Dienstag, den 28. August 1888. 5* Jahrg. tmmrMWM Brgan für die Interessen der Arbeiter. DaU NolkAblatt" Ul(T, IIVV U VVWi.WItVt»*»V. Will«WVIUHUVJV�. (Eingetragen in der Postzcitungs Preisliste für 1888 unrer Nr. 849.) »SL'm p&'il! Am'°,%n Shullas«f. Art,,«mar» 10®. Ar, Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. Abonnements-Einladuvg. ,8üt den Monat September eröffnen wir ein neues Abonne- daS Derliner Uolksvlatt" dem wöchentlich erscheinenden Kon«tag«t>l«tt. bi. �Kerliner Kolksblatt" vertM in jeder Beziehung ?«rtereffen der werkthätigen Bevölkerung. Jetzt, wo eine »�ahl im Vi. Reichstagswahlkreise vor der Thür steht, ist es Muht eines Jeden, dem das Wohl der Ärbciter am Herzen �«t, ein Organ der sozialdemokratischen Arbeiterpartei zu lesen. u, �icht die Organe spekulativer Kapitalisten werden die Ar- über ihre eigentliche, jammervolle Klassenlage aufklären, _ M Gegenthcil, sie haben ein ausgesprochenes Interesse daran, Mde das arbeitende Voll in der Glcichgiltigkeit zu erhalten. "�.unwissende Leute find willige Objekte der Ausbeutung und Macht unserer Gegner. Barum. Arbeiter Berlins, fort mit den Bourgeoisblättern, , S denen Ihr täglich beschimpft und verspottet werdet, schaart u» in der bewegten Zeit, die nahe bevorsteht, um Euer Organ, .1 Euch nun schon seit Jahren treu zur Seite steht, welches �Untwegt eintritt für die Freiheit und Emanzipation des 'tigen Volkes. n Feuilleton unseres Blattes veröffentlichen wir den A spannenden Pariser Kriminalroman„Ihre Sachtes. Reu hinzutretenden Abonnenten wird der bisher erschienene |*Ml des Romans gratis nachgeliefert. », JD« Ai-onnRmrntaprri« beträgt frei in« Hann monatlich ' Viarlt 85 Uf., wöchentlich 36 Pf. Bei Selbstabholung � der Expedition, Zimmerstraße 44, 1 Mark pro Monat. wjfcfttllungen werden von sämmllichen Zettungsspedttemen, Jia Expedttton unseres Blattes. Zimmerstraßc 44, amen. außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Be- äs für den Monat September gegen Zahlung von 1 M. «f. an. Die Redaktion nnd Gxpsditio» Wilhelm Kebknecht. i m n. ! tz,, beendeter Haft wieder nach Leipzig zurückgekehrt, »> dort Liebknecht die Redaktion des„Demokratischen flrtiiH, att''' daS später im Zahre 1889 in den„Volks- (f.,''' das Organ der sozialdemokratischen Arbeiterpartei I»acher Richtung, umgewandelt wurde. 'nal«? ��poger ArbeiterbildungSverein, wie in den da- L». bestehenden sehr zahlreichen sogenannten sächsischen "vereinen, deren Organ das„Dem. Wochbl." war, WfWtWL] Jeuilketon. [72 � Ihre Tochter. ��al-Roman nach dem Französische» von K. D e t r i» g. k,; sehr schlecht geritten worden sein, daß er R&_'p zwischen die Zähne genommen hatte, denn an Er et sehr friedlicher Natur, wie sich jetzt zeigte. worden mtt ���s��le dritter Ordnung gemiethet den, daS Pferd ruhig dastand, sprang Andreas aus er f..,„el, um die ungeschickte Reiterin zu beruhigen, der en zu gekommen war. Men i.roar ßanJ uneigennützig bei seinem Ritterdienst gc- »»ufete'_.5nn er hatte die Dame gar nicht angesehen und n?, � ob sie alt oder jung, hübsch oder häßlich sei. ja e, Sie sind es?" rief die Gerettete, sobald sie wieder yem gekommen war. steb�ysdreas blickte ihr in« Gesicht und erkannte zu seiner schung Martine Ferrette in ihr. �h»e'n es mir leid," rief die Blondine,„daß ich Qr etnm(it solchen Verdruß bereitete. Sie sind mir da«»icht m hr böse, denn Sie haben mir ja soeben t._____ c_______ i—'"■ Kein'jjienjuj mmj ww* e!n LemietheteS Pferd zu besteigen, um Herrn von iiiii. 9 tut BernnfiAM. m machen. WaS hat er mir reiten kann und die - w.-...................- Warum nicht auch 'dipf 7»°n und sich endlich Aufklärungen von diesem Ge. � d�- ich bin wirklich untröstlich," fuhr sie fort,„daß aß gewesen btn, daß Sie mit Ihrer Freundin wirkte L. unermüdlich für Ausbreitung der sozialistischen Ideen. Im Verein mit Bebel, Geib, Bracke, Aork und anderen hervorragenden Mitgliedern des Allg. deutsch. Ar- beitervereinS benef er 1869 den Eisenacher Kongreß zur Bildung einer selbstständigen sozialdemokratischen Partei, nachdem im Jahre vorher auf dem VerbandStag der deut- schen ArbeiterbiloungSvereine durch Annahme deS Programms der Internationalen Arbeiter-Asioziation der Bruch mit den liberalisircnden Bourgeoiselementen in den Bildungsvereinen endgiltig vollzogen war. 1869 in den Norddeutschen Reichstag gewählt, wurde Liebknecht nebst Bebel, nachdem sie im Dezember 1870 von Berlin zurückkamen, unter der Anklage auf Hochverrath in Haft genommen. Nach 3[monatlicher Untersuchungshaft wieder auf freien Fuß gesetzt, wurden beide ein Jahr später vom Leipziger Schwurgericht zu je 2 Jahren Festungshaft verurtheilt, die sie auf der Hubertusburg, einem früheren Jagdschloß und einer jetzigen Besierungsan- statt, abbüßten. Der Leipziger HochverrathSprozeß ist wohl derjenige, welcher unter den politischen Prozessen der letzten dreißig Jahre das größte Aufsehen erregt hat. Volle 14 Tage dauerten die Verhandlungen und als dieselben sich ihrem Ende nahten, da stand daS Urtheil der unabhängigen Presse fest. Trotzdem erfolgte die Verurtheilung. Wie daS möglich war, kann hier unerörtert bleiben. Thatsache aber ist, daß im Anschluß an den Leipziger Prozeß die sozialdemokratische Bewegung in Deutschland einen Aufschwung nahm, wie nie zuvor, und in den Arbeiter- und Klcinbürgerkreisen bildeten die Prozeßverhandlungen, welche durch fast 3 Wochen die Spalten der gesammten Presse aller Parteien füllten, ein Agitationsmittel, wie der Sozialdemokratie vor und nach- her ein solches nie mehr zur Verfügung stand. Johann Jacobp erklärte nach dem Bekanntwerden des UrtheilS offen seinen Beitritt zur sozialdemokratischen Partei. Der Prozeß, der ein Mittel sein sollte, die sozial- demokratischen Führer schwer zu treffen und ihre Partei zu vernichten, hat zwar das erstere erreicht, die Partei aber wurde von da ab erst ein Faktor, mit dem im öffent- lichen Leben gerechnet werden mußte. Bei der nächsten ReichstaaSwahl am 10. Januar 1874 wurden zum ersten Male neun Sozialdemokraten gewählt, davon allein sechs Mann in Sachsen. Liebknecht, der drei Jahre vorher mit 3981 Stimmen seinem Gegner unterlegen war, ging nun mit 8141 Stimmen als Sieger aus der Urne hervor. Gegen Bebel hatten eS die Gegner vorgezogen, gar keinen ernsthaften Kandidaten mehr aufzustellen. Bis zur Wahl 1881 vertrat Liebknecht den 19. sächsischen Wahlkreis, in diesem Jahre aber unterlag er dort, dagegen wurde er in Offenbach-Dieburg gewählt, welchen Wahlkreis er auch vom Jahre 1884 bis zu den FaschingSwahlen im vorigen Jahre vertrat. gebrochen haben. Und wenn ich noch etwas davon gehabt hätte! Aber Sie wollen ja nichts von mir wissen, und so muß ich mich jetzt von Sartilly mit seiner Manie quälen lassen, mich ich weiß nicht was alles lernen zu lassen. Sie kennen doch Sartilly? Er ist ein Freund des Majors." „Ich habe ihn soeben in der Allee des Poteaux zum ersten Mal in meinem Leben gesprochen," erwiderte Andreas. „Er ist also im Hain! Das ist gut, daß ich es weiß. Ich will ihm nicht begegnen, zumal ich keine Lust habe, mich wieder auf die Bestte zu setzen. Ich werde sie durch einen Dienstmann in den Stall schicken lassen, und Sie werde» so freundlich sein und mich bi« zu einem Wagen begleiten. O! Wir finden welche am Akklimatisationsgarten und der ist ganz in der Nähe." Andrea« zögerte. Diese Promenade durch den Hain mit Fräulein Ferrette war ihm nicht angenehm, und Martine errieth eS. „Seien Sie unbesorgt," sagte sie.„Wir treffen hier niemanden, und eS wird Ihnen nicht leid thun, mich be- gleitet zu haben, denn ich habe Ihnen Dinge zu sagen, die Sie interessiren werden. Ich hatte schon Lust, Sie aufzusuchen, um sie Ihnen mitzutheilen, aber ich wagte es nicht." „Kommen Sie, Fräulein," sagte der Baron, faßte die Pferde am Zügel und schritt neben ihr her. „Das ist vernünftig," rief Martme,„und zur Be- lohnung will ich Ihnen erzählen, was ich über unsere Fälscher in Erfahrung gebracht habe, über jenen Ernst, der unS einen so häßlichen Streich gespielt hat." „Ernst wiederholte der Baron erstaunt. „Nun ja doch," erwiderte Martine.„Erinnern Sie sich denn nicht mehr? An dem Tage, wo ich zu Ihnen ge- schickt wurde, setzte mir doch der Major auseinander, daß seine Unterschrift gefälsä t worden sei, und daß der Fälscher kein anderer wäre, als Ernst. Er fügte sogar»och hinzu, daß, wenn ich herausbekommen sollte, wo dieser Spitzbube WaS Liebknecht inner- wie außerhalb des Parlament» seiner Partei war und ist, daS zu schildern ist hier nicht der Ort. Lächerlich ist es, wenn die„Nordd. Allg. Ztg." letzthin wieder aus Anlaß einer Notiz in einer ftanzösischcn Zeitung die Sache so darzustellen beliebte, als würde die Wahl Liebknechts gewissermaßen eine Aufmunterung für französische Revanchepläne sein. Liebknecht, der gemeinsam mit Bebel gegen die Annexion Elsaß-LothringenS stimmte, hat dieS gethan, getreu seiner demokratischen Ueberzeugung, welche das Selbstbestimmungsrecht der Völker dem Eroberer- recht nicht unterordnet. Im übrigen hat der Mann, der schon als Jüngling für die Einigung des deutschen Bater- landeS sein Leben in die Schanze schlug und der ein lang- jähriges Exil dafür zu erdulden hatte, gewiß mehr Anrecht darauf, ein Pattiot im besten Sinne dieses Wortes genannt zu werden, als jene, die ihre„deutsche" Gesinn- ung erst entdeckten, als sie auf das Rieselfeld deS Reptilien- fonds versetzt wurde«. Heute national zu sein, ist eben so billig, als eS vor vierzig Jahren und ftüher gefährlich war. Und wenn jene, welche vor beinahe einem Menschenalter für die deutsche Einigung ihr Leben aufs Spiel setzten— und zu diesen zählt Liebknecht— eS heute verschmähen, mit ihrer nationalen Gesinnung zu prahlen, so Häven sie guten Grund dazu, denn sie würden sich dadurch der Möglichkeit auS- setzen, in eine Gesellschaft zu gerathen, von welcher sich ein Mann, der auf persönliche Reputation hält, gern ferne hält.— Wilhelm Liebknecht hat sein reiche« Wissen und Können daran gesetzt, um in unermüdlicher Agitation die deutschen Arbeiter aufzurütteln und sie zum Streben nach ihrer politischen und sozialen Emanzipation anzuspornen. Wer deS Glaubens lebt, daß die arbeitende Klasse für all« Zeit auf der niederste» Stufe der Kultur erhalten werden müsse, und daß dieselbe nie der höheren Güter des menschlichen Daseins sich erfteuen dürfe, der mag über das Wirken Lieb- knechts zürnen und in demsilben nur den Demagogen sehen, der Unfrieden in die Reihen der Arbeiter säet und Hoffnungen bei denselben weckt, die zu erfüllen niemals möglich sein wird. Wer aber an den Fortschritt der Mensch- heit glaubt, wer daS Endziel alles menschlichen Streb enS und Wirkens nicht darin erblicken kann, daß nur wenige Glückliche im Besitze aller Güter und Genüsse des irdische« Daseins sich befinden, während die große Menge in Un- wissenheit, Rohheit und Roth verkommt, der wird, selbst wenn er mit den angewandten Mitteln nicht immer einver» standen sein sollte, Männern wie Liebknecht, die unter einem Leben voll Sorge, Roth und Verfolgungen den Kampf für die Aufklärung und Emanzipation des arbeitenden ÄolkcS mit eiserner Energie und allen Hindernissen zum Trotz führen, die Hochachtung nicht versagen können. Es ist gar billig, mit dem Strom zu schwimmen und wohnt, ich ihn sofort benachrichtigen möchte; er würde mir sehr dankhar sein." „Es ist mir so, als hätte er so etwas AehnlicheS ge- sagt, aber in welchem Zusammenhang steht denn dieser Mensch mtt Ihnen? DaS weiß ich noch nicht." „Der Major hat Ihnen also nicht erzählt, was mir passirt ist? Nun, so will ich eS Ihnen selber sagen, obgleich das Abenteuer für mich nicht gerade schmeichelhaft ist." Die Blondine erzählte nun, wie sie die Bekanntschast jenes sonderbaren Menschen gemacht habe, der sich mit ihr immer nur über Frau von LorriS unterhalten und sie verlassen habe, als er merkte, daß sie nichts weiter wisse. Von ihm gehe nun auch nach der Meinung des Majors der gefälschte Brief auS, der sie zu Andrea» gelockt habe, um so einen Bruch zwischen ihm und der Tochter der Frau von LorriS herbeizuführen. Andreas versuchte zu bestreiten, daß Therese die Tochter der Frau von LorriS sei, aber Martine meinte: „Sagen Sie nicht nein!... Die Aehnlichkeit mit der Mutter fiel mir schon selber auf, und dann hat mir auch Valentine, die alles weiß, die ganze Geschichte erzählt... Jeanne hat ihr Kind in einem abgelegenen Stadtviertel er« ziehen lassen und hat sich nun plötzlich entschlossen, mit ihrer Tochter zusammen zu leben. Sie ist sehr wohlhabend und von Niemandem abhängig. Und Sie wollten doch ihre Tochter Heirathen?" Der arme Baron wußte nicht, was er auf diese un- gehörige Frage erwidern sollte. „Im Grunde geht es mich ja nichts an," fuhr Mar- tine fort.„Ich wünsche Ihnen nur einen Dienst zu leisten und Jeannen auch. Die war ftüher immer so nett zu mir, und sie soll nicht glauben, daß ich ihr böse bin, weil sie mich jetzt nicht mehr empfängt. Sie können ihr also sagen, daß es nur von ihr abhängt, das Individuum abzu- fassen, das unS allen so häßliche Streiche gespielt hat." „Kennen Sie den Menschen?" fragte Andrea» lebhast „Ich weiß, was er ist. Es fällt mir ja schwer, es zu im Schatten der Mächtigen den Erfolg anzubeten. Aber im Dienste der Armuih das Recht der Bedrängten und Verfolgten zu verfechten und eine reiche Begabung auS- schließlich dem Kampfe um die Befreiung der Leidenden und Enterbten zu widmen, dabei aber selbst stets mit Ent- behrung und Roth zu kämpfen, dazu bedarf eS eines hohen idealen Schwunges und eines eisernen und sesbstlosen Charakters. Liebknecht hatte die Wahl, wenn er seine glänzenden publizistischen Fähigkeiten in den Dienst der herrschenden Gewalt stellen wollte— und der Versucher ist in dieser Beziehung oft genug an ihn herangetreten—, an der reich besesten Tafel der oberen Zehntausend Platz zu nehmen. Er blieb aber seinen Zuaendidealen getreu, ein Kämpfer für das arbeitende Volk. Er verschmähte die Ananas, obwohl gar oft die Kartoffel auf seinem und seiner Angehörigen Tische fehlte. Er blieb dem arbeitenden Volke getreu, und das arbeitende Volk wird ihm treu bleiben, davon sind wir überzeugt, und das wird die Wahl am nächsten Donnerstag zeigen. Kein„Umstürzler von Profession" und kein mit „Dynamit und Dolch phantasirender Anarchist" ist Lieb- knecht, wie ihn die Gegner jetzt wieder darzustellen belieben. Wohl aber ist er auch kein Leisetreter, sondern ein Mann, der allezeit bereit war und ist, für seine Grundsätze ein- zutreten. „Ich bin"- so schloß Liebknecht eine seiner Reden vor dem Leipziger Schwurgericht, als dort ein Polizeibericht aus Gießen verlesen war, der sich be- strebte, aus dem Angeklagten eine Art Schinder- Hannes der Revolution zu machen—„was ich war. In vielen Punkten habe ich mich weiter entwickelt, im Wesentlichen stehe ich auf demselben Standpunkt, wie vor 22 Jahren. I« den Mitteln, in der Be- urtheilung einzelner Menschen und Dinge habe ich manchmal geeirrt, in meinem Zwecke, in meiner Gcsammt- auffassung habe ich mich nur befestigt. Ich bin nicht der verkommene Abenteurer, zu dem mein Ver« leumder mich machen will. Schon in frühester Jugend habe ich die Schiffe hinter mir verbrannt und seitdem ununterbrochen für meine Prinzipien ge- rungen. Meinen persönlichen Vortheil habe ich nie gesucht; wo es die Wahl galt zwischen meinen Jnter- essen und Prinzipien, habe ich nie gezögert, meine Jntereffen zu opfern. Wenn ich nach unerhörten Verfolgungen arm bin, so ist das keine Schande— nein, ich bin stolz darauf, denn eS ist das beredste Zeugniß für meine politische Ehre. Noch einmal: Ich bin nicht ein Verschwörer von Profession, nicht ein fahrender Landsknecht der Konspiration. Nennen Sie mich meinethalben einen Soldaten der Revolution— dagegen habe ich nichts. Ein zwiefaches Ideal hat mir von Jugend an vorgeschwebt: D a S freie und einige Deutschland, und die Emanzipation des arbeitenden Volkes, das heißt die Abschaffung der Klassenherrschaft, welche gleich- bedeutend rst mit der Befreiung der Menschheit. Für dieses Doppelziel habe ich nach besten Kräften ge- kämpft; und für dieses Doppelziel werde ich kämpfen, so lange noch ein Hauch in mir ist. D a S will die Pflicht!" MolMsche Ueverstcht. Der schweizerische Kttttdenritth kommt in jeder Weise den freien Ardeiterorganisationen entgegen; er ist ilmen nicht dlos zur Beschaffung von statistischem Material behilflich, sondern zieht fic auch sür die Handhabung und den Ausbau der Ar- deitergcsttzgebung zu Rothe. Dem Grütliverein z. B. sind neuerdings durch die amtlichen Organe des Bundes im Inland wie im Ausland alle zur Kenntniß der Ardeitergcsey» gcdung in den v rschicdenen Ländern und zur Anbahnung einer internationalen Arbeits- und Fabrikgesetzgebung nölhigen Schrift und Aktenstücke(der Wortlaut der in den verschiedenen Ländern bestehenden Arbeitergesetze, die auf sie bezüglichen Verhandlungen der gesetzgebenden Körper u. s. w.) verschafft worden, zugleich mit der Verficherung, daß aut die Vorschläge des Vereins von der Bundesregierung werde Rückficht genommen werden. Die Folge dieses nalür- lichen, den Traditionen bureaukratisch polizeilich regierter Staaten sagen, weil ich mich so sehr von ihm habe täuschen lassen. Er ist nämlich nichts weiter, als ein Kammerdiener." „Kammerdiener! Bei wem?" „Ja, da« ist eS eben. Ich habe ihn nicht darnach ge- fragt, und zwar aus dem sehr einfachen Grunde, weil ich nicht mit ihm gesprochen habe." „Woher wissen Sie denn dann, daß er ein Diener ist?" „Das sieht man doch! Er war zwar nicht in Livree, als ich ihn sah, aber man merkte eS seinem ganzen Wesen an, und