'i eine!«Jl unten � äsche. N « find. M st vor» ; Mb P bieg« essen. � u eniw®] ständig m von brOT il niSt i 2Pers°>? k aoo. Sonntag, den 26. Angnst 1888. 5. Jahrg. IN elefin" te man rschwuRKj it, aua o war ;n w>n , ein, indlich � ne?ck� äÄ örüss-i- rj ort er hnen >er ils ihcn !..H warfen� die«r MiimVMloll Brgan für die Interessen der Arbeiter. . Da«„Berliner Volksblatt" Memt täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. WonnementspreiS für Berlin frei ?�,vaus vierteljährlich 4 Mark, monallich 1,35 Marl, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement war!. Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntngs-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in der Postzcitungsvreisliste für 1833 unier Nr. 849.) Jnsertionsaebühr beträgt für die 4 gesvaltcte Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarlt 10 Pf. Bei größeren Auslagen hober Rabatt nach Uebcreinkiinst. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag m der Expedition, Berlin SW., Zimniersttaße 44, sowie von allen Annoncen-Burcaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Keuthstraße 2.— Grpeditio»: Zimmerstraße 44. i>?fr heutigen ihtwuter liegt für»nfee» Abonnent»» �*8„K-»»tag»-Sl«tt" bei._ Wilhelm Kebknecht. Am nächsten Donnerstag werden die Wähler de« » M VL Wahlkreises an die Wahlurne schreiten, um an welle des unglücklichen Hasenclever einen neuen Vertteter den Reichstag zu wählen. ;. Von der sozialdemokratischen Arbeiterpartei ist Wilhelm ai\.'kbinecht al« Kandidat aufgestellt, und täuscht nicht alleS, a, vi' durd derselbe auch als Sieger aus dem Wahlkamps her- . m"'�hen. Auf Grund deS kleinen Belagerungszustandes ' 2 Verlin ausgewiesen, kann Liebknecht sich seinen Wählern rj* selbst vorstellen, doch sein Name ist ein Programm, ?d wohl keiner der Wähler, der am nächsten Donnerstag Stimmzettel mit dem Namen deö sozialdemokratischen mihrers in die Urne legt, wird im Zweifel darüber sein, der Mann ist und zu welchen Grundsätzen er sich o, Eo bekannt aber die politische Thätigkeit de» in allen �bevslagen erprobten und seinen Grundsätzen allzeit getreu Mliebenen Vorkämpfers der deutschen Arbeiterbewegung ist, � dürfte eS doch manchen unter den Hunderttausenden j°ültscher Proletarier, welche mit Spannung dem Resultat � nächsten Donnerstag entgegen sehen, willkommen sein, ."' kleines Bild über den Lebensgang des ManneS zu er- ™ten. dessen Name im Laufe dieser Woche auf Millionen Lippen in und außerhalb der deutschen Grenzen wird. os unmöglich, im Rahnien eines ZeiwngS- M.» niu erschöpfendes Bild von dem Schaffen und jnt des Mannes zu geben, der seit seinem 20. Lebens- hn ssch am politischen Leben Deutschlands betheiliat, und bfelti der Waffe wie mit der Feder, auf dem Schlacht- her*° im Parlament und in der Versammlung wie auf � Anklagebank für seine Grundsätze von jeher mit rück- tj� mfer Energie und aufopfernder Hingebung eingetreten . Äa« wir un Nachstehenden geben können, ist deshalb � t.t,n schwaches Bild von dem Wirken und Schassen ihn,.4*'», aber es wird den Lesern zeigen, daß sie eS in ii, ,,""t einem ganzen, seiner Sache voll ergebenen Manne � haben. Schelm Liebknecht ist am 29. März 1826 als Sohn »® Beamten in Gießen geboren, woselbst er auch das �nastam besuchte. Mit 16 Jahren bestand Liebknecht L' Abiturienten examen mit der Note I, worauf er die die bezog. Von seinen Angehörigen ebenfalls für fu �eamtenlaufbahn bestimmt, merkte der junge Mann, der ��ereits auf dem Gymnasium dem Studium der Schriften •«rtrt«.] JeuiCeton. [71 �iuitna Ihre«.•«« ml-Roman nach dem Französische« von«.«' �"en und Fräulein Valdieu herbeigeführt. � Saton &»««»>« Therese zu Heirathen?-„ «KM W d-.. m.. H--.- � iU bekommen 1"..... i(t.t zu antworten, MW n-,•» Merkwürdiger Zufall!" % ♦ Ä St. Simons gewidmet hatte, bald, daß er für die Tret- mühle des Beamtenlebens nicht geschaffen sei, und nachdem er die Ueberzeugung gewonnen, daß auch sein Plan, an irgend erner der kleinen deutschen Universitäten sich als Privat-Dozent niederzulassen, sich nicht ver- wirklichen ließe, wenn er nicht geneigt sei, seine Grundsätze aufzugeben, faßte er im Jahre 1847, also 21 Jahre alt, den Entschluß, nach Amerika auszu- wandern. Schon befand sich Liebknecht auf der Reise nach Hami bürg, als er im Postwagen einen fchweizer Lehrer kennen lernte, der den jungen Feuerkopf bestimmte, sein Reiseziel zu ändern und nach der Schweiz zu gehen und dort die in Deutschland unvermeidlich gewordenen Umwälzungen abzu- warten. Liebknecht folgte dem Rath und ging nach Zürich, wo er das Bürgerrecht erwerben und sich der Advokaten- karrisre widmen wollte. Im deutschen Arbeitervereni in Zürich hatte Liebknecht zum ersten Male Gelegenheit, die Arbeiter felbst über ihre Wünsche, Hoffnungen und Bestrebungen sich aussprechen zu hören. Auf deutschem Boden gab es damals noch keine Arbeitervereine, die deutschen Arbeiter aber, die sich in der Schweiz aufhielten, thaten dies ohne hohe polizeiliche Er- laubniß, denn„das Reisen in Frankreich, Belgien und der Schweiz" war den deutschen Handwerksburschen verboten, eine Bestimmung, die für einzelne deutsche Staaten, so z. B. Bayern, noch bis in die fechszigcr Jahre herein Geltung hatte, aber von niemand mehr beachtet wurde. Noch bevor Liebknecht es zum schweizer Bürger gebracht hatte, traf aus Paris am 23. Februar 1848 die Nachricht vom Ausbruch der Revolution ein. Zwei Stunden nach Eintreffen diefer Nachricht befand sich L. auf dem Wege nach Paris. Als er dort ankam, war der Kampf bereits entschieden. Der„Bürgerkönig" Louis Philipp war feige auSaekniffen, nachdem er die dem Lande gestohlenen Millionen bereits vorher nach London in Sicherheit gebracht hatte. Der Dichter Herwegh organisirte damals seinen später so vielfach— und wohl nicht mit Unrecht— belachten Zug nach Deutschland. Die in Paris lebenden Deutschen wollten die Grenze überschreiten und auf deutschem Bode« die Re- publik proklamiren. Liebknecht schloß sich Herwegh an, doch erkrankte er und mußte in Paris zurückbleiben. Die Kata- strophe, welche die schlecht organisirte und wenig geschickt geführte Herwegh'sche Kolonne bei Doffenbach ereilte, hat er alfo nicht mitgemacht. Nach seiner Gesundung begab er sich wieder nach Zürich, um sich dann im Herbst dem Siruve- schen Aufstand anzuschließen. Nach der Niederlage desselben wurde Liebknecht gefangen genommen und nachdem er durch Zufall dem Standrecht enttonnen war, drei Vierteljahre in Untersuchungshast gehalten. Im Mai 1849 war in Baden der Militäraufstand ausgebrochen, eine Folge davon war, .WeShalb denn merkwürdig? Der Baron wohnt, wie Sie wissen, in der Rue de Cardinal Lemoine und er kam vom Bahnhof de Sceaux..." „Also Dank dieser glücklichen Begegnung konnte er sich vorstellen und wurde dann genöthigt, bei Frau Valdieu einzutreten? Ich wundere mich gar nicht darüber, daß Fräulein Valdieu ihn zum Gatten erwählt hat," fügte Andreas ironisch hinzu.„Ich würde aber an ihrer Stelle denn doch einem Retter nicht allzu sehr traue«, der sich so im richtigen Augenblick cinaestellt hat." Wollen Sie denn behaupten, daß er den Angriff auf Therese selber veranlaßt hat, um sich den Verdienst zu stchern ihr zu Hilfe gekommen zu sein?" Ich behaupte nichts, aber ich finde die Geschichte sehr auffällig. Die Angriffe gegen Mutter und Tochter hören auf, seitdem Herr von Randal erschienen ist, er schlagt die Banditen in die Flucht•••",_, Er brauchte fem Leben nicht aufs Spiel zu fetzen, um Eintritt in das Haus der Frau Valdieu zu finden. Ich selber wollte ihn dort vorstellen... wrr hatten da» schon abgemacht... und wenn eS übrigens auch nicht schwer fällt, Burschen zu sivden, die gefälschte Briefe besorgen, so ist es doch nicht leicht, einen Hallunken zu sinden, der sich frei- % lieh ist eS auch nicht meine Aufgabe, Sie zu über- zeugen, mein Lieber, und ich verzichte darauf. Glauben Sie und thun Sie, was Sie wollen, lassen wir es aber hiermit bewenden. Ich hoffte, Sie zu vernünftigereu Ideen zubringen. Sie sind aber augenscheinlich nicht aufgelegt. brlrst#' g Und ohne Andreas Antwort abzuwarten, wendete der Major ärgerlich sein Pferd und setzte ihm die Sporen ein. Vielleicht ritt er nach Pari», um dort mrt Herrn von Randal zusammenzutreffen. Andreas sah ihn ohne Bedauern scheiden. Was er so- eben gehört, regte ihn auf daS Tiefste auf, und eS war ihm recht, allein zu fein und seine Gedanken zu ordnen. daß der Staatsanwalt gleich bei Beginn der Verhandlung gegen L. und Genossenderen Freisprechung beantragte, die auch erfolgte. Liebknecht machte darauf die ReichSverfasiungS-Kampagne mit und flüchtete nach der Niederlage des Badisch-Pfälzi- schen AufstandeS nach der Schweiz. Unter den Opfern, die infolge auswärtigen Druckes schließlich aus der Schweiz ausgewiesen wurden, befand sich auch L. Derselbe hatte unter den damals sehr zahlreichen deutschen Arbeitervereinen in der Schweiz für ein gemeinschaftliches Zusammengehen und für die Verbreitung sozialdemokratischer Grundsätze agi» tirt. Die Folge davon war, daß er im April 1850 an die stanzösische Grenze gebracht wurde, wo er mit einem ZwangSpoß versehen nach London geschickt wurde. Dort lernte L. Marx kennen, nachdem er mit Engel» bereit? in Genf bekannt geworden war. Dreizehn Jahre lang lebte L. in London, sich als Journalist und Sprachlehrer knapp durchschlagend. DaS Elend deS Emigrantenlebens hat er gründlich kennen gelernt. August Braß, der Dichter von Wir färben echt, wir färben gut, Wir färben mit Tyraunenblut, war schuld daran, daß L. wieder nach Deutschland zurück- kehrte, wa« ihm nach der zu Beginn der sechziger Jahre er- lasiene« Amnestie möglich war. Braß hatte die„Nord- deutsche Allgemeine Zeitung" gegründet, deren Programm lautete: Bekämpfung deS BonapartiSmuS nach Außen und deS falschen Bourgeoisliberalismus nach Innen, im Sinne der Demokratie und des RepublikaniSmuS. Liebknecht trat im August 1862 in die Redaktion der „Nordd. Allg. Ztg." ein, gegen Ende September kam der Reichskanzler, damals Herr von Bismarck, ans Ruder. Es dauerte nicht lange und Liebknecht merkte, daß eS mit dem RepublikaniSmuS deS Herrn Braß nicht mehr sehr reinlich bestellt sei; als L. die Beweise in der Hand hatte, daß Braß gekaust war, trat er aus der Redaktion auS. ES ist bezeichnend für die Mittel, mit denen in der Politik gearbeitet wird, daß Braß Liebknecht carte blanche in feinem Departement, auswärtige Politik, gab. zu schreiben, wie eS ihm beliebe. Auch später noch— nach dem AuS- tritt— wurde L. die„Nordd. Allg. Ztg." für Artikel extrem sozialistischer und kommunistischer Richtung zur Ver- fügung gestellt. Es war das die Zeit, wo Herr Lothar Bucher Karl Marx einlud, für den„Preußischen Staats- anzeiger" zu schreiben. Liebknecht wie Marx lehnten freilich fchroff ab, sich bei der Hätz auf die liberale Bourgeoisie al» fozialistische Treiber verwenden zu lassen, interessant ist eS aber immerhin, zu beobachten, was alle» möglich war. Mittlerweile hatte Lassalle seine Arbeiteragitation be- gönnen, und L. schloß sich ihr an. Nach Lassalle'S Tod bc- kämpfte L. da« Bestreben, die junge Arbeiterbewegung in den Dienst der Reaktion zu stellen, was ja später unter In den letzten drei Viertelstunden hatte er mehr Neuig- leiten gehört, als während der ganzen Woche, wo er allein gegrübelt hatte. Jetzt wußte er, daß der Gatte, den man für Fräulein Valdieu erkoren hatte, jener Baron von Randal sein sollte, den den Major seit etwa acht Tagen kannte, und den er auf so sonderbare Weise kennen gelernt hatte. Und Fräulein Valdieu sollte ihre Zustimmung zu dieser Heirath gegeben haben, sie, die ihm geschworen hatte, nie- malS einen anderen als nur ihn zu heirathen! DaS war schrecklich, war unerklärlich. Wie konnte sich ihr Herz so rasch ändern? Welchen Druck hatte man auf sie ausgeübt, oder welche Lügen hatte man erfunden, um sie zu bewegen, mit Andreas zu brechen, ohne daß man ihm auch nur die Möglichkeit gewährt hätte, sich zu rechtfertigen? Daß das Zufammentteffen mit Martine Ferrette sie empfindlich hatte beleidigen müssen, sah Andrea« fehr wohl ein, daß sie sich aber dabei beruhigte und nicht den wahren Zusammenhang der Szene aufzuklären sich be- mühte, daS vermochte er nicht zu verstehen. Er begann zu vermutben, daß Herr von ArboiS, statt seine Vertheidigung zu führen, vielleicht gar zu verstehen gegeben hätte, daß er schuldig sei, nur um ihn unwideruf- lich von Therese zu trennen. Der Major wollte nicht, daß sie ihn heirathen sollte, aber weshalb begünstigte er dann Herrn von Randal? Und weshalb lag diesem Herrn so viel daran, der Schwiegersohn der Frau von LorriS zu werden? Dieselben Gründe, die Gunttam gegen seine Vermäh» lung mit Theresen anführte, mußte er doch auch dem Baron entgegengehalten haben, der adlig, reich und wohlangesehen war, und Herr von Randal hätte doch ebenfalls ihr Gewicht empfinden müssen. Er war doch nicht in Theresen leiden- schaftlich verliebt, er konnte eS ja gar nicht in seinem Alter und mit seiner Erfahrung sein. „Wenn es diesem Manne so gleichgiltig ist, daß er die Tochter einer Lorette heirathet, so muß er entweder nicht sein, was er zu sein scheint, muß sein Titel unecht sein v. Schweizer vorübergehend thatsächlich gelang. Diese Thätigkeit L.'s mußte besonders unangenehm empfunden worden sein, denn im Sommer 1 865 wurde er plötzlich aus Berlin und Preußen als eine Person, die„die Sicherheit deS Staats gefährde", ausgewiesen. Liebknecht ging nach Leipzig. Dort übernahm er nach dem Friedensschluß 1866 die Redaktion der„Mitteldeutschen VolkSztg." Vier Wochen später aber war das Blatt von der preußischen Militärverwaltung, die über Sachsen noch herrschte, unterdrückt. In Preußen war bei Ausbruch des Krieges eine allgemeine Amnestie erlassen. L. bezog sie auch auf sich und reiste im September nach Berlin zur L)rdnung von Familienverhältnisien. Er hielt bei der Ge- legenheit einen Vortrag im hiesigen Buchdruckerverein: auf dem Nachhauseweg, Nachts 11 Uhr, wurde er wegen„Bann- bruchS" verhaftet. Nach dreiwöchentlicher UntersuchungS- Haft erfolgte eine Verurtheilung zu drei Monaten Ge- fängniß. Diese plötzliche Verhaftung ihreS Mannes und die daraus resultirenden Sorgen verschiedenster Art wirkten auf den ohnehin schwächlichen Gesundheitszustand der ersten Frau L.'s derart ein, daß ihr frühzeitiger Tod wohl direkt auf diese Vorgänge zurück geführt werden darf. Politische Ueverstcht. Zur Kenuuziautrnseuch». Dem„Leipziger Correspon- denzdlatt" für Buchhandel ging am 10. Juli d. I. nachstehendes „Eingesandt aus Stuttgart" zu: „Zu dem 21. Stiftungsfeste des Stuttgarter Buch- handlungsgebilfenvercins, welches gestern in Ludwigeburg und Kvinwestheim abgehalten wurde, hatte ich mich in folge einer Einladung seitens deS Vorstandes als Gast eingefunden. Nachdem Kollege E. Ackermann, im Hause W. Svemann, eine Sammlung für die Witt wen- und Waisenkaffe veranstaltet hatte, stellte sich bei ver- schiedenen Mitgliedern und Gästen des Vereins ein Herr Buchheim, Gehilfe des sozialdemokratischen Verlegers Diep hier, mit einer Sammelliste vor, um(es ist kaum glaublich) für ausgewiesene Sozialdemo- kraten zu sammeln. Seine Bemühungen waren nicht ohne Erfolg, denn ich bemerkte auf der präsentirten Liste bereits 8 Namen, hinter denen Beiträge von 1 M. bis 1,50 M. verzeichnet waren. Selbsivernändlich wies ich den Herrn mit cntiprechenden Worten ad. Meine Anfrage bei dem Vorfitzenden des Gchilfenvercins, Herrn Schumann, im Hause Engelhorn, ob er mit Samm- lungen für sozialistische Zwecke in einem Verein, der die nationale Sache hoch halten müsse, einvcr- standen sei, beantwortete er einfach dahin, daß er nicht in drr Lage s-i, derartiges zu verhindern. Es ist ja ein offenes Geheimniß, daß der Stuttgarter Gebllfenverein sozialdemokratische Elemente entbält. Bedauernswerth aber erscheint es mir, daß der Vorsitzende des Vereins aus Rückficht für einige bekannte Herren, die unter dem Deckmantel des sehr dehnbaren Begriffes„Frei- finn" sonalistische Ideen nähren und verbreiten, nicht die nötzige Energie braucht, um jenen Leuten klar zu machen. daß solche Agirationen ungehörig und keineswegs geeignet find, dem Vereine neue Freunde zu er- werben. Stuttgart, 9. Juli 1888. (gez.) V. Brocke i. tz. W. Svemann." Der denunziatorilche Charakter des„Eingesandt" war zu offenbar, als daß die R-daktlon des„Correipondenzdlattes" fich zur Aufnahme bätle entschließen können. Sie schickte das Opus dem Urheber zurück. Dieser, der sein staats- und gesellschastrettendes Licht nickt unter den Scheffel stellen wollte, ließ hierauf ein Privatzirkular drucken, in welchem die Denunziation wieder- holt und noch etwas detaillirt ward, urd welches er formell an den Vorstand der tuttgarter Buchbandlungsgehilfen richtete, aber an alle deutschen Buchhändler versandte und auch Beamten mittheilte, so daß es auch glücklich an die Staatsanwalt- s ch a f t gelangte. Unterm 30. Juli d. I. erließ darauf hin der Vorband des Stuttgarter Buchhändlergehilfenvereins nachstehen- des Abfertrgungs-Znkular: „Stuttgart, dm 30. Juli. P P. Nachdem Herr V. Brocke, Buchhandlungsgehilfc, hier, die Ganfreundschaft, welche ibm der Stuttgarter Buch- bandlungsgehilfen-Verein erwiesen hat. dadurch erwidert, daß er ein unwichtiges Voikommniß zum Anlaß einer brüflichm Polemik, einer versuchten Denunziation in der Puffe und schließlich eines selbstgefälligen Rundschreibens an sämmtliche hiefig n Buchhändler gemacht hat, sehen wir uns genöthigt, zur Aufklärung kurz den Sachverhalt mitzutheilen. oder er hat sein Vermögen verschwendet," sagte sich Andreas. „Sartilly kennt ihn auch erst aus zweiter Hand, und Guntram schnitt ein Gesicht, als er diese Eröffnung hörte. Er kann rmmerzu versichern, daß sein Freund Randal nicht wiffe, welch' koloffale Erbschaft Fräulein Valdieu gemacht hat, er weiß eS doch, davon ich fest überzeugt. Und ähnlich steht eS auch mit seinem ReitungSwerk. Keiner soll mir weiß machen, de.