ringen� btigt# -aj ifj alle>w% >»• 197. Donnerstag, den 23. Angnst 1888. 5. Jahrg. «S »SS! Tie oom» Do>M : Z ■ i'M ;tße AngchA arwg trorStf' jlf "tsl herai »sein t S> irtiße-, ■x feinteif.« ehlt n<»xl ach den 5 "«5 K' A; ausgespl�j ommc, P|PL( ZS.S MMolblilall Brgan für die Interessen der Arbeiter. ... Das„Berliner Volksblatt" nurcuit faßlich Morgen? außer nach Sonn- und Festtagen. Wonnementspreis für Berlin frei < vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonncment ■1'iar!. Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nuinmer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1888 unter Nr. 849.) Jnfertionsaebühr beträgt für die 4 gespaltete Pctitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebcreinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags m der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Burearix, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Keuthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. Nachklänge vom Handmerkertag. »Es sind wenige Wochen her, daß sich vor den Berliner Achten die beiden großen Gewerkschaftsprozefse gegen die »iaurer und Töpfer abspielten. Unsere Leser werden sich r'y erinnern, wie seitens der Anklagebehörde, jede Hand- 3' welche sich innerhalb der unter Anklage gestellten Ver- Äsungen abspielte und welche nur irgend wie den Schein Deckte, sich auf öffentliche Angelegenheiten zu beziehen, cjwrgehobcn wurde, um daraus den Beweis abzuleiten, i die Vereine eine politische Thätigkeit ausübten und des- da sie außerdem mit einander in Verbindung traten, [?ttbieten und bestrafen seien. Selbst die Vorkommnisse , öffentlichen Versammlungen wurden den Vereinen auf's Mo geschrieben, und die Verurtheilung der Töpfer er- Lw ja wesentlich um deswillen, was in öffentlichen Lpferversammlungen sich abgespielt hat. Die angeklagten ?lUlrer sind allerdings freigesprochen worden, indcß ist ihr ■ Otfsj noch vor dem Reichsgericht anhängig, und für fo °stv erstand lich wir es halten, daß dieser Gerichtshof 2 dem verurtheilenden Erkenntniß der Töpfer nichts wird, so bange Zweifel beschlcichen uns, wir bedenken, daß auch das Urtheil gegen Maurer in Leipzig erst noch die Feuer- �de zu bestehen hat. Nach all' den Verurtheilungen, die auf Grund des Vereinsrechtes schon erlebt haben, und A all' den Auslegungen, die wir früher vom preußischen lim Mitlervü und später vom Reichsgericht über die Be- n Straße. öffentliche Angelegenheiten und Politik kennen gelernt 8 Wohnbä>�> wird es uns wirklich schwer, daran zu glauben, daß unter den & er men er vi» M che«. : P oft di mischen' zr auf de Ilm Mittels i Siyuflsw 7&W für die� eneralMstiit e-Depa��Vk einem Urtheil waS »ab y fei W®e!m Vereinsrecht für die Arbeiter gilt eben, iiy"? w einer bei diesem Blatte wirklich überraschenden �.Anwandlung der„Korrespondent", das Organ der iA t Cl'®om Koalitionsrecht schrieb, nämlich, daß die c"0 allerdings das steteste Koalitionsrecht gewähre, ten en�iM!tniiena eiauJ die Mittel dazu, um dasselbe ausüben zu «richtet W» Die Arbeiter dürfen Vereine gründen zur Wahrung und iii hateressen, aber sobald sie in diesen Vereinen von n Institut � theoretischen Proklamation der Znteresscnwahrung eren praktischen Verwirklichung übergehen, dann iL f" an den gesetzlichen Maschen hängen; �anbea �.en eben die Interessen eineS ganzen DL« i' m dafür wie dies die Arbeiter sind, nicht wahren, fften cl dabei eine Einwirkung auf öffentliche Angelegen- , ffch nothwendig macht. Vo-P N��e»«°wn.. Ihre Tochter. und d■ al-Roman nach dem Französische» von K. D e t r i« g. )rt°'arbeitoH k; j., feine Nachforschungen zu vervollständigen, l|«f S»' s.v- .— j l woti� A aus diesem Schweigen, das tffiin" llehütet habe, der Polizei von dem-uvr,utt dem% tnache« und daß er sich wahrscheinlich nicht mehr ustände tat et Major acht Tage den Lokaltheil der Zeitungen mit e dort as yf �afmerksamkeit: aber er fand nichts von einem %r._®e darin, der in der Gegend des Boulevard verükie—:• r jjjjg nächtliche Prü- ,.,... e, erwähnt. .\ ronhi.� aus diesem Schweig en, daß der Verwundete Iptl" � Zlan» gehütet habe, der Polizei von dem Vorfall Mit- Ilgen. B*" � dem tUstchen und daß er sich wahrscheinlich nicht imer...>< a. Vertheidiger Theresens reiben wolle. nicht Sa»„„�f�ächsten Tage, also am Dienstag, war der in w.wl' �4 W. mtj><>r oÄ mif 9 mmp ere es mit Valentine verabredet hatte, reu gegangen, war von der Rodin in ? ilWi-? ot'um" geführt worden und hatte dort vor Sw. 0r7trn auf den Alihändler gewartet, der das Bett tonia virr____ wem y. "M JfjÄ tterlaßed war aber hatte, dieser Althändler, den Guntram „R � hatte, ein Spießgeselle de» Mörders der Alice � der nicht erschienen. Nach stundenlangem Warten £»ichARor zu der Ueberzeugung, daß dieser Mann sich D sick. � Zeigen werde, denn ein wirklicher Käufer 1°.. al» seien alle Leute, die mehr oder .9 der Lady Cairneß folgten, geworden, als gehorchten sie auf alle ein Mal derselben � hatte sicherlich die Partie aufgegeben, weil Die Art und Weise, wie also die Bestimmungen des Vereinsgesetzes den Arbeitervereinen gegenüber zur An- wendung kommen, haben eS thatsächlich dahin gebracht, daß das Vereinsrecht für den Theil der Arbeiterschaft, welcher auf Unabhängigkeit Anspruch macht und nicht sich zumAnhängsel irgend einer der sogenannten Ordnungsparteien degradirt, thatsächlich nur in der Theorie besteht, eine praktische An- wendung derselben aber fortlaufend mit der Gefahr ver- knüpft ist, mit den Strafbestimmungen des Gesetzes in Konflikt zu gerathen. ES ist nicht ganz unrichtig, wenn letzthin ein demostatisches Blatt meinte, das Vereinsgesetz gestalte sich mehr und mehr ebenfalls zu einem Ausnahme- gesetz für die Arbeiter, denn während alle anderen Parteien und wirthschaftlichen Vereinigungen gegenüber die Vor- schriften des Vereinsgesetzes meist sehr lax gehandhabt werden, gelangen sie den selbstständigen Arbeiteroer- bindungen gegenüber mit unerbittlicher Strenge zur An- wendung. Wie viel diese Behauptung für sich hat, das zeigen uns wieder die Vorgänge auf dem Handwerkertag in München, den wir schon mehrfach erwähnten. Nicht genug, daß der allgemeine deutsche und der bayerische Handwerkerbund— zwei Organisationen, welche beide streng getrennt sind, welche aber beide fast ausschließ- lich mit politischen und öffentlichen Angelegenheiten sich befaßten— zu der Münchener Versammlung ihre Delegirten sandten, welche dort gemeinsam tagten und Beschlüsse faßten, auch der konservative Verein des Königreichs Sachsen sandte in Dr. Oertel einen eigenen Vertreter, der gleich Eingangs der Verbandlungen eine durchweg politische Rede hielt und die Handwerker einlud, sich der deutschkonservativen Partei anzuschließe». Außerdem war, als vierter im Bunde, auch noch ein Vertreter des Berliner JnnungSverbandeS anwesend, so daß also thatsächlich die Vertreter von vier politischen Verbindungen fröhlich mit einander tagten, berathschlagten und beschloffen, unbekümmert und ungeschoren von den Ge- setzen des Landes, in dem sie sich befanden, wie auch unbe- kümmert um die Gesetze der Länder, aus denen sie gekommen waren. Gerade die preußischen, sächsischen und bayerischen Vereinsgesetze sind es, welche daS Jnverbindunatreten politischer Vereine verbieten, und gerade aus diesen Ländern waren die Vertreter derjenigen politischen Korporationen, welche in München gemeinsam tagten. Wer aber bestreiten wollte, daß eS sich in München um politische— und zwar ausschließlich nur politische An- gelegenheiten gehandelt hat, den brauchen wir nur auf die Beschlüsse zu verweisen, die dort gefaßt, und auf die Gegen- stände der Tagesordnung, die dort verhandelt nurd»: Obligatorische Innungen, Befähigungsnachweis, Ausdehnung der Unfallversicherung, Errichtung von Jnnungskammern, Arbeitsbücher, Bekämpfung des Bauschwindels durch Be- vorzugung der Handwerkerforderungen, Verbot des Hausir- Handels, der Wanderlager, Wanderauktionen und Ab- er sie als verloren betrachtete, und seine Spießgesellen waren nicht mehr zu fürchten. Der Major begann allmälig, sich nicht mehr mit ihnen zu beschäftigen, aber er hatte noch eine andere Pflicht zu erfüllen, eine Freundschaftspflicht. Einige Tage nach der Einführung des Herrn von Randal bei Frau Valdieu, als dieser Gentleman dort bereits festen Fuß gefaßt hatte, begab sich der Major von Arbois zu dem Baron von Elve». Er fand Andreas in sehr trauriger Stimmung, aber äußerlich gefaßt und wortkarg. Guntram machte ihm kein Geheimniß daraus, daß sich ein neuer Bewerber bei Theresen eingestellt und große AuS- sichten auf Erhörung habe. Den Namen des Barons von Randal nannte er nicht, um ihn nicht nutzlos eifersüchtig zu machen, und er erzählte ihm auch nichts von dem Abenteuer, das die Entwickelung der Dinge beschleunigt � Andrea« nahm diese unersteulichen Nachrichten kalt entgegen. Er erkundigte sich nicht erst nach den Einzel- heiten und antwortete aus die freundschaftliche Frage des Majors nach seinen Plänen, es liege in seiner Absicht, seinen Aufenthalt in Paris möglichst abzukürzen, er habe aber noch wichtige Geschäfte hier abzuwickeln, die ihn noch auf einige Zeit hier zu bleiben zwängen. Welcher Natur diese Geschäfte seien, setzte er nicht aus- einander, daß es aber Geldgeschäfte seien, glaubte der Major nicht, denn er wußte, daß der Vater des Herrn von Elve» seinem einzigen Erben nur einige magere Landgüter hinterlassen habe. Er vermuthete vielmehr, daß Andreas noch immer nicht die Hoffnung völlig aufgegeben habe, die Gunst Theresens wiederzuerlangen, und Absichten verfolge, die er seinem alten Freunde nur deshalb nicht gestehen wolle, weil dieser inS feindliche Lager übergegangen sei. Guntram irrte sich in sehr vielen Punkten, aber hierin nicht. zahlungSgeschäfte, Beseitigung der Konkurrenz der Militär- Werkstätten und der Zuchthausarbeit, Abschaffung der Ge- werbesteiheit. DaS ist die lange, aber nicht erschöpfende Liste der Gegenstände, die in München auf der TageSord- nung standen. Wem aber dies alles noch nicht genügen sollte, um den politischen Charakter dieser Versammlung zu kennzeichnen, den verweisen wir auf die dort gefaßten Be- schlüsse bezüglich der Wahlen, die lauten: „Zur Erzielong eines einheitlichen Vorgehens des gestimmten deutschen Handwerkerstandes bet de» ReichStagSwahlen stellt der Handwerkertag jedesmal die Fragen fest, die den Kandidaten von Seiten der Handwerker vorgelegt werden sollen"; weiter:- „der sechste deutsche Handwerkertag erklärt e» als absolute Pflicht jedes Handwerkers, bei Wahlen im Sinne des vom Zentralvorstand zu erlassenden WahlprogrammeS von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen." Ein Antrag auf Gründung eines Wahlfonds ist zwar abgelehnt worden, aber nicht, weil man, wie ein Blatt meint, fürchtete, dadurch einem findigen Staatsanwalt An- laß zum Einschreiten zu geben, sondern weil man bei dem gerade die zünftlerische Bewegung auszeichnenden Mangel jedes OpfermutheS überzeugt war, daß diesem Fonds keine Beiträge zufließen würden. " Würden die Herren Zünftler Angst vor dem Herr» Siaatsanwalt haben, oder vielmehr zu haben brauchen, dann wäre ihr ganzer„Tag" mit all seinen Verhandlungen eine Unmöglichkeit gewesen. Denn nicht nur, daß die Versamm- lung von der ersten Stunde an eine fortgesetzte Verletzung der Bestimmungen der partikularstaatlichen und speziell auch der bayerischen Vereins gesetzgebung war, im Lause der Ver- Handlungen wurde auch an Staatseinrichtungen eine Kritik geübt, die, wenn sie in einer Arbeiterversammlung nur zum zehnten Theile in der Schärfe zum Ausdruck käme, unsehlbar die Auflösung zur Folge gehabt hätte. „Nieder mit der unglücklichen Gewerbesteiheit und der Ausbeuterei", rief der eine Redner; ein anderer sprach von„der zügellosen Gewerbesteiheit" und beschuldigte die Behörden, daß sie die„faule und unreelle" Konkurrenz nicht beseitigt wissen wollen,„im Gegentheil, man wolle daS Handwerk im Interesse der kapitalistischen Speku- l a t i o n ganz ausrotten und den Handwerker in da» Sklaventhum der Fabrik verweisen"; ein Berliner Redner erging sich„über den Raubzug de» Kapitals gegen das Handwerk". Man sieht, auf dem Handwerkertag herrschte eine Rede- steiheit, wie wir sie in Deutschland sonst nur in antisemi- tischen Radauversammlungen gewöhnt sind. Und mit einer solchen hat wohl der ganze Handwerkerrummel auch am meisten Berührung?- und Vergleichspunkte. An und sür sich vollständig gleichgiltig und ohne jede Bedeutung, genau Der Baron von Elven hatte sich heilig vorgenommen, selbstständig den Feldzug fortzusetzen, den der Major gegen den unsichtbaren Verfolger Theresens unternommen aber unglücklich geführt hatte, da der Feind fortgesetzt seine An- griffe verdoppelt hatte und doch unentdeckt geblieben war. Und seine Absicht war um so edler und uneigennütziger, als er daran verzweifelte, das Herz Theresens wiederzuer- obern, das eine höllische List des Feindes ihm sür immer entstemdet hatte. Und so sehr verzweifelte er daran, daß er nicht einmal auf den Gedanken gekommen war, sich schriftlich zu rechtfertigen, und daß er, statt zu versuchen, Therese wiederzusehen, allen Gelegenheiten aus dem Wege ging, wo er sie treffen konnte. Seit jenem unheilvollen Sonntage, wo sein Unglück im botanischen Garten begann, hatte er ihn nicht mehr be- treten. Er verbrachte seine Zeit mit einsamen, ziellosen Spazier- gängcn durch die Straßen, und suchte nach einem Mittel, um das Geheimmß jener sonderbaren Abenteuer zu durch. bringen, die alle von derselben Hand in Szene gesetzt zu sein schienen. Er hätte einen leitenden Faden habe» müssen, und er fand kernen. Wre hätte er ihn auch finden sollen, er, der über die erste Veranlassung zu jenem Haß so wenig wußte. mit dem ein Unbekannter Frau Valdieu und ihre Tochter verfolgte. Der Major hatte nur sehr unbestimmt von einem Ver- brechen gesprochen. Jeanne hatte ihm gestanden, daß auf ihren ersten Fehltritt eine Reihe anderer, weniger entschuld- barer gefolgt seien, sie hatte auch davon gesprochen, daß Therese die Erbin zweier Millionen sei, die ihr die Schwester ihres Vaters hinterlassen habe. Aber aus all diesen unvollständigen Andeutungen konnte Andreas keine Klarheit schöpfen. Er mußte seine Nachforschungen also von einer anderen Seite aus anstellen und statt die Quelle der Feindschaften gegen Frau Valdieu aufzuspüren, die Leute aufzusuchen an- so wie der äntisemitische Unfug, dient die ganze Hand- werkerbewegung nur zum Stimmenfang für konservativ- reaktionäre Zwecke, genau so wie der Antisemitismus auch. Man läßt die bornirten Zünftler, welche keine Ahnung von den wirthschaftlichen Zusammenhängen haben, auf die Te- Werbefreiheit schimpfen und benützt gleichzeitig ihre Stimmen, um im Reichstag sich eine Majorität zu schaffen, die dem industriellen und landwirthschaftlichen Großkapital ein Mo- nopol um das andere gewährt— genau so, wie man die Antisemiten auf die Juden losläßt, was aber die hinter den Kouliffen stehenden Hetzer nicht hindert, sich an den Unter- nehmungen de» Herrn von Bleichröder„betheiligen" zu laffen. Wir gönnen den Zünftlern die fteiere Bewegung unter- einander gerne und verlangen nichts weniger als ein Ein- schreiten der Behörde. WaS wir wünschen ist nur, daß ein geringer Bruchtheil der Liberalität, deren sich die Hand- werker erfteuen, auch den Arbeitern zufalle, denn wir leben ja in einem Rechtsstaat, und der soll kein Ansehen der Person renne». Die JlftctB- und Invakidenver�orgung in der Setweij. ii. Die Stellung der Alters- und Invalidenversicherung im Kreise der Arbeiterverficherung wäre die, daß die Krankenver- ficherung bei Krankheiten, die Unfalloeifichemng bei Unfällen im gewerblichen Betrieb, die Alters- und Invalidenversicherung dagegen in allen übrigen Fällen der Erwerbsunfähigkeit etnzu- treten hätte. Hier spielt nur die Altersschwäche und der Todes« fall die Hauptrolle. Forschen wir den Ursachen der Armuth nach, so finden wir, daß die größten Ziffern neben Krankheit die Altersschwäche und der Verlust des Familienoberhauptes liefern. Diese zwei Ereignisse treffen bei jedem Arbeiter ein, keiner zahlt also den Bertrag umsonst. Nirgends ist aber auch die Gefahr der Verarmung für den Arbeiter und dessen Fa- mitte am höchsten, als gerade hier. Die Alters- und Invaliden- Versicherung ist deshalb von allen Kategorien der Arbeiter- Versicherung die wichtigste, ihre Durchführung aber auch die schwierigste von allen, denn das Risiko ist, well alle Versicherten einmal an die Reihe kommen, ein ganz gewaltiges. Es em- pfiehlt sich daher von vornherein, bevor die Tragweite dieser ausgedehnten Versicherung voll und ganz übersehen werden kann, in bescheidenen Grenzen anzufangen und vor allem die Leistungen dieser Versicherung so zu normiren, daß die hierfür nöthigen Beiträge auch wirklich aufgebracht werden können. Es flögt sich nun zunächst. soll dem invalid werdenden Arbeiter, den Wittwen und Waisen eines verstorbenen Ar- beiters eine Rente, also eine bestimmte jährliche Summe, oder eine auf einmal auszuzahlende fixe Kapital« summe gesichert werden. Es läßt sich nicht leugnen, daß in einzelnen Fällen die sogenannte Kapitalverflcherung vottheilhaft sein kann. Ein Arbeiter, der nicht mehr im Stande ist, die schwere Arbeit zu thun, welche ihm sein Beruf auferlegt, kann noch arbeitsfähig genug sein, um z. B. ein kleines Ladengeschäft zu betreiben und würde die einmalige Auszahlung des Kapllals ihn also in die Lage setzen können, sich eine unabhängige Existenz zu schaffen. Dagegen darf nun aber nicht außer Acht gelassen werden, daß das Gewerbe mit kleineren Geschäften schon mehr als überfüllt ist, und daß es daher für manchen Invaliden trotz der Kapitalsrimme schwer halten könnte, sich auf- recht zu halten. Dann lernt sich auch die Führung des eigenen Geschäfts nicht von heute auf morgen. Hm weiteren kommt der Arbeiter bei der Jnvalidenpension besser weg. Er weiß, daß er jedes Jahr, so lange er erwerbsunfähig rst, seine de- stimmte Rente erhält, während er die Kapitalsumme von heute auch morgen verlieren kann. Die Versicherung selbst wird bei dem Rentensnstem bedeutend vereinfacht. Die Schwierigkett, zu konstatiren, ob die Invalidität bleibend oder nur vorübergehend sein wird, läßt bei der Kapitalverstcherung größere Uedelstände erwachsen, als bei der Rentenversicherung. Das einmal gezahlte Kapital ist schwer zurückzuerhalten, bei der Rentenversicherung kann man die weitere Zahlung suspendiren. Hieraus folgt, daß der Arbeiter für die Zeit des Alters und der Jnvalidilät im allgemeinen durch eine Penfions- Versicherung sich besser und reichlicher versorgen kann, als durch die entsprechende Kapitalverstcherung. Als Jahresrente soll gewährt werden in erster Linie die Altersrente. Jeder versicherte Arbeiter soll, wenn er ein de« stimmtes Alter erreicht, gleichgiltig, ob er dann erwerbsfähig ist oder nicht, das Anrecht auf eine lebenslängliche Altersrente haben. Von den zahlreichen wirthschaftlichen Nöthen und Kümmernissen, welche den Lebensweg des bedrängten Lohn» arbeiters kreuzen, gebt jede vorüber bis auf eine, die bleibt. Mit Ausnahme dieser ernen verlaufen alle anderen, indem sie ent» weder ausheilen oder das Leben selbst mitnehmen, womit dann fi fangen, die in den Szenen jenes TageS, wo es zum Bruch zwischen Theresen und ihm gekommen war, eine Rolle ge- pielt hatten. Sie lebten und bewegten sich aber in einer Um- gebung, die der bretagnische Edelmann nicht kannte und die ihn abstieß. Die einen wimmelten in den Tiefen der Großstadt, wie jener häßliche Bursche, der den falschen Brief ge- bracht hatte, durch den Fräulein Äaldreu zu Frau von Lorris gelockt wurde, oder wie jener Stummel- sucher, der sich vor der Thür de» Hotels du Helder herumgetrieben hatte und vermuthlich dem Veranstalter all' dieser Machenschaften die Ankunft Theresens und die Rückkehr des BaronS von Elven sofort gemeldet hatte. Diese Personen konnten ihm nur durch einen Zufall in den Weg kommen, und dieser sehr unwahrscheinliche Zufall war bis jetzt noch nicht eingetreten. Aber Andreas konnte sich noch an einer anderen Stelle Auskunft holen. Da war jenes Mädchen, da» in seine Wohnung ge- drunaen, und jene Frau in der Rue de Ponthieu, bei der daS Mädchen und auch der Major verkehrten; beide konnten gewiß sehr wichtige Aufschlüsse geben. Andreas brauchte sie also nur aufzusuchen und zu ��"Unglücklicherweise%. 