204. Freitag, den 31 Angnst 1888. o I-chrs. terlmMlsbl«» Drgan für die Interessen der Ardeiter. Da»„Berliner VolkSblatt" täglick Morgens anner nach Sonn- und Festtagen. AbonnementSvreis für Berlin frei Jit JÖcuö rierteljäbrlich 4 Mark, monatlich 1,35 Marl, wöchentlich 35 Pf. Postabonncmcnt *»iiirf. Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-'Nuinmer mit dem„SonntagS-Blattt� 10 Pf. (Eingetragen in der PostzeiwngsvreiSliste für 1888 unter Nr. 849.) Ansertionsaebühr beträgt für die 4 gesvaltcte Pctitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach lieberem fünft. Inserate werden bis 4 Uhr Nochmittag» in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bmeaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. 'S? fti KedaKtio«: Kenthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. w �ei der gestrigen WachrvnHL im 6. MerLiner Weichstcrgs- waHikreife erHietten Stimmen: Liebknecht(Soziatdemoklat) 26 077 gegen 30 453 am 21. Februar 1887. Knorcke(freisinnig).... 7375„ 11 750„„ Dr. Förster(Antisemit)... 4352 Hoch(Kartell)........ 3756 16 836 Zersplittert und ungiltig 35 ,5 rt 34 n H 4 Ä mithw gewählt: Wilhelm Liebknecht. Stimmberechtigte Wähler 93 337' gegen 86 323 im Jahre 1887. An Stimmen verloren: Sozialbemokraten 4376. Freistnnig 4375. Die übrigen Parteien 8728. > Abonnements-Ginladung. Für den Monat September eröffnen wir ein neues Abonnement auf W „Jerliner Wolksölatt" de« wöchentlich erscheinenden Komrtagsdlott. � Das„OerUne? Uolksbtatt" vertritt in jeder Beziehung die Interessen der werlthättgm Bevölkerung. ES ist Pflicht eines Jeden, dem das Wohl der Arbeiter am Herzen liegt, n Organ der soziatdemokratischen Arbeiterpartei zu lesen.. m V Nicht die Organe spekulativer Kapitalisten werden die Arbeiter über ihre ergentircke. jammervolle Klaffenlage aufklären,— wn Gegeathrll. fie haben ein ausgesprochenes Interesse gerade das arbeitende Volk in der Gleichgiltigkeit zu erhalten. Nur unwissende Leute find willige Objekte der Ausbeutung und Profltsucht unserer Gegner. s. Darum, Arbeiter Berlins, fort mit den Bourgeoisblättern, in denen Ihr täglich beschimpft und verspottet werdet, schaart Euch um Euer Organ, welches Euch nun schon fett Jahren zur Seite steht, welches unentwegt eintritt für die Freiheit und Kmanzipatio» des werklhätigen Volles. Im Feuilleton unseres Blattes veröffenrlichen wir den äußerst spannenden Pariser Kriminalroman„Ihre Tochter". Neu hinzutrerenden Abonnenten wird der bisher erschienene Icheil des Romans gratis nachgeliefert. Der Zchmmementsprei» beträgt frei in» Kau» monatlich' Mark 3B Pf., wöchentttch 35»f. Set Selbstabholung ms der Expedition. Zimmerftraße 44, Mj�" 1 Mark pro Monat.-WW Bestellungen werden von sämmllihen Zeitungsspediteuren»wie von der Ervedition rmkeres Blattes Zimmerstraße 44."taegengenommen� Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstatten»e t Jungen für den Monat Sevt�mber gegen Zahlung von IM 34 Pf. an. Die Rekaktion und Expedition des„Derliner Kolksblatt". Nk« IeuiCeton. ■«MhlI- [75 Ihre Tochter. „al-Roman nach dem Französischen von K. D e t r i n g. „Alles ist in Ordnung, vorausgesetzt, daß Sie zustim. begann Guntram.„Herr von Randal hat Degen »twählt. Das ist sein Recht und sie erkennen eS ja auch %. Das Duell findet morgen um sechs Uhr früh statt, und �arillac wird Ihr Zeuge sein." „Ich danke Ihnen für die Ehre, die sie mir erweisen." ...D-■-........ ��ptm „Die Ehre ist ganz auf meiner Seite," erwiderte der -.■"-cann. n„Liegt Ihnen etwa« daran, sich m einem Gehölz in der hegend der Stadt zu schlagen?" „Nein, der Ort ist mir gleichgiltig." u,,„Würden Sie sich auch m einem Garten in der Stadt 'Klagen?« „Wohlan! Wir sind also übereingekommen, daß das im Garten des Herrn von Randal stattfinden soll." „Ah!" tief Andreas. Er war etwas überrascht. „Selbstverständlich liegt e« ganz in Ihrer Hand," fuhr � von ArboiS fort,„den Vorschlag zurückzuweisen. Ich C Ihnen nur erklären, weshalb wrr darauf gekommen kJL Wir haben alle den Wunsch, daß das Duell geheim Zu Mcudon, in VincenneS. ja selbst an der belgi- ��onze laufen wir Gefahr, von Gendarmen gestört zu ' Und selbst wenn das nicht geschieht, so kann doch etwas von der Geschichte bekannt werden, die iw �gen bemächtigen sich deS Stoffes und in zwei Tagen i S ganz Paris. Das HauS des Herrn von Randal "er Rue du Cardinal Lemoine hat emen rmgS von Mauern umgebenen Garten, wo man die Degen kreuzen kann, ohne gesehen zu werden..." „Ich keiine den Garten," sagte Andreas. „Ja richtig, Sie waren ja einmal dort. Sie werden vielleicht bemerkt haben, daß von den Nachbarhäusern kein Fenster in den Garten geht. Wir sind dort so gut wie auf einem Fechtboden. Sie könnten mir entgegen halten, daß man sich gewöhnlich nicht in der Behausung eine« der beiden Gegner schlägt, und daß im Falle Einer tödtlich ge- troffen wird, der Ueberlebende und die Zeugen gerichtlich verfolgt werden können. Ich nehme aber die ganze Ber- antwortung für diese Verletzung der herkömmlichen Regeln auf mich. Und dann wird ja auch wohl keiner fallen. Einer von Ihnen wird verwundet werden, und damit wird der Ehre Genüge geleistet sein. Kein Mensch wird erfahren, daß Sie die Degen gekreuzt haben, auch meine Freundinnen nicht..." „Die Gründe, die Sie anführen, lieber Major," unter- brach ihn Andrea«,„sind ganz gut; sie würden mich aber doch nicht überzeugen, wenn Sie nicht der Zeuge de« Herrn von Randal waren. Da Sie aber da sind und darüber wachen, daß alles loyal zugeht, so gehe ich auf Ihren Vor- schlag ein." „So wird Sie," erwiderte der Major, der die Ange- legenheit sofort zu erledigen zu wünschen schien,„so wird Sie mein alter Waffengefährte, der Hauptmann Marillac. morgen früh abholen und Sie zu Herrn von Randal ge- leiten. Ich werde dort sein und Sie empfangen." „Ich werde bereit sein," erwiderte Herr von Elven einfach. ..Sie haben wohl keine Degen da?" „Rein, aber das thut nichts; ich würde mich auch eine« Degens von Herrn von Randal bedienen." „Das würde nicht der Regel entsprechen und wir ver- stoßen schon beinahe zu viel gegen sie. Ich werde mir von Desternay Degen borgen. Herr von Randal kennt sie nicht, und Sie auch nicht. Die Partie ist also vollkommen gleich. Haben Sie mir noch etwas zu sagen?" Andreas war fast im Begriff, zu erwidern: Ja, noch sehr viel! Ich muß Sie sofort allein sprechen. Aber er merkte, daß Guntram nicht aufgelegt war, auf etwas zu hören, und so antwortete er: „Nein, nicht«. Ich habe Ihnen nur noch für die Mühe zu danken, welche Sie sich in meinem Jntereffe geben, um die Sache so rasch als möglich zu Ende zu führen." „Ihr Gegner hat mir genau daffelbe gesagt, lieber An- dreaS, und Sie wissen ja, ich bm kein Liebhaber vom Zögern. Sie brauchen mir also nicht erst zu danken. Hoffentlich bleiben wir aber auch nach dem Duell gute Freunde. Sie werden mir zugeben, daß es unvermeidlich war, und daß ich auch nicht anders konnte, als Herrn von Randai bei einer Gelegenheit als Zeuge zu dienen, wo da« Unrecht nicht auf feiner Seite liegt." Nach diesen etwas schroffen Worten, die aber freund» schaftlich gemeint waren, bot Herr von ArboiS Andreas die Hand, und jener ergriff sie und drückte sie herzlich. Der Hauptmann Marillac, welcher als stumme Person fungirt hatte, beschränkte sich darauf, Herrn von Elven zu grüßen und entfernte sich dann mit seinem Major. Andreas blieb seinen Gedanken überlassen, die nicht be» sonders heiterer Natur waren. Er schreckte nicht etwa vor dem Duell zurück, aber die Haltung Gunttams schmerzte ihn noch mehr als sie ihn verwunderte. „Da ist nun dieser Ehrenmann," sprach er bitter zu sich selber,„der der Freund meines Vaters war und mir stet» seine Achtung bezeugt hat, ein muthiger, untadliger Soldat, der nie das Gebot der Ehre verletzt, und doch steht er auf Seite dieses Schurken! Er nimmt für ihn Partei, ohne sich erst zu fragen, ob die Beschuldigung, die ich gegen ihn er- Der zahlende Abnehmer. Der berühmte Nationalökonom Friedrich L i st sagt ir- Sendwo in einer seiner Schriften, daß ein Land dann wohl- abend sei, wenn es eine möglichst große Aus- fuhr und eine möglichst geringe Einfuhr habe. Dieser Satz fiel unS ein, als wir den bekannten Ar- tikel der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" lasen, der so viel Aussehen erregt hat, weil in demselben dem General Boulanger allerlei schmeichelhafte Dinge gesagt wurden. Dort war unter Anderem auch ausgesprochen, in Berlin sehe man mit Genugthuung jeder Ent- Wickelung Frankreichs entgegen, welche geeignet sei, dem Nachbarlande Ruhe zu verschaffen und es wieder zum zahlenden Abnehmer unserer Produkte zu machen. Der von List ausgesprochene Satz mag im Allgemeinen richtig sein, so lange die Handelsbeziehungen zwischen den Völkern in der heutigen Form bestehen. List hat fteilich aus seinem Satze eine unserer Ansicht nach falsche und nicht mehr moderne Schlußfolgerung gezogen und hat sein Schutzzollsystem darauf begründet. Das brauchen wir aber nicht zu thun. Glaubt man wirklich in unseren leitenden politischen Kreisen, namentlich in den Kreisen, welche die„Nord- deutsche Allgemeine Zeitung" repräsentirt, daß der General Boulanger eine Bürgschaft für eine günstige Entwickelung der Handelsbeziehungen zwischen Frankreich und Deutschland bilden könne? Wir würden es mit Freuden begrüßen, wenn diese Handelsbeziehungen sich bester gestalten würden, denn das könnte diesseits und jenseits des Rheins nur günstig wirken. Die Franzosen würden diesseits und wir jenseits des Rheins„zahlende Abnehmer" finden. Ein friedlicher Wett- streit in Znoustrie, Handel und Gewerbe zwischen den beiden Nationen wäre sicherlich für Europa und für daS ganze Menschengeschlecht von weit größerem Interesse, als der kostspielige und entkräftende Wettstreit in der KriegSrüstung. Der deutsche Patriot mag, wie Goethe sagt, keinen„Franzen" leiden, doch seine Weine trinkt er gern; der französische Patriot ergeht sich gerne in Radomontaden gegen den „Prussien", ist aber ganz zufrieden, wenn er einen Theil seines HammelfleischS, das er ja in so großen Massen kon- sumirt, von uns beziehen kann. Allerdings läuft er dabei Gefahr, daß dieser Bezug, wie eS bei den letzten Wahlen gerade von der„Nordd. Allg. Ztg." geschah, zu Wahl» zwecken ausgebeutet und als eine„Vorbereitung zur Kriegs- rüstung" dargestellt wird. Wir sind auch überzeugt, wenn das Verhältniß von Frankreich und Deutschland in den gegenseitigen Beziehungen von„zahlenden Abnehmern" gipfelte, so würde daS eminent zur Befestigung des Friedens beitragen. Ein- mal eingelebte und feste Handelsbeziehungen geben der Produktion nach und nach eine bestimmte Richtung und Stetigkeit, so daß man die allgemeinen und politischen Be- Ziehungen ohne eine schwere Schädigung aller Volksinteressen nicht ändern kann. Wie glücklich wären wir, wenn das Verhältniß zwischen den beiden Ländern eine solche Gestalt angenommen und sich dauernd begründet hätte! Allein wenn wir auf die Geschäfte oder Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland zurückblicken, so sehen wir ganz andere Dinge. Da kommen die Handelsbeziehungen im allgemeinen schlecht weg; der Handel wird unauf- hörlich gestört und beeinträchtigt durch allerlei Händel. Daß sich der Handel unorganisirt im Bann der„freien „Konkurrenz" befindet und völlig der Privatspeku- l a t i o n überlassen bleibt, trägt natürlich auch sein Theil dazu bei, daß das handelspolrtische Verhältniß zwischen den beiden Ländern immer so unbeftiedigend geblieben ist. Aber die Hauptschuld daran, daß eine gesunde AuS- bildung der handelspolitischen Beziehungen diesseits und jenseits des Rheins nicht aufkommen kann, diese Schuld fällt auf die ftanzösischen und deutschen Chauvinisten und sie werden dieselbe nicht so leicht von sich abwälzen können. Die zahlenden Konsumenten wollen gegenseitig nicht als Feinde behandelt sein. DaS KriegSaeschrei stört die handelspolitischen Beziehungen augenblicklich und greift sie bis auf die Nerven an. Gerade die„Norddeutsche Allgemeine" und die„Post" mögen sich erinnern, waS sie in dieser Beziehung schon geleistet haben. hoben, nicht doch vielleicht begründet ist, und ob er die Be- Handlung, die ich ihm zu Theil werden ließ nicht doch viel- leicht verdient hat. Er fürchtet nicht einmal, sich zu kom- promittiren, wenn er ihm als Zeugen dient, und morgen weiß vielleicht schon ganz Paris, daß der angebliche Baron ein Betrüger und ein Schurke schlimmster Sorte ist. Wie hat eS nur Herr von Randal angefangen, um sich so fest in sein Vertrauen zu setzen?... Und dabei kennt diesen Herrn von Randal in ganz Frankreich kein Mensch genauer, selbst Sartilly nicht, der ihn in den Klub eingeführt. Soll ich denn annehmen, daß Guntram sich absichtlich nicht über diesen Menschen aufklären lasten wtll, der mit dem Plane umgeht, die Tochter der Frau von LorriS zu heirathen? Schon die Leichtigkeit, mit der er auf den Plan dieser Hewath eingegangen ist, und der Eifer, mit dem er sie betreibt, müßten dem Major doch eigentlich die Augen öffnen!" „Und mir fehlen Zeit und Mittel, um ihn aufzuklären," setzte Andreas traurig hinzu.„Erst auf dem Duellplatze sehe ich ihn wieder, und ich kann getödtet werden. Ich war heute Abend keinen Augenblick mit ihm allein und konnte nicht mit ihm reden. Was hätte ich ihm auch sagen sollen? ... Zch habe keine Beweise, so fest ich auch überzeugt bin. Ans daS Zeugniß des Mädchen«, das den Kammerdiener wieder erkannt hat, legt er kein Gewicht, und das ist mein einziger Beweis, den ich erbringen kann. Und wenn ich Herrn von Randal feine gemeinen Zntriguen vorhalten wollte, so könnte er mich einen Verleumder nennen, denn welcher Vergleich ist zwischen dem Werth seines Wortes und dem einer Martine Ferrette in den Aagen der Welt? Er hat Gemeinheiten begangen, aber die Gesellschaft hat ihm nichts vorzuwerfen, und wenn ich mich jetzt weigern wollte, mein Lehen gegen da« seine zu setzen, weil ein anständiger Mann nicht gezwunqen ist, einem Schurken mit den Waffen in der Hand Rechenschast zu geben, so würde ich als Feigling gelten." Soweit war Andreas, der mechanisch den Boulevard weiter gegangen war, in seinem Monologe gekommen, als er an der Rue du Helder anlangte. Da er sich nun semem DaS KriegSgeschrei bringt eine weitgehende Erregung hervor, die ihre Kreise zieht und die Bevölkerung erfaßt; dann folgen Schmähungen in der Presse, Taktlosigkeiten gegen einzelne Personen, Spionenriechereien, Abbruch von Geschäftsbeziehungen und was damit zusammenhängt. Die Regierungen glauben dann der allgcmemen Stimmung nach- geben und entsprechende Maßregeln treffen zu müssen, welche die vom nationalen Vorurtheil gerissene Kluft manchmal noch zu erweitern geeignet sind. Wenn nun die„Norddeutsche Allgemeine" gerade in dem PrablhanS Boulauqer den Mann sieht, der das Verhältniß der„zahlenden Abnehmer" wieder herstellen soll, so klingt das schier wie Hohn und läßt vermuthen, daß eS dem offiziösen Blatte mit seiner Auslassung gar nicht ernst ist. Der Mann, der sich mit so vielem Geschrei den „Degen Frankreichs" nennen läßt, der sich für die Rolle eines MilitärdiktatorS geschaffen glaubt und immer die ruhige Entwicklung Frankreichs wieder stört, erscheint unS am allerwenigsten eine Bürgschaft für friedliche Beziehungen bieten zu können. Vielleicht hat die„Norddeutsche Allgemeine" wieder einen jener Anfälle von schwarzgalligem Humor gehabt, bei denen sie die Welt lustig auf den Kopf zu stellen pflegt. TügwaMbmsxonäenzm. Hamburg, 29. August. Die nordische Ausstellung, welche in diesem Sommer Kopenhagen zu einem besonderen An» zichungspunktc für Reisende mochte, wurde auch von hier aus zahlreich besucht, und man hört allgemein nur eine Stimme des Lobes, so wohl über alles dort zur Schau Gestellte, als auch über die freundliche und entgegenkommende Haltung der täni- schen Bevölkerung gegenüber den deutschen Besuchem der Hauptstadt Dänemarks. Natürlich können die Kosten der Reise und des dortigen Aufenthalts nur„gut situirte" Leute be- streiten; unsere Ardeiter aber müffen fein zu Hause bleiben, denen ist ein solcher Quell der Belehrung unzugänglich. Denn so sebr auch von gewisser Seite und so gar mehr als nöthig über die heutige mangelhaste Ausbildung der Handwerker ge- jammert wird, so weit wie die„verkommenen" Franzosen und der viel verschriene Pariser Gcmeinderath find wir im ruhmreichen und ruhmredigen Deutschland noch lange nicht, daß wir, wie l.tztgenannter, eine Anzahl Arbeiter auf öffentliche Kosten nach Kopenhagen entsenden, um eines Theils durch die Anschauung der Ausstellung fich zu belehren, andern Theils mit den dortigen Arbeitern freundschaftliche Beziehungen anzukni pfen. Das Auftreten der frawöfischen Arbeiterdelegation in Kopenhagen gefällt denn auch den Reaktionsphilistern sammt ihren Zeitungen ganz und gar nickt. So jammert der Kopenhagener Korrespondent der„Hamburger Nachrichten" in folgender Weise:„Die am verwtckcnen Freitag Abend hier ein- getroffenen delcgirten 30 franzöfischen Ardeiter, welche der Pariser Munizipalrath mit öffentlicher Unterstützung hierher ge- sandt hat, damit dieselben fich mit unserer Ausstellung bekannt machen, entpuppen fich mehr und mehr als S o z i a l d e m o- kraten vom reinsten Wasser. Das Reißen um die Ehre, diese Gäste zu beherbergen welches von unseren Sozialisten in Szene gesetzt war, schloß mit der Entführung der französischen Sozialdemokraten nach dem den Ansprüchen dieser jedenfalls besser zusagenden Hauptquartier der Kopenhagcner Sozialisten. RömerS- gade 22, als die den Gästen von Repräsentanten der Ausstellung zugedachte Wohnung Der Wortführer der Franzosen sprach denn auch später seine Freude darüber aus, daß fie an rechter S'elle angekommen seien. Man war hier geneigt, diese Ar- beiterdeleyation als offizielle Vertretung zu betrachten, und über- läßt dieselbe jetzt mit Vergnügen(?) den sozialdemokratrschen Gefinnungsgenossen. Da der Pariser Munizipalrath selbst sozialistisch angehaucht sein soll, dürfte die politische Farbe der Delegation deffelben weniger auffallen, als die That fache, daß die Herren Franzosen ein vollständiges politisches Agitationsprogramm mitgebracht haben. Darnach ist es die Aufgabe dieser Delegation, nicht nur die Ausstellung zu be- suchen und fich mit den Einzelheiten derselben vertraut zu machen, sondern auch Propaganda für kommunistische(?) Joeen zu machen. Dieser Umstand hat die franzöfischen Arbeiter bereits in Konflikte(?) gebracht, deren