ß das ein Werk deS Zufalls sei. Vom Major wird er gehört haben, daß Therese eine romantische Natur sei, dann hat er Leute gedungen und sie aus ihren Händen defreit, damit er sich das Verdienst zuschreiben kann, sie gerettet zu haben..— Herr von ArboiS sagt zwar, daß erner der Banditen auf dem Platze geblieben sei— aber er hat ihn nicht gesehen und ich glaube kein Wort davon." In seinem Grübeln mußte AndreaS immer wieder an jenen Feind denken, der Frau Valdieu verfolgte, und wieder stieg die Frage in ihm auf, weshalb jener ihr einen so er- Gitterten Krieg erklärt habe. Guntram hatte sich niemals klar über diesen Punkt ausgesprochen. Er hatte angedeutet, daß ein Verbrechen dem allen zu Grunde liege, aber mehr nicht sagen wollen. Was war das für ein Verbrechen? Und wer hatte eS de- gangen? Zweifellos jener geheimnißvolle Feind. Und nun kam Andreas durch eine natürliche Gedankenverbindung darauf, daß der Zweck deS Verbrechers gewesen war, sich in den Besitz der Erbschaft zu setzen, die Fräulein Valdieu zugefallen. Auch Herr von Randal hatte eS auf jene Erbschaft, oder weniastenS auf einen Theil davon abgesehen, wenn er Therese heirathete. Und der Feind ließ daS zu. während er sich solche Mühe gegeben hatte, eine Heiraih zwischen AndreaS und Therese zu verhindern. Steckte Herr von Randal mit jenem Feinde unter einer Decke? „?ch werde es erfahren," flüsterte Andreas.„Zch werde mich an die Sohlen des Herrn von Randal heften, ich werbe>.aS Haus bewachen, das er bewohnt, ich Gelegentlich unseres diesjährigen Stiftungsfestes in Kornwestheim bat ein Mitglied unseres Vereins bei einigen wenigen, speziellen Btkannten um einen kleinen Beitrag für die nothleidenden Frauen und Kinder einiger hiefiger, aus politischen Gründen in Untersuchungshaft befindlichen Familienväter. Als der Betreffende, auf Ver- anlaffung eines der Geber, den als Gast anwesenden Herrn Brocke fragte, ob er auck etwas geben wolle, er- wideite derselbe:„Diesen Leuten kann es gar nicht schlecht genug aehen," womit die private Angelegenheit an und für fich erledigt gewesen wäre. Der Vorstand, sowie die Gesammtheit des Vereins hatte von der erwähnten Sammlung keine Kenntniß, da dieselbe durchaus privatim vor sich ging. Als in der Folge Herr Brocke dem Vorfitzenden Mel« dung von dem Vorkommniß machte, halte das Vereins- Mitglied bereits seine Umfrage eingestellt und den Saal verlassen, und der Vorfitzende, welcher Anlaß zu einem Einschreiten um so weniger sah, als der unliebsame Vor- fall bereits beendet war, auch durch eine allgemeine De- batte die einträchtige, fröhliche Stimmung der Gesellschaft hätte gestört werden müssen, begnügte sich deshalb erstens dem Herrn Brocke und seinem befreundeten Kollegen gegenüber zu erwidern: Die Sammlung sei nicht vom Verein ausgegangen und er sei nicht mehr in der Lage, dieselbe zu verbieten, auch könne ein etwaiges Einschreiten die Gesellschaft auseinandersprengen, und zweitens noch am gleichen Tag mehreren der Betheiligten zu erklären, daß er bei nächster fich bietenden Gelegenheit auf das bedauerliche Vorkommniß zurückkommen müsse. Dem entsprechend hat denn auch der Vorsitzende in der nächsten Vercinsfitzuna vom 18. Juli er. laut Protokoll das Verhak en des Mitglieds gerügt, worauf dieses sein Bedauern aussprach. Der Verein faßte hierauf folgenden Beschluß: „Beschluß des Stuttgarter Buch« handlungs- Gehilfen-Vereins. In Anbetracht dessen, daß der Stuttgarter Buch- handlungs Gedllfen-Verein aller Politik fern steht, daß derselbe lediglich Berufs-, Bildungs- und Ge- selligkeitszwccke verfolgt, erklärt derselbe: eine Sammlung zu Zwecken, welche mit politischen Tendenzen in Verbindung stehen, innerhalb der Grenzen des Vereins nicht billigen zu können; er ersucht seine Mitglieder, von allen mit der Polilik in Verbindung stehenden Bestre- düngen, Demonstrationen u. dergl., insoweit der Verein davon berührt wird, abschen zu wollen. Der Vorstand hat die Pflicht, insofern er auf Gegentheiligcs stößt, einzuschreiten. Der Verein beharrt bei seiner alten, absolut unpolitischen Haltung." Auf persönliche Klatschereien einzugehen oder auf die unschicklichen Schmähreden des Herrn Brocke, welcher in der Folge das ihm gewährte Gaftrecht zu gehäffiaer An- feindung unseres Vereins mißbraucht und dem„Leipziger Correspondenzdlatl" einen von diesem nicht aufgenommenen entstellenden Denunziationsartikel zugesandt hat, eine Er- widerung»u geben, halten wir nicht für geboten und unter der Würde unseres Vereins, der nach wie vor fich einzig angelegen sein lassen wird, ferne allem politischen Treiben, die geschäftlichen und gesellschaftlichen Zwecke und Bedürfnisse der Buchhandlungs-Gchilfen in kamerad- schaftlichem Z sammenardeiten und in freundlichem Einvernehmen mit den berufenen Vertretern unseres Standes zu befriedigen und zu fördern. Der Stuttgarter Buchhandlungs Gehilfen Verein." Ein Kommentar ist überflüssig Abgesehen wn der grasfi rendcn Denunziantenseuche haben wir hier auch ein klassisches Zcugniß für die erzieherischen Wirkungen des Sozialisten- gesetzes. Koulanger, unser«euer Freund. Die„Freis. Ztg." schreibt: Urplötzlich heben die deutschen Reptilien Boulanger aus den Schllv und feiern ihn als Friedensapostel, als Retter Frankreichs und Freund Eu'vpas. Wenn wir es nicht schwarz auf weiß in der„Nordd. Allg. Ztg." läsen, würden wir es nicht glauben. Aber es rst so. Derselbe Boulanger, mit dessen Kriegs- lust gegen Deutschland dieselbe Rcvtilienpresse bei den letzten Rnchstagswahlen die nationalen Kinder graulich machte und in das Kartellbett jagte, wird jetzt als Wiederhersteller der Ruhe und Ordnung für Frankreich und als Bürgschaft des Friedens für Europa gefeiert. Die„Nordd. Allg. Ztg." schreibt, es sei ein vollständiger Jrrthum, wenn die„Times meinen, daß das Austauchen des Boulangersterns in Berlin unangenehm berühre. „In Berlin wird man stets mit Genugthuung jeder Ent- Wickelung Frankreichs gegenüberstehen, die geeignet scheint, dem benachbarten Lande R.-He zu verschaffen und es wieder zu einem werde seinen Kammerdiener bestechen, um ihm die Zunge zu lösen." Auf diesen Entschluß hin beabsichtigte er sofort, nach Paris zurück zu reit- n, da bemerkte er, daß er gar nicht wußte, wo er sich befand. Er hatte seinen Gaul gehen lassen, wie es ihm gefiel, ohne sich um die Richtung zu kümmern, und das Thier hatte ihn in eine Gegend des Hains gebracht, die ihm gänzlich unbekannt war. Sich zurecht zu finden, war hier mitten im Gehölz nicht leicht, aber an den Kreuzpunkten der Alleen waren Weg- weiser und Andreas hoffte, bei der nächsten Abzweigung deS Pfades einen solchen anzutreffen. Der Weg, den er entlang ritt, war nicht sehr breit und ging in Biegungen, so daß er das Ende nicht sehen konnte. AndreaS war eben im Begriff, femen Gaul in Trab fallen zu lassen, als er in einer Entfernung von etwa hundert Schritt vor sich einen wilden Galopp herankommen hörte. Sein geübtes Ohr erkannte alsbald, daß es ein durchgehen- deS Pferd fein müffe. Sein erster Gedanke war, sich vorzusehen; der Pfad, auf dem er sich befand, war ziemlich schmal, und der Reiter, der ihm entgegen kam, war nicht mehr Herr seines Pferdes, so daß eS einen heftigen Zusammenstoß geben konnte, wenn er den Weg versperrte. So beeilte er sich denn, dicht an den Rand deS Gehölzes zu reiten und dort zu warten. Zwanzig Schritt vor ihm machte der Weg eine Biegung und durch die Baumstämme hindurch konnte er jetzt das heranstürmende Pferd und die Person erblicken, die oben saß. Es war eine Frau. Ihre Haare hatten sich gelöst und krampfhaft hielt sie sich an den Zügeln fest. AndreaS änderte sofort seine ursprüngliche Absicht. Einem ungeschickten Reiter hätte er sich nicht verpflichtet gehalten, zu Hilfe zu kommen, aber eine Frau konnte er sich nicht den Hals brechen lassen, er mußte versuchen, sie vor dem sonst unvermeidlichen Sturze zu bewahren. Alsbald traf er feine Vorkehrungen, um das Pferd auf- Unter wel überhaupt keine franzöfische Regierung giebt oder geben% nicht i Wt» itnsi tn hfpfpr �RMtphirn/t«nTTfrrtnhte» tYmrhP. zlw r'»rl die uns in dieser Beziehung vollständig beruhigen würde. M �weiß General Boulanger beunruhigt uns sicherlich nicht mehr o-t& irgend ein anderer, und wenn er bäll, was er versprochen. Znr> wenn es ihm gelingt, Ruhe und Ordnung in Frankreich W?%i|. gj stellen, so werden seine Erfolge uns und ganz Europa fichen«« ich{„< i< i deuesi, Artikeln die„Nordd. Allg. M. Mäusch j, : die Reptilienpreffe bat, nW � willkommen sein." Entweder hält mit solchen jetzt ihre Leser zum Besten oder te der rothe t glauben, im vorigen Jahre mit ihren Kriegsbefürchtungcn, wel�(j knüpfte, die deutschen N � gerade an den General Boulanger________...__________ t zum Besten gehabt. Daß die„Nordd. Allg. Ztg." ernstlich� „das Wiederauftauchen des Boulangersterns" glaubt und � vornherein Deutschland dem künftigen Machthader rekon« Viren möchte, wird niemand ernsthaft annehmen. Entwcd-� also dieser Artikel dazu bestimmt, die gegenwärtige franzW Regierung zu prickeln, oder die plötzliche Freundschaft R „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" soll Boulanger geraBf denjenigen Franzosen verdächtig machen, die ibm dish jubelten. Denn ein großer Theil des Erfolges Boulang- Frankreich beruht offenbar auf den Kunststücken, zu diese Puppe seitens der Offiziösen gegenüber den deub»� Wählern herhalten mußte. Ein Mann, vor dem fich zu grjjB in Deutschland die Kartellbrüder von Reichswegen verpstj� waren, muß doch, so mag mancher Franzose gefolgert% bedeutender sein, als man in Frankreich selbst bis dahin bat. Vielleicht will nun die brave„Norddeutsche AllgciB> Zeitung" durch Sympathieerllärungm für Boulanger chre� maligen Empfehlungen für denselben wieder wetl machen, leicht auch nicht Wer kennt fich aus in den Kunststücken v Reptilien? Eine zutreffende Bemerkung über da« Dqu gesetz macht der Handelskammerbcricht von Dillenburg. heißt da:„Das Gesetz vom 9. Juli 1834 gegen den s. brecherischen und gemeingefährlichen Gebrauch von SprcngM wirkt für die Bergbau-Jndustrie sehr belästigend, ohne den brecherischen Gebrauch des Dynamits zc. zu verhüten. � Personen, die von jeder verbrecherischen Absicht vollständig und von deren Unschuld selbst die Richter überzeugt n>e. mußten gesetzlich mit mindestens drei Monaten Gefäagniß" straft werden. Es würde daher am Platze sein, eine Mildes des�Gesetzrs für solche Fälle eintreten zu lassen, in denen � Und verdrecherrsche Absicht vorliegt, und eine dahinziclende A b ä � Nur rung desselben vorzunehmen." 4 ,%e Frech. Zu dem nach Schleswig berufenen JunUiv 4n)) �>ne Bezirketag der Baugewerbe ist von Lübeck aus der Antrag' stellt:„Die Delegirtenvcrsammlung wolle beschließen, auf d» Verbandstage zu Stuttgart zu beantragen: Der Jnnungs» 5 jO m band Deutscher Bauge werksmeister wolle eine Petition an Bundesrath, dgl. an den Reichskanzler und an den R%v dre L, richten, dahingehend, daß in Rückfichl auf die immer�fühl-A � werdenden Mängel�bes Krankenkassengesetzes vom 15 Juli � z � u| baldthunlichst eine Revision desselben vorgenommen werde, welcher die„freien Hilfskaffen" als schädlich für den fos� ichjje :lc§ n vw Frieden aufgehoben find." Referent: Herr F. W. Scb> topf- Lüdeck.— Letzterer Antrag setzt jedenfalls der zünftb Un— verftorenheU die Krone aus. Jetzt find die freien lassen sogar schon„schädlich für den sozialen den". Wir find gespannt darauf, wie Herr SA diese ungeheuerliche, ja geradezu wahnwitzige, völlig auf den Kopf stellende Behauptung„begründest „rechtfertigen" wird. Schneidige Grthodorie. Aus Solingen wird � K'.' die Thlüi� „Barmer Ztg." geschrieben: Ein merkwürdiges Vorkommniß- � sich dieser Tage auf dem hiesigen evangelischen Friedhof ir.ifmt fnTI fiipr rm« 5fT>tirth nt SJWimh imÖ W. tragen haben soll, geht hier von Mund zu Mund und hier allgemeine Erbitterung. Eine jedem Parleigetriebe fernstehende Wittwe aus der Nachbargemeinde Dorp hat« ä rvc en(| zuhalten, ohne daß die Reiterin aus dem Sattel stürzte- das war nicht leicht..p Zunächst begann er laut zu schreien, um das wrlv � wordene Thier aüf einen Zusammenstoß vorzubereiten,.. als es um die Biegung des Weges herum kam und aus � jjwe es zustürzte, schritt er ihm schräg entgegen und schrie u«d hM-esl wegte die Arme. �'noch DaS Pferd machte einen Seitensprung, der. ffijw n Reiterin fast aus dem Sattel warf, aber auch ,el?lien°. Baron Zeit ließ, heranzukommen und es am Zaum packen.,.. jiii „Halten Sie sich fest!" schrie er der Reiterin sich an der Mähne krampfhast festhielt und völlig den verloren zu haben schien.$ DaS Pferd bäumte sich, aber Andreas hatte eiserne Faust, ließ die Zügel nicht los und brachte e» Stehen. Die Dame verlor keine Sekunde, sich auf d« gleiten zu lassen, und der Gaul, der nun der jjj ledig war, die ihm unbequem gewesen, beruhig alsbald. (Fortsetzung folgt.) M bft tesi sie °e i s I: »a. Ä H,, E«S SsS Ans Kunst und Leben. ,, Auf dem V-dtrte der Mervenphystologie. Nerven- bezw. der Gehirmrkrankungen giebt es der hfl? � Erscheinungen noch gar viele und fast jeder Tag nenst. � Zahl derselben. So hat noch erst neuerdings ein junget Forscher sehr merkwürdige Beobachtungen über das iL der musikalischen Ausdrucksformen bei Aphafischcn angei �& er ist bei seinen Untersuchungen zu sehr demerkenswjJ K �■$ Mittelungen gelangt. Unter„Apbafie" im engeren � steht man den Verlust der Fähigkeit, seinen 5 die Sprache Ausdruck zu verleihen, obwohl selbst als klare Begriffe auch die zur Hervordr_ liehen mechanischen Sprachwerlzeuge, al|o»em---- iwn y Zunge, Lippen völlig gesund und gebrauchfähia I �».'