit einbegriffen, und er fühlte, daß das Herz Theresens nicht sofort von der schmerzhasten Wunde, die es erhalten, geheilt sein könne, und um so feiner und zurück- Haltenoer war er in seinen Werbungen. Fräulein Valdieu wußte ihm dafür Dank und die Auf- merksamkeiten, die er ihr und ihrer Mutter crwieS, blieben nicht ohne Eindruck auf sie. Dank dieser klugen Taktik stand alles für ihn gut und der Major hatte seine aufrichtige Freude darüber. Seit die Feindseligkeiten von dem unbekannten Ver- folger Jeannens eingestellt waren, hatte Guntram viele freie Das Argument, das Herr Cnspi jetzt anruft, spickt also« Grunde ebenfalls gegen ihn. JmUebrigen rvu dei plt die'Mi, daß Massaua res nullius gewesen sei(keinem jebött luW- eine Bebauptnng, welche gerade jetzt ibre BeleucktM erhält durch die Veröffentlichung ver türkischen Not, in wdlM mit Bezugnahme auf die Suezkanal Konventio! alle alle« -fi bö» teten na so«» 0 um Kapitulationen genannt, nach der italienischen Äulaffung � �t Ar fällig werden, sobald ein muhamedanisches Land ineuropaiio� Befiy übergebt, und wenn Frankreich nunmebr inTunis W« ofsmicha Autfaffung fick zu eigen macht, so wird Italien fi« nickt W, fie über beklagen können: es geschieht ihm nur, was s seldfi JRR an Reckt erkannt hat. Dem Vernehmen nach soll sie AnW»®tung de Godlet- sebr kurz ausfallen; fie soll konstatirer, daß 0� Mnden Crispi zur Unterstützung seines Standpunktes nicht Neues ttnzrh vorbringen können, und dann den Zwischenfall,>a die�W" genügend aufgeklärt sei, um ein Uttheil zu gewinen, für Mn Gre: schloffen erklären. Vielleicht ist er dann auch wirk üb gesckloffck Knopps falls es Herr Crispi nickt macht, wie gewiffe Atookaten,**»2 188f um so hartnäckiger find, je schlechter die Sache ist, die fie � �en; theidiaen., MMel Von befreundeter Krite ist der„Nordd. All?. Ms. ein von dem Matte zu Böne in Algier an den Reicksn». �' M. abgeordneten Antoine gerichtetes Schreiben vorgergt, nxW> Men( in wörtlicher Uederseyung folgendermaßen lautet!„Herr W Rni ordneter! Ja Beantwortung Ihres Geebrtm ron 10.»•&?,. W* ich dae� Vergnügen, Ihnen mttzutheilen, daß der F«®® »ehr nie' Ramspacher aus Zobern demnächst eine Konzesston ettheili»� den wird; was die Familie Heiligenstein aus Reseim bcM"' so wird die Lösung lchwiettgcr sein, weil kein Ästlied WC, milie für die französische Ncüionaliiät optirt hat. Man j1® ein Mitglied der Familie veranlassen, auf franzöfcken M'. überzusiedeln, in diesem Falle würde die Regierung(>e neu eut Gd-nSral) keinen Grund zur Ablehnung ht>en. Sie versichert, Herr Abgeordneter, daß ich das 11 möglich"i, werde, um den unglücklichen Elsäffem, welche gegnw&fL dem annektirten Lande unter dem Joche seufzen, sie%% lurrg in AI,ier zu erleichtern. Die beste V-ona-inda N-I S? R* «u 1 aber im gegenwärtigen Augenblick stckerlich dann, die% Leute, welche zur Erfüllung des Militärdienstes in Deu'.s»� aufgerufen werden, die Grenze überschreiten un' sie'»T Fremdenregimentcr(Regiments strangers) aufnehren ui Genehmigen Sie, Herr Abgeordneter und lieberLandsir� trotz allem die Gefühle meiner tiefen Dankarkeit. Ntgi l�nen Dubourqae, Matte von BSire. An Herrn Antoine, � mit '"'".....» im Deuifcfcen Parle ment, Hotel de Noaillcs, Mariillc.'-, u „N. A. Z." bemerkt hierzu: An der Echtheit des rj» unläi welcher am Kops mit der Uederschnit: Rspnbliq.e irsuf. Jj' Oeff Maine de Rone. Departement de Constantine ilgsrie,"r 2" für z neben der Unterschrift mit dem Stempel: Ville d«B6ne O'k, Mreur de Constantine AlgSiie versehen ist, läßt fich nick zweifeln�,.,%%» Mit dem Inhalt des Briefes und der Art und Ieise, w'-"nff.. „Norddeutsche" ihn ausnutzt, wollen wir uns nich bcfcbci'W Eine andere Frage liegt uns näher und zwar die Wie ist iPinDtcr in Den Besitz dieses an den Reichstachrbgeorv� j(jc Antoine gerichteten„PrioatdriefeS" gtangt. ilselfl Antoine wird ihn ihm nicht zur Verfügung gestllt habcr,. T-tgan kann also nur durch einen Vettrauensmrßbrario. oder nich einen Diebstahl, oder auf Vsranlaffung einer Be>örde in fIMUyverl Hände gelangt sein. Aufklärung darüber wäre dnngenb L�Wst wünscht... i 1$« s Pn* Ernenn«»« de» Herrn v. Koettich v zum fg, l Z vräfiventerr des Staatsministeirums schreibt man dr„Nati Zeitung", Fürst Bismarck werde in einiger Zeit du Leituni � Handelsministeriums abgeben und anderen Hände, sodaß dem Minister v. Boetticher diese dtttte rtellvettrei des Fürsten abgenommen werden könnte. Auch ie„Kol Zeitung" erfährt, daß Fürst Bismarck demnächst babfichtig'- Handclsportefeuille abzugeben._ Durch Schmeicheln sucht Herr von Ruckhaupt- ?iationallidcralen wieder zu versöhnen. Die„Lallische das Organ des Herrn v. Rauchhaupt, schreibt:„Wir nichts dagegen, wenn fich der Freistnn den Natioiallibei als Sauerteig wäbite; wir fürchten nur, die Näionall�i« % 'sie -ch s Kt Ul» �uuvvivt�z lUUUitv, Wtl- lULUdiCli llUt-f Ulv VUlU.iUUW-.lV �. besorgen, Herr Richter werde wie bisher jedweder Saucnx� oße zu verarbeiten wissen, daß in seinem Oppofilions und tionsku cken wenig oder nichts davon zu spüren ist. D« � ssiationalliberalen für eine derartige Verarbeitung riebt N% befitzen, spricht für die hohe und reife Erkenntnis j» großen Aufgaben, die ihrer darren und für die ibien rm Kartell eine erfolgreiche Wttksamkeit bleibt" Ueder die Höhe der Vermaltungvkost« d f � rufvgenossenschaften haben" fich die offiziösen BerijfV hl � Nachr." wieder pernehmen lassen; fie führen den Übsck'� zti« Knappschafts-Berufsgerrossenschaft für 1887 an, arna* �■ --------..----y 189, �' 1 3 976 843 M. Umlage die VciwaUungslosten nur 22" I noch nicht niedergelegt, denn er that alle«, wai si� �Ä � ließ, um den unsichtbaren Feind Jeanne'S, jenm V*■-- liebet S2 AtkinS, zu erreichen, an deffen Existenz er fortgesetzt obwohl er keinen Beweis dafür hatte.. So hatte er auch an jenem Abend, an den d'( � Kriegseprsode stattgefunden, dem Verlangen nicht lvidcrl � können, nachdem er von Frau Valdieu sich verabshic9" Schlachtfeld zu besichtigen._-„p., Auf die Gefahr hin, mit Spießgesellen dck vl � seiner Freundin zusammenzugerathen, und gegen au- t pernüirftrgerr Gründe, auf die ihn Herr von merksam gemacht, wollte er sich doch selber geniu überzeugen, ob der Bandit, den der Vertherdiger zu Boden geschlagen, am Platze geblieben sei, rt« suchen, und wenn er iodt, sich seine Gesichtszüge 1,1 wenn er noch lebte, ihn einem Verhör unterwerfell. Zwar hatte der Baron versprochen, das alle«. ,, besorgen, aber Guntram verließ sich nicht völlig am f iz nl)elo Versprechen, das sein Freund ja auch wahrhaftig n halten verpflichtet war.'''. P- Die Expedition deS Majors verlief jedoch nutz'9 � noa konnte das Pflaster der Rue Corvisart absuchen, nicht das Geringste. das Geringste. f> Wr 51 Rur an der Stelle, wo der Kampf stattgcfunde'/ deckte er eine kleine Blutlache. Vermuthlich d9 die Bandit, der von dem Stockschlage des Barons bctt9 iE»1%�ert den war, sich aufgerafft und werter geschleppt, tt»% 7 nicht seine Kameraden schon zu Hilfe gekommen(( n Irgend eine Spur war aber nicht mehr von ty* Sa)» �fles decken.(Fortsetzung' An» Kunst und itbt&y lieber die Ursache der diesjährigen nasse» ß Witterung wird der„K. Z." folgendes gelchrreben' � ß> � liebt ist die Annahme, das Polareis des hoben liebt ist die Annahme, das Polareis des hohen N9t. fL '' ungeheuren Mengen infüb"�pf5 Ä.' S A> r Ka«*«MfC.*ihi lM 101.J diesen Sommer in ganz. W____________ heradgetrieben und habe dadurch bei uns die Kälte uuu yuve vututui uci uiio vh« � P � der verflossenen Monate verursacht. Nach anderer be die Depresston, welche gewöhnlich im europäischen vre Depresston, welche gewöhnlich im europaywen steht, ihre Lage verändert; die einen glauben, fie st' � 3% r Vii�t % h I kl ö'7 pCt. ber Umlage betragen me affioöf.n Rezepte der Vorwurf sein; beben. Damit soll ■ La\ i ontA k f••& wawmai ber tbcuren Vermal* W, 1 kein: trenn einzelne Berufsgenossenschaften noch .[eniiOT gw« arbeiteten, so werbe sich bas bolb änbern, sobalb bas :n«Jlf-Srt! bezahlt sei. Cbne in eine erneute ausführliche 1 �. imurunt! ber Frage ber Bcrufsgenoffenschaften einzutreten, M°is� P™ wir boch, schreibt bie„Vvff. Ztg.« mit Recht. Wiber- . M bogegen erheben, bafe gerabc bie Knappschaftsgenoffen- .Sletjb'am als allgemeingiltiges Beispiel angeführt wirb. Ä w bies bie größte Genoffenschast ber Zahl ber Ver- mt boB««en nach, dann aber banbclt es fich bei berfclben wesent- '"i1! rmwl®:06bctttebe; im Iahte 1886 kamen mehr als zwei« ung A aj-"' Arbeiter butchschnittlich auf jeden Betrieb bieler Be- ropatfa«...- �nschoft. Ferner nimmt bie ganze Knappschafts' unrs d«1 Henfttiaft eine Sonderstellung in ber gnnzen Organisation nicht> tte lehnt fich an bestehende bewährte Einrich- ields!® i8en an, während man dies sonst bei ber UnfoHoer» Antww-«tung bekanntlich abficht lich vermieden bat; ma« hat alle Daß vB«nben Einrichtungen einfach vernichtet. Gewiß werben 'Ues � einzelne Berufsgenossenschaften, bie jetzt tbeucr arbeiten, bre»» j»«arten ermäßigen können, aber boch nur bis zu einer ge« i, tür.y"Grenze, die in den Vorschriften des Gesetzes liegt. In reschloßu-.l"aarfthaft find 343(»00 Personen verfichert gewesen im taten, i.e'886, in ber Müllereiberufsgenossenschast nur 83 000 te fi-««' chan-n; bie erste zahlte 54 654 M.. die letztere 66 205 M. an „. MMiltem; bie erftete hatte 11 250 M.. letztere 24 220 .llg. ZiZ. gg. mr Schreibmaterialien jc., erftere 10249 M.. letztere ieichelA�.Ai. für Ponokosten ausgegeben, wäbrend bie gefammten i, welA jj'S«n fich ungefähr gleich stillten, nämlich auf 149 000 M. »err W �"aopjchans. und 142 000 M. für bie Müllereigenoffen« ) b- man nun etwa der letzteren den Vorwurf ber ;t iwr machen? Keineswegs! Die Knappschaft zählte W�Lb%*Webe,bie--'" n be# ä Öltfer«Ii Vtzt x/tuuiivi�tnvritiMWuii vv�v» W ai"!5. breiundzwanzig Mal so viel bei dem te h!,m en' Von ber Zahl ber Betriebe, weniger von ber «in?/�r stierten hängt die Höhe ber Ausgabe ab; barin .ikm'("um eine Veränderung eintreten, denn bie Aus« e G«i|L it-, ben Verkehr mit den Betriebsinhabern: Schreib- n. 9? wq.' 0' und Druckkosten jc., werben fich kaum vermindern mätB Norboftseckanal wirb, wie den„Hamb. Nachr.« ' 1 fitzt endgtltig entschieden ist, bie Stadt Rendsburg im da IC?, treffen. Zur Zeit werbe noch über Ncbcnstagcn Verne 1'�;, im i1, welche bie getroffene enbgiltiqe Entscheidung jedoch !cutscd�|i astuqren. Die Eider von Rendsburg abwärts bleibe in fie wf ItzujfJ'flew Zustande. Der Nordostseekanal werbe stellenweise i»u bj: Rendsburg dicht an die Eider hinangehen, ober stets ands� �«en Damm von derselben getrennt bleiben. Anderthalb feit L � Eider auswärts von Rendsburg werbe ber Nordost' »georW�t 31 mit dem jetzigen Kanal fich vereinigen. le'"snÄf(i Hinblick o«f vi« sozialen R's-rmpläne, mit , AiiK' i di- c? Mst ber sächfische Kammerfortschrittler Gurt Starke - ii»! Ä-i-�effentlichk-it getreten ist, hält es das„Sächs. Wochen- f.4ne'nf»i iweckmäßig. daran zu erinnern, daß derselbe jetzt so "US' �freundlich ausschauende Herr Gurt Starke im sächstschen vetfem-jj, /«ige ju eifrigsten Verfechtern des berühmten Steuer» k hiin/e n g e setz es gehölt hat, baß derselbe ferner im De- ju i883 fich für Einsch rän kung des Gemeinde- Bie'6" J-techtes und im Januar 1884 in einer Sitzung der igeorbs� sächfischen Kammer sogar für Wiedereinführung ber igt. � z« e I st I ll f e ausgespiochen hat. Aufmunternd, so meint k�rgan der sächfischen Arbeiter, seien diese Thatsachen für 5. nicht, ihre Kinder in bie von Gurt Starke eingerichteten �nberbewahranstalten zu geben, die Fabrikordnungen gegen ■srtrrlsucht zu unterschreiben, oder ber Abhaltung gemein« 2«. ein«. A.. soll jetzt eine Expedition ausgerüstet werben. ifoniur�bingtoner Meldung des„N. V Heralb« Hai der SorfikJ�rincUentcncnt Sdufeldt Urlaul"" nachgesucht, um Müllereigenoffenschaft deren 38 400, also ' K 1...... vierten Tdeil oder :be i" fingend Urlaub für eine Reise nachgesucht, um bort eine Expedition zu dem •Ä auszurüsten. � nj_ v. e�offherzogthnm Luxemburg machen fich bte in ,c�f4fn lu/iutt - 5" Pässe korben, jetzt auch von den Grenzbe- den üben die Ängste Aufficht über die Grenzen wamm#* itnt�ss K�e�ern untersagt worden, n o» « machen müssen. ffivoftbvltottitl*«. bieselben sehr weite 4(' I L Uebpr V,;. m �-' Parnell feine Klage und nicht vor einem bemerkt das„Vam einer Eigenschaft als tttn, fie sei südwärts gewanbert.Eined. 0�'�bc!- msam .®0n bieien Cv— liebet, Von"��'� �lc'e noiywenorg vre irumerung oeernnunri Hypothesen ist bte erste, welche den fommet %. au.r volare Eismaffen zurückführen will, ganz rtr Eisrnn?�"ieWtib ein ungewöhnliches Herabschwimmm — tvor ,ik_, ,n südlichere Breiten stattgefunden haben ti* �übrigens gor nicht erwiesen ist—, fo wäre rru juiufrhr!?k unbaltenden nordwestlichen und nördlichen Zhet�Xj�nIiche g�L1' � b- jenen Luftsttömungen, welche die und Vnb Regenzeit des diesjährigen Sommers @oit»_?"�baIten haben. Eine Aenberung in ber 'wen Unw kst auch nicht nachgewiesen: zudem haben :om(s QUf gezeigt, baß ber direkte Einfluß des Mb ist.„is tSn?Iima des westlichen Europas weit weniger wurde. Was die Sonnen» i~ � nicht unwahrscheinlich, baß HÄM d �. Veränderung fich in den meteorologischen Set» StK�rtbaen h?e spiegelt. Indessen Haben bie genaueren C«iki tzen der m«h«r für den i'uft- me Ä m SS blassen„ Temperatur ein beutlicher Zusammenhang M 38ith,?f?? Erscheinungen hervortritt. Nur für die Ti« � PfÜT�rt mit i kl"', �t Melvrum nachgewiesen, baß fie in b"' /'h,� die Hi.n�blteitHen Sonnenflecken am häufigsten find, j�KJJMften iu �wölken ist vom Schreiber dieses aus den Be- cent.fJtrjjrtlisjnyg JtoIn der gleiche fiiachweis geliefert worden. Der •n � ,,pP% ifafie ä �rtchen beiben Naturerscheinungen tritt in diesem .u ks'"ürkv..>o klar hervor, daß Professor Wolf in und Bealeiter Da n,Trvn,................... m...... J f* k�tvolken die Vorläufer und Begleiter gimfi&%%%& F'j' cähÄÄ 2 ö'5 August zahlreiche Gebiete niedrigen hoher Gerichtshof(High Eourt) die Vollmacht besessen haben würbe, eine Klage vor einem englischen Gericht abzuweisen. Die schottische Juiisbikiion gilt gewöhnlich als ausländische. „Die Leichtigkeit,« so fügt bie genannte Fachzeitschrist hinzu, „mit ber die Klage in Schottland angestrengt werben konnte, b, meist, baß Schottland einen großen Vorthefl erlangt bot, indem Engländer vor schoitischen Gerichten, nicht aber Schotten vor englischen Gerichten prozesfirt werben können, es sei denn, es handle fick um Eigenthum an Land, welches in England liegt, und den Beklagten kann da bie Klageschrift bei einem Aufenthalt in England persönlich überreicht werden. Vor einem schottischen Gericht kann jeder einen Engländer verklagen, welcher ihm auch nur eine Stunde einen Schilling schuldet. Wenn eine in Schottland herausgegebene und in London verkaufte Zeitung fich einer Verleumdung schuldig macht, so kann vor einem eng» liscken Gericht keine Klage geltend gemacht werden, wenn fich ber Zeitungseigenthümer von England fernhält. Gegen den Zeitungsverkäufer aber kann nur bann gerichtlich vorgegangen werben, falls derselbe gewußt hat, baß bie betreffende Zeitung eine Verleumdung enthält.