Aus- gang für dieselben selbst nur betrübend sein dürfte. Die Ardeiter dehar pten, fie hätten ein ihnen genau vorgezetch� netes Programm zu befolgen, und ganz dasselbe Programm sei den die Ausstellungen von Glasgow und Barcelona besuchenden franzöfischen Delegationen zur Befolgung übergeben worden." Soweit die Mitlheilungen des Korrespondenten. Seine weitere Jeremiade über„dieses taktlose Auttreten" und dessen„schlimme Folgen" für die franzöfischen Gäste will ich ihm schenken. Ein solcher Mann vermag es natürlich nicht zu begreifen, daß es für die Delegirten das einzig Richtige war, fich sofort mtt ihren Arbciterbrüdern in Kopenhagen in Ver- dindung zu setzen; da muß sofort das Schreckensbild des Kom- Hotel so nahe sah. sagte er sich, daß er nicht« besseres thun könne, als seine Wohnung aufzusuchen. Am Vorabend vor emem Duell hat jeder gewisse An- ordnungen zu treffen; der Baron wollte jedoch nicht etwa sein Testament aufsetzen. Wem hätte er sein Vermögen auch vermachen sollen? Seine natürlichen Erben waren entfernte Verwandte, und er dachte nicht daran, unter ihnen einen Universalerben auszusuchen. Er dachte auch nicht daran, Therese als Erbin einzu- setzen; sie war ja zwanzigmal reicher als er. Aber sie sollte wissen, waS sie von dem Gatten zu halten hatte, den sie in ihrem Aerger oder in ihrer Resignation zu wählen im Begriff stand. An sie konnte er nicht schreiben. Der Brief wäre vielleicht aufgefangen worden; aber an Frau Valdieu konnte er schreiben, und dazu entschloß er sich nach kurzer Ueber- legung. Er bog in die ziemlich dunkle Rue du Helder ein, da glaubte er ein Individuum zu bemerken, daS quer über den Weg auf ihn zu kam. als wollte es etwas von ihm. Da er seiner Sache nicht sicher war, blieb er stehen. Sofort blieb auch der Mann stehen, mochte er sich nun in der Persönlichkeit des BaronS getäuscht haben, oder hielt er den Ort nicht für günstig, um ihn anzu- reden. Da Andreas sah, daß er keine Miene machte, heran- zukommen, setzte er seinen Weg fort. Der Mann ließ ihn gehen, folgte ihm aber in gewisser Entfernung nach. Um diese Stunde und an diesem Orte war ein nächt- licher Angriff nicht zu befürchten, und Andreas vermuthete, daß der Mensch ein verschämter Bettler sei und suchte schon in seiner Tasche nach einer Münze. Der Mann kam aber nicht an ihn heran, sondern ging in derselben Entfernung auf demselben Trottoir ihm nach. Als Andreas an der Thür seines Hotels angelangt war, drehte er sich um und sah, daß der Mensch seine Schritte beeilte. Ein Zweifel war jetzt ausgeschlossen. Die Person wollte irgend ewaS von ihm; da er aber nicht verpflichtet munismus herhalten. Die einzige Felge des Verhaltens** franzöfischen Arbeiter w rd wahrscheinlich die sein, daß fie fr wöbrend ihres Aufenlhaltes in der Hauptstadt Dänemarls I# wohl fühlen wer dm!— � Dos Tagesgespräch bildet hier in Hamburg seit Sonntag e» Fcuersdrunir, welche om genannten Tage Abends um H Uhr am* dem bisherigen Hafen gegenüber liegenden EldM'cl S l e i n rslin der zum Ausbruch kam. In dort befindlichen Schuppen verFirwk« S ch r ö d e r u. M i ch a e l s e n, E. Israel, N. P h r l> v> S. u. L Durlocher und A. E g g e s lagerten große Law titäten Salpeter, Wachskerzen, schwedische Streichhölzer, e'vm wolle, Papier, Zucker. Sprit u. s. w. Von letzterem 1300 Faß. Man kann fich denken, welche gewatttge, Hamburg erhellende Feuersäule diese große Masse brennd! Trosse entwickelte. Der Schaden beträgt annähernd 5 Millurni Mark Waaren. Die ganze Thäiigkeit der Feuerwehr>miß>e wlari Waaren.-vre ganze Dhairgkert der szeuerwehi imm»! i»ie. /'-"Yr darauf bcichränken, die bekannte Schiffsbauanstalt von B l o d«I"i vieser Be und V o ß und die Nagel'sche Sprittadrik zu schützen. Feuer soll dadurch entstanden sein, daß in der Nackt»f «Sonntag auf Montag in einem der Schuvven Ardeiter Färben von Zucker teschärtigt waren, wobei ein Faß Spiritus explodiite. Soviel man jetzt übersehen kann, find In* fieden Arbeiter dabei ums L ben gekommen, theils soiott, � später infolge erhaltener Brandwunden. Man fürchtet W". den Trümmern noch mehr Leichen zu finden. Ob solche lw männische Prakriken wie„Färben von Zucker" auch unter* Unfallverficherungsgesetz fallen, weiß ich nickt; wer aber stm nun tür die Hinterbliebenen derjenigen, welche auf solche scdl* liche Weise ihr Leben einbüßen mußten?— Die Assekuramgesellschaften verweigern vorläufig die** Zahlung g- wisser Versicherungsprämien, weil der Tckuppen Israel als Lager schuppen angemeldet war, nicht aber Räumlichkeit zur Vornahme irgend welchen Fobrikbetriedr* zeichnet war. Die Firma Israel war es auch, welche mit Sprit zu einer gelben Zuckerfarbe zubereiten ließ. Jtiw dieser Manipulatwn erfolgte die Katastrophe., Mit Spannung blickt die gesammre Ardeiterschaft fernw*? auf die morgige Reichstags wobt in Berlin. Hoffer tlidl R ich nicht fehl, wenn ich schon jetzt zur Wahl Liebknc»' von Herzen zratulire! % Zürich, 28. August. Im Kanton Zürich bat fich etafi. eignet, was man eigentlich nur von England oder den K einigten Staaten zu erfahren gewohnt ist; es find näml'*, zwei großen Seidenfadriken die Arbeiter a u s g c suftj morden. Der Geldsack war in Gefahr! Die Seidenamrj des Kantons Zürich haben fich vor gar nicht langer einer kantonalen Gewerkschaft mtt Settionen vereinigt- v Nnial der W, vielleiä b berjelden lchuMN in äi»om Bunt kilder ersorl »lsimmlung &W eine t ßMaden wi tolid», daß wbdile der T shtn Unsallvt mdmden n «gen des Wg. Die «dt lO OOOj s. liebln Am Vortra 1#%% »flej Stadt "�1 aal pol gE w « Ä%l neue Vereinigung war vom besten Geiste beseelt und � nach den Berichten in den Ardeiterblättcrn auch erfreuliche ml schritte. Im Januar d. I. wurde von der Gmeralversamck� der Gewerkschaft deschloffen, einen einbeitlichcn Lohntarif � führen, um die eigene Lage etwas zu bessern und der 6% konkurrcnz entgegenzuwirken. Im Mai wurde einer neiieck� Versammlung der Seidenarbeiter von der bestellten TattpJ misfion ein Lohntarif vorläufig für Jaquardartikcl% gelegt, welcher entsprechend den in Lyon und wS gezahlten Löhnen ausgearbeitet war. Anfangs wurde dieser Tarif an die Fabrikanten versandt, indes) � wortete nur ein einziger und der in ausweichendem Sinnes gegenwärtige Tagesverdienst der Züricher Seidenarbeiter sck zwischen 2,40 bis 2,80 Fr., die projektirte Erhöhung dieser betrug 10 bis 15 pCt. Die endliche Antwort der Fabri auf den zugeschickten Lohntarif bestand darin, daß fie vor Arbeitern mit einem von ihnen ausgearbeiteten Tarif et)* der die Löhne noch niedriger normirt, als sie gegenwärtig� gc lUNßen lie 8 wie erlitten >, der t, die grC? B reden. 9 Qpfer «Tische «bringt, ?el vom (den Fe legen die Antau, des Fabrikantentarits und so wurde allen Arbeitern, meld*"-' Selbstverständlich wehrten fich die Arbeiter glieder der Gewerkschaft find, gekündigt. Man merkt vi« ficht- Wie s. Z. bei den Uhrmachern in Gremban, st auck hier die Arbeitervereinigung gesprengt werden, sie ist den Fabrikanten der arößte Dorn im Auge. better haben notbgedrungener Weise den Kampf aufgenommen.� axpclliren an die organifirte Arbettersckaft um Hilfe.® J sperrt find 12 ledige und 21 verheirathete Arbeiter, letzte?. 40 Kindem, so daß also mitsammt den Frauen 94 von dieser brutalen Maßregel betroffen find. jf Die Settionen desGewerkschaftsdundes d"* i* bei der Urabstimmung über einen obligatorischen BeitraO«»- R.servekaffe mit Mehrheit für 10 Cts. pro Woche e strick Der Vorstand dieser Zentralorganisation, die in Zürich bat provisorisch die Funttionen der abgetretenen Rest!?$$ Kommisfion übernommen. Das weitere in dieser Sa*-, za der in den nächsten Wochen stattfindende Arbeiterkortr«� Der Vorstand des Arbeiterbundes veröffentst� fi Arbeit- prog'amm des A r b e i t e rsiek r e ta r i a t s pro ■i?\ wird i Ifa ste jte rst«. Ks Andre --Von eD-dÄ war, darauf zu warten, faßte er schon mit der � der Hotelklingel. Da sah er das Individuum Sprüngen an sich herankommen. Ueberrafcht über diese schnellen Bewegungen, sich darauf gefaßt, eS mit dem Menschen zu thun kommen, aber jener blieb in respektvoller Entfernung und sagte im demüthigsten Tone:_-,ve1 „Ich sehe schon, der Herr erkennt mich nicht w � A „Was wollen Sie? Ich habe Sie nie g«s«h£ LM widerte der Baron und musterte den sonderbaren Es war ein armer Teufel, der J schäbigen Rocke steckte und einen weichen verbundenen Kopfe trug. Er stützte sich au und sah auS wie ein Mensch, der eben au« dem V" Ijwge Liste entlassen ist. un »Der gnädige Herr hat mich hier schon geft? h, �«es hier auf dieser Stelle," fuhr er fort;„aber d* Ver Herr wird mich nicht beachtet haben. Heute bin ---- zogen, aber damals trug ich eine Bluse." „Sine Bluse?" wiederholte der Baron, in den 5 Mtisch lassen gemeldeten und von ihnm unterstützten Kranü für das Jahr 1888. Die in diesem Jahre für 1889 gepP.— PuBZJ"" E? Hebungen baden das noch nicht vermbeitete MateNlU� Q orderun 1131 Krankenkassen mtt 167 000 Mitgliedern ergeben- «4 Droscht �rsnii« ädige eine Erinnerung austauchte mm „Emen Kerl wie Sie höre ich nicht an." &%>r WZ w-re gy Z Ui i tzK und L Ifen« W z nai'e IV nntas � hr aus in inmö'' hiliv»' je Cn* r, � cm allein ige, M »rcnnbaul Mlli-»'« mtifiie sti Bl°ds scn. T« iackt W b eitel n' i firb In* ort, ifnj jtet u»? Icbe W jntet* iber W che(W die# ppen ab«» trieM?* '"KS |�nwl der LohnstatiRk ist in Bearbeitung und erscheint im nielleicbt in den nächsten Monaten. Betkeiligt haben sich ?. derselben gegen 3000 Arbeiter. Od lohnstatistische Unter- Wungen in der ganzen Schweiz vorgenommen werden können, bLI01"«undesrath abhängig, denn es find vazu ziemliche ?nder erforderlich— über 6000 Franks— die die Bundes« «Mdilung bewilligen mujte. Da im Mai des nächsten ?.�s�eine deutsche allgemeine Ausstellung für Unfallverhütung K-.llnden wird, betrachtet es der Bundesvorstand als selbstvei' Sf1�' dabei das Arbeitersekretariat vertreten sei. Damit foUii der Vorstand auch ein allgemeines Studium der beut* ™n Unfallversicherung, der Karenzzeit, der Schutzmaßregeln rc. Kunden wissen, doch ist die Ausführung dieser Aufgabe i" des Kostenpunktes wieder vom Bundesrath ab- Die Bundesdotation des Arbeitersekretariats ist wieder � C 000 Frks. angenommen, doch wird darauf hingewiesen, ™ dieser Betrag auf die Dauer unzulänglich sei. ii, ysdknecht hat am Sonnand seine Agitationsreise mit Mw Vortrage über„Wesen und Ziel des Sozialismus" in »fallen eingeleitet. Wie ich einem Referate des„St. , �sadtanz." entnebme, war der dortige große Schützen« �uensaal vollgepfropft, Bürger wie Arbeiter waren gleich zahl- isArtschirnen, um den bekannten deutschen Volksmann, den Mwahrten deutschen Sorialvemokraten sprechen zu hören. In ZU, i er glänzender Rede entledigte sich der Redner seiner Fti der Dickulfion trat ein fremdes Individuum, ein �Neider Namens Trottmann als �gene provocateur wdem er gleich zum Kaisermord aufforderte und die Pro» �Nda der That predigte. Zürich hatten die deutschen Sozialisten in den Räumen �uiglitcrrasse für Sonntag ein großes Volksfest arrangirt. dem unu1?*-000 Personen anwohnten. Herr Liebknecht sprach hier VyAW begeisterten Beifall seiner zahlreichen Zuhörer über h> 7?,Äcma wie in St. Gallen. Gestern Abend sprach er wuWrcich besuchter Bersammluna in Wint ertbur, wo, , fa j'm„Landboten" lese, das Individuum von St. Gullen Harr*? c��dgefunden, aber als agent provocateur entlarvt und ilxb fi ttvh Unzart an die irische Luft gesetzt wurde. Herr Liebknecht {ppi' 1 �.7® llDff» AM faAS PlrfflM friroAoM ittth Vtiirch spint» fpffplnhm „doch an sechs Orten sprechen und durch seine fesselnden 1 Zuführungen zweifellos zur Förderung der sozial- det< den ,fL näml'-® i ;ef� den% .'llch-Äj SS : S« "SS I5k> sinne- et sck tefet vor t" -»vn UI�VUIV�VII JJMV Mchen Bewegung in der Schwerz beitragen. , Politische Ueberstcht. Iw,$ie Ainsritigkeit der deutsche» Presse tritt bei Be« ychetlung der(iitäpi'schen Radauvolitik gegen �Wteich ganz besonders ausfällig hervor. Wer die deutschen Hungen liest, muß glauben, Crispi habe durch seine„Schneidig- k?. einen großen diplomatischen Triumph erreicht und erfreue cyn seinem Lande der allseitiasten Zustimmung. Das eine ist *«rig wie das andere. Daß Crispi thatsächlich eine'Nieder- erlitten hat. wird von Jedermann zugegeben werden n, der die italienischen mit den französischen Noten ver« >t, die Flourens'schen Enthüllungen gelesen hat und die gedungen der auswärtigen Presse und Regierungen kennt, c- der militärischen Katastrophe bei Maffauah gar nicht P reden. Herr Crispi muß froh sein, wenn er ohne Opfer eines neuen kostspieligen Feldzuaes die jWerssche Garnison wieder aus demselben Maffauah bringt, um dessentwillen er mit den Franzosen so alberne -Jel vom Zaune gebrochen hat. Entschließt aber Herr Crispi für die Behauptung Maffauahs, so legt er die militärischen - vor Italiens auf längere Zeit lahm, und thut genau das, erschieß � den Feinden Italiens das liebste sein muß. Seine Politik „ärtig?!.,? Deshalb in Italien auck keineswegs beliebt, und günstigsten - An«»! M wird er die größte Mühe haben, fich im Sattel zu halten. welche V Unnnmilnritnt Crikvi's enlfnttnat indek nicht blas aus der ly den. 1 , Die 3 » wtro er oie groxie tueuye yaoen, nw tm«uuei ju oiuicn. Anpopularität Crispi's entspringt indeß nicht blas aus der tzrWch Affaire. Was das italienische Volk in noch hö erem erbittert, ist sein provokatorisches Vorgehen gegen Frank- vm! Elches allaemein aus fremde Beeinflussung zurückgeführt -- 1 empfehlen der„Nordd. Allgem. Ztg.". den Artikel kür-�welchen ein oft von'ihr zitirtes schweizer Blatt, das sonst �Bismarcksi'che Politik schwärmt, die„N. Zur. Ztg." in den e. VU7 jünos. �ismarck'sche Politik schwärmt, dte„pc. Zur. Zig. 0 I �?ich find und wie die Sehnsucht nach österreichischen schweizer i vavei uu*, mit-iti uu. u-Uenet sut find und wie die Sehnsucht nach österreichischem Gebiet und Umgegend- in den hier in Frage kommenden bei weitem stärker ist, als der Wunsch, Nizza den Cn0Kn wieder abzunehmen und wie hierin erne große K?« füi die Allianz mit Oesterreich liegt.— Wer die der Italiener aus eigener Beobachtung oder aus den �enischxn Zeitungen kennt, kann den Auslassungen des schweizer in?*? nur zustimmen, und wird nicht bezweifeln, daß der Tag, ta�rtchent Cr spi das Programm des Herm Pindter befolgen „it.,'-"ankreich angreifen würde, auch der letzte Tag des Mi« hO�ums Crispi und vielleicht selbst der italienischen Monarchie Cr- Es ist ein Glück für den Weltfrieden, daß Herr Plndter £oltUsche Wetter nicht macht. anvwarts wird uns geschrieben: Dre gelegentliche ß�rderung eines sozialdemokratischen Redners in der Wabl- die erste deutschfreifinnige Versammlung zahlreich zu �ien, hat sowohl dem Abgeordneten Richter wie auch der - f r> Andrea« fuhr zusammen. Er begann zu verstehe». -iVon welchem Manne reden Sie?" fragte er. einem Herrn, der eine Rolle in der vornehmen 1 spielt, aber eigentlich auf die Galeere« gehörte." (Fortsetzung folgt.) 5_,&»» Knust und Lebe«. J HkA�?.�"stsche Artneimittel. Die amerikanischen Zoll« J �'nfuhr�/.?ie hauptsächlich mit der Reaulirung der chinesischen ke! bettaut find, baden dem Finanzministerium erne i kitut»!� jinaesondt, auf der die diversen Medizmen, Medi- OlM sit-iPld GcHeimmittel siguriren, welche seitens der Sohne jd den m•" Mitte zur Beglückung, resp. zur Kur für die r bi>d{„ gereinigten Staaten lebenden Chinesen versandt werden J fie 5? Häfen zollamtlicher Behandlung unterworfen find. n S1 seiten, � bringt folgende interessante Auswahl� aus I rc(a.nPen Liste: Tigerknochen, getrocknetes Blut, Baren- Isile'q-��krni' Baumwanzen, Elephanten-Galle, Fosfil-Krebse, Eleflügelmagen,„Infekten mit neuen Gerüchen, n"' Kuhhaare, Glas, Rhinoeeros-Hörner. Kuhkniee, Ne%c Drachenzähne. Sttoh, Stachelschweinhaute, ge« �äy., c�enwurmer, Schlangenhäute, Krebsaugen, Pferde« J» iu l0*1' Tausendsüße._ S. fcSobetfe«-rkwürdigste««rschei»«»gen. welche die S* Uan w 4e darbietet, gehören auch die sogenannten Rillen, mm in einer Länge von 6-7 Meilen zu verfolgen war. Kartellpresse Anlaß gegeben, fich wieder einmal mit dem be« kannten fittlichen Pathos gegen den oon den Sozialdemokraten angeblich geübten Terrorismus und gegen die„Prattiken des Tölkeknüppels" tc. zu wenden. Wir stehen nun keinen Augen« blick an, zu erllären, daß die Aufforderung des betr. Herrn, vorausgesetzt, daß fie so gelautet, wie wir fie in den Zestungen gelesen baden, unzulässig war, ganz gewiß aber war fie taktisch falsch. Als Anhänger des freiesten Versammlungsrechts müssen wir dasselbe auch dann achten, wenn es dem Gegner zu Nutze kommt. und>s ist durchaus unzulässig, in Versammlungen eindringen zu wollen, zu denen man nicht geladen ist und wo man deshalb nichts zu suchen bat. Versammlungen anderer Parteien zu stören, ist der denkbar größte Mißbrauch des Ver« sammlungsrechts und durchaus undemokratisch. Abgesehen aber vom politischen Anstand, der es einfach verbietet, in die Versammlungen anderer Parteien zu dringen und dieselben zu stören, haben besonders die Minoritätsparteien ein Interesse daran, daß das Versammlungsrecht geachtet wird, denn wo sollten diese schließlich bleiben, wenn die Majoritätsparteien von ihrer Uebermacht Gebrauch machen und die Berseimmlungen der Minoritäten stets überschwemmen wollten? Dies alles vorausgeschickt, wollen wir diese Gelegenheit doch nicht vorüber gehen lassen, um auch hier wieder das elende Heuchelspiel aufzudecken, das besonders die kartell« brüderliche Presse bei dieser Gelegenheit wieder ge- trieben hat. Liest man nämlich diese Blätter, dann sollte man denken, von dieser Seite sei noch niemals ein Wässerchen getrübt worden und die Herren vom Kartell hätten noch nie eine gegnerische Versammlung gestört oder eine Mino- rität vergewaltigt. Wer freilich die stillvergnügte Art kennt, mit welcher die Kartelldlätter über die zahllosen Verbote von Arbeitet Versammlungen zu berichten pflegen, der weiß auch den Werth ihrer Erklärungen für die Versammlungsfreiheit zu würdigen. Aber auch in puncto Versammlungsprengen können die Kartelldrüder auf Leistungen hinweisen, gegen welche fich die Aufforderung des Herrn Werner als eine reine Stümperei er« weist. Wir wollen zum Beweis dessen nur auf Vorkommnisse aus den letzten Wahlkämpfen im vorigen Jahre hinweisen, und wir geben zu diesem BeHufe eine Darstellung wieder, wie wir fie über den Verlauf von Wahlver- sammlungen, die von sozialdemokratischer Seite berufen waren. im„Vogtländischen Anzeiger", einem waschechten und sehr ein« flußreichen sächfischen Kartellblatt, fanden. Dieses Blatt schrieb über eine Versammlung in Schneckengrün, in welcher der von der Arbeiterpartei aufgestellte sächsische Landtagsabgeordnete Kaden sprechen wollte, in folgender Weise: „Alsbald nach Eröffnung der Versammlung hat ein im Saale anwesender ehemaliger Soldat, ein Invalide des letzten Krieges, um das Wort gebeten und erklärt, daß man denVortrag nicht zu hören wünsche, auch darüber, wen man wählen solle, bereits völlig einig sei. Darauf ist ein Hoch auf Kaiser und König und den bis« herigen Abgeordneten Dr. Hartmann ausgebracht worden und unter den Klängen der Wacht am Rhein haben die aus Plauen erschienenen Sozialdemokraten den Rückzug angetteten. Hoffentlich ist den zur Besorgung der Wahlagitation im Vogtlande nach Plauen„komman- dirten" beiden Sozialdemokraten nunmehr klar geworden, welcher Stimmung fie hier begegnen. Es ist nicht Lust am Skandal, was zur Vereitelung sozialistischer Wadl- Versammlungen veranlaßt— gestern in Schneckengrün ist es ja gerade wie zuvor in Chrieschwitz völlig friedlich zugegangen—, ebenso ist es auck an und für fich gar nicht des Sachsen Art, keine Meinunam neben der seinigen zu dulden, allein fichtlich und fühlbar ist unsere Bevölkerung gegenwärtig von ernsten Gedanken bewegt! — Der Feind steht vor den Thoren! Da gedenkt der Eine der Zeit, da er selbst der feindlichen Kugel die Brust bot, der Andere fragt, wie bald wohl an ihn der Ruf des Kriegsherrn ergehen werde. Das Vaterland in Gefahr! Wie verschwindet diesem Wort gegenüber das kleinliche Parteigezänke!"