05et �re genaue Adresse In der Welt der Lebemänner waren beide bekannte Figuren, aber Andrea« verkehrte in dieser Welt nicht und eS that ihm nicht leid, obwohl e» nur von ihm abgehangen hätte. Auf daSjGeld sah er nicht ängstlich, und sein Name hätte ihm die vornehmsten KlubS geöffnet, wenn er dort eintreten gewollt hätte. Nach langem Zögern entschloß er sich endlich, emen Mittelweg einzuschlagen. Er entschied sich, einige alte Freunde seines Vaters aufzusuchen, die er seit einigen Jahren sehr vernachlässigt hatte und die ihn einführen konnten. Einer von diesen Männern war gerade Vizepräsident de« Klubs, dessen Mitglied auch der Major von Arbois war, und er hatte sich beeilt, dem jungen Baron seine Vermitte- Pessimismus und Unfall- soll der ver» ausgesorgt ist. Bei der einen aber bleibt das Leben und sie ist die nie ausheilende Roth und Kümmerniß darüber, daß im Leben des Bedrängten, der es nicht dahingebracht hat, etwas für die Zukunft zurückzulegen, der Blick in die Zukunft nur eine unüberschaubare Kette von sich ablösenden einzelnen Nöthen und Kümmernissen ist. So lange der Mensch einen Hoffnungsblick in seines Lebens Zukunft bat, kann er sich oben halten. Zer« schunden und zerstoßen, in Drangsalen und Kämpfen richtet sich der doch immer wieder auf, dem die Hoffnung bleibt, daß vor des Lebens Abschluß die Sonne des Ledens ihm noch einmal lächeln könne. Erst in dem hoffnungslos �Bedrängten offenbart sich die Verdstterung und der des Proletariats. Für die Erwerbsunfähigkeit, wo die Kranken- Versicherung, sowie die Altersrente nicht eintritt, fichette Lohnarbeiter das Anrecht auf eine Invalidenrente er« halten; diese soll gewissermaßen den Abschluß bilden, so daß keine unverschuldete Erwerbsunfähigkett der Lohnarbeiter mehr der Armenpflege anheimfällt. Die Invalidenrente soll auch ein- treten, wenn Altersschwäche vor dem Zeitpunkt des Anrechts auf Altersrente Erwerbsunfähigkeit zur Folge hat. Durch die Wittwen- und Waisenrente soll schließlich dafür gesorgt werden, daß der Ardeiter, der durch Tod abgeht, doch wenigstens mit dem tröstlichen Bewußtsein sterben kann, daß seine Hinterlaffenen nicht der öffentlichen Versorgung anhcim- fallen, nicht der Armuth und dem Elend in die Arme geworfen werden, sondern daß sie auf humane Versorgung Anspruch machen können. Was nun die Höhe der Renten betrifft, so müssen diese selbstverständlich so bemessen werden, daß sie dem Versicherten eine bessere Versorgung in Aussicht stellen, als es bei der Armen- pflege der Fall ist, sonst hätte die Versicherung ja keinen Zweck. Das ist eben der Zweck der Versicherung, daß sie die vor dem Eintritt der Erwerbsunfähigkett bestandenen Verhältnisse möglichst wieder herstellt. Daraus folgt schon von vornherein, daß nicht in einer fixen Summe ausgesprochene Renten bestimmt werden können, denn die Lohnverhältniffe find verschieden, und ver- schieden find auch die Lebensverhältnisse. Es geht daher nicht an, alle gleich zu behandeln, denn man kann keinem Versicherten zumuthen, seine Rente an einem Orte zu verzehren, wo das Leben am billigsten ist. Die Rente soll daher im Interesse der Billigkeit und Gegenseitigkeit in Prozentsätzen des Lohnes fest« gesetzt werden, ebenso auch die Beiträge der Arbeiter und des Ardeitgebers. Bei der Festsetzung der Prozentsätze darf nun aber nicht nach Willkür, sondern einzig nur nach den Erfahrungen der Versicherungstechnik vorgegangen werden. Es dürfen auch nur solche Sätze aufgestellt werden, die Opfer erfordern, welche aufzubringen möglich ist. Es darf weder dem Arbeiter noch dem Arbeitgeber, noch dem Bunde mehr aufgetragen werden, als sie zu ertragen vermögen. Andererseits darf auch die Alters- und Invalidenrente nicht so hoch bemessen sein, daß der Arbeiter ein Interesse hat, sich zu verslümmeln(!) und so lange er erwerbs- fähig ist, Erwerdsfähigkett flmuliren, also die Woblthat der Ver- sicherung zu erschleichen. Neben der Zwangsverficherung steht ja noch freiwillige Versicherung, Verwandtcnbilfe(!), Privatwohl. thätigkeit(!) und Gemeindemmenrecht(!), so daß das Zwangs« institut in der Hauptsache ttotz der dezeichneten Beschränkung seinen Zweck noch erfüllen kann. Alters- und Invalidenrente sollten sich also zwischen 20—60 pCt. des Lohnes bewegen. Wittwen- und Waisenrenten in Theilen dieser Rente. Es empfiehlt sich, das Minimum etwas niedrig anzusetzen, damit eine möglichst kurze Wartezett eintreten kann und somit der versicherte Ardeiter möglichst bald die Wohlthat der Versicherung genießt. D i e Wartezeit sollte 1— 2Jahre nicht übersteigen. Vom Minimum bis zum Maximum würden die Prozente an- steigen mtt der Zahl der Beitragsjahre, aber so, daß daS Maximum in höchstens 20—25 Jahren erreicht wäre. Wenn jedem Arbeiter, welcher auch nur 1—2 Jahre lang die Jnva- lidenverficherungsdeiträge bezahlt hat, im Falle eintretender Ar- beitslostgkcit oder auch nur eines bestimmten Lebensalters für sich und seine Familie die vorgeschriebenen Minimalrenten von 20 pCt. gesichert find, so erscheint es um der Gerechtigkett willen nothwmdig, daß diejenigen Arbeiter, welche ihre Bei- träge länger bezahlt haben, auf höhere Renten Anspruch haben. Was die Altersrente im besonderen dettifft, so darf sie na- türlich nickt erst in einem Alter gewährt werden, das die wmig- sten erreichen, andererseits aber auch nicht in einem Atter, das zu viele noch erreichen, sonst würde die Penfionskasse in allzu starker Weise in Anspruch genommen. Man wird also als Durchschnitt das Alter von 60—65 Jahren annehmen müssen. Diejenigen, welche vorher durch Attersschwäche erwerbs- unfähig werden, würden dadurch nicht verkürzt, da sie ja in diesem Falle Invalidenrente erhalten. Den hinter- laffenen Wittwen wäre eine Wittwenrente in der Höhe von mindestens der Hälfte desjenigen Rentenbetraaes zu gewähren, welchen der Versicherte entweder bezogen bat oder zu dessen Bezüge er berechtigt war. Dies würde der Billigkeit entsprechen. Mit der Wiederverheirathung der Wittwe müßte selbstverständlich der Penfionsbezug erlöschm, doch sollte als Aus- steuet mindestens der doppelte Rentenbetrag verabfolgt werden. lung zur Einführung in den Klub anzubieten, die jener angenommen hatte. Seine Zulassung war nicht zweifelhast und die Ab- stimmung über seine Aufnahme als Mitglied sollte demnächst stattfinden. Inzwischen hatte sich der Baron ein Reitpferd gekaust. Er war ein vorzüglicher Reiter und saß gern zu Pferde, aber er hatte sich nicht bloS zum Vergnügen das Halbblut angeschafft, da» ihm hundertundfünfzig Louisd'or gekostet hatte. Er hatte sich gesagt, daß im Bois de Boulogne sich die galante Damenwelt von Paris ein Rendezvous gebe und daß er hier ftüher oder später daS blonde Geschöpf treffen werde, daS ihm ohne eigene böse Absicht einen so schlimmen Streich gespielt hatte. Er hoffte hier auch den Major zu treffen, während er Frau von Lorri» nicht zu begegnen zu fürchten brauchte, die hier nicht mehr erschien. So ritt er regelmäßig an jedem Tage nach dem BoiS de Boulogne und es war sein Fehler, wenn er hier nicht fand, was er suchte. Da ihm die Gewohnheiten der Pariser Lebewelt unbe- kannt waren, so wußte er auch nicht, zu welcher Tageszeit und in welchen Alleen sie sich ein Stelldichein im BoiS de Boulogne gab, und so eifrig er auch suchte, die kleine Martine Ferrette fand er nicht. So kam e», daß er nach mehreren fruchtlosen Ver- suchen der nutzlosen Jagd überdrüssig wurde und eines Morgens beschloß, einmal nur zu seinem eigenen Vergnügen auSzureitcn. Es war ein wunderschöner FrühlingSmorgen, als er im BoiS de Boulongne anlangte. Noch war der Hain still und unbelebt und so konnte er sein Halbblut in allen Gangarten gehen lassen, ohne vom Gedränge gestött ,u werden. Die vornehme Welt schlief noch und nur selten traf er ewige Offiziere, die in der Frühe ein störrisches Pferd zureiten wollten. Zwei Stunden vergingen bei diesen Uebungen, dann ließ er fem Pferd im Schritt in eine Allee einbiegen, die Ebenso würde es billig und gerecht sein, für die vaterlos« Waisen der Verfichetten bis zum zurückgelegten 14. Lebenijahu eine Jahresrente(Waisenrente) in der Höhe von mindestens ei» Viertel der Wtttwenrente und für die vater- und mutterlos« Waisen eine solche in der Höhe von mindestens der Hälfte b« Wittwenrente zu verabfolgen. Der Bezug der Waisenrcn« sollte unabhängig von der Wiederverheirathung der Wittive sei»- Die Last der Versicherung wäre, wie bereits mehrfach»»" gedeutete worden ist, von Arbettern, Arbeitgebern und Bum gemeinschaftlich zu tragen. Was nun speziell die vom Arbeit» zu übernehmende Last betrifft, so kann es sich nicht darum ha»! dein, den Gemeinden die Armenlast abzunehmen und sie,»» den Arbeiter abzuladen. Dadurch würde dem Ardeiter schieß geholfen. Andererseits muß aber der Arbeiter auch siWige up knnje, w Elution oc fnbtelli K ich fle ärg % Lohn« '«st in?( beigczogen werden, ftnst ist�es keine�Selbstocrficherung uni jffiderlSib Der so % __ mehr, sondern einfach die Armenpflege« anderer Form. Der Arbeiter muß mitzahlen, damit(' mitreden kann, denn ihn geht es»«', allem an. Aber man soll und darf dem Ardm«% m.„fl nicht mehr aufbürden, als er wirklich zu tragen vermag. Siefetat anbei ist wohl zu berücksichtigen, daß der Ardeiter den groft«!--.. Theil der Rentenversicherung auf sich nehmen muß. Mehr 2 pCt. des Lohnes wird man ihm für die Alters- und lidenverficherung nicht zumuthen dürfen. Würden nun der f' beitgeber und der Bund ebenfalls 2 pCt. übernehmen, so wuid» sich im Ganzen 6 pCt. ergeben. Nach den Erfahrungen»» württembergischen Knappschaftskaffen reichen 6 pCt. des Loh»» aus, um eine Alters- und Invalidenrente, Wittwen- und Ww»» rente zu gewähren, wie wir sie in Aussicht genommen mit dem einzigen Unterschied, daß das Maximum 40, statt � wir in Ausficht genommen 60 vCt. beträgt. Es ließe fit nach das Maximum von 60 pCt. nur dann festsetzen, wenn»» �«underu WT Agenheitep ' Z?nze C . einbüße W werd bet S?ilich Schweiz Bund die weiter nöthigen 3 pCt. ebenfalls übernehmen w>d bann H �pfmtcn mir rirtem mfHTtn-tm 9 KÄ atL J 46% s« au ÄnlfJ* te Ctn° und t m Begr Nehmen wir einen mittlerm Lohnsatz von 2,50 Fr. würde bei 300 Arbeitstagen ein mittlerer Lohnbettag von sich ergeben. Um nun das zu leisten, was versprochen ist, wäre nach den Erfahrungen in Württemberg eine iw% Prämie von 63 Fr., oder für 700 000 Arbeiter eine foidxjr rund 19 Millionen Franks aufzubringen. Ziehen wir also die Hälfte ad, welche von Arbeiter und Arbeit! leisten wären, so würde der Anthell des Bundes 9,5 Franks betragen. Die Zahlen find nur in Umrissen gegeben, allein sie deuten an, welche be'vfrj Summe der Bund zu leisten hätte, wenn eine auch nur o»"* maßen humane Arbett erversorgung eingeführt werden foOjj Anbetracht des edlen Zweckes wäre aber die Summe d»»� nicht zu hoch. j Herr Näh erörtert nun die finanziellen Hilfsquelle».� schweizerischen Bundes. Mit Recht verweist er zunächst«L; immer steigenden Zolleinnahmen. In weiterer � führt er das T a b a k m o n o p o l an, das eine alte der hierländisehen Demokratie ist. Herr Näh verspricht Tabakmonopol einen verfügbaren Ueberschuß von 10—1» Franks, eine Summe, womit die Atters- und Invalide»« rung in humanster Weise durchgeführt werden könnte. R» erwartet er von der Monopolifirung eine Lohnerhöhung stj. heute ebenfalls dürftig dezahlren Tabakarbeiter. Des' werden als neu zu eröffnende Hllfsquellen zu oben gei» Zweck angeführt das Zündhölzchenmonopol— zugleich eine Abschaffung des mörderischen Phosphors fo% Folge haben würde—, die Erbschafts st euer, steuerung der Spekulationspapiere. Die Organisation der Alters- und Jnvalidenverfich- in verschiedenen Formen möglich. Als die einfachste eine Zcntralanstalt mit Filialen nach Bezirken. Die gl« richtung wäre für die Unfallversicherung zu benützen. Na®1 Bezirken könnten auch die Krankenkassen in einen V.-rba» bracht werden. Und wie die Einzüger der Krankenkassen d» sicherungsdeiträge für die Unfallversicherung einziehen, so lf sie auch die Beiträge für die Alters- und Jnvalwenoerfi» einkasfiren. Die Kaffenfilialm der Zentralanstalt wären die' bureaux. An diese müßten alle Beittäge abgekiefert un» diesen auch alle Leistungen ausbezahlt werden. Der der Bezirksfiliale wäre Kontrolstelle. Er hätte auf das des Arztes die Höbe der Rente festzusetzen und auf anzuweisen. Der Versicherte aber sollte, wenn er mit schädigung nicht zufrieden ist, anZein Schiedsgericht können, dos ebenfalls nach Bezirken zu organifircn rfafi ließe sich eine einfache Organisation der gesammten ficherung denken. Dies wären die Grundideen, nach welchen die....™. Invalidenversicherung in der Schweiz sich verwirflill-» jif foii,. Freilich wird die Arbeiterverficherung die soziale 3«% fiit �Mle, lösen, aber sie wird ein bedeutsamer Schritt sein"0'1 stelluna der arbeitenden Klaffen. Nichts drückt de» f tiefer herab, als der Genuß von Almosen, nichts dag»».-« ihn höher in seinen eigenen Augen und in der Aafi! sei' sich selbst, als das Bewußtsein, daß er alles sich u» eigenen Kraft verdanke und daß er ein vollberechtigt?� sei im Staats- und Gemeindewesen. In der Ardeiterv�« ist die solidarische Selbsthilfe des Arbeiters verwirlü"' %% --5?" v' # K W M .auch t SÄ zu d is ihn nach Hause führen mußte. Er war überrascht, hier ganze Reiterschaaren sich entgegen kommen die allein oder in kleinen Gruppen ritten und junger Damen, meist Angehörige der nordame» � Kolonie in Pari«, die sich laut unterhielten und i" lassen Als mr hSL' itt bei «5>-58i oß lachten. ,n Andreas war zufällig in die Allee des W» bogen, die hauptsächlich von der vornehmen W�t weg benutzt wird. Er wollte schon umkehre», � ihm ein, daß er hier vielleicht Marttne 3»�. könne. Bald aber entdeckte er, daß" � vorübersprengenden Amazonen die Halbwelt so 0� nicht vertreten war. Fast jede Dame war Kavalier begleitet. (Fortsetzung folgt.) po» W W in xÄ.Med Aus Kunst und ffstjrr stammt der Zlame Amerika- ntwort lautet von Amerigo Vespucci, dem � decker der Westindischen Inseln, dem zu Ehren M» püül der neuen Welt Amerika nannte. Nun weisen> MI iK SÄ Cbne Itaalkh fS finänzi?. m, der neuen Welt Amerika nannte. Nun � Forschungen im Gebiete der indianischen Sprach« Wort Amerik oder Amerique bereits bestand, als� �»bes Jabre 1499 die westindischen Inseln anfuhr. J'!- der Chontales und Magas dedeutet„Ämeiil � Winde. Zum andern büß Vesputius, der 8�0#(tn# (9. März 1451), der 1511 in Sevilla starb. rigo. sondern Alb.ngo ooer Albert. Die Namen» � 1507 vom Kanonikus und Bu Händler 1W UUIll J\UIWllUUÖ UUU-UU-UIIV»** V St. Dis aus, ver eigentlich Martin Waldseemu � allerlei fabulöser Zuthat machte er den N aus„Alberich" nach einem Kalenderheiligen-� 1» " frnft es.Wir ,f »Äl RA d« Fk III stand. Der„Schwäbische Merkur" hält � Marion, der in setner„wapoteea geologic», den indianischen Ursprung des Wortes nach wen- war nach idm ein indianischer Volts stawM. ,�»� dessen Gebiet Gold führte. Auch der alte �™ spricht ausdrücklich davon, daß Columdus I4 j», Paria Gold und Perlen fand, und nachdem�, m erfordert war, nahmen etliche seiner Gefells � j Vesputius, Petrus Alonsus, diese Zchiffungen % "Stoßen vatcrloftl cbenSj# bestens tuttetloff Hälfte* Joifentg» Sittroe M m itum W, SMS j slnaM't crung un> Sk, '»Ä mag. % so WUlvt° sstz Inisation und Unterstützung ist eine des heutigen Staates �Alge und scböne Aufgabe, denn wahr ist es heute wehr t,r.V„e' Mas in der fran�öfischen Kammer zur Zeit der Re- %?°n 1848 die Verfaisungskommisfion ausgesprochen hat: � 3 S�tlbatf ihre Aktion nicht darauf beschränken, die vaS Ergenthum, die Familie zu schützen. Sie darf sich nicht . tlf5»u sagen:„Fch habeGesetze gegen die Gottlosen, LP.™ Uedelthäter habe ich Gendarmen und gegen den Aufruhr Kanonen." Nein, ihr Glaube weist ihr eine edlere Zu. Sie ist die wohlthätige Beschützerin aller ihrer ilAWw ste nicht in Elend verderben, fie bleibt nicht In uli9 i. iknen Krisen des Gcwerbssteißes, welche Armem ��Mrdestem auf die öffentlichm Plätze werfen, sie be» Lift• Jb � seufzend zu wiederholen: Verkängnih! Sie örüderlichk�/'"� S» allen ihren Hilfsmitteln und ruft: so ausführliche, lange Vortrag des Herrn Näh enthält l ii?«Äuoeheit und manche Anschauung, die mit der unseligen 'dersvruche steht. Aber wir wollen ihm die Anerkennung °�enchalteo, daß er mst viel Glück und Sorgfalt sein Ie25™. ausgearbeitet hat und dabei unverkennbar von dem twt«, V wurde, zur Diskusfion und Lösung der wich- fuitfsfragm sein Theil beizutragen. Es wäre ein großer beer �s �km Wege der Sozialreform, wmn das große larnfirf* lenet oder offiziöser Sozialreformer, beffer Sozial- ,,l.„Ä?.' ß* ebenfalls bemühen würde, so wichtige An- x., Ahnten mit Ehrlichkeit und würdigem Emste zu behandeln. dnt ÄÄ�oche würde dann weniger an Klarheit und Einfach- iiivfrt Tx" und dadurch ihre Förderung nicht so sehr er- �werden. der werden schon noch mehrere Jahre vergehen, ehe in an die Einführung der Invaliden- und Alters- men ic sich dbjjlj•• '»eschritten werden kann. Vorerst gilt es, die Unfall» " Aber n»k'0ä(er die Krankenversicherung unter Dach zu bringen. der ZvS.d'tt Vorarbeiten für diese jene im Vordergrunde tterthcj jj �uffion»u behaupten, ist schon ein an erkennen s. nen cünT% >ii quelle» � ichst% itcrei, W m jlolitische Ueberstcht. st».? k st» Politik. Die Staatsmänner verschiedener Reptil- daben entdeckt, daß die Gruppirung der europäischen ,|L r�uach der Antrittsreise des deutschen Kaisers genau die- ätuHftlV oorher, nämlich auf der einm Seite Frankreich und Äs der anderm Deutschland, Oesterreich, Italien und -. uo.. Daß die Gruppirung sich nicht verändert hat, ist richtig tu",. die Reptilblätter hatten das Gegenthell geflunkert—, �(§rn weil fie dieselbe ist, gehört auch England nicht zu kitf. � des sogenannten Dreibunds. Wer von der Ge- kifi'tl m den Machtverhältnissen der europäischen Staaten den (in,!™ �egnff hat, muß wissen, daß England fich unmöglich � Gruppe anschließen" kann, deren"leitender Staat seit seinem t das Bündniß mURu aldinsel, wo englische •**- fsfim das Bündniß mit Rußland eifrig erstrebt und auf der englische Lebens-Jntereflen direkt engagirt .üna Portefeuille und kein Landtagsmundut als« RS wAg«, /a kann das Spiel des Rathens über die Bedeutung bei Neue beginnen, meint die„Franks. Ztg. lidenvi'�I �?°nhalbinsel, wo englstche r-ebms-�nierenen orreii i ZiedÄ'.eine der englischm entgegengesetzte Politik verfolgt. tfif■ I«eilt*»i»S n des h ........ Als Führer der r«i�'wuiveralen Pmtei im Abgeordnetenhause würde Herr von , m»»1 l!