? fich dann weiterhin herausgestellt, daß dieser„A Veränderungen einer ganz destimmten Stelle flfS knegerW die W Tit tanlw® !, und i der nerals 8- en Fl°n>' kJ®Mb eines ihrer Angehörigen einen prächtigen Kranz nieder- üF lassen> Menschen gewöhnlichen Schlages hatten an dem» kaum irgend etwas Auffälliges bemerkt, denn aus einigen S' verschiedenen anderen Blumenatten und Grün zusammen- unterschied er fick nach ihrer Anficht durch nichts von Kränzen, wie fie in Mafien auf den Gräbern berum- y- Anders einer unserer Herren Pastoren. Kaum ist bei Mr amtlichen Besuche des Friedhofes sein Blick auf dai i»f»n üder das Grad hinausrcichender Liebe und Dankbarkeit _ Lren.' da entbrennt er in Hellem Zorn, denn zufällig ist die der Rosen roth, und gerade ebenso zufällig ist gerade B»nep« Farbe gewissen Bestrebungen beigelegt worden, Venen Aoulang� Mifiicher Weise manche der Herren Pastoren nicht sonderlich denstl� Apathisch gegenüberstehen. Sofort eilt der Held meiner Ge- im 0% zu dem mir der Beauffichtigung des Fnedhofs betrautm i va siw-u Mengräber und herrscht denselben an: Wie der betreffende lnbercwe»«am auf das Grab gekommen sei, weshalb er„den Skandal" i ach am», y verhindert habe? Der Ausseher war ob dieser Anrede wie gcschrieoa den Wolken gefahe». Längere Zeit verging, ehe ihm ver- m�n �."vllch wurde, was denn an dem unschuldigen Kranz den ge- altangvo �Sen Herrn Pastor so sehr aufgeregt habe, als er aber die rüber, M �üeWeisuag erhielt, den Kranz sofort zu entfernen, da wagte -timnM vre schuchteme Einrede, daß er dazu so ohne Weiteres denn -den kai» � nicht derechligt sei.— Wie man schließlich einig geworden ude. ich nicht zu sagen, doch weiß das Gerücht zu berichten, Mtyk �° Krant nm«nchftpn cTftrt(* ptifffrnf mm- rochen W vn» aii'tens2 e Gründung des Herrn C. Starke, die mit großem ü Szene gesetzt, ebensowenig von Einfluß auf die Jfilrüi �ttung der sozialen Zustände sein wird, wie die >- lU&a(htT? Gründungen dieses Herrn. 1874 gründete er hier cl>lb!lji,/lveigverein der Gesellschaft zur Verbreitung von Volks» I rt« fe/lÜif' Ulit der ausgesprochenen Abficht, durch Erhöhung des K�Msstandes der Arbeiter ihre soziale Lege zu verbeffem. rekowMZ E5 m rm Laufe der Zeit daraus geworden? Die öffentlichen abende bilden den Sammelpunkt der sogenannten Ho- st des Städtchens und seiner Umgebung! Die erttchtete iiothek bat zu thun, daß fie in Bezug auf Reichhaltig- wiff.mschaftlichen Werth mit der Stadtbibliothek(die Ä runder überhaupt gern mit der Volksbibliothek ver- st hätten» gleichen Schritt hält, und der„Knabenhott" Sympathie unserer Sladtväter so wenig erlangen kön- I im Vorjahre die Rathsforderung von 1100 Mark zum eines städtischen Gebäudes zu Zweckendes„Knaben- abgelehnt wurde. Nach dem glorreichen Siege der Kar- er bei den letzten Reichstagswahlen wurde ein . der Ordnung- vartei des Amtsbezirks Mittweida" AUgestX� nvet. In den Statuten versprach man den Mit- «ti hü, öit Abhaltung von politiscren und wirthschaft- u> Uh �vtlägen; es ist aber noch nie einer gehalten worden, k?"tühjähr dieses Jahres wußten Aen, stücken >rcngl> die Dkitglieder noch gar von der stattgehabten Wahl eines Vorstandes und doch ftto, wan mit dieser„starken" Organisation, als habe man bürg. Ü,„.y W.'lt erobert. Verschiedene Arbeiter, die bei Wahlen r den � zd» kalten, I heilten uns im Vertrauen mit:„Wir haben die stcit--«aedskartcn mit 25 Pf. pro Jahr bezahlt, nur damit wir fi a ,n den Verdacht kommen,„Rothe" zu sein." Aehnlich 'en." 5 �es auch mit der neuen Gründung werden. Die Befitzer ständig c1 Etablissements werden ihre Arbeiter freundschaftlichst er« Mt ängn«»; Mild Zenrn■ II b ä«' Ja Antrag t, auf nnuni SN i Rb r für JuliiÄ verde i.u en fo% IW & stach einige Groschen von ihren Löhnen zu opfern und Humanitären Bestrebungen des Herrn C. Starcke ent- >mend zu zeigen; es wird experimentirt und probirt 2" und nach Jahresfrist wird fich die großartige Schöpfung � stur als ein gescheiterter Versuch, die soziale Frage zu .vhste ihr ernsthaft nahe zu treten, ausweisen. Die Ar- Asten rhre Popp nheimer und werden nicht Leuten die Men, die bei Wahlen und darauf folgenden gesetz- k?, Arbeiten alles daran setzen, um fie politisch und T'A in strenger Vormundschaft zu halten. Es sollen r. Sind auch f.-»urunrer, vre jungst einem Arbeiter, der ihnen 26 11 gedient, drei Mark vom Wochenlohn abzogen, weil enfoS�ster dem neuen Verein beigetreten sein. te L darunter, die jüngst einem Ardeiter, d iltee gedient, drei Mark vom Wochenlohn al._, > an.'Ld schwächer geworden? Mit der Sorte feiern wir 3% Tage Feste." n n-ry«andhabung dea Sozialistengrs'rtzea in Sdijk wird uns von dort geschrieben: Die Ausführung des »nftleA-, Q Mesetzcs in Bezug auf öffentliche Arbeiterversamm- eien*1,%.,.'kd seitens der Herzoglichen Polizeidirettion in einer e n 9'Li>i-L> Ldhstdt, an die wohl selbst von denjenigen, die mit iAnx% �;).Gesey gestimmt haben nicht gedacht worden, und die lijfg E.%|....... iten wird -vi und riebe hatte in Arbeiterkreisen Unzufriedenheit und Erbitterung So wird seit einigen Jahren eine jede öffentliche «0*1 ti.s l�stcuiung. in welcher öffentliche, die ganze Arbeiter- ' L. stteresfirende Dinge erörtert werden sollen, sobald gemeldet ist, gleich von der Polizeidirettion mit der den a 8 verboten, daß eine derartige Versammlung nebenbei T.c.Ä�eck habe, auf den Umsturz der bestehenden Staats- �"Uschaftsordnung gerichtete Bestrcblinaen zu fördem. e Mit derselben Begründung die aui Mittwoch Abend, und zwar ist es zu allermeist die dritte Stirn- .. s hnjen Großhirns, die sogenannte Broca'jche. welche wild � �tst m yfHden Fällen von Aphasie erttankt rst. Nun sollte liegen. des Ii, .Estelt»rauen von Apyane entanu w.»uhivu» '0nen j?' wie fich bei derartigen an Aphasie erkrankten auk'd tyrte musikalisches Ausdrucksvermögen verhalte, und unD'C fgLi�kdaß dieselben eine ihnen von früher her be- ?Sen„ e Melodie, ein Volkslied, nachzusingen, ja zu Ende ._ i-it'bock"?°�len. sobald man ihnen die Anfangstöne angab. ' 4}'4en eT k" �vdald man solchen an Aphaste erkrankten "1 ves Stn L'?'.Sobald man solchen an Aphaste errrannen rch j»lieb. dezerchnendes Wort aus einem allgemein bekannten [um«' ihnen m,e'0 fanden fie auch die zugehörigen Töne und zugleich die Worte aussprechbar gewor- der im Gedächtniß haften gebliebenen auch die Wortvorstellung wieder lebendig �" Aber .... mehr ___„usdmcks- auch"des Verständnisses' der vorgesprochenen die auw des Verständnisses der vorgejprowenen i.vvch Australische Ausdrucksfähigkeit erhalten geblieben war. stst �n elner anderen Hlnficht war das Verhalten der ? §1 %«erden vielfachen Beobachtungen als sicher angc- sMMWß «W seines durch den 22. August im Hotel d'Angletelre angemeldete öffentliche Arbeiterversammlung verboten. Die Verbotsverfügung lautet wörtlich:„Auf Ihre Eingabe vom 19. August eröffne ich Ihnen, daß die darin auf Mittwoch, den 22. August, Abends 8& Uhr, im Hotel d'Angleterre an der Brettestraße angemeldete öffent- liebe allgemeine Arbeiterversammlung mit der Tagesordnung: Alters- und Jnvalidenversorgung, auf Grund des§ 9 des Reichsgesctzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 von der unterzeichneten Behörde hiermit verboten wird, da die gemachten Erfahrungen genugsam gelehrt haben, daß derartige Versammlungen, wenn auch nicht ausschließlich, so doch mit dem Zwecke dienen, revo- lutionäre Ideen zu verbreiten und sozialdemokratische, auf den Umsturz der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung ge- richtete Besttebungen zu fördern. Braunschweig, den 20. August 1888. Herzogliche Polizei- Direttion. B. Breithaupt. Gegen diese Verfügung der Polizeidirektion beim herzog- lichen Staatsministerium Beschwerde zu erheben, hat fich als fruchtlos erwiesen, da mehrere Male von den Einberufern der- artiger Versammlungen gegen die Verbote beim herzoglichen Staats Ministerium Beschwerde erhoben wurde, die aber stets als unbegründet von demselben zurückgewiesen wurde. Somit ist es der braunschweigischen Ardeiterschaft unmöglich gemacht, über Dinge wie die Sozialreform, speziell die Alters- und Invaliden- Versorgung, fich öffentlich und gemeinsam zu besprechen und ev. Stellung zu nehmen. Es bleibt der braunschweigischen Arbeiter- schast weiter nichts übrig, als fich an die sozialdemokratische Fraktion des Reichstages zu wenden, damit dieselbe diele An- gelegenheit bei paffender Gelegenheit im Reichstage zur Sprache dringt. Auo Vsfenburg(Baden) schreibt man uns unterm 24. d.: Vorige Woche wurde bei einem hiestgen Geschäftsmann?, Hut- macher L. Dotter, eine Haussuchung nach verbotenen Schriften gehalten. Plan fand ein kleines, fest verschlossenes Päckchen, welches an einen Zigarrenmacher in Stuttgart adresfirt war. D. behauptet, es im Aufttage eines dritten aus Gefälligkeit zur Beförderung an den Adressaten übernommen zu haben, ohne fich von dem Jnhatte zu überzeugen. Das Päckchen enthielt einige Nummern des„Sozialdemokrat". Darauf ließ das Amtsgericht Herrn Dotter verhasten. Er beschwerte fich beim Landgericht. Dieses hob die Haft auf, weil kein Fluchtverdacht, keine Kollifions- gefahr vorliege und die Art der dem Angeschuldigten zur Last gelegten Tbat eine ganz unerhebliche mit Rückficht auf eine etwaige Bestrafung sei. Die Staatsanwaltschaft legte gegen die unterdessen erfolgte Haftentlassung Berufung ein und das Ober- landesgericht in Karlsruhe entschied, daß Dotter wieder in Haft zu nehmen sei. Der letzte hier in Haft gewesene Sozialdemokrat erhiell nach fünfwöchentlicher Haft eine tzaftstrafe von vierzehn Tagen. Dutsnsnchtrng. Aus den„Lffenb. Nachr." ersehen wir, daß bei Henn Dr. Waltber aus Frankfurt a. M., der seit etwa zwei Jahren die Herrn Paul Singer gehörige Villa auf der B r a n d e ck bewohnt, eine gründliche Durchsuchung stattgefunden hat. Das aenannte Blatt berichtet darüber:„Die Wohnung des Herrn Doktor liegt über 500 Meter hoch auf einem Schwarz- walvberge. Es war daher ein gutes Stück Arbeit für die Haus- suchungskommisfion, zur heißen Mittagsstunde dort hinauf zu kommen. Man benützte die Droschke vom„Hotel Adler" und fuhr über Zell hinauf. Unterwegs wurde bei dem Taglöhncr Klein im Riedle gehaussucht und eine Anzahl Zeitungen älteren und neueren Datums, welche fich der Mann gesammelt und unter der Diele im Dachraum versteckt hatte, mitgenommen. Der Mann behauptet, die Haussuchung sei in folgender gründ- licher Weise vorgenommen worden: er mußte unter Bewachung im Gemach seiner Eltern bleiben, während die Haussucher mit seinem Bruder hinaufgingen und dort das Versteck ausräumten. Unterdessen waren die Bewohner der Villa Singer schon von zwei vorausgeeitten Gendarmen benachrichtigt, daß nachher gründ- liche Haussuchung gehatten werde und von jetzt an niemand das Haus zu verlassen bade. Das Resultat der gründlichen Haussuchung bei Doktor Walther hatte nicht den Erfolg, den manche Persönlichkeit wohl erhoffte. Doch den Ertolg hatte fie, daß der Nimbus des Geheimnißvollen von der Villa Singer genommen ist. In den Augen der Polizeiorgane war dieses Tuskulum schon lange der Sitz aller Umstürzlerei, der Sammel- punkt alles Gefährlichen. Jetzt konnte durch eine gründliche Durchsuchung es der ganzen Welt offenkundig gemacht werden, daß die Gespensterseher fich wieder einmal gründlich dlamirt haben." In Aachen wurde der dekannte Sozialist Krewinkel am 22. ds. zum Polizeikommiffar der politischen Abtheilung zitirt. Dort angekommen, wurde derselbe um sein Nationale befragt und dann ohne Weiteres auf den Hof des Polizei- gebäudes geführt, um von Polizeiwegen— photographirt zu werden. Krewinkel weigerte fich und versuchte, aus dem Hof fich zu entfernen, wurde jedoch mit Anwendung von Gewalt vor den Pbotographie-Apparat geführt. Krewinkel befürchtend, sich des Widerstandes gegen die Staatsgewalt schuldig zu machen, mußte fich thatsächlich xhotographiren lassen- von stieben oder in anderer Werse seeuntüchtig, und viele Dampler erreichten nur mit eingedruckten Bugplattcn oder mit Verlust des Ruders oder der Schraubenflügel einen Hafen. Das Hydro- graphische Amt zu Washington hat in neuerer Zeit den EiSver- Hältnissen im Allan, ischm Ozean besondere Aufmnlsamkert fahrt erworben. Bei eben die em Hydrographischen Bureau sind im vorigen Jahre bcre.ts rm Februar mehr als hundert Berichte über Eisberge und große Mengen Feldeises. die von SRMDDW » der Ooerfläche eines Eisberges zurückgeworfenen Echos erhalten werden können, wenn die Dampfpf ife eines Schiffes zum Tönen gebracht oder ein anderes durchdringendes Geräusch ge- macht wird. Es ist ein besonderer Apparat erfunden worden, um das Echo zur Bestimmung der Richtung mrd Entfernung des Eises nutzbar zu machen. Besonders bei Schneefall oder Polizeiwegen. Krewinkel ist entschlossen, den Rechtsweg zu be- schreiten, um festzustellen, ob der Polizei das Recht zusteht, unbescholtene Bürger(Krewinkel hat nur einmal wegen Ueber- tretung des Sozialistengesetzes, also eines polittschen Vergehens, eine Strafe verbüßt) gewaltsam photographiren lassen zu dürfen. Non Fra« Guillanme-Hchack erhalten wir folgende Zuschrift: Geehrter Herr Redatteur! Heute erhielt ich durch einen Freund den Brand- und Gruselartikel zugeschickt, den deutsche Zeitungen neuerdings wieder einmal über mich ge» bracht haben. Sie hatten vollständig Recht mit Ihrer Erklärung im„Berliner Volksblatt". Es ist daran nicht ein Wort wahr. In die Details einzugehen verlohnt sich wobl kaum. Mit freundschaftlichem Gruße: G. Guillaume-Schack. London, den 23. August 1888. Großbritattvi-«. Die voraussichtlichen Kosten der Untersuchung vor dem Dreirichterausschusse werden im„Manchester Guardin" nach niedriger Schätzung auf 20- bis 30 000 Pfund derechnet. Frankreich. Aus den Verhandlungen der Gcneralrätbe find folgende Vorgänge zu erwähnen: Die republikanischen Mi>- glteder des Gencralrath der Hochpyrenäen sprachen fich für die Wiederherstellung des Einzelwahlsystems(für die Kammer) aus, weil diese Wahlart nicht so leicht wie das jetzt destehende Listen» system ehrgeizige und plebiszitäre Umtriebe ermögliche. Auch der unter dem Vorsitze Waddington's, des Botschafters in Lon- von, tagende Generalrath der Aisne beschäftigt sich mit der „boulangistischen Gefahr". Zwei Mitglieder, darunter der Abg. Hanotcaux, ehemaliger Kabinetschef I. Feny's, bcanstagten, den Wunsch nach Verbannung Boulanger's auszusprechen. Nach längerer Debatte wurde, dem Vorschlag des Präfekten gemäß, der Antrag, weil die Zuständigkeit der Versammlung über- schreitend, durch die Vorfrage abgethan. Im Generalrath von Jlle-et-Vilaine waren es umgekehrt die vereinten Monarchisten und Boulangisten, die mit einem Wunschantrag auf Auflösung der Kammer und Berufung einer verfassungsgebenden Versamm- lung den Angriff gegen die Republikaner eröffneten. Der Präfett und der republikanische Abg. Brice beantragten Erledi- gung durch die Vorfrage, wogegen die Boulangisten Le Bastard (Bürgermeister von Rennes und nicht wiedergewählter Smator) und Le Herisss lebhaft Einspruch erhoben. Letzterer wurde zur Ordnung gerufen, weil er sagte:„Es ist keine Regierung mehr vorhanden!" Da fich bei der Abstimmung 30 Mitglieder für und ebenso viel gegen die Vorfrage erklärten, so gab die Stimme des Vorfitzenden, Abg. Martin- Feuillse(ehemaligen Ministers I. Ferry's), den Ausschlag, worüber die Boulanainen und Konservativen neuen Unwillen kundgaben. Auch die Räthe des Nord, Tarn und Saone-et Loire sprachen fich für die Wiedereinführung des Bezirlswahlsystems aus. Bei Eröffnung des Generalraths der Rhone ermahnte der Vorfitzende Clapot die Republikaner zur Einigkeit. In gleichem Sinne sprach fich der Abg. Sarrien bei Eröffnung des Generalraths von Saone-er-Loire aus, wobei er bemertte, die ttankhaften Um- triebe gefährdeten die Ruhe des Landes und seinen guten Ruf im Auslande. Der„Rappel" erinnert daran, daß die Kammer mit dem Ende der parlamentarischen Ferien ihr drittes Lebensjahr erfüllt haben wird. Während dieser drei Jahre haben in 40 Departements 77 Nachwahlen stattgefunden, was einer Bemfung von fast der Hälfte der Wähler und einer Erneuerung von etwa einem Achtel der Kammer gleichkommt. In Marseille veranstaltete eine Schaar jugendlicher Boulangisten einen geräuschvollen Umzug durch die Straßen und brachte den Redattionen der republikanischen Blätter eine Katzenmusik dar. Es wurden 5 der Kundgebenden verhaftet: ein bereits mehrfach bestrafter Italiener und 4 Burschen im Atter von 16 bis 22 Jahren. Boulanger's Dankschreiben an die Wähler der Somme, des Nord und der Cbarente Jnferieure find endlich erschienen. Die Schriftstücke enthalten so ziemlich dasselbe, nur die Schimpfwort? gegen die Republikaner wechseln. R«ßla«k. Wie man der„Bohemia" aus Petersburg meldet, soll die Geheimpolizei eine nihilistische Konspiration in Peterhof entdeckt haben; 8 Männer und 3 Frauen seien verhaftet worden. Es soll auch eine Dynamitdombe gefunden worden sein. Der Zar ließ dem Polizeimeister von Petcrhof, Obersten Wogak, einen Brillantring und jedem Geheimpolizisten je 100 Rudel überreichen.