. 5Ä D druckt! Habcw«, die Kugckt Zungen.* eist auf.- aris wÄ! Samaleio.« &#l ■r«? % ä in MngaZ elche in � eingefair Ä"« lt. 19». Sonnabend, den 35 Augnst 1888. 5 Ilchry. MinerMMI Lrgan für die Interessen der Arbeiter. .._ Das„Berliner Volksblatt" i.5 täflHcf) Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreii für Berlin frei 4 sro j Ö vierteljährlich 4 Marl, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement ■v'atf. Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungsvrcisliste für 1888 unter Nr. 849.) der a-iA TedeeZ ansoaal� n fich«? übe not ist, all beträgt für m°der�Expeditiow Jnsertionsaebühr Erhöhung des Preises, angenommen. 10 Pf. Bei r Nachmittags lureaux, ohne Redaktion: Keuthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. er fui deck h Hund de G den zie ein Das ehrsame Handwerk. t.. vergeht kaum ein Tag, da uns nicht die Fort- Wille unseres Jahrhunderts angepriesen werden. Man uns. wie sich die Wissenschaften entwickeln; die Wcnonue dringt mit ihren Beobachtungswerkzeugen immer in dem großen Weltraum vor; die moderne Technik «eiter ~ vv,,.. gvvpvt. VV» y V»V•«»VVVV..V rvvv»,...« ,"1« geradezu wunderbare Erfolge auf; das moderne Ver- ?riwesen hat eine Vollkommenheit erreicht, von der zu jit tu. w*!?°?i°!iren man sich vor 50 Jahren nicht hätte unterstehen 5t. HiA wj'6"'°hne für einen kompletten Narren gehalten zu wer- y getroi� al~~ und doch sollte man wünschen, eS möchte in dem ...-«riebe unserer Epoche bald wieder einmal ein �»geneS erscheinen, der am hellen Tage mit L*? brennenden Laterne in den Straßen umher- Wert und auf die Frage, was er denn wolle, die w� siebt"'11:„Ich such eJDl e n s ch e n!" Denn eS n R"'.« r schloß. 1 er einen? lahn ein SmM rb vor i Panill im BW immer noch eine Unzahl Menschen, die inmitten deS m 5? modernen Wesens wie Gespenster am hellen Tage eläuft>i�wen und die in ihren Anschauungen um so und so viel yfiild. � �hunderte hinter unserer Zeit zurückgeblieben sind. dafür ab) neinen 2� mit dem Nr. 196 'widern!. ; im In - den vom Pol lgsberich« t ich v aphiren nachdent ide gl «te ii wenn/ jra Gtiß � Dahin gehören ohne Zweifel auch die Mitglieder deS j ifgemeinen deutschen HandwerkertaaeS I, Münchs n", welche angesichts der Schaden unserer folgenden Beschluß gefaßt haben: „Der Handwerkertag erkennt in der ch r i st l i ch e n Religion das einzige Mittel, welches den staatS- gefährdenden Prinzipien deS Individualismus und Sozialismus des Handwerkerstandes nachhaltig ent- «egenzuwirken im Stande ist, und erklärt die Ein- m«ung des Religionsunterrichtes als obligatorischen �gegenständ für die Fortbildungsschulen im Hand- q�erf für unbedingt wünschenSwerth." ?o[er' wir sind in religiösen Dingen für die äußerste - und wünschen, daß Niemand in seinen religiösen ' ,T�i irgend wie gestört oder gekränkt werde. Aber .. sonnen nicht finden, wie das Bekenntniß zu irgend einer �.JJWnsiehre oder irgend ein religiöser KultuS auf die klD;1.etn5. Produktionsform einen Einfluß haben soll. In- z0 Jwii'mus und Sozialismus enthalten sozialöko- während die Religionen es nur mit ben. Der wird der venctertflV*et Ii*€ Prinzipien, während die Religronen es NW Sonntag Zhg�'ltigen Verfassung de« Menschen zu thun haben. ii Tag« K0n|||onäunterncht in den Fortbildungsschulen wird iesamwl� orrenz de«' Großkapitals mit seiner hochentwickelten DeShA As �'s gegenüber dem kleinen Handwerk schwerlich Einhalt U v 0ltnen. Wenn die Herren JnnungSmeister glauben, R« dennoch möglich sei, so mögen sie eS versuchen, k.srden bald die Erfahrung gemacht haben, wie sehr sie nicht � Uchen. wesend? Ufi, J'itttt weiß, daß in Amerika z. B. und in England ohr auf religiöse Erbauung gehalten wird, als bei SfÄ tden Ko" ife die h ntd&i, tnroefen, haar.% lidtt»u ». fe«. :and un am sich er die cn der "V* ttke«.] IeuMeton. [70 v Ihre Tochter. 'nal-Roman nach dem Französische» von Ä. D e t r i n g. ., Jj,--- nuq oem uvn n. i�ufon® fi, 5'etdP�»1®" Sie immerhin, lieber Freund, mir ist das 4- Aber weshalb zum Teufel zieht sich denn diese ht 5. ö�ck? Sie müsien eS ja wissen, Major; gen waren Sie ja noch mit ihr zusammen!" >icht'fg ich es auch wüßte, würde ich es Ihnen doch erwiderte Guntram fast unhöflich. Er ärgerte gar 4«%%%. e " t.,iK#ebgL.�"0 kleine Freundin behauptet, daß ein großes luin J r wohinter stecke, und das Gerücht geht ja auch ;v' OüR__ ihror T nrfitpr » ' H Jeonne sich ganz der Erziehung ihrer Tochter L SR) ,0 6- Sie soll nämlich eine Tochter haben." �>jvr fbmmt denn dieses Gerücht?" ftagte der IN» cn. !'.K j w s-v efch®4� ion, p' Se Ki"'L erzählt "Marl. en 'mal Sie �S, erfrau." festig v°n Arbois und ... Ja, richtig. . Sie wissen schon, die hat eS wieder .. die Justine die Kammer- von Jeanne'S und der Baron von Randal ********(!% ber den aufmerksamen Augen deS � chun*'Ü Dienstb?tenklatsch?" meinte der Major,„und UNS, und man wird doch nicht behaupten wollen, daß dort die Konkurrenz der Großindustne gegenüber den Klein- betrieben minder mächtig sei, als bei uns. Dann haben die Herren noch folgendes beschlossen: „Der Handwerkertag beschließt, daß eine Alters- Versorgung der Handwerker erst dann in Betracht gezogen werden möge, wenn daö Handwerk dem Handwerter wieder durch die Gesetzgebung zurückgegeben sein wird." Da werden die JnnungSmeister wohl auf immer auf eine Altersversorgung verzichten müssen. Dagegen haben sie mehr Aussicht mit einer anderen Forderung, die lautet: „Der Handwerkertag hält an der Forderung auf Einführung der Legitimation für Gesellen und Gehilfen bis zur erlangte» Selbstständigkeit fest und beschließt: ein vorläufiges fakultatives Verbands- Legitimationsbuch einzuführen." Diesen Gefallen den Meistern zu thun, wird man schon eher bereit sein, und eS ist zu leicht möglich, daß die Acker- männer, die ja schon seit langen Jahren eine unauSge- setzte Maulwurfsarbeit zu Gunsten der Arbeitsbücher ver- richten, bei Gelegenheit der Altersversorgung ihr Ziel er- reichen. Dazu verlangen die Herren JnnungSmeister natür- lich den Befähigungsnachweis und die Abschaffung der Ab- zahlungSgeschäfte. Sie sind überhaupt mit Ansprüchen für ihre speziellen Interessen nicht gerade sparsam. Sie stellen z. B. folgende Forderung auf: „Der Zentralvorstand wird beauftragt, dahin zu wirken, daß in dai neue bürgerliche Gesetzbuch eine Bestimmung aufgenommen wird, wonach Forde- rungen der Handwerker anBauherrea allen anderen vorangehe n." Nun, das ist etwas viel verlangt, und man wird da wenig ausrichten können, denn das Kreditnehmen und Kredit- geben ist ein Uebelstand, der nicht durch bloßen guten Willen beseitigt werden kann, weil er seine Quelle in unseren ungesunden wirthschaftlichen Zustände überhaupt hat. Da« wird erst dann anders werden, wenn ein allgemeiner wirth- schaftlicher Gesundungsprozeß begonnen hat. Wir sahen, wie die Herren Jnnungsmeister in ihrer ersten These den Sozialismus und den Individualismus ver- dämmten. In der letzten These nun heißt es: „Der Allgemeine deutsche Handwerkertag begrüßt die Fortschritte, welche auf dem Gebiete der Technik durch Schaffung von Hilfsmaschinen für den Hand« werkSbetrieb in der Neuzeit errungen worden sind, und erkennt die hohe Wicktigkeit der Nuybar- machung der Kraft- und Arbeitsmaschinen für daS Kleingewerbe an, erklärt jedoch: in Erwägung, daß durch die infolge der schrankenlosen Gewerbefreiheit eingerissene Atomisirung de« Handwerkerstandes dem- rasch wie möglich erfolgen müsse, da die neue Existenz der Frau von LorriS schon kein Geheimniß mehr war. Andreas verfank gleichfalls in Gedanken. Sein Arg- wohn, daß Herr von Randal sich um Therese bewerbe, kam ihm wieder, und er wünschte nichts sehnlicher, als hierüber endlich Klarheit zu haben; er konnte jedoch den Major nicht fragen, solange Herr von Randal zugegen war. Unruhig bemerkte er, daß sie ihre Pferde zurückhielten, als hätten sie sich vorgenommen, zurückzubleiben, um unge- hört plaudern zu können. Andreas befand sich zwischen Desternay und Sartilly, die wieder über alles mögliche zu schwatzen begonnen ��Ma« begegnete Damen, und der Dicke wußte von jeder zwei und drei Skandalgeschichten zu erzählen. Andrea» hörte nicht darauf, aber er wagte auch nicht, sich umzudrehen, um zu sehen, was hinter ihm geschah; so war er sehr überrascht, als er den Major allein heran- kommen und seinen Platz in der Reihe wieder ein- nehmen�sah�aben gie benn Randal gelassen?" ftagte ihn Sariiöu. „Randal?" wiederholte der Major.„Er reitet nach der Stadt zurück. Eben fiel ihm ein, daß er heute eine Zusammenkunft mit seinem Notar habe." „Er will sich wohl verhetrathen?" rief Sartilly.„DaS sähe ihm ähnlich. Der Kerl macht'S ja nicht so wie die anbCt,!$aä ist ja eine schöne Bezeichnung für Ihren �"".Randal ist mein Freund nicht. Leute, die mir im Spiel mein Geld abnehmen, sind niemals meine „Sie kennen ihn doch aber seit lange?" „Ja, seit er in Paris ist." „Aber Sie haben ihn doch in den Klub eingeführt." „Nun ja, was beweist das? Als er hier ankam, suchte er mich auf, um mir Grüße von einem Verwandten zu bringen, den ich auf der Jle de France habe, und von selben eine erfolgreiche Konkurrenz mtt der mit großen Kapitalien ausgerüsteten Großindustrie unmöglich ge» macht ist; in Erwägung, daß der Ruin des Mittel- standeS und der Zerfall unserer staat- lichen Ordnung unausbleiblich ist, wenn der fortschreitenden Zersetzung deS selbstständigen Hand- werkerstandeS nicht mit allen möglichen Mitteln Halt geboten wird, daß eS heiligste Pflicht deS Staates und der Kommunalverwaltung ist, dem deutschen Handwerkerstande durch Schaffung eines billigen Kredits und Gewäh- rung der nöthigen B etri e b s kr äfte (Gas, Wasser«.) z u ermäßigten Preisen, sowie durch Schaffung ge» meinsamer Betriebseinrichtungen den Konkurrenzkampf mit der Großindustrie thunlichst zu erleichtern." Also während oben der Sozialismus vervehmt wird, verlangen die Herren JnnungSmeister unten eine sehr bedeutsame und gar nicht geringe Staats- Hilfe, resp. auch einen Zuschuß von Seiten der Kom- munen. Man sieht, die Herren sind gar nicht blöde, wenn eS sich um ihre Interessen handelt; wenn andere eine solche StaatShilfe für sich verlangen würden, so würde von den JnnungSmeister» daS größte Geschrei darüber erhoben werden. Im Uebrigen bilden sich die Herren wohl etwas zu viel ein, wenn sie behaupten, der Staat würde aus dem Leim gehen, wenn sie, die Handwerksmeister, nicht bestehen könnten! Als ob die Zukunft der staatlichen Entwickelung von dem Krautererthum abhänge! Ein Staatswesen wird viel fester gegründet sein, wenn seine wirthschaftlichen Zu- stände im Rahmen eines starken Großbetriebs geordnet sind, als wenn sie an der tausendfachen Zersplitterung eines primitiven Kleinbetriebes kranken, der den hentigen ge- scllschaftlichen Bedürfnissen gar nicht mehr genügen kann. So sehen unsere ehrsamen Handwerksmeister auS. Da ist, wie eS scheint, Hopfen und Malz verloren; die Leut- chen werden niemals ihre Zeit verstehen. Wenn sie zum Schaden auch noch den Spott haben werden, weil sie nicht im Stande sind, sich die alten Zöpfe abzuschneiden, so- haben sie es gewiß verdient. Nie Kor�eläierei in Töersran�en. V. DerKordwaarenhandel. Das Trucksystem der Verleger. Besonders in den 50er Jahren nahm der Korbwaaren- Kandel einen mächtigen Autickwung. Damals lamm die Phantafieartikel aus Wcidengeflecht in Aufnahm-, Fische. Enten, dem er ein Empfehlungsschreiben mitbrachte. Natürlich empfing ich ihn zuvorkommend. Er bat mich, ihn in unserem Klub einzuführen. Da er sich vorzüglich zu be- wegen weiß und Geld zu haben schien, machte tch keine Schwierigkeiten." «Haben Sie sich denn nicht nach seiner Familie und nach seiner Vergangenheit erkundigt?" „Nein. Wenn man über jeden Menschen, de» man kennen lernt, erst Erkundigungen einziehen wollte, würde man ja nie damit fertig werden. Randal wurde mir durch meinen Vetter auf Mauritius empfohlen... den Vetter habe ich übrigen« nie gesehen, aber ich weiß, daß er reich und sehr angesehen da drüben iß... Weitere Erkundigungen habe ich über den Baron nicht eingezogen. WcS- halb hätte ich auch Nachforschungen anstellen sollen? Sie, Major, sind ja sehr vertraut mit ihm und wissen doch auch nicht mehr al« ich über ihn... ja vielleicht noch weniger, denn Ste haben ihn ja, wenn ich mich nicht irre, erst kürzlich an einem Spielabend im Klub kennen ae- lernt." � Der Major biß sich auf die Lippen. Er fühlte die Richtigkeit dieser Worte, und es that ihm leid, das Ge- spräch auf Herrn von Randal gebracht zu haben, denn die Zuhörer konnten aus seinen Fragen schließen, als setze er in die Ehrenhaftigkeit seines Freundes von der Insel Mauritius Zweifel. „Ich habe übrigens," fuhr Sartilly fort,„gar nichts gegen ihn einzuwenden, außer daß er beim Bakkarat zu viel Glück hat und wie ei» richtiges Original lebt. Ich halte ihn für einen ganz liebenswürdigen Kumpan und lade ihn gern ein. Vergangenen Sonntag war er bei mir auf meinem Landgute zum Diner uud er bezauberte uns alle Außerdem weiß ich bestimmt, daß er einen sehr anständigen Kredit bei seinem Bankier hat. der auch der meinige ist. WaS wolle» Sie also mehr?" „Nichts, nickts lieber Freund." beeilte sich Guntram zu erklaren. Ich denke wie Sie, ich halte Herrn v. Randal für einen vollkommenen Gentleman. Ich dachte nur Sie kannten ihn scvon länger." �'®ie Hunde aus Flccktwerk. Man verdiente damit viel Geld- Da mals bieji es:.Wenn der Kordbänvler im Tag zwei Kitten vackt, so bat er 500 Gulden verdient." Heute gehen Die Lickten- seiser Körbe in alle Weltgegenden.�„Man sucht den Handels- gewinn nicht mehr am einzelnen Stück, sondem an der Masse, was viel ficherer ist und auch zum Ziele führt; der Verleger verdient vielleicht nur 30—40 M. an der Kiste, dafür lann er im Tag ein Dutzend packen: Der Absatz ist da." Außer dem deutschen Markt bildet Nordamerika das Haupt- absatzgebiet, obwohl dort ein Werthzoll von 35 pCt. die Einfuhr belastet.„Der so wichtige amerikanische Markt," sagt Sax, „wird aber auf die Dauer schwer zu halten sein, die Amerikaner bemühen sich, vom Auslande unabhängig zu werden, wobei ihnen der hohe Schutzzoll eine starke Waffe ist. Schon find drüben Korbmanufalturen entstanden, deren beste Arbeiter aus Oberfranlcn stammen, und Lichtenfelser Firmen find es nicht selten, die hierbei die Hände im Spiel haben." Auch England ist ein Hauptmarkt für die oderfränkische Korbwaare. Der Engländer bezieht die dilligen und mittleren Sorten vom deutschen, die feineren Sorten aber vom Pariser Händler. In dritter Linie kommt die Ausfuhr nach Frankreich in Betracht.„Das ist um so merkwürdiger." bemerkt treffend unser Gewährsmann,„als in Paris und zu Origny, wo ja die beste Weide gezogen wird, eine hochentwickelte Korbflechtwaaren- Industrie desteht, die zudem durch Eingangszölle gefichert wird. Aber gegen die Billigkeit der deutschen Arbeit ist nun einmal nicht aufzukommen. Doch hat Alles seine Grenze, umsonst kann schließlich auch der fränkisch thüringische Korbflechter nicht ar- beiten, und so war es denn ein empfindlicher Schlag, als 1881 die französischen Korbzölle mehr als verdoppelt wurden.... Eine Preiscrböbung läßt sich nur in den seltensten Fällen durch- führen; die Gewinne mußten also finken, soweit man die Last nicht den Ardeitern zuwälzen konnte." Und das letztere ist na- türlich geschehen. Die Arbeiter haben den ganzen Weidenzoll übernehmen müssen. Dies deweist ein an das Igl. bayer. Staalsministerium des Innern erstatteter Bericht, der fick in den Regiemnasakten findet. Fr diesem heißt es:„Da der Be- darf an Weiden durch die heimische Zucht bei weitem nicht gedeckt ist, und auch der Bezug von schlefischen Weiden nickt immer ficher ist, so ist man immer auf französtsche Weiden angewiesen, und der nunmehrige Kosten- Mehrbetrag derselben wird nicht vom Händler getragen, sondern einfach wieder als neue Last dem Ardeiter— die Korbwaaren- industrie wird vom Fatto-eispstem betrieben— überbürdet." Man schätzt den oberfränkischen Korbwaarenumsatz auf über 400 Millionen Mark im Fahre, wobei fich die Abgaben meist zwischen 5—6 Millionen Mark bewegen. Der Vertrieb dieser Waarenmaffe geschieht durchweg in kaufmännischer Weise.„Hier und da mag es wohl pasfiren, daß ein oder der andere Korb- macker seine Körbe nach alter Weise zu verbaustren sucht; aber wie elend ist es um ihn destellt und wie bedeutungslos ist der Umsatz! So traf ich in Halle zwei Korbmacher aus Franken, Brüder, die seit fünf Fahren ungefähr, da fie fich anders nicht zu helfen wissen, zur Weihnachtszeit mit eigenen und fremden Korbflechtwaaren herumziehen. Sie müssen meistens Haufirvässe lösen und dafür eine Gebühr entrichten... In fünf bis sechs Wochen setzen fie etwa 300—500 M. Waare ab, wenn es gut geht auch iür 600 M.. und lehren dann mit einem Gewinn von 50—90 M. nack Hause zurück. Dieser„Reingewinn" ist nur durch die erdenklichste Abknappung an allen Ledensbedürf- nissen zu erzielen; in der That fand ich Beide halb blödstnnig vor Hunger und Kälte." In der That ein interessanter Beweis für die voll- ständige Auflösung des Kleinhandels, für den Sieg der großen Handelsherren!„Der Korbhandel befindet fich in den Händen von vielleicht 45 größeren und kleineren Firmen. Bis in die CO« Jahre waren es nur wenige Häuser, die den Großhandel betrieben, aber seit dieser Zeit und auch noch seit Anfang der 70er Jahre hat ihie Zahl reißend zugenommen und ist auf mehr als das Doppelte gestiegen.... Die ausschlaggebenden Korb- hänvlerfirmen haben sämmtlich ihren Sitz in der Stadt Lichten- fels. Dort befinden fich die großen Magazine, dorthin strömt an den Lrcfertagen die Masse der Ardeiter." Die Konkurrenz ist eine äuß-rst ledhafte, mögen die Firmen fich Reisende oder Agenten halten, mögen fie auswärts Musterlagcr haben, oder mögen die Käufer selbst nach Oberfranken kommen. Sax sagt: „Bei dieser und jeder anderen Gelegenheit ist dann das gegen- fertige Unterbieten und Waarenschleudern nur zu verbreitet— auf Kosten des Arbeiters, an dem der Händler sich möglich st schadlos hält." Und treffend kennzeichnete ein arnrer Teufel von Hausindustriellem Sax gegenüber die Situation mit den Worten:„Alle Leute, die mit Körben han- dein, werden reich und deginnen doch mit nichts: es liegt nur an der Queis cherei........ Die oberfränkische Kordwaren-Hausindustne ist berüchtigt durch den„groben Tmckunfug, der dort bis in die aller- jüngste Zeit offen geübt wurde und noch jetzt nur zurückgedrängt, nicht völlig verschwunden ist.".. Die Anfänge des Truckunwesens reichen weit zurück. Die Klagen darüber, die Erhebungen der Behörden datiren über ein Zu Andrea« aber sagte er: „Wenn e» Ihnen recht ist, so traben wir ein bischen. Die Allee des Poteaux habe ich satt. Es ist hier beinahe so voll, wie auf dem Boulevard des Italien«. Reiten wir, wenn Sie damit einverstanden sind, zum See von Auteuil!" Andreas konnte nichts angenehmer sein, wollte er doch von Guntram vieles erfahren. „Viel Vergnügen, meine Herren," rief der dicke Sar- tilly.