unvollstÄj . Zu m W aW rm oerbe k# wenn o,> &*** ouSfleWM abgehen!> nd zu ww räj Wahlstege« avm! geauftnM mlung t- Gest t, neide» lldends 8 , Neue lidstraße. j: )ie best glnnung. w. n >as Kon Berlin- Nortag !. Neu, mmlu »r. S07. Dienstag, fon 4» September 1888. 5. Itchra» SdiiKrlolbblotl Brgan für die Interessen der Arbeiter. Da».Berliner Volksblatt" Meint täglich Morgens außer nach Sonn- und Fefttagen. Abonnements vrrii für Berlin frei WS fcouä vierteljährlich 4 Marl, monatlich 1,36 Marl, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement * Marl. Einzelne Zlummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem.Sonntags-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in der PoftzeitungSpreisliste für 1888 unter Nr. 849.) JnsertioaSaebühr deträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarlt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebercinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags m der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraste 44, sowie von allen Annoncen-Äureaux. cchu« Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße S.— Grpeditio«: Zimmerstraße 44. Zur Handhabung des Soziattstrngesehes. . In den Blätter» dauert der Streit darüber, ob unter «JK Minister Herrfurth die Handhabung des Sozialisten- Metzes xme mildere geworden fei als unter Herrn «on Puttkamer, noch immer fort, und während die einen 6 uz bestimmte Anzeigen für eine mildere Praxis entdeckt den wollen, vermögen die anderen von dieser Milderung ads 8 Bat nichts zu sehen und wollen im Gegentheil die Bemer- rzlauersll lang gemacht haben, daß heute eher ei» schärferer Wind Ml, als zu der Zeit, wo die Sicherung des Reichs vor �Mlistifch-anarchistifchen Umsturzgelüsten noch in den„be- »ahrten" Händen des Herrn von Puttkamer ruhte. . Wir haben die beiderseitigen Meinungen zum Wort wmmen lassen, ohne selbst ein Urtheil abzugeben, sollte» w>r aber daS letztere aussprechen, so geht dasielbe dahin, M wohl alles so ziemlich beim Alten geblieben ist und baß dieS wohl auch nicht gut anders fein kann. Die Hand« «bung des Sozialistengesetzes liegt ausschließlich in de» bänden der Polizei und speziell in Bezug auf daS Ver- 'ammlungSrecht find die Arbeiter so sehr von den Ansichten M Einsichten sogar der unteren Polizeibeamten ab« wagig, daß da von einem Einfluß der Anschauungen �«3 Herrn Minister« kaum die Rede sein kann. «f* Herr Herrfurth so wenig als Herr von Puttkamer kann |Bn(| behindern, daß unter de» niederen Polizeiorganen, welche "| K fast ausschließlich die Arbeiterversammlungen zu über- 1 Bundes bat«.@0* serem Ed eingeladd ersucht derufer ,arrenw, nds 8t Jakobsrr, haben, die Ansichten darüber, waS„berechtigte Be- T fangen" der Arbeiter sind und was unter die Rubrik J�Wz" gehört, sehr weit auseinander gehen, und dem sprechend kann eben in der einen Versammlung eine Uttung ganz unbehelligt passiren, die anderswo unfehl- ;en �tan l% Auflösung führen wird. Jener Gendarm, der eine «ommiist�I t�mmlung auflöste, weil ein Redner vom„Thema" ach, waS nach der Ansicht des behelmten Gesetzeswächters et»uä i r Massig war, steht durchaus nicht vereinzelt da. ES L st? im Gegentheil mit Leichtigkeit hunderte von Ver- ,er ftitiA* 2?mlun9eR aufführen, deren Auflösung auf gleichwerthige ist vte� �iinde hin erfolgte. worden-"4, In dieser Beziehung hat sogar daS Sozialistengesetz ie Stellt««» � nicht« wesentliches verschlimmert, e« hat nur einen nehmen,'z.ruen AuflösungSgrund zu den unzähligen bereits vorher villigtha�) vorhandenen hinzugefügt. Schließlich ist es für vie eaen gelöste Versammlung sehr gleichgiltig, ob die Auflösung feste ein � Migt, weil ei« Redner davor warnt, sich vor dem bitter- Budile«4°1bn§ 153 zu hüten, oder weil der„Mittelgang E. K.. � frei ist", oder weil ein Fenster deS Saale« et ,» bellte Öffnet ist und der überwachende Beamte nun tdeckt, daß infolge de« offenen Fenster« die Versammlung stdahn'wter„freiem Himmel" tagt. ZoUpt 'nv df luer«A Ieuilleton. -(78 Ihre Tochter. 1 �"nnal-Roman«ach dem Französische« von D e t r i» g, Tuntram warf sich zwischen sie, und Marillac hielt ihn w hinten zurück uno sagte spöttisch: >..Faustschläge sind überflüssig, wenn man mit einem �fAenstoße dienen kann. Und die Degen sind da, wenn Lust dazu haben." s.„Tut! Machen wir ein Ende I" sprach Andrea«, der �vorwärts getrieben wurde.„Lasten Sie mich vorbei, l„Tuntram gab ihm den Weg frei und Herr von Randal basch bei Seite. L Andrea« betrat das Hau», während der Hauptmann «r; nge» au« der Droschke holte und dem Kutscher sagte, >°lle in einiger Entfernung warten. 3« einem Augenblick hatte Andrea« seine werfen Plane Zysten. Die Beleidigung, mit der ihn Herrvon Randal soeben hatte, war derartig, daß sein Blut in Wallung KM. Man behandelte ihn als Feigling vor einem der schon Zweifel in seine« Muth gesetzt hatte. �dachte er nur noch daran, zu beweisen, daß er keme tL habe. K&0 wie die Dinge sich entwickelt hatten, wären auch W Heilungen, die er über Herrn von Randal zu machen «T.. vergeblich gewesen. Vielleicht hätte man gar ge- � seine Angst gebe sie ihm ein. fo La schien es ihm bester, es lieber darauf ankommen k. sse», ob er den Buben nicht tödten könne, um Therese S*®?- Fiel er aber selber im Duell, so konnte er noch n die Verabredung hielt, war ei« BewerS mehr, die Wahrheit gesprochen. Also, waS das Versammlungauflösen betrifft, so war eS damit von jeher schon eine heikle Sache und wird es auch bleiben, so lange unsere Gesetzgebung die sonderbare Bestimmung enthält, daß die Versammlungen der Bürger und Wähler von Beamten überwacht werden, welchen ihrer ganzen Erziehung und Lebenserfahrung nach daS Ver- ständniß für politische und öffentliche Angelegenheiten meistens fehlt. Ein Gendarm, der von seinem Bauerndorf weg in die Kaserne kam, dort eS zum Unteroffizier gebracht hat und dann später zur Ueberwachung einer politischen Versammlung geschickt wird, woher soll der die Fähigkeit,/ haben, zu unterscheiden, waS zulässig und waS nicht zulässig ist? WaS aber für den Gendarmen gilt, gilt für neun Zehntel aller übrigen Beamten, welche mit der Ueberwachung von Versammlungen betraut werden. Versammlungen, die von der Oppositton ausgehen, und speziell Arbeiterversammlungen stehen für gewöhnlich schon von vornherein im schlechtesten Geruch, und der geringste Verstoß oder auch ein Mißver- ständniß führt um so leichter zu einer Auflösung, als ja die Verantwortung, die der auslösende Beamte für ein solches Vorgehen trägt, eine durchaus platonische ist. Zwar können sich die „Aufgelösten" beschweren, da aber dem Beamten nie nachzuweisen ist, daß er nicht im guten Glauben ge- handelt hat, so ist eine Rektifizirung— selbst wenn eine solche eintritt— stets eine sehr ungefährliche Sache. Ein besonders pflichteifriger oder ängstlicher Beamter wird sicher- lich lieber zehn Versammlungen auflöskiy» von denen ihm selbst noch zweifelhaft ist, ob die Redner die Grenze des Zulässigen überschritten haben, bevor er sich einmal der Ge- fahr aussetzt, den Vorwurf sich zuzuziehen, Unzulässiges ge- duldet zu haben. So lange also unser Versammlungsrecht so beschränkt bleibt, wie es ist, so lange wird die Opposition stet« den Unannehmlichkeiten der unberechtigten VersammlungS- auflösungen ausgesetzt sein. Daran hat das Sozialisten- gesetz recht wenig geändert und daran würde auch seine Beseitigung nichts ändern. Nur die Formel für die Auflösungen würde anders lauten, sonst aber alles so bleiben, wie e« ist. Eine andere Sache dagegen ist eS mit dem Abhalten von Versammlungen überhaupt. Die meisten, wenn nicht alle deutschen Versammlungsgesetze garantiren da« Ver- sammlungsrecht und machen nur die Anzeige zur Pflicht. Darin ist nun durch das Sozialistengesetz eine einschneidende Aenderung gettoffen. Nach demselben können Versamm- lungen, von denen durch Thatsachen die Annahme gerecht« fertigt ist, daß sie zur Förderung sozialistischer k. Zwecke dienen, von vornherein verboten werden. Diese„That- fachen" sind nun immer vorhanden, wenn man sie haben will, und so ist in Wirklichkeit für die Arbeiter das Ver» fammlungS recht aufgehoben und eS hängt nur von dem Der Hauptmann Marillac, der zuletzt eingetreten war, hatte die Thür hinter sich aeschlosien. Herr von Randal ging mit Gunttam von Arbois voran, und einen Augen- blick später befanden sich die vier Männer im Garten „Dieser Baumgang hier eignet sich gut, meine Herren," sprach der Major.„Die Sonne steht noch hinter dem großen Hause da, das nach dieser Seite zu keine Fenster hat. Wir sind hier viel sicherer, ungestört zu bleiben, als wenn wir uns tief in den Wald von Fontainebleau be- geben hätten." „Wohlan denn! Machen wir ein Ende!" sagte Andreas und warf seinen Rock ab. Herr von Randal that daffelbe und der Hauptmann zog die Degen auS ihrer grünen Hülle. „Ich habe sie gestern Abend von Desternay geliehen," nahm" Guntram das Wort.„Keiner von Ihnen kennt sie, meine Herren. Sie können folglich beginnen." „Wir müffen, glaub' ich, erst die Plätze auSloosen," warf Herr von Randal ein. „DaS ist überflüssig," erwiderte Andreas.„Ich lasie Ihnen die Wahl."