>"nigsen übrigens eine seltsame Figur gemacht habm; das ' LT* der Partei, das in den Eynern u. Genoffen seine Sprecher C, h hat fich im Laufe der letzten Jahre so weit nach rechts /orckelt, daß es von den Freikonseroativen kaum noch zu unter- .wen ist. Rückfälle find hier nicht mehr zu besorgen, auch die .3ung, ab und zu der Regierung den Parteiwillen aufzu- ! die vor zehn Jahrm zum Sündenfall und zum Ver- J. dki Paradieses führte, ist bis aus die letzte Spur verschwun- L ff* Si* itKorAOA efiehl dste dlad) Verba«, nocrfi: ren die 'ert un» )er V/ Vgn»-•••»»»■»•»»i- i �"7--- r r—----- 1--- L dmi tst auf die konservative Partei übergegangen dtt 3"8 zu steuern, scheint gegenwärtig die Hauptaufgabe „AoM �Mementalen Preffe zu sein. Der letzte Artikel der Zweck%%m- Ztg" in dieser Angelegmheit hat offenbar den 'ttzel Mis, Konservativen den parlammtarischen Großmachts- o?ie Zutreiben; indem er ihnen das eigene Schicksal von 1873, liebt„Wenige der Nationalliberalen von 1879 vor Augen führt, Bünb. Vilich zu verstehen, daß der Wiederholung der gleichen 'itbe 1 diejenige der gleichen Strafe folgen werde. Am �nen". auch die Einladung Bennigsen's nach Friedrichsruh scinpn0|wtwn Zweck gehabt, als Herrn v. Rauchhaupt und den »ich zu machen, daß die Regierung für den Fall . p., babf �wer Begehrlichkeiten den Nationalliberalismus in Reserve lli«�"p°»u verwenden wiffen werde. Es wäre zwar eine fest- tih o Herr v. Bennigsen als„schwarzer Mann" i t:M»&"'Muativen spielen würde, aber sie würde in das von den*, y es brm s?)"?, geleitete Kartellspiel ganz gut paffen. Und sollte daBv,.« AationalliberaliSmus gegen Erwarten allzu wohl dabei WW ihn der Hafer stechen, so kann man ja zur , u»°# loip.wflimg einmal Herrn von Rauchhaupt nach Friedrichsruh ""£ tinen Husarenritt in das hannöversche Land unter- �Kl» muthmaffliche? Germl« für dt« Landtag«- -Ä gSÄ ä« 1 e'L®lale den amerikanischen Boden bettaten. ein Unter« btt«i®un8 gebildet, um geeignete Maßregeln zur Forderung «v. t...— ftl.« kßA;nnPT man oem s Jet Äno-SS um geeignete wtasrrg»»»Uk Zu ergreifen. Am meisten begegnet man dem Nftkn sk jUß zwischen den Inseln von Nord-Holland oder 'a Fri°-,. Pkinblik in der Provinz Nord-Holland und Stavorcn Eex A. wnd ein Damm angelegt werde, welcher den Zuyder« %b( Meere abschneidet. Das Wasser aus dem ersteren �aihv-�.?'??chst durch mächtige Pumpwerke zu entfernen sein. Htn»,? t dige zweifeln nicht an der Ausführbarkeit des Unter- (ei selbst, wohl aber an dem Zustandekommen deffelben »ach s,.°atshilfe, da nicht nur bedeutende technische, sondern »ab. Ä?njI�?e und rechtliche Schwierigkeiten zu überwinden «�'»Trockenlegung des Harlemer Sees in den Jahren stach«./ 1853 ward seiner Zeit als ein großartiger Erfolg de- sab»'.T>urch dieselbe wurden dem Meere 45 000 Morgen »ein 3z;„ 9etD0nncn; ungeheure Mengen Waffers mußten aus k'""»'imecte dem Ozean zugeführt werden, ehe das Werk )eichn.n kam. Dennoch ist dieser Erfolg als gering zu ver- «m 1- m..JL... k-- 1Im----- i u piA J6i4tl�n?e lam. Dennoch t|t dreier tzrrotg ms gering zu«.«- letzt Vergleich zu dem Unternehmen, um welches es fich ..aitfackiSvt««" Indianer. Aus Rew-Uork, 10. d., ' ist der Häupt- i der kanadischen '«?ufgeklärter" Indianer, nm urew-k fij,8»es T Stg." geschrieben: Nato Nork ist m,?V'®uf8enärter Mann", davon giebt das folgende Er- - mft einer unerhörten Grausamkei wählen wird jetzt der 18. Oktober genannt. Die Einberufung des Reichstags soll diesmvl deretts Ende Ottoder, also einen Monat früher als in den letzten Jahren erfolgen. Die Regie- rung will, so wird offiziös verfichett, Alles aufbieten, um das Zusammenarbetten des Reichstags mit dem Landtag künftig thunlichst zu vermeiden, und deshalb, da ein Theil des Arbetts- Materials für die bevorstehende Reichstagssesston schon vorbereitet sei, den Reichstag in diesem Jahre früher einberufen. Der 6. Reich«tag»wahlKrei» in Kerlin. schreibt das „B. Vaterl.", ist gut daran. Während es sonst sehr schwer hält, einen Kandidaten zu finden, der weder fortschrittlich, noch konservativ, noch nationalliberal, noch sozialdemokratisch ist— vom Zentrum ganz abgesehen— hat Berlin jetzt zwei derartige Kandidaten zur Wahl.'Nachdem die„Nordd." die Wahl eines konservativ-antisemitisch-freikonservativ-nattonalliberal- deutschfrei- sinnigen Kandidaten empfohlen und die„Post" als einen solchen den Fabrikbefitzer H o l tz bezeichnet hat, erklärt fich nun auch der antisemitische Kandidat Förster als einen solchen Aller- weltsmann, der weder konservativ noch liberal, sondern ein ein- 'ach„deutscher" und monarchischer Mann sei. Die Berliner Wähler werden, um aus diesem Dflemma zu kommen, wahr- scheinlich den Sozialdemokraten wählen. Miel SberfiLl'stge Karge. Aus Konstanz lassen sich die Münchener„Neuesten Nachrichten" schreiben:„Seit kurzem schenkt, wahrscheinlich auf höhere Weisung, die Kriminalpolizei dem Grenzorte Konstanz ic., dessen Verkehr und Einfuhr eine ganz erhöhte Aufmerksamkeit und Thätigkeit. Man ermattet nämlich infolge der im sechsten Berliner Wahlkreis aufgestellten Kandidatur Liedknechts für den Reichstag eine Massen- einschmuggelung sozialistischer Schttften und Wahlflugblätter aus der Schweiz Thatsache ist auch, daß man der Reise Lied- knechts durch die Schweiz, um Vorträge zu halten, gerade im Augenblicke seiner Berliner Kandidatur von Seite der Berliner politischen Polizei eine große Aufmerksamkeit schentt, und wird die Reise eines bekannten gewiegten Berliner Kttminalkom- miffärs, welcher fich in strengem Inkognito auch einen Tag in Konstanz aufhielt und sodann nach der Schweiz seine Schtttte lenkte, mit der Agitationsreise des hervorragenden Sozialisten- führers in Zusammenhang gebracht." Sollte die deutsche Polizei wirklich keine Vettreter mehr in der Schweiz haben, daß fie einen eigenen Beamten nach dott schickt, um Liedknechts öffentlich angekündigte Votträge zu überwachen, oder traut fie ihren dottigen Agenten nicht mehr recht, nachdem fie mit den Schmidt, Schröder rc. so trübe Erfahrungen gemacht hat? Daß übrigens Liedknecht gerade„im Äugenblick seiner Berliner Kandidatur" nach der Schweiz reist, mag wohl daher kommen, daß er aus Berlin ausgewiesen ist. Wäre dies nicht der Fall, Dann würde wohl Herr Liedknecht in Berlin sein und seine Wahl persönlich betreiben, so daß in diesem Falle die Polizei nicht in die Verlegenheit gekommen wäre, fich in die Kosten einer Reise nach der Schweiz zur Ueberwachung des„gefähr- liehen Agitators" zu stürzen. Nee Arbeitgeber-Uerein, welchen der sächsische Kattell- bruder und Exfottschttttler Kurt Starke— ein Freund und Spezialgestnnungsgenosse des berühmten Dr. Töpfchen- Götz von Lindenau— gegründet hat, ist zunächst nur für Mittweida und Umgegend bestimmt, soll aber, falls das Pflänz- chen Wurzel faßt, über ganz Sachsen ausgebreitet werden. Von dem pflichtschuldigen Beiwerk abgesehen(Pflege des„Spar- ttiebS", Konsumvereine, Bekämpfung der Trunksucht und sonstigem derartigen Pfusch- und Flickwerk), ist es der Zweck des Vereins:„auf die Hebung des fittlichen, religiösen und patriotischen Gefühls der Arbeiter einzuwirken". Es wird zwar gesagt, die Arbeitgeber sollten weder in lonfesstoneller noch in politischer Beziehung, namentlich nicht bei Wahlen, den lieber« zeugungen der Arbeiter Gewalt anthun— allein man kennt ese Äedensatten. Auch vor und an dem 21. Februar des vorigen Jahr.s wurde den„Ueberzeugungen" der Arbefler seitens der braven Arbeitgeber keine Gewalt angethan— dewahre! Wer das sagen wollte, würde von den biederen Herren Arbeitgebern für einen Verleumder erklärt und vielleicht sogar vom Gerichte bestraft werden. Trotzdem wiffen wir, wie's zugegangen ist. Und die Agitation von damals permanent zu machen, oder rich« tiger: einen Apparat zu schaffen, vermittelst dessen eine Agitation wie die damalige dauernd organifitt wird und nachhaltig be- trieben werden kann— das ist die eigentliche Aufgabe des Statte'schcn Fabrikantenvereins. Er leitet bereits die nächsten Reichstagswahlen ein. Die sächstschen Kartelldrüder haben sich neulich zu ihrem Schrecken überzeugt, daß ihre Majorität vom 21. Februar 1887 nichts weniger als fest ist, und daß fie ihnen, wenn nichts außcrordenlliches geschieht, bei der nächsten Wahl wie Spreu vor dem Winde auseinander stieben wird. Und da will man fich bei Zeiten vorsehen. Auf eine Kritik des Statte'schcn„Programms" uns einzulassen, fällt uns natürlich nicht ein— es ist das altbekannte Wischt- Waschi-R.zept der modischm Polizei- und Zunft- Sozialreformcr, die ja zahlreich find, wie die Brombeeren. Das einzige Be- merkenswcrthe, was wir an dem Starke'schen Kartelldrüder- Verein finden, ist, daß den Arbeitgebern.— nicht den Arbeitern — die gewissenhafte Jnnehaltung der Gesetze für Arbeiterschutz, Sonntagsheiligung rc.„zur Pflichti gemacht werden soll". Herr ihres Volkes, dessen Frau ihr einen Trank braute, der ste aller- dings von ihrem Halsübel befrette, ihr aber zugleich den Tod gab. Die Autopfie eines von?>ato Dorf sofort gerufenen deutschen Arztes ergab Vergiftung als Todesursache. In aller Stille dettef der Häuptling ein Meeting, legte demselben den Vorfall zur Begutachtung vor und setzte es durch, daß der Medizinmann sowie dessen Frau zum Tode verurtheilt wurden, weil fie „Zauberei" betrieben, die das Leben ihrer Mitmenschen gefährde. Die Frau wurde gezwungen, lleine, glühend beiß gemachte Steine zu verschlucken, bis fie unter gräßlichen Qualen starb; der Mann wurde nach altem Cooper'schen Stil gemartert, mit Pfeilen beschoffen, mit Tomahawks beworfen und schließlich mit brennenden Holzsplittern, die man ihm in die Brust ttieb, ge- tödtet. Das Verbrechen geschah auf dem Boden der Vereinigten Staaten, da die Takou-Jndianer aber zu Kanada gehören, wird elfteres ungcrügt bleiben; weder die eine noch die andere Re- gierung hält fich für defugt, einzuschreiten. Dato Dorf, der„Aufgeklärte", wußte das und wählte dämm die Grenze zur Aus- führung seiner Exekution. N» Entfernungen der Gestirne versucht das„Journ. du Ciel" in folgender Weise zu veranschaulichen.„Denken wir uns einen Riesen, dessen Arm von der Erde zur Sonne reicht. Streckt er diesen Arm aus und berührt dm feurigen Ball, so wird er den Schmer» erst 157 Jahre später verspurm, da die Erfahrung gelehrt hat, daß Empfindungen fich im menschlichen Körper mit einer Geschwindigkeit vnn 31 Metern in der Se- künde fortbewegen. Stößt der Riese nach 167 Jahren einen Schmerzensschrei aus, so wird dieser erst nach 13 Jahren auf der Sonne vernommen, da der Schall fich mtt einer Schnellig. keit von 340 Metern in der Sekunde fortpflanzt. Würde aber der Arm des Riesen bis zum nächsten Fixstern reichen, so würde der Riese den Schmez aus der Berührung mit diesem Feuerball erst nach 60 Millionen Jahren verspüren!" Gin Duell zwischen zwei Mädchen. Pariser Blättern wird aus Cannes telegraphirt: Zwei junge Mädchen verliebten fich gleichzeitig in einen jungen Mann. Die beiden Mädchen geriethen in heftigen Streit und beschloffen endlich, um die An- gelegenheit zur Lösung zu bringen, sich zu duelliren. Der Kampf sollte nicht früher aufhören, als bis eines der beiden Mädchen tödtlich verletzt sein würde. Die Mädchen hietten ihr Wort. Als Waffen wurden Pistolen gewählt. Das jüngere Mädchen, im Alter von 18 Jahren, wurde am linken Arm ver- wundet, das ättere, das 22 Jahre zählt, wurde durch einen Schuß in die Bmst tövtlich verwundet. ff Kurt Starke kennt seine Leute— dieselben haben also nach seiner Meinung die Gesetzgebung zum Schutz der Arbeiter bis- her nicht„gewissenhaft" beachtet. Und in dieser Beziehung hat Herr Kurt Starke allerdings recht. Noch einen Rath möchten wir ihm geben. Möge er doch mit seinem Verein einen Ar» deitgeber-Bildungsverein verbinden. Das wäre ein vottreffliches Werk. Unsere Arbeitgeber find zum ehr großen Theil notottsch so mangelhaft gebildet und erfreuen fich besonders in puncto der fliationalökonomie einer so riefigen Unwissenheit, daß ein solcher Verein in der That viel Gutes stiften könnte. Freilich, wenn Herr Kurt Statte den Bfldungsverein einige Zeit besucht hätte, dann würde er seiner jetzigen Gründung mitsammt dem zugehörigen Programm» plunder Valet sagen. Und das wäre doch Schade für— uns. A«» Karlsruhe, 20. August, wird uns geschtteben: Nach dem heut vor dem Mflitärgericht stattgefundenen Zeugenverhör des Abg. Bebel wurde auch der Angeklagte von Ehren- berg vernommen, worauf ein zweites Verhör Bebels folgte. lieber das Ergebniß verlautet nichts, da die Untersuchung noch nicht geschloffen ist. Sobald die Karlsruher Polizei erfuhr, daß Bebel anwesend sei, stellte fie ihm einen geheimen Poll- z i st e n vor das Hotel, welcher ihn bei seinen Ausgängen in respettvoller Entfernung beglettete. Wir bezweifeln nicht, daß dies im Interesse der persönlichen Sicherheit Bebels geschah. Es ist erfreulich zu sehen, daß die deutsche Polizei nicht nur ihren Schutz gettönten Häuptern zu Theil werden läßt, sondern auch die sozialdemokratischen Führer mit gleicher Sorgfalt be- handelt. Ehre wem Ehre gebührt! Nie Postbehorde» und die Innuugsbrüder. Daß die Postbehörden seit einiger Zeit prüfen, ob jemand mit Recht den Meistertitel führt, darüber dringt die„Baugew. Ztg." eine überraschende Mittheilung. Danach liefert die Post an einen Zimmermeister in£., welcher sein Geschäft schon seit einer Reihe von Jahren betreibt, Briefe und Postsachen nicht mehr aus, welche die Adresse„Zimmermeister" tragen. Obgleich der Be- treffende dadmch schwer geschädigt wird, so begründet angeblich die Post ihre Handlungsweise damit, daß der Adressat kein„ge- prüster" Zimmermeister sei. Der Betroffene hat den Weg der Beschwerde an die Oberpostdirektion detreten. Keder ein» seltsame Art, Geständnisse z« erwirke»» berichtet die„Bünder Ztg." Nach ihrer Mittheilung stand dieser Tage vor der Strafkammer in Münster(Westfalen) ein vierzehn Jahre altes Mädchen, welches deschuldigt war, in Oelde, wo dreimal nach einander in ein und demselben Hause ein Brand entstand, diese drei Brände verursacht zu haben. Der einzige Belastungszeuge des Kindes war ein Gendarm, welcher der Angeklagten das„Gelländniß" entlockt hatte, ste habe den letzt«» Brand durch einen Fall mit einer brennenden Petroleumlampe hervorgerufen. Die Angeklagte behauptete aber, er habe ihr daS vorgesagt und ein„Ja, das fich gar nicht darauf dezogen, für ein Geständniß genommen. Der Gendarm sagte ganz offen- herzig, er habe gedroht, ihr den Kopf einzuschlagen.(!!) Der Staatsanwalt selbst erklärte, daß er von diesem„erzwungenen" Geständnisse keineswegs überzeugt sei, und beantragte, da weiter kein Schuldbeweis vorliege, Freisprechung, die auch erfolgte. Die Angeklagte hatte fünf Monate in Untersuchungshaft zu» gebracht. Gin rigenthümlicher Fall wird demnächst in Gera r Entscheidung kommen. Den Soldaten der dortigen Garniso» i durch das Kommando der Besuch einer Anzahl R e st a u r a- t i o n e n, deren Inhaber im Rufe sozialdemokratischer Gesinnung stehen, verboten. Einer dieser Restaurateure erhielt nun vor einigen Tagen Einquartierung von Soldaten des zum Manöver marschirenden 3. Bataillons des 96. Regi» ments aus Rudolstadt. Als die Einquartierung zu ihm kam, wies er dieselbe mit dem Bemerken zurück, daß er sie nicht auf- nehmen könne, da bei ihm keine Soldaten verkehren dürften. Er beharrte auch bei seiner Weigerung, so daß die städtische Einquartterungsbehörde für Unterkunft in einem anderen Quartier sorgen mußte. Der Restaurateur will auf gerichtliche Ent» scheivung antragen. Gegen die Altersvrrstcherung. In einer sehr zahlreich besuchten Arbeiterversammlung im>£>chuvenhof in Stuttgart hielt Herr Ä. Kloß einen Vorttag über den Entwurf deS Atters- und Jnvalidengesetzes. Kloß übte eine scharfe Kritik an Grundzügen und Entwurf. Er wies insbesondere darauf hin, daß die Leistungen der geplanten Alters- und Invaliden Versorgung in gar keinem Verhältniß stehen zu dem vom Arbeiter zu leistenden Beitrage. Die Verwaltung werde jedenfalls sehr theuer und komplizirt und dadurch scheine das Gesetz eher geeignet, eine Vetsorgungsanstalt für Militäranwärter als eine solche für Ar» dciter zu begründen. Die Versammlung nahm eine entsprechende Resolution an. Nersammlungsanflöfang. Die Bauhandwerker Kölns unv der Umgegend hietten im Restaurant„Zur neuen Well" an der Breitestraße eine zahlreich besuchte Versammlung ad. An den Vortrag des Herrn Lorenz aus Hamburg„über du Gewerkschaftsbewegung früber und jetzt" knüpfte fich eine Debatte, in welcher von einer Seite behauptet wurde, die den Arbeitern gewährleisteten Rechte seien nur illusorisch. Da, wo die Ge- werkschaften in geringer Mitgliederzahl aufträten, ließe man fie in Ruhe, wenn aber die Zahl der Mitglieder fich auf Hunderte belaufe, löse die Regierung einen solchen Gewerkschaftsverband einfach auf, indem man anführe, die Mitglieder seien Sozial» dcmokraten. Nach dieser Bemerkung erhob fich der anwesende Polizeikommissar und löste auf Grund des SozialistengesetzeS- die Versammlung auf. Kchweiz. Die„Zür. P." schreidr:„Zu P r a n g i n s auf Schweizer- doden hält Prinz Jsröme Napoleon eine Konferenz mit Bonapartiften und Boulangisten; in Lausanne wellt Prinz Joinvillc und werden noch andere Orleanisten erwartet. Zu behaupten, daß fie alle nicht den Umsturz der franzöflschen Re» publik planen, wäre naiv. Ader seien fie uns doch willkommen! Unser Land ist„ein Asyl für alle Würdigen." Der Bundesrath hat mit richtigem Talle davon Umgang genommen, Geheimpolizei nach Lausanne und Prangins zu senden, und will seine Kräfte für die Versammlungen der Schweizerbürger aufsparen..." Das Aktionskomitee des schweizerischen Arbeitertages hat mit der Durchberathung der Vorlage für den allgemeinen schweizerischen Arbeitertag, der im Herbst abgehalten werden soll, schon vor einiger Zeit begonnen, und bis Ende August dürfte die bezügliche Vorlage zu Ende be- rathen sein. In einer Konferenz, an welcher fich die Führer der schweizerischen Ardeiterbewegung betheiligen werden, sollen dann endgiltig das Programm für den Ärbeitertag, das Statut der schweizerischen sozialdemokratischen Partei und das Partei» Programm festgestellt werden. In dem in Bern erscheinenden „Schweiz. Sozialdemokrat" findet fich der Vorschlag zu einem politisch-wirthschaMchen Programm der„sozialdemokratischen Partei der Schweiz". Das politische Programm enthält foh- genDe Hauptpunkte: Ausbau der Demokratie; Ausbau des Einheitsstaates; freifinnige, dem Stande der modernen Wissen- schaft entsprechende Volksbildung und Volksausklärung im wei» testen Maße; Verweisung aller kirchlichen Bestrebungen in das Privatleben der Bürger. Im wirthschaftlichen Programm find unter anderem folgende Puntte aufgenommen: Sukzesfive Ver» staatlichung von Industrie, Landwirthschaft, Handel, Verkehrs- wesen und Gewerde. Zu diesem Zwecke soll eine„Kommission für wirthschaftliche Gesetzgebung" bestellt werden, welche der Bundesversammlung eine geeignete Vorlage zu machen hätte. Im weiteren wird vorgeschlagen, das„Recht aller Bürger auf Arbeit" förmlich durch die Verfassung zu gewährleisten. Es soll Jedem, der es verlangt,„eine seinen Kräften entsprechende, ausreichend gelohnte Beschäftigung im Dienste des Staates, der Gemeinde oder williger Privaten" zugewiesen werden. «roßbritattnie«. Die Führer der englischen Liberalen benutzten die Parlamentsferien dazu, die Stimmung des Landes der irischen Politik des Torykabinets abwendig zu machen. Nachdem am Sonnabend Morlcy für die irischen Forderungen eingetreten ist, hat auch Gladstone eine Rede ' rlant Forderungen eingetreten ist, hat auch Gladstone eine stievc zu Gunsten der Forderungen Irlands gehalten, in welcher er in einer selbst bei ihm seltenen Schärfe über das Vorgehen der Re- gierung urtheilte. Zweitausend Liberale aus der Grafschaft trtaffordshire überreichten dem greisen Staatsmann auf seinem Schloß Hawardcn ein in einer kostbaren Porzellanvase bestehen- des Ehrengeschenk und eine Adresse, in welcher sie ihm ihre Be« wunderung, Ergebenheit und Dankbarkeit ausdrückten. In seiner Erwiderung auf die Adresse knüpfte Gladstone an den Bild- schmuck