« Der Generalanwalt Sir Richard Webster, welcher bie „Times« in dem von O'Donnell gegen dieselbe angestrengten Prozesse mit Sit Henry James als erster Anwalt vertrat, hat fich geweigert, das Eitydlatt vor ber sogen. Parnellkommisfion zu vertheibigen und fein umonistischer Kollege wird daher die Vertheibigung übernehmen. Dies ist nur billig, beim ber erste Kronjurist könnte unter keinen Umständen vor einer vom Parlament auf Anregung ber Regierung geschaffenen Untersuchungs- kommisfioi', welche bie bitterste Parteileidenschaft hervorgerufen hat, eine Stelle erhalten, ohne den Eindruck hervorzurufen, baß es fich um eine von ber Regierung veranstaltete Verfolgung ihrer politischen Gegner handelt. Sir Eharles Ruffel, ber gewöhnlich von den„Times" engagiit ist, hat als Glabstoneaner natürlich seine Verbindung mit dem Eityblatt abgebrochen. Frankreich. Die republikanischen Abendblätter schreiben bie b r e i f a ch e Wahl Boulanger's zum Deputirten dem Umstände zu, baß die Wahl in durchweg reaktionären Departements statt- gefunden habe. Der„Temvs" sagt, das Ergebniß ber Wahl sei ein erniedrigendes in Bezug auf den nationalen gesunden Menschenverstand und in Bezug auf die Loyalität ber Politik, aber durchaus kein beunruhigendes, weil Boulanger seinen Triumph ausschließlich ber Koalition ber Reaktionäre verdanke. Diese Koalition sei aber nicht beunruhigender als diejenige vom 16. Mai. Mit feinen drei Wahlstegen hat ber Boulangismus eine neue Gestalt angenommen. Der General Boulanger ist nicht mehr ber gemaßregelte Beamte, ber alle unzufriedenen Elemente zum Sturm auf bie Regierung um fich sammelt et ist nicht mehr ber politifirende General, ber auf eigene Faust ein Ptonunziamiento versucht, er repräfentirt nicht mehr bie radikal-sozialistische Republik gegen bie gemäßigt-liberale, nicht mehr bie Reformpolitik gegen bie Korruption innerhalb ber herrschenden Parteien, nicht mehr bie Diktatur gegen den Parlamentarismus, sondern er ist j tzt Haupt und Führer ber vereinigten Reaktionäre, Monarchisten, Imperialisten und Klerikalen. Mit ihrer Hilfe bat er gesiegt, ihnen gehört er fortan ganz und ausschließlich. Das Resultat ber Wahl Hai den Republi- kauern eine überraschende Enttäuschung gebracht Sie hielten es nicht für möglich, baß Boulanger, nach seinem ent> scheidenden Mißerfolg in ber Arbsche, wieber Erfolge zu ver- zeichnen haben würbe. Wenn fie die Gharente inferieure, diese Hochburg des Bonapartiömus, verloren gaben, so rechneten sie um so sicherer darauf, daß fie die Somme erobern würden, und was das Nord betrifft, so hielten fie es für gänzlich aus- geschlossen, daß dieses Departement den General, ber es so schmählich im Stich gelassen und das er nickt einmal mehr per- sönlich zu betreten wagte, wieder wählen könnte. Die Erwar- tung ist grausam getäuscht worden, und die Republikaner müssen fich jetzt nach Trostgründen umsehen. An solchen fehlt es ihnen allerdings nicht. Sie werben fich sagen, im Wahlkampf habe ber Boulangismus eine Gemeinheit, Verlogenheit und Gewalt- thätigkeit entfaltet, daß eine Niederlage für anständige Leute keine Schande mehr ist; fie werben fich darauf berufen, daß fie auf die Gbarente inferieure gar keine Hoffnung setzten, daß die Somme stets ein zweifelhaftes Departement war und das De- partement du Nord seit den letzten Wahlen fast ganz in den Händen der Reaktionäre ist. Die Republikaner haben also eigentlich nichts verloren, da fich äußerlich nichts ober nicht viel geändert hat. So triftig diese Trostgründe an fich auch fein mögen, so stehen ihnen doch sehr bedenkliche Momente gegen- über. Denn einmal haben die Republikaner, wenn fie nichts verloren, dem Boulangismus gegenüber boch auch nichts gewon- neu, und in einer Demokratie des allgemeinen Stimmrechts und des Fortschritts ist schon ber Stillstand eine verdächtige Erscheinung. Dann aber hoben fich auch sehr wahrscheinlich die Reaktionäre dadurch gestärkt, baß fie unter Boulanger fich ge- einigt und in ihm den Sturmbock gewonnen haben, mit dem fie bie Republik umzurennen hoffen. In B e s s b g e s streiken bie borttgen Grubenarbeiter Luftdrucks von Westen und Nordwesten her über Mitteleuropa hinwegzogen, und zwar häufiger und rascher einander folgend als durchschnittlich in den Jahren mit normaler Sommerwitte- rung. Die Häufigkeit dieser Depressionen und die Art und Weise ihrer Fortbewegung, d.h. die Lage ihrer Bahnen, bedingte für das westliche Zentraleuropa ein Ucber wiegen ber westlichen und besonders ber nordwestlichen Winde. Diese aber find im Sommer bie Kältebringer, ja, fie verursachen regelmäßig jene Sommer- regenzeit Deutschlands, bie Dr. Hellmann schon vor mehr als einem Jahrzehnt genauer untersucht bot. Das Bett dieser kalten Luftströme Ist der Theil des Atlantischen Ozeans, der fich zwi- sehen Schottland und Skandinavien erstreckt und dessen süb- lichen Bezirk wir die Nordsee nennen. Durchschnittlich finden bie Kälterückfälle im Juni statt und bie Abkühlung beginnt im westlichen T heile Mitteleuropas und ist bort auch bedeutender als im östlichen. Die Regenhäufigkeit hat in Norddeutschland anfangs Juli ein erstes und Mitte August ein ge- ringes zweites Maximum. In ber Zurückführung ber abnormen Witterung des gegenwärtigen SommeiS auf ihre Ursachen ist mit Sicherbtit nur bie Thatsache fest« gestellt, daß bie Depresfionen. welche gewöhnlich bie sogenannte Sommerregenzeit Deutschlands bedingen, im gegen- wartigen Jahre häufiger und anhaltender, vielleicht auch auf etwas südlichem Bahnen fich bewegten als sonst. Die Ursache für dieses abnorme Auftreten ist dagegen zur Zeit völlig dunkel Möglicherweise hat das über dem europäischen Eismeer liegende Barometer-Minirnum, um welches fich unsere gewöhnlichen De- presfionen in gewissem Sinne wie Trabanten bewegen, während des diesjährigen Sommers seine Lage vorübergehend geändert. Es ist dies vielleicht nicht einmal unwahrscheinlich; allein zur Zeit vermag dies niemand mit Bestimmtheit zu behaupten, weil die sämmtlichen angestellten Beobachtungen noch nicht veröffent- licht und bearbeitet find und sein können. Erst wenn dies ge- schehen, wird man klarer in ber ganzen Sache sehen. Bis da- hin find alle bezüglichen Hypothesen eitel und alle daran ge- knüpften weiteren Spekulationen müßig. U»r«ichtn«g pflanzenschädlicher Insekte« und Pilze. Von Professor Mestchnikow in Odessa wird eine neue Art zur Vernichtung vflanzenschädlicher Insekten und Pilze an- gegeben. Von dem Gedanken ausgehend, daß im Kampf um's Dasein ein Thier ber Feind des andern ist, will er Insekten und Pilze durch ebensolche bekämpfen. Auf Melschnikow's Ver» anlaffung hat Dr. Krasfilstchik unlängst einen erst n Versuch zur Ausführung dieses Gedankens gemacht, ber von dem besten Erfolg gekrönt war. Zur Ausrottung des Käfers Cleonna und warten auf bie Zusage ber Verwaltung, von ber fie eine Erhöhung des Tagelohnes auf 5 Frks. verlangt haben. Dabei verhalten fie fich ganz ruhig, im Vertrauen auf ihre gute Sache. Den Geldquellen Boulangers— nach dem „Radikal" habe er für seine Kandidaturen nahe an drei Millionen verausgabt— wird jetzt wieder eifrig nachgegraben. Die Zeitung„Parti Ouvrier" klagt bei dieser Gelegenheit Boulanger an, baß er als Kriegsminister in 17 Monaten 1300 000 Franks den geheimen Fonds und davon 300 000 Fr. dem von seinen Vorgängern für den Kriegsfall bestimmten(Mbbcftanbe entnommen habe, ohne jemals Rechenschaft abzulegen, und das Journal des„Dsbats« fordert den General auf, fick vor der öffentlichen Meinung zu verantworten. Daß bei dem Ausstand ber Erdarbeiter boulangistisches Geld umging, ist jetzt erwiesen. Unter den Papieren eines gewissen Magniöre, welcher wegen seiner Theilnahme an den letzten Pariser Unruhen zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt wurde, hat man nämlich eine Karte folgenden Inhalts gefunden:„Der General Boulanger dankt Ihnen für Ihre Dienstancrbietungen und nimmt davon Kenntniß, um auf dieselben bei Gelegenheit zurückzukommen." Auch Boul". ber Leiter des Ausstandes ber Erdarbeiter, wird in dem Parti Ouvrier beschuldigt, boulangistischer Agent gewesen zu fein. Es wird ihm vorgewoifen, daß et die letzten Sivungen seines Ausstandsausschuffes in den Bureaus eines boulangistiscken Blattes abgehalten, daß et von Rochefort Geld erhalten habe, um bie Frau eines ausgewiesenen belgischen Ausständigen über bie Grenze zu schaffen; daß. er bei Gelegenheit des Begräbnisses des„Generals" Eudes ber Ausstandskaffe 30 Fr entnommen und dafür einen Kranz von rothen Nelken gekauft und denselben auf den Leichenwagen niedergelegt habe; bab er endlich dem Ausstand ber Erdarbeiter nur deshalb ein Ende ge» macht habe, weil bie Soulangiften schließlich bie Unterstützung verweigert, nachdem fie ihm noch am Tage vorher 10 000 Fr. versprochen hätten. Kelgie». Die Zahl ber Ritter ber Arbeit nimmt nach den Ermittelungen ber belgischen Arbeiterblätter ständig ab. Zu diesem Bunde gehörten am 1. Juli 1886 729 677 Mitglied-r, am 1. Juli 1887 548 299 und am 1. Juli b. I. 349 672 Mit» gltcber. Die Belgier befitzen eine wahre Manie, belorirt zu w irden. Das jetzige katholische Ministerium hat nicht nur zwei Orden neu errichtet, sondern auch massenhaft Orden vertheilt. Augenblicklich liegen trotzdem dem Ministerium 6000 Gesuche um Ordensverleihungen vor. Kleine Mittheilungen. Lilienthal bei Bremen, 15. August. Die wolkendruch- attigen Regengüsse ber vorigen Wocke haben uns hier ein Sommerhochwaffer gebracht, das bie diesjährige Frühjahrs flath noch 30 cm überstieg. Zwei Deiche find gebrochen, das Korn- land ber Ortschaften Warf und Buterdieck steht unter Wafflr, das ganze Kirchspiel St. Jürgen ist durch die hereinbrechenden Fluthen in einen See verwandelt. Die uneingedeichten Niede- rungen find sämmtlich überschwemmt. Allein im Kirchspiel St. Jürgen find 1800 Stück Rindvieh und 200 Pferde von ber Weide vertrieben, das spärlich eingebrachte Heu muß j tzt ver» füttert werden; für den Winter find bie Ausfichten schrecklich. Das überflutbete Gras ist verschlammt, bie Kartoffeln, bie Futter- und Gemüsepflanzen sind erstickt und faulen. Die wieder wasserfrei gewordenen höheren Ländereien verbreiten einen Pestgeruch. Wie«, 14. August.(Eine„feine" Familie.) Gegen den vom Wiener Lanbesgerichte wegen des Verbrechens des Betruges seit längerer Zeit steckbrieflich verfolgten Grafen Atabar (Alfred) Vasquez- Pinos, zu Garemszegh in Ungarn gebürtig, 29 Jahre alt, wurde neuerdings, und zwar am vorigen Sonnabend, dem Sicherheitsbureau ber Polizeidirektion eine Betrugs» anzeige erstattet. Die Wittwe Marie Schidan brachte zur Kenntniß ber Behörde, daß der Graf ihr im Jahre 1886 unter ber falschen Angabe, er sei Besitzer eines großen Gutes in Sommer ein und habe in kürzester Zeit eine bedeutender Erb- schalt zu erwarten, zweimal Darlehen zu je 1000 fl. betrügerisch entlockte. Diese Voripiegeluimen des Grafen wurden durch zahl reiche von beffen Frau, ber Gräfin Iba Vasquez-Pinos, an Frau Sckiban gerichtete Briefe bekräftigt Da hierdurch auch die Gräfin ber Theilnahme an dem Verbrechen ihres Mannes ver- dächiig erscheint, wurde die Untersuchung auch auf fie ausgedehnt und bie Ausforschung des Paares, das fich gegenwärtig in Ungarn aufhalten soll, angeordnet. Gegen den Bruder des Grafen Alabar, den Grafen Ludwig Vasquez-Pinos, hat gleichfalls wegen Betruges das hiestge Lanbesgiricht im vorigen Jahre und erneuert am 20. v. M. einen Steckbrief erlassen. Pest, 16 August.(Wagen und Pferde in ber Donau verschwunden.) Der Private Franz Hatvig führte gestern drei Pierbe zur Esepeler Donauschleuse, um bie Thiere zu baden. Als Hatvig fich bereits im Waffer befand, bemerkte er zwei junge Männer, bie fich an einem umgekippten Kahne festhielten und jämmerlich um Hilfe riefen. Hatvig sprang von seinem Wagen] und eilte nun den jungen Männern zu Hilfe. Er pnnetiventris, ber auf den Runkelrübenfeldern Sübrußlands alljährlich große Verheerungen anrichtet, hat Dr. Krasfilstchik einen Pilz, isaria destruetor, bort angepflanzt, ber mehrere Arien schädlicher Insekten angreift, besonders aber den genannten Käfer in allen Stadien seiner Entwicklung als Ei, Larve, Nymphe und ausgewachsenes Insekt befällt und töbtet. Die Verbreitung dieses Pilzes ist äußerst leicht. Zur Zeit, wo die Felder bestellt find, in den Dünger ober unter den Santo gemischt, vermehrt er fich sehr schnell und fristet sein Dasein hauptsächlich auf jenem Käfer. Bei den Versuchen, bie im Gouvernement Kiew gemacht worden find, waren nach 10 bis 15 Tagen ungefähr 75 pEt. der vorhandenen Insekten vernichtet. Dr. Krasfilstchik glaubt daher im Verlauf von ein bis 2 Jahren bie Felder vollkommen davon frei machen zu können. Prof. Metschnikow selbst steht gegenwärtig im Begriffe, gegen den Erreger der Seidenraupenkrankheit(Muskardien), die Botrytis bassiana, ben ähnlichen Vernich tungs kämpf zu unter» nehmen. Man bat schon zu wiederholten Malen epidemische Krankheiten auf Inletten herrschend und diese denselben er» liegend gesehen, ohne die Ursache davon recht zu erkennen und dem Beachtung zu schenken. In ber Krim hat man 1873 beobachtet, daß die gefürchtete Heuschrecke, Calystenns Italiens, über große Strecken des Landes hin zu Tausenden unter dem Getreide hauste. Die Thiere saßen auf ben Spitzen ber Stoppeln, waren ober plötzlich sämmtlich abgetöbtet. Als man ihren Leichnam untersuchte, fand man darauf einen pflanzlichen Pilz, Entomopbtera grilli, welcher zweifellos bie Ursache ber epidemischen Vernichtung der Heuschrecke war. Später hat man dieselbe Beobachtung mit dem gleichen Ergebniß ber Untersuchung in Bcssaradicn, an den Ufern des Dncjftt und der Wolga gemacht, als fich die genannte Heu» schrecke dort ausbreitete. Eine vollkommen ähnliche Epidemie hat man auch in Preußen gesehen, die den Fichtenverberber, Panolis piniperda, vernichtete. Nach Bailz, welcher biete Epidemie studirt hat, wurden Wälder von mehr als 10000 Hektar Ausdehnung, in denen durch jene Schmetterlinge raupe sehr schwere Verwüstungen angerichtet worden waren, in kurzer Zeit von diesem Jnsett befreit, als fich in ben Fichtenwäldern ber Pilz ber Seidenraupenkrankheit ausbreitete. Auch hier wurde also ein Jnsett durch einen Pilz vernichtet. Dr. Krasfilstchik bat aus ber Geschichte ber Landwirthsedaft fast 140 solcher Epidemien ermittelt, bie in Gärten, Wiesen, Selbem und Wäldern geherrscht haben. Dabei hat fich herausgestellt, daß es ungefähr 50 Arten von Insekten find, die dem Acker- und Waldbau schädlich sind. brachte sie auch glücklich auls Trockene. Als Hatvig sodann nach seinem Wagen und den Pferden sah, die er ohne Aufficht S'iffm hatte, fand er weder von dem Wagen noch von den ieren irgend eine Spur. Sie waren im Strom versunken. datvig zeigte heute den Vorfall dei der Polizei an. Er er- klärte zugleich, daß er gegen die jungen Leute, dmen er das Leben gerettet hatte, einen Entschädizungsprozeß anstrengen wird. Madrid, 19. August.(Eisenbahnunglück.) Der heute von San Sebastian nach hier abgegangene Schnellzug ist bei Tolosa entgleist, mehrere Reisende erlitten— glücklicherweise nur leichte — Verletzungen. Kam, 19. August.(Erdbeden.) Nach hier eingegangenm Nachrichten wurden gestern Abend in Diana Marino, das de- reits durch das Erdbeben vom 23. Februar 1887 so schwer heimgesucht wurde, innerhalb einer halben Stunde drei heftige, von unterirdischem Rollen begleitete Erdstöße verspürt. Der erste Stoß war der stärkste. Unfälle find durch die Erdstöße nicht herbeigeführt. In Porto Maurizio fand in vergangener Nacht ein leichter Erdstoß statt. 15. August.(Briefkastendcraubung.) Die Polizei in Chikago hat ein ausgedehntes System jux Beraubung der Briefkasten auf den Straßen entdeckt. Viele Diebe, welche fich falscher Schlüssel dedienten, find verhaftet worden und man hat bei ihnen Cheques, Postanweisungen u. s. w. im Wcrthe von 1 Mill. Dollars gefunden. So erklärt fich die Un« ordnung im Postamt von Chilago, worüber seit längerer Zeit geklagt worden ist. Kerewe und Versammlungen. Die Irntratkrankenkasse der Maurer, Steinharter rc. Grundstein zur Einigkeit, hielt am 19. August ihre Mitglieder- Versammlung ad. Dieselbe wurde von dem Bevollmächtigten, Öerrn Pankow, eröffnet. Es mußte aber, trotzdem der erste Punkt der Tagesordnung ein wichtiger war, doch von demselben Abstand genommen werden, weil die Versammlung sehr schwach besucht war, und es wurde zum zweiten Punkt der Tagesord- nung übergegangen. Der Bevollmächtigte verlas die Anweisung zur Äussübrung des mit dem 1. August ct. in Kraft getretenen revidirten Statuts und machte auf die Puntte, welche in ver- schiedenen Paragraphen geändert find, aufmerlsam. Nachdem noch Nß einige Redner dafür gesprochen, daß der erste Puntt der Tages- ordnung zur nächsten Versammlung wieder als Nr. 1 aufgestellt und dieselbe durch Säulenanschlag bekannt gemacht werden solle, wurde die Versammlung geschloffen. Große öffentliche Generalversammlung für sämmt« liche Zimmerleute Berlins und Umgegend am Montag, den 27. August, Abends 8; Uhr, im großen Saal von Buggenhazen l. Stellungnahme der Berliner Moritzplatz. Tagesordnung: timmerleute betreffs ibrer Organisatin zur DurchführutwJ® öhne und Arbeitsverbältniffe. 2. Verschiedenes. Zur S*®?' der Unkosten Tellersammlung. Ferner ersuchen wir darum,, auf diesen Tag fallenden Verbandsoersammlungen ausftm»' lassen. w Geffeutliche Schueiderversammluug am Mittwochs 22. August, Abends 8 Uhr, im Louisenstädtischen Kanzem«« Alte Jakobstraße 37. Tagesordnung: 1. Die Alters- und� i validenverficherung der Arbeiter. Referent: Herr Besuch n validenverficherung Max Schippel. 