— Die Angaben klingen sehr unglaub» würdig. Amerika. Die Verwerfung des kanadischen Fischereiver» träges durch den amerikanischen Smat wird einen Zollttieg zur Folge haben. Präfident Cleoeland hat an dm Kongreß eine Botschaft gerichtet, worin er sagt, da der Kongreß die Unterstützung seiner Bemühungen, durch diplomatische Mittel die Zwistigkeiten wegen der kanadischen Fischereien zu begleichen, Nebel sollte kein Mittel und keine Vorstchtsmaßregel zur Ver» meidung der Eisberge verabsäumt werden; indcß bleibt der sicherste Weg, um der Gefahr zu entgehen, immer ein Kurs, der südlich genug genommen wird, um unter allen Umständen frei von der Eisgrenze zu führen." In der Nähe der großen Neufundländischer. Bänke find Eisberge von 200 Fuß Höhe und mehr gesehen worden. Ferd. Raspe er» blickte im Sommer 1864 in jener Gegend einen derartigen Riesen, der etwa 150 Fuß hoch war. Das dlaugrüne Glet» schereis, von der Sonne bestrahlt, bot einen prachtvollen Anblick dar und war viele Meilen weit fichtbar. Da die Eisberge etwa mit'/r ihrer Höhe ins Wasser eintauchen und nur mit'/* aus demselben emporragen, so läßt sich leicht berechnen, daß dieselben bei einer Höhe von 100 bis 120 Fuß über Wasser schon auf 100 Faden oder 600 Fuß Meerestiefe den Grund berühren. Daher ist es nichts Ungewöhnliches, daß diese schwimmenden Eiskolosse auf den seichten Neufundländischen Bänken festge- rathen. dort stranden und als gefährliche, in der Karte nicht verzeichnete Inseln verweilen, bis fie fich weit genug aufgelöst haben, um nach Süden treiben und von dem Golfstrom fort- geführt werden zu können. In dem warmen Waffer dieses Stromes schmelzen fie schnell und verschwinden dann von der Oderfläche. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Entstehung der großen Neufundlandischen Bank zum Theil den Sand- und Steinmassen zuzuschreiben ist, welche durch die Eisberge mit- geführt und seit fernen Zeiten dort abgelagert find, wo die Auf- lösung des ElseS durch das warme Wasser des Golfftromcs stattfindet. Diesem mächtigen Meeressttom ist es auch allein zu danken, daß die der Schifffahrt aus dem Eise erwachsenden Ge- fahren nicht noch viel weiter nach Süden auftreten. Sehr ver- schieden von den Eisbergen des Nordatlantischen OzcanS find sowohl der Größe als der Zett und der Häufigkeit ihres Er- scheinens nach die Eisberge nes Südantlantischen Ozeans. Diese letzteren werden, von der antarttischen Zone kommend, im Sommer der südlichen Hemisphäre gewöhnlich zwischen den Falkland> inseln und dem Cap der guten Hoffnung angetroffen, viel seltener zwar als die im Nordatlantischen Ozean, aber ungleich größer an Höbe und Umfang. Ein deutscher Kapitän tbeitte mit, daß er unweit des Cap Hom einen Eisberg sah, dessen Höhe über Wasser auf fast 400 Fuß geschätzt ward. Ueber eine andere Eismasse, die fich in der Segelroute rückwärts vom Kap der guten Hoffnung fortbewegte, ward im Jahre 1854 nacheinander von 21 Schiffen derichtet. Diese Eisinsel war unafähr 60 See- weilen lang und 40 Seemeilen breit bei einer Erhebung über dem Meeresspiegel von voll 300 Fuß. vdgelehnt habe, bleibe ihm nichts anderes übrig, als den Kongreß ..-' nso um Vollmachten zur Inkraftsetzung einer ebenso gründlichen wie entschlossen durchzuführenden Revressalienpolittk oegen Kanada anzugehen. Es komme auf die Ergreifung von Maßregeln an, ' zu angethan seien, Kanada möglichst großen Schaden welche ohne großen liochthcil für die Unionstaaten zuzufügen. Der Viästdent beansprucht deshalb Vollmachten zur Aufhebung des Vorrechts der zollfreien Durchfuhr von verzollbarm kanadrschen nissen durch das Gebiet der Vereinigten Staaten. Die urchfuhr wurde in einem Vertrage von 1871 gegm- zollfrl seitig 1889 in Bezug auf vre von Amerilanern gefang gehoben. Auf die Aufhebung der Durchfuhrfreiheit für kanw seitig zugestanden, wurde aber einseitig von Kanada im Jahre 1889 in Bezug auf die von Amerikanern gefangenen Fische auf dische Erzeugnisse soll sich ferner die Erhebung von Zollgebühren von kanadischen Fahrzeugen in amerikanischen Seen, Flüssen und Kanälen anschließen. Afrika. Die„Times" melden aus Durban das Gerücht, daß D i n i z u l a und zwei seiner Befehlshader mit einer größeren Anzahl Vieh von den Boers gefangen genommen worden seien; die BoerS hätten Dinizula und die beiden Anführer den eng» lifchm Behörden ausgeliefert. Soziales und Arbeiterbewegung. I« der Kijooteriewaarenfabrik N e l l e n t h i n und Claus, früher Ad. Conrad sen., Fischer st raße 26—27, haben sämmtliche(5j Gürtlergehilfen die Arbeit infolge schlechten Lohnes und grober Behandlung am Frestag niedergelegt. Es ist dort vorgekommen, daß Kollegen, welche erst einige Tage in Berlin und hier vollständig fremd find, wenige Minuten zu svät gekommen find; da wurde ihnen mit der Hand unter der Nrse herumgefuchtelt und gedroht, daß fie, wenn eine solche Verspätung noch einmal vorkommen sollte, sofort„rausgeworfen" würden. Sobald fich Einer gegen diese Grobheiten verantworten will, heißt es gleich:„Wenn Sie nicht sofort das M... halten, so nehme ich Sie beim A... und schmeiße Sie direkt raus, daß Jhnm die Beine in die Luft fliegm."— Mögen die Kollegen fich diese Vorkommnisse merken und die Fabrik, wo der Arbeiter einer solchen Behandlung ausgesetzt ist, meiden. Die porzelliurfabrik Kloster Veilsdorf in Veilsdorf bei Hildburghausen in Thüringen hat, wie wir dem Berichte der Aktiengesellschaft für 1887 entnehmen, bei„ruhiger Fort- entwickelung des Betriebes, der Produktion und des Absatzes" in dem genannten Jahre die hübsche Summe von 186 619 M. Reingewinn ergeben. Der Vorstand schlägt vor, diesen Gewinn wie folgt zu vertheilen: 5 pCt. dem Reservefonds, 9330 M., 5 pCt. an die Aktionäre, 30 000 M., 33 Vi pCt. an die Vor- befitzer, 49 096 M., 10 pCt. an die Mitglieder des Auffichts- rathes, 14 278 M., 6% pCt. an die Direktion und die Beamten der Gesellschaft, 9819 M, 10 pCt. Superdioidende an die Aktionäre. 60 000 M.; der hiernach verbleibende Rest von 13 644 M. soll zur Verwendung im Betriebe zurückgestellt wer- den. Wie man aus obigen Zahlen erficht, ist der in der Por- zellanfabrikation zu erzielende Gewinn für den einen Faktor der Produktion, den Arbeitgeber, auch in Thüringen immer noch an einzelnen Orten ein sehr reichlicher. Das zeigen schon die 60 000 M. Superdioidende an die Aktionäre. Noch mehr fällt dieser hohe Reingewinn ins Gewicht, wenn man beachtet, an welchen Artikeln derselbe erzielt wird. Soviel bekannt, fertigt die Porzellanfabril Kloster-Veilsdorf Puppen, Badekinder, Heiligenartikel, Figuren, Tapezirer-, Sattler- und Telegraphen- Artikel, Flaschenverschlüffe ic.; fie exportirt: Puppen. Badekinder. Polsternägel, Knöpfe und Flaschenverkchlüsse. Ob wohl bei diesen Artikeln die Arbeiter im Jahre 1887 im Verdienste auch nur einen kleinen Theil so gut gefahren find, wie die Herren Aktionäre mit ihren 15 pCt. Dividende jc.? B?i solchem Reingewinn müßte man erwarten, daß wenigstens ausreichende Arbeitslöhne in der Porzellanfabrik Kloster-Veilsdorf vorhanden find, da sonst der Kontrast denn doch ein allzu greller wäre. Man denke nur an die Äalcrverdienste bei„Bavekindern" von 0,75 M. pro Tag. In der That wären wir sehr begierij-J —""'"■.......*&# ocrläsfiges zu erfahren über die Veilsdorf für das Jahr 1887. Ardeiterverdienste Kleine Mittheilungen. Luttbatt, 22. August.(Aus dem schlestschen lieber!. mungsgebiet.) Die durch das Hochwasser am 3. August Kreise Lauban lediglich am Privateiaenthum angerwj Schäden belaufen fich auf über 950000 M. Hiervon detB ca. 200 000 M. ganz arme und ca. 200 000 M. nur gerin»" mittelte Leute. Da in dem Flußgebiete, in welchem Vre M fluthen gehaust haben, industrielle Etablissements gelegen ß haben fich viele Arbeiterfamilien in deren Mhe wobnbaf>> macht. Denselben ist ihr wenigrs Hab und Gut gänM nichtet worden. Wie obige Zahlen ergeben, ist das Elend« die Roth sehr groß. �. Krüssel, 21. August.(Unglück im Schacht.) In � der Kohlengruben des„Midi de Mens" bei Ciply ereignend am Sonntag in der Frühe ein Unglück, dem drei Bergleute! Opfer fielen. Einer derselben muß bei der Arbeit einest nannte„Waffertasche" mit einem Pikenschlag geöffnet habe»' daß das einströmende Wasser fich mit dem in der Trefe» handenen Grubengase mischte und ein sogenannter„jöwj d. h. freiwerdendes Gas und Waffer, das einen dicken bildet, entstand. Sofort erfolgte eine Erplofion, die M. Bergleute, darunter einen 45jährigcn Familienvater, der» kleine Kinder hinterläßt, tödlete, einen Dritten schwa wundete.,. Petersburg, 23. August.(Feuersbrunst.) Nach � Meldung aus Orenburg wurden daselbst mehr als tausend> von Ardeitern und Handwerkern bewohnte Häuser dum/ Feuersbrunst in Asche gelegt. Die Zahl der Obdachlosen W gegen 10 000. S-n-toSe bfS.Landtc Michen E V-Nei zu »Mie Wi & Wi, «rftand! �Wahl! Zwätzen: Uedung An Rnön steh beit Wa des frei der Theater. Sonntag, den 26. A u g u st. «peruhaus: Robert der Teufel. Morgen: Der Trompeter von Säkkingm. Kchauspirlhaus(im Wallner» Theater): Emilia Galotti. Morgen: Die Schauspieler des Kaisers. Zum Wo giebt'o den guten Magenbittern von Dr. HaugkT 371 2Ä. Weinstraße 23 Schluß: Der zerbrochene Krug. '»städtisch es Theater. Frtepartch- Wilhelm Boccaccio. Montag: Dieselbe Vorstellung. x-utral-Theater: Die Schmetterlinge. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kroll'» Theater? La Traviata. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ssteud- Theater: Die Bluthochzeit. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kellealliance- Theater: Das elfte Gebot. Othello's Erfolg. Montag: Dieselbe Vorstellung. Viktarta-Theater? Die Kinder des Kapitän Graut. Montag: Dieselbe Vorstellung. KSutassädtische» Theater. Die Schule des Lebens, oder: Die Königstochter als Bettlerin. Zlau�maun'» Narittck i Spezialitäten-Vor- Soarsrdia- Theater t Spezialitäten• Vorstellung. 1 T». 9 M.— 10 A. ler-Pnnoraauk Zweite Reise: Km schöne« Rhei». Fahrt mit der Gotthardbah«. Der ganze Trauerzug und Aufzahrung Kaiser Wilhelms im Dom. Entree t Cycl. W Pf.. Kind nur 10 Pf. Bbonn Wo speisen Sie? In der alten pommerschen Küche, Oranienstr. 181, Ho! parterre, bei Klein! Frühst. 30 Vf., Mittagstisch m. Bin 50 Vf., Abendtisch von SOSO Pf. nach Auswahl MEttheilung. K« die Leser diese« Ktatte». Zur Kenntnißnahme, daß ich in kürzerer Zeit zu wiederholten Malen wegen Umbau gcnöthigt worden bin, mein seit 15 Jahren am Platze dekanntesu.bestrenommirtes Uhren- Geschäft verlegen zumüffen und befindet fich dasselbe vom 1. Otober ad I Oranienstr. I. Ecke der Manteuffel-, Wiener- und KroßeWäßter-Hersammlutz! Gk Ver der für den 6. Berliner ReichötaflsVahlkce'l am Sonntag, den 26. August er., Vorm. 11 tu der Tonhalle, Friednchstraße 112. Tages-OrduuDg: Die bevorstehende GrsahWahl im 6. Serliner Deichst�%%bei Wahlkreis. Mifeleut: Herr Redaktenr Max Sch*ppel.) Der Einberufe� 415 Uhren wie bekannt zu Fabrikpreisen, und Ausführung schwierigster Re> paraturen billigst, unter 1 jähriger arantie. Albin Grüger Uhrmacher, Oravievstr. Ur. 203. MOlikaaten, Eisen, solid, dillig, gestrichen 1369 Carl Müller, Zimmerstr. 63. Täglich 8 Concert und Vorstellung Am Königsthor. Schweizer-Garten. Am Friedrichshain. Sonillag: Chkatcr- li.SpeMMcnvorstrllllg. Familie HugOSton, Gymnastiker; Ainring, Excentries; Sign. Vincente, Froschmensch: C. Willberg, Tanzparodlst. 30 Pfg. ä» Abends: Große. Für den Winter ist der Saal an Uereine z« vergeben. Täglich! Concert und Vorstellung. Inn pft NWkrMmnlWS für den 6. Berliner Reichstagswahlkreil am Dienstag, den 28. August, Abends 8 IM 2 tret der dür von Fürw den M nicht mit kommen Rttabe an et Haare Aechte wie 'V könn »Auftlärui svumaniti 'chene S R�mcn �i>dm" im kolber ger Salon, Kolbergeistr. 2o in Kleine s Salon Genchlsslraße lö- (Referent: H. liöske.) Ta�es Ordnung: � Die bevorstehende Ersatzwahl im 6. Kerliner Reichs Wahlkreis. Oer Einberuft entlass � Ur nun a SSi 435 Unter Allerhöchstem Prote.torate Ihrer Majestät der Kaiserin, Königin Angnsta Grosse Kölner Geld- Lotterie Baarge winne; der Internationalen Gartenbau Gesellschaft. „SÄh»•"«2 September 1888. 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Wie ein «umkuchen die reich gedeckten Tafeln bei Leuten, die es haben r™ien, zu zieren pflegt und der Tafelrunde den Mund wässerig vor Verlangen, ihn au versueiscn, so ziert auch der 9iame � Landtagsadgcordneten Knörcke, umgeben von Leckerbissen und Wichen Gerichten, die deutschfreifinnige Speisekarte, welche diese yS# zu dem am 30. August V. I. stattfindenden Wahlfeste «n bcc Wähler des Vi. Berliner Reichstags- Wahlkreises versandt m- Wir t heilen aus dem„Menu" folgendes mit: Der c.fand der deutschftoistnnigen Partei im VI. Berliner Reich s- � Wahlkreise präsentirt Herrn Knörcke als Kandidaten folgen- y-wW:„Entgegen der Sozialdemokratie, deren Ziel die Uebung des Privateigenthums und des Erbrechts ist, trist Knörcke, getreu dem fteifinnigm Programm, ein für: Förderung der Volkswohlfahrt auf Grund der be- stehenden Gesellschaftsordnung, alle auf Hebung der ar« bettenden Klassen zielenden Bestrebungen bei voller Wahrung der Gleichberechtigung, der Selbstthätigkeit und dcs freien V-reinigungs wesens dieser Klaffen, Koalitions- freihett, Schutz dcr Fraum und unerwachsenen, Regelung der Gefängnißarbett. Wahrung der Rechte des Volkes, Erhaltung des ge« Heimen, allgemeinen gleichen und diretten Wahlrechts, Sicherung der Wahlfreiheit, Preß-, Versammlungs- und Vereinsfreiheit, Gleichheit vor dem Gesetz ohne Ansehen der Person oder Partei, also Aufhebung des Sozialisten' gesetzes, volle Gewiffens- und Religionsfreihett, gleiches Recht für alle Bekenntnisse. Abwehr aller Angriffe auf die Rechte der Volksver- tretung. Im Steuersystem Gerechtigkeit und Schonung der Vollslraft, Entlastung der nothwendigm Lebensbe» dürfniffe, leine Zoll- und Wirthschattspolttik im Dienste von Sonderintereffen, leine Monopole! w Fürwahr, der deutsch-freisinnige Wahttisch ist delastet � den reichsten Leckerbissen, doch find dieselben durch- J? nicht geeignet, den Ardeitern den Mund wässerig zu machen. Arbeiter haben solche Süßigkeiten schon zu oft zu schmecken Timmen und fich den Magm daran verdorben; sie find nach- Made an kernigere Kost gewöhnt. Sie werden daher am Mdlfeste, am 30. August, nicht den deutschfreifinnigen Baum» «„s? wählen, wenngleich sie auch dereit find, ihn mit Haut "Od Haaren zu verspeisen. 