— Was hier der„Vogtländische Anzeiger" von Schneckengrün erzählt, wiederholte fich damals überall in Sachsen und anderwärts auch, wo die Kartellbrüder über die Majorität verfügten. Das Sprengen sozialdemokratischer Versammlungen war zu einer„patriotischen Pflicht" geworden, und zu diesem Zwecke wurden besonders die Kriegervereine aufgeboten, die mit ihren Abzeichen versehen und unter Kommando in die Versamm« jungen eindrangen. Angefichts dieser Vorkommnisse ist es wirk- jich zu wunderbar, wenn die Kartellorgane heute den Muth haben, über die Störung der Versammlungsfreiheit durch die So« zialdemokraten zu llagen. Nicht ohne Interesse ist heute auch der Schlußpassus des Artikels des„V. 31." Jener Feind, der damals„vor den Thoren stand", es war derselbe General Boulanger, den heute die„sitordd. Allg." als Friedensapostel feierte. Wahrlich, der Fürst Reichskanzler hatte nur allzu recht, als er seinerzeit meinte:„Die wunderbarste Erscheinung sei doch die Leichtgläudigkett der Zeitungsleser." Wahrlich, wenn diese Leichtgläubigkeit nicht wäre, müßte der kartellbrüderliche Humbug schon längst elend Schiffbruch gelitten haben und es müßte ein bomerisches Gelächter erregen, die arbeiterfeindliche Presse als Vertheidigerin der Versammlungsfreiheit auftreten zu sehen. Auf diesem Wege finden fich in der Rille, wo fie die Thäler der Hügelreihen durchschneidet, größere schwarze, kraterähnltche Löcher Die Ursache oder Bedeutung der Mondrillen ist noch völlig räthselhaft, da alle bisherigen Erklärungsversuche durch Vergleichungen mit Flüssen oder Landsttaßen oder Berstungen felSÄ ÄaÄ«nun fast täglich erbitterte„boiing-watches" statt, über welche die Zeitungen in aller Gemüthsruhe ihre drastischen Berichte bringen. Sind die Schutzleute nicht gerade„on dnty", das heißt speziell ausaesandt, um die gewerbsmäßigen blutigen Schlägereien zu polizeilicher Erlaudniß Preiskampfe mit breiten Schlachtschwertern mmmm „Tie ersten Runden waren nur leicht, es wurde außer einem » m«B UMWWM nuten erwachte, fand es fich. daß der Oberkiefer an zwei Stellen gebrochen, das'Nasenbein eingeknickt und das rechtt Ohr ge« spalten war. Es wird bezweifell, daß er den Kampf am nächsten Tage fortsetzen kann." Dl« JubtlSumsdenirfchMt. Man schreibt uns noch zrt dieser Angelegenheit:„Die«Nordd- Allg. Ztg." und, ihren Spuren folgend, diverse Kartellblätter, darunter auch die„Magde» burgerin", zerbrachen fich den Kopf darüber, aus welchen Gründen die von den Sozialdemokraten angekündigte Denkschrift zum zehnjährigen Jubiläum des Bestehens des Sozialistengesetzes nicht erscheinen wi d.(Die Tartarennachricht ging übrigens, wie wir berichtigend bemerken, von der„Voss. Ztg." aus, der fie von einem Reporter, der mit angeblich authentischen Nach- richten aus sozialdemokratischen Kreisen haustri, aufgebunden wurden.ß D. Red.) Bei der bekannten Kunstfertigkeit Pindter's, alles für seine Zwecke dienstbar zu machen, darf es nicht Wunder nehmen, wenn er entdeckt bat, daß die Sozialdemo» kraten fich überzeugt haben, daß das gesammelte Material jenen Eindruck, den fich die Sammler davon versprochen haben, nicht machen werde, und daß fie deshalb die Veröffentlichung unter- lassen werden. Nun, welchen Eindruck das gesammelte Material machen wird, wissen wir nicht, well wir es nicht kennen; wir find aber keinen Augenblick darüber im Zweifel, daß es auf Herm Pindter sowie auf leine Brotgeber nicht den geringsten Eindruck machen wird. Glücklicherweise giebt es aber außer Pindter und Gestnn rngsgenoffen auch noch andere Menschm m Deutschland, und für diese und vor allem für den späteren Kulturhistoriker, damit derselbe einmal beurtheilen kann, was im letzten Viertel des neunzehnten Jahrhunderts noch alles an po« litischer Verfolgung möglich war, werden die gesammelten Materialien allerdings veröffentlicht werden. Herr Pindter muß nur noch etwas Geduld haben; es ist eben eine tzeidenarbeit, den Spuren der„segensreichen" und„erziehe- tischen" Wirkungen des Sozialistengesetzes nach allen Richtungen zu folgen und dessen„Erfolge" gebührend festzustellen." Auf die Lüge» und Uebrrtreibungen, deren fich unsere Presse und vor allem der Telegraph gelegentlich der Vor- kommniffe beim Begräbniß des Kommunegenerals Eudes wieder einmal schuldig gemacht haben, wirft nachfolgende Stelle, die wir noch nachträglich einem Pariser Bericht der„Allg. Ztg." entnehmen, ein bezeichnendes Licht. Der Korrespondent meint. daß die Popularität Floquets durch das Auftreten der Polizei bei dem Begräbniß gelitten habe, und schreibt er diesbezüglich: „Er beging den großen Fehler, bei dem Begräbnisse des Kom- munegenerals Eudes durch eine eigens aus dem Departement Seine- et- Oise nach Paris berufene Gendarmerie-Eskadron und die Polizei auf die Menge einbauen zu lassen, ohne b asj ein ernstes Motiv vorlag. Ich war zufällig Augen« zeuge. Ich begleitetete den Sarg Eudes' von seinem in der Rue Rsaumur gelegenen Hause bis auf den Psre-Lachaiie. Die Menge verhielt sich ruhig. Hätte man den Träger der rothen RevolionsfaHne in freundlicher Weise ersucht, die Fahne einzurollen, so hätte er— ich bin überzeugt davon — dies gethan, zumal die Erdarbeiter, welche dem Sarge folgten, äußer st friedlich dahergingen und durchaus leine stürmische Demonstration ge» wünscht hatten."— Mit diesem Bericht eines Augen- zeugen, der gewiß nicht in dem Verdacht steht, mit den„sozial« revolutionären Umsturzbesttebungen" irgend welche Sympathien zu haben, vergleiche man nun die Schauerberichte und Tele- gramme der meisten unserer Blätter, und man wird uns zu- stimmen, wenn wir wiederholen, neun Zehntel all jener Berichte find nicht wahr und das letzte Zehntel ist erfunden. Kerr v. Krnnigse» ist zum Obervräfidenten von Han« nover ernannt worden. Sollten seine„Portefeuille-Schmerzen" nur durch dieses Pflaster gelindert werden oder handelt es fich wirklich bei dieser Stelle nur um ein Durchgangs- und Borde- reitungsstadium des„kommenden Mannes" für den Eintritt in die Regierung? Mit der Ernennung erlischt übrigens Bennigscn's Reichstagsmandat und man darf gespannt sein, ob er eine Neuwahl annehmen wird. Ueber da» Wahlfähige Alter hat der Minister des Innern entschieden, daß in die Wählerlisten alle diejenigen auf- genommen werden müssen, welche bis zum Wahltage das gesetz- liehe Alter erreichen. Vielfach hatte man die Reklamationen solcher Personen bisher abgewiesen, die nach Auflegung der Wählerlisten, aber vor dem Wahltag daS gesetzmäßige'Atter erreichten. Die Entscheidung des Ministers des Innern steht, so viel wir wissen, in Uedereinstimmung mit der Auffassung des Landtages und des Reichstages. Auch wir halten diese Eni- scheidung für richtig. Zu ihrer Ausführung aber ist erforder» tich, daß die Regierung zugleich mit der Anordnung der Auf- stellung der Wählerlisten auch den Wahltermin bekannt macht. Di» Alter»v«rstcher«»g der bayerische« Ktaat»- eisendahnarbeiter gestattet sich nach verschiedenen Richtungen bin etwas günstiger, als der Entwurf annahm. Die Wünsche, die im Landtag speziell durch Herrn E v o r a präzifirt wurden, betreffend die Kassenverwaltung und die eventuelle Rückzahlungspflicht, wurden berückstchtigt. Die Karenzzeit ist von 10 Jahren auf 5 herabgesetzt und außerdem die Bestimmung getroffen, daß im Falle einer Krankheit, Verwundung oder ähn» lichen Ursache die Penfion auch während der Karenzzeit in Kraft tritt. Weiter ist die Altersgrenze, welche nach dem Entwurf auf 70 Jahre bemessen war, auf 65 Jahre und 30 Mitglieds» jahre herabgesetzt. Für die Penstonsberechnung find die der Kammer vorgelegten Sätze geblieben, die fich in dem Rahmen von 15—50 pCt. des rechnungsmäßigen Einkommens bewegen. Das letztere ist fixirt auf 750 M, 1000 M., 1200 M. und 1400 M. und berechnen fich hieraus die Beiträge, welche je nach dem Eintrittsalter fich erhöhen und an jedem Löhnungstag abgezogen werden. Die Zeit der militärischen Dienst- leistung wird bei der demnächstigen Penfion in Anrechnung gebracht. D»«tsche volkspartei. Wie schon mitgethellt, findet der diesjährige Parteitag der deutschen Volkspartei am Sonn- tag, den 9. September, in Frankfurt a. M. statt. Auf die Tagesordnung kommt u. a. die Frage der Alters- und Jnoa- lidenverstcherung, sowie ein Antrag des Ausschusses betr. die Aenderung der Artikel 2 und 4 der Satzungen. Es handelt fich um eine Neuregelung des Stimmrechts auf den Parteitagen. Am Abende des 8. September findet eine Vorbesprechung der Mitglieder und nach dem Parteitage ein gemeinsames Essen statt. Die offizielle Einladung zum Parteitage wird in den nächsten Tagen erscheinen.— Ob auch Elektrifirmaschinen in Anwendung kommen, konnten wir nicht erfahren. Di« Kaflalle Feie» wird auch in Stuttgart verboten. Das Stavlpolizeiamt hat folgende Bekanntmachung erlassen: „Jede Art von sozialdemokratischer Gedächtnißfeier fürFerdinand Laffalle wird auf Grund des§ 9 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährltchen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Ottober 1878 biermtt verboten. Jede Betheiligung an einer solchen Ferer, die Ueberlassung von Räumlichkeiten hierzu wird nach§8 17 und 18 des genannten Gesetzes mit Gedstrafe bis zu M. 500 oder mit Gefängniß bis zu 3 Monaten dezw. bis zu 1 Jahr bestrast." K-«fi»sirt. Nürnberg, 28. August. Der demokratische „Nürnberger Anzeiger" wurde wegen Beleidigung des Mini- steriums konfiszirt.— Ferner soll das fteifinnige Wandsbecker Stadtblatt wegen eines„Der edle Adel" überschriebenen Artike s von der Wandsbecker Polizeibehörde auf Grund der§8 11 und 15 des Sozialistengesetzes mit Beschlag delegt worden sein. Der Artikel muß von dem, was man nach der Ueberschrift als seinen Inhalt vermuthen könnte, fich ungemein weit entfernen und er muß durchaus andere Gebiete berührt haben, wenn er die Be- schlagnabme auf Grund des Sozialistengesetzes rechtfertigen soll. sfl ist wohl anzunehmen. daß Vre Reichskommrsfion die Beschlagnahme aufheben wird. KSreach. Haussuchungen nach verbotenen Schriften wurden »und den Untersuchungsrichter aus Freiburg vorgenommen. Ein Arbeiter der dortigen Seidendandwederei, ein gebotener Schwerter wurde verhaftet."' OeA-rreich-Uttgart». Reichenderg, 27. Äua. Gestern erschienen hier Staats- vnwalt Koschin und Adjunlt Himmer aus Prag und nahmen tncle Hausdurchsungen in der Gegend von Kullena bei Königgrätz vor. Wie die„Boh." meldet, lenkte ein verhafteter Anarchist ihre Spur hierher. Es wurde nichts Gravirendes vor- gefunden. Heute früh wurden in den Straßen der Stadt, sowie auf den nach Rosenthal, Harzdorf, Röchlitz u. f. w. führenden Wegen zahlreiche Exemplare der Nr. 8 und 10 der czechischen anarchistischen Flugschrift„Pomsta" und einer zweisten Flug- sckrift„Frühlinzsgedanken der Rebellen" aufgefunden. Der Magistrat schreibt zur Entdeckung der Thäter 100 Gulden Prämie aus.(!) Kchtveiz. Am 8. September versammelt sich in Lausanne das„In stitut für tnternationalesRecht". Ein interessanter und durch neuere Vorgänge sehr zeitgemäß gewordener VerHand- lungsgegenstond wird die Frage sein:„Auf welche Weise und innerhalb welcher Schranken können die Regierungen ihr Aus» weisungs- und Vcrbannungsrecht den Ausländern gegenüber ausüben?" Frankreich. In gleicher Weise wie unlängst der Kommunegeneral Eudes starb am Montag ein rühriger Sozialist in- mitten einer Versammlung, welche die„Liga des öffentlichen Interesses" veranstaltet hatte. Der Bürger C s n a c hatte eben die Tribüne verlassen, als er plötzlich ledlos Zusammenstürzte. Ein sofort herbeigeholter Arzt konnte nur den Tod durch einen Schlagfluß feststellen. Die Bestürzung der Versammlung war groß, bis endlich drei Kameraden des Verstorbenen den Leich- nam in einen Fiaker trugen und ihn zu der trostlosen Wittwe brachten. Die sozialdemokratische Presse betont den Umstand, daß Cänac bei dem Handgemenge beim Leichendegängniß Eudes eine Wunde davontrug. Im„Jntransigeant" Rocheforts, der bekanntlich eine der Hauptstützen des brav general ist, findet sich folgende sehr merkwürdige Stelle:„Um eine Fortdauer der allgemeinen Er regung zu verhindern, läßt fich die gegenwärtige Krifis nur dadurch lösen, daß der General Boulanger Konsellprästdcnt wird. Wir fügen hinzu, daß die Parlamentarier, wenn fie den Kopf nicht ganz und gar verloren hätten, zu allererst dies er- streben würden." Der seiner Zeit von Vallss gegründete, nach dessen Tod „Frau Severine" wettergefühtte„Cri du Peuple", der in von letzter Zeit nur noch wenig gelesen wurde, als er fich aus einem sozialdemokratischen in ein doulangistischcs Blatt verwandelt halte, ist von Rochefort gekaust und mtt dem ihm gleichfalls ge- börigm und gleichfalls wenig gelesenen„Homme libre" ver- schmolzen worden. Die Blanqurstischen Redatteure des letzteren Blattes übernehmen die Redattion. Kelgie«. Die sozialistis ch-repudlik anisch e Partei Belgiens tritt augenblicklich wieder stärker hervor! fie hat zwei„anarchistische" Versammlungen in Jolimont und Haine- Saint- Paul abgehalten, in denen ihre Redner das allgemeine Stimmrecht als Schwindel bezeichneten, eifrig die korporativen Genossenschaften und Syndikate bekämpften und die Revolution als das einzige Rettungsmittel für die Ar- better priesen; auch empfablcn fie ihnen dringend das Lesen der anarchistischen Blätter. Alles das aber hat keine Bedeutung. Die sozialistischen Republikaner bilden eine verschwindende Minderheit, ihre Lehren finden durchaus leinen Anklang in der Ardeiterpartei, die im Verein« mit ihrem Generalrathe mit aller Energie das allgemeine Stimmrecht zu erstreiten sucht und die Revolution um so mehr verwirft, als die Arbeiter bei ihrer ichwachen Organisation gar nicht in der Lage find, einen Auf. and erfolgreich durchzufuhren. Asie«. In England rechnet man mit Bestimmtheit darauf, daß es dem Emir von Afghanistan gelingen wird, seinen wider- spenstigen Vetter Jshak Khan, den Gouverneur von Turlestan, niederzuwerfen. Letzterer hat übrigens, wie man erst jetzt erfährt, eine Unabhängigkettserklärung veröffentticht. Die unter Jshak's Befehl stehenden Truppen zählen 6000 Mann, doch hat fich, wie bereits gemeldet wurde, ein Theil derselben gegen den Gouverneur erklärt; Jshak selbst soll seine Hauptstadt Mezari Scherif(Balkh) verlassen und fich nach dm Schadion-Bergen begeben haben. Aus Calcutta wird halbamtlich gemeldet, daß der Emir schon vor einiger Zeit die indische Regierung gebeten habe, fie möge ihm einen vertrauenswürdigen Beamten senden, um ibn, den Emir, mit dm Anstchtm der Regierung über verschie- dme Fragen bekannt zu machen. Dieser Wunsch Abdurrhaman's sei durch keine besonderen Umstände veranlaßt, derselbe halte nur den EvärttgcnAugenblick für besonders günsttg, sich über alle„zweifel- " Punkte mtt der indischen Regierung zu verständigen. e hat daher deschloffen, eine kleine Misston nach Kabul zu fmden. An der Spitze derselben wird der Sekretär des indischen auswärtigen Amtes, Mr. Durand, stehen, welche auch der Privalsekretär des Vize-Königs begleiten wird, während ver- s-tnedene eingeborene mohamedanische Offiziere und eine Schwadron Landers die Eskorte bilden sollm. Die Mission verläßt Peschawur am 1. Oktober und soll Anfang November wieder zurück sein. Wie sehr man fich auch auf malischer Seite bc« müht, die Sache so darzustellm, als ob diese Mission mit dem Aufruhr Jshak Khans nichts zu thun habe, so wird man doch überall einen gewissen Zusammenhang vermuthen. Die Eng- länder werden besondere Ansttengungen machen müssen, um dem msflschen Einflüsse in Mittelastm, welcher durch die de- vorstehmde Reise des Zaren nach Transkaspien eine wesentliche Verstärkung erfahren dürfte, mit einigem Erfolge entgegentteten zu können. Afrika. Nach einer Meldung des„Reuter'fchm Bureaus" aus Kairo rom 23. d. Mts. hätten am 27. d. Mls. um 11 Uhr Abends 5C0 Derwische einen Angriff auf das Fort Khor- mouffa gemacht, welches eine Besatzung von 200 Mann hatte. ES wurden sofort aus Wadi-Halfa Verstärkungen unter dem Befehl des Limtenants Macell gesandt, welcher mit 100 Sudanesen die Derwische heftig angriff. Alle in der Festung defind- lichen Derwische, im Ganzen 80 Mann, sowie die außerhalb des Forts befindlichen wurden getödtet. Der Verlust der Egypter deträgt 16 Todte und 27 Verwundete, unter welchen fich auch 2 Offiziere befinden._ ?t« Verlegung de» Ningbahnhofe« Moabit von seiner jetzigm Stelle nach der Richlung zum Wedding zwischen der Wtlhelmshafener- und Stromstraße ist fest beschloffen und dem Magistrat die Genehmigung ertheilt, die Stromstraße über dre Bahnhofsgeleise zu überfuhren. Ueber die Stelle und Rich- tung der Ueberführung haben bereits eingehmde Unterhand- lungen stattgefunden, nach derm gegmwärtigem Stand Ausficht auf recht baldige Erledigung vorhanden ist. Dem Beginn dieser Art est m wird von den Bewohnem der beiden Seiten der Bahnanlagen mit großer Sehr sucht entgegengesehen. 