der Vase an, welche symbolische Darstellungen von Polen und Irland zeigte und äußerte:„Irland wäre schlimmer daran als P o l e n. Polen würde von einem einzigen Manne bedrückt, Irland von einer ganzen Nation. Nachdem Irland von England 700 Jahre in Unterwürfigkeit gehalten sei, würde ihm auch jetzt noch die Gleichstellung mit Eng- land verweigert, und eine Regierung, welche unter falschen Vorwänden an's Ruder kam, wende Zwang gegen dasselbe an. Selbst König Bomba habe seine poli» tischen Gefangenen nicht so grausam behandelt, wie die Toryregierung Englands die von ihr eingekerkerten 21 irischen Abgeordneten. Die Stärke der Toryregierung läge in der ihr von sogenannten liberalen Unionisten gewährten Unterstützung. sprechend, spöttelte er über die Parnell und die„Times" vor Zehauptung der Regierung, daß : der Untersuchungskommisfion gleichgestellt seien. Parnell habe klug gehandelt, den Prozeß in Edinburg anhängig zu machen: von einer schottischen Jury habe er vollkommene Gerechtigkeit zu erwarten. Die in Fermoy geführte Leichenschau-Unter- s u ch u n g über die mit dem Selbstmorde des Gefängnißarztes Dr. Ridlcy in Tullamore verknüpften Umstände fand nach län- aerer Dauer am Freitag ihren Abschluß. Die Jury gab den Wahrspruch ab, daß Dr. Ridley sich entleibte während er fich in einem Zustand zeitweiligen Irrsinns befand, welcher erzeugt wurde aus Furcht vor den Enthüllungen während der Leichen- sckau-Untersuchung über den Tod Mandeville's nach dessen Entlassung aus dem Gefängnisse in Tullamore. Die Geschworenen drückten gleichzeitig ihr Bedauern aus, daß der Verstordme ge- zwungen wurde, in seiner Eigenschaft als Gefängnißarzt seinen menschenfreundlichen und rücksichtsvollen Anschauungen zuwider- zuHandeln. Frankreich. B o u l a n a e r soll den Komitees der reaktionären Wähler oegenüber die Verpflichtung eingegangen sein, die Wahl für das Nord-Dcpartement(und bis zu den allgemeinen Wahlen über- Haupt keine weitere Kandidatur) anzunehmen, außer in Paris, wo Mtchelin dann zu Boulangers Gunsten dcmiifioniren würde. — In Paris dürfte der Exgeneral bei den Wahlen üble Er- fahrungen machen. Der Bürgermeister von Belfort soll einen deut- schen Drohbrief(wegen des bekannten Studentenhandels) erhatten haben, welcher mit dem Siegel einer königlichen Bergwerks- Vereinigung versehen wäre. Der T i s ch l e r st r e i k in Paris bleibt stationär. In täg- lichen Versammlungen werden scharfe Reden von den Führern gehalten. Kelgien. Großes Aufsehen erregt die Ausführung der dem jüngst bedingungsweise freigelassenen F a l l e u r angedrohten E x p a- triirungsmaßreael. Am Mittwoch mußte Fallem seinen Wohnort Jumet bei Charleroi verlassen und bis Mittcr- nacht bereits außer Landes sein, bei Strafe der Wiedcreinbrin- gung ins Gefängniß. Seine Abreise aus Junet gab dort und an der Eisenbahnstation Haine-St. Piene zu großen Ovationen Veranlassung, welche ihm von den Glasarbeitern und den Einwohnern der genannten Orte dargebracht wurden. Vor der Abfahrt hatten die Delegirten der Glasarbeiter fich ver- sammelt und einen Protest gegen das Verfahren des Justiz- Ministers Lcjeune beschlossen, das in der That unverständlich ........ t. Aus dem ist und von allen Seitm die schärfste Kritik erfährt. Inhalt des Protestes ergiebt sich u. a., daß der Justizminister einer Arbeiterdelegatton, die ihn unlängst besuchte, den Rath gegeben hatte, fich wieder zu organifiren. Tie Unternehmer, sagte er bei diesem Anlaß, seien bis an die Zähne gegen sie be- waffnet, und die Regierung begehre nur, mit ihnen(der Glas- arbeiter- Union) zu verhandeln, falls fie fich nach dem Muster der„Ritter der Arbeit" organifirten. Falleur, der fich mtt in dieser Delegation defand, war damals von ihm er- mächtigt worden, in Belgien zu bleiben. Jetzt aber wurde— wie das„Journal de Bruxelles" mitthcilt— gerade das Bemühen Falleur's, die„Union NerriSre"(Glasarbeiter-Union) wieder neu zu gestalten, zum Vorwande einer Maßregel genommen, für die es leinen Präzedenzfall iri den Annalen der Justiz giedt und die dem neuen Gcsee über die bedingte Freilassung geradezu ins Geficht schlägt. Denn die Freiheit, einen Verein zu leiten, ist ein konstitutionelles Recht, und Exil- Bedingungen waren weder eingegangen worden, noch find fie hier überhaupt statthaft. Falleur zog es vor, nach Amerika zu wandern, statt von der Ausübung eines Rechtes ab- Oer Minister die Ardciterdelegirten selbst ermuntert hatte. Viele zustehen, das er in nichts mißbraucht und zu dessen Handhabung glauben an eine vom Minister gestellte Falle, Andere, und wohl mit mehr Recht, an die Intervention der Chefs der klerikalen Partei, denen das neue Gesetz über die bedingte Freilassung für die Wahlen genügende Dienste geleistet hat und die dessen Wir- kungen jetzt möglichst illusorisch machen wollen. s Durch Beschluß des Brüsseler Appellbetti ist Paul Conreur, einer der Meeting- Redner des Cd® der bei dem Besuche des großen Elevators in Houdeng dm den König Leopold mit vielen Anderen diesen mit dm% „Es lebe die Republik! Es lebe das allgememeine Stimmrecki. begrüßt hatte, wegen aufrührerischer Rufe vor den Asfisenhof» Möns gewiesen worden. Anläßlich des N a t i 0 n a l f e st e s fand auf der Place dei Palais eine Revue der Truppen der Garnison statt, r große Menschenmasse hatte fich zu diesem Schauspiel mir Boulevards und dm an den Park anstoßenden Sttaßen MI funden. Dabei kam es zu verschiedenen Zwischen fälle, Im Augenblicke, als der Kommandant des Brüsseler M#-' bezirks, General van der S m i s s e n, der die Revue abhlcft in der Nähe des Akademien-Palastes auf dem Boulevard tv schien, tönten ihm mehrfache Rufe„Vive Falleur! Vive I» Hspuhliqne!" entgegen, die fich auf seinem Wege und wähm« f»i« der Pcrade noch öfter wiederholten. Auf dem Boulevard» l» 3 Rsgent wurde ein junger Mann, der„Vive Falleur!" rief, M«15, so Gendarmen festgenommen und vor den General gefübtt, da fa alle Bi jedoch mtt den Wortm:„Laßt ihn gehen, es find nur Elende, ta Pilatus den Manifestanten freiließ. General van der Smiffen ist% zu(on) der brutalen Art, mtt der er vor zwei Jahren gegen die Jsnnet, der better des Hennegaucs verfuhr, bei den Arbeitern sehr o«w«i-in steift die Kundgebungen aber find als die unmittelbare Folge# ein Eni über Falleur verhängten Exils zu betrachten, die eine bedeuteiw«»eingelom, Erregung unter den Arbeitem rn Charleroi und im Centte& Mnnige? zeugt hat. Als die Truppen nach Beendigung der Revue» Mamtikm ihre Kasemen zurückkehrten, folgte dem Grenadier- Regiment e» Ater nur Trupp Manifestanten, die auf der Place de Louvain zu WS J«ioen und begannen, die„Marseillaise" sangen und die Rufe:%.Aefiau lebe Falleur! Nieder mit van der Smiffen!" laut W*' Mn aber j «-wren aus ließen. Griechenland. Athen, Mittwoch, 22. August. Der in Rom,Paparigopoulas wurde beauftragt, vem Crispi eine Note zu überreichen, in welcher die Behauvl der italienischen Regierung bezüglich der angeblichen Widl in dem Verhalten Griechenlands, destcffs der vww-otvvuuui öciieyys oer zfiajiawv richtiggestellt und zurückgewiesen werden. Der GcsaB a ferner beauftragt destimmt zu erklären, daß Griechenland Vstf» sfll«1„ rr___ f_ j-...___ nnß� bei r« weder die Ansichten Italiens über die Kapitulationen«n. noch je den in Massaua lebenden Griechen befohlen% Munizipalsteuern zu bezahlen. Entsprechende Mitrbeil�? sollen dem hiefigen italienischen Gesandten Föd'Ostiani werden. Amerika. � Der Senat hat mit einer Mehrheit von 3 Stimme»"r Ratifikation des amerikanisch> kanadischen Fischereioertrages i7 gelehnt. unb Ä nom At Äs," aber Er ifi ® Kamr Theater. Donnerstag, den 23. A u g u st. N per« hau«: Der Waffenschmied. Kchauspielhaus(im MaUuer» Theater): 1. Im Reiche der Mütter. 2. Die Prüfung. 3. Castor und Pollux. 4. Eine alle Schachtel. Frledrich- Wilhelmstädtisch«» Theater. Die Fledermaus. Or-v'« Theater r Martha. Teutral-Theater: Die Schmetterlinge. ÄZtead-Theater: Die Bluthochzeit. zieiieaNtemr«» Theater: Das elfte Gebot. Othello's Erfolg. ?itttarta-TH«ater: Die Kinder des Kapitän Grant._ KSaigftadttsche» Theater. Die Waise von Lowood. pzufmMm'a Narittt t Spezialitäten-Vorstellung. Kaneardta- Theater: Spezialitäten- Vor- stellung. »affchtz» 1 T». 9 M.- 10 A. KAlaer-Fanoramn. Dritte Reise durch die malerische Schmelz. Fahrt mit der Votthardbahn. Der ganze Trauerzug und Aufcahrung Kaiser Wilhelms im Dom. Entree& Cycl. 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. Unserm Freund H. Haschcok zu seinem heutigen Geburtstag ein dreimal donnernde» Hoch! 401]_ Mehrere Freunde. 400 Unserm Freunde und Genossen Robert Hascheck zu seinem heuligen Wiegenfeste ein kräftiges Hoch! Von seinen Frevnden Kt. Kr. Kr. A. Ka. Fr. B. Hfl. F. Prentz Loose 1. Klasse sowie nicht gezogene Loose 4. Klasse, welche von dem Inhaber nicht weiter gespielt werden, kaufe mit Aufgeld. H. Krüger, Lotterie- Geschäft, Dre»d»nerftr. 8S 83.[358 Die Kestttestätlde des A. Katz'/chtn Maarenlagero, als Teppiche, Läufer, Möbel- stoffe, Portierenstoffe. Tisch- decken, Kleiderstoffe x. werden heute und folgende Tage werktäglich von Vormtttags 9—13 Uhr und Nachmittags 3—6 Uhr im Wege des Ausverkaufs veräußert Khaussee- strasse 38. Der Verwalter. Sä" lchen aege, für den 6. Berliner Reichstagslvahlkreis am FreEtag, den 24. August er., Abends 8 Ul in der Tonhalle, Fnedrichstraße 112. Tages Ordnimg: Die bevor steheube Ersatzwahl im 6. Kerliner Reickstag� Wahlkreis. (Rfferent: Schriftsteller K Baaka.) Die Deutschfreifinnigen find hiermit eingeladen. 367 Der Einberufet- tei A'er des afinem S M so }%$ ?uns aud dock Schweizer-Garten. Am Königsthor— Haltestelle der Ringbahn— Am Fliedrichshain Donnerstag, den S3. Aug«»: Benefiz für Fräulein Haser. Grosse» Berliner National- Volksfest Zum zwcilen Male: Unser lustiges Berlin. Possen-Pantomime in 4 Bildern. Alles Nähere die Plakate. 1p ich 6 geringen Webe- feblern, selten billig! Dieter groß, Siück 6___ liche Salon-Teppich», Stück 10, 1', 20 und 27 MI.. Werth da6 Doppelte! Echt englische Tüll. Gardinen, Stück von 22 Mtt. 12 Dt. oadle- Vrössel. T�pich»,"2 I Steppdecken- 1 Ausverkauf. Große tfirh. u. purp«- Steppdecken 3t M., Motl»Atla»- Sleppdecken, imit, blau, grün, bor« dcaux. Größe 150x200 cm., 7% M. r t �2»o-l t»» o — Oranienst.158, zwischen Moiitzplatz und Lranienbrücke. SM" Versandt unter Nachnahme. für Vereine, Festlichkeiten k. k., I Gralweic'sche Bierhallen,' Kommandantenstraße 78—79. doch reckts jCS % e .°?rag dab % S» � L7ÜC fozi ..von �°n't°tir k Wir haben eine große Auswahl Fertiger Kieidsr zu billigen Preisen. Fertiges Kleid aus sehr hall- barem Wollstoff hübsch ge- macht, 20-25 Mark. 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Mk. 2.50- Die ländliche Arbeiterfrage. Lst Rusfischen des K a b l u k o w. Bros« Mk.],-. Geb. Mk. 1,50. Thoma» More und sein« Utopie einer historischen Einleitung von K�r Broschirt Mk. 2,—. M't .alt Geb. Geb- K a u t s k y Mk. 2,50. Charles Fourier, sein Leben seine Theorien. Von A u Bebel. Broschirt Mk. 2,-. Mk. 2,50. Da» moderne Glend u. die Ued�rvölberung. Zur Kenntniß unl t sozialen Entwicklung. Bon � .Schippe I. Broschirt Mk. 1,50. Mk. 2,-. Tie II. Serie ist mit einem reichilluittirf Werke von W.Blos. Die f"«Mnj> Nroolntio», volksthümliche Daist Ver Ereignisse und Zustände in Fw" von 1739 bis 1804, eröffnet worden. Die Lieferungshefte(32 Seiten gr- g-j, in Umschlag ä 20 Pf.) find in ver pedition, Zimmersttaße 44, zu haben- 202] Hochachtungsvoll j.». J«'« in Stattgärt. »obaela die Stfl K Vo Sa klazar in ß % s»i Ii # enbt Verantwortticher Redakteur:$. Cronhei« in Berlin. Druck und Verlag von War Kading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Kierz« Seil««- istr err Uni wil «SS 9U) L Beilage zum Berliner Volksblntt. ppellb-f'i er des »oudeng iiit dem ! Stimmrechts i Asfismh-f i» uspiel auf/ Ztraßen ein, �el�MA Revue abhielt, Inhalt«. f"..'"m"«! dn°'5?cco»otMan» lum Cpem. ar■.-lI m 2 Zaren schon vier Tage vor dem„großen Abend" auch � kommen— alles umfmr:! Rur die freifinnigen Od- 0f fcr«tbüii; 8(t�tt�ftcn Verwandtschaft und Gevatterschaft, ja. und der reifte ff faifln* n5?ien' aber es ist dock ein trauriges Zeichen für die !&,/§%%% baß fk in. Berlin. Wne grBßei, öRenttiche Regimnitl oin@ bk so" verkommenen Äntisemiten halten noch öffent, N�I��-nmlungen ab., die. einst so stolze Fortschritts, Donnerstag, den 83. Angnst 188k 5. Jahrg. war aber ein tige !»# Widers % iland ionen M. efohleN. MiitbeiwA itiani tf** Stimm»? ioertragti � mehr abhattm will und ihr Matador Herr Eugen Regimes �!a> er nur noch Privatvorstellungen giebt! Selbst die Konser- tiche N�? sr> verkommenen Antisemit Sammlungen ab. die einst so iivrzr nunmehr ihren Kandidaten hinter verschloffenen ftlich wie bei den Vorbereitungen ging es am Eingang er�He selbst zu. In einer langen Reihe, die bis auf ?�azendamm stch crstiecktc, standen die Menschen dickt ge« ,ilL� bei einander. Wie vor einer Jahrmarktsbude IriirfL schoben sich die Leute. Schreien und häßliches Schimpfen. unb Drängen, Hinauswerfen, Gewalt und— Polizei. v®®tm die Auspizien, unter denen die freifinnige Partei ?« Kandidaten für den größten Wahlkreis des Deutschen n 5°winirte. �und hat � stck gelohnt, einer freifinnigen Versammlung Zw stch sg„kl Mühe zu machen? Herr Richter ist unstreitig "kr größten Redner Deutschlands, und es ist ein wahrer ihn fich mit den Konservativen herumschlagen zu ober von Hause aus bürgerlicher Demokrat, ist er nur hz— rFk mit den abgestandenen Privilegien des Mittelalters Kj®r ist hier wirklich der Vertreter der Freiheit und befindet �.Kampfe gegen Junker und Pfaff ganz in seinem Element, Jf wenn es ihm deifällt, dies sein Element zu verlafien, N. ber Pattei an seiner Linken anzubandeln. Wie jenem Fachen König, dem augenblicklich der Arm verdorrte, als ILt? oegen den Propheten erheben wollte, so scheint Herrn Rechter alle seine Begadung zu verlassen, sobald er fie gute Sache mißbrauchen will. Im Kampf gegen den Cb?u§ wird dieser große Fortschrittsmann plötzlich zum ? des Fottschritts und zum Feinde der Freiheit, er tritt Lqfwem Ruck in die große reaktionäre Masse ein und wird Li), so ungeschickt wie seine sonstigen Feinde, die Junker Ef dre Pfaffen es alle Tage find. Dies schienen übrigens lZ Uns auch alle seine übrigen Zuhörer zu fühlen. Wie groß Jtt doch im zweiten Theil seiner Rede, wo er die Gegner ?, teckts bekämpfte, wuchtige Keulenschläge sausen auf die j�ie Pfoffenschädcl nieder, immer dichter werden die Hiebe. Ä'kn knistern, Witze sprühen! Seine Zuhörer folgten mit ungrhceltenem Athcm jedem seiner Worte, brausender Jubel Abte ihn und lang anhaltende Beifallssaloen zwangen ihn da»,. nlangen Unterbrechungen. Wie ganz anders aber war ersten Theil des Vortrags, wo der Redner gern das kJe ,d« Arbeiterpartei widerlegt hätte! Matt und trübe dtiraa xi? Teist, langweilig und müde schleppte stch sein rnn,.»°bin. Im Saale herrschte Todtenstille, und nur an - ix' vom Redner besonders unterstrichenen Stellen .l°wige fette Phllister den Gefallen, mit dröhnender \ TL% Bravo zu rufen; die Bravorufer verkrochen fich L r'®, verschämt wieder, als genierten fie fich, im weiten i'rtml,"s°nr zu spazieren. Fast schien es, als wenn Redner _ sozialisteschen Versammlung spricht, wo er vor einer 1 i.von lauter Gegnern, die ihn aus Toleranz und Höflich- » 1,3 anhören, deren Programm zu widerlegen sucht! mi*, nur, daß die gestern in der Tonhalle erfolgte %4)"8 der Sozialdemokratie für den Redner selbst höchst ''s in 8j fen st*- Htrr Richter hat bewiesen, daß— wenig- % v eiu.8 auf Sozialökonomie— auch er zu den Leuten m sstkhts gelernt und nichts vergessen haben. Genau "lialiu.."de hörten wir ihn schon vor Jahren gegen die % Cn, stts Feld führen. Die Sozialdemokratie suche jetzt �x!°,3 vor vier Jahren ihre letzten Ziele zu verschleiern, t, ist noch immer das eines großen Zauchthauses, und �«3 Tiraden. Doch nein! In einem Punkt hat Herr �tba,.?ve Anficht doch erweitert: ärger als in einem wird es im sozialistischen Staate noch werden! !».%?*_ werden die Leute dann gar keins be- höchstens eine einzige Speisemarke..... Dem kreis 8# hstaL ufer< -diti-" jtEeS AÄ den: Rk." l.S0' S 'U. SS E OL ein berühmter Arzt zn seiner Fran kam. �on Emma Bj errum E g h o l d t. -lv°l.�°hre 1871 geht der Oberarzt der Karlsruher L 5car,fl?r7e seinen gewöhnlichen Znspektionsgang durch m de» o Alle Wärterinnen stehen von ihren Sitzen \ort„L?"�nbetten aus und treten vor, dem Azte ihren Sg Zustatten. tommt er auch zu einer jungen barmherzigen ->rn gerade beschäftigt ist, einem armen ächzenden be»»*. Wafferkompresse auf den Kopf zu legen. ZhnJ, stch schnell und geschickt und ist so vertieft in so» x,' sie das Nahen des Arztes vollkommen lbe» e,. Utt? erst aufblickt, als dieser sie mit seiner voll- ÄT ioste fragte:. q Ta ci P�westet Beate, wie geht'S unseren Kranken?" den stch unwillkürlich die Wangen des jungen I ßiw','------------- 7-------„ H_ dunkler, als ftc des Arztes unverwandt 3 ben o. �uge begegnet. Doch gleich tritt sie .�?ber 3 s�ken betten hervor und berichtet in kurzer I«n if,3cile' welche Beobachtungen fee in der letzten Ate?1 cxranfen gemacht. Ne?rn nieL'(9°ute gesenkten HaupteS auf das junge Wachs, 3' das da so energisch und ruhig von den sir?' ez ,Ben und Schmerzen der armen Verwundeten L i%rrbJ* wohl selbst unbewußt, daß er sich tief in ''' ein e �.UkigblickendeS Auge versenkt. Es imponirt w junges Wesen, daS nur geschaffen scheint, zu fdWiPt» kick, einer so überaus ernsten en klag titk LC� öS dem ernsthaften V« erng �"nmer in ttefem Nachsinnen über eenen � ÄW,iiuabS Philister ging ein Gruseln vom Scheitel bis zur Zehe..... Herrn Richters Bestreben ist übrigens die vollständige Unab- hängigkeit der Handwerker und der Arbeiter, was nach seiner Anficht nm bei der kapttalistischen Produkttonsweise mit ihrer „freien" Konkm-enz zu erreichen sei..... Auch er wolle die Lage der Arbeiter höckst gewstig gestatten, dieses werde aber auck ohne Zuthun des Skaores rllein von selbst kommen-... Schon jetzt stehe man den Zinsfuß stetig finten und die Löhne fich in steigender Richtung bewegen(und wo bleiben die steigen- den Bedürfnisse?). Für den Redner ein. Beweis, daß das Kapital fich anschicke, zu Gunsten der Arbett abzudanken. Freilich be- ruht das Sinken des Zinsfußes auf der massenhaften Konzen- tration des Kapitals in einzelnen Händen. Die Befitzer ver- lieren schließlich den Ueberblick und find außer Stande, ihre Kapitalien gehörig und rationell auszunutzen. Aber Herr Richter weiß das eben nickt! Eine ganz besondere Adnei- gung befitzt Redner gegen den lliormalarbeilstag. Der Grund dieser Averfion ist uns von vor Jahren her noch erinnerlich. Ter lliormalarbeitstug führe nämlich zum Rormalarbeits lohn, und von da zur sozialistischen Weltordnung ist nur noch ein kleiner Spmng... Diese Angst!... Herr Richter wollte auch schon vor Jahren den Sozialdemokraten nicht den kleinen Finger reichen, aus Furcht, fie werden dann die ganze Hand haben wollen. Er will es auch jetzt nicht und wird im Reichstag mit seiner ganzen Pattei, inkl. Herrn Knörcke, eventuell gegen einen Normalarbeitstag stimmen. Nun, Herrn Richter können wir nicht daran hindern, aber Herr Knörcke soll es wenigstens bei» leibe nickt thun. Die Arbeiter im 6. Wahlkreis müßten denn so thöricht sein und ihn eigenhändig in den Reichstag hinein- wählen.