„Allzurasches Reiten vertrage ich nicht, und wenn ich nach dem Bois de Boulogne komme, so will ich eben Menschen sehen. meinte Desternay. „Run, dann auf Wiedersehen." sagte der Major, reichte den beiden die Hand und ließ seinen Gaul in raschen Trab � ÄndreaS machte eS wie er, und bald hatten die Zurück- bleibenden sie aus den Augen verloren. Guntram hatte als weites Ziel den See von Auteuil nur genannt, um Sartilly und Desternay abzuschrecken. Nach einigen Minuten bog er in eine schmale Allee ern und ließ sein Pferd ruhiger dahinschrciten. „Ich denke, e« wird Ihnen lieb sein," sprach er,„daß wir unS davongemacht haben. Ich habe Sie, lieber Freund, nun schon acht Tage lang nicht gesehen und fühlte das Be, dürfniß, offenherzig mit Ihnen zu reden." „Sie haben sich also entschloffen, für immer Pariser zu werden?" „Ich wurde hier durch Geschäfte zurückgehalten...." „Gut, gut! Zch weiß schon... Geschäfte... Ge- stehen Sie nur, lieber Andreas, Sie denken noch rmmer an Therese." „Und wenn e« der Fall wäre?" , ES ist also der Fall. Wohlan! Ich will freimüthig mit Fhnen reden. Therese wird sich verherrathe». Gestern Abend fragte sie ihre Mutter, ob sie einwilligen würde, einen Mann zu Heirathen, der sehr gut zu ihr paßt, und sie antworte: Zu." m t, ,,, „ES ist Herr von Randal, nicht wahr?" Menschenolter zurück. So interessant es auch wäre, die Ge- schichte derselben, wie fie Sox giebt, eingehender dazustellen, so müssen wir uns auf die neuere Zeit beschränken. Die Abgabe von Weide und anderen Rohstoffen, immer zu erböhten Preisen, herrscht überall, so daß ein kgl. Amtmann Sax vcifichelte:„Die Kaufleute führen alle ihre Weiden." So wird der Hausindustrielle gezwungen, das Rohmaterial theurer vom Verleger zu kaufen. Webe ihm, wenn er fich dieser aus- beutenschen Einrichtung nicht fügt; er bekommt dann keine Ar- best mehr und kann verhungern. Der Unfug mit den Lebensmitteln war gleichfalls kraß. Zucker, Kaffee, Cichorie, Tabak u. s. w. werden dem Arbeiter an Stelle der Baarzahlung für seine saure Arbeit aufgehängt. „Neben diesen„Hauptartikeln", die jedes Mal den eisernen Be- stand im Inventar der Truckfirmen bildeten, gab es natürlich noch ein buntes Allerlei von Waarenvöbel.das den Leuten angehängt wurde. DerKorbhändler handelt z. B. auch mit Porzellangeschirr, also müssen die Arbeiter auf Porzellan speisen; ein anderer hat ein Schnittwaarengcschäft, ein dritter hält Kurzwaaren feil u. s. w., immer müssen die Korbstricker die Abnehmer sein. Es kommen die drolligsten(blos drollig??? Ref.) Dinge vor; was im Hause nicht mehr zu brauchen war, z. B. ein Frauenhut außer Mode, fand noch immer Verwendung bei der Lohnzahlung, ja, von einer besonders anrüchigen Truckfirma in Lichtenfels wird erzählt, fie erstehe öfters alte Hosen auf Auktionen, die dann die Arbeiter tragen müssen. Das Schlimmste find die Aus- gleichsgesckichten, die Ausgleichszigarren... Der Ar- bester liefest Waaren, hingegen bekommt er Rohmatestal zur Fabrikation neuer Körbe; um aber die Differenz zwischen dem Betrag der Rohmaterialien und den von ihm geliefesten Waaren auszügieichen, bekommt er sehr häufig außer den Spezereien noch allerhand anderen Kram, und wenn es fich dann noch um einige Pfennige handelt, so weiden ihm schließlich Zigarren ge- geben und Rauchtabak, er mag Raucher sein oder nicht. Die Korbflechter nennen fie spöttisch Freimaurer-Zigarren, weil diese Sorte nur im Freien von den Maurern geraucht werden könne. Reicht das alles nicht hin. so wird dem Arbeiter vielleicht ein Butterbrot geststchen,— Geld scheint dort völlig unbekannt zu sein." Politische Ueberstcht. Ei« alter Trugschluß. Lügen und Jrrtbümcr find de- kanntlick sehr schwer todtzuschlagen. Denkt man, fie find mause- todt und begraben so springen fie urplötzlich munter und wohl wieder aus der Erde und tanzen lustig unter den Menschen herum, als wäre gar nichts geschehen. Da gebt jetzt z. B. wieder die alte Mär von der ruinirenden Kostspieligkeit der Arbeits- einstellungen um die den Arbeitern noch verderblicher sein sollen, wie den Arbeitgebern. Der amerikanische Arbeitsstatistiker Wstght hat nämlich— allerdings nach sehr willkürlichen Schätzungen— berechnet, daß die amcrikanischen Arbeiter durch die Streiks der letzten Jabre— 1881 bis 1836 inkl.— volle 60 Millionen Dollars„verloren" hätten— natürlich an nicht eingenommenen Löhnen. Nun deläuft fich aber der in Dollars auszudrückende Gewinn der Streiks nach Wstght auch nicht an- nähernd auf eine so hohe Summe und ei%o find die Arbeiter, welche streiken, recht große Thoren, denn fie schneiden fich ins eigene Fleisch. Wir haben schon gesagt, daß die Schätzungen des amerikanischen Statistikers auf Zuverläsfigkest keinen An- spruck machen können. Und was insbesondere den Gewinn der Streiks durch erwirkte Lohnerhöhung oder verhindeste Lohn« Herabsetzung betrifft, so kann die Rechnung noch nicht abge- schloffen werden, weil die Wirkungen ja fortdauern. Was aber soll mit diesen Exempcln und Argumenten bezweckt werden? In England, Frankreich und auch in Deutschland find ähnliche Exempel hundcst und tausend Mal zur„Belehrung" der Ardeiter aufgestellt worden, ohne daß es jemals ge- lungen wäre, auch nur einen einzigen Arbeiter von der Schädlichkeit der Streiks zu überzeugen. Und in einem seiner Bücher über die englischen Tradcs Unions hat Brentano, gestützt auf zahlreiche Meinungsäußerungen englischer Arbeiter, das Verkehrte einer solchen Beweisführung eingehend und schlagend nachgewiesen. Die Bedeutung der Streiks läßt fich überhaupt nicht in Dollars, Schillings, Franks und Mark ausdrücken— denn es handelt fich in erster Linie um einen Faktor, der fich jeder derartigen Berechnung entzieht: nämlich um das Streben der Ardeiter, ihre Lebenshaltung und ihre soziale Position gegen den Kapitalismus, der sie immer tiefer herabdrücken will, zu ver- t h e i d i g e n. Daß gut organistrte Arbeitergewerke diesem Herab- drückungsprozeß erfolgreichen Widerstand entgegengesetzt, ihn wenigstens verlangsamt haben, ist eine ebenso feststehende That- fache, als daß diejenigen Arbeiter, welche nicht mebr im Stande find, zu streiken, auf die niedstgste Stufe der Lebenshaltung gedrängt und dem Kapitalismus auf Gnade und Ungnade über- liefert find. Das wissen die Arbeiter, und fie werden sich des- halb durch keine Berechnungen über die ruinirende Kostspieligkeit der Streiks von der Benutzung des wistsamsten Kampfmittels abbringen lassen. „Run ja. Zch habe keine Veranlassung mehr, Ihnen die Wahrheit zu verheimlichen." „Zch hatte eS schon geahnt... Und ich bleibe in Paris." „Um die Heirath zu verhindern? DaS gelingt Zhnen nicht, sage ich Ihnen schon vorher." „Das weiß ich, aber ich will den Schuft entlarven, der mir mein Glück gestohlen hat, als er mir jenes Frauen- zimmer auf den Hals schickte." „DaS wird Zhnen noch weniger gelingen," meinte Guntram.„Mir ist es nicht gelungen, obwohl ich alles versucht habe. UcbrigenS hat eS der Feind ja nicht auf Sie abgesehen, sondern nur auf Zeanne und ihre Tochter." „Um so mehr Veranlassung habe ich, ihn zu verfolgen," erwideste Andreas kühl.„Und es wird mir gelingen, dafür verbürge ich mich. Zch werde Fräulein Valdieu nicht heirathen, aber ich werde sie von ihren Feinden befreien." „Diese Uneigennütziakeit macht Zhnen Ehre, aber Sie vergessen wohl, lieber Freund, daß die Aufgabe, seine Frau und seine Schwiegermutter zu vestheidlgen, ausschließlich Herrn von Randal zufällt, und daß er es sehr übel nehmen könnte, wenn ein Anderer sich ein- mischt." „Mag er es." „Ah so! Und Sie wollen ihm dann vorschlagen, die Streitigkeit mit den Waffen in der Hand zu schlichten. Ich zweifle nicht an Ihrem Muth, lieber Andreas, aber ich mache Sie darauf aufmerksam, daß ein Duell zwischen Ihnen und dem Gatten Theresens zu Kommentaren Veranlassung gebe» würde, die für diejenigen, die Sie vertheidigen wollen, sehr unliebsam wären. Man wird so wie so schon genug darüber sprechen, daß Herr von Randal die Tochter der Frau von LorriS heirathet. Sagen mutz ich Ihnen außerdem noch, daß einem Feldzuge gegen den Verfolger meiner Freundinnen jetzt jeder greifbare Gegenstand fehlen würde. Der Feind ist unsichtbar er gredt kern Lebenszeichen mehr von sich und sucht ihnen nicht mehr zu schaden. Ziehen Sie jetzt noch gegen ihn Ei« intereflstntes Gingeftändniß macht der„Rad* böte" rn der Fostsetzuna seines Streites mit der„Norddeuiicd« Allgemeinen Zeitung" über die Stellung der Regierung zu W Konservativen. Der„Reichsbote" erkennt an, daß die Regien« es in der Hand hat, durch ihre Organe und ihren Preßopp»»' eine Partei bei den Wahlen zu unterstützen oder zu schä""� Nun fehlt noch das Zuge'tändniß, daß die Regieruna von Macht zu Gunsten der R gierungspartsten den weitgebendIW Gebrauch gemacht dat. Vor der Hand bestreitet dies* „Reichsbote" noch Vielleicht aber entschlüpft dem„Reicksdow in der Hitze des Gefechts auch in Bezug auf diesen Punkt not einmal unversehens ein wahres Wort. 5 s°°i-I Un in gLMde, «Mtfetentei fwimungen W« die®:i %• ä Beb Z«r Angelegenheit Kollier schreibt der Züricher An' respondent der„Franks. Ztg." seinem Blatte:„— Mit Bf auf die Persönlichkeit des Herrn Ballier, de! Erklärung gegen Herrn Bebel soeben in der„Nord« 9111g. Z t g." figurist, hat vielleicht für Jbrc Leser die theilung einigen Werth, daß Bollicr als zürcherischer Polizei' Hauptmann in einer Weise funktioniste, welche die Regicrrist- veranlasste, ihn nach Ablauf seiner Amtsdauer nicht wieder P ühampa bestätigen. Er suchte dann eine andere Stelle, welche du-t%%%, der Volkswahl besitzt wird, hatte aber damit kein Glück, weil st� bordeigenen Parteigenossen, welche in dem Bezirke die Mehrheit Das Prozeß hat fich eine von Bollier geführte Untersuchung � hft"" LS"« gWu unter fitzen, nicht für ihn stimmten. Im sogenannten Burgh?� 5r.0.r.—....--------------- wuu,. VoM Angaben stutzen sollten, wurde wegen einer Reihe schwerer«%n ber Jl t..... A... o OTT i___ /et.r__ 1 1' r i ij inf oK...» fkvitD«u* riu# uwu-cjumti unuijuwuim,--.-iuiui gänzlich falsch erwiesen, und der Mann, dessen Sache Boll«!'«n ifetE Sltnü leumdungen zu 8 Monaten Gefängniß verurtheilt." Humbug. Herr v. Bennigsen läßt seine Weigerung, Mandat zum Abgcordnetenhause anzunehmen, dadurch«-...... fertigen, daß die von jeher bedeutenden Geschäfte des hannW„n. oj bejügli schon Landesdirektoriums in neuester Zeit durch die unternop � vre M�st mene innere Kolonisation in den Ememooien und mood* Aeh Andere namhaft verwehst seien.— Der arme, vieldeschaM wS% Vo Mann! C? Jbiljängn '«flansch! Unverschämtsteite» der InnuugsbrLder. D«' Leipzig abgehaltene Deutsche Tischtertag gelangte zu folget LZ*'% Dü Beschlüssen:„In Erwägung, daß es erwünscht ist, zufni� stelllch vi stellende Verhältnisse zwischen Meistern und Gesellen P™®'* zielen, beschließt der Fünfte Deutsche Tischlertag, bei der � Staatsregierung wiederholt dahin vorstellig zu werden,« gatorische Arbeitsbücher für Gesellen und As? jeden Alters einzuführen. Bis dieses stattfindet, wird die? führung von Verbandsdüchern und Entlassungsscheinen auf 5 Wege der Selbsthilfe vorgeschlagen. Bei ausbrechendem � bat der Jnnungsvorstand der betreffenden Stadt sofort** Zentralvorstand Anzeige und unt.i Einsendung D r u ck l i st e n diejenigen Gesellen namhaft>' machen, welche den Arbeitsvertrag gebrodst' haben. Diese Listen find dem Vorstand der angeschloiF: Innungen seitens des Zenttalvorstandes zuzusenden und es' pflichten sich die detreffenden Vorstände, den geschädigienM auf Antrag desselben laut§ 125 der Reichsgewerbeor dnung Gericht zu vertreten."—„Der Deutsche Titchlertag erklärt für die obligatorische Meisterprüfung und für Beibringen eines Befähigungsnachweises gemäß den Gel Vorschlägen der Herren Ackermann, Bichl und Genossen... Befähigungsnachweis ist schon jetzt in den Innungen führen. Als bestimmter Zeitpunkt wurde der 1. Januars als wünschenswcsth bezeichnet. Nicht nur das unbere" Führen des Jnnungsmeistettitels, sondern auch das un tigte Führen des Meistertitels an und für fich wird schon straft."— Mein Liedcken, was willst Du noch mehr? W buchet und schwarze Listen für die Gesellen und der obl' rische Befähigungsnachweis für die Meisler! Und damit das HalSdwerk gehoben werden. Vortrag, in welchem er unter anderem behauptete:„Die vereine seien zum Zweck der sozialistischen Propag gebildet und vre Streiks würden oft frivol und led> von den Sozialdemokraten inszenirt und in Sinne geführt, damit fie Gelegenheit hätten, eine rege 31l zu entfalten. In Deutschland würden die Streiks*. A einer einzigen Person, und zwar von dem früheren Re abgeordneten B o ck in Golha geleitet." Diese Bebau welche übrigens in der Versammlung sofort ihre gebsj�z Würdigung fanden, find so albern, daß fie einer Widers nicht bedürfen. Wohl aber wäre die Frage am Platze, od� den Mitgliedern der deutschen Gewerkvereine über fj, Gcneralrath und Zentralrath-Spielen keine Zeit bleibt, fl?-- nur über die einfachsten Vorgänge in der deutschen Alb wegung zu informiren? Es brauchen doch nicht gerade die Dümmsten heraus gesucht zu werden, welche„VortrV halten haben. Je dümmer desto frecher. Der Handwcrlcrt«, München beschäftigte fich auch mit der Ausdehnung der M™. verficherung auf das Handwerk, zu welcher Frage Hannover das Referat hatte. Dieser sonderbare Referent sd> man »?? den "Nthum." ds" Jhme, ve ten nach wurde ar .-r des O * und in wo aus je wurde. wden un 'den Pol % abgehol Znton Z. 'tagen, ar ten aus achlich tr .wieder un > mit de �-ht Revoli was die « und 1 defitze. 5 t im Bu 74tägigei ESfeeinc %% 1 Inner" W kann ! Man S«: ng statt, ae r nicht! entl zu Felde, so würden Sie wie Don Ouixote gegen Mühlenflügel kämpfen." „Lieber will ich Don Ouixote gleichen, als Baron von Randal, der Fräulein Valdieu sicherlich Geldes wegen heirathet." „Der Aerger macht Sie ungerecht, mein Freund- zur Stunde weiß Herr von Randal noch gar nicht, Therese Hunderttausend Pfund Sterling geerbt hat-, wissen eS, und Sie haben sich zurückgezogen, als®„ ider Ungefähr ein Schj dänisch, jedoch,: erfuhren. Es ist noch gar nicht' ausgemacht, Randal die Erbschaft annehmen wird." (Fortsetzung folgt.) ob Herr & werde # Ä6 % shetfl bei v hinunter M N Ana Knust«nd Lebe«. Die Eröffnung des Restdeuz- Theater« w 1. September. Die Eröffnungs- Vorstellung bilv«- Roumestan" von Alvhonse Daudet. Der franzöfim« stellet hat bekanntlich seinen Roman gleichen Titels U die Bühne bearbeitet. Die Theilnahme an diesem stuck Rflen, wird noch dadurch gehoben, daß die Hauptperson bmunc.. wie die Leser des Romans wissen werden, ein mehr ove Jmr, ,5 iu t lebensgetreues Bild Gamdetta's ist. � fff Mrönlandforfchung. Der Grönlandsreisende � t jof Nansen ist auf dem 65t Grad nördlicher B ceite pog gegangen. Dies war nicht nach seinem Wunsche. D- � �hait, Schalte fich der Hoffnung hingegeben, ungefähr 20--�„ ir, höher nach Norden ans Land zu kommen. Nach Vsm gehegten Plan beabfichtigt er nämlich, die eigentliche��,, tische Alpenregion zu überschreiten, deren Richtung, �. nach SW. ist, um die Binnenlandsreise ungefähr am...jt, Grad nördlicher Breite in der Nähe der Diskow. �, steigen, wo immer, namentlich in den Monaten � September, dänische Fahrzeuge liegen, die bei Ven z Jvigtut Kryolithladungen einnehmen. Run�at er m� Run statt" auf dem 68. oder 69. Grad nördlicher gehen, fich mit dem 65. Grad begnügen müssen._ die strecke nach der Diskoinsel, statt ungefähr 90 Ss ß, Mellen, gegen 120 Meilen und die Reise wird, tIa gsstiij nach Westen, von Osten nach Nordwesten gehen der Weg von der Landungsstelle über die grönlanv g nach den Basaltfelsen überhaupt gangbar, so wiro henn'i «K sJsE 4 der..NÄ» »iorddeuZsa» cTunq zu w Die RegimM Prcßoppu» Züricher K-!- - Mtt Bei« lier. deD ischer Poii� >k ReitinM» iifucbunfl, ache BoKg schwer« -«Ä? Unsinn zusaminen und bekundete eine solche Un m Bezug auf das Thema, welches er zu behandeln RnMi der Vorfitzende Billing fich schließlich genöthigt sah, .»Uleserenten zu bemerken, daß er die einschlägigen gesetzlichen erfichtlich gar nicht gelesen habe, woran dann zu schävigl» r � me Ermahnung geknüpft wurde, beim Referiren in Zu- r.a von diel« � e h r Gründlichkeit walten zu lassen. Der auf ?eii?ebendstk«'#1'" W>WWlW»WM>W tet dies* .Reichsdow 1 Punkt not W.(m: � � tuiiuiiu�icii iuuuc» zu lunm. uu gerüffelte Heinzen ist derselbe, der das Sozia uj.iy Metz noch viel mehr verschärft haben will. Wahr« «wich hat dieser„Knoten" auch dieses Gesetz noch nicht �Ujstrfeu Junkern sei folgende Vierzeile in's Album ge- «Lern' lieber Sohn das Leben kennen: Sehr nobel ist es, Schnaps zu brennen; Bedenklich schon, ihn zu verkaufen, IW«o unmoralisch, ihn zu saufen." in«! Junker, der in Hinterpommern mit Wurde und ue.n unter seinen Dienstleuten schaltet, brennt Schnaps und cht wieder ij," �hampagner, der Händler verkauft Scknaps und trinkt welche du!« Mes der Proletarier zahlt die ganze Zeche und trinkt ck. weil seee Heispiel de« pariser Gemeinderati,» findet n Buigydi!� zMahmuug. Der Gemeinderath von St. Joffe ten-Noode «dt von Brüssel) hat anfangs Juli d. I. dem bereits seit iwbren durchgeführten Prinzip eines Lohnminimums für ®d>i der Kommune beschäftigten Arbeiter eine Erweiterung rE"' indem er mit 12 gen 2 Stimmen auf den Antrag des �,?�s Splingart's beschloß, bei allen städtischen Arbeiten ein« ' Minimallohnsätze zu fixiren. Vor zwei Jahren warder v dezügliche Beschluß, der zunächst nur die Druckarbeiten �«fiasterung für Gemcindcrechnung betraf, blos mit einer liehrheit angenommen worden. Seitdem hat die irgerung zadurch Oes honi Oie untervi und ma» vielbeschäfii� er. Der' zu folge«? ist. zust«�. ffcllcn bei der# rdcn, oH, und Alt? vird die � einen auf? endem-'S Ot sofort n dung im Haft gebt o 4' mgeschloß� n und es idigren reordnvnS ig erklärt \ und für den Gest lenoffen. lungen> Januar unberel das un wird schon ichr? Arl' > der obl' ad damit sammlung, hielt ein aerein«. eh :»Die > Propagi l und ledig und in ii rege A eiks». m Rei> öebauv� re gedff�S r Widciy 1,—»,«»»»»» � V...