9a» Kuratorium der städtische« Markthallen hat beschloffm, beim Magistrat den Antrag zu stellen, die Gebühren für die Engros-Schlächterstände in den Stadtbabnbögen vom 1. Oktober er. ad von 50 Pf. auf 40 Pf. für den Quadratmeter und den Tag zu ermäßigen. Zwischen den Ktadt-Feruspreckeinrichtuuge» i« ....,........ sprecheiurichtuuge« K-rtin und in 9r»»d-« ist eine Fernsprechverbindung her- M....._.».....»—"1~----* y MM M M» y w#»»»I* vtttv----------- T---" cn gestellt worden, welche am 1. September dem allgemernen Ver- kehr übergeben werden wird. Die Benutzung der Anlage kann sowohl von den Sprechstellen der Theilnebmer als auch von den e öffentlichen Fernsprechstellen aus stattfinden. Die Gebühr für jedes Gespräch bis zur Dauer von 5 Minuten beträgt 1 M. und wird von derjenigen Person erHoden, welche das Gespräch einleitet. Dasjenige Kerliner Publikum, welches in die Lage kommi, Güter mtt der Eisendahn versenden oder von derselben abholen zu müssen, ohne über die nothwendigen Beförderungs- mittel(Rollwagen) für die An- und Abrollung vom bezw. zum Bahnhofe zu verfügen, wird wiederholt auf die Einrichtungen hingewiesen, welche die Staats-Eisenbahn-Verwaltung zur Ver- besserung des dahnamtlichen Rollfuhrwesens in Berlin schon im Anfange dieses Jahres getroffen hat. Diese für alle Berliner Bahnhöfe seit dem 15. Februar d. I. in Wirksamkeit getretenen Einrichtungen haben den Vortbeil, daß fie bei größtmöglicher Einfachheit eine rrößtmögliche Gewähr für eine prompte, billige und den Interessen des Publikums entsprechende Bedienung desselben bieten. So find für Anmeldungen zur Abholung von zu versendenden Gütern aus der Behausung der Versender so- genannte„Bestellkarten" zur Einführung gelangt, welche bei jeder Berliner Postanstalt für 5 Pf. das Stück käuflich haben und nach erfolgter Ausfüllung des Inhalts in den Po briefkasten zu werfen find. Durch die Einrichtung(den Vor- druck), sowie durch die bahnseitige BeHandlungsweise dieser Bestellkarten wird sowohl die Richtiglest der von den bestellten Rollfuhr- Unternehmern berechneten, vertragsmäßigen Spesen, als auch die Jnnehaltung der kontraktlichen An- bezw. Adrollungsftisten kontrolirt, und es wird dadurch ferner ver> hindert, daß die Rollfuhr-Unternehmer dergleichen Güter, ohne hierzu ausdrücklichen Aufttag vom Versender zu haben, in sammel-Ladungen befördern; denn durch letztere Beförderung ist dem Interesse des Versenders keineswegs immer am besten gedient. Auch die Bestellung der angekommenen Güter an die Adressaten, welche durch die dabnamtlich bestellten Rollsuhr Unternehmer erfolgt, wenn der Empfänger nicht eine ander- wette Verfügung bei der Gütercxpedition getroffen hat, ist zur Wahrung der Interessen des Publikums in zweckentsprechender Weise unter dahnamtliche Kontrole gestellt. Ferner ist zur Be quemlichkest des intercss�rten Publikums den Rolllutschem die Verpstichlung zum Abtragen von Gütern in und aus Kellern oder höheren Etagen bei Frachtstücken bis zu 50 Kg. gegen eine mäßige Gebühr auferlegt, vorausgesetzt, daß die einzelnen Stücke durch einen Mann getragen werden können. Die Rollkutscher tragen den vertragsmäßig festgesetzien Rollgeldtarif bei fich, welchen fie auf Verlangen vorzuzeigen haben. Ein alter Proletarier ist durch Ueberfahren gestorben. Der alle Mann war einst Droschkenkutscher. Als es mit dem Fabren nicht mehr ging, half er den Droschkenkutschern am Hotel de Rome die Pferde bedienen. Neulich nahm den allen Mann Abends ein im Norden wohnender Droschkenkutscher mit nach Hause. An der Ecke der Chaussee- und Jnvalidenfiraße machte der Kutscher einen kleinen Hall. Währenddem versuchte der Alte vom Bock zu klettern und fiel zur Erde, als eine andere Droschke daherkam und ihm gerade über den Hals fuhr. So hat er für Droschken gelebt und ist durch eine Droschke gestorben. Kchrecküch«? Unglücksfall. Wiederum hat der Bahn- brücken-Uedcrgang der Gerichtsstraße entsetzliches Unglück angerichtet; nicht weniger als drei Personen find durch scheu gewordene Pferde mehr oder minder gefährlich verletzt worden. Der Bieroerleger Hericke, Anklamerstr. 35 wohnhaft, passtrte am Dienstag, Vormittags gegen 11 Uhr, die Gerichtsstraße und be- fand fich mit seinem Wagen, welcher mit zwei jungen feurigen Pferden bespannt war, gerade unter der Brücke, als mit donner- ähnlichem Geräusch ein Eisenbahnzug über die eiserne Brücke fuhr. Die Thiere, hierdurch scheu gemacht, jagten plötzlich seit- wärts, so daß der Wagen gegen die Bordschwelle geschleudert wurde und H. herunterstürzte. Nun bot fich den zahlreicken Passanten ein entsetzliches Schauspiel dar; der unglückliche Fahrer, welcher fich mit den Füßen in der Leine verwickelt hatte, wurde von den wüthend davonrasenden Pferden fortgeschleift; ein Mann, welcher fich den Thieren entgegenwarf, wurde zu Boden geschleudert und trug einen Bruch des rechten Armes davon, ein zweiter Mann, welcher den Pferden in die Zügel fiel, wurde umgerissen und erhiell derartige Huftritte, daß er mit schweren Wunden am Hinterkopf unv im Geficht fort- geschafft werden mußte. Die entsetzlichsten Verwundungen aber erhiell Hericke; die Füße desselben find mehrfach gebrochen, die Hände find gänzlich zerrissen, die Haut hing vom Kopf, Gestckt und von den Armen in Fetzen herab, die Brust zeigt schreckliche Verletzungen. Der Unglückliche wurde sofort nach dem Lazarus Krankenbause geschafft, wo derselbe fast hoffnungslos darniederliegt. Das zertrümmerte Gefährt nahm die Polizei in Gewahrsam. Gerichts-Zeitung. Zwei Einbrecher, die eS hauptsächlich auf die Plünderung von Ärbeiterbuden abgesehen hatten, wurden gestern durch Ur- theil der zweiten Ferienstraskammcr des Landgerichts l für längere Zeit unschävlich gemacht. Die Angeklagten Friedrich Mettke und Gustav Pieske wurden in zehn Fällen überführt, daß fie Bau- duden erdrochen und alle darin vorgefundenen Gegenstände, besonders Kleiber und Werkzeug, fich angeeignet hatten. Der Staatsanwalt wollte die wegen gleicher Diebstähle vorbestraflen Angeklagten mit Zuchtbausfttafen von acht bezw. fieben Jahren bestraft wissen. Der Gerichtshof erkannte gegen Mettke auf fünf, gegen Pieskej auf vier Jahre Zuchthaus und die üblichen Nrdenstrafen. Daß die Kautionsschwindler trotz aller zur Vcröffent- lichung gelangenden Fälle in Berlm immer noch einen dank- baren Boden für ihr gemeingesährliches Trcidm finden, bewies wiederum eine Bei Handlung, welche gestern die zweite Ferien- strafkammer des Landger.ats> beschäftigte. Der Schuhmacher Karl Pintsch, der fich wegen Betrugs in 5 Fällen auf der An- llagebank befand, war seines Handwerks überdrüsfig geworden, er hoffte eine leichlere und reichlicher fließende Erwerbsquelle als Bierverleger zu finden und deshalb eröffnete er ein solches Geschäft am 1. Februar in einem Keller in der Oraniensttaße. Seine Mittel reichten kaum zur Beschaffung eines Firmen- schildes hin und mußte daher bei Beschaffung des Inventars und der Waare Kredit in Anspruch genommen werben. Pintsch kam natürlich aus den Verlegenheiten garnicht heraus. Um sich über Wasser zu hallen, verfiel er auf das alle Mittel, er suchte durch Zeitungsannonzen unter sonst verlockenden Bedingungen einen kationsfähiaen Hausdiener und da an Beschäftigungslosen in Berlin nie Mangel ist, so meldeten fich verschiedene Bewerber. Das zwerfelhafte Glück, engagirt zu werden, hatte derjenige, der die höchste Kaution— 200 Mark— zu leisten im Stande war. Bald sah der Hausdiener ein, daß das Geschäft, welches nur einen Umsatz von täglich bis 6 M. halte, für den Inhaber kaum Brot und Salz ab- warf: seine Kündigung wurde zwar angenommen, aber seine Kaution konnte er nicht zurückbekommen. In einem Zeiträume von kaum 3 Monaten hat Pintsck vier Hausdiener angenom- men, die er um Kautionen von 150 bis 200 M., zumeist ihre ganzen E.sparniffe, gebracht hat. Kurz vor s.incr Verhaftung machte er noch einen Hauptgaunersttcich, wobei seine Ehefrau, die es vorgezogen hat, fich durch dir Flucht der Verantwortung zu entziehen, allerdings die Hauptrolle gespielt hat. Das Ehe- paar schwindelle einer Modistin vor, daß ihr Geschäft einen großen Nußen abwerfe und noch brillantere Resultate erziell würden, wenn es etwas vergrößert werden könnte: Durch den in Ausficht gestellten hohen Zinsgenuß ließ fich die Modisttn verleiten, mühsam ersparte 400M. herzugeben, worauf fie fdetlichft als„Thellhaderin" aufgenommen wurde. Nach acht Tagen saß Pmtsch hinter Schloß und Riegel. Es ist keine Ausficht vorhanden, daß einer der Beschädigten auch nur einen Bruchtheil seines Verlustes ersetzt erhält. Unter diesen � ständen fand fich der Gerichtshof nicht veranlaßt, W* Staatsanwalt beantragte Strafmaß— sechs Monate Ges«. und ein Jahr Ehrverlust— zu ermäßigen, sondem en�r -der Veranstaltung einer Grfangaekss rang? Mit der Erledigung dieser Frage war geM 95. Abtheilung des Berliner Schöffengerichts in der Sw�>* gegen den Drcborgelspicle Karl Müller befaßt. � Die pf, 404 gegen denselben lautete auf Betteln und stützte fich auf v«! v v»«•V*«*4.V»V iL|IUf WW,-—» sage des anzeigenden Schutzmanns, nach welcher die vom»? klagten in den Höfen zum Besten gegebenen Gesänge!Z 3 h „. M— � JWIW v------:».» I Steine erweicken gewesen sein sollen. Der Beamte Uebcrzeugung gewonnen, daß in dem Auftreten des Angewj lediglich ein Betteln durch Erregung der Mildthätigkeit zu PI gewesen ist. Der Angeklagte, dessen Leierkasten fich � Aus Tot paratur befunden und der zum Singen eine polizein�l«nunq; laubniß nicht besitzt, protestirte gegen vas Urthell des„Nur noch manns und erklärte fich zum Nachweise, daß er sogar IWI 2? �jW) dm, finge, zu einem Probegesang im Gerichtssaale bereit.*»1 richtshof leistete auf diesen Genuß Verzicht, da er auch»onn Probe nur ein unbefugtes Singen annehmen wolle. vT erhielt ver Angeklagte 1 Tag Hast. Pereine und NersammwuM Der UuterstLhungsuerrln der Maurer hielt am 26. August eine gut besuchte Mitgliederoerß in Scheffcr's Lokal ab. Auf der Tagesordnung stand: des Herrn Dr. Boumgart über:„Die Idee des ewigen friedens". Der Referent erläuterte, daß die heutige D ewige Krieg sei. Am schlimmsten sei es jedoch um d« Götzendienstes gewesen; damals wurde der, welcher die Kriege führte und gewann, den„Göttem" gleich gestk� meisten Kriege wurden nur aus Räch- und Gewinnsulbt r? und auch die Kirche des Mittelalters erzeugte viel M c Blutvergießen. Da gab Mitte des vorigen JahrhuntTM franzöfischer Adbs ein Werl heraus, welches% handelte, den ewigen Völkerfrieden herzustest» doch stich der Verfasser mit diesen M*s viele Widerwärtigkeiten. Im Johre 1795 große Philosoph Kant eine Erweiterung dieses Werkst� worin er cusführte, daß man, um den„ewigen VöllflPAl zu erhalten, eine bürgerliche Verfassung annehmen uP 1 republikanisch gestalten müsse. 2. müsse ein Bund« zwischen den republikanischen Ländern bestehen die Gastfteundschaft pflegen. In der hieraus Warner T�'tftaateö e |.Sä jW'chtitt, wel Draufgabe Hungen, nich Mstulleure. d Mes zu Gut W /--im zu „ui".— Dies OJ* fich na ".gestalten SrMÄK» LKWW vH£ C&mw W find d duv ferent noch aus, daß wohl über Nacht der Belagerun! prollamist werden, aber nicht der ewige Völkerfricden werden könnte. Es wurden hierauf noch drei kranken dern Unterstützungen dewilligt und beschloffen, ein A« abzuhalten zum Besten der kranken M tglieder. Hierzu ein Vergnügungskomitee, aus 10 Personen bestehend Die nächste Versammlung findet am 11. September in Lokal, Jnselstraße 10, statt. in der humanistischen Gemeinde, Komm straße 78, häll am künftigen Sonntag, Vormittags Herr Schäfer den Vortrag über das Thema: Ums«"' unserem Arbeitsgebiete. gen ur sätze un �hiernach ■ vi, tv [mchtte Organ undlage ruk z«! Die Gem S*)- welche i iSß)'""d il�'äbteortmun IJTwen beider l> Gun(Ä m'**4 vsyun Kleine MMheilnuge«. Mnskan, 29. August- Ein schauerlicher Mord nL/ der Nähe verübt worden. Die 20jährige Tochter des£ Noack aus Köbeln bei Muskau, die als Arbeiterin% Fabrik die Finger einer Hand eingebüßt hatte und« IL-£f\i— Pi- �'••• j"" ' Ankreisen en Clements Die Gem � wenn QnwD* im Dienst tnarT detheiligtt sich m Smnwg"Äbenb f(& Köbelner Schenke am Tanzvergnügen. Auf dem Rücket, Bürge Muskau wurde fie durch zwei St-.che in die Schläfe ffiiK�Ttigen'a der Kopf halb wcggeschnstten und die Leiche in den.�Nchtung, graben geworfen- Als der Vater am andern MC anderer d em beiraiheter Mann aus Köbeln verhastet, der den %%% en rwün äcr>ll den( Racde verübt haben soll. Er war einmal durch Pfj;, st �'''tung äui aÄ �sLe'ödteten Mädchens zu einer Gefängnis� ,j � Verwalten urtheilt worden; seitdem stellte er ihr nach.#1(f!0 Son-Cho Oeynhausen, 17. August. Eine Bluttbat. 0%,« 1« Mstu) alz Abend hier au« der Chaussee neben der zweiten s.- insoweit zwei Knaben verübt worden, hat in der ganzen Unw* w �nrte, werde, größte Ausregung hervorgegerufen. Die beiden£! ,.ststen aber 14 Jahre allen Burschen, welche aus einem benachdm � �nach vor stammen(der eine ist der Sohn eines Pfarrers, der» � J3ttn darf. eines Kaufmanns) find Schüler eines Gymnafium�- r Angelet rierhen, nachdem fich dieselben zuvor beim Bier �«bet aus de iieuim, iiuu)uim nro oreieroen zuvor vcrm«rer gethan hatten, aus der Straße mit einem hiesigen ■'— hier wohnhaften Wittwe, �str Streit. � � lss De Sohn einer............ angeblich der Sohn des Pfarrers, sein Messer und seinem Gefährten, welcher damit dem unglücklichen b« Hauptadern am Halse durchschnitt. Ter schwer Gettvn"uwore kurz darauf eine Leiche. Die beiden ruchlosen Benstt�tj. Unter di durch diese That ein so namenloses Etend über die de v werthe Wittwe, die Mutter des Getödteten gd"" wurden sofort ergriffen und im hiesigen m.,, inhastirt, wo, est st. dem Vernehmen nach, heute erste Zeugenverbör stattfand, sur � wi.-i----" �' «blatt bej c baten, die einen Kameraden retten wollten. Telegraphische Depesch�' (Wolff's Telegraphen-Bureau.) em e» W '"�"Sen o, Aachen, Donnerstag, 30. August. Dre 1.< vom 29. August ist ausgeblieben. Grund: Verspätt des Schiffes in Lstrnde und Zugverspätung aus Gebiete. pari», Donnerstag. 30.»ngu,i.»«i WIM Aerztc ist Garnier, der Urheber des Attentats rn jei] Botschaft, in ein Krankenbaus gebracht worden unv bis zum Ende der Untersuchung bleiben. ßestl* Petersburg, Donnerstag. 30. August.*2", fährt, der englische Dampfer„Phönix" sei vorige � dem Jeniffei untergegangen. Derselbe sollte wsi e OT englischen Damp'er„Labrador" Waaren onrch�. wi Meer nach Sibirien bringen. Der„Herold T �arische Meer in diesem Jahre noch von werden könne. Kopenhagen, Donnerstag. 30. August Sonnabend wird die neue Küstcnbahn zwischen Göteborg mit einem durchgehenden Kourierzuge Göteborg-Christiania dem Verkehr übergeben Ilm p jp Kriefkaften der Kedaktio� V Ä iei«;n � It// 2!?»« K. I. 100. Sie haben die Miethe F4 � � � — t dann svätestens am 15- X -ZLr zahlen und müssen I. Oktober fündigen. ÜXsf It «na VerantwoMicher Redattem:».«r-nhot« in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Kadi«, in Berlin 8W., Beuthstraße 2. Kien« k. [liefen m t, dni wew# "•(Jetn' i )ie_ iuf die vow«? efän« 9 nte bat SingeOg tfl Beilage zum Berliner Volksblatt. %04. Neuer lotifcfiritl in Japan. lolpo, im Juni, schreibt man der„Allgemeinen Ieibmg" des �„Nur noch zwei Jahre trennen Japan von dem Zeitpunkt, f Z �0) durch Einfüdrung einer Ko stilution und Eiöftuung i- j«ks Parlaments den Rang eines verfassungsmäßig regierten WO"RJ �uuurftaates erwerben will. Auf allen Gebieten Kerrscht daher lle. nebethofte Tdätigkeit. Heute können wir über einen neuen rd: uAl dem gestellten hohen Ziele entgegen berichten— einen welcher zugleich zeigt, daß Japan die Lösung seiner » u.iaraufgade nickt blos in der Anknüpfung diplomatischer Be- fangen, nicht blos in der Anstellung europäischer Lehrer und P*j beten Thätigkeit doch nur einem kleinen Tqeil des ir#eg Mes zu Gute kommt, nicht blos im Bau von Eisenbahnen, tieefanfj rrgmahrn und Kriegsschiffen erblickt, sondern daß es auch be- M>st, daß Volk in seinen weitesten Kreisen zu bewußter S?dgei Theilnahme an der Verwaltung seiner eigenen Ange- rTTÜm zu erziehen und es so zur schließlichen Aufnahme des bisher ganz unselbslftändigen Volke nicht undedenk. M? eschei kes polrttscher Freiheit mehr und mehr zu be» 2�"' Dieser Fonschritt ist die neue Gemeindeoerfassung, uj* ssch nach den am 25. April d. I. publizirten beiden Ge- ail? gestalten wird. Die diesen Gesetzen zu Grunde liegenden «it* tfc, welche von Landrichter Moffe, als Beirath des japa- � �abinets und des Ministers des Innern, herrühren, ju*» zunächst von einer Kommission, der u. A. auch die in LMland wohldekannten Vizeminister Aoki, langjähriger Ge» iJjv;? in Berlin, und lstomura, früherer Generalpostmeister, »?sObrten, dann vom ivenator Genroin, schließlich vom Mret derathen und erlangten endlich nach mehr Einjährigen Verhandlungen die Sanktion des Kaisers. zeSix�rtz der politische und lullurelle Zustand des Landes es ge» diest�M k'v- stnd die Prinzipien der Selbstverwaltung und Dezen- saW'iui L u durchgcrühtt. Rechlskontrolen angebahnt und daher wenh? Ader fehlenden Voraussetzungen der bevorstehenden Um- irde, W« kvwwng in einen Verfaffungsstaat geschaffen worden. Dabei nvAr# ,0 bei selbstverständlicher Anpassung an japanische An- rte Kj»Hungen und Bedürfnisse im Wesentlichen die deutschen Zündsätze und Einrichtungen angenommen worden. Es läßt �hiernach mit ziemlicher Sicherheit erwarten, daß auch die «?ire Organisation der inneren Verwaltung auf deutscher wundläge ruhen wird. »Die Gemeinden zerfallen in Städte und Dörfer(Cho und welche gleichmäßig durch die Cho'son>zei(Gemeinde- Aung), und in Sht(größere Städte), welche durch die Shi-zei �ädleordnung) geregelt stnd. Der wesentliche Unterschied yWlea beiden Kategorien besteht darin, daß Cho und Son Gun(Kreis verbände) angehören, der Aussicht des Guncho Attdrathes) unterstehen und die Gemeindeverwaltung büreau- Mich organisirt ist, während die Sbi ungefähr den preußischen Mdkreisen entsprechen, unter der Aufficht des Präfekten des �-r ements(Fu- ken-chiji) stehen und eine kollegiale Ver �Mngsbehörbt haben. k�Die Gemeindevertretung wird in der ersteren Kategorie, ixrs Ortsstatut nichts Anderes bestimmt, nach dem Zwei Ww"' in der zweiten nach dem Dreiklaffenwahlsnstem in ftl � uKf*«vnmitr>A«rt«>*«>*» S�ltrAOTtt AßfMnflff Pin Ffcmi ntrti 3".V i„ swung von Grundsteuein oder von mindestens zwei ,"Oerer direkter Staatssteuern. Eigentbümlich ist die Aus- ,"8. der Winkelkonsulenten von der Wählbarkeit, die hier Den Vorsitz in�der Vertretung .