er überreichte einen Brief, und der Empfänger nahm ihn, ohne zu danken." „Sie hätten ihm doch nachgehen sollen." „Das ging leider nicht. Ich war im Wagen, und da ist es etwas unbequem. Jemandem nachzufahren, der sich zu Fuß defindet. Ich wäre ja auch aus der Droschke auSge- stiegen, aber ich fürchtete, er würde mich dann wieder- erkennen." „Dann sind Sie ja nicht weiter, als wenn Sie ihn gar nicht getroffen hätten." „O doch!... o doch!.. Ich kenne ja den Herrn, dem er den Brief gebracht hat. Und deshalb bin ich auch nicht erst nachgegangen. Und Sie kennen den Herrn auch." „So nennen Sie ihn doch!" „Ich hätte ihn ja auch schon aufgesucht und ihn ge- fragt, bei wem dieser Kammerdiener in Dienst steht, aber die Sache spielte erst gestern morgen, und ich hatte keine Zeit. Sartilly läßt mir ja keine Ruhe. Jetzt thut es mir aber nicht mehr leid, hierher geritten zu sein. Sie können den Herrn ebenso gut ftagen, wie ich, und Sie haben dann noch das Verdienst der Entdeckung. Der Herr, den der Kammerdiener angeredet hat, ist ihr Freund, der Major." „Was! Der Major von Arboi«!" „Er selber. Er kam auS dem Grand- Hotel, wo er wohnt, und ich fuhr gerade im Wagen vorüber. Die Droschke mußte langsam fahren, weil sich die Wagen auf dem Boulevard gestaut hatten, so daß ich vollkommen Zeit hatte, alles zu beobachten.... Er sah mich nicht.... Er blieb auf dem Trottoir stehen und brannte sich eine Zigarre an, da nahte sich ihm respektvoll der Bursche, der sich bei mir unter dem hübschen Namen Ernst eingeführt aber schnurstracks zuwiderlaufenden Verfahrens ist, daß die schweizerischen Arbeiter das vollste Vettrauen in die Behörden haben und daß die Schweiz auf dem Gebiete der Arbeiter- gesetzgebung den übrigen Staaten immer weiter vorauseilt. Die„««praktischen Kozialdemokraten", welche nach dem Geschwätz der Gegner gar leine Belähigung für gesey» peberische Arbeiten haben sollen, find sonderbarer Weise die Ur- Heber des besten gewerblichen Schicdsgerichis, welches wir in Deutschland haben: nämlich des Leipziger. Der Entwurf zu diesem Schiedsgericht, welches selbst in der Schweiz und in Frankreich als musterglltig anerkannt wird und vielfach nach- geahmt worden ist, wurde von dem Leipziger Arbeiterbildungs- verein, der bekanntlich sozialdemokratisch war und einige der de- kanntesten Sozialdemokraten ju Mitgliedern zählte, ausgearbeitet, und von dem Rothe der Stadt Leipzig, der damals noch ar> beiterfreundlich zu scheinen wünschte, unverändert angenommen. Er giebt den Arbeitern und Arbeitgebern ganz gleiche Rechte und dringt das allgemeine Stimmrecht, auch das der Frauen, zu vollster Gellung. Kurz, es ist für die Gerechtigkeit der Eni- scheidungen in ausgedehntestem Maße und in wirksamster Weise gesorgt, und die natürliche Folge ist das absolute Verstauen sowohl der Ardetter als der Ärbeitgebeder in die Entscheidungen dieses Schiedsgerichts, deffcn segensreiche Thätigkeit es bis jetzt vor den Angriffen der Reaktion bewahrt hat. „Potz Melinit und Pikrinsäure!" wird der brave, Anno 1887 so erfolgreich zum Gruseln gebrachte deutsche Reichs- dürger ausrufen— meint die„Franks. Ztg."—, wenn er liest, welches vortreffliche Zeugniß soeben die„Nordd. Allg. Ztg." dem General Boulanger ausgestellt hat. Das offiziöse Blatt glaubt den Friedensverficherungen des Generals vollständig— das will sogen, fie thut so, als ob sie denselben glaube— und fie stellt die eventuelle Regierung des Generals auf die gleiche Höhe mit allen friedlichen Regierungen, die Frankreich schon ge- habt hat oder noch haben könnte; zum Schluß erklärt fie, ferne Erfolge würden ibr und ganz Europa willkommen sein, wenn es ihm gelänge,„Ruhe und Ordnung in Frankreich wieder her- zustellen". Der„Köln. Ztg." kommt dieser Artikel„in hohem Grade befremdlich" vor; wer indeß durch die anscheinende Tiefe der offiziösen Weishett ssch nicht verblüffen läßt, der merkt leicht, daß man es mit keinem„rollenwidrigcn Seitensprung" zu thun hat, sondern daß das Lob Boulangcr's heute gerade so in das System paßt, wie vor anderthalb Jahren seine Anschwärzung. Der Schlüffel zum Verständniß liegt in dem letzten Satze der „Nordd. Allg. Ztg.". Wenn es dem General gelänge.„Ruhe und Ordnung in Frankreich wiederherzustellen", das heißt nichts anderes, als daß in Frankreich gegenwärtig keine Ruhe und. keine Ordnung herrscht. Also eine neue Variation des Themas vom„wilden Lande", das in der„Nordd. Allg. Ztg." schon seit Wochen beinahe täglich abgehandelt wird. Das ist gar nichts„Befremdliches" mehr, und da man ja die na- tionale Mehrheit" im Reichstage hat, so darf fich gleich dem Melinit und der Pikrinsäure auch Boulanger als etwas Harm- loses, ja im Grunde ganz Friedliches und Freundnachbarliches entpuppen. Im übrigen könnte der General eine neue mächtige Hilfe wohl brauchen, denn sein Anhang in Fransteich ist bereits nach Kräften demüht, ihn seine Abhängigkeit fühlen zu lassen. Die Bonapattisten erklären ihm in wemg höflicher Weise, er solle es fich ja nicht einfallen lassen, seldstständig sein zu wollen; fie würden ihn sofort auf die Straße werfen, wenn er nicht mehr Ordre parire. Auch die Orleanisten lassen es fich angelegen fein, zu zeigen, daß fie hinter dem General durchaus nicht zu verschwinden beabsichtigen. Der Herzog von Audiffret-Pasquier, Senator und Akademiker sowie einer der hervorragendsten Staatsmänner der Orleanisten, hat am 50. Geburtslage des Grafen von Paris eine Rede gehalten, in welcher er den Bou- langismus unter die Tagespopularitäten steute, mit denen die Monarchie nichts zu thun habe. Da der Herzog ein Vertrauter des Grafen von Paris ist, so darf man annehmen, daß er mit Wiffen oder im Auftrag des letztem so gesprochen hat. Also auch die Royalisten behalten fich vor, den General nur als Werkzeug zu bcnützen und ihn keineswegs eigene Wege gehen zu lassen. Leider ist die„Nordd. Allg. Ztg." nicht im Stande, dem General wirklich zu nützen, denn fie darf den Franzosen nur etwas loben, so werden sie gleich stutzig und fragen fich, ob fie etwa eine Dummhett zu begeben im Begriffe seien. Das wird wohl auch in diesem Falle die Wirkung der neuen Freund- schaft sein. „Kiekknecht der Kandidat der Franzosen", soll ein französisches Blatt geschrieben haben— der„Rappell"—, und damit der Leser ja denke, das franzöfische Blatt habe auch wirklich diese Albernheit verübt, wird der„Kandidat der Fran- zosen" von dem Reptil, das diese Noli* in die Welt geschickt hat. mit„Gänsefüßchen" verziert. Die Wahrheit ist aber: der „Kandidat der Franzosen" ist richtiges Reptilfabrikat — das franzöfische Blatt hat blos daran erinnert, daß Liebknecht seiner Zeit gegen die Annexion von Elsaß Lothringen protestirt uud vor den Folgen gewamt hat. Wer übrigens die betreffende Rede Liedknecht's heute liest, wird finden, daß die immer unerträglicher werdende Lage Europas, genau so wie fie fich gestaltet hat, damals— im Dezember hat... ich erkannte ihn auf den ersten Blick... zog seinen Hut und überreichte ihm einen Brief... nur die silberne Platte fehlte ihm in der Hand, sonst war der Kammer- diener fertig.... Herr von ArboiS las den Brief und entließ ihn sodann mit einerHandbewegu«g,die ungefähr sagte: ES ist gut; eme Antwort ist überflüssig.— Sie können sich vorstellen, wie überrascht ich war. Mein erster Gedanke war, aus der Droschke zu springen, zu ihm zu laufen und ihm zu sagen: Da ist ja der Spitzbube, der mich zum Narren gehalten und Ihre Unterschrift gefälscht hat.... Aber der Spitzbube stand noch da, er hätte gemerkt, daß ich Lunte gerochen und er hätte sich aus dem Staube ge- macht und feinen Herrn benachrichtigt... Denn ich vermache, sein Herr hat ihn gedungen, um uns alle dumm zu machen." „Ich bin davon überzeugt," rief der Baron erregt. „Und dann wußte ich auch nicht," fuhr die Blondine fort,„wie Herr von ArboiS die Sache auffassen würde. Er hatte mir niemals recht gesagt, weshalb er sich in diese verwirrten Dinge eingelassen habe. Der Herr deS Kammerdieners ist vielleicht ein Freund des Majors, und eS ist unangenehm, wenn man hört, daß man von einem Freunde getäuscht worden ist. Dann muß ich auch auf Sartilly Rücksicht nehmen. Herr von ArboiS kennt ihn, und er könnte sich bei ihm darüber zu beklagen, daß ich mich um Dinge bekümmere, die mich nichts angehen. Kurz, ich blieb zunächst ruhig sitzen, nahm mir aber vor, die Sache nicht ruhen zu lassen. Ich wollte dem Major schreiben; nun habe ich Sie aber getroffen, Sie haben mir einen großen Dienst geleistet, und da ist eS mir sehr recht, wenn Sie von dem Gebrauch machen, waS ich Ihnen eben gesagt. Jeanne und ihre Tochter werden Ihnen dafür dank- bar sein, und wenn ich an Ihrer Stelle wäre, würde ich mich zunächst an sie wenden... Mit der Kleinen werden Sie sich doch inzwischen schon versöhnt haben." Andreas fühlte keine Veranlassung, Fräulein Ferrette auseinander zu setzen, wie er zu Theresen und ihrer Mutter stehe, und da er schwieg, fuhr die Blondine, ohne zu ahnen, wie sehr ihre Worte das Herz de« Armen zerrissen, zu plaudern fort:" 1870— von dem s ozialdemokratischen Abgeordneten veims' gesagt wurde. Und wer kann etwa noch leugnen, daß v permanente Kriegsgefahr und Kriegsangst der letzten andettd» Jahrzehnte sammt den traurigen Wirkungen auf die W* Politik mit Raturnothwendigkeit aus der Annexion von G# Lotbringen hervorgegangen sind? Und bekannt ist ja auch, Fürst Bismarck, seinem eigenen Geständniffe nach, fich sehr schwer zur Billigung der Annexion entschließen konnte. ICWL tuf utL gut-cnuiHUUB vct luiiujtum suifumcBCU Käme Fürst Bismarck einmal in die Opposition, so könnte%«te wird ihm daher sebr leicht pasfiren, von irgend einem Reptil M«>ster in ft „Kandidat der Franzosen" gestempelt zu werden._ � Mit welchen Mebrrtreiknnge« die Bourgeoispreß! Änureweisa bantirt, um die Arbeiterbewegung zu verdächtigen, haben d« nt � Lügennachrichten über die Streikbewegung in Paris genügt»« Wi die« bewiesen. Daß auch die Berliner Wahlbewegung dazu dechaU« uh � ty. muß. deweist folgendes Original-Telegramm des ,.N. W TA« Angelem aus Berlin vom 25. d. M. über die Frcitagversammlung in M mt! Au Tonhalle:„Eine von ungefähr dreitausend P rsonen besuM rfolgr deffe sozialistische Wählerversammlung wurde gestern, unmilte!??» nach der Eröffnung, polizeilich aufgelöst, worüber die Menge« � in Wuth gerielh. daß fie, statt den Saal zu räumen, auf b's H.° Polizei eindrang und mehrere bei dieser Gelcgei# 8 verhastete Personen zu befreien verbuchte. Der versiärii!» � Polizeimannschaft gelang es, die Massen hinauszudrängen;«»! pn, � J der Straße wiederholten und steigerten s'�rs� m aber die Lärmszenen. Unter Abfingung der ArdeilUs �, Marseillaise und fortgesetzten Hochrufen auf Liebknecht und& . de TO noch ?. ÄeSdad TO", an 2, die un Wo tob, Ä' P »5? H �«meh .p i lnchheit" die Sozialdemokratie folgten viele Hunderte den fortgefüh� Verhafteten und umzingelten die Polizisten, endlich mit blanker Waffe vorgingen und die tobee� Masse zerstreuten, ohne daß es zu ernsteren Verletzungen � kommen wäre. Die Ansammlungen und Unruhe im stadtW der oberen Friedrichstraße waren vorübergehend so stark, daß# Pferdebahn den Verkehr unterbrechen mußte." „Allerhöchst". Die„Nationallib. Corresp." ist so in# Lakaienton verrannt, daß sie Titulaturen, welche man sonst gegenüber hohen Herrschasten gebraucht, auch auf die e»#' demokratie anwendet. Das Blatt behauptet, am 21. FK vorigen Jahres habe die Sozialdemokratie im 6. Berliner% kreise ihren„allerhöchsten Befitzstand erreicht." Wenn � „allerhöchste" aber noch höher würde? Au» den Grgekniste« der Kriminalstatistik Jahr 1836 ist hervorzuheben, daß trotz einer sehr erbe Steigerung der �csammtziffer der Verbrechen und Vei eine nicht unerhebliche Abnahme der einfaehen Diebstäolc überhaupt der Verbrechen gegen die Vorjahre stattgefunden j Es hängt diese Abnahme der Diebstähle zweifellos mit der r, nähme der Arbeitsgelegenheit zusammen, welche eine Folge? leisen wirthschaftlichen Besserung der letzten Jahre ist. und auch die zahlreichen Streiks in diesem Jahre im Gefolge&%: uj1 die durch welche fich die Ardetter ihren Antheil am„wirtbscbasil�« en- Aufschwung" fiebern wollen. Das Zurückgehen der Diebi� zeigt wieder recht deutlich, wie die meisten„Verbrechen' Folgen der gesellschaftlichen Zustände sind und wie mit 80 1 Besserung auch die ersteren verschwinden.., Altrrsversargnng und Armenpflege. In den Mob?. ü'fai der ersten Unfallverfichei ungsvorlage batte fich folgender l jf*» de befunden:„In Wahrheit handelt es fich bei den Maßnab?*! jWratisch welche zur Verbesserung der Lage der besitzlosen Klaffen e#™ l"«uzSb werden können, nur um eine würdigere Ausgestaltung derstfr, L.'�wt lichen Armenpflege und um eine Weiterentwickelung der ß'i: bereits zu Grunde liegenden Idee."— Gegenüber diesem klaren Ausspruche ist es in Ver That eine höchst ungerechtfl Empfindlichkeit, wenn jetzt darüber geklagt wird, daß man AttcrSverficherung nur als einen Akt verbesserter Armenpflege trachten könne. An» Kelten schreibt man uns: Gleich zwei VersassJ, M LM-be SS Mfc: »»»Wi» vy»v»uf gu/b» V-*• I W 1 lungsverbote in einer Woche wurden den hiefigen An. I � v lern zu Theil, die fich wie die Ardeiter so vieler anderer Itö� I%% �/ ebenfalls über die Stellungnahme zum Alters- und iinv»»-'.,, v Versorgungsgesetz berathen wollten. Um auch den 700> Töpfcrgewerbe beschäftigten, nicht organisirten Arbettern dier?iN der Ort Gelegenheit zu geben, fich über das Gssetz zu insorml' lMch�, � war zuerst eine öffentliche Volksversammlung angemeldet worauf umgebend die Zusendung des Verbots derselben �"" Grund des§ 9 des Sozialistenaeseties erfolate. Nock am st.� des Sozialistenzesetzes erfolgte. Noch am Tage meldeten die Töpter eine öffentliche GewerlvcrsaM»�, mit" derselben Tagesordnung an, auf die am dritten Tage falls ein.Verbot mit derselben Begiündung eintraf. Deypi Amtsvorstcber scheint in seiner Weltabgeschiedenhcit wiffen, was durch alle Zettungen ging, daß vom Bunl�. sogar gewünscht wird, daß die Arbeiter fich zu dieser vorläge aussprechen sollen; auch scheint ihm entgangen»» Usi daß in den letzten Wochen bereits anfallen Orten, jfi 5» größere Anzahl Arbeiter vorhanden ist. Versammlungen gleichen Tagesordnung ganz unbeanstandet stattgefunden br Wieder ist diese durch nichts zu rechtfertigende Begründusl! � Hz y- � Verbote ein neuer Beweis für die Dehnbarkeit des(5u«,a überall aushelfen muß. Gegen beide Verbote wurde «Wttuu uusyitu-u iiiud*-ovtuvtt urntwc püUpj». geführt, und wir werden seiner Zeit die Becrntsuntung V — auf die man hier in der That neugierig ist— mitthe«� i �■ A hier That neugierig ist „Ja, so wird es am besten sein. Denn wenn direkt an Herrn von ArboiS wenden, so er die Sache schief nehmen; Jeanne, die feine Jp � �~ K? war, kann eS ihm leichter beibringen. Handeln Sie � � Staate genS ganz nach Gutdünken; vergessen Sie nur nichtz�si hx unser aller Feind der Herr ist, die Kanaille, ist. Und wenn it» tfrn nttr nur bcflfl �- iß bfc. erfahren haben, dann sagen Sie ihn mir nur, denn j«% auch noch ein Hähnchen mit ihm rupfen.— Da sind> igj' schon!" CWt (Fortsetzung folgt.) Sahn! >°rte Ii« An» Kunst und leben.. „Kchtagfertig". In der österreichischen Jsstung ein über alle Maß-n korpulenter Gastwirtb, siadtbekann � allein durch das Merkwürdige seiner Erscheinung, wnver � durch die guten Speisen und Getränke, die er verabreiw lich strömen ihm in großer Anzahl Gäste zu, und stino. y tafel ist stets sowohl von Reisenden wie von OstW� Garnison sehr besucht. Mandant der Festung, der Strenge und seiner brutalen ,v«„m Lieutenant F. bei ihm. Der dicke Wirth nahm stets. der Tafel seinen Platz ein. Oft war er in rosenfarbig und seine originellen Einfälle und Witze zersetzten Gäste in große Heiterkeit; manchmal war er aber au® und verdrießlich, und dann war mit diesem Natu durchaus nicht zu scherzen. An jenem Tage sah ihn o lächelnd an:„Ach," sagte er,„Sie glauben gar Vergnügen es mir machen würde, wenn ick Ihnen s undzwanzig aufzählen lassen könnte."„Exzellenz,.. M-. der dicke Wirth,„wenn i fünfundzwanzig% thät, hätte Sie allein Ihr' Freud', wenn i aber" undzwanzig könnte lassen aufmessen, hätte die ganze. Freud'."... Tadleau! 91,10«''''/ Gi« Petrolenmstrom. Aus New-Kork, 16. A gtiio � rr___ If•»mirrforn LlMO ili�'I�, der„Frankf. Ztg." geschrieben:„Zwischen Lima<> � South Chikago in Illinois, zwei Plätzen, die 206 g�pi C�UUig VJ-guuBU gwc» v,v&U einander entfernt find, fließt sett einigen Tagen ein gesell mt W itel Ä 1 �«bis .■"| L 9*» deuische Tischlcrtag in Leipzig hat in seiner ZXXB � I TOfft f Al.tor7>\o*v«rttt flor voaB 'andÄS die inile» von 0# i auch? � ib. fich«« .&."od, fo»m7bäwömdm: ZiWednnS mj�'�baben gestellten Antrag angenommen: Es wird be- W�n. an maßgebender Stelle auch dabin vorstellig zu werden. 2, du unberechtigte Führung des Titels„Möbelfabrikant" U° strafbar sein soll wie die des Meistertitels. Hinfichüich b. �.«ustjonswesens war die Versammlung der Anficht, daß nur konnte.''«lme Auktionatoren zugelassen werden dürfen. Im nächsten > könnte» we ttttb Hamburg die Ehre haben, die zunftmäßigen Tischler- liepttl Z!» m seinen Mauem begrüßen zu dürfen. tn �in„arberterfrrundlichrr" Magistrat. Wie in einer i.ivn ü. �eweisammlung zu Gera dieser Tage mitgetheilt wurde. - I�k.Etaatsanwallschast in Gera ein gerichtliches Einschreiten " SaJh- JP. Wt Streikkommisfion der Maurer abgelehnt. Der Stadt- '' �?llt fich dabei nicht beruhigt und zum allgemeinen Erstauner # Hol Sil L auf in Bamberg und Mainz je eins ihrer Organe ein» A__ L___ IIS O I QtL-- il brtbjIil!lfcfl F.nVtQiJ1�ei.tlVr'l:.rul|'ul1 ucl uUHCicym.