— Die Baustelle de« Reichstagsgebaude« erhielt vor- gestern Nachmittag den Besuch des Architektenvereins. Im oberen Ateliersaale des Baubureaus erläutette der Entwerfer und künstlettsche Leiter des Riesenbaues, Baurath Wallot, an der Hand ausgestellter Pläne die heutige Gestaltung des Grund- risses, welcher in der Anordnung der Haupttäume gegen den ursprünglichen Konkurrenzentwurf mancherlei wesentliche Aende- rungen zeigt, wie solche durch die Wünsche der Reichstags- Bau« kommission veranlaßt worden find. Der große Sitzungssaal nimmt jetzt eine gegen früher mehr zentrale Lage ein. In der von West nach Ost, also vom Königsplaye nach der Sommer- sttaße hin gettchteten mittleren Hauptaxc folgen auf einander das große Hauptvestibul, dem eine Vottahrtrampe vorgelagert ist, die Kuppelhalle, an welche fich nach rechts und links mäch- tige Wandelhallen anschließen, der Sitzungssaal und schließlich das Vestibül für den Bundesrath- Die Durchführung einer süd-nördlichen Mittelaxe hat fich aus prattischen Gründen nicht verwittlichen lassen, doch boten fich für die bezüglichen Fronten in den beiden für die Abgeordneten bestimmten Vestibülen be- deutsame Motive zur architektonischen Betonung der Mitte dar. Von dem südlichen und nördlichen Ge- bäudeflügel ist der den Sitzungssaal enthaltende Mittel- bau durch zwei geräumige Höfe getrennt, denen selbst- verständlich eine edle architektonische Durchbildung zu Theil wird- Jm Uebrigen ist die Raumdispofition derart getroffen, daß auf der Ostseite südlich die Räume des Bundesraths, nördlich die- jenigen des Bureaus liegen, während die Westseite von den Restauralions- und Lesesälen u. s. w. eingenommen wird. Daß die sonstigen wichtigeren Räume, wie die Frakiions-, Kommisstons-, Sprechzimmer u. s. w. in zweckentsprechender Weise untergebracht find, dedarf bei der regen Antheilnahme, welche die Bmrkom- misfion an der endgiltigen Feststellung der Baupläne genommen hat, kaum der Hervorhebung. Bei Betrachtung des Grundrisses haftet das Augenmerk naturgemäß hauptsächlich an der Lage, Größe und Gestalt des wichtigsten Raumes: des Sitzungssaales. Auf den eisten Blick erscheinen seine räumlichen Abmessungen sehr bescheiden imVerhältniß zu dem gewaltigen ihn umschließenven Bauwerke mit den zahlreichen großartigen Vorhallen, Sälen, Säulengängen u. s. w.; doch läßt man fich bald davon über- zeugen, daß es bei diesem Saale weniger auf imponirende Raumwirkung, als auf möglichst vollkommene Erfüllung einer ganzen Reihe praktischer Forderungen ankommt, in erster Linie zweckmäßige Anordnung der Plätze und auf eine gute Akustik. Für letztere kann jedes Zuviel an Raum von großem Nachtheil sein. Die zur Ausführung ge- langte Form des Saales, ein nur wenig in die Länge gestrecktes Viereck, ist durch die Erfahrung als die vottheilhafteste bestätigt. Auf der einen Langseite ist eine mächtige Nische für die Plätze des Bundcsraths angelegt; mitten davor kommt die Rednettribüne zu stehen, nach welcher die Sitze der Abgeordneten in amphitheatralischer Anordnung ihm nicht eher Ruhe läßt, als bis ihm einfällt, daß er gewiß vergessen hat, der jungen Schwester etwas Wichtiges, auf die Kranken Bezügliches zu sagen. Wenn er dann vor ihr gestanden und ihr leises„Gute Nacht" vernommen, dann geht er beruhigt zurück in sein einsames Gemach und studitt unermüdlich, bis der bleiche Morgen heraufdämmert und ihn mahnt, sich noch einige Stunden der Ruhe zu gönnen, um sich mit frischer Kraft wieder seinen Patienten widmen zu können. So gehen Wochen und Monde in anstrengender Thätig- keit für die Aerzte wie für die Pflegerinnen dahin. Oftmals gelingt es den vereinten Anstrengungen, ein junges Leben dem Tode abzuringen, dann herrscht eitel Freude im Lazareth, oftmals bleibt aber auch ein armes Menschenherz stehen, trotz aller aufgewandten Mühe, und die Eltern sehen den Soyn, der frisch und gesund hinauszog in den Krieg, nie wieder. Dann sucht Schwester Beate stets Zeit zu finden, den Eltern des Entschlafenen einen liebevollen Brief zu schreiben, anstatt des nüchternen amtlichen Reports, und der Oberarzt bemerkt dann wohl, daß ihre bleichen Wangen noch um einen Schatten bleicher scheinen und sich dunkle Ringe um ihre Augen ziehen. Sonst aber läßt die junge Pflegerin nie ein Wort äußerer Theilnahme vernehmen, ruhig und ernst wandelt sie nach wie vor zwischen den Krankenbetten umher. Der Arzt glaubt aber daraus mit Sicherheit den Schluß ziehen zu können, daß Schwester Beate ein ungewöhnlich weiches Herz hat, und das hat sein Interesse für fie noch bedeutend erhöht. Wenn ihn jedoch jemand auf dies Interesse aufmerk- sam gemacht hätte, dann hätte er höchstens ein mitleidiges Lächeln, vielleicht auch gar ein rasches Wort auf den Lippen des Arzte» hervorgerufen. ES wäre ihm zu absurd er- schienen, wenn man glaubte, er dächte an diese sentimentale Liebe, er, der schon im reifen ManneSalter stand und nur gettcktet find. Der Saal enthält im Ganzen etwa 600 Quadratmeter Grundfläche, während z. B. der Sitzungssaal des eng» lischen Unterhauses, welches doch wett mehr Mrtglieder zählt als der Deutsche Reichstag, nur statt 300 Quadratmeter mißt. Allerdings find in London die Plätze der Kammermitglieder auch bei weitem nicht so bequem und praktisch eingettchtet, wie fie es im künftigen Sivungssaal des Deutschen Reichstags sein werden. Secherlich wird dieser Saal eine seiner hehren Be- stimmung entsprechende künstlettsche Ausstattung erhatten; aber den Glanzpunkt des Hauses wird die vor demselben belegene Kuppelhalle nebst den beiden anstoßenden Wandelhallen bilden. Was an kostbarem bildnettschem Schmuck, an erhabener Maleret geeignet ist, den Ruhm und die Machtfülle, aber auch die Fttedensliebe und das Kulturleben Alldeutschlands zu verberr- lichen, wird hier in künstlettscher Harmonie vereinigt werden. Verhältnißmäßig einfach sollen dagegen die Einaangshallen mtt ihren Trcvpenanlagen gehatten werden. Von An» Wendung der Farbe soll hier im Allgemeinen abgesehen werden; nur für die Fußböden und Fenster ist eine farbige Behandlung in Ausstcht genommen. Die gewölbten, reich gegliederten Decken, die Wände und Treppen werden in edelstem, geschliffenem Sandstein durchgebildet. Wie großartig die architektonische Wirkung dieser Dekorationsweise sein wird, ließ fich sowohl an den von Herrn Wallot im Atelier ausgestellten zeichnerischen Proben, wie auch beretts zum Theil auf der Baustelle selbst an den vorhandenen Anfängen einzelner Jnnenräume würdigen. Die unter Führung des geschäftlichen Leiters der Bauausführung, des Baurathes Herrn Häger, unter« nommenc Durchwanderung des Baues bot reiche Gelegenheit zu freudigem Staunen über die durchweg monumentale, besonders auch hinstcktlich der Konstruttionsweise überaus sorglich durch» dachte Ausführung. Sämmtliche Decken werden durchaus feuer» ficher, entweder gewölbt oder aus Eisenbalken mit Steinum- hüllung hergestellt. Auch die Architettur ist vielfach bereits viel weiter aesördett, als fich bei einer Betrachtung des Baues von außen her vermuthen läßt. Einer der beiden Höfe ist fast ganz fettig gestellt und gewährt einen Vorgeschmack der künftigen Herrlichkeit. Die Umkleidung des in Ziegeln hergestellten KernS der Umfassungsmauern mit wuchtigen Werksteinen ist tüchtig im Gange, und zahlreiche kunstgeübte Steinmetzen bearbetten fleißig die um dm Bau herum lagernden mächtigen Steinblöcke zu architettonischm Gliederungen. Besondere Aufmerksamkeit erregte die Herstellung der für die westlich? Hauptfront bestimm» ten Säulenbasen aus Blöcken von 2,30 Meter im Geviert und 1 Meter Höhe, also über 5 Kubikmeter Inhalt. Sämmtlicke Werksteine stammen aus deutschen Brücken, aus dem Ficktel- gebirge, aus den Vogesen, aus Württemberg, Schlesten, den Rheinlanden tc. Die naghaltt Witterung, von der ohne Ausnahme alle Gegenden Deutschlands während dieses Sommers heimgesucht worden, hat, abgesehen von den Ernteausstchten im allgemeinen, vor allem die Hoffnungen, welche man in unseren obstreichen Gegenden im Anfange des Sommers an eine gute Obsternte knüpfen zu dürfen glaubte, vielfach zerstört. Zwar geht, was die Quantität anlangt, im allgemeinen die Obsternte— hauptsächlich Birnen— noch über eine gute Durckschnittsernte viel» fach hinaus, bezüglich der Qualität bleibt dieselbe in diesem Jahre aber hinter allen gehegten Ermattungen zurück. Unsere mit den einschlägigen Verhältnissen genau vertrauten Groß- Händler verfichern, daß die früheren so günstigen Ernteausfichten fast durchgängig thatsächlich zu Wasser geworden find, da gutes, ausgewachsenes, vreiswürdiges Obst im Jnlande nur in geringen Quantitäten aufzutreiben ist, und daß ohne die Zufuhr aus Italien der Obstmartt in diesem Jahre fit sehr mangelhaft präsentiren würde. Die Zufuhr italienischer Obstsorten hat denn auch in diesem Jahre einen nie geahnten Umfang angenommen, doch bleibt der Umsatz in dieser Waare hauptsächlich mit Rück- ficht auf die ziemlich hohen Preise hinter den inländischen Obst- sotten sehr erhehlich zurück. Glücklicherweise ist der Mangel an gutem Kernobst in diesem Jahre zum Theil wieder ausgeglichen durch eine vorzügliche Ernte an Walderzeugniffen, namentlich Heidelbeeren, die trotz der vorgerückten Jahreszeit noch immer in großen Quantitäten in den hieftgen Martthallen feil geboten werden. Dagegen fehlt die saure Kirsche fast gänzlich, während im übrigen das Steinobst, und unter diesem die Pflaumen, unter der Ungunst der Witterung nur wenig gelitten bat. so daß eine ziemlich reichliche Ernte zu erwarten siebt. Gutes Dauerobst dürfte dagegen in diesem Winter ziemlich knapp wer» den, da in dieser Beziehung die Nachrichten aus Böhmen, dieser hauptsächlichen Obstkammcr für Berlin, glttchfalls sehr trübe lauten. Allem Anscheine nach werden wir also auch unseren seiner Wissenschaft lebte, die versprach, ihn bald zum be» rühmten Manne zu machen. Die Eltern hatten zwar oft schon zu ihm gesagt:„Gicb unS eine Tochter, mein Sohn!" Doch er hatte dann stets unmuthig geantwottet:„Ich kann keine Frau gebrauchen, ich habe keine Zeit für sie. Meine Zeit gehött meinen Patienten und nicht dem müßigen Getändel mit einer Frau." Kopfschüttelnd hatte dann sein Mütterchen zum Vater gesagt: „Einen berühmten Sohn werden wir haben, aber-- einen glücklichen nie. Gelt, Alterchen, was sagst Du dazu, sind nicht die Familienfteuden die reinsten und edelsten auf dieser Erde?" Jetzt, wo der Sohn schon ein stattlicher Dreißiger ist, haben die Eltern längst resignirt auf ihren LieblingSwunsch, und nun vollends im Kriege! Behält er doch kaum Zeit, hin und wieder ein paar flüchtige Zeilen an die Eltern zu richten. Doch in den Zeitungen, da lesen sie viel von seinem wachsenden Ruhm als chirurgischer Operateur, und ganz tief im Herzen sind fie doch recht glücklich über den wachsenden Ruhm des Sohnes. Heute steht der Chirurg wieder vor einer ernsten Operation. E« gilt, einem Soldaten beide Beine oberhalb des Knies abzunehmen. Die Operation muß unverzüglich vorgenommen werden, wenn das Leben des armen ManneS überhaupt noch dadurch gerettet werden kann, und doch sind alle Aerzte gerade so beschäftigt, daß keiner ihm assistiren kann, und er allein darf die schwierige Operation nicht vornehmen. WaS nun thun? Da hellt sich plötzlich sein Gesicht auf, er hat Schwester Beate erblickt und ist mit wenigen Schritten an ihrer Seite. „Schwester, darf ich Sie um einen großen Dienst bitten? Ich weiß, Sie sind eine ungewöhnliche Frau, im Süden Europas decken einzelnen ihm dies erlauben Bedarf an Winterobst diesmal müssen, so west die Mittel jedes werden. Der größte Sprachreiniger in Deutschland, schreibt der, Hefter Lloyd", ist bekanntlick Se. Exzellenz Dr. Stephan, Staatssekretär im Reichsvostamt. Er ist der Erfinder des„sfcrn- spreckers", d. h. er bat das Telepbon„Fernsprecher" getauft, er hat die„Fernsprechstellen", die„Rohrpost",..postlagernd" und „eingeschrieben" erfunden, die beiden letzten Bezeichnungen für „pcste restame" und„rekommandirt". Schade, daß Herr Stephan nicht fich selbst ins Deutsche übersetzt.„Doktor" ist nicht deutsch.„Staatssekretär" ist ebenfalls nicht deutsch,„Post" ist nicht deutsch,„Exzellenz" ist nicht deutsch und— o Ironie des Schicksals!—.Stephan" selbst ist nicht deutsch. Stephan ist griechisch, gut klassisches Griechisch und beißt der Kranz. Also vorwärts: Anstatt„Dr. Stepban, Staatssekretär im Reichspostamt, Ene cnz" wird es beißen:„Gelehrter Kranz, Menschen-Zaangsvergesellschaftungs-Gcheimschreiber im Reichs- brief. und Gepäckbeförderungs' Amt, Ausgezeichneter." Wenn das nicht schön ist, dann weiß ich überhaupt nicht mehr, was schön ist. Da« Urrbot jeglicher Grfrischuugostatte i« dem Krimiualgerichtsgebäude, das auf Grund mehrfacher Be- schwerden aus den Reihen der Abgaben zahlenden Schankwirtbe erfolgt ist, hat zweifellos auch seine bedenklichen Seiten. Es liegt etwas bcinabe Erheiterndes in dem Gedanken, daß der im Dienst ergraute Richter in der kurzen Frühstückspause, welche er fich in der ganz gewaltigen täglichen Arbeitslast gönnen kann, nicht mehr im Stande ist, sein Brot durch erftischenden Gersten« saft fich schmackhafter zu machen, daß das ganze Heer von Schreibern und Bureaubeamten gcnöthigt ist, zu„schweningern", indem das Frühstück ohne nasse Zulbat verzehrt werden muß. Auch für das Publikum, welches oft stundenlang den Beginn eines Termins auf den Korridoren abwarten muß und bisher fich durch einen auch nur verstohlen ausgeführten„Aufmun- temngs-Schluck" vor dem Verschmachten zu schützen verstand, ist das Anti Biergebot des Justizministers äußerst bedrückend. Ob es gerade ein günstiger Ausweg ist, daß die zu Schöffen be- rufenen Bürger statt, wie bisher, ibren Morgenimbiß während einer kurzen Pause im Bcratbungszimmer zu verzehren, jetzt gezwungen find, oft barhäuptig über die Straße zu wandern und diese ihre Frühstückspause mitten unter den Parteien in einer der Moaditcr Kneipen abzubalten, ist mindestens sehr zweifelhaft. Wenn es schon nolbwendig ist, die Restaurateure gegen die Konkurrenz der nicht Abgaben zahlenden Beamten zu schützen, so wird es fich doch nicht umgehen lassen, in irgend einer anderen Form für die Verpflegung im Kriminalgcrichts- gedäude zu sorgen. In einen so großartigen Bau, wo fich täg- lich zahlreiche Beamte und hunderte, amtlich vorgeladene Per- sonen zusammenfinden und stundenlang zu oerweilen haben, gehört auch eine Stätte, um das natürliche Bedürfniß, Hunger und Durst zu stillen, befriedigen zu können. Manche Gewerbetreibende verstehen es, die geringe Güte ihrer Waaren durch sogenannte Zugaben zu verdecken. So hat z. B. bei dem Verkauf von Schreibheften an Schul- linder fich in den letzten Jahren eine Gewohnheit fast allgemein ausgebildet, gegen die anzukämpfen Pflicht der Eltcm und Lehrer ist. Beim Kauf jedes einzelnen Heftes erhält das Kind eine Zugabe, destehend in Oblaten, schlechten Bleistiften oder Stahl- federn, allerlei Spielzeug ze. Manche Händler überbieten fich förmlich, um die Kinder anzulocken. Leider wird bei solchen Zugaben das Papier in den Heften häufig erbärmlich schlecht. -Es wäre zu wünschen, daß statt der unnützen Geschenke überall hierfür besseres Papier verabreicht werde. A«f di» Keschwerde über Unregelmässigkeiten beim Krtrieb» der Dampfstrassenbay« zwischen Berlin und Wilmersdorf bezw. Schmargendorf geht der„Voss. Ztg." folgende Erwiderung zu, in welcher zunächst behauptet wird, daß der Fahrplan regelmäßig innegehalten wird.„Wenn am Sonntag", heißt es dann weiter,„bei dem Massenverkehr und dem Einstellen von Extrazügen, diese letzteren nicht regelmäßig gehen können, so liegen eben diese Züge nicht in dem Rahmen des ausgegebenen Fahrplans und ebenso darf dem Betriebe keine Schuld gegeben werden, wenn Passagiere in der Goltz- straße Sonntags nickt mit jedem Zuge mitkommen, da einzelne Züge schon an der Apostelkirche vollständig besetzt find. Aller- dings müßten bei dem großen Verkehr mehr Maschinen in Be- trieb sein, dieser Umstand ist aber nicht der Betriebsverwaltung zur Last zu legen, dieselbe hat bei der Maschinenfabrik„Hohen- zollern" rechtzeitig die nothwendigcn Lokomotiven bestellt, mußte aber wegen nicht rechtzeitiger Lieferung Ersatzmaschinen ein- stellen, die fich nicht bewählten, und so ist vorläufig, wenn auch nicht für fahrplanmäßige, doch der Verkehr der Extrazüge ein beschränkter, welchem Uebclstande durch bereits erfolgte Bestell- ung neuer Maschinen bei einer anderen Fabrik in nächster Zeit abgeholfen sein wird." Weiter wird in der Zuschrift bemerkt, daß nicht der für die Schule eingestellte Zug fich verspäte, son- dern daß die Kinder sich verspäten und daß dafür die Bahn- verwaltring die Verantwortung ablehnen müsse. Die Einstellung eines Extrazuacs für Kinder, die fich verspätet haben, würde man voir der Verwaltung nicht verlangen. Vollständig unge- rechtfertigt seien jedoch die Klagen über das Fehlen einer Ver- binduna nach 11 Uhr Abends zwischen Berlin und Wilmers- dorf. Ohne jede Auffordeiung seitens der Schöneberger Be- Hörde, nur auf den ausgesprochenen Wunsch von Wilmersdorfer daher darf ich Ihnen Ungewöhnliches zumuthen. Seien Sie mein Assistent bei der vorzunehmenden Operation!" Da erbleicht die junge Schwester bis in die Lippen hinein und tritt schnell einen Schritt zurück, wie in grenzen- losem Schreck. Der Arzt hat sie aufmerksam beobachtet und sagt mit enttäuschter Stimme: „Also Sie sind doch nicht so groß, wie ich dachte, und ein nervöses Wesen, wie die meisten Ihres Ge- schlechtes!" Da richtet fich Schwester Beate hoch auf und spricht mit ihrer klangvollen Stimme: „Verzeihung, ei war nicht feige Schwäche, die mich erschrecken ließ. Denn es wäre feige Schwäche, wenn ich Ihnen hilfreiche Hand leisten könnte und dann zurückbliebe, um vielleicht kein Blut über meine Hand rieseln zu lassen. Aber ich weiß, daß Sie an dem Gelingen der Operation zweifeln, und aus den Erzählungen des armen Burschen weiß ich, daß mit dem Mißlingen eine alte, einsame Mutter ihre einzige Stütze verlieren würde, das war mein Erschrecken. Zm Uebrigen, rechnen Sie auf mich!"