-... Vorsteher, in den Shi ein von der l aus chrer Mitte gewählter Vorfitzender. % Organ ist in den Cho Son der Vorsteher i�in.. welchem ein oder mehrere Beigeordnete TjftH (Lüb � T,? der Winkelkonsulenten Ä�CAfonbere Plage bilden. T ' 2W3 den Cho Son der Vorst tff ��eiuna miß ihrpr-lT.'tttp rtpmn ..._ �»der der Bestätigung des Chiji. welcher dieselbe jedoch ����oorhetiget Anhörung des Zu-Ker-Ausschuffes ver- „g In den Shi liegt die Verwaltung der kommu- W �3 HtL Angelegenheiten dem Shi-Ausschusse(Shisanjikai) od, Ralcch�siZ°us dem besoldeten Schicho, einem oder mehreren be- -WT° Der ewige Kandidat. A �dmoreSke aus dem politischen Leben. st de�Ä slr�"!� diesem Titel finden wir in einem amerikanische« J Sio fnf />&n o flflorft ffit Af»* ,-- I»-•••--V.»»V*-------- wi 0 latt die folgende gelungene Persiflage ,°�ad Schnäbebühl wohnte in einer großen Stadt . ir in seiner Ward(Viertel) der„ewige Kandidat". bei„Se? bejahrter Mann und sieht sehr drollig aus. Er t MM--A..... hüb "Sit"T'ch nnen kleinen Körper, auf dem e,n dicker Kopf ilsts'-nm?.'st ewas verwachsen. Wie viele von der Natur , behandelte Menschen, sucht er seine körperliche» k gl durch eine edle Dreistigkeit zu ersetzen, mit der er Xu hervordrängt und bemerkbar macht. Dabei Man- eine kreischende Stimme zu statten, die bei Dis- w" alle übertönt und ihm möglich macht, seine t>®en. Qn den Mann zu bringen. �onrad hat Ambition. Als seine Ward noch schwach �ar, gründete er einen deutschen, politischen Klub -- Dies war seine er die ri v,t» c" v' lu I'»»» w«uu»uj ytivw». k dun« en englisch-redenden Parteigenossen m Ver- k w'°. und wußte sich bei denselben so wichtig daß er als Alderman- Kandidat auf- wurde. Er unterlag zwar bei der Wahl, jedem, der es hören will, eS sei dabei J STä«'Ä N -x, Hin,. t Mi S» tll»Ä rwk WUl WUIISV»»*»",.., iu»ger Mann, und die Scharte konnte ja somit noch iTv. da r�?°'den. Sein Klub wuchs von Zahr zu Zahr, r\. t P(»rti ASÄ?01 � Wn ai"" beitraten, nahm Koneiner gewissen Kritik - auf den Umstand, daß er immerhin noch hatte, wußten die geriebenen Politiker ihn üüne Sifflrtt'e,l,ct?" ködern. Viele Jahre hindurch LÜ-r wacht.' 0lne,ba& man ihm Hoffnung auf eine %, Jae Nomin„7 kam zwar niemals mehr so weit, � wan fpf on wirklich erhielt, aber schon die That- innen Namen stets mit diesem oder jenem L Freitag, den 31. Angust 1808, 5. Iahrg- soldeten Beigeordneten und aus sechs oder mehr ehrenamtlichen Mitgliedern besieht. Der Schicko wird vom Kaiser aus drei von der Vertretung präsentirten Kandidaten ernannt, die übrigen Msiglieder werden von der Vertretung gewählt, jedoch bedürfen die Beigeordneten der Bestätigung des Chiji. Außerdem findet die in Japan von Alters her geübte Heranziehung zum Ehren- amte statt zum Dienste in Kommissionen und als Bezirksvor- steher(Kucho); letztere dürfen nur m ven drei großen Städten Tokyo, Kyoto, Osaka besoldete Beamte sein. Die Kasseführung liegt einem besonderen besoldeten Einnehmer(Shiuninyaku) ob; nur in kleinen Cho-Son kann ausnahmsweise das Amt des- selben dem Cho-Son-Cho oder einem Beigeordneten übertragen werden. Die Handhabung der Ortspolizei hat der Cho-Son-Cho, bezw. Shi- Cho, welcher zugleich als Organ der Gun-, Ken- und allgemeinen Staatsverwaltung fungirt. Eine eigentliche Orts- polizec existirte bisher nicht, vielmehr ist die Polizei ourchaus staatlich organisirt, der größte Theil der Kotten aber auf die Fu und Ken abgewälzt. Die neuen Gemeindeordnungen behasien die Regelung der Polizeiverwaltung einem besonderen Gesetze vor. Die Hauptschwierigkeit der neuen Organisation liegt in der Kleinkeit vieler der jetzigen Gemeinden. Es ist desKalb prinzipiell die Vereinigung der nicht leistungsfähigen Cho-Son zu neuen Gemeinden, und insoweit diese nicht ausführbar ist. die Bildung von Verbänden in Aussicht genommen. Diese Veränderungen sollin auch gegen dm Willen der Interessenten unter Mitwirkung der Ausschüsse durchgeführt werden können. Die Organisation der Verbände ist gänzlich statutarischer Regelung überlassen. Für Ortsbezirke(Ku) mit eigenem Vermögen kann durch Statut eine besondere Ku>Vertretung gebildet werdm, die Ver waltung aber bleibt in den Händen der Gemeindeverwaltungs- behörde. Ihre Ausgadm decken die Gemeinden, deren kommunale Selbstständigkeit auf dem Gebiete der Vermögensverwaltung voll ane.lannt ist, im Anschluß an die bestehenden Zustände, durch die Erträge ihres bisher nur geringen Vermögens, durch Gebühren, Steuern und Dienste. Die Steuern bestehen prinzipiell in Zuschlägen, und zwar nicht blos zu den Staats-, sondern auch zu den Fu-Ken-Steuern. welche in den einzelnen Fu-Ken sehr verschieden zu eigenen Systemen ausgebildet sind; subsidiär ist den Gemeinden indessen auch die Erhebung eigener Steuern gestattet. Die Aufstchts- und Disziplinarbefugnisse der Staatsbehörden find ähnlich wie in Preußen geordnet und den Gun- und Fu- Ken Ausschüssen, jedoch ohne Unterscheidung zwischen Beschluß- nnd Streitverfahren, eine erhebliche Mitwirkung eingeräumt. Es ist ferner die Errichtung eines Verwaltungsgerichtes in Aus- ficht gmommen, bei welchem in bestimmten Fällen gegen die Entscheidungen der Aufsichtsbehörden, bezw. der Ausschüsse Klage erboden werden kann. Bis zur Einrichtung der Ausschüsse und des Verwaltungsgerichtes werden die Funktionen desselben von den betreffenden Verwaltungsbehörden, bezw. von dem Kabinet (Raikaku) wahrgmommen. Die Gesetze, von denen das eine 139, das andere 183 Artikel zählt, sollen am 1. April n. I. sukzessive in den einzelnm Departements auf Grund ministerieller Verordnung zur Aus- führung gelangen. Das Verdienst, dieselben trotz aller Hindernisse zur An- nähme gebracht zu haben, gebührt dem Minister des Innern, Grafen Uamagata, einem deutsch- freundlichen, schneidigen General, welchem Japan auch die jetzige Organisation der Armee und die Eir.fübrung wenigstens der Anfänge der allge- meinen Wehrpflicht verdankt, die übrigens demnächst erweitert werden soll."_ Kommunales. I» d-m neue« stadtifchrn«bdach wurden in dem Zeitraum vom 1. Ottober 1887 bis 31. März 1888 durchschnitt. sich pro Tag rund 181 Personen einschließlich der demselben zur Dienstleistung vom städtischen Arbeitshause in Rummels. img überwiesenen Korrigenden oerpflegt. In der Abtheilung für obdachlose Familien rand zu dem Ende September vor- handenen Bestände von 278 Personen während des Zeitraumes vom 1. Oktober 1887 bis 31. März 1888 ein Zuzug von 524 Familien mit 1783 Personen und ein Abgang von 544 Familien mit 1851 Personen, so daß ultimo März ein Bestand von 210 Amte in Verbindung brachte, that ihm außerordentlich wohl und bestärkte ihn in der Ansicht, daß er ein wichtiger �"Nach und nach trat auch darin eine Aenderung ein. Die Ueberzeugung von seiner eigene» Bedeuwng schwächte sich zwar nicht ab, sondern wurde immer stärker in ihm, aber seine Parteigenossen dachten anders von ihm, sie hielten es nicht mehr für nöthig, ihm Hoffnungen zu machen, und er wäre gänzlich in Vergessenhesi gerathen, wenn er die« nicht selbst verhütet hätte. DieS that er auf folgende Weise. Sobald eine Wahl heranrückte und man sich darüber berieth, wer für das betreffende Amt als Kandtdat aufzustellen sei. wartete er eine Zeitlang, ob Jemand seinen Namen nennen werde, und da dies nicht geschah, brachte er sich selbst in Erinnerung. Be- zegnete ihm ein Freund, so knüpfte er ein Gespräch an, cnlie dasselbe auf die bevorstehende Wahl hin und bemerkte dann: Notabene, wen wollen wir denn als AdermawKan- didat nöminiren? Wir müssen einen Mann haben, der in der Ward etwas gilt und großen Anhang be#t." Nachdem Beide dann eine Zeitlang über die Sache gesprochen, ließ Konrad wie zufällig die Aeußerung fassen:„Ich bin von verschiedenen maßgebenden Personen aufgefordert worden, mich um die Nominativ» zu bewerben, weiß jedoch noch nicht ob ich eS thun werde." Da« Gespräch wurde dann auf ein anderes Thema abgelenkt, aber Konrad hatte seinen Zweck erreicht, sein Freund erzählte Anderen, waS er thm gesagt hatte, und da Konrad an verschie- denen Orten ähnliche Bemerkungen machte, so dauerte eS nur wenige Tage, bis sein Name allgemein mit der Nomination in Verbindung gebracht wurde. Natürlich dachte Niemand daran, Konrad zum Kandidaten zu machen, aber ihm war eS schon genug, daß er überhaupt nicht ver» gessen war, und schließlich bildete er sich selbst ein, daß er von prominenten Personen in Vorschlag gebracht wurde. Auf diese Weise ging eS viele Jahre und Konrad wurde mittlerweile grau. Er besuchte regelmäßig die Sitzungen des von ihm gegründeten Klubs, betheiligte sich an de» Debatten und fand unter den neu aufgenommenen Personen verblieb. An einzelnen Personen war der Bestand an demselben Tage 35 und an Korrigenden 11. Unter den aufge» nommenen Fmnilien defanden sich Männer mit Frauen und Kindern 118, Wittwer mit Kindern 26, Frauen, deren Männer nicht mit aufgenommen wurden, 196, Wittwen resp. eheverlassene Frauen mit Kindern 62, Männer mit Frauen obne Kinder 20, Weiber mit unehelichen Kindern 102. Die Adtbcilung für nächtliche Obdachloie wurde in der Z..t vom 1. Ottober 1887 dis Ende März 1888 frequentirt von 125 265 Männern, 5075 Frauen und 112 Kindern, zusammen von 130 452 Personen. Dagegen ist vom 1. April bis Ende Sevtemder 1887 30398 Männern, 3113 Frauen, 175 Kindern, zusammen 33 686 Personen Obdach gewährt worden, also vom 1. Oktober 1887 bis Ende März 1888 mehr 96 766 Personen. Nach Mittheilung de» Ktatiftische« Amt« der Stadt Berlin sind bei den hiesigen Standesämtern in der Woche vom 12. bis inkl. 18. d. M. zur Anmeldung gekommen: 199 Eheschließungen, 973 Lebendgeborene, 33 Todtgeborene, 639 Sterdefälle. Lokales. Zu Lassa lle's Todestag.(31. August.) Vierundzwanzig Jahre sind seit dem Tage verflossen, an welchem Ferdinand Laffalle, von der Kugel des walachischen Bojaren Janko von Rackovitz tödtlich getroffen, seinen Geist ausgehaucht hat. Wie alljährlich, werden die deutschen Arbeiter auch in diesem Jahre das Andenken des großen Agitators ehren, wie sie das An« denken aller jener Männer ebren. welche für die hellige Sache der arbeitenden Menschheit gckämvft baden. Wenn der Todes« tag Laffalle's bisher demonstrativer gefeiert wird, als der Todes« tag eines anderen Vorkämpfers des Proletariats, so ist dies dem Umstände zuzuschreiben, daß Lassalle wie kein anderer es ver» standen bat, zum Volke zu sprechen. Bis heute ist noch keiner aufgestanden, der die ttefsten Säye der Wissenschaft, die Lehren des großen Karl Marx in so gemeinverständlicher Sprache und zugleich mit so wabrer Begeisterung vorgetragen hätte, wie Fer« dinand Laffalle. Mit dem Volke zu leben und zu fühlen und tür seine große Sache unermüdlich zu kämpfen, war Laffalle's erste hellige Pflicht, was Wunder daher, wenn das Volk ihn verehrt wie keinen anderen und an jedem wiederlehrenden Todes« tag sein Andenken feiert wie keines andern. Vieles bat fich in den 24 Jahren, seit Laffalle tobt ist, verändert, die Verhältnisse find andere geworden, und dement» sprechend hat sich die Tattik der Partei geändert, wie dies sich von selbst versteht; es würde aber nur dem Unverständigen bei« fallen können, an Laffalle's Reden und Agitationsweise, an seine Ansichten von der Entwicklung unserer Verhältnisse den Maß» stab unserer Tage anzulegen. Mag fich der Anschauungski cis des klassenbewußten Proletariats noch so sehr ändern, es wird nicht aufhören, in Ferdinand Laffalle den edlen, begeisterungs» vollen und opfermuthigen Kämpfer zu verehren, dessen Leben beseelt war von dem Streben, dem ausgebeuteten Volke»u bei» fern, es von der Knechtschaft des Kapitals zu befreien. Ob die Mittel, welche er zur Befreiung des Volkes angerathen, ob die Tattik, welche er damals verfolgt, die richtige war. das find Fragen, welche die Wissenschaft dereinst beantwotten wird und theilweise schon beantwortet hat: mag aber die Antwort aus» fallen wie sie will, an der Größe, an der Bedeuwng Ferdinand Lassallc's ändert sie nichts. Vieles hat fich verändert in den letzten 24 Jahren. In dem Maße, wie der Gegensatz zwischen Kapttal und Arbeit sich zugespitzt hat— d. h. in dem Maße, wie auf der einen Seite das immer kleiner werdende Häuflein Besitzender reicher und auf der andern Seite die immer größer werdende Masse der Besitzlosen ärm. r wird, verändern sich die Verhältnisse und die verschiedenen Parteien und ihre Taktik. Die Thätiglett Laffalle's für das Proletariat ist bekannt genug, als daß wir dessen Aufopferung im Einzelnen wieder« zugeben brauchten— die Arbeiter wissen, was ihnen Ferdinand Laffalle war. In der Fülle seiner Kraft wurde Laffalle vom Tode er« ellt, jedoch nicht im Kampfe mit seinen politischen Gegnern, sondern im Ringen um ein Weib, ohne das er nicht leben zu können vermeinte. Am 28. August, früh 7* Uhr, wurde dem großen Agitator, eines Weibes, des Fräulein v. Dönniaes willen, das tödlliche Blei von dem früheren Verlobten v. Rackowitz in die Brust ge« Mitgliedern immer einige, die er durch die Schilderung seiner früheren politischen Großthaten in kurzer Zeit an sich fesielte, so daß wenigstens fein Einfluß nicht ganz schwand. Und in diesem harmlosen Wichtigkeitsdusel hätte er bis an sein Lebensende fortleben können, wenn er nicht mit Frau und Töchtern behaftet wäre. Erstere hatte schon oft darüber gebrummt, daß er bei Wahlzeiten seine Arbeit vernach» lässige und zu viel Geld ausgebe, aber er hatte sie stet« durch schwungvolle Darlegung seiner Bürgerpflichten zum Schweigen gebracht, aber die Töchter gingen ihm schließlich auf anbere Weise zu Leide. „Der Butcher Fritz hat eS zu etwa« gebracht," sagte Klara,„er ist Supervisor und seine Töchter, die hoch- müthigen Gänschen, spielen eine Rolle in der Liedertafel, während wir zurückstehen müssen. Warum erhältst Du kein Amt? Du fängst die Sache wahrscheinlich unae- schickt an." „Und das Gestichel über den„ewigen Kandidaten" ist gerade auch nicht angenehm," warf Louise ein. Konrad wußte nicht, was dies bedeutet, aber Louise schenkte ihm ganz unbarmherzig reinen Wein ein. indem sie ihm erzählte, daß man bei jeder Wahl sich über ihn als den„ewigen Kandidaten" lustig machte. Vom Gefühle seiner eigenen Wichtigkeit durchdrungen hatte Konrad die« gar nicht bemerkt, und die Enthüllung versetzte ihn in arge» Zorn. „Wartet," rief er au«, nachdem er eine Zeitlang da» Zimmer mit großen Schritten durchmessen hatte,„die Un» dankbaren sollen von mir hören." Eme neue Wahl rückte heran und um sich an seinen bisherigen Parteigenossen zu rächen, beschloß Konrad Schneide- bühl, eine Mugwump-Partei ins Leben zu rufen. Es gab daselbst eine Anzahl Deutsche, die mit beiden große» Par- teien unzuftieden waren, und nach einer kurzen, aber sehr energisch betriebenen Agitation brachte Konrad eS fertig, daß dieselben sich zu einem unabhängigen Klub ver- bündeten. Konrad war natürlich der Kandidat für da» Präsidentenamt in dem neuen Verein, mußte jedoch, obgleich er den Ball in'« Rollen gebracht hatte, zu seinem Leid- schössen. Nach dreitägigem Sckmcizenklagcr hatte er ausgelirten. Er verschied am 31. August 1864. Ein so trauriger und unschöner, ja unwürdiger Tod endete ein Leben, vas so groß angelegt und so thatenreich war. Und doch war dieser Tod kcin Zufall. Wenn irgend je, so gilt es auch bier, daß der Charakter des Helden sein Schicksal war. Er verdankte sich selbst, keinem äußeren Beistande, alles, was er im Lederl erreicht und vollbracht hatte, er war selbst seines Unglücks Schmied, stürzte fich selbst wie mit Abficht ins Verderben. Die Zeilen, welche man auf der Brust des Verwundeten fand: „Ich erkläre hiermit, daß ich s e l d st es bin, welcher stimm Leben ein Ende gemacht hat. 28. August 64 F. Lassalle." — diese Zeilen, die K tzten, die er geschrieben, und deren Be stimmurg es war, eine unschuldige Unwahrheit auszusagen, welche einer. Gegner decken konnte, enthalten eine höhere Wahrheit. Da» Museum für Völkerkunde i» der König» grätzerftratz» erhulr am Montag eine große Sendung von Erzeugnissen aus Südafrika. Gesammelt find dieselben durch Dr. v. Steinen und denötvrgten zu ihrem Transport einer großen Anzahl von Kisten. Die Ausladung erfolgte in Bremen. Die Piüwngskommisfion des Museums, deren Hauptmitglieder der Direktor Geheimratd Dr. Bastian, Professor Virchow, Dr. Jagow und Dr. Voß, Dirigent der prähistorischen Adthcilung, find, wird sofort an die Sichtung der reichbaltungen sowie inter- effanten Sammlung geben und die für das Museum für Völker» künde fich eignenden Gegenstände unvcrzüglich aufstellen und katalogifircn. Bei dieser Gelegenheit wollen wir nicht unter» lassen, dem Publikum von neuem den Besuch des. einzig in seiner Art dastehenden Museums ans Herz zu legen. Bisher hat man immer noch nicht genügend wahrnehmen können, vaß fich unser Publikum der Bedeutung bewußt ist, welche die groß- artigen nirt unermeßlichen Opfern aufgebrachten Sammlungen für alle Kreise haben. Die Ke eitigung de« Engpässe» an der Urnen Wilkelmstroße soll remnächst zum Gegenstande einer leb- bafteren Agitation gemacht werden. Vor einigen Monaten schon wurde in der Presse darauf hingewiesen, daß fich für die Stadt jetzt eine passende Gelegenheit zur Ausmerzung dieses Verkehrs» binderi.iffes biete, da demnächst die Häuser Neue Wiihelmstraße 3, 4 und 5 und Dorotheenstraße 57 abgerissen werden sollen, um Neubauten Play zu machen. Bis jetzt ist es aber von irgend welchen Schritten, um Herr dieser günstigen Sstuation zu werden, ganz still geblieben. Zweifellos wäre es sehr zu bedauern, wenn der große fortlaufende Straßenzug, welcher von der Wilbelni-, Neuen Wilhelm- und Luisenuraße gebildet wird und fich vom Halleschen Thor bis zum Neuen Thor erstreckt, in seiner Mitte und an der hervorragendsten Stelle für immer durch einen Engpaß unterbrochen würde, und es wäre mehr als traurig, wollte man hier denselben Fehler machen, wie s. Z. bei der Friedrich- und Charlottenstraße, unter welchem wir jetzt noch zu leiden haben. Sind die Kosten auch groß, so können doch die finanziellen Lahältniffe Berlins ein Hindemiß nicht abgeben. wenn man bedenkt, daß trotz bedeutender Etatsüber» schrettungen im Einzelnen das Jahr 1877 88 einen lieber schüfe von 3 800 000 Mark ergeben hat. Wie sehr die Verbesserung des Verkehre an jener Stelle notbwendig ist, ergiebt sich auch c us dem Umstände, daß der schmale Theil der Neuen Wilhelm- straße zu denjenigen Straßen, heilen gedöit, in denen zu be- stimmten Tagesstunden Wagen nicht holten dürfen. Bei den Kutschern helfet die Ecke der Dorotheenstraße und Neuen Wilhelmstraße„Karambolagen� Ecke". Das genügt! Uede» da» Treiben«ine»„Knndrfönger»" wird dem„B. T." die nachfolgende, unglaublich klingende, aber durchaus verbürgte Episode mitgetheilt, welche fich vor einigen Tagen in der Lotbringerftraße abspielte. Als dort ein Dienst- Mädchen den vorschriftsmäßig mit Maulkorb und Stcuermarke versehenen Hund ihrer Henschaft auf die Stwßc führte, sprang plötzlich ern an seinem Mützenschild als Abdeckereigehilfe kennt» lieber M> m'ch mit dem Rufe:„Der Hund bat ja keine Marke!" auf dos Thier los und versuchte, zuerst mit der Hand, sodann unter Zuhilfenahme eines Taschenmessers die deurlich fichtbar getragene Steuermarke vom Halsbande des Hundes loszutrennen. Auch als einige auf das Geschrei des Dienstmädchens herbei- geeilte Passanten irtervenirten, ließ der„Hundefänger" den Hund nicht los, insultirte vielmehr, im Verein mit zwei hinzu- kommenden Genossen, einen alten Herrn, der fich für das Mäd- chen einlegen und den Hund befreien wollte. Fast wäre der Streich, auf den es abgesehen war, gelungen, wenn nicht im letzten Moment ein Schutzmann zur Stelle gewesen wäre, welcher den findigen„Hundefänger" nach der Wache fistirte und den Vorgang daselbst nach den Aussagen der Zeugen zu Protokoll feststellen ließ. Hier entpuppte fich der Sistirte als der legitime Abdeckcreigehilfe Nr. 9, Friedrich Richter, der in der geschllderten Art nach Beseitigung der Marke fich in den Besttz des Hundes und der dafür ihm von der Ab- deckerei zu zahlenden Fangprämie zu setzen versucht hatte. Wenn wesen sehen, daß dasselbe einem anderen zufiel. Beinahe wäre er zur regulären Partei zurückgekehrt, aber er unter- drückte semeu Aerger und steuerte fest auf sein Hauptziel zu. Die Ward hatte nämlich einen Alderman zu wählen, und er nahm sich vor, diesmal das Amt zu erlangen, und wenn er auch zu diesem Zweck mit einer anderen Partei einen„Deal" machen müßte. Er verfuhr dabei in seiner üblichen Weise, und bald hieß e«, Konrad sei der Mugwump- Kandidat für das AldermanSamt, und man erzählte fich, wie schlau er eS eingefädelt habe, daß er die Unterstützung einer anderen Partei erhalten habe, welcher er zum Danke dafür das ganze MugwumpS-Votum der Ward zu- führen werde...., Konrad schwebte im siebenten Hrmmel, doch dauerte die Herrlichkeit nicht lange. Der Präsident de» un- abhängigen KlubS berief eine Extra-Versammlung und theilte den Anwesenden die Machinationen Konrad'S mit. Darob entstand unter den Mugwump Helligen große Eni- rüstung.