-ich«% I von II? >- 802. Mittw-ch. im 89. A«g«st 1888. 5. Iichr«. von ....% 1. und» B, dieses m !tzt„ n einriß ist Wi 4 ilchden-« '©& dienst ;"S? erstem l SÄ' en zu, terlimVMllill Brgan für die Interessen der Arbeiter. G N von Da«„Berliner Volksblatt" WonnementSprei« für Berlin frei I. P>, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags- Nummer mit dem„Sonntags-Bla� 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1888 unrer Nr. 049.) _. Da«„Berliner B o l r« v Mnnt täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. S * 4 Marl, monatlich 1,35 Marl, wöc Jnsertionsaebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. ArbeitSmartt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag« in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommm. KedaKtio»: Keutisltralie 8.— Grpeditio«: Jimmerstraße 44. S> .NÄ wnfy i*5 14 "V M ■t ebifCiS Z-n a. e». 'jfJ im" »eninS�j »»3 itun» Ä � & ; & die imo|fen Rettins wir die Kitte, alle die Wahler, die ** 6. Reichstag«- Wahlkreis angehöre«, •fr** außerhalb desselben arbeiten, anzn- �alte«. ihrer Pssicht als Wähler«ächz«- *<«mr««nd ihre Stimme am Wahltage ab- Mgebe». Abonnements-Einladmg. den Monat September eröffnen wir ein neues Abonne« "ent auf öQg ..Derliner Uolksblatt" dem wöchentlich erscheinenden Konutagvdlatt. v. Das„Kevliner Kolksblatt" vertritt in jeder Beziehung � Jnlcreffen der wertthättgen Bcvölkemng. Fetzt, wo eine Mwahl im V Reichstags Wahlkreise vor der. Thür steht, ist es «nicht eines Jeden, dem das Wohl der Arbeiter am Herzen "tgt, ein Organ der sozialdemokratischen Arbeiterpartei zu lesen . Nicht die Organe spekulativer Kapitalisten werden die Ar- Mer über ihre eigentliche, jammervolle Klaffenlage aufklären, � im Gegentheil, sie haben ein ausgesprochenes Interesse daran, das arbeitende Volk in der Gleichgiltigkeit zu erhalten. �unwissende Leute find willige Objekte der Ausdeutung und «Mucht unserer Gegner. ��Darum, Ardeiter Berlins, fort mit den Bourgeoisblättem» Ihr täglich beschimpft und verspottet werdet, schaatt nJ? m der bewegten Zeit, die nahe bevorsteht, um Euer Organ, Euch nun schon seit Jahren treu zur Seite steht, welches �?!wegt eintritt für die Freiheit und Emanzipation des "k'bätigen Volkes.. � äiA Feuilleton unseres Blattes veröffentlichen wir dm spannendm Pariser Kriminalroman„Ihre Tochter". TiJNtu hinzuttetcnden Adonnmten wird der bisher erschimme � des Romans gratis nachgeliefert. < Der JkomunwMamret* beträgt frei in» Hau» monatlich IMarh»5 Pf., wöchentlich 35»f. Bei Selbstabholung der Expedition, Zimmerstraße 44, 1 Mark pro Monat. . Beste llungm»erben von sämmllichen Zeitungsspediteuren, tnT* 110,1 der Expeditton unseres Blattes, Zimmerstraße 44, Angenommm. m m � n»rot außerhalb ncdmm sämmtliche Postanstalten Be« ,> �0en für den Monat September gegen Zahlung von 1 M. Pf. an. Die Kedaktio«««d Grpeditio« des..OttlNw»»olkoblatt". % )öt!rfV i-her* Ä ieugl •fi cheft# Ieuisseton. [73 A g'Ä y 4, ü Ihre Tochter. urinal-Roma»»ach dem Französische« von K. Detring. CV'Ä �«ten geführt. r bn r let sianden Droschken und auch Dienstmannet waren lei,'. kofc Martine die Wahl hatte. Sie gab chr unge- >geS Rößlein einem derselben ab und hieß thn, eS nach QlJ«äIich gedankt hatte...... der ai16"'Ren ja," sagte sie beim Abschied,„daß ich m � Nue Mosnier, Nummer 9, wohne. Zch wage ja nicht, mmm Illustonen. Der Bericht der Handelskammer zu Pose« hat einige» Aussehen erregt, weil er mit einer gewissen Zuver» ficht die Erwartung ausspricht, eS werde demnächst in unserer Handelspolitik ein Umschwung eintretm. Die Regierung— so meint der Posener Handelskammer- Sekretär— muß nunmehr einsehen, daß das Experiment mit dm G e t r e i d e z ö l l e n ein verfehltes ist, und muß einen anderen Weg einschlagen. Dieser Trost ist von der liberalen Presse aller Schat- tirungen gierig aufgenommen worden. Nun, wer sich damit zu trösten vermag, der soll'S nur thun. Wir unsererseits habm auf die Handelskammerberichte noch niemals einen besonderen Werth gelegt, weil dieselben gerade in den sozialökonomischen Fragen, in denen sie als maßgebend betrachtet sein wollen, eine geradezu erstaunliche Oede und Seichtheit an den Tag legen. Aber daß man beabsichtige, von der bisherigm Handelspolitik abzugehen, dafür sind keine Anzeichen vorhanden, und bei der Handels- kammer von Posen mag eben auch der Wunsch der Vater deS Gedankens sein. Dre agrarische Majorität de« Reichs« tageS behauptet bekanntlich, die Erfolglosigkett der Getreide» zölle beruhe darin, daß diese Zölle nicht hoch genug seien; man müsse also mit allen Kräften darnach streben, sie höher zu machm. Das wird man auch fertig bringm, selbst wmn die Regierung es darüber mit der Handels- kammer von Posen verderben sollte. Die Freundschaft mit den Agrariern wird ihr wahrscheinlich werthvoller sein.— Wir Halten die Einführung der Getreidezölle für einen schweren handelspolitischen Fehler. Ihre schlimmste Wir- kung ist vielleicht die, daß sich unter ihrem Bestehm ein» zelne Zntereflmgemeinschasten daran gewöhnt haben, sich vom Staate begünstigt zu sehen auf Kostm Anderer und daß sie diese Begünstigung schon als ein wohlerworbmeS Recht betrachten. Seitdem ist bei uns der Kampf der Interessengruppen, aus denen die Ge- sellschaft besteht, ein viel schärferer gewordm und hat so zersetzend gewirkt, daß man sich einen Zustand des wirklichen sozialen Frieden« gar nicht mehr vorstellen kann, so lange die Bevorzugung einzelner Interessengruppen besteht. Aber die Getreidezölle haben ihr Ziel in der That nicht erreicht; das Getreide und da« Brot sind noch nicht theurer geworden. Die Agrarier werden es aber schon noch dahin bringen. Der Liberalismus mit seiner„ökonomischen Freiheit" ist immer gleich dabei, die Bedeutung der Getreidezölle über- Haupt zu übertreiben. Das Gaukelspiel, welches die konser- vativcn Anhänger und die liberalen Gegner der Getreide- diener de» Herrn von Randal gestern Morgen vor der Thür de« Grand-Hotel einen Brief überreicht hat,... und wenn er mir mit Ja antwortet,... so weiß ich, was ich zu thun habe. Ich werde Theresen von diesem elenden Buben befteien... ich selber, ich allein, denn jetzt traue ich selbst Guntram nicht mehr." Mit diesem Entschluß sprang Andrea» in den Sattel und jagte davon. � Seit Martine Ferrette ihm gesagt hatte, Guntram von Arbot« kenne den Herrn jene» Kammerdiener», von dem vermuthlich der gefälschte Brief herrührte der sie zu ihm gelockt als Therese bei ihm war, von diesem Augenblick war Andreas kaum noch Herr ftmer selbst E« stand bei ihm fest, daß dieser Kammerdiener tm Dienste deS geheimnißvollen Feinde« der Frau Baldieu und ihrer Tochter sich befand, und er brannte darnach, den Maior:u fragen. Er wollte ihm aber nicht ohne weiteres eine Frage vorlegen, die er vielleicht als Freund des Herrn von Randal zu beantworten sich geweigert hätte. Er hatte das alte Vertrauen zu ihm verloren, und ihr Abschied war das letzte Mal auch nicht derartig gewesen, daß er daran denken konnte, ihm einen Besuch zu machen. Ebenso unwahrscheinlich war es, daß Guntram ihn aufsuchen würde, und doch mußte Andrea« ihn durchaus sprechen. � � den Gedanken, daß eine Begegnung am besten sein würde, die der Zufall HerbeigesüHn. der Zufall, dem er zu Hilfe kommen wollte. Der Plan war nit� Die�Schwierigkeit bestand nur darin, ihn auszuführen. Nichts wäre einfacher gewesen, wenn der Baron schon Mit- alied des Klubs gewesen wäre; lerder war et aber noch nicht aufgenommen, seine Zulassung war erst beantragt und wenn sie auch nicht zweifelhaft war, so mußte er doch warten, bis die Abstimmung stattgefunden hatte, bevor er den Klub betreten durfte. So blieb ihm also nichts wetter übrtg, als so lange zölle vor dem Volke aufführen, ist ergötzlich und keiner giebt dem anderen etwa« nach, wenn es gilt, den Mund recht voll zu nehmen. Als die Getreidezölle eingeführt wurden, da thaten die Konservativen, als ob nun der Himmel für das gefammte deutsche Volk voller Baß« geigen hinge. ES ward gesagt, nun müsse sich ein Wohl- stand über da« ganze Deutsche Reich ergießen, daß man gar nicht wisse, wohin mit all den Schätzen. Es wird viel von den Versprechungen geredet, welche die Parteien dem Volke machen, ohne sie erfüllen zu können. In dieser Beziehung hat eS Niemand so weit gebracht, als die Agrarier. Nun kommen aber auf der anderen Seite unsere Liberalen, seien sie nun nationalliberal oder freisinnig, und steigern sich in'S Gegentheil hinein. Wenn die Getreidezölle nur wegfallen, dann ist mit einem Mal nach der Behauptung dieser Herren Deutschland in ein lachen- des Eden verwandelt, dann hört alles Elend auf; die Ge- schäfte gehen wieder, die Arbeiter verdienen viel Geld, die Handwerker entdecken wieder den„goldenen Boden" und alles ist gut. Kurz, wir guten Deutschen müssen nur unter den Getteidezöllen so leiden; fallen diese wieder, so haben wir uns über nichts mehr zu beklagen. Die Liberalen ver« stehen in diesem Fall e« ebenso gut, wie die Agrarier, einen blauen Dunst zu machen. Mögen sie eS thun! Der Iateressenkampf, den die Repräsentanten des beweglichen und unbeweglichen Kapital» mit einander auSfechten, ist kein Kampf für das Interesse der Masse. Wenn die Getreidezölle einmal thatsächlich wirk» sam sind, wird sie der Arbeiter am schwersten verspüren, das ist sicher. Aber wenn sie heute wegfielen, so würde da- durch die Situation für den Arbeiter um kein Haar besser sein. Die Getreidezölle sind 1879 eingeführt worden und wir hatten vorher in Deutschland genau dieselbe ökonomische Krisis wie jetzt, die auf die Milliardenüberfluthung gefolgt war. Glaubt man denn, daß die Arbeiterklasse über die Frage der Getreidezölle ihre näherliegenden Interessen ver- gesien wird? Am angenehmsten wäre eS freilich für die großen Interessengruppen, wenn die Arbeiter sich von den schlesischen Magnaten und den pomn�rschen oder branden« burgischen Rittergutsbesitzern einreden ließen, deren Zntcr- essen feien auch die ihrigen, oder wenn sie sich von den liberalen Politikern die Ueberzeuaung beibringen ließen, sie thäten am besten, sich um gar nichts zu bekümmern, als um die Getreidezölle. Aber dahin wird man es nicht bringen. Die Arbeiter in Deutschland, soweit sie politisch aus» geklärt und geschult sind, werden bei dem Kampfe um die Getreidezölle nicht vergessen, was ihre Klasseninteressen sind.— durch die Straßen von Paris zu streichen, bis er dort den Gesuchten gefunden hätte. Rur konnte er sich weder in der Umgegend der Villa der Frau Valdieu, noch in der Nähe des Klubhauses auf« halten, das Guntram regelmäßig besuchte. Wenn er sich auf dem Boulevard d'Italie gezeigt hätte, so würde er die Aufmerksamkeit IcanneS und ihrer Tochter auf sich gelenkt haben, hätte er sich aber vor dem Klubhause ausgepflanzt, so lief er Gefahr, mit Herrn von Randal un- vermuihet zusammenzutreffen. So begnügte er sich damit, sich auf dem Trottoir vor dem Grand Hotel aufzuhalten; er hoffte den Major, der hier logirte, beim Gehen oder beim Kommen abzu- passen. In dem Säulenvorbau und im Lichthofe des Hotels wagte er nicht sich aufzuhalten, weil er fürchtete, daß Guntram, wenn er ihn dort träfe, seine Absicht erriethe. So ging er auf dem Asphalt auf und ab und kaute an seiner erloschenen Zigarre, die er wieder anzubrennen vergessen hatte; er stand lange vor den Schaufenstern der Geschäfte und that so, als mustere er aufmerksam die aus» gestellten Waaren. Ader vergebens war sein Warten vom Morgen bis zum Abend, er bekam Herrn von Arbois nicht zu Geficht. Und die Zeit verstrich. Fünf Tage verlor er bei diesem nutzlosen Warten und seine Hoffnung sank. Er hätte nach dem Bois de Boulogne reiten können, um Guntram dort zu treffen zu versuchen; aber er fürchtete, ihn in zahlreicher Gesellschaft zu treffen, und er war in emer Stimmung, wo er das Geschwätz dieser Lebemänner nicht zu ertragen im Stande war. Auch fürchtete er, wieder etwas von der Vergangenheit der Mutter Theresens au» dem Munde dieser Leute zu hören, und das verletzte ihn aufs tiesste. Er hatte sich einmal in den Plan verrannt, Guntram unerwartet und allein entgegen zu treten, und er hatte sich bereits die Frage genau zurecht gelegt, die er an ihn»u richten gedachte. Nie lAirEftecflierei in©oeifconten. VI. Die Lage der Arbeiter. „Die Lage der Arbeiter", sagt Sax.„kann unter den ge-> schilderten Verhältnissen von vornherein nur mißlich erscheinen; besteht doch der Truckunfug niemals für fich allein, sondern setzt bereits verrottete Zustände voraus, denen er entspringt und nur zum schärfsten Ausdruck verhllft. So wenig aber etwa aus dem Fehlen von Truck schon auf ein Wohlbefinden der band- arbeitenden Klaffen geschloffen werden könnte, so stcher ist der Beweis, den sein bloßes Vorhandensein für einen bedrängten Zustand der Arbeiter erbringt, und wirklich finden wir bei den oberfränkischen Korbmachern einen Grad von Ausbeutung und Elend, wie er nur selten in der Hausindustrie erreicht und gewiß nirgends übertroffen wird." Die Korbmacherbevölkerung Oberfrankens, die über 10 000 Köpfe umfaßt, treibt ihr Gewerbe als Lebensberuf. Zwar ist großcnthells die Verbindung mit der Landwirthschaft geblieben, fast vierzig Prozent aller selbstständigen Korbmacher treiben nebenbei Landwirthschaft, aber auf 1024 selbstständige Korbmacher mit landwirthschastlichem Nebenbetrieb treffen erst 173 Landwirthe mit Korbflechterei als Nedendetried. Die Korbmacherei hat nun schon lange aufgehött, bäuerliches Nedengewerbe»u sein, fie ist moderne Hausindustrie, ein Depar- tement des Großkapitalismus geworden. Und was bedeutet dieser von unseren Proudhonisten und andern schwärmerischen Kleinbürgern gefeierte bäuerliche Betrieb? Nichts als elende Zwergbauernwirthschaft, kläglicher als die eines sehr armen franzöfischen Parzellenbauern, ein Stückchen erpachtcter, oder, wenn eigen, mit Hypotheken überlasteter Kartoffelacker. Dieses Fetzchen Land wird zur Kette für den Heimarbeiter, die ihn an die Scholle fesselt, ihn den Lohndrückereien der Verleger gegen- über noch willfähriger macht, so daß»gerade die bessergestellten, landbefitzenden Korbstricker mit ihrem Miterwerb um jeden Preis das ganze Gewerbe am meisten schädigen." Gerade so wie in der Konfektions branche und Wäschefabrikation die Töchter der kleinen Bourgeois, der Subalternbeamten u. s. w. die auf ihrer Hände Arbeit angewiesenen Ardellerinnen der genannten Branchen so nebenbei durch ihre Schmutzkonkurrenz in immer tiefere?ioth hinabstoßen. Der Geschäftsverkehr zwischen den Korbstrickern und ihren Verlegern findet fast immer direkt statt, nur in ganz seltenen Fällen giebt es Mittelspersonen, die blutsaugerischcn Faktore find also hier nicht zu finden, wie z. B. in der sächfischen Textil- Hausindustrie. Trotzdem fehlt es auf den Dörfern nicht an wucherischen Aufkäufem, die an die Großkaufleute liefern. Die Mehrzahl der Hausindustriellen arbeitet für mehrere Händler. Wie die Spielwaarenindustrie im Meininger Ober- land, so hat auch dir Korbmacherei zwei Saisons, im Frühjahr besonders für den Export, im Herbst für den deutschen Markt, wenn die Ordres für Weibnachten kommen. Stille Zeit find die Monate Dezember, Januar, Februar und theilweise auch der März.„Es ist das die härteste Zeit in Oberfranken nicht minder, als im benachbarten Mcininger Ober- land. Die Stockung wirkt um so schlimmer, well die Arbeiter und Bauersleute durch keine Felvarbell abge- halten werden, zu produziren, und demgemäß, wenn irgend möglich, mehr als im Sommer liefern möchten, wozu fie ja die Noth antreibt. Die Leute machen Muster und laufen fich die Füße wund, um Bestellungen zu erwirken. Die Korbhändler lassen nun allerdings auf Lager arbeiten, aber zu herabgesetzten Preisen, oder indem fie Abzüge verordnen; ist dann die gute Zeit gekommen, so gehen die einmal erniedrigten Preise selten mehr in die Höhe, von Jahr zu Jahr kann man ihr Sinken beobachten." Ein gangbarer Korb, für den vor zehn Jabren 2 M. 40 Pf. bezahlt wurden, trägt jetzt höchstens 1 M. 80 Pf.; für andere Artikel find, nach den Aussagen der Verleger!