—- �---- T7---■- Uta,"«,«e Vortrcfflichkeit des neuen Systems bewährt und ihm - Anhänger zugeführt. Es handelte fich diesmal um die ge für die Unterhaltung des Gemeindeeigen» tu».. Die deutschen Magistrate und Stadtverordneten find � Mich viel zu„christlich" und viel zu gebildet. In Berlin i� 0! man die Lieferung von Arbeiten, wie die von Ziegel« an den Mindestfordcrnden; das nennt man„plastisches aenthum." Zeit, wird der„Arbeiter. Chron." geschrieben:„Am Sfarz ds. Js. wurde ein Schmied, Namens Anton Zeyicek, �ohme, verhaftet, unter dem Verdachte, eine Kiste verbotener �iten nach seiner Heimath gesandt zu haben. Betreffende ivurde am Zollamt Pilsen geöffnet, und der Adressat, der n des Obigen, darauf am 29. Februar bebaussucht, verbünd in das Landesgerichtsgefängniß zu Prag eingeliefert, aus jedenfalls die Verhaftung des Erstgenannten de- wurde. Nachdem Anton Z. mit seinen mit ihm zusammen swden und in einer Werkstelle arbeitenden Bruder Wenzel > den Polizeiinspeltor und den Polizeikommiffarius aus der % abgeholt worden war, wurde bei denselben gehaussucht •aiton Z. verhaftet, trotzdem nichts gefunden wurde. Nach �agen, am 28. März, wurde nun Wenzel Z. von den beiden iten aus der Fabrik abgeholt und nochmals behaussucht. lachlich wurde nach Briefen geforscht, doch der Liebe Müh' wieder umsonst. Hervorzuheben ist nur, daß die Beamten den mit der Haussuchung Beehrten die Frage stellten, ob �'cht Revolver, Pulver und Blei oder ähnliche Gegenstände was dieser damit beantwortete, daß er als Schmied nur er und Feuerzange und keine Waffen brauche, daher auch >esttze. Doch am 13. April wurde auch Wenzel Z., als t im Bunde, noch verhastet, um endlich am 26. Juni, 74tägiger Untersuchungshaft, wie es in dem Ent- scheine heißt, auf Verfügung entlassen zu wer- ohne daß demselben nachgewiesen werden konnte, -!» im Besitze sozialistischer Schriften, noch weniger ver- ,leg�lcu«welen sei; derselbe kümmert fich um politische Ange- sein- �«tfächlich nicht. Bei seiner Entlassung wurde ihm orde» d? Rechtsanwalt eröffnet, daß er gar nicht eingezogen lud». wenn er nicht ledig gewesen wäre und mit seinem J: z�sammengewohnt hätte; also als Lediger konnte er fich J!"# gönnen. Acht Tage zuvor, am 19. Juni, ist sein xZ w Prag nach IlÄägiger Untersuchungshaft entlassen "en. sSctfjibe jst Schuhmacher und arbeitet selbstftändig, U, �.infolge seiner unfreiwilligen Abwesenheit die Kund w ,N'wt verlaufen hat. Wenzel Z. wurde, obwohl er drei- I.. jl» � dritte Mal bei seiner Verhaftung) von Beamten aus Zlatze, od,?». 1«J?01'' geholt worden war, doch wieder eingestellt; Anton ! über% teb'°ber noch, nun beinahe fünf Monate, in Untersuchrmg, lann darauf gespannt sein, wann eigentlich die Ver< 'Ätd ttUtl? �attfindet, und was dieselbe zu Tnge fördert. Anton .''«Vk•ft �0n b Jahre hier ist, ist unter seinen Kollegen und hna i wegen seines korretten Aufttetcns und ruhigen .. q,°ber auch wegen seiner Tüchtigkeit im Fach sehr be- idwcrkertA.i>. er doch vor Lahresfrist in einem Prozeß als Zeuge ng der»vx. Ii0" gegen die Meister, die in seiner Werkstatt einen rage Vn"Arbeiter mißhandelt hatten, während die übrigen Kol- -ferent(4%/»l> pr~~ nichts gesehen hatten. Die Meister wurden destraft, ■— entlassen." , ,rfe4U.nj0tf�r Qm 20. August dort sein können, und- sofern als Achiff nach Kopenhagen abgeht- den �.September nur Ramschen Hauptstadt anlangen. Am wahrscheinlichsten �ledoch, daß Dr. Nansen kaum vor Ende Oktober zurück- ,, werden kann. C�rnnh»«» Schiffe. Eine Tauchergesellschaft aus Rcval 'r% beschäftigt, zwei Fahrzeuge zu untersuchen, die vor hundert Jahren vor Jussarö gesunken find und von "°as eine der Sage nach mit Silber beladen gewesen fem ff?ict langen Zeit, wo die Fahneuge im Meercsschoße > um dieselben Tang, veegras W. gewachsen, >l.„. slne dichte Schicht dieselben umgiebt. Diese mußte ) be.seste schaffen. Mittelst starker Schläuche wurde ...-7 � kreuiid- ■ nt(h*' .S- daß das'Deck ste �nicht trägt. >. oer Seitenwand des Schiffes eme andere Schiff, das weiter Humus im Lttc steof.'"achen. Das andere«cum, oav w»»«""T"'"" 'MMWKM * .Ii er»,...) nd 725 sinoelasien» um lspunkt 32 Fuß den Boden fmm m KchWede««ud Norwegen. Man scyreivt dem„H. Korr." aus Stockholm:„Die sozialdemokratische Bewegung in Schweden gipfelte in den letzten Monaten in einer weitverbreiteten und intenfiven Agitation für das allgemeine Stimmrecht. Zahlreiche Versammlungen find dieserbalb abgehalten worden; die be- deutendstcn in Malmö und Gothenburg am 20. Mai und in Stockholm am 8. Juli. Die ersterwähnte war, wenn man die Bevölkerungsverhältniffe der Stadt berückfichtigt, sehr bedeutsam; nach offiziellen Angaben hatten fich wenigstens 10 000 Personen versammelt und nicht weniger als 28, meistens rothe Fahnen wurden entfaltet.(Beim Zuge durch die Stadt durften die- selben indeß nicht entrollt werden.) Die Versammlung nahm eine gegen den Reichstag gerichtete Resolution an, die folgender- maßen begann:„Durch Eure rückstchtslosen Beschlüsse in der Stimmrecht- und Zollfrage habt Ihr Schwedens Arbeiter da- von überzeugt, daß es Euch sowohl an Willen als auch an Vermögen fehlt, die Lösung der sozialen Frage in friedliche Bahlen zu leiten." Die Gothenburger Versammlung zählte 4000 Theilnehmer und sprach sich in ähnlicher Weise aus. In Stockholm waren in der Versammlung nach polizeilicher Zählung 14000 Personen anwesend, also ebenso viele, wie im vorigen Jahre bei de,-selben Gelegenheit. Die Polizei hatte den Zug durch die Stadt verboten, und man war daher genöthigt, in ungeordneten Haufen hinauszuziehen. Die Reden wurden von den bekannten Parteiführern gehalten. Hjalma: Brantig sagte, die Regierung habe durch gesetzlichen Betrug die Reichstags- Majorität zur Stütze der Gewaltherrschaft der Reaktion zu- sammcngcschwindelt. Arel Danielsson wies darauf hin, wie der Sozialismus von schwachen Anfängen in wenigen Jahren so stark angewachsen sei; derselbe sei jetzt national, und es werde dahin kommen, daß die rothe Fahne von allen öffent« lichen Gebä-iden Schwedens wehe. Engström, der Redakteur des Stockholmer„Sozialdemokrat", brachte ein Hoch auf die internationale, revolutionäre Arbeiterorganisation aus. Gr»tzbrita«»ie». G l a d st o n e setzt seine Angriffe gegen die Regierung mit ungeschwächten Kräften fort. In einer am Dienstag Abend in Barrow abgehaltenen politischen Versammlung wurde nach- stehendes Schreiben aus seiner Feder verlesen:„Ich kann den freien Ausdruck meiner Hoffnungen nicht vorenthalten, daß Barrow das gute Beispiel so vieler anderer Orte befolgen und das gegenwärtige Verwaltungssystcm in Jiland verdammen wird. Die Verletzung von Wahtversprechungen, die Bildung neuer Verbrechen, die Verachtung des Gesetzes, wo immer das Gesetz als unbequem befunden wird, die Behandlung politischer Verbrecher in einer Weise, welche ihre Gefühle verletzt und ihre Gesundheit schädigt, die Verachtung gegen die irische Meinung und die kühne Weigerung, Irland eine Lokalverwaltung zu ge» währen, machen dieses System zu einem Unglück und einer Schmach für das Land." Frankreich. Das„Journal des DSbats" will wissen, die Antworts« note Goblet's beschränke fich auf eine Widerlegung der italienischerseits aufgestellten Theorien, und suche durch den Wortlaut der Verträge und durch Präzedenzfälle nachzuweisen, daß es in keiner Weise zutreffend sei, daß internationale Kon« ventionen durch die Thattache einer mllitärifchen Befitzergreifung ipso facto aufhörten. Massauah anlangend, so ergebe fich aus den diplomatischen Schriftstücken Italiens selber, daß Italien im Ansauge die Anwesenheit seiner Truppen in Massauah als eine einfache Okkupation angesehen habe. Nicht Frankreich sei es, das der Frage eine weitere Ausdehnung habe geben wollen, Frankreich habe vielmehr bezweckt, dieselbe durch gegenseitige freundschaftliche Erklärungen zur Lösung zu bringen, der Minister Italiens sei es, der die Frage vor die Mächte gebracht habe. Jetzt liege die Frage der Pforte vor, es sei daher überflüsstg, die Diskusfion darüber zu verlängern. Dem General Boulanger find im Fluge die Schwingen gewachsen. Er erzählt seinem Freunde Chincholle, er gedenke bei den allgemeinen Wahlen von 1889 seine Kan- dibatur aufzustellen oder, wo dies aus irgend einem Grunde nicht möglich sei, revistonsfreundliche Bewerber vorzuschieben, und damit der„Gaulois" neben dem„Figaro" nicht leer aus« gehe, theilt der General einem Reporter dieses Blattes im Ver« trauen mit, er werde nun ganz fürchterlich arbeiten, um für nächstes Jahr einen großartigen und gründlichen Revistonsplan vorzubereiten und fich nirgends mehr wählen lassen, außer etwa in Paris, wenn ein Vertreter des Seine-Departements ihm den Posten freiließe. Auch über die Quelle, aus ver sein Einkommen fließt, eitheilte Boulanger dem Figaristen Aufklärungen. Danach würde seine ganze Luxuseinrichtung. Stadt- und Landwohnung mit Pferden und Maitressen und die Wahlfeldzüge obendrein, aus milden Gaben bestritten, welche seine Bewunderer ihm zu- senden: fünf bis sechs Geldbriefe täglich. Wenn Herr Chincholle das nicht glauben sollte, so möchte er doch nur in dem Papier- korbe unter dem Schreibtische nachsehen und seinen Lesern darüber berichten....._ � Kaikan lander. Ein braver Papa ist der dicke Milan. Der„Allgemeinen Zeitung" geht aus T o b l a ch eine offenbar offiziöse Korrespon« schleppt. Die Rutschbahn liegt in Bridgeport(Connecticut). Sie erfreut sich eines großen Zuspruchs. Der Erfinder de» Uttroglyzerin», Ascanw Sobrero, ist am 26. Mai im Alter von 76 Jahren gestorben. Das Nitro- glyzerin— und das aus ihm hergestellte Dynamit— spielt bekanntlich in der Sprengtechnik eine äußerst.wichtige Rolle. Es wird aus dem harmlosen Glyzenn oder Oelsuß durch Ein- Wirkung eines Gemenges von Schwefelsäure und Salpetersäure erhalten; indem hierbei in das Glyzerin eine Verbindung von a'ÄfÄÄÄIäÄrn'SÄ Pelouze in Paris; 1862 wurde das Nitroglyzerin von dem Schweden Alfred Nobel zuerst fabrikmäßig dargestellt und als Sprengstoff in Anwendung gebracht. Es bildet ein farbloses als das reine Nitroglyzerin, das aber auch den Namen Sprengöl nung die Herstellung von künstlichen Augen erreicht hat, beweist oben erwähnten Symptome zu_ zeigen pflegt. Kopfschüttelnd und lächelnden Mundes wres der Arzt die Ansichten seiner Schüler als irrig zurück. Und welches war in Wirklichkeit die so schwer festzustellende Krankheit? Der Mann hatte— ein künstliches Auge, das allerdings ganz vorzüglich und unter theilweiser Erhaltung des Augapfels gearbeitet war. Und, daß nicht nur Studenten, sondern selbst erfahrene Aerzte von solchem kunstvollen Werk der Technik getäuscht werden denz zu, die das gute Vaterherz des Beherrschers aller Serben weidlich feiert.„Franzöfische Zeitungen und auch einzelne dmt- scke," schreibt der Allgemeine Offiziosus,„find soweit gegangen, König Milan anzuschuldigen, er habe in Wien den Kronprinzen in Cafss chaniants(Tingeltangel) geführt, um sein kindliches Gemüth zu vergiften. Von authentischer Seite hin ich in den Stand gesetzt, den Vorgang zu erklären, der den einzigen An» baltspunkt zu dieser monströsen Anklage bieten kann. Wie der König stets bemüht ist, dem Kronprinzen eine Freude zu be» reiten und ihm alles Interessante zu zeigen, so führte er ihn nebst Gefolge auch zu dem prachtvoll ausgestatteten Ronacher'schen Saale in Wien, allerdings nur kurze Zeit dort verweilend. Das ist von nur zu bekannter Seite zu jener französischen Zeitungsnotiz aufgebauscht worden." Nun weiß jeder, der in Wien bekannt ist, daß das Ronacher'sche Etablissement der größte Tingeltangel und Tanz- s a l o n Wiens ist, in welchem die„feinere" Haldwelt und die goldene Jugend der Donaustadt fich Rendezvous geben. Alfo hat doch Milan seinen Sprößling thatsächlich in solch ein Lokal geführt, und wenn der keusche Osssziosus schreibt, daß fie„nur kurze Zeit" dort gewesen, so ist das gerade so, wie mit dem Mädchen, das auch„nur ein ganz kleines Kind" gehabt hat. Wenn Papa Milan sein Söhnchen noch öfters solch „prachtvoll ausgestattete Säle" sehen läßt, wird er bald die Genugthuung haben, von seinem Serbenprinzen sagen zu können: „Der Junge hat einen guten Geschmack." Soziales und Arbeiterbewegung. Das Zleberwiegr» des weiblichen Geschlecht« unter der Bevölkerung Deutschlands ist, wie wir schon früher einmal hervorgehoben haben, eine um so beachtenswcrthcre Thatsache, als das Vcrhältnrß fich bei jeder neuen Volkszählung mehr zu Ungunsten des männlichen Geschlechts verschiebt. Das neueste „Stat. Jahrb." beschäftigt fich mit der Vertheilung der Bevölke« rung auf die einzelnen Altersklassen genauer und giebt hierbei auch Verhältnißzahlen für die Anzahl der männlichen und weib- lichen Personen in den einzelnen Altersklassen. Im allgemeinen bemerken wir aus dettbetrcffenden Tabellen vorweg, daß unter den 46 855 704 Einwohnern, die am 1. Dezember 1885 im Deutschen Reich gezählt wurden. 22 933 664 Personen männlichen und 23 922 040 weiblichen Geschlechts fich befanden, so daß also letzteres um 988 376 Köpfe stärker ist, als das männliche oder relativ ausgevrückt, daß auf 100 männliche Einwohner 104,3 weibliche kommen. Dieses Verhältniß wird noch dadurch für die maß» gebenden Altersklassen zu Gunsten der Frauen erhöht, daß bei weitem mehr Kinder männlichen als weiblichen Geschlechts gedor-n werden, z. B. 1886 auf 100 Mädchen 106 Knaben und daß dementsprechend in den unteren Altersklassen das männliche Ge» schlecht noch überwiegt, während allmälig infolge stärkeren Ab- sterbens und Auswanderns der Männer die Frauen in den Altersklassen, in denen das Verbältniß der Geschlechter von er» Höhlet Wichtigkeit ist, in verstärktem Maße prävalircn. Ziffer- mäßig zeigt sich dies in folgender Reihe: In der Altersklasse von unter 5 Jahren kommen im Deutschen Reiche auf 100 männliche Personen 99,5 weibliche, in der Altersklasse von 5 bis 10 Jahren 99,9 und in der Altersklasse von 10—15 100,0. Bis hierher ist also das männliche Geschlecht im Vortheil; nunmehr aber beginnt das weibliche zu überwiegen. Die Klasse von 15 bis 20 hat auf 100 Männer 101,4 Frauen, die von 20—25 103,6, die von 25- 30 104,8, die von 30-40 105,4, die von 40-50 107,1, die von 50-60 111,6, die von 60-70 115,6, die von 70—80 118,7 und die von über 80 Jahren 128,7. In den höchsten Attcrsstufen ist also das Ueberwiegen des weib- lichen Geschlechts am beträchtlichsten. Im Alter von 70 bis 80 Jahren lebten 478112 Manner und 567 468 Frauen, im Alter von über 80 Jahren 88 516 Männer und 113 939 Frauen. Verfolgt man das numerische Verhältniß der Geschlechter durch die einzelnen Staaten bczw. Provinzen, so ergeben fich ungemein große Verschiedenheiten. Das männliche Geschlecht im Großen und Ganzen ist stärker als das weibliche, nur in Westfalen(auf 100 Männer 96,5 Frauen) und im Rheinland (99,8); sonst herrscht überall das weibliche vor, am meisten in Berlin(108,2 Frauen auf 100 Männer), Bremen(103,4), Hohenzollern(109,6), Waldeck(110,3) und Schlesien(110,6). Das jugendliche Alter von unter 5 Jahren zeigt das stärkste Ueberwiegen des männlichen Geschlechts in Lippe(94,2 weibliche auf 100 männliche Personen), demnächst in Oldenburg(96,1) und in Westfalen(96,9), wogegen in manchen Staaten und Provinzen schon hier das männliche Geschlecht zurücksteht; so kommen hier in Berlin auf 100 Personen männlichen 101,4 weiblichen Geschlechts, in Hohenzollern gar 103,1. Aehnliche Verhältnisse zeigen fich bei den nächsten drei Altersstufen. In der Stufe von 5—10 Jahren schwankt die grundlägige Verhältniß- zahl zwischen 95,0(Lippe) und 103,5(rechtsrheinisches Bayern außer Franken), in der Stufe von 10—15 Jahren zwischen 92,5(Lübeck) und 108,4(Hohenzollern), in der Stufe von 15 bis 20 Jahren zwischen 92,5(Westfalen) und 112,1(Reuß ä. L.). Die nächste Stute wird durch die Ableistung der Militärdienst- zeit sehr beeinflußt; so kommen hier in Elsaß-Lothringen auf 100 Männer nur 74,6, in Schaumburg-Lippe 91,5, in Strclitz können, lehrt die Erfahrung, welche der Stabsarzt O., der Assistent eines berühmten Ophthalmologen gemacht hat; derselbe wurde durch einen fich zum Militärdienst Stellenden in gleicher Weise dupirt. Der junge Mann verschwieg diesen Fehler. Erst als seine Zurückweisung infolge eines anderen Fehlers erfolgte, gestand er dem Arzt zu dessen nicht geringem Erstaunen, daß er ein künstliches Auge habe. Gins von den zwölf entschlüpfte« Krokodile« ist in Hamburg beinahe gefargen wordm. Das Gerücht vom Fange war in Hamburg verbreitet. Der Schuten-Wächter Kück, welcher in der Nähe des Hafenthores an der dortigen Jollen- station mit seinem Netze Fischfang treib!, glaubte auf einmal ernen guten Fang gemacht zu haben, da sein Netz ziemlich schwer war und als er dasselbe mit Mühe an die Oberfläche gezogen, bemerkte er, daß ein Krokodil daran hing. Er rief mehrere Kollegen an, daß man mit Jollen herankommen möge, um das Thier zu fangen. Bevor jedoch die Hilfe anlangte, war dasselbe wieder im Waffer verschwunden. Es sammelten sich natürlich viele Menschen dort, auch wurden sogleich mehrere Netze ausgc- worfen, jedoch war von Krokodilen nichts mehr zu sehen. amerikanisch» G»richt»sz»«e spielte fich neulich. wie die„New- Yorker Siaatszeitung" berichtet, in der Supreme Court zu Kansas City, Mo., ab. Richter White hatte eine de- liedige formelle Entscheidung abgegeben, an welcher ein Anwalt Namens Gibson zu mäkeln sich erlaubte. Kreidebleich sprang da der Richter auf und brüllte Herrn Gibson zu:„Nur ein schmutziger Hund und ein elender Feigling wird es wagm, die Handlungsweise dieses Gerichtshofes zu verdächtigen."—„Ich habe geglaubt" gab Herr Gibson zur Antwort,„daß ich in diesem Gerichte als Gentleman behandelt werden würde."— »Wie kann ein verleumderischer Hund erwarten, als Gentleman behandelt zu werden," schnob Richter White.—„Ich wüßte keinen Grund, Herr," erwiderte der nun ebenfalls aufgebrachte Gibson,„weshalb ich Sie für diese Beleidigungen nicht durch- Einen Augenblick sah es aus, als ob Blut fließen werde, nach» dem fich die Gegner jedoch einige Minuten angestarrt hatten, kam Gibson zu der Anficht, daß des Richters Hilfstruppen zu zahlreich seien, und er zog den Rückzug vor. 91,6, auch in Brandenburg 94,4 und sogar in Berlin nur 98,2 Frauen, während andererseits dort, wo wenig Militär liegt, die Frauen sehr vorherrschen, so in Reuß ä. L. mit 123,4, in Hohen» »ollern mit 142,0 u. s. w. In den weiteren Altersklassen hat stets Westfalen verhältnismäßig die wenigsten Frauen; dort werden erst in der Klasse von 50 bis 60 Jahren die Frauen zahlreicher als die Männer; andererseits steht Schlesten zu Gunsten der Frauen obenan. In den Klassen von über 60 Jahren find die Frauen in Berlin am zahlreichsten; so hat die Klasse von 60—70 hier auf 100 Männer ISO, 3 Frauen, die von 70—60 196,9 und von mehr als 80 249,0. Nur in Lippe und in Westfalen zählt die höchste Klaffe weniger Frauen als Männer (62,4 und 97,1); fast gleich ist das Verhältniß in Hessen-Naffau, sonst überwiegt überall das weibliche Geschlecht; so kommen in Ostpreußen auf 100 Männer 181,6, in Lübeck 184,1 und in Hamburg 188,2 Frauen. Diese Zahlen kann man wohl zumeist durch die stärkere Abnutzung der Lebenskräfte der Männer und die dadurch hervorgerufene verminderte Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten aller Art begründen. I« einem partielle« Streik befinden fich augenblicklich die Töpfer Berlins. Die Meister, voran natürlich die Jnnungsbrüder, benutzen die augenblickliche Geschästsflaue, um überall Lohnabzüge vorzunehmen und den mit den schwersten Opfern durchgesetzten Tarif von 1886 zu durchlöchern. Und das geschieht in einer Zeit, wo die Töpfer hofften, etwas Geld für die harten Zeiten des Winters, wo alle Arbeit für fie stockt, zurück zu legen. In dem Kampfe gegen den Tarif zeichnet fich besonders der Meister Titel, Steinstraße26, unrühmlich aus. Er ist der ärgste Lohndrücker, der besonders den Tarif nicht respektirt. An den Töpfern Berlins liegt es nun, gegen dieses Vorhaben energisch Front zu machen und da sofort die Arbeit niederzulegen, wo der Tarif nicht voll gezahlt wird. Stehen di- Gesellen einmruhig zusammen, so werden an ihrer Entschlossenheit alle Versuche der Meister ohnmächtig ad» prallen, den Lohn herab zu drücken und die Arbeitsbedingw� zu verschlechtern. Und zu diesem einmüthiis! Zusammenstehen find die Töpfer Berlins in ihrem eigenen� im Interesse ihrer Familien verpflichtet. Die Streikende««! den in vollem Maße von den Kollegen, denen die Arbeit» mäßig bezahlt wird, unterstützt werden. Bereits habe«» 300 Töpfer die Arbeit niedergelegt und 100 von ihnen bA Berlin verlassen. Möae dieses Beispiel allen Töpfern Berv« besonders aber den Titel'schen Arbeitern, ew« sporn sein, unter allen Umständen fest am Tarif zu Pr sonst liegt die Gefahr nahe, daß wieder die früheren, tram Zustände im Töpfergewerk Platz greifen.