*/«, M TabL'Km. r® dabn nicht beruhigt und zum allgemeinen Erstaunen ungin toLtÄݰ;�.Odn»°�«Mch°st ' Menge i« j, f" FrauKfart a. M. hat der„Frankfurter Beobachter", auf b'' R retfS demokratisches Blatt, das zuletzt im Verlage von B. GelegenbiÜ �.�"S-Vorst erschien, mit dem 16. d. M. sein Erscheinen «�onrHal�stellt. Die deutsche Volksvartei hat auf diese Weise, nach- oeMfl stiS'm rl eMMWiM it und ilteefühstc» die'ick.* 'zsö irl, daß* foln � Z-'ZS iL# knn bi»° r«p n' fldl!% stl diesem Sommer bereits 3 Blätter eingebüßt! Ihre er ArbeitN!�?� Preffe ist dadurch auf einen sehr bescheidenen Umfang Ht und Kt t �.�ttosuchung i» Stuttgart. Das„Schwb. Wochenbl." Druck und Verlag von Georg Baßler) ',„Ami Mittwoch Vormittag halb 10 Uhr er- rrfi tn unseren Redaktions- und Druckerei« Lokalitäten, sowie �Privatwohnung eine größere Anzahl Geheimpolizisten. Leitung des Herrn Kriminal-Selretär R ß II und rMbst-Asststent Enderle im Auftrage der Staatsanwalt« z.7 bifionstanz eine Hausdurchsuchung nach ver- »ei», sozialdemokratischen Schriften voM- Die Durchsuchung wurde mit peinlichster Genauigkeit. ."den mit großer Höflichkeit, geführt. Gefunden wurden üCJg» ist erhe«� d BerK �dsläoleA fundea f rit der% - Folgt" und t# folget in jeder Redaktion unabhängiger politischer . oder minder auch zu finden— die fortlaufenden kmuCll.' lolgender sozialdemokratischer Zeitungen:„Sozial- Su«,(Zürich).„Schweizerischer Sozialdemokrat"(Bern), i«®helt(Wien),„Arbeiter-Wochen Chronik"(Budapest), .Meund"(Brünn).„Volks-Zeilung"(New- York),„Vor. IBuenos-Ayres) und„El Frodnctor"(Barcelona). Von «.i Yfttungen wurde je ein Exemplar mit Beschlag belegt, �gleiche Schicksal erlitten unsere sämm tlichen Geschäfts« tTj was für ein Jntereffe die Konstanzer Staatsanwaltschaft gieren und uns........*"-=«—«- rechen 'CN JJ'-gM terd« »aßnabzg en ctg™" aß matt enpflegt' ...... überhaupt hat, ist uns unklar. Ebenso Iw'"1 �'e eingelaufenen Briefe und Korrespondenzen mitge- !�tn. Abends �6 Uhr war die Durchsuchung beendet und "tt das Stadtpolizeiamt abgeliefert, allwo alebald die Wie- ipaskmg erfolgte.— Zu gleicher Zeit fand bei dem ikylo- Lrbkn h o l o ch eine Haussuchung statt. Gefunden wurde auch kitlu-« doch wurde Herr Holoch verhaftet und in das Amts- �lsgefgngniß abgeliefert." der Keschlagnahmr einer großen Sendung sozial- � j�wattscher Druckschriften in Lindau am Bodensee thcilt en«W? L?«ugsb. Adendztg." mit,.daß die Denunziation von 8 �2 weizerischen Zollbehörde in R o r s ch a ch aus- i der tyfü, r'�Bm ist. L�irämrcht«. Der Reichstagsabgeordnete Antoine erklärt B � der Veröffentlichung des an ihn gerichteten Briefes des % von Böne in der„Nordd. Allg. Ztg." in einer an den j*W gericht. ten Zuschrift aus Grevcnmacher(Luxemburg) ..-. M: Den in Rede stehenden Brief habe er nie er- ull w bc übrigens habe er denselben auch nickt hervorgerufen, u™ Slä* die Ehre gehabt habe, fich mit dem Bürgermeister von �noolit*' �.�unterhalten, noch zu korrespondiren. Es sei nicktsdesto- ' 700 Ü 1 t f t e nt d I i d), � är--lt- .«lw? der(Hmrhr, 9II[n --------- m daß ".Nordd. Allg. Ztg." übergeben werbe. Was von ein an ihn adressirter übergeben werde. Was den I.«" Itn4\ u; /n"*______— S._ C Vi,, s S nf A«ivr Y ügc y % Bunv�ii, et gen zu'(jfi t, tr�jjt Zfo ünWfl« ,V. eetfpr„.«.eckte Mauer. Die Platten find durch mächtige lern mit dem Mauerwerk verankert, und auf ' welche beidseitig Die Bewegung ««WKSSS» I 0 •zl Itrl»" . GeZerreich-Ungar«. L assall e's Todestag wird am 8. September d. I. in P e st vom hauptstädtischen Arbeiterklub in feierlicher Weise begangen werden. Es wird aus diesem Anlasse in den Klub- lokalitätm eine Gedmkfeicr veranstaltet. Schwei;. Fn der Stadt Zürich denken die Behörden daran, die Theilnahme an Wahlen und Abstimmungen odliga- torisch zu erklären und Bußen einzuführen. Genau dasselbe strebte man seinerzeit auf demokratischer Seite für den ganzen Kanton an, und da war man im liberalen Lager voll Spott und Entrüstung über diese Beschränkung der persön- lichen Freiheit. Hieran erinnernd schreibt der„Landbote": „Woher dieser Umschlag? Die Einführung der obligatorischen Stimmabgabe ist in der Verfassung degründet, welche dieselbe als allgemeine Bürgerpflicht erklärt; ste ist aber auch begründet in_ der Demokratie selbst, welche von der Thellnahme aller Bürger am öffentlichen Leben existirt und dieselbe zur Voraus« setzung hat. Die Theilnahme an den Wahlen und Abstim- mungen ist das fürnehmste politische Bildungsmittel, das wir haben, und wer dieses Bildungsmittel vernachläsfigt und seine Pflicht verletzt, soll dafür gebüßt werden. Aber es find nicht diese grundsätzlichen Erwägungen, welche im zürcherischen Großen Stadtrath den Ausschlag geben. Zwar bekämpft man dieselben nicht mehr direkt, sondern bezweifelt nur die Durchführbarkeit des Obligatoriums, welches wohl in kleinen Gemeinden und auf dem Lande, aber nicht in der Stadt möglich sei; aber was den Ausschlag giedt, das find parteipolitische Erwägungen. Man steht das Anwachsen des demokratischm Elements in dm fich stets vergrößernden Vorstädten, die zum Theil bereits beim Obligatorium stehen; man steht dem gegenüber die Indifferenz, die in der Stadt bei politischen Akten waltet und von dm eigenen Blättern schon vielfach getadett wurde; man will jenem Anwachsen einen Damm entgegenwerfen und der Stat Zürich die politische Bedeutung erhalten oder retten, welche ihr ver« möge ihrer Stellung und ihrer Einwohnerzahl zukomme. Darum strebt man nach Einführung des Bußenzwangs bei Wahlen und Abstimmungen. Und wir find überzeugt, daß dieselbe erfolgen wird. Alsdann aber ist der Augenblick nicht mehr fem, wo wir unser Ziel erreichen und die obligatorische Stimmabgabe für den ganzen Kanton haben werdm." Großbritannie«. Infolge der Gerüchte über den schlechten Ge« sundheitszustand des im Gefängniß befindlichm i r i- schen Deputirten John Dillon kündigt„United Jreland" Herm Balfour an, daß, falls die Berichte über Herrn Dillons Zustand begründet seien, er der eigenmächtigen Ver- letzung der Gefängntßregeln behufs Untergrabung von Herm Dillons Gesundheit angeklagt werden würde. Die irische Nation werde Herrn Balfour für das Leben Dillons verant- wortlich machen, falls er nicht unverzüglich das Publikum über den Gesundheitszustand des Gefangenen beruhigen könne, eventuell demselben die Freiheit wiedergeben wolle. Fraukreich. Wie verlautet, wird Herr R i b 0 t sofort nach dem Wieder- zusammentritt der Kammern seinen Antrag auf Wiedereinfüh« rung der Arrondissementswahlen einbringen. Eine Anzahl republikanischer Abgeordneter soll die Abficht haben, ein- gemischtes System, Listenwahlen nach Arronviffements, zu de- fürworten, um so die als willkürlich angesehene Eintheilung stark bevölkerter Arronviffements in Wahlkreise zu vermeiden. Die Kammer wird fich in den ersten Tagen der kommenden Scsfion mit einem Antrage auf S u s p e n d i r u n g des Ge« setzes, betr. die Einführung eines Schutzzolls von 5 Frks. auf f r e m d e s Getreide, zu befassen haben. Da die Ernte von 1888 fich als eine sehr schlechte ankündigt, wollen die An- tragsteller, um eine Vertheuemna des Brotes zu vermeiden, die in dem Gesetze befindliche Uebcrgangsdestimmung anwenden, welche die Aufhebung des Schutzzolles in dem Falle gestattet, daß die Kompreise zu hoch stünden. „Petit Journal" und„Figaro" bestätigen die Mittheilungen über Zerwürfnisse im Schooße der Regiemng. Nach letzterem Blatt fühlt fich der Prästdent der Republik darüber ver- letzt, daß der Premier bei einer öffentlichen Feierlichkeit nicht neben ihm erschienen und nicht zur Abhaltung der Ministerräthe nach Fontainebleau kommen wollte. Aus diesem Verhältniß ergäben fich einige winzige Meinungsverschiedenheiten, welche zwar vorerst die Lage nicht veränderten, aber bei der Rückkehr der Kammem fich plötzlich verschärfen könnten. Wenn man indessen dem„Petit Joumal" glauben darf, so hätten die Meinungsverschiedenheiten bereits eine recht greifbare Gestalt angenommen. Der Prästdent der Republik sei der Anficht, daß die Neuwahlen für die Kammer Angesichts der wieder- holten Kundgebungen der öffentlichen Meinung nicht auf unde- stimmte Zeit zu verschieben, sondern so bald als möglich vorzu- nehmen seien, man solle also in der Herbsttagung schleunigst den Haushalt für 1889 fertig stellm, und dann zur Auflösung der Kammer schreiten, damit die Neuwahlen im März oder April stattfinden können. Diese mit dem Hinweis auf die prophezeit hätte, es würden dereinst vielzmtnerige Granitplatten in Osogna am Südabhang des Gotthard gebrochen und auf die wilden Höhen des Pilatus hinauf transvorlirt werdm, den hätte man ausgelacht. Die Pilatusbahn wird als die kühnste Ge» birgsdahn Berühmthett erlangm. Zu der Uederrasckung durch den neuen Schienenweg— eine solche wird die Eröffnung des- selben im nächsten Frühjahr der Welt bieten— wird fich noch manche andere gesellen, dmn dort oben knallen und donnern die Dynamitschüsse, um Felsm zu sprengen und Wege zu bahnen, und es wimmelt von emfigm Arbertern, die dem ungeschlachten Gestein arg zusetzen und bauen und zimmern, um aus der rauhen, schmalen, von gähnmden Abgründen umgebenm Berg- lücke einen Ort angenehmen Aufenthaltes zu machen, dessen Krone die einzig schöne Ausficht in das Gebirge und über See und Land hin ist. Der Gipfel der Reklame. Eine englische Zeitung er« schien jüngst mit einer völlig weißen Seite, an deren unterem Rande in zwei Zeilen folgende Worte standen:„Das Haus X. u. Co.(Weine in Flasckm und Gebinden, Straße... Nr...) hat es keineswegs nöthig. zu inseriren; da es aber gewillt ist, die Zeitungm zu unterstutzen, so hat es diese Seite für fich in Anspruch genommen." Gin» munderlich- Klütke de» Innftmefea» aus „auter alter Zett" bietet die„Reformatio Sigismnndi". der Schiedsspruch, durch welchm am 22. August 1523 König Sigis- mund von Polen die langjährigen Verfassungestreitigkeiten zwischen dem Rath und der Gemeinde der Stadt Thorn schlichtete. Es heißt darin:„Ferner bestimmen wir, daß kein Handwerker irgend welche neue Erfindungen ausdenken oder anwendm soll; sondem Jeder soll aus bürgerlicher und brüder- licker Liebe seinem Nächsten folgm und auf sein Handwerk ohne des Nächsten Schaden bedacht fem." Nach Inhalt der Urkunde waren diese und ähnliche auf das Handwerk bezügliche Be- stimmungen auf Antrag der Zünfte aufgenommm worden,„um das Beste der Stadt zu fördern". Eine N«is- um dl- Welt. Während von dm dies« fettigen Postbehördm solche Postkarten nicht mehr zur Beförde« rung angmommen werdm, die man lediglich zu dem Zwecke aufgiebt, damit fie eine Reise um die Wett machen und dann mit den bezüglichen Poststempeln versehen in die Hände des Auftraggebers zurückgelangen, scheint diesen Sport in England auch jetzt noch Vorschub geleistet zu werdm. Ein Londoner sandte am 8. Juni über die Brindist- und Suezkanalroute eine Postkarte nach Hongkong, und zwar mit dem Ersuchen, daß Weltausstellung, welche nicht durch politischen Hader gestört werdm dürfe, unterstützte Meinung läuft den politischen Plänen Floquets, wie fie oft in der Preffe dargelegt worden find, schnurstracks zuwider. Nach der radikalen Auffassung hat die Kammer seit 1885 viele Unterlassungssünden begangen und sollte das Jahr, das ste noch zu leben hat, womöglich bis zum letztm Tage ausnutzen. Jedenfalls will der Premier sein Wort ein- lösen und seinen Antrag auf Verfaffungsdurchficht einbringen. Während der nothwendig langen Vorberathung dieses Antrags soll auch die Finanzreform in Angriff genommen werden. Finanzminister Peytral hält an seinem Vorschlag einer Erleichte- rung der Getränke st euer fest. Der durch die Annahme deffelbm erwachsende Ausfall betrüge etwa 65 Millionen und soll durch eine dirette Einkommensteuer von 1 pCt. auf Ein« fünfte von Arbeit und von U pCt. auf sonstige Einkünfte be- stritten werden. Der Abgeordnete Dreyfuß befürwortete in der „Nation" das Spiritusmonopol, dessen Ertrag die Entlastung der kleinen Grundstücke von der Gmndstmer ermöglichen würde. Mit solchen Reformen werde man dem Boulangismus am wirk- samsten mtgegentreten. KalkuttlSiider. Die Räuberbanden halten gegenwärtig die gesammte Bevölkerung von Sofia in Athem. Dresclben treten nicht mehr vereinzelt, sondem planmäßig und massenweise auf. Die dulga- tische Hauptstadt ist thatsächlich jetzt von solchen Horben umzingelt und die Polizei macht darauf aufmerksam, daß fie außerhalb der Stadt keine Gewähr für Sicherheit biete. Man wird nicht fehlgehen, wenn man dieses täglich wachsende Räubemnwesen auf politische Motive zurückführt. Das Landvolk wird seit zwei Jahren hart mit Steuern bedrückt, so daß man fich den Ausfall jetzt auf andere Weise zu decken sucht. So wurden in einer Nacht in Sofia und den umliegenden Dörfern gegen 150 Verhaftungen vorgenommen. Trotzdem war das Programm, welches die Räuber ausführten, ein sehr reichhaltiges. Sie nahmen auf dem Wege nach dem 7 Kilometer entfernten Kloster Tragalewski einen Kaufmann sammt den ihn degleitenden zwei Gendarmen gefangen. Ein Bierbrauereibefitzer Namens Trif- kovitsch wurde wie ein Stück Wild verfolgt, entkam aber glück- lich. Im Militärlager von Sofia, wo nicht weniger als drei Regimenter Soldaten kampiren, wurden dem Kantinenmeister sechs Stück Pferde und zwei Wagen mit Brot weggenommen. Auf dem Bahnhof brachen Räuber ein und nahmen werthvolle Sachen, wie Möbel 2c. mit. Schließlich umzingelte eine Bande das Haus des Generalstadschefs Petrow in Sofia selbst, um ihn gefangen zu nehmen. Man erbrach das Haus, fand aber Petrow nicht, well er noch im Palast beim Fürsten weilte. Dem letzteren ging gleichfalls die Mittheiluna zu. daß auch er auf der Liste stehe und bei seinem nächsten Ausflug werde ge- fangen werden, wenn er nicht vorher auf den Thron verziidke. Bis jetzt erweist fich die Polizei als machtlos gegenüber dem Räubergefindel. Man berälh die Verhängung des kleinen Be» lagerungszustandes über die heimgesuchten Kreise, doch wird auch dann der Lrfolg fraglich bleiben, da man aus fast ganz Bul» garten über ähnliches Unwesen berichtet. Amerika. Aus N e w- B 0 r k wird der„Mch. Post" geschrieben: Es wird Ihre Leser interesfiren, daß hier die Frage der gesetzttchen Feststellung eines Minimallohnes die Gesetzgebung de» schästigm wird. Der Kongreßmann White von Indiana hat nämlich eine Bill im Kongreß eingebracht, um einen Minimal-- lohn festzusetzen. Die Bill lautet folgendermaßen:„Jeder männliche Bürger oder Nichtdürger, der über 21 Jahre alt ist und als Arbeiter irgend welcher Gattung in den Vereinigten Staaten beschäftigt ist, soll nicht weniger als 1,50 Doli, für zehn Stunden Arbeit erhalten; jede Person weiblichen Ge» schlechts, welche über 18 Jahre alt ist, soll mindestens 1 Dov. Lohn per Tag empfangen und jedes Kind über 14 und unter 18 Jahren soll nicht weniger als 75 Cents per Tag empfangen." — Aussicht auf Annahme hat dieser Antrag natürlich sehr wenig, obgleich die Herren Politiker in Anbetracht der bevor- stehenden Wahlen sicher das Ihrige thun werden, um recht viel in Arbeiterfreundlichkeit zu leisten.— Ein anderer Antrag, und zwar vom Bundessenator Sawyer eingebracht, geht dahin, daß die Regierung der Union der„Unttcd StateS& Longo National Emigration Dampfschiffs-Gesellschaft" 100 Doli, für jeden erwachsenen Farbigen zu bezahlen soll, der auf den Schiffen dieser Kompagnie nach seinem Heimathslande Afrika zurück- kehren will. Dieser Antrag beweist am besten, daß die jetzt vor fast einem Menschenalter beschlossene Sklavenemanzipation noch immer ein nicht ganz gelöstes Stück der sozialen Frage in Amerika vorstellt. Die Millionen von Negern find vielen Leuten überaus unbequem.— Auch eine Bill gegen die Chineseneinwanderung ist in den gesetzgebenden Körperschafte« zur Annahme gelangt. Nach derselben ist chinesischen Ardeitern überhaupt das Landen nicht gestattet; solche, die schon früher in den Vereinigten Staaten fich aufgehalten haben, dürfen nur dann, wenn fie nachweislich Familie oder Eigenthum im Werthe von mehr als 1000 Dollars hier zurückgelassen, das Gebiet der Union betreten. Diplomaten und Konsularbeamte find von der- arttgen beschränkenden Bestimmungen nicht betroffen. dieselbe via San Francisco und New-Nork an den Absender zurückgeschickt werden möchU. Die Karte ging auch am letzten Freitag früh wiederum richtig in London ein und hatte zu ihrer Reise um die Welt genau 70 Tage gebraucht, d. h. etwa 40 Tage weniger, als es dazu vor zehn Jahren bedurft hatte. Das Porto betrug 3% Schilling. Kchornstetn» von Papier. Es ist bekannt, daß die Härte und Widerstandsfähtglett papierener Gegenstände dadurch erreicht wird, daß man die Papiermaffe einem hohen Druck unter der hydraulischen Preffe aussetzt. Auf diese Weise werden sogar Artikel erzeugt, die, wie z. B. Eisenbahnwagenräder, fort» wahrend im Gebrauch find, aber doch auch aus Papier ihrem Zweck vollständig entsprechen. Das Neueste, was nun in diesem Material erzeugt wurde, ist, wie berichtet, ein— Schornstein, der in Breslau steht, 54 Fuß hoch, vollständig aus Papierblöcken erbaut, die mit einem desonderen Zement verbunden wurden. Seine guten Eigenschaften find Unentzündlichkeit und Sicherhett gegen Blitzgefahr. Gin nene» Kriickenprojekt. Aus fftew-Nork wird berichtet: Der Brückendauer Gustav Lindenthal in Pittsburg, Pennsylvanien, beabsichtigt nämlich, eine ungeheure Hängebrücke für den Eisenbahnverkehr und andere Zwecke über den Hudson zwischen Newyork City und dem nördlichen Nm-Jersey-Gestade zu bauen. Die betreffende Bill ist beiden Häusern des Kon« gresses unterbreitet worden und ist ihrer Annahme sicher. Den Plänen des Baumeisters zufolge wird die Brücke aus einer ein- zigcn Spannung bestehen und 2860 Fuß lang sein. Dies ist 1150 Fuß länger als irgend eine bis jetzt gebaute Spannung. Ans beiden Seiten des Hudson soll ein Doppettburm errichtet werden, mit einer einzigen an Kabeln hängenden Spannung von je 1500 Fuß Länge, so daß die Gesammtlänge der Brücke, ein» schließlich der Verankerungen, nahezu 6500 Fuß(1% englische Meile) betragen wird. Die Thurme sollen eine Höhe von 500 Fuß erkalten und auf Felsenfundamenten stehen, die daS Hochwasser 25 Fuß überragen. Mr. Lindenthal veranschlagt die Baukosten der Brücke auf 16 000 Dollars, während andere In- genieure, die vielleicht nicht weniger kompetent find, bis auf 40000000 Dollars herausrechnm. L Vereine und Nersamminnge». GW- öff««ttiche Versammlung d-r Kackirer K-rlius —''-----" Armindallm statt. fand am Montag, den 20. d. M., in den Gegenstand der Tagesordnung war: Wie stellen fick die Lackirer Berlins der Vereinigung der Maler, Anstreicbcr, Lackirer und v twandten Berufsgcnoffcn Teutschlands gegenüber. 