— gegen den Anfang der fiebziger Jahre die Löhne zumeist um vie Hälfte und mehr gefallen. Das„Sparen" der Arbeiter am Anwand und der Arbeit ist nutzlos, da die Händler Kenner find. Zu diesen regelmäßigen, jedes Jahr wiederkehrenden Stockungen, den Hungerferien der Hausindustriellen, kommen nun die großen Krisen, die im industriellen Zyklus periodisch wiederkehren. Als im Jahre 1866 der Kriegslärm ausbrach, wurden die Löhne von den schlauen Kapitalisten um 30 bis 40 pCt verkürzt,„und dabei blieb es auch in der Haupt- fache, als die ruhigen Zeiten wiederkehrten. Die Korbhändler machten doppelten und dreifachen Gewinn, denn die Maaren- preise gingen 1867 stark in die Höhe, und ebenso hob fich die Ausfuhr! Der Verdienst richtet fich nach der Arbeit.„Grobe Ar bellen mit ganzen Weiden erfordern kräftige Männer, welche dann, weil diese körperliche Eigenschaft unter den Korbmachem so reckt selten ist, 2 bis 2% M. per Tag verdienen können. Diese Leute aber brauchen mehr für fich zu ihrer eigenen Er- hallung; auch kann die Familie nicht mllarbeiten, sondern muß von ihnen ernährt werden." Die Massenartikel für die Aus« fuhr, die von dem weitaus größten Theile der Korbskicker ge- Zuerst wollte er über gleichgiltige Dinge mit ihm sprechen und sich so benehmen, als sei er von seiner Liebe geheilt und zu vernünftigeren Anschauungen gekommen; dann wollte er, wenn sich im Gespräch die Gelegenheit bot, scheinbar absichtslos auf den Gegenstand kommen, um den eS sich bei ihm allein handelte. Und das war sehr einfach. Er brauchte nur die Be- merkung hinzuwerfen: Da fällt mir ein, lieber Freund, ich habe Sie ja noch um Entschuldigung zu bitten, daß ich neulich an Ihnen vorüber fuhr, ohne den Wagen halten zu lassen und Sie zu begrüßen. Ich hatte eS eilig, und Sie hatten gerade mit einem Kammerdiener zu thun, der Ihnen einen Brief überreichte... hier auf dem Boulevard war es, wo wir jetzt stehen. Die Antwort GunttamS mußte lauten: Zch habe Sie nicht gesehen; er konnte aber auch hinzu- fügen: Es war der Kammerdiener meines Freundes Randal. Mehr hätte Andreas nicht zu wisien gebraucht; er hätte sich dann von dem Major verabschiedet und seine Maß- nahmen gegen den Baron ergriffen. Die Kombination war ganz vortrefflich; aber in dieser Welt kommt eS leider sehr oft vor, daß man vor- gefaßte Pläne nicht so ausführen kann, wie man es sich gedacht hat. Es war am Abend deS sechsten TageS, und Andreas von Elven wanderte wieder hoffnungslos die Avenue de l'Opera entlang, um sein Hotel aufzusuchen, da sah er Herrn von ArboiS auS einem feinen Restaurant treten, und er war schon im Begriff, auf ihn zuzueilen, als er auch Herrn von Randal bemerkte. Die beiden Herren hatten zusammen dinirt und an- scheinend sehr stark dinirt, denn sie schienen in der heitersten Laune zu sein. Sie hatten ihn bereits gesehen und kamen auf ihn zu, sodaß er ihnen nicht mehr ausweichen konnte. So erwartete er sie denn und blieb stehen. „Zch freue mich, Sie zu treffen, lieber Freund," rief Gunttam.„Eben sprachen wir von Ihnen." Diese Einleitung des Gesprächs gefiel Herrn von Elven sehr wenig und er antwortete trocken: macbt werden, bieten durchweg einen„äußelft kärglichen Er- werb". In den Allen des Bezirksamts Lichtenfels findet fich im Protokoll vom 8. November 1883 folgende Angabe eines Korbverlegers, also eines Unternehmers:„Hier kann ein einzelner Arbeiter für fich überhaupt nicht bestehen, sondern die Arbeit muß Hand in Hand gehen und es müssen Familien u. s. w. zusammenarbeiten. Der Nettoertrag kann fich hierbei per Kopf und Tag auf höchstens 40 Pfennige stellen, ist aber unter Umständen noch niedriger, so daß gerade die Hauptmasse der Bevölkerung in keineswegs günstigen Erwerbsverbältniffen lebt." Der Jahresverdienst einer Korbmacherfamllie läßt fich schwer feststellen wegen des gefährlichen Truckunfugs, der durch die Abgabe des Rohstoffs von Seiten der Verleger an die Ar- beiter getrieben wird.„Sie erfolgt", sagt Sax,„zwar immer zu höheren, als den gewöhnlichen Ladenpreisen, ist aber nach Ausdehnung und Schärfe außerordentlich verschieden." Müssen die einen— edlen Seelen— fich mit dem Extraprofit von S pCt.„begnügen",„gehen andere viel weiter, schneiden dem Arbeiter jedes Stückchen vor und ber chnen für schlechtes Ma- tenal die unverschämtesten Preise. Seildem das Waarenzahlen in seinen gröbsten Ausschreitungen beseitigt worden, ist dieser Unfug, der dem eigentlichen Truck an Verderdlichkeit gewiß nicht nachsteht, nur noch üppiger emporgedlüht, recht als wollten die Korbhändler auf diesem„legalen" Wege fich für den entgangenen Wucher entschädigen. Die Zwangspreise der Korbverleger diffenren von dem freien Preise der Robstoffhändler, die es in den meisten Dörfern giebt. mit- unter selbst um 50 pCt., in der Regel bewegt fich der Unter- schied zwischen 10 und 30 pCt. Es find unglaubliche Summen, die auf diese Weise den Arbeitern entzogen werden." Aus dem Lieferbuche eines Schneyer Korbmachers weist Sax nach, daß ein Verleger in einem Jahr fich vom Aibeller für Rohstoffe, die letzterer direll vom Rohstoffhändler für 352 M. 58 Pf. hätte haben können, 450 M. 11 Pf. zahlen ließ, daß also der Kapi- talist dem um Hungerlohn fich plackenden Arbeiter 97 M. 53 Pf. über den ortsüblichen.Handelsgewinnn abnahm. Hat also der Verleger 2—300 tzausindustrielle in seinem Dienst, so erobert er auf diese ritterliche Weise eben so viel 100 M. im Jahr.„Da ist es dann freilich leicht, die Körbe fottzuschicken, wie man fie aufkauft, d. h. ohne weiteren Preisausschlag, da man eben sein Geschäft schon mit dem Rohstoff gemacht hat." Die Rohstoffabgade wird dabei so gehandhabt, daß der Ver« leger den Arbeiter reckt brutal seine Ueberlegenheit fühlen läßt. Ein Lichtenfelser Händler schickt z. B. seinen Knecht mit ganzen Wagenladungen Esparto(Riß) auf die Dörfer und läßt jedem Arbcitcr, nach seinem, des Verlegers Belieben, eine Ration zu- theilen.„Der Korbstricker muß häufig einen Theil verkaufen, weil er leine Verwendung dafür hat, der Riß ihm nickt zur Arbeit paßt, oder weil er Baargeld braucht; die Anrechnung des Materials bei der Lohnzahlung erfolgt aber nicht etwa im Verhältniß der jedesmal gelieferten Korbwaaren. sondern wie es dem Händler beliebt, der Arbeiter kann im Voraus gar nicht wissen, ob er am Liesettage überhaupt Geld bekommt." So wird der Korbflechter in die Verschuldung hineingejagt, beim Krämer und beim Verleger, von welchen er nicht los- kommen kann, Dank den ihm künstlich aufgehalsten Schulden. Wie furchtbar die Abhängigkeit der Leute ist, zeigt fich am Liefertag, am Sonnabend. Sax schildert anschaulich das Treiben an diesem Tage: Der Michelauer, überhaupt alle Korbstricker arbeiten meist am Freitag die ganze Nacht durch, bis zwei, drei Uhr früh, legen fich gar nicht zu Bett, waschen fich blos flüchtig und rennen dann viele Stunden well, oft drei bis vier Stunden, nach Lichtenfels mit ihrer Waare zu Martt, um nur recht früh anzukommen. Bepackt mll Körben, welche ihnen, von allen Seiten baumelnd, ein abenteuerliches Aussehen geben, stellen fie fich an den Pforten der geräumigen Baulich- kellen auf, welche in weithin leuchtender Scheift die Bezeich« nung:„Korbwaaren- Manufaktur" an der Sttrne tragen, und harren auf Einlaß. Dieser erfolgt truppweise in langsamen Schüben, es dauert oft drei bis vier Stun- den, bis alle drinnen find. Das ist besonders hart im Winter, wo die Leute vom schnelleu Gehen nnd der Last, die fie schleppen, keuchen und nun jählings in Frost und Schnee verbleiben müssen. Sie warten im kniehohen Schnee und stehen dann naß in der Kälte, sagte ein Korbwaarenmacher, und wer- den noch angeschnauzt; da stehen fie demüthig, die Mützen unterm Arm und harren des Gestrengen. Es kam vor, daß Manchem Zinsen und Ohren adstoren, bis zuletzt die Polizei fich ins Mittel legte und gedeckte Watteräume zur Pflicht machte. Ist die Waare glücklich abgeliefett und angenommen, so heißt es wieder warten, bis die Zahlung erfolgt, was leicht einige Stunden braucht. Manche Händler halten es nicht für nöthiz, fich im Voraus mit der nöthigen Baarschast zu versehen; von Zeit zu Zeit erscheint der Herr oder ein Angestellter, besteht die wattende Menge, überschlägt danach die erforderliche Summe und schickt zum Bankier, oder wo sonst das Geld ist, um den Betrag zu erheben. Mit diesen Chikanen nicht genug, giebt es einzelne Korbhändler, die an einem anderen, als dem Liefettag das Matena! zu neuer Arbeit ausfolgen; der Arbeitsmann muß also zweimal kommen, Sonnabends um das Geld und Montags „Welchem Anlaß verdanke ich die Ehre, daß sich Herr von Randal mit mir beschäftigt?" „O! Sie brauchen nicht böse zu sein," erwiderte der Major.„Der Baron weiß, daß Sie zu meinen Freunden gehören, und wir haben nur Gutes von Ihnen ge- sprachen." „Zch bin Ihren sehr verbunden," erwidette Andreas ebenso kühl, wie vorhin;„ich mache Sie aber darauf auf- merksam, daß Sie die Frage, die ich soeben an Sie richtete, noch nicht beantwortet haben." Gunttam von ArboiS gehötte nicht zu den Menschen, die sich viel bieten lassen, und wenig fehlte und er hätte eine sehr scharfe Erwiderung gefunden, aber er hielt sich noch zurück. „Lieber Andreas," erwidette er mit erzwungener Ruhe, „Sie nehmen einen Ton an, den ich von keinem anderen erttagen würde, aber ich denke daran, daß ich der Freund Zhres Vaters und auch der Zhttge war und bin... hoffe ich wenigstens." „Gegen Sie habe ich nichts," erwidette Andreas. „So haben Sie wohl gegen mich etwas, mein Herr,' mischte sich Herr von Randal mit affektttter Sanftmuth im Tone ein.„Darf ich wissen, weshalb?" „Zch habe Zhnen keine Erklärung zu geben." Einen Augenblick herrschte Schweigen. Das Gespräch ging einige Schritte vom Restaurant entfernt auf dem breiten Trottoir der Avenue de l'Opera vor sich, wo zehn Personen bequem in einer Reihe gehen können; keiner der Paffanten blreb stehen, um die Reden zu hören, welche die drei elegant gekleideten Herren, ohne die Stimme zn erheben, wechselten. Und doch mußte eine Unterhaltung, die so begonnen hatte, böse enden. Andreas von Elven konnte sich nicht beherrschen. Vergessen war sein wohl kombinitter Plan. Als er seinen Nebenbuhler sah, hatte er einen Stich im Herzen gefühlt, und der Major hatte, ohne eS zu wollen, Oel ins Feuer gegossen. Als Andreas gehött, daß die Herren sich über ihn unterhalten hätten, vermuthete er, daß auch Fräulein Valdieu in dem Gespräch eine Rolle gespielt haben müsse, und daß um den Rohstoff.... Der Händler ist gewohnt, jeden UmjW in Rechnung zu stellen und nichts zu übersehen, aber in(A* Kalkulationen kommt der Arbeiter nicht vor, außer mit W Lobndetrage; was darüber hinaus gebt. Bequemlichkeit oderw bequemlichkeit des Kordmachers, sein Wohl oder UebelbcsinM daran wird in der Regel nicht gedacht, das sp'elt weiter m« Rolle."_(Schluß folgt.) Politische Ueberftcht. Die bnlgarischen Räuber entpuppen sich mehr ued mehr als Agenten der russischen Regierung. verschiedenen Banden handeln alle nach einem gemeinsam« Plan, und die„Führer" machen gar kein Hehl daraus, daß M dem„Prinzen Ferdinand" Verlegenhellen bereiten, und diclto fähigkeit desselben, geordnete Zustände herbeizuführen, ad orn'M demonflriren wollen. Daß„Räuber" eine politische* spielen, ist beiläufig nichts Neues, und gerade die rusfische"■ gierung, welche fich so gerne als Säule der Ordnung mtfW und von unseren deutschen Knutcnvcrehrern auch dafür gchal» wird, bat— namentlich auf der Balkanhalbinsel— sehr W# solche Räuberpolitik getrieben, die zu der Raubpolllik ja trefflich paßt. Von den Montenegttnern, von den mafebontfi» und griechischen Räubern, die vor jedem Ktteg gegen die Türm in Aktion zu ttetcn pflegen, wollen wir hier fl™1 reden. Wir wollen nur an die weltberühmte« „Bulgarischen Greuel" ettnnern, die während* letzten Türkenkrieges die aufkeimenden Sympathien für Türken erstickten und die englische Regierung— an der« Spitze damals Disraeli stand— verhindetten, Partei für* Türken zu ergreifen. Tausende und abertausende ckriilli®; Frauen, so hieß es, wurden von den Türken gcschäiiW tausende und abertausende christlicher Männer und Kinder Türken ermordet, zahllose chttstliche Dörfer von Türken cüizp äschctt. Obgleich sofott Zweifel laut wurden, so glaubte W Publikum doch diese Mordgeschichten und die Sache btr l&W war in der öffentlichen Meinung verloren. Hintennach hat?/ nun herausgestellt, daß neun Zehntel dieser„Greuel" von# schen Reptilien erlogen waren und daß das nickt gel Zehntel auf Konto„bulgarischer Räuber" kam. die von R dafür bezahlt wurden— ganz wie die„bulganschen R von heute, unter denen fich gewiß noch mancher Veteran jener Zeit befindet. Dir Ungrmißheit der««roPäifche» Lage mai[Z in immer drückenderer Weise fühlbar. Als vor stcbenmn� Jahren die Auflösung des Reichstags der Nichtannahme � Septennats folgte, wurde uns von allen offiziösen und offiüM Blättern und von allen Agitatoren der Kartellpatteien veisi?„ wenn für das Septennat fich nicht eine Majotttät fände, die Weltlage immer bedrohlicher und schließlich ein Krieg � vermeidlich werden— dagegen werde der Sieg des Sevteb�«? uns den Ftteden fichern. Nun, das Septennat bat gefiegt, K wir haben die Armee weit über das damals Geforderte verstärkt. Und die Wirkungen? Die politische Lage ist � wiffer als je, und wir kommen aus der Kttegsfurcht nicht Pr heraus. Nachdem uns neulich noch voigcredel worden war, fitzt gute Beziehungen zu dem Nachbarreich angebahnt und � Friedensbürgschaften geschaffen seien, ist jetzt der Federbu» zwischen der offiziösen russischen und deutschen Presse deM als je entbrannt. Gleichieilig haben wir einen bissigen RsM krieg zwischen Italien und Frankreich. Kurz, mit dem famos�' -aapr uderne -t: et? L SWmr hat. �Wendung «tehen flache, di Übernahme jjttth stattgeh dem 2* seltener A M den Zw- krülfs Kber die g Mhstag ou- ,Aung unmii ih, Item K «Äsungen »Vi ,,Jnd lehr zufi M, unl de"in di «em Di %i,« dann A.« «fe» M-n erlaub senden Ges. tt morgen �nAuffassu 2? ökonomis & � �rsversorgu „Wenn du den Frieden willst, rüste dich zum Ktteg!" find glücklich dahin gekommen. wohin wir kommen mußten,� die Schwelle eines europäischen Krieges. Noch ist ja nickt A 1 auch den J. genoffenss Üfte letzteren SL Ie$ Ks S?, anderen' fcs Hoffnung verloren. Was verkehtte politische Systeme und r(u�imier öko ungeschickten Diplomaten verschuldet haben, kann W,, 1�" Produkt die' Völker erster Linie werden. Und zwar und franzöfische «n wieder gut gemacht erzrer«m,e durch das deutsche uno franzosyche � 1»-i�MNisori Wenn in Frankreich und in Deutschland das FcievensdedürlL vCJ?« dab zu kräftigem Ausdruck gelangt und dem Chauvinismus< fi'M�n Er Zwangsjacke angelegt und ein Knebel in den Mund 0«%%%%«% I wird, dann wird die K.iegsgefahr auch verschwinden. aiid bat es bis jetzt nicht den Anschein, als werde es so kmi#' Die Reaktionäre diesseits und jenseits der Vogesen wetleis� miteinander, die„nationalen" Leidenschaften aufzustacheln- Ä fie haben Recht, denn ihr Weizen wird im Krieg blühen. Friede muß schließlich� die Freiheit und gerechte soziale Z PJUCVC iilUb siwuctuw WC?5iciycu uuü geicwie siävde herbeiführen. Der Krieg zerstött jede Ausficht auf% tische und soziale Reform. Und darum find es auchS Feinde der polllischen und sozialen Reform, welche, a den Ktteg zu Hetzen versuchen. Und darum il ,5 e r n d e Völker in H- W .Js: i' bei rrnengeieyes gernupfi woroen, weiche, wie es den Truppt hat, unerfüllt bleiben sollen. Die Nationalliberalcn find 5 Faust die die Herren ihn vermuthlich bedauert hätten, so wie man ew abgeblitzten Liebhaber bedauett. Der Gedanke, daß ihnen ein ironisches Mitleid emgefiößt habe, brachte'r außer sich.- Er war nicht mehr Herr seiner selbst und suchte" nach einer Gelegenheit, dem Menschen offen entgegen* treten, der Therese heirathen wollte und den er im 50 Lo M dacht chatte, ein ausgemachter Schurke zu sein. Weshalb sollte er erst noch Zeit verschwenden, um'9 zu entlarven, wenn er ihn so beleidigen konnte, daß Duell auf Leben und Tod unvermeidlich war?