— Das SuiWJ', findet fich im Restaurant Kuhlmcy, Neue Friedrich, und w straßen-Ecke. Tie Vertrauensmänner, Kollegen Abendwti*' G. Kremer, ertbeilen dort jede Auskunft. Nähere Mitthe' folgen in den nächsten Tagen.— Alle arbesterfreundlichen werden um Nachdruck ersucht. S fe 191 «in£ f�rresponde Theater. Sonnabend, den 25. August. GpprnKan«: Der fliegende Holländer. Schnnsptelhan»(im Mallner- Theater): Die Schauspieler des Kaisers. Friedrich- Milhelmstadtifche» Theater. Boccaccio. «entral-Theater: Die Schmetterlinge. Ar»Ü'» Theater? Des Teufels Antheil. Ostend-Theater: Am Altar. Detieallianre- Theater: Das elfte Gebot. Othello's Erfolg. Ulktaria-Theater: Die Kinder des Kapitän Grant. ASnigstSdiische» Theater. Die Waise von Lowood. Kansmann's Karittt t Spezialitäten-Vorstellung. Tsneardta- Theater» Spezialitäten- Vor- stellung. Kafflea» 1 T». 9 M.- lü A. KklMr-PUlOMUB«. Dritte Reise durch die malerische Schweiz. Fahrt mit der Gottharddah«. Der ganze Trauerzug und Aufeahrung Kaiser Wilhelms im Dom. Tntree& Etzel. 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn Unser« Freunde und Genossen. de« Tischler Paul Sembrod, z« seine« heutigen 25. Geburtstage ein donnerndes Hoch! Die Rothen aus Zürich. KrotzeWäßler-Arsammlun« 414] [410 Unserem Kollegen Pilatowsky zu seinem SOjäbrigen Geburtstage ein dreimal donnernde« Hoch! Seine Kollegen£.$.®. K. T. K. K. K. Jeden Sonnabend und Sonntag: Löwenbräu- Ausschank & Seidel 10 Pf. 89] bei Reianmann, Pallisadenstr. 10. für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis am Sonntag, den 26. August er., Vorm. 10 W in der Tonhalle, Friedlichstraße 112. Tages■ Ordnung: Die bevorstehende Ersah mahl im 0. Kerliner Reichst«� Wahlkreis. (Referent: Herr Dedaktenr Max Sch ppal.) Der Einberufer «i"c n mi1 iooit. jg" m 100 � wir Ivi Ü D 415 Soeben erschien: Ur. 57 des „Wahren Jakob". Zu beziehen durch die Grpeditio» d. Ht, AimmrrstraSe 44. Tägliche Concerf und Vorstellung Am Königsthor. Am Friedrichshain. Schweizer-Garten. Ioimtag: Theater- u.IpcMlitäteniiarftiUll-g. Volksbelustigungen aller Art. Im großen Saale: Ball. In« Schluß: Berliner SommervergnLgr«. Große Pantomime. Entree nur pw Person. Tägliche Concert und Vorstellung. Centralkranken< u. Sterbekasse dar Tischler u. s. w. (E. H. 3, Hamburg) (Gertlich» perwattong Kirdorf) Wontas, ven 27. August, Avends 8% Uhr, in ititpeeh'« Kalo«, Bergstraße 129, Uitgliedar- Veraammlung. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung vom 2. Quartal. 2. Verschiedenes.— Das Quittungsbuch legitimirt. 411]_ Di» Vrtsorrwattung. /achvereiii«r Duchdmder und verwandten oernfsgenossen. Sonnabend, den 25. d. M., Abends 8si Uhr, im„Louiaenatädtlaohen Klubhaus", Annenstraße 16, Außerordentliche Generalversammlung. €*.(Gcharnow 0 lteste und leistungsfähigste Uhren-Fabrik joesteht seit löEj % i« Tages-Ordnung: 1. Antrag des Vorstandes» Verlegung des Ver> einsabends betreffend. 2. Ergänzungswahl zum Vorstand. 3. Verschiedenes und Fragekasten. NB. Das Quittungsbuch ügitimirt. Um zahlreichen Besuch bittet 409] Der Vorstand. (besteht feit 1860.| En gros. Berlin S., am Moritzplatz, Oranicnstr.-Ecke. Filiale Blücherplay 3. «n-rk-nnt»est- Bezugsquelle, aus allen Weltausstellung«, pr-isgeirvnt- Etand-Weckeruhren. Sin,-l»«! laut zu wirfliche» Kabrilpretlen unter 6 jähr ger Sarantie. Stickel-Remint-truhren von...... 10««! am bo. bo. prima»,#* Silberne Iie»,n«iIr»Uhre» von... 17— so, de.„ Slncre,... 24—50, »vlbene Damenuhren, 14«at.„..... SO,» _- mit Rem-aus». von. 26>» ,, 8«oldlapseln von 40,, ...»»r— 200„ , Herren.Ne«,ut»ir.Uhreu» lichen Arbeller zu ihren Arbeitgebern;~.,i neueste Jnnungsgesetz vom 6. Juli 16� Di« haupttächlichken Keftiwwnng au« sämmtlichrn in Deutschlan» 6' tenben Derer sgesrbe«; Einnabi und Ausgabetabellen für die Haushalh Schreidpapier mit Datum für Tagesnoti. Leeres Schreibpapier in verstärkt/' Boaenzahl; Brieftäschchen.. Wir haben, wie seit vier Jahren,% Kalender wieder in zwei Qualitäten fertigen lassen, 1. Qualität bricftaschcm sehr gut aebundcn, mit Gummiband mehr Schreibpapier wie Sorte 2; L. 75 Mg. 2. Qualität, einfache ÄusÄ solid ausgestattet, mit weichem Einb�?. etwas weniger Schreibpapier wie Sorte" Preis 50 Pfg. Wirde, vrrbäafer erhalte« loh»� den Rabatt. I ae, ÖS ftS" Und 8fr, oli A der Woonbi chßien,] Frage, « ur ,n ich ni die Sli nderun ' Ausb das 3Boi Leise ur .kscht lebe, denen d Zen?(ui Aungsw ldemokrc 'tcten, r tebreren . fiaune- Ä' dZ stets .tonh pnt Segen hT® ortet fich »nicht .ungen nen A jÄ'j ?omr am Sonntag, den 26. August, Vorm. 10 Uhr, im KBnigatadt> Kasino, Holzmarttstr. 72. Tages-Ordnung: Endgiltige Beschlußfassung über die bevor- stehende Lohnbewegung. NB. Das Erscheinen aller Kollegen ist absolut nothwendig. Die Herren Arbeitgeber find freundlichst ein- geladen. 419]_ Der Ginbernfer Au die Tischler Dttliiis. Diejeniaen Kollegen, � welche stch noch im Be- fitz von Sammellisten für den Hamburger Streik befinden, werden dringend ersucht, dieselben schlennigst an die Kommission abzuliefem. I. A.: Fr. Zubell, 418] Waldemarstr. 73, vorn 2 Treppen. Möbel-, Spiegel- u. Polsterw eigener Fabrik Hermann Gerlach, Wtlhelmstraß� (nahe der Anhaltstraße). Reelle Waare. Prompte Bedienung At gfgen Ms, 10 l�Stand, vollständige Länge und Breite. 1. Geschäft Kottbuseretrasse 4, Zur Auswah Bezuasauell- stehen 23 Sorten Fedem. für Händler. e-ttsp itfl%% Musl. Spiegel und Polstern adt***. flrhrer ngener Fabrik wegen Ersparung der billig �raunenstraße JS8. and Merbaaf aar Zahlung DukurlK» �*6 die von mir gelieferten! ghre« gena« richtig gehen und jedes einzelne tück zum Fabrikpreis» abgelassen wird, hat fich mein Zlhren-Persand über ganz Deutsch- — land und darüber hmaus aus- gedehnt. Empfehle: pick.Remontoir 10-15« Sitv Himontoi» i? 4S„ Gld Rr«ko«toieÄ8 300„ Uegaiatear» 10-70„ Vorzügliche vernickelte Stand- Wecker mit Ankergang 5,50 M. G. Wagner, Udren-Fabrik. Preisgekrönt auf vielen Ausstellungen. O»rUn S, 144, GronieuSraS» Kr. 144. Reich ellustt. Musterbücher gratis und franko. Nichtkonveniicndes wird zurückgenommen. WC" G-rantl- bis ,a 6 Iaheen."MW Tüchtige Grundirer auf Goidlriften verlangt[399 J. Keimten, Kottbuser Ufer 32. nack Uebereinku�f� #10- uflö SllllkMllllrtv zu Fabrikpreisen I_ Große Auswahl gold Kette«, bände». Kreaze, Medaillon», Kro«� Ohrrivge und«inge eigener Mv Lager in gold. Damen-Uhren, »allen, Granate« und Silbersar« � Trauringe ä Dueaten II � Eig�Werkstatt f. Neuarb. u. Reparatur Schulz� Aug. 35. Goldarbeiter, Kommandantenstr. -«F Bitte genau auf Hausnummer zu achten, t* 35, l S Finna p eot ;ul T»°ze, ii'R?' K.% %% Einen La«fb«rs,ben verlangt.(i, Lojda, Kommandanten,�- Lehrmädchen verl. A. Melzer, für Posamentier Sebastianstr. 76. Geübte Packmacherf� y verlangt F. Wienert, Rosenthalerstt�� o»tue F Verantwortticher Redakteur: p.«ronheim in Berlin. Druck und Verla« von Mar Kadwg in Berlin SW.. Beulhstraße 2. r on. y Kiers» tiat i etfleiw«* Ä5 irM ten, tn Bureau afern Beilage zum Berliner Bolksblalt. 199, Sonnabend» den 585. August 148K 6. Jahrg. und Ibendroth> Mitth-i' vlichen- luili kreis 10 rufet1, j die im raße 4t f j rktt' alevdn 9. »cl ungen. Da« 1888; Ä cv: s - und. Juni 18 n Gewi der gei eb-rn;, Juli 181 ««NN! >10«» S' Einnahl aushali n lolf''r KoKales. ___ Reptil««t«r de» Aebeiteeblätter«, so detitelte ?nch das in Stuttgart erscheinmde„Schwad. Wochenbl." den JrFrcfPonbent", bekanntlich das Organ des„11-lerftützvngs- ÄM*« Buchdrucker". Tarve gcricth d.r Reia'teur, M Richard Härtel in großen Zorn, in einem längeren Zirtikel rSy er mit dem Gericht und bezeichnete den Artiiel im V'ch». W." als albern, vom sozialdemokratischen Standpunkte I Seichrieben, ja noch mehr, er wisse, daß die Sozialdemo- I cf" tchon seit Jahren den Verein unterwühlt hätten(?) und v':t'u;n würden, wenn derselbe zu existirm aufhörte, da ja i ,10000 Unzufriedene mehr wären u. s. w. K,"' wir wissen nicht, od Herr Härtel aus geheimen Fonds I Udemionm bezieht, können demnach auch nicht Stellung in Streit nehmen. In folgendem ertheilen wir jedoch ni, Mtgiiebe des„Unterstützungsvereins" das Wort, welches tu.«weis erdringt, daß die Schreibweise des„Corrcspondent" von der anderer Reptiliendlätter unterscheidet. Das Mitglied schreibt:„In weiteren Kreisen der Buch- fcjjr* W die reaktionäre Haltung des„Corrcspondent" schon vJe Anstoß erregt; es ist daher nur mit Freude zu begrüßen, tini �ttch Stimmen laut werden, welche Protest -rf 9t?. Segen ein Verfahren, welches systematisch dar- 1 hmzielt, die Buchdrucker zu verfimpeln, ihnen °«eldstbewußtsein als Arbeiter zu nehmen und fie Unziehen in den Reaklionssumof, in welchem der Redakteur ?el und die Mehrzahl der Vorstandsmitglieder bereits heute SJV Und ist dieses Verfahren nickt um so verabscheuungs- ?'Ser, als es fich meistens gegen eine Partei richtet, welche .(C? der Lage ist, fich»u vertheidigcn!— Fürwahr, der . �esvondent, das Vereinsorgan, soll leine Politik treiben, %% dch, da ja die Mitglieder den verschiedensten Parteien xchöien, lediglich mit gewerllichen, Lohn- und wirthschaft- «fragen zu beschäftigen. Trotzdem finden wir im vorigen cn Korrespondent u. a. einen Artikel, welcher fich mit � Reichstagsiede des bekannten Arbeiterfcindcs Miquel be- JjV, und dieses hohle nationalliberale Phrasengeklingel M ich nicht irre, handelte es fich um Berufsgenossenschaften) 1 die Anerkennung des Herrn Härtel, welcher zugleich seiner underung über diese echt„staalsmännischen. weitblickenden" « Ausdruck giedt.— Den Innungen redet Herr Härtel eben- das Wort. Nicht als veraltete, innerhalb der heutigen Produk- ®pisc unmögliche Institutionen steht er dieselben an, sondern lebensfähige, immer stärker fich entfallende Organisationen, denen die Arbeiter gut thäten, zu paktiren.(!)— In einer Ijn Nummer dieses eigenartigen Arbeiterdlattes wird die ldlungsweise eines Lehrlingszüchters(Olbrich in Glatz) als demokratisch hingestellt,„da die Sozialdemokraten ja de- %en, man könne die jungen Leute nicht todtschlagen."— "•ebrcren Artikeln wird der Sozialdemokratie— man höre ' staune— die Einführung des Jnscratenmonopols unterge- 'n. Durch die Schaffung des letzteren würden nun— deduzirt—„viele Zeitungen eingehen und dann Anzahl Zeitungssetzer brotlos werden; man könne da 'u us»?? deutlichsten schen, wie die Sozialdemokratie, anstatt tyuilicu''»ur schade." In der That ein Meisterstück von tch iwl; schlimmere Verleumdungen und Entstellungen ist t°nb-'Äöcker'sche„Arbeiierfreund" zu bringen nicht im - i ot c Ünb man bedenke, das einer Partei gegenüber, die ' stets, wo fich nur immer Gelegenheit dazu bot, aeschloffen / Segen alle Monopole gemacht.— Eine vom Dresdener rni?f angenommene Resolution, welche die Mißbilligung der über die Haltung des„Correspondent" ausspricht, Herr H. höhnisch mit einem Zitat aus„Faust", an 1# stch u. A. folgender Satz knüpft:„Der„Correspondent" �„Nicht immer" die GchUfenintcreffcn„unseren Er- �, sen gemäß" vertreten, ja sogar gegen die„all- en Ardeiterintereffen" dirett verstoßen. Welcher Art toivl--allgemeinen Ardeiterintereffen?"" Ick glaube, «rve nur abschwächend wirken, wenn ich hier noch Kommentar hinzufügte.— Die Leipziger Kollegen, 1 f,JQJ nichtige Klassenbewußtsein fich bewahrt haben und : �r letzten Lohnbewegung für eine 9 kündige Arbeits« o graten, so auch auf der Generalversammlung in Ham- srgen die Komödie, genannt Tarifgemeinschast, fich er mung ».Uolapük" eine Znknuft? dlm sprachen, wie fie auf dem weiten Erdenrund in eiit roaten und find, find so entstanden und haben sich Am. und vervollkommnet wie Organismen, wie eite, 1*%* Wesen. Ensprechend den Fortschritten eines Volkes ff. ajjub j." Gebieten der Kultur— insbesondere der geistigen entsprechend der geistigen Begabung dieses Volkes �- entwickelt sich auch feine Sprache genau in dem- I �aße, in welchem seine Kultur von Stufe zu Stufe » ,.�°chentwickelte Völker, welche ei« geordnetes Staats- .l luhren, haben auch eine nach bestimmten Gesetzen und in, �arbnete Sprache. Diese Gesetze und Regeln haben oa» fe von Zahrhuaderten allmälig herausgebildet, \V' sroße Volk hat an dieser Bildung thätigen An- 'elß. Da« ganze, große Volk und nicht blos ein tojl. Die Sprache ist doch nicht« anderes als ein le/n x Y Denkens. Das Denken aber— ob es nun im ienm-n Individuum« von selbst entsteht, oder von der wird- beruht auf ganz bestimmten c Sptnl" Gesetzen, und da der fertige Gedanke durch Emtv!■'Um Ausdruck gebracht wird, beruht auch diese S und ihre Weiterbildung auf genau den- L �enW°�Sischen Gesetzen, die später erst hinsichtlich »X', die e« gleichsam mit der Muttermilch em- rSt« Z?. die dann fortwährend an seine Ohren ge- k'. Ulib»7�'ftsteller und Dichter läutern und verschönem Ti-Me suchen auS dem schon vorhandenen Ma- ■> ililß Wetten und Aehnlichkeiien heraus. Regelmäßig- �MyW�chunge«. und finden Gesetze, nach denen .'»>leh"�? Sprachlehre, welche drei Stufen umfaßt: die D K ton11' iS "•'M Vellen, was man oen wt'i« Den Geist seiner Muttersprache kennt oder �vhl Jedermann von Kindesbeinen auf. klärtm, werden fast in jeder Nummer des„Correspondent" auf die unqualisi-irteste Art angerempelt und herabzuwürdigen ge- suctl. Sie waren deshalb genöthigt, um objektiv über Vereins« angelegenheiten, Versammlungm ic. berichtet zu werden, ein eigenes Organ, die„Retonn", zu gründen. Mögen fie, unbe« kümmert um alte Ansiälle des edlen Herrn Härtel, welcher, nebenbei gesagt, auch Redakteur de? Nation allide- raten„Reuonitzer Tageblatt" in, ruhig in dieser Weise fortarbeiten, die einzig und allein der Ärdeitersache zum Ziel verhilft. Auch an alle anderen Kollegen, welche etwa tiefe Zeilen lesen sollten, richte ich schließlich die Bitte, fich zu er« mannen und dahin zu wirken, daß der Augiasstall in unserem Verein einmal gründlich gesäubert werde." Dir Berliner Dolksfrstr«nd Nolksvrwstigunge« verlieren, so schreibt ein etwas pessimistisch angehauchter Mit- arbeiter der„Frkf. Ztg.", von Jahr zu Jrbr mehr an Ursprung« lichkeit und Naioetät. Auch die unteren Zehntausende in Berlin find zweifelsüchtiq geworden; man Kennt sich zwar nicht von liebgewordenen Ueberlieferungen, doch gefällt man fich darin, in überlegener Verstandesschärfe fich selbst über die Uederbleibsel aus alten Tagen lustig zu machen. So schwindet die Gläubig« keit von den überkommenen Volksfesten und der, Modau" wächst auf ihnen. So überlegte ich, als ich am letzten Sonntag vor einem Kasperletheater auf der Festwiese zu Stralau stand, wo gerade das diesjährige Fischzugsfest seinen Anfang nahm. Wohl umstand ein Theil von Klein Berlin das Puppentheater, aber die ausgelassene Knabenschaar lauschte dem Puppenspieler nicht, wie wir einst, mit einer gewissen Scheu und Verwunde- rung, ihr wurde das Sviel vielmehr eine Gelegenheit, mitzu« spielen und Scherz und Ernst der Szenen mit lauten brüllen- den Zu ufen zu unterbrechen, die augenscheinlich beweisen sollten: Wir find zu helle, um uns„Wippchen" vormachen zu lassen. Wenn es so in den Köpfen der Jungen rumort, wie steht es erst bei den Alten aus? Von der Oderbaumblücke in der Nähe des ehemaligen Schlcsischen Tdores führt eine Allee an Holz- und Backsteinlagern, an Schwimmbädern und Anglerbuden und dem Heim der Berliner Ruderer vor- bei längs der Spree mit ihrem hier stolzen und weiten Wasserspiegel nach dem Fischerdörfchen Stralau, das vor genau 600 Jahren als Stralow in den Chroniken erwähnt wird. Heber den Ursprung der alljährlichen Feier des auf den 24. August festgesetzten Fischzuacs von Stralau zerbrechen sich die Gelehrten heute noch ihre Köpfe. Ist die Feier ein Ueber- blcidsel aus wendisch heidnischer Zeit, hängt fie mit den katho- lischeu St. Bartolomäi- Gebräuchen zusammen? Jedenfalls hat ste den alten Charakter vollständig verloren, wie fie ja eine Zeit lang gänzlich in Vergessenheit gerathen war. Als der Skalauer Fischzug wieder neu zu Ehren kam, verlieh ihm die Theilnahme des Hofes einen stärkeren Glanz, davon ist jetzt auch lange keine Rede mehr und so ist der Fischzug allmälig zu einem inhatt- losen Radaufest herabgesunken und das an einer Stelle, die wie wenige mehr um Berlin von größtem idyllischen Reiz erfüllt ist. Wo das Stralauer Kirchlein zwischen Bäumen versteckt fich erhebt, wo um die Liebesinsel die Spree zwischen Stralau und dem vielbesuchten Kämmereidorfe Treptow sich ausweitet, jenem Treptow, auf dessen Gebiet die Stadt Berlin einen herrlichen großen Park angelegt hat. da liegt langhingestreckt am Ufer des Stromes die Festwiese. Auf ihr entwickelt fich ein Leben wie in der Hasenhaide, nur noch toller. Zelte find aufgeschlagen, eine Budenstadt ist errichtet, Hunderte von wandelnden Ver- käufern mit ihren Tragkörden und Spezialitäten des Fischzuges drängen fich durch die Menge und wer den Festplatz betritt, der erfreue sich zweier widerstandskräftiger Sinne; denn dem Ohre und der Nase wird mehrmals viel zugemuthet. So oft tch im Wurstelpratcr in Wien stand, zwischen Calafatti's Ringelspielen, zwischen Schießbuden, Nieer wundern und Riesen« damen, glaubte ich immer, die Lungenkrast der Ausrufer dost kann doch kaum mehr überboten werden. Aber die Welt hat hierin auch Fortschritte gemacht und zur menschlichen Lungen- kraft hat fie Dampfpfeifen, Radauflöten, kreischende Glücksräder, kleine Nebelhörner gesellt, und wo früher der unschuldige Leier- kastenmann orgelte, da bläst, in Marineuniform angethan, jetzt ein Dutzend von Männern auf Blechinstrumenten ein Konzert, das durch Mark und Bein geht.