2. Gewerk- sckaftliibcs. 3. Verschiedenes. Zum 1. Punkt nahm Herr Rautenhaus das Wort. Derselbe äußerte, daß es vottheilhaft wäre, fich den Malern anzuschließen, da durch eine große Macht es leichter wäre, einen Streik durchzuführen und eine leichtere Agitation stck entfalten lasse, die Kollegen auswärts zum An- schluß zu bewegen. Herr Schweitzer legte in ausführlicher Weise die Vortheile einer großen Organisation klar. Ter Zweck wäre, auf Grundlage des§ 152 der Gewerbeordnung bessere Lohn- bedinaungen zu verschaffen. Das wäre aber nur möglich durch ein einheitliches Zusammengehen. Im weiteren kam Redner auf die persönliche Stellung der Berufe zu sprechen. Es müßte ein jeder, sei er Maler, Anstreicher, Lackirer, Weißbinder oder Tüncher, von der Anficht ausgehen, daß dies einerlei wäre; wir wollen alle ein und daffelde, wir ringen alle um unsere Existenz. Daher müffen wir uns die Bruderhand reichen und zusammen wirken. Herr Schüßler kritifirte das Vorgehen des Herrn Rautenhaus. Derselbe habe es nicht der Mühe wctth gehalten, fich in irgend einer Weise mit dem Vorstand des Vereins über den Anschluß der Vereinigung der Maler zu verständigen und erklärte dies als eine Herabwürdigung derjenigen Kollegen, die das Vertrauen der gesammten Kollegenschast genießen. Weiter kam Redner auf den§ 152 der Gewerbeordnung zu sprechen! dieser gab den Arbeitern das Recht, fich zu koaliren und Gewerkschaftsvcrbände zu gründen, aber es standen dem eine Reihe Ausnahmebestimmungen gegenüber, die es den Ar- dcitern erschweren, Verbände zu gründen. Hierauf gelangte eine Resolution zur Abstimmung, in welcher die Versammlung erNSrte, "- selbstständige Fili-cke~■- fich als selbstständige Filiale der Vereinigung der Maler anzu< schließen. Diese Resolution wurde mit geringer Majorität an- genommen. Zum Punkte„Gewerkschaftliches" führte Herr Rautenhaus an, daß durch den Streik immerhin etwas errungen sei, denn die Arbeitszeit sei von 10 Stunden auf 11 herabgesetzt worden. Pflicht der Kollegen wäre es, daran festzuhatten, widrigenfalls die Kollegen fich selbst schädigen würden. Herr Anders legte den Kollegen die dringende Mahnung ans Herz, tteu und fest am Arbeitsnachweis festzuhalten. In demselben Sinne spricht fich Herr Jakob aus. Herr Schweitzer wies nach, wie nutzbringend es wäre, wenn die Lackirer ihren Arbeitsnachweis selbst de- herrschen würden; denn würden die Meister sehen, daß die Gesellen nur vom Arbeitsnachweis kämen und nickt in Werk stätten selber anfragen, so müßten die Meister fich schließlich an den Arbeitsnachweis gewöhnen. Zu„Verschiedenem" meinte Herr Scküßlcr, es wäre wohl an der Zeit gewesen, daß in der betreffenden Versammlung der Bericht der Revisoren vom letzten Streik hätte erfolgen müffen, da bereits vor 4 Wochen die Rc« vifion stattgefunden habe. Herr Zernikow sprach fich dahin aus, daß endlich einmal Klarhett über die Streikangelegenheit unter den Kollegen geschaffen werden müßte, denn es wären ver. schiedenattige Gerüchte unter den Kollegen in Umlauf. Es wurden in das provisorische Komitee gewählt: Weidemann, Jacob, Rautenhaus. Zum Schluß gelangte ein Antrag zur Annahme, binnen 14 Tagen eine öffentliche Versammlung ein- zuberufen, in welcher der vollständige Bericht vom Streik er- stattet werden soll. Vi- fr-i- V-r-inigu«g d-r Vergolde- und Fach- t-nassen hielt am 20. Aug. eine Mitgliederversammlung ab. )er Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille, der zunächst auf der Tagesordnung stand, wurde mit großem Beifall aufgenommen. s Der zweite Punkt, den partiellen Streik in der AugufiJ� meister'schenWerk'lätte betreffend, führte zu einer scharfen JW»* Schriftstückes, welches den Ardeitem bei ihrer Einstellurif dieser Fabrik zum Unterschreiben entgegen schatten wurde, fie fich verpflichten sollen, nicht zu streiken; wem der Prw�I gefalle, der ist einfach entlaffen.— Unter„Verschiedenes 1 wickelle fich eine lange Diskusfion über die Werkstattock der Medlow'schen Goldleistenfadrik, Köpnickcrstt. 109», r lautet: Wer 5 Minuten zu spät kommt, zahlt 20 Pf., i% 50 Pf., 1 Stunde 1 M., nach 1 Stunde muß er einen gj Tag aussetzen. Wer nach dem Pfeifen der Dcmpig»«- Of schlafenv angetroffen wird, zahlt das 1. Mal 50 Pf., 2. r f*y- 1 Mark, das 3. Mal ist er überhaupt entlaffen. Der Aip* halt während der Mittagspause in den Fadriksräumen ist Ml sagt.— Nachdem fick mehrere Herren über diesen Ukas oi-ss sprocken, schloß der Vorfitzende die Versammlung. V-r Lacho-r-i« sammtlicher an Kolzbea-b-tt«>ss .-,„-,, rv*#* �~---0* 1 1 Waschine« beschäftigten Arbeit» hielt 1�' 20. ÄugnSk Vi- U -----'-» ii-»-* /T»----- cm e\r\ t am««•» � f.»IM Saeger's Lokal, Gruner Weg 29. eine MitgliederversamM« ab, mit der Tagesordnung: 1. Innere Vereinsangelegenbeo«r so klägl 2. Verschiedmes. 3 Flagekasten.— Zum Punkt 1 der 3* Jwbm, du ordnung wies der Vorfitzende darauf hin, daß die Frist' 7° war in Billetverkaufs nur an Vereinsmttglieder abgelaufen unb i�% der aft Billets lu der vom Nerein nernvstnlieien Z�omvkervortit»' 5|ttiworijc 7i wuiiuuiBou!»». j 5?zuib un i��strrdet�auch�ai�Gaste� verabfolgt werden. Der Vorsi� Laub s ersuchte die anwesenden Kollegen, fick recht bald mit Bille« oetseben. Billets find noch zu haben im Ardeitsnalh- -- I iivvkt 0** WMVVi»»»»» VVV1**'««W'" J- r,>»»v Mariannen-Ufer 4, bei Jachn, sowie bei sämmtlichen Vorsts??ten Ülnfo Mitgliedern. Nachdem Punkt 2 und 3 der Tagesordnuns ledigt waren, wurde die Versammlung geschloffen. R*-"mie; «ihen die te Niu den N' on, den gen Theater. Dienstag, den 28. August. Vp-r»>»«««: Lohengrin. Fchanspi-lhan«(im Watt«--- Th-at--): Iphigenie auf Tauris. . Wiih«l«städtisch-»?h-at-r. Boccaccio. G-atrat-TH-at-e r Die Schmetterlinge. K--»'» Th-au- 1 Rigoletto. »yK-nd-UH-at--: Kabale und Liebe. K-»»«»t«»r-- Th-at-r: Das elfte Gebot. Othello's Erfolg Ntdt«Ä«-UH-at--: Die Kinder des Kapitän Grant. MS»igftSdtisch-« Die Schule des Ledens, oder: Die Königstochter als Bettlerin. Humfwuam'» 9«ri6tt 1 Spezialitäten-Vorstellung. GoiumrW«- Th-ate- 1 Spezialitäten« Vorstellung. W Schweizer Garten. | Entrie 30 Pf. Entere SO Pf. Theater-« Specialitäten- KorsteUang H»ßgSo».Familif, t Willbktg, Srstjjers Almivz, Seschw. Dklorme. Volksbelustigungen Im Saal: Damen- aller Art. tanz u. Kall« Abends: Gr. Jllumi sg Vollsbl u Alles'Nähere glä on. die Anschlagsäulen. amen- I ?all. 'uä An die Genossen Kerlins richten wir die Bitte, alle die Wähler, die dem 6. Reichstags-Wahlkreis angehören, aber außer- halb desselben arbeiten, anzuhalten, ibrcr Pflicht als Wähler nachzukommen und ihre Stimme am Wahltage abzugeben. ___ jtoe Wahlkomitee. Dos Ij llptlliahldvttllll am Tage der Wahl defindet fich Demminerstrasse, Restaurant„Nordstern". Das Mahlkomttee. KlivStrarbtitkrli.DrnifSji. Große öffentliche Versammlung am Dienstag, den 28. August, Abends 8i Uhr, im Lokale„Sanssouci", Kottduserstt. 4 a. Tages-Ordnung: 1. Die Atters- und Invaliden- Verficherung. Referent: Stadtv. Tutzauer. 2. Diskusfion. 451] Der Kind-rnf-r. KroßeWähter-Wrsammlultz ß für den 6. Berliner Reichßtagswahlkreil am Mittwoch, den 29. A-lgust er., Abends 8# tn der Tonhalle, Friednchstraße 112. Tages- Ordnung: Die bevorstehende Ersatzwahl im 0. Derliner Reichst� Mahlkreis. � (Refeieut: Herr Stadtverordneter Kunert Oer Einberufe� 415 T?«» 10 A. 1«*. Ö Iii. r-rsno: Zweite Reise: A« schönen Rh-i«. Fahrt mit d«r Gotthardbah». Der ganze Trauerzug und�Aufoahrung Kaiser - 1) im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23./ 2) in Kleine'» Salon« Gerichtsstraße 10. (Referent: H. NSske.) J � ti 3)(Schloßbrauctei Dessow, Säwnhauser Allee � SSS.J 'Purrnu.Oi.il nn nr»« 1 tt. jT", wem »■Kl "Mllter achen. S-!.'»,! te, m degm ... den f � mand ähnelt kK Ü» »«bin di �.geht seines, Mm w schrankte mTB Jacken fiel dn Wald ?>> blinke ««Mfich % Kleine Wohnnng-n, billig und elegant, alle Räume hell, gesunde Luft, großer Hof, destehend aus 1, 2 und 3] Stuben nebst Zubehör, an anständige Leute zum 1. Oktober zu vermiethen. _ Gde-beegeeNr. 51—58, N. Selbstunterricht in der einfachen n. doppelten kaufmännischen uchführung __ und Darstellung eines neuen abgekürzten Systems aur doppelten Buchmethoda C. Schmidt, Preis I Mark. 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Jahrg. lokale«. lutzN frei 18# 2. 1 ir letzten herrliche« Tag» haben die frohe Hoffnung .-—, als ob wir über den Verlust des eigentlichen Sommers, «r so Iläglich durch die unaufhörlichen Regengüsse ertränkt Serben, durch einen schönen Rachsommer getröstet werden sollen. % war in der That Zeit, daß der rauhe Herbst, der uns lange !?k der altgehelligten Kalenderfr-.st überfallen hatte, wieder zw wdjeicheucht wurde. Allerdings hat er manche Spuren seines Aurvuorischen Waltens hinterlassen. Vielfach find schon an «itiaich und Baum die Blätter gelblich gefärbt, durch rascheln- £* Laub schreitet hier und da in Park und Hain schon der Fuß np Spaziergängers, und jeder stärkere Windstoß weht von den |£im die Früchte hernieder, verkrüppelte kleine Dinger, die im ssakn Ansätze des Reifens stehen geblieben und zum Schmerze ?k wnend nicht zu der beliebten Schnitzerei zu verwenden JJd. Der wilde Wein, der in den Vorgärten mancher Häuser V tu den Ballonen emporrankt, zeigt bereits den herbstlichen Mvton, und wer über Feld geht, horcht vergebens nach dem 25* der himmelanstredenden Lerche und späht umsonst wunderlichen Sprüngen der Störche. Sie find den Schwalben nachgefolgt, schon vor iv-"-» unserer unwirthlichen Zone den Rücken gekehrt Mn. Wie leid mag allen diesen Flüchtlingen die Uebereilung U», wenn fie von den Nachzüglern erfahren, wie schön es jetzt .n uns geworden ist! Wohl kann uns der Nachsommer nicht , die Segnungen bringen, auf die wir Monate hindurch mit '«zemllter Sehnsucht geharrt haben, aber doch noch Manches �wachen. Er kommt wohl noch zurecht, die Traube mit süßem jjff1 zu füllen, dem Spätobst quellenden Saft zu geben, ein ZAlommener Trost für die mißrathenen und doch themen ßübk, mit denen sich bisher die Tafel des bescheidenen Haus- " begnügen mußte. Und zeigen auch die Bäume schon die liche Farbe, noch steht der Wald in dichtem Laub, und ... den früh dahingewelkten Blüthen sprießt im Garten uns M Manche Blume mit leuchtender Farbe und zartem Duft. S0 ähnelt die Natur beinahe einem Genesenden, der wohl noch �Zeichen des Leidens trägt, dann aber wieder die Wangen mtmmtofi% üsthcn und die Augen lebensfrisch erstrahlen, und den Puiv'«ue mit doppeller Liebe umringen. Kaum hatten wir gehofft, jw in diesem Jahre ein Stücklein Sommer zu genießen, und geht er uns so herrlich auf, und wir freuen uns seiner seines verloren Geglaubten und Wiedergeschenften. Freilich 2% wir, daß die Zell seines Verweilens nur eine T�ränfte sein kann, und darum heißt es, diese Frill °°ll auszukosten. Wer empfände und beherzigte diese Mahnung WU Weithin durch unsere Stadt und ihre Umgebung er« Men fich die Gärten und Parks, und mit geringer Mühe ist «w ZZald zu erreichen mit seinen hochüderwölbtm Hallen und blinkenden Seen, die zu heiterer Kahnfahrt einladen. Leicht Net sich auch ein freies Plätzchen, auf dem die Jugend fich Mwrze zu drehen vermag, wozu die summenden Käfer, gleich« M wie aus starrer Winteröde erwacht, die Mufik machen, und � ist der Waldboden in der trüben Regenzeit nicht ge- daß er nicht Blumen genug zu einem gefälligen Strauße C: tlnd wem beim lustigen Reigen warm geworden, der doJu � Labung nicht weit zu gehen. Dort reichen vom tlm/ kn Strauch in reicher Fülle die Brombeeren ihre schwarz- ».TM Früchte dar, die einzigrn. denen der nasse Sommer gut Ru�kn ist. Man braucht fich nicht zu scheuen, die hellere c�'Mt bis zu später Stunde auszudehnen, denn die Abende &%%% A'S ÄÄSÄ 2% dann die Rückkehr in dem falben Schimmer, der alles sz'. feinem magischen Glänze übergießt, die einfachsten Gegen- �e m märchenhafter Prachl erstrahlen und die Ferne in jenem den Silberschleier verdämmem läßt, der uns das Eni- der Sagen von Elfen und Nixen begreiflich macht. Ja, . e Tage schenkt uns noch der Spätsommer, und indem wrr Mkbar genießen, haben wir nur die«ine Furcht, daß fie zu entschwinden möchten, und die eine Bitte:„Verweile doch! ®ifi so schön!" Iu Oetresf der Umgestaltung drr Meg»«d de« -na.. t»am««» lind die Pläne nunmehr fertig gestellt. Ein Mnstatter kann hierüber folgendes mittheilen: Zunächst —''■ Bedauern erwähnt werden, daß die Verhandlungen MURMkUM . CTM-f.___ w..„ w PinhßM rtilfl SU llec Ifj ich«t«r ruf« du rS r, fe.™'1 ervaut nnd, die dann der Gefayr oes-veliauten- 3,50* Entschluß geführt, daß der Wasserspiegel der Oberwree nicht ■Ui. pin«» kUmu» Sprint ohne Schleusen- -ine dllctte Schifffahrt durch Berlm e nicht geschaffen werden wird. Es muß also eine Wehr« lk in der Gegend des jetzigen Muhlendammes bestehen kiben ivell :etic' "�ertangetung schiffbar gemacht und die o,ittcye �tuinnnn« Schleusenanlage umgewandelt werden, wodurch die .-ÄeJn der Werderbrücke, welche schon jetzt den enormen büÄI�erkehr. der fich durch den Over-Spree-Kanal noch heben S£ »s ää f°f a wird. Der Mühlendamm verschwindet als dbyut'� seiner Stelle wird eine prächtige neue, breite Brücke � AAS' Ae WZZAM ?Se mii e5 Zweck des Gebäudes entsprechend große Lager« mami m; im werden. msm anderen Seite wird wahrscheinlich das ganze Grundstück zwi- schen der n cstl'chen Fluthrinne und der Breiten Straße einerseits und dem Köllnischen Fischmarkt und dem Müblenwege anderer« seits von einem großen städttschen Bauwerk eingenommen wer« den, in welches nne Aniahl Bureaus aus dem Köllnischen Rath- haute verlegt werden dürften, wodurch für das Provinzial- muü'um endlich g; üzender Raum geschaffen werden könnte. Auf der Südseite wird die Straßenfluckt von dem Kölli. schen Fischmarkt nach dem zurückspringenden Winkel des jetzigen Poll- zeipräfidiums durchgeführt. Zwischen der Fischerstraße und Fischerbrücke bleibt nur eine verhältnißmäig schmale Hausfront; dann geht die Bauflucht an dem Zufluß des westlichen Gerinnes entlang schräg über die Fischerdrücke nach der Speicherhalbinsel; die jetzt nach dem Mühlendamm zu liegenden Häuser der Fischer- brücke werden abgerissen. Man wird also von der gesammten Hauptbrücke eine freie Ausficht nach der Obeispre und über den beiden äußeren Gerinnen einen höchst malerischen Blick nach Schloß und Kurfürstenbrücke haben. An �telle des jetzigen Polizeipräfidiums ist ein Neubau in den Plan eingezeichnet. Hoffentlich tritt hierin noch eine Aenderung ein und wirb dafür ein Schmuckplatz hergestellt, an dem fich in prattischer Weise Anlegeplätze für die gesammten nach der Oberspree fahrenden Dampfer andringen ließen. Es würde dadurch eine Art „Alsterbasfin" für Berlin geschaffen, das der ganzen Stadt zur Zierde und zum Nutzen gereichen und den an und für fich so geschmackvoll projettirten Umbau der Gegend in prächtiger Weise abschließen und vollenden würde. Hänsername« i« Kerlin, Die gute alte Sitte, Häusern einen besonderen Namen beizulegen, ist in jüngster Zeit, nach- dem fie Jahrhunderte lang vergessen war, in Berlin wieder etwas mehr zu Ehren gekommen. Wir haben einI„Fab erHaus", kürzlich erhielt ein Monum-ntalbau den Namen„Vier Jahres- zeiten" und soeben hat man dm mächtigen, an Stelle der alten Münze entstandenen Prachtbau nach dem Stadttheil, in dem er liegt,„Werderhaus" getauft. Im alten Berlin war das anders, da gab es eine Reihe von Gebäuden, die besondere Namen hatten, und daneben eine ganze Anzahl solcher, denen der Volksmund aus irgend welchem Anlaß aus eigener Machtvollkommenheit treffende Namen gab, die sich in manchen Fällen bis auf uns erhalten haben, wenn auch das ursprüngliche Gebäude einem Neubau hat weichen müssen. Von denen, die gewiffermaßen offizielle Namen führen, nennen wir zuerst das allen Berlinern wohlbekannte, erst jüngst ad- gerissene„Fürstenhaus", welches, nachdem sein erster Be« fitzer, der Freiherr v. Dankelmann, der allmächtige Minister des späteren ersten preußischen Königs, in Unnnade gefallen war, als Absteigequartier für fürstliche Gäste des Hofes diente; des- halb nannte man es„Fürstenhaus". Im älleren Theil Berlins, Poststraße 4, finden wir das„Kurfüistenhaus". Es hat seinen Namen vom Kurfürsten Johann Sigismund, der hier, wie ein Epitaph im Jnnem des Hauses kund giebt, am 23. Dezember 1619 im Hause seines Kammerdieners Anton verstarb. Die Furcht vor der weißen Frau, die damals im Schlosse umging, hatte den Kurfürsten veranlaßt, dies Haus aufzusuchen. Wenige Schritte weiter lesen wir an dem Eckhaus König« und Heiligegeiststtaße auf einem Schilde die Worte:„Dieses Haus ist in Gottes Hand; zum treuen Preußen wird's ge- nannt." Da finden wir ferner die Benennungen„Die drei Lin« den"; es ist das mittelalterliche Gebäude, Klosterstraße 87, in dem jetzt schon seit mehr als hundert Jahren das Fetschow'sche Bankhaus seinen Sitz hat; den„goldenen Hirfch" in der Kursttaße, dessen erster Befitzer ein kurfürstlicher Hofjäger war, die„goldene Glocke", an der Ecke Oranienburger« und Hamburgcrstraße: das„goldene Szepter" in der Heiligen- geiststraße und die„Ribbe" am Molkenmartt, deren Wahrzeichen, ein sechs Fuß langer, in Form eine Rippe gebogener Stock, die Jahrhunderte überdauert hat. Neben diesen, nach ihrer Be- stimmung iefp. ihren ersten Besitzern benannten Häusern finden wir nun eine Reihe von Gebäuden, die ihre Namen der allczett den Nagel auf den Kopf treffenden Volksstimme verdanken. Jeder Berliner kennt das Haus„mit den 99 Schafsköpfen" in der Alexanderswaße und die fich an dasselbe knüpfenden mannig« ��Aueb�da jetzt verschwundene„Ochsenlopf" am Alexander« platz ist Jedermann bekannt. Als im Jahre 1758 dieses Aroeits- haus gebaut wurde, übertrug der Volkswitz den Namen des bis dahin zu diesem Zweck benutzten Hauses Belle-Alliancc-Platz 11, welche-! als ehemaliges Schlächtergewerkhaus nach seinem Schilde „Der Ochsenkopf" hieß, auf dos neue Gebäude. Zum Unter- schied von der älteren Anstalt nannte man es wohl auch„Der große Ochsenkopf". An den„Neidkopf", Heiligegeiststtaße 38, knüp't sich die köstliche Berliner Sage von dem Gold- schmicd, dem Friedrich Wilhelm L zum Aergcr für die gegenüber wohnenden neidischen Konkurrenten ein neues Haus bauen ließ, an dessen Front die Karikatur eines Frauenlopfes L is grafenstt. Ii 7 heißen im Volksmunde„Galgenhauser". Der strenge Soldatenkönig hatte verfugt, daß jeder Hausdieb, ohne Ansehen des W-rtheS der gestohlenen Sache, vordem Hause, in ('ialflCS5siSnRul,", das frühere Schuldarrestbaus, finden wir Köpnlckerstr. 