_ �_ Marillac überreichte dre Degen. D,e beiden Gegner ergriffen sie, und ohne die Plätze zu wechseln, legten �°Hnr von Randal kehrte seinem Hause den Rücken zu und befand sich mit dem Gesicht der Mauer gegen« über, die den Garten nach der ChantrerS- Gaffe zu be« Vorwärts, meine Herren," sprach der Hauptmann, nach- dem er die Klingen gebunden hatte. Der Baron von Elve» machte den ersten Ausfall, und so heftig und entschloffen griff er seinen Gegner an, w,e ein Mann, der entschloffen ist, zu tödten oder getödtet zu werden, und der sich selber nicht schont. Der Major hatte niemals an seiner Tapferkert ge« zweifelt, und der Hauptmann Marillac kam sehr schnell von seiner schlechten Meinung zurück, die er sich über diesen Zivilisten gemacht hatte, der erst unterhandeln wollte. Ermeffen der Behörde ab, ob Arbeiterversammlungen über« Haupt stattfinden können oder nicht. Hier also ist der Punkt, wo man die Wirksamkeit eine« Minister- resp. Systemwechsels verspüren könnte, wenn ein solcher stattgefunden hätte. Wir behaupten aber, daß für einen solchen Wechsel keine Anzeichen vorhanden sind. ES werden Versammlungen verboten und eS finden Versamm- lungen statt, gerade so wie eS unter dem Regiment deS Herrn von Puttkamer auch gewesen ist. Es hat in dieser Beziehung überhaupt seit der Existenz de« Sozialistengesetzes nur ein einzige« Mal ein fühlbarer Wechsel in der Anwendung de« Sozialistengesetze« stattge« funden, und daS geschah kurz nach der Uebernahme des Ministeriums des Innern durch Herrn von Puttkamer. Und zwar bestand dieser Wechsel darin, daß man den Ar- beitern wieder eine etwas freiere Bewe- gung gestattete. So überraschend eS nach all' dem, was in den letzte« Jahren und besonder« während des letzten Herbstes und Winters gespielt hat, klingen mag, so ist eS doch wahr, daß Herr von Puttkamer derjenige war, welcher zuerst den Arbeitern wieder gestattete, Versammlungen abzuhalten, Ver- eine zu gründen und auch eine selbstständige Presse in'S Leben zu rufen. Gerade während der Zeit der sogenannten loyalen Handhabung deS Sozialistengesetzes unter dem Mi- nisterium Eulenburg wurde jeder Versuch, irgend einen Ar« beiterverein zu gründen, eine Arbeiterversammlung zu be- rufen, oder ein Arbeiterblatt heraus zu geben, rücksichtslos unterdrückt. Das Vereins- und Versammlungsrecht für die Arbeiter war bis zum Eintritt des Herrn von Puttkamer in'« Ministerium des Innern thalsächlich aufgehoben, und erst von da ab wurde den Arbeiter« und speziell hier in Berlin wieder erlaubt, Versammlungen abzuhalten. Daß wir dies nicht etwa konftatiren, um für Herrn v. Puttkamer eine Lanze einzulegen, brauchen wir wohl nicht erst zu betonen. Welche Zwecke Herr v. Puttkamer verfolgte, darüber waren wir unS nie einen Augenblick im Zweifel und auch die Arbeiter waren sich sehr klar darüber. Der einzige, der sich täuschte und der sich schließlich nur lauter be- trogenen Hoffnungen gegenüber sah, war Herr von Puttkamer selbst. Er hatte gewisse Erfahrungen der sechziger Jahre nicht genügend beachtet, sonst hätte er sich wohl sagen müffen, daß, wenn die deutschen Arbeiter sich in der Jugend ihrer Bewegung nicht zu gewissen Zwecken miß- brauchen ließen, sie dieS nach einer zwanzigjährigen, reiche« Erfahrung erst recht nicht mehr thun würden. Herr von Puttkamer hat sich über seinen Mißerfolg später gewiß viel- fach geärgert und mancher sonst ganz unbegreifliche Mißgriff der letzten Zeit seines Regiments ist wohl nur als Ausfluß dieses AergerS zu erklären. Vielleicht gereicht es ihm dafür in seinen jetzigen unfreiwilligen Mußestunden zum Trost, wenn wir ihm verrathen, daß wir von Beginn seiner Wirk- Andreas griff seinen Feind mit wahrer Wuih an; er schien alles gegen alles setzen zu wollen und bei den ersten Gängen bedrängte er Herrn von Randal hart. Aber sein Gegner war ihm gewachsen, er parirte mit größter Kalt- blütigkeit, griff zuweilen an und schlug nur selten nach. Er schien zu warten, bis der Arm des Herrn von Elve« ermatten würde, und als Andrea« mit seinen An« griffen allmälig nachlassen mußte, ergriff er die Offensive und ging lebhaft vor. Jetzt sah man, eine wie ausgezeichnete Klinge er schlug, und der Major hatte den Eindruck, als wenn einer der Duellanten am Platze bleiben würde. Ein leises Geräusch ließ ihn den Kopf heben, und er glaubte ein Steinchen die Gartenmauer herabrollen zu sehen, aber der Zwischenfall war zu unbedeutend, um seine Auf- merksamkeit weiter in Anspruch zu nehmen, und er be« obachtete die Kämpfenden weiter. Noch war Andreas unverletzt, aber sein Gegner be« drängte ihn aus'« äußerste, als plötzlich eine Stimme herabschrie: „Tödten Sie ihn I Er ist ein Verbrecher!" I» dem Augenblick, als dieser sonderbare Ruf zu Häupten der Kämpfenden erscholl, hatte Herr von Randal gerade seine Klinge von der deS Gegners lo«, und der Ausfall mußte entscheidend sein, wenn er nicht parirt wurde. I« seiner Ueberraschung blicktc er eine Sekunde lang nach oben, da fuhr der Degen Andreas, der seinen S:vß parirt hatte, blitzschnell in seine Brust. Er fiel wie ei« gefällter Baum zu Boden und rührte sich nicht mehr. Guntram und der Hauptmann sprangen hinzu, um ihn aufzurichte«, sie sahen aber, daß er todt war. Das Eisen hatte die Lunge durchbohrt und das Herz berührt. Da« alle« war so schnell vor sich gegangen, daß noch Niemand sich über den Zwischenfall klar geworden war, der samkeit als Minister des Innern den Anfang der milderen Handhabung des Sozialistengesetzes herschreiben. DaS, was Herr von Puttkamer Schlimmes gewollt, es ist alles nicht eingetroffen, das Gute aber, waS er weniger gewollt, aber doch um semer sonstigen Absichten willen gewähren mußte, cS soll wenigstens von uns nicht unter den Scheffel gestellt werden. Er war wirklich für die deutsche Sozialdemokratie ein Theil von jener Kraft, die stet» daS Böse will und doch daS Gute schafft._ £ic6t|rafifcn aus einem landefsüammer- Jendlt In den Handelskammerbcrichten gelangen die Anfichtm, Wünsche und Befürchtungen der Kapitalisten zum Ausdruck. Fällt aus der Laterne des Unternehmerthums ein Lichtstrahl auf die Zustände der Arbeiterschaft, so ist es angebracht, sich auch einmal in dieser Beleuchtung die Dinge anzusehen. Der Jahresbericht der Handels' und Gewerbckammer von Mi telfranken für das Jahr 1387 giebt uns einiges Material an die Hand, das zur Illustration der Arbeiterverhältniffe in diesem Kreise dienen kann. Die Nürnberger Maschinenbau- Aktiengesellschaft, die als Großbetrieb ersten Ranges ein sachkundiges Urtheil abzugeben in der Lage ist, schreibt über die Situation der„Hände" im Maschinenbau:„Ohne daß fich die Taglöhne niedriger gestellt haben als im Vorjahr(1886), ist der Verdienst des einzelnen Mannes doch fast ein geringerer geworden, weil weniger Akkord» arbeit gegeben werden konnte. Das Angebot von Arbeitskrästen war größer als der Bedarf." Das diplomatische„fast", das der Bericht einzuschieben fich bemüßigt gesehen hat, ist nur ein Ausfluß der Bcsckivichtigungsmeie ei, die dem Unternehmer- thum zur zweiten Natur geworden ist, wenn es fich um die bittere Beichte detrübender Thatsachen handett. Wir erfahren die Binsenwahrheit, daß die ökonomische Situation der Pro- letarier fich verschlimmert bat, daß der Lohn gesunken ist, daß die Menge der überschüssigen, außer Brot geworfenen Ar- beitskräste gewachsen ist. Aus der Branche: Metallkapselfabrikation wird die Klage laut, daß„die Hälfte des ortsüblichen Tagelohnes als Kranken- teld für einen Familienvater mit starker Familie trotz fteier Irznei und ärztlicher Behandlung kaum zureicht." So aner- kennenewerth diese aufdämmernde Einstcht ist, so wird fie erst dann unseren Beifall finden, wenn die Herren Industriellen fich klar machen, daß auch der ganze ortsübliche Tagelohn für den Arbeiter nicht ausreicht.� Eine Lohnerhöhung durchzuführen, wäre eine Aufgabe, des Schweißes der Edlen wcrth. Da nun unsere bürgerlichen Größen so gerne fich als geistige Erben der antiken VoUbürger, der Kalokagatboi, d. h. der edlen und an- ständigen Leute, d. h. der Bestyenden des Alterthums geberden, so rathen wir ihnen, ihren Evelmuth leuchten zu lassen durch Erhöhung der Arbeitelöhne. Der Geschäftsgang in der Rauchtabakfabrikation wird als ungünstig geschildert. Es wird dabei auf eine sozialpolitisch nicht uninterissante Thatsache hingewiesen, auf die Zunahme des Kaulabakverbrouches. Der Konsum von Rauchtabak ist im ganzen deutschen Zollgebiet in steter Abnahme begriffen, well die Kaufkraft der großen Maffe fich fortwährend vermindert hat. Nehmen wir die deutsche Reichsstattsttk zur Hand: es kamen auf den Kopf der Bevölkerung 1871/72 bis 1875/76.... 1,841 1876 77„ 1880 81.... 1,71 1880/81„ 1886|87.... 1,41 j Rauchtabak Das Volk in seiner Mehrheit steht stch genörhigt, ein feine- res Reizmittel nach dem anderen aus seinem Hausholtsetat zu streichen, auf ein freies Betürfniß nach dem anderen zu verzichten, immer kulturwidriger zu leben, immer mehr das Niveau seiner Lebenshaltung zu senken. Wie die arbeitende Klaffe in ihrer wachsenden Nothlage om Gebrauch der Wolle zu dem der Baumwolle, vom Verzehr des Brotes zu dem der Kartoffel, vom Biertrinken zum Schnapssuff gedrängt wird, so wird auch an Stelle des feineren Genußmittels, des Rauchtabaks, der wohl- feilere und widerliche Kautabak gesetzt. Wohin man steht, überall Verelendung der breiten Schichten des Voltes. Sagt doch auch ein der Handelskammer vorliegender Bericht ausdrücklich:„Der Geschäftsgang bewegte fich immer noch in sehr ruhigen Bahnm und hauptsächlich bei den Konsumenten vom Lande ist ein ge- ringerer Verbrauch zu verzeichnen, was wohl in dem wenig beiriedigenven Ertrag der Landwirthschaft, welcher den Leuten größeres Sparen auferlegte, seinen Grund haben dürfte." Den Kleinbauem brennt das Feuer der sozialen Frage, des wirrhsckaftlichen Ruins auf den Nägeln. Das merkt man auch an solchen scheinbar unbedeutenden Symptomen. Indirekt wird ein nicht untr.tereffantes Geständniß von der weltbekannten Spielkarten- Firma Chr. Heinrich Reuter in Nürnberg gemacht. Dieselbe läßt fich wie folgt vernehmen: „Arbeitelöhne wurden, obwohl die Verkaufspreise durch die immer mehr zu Tage tretende und sehr billig verkaufende Kon- soeben vor sich gegangen und vermuthlich den tragischen Ausgang herbeigeführt hatte. Andreas hatte den Degen fortgeschleudert und sah, an die Mauer gelehnt, starr auf seinen Gegner, der lehloS im Sande de« Baumganges lag. Er hatte das Bewußtsein, «ine Pflicht erfüllt zu haben, und fühlte kein Bedauern mit dem M(mfchej», den er soeben auS dieser Welt befördert hatte. Er erwartete, daß ihm der Major seine gleichgiltige Haltung vorwerfen werde und bereitete sich auf die An»- wort vor: Ich habe ein giftiges Thier getödtet, da fühlte er sich von einem Seil getroffen, das oben von der Garten- mauer herabkam. Er wendete sich um und sah einen Menschen herab- gleiten und zwei Schritt von ihm auf der Rabatte stehen bleiben. In diesem Augenblick kam Guntram herbeigeeilt und seine Augen leuchteten drohend. „Guten Morgen, Herr Offizier," sprach der Mensch ?x ihm.„Sre erkennen mich wohl nicht wieder? Wir aben aber schon zusammen gearbeitet. Ich bin Pelikan." „Ah! Schuft!" schrie der Major und packte ihn am Kragen.„Hab' rch Dich endlich!" „Sie brauchen mich deswegen noch nicht zu schütteln," erwiderte Pelikan.