„The greatest Nove'ty of the Day prangt in Riesenlettern über einzelnen kolossalen Ka rouffcls, die mit Dempfkraft betrieben werden, und deren Erst später lernt man Grammatik, um sich korrekt auSzu- drücken. Beim Studium einer fremden Sprache hingegen ist der umgekehrte Weg zu empfehlen. Nun ist freilich das Studium fremder Sprachen überaus lehrreich und hat die Lektüre poetischer Werke im Original noch einen be- sonderen Reiz; aber eS wäre andererseits von nicht ge- ringem Nutzen, wenn nur eine einzige von den lebenden Sprachen im praktischen Weltverkehr dieselbe Rolle spielte, wie etwa die lateinische allenthalben bei den Gelehrten. Da die« jedoch kaum jemals zu Stande kommen dürfte. der menschliche Geist aber, der nie rastet, überall dort, wo die Natur ihre Dienste versagt, sich an die Kunst wendet und mit Gewalt zu erreichen sucht, was gutwillig nicht zu erlangen war, hat auch hier— und das ist eine seiner größten Verirrungen— die Kunst zu Hilfe genommen und eine Weltsprache geschaffen! Warum auch nicht? Existiren doch schon seit Menschengedenken gewisse internationale Verständigungsmittel- wenn auch ganz spezieller Natur: so das arabische Zahlensystem, algebraische und chemische Formeln, zahlreiche technische Benennungen in den meisten Zweigen der Wissenschaft; hat doch die Freimaurerei gewisse Zeichen und Symbole, durch die ein ungarischer mit einem spanischen Freimaurer sich bis zu einem gewissen Grade verständigen kann; und haben doch die Seefahrer eine echte und rechte Weltsprache! In der Secmannssprache hatte sich nämlich nach und nach eine Art von Signalen ausgebildet, durch welche sich Schiffe, die den verschiedensten Völkern angehörten, gewisse nothwendige MittHeilungen machen konnten. Im Jahre 1857 berief da« englische Board of Trade eine Kommission von Seefahrern, der die Aufgabe zufiel, ein besonderes Signalbuch abzu- fassen. Aus den Buchstaben de« Alphabets wurden die Vokale und das Z ausgeschieden und au« den zurück- gebliebenen achtzehn Konsonanten Kombinationen zweiter, dritter und vierter Klasse gebildet. Man erhielt: 306 Kombinationen zweiter Klasse(BC, BD,...Gl), CF u. s. f.), 4896 Kombinationen dritter Klasse(B C D, B C F,... C D F, C D G u. f. f.) und 73 440 Kombinationen vierter Klasse(B C D F, B C D G u. f. f.). Die Buchstaben selbst werden durch verschiedene Flaggen hölzerne Rosse selbstthätig Reitbewegungen ausführen; in bunte seiden- und sammetschillernve, verschlissene Röckchen gesteckt, preijen Damm die Mysterien des Orients an, Damen, deren gelbbraunm, sonnverbrannten Gefichtem man es ansteht, daß ste in ihrer Art jur Gilde der„Landstörzerinnen" gehören, Reck- und Trapezkünstler bevölkern die Lüfte und in den freien Tanz« zelten wird„der Kreuzpolka" angestimmt, ein beliebter, modemer Tanz, der auch in der Berliner Posse bereits bühnenfähig geworden und zu dem der geistreiche Text gedichtet worden: Siehst de woll, da kimmt er. Lange Schritte nimmt er, Siehste woll, da kimmt er schon, Unser schöner Schwiegersohn!" Fast ein Fremdling in dem modernen Spettakel, nimmt fich der Leiermann mit dem langen Stab aus, der weinerlich klagenden Tones die Kirmes zu Aideolades oder die Blutthat der Leidenschaft bestngt und andere Schrecken« geschickten mehr; aber dem Publikum fehlt der Glaube, und die„Lieder", gedruckt bei Reiche in Schwiedus, finden nur äußerst spärlichm Absatz. Da hat es sein Kamerad, der Pfeffer» lüchler, besser, der mit den Würfeln raffelt und unausgesetzt mit Stentorstimme schreit: Scheußlich, schändlich viel wird bei mir gewonnen. Gilt es doch für ihn, im Kampfe um die Groschen des kleinen Mannes die Konkurrenz zu übertäuben, die von einem Troß daherstürmender Verkäufer droht, die bunte Brillen, zehn Pfennige das Stück, komische Nasen und die Neuheit, die eigentlichste Skalauer Spezialität dieses Jahres, feilhalten, die Narrmhauden mit dem daraufgedruckten Refrain des gegen« wärka verdreitelsten Gassenhauers:„Wir brauchen keine Schwiegermama ma ma ma ma ma ma!" Es find oies hohe Kegelmützen aus Papiermache, in welchen gar häufig ganze Trupps angeheiterter Burschen den Rückweg nach Berlin an« treten. Das gehört einmal zum Berliner Ull. Ars Bergen warmer„Knodländer", aus Mostrichtonnen, aus ganzen Lagern kalter Krebse,„zwei sehr scheene fünf Pfennig", aus förmlichen Stapelplätzen für saure Gurken entströmt, über die ganze Festwiese vertheilt, ein Brodem ver« mischtet und durchaus nicht wohliger Gerüche. In den Wittdsgärten von Stralau hat man inzwischen um die mächtigen, bauchigen Kaffeekannen fich gelagert,— in den Familienküchen ist vollauf zu thun, die kühle Witterung ladet nicht sonderlich zum Biergenuß ein— die bunten Lampions werden angesteckt, jede„Destillation" hat ihren„Garten" in Stand gesetzt, man hant des Rückskoms von der Festwiese. Betäubt vom Lärm und vom Gejohle fuhr ich nach Treptow über. Von Segel« booten, Kähnen und Dampfern ist, soweit das Auge nur späoen kann, die Spree wie übersät. Ich begab mich nach dem„Sperl", dem größten der Vergnügungslokale zu Treptow. Denen man in und um Berlin kaum mehr zu entfliehen vermag, ste Hainen auch dort meiner, die„Spezialitäten", die Zirper auf den Mandolinen, die Kunsttänze und Tingeltcmgelsänger. Es hat in den letzten Tagen abermals ein luitiger Federkrieg zwischen Wien und Berlin geherrscht und der närrische Lokalpatriotismus hat wieder einmal das Ungleichartigste miteinander verglichen. Statt daß fich die Deutschen zweier großer schöner Kulturzenken von Herzen erfreuten, verführt die lokalpatriotische M-ßgunst die sonderbaren Käuze in beiden Reichshauptstäoten dazu, ohne Wahl und sorgsam abwägende Gerechtigkeit einander Mängel vorzuwerfen, die nach der lltatuc der Dinge unausbleiblich find. Die Vorzüge wie die Schwächen des Berliners mußten doch, durch Geschichte und die natürlichen Voraussetzungen bedina', andere werden als die des Wieners. Da schreibt Prof. Tal cky in der Wiener„N. Fr. Presse" ein paar Feuilletons, in denen er Neu Berlin, freilich zu optimistisch, gerecht zu werden ver« sucht. Flugs setzt fich ein anderer Zeitungsschreider nieder und berichtet, daß der Berliner in seinem Vergnügen noch ein Haid» barbar sei, genügsam wie ein Kind, und daß das Weißbier von Landre nicht so gut schmecke, wie Nußberger oder Alsecker heuriger Wein. Ueber diese„Entdeckung" ist nun wieder die lokalpatriotische Presse Berlins entrüstet. Nun wäre es tn der That kindisch anzunehmen, daß die Sommervergnügungen Ber» lins den genügsam- kleinbürgerlichen Charakter hätten, wie fie ihn etwa zur Zeit Chodowieckis hatten, wiewohl das letztere doch gewiß keine Schande wäre. Im Gegentheile läßt fich jetzt eher ein Genußfieber in Berlin wahrnehmen, wie schon aus ver Zahl, der Größe der Sommervergnügungsotte mit ihren Konzerten, Tingeltangeln, Feuerwerken u. s. w. Hervorgeht Daß bei Berlin kein Grinzingcr und Klosterneuburgcr wächst, daß eS und Farben auf denselben bezeichnet. Mit Hilfe dieser acht« zehn Flaggen können also 78 642 Signale gegeben werden. Zwei bestimmte Flaggen nebeneinander bedeuten zum Bei» spiel B G; im Signalbuche findet man dafür:„Zeigen Sie Ihre Nationalflagge!"— B N W bedeutet:„Woher kommen Sie?"— Diese« System einer internationalen Zeichen- spräche wurde bald von den Regierungen aller Staaten Europa« auf den Schiffen eingeführt; jede Nation hat ein in ihrer Sprache abgefaßte« Signalbuch, wodurch e« also möglich ist, daß zwei Personen verschiedener Nationen Fragen und Antworten untereinander wechseln und sich auch gewisse Mittheilungen gegenseitig machen können. Warum sollte e« also nicht auch möglich sein, ein Mittel zu finden, wodurch verschiedene Sprachen sprechende Personen alle ihre Gedanken auszutauschen vermöchten? Warum sollte es also nicht auch möglich sein, eine Weltsprache künstlich zu schaffen? So dachte der Konstanzer Pfarrer Johann Martin Schleyer und ging hin und schuf— oder, wie er es selbst nennt, erfand — eine Weltsprache. Wie ist er dabei verfahren? Er hatte zuvor eine ganz erkleckliche Menge von Sprachen studirt— die Angaben variiren zwischen dreißig und einigen fünfzig; hierauf entnahm er zumeist dem eng- lischen Vokabelschätze eine überaus zahlreiche Menge einfacher Wörter und Silben, fügte selbst erdachte hinzu und bildete darau« den Wortvorrath für seine Sprache. Z. B. vorn— Frau(engl, wo»an), vat— Wasser (engl, water), eil(spr. dechil)= Kind(engl, child) dog— Hund(engl, dogi u. a. m. Die Deklination der Substantive geschieht mittelst Anhängung der Vokale a, e, i für Genetiv, Dativ und Akkusativ, wozu für den Plural noch ein s hinzutritt: fat(Vater), fata, fate, fati; fat,8, fatas, fates, fatis. Aus einem und demselben Stamme wird regelmäßig eine ganze Wörterfamilie gebildet, ind:m man bestimmte Endungen an denselben hängt: tik---- der Gedanke, tik-ik— denkbar(Adjektiv), tik-än— denken (Verb),[tik-e 1= der Denker(Person), tik-tll— der Geist(Abskaktum). Dem Adjektiv auf ik ist das Adoerb gleich, oder dieses wird noch mit o verstärkt: gndik— gut, Adverb----- gndik oder gudiko(auf gute Weife). Das Pronomen heißt: ob ich, ol du, orn er, of sie, os e«; obs wir, ols ihr, orns sie u. f. f.; ob-ik(Avjektivendung) mit Kieferwalvunaen und blauen Seen fich zufrieden geben muß, indeh bei Wien Laubwälder in die Höbe ragen, daran ist Berlin doch wahrlich unschuldig. Es sei auch zugegeben, daß dem Wiener eine weitere lebendigere Kunst angeboren und an- erzogen sei, zu genießen, als dem Berliner. Ihm geht einmal das Leben wohliger ein. Aber gerade er ist der genügsamere. Sin Geigenstrich, eine Mundharmonika, ein jodelnder Zwei- gesang und das wienerische Herz jauchzt auf. Der möge nie rechter Freude froh werden, der ihm das mißgönnte! Den Berliner schmücken andere Vorzüge genug, und neidlos kann er dem Wiener seine Ueberlegenheit als Lebens- künstler gelten lasten. Wenige Wochen find es erst her und ich saß in dem Weinortc Neustift bei Wien in dem Garten eines alten Freundes, eines„Hauers", eines Weinbauern, der gerade „aufgesteckt" hatte, d. h. seinen Eigenbau verzapfte. Eine Mädchenschaar, Näherinnen in einer Arbeitsstube zu Ottakring, hatte eine Landpartie dahin gemacht. Man sah es den Gefichtern wahrlich an, daß die Mädchen nicht an Lebensüppigkeit gewöhnt waren. Aber der Hauer kam und seine Söhne und fie machten primitive Mufik. Die Zithem erklangen und die„armen Mäd> eben" sangen und jodelten und juchzten und wiegten fich im Tanze, voll von sprühendem Leben und Anmuth, als wären fie fröhliche Fürstenkinder und als wartete ihrer nicht am neuen Tage der alte Kummer. Das alles voll.og fich in den Grenzen solcher Schönheit, daß ich mich nicht erinnere, eine ähnliche Szene je in Berlin erschaut zu haben. Unzweifelhaft bedarf hier die Lust stärkerer Anregungen; der Berliner braucht länger, um warm zu werden und liebt es, fich unterhalten zu lassen. Halb Wien schickt ihm Sänger und Sängerinnen her. kein Theater- garren, in dem das Wienerische nicht überwiegen würde. Der Berliner läßt fich das alles ruhig gefallen, wiewohl er kaum die Hälfte des Gesprochenen und Gesungenen versteht; aber er läßt fich nicht hierfür entflammen.. Eine Be- rühmtheit Wiens, dre Sängerin„Mirzl", vermochte im Friedrich- Wilhelmstädtischen Theaterporl kaum einen halbwegs stärkeren Eindruck zu erzielen und ich sehe noch, wie fie sich abmühte, das Publikum zum Mitfingen eines Refrains zu bewegen: vergebens! Ich glaube, es wird auch bald eine Reaktion gegen die Ueberfluthung Berlins mit den Wiener Bolkssängern eintreten. Ich bin kein Gegner der Wiener Volkssänger. Einzelne von ihnen besitzen wirklichen Humor und vollethümliche Gestaltungsgabe; in ihren kleinen Posten und Soloszenen drückt fich wenigstens ein Stammeln echter Kunst aus; aber auf fremdem Berliner Boden, ohne die notbwendi- gen inneren Beziehungen zu dem Publikum, kommen sie mir vor, als liefen fie auf stelzen. Jetzt vorläufig hat das Wienerthum chier die Vorherrschaft in allen sogenannten volksthüm- lichen Vorführungen. Selbst im Sperl zu Treptow sah ich die Wiener Kunsttänzer Willy und Gotthardt, und die arme Fürstin ES war ein jammernswerthes Schauspiel, das ich da erlebte. Die übermäßig beleibte, durch alle Schminkschicht hindurch bleiche, ältliche Frau, kokett sich mit dem Fächer Kühlung zu- fächelnd. Das Orchester spielt einen Tusch, als fie auftritt, und mit astbma- beengter Stimme, heiser, rauh und humorlos fingt sie ihr Wiener Lied. Das Publikum bricht in lauttoscnde. höh- Nische Hochrufe aus; gravitätisch verneigt fich die Frau Prin- zesstn: allgemeines Gelächter. Das Orchester spielt abermals einen dröhnenden Tusch. Mich hatte die Szene angewidert. Ich fuhr nach Berlin zurück. Am Kaupttage de» Ktralauer Fischzugfeste« grngen die große ttouumfahrt und der„Fischzug" vor fich. Das schöne Wetter hatte bereits am frühen Morgen Tausende nach Stralau hinausgeführt. Im Wirthshaus„Zum Storchnest" sammelten sich die Theilnehmer an der Kostümfahrt, die einen„Besuch King B e l l s" auf dem Fest darstellte und vom Tapezirer Münzner mit Humor und Geschick erkunden und durchgeführt war. Den Zug eröffnete der festlich geschmückte Dampfer„Nixe", auf dem die Mufik Platz genommen hatte. Alsdann folgten in zwei Kähnen die Fischer unter Führung des Obermeisters Braun; mit fich führten fie das alle, aus dem 17. Jahrhundert stammende Jnnungsemdlem, ein mit Bändern und Aberncn Gehängen g schmücklcs Schiff, das nur am Fischzuzstage an die Oeffenlltchkcit gebracht wird. In den Booten war zugleich das„große Zeug" untergebracht, jenes mächtige Netz, dessen beide Flügel je 300 Fuß umspannen. An die Gruppe der Fischer schloß fich ein mit Schilf geschmückter Prabm, auf dem die„Lerbgardu" King Bells, sechs keulen- und lanzcn- schwingende Kameruner, ihre Kriegstänzc aufführte. Alsdann kam das„königliche Schrff" selbst, auf dem fich der aus Schrlf hergestellte, mit rothem Zeug drapirte und von„Palmen" überragte„Palast", sowie das Schilfzelr des Gefolges defand. King Bell, der von seiner Lieblingsgattrn und seinem Sohne sowie den Familien zw.icr Häuptlinge degleitet war, schien in bester Stimmung zu sein; er gefiel fich in den tollsten Sprüngen zun, grögten Vergnügen nicht nur seiner Unterthanen, sondern mein, olik dein,... obeik unser, olsik euer u. s. f. DaS Zahlwort: bal 1, tel 2,... bals 10, tels 20 u. f. f. Das Zeitwort: Durch Abtrennung der Znfinitivendung ön erhält man die Stammsilbe für alle Formen, die eigentlich mit dem Substantiv identisch ist; löf die Liebe, löfön lieben, Stammsilbe löf. Daran werden für das Präsens die ob- Jienannten Pronomina gehängt: löfob ich liebe, löfol du iebst,... lötobs wir lieben u. s. f. Ebenso werden die Pronomina an alle übrige» Zeiten und Formen gehängt, die überdies noch durch gewisse Präfixe kenntlich gemacht werden: DaS Imperfekt durch ä— älöfob ich liebte—, daS Perfekt durch e— elöfol du hast geliebt—, das PluS- quamperfekt durch i— ilöfom er hatte geliebt—, das Futurum durch o— olöfobs wir werden lieben—, das fnt. exa tum durch u— nlöfol» ihr werdet geliebt haben—, daS Passioum wird mit pa gebildet— palöfob ich werde geliebt—, der Konjunktiv mit dem Susfix— la-loföl-la du liebest—, ebenso der Konditionel mit öv, die Frageform mit Ii, die Befehlsform mit öz, das Partizip mit öl; ferner verfügt Volapük noch über einen Aorist oder Durativ (Dauerfotm)— ai-löfob ich liebe beständig—, einen Optativ mit öS oder öx, ein Gerundivum mit der Vorsilbe pö und ein Gerundium, welches auS dem Gerundivum mittelst Anhängung der Silbe os gebildet wird. Das ist beinahe AlleS. Eme wahre Spielerei. Schleyer läßt feine Formen aufmarfchiren wie ein Kind feine Blei- foldaten. Die Weltsprache Vokapük verfügt also bloS über einen Wortvorrath und eine Formenlehre. Von Syntax, von Stylistik gar keine Spur. Und das nennt sich Sprache? Eine Sprache ohne eigenen Geist ist einfach undenkbar. Volapük ist ein G.mengsel von Wörtern und Wortformen. So ärmlich ausgestattet darf man keine großen Sprünge machen. Em deutscher Schriftsteller zum Beispiel und em deutscher Mathcmatikprofessor, welche beide Volapük gelernt haben und dafür schwärmen, können sich zum Privat- vergnügen dadurch verständigen; sie brauchen nur an Stelle der schönen, wohltönendcn deu'schen Ausdrücke jene ohrzerreißenden volapükischen Ungethüme zu setzen. Wie aber, wenn ein Deutscher sich zum Beispiel mit einem Franzosen, Engländer. Russen verständigen soll? DaS soll ja der Zweck dieser Sprache sein. Za, da verhält sich die Sache ganz ander». Da Volapük blos Wörter besitzt, über- auch der zahlreichen Zuschauer, die ibn jubelnd begrüßten. Auf einem dtitten Prabm vergnügte fich das„Volk" King Bells am Angeln; daß dabei die Schwarzen oft selbst aus dem Waffer herausgeangelt werden mußten, versteht sich wohl von selbst. Den Beschluß des„königlichen Gefolges" bildete„Schwuppke", King Bells„Leibbudiker". Es folaten endlich noch Kähne mit festlich geschmückten Fischern und Fischcrinnen und eine große Zahl von Ptivatbooten. Der Zug bewegte sich vom Storchnest thalwärts bis zur Verbindungsbahn und von da hinauf bis zur Kirchwiese, wo die Fischer an das Werk des Fischzuges gingen. Das von fieben Mann bediente große Zeua nahm drei Viertel der Spreeweite ein, der Erfolg des Zuges, Hechte und Plötzen, wurde mit Tusch und Hurrah begrüßt. Die Fahrt wurde bietauf bis zur Liebesinsel fortgesetzt, wo noch- mals Halt gemacht wurde. Dann ging es zmück zum Storch- nest, wo King Bell für den Rest des Festzuges sein Hauptquartier ausschlug. Der Kartholomäustag, welcher bekanntlich auf den 24. August fällt, gehört zu den bedeutungsvollsten Kalender- baten des Volkes.„Wie fich das Wetter um Bartholomä stellt ein, so soll's den ganzen Herbstmonat sein", lautet ein dies- bezügliches uraltes Sprichwort unserer Vorfahren. Als der Katholizismus in Deutschland kirchlich noch keine Schmälerung erfahren hatte, wurde das Fett dieses Heiiiocn allgemein und mit ziemlichem Gepränge gefeiert. Eine Einbuße erlitt die Bedeutung des Tages erst, als in Frankreich die gräßliche Bluthochzeit an demselben stattfand, wo gelegentlich der Ver- mählung des Königs Heinrich von Naoarra mit Margarethe von Valois, der Schwester Karl IX. von Frankreich, in Paris sämmtliche Protestanten niedergemetzelt wurden. Selbst bei den Katholiken, sofern fie duldsam waren gegen andere Kon- fesstonen, konnte der Bartholomäustag seitdem nicht wieder in seine frühere Geltung eintreten. Was ven Heiligen selbst an- geht, so war er nach der Legende erst bei leben- digem Leibe geschunden und dann enthauptet worden. Die Art und Weise, wie diese Marter an ihm voll- zogen wurde. gab Malern und Bildhauern wiederholt Gelegenheit, fich mit dem Stoffe künstlerisch zu befassen. Meistens entstanden so Schreckensdilder der entsetzlichsten Art; auch das hiesige Museum besitzt eine schaudererregende„Vorbe- reitung" zur Marter des St. Bartholomäus. Sehr naiv hat fich das Volk in seinem gesunden Sinn mit der Uederlieferung über das Leben und den Tod dieses Heiligen abgefunden: weil nun einmal St Bartholomäus so viel Blut gelassen, läßt man fich an seinem Erinnerungstage gewöhnlich zur Ader. Auch sonst hat dieses Fest für den Landmann seine dekannte Be- deatung. Mit demselben nämlich gehen die Hundstage zu Ende und beginnt die kältere Jahreszeit.