39, dir Volkswitz benannte di� vech-ßtc Gebäude rnrn### MMM-UsD Wie aut dos Gedächtnis des Volles ist, erkennen wir mtt die Marienkirche verpflanzt, aber das Haus, wo dre ewige Lampe gestanden, hieß noch Jahrhunderte lang dre„Lampe", und der Sckmied, dem das Haus lange Zert Hindus gehörte, wurde vom Volk der„Lampenschmied" genannt. Gegenüber, Span« dauerstraße 13, war der'„halbe Mond und güldene Sterne", welcher Name später in„Sonne, Mond und Sterne" umge« wandett wurde. Endlich sei hier der beiden Gebäude gedacht, die den Beinamen„der arme Lazarus" führten: es waren die lutherischen Armenhäuser Landsbergersttaßc 27 und Krausen» sttaße 30. Die tteinerne« KanftrSge a« unseren Krnnnen. Da Hai der Verein oegen Thierquälerei, unterstützt durch Leute, welche seine Ziele fördern wollen, es durchgesetzt, daß mit ganz erheblichen Kosten vor allen öffentlichen Brunnen Berlins steinerne Saufttöge für die Hunde angebracht wurden, eine Ein» richtung, die fich ganz vorzüglich bewährt hat. Nun kann man aber täglich und stündlich beobachten, daß gerade diese Tröge mit einer ganz besonderm Vorliebe auf alle mögliche Weise ver» unreinigt werden; Droschkenkutscher, welche ihre Pferde tränken wollen, spülen die Futtereimer aus und schütten unfehlbar die Futterreste in den Trog; Kinder und Erwachsene scheinen sich verabredet zu haben, sämmtliche beschmutzten Papiere nur dort hinein zu werfen; ja selbst die profesfionsmäßigen„Männer der Reinlichkeit", unsere Straßenfeger, waschen frühmorgens nach ihrer zwar säubernden, aber durchaus nicht sauberen Nachtarbett die Stiefel in diesen Behältern. Keucht dann so ein armer Zughund mtt weit heraushängender Zunge vor seinem zentner» schweren Wagen heran und drängt durstig nach dem Sauf» napfe, dann ist gewöhnlich das Waffer so schmutzig, daß das Thier, seiner Gewohnheit folgend, davon nicht säuft und es oft vorzieht, fich wenigstens zur Abkühlung der Länge nach hinein» zulegen. Gstren-Ktäck»» wünscht, daß das Kartell fortbesteht. Um diese ebenso bezeichnende, als für die Gegner des Kartellmisch« masches erfreuliche Tyatsache ist die Geschichte des Kartells in den letzten Tagen der vergangenen Woche dereichert worden. Das Referat über die Rede, in der Hcrr Stöcker es gesagt, bringt das„D. Tagedl.", das Organ sowohl der von jeder libe» ralen Ueberlieferung durch Läuterung und Buße gercini-tten Nationalliberalen, wie der nicht reinen Antisemiten, also sicher das reine Mischmaschblatt. Man liest, daß überall die National« liberalen die Konservativen unterstützen, während nicht überall das Umgekehrte der Fall ist; es ist also selbstverständlich, daß Herr Stöcker sagt: Die Nationalliberalen schlagen überall auf uns Konservative los, und das ist nickt schön von ihnen. Wahr dagegen scheint, was Herr Stöcker über die Aeuhening eines Freikonservatioen berichtet: ,Die Blätter tadelten deshalb so gern Heim Stöcker", meinte der Frcitonservative,„weil fie damit die meisten Menschen auf ihrer Seite hättet.". Wie kommt es aber, daß Herr Stöcker dies sagt, wenn es doch wahr und nebenbei für ihn selbst gar nicht schmeichelhaft ist? Freilich, die Leiden» schaft ift_ eine schlimme Feindin der Logik, der rationellste Lügner läßt fich durch den Aerger zuweilen verleiten, die Wahr» hell zu sagen. Das wichtigste aber ist, daß Herr Stöckw das Kartell gutheißt. Das lehrt, wenn man es noch nicht wüßte, wem das Kartell in Wahrheit nützt; denn seinen Nutzen zu wittern ist Herr Stöcker pfiffig genug. Auch bei der'Nachwahl im sechsten Berliner Reichstagswahlkreise tritt Herr Stöcker kür den Kattellkandidaten ein; er war so vorfichtig, mit dieser Er» klämng zu warten, bis der antisemitische Kandidat infolge der tölpelhaften Agitation seiner Anhänger kaum mehr Ausficht auf 100, statt der ursprünglich angenommenen 10 000 Stimmen hat und sckon über seinen Rücktritt von der Kandidatur geflüstert wird.— Herr Stöcker hat fich auch über schwebende politische Fragen geäußert, insbesondere über die Altersoersorgung. Er findet die vorgeschlagene Rente etwas gering und fordert die Herren Richter und Singer auf, das zur Erhöhung der Rente erforderliche Geld herbeizuschaffen. Ob das ein Witz sein soll oder aber eine gefälligere Einkleidung der unwahren Behauptung, daß die Parteien der Linken fich um den Einklang zwischen den Staats» ausgaben und Einnahmen nicht kümmerten, lassen wir als be» langlos dahingestellt. Herr Stöcker aber ist ein Arbeiterfreund. „Die Altersgrenze", sagt er,„ist zu hoch gegriffen; ich werde für ihre Herabsetzung auf fünfundsechzia Jahre eintreten und wahrscheinlich wird das Gesetz in diesem Sinne geändert werden." Er fügte indeß hinzu:„Versprechen, nicht halten, ist Gewohnheit der Sozialdemokaten." Hätte er die Wahrheit in der Weise umgedreht, daß er erklärte:„Ich werde mein Versprechen nicht brechen." so wäre dies auch wenig geschickt gewesen. Lüge lieder über den Gegner als über Dich selbst! dentt Herr Stöcker.— Herr Stöcker schloß den Segen, den er über das Kartell sprach, mtt der Anrufung Gottes.„Gott wird wetter helfen." Mit noch etwas mehr Ehrerbietung sprach er vom irdischen Herrscher. Vielleicht wünschte er, das anmaßende Eindringen in Oberhof vergessen zu machen. In der Ktadtdahnvirwaltung muß irgend etwas nickt ganz in Ordnung sein. Wie der„Börsen-Kourier" schreibt, ist es nun schon wiederhott vorgekommen, daß an der Stadtbahn« station Bellevue der Verkauf von Fahrbillets eingestellt wurde. Wenn dies geschah, weil die Züge bereits voll waren und man nicht mehr Paffagiere in die Wagen oder auch nur auf die Perrons kommen lassen wollte, als im ordentlichen Verkehr und ohne Ueberfüllung der Wagen befördert werden konnten, so war diese Maßregel nicht ungerechtfertigt. Sie hätte nun für die Stadtbahnverwallung ein Sporn sein sollen, die Züge er.t« sprechend zu verlängern, beziehungsweise die Zahl der Züge zu vermehren. Es hat jedoch den Anschein, als ob die Billetsperre nicht immer mtt derjenigen Rückficht verfügt würde, auf welche der Verkehr einer Millionenstadt Anspruch hat. Freitag'Nach» mittag beispielsweise wurde auf der Stadtdahnstation Bellevue die Ausgabe von Billcts nach der Stadt lange Zeit völlig ein- gestellt und es wurden nur Billets nach Charlottenburg-Westend ausgegeben. Ein Grund wurde in beglaubigter Weise nicht be» kannr gemacht. Die Rückficht darauf, daß man die Züge nicht überfüllen wollte, kann nicht obgewatlet baden, denn die Züge nach der Stadt waren ,ur betreffenden Zell sogar reckt wenig besetzt und orele Wagenadtheilungen gingen durch Bellevue st er durch. Ob die BtlletS ausverkauft waren, od der Vorrath aus» gegangen war, oder welcher Grund sonst maßgebend gewesen lst, das hat man nicht erfahren können. Das Publikum ließ fich dre Sperre mit musterhafter Geduld gefallen.' ALddeutschland erhalten«ir folgend» Inschrift: Soeben lese ich in einem hiefigen Blatte, daß ein gewrsser Nathan(alias Wilhelm) Schlesinger aus Charlotten bürg in einer karteUdrüderlichen Wäblerversammlung so unverschämt gewesen ist, die Wahl Liehknecht's eine Schande für ganz Deutschland zu nennen. Es ist wirtlich weit gekommen, wenn Leute mit einer Vergangenhett dieses Na-than solche Redens» arten führen dürfen, ohne fürchten zu müssen, daß ein Kenner Heme's die schönen Worte:„Mir ist's, als ob ich die Hände auf's Haupt Dir legen sollt'," tn's Praktische übersetzt. Den jüngeren Lesern Ihres Blattes will ich den Nathan Scklefin er. rufM Ä floujine, foau damals Roßstraße 1 wohnhaft, kennen. Der heutige Antisemtt Nathan schlestnger wurde in diesem jüdischen Hause thatsachltch vor dem Verhungern geschützt. Zu unwissend, um fich durch geistige, und zu faul, um fich durch andere ehrliche Arbeit zu ernähren, wäre er unrettbar ver» hungert und erfroren, wenn er in dem F.'schen Hause nicht ge» speist und(Herr F. betrieb ein Kleidergeschäft) gelleidet worden wäre. Herr F. sah stch penöthigt, dem Nathan wegen ganz gemeinen Benehmens die Thür zu weisen. Derselbe Schlesinger, welcher heute so zabm ist, geriite sich damals als— Sozialdemokrat. Er bezeichnete die Einberufung Hasen clever's im Jahre 1870 zur Armee mit hier nicht wiederzugebenden Worten. — In seiner„Gedicht"-Sammlung, benamset„Die Garden« Kindel", befindet sich ein Gedicht auf den Tod ebnes Arbeiters, der beim Sturm einer Hamburger Fabrik erschossen wurde, welches er beute wohl verleugnen wird. Als die Sozialisten von dem Nathan keine Notiz nehmen wollten, entdeckte er sein Herz und agitirte für die Gewerkoereine. Für diese reiste er nach Leipzig!' und— wurde ausgelacht. Später ging er dorthin, wohin er gehörte, zu den„gemäßigt Liberalen". Er. ein früherer Gottesleugner, ist jetzt, wie ich höre, ein eifriger Betbruder. Ja, ja: Junge— Schlesinger, alte Betbrüder.— Bei meiner Anwesenhert in Charlottenburg im Jahre 1879 sah ich ihn in seiner ganzen Dicke wieder, er gab dort ein Jntelligenzblatt heraus idiesen Namen verdankt das Blatt wohl der Mitarbeiterschaft Nathan's, es wird auch danach sein). Die Leute erzählten mir, daß er aus Liebe zu einer reichen Christin sich hat taufen lassen. Ein Israelit meinte lackend: Die Juden haben an ihm nichts verloren, die Christen nichts gewonnen; der wird für Geld auch Mobame- daner!— Unter dem heutigen Softem bat das der gute Mann nicht nölhig zu thun, da blüht sein Weizen in Deutschland. Leider! Kor einiger Zeit theilte« wir mit, daß die Polirei 15000 sozialdemokratische Flugblätter mit Beschlag belegt habe. Der Töpfer Herr Jacobey hatte infolge dcffm Be- schwerde beim hiesigen Polizeipräsidium geführt. Es ist ihm nunmehr folgender Bescheid geworden:„Auf die Vorstellung vom IS. d. Mts. wird Ihnen ergcbenst eröffnet, daß die Heraus- gäbe der beschlagnahmten Flugblätter mit der Ueberschrift: Parteigenossen des VI. Berliner Reichstagswahlkreises und dem Schlußvermerk: Verantworttich für Redaktion und Verlag A. Jacobey, Kolbergerstraße 32, nicht e:folgen kann, da dieselben in dem wegen Verbreitung der gedachten Flugblätter einzulettenden Strafverfahren(Vergehen gegen§ 28 des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878) als Beweismittel nothwendig find. Der Polizeipräsident i. V. Friedheim." beschlagnahmte Drnckscheiften. Am Montag Morgen gegen 5 Uhr wurden bei dem Maurer Behrendt, Swinemünder- straße 16 wohnhaft, von zwei Schutzleuten ungefähr 10000 Aufforderungen zur Wahl beschlagnahmt. Obgleich die Be- amten darauf aufmerksam gemacht wurden, daß vom Polizei- Präsidenten die Genehmigung zur Vertheilung erthcitt war, de- standen dieselben auf der Beschlagnahme. Schließlich begaben sich mehrere Arbeiter nach dem detreffenden Polizeiburcau und zeigten hier die schriftliche Genehmigung des Polizeipräsidenten vor. Erst gegen*9 Uhr erhielten vre Arbeiter nach mancherlei Schwierigkeiten ihre Drucksachen zurück. Mi- leicht man h-nt s-lbst d-n Zlnsch-ldigste« zur Polizeiwache bringt, bewies sich am Sonntag, den 20. Aug., an dem Zimmerer Herrn Jäckel, Schönhauser Allee 177 d wohn- hast. Sckon früh 7% Uhr ging derselbe mrt der Abficht, einen Kameraden zusprechen, in der Belforterstcaße auf und; ad; plötzlich steht ein Herr vor ihm mit den Worten:„Folgen S,e mir zur Polizeiwache." Lassen wir Herrn Jäckel selbst das Wort. Derselbe erzählt: Nach kurzem Wortwechsel erkla.te er, Kriminalbeamter zu sein, er sagte ferner, ich hätte Flugblätter bei mir. Auf meine Entgegnung, in wiefern er das bewerfen könne, erwiderte er: Nun, ich habe Sie schon den ganzen Morgen beobachtet und Sie haben mich beobachtet! Unwillkürlich ent- fuhren mir die Worte:„Na. da haben wir beide einander nichts Gutes zugettaut." Ich folgte trotz seiner Amßerung:„Wenn ich wüßte, daß Sie leine Flugblätter hätten, so ließe ich Sie gleich» gehen." Auf der Wache erfolgte die genaue Visitation meiner Person ohne jedeS R.sultat zur Begründung der Verhaftung. Nach Angabe meines Nomens hatte ich dann das Reckt, mich mit(mir kam's doch lächerlich vor) meinen nicht gefährlichen Sacken wieder zu entfernen. De« Freunde« einer wahrhaft herzerleichternd-« glorgenpromrnade können wrr, so schreibt man uns, einen paziergang auf der Tegeler Chaussee 10 Minuten nach 5 Uhr empfehlen. Um diese Zeit passiren nämlich eine ganze Reihe von mit Knochen, Eingeweidcn und anderen schönen Sachen be- ladene Wagen der fiskalischen Abdeckerei diese Gegend und ver- breiten bis Hennigsdorf einen wahren Pestaeftank. Hunderte von Arbeitern, welche in Tegel auf den Wasserwerken, der Maschinenfabrik, der Dampfmuhlc jc. beschäftigt find und um 6 Uhr dort sein müssen, find gezwungen, diesen Pestwagen das G leit zu geben, da fie als gute Staatsbürger die verbotenen Waldwege nicht betreten. Es find Fälle vorgekommen, daß sich bei sehr kräftigen Männern heftiges Erbrechen eingestellt hat. Biswellen kommt es auch vor, da die Wagen nur mit einem Plan überdeckt find, daß fich ein Pferdeeisbein oder eine halbe Kinnlade auf die Chaussee lagert, was einen ungemein apprttt- lichen Anblick gewährt. Wer also einen im ganzen Leben un- vergeßlichen Morgenspaziergang machen will, befolge diesen Ralh die Wirklichkeit wird diese Schilderung noch udertteffen. Der Fischdestand der mißachteten Pank- ist nicht so gering als mancher glauben möchte. So find es vor allem Hechte, die bis zu 5 Pfund Schwere in ihr gefangen werden; die sogenannten Brathechte von 1—1% Pfund werden hinter Pankow täglich gefangen. Auch Neunaugen find seit Alters in der Panke vertreten; sse halten sich auf dem mit Kiesel und Ge- röll dedeckten Grunde des Flußufers gern auf. Bleie, Barsche, Gründlinge und Jkleis werden verbättnißmäßig viel gefangen. Der Beherrscher der Panke ist jedoch der Steckerling, welcher in großen Echaaren vorhanden ist. Hunderte von Knaben mit Fischernetzcn und Gläsern bewaffnet gehen täglich auf die Jagd und machen reiche Beute. Ja selbst Goldfische definden fich schon seit zwei Jahren, durch Zufall aus einem an der-Panke gelegenen Goldfischteich dorthin gelangt, in dem Waffer derselben und haben sich auffallend stark vermehrt. Auch Sala- mander find in der Panke vorbanden und namentlich find es die„Feuersalamander", auf welche unsere Jugend erfolgreich >)agd macht. Fischotter« schädigen in diesem Jahre außerordentlich unsere so fischreichen Havelseen. In mondhellen Nächten treiben die schlanken, behenden Thiere, welche fich den Tag über in ihren Schlupfwinkeln an den Ufenändern aufhalten, ihr räuberisches Wesen. Einzelne Heine Gewässer um Potsdam find seit einigen Jahren gänzlich(?) von Fischen entvölkert. Natürlich stellen uns. re Jäger den Fischräubern nach, bisher war ihr Mühen je- doch vergeblich. Gtne verdient« N«S» ertheilte gestern der Vorfitzende der 98. Abtheilung des Schöffengerichts einigen im Zuhörer- räum befindlichen Damen. Als eine Privatklage verhandell wer- den sollte, in welcher Ausdrücke zur Sprache kommen mußte, die fich insbesondere für weibliche Ohren nicht eigne en, machte der Vorsitzende hierauf aufmerksam, mit dem Bemerken, daß ja die anständigen anwesenden Damen fich entfernen könnten. Zwei Damen folgten dem Winke, während vier ihn unbeachtet ließen. Der Vorsitzende machte ihnen aber einen Strich durch die Rechnung, indem er erklärte:„Nachdem die anständigen Damen den Saal verlassen, werden wir dennoch dre Oeffentlich- letr rtMf bim Anhalter Kahnhof. Eine aufregende Szene spielte fich gestern Abend II Uhr auf dem Adsahitkpelron des Anhalter Bahnhofs ab. Mit dem um diese Zeit in der Richtung Großbeeren abgehenden Personenzuge ver- suchte noch im letzten Augenblick, als bereits das Abfahrtssignal gegeben war und die Schaffner ihre Waggons bestiegen, ein Herr mitzukommen. Er öffnete eine Koupeethure. ober rm