„Diesmal denk' ich gar nicht daran, Ihnen zu entwischen, bin ich doch soeben in der Absicht von der Mauer heruntergekommen, mit Ihnen zureden. Ich komme etwas spät; der Chef hat schon in'S GraS ge- biffen." „Was wagst Du zu sagen, Elender?" „Ich sage, daß der Mann, der da auf dem Rücken liegt, ein Verbrecher war, denn ich stand in seinem Dienst. Fragen Sre nur seinen Kammerdiener, der mich hier im Hause in der Nacht verstecken half, als ich Ihnen durchbrannte." „Genug! Wa» thatest Du in der Gaffe hinter der Gartenmauer?" „Ich wartete auf Sie. Der gnädige Herr da hatte mir versprochen, Sie hinzuführen. Sie kamen aber nicht. Ich hörte die Degen klirren und wußte, waS die Glocke kurrenz zum Theil etwas sinken mußten, um das mühsam er« rungene Feld zu behaupten, bei mir gegen das Vorjahr nicht reduzirt." Obwobl die Preise fielen, werden die Löhne nicht gekürzt. Chr. Hcinr. Reuter ertheilt fich demnach ein Fleiß- zeugniß und gesteht zugleich ein, daß es sonst gang und gebe bei den Unternehmern, beim Sinken der Waarenpreise fich durch die. Arbeiter schadlos hatten zu lassen. Wir haben das längst gewußt und oft genug ausgesprochen; von einem Großkapita- listen wenn auch auf Umwegen ein solches Zugeständniß zu er- hatten, ist nur angenehm. Mit väterlicher Ueberlegenheit läßt fich die Nürnberger Ulttamarinfabrik vernehmen:„Lvhnreduttionm find bei uns nicht Brauch, und zu Lohnerhöhungen lag kein Anlaß vor." Wirklich kein Anlaß? Wie wunderbar muß es den Ultra- marinmachcrn gehen, und wie gut unterrichtet find die Fabrik- Herren über das, was ibren Arbeitern Roth thut! Schwer ist's, keine Satire zu schreiben. Wie nun, wenn Arbeiter ihre Meinung kundgeben, daß für die Gratiserzeugung von Ar- deitsprodutten, daß für die Schaffung von Mehrwerth„kein Anlaß" vorliegt!!! Der Spezialbericht über die Nachtl'chtfabrikatwn zeigt, daß die Fabrikanten recht prosttliche Geschäfte machen, trotz allerlei Beschwerden. Eine Beschwerde fehlt leider darin, nämlich die sehr berechtigte Klage der in dieser Branche beschäftigten freien Arbeiter über die drückende Konkurrenz der Gefängnißarbeit. Wer weiß nicht, welch kolossale Mengen Nachllichter für die eine der größten Firmen, für Glafey, im Nürnberger Zellen- geiängniß hergestellt worden, was für Herrn Glafey sehr rentier« lich ist, den freien, steuerzahlenden Arbeiter aber ein Bleigewicht ist, das fie in Gestalt niedriger Löhne und ungünstiger Arbeits» bedinaungen hart genug empfinden. Dürstig find die Daten, die wir aus dem mittelfränkischen Handelskammerbericht zur Kennzeichnung der Ardeiterverhätt» nisse herausheben konntm. Und wenn wir im Eingang unseres Artikels von Licht- strahlen sprachen, die der Bericht auf die soziale Lage des Prole- tariats fallen läßt, so müssen wir zum Schluß diese Bereich- nung etwas einschränken. Man kann höchstens reden von Nacht- lichtsttahlen._ Politische Ueberstcht. Wieder einmal eine« Hetzartikel gegen Frankreich leistet fich die edle Kölncrin in einer offiziösen Berliner Korre- spondcnz anläßlich des Ueberfalles in der deutschen Botschaft in Paris. In dem Artikel heißt es:„Mit der Verweisung des Verbrechers in ein Irrenhaus und der einfachen Behauptung, derselbe sei verrückt, kann uns nicht gedient sein, zumal der an- geblich Verrückte G:ünde für sein Verbrechen angegeben hat, die es der franzöfischen Regierung fast zur internationalen Pflicht machen, den Fall Garnier nicht in der Stille des Irrenhauses einschlafen zu lassen, sondern ihn öffentlich vor aller Welt auf- zullären. Die Staaten, welche Gesandtschaften in Paris unter- hallen, müssen wenigstens darüber sicher sein können, daß die franzöfische Regierung nicht Treibereien begünstigt, durch welche in untergeordneten Gcmüthern Pläne zum Uebcrfall der frem- den Gesandtschaften gereift werden, vielleicht sogar abfichtlich. Was gestern auf der deutschen Botschaft versucht wurde, kann stch morgen auf der italienischen wiederholen, und Herr Goblet wird gut thun, durch öffentliche Verhandlung des Falles Garnier zu ze-gen, wie weit das Verbrechen die Frucht der unter seinen Augen tagtäglich betriebenen Aufhetzungen ist und wie weit nicht."— Man kann die Unterstellung, daß die ftan« »öfische Regierung absichtlich Mordanschläge gegen fremde Ge- lanvtichasten in Paris begünstige, auf fich beruhen lassen. Die Verdächtigung ist ebenso niederträchtig, wie fie dumm ist. Thatsächlich mag bemertt werden, daß die deutsche Regierung, soweir bisher bekannt geworden, dem Mordversuch in der deut» scheu Botschaft in Paris nicht einmal soviel Bedeutung beilegt. um deshalb an die franzöfische Regierung eine besondere Note zu richten. Wozu also die offiziösen Hetzereien in der Preffe? Seihst die„Köln. Ztg." hat den Vorfall für völlig unpolitisch gehalten und die Berichterstattung über denselben in den„ver- mischten" Theil verlegt, was das edle Blatt allerdings nicht hindert, dem obigen Hetzartikel Raum zu geben. Gl» kapitalistischer Uottzschrei. Wie wunderbar fich die Welt in den Köpfen der Herren Kapitalisten abspiegelt und was einem kapitalistischen Schädel als„Klaffengesetzgebung" er- scheint, das zeigt uns in wabi haft klasfischer Weise der„Neueste Jahresbericht des Schweizerischen Verbands der Zwirner, Weder und Spinner". Wir lesen da: „Der Botschaft des hohen Bundesrathes zur letzten Haftpflichtnovelle haben wir mit Gmugthuung entnommen, daß derselbe unsere ursprüngliche Anficht über das Haft- pflicktgesctz adoptirt hat. Er bezeichnet dasselbe selbst als ein Klassengcsetz und als ein Gesetz, welches weit mehr die minder gefährlichen Betriebe treffe, als die ge» fäbrlichen. Wir geben zu, daß die weitere Entwickelung unseres Hastpflichtgesetzes d. h. die Nebenleitung desselben in die öffentlich rechtliche allgemeine Unfallver« geschlagen hat. Ich beschloß, hinauf zu klettern, damit der Herr da nicht von dem Nienschen getödtet würde. Ich hatte meine Strickleiter mitgebracht, um sie Ihnen zu zeigen. Ich habe mich ihrer bedient. Sie kennen sie ja. Sehen Sie, eS ist dieselbe." Der Major wendete sich an Andreas und sprach zu ihm in ernstem Tone: „Sie standen also mit diesem Burschen da im Einver- nehmen?" „Zm Einvernehmen nicht. Er suchte mich gestern Abend auf und theilte mir mit, daß Herr von Randal ihn ge- düngen habe, Frau Valdieu zu belauern, und er bewies mir, daß er nicht lüge, denn er erzählte mir, wie Herr von Randal es angestellt habe, Fräulein Valdieu in eine einsame Straße zu locken, um sich das Verdienst zuschreiben zu können, sie aus den Händen seiner Agenten befreit zu haben, die er selber abgesandt hatte." „Wir waren unserer zwei," unterbrach ihn Pelikan; der andere war Immergrün, sein Kammerdiener.... Der hat sich sicherlich schon auS dem Staube gemacht!... Mich werden Sie jetzt wohl zum Polizeikommiffar schleppen wollen, eS ist mir aber gleich,... und wenn ich sechs Monate wegen Bannbruchs kriege, so ist daS immer noch bester, als emeS schönen Tage» von dieser Kanaille Randal abgemurkst zu werden, der mir nie verziehen hätte, daß ich ihm in die Karten gesehen habe." Guntram zog ein ganz sonderbare» Geficht. WaS er eben hörte, machte ihn sehr nachdenklich und er begann einzusehen, daß Therese nicht zu bedauern war, wenn sie nicht mehr Baronin von Randal werden konnte. Vielleicht lagen noch mehr Verbrechen in der Ver- gangenheit Randal'S, dessen Freund er etwas leichtsinnig geworden war. Aber trotzdem mußte er vorwärts. Die Zeit privater Erkundigungen war vorüber, und die Roth- wendigkeft ließ sich nicht mehr umgehen, die Behörde von dem Vorgefallenen in Kenntniß zu setzen. So zögerte er auch nicht länger. „Dich werde ich in den Keller sperren," sprach er zu Pelikan.„Du wirst erst herauskommen, wenn Du zur Präfektur mußt, denn ich werde den Polizeikommiffvr s i ch e r u n g bei uns mit sehr großen Schwierigst� vor verbunden ist. Wir halten dafür, daß ver eingeschlage« � lassen Weg, immer mehr Gewerbetreibende sukzessive in da blödö Was 0» Haftpflichtgesetz hineinzuziehen, ver richtige sei. aber durchaus nicht billigen können, ist die in der �_ Pflicht vorgenommene Verschärfung des ursprünglichen<3t> ff» M setzes. Wir find der Meinung, daß das tzaftpstsW Men: gescy ein häßliches Klassengesetz dleitt,'.�der Sc so lange nicht alle Arbeitgeber unter dasselbe fallen.% �"°er die Haftpflichtnovelle belastet nur eine größere Anzahl voii% fich gi Betrieden, als vorher; allein dessenungeachtet'lebt die Menden große Mehrzahl noch außerhalb derselben. DerCdarakta � wurde, eines Klassengesetzes bleibt mithin bestebe». für Hc Daraus folgt jedoch mtt zwingender Logik, daß man de»%% von Riß, den man in die rechtliche Verpflichtung der Bürg« des( gemacht bat, zum Nachtheil der rechtlich schlechter r Mmeges stellten Bürger nicht noch größer machen darf, als er sck» Mm Sd gewesen ist, sondern daß man im Gegentheil eher am herrschen Milderung des schon geschaffenen rechtlichen Unterschied«"°>m raiffa Bedacht nehmen muß. In diesem Sinne haben w>l g> gegen die Haftpflichtnooelle protestirt. Obgleich»f aus vielen Vereinen unterstützt, fand unser Protest keine f» Mhttreise rückfichtigung bei dem H and els d�e p art emeiu�wahl in und theilte somit das Laos der meisten Eingaben, welch P die Z wir höchsten Orts adaeaeben baben.?! v e I wir höchsten Orts abgegeben haben. Was uns in hohem Grade bei der B ehandf& lung der sozialen Probleme anwidert, iss der Einfluß, welchen der Grütliverei« sich beim Handclsdepartement zu ver' schaffen gewußt hat. Als unpolttischer Ba» mag derselbe in seiner Sphäre Vortreffliches leisten; l? dem er aber als Vertreter ver Ärdeiterintercffcn fich* den Vordergrund gedrängt und als solcher 21 nf kennung in Bern gefunden hat, ist d» Stellung der gcsammtenJndustriezude" Handelsdepartement in eine schiefe Laß' gekommen. Denn nicht was die I n d u st r i eist' aus ihrer Erfahrung heraus für zweckmäßig inr Weiterbildung der sozialen Gesetzgebung erachten, A* Beachtung, sondern das, was der Grütliver welcher bekanntlich sozialistische 3# denzen verfolgt, vorschlägt. Was ist riui> J Giütliverein? Ist er berechtigt, im Namen der Ard� aufzutreten? Soviel wir wiffen besteht er etwa zu 3 isj Handwerksgehilfen und zu', aus Männern aller Bü# arten und aus Arbettern. Die Jndustriearbetter wel� kaum zu'/so darin vertreten sein, also JJ verschwindender Proportion. Die W «iL n i've jfftl letigcfch luth de. RÄT der Ardeitervcrtretung legt fich mithin der Grütli»»� i durch eine Fittion zu, und diese Fiftion wird in Mffdent nicht etwa zurückgewiesen, sondern leider �Merttan erkannt. Auch hier haben wir, wie bei den Zöll� d< eine abnorme Erscheinung: ein Verein aus eitcheimiW" ged und fremden Handwerlsgesellen, von sozialistischen ICkW'T'""" denzen beeinflußt, will der einheimischen Industrie � dun Wege zur Lösung der sozialen Probleme weisen al l indet beim hohen Äundesrath und �eibt_ bie esonders beim hierfür geneigtesOhr. �teuwabi Nun, M_ 1 HL M Will man den Scdle� hinge ganz lüften, so findet fich allerdings genügender(W, JW so zu dieser Protettion des Grütlivernns; derselbe d< ,% Gtschct sorgt nämlich die Fabrikpolizei I i4- Leben Gunsten der Inspektoren. Auch die Schärfe, mit welcher gerade unseren Industriezweigen das FabrU gesetz durchgesetzt wird im Gegensatz zu müden Anwendung desselben in der Westscbweiz, st die nie enden wollenden und viel zwecklos Geld schlingenden Anordnunzen für den inneren unserer Geschäfte erregen vielerorts Unwillen und ditterung. Aus all' dem geht