— Mit schnellem Händedruck eilte der Arzt hinweg, um die nöthigen Vorbereitungen zu treffen, und nach kaum einer halben Stunde wird der laut ächzende Mann sorgsam hinein- gettagen in das Operationszimmer, wo der Arzt mit Schwester Beate weilt, um ihr in Kürze die nöthigen Zn- struktioncn zu ertheilen. Die überflüssigen Wärter gehen wieder hinaus an ihre Arbeit und nun kann das grausame Werk beginnen. Ehe der Arzt daS Meffer ansetzt, blickt er noch einmal hinüber auf Schwester Beate, die ihm gegenübersteht und die demnächst zu gebrauchenden Instrumente in der Hand hält. Er nickt befriedigt, als er in ihr todtbleiches, aber entschlossenes Antlitz blickt— dann senkt er mit raschem Schnitt das Meffer in das zuckende Fleisch. Ein Blick oder ein kurzes Wort genügt, um stets das richtige Instrument auS Schwester Beate'S Hand zu erhalten; es ist, als ob sie Gemeindemitglicdern gehe der letzte duclie Omnibus vom Spittelmaikt nach Wilmersdorf um 12 Uhr 18 Minuten Nachts ad. Gl««« wenig ermuthigenden Kescheid in Kezug auf di» Grweiternng der Kahngeleise im Lokaloerkehr zwischen Berlin und Zehlendorf haben die Ortsvereinsvorstände von Friedenau, Steglitz, Lichterfelde und Zevlendorf vor» der k. Eisenbahnbehörde erhalten. Die Vereine hatten vor kurzem eine gemeinsame Petition an die zuständige Behörde erlassen, in welcher im Interesse der Sicherheit und Entwickelung der Vor- orte um möglichste Beschleunigung der längst beschlossenen Er- Weiterungsarbeiten, bez. um Angade der Gründe ihrer Ver- zögerung gebeten wurde. Auf diese in ruhigem und fach- lichem Ton gehaltene Eingabe, die im Namen von zirka 28 000 Einwohnern erlassen war, hat jetzt die Behörde folgende Ant- wort ertheilt: „Auf Ihr sehr gefälliges Schreiben vom 21. v. M. erwidem wir ergeben«!, daß, wie die Herren Antragsteller wohl annehmen können, die Vorbereitungen für den Ausbau des neuen Geleiscpaares auf der Strecke Berlin- Zehlendorf von allen dabei in Betracht kommenden Be- Hörden auf das eifrigste betrieben und befördert werden. Daß nach Abschluß derselben die Ausführung ohne Zeit- verlust in Angriff genommen wird, ist so selbstveiständ- lich, daß esllcines besonderen Hinweises hierauf nicht bedarf. Im Uebrigen können wir nicht umhin, unserem lebhaften Bedauern über die Art der Beurthei- lung Ausdruck zu geben, welche den, dem Verkehr zwischen den Vororten und der Hauptstadt dienenden Einrich- tungen und Maßnahmen in dem erwähnten Schreiben zu Theil wird. Bei dem weitgehendsten Entgegen- kommen, welches berechtigten und erfüllbaren Wünschen in Bezug auf Erleichterung und Verbesserung der für die Vororte in Betracht kommenden Verkehrs-Einrich- tungen seitens der Königlichen Staatseisenbahn- Verwaltung jederzeit zu Theil geworden ist, glaubten wir eine andere Auffassung bei den Bewohnern der Vororte vor- aussetzen zu dürfen, als solche in dem mehrerwähnten gefälligen Schreiben niedergelegt ist. Wir glaubten hier- auf umsomehr rechnen zu können, als die Entwickelung der Vororte zu ihrer heutigen Bedeutung ausschließlich dadurch ermöglicht worden ist, daß die Verkehrsde- ziehungen derselben zu Berlin seitens der Eisenbahnver- waltung jederzeit eifrigste Pflege erfahren haben. Wenn wir nach dem Vorstehenden es uns auch versagen müssen, auf die Einzelheiten des Gefälligen näher einzugehen, so wollen wir dock nicht unterlassen, die in demselben enthaltenen Anschuldigungen auf das Entschiedenste zurückzuweisen. Wir stellen ergebenst anHeim, die Herren Mit- unterzeichneten gefälligst mit Nachricht versehen zu wollen. gez. Schneider. nst''' Die Ottsvereins- Vorstände werden fich mit dieser Antwott nicht begnügen, sondern weiter gehen. Auch»in Aufiöfungsgrund. Die am Dienstag nach dem Lokal„Königshof", Bülowstraße, einberufene öffentliche Arbeitcrvcrsammlung, in welcher der Stadtverordnete Tutzauer rcfettren wollte, wurde, wie bereits gemeldet, auf Grund des - 9 des Sozialistengesetzes aufaelöst. Der Vorsitzende, Maurer Lankow, gebrauchte in seinen Einlest stungswotten den Ausdruck „sogenannte Gesetzgebung"; er forderte nämlich in etwas unge- schickter Weise die Versammelten auf. fich auf dem„Boden der sogenannten Gesetzgebung" zu bewegen. Der überwachende Beamte erklärte bei ver Auflösung, daß es für ihn eine„söge- nannte" Gesetzgebung nicht gebe. Zu den von un» gest»rn erwähnten Uerhaftuuge« schreibt man uns noch: Nach den M,ßnabmen der Polizei ge- winnt cs fast den Anschein, als ob jeder Ardeiter, der ein Glas Bier trinken wolle, erst die polizeiliche Erlaubniß einholen müsse. Daß Jemand, der in einem Lokal sein Glas Bier tttntt und der Polizei nicht den gettngsten Anlaß zum Einschreiten gegeben bat— es sei denn etwa der, daß er nach seiner Ueberzeugung Sozialdemokrat ist—, vom Tisch weg verhaftet wird, das werden wohl selbst die Schöpfer des Sozialistengesetzes nicht gewollt haben. Sogar vom Abort herab wurde einer der Arbeiter verhaftet. Selbst angenommen, die Polizei hätte die Gewißheit, daß von den verhafteten Per- sonen verbotene Schriften gelesen würden, oder daß dieselben derattige Schttstcn bei fich trügen, konnten fie es bei ver gründ- lichen Durchsuchung, bei der es natürlich bei der Mehrzahl der durchsuchenden Beamten an Redensarten gegen die Durchsuchten nicht fehlte, belassen. Nein, damit find die Herren nicht zu- ftteden. Die Arbeiter wurden auf der Wache behalten, im Laufe der Nacht nach dem Molke»markt tranSpottirt und auch im Laufe des folgenden Tages noch da behalten. Des Morgens wurden fie mit Hinz und Kunz nach dem Bade- hause gebracht. Ihre Hemden wurden ausgebrannt, als ob fie fich irgendwo herumgetrieben hätten. Sie wurden dehandelt, wie dos erste beste Individuum, das im Verdacht, irgend wel- ches Verbrechen begangen zu haben, von der Straße aufgegriffen ist. Während der oben beschriebenen Prozedur wird nun bei einem jeden der verhafteten Arbeiter aehaus- sucht Das Resultat ist gleich Null für die Polizei, für den Arbeiter in seinem Arbcitsverhältniß aber von den nachtheiligen Folgen, da er gewöhnlich von dem Meister, der in seiner Ordnungsliebe nichts mit der Polizei und noch weniger in seinen Augen lesen kann, so sicher und gewandt sind ihre Handreichungen, so daß der Arzt völlig vergißt, daß ein junges Weib an seiner Seite steht, anstatt seines gewöhn- lichen Assistenten. Erst als die Operation glücklich beendet und der Kranke wieder in seinem Bette ruht, gedenkt der Arzt seines jungen, weiblichen Assistenten und streckt ihr in wortloser Bewegung seine beiden Hände entgegen. Sie legt die ihren hinein und nun lösen sich die ersten Thränen von ihren Augen und perlen langsam die Wange herab. Noch manche Operatton unternimmt der Arzt mit seinem jungen Assistenten und kommt bald zu dem Schluß, daß er nie so ruhig arbeitet, als wenn Schwester Beate an seiner Seite sei. Und dann kam ein Tag, wo daS Lazareth geschloffen werden konnte, weil alle Patienten theils dem Leben wiedergeschenkt, theilS aber auch die ewige Ruhe unter dem grünen Rasen gefunden hatten. Da stand der Arzt mit Schwester Beate unter den grünen Bäumen, und dem starken Manne bebte die Stimme, als er sie fragte: „Ob sie nicht sein getteuer Assistent für dieses ganze Leben sein wolle und er sie als sein liebendes und ge- liebte« Weib einführen dürfe bei seinen guten, alten Eltern!" Da legte Schwester Beate wieder ihre Hände in die seinen und sah mit glücklichem Lächeln zu ihm auf. An demselben Abend ging noch eine Depesche an die Eltern ab: „Hurrah, Ihr lieben Eltern, ich heirathe meinen Assistenten!" Eine Nachricht, die mit vielem Kopfschütteln von den ehrwürdigen Asien aufgenommen ward und sich erst in Helles Entzücken verwandelte, als der Arzt seinen jungen, rosigen Assistenten mit den glanzvollen Augen bei ihnen einführte und dann mit seiner nagelneuen kleinen Frau Profeffonn einzog in die Universitätsstadt Dorpat, in Lwland. mit einem Sozialdemokraten zu thun haben will, entlassen wtf Dies alles geschieht unter den Augen aller bürgerlichen Paitci» die sämmtlich vorgeben, im Parlament die Interessen der W bciier zu vertreten. Merkt's Euch bei der Wahl, Arbeiter! Histirvng. Dienstag Abend um Ubr wurde der S# Hauer T. Große, Wienerstr. 36a, als er die Wienerstraße lang nach dem sogenannten„Kamerun" zuging, von einem W beimpolizisten nach der Polizeiwache in der ReichenbeucrM fistirt und mußte fich einer Durchsuchung seiner Kleider# setzen. Gefunden wurde nichts. I« de« Reihen&»* dentschfrristnnige» Rarm gang»» herrscht anscheinend vollständige Kopflofigkeit. v- Ehrengabe von 100 000 M. an den großen Euacn liegt alt* bar noch vielen in den Gliedern und dies umsomehr, als die Zwecke der Nachwahl im VI. Berliner Reichstagswah�- sich noch keine Hand gerührt hat. Die Aeußmmgen der w früdcnen Elemente über das„weggeschmissene Gelv" find ordentlich ergötzlich, namentlich wenn solche gegen SozialdcM kraten gethan werden.— Die Unzufriedenen sollen(ich berm gen, die deutschsreifinnige Paiterleitung wird in ncbligtt# kenntniß der Sachlage, daß im VI. Wahlkreis doch nickitsim- zu holen ist, ganz davon abnrahiren, eine ernsthafte AgW? ins Werk zu setzen, wie schon die Kandidatur Knörcke k# Die deutschsreifinnige Partei behält hier ihr Geld eW* standhaft in der Tasche, wie bei allen ernsten Anlässen � Faust. Ei« vollständig l»»» stehend»» San», das sich wohndarcm Zustande befindet und zu dem fich bisher'c- Miether gefunden hat, ist das Haus Anton- und Müllerfiw» ecke Nr. 23a. Dasselbe entsprach nicht den baupolizeilichen� schrifren, den Miethern mußte gekündigt und das Haus u"? baut werden. Obgleich der Umbau bereits fettig ist, W � doch noch kein Liebhaber für die Wohnungen in demseltc»' meldet. Wege« groden Unfug», nicht aber wegen nihesie'�? Lärms kann der Besitzer eines Hundes bestraft werden,£ dieser Hund, auf dem Grundstücke seines Herrn an liegend, die Bewohner der Nachbarhäuser durch sein lästigt. Diese gerichtliche Entscheidung hat ein Holzhän#� Kottvuser Ufer nach völliger Erschöpfung der JnüanzzL und mit einem Kostenaufwande von weit über 100 3R.% richtskosten herbeigeführt. Zuerst war er wegen rubesWjC Lärmes polizeilich in Strafe genommen. Auf seinen spruch erkannte das Schöffengericht auf Freisprechung, W*, mal das Heulen des Hundes kein von dessen Befitzcr ruhestörender Lärm sei und sodann auch nicht nachgcwieWL daß andere als Bewohner des dem Befitzer des HunbckL hörigen Grundstücks belästigt worden seien. Auf die eingelegte Berufung wurde der Angeklagte wegen grobe» � fugs veruttdeilt, und zwar unter der Ausführung, da« y sich ruhestörender Lärm dem AngeUagten nicht zur falle; allein derselbe habe unterlassen, Maßregeln zuJÄ wodurch die Nachbarn seines Grundstückes vor der vl»»? durch das Hundegeheul wittsam geschützt werden konnte»- Z«i Wegent «ikm N, «selbst r »°ch Vor Kertend U vom Kürzt--. Ät 0 selbst Uder den und ihm tei «SB. durch die «n den( »och wer dem schwl virfi0 � M gern 'siebers r macht wei Wkmm Aährigen "°n. s? _..."jg waren nämlich nachträglich noch Zeugen ermittelt worden,"■ nicht auf dem Grundstück des Hundedefitzers wohnten und � falls bekundeten, durch das näcdtliche Heulen des Hunde»' stört zu sein. Die Revifion des Hundebefiyers, welche ei»c ttchsige Anwendung des Rechtsbegnffes des groben llnW hauprete, wurde als unbegründet zurückgewiesen Die VO beträgt 5 M.. Kosten find aufgelaufen einschließlich der ofy. gebühren 97 M. Hierzu kommt noch das Honorar Des* waltes, der bis jetzt nur einen Vorschuß von 30 M- ci»? Dafür kennl aber nun der Angeklagte die rechtliche Bcdm des nächtlichen Geheules seines Hundes! N' «Ä um l P K' 5?ac und «len Musi t-S.' Mdes« SÄ 8P * S""® |Äf SÄnf' MS % Da» oft gerügte Fortwerfe« vo« Gbstreste« dem Trottoir hat wieder einen bedauerlichen Unfall zur gehabt. Ein in der Koblankstraße wohnender Drech-sirk von der Arbett heimkehrend, glitt unmittelbar vor seiner hausung auf einem Obstrffte, welcher auf dem Bürgersteige geworfen worden, deiarlig aus, daß er ,u Boden stürzte fich den linken Unterschenkel brach. Der Verunglückte mvp ein Krankenhaus geschafft werden. � A»ch a«f der Eisenbahn soll nunmehr das% Verwendung finden und zwar an Stelle der bisher gewesenen Draisinen. Die Konstruktion der Eisend� räder ist derart, daß zunächst ein Zweirad nach Konstrfcflt gewöhnlichen Straßen-Zweiräder aber mit einer an den angebiachten Innenkante, wie fie zum Laufen auf CiI»V' schienen nöthig ist, hergestellt wird. An der Seite dics-s P. rades definde! fich in der gegebenen Entfernung ein drittc%* ebenfalls mit Innenkante, das auf der anderen Schient�« Dies Eisenbahn-Dreirad soll für den Gebrauch durch die.A j,'Undh, M W' -rid Ciä -ohö iuu iuc oen �eoraucy ourcy � I] cT, tahninspektoren, Bahnmeisterund ähnliche Betttebsbeamte% � L.�ugufi sein, die sich jetzt noch der Draifinen dedienen, zu deren � Mcknitt wegung mehrere Arbeiter nöthig find. Ein schlefischcrF»»?-.! L SSst der bereits eine Anzahl dieser Dreiräder aefettigt bat,£ jS dieselben den Babnoerwaltungen zur Probe. Jüngcfl»c � r 16,2, körperlich rüstige Betttebsbeamte sollen fich bereits scvs. gl 3}V,' m über das neue Vehikel ausgesprochen haben, nament»®,- w wegen der Leichtigkeit, mit welcher dasselbe im Nothf»U- esden 1 den Schienen entfernt werden kann.,.ji Äz/'' Cht verheerende« Fever, bei dem drei brave � Ä'g'.,n 3 unserer Feuerwehr Verletzungen davongetragen, alarmitt» � � am? � in Dublin _Hr. in � gestern in später Abendstunde den Osten Berlins. Stock des Hauses Markusstr. 20 befindet fich die Stotfi,.. Tücher- und Wollenfabrik von G. Nönnig. In den � m 3garf? Hofe zu belegenen Lagerräumen war ein Feuer auageie Zz»«wo das erst bemerkt wurde, als es bereits die Decke vom>5 � Etage durchbrechen und sich auf die. hier gelegene Webern ausgedehnt hatte. Um 10 Ubr 4 Minuten er Alarmirung der Feuerwehr. Wenige Minuten später>�- Di? Zi ■-.....- »mbay 21 ersten Mannschafte zur Stelle. mehrere Wedereien fich definden, das wi hat a schon das Dach erfaßt hatte, wurde 10 Uhr 25 Minuten � Srndtveftnü f euer nachgemeldet und alsbald ein Massenangriff unter»«HM«(W r.» Drei Druckspritzcn, eine Dampfspritze zur Untetttützung»,... und eine Hyvrantenleitung wurden in Thätigkttt geiev�, unter den Hausbewohnern das beängstigende Gerückt war, daß in dem brennenden dritten Stock noch Leute fänden, drangen die Mannschaften vorerst hier er»,. aber bald kcst stellen, daß das Gerücht der Begrundu, behre. Zwei Schlauchleitungen waren inzwiKW» die Treppen hinausgeleitet und gaben direkt Wall raucherfüllten brennenden Etagen. Der Sappeur � �«rfchau l Leitung erstieg die auf der Straße aufgestellte große A � leiter; er balte die Aufgabe, das brennende Dacb ab' � sienbu� Von dem Hof aus wurde endlich ein vietter Angriff w J Reuden 3 -Wrpn,%n,, leitern unternommen. Feuermann Chattron, feucrmannsdienst thut, wurde ausersehen, hier als Sa?�«p zugeben. Als er in der Höhe der dritten Etage � Tbätigkeit war, schlug plötzlich aus einem Fenster®«F (Stnrfpö An? nrnrMmp ÄHrfifTiittinn» pmrinr iinb ttÖI a Ei# Stockes eine mächtige Stichflamme empor und traf v--:�- �»»»V viimyv» wv-- UV'i glückien, dem das rechte Bein und die rechte Hanv ßtffa über mit Brandwunden bedeckt wurden. Zu seinein% vj aller Kräfte, den Leitergang hinabz ihm von den Kameraden ein Noll katholischen Krankenhaus überführt, und zwar am Fuß, erlitt der Obetteuermann CaN»»� Feuermann Eitncr zerguesicbte fich den Deumen-.,.�3 Nackts war die ttgentliche Löscharbeit deendet, die- dauerte noch bis*3 Uhr. Ausgebrannt find zwei- zwttten Stock, eins im dritten und ein Tbeit des Der Bewohner des dritten Stocks ist nicht verfickeru Ü Si iete Uti <'3 i i entlassen nwj .djen Partes reffen der»' Arbeiter! urve...-, enerstraße w ion einem � henberaerstnv n Kleider o* S,»Z Z'Ag -stagswahm� igen de: uM lv" sind a# n SoMd«? len fich da»» n richtig»/ ch nichts// hefte AgM knörcke beZ c Geld(W Anläffen# das sich in Ick bish», � , Müllerst» -liz-ilichen� es Vaus M n ncheslö� werden, i onD»� sein ' MW 00 M- öolzhch Jnnan! U Zwischen Himmel und Erde. Eine außerordentlich /regende S�cne ereignete sich am Dimstag Ziachmitiag auf Mm Neubau in der Biikenstraße. Der Dachdei?er H. war » i$ niit Arbeiten an der Dachrinne beschäftigt und hatte sich WJ» Forschrift einen Strick um den Leib gebunden. Fleißig erdeitend beugte sich H. über den Dachrand, als er, wadrschein- M vom Schwindel erfaßt, mft jähem Aufschrei in die Tiefe Mrzte. Zum Glück war das Seil mehrfach um den Schorn- Ä" geschlungen und hielt fest; der Dachdecker schwebte in der ..der zweiten(Staue zwischen Himmel und Erde, unfähig W selbst zu helfen. Zehn Minuten verstrichen, bis mehrere /er den Hof gehende Personen den Verunglückten gewahrten und ihm Rettung dadurch brachten, daß sie mittelst Haken von S/ Fenstern der zweiten Etage aus H. hineinzogen. Und nun /ute es sich heraus, daß die Hilfe im letzten Augenblick ge- Ammen. Der Stnck, an welchem H. gehangen, war durch die /lchutterung, das Gewicht des schweren kräftigen Mannes, vurch die fortwährende Reibung an der scharfen Dachrinne und / den Ecksteinen des Schornsteins fast durchgescheuert; nur /kh weniger Minuten hätte es bedurft und das Seil wäre, vem schweren daranhängenden Körper nachgebend, gerissen und / so hemntergestürzt. Der Dachdecker hat körperlichen Schaden «M genommen, dock mußte derselbe mit Symptomen hitzigen Meders nach einem Krankenhause des Nordens der Stadt ge '»'Übt werden. .Den Selbstmord eines alten Mnstklrhrer» in der 'Mtenwalderstraße meldete in kurzen Worten der amtliche Po- «Mericht. Zurückgelassene Briefe des bedauemswerthen L'/sigen Mannes geben die Motive des freiwillig gewählten -Ais an, in erschreckender Wahrheit zeigend, daß Künstlers � /»wallen ein keineswegs beneidenswerthes Loos sei. Seit //reren Tagen wurde der alle K., der schon lange in oben- . /chiUem Hause wohnt und der sich seitens seiner Nachbarn qv größten Sympathie und Achtung erfreute, vermißt. Am Mnerstag Abend hörte man noch den allen Lehrer rührende Modlen auf seinem Klavier spielen und lange bis Mitternacht die Diachbam, Männer der harten Arbeit, in der /'ethslaserne, um dem Klaoierspiel des alten Mufikprofessors °, wuschen. Da K. recht abgeschlossen lebte, so fiel es nicht M. daß in den nächsten Tagen der greise 5zerr mit dem adge- /vten Röckchen sich nicht mehr sehen ließ. Erst am Sonn- .°cnd Mittag, als einer der wenigen Schüler des Mufiklehrers M, um bei ihm Unterricht zu nehmen und lange vergebens /vfte, siel dies den Hausbewohnern auf; man ließ die Thür Jrch einen Schlosser öffnen und fand nun den alten K. todt �.Lehnstuhl fleenv; er hatte sich durch Kohlendunst erstickt, 5! er einige 40 M. Schulden hatte und fühlte, daß ihn die £77 weiter Unterricht zu geben, verließ. Schließlich betonte er �seinem Briefe, daß er der Gemeinde nicht zur Last fallen 5/ und bat seine Gläubige: um Verzeihung. Die Leiche des "»«n Musikers wurde nach der Morgue geschafft. v Vinr hartnäckige Kelbstmordkandidati» wurde in c/ Rächt vom Dienstag zum Mittwoch durch die Treue eines Mndes an der Ausführung ihres Vorhadens geh ndert. In r® Keller eines Hauses der Koblanckstraße betreiben die J.'schen 'leute einen Kohlenhandel; zwischen beiden Gatten ist es stigteiten gekommen, die in der Regel mit Eine derartige Szene trug sich auch am des Tages zu, so daß Frau I. den Ent- faßte, sich das Leben zu nehmen. Ja einem entlegenen Kinkel hängte sich die Lebcnsüberdrüssige auf; ihr Vorhaben tourde jedoch von Nachbarsleuten entdeckt und Frau I. adge- "Witten. Hierüber kam es nun zwischen den Ehegatten wiederum k Thätlichkeiten und die Seldstmordkandidatin benutzte nun die o/bt, um gegen II Uhr ihre Parterrewohnung zu verlassen und U im Kellet zu vergiften. Ein kleines, Frau I. gehöriges �/ben hatte unbemerft seine Henin do tbin degleitet und «�.alleiniger Zeuge der entsetzlichen Schmerzen, welche die �wjördcrm ausstand. Das dumpfe Stöhnen der von gefolterten Frau wurde von dem lauten Bellen des scklnk- � übertönt und veranlaßte den über dem Keller Mann Vorsicht halber in denselben hinabzugehen. iv,* M I. auf seine bereits bewußtlose Frau, welche er sofort b« Wohnung schaffte und dann den Arzt holte. Nach „'usspruch desselben dürfte die Selbstmordkandidatin gerettet Mu öfters zu Streilia leiten gekommen, die in Schlägerei endeten. Dienstag-m Laufe r ruhest� seinen ßung, W Besitzer /'((, achgew'M» )es f die icn grobes ang, daß% steht zur J, n fonistc-jj) worden, nten und, es Hundes, welche eim. den llnfuC"1 n Die � ich der äfi rorar des. 30 M. ei"? liehe Bede- stistrrste«� Inf all zrN% Drcch-ltM vor fein»' ürgcrst-ig-' den sturzttA stückte muß" »r das che: gel EiscnbaK/ Horst: an den..-, auf E'ff W' ite bicp.%'i ein vnli�K'- a Schien' durch d:' n j.-�•»»•»!>- gnw»*»«> ibeamte® klJ�Suft cr. von je 1000 Bewohnern, auf den Jahres !. schnitt berechnet, als gestorben gemelde_. Oeslau 27,0, in Königsberg 29,9, in Köln 28,8, in Frank> u deren R? fftä kW', S*' h.n Dvrichtiguug. Wie uns Frl. Wabnitz und Frau stage- 0' nn zu einer uns von dem„Berl. Böcs. Cour." entnommenen «riebtigcnd mittheilen, ist ihnen von der ihnen zuge- tinn»".Absicht, einen Verein zur Unterstützung von Arbeite- „j/"- bie aus dem Krankenhause entlassen find, zu gründen, "üs bekannt. de» Veröffentlichungen de« Kaiferlichen !