_ Sein heißes Blut stieg ihm zu Kopfe und sei«„ trieb ihn an, den gordischen Knoten durch daS Schwert lösen. (Fortsetzung folgt.) dasLedensinteresse der Völker, den Krieg Hetzern das Handwerk zu legen. Uedrr die augenblickliche Kaudhai�..,„ listeng» setze» und über die„Praxis" der Versammlung«elchch'ch auflösungen äußert fich ein Berliner Korrespondent der„3% d/Nvrach v Ztg." folgendermaßen:„An die Uedettragung des Ministeruin. lammlung des Jnnem an Herrn Herftutth find von verschiedenen Se»',.Ptti Hoffnungen in Betreff der Handhabung des So J'i, listengeseyes geknüpft worden, welche, wie es den K» An As fsÄS SÄ m �"�.ZSege "tn W �5] Ol Ans Kunst und Zeken. Ueder den jüngste« Ausbruch de» N»tban» dai-fa« unweit Jamalata in Japan liegen jetzt aus Jotw ...... OO CV..TI kf 1 iCTl A-, L,_f; JL...... vom 23. Juli datitte briefliche ausführlichere Nachrichten � Die Gegend, wo die Katastrophe stattgefunden, hat eine � Kessel liehe Veränderung erfahren. Berge find entstanden, wo � keine existitten und große Strecken von Reisfeldern st"/ � �maip Seen verwandelt worden. Blühende Dörfer liegen �*.500 oqo 20 Fuß Asche und verbrannten Kohlen. Fünf Dörfer U, 50ol gänzlich verschüttet worden. Vtf- n-Wn-tipn v-iAen d.im v Aehnlichkeit mit den Opfern fion. Der fürchterlichste Anblick, Die geborgenen Lerchen% Alraft& bot, waren Leichen, die an den Zweigen geschwärzter und Jj kohlter Bäume baumelten. Durch die fürchterliche GcwmL Ausbruches in die Lust geschlmdett, wurde ihr Niederw�, vielen Fällen durch die Bäume aufgehalten, und dott„ss die Opfer hängen, ihre Leider dem grausamen und fast hörlichen Regen von glühender Kohle und brennender � ausgesetzt. Allem Anscheine nach hatte fie der Tod rai» ihrer Pein erlöst; doch kurz wie die Zeit war wuffe-..<<1 Leiden entsetzlich gewesen sein. In anderen Orten menschliche Ueberreste von den Zweigen der Bäume, wtfP die 1 tUafjg in fna" : mit da t oSfiU»1 elbcfinSfi :ttei ftUK folgt.) mehr«d n g. T" meinsam» z. daß ß- ib die Un ad orn'« die Rolle it gchcw» eh: haußt il j- M [ebomlW Die TürV biet mäl bctühtwtf hrend do -U dnbli-b- acscdäa� lnder.-" W von rf1' t Fl nR n elera#' ir.oeh'.Jj Icbcnir� lahm«, i of Hoffnungen nicht stehen geblieben, für fie stand es von 2®Petein fest, daß Herr Henfurth stch die„wahrhaft staats« Z?wl a? �een" ihres großen Hinterfrontmarschalls aneignen m° �5 Bestimmungen des Sozialistengesetzes in das gemeine fr" ubernehmen werde, um fie je nach Bedarf auch einmal W? uto anderen Parteien der Oppofition anzuwenden. Die n,? okraten haben stch allen derartigen Ankündigungen N�uder stets zweifelnd verhalten und werden deshalb durch «T""■ wie das Ausnahmegesetz unter dem Nachfolger des SF" v. Puttkamer gehandhadt wird, nicht überrascht sein. �un in die er Beziehung die Praxis eine Aenderung «Tobten hat, so kann nur von einer schärferen und schrofferen Zuwendung der in dem Ausnahmegesetz enthaltenen «Mlichen Befugniffe die Rede sein, denn es ist »fctsache, daß mehr als fünf Sech st el aller seit ueoernahme des Ministeriums des Innern durch Herrn Herr» Mb stattgehabten sozialdemokratischen und Arbeiterversamm- !Men dem Schicksal der Auflösung verfallen find. Es ist JJ. liltener Ausnahmsfall daß einmal eine solche Versammlung M natürliches Ende erreicht. Das ist um so auffälliger, wenn M den Zweck und den Ebaratter der aukaelösten Versamm- ?osen �berücksichtigt. Sie dienten entweder Erörterungen «oerdie geplante Alters» und Jnvalidenver» !°rgung oder der Besprechunq von Wahlangelegen» a w.? tür die am 30. d. Mts. anberaumte Ersatzwahl im w ,?erliner Reickstagswahlkreise. Herr v. Bötticher hat im ImT1 8 ausdrücklich erklärt, daß der Entwurf der Altersver- Inn9 unmittelbar nach der Fertigstellung veröffentlicht werden LMum ihn der Kritik der Presse und der zunächst daran MUssirten Kreise unterziehen zu lasten. Es kann der Reichs« SfeSS9 nur erwünscht sein, wenn fie möglichst früh über die ZzBAmgen unterrichtet wird, welche von den genannten Fak- JS,®n dem Entwurf gemacht werdm. Sie kann stch un- dßj/? mit den Erörterungen, welche der Zentralverband der s«nu?? Industriellen an diesen geknüpft bat, begnügen, und tu?jthr zufrieden damit sein, daß ihr die Arbeiter die Mög- Sw» verschaffen, ihre Anschauungen über die beadfichtifte i-t»? des sozialpolitischen Gebäudes kennen zu lernen. Bis J-Mh die Regierung nur, daß die Arbeiter den Entwurf jT�en und kennt die Gründe der Ablehnung nur so weit. "0 sin den knapp gehaltenen Resolutionen zum Ausdruck 'F; Die Sozialdemokraten find jetzt nämlich so W, ihre Versammlungen mit der Abstimmung die wohlvorbereiteten Resolutionen zu beginnen dann die Debatte folgen zu �lassen,„da man , oiS*J «5 -evteiuA $0 - ist u< nicht*2 i war. � t und W l'SS len siio'b". t famow " find � Ini&'lg ic und? nn du-i fW lsbedmiA ismus t "Im a ü i'c'n. soziale? l aus% auch< «»b t nicht weiß, was nachkommt." Roch charakteristischer »-«i Handhabung des Sozialistengesetzes ist die Ursache der anen Auflösungen und die offenkundige Direktionslofigkeit, » der dabei verfahren wird. Was heute verboten ist, bleibt -Mn erlaubt: was heute als eine auf den Umsturz der de- fanden Gesellschaftsordnung gerichtete Aktion stigmatiflft wird, u morgen ungehindert. Es bleibt hier alles der persön- Auffassung des Polizetlieutenants, seinem wirthschaftlichen " ökonomischen Standpunft überlassen. Ein Beispiel für Vor etwa 14 Tagen berieth eine Versammlung über die dersorgung. welche der Referent in einer Resolution, die iL*" auch den Ersatz der kapitalistischen Produktionsweise d g* welche iß iiieg rum � auch den Ersatz der kapitalistischen Produktionsweise durch tr. genossenschaftliche fordert, abzulehnen beantragt. Als er letzteren Passus verlieft, erhebt fich der Hüter der gesetz- M Ordnung und erklärt die Versammlung auf Grund des �stalistengesetzes für aufgelöst. Wenige Tage später wird in " anderen Versammlung die wörtlich gleiche Resolution vor- ... agen, die Versammlung aber nicht aufgelöst, weil der Herr •{Mteutenant nach seiner wiff.nschaftlichen Ueberzeugung und seiner ökonomischen Auffassung den Ersatz der lapitalisti- ig* Produttionsweise durch die genossenschaftliche nicht als Vorgang auffassen kann, der die bestehende Staats- und z�'chaftsordnung über den Haufen zu werfen droht. Das v&t� babei herauskommt, wenn man derartige Dinge dem Ermessen überläßt, zumal in einem Staatswesen, dessen ""N sozialistischen Steigungen nicht frei ist. Aus den letzten Vertpf, zwei weitere Auflösungen zu melden, die nach der °bti.k-r 8 von Resolutionen erfolgten, welche die Altersversorgung Ö. ,en beantragen. Aehnlich ist die Praxis gegenüber den ./.Sammlungen. Hebet den einen Fall, wo eine Kartell- Otting aufgelöst wurde, als ein Arbeiter Liebknecht als Ii. /svndidaten der Sozialdemokratie proklamirte, hat die SlF'tirter Zeitung" bereits berichtet. Ein viel eklatanteres liegt jetzt vor. In der Tonhalle hielten die Sozial- ""vlen eine von Tausenden besuchte Versammlung ab. es S-!� S mAns»A *tt fti■° nJiriuriflSDoutr iiooci)... tif gönnten, in den Werkstätten. Sie rafft auch diejenigen �/welche in die Versammlung nicht kommen..." Hier k./'M der Polizeilimtenant den Redner und erklätte die �Msitung für aufgelöst. Es ist zu begreifen, daß ficb der wie Berichterstatter melden, eine unbeschreibliche 8vng bemächtigte und stch Szenen abspielten, in denen g � Krupps von Polizeisoldaten mit der blanken Waffe in die Haupttolle zugethcllt war, und die leider vor eint* d-ß.� tchte& acht« im pul Pcl' um ih» daß m Z-Z hwert Z» i---5 I 15 a.n Londoner Telegraphendrähten. Bandai- sau ist U Sf abgesondetten Gimpfein zusammengesetzt, deren höchster qt° �vndai genannt wird. Der zweite ist ein vollkommen , Jftog. Der dritte wird Kushiga-mine genannt und ist !�?>thöchste. Der vierte wird der mittlere oder nördliche % T genannt, und von diesem erfolgte der Ausbruch; wäh» W0« fünfte, der kleine Bandai genannt, dicht an den vierten sebr lvß-Bandau ist mit weißer Asche bedeckt, aber Nr. 2 I»njf.lfchuttert worden, während sämmtliche Bäume oberhalb t» vlpunltes des Berges vernichtet worden find. Von riesige Steine nach unten geschleudert und auf üt ss�eae nach unten find die Seiten des Berges mit blau» %nhcb.e bedeckt. Nr. 4. auf welchem der Ausbruch wirklich ich.,.rst gänzlich weggeblasen worden. Die kleineren Stucke °ber ß � benachbarten Berge nieder, während die schweren » Tas°ii �len fortgetragen wurden und am Fuße des Berges -«/ Deutschenhaß unter den englische» Arbeitern sehe gestiegen, so daß an ein soziales Zusammensein in Werkstatt oder sonstwo kaum noch zu denken ist. Mit genossenschaftlichem Gruß, Das Komitee- Wollen die deutschen Kollegen beim Lesen derS' Annonzen solches beherzigen und lieber die wenigen für Nachfrage an maßgebender Stelle opfem, üs blwbi� in das Elend hineinrennm. Mit kolleg. Gruß und Handschlag Karl Kloß- Die Mi fS Miris A Stotbeji! 001 K-e-dt k .diesem ö»bidat Ml- Theater. Mittwoch, den 29. August. Aladin oder Die Wunderlampe. Theater): »per« hau«: Kchattspielhatt»(im WaUner Der Menonit. #H*btiäs- Wilhelmstädtifche« Theater. Der Bettelstudent. Te»trat-Theat»r: Die Schmetterlinge. Kr»«'» Theater t Tell._ Ostend-Theater: Eine alte Schachtel. Die bezähmte Widerspenstige. Hetleastianre- Theater: Das elfte Gebot. Othello's Erfolg. Uiktaria-Theater: Die Kinder des Kapstan Grant. Amnigstäd tische» Theater. Die Schule des Ledens, oder: Die Königstochter üs Bettlerin. Aa»fma««'» Karittt t Spezialstäten-Vor« stellung. Tanroedia- Theater t Spezialitäten- Vorstellung._ »asfa»» 1«». 9 M- 10 A. ieW MJolaer-l'anopamB Zweite Reise: Am schöne» Rhein. Fahrt mit der Gotthardbahn. Der ganze Trauerzug und Aufeahrung Küser Wilhelms im Dom. Zatree& Cycl. 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn Unserm Freund, dem alten Knickstiebel, Franz Fielitz zu seinem dreißigjährigen Geduttstag ein donnern- des Hoch, daß der Kratzbock und die ganzen Felle vor Freuden lustig werden.[458 Die beiden alten Freundinnen »inna und Maria. Danksagung. Wir sagen hiermit allen Freunden, Kollegen und Bekannten meines verstorbenen Mannes, des Vergoldcrs Waldemar Harma»« unseren herzlichsten Dank für die Theilnahme, welche dem Verstorbenen von allen Seiten bei der Beerdi- gung zu Theil wurde. Ebenso Herrn Prediger Wachsmann unfern Dank für die trostreichen Worte am Sarge des Dahingeschiedenen. Maria Harrnarnt. 455] Max Harrnann als Bruder. Mi HmDlilslbmil am Tage der Mahl befindet fich Dernminenttrasse 60, Restaurant„Nordstern". ________ Da» Wahlkomitee. Soeben erschien: Mr. 37 des „Wahren Zu beziehen durch die Ztmmerstraße 44. Jakob", Grpeditiv» d. Kl, Schweizer-Garten. Am Königsthor.— Haltestelle der Ringbahn.— Am Friedrichshai«. KroßeWähter-HersammlulH fe Ktl (Der für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis am MHWoch, den 29. August er., Abends S w in der Tonhalle, Friednchstraße 112. Tages■ Orduuug: und fies oct ä�«iDen i kr € �<4, wl Die bevorstehende CrsahWah! im 6° Kerlmer Reichs ÄZ 415 Wahlkreis. iRefereut: Herr Stadtverordneter Kunert Der Einberufe� i*»« Ertra- Darstellung«. Familienfest. Mittwoch i Theater-Vorstellung. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Abends: Große Illumination, Kinderfacketpolonaise. elektrische Ketenchtnng. Alles Nähere die Anschlagsäulen. Soeben erschien: Die�amöststcheRevoluti� Von W. Bios. Heft 3. Preis 80 pfg. Zu beziehen durch die Erxeditiov de»„Kerl. Dolksblatf, Zimmerstraße 44. Wiadervarkaufarn Rabat«. Alle Freunde und Bekannte von N.-O. Berlins mache ich darauf aufmerksam, daß ich dafür Sorge getragen habe, daß das Wahl« ergedniß vom 6. Reichstagswahlkreis auf dem schnellsten Wege hier einttifft.[459 ----"~m r. 22. •IHaugk, Wcinstr. Allen Freunden und Bekannten empfehle mein Meist- und Hayerischbier-Fakai. Frühstück-, Mittag» und Abendtisch nach Auswahl. Pfister-Carl, am Mariannenplatz, Waldemarstt. 61. Liter Echten Norkhanser x 80 Pf., im Restaurant von Emil SöHl, Frankfutter Allee 74. [323 Tüchtiger Gelangt hrer sofort gesucht von einem Äännerchor. Adressen unter M. N. in der Expedition d. Bl.[459 Eisen, solid, dillig, gestrichen MOilkaata«.•*, ,369 Carl»Liier, Zimmerstr. 63. # Natur-% % Weinet Mm, 10 lull, 1 Stand, vollj Mark, Bettfedem, lt Länge und Breite, nur 1 von 35 Pf. an, ver kaust allein die Bettfedern-Engros-Handluna 1. Gl......... eschäst Kottbuaaratraaaa 4, parterre. 2. Geschäft Brunnanstraaaa 139, 1 Tr. ;ut Auswahl stehen 23 Sorten Federn. Billigue «»»asouell» für Händler. IOCq A Gr. Versammlung Posamentlere«. Kerufsgen. am Mittwoch, den 29. August, Abends 8% Uhr, im Hönigstabt-Kastno, Holzmarktstr. 72. T a g e s- L r d n u n g: Bericht der Kommission über die Verband- lungen mit den Ardeitgebern.[460 Das Erscheinen aller Kollegen ist Pflicht. _ Der Einbe rufet. Preußische Lotterie. äüboi, Spiegel und PfrsterWfS! Wl M„ ZU Ä" eigener Fabrik wegen Erfpamng der billig firumiruh f äffe Ä8. Sacer und prriranf nur H-s ri Zahlung nach U e b er ei n t»0�-� Mhrr, 5 »Uin« Wohnnno.«.„ � Ä�°�ü N.) billig und elegant, alle Räume �eis'?'? 1 Luft, großer Hof, destebenS aus 1, JL#''aesL l" Stuben nebst Zubebör, an anständige w> w Oftober zu vermiethen. üdrrbrraerSr. 51- ZC 5.75.'.. 3,00. 1,50,'.4 75 Pf. per I Klaffe. Zu baden Granionburgerstraße 4S im Zigarren- Geschäft._[457 18 Mark elegakte Eil:sklmlltl«s-Avjöge 7 Mk.»leg. Ktoff-ö-le« Mob» 88. st Mk. Anaben-Atost-gol'»«. Sk elegante Winter-palrtot» oi'- 18 Oollfntter. mit 4 Mk.»eiste«od b-nt» Weste«. 0 Mk. Knaben-Ktofs-AnsSge. 15 Mk. Ktndenten btolf- Anzüge. Ä5 Mk. Herren Ktofs jruiSgr. 35 Mk hochelegant» Hammgar«- Anrkge. IL Mk. elegante Kchlafröcke[456 Gebr. Neustadt, Jerusalemerstr. 41. Einzelne t! Kopha�ezüge' in yips, H amast und f««W", für die Hälfte!, Kmil Lefevre,»■ 68, 3( Ks Arkeitsmarsit . Wen, Meister.. 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Lokales. juj auapi ouTtn ouiicuun»»VI... ju zteichstagswahlen nicht erlaffon, die Wodlberechngien ljiben wit entsprechender Legii mation zu verseben, uni in �7'thaften Fällen ihre Identität nachweisen zu können. Ge- ItS v von Vormittays 10 bis Nachmittags 6 Uhr in tüniahldezirken. Die Wahllokale find durch öffentliche An- . MWng des Magistrats bekannt gemacht, wer in Zweifel Wahllokal ist, kann stch von dem Vorsteher seines 6iü>Mk Auskunft erholen. Der ganze Wahlkreis umfaßt die S«i%tfe 218-278, 285-326 und von dem Stadtbezirk 282: zj.»d«ufer. Friedrich Karl Ufer und Jnvalidenstraße 80—83. �m-u�'�ten find fich gegenüber gestellt: Standesbeamter "'-'------- gen bl« Kloß. H � J* UIIV VCV v------- o&ejt von den Sozialdemokraten.- Em kur«r über die WandluMN der Part e i v c r h a lt niUe WS kreis 8Ä WMMMUUW ©ajuije-sjeupia) mu UVV» v...... KUier den konservativen Kandidaten Krupp(348 Stimmen). für �°iialc>emokraten spalteten fich: für Jacodi stimmten 1182, bis 2tQU 82 Wähler.— Drei Jahre später machte sich bereits k. anwachsen der sozialdemokratischen Partei sehr fühlbar: k)-i.??ienclever wurden 2523, für Schulz e- Ij«b$ i ch 4028 Stimmen abgegeben: es mußte Stichwahl �l�den, in welcher Schulze mit 9318 gegen 6019 Stimmen errang. Bei der Nachwahl in demselben Jahre— �ie>Delitzsch war gleichzestig in Wiesbaden gewählt und die Wahl dort an— ging der' fortschrittliche Dr. Banks �er 7000 Stimmen als Sieger aus der Urne. Erst im 1877 gelang es den Sozialdemokraten, ihren Kandidaten »J-? clever durchzudringen. Derselbe siegte mit 9569 Stim- Dr. Banks(6856 St.) und Borsig(2280 St.). Jijrfi wurde damals für ungiltig erklärt und bei der M, oisi gelang es den Sozialdemokraten wiederum, Hasen« 6rk( c gegen Ludwig Löwe zum Siege zu verhelfen. Z"« erhieU 12751, letzterer 11650 Stimmen. Der Reichstag )l», bekanntlich bereits ein Jahr später ausgelöst. Bei der iswvahl gaben die Fortschritller für K l o tz 20 909 Stimmen »>» c? ffcgten damit über Hasenclever, welcher 15 690 Stimmen Ä sich vereinigte. Zum ersten Male �" —''-—'J" ooo GC, liAiS? ucrernigie. ou». tauchten jetzt die Cdris? k2*Mai auf, welche 828 Stimmen abgaben. Für den Kon. z�nven Hoppe stimmten damals nur 639 Mäkler.- Nach Ör b« vrnjahngen Legislaturperiode gelang es den Fort« kellern, noch einmal m der Haupt, und Stichwahl durchzu- Sie gaben in der Hauplwahl für K l o tz 18 911 Slim- M■* 1A-• �—»»— r----!... .,• rilu5""y i**«.......— »die Zahl der sozialdemokratischen Stimmen plötzlich r�ngröße an. Im Jahre 1884 erlangte im �a'i>rl,.-?"blgange keiner der drei Kandidaten die !3762®: Hasenclever erhielt 24 258, Klotz Ig C und Dr. I r m e r(kons.) 12 801 Stimmen. Stichwahl brachten die Sozialdemokraten mit 24 465 fttil!?cn d�s Mandat an fich. Hasenclever lehnte jedoch ad, >>. � dag Bieslauer Mandat annahm, und so mußten bei der die Parteien noch einmal ihre Kräfte messen. Be- 7 -- 1,114 i»»* x»»im.i..*..... glänzender—. —*- Auch drei Jahre später, im Jahre 1887, gelang es „.giif5} �tjw� bemokraten, ihren Kandidaten Hascnclever mit 30 453 hrf�V®!('ttis�l? ium Siege zu dringen, während für Dr. G r e l l i n g 1. JmSPl U 760 und für H o l tz(kons.) 16836 Stimmca ad- ge � ci,s. c. wurden.