Be- ariff einzusteigen, glitt er vom Tnttbrett ab ui d fiel zum Ent setzen der auf dem Penon befindlichen Personen auf den Bahn- körper. Der Zug hiell zwar sofort, aber bereits war der Verunglückte von dem Trittbrett arg zerquetscht worden. Der linke Arm namentlich war derartig zenissen, daß er, nachdem man den Unglücklichen nach der Charttee überführt, amputirt werden mußte. Die rechte Hand und das rechte Knie, sowie der Kopf hatten schwere Verletzungen davongetragen. Der Ver- unglückte vermochte anzugeben, daß er ein in Großbeeren an- sässtger Mühlenbcfitzer Friedrich Schöldner sei. Gin Taschendieb verursachte gestern in einem Lokal des Gesundbrunnens recht turbulente Szenen. Der mit seiner Fa- milie daselbst anwesende Tischler Ä. vermißte plötzlich seine Uhr und Kette, und da er annahm, daß er dieselbe verloren, suchte er fie auf den Gängen des Gartens, jedoch vergeblich. Plötzlich gewahrte er einen Herrn, über dessen Weste eine Uhrkette, ahn- lich der seinigen, herabhing. Näher ttetend konnte stch der Tischler von der Jdentttät der Kette überzeugen. Energisch forderte er nun die Uhr zurück, ein Verlangen, welches der Dieb mtt einem Faustschlage in das Gestcht des Bestohlenm beantwortete. Das Publikum aber nahm Partei für den Miß- handelten, es kam zu einer Schlägerei, die damit endete, daß die Polizei den Dieb dingfest machte, der denn auch eingestand, die Uhr im Gedränge gestohlen zu haben. «in schauriger Fnnd wurde Sonnabend Nachmittag in dem Park des städtischen Waisenhauses zu Rummclsburg ge- macht. In dem Garten des Lehrers Tbamm wurde unter einem dichten Strauch die Leiche eines Mannes mit durch- schnittencm Halse aufgefunden. Der Umstand, daß an der Leiche neben der tiefen Schnittwunde auch verschiedene blut- unterlaufene Kontusionen vorhanden warm, lassen die Ver- muthung nicht ausgeschlossen erscheinen, daß möglicher Weise eine gewaltsame Todesart vorliegt. Papiere, oder sonst etwas, was über die Persönlichkeit Auskunft zu erthellen geeignet wäre, waren bei der Leiche nicht vorhanden. Dieselbe wurde in die Leichenhalle des städtischen Arbeitshauses geschafft und der Staatsanwaltschaft Anzeige gemacht. Die gerichtliche Obduktion wird ergeben, ob ein Mord oder Selbstmord vorliegt. Vielleicht liegt auch eine Beraubung der Leiche vor, bei der Werthsachen nicht vorhanden waren. In banger Korge schwebt die Famllie des Zimmermanns Schulz, Rüdeisdorferstraße 19. Der achtzehnjährige Sohn des« selben, ebenfalls Zimmermann, entfernte sich Montag Abend voriger Woche vom Hause, ohne bis jetzt dorthin zurückgekehrt zu sein. Der Polizeibericht meldete, daß am 22. d. Mre. ein junger Mann von der Brücke der Fennstraße in selbstmörde- rischer Abficht in das Waffer gesprungen sei, dessen Leiche aber bis jetzt noch nicht aufgefunden wurde. Ein Bekannter will in dem Lebensmüden den jungen Sckulz erkannt haben, doch find die Angehörigen noch in völliger Ungewißheit. Kchanspielerelend. Am Sonnabend Abend gegen 8 Uhr wurde an der Ecke der Brüderstraße und des Schloßplatzes eine junge Dame plötzlich von Krämpfen befallen. Man krachte das hübsche und mit einer gewissen Eleganz gekleidete Mädchen zu- nächst in einm Hausflur, als aber die Bemühungm dcr Passanren und Hausbewohner, der Aermsten zu helfen, vergeblich waren, wurde fie nach der in der Brüverstraße belegenen Sanitätswache gebracht. In der Tasche des Mädchens fand fich ein Brief, aus welchem hervorging, daß das junge Mädchen Marie L. heiße, Schauspielerin sei und durch die Ausfichtslostgleit, ein Engagement zu erhalten, in die bitterste Noth gerathen wäre. Ein Portemonnaie schien fie gar nicht zu besitzen, dagegen förderte man aus ihrer Tasche ein paar harte Semmeln und wenige Birnen ans Tageslicht. Als Frl. L. endlich zur Be- finnung gekommen war, erzählte fie, daß die vorgefundenen Semmeln und Birnen der Uederrcst eines Proviantes wären, von welchem fie fich sett drei Tagen genährt hätte. Ter Zu- stand des Mädchens zeigte fich als ein so bedenklicher, daß der Arzt ihre Uederfühmng nach der Charit» für geboten er- achtete. Di« nächste Kifenng der Ktadtveeordnete« Der- fammlnng findet am Donnerstag, den 6. September c., statt. In derselben wird außer dcr Erledigung der vom Magistrat ein- gegangenen Vorlagen auch die Einführung der drei neugewäbltcn Stadtverordneten Faster, Gnadt und Kunert, sowie die Neu- wähl von zwei besoldeten Stadträthen aus Veranlassung des Ablaufes der Wahlzeit der Stadträthe Schreiner und Hagen erfolgen. Potizeibeeicht. Am 24. d. M. wurde einem 11 Jahre alten Müschen in der Rcinickendoiferstr. 20 ä von einem Knaben beim Holzhaucn aus Unachtsamkeit das erste Glied des kleinen Fingers der linken Hand abgehackt.— Am Morgen des 25. d. erlitt ein bei einem Oisizier in der Großbeerensttaße in Dienst stehendes Mädchen dadurch nicht unbedeutende Brandwunden am ganzen Körper, daß eine Petroleumkanne, von deren Ja hall das Mädchen etwas ins Feuer goß, cxplodirte und die Kleider in Brand setzte.— Um dieselbe Zeit erhängte fich ein Kauf- mann in seiner Wohnung in der Zoffcncrstraße mittelst eines Taschentuch'-s.— An demselben Tage Vormittags ist die Leiche eines ungefähr 25 Jahre alten unbekannten Mannes an den Judenwiesen angeschwemmt und nach dem Leichenschauhause ge- bracht worden.— Nachmittags wurde ein Arbeiter vor der Zentralmartthalle in der Kaiser Wilhelmstraßc von einem Schlächterwagen über den linken Fuß gefahren und anscheinend nicht unerheblich verletzt.— An demselben Tage Abends stürzte ein Gürtler an dem Kreuzungspuntte der Friedrichsstraße und der Straße Unter den Linden mit seinem Dreirad, wurde von einer Droschke überfahren und erlitt einen Bruch des linken Schlüsselbeins, so daß er nach der Charitee gebracht werden mußte.— Am 25. d. M, Abends, fiel der Mühlenbefitzer Schellner aus Drasdow, als er auf dem Anhalter Bahnhof einen bereits in Bewegung befindlichm Zug besteigen wollte, vom Trittbrett, gerietst dabei mit dem linken Arm zwischen dieses und die Bordschwelle des Penons und erlitt dadurch so schwere Verletzungen am Arm, Kopf und Fuß, daß er nach der Charitee gebracht werden mußte.— In der Nacht»um 26. d. M. wurde der Hausdiener König mit einer Wunde am Kopf nach der Sanitätswache gebracht. Er be- hauptete. in einem Sckanklokal in der Rüdersdorferstraße von einem Unbekannten durch einen Messerstich verletzt worden zu sein.— Am 26. d. M., früh, wurde ein Tischler in seiner Wohnung in der Weinmeistersttaße erhängt vorgefundm.— Nachmittags wurde in der'Nähe der Fennsttaßenbrücke die Leiche emes etwa 25 Jahre alten Mannes aus dem Schifffahrtskanal gezogen und nach dem Leichenschauhause gebracht.— Nachmittags wurden in der Rosenthalcrstraße ein Tisckler durch eigene Schuld, femer am Schöneberger Ufer ein 3 Jahre alter Knabe und Abends in der Neuen Königs- sttaße ein 6 Jahre altes Mädchen überfahren, sämmtlich jedoch anscheinend nur unbedeutend verletzt.— Nachmittags stürzte auf der Beloc, peden-Rmndahn an der Brückenallee ein Kaufmann m,t d.m Zweirad und brach das linke Schulterblatt.- Als Abends der Glasergesclle Haacker, Holzmarklstraße 70 wohnhaft. aus dem Flurttnster des I.Stockes des Vordergebäudes in seine ,m Seitenflügel belegene Wohnung steigen wollte, fiel er auf den Hof hinab und erlitt dadurch eine nicht und, deutende Ver- lctzung am Kopf. Er wurde nach dem Krankenhause im Frie- drichsdain gebracht— An demselben Tage brannten Kork- straße 56 Spane und ein Bretterzaun auf einem Holzplav- Dennewltzstraße 31 eine«lumenguirlande im Treppenhaus- und«lerne Franlfurterstraße 7 ein Bett in einer Wohnung durch cme umgeworfene Lampe in Brand gesetzt. Der Wob.' »m»»3. Gerichts-Zeitnug. worden war, dürfte zunächst nicht zu erwarten zu sein. Antragsteller hat durch Benennung einer großen Anzahl 3# dm Beweis dafür angeboten, daß er am 24. Januar 188G, P welcher Zeit ihn der Schutzmann I bring im sogenantin Dislutirklub bei Ebersbach gesehm zu haben mll aller Bestimm hell behauptet hatte, in einer polizeilich überwachten Bersam» lung gewesen ist, aus welcher er sich mtt den namhaft gern#» teugen in das Lokal von Feuerstein begeben hat. Der A« -taatsanwalt beim Landgericht Posen hat unterm 16. d-£ ein Einschreiten gegen Jhring abgelehnt, well der AntragM in der Verhandlung selber zugestanden, an dem bewußten*# bei Ebersbach gewesen zu sein, und weil demgegenüber die d» ~... j,. gebrachten Bewei e hinfällig seien. I. hat hiergegen Beschul erhoben... GW gnt Theil«oralifchrr Derderbtheit trat* einer Verhandlung zu Tage, welche gestern die zwelle Fers« sttafkammer des Landgerichts I beschäftigte. Auf der AnlW dank befanden fich der 24jSbrige Kommis Max Reißmann � der 13jährige Kaufmannslehrimg Emil Röper, welche der? meinschattlichen Urkundenfälschung, verbunden mll Betrug# Unterschlagung, der elftere außerdem noch der Anstiftung diesen Sttaftdaten, deschuldigt warm. Die Angeklagten% in einem hiesigen großen Btjouteriegeschäft angestellt, m# Tausende von Gegenständen fett gehalten wurden. Der � schästsgang daselbst beim Ankauf und bei der Bezahlung JJ Waaren war folgender: Die von den hiesigen FabrwA und Lieferanten bezogenen Gegenstände wurden, wie w» von einer Nota degleitet. Am Monatsschlusse ew ein Auszug, der mtt dm eingelaufenen Rechnungm vergiß und, falls richtig befunden, an dieselben angeheftet wurd«.* war ferner die Einrichtung getroffen, daß die Rechnungen'' ersten Sonnabende des nächsten Monats bezlichm wurden- J* diesem Tage befand fich der Chef selbst an der Kasse, die u? ranten schickten einfach Quittungen über den fälligen der Chef verglich diese mll dem erwähnten Auszüge und I# unbeanstandet, wenn alles in Ordnung war. Die O� reichte er dann dem ihm gegenüberfitzenden Lehrling R-,.� mit dem Zahlvermerk zu versehen und, beigeschloffen deniil«? dazu gehörenden Papieren, in ein bestimmtes Fach zu legflij? Man sollte kaum glauben, daß bei einer derartigen fS Unterschleife vorkommen konnten. Der erste Ang« klagst� aber bcmerft, daß der Lehrling die ihm übergcdcne,-.% sofort erledigte, sondern fie bisweilen tagelang ittrU N Angeklo W beitrat. Maure, »tirnfe vor Ainickendo Mtersteinc ««u abseits deladenm S Manchmal e wchen.£ belabenen 3 8% I?« aamn Caspl Ablade, Revier die« Sfd«n3 Äiunge", �derum z, ÄS d'e E Wen sein 5% Mer den T%t sc N S nickt sofort erledigte, sondern fie bisweilen tagelang Pult verschloffm hielt. Hierauf baute er einen höchst iclfZ Plan, zu dessen Ausführung er allerdings der Beipt-« Lehrlings bedurfte. Leider ließ stch dieser von dem älW% suchet dethörm und ging auf dessen Vorschläge ein. Dct� ling mußte ihm in vier Fällen die Quittungen ausPt bevor er fie mit einem Vermerk versehen hatte, dcr At# fälschte das Datum auf denselben und ließ an K" treffenden Tage die Quittungen durch Dienstleutt einmal an der Kasse präsentiren. Die vorh«� den Kassabüchem bewirvm Eintragungen mußte«> mtsprcchmd gefälscht werden, um einer EntdeckuaS A zudeugen. Die Beute thellten fich die beiden saubere«� pagnons. Als die Mittel zur Führung eines genuiFS Ledens aber nicht ausreichten. hatte der Verführer ÜM L Opfer bereits einen so großen Einfluß gewonnen, daß dielfT der Unterschlagung ,.__ mehrerer durch Postanweisungen«t.nS Prinzipal eingegangener Beträge nicht zurückschreckte.©OT 2% gec gegen # ufl®itti Pfotn die i Wnd sich konnte die Entdeckung aber nicht ausbleiben und nun der erste Angeklagte einen wahrhaft teuflischen Streich, der erste Angeklagte einm wabrhast teuflischen Streich. aus der Schlinge zu ziehen. Er stellte seinem jugmdlstP Halle. Nossen, der aus einer angesehenen hiestgen Familie stamit�l�dschaf Schande, die er über diese und über fich selbst gebracht, inftj scheu Farben vor und redete ihm so lange zu, daß er fick! müsse, daß dieser auch, halb von Sinnen vor Angst, stck dereit erklärte. Der erste Angeklagte holte selbst einen SR" den er dem verzweifellen jungen Mann in die Hand£7 In der That beging dieser in einem Hotel einen selbst«?» versuch, er schoß stch eine Kugel in die Brust. Die Ve> war aber keine erhebliche, er ist bald wieder genesen. WN, Plan desJZersührers gelungen, st, hätte derselbe alle sich .-.erwaai Jcht Aden wunden. �auf den jElwittler Ki Iber Ki blge dies ftls SL'-i�att g Anamhaft S auf dm Todtm geschoben. Im Verhandlungstermine 1 Bc einfach auf's Leugnen und bOngl"Mg et! erste Angeklagte fich...>__________________ seinen geständigen und reuigen Mitangeklagten des wahrheit. Die Beweisaufnahme unterstützte das(& vcS letzteren aber in jedem Punkte. Der Gerichtshof re™ den ersten Angeklagten, als den Verführer, zu 1 Iah. Senaten Gefängniß, dm Mllangellagten zu 5 Mon»' fängniß. Peegehe« gegen da» S»,ialistr«grfetz. D&W Josef Albert Fuchs ,n Schwabing hatte au, den 28.% � in das Gaschaus„Zu den fieden Schwaben" in Schwaß F lung einberufen. Obwohl"Kp > den Polizeikommiffar urde, daß die fragliche VerfZSv I unter Hinweis aus 6 9 Ab!- � Gaschaus„Zu den fieden Schwaben" in SchwE� F sozialistische Volksoersammlung einberufen. Obwohl p am genannten Tage durch de■ tags 12 Uhr mitaetbeilt wurde vom Bezirksamt München I unter Hinweis auf§ 9 A«!-> Sozialistengesetzes verboten worden sei, legte er tw(%0 eine Anzahl von Plakatm auf die Fahrbahn mehrerei jW Schwabings, breitete fie aus und belegte dre Ecken bei welchem Vorgehm ihn der Schuhmacher Georg unterstutzte. Urthell: Je ein Monat Gefängniß.- a? 24. Aug. Gestern fand vor hiesigem Landgericht eine-L, h lung wegen Uebertrctung des Sozialistengesetzes statt- stger Schuhmacher mnr ♦*»» N.Kt,«a« _. war im Besitz von verschiedenen des„Sozialdemokrat' befunden worden. Von einer j besaß er noch einm Vorrach von über 800 Exemplare«' selbe ward zu 6 Wochen Gefängniß verurtheilt., , JB** Taschendtedstahla angeklagt wurde der'f Paul Bordow der 87. Abtheilung des Schöfstrigerick» V Untersuchungshaft vorgeführt. Der Angeklagte trat in der Greifswalderstraße mll dem Maurergesellen und einem unbekannt gebliebenen Manne zusammen! ein Gespräch, welches wohl zu aller Zufriedenheit ge weil in dcffm Verlauf die Kümmelflasche machte. Nachdem man stch so eine Zeit lang Bruderl getrunken hatte, fublle Bordow das Bedürfniß, für einen V blick auszutreten. Er begab fich zu diesem Zwecke machte. Nachdem� man stch so eine Zeit lang JS41 dem fick 10 M. befunden hatten" aus" der Tascke Nr. 55, wo er fich auf dem Hofe zu schaffen machte. er fort, so bemerkte Molianowsly, daß ihm sein f i IM v«». �rtfe�bC Öt», jLt x, M stan am ein . ein, g. aber d 'taten Mscheinli! hierbei m sl p.-«Im "fe L.. fes fes CS Sl war. Et schlug deshalb Lärm, und da den Angeklagten lenkte, lief man diesem nuu, hinzukam und von der Justifizirung abmahnte, M» gebracht wurde. Molianowsly war zum Termin nen, er konnte nirgends ermlltell werden und e Kollege, der als dritter bei der Affaire zugeger. Der als Zeuge geladene Laude konnte über Freund wacker der Flasche zugesprochen, sei dann, fortgegangen, um etn u• Serade seiner neuen in ganz unerwarteter______________. wußte, beiichtigt habe. Er fühle fich vollkommen bitte um seine Freisprechung. Der Staatsanwau � fickts der fehlenden Beweise für angemessen, t>°l V 1 W' 'A �tti n Versa-» n 16. d, A 22" rruyerer Werie zu oerayren. zus vuiuu, v» wuyuv> larwa!'Jer' einen Kutscher die Einfahrt direkt verbot und auch »diL«D> n auf der Straße nicht gestalten wollte, weil hierzu ™ �«ier aus noch keine Erlaubnis ertheilt worden sei, kam m2?v Anklage behauptet— der Polier Ämdroselli hinzu und rw i Wagenführer mit den Worten:„Cdikaniren kann jeder Mnge». ruhig weit r zu fahren Zwei Tage später kam es % einem Auftritt. Die Schutzleute hatten den Kut- ',e Einfahrt auf den Bauplatz gestattet, nachdem vorher Stt*.gelegt worden waren. Nun soll der Polier dazwischen W&fßten �zuschließen, welcher Anficht auch der Gerichts« v. Iß** N-»ko«tre mit de« Polizeideamte» führte , Maurerpolier Ambroselli und die Maurer Kindeler und vor die Schranken der 87. Abtheilung des Schöffen« Mtzts. Die drei Genannten waren auf einem Bau in der �uimendorferstraße beschäftigt, für den mehrere Fuhrleute die �uersteine zu liefern hatten. Weil nun der Weg zu dem abseits von der Straße nicht gepflastert war, blieben die mÜlxnen Wagen theilweise im Boden stecken und es gelang schmal erst nach vieler Mühe, die Fahrzeuge wieder flott zu Men. Die Polizei glaubte, daß in dem Fahren mit so schwer " ii, tnen Wagen über den weichen Boden eine Thicrquälerei .,.{, und erließ den Befebl, entweder Bohlen zu legen, oder '- iSr-v u �ren einzustellen. Dieser Anordnung wurde aber nicht ? geleistet, sondern die Kutscher oersuchten, nach wie vor den der.Wo« virg in früherer Weise zu befahren. Als darauf der Schutz- ifjmcnw™-0' �"■ jr w«.--- U-i.._s >elche derl� Betrugs Anstiftung? m ra': 'M i'M ien t wurde.* chnunge» g| wurden-� zu k8% tiaen K geklagt'? Jenen � m n ältere»� 'au&jjj KI Angt�s an dei», rstleute � OOtpÄ�j rußte«? deckung Z audere« --?"S daß rä# .' Bv*v|5» wv*w«» w%**»*#«««•••••| w--—ij--•■—'— f«rten sein und den gerade anwesenden Schutzmann wieder �'Uswvft haben, was zu einem größeren Auflauf Veranlaffung -«de. Der Skandal führte den Wachtmeister Ehmer herber, Äscher ���landal führte den illJa®imet|ier Eymer yeroei. f„Ä1, aufforderte ihm zur Wache zu folgen. Als sz Sl'S SÄS,'? NU« und damit war die Angelegenheit vorläufig deendet. Schöffengericht macht Ambroselli geltend, daß er die - t Ausdrücke nicht gegen die Schutzleute, sondern gegen scher gebraucht habe; von einem Widerstande gegen die könne auch nicht die Rede sein, well er freiwillig u jut Wache gegangen sei. Die beiden anderen Angeklagten J< nur gesagt zu haben, man möge doch von 51 vtftirung des Poliers Abstand nehmen, weil derselbe >«is gesetzwidriges begangen habe.