2. Diskusfion. ersucht. Referent. Um zahlreichen Mafferftand der Kpree in der Woche vom 11. August 1888.(Angabe in Metern.) S.t 10.8. 2,38 2,34 0,78 Ü o ftU <1 » P � Welt. wom m und bald n Btbabnt! Lufib gss Mittwoch, den 22. August. Gpervha«»: Lohengrin. Schauspiel hau»(im Malluer» Theater): Der Menonit. Frrevrtch- Wilhelmstädtisches Theater. Gasparone. Kroll'» Theater: Rigoletto. «eutral-Theater: Die Schmetterlinge. »steud-Theater: Prcciosa. Hellealliaure- Theater: Das elfte Gebot. Othello's Erfolg. Uidtorta-Theater: Die Kinder des Kapitän Grant. Köutgstädtische« Theater. Die Waise von Lowood. Hi-ufma»«'» Narittä- Spezialitäten- Vor- stellung. V. oueordi«- Theater: Spezialttäten- Vor- stellung. «lassa»- l«». 0 M.- 10 A. KtUuer-FaBoruMi Dritte Reise durch die malerische Schwei». Fahrt mit der Gottharddahn. Der ganze Trauerszug und Aufaahmng Kaiser Wichums im Dom. Entree d Cycl. 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. Nach kurzem Krankenlager verschied heute Nachmittag 12% Uhr unsere inniggcliebte und unvergeßliche Frau, Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Phiiippine Baumann geb. Singer. Dies zeigt im Namen aller Hinterbliebenen tiefbettübt an[391 Jacob Baumann. Berlin, den 20. August 1888. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 23. d. Mts., Nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle der jüdischen Gemeinde in Weißensee statt. Möbel, Spiegel und Potsterwamn eigener Fabrik wegen Ersparung der Ladenmieth. billig-KvAnseustraß» SS. fiagtr und Uovkauf nur Kos paus. Zahl hlung nach Uebereinkunft. Klein« Wohnungen, billig und elegant, alle Räume hell, gesunde Luft, großer Hof, bestehend aus 1, 2 und 3 Stuben nebst Zubehör, an anständige Leute zum 1. Ottober zu vcrmiethen. chderbergerstr. 51—5%, N. Mmizer-Eliitm. I— Am Königsthor— Haltestelle der Ringbahn— Am Frirdrichshai«. Jeden Mittwoch: � � #1 Extra-Vorstellung und Familienfest Theater-UorsteUung. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Abends: Grosse Illumination, Kinderfackrlpolonaise, rlektrisme«elruchtnna. Alles Nähere die Anschlagsäulen. AcWwbMWeRrrhe Und in m kurzer Ziit getrocknet. nsslioisD-ljlaiior-Lactfarlie Ja das ist Suier'sdie Rissboden- Glasur-Lock-Forbe a und kostet nur � 75 Pf das Pfijnd. trocknet in 4— 5 Stunden hart und glänzend, macht daa U»berlackieren überflüssig. Das unangenehme Kleben ist vollständig ausgeschlossen. Nasse Witterung hat keinen Einfluss auf meine Farbe. Aufträge führe nur gegen vorherige Einsendung des Betrages oder gegen Nachnahme aus. Preis ä Pfund 75 Pfennige. R J. Suter,? s Berlin N., Zionskirchstr. No. 4t. )\ i Kastanien-Allee No. 60 Möbel-, Kpiegel- nnb Nalsterwaaren- Magazin von Julius Apelt, Sebaftiaustraße 27—28. Reelle Maare. Prompt» Kedleunng. [31 Unter Allerhöchstem Protectorate ihrer Majestät der Kaiserin, Königin Augusta G r o s e Kölner Geld-Lotterie Baargewinne: der Internationalen Ziehung__ IQ nnwiderrutlich am Loose Gartenbau Gesellschaft. September 1888. ä I Mark i k i ä 1 4 1» 1 ä 2 ä 10 i 15 k 30. 150 k 15000= 15 000 Mk. 5000 4000= 3000=. 1 500- 500= 200— 100----- 50- 20— 5 000 4 000 3 000 1500 1000 2000 1500 1500 3 000 empflehlt und versendet das mit dem alleinigen Veitrieb der Loose betraute Bankhaus 390 Carl Heintze, Jeder Bestellung find 20 Pf. für Porto und die Gewinnliste(für Einschreiben 30 Pf.) beizufügen 1400 Ges.-Werth 22500 Soeben erschien: Die franBstfche Revolution. Von W. Bios. Heft 3. preis SO pfg. Zu beziehen durch die Orpeditio» de»„Kerl. Voiksdiatt", ZimmerKraße 44. S!#derwerkäu#*rm Rabatt. Große öffeutl che öffsamilaag[immll. ffinln, forittm, Aii(tniit|rt i»i> D.tra. KuliBS am Donnerstag, den 23. Aug., Abends 8& Uhr, im„Kon'senstädtischrn Konzertha«»", Attc Jakobstraße 37. Tages-Ordnung: Mas ermartea mir von der Atter»-«nd Invaliden»erftchermtg. R e y e r a u) (Referent: Herr R e y e r a u.) 395 Der Einberuker: Keior. Kavt-nhavs Ak tlNdkll ÖUM, 392 welche Freitag Ziachmittag vom Chauffeehaus an der Wuhlhaide einen Mopshunv an fich gelockt und mitgenommin haben, find erkannt und wer- den hierdurch aufgefordert, d esen Hort zurück zu bringen, andernfalls Anzeige erstattet wird. Restaurant„Magner's Rummel- burger Chaussee, dickt an der Wublbaide. Die Restbcstände des*. Kati'fdien%a Maar- ntazer» werden heute und fol-" gende Tage werktägl. von Vorm. 9—12 1 S# und Nachm. von 3—6 Uhr im Wege des] cj Ausverkaufs Thauffeestratze S8 ver«| Ph äußert. Der Verwalter. X----------------- : ac» x MkB. 10 MM ! Stand, vollständiac Länge und Breite, nur 1> Mark, Bettfcdem, Pfurrd von 35 M. an, oe: kauft allein die Betttedern-Engros-Handlung 1. Geschäft Koitbuaepntraase 4, parterre. 2. Geschäft Bpunnenstrassa 189, 1 Tr. Zur Auswah»rchen 23 Sorter., sedern. Billigile IPr-uoR up für bändlet'»• 1.4.48 1 a �°ch nst ?bein roi Mein S Mrhrgeseh vom 11. Fcbmar 1838!"?».«ewe zug aus dem Reichs'Patcntgesetz!%, l Min"keine betreffend den V-rkehr mit dlei- un" s.-I haltigen Gegenständen vom 25. I � Rinde die wichtigsten Bestimmungen der Ge�I gm eine f, ordnung über das Verhältniß ver 0%il Hssudw Q liehen Arbeiter ,u ihren � neueste Jnnungsgesetz vom 6. Just Die havptsäa,tichstr« Kesti««� an» sAmmMchc« in Keutschlan' tenden Verei-«geflhe»; Einn! und Ausgabetadellen für die daushaiOs Schreidpapier mit Datum für Tagesn»"� Leeres Schreibpapier in verstal' I Boqenzahl! Bricftäschchen. Wir haben, wie seit vier Jahreii' Kalender wieder in zwei Qualitäten fertigen lassen. 1. Qualität brieftasckeni sehr gut cebunden, mit Gummidanv mehr Schreibvapier wie Sorte 2:. 75 Pfg. 2. Qualität, einsacke Aue solid ausgestattet, mit weichem Ein etwas weniger Schreidpapier wie Sorn Preis 50 Pfg. Wiedeeverkänf»? erhalte« de» Rabatt. � allein �°ufelr°) '«tn in Edensc ifi gew i wen eine g pirt n � treib ?cnlilt m* i-h-" ■ MQIlkaaten, SelbstunterricK Eisen, solid, billig, geurichen Carl Müller, Zimmersk. 63. 1369 in der einfach«!» n. dopp«�'* I kaufmlnnisch*�, Herren, welche einem anständigen Theatervereta heitreren wollen, belieben ihre Adresse einzusenden unter H 88 Postamt Jnvalidenstr. Zu beziehen du rchdieExpedition Zimmer st raße 44: Iniernaiionake Li�ioi�e� Von der Internationale« Kibliothek liegt nunmehr die I. Serie komplet vor. Sie desteht aus folgenden 7 Bänden: Die Darwin'sch» Theorie. Von Dr. E d w. A v e l i n g. Broschift Ml. 1,50. Gebunden Mk. 2,—. Karl Mar»' Oebonomische Lehre» "'......- iste"' Gemeinverständlich dargestellt und er- läutert von Karl K a u t s l y. Broschift Mk. 1,50. Geb. Mk. 2,-. Meltschövfvng«nd Meltnntergang. Die Entwicklung von vimmel und Erde vom Standpunttc der Naturwissenschaften dargestellt von Oswald Köhler.— Broschirt Mk. 2,-. Geb. Mk. 2,50. Die ländliche Arbeiterfrage. Nach dem Rusfischen des K a b l u k o w. Broschirt Mk. 1,-. Geb. Mk. 1,50. Thomas More«nd feine Dt-pie. Mit einer historischen Einleitung von Karl Kautsky. Broschift Mk. 2,-. Geb. Jai. Z.Oy), «Harle» F-vrier. sein Leben und ine T' s e.... Bebel. Mk. 2,50. Na» mod rne Glend«. die moderne eorlen. Von August drosch, rt Mk. 2,-. Geb. Mk. 2,-. pedttron, Zimmerstraße 44, zu haben. Hochachtungsvoll M und Darstellung neuen abgekürzten Systems � doppelten Bnchmethods m C. Schmidt, n Lckrcr laal«la viaics'* Preis I Mark* Zn beziehen durch die Eap»� dca„Berliner Volksb'' Zimmerstraeae > i ÄS Ein Mllbeipoli��t der möglichst mit dem Urft! Iftflt' jr S» von Möbeln Kescheid lveiß' � iOS-ngn,. dauernde SteUung _ A. S. Ball___ Tüchtige Schloß, fut Geldschrank-� finden gutlohnende und dauern oe �sy 3501___ F E. 8. um, 0".... Gesucht Giavbl-sz welche auf Glühlampe« geübt st� von früheren Eftahrunaen und i sab H. D. 1229, oN� Rudolf Mosso, Ham i i % % s»r,"Daz Mädchen, w.lcke Lust haben, Handarbeiterinnen ausgebuo � können fich melden Schön lern str.' (Eingang vom Platz)___ Ein Tiscklerlebrling gegen Koufl i 359J Otto Slotama, Bremer� „id 5S«! und Verlag von Mar Kadiag in Beftin SW., Bcuthstraße 2. Kier/»'t** ■'ssa ir darum,» ausfalle» P PlittmoiH i KonzeÄZ ters- MdL irr MM Besuch M Beilage zum Berliner Volksblatt. k 196. Mittwoch, W SS. August 1888 3. Jahrg. vom ProMem des[enStarcn fuflfcSifcs. e.?uch stnd's keine 60 Jahre, seit die erste Lokomotive, Jf�enfonS«Rocket", die Probe ikrcr Ueberlegenheit über alle ,, t'subrzeuste abgelegt, und schon überspannen die Eisen- U m ,'n Hunderttausenden von Kilometern Länge alle Länder wÄ""* tb33»ucfte das erste Mal der elrstrische Funke Abrichten vermittelnd zwischen Sternwarte und magnetischem mvatorium in Göttinzen, und heute trägt der elektische J; � mit Blitzesschnelle Botschaften über Länder und Meere, 0 bald wird's keine weltverlorene Insel im Ozean mehr .such der nicht das Telegraphenkabel fich den Zugang L o V••• Anders, ganz anders war's mit der Erfindung Luftballons. Genau so gestaltet, wie der Plan des ersten W ra?1?®' tertig wie Minerva aus dem Haupte des Zeus, U,J rn seines Erfindeis entsprang, so erbeben fich noch dock � Jahren, die Luftschiffe in die Wolken! Und Melch große Hoffnungen hatte man nicht damals an �n«ue Erfindung geknüpft! Schon glaubte man das Luft erobert zu haben, schon träumte man fich Stti M wie auf der Landstraße durch den Ozean der bahinsdiißenti, mit dem Aar um die Wette! Eine tf "W lol# % t» Stirn.. � wie auf der Landstraße durch den Ozean der öahinschiffend, mit dem Aar um die Wette! »g nur schien's noch, den Ballon lenkbar und steuerbar Wrnl.! und wie schmählich haben alle diese Hoffnungen uns Kid«?.�4 steht die Luftschifffahrt fast genau auf dem Fleck wie vor hundert Jahren! woher kam es, daß es trotz aller darauf verwendeten " vj10® immer nicht gelingen wollte, das Luftschiff ebenso Achiff des Meeres lenkbar zu machen? Nun, das i stchiff hat im Waffer des Ozeans einen festen Halt und � vurch den Wind durch die Waffer getrieben. Anders der llon. Was sollten ihm Segel und Steuer nützen, da, I�O?«®iff die Bewegungen des Waffers K.'S setz!( zer Ge. der 8% ZH chlan'' -SS alitäten Waschen» imidand' rn widerstandslos im Winde treiben muß? Ebenso wenig Schiff die Bewegungen des Waffers zu willkürlicher kZW'8 benutzen kann, sondern steuerlos im Sttome treibt, u"«ine andere Kraft, sei es nun der Wind oder der k% es in Bewegung setzt, so muß auch das Luftschiff jL�indc treiben und nur eine neue, andere Kraft könnte g* eine seldstständige Bewegung verleihen. Aber welche? Alle �Uche, alle Bemühungen find bisher hieran gescheitert. Gehen w. w Gedanken alle Bewegungsmcchanismen durch, so finden " die Propellers chraube, die für die Bewegung eines angewandt werden konnte Weder Segel noch ita>r-""UU können dem Luftschiffe nützen, da es nicht auf, ln in dem Luftmeere schwimmt. « kenfo wie die Schiffsschraube, fich im Waffer drehend, das gewissermaßen vorwärts schraubt, indem fie im Waffer ers lll�n wenn auch noch so kleinen Widerstand findet, so könnte eine große, sehr schnell fich drehende Flügelschraube, ähnlich 'bukt wie die Flügel der Windmühe, den Luftballon vor» �treiben. 'failich, bei einem Vergleiche zwischen dem Luftschiff und dem SffllSP müssen wir zugestehen, daß alle Verhältnisse für das aSL weit ungünstiger liegen, wie für den Schraudcndampfer. r wUtl' ist fast 800 Mal dünner als das Wasser, 800 Mal ge- Uvjüfo der Widerstand, den die Propellerschraube in der und �-Jst nun schon der Widerstand des Waffers ein geringer büß gJJwh die Schiffsschraube daher sehr schnell drehen, um des vorwärts zu treiben, so müßte die Propellerschraube »ldent!� fich geradezu rasend schnell bewegen und außer- u~! M sein, um dem Ballon eine nennenswerthe Ge- Mt � verleihen, und was für eine riefiae Angriffs- ._c, mttet dann der Ballon dem Winde! Er ist einem kitSL""ollen Segeln zu vergleichen, das gegen den Wind Setrieden werden soll! Außerdem find die Luftströme et als die Strömungen des Meeres. Windgeschwin- �iu Lon 10—20 Ptetern in der Sekunde find der Durch- Sie« �oüte also ein Luftschiff fich gegen den Wind bewegen tst,. und das wäre ja die erste Bedingung der Lenkbar- ia«iiimi-n Jölnl? wußte es noch eine größere Schnelligkeit besitzen als „" i.do, der Wind um seine eigene Geschwindigkeit es |§ U' v'l�chin � vibt; und um diese Geschwindigkeit zu er- >» o'.wußte seine Schraube von einer ganz gewalti- j, oft gedreht sein. Eine Dampfmaschine von dieser Stärke JyW �wer, als daß der Ballon fie tragen könnte, Men- PP BCl �in alter Komödiant. als das Zigeunerleben der„wilden" ' den viel man auch über das tolle Treiben �'z uiierschöpft.ch""�'' Won erzählt, der Stoff bleibt liauri9 sieht eS aber mit diesen Proletariern de« �>t beiSn- ou8' wenn sie alt werden; im Armendeparte- SiöM Vssor Rathhanfe« weiß man davon ein Stückchen n?.-en- Schließlich kommen die„Künstler" alle wieder jjflf ssopilgert, wo fie sich eine Zeit lang durch deS Ruhe- wo sie(ich eine. «mnn��haufe« D»fln' W endlich im Armendepart-ment ' ir im si) rtnen' um oine milde Gabe oder ein R St 34 3u S«Stf°W�Qufe«u»bitten... stifcdkÄ�tlnt 0or Ä bestbekannten, wackeren Magistratsbeamten IJit--U'onaten ein herabgekommener Schauspieler, ein„fescher" Bonvivant der war. Von da kam er auf MM sHsm und endlich erschien er hier. Der Ehrgefühl, schämte sich der Kollekiemacherei ) direkt an die Kommune, wo er auch eine sung erhielt. Seither waren einige Monate Sx�T. o(« der Beamte vor einigen Tagen wieder an _ i i Ssiu�nt wurde. Er erschien nämlich wieder in derselben ft. W,'.Übe. Anzug wo-"8-...ivlicb. DaS nerröckchen w ichuhe zur N< i�oiu�o» andnenÄewu�sstü'cke' auS. Bescheiden und s.?laßt�ss �in Anzug war ärmlich aber reinlich. &"Wt Ä- ä1 ouch langjähriger Dienstzeit, und dem entsprechend «l'ouw"rCTe»..........— sich fj!" theatralischen Deutsch ftug er den Beamten, südlich s�ver erinnere und als dieser bejahte und ihn Und?' wie eS ihm denn jetzt ergehe, nickte->->»- „ML ,z er zu- Der fügte der Wheuter!" %%%"% als er da« skeptische Lächeln bemerkte M». Mr r f i._ k rrtÄöTtP A n(»TlTlfl___ Ma det t>>' Beamfo1"" v*"""(•-r-i-»- '»w"yat(js,,.'e war überrascht und lächelte >b"'ch k<>w � war mir günsttg," fuhr der alte Mann ' Barls,,«' m ber Burg als Statist verwendet zu 60 fr W geht es noch auf Spielhonorar; ich ** wir w Vorstellung und 40 kr. per Probe. - o» Wohlwollen meiner Vorgesetzten zu ge- abermals. alte Mann schenkraft viel zu schwach und damit kommen wir auf die einzige Schwierigkeit, die der Lösung des Problems des lenkbarm Luftschiffs noch entgegensteht. Theoretisch ist das Problem gelöst durch die Anwendung der Propellerschraube, die den Lustballon vorwärts bewegt. Es handelt sich mir noch um die technische Aufgabe, einen Motor zu bauen, der bei seh-- ge- ringem Gewicht eine hinreichend große Kraft produzirt. Diese Aufgabe kann nicht m hr durch eines Einzelnen genialen Ge- danken gelöst werden, sondern wird mit dem Weiterfortschrerten der Maschinentechnik ihre allmälige Lösung finden. Natürlich konstruirt man dann gleichzeitig den Ballon so, daß er dem Winde möglichst wenig Angriffsfläche bietet. Man macht ihn also nicht kugelig, sondern macht ihn zigarrenkörmig und läßt ihn seine Spitze gegen den Wind kehren. In Betreff des Motors wird man zu wählen haben zwischen Dampf- Maschine und Petroleummotor. Vielleicht gelingt es auch, in künftigen Zeiten in der Elektttzität eine geeignete Triebkraft zu findm. Vorläufig stellich find die Apparate zur Er- zeugung elektrischer Kraft noch schwerer als Dumpf- Maschinen. Durch Anwendung leichterer Metalle, vielleicht Silizium- Aluminium an Stelle dcs Eisens, wird es gelingen, die Motoren leichter zu konstruiren: kurz, es ist nicht Zweifel- Haft, daß es gelingen wird, stetig immer leichtere und stärkere Kraftmaschinen zu erbauen, und damit ist das Problem des lenkbaren Luftschiffes seiner Lösung immer näher gebrocht, auf dem einzig möglichen Wege der Fortbewegung eines mit Wafferstoffgas gefüllten Ballons in der Atmosphäre. Denn alle Versuche, auch den Ballon zu beseitigen und fich allein durch mechanische Triebkraft, durch eine horizontal arbeitende Propellerschraube in die Lust zu erheben, mußten bei der geringen Dichte der Luft von vornherein ausstchts- los sein. Es find schon mehrere viel