9, Entlassene Strafgefangene. Es erben sich Gesetz und lachte wie eine ewige Kranlhert tort, meint Goethe, und mit W könnte man dasselbe von den Vorurtherlen sagen. Die »Auillarung dcs 19. Jahrhunderts", ja nicht einmal die svumanitäl" unseres Zeitalters hat das Vorurthcil gegen„ent- -vsene Strafgefangene" zu überwinden vermocht. Dieselben ?h>Nkn noch eine Ausnahmestellung unter den„Armen und ein und die Humanität fände daher in der Fürsorge r- entlassene Strafgefangene ein lohnendes Feld der Bethäti- Unter den vielen Humanitären Vereinen Berlins findet i?0un auch ein solcher, welcher die vorher angedeuteten Be- nerfnlnt nn N?g--n eine Reibe bmbaeltelltestei IrwK nennr Nw iul V.. fttafi„lediglich die Schwierigkeiten, welche nur dem Be- such-?' infolge der vorangegangenen Bestrafung, bei dem Ver- Un> k? Gewinnung einer Existenz entgegenstehen, mildem" °on dies in erster Linie zu erreichen durch Vermittelung .Arbeitsgelegenheit. Ob nun dieser Verein seiner Aufgabe UrtZriM werden vermag, dies ist eine Frage, über die man vZS�ener Meinung sein kann. Vor uns liegen vier Jahres» Ig»/"? über die Wirksamkeit dieses Vereins in den Jahren �885, 1886 und 1887, welche eine Fülle schätzbarsten -ntbni» Bezug auf die vorher aufgeworfene Frage &% 1 4'SÄJ'Ufr ' daß der Verein fich nur mit„entlassenen" Straf- »en besaßt, die„Strafgefangenen" dagegen anderen ----">'--' �.. oa---- IQ07. von�i ibeO' P ' Ä R t* -i i "fahrend der Sttafverbüßung ist es die Aufgabe der Gesang. �b.awten, insbesondere der Geistlichen, auf VaS Gemuth der �Aigenen einzuwirken und in ihm die AtiUionär von vierundzwanzig Stunden. Eines Morgens wurde an meine Thür geklopft. Roch heute ist mir alles deutlich in Erinnerung. . Ich war eben im Begriff, mir einzuheizen. DaS heißt: 2 wachte den Versuch, in meinem Käfig einige deutsche . Zurückzulegen, damit mir warm werde. Wenn man Wege standen. Ich ging so rasch, daß mein heftig im Winde flatterte. Wenn ich sage: mein / so ist hierunter gleichzeitig mein Sommeruber. luilu Winterrock zu verstehen. Ich gehe wohl nicht »enne'ch diese« Kleidungsstück einen zweiten Proteus Zurück zur Thüre, an die, wie ich mir bereits zu 4 bch ri �Ur'ten meiner Bekanntschaft erwartete, öffnete ich Ä Ha°d. w? I'and im ersten Augenblick wie geblendet da. �z�°Uteu die Märchen von Tausend und e,ner Nacht zur werden? a_ kitch' war der Geldbriefträger- wenn es ferne Hallu- Sie Herr Kunz?" sprach er mit leicht umflorter gWefeen werb-. '4 zerst nmot' 0»��, die0 0ff.. Der Briefbote setzte seine Unter- �äika.--er. � möglichst unzweifelhafte Konstatt- Sj* Frag" f'ltat zum Zwecke hatten, in der miß- .Ä 9cs fO0J'»Schriftsteller?" zu»n?' wir seine Sympathien durch Be- «°bern, und erwiderte sanft:„Du lieber fortan nur getreu gegen Gott und seine Mitmenschen zu leben." Was nun die„Strafgefangenen" betrifft, so sagt der Bettcht: „Es ist eine alle Erfahrung, daß der größte Thcil der Be- straften aus den niedrigsten Schichten der bürgerlichen Gesell« scbaft hervorgeht und bei mangelnder Erziehung zu Gottes- furcht, Fleiß uad Ordnung, ohne Festiaung des Charakters, scbon in jugendlichem Alter in den Kamps um das Dasein hinausgestoßen ist. Unter solchen Umständen find sie viel mehr, als Andere, die in günstigeren Verhältnissen aufwachsen, dm Gefahren des Leichtfinns und der Verführung ausgesetzt und finken bis zur Ueberttetung des Strafgesetzes." Und weiter: „Viele von ihnen find Tagardetter, angewiesen auf die Kraft cdrer Arme und den guten Willm, unter allem Einsatz ihrer Kläfte die ihnen überwiesene Arbeit zu verrichten. Viele Tausende»andern jährlich in Berlin ein, in der Hoffnung, hier ein Fortkommen zu findm, ein nicht geringer Theil gerath in Roth oder wird verführt und verfällt dem Strafttchler."— Nach diesen Ausführungen, in denen fich unser ganzes soziales Elend wiedcrspiegelt, kommt man über die„Besserung" dieser Strafgefangenen sicher nur mit Mühe hinweg, um so mehr, als der Bericht ferner konstatitt,„daß die Strafen(von 2854 entlassenen Strafgefangenen, welche fich im Jahre 1887 bei dem Arbeitsnachweisebureau des Vereins gemeldet habm) bei 179 Personen in Zuchthaus, bei allen übrigen in Gefängnißstrafe und hauptsächlich in Hast destanden hatten. Diese Erscheinung, heißt es weiter, entspricht dem numettschen Verhältmß, in welchem die schweren, namentlich mit Zuchthaus desttaften Delitte zu den geringeren Strafthaten stehen. Aus der Art der erkannten«Strafen wird ersschtlich, fährt der Bericht fort, daß bei der Mehrzahl der Fälle das Delikt, welches zur Bestrafung geführt hatte, nur geringfügig gewesen war. Die Noth, in welcher die Mehrzahl ver Strafentlassenen aller Kategorien fich befindet, läßt darauf schliefen, daß auch die Delikte nicht selten unter Mitwirkung der Noth verübt worden find." Also der Mehrzahl nach der Roth gehorchend, nicht dem eigenen Triebe! Das läßt denn doch die zu„bessernden" Strafgefangenen in einem ganz be- sonderen Lichte erscheinen. Wenn also in der großm Mehrzahl der Fälle die Ursache der„genngfügigm Delitte", derentwegen arme Proletarier„zu bessernden entlassenen Strafgefangenen" werden, der soziale Nothstand ist, so dürfte doch naturgemäß als wirksamstes Heilmittel eine Beseitigung des sozialen Noth» ftandes durch eine durchgreifende„Soztalreform" erscheinen. Dieses Universalmittel in Anwendung zu bringen, vermag nun alleroings der in Rede stehende Verein nicht. Derselbe kann fich nur darauf beschränken, die Konsequenzen des sozialen Noth- standes zu mildern und sucht dies zu erreichen durch„Besserung" der enilaffcnen Strafgefangenen in Form von Verschaffung von Arbeitsgelegenheiten. Welcher Art diese Arbeitsgelegenheiten find, darüber spricht fich der Bericht wie folgt aus:„Dagegen fehlt es häufig in den kleinen Städten und auf dem platten Lande an Arbeitern, dort ist auch'die ansteckende Wirkung, welche das nur in großen Städten fich geltend machende gewerbsmäßige Verdrechetthum ausübt, nickt zu befürchten. Es liegt daher im Interesse sowohl der Strafentlassenen, wie der städtischen Behörden und der Bewohner unserer Stadt und nicht minder im Interesse manches auswärtigen Arbeitgebers, wenn wir darauf bedacht find, unsere Pfleglinge, soweit dies nach Lage der Verhältnisse möglich ist. in auswärtige Arbeitsstellen zu bringen." Das ist nicht mißzuoerstehen. Wenn in dem Bettchte gesagt wird:„Es gereicht uns zur ganz beson- deren Genugttiuung, berichten>u können, daß der Kreis derer, welche fich entschließen, Bestrafte in Arbeit zu nehmen, fich mehr und mehr erweitert", so ist diese Erweiterung wohl weniger auf die Humanität, als auf das ureigenste Interesse der Betreffenden zurückzuführen, denn es ist erklärlich, daß die entlassenen Strafgefangenen, welche als Ersatz für die, um den traungen Land- Verhältnissen zu entgehen und fich bessere Existenzbedingungen zu schaffen, das„Land" verlassenden Landarbeiter„aufs Land" dirigitt werden, dortselbst von den Unternehmern mit offenen Armen empfangen werden, um so mehr, als fie, unter dem Drucke der Verhältnisse stehend, dehaftet mit dem„Makel des Besttaftseins", noch billigere Ardeitslräste abgeben, als die waren, welche zu ersetzen sie bestimmt find, da fie ja froh sein müssen, überhaupt Arbeit zu haben. Faßt man diese Verhält- niffe ins Auge, so findet man auch die richtige Würdigung für folgende Bcm rkung des Berichts:„In uni.ren Akten befinden fich zahlreiche Briefe von Arbeitgebern, welche ihre volle Zu- Gott, meine Kameraden sind fest entschlossen, mich für einen Schriftsteller zu halten...." Die Antwort schien ihn nicht völlig zu befriedigen; denn er forschte in einer semer Befugnisse überschreitenden Wißbegierde weiter:„Erwarten Sie einen Geldbrief?" Fa" log ich mit eiserner Stirne. Und eigentlich war es nicht einmal eine Lüge, denn der Geldbrief ist doch die heutzutage landesübliche Form des Glückes. Das Glück, das beseligende, aber erwarten wir stündlich alle. Nament- lich in den idealen Berustzweigen ist man so. Er folgte mir endlich die Sendung aus. In meiner ersten Bestürzung vergaß ich, ihm ein Trinkgeld zu verab- reichen BloS an dem Knall, mit dem die Thür hinter ihm ins Schloß fiel, erkannte ich, daß er meine Stube nicht zufriedenen GcmütheS verlassen hatte. Ich war jedoch zu sehr mit mir �lb zchs riß�den Umschlag mit bebenden Händen auf. Es waren dreihundert Mark. Ein Leipziger Verleger, dem ich eine Anzahl meiner Feuilletons zu dem Behufs eingesendet hatte, daß er auS denselben ein Buch und auS mir einen berühmten Mann mache, war der Absender., ,,. Geehrter Herr Kunz!" schrieb dieser hochherzige und mit so feinem literarischen Verständniß begabte Mann. Geehrter Herr Kunz! Zn der Anlage überreiche ich Ihnen das Honorar für Ihre hübsche Novelle, u. f. w." Ein Ehrenmann! Zwar ein wenig zerstreut— denn er schrieb von emer Novelle während meine Einsendung im Rothwälsch der Buchhändler„Genrebilder" genannt werden sollte- aber ci!„leacr darf auch einmal um den richtigen Ausdruck .Slem k„rnn er sonst«=. Zch war mir übrigens sofort darüber klar, daß der Umschwung meiner Verhältnisse eine Fülle reformatorischer sr ä Reihe der gepriesensten Millionäre erhob, konnte ich nicht länger die bisherige eingefchräntte Lebens- weife führen. Vor allem mußte ich mir eine andere Wohnung suchen. Ich war entschlossen, meinen fttedenheit mtt den ihnen zugewiesenen Sttafentlaffenen aussprechen und namentlich hervorheben, daß diese„Be- straften" Q). h. in vielen Fällm durch Noth geprüfte bezw. reu- mütbige Personen) fich viel bescheidener und anspruchsloser benehm-n, als die noch nicht Bestraften"! Von ganz besonderem Interesse find in dieser Anmerkung die Worte„durch Roth ge» prüfte", indem dieselben ein vollständig klares Bild von dem Loose ergeben, was ver entlassenen Sttafgefangenen harrt. Wenn man fich zudem vergegenwättigt, was der Bencht selber sagt, daß die Mebrzahl der„Dclitte geringfügige" waren und demgemäß die Strafen„hauptsächlich in Haftstrafen" bestanden, so kann man ohne Zweifel über die Nothwendigkeit der An- Wendung drakonischer Mittel zur„Besserung" dieser„Strafge- fangenen" verschiedener Anficht sein. Zudem kann es immerhin als ein gewagtes Expettment erscheinen, Personen, welche durch die„Noch" dazu getrieben, Delikte begangen haben und deshalb bestraft worden sind, durch„Noth" wiederum„bessern" zu wollen. Daß das Loos der entlassenen Sttafgefangenen kein beneidenswerthes ist, haben wir bereits erfahren. Des weiteren aiebt der Bettcht Aufklärung, wie folgt:„Die umfangrttchste Verwendung haben wir für gesunde Arbeiter in Ziegeleim, Zementfabttren und bei Eisenbahn- und Kanalbauten. Zahl« reiche Unternehmer derattiger Bauten(auch für Erdarbeiten bei Festungsdauten) stehen mit uns in Verbindung; in den Monaten, wo derartige Arbeiten betrieben werden können, geben dmselben auf ihre Bestellung fast wöchentlich Kolonnm von 20 und mehr Köpfen zu, bisweilen können wir nicht einmal die gewünschte Zahl von Ardeitern stellen."— Wie gesagt, sehr glaublich!„Von Jahr zu Jahr hat die Einstellung unserer Pfleglinge zu landwirthschastlichen Arbeiten zugenommen. Für jüngere und kräftigere Leute baden wir dauernde Stellung in der Landwitthschast(namenllich als sogenannte„Hofegänger" in Mecklenburg) gefunden!" Der Bettcht fährt fort:„Kaufleute, Buchhalter, Verkäufer, Aufseber, Schreiber find recht schwer in einer ihrer bisherigen Berutsrhätiakeit glttchen oder ähnlichen Stellung unterzubringen. Von 241 Strafentlassenen aus diesen Berufsstellungen ist uns dies nur bei 71 gelungen. Auch Portiers, Kutscher, Gärtner und Hausdiener konnten nur etwa zur Hälfte in gleiche Stellungen gebracht werden. Mancher von ihnen hat aber auf unserm Rath zur Schippe gegttffen, um als Tageardttter an einer ihm von uns nachgewiesenen Arbeitsstelle fich wieder heraufzuarbeiten." Zum besseren Verständniß führen wir hier folgende Zahlen an: Von 2241 Strafgefangenen, denen Arbeit nachgewiesen wurde, waren 36 Beamte, 241 Schreiber, Kaufleute, Buchhalter, Verkäufer, Aufseher, 691 Handwecker, 293 Portiers, Kutscher, Gärtner, Hausdiener, zusammen 1261. Von Viesen erhielten nur 538 ähnliche Ardett wieder(Beamte gar keine), W- übrigen wurden untergebracht bei Festungs-, Kanaldauten, Eidarbeiten u. s. w. Es ist hier wohl fuglich die Frage am Platze, wie Menschen, die in ihrem Leben noch nie körperlich schwer gearbeitet haben, solche Arbeit verttchtcn können? Da kommt wieder der Bettcht und sagt:„Die Arbeit ist nickt leicht, aber bei festem Willen stählt fich die Arbeitskraft!" Sollte es wirklich Menschen geben, die, um fich zu„rehabilitirm", weil fie eines„geringfügigen Deliktes" wegen eine Haftsttafc erlitten haben, soviel festen Willen befitzen, fich einem Leben, das der Zwangsarbeit eines schweren Verbrechers glttcht, zu unterwerfen? Sollte es wirklich Menschen geben, die soviel festen Willen besitzen, nur um ein„geringfügiges Delitt" zu sühnen, welches doch durch die verbüßte Strafe schon gesühnt sein sollte, bei kärglichem Lohne die hätteste Arbeit zu oerrichten und fich oben- drein von diesem kärglichen Lohne noch Abzüge machen zu lassen, um das vom Verein gelieferte Ärbeitsmatettal, Reste« kosten:c. zur Hälfte zurückzuerstatten? Wohl wenige, und man kann fich thatsächlich nicht wundern, wenn Fälle vorkommen» wo derartige Gelegenheit zur„Besserung" dankend abgelehnt wird. Doch wehe, dreimal wehe diesen, denn der Verein erachtet es für nothwendig,„die Namen derjenigen, welche durch ihr Verhalten zeigen, daß fie der ihnen gebotenen Hilfe unwürdig waren, der Poltztt und der Staatsanwaltschaft zur Anzeige zu dringen, damit diese Personen, im Falle der Verübung einer neuen Strafldat, fich nicht mrt dem heuchlettschen Vorwande der Noth schützen können und nunmehr einer um so härteren, aber gerechten Strafe entgegensehen müssen. Im Laufe des Jahres 1887 haben wir, sagt der Bettcht, gegen 91 Personen derartige Anzeigen erstattet und fie haben ihre Wickung nicht veckehlt."