— Der Staatsanwalt be- ,»agte gegen Ambroselli 3 Wochen Gefänpniß und 1 Tag M.! gegen Kindeler und Krause je 3 Tage Gefängniß. Ver- 2*%!r Rechtsanwali Wolff bittet, auf eine Geldstrafe erkennen £ n)®Uen, die nach Lage der Sache dem Vergehen angemeffen • Der Gerichtshof erkannte die Gründe der Vertheidigung ? verurtheilte Ambroselli in eine Geldstrafe von 200 M. Z'- 20 Tage Gefängniß; Kindeler und Krause zu je 15 M. "n 8 Tage Gefängniß. hf, Tin Diebstahl in der ZentralmarkthaUe beschäftigte Wrn die 89. Adtbeilung des Schöffengerichts. Am 25. Mai J»no fich in der Halle eine Kiste mit Flundern, welche dem �Memaarenhändler Gallartz gehörte. Als der letztere gegen k'Qt Abends diese Fische holen wollte, waren fie spurlos ver- -"Funden. Der Verdacht, den Diebstahl begangen zu haben, «ff den Fischhändler K., weil dieser von dem Verkaufs- L«>ttler Köbner und noch einem anwesenden Manne in der der Kiste im Laufe des Zlachmittaos bemerkt worden war. ffw dieser Indizien wurde gegen K. die AnNage erhoben. yffelde will an dem fraglichen Ruchmittag überhaupt nicht in ndlM sie �alle, sondem theils in seiner Wohnung, theils bei seiner staau�lNFschaft gewesm sein; er stellt deshalb den Antrag, zwei von , in s-N yj namhaft gemachte Zeugen zu laden, welche pofitiv bekunden n P4&! g?«n, daß seine Behauptungen auf Wahrheit beruhen. Dem st, stcb%'ffnuber bleiben der Vermittler Köbner und ein anderer Zeuge — oWo � Bestimmtheit bei der Aussage, den Angeklagten zwischen �?Lhr an der in Rede stehenden Kiste gesehen zu haben. �«»tsanwalt hält den angeklagten für überführt und bean- ihn eine Gefängnißstrafe von 4 Wochen. Der Ge- SliiiJr«ar aber der Anficht, daß selbst die Anwesenheit des lanffiiien in der Nähe der gestob lenen Kiste noch kein hin- � Erweis für dessen Schuld sei; demnach Hobe auf Frei �"8 erkannt werden müssen. nen Hat l% He W rine I ilarf' I i bifttp('»»»»V. �»-5 W..y------------ bij um Königsplatze und sah seinem Kutscher zu ((!)[„„ n, Paar werthvolle Pferde einfuhr. Derselbe iin a.«nen verbotenen Weg ein, bevor sein Herr darauf aufmerksam machen konnte, sprang der -I-K�unn Buchholz schon hinzu und brachte die Pferde zum eilt, FJ' Mdem er ihnen heftig in die Zügel fiel. Der Besitzer tanxi.."Ms hinzu und ur.muthig über die unglimpfliche Be- die die edlen Pferde erlitten hatten, nahm er dem «ten die Zügel aus der Hand mit dem Bemerken, tt. weniger heftig hätte verfahren können, denn lere' JpMWMG W« *« Je-t.« Yttora W�TsörÄimi, dälür' durch 2: �uch das Leerfahren ist mit Strafe dedroht. 8) trotzdem, es bei dem Strafbescheid be- SJÄ ttÄ'i«» � VS und Tag meldete fich seine erste Frau. Der Angeklagte wies nach, daß er fich bei der Polizei nach dem Aufenthaltsorte seiner ersten Frau, von der er fich vor vielen Jahren getrennt hatte, erfolglos erkundigte, er glaubte annehmen zu können, daß fie ausgewandert oder verschollen sei. Der Gerichtshof billigte deshalb dem Angeklagten mildernde Umstände zu und erkannte auf eine Gefängnißstrafe von neun Monaten. Entscheidung de» Reichsgericht».(Nachdruck verboten.) Leipzig, 23. August.(Gewerbliches.) Das Landgericht Bay- reuth hat den Poliermeister P. und dessen Frau in Gottliebs- thal von der Anklage des Gewerbevergehens, aus§§ 115, 119 und 33 der Gewerdeordnung freigesprochen. Nach§ 115 find die Gewerbetreibenden verpflichtet, die Löhne ihrer Arbeiter baar in Reichswährung anzuzahlen. Sie dürfen denselben keine Waaren kreditiren. Die Verabfolgung von Lebensmitteln an die Ardeiter fällt, sofern fie zu einem die Anschaffungskosten nicht übersteigenden Preise ertolgt, unter die vorstehende Be- stimmung nicht; auch können den Arbeitern Wohnung, Feuerung, regelmäßige Beköstigung u. s. w., unter Anrechnung bei der Lohnzahlung verabfolgt werden. In§ 119 ist gesagt, daß den Gewerbetreibenden u. a. deren Familienglieder, Ge- Hilfen, Beauftragte, Geschäftsführer u. f. ur. gleichmachten find. § 33 schreibt vor, daß zum Betriebe einer Schankwirthschaft eine Konzesston nöthig ist. Die vorstehenden Bestimmungen nun sollten nach der Anklage von den Beschuldigten übertreten sein. Ter Angeklagte P. ist vom Besttzer des Glas-Schleif- und Polierwerkes in Gotttiebsthal, dem Kaufmann B. in Fürth, als Werkmeister angestellt und ist verpflichtet, mit einer Anzahl ihm unterstellter Arbeiter die Robgläser zu veredeln, wogegen ihm noch der Stückzahl der fertiggestellten Arbeiten und den vertragsmäßigen Lohnsätzen der Arbeitslohn vom Fabrilbefitzer drei Wochen ausgezahlt wird. Von diesem Lohn hat er seine Unterarbetter, deren Anstellung und Entlassung in seinem Ermessen steht, abzulöhnen, was ebenfalls alle drei Wochen ge- schiebt. Da die Fabrik isolirt von anderen Wohnplätzen liegt, erhalten die Arbeiter freie Wohnung in derselben. Der Lohn wird ihnen theils nach der Stückzahl, theils als Wochenlohn ausge- zahlt. Die unverheiratheten Arbeiter werden vom Weriführer P. beköstigt. Letzterer gewährt auch in der Zeit zwischen den einzelnen Lohnzahlungstagen den Arbettern baare Vorschüsse bis zur Höhe des zur Zeit verdienten Lohnes. Das Bier, welches von den Arbeitern verbraucht wird, liefert P., indem er es faß- weise bezieht und einzeln in Litern verabreicht. Das Liter kostete im Einkauf 16 Pf. und wurde für 20 Pf. wieder verkauft. Die Arbeiter haben dasselbe regelmäßig baar bezahlt; nur ausnahmsweise hat Frau P. geringe Quanttäten Bier auf Borg abgegeben, jedoch bald darauf dezahtt erhalten. F-au P. hat außerdem in den Jahren 1886 und 1887, indessen gegen das ausdrückliche Verbot ihres Ehemanms, einen Spezerei- laden betrieben und die Lebensmittel zu höheren als den Einkaufspreisen wieder verkauft. Für gekaufte Waarm wurde den Arbeitern Lohn nicht abgezogen. Das Gericht nahm zwar an, daß der Angeklagte P. als Gewerbetreibender im Sinne des§ 119 anzusehen sei, erachtete es aber nickt als nach- gewiesen, daß er in den Jahren 1886 und 1887 die Löhne seiner Arbeiter nicht baar ausgezahlt habe. Richtig sei allerdings, daß er die daaren Vorschüsse vom Lohne abgezogen habe, was jedoch nicht strafbar ist. Das Gericht nahm ferner an, daß P. dm Aroeitem nicht das Geld für Bier g borgt habe. Die Frau P. hat zwar den Arbeitern Waaren kreditirt und Lebensmittel zu theurerm als den Einkaufspreisen verkauft, allein fie hat nach der Ueberzeugung des Gerichts die Waaren immer nur auf kurze Zeit geborgt und nur dann, wenn die Arbeiter wegen Abwesenhett ihres Mannes keinen Vorschuß erhalten konnten, welcher ihnen, wie fie wußte, jederzeit von ihrem Ehemanne gewährt wurde. Daher war anzunehmen, daß fie vre Waaren lediglich in der Voraussetzung der baldigst erfolgenden Baarzahlung ver- abfolgt hat und fich der Rechtswidrigkeit und Strafdarkeit der Kreditgedung nicht bewußt war. Uebriaens kann fie, so heißt es wetter in ven Urtheilsgründen, da ihr Mann blos Gewerde- gehilfe ist, als Familienglied eines Gewerbetreibenden(§ 119) nicht in Betracht kommen, da diese Bestimmung nicht analog auf die Familienangehörigen eines Gehilfen oder Beauftragten ausgedehnt werden darf. Was den Ausschank von Bier be- trifft, so wurde ein konzesfionswidriger Ausschank deshalb nicht angenommen, weil der Gerichte Hof den Angeklagten darin Glauben schenkte, daß fie an dem Verkauf des Bieres keinen Gewinn gehabt und nur die Transport« und sonstigen Kosten zu dem eigentlichen Bierpreise hinzugerechnet hätten.— Gegen die Freisprechung der Frau P. aus den §§ 115 und 119 richtete fich die Reoiston des Staatsanwalts. Derselbe war der Meinung, das Gericht habe die Angeklagte aus dem rechtlich unhaltbaren Grunde frergesprochen. weil stc die gesetzlichen Bestimmungen nicht gekannt bade. Strafbar sei sie, wenn ihr Mann als Gewewerdetreibender in Betracht komme. Als seldstständiger Gewerbetreibender sei er aber an- zusehen, da er die Ardeiter nach freiem Ermessen auswähle, entlasse und löhne, letzteres nach freier Vereinbarung mit den Ardeitern und aus eigener Tasche. Die Freisprechung wegen des Bierschanks wurde ebenfalls angefochten. Der Reichsanwalt bean- tragte die Verwerfung der Revision. Es sei, sagte er, unbe- derklick, daß der Angeklagte P. nur Gewerdegehilfe war und als solcher nach einer früheren Entscheidung des Reichsgerichts kür seine Frau nicht einzustehm brauchte. Die Reoiston richte fich in der Hauptsache gegen die thatsächlichen Feststellungen und sei auch unbegründet, soweit die Bierverzapfuna in Frage komme. Ter§ 119 meine nicht schlechtweg einen höheren Preis als den Einkaufspreis, sondern verbiete nur einen Ge- schäftsgewinn. Da ein solcher hier nicht nachgewiesen, könne auch§ 38 nicht als übertreten angesehen werden.— Das Reicksgericht billigte diese Ausführungen und verwarf die R.wifion des Staatsanwatts. Nereine«nd Versammlungen. Drei gross» Mählerversammlnngen für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis finden heute, Dienstag, Abends 8 Uhr, jstatt und zwar: 1) im Kolberger Salon. Kolbergerstr. 23; 2) in Kleine s Salon, Gerichtsstr. 10(Referent: H. Röske); 3. Schloß- drauerei Deffow, Schönhauser Allee 162. Tagesordnung: Die bevorstehende Ersatzwahl im 6. Berliner Reichstagswahlkreis. ili, a,oss, Walilerverjammlung, die am Sonntag in or halle stattfand, war von einer tausendköpfigen Menge besucht. Auf der Tagesordnung stand:„Die bürgerlichen Parteien und die Sozialdemokratie." Der Referent Herr Schippe! führte ungefähr folgendes aus: Das Bürgerthum habe in ftüheren Zeiten ganz andere Bestrebungen gehabt als jetzt, es war demokratisch und rst jetzt reaktionär. Sern Kampf richtete fich ehedem nur gegen Adel und Geistlichkeit. Es verlangte Gewissensfreiheit, um die Gerst.ichl.rt niederzuringen; es vertrat die Gleichheit- idee. weil das ihre stärkste Waffe war im Kampf gegen den Adel. Die franzöfische Revolution bewiese deutlich diese Bestrebungen. Aber auch die Bestrebungen der konser- vatioen Partei seien früher ganz andere gewesen. Sie waren antilapitalist sch und suchten den Klerndauern- und Handwerker- stand zu heben und zu erhalten; denn beide waren eine mächtige Stütze der Konservativen. Das alles hat fich jetzt ge- ändert; die Konservativen find kapitalritisch geworden und das Bürgelthum war so lange demokratisch, als die Konservativen Antikapitalisten waren. Das Volk hat früher durch das Bürgerthum Freiheiten erhalten, so die Wahl- und Koalitionsfreiheit. Daß die bürgerlichen Par- leren jetzt diese selben Freiheiten zu beschneiden suchen, sei lein Wunder, da ihre Jalereffen ganz andere geworden find. Das sei auch der Grund, warum die deutschfreisinnige Partei so sehr zurückgegangen sei, denn fie verliert, wenn fie sich gegen das Kapital auflehnt; fie kann wohl schöne Phrasen vorbringen� aber wenn es zum Handeln komme, dann müsse fie den letzten Schein von Demokratie aufgeben. Das gehe aus den Verhandlungen über die Verlängerung des Sozialistengesetzes und über den Puttkamer'schen Streikerlaß hervor. Die deutschfreistnnige Partei pfeife auf dem letzten Loch. Redner kommt hierauf auf die christliche Sozialreform zu spr chen und weist durch Zahlen nach, daß dieselbe den Arbeitern so gut wie gar keine Vorthelle ge» währe, da ja der Arbetter fast ganz allern durch seine Einzad- lungen die Ausgaben zu bestretten habe; jedenfalls stünde der Gewinn in keinem Verhöltniß zu dem Verlust, den die Arbeiter durch die Beschneidung deS Koalitionsrechtes erlitten haben. Redner spricht fich hierauf noch gegen die Verstaatlichung aus, so lange der Staat auf kapitalistischen Grundlagen ruhe; er schließt mit der Erklärung, daß Verfolgung der Sozialdemokraten nichts nütze, da durch die jetzige kapitalistische Produktionsweise immer mehr Proletarier geschaffen würden, die unwiederbringlich Anhänger der Sozial- demokratie sein müßten. Nachdem wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die heut in der Tonhalle tagende öffentliche Wählerversammlung erklärt fich mtt den Ausführungen des Referenten einverstanden und verspricht, mit allen Mttteln für die Wahl des sozialdemokratischen Kandidaten am 30. August einzutreten." Hieran schloß fich eine ausgebreitete Dtskusfion, an der fich die Herren Kunert, Weise, Ruhr, Auerbach und Thierdach dctheiligten, welche eine feste Siegeszuver» ficht aussprachen. Herr Hinze vom Wahlkomitee forderte zur thatkräfttger Unterstützung desselben auf. Herr Werner erklärte, daß er s. Z zum zahlreichen Erscheinen in der deutschfreifinntaen Wähleroersammlung nicht darum aufgefordert habe, um dieselbe zu sprmgen, sondem nur, um die Ausfüh- rungen des Herrn Eugen Richter hören und widerlegen»u können. Herr Schippe! brachte nach einigen Schlußworten em Hoch auf Liebknecht und der Vorfitzende Herr E. Schmidt ein solches auf die internationale Sozialdemokratie aus, die be- geistert aufgenommen wurden. Hierauf wurde die Versamm- lung geschloffen und die Thellnehmer entfernten sich langsam und in größter Ruhe aus dem Saale. Di» öffentlich» Wähleroersammlung, die am Sonn» abend unter Vorfitz des Herrn Hinze in der Dessow'schen Schloß» brauerei tagte, verfiel einem frühzeitigen Ende durch polizeiliche Auflösung. Der Referent, Herr Thierbach, unterzog die ver« schiedencn gegnerischen Parteien und ihre Programme einer scharfen Kritik. Die Antisemiten seien eine Pa tei, die unter aller Kritik wäre. Nach Beleuchtung und Kritifirung des Programms der deutschfreifinnigen Partei kam er auf die konservative Partei zu sprechen. Das Hauptaugenmerl der Arbeiter müsse fich auf die Konservativen richten, dieselben seien mtt allen Miteln zu bekämpfen, denn die Arbeiter müßten untergehn, wenn die jetzt bestehende Gesellschaftsordnung nicht geändert würde. Bei diesen Worten erklärte der überwachende Beamte die Versamm- lung auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes für aufgelöst. Unter Hochrufen auf Liebknecht und die Sozialdemokratie gingen die Massen auseinander. verband deutscher Mechanik»»«nd oermandter Kernfvgenoss«««Zahlstelle Berlin). Am 22. d. M. fand im Neuen Kludhause, Kommandantenstr. 71, eine gut desuchte Versammlung statt. Die Delegirten erstatteten Bericht über den am 12., 13. und 14. August in Marburg abgehaltenen zwetten Verdandstag. Auf demselben waren außer den Vertretern des Hauptvorstandes und Ausschusses 18 Delegirte. Eingerechnet sind hierbei 3 Vertreter von sächsischen Vereinen(Leipzig, Dresden, Bockenheim), welchen Sitz und Stimme auf dem Veit and- tage zuerkannt wurden. Die Referenten sprachen fich in äußerst lobendem Sinne über die beiden Mardmger Kollegen aus; dieselben hätten durch ihre aufopfernden Bemühungen um den Verdandstag den Dank aller Kollegen in hohem Maße ver» dient. Aus dem Referat ist hervorzuheben, daß der Haupt» vorstand nach Hamburg(1. Vorfitzender Montigel) und der Ausschuß nach Berlin verlegt wurden. Das monatliche Beitrags- geld wurde entgegen den Stimmen der 3 Berliner Vertreter auf 50 Pf. erhöbt. Im Uedriaen lehnt fich das Referat dem in der„Deurschen Mechar.ikerZeitung" veröffentlichten kurzen Bericht an. Bei Durchlesung diese« Berichts dürfte jedem sofort die merkwürdig große Anzahl der von Hamburg gestellten und auch angenommenen Anträge auffallen. Diese Thatsache fände nach Meinung der Berliner Delegirten ihre natürlichste Erklärung wohl darin, daß ja. da der Redakteur der„Mech. Ztg." zugleich Vorfitzender der Ham« burger Zahlstelle ist, den dortigen Kollegen die Geistesprodutte der andern Zahlstelle wohl frühzettig genug zu Gebote gestan- den haben mögen, um fie einer nochmaligen Sichlung(vor dem Abdruck) zu unterwerfen. Ande s sei die an Identität streifende Aehnlichl.it vieler Hamburger und Berliner Artträge nicht zu erklären. Aus den ausführlichen Protokollm, welche nächstens zur Ausgabe gelangen, dürste fich die Wahrscheinlich- keit dieser Anficht noch mehr herausstellen. Nach Beendigung des Berichts wurde den Delegirten der Dank der Versammlung aus« gedrückt und Decharge ertheitt. Bei der nun folgenden Wahl des Ausschuffes wurde gewähll; als Vorsitzender Herr Pinn; ferner die Herren Schönemann, Broske, Treplin. Joh. Wagener. Als Beifltzcr für die Ausgeschiedenen; in den hiefigen Vorstand die Herren P. Sckmidt, Ad. Wagener und Hengstbach. Gin« öffentlich» Uerfammlung htr Kiirfchn»» war am 25. d. M. nach dem alten Scvüyenhause einberufen worden. Nachdem der Lohn- und Alkordtanf durchberalhen und festgestellt worden war. wurde über die Durchführung desselben Be« schlaßl gefaßt. Von verschiedenen Seiten wurde entschieden von einem Streik in diesem Jahre abgerathen, da keine Aus« fich auf Erfolg vorbanden sei, da einerseits die Saison zu weit vorgerückt, andererseits die Lrganisation zu schwach sei. Höchstens sei ein Minimallohn festzuhalten. Auch würde cS besser sein, im nächsten Jahre einen Kongreß einzuberufen, um die Preise für die maßgebendsten Städte festzustellen. Dem« gegenüber wurde daraus hingewiesen, daß bei Ausarbettung des Tarifs in keiner Weise an einen diesjährigen Streik gedacht worden sei Die betr. Kommisston sei keineswegs als Lohn» kommisfion gewählt worden, sondern lediglich zur Ausarbeitung des Tarifs, welcher dazu dienen sollte, das Interesse der Kürschner wachzurufen und den Fachoercin zu stärken. Allge» mein wurde der geringe Zusammenhalt der Berliner Kürschner bellagt und als nachahmungswenhes Beispiel der Fachverein der Maurer in Hamburg vorgeführt. Auch die Akkordarbeit fand entschiedene Verurtheilung und wurde als amuerstredendes Ziel Abschaffung derselben und Schaffung eines Minimallohnec! hin- gestellt. Anerkannt wurde allerseits die Ztothwendigkeit einer