— Die Zahl der Wahlberechtigten hat fich in "! Affigen Wahlkreise in den letzten zehn Jahren fast ver- k": un Jahre 1878 waren 48 062 Personen stimmberechtigt, n>vl>r»°?cn Jahre dagegen schon 86 323 Personen. Es muß iuiia Phöben werden, daß in diesem Wahlkreise die Betheili- jeher eine sehr lebhafte war. Der Prozentsatz der 'wfe1 Stimmen betrug 1878 79,9 pEt; 1881 70,2; t g» Noen �"nd 1887 68,64 pEt.— Hoffentlich werden auch % F jltvnr, Wühler nicht vergessen, daß es stch um die Aus« We höchsten politischen Rechts des Staatsbürgers, um sW�rJung der Wahlpflicht handelt, und daß Wilhelm teh� chr_ unbedingt fiegreich aus dem Wahlkampf hervor- ***** dt täf®3S Amerikanische Verbrecher- Verwegenheit. lxi-s Denn es der Spitzfindigkeit amerikanischer Advokaten- no� gelingt, einen Aufschub zu erwirken, so ßbi. f�ngs September in ColumbuS, der Hauptstadt von *,,,' chn Verbrecher am Talgen enden, dessen Laufbahn KWÄSNZ in so geschieht et, um ihnen gleichzeitig emen i lrck ~~L" Justizwesen zu eröffnen J.»"7«v7«*|*�y�'v|v.* o—"—II----- l1® �clgc am großen Eriesee im Norden von I,-cvelnnb W in weitem Umfange die stolze Stadt S, ist c"*- Vor sechzig Jahren 4000 Einwohner zäh- ' bl« heute auf 250 000 angewachsen, wovon '* 1 der fünfte Theil Deutsche, dabei auch viele V :kM kjA find. An fünfte Theil Deutsche, A h w*"«wer der belebtesten Straßen der Stadt befindet Hier t. �efige Pelzwaarenladen von Benedikt und Ruedy. >ub�d am ftühen Morgen de, 29. Januar 1887 em tzKMMMs �°chen ,----- A/ v*v*' D- 1---/ r (im Mensch" Raub in Sicherheit gebracht spürte. ,. ohne Erst am 1 o? tourVil v 61,008 davon hörte und ftfifink•? �ficbstahl entdeckt. heu Veftür,,'""i der hier operirt worden, erregte un- V'NS Sofort wurden die umfassendsten Maß- 'Amben r.i �csetzt, um der Diebe habhaft zu werden. luy ewige Spuren. Ja der nächstfolgenden Mittwoch, de« 2». Aug«» Deutsche Aunwanderer senden der„Berl. Ztg." ein langes, aus New-Dork dalirtes und mit zwanzig Unterschriften versehenes Schriftstück, in welchem über die Behandlung, welche die Zwischendecks-Paffagierc während der Ueberfahrt zu erdulden hatten, bitter Klage geführt wird. Wir geben aus dem Schriftstücke folgende Stellen wieder: Wir fuhren am 25. Juli d. I. von Hamburg mit dem Auswanderer- Dampfer„Polynesta", Kapitän Kühn, ab. W:r hatten Alle den Kopf voll von den Anpreisungen der Agenten, betreffend die bequeme Einrichtung des Zwischendecks, die sogar durch Abbildungen auf den Reklamekarten erläutert war. Jeder Paffagier sollte eine eigene Bettstelle, eine Matratze und Kell- kissen bekommen; einigen sollen auch die Agenten mündlich ver- fichert haben, daß fie Bettwäsche und Handtücher bekommen sollen. Alle diese schönen Träume zerrannen, sobald wir auf das Schiff kamen. Durch eine auf einer steilen Freitteppe zu erreichende enge Luke preßtm wir uns hierdurch, um auf einer gefährlichen Treppe ins Zwischendeck hinabzusteigen, wie in einen Keller. Wenn das Schiff schaukelte, was während der ganzen Fahrt geschah, denn wir hatten kein ruhiges Wetter, so verging nicht ein Tag, daß nickt bei uns, in der Männerabtheilung einige die Treppe heruntergestürzt wären. Beulen und blaue Flecke gab es in Fülle. Die Bettstellen waren in zwei Etagen angeordnet und bestanden aus roh gezimmerten Kasten, je zwei für zwei Personen nebeneinander, so daß also vier Mann in jeder Etage schliefen. In den Bettstellen, deren Boden aus un- gleichen Brettern bestand, lagen die angepriesenen Mattatzen und Keilkiffen. Die Matratzen waren ganz gewöhnliche Strohsäcke, aus dem ordinärsten Stoff gearbeitet und mit einer Handvoll Stroh gefüllt, das mit jedem Tage zu schwinden schien, so daß wir zuletzt beinahe auf bloßen Brettern schlafen mußten. Die Keilkissen waren Säckchen, etwa von der Größe der bekannten Kräutei kissen, aus demselben Stoff wie die Sttohsäcke und ebenso gefüllt. Als wir uns etwas an die Dunkelheit des„gut bc- leuchteten" Raumes gewöhnten, gewahtten wir, daß weder ein Play zum Hinstellen des Handgepäcks und Blechgeschirrs, noch irgend ein Nagel zum Aufhängen der Kleider vorbanden war — Alles mußte in die Bettstellen wandem. Am anderen Tage schwammen wir in der Nordsee und bekamen das„kräftige und gut zubereitete" Essen zu kosten. Eine Reissuppe, die nicht mal nach Wasser schmeckte und ein Stückchen Rindsteisch, zäh wie Sohlenleder, sowie einige Kartoffeln waren unsere Mahlzeit. Selbst den nicht verwöhnten Land rbeitem war das Essen zu grob— aber auf der See bekommt man Hunger— es wurde gegessen. Früh dekamen wir Kaffee, gegen den der Berliner Kasernenkaffee sehr gut ist, und Weißbrot; Abends ein Gebräu, das man Thee nannte und ein Stückchm Schwarzbrot. Sowohl Weißbrot, das an Bord gebacken wurde, wie das Schwarzbrot, das vom Lande mitgenommen war, waren in den ersten beiden Tagen zu genießen, später verdarb das Mehl, das Weißbrot schmeckie sauer, das Schwarzbrot verschimmelte und wurde ungenießbar, wir bekamen dann auch Abends das saure Weißbrot. Mittags wechselte die erwähnte Reissuppe mft Graupen-, Erbsen« und Bohnensuppe; alle waren so zubereitet, daß man mit verbundenen Augen die eine von der anderen nicht würde unterscheiden können. Statt des zähen, frischen Rindfleisches kam ad und zu gepökeltes Rind- oder Schweinefleisch auf den Tisch; dies schmeckte wie die Borsten eines Piassava- besens. Allerdings wurde in den ersten Tagen wenig gegessen — wie gesagt, hatten wir unruhige See und nur wenige Passa- giere blieben von der Seekrankheit verschont. Der Schiffsarzt, Herr Dr. Graf, stieg hinab, um nach den Kranken zu sehen. Ein Passagier bat ihn winselnd um irgend ein Mittel gegen die ent- setzlichen Kopfschmerzen, die ihn plagten.„Bleiben Sie ruhig liegen, so können Sie ruhig sterben," wurde ihm der Bescheid. Sonnabend, den 28., waren wir im Kanal la Manche. Der Wind war recht stark geworden, das Schiff ging auf und nieder und in der Frauen-Abtheilung waren fast alle Betten mit Kranken besetzt. Plötzlich kam eine große Welle von der Seite, das Schiff neigte fich stark und ein furchtbcres Jammern er« tönte in der Frauen-Abtbeilung. Irgend eine hatte geschrien, das Schiff gehe unter. Der Proviantmeister kam herein und beruhigte die weiblichen Passagiere mit den Worten:„Wenn Ihr nicht ruhig seid, werfe ich Euch alle hinaus." In den folgenden Tagen wurde die See ruhiger, die Seekrankheit ließ nach und der Hunger stellte fich auch bei den Frauen ein. Sie versuchten von der Paffagicrkost zu genießen, aber nur wenige konnten fie vertragen— die anderen hungerten. Durch die Seekrankheit, Entbehrung und die schlechte Luft im Zwischen- deck waren viele so abgezehrt, daß man fie kaum wieder- erkannte. Allerdings gab es Ausnahmen in der Frauen- Abthei- lung. Es waren einige Fräuleins an Bord, von der Sorte, die Nacht wurde in einer Vorstadt ClevelandS ein gedecktes Fuhrwerk beobachtet, welches zwei Männer zur Station der Cleveland-PittSburg-Erfenbahn brachte. Sie gaben hier zwei große Kisten auf und kauften sich auf den Nachlschnellzug BilletS nach Allegheny PittSburg. Das mußten die Ver- brecher gewesen sein. Sofort begab sich Polizist Höhn nach Allegheny und nach einiger Mühe gelang eS ihm mit Hilfe der GcpäckkondukteurS der Cleveland-PittSburg-Eifenbahn, einen der Eigenthümer der Kisten aufzufinden; Mac Munn hieß er, die Kisten aber waren leer. Mac Munn wurde ver- haftet und vom Gepäckmeister als einer der Männer erklärt, die ihm die Kisten übergeben hatten. Nach erhaltenem Be- richt sandte die Polizei in Cleveland den Detektiven Hulli. gan nach Allegheny, um gemeinsam mit Höhn den Pelz- räuber nach Cleveland überzuführen. In der Nacht vom 3. Februar sollte der Transport stattfinden. Die beiden Po- linsten bestiegen den Rauchwagen des Expreßzuges der C.-P. Bahn. Um eine Entweichung zu verhindern, war der Räuber an Hulligan angefeffelt. ES war Morgens um 4 Uhr. Der Zug hatte die Sta- tion Alliance erreicht, wo sich die Pittsburg und Fort Wayne- Bahn mit der Cleveland-Pitts bürg Bahn kreuzt. Ein kräf- tiger junger Mann springt vom elfteren auf den letztcrn über, tritt in den Rauchwagen, durchschreitet ihn, wirft stillschweigend einen Blick auf Mac Munn und entfernt sich wieder. Jetzt be- steigen vier Männer den C.- P. Zug, drei lassen fich im Personenwagen, einer im Rauchwagen nieder; der im Rauch- wagen Niedergelassene setzt sich so, daß ihm keine Bewegung der Polizisten entgehen kann. Dem Kondukteur fiel die Sache auf und er warnte Höhn. Dieser trat auf die Männer zu und faßte sie scharf ins Auge. Doch geschah nichts. Der Zug fuhr auf Station Ravenna ein. Jetzt traten die drei aus dem Personenwagen in den Rauchwagen ein, als ob sie hier eingestiegen wären. Sie führten Schlagwerkzeuge bei sich und waren mit Revolvern gut bewaffnet. Da plötz- 3. Iahrg in Berlin»ur Genüge bekannt ist, namentlich auf dem Molken» markte— fie gingen immer auf Deck spazieren.— Diese Fräuleins bekamen jeden Tag Essen vom Offizierstisch. Die übrigen Paffagiere wurden von der Bemannung behandelt, als ob fie nur aus Milleid auf dem Schiffe geduldet wurden; die sprich» wörtliche Grobheit der Matrosen offenbarte fich auch hier in ihrer ganzen Größe. Gegen das Ende der Reise wurde es in dieser Hinficht um eine Kleinigkeit besser. Tie männlichen Paffagiere wurden aber noch immer mit„Du" und„Ihr" angeredet und im Unteroffl'ierston angeschnauzt. Noch einige Worte über die sanitären Verhältnisse an Bord des.Hamburger Auswandererschiffes. In den ScklafrSumen hcnscht während der Nacht eine Luft, in der es ein Wachender nicht eine Viertelstunde lang aushalten könnte, wenn alle Luken geschlossen find. Im Schlafraum ist Platz für zwei Personen, die fich in einem mit Seewaffer gefüllten Trog waschen können. In demselben Trog werben die Eßgeschirre und schmutzige Wäsche gewaschen. Die Schiffsapotheke scheint auch nicht reich versehen zu sein, da gegen Bauchschmerzen und Zahnschmerzen dasselbe Mittel gegeben wurde. Wir schließen unfern wahr» heitsgetrmen Bericht mit dem dringenden Rath an alle Aus« wandcrer, die Hamburger Schiffe zu meiden und fich durch die Lügen der Agenten nicht kirren zu laffen. Nach Aus- sagen von Leuten, die bereits mehrere Male gereist find, soll es auf den Schiffen des Norddeutschen Lloyd in Bremen besser sein. Die Kefördrrnng der Arbeiter mittelst der Eisenbahn giebt noch fortwährend zu Klagen Veranlassung. Zwar find die dilligen Wochenadonnements eine wesentliche Erleichterung für den Arbeitsveikehr, oder doch mindestens eine Verbilligung gegen früher, aber damit glaubt mm auch seit.ns der Bahnvcrwaltung alles gethan zu haben. Was zunächst den Stadt- und Ringbahn- verkehr betrifft, so find die um die Feierabendstunden dort ver« kehrenden Züge mit Arbeitern überfüllt. Streckenweise, so z. B. auf der Strecke Friedrichsberg— Viehhof— Weißensec— Gesund« brunnen unv Wedding findet man um diese Zeit selten ein Koupee, das mit weniger als fünfzehn Insassen gefüllt ist; das Gleiche gilt von den von Westend um diese Zeit nach der Stadtdahn fahrenden Zügen, doch mildert fich hier der Andrang einigermaßen. Da diese Züge in Zwischenräumen von zwanzig Miauten fahren, während au« dem Nordring die Züge nur all« stündlich passtren. Dieser Zustand ist abgesehen von den sonstigen Nachtheilen für den Verkehr; einfach eine Ungerechtigkeit gegenüber denjenigen Arbeitern, die ihr Abonnement bezahlt und damit das Recht erworben haben, eine den Vorschriften des Eisendahn- Reglements entsprechende Beförderung zu verlangen. Wir find in unserem Stadt- und Ringbahnverkehr längst daran gewöhnt� über eine gelegentliche;! Ueberfüllung der Wagen hinwegzusehen» aber in der letzten Zeit ist dieser Uebelstand für die vorbezeich» neten Strecken und Zeiten geradezu zur Norm geworden und da leider die zunächst betheiligten Interessenten gegen diesen Zustand nicht opponiren— man sieht hier wieder den revolu» tionären, widerspruchsvollen und aufsässigen Geist unserer Ar» beitcr!— so droht das Uebel immer weiter einzureißen. Ebenso wenig rückfichtsvoll werden die Interessen der Arbeiter beim Vorortverkehr behandelt. Die Verbindung zwischm Berlin und Johan isthat an der Görliyer Bahn ist eine leidlich ausreichende; durchschninlich gehen stündlich zwei Züge, der eine nach der Stadtbahn, der andere zum Görlitzer Bahnhof. Seit Jahren hat man um die Anlegung einer Haltestelle gebeten in der Nähe des Punktes, wo das zur Stadtbahn führende Geleife stck von dem Geleise der Görlitzer Bahn abzweigt. Vergehens! In diesem Jahre ist sogar nach Anlegung des neuen Rangirdahnhofes in Johannisthal die bisherige Haltestelle in Kanne eingegangen. Von Johannisthal aus find zahlreiche Arbeiter nach Berlin auf der Eisenbahn abonnitt. Ein großer Theil der Leute wohnt in Treptower Ablage, einer Anfiedelung südlich vom Bahnkörper, aber weit vor Johannisthal. Der Weg von dieser Anfiedelung— es gehören beiläufig bemerkt fiebzehn große Wohnhäuser, darunter mehrere dreistöckig, zu derselben— bis zum Bahnhofe Johannisthal ist bei gutem Wetter etwa in 30—40 Minuten zurückzulegen, aber bei Regen und Schnee nur schwer passtrbar, denn eine solide Befestigung durch Pflaster» steine ist ihm von der Stelle an, wo er von der Chaussee ad- biegt, unbekannt. Nahe an diesen Häusem führen die Züge vorüber; die dort Wohnenden aber müssen bei Frost und Hitze diesen schauerlichen Weg zurücklegen, vor und zum Bahnhof. Eine Minute Haltczeit würde genügen, täglich mehreren Hundert Menschen je eine Stunde unnützen und müh- feligen Weges zu ersparen. Wenn beim Vorortverkehr aber nicht einmal so viel Rückficht genommen wird, daß solche gewiß gerechtfertigte Wünsche der arbeitenden Bevölkerung defriedigt werden, dann kann man stch eine gewisse Mißstimmung derselben lich hört man eine« dumpfen, Knochen zersplitternden Schlag, die Lichter werden ausgelöscht, dann Revolverschüsse, ver« zweifelndes Hilferufen, heftiger Kampf, ängstliches Stöhnen, Stoß und Schlag. Mir gespanntem Revolver wird auf der Plattform Jedermann der Zutritt verwehrt. Nach wenigen Minuten Kampf wird Hulligan aus dem Wagen geschleppt, Mac Munn von ihm losgelöst. Darauf, geschiitz' von tiefer Dunkelheit, verschwindet dieser, geleitet von seinen Befteiern. Hulligan liegt betäubt und von Blut übersttömt auf der Plattform der Station und Höhn, tödt- lich verletzt, den Kopf zerschlagen, aus drei Schußwunden blutend, im Wagen. In diesem befanden sich noch zwei Passagiere, verkrochen fich aber in der Angst unter die Stühle, und ehe da» Zug- personal zu Hilfe eilen konnte, war alles vorbei. Jetzt hatte die Polizei eine neue Aufgabe. Aber lange konnte mau keine Spur der Verbrecher auffinden. Erst Ende Juni gelang eS, der drei verwegenen Befteier: Morgan Blinky, John Conghlin und JameS Robinson habhaft zu werden. Von Mac Munn aber hat man nie wieder etwas gehört. Der Polizist Hulligan war wenige Tage nach dem Ueberfall feinen Wunden erlegen; der kräftige Höhn aber erholte sich nach langer Krankheit gegen alle Vor- aus ficht. Der Prozeß gegen die drei Mörder wurde vor dem Schwurgericht in Ravenna geführt, begann am 11. Oktober 1887 und dauerte für Morgan bis am 2. November, für die übrigen bi« Mitte Dezember. Die Theilnahme des Publikums war eine ungeheure. Um einen Sitz zu ge« winnen, gingen viele schon zwei Stunden vor der Sitzung ins Gerichtshaus und nahmen sich ihr Mittagessen mit. Eine Unzahl von Zeugen wurden abgehört und da der Prozeß für jeden der drei Verbrecher separat geführt wurde, wiederholte sich manches. erklären. Tie frühere Privatverrvaltung der Göclitzer Bahn harte die Befriedigung der Berkehrsbedurfniffe gerade in dieser Gegend und zwar von Berlin bis Grünau in umfangreichster Weise geplant. Es waren besondere Dampf- Omnibusse auf dieser Strecke zeitweilig im Betriebe. Ein dcstnitives Betriebs- resuttat konnte mit denselben nicht erzielt werden, denn die da- malige Bahnverwaltung kam mit dem Moment von all' diesen Versuchen zurück, als die Verstaatlichung der Görlitzer Bahn in Gang kam. Mit der Verstaatlichung aber hat jede Ver wirklichung der damals geplanten Vervollkommnung aufgehört und das trägt zum guten Renommee der staatlichen Betriebs- Verwaltung nicht bei. KistKo der Arbeit. Allen Bestrebungen der Arbeiter, ihr Loos zu einem menschenwürdigen zu gestalten, mochte es sich nun um einen in Szene gesetzten Streik oder um einen gütlichen Vergleich mit den betreffenden Arbeitgebern handeln, wurde nicht nur seitens der Arbeitgeber, sondern auch größten- lheils seitens der Kapitalistenpreffe mit dem