„St. Bartclmä gebt man im Sommer in die Kirche und im Herbst wieder heraus," behauptet eine alte Kalendcrkunde der Vorzeit. Sehr wichtig ist dieser Tag für die Obsternte. In Westfalen sagt man:„Barthel dringt Geschmack in die Aepfel", in Bayern:„Jakobe thut's Obst salzen, Barthclmä schmalzen". Ucbrigcns hat ja der Stralauer Fischzug, das alte Volksfest der Berliner, seinen eigent- lichen Ursprung gleichfalls der Verehrung dieses Heiligen zu danken, wie denn auch die Kirche dieses Fischerdörfchcns dem Kult desselben geweiht gewesen ist. Fast gleichsritig laufen von drei verschiedenen Krite« Nachrichten von Komrtenentdecknnge« ein; zwei derselben waren allerdings öeretts bekannt und find nur wieder aufge- funven, der dritte ist ein neuentdecktcr. Am 4. August Abends, erhielt der„N. Pr. Z." zufolge, die Zentralstelle fü astronomische Telegramme in Kiel über Trieft eine Benachrichtigung, daß der nach dem Namen des weiland Direktors der Berliner Sternwarte Encke benannte Komet von dem Odservator der Sternwarte in Kapstadt wieder aufgefunden sei. Bei seiner Entdeckung stand er in 183 Grad 13 Minuten Rckiaszenfion und in 107 Grad 28 Minuten Entfernung vom Nordpol, ist also auf der nördlichen Halbkugel nicht stchtbar. Der Encke'sche Komet ist deshalb besonders interessant, weil seine Umlaufszeit fich im Laufe der Zeiten verkürzt, woraus man gefolgert hat, laß der Weitenreum nicht leer, sondein ron einem wider- stehenden Mittel erfüllt ist. Der zweite wiedergefundene Komet ist ebenfalls ein periodischer, es ist der Komet Faye. Diesen Schweisstern fand Prof. Perrotin in Nizza. Er stand bei seiner Entdeckung in 75 Grad 7 Minuten Rektaszcnfion und 70 Grad vom Nordpol entfernt, also im Stcrnbiide des Stiers. Nach der Berechnung des Observators der Kieler Sternwarte, Dr. Kreutz', bewegt er fich nach dem Sternbilde des Orion zu, wo er Anfang September auftreten wird. Leider wird er auf seiner Bahn immer schwächer, so daß er nur mit größeren Feinrohren wird gesehen werden können. Auch der dritte neue Komet ist nur ein teleskopischer und bleibt dem unbewaffneten Auge verborgen Die Benach- richtigung über seine Entdeckung kommt aus Boston. Der Astronom Brooks fand ibn im Sterndilde des großen Bären in 151 Grad 15 Minuten Rektaszenfion und 45 Grad 30 Minuten Entfernung vom Nordpol. Nach der Vorausderechnung von trägt der Deutsche seinen ihm eigenthümlichen Satzbau wörtlich ins Volapük, und damit trägt er auch den Geist seiner Sprache ins Volapük hinein. Sinn, Inhalt, Geist, alles darin ist reines echtes Deutsch, nur die Hülle ist fremd. Bekommt ein Franzose diesen Satz zu Gesicht, so kann er ihn auch nicht anders als wörtlich ins Französische über- setzen, wobei genau dasselbe herauskommt, wie wenn jener Satz direkt aus dem Deutschen inS Französische wörtlich übersetzt worden wäre, nämlich meist ein— Unsinn. Da jedermann also nur den Geist seiner eigenen Muttersprache inS Volapük hineinbringt, können sich Personen verschiedener Nationalität unmöglich mittelst Volapük verständigen; daS Volapük des Franzosen ist seinem Geiste nach ebenso fran- zöfisch, wie da» des Engländers englisch, das dcS Spaniers spanisch, daS des Polen polnisch ist. Es sei mir gestattet, nur einige wenige Beispiele anzuführen, wie so manche schönsprachliche Redewendung, die über die scheinbar harmlose Volapükbrücke geschickt wird, jenseits derselben verstümmelt anlangt. Der Franzose übersetzt zum Beispiel den Satz: II lui tient lien de tont wie folgt inS Volapük: Cedom ome paladide vallk. Ein Deutscher und ein Engländer können aber darau« gar nicht klug werden, denn jener übersetzt: Er hält ihm Platz von Allem, und dieser: Ee keeps bim place of all oder everyibing; waS heißt das? Jener französische Satz jedoch bedeutet: Er ist sein Alles? Er gilt bei ihm sehr viel! In einer Ausgabe von Ge- sprächen für Jünger des Volapük finde ich folgenden Satz (deutsch und volapükisch): WaS halten Sie von der Oper?— Kisi cedons dö lop? Der Franzose, an den ein Deutscher diese Frage richtet, versteht aber: Qae tenez-vons de l'opöra, was bekommen Sie von der Oper? — II partit d'nn granl Salat de rire heißt; Er brach in ein große« Gelächter au». Vermittelst des Volapük aber erhält der Deutsche daraus: Er reiste mit einem großen Ausbruch von Lachen ab!! Der Engländer sagt: I make np my wind to answer, daS heißt, ich entschließe mich zu antworten. Er übersetzt das in Volapük wie folgt: Mekob sn kapäl obik al gepükön. Nach Abstretfung der von Schleyer fabrizirten Maske erhält daraus: Der Franzose: Je faia sur mon esprit(intelligenoe) de rspondre; Dr. Kreutz bewegt er fich nach dem Sternbilde der Jagdha�t wo er Anfang September erscheint. Dann hat er indessen mf noch die Hälfte der Helligkeit, die er bei seiner Entdeckung � strahlte.— So hat man das seltene Schauspiel, daß W Kometen aleichzeitig am Himmel stehen, von denen«der u» einziger mit bloßem Auge bewerkt werden kann. Sriten« der Steuerbehörde wird jetzt eine Revision Miethsverträge vorgenommen, um zu prüfen, ob bei P1 schweigender Verlängerung des Miethsoerhällniffes der o® schriftsmäßige Stempel angewendet ist. Wo dies nickt der ist, tritt in der Regel Verurtheilung in die Stempelstrafc die den vierfachen Beirag des Stempels ausmacht. Kri der Steuer-Deputation de» Magistrat» hat?? seit einiger Zeit die Beobachtung gemacht, daß eine auW große Zahl von Schiffern, die früher in Berlin ortsanqehon» waren, im Laufe der Jahre ihren ständigen Wohnort außeM» Berlins verlegt haben. Bei der Eigenartigkeit des 36# gewerbes könnte man geneigt sein, diesem Umstände keine arw Bedeutung beizulegen, und die Ortsangehörigkeit dielcr � dokumentirte sich meistenthcils nur dadurch, daß fie hier bei ess überwintetten, wenn fie nicht etwa in einem anderen 36# gcwässer vom Frostwetter überrascht und an der Hciml� nach Berlin gehindert wurden. Mr die Komwur» Verwaltung hat indessen die Frage eine weitergehende � wichtigere Bedeutung, nämlich die der Steuetpflichl der 60# welche auch zur staatlichen Gewerbesteuer herangezogen Qssfr bei deren Einziehung manche Kommunen in% bethelligt find, als fie einen Zuschlag zu desscl» als Kommunalsteuer erheben, was indessen in nicht der Fall ist. Ein länger als dreimonatlicher AutenP am Orte, der die Gemeinde berechtigen würde, den SchMJ"? einem Theile des Einkommens zur Gemeindesteuer beranzuzied» findet bei den Schiffern auch nur selten statt, da bei unssj' Frostwetter, welches den Schiffsverkehr hindert, nur sehr W drei Monate hintereinander andauert und der so von* Schiffer erzwungene Aufenthalt der längste ist. den er an Orte zubringt. Wenn trotzdem es viele Schiffer für zweäM erachteten, ihren Aufenthaltsort, als welchen fie Berlin(Ä hatten, ausdrücklich aufzugeben, so mußte die Sache öod) Jjj anderen Grund haben. Einigeimaßen begreiflich wird l'L wenn man erfährt, daß diese wenig seßhaften GewerbetrcSss? sich meist nach Hamburg abmelden und diese freie als ihr neues Heim bezeichnen. Hamburg kennt nämlidlL Gewerbesteuer! Grund genug für die Schiffer, diese% Stadt unserer Reichshouptstadt als dauernden Aufenthalte vorzuziehen. Die neue« preußische« Kahnhöfe. Die gtoßv preußischen Bahnhöfe find oder werden in neuester Zeil% greifend umgestaltet und die bei diesen Bahnhöfen gcnMss Erfahrungen werden ohne Zweifel auch anderswo mit JWn verwendet weiden. Schicken wir die Bemerkung voraus- r, Preußen blos in den letzten 10 Jahren für keine LaoP bauten— die Berliner Stadtbahn ist dabei noch nicht fjjo mitgerechnet— ein Kapital von mehr als 100 Millionen verausgabt hat und fügen wir hinzu, daß wir nur die Pel#al Bahnhöfe ins Auge fassen und die Endbahnhöfe sowohl. die massenhaften neu- oder umgebauten Bahnhöfe Ranges nicht in Betracht ziehen. Die neuen Personenbahnhöfe find, lesen wir in der„V. Ztg.",% zwei Systemen angelegt, entweder nach dem Systew� Seitenbahnhöfe(z. B. in Hannover), oder nach der Anordnung(z. B. in Hildesheim). Nach dem ersten liegt das Bahnhofsgebäude an der Vorderseite des höb� legten Perrons, zu welchem direkte Tunnelverbindunacn K und Gclciseübersct rsstungen werden bei diesem System � vermieden; die Bahnhöfe von Straßburg, Münster, Bj und Göttingen sind nach diesem System gebaut. Die Anordnung besteht darin, daß fich die Wartesäle gleich*5 Insel inmitten der Eiscnbahngelcise befinden, während' eigentliche Bahnhofsgebäude sammt der Gepäck- Expeditwo vor dem Perron liegt; der Reisende ist dadurch den ahfat� den Zügen ganr nahe gerückt und kann mühelos und fichs� Abfahrt seines Zuges selbst kontroliren. Nach diesem werden die neu n Bahnhöfe in Erfurt, Düsseldorf und% angelegt werden. Vor dem Bahnhof Halle bat man von Vargebäuden abgesehen und den Jnsel-Bahnhof strengstes � gehalten, in Straßburg ist man insofern davon abgewich�.� für die verschiedenen Strecken besondere Wartesäle vtt�gi find, der neue Bahnhof in Frankfurt endlich ist nach«0*% Grundsätzen gebaut, er hat den Charakter eines Kops-Bol>�, At- Die kö «sondere der! Mlich bei w schließ! 7,.°« mittler, �ktner nicht Mchen. «rfiii1* zchchrt wurdei wch die über »jochneten K, N-n, den mbn kostete M in seinei U mit 30 Jffl« kostdw Un angesia � bisondeie i wf ächtete U> stell «r»o fe? t-fleste litten »mibe Wc ; «fin; ------------------ r,- VtMfc mit einem die Front einnehmenden großen Emgangeß'TßW in welchem fick die Wartesäle, die Gepäck. Expedition 4-#! Bureaus befinden, Hallen und Perrons find so üben�ri und idK* geordnet, daß ein Jcrthum absolut ausgeschlossen ist, gekuppelte Hallen überdecken die neunzehn Perrons, vo neun dem Gepäckdienste vorbehallen bleiben. Dem Bahnhof speziell wird wohl das System der Jnselanor» � zu Grunde liegen, aber es wird ihm doch das Vorgedävve Der Italiener: Fe sopra 11 wie ingegno(epirl rispondere; Der Spanier: Eago sobre(&) mi juici" responder; Das Alles ist Heller Unsinn! zj J conld not make besd or tail of it hmtzy � konnte daraus nicht klug werden. InS Volaput � überträgt der Engländer seine Redensart wie' � No äkanob mekön kapi u göbi de os, und der übersetzt: Ich konnte daraus nicht Kopf oder � machen!, ich � Sapienti sat! Ein dickleibiges Buch könnte solche» Beispielen füllen; die wenigen angeführten v jedoch schon zur Genüge, daß Volapük nichts«nv � als ein Mittel, aus einer Sprache in die andere � � zu übersetzen, wobei in den weitaus meisten Fa kolossaler Unsinn entsteht. UeberdieS ist Volapük 0„ w so leicht zu lernen, als eS die„Herren vom haupten! Durch die große Knappheit und Aey überaus zahlreicher Ausdrücke und besonders zem �1 Formen find häufige Verwechselungen nicht nur" w# geschlossen, sondern sogar höchst wahrscheinlich, st wenn eS leicht wäre, wa« nützt e«, wenn es meintlichen Zwtck, als internationales VerkehrSmttt verschiedensprachigen Völkern zu dienen, unmöglich kann? Ja, spielen mögen die Herren damit»ach v# tust— wie schon gesagt— gleich Kindern, dte � r sotdaten kommandiren; aber im Ernste glauben, möglich sein wird, Volapük zu einer echten, am internationalen Verkehrssprache zu machen. 0 hads. tächerlich. Volapük kann unmöglich eine Zu' �i,", Schleyer irrt, wenn er dies irgendwie für möglich mit ihm irren alle diejenigen, die in blinde... für eine Chimäre sich's einbildm. Unbegretfilch so viele intelligente Männer, ja sogar einige � Wesen einer Sprache im allgemeinen so w mögen, daß auch sie in den ChoruS einstimmen, Ufern des Bodensees ertönt. M "Sey, JaMui� indeffen n® tdcckung w tel, bo* W den ader K® Revision d« ob bei es der g dickt bel Z- ipetflrofc c« ats Hot?? !ine ausia� ortsangehnr» ort a�erb:li »es@6% ie keine.w Vieicr W ihieiki* >ercn SM x Hcimf°hf KomwM :"Ä£ %°A x AutenW SckM zeronzuz«? ; bei uns-- ut sehr so von � i er an ir Sellin he boi ff} tmrbjL, erbefteJQ ie Reicks nSmliiL ÄÜi Die ffg voraW" ine Bao?� nickt 4g illionen�f die Pe« ! sowohl.. Höfe)< leucn 0� Zta.". Z rfg rsten S« es höb?/ onacn Ie gleick i? oäbrenb. r»5 SÄ orf unb IQN V0» � tcnßffcj' � ßcroiaJLjtf ile 0%««« KÄÄ W Z5S g unb er wirb eine Einßangs- unb eine Ausganashalle Sr Zwischen deiben eine Gepackoexpebition haben; bie Warte» •J» werben sich auf ben durch Tunnels mit bem Vordergebäude •«ounbenen Perrons beffnben, Geleiseüberschreitungen find ver- und eine Gepäcksbewegung auf ben Perrons giebt es Die königliche Akademie des Bauwesens hat aber ins» J-M/re ber Anordnung ber Hallenanlage die größte Aufmerk- zugewenbet. weil bie 225 Meter lange unb 92 Meter •te"c Halle eine Höhe bedingte, welche das Stadtbild unb jWBimtiicb ben Dom wesentlich beeinträchtigen müßte. Man sich schließlich bafür entschicben, bie Halle in brei Theile "ber mittlere 65 Vieler weit— zu(heilen, unb wirb nun Jf'«net nicht mehr störenben Höhe von 24 bis 25 Meter aus- «ichen. Al» die panamahüte»u Enbe ber 50er Jahre hier ein» ""t würben unb stark in Mode kamen, würbe mit bieser bie übet ben Hutkopf sich hinziehenbe Cuetfchfaüe ausrechneten Kopfdebeckung ein gerabezu ungeheuerlicher Luxus Meden, benn derartige Herrenhüte, bie hunbert Thaler unb »ttüott kosteten, waren nicht gar zu selten. Ein Friseur hatte M m seinem Schaufenster einen solchen ausgestellt, beffen M mit 300, schreibe dreihunbert Thaler, bezeichnet war. JU« Isidore Hut, bei damals selbstverständlich von ganz pain angestaunt wurde, war allerdings von geradezu wunder- SFWnem Geflecht, hatte aber doch— wie ein stadtbekanntes gWinet Original sehr bald herausfand— einen erheblichen de i; �in Herr P., welcher, wie das„Berl. Tgbl." n�ählt, r besonbeie Spezialität noch bis in bie 70er Jahre hinein das Sf�iben übte, wobei er bie vernichtete Angströhre 't burch eine Anweisung an seinen Hutmachcr er- JF' wurde erklärlicher Weise durch jene kostbare Kopf- auf Höchste„gereizt" und beschloß daher, ihr näher foi oi'en- Er begab sich zu dem betreffenden Fnseur, »'Ärf aus dem Schaufenster den Wunderhut reichen, de- unft ihn mit großer Aufmerksamkeit nach allen Sellen hin a?b Kellte schließlich die Frage nach dem Preise. Auf bie Ver» Munz des Haarkünstlers, daß er den Hut unter dreihundert sJ.?"icht verkaufen könne, entgegnete Herr P. mit ernst- «tlester Miene■„Der Hut ist schon, sehr sckön, er hat aber großen Fehler."—„Was für einen?" replizirte ver- .ur, bette der Friseur.—„Nun, es fehlen die beiden Löcher «den Ochsen, welcher den Hut kauft, damit er die Hörner �stecken kann i"... Sprach's, legte den Hut auf den Tisch Zw verließ vergnügt ben Laden.— Weshalb wir diese alte �Schichte heute erzählen? Sie fiel uns als„berühmtes Muster' wir in einem süddeutschen Blatte folgendes Histörchen S?2IV B®in Appenzeller wollte letzte Woche in einem Hut» in St. Gallen einen Hut kaufen. Appenzeller:„Wah JS" bo dä Huet?"— Fräulein:„Drizäh Franke!"— Appen» »Nöd öbel! Aber es hat ja ka Löcker drin?!— Fräu- f,-,„Löcher? Zu was Löcher ime Huet?"— Appenzeller: �6 bö Esel, wo drizäh Franke für so ei Deckel zahlt, d'Ohre "�siwcka chaa!" $«äff das ubermaffige KiertrinKe«— keine Sünde geht aus einem Werke„Deutscher Nation Herrlichkeit" her- welches M. Ouades von Kinkelbach im Jahre 1619 für den Luchen Friedrich V. von der Pfalz, den„Winter! önig", :e, unb worin von der Nation der wachsen folgendes lt wird;„Sie säen Gerste und Weizen, davon sie unb Weißbrot machen. Das Bier trinken sie also un- und überflüssig, ja reizen und zwingen Einer dem Andern dickem Uebcrfluffe, daß es einem Ochsen zu viel wäre. Sie n es auch nicht dabei bleiben, daß sie sich allein trunken 2»b voll trinken und saufen, sondern sie saufen so lange, bis Üblich wieder nüchtern werben. Und das treiben ste den "m Tag und auch oftmals die ganze Nacht, und welcher nbem mit Trinken überwindet, der wird darum gelobt, m hoch gelobt, und ist ihm eine Ehre. Er übet» %d) dadurch ein Kleinod, um welches er mit Trinken unb zum Zeugniß der erjagten Eyre wnd er mit Wie s°r'.Äonen Rosen und lieblrchen Kräutern gekrönt. Und sie es and) hiermit überrnacken(übertreiben), hat ihn Ml nie ihr Pastor auö der heiligen Schritt beweisen ' bafe ffp• Ytortrt(Gif frtnt• lein, an11"icht Jl'e Melbung gcthan." # lÄl'S STSiÄ foÄffi L KMrvngr« und Saussuchungen. Am Montag Abend bu Är wurde bei Arbeiter Königsmarck nach der Polizei Cw Bei seiner Visitation würbe ein Packet Liederbücher ge» unb beschlagnahmt.- Gleich darauf hin wurde um .(.gin' joicio ,to) 0 ��9 i eine Haussuchung bei dem Arbeiter Schulz, Bremer- l- Vorgenommen. Dieselbe mußte wohl nickt nach Wunsch kes/v ff enden Beamten ausgefallen fein, denn sie durchsuchten ljiz.."aS Bett, in dem die Frau des p. Schulz in Wochen lag Erloubniß des Mannes). Da nichts gefunden wurde, lii.Jnrn bie Beamten die Wöchnerin so lange zu einem Ge- -bis dieselbe in Ohnmacht fiel. Darauf entfernten fie um 10 Uhr wurde in der Wohnung des Arbeiters iiiit$?vrarck gehaussucht und auch nichts gefunden. Doch W&rn die Beamten die Frau desselben, mit ihnen nach tigert». iu gehen, was dieselbe aber bei der J lacht ver- feJ�JhwäfbiBrr Zufall. Das große Loos der letzten u"8 Preußischer Loiterie ist nack Beuthen m Oderschlefien 'Httinf wäre nun nichts Auffallendes, indeffen ist das �2 bei der Sache, baß Dame Furtuna bei dem glücklichen W�des diesmaligen großen Looses bereits mehrfach damit 'it; derselbe ist ein Herr Löbinger in Beuthen, und «WH?r Weise gewann beffen Vater genau vor vierzig Jahren ejnen HaupttheU des großen Looses. Um vre Famr- !