Organisation; wenn diese geschaffen worden sei, dann würde es auch möglich sein, die jetzt gestellten Forderungen zur Durch- führung zu bringen. Auch wurde darauf aufmerksam gemacht, daß, wenn der Tarif auch nicht in diesem Jahre mehr durchgeführt werden könne, derselbe doch im nächsten Frühjahre, zum Beginn der Saison in Kraft treten könne. Der allgemeine Anschluß an den Fachverein wurde von verschiedenen Rednern dringend empfohlen und als der einzige Weg dezeichnet, welcher zum Ziele fübren könne. Die Versammlung wählte schließlich eine Kommiiston, bestehend aus den Herren Meier, Schweiger, Fischer. Blumke, Hoppe, Grünwald und Heidtmann, zur Durchführung des Lohntarifs. Um dies zu können, wird dieselbe zunächst ihre Aufgabe darin zu suchen haben, den Fach« verein zu stärken. Gin» öffentlich» Uerfammlung von U-fam»«ti»ren und K-r»f»grnoff»« fand am 26. d. M. im„Königstadt- Kafino" unter Vorsts des Herrn Voges behufS endglltiger Be- schlußfaffung über die bevorstehende Lohnbewegung stall, welcher auch eine Anzahl Ardeitgeber beiwohnten. Zm Jnformituna letzterer legte Herr Voges noch einmal die Ursachen dar, welche zu einer Lohnbewegung geführt haben. Die Gründe hierzu find Im dem ständigen Sinken der Arbeitspreise zu suchen. Da der sfachucretn nicht genügend prosperirt, habe man fich entschloffen, mit Hilfe einer losen Organisation eine Aufbcfferung der Lage und ein weiteres Sinken der Minimalverdienstgrenze ,u verhin- dern. Deshalb ist die Forderung eines Minimallohnes von 24 M. pro Woche(abgesehen von dem unvermeidlichen Akkord- tarif) aufgestellt worden, ein Lohn, welcher nach Ausspruch von Arbeitgebern sehr wohl gezahlt werden könne. Der jetzige Durch- schnittsverdienst eines Posamentiers betrage nach statistischen Er- bedungen bei 80 Prozent nicht mehr als 12 M. pro Woche, in Einrechnung der arbeitslosen Zeit, nach dem aufgestellten Minimallohnsatze würde derselbe 18 M. betragen. Dem Einwände der Arbeitgeber, daß viele Arbeiter den Mtnimallohn nicht verdienen, solle dadurch begegnet werden, daß dieselben nach dem aufgestellten Akkordtarife beschäftigt werden sollen. Am Schluffe seiner Ausführungen forderte Redner de- sonders die Arbeitgeber auf, fich an der folgenden Besvrechung zu bethelligen, denselben vollste Redefreiheit zusichernd. Von den Arbeitnehmern, welche das Wort nahmen, wurde die Berech- tigung der Posamentiere zu dem beabstchtiaten Vorgehm durch Vorführung der einschlägigen gewerblichen Verhällniffe voll und ganz anerkannt. Auch wurde darauf hingewiesen, daß die Branche sehr wohl den geforderten Preisaufschlag zu vertragen vermöge, da die Konsumenten derselben vorwiegend den Keffer fituirten Klaffen angehören. Da der geforderte Lohnsatz immer noch ein durchaus unauskömmlrcher sei, so wurde den Kollegen dringend an's Herz gelegt, den Lohntarif mit allen gesetzlich zu Gebote stehenden Mitteln zur Durchführung zu bringen. Die anwesenden Arbeitgeber zeigten fich den Arbeitem sehr entgegen- kommend, gaben denselben aber anheim, die Sache nicht uder's Knie zu brechen und bereits am nächstfolgenden Morgen mit einer event. Arbeitseinstellung zu deginnen. Unbedingt müßte den Fabrikanten Zeit gelaffen werden, den Lobntarif kennen zu lernen und zu prüfen. Der Tarif befand fich z. Z. der Be- spcechung noch im Druck.— Zur Klärung der Verhältniffe wurde eine Versammlung der Arbestgeber unter Hinzuziehung der Lohn- kommisston für durchaus angemessen erachtet. Diese Forderung wurde als durchaus berechtigt und im Interesse einer gütlichen Einigung für geboten anerkannt seitens der Gehilfen. Die Ver- sammlung erklärte fich mit großer Mehrhest mit der Einberufung einer komdinirten Versammlung von Arbeitgebem und der Lohn- kommisston am Dienstag Abend einverstanden. Einstimmig wurde die tagende Versammlung für die beschlußfaffende erklärt. Die Arbeitseinstellung soll überall da statthaben, wo die Forde- rungea nicht bewilligt werden. Am Donnerstag früh soll die eoent. Arbeitscinstelluna erfolgen, nachdem am Abend vorher, cm Mittwoch noch eme Versammlung der Gehilfen statt- gefunden hat._ Uereinsoersammlung der Ka« Ktnckateure Kerlin« und Zl ittgeacnd. Am Montag, den 20. August, Abends 8 Uhr, tagte im Kstnski'schen Lokal, Fischerstraße 10, unter dem Vorfitz deS Herrn W. Schulz, der Verein Berliner Bau Stuckateure mit fosgender Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Bern- stein. 2. Verschiedenes Rachdem der Vorsivende die Versamm- lung, welche sehr zahlreich besucht war, eröffnet hatte, ertheilte er dem Reserenten, Herrn Dr. Bernstein, das Wort. Das Thema war:„Erste Hilfe bei Unglücksfällen". Redner leitete den Vor- trag mit der Bemerkung ein, daß die Berliner Ardeiterbevölke- rung sehr nach medizinischem Wissen durste; alsdann ging er zur Sache über und zwar sprach er zunächst über die Behand- lung der offenen Wunden, die bei den Bauhandwerkern häufig vorlommen können. Das beste Mittel ist Karbolsäure von 2 bis 2f pCt., das auf die offene Wunde gegossen wird, um das Faulen derselben zu verhüten. Sodann kam Redner auf das Blutstillen zu sprechen. Er unterscheidet erstens erne oberfläch- liche, schwammartige Blutung, die nicht gefährlich ist und nach kurzer Zeit von selber aufhört; Zwestens die Pulsader-Blutung, vie Hochrothes Blut zeigt, und drittens die Venendlutung, welche am geiährlichsten ist. Redner führt an, wie man auch da schnell helfen kann, um evert. Verblutungen zu verhüten. Bei Knochen. drüchen, ob einfache oder mit Hautverletzung verbunden, ist die Hauptsache, dm Patienten möglichst schnell zum Arzt zu bringen. Ebenso ist es bei Ausrenkungen, Verrenkungen und Ver- stauchungen einzelner Körpertheile, wo ein Laie wenig helfen kann, da dies größere Technik erfordert. Sehr gefährlich ist das Verbrmnen; hier muß man suchen, den Unglücklichm möglichst schnell von den Flammm zu defreien, indem man ein großes Tuch oder eine Decke nimmt und fest um den Betreffenden schlägt; alsdann begieße man denselben mit kaltem Wasser, da- mit die noch glühenden Kleider nicht mehr wertet brennen. Bei dem Patienten wird fich Durst einstellen, da gebe man demstlben warme Flüssigkeit zu trinken. Wenn V, der Hautoberfläche ver- drannt ist, so ist der Tod die Folge. Hat man mit einem Erftormen zu thun, so reibe man denselben mit Schnee, bade ihn last und lege ihn in ein kaltes Bett. Hat man es mit einem Ertrunkenen zu thun. so defreie man zuerst den Mund von dem Schlamm, dann lege man denselben auf dm Rücken und führe die Arme von hinten 15 Mal in 1 Minute hoch und nieder. Bei Erstickten verfahre man gerade so, wie bei Ertrunkenm. Bei einer Vergiftung suche man die Ursache wegzuschaffen, indem man mit einer Feder im Halse kitzelt, um Brechen hervorzurufen, oder Waffer in den Magen pumvt, damit sich das Gift verdünnt. Hiermit schließt Redner dm Vortrag. Von einzelnen Kollegen gingen Fragen an den Redner ein, welche alle eingehend beantwortet wurden. Der Vorsitzende stattet dem Redner im Namen der Versammlung feinen Dank ab. Der 2. Punkt„Verschiedenes" betrifft das Reglement des Arbeitsnachweises, welches H. O. Daske, Kam- Mlsfionsmitglied, verlas. Der VorsttzendeLIas dasselbe nochmals tilch ließ rann die Versammlung über jeden einzelnen Para- araphen, sowie über das ganze Reglement abstimmen. Das Reglemmt wurde angenommen, femer wurden noch 7 neue Mit, gludcr aufgenommen. Zum Schluß machte der Vorfitzmde de- kannt, daß die Zahl der Lehrlinge in den Werlstellen durch die Mitglieder des Vereins festzustellen sei. Herr Werder schloß fich dem an. Dornst endete die Versammlung. «effentliche Versammlung der Damenmüutel- Kchneidergesrllen, KLgler, Ktepper und Zuschneider am Montag, den 3. September er., Abends 8 Uhr, m Schult- heiß' Brauerei- Ausschank, Neue Fakobstr. 26—27, Eingang Schmidsttaße. Die Tagesordnung lautet: Die Selbsthilfe der Gesellen und die bestehenden Wohlfahrtseinrichtungen der Dammmäntel- Schneiderinnung. Referent: A. Täterow.— Der hochwichtigen Tagesordnung wegen ist die Innung und find sämmriiche Schneider Berlins eingeladen. «annerein Kertiner Kildhauer, Annenstr. 16. Heute, Dimstag, Bibliothekabend. Eharlottendurg. Eine öffmtliche Schuhmacherversamm- lung findet heute, Dienstag, Abends 8t Uhr, im Saale des Herrn Mödlich, Sprecsttaße 8 in Charlottendurg statt. Tages- Ordnung: 1. Die obligatorische Beitrags Pflicht aller nicht der Innung Angehörenden zu den Kosten der Innung. 2. Ver- schiedenes. Die Schneider Kerlin« veranstalten zum Bestm ihres erblindeten Kollegen W. Kleinste am 10. September im Louisen- städtischen Konzerthause, Alte Fakodstt. 37, eine musikalisch- deklamatorische Abendunterhallung mit einem reichhalttgen Pro» gramm. Unter anderem wird die Opemsängerin Frl. Emma Krause mehrere ihrer Glanzpiecen vortragen; ebenso haben der Zithervirtuose Herr Wenzel Wisfigeil und der Gesangverein „Ällegro" ihre Mitwirkung zugesagt. Während der Kaffeepause findet eine Verloosung statt. Bei dem geringen Entree von nur 20 Pf.(Herren, welche am Tan, theilnebmen, zahlen 30 Pf. nach) erwartet daS Komitee in Anbetracht der Wohllhätigkeit zahlreichen Besuch. Billets find zu haben in der Schneider- iKtbcrgc, Krausenstt. 11; in der Produktivgmoffenschast, Zimmer- maße 30; bei den Herren Frenzel, Klosterstt. 49; Täterow, Mauerstt. 9; Mendt, Äosenthalerstr. 29, 3 Tr.; Reinhold, Seidelstr. 9, Hof 4 Tr.; Schulz, Oranicnstr. 44, fco* 4 Tr.; Deichet, Nostizstt. 9, Hof 1 Tr.» und in den mst Plakaten de- legten Handlungen. Zeipzig» 25. August.(Buchdruckerversammlung.) Gestem Abend wurde im Theatersaal des Krystallpalastes eine von der hiefigen Lokaltoriskommisfion der Buchdrucker einberufene Ver« sammlung der Buchdruckergebilfm abgehalten. Für die deutschen Buchdrucker besteht eine aus Prinzipalen und Gehilfen zu gleichen Theilen gebildete allgemeine Tarifkommisfion. welche die Auf- gäbe bat, die Lohnsätze in einer für ganz Deutschland einhest- lichen Weise zu regeln nnd bei Lohnstrertigkeitm vermittelnd ein- zuschreiten. Bei dieser Kommission find jüngst von den Prin- zipalen sechs verschiedener Kreise Anträge auf Revision des jetzt destehenden Tarifs gestellt worden. Die gestrige Versammlung bezweckte, die Leipziger Gehilfenschaft zu diesen Anträgen Stellung nehmen zu lassen. Der Gebilfenvorfitzende der allge- meinen Tarifkommisfion, Schriftsetzer Reuß hatte das Referat übernommen und rieth, fich auf eine Revifion des Tarifs nicht einzulassen, da nur eine Reduftion der jetzt bestehenden Lohnsätze mit derselben bezweckt werden könne, eine solche aber für die Leipziger Gehilfenschaft bei den hier herrschenden Preisen unannehmbar sei. In gleichem Sinne sprachm fich die übrigen Redner aus. Auf Antrag der Lokallommisston wurde von der Versammlung der Beschluß gefaßt, der Revifion des Tarifs zu widersprechen und bei der Reduttion der Tariflohnsätze aus der Tarifgemein- schaft auszuscheiden. Während der Debatte war die an dem Organ der deutschen Buchdrucker„Der Correspondent" von einzelnen Rednern geübte Kritik bemerkenswerth. Bekanntlich hatte vor der nach den Wünschen der preußischen Behörden er- folgten Umwandlung des großen„Unterstützungsoereins deutscher Buchdrucker" die Leipziger Gehilfenschast ihrer großen Mehrzahl nach gegen diese Umwandlung gestimmt, während der hier er- scheinende„Correspondent" dieselbe eifrig vertheidigt hatte. Die Versammlung, in welcher noch eine Ersatzwahl für die Tarif- kommisston vorgenommen und die Angelegenheit des Ardests- Nachweises besprochen wurde, verlief ohne jede Störung. «»sang-, Snrn- nnd gesellig» vereine am Dienstag Gesangverein„Gutenberg" Abends 8s Uhr im Restaurant Ouandt, Stralau ersttaße 43.— Gesangverein„Alpenglüben" Abends 9 Uhr im Restaurant Hildebrandt, Prinzensttaße 97.— Schäfer'scher„Gesangverein der Elfer". Abmds 9 Uhr bei Wolf und Krüger, Skalitzerstraße 126, Gesang.— Männergesangverein„Gartenlaube" Abends 9 Uhr im Restaurant Firk, Kottbusersttaße 22.— Männergesangverein„Stcinnelke" Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, Stettinerstraße 56 57. — Gesangverein„Harmonie" Abends 8 Uhr in Neukam's Bierhaus, Große Franksurterftraße 49.— Männergesangverein „Echo Ii" Abends 9 Uhr im Restaurant„Zum Flügel", Loch. rinaerstraße 60.— Gesangverein„Sängcrhain" Abends 9 Uhr im Rest. Kaiser Franz Grenadierpl. 7.— Gesangverein„Hoffnung Moabit" Abends 8 t Uhr Wllsnackersttaße 63, im Restaurant Jlges.— Gesangverein„Felicitas" Abends 9 Uhr im Restaurant Nebelin, Langestt. 108— Gesangverein„Liederlust" Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann, Naunynstr. 44.— Männergesangverein „Äccordia" Abends 9 Uhr bei Brademann, Markusstt. 7.— Zstherklud„Amphion" Abends 9 Uhr in Triebel's Restaurant, Hoher Steinweg 15.— Tumverein„Froh und Frei"(Männer- abtheilung) Abends 8s Uhr Bergstraße Nr. 57.— Berliner Turngenoffenschaft(V. Männerabtheilung)," Abends 8s Uhr in der städtischen Tumhalle, Wasserthor. praße Nr. 31.— Turnverein„Hasenhaide"(Männer- Abtheilung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstt. Nr. 60 61.- Verein ehemaliger Schüler der 37. Gemeindeschule Abs. 9 Uhr im Rest. Kinner, Köpnickerstt. 68.— Verein ehemaliger Schüler der 44. Gemeindeschule Abd. 9 Uhr im Restaurant„Älbrechtsgarten", Wilhelmsttaße 105.— Arends'scher Stenographenverein„Apollobund" Abends 8% Uhr Brunnenstraße 129».— Äre»d'scher Stenographenverein Abends 8s Uhr im Restaurant„Zum eisernen Kreuz, Lindensttaße 71.— Deutscher Verein Arends'scher Stenographen Abends 8s Uhr in Randel's Restaurant, Brunnen- sttaße 129 a.— Verein„Rose" Abends 8t Uhr im Restaurant Eltze, Alexandrinenstt. 99.— Unterhaltungsverein„Harmonie" Abends 8 Uhr Wranaelstr. 136, im Restaurant Schimpke.- Vergnügungsverein„Mollig" Abends 9 Uhr im Restaurant Reinicke, Gipssttaße 3, jeden Dienstag nach dem 1. und 15. — Zitherklub„Amphion" Abends 9 Uhr im„Münchener Hof". Svandauerstr. 11—12.— Rauchklud„Zum Wrangel" Abends 8 Uhr bei Herschleb, Adaldertsttaße 4.— Rauchklub„Deutsche Flagge" Abends 8 Uhr im Restaurant Händler, Wrangelstt. 11. - Rauchklub„Friedrichshain" Abends 9 Uhr im Restaurant Kippina. Landsdergcrstr. 116».- Rauchklub„Lustige Brüder" Abends 8< Uhr bei Grothe, Fürstendergersttaße 2. Kleine Wittheiiungen. Aamburg, 2o August. Der Postdampfer„Teutonia" der Hamburg- Amerrkamschen Packetfahrt-Altiengesellschaft ist, von Westindlen kommend, heute in Havre eingetroffen. «tb-rf-ld, 24. August. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete fich heute Morgen bei dem Neubau des reformirten Armenhauses an der Blantsttaße. Im ersten Stockwerk des Wirthschafisgebäudes stürzten zwei große Gewöldbogen in dem Augenblicke ein, als die Arbester mit der Fortnahme der Ver- schalungen beichäftigt waren, und begruben unter ihren Trümmern zwei Personen. Die eine, ein verhcirather 55 Fahre alter Maurerpolier, wurde mit eingedrücktem Schädel todt her- vorgeholt, die andere, ein Maurer, zwar noch lebend, aber so schwer am Kopfe verletzt daß kaum Hoffnung auf Erhaltung des Lebens vorhanden rst. � 25- Sluaust.(Aufhebung des Schulgeldes.) Das Stadtverordneten- Kollegium zu Barmen bat beschlossen. vom 1. Ottoder d. I. ab das Schuldgeld für Volkeschüler aus der Stadt und vom 1. April ab auch für auswärtige Kinder. welche die Barmer Volksschule besuchen, aufzuheben. u. Neichenberg(Böhmen), 25. August.(Großer Fadriks- drand.) Dre Baumwollspinnfabrik in Tannwald, eine der größ- ten Baumwollspinnereien Nordböhmens ist in der Nacht vom L-d. k'®°uf das Erdgeschoß niedergebrannt. Der Brand entstand während der Nachtarbeit um 9s Uhr Abends im dritten Stockwerke, wahrscheinlich durch Heißlaufen einer Spindel am Selsattor. Die Ardcster mußten raschestens das vierstöckige Gebäude verlassen. Die Fabrik mit 26 044 Svindeln beschäftigte derjeit 440 Ardester; fie ist bereits am 15. Februar 1876 ein- mal total abgebrannt und war damals mit 4240. 0 st. v-r- Kchert. Jetzt war fie gleichfalls mit zirka einer Halden Million verstchert. Pas.«nU,. 24. August.(Tod durch Blitzschlag.) Bei dem voraestrigcn schweren Gewitter, bei dem der Blitz auch in immm» mmmm s«"fÄÄ Verantwortlicher Redakteur:».«ronhet« in Berlin. Druck und Verlag von M« Kading Kiterarifches. „Die französtsch« Krvolntion. Volksthümlich«% stellung der Ereignisse und Zustände in Frankreich von l� bis 1804." Von Wilh. Bios. Dieses im Verlage von 3-* W. Dietz in Stuttgart erscheinende Werk, dessen 1. Lieferung bis jetzt erschienen find, verspricht, soweit es fi»"* den vorliegenden Heften deurtheilen läßt, ein recht lesensaaW zu werden. Bekanntlich ist grade in Bezug auf die lung jener gewalligen Geschichtsepoche sehr viel Schief» frtrf» VW w- cc-»,____ Ilanetl, einer von Ihnen nicht bewirkten Veränderung Ihrer nothwendig ist. ,, Rordsteen. 1. Sie müssen für dm U»! geisteskranken Frau sorgen, auch wenn Sie von aeschreden find. Die Kosten des Scheidungsprozeß ir""V Sie. wenn Sre nicht im Armcnrecht klagen, tr-S� �chrebungen können angefochten werden,. ptir m A* I®- Jkder, dem auf eine Zahluns�hg Vorbehalt quittirt ist. kann auf Ausstellung emer vor"- Ourttung klagen. a. e% W 1. Für die Stadtoer ordnctmrvahll" k ptt ständige Preuße wahlberechtigt, der das 2» f rt«« o et Uior ArttklC*2 fif Wir können Jbnm hier unmöglich� die garrt�j-�, nebst statistischer Uederficht über die Berliner 80 Jahre mittheilen. 3. Der Austritt aus der resp. die Anmeldung eines Kindes als Dissiven� Rechtsnachtheste nicht zur Folge. Bei der raewisnnauoiiie nioji zur ,rorge. Joel vre i--. Strömung ist aber ein keiner Religion angehörend � sächlich allen möglichen Scherereien und Zurück- & »lenl -ebu hegt zu § in Berlin SW., Beuthsttaße