Bemerken entgegen- getreten, daß es bei der heutigen Geschäftsflaue nicht in der Möglichtest läge, den Lohn der Arbeiter aufzubessern; ja, daß man sogar gezwungen sei, denselben noch herunterzuschrauben, da das Ristko der Arbeitgeber zu groß wäre, wohingegen der Ardester, der bei Vollendung der Arbeitswoche seinen Lohn vom Arbeitgeber erhalte, einem solchen nicht ausgesetzt wäre und so- mit um vieles besser gestellt sei, als der Arbeitgeber. Daß diese Behauptungen, mögen fie nun in Unkenntniß der Lage der Arbeiter oder mit Wissen der betreffenden Herren, um das Publikum zu täuschen, aufgestellt sein, grundfalsch find, weiß jeder, der mit der heutigen maschinellen Produktion ver- traut ist. Zweck dieser Zeilen ist es nun, nicht nur zu beweisen, daß ein solches Rifiko vorhanden, sondern daß dasselbe weit größer als das der Arbeitgeber ist, da es fich bei letzterem nur um einen Bruchtheil des Verdienstes handeln kann, während der Arbeiter Leib und Leben einsetzen muß. Ich lade alle, so schreibt uns ein Arbeiter, welche dieses bestretten, zu einem Gang durch ein beliebiges Krankenhaus ein. Wir betreten dort einen Saal, in welchem fich vielleicht ein Dutzend Kranke befinden, und gleich beim ersten Bett werden wir uns durch die ange- brachte Karle überzeugen können, daß wir es hier mit einem Rifiko der Arbeit zu thun haben, denn der detreffende Kranke ist ein Steinträger, welcher fich bei Ausübung seiner Arbeit einen doppelten Bein- und einen Armbruch zuzog; ein Monate langes �chmerzenslager und die Entlassung als Krüppel ist die Folge. Im zweiten Bett finden wir einen fich vor Schmerzen windenden, am ganzen Körper mit Tüchern eingewickelten Arbeiter, welcher bei der Zubereitung von Kalk in die offene Grube gefallen ist; der Arzt hat ihn der der Morgenvifite aufgegeben und nach drei Tagen wandert er hinaus auf den Friedhof. Im dritten finden wir einen Maler, welcher bei einem Sturz von der Leiter eine schwere Kontufion am Kopfe dar on trug. Im vierten den Hausknecht einer Wein- Handlung, welcher die Dummheit dePnz, statt den Wein zu trinken, rhn auf Flaschen ziehen und werter befördern zu wollen, bei welcher Gelegcnh.it er fich durch ein herabfallendes Faß einen Schienberndruch zuzog. Im fünften ein Arbeiter, der beim Her- aufbcfördern von Lauen mittelst eines Fahrstuhls durch einen herabfallenden schweren Gegenstand am Kopfe verletzt wurde und eine Gehirnerschütterung davon trug; eine auf längere Zest anhaltende Verminderung der Geisteskräfte, wenn nickt völlige Geistesumnachlung ist sein Lohn. Im sechsten ein Kutscher, der durch den Schlag eines von ihm geführten Pferdes einen Bruch der Kniescheibe erhielt; ein steifes Bein ist die Folge. Und so geht es fort von Bett zu Bett, von Saal zu Saal— hier der Bauarbeiter mit zerbrochenen, dort der Maschinenarbestcr mit zerquetschten und abgerissenen Gliedmaßen; im nächsten Saal der hodlwangige Fabrikarbeiter, keuchend und nach Luft ringend, den Stempel des Todes auf der Stirn tragend; überall, wohin man steht, gräßliche Verstümmelungen und fichtbarc Leiden, und da möchte ich die Herren fragen, ob fie wohl im Angeficht so vielen Elends noch den traurigen Muth haben, das Rifiko der Arbeit wegleugnen zu wollen. Pom Dache de« neue» Polizei- prästdialgebiinde» am Alexanverplay genießt man, wie die„Slaatsb.-Zlg" schreibt, einen interessanten Ueberblick über einen großen Theil der näheren Umgebung und namentlich über den ledhasten Straßen- verkehr auf dem naheliegenden Platze mit seinen zahlreichen Zweigstrahen Eine über mannshohe Balustrade mit Traillcn aus künstlichem Sandstein, innen hohlem Zementguß, die der Witterung besser widerstehen sollen, als natürlicher Sandstein, schließt die Dachfläche ringsum ab; fie steht auf einem kolossalen Sandsteingefims von echtem Material, welches mit mehrfarbigen Terrakotten ornamentirt ist. Die Aufbringung der kolossalen Sandsteinblöcke, die je 20— 2S Zentner gewogen haben, und die Verlegung in einer Höhe von ca. 25 Meter war eine der schwierigsten Arbeiten des ganzen Baues; glücklicherweise ist fie bei der sorafälltgen Uederwackung ohne Unfall von statten ge- gangen. Ein Kuriosum hat fich bei der Submisfion für die Ab- deckung dieses Gefimies mit Ble. platten ergeben; der Unternehmer, welchem schließlich als dem dilligsten der Zuschlag ertheilt wurde, hatte nicht derückfichtigt. daß auch die auf der Oberkante des Gefimses stehenden Akrolerien mrt Blei abgedeckt werden sollten und daß diese Abdeckung in dem abgegebenen Preis für das laufende Meter mit einbegriffen war, so daß er jetzt die Blei- decke für die Alroierien, die noch dazu mit der des Gefimses verlöthet werden muß, umsonst zu machen hat, ein Schaden, der bei der großen Zahl der Akroterien(3 bis 400) nicht unbedeutend ist.— Die ganze, fast unübersthbare Dachfläche selbst Als Eigenthümlichkeiten des amerikanischen Gerichts- Verfahrens bezeichnen wir folgende: 1. Zu einem giltigen Urtheile ist Einmüthigkeit der Ge- fchworenen erforderlich. 2. Ein Verhör des Angeklagten findet nicht statt. Der Staat ist gehalten, die Schuld durch Zeugen zu be- weisen. 3. Wenn der Angeklagte mittellos ist, so fallen die .Kosten der Anklage und der Zeugen, der Stenographen zc. dem Staat, diejenigen des Gerichts und der Vertheidigung dem County zur Last. 4. Der Vollzug eines TodeSurtheilS findet erst 120 Tage «ach der Urtheilsfällung statt. Die Gesammtkosten des vorliegenden SttaffalleS waren ganz riefige und haben die Summe von 100 000 Fr. weit überstiegen. Das County, in dem Ravenna liegt, war nach- malS in der That auch genöthigt, ein Anlehen zur Deckung feines AntheilS aufzunehmen. Die Honorare sind fteilich danach, und wenn die Herren Advokaten, welche per Tag 500 Fr. erhielten, sich nicht sehr beeilten, so ist daS er- Sämmtliche drei Angeklagten wurden schuldig befunden und zum Tode durch den Strang verunheilt. Deren Vertheidiger stellten sofort KasiationSbegehren, für Morgan Blinky ohne Erfolg, wohl aber für die beiden übrigen, denen es gelungen war, zahlreiche Zeugen für ein Alibi aufzutreiben. Conghlin ist seither definittv steige- fprochen worden und Robinsons Fall ist noch schwebend. Aber auch er dürfte entlasten werden, obschon Polizist Höhn sämmtliche drei mit aller Entschiedenheit zu erkennen behauptete.� � Pelzwaaren gekommen sind, wo sich Mac Munn aufhält, wer seine Genosten sind, wird die Zukunft vielleicht noch an den Tag bringen. Doch bezweifeln wir eS. ist mit Holzzement gedeckt, einer Bedachungsart, die bei ihrer starken Kiesdedeckung und geringen Dachneigung ein dcqucmes Begehen ermöglicht Zahllose kleine und größere Schornsteine, mit zinkbedcckten Adzugskappcn versehen, ragen aus dem Kies- felde bervor, welches durch die einzelnen Lichthöfe in mehrere Abtheilungen zerlegt ist. Diese Lichthöfe gewähren einen Ein- blick auf eine einfach gehaltene Architektur in rothen Backsteinen, die dem Charakter des Gebäudes entspricht, und bei der die Hauptrückficht in dankens- und nachahmungswcrther Weise auf Erzielung möglichst großer Fensterflächen, also auch möglichst Heller Bureauräume genommen ist. Der südliche Flügel enthält die Gefängnißräume, er ist von oben bis unten nach Art aller neueren Detentiorwbauten durch einen Mittelkorndor getheilt, der einen Ueberblick über alle Elogen gestattet und nur auf seitlichen Galerien begehbar ist. von denen aus man in die Zellen tritt. Der zwischen den östlichen Flügeln gelegene tzof ist überdacht, um einen Aufenthalt bei jeder Witterung zu ermöglichen. Auf der nach de: Stadtbahn zu gelegenen Seite baut man gegenwärtig noch an niedrigeren Pferdestall- und Remisegcbäuden, welche die„Grünen Wagen" und ihre Gespanne aufzunehmen bestimmt find. Eine wohlthuende Abwechselung inmitten der weiten Dachfläche gewährt ein zierlicher Bau von Eisen und Glas: das Dach über dem Hauptdurckgang von Westen nach Osten, die Hauptaxe des Gebäudes. Es galt hier eine Fläche von 14 Metern Breite und 60 Metern Länge in einer Höhe von 25 Metern mit einer schützenden Glasdccke zu überwölben, eine Aufgabe, die mit gleich großer Sicherheit und Eleganz ge- löst ist. Wenn man von unten hinaufschaut, glaubt man gar nicht, daß so zierliche Eisenstäbchen die Glasplatten zu tragen vermögen und auch noch im Stande sein sollen, Wind und Schnee Widerstand zu leisten. Sehen wir uns den Auf- bau des Daches von oben an, so leuchtet uns allerdings ein, daß eine so geschickte Verwendung der Eisentheile einen Zweifel an der Stabilität nicht zuläßt. 13 zierliche Sichelträger überwölben in elegantem Bogen den unteren Raum, auf ihnen ruhen die r-fönnigen Dachbinder, welche die Rähme und Sparren des Daches tragen, alle in kleinsten Trägerquerschnstten. An den Schmalseiten unterstützen zwei Halde Träger und an den Graten stärkere Querschnitte die Konstruktion. Aus den adge- walmten Flächen wächst sodann in ebenso zierlicher Weise die aufgesetzte höhere Laterne heraus, ein Dach über vem Dach, welche die Lichtfläcke vermehren soll und durch eine ringsherum- laufende, schmale Galerie zugänglich ist. Unter den Glasscheiden find überall verzinkte Drahtgitter angebracht, welche beim Zer- brechen einer Glasscheibe die unten Pasfirendm vor dem Herab- fallen der Scherben schützen sollen. Di« HansWirthr fühl«« stch. In der Bellealliance- sttaße, wert draußen am Kreuzberge, liest man an einem Hause folgende Wohnungs-Ankündigung:„Vier Treppen hoch zwei Stuben und Küche für 366 Mark an einzelne Leute." Für diesen hohen Preis also auch noch Bedingungen! Di«„Jagd nach dem Glück" durch di« preußisch« Klass«ul»tt«rir ist jetzt wieder im besten Schwange. Der Termin zur Erneuerung der Loose zur ersten Klaffe der künftigen Lotterie ist mit dem 27. d. M. abgelaufen und von allen Seiten werden die Lotteric-Kollettcure bestürmt, welche darauf hoffen, daß einzelne Spieler die Frist zur Erneuerung ibres Looses unbenutzt verstreichen laffen. Fast ausnahmslos erweist fich diese Hoffnung als eine trügerische, denn für die wenigen Loose, welche elwa frei werden, haben fich schon zahlreiche Käufer noch während der Ziehung der vierten Klaffe gemeldet. Die vor etwa Jahiesfrist eingetretene Verdoppelung der Loose hat dem verbotenen gewerbsmäßigen Handel mit Loosen seitens unde- rufener Dritter so gut wie nichts geschadet, denn öffentliche Anzeigen, in welchen Loose zur ersten Klasse mit recht erheb- lichem Aufgeld zu laufen gesucht werden, finden fich heute fast noch zahlreicher als früher. Zum Theil erklärt fich der Mangel an preußischen Loosen freilich aus der jetzt wieder schärferen Handhabung der Sirasbestimmungen gegen das Spulen in auswärtigen Lottenen, wodurch die Zahl der Bewerber um preußische Loose natürlich vergrößert wird. pun hat K«rlin amtlich sein«rst«« Bergwerk. Der Windmühlenberg ist abgetragen worden, der Krcuzberg wird in einen Park verwandelt, die Bergstraße zieht fich, ein Hohn auf ihren Ramen, auf flacher Strecke hin— alle Punkte, die etwa die Möglichkeit andeuten könnten, daß in Berlin selbst etwas wie ein Gebirge ausschauen könnte, haben uns schnöde irrege- führt, und doch haben wir nun unser Bergwerk. Es ist amtlich und unter Beobachtung aller Formalitäten als solches erklärt worden. Das königliche Oderdergamt in Halle a. S. hat ver- fügt, daß bei dem biefiaen Amtsgericht das Soolquellen Berg- werks Eigenthum des Admiralsgartendades eingetragen werde. Da ein solches Grundbuch bisher in Berlin nicht cxistirt, so muß es demnach eigens angelegt werden und das Admiralsgartendav bekommt Fol.!.-- Es ist, als die Nachricht von der Er- bohrung der Soolquellen zuerst auftauchte, viel über die Sache gescherzt worden, auch an dieser Stelle. Selten haben wir uns mit größerem Vergnügen zu einem Jrrthum bekannt, als in diesem Falle Die Thatsachen eben reden, die Quelle fließt, jeder Vo. übergehende kann stch von ihrem Salzgehatt über- z ugen, die Analyse des Professor Fresemus stellt sie hoch, und A�rztc von Ruf, wie Profeffor Hcnoch, empfehlen fie. Auf eine Besprechung der einzelnen Bestandtheile kann an dieser Stelle nicht eingegangen werden, auch nicht, welcher arideren Soolquelle sie wohl am ähnlichsten sei. Für Berlin kommt es in diesem Momente nicht darauf an, im eigentlichen Sinne des Wortes Soolbad zu werden. Es hat nicht den Ehrgeiz, anderen Bädern Konkurrenz zu machen, es ist auch gar nicht im Stande, das zu bieten, was vielleicht dem Patienten mindestens so wohl thut, wie des Baden, die abso- lute Ruhe, die Adgeschioffenheit. die frische und reine Luft. Aber etwas anderes kann die Soolquelle des Admirals gattenbades, fie kann fich als ein verbindendes Glied zwischen die Badekuren schieden, fie kann die Kontn.uität aufrechter halten, fie kann für die Zeit, in der man nicht ins Bad gehen kann, ein vortrcff- licher Ersatz sein und fie wird namenttich von denen mit Freu den begrüßt werden, deren Mittel es ihnen nicht gestatten, Berlin zu verlassen. So stark soll die Quelle fli ßen, daß man, wenn erst alle Einrichtungen vollendet sein werden, in der Lage sein wird, etwa 1000 Bäder pro Tag zu geben.-- Ist es zu verwundern, daß man angestchts dieser Thatsachen den Wunsch, ja mehr als das, die Hoffnung ausspricht, daß diese erste Heil- quelle, die auf Berliner Boden eroohtt worden, nicht die letzte sein möge. Ein Zufall ist es ja. ein seltener und ein glück- licher, daz man fie just auf dem Grundstücke einer Badeanstatt gefunden, aber doch wohl nicht Zufall allein, Ausdauer und Beharrlichkett, gestützt auf gewiss- wissenschaftliche Anzeichen, haben daran ihren großen Anrheil. Heute ist in dem Berg- werksgrvndbuch Berlins erst eine Seite angelegt. Wenn wir einen Wunsch haben, so ist es der, daß es nicht die letzte bleiben möge. Krokodil««ntschlüpfin last«» ist, da man ein solches Geschäft mit einer gewissen Vorsichl vorzunehmen pflegt, ein Kunststück. Krokodile fangen ist, wenigstens in unseren Breite- graden, ein größeres Kunststück. Das größte Kunststück aber ist unter allen umständen, Krokodile fangen, die überhaupt nicht vorhanden find, und das haben die Hamburger Blätter fertig gebracht. Daß die Reptile schlüpfriges Volk find, gehört nun einmal zu ihrem Wesen, die Geschwindigkeit aber, mit der fie den Bcnchterslatrem Hamburgs aus den Händen und in die Hände glitten, mtt der fie, aalglatt, fich durch die Elbe wanden «M« Polizei amtlich vor dem Baden in der Elbe ge«®J halte, bildete den Geleitschein der Krokodilgeschichte dB die Presse, war das Paßvisum, welches fie legitimi» Der Rixdorfer Junge, welcher die Sparbücke erbrach, f in Hamburg auf die Krokodilenjaad zu gehen, hat Ursache, gegen die Hamburger Polizei klagend vorzugehen, gem» so wie die Befitzer der Hamburger Badeanstalten. Die p-' liche Warnung weckte den Admteurerttieb in der Brust_ Rix dorfers, fie war es auch, welche die Badeanstalten vcrod« ließ. Und nun ist die ganze Geschichte doch nicht wahr. „Hamb. Fremdenbl." weiß noch, daß es fich um eine heuchleni* Krokodilenbrut handelt, da die Polizei diesmal das PubläB genarrt hat. Es find allerdings in Hamburg 37 Krokodile e»' gekommen und verkauft worden, aber jeder Käufer hat sc? Anzahl richtig zugetheitt bekommen, keirs fehlt, und nur � junges, schlecht erzogenes,„unbedarwtes" Exemplar machte eM leisen Versuch, auf eigene Faust eine Spazierfahrt durch die anzustellen, ein Vcriuch, vem durch sofortiges Zurückholen 2 schnelles Ende bereitet wurde. Wie die beschwingte Phan-B der sonst so würdevollen und gesetzten Hamburger aus«J Krokodil- Baby im Handumdrehen ein Bäckerdutzend Ai# wachsener machen konnte und wie die hohe Obrigkeit zumuB des etwas verspäteten Aprilscherzes werden konnte, W schier unerfindlich.„Die Untersuchung ist eingeleitet." Miv« ist fie das. Aber für die Hamburger Besitzer von Badeanftal»" wäre es besser gewesen, wenn fie etwas früher eingeleitet wäre. Gin Schwanenkampf, welcher am Sonnabend i» � Mittagsstunde unterhalb der Friedrichsbrücke entdranittc, eine große Zuschauermenge und bot insofern ein außerordentuB Interesse, als er vollständig nach strategischen Grundsätzen Mp wurde. Das Oderhaupt einer Schwanenfamilie ging roi' gebreiteten Flügeln gegen eine andere ruhig vahim«� Schwanenfamilie zum Angriff vor; an der Spitze derselbe»� fanden fich Vaier und Mutter, von denen ersterer sofort ihm folgenden Zug umkreiste, um als Arrieregarde die 9% deckung zu übernehmen. Während die angegriffene unter Führung der besseren Schwanenhälfte unbesorgt Weges zog, kam es zwischen den beiden feindlichen Fo oätern einige Male zum Zweikampf, welcher indeß unblu lief. Die streitenden Parteien entzogen fich, nachdem der. hin- und hergewogt hat, schließlich den Blicken der Zuscd�. indem fie langsam und vorsichtig der Artilleriebrücke zusteuesA vornweg segelte die angegriffene Schwanenfamilie, welche.? anscheinend vor dem siegreichen, an der Spitze seiner klB �klmanv RtonM Mherstr- SA.ist. i Etlichen tot* 2* g| fjamm, «nte vom sozialdi v. Ein« � Geriet: «Wende G *6: Ör >enze! -i.,- ihn mogli 8*1® w Ml bemerk Swndeu. Diu niun(tu rangeier junges Mädchen, welches an pcri dischem Stimmv-rlust der fich im Anschluß an gewisse GemülhSerregungen einzuip, � m™. Quu«.