„Hinaus mit ihm." h'eß eS,„wir wollen keinen politischen Drahtzieher und keinen Aemterjäger unter uns haben."„Aber wir müssen doch," bemerkte Konrad klein- laut„unsere Stärke zeigen, indem wir mit einem eigenen Kandidaten inS Feld treten. Wir— Man ließ ihn nicht ausreden. Es wurde beschlossen, daß der unabhängige Klub keinen eigenen Kandidaten ausstelle, sondern blos einen heil- samen Druck auf die anderen Parteien ausübe, und nach- dem die» erledigt war, stellte Jemand den Antrag, daß Konrad aus dem Verein, den er zu seinem eigenen Vortherl zu bcnützen getrachtet hatte, ausgestoßen werde. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Von seinen bisherigen Parte, genossen abgefallen von den Mugwump« verstoßen, verbrachte Konrad während der nun folgenden Wahl qualvolle Tage. Nach derselben kehrte er reumüthig in seinen früheren Verem zurück, man vergab ihm seinen Treubruch und nahm ihn in Gnaden wieder auf. Aber se,n Ansehen ist dahin, und er muß sich selbst sagen, daß eS mit den Amtsansprüchen für ,hn zu Ende sst; aber da er ohne Kandidaturen nicht mehr leben kann so tritt er für die diesjährige Wahl wenigstens als Kandldat für da« Amt eine« Pollclerks auf, und er hat alle Aussicht, dasselbe zu erhalten. derartige betrügerische Manipulationen schon unter den Augen der Begleiter von Hunden versucht werden, Sann muß man im Hinblick auf die vielfach allein auf die Straße geschickten Tbiere denn doch sagen, daß die Abdeckerei in dem genannten„Bcam- ten"— den Bock zum Gärtner gemacht hat. Da» erste Mohnhan« auf dem Terrain der ehe- mal» Korstg'schen Maschinendananstalt am Oranienburger Tbor ist jetzt, vcr„Volks-Ztg." zufolge, an der Ecke der Chaussee- straße und Elsasserstraße unter Dach gestellt und läßt erkennen, daß in verhällnißmäfeig kurzer Zeit der ganze ausgedehnte Raum mit modernen Mictdskasernen besetzt sein wird, wie fich deren auf dem Nachdargrunvstück, der früher Ezells'scken Fabrik, schon eine Reihe befinden. In wenigen Jahren wird es selbst dem alten Berliner kaum noch möglich sein, fich eine klare Erinne- rung von dem Aussehen jener Gegend zu machen. Auf dem ehemals Wöblert'schen Grundstück find gleichfalls ganze Straßen- züge mit Wohnhäusern entstanden, das Terrain der früher Pflug'ichen Fabrik für Eisenbahnbedarf ist schon seit Jahren mit Wohnhäusern besetzt und damit der ehemalige Charakter jener Gegend vollständig beseitigt. Rechnet man hierzu noch die Be- seitigung der königl. Eisengießerei, auf deren Grundstück die Paläste der landwirthschaftlichen Hochschule und geodätischen Landesanstalt Platz gefunden haben, dann find alle großen In- dustriewerkstätten— die von Schwartzkopff ist nach dem Ende der Gartenstraße verlegt— verschwunden und haben der neuen Zeit und ihren Bedürfnissen Platz gemacht. Uns geht folgende Mittheilnng»»:„In Bezua auf Ihren Artikel, den Todesfall des Klmgeldurschen vom Erpel- schen Dampfers betreffend, bin ich in der Lage, durch eigene Wahrnehmung Ihnen folgende Mittheilung machen zu können. Wir unternahmen, mehrere Freunde. mit dem Sparverein „Solidaria" am 26. August eine Vergnügungsfahrt nach Hankel's Ablage u. s. w. auf einem Erpel'scken Dampfer, unter Führung des Herrn Erpel. Als wir Mittags Schmöckwitz pasfirten, lag es nicht in unserer Abficht, dort zu landen. Als der Beamte, welcher dort das Aufziehen der Brücke besorgt, Herrn Erpel ersuchte, dort anzulegen!, und Herr Erpel den Dampfer verließ, hörte ich aus dem Gespräch, welches beide führten, wörtlich folgendes heraus:„Herr Erpel, der Junge ist doch auch ein Mensch, er muß doch unter die Erde, es ist doch eine Kleinigkeit, daß Sie, das besorgen, also morgen bestimmt." Diese Worte sprach der Beamte zu Herrn Erpel, welcher von letzt- genanntem Herr Förster titulirt wurde Als wir fünf Stunden später in Schmöckwitz landeten, sah ich bei dem Umzanqe, welchm ich mtt einem Freunde durch das Dorf machte, rm Spritzenhause, welches an der Dorsstraße liegt, aus Neugierde durch ein Fenster, und sab die Leiche des Burschen, umgeben von Tausenden von Fliegen, liegen. Zweck dieser Zeilen ist folgender: Ich glaube, daß Herr Erpel, dessen Dampfer meistens nur von Arbettern benutzt werden, in Zukunft mindestens die Pflicht hat, für seine im Dienste verunglückten Arbeiter schneller zu sorgen,— zweitens wünsche ich von der Ortsdehörde oder deren Beamten, daß man in einem Räume, wo Leichen liegen, ein Gefäßmir Säure aufstellt, um die Fliegen daraus fern zu halten. Welches Unglück dadurch entstehen kann, wenn ein solcher Schwärm Fliegen die Bewohner oder im Walde lag rnde Besucher überfällt, kann ich nicht beurtheilen, ganz abgesehen von Reinlickkeiterückftchten." Die Hintertrepprnphotographe» machen fich in neuerer Zett ebenso lästig, wie es die Kolporteurs der Hintertreppen- romane und anderer Sachen schon lange thun. Wurden den Dienstboten, mtt denen man am Haupteingange der Wohnung nicht ungenttt genug verhandeln konnte, bisher über die Hof- treppe die häfelrckste Lettüre, die fragwürdigsten Schmucksachen und Kleidungsstücke, ja sogar eine Zett lang Tournüren von geschwätzigen Hauflrern angeboten, so zeichnen fich gegenwärtig, namentlich in der Gegend vor dem Halleschen Thore, die Hinter- treppenphotographen aus. die mit Adonnementskarten für ge- wisse Photographen haufiren gehen. Sie wissen meist der Eitel- keit der Mädchen zu schmeicheln, wissen ihnen durch Vorlegung wohlgerathener Portrails so viel Lust zu einem eigenen Konterfer beizubringen, daß selten ein Mädchen widerstehen kann, die „Bons" für ein mehr oder minder fragwürdiges Atelier werden gekaust und die meist ganz überflüsfige Ausgabe oft noch nicht einmal von erspartem Gelbe bestritten. Die in wenigen Tagen beginnende elektrische Beleuchtung der Straße Unter den Linden bedeutet ge- wissermaßen den„offiziellen" Anfang einer neuen Epoche in der Beleuchtung der Restdenz. Es find j.tzt gerade 60 Jahre her, seit das Gaslicht den Steg über die bis ld28 in Berlin üblichen Oellanipen enang. Und auch damals war es die Straße Unter den Linden, welche städtischerseits zuerst mtt dem neuen Licht beglückt wurde. Der Anfang war bescheiden genug; nicht ganz 2000 Gasflammen ließen in ganz Berlin zur abendlichen Stunde ihr Licht leuchten. Ader die Vorzüge der neuen Licht- quelle waren zu greifbare, als daß ste lange unbeachtet bleiben konnten. Schon nach 10 Jahren war die Einrichtung einer neuen Gasanstalt nothwendia und als im Jahre 1846 der Vertrag mit der englischen Gasanstalt zu Ende ging, wurde städtischerseits der Betrieb mit 2000 öffentlichen und 800 Privatflammen am 1. Januar 1847 eröffnet. Der Wettbewerb zwischen den beiden Lichtquellen war dem Preise des Gases nur vortheilhaft und bewirkte eine fo gewaltige Zunahme des Verbrauchs, daß die bestehenden An- statten trotz wesentlicher Vergrößerung den Bedarf nicht decken konnten und 1859 die dritte, 1871 die vierte Gasanstatt er- richtet werden mußte. Gegenwärtig ist die fünfte Gaßanstalt im Bau begriffen und es scheint fast, als ob man fich vor der alles überwindenden Kraft des elektrischen Stromes noch nicht besonders fürchtete. Und dennoch wird die Gasflamme einst ebenso vor der elettrischen Sonne verschwinden, wie dies vor Jabren mtt der altväterlichen Oellampe der Fall war. Das Bessere ist stets der Feind des Guten und die glanzvolle Be- leuchtung der Straße Unter den Linden wird dazu dettragen, die Berliner zu gewöhnen und ihnen auch die stärksten Gas- flamm-n mtt der Zeit als unzureichende Lämpchen erscheinen lassen. Wird man erst so weit sein, daß der Preis für das elektrische Glüblicht fich nicht erheblich theurer stellt, als die Petroleumlampe, dann wird das elektrische Zeitalter auch für den minder gut Gestellten angebrochen sein Dann aber ist das Schicksal des Erdöls und des flüchtigen Gases destegett und nur zu Herz- oder Kochzwecken wird es Verwendung finden, wenn anders nicht auch hier der elektrische Strom schließlich den de- gonnenen Kampf fiegreich zu Ende führt. Gin gestrenger Keamter. Schutzmann W. in der T.- Straße ist ein gar gestrenger Herr. Wenn er früh morgens die Straße bettitt, läßt er seine Blicke nach Ungehörigkeiten schweifen und nichts entgeht seinem Scharfblick. Da bört er neulich ein einsames Rauschen, er späht umher und steht, wie seine eigene Frau einen Eimer unreinen Wassers in den Rinnstein gießt. Seine erste Meldung vom Tage lautete:„Die Schutzmanns- frau W. goß verbotener Weise einen Eimer unreinen Waffers auk der Straße aus." Die Folge war ein Strafmandat über 3 M welche Herr W. natürlich selbst berappte. Die Zeit der sanren Gurke zeitigt das wahnwitzigste Zeug. Nur um zu zeigen, welcher Grad von„Unbefangenheit" dem P idlikum zugetraut wird, veröffentlichen wir folgenden uns zugebenden Unsinn:„Ein Duell zu Veloeiped" das ist das neueste Ereigniß, welches in unserem Nachbarorte Tegel das am» schließliche Tagesgeipräch bildet. Es war am Sonntag um die fünfte Morgenstunde, als eine größere Anzabl Dreiradfabrer auf der nach Tegel führenden Chaussee in der Nähe der Junakern. Haide inmitten des Weges Halt machte. Nachdem fie sich mmmm Herren folgte an das Ende der abaeflreckten Strecke, der andere an deren Anfangspunkt Aufstellung nahm. dieses geschah, nachdem die Maschinen der beiden Gegr... die Versammelten einer genauen Untersuchung untertvK™ worden waren. Jetzt ertönte ein Schuß und auf dieses Zeic»» setzten fich die beiden Veloeipedisten in Bewegung, um mit de« Aufwände aller ihrer Kräfte auf einander loszufahren. Auge fest auf den Gegner gerichtet, und mit gewaltigem Ali« das dahinsausende Stahlroß lenkend, trafen fie fast in � Mitte der Bahn mit voller Wucht aufeinander, was zur hatte, daß der eincjnit zerschmetterter Maschine wie vom Bi'tz' getroffen, auf die Seite stürzte, während der andere gleichic» von einem fich aufbäumenden Renner rückwärts abgeworftr, auf die Straße zu liegen kam. Sofort eilten nun die auf Ausgang Hanenden herbei. Ein mit einer BotanifirtroiinlM versebener Herr verband dem zur Seite Gestürzten eine am Schienbein und dem nach rückwärts Gefallenen eine letzung am Hinterkopfe, dann wurde der am Fuße V-rwundc» auf ein zweifitziges Fahrrad gehoben, die ganze Gesellschaft M wieder„zu Pferde", und die zerschmetterte Maschine>« Schlepptau nehmend, kehrten ste mit der ihnen eizetf» Schnelligkeit wieder nach der Stadt zurück, wählend der«» Kopf Verwundete sein Vehikel allein heimwärts lenken kann* Mit diesem sonderbaren Ereigniß hat hiermit das Zeitalter Ei findungen eine neue Aera d s Zweikampfes gezeitigt, in fich freilich nur diejenigen Beleidigten hineinfinden könne» welche außer ihrem Leben und Gesundheit auch noch eine thesn Fahrmaschine in die Schanze zu schlagen vermögen. Endlich erwischt. Auf dem Friedhofe der St. George« Gemeinde in der Landsberger Allee ist der Rosendlebstahl� diesem Sommer gewissermaßen en gros betrieben worden-** Wachsamkeit der Beamten, namentlich des Portier, ist cs r lungen, eine große Menge von Rosendieben anzuhalten un&JJs Polizei zu überliefern, aber die Diebstähle nahmen kein so daß die Beamten und Arbetter zu der Uederzeugung mußten, daß ein oder mehrere Personen den Rosenv««'? nmnien, uujj ein ouci megieie Peiivnen ven mo>eim>-va i jjO«}Ut( gewerbsmäßig betrieben. Nach langer und sorgfättiger Beo� Erlegung tung lenkte fich der Verdacht der Thäterschaft aus eintfjj> R,«- ständig gekleideten jungen Mann, der sehr häufig den yvtttsvttws juugtit-i/vuim, VLt(vyL ijuusiy wi» besuchte, aber niemals beim Verlassen des Kirchhofs rj, wurde. Derselbe muß stets über den Zaun gegangen(eil 5 einen Augenblick abgepaßt haben, in welchem das Thck� Kirchhofs unbewacht war. Am Dienstag Nachmittag s« Kirchhofsbeamter den verdächtigen jungen Mann wieder,*5 zwar schienen dessen Rockflügel so dick zu sein wie ausgepo»� Er wurde angehalten und vifitirt, dabei zeigte fich, daß T, Futter der Rockflügel an der Taille aufgetrennt und die If« bildeten Diebestaschen aus beiden Seiten mit den prachwo"?- Rosen gefüllt waren. Mehr als 60 aufgeblühte Rosen un® L ebensoviel Knospen wurden ihm abgenommen. Währen®. Visitation ergriff er plötzlich die Flucht, und gewiß wäre«Xi kommen, wenn er nicht am Pottal ausgeglitten und 0% wäre So aber gelang es, ihn einzuholen und der Pohp� überliefern, wo fich herausstellte, daß es ein Rosen- bezieh»»« weise Blumenbändler war. rj, Einen gräflichen Anblick gewähtte die auf dem Z, duktionstisch in der Leichenhalle des Arbeitshauses zu Ruin®»% dura lieaende. im Park des dortiaen städtischen WaifenIrS bürg liegende, im Park des dortigen städtifchen Dalsen am Freitag aufgefundene Leiche. Dieselbe war in der der Brust fast zerhackt, so daß die Obduzenten 27 MfstrnJ zählten. Außerdem defand fich am Halse ein Messers! reb' ein tiefer Schnitt, der quer durch den Hals verlief un® Luft- und Speiseröhre völlig durchttennte. Die Art der., letzungen ließ schon darauf schließen, daß ein Selbstmord. liege, und zwar ein solcher, bei dessen VerÜbung der Verftcn.� unbedingt nicht im völligen Befitze seiner Geisteskräste wyp ;e®£ sein könne. Tics stellte fich denn auch sowohl durch % duttionsdefund, wie durch das Resultat der R.kognilion Arbeit Als Rekognoszentin hatte fich die Ehefrau des Verst� � Zsi Lot eingefunden, welche zu P-otokoll erklärte, daß ihr Stiemann- J hiesiger Ingenieur und Maschinenbauer, fich dem Trume geben habe, längere Zeit uhon nicht mehr gearbeitet von ihr habe ernähren lassen. Die Leiche wird auf®K.m.'W bof des städtischen Arbeitshauses in Rummelsburg>h� Ruhe finden. ,» polizeibericht. Am 29. d. M. Vormittags crbM,-- im Bolenzimmer des Stadt- Fernsprcch-Amtes in der y-* burgerstraßc ein Telegraphenbote.— Um dieselbe Zeil � in der Königgräyerstraße ein etwa 40 Jahre alter WL einem Schlaaanfall betroffen. Er wurde nach der ChflWl» bracht.— Um dieselbe Zeit wurde in der Friedrichsgk®� tck Leiche eines etwa 50 Jahre alten Mannes Spree gezogen und nach dem Leichenschauhmse r e®' — Gegen Mittag fiel in der Bölowstraße dachloser Schuhmachergeselle infolge eines Kramp!�.,� auf das Pflaster und eilttt dadurch eine nicht tende Verletzung am Hinterkopf, so daß er nach derV�-c1 gebracht werden mußte.— Nachmittags wurde in der � straße ein 4 Jahre alter Knabe durch einen Pfeideba®. überfahren, jedoch anscheinend nur leicht verletzt. De« � trifft keine Schuld.— Abends fiel der Bootsmann Bers �< von seinem hinter dem Grundstück Am Stralauer 30® w P liegenden Kahn ins Waffer und ertrank.— Um dieselbe auf dem Aasladegeleise vor der Zer.ttal-Markthalle ern v � mann beim Aussteigen aus einem Güterwagen und brach de» �1 Unterschenkil.— in dem Garn An und Vormittags Blü-h». 1 demselben Tage -----.... Wollgeschäft von..... Nrcdcrwallstr. 26—27, Feuer, wahrscheinlich durch urw wr®ck Umgehen mit Licht seitens dort beschäftigter Gasarden„l# geführt. Das Feuer richtete unter den Waarenvoiraty unbedeutenden Schaden an und nahm die Thättgle» �, y* wehr in Anspruch. Der Feuermann Spengler' Löscharbetten durch herabfallende Glassplitter Hand verletzt. starke kTÄfesS Die Macht de» Golde»' Charattere find dm Einflüssen K gewachsen und Gelegenheit macht wort— leicht Diebe, wie das wiederum eine wies, welche gestern vor der 92. Abtbeilung des � stattfand. Zwei Frauen waren im Gerichtssaole an lue.«r, eine, Fräulein Auguste Pflug, als Angeklagte, ehelichte Ardetterin Höhnow, als Belastungszeuaw' kurzem wann beide gute Freundinnen, die st® manche kleine Gefälligkeit erwiesm, was um K■ i-'"' war. als fie zusammen in der Lumpenmühle? schäftigt wurdm. Da erhiett plötzlich die, folgenden Vorfall einen unheilbaren Riß- w saßen mehrere Ardeilerinnen vor der Eingangsttur auf d.ren Oeffnung mattend; unter ihnen oefan� SÄ SsS-Jä.8"..» ü durfniß zu genügen.____|____________. Tasche befindliche Portemonnaie auf die Stuten cht* Pflug, welche dies gewabtte, ließ es heimlich'�k#% verschwinden. Als die Arbeit beginnm sollte. f Hohnow den Verlust und bat flehentlich, man flinZ;M das Verlorene wieder zmückgebm; fie habe n. ein� extra drei„hatte" Mark eingesteckt, um am ,(; A kaufe zu machen.„Gebt es mir doch wieder, ja volle zwei Tage dafür arbeitm!" rief ste i ac�n�S Doch Niemand wollte im Besttz des a�bmrde � � Gutes sein. Endlich, am Nachmittag desselben W jjck das Portemonnaie bei der Pflug gesehen wandte sich nun an diese mtt der Litte, uni�Z�j, ß' Eigenthums. Als die Aufgeforderte leugnete, ging' & r»" Ii % � den Ra>k des Wrrlsükleis, zur Polizei, welche zunächst Af Durchsuchung der Räumlichkeiten vornahm, in denen die schuldigte tbätig war. Hierbei wurde das Gesuchte unter «Mchm versteckt aufgefunden.— Auguste Pflug will die Ab- 2P Schabt haben, der Frau Höhnow das Portemonnaie am «send wieder zu aeben. Der Staatsanwalt hält aber die An- Wiftte des Diebstahls für überführt und beantragt 5 Tage «Usniß. Der Gerichtshof glaubte indesj auf deren bisherige T�Uxjcholtenhcit Rückficht nehmen zu müssen und setzte deshalb Strafmaß auf 3 Tage Gefängniß herab. w"Nur zum Scherz!" entgegnete der Zimmermann An- J"*« Neumann, als er vom Vorsitzenden gefragt wurde, wes- « den Stuhl, der im Vorgarten des Berth'schen Nestau- mitgenommen habe. Er sei mit einigen Kollegen �rbewaffitt und einer von ihnen sei über den Stuhl, der hart � vn«dtroße stand, gestolpert. Darauf habe er sich das Ding T lde Schulter genommen, um es dem Befitzer zum Possen nne strecke weiter wieder hinzusetzen. Aus dm Zeugenaus- Mcn ergab fich aber, daß der Angeklagte dem Kellner, welcher "9* 20-30 Häuser weit nachgelaufen war, den Gartmstuhl Mit wiedergeben wollte, weil derselbe sein Eiacnthum sei Auch herbeigerufenen Wächter gegenüber war Ncumann bei seiner Mauptung geblieben und somit konnte der Gerichtshof seinen |�»en keinen Glauben schenken. Das Urtheil lautete wegm �lidttabls auf 1 Wocke Gefängniß. Eine thrure Zeche machte der Kutscher Ernst Mosch, v2�>cr gestern unier der Anklage des Betruges vor den Schranken ?5 ß}- Abtheilung des Schöffengerichts stand. In recht !7�ter Stimmung begab er flch am Abend des 8. August in ?«>kal des Schankwirths Knobel in der Tempelherrnstraße, SL? Wnc trocken gewordene Kehle mit 6 Gläsern voll edlen J�jsafles gehörig anfmcktetc. Das Trinken war ihm sehr JSÜjclommcn, aber das„Berappen" für den gehabten Gmuß 1.......'-JL1"lußte, .— nicht _____ M Nach einer Weile diplomatischer �Mung, wandte er fich an die freundliche Kellnerin mit K Bitte, ihm doch auf einen Moment den Klosctschlüffel fj*'} zu wollen, was selbstredend ohne weiteres geschah. Nun 2 lich Mo'ch zwar zunächst nach dem Hofe, aber 2," flch unbeachtet glaubte, huschte er schnell nach dem Thor- jvB JU, um durch diesen auf die Straße zu pelangm und im . Unkel der Nacht zu verschwinden. Doch das Auge der„feschen" hM#" wachte; mit einem kräftigen Halt! vertrat die auf- .v�flame Hede dem Ausreißer dm Weg, der fich nun wohl udel rechtfertigen mußte. Das geschab aber in einer Weise, flrJu. den hinzugekommenen Nachtwächter veranlaßte, die Stenden Parteien zur Wache zu führen. Hier stellte fich her» W daß Mosch überhaupt nur 30 Pf. besaß, während zur Uwng der Zeche 90 Pf. erforderlich waren. Auf Grund »faktums mußte er nach Moabit in die Untersuchungs» �sr Mandern.— Der Gerichtshof verurthcilte dm Drückeberger r"«ner Woche Gefängniß, die aber durch die erlittene Unter- 'Uqungshaft als verbüßt erachtet wurde. �««-mmcn. aber das„Berappen" zur ocn geoaorm esmuk drf r. �m nicht recht gefallen, zumal er recht gut wußte, .?ae„Monetm" zum Ausgleich der cntrirten Schuld nichl zureichend warm. � soziales und Arbeiterbewegung. » Zur Lohnbewegung der Lerliner posamentier». fff Veranlassung der in der öffentlichen Versammlung der promentiere und Beruksgenossen am 26. d. M. erschienenen Sftten Arbeitgeber fand am Mittwoch. Abends 8; Uhr, im Maurant Feuerstein, Alle Jakodstr. 75, eine Versammlung Arbeitgeber der Mödeldranche. mit Hinzuziehung der von ?? Gehilfen gewählten Lohnkommisfion statt. Nachdem längere jwt über dm von der Gehilfenschaft beantragten Minimallohn 5? 24 M. debattirt worden war, wurde derselbe schließlich von �Arbeitgebern zugestanden mit der einzigen Beschränkung, Lohn eines bei seinem Lehrherren arbeitenden Gehilfen Plonat nach beendigter Lehrzeit auf freier Vereinbarung fn An» solle. Ferner wurde der Lohntarif vollständig akzcplin, der m�den sogar die meisten Herren Prinzipale die Forderungen Zu i�C�cn noch zu bescheiden und für einzelne Punkte viel toz.Tdtig bemessen; auck die Forderung, für Sonntagsarbeit --�.Überstunden pro Stunde 5 Pf. mehr zu zahlen, wurde iü �°mmen. Schließlich wurde noch beschlossen, in kurzer Zell ».�Mcinschast mit den Gehilfen einen anderen, vollständigerm '�cis auszuarbcitm. �».Malerlöhn» in Thüringen. In einer früheren Nummer in% wurde der kaum glaublichen Meldung aus einem Orte LslAcingen Erwähnung gethan, daß daselbst im Akkord bei Fertigung eines neuerdings in Bestellung gegebenen Artikels . vciindern) die Maler(also sog. qualifizirte Arbeiter) täglich zipLAbzug der Unkosten Jüt Farbe u. s. w. nicht mehr als tlxff?.'' zu verdienen im Stande seien! Trotzdem hat die de- W. üJk Fabrikleitung es abgelehnt, eine Aufbesserung M* e betreffenden Maler behaupten, früher irrthüm- z»? w niedrig gestellten Ardeitspreise(das Dutzend Badekinder chrül??" kostet 12 Pf., wovon noch Farbe u. s.w. abgeht!) tz�chmen. Warum auch? Die Fabrik hat ja nicht den — Als nun den betreffenden Malern grrathm wurde, -...... hr die Re"-'-"- :n ArbeitSp Kui.," w.#..v...,„m.-————. ben, es st, flch nach anderer Arbeit umzuiehen. da fie lieo, l'ccsse halber nicht so raich vom Orte fortkönnten! So öV-z auch leider. Die Seßhaftigkeit vieler Thüringer �l»/,' bcr wenn auch geringe Mitbefitz an Haus und "crschuldm»um großen Tyeil die vielfach gerade in voihandmm erbärmlichen Arbeitslöhne in der Die wenigen nicht an die Scholle gebundmen * 4 cc>eniurn».u«.—,—„—..... Aminen.» welche vielleicht an Orten mit völlig herab- Acin oen-uf! Arbertslöhnm aus Roth Stellung genommen und ein' ,,n,?ttn' sür eine Aufbesserung der Löhne nach Ältlich. ceten, können, wie nach b!age der Sache ganz de- ihr ml Zukommen gegen die seßhaften Arbetter, welche �cise ohnp mefn P* in die oft miserabelsten Arbeits» (, Widerstand fügen müssen. t» Plauen i. N. spricht fich in mw I y für 1887 sehr pessimistisch über die Lage ?«a des o?-"st0, Handel aus, weist auf die ewige Bcunruhi- -v,„ daß �werdslebenS durch den Krtegslärm hin und giebt f,% � besond�«? K�iöhne hier und da eme kleine Abminderung .-e.. j crS leidenden Industrien erfahren", und daß der -- r___ k.___ 35 'jü % Wn7 bed?? i Fabeikiuspektorat«, in erster •eomfenm nAe. Vermehrung der Auf» nicht xufUmtl""bedingt erforderlich. Wer wird diesem � viff?brikinso",?ecbeinspekttonsbeamtm revidirt wurdm. Mag h st�haft sein seinen Ajfistmtm noch so fleißig, so v ii so oft s„ Mhbestimmungen der Reichsgewerdeordnung > tTf? itbiu /"h" srcoeln! 2% a ni" e Krauerei»» erfordert kräftige, er- 1 ftir,."' die den Anforderungen, welche gerade �dustrinsi"' genügen können. Darum kümmern flch sen Blerkapitalisten nicht, die lieber auf die Gesundheit ihrer Arbeiter verzichtert, wenn sie nur wöhlfeiler produeiren können. Und so kommt es, daß z.B. in Bautzen und Meißen nach den Mittheilungen des Fadrikinspektors die Lehrlinge nicht weniger als fünfzig bis siebzig Prozent der Arbeiterzahl bettagm. Unglaublich, aber wahr! gtveine«itfc Nersamml««se». Giue große Mähleruersammlung für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis fand am Dienstag Abend im Kolderger Salon statt. Dieselbe war außerordentlich stark besucht. Der frühere sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Herr Heine besprach in einer etwa zweistündigen Rede die Zwecke und Ziele der Sozialdemokratie und erläutette das Programm derselben unter lebhattem Beifall der Versammlung. Etwas humoristisch waren die Ausführungen eines Herrn Zänker. Derselbe erklätte erst, keiner Partei anzugehören, gab aber später doch zu, daß er „augenblicklich noch" der konservativen Pattei angehöre. Dieselbe wolle ja dieselben Ziele erstreben, wie die sozialdemokratische, z. B. Normalarbeitstag, Luxussteuer u. s. w. Die Kom- zölle halte er, Redner, im Interesse der kleinen Landwirthe für durchaus zweckmäßig. Herr Tischler Nörde hatte hier vollständig Matena! genug, um dem Henn Zänker die gehörige Abfertigung zu Theil werden zu lassen. Es sprachen unter anderen noch die Herren Weise, tzeidtmann, Dorndusch, und zwar alle im Sinne des Referenten. Hierauf wurde folgende Resolution angenommen:„Tie heutige im �Kolberger Salon tagende Versammlung erklätt fich mrt dem heute gehötten Referat voll und ganz einverstanden und ist gewillt, am Wahltage mit der größten Energie für die Wahl Liedknechts einzutreten, um demselben zu einem glänzenden Siege zu ver» helfen."— Mit einem dreimaligen Hoch auf die Sozial- demokratie und Liedknecht's Sieg schloß der Vorfitzende Herr Jacobey die Versammlung. Gin» öffentliche Töpferversammlung, welche gut de- sucht war, tagte am 28. August im„Königstadt-Kofino." Zum 1. Punkt der Tagesordnung:„Die Alters- und Invalidcnver- stcherung der Arbeiter", hatte Herr Redatteur Max Schippe! das Referat übernommen. Redner zeigte in einem geschichtlichm Rückblick, wie die Armuth im Alterthum und Mittelalter als Schande betrachtet und demgemäß dehandelt wurde. Heute, wo dieselbe allgemeiner geworden ist, müsse mit derselben auch gerechnet werden, und Staat wie Gemeinde hätten die Verpflichtung anerkannt, für ihre Armen zu sorgen. Dies beweise auch der vorliegende Gesetzentwurf. Redner ging des näheren auf dessen Bestimmungen ein und suchte nachzuweisen, daß, wenn dieses Gesetz zu Stande kommt, es den Arbeitern nur Schaden aber keinen Vottheil bringen würde. Hierauf wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„In Erwägung, daß der Gcsetzent- wurf, die Alters- und Jnvalidenverficherung der Arbeiter de- treffend, eine viel zu lange Wattezeit bis zum Genuß der Rente feststellt, da nur sehr wenige Arbetter 70 Jahre alt werden und die dann gewähtte Rente viel zu gering ist, um den Arbeitern lebensfähig zu erhalten; in fernerer Erwägung, daß kür diese geringe Leistung das Quittungsbuch, welches den Cbarakter eines Arbeitsbuches, durch welches ein mißliebiger Arbetter ge- kennzeichnet werden kann, einnimmt, mit in Kauf genommen werden muß, beschließt die heuttge im„Königffadt-Kafino" tagende öffentliche Versammlung der Töpfer Berlins, aus die ganze Allers- und Jnvalidenversorgung ,u verzichten."— In der Diskusfion sprachen fich sämmtliche Redner im Sinne des Referenten und der Resolution aus. Alle waren der Anficht, daß diese Gesetzesvorlage keineswegs den Anforderungen ent spricht, die man an dieselbe zu stellen berechtigt ist, wenn die Wirkung eine segensreiche sein soll. In seinem Schlußwoit fühtte der Referent aus, daß die Arbetter versäumt hätten, die Stellung zu erttngen, die ihnen zukäme. Aus diesem Grunde müßten fie fich fftzt auss Protestiren beschränken, wo fie eigent- lich zu fordern hätten. Zum 2. Punkt der Tagesordnung„Ge- werlschaftliches" bcttchtete Herr Abendroth, daß der Forlgang des Stretts ein erfreulicher sei und derselbe alle Aussicht auf ein fiegreiches Ende biete. Als 3. Vertrauensmann wurde hierauf Herr Krämer gewählt und deschloffen, die Regelung der Unterstützung den Vettrauensmännern zu überlassen. Ein An- trog, betr. Wahl einer Kommisfion zur Erttchtung eines Ar- deilsnachwcisedureaus, soll auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung gesetzt werden. Gegen die polizeiliche Auflösung der öffentlichen Wählerversammlung, welche am 24. d. M. in der Tonhalle stattfand, hatte der Voifitzende derselben, Herr Jacobey, Be- schwcrde beim kgl. Polizeipräfidium eingereicht, worauf ihm fol» gcndes, vom 27. August dattttes Antwottschreiben zuging: „Auf die Beschwerde vom 25. d. M. erwidere ich Ihnen, daß ich die auf Grund vis§ 7 des Reichsgeseyes vom 21. Oktober 1878 erfolgte Auflösung der am 24. d. M. in der Ton- halle abgehaltenen Wählerversammlung nicht für gerechtfertigt erachtet und den mtt der Ueberwachung beauftragt gewesenen Beamten entsprechend verständigt habe. Der Polizerprästdent. I. V.: Frieddeim. polizeilich nicht geuelzntigt wurde die von Herrn E. Wilschle zu Mittwoch, den 29. d. M, angemeldete öffentliche Versammlung in Köhler's Salon, Teltowerstraße. Die Tages» ordnung der Versammlung war, wie folgt, festgesetzt: 1. Die Alters- und Invalivenvcrficherung. 2. Diskussion. per Fochveerw der Rohrleger hielt am 26. ds. Mts. in Feuerstein's Lokal, Alte Jakodstr. 75. eine Versammlung ab, in welcher der zweite Kasstrer Herr Hirsch den Bettcht vom Arbeitsnachweis erstattete. Aus dem Bettcht ging hervor, daß in diesem Jahre 32 Kollegen Arbeit nachgewiesen wurde. Hier- auf wurde ein aus vier Mitgliedern bestehendes Vergnügungs» komitee zum nächsten Wintervergnügen gewählt. Nachdem Herr Tolksdorf über die letzte Herrenpartie des Vereins Bericht er» stattet hatte, wurden ewige interne Vereinsangclegenheiten er ledigt und zum Schluß die im Fragekasten befindlichen Fragen beantwottet�ei� � � Fuchbinder und verwandten Berufs» acnossen. Sonnabend, den 1. September, gemüthlicher Abend im Vereinslokale, Louffenstädttsches Klubhaus, Annenstt. 16 I. Anfang 8t Uhr. Gäste, Herren und Damen, willkommen.— Am Montag, den 3. September, Vereinsversammlung in obigem 80f0G»»||,-ffeutliche peesammlung der Maler, Lackirer und Anstreicher Kerlin» am Freitag, den 31. August, Abends 8t Uhr, Ändreasstraße 26. Tagesordnung: 1. Wie stellen fich die Maler, Lackirer. Anstreicher und Berufs- genossen zur Gründung einer Flliale der„Vereinigung der deutschen Maler-c" im Osten und Nordosten Berlins? 2. Diskusfion und Wahl eines provisottschen Vorstandes. Magdeburg, 29. August.(Verbotene Versammlung.) Die auf heute Abend von sozialdemokratischer Seile einberufene öffentliche Versammlung in Schäfer's Salon in der Neuen Neustadt, in welcher Herr Julius Bremer von hier über„die bevorstehenden Stadtoerordnetmwahlen" sprechen wollte, ist polizeilich verboten worden. Allgemein» Ktuhlarbeiter- p-r-iuiguug. Sonntag, den 2. September, Dampferpartie nach Schmöckwitz. Abfahtt von der Jannowttzbrücke früh 7t Uhr, von Stralau 7H Uhr. Billets find noch zu haben bei den Herren Enzehardt, Marien- durgersttaße 17, und Bruno Scholz. Kreutzigerstraße 1. Freireligiös- Gemeinde, Rosentbalerstr. 38. Sonntag, den 2. September, Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. H. Spazier über:„Recht, Moral und Sittlichkeit." Damen und Herren als Gäste willkommen. ...... e Persammlung der pameumäutel- le»(Bügler, Stepper und Zuschneider) am September er., Abends 8 Uhr, in Schultheiß' Brauttei-Ausschank, Neue Jakobstraße 26—27, Eingang Schmitz- straße. Tagesordnung:„Die Selbsthilfe der Gesellen und die bestehenden Wohlfahttseinrichtungm derDamenmäntel-Schne-der» innung." Referent: A. Täterow. Die Jnnnung und sämmt» liche Schneider Beilins find hierzu eingeladen. Gesaug'. Turu-«ud gesellige Vereine am Freitag. Kaiset scher Männergesangver in Abends 9 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28.— Gesangverein„Pausebeutel" Adenvs 8 Uhr im Restaurant Hensel, Alexandrinenstr. lo.-, Lieder» tafel der Maler Berlins" Abends 9 Uhr im Restaurant Kleine, Brandenburgstr. 60.— Gesangverein„Flöter'sches Doppel- Quartett" Abends 9 Uhr im Restaurant Musehold, Lands- bergerstraße 31.— Gesangverein„Fortschritt" Abends 9 Uhr im Restaurant, Blumenstraße 46.— Gesangverein„Nord- deutsche Schleife" Abends 9 Uhr Köpemckerstraße 127a im Restaurant Goelling.— Gesangverein„Offian" Abends 9 Uhr Drcsdenerstr. 85 bei Gustavus.— Huppett'sche Sänger- Vereinigung„Harmonie" Abends 9 Uhr bei Niest, Weder- straße 17.— Gesangverein„Bouvardia"(Männerchor) Abends 8% Uhr im Restaurant„Teutonia", Belfortersttaße 15.— Berliner Turngenossenschaft(V. Männerabtbeilung) Abends SV« Uhr in der städtischm Turnhalle, Waffetthorstr. 31. — Turnverein„Hasenhaide"(Männerabtheilung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstraße 60 61.— Turnverein„Froh und Frei"(Männerabtheilung) Abends 3t Uhr Bergstr. 57.- Wissenschaftlicher Verein für Roller'sche Stenographie. Abends 8' Uhr im Restaurant Ziethen, Dorotheenstr. 31, Unterricht und Uebungsstunde.—„Allgemeiner Arends'scher Stenographenverein, Abthellung„Vorwätts", Abends 8t Uhr im Restaurant Koll, Mariannenplay 11.— Arends'scher Stenographenverein „Apollobund" Abends 9 Uhr im Restaurant, Seydelstt. 30.— Verein ehemaliger Dr. Doebbelin'scher Schüler" Abends 9 Übt im Restaurant Krebs, Fricdrichstt. 208.— Voigt'scher Dilet» tanten-Orchcsterverein. Abends 3» Uhr Uebungsstunde im Re« staurant Lehmann, Alexandrinenstr. 32.— Zitherverein„Alpen» veilchen" Abends 8% Uhr im Restaurant„Wahlstatt", Belle» alliancesttaße 89.— Rauchklub„Westend" Abends 9 Uhr im Hohenzollcrngatten, Steglitzerstr. 27.— Rauchklub„Weichselblatt" Abends 8t Uhr im Restaurant, Skalitzerstr. 147a. Kleine Mittheiiungen. Hamburg, 29. Angust.(Zu dem Brande auf Steinwarder.) tut Feststellung der Entstehungeursachc des Brandes fanden am Zienstag seitens der bamburgischeu Kriminalbehörde mebr.re Vernehmunzen statt. Nach Angabe der Zeugen, namenllich rer überlebenden Arbeiter, war man bis 9t Uhr Abends mit dem Färben von Zocker beschäftigt gewesen, wobei man einen Oxooft Sprit verwendet hatte. Um 10); Uhr vernahmen die Arbiter plötzlich einen heftigen Knall. Das Faß war exploditt, vermuih» lich durch die vorherige Explofion einer Petroleumlampe, wo- auf der ausfließende brennende Spiritus sämmtliche Arbeiter sowrt in ein Flammenmeer hüllte. Wenn auch die Angaben der Leute in Bezug auf das Explodiren des Spiritus nur unter Reseioe gemawt worden find, so liegt doch die Wahrscheinlichkeit sür das Richtige dieser Angabe vor. Die schnelle Ausdehnung des Brandes spricht namenllich dafür. Das Feuer fand die reichlichste Nahrung an dem Zucker und an den 1300 Faß Spiritus, die in dem Speicher lagerten und mit einem Schlage explodirten. Alle bis jetzt gemachten Mittheilungen find unvollkommen, beruhen auf Muthmaßungen. Die noch vermißten vier Ardeiter find bis jent nicht gefunden, was sehr erklärlich ist, weil die verbrannten Güter noch in wirrem Durch» einander umherliegen. Erst wenn mit der Aufräumung dieser Güter begonnen werden kann, wird es möglich sein, nach den Leichen der Vermißten zu forschen. Heute Morgen ließ fich erst ein Uederblick über dort lagernde verbrannte Güter gewinnen. Am stärksten ist der Zucker vettreten, der thcils in angebrannten Säcken, tbeils in Hausen umherliegt; dann sieht man dott Baumwolle. Ma- schinentheile, Uebcneste von Fässern, leere Flaschen und Gläser, auch mehrere Tausend Cbampagnerflaschen, Salpeter, Guano, Puppenbälge, 600 bis 700 Fässer Palmöl, einige Tausend schwedische Streichhölzer und eine Unzahl von Griffeln, so daß die Schulkinder auf Jahre hinaus damit versorgt werden könnten. Die Wassergräben find mtt Oel angefüllt. Von einem Staatsbagger find die Maschinentheile verbrannt; von drei Schuten, welche im Schanzengraben, theils mit Gütern beladen, lagen, ist eine bis aufs Gerippe ausgebrannt, eine andere liegt am Grund und von einer dritten, ganz neuen, ist der Vorder» theil verbrannt. Auch einige Tausend Ballen buntes Papier, welche von außen abgebrannt find, liegen ebenfalls auf der Brandstätte. Kurzum, es ist ein Chaos der verschiedensten Güter, welches fich dem Auge des Beschauers bietet. Die beiden noch im Seemannslrankenhause befindlichen Leute, welche heftige Brandwunden erlitten haben, befinden fich in einem recht schlimmen Zustande, doch ist, wie die„Hamb.'Nachr." melden, Hoffnung vorhanden, fie am Leben zu erhalten. Das große Feuer hätte sehr leicht noch ein anderes, weit schlimmeres Unglück zur Folge haben können. Als ein Vergnügungsdampfer in die Nähe der Brandstelle kam, eilten sämmtliche Passagiere fast gleiebzettig nach der einen Seite des Verdecks. Infolge dessen legte fich das Schiff so sehr auf die Seite, daß es umzuschlagen drohte. Ein junger Mann fiel auch ins Wasser, wurde jedoch gerettet. Menschen konnten, obgleich ihnen soeben die ganze Gefährlichkeit ihres Beginnens vor Augen getreten war, erst durch Anwendung von Gewatt seitens des Kapitäns und der Schiffsmannschaft dazu gebracht werden, fich auf dem Verdeck wieder zu vertheilen. Liebenwalde, 29. August.(Vom Blitz erschlagen.) Bei dem letzten Gewitter find in dem benachdatten Hammer zwei Menschenleben einem Blitzschlag zum Opfer gefallen. Der Lehrer Engelbrecht und seine Tochter(ein Kind von 7 Jahren) begaben sich vor dem Gewitter eine kurze Strecke hinter das Wohnhaus, um die fich dott aufhallenden Knaben(ein Sohn und ein Pflegesohn des E.), welche Gänse hüteten, zurückzuholen. Bei dem Rückwege wurden alle von dem heftigen Reaen über- rascht, weshalb fie fich unter einen großen Strauch flüchteten; der Blitz schlug dott ein und tödtete Herrn E. und die Tochter augenblicklich, während der Sohn am Arme und ver Pflegesohn des E. am Ohre verletzt wurden. Wien, 27. August.(Die Wetter. Katastrophe im Ernst» brunner Walde) Wie nunmehr festgestellt, find bei dem am 17. d. M. im Ernstdrunner Walde niedergegangenen furchtbaren Wolkendruche im Ganzen neun Personen ums Leben gekommen. In Nieder- Leis erkrank der 70jährige Jana, Stocher, die 60jährige ledige Wilhelmine Holzapfel aus Wien, welche Ver» wandte in Nieder-LetS besuchen wollte, dann die 9jährige Ka» tharina Rötzer, Witthschaftsbefiyers-Tochter, welche in Gemein- schaft mtt ihrem Bruder die obengenannte Wiener Dame vom Bahnhofe in Ladendott adholle; endlich ist am Tage nach der Katastrophe der 5öjährige Schuhmachermeister Karl Boyer, welcher krank daniederlag und von beherzten Dorfburschen aus seinem bereits überflutheten Hause getragen und gertttet wurde, infolge der Aufregung gtttorden. In Asvatn an der Zaya kamen um: die 50jShrige Taglöhnerin Therefia Theuzer und die 63iLhrige Frau Josephine Huld. Beide defanden fich bei der Arbeit auf dem Felde, als die Fluthen des Zayadacdes daherbrausten. Die Frauen flüchteten in das erste Haus des Marktes, welches von den Bewohnern bereits verlassen war. Hier stürzten jedoch die Wafferrnassen durch die eingedrückten Fenster den Unglücklichen nach, welche nun keinen Ausgang und leine Rettung mehr aus dem Hause fanden. Das Ende der httflosen Frauen muß entsetzlich gewesen sein, denn die Leichen derselben wurden in verzweifelter Umarmung weit draußen auf dem Felde im Schlamme aufgefundm und auch so fest um» schloffen beerdigt. Wetter ist erttunken ein 17jShriges Bauern» mädcken, Therefia Schöll, welches zum Besuche seiner Eltern aus Wim Tags vorher angekommen war. Endlich fand man "We Leiche eineS Rastelbinders und jene eineS Schnitters tief im Schlamme vergraben auf. Tie Ertrunlenen von Nieder-Leis wurden nach Pürstendorf angeschwemmt, was zu der Angabe führte, daß auch in Pürsiendorf drei Personen ertrunken seien. Der verursachte Schaden wurde bis jetzt auf 200000 Gulden bemeffen. Es heißt allgemein, daß die Abforstung des Buch- und Leiserderges die Ursache der furchtbaren Katastrophe gewesen sei, denn beiden Höhen find gänzlich kahl. Euri«, 27. August. Eine schauerliche Entdeckung ist in Lanzo bei Turin gemacht worden. In einem einzel- stehenden Hause an einem Bergesabhange bei Lanzo hauste die Familie Vtgo, aus den Eheleuten Carlo und Maria und deren Sohn Antonio Bigo, sowie deffen Gattin bestehend, wohlhabende Bauersleute, ihres gewaltthätigen Charakters wegen jedoch von Allen gemieden. Es war den nächsten Nachbarn wiederholt aufgefallen, daß die alte sechszigjährige Maria Vigo seit Jahren unfichtdar war, und hier und da fragte auch einer oder der An» dcre nach der Alten, erhielt jedoch regelmäßig Antworten, daß Jedem die Lust verging, weiter zu fragen. Um Unannehmlichkeiten auszuweichen, ließ man es dabei bewenden, allein bald war es eine allbekannte Thatsache, daß vom Hause der Familie Vigo allabendlich dumpfe Klagelaute ertönten. Vor kurzer Zeit — die leisen Klagelaute hatten fich an jenem Tage in fürchterliche Hilferufe verwandelt— machte endlich ein Bauer die Anzeige in Lanzo; ein Kommissar mit zwei Karabiniere drang plötzlich in das Vigo'sche Haus ein, woselbst ste die Familienmitglieder mit allen Anzeichen des Schreckens empfingen und den Eingang in den Keller zu verbergen bestrebt waren. Der Kommissar drang auch da ein und blieb schaudernd einem entsetzlichen Anblicke stehen. In einer ausge» vor schaufelten Grube lag halb nackt und einem Ekelet ähnlich die unalückliche Maria Vigo; ihr Körper war mit Striemen bedeckt und gab Zeugniß von gräßlichster Verwahrlosung. Die Unglück- liche war mittelst einer an den Handgelenken befestigten Kette an den Boden gekettet und war so schwach, daß fie, ihrer Fesseln ledig, nicht zu stehen im Stande war. Die unmenschlichen Verwandten wurden in Haft genommen; fie erklärten, die Alte sei vor etwa zehn Jahren tobsüchtig geworden und habe fie alle am Leben dedroht, fie hätten fich vor der Tobsüchtigen anders nicht schützen können. Grplosto« einer DqnamitfabriK. Ein der„Weser- Zeitung" zur Verfügung gestellter Privatbrief aus Ciudad Bolivar in Venezuela vom 24. Juli berichtet:„Am vorigen Montag, 16. d., Abends, ist die Dynamitfadrik(ca. eine Meile von der Stadt gelegen) in die Luft geflogen, wobei 5 Menschen, olle die anwesend waren, unter ihnen unser Freund Benjamin Lee, um's Leben gekommen find. Lee war wie gewöhnlich am Ankunftstage des Postdampfers bei uns bis gegen 5 Uhr Nachmittags und ritt dann hinaus, um noch persönlich einen Wagen mit Nitroglyccrin zu empfangen. Kurz vor 8 Uhr erfolgte die Exploston. Keiner konnte fich vorstellen, wodurch ein solcher Knall und Luftdruck hervorgebracht sein könnte, alles sprang auf, die Damen fingen an zu schreien und einige bekamen Schrei- krämpfe. Nachdem wir die Damm einigermaßen bemhigt hatten, stürzte ich auf die Straße, um zu sehen, was los sei, da ertönte auch schon der Luf„se ralö Ja Dinarnita"; überall fand ich knieende, betende, schreiende Fraum und Kinder, aufge- schlagene Fenster, Thören, gesprungene Fensterscheiben, Laternen u. s. w. In vielen Häusern find Bilder von den Wänden ge- fallen, Lampen und dergleichen umgeworfm. Draußen von Fabrik und Lager selbst ist nichts mehr zu sehen, wo die kleinen Häuschen standen, zwischen den Wällen, find tiefe Löcher, die meisten Bäume adrafirt, Zinkplatten k. weit in die Sabena ge schleudert. Die 5 Leichen wurden am anderm Morgen dicht bei einander liegend aufgefunden und find gestern Abend 5 Uhr beerdigt worden. Durch Exploston ist Lee ums Lebm gekommen, unter Blitz und Donner und strömendem Regen ist er in die Gruft gesenkt worden. Am Sonntag habe ich mir die Verwüstung angesehen an der Stelle wo die Dynamitfadrik gestanden hat; es steht da schrecklich aus, Alles ist rein wcgraflrt, und an den Stellen, wo die Depofitos gewesen find, befinden fich tiefe Löcher.— Einer von den großen Ceiba Bäumen ist umgeworfen, Zink- platten hängen oben in den Bäumen, eS ist wirklich ein„Wunder", daß hier in der Stadt nichts von Belang pasfirt ist. Es sollen 731 Zentner Dynamit exvlodirt sein.— Nach Berichten hat man die Detonation in Caicara(ca. 80 deutsche Meilen von Cd. Bolivar) vernommen." London, 28. August. Ein gräßlicher Vorfall ist an Bord des englischen Kriegsschiffes„Carysfort" im Mittelländischen Meere vorgekommen. Zwei Seeleute wurden wegen eines Ver- gehcns gegen die Manneszucht in die Strafzellcn gesteckt und der Korporal der Wache sollte fie jede Stunde besuchen, um zu sehen, daß Alles in Ordnung sei. Auf einer seiner Runden fand er den einen Gefangenen todt und den anderen in de- sinnungsloscm Zustande vor. Die Zellen, in denen fie fich de- fanden, find im heißesten Thefle des Schiffes, in dichter Nähe der Maschinen und unter allen Verdecken gelegen. Die Matrosen warm erstickt. NeW-Uork, 18. August. Ueber den Zusammenstoß der beiden Dampfer„Thingvalla" und„Geiser", deren Paffagiere hier vom„Wieland" gelandet wurden, ist bereits ausführlich de- richtet worden. Von Interesse dürfte noch folgende Erzählung des Kapitäns A. Albers vom Hamburger Dampfer„Wicland" sein.„Um 10 Uhr Morgens am 10. August pasfirten wir ein W B UJÜ Wrack und vermutheten, daß fich irgendwo in unserer W eine Katastrophe ereignet habe. Etwas später fuhren wir W; eine mit Oel begossene Strecke des Waffers und bald d«« kam uns ein zerbrochenes Boot des„Geiser" in Sicht. J» halb 12 Uhr gewahrten wir, etwa 8 Meilen in nördlicher M tung von uns entfernt, einen Dampfer, welcher tm Nothflagge aufgezogen hatte, und wir fuhrm auf selbm zu. Es stellte fich dann heraus, daß Dampfer die„Thingvalla" war. Ihr Kapitän, mit Namm, ruderle in einem kleinen Boote auf uns bat uns dringend, seine Passagiere, sowie diejenigen des„L welchc er gerettet hatte, an Bord unseres Dampfers zu mW* Kapitän Laub sagte, sein eigenes Fahrzeug, die„Thingvam, sei so schwer beschädigt worden, daß er das Sinken deffeldei jeden Moment erwarten müsse. Das vordere Kompaitemcnt d» Schiffes war vom Deck fast völlig fortgerissen worden. setzten drei unserer Rettungsboote und die„Thingvalla" der ihrigen aus, und es dauerte fünf Stunden, bis wir«» überlebende Bemannung des„Geiser" sowie die 455 PaffaflW der„Thingvalla" wohlbehalten an Bord unseres Schiff'* gebracht hatten. Da die See zu der Zeit sehr stürvni» war, konnte das Rettungswerk nur unter sehr Schwierigkesten vor fich gehen. Der ungeheure welchen die Kolltfion in den Bug der ,.THin< verursacht hatte, wurde, so gut es eben gehen wollte, noch— ausgebessert, worauf das Schiff seine Fahrt nach Halifax pj setzte. Der Zusammenstoß wurde, soweit bekannt ist. durch% dichten Nebel verursacht."— Der Passagier Paul Paulsen w „Geiser" sagte, daß, als er nach dem Zusammenstoße an erschien, dort die größte Verwirrung herrschte. Alles lief schrei� hin und her und von den Offizieren und der Mannschaft& Niemand zu sehen. Paulsen gelang es mit einigen Andß* ein Boot los zu machen, doch schlug es um, als es die erreichte. Paulsen fiel ins Meer und hiett fich an einem so lange fest, bis er gerettet wurde. Der„Geiser" war mittelbar, nachdem Paulsen in das Waffer fiel, gesunken.% ähnlich schlldern auch die übrigen geretteten Passagiere die M strophe, ohne im Stande zu sein, irgend welche Angaben»� die Ursachen derselben zu machen. Nem-Nork. 25 August.(Gelbes Fieber.) Den not* Nachrichten aus Florida mfolge greift das gelbe Fieb«* Jacksonville um fich. Gestem erlrantten vierzehn Perf� an der Seuche und gleichzeitig fanden zwei weitere fälle statt. h 20: Theater. Freitag, den 31. August. »V«e»haa«: Geschloffen. Achaaspiecha««(im Mallaer- Theater): Im Reiche der Mütter. Die Prüfung. Castor und Pollux. Eine alte Schachtel. - Wilhelmstadtilche» Theater. Der Bettelstudent. Aestdenz-Theater: Numa Roumestor ».eatral Theater: Die Schmetterlinge. Krall'« Theater? Tell. »Send Theater: Philippine Welser. xelreaSiaare- Theater: Das elfte Gebot. Othello's Erfolg. «iktaria-Theater: Die Kinder des Kapstän Grarst. r änigstäd tische» Theater. Die Schule des Ledens, oder: Die Königstochter als Betllerin. Härtet«« Spezialitäten-Vorstellung. ptearardia- Theater» Spezialitäten- Vor- stellung- Kassa»» 1«». 9 M.- 10 Ml' A. laUer-PaHei-MB» Zweite Reise: Am fchSaen Rhein. Fahrt mit der Gotthardt-ah«. Der ganze Trauerzug und Auf icchrung Kaiser Wilhelms im Dom. Hr.iiee t Cycl. 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn Sorben erschim: Ur. 57 des „Wahren Jakob". Zu beziehen durch die Grpeditia» d. Di ZimmerSraSe 44. Uch'Kckiim pro 1889 Soeben erschien und ist durch die Expe- dilion dieses Blattes, Zimmerstraße 44, zu beziehen: Der Deutsche gjonbmt&et- uvd Arbeiter-Vstij-Kaltvber fit das Jahr 1889. Inhalt: Kalendarium mit Geschichts- kalendcr; Postalische Bestimmungen, neu zusammengestellt und ergänzt; Da»«««« Mehrgesth vom 11. Februar 1888; Auszug aus dem Reichs- Patentgesetz; Gesetz, betreffend den Verkehr mit dlet- und zink- Halligen Gegenständen vom 25. Juni 1887; die wichtigsten Bestimmungen der Gewerbe- o-dnung über das Vcrhältniß der gewerb- lichen Arbeiter zu ihren Arbettgebern; Das neueste Jnnungsgesetz vom 6. Juli 1887; yie hauptsächlichst,» Deftimmunget» au« sämmtlichen i« Deutschland gel- tenden|ler(tn«e»rtl;rtt; Einnahme- und Ausgabetabellen für die Haushaltung; Schreibpapier mit Datum für Tagesnotizen: Leeres Schreibpapier in verstärkter Bogenzahl; Brieftäschcken. Wir haben, wie sett mer Jahren, den Kalender wieder in zwei Qualitäten an- fertigen lassen, 1. Qualität brieftaschenartig, sehr gut gebunden, mit Gummiband und mehr Schreiboapier wie Sorte 2; Preis 75 Pfg. 2. Qualttät, einfache Ausgabe, solid ausgestattet, mit weichem Einband, etwas weniger Schreibpapier wie Sorte 1; Preis 50 Pfg.„ � L lx., Mirbeevtrbanffr erhalten lohnenden Rabatt. »Ä,, Schmelzer Garten. Heute Freitag: KeSne Vorstellung. Konnabend: Kedanfeter der kouservative» Partei de» 4 Kelch»- und Faudtago-Wahlkreise». Sontitag: Theater- uad SpfZialjtSteu-Vorstellavg. Soeben erschien: Die französtsche Revolution. Von W. Bios. Heft 3. Preis 80 Pfg. Zu beziehen durch die GTpeditio» des„Kerl. NnUtsMiitt", Zimmerstraße 44. Wicderwai-käiifcpn Rabatt. Generalvelsammluns des Drrems jur Wühraag der Iottl' tjsev d. Klavierarbeiter n K-rcht Sonnabend, den 1. September, in Grata** Bierhallm, Kommandantcnstr. 77—79. m.. Tages-Ordnung:. _ Punkt 1. Vottrag des Herrn Sperli«! über: Wie kommt die Naturheilung zu 6� und die Naturheilkunde zur Unterstützung~ Natucheilung. Punkt 2. Wahl eines zweiten Schriftf: Punkr 3. W.rkstattangelegenheiten. Punkt 4. Vereinsangelegenheiten, denes und Fragckasten. 468 4 1" w»V � Stützung** zriftfühach I Brf- I Der Dorste»* Anterestenoerein der Tischltt» Versammlung Sonnabend, den 1. September, Abends 8 Ol Köpnickerstr. 68. Tages-Ordnung: Vereinsangelegenheiten und Verschiedene». Neue Mitglieder werden aufgenommen. 4# Große öffentliche Versammlung der Satt er und Fachgeno� Berlins und Umgegend. in Jocdan's Saal, Neue Gr ü n st r- M H ol, Spiegel und Moisterwaar# eigen r Fabrik wegen Ersparung der Ladenmietb billig KrunurnftraS» 88. i»ttv«ad Derkanf nur Ho, part. Habit tabluna nach llebcreinkunt- Einzelne lim Sopha KezuyeU in Nip», Damast und Fantasteftotfe» für die Hälfte! $£?En,lI Lefevre,-n£; Kleine Mohnungru, billig und elegant, alle Räume hell, gesunde Luft, großer Hof, bestehend aus 1, 2 und 3 Stuben nebst Zubehör, an anständige Leute zum 1. Oktober zu vermiethen. _ Gderbergerltr. 51— Kg, N. Durch die Grpeditlo« de«„Der- liner Dolksblatt". Kerl in SW., Zimmerstr. 44, ist zu beziehen: �>,ssii!imuuinnunn»miIMlIMMiMlM!MIllllIMl G ybil Sozial-politischer Roman von Disraelt. Uebersetzt Natalie Kiebknecht. Peel«»legMl dr«schirt Rt. 1,50. y oöoooooooooooooog 3m Verla»«»an J H. W. Dlet. w«tott- f»nrt tp s°«»«n erschlen»,: Z»er für 1889. Dreizehnter Jahrgang. •«Irnkart.n.— CH« sech»,ehnmanatllchee > aRätfte.— 3m«rci». KtitkllO.- IRelfen nnk lauf de» 3ahre»(mit vildi.— Sealrtc« tenci(Sot. tratl).— Um ein Haar. Erzählung von f»• SOlom. — Der alte Becker(mit Sortratt).— Die Spieler (Silk).— von»ein Einfluß der Sonn« und de» «onde« auf da» Wetter der Erde von O«w«öhler. —«eil'» mt freut»edtcht mti 3llustratton.— Belm vfandleiher(Bild).— Bleibe dir selbst »etre».«rzbhlung»°n H Ködert.— LSngerspruch Sedichl»on 3 iludors.— Die Samenbildung bei den Pflanzen und dt» EtnheU der Zeugungd.irt im S(tarnen, und Thierreich von Prof. De 91 Dobel« Port(mit 3lluNr.)—»lieriei Wunder(mit 3lluftr.>. — Pedenldlatt an 3». Eichendorff. Ter stille Echnster. Erzählung von®. Werner(illusteirt)— Dr.«dolf Douai(mit Portrait».— Wilhelm Hafen. eleoer(mit Portrait).— war»tapfer(mit Pur troi»), —»in mufllalifcher Bäckerlehrling. Erzähiung »on Elara Keichner.- Klie, ende Blätter(illustrirt). — Kebu», Käthfel te. » Kupfer: stiebet Befug— Bai flch liebt, Sonnabend, den 1. September. Anfang ff Tages-Ordnung:. pel 1. Die Alters- und Jnvalidenversorglws Ardeiter. Rcf. Herr Redakteur M. S chlp- 2. Diskusfion. 3. Verschiedenes. Erscheinen aller Kollegen erforderlich. 470 Der E inberufe Fachvereindv«�« Sonntag, Vormittags 11 Uh:, bei Inf elfte. 10,. Mtglttder-VelsamMlllllS' tzimu 4 Kupfer: stiebet Beftust— Bat flch liebt, »1'BirnRafrrf-— �biterabend Peel» 50 Pftn,!,. ?« besiehe« durch dir ditio» de»„Kerliuer L- blatt", Zimmerstraß«|tr. Wiedervertäufer erhalten hohen — Rabatt. I Ä: 1 Nr. 44.| m* Freund». Schlafstelle, sep. Eing., an 1. od. 2 Herren. Bergstr. 10, Quergeb. 2. Tr. links. 465 HoBBopatll. Klinik SefKitÄ Frauenkankheiten. Für Kassenmitglieder Ermäßi- ?r;tHoe®ch« Fnedrichstt. 108, i. 8 bis 10, 5—7 Uhr. Sonntags nur Vorm.[714 Tagesordnung: Abrechnung vom Stiftungsfest. 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