— Hiermit wollen wir schließen das Kapitel der„ent- lassenen Strafgefangenen". erwärmenden Morgenspaziergang, der mir soviel Heizmate- rial ersparte, fortab durch eine Flucht luxuriös ausgestatteter Salons hindurch zu machen. Ich setzte mernen Hut auf und verließ mit so erhabe- nem Haupte das HauS, daß der Portier sich unwillkürlich vor mir verneigte... Nicht« ist schwerer zu ertragen, al« der Reichthum, vielleicht mit alleiniger Ausnahme der Armuth. Seit ich mit den Gefühlen eines Millionärs durch die Straßen man» delte, plagten mich Sorgen, die ich vorher niemals gekannt hatte. Die überaus zahlreichen Wohnungen, welche ich in der vornehmsten Gegend der Stadt in Äugenschein nehmen mußte, ehe ich eine mir halbwegs passende entdeckte, sie hatten sämmtlich größere oder gettngere Gebrechen. Entweder waren die Dienerzimmer zu entfernt, oder das Badekabinet hatte keine ausreichende Beleuchtung, oder die Plafonds waren nicht kassetirt. Unter bloS hemalten Plafonds aber vermochte ich jetzt nicht mehr zu leben. End» lich fand ich ein Appartement, daS voraussichtlich meinen Bedürfnissen genügen würde. Der russische Gesandte hatte cS bis dahin bewohnt. WaS mich sofort bewog, die Miethe dieser Räumlichkeiten in Aussicht zu nehmen, war die Thür- klinke, einen zierlichen Löwenleib in Bronze darstellend. Ich wollte am nächsten Tag den Kontratt mtt dem Hauseigen- thümer inS Reine bringen. Nun konnte ich mir freilich nicht verhehlen, daß meine bisherigen Mobilien nicht hinreichen würden, um meinem neuen größeren Heim den Anstrich des Wohnlichen zu ver» leihen. An Gemälden befaß ich lediglich den Umschlag einer Weihnachtsnummer deS„Zllustrated London NewS"; meine einzigen BibelotS waren ein Pfeifenstopfer, eine Nagelfeile und zwei leere Zigarrenkistchcn. Ich begab mich daher— obschon ein wenig ermüdet— auf die Suche nach anmuthigen Kunstobjekten, die dem Auge schmeicheln sollten, ohne den Neid der minder Bemittelten in zu greller Weise herauszufordern. Leute, die jählings zu Vermögen kommen, sind in der Regel verwirrt. Anders ich. M,t sicherem Blick unter- schied ich die dttngenden Anschaffungen von jenen, die noch hinausgeschoben werden konnten. So kalt es auch war, Dampfbah« KchSn«t»erg-Wilmer«dorf Kchmargen- dorf. Von einer Anzahl von Veschwerveführern. die dereit finv, für die Richtigkeit idrer Angaben einzustehen, geben der „Voss. Ztg." nachstehende Klagen über den Betried der Dampf- bahn Schöneberg-Wilmeredorf— Schmargendorf zu:„Die Ver- waltung der Dampf-Straßenbahn Schöncberg— Wilmersdorf— Schmargendorf verwahrt sich gegen den Vorwurf der Unpünktlich- keit. Zur Illustration folgendes: Vorige Woche passtrte es, daß der fahrplanmäßige Zug früh 6 Uhr 7 Minuten von Schmargendorf erst um%7 Uhr fahren konnte, weil die Maschine kein Wuffer hatte, am 23. d. M. traf derselbe Zug überhaupt erst 6 Ubr 15 Minuten in Schmargendorf ein und ging infolge dessen erst 6 Uhr 19 Minuten nach Berlin. In beiden Fällen versäumten dicPassagiere den Anschluß an die Ringbahnzüae sowohl nach der Friedrich straße wie nach dem Potsdamer Bahnhof, und dies betraf auch Schulkinder. Am Mittwoch Abend wurde der sabrplanmäßig%9 Uhr von der Zwölfapostel- Arche abzulassende Zug erst 5 Minuten vor 9 Uhr cxpedirt. Das find die nur innerhalb acht Tagen bekannt gewordenen Fälle von Verspätungen, die um so mehr in's Gewicht fallen, als der Zug 6 Uhr 7 Minuten der erste ist, der täglich von Schmargendorf nach der Stadt geht. Kann da noch von Punkt- lichleit die Rede sein? Aber auch anderen berechtigten Wün- schen des betheiligten Publikums trägt die Verwaltung keine Rechnung: für die nicht geringe Anzahl der in Schmargendorf lebenden Sommergäste hau die Bahn nur dann einen Werth, wenn eine regelmäßige Verbindung nach dem Ringbahnhos Schmargendorf zu den Zügen nach und vom Potsdamer Bahnhof hergestellt wird. Wenn von Morgens 6 Uhr 7 Minuten ab der planmäßige Zug pünktlich geht, dann ist der Anschluß nach der Stadt zu erreichen, dagegen fehlt derselbe Nachmittags zum Dorfe zurück vollständig, da man eine Viertelstunde auf die Dampfbahn warten muß, in welcher Zeit man beinahe zu Fuß nach Wilmersdorf kommt. Das Beste aber ist, daß die Verwaltung den Zug 7 Uhr 7 Minuten überhaupt eingestellt hat, und das ist gerade der- jenige, der noch am meisten benutzt werden würde, weil der größte Theil der Geschäftsleute und Beamten um 8 Ubr in der Stadt sein muß. Bedingung der Benutzung ist natürlich, daß auch Nachmittags und Abends für Rückbeförderung gesorgt ist. Versprochen ist uns diese schon vom ersten Betrledsrage an, ein- getreten ist ste noch nicht. Wenn man bedenkt, daß die Bahn jetzt bereits seit einem Vierteljahr in Betrieb ist, dann sollte man wohl annehmen, daß nunmehr die Probezeit vorüber ist und eine größere Regelmäßigkeit in die Sache gekommen wäre. Daß solches nicht der Fall, bezeugen die angeführten Thatsacken, und alle schönen Worte und Ver. sprechungen der Verwaltung helfen darüber nicht hinweg; das Publikum kann dafür auch nicht die Maschinenfabrik, die die Maschinen angeblich nicht geliefert hat, oder die einzelnen Beamten, sondern nur die Verwaltung verantwortlich machen. Das Benehmen der Beamten ist ebenfalls nicht immer ein an- gemessenes; fie fitzen am Endpunkte Schmargendorf in der Kneipe und mehr wie einmal ist es vorgekommen, daß die pünktliche Abfahrtszeit hier versäumt wurde; dann heißt es, wie Schreiber dieses selbst gehört:„Donnerwetter, jetzt müssen wir aber ab- fahren, wir haben fünf Minuten(auch mehr) Verspätung." lind was soll man dazu sagen, wenn man wiederholt die Ver- wundeiung darüber aussprechen hört, daß den Paffagieren selbst bei schwach besetztem Wagen kein Geld abgefordert wird. Wenn durch letzteren Umstand auch nur die Ver« waltuna selbst gcschävigt wird, so läßt aber gerade dieser einen Schluß auf die ganze Art des Betriebes zu. Der Verkehr an schönen Sonntagen des Abends beim Abgang der Züge in Schmargendorf giebt ebenfalls zu recht fühlbaren Unzuträg- lichkeiten Anlaß. Hunderte von Menschen harren dann schon auf das E.nireffen des Zuges und stürzen, sobald er da ist, auf diesen zu. Dann beginnt auf der engen Torfstraße und durch Mcnschenmassen und Fuhrwerke hindurch das Umsetzen der Maschine. Daß hierbei noch keine größeren Unglücksfälle passtrt sind, ist ein Wunder. Die Bahn müßte gehalten sein, eine Art Bahnhof auf eigenem Terrain anzulegen, wo die Züge fertig rangirt weiden; dieses ist in Schmargendorf vorhanden und es sollte damit n cht gewartet werden, bis erst ein Unglück pa>firt ist. Her vm gehoben soll hier noch werden, daß dieser Nothschrei in der Presse nur erfolgt, weil eben alle Vorstellungen bei der Verwaltung bis jetzt erfolglos waren; vielleicht treten dadurch auch die zuständigen Behörden im Interesse des Publikums der Sache einmal näher." Sie die gerichtlichen Ausverkäufe der Konkursmassen iden Geichäftsbetried beeinflussen, das zeigt fich gegen- wärtia recht deutlich in einer unserer größeren Straßen, welche den Oranienplatz kreuzt, wo in dieser Straße im Bereiche weiiige zusammenstebender Häuser fich gegenwärtig drei HandschuhläLen befinden. Zwei derselben existirten dort bereits seit mehreren Jahren; da zog aus einer entfernteren Stadtgegend zu Ouern noch eiir dritter Handschuhhändler dorthin. Allem Anscheine nach wurde dieser schon durch die Kosten der neuen Ladeneinrichtung finanziell so stark angegriffen, daß er in Zahlungsdedrängniß gcrieth, denn schon wenige Tage vor oder nach Pfingsten ocrkünbete versagte ich mir doch den Genuß von Handschuhen. Aber einen noch viel glänzenderen Beweis meiner Sparsamkeit und Haushaltungskunst, an der meine Freunde immer ge- zweifelt hatten, lieferte ich— lieferte ich jetzt, wo ich eS wahrlich nicht mehr nöthig hatte. An einem HauSthor hing ein Zettel:„Pony zu verkaufen!" Ich trat ein, da ich von jeher Liebhaber von Pferden gewesen. Ein reizendes Pony! Der Leib wohl etwas zu dick, die Beine dagegen fein und zart. Mit klugen Augen sah mich daS Rößchen an.... Ich hatte schon die Hand an der Brieftasche.... Nein, ich riß mich loS, ich kaufte das liebenswürdige Thier nicht, obgleich ich eS hätte brauchen können, wie einen Bissen Brot. Denn wenn ich mir noch ein Wägelchen dazu anschaffte, so konnte ich fabelhafte Summen an Miethkutschen ersparen. Dieser Pyrrhussieg, den ich über mich selbst erfochten, schmerzte mich allerdings noch eine Weile. Das Pony war auch zu nett gewesen. Brauchte ich mir denn jetzt noch so unenthehrliche Gegenstände abzukargen? Ich war schon im Begrrff, umzukehren, da fiel mein Blick auf den Gaskande- laber, der hinter einem Schaufenster stand. Ich weiß nicht, ob es mir gelingen wird, die ganze be' rauschende Pracht dieses Kunstwerkes zu schildern. Aul metallenem Sockel stand ein gleichfalls metallenes Wesen von sehr gewähltem Gliederbau, die Wahrheit oder sonst etwas nur in Dichterträumen Vorhandenes dar- stellend. Beide Arme liebreizend erhoben, hielt die Göttin eine Lampe hoch, wie unsereiner seine Ideale. In mir wurde eS plötzlich hell, taghell. Sie mußte mein werden. Meinem bisherigen Dasein hatte etwas gefehlt; ich wußte nun, was eS war: ein Gaskande- laber! Ich sah ein, daß ich ohne einen solchen nicht weiter vegetiren könne. Ich betrat den Laden, indem ich eine gleichgiltige Miene anzunehmen versuchte. Man nannte mir den Preis der Lampenfigur, der wohl meine Erwartungen, nicht aber meine M-ttel überstieg: 290 Mark. Dennoch hielt ich es für geboten, zu feilschen, und warf nachläsfig hin:„O, daS ist zu viel! Zch muß das Stück nicht haben!" Der Händler mochte mir ansehen, daß ich heuchelte, daß der gerichtliche Anschlag an der niedergelassenen Roll-Jaloufie des Ladens die Eröffnung des Konkurses und bald darauf begann der gerichtliche Ausverkauf der vorhandenen Waarenbestände. Infolge dcficn ist seit jenem Zeitpunkte in den beiden anderen benachbarten Handschuh Geschäften ver Verkauf wie abgeschnitten; Alles, was in jener Stadtgegend Handschuhe braucht, versorgt fich damit aus der Konkursmasse. Der bankerotte Inhaber des Geschäfts scheint ganz bedeutende Voriäthe auf Lager zu baden. Von seinen beiden Konkurrenten hat der eine bereits die Nach- ficht seines Wirthes wegen der am 1. Juli fälligen Quartals- miethe nachsuchen müssen, während der andere, ein wohlhabender Mann und Hausb.sttzer,! gleichfalls ver- ficherte, daß sein Geschäft seit dem Konkursmassen- Ausverkaufe des Nachbars nicht mehr die Unkosten ab- werfe. Dagegen ist der Konlursladcn in den wenigen be- stimmten Stunden, in den der Verkauf dort täglich stattfindet, beständig von Kauflustigen überfüllt. Eine« wahre« Schanerbericht über die Vorgänge, die fich nach«chluß der aufgelösten Wählerversammlung in der „Tonhalle" auf der Straße abspictten. hat der bekannte Bericht- erstatter Finke in die Welt gesetzt. Es handelt fich um nichts, als um eine Zeilenschinderei, der zu Liebe der Berichterstatter in den dicksten Farben aufgetragen hat. Um was es sich allein gebandelt hat, wird aus dem Bericht der„Post" ersichtlich, die sicherlich nicht„im Interesse der Arbeiterbewegung" etwas ver- schwiegen oder gemildert dargestellt haben würde. Hiernach sollen fich„hunderte von Arbeitern, die Hochrufe auf Liebknecht auf der Straße wiederholend, angeschickt haben, den Sistirten auf dem Wege nach der in der Arti Jericstraße belegenen Polizeiwache das Geleit zu geben. In der Auguststraße zogen jedoch die Schutzleute blank und trieben, wiederum einzelne Sistirungen vornehmend, aber ohne dreinzuschlagen, die Menge auseinander." — Das ist das Ganze. Es ist sehr bedauerlich, daß anständige Blätter fich die derben Uebertreibungen des L-Berichterstatters ohne nähere Prüfung aufbinden ließen. Die Moabirer Gastwirthe, die über Säle, in denen große Versammlungen stattfinden können, verfügen, scheinen fich sämmtlich verschworen zu haben, ihre Räumlichkeiten zu keinen Arbeiterversammlungen herzugeben. Der Eine verweist auf die Polizei, die ihm Unannehmlickkeilen bereiten könne, der Zweite sagt: Ja, wenn es keine Wahlversammlung wäre! Der Dritte hat wieder eine andere Ausrede.— Ardeitergroschen für Bier anzunehmen, hat fich aber noch keiner der Herren geweigert. Hoffentlich werden die Moabiter Arbeiter aus diesem Verhalten der großen Restauratcure in Moabit die Nutzanwendung ziehen. Da es dem Wahlkomitee nicht gelungen ist, am Wahl- tage zur Verkündigung des R sultatcs in Moabit einen saal zu erhallen, so wird das Ergedniß allen, die fich dafür intcr- esfiren, in der Destillation Rathenowerstraße 99 mitgethellt werden. Gi» eigeuthümlicher Herr muß der Tischlermeister Schulendurg, Friedrichsir. 24 wohnhaft, sein. Während neun Monaten arbeiteten die Gesellen tz. und M. bei ihm. Sie mußten schließlich aufhören, weil es an Arbeit fehlte und fanden bei dem Tischlermeister Meklenburg Arbeit. Gestern wurde der eine der beiden Gesellen wegen Lohndifferenzen von dem Werkfübrer Werth entlassen; hierbei kam es zur Sprache, daß Meklenburg von Schulenburg gewarnt worden sei, als er die beiden Herten einstellte; dieselben seien so faul, daß„sie an der Bank kleben blieben". Die beste Illustration zu dieser Ver- leumdung rst die Thatsache, daß der Schulenburg die beiden Ar- beiter wiederholt gebeten hatte» wieder bei ihm in Arbeit zu treten. Folgende Sensationsnachricht verbreitet das„Berliner Tagedl.":„Ueder eine Todtschlagsaffaire in der Kaserne des Garde-Küraifier Regiments in der Lindenstraße, die fich gestern in früher Morgenstunde zugetragen hat, haben wir an zuständiger Stelle folgende Einzelheiten ermittelt: Als gegen 6 Uhr die dazu beorveiten Mannschaften die Reinigung des Stalles vorzunehmen im Begriff standen, geriethen der Ge- freite Kabelitz und der Kürasster Dilli, beide von der dritten Schwadron, aus geringfügiger Ursache in einen Wortwechsel, ver bald in Thätlrchkeiten ausartete. Der Gemeine D. hatte nämlich einen zum Berstt des Gefreiten K. gehörigen Besen in Gebrauch genommen, welchen der letztere reklamirte und, da ihm die tiueUeferung verweigert wurde, dem D. mit Gewalt zu entwinden suchte. Dieser stieß den Angreifer aber so heftig zurück, daß derselbe gegen die Wand taumelte. Wüthend ergriff K. nun einen in der Rähe stehenden Schrubber besen und versetzte mit dem unteren, schweren Ende desselben seinem Gegner einen so wuchtigen Hieb über den Kops, daß der Gettoffene sofort laullos zusammenbrach. Er lebte noch etwa eine Stunde lang, röchelnd verlangte er, während die herbeigeeilten Aerzte fich um ihn be- mühten, nach Wasser, das er jedoch nicht mehr zu nehmen ver- mochte. Die Bemühungen der Aerzte blieben ohne Erfolg, Dilli starb unter ehren Händen. Der Gefreite Kabelitz äußerte bei seiner alsbaldigen Abführung zum Militärarrest unter Tbränen, er wünschte, daß er an stelle des Kameraden todtauf dem Platze geblieben wäre, und beklagte das traurige Geschick seiner ich den Kandelaber haben mußte! Es gelang mir nicht, eine» billigeren Preis zu erzielen. „Wohin darf ich die Figur schicken?" Ich nannte, leicht erröthend, meine alte Wohnung, weil ich ja noch nicht sicher war, ob ich die des russischen Ge- sandten auch bekommen würde. Da ich jedoch gleich baar bezahlte, begnügte sich der Verkäufer, verbindlich zu lächeln, als ich angab:„Vier Treppen hoch." Nachdem ich mir noch einen Spazierstock mit geschnitzter Krücke gekauft hatte, blieb mir soviel übrig, daß ich ein ein- facheS Abendbrot zu mir nehmen konnte. Die anderen An- Schaffungen verschob ich auf den anderen Tag. Zch war sehr müde und abgespannt, was mich übrigens nicht befremdete, denn ich war an die Lebensweise eineS Millionärs noch nicht gewöhnt. Der nächste Morgen brachte mir eine herbe Enttäu- schung. Der Geldbriefträger erschien nicht zur gewohnten Stunde, erschien überhaupt nicht. Ich hatte einige sehr bittere Gedanken über die Unvollkommenheit der postalischen Ein- richtungen. Der Gaskandelaber wurde mir auf meine Stube ge- bracht. Als man den schweren Gegenstand mit Stampfe» und Poltern die steilen vier Treppen hinaufbeförderte, liefen alle Hausbewohner zusammen. Zch erhielt auch tags- über viele Besuche auS der Nachbarschaft. Zeder wollte daS Kunstwerk besichtigen. Nach dem Muster edelsinniger Kava- liere gestattete ich dem Publikum Zutritt zu meiner Samm- lung, die freilich erst aus einem Objekte bestand. Allmälig stumpfte sich jedoch die Neugierde ab, und ich war allein mit meinem Gaskandelaber. Als der Abend hereinbrach, hätte ich gern die Lampe ob dem Haupte der Göttin angezündet, doch war leider keine Gasleitung vorhanden. Tage vergingen. Der Briefträger kam nicht. Zch be- gann, mich an den GaStandelaber zu gewöhnen. Denn selbst Frauen auS Erz, die nichts reden, können den Reiz der Neuheit verlieren. Es kamen sogar Augenblicke, in denen ich die unbewegliche Dame mit Zngrimm betrachtete. Wenn sie nicht dagestanden wäre wie ein spöttischer Vor- wurf, hätte ich mir einbilden können, den vierundzwanzig- stündigen Millionentraum nur geträumt zu haben. betagten Etteln, welche die Entlassung ihres Sobnes Militär in wenigen Wochen zu erwarten hatten. K. erf«>» fich des besten Leumundes und allgemeiner Beliebtheit seinen Kameraden, derselbe bat wäh-end seiner Dienstzeit ni® ein einziges Mal zu einer Rüge V-ranlaffung gegeben; um!