* ir? erPrtrkL* pflegt. Vor einem halben Jahre kam die 17 jährige MaB. zum ersten Mal Jn ärztliche Behandlung und gab an,�� einen schlechten Scherz einer Kollegin, welche aus einem die nichts Ahnende plötzlich anschrie, in einen heftigen ysvßwu/ uuiufiic, in CUICU d zustand verfallen zu sein, an welchen stch am nächsten Tagst! ihrem größten Erstaunen völlige Slimmlostgkeit anschloß.■*, Aerzte erkannten damals alsbald, daß es fich um ein soaenoiBc hysterisches Kehlkopfleiven handele, gegen welches all ihre% nahmen fruchtlos sein würden. Da indeß derartige auf nerw-j Störungen beruhende Krankheiten wieder zu verschwia� pflegen, so beruhigten fie die Kranke und brachten ihr-= Elektrizität und Pinselungen eine geringe Besserung ihres< Etneö XoßCÖ knffß fio nnHh 4hr<»r �In�rthp J etwa K?" best 9# W wften Ell �ach, Schwund ßü« Krc 'WNtem( wiern Cbo tetnmC. Futter C Angc •Moniten. KS Iä fer MXbcntac hatte fie nach ihrer Angabe Aergel der Familie, welcher fie so verbitterte, daß fie zu weinen bO«? und stehe da! nachdem fie ihren Schmerz ins Taschentu»� gössen, kann fie plöylich mit schöner klarer Stimme st Allein die Freude sollte nicht lange währen, schon nach eu Tagen regte fich die hysterische Person wieder über eine gei fügige Ursache auf und verlor die Stimme vollständig. diesmal trotzte der Zustand allen ärztlichen Bemühungen,. wunderbare Patientin am Freitag strahlenden Antlitzes K' i�Wader o? 5,= a Poliklinik trat, einen lauten„Guten Morgen" Gruß ertöne!'� «fiN den prfrpitf(nftii-nh-n erlitt hellte, fie habe fich gefreut, daß stc plötzlich � W und dem erfreut lackenden Arzte mitthellle, sie Hab, Geschenk von ihrer Tante so sprechen konnte. Gin«« Kchwlndel auszurotten, der schon seit s Jahren von sogenannten„fliegenden" Harzer KanarienHäwL ' zum Opfer% betrieben wird und dem alljährlich Hunderte zum Opfer bemühen fich die Berliner Kanarienzüchter schon sell langri vergeblich. Es ist der Schwindel, Kanarienweibcden, welwQg .....-___ O•...._..w M t w..» kanntlich keine Sänger find, an Laien und Unkundige, ui# find die meisten Liebhaber, als Hähne zu verkaufen. lich treiben umherziehende Vogelvändler aus dem diesen Schwindel. Unlängst kaufte der Vorsttzende des Kanarienzüchtervereins an der Schloßfreiheit von dem vw � ziehenden Vogelbändler Henning auS Kalmerode. Kr. in der Abficht, ein Erempel zu statuiren, zwei KanaritB�i für 11 M., die der Händler wiederholt und vor Zeugen w � fingende Hähne bezeichnete, obgleich es Weidchen waren etwa 30—40 zum Verkauf siebenden Vögeln hatte der% lS nicht einen einzigen Hahn. Die Prelle stellten fich besten auf ca. 6, 5 und 4 M. Ja, dieser Händler g« so weit vorzumachen, welche Stücke die Vögel fingen. 3# 7* rk* wache in der Bahnbofstraße oefübrt. bestritt der Vogllb.. der Baknhoftlraße geführt, bestritt der Vogew�t seine That; nichts desto weniger aber wurden drei v � Vogelbändler um ihr Sachverständigen- Urtheil angegangen- da dieses in jeder Hinficht delastend ausfiel, kam Hennst-.� Untersuchungshaft. Dreimal wurde der Vorsitzende des 5 � Vereins binnen acht Tagen zu Protokoll genommen uno selben schließlich auf Bcftagen nach dem Verlauf der sa> � getheilt, daß jener Händler auf freien Fuß ges.tzt®0t�(,nr. � weil er, der Kläger„noch nicht geschädigt" worden sei,« � hatte dem Händler das Geld noch nicht in die Hand, o-n auf den Tisch gelegt. Er habe auch nicht geschädigt � können, da er ja zugestandenermaßen Vogelkenner sei- Geschädigte seien aber als Belastungszeugen nicht au'g. Ein anderes Mitglied des Vereins, ein Herr Wagner,% stü einigen Jahren die Bestrafung mtt 4 Wochen Gel'" einen solchen Schwindler herbeigeführt, ohne Vogellauf mit demselben abgeschlossen zu haben, ledigl'�%/g V'.....~'» eichen für Hahne V hin, daß der Vogelhändler Kanarienweichen ,»>.•»Ilenr geben hatte. Der Züchter-Verein wird fich, wie uns w. L wird, durch den neuen Vorfall von der Verfolgung e.ß ze» trügerischen Geschäftemanövers nicht abhalten laffen, un reit, das Weitere zu veranlassen, wenn fich Bettogene« Pantzer, Kommandantenstr. 35, welcher den Vorsitz deführt, melden. � � eine dem � %i hre sfiSi &Sta" Ki« i vr, m sr »ite 2 3 Sf andk 1 nen r Sa Ganz ungeheuerlich klingt eine dem Ä � 0 Schmöckwitz zugegangene und von sicherer Selle verburs.�� tbellung: Am Sonntag vor acht Tagen war, wie nebtet, auf dem Zeuthener See von einem btt � »"» oeuryener«ee von einem Dampfer, welcher dotthin eine Vergnügungs-Extrafayr'z,� «nmmpw RmW*.... ro.wi____ aJi___.$0 nomnien Hatte, ein zur Bedienungsmannschaft O« ins Wasser gefallen und ertrunken. Die sofort angest.� k»? suche, dre Leiche zu bergen, blieben ohne vielmehr erst am jüngsten Freitag von selbst an vir � und zwar in einem Grauen erregenden Zustanoe. � � Körper von den Staken der mll ihren Fahrzeugen� passirenden Schiffer vielfach verletzt worden war. � Verwesung übergegangene Leiche Schmöckwivcr Leichenhalle gebracht, liegt, obwohl fie naturgemäß einen entsetzlichen, geruch verbreitet. Wer diesen gesundheitsgefam' W stand verschuldet, das vermögen wir von hier au» stellen, wir beschränken uns Daher darauf, die geradez? östliche Thatsache zu verzeichnen, um schleunigste Adhul führen. SÄ s» K'> ur K m K So ' m > b R Hiftiruny und Haussuchung. Als der Schneider O. Memann am Sonntag damit beschäftigt war, Flugblätter für ** Kandidaten der Sozialdemokratie, W. Liebknecht, in der ?�thersttaße zu verbreiten, wurde er im Hause, wo die Polizei- Me ist, überrascht und in die Wache gefübrt, wo er sich einer Neichen Durchsuchung zu unterwerfen hatte. Ztachdem er rr-i Stunden gewartet, wurde er nach Hause geführt, wo Wussucht wurde. Es wurden einbehalten ein Liederbuch Nr. 8, Sammelliste zum sechsten Reichstags Wahlkreis und eine kleine T™ vom 21. Februar 1887, wo darauf steht„Vertrauensmann "v sorialvemokratischen Partei". v,«iur tragikomisch- Ht-N- erregte gestern im Zimmer 10 Grrichtsgebäudes zu Moabit große Heiterkeit. Der dienst« Wude Gerichrsdiener hatte sich entfernt und konnte, obwohl flesammie Läutewerk in Thätigkeit gesetzt wurde, nirgends Mteit werden, so daß ein Ersatzmann gestellt werden mußte. M. geraumer Zeit stellte sich im Schweiße seines Angcfichts -vermißte wieder ein. Er hatte sich nämlich in die Ge- Mnienzelle begeben, und bei dieser Gelegenheit war die Thür Mr ihm ins Schloß gefallen. Ein Oeffnen von innen war «M möglich Ter„unschuldig Jnhaftirte" hatte nun wohl mit M Auszebot aller Kräfte an die Thür geklopft, dock in der a�ung, daß ein renitenter Gefangener sich in der Zelle be- jv?-' hatte niemand dem Lärm weitere Beachtung geschenkt. Much war es dem„Gefangenen" gelungen, einem Kollegen »cmerkbar zu machen. eigenartig-- KLnlilrr produzirte sich gestern m Derselbe machte fick anheischig, auf angeblich neu Mdenen sogenannten Wofferschuhcn auf der Oberfläche des ;f™s gehen zu können. Um die vierte Nachmittagsstunde, die Vorstellung angesagt war, hatte fich am Hafen- R�Mligcs Publikum eingefunden. Der �Künstler" hatte ein fr etwa einen Meter lange, bootsartige Gestelle unter seinen 5Mi befestigt und bewegte fich damit rn der That mit ziem- qSP. isctt, gleit gefahrlos auf der Waffelfläche. Einen pekuniären hat er anscheinend nicht erzielt, denn die Zuschauer nicht recht zu veranlaffen, Geld für diese Vorstellung ''en. wird seit dem 24. d. Mts. der 22 Jahre alte tTS«- Otto Grave, der fest längerer Zeit als Nervenkranker in �. Eharttee in Behandlung war. An diesem Tage, an welchem �Urlaub hatte, besuchte er seine in der Wrangelstr. 116 wohn- "nen Eltern ging von dort Nachmittags nach 5 Uhr fort und Ebrach, in kurzcrlZeit wiederzukommen; seit dieser Zeit ist er Umwunden. Bekleidet war derselbe mit schwarzem Hut mit Wer Krempe, grauem Rock, schwarzer Hose und Weste, weiß- «in Chemisett und Gummikragen, Shllps, Zugstiefeln, vein Cbaritce- und einem weißlcinenen H.md mit Mono- O. G. 7. In der Tasche hotte er einen Schlüffel und »�Futteral mit Brille. Personen, die über den Verbleib des L��lcn irgend welche Auskunft geben können, werden ersucht, vr Angaben gefl. bei den Eltern oder bei der Polizei zu veivniren. e H-«rgung d-r K-völk-ric«g d-r Stadt K-rli«. In Woche vom 5. bis 11. August fanden 210 Ehe- Meßungen statt. Lcbendgeboren wurden 917 Kinder, darunter &. außerehelich, todtgcdoren waren 35 mit 8' außerehelichen. ßf Ledendaeborenen find 81,3, die Todtgeborencn|1,3 pro Mc der Bevölkerung, die außerehelich Geborenen find bei den Mendgeborenen 9,5, bei den Todtgeborencn 22,9 pCt. Die '' der gemeldeten Sterbefälle betrug 612, die fich auf die entage wie folgt verlheilen: Sonntag 95, Montag 74, %-4(ag 87, Mittwoch 85, Tonnerstag 95, Freitag 84, JNadend 92. Von den Gestorbenen erlagen an Ma< o*J>, Scharlach 1, Rose 2, Diphtberrtis 13, Bräune—, Mdusten 4, Kinddetlfieber 1, Typhus 6, Ruhr 4, Syphilis 3, ur�schwäche 17, Gehirnschlag 14, Lungenentzündung 30, t�vschwindsucbt 70, Diarrhöe 55, Brechdurchfall 123, Magen- ConvNih 20. Durch Vergi tung lamen 3 Personen um, hier« 15 durch Selbstmord. Eines gewaltsamen Todes starben 7*den, und zwar durch Ertrinken 1, Erhängen 6, Er- Sj-S1' Uede, fahren 2, Sturz oder Schlag 5. Hierunter find bi, Mälle durch Selbstmord herbeigeführt. Dem Atter nach find 9, 20-30 Jahre 34. 30-40 Jahre 46, 40 brs ')?dre 51, 60-80 Jahre 60, über 80 Jahre 7 Personen. HjJitcflßen Krankenhäusern starben 99, einschließlich 13 Aus» bj/Ik. welche zur Behandlung hierher gebracht waren. Auf Vr; �(särnfei veitheilen sich die Todesfälle folgendermaßen: s�'n-Köln- Dorothcenftadt?>) 12, Friedrichstadt(II) 13, ieitm!ls und Schönederger Vorstadt( Ii) 30, Friedrich- und (�felhofer Vorstadt(IV) 42, Louisenstadt jenseits, westlich Ich? Louisenstadt jenseits, östlich(Vd) 29. Louisen stadt d es- 41 Jr.b Ncu-Köln(VI) 49, Stralauer Viertel, westlich(VIJa) tz�-tralauer Viertel, östlich(V ld) 39, Köniastadt(V13) 40, riA�dau« Viertel(iX) 25, Rosenthaler Vorstadt, sud- CchMtf'? 38' Ütosenthaler Vorstadt, nördlich(Xb)-7, in w��chen Reiches mit mehr als 100000 Ernwohnern betrug mmm SgkgB SÄZnÄÄ irn&K � Typhus 19, Mg, der Arbeiter Wilhelm durch eigene Schuld von Mber und befindlichen Wagen Heiach eerrcth unter vre °5,Sebr°chll WWW «.(»"'Kölln am Waffer Nr. 18 (Sl"« ünh L0!"" uciiiivuajcn Wagen yeiau, b""'« �»titee am Oberleib überfahren. Er wurde N« zumacht.- Jim dieselbe Zeit verunglückte Ä'A wurde nach der vor dem ein Kutscher, indem ihm etwa U Zentner schwerer K"an aufT" �on Kallsteinen ein etwa n Oe>>'"" nZIZI �„ ten Rücken fiel. Er erlitt anscheinend schwere innere Nfelbjn" unl) wurde nach Ebaritee gebracht.— An -«ii.nn Tage fan« — und i mm »Nter statt. Gerichts-Zeitung. I« d-m Prozesse gegen Mäkler nnd Venoss«« (Majestätsbeleidigung, begangen durch Uederlleben der kaiser- lichen Prollamation mit rothen Plakaten und Tbeilnahme an einer geheimen Verbindung) ist Termin auf den 11. künftigen Monats, Vormittags 9 Uhr, vor der Ettafkammer des Landge- richts> angesetzt. Die Verthcidigung haben die RechtsanwÄte Freudenthal und Dr. Meschelsohn übernommen. * U-b-r-inen«nznv-rlLsstg-n Postbeamten hatte gestern die zweite Feriensttafkammer des Landgericht l zu uttheilen. Der Angeklagte, Landbnefträger Ebrentreich. trat 1881 als junger Mann von 21 Jahren in den Postdienst ein und war zuletzt bei dem Postamt in der Kurfürstenstraße bc- schäftigt, von wo aus er gewöhnliche Briefe und auch Geld- sendungen bis in die nächsten Orte zu defördem hatte. Das Gehalt, welches ihm hierfür gezahlt wurde, war frellich ver- bältnißmäßig ein reckt geringes, denn es betrug jährlich nur 780 Mark, und der Behauptung, daß dieser Lohn zur Erhaltung seiner Familie ganz unzureichend war, dürsten wohl von keiner Seite Zweifel entgegen gesetzt werden. Das Delikt, dessen der Angeklagte beschuldigt wurde, lautete auf Unterschlagungen im Amte. Nach seinem eigenen Geständuiß hat Ehrentreich diese Vergehen folgendermaßen verübt: Im Anfang dieses Jahres bemerkte er, daß ihm an dem Gelde, welches er abliefern sollte, ein Betrag von 250 Mark fehlte; um nun das Manko zu decken, wartete er den nächsten Tag ab und benutzte die neu empfangenen Summen zur Zahlung des gestrigen Defizits. Am folgenden Tage mußte er natürlich wieder ganz ebenso verfahren, wenn er auf dem Laufenden bleiben wollte. Eine kurze Zeit konnte er in der bezeichneten Weise manipuliren, dann trieben ihn die Ver- bältnisse so in die Enge, daß er fich behufs Erlangung von Darlehen an Bekannte wenden mußte, um so mit dem geborgten Gelde weiter operiren zu können. Die geliehenen Summen mußten aber bald wieder zurückgezahlt werden und um das zu ermöglichen, griff er wieder nach dem ersten Rezept, den Adrefiaten die Postanweisungen einen Tag später zu übermitteln. Das Treiben wurde jedoch schließlich entdeckt und die unmittel- bare Folge war seine Dienstentlassung. Die genauen Recherchen ergaben einen Fehlbetrag von 102 M. 40 Pf.; bis auf diese Summe hatte der Angeklagte nach und nach das Manko von seinem eigenen Gelde reduziren können. Nach seiner Entlassung hat Ehrentreich auch den fehlenden Rest aus eigenen Mitteln ersetzt, so daß mithin der Postanstalt, in deren Gewahr- sam fich auch noch die von ihm hinterlegte Kaution befindet, ein wirklicher Verlust nicht entstanden ist. Auf die Frage des Vorfitzenden, warum er seine vorgesetzte Behörde nicht sofort von dem vorhandenen Manko in Kenntniß gesetzt habe, entgegnete der Angeklagte, daß er die Anzeige aus Furcht vor einer cvent. Zurücksetzung im Avancement unterließ.