> /udhrtta. Amts find in der Zeit vom 5. bis L'J?U0uft cr. von je 1000 Bewohnern, auf den Jahres- il> S/nttt berechnet, als gestorben gemeldet: in Berlin 22,6, k. Meslau 27.0. in KAninSbera 29.9. in Köln 28.8. in Frank- -ai« ch.SJl- 14,9, in Wiesbaden 134,, in Hannover 17,9, in 16,2, in Magdeburg 23,9, in Stettin 34,1, in Altona 3tv m Straßburg 26,0, in Metz 22,9, in München kj. m Nürnberg 17,4, in Augsburg 28,2, in Ä" 20,5, in Leipzig 21,2, in Stuttgart 19,4, in Karls- %, Al-O, tn Braunschweig 28,2, in Hamburg 23,4, in Wien 2s'r' 1" Sest 38,4, in Prag 29,5, in Trieft 28,8, in Krakau in Amsterdam 19,8, in Brüssel 20,9, in Paris 20,0, in .. Qdk N 77/ in London 18,0, in Glasgow 16,5, in Liverpool 19,0, t die St0rfL6rlm 19,4, in Edinburg 14,9, in Kopenhagen 19,2, in i mmmsümm uten später v « iv<«■ inrtaC»••♦Mciiicinp c?-)iprnitrnipii tnat aiim m uicit-v«v»v*«, und und w',in®encbig in Alerandna 50,7. Ferner in der Zert /"n 23V\n B&imor" 31 A" k 18% in Ter tnat«� 26,6, in Äadras 32,8. w, r it3 Gebävd' j Wr.e allgemeine Sterblichkeit war auch in dieser Berichts- niwislb'lW tote» n weiften Großstädten Europas eine günstige, und Minuten b« besonders in den größeren niederrheimschen und iff untern� liebe« fv,l�en Städten abgenommen, während sie in dm oft- E&'wS®ÄÄSe Äf«S KUWWMV Si«.:»>»s s Ä.ff ä und Brechdurchfälle in eine Zahl von t'M»3S m ""-Ä m wutb''/' fjr es D sichert- UM zeige-— Das Scharlachsieder hat in Danzig mehr, in London die gleiche Zahl von Sterbefällen wie in der Vorwoche bedingt. Erkrankungen kamen aus Wien und Kopenhagen in geringerer, aus Berlin und St. Petersburg und aus dem Regierungs- bezirk Düsseldorf in etwas gesteigerter Zahl zur Anzeige.— Die Sterblichkeit an Diphtherie und Croup war in Berlin, Hamburg, Breslau, Wien, Prag, Paris, St. Petersburg eine geringere, dagegen in München, London, Pest, Kopenhagen eine größere als in der Vorwoche. Neue Erkrankungen waren in Berlin, Breslau und St. Petersburg etwas zahlreicher, im Regierungsbezirk Schleswig, in Hamburg und in Kopenhagen nur wenig gegen die Vorwoche verändert.— Der Unterleibstyphus bedingte in Berlin und Paris ein wenig mehr, in London, St. Petersburg etwas weniger Todesfälle. Erkran- kungen waren dagegen in Berlin selten, tn Pest, Kopenhagen und St. Petersburg zahlreicher.— An Flecktyphus kam aus St. Petersburg, an epidemischer Genickstarre aus Kopenhagen je 1 Erkrankung zur Berichterstattung.— Der Keuchhusten hat in London weniger Kinder hinweggerafft; neue Erkrankungen kamen aus Hamburg und Kopenhagen seltener zur Mittheilung. Erkrankungen an roscnartiger Entzündung des Zellgewebes der Haut kamen seltener zum Vorschein.— Aus St. Petersburg kam 1 Todesfall an Rotz zur Anzeige.— Einzelne Todes- fälle an Pocken(je 1) werden aus Lemberg und Paris, mehr- fache aus Trieft und den Vororten Wiens(je 2), aus Warschau 5, aus Prag 9 gemeldet, neue Erkrankungen aus Wien und Pest je 2. Die sanitären Verhältnisse in Berlin blieben auch in dieser Berichtswoche günstige und die Sterblichkeit eine mäßig hohe, die sogar etwas geringer als in der Vorwoche war. Die besonders in der zweiten Wochenhälfte hohe Temperatur der Luft(das Thermometer stieg am 10. August bis 30,0 Grad C.) bedingte zwar eine bedeutende Zahl von Darmkatarrhen und Brechdurchfällen der Kinder, welche in 199 gegen 168 Fällen der Vorwoche tödllich endeten, dennoch war der Antheil des Säuglingsalters an der Sterblichkeit ein geringerer als in der Vorwoche. Dagegen traten akute Entzündungen der Athmungs- organc in erheblich selteneren Fällen zu Tage und führten auch viel seltener zum Tode. Auch die Jnfettionskrankheiten riefen meist weniger Erkrankungen hervor. So waren Erkrankungen an typhösen Fiebern selten, auch Masern, die nur noch im Stralaucr Viertel größere Verbreitung zeigten, kamen seltener zur Anzeige. Erkrankungen an Scharlach und Diphtherie wurden wohl etwas mehr gemeldet, kamen aber in keinem Stadltheil in größerer Zahl zur Meldung. Erkrankungen an Keuchhusten blieben selten und nahmen meist einen gutartigen Verl-mf. Rosenartige Entzündungen des Zellgewebes der Haut wurden seltener beobachtet, Erkrankungen im Wochenbett jedoch etwas häufiger zur Anzeige gebracht. Rheumatische Beschwerden aller Art kamen nur in wenigen Fällen zur ärztlichen Be- Handlung. Polizribertcht. Am 21. d. M. früh wurde in der König- gräyerstraße eine etwa 40 Jabre alte, anscheinend taubstumme Frauensperson hilflos auf der Straße liegend vorgefunden und zunächst nach der Polizeiwache, und als fle dort von Krämpfen befallen wurde, nach der Charitee gebracht.— Um dieselbe Zeit wurde ein Tischler in seiner Wohnung in der Dorkstraße— und ein Schuhmacher in seiner Wohnung in der Stalitzerstraße er- hängt vorgefunden.— Vormstlaas wurde in der Mühlenstraße, an der Cisenbahnbrücke, ein obdachloser Arbeiter, aus einer Wunde am Kopf stark blutend und anscheinend finnlos betrunken, auf der Erde liegend vorgefunden und nack dem K ankenhause im Friedrichshain gekrackt.— Nachmittags wurde in der Frieden- sttaße ein 8 Jahre alter Knabe durch ein Schlächterfuhrwerk über« fahren und an der Stirn und am rechten Unterschenkel nicht un- bedeutend verletzt.— Um dieselbe Zeit erhängte flch ein Arbeiter in seiner Wohnung in der Mariendorferstraße.— Gegen Abend wurde auf der Kreuzung der Markgrafen- und Lindenstraße ein neun Jahre alter Knabe durch ein von dem Schrif'.sctzerlehrling Rühl geführtes Dreirad überfahren und am linken Auge und linken Bein nicht unbedeutend verletzt.— Um dieselbe Zeit fand Schönholzerstr. 6 in einem Wohnzimmer ein unbedeutendes Feuer statt, durch ein mit Streichhölzern spielendes Kind ver- ursacht.— Ferner entstand gestern Abend gegen 10 Uhr in der Wollwaarentabrik von Schulz, Markusstr. 20, auf noch nickt aufgeklärte Weise Feuer, welches schnell um fich griff und die vorhandenen Vorräthe, sowie das über den Fabrikräumen de- legene Stockwerk und den Dachstuhl zerstöttc. Die Feuerwehr war mehrere Stunden lang angesttengt thätig. Bei den Ret- tungsarbeiten wurde der Obcr-Fmennann Cantignon am Fuß» der Feuermann Chartron an der rechten Hand und am rechten Bein durch Brandwunden erheblich, sowie der Feuermann Eitner am Daumen leichter verletzt. Gerichts-Aeituug. * Das Kapitel von de«„Mrheimniflen" der Polizeiwache war gestern Gegenstand einer näheren Prüfung durch die 1. Ferienstrafkammer des Landgerichts I. Der Schiffer Reinhold Hemmerling wurde am Abend des 26. März wegen einer Schlägerei, die im Hause Skalitzersttaße 123 stattfand, von dem Schutzmann Zimmer nach der Polizeiwache in der Reichen- bcrgcrstraße ststirt. Hier soll er fich nun nach den Angaben der anwesenden Schutzleute so ungederdig benommen haben, daß man ihn an Händen und Füßen fesseln mußte. Darauf wurde cr dann in eine Zelle gebracht, um später, nachdem man ihn vernommen hatte, entlassen zu werden. Hemmerling behauptet nun, während seiner Anwesenheit auf der Wache von den Beamten mit einem harten Gegen- stand gemißhandelt und, nachdem man ihn bereits ge- Kunden hatte, ins Auge und auf den Mund geschlagen worden zu sein. Er begab sich sogar zu dem Polizeiprästdenten, Herrn von Richthofcn, um bei diesem die Bestrafung der schuldigen Schutzleute zu erwirken. Die Angelegenheit wurde daraufhin genauer untersucht und die Folge war eine Anklage gegen den Hemmerling wegen falscher Anschuldigung. Die als Zeugen vorgeladenen Beamten und der Revierwacktmeistcr stellten die Behauptung des Angeklagten entrüstet in Abrede. Derselbe sei schon mit diversen Verletzungen auf der Wache angekommen, wo er sich wie ein Rasender betragen habe, so daß ihnen nur übrig geblieben sei, ihn gehörig zu fesseln, bei welcher Gelegenheit er fich wohl, weil er fich zur Wehre setzte, einige Verletzungen zugezogen haben möge. Die mit Blut unterlaufenen Striemen, welche der Hemmerling nach einem ärztlichen Attest am nächsten Morgen auf dem Rücken hatte und die er als eine Folge der Mißhandlungen bezeichnet, dürften von einer Schlägerei herrühren, in die er noch in derselben Stacht nach seiner Entlassung mit seinem Stiefsohne und seiner Frau verwickelt war.— Aus den Bekundungen der übrigen Zeugen konnte nicht mit Sicherheit festgestellt werden, wo der Ange- klagten zu den Striemen gekommen war; während einige Zeugen gesehen haben wollen, daß er schon vor seiner Ueberführung nach der Wache von seiner eigenen Frau mit einem Pantinen geschlagen worden sei, erklären andere mit Bestimmtheit, die Ehefrau auf dem Hofe bei der Prügelei gar nicht bemerkt zu baden.— Der Staatsanwalt hält den Angeklagten für schuldig; derselbe habe pofitlv de- hauptet, auf der Polizeiwache von den Beamten gemißhandelt zu sein. Diese Behauptung stehe im Widerspruch mit den de- schworenen Aussagen aller Beamten, welche damals zugegen waren, es müsse mtthin angenommen werden, daß die letzteren wider besseres Wissen beschuldigt wurden, und beantrage er des- halb eine Gefängnißstrafe von 6 Monaten. Der Gerichtshof hielt den Beweis, daß die Angaben des Angeklagten auf Unwahr- Heft beruhen, für vollständig erbrachte; es sei aber nach Lage der Sache wohl anzunehmen, daß er in gutem Glauben ge- handelt habe, als er bei dem Polizeipräsidium Anzeige machte, indem er der Auffassung war, daß ihm die Verletzungen, welche er sich durch eigenes Verschulden zugezogen hatte, von den Be- amten zugefügt worden seien. Aus diesem Grunde sei auf Frei- sprechung erkannt worden. * Mögen Ktörnng eine« jüdischen Keichende- güngnisses waren dem Handelsmann Tamantt vom Schöffen- gencht vier Wochen Haft zuerkannt worden. Gegen dieses Urtheil legte der Genannte Berufung ein und so gelangte der Fall gestern zur Entscheidung vor der Bemfungsstrafkammer des Landgericht I. Die Anklage bafirt auf folgender Tbat- fache: Am 3. Februar fand die Beerdigung einer Person israelitischer Konfesston statt. Als der Leichenzug die Ecke der Neuen Friedrich- und Königstraße passirte, stellte Tamanti fich auf den Bürgersteig und beschimpfte die Leidtragenden in lauter Weise mit Redensatten wie: Judenlümmels, Juden- bengels k., was einen erheblichen Auftauf und eine Störung des Zuges zur Folge hatte. Die Umstehenden waren über das Benehmen des Mannes empört und veranlaßte» seine Sistirung zur Polizeiwache, wo der Vorgang zu Protokoll genommen wurde. Das Schöffengettcht hielt den Ange- klagten trotz seines Leugnens für überführt und veruttheilte ihn zu der bezeichneten Haftstrafe. Vor der Berufungskammer schützte Tamanti finnlose Trunkenheit vor. Durch die Zeugen» aussagen wird zwar festgestellt, daß er zur Zett etwas ange- trunken gewesen sei, aber keineswegs sich in einem Zustande be- funden habe, der eine freie Willensbestimmung ausschließe. Zeuge Geserich, welcher evangelischen Glaubens ist, konstatirt, daß ihn das Treiben des Angeklagten empört habe. Auch andere Leute wären über die Rohheit entrüstet gewesen und hätten sich zur Z-ugenschaft bereit ettlätt. Der Staatsanwalt beantragte Verwerfung der Berufung und der Gettchtshof trat diesem Antrage unter dem Hinweise bei, daß die gegen den Angeklagten verhängte Strafe eine angemessene Sühne für die bewiesene Frechheit sei. Eine Anklage«rege« Uöthigung und Keleldignng gelangte gestern vor der dritten Fettensttafkammern des Land- genchts I gegen den Fadttkanten Hugo Jaffö zur Verhandlung. Der Beschuldigte hatte gegen einen Kunden in Ratibor den Prozeßweg beschreiten müssen und dem daselbst wohnenden Rechtsanwatt Böhm das Mandat übertragen. Der Prozeß wurde verloren, wie der Angeklagte meinte, weil der Rechtsan-> walt seine Rechte nicht in der gehöttgen Form wahrgenommen hatte. Als er die Kostenrechnung erhielt, schien ihm diese zw hoch und voller Unmuth richtete ver Angeklagte an den Rechts- anmalt Böhm ein Schreiben, in welchem er demselber in be- leidigender Weise Vorwürfe machte und die aufgestellte Rechnung als tarifmäßig zu hoch beanstandete. Zum Schlüsse drohte er dem Adressaten mit einer Anzeige beim Ehrenralh der Anwaltskammer, falls derselbe auf seiner Forderung be- harren sollte. Als der Angeklagte fich schließlich zur Begleichung der Kostenrechnung bequemen mußte, that cr dies nicht ohne ein Begleitschreiben, welches weitere Beleidigungen enthiett. Rechtsanwalt Böhm stellte den Strafantrag und im gestrigen Termine beantragte der Vertteter der Staatsanwattschaft gegen den Angeklagten eine Gefängnißstrafe von sechs Wochen, da dessen Entschuldigung, er Hobe in Wahmehmung berechtigter Interessen gehandelt, als stichhaltig nicht angesehen werden könne. Dieser Auffassung schloß sich der Gerichtshof an, eine Geldstrafe von 150 M. wurde indessen für eine ausreichende Sühne gchallen. * Mie arme Dienstmädchen durch manche Gefindever- micthcttnnen ausgebeutet weiden, wurde durch eine VerHand- lung klar gestellt, welche gestem vor der 89. Abtheilung des Schöffengerichts stattfand. Der Molkereibefitzer Reuter in Wil- Wersdorf brauchte ein Dienstmädchen und war daher recht froh, als ihm die Gefindevermietherin Frau Hirsch erklärte, daß fich bei ihr ein Mädchen gemeldet habe, die das Geschick befitze, die gewünschte Arbeit verttchten zu können, und auch Willens sei, die Stelle anzunehmen. Der„Handel" wurde hierauf adge- schloffen: Frau Hirsch empfing für ihre Bemühungen von Herrn Reuter 7 Mark und ferner wurden ihr 6 Matt übergeben, welche fie dem Mädchen als Antrittsgeld einbändigen sollte. Die Vermiethettn gab aber dem Mäd- chen nur 1 Mark, während fie die übrigen 5 Mark auch noch für fich behielt. Auf eine bezügliche Anzeige wurde gegen die Hirsch wegen Betruges Anklage erhoben. Vom Vor- sitzenden befragt, giebt sie die Thatsache als richtig zu; es sei aber zwischen ihr und dem Mädchen eine Vereinbarung getroffen worden, nach welcher fie von dem gezahlten Antrittsgclde auch noch 3 M. erhalten sollte. Nun habe fie freilich dem Mädchen nur 1 M. gegeben, aber diese sei selbst damit einverstanden gewesen, daß fie die restlichen 2 M. erst sväter von ihr erhalte. Das Mädchen, die unverehelichte Kornayki, war zum Termin nicht erschienen, weil fie inzwischen geisteskrank geworden ist. Unter diesen Umständen konnten die Angaben der Angeklagten nicht widerlegt werden und der Gettchtshof mußte mrf Frei- sprechung erkennen. Eine demerkensmerthe Gnlschrldung über de« K»griff der Uerbreltnng hat jüngst der zweite Strafsenat des Reichsgerichts gefällt. Die Tischler Bürger und Keßler wurden am 2. Februar cr. in der Manteuffelstraße zu Berlin mit einem Packet betroffen, welches fie abwechselnd trugen und in welchem zahlreiche verbotene sozialdemokratische Drucksckttften gefunden wurden. Beide gaben an, das Packet von einem Un- bekannten zur Befördcmng nach der auf dem Heinttehsplatz belegenen Döllingerschen Restauration erhalten zu haben, von wo es ihr Auftraggeber selber abholen wollte. Die zweite Strafkammer des Berliner Landgettchts I schenkte der Angabe der vor fle gestellten Packetträger, welche fich als Mtt» glteder der sozialdemokratischen Pattei bekannten, keinen Glauben, erachtete vielmehr für erwiesen, daß der Auftrag- geber ein bekannter Parteigenosse von ihnen sei und daß beide Angeklagte den Inhalt des Packeis gekannt haben, daß es auch ihre Abficht gewesen sei, die verbotenen Druck- schttften weiter zu verbreiten. In dieser Handlung fand die Strafkammer ein Verbreiten im Sinne des Sozialistengesetzes und verurtheilte beide Angeklagte zu Geldstrafen. Auf die von denselben eingelegte Revifion hob der h ö ch st e Gerichtshof das angefochtene Urtheil auf und verwies die«Arche zur nochmaligen Verhandlung in die Vorinstanz zurück. Er pflichtete dem Revidenten in der Anschauung bei. daß in dem ersten Urtheil der Begttff der Verbreitung verkannt sei und fühttc aus. daß, so wenig ein Tragen lediglich zum Zweck des Anschlagens, des Ausstellens. des Auslegens an einem für das Publikum zugänglichen Ott dies Anschlagen-c. selbst schon dar- stelle, fich so wenig ein Verbreiten in der Handlung darstellt, welche lediglich das Hinbringen einer ver. botenen Druckschrift nach einer Stelle in fich schtteßt, an welcher demnächst das Zugänglichmachen für andere erst de- ginnen soll.— Eme Freisprechung erfolgte deshalb nicht, weil noch festgestellt werden soll, ob nicht dem Unbekannten Hflfe ge- leistet worden ist. ., Vlane« i U., 20. August. In der Nacht vom 10. zum 11. Marz d. I. find in hiesiger Stadt eine Anzahl der am 29. Januar 1888 erschienenen Nummern 5 des durch Gesetz vom 21. Oktober 1878 in Deutschland verbotenen Züttcher„Sozial- demokrat" ausgestreut worden. Unter anderem wurde auch ein solches Blatt in die Oeffnung für die Bierausgabe der Wittb« schaft„Zur guten Quelle" hier gelegt, wo es vom Wirth, Karl August Faßmann, aufgehoben und flüchtig durchgesehen wurde Em Gast nahm es ihm weg, und es ist nun von mehreren Personen gelesen worden. Am anderen Tage Votmittags gegen 12 Uhr legte Faßmann das Blatt seinen Gästen zum Lesen hin. sie auf eine Mittheilung aus Plauen auf der 4. Seite auf! mcrksam machend, in welcher ein Angriff auf einen hiefiaen Beamten enthalten war. Faßmann wurde deshalb, daß cr Anderen gestattet, das verbotene Blatt zu lesen, von einem Gaste r« iääää von§ 186 des St..®.- 8. zu verantworten. Nach einer um- fänalichen Beweisaufnahme, welche unter Ausschluß der Ocffent- lichkit stattfindet, wird der Angeklagte wegen Beleidigung nach § 186 des St.-G.-B. zu 100 M. Geldstrafe vemrtheilt, an deren Stelle im Falle der Uneinbringlichkeit 20 Tage Gefänßniß zu treten haben, dagegen wegen Vergehen gegen§ 19 des Sozialisten- Sesetzes kostmlos freigesprochen. HinfichUich dieser Freisprechung i zu erwähnen, daß die Behauptung des Angeklagten nicht für genügend widerlegt erachtet worden ist, daß er das Blatt für ein nichtverbotenes gehalten und daß er erst dann eine Ahnung von dem gegen die Verbreitung dieses Blattes vorliegenden Verbote erhatten hat, als die Polizei bei ihm eintrat. Der Beleidigung hat fich Faßmann dadurch schuldig gemacht, daß er die fragliche Mutheilung aus Plauen anderen»um Lesen gab, den Beweis der Wahrheit für die darin behauptete Thatsache aber nicht zu erbringen vermochte. Der Gast, welcher den Wirth denunzirte, war der frühere Martthelfer Buniger. Es wurde ihm darauf von seinem Arbeit- Seber gekündigt, auch in einer wetteren Stellung konnte er fich nicht hatten» und ist er noch jetzt arbettslos. Dem Verdienste seine Krone!__ Soziales und Arbeiterbewegung- I« einem partiellen Streik befinden fich augenblicklich die Töpfer Berlins. Die Meister, voran naturlich die Innungsbrüder, benutzen die augenblickliche Geschäftsflaue, um überall Lohnabzüge vorzunehmen und den mit den schwersten Opfem durchgesetzten Tarif von 1886 zu durchlöchern. Und das geschieht in emer Zeit, wo die Töpfer hofften, etwas Geld für die harten Zeiten des Winters, wo alle Arbeit für fie stockt, zurück zu legen. In dem Kampfe gegen den Tarif zeichnet fich besonders der Meister Titel, Steinstraße 26, umühmlich aus. Er ist der ärgste Lohndrücker, der besonders den Tarif nicht respettirt. An den Töpfern Berlins liegt es nun, gegen dieses Vorhaben energisch Front zu machen und da sofort die Arbeit niederzulegen, wo der Tarif nicht voll gezahlt wird. Stehen die Gesellen einmüthig zusammen, so werden an ihrer Entfchloffenheit alle Versuche der Meister ohn- mächtig abprallen, den Lohn herab zu drücken und die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern. Und ur diesem einmüthigen Zusammenstehen find die Töpfer Berlins in ihrem eigenen und im Interesse ihrer Fami- Ken verpflichtet. Die Streitenden werden in vollem Maße von den Kollegen, denen die Arbeit tarifmäßig bezahlt wird, unter- stützt werden. Bereits haben auch 300 Töpfer die Arbeit nieder- gelegt, und 100 von ihnen haben Berlin verlassen. Möge dieses Beispiel allen Töpfern Berlins, besonders aber den Titel'schen Arbeitern, ein Ansporn sein, unter allen Umständen fest am Tarif zu halten, sonst liegt die Gefahr nahe, daß wieder die früheren, traurigen Zustände im Töpfergcwerk Platz greifen.