hervor, daß unsere Jahresber uns nichts nützen, zumal wir überdies begründete' muthung haben, daß einflußreiche Männer, welche schlimme Lage unserer Industrie genau kennen, aber mißgünstig find, dem Handelsdepartement und M Räthen einflüstern, es habe mit den Eingaben und? richten nicht viel auf s i ch, die Bedrängniffe. naK lich diejenigen der Spinnerei, seien viel zu düst-�z schildert, im Grunde gehe es uns noch ganz r' gut." u. s. w. Tiefe Auszüge genügen. Also„Klaffengesetzgebung" ist d'� Herren Kapitalisten eine Gesetzgebung, die nicht den Jnttt-� der Kapitalisten einseitig und ausschließlich dient, das beißt � Begriffe werden vollständig auf den Kopf gestellt. Daß. „Glütliverein" nur einen Bruchtheil der Fabrikarbeiter erits macht ihn nach dem Urtheil dieser Herren Kapitalisten unst die Jntereffen der Fabrikardeiter zu vertreten. Die Kapiralisien wären natürlich besser befähigt, oder richtiger: befähigt. Die Klagen über die Bevorzugung, welche schweizerischen Behörden den Arbeitern und Arbeiterorgl Tod i» Z-ter wiede ein trer Lorbeer chleife d Vorl Brc! S« K-U"s der l :e- frei. I. In '• gebot °nsorgu ch geg. der 31 mü werden, iMebi; lchnittsai rißt i leicht es auf erwaltr holen. Sie, meine Herren, werden mich begleiten, ts�ffiadame Mann hier ist tobt, und da» Duell, in dem er gesaw"*� w Klasf hat zwischen vier Mauern stattgefunden. Die Verantwort»(e, o"„ übernehme ich. Es ist alles loyal zugegangen, aber w die wird uns fragen..." JL Um d „Ich, bin bereit, zu antworten," erwiderte Herr'% Maban Elven. u Mgeschoff „Ich auch, obwohl ich von der ganzen Gesch'" � das Ext. nichts verstehe," setzte der Hauptmann Marillac hinzu�� �5 so vorwärts, Hallunke," sagte er und� packte Pelikan«t üPtllchV' „Ist auch gar nicht nöthig," erwiderte der Mre „Ich nehme_bie ganze Verantwortung auf mich. Und � d E. Schultern, der mit unverhohlener Beftiedigung den& nam de» Herrn von Randal betrachtete.. „Kommen Sie, Andreas," fügte Guntram von Ar»- in fast freundschaftlichem Tone hinzu. (Fortsetzung folgt.) Ans Kunst und Zeven., Her Uuterror« spielte von je eine große Rolle>" Weltgeschichte. Nur haben wir zumeist erst aus Archiven,. Memoiren-Werken, Geschichtsbüchern erfahren, welchen Es", Liebe und Eifersucht, Koketterie und Frauenintrigue au!� Gang historischer Ereignisse genommen. Es ist inte: Madame Klio mtt ihren Geschichtstafeln einmal in fei ÄL Lloyd ?• tu deschi � bet Lttob elektrisch erleuchteten modernen Salon zwischen Konzert Tanz, zwischen Champagner und Fruchteis beim Werke zu Vielleicht zeigt fie fich in solcher Situation nicht blos in reich, aber ficher zeigt fie fich dort am ungenirtesten. Da_ nächst die jetzt wieder so geräuschvoll auftretende Madaws Die politische Thätigkeit der Herausgeberin der Revue" hat eigentlich vor 15 Jahren ihren Höhepunkt' Damals war ihr Salon im Boulevard Poissonniöre die statte, wo die gefährlichsten Waffen gegen das damals bessl reaktionäre Regiment geschmiedet wurden, dort hielt jede Woche die Heerschau über seine Getreuen, und als fl.. die Macht in Händen hatte, vertheitte er bei seiner% höchsten und meist gesuchtesten Posten. Hier wurden? der Egeria vom Boulevard Poissonnisre. Aber igue av'fj>(.? Waiektitten Heirath kam es zu einem förmlichen Bruch. st interij o Madame Adam eines Tages gegen ihren früheren ral in, A Anessen und Intimus eine schwerwiegende Anklage. Konzeri � Ih�ua soll nach der Dittatur gestredt haben und zu diesem lerke»u' � t«.' hatte er ein Komplot geschmiedet, um den General Cam- >los in#/ Si« m Präsidenten der Republik ausrufen zu lassen. Herr t. Da«L wäre aber blos der Sttohmann. die müttärisch auf- Sste&Ä ISÄÄ WÄ« Punv entbrannt, als in Ville d'Avray jener gehrimnißvolle sie die s>Nch ereignete, dessen Folge der jähe Tod Gambetta s 'als defiJLgX Nd nach dem Ableben des großen Redners äußerte auch lielt Kaf M�fvani den Wunsch, fich zur Ruhe zu setzen. Die Aerzte d als e' /Bt jj« dringend, für eine zcitlang auszuspannen und fich aer �Ä��b/'�lichen Lebensweise hinzugeben. Sie willigte ein, den GO da' ein in Paris wohlbekannter russtscher Arzt und Franks Qiff ihr das Anerbieten machte, die„Nouvelle Revue zu einem ivime. Adam zog auf's Land. Die ganze Organisation der Versicherung läuft auf eine durchaus bureaukratische Verwaltung hinaus, während wir glauben, for- dern zu dürfen, daß in der Selbstverwaltung den Arbeitern eine entsprechende, selbstständige Theilnahme eingeräumt werde. 5. Die vom Entwurf vorgesehene territoriale Verficherungsanstall ist nach unserer Ueberzmgung dem Zweck des ganzen Gesetzes nicht dienlich, dieselbe müßte einer einheitlich geletteten Reichs- Versicherungsanstalt weichen. Au» Hakelsch«»e»dt, 27. August, wird den„Schles. Nachr." geschrieben: Am 22. d. M. wurde der Barbier N. von hier in Schönfeld, wo er einem Maler beim Stubenmalen be- Hilfiich war, von der Arbett weg verhaftet und nach Mittelwalde transporiirt, weil er ein Sozialdemottat und im Befitze ver- dotener Schriften sein sollte. In MMelwalde wurde N. durch- sucht und den anderen Morgen nach einem eingehenden Verhör entlassen. Am Donnerstag wurde Haussuchung bei ihm gehalten und verschiedene Schriften beschlagnahmt, darunter die„Schles. Nachrichten", die„Münchmer Post" und einige Bücher, betitelt: „Der Rückfällige",„Jefus von Nazarcth",„Der ewige Frieden", welche sämmtlich nicht verboten find. Ihre Beschlagnahme ist offenbar nur durch die den betreffenden Exekutivbeamten leider noch nicht genügend verbotene, erhabene Unwissenheit in solchen Dingen veranlaßt. Att« Lüdwigahafe« wird unterm 20. August geschrieben: Ueber die„Nothlage des Baugewerbes" und die AbhUfe der- selben wollte gestern Abend Herr Louis Eckstein aus Zwickau in einer öffentlichen Versammlung der Bauhandwerker sprechen. Die Versammlung wurde aber in letzter Stunde auf Grund der§§ 9 und 10 des Sozialistengesetzes verboten. Bemertt sei, daß der Referent in einer Versammlung zu Mannheim am Sonntag Vormittag sein Referat über das gleiche Thema un- beanstandet zu Ende führen durfte. Verbot. Auf Grund der JS§ 11 und 12 des Reichsgesetzes legen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemo- ratie, vom 21. Ottober 1878, wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die in der Redattwn der„Walki Klag" in Zürich in polnischer Sprache erschienene Schrift„Na diia. Ii. Powödz" gemäß 8 11 des vorgedachten Gesetzes durch die unterzeichnete Landespolizeibehörde verboten worden ist. Posen, 31. August 1888. Königliche Regierung, Abtheilung des Innern. Rudolph.- GrAerreich-Ungar«. In Schönerer's Wahlbezirk wird für die bevorstehende Ersatzwahl zum Reichsrath eine starke Agitation für die Wieder- wähl des Jnhaftirtcn eingeleitet und durch die Drohung unter- stützt, Schönerer werde, im Falle er nicht gewählt würde, den Wahlkreis verlassen, wo er sehr begütert ist. Großbritannien. „United Jreland" schreibt anläßlich der kürzlichen Ver- Haftung der Gebrüder Redmond auf Grund des Zwangsgeseyes drohend:„Erst vor wenigen Tagen wurde Eng« land ein schrecklicher Beweis von der Macht und Entschlossenheit des größeren Irland jenseit des Meeres(Amerika) zutheil, dessen Stimmung durch Balfours wilde Zwangsherrschaft aufs Tiefste erregt worden ist. Die jüngsten Verhaftungen haben diese Stimmung noch verschärft und ibr einen neuen Anlaß zu Rache« gefühlen gegeben. Es Handell fich dabei nicht blos um Worte, die nichts hinter fich bergen. Die um den Erdball telegravhirte Nachricht wird Millionen Klarheit über den Charakter einer Re« gierung verschaffen, welche solche Leute ins Gefängniß schickt. Die Ausweisungen auf den Lord Clanri- card'schen Gütern find wieder aufgenommen worden. Außer einer großen Anzahl Konstabler waren 180 Mann Militär von den Behörden dazu requirirt worden. Die Soldaten fra- ternifirten, wie so häufig, mit den Pächtern und wurden denn auch zum Dank dafür von der Menge mit Jubel begrüßt. Nach einstündiger Arbeit wurde das stark verammelte Haus des Päch- ters Flynn genommen. Von dem Hause des Pächters Callaghan wurdendieGerichtSvollzieherundPolizistenmitfiedendemWafferbe- gössen. Es dauerte volle zwei Stunden, bis die Beamten im Besitz des Hauses waren. Frankreich. Bei einer von dem Gemeinderath zu Toulon zu Ehren des Ministerpräsidenten Floquet veranstalletm Festlichkeit hielt derselbe eine Rede, in welcher er an die Einigkeit der Re< pudlikaner gegenüber den Bestrebungen der monarchischen Restauration und einer abenteuerlichen Diktatur appellirte.— Floquet ist am Montag nach Paris zurückgekehrt. Die ftanzöfischen Sozialdemokraten ließen an L i e b k n e ch t ein Glückwunschtelegramm abgehen; am Sonntag werden die französischen und deutschen Sozialdemokraten eine Versammlung abhalten, um eine Adresse an Liedknecht abzu- lassen. Das„Journal de Caen" theilt höchst erbauliche Einzelheiten über die Art und Weise mit, auf welche der boulangistische Ab- geordnete Laguerre in Listeux seine 23 Tage abdient. Der„Reservist" Laguerre nimmt keinen Theil an den Hebungen und befiehlt, anstatt Befehle zu empfangen, da er leine ganze Zeit für feine persönlichm Arbeiten frei hat. In der Kaseme find feine beiden Hunde, die er mitgebracht hat, bei ihm ein- Allein die Rusfifizirung der„Nouvelle Revue" erregte Be- fremden und Proteste bei den Abonnenten. Auch gegen H. de Cyon wurden manche Bedenken laut; kurz, um nicht den Ruin ihres Lied- linaswerkes herbeiführen zu lassen, löste Mme. Adam ihren Kon- ttakt mit H. de Cyon und übernahm wieder die Redattion der „Revue". In derZwischenzeit aber hatte eine andere politisch schrift- stellerische Egeria das berühmte Lokal am Boulevard Poisson- niste gemieihet. Es fanden auch fernerhin dort häufig Em- pfanasabende und Festivitäten statt, die endlose Gaffenftont strahlte bis tief in die Nacht im Glanz der Kerzen und deren Lampen wieder, aber die Hausfrau hieß nicht mehr Mme. Adam, sondern Prinzessin Bonaparte- Rattazzi de Rute. Die Enkelin Lu- cian's, des republikanisch gesinnten Bruders des großen Na- poleon, die Koufine Napoleon's III-, die ehemalige Gattin des italienischen Staatsmannes Rattazzi, ist zum dritten Mal, seit ungefähr zehn Jahren mit einem spanischen Politiker und In- genieur H. de Rute vermählt. Mme. de Rute konkurrirt in mancher Hinficht mit Frau Adam. Sie hat ihre Rundschau „Lea rnatinsea capagnoles", die allerdings nicht so verbrellet und redaktionell so wichtig ist, wie die„Nouvelle Revue". Als Madame de Rute erfuhr, daß das Nest, wo ihre Rivalin bis jetzt hauste, leer stand, bemächtigte sie fich rasch desselben und installirte die Redaktwnslolalitaten im Hofraume des Hauses, in denselben Bureaus, wo die„Nouvelle