— Der Staatsanwalt gicbt-seiner Auffassung dahin Ausdruck, daß dem Angeklagten wohl mildernde Umstände zugebilligt werden könnten; andererseits müsse aber doch das Vertrauen in Er- wägung gezogen werden, welches das Publikum der Post ent- gegen bringe. Dieses Vertrauen dürfe nicht erschüttett werden und deshalb beantrage er gegen den Angeklagten, der in acht Fällen ver Unterschlagung überführt sei, eine Gcsammtstrafe von 4 Monaten Gefängniß. Der Gerichtshof erkannte nach dem Antrage des Staatsanwalts. Dem Angeklagten sei Glauben geschenkt worden; und da von der Anklage nicht behauptet worden sei, die Beweisaufnahme auch nicht ergeben habe, daß derselbe die Gelder zu verschwenderischen Zwecken benutzte, da ferner der Postanstalt eine direste Schädigung nicht zugefügt wurde, so sei das mildeste Strafmaß gegen den Angeklagten zur Anwendung gekommen. M-g-n die K-stimm««g, daß-in« Mahnung resp. -in Vrschäftslakal in einem neuen Hause nur dann bezogen werden darf, wenn man fich von dem Vorhandensein des Ge« brauchs-Adnahmescheir>s überzeugt hat, wird noch immer häufig gefehlt und das«Schöffengericht kommt fast täglich in die Lage, Mielher solcher Wohnungen wegen Verstoßes gcgm diese Be- iiimmuna verurtheilen zu müssen. Das Gericht ging bisher in Ucdereinslimmung mit dem Polizeiprästvium von der Lnstcht aus, daß nicht nur der Hauswinh, sondern auch der betreffende Piiether für ein vorzeitiges Beziehen der Räume verantwortlich ist, und so wurde der letztere durch den fast immer wieder- kehrenden Einwand, daß der Hauswirth das Vorhandensein des qu. Scheines verfichert habe, nicht geschützt. Neuerdings scheint in dieser Beziehung eine andere Auffassung allmälig Platz zu greifen. Bei der Wichtigkeit dieser Angelegenheit ist von Ein- zelnen der Verurtheilten der Instanzenweg beschritten und in demselben gellend gemacht worden, daß die betr. Bestimmung ihrem ganzen Wortlaute und Zwecke nach nur auf die Grund- eigenthumcr, nicht aber auch auf die Micther bezogen werden könne, um so weniger, als letztere gar nicht in der Lage find, den Verficherungen sdcr tzauseigcnthümer von vornherein Miß- trauen entgegenzusetzen. Da die Angelegenheit jetzt der dritten Instanz zur Entscheidung vorliegt, welche aller Vorausficht nach zu Gunsten der Miether ausfallen dürfte, so defolgt das Schöffengencht zur Zeit die Praxis, alle neuerdings zur Verhandlung anstehenden Fälle dieser Art bis nach ergangener Ent- scheidung der Prinzipienfrage zu vertagen. per Tischler- und Innnngsm-ifter und Haus- -ig-mhiim-r K-» Steinmetzuraße 25, scheint keinen Begriff zu haben von dem LrtSkrankenkaffengesey. Daselbst arbeitete der Tischler Albert E. zusammen mit dem Tischler Reinhold Köhler, der bereits nach 14 Tagen die Arbeit verließ. Der Tischler Albert E. vollendete dessen Arbeit, war aber nicht wenig er- staunt, als ihn nach drei Wochen für seinen abgegangenen Kollegen an Krankenkaffenbeiträgen für drei Wochen abgezogen werden sollte, was auch geschah. So lächerlich diese Forderung für einen Jnnungsmeister war, so ließ eis doch bis zum L chiebs- aericht kommen. Tischler E. klagte gegen B. beim Ff I« habe, dem Tischler E. für Köhler Krankengeld abzuziehen. B. wurde verurtheilt, daS Geld an E. zu zahlen und die Kosten gekannt»* in den Gerichtssälen, der schon vielfach vorbestrafte„Arbeitet Kuno Beranik, zierte gestern wiedemm die Anklagebank der 2. Ferrenstcafkammer des Land- gerichts l. Man hatte ihn aus dem Zuchthaus rn Branden- bürg, wo er augenblicklich eine längere Strafe verbüßt, zum diesmal um einen Uhrendiedstabl. der von beiden Angeklagten. der Hauptsache nach aber von Beranik an dem Schmied Gustav SSWfSSIMZ -UGWWM maawaaa Wer den Diebstahl begangen hatte, konnte nicht ermittelt werden, weil Beranik sowohl als auch Schul, die That leugnen und der Bestohlene den Verlust erst später bcmcrkte. als von den Dieben keine Spur mehr zu erblicken war. Der Staatsanwalt hielt den Beranik, der schon einmal unter ganz ähnlichen Umständen einen Uhrendiedstahl vollzogen hat, auch im vorliegenden Falle für schuldig und beantragte gegen ihn eine Zusatzstrafe von einem Jahre Zuchthaus; gegen Schulz, welcher der Hehlerei überführt sei, möge der Gerichtshof auf 6 Wochen Gefängniß erkennen. Der Gerichtshof fand beide Angeklagte, weil die Beweisaufnahme nicht mit Sicherheit ergeben habe, wer als der Dieb zu betrachten sei, der Hehlerei schuldig und vcrurtheilte den Beranik zu einer Zusatzsttafe von 3 Monaten Zuchthaus, während dem Angeklagten Schulz 4 Wochen Gefängniß auferlegt wurden. Es-rb-n stch G-srtz und R«chtr, n»i--in--w'ge Lvanlch-it fort! So konnte das Drehorgerspicler Fiedler'scbe Ehepaar phllosophircn, welches gestern unter ber Anklage der schweren Kuppelei vor der zweiten Feriensttafkammer hiefigen Landgerichts I stand. Der Weg zum Standesamt führt bekannt- lich nicht immer gerade die Straßen entlang, welche die Moral im Allgemeinen vorschreibt, vielmehr knüpfen fich die Herzens- bände mitunter in freierer Weise. Das jetzt angeklagte alte Ehepaar hatte ein Töchterlein, für welches fich ein junger Bursche in stärkerer Weise interesfirte, als es die Formen der guten Sitte und Wohlanstündigkeit im Allgemeinen gestatten. Die Eltem des Mädchens, welche von dem jungen Mann ihr Gutes hatten, duldeten nicht nur den allzufreien Verkehr zwischen den jungen Leuten, sie begünstigten ihn vielmehr, da ste die leise Hoffnung hatten, daß aus den beiden schließ. lcch doch noch ein Paar werden würde. Sie hatten fich auch nicht getäuscht, denn eines Tages wanderten die beiden zum Standesamt. Die junge Frau, welche bald darauf einem Kinde das Leben gab, ist inzwischen im Kindbett- fieber gestorben und ruht in kühler Erde. Die beiden Eltern aber mußten wegen der vermeintlich verbrecherischen Weise, in welcher fie der verstorbenen Tochter den Weg zum Standesamt geebnet haben, auf die Anklagebank. Der Staatsanwalt bean- ttagte für die nun einmal vorliegende schwere„Kuppelei" das niedrigste gesetzliche Strafmaß: ein Jahr Zuchthaus. Der Ge- richtshof sprach diese Strafe auch über die beiden Angeklagten aus, legte denselben aber wiederholt nahe, ja nicht den Termin zu versäumen und alles zu thun, um vielleicht im Wege der Gnade eine Herabminderung der Strafe zu erlangen. In Uedereinstimmung mit dem Staatsanwalt nahm der Gerichtshof auch von einer bei so hohen Strafe sonst üblichen Verhaftung der Verurtheilten Abstand. U»t-r d-n K-richtsv-rhandlung-n fand fich gestern ein Prozeß gegen den Kommis und den Lehrling eines Bijouterie- geschäfts. Der Kommis verfühtt den Lehrling zu einer Verun- treuung und zwingt den nun einmal in sein Gewebe gekom- menen jungen und schwachen Menschen, auf der Bahn des Ver- brechens weiter zu gehen, er läßt ihn stehlen un verpraßt die Beute. Als die Entdeckung unausbleiblich ist, hält er seinem Opfer die Größe seines Unrechts vor, verängstigt ihn und treibt ihn in den Tod.„Du darfst die Schande nicht überleben", mit diesem Wort drückt er ihm einen Revolver in die Hand und der Unglückliche zielt auf seine Brust. Nur durch einen Zufall ist er am Leben geblieben.— Wären diese Thatsachen nicht vor einem Gerichtshofe erhärtet worden, sondern ständen sie in einem Hintertreppenroman, man würde dem Verfasser mit Reck? den Vorwurf machen, daß er da wieder einmal vor der teufl schen Erfindung nicht zurückgeschreckt sei, um seine Leser gruselig zu machen. Der Schurke, der sein Opfer zwingt, fich selbst aus der Well zu schaffen, um den einzigen Zeugen seiner Schuld zu beseitigen, er ist leider keine Erfindung, er stand in Fleisch und Blut gestem vor Gericht. Leider hatte der Gerichtshof sich nur mit dem konkreten Fall zu beschäftigen, der zur Anklage stand, vre unfaßbare Verworfenheit, die wahrhaft teuflische Gefinnung des Verführers konnte nicht unter Anklage gestellt werden. Das Gericht erkannte nur auf 1 Jahr 3 Monate Gefängniß. Es giebt Verbrecher, die solchem Menschen gegenüber noch wie Hellige erscheinen. Ung-bLhrlich-» K-tragr«. Der Direktor der Neuen Berliner Omnibus- und Packetfahrt-Aktiengesellschaft, Herr Major a. D. v. Lindheim, hatte gegen den Fuhrhcrrn Mertens eine Anzeige wegen ungebührlichen Betragens eingereicht, infolge deren Mertens mit einem polizeilichen Strafmandate in Höhe von 10 M. bedacht wurde. Die Strafversügung besagt:„Sie haben am 8. Mai d. I., Nachmittags 5 Uhr, als Führer der Droschke 1996 an der Ecke der Markgraten- und Mohrenstraße sich insofern ungebührlich benommen, als Sie gegen einen Herrn, welcher als Zeuge gegen einen anderen Droschkenkutscher auftrat, grobe Redensarten äußerten." Auf den hiergegen erhobenen Widerspruch hin kam die Angelegenheit zur richterlichen Prüfung. Der Angeklagte stellte den Sachverbalt wie folgt dar: An dem in Rede stehenden Tage sei der Droschkenkutscher Bechly die Mohrenstraße entlang gefahren und habe Fahrgäste in seiner Droschke gehabt. Hinter demselben her sei ein Herr gelaufen gekommen, welcher geschrien habe:„Haltet ihn! Haltet ihn! Der hat an der Ecke absichtlich eine Person überfahren! Ihnen werde ich das besorgen u. s. f." Er, der Angellagte, habe nun besagten Herrn ersucht, stille zu sein und keinen Auflauf zu verurachen, um so mehr, als er gar nicht wissen könne, ob jener Kutscher den Unfall absichtlich herbeigeführt habe. Daraufhin habe ihm, dem Angeklagten, der betreffende Herr den Mund verboten mit den Worten:„Was, Sie wollen noch einen großen Mund haben? Warten Sie, ich kenne Herrn Hauptmann v. Albert ganz genau, Sie sollen bestraft werden." Darauf habe derselbe den Schutzmann Reh veranlaßt, ihn, Mertens, aufzuschreiben. Das Ende vom Liede sei das oben erwähnte polizeiliche Strafmandat gewesen. Der als Zeuge ver- nommenc Schutzmann Reh schildette den Thatdestand in über- einstimmender Weise mit dem Angeklagten und bekundete aus- drücklich, keine groben Redensarten von dem Angeklagten gehölt zu haben. Hierauf beantragte der Amtsanwalt selbst die Frei- sprechung, welchen Antrag der Gerichtshof zum Beschlüsse erhob, well er in dem Verhallen des Angeklagten eine Uedertretung des§ 24 des Droschken-Polizei-Reglements, auf welchen Para- graphcn die polizelliche Strafversügung fich stützte, nicht finden konnte. Pereine»ud Uersammlunse». Groß- Wähi-r- U-rsammlung für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis heute, Mittwoch, Abends 8 Uhr, in der „Tonhalle", Friedrichstt. 112. Tagesordnung: Die bevorstehende Ersatzwahl im 6. Berliner Reichstags-Wahlkreis. Referent: Herr Stadtverordneter Kunert. R-d-r-in- K-rsammlnng d-r N-ich»tr-«-« i» 6. Wahlkreise schreibt man uns: Gestern. Montag Abend, hatte ich das beneivenswerthe Vergnügen, einer Versammlung der reichstreuen Wähler des 6. Berliner Reichstagswahlkreises im tzensel'schen Salon, Jnvalidenstt. la, beizuwohnen. Es dürfte etwa die stattliche Zahl von 60—70 Personen anwesend gewesen sein, zur Hälfte aus waschechten Antisemiten bestehend. Es kam mir unwillkürlich der Vergleich zwischen dieser i m p o» sanken Versammlung von 60 Köpfen und der am Sonntag Vormittag in der Tonhalle stattaefundenen sozialdemokratische Wählerversamnllung, wo etwa 4000 Personen anwesend waren. in den Sinn. Den ersten Theil der Vorstellung übernahm der Stadtarchivar Dr. Ballieu, welcher es fich ganz besonders angelegen sein ließ, unseren verehrten Freund Liebknecht herunterzukanzeln: er entwarf ein vollständiges Lebensbild des Genossen Liebknecht. das demselben in jeder Beziehung nur zur Ehre gereichen kaan, allerdings bei den kartellparteilichen Mannesseelen erweck! die Schilderung des energischen und unerschütterlichen Charakters Liebknechts ein gewisses Gruseln.— Nach dem Herrn Stavt- archivar sprach der, wie er fich selbst bezeichnete, nationaRberale Prof. Dr. Lortzing, der stch-umeist mit den Antisemiten de- von einer seldststandigen Kandidatur abzusehen; er er- suchte Vre Antisemiten, die aber augenscheinlich nichts davon wissen. wollten, dem Kartellkandidaten Holtz ihre Stimmen zu aeben, damit derselbe wenigstens mit Liebknecht in die Stichwahl komme. Direktor Holtz sei ja ebenfalls Antisemit, sie selbst, die Kartclldrüder, seien sämmtlich mehr oder weniger Antisemiten und bekennen fich im wesentlichen zu deren Tendenzen. Holtz sei zwar kein hervorragender Redner, er könne stch in dieser Be- ziehung mit Liedknecht nicht messen, aber Redner gebrauchten die Kartellparteien nicht im Reichstage; aber sonst sei Holtz ein sehr ordentlicher und braver Mensch, der sogar das Hobe Ver« dienst für fich hätte, Vorfitzender der chemischen Vereine zu sein, was gewiß von großer Bedeutung ist. Der durch seine Ausführungen beinahe zu Thränen gerührte Herr Profeffor wurde aber von den anwesenden waschechten Antisemttm schänd« lich behandelt: ich hörte seitens dieser Herren Zwischenrufe, wie:„Das ist das reine Puppentheater,„faule Faseleien" und so weiter.— Roch einmal kam der sehr gelehrte Herr Profeffor auf die Kandidatur Liebknecht zu sprechen, indem er versuchte, bei seinen reichstreuen Zuschauen noch ein Heulen und Zähneklappem hervor zu rufen, w:s ihm auch theilweise gelang und zwar durch die Bemerkung, daß Wilhelm Liebknecht jener Frau Sympathien entgegenbringe, welche in Paris wie eine Megäre mit fliegenden Haaren und einer Petroleumkannc in der Hand das Volk zur Emanzipation aufreizt.— Nach diesen geistreichen Ausführungen des Herrn Referenten wurde die Versammlung, ohne daß es nur gelang, zur Dislusfion das Wort zu erhalten, geschloffen.— Ich ging mtt der Ueberzeugung nach Hause, daß von dieser Seite Alles gcthan wird, um unserem Freunde Liedknecht zum glänzenden Siege zu verhelfen. Eine öffentliche Generalversammlung für sSmmt- lich» Jimmerlentr Krrlins und Umgegend fand unter Lei- tung der mit der Einberufung der Versammlung beauftragten Kommisfion(der Herren Jäckel, Scitzt und Darge) behufs Stellungnahme der Berliner Zimmerleute, betreffs ihrer Orga- nisation zur Durchführung ihrer Lohn- und Arbeitsverhältnisse, am 27. d. M. im Neuen Kludhause, Kommandantenstraße 72 statt. Herr Seitzt führte noch einmal alle gewerblichen Uedel» stände vor Augen. Ein Wunder sei es, daß fich unter den heutigen herrschenden Verhättnissen der einzelne noch über Waffer halten könne. Nicht allein die Maschine, sondern auch die fortschreitende Technik im Hochbau, welche immer mehr die Eisenkonstruktion zur Einführung dringe, dränge die Arbeit des Zimmermanns immer mehr in den Hintergrund. Zudem hätten dieselben mit einer großen Konkurrenz der Arbeitskräfte zu rechnen, so daß dieselben alle Ursache hätten, etwas zu unter- nehmen, um nicht völlig den Gnadenstoß zu erhalten. Redner bi.stt es für unbedingt erforderlich, fich der bestehenden Organi- sot on, dem über ganz Deutschland verbreiteten Verbände anzu- swlicßen. Eine lose Organisation habe nach Erfahrung viel Geld gekostet, ohne dauernden Nutzen zu bringen, und rieth er demzufolge von einer solchen ab. Er unterbreitete der Versamm- lung folgende Resolution:„Die heute am 27 August im Neuen Klubhause, Kommandanten straße 72, tagende öffentliche General- Versammlung der Zimmerleute Berlins und Umgegend deschließt: In Erwägung, daß nach Erfahrung eine lose Organisation nie voll und ganz die Interessen der aesammten Berliner Zimmerer vertreten kann, dieses auch femerhin unter den jetzigen Ver- hältniffcn kaum zu ermöglichen ist, so deschließt die heutige Versammlung, von der Wahl einer Lohnkommisfion Abstand zu nehmen, hält es aber für ihre Pflicht, voll und ganz für die über ganz Deutschland verbreitete Organisation der Zimmerer, speziell für dieselbe in Berlin, einzutreten und dieses durch Beitritt zur Mitgliedschaft zu bekennen, welcke dann auch im Stande sein wird, den unter den heutigen Verhältnissen an den Zimmermann gestellten Forderungen in Lohn- und ivirthschafUichen Verbättniffcn zu genügen. Ferner detrachtet es die heutige Versammlung als Ehrensache eines jeden Berliner Zimmermanns, fich dem Verbände der deutschen Zimmerer an- zuschließen, um so ein nützliches Mitglied der Gescllenschaft, in unserem Gewerde voll und ganz für die stritte Durchführung eines Stunde« lohns von 50 Pf., sowie für Vermeidung der Uederslunden und der Scnntage arbeit einzutreten, um so die statutarische Wirksamkeit des Verbandes zu erreichen. Die Kom- miifion. Seitzt. Darge. Jäckel."— Es folgte eine längere Besprechung des Themas. Herr Krause sprach fich für den An- schluß an den Verband aus. Eine Lohnerhöhung sei durchaus wirkungslos, nur eine Verkürzung der Arbeitszeit sei geeignet, die Wirkungen der dem Zimmerer entgegen arbeitendm Faktoren, Maschinen rc., abzuschwächen. Da der Verband indessen laut Statut eine zehnstündige Arbeitszeit ansttebe, so erscheine es ge- hoicn, diesen Paffus auf dem nächsten Handwerkertage dahin abzuändern, daß es den einzelnen Städten überlassen bleiben müsse, die Arbeitszeit nach Bedarf zu regeln dezw. zu verkürzen. Herr Jäckel legte noch besonders die Gefahr dar, welche darin dastehe, daß, wenn die Berliner Zimmerer fich von dem Ver- bände abwenden, dieser ein gleiches thun würde für den Fall, daß die Berliner Zimmerer gezwungen sein würden, einmal zu einem Streik zu greifen, was ein nrcht zu verwindender Schlag sein würde. Berlin sei die Stadt gewesen, welche mit großen Mühen und Mitteln den Verband ins Leben gerufen habe, Berlin dürfe ihn unmöglich fallen lassen. Nachdem fich sämmt- liche Redner für den Verband ausgesprochen hatten, gelangte die vorgedachte Resolution zur Annahme und zwar gegen zwei Stimmen. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurde über „Verschiedenes" verhandelt. Die Kommisfion wurde nochmals mit der Einberufung einer öffentlichen Versammluna beaufttagt behufs Stellungnahme zur Alters- und Invalidem Versicherung. Eine öffentliche Uersammlung der Maler«nd Lackirrr tagte am 23. d. M. im Louisenstädtischen Konzert- pause, Alte Jakobstr. 37. In das Bureau wurden die Herren Spur, Rautenbaus und Hohlwegler gewählt. Herr Retzerau referirte unter großem Beifall der Versammlung über die Alters- und Jnvalidenverficherung der Arbetter. Seit kurzer Zeit— so begann der Redner— sei von der Regierung zum zweiten Male ein Gesetzentwurf, die alters- und Invaliden- verficherung der Arbeiter betreffend, vorgelegt worden. Die Altersgrenze von fiebzig Jahren müsse erreicht werden, ehe die Arbeiter Anspruch auf die Altersverficherung erheben können. Dies sei zu verwerfen: kein Malergehilfe werde dieses Alter er- reichen. Eine solche Bestimmung habe das Armengesetz nicht, deshalb sei dasselbe der Altersverficherung. wie fie geplant, vor- zuziehen. Die Rente von 33% Pf. pro Tag sei vollständig un- zureichend. Die Herren Räthe sollten es dem Arbeiter einmal vormachen, von dieser„Rente" zu leben. Uederbaupt sei die Rente auch zu niedrig im Verhältniß zur Höhe der Beiträge, die ja der Arbeiter dock schließlich aufbringen müsse. Auch die Art der Zusammensetzung des Vorstandes und Ausschuffes unterzog Redner einer scharfen Kritik. Zum Schluß beleuchtete Referent nock die Ouittungsbücher, die doch nur den Zweck haben würden, das von den Innungen ersehnte Arbeitsbuch zu ersetzen.