— Das Bureau befindet fich im Restaurant Kühl- mey. Neue Friedrich' und Rosenstraßen Ecke. Die Vertrauens- männer, Kollegen Abendroth und G. Kremer ertheilen dort jede Auskunst. Nähere Mittheilungen folgen in den nächsten Tagen. — Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Nachdruck er- sucht.__ Jereine und Persammwngen. Drei große Miihlerversammlunge« fanden am Dienstag, den 2l. d. M., statt. Alle drei Versammlunaen waren überaus zahlreich besucht— ein Beweis, daß die Aroeiter begriffen haben, daß es fich am 30. August darum han- dctt, den gegnerischen Parteien sowohl, als den heischenden Ge- watten eine Antwort auf ihr Verhatten gegenüber den arbeiten- den Klassen zu geben. DieersteVersammlunginder Kotdergeisiraße, in der der Stadtverordnete K u n e r t referirte, war von ungefähr 1200 Personen besucht. Dieselben nahmen die Auseinandersetzungen des Referenten, die in einer scharfen Krttik der beutigen Zustände und des Ver> Hallens der Parteien zu der Nothlage der Arbeiter bestanden, mit großem Beifall auf. In der Diskussion sprachen die Herren Thierbach, Maurer Weise und ein Deutschfrcifinniger 'Namens Joseph. Die Ausfühmngen des deutschfreifinnigen Redners gaben Anlaß zu einer scharfen Debatte, die fich gegen die Deutschfreifinnigen, die zur Zett in der Tonhalle hinter vcr- schloffenen Thüren der„großen" Rede ihres Chess Eugen Richter lauschten, richtete.— Die zweite Versammlung in der Wrictzencrstraße war ebenfalls sehr gut besucht. Hier sprach der Tischler Glocke über die Aufgabe der Arbeiter während der Zett der Wahlbewegung. Diese müßte— so führte der Redner aus— darin bestehen, nicht nur dahin zu arbeiten, einen Kan- didaten durchzubringen, sondern die Idee des Sozialismus in die weitesten Kreise der arbeitenden Bevölkerung zu tragen und dadurch der Sozialdemokratie zu einer Macht zu verhelfen, vor der alle herrschenden Parteien sich beugen müßten. Nachdem Redner noch den Produktionsprozeß der heutigen kapstalistischen Produkttonsweise geschildert und das laue Verhalten aller anderen Patteien gegenüber den Arbettennteressen hervorgehoben, forderte er auf, eifrig dahin zu agi- ttren, daß Wilhelm Liebknecht, der Verfasser von„Wissen ist Macht," mit überwältigender Majorität gewählt werde In der Diskussion sprach fich Schuhmacher Baginskt im Sinne des Re« ferenten aus und wies auf die»Krönung der Sozialreform", auf die Vorlage der Atters- und Jnvalidenversorgung der Ar» detter, hin. Hierbei wurde bei einer Redewendung des Red- ners die Versammlung aufgelöst. Die Anwesenden gingen mit Hochmfen auf Liebknecht und die Sozialdemokratie auseinander. Ueder die dritte Versammlung in der Schloßbrauerei Dcffow in der Schönhauser Allee, in welcher Herr Auerbach referirte, ist unS leider kein näherer Bericht zugegangen, doch soll fie, wie wir hören, ebenfalls glänzend verlaufen sein. «cht drutschfrristnnig l Der derttschfreifinnige Wahl- verein im sechsten Berliner Reichstags-Wahlkreise hielt am Dienstag Abend in der Tonhalle eine Versammlung ab, in welcher der Abgeordnete Eugen Richter einen Vortrag hielt und die viominirung des Herrn Knöccke als„deutschfreifinnigen" Kandidaten für die bevorstehende Reichstags- Ersatzwahl stattfand. Es wurde die allerstrengste Kontrole geübt und nur der in den Saal eingelassen, der ssch im Besstz einer Karte defand. Schon am Straßeneingang standen die„Vertrauensmänner, jeden streng musternd und manchen zurückweisend, der fich nicht legttimiren konnte. Plötzlich hatten einige aus den vorderen Reihen die erste Absperrungslinie durchbrochen und waren bis zum Saaleingang vorgedrungen. Im Nu war der ganze Hof gefüllt, und da man in dieser Menschenmaffe auch zahlreiche Sozialdemokraten bemertte, so wurden bereits um stebeneinhalb Uhr die Saalthüren für kurze Zeit geschloffen. Erst als Schutz- I'Ute erschienen und den Hof zu säubern begannen, wurden die Thüren wieder geöffnet, und nun übten mtt den„Vertrauens- Männern" auch die Schutzleute genaue Konkole und wiesen jeden zurück, der keine Karte hatte. Aber auch einige Karten- inHader wurden zurückgewiesen, weil man fie als Sozialdemo- traten kannte. So schien, als Puntt acht Uhr der Abgeordnete Eugen Richter den Saal detrat, die Versammlung allein aus öffentliche" Beneralversammlnng der Wanrer KfAT ÄÄ statt. Zum ersten Puntt der Tagesordnung:„Unsere gewerkschaftliche Bewegung und deren Ziele" nabm zuerst Herr Hcinzel bog Wort. Derselbe erläuterte die gewerkschaftliche Bewegung als einen Kampf um Recht und Brot. Die Hoffnungen, welche auf die Bewegung bei Beginn derselben gesetzt worden seren, hätten fich leider nicht erfüllt und zwar durch die Uneinigkeit der Kollegen. In längeren Ausführungen beleuchtete Redner die gewerblichen Mißstände, bezeichnete den einzelnen Kampf gegen dieselben als ausfichtslos und als erfolgreich nur den Weg der Gesetzgebung. Er dellagte das Fehlen des Fachvereins und empfahl den Beitritt zum Unterstützungsverein der Maurer. Herr Kliemann verbreitete fich ebenfalls in ausführlicher Weise über das zur Tagesordnung stehende Thema und bezeichnete es als Pflicht eines jeden Maurers, für einen solchen Lohn zu sorgen, welcher den heutigen Verhältnissen entspricht. Auch der Vorsitzende, Herr Bock, schloß fich in seinen Ausfühmngen den Vonednern an und kritistrte auch u. a. das Submisfionswesen in gebührender Weise. Auch Herr Schmidt wünscht zum min- besten eine Reform des Submisfionswesen, am liebsten aber Ab- schaffung desselben. Nach einem Schlußworte des Herrn Heinzel gelangte folgende Resolution zur Annahme:„In Erwägung. daß durch die diesjährige Gewerkschaftsbewegung der Maurer Berlins nicht dasjenige erreicht ist, was man von derselben er- warten konnte, da man erstens nach wie vor des Abends nach Feierabend die Maurer auf den Bauten arbeiten steht, zweitens die Kollegialität viel zu wünschen übrig läßt und diittens die Kollegen nicht das nöthige Interesse zu den öffentlichen Ver- sammlungen zeigen, so beschließt die heutige öffentliche Ver- sammlung der Maurer Berlins und Umgegend, mebr Gewicht zu legm auf den Unterstützungsverein der Maurer Berlins, in welchem die Brüderlichkeit mehr gepflegt wird und in welchem die Kollegen durch belehrende Vorträge hingewiesen werden auf die Interessen, welche mtt unserem Gewerbe in enger Verbin- dung stehen."— lieber den zweiten Puntt der Tagesordnung: „Gewerkschaftliches", entspann fich noch eine kurze Debatte, ohne daß dieselbe wesentlich Neues bot. Bald wurde dann die auch nur schwach besuchte Versammlung geschloffen. Die Kranke«- und Kegräbnitzkaffe de» Derein« sämmtticher Kerufsklaffen Kerlin I bäit Sonnab.nd, den 25. d. Mts., Abends 8 Uhr, Blumensk. 78 bei Wollschläger eine Versammlung ab. Neue Mitglieder ohne Unterschied des Bemfes und Geschlechts im Alter von 14—45 Jahren werden in jeder Versammlung, sowie zu jeder Tageszeit beim Vor- fitzenden Sasse, Hasenhaide 48, nnd beim Kasfirer Schilling, Koppenstr. 48, ausgenommen. Auch werden in dieser Versamm- lung die Billets zum Kränzchen ausgegeben. Krrliner Derein für naturgemäße Gesundheitspflege und arpteUafe Heilkunde. Heute, Donnerstag, Abends 8i Uhr, Kommandantenstraße 72, Vortrag des Herrn Th. Hieke über:„Krämpfe und Krampfkrankheiten der Kinder". Große öffentliche Dersammtung sämmtlicher Maler, Lackirer, Anstreicher und verwandter Berussgenossen Berlins heute, Donnerstag, Abends Uhr, im„Louisenstädtischen Konzerthaus", Alte Jakobstraße 37. Tagesordnung:„Was erwarten wir von der Alters- und Invalidenversicherung".(Refe- rent: Herr Retzerau.) Gesang», Turn-«nd gesellige Dereine etc. am Donnerstag. Männemesangverein„Lätitia" Abends 9 Uhr in Vettin's Restaurant, Veteranen str. 19.— Gesangverein„Bretzel- schluß" Abends 8t Uhr im Restaurant Schumann, Alte Jakob- sttaße 38.— Männergesangverein„Nordstern" Abends 9 Uhr im Restaurant Jacob, Lindowerstt. 26.— Schäfer'scher Gesang- verein„der Elfer". Abends 9 Uhr bei Wolf u. Krüger, Slaliyer- straße 126, Gesang.— Gesangverein„Blüthenkranz" Abends 9 Uhr im Restaurant Drcsdenerstr. 40.— Äännergesangverein „Alexander" Abends 9 Uhr im Restaurant Rose, Sttaußberger- straße 3.— Männcrgesanaverein„Liedesfreihett" Abends 9t Uhr im Restaurant Siemund, Linienslt. 8.— Gesangverein Männerchor „St. Urban" Abends 9 Uhr Ritterstr. 105.— Gesangverein „Deutsche Liedertafel" Abends 9 Uhr Köpnickerstr. 100.— Turnverein„Hasenhaide"(Lehrlings-Abtheilung) Abends 8 Uhr Diessenbachstt. 60—61.—„Berliner Turngenossenschaft"(7. Lehrlings-Abtheilung) Abends 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Britzersttaße 17—18;— desgl. 6. Männer- Abtheilung Abends 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Gudener- straße 51.— Lübeck'scher Turnverein(Männer- Abtheilung Abends 8 Uhr Elisabcthstraße 57,58.— Allg. Arends'sche Stenographenverein, Abth.„Louisenstadt", Abends 3t Uhr im Restaurant Preuß, Oranienstraße 51.— Arends'scher Steno- graphenverein„Phalanr" Abends 8t Uhr im Restaurant„Zum Buckower Garten", Buckowemraße 9.— Berliner Steno- Mphcn- Verein(System Ärends) Abends 9 Uhr im Restaurant Friedrichstraße 208.— Stolze'scher Stenographen-Verein„Nord-Berlin" Abends 9 Uhr Schlegelstraße 44 — Verein der Naturfreunde" Abends 9 Uhr im Restaurant Wienerstraße 35.— Verein der Unruhstädter Abends 8 Uhr im„Königstadt- Kasino", Holzmarktstraße 72.— Rauchklub.�ernspitze" Abends 8t Uhr im Restaurant, Holz- marktstraßc 44.— Rauchllub„Arcona" Abends 9 Uhr bei Brandt, Forsterstraße, Ecke der Reichenbergerstraße — Rauchllub„Dezimalwaage" Abends 9 Uhr im Restaurant Lock, Krautsstraße 48.— Rauchklub„Vorwärts" Abends 9 Uhr bei Herrn Tempel, Restaurant„Zum Ambos", Bres- lauersttaße 27.—„Orientalischer Rauchllub" Abends 9 Uhr im Restaurant Wiechert, Oranienstraße 8. Kleine Mittheilungen. Stettin, 20. August.(Sieden Kinder ertrunken.) �Als gestern Nachmittag der 16jählige Schiffsjunge Stieper, Sohn eines in Ziegenort wohnenden Maiiosen, den Schiner des Feuerschiffs„Twantewit" ans Land gebracht und die Weisung erhalten hatte, einige Zeit auf die Rückkehr des Schiffers zu warten, unternahm derselbe mit seinen fünf Geschwistern und zwei Kindern eines Schiffers Thoms eine lleine Segelfahrt auf dem Papenwaffer. Bei der Rückkehr von derselben kenterte das Boot angesichts des Ziegenorter Hafens und die gesammten acht Jnsaffen fielen ine Wasser. Sieden davon ertranken, während der achte, ein jüngerer Bruder des Stteper, der fich an dem Mast des Bootes festklammerte, gerettet wurde. Hamburg, 20. August.(Krokodile in der Elbe.) Ein Krokodil wurde in den letzten Tagen der vorigen Woche im Segelschiffshafen gefangen und an den 2. Vorsetzen bei einem dort wohnenden Wirth untergebracht, wo der Gefangene in seinem Behälker fich wobl und munter befunden hat. Der Ka- pitän eines im Segelschiffshafen liegenden Schiffes hat nun bei der Polizeibehörde die Anzeige gemacht, und zwar erst, nachdem der Bericht über das gefangene Krokodil bereits veröffentlicht worden war, daß nicht nur dieses eine Thier, sondern noch zwölf andere Krokodtte, die fich in einem Boot befanden, in die Elbe entwichen seien. Infolge dessen hat man die Frage erörtert, ob das Baden im offenen Wasser der Eibe noch zu gestatten sei, da die Möglichkeit nicht ausgeschlossen ist, daß die entflohenen Thiere Badenden gefährlich werden können. Die Polizeibehörde erläßt eine entsprechende Bekanntmachung. Ter Kapitän, welcher die Thiere nicht besser verwahrt hat, wird fich deshalb zu ver- antworten haben. Krem««, 21. August. Ein Hochstapler, welcher fich in der Uniform eines Försters präsentirte, fich aber als ein wegen Be- ttugS bestrafter Dachdecker aus Wriezen a. d. Oder entpuppte, als er vor der Polizei Rede und Antwort stehen mußte, ist von der hiefigen Behörde in seinem Bemühen, arglose Dienstmädchen in seine Netze zu locken, um fich später von ihnen Geld zu er- schwindeln, gestört worden. Der vermeintliche Jägersmann hatte dieFrcchhett, in mehreren Privathäusern die Dimstmäschcn, über deren Namen und Herkunft er fich vorher in Nachbarhäusern informirte, aufzusuchen und fich ihnen als ein entfernter Ver- wandter vorzustellen, womit er zugleich einen Heirat hsantrag verband. Ä|ÄU",u feTMÄ welcher mtt einem Güterzüge von Station Stolberg bei Aachen angekommen war, wurde ein Pottern und Klopfen wabrge- nommen. Als man den Wagen öffnet?, fand man in demselben § zwei 9—10 Jahre alte Knaben vor, welche nach ihrer eigen« Aussage auf der Station Stolberg in den Wagen geklelim waren und, als der Wagen vor Abgang des Zuges geschlossen wurde, aus Furcht fich nicht gemeldet hatten. Dieselben ha»« volle zwei Tage in dem Wagen zugebracht und fich erst ge- meldet, als Hunger und Durst fie dazu gczwungm. Die un» freiwilligen jugendlichen Reisenden wurden, nachdem fie gespen» hatten und in Erkrath für die Nacht untergebracht waren, am nächsten Morgen durch die Ortspolizei nach ihrem Heimat hso» zurückgebracht.. Strphausfeld, 19. August.(Ein erfinderischer Bauer.) Vorgestern kam ein Bauer aus Avolsheim bei Molsheim m» einem Leiterwagen, auf welchem ein sehr großes Weinfaß lag, vor dem Tkore der Jrrenheil- und Pflegeanstalt an und de- t ehrte Einlaß. Zugleich zeigte er eine Aufnakmeversügung des iezirkspräfidenten über einen aufzunehmenden Geisteskranken vor. Auf die Frage, wo er den Kranken habe, deutete er auf Ms Weinfaß und verlangte einen Schlosser. Nachdem der Anstalt-« schlosscr die große Einlaßöffnung des Fasses aufgeschraubt Halle, kroch richtig der geisteskranke Sohn des Mannes aus dem Fam, welcher auf diese noch nicht dagewesene Weise von Avottbeim nach Stephansfeld geschafft worden war. Der erfinderische Vata hatte seinen Sohn veranlaßt, zum Reinigen des Fasses in#-« selbe zu kriechen, hatte dann rasch die Einsteigeöffnung geschloffen und das Faß auf den Wagen geladen. Mien, 20. August.(Ueberschwemmung.) Aus Korn«« bürg schreibt man der„Deutschen Zeitung" vom 19. d.™»-- „Erst heute langen hier Nachrichten ein von einem Wolkenbmal, welcher vorgestern Abend um 8 Ubr über mehrere Ortschast« zwischen dem Ernstbrunner Walde und dem sogenannten Mio« städter Gebirge niederging, und bei welchem mehrere Mensa« in den Fürthen ihren Tod fanden.— Nieder- Leis. In im Thalkeffel gelegenen Ort stürzten nach 8 Uhr Abends#(« lich ungeheure Wasserbäche mit solcher Gewalt von den angr«- zenden Höhen des Busch- und Leiserberges nieder, daß« erschreckten Dorfbewohner eiligst auf die Michelstädtcr Hw? flüchten mußten, um das nackte Leben zu retten. Im Nu jf das Dorf klafterhoch üdcrfluthet; viel Hausvieh, Pferde, Riv� Schweine und Geflügel, kam in den Flutken um. Eine? mflie aus Wien, welche Verwandte in Nieder-Leis bessr wollte und von letzteren von der Bahnstation L#* dorf mittelst»weispännigen Wagens abgeholt nnf* stürzte beim Pasfiren einer Brücke kurz vor � Dorfe in die tosenden Fluthen. Mutter und Kind, sowie Pr Männer sollen ertrunken sein, während fich der Kutscher konnte. Ebenso ertrank ein Bauer sammt Pferd im Zoyaba® der, gleich einem Strome dahinbrausend, das ganze GesB? fortriß." Eine spätere Meldung besagt: In Lieder Leis find trunken: Joscfine Retzer, Lehrerin aus Wien, Katharina ffW» und der 76 jährige Bauer Jgnaz Stocher: bis heute% 25 Häuser eingestürzt, 10 Scheuern mit Getreide weggeschwew« und 70 Schweine verendet aus dem Schlamm gezogen word« Die Leute flüchteten auf Bäume und die Dächer der 6«"* die unter ihnen zusammenbrachen, wodurch zahlreiche scho« Verletzungen vorgekommen find. Die Gegend ist eine schl«??, dedeckte Stätte furchtbarster Verwüstung. Der Schaden ist nj roß. In Asparn ertranken acht, in Pirstendorf vier Person« n Ladendorf find 20 Häuser eingestürzt._ London. 21. August. Der Castledampfer„Dumbar ist am Sonnabend auf der Heimreise von Capetown abgegan gen, der Dampfer„Hawarden Castle" ist gestern auf der Hrtjss reise von Plymouih abgegangen, und der Dampfer„Nortr" Castle" hat heute auf der Ausreise Madeira pasfirt. Telegraphische Depeschen» (Wolff's Telegraphen-Bureau.)) London, Mittwoch, 22. August. Die„St. James-Gaz-. sagt, die Regierung babe Nachrichten über einen ernsteren Aul stand in Maimena(Nordafghanistan) erhalten. Jshak-Kban ds Gouverneur von Balkh, soll in die Sache verwickelt sein, �o« Herat seien Truppen nach Maimena gesandt worden..,... N«w-Nork, Mittwoch, 22. August. Im Ohiothal ha»« heftige Stürme viele Brücken der Baltimore- und Ohiodabn W stört. Die Landwirthschaft in Maryland, Pennsyleanien, VttM und New-Jersey hat großen Schaden gelitten, viele Fav�L find zerstört, auch sollen mehrere Personen ums Leben gekört� sein. An der Ostküste treten ebenfalls heftige Stürme auf. Kriefkaste« der Redaktion- Lei«nfragm bitten wir die Abonnementb-Ouittung betjusügen.»riess« Antwort wird nicht ertheUt.,, fiA |l. K Cnlmftraß«. Der betreffende Arbeitgeber hat> allerdings durch Nichtanmeldung seiner Arbeiter zur Kra»' � lasse strafbar gemccht. Wir fühlen aber nicht den Berus' Denunziren in uns. A. K. Nach dem zwischen Deutschland und der S««, bestehenden Vertrage erfolgt die Auslieferung auch, wenn J�h«« wegen Unterschlagung verfolgt wird. Es ist aber stets ein. sonderer Antrag der Regierung nöthig, welche die Auslici«!� beansprucht, und solch Antrag wird in der Regel wegen unbedeutenden Unterschlagung nicht gestellt.,*«U F. K. Nur das öffentliche Kellektucn von Haus Haus oder von Person zu Person dedarf der Genehw'an � Wenn Ihnen die Beiträge in's Haus gebracht worden haben Sie fich nicht strafbar gemacht und können mtt � Widerspruch gegen den Strasbefchl einlegen... Air «. W. Klumenstr. 1. Wenn Sie nachweisen, da? Mitglied einer den Erfordernissen des§ 75 Krankenkaffeng.� entsprechenden freien Hllfskasse find, so brauchen Sie der krankenkasse nicht beizutreten. 2. Man zahll hier sowohl» als Kommunalabgaben.,_ Hkobelefl. In keinem der von Ihnen genannten» besteht eine gesetzliche Pflicht, Alimente zu zahlen. rtn« « W 140. Die Familie eines zu einer UebunT��. gezogenen Reservisten erhalt keine Unterstützung vom Ein dahingehender Antrag der sozialdemokratischen Abgco. fand im Reichstag keine Annahme. M Görlißerstr. Ausgeklagte Alimente verÄ«. 4 Jahren; die Frist deginnt mit dem 31. Dezember des iJ p in welchem die einzelne Rate fällig geworden ist. jährung muß aber von dem Vemrtbeitten im Wege der � geltend gemacht werden, das alte Urthell verliert seine streckbarkeit nicht von selbst._ airediss« Abonnent seit Krginn. Ersuchen Sie den Hai, welcher Ihnen über die Trauregister Mittheilung art»0® um baldige Antwort auf Ihren letzten Brief. Erhlut solche nicht innerhalb 14 Tagen, so wenden Sie fich M®' führend an das Konfistorium.,(K ®. 56. Eine Berufegenossenschaft besteht aus» M sammtheit der Arbeitgeber der betreffenden Betriebs««» �r- können Ihnen die Konstituirung nicht in kurzem ausem yt setzen, empfehlen Ihnen vielmehr, das Gesetz HrMcü'. Unfallvcrfichcrung einmal zu lesen. Eine gäbe desselben erhalten Sie für 20 Pf. in allen gen, oder kö rnen'Sie fich wohl auch leihweise von einem ren verschaffen..-zess�f _ S- Ach. 144. Schreiben Sie an den Nitterg»� � Sie hätten nicht die geringste Veranlaffung. das für Sie''------'-----"~ aber geneigt,, Ihnen zugesandte Erklärung. Löschung ver Emtragung zu will„ die Ersatzansprüche wegen der Jhnm enteoaenen llvoo «. A. Daß Sie selbst Vater von 3 Kindern Entschuldigungsgrund, um die Uedernahme einer Vorm zu verweigern. lasse strafbar gemccht. Wir fühlen aber nicht den lUfl V1C uciuimic:ocuuimnwuur; mu»' l, eingetragene Wohnungsrecht zu verzichten.? sein, gegen eine angemessene Entschav» �; Verantwortlicher Redatteur:$.«ronhei« in Berlin. Druck und Verlag von Mo» Kading in Berlin SW., Beuthstraße 2.