Revue" geistig erzeugt wurde. Mme. Adam aber zog weit hinaus weg von den Boule« vards, in jene vor zwanzig Jahren unwirihliche Ebene von Monceau, wo die Paläste kunsttiebmder Millionäre und Millionen- defitzender Künstler(Meiffonnier, Munkscsy unter Andern) stehen. Ein Bauspekulant, der dort eine ganze Gasse solcher Privathotels erbaute, nannte dieselbe Rue Juliette Laindier, nach dem Schriftftellernamen der Frau Adam. Natürlich konnte diese nicht umhin, ein Wohnhaus in der ihr zu Ehren gekauften Gasse zu beziehen, während sie für die wiedergewonnene„Nou- velle Revue" das ehemalige Lokal einer Mineralwaffergesellschaft am Boulevard miethele. Sie lebt mit der heutigen Regierung auf ziemlich gespanntem Fuße, trotzdem ste lange Jahre die ele- gante Mme. Floquet in ihrem„Salon" sah und auch bei den sehr vornehmen Rezeptionen der Gattin des heutigen Minister- prästdenten nicht fehlte. Ader Herr Floquet hat, dem Drängen seiner radikalen Freunde nachgebend, den Bürgermeister des Elysöcviertels, den Elsässer Koechlin, seiner Stelle enthoben, weil Herr Koecklin vor vier bis fünf Jahren einen Prinzen auS der Familie Orleans, gelegentlich seiner Trauung, die er als Standesbeamter vor« quartitt. Sämmtliche Hnteröffiziere der Besatzung von Lifieux' haben schon mit ihm gespeist, ohne Zweifel auf Kosten der ae- heimnißvollen Kasse, und die Sergeanten haben ihm, um ihm ihre Dankbarkett auszudrücken, vor einigen Tagen ebenfalls ein Essen gegeben. Da est es natürlich, daß er am vorigen Sonntag 25 oder 30 Unteroffiziere an den Bahnhof führie, als der Zug Boulanger's ankam. Der General drückte ihnen die Hand und unterhielt fich mit einem jeden von ihnen. Offiziere in bürger- licher Kleidung schienen dieser Szene der Verleitung unbeweglich beizuwohnen. Wie kann man solche Akte der Disziplinlosigkeit dulden? fragt der„Siecle". Warum hat der Oberst des Regi- ments noch keine Strafen verhängt, oder warum ist der Oberst selbst nicht bestraft worden? Italien. Die„Rifonna" glaubt, die Regierung werde auf die letzte Note Goblets, betreffend Maffaua, nicht antworten. Der Zwischenfall sei als geschlossen zu betrachten. Die fran- zöfische Regierung selbst scheine dies nach dem negativen Erfolge tbrer Proteste an die Mächte zu wünschen.(?) Sollten die Trauben der italienischen Regierung nicht blos zu sauer sein? �_ Kpanien. Dem Feld zug der Presse gegen die verrotteten Ver- waltungszujtände find? bis jetzt etwa 130 Zeitungen beigetreten, meist unabhängige Blätter; die Regierurnisorgane und auch die konservativen Blätter halten fich fern. Wahrscheinlich will man den Sturm auf das Kadinet nicht mitmachen, bevor man nicht bestimmt weiß, daß man auch die Früchte des Sieges ernten wird. Wie der„Kölnischen Zeitung" berichtet wird, ist M o r l a n e s, ein Hauptzeugc gegen den Gefängnißdirevor Mrllan Astray, gestorben, was zu den auftegendsten Gerüchten Anlaß giedt. KnlkanlSnker. Bei D u d n i tz a wurden neuerdings drei Personen von Raubern gefangen und fortgeschleppt.— Das von Rußland de- günstigste„politische Räubcrwesen" blüht also in Bulgarien noch Kereine«ud Nersammwuse» Versammlung de« Verbände» deutscher Zimmer. tente» Lokalverband Berlin Süd, Donnerstag, den 6. Sep- temder, Abends 8 Uhr, Mariannenstraße 31. Tagesordnung: 1. Vortrag über geschweifte, gerade und Kehlsporen. 2. Ver- schiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Zeutralkraukeu- und Kterbekafse de« deutsche« f enefelder-Kuude«(E. H.) Verwaltungsstelle Berlin. Heute dcnd 8 Uhr im Restaurant Weick, Alexanderstr. 31, Mitglieder- und Verwaltungsversammlung. Gauverei« Kerliner Kildhauer. Annmstr. 16 beute, Dienstag, Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftlickes. 2. Vortrag des Herrn Dr. Pohlmeyer über:„Die soziale Be- deutung des Kunstgewerbes." 3. Verschiedenes. Verband deutscher Zimmerleute, Lokalverband Berlin Nord und Umgegend. Mittwoch, den 5. d. Ä., Abends 8& Uhr, Versammlung in Zimmermann's Gesellschaftshaus, Kösliner- straße 17. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Abrechnung vom letzten Sommernachtsvergnügen. 3. Verschiedenes. 4. Frage- kästen Zigarre«- und Tabak-Arbeiter Kerliu». Dienstag, den 4. September, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn F. Schulz, Prcnzlauerstr. 41: Große öffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Nochmals die Verordnung des Bundes- raths, betr. das Zigarren- und Tabaks- Gewerbe. Referent Herr Butry. 2. Die Schmutzkonkurrenz in unserem Gewerde und wie schaffen wir Abhilfe. 3. Verschiedenes. Die Herren Fabrikanten find eingeladen. Um recht zahlreichen Besuch wird ersucht. Der Auterftutzuugsbund der Hausdiener Kerliu» hält am Dienstag, den 4. September, Abends 9 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakodstr. 75, seine Mitgliederversammlung ad. Tagesordnung: 1. Mitlheilungen. 2. Unsere Erfolge. Referent der Vorfitzende. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Abrech- nung vom Sommerfcst. 4. Verschiedenes und Fragekasten Billets zum Stiftungsfest am 22. September— für Mitglieder Herr und Dame frei— müssen in dieser Versammlung gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte abgehoben werden; nachher stellt fich der Preis für Mitglieder wie für Gäste gleich hoch. Alle Kollegen, welche dem Bunde beitreten wollen, find freundlichst eingeladen. Gesaug», Turu-«ud gesellige Vereine am Dienstag. Gesangverein„Gutenberg" Abends 8* Uhr im Restaurant Quandt, Stralauerstraße 43.— Gesangverein„Alpenglühen" Abends 9 Uhr im Restaurant Hildebrandt, Prinzenstraße 97.— Schäfer'schcr„Gesangverein der Elfer". Abends 9 Ubr bei Wolf und Krüger, Skalitzcrstraße 126, Gesang.— Männer» ■ — Gesangverern„Harmonie" Abends 8 Uhr in Reukam'i» Bierhaus, Große Frankfurtersttaße 49.— Männergesangverein nahm,„Hoheit" nannte. Herr Koechlin zählte aber zu dm in- ttmsten Freunden der Mme. Adam, und die stattliche Recken» aestalt des elsäsfischen Millionärs wurde nirgends vermißt, wo Mme. Adam in offizieller Eigenschaft als Egeria oder Pro» tettorin eines elsäsfischen Vereins erschien. Für die Enthebrmg ihres Freundes grollte Frau Adam Herrn Floquet so sehr, daß fie eine Einladung zum Diner des Ministerpräfidiums vor kurzem mit folgender Motivirung ablehnte:„Mme. Adam bedauert, über den betreffenden Abend nicht frei verfügen zu können und ist auch für alle Abende, an welchen Herr Floquet Diners oder Empfänge veranstaltet, bereits versagt." Nieser Tage, so schreibt ein russtsches Blatt, entdeckte ein Beamter des B.zirks von Wologda bei seiner Revistonsfahrt ein höchst seltsames Grabdenkmal, eine Tanne mit abgesägtem Gipfel; durch dm beständigen Regm hatte fich die Erde gefetzt und der Stamm war umgefallen, indem er ein frisches Grab aufdeckte; hier lag ein reicher Bauer Nikolai Afonassiew be- graben, die Leiche war in Leinwandstreifen eingewickett und dann in eine Bastmatte eingenäht. Dieser Modus der Be- stattung ist eine Sette, den sogenannten„Krassnosmerty", eigm, die fich hauptsächlich dadurch auszeichnen, daß fie ihre Anhänger. gewöhnlich einen reichen Bauern, den ste beerben können, ein- fach umbringen. Auch der betreffende Rikolai Afonaffjew scheint ein Opfer dieser scheußlichen Sektirer zu sein, da sein Sohn bei der gerichtlichen Untersuchung aussagte, daß sein Vater von dm „Fremdm", wie man die Führer der Settirer nennt, überredet worden war, sein Haus zu verlassen. Die medizinisch-gerichlliche Untersuchung wird wohl kaum irgend welche Anzeichen eines gewallsamen Todes auffinden, da die mörderischen Schufte auf höchst raffinirte Weise ihr Geschäft betreiben. Die„Krassnosmerty' verstehen, ihr Opfer vermittelst naßgemachter Handtücher, Schläge an die Stirn mit weichen Gegenständen, und Hungerkuren so künstlich in s Jmseits zu expedirm, daß bisher kaum eine Unter- suchung etwas anderes als den Tod infolge permanenter Kasteiungcn konstatiren konnte. Die schlaue« Chiuesen haben in Narkand eine sonder- bare Steuer eingeführt; jedes weibliche Wesen, welches in die Ehe treten will, muß 5 Cop. bezahlen. Nun find aber gleich» zeitig alle Kaufleute, welche Kaschgar besuchen, verpflichtet, ein Weib zu nehmen. Sobald ste dann die Stadt wieder verlassen, erhätt die Frau einen anderen Ehemann und natürlich muß fie dann wieder die Steuer bezahlen. Die Einnahme hieraus soll bcdmtend sein— so telegraphirt man wenigstens dem„Daily Chronicle" aus Petersburg auf Grund„zuverlässiger" Berichte., .Echo 11" Abends 9 Uhr im Restaurant„Zum Flügel" Loth» ringerstraße 60.— Gesangverein„Sängerhain" Abends 9 Uhr tat Rest. Kaiser Franz Grcnadierpl. 7.— Gesangverein„Hoffnung Moabit" Abends 8t Uhr Wilsnackerstraße 63, im Resiauran! Uges.— Gesangverein„Felicitas" Abends 9 Uhr im RestauraM Rebelm, Langestt. 108— Gesangverein„Liederlust" Abends 9 Uhr im Restaurant liehmann, Raunynstr. 44.— Männergesangverein „Accordia" Abends 9 Uhr bei Brademann, Marmsstr. 7.— Zitherklub„Amphion" Abends 9 Uhr in Triebel's Restaurant, Hoher Steinwcg 15.—Turnverein„Froh und Frei"(Männer- abtheilung) Abends 8& Uhr Bergstraße Nr. 57.— Berliner Turngenoffenschast(V. Männerabtheilung) Abends 8% Uhr in der städtischen Turnhalle, Wafferthor- straße Nr. 31.— Turnverein„Hasenhaide"(Männer- Abtheilung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstr. Nr. 60.61.— Verein ehemaliger Schüler der 37. Gemeindeschule Abs. 9 Uhr im Rest. Kinner, Köpnickerstr. 68.— Verein ehemaliger Schüler der 44. Gemeindeschule Abb. 9 Uhr im Restaurant„Albrechtsgarten", Wilhelmstraße 105.— Arends'scher Stenographenverein„Apollo- dund" Abends 8% Uhr Brunnenstraße 129 a.— Arend'scher raphenverein Abends Uhr im Restaurant„Zum eisernen Kreuz��indenstraße 71.— Deutscher Verein Arends'scher Stenographen Abends 8t Uhr in Randel's Restaurant, Brunnen- stmße 129 a.— Verein„Rose" Abends 3t Uhr im Restaurant Elye, Älexandrinenstr. 99.— Unterhaltungsverein„Harmonie" Abends 8 Uhr Wrangelstr. 186, im Restaurant Schimpke.— -verein„Mollig" Abends 9 Uhr im Restaurant Reinicke, Gipsstraße 3, jeden Dimstag nach dem 1. und 15. — Zitherklub„Amphion" Abends 9 Uhr im �Münchener Hof", Spandauerstr. 11—12.— Rauchklub„Zum Wrangcl" Abends 8 Uhr bei Herschleb, Adalbertstraße 4.— Rauchllub„Deutsche Flagge" Abends 3 Uhr im Restaurant Händler, Wrangelstr. 11. — Rauchklub„Friedrichshain" Abends 9 Uhr im Restaurant Kipping, Landsbergerstr. 116a.