versprechende Anfänge gemacht worden. So bauten vor einigen Jahren mit Unterstützung der franzöfischcn Regierung zwei Franzosen ein Luftschiff, das — allerdings nur bei stillem Welter— im Kreise herumfahrend wieder nach seinem Adfabrtsorte zurückkehrte. Es besaß eine Eigenbewegung von vier Meter in der Sekunde. Gegen einen schwachen Wind, der in der Sekunde weniger als vier Meter zurücklegte, konnte es aber aufkommen. Wird man erst stärkere und leichtere Kraftmaschinen gebaut baden, so wird man fich auch gegen stärkeren Wind halten können. Frei« lich, gegen Sturm und Orkan im Luftballon entgegen- zufahren, das dürfen wir uns denn doch niemals träumen lassen! Lokales. Di- Anffordwuug zur Einschulung der schulpflichtigen Kinder ziert gegenwärtig wieder täglich unsere Anschlagssäulen. Berlin, so denkt mancher, hat es ja in seinem Schulwesen weit gebracht; seine Gcmeindcschulcn find weltbeiühmt und der Unterricht darin kostet den Schülern und deren Angehörigen zu« nächst nichts. Und trotzdem können wir versichern, daß es in Berlin Leute gicdt, viel Leute, die bei dem Gedanken an die Einschulung ihres so und sovielten Sprößlings verlegen an den Kopf fassen und nicht im Stande find, fich die Frage zu deant- warten, woher nehmen wir Kleidung für den Jungen? Ist aber das Kind glücklich mit dem notlwicr.digcn Habit für den Winter versehen, das zugleich für den Schulbesuch mitausreichen muß, dann kommt die zweite Sorge: die Schulbücher! Ja, mancher Leser lächelt und dentt, das sei eine Klcinigkeit. Ader wenn so eine reich gesegnete Familie von einem halben Dutzend Nachkommen etwa drei bis vier zur Schule schickt und jeder Einzelne von Zeit zu Zeit, in kurzen Zwischenräumen und ohne längere Unterbrechung den bekannten Nickel zu einem Schreibebuch, oder zu Federn, Bleistiften, und wie all die nöthigen Utensilien heißen, fordest, dann kann dem gutastigsten Familienvater ein- mal die Sache zu bunt werden, und die ruhigste Hausfrau wird durch dieses beständige Zupfen am Portemonnaie nervös. Auch ist die Beschaffung der nöthigen Bücher am Beginn des Schul» jahres keineswegs eine so geringe Ausgabe. Von dem Acrger, der mit dem Ankauf solcher Bücher verbunden ist, wollen wir ganz schweigen. Ein Dutzend Schreibhefte giebt den Schülern, die fich dann theilen sollen, Gelegenheit, jedes einzelne Heft mindestens zwei Mal umzutauschen. Der eine braucht vierzehn, winnen, wozu ich die besten Aussichten habe, werde ich mit fester Gage angestellt. Das wäre allerdings ein großes Glück für mich, denn ich hätte fixe Bezüge von 30 fl. monatlich und wäre für meine alten Tage versorgt." „Wie bringen Sie sich aber jetzt durch, da man doch in der Burg nicht täglich Statisten benöthigt?" wandte der Beamte ein. Die Lippen de« neuen Mitgliedes der Burg umspielte ein Lächeln, als hätte man von einer kolossalen Rente ge- sprochen.„Täglich?" bemerkte er,„dann hätte ich schon ein Sümmchen erspart. Vier- bis fünfmal monatlich komme ich doch dran, und da« bringt immerhin monatlich vier Gulden." „Davon können Sie aber nicht leben!" mußte der Be- amte unwillkürlich ausrufen, doch der Mann entgegnete mit philosophischer Ruhe:„Sie irren, man kann auch davon leben, wenn man sichS einzutheilen weiß. Ein alter Freund in Rudolfsheim erlaubt mir, unter seinem Dache zu schlafen; so- dann gehe ich täglich zum Pferdefleischhändler, wo man für 4 Kr. Eßwaaren bekommt, die für einen Mann in meinen Jahren zu einer zweimaligen Mahlzeit hinreichen. DeS Weiteren brauche ich täglich für vier Kreuzer Brot. Andere Bedürf- nisse habe ich nicht. Ich erübrige monatlich I Gulden 60 Kreuzer, die ich auf meine Kleidung verausgaben kann. Allerdings, wenn ich da« feste Engagement erlange"— dabei zitterte seineStimme und seine Augen erglänzten vor Freude—„werde ich mir einen kleinen LuxuS gestatten können. Vorläufig muß ich mich damit bescheiden und mit einem Freiquartier Vorlieb nehmen. Aber ich kann es rückhaltsloS sagen, ich bin zu- frieden und glücklich, in einer ruhigen Stellung zu leben, und e« ist doch auch etwas um die Ehre, der Burg anzu- gehören, wenn man Zeit seines Lebens in so kleinen und ärmlichen Verhältnissen sein Dasein geftistet hat." Der Beamte sah den Mann lange bewundernd an. Endlich frug er ihn, was ihn eigentlich vrranlaßt habe, aber- malS im Hause der Kommune zu erscheinen. Der Befragte wurde verlegen und sagte endlich schüchtern:„Sie hatten einmal die Güte, sich meiner anzu- nehmen, und deshalb wagte ich eS, abermals hier vor- zusprechen. Es beginnt kalt zu werden, und andererseits ist mein Röckchen so defekt, daß ich mich schäme, damit in der der andere einundzwanzig Linien auf der Schreibseite; mit den Bleististen und Federn geht's ganz ähnlich. Mußte doch die Regierung, irren wir nicht, sogar der Kultusminister selber, an» erkennen, daß es am besten wäre, wenn der Lehrer den ganzen Bedarf an Unterrichtsmaterial für die Schüler gleichmäßig ein» kaufen und vestheilen könnte. Praktisch aber war das ohne Zwang gegen den einzelnen Sckü'cr nicht durchführbar, sobald dieser die empfangenen UnterrichtSo,ittel daar bezahlen muß, und deshalb ist den Lehrern in der Provinz kürzlich und den Berliner Gemeindeschullehrern schon längst jeder Verkauf von Unterrichtsmitteln untersagt; ja, es ist nicht mal gestattet, von den Schülern zu ver- langen, daß fie ihren Bedarf von einer bestimmten Handlung entnehmen. Zur Begründung dieser Anordnungen läßt fich gewiß mancherlei sagen. Aber wenn man die Berliner Vcrhätt- niffe genauer bettachtet, so drängt fich einem doch die Frage auf: Sollte in einem so umfangreichen Gemeinwesen nicht einmal der Versuch gemacht werden können, die nöthigen Unter» stchtsmaterialien den Kindem unentgeltlich durch die Schulde- Hörde zu kaufen? Eine ganze Menge der störendsten Unzuträg- lichkeiten beim Unternchl wurde mit dieser Einstchtung beseitigt, eine Menge zum Thell sozialer Ungleichheiten, die oft genug von den Schülern bitter genug empfunden, werden, müßten da» mit verschwinden, mit einem Wost— und hiergegen wird ge- wiß kein Lehrer Widerspruch erheben— der Unterstcht würde durch solche Einrichtung bedeutend gewinnen, und das ist doch die Hauptsache bei dem ganzen Schulwesen. Man wird uns vielleicht entgegnen, daß die Kosten für solche Einrichtungen doch erheblich ins Gewicht fallen dürften. Wtt bestreiten vas ganz entschieden. Bei einem Stadthaushalt wie denr unsrigen würde eine Ausgabe, wie diejenige für Untenichts- mittel bald ihre drückende Höhe verlieren. Man muß nur de« dtnken, wie billig fich die Beschaffung der Unterrichtsmittel stellen würde, wenn eine Behörde, wie der Berliner Magistrat, dieselben in toloffalen Quantitäten bezieht. Und dann denke man doch nur an die Aufhebung des Schulgeldes! Vor we- nigen Jahrzehnten glaubte man noch, und zum Thcil glaubt man es heute noch, die Gemeinden gingen sämmtlich dem Ruin entgegen, wenn das Schulgeld beseitigt würde. Wir sehen heute in Berlin, wie glatt fick die Sache gemacht bat. Uebrigens würde Berlin mit der hier von uns angedeuteten Einstchtung nicht einmal die erste Stadt sein, die diesen Schritt unternimmt; in der Schweiz ist diese Einstchtung bereits durch Gesetz be- gründet. Es wird fich also bei uns zunächst darum bandeln, für diese Einrichtung in den maßgebenden Kreisen Stimmung zu machen. Kommen wird diese Einrichtung ja doch, wie so manches andere, was ebenfalls kommen muß. Die Kesewnth ist selbst unter den noch schulpflichtigen Kindern eine der vcrbrsttetsten und gefährlichsten Krankheiten, tritt aber nirgends in so auffälliger Weise hervor, als bei der großstädtischen Jugend, die durch ermüdendes Spiel und an« regende Beschäftigung nur selten genügend in Anspruch ge« nommen wird. Selbst in den belebtesten Straßen stedt man Knaben in den bekannten„Schmökern" eifstg lesen. Sie ver» geffen alles um fick her, oft die dringendsten Aufträge, um nur eine phantastische Erzählung weiter zu verfolgen. Und könnten wir die Höfe und Familien, immer durchwandern, wir würd n nicht Hunderte, sondern Tausende von Kindem, besonders Knaben finden, die mit gleicher Leidenschaft fich dieser Art Lektüre hingeben. Die Mädchen verfallen derLefesucht weniger oft in bedenklichem Grade, well häusliche Beschäftigungen und Handarbeiten sie mehr in Anspruch nehmen. Dem armen Jungen, der an dieser Kra'kheit leidet, ist es ganz gleichglltig, was ihm zur Lektüre fich darbietet. Er liest alles, was ihm unter die Finger kommt, Gutes und Schlechtes, Leichtes und Schweres. Sein einziger Wunsch ist: möglichst viel, uud es ftnd in der Regel die fähigsten Köpfe, die hoffnungsvollsten Bursche, die von dieser Lesesucht befallen find. Aber diese Lesesucht tövtet alle geistige und körperliche Regsamkeit und Spannkraft» fie verzehrt die Neigung zu ernsthafter Beschäftigung des Geistes und verdirbt dabei das wcrtbvollste Organ des Körpers, das Auge. So ein Knabe liest überall: auf der Straße im Wen« denden Sonnenlichte, in Halddunkeln Winkeln, auf finster» Treppen. In der Schule liegt der„Schmöker" auf den Knien und wird während der wichtigsten Unterstchlsstunden weiter« gelesen. Keine Dämmerung vertreibt den Knaben von seinem Buche. Eine viertelstündige Pause ist ihm unerträglich. Selbst Burg zu erscheinen. Ich bedarf eines Winterrocke« und weiß mir nicht zu rathen. Das Geld, welches ich allmonat« lich Zerübrige, verschlingt der Bedarf an Wäsche, Rc« paraturen und— wie gesagt," hackte er plötzlich seine Rede ab,„es ist mir hauptsächlich darum zu thun, mich drin zu repräsentiren." Mitleidig sagte der freundliche Beamte, daß eS damit nicht so leicht ginge, denn er könnte ihm höchstens zu einer Unterstützung von fünf Gulden verhelfen. Die geknickte Gestalt de« armen Teufels reckte sich empor, und hastig sagte er:„Fünf Gulden? Wo denken Sie hin? Ich bekomme einen Rock, der mir ganz gut paßt, für — einen Gulden, O, ich habe ihn schon gefunden," sprach er mit dem Ausdrucke lebhafter Freude,„der Eigenthümer steht mir im Worte, falls ich mir heute das Geld auf- treiben kann." Wenige Minuten später erschien das„Mitglied de« Burgtheaters" wieder vor dem humanen Beamten, eine Fünfernote krampfhaft in der linken Hand gepreßt, die ihm eben in der Armenabtheilung ausgefolgt wurde. Er wollte feine Dankbarkeit ausdrücken und etwas sagen, aber die Freude schnürte ihm die Kehle zu, und wie er dem Beamten demüthig seine Rechte hinstreckte, zitierte dieselbe, und die Thränen begannen über das Antlitz niederzurieseln, dun» eilte er hastig von bannen. Man darf es dem Beamten wohl auf's Wort glauben, wenn er versichert, daß er im langjährigen Verkehr mit de» Unglücklichen nie so ergriffen war, als in diesem Augen« Klingt eS nicht wie ein Märchen, daß ein Mensch heut- zutage in Wien mit acht Kreuzern täglich sein Auskommen findet und sich— das ist wohl das Wunderbare an der Sache— zufrieden fühlt, daß ein solcher Mensch die Aus- ficht, eine feste Stellung mit dreißig Gulden Monatsgehalt zu erlangen, wie eine paradiesische Verheißung betrachtet? Das ist doch ein Original, wie es nur das Theaterlebe» zeitigt, allerdings ein sympathisches Original, dem Tausende anwidernde Gestatten gegenüber stehen, verlotterte Gesellen. deren Charakter— Schmiere ist und Schmiere bleibt. _ B. B. der ärmste Knabe weiß sich für wenige Pfennige mit Büchern dieser Art zu versorgen. Es giebt eine eigene Literatm für diese Kranken. Die bekannten buntvcckligen Heftchen, die für S, 10, 15 und 20 Pfennig zum Aerger aller Erzieher in den Buch- und Papierhandlungen zweiten Grades die Fenster und Schaukästen füllen und mit ihren verheißungsvollen Titeln und grellfarbigen Bildern die Jugend anlocken. Mancher arme Knabe, der nicht satt zu essen hat, erwirbt allmälig oft über ein halbes Hundert dieser Bändchen. Aber auch diese Zahl vermag vas Lesebedürfniß nur kurze Zeit zu de- friedigen. Dann wird zum gegenseitigen Austausch geschritten. Die von derselben Krankheit Angesteckten kennen einander und leihen stch ihre Schätze. Es besteben förmliche Verbindungen unter den Knaben, die stch selbst„Schmökervereine" nennen und stch zuwellen durch bestimmte äußere Abzeichen, Schleifen, Knöpfe zc. kenntlich machen. Sieht man ganz ab davon, daß die auf diese Art der Jugend übermittelte Literatur seicht und gehaltlos, oft sogar verschroben und unsittlich ist, so ist diese Leserei schon an stch so gefährlich und verderblich, daß nicht scharf genug dagegen vorgegangen werden kann. Schule und Haus müssen dem Uebel gemeinsam steuern. In vielen Schulen werden gelegentlich die Mappen revidirt und die aufgefundenen Schmöker beschlagnahmt und verbrannt oder den Eltern mit einer entsprechenden Mittheilung zugesandt. Viele Eltern werfen die bunten Lappen gleichfalls ins Feuer, wenn fie ihnen zu Geficht kommen, aber die Wachsamkeit des Hauses scheint doch nicht allgemein zu sein. In Hunderttausendcn von Exemplaren find diese Bücher verbreitet. Verkehrt wäre es allerdings, dem Knaben seine Unterhaltung einfach zu nehmen und nichts an deren Stelle zu setzen. Dann verfällt er dem Müßiggang und seinen Folgen. Auch die Lese- wuth wird in der Regel aus dem Müßiggange geboren. Zu- erst greifen die Kinder aus Langerweile zu der erreichbaren Schundliteratur, besonders in den Stunden, in denen fie ohne genügende Beschäftigung an das Zimmer gefeffelt find. Auch in den Unterrichtsstunden, in denen solche schlechte Disziplin mit einem trockenen, schläfrigen Unterrichte stch vereinigt, verfällt manches Kind aufs schmökern. Ist es aber erst an die opium- artige Wirkung des gedankenlosen Lesens gewöhnt, so flieht es selbst die anziehendsten Spiele und Beschäftigungen, um stch dem verdummenden Lesedusel zu überlaffen. Die Jugend lechzt nach Beschäftigung, nach Arbeit und Spiel, die Körper und Geist in lebhafter Thätigkeit erhatten. Darum gebe man ihr beides in ausreichendem Maße! Daneben darf auch eine gute Jugendschrift, welche den Geist bildet und das Gemüth veredelt, nicht fehlen. Dadurch wird das Kind gegen die Lese- sucht gefeit und damit gegen eine ganze Reihe von schädlichen Einflüssen. Auch eine Gründung. Herr Zivilingenieur Albin Wald, der, wie er angiedt— der Adreßkalender nennt ihn nicht— Berlin SW., Hagelsbergerstt. 19, Hof 3 Treppen wohnt, versendet ein metallograpbittes Zirkular, in dem er eine so eigen- artige Gründung empfiehlt, daß wir nichts besseres thun können, als ibn selber sprechen zu lassen. Herr Alhin Wald schreiht also: Berlin, am 16. August 1888. S. T. Falls Ihnen daran liegen sollte, durch den Abschluß eines Sveditions- und Kommisfions- Geschäfts innerhalb der nächsten Jahre nicht nur ansehnlichen baaren Verdienst zu erzielen, son- dern auch zu noch größerer Hebung Ihres geschäfttichen An- sehens das Prädikat„Hof-Spediteur" oder einen andern Tttel, z. B. Kommisfionsrath, Kommerzienrath zc., wie eventuell eine sonstige Auszeichnung zu erhalten, ohne dafür Honorar zahlen zu müssen, dann bitte ich, in Ihrem eigenen Interesse das Stach- stehende gütigst bis zu Ende zu lesen: Da automatische Personenwagen jetzt überall mehr und mehr in Aufnahme kommen, so habe ich eine derarttge Waage konslruirt. welche vor allen sonst exiftirenden bedeutende Vor- «ige besitzt und z B. nicht gestattet, daß für ein Zehnpfennig. stück mehrere Personen oder Kinder gewogen werden können, wie bei anderen Personenwaagen oft geschieht. Ferner bringe ich mit meiner Waage noch verschiedene sehr interessante Sieuheiten in Verbindung, die den Lokal- oder Geschäftsinhabern ebenfalls höchst angenehm sein werden, well die qu. Neuheiten geeignet find, tin Publikum viel Aufsehen zu erregen und infolge dessen auch weit größeren Zu« drang herbeizuführen. D-e englische Gesellschaft stellt ihre Waagen nm miethsweise aus, wünscht für gewöhnlich keine zu verkaufen und giebt eine solche mindestens unter 2000 M. nicht ad. wie ich für bcsttmmt hörte; auch die Waagen der Aktiengesellschaft Frister u. Roß. mann werden nur miethsweise ausgestellt und find käuflich nicht zu bekommen. Wenn man nun automatische Personenwaagen direkt und billig verkauft, so daß die Lokalinhader Jahr ein Jahr aus die ganze Einnahme stets allein haben, so läßt stch ein kolossaler Absatz nach der durch mich zur Anwendung kom- Menden rationellen Vettriebsmethode um so leichter erzielen, wenn eine Waage vor allen anderen so große Vorzüge befitzt und mit so interessanten, zugkräftigen Nmheiten ausgestattet wird, wie es bei der von mir erfundenen thatsächlich der Da meine Waagen bei fabrikmäßiger Anfertigung für zirka 100 M. herzustellen find, so könnte ich dieselben schon mit 200 M., also für den zehnten Tbeil des englischen Preises verkaufen, ich werde zunächst indeß den Preis entsprechend höher stellen. auf Wunsch jedoch auch Theilzablungen zc. bewilligen; wo höhere Preise aber nicht zu erzielen find, werde ich dieselben ansehnlich ermäßigen, weil das Sprichwort: „Die Masse muß es dringen", im vorliegenden Falle um so mehr am Platze ist, als ich nach Ausführung meiner noch vorhabenden größeren Erfindungen mich um die automatischen Waagen wohl nicht mehr lümmern werde. Vicht lange noch der zunächst für diegrößeren Vergnügungs- Lokale bestimmten Konsttuktion meiner Waagen wird auch die für geschäftliche Reklame bestimmte zweite Konstruttion in Angriff genommen, welch letztere Waagen für die größeren Kolo- nialwaarengtschäfte. Zigarrenbandlungen, Konditoreien und viele andere Kescbäfte, denen an starker Frequenz gelegen ist, von Hoher Wichtigkeit find. Da sonach bei der Vorzuglichkeit meiner wesentlich verbesserten und infolge der verschiedenen Neuhetten auch weit interessanteren automatischen Personenwaagen um so mehr ein umfangreicher Absatz zu erzielen ist, und weil mir auch an gleichmäßig guter Arbeit liegt, so möchte ich Einrichtungen tteffen, meine Waagen selbst anfertigen lassen zu Für ein so lukratives Unternehmen könnte ich zwar leicht einen Kompagnon mit ausrrichcndem Baarkapttal bekommen, es wäre mir aber lieber, wenn fich das Unternehmen ohne wirklichen Kompagnon ausführen li.ße. Da es nun doch viele gut 5 wirke Herren giebt, denen es unzweifelhaft lieb wäre, innerdaib er nächsten Jahre entweder zur Hebung des geschäftlichen An- sehens das Prädikat„Hoflieferant" oder Hof-Buchdrucker,-Kon- diror,-Juwelier.-Maurer- und-Zimmermeister,-Mechaniker, -Kunstschlosser.-Optiker zc., oder der gesellschaftlichen Stellung wegen einen Titel, wie z. B. Kommisfionsrath, Kommerzien- räch, Professor zc. zc., eventuell eine sonst entsprechende Aus- zeichnung, ja unter Umständen auch das Adels-Diplom zu erhalten, und weil ich sogar mehreren Herren etwas Aehnliches spätestens anfangs der bevorstehenden neunziger Jahre bestimmt zu verschaffen vermag, wünsche ich stille BetheUigung einiger Herren mit mäßig entsprechendem, daarem Kapital, welches bereits im nächsten Jahre zurückgezahlt wird und wofür ich(von der Höhe desselben) eine feste Tantieme von 25 pCt. gewähre und außer- dem notariell mich verpflichte, die doppelte Beitrazshöhe des Beth-iligungskapitals als Konventionalstrafe zu zahlen, wenn ich nicht spätestens anfangs der devorstehenden neunziger Jahre das Vereinbarte beschaffen sollte. Um jedoch bald und sicher zum Ziele zu kommen, muß die Sache zuerst anders in Angriff genommen werden, wozu mir aber die Beihilfe einer intelligenten Firma erforderlich ist, die dafür noch in diesem Jahre einen indirekten Verdienst von ca. 4000 M. einheimsen und außerdem noch weitere, sehr annehmbare Vottheile erzielen kann. Weil ich außer einer eigenen Fabrik(wenn dieselbe zunächst auch nur klein sein sollte) für mein lukratives, mtt den vorzüg- lichsten auswärtigen Ländern in Verbindung kommendes Unter- nehmen gleichzettig eines entsprechenden Kontors mit Wohnung daran bedarf, so wäre es nöthig, zunächst eine voiläufige Einrichtung zu treffm. Möbelfadrikanten und Händler von Kontor Utensilien riskiren aber nichts, wenn fie diverse Gegenstände, die ja bis zur baldigen Bezahlung deren Eizenthum bleiben können, einstweilen auf Kredit geben, und ebenso verhält es stch mit Werkzeugfadrikanten oder Händlern. Wer nun bis zur Bezah lung der Gegenstände dafür noch 25 pCt. Tantieme und inner halb der nächsten Jahre unentgeltlich einen Tttel haben will, für welch letzteren ich im Nichrbeschcffungsfalle eine erhebliche Konventionalstrafe whlen müßte, der kann fich bei der hohen Tantieme von 25 pCt. wohl auch noch mit etwas Baar bethei- ligen. Sobald aber entsvicchende Einrichtungen und min destens einiges Betriebskapital vorhanden ist, findet fich auf Annoncen alles andere gar bald. Wer mir zuerst zur Erlangung der nothwendig von mir gewünschten Einrichtung behllflich ist, dekommt ein sehr anstän- iges Honorar, welches ich vom Tage der vollendeten Einrichtung an bis Uttimo dieses Jahres pro Monat auf je'.000 M. normire, und bei energischem Vorgehen könnte das bischen Einrichtung so bald vollendet sein, daß dies Honorar allein fich noch ganz oder doch nahezu auf 4000 M. deliefe, während aller im Herbst beginnende Speditions- und weitere Verdienst fich nach Um ständen und Vereinbarung richten würde. Da nun die Herren Spediteure meist in ganz Berlin gut bekannt find und zur Erledigung der ve:schiedcnsten Kommisstonen entweder selbst entsprechende Kräfte befitzen oder geeignete, intelligente Herren kennen, und weil ich mit Beginn des Ver- triebes meiner Waagen wie bei meinen wettern sehr umfangreichen Unternehmungen für Versendung und Inkasso zc. einer zuverläsfizen Speditions- Firma dedarf, und selbiger künftig sowohl zu enormen direftem oder indirektem Verdienst wie zu Tttel und Würden verhelfen kann, so wäre es mir lieb, schon jetzt mit einer derartigen Firma in Verbindung zutreten, welcher mehr an wirklich großer, sich auch auf andere Städte und Länder erstreckender Ausdehnung und reicher, ehrenvoller Zukunft gelegen ist, als an einem sofott beginnenden kleinen Tagesverdienst; denn wer ernstlich nach Großem strebt, wird oder darf eine kleine Mühe weit weniger scheuen als manche andere Firma, die entweder nickt gern die alltägliche Gewohnheit durchbricht und überschreitet, oder bereits allzu stark mtt Geschäften über- bürdet ist. Im Fall Sie auf Grund meiner heutigen Mittheilungen geneigt sollten, sich behufs eventueller Ucbereinkunft zunächst erst genauer zu informiren, dann werde ich auf desfallfige Benach- richtigung nicht verfehlen, Sie zu besuchen, müßte jedoch bitten, gütigst die verschiedenen Taglszeiten anzugeben, wo Sie am besten zu sprechen find, da ich gegenwärtig nicht jeden Tag und nicht zu jeder Stunde zu kommen vermag. Ausdrücklich bemerke ich, daß Sie selbst fich nicht mit größerem Kapital zu betheiligen brauchen; trotzdem würde ich Ihnen gegenüber mich zur Zahlung einer Konventionalsttase von mindestens 10 000 Marl(zehn tausend Mark) vezpflichten, wenn ich Ihnen das, was jetzt etwa vereinbatt werden sollte, zur ver- sprochenen Zeit nicht beschaffen würde. Ihnen schon jetzt und ohne näheres Bekanntsein glaubhaft auseinander zu setzen, daß ich vielleicht noch zu Ende des Jahres 1889, mindestens aber anfangs der devorstehenden neunziger Jahre Ihnen einen Titel oder eine sonstige Auszeich- nung destimmt zu verschaffen im Stande bin, könnte eventuell mein eigenes Interesse schädigen; Sie können fich aber wohl selbst sagen, daß ich mich nicht freiwillig zur Zahlung einer so hohen Konventionalstrafe erbieten und verpflichten würde, wenn ich meiner Sache nicht vollständig sicher wäre! Trotzdem zu Waagen oder sonstigen Präzistonsmaschinen Holz lein paffendes Material ist, habe ich in meiner Modell- Kellerei dennoch, und noch dazu aus altem Holz, eine auto- matische Jntenmswaoge angefertigt, die fteilich nur 90 Kilo trägt, während meine richtigen Waagen dann eine auf 130 Kilo laufende Skala bekommen." So weit Herr Aldin Wald. Wem alles das für die Sicherheit des zu Bietenden nicht genügt, dem bemerken wir, daß Herr Albin Wald auf seinem Rundschreiben in violettem Druck anfübrt, daß fich in seinen Händen die Direktion des„Bureaus für Einführung der prakti- schen Luftschifffahrt" befindet. Das genügt. Z« gütig. In den Berliner Micthskontraften spiell die sogenannte„Hausordnung" eine große Rolle, indem dieselbe eine Menge Vorschnflen enthält, deren Übertretung die Exmission der ganzen betr. MIethspattei zur Folge hat. Um nun die theuren Miether vor einer solchen Eventualität nach Möglich- keit zu schützen, find die Berliner Hauswitthe in ihrer bekannten Mildherzigkeit nach Kräften bemüht und suchen das Gedächtniß ihrer Mtether bezüglich dieser Hausordnung nach Möglichkeit bei allen Gelegenheiten aufzuftiscken, sei es durch persönliches Dazwischenfahren, sei es durch Andringung von Schildern oller Art, welche lakonische Auszüge aus der„Hausordnung" ent- halten. Das größte Wohlwollen gegen seine lieben Miether hat aber zweifelsohne ein Wirth in der Linienstraße bewiesen. Da man den Miethskontratt unmöglich immer bei der Hand haben kann, um vor der Vomahme irgend einer Vernchtung im Hause erst die Hausordnung studiren zu können, hat er dieselbe auf dern Hofe an die Wand seines Hauses schwarz auf weiß an- malen lassen, so daß fie jeder gleich vor Augen hat und fich de- quem darüber informiren kann, was verboten ist und was nicht. — In der That: Zu gütig! Guter Appetit der Kourgeoiste. Nachdem das Bundes- schießen in Halle a. S. seinen Abschluß gefunden, erscheinen einige Angaben über Verbrauch von Speisen der Mittheflung werth. Allein in der Festhalle wurden u. a. verbraucht: 1767 Pfd. Kalbskeulen, 809 Pfd. Filet, 1219 Pfd. Hinterviertcl, 258 Pfd. Kalbsnieren, 180 P!d. Hammelfleisch, 96 Pfd. Schweinefleisch, 155 Pfd. Speck, 99 Pfd. Schlackwurst, 188 Pfd. Schinken, 151 Pfd. gekochten Schinken, 50 Pfd. frische Wurst, 1835 Pfd. Wild, 340 Slück Hähnchen, 41 Gänse. 70 Pökel- zungen, 252 Pfd. Aal, 51 Prd. Steinbutt, 39 Pfd. Zander, 90 Pfd. Schleie, 725 Pfd. Lachs, 100 Pfd. Kaffee. 80 Liter Milch. 43 Ltter Sabne, 115 Pfd. Zucker, 6800 Brörchen, 193 Schwarzbrote, 700 Pfd. Butler, 17 Schock Käse, 100 Pfd. Schweizerkäse. 1 Anter Sardellen. 1 Tonne Heringe, 1 Tonne Gurken, 4 Tonnen Eifia. 200 Pid. Salz, 100 Pfd. Mehl, 2600 Pst». Kartoffeln, 90 Torten. 26 Schock Zwiebeln, 10 Schock Salat, Iii Schock Gurken, 70 Pfd. Provenceröl, Gemüse, Früchte ic. Zur Norfeier des Ktralauer Fifchzuge« waren am Sonntag unzählige Menschenmaffen nach-Stralau und dem be- nachbanen Rummelsbura geströmt. Nur mit Mühe vermochten unsere Fuhrverkehrsanstalten die nach Zehntausenden zählenden Menschenmengen nach dem östlichen Vorotte zu schaffen und schon von Vormittag ab boten die Stralauer Wresen ein eigen- thümliches, den Charakter eines Volksfestes tragendes Bild. Am Nachmittag nahm der Menschenstrom derartig zu, daß man nur mit Mühe bis zur Stralauer Dorfkirche, dem Mittelpunkt der Budenstadt, vordringen konnte; hier haben die beoeutendsten Schau-Etablissements ihre Zelte in langen, gassenförmigen Reihen aufgeschlagen und mtt ohrenbetäubendem Lärm ver- künden die Ausrufer die Pracht und Herrlichkeit alles WA was hinter dem Leinenvorhang für nur einen Nickel kesow wird. Da ist das Krokodll-Theater, auf deffen Vorbau em* Matrosentracht gekleideter Mann ein etwa einen Fuß Keokodil mit der Bemerkung vorzeigt, daß diese gefäbrli» Amphibie in ihrer Heimaih Menschen fresse; gegenüber bat o* Konkurrent eine lebende Schildkröte auf den Vorbau gesetzt um paraditt damit als Empfehlungsschild. Etwas weiter davon stedo auf einer Brettere: höhung 3— 4Männer in Trikos, diefichalsstarli» Herkulesse der W ll verkündigen und das geehrte Publilum ze» heutigen Ringkampf mit 1000 M. Einsatz auffordem. Trüden A tönen die Weisen eines unsichtbaren Orchesteis, welches fiW® Innern des mit Dampf getnebenen prächtigen Kawuffels 1» finvet, das außerordentlich stark besucht wird. Eine dio» Menschenmenge umsteht den wandernden Zirkus, dessen M glieder soeben Tellersammlungen vornehmen, ein Konkvrrrfv mstitut für jeden schwarzäugigen Savoyarden, der soeben)«* phantastisch geputzten Affen unter dem Jubel der Menge tanp läßt. Viele Hunderte umstehen die großen, bunten Bilder, de-o Jnhatt ein Mann mit heiserer Stimme dem Publikum V* Bisten giebt. Die lebendig begrabene Braut oder das Tod» mtheil auf dem Todtenbett, das erwachte Gewissen oder#» Leichenraud erwecken fichtbare Sympathien und gelindes Gro" im Publikum, das, den noch dampfenden, fnschgcdcaern Kartoffelpuffer, die„Plinze" in der Hand, andächtra den M lichen Inhalt dieser Mordthaten anhört. An den Würfelduw geht es recht ledhast zu, denn Jeder will einmal das Glück* suchen. Die Bierzelte find mit lärmenden Menschen,.'' Radauhüte, Nasen, Fischzuosorden, blaue Pincenez tragen, u»- füllt und bis zum späten Abend hinein dauert de Trubel"J' der Verkehr, deffen ungestötten Gang 25 Mann der darmerie des Kreises Teltow aufrecht erhalten. Der Souour in Stralau ist der Vorgeschmack zum Stralauer FischM fr kommenden Freitag; hoffentlich ist derselbe von günstigem degleitet., Auf der Kerliner Ktadtbahn ist neuerdings W Ordnung getroffen, daß der Zutritt zu den Stationen weise die Ausgabe von Billeis eingestellt werden soll,"'il die Züge gefüllt, beziehungsweise so viel Billets uusßOjT find, als Passagiere m den Zügen Platz haben. Es iß% kennbar, daß hierdurch die Ordnung auf den SiationW� gewahrt ist, als bisher und daß der Ueberiullung dcc-M vorgebeugt ist. Sache der Sladtbahnverwaltung wirb nach den gewonnenen Erfahrungen über die verschiedene% keit des Verkehrs in den einzelnen Tagesstunden die LWL Züge und die Häufigkeit derselben entsprechend cin;u% Auch ein großer Verkehr und ein plötzlicher Andrang luK recht gut bewältigen, wenn nur die Verwattungsorgane � dem selbstverständlichen guten Willen auch einige Finbip' Bezug auf Auskunftsmittel befiyen.. Was ift ein Kerliner Kauswirth? Der HausWj verein des Wedding und der angrenzenden Bezirke d.auAjj diese Frage in einem Aufrufe an die Hausbesitzer seines c-'L folgendermaßen:„Noch immer ist der Grundbesttzer dos thier des städtischen Gemeinwesens, der Prügeljunge der behörde. der Hausknecht seiner Miether, das Opfer unl% Geldmänner. Von allen Setten drohen dem legitimen Gefahren. Er bildet den Sturmdock zwischen den Bestrebungen nach unten und oben, und darum w-rd er erb� und von den sozialen Strömen der Zukunft wegg spült, er nicht unter einer gemeinsamen mächtigen Falme sich um den Stürmen, die ihn bedrohen, Trotz zu bieten."— Sammelstelle," heißt es dann weiter,„kann nur unser sein, der unter der Devise:„Alle für Einen, Einer für das Wohl und Wehe des Hausbesitzers mächtig vertritt. 3 bitten wir Sie, nicht zurückzubleihen und stch uns anzusw im Kampfe um unser gutes Recht und die Stetigkeit u Besitzes."— So zu lesen im Organ des Bundes der B« Grundbesttzervereine,„Das Grundeigenthum", im Zeitalttt Statistik, welche nachweist, daß der Feuerkassenwerth sammle Häuser Beilins zwei Milliarden Mark, die Hypolhekenschu dagegen über drei Milliarden Mark betragen, die„Steti des Befitzes" stch also in den Händen überschuldeter Hau: watter befindet, welche durch enorme Miethssteigemngeu zwei elt M?" aus! «%tcn; f Äuberoi W ebenso Mourant te k* »SL Von 1 J e acht alte vnh neiJ unter fc ____ 3« K «Mnjjfet„e �lrvffen, w« ??rben un! Aisterium fetnung: m !? fielai der Medingen M �dgebore i i ber ge «bentage �tag 10; "labend l.ss, Sch bbusten �senschTOir �wkatarrh 1 burck, .�ens).(5 l'f Äa BfWflet blick Jahre 8, Jte 73. w hrefigen J S�liße, roele b Standesö Mn-Köln edttch- un SÄÄ M »tv Aachen 2 fe Befiythum aufzuschwingen fich bemühen. So_ des Heils 1888, in welchem das gemeinsame wehr unberechtigter Ausdeutung und Chikane die„Vere der Miethett' zu einer bisher ungekannten Hochflut» schwellen ließ. � Zur Nachachtung. Die vom Amtsvorstande in ttjgA derg erlassene Polizciverordnung, den Verkauf von fcW betreffend, findet bereits Nachfolger, wie folgende Mtin 3o']' der Polizeivcrwaltung in Liebenwalve zeigt. Der einzige � p anderen' graph der Verordnung lautet:„Verkäufer von Backwaare»�, �-vohnern l anderen Genußmitteln, welche zum Verzehren bereits fcrW# Motzest(Vo find vervrlichtet. die Nlaaren den ffnuf«™ selbst zUjUl �ch Paris von einander H fie beim Verlassen des Lokals oder im Lokal von Kriw � �nn. der n beamten(zirka ein Dutzend) verhaftet wurden. Sie wurden.»Nnes mach der Polizeiwache nach dem Dtolkenmarkt gebracht, mußte"&%ten Bcrl 1 1 1 kt-i M frrtn»-v\, l Or» f-licklv J ♦■«■»4» f. f «Ä1 ssen und iugercl find verpflichtet, vre Maaren den Käufern selbst»ui�ckj O?- Paris 1 und dürfen nicht dulden, daß letztere die zu kaufenden? betasten und aussuchen. Zuwiderhandlungen werden m't k" büße bis zu 9 M., im Unvermögensfalle mit verhältnM» Hast bestraft.— Diese Verordnung tritt mit dem Tagt Verkündigung in Kraft." GW junger Kerliner, der 14 Jahre alte ZimmettK� sMrzahl ling Richard Walter, hatte am ersten Pfingslfeiettage, i,: 456-- d. I., während eines Besuchs bei seiner Mutter, der � Meldm Walter in Schmarmitz. Kreis Grünberg, den 15 JahttÄ, Essern 104 Schuhmachcrlehrlina Reinhold Krug aus Züllichau,®*tö L. Voli,eit beim Baden in einem Wasserloche in Lebensgefahr g�,., c Ecke der war, mit Muth und Entschlossenheit vom Tode des Erttt"�« �gefunden> gerettet. Der k. Regierungspräfident zu Liegnitz dringt. 4« bemfel mehr diese That mtt dem Ausdrucke der vollsten Anerkenn Elender Ga zur öffentlichen Kenntniß. m ,m Verhaftung. Am Montag Abend saßen einige Ar»„ die Herren Tischler Pielecke, Winter, Seelig, Mix,® � Tapezier Hamann, Drechsler Tnmper, Gelbgießer SUarW_„ r0. Buchbinder Höhne, bei Buggenhagen am Moritzplatz beim rW vor d« Bier. Die Herren saßen nicht zusammen, sondern an ciiw( O Anklage 1 rander entfernten Tischen. Zusammen kamen sie ct' j j«"'Mann W die Stacht zubringen und wurden, nachdem fie verhört w am Dienstag Stachmittag gegen%3 Uhr erst entlassen- Dienstag Morgen war noch der Tischler Herr Bötichcr n i, der sich Schlafsaales und stürzte stch dann kopfüber hinab. Dw 7. jß betr. B. müde wäre unfehlbar auf dem Steinpflaster des Wf(n die s schmettert worden, wmn fie nicht auf eine, vor einem � ihn c fenster ausgespannte Marquise gefallen wäre, wodurch vi» � KM trotz! des Sturzes abgeschwächt worden ist. Die Marqu»' Z so �Brille l vollständig durchschlagen; die K. kam mit einem BrU-bZ rechten Unterarmes und einigen Hautabschürfungen dav»� wurde, nachdem man ibr einen Siothverband angelegt ein Krankenhaus geschafft. Dort gab dieselbe an,.0»� .%%% einen Settst1* Sonista,3 1» fitii Verzweiflung über ihre unglückliche Lage adfichtigt habe. Aach auf dem Tegeler See hat fich am n.-„m. Unglücksfall ereignet. Nach eingetretener Dunkelheit 1«-5■ ge; Ruderboot, in welchem fich zwei Damen und ein Herr» rN; mit einem ihm entgegenkommenden Seaelboot derart 1"' Ack SU jb deriefa daß erster«! sofort kenterte und die Insassen in die gfl?»,.... veni-i.' des Ertrinkens gebracht wurden. Zwei Herren von dew j doot sprangen sofort zur Asfistenz über Bord und& Reste fö, &P' wie! alliS W#' Zickel k-d-A ioibau fi«■ nübet bat t® >u gesetzt � t davon >fickalsswlß! JuWilum je» n. Dnid»» 'elchcsfich« Ratoufictö* (Sine dM« Deffcn 5* t Äonfetrw c soeben M Menge tanp Bilder, � ubltlum r r das Io% rifigebaiee» itifl ven gm Würfrldu» >as Glück*' lenstben,* 1% nn der S» Der Sonnw Kswei mit den Fluthen Ringende zu erfassen und auf Segelboot zu schaffen, mährend die eine Dame ihrem «Jichal überlassen werden mußte. Ein Glück war es für die Messende, daß ihre über der Wasserfläche fich gleich einem «auon ausbreitenden Kleider fie vor dem sofortigen Sinken be- ; sie konnte, obgleich von Angst, Schreck und Kälte «»dezu bewußtlos, mit Hilfe anderer, in der Nähe befindlicher (DßnfnTIg nn* otntnpr nphnrnptt mpri�en. fJldd) LlNLM verfiel die junge rm Dieser uno maxie iwrrexuw rn einem Wagen Jv�in in ihre Wohnung geschafft werden. ,. Sie elf städtische» Hchwtmm-«nd Kadeanstalte« mid ,» der Woche vom 12. bis 18. August einschließlich von Wammt 34436 Personen benutzt werden. Davon gehörten � o% dem männlichen und 10540 dem weiblichen Geschlechte Aon dem Gesammtverkehr entfielen 28 596 Personen auf « c acht älteren Badeanstalten, der Rest von 5840 Personen auf i.iv"kuen Schwimmanstalten an der Schleusen-, Waisen- »nd unter der Schillingsdrücke.„ v.?« Berliner Aquarium find mit dem Rerchspost- »Sachsen" aus Shangai zwei chinefische Krokodile ein- ° ssUnen, welche vom dortigen Generalkonsul Herrn Socke er- otben und an das Auswärtige Amt gesandt, vom Kultus- ?i?<> um bem Berliner Aquarium überwiesen worden find. Z* Mere. ein Pärchen, 1,65 res». 1,45 Meter lang, stammen Distrikt Hstaofevg im Su(Bezirk) Huschau. Provwz Z�unng, nahe dem Taibll'See, wo fie einem Lung ch' ih oder t"fNchenteich genannten Gewässer gefangen wurden. Die Ent- I??ung des Fundortes von Shangai soll 800 Ii oder 400 Kfio- 9,!? �Hagen. Der Besitz dieser beiden in ihrer Heimath Tu , UJ-»Eiddrachen", genannten Thiere ist für das Aquarium m io werthvoller. als bisher noch niemals ein Exemplar dieser U» Innern Chinas vorkommenden Spezies lebend nach «elangt ist. NM t uiAfC Es iü< atwpßA g bctjE, mitDgZ ebene 1*% Die üWw ' cinzA mg 'ffj' r HausA 'Ä'S fer unlüS wtimenJ >en gadwb. rrd er et®* J spült, ckj ' stch 3# tritt.% i anzusch -gleit U ! der , Zeitalte-' ih sämmti Nhekenschu )ie„Stets icter Ha �»«angt ist. der m5?�««g der Keuällrert«g der Ktadt Kerliu. In schließ vom 29. Juli bis 4. August fanden 211 Ehe« 86 mis®e,n ftatt. Lebendgeboren wurden 667 Kinder, darunter % Mehelich, todtgeboren waren 33 mit 5 außerehelichen. Sfort.*"dnebotencn find 31,5, die Todtgeborenen 1,2 pro &bm,x.& Bevölkerung, die außerehelich Geborenen find bei den "-"geborenen 9,9, bei den Todtgeborenen 15,1 pCt. Die gemeldeten Sterbefälle betrug 626, die stch auf die ie wie folgt verthellm: Sonntag 97, Montag 74, donnngl. s. �'™ Mittwoch 86, Donnerstag 104, Sreitag 72, lem?? Ä>. 89. Bon den Gestorbenen erlagen an Ma> *euAi»m 3, Rose—, Diphthentis 15, Bräune 2, ».Mvusten s ojnhKpfefi»-..-— ll der iten bis bis LUNiqwwdsucht 67, Diarrhöe 56, Brechdurchfall 86, Atagen- «i»,-)?vih 28. Durch Vergütung kamen 5 Personen um, hier- wtcb Selbstmord, 1 durch Alkoholvergiftung(Delirium ene). Eines gewaltsamen Todes starben 13 Personen, und durch Verbrennung oder Verbrühung 2, Er- 2, Erhängen 4, Ueberfahren 2, Sturz oder 2, Operation 1. Hierunter find 5 Todesfälle Selbstmord herbeigeführt. Dem Älter nach find äs,% St %&&,%%% Irt 8Ä »a hrefigen Krankenbausern starben 120, einschließlich 11 Aus- £ welche zur Behandlung hierher gebracht waren. Auf «o Standesämter vertheilen sich die Todesfälle folgendermaßen: �lin-Köln- Dorothecnstadt(1) 24, Sriedrichstadt(Ii) 12, '(brich: und Schönebcrger Vorstadt( Ii) 30, Sriedrich- und •Molhofer Vorstadt(IV) 44, Louisenstadt jenseits, westlich uA- 45 Louisenstadt jenseits, östlich(Vb) 47, Louisenstadt dies- und Neu-Köln(VI) 40, Stralauer Viertel, westlich(Vlla) � Uraiouej Viertel, östlich(V Ib) 49, Königstadt(Vit)) 31, MTv0"« Bieitel(iX) 41, Roscnthaler Vorstadt, süd- tLF») 45, Rosenthaler Vorstadt, nördlich(Xb) 41, %o%*%ei Vorstadt(X.) 60, Sriedrich- Wilhelmstadt und "«. n 22,7'Xll) 38. Wedding(Xlli) 60. Die Sterbefälle find lerungen u �. vro Mille der fortgeschriebcnen Bevölkerungszahl -L-T,— Die Sterdlichkeitsziffer in folgenden Siädten suhl L Neschen Reiches mit mehr als 100000 Einwohnern betrug .®rteWI|L�(n 21,6, Altona 26 1. Barmen 17.5, Bremen 15,8, ochflut» ig'% 28,9, Chemnitz 23.6. Danzig 27.3, Dresden 21.5, jii"*' wq, vrf 24,9, Elberfeld 16,1, Frankfurt a. M. 12,7, Hamburg i-, vororten 22,8, Hannooer 20,0, Köln 30,3, Königsberg 26,3, O«« onr. �. jyv it CTTir.„ J.-- 0 1 O M."._ U— � OO A Tag« M finerlevv� lender Gardinenbrand statt. ae Ard-Z hört n> etlassen-, Ti von ..... Ämsterdam 16,9, Liverpool 18,6, London -jTYw W* lin•wliUOUUltJ i. c. Großstädten Europas mit n eM%ei � betrug die Sterdlichkeitsziffer in » ,alb>� 15z M fBorwoche) 33,5, Dublin 21,1, Liverpoor ro,v, tunuuji ' 18,0, Petersburg(Vorwoche) 30,3, Warschau(Vor- 5,�)25,7, Wien(Vorwoche) 21,4 pro Mille.— Es wurden """gezogene, 2860 Weggezogene gemeldet, so daß sich die Sw W Wpni un9 mit Einrechnung der nachträglich gemeldeten Ge- tzzrj. v und des Zuschlages, der den Weggezogenen erfahrungs- leb Zugerechnet werden muß, um 455 vermehrt bat; die Ein- beträgt sonach am Schlüsse der Benchtswoche blOrt*« MAw* h WS 11 9Iifrti!ft frtmpn .>, TT• �•'O»| v•---------—-----, 456.— der Woche vom 5. bis 11. August kamen Meldung Jnfektior.s- Erkrankungsfälle an Typhus 18, . 104. Scharlach 50, Diphthentis 60, Kindbettfieber 7. -au,.»lolizeidrricht. Am 20. d. M. Ztachmittags wurde an ? der Müller-'------" ______ und Sennstraße ein Ardester fichtlich krank und mittelst Droschke nach der Charitee gebracht. rJniHi'&it*»,, ITmmw."*/vw Sauter zu verantworten, ein _________ den Eindruck eines gutfituirten i�es macht, fon dem auch thatsächlich der Inhaber eines Verkaufsgeschäfts in der besten Geschäftsgegend Berlins -llrotz seiner auten Vermöaenslaae ist der Mann doch schon PKM*» ST wvv»«u(öycfUlUiio in vti--w*....-« fh».-.�vb seiner guten Vermögenslage ist der Mann doch schon .ßcklk Ä Jahren einmal wegen Diebstahls in einer Badeanstalt 1! I-i R* vchen Gefängniß verurtbeilt worden, und jetzt handelte wieder um ein solches Vergehen, man hatte sogar ur- � Vermuthung, daß ein Thell der in letzter Zeit in ,v Badeanstalten verübten Diel elbst-n "/(( l)'? bei.' m»>»«>...................... >o»e!-.5z r'ten»ü. m.vblenen entkleidet hatte. Die Bademeister be- i'� f J Listen il„ Physiognomien des Mannes sehr genau und er- Die--J S-ebet, auch, als er im August v. I. wieder erschien, sofort tn( Vriiia i""1 or stch den Vollbart abrafirt hatte und eine «5urde iL. 8.*®a vr fich wieder eine Doppel, elle wählte, Alse».st b? mit Hilfe eines Eingeweihten eine Falle in der irtt(s'.nst, daß der letztere eine bestimmte Summe gezeich- enM y zu fich stecken und fich in derselben füu? wußte. Dies geschah; der Eingeweihte .�her aus dem Bade zurück, als sich der Mo» 1 der jetzige Angeklagte— entfemen konnte des? fieHte sofort fest, daß inzwischen ein chbk ;""«««? davon* Dfll 5*1 (Ol® m die r-« weideten fich auf dem Kriminatlommusariar ' ben auch fie mehrerer Diebstähle für ver» dächttg gehalten hatten und dem fie einen ganz destimmten Diebstahl an einer Geldsumme von 13 Mark zur Last legten. Während der Angeklagte den letzteren destritt, gab er den ersten Diebstahl zu, behauptete aber, ein Opfer der Kleptomanie zu sein, d. h. durch einen unwiderstehlichen Drang gezwungen worden zu sein, fich das fremde Geld anzueignen. Er be- hauptete, diese krankhafte Neigung von seiner verstorbenen Mutter geerbt zu haben, während ihm von seinem Vater die Mondsucht überkommen sei.— Der gerichtliche Sachverständige Dr. Mittenzweig, welcher den Angeklagten daraufhin unter- sucht hat, ist zu einem negativen Ergebniß gekommen. Nach seiner Darstellung ist man von der früheren Meinung, daß es auch bei sonst ganz gesunden Leuten eine„Kleptomanie" geben könne, schon lange zurückgekommen. Nach der Anficht der Irren- ärzte ist die Kleptomanie vielmehr immer nur mtt anderen krank- haften Geisteszuständen verbunden, fie kommt beispielsweise bei der beginnenden Gehimerweichung vor, bei epileptischen Personen, bei hysterischen Frauen ic. Bei dem Angeklagten hat aber der Sachverständige in Uebercinstimmung mit Prof. Dr. Mendel keinen sonstigen krankhasten Geisteszustand vorgefunden und er begutachtete deshalb, daß fich der Angeklagte zur Zeit der That nicht in einer krankhasten Störung deS eigenen Willens befunden bade.— Der Staatsanwalt beantragt infolge dessen 5 Monate Gefängniß. Der Gerichtshof hielt jedoch nur einen Fall des Diebstahls für erwiesen und erkannte auf 4 Wochen Gefängniß. „Meun Kie nicht lernen, fich zu beherrschen, werden wir Sie noch wiederboll auf der Anklagebank sehen," meinte der Vorfitzende zum Kutscher K., der fich wegen zweier Vergehen und zweier Uebcrtretungen auf der Anklagebank befand.— Angekl.: Vor sein Temperament kann teener, det ick mir noch bedanken soll, wenn fie eenen des Herz aus'n Leide treten, det kann keener verlangen, so'n Schutzmann muß ooch nich denken, det er dahinten in Persten is, wo die Beamten noch über't Mi- litär jehen, so eener is ooch man nackigt, wenn er keen Zeig anhat.— Vors.: Angeklagter, mir scheint, Sie ermangeln auch heute der nöthigen Ruhe, um mit Ihnen verhandeln zu können; betragen Sie fich wenigstens vor Gericht so, daß wir nicht nöthig haben, Sie in eine Ordnungsstrafe zu nehmen.— Angeklagter: Herr Präfident, ick weeß ooch wat Jehorsam is un Ordnung muß parirt wer'n, aber wat ick als Kutscher schon mit die Schutzleite for Aerger jehatt habe, da is't Ende von weg, ick jloobe, die Hälfte haben mir schon in ihr Stammbuch injcschrieben, un denn kommen die Strafmandate. Wo soll ick zu all det Jeld kommen? Da kann ick ja bloß for de Polizei arbeeten. Uf Schritt un Tritt verfoljen fie eenen, da führt en Lieutenantsbursche ja det reene Herrenleben jejen.— Vors.: Die Schutzleute thun nur ihre Pflicht und Sie müssen stch den verschiedenen Verordnungen fügen, die die Polizei erlassen hat; das müssen wir Alle. Jetzt zur Sache. Sie sollen am 15. Juni von einem Neubau in der Amalicnsttaße Kalk abgeladen und zwar dirett auf die Straße geworfen haben. Sie können fich doch denken, daß dies nicht gestattet ist, Sie können ja die Passanten bespritzen.— Angekl.: Det bisken reenen Kalch? Aber wat soll ick machen, wenn der Polier sagt, ick soll et da abladen? Un denn verlange ick noch, det der Schutzmann mir jeden herbringt, den ick bespritzt habe, hier sollen fie her. Ick habe nämlich kernen Menschen jesehn— den Schutzmann rechne ick nich— den ick bespritzen konnte, det is man'ne stille Straße.— Vors.: Also diese Ueberttelung geben Sie zu. Nun sollen Sie während des Abladens auch Ihre Pferde gefüttert haben, Sie wissen doch, daß dies ebenfalls verboten ist?— Angekl.: Wo kann ick sämmtliche Jesetze in'n Kopp haben? So'n Thier hat seinen Hungrr, so jut wie'n Schutz— wie der Mensch seinen Durst, ick kann wat Unrechtet nicht drin finden, wenn ick' so'n Thier, wat schwer arbeiten muß, mal den Futternopp umhänge. — Vors-: Jetzt kommen wir zu den Vergehen, Beamtenbeleidi- gung und Widerstand gegen die Staatsgewalt, da liegt die Sache schlimmer für Sie.— Angell.: Mehr als den Kopp kann't nich kosten. Mir is't nu janz lineal, ob et nach'» Busch jeht oder nach die Befinge.— Vors.: Angeklagter! Betragen Sie fich anständig und bescheiden, ich rathe es Ihnen.— Angekl.: Herr Jerichtshof, jlooben Sie man, wenn Sie immerzu tribulirt wer'n un müssen Strafe zahlen un kriejen vor Jericht Unrecht, denn kommen Sie zuletzt uf'n Standpunkt, detSiesagen: Nuis mir Allens einjal. Ick sehe ooch schon heite, wie det kommt.— Vors.: Ja, Sie werden aller Wahrscheinlichkeit nach vemtthcilt werden. Ader Ihr Benehmen vor Gericht ist doch auch von Einfluß bei Festsetzung des Strafmaßes. Was erwiderten Sie nun, als der Schutzmann Sie nach Ihrem Namen fragte?— Angekl.: Ick sagte,„Juten Morgen!" wo ick ihm eijentlich eene Pille mit stecken wollte, indem er mir natierlich die Tageszeit nich jebotcn hatte.— Vors.: Sie sollen auf alle seine Fragen immer nur„guten Morgen" gesagt und zuletzt sogar mit der Peitsche nach ihm geschlagen haben.— Angekl.: Sagt der Schutzmann det? So eener nimmt ooch jleich den Mund und beede Backen voll, ick habe bloe die Peitsche jenommen un habe blos damit hinten um'n Wagen rumjezeijt, wo er den Namen von meinen Herrn von't Schild runterlesen konnte. Wenn er fich da jerade hinstellt, wo ick hinzeije, denn kann ick da nich vor.— Vors.: Na, wir haben ja die Zeugen. Wie war's denn nun mit dem Widerstand? Der Schutzmann wollte Sie zur Wache führen, wozu er zweifellos das Recht hat, warum gingen Sie nicht gutwillig mit?— Angekl.: Jerne jehe ick überhaupt nich nach't Bureau, aber wmn ick muß, denn muß ick. Der Mann mußte aber am minimumstcn so ville Verstand kultiviren, det er insebcn dbat, det ick meinen Herrn sein Fuhr- werk nich so hilflos uff de Straße stehen lassen kann, von meine Ferde kriegt mir keener weg.— Vors.: Der Schutzmann hat Hilfe geHoll und dann ist Ihre Ueberfübrung nach der Wache bewerkstelligt worden, Sie find aber mehr geschoben worden, wie gegangen.- Angekl.: Nu natierlich, wat meenen Sie woll, Herr Jerichtshof, wie die vier Schutzleite stolz waren, als fie mir eenen Mann nach die Wache schleppten, manchen Puff haben fie mir jejeben, der nich nothwendig war, un wenn ick mir mal umkiekte, wer mir jehauen hatte, denn jung et: Wat? Der Kerl will fich noch widersetzen und kontcaharig find? un denn jad et wieder so'n gefüllten Fünfpfunder in't Jcnicke rin. Schön finde ick det nich, det sage ick frei raus.— Vors.: Wmn Sie fich so widerspenstig benehmen, können Sie nicht erwarten, daß die Schutzleute Sie mit Glaeeehandschuben anfassen.— Angekl.: Na, waschlederne hatten fie aber an. Nu möchte ick noch bemerken, det der Schutzmann eenen Mann bei mein Fuhrwerk hinjestellt hat un der Mann hat'ne Mark jekriegt un die Mark habe ick berappen müssen; det ärjert mich am aller« meisten, ick will den Schutzmann verklagen, die Mark soll er mir »erjütijen.— Damit werden Sie wohl kein Glück haben, aber das gehört nicht hierher.— Die Verhandlung endete mit der Verurtheilung des Angeklagtm zu einer Strafe von 3 Tagen Haft und 14 Tagen Gefängniß. * Uor 4 Jahre«, im Jahre 1884, war Dittbemer in einem hiestgm Geschäft als Laufbursche beschäftigt. Seine Stel- lung gefiel ihm aber nicht, er wollte lieber, wie weiland Jung Siegstied, in die weite Welt hinaus. Damit hatte es aber seinen Haken, denn als Handwerksbursche konnte er seiner Jugmd halber noch nicht gehen, und obne einen Zehrpfennig wollte er die Reise auch nicht antretm. Da gefiel es seinem Arbeitgeber, ihn eines Tages mit 45 M. zu einem Geschäftsfreund zu schicken, um demfelben die Summe gegen Quittung zu übet geben. Der Fall war sehr verlockend; das Klimpern der blanken Thaler klang wie Mufik in seine Ohren und als er zufällig in die Nähe des Stettiner Bahnhofes kam, konnte er dem dunklen Drange nicht länger widerstehm, halb zog fie ihn, halb sank er bin zur Eisenbahn und und ward nicht mehr gesehen. In Mecklenburg, dem Lande, welches bekanntlich neben anderen Dingen viel schönes Rindvieh aufzuweisen hat, machte Dittbemer Halt und es gelang ihm, dort eine Stelle in dem kleinen Orte Teterow zu erhalten. Vier Jahre verbrachte er in seinem neuen Dienste, ohne irgendwie von einen findigen Polizeimenschen ge» stört zu werden; doch wie jedes Ding, so hatte auch die idyllische Einsamkeit in Mecklenburg ein Ende, als endlich der Zufall auf die Spur des Ausreißers fühlte. Nun mußte er wieder nach Berlin und die 88. Abtheilung des Schöffengettchts dittirte ihm eine Gefängnißstrafe von drei Wochen zu, die aber durch die er- littene Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wurde. vi« grober Unfug feiten» ein«» Hundefänger» de- schästigte dce 95. Abtheilung des Berliner Schössengerichts. Ter Scharfrichtereigehilfe Kahler griff am Abend des 26. Mai d. I. auf der sehr belebten Leipzigerstraße ein dem Kaufmann Kastner gehöriges Heines Hündchen auf und erregte schon durch die Art des Einfangens den Unwillen der Paffanten. Derselbe steigerte fich aber, als der Eigenthümer des armen Thierchens herzukam und dem Hundefänger nachwies, daß dasselbe mit Maulkorb und Steuermarke vorschnftsmäßig versehen war. Anstatt fich nun zu entschuldigen und den eingefangenen Hund seinem Eigenthümer zurückzugeben, machte er dem letzteren noch Vorwürfe darüber, daß vie Marke nicht so angebracht gewesen sei, daß er dieselbe gleich hätte sehen müssen. Die Polizei- behörde hatte über diesen Puntt eine andere An- schauung, fie fand in dem Einfangen eines den vorgeschriebenen Erfordcmiffen entsprechenden Hundes insofern einen groben Unfug, als dadurch das Publikum in Aufregung versetzt und grundlos belästigt ward. In der gegen den Hundefänger erlassenen Verfügung wurde die Strafe auf 15 M. event. 3 Tage Host festgesetzt. Hiergegen erhob Kahler Widerspruch, weil er sich lediglich in Ausübung des von der Polizeibehörde erhaltenen Aufttags befunden habe und cur von ihm begangenes Versehen keinen groben Unfug begründen könne. Nach der Aussage des Herrn Kastner war die Hunde- marke auf weite Entfernung fichtbar, so daß fie der Angeklagte bei der allergeringsten Aufmerksamkeit hätte wahrnehmen müssen. Der Gerichtshof fand in diesem offenbaren Uebergriff des An- geklagten, durch den ein großer Auflauf hervorgerufen wurde, einen groben Unfug und bestätigte das Polizeimandat. Kosheit. Der„Schneider" Robert Gutzmann aus Friedricksberg hat schon mehr als zu häufig die Gerichte be- schäftigt; von einer 2;jährigen Gefängnißstrafe und einer 3jähligen ebenfalls wegen gewaltsamen Sitflichkeitsverbrccher s zuerkannten Zuchthausstrafe abgesehen, weisen die Personalakun eine ganze Skala von strafbaren Handlungen auf, deren Götz- mann fich im Laufe der Zeiten schuldig gemacht. Die größte Bosheit, deren— wenigstens nach Anficht jener Hausfrauen, die auf wcißgebleichte Wäsche stolz find— ein Mensch nur fähig sein kann, beging Gutzmann am 27. März d. I. auf dem Hofe des von ihm bewohnttn Grundstücks in Friedriche berg.— Eine Nachbarin hatte daselbst ihre frisch gewaschene.Haus am'che in der geizigen Märzsonne auf Leinen gezogen; diese Nachbarin hatte dem Gutzmann, den sie garnicht kannte, niemals etwas zu Leide gethan. War es nun Neid oder Mißgunst, daß fich Gutzmann zu einer feindseligen Handlung hinreißen lies? Genug, Gutzmann, der am Fenster seiner Partene- Wohnung stand, ergriff plötzlich in einer boshaften Regung eine mit Tinte gefüllte Flasche und im nächsten Augen- blick ergoß fich ein dickflüsfiger schwarzer Tinten» strahl über die nahe bei dem Fenster flatternden Wäschestücke, diese zum größten Theil unbrauchbar machend, denn ver- gedens versuchte später die unglückliche Besitzerin, die Tintenflecke zu entfernen. Dieselben verschwanden schließlich erst dann, als infolge der angewendeten Fleckenvertilgungsmittel endlich auch der Faden verschwunden war.— Tintenflecke am Fensterlreuz der Gutzmann'schen Wohnung und an ver Außenwand des Hauses verriethen den Thäter, der übrigens, bevor er den diu- talen Streich verübte, fich bei dem Hauswirth darüber beschwert hatte, daß ihn die Wäsche auf der Leine verhindere, zum Hof- brunnen zu gelangen.— Das Schöffengericht Berlin II erachtete auf Grund dieser Feststellung den Gutzmann zweifellos als Urheber jenes Schabernacks und verurtheiltc denselben wegen Sachbeschädigung zu 1 Monat Gefängniß.— Gegen das ergangene Urtheil hatte Gutzmann Berufung eingelegt; im Audienztermin am Dienstag vor der Ferienstrafkammer deS Landgerichts U bestritt er die Thäterschaft und behauptete,„gar keine Ahnung" von dem Geschehniß zu haben. Die Ferien- strafkammer verwarf die Berufung unter Bestätigung d.s ersten Urtheils. Ist der HauseigenthLmer verpflichtet, das Material der zur polizeilichen Anmeldung zu dringenden Personen auch an Sonn- und Feiertagen entgegenzunehmen? Mit der Lösur g dieser Frage war die 96. Adthellung des Berliner Scköffenge- richts betraut. Der Hauseigenthümer Schlosscrmeister Nertwich war durch polizelliches Strafmandat in 5 M. Strafe genommen, weil er die Anmeldung eines Angehörigen seines Miethers innerhalb der sechstägigen Frist unterlassm hat, trotzdem ihm das Material zur Anmeldung rechtzeitig vorgelegt worden war. Hiergegen hat er auf richterliche Entscheidung angetragen und im Termin geltend gemacht, daß der betreffende Mielher am 21. Mai er., am 2. Pfingstfeiertage, als er gerade im Begriff war, fortzugehen, ihm die Anmeldung mtt dem Verlangen, fie zu unterschreiben, gebracht habe. Dazu habe er fich aber an dem Feiertage nicht für verpflichtet erachtet und er habe deshalb den Miether zurückgewiesen. Später sei ihm die Anmeldung nicht wieder vorgelegt worden. Der Amts» anwalt entgegnete dem Angeklagten, daß er die Verpflichtung zur Meldung habe und daß der Miether nur das Material zur Anmeldung zu liefern brauche. Wenn dieser dasselbe auch an einem Feiertage bringe, so liege gar keine Veranlassung vor, das- selbe zurück zu weisen, da mit der bloßen Annahme gar keine Störung des Festtages eintrete. Dem Miether könne auch nicht zugemutbet weiden, das refufirte Material noch einmal vorzu» legen. Sich dasselbe zu verschaffen, war nun die Pflicht d>s Wirthes. Wegen Verletzung de, selben beantrage er, den An- geklagten zu 5 M. eventuell 1 Tag Haft zu verurthellen. Unter Adoptirung dieser Gründe entsprach der Gerichtshof diesem An- trage. Der Verurtheiltc will Berufung einlegen. * Gin jugendlicher Theaterfreund stand gestern in der Person des 15jährigen Knaben Max Pape vor den Schranken der 2. Ferienstrafkammer des Landgericht I. In nicht weniger als 15 Fällen hatte der Bursche die Bekannten seines Vaters um Geldbeträge von 5—20 M. beschwindelt. Bei den Ge» schädigten gab er vor, sein Vater sei augenblicklich in Geldver- legenheit und lasse um ein Darlehn in Höhe von so und so viel Mark bitten. Der Erfolg machte ihn kühner und ließ in idm den Entschließ zu einem größeren„Kunststück" reifen. Er schrieb an den Bierverleger Gierke einen Brief, worin er berichtet, daß er eine Lowry voll Flaschen ge- kauft habe, für die er 1500 M. zahlen müsse; da ihm aber noch ein kleiner Betrag an der Summe fehle, so bitte er, ihm 30 M. borgen zu wollen. Dieses Schreiben unter« zeichnete er mit dem Namen seines Vaters und trug es dann zu Gierke, der kein Bedenken hatte, dem Sohn seines Geschäfts. freundes die gewünschte Summe einzuhändigen. Nachträglich kam man aber der Fälschung auf die Spur, und auch die übrigen Vergehen wurden der Behörde angezeigt, welche den kleinen Uebeltbäter nun in Untersuchungshaft nahm, aui welcher er der Strafkammer vorgeführt wurde. Die Feststellungen ergaben, daß insgesammt 174 M. von dem Angeklagten er» schwindelt wurden, welche er für Theaterdillets und ähnliche Dinge verausgabt haben will. Der Gerichtshof dittirte dem jugendlichen Theaterliebhaber eine viermonatliche Gefängniß- strafe zu, ohne ihm die erlittene Untersuchungshaft in Anrech- nung zu bringen. Gntfchridnnge« de» Ueich»gcri>i,to.(Nachdruck ver- boten.) Leipzig, 19. August.(Agenturgefchäfte.) Der Beruf eines Agenten ist zwar unter Umständen ein recht einträglicher, aber er bringt auch seine Vertreter oft in Lagen, welche einen Konflikt mit den Strafgesetzen hervormfen. Dies mußte auch tei Agent St. in Königsberg in Preußen erfahren. Er war der Agent eines Leinwanbfabrikanten W. in Landcshut. Von diesem erhielt er den Auftrag, einen Posten Leinwand auf Lager zu nehmen und sich für den Verkauf zu bemühen. Im Mai 1887 hatte er dann einen Posten in eigenem Namen verkauft unv den Betrag eingezogen; einen anderen Posten Leinwand hatte er in seiner Wirthschast verbrauchen lassen und endlich hatte er noch Schürzen, ebenfalls von W. herrührend, als Selbstverkäufer verkauft. Im Juli sandte er den nicht verkauften Rest zurück und ersuchte W. um Faktur. stiachEmpfang derselben schickte erdenBetrag in eigenen Akzepten ein, welche W. jedoch zurückwies. Letzterer war nunmehr der Anficht, daß St. ihn geschädigt habe und veranlaßte eine Untersuchung gegen ihn wegen Unterschlagung. Das Landgericht Königsberg sprach ihn indlffen frei. In den Gründen wurde gesagt:„Dadurch, daß W. die Faktur über- sandt, gab er zu erkennen, daß er mit der Handlungsweise des Angeklagten einverstanden war oder ste wenigstens nachträglich genehmigte. In Ermangelung einer beim Engagement getroffenen Vereinbarung ist der Angeklagte als Kommisfionär anzusehen. Als solcher ist er berechtigt, im eigenen Namen weiter über die Waare zu verfügen. W. hat daher nur. zivilrechtlichen Anspruch auf die Gablung des Preises. Der Gerichtshof hat daher auch in diesem Falle das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit seiner Handlungs» lungsweise bei dem Angeklagten als nicht vorbanden erachtet. Gegen diese Beweisführung sowohl als die Freisprechung über- hcupt richtete fich die Rcvifion des Staatsanwaltes. Derselbe dsziichnele es als einen Widerspruch, wenn das Gericht einmal feststelle, daß der Angeklagte Agent war, dann aber sage, dos V.rhältniß zwischen ihm und W. sei das der Verkaufs- tv.nmi>fion gewesen. Der Auftrag sei nur aufAgentur gegangen, und der Angeklagte sollte nicht auf eigene Rechnung, sondern im Namen des W. die Waaren verkaufen. Es sei auch nicht fest- gestellt, daß der Angeklagte gewerbemäßig im eigenen Namen Geschäfte abschließe, und die Feststellung, es liege eine Verkaufs- kommisfion vor, sei daher unrichtig.— Der Reichsanwalt trat für die Revifion des Reichsanwalts ein und führte folgendes aus: Wenn dos Landgericht den Auftrag des W. dahin aus- legt, daß eine Verkaufskommisston vorliegt, so würde dies eine thatsächliche Feststellung sein, gegen die in der Revifionsinstanz nicht anzukämpfen ist. Die Begründung aber scheint wenigstens theilweise auf Rechtsirrthümern zu beruhen. Es gewinnt zunächst den Anschein, als ob der Unterschied zwischen Agent und Kommisfionär verkannt ist. Der Angeklagte wird Agent genannt, und eine Feststellung, daß er gewerbs- mäßig als Kommisfionär thätig ist, findet fich nirgends im Ur- the.l. Agenten gehören an fich nicht zu den Kommisstonären, und auf Agenten find nicht die Vorschriften über Kom- mtsfioncn, sondern nur über Aufträge zu Handelsgeschäften anzuwenden. Es muß als unrichtig bezeichnet werden, wenn der Angeklagte ohne weitere Begründung nicht als Handels- t evollmächtigter. sondern als Verkaufskommisstonär wesentlich nur aus dem Grunde betrachtet wird, weil eine anderweitige Verabredung bei dem Engagement nicht getroffen sei. Eventuell würde noch in Betracht kommen, daß auch§ 367 des Handelsgesetzbuches, durch die der Verkaufskommisstonär er- mäcktigt wird, die Waare für fich zu dehalrcn, verletzt ist, näm- lieh insofern, als er vorausfetzt, daß der betreffende ein Verkaufs- kommisfionär im Sinne des Handelsgesetzbuches, also ein ge- werbsmäßigcr Kommisfionär ist; und sodann insofern, als der § 376 Kommissionen zum Verkaufe von Waaren voraussetzt, welche einen Marktpreis haben, was hier nicht festgestellt ist. Auch in anderer Hinsicht ist das Erkenntniß gänzlich unklar, nämlich insofern, als aus einem späteren Briefe des Auftraggebers gefolgert wird, daß er mit der Hand- lungsweise des Angeklagten einverstanden gewesen oder sie doch nachträglich genehmigt habe. Diese nachträgliche Genelmigung wurde aber nicht geeignet sein, rück- wirkend auf das Delikt Einfluß auszuüben. Gänzlich unklar iil es weiter, wenn der Gerichtshof, nachdem er vorher erklärt dat. der Angeklagte sei befugt gewesen, im eigenen Namen über die Waaren zu verfügen, hinterher die Bemerkung anschließt, dem Angeklagten habe daher in diesem Falle das Be- wußtsein der Rechtswidrig keit gefehlt, während es korrekt gewesen wäre, angefichts des Vorangeschickten nicht dlos das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit, sondern die Rechtswidrigkcit an sich zu verneinen.— Das Uriheil des Reichsgerichts lautete entgegen diesen Ausführungen auf Verwerfung der Revifion des Staatsanwaltes. Die Fest- st.llung des Landgerichts, daß eine Verkaufskommisfion vorliege, wurde als ausreichend begründet angeschen. Auch wurde aus- gesprochen, daß in dem Begriff„Agent" nichts liege, was eine V-rkaufskommrsfion ausschließt. Der Widerspruch, der vielleicht in der Feststellung über den Mangel des Bewußtseins der Rcchtswidrigkeit gefunden werden könnte, wurde als unerheblich angesehen, da die Verneinung des Bewußlseins der Rechtswidrig- lest die Freisprechung genügend begründet. Aereine«nd Nersammlnnge� Uom Verein der Damenmäntelschneidergesellen war zu Montag Abend nach Gratweil's Bierhallen eine öffent- liche Versammlung anberaumt, um die Besttedunaen des Vereins darzulegen. Es führten dazu die verschiedenen Redner aus, daß der Verein andere Zustände, als fle in der Innung vorbanden seien, herbeiführen wolle. Derselbe nehme nur gelernte Schneider auf, wogegen die Janungsmeister großentheils aus anderen Er- werbszweigen durch„Verheiratbung" zum Schneidergewerbe ge- V____ X f•__ rc-I � OTDlt-fslieeSyl f rt T(4-> langt seien. Es dringe jiroße Mißstände mit fich, unter solchen " W Meistern zu arbeiten. Der Verein habe zur Ausbildung eine Fackschule errichtet— mit einer solchen sei die Innung bisher nicht zurecht gekommen— und auch einen Arbestsnachweis, um einen tüchtigen Gesellen- rcsp. Meisterstand heran zu bilden. Alle Damenmänlklschneidergesellen, worunter alle Schneidcrgesellen verstanden würden, die fich der Damenmäntelardeit zuwenden, sollten daher dem Verein beitreten. Der Leiter der Fachschule, Herr Schmidt, meinte, daß es wohl den Gesellen, da sie der Fachschule zu wenig Aufmerksamkeit schenkten, noch„viel zu §ul" aehen müsse, sonst würden fie mehr an die Verbesserung wer Lage denken. Ihm wurde bemerkt, daß nicht die„zu guten", sondern die zu schlechten Verhältnisse der Schneider daran Schuld hätten. Ein Fachschulkursus koste 36 M., und es bätten die Gesellen von früh bis spät zu arbeiten, um nur das Nothwendigste zu verdienen. Nachdem noch darauf hingewiesen war, daß den Fachschülern sehr gute Stellen nachgewiesen würden,—„es seien sckon solche mit einem Jahres- gchalt bis zu 4000 M. vergeben"— wurde eine Resolution eingereicht, in der fich die Versammlung mit dem Bestreben, tüchtige theoretische und praktische Zuschneider rcsp. Meister auszubilden, einverstanden erklärt, und in der ausgedrückt wird, daß fie in der Fachschule des Vereins der Damenmäntel- Schneidcrgesellen das geeignete Institut dazu erblickt, doch wuide vergessen, darüber abstimmen zu lassen. Zum Schluß wählte die Versammlung eine dreigliedrige Kommisfion, die wettere Ägitationsversammlungen für den Verein und die Fachschule unternehmen soll. Ort den„Nationalen". Ein Abonnent schreibt uns: Am Montag, den 20. d., fand im Saale des Herrn Schulz, Stetlincrstr. 