« unbegreiflicher erscheint es, wie er fick zu dieser That bat dw reißen lassen können. Ter aus dem Leben geichicdene Kürassier Dilli, ebenfalls im Begriffe stehend, zur Reserve überzutretc», war elternlos; in der Mittagsstunde wurde die Leicke deffeldc» mittelst Tragkorbes nach der Leichenhalle des Garnisonlazarcih» in Tempelhof gebracht." In der Hasenhaide stürzte am Freitag Abend ein ho"' deladener Wagen Heu dadurch um, daß der Führer dcsseldm den dort an der Straße stehenden Bäumen zu nahe kam. � fich mit den Aesten in der Ladung verfingen und den WazM auf die Seite drückten. Diese: kam, mit den Rädern frei naS Außen gekehrt, gerade vor eine Schaubude zu liegen, deren Besitzt in Gemeinschaft mit einigen seiner Mitarbeiter gerade in der geimS' sam bekannten Art den geehrten Herrschaften den Beginn einer neuen Vorstellung ankündigte. Nur durch einen kleinen Raum, der einem Einzelnen mühsam den Durchgang gestattete, konnte man von der Sttaße aus neben dem Heu vorbei in � Bude gelangen. Einen Augenblick waren die Künstler wege» des Beginns der neuen Vorstellung in Verlegenheit und zm® sowohl wegen der Ankündigung wie wegen des Zutritts del Zuschauer. Bald wußten fie fich indeß zu helfen; fie erklömme» den Heuhaufen, ließen von dort ihre pathetischen Anreden m> das verehrungswürdige Publikum erschallen und halfen dienst' beflissen jedem über den Heuberg, der Lust hatte, der VorstellunZ beizuwohnen. Da es gerade Abend und nach Schluß der An beitszeit war, so wurde von den zahlreich Vorübergehende» mancher durch die Seltsamkett der Situatton zum Eintritt i» die Schaubude verlockt. Die grotesken Situationen vor de> Bude waren vielfach von erschütternder Komik. Ein» schlechte Kezahlnng erhielt in der verflossene» Nacht ver in der Greifs walderstraße wohnende Droschkenf# Herr Gottlieb O. Derselbe stand mit seinem Gefährt auf% Droschkenhalteplatz in der Alexandcrstraße, als gegen 11 Nachts drei Männer an ihn herantraten und die Droschke r einer Fahrt nach dem Humboldtshain miethctcn. Hier an? langt� lud O. seine Fahrgäste aus, welche fich ohne Zahlung� .Sei» L5 M "%n un % und t«n mi BW A daj pä »»m erf »ere% ktojdik r >oU| «en.Ufl >°n bei fcftiat w y* im P» 30< towe er! £t uiio) vs Ktt K *>? und a Naturlich die Tour schleunigst in die Anlagen entkernten. ai der geprellte Droschkenkutscher den Flüchtlingen nach und* fich sein Geld aus. Einer derselben drehte sich jedoch um»fj schlug mit einem Stock derartig O. üb.r den Kopf, daß diel» i Do« s Nag, i %ntaa 1 zusammenbrach. Ehe er fick wieder aufgerafft hatte, waren ., I W4VVV* UU|�li.U||4 WUfc*-»* L Burschen verschwunden. Mit einer klaffenden Kopfwunde bei»' fich der blutende Mann nach der Sanitätswache in der Linie»' sttaße, wo ihm ein Nothverband angelegt wurde. Durch- ein donnerähnliche» Getöse wurden heute mittag kurz vor 12 Uhr die Paffanten ver Leipsigerstraße tt' schreckt. Im Hause Nr. 33 war aus der ersten Etage eine zw» 2 Meter hohe und U Meter breite Spiegelscheibe von urtF wöhnlicher Stärke auf das Trottoir gestürzt, dort natürlich m tausend Stücke zerspringend. Als ein fast uncrkläilichcs Wuz# muß es betrachtet werden, daß bei dem Gewoge dieser belebtes®» Straße Berlins kein ernstliches Unglück geschehen ist. 31»� einigen ganz unbedeutenden Schrammen, welche mehrere Passan>m durch das ausspritzende Glas an Geficht und Händen erdiel®»' ist der Unfall ohne ernstliche Folgen geblieben. In den lcl»' siebenden Räumen hatte man das Fenster bei einer Rciniguw geöffnet gelassen und von einem Windstoß war es auf vieStraP geschleudert worden. Ans d«m Stadtbahnhof Alnrandervlah befanden st» gestern Mittag die Beamten und Paffagiere in einer fürchw lichen Aufregung. Mtt dem um 12 Uhr 37 Minuten von* Richtung Friedrichsttuße eingetroffenen und nach Rummels biÄ abgehenden StadtbahnMge war auch ein Bäuerlcin angekomw«»! das statt nach links nach rechts ausgestiegen war und so w» seinem riefigen Bündel zwischen dem Zuge und dem eiserne» Gitter stand, welches das Ferngeleise von dem Schienenstranil der Stadtbahn scheidet. Ehe er es vermochte, fich auf seine>» engen Platze zurechtzufinden, setzte fich der Zug wieder in � wegung und mit ihm der in eine drangvoll fürchterliche Ew gekeilte, laut um Hilfe rufende Bauer, indem er von Wagen wie ein Kreisel gedreht wurde. Ein Schrei des&*■ setzet s entrang fich den Lippen der drüben auf dem EjrteJj geleise Stehendem Schon hatte der Zug den Mann zu Bss? genffen— im nächsten Augenblicke mußte er von den RAJj zermalmt werden, da stürzt der Bahnhofsajfistent Ernst an r, Gitter, öffnete die Durchgangsthür und der Gefahr nicht achtes in die gleiche Lage wie der Bauer zu kommen, riß er ihn die Thür hindurch auf das Externgeleise hinüber. AngefW" dieses Vorfalls dürfte es wohl räthlich sein, in den Wagen«»» Tafel mit der Aufschrift:„Links aussteigen!" anzubringen.* Kewaßtlos und anscheinend schwer innerlich erkcaiw- wurde in verflossener Nacht in der Rosenstraße vor dem Nr. 5 der in der Lietzmannstraße wohnhafte Kellner Frani aufgefunden. Er wurde durch das 14. Polizeirevier e"" hiesigen Krankenhause übergeben. Saite) 'Math ltivoch, Seisla? % als 4e der htel; ''B |fess ZA »»Oll, dci ■? est N'«!i Ä '«ölen "n% �>n Ä iUni i Z Und eines Morgens wurde wieder an meine Thü» geklopft. ES war merkwürdigerweise nicht der Briefbote. fremder Herr. Er legitimirte sich als der Rechtsaas» meines Verlegers. Aha! Der Mann wollte g»»;# Summen nicht mehr der Post anvertrauen. Ein angst»»� Gedanke durchzuckte mich: ob das Pony wohl noch zu h»� fei, ob es nicht schon verkauft worden? Das sollte w»' erster Weg sein. Es kam anders., „Herr Kunz, Sie haben irrthümlich dreihundert Platt zugeschickt erhalten!" Irrthümlich! Zch konnte mich nicht entsinnen. M Er fuhr fort:„Durch ein Versehen wurde ds! Honorarbetrag an Sie gesendet und Ihr unverwendbar Manuskript an den Verfaffer einer Novelle. Ich brwg Zhnen Zhr Manuskript; wollen Sie die Güte haben, w das Geld zurückzugeben!" � Ich war tief empört über die geringschätzige Beh»» lung meines Manuskripts. Aber mit einem vornehm" nischen Lächeln erwiderte ich:« „O mit Vergnügen! Da haben Sie die dreihundert.-• und griff nach meiner Brieftasche... Hm, fie war leer. Ich hatte vergessen. Mit em% Beschämung mußte ich nun zugeben, daß ich momentanst� in der Lage sei....# „Dana werde ich auf Zhre Effekten Beschlag leg lassen!", � Es geschah. Glücklicherweise fand sich außer Kandelaber nichts vor, was der Mitnahme werth konnte. Wieder tauchten rüstige Männer auf, die m � GaSfigur aufluden. Mit Stampfen und Poltern s � sie die Treppe hinabgebracht. Wieder versammelten M Hausbewohner, von nachbarlicher Neugier gefoltert. g(, Ohne Bedauern, nur in kühl philosophisch»® wägungen sah ich dem treu'osen Metallweibe nach, da» � Verarmten gleichgiltig verließ— genau wie eine Lebe dieS gethan hätte. So sind die Frauen. DaS ist die Geschichte meines ReichthumS. m .Mar fciftftfic !? ttiüj s S h i&i g s in % m i L akmes«f K. erfreu« i-btheit» istzeit ni® )en; um 1« oi hat b'«- nc Kürassier iberzutreteii, bt desield« sonlazarctV d ein Horb- •.t dcffelben e kam, tue den Waze« rn frei nach eren Besitzer r der aenug» >en Besinn nen kleine« g gestasteie, zrdei m « Keim Durchstoße« eines Wagens durch den Thorweg !M«chrahe 18 gerierh der sich am Rade befindende Kutscher k�en j)L, in der SchSnlcinstraße wohnhaft, hart zwischen tu»* Uv 0 Wand, so dah er stch eine starke Brustquetschung T» und von seinen Mitarbeitern in ein Krankenhaus geschafft k'w musete. ®itt schwerer Unglücksfall ereignete fich gestern da- T' W der in der Grünstratze wohnhafte Buchdruckerei- M itzricdrich Sch. in seiner Druckerei einer in Gang befind» M Schnellpresse zu nahe kam. Er wurde von dem Treib» erfatzt und gerieth in die Maschine, wobei er fich eine Me Verletzung des reckten Unterschenkels zuzog. Mittelst «nrke wurde er in ein Krankenhaus gebracht. , p-lifeibericht. Am 24. d. M., Vormittags, stürzte am men-Ufer, in der Nähe der Licktensteindrücke, der Geschäfts- wi der Wittwe Rühle aus Deutsch- Wilmersdorf infolge lchens cincs Hinterrades um. Die Besttzenn fiel dabei so JL Regen eine Bordschwelle, datz fie eine erhebliche Verletzung -.Multerblattes erlitt. Sie fuhr, nachdem das Rad wieder worden, mit dem Wagen weiter.— Um dieselbe Zeit alm Thiergarten in der Nähe des kleinen Sterns ein 30 Juhre alter Mann mittelst Lederriemens an einem % Nergnugungs-Chronik. .�«seirtirttes Uepertoir der >.„r,ß erhängt vorgefunden.— Gegen Mittag gerieth in der d M ��tatze ein 5 Jahre alter Knabe durch eigene Unvorfich- „ S unter eine vorüberfahrentZe Droschke und wurde durch , e"lnw M om linken Futze überfahren. anscheinend jedoch nicht llnredcn verletzt.— An demselben Tage fand Jriedenstrahe 93 i undedeutxndes Feuer statt. Es brannte die Balkenlage unter VorMM�rliochmaschine. zergehende« Eintritt w m vor verflossene« oschkenf# L'f,»: Dwschie i" Hier avt fahlungF türlich% h und» ch um datz W waren«f unde des«' der Linie« i--,(Stau Pierson Brethol und' Herr Franz Schwarz J%: Mitrwoch, den 29.: Aladin; Donnerstag, den F>d Zimmermann; Freitag, den 31.: Aida(Herr Schwarz o Brajnin als letzte Rolle); Sonnabend, den >Membir: Tannhäuser(Herr Niemann); Sonntag, den Juan(Frau Pierson- Brethol und Herr Schwarz a. G.); tsiag, den 3.: Martha.— Im Wallner-Theater. den 26.: Emilia Galotti(Frl. Giers, Hr. Matkowsky ; Montag, den 27.: Die Schausvieler des Kaisers Mtkowsky als Gast), Der zerbrochene Krug; Dienstag, ■ i Iphigenie(Frl. Giers, Hr. Matkowsky als Gäste); Bö#, den 29.: Der 2Jlenor.it(Hr. Matkowsky als Gast); Reistag, den 30.: Die Schauspieler des Kaisers(Hr. Mat- als Gast), Der zerbrochene Krug; Freitag, den 31.: Im M der Mütter, Die Prüfung, Eastor und Pollux, Eine aste W; Sonnabend, den 1. September: Die Journalisten; Mg, den 2.: Minna von Barnhelm; Montag, den 3.: Deiche der Mütter, Die Prüfung, Eastor und Pollux, Eine Schachtel. schwrizergarten. Die Spezialitäten dieses Etablisse» fesseln die Zuschauer durch ihre exzellenten Leistungen ?®-oufs Neue und daher ist der Besuch trotz des unaünsti- X ttbielt««- Atters ein ziemlich guter. Da ist die Gymnastikerfamilie den lest' mI10", Brothers Alming, Sgr. Vincento, genannt der Frosch. sttriniau«» der Tanzparodist Willbcrg; alles Kräfte ersten Ranges; ein gutgcschultes Echauspielerpersonal, welches durch Auf- einaktiger Singspiele, Possen ic. und der großen Panto- 1»Berliner Sommervergnügcn" von A. klic>ch täglich Beifall erringt. Volksbelustigungen aller Art, grohartige Mung des Etablissements durch elektrisches Licht und mehr i�bOO Lampions, sowie im großen Saale Ball bilden die � Beigaben des Programms. heute M erstratze ! eine von ungt' latürlick � cs Wuntz? belebtes ist. 91# ; Paffavlc« Reinigu� die Stc«p fanden P er fürchV n von» mmclsdi« gekomwe«; nv so w« m eiserne« .enenstrantl auf sein«« >er in W liche W von : des � ■l -st an? bt achte«'/ ihn Angefilt» lagen >em � Gerichts-Zeitttng» ftem Anklage wegr» Gotteslästerung wurde der zweiten Ferienstrafkommcr d>s Landgerichts I .. Redakteur der landwirthschaftlichen Beilage des„Ber- j. TOgcblati", Herrn Martiny, verhandelt. Ter Angeklagte Artikel verfatzt, der am 6. Januar d. I- in der ge» � ,",un Silage zum Abdruck gelangte und in dem Betrachtun- Iwr" die Verwendung dee Düngers in der Landwirthsckaft M wurden. Diese Abhandlung wies auf den grotzen - v des Düngers bin und betonte denselben mit der Änfüh- L �.. bekannten Sprichwortes:»Wo Du nicht bist, Du % i lia fehlt auch der Herr Jesus Christ." Der betr. % 3 dann noch besonders hervor, wie manche Land- l s,i,?urch Vernachlässtgung bei der Zubereitung des Düngers . Ost Motzen Schaden zufügen. �Ferner wird in dem Auf» Franz rer xim«' i �?>erkt, daß viele Bauern die Düngergruben in einer Ecke anlegen und das Regenwasser hineinlaufen lassen, fie ihren Jesus Christ ersäufen. Diese Ausführungen :tne ote. Ei- htsanw-st 7X% »Ute me» ert Wart °e di# lendba«? h .einigen frommen Leuten nicht angenehm und es fanden WtKf. Personen, welche in der Presse gegen das Ma n � Spektakel machten. Der Verfasser hielt es für sta) gegen die erhobenen Vorwürfe in einem besonderen %' der ebenfalls im Tageblatt veröffentlicht wurde, zu ver» tdk jrN. Hierin hieß es unter anderem, der kritifitte Aufsatz Ost» nur den Zweck gebabt, den Dünger als höchst segen» In.1® für die gesammte Landwirlhschast zu bezeichnen. Wie ic anderes herauslesen könne, sei ihm unverständlich. »li� Rozo�enen Strophen seien übrigens schon lange vorher in Wp» oinne von Schriftstellern gebraucht worden.— Der «iür!'®0" glaubte die Anklage vollständig aufrecht erhalten ii(tUcI' n! der Hinweis, daß der Bauer event. seinen Jesus ttu»» ersaufen lasse, enthalte unzweifelhaft eine Gottes» li Hnö datz der Artikel Aergernitz erregt habe, sei eben- Stimmen in der Presse erwiesen, und es müsse �en r„/cscheinen, daß nach alledem die Anklage erHoden ritte m t- 9n Anbetracht der Schwere des Vergehens halte lttb-iz.; ofananttzsttafe von einem Monat für angemessen.— %Qor Rechtsanwalt Lobe tritt den Behauptungen anwaltS entgegen. Dem Angeklagten müsse -ntt�. �kweis erbracht werden, datz er das Nlünstl" außerdem die Abficht zu beleidigen hatte. Der K, Richard Schulze, welcher die Denunziatwn losgelassen bri»� »den, wst r, fitiX"UÄlw«wmze, weiwer vre �enunzmeu», B-h- �Za� ome»hm in einem besonderen Lichte, weil in jener rehm Ndew'»solche dieser Mann an den Justizminister richtete, ldert.-- it eift'g" ntan-st»' ag ßer lege» de«' -B LZ Zebend'g ten��d stanzen die Verfolgung abgelehnt hatten, Stellen ik»- ON- welche einen juristischen Scharkfinn bekunden, Denunziant wohl kaum dcfitze. Wie wenig man ""---- inkriminirtcn Artikel der �wen i 1? Kreisen Anstoß an dem................ P, Bri��e, deweise die Tbatsache, daß ihm, dem Verther 3 den A Evangelischen Predigern zugegangen seien, in IS* sei Ä'Rfi'hten des Verfassers beigepflichtet werde. Die 4 �esbe»n»„Lons auch nur dann erst erHoden worden, als .*. iuol,� Verfügung des Justizministers dazu Anlaß .....-~------- m mit dem AnGerichtshof er» W>| WD-ig und sprach .«f��Ven ftri. Die' Kosten des Prozesses wurden der W« geklagten, Herr Rechtsanwalt Dr. Reiche, hatte u. a. die beiden Polizeideamten Graf Stillfried und Polizeidirektor Krüger zum Termin vorladen lassen; diese Herren waren jedoch nicht er» schienen, wohl aber hatte das Polizeipräfidium ein Schreiben eingereicht, nach welchem den Beamten die Zeugenaussage auf Grund der Amtsverschwiegenheit nicht gestattet werden könne. Von Seiten der Vertheidigunä wurde hiergegen gellend gemacht, datz dieses Schreiben als ein Entschuldigungsgrund für das Aus- bleiben der in aller Form geladenen Zeugen nicht zu b-trachten sei, mithin müsse die übliche Sttafe gegen dieselben verhängt werden. Das Polizeipräfidium könne doch unmöglich wissen, über welchen Gegenstand eine Vernehmung stattfinden solle; auf jeden Fall hätten die Beamten erscheinen müssen und erst dann, wenn ihnen Fragen vorgelegt worden wärm, über welche fie keine Auskunst geben dürften, hätten fie das Zeugnitz verweigern können.— Der Vorfitzende war hingegen der Mei» nung, daß das in Rede stehende Schreiben wohl als eine Ent» schuldigung für das Nichterscheinen zu betrachten sei; anderer- seits akzeptirte er die Anschauung des Vertheidigers, nach welcher die Herren im Gerichtssaale zu erscheinen hätten. Die Ver- Handlung müsse nach Lage der Sache vertagt werden, der Gerichtshof bade aber beschloffen, zum neuen Termin die aus- gebliebenen Zeugen vorzuladen. Vereine und Nersammlnnge«. Groß« Mahlerversammlung für den sechsten Berliner Reichstagswahlkreis am Sonntag, den 26. August er., Vor« mittags 11 Uhr, in der Tonhalle, Frledrichstratze 112. Tagesordnung: Die bevorstehende Ersatzwahl im sechsten Berliner Reichstagswahlkreis.