<»ia"h°un'>ffe noch behaglicher zu machen, hat ein Bruder des %% Gewinners vor etwa 15 Jahren bie Hälfte von k i» M-.in ber Preußischen Lotterie gewonnen. Immer wie» hielt- q> übrigens dieselbe nun schon länger als 0 Jahre ge- , z>»."A°r gewesen, die gewonnen hat. Folgen der Angewohnheit�«auch»» Ä die Spitzen ihres Haares abzubeißen, zeigten Av.? fte bei einem 14jährigen Mädchen in unangeneh» - i>e. Das Kind klagte schon lange über heftige Magen- Nerzen.' -Zz wenn man es in der der behandelnden eine runde harte -E- m n, der ♦ie �«ation auf bem Wege der Befferung; doch haben ihr feSjS'ÄÄ S'ä»,"ÄÄ «K« %cn Gelbkalamitäten wirb angegeben, baß Herr Drewitz jr. infolge von erheblichen Privatschulben Wucherern in die Hände gefallen sei. Da er wegen der begangenen Wechsclfälschungen nunmehr zur Rechenschaft gezogen werden sollte, unternahm er ben Selbstmordversuch, der indeffen mißglückte. Herr Drewitz befindet sich gegenwärtig noch bei seiner Mutter, die im Hause des Geschäfts- lokals wohnt. In bem letzteren erschien am Mittwoch Vormittag ber Gerichtsvollzieher und legte hier und auch in der Privat- wohnung alles unter Siegel. Uebrigens sei noch erwähnt, baß Herr Drewitz jr., wie sein Vater, lange Jahre hindurch Armen- hausvorsteder war und in der Nachbarschaft als ein sehr wohl- thätiger Mann bekannt ist. Da« erste Unheil haben die Krokodile bereits angerichtet. Ein 12jährigcr Knabe, dessen Eltern in Rlxdorf wohnhaft find, hatte von bem Entweichen der Krokodile in die Elbe gelesen, und da man ihm erzählte, daß für den Fang eines jeden der Krokodile 1000 M. bezahlt würben, machte er sich heimlich auf die Reise nach Hamburg, um sich an dem großen Krokodilfang zu betheiligen. Er hatte, um die Reisekosten)c. bestreiten zu können, seine etwa 60 M. enthaltende Sparbüchse zerkümmert unb ben Inhalt mitgenommen. Dort angekommen, kaufte er sich zum Zwecke des Krokodilfanges ein Fernrohr und ein langes Messer. Dann begab er sich an den Hafen und erkundigte sich, wo die Krokodile sich augenblicklich aufhielten, indem er dieselben zu fangen beabsichtigte. Ein Herr fragte ben kühnen Adenteurer aus und wußte auch bald, was er wissen wollte. Der junge Bursche hatte sogar die Absicht, nachdem er einige tausend Mark mit Krokodilfangen verdient hatte, einen Abstecher nach Kamerun zu machen. Der betreffende Herr versprach dem jugend- liehen Reisenden, ihn dem Mann, welcher den Krokodilfang überwache, zuzuführen ünb brachte ihn auf das Stadthaus. Dort war man von dem Entweichen des Knaben aus Rixdorf bereits unterrichtet. Er wurde sofort angehalten und wird nun hierher zmücktransportirt werden. Rrttnngobälle. Seitens des Magistrats ist der Auftrag gegeben worden, zum Zweck der Rettung aus Waffersgefahr schleunigst„Rettungsbälle", und zwar zunächst je einen an der Schloß-, Kurfürsten-, Gertraudten» und Kronprinzenbrücke anzu- dringen. Diese Bälle, welche nach Vereinbarung mit dem Polizeipräsidium der Fabrikant Möstue, Sophienstraße 16, anfertigt, werden aus Rennthierhaar hergestellt, weil dieses der Feuchtigkett besonders widersteht, und find groß genug, um selbst einen starken Mann, der sich daran anklammert, über Wasser zu halten. Hoffentlich folgen die Jannowitz-, Waisen- und Pioabiter» Brücke bald nach, da bei allen dreien starker Verkehr von Ver» gnügungsdooten herrscht und dieser dort häufig seine Opfer durch Ertrinken fordert. Di» Gewohnheit der Kinder, mit den Finaem Kirsch- steine loszuschnellen, bat gestern einen bedauerlichen Unglücksfall zur Folge gehabt. In der Wienerstraße hatten sich mehrere Kinder mit dieser Spielerei unterhalten, als plötzlich das unge- fähr 3 Jahre alte Töchterchen der Wittwe K. mit einem furcht- baren Aufschrei zusammenbrach. Passanten hoben das Kind auf und brachten es zur Mutter, welche sich mit ihm sogleich nach der in der Wienerstraße belegenen Santtätswache begab. Der dortige Arzt konnte aber nur konstatiren, daß ver abgeschnellte Kirschstein, der nur sehr klein gewesen sein mochte, tief in die Höhle des rechten Auges gedrungen sei; im übrigen mußte er die unglückliche Frau an einen Augenarzt verweisen. Die Kleine wurde auch sofort zu einem in der Alten Jakodstraße habilitirten Augenarzt gebracht, der indeß wenig Ausficht auf die Erhaltung des Auges zu geben vermochte. In selbstmörderischer Abstcht stürzte fich der Arbeiter Hugo F., Schönhauserstraße wohnhaft, bei der Friedrichsbrücke, vor dem Hause Burgstraße 23, in die Spree. Es wurde seine That jedoch von dort beschäftigten Schiffern sofort bemerkt und F. noch lebend ans Land geholt. Auf Veranlassung des 14. Polizeireviers, wurde er mittelst Drdschke in ein Kranken- Haus gekrackt. Keim Ueberschreite« de» Fahrdammes in der Tieck» straße wurde Der in derselben Straße wohnhafte, 13 Jahre alte Ärbeiterssohn Leopold B. von einer Droschke überfahren. B. gcrieth unter eines der Vorderräder, welches ihm über den Unter- leib ging, wodurch der Knabe schwere innere Verletzungen er- hielt; außerdem zog er fich noch eine leichtere Verletzung des linken Armes zu. Der Bedauernswerthe wurde durch das 7. Polizeirevier in einem nahegelegenen Krankenhause unter- gebracht. Durch einen Fehltritt kam der aus dem Grundstück Ehauffeestr. 3 beschäftigte, in der Zeughofstraße wohnhafte Ar- deiter Georg St. zu Fall. Er zog fich dabei eine schwere Kopf- Verletzung und mehrere starke Quetschungen zu, so daß er in ein Krankenhaus gebracht werden mußte. Sterbend wurde der in der Schönhauserstraße wohnhafte Arbeiismann August Sch. mittelst Droschke durch einen Schutz- mann in ein hiesiges Krankenhaus eingeliefert. Sch. war auf dem Holzplatz von Schmidt, Kottbuserdamm, beim Holz- aufstapeln beschäftigt, als fich von einer oberen Schicht Holz eine Partie löste und auf ihn fiel, so daß er darunter vergraben wurde. Von ebenfalls dort beschäftigten Arbeitern wurde der Verungw-tte�er�orgez�et�rn nach 10 Uhr wurde der 15. Zug nach der Thurmstraße 60 gerufen, wo auf freiem Terrain Dachpappe und altes Baubolz in Brand gerathen waren. Das Feuer wurde ausgegossen. Eine Stunde später brannte in der Blumenstt. 6 ein Hängeboden aus. Zur Ablöschung mußte eine große Handspritze in Thätigkeit treten. Heute früh 8 Uhr 9 Minuten wurden durch Feuermelder die Mannschaften nach dem Lesfingtheater deordert. Es stellte fich sehr bald heraus, daß mit dem neu angebrachten Feuermelder Unfug getrieben worden war. Das Erscheinen der Feuerwehr vor dem Theater rief allseits den Glauben hervor, daß der Neubau brenne, und dieses Gerückt pflanzte fich, bis zur Ungeheuerlichkeit aufgebauscht, durch die Stadt fort und führte viele'Neugierige zur vermeint» liche» Brandstelle. Heute Nachmittag um 1 Uhr brannte in der Friedenstr. 93 die Balkenlage unter einer Kochmaschine. »«liseibericht. Am 23. d. M. Vormittags fiel an der Ecke der Parallelstraße nördlich der Stadtbahn und der Straße An der Spandauerblücke ein Kutscher durch eigene Unvorsichtig- kett von dem von ihm geführten Arbeitsfuhrwerk herab und brach dabei den rechten Unterschenkel. Er wurde nach der Charitee gebracht.— Nachmittags wurde in der Gartenstraße ein 13 Jahre alter Knabe durch eine von dem Droschkenbestyer Schreiner geführte Droschke überfahren und anscheinend innerlich «sf s« s IS« ffiÄ 7. selbstmörderischer Abficht ins Wasser, wurde aber noch lebend wieder herausgezogen und demnächst nach der Chatttee gebracht. — An demselben Tage brannten aus dem Grundstuck Thurm» straße 60 dort lagernde Dachpappe und alles Bauholz— und Blumensttaße 6 Kleider auf einem Hangeboden. Gerichts-Zeitung. Opfer»wer Verwechselung wurden in der Nacht zum 17 Apttl d. I. drei Rixdorfer Gcmttndelehrer, die Herren ÄT»* ärs»""'« Äitoa-W* fiÄ Lehrerversammlung die Bergstraße passttt und vor dem Hause Ztr. 133 daselbst sick verabschiedet hatten, stürzte plötzlich aus der Einmündung der Steinmetzslraße im raschen Lauf ein unbe» kanntet Mann hervor, der laut schimpfend sofott und ohne jede weitere Veranlassung zuerst Herrn Hannemann, demnächst der Reihe nach die anderen beiden Herren Lehmann und Eickhoff mit einem wuchtigen Knüttel über die Köpfe schlug. Die Hüte der Herren hatten die Folgen der Schläge insoweit gemildert, daß alle drei außer den unausbleiblichen Beulen sonst keinerlei erhebliche Verleyunden davontrugen.— Der unbekannte Thäter wurde alsbald verhaftet; das Rixdorfer Schöffengericht erachtete gegen denselben, einen notorischen Schläger, den vielfach wegen Körperverletzung vorbestraften Hundehändler Karl Paul Israel, eine strenge Strafe für geboten; demgemäß lautete das Urtheil gegen Israel auf eine Gesammt- strafe von 1 Jahr und 3 Wochen Gefängniß wegen Körperoer- letzung und Beleidigung, welch' letzteren Vergehens sich Israel noch dadurch ferner schuldig gemacht, daß er dem Lehrer Leh- mann, bevor er denselben schlug, ein Schimpfwott zurief.— Gegen das ergangene Urtheil legte Israel Berufung ein; et hatte vor der Fettenstrafkammer des Landgerichts II, welche gestern fich mit dieser Sache in der Berufungsinstanz beschäftigte, für sein Thun weiter keine Entschuldigung anzuführen, als: „Ich dachte, das waren die Herren, die meinen Vater angegriffen und geschlagen!" Nach seiner Behauptung hätten kurz vorher ehe cr die drei Lehrer angegriffen, mehrere Personen— Bierkutscher der Vereinsbrauerei— feinen Vater angegriffen und zu Boden geworfen; in der Absicht seinem Vater Beistand zu leisten, habe er irrthümlicher Weise die Lehrer angegriffen.— Ob» wohl die letzteren von einen derartigen Vorereignrß nichts wahr» genommeng haben, sprach die Beweisaufnahme für die Möglichkeit eines derartigen Vorfalls. Der Staatsanwall erachtete aber auch dann die von dem Angeklagten beantragte Zubilligung mildernder Umstände für unzuläsfig, wenn der Entlastungsbeweis vollauf wirklich Bestätigung ge» sunden hätte; denn der Angeklagte habe ausnahmsweise brutal gehandelt, als er die Sttaße hinuntergelaufen sei und harmlose Passanten auf der Straße ohne Weiteres übersiel. Dem An- trage des Staatsanwalts gemäß bestätigte die Ferienstrafkammer das schöffengerichtliche Urtheil. Gl« Kampf der beide« stenographische« Kqsteme Arendt«»d Ktolze wird schon seit längerer Zeit vor den Berliner Privatklageabtheilungen ausgekochten. Der Vertreter des ersten Systems, Kandidat Handt, hat in dem Vorprozeffe gegen den Vertreter des andern, den Redakteur des„Magazins für Stolzescke Stenographie", Beckler, dessen Verurtheflung zu 10 M. veranlaßt, liebet diese Sache veröffentlichte das gedachte Blatt einen längeren Bericht, in welchem der Privatkläger als „der sehr bekannte Herr" bezeichnet wurde. Bezüglich der Fort- lassung des„t" in dem Namen des Klägers, worüber sich der- selbe ebenfalls beleidigt gefühlt, worin ader das Gericht eine Beleidigung nicht gesunden hatte, war gesagt, daß zum Schmerze des Klägers die Blätter seiner Schreibart ihn ebenfalls ohne„t" geschrieben hätten. Endlich war eine Behauptung.des Klägers, daß zwischen den bei» Den Systemen ein Vergleich zu Stande aekommen sei, als eine„sonderbare Zumuthung" hingestellt. Diesen Bericht hat der Kläger zum Gegenstand einer neuen Privatklage ge» macht, und die 98. Adtheilung des Berliner Schöffengericht er- achtete in der That auch die hier wiedergegebcnen drei Stellen als den Kläger beleidigend und verurtheilte den Beklagten zu 30 M. Anders beurtheilte die Sache auf die von dem Rechts- anwatt Timendörfer verttetene Berufung des Beklagten die Strafkammer Via des Landgerichts. Da der Kläger In seiner Klageschrift fich selbst als„einen sehr bekannten Mann" be» zeichnet habe, so sei die gleiche Bezeichnung durch den Beklagten nicht beleidigend. Eben so wenig sei dies bezüglich des zweiten Anllagepunktes der Fall. Hier habe der Kläger den Beklagten geradezu herausgefordert, indem er fich die Blöße gegeben, fich durch das Fortlassen des„t" in seinem'Namen beleidigt zu fühlen. Der dritte Punkt beziehe fich nicht auf die Person. Der Beklagte war sonach freizusprechen. Gi« wahrer Kettelkiinstler ist der ehemalige Unter» offizier Wiih. Ernst Theodor Schulze, der gestern unter der Beschuldigung des wiedergeholten vollendeten und versuchten Betruges vor der zweiten Ferienstrafkammer des Landgerichts I stand. Der jetzt 46 Jahre alle Angeklagte hat drei Feldzüge mitgemacht und fünf Ehrenzeichen erworben. Nach seiner Ent- laffung aus dem Milllärdienste griff er wieder zu seinem früheren Berufe, er wurde Inspektor auf dem bei Spandau belegenen Gute Haselhorst. Dann Heß er sich in Berlin als Kommissionär„für Alles" nieder, und bei diesem schlüpfrigen Erwerbszweige gerieth er mehrfach mit dem Strafgesetzbuch in Kollision. Eines Tages wollte einer seiner Kunden, der fich von ihm betrogen wähnte, die Polizei holen lassen. Um der Verhaftung zu entgehen, sprang Schulze aus der ersten Etage auf ven gepflasterten Hos nieder. Er brach dabei das linke Bein, das ihm abgenommen werden mußte. Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhause lebte er nur von der Wohlthätigkeit seiner Mitmenschen, und da er das Geschäft des Bettelns mit großem Raffinement betrieb, so ging es brillant. Zu jener Zeit nahm das Untcrstützunas- gesuch des invaliden Unteroffiziers Schulze, der drei Feldzüge mitgemacht und ein Bein verloren hatte, aber trotzdem keine Staatspenfion bezog, eine bestimmte Stelle m dem Annonzentheile ernraer größerer Zeitungen ein. Jeder Leser mußte der Meinung sein, daß der Invalide sein Bein im Kriege eingebüßt und von allen Seiten liefen Unter» stützungen ein. Schulze würde wohl nach und nach ein ver- mögender Mann geworden sein, wenn die Polizei dem Schwindel nicht ein Ende gemacht hätte. Seine Wohlthäter mußten einsehen, daß fie es mit einem vielfach bestraften und der Unterstützung durchaus unwürdigen Menschen zu thun ge- habt. Natürlich überließen sie ihn nunmehr seinem Schicksale. Weaeu dieser Betrügereien wurde Schulze im Jahre 1885 zu einer Ge- fängnißstrafe von 15 Monaten verurtheilt. Kaum in Frei- heit gesetzt, hat er das Bettlergewerbe wieder aufgenommen und dabei einen nicht geringen Fleiß entwickelt. Er schrieb an alle möglichen Personen, aber gewitzigt durch die Erfahmna ließ er durchblicken, daß er das Bein nicht Direkt im Feldzuge aber doch infolge der ausgestandenen Strapazen verloren habe. Erhielt er durch Die Zeitung Kcnntniß von irgend einem frohen Ereigniß, welches in einer„hochadligen" Familie eingetroffen, so war Schulze der erste, der in überschwenglichen Aus- drucken feine Gluckwunsche darbrachte, woran dann die übliche Bitte um Unterstützung geknüpft wurde.„Hoch- gnädige und hochedle Frau! Hochwohlaeborene, hochgütige und döchstangesehene Dame!" so redete er in einem Bettelbriefe die Gattin eines Konsuls an, erzielte aber nichts, weil die Dame fich seiner früheren Verurtheflung aus den Zeitungen er- innerte. Einen ferneren Kniff übte er dadurch aus. daß er an dem Kopf der Briefe neben dem Datum noch irgend einen Schlacht verloren habe. Im gestrigen' Termin stützte dwA�ge'» klagte seine Vertheldigung darauf, daß er falsche Vorspiegelungen nrcht gemacht habe, es wurde ihm aber nachgewiesen, daß er nach wie vor fich auf seine früheren Wohlthäter berufen hatte. trotzdem diese rhm solches strenge untersagt hatten. Der Ge» rrchtshof war mit dem Staatsanwalt der Ansicht, daß den Unverbesserlichen eine erhebliche Strafe tteffen müsse. Das Er- kenntmß lautete auf zwei Jahre Zuchthaus, drei Jahre Ehr- verstrst und 450 M. Geldstrafe, eventuell noch einen Monat Zuchthaus. Vereine und versamminngen. Ä» der gestrige« graste« Mahleroerfammwug in der Tonhalle wurden nack einer kurzen Debatte die Herren Jacobey, Hartmann und Wernau ins Bureau gewählt. Das Wort zum Referat über die Tagesordnung, die Ersatzwahl im VI. Berliner Reichstagswahlkceis. erhielt Herr Schriftsteller Kurt Baake. Derselbe fubrte wörtlich folgendes aus: Meine Herren, nur noch eine kurze Spanne trennt uns von dem Termin, an dem Sie berufen find, an Stelle unseres Genoffen Hasenclever einen Abgeordneten in den Reichstag zu. rvShlen. Die Agitation in den großen WSHlerversanim- lungen find deshald werthvoll, weil dabei jeder dieiParole erhält, unter der er in den Kamvf ziehen soll, die Aglitsation in der Werkstatt, zu Hause und bei Bekannten ist aber noch werthvoller! bei diesen Worten erhob fich der überwachende Beamte und erklärte die Versammlung auf Gmnd des 8 9 des Sozialisten» gesetzes für aufgelöst; wildes, Ohren detäubmdes Geschrei erhob fich bei diesen Worten und gedrängt von den Schutzleuten und unter fanatischen Hochrufen und dem Gesang der Marseillaise entfernte fich die furchtbar aufgeregte Menge; hierbei kamen vier Verhaftungen vor. Selbstverständlich wird Beschwerde beim Polizeipräsidenten erhoben werden. Polizeilich aufgelöst wurde die öffentliche Töpferver- sammlung, welche am 23. d. M. im„Königstadt-Kafino", Holzmarktstraße 72, tagte. Herr Abendroih berichtete über den Ver» lauf der Bausperren. Ein Unternehmer, Herr Töpfermeister Brettschneider, habe fich bereits genöthigt gesehen, wieder voll- ständig nach dem Tarif zu bezahlen. Hauptsächlich sei es noch die Firma Tietel, um welche fich der Streit drehe. Der Vor- fitzende Herr Thieme verlas einen Bericht aus dem„Berliner Tageblatt", in welchem es am Schluffe heißt, daß der Berliner Töpfergeselle 60—70 M. die Woche verdiene. Redner kritifirte dies Geschreibsel mit treffenden Worten; daffelbe solle nur dazu dienen, den Töpfern in ihrem gerechten Kampfe die Sympathie des Publikums zu entziehen. Herr Sachs wies statistisch nach, daß der Verdienst eines Töpfers durchschnittlich höchstens 22 Mark pro Woche betrage, und kennzeichnete das Verhalten der Meister, die hiervon noch Abzüge machen wollen. Dem schloffen fich sämmtliche anderen Redner an. Das Verhalten des Herrn Tietel, der früher, ehe ein Lohntarif in Berlin bestand, die Ge- sellen direkt aufgefordert habe, die Schundkonku'.renz zu deseiti- gen und jetzt dieselbe wieder einführen wolle, wurde einer sehr scharfen Kritik unterworfen und die noch dort arbeitenden Kol legen aufgefordert, die Arbeit niederzulegen. Hierbei wurde, als Herr A. Krause fich einer unparlamentarischen Aeußcrung bediente, die Versammlung polizeilich aufgelöst. So ruhig und sachlich die Debatte war, in eben so musterhafter Ordnung verließen die Anwesenden den Saal. «in» tzZeneralversammlung der Krrliner Packer- gesellen wurde am 23. d. M. unter Vorfitz des Herrn Pfeiffer in Dräsel's Festsälen abgehalten. Der erste Punkt, über welchen der Vorfitzende referirte, lautete:„Wie stellen wir uns»u der Resolution der hiesigen Verbandsmitglieder in Betreff der Grün- dung des zweiten Meisterverbandes„Allemannia"(früher In- nung„Concordia")? Diese Resolutton hat folgenden Wort- laut:„Die heut versammelten Verbandsmitglieder können nur dann dem neu gegründeten Meisterverbande Vertrauen entgegenbringen» wenn derselbe die Einengung des Lehrlingswesens, Kalürzung der Arbeitszeit, Abschayung des Zwischenhandels nach oben und unten auf seine Fahne schreibt und die Rechte der Gesellschaft in unserem Sinne voll und ganz anerkennt." Diese Resolution enthalte, wie der Referent bemerkte, die Ziele und Bestrebungen des Gesellenvcrbandes, welchen groß und stark»u machen im Interesse der Bäckergesellen liege. Pflicht der Gesellen sei es daher, in ihrem eigensten Interesse, dem Verbände beizutreten, welche Pflicht und welche Rothwendigkeit von Herrn Pfeiffer des weiteren klar gelegt wurde. Die Ver- sammlung schloß fich einstimmig der von den Verbandsmit- gliedern gefaßten Resolution an. Der zweite Punkt der Tages- ordnung lautete:„Stellungnahme zur Alte-s- und Invalidenversicherung der Arbeiter." Herr Pfeiffer führte die wichtigsten Bestimmungen des Gesetzentwurfes den Anwesenden vor Augen, dieselben erläuternd und in Bezug auf ihre Bedeutung für das BSckergewerbe besprechend. Bezüglich der Quittungsbücher, welche einen solchen Proteststurm unter den deutschen Arbeitern hervorgerufen haben, bemerkte Redner, daß er wünsche, obgleich die Bäckergesellen hieran keinen so großen Anstoß zu nehmen hätten, da dieselben bereits mit den„Germania-Arbeitsdüchern" beglückt seien, daß dieselben dennoch im allgemeinen Arbeitcrintereffe fich gegen die Quittungsdücker aussprechen möchten. Im übrigen machte er dieselben Bedenken gegen den Gesetzentwurf geltend, wie ste in allen Arbeiterversammlungcn geltend gemacht worden find. Er hielt es für vortheilhafter, an Stelle der Alters- und Jnva- lidenversorgung, wie sie der Gesetzentwurf vorbereite, freie Ar- deiterverbände mit obligatorischer Beitragspflicht zu schaffen. Er empfahl folgende Resolution, welche Herr Hoppe motioirte: „Die heute tagende Versammlung der Berliner Bäckergesellen erklärt, daß die Vorlage, betreffend die Alters- und Invaliden- verficherung der Arbeiter, seitens der Bäckergesellen unannehm- bar ist, indem die Ardeiter im BSckergewerbe im seltensten Falle die Altersgrenze erreichen, da dieselben durch ihre nacht- liche Ardeitsreit von 14—18 Stunden, von ihrer Lehrzeit an, vollständig in ihrer Jugend und Ledensblüthe des Körpers ge- brachen werden und dieselben nicht im Stande find, bei den herrschentstn Löhnen und Arbeitslofigkeit die Beiträge aufzu- dringen, da die Löhne nicht einmal ausreichen, die notdwendig- sten Ausgaben zu decken. Die Quittungsbücher würden zudem nichts weiter als Arbeitsbücher werden. Die Versammlung for- dcrt daher einen hohen Reichstag auf. obligatorische Arbeiter- verbände nach Berufen zu schaffen, welche bei wahrer Koalilions- freiheit schon die Mittel finden werden, für die Invaliden ausreichend zu sorgen."— Das Bureau der Versammlung wurde beauftragt, diese Resolution dem im Herbst zusammentretenden Reichstage einzusenden..__, Di» Prreiuigung der Drechsler Deutschland«, Oits- Verwaltung Berlin 11(Stockdranche), hielt am 21. d. M. in den „Arminhallcn", Kommandantenstraße 20, eine zahlreich besuchte Miigliederrersammlung ab. Herr Dr. Bemstein hielt einen Vor- trag über„die erste Hilfe bei Unglücksfällen". Redner empfahl bei vorkommenden Verwundungen vor allen Dingen die größte Reinlichkeit bei der Anlegung des ersten Verbandes. Er gab ferner Verhaltungsmaßregeln bei Knochenbrüchen, Vemnglückungen durch Ertrinken, Vergiftung durch Einathmunz von Leuchtgas und bei Blutvergiftung. Er bezeichnete diejenigen Mittel, durch welche den Verunglückten die erfte Hilfe gebracht werden kann, und empfahl zum Schluß, einen Kursus einzurichten, um praktisch die detreffenden Hilfsmittel kennen zu lernen. Nach dem Vor- trag beantwortete Herr Dr. Bemstein verschiedene auf den Vor- trag bezügliche Fragen. Zum zweiten Gegenstand der-ragcs- ordnung demerkte Herr Pindrix, daß in Lauterdcrg infolge Maßregelung des dortigen Vorfitzende» der Verl einigung sechszebn Mann die Arbeit niedergelegt hätten. Da jedoch sämmtliche Kollegen der Vereinigung angehötten und eine stramme Haltung zeigten, war die Differenz schon nach drei Tagen beseitigt und wurde die Arbeit wieder aufaen ommm. Der Vorfitzende forderte die Kollegen auf, für die Einschickung der Fragebogen mehr Sorge zu tragen, da erst ca. 100 ausgefüllte Bogen eingelaufen find, während gegen 500 verausi gabt wurden. Nach diesen Ergebnissen mußte die Frist für Rücksendung bis zum 18. September, also bis zur nächsten Ber sammlung hinausgeschoben werden. Nachdem noch einige inteme Vereinsangclegcnheiten erledigt waren, wurde zum Schluß noch auf die Dringlichkeit eines Arbeitsnachweisebürcaus hingewiesen und die Frage angeregt, od es nicht zweckmäßig sei, behufs arößerer Agitation eine Kommisston zu wählen, welche den Vor- stand unterstützen solle. � i_.,.... Fachverrin der«ischler. Heute. Sonnabend, Abends 81 Uhr. in Jordan's Salon, Neue Grunstraße 28; Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Schmelz- pfennig:„Aus der Nahmngsmtttellehre". 2. Verernsangelegen- Christen. 2. Skalitzerstt 107 bei Kunstmavn. 3. Bellealliance platz 6 bei Hilscher. 4. Zionskirchplatz 11 be, Hohn. 5. Manen dorfcrstr. 5 bei Schmidt. 6. Göbenstr. 15 bei Ettlich. 7. Alte Jakodstr. 33 bei Schumann. Die Zahlstellen find jeden Sonn- abend Abend von 8%— 10 Uhr geöffnet; daselbst werden Bei- träge von den Mitgliedcm entgegen genommen und neue Mit- glieder aufgenommen. Derein zur Pflege freireligiöse« Keben». Sonntag, den 26. d. M., Vormittags 10% Uhr, Niederwallstraße 20, Vorttag des Herrn E. Vogtherr über:„Die Bedingungen geistiger Freiheit."— Gäste(Herren und Damen) haben freien Tischler-Uerei«. Heute Abend 9 Uhr, Kottduserstr. 4a, Versammlung. Tagesordnung: Vortrag des Herm Dr. Bohn über„Kolon, ale Unternehmungen in Zenttalafrika." Fachverei« der Gas-, Wasser-, Heiknng«- Rohrleger und Berufsgenoffen zu Berlin. Versammlung am Sonntag, den 26. August, Vormittags 10 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakob- sttaße 75. Tagesordnung: 1. Arbeitsnachweis bericht. 2. Wahl eines Vergnügungskomitces. 3. Veischiedencs und Fragekasten. Derei« der Sattler«nd Fachgenosse«. Heute, Sonn- abend, Abends llsiUhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandanten- sttaße 77—79: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vorttag des Herrn M. Canitz über:„Hals- und Lungenleiden, ihre Ursachen, Verhütung und Heilung nach den Grundsätzen der Naturheilkunde". 2. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Geffentliche Dersammlung der Steindrucker, Lithographen und sämmtlicher in der Branche beschäftiaten Arbeiter heute, Sonnabend, Abends Uhr, im Schützenhause, Liniensttaße 5. Tagesordnung: 1. Die Alters- und Invaliden- verficherung der Arbeiter. Referent: Th. Mctzner. 2. Gewerk- schaftliches.— Um recht zahlreiches und pünttliches Erscheinen wird ersucht. Große öffentliche Generalversammlnng für sämmtliche Zimmerlente Kerlin» und Umgegend am Montag, den 27. August, Abends 8j Uhr, im großen Saal von Buggen- Hagen, Moritzplatz. Di» Versammlung de« Verbände» deutscher Jim- merlente, Lokalverband Baiin W., die am Montag stattfinden sollte, fäll, wegen der großen Generalversammiung der Zimmerer Berlins aus. Betträge werden vom Kassierer Herrn Naumann, Lteinmetzstt. 28, angenommen. Freireltgiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, dm 26. d. M., Vorwittags 10 Uhr, Vorttag des Herm Völkel- Magdeburg über:„Die sogenannte gute alle Zeit". Damen und Herren als Gäste willkommen. Der Kchach Jilnd„Germania" ist bestrebt, für die Pflege des Sckachspiils in weiteren Kreisen fördemd zu wirken. Zu diesem Zwecke nimmt er auch Nicht-Schachspieler und Anfänger als Mitglieder auf, um fie durch kostenfreien Unteniedt und durch prattische Uebung zu tüchtigen Sckachspielem heran-ubilden. Der Schachklub„Germania" versammelt fich jeden Montag Abend 8* Uhr im Restaurant Prawitz, Michaclkirchsttaße 39, woselbst Meldungen zum Beitritt entgegengenommen werden. Verbotene Versammlung. Die Versammlung des Ver- bandcs deutscher Zimmerleute, Lokalverband Berlin- Nord und Umgegend, die mit der Tagesordnung: 1. Vortrag über Alters- und Jnvalidenversorgung. Referent: Herr Metzner. 2. Ver- schiedencs� 3. Fragekasten— einberufen war, ist am Mittwoch, den 22. d. M.» verboten worden. Große Wähler- Versammlung für den 6. Berliner Reichstagswahllreis beute, Sonnabend, Abends 8 Uhr, in der Schloßbrauerei. Schönhauser Allee 106. Tagesordnung: Die bevorstehende Ersatzwahl im 6. Berliner Reichstagswahllreis. Gesang-,«nrn»«nd gesellige Vereine am Sonnabend. Gesangverein„Harmonia" Abends 8 Uhr im Restaurant, Alte Jakobstr. 38.- Männergesangverein„Treue" Abends 9 Uhr im Restaurant Andreasstt. 9.— Männergesangverein„Erato" Abends gj Uhr bei Schläwicke, Kleine Kursttaße 1.— Lübeck'scker Tumoerein(1. Lehrlingsabthcilung.) Abends 8 Uhr Elisabcthstr. Nr. 57—58.— Turnverein„Wedding", Pankstt. 9, Männer- abthcilung von 8%— 10% Uhr Abends; desgl. Lehrlingsabthei- lung von 8 bis 10 Uhr Abends.— Arends'scke Stenoaraphen- klasse des„Berliner Handwerkervereins" Abends 8i Uhr Sophien- sttaße 15.— Theater- und Vergnügungs-Verein„Cantas" Abends 8 Uhr im Louisenstädtischen Bierbause, Admiralstr. 38.— Theater- und Vergnügungsgesellschaft„Treue" Abends 3», Uhr in Bobert's Ballsalon, Weinstraße 11.— Geselligkeitsklub „Lustig" Abends 9j Uhr im Restaurant Weichett, Tauben- sttaße 45.— Verein der Taubenfreunde Abends 3' Ubr im Restaurant Hillmann, Manteuffelstt. 68.— Dänischer Verein „Freya" Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Lindenstt. 106. — Verein der Württemberger Abends 8', Uhr bei Vaihinger, Dorotheenstt. 84.— Verein ehemal. Schüler der 34. Gemeinde- schule Abends 9t Uhr im Restaurant, Markusstt. 7.— Verein ehern. M. C. Lutberscher Schüler Abends 9% Uhr im Restaurant Bormann, Ohmgaffe 2.— Rauckklub„Qualm" Abends 8 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28.— Vergnügungsverein„Luirige 13", Abends 9 Uhr im Restaurant Aldrecht, Annenstt. 9. Kleine Mittheilungen. Kall». 22. August.(Gefaßler Raubmörder.) Der 24 Jahre alle Luo Junge aus Fährendorf bei Dürrenberg ist als der- jenige ermiitell und dingfest gemacht worden, welcher Anfangs voriger Woche auf dem Wege nach Lösau den b, jährten Zimmer- Bärihel aus Mörsdorf bei Gera mit einem Knüppel mann niedergeschlagen und beraubt hat. Junge hat sein Verbrechen eingestanden. Bei seiner Verhaftung versuchte er fich mittelst eines Meffers zu erstechen, brachte fich aber nur eine geringe Verletzung in die Brun bei. Wie«, 20. August. iUeberschwemmungen in Nieder« Oesterreich.) Auch Nieder- Oesterreich wurde in den letzten Tagen von einem furchtbaren, durch Wolkenbrüche verursachten voch- waffer heimgesucht. Dem„Vaterl." wird geschrieben: Gestem (17. d.) hat die Gemeinde Niederleis(Bezirk Mistelbach) ein furchtbares Unglück getroffen. Nachdem von halb 6 Uhr Abends mehrere Gewitter über Niederleis niedergegangen, kam nach 7 Uhr m't einem donnerähnlichen Rauschen von den Bergen her ein Hochwasser, das an vielen Stellen die Höbe von 150 Zentimeter erreichte und in einer kalben Stunde eine Verbeerung anrichtete, die zu schildern beinahe unmöglich ist. Fünfzehn Häuser find beinahe ganz zusammengestürzt, und viele von denen, die noch stehen, find so beschädigt, daß fie ganz und gar unde- wohndar find. Die Gewalt des heranstürmenden Waffe s kann man fich etwa vorstellen, wenn man bedenkt, daß die auf dem Kirchenplatze stehende steinerne St. Johannes- Statue vom Wasser gänzlich weggeschwemmt wurde. Ganze Scheuern sammt Früchten wurden vom Waffer forlgeschwemmt, vieles Vieh ging zu Gründe. Auch drei Menschenleben find zu beklagen. Ein Mann wurde beim Ackern auf dem Felve vom Wasser übenascht. Er wurde ein Opfer der Wellen. Ebenso eine Frau sammt dem acht jährigen Kinde eines hiesigen Bauern. Die Roth ist groß."— Eine andere Zuschrift aus demselben Bezirke lautet:„Der 17. August 1888 wird unserer Gemeinde Ladcndorf wohl lange in trauriger Erinnerung bleiben. Am be,eichneten Tage entlud sich nämlich ein furchtbarer Wolkendruch über Ladendorf und Umgebung. Gegen halb 6 Uhr Nack- mmm wogenden See. Sogar höher gelegene Häuser niemals vom.Hochwasser berührt worden find,\-,M drei bis vier Fuß tief unter Waffer. Fortwährend W fr. 200 es, Zäune, Brücken, Stege, Häuser stürzten eines. dem anderen zusammen. Gegen zwanzig Häuser stürzten ständig zusammen und begruben Alles, Kleider, Wäsche,** richtungsgegenstände u. s. w. in den Fluthen, andere. so arg beschädigt, daß fie unbewohnbar geworden find.»K viel Vieh ist zu Grunde gegangen. Der Schaden ist vom» noch nicht zu ermessen, ist aber sehr dedeutend. Die Rott das Elend find groß, viele Leute find buchstäblich auf die Ly gesetzt, haben kein Obdach, keine Kleider, nichts zu essen. ältesten Leute wissen fich an ein solches Unglück nicht zu enn� Das Viehfutter, als Klee, Kukurutz, Rüben, ist vollständig« Schlamm dedeckt und wird nur ein geringer Theil davon W bar sein. Menschenleben find in unserem Ott wohl niat I beklagen, aber in Aspern sollen sechs, in Pürstcndorf 2 Perslfl ertrunken sein; dort scheint das Wetter noch ärger schaftet zu haben.". Krüssel. 23. August. Am 21. ds. Mts., am Montag« Mitternacht, war ein Militärballon unter Leitung des N schiffers Toulet mtt dem Kapitän Mahauden und dem% nant Croy in Berchem bei Antwerpen aufgestiegen, um elekw- Versuche anzustellen. Noch um zwei Uhr Nachts hatte man' Ballon über der Stadt gesehen, nachher war er verschwuj« Da am Dienstag, weder am Tage noch in der Nacht, aus s Mittwoch Vormittag keinerlei Nachricht eintraf, so war Unruhe eine allgemeine; nach allen Küstenotten Depeschen abgesandt— keine Antwort ging ein, daß man die Luftschiffer verloren glaubte. Endlich. gestern Nachmittag in Antwerpen aus Dünkirchen eine Cw i ein, welche meldete, daß der englische Dampfer„Warrior' drei Luftschiffer in der Nordsee aufgefischt hatte, der aber verloren sei. Gestern Abend trafen fie in BrufWJl Aus ihren Erzählungen ergiebt sich, daß ste sehr schwere den durchgemacht hatten. Der Ballon hatte an zwei% die Scheide überschritten, derselbe nahm die weitere Rw? nach Nordwesten, da schlug der Wind um und sott##- nach dem Norden. Gegen 3 Uhr Nachts sank der ein Fischerboot, welches ste endlich erblickten, gab ihnen? Zurufen der Fischer zu erkennen, daß fie über der W* schwebten. Sie warfen Ballast aus, stiegen abermals avJL hofften, Land zu erreichen. Um 5 Uhr Morgens sahen ra großes Fischerboot; schleunigst fuhren fie hernieder, abfllj Schiff war nicht zu erreichen. Man warf den letzten � über Bord. Alle drei Reisende entkleideten sich und wa#!- Uniformen in das Meer, Croy auch seine 200 Frks., die �- sich trug. Der Ballon stieg aufs Neue 1500 Meter Holl" flog pfeilschnell dahin. Um 7 Uhr defanden 112 Meilen von Zierikzee, da erblickten fie auf's � einen Dampfer, fie öffneten das Ventil, der Ballon sam, die Gondel schwamm im Meere. Alle Drei halb tob-\ froren, bis zur Schuller im Waffer, Croy seekrank, so 6% ver engttsche Dampfer, der zum Glück den Ballon bemerkt/� und sofort auf ihn losdampfte,' auf. Der Kapitän en% ein Boot mit 4 Mann, welches die drei LufM nach vielen Fährnissen um 8 Uhr rettete. Man befand# 52 Gr. 42' nördlicher Breite und 3 Gr. 13' östlicher-A Nack dreißigstündiger Schiffkabrt trafen die Geretteten int- kirchen ein. Der Ballon selbst war nachdem die Luftschiffs verlassen hatten, in den Lüften entschwunden. Lüttich, 21. August.(Unglücksfall auf der Rutsch Seitdem im Park der Brüsseler Weltausstellung zum Male Rullchdabnen(wvntagve» Misses) eingerichtet hat fich die Lust an den schwindelnden Fahrten im Lande verbreitet und werden jetzt in mehreren Städten Bahnen erbaut. So auch hier in Lüttich, wo ein Unte dieser Art auf dem Boulevard eröffnet wurde. Das desselben war jedoch von einem Unglücksfall deglei-et, del Gefahren dieser Belustigungen zeigt. Die Prodeversuche Babn am Sonnabend waren gut verlaufen; als gestern Araber die regelmäßige Benutzung begonnen war und � Fahrten bewerkstelligt worden, geneth bei einem neuen Ad- j Aufstieg einer der kleinen Wagen aus den Schienen j schleuderte drei Insassen kopfüber auf die Straße. diesen kamen mir Quetschungen davon, der dritte jedock � so schwere Gehirnerschütterungen, daß er ins Hospital 0( werven mußte und man an seinem Aufkommen zweifelt. Die städtischen Behörden stellten sofort eine tee�z Untersuchung an und verboten bis auf Weiteres die tfodr der Fahrten. � Soft», 21. August.(Bulgarisches Räuberledcn.) Cfti» den Räubern gefangene Nikola Mikoglu hat gleichfalls ein' � sckädiaung von der Regierung verlangt. Lamdler erhw'*: der Gesellschaft Vitalis die Kündigung, ebenso Binder n0, pt Compagny Ottomane. Letztere erließ ein Rundschreiben Beamten, fie übernehme keine Haftung für die durch$ attentate bedrohten Beamten. Meint tägi -Ä"« *&£ I ,.. Am n »--I'gen VI �ielle bei v m den Rei Von de �bknecht a! l° wird derj '«'gehen.! «4 Berlin "cht selbst> "»b wohl k. ??en Stimr «uhrers in °-u der M "kennt. „ So bek �bevslaaen «eöliebenen '0 dürfte e Scher P "u nächsten M kleines! halte«, beste % i m Sprechsaal. � Die Redaktion stellt die Benutzung de« SprechsaalS, soweit Raum dafür 4�4«* ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen 3 zur Verfügung; ste verwahrt fich aber gleichzeitig dagegen, mit dem desselben identifizirt zu werden. In Nr. 198 erllätt die aeschäete Redaktion de< Volieblatt" bei dem Attikel„Eine sehr demerkenswettbe„.�li' regel", wonn des Vorgehens des„Dresdener Vereins für � bildung" und dessen Maßnahmen JSlwähnung geschieht-� zc' Motte auf den Einladungskarten„Militär hat nicht Zn�Äün� r e ch t i g t seien. Wenigstens muß der Nachsatz--~1 hu' sollen sie auch ruhig matten, bis die Garnisonverwaltungen�z au.s gelegt werden- � solche Maßregel Kesten?" so �»... � �.--- das Fragezeichen am Schluß auch anderen Anl«n bereits vorher eine gewisse Berechtigung zugesteht!, � Diese andere Anschauung aber möchte ick K Einsendung zum Prinzip erheben. Es ist denn dock h.«UNUl JSetfstät ufe �§iau Ü sti,»Seit Men und «Das 8 deulenver Unterschied, od eine Garnisonverwallung in%,$ Reiches höheren Drills denzuGehorchenden etwas vcrbf,� Therese» der!vnw.,nc>'» wenn ein„Verein für Volksbildung" den Söbnen der vielleicht, mindestens aber deutschen zum Milttär Arbeitern eine Abwehr- Maßregel entgegenbringt.*2%*# «wcucuinnc« o Iv r y r- aaayregel enigcgenoir»»-.. �ro>- bot der Garnyonverwaltung konnte ruhig abgewarter � es hat für den Verein nichts Entwürdigendes. Damit»v üfi ..... w.» V.B y.lUUJCIIVCII ich findet, sondern nur eine vrinzipiclle Haltung, so wo»" ein findiger äugeln" mit Kopf in dieser Einsendung nickt �N- den„Stützen des herrschenden System® eines gewissen Gegensatzes Erwähnung tbun. In einer »Sanssouci" soll «egeniayes Erwähnung tbun..> wrzl'ch Nattgefunbencn Volksvettamm' all die Gegenwatt mehrerer (aber nicht Gehermrathe) demerkt worden und ein- r „Ausweisung" ergangen sein. Die Versammlung selben ab, nachdem von einem Redner der Wimsck«SQni 5 wurde,„den„Herren" auch die Belebrung resp�W� einer verr meoaileur, oaven ste oen koni™» 0- gif»;,j Gesagten. DtMienigen. der zu seiner augenblicklrcbcn � fr, «eeuflezogen" wird und erst dann„gehorchen-cht'�j em Verbot entgegengebracht, und denjenigen, vre � v gezogen" find(mehr möchte ich nicht sagen), mo*"�ßn Belehrung cttheilen und ihre Gegenwart als-t. K. hinstellen! Verantwortlicher Redakteur:*.«ranhel« in Bettin. Druck und Verlag von»a. Kalling in Berlin SW., Kriefkasten der Redaktio�� Ba Anfragen Sitten wir dl« Sbonne-nenti-Outttung WizuW-.!■ Nntaort wtrd nicht-rtheilt. js- H. Wernick». Die Adresse ist: Schillinzraß!�. „sf" «Und |fi !2aniuiDa Wommen. V"-3nn bekoj M bei °ufzu 'tl §1» W -»(in Beuthsttaße 2.