57, eine Wählerversammlunp aller„national- gesinnten" Mäkler statt, die ungefähr von 50 bis 70 Wählern vesucht mar. Wir waren etwa 10 Mann anwesend. Der Re- fernst führte die gewöhnlichen abgedroschenen Phrasen vor und meinte, die drei Parteien, die gegen die Sozialdemokratie kämpfen, hätten fich gleich verbinden sollen. Ader auf jeden Fall will jede Partei erst ihre Kräfte messen, um bei einer etwaigen Stichwahl vereint den Sozialdemokraten zu de- siegen. Ich(Unterzeichneter) meldete mich zum Wort und suchte den Referenten zu widerlegen; ich meinte,„wir wüßten schon längst, daß die sämmtlichen Parteien der Sozial demokratie gegenüber eine reaktionäre Masse find, und wir hätten uns wirklich gefreut, wenn fie fich gleich verbündet hätten, denn zur Stichwahl würde es wohl nicht kommen. Wir werden den 6. Wahlkreis vertheidigen, wie eine Löwin ihr Junges." Mir wurde sodann vom Vorfitzenden bedeutet, daß ich mich kurz fassen sollte, denn meine Zeit sei um. Ick folgte dem guten Rath und proklamirte mit wenigen, kräftigen Worten unseren Kandidaten Wilhelm Liebknecht, worauf der über- wachende Beamte die Versammlung auf Grund des Sozialistengesetzes auflöste. A. Bornemann. Dir groß« öffentliche Uerfammlnug» die am Dienstag Abend im Lokal„Königshof" stattfinden sollte und in welcher der Stadtverordnete Herr Franz Tutzauer über die„Alters- und Jnvalidenversorgung" referiren wollte, verfiel kurz nach der Bureauwahl der polizeilichen Auflösung. Verbotene Versammlung. Eine Versammlung selbst- ständrger Schuhmacher war für Montag, den 20. d. M., nach dem Königstadt Kasino, Holzmarklstraßc 72, einberufen worden mit der Tagesordnung:„Tre obligatorische Beitrag-Pflicht aller nicht der Innung Angehörenden zu den Kassen der Innung." Dieser projektirten Versammlung ist die polizeiliche Genehmi- gung zur Abhaltung derselben versagt worden. Verband deutscher Mechaniker und verw. Berufs- genossen.(Zahlstelle Berlin.) Versammlung am Mittwoch, den 22. August, Abends 8% Uhr. bei Lammers, Kommandantenstr. 71 bis 72. Tagesordnung: 1. Bericht der Delegirten vom 2. Verbandstage. 2. Diskussion. 3. Wahl des Ausschusses. 4. Wahl eines Beisitzers. 5. Verschiedenes. 6. Fragckastcn. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste find willkommen. Um recht zahlreichen Besuch wird gebeten. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine am Mittwoch Männergesangvcrein„Jugendlust" Abends 8i Uhr im Restarant Passod, Gartenstr. 162.— Äännergesangverein„Cäcllia" Abends 9 Uhr im Restaurant, Köpnikerstraße 127».— Gesangverein „Männerchor Linde" Abends 3', Ubr im Restaurant Haller, Naunynstraße 70.— Männergesangverein„Sangesfreunde" Abends 9 Uhr im Restaurant Äusehold, Landsbergerftr. 31.— „Freya", Gesangverein der Freireligiösen Gemeinde, Abends 3% Uhr im Restaurant Benccke, Große tzamburgerstraße 16.— Huppert'sche Sängervereinigung jeden Mittwoch nach dem ersten im Monat, Abds. 9 Uhr, im Restaurant Heise, Lichtendcrgcrstr. 21. —„Seeger'scher Gesangverein" Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, Prenzlauerstr. 41.— Gesangverein„Schwungrad" Abends 6t Uhr im Restaurant Sahm, Annenstraße 16.— Männergesanaverein„Lorbeerkranz" Abends 9 Uhr im Restau» rant Karsch, Oranienstr. 190.— Gesangverein„Nord-Jubal" Abends 9 Uhr in Vettin's Bicrhaus, Veteranenstr. 19.— Männergesangverein„Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr im Restaurant Dobcrstein, Mariannenstraßc 31—32.— Lübeck'schcr Turnverein(1. Lehrlingsabtheilung) Abends 8 Uhr Elisabethstraße 57—58.— Turnverein„Wcvding", Pankstraße 9. Männer-Abtheilung von 8% bis 10� Uhr Abends; desgleichen 1. Lehrlings- Abtheilung von 8 bis 10 Uhr Abends.—„Mehr Licht", Verein für Scherz und Ernst, Abends 8t Uhr im Restaurant Heid, Koppenstraße 75.— Schlefischer Verein„Holtet" Abends 9 Uhr im Restaurant Henke, Hollmannsrraße 33.— Veranügungsverein„Fröh- lichkeit" Abends 9 Uhr im Restaurant Säger, Grüner Weg 29. — Wissenschaftlicher Verein für Roller'sche Stenographie. Abends 8t Uhr im Restaurant Beese, Alte Schönhauser- straße 42, Unterricht und Uebungsstundc.— Roller'sche: Stenographenverein„Süd- Berlin". Abends 8t Uhr im Restaurant Prinzenstraße 97 Sitzung und Uebungsstundc — Arends'scher Stenographenverein„Amicitia" Abends 8( Uhr im Restaurant Behrends, Schönebergerstraße 6.— Arends'schei Stenographcnverein„Philia" Abends 9 Uhr im Restaurant „Wilhclmsgaften", Kochstraße 7.— Verein ehemaliger Schüler der 22. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann, Kurfürstenstraße 31.— Berliner Rauchklud„Wrangel" Abend- 9 Uhr im Restaurant Foge, Köpenickerstraße 191.— Rauchklud„Havanna 80" Abends 8t Uhr im Restaurant Paetzoldl, Reichenbergcrstraße 16.— Rauchklub„Gemüthlichkeit" Abends 9 Uhr im Restaurant Achsel, Köpenickerstraße 161.— Rauchklub„Columbia" Abends 8% Uhr im Restaurant Beyer, Prinzcnstr. 96.— Rauchklub„Frisch gewaat" Abends 6t Uhi im Restaurant Tempel, Breslauerstr. 27.— Rauchklub„Krumme Piepe', Abends 8t Uhr, Ostdahn 4 bei Trumpf.— Vergnügungsverein„Fröhlichkeit" gegründet 1880, Abends 9 Uhr, Grüner Weg 29._ Kleine Mittheilungen. Aus den spalteulange« Kerichten, welche englische Blätter über den Zusammenstoß der Dampfer „Geiser" und„T h i n g v a l l a" bringen, tragen wir noch tolgendc Einzelheiten über das unheilvolle Ereigniß nach: Die Ueberlebenden vom Dampfer„Geiser" und die Besatzung der „Thingvalla" sagen aus, daß von dem Zusammenstoß bis zum Untergang des„Geiser" kaum 5 Minuten vergangen seien, dann schlingerte er einen Augenblick wie eine Wiege bin und her, um darauf wie ein Spahn im Strudel des Niagvrafaklcs zu verschwinden. Auch das Rettungsfloß mit seiner lebenden Fracht wurde bei dem Untergang des Dampfers mit in die Tiefe gezogen; es kom zwar rasch wieder an die Oberfläche, allein die darauf befindlich gewesenen Menschen waren sämmtlick vcr- schwundcn.— Sobald Kapitän Laub, der Führer der„Thing- valla", entdeckte, daß sein Schiff sich nicht in unmittelbarer Gefahr befinde, zu sinken, ließ er sofort die Boote aussetzen und bemannen und warf eine große Menge Rettungsgürtel über Bord. Durch diese prompte Hilfe find viele gerettet worden, wenn auch im Verbältmß zu der Ge- sammtzahl nur wenige. Die Boote der„Thingvalla" kreuzten bis lange nach Sonnenaufgang an der Unfallstelle umber und kehrlcn erst zu ihrem Schiffe zurück, als gar keine Hoffnung mehr vorhanden war, daß nock jemand vom„Geiser" am Leben sei» könnte. Gegen 10 Uhr Morgens pasfirte der hawburgische Dampfer„Wieland" die Unglücksstelle, an der noch immer zahllose Wrackstücke umhcrschwammen, während die„Thing- valla" nach Nordosten außer Sicht getrieben war. Kapitän Albers untersuchte sofort die Trümmer und fand schließlich eines der Rettungsboote des„Geiser", was ihn veranlaßte, genaue Umschau nach etwaigen weiteren Booten des anscheinend verunglückten Dampfers zu halten. Eine Halde Stunde später pasfirte der„Wteland" durch ein großes Oelfeld, welches wahrscheinlich von der Ladung das gesunkenen Dampfers berührte, und noch weiteren anderthalb Stunden hatte er den die fliothflagge „Thingvalla" entdeckt und eingeholt, nebst den Ueberlebenden vom„Geiser" infolge des hohen Seeganges sehr bell von dem deutschen Dampfer aufgenommen wurden. — Auf höchst wunderbare Weise wurde der zweite Offizier des „Geiser", Herr Peter Jörgensen, gerettet. Derselbe erzählt: „Ich befand mich schlafend in meiner Koje, als ich durch einen fürchterlichen Krach erweckt wurde. Als ich die Augen öffnete, sah ich den Bug der„Thingvalla" in meine Kabine eindringen, wobei das Holzwerk zermalmt wurde und die Balken wie Schwcfelhölzchen brachen. In diesem Augenblick kam mir der Gedanke, daß die einzige Chanze auf Rettung sei, auf den anderen Dampfer zu gelangen. Wäre ich in meiner Koje geblieben, dann wäre ich entweder zerquetscht oder erttunken. Viel Zeit zum Besinnen hatte ich nicht, ich sprang daher aus der Kajüte und sah die Ketten der„Thingvalla" gerade vor mir, ergriff dieselben und hielt mich, als die Schiffe fich trennten, daran fest, bis ich über den Bug gezogen wurde." Kapitän Möller berichtet über die Versuche zur Rettung der Paffagiere und über den Untergang seines Schiffes:„Ich rief den Leuten mitschiffs zu, zurrst zeigenden Dampfer dessen Paffagiere nack mehrstündiger beschwerlichen Ar- die Frauen und Kinder in die Boote zu bringen,. meine Mannschaft benahm fich in bewundemnasrorr.-�. Weise und blieb kaltblütig und besonnen, während l» der Passagiere die wildeste Aufregung bemächtigt W In wirrem Gewühl stürzten fie die Kajütstreppe hinauf; w™ ihnen zu, fie sollten Rettuugsgüttel heraufholen, welche"i Zwischendeck auf Gestellen verstaut waren, für jeden zur lagen und selbst bei der größten Hast zu erreichen waren. fie waren zu aufgeregt und hörten nicht auf meine Es waren mehr als 700 Rettungsgürtel an Bord, alle t« reich der Paffagiere. Als ich sab, daß fie sich der Gürtel n» bedienten, warf ich ihnen 6 derselben, welche zur Sicherhcu? Offiziere auf der Brücke aufbewahrt wurden, J®» Mittlerweile war der Schrank, wo die Raketen und NacktW« aufbewahrt wurden, unter Wasser gesetzt, so daß wir leine mehr abbrennen konnten. Die Passagiere waren in Panik und schrien schrecklich um Hilfe, während der-j sehr rasch tiefer sank, so daß man das hintere Boot nur n» bis zur Brust im Waffer watend, erreichen konnte. AI»* sah, daß das Sckiff jeden Augenblick wegfinken mußte, W ich wieder zur Brücke hinauf; gleich darauf wachte � Dampfer einen Sprung und sank mir unter den Füßen M Ich wurde von dem Strudel hinab gezogen, mehrere] herum gewirbelt, verlor aber nicht das Bewußtsein, odtMl. länger als eine Minute im Wasser war. Nachdem ick aufgetaucht war, bemerkte ick mehrere Leute und viele 1-�', stücke, von denen ich einen Rcmen ergriff, an welchem i&T, festkielt, bis ich nach 35 Minuten von einem Boote der„TW valla" aufgenommen wurde. Mit meinen Leuten half i®,*� dos Querschott des letzteren abstützen, das in großer war, dem Druck des Wassers nackzugeben. Die„3% valla" sah ungefähr ebenso aus, wie seinerzeit der„Cellic der denkwürdigen Kollision mit dem„Britannic". Von f®, % der Paffagiere auf beiden Dampfern, werden heftige Ange"K� gegen die Führung beider Schiffe und die mangelhaste. ziplin der Offiziere erhoben. In deutschen Blättern ist dessen auch schon die Behauptung aufgestellt worden, deutschen Paffagierdampfern ein derartiger Unfall hätte begegnen können. Ob die Führung der SchU Schuld trifft, wird die gerichtliche Untersuchung heu daß man vorläufig mit dem Urtbeile zurückhaltend sein der Hinweis der vorzugsweise den deutschen intereffen dienenden„Hamb. Börsenh.", daß derartige in solchen Fällen gerröhnlich auftauchen, fich aber Hinte« unbegründet herauszustellen pflegen. Bis jetzt fehlt Gewißhett über den Grund des Unfalls. Nach den sagen des ersten Steuermanns der„Thingvalla"'Tx der„Geiser" im entscheidenden Augenblick statt 5 zubiegen fich durch ein falsches Manöver vor die„Things gelegt zu haben. Zur Erklärung der Thatsache, da« � Sch ffe fick so nahe kommen konnten, wird in% Londoner Briefe der„Köln. Ztg." die Vermuthung ausgcs?� haß mit» pä in Ipnpit ßfoflpnhpn fmiiffa nnrfnmmp. daß sich, wie es in jenen Gegenden häufig vorkomme, P1 eine Nebelschicht über die nächste Umgebung des„Gaset" breitet habe, woraus fich dann der Zusammenstoß' würde.' m Es steht jetzt fest, daß fich kein Deutscher unter dcn� unglückten befindet. Die von der Kopenhagener Thinfl®� Gesellschaft veröffentlichte Liste der Umgekommenen Schweden, Norweger und Dänen auf. tu Telegraphische Depesche«. (Wolff's Telegraphen-Burcau.) Hamburg, Dienstag, 21. August. Die Poftt« „Australia" unv„Rugia" der Hamdurg-Amerikaniscken fahrt-Aktiengesellschaft sind heute Vormittag 9 Uhr auf de' .... wir I�n wir . Maure zu best 2 auf Gru M alt' den angekommen. Genf, Dienstag, 21. August, Vormittags. Um Mitlcn-�i brach in einer hinter dem Bahnhofe gelegenen Straße O' W,,-c Feucrsdrunst aus, welche heftig um fich griff unv 8Wohnb®:a dq, wrrd 7 Magazine und die dazu gehörigen Nebengebäude m I legte. Der Feuerschaden ist ein sehr erheblicher; ein Verlust L,,, � Menschenleben ist nicht zu beklagen. w J Ichließtj Kapstadt. Dienstag. 21. August. Der Volksraad A chter fix Oranje-Freistaats ist zu einer außerordentlichen Sitzung � I jü durch, sammengetreten und der Regierungesclrctär Blignaut p' sei. 1 terimistischen Präsidenten ernannt. Der Präsident des Ö'%, Gerichts- und Appellhofcs Ratz ist als Kandidat für di� lk.t- S dentsckaft aufgestellt worden. giK' M ei Pari», 21. August. Die Sitzungen der Generallinie An beute eröffnet worden. Präsident Carnot bat beute Vornii�Ji zMrricker Deputation der Generalräthc des Seine« und Marne- Depaw�lst,- empfangen, wclcke ibm eine Adresse überreichten. denselben für diesen Schritt, in welchem er einen enci % in- Di« des Landes Achtung zu verschaffen. Sprechfaal. Die Redaktion stellt die Benutzung deS Sprechsaals, soweit Raum dafür a ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Sur Verfügung; fie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit de» defielben identifizirt zu werden. In Nr. 195 des„Berliner Volks dlatt" heißt Versammlungsbericht des Vereins zur Wahrung�der deren °n sie 4&S der Klavierarbeiter, in der Pianofabrik von Wicsnei v, wären die Zustände menschenunwürdige.'Es' liegt f«® Interesse des Vereins, als der dort arbettenden Kollege Angelegenheil rrcktig zu stellen. Es ist in der bctieffendf � sammlung diese Acußerung nicht gefallen; die Mißbilllgu�.� sich vielmehr gegen diejenigen Kollegen gerichtet, die in(U-** Werkstälten arbeiten, ihr Auskommen haben und' Sonntag und nock Feierabend bei Wiesner u. Ko. -«»ot '"al-Ror Um fe iu'iu unv«uiii tjcuioirciui oa zuiroim u. � u und dadurch herbeigeführt haben, daß ein dort arve Mstt � I tüchtiger Kollege aufhören mußte. Wären die Zustände �*1 menschenunwürdige, so würden die Kollegen, die dort c �««fn und schon lange in der Arbeiterbewegung stehen, nrckt]|\[ie Zuständen so lange hinter dem Berge gehalten baden.|O' versi H. Schaar, Grünauerfir- p W � - Ii»p, fchio� Briefkasten der Redaktion.�,# Snfragm bitten wir die«bonnementb-lUnttung beijufüfltn. Ii Xp 9" N Antwort wird nicht erthetlt., Lss MUtl Töpfer. Aufruf erscheint in näckner Nummer- � r% Am 9 K. 8. Sie bra, chen die Kündigung nickt 0 afor aut, loffcn, da dieselbe blos mündlich erfolgt ist, während w J der N>,° Kontrakt höchstwahrscheinlich schriftliche Kündigung vorgc!*..DbfJl ist. besonders aber, weil Ihr Kontratt auf längere Zeit keit hat. 9 Karmstedt. Sie müssen binnen 4 Zustellung des ablehnenden Bescheides der BerufsgeNvU!� F q>.. Berufung an das Schiedsgericht cinlcLen. An wem � � pttcht % M-r h- -wmimiib un vuv wuucwuttuui fumur«.<4ti rt r— u,i Berufung zu richten haben, müssen Sie aus dem S J bin gangenen Bescheide ersehen lönnen. Wir halten die» L°fr kann zwar bei Feststellung des Ardeitsverdienftes|P* UllVi, fein, kann ober die Zubilligung einer Rente" �">t, hindern.. Uamenloo. Es ist kein unter die Unfall® fallender Betriebsunfall, wenn ein Arbeiter von ferne kollegcn überfallen und gemißhandelt wird. Atter Abonnent. Sie würden eine«""asiistl riskiren, wenn Sie ihrem früheren Freund jene» brieflich ins Gedächtniß zurückriefen. Unterlassen es lieber.__ � u Po-k... $ Wi Verantwortticher Redakteur: S.M«rheio mn Berlin. Druck und Verlag von Mar Kadi», in Berlin SW., Beuthstraße 2. L