(Referent: Herr Redakteur Mar Schippe!.) Der Einderufer. Krricktig««g. In dem gestrigen kurzen Bericht über die aufgelöste Wählelversammlung in der„Tonhalle" find die Worte des Referenten insofern nicht genau wiedergegeben, als der Schlußsatz weggelassen ist, welcher lautete:„Sie(die Agitation in Bekanntenkreisen) trifft diejenigen, welche in die öffentlichen Versammlungen nicht kommen." Auch der Eindruck, den die polizeiliche Auflösung an dieser Stelle auf die Versammlung machte, ist nicht richtig geschildert. Als der Beamte ohne An- gäbe des Grundes die Versammlung für aufgelöst erklärt hatte, herrschte für eine Minute das Schweigen der Ueberraschung. Dann löste fich der Bann. Die Menschcnmassen schoben fich dem Ausgange zu und machten ihrer Entrüstung über diese Auflösung in stürmischen Hochrufen auf Liebknecht und die Sozialdemokratie Lust. Daß hierbei zuerst die Rufe durchein- anderwogten, ist seldstverständlich; überaus laut, wie es nach unserem Bericht erscheinen könnte, war die Unruhe aber nicht, und als erst die Arbeitermarseillaise angestimmt war, verschwand in ihren mächtigen Klängen der wirre Lärm. Auf der Straße entfernten fich die Menschcnmassen in aller Ruhe. Gin« öffentlich« Versammlung d«r Wasch«.J«- schneider und verwandten Berufsgenossen Berlins fand am 23. d. M. bei Seeseldt, Grenadierstr. 33, mit der Tagesordnung: Das Alters- und Jnvaliden-Versiche- rungs-Gesetz statt. Dieselbe war zahlreich besucht und wurde vm 9 Ubr 30 Minuten eröffnet. Ins Bureau wurden die Herren Cohn. Rittershausen und Koopmann gewählt. Der Referent, Herr Grashold, unterbreitete und kritifirte die ein- zelnen Paragraphen des Entwurfs. Er wies zunächst darauf hin, daß früher die Kirche die Armen und Invaliden unter- stützte, jedoch find derselben die Kirchengüter abgenommen, und der Staat hat die Armenpflege übernommen und den einzelnen Gemeinden zugetheilt. Leider verliert der Empfänger solcher Unterstützungen das höchste der bürgerlichen Rechte, indem er seines Wahlrechtes beraubt wird. Insbesondere erwähnte der Referent den§ 7 und verlas hierbei einen Bericht über das Durchschnittsalter der Gesammtardeiterschaft Deutschlands von Dr. Ludwig Hirt. Nach demselben ist die Altersgrenze im Gesetzentwurf zu hoch gegriffen. Referent vertritt ferner die Anficht, daß, wenn Beamten bis 100 pCt. Pension bekommen, der Arbeiter, welcher 30 Jabre der Gesammlheit gedient, auch eine bessere Unterstützung erhalten könnte. Redner kommt zu dem Schlüsse, daß die Leistungen im Entwurf zu niedrig find, und ist femer der Anficht, datz der Staat auch das geben könnte, was beispielsweise die Buchdrucker-Unterstützungskasse ihren In- validen bei 20 Pf. Beittag gewährt. Ja selbst die städtische Armenverwoltung habe im Jahre 1887 durchschnsttlich 30 M. mehr, als die Altersrente ausmacht, gezahlt. Femer beleuchtete Referent die§§ 13, 34, die Wahl der Ausschußmitglieder, und daß die freien eingeschriebenen Hilfskaffen ausgeschloffen find. Auch das Marken-Ouittungsbuchsystem unterzog Redner der Kritik. Es werde sogar in der regierungsfreundlichen Presse darauf hin- gewiesen, daß ein ordentlicher Arbeiter mit Stolz auf ein solches Buch blicken könnte. Redner schließt:„Was bietet uns die ganze Sozialreform? Die Regierung gebe dem Ardeiter das volle, unbeschnittene Koalitionsrccht und die Freiheit der Ver- einigung, dann brauchen wir ein solches Gesetz nicht, und die gesammle Arbeiterschaft wird ihre Invaliden selbst unter- stützen und für das Alter selbst sorgen. Auf ein solches Gesetz aber verzichtet fie." Lautes Beifallklatschen und Bravo erntete der Referent für seinen Vortrag. Bei der nun vom Referenten vorgelegten Resolution im Sinne seiner letzten Ausführungen, auf welche einzugehen er die Redner ersuchte, erhob fich der über- wachende Beamte und löste die Versammlung auf Grund des § 9 des Sozialistengesetzes auf. Die Resolution kam nicht zur Abstimmung. Li« Mitglieder der Zentral- Krankenkasse der Maurer n. f. w.„Grundstein zur Einigkeit", Verwaltung Berlin II(Stuckateure), dielten am Sonntag, den 10. August, in Kofinsky's Salon, Fischerstr. 10. eine Versammlung ab, in welcher die Abrechnung vom letzten Quartal, die Wahl der Verwaltungsbeamten, sowie verschiedene Kaffenangelegenheilen erledigt wurden. Die Abrechnung wies eine Einnahme von 309,65 M. auf, während die Ausgabe die Höhe von 50,01 M. erreichte, so daß ein Uederschuß von 259.64 M. verblieb. Da nun der Bestand vom vorigen Quartal die Summe von 265,07 M. aufwies und 200 M. an die tzauptkasse geschickt wurden, verblieb am Orte der Bestand von 324.71 M. Der zwette Punkt, Wahl der Verwaltungsbeamten betreffend, wurde durch die W VT Sittenfeld's, M. Müller's und Woitschach's als Revisoren er- ledigt. Beim dritten Puntt„Verschiedenes" entspann fich über die Aufbebung der Hilfszahlstellen eine ledhafte De- balle, welche schließlich mit der Berbehaltng derselben endete; dieselben befinden fich außer beim Kasstrer und Bevollmächtigten, ä-Ä'Ä w. S Zum Schluß wurde bezüglich der Agitation in Erwägung ge- zogen, daß nach dem neuen Statut, von den 6 pCt. der Ein- nähme, welche für Beamtengehälter u. s. w. bewilligt find, auch sämmtlichc lokale Ausgaden bestritten werden muffen, so daß es kaum möglich wäre, irgend welche besondere Ausgaden zu machen. Es wurde beschlossen, dem Vorstand zu uberlassen, tn irgend welcher Weise einen Lokalfonds anzulegen, um diesem Uebelstand aus dem Wege zu gehen. Hierauf wurde die Ver« sammmlung um H Uhr geschlossen. V«rbot«n« Versammlung. Die zum Sonnabend anbe- räumt gewesene Versammlung der Steindrucker, Lichographen und Berufsgenossen ist verboten. Zimmerlent« Kerltn«! Im letzten Augenblick verweigert der Wirth des Buggenhagen'schen Etablissements uns den Saal. Infolge dessen find wir genöthigt, das Neue Klubhaus, Kom- mandantensttaße 72, als Versammlungslokal für Montag, den 27. August, zu nehmen. Erklärung später. Groß« öss««tlichr Versammlung d«r posameutier« und Berufsgenoffen am Sonntag, den 26. August, Vormittags 10 Uhr, im Königstadt- Kafino, Holzmarktstr. 72. Tagesordnung: Endgiltige Beschlußfassung über die bevorstehende Lohnde- wegung. NB. Das Erscheinen aller Kollegen ist absolut noth- wendig. Die Herren Arbeitgeber find freundlichst eingeladen. Der Einderufcr. Gin« G«»«rsl-N«rsammlung dr» V»r«i«« d«r parisn-tbod«nl«g»r Berlins findet Montag, den 27. August, in Jordan's Lokal(unterer Saal) statt. Tagesordnung: 1. Vierteljahrsabrecknung. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Mitgliedsbuch legitimirt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Verband de«tsch«r Zimmerlent«, Lokalverband Berlin Zentrum. Versammlung am Dienstag, den 28. August, Abends 8& Uhr, im Neuen Klubhaus, Kommandantenstraße 72. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Wille. 2. Verschiedenes und Fragelasten. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht.' V»r«inign«g d«r Dr«ch»l«r Deutschlands, Ortsverwal- tung Berlin III(für den Ost- und Norddezirk Berlins). Versammlung am Sonntag, den 26. August, Vormittags 10 Ubr. in Säger's Lokal, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1.„Die Arbeiterfrage, ihre Bedeutung für Gegenwart und Zukunft". von Prof. Fr. Albert Lange. Zweiter Vortrag:„Der Kampf um die bevorzugte Stellung." 2. Gewerkschaftliches. 3. Verschiedenes; Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste haben Zutritt. — Der Vorstand weist im Besonderen darauf hin, datz in dieser Versamlung mehrere Anträge zur Diskusfion gelangen, welche für eine event. im Monat Oktober d. I. bevorstehende Lohn- d e w e g u n g von matzgebender Bedeutung find. Graß« öss«ntlich« Uersammeung drr Handlnng»- grhilf«« am M-rntag, den 27. August er., Abends 8% Uhr, im„Louiscnstädtischen Konzerthause", Alte Jakodstt. 37. Tages- ordnung: Der Gesetzentwurf bell, die Alters- und Invaliden- Versorgung mit besonderer Berückstchtigung des Kaufmanns- standeS. Diskusfion. Referent: Herr Albert Auerbach. G«ss«ntlich« Versammlung d«r Kchlossrr«n» Waschi»«nbauarbcit«r Kerl'ns am Montag, den 27. d.M., Abends 8& Uhr, im Lokale Müllersttaße 178. Tagesordnung: Stellungnahme zum Kongreß der Schlosser und Maschinenbau- arbeiter Deutschlands. Referent: Kollege Pirch. Zahlreiches und vünkliches Erscheinen dringend geboten. D«r Verein K«rliner Hausdiener hält am Montag. den 27. d. M., Abends 9 Uhr, Neue Grünstr. 28 eine Versammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Mittheilungen. 2 Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes und Fragekasten. D«r Verein der Modelltischler hält am Montag seine Versammlung im Restaurant Ackerstr. 144 um 81 Uhr ad. Die Tagesordnung lautet: l. Abrechnung des Komitee's vom Sommervergnügen. 2. Verschiedene Vcreinsangelegenbeiten. 3. Fragekasten. Die Mitglieder werden um recht pünktlichen und zahlreichen Besuch ersucht Der Arbeitsnachweis des Vereins befindet sich bei W. Röde. Feldstr. 9, v. 2 Tr. D«r Verein>nr Mahrnng d«r Interess«« siimmt- lich-r tackirer Berlins und Umgegend hält am Dienstag, den 23. d. M.. Abends 8& Uhr, in Faustmann's Salon, Invaliden- stratze 144, eine Versammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Vortrag des Herrn Dr. Huber aus dem Gebiete der Astronomie und Geologie. 2. Diskusfion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Zentral-Krank««- und Kterdekass« d-r Tischl-r»tc. (E. H. 3, Hamburg). Oertliche Verwaltung Rixdorf. Momag. den 27. August, Abends 3ji Uhr, in Niefcghs Salon, Berg- stratze 129, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 2. Quartal. 2. Verschiedenes. Das Quittungs- buch legitimirt. Die Ortsverwaltung. V«r«in zur Mahrnng der Interessen d«r Kchnh- «racker und verwandten Berufsgenoffen. Montag, den 27. August, Abends 8j Uhr, Versammlung im Königstadt» Kasino, Holzmarktstr. 72. Fachverrin der p-samentier« und K-rnfsgenosse». Versammlung Montag, den 27. d. Mts., Abends 8t Uhr, im Königstadt-Kastno, Holzmarktstr. 72. Vorirag des Herrn Dr. Bernstein über: Die erste Hilfeleistung bei Unglücksfällen. Kerli««r Nuderverein„Columbus" Montag, Abends 8& Uhr, Restaurant Spreeterraffe an der Jannowitzbrücke. Turn» und aeselligr Verein« am Sonntag. Lübeck'scher Turnverein(2. Lehrlingsabtheilung) Abends 6 Uhr Elisabeth, stratze 57—58.— Turnverein„Wedding"(2. Lehrlingsabthellung) Nachmittags 4 Uhr Pankstr. 9.— Turnverein„Froh und Frei" (Lehrlingsabthellung) Nachmittags 4 Uhr Bergstr. 57. Gesang-, Turn-«nd gesellige Vereine et«, am Montag. Gesangverein„Unverzagt" Abends 8t Uhr im Nestau» rant Goering, Köpmckerstraße 127a.— Gesangverein„Sänger- lust" Abends 9 Uhr im Restaurant, Landsbergcritratze 80. — Gesangverein„Bruderbund" Abends 9 Uhr im Restaurant Naunynstr. 78.— Männergesangverein„Weiße Rose" Abends 9 Uhr im Restaurant Kleine, Gerichts» straßelO.— Männergesangverein„Eintracht 1" Abends 9 Uhr Köpnickerstraße 68, im Restaurant.— Gesangverein„Echo 1872" Abends 9 Uhr Oranienstr. 190.- Männergesanaverein„Firmitas". Abends 9 Uhr bei Wolff u. Krüger, Skalitzerstr. 126, Gesang und Mustt.— Tum» verein„Hasenhaide"(Lehrlingsabtheilungi Abends 8 Uhr PÄttÄ) Ä balle, Britzerstr. 17—18;— desgl. 6. Äännerabtheilung Abends 8 Uhr in der städtischen Tumhalle, Gubenerstr. 51.— Lübeckscher Tumverein(Männcrabthellung) Abends 3 Uhr Elisabeth» stratze 57—58.— Verein ehemaliger Schüler der Vll. Ge» meindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Linden» straße 106.—„Friedrichs-Verein"(ehemalige Zöglinge des großen Fnedrichs-Waisenhauses der Stadt Berlin) Abends 8t Uhr bei Bormann, Ohmgasse 2.— Vergnügungs» verein„Lustig" Abends 9 Uhr bei Thamm, Schön» Häuser Allee 28.— Verein„Ratrbor" Abends 8t Uhr im Restaurant Fritze, Elisabethstr. 30.— Arends'scher Stenographenverein„Mercur" Abends 8t Uhr im Restaurant„Baatz" Blumenstr. 10.— Arends'scher Stenographenverein„Apollobund" Abends 8t Uhr Thurmstr. 31(Moabit.)— Wissenschaft. licher Verein für Roller'sche Stenographie. Abends 8t Uhr im Münchener Bräuhaus. Neue Friedrichsstt. 1, Unterrichts- und Uebungsstunde.— Rauchklub„Hellblau" Abends t9 Uhr. Skalitzerstt. 143. Kriefkaste« der Redaktion. 0e< Anfragen bitten wir die Adonnementd-Ouitwng deitufiige».«rieflfa», *» rt..»»twort wird nicht ertheilt. G. Leipzig- Reudnitz, Kunestr. 6. Dreijähriger Abonnent 37. Etwas Geduld; Ihre Anfrage wird beantwoitet werden. Kastanienallee. Wir bedauern sehr, Ihren Aufruf nicht drmgen zu können. Wir mischen uns grundsätzlich in diese Angelegenheiten nicht hinein. Der Kevollmächtiate der Allgem. Kranken- und Sterbe» lasse der Metallarbeiter(E. H. 29 Hamburg), Filiale 4, ist Rod. Lunzenauer, Markusstr. 53. 9-#• Wie sollen wir wissen, ob es schon vorgekommen ist, daß Brauer die von Ihnen angegebene Bierverfälsch una vorgenommen haben! 1000. Uns nicht erinnerlich. . Wir sind leider in die edle Kunst des Schafs- kopfspielens nicht eingeweiht und können daher Ihre Anfraae nicht beantworten.* Kroße öfenlf. Mrsammtung Mr sämmtliche Immerlmte Derlms». Amgegmck am Montag, den 27. August. Abends 8�2 Uhr, Kommandantenstr. 72 im„Ueuen Klubhaus". Tage«- Ordnung: 1. Stellungnahme der Berliner Zimmerleute, betreffs ihrer Organisation zur Durchführung ihrer Lohn- und Arbeitsverhältniffe. 2. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. I. A.: H. Jäckel. Große Volts-Versammlung für Friedrichsberg#. Umgegend mn Montag, den 27. August, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Spitzig, Frankfurter Allee 193. Tages-Ordnung: 1. Alters- und Invalide»- Versorgung (Referent: Herr Redakteur M. Schippet.) 2. Diskusston. 436] Der Ginbernfee. Den Mitgliedern der CentralKranken- u. Sterbekassa der deutschen Wagenbauer Su* Nachricht, daß am Montag, dm 20. Aug., in der außerordentlichen Mitglieder-Versammlung an Stelle des langjährigen und gegenwärtig erkrankten Kasfirers Keinrich Koff- manu Herr Karl Rennspiess, wohnhaft Winterfildste.»3(im Zigarrengeschäft), gewähtt wurde. Entgegennahme von Beiträgen sowie Aufnahme neuer Mitglieder findet daselbst statt. 431 A. Wubbe. Bevollmächtigter. Fachverein der Kteiuträger Kerlins. Außerordentliche Getteral-Uersammwng am Sonntag, den 9. September, Vormittags 10 Uhr, bei Scheffer, Jnselstr. 10. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung vom Stiftungsfest. 2. Bescblußfassung über das in der vorher- gehendm Versammlung vorgelegte verän- derte Statut. 3. Innere Vereinsangelegenheit und Ver- schiedenes. Es wird dringend ersucht, der wichtigen Tages- ordnung wegen, daß die Mitglieder fich recht zahlreich und pünktlich einfinden. 424 Der Vorstand. Reise- Unterstützungs-Verband der Schneider u. Berufsgen. Montag, den 27. d. M., Abends 3 Uhr, Versammlung bei Seefeld, Grenadierstr. 33. Tagesordnung: Berichterstattung unseres Delegitten von der Gmeralversammlung zu Weimar. Mitgliedsbuch legitimirt. 428] Der Vorstand. Fachverein der Posamentiere «. Kerufsgenoflen. Versammlung am Montag, den 27. August, Abends 8* Uhr, im„KSnigst. Kasino", Holzmarktstr. 72. Tages-Ordnung: 1. Vortrag von Herrn Dr. Bernstein: Die erste Hilfeleistung bei Unglücksfällen. 2. Verschiedenes und Fragekastcn. Bei dem allgemeinen Jnteieffe, welches dieser Voittag in Anspruch nimmt, ist allseitiges Erscheinen erwünscht. Gäste will- kommen. 426 Der Vorstand. JWt muß Jlcctit Reiten! Anfertigung von Klagen, Eingaben, Bitt- schriftm, Sreuerreclamattonen, Jnterventions- klagen zu soliden Preisen. Große Praxis in Straf fachen. Berufungsschriften!