— Rauchklub„Lustige Brüder" Abends 8t Uhr bei Grothe, Fürstendergerstraße 2. Literarisches. Die Nolksbibliothek de« gekämmten«enschliche« Missen«, deren Herausgabe ick Ende vorigen Fahrcs über- nommen habe, ist bis zum 56. Hefte erschienen. Die bis jetzt ausgegebenen Hefte enthalten drei Werke„Geschichte der neu esten Zeit", Bd. 11,„Volksernährung" und „Astronomie, Astrophysik und Kosmogonie". Alle drei Werke find vollständig in je einem Bande erschienen. Alsdann hat die von dem Botaniker Henn B o m m e l i unter Mitwirkung des ebenso geistvollen als in hervorragendem Maße sachkundigen Profeffor Dr. Arnold Dodel-Port ge- schriebene„Pflanzenkunde", sowie die von dem Elektrotechmker H. L u x(der jetzt bereits ein Jahr und fünf Monate wegen Theilnahme an einer geheimen sozialdemo- kratischen Verbindung im Gefängniß schmachtet) verfaßte „Elektrotechnik" und die von Manfred fflf'] bearbeitete„Geschichte der älteren deum Literatur" zu erscheinen begonnen. Außerdem wird zuiw scheinen:„Geschichte der französischen Revolub von W. Liebknecht. Mit diesen, sowie mit den bishe schicnenen Heften bietet die„V o l k s b i d l i o t h e k" einer Fülle des Wissensnothwendrgen und zwar in so allgeni!» ständlicher und feffelnder Form, wie es, ohne der Wissen!» lichkeit Abbruch zu thun, überhaupt nur möglich ist.. Alles in allem genommen sst die„Volksdibliotl als Zusammenfassung des Wissenswürdigsten aus all' den' verzweigten Gebieten der menschlichen Erkenntniß umsonw Beachtung des Volkes werth, als fie von dem Standpunve kommener Vorurtheilslosigkeit sowohl geschrieben als r» und ausschließlich dam bestimmt ist, der Lernbegierde dtt gn Masse in strenger Wahrheitsliebe und ohne alle RufffW, hergebrachte Anschauungen und irgendwelche Privat- oder'Sl» interessen zu dienen.„ u Hinweisend auf das Vorstehende halle ich mick für � tigt, alle meine Freunde um weiteste Ber«> tung der„Vollsbibliothek"zu bitten, W* die Höhe ihrer Aufgabe zu erheben sowohl der RcdauM ihrer Mitarbeiter, wie auch insbesondere mein eifriges vtw sein wird.'.. W. Liebknetl „ 9** Wen nae IMng ai «»lagen i Meganger wanirogt) M) K; Theater. Dienstag, den 4. September. Gpernhau«: Das Rheingold. Achaaßn-lhittt»(im Wallner- Theater): Der Menonit. Feiedeich- WUhelmstädtische» Theater. Der Bettelstudent. Kestdenz-Theater: Numa Roumestan Gentral-Theat-r: Die Schmetterlinge. Kr-»'« Theater? Der Prophet. »elleassiance- Theater: Tricoche und Cacolet. Miktaria-Theater» Die Kinder des Kapllän Grant. KSnigstädtische» Theater. Lumpenkönig. Kan/ma««'» Dartcktt i Spezialitäten-Vorstellung. Taarardia- Theater: Spezialitäten« Vor- Theater der Reichshalle«: Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Direction: Dorn und Baron. Dienstag. 4. September: Gastspiel de« Kallrt» vom Chatelet-Theater in Paris, unter Lelluna des Balletmeisters Kigr. Achill- R-sst. sowie Auftreten von Mlle. Letizia Millo«. Mlle. Maria Knllard. Miß Tora und Gmmy Godefroy. Mr. Kanck und Hurley. Prof. Leon KrevoS. FrAre# Tarchq. Krother« Maro-Lind«. Mar Adotss. Mlle. A.ma u. A. m. Anfang 18 Uhr. Ende Mitternacht. Emröe 1 Mark. tassas» 1«». 9 M.- 10 A. K»t««r-Pmaoranaia. Zweite Reise: Ua« Fetding 1870 71. Fahrt mit der Gottharddah«. Der ganze Trauerzug und Aufsahrung«aiser Wilhelms im Dom. kntree& Cycl. 20 Pf.. Kind nur 10 Pf. Abonn Meine Destillation, Dier-. Frühstück»- «nd Killard stnde, sowie ff. Bergschloß« und Patzenhofer Bier empfehle bestens. 232 A Karthel Herrmannplatz 4. WP Für alle Sachse-» liegt der„Leipziger Tagesanzeiger" aus. American-Theater. Direktion A. Reiff. Dem hochgeehrten Publikum zur ergebenen Nachricht, daß das American-Theater fich nicht mehr Dresdenerstraße 55 befindet, sondem nach der Wallmertheateratr. Up. IS(früher Stadt- und Alhamdra- Theater) verlegt worden ist. Eröffnung 6. September mu Operetten, Spezifitäten, sowie jlttltFI* Pantomimen von Hochachwngsmll August Reiff. Gentral-Theater. D ireetio«: Grnil Thomas. Dienstag, d. 4 September 1888: Znm 20. Male: Schmetterlinge. Gesangspoffe in 4 Akten von W. Mannstädt. Mufik von G» Kteffan«. Kannappel: Grnil Thorna«. Emmeline: K-tty Gerder. Jlora: Iosestae Dooa. Selina: Anna Grüufeld. Naschka: Irma Götze. Martha: Anna Socke. Kaffeneröffnung 61, Anfang 71 Uhr. Um den Wünschen des Publikums infolge des großen Andranges gereckt zu werden, hat die Direction fich veranlaßt gefühlt, den Vorverkauf von 8»u 8 Tagen einzuführen._ schweizer Garten. EntrAe 30 Pf. EnteAe 30 Pf Theater-« Sveeialitiiten Norstelluny 1 Verband deutscher Mechaniker «.»er«. Kernfsge».(Iahlkelle Krrlin.) Mittwoch, den 5. September, Abends 81 Uhr, bei Lammers, Kommandantenstt. 71—72: WM" Versammlung. Tages-Ordnuna: 1. Vortrag des Herrn Dr. Wille. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten- Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mit- glieder. Um recht zahlreichen Besuch bittet 494] Der Dorstand. Einzelne Sopha-Dezüge! in Rip«, Damast«nd Fantastel� für die Hälfte!, Emil Lefeyre, j-mtl »ta, ZÄZ 2™,<5 Mnen S Vereimgung d. ßm etc. Filiale Berlin I. Konnabend, de« 8 Sept., Abd«. 81 Dhr: Gr. Smwkkimchk-Klöiijchto verbünd jmit humoristischenVorträgen, ausgeführt von 2 Duettistm, bei Feuerstein s, Alte I a k o d st r. 75, in beiden neurenovirten Sälen. Billets find zu haben bei Sodtke, Ritter- straße 123 und den 4 Filialm der Hilfskasse. Billets für Herren 50 Pf., für Damen 30 Pf. inklufive Tanz. 497] Der Bevollmächtigte. Verein Berl Wohnungsmiether. Dienstag, den 4. Sept.. Adds. 8 Uhr, Neues Club-Haus(Theodor Lammers), Kommandantenstraße Nr. 72: Große oeue Settel Stand 9 Mark Bettfedern Pfd. 30 Pffl bis zu den feinsten Daunen zu fabA billigen Preism. Größte, leistun� Bett« und Bettfedernhandlung von L Beutler«( Ackerstr. 0* Mariann anstr- Erstes Geschäft Zweites Geschäft: NB. Feine broncirte Feldbettste!cr> I Matratze und Manilla Bezug Stck. 8,�„i welche überall 12 Mark kosten «midoldt- pdgilt M Es ist Da, 0 T�tUUI Q feen Uh, «»eiteren" toflten fiel * dm W Hvzostov'Zamilie, C. Willbers, Krsthers Almiag. Seschw Aelorme. Volksbclusttgungm Im Saal: Damen- aller Art. tanz u. Kall. Abends: Gr. Illumination. Alles Nähere die Anschlagsäulm. gusigei« m Volksball L> giriviiur. Damen- W Kall. mä Int iinfranunn Allgemeine MietherUersammlnng. Tages-Ordnnng: 1. Referat des Vorsitzenden über:„Die Auf« gaben des Vereins". 2. Geschäftliches. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Freie Diskusston. 5. Ergänzungswahl des Vorstandes. 6. Fragekasten. Wir dittm um regen Besuch und um die Verbreitung unserer Veretns-Bestrebungm.— Auf die Benutzung unserer Wohnungsnachwcise« Bureaus machen wir besonders aufmerksam. Der Vorstand. I. A.: E. Äalzahn. Dr. Schumann. Direktor Sachs. Das Vereinsbureau befindet fich bei dem Vor- fitzenden, Mariendorferstr. 4; Sprechstunden 8 bis 9 und 1 bis 3.— Das Vereins-Sundikat befindet fick Markarafenstr. 52 bei Herrn Reckts- anwalt Michaelis, Sprechstunden täglich 4 bis 6 Uhr Nachm., in allen Miethsangelegmheiten unentgeltlich.(500 i»7v'"v* «t wurde Selbstunterricht in der einfachen u. doppelt*'' kaufmännischen Preutz Loose 1. 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Jahrg. iige f'I mta? v, tu. zu fa istungsst ig von er. rstr. 3�* inaasf' SSÄ Liedknecht. Knörcke.... �old.»»» Förster... .Zersplittert. richl oppelt«' isohen nng eir item# r tbode pk. d< e 44. kob1'; rttti*" 1 w, Kommunales. . Der Ktadtverordnrtrn-ZIersammlnng find zu ihrer Wien nach den Ferien am 6. September er. stattfindenden «niung außer mehreren RecknMasvorlagm noch einiae andere eiligen zur Prüfung und Genehmigung seitens des Magistrats Sangen, von welchen wir folgenve bei vorheb, it. Zunächst tragt der Magisn ar oei der Versammlung die Zus. im- ?ung zur Bewilligung des Bauplatzes für die *'tche der Emmaus. Gemeinde auf dem Laufiyer »tatze.(!) Ferner soll fich die Versammlung mit der B e- »'.tligung des Festsaales nebst den anstoßenden mttiäumen des Berlinischen Rathhauses für die feierliche s/iffnung des 7. Intern ationalen Amerika- N.Kongresses am 2. Oktober 1888 einverstanden et» Zokales. » Amtliche« Resultat der Mahl im 6. Kerliuer NhatagswahUrreise. Das gestern um 10 Uhr Vormittags des vom Odeipräfidenten der Provinz Brandenburg und 3 Berlin, Staatsminister Dr. Achendach ernannten Kom> •sstutj, Stadtraths Mamroth und zwölf von demselben be- Uten Beifitzern, von denen 7 erschienen waren, sowie des ?ck>nflfübreis, Magisttatssekretär Deutloff 11 im Hörsaale des «widolvt-Gymnafium in der Gartensttaße amtlich und »"d giltig festgestellte Ergebniß der am �»nnerstag, den 30. dieses Monats, abge- " l t enen Ersatzwahl zum Reichstage für den aus- xtchiedenen Reichstagsabgeordneten Hasenclever ist folgendes: 2% 93 480 eingetragenen stimmberechtigten Wählern find i'u. SÜttge Stimmen abgegeben worden. Davon haben er- . 26067 Stimmen. 7495„ . 3 849„ . 4 331 ..... 16|, Es ist somit Liedknecht gewählt. ». Da» zasta liefest wurde dieses Jahr nicht wie sonst in �wnau abgehalten, sondern in Schmargendorf. Schon um Uhr zogen einige kleinere Adtheilungen von Festtheil- stihmern hinaus, dieses mal nicht wie gewöhnlich gleich von der sitzet empfangen, da nichts von dem geplanten Feste in �wetteren" Kreisen bekannt geworden war; erst gegen zehn Uhr «gten fich die Vettreter des Gesetzes. Die Thcilnchmer zogen "' den Wald, wo ein Fäßcben aufgelegt wurde. Hierbei suchten W) einige unbekannte Individuen heranzudrängen und für Geld % zu verlangen; fie erreichten jedoch ihren Zweck nicht. Nach- % wurde ein Lied angestimmt; der anwesende Schutzmann >nbot zwar zuerst das Singen, als ihm aber nachgewiesen Mde, daß das Lied ganz barmloser Natur war, gestattete er, M weiter gesungen wurde. In einer der Strophen am Schlüsse N»mt der Vers vor„gleiche Pflichten, gleiche Rechte", dieser M schien denn doch bedenklich, der Schutzmann glaubte jeden- 2' daß es eine Aufreizung zum Umsturz des Bestehenden sei, t?* man gleiche Pflichten und gleiche Rechte fordert, und ver- btihalb von diesem Vers an das Lied wiederum. Nachdem versammelte man fich im„Schützenhaus". Eine -' L t.Liej.. Ol-w-«— Texte: nur zu dem Licde„ich bin ein Preuße, iu%■ metne Warden" schien em solcher Tcxt nicht vorbanden uab iü' 5801 dem Gatten hielten die Schutzleute zu Pferde w'".dem Gatten selbst ging ein Schutzmann in den Gängen %.ungerechnet die Spitzel, welche fich in die »wch. basten und die jedes harmlose Wort, das gesagt q.' delauschen konnten. »ach-n?. �iachmittage gelang es, unbemerkt von den über- binnen m" ai? �"�lnen Trupps in den Wald zu ilgtM Man stellte sich zusammen und sang Lieder, dann bin rv„mQn stch m einzelnen Gruppen auf dem Boden unter ?"d Hörte Votträge an. Unterdessen mußten die Aaripn n-ch n50bI demerkt haben, wie sonderbar leer der Zielt-, geworden war, und plötzlich sah man die drei % ii,.