— Herr Menzel erkläre stch mit dem Referenten ein- verstanden. Wenn auch das Gesetz verbiete, Zeichen und son- stige Merkmale in das Maikenbuch einzutragen, so würden sich die Arbeitgeber doch nicht davon abhatten lassen. Herr Rautenbaus crllärte fich nicht damit einverstanden, daß jährlich 47 Wockendeittäge gezahtt werden müssen. Kein Malergehilfe habe 47 Wochen im Jahre Arbeit. Um täglich 33 Pf. Unterstützung zn erhalten, brauche man den Staat nicht, dieses könne stch noch jeder Krüppel selbst erwerben, ktzerr Waitner weist auf die Berufskrankheiten(Bleikolik rc.) der Maler hin, welche dem Arbeiter das Leben verkürzen. Herr Jackob kritifirt, daß die Arbeiter bis zum stebenzigstm Lebensjahre arbeiten sollen, um Anspruch auf die Altersrente zu haben. Die könig- lichen Werkstätten nähmen doch keine Arbetter mehr in Arbett, die das 37. Lebensjahr überschritten haben.(Bewegung). Herr Buhr ist der Ansicht, daß die Verfasser des Gestsentwurfes durch denselben ihre Ohnmacht gezeigt haben. Man würde jjesser thun, der Arbeiterbewegung nicht so viele Steine in den Weg zu legen und ein gutes Arbeiterschutzgcsctz zu erlassen, damit nicht 60 pCt. der Arbeiter im besten Mannesalter an der Schwindsucht sterben. Für ein solches Gesetz sollten die Ar- bester agitiren, vor allem bei den Reichstagswahlen. Redner schloß mit dem Heine'schen Gedicht:„Wir wollen auf Erden glücklich sein u. s. w." und emtete lebhaften Beifall. Herr Spur führte aus, daß die Regierung durch die Arbeiter- abgeordneten zu diesem Gesetzentwurf veranlaßt worden sei. Eins hätten die Arbeiter errungen, nämlich- daß die Regierung anerkennt, daß fie auch für die Arbeiter sorgm muß und nicht nur für ihre Beamten— Hierauf wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die heute im Louisenstädtischen Konzcrtbause tagende öffentliche Versammlung der Maler, Lackirer und Anstreicher nimmt fol- gende Stellung zum Alters- und Jnvalidengesetz: Der Staat hat die heiligste Pflicht, für ein wirksames Allers- und Jnvali- dengesetz Sorge zu tragen. Jedoch muß demselben, wenn es wirklich zum Segen des gesammten Volkes gereichen soll, ein wirkliches Arbetterschutzgesetz vorangehen, welches den Arbeiter vor Ausbeutung seiner Arbeitskraft, Unfällen und frühem Siechthum schützt. Bei der Altersverficherung darf die Altersgrenze fünfzig Jahre nicht übersteigen und muß die Rente mindestens Zwei- drittel des ortsüblichen Lohnes betragen. Ferner müssen in die Verwaltung nur Arbeiter gewähll werden, welche im Stande find, die vorhandenen Uedel zu beseitigen. Da im vorliegenden Ge- setzentwurf eine Attersgrenze festgesetzt ist, welche ein Malergehilfe überhaupt nicht erreicht, aber auch die ausgesetzte Rente selbst zum nothdürfttgsten Lebensunterhalt nicht hinreicht, folglich durch die Zahlung seines Drittelbettrags der Arbetter niemals Gewinn hat, wird durch den vorliegenden Entwurf nur für andere Ge- sellschastsllaffen, nicht aber für den Ardeiter gesorgt. Da femer die eingeschriebenen Hilfskasscn von der Wahl der Verwattung gänzlich ausgeschlossen find und dem Ardeiter ein Ouittungsbuch auferl gt werden soll, welches ihn blos schädigt und zum Bürger 2. Klasse degradirt— aus allen diesen Gründen verzichtet die Ver- sammlung auf das ganze Gesetz und ersucht die Volksvertreter im Reichstage, dasselbe zu verwerfen, dagegen für ein gesundes ArdeirersÄutzgesetz, welches einen neunstündigen Maximalarbeits« tag und vollständige Koalitions- und Redefreiheit gewährt, ein- zutreten." Gesang-, Tuen-«nd gesellige Vereine am Mittwoch. Männergesangvercin„Jugendlust" Abends 8t Uhr im Restarant Paffod, Gartenstr. 162.— Männergesangverein„Cäcttia" Abends 9 Uhr im Restaurant, Köpnikerstraße 127».— Gesangverein „Männerchor Linde" Abends 8', Ubr im Restaurant Haller, Naunynstraße 70.— MännMcsangverein„Sangesfreunde" Abends 9 Uhr im Restaurant Musehold, Landsbergerstr. 31.— „Freya", Gesangverein der Freireligiösen Gemeinde, Abends 8f Uhr im Restaurant Benecke, Große tzamburgerstraße 16.— Huppert'sche Sängcrvereinigung jeden Mittwoch nach dem ersten im Monat, Abds. 9 Uhr, im Restaurant Heise, Lichtenbergerstr. 21. —„Seeger'scher Gesangverein" Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, Prcnzlauerstr. 41.— Gesangverein„Schwungrad" Abends 8t Uhr im Restaurant Sahm, Annenstraße 16.— Männergesangverein„Lorbeerkranz" Abends 9 Uhr im Restaurant Karsch, Oranienslr. 190.— Gesangverein„Nord-Jubal" Abends 9 Uhr in Vettin's Bierhaus, Veteranenstr. 19.— Männergesangveiein„Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr _ länner-Abtheilung von 8% bis lOsj Uhr Abends; desgleichen 1. Lehrlings- Abtheilung von 8 bis 10 Uhr Abends.—„Mehr Licht", Verein für Scherz und Ernst, Abends 8t Uhr im Restaurant Heid, Koppenstraße 75.— Schlefischer Verein„Holtei" Abends 9 Uhr im Restaurant Henke, Hollmannstraße 33.— Vcrgnügungsverein„Fröb- lichkett" Abends 9 Uhr im Restaurant Säger, Grüner Weg 29. — Wissenschaftlicher Verein für Roller'sche Stenographie. Abends 8t Uhr im Restaurant Beese, Alte Schönhauser- straße 42, Unterricht und Uebungsstunde.— Roller'scher Stenographenverein„Süd- Berlin". Abends 8t Uhr im Restaurant Prinzenslraße 97 Sitzung und Uebungsstunde — Arends'scher Stenographenverein„Amicitia" Abends 8t Uhr im Restaurant Behrends, Schönebergerstraße 6.— Arends'scher Stenographenverein„Phllia" Abends 9 Uhr im Restauram „Wilhelmsgartcn", Kochstraße 7.— Verein ehemaliger Schüler der 22. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann Kurfürstenfttaße 31.— Berliner Rauchklub„Wrangel" Abende 9 Uhr im Restaurant Foge, Köpcnickerstraße 191.— Rauch klud„Havanna i>0" Abends 8j Uhr im Restaurant Paetzoldt, Reichcnbergerfttaße 16.— Rauchklub„Gcmüthlichkeit" Abends 9 Uhr im Restaurant Achsel, Köpenickcrstraße 161.— Rauchklub„Columbia" Abends 8ß Uhr im Restaurant Beyer, Prinzenstr. 96.— Rauchklub„Frisch gewagt" Äbeirds 8t Uhr im Restaurant Tempel, Breslauersir. 27.— Rauchklub„Krumme Piepes Abends 8t Uhr, Ostdabn 4 bei Trunipf.— Vergnügungsverein„Fröhtichkeit" gegründet 1880, Abends 9 Uhr, Grüner Weg 29._ Kleine Mittheilungen. Hambneg, 26. August. Die aufregende Krokodilgeschichte, welche fich Ie>r einer Woche in den Zettungen herumtreibt, wird zu einer„Seeschlange". Wie ein hiesiger Thierhändler mit- theilt, welcher selbst eine Anzahl Krokodile von dem Dampfer „Clty of Lincoln" gekauft hat, ist von dm 30 Reptilien dura. Unvorsichtigkeit allerdings ein Exemplar entschlüpft, aber alsbald wieder eingefangen worden. Ein lelchrsinniger Mann hatte aus dem einen Exemplare gleich die Mär von einem Männchen und Weidchen gemacht, und erzählte fie der Frau eines Reporters am Hafen, so daß es stch nach einigen Stunden schon um 13 K okodile bandelte. Es bleibt nur zu verwundern, daß fich auch die Polizeidebörve täuschen ließ und sofort eine Warnung bekannt machte. Die Sache wird noch nach verschiedenen Seitm hin ein Nachspiel haben; die Staatsanwaltschaft soll stch mit ihr beschäftigen. Vorgestern Morgen wollte ein auf Stein- wärder beschäftigter Ardeiter mir einer ziemlich tiefacladmen Schute nach dem nmm Segelschiffhafen. In der Näbe des Pettoleumhafcns sah er plötzlich dicht an der Schute den Rücken und Kopf eines„Krokodils" auftauchen. Der Mann sprang in seiner Angst auf der entgegengesetztm Seite über Bord und schwamm ans Land. Hier erzählte er nun sein Abentmer, worauf stch einige Wagehälse mit einem Boot aufmachten, um das Ungeheuer zu fangen; dasselbe schwamm bei ihrer Ankunft auch noch in größter Gemüthsruhe nebm der Schute einher, doch bei näherem Zusehen brachen sämmlliche Krokodiljäger in ein unbändiges Gelächter aus, denn das vermeintliche Reptil entpuppte fich als das abgesägte Ende eines Rammpfahles. Der Angstmeier hatte das angespitzte Ende für die Schnauze eines Krowdtts angesehen. Derselbe wird jetzt für den Spott nicht zu sorgen haben, denn von einem der Heimkehrenden wurde bei der Ankunft am Lande sofort die Bemerkung gemacht:„Den'n Bangbücks nennt wi in Tokunfl nich anners als Krokodilen- griepcr!" Kopenhagen, 21. August.(Auswanderung.) Im Laufe dieses Jahres find gegen 1000 Personen von der ohnehin so schwach bevölkerten Insel Island nach Kanada ausgewandert, wo bereits eine förmliche isländische Niederlassung besteht. Pest, 20. August.(Massenhafte Suspendirungen.) Ein Musterdezirk scheint der Holitscher im Ncutraer Komitat zu sein. Der Vizcgespan hat— wie„Egyet" berichtet— denselben jüngst inspizirt und die Folge davon war, daß gegen den Ober- Stuhlrichter Papanek wegen ordnungswidriger Fuhrung seines Amtes die Dlszivlinaruntersuchung eingeleitet, daß der Skalitzer Stadlhauptmann Millak auf disziplinarem Wege seiner Stelle enthoben, der Boroczkoer Kreisnotär Csulen, der Watsenvormund Maßar und der Peterfalvaer Notar Prußkay ebenfalls enthoben wurden: gegen den Kopcsanyer Notar Tükör und W Uniner Kreisnotär Prußkay wurde das Disziplinarverfahrea geordnet... Sofia, 25. August.(Gegen die bulgarischen Räuber' Um die Räuber zu zwingen, Karastojanow ohne Lösegeld fw zugeben, wurden alle ihre Angehörigen verhaftet und** Räubern gedroht, falls Karastojanow nicht freigeged» werde, ihre Famttien als Hehler zu strafen. Dies W- Karastojanow wurde ohne Lösegeld freigelassen und w? beute in Sofia erwartet. Von den am 22. August# Teteven vom Felvkriegsgericht verurtheilten 24 Räubern wj Helfern wurden heute 11 gehenkt, darunter der ehemalige putirte Maffarliata und Molah Jussuw. Gestern wurden» Teteven abermals 21 Räuber und Hehler verurtheitt; ew« zum Tnde, die andern zu schwerem Kerler in der Dauer vtn 3 bis 15 Jahren. Koghera, 23. August.(Eisenbahnüberfall.) In ein» Kupee zwetter Klaffe des aus Genua kommenden Zuges w#' fielen sieben junge, mit Messern bewaffnete Leute einen gier, um ihn zu berauben. Dem Angefallenen, der stch energ>>°> vertheidigte, gelang es, stch aus dem Kupeefenster zu stü#«- Furchtbar verstümmell blieb er auf dem Fahrdamm liegen. den Thätern wurden zwei verhaftet. London, 23. August.(Eine Riesenbrücke.) Die Vels� lung der Mitglieder des„Iran»nd Steel Institute" zu bürg schloß gestern mit einem Besuch der nahe gelegenen Bw» über den Förth, die im Oktober des nächsten Jahres dem kehr übergeben werden wird. Sie ist nach dem Urthett die fie gesehen, ein neues Wellwunder, fast 2 Kilometer � und so hoch thronend, daß unter ihr bis zum Wasserspiegel t» Abstand von 150' ist, sodaß die größten Schiffe unter ihr W# fahren können. Sie ruht auf einen Mauerwerk von 140*; Kubikcllen Material; 53 000 Tonnen Stahl und 10 000 fuß Bauholz waren zur Errichtung d,s Viadukts erforderlich�. London, 27. August.(Verunglückte Luftschiffer.) Ballon mit dem dekannten Acronauten Simmonds und jj? anderen Personen stieg heute Nachmittag von der irischen stellung hierseldst auf, um den Kontinent zu gewinnen.% Ballon fiel indessen Abends 6 Uhr mit großer GeschwinbK bei Moldau in Essex herab, die drei Luftschiffer erlitten% schwere Verletzungen.— Der Luftschiffer Simmonds ist r Abend 9 Uhr seinen Verwundungen erlegen. Sa» Fraucivco, 22. August. Bei dem ZusammeM zwischen den Dampfern„Oceanic" und„City of Ehester" letzterer vollständig zerschnitten und sank binnen 5 Minute»' 50 Faden Wassertiefe. Es sollen mindestens 34 Person«# � k 208 bischer trunken sein, darunter 10 Kajütenpassagiere und 3 Personen% Bemannung. Die übrigen waren Deckpassagiere.„Ocea## �sechsten ' mi f in dein legte bei und rettete zwischen 50 und 60 Leute. Uew-Noek» 21. August. Die südlichen Staaten w«#*** von schrecklichen Stürmen heimgesucht, die in New-Orleans l#' zerstörenden Wirkungen begleitet waren. Es gingen 50 K' boote unter und die Telegraphenleitungen, sowie die Eisen' erlitten Beschädigungen. Sprechsaal. Die Redaktion stellt die Benu,ung de» Sprechsaal«, soweit Raum d-wr adzu»2 ist, dem Publikum zur Besprechung»on Ang-l-genh-it-n allgemeinen Z> |ur Oerfilgung; fie»erwahrt sich oder gleichzeitig dagegen, mit de» destelben identistzirt zu werden. An die Kollegen Berlins! Ein reckt humaner und redlicher Arbeitgeber ist der Tis> meister G. Zieger, Alexandrinenstr. 118. Genannter Herr nämlich die recht nette Gewohnheit, seine Arbeiter soviel irgend möglich dazu anzuhalten, die tägliche Arbeit 9V Stunden bis 10»— llj Stunden zu verlänaern. Er delrij stelligt das ja nun natürlich durch Lohndruckerei und Angabe„es presfirt" sehr gut Nun nicht allein dof zufrieden, so zankt er bald mit diesem, bald mit% semcr Ardeiter, was zur Folge hat, daß jeder mit M lust dort arbeitet. So hatte er stch sogar in der of gangenen Woche dazu verstiegen, einen jungen Ardeiter, der Außerhalb kam, unter allen anderen Redensarten, Esel zu nenn-n. Wenn man nun sagt, es liege daran, daß es ein etwas schwacher Ardeiter ist, so � ich das zugeben, trotzdem noch schwächere Ardeiter in? Werkstatt vorhanden find. Nun hatte aber der betreffs Kollege die ganze Woche anstatt von 6—6 von 6—8 ard� müssen und da wurde dann noch ein anderer KQ mii zu Hilfe gezogen, der die Arbeit, welche falls wieder pressttte und auch sehr komvlizirt TL, fertig macken mußte. Die Arbeit wurde nun am Don#(% 'Urnen c fctit gege Kampf. 4lden, t �"lerbatl '"Swi. C iciwb iiiuiutii inu�ic. irtiurn rcuioe nun am-�oni�w fertig und bekam ver Kollege neue Arbeit und zwar solche,'S er in einem Tage liefern mußte. Nun bat der Herr 9%. noch die Gewohnheit, den Ardeitern einen Tag, denSonnaJ*-? einzubehalten. So bekam denn besagter Kollege am Sonnad�L unter Abzug desjenigen Lohnes, welchen der Kollege bekam-rl die p r e s s i r e n d e Arbeit fertig machen mußte, 4 sage fr. Mark für 66 Stunden Arbeit und, um die Krone aufjustv« die Entlassung. Mit mir ging es nun etwas, wenn auch viel gelinder ab. Ich hatte es vorgezogen, es nicht erst s#"� kommen zu lassen und habe lieber meinem Prinzipe entgege#„ Arbett liegen lassen. Am Sonnabend nun hatte ich die«nriO, meiner Kollegen veranlaßt, mit in die Versammlung des ivJJ, Vereins der Tischler zu kommen, womit fie fich auch alle ern� standen erklärten. Jedoch erschien davon nur einer, der aber ivRj dringender Sachen vor der Zeit dieVersammlungoeiließ, wodui#' � �str»«, g. dann die Angelegenheit vertagte. Ich will nun diese AngelegenoO-nor unddas Gebühren des Meisters Zieger hiermit vorläufig kennzeicV um ihn den Kollegen gegebenen Falls zu empfehlen. Emil Reumann, Tischler, Arndtstr 16, v. 1. Tetegraphische Depeschen. (Wolff's Telegraphen-Bureau.) Hamburg, Dienstag, 28. August. D „Gellert" der Hamburg-Amerikanischen Packettahrt ackmitt-a b vv'«Iche m;, schaft ist. von Hamburg kommend, gestern Nachmittag in New Uork eingetroffen.*A pari», Dienstag, 28. August. Einem Telegramm � „Temvs" aus Toulon zufolge wird das ModilifirungsgeMA« am Montag auseinandergehen und hierher zur Abrüstung lehren._ j# London, Dienstag, 28. August. Der Union- „Roman" ist gestern auf der Heimreise in Southampton kommen. wL'g K3� &*"■ 1,1 «.ii Ob« Mit ?»»- % a {«wU Krieflmsteu der Rebaktion.„ Sei«»fragen bitten wir die»bonnementb-lOuittung beizufügen. 8r" Antwort wird nicht ercheiit._ Theilen Sie den Vorfall den»Schlei«� in Breslau mit. Die find„die A. W. Theilen Sie den Vorfall den Nachrichten" in Breslau mit. Die find„die•lia dazu". i TAfUK. SSM f pirtfir rtIrtft»rnt>rY hrßkknr..rfliJ er h lvnner 'nein si welche mittelst einer gläsernen Achse drehbar ist. Die# tung, mit welcher jene Glasscheide während ihrer Umvr aeriekKn mtrh Jvftphf rtpmnhnliffi aus imH fTnefort � 1 gerieben wird, besteht gewöhnlich aus zwei flachen Lebet, deren Oberfläche mit einem Amalgam(2 Tdeile OueckM Theil Zink und 1 Theil Zinn) eingerieben find.» zu* P. pr. 10. Da die Frau erllärt hat, das Kinv � sonst bei stch aufnehmen zu wollen, so kann V gF hinterher Pflegegeld verlangen. Keineswegs kann die Herausgabc des Kindes der Mutter verweigern; dien Qp vielmehr jederzeit die Herausgabe durch Klage erzwingen- wenn fie Pflegegeld schuldig wäre. sim Verantwortlicher Redakteur:|L Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Fading in Berlin SW., Beuthstraße 2.