• n dichten Wald kommen; es glückte auch einem k 0t?en Mlffethäter zu fassen, welcher das große B�u�n�mgen hatte, im Walde eine Zigarre zu rauchen. |«tu goJ.l'N0!' brach nunmehr auf und ging ruhig weiter durch 'die dw, n umncr begleitet von den drei Reitern; man sah, ������nühsam�m�mgewohnt�Gehet�u�en�m- Einfachheit ntid Kurns. Jtben"�et,„i3n)etf aller landwirthschastlichen Thätigkeit ist der, »u können, und zwar so angenehm als möglich." Philosoph Fichte, und für diese zutreffende >>>eii firfI)n mÖ0en'hm viele nicht zutreffende vergeben sein, Sich. uLfine genauere Begründung des ArbettSzweckeS wohl . geben läßt. bs»e bem Menschenkindern sind indessen sehr verschie- fyiner die meisten sind wurmstichig und nur ein Äils,..-. Echtheit reift sich so aus, daß er am Ende der W>Iich Befriedigung sagen darf: Ich habe nicht ver- ffoe"bmen Zehntausend möge« angenehm gelebt haben, % p StbtÜqi; dem Reste indessen war die Arbeit tu des q./''5'6 um das Dasein nicht erspart und die Freuden waren ihm dabei nur spärlich zugemessen. * Annehmlichkett des Leben« sind nur relative gmiich* Johannes Guttzett hat uns erst vor einigen Tagen ""»ten daß wir eigentlich alle angenehm leben �'den'. wir diesen Begriff nur etwa« herabstimmen � PtedinJ1"erlangt Rückkehr zur Einfachheit. Diese aber ?. bürfk'®0 fte schon durch äußere Verhältnisse geboten »eile ik gerade nicht am Platze sein, und auf der anderen �PunA* gewisser Luxus von dem nattonalökonomifchen HS f Fwll I-Nchl m b-p-h«!->»- 11%.tT z�ssiß. unh."�Ueberfluß erscheint. w........... J Äojf; ber Begriff LuxuS ist daher ebenfalls relattv. Ljeit inbeft. 8 Zeitalter und jeder Stand steckt die i �"Uch w1'" ander«; Handels- und Gewerbethätigkett evtskis,""'1 einen größeren oder geringeren Gewinn Der Luxus wird erst dann unsittlich ebenen Walddoden und zwischen den dichten Baumstämmen die Pferde furatbar angestrengt wurden und völlig mit Schaum bedeckt waien. Indessen blieb doch die Mühe der Beamten nicht undelohnt; es gelang ihnen, zwei Männer zu ergreifen, welche ein verbotenes Lied gesungen haben sollten; zwar vermochte fich der Eine durch Vorzeigen seiner Militärpapiere zu legiiimiren, allein der Schutzmann glaubte doch, daß es für den Staat gefährlich sei, wenn er den Vcibrecher freilasse. Die Beiden wurden deshalb in das Arrestantenhaus gespeitt, ein Gebäude, bei dessen Anlage ein Schweinekoben als Muster ge- dient zu haben scheint; es ist niedrig und kahl, das kleine Fenster defindet fich dicht unter der Decke, und in dem ganzen Räume befindet fich keine Streu, daß man fich etwa hinlegen könnte. Bis Montag Morgen waren die beiden Arrestanten nicht in Berlin; hoffentlich wird man fie doch nicht in jenem Räume die ganze Zeit baden kampiren lassen. Die Frau des Einen versuchte, die Schlüssel zu bekommen, um ihre Wohnung zu Hause ausschließen zu können, aber die Herausgabe der Schlüssel wurde ihr ver- weigett._ Beim Heimgange wurden noch neun Mann arretitt, well fie gleichfalls gesungen Haben sollten: man ließ fie aber wieder frei, nachdem nur ihre Namen aufgeschneben waren. Bei dieser Gelegenheit beging noch einer der Polizisten eine wichtige Heldenthat, die erwähnt werden muß, damit ihr nicht der ge« dührende Ruhm fehlt. Er ergriff einen ruhig dastehenden Arbeiter von hinten und schleudette ihn vorwärts, so daß er auf der Straße hinfiel, und darauf zog er fich sofort zu seinen Kollegen zurück. Das Jest verlief im Allgemeinen still und ruhig und hatte eher den Charakter eines großen Familienfestes, als dm einer politischen Feier. Alle öffentlichm Kundgebungen find ja unter dem Drucke des Sozialistengesetzes unmöglich, aber kotz dieses Druckes, welches der ganzen Feier sein bestimmendes Gepräge aufdrückte, war doch in den Mienen aller Betheiliaten eine stolze Freude, ein geheimes Tttumphiren zu bemerken. Das Gefühl, welches in jedem Einzelnen lebte, war das Gefühl dieser ganzen großen Menschenmenge, welche hier zusammen- gekommen war, und Jeder wußte, daß er in diesem Gefühle Ans war mit allen den Andern. Sogar die Kinder sangen stolz mit bei dm Liedem, welche im Walde unter dm stillen Bäumen ettönten. Und wenn dieses Gefühl der Einheit, der Zusammmaehöttgkeit gestärkt ist, dann ist ja der Zweck des ganzen Festes auf das glänzendste verwirflicht. J« de« Verhaftungen und Kiflirunge«, die am Sonntag in Schmargendott von der Gendarmerie vorgenommen wurden, wird uns noch mitgethellt, daß im Ganzen zehn Per- sonen dem Schicksal der Sistitung verfallen find. Drei von den Herren, die stch legitimiren konnten, wurden noch am Abend enllassen; die übriam, Buchbinder H., Schuhmacher R., Tischler M., Tischler E., Drechsler H.. Drechsler L. und Schttstgießer L. wurden am Montag nach Schöneberg kansportitt, dott verhött und um 12 Uhr resp. 2 Uhr mtlaffm. lieber ihre sonderbaren Schicksale werden die Verhastetm morgen berichten. Christlich-Konservativ» Ardeiterfrennd». Wir er- haltm von dm Setzem des„D e u t s ch e n T a g e b l at t" in der Königgrätzerstraße— nicht zu verwechseln mit dem von dem konservativen Blatte tief verachteten„Berliner Tage- blatt"— eine Nachricht, welche beredter spricht als alle arbeiterfreundlichen Worte, die von dem„auf dem Boden der kaiser- lichm Botschaft" stehmden Blatte so oft und gern im Munde geführt werden und mit denen fie glaubt, die Arbeiter für ihre allein selig machenden Worte— natürlich ohne die Thaten — betölpeln zu könnm. Man höre und urthelle: Am Vor- abende des Tages, am Sonnabend, 1. September, wo Deutschlands Größe und Macht von diesem Blatte gefeiert wird, er- hielten sämmtliche Setzer der„Deutschen Verlags- und Buchdruckerei-Attien-Gesellschaft Dmtsches Tageblatt"(wir geben den ganzen llangvollen Titel, womit dieses Blatt auch den „Gifrbaum Börse" dekämpft— lächerlich—) von dem Geschäftsleiter die Nachricht, daß diejenigen Setzer, welche ohne Kündigung stehen(etwa 20 Mann, fast alles Familiew väter) sofort entlassen seien, und die übrigen(29 Mann) nach 14 Tagen demselben Schicksal verfallen. Diese Nachricht traf die nichtsahnmden Setzer, welche ohne Ausnahme 3 bis 10 Jahre im Geschäft tbätig find, wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Dieselben erbaten natürlich sofort eine Aufklärung dieser sonderbarm Maßregel und erfuhren nun, daß ein früherer Setzer, welcher stch jetzt„Zeitungsuniernehmer" titulirt, den In- haben, des Geschäfts(?!), sowie auch sämmtlichen übrigen Zeitungen Berlins eine Offerte gemacht habe, daß n in der Lage sei, mit einer Geseaschaft von sogenannten Setzem die Zettung und die sonstigen Arbetten der Druckerei um einige tausend Mark jährlich billiger herzustellen, als dies von den und unklug, wmn er die Moralttät verletzt, an die Stelle deS geistigen den materiellen Genuß stellt und diesen auf Kostm de« Darben« vieler Mit- menschen beftiedigt. Wie sehr nun die Anschauungen über das Nöthige und Ueberflüssige stet« verschieden waren, zergt un« am besten ein Blick auf die vergangenen Zeiten. Vieles geht täglich durch unsere Hände, eS wird als Nothwmdigkeit betrachtet und war e« ftüher nicht. Das unentbehrliche Hemd war im 15. Jahrhundert noch ein ausgesprochener Luxu«. Es ist bekannt, daß die Gemahlin Karl'S Vll. von Frankreich allgemein beneidet wurde weil sie mehr als zwei Hemden von Lemwand besaß. N�ch im 16. Jahrhundert war daS Hemd zwischen Fürsten �Unf e«3 �Alword exen schliefen auf Bärenfellen, die Römer hatten ein einfaches Polster und erst in der Zeit vor Karl dem Großen besaßen die Vomehmm Federbetten; im Haushalte des Kaisers selbst warm derm überhaupt nur Vor� zweihundert Jahrm trug man noch keine Strümpfe; 1558 erfand William Lee in Cambridge den Strumpfwirker- stukl und starb aus Kummer, weil er zur Verwerthung seines Gedankens nirgend« Hilfe fand. 1604 wurde der- �"�Vierhundert Jahre erst sind es daß von Italien aus das Taschentuch seinen Einzug rn die deutsch sprechenden Länder hielt, in jene Gegenden, m denen biS dahrn nur Hand und Nase in einen direkten Kontakt gekommen waren. SÄITW? Äf«« 5 ziehungSmittel für das Kind und mit dem eingebundenen Stein dient eS ihm als Waffe. Vtelfeittg verwmdbar und unersetzlich ist es.in dm Händen des schönm Geschlechts, gegenwärtigen Arbeitern, welche sämmtlich dem„Deutschen ilnterstützungsverein" angehören, geschieht. Die Inhaber des Geschäfts gingen natürlich mtt Freuden auf diesen Handel ein» der ihnen, wie schon angedeutet, einen Gewinn von einigen tausend Mark jährlich bei ca. 50 Mann einbringt, unbekümmert darum, ob diejenigen, welche ihnen seither die Arbeit zur vollsten Zufriedmheit geleistet, nun in dieser traurigen Geschäftszeit mtt ihren Familien in dem Elend der Weltstadt untergehen, oder ob diejenigen, welche deren Stellen einnehmen, von einem sogenannten„Unternehmer", der auf Kostm der Arbeiter fich ein bequemes und genußreiches Leben zu verschaffen gedmtt, mit einem Hundelohn abgespeist werdm. Hat doch ein Herr Dr. Blastus, derselbe, welcher in den Zeitungen die„Roth an Kirchen in Berlin" beklagt und zu liebevollen Gaben auffordert, um dieser christlichen Kirchen« noth abzuhelfen, den verabschiedeten Setzem geantwortet auf die Frage, ob fich diese Handlungsweise mit den Prmzipien des konservativen Blattes vereinige:„Ja, meine Herren, es ist eben Aktiengesellschaft, und da muß eben dilliger gearbeitet werden; wir könnm nicht dafür, wir haben die Ordre bekommen, so zu handeln."— Das Urtheil übet diesen Handstreich überlassen wir vorläufig der Oeffentlichkeit und hoffen, später auf diesen Fall zurückzukommen.— Wie wir erfahren, haben sämmtliche übrigen Prinzipale die Offerte des famosen„Zeitungsunternehmers" als ihrer unwürdig abgelehnt. Was antwortet nun das„Deutsche Tageblatt"? Urb»» einen Meiste» w de» Kerline» Maschinen- ban-Aktiengesellschaft, vormals Schwartzkovff, schreibt uns der Dreher, Herr P. Hoffmann, Boyenstr. 13: Der Meister Fr. Pusch war mit dem Dreher Liefert verfeindet, konnte ihm aber nichts anhaben, well L. nicht bei ihm, sondem bei dem Meister Herold arbeitete. Herold verreiste im Anfang Juli auf einige Zell und Punsch vertrat ihn. Am zweiten Tage seiner Vertretung hatte er Liefert entlassen. L. wollte stch das nicht gefallen lassen und sprach davon, fich bei dem Direttor der Fabrik, Herrn Kaselowski, über seine Entlassung zu beschweren. Da fuhr ihn Pusch an:„Verfluchte L.... bände! Mit Eurem Kaselowski! Ich fürchte mich nicht." Leider unterließ es L.» den Gang zum Direktor anzutreten. Das Benehmen des Meisters machte ihm bei den Ko. legen des L- gerade keine Freunde, und er war fich dessen auch wohl bewußt. Als nun vier Dreher, um einen Geburtstag zu feiern, einen Nachmittag von der Arbeir fortblieben,(die Arbeit drängte nickt, und während eines vollen Jahres war es der erste Nachmit- tag, den fie„blau machten") gab Pusch ihnen am nächsten Morgen Passtrscheine und meinte Hönisch: „Gestern habt Ihr zu Eurem Vergnügen gefeiert, heute zu meinem!" Die Arbeiter verloren so einen vollen Tag Arbeit, und damit noch nicht genug, wurden drei von ihnen entlassen» als ihr Akkord beendet war; der vierte hörte unter diesen Um« ständen selber auf.— Daß Meister P. über das„Blaumachen" milder denkt, hatte er ort genug Gelegenheit, seinem eigenen Sohne gegenüber zu beweisen, der oft genug in flotter Zeit einen oder zwei Tage von der Arbett wegblieb, ohne daß sein Vater ihn deshalb gemaßregelt hätte. Die Cinfuhrnng der Gaserleuchtung Unter de« Linden» welche vor nunmehr ziemlich genau 62 Jahren erfolgte und den Anfang der Gaserleuchtung in der Stadt überhaupt machte, hat oermuthlich dazumal weit mehr Aufsehen erregt, als die heutige Neuerung, das elektrische Licht, unter dem an ge» wallige technische Umwälzungen gewöhnten Geschlechte der Gegenwart. Die„Voss. Ztg." berichtete über jenes hervor- stechende Ereigntß wie folgt:„Berlin, 20. September 1826. Gestern Abend sahen wir zum ersten Male die schönste Straße der Hauptstadt, die zugleich unser angenehmster Spaziergang ist, die Linden, im hellsten Schimmer der Gasbeleuchtung. Eine große Menge Neugieriger war durch dieses Schauspiel herbei« gelockt worden, und alle schienen davon überrascht; denn heller haben wir selbst bei glänzenden Illuminationen die Linden nicht gesehen. Nicht in dürftigen Flämmchen, sondern in handbreiten Strömen schiebt das blendende Licht hervor, das so rein ist, daß man in einer Entfernung von 20—25 Schritten von den größeren Laternen einen Brief recht gut lesen konnte. Einige Privat« Häuser haben schon Gebrauch von der Gasbeleuchtung gemacht; vor dem Hotel de Rome stehen zwei helle Fackelträger, und vor Beiermanns Cafö Royal hängt ein Feuerzeichen, wie auf einemLeucht» thurme, so daß man den Hafen nicht verfehlen kann. Bald werden auch die anderen Hauptstraßen auf gleiche Weise erleuchtet werden, und Berlin, ras wegen seines erfreulichen Eindruck s» den es bei Tage macht, berühmt ist, wird auch zur Nachtzeit den Fremden angenehm überraschen." Wenn die damalige» doch recht bescheidene Gaserleuchtung schon zu derartigen Aus» brücken der Bewunderung kieb, so kennzeichnet das am besten de« Staatsmannes, des Redners und der lachenden Erben. Da« vergessene Taschentuch vermag schwere Konflikte zu schaffen, wie wir im Romane, im Drama und im Leben häufig genug sehen kennen. Ein vergessenes Taschentuch hat schon manchen Menschen unmöglich gemacht, denn:„Kleine Ursachen, große Wirkungen." Der Regenschirm ist uns vom Orient zugekommen und Jonas Houway, ein vielgereister Kaufmann von London, war der Erste, welcher sich um die Mitte des vorigen Jahr- hundert damit auf die Sttaße wagte; das Hohngelächter der Jugend begleitete'hn auf seinem Wege. Während das Messer und der Löffel, wenn auch in roher Form, schon im Älterthum bekannt waren, kam die Gabel erst im zwölften Jahrhundert auf und blieb selten, bis zu dem Anfange des 17. Jahrhunderts. Der Komfort in der Häuslichkeit war überhaupt gering. Tischtuch und Serviette, früher durch ein Thierfell ersetzt, kommen erst im Haushalte de« Kaisers Karl V. 1520 vor. Sessel und Stühle zeigten rohe Formen und das Polstermaterial war eitel Stroh! Den Teller verttat eine Scheibe hartgebackene« Brot oder eine Tafel von Holz. In der Einführung der genannten Gegenstände wird nun der Unbefangene keine Verschwendung erkennen, fondern nur einen Fortschritt, welcher der Wohlfahrt des Körpers von Nutze« ist; unleugbar sind Wohnung und Kleidung aber besser geworden und hierdurch charakterisirt sich der gerecht» fertigte LuxuS. In rohen Zeiten wirft sich dieselbe dagegen auf da« Massenhafte in Nahrung, Wohnung und sonstigem Aufwand; die« bei der Einzelperson auf Kosten vieler Anderer. ES ist der unsittliche LuxuS, der stets auch den Ruin der Gefammtheit beschleunigt. Lehrreiche Beispiele bietet daS alte Rom. Wenn auch in der Zell des ersten panischen Krieges(240 v. Chr.) dem Volke nicht einmal das Brot bekannt war, so finden wir doch einige Jahrhunderte später den Luxu« schon in seiner die Dmftigkit dcs Ocllichies der guten alten Zeit. Was wür- den die Berliner für Augen gemacht haben, wenn sie die heutige Beleuchtung ihres„angenehmsten Spazierganges" hätten sehen lönnen. Tie ganze damals durch Vertrag der Stadtgemeinde mit der engl selben Gasgcscllschaft bestimmte Erleuchtungsanlage wurde 1829 fc-tig; sie umfaßte 1783 Gasflammen. Neben derselben blrcden 930 Ocllampen in Benutzung, während vordem tnsgesommt 2826 Oellampen in Thätigkeit gewesen waren. Die Brennzeit jeder Gasflamme im Jahre war auf 1300 Stunden festgesetzt; die Vertheilring dieser Stundenzahl auf die einzelnen Tage des Jahres war lediglich der Polizeibehörde übcrlaffen. Unter den Linden und vor dem kgl. Palais mußte die englische Ge« sellschaft„ganz neue, zierlich eingerichtete Lampen auf Säulen von Gußeisen" errichten. In den übrigen Theflen der Stadt konnte sie jedoch die alten Laternen und Laternenträger nach Belieben dazu einrichten laffen. Am 1. Januar 1847 übernahm die Stadt Berlin selbst die öffentliche Erleuchtung, zunächst mit 2019 Gasflammen und 1029 Oellatemcn; Ende 1860 war die Zahl der Gvsflammen auf 4146, Ende 1870 auf 7926, Ende 1882 auf 13230 gestiegen. Gl, ich r« Schritt mit der Entwicklung unserer Industrien hat die äußere Ausstattung der Lavengeschäfte und in erster Reibe die Dekoration der Schaufenster gehalten. Nur wenigen der Passanten, meint das„B. T.", welche sich täglich am An- blick der vielen geschmackvollen Auslagen erfteuen, dürfte es de- kannt sein, wie viel Arbeit und Nachdenken nothwendig ist, um eine Fensterdekoration, welche nicht nur einen guten Gesammt- eindruck machen, sondern auch gleichzeitig die einzelnen aus« liegenden Gegenstände in vorrheilhaftester Weise dem Beschauer vorführen soll, herzustellen. Der rege Verkehr der Großstadt er- fordert eine schnell zu übersehende und dabei doch fesselnde De- koration, und die Lösung dieser nicht leichten Aufgabe bedingt Geschmack, Geschick und Erfahrung. Die Hauptstraßen unserer Reflvenz legen Zeugniß ad, daß man auch hierin in den letzten Jahren bei uns außerordentliche Fortschritte gemacht hat, und daß man es versieht, nicht nur Luxusgegenstände, welche durch ihren kunstgewerblichen Charakter eine geschmack- volle Dekoration erleichtern, sondern auch weniger ge- eignete Dinge in anziehender Weise zu gruppiren. Wie viel Reiz bieten beispielsweise die Blumenläden in ihrem bunten und dustigen Arrangement, und welche„Gefühle" erweckt das luxuriöse Schaufenster der„Fabrik" von feinen Wurst- und Flerschniaaren in dem Wagen des hungrigen Paffanten! Während uns die mit Früchten, Konfiserien und Chokoladen angefüllten Schaufenster die Süßigkeiten des Ledens in ver- füdrerischer Weise zeigen, wird auch unser Wiffen durch Aus- stellungen naturwiffenschafUicher An bereichert. Nicht allein Thierhandlungen mit ihren gefiederten Insassen, senden mich aueliegende Sammlungen anderer Art find dazu bestimmt, unsere Aufmerksamkeit zu feffeln. So erinnern wir an eine Honig- und man die Eniwicke- Honigiuchenhandluna, in deren Schaufenster man lungsgcschichte der Bienen studiren kann, sowie an ein Kaffee« geschäft, in weichem fich zwei Schmctterlingssammlungen durch blendend- Farbenpracht Hervorthun. Diese exotifchen Falter, mit Namen Muzo Schmetterlinge, stammen aus den südamerikanischen Plantagen, d-ren hierher gesandte Produkte manch eine Kaffee- icbwester erqu cken. Wenn wir uns auch versagen müssen, der Mod-waaren> Industrie eingehendere Erwähnung zu tbun, weil dieselbe in Bezug auf Ausstattung ihrer Magazine so Viel- seiliges leistet, daß eine Beschreibung hiervon zu weit führen würve, glauben wir anderersests einige Geschäftszweige antühren zu sollen, die geeignet find, den guten Eindruck unterer Schau- fensterdekorationen zu beeinträchtigen. Hierher gehören zunächst jene permanenten sogenannten„Ausverkäufe", welche bald hier, bald dort, häufig genug in den fashionabelsten Straßen auf- tauchen und durch ein Gemisch wirr durch ewander gewürfetter Ramschwaare einen unerqurcklichen Anblick gewähren. Ferner wollen wir auf die Geschmacklofigkeit hinweisen, deren fich ein großer Therl von Zahnkünstlern, Schuhwaarenhändler u. s. w. vu.ch Ausstellung vor» hohlen Zähnen bezw. von Modellen ver- krüppelter Füße schuldig macht; ebenso glauben wir, daß auch die Bandagisten besser thätcn, ihre Fabrikate in möglichst ein- facher Weite auszulegen, statt die Figur eines mit allen nur möglichen Binden uno Bandagen bekleideten leidenden Kindes auszustellen und hierdurch die Passanten in unangenehmster Weise an die menschlichen Gebrechen zu erinnern. Die«»ste Eisenbahn in Pr-«Hen. Einer der denkwürdigsten Erirnerur.gstage in lullurgeschichtlicher Beziehung ist der 21. dieses Monats. Fünfzig Jabre werden alsdann ver- flössen sein, seit zum ersten Male in Preußen die jetzt mächtigste aller Verkehr seinrichtungm die Feuerprobe bestand, seit der erste Eisenbahnzug auf der Strecke Potsdam Zehlendorf dahinsauste. Es war ein langer und mühseliger Weg, weicher von der ersten Anregung bis zur Fertigstellung dieser Bahn führte. Der eigcnUrche Schöpfer des Hauptgedankens war der National- ökonom Friedrich Ltst, welcher die ungeheuer großen volks- und staatswirrhschaftlichen Vorzüge der Anlegung von Eisenbahnen in Preußen in seinen Schriften aus den Jahren 1833 und 1834 klar legte. Insbesondere-rlaunte er auch sehr richtig die Be- deutung der Bahnen für Berlin:„Durch ein von der Haupt- stadt ausstrahlendes Eisenbahnsystem wird Berlin zum Zentral- punkl des größten Theils von Deutschland und mit der Zeit zur Höbe von Paris fich erbeben." Ein Jahr später, 1836, wirkte er persönlich hier in Berlin für Durchführung seines Ge- dankens, mutzte aber unvernchtcter Sache wieder abreisen. Zehn Jahre später, am 30. November 1846, macdte er in Kufstein in häßlichsten Form. Ein Kaiser ließ bei einem seiner Gast- mähler 600 Straußengehirne bereiten, von dem Kaiser AuluS Vitellius berichtet man, daß keine seiner Mahlzeiten nach dem heutigen Geldwerthe unter 75 000 Fr. herzustellen war. Der Tragöde Claudius AesopuS, Zeitgenosse von Cicero, setzte seinen Gästen eine Schüssel mit gebratenen Vögeln vor zu dem Preise von 113 000 Fr.; die Vögel waien nämlich alle zum Singen und Sprechen abgerichtet gewesen! Charakteristisch sind auch die Perlen, welche Cleopatra, Caligula und andere in dem Weine auf- lösten, nicht um ihn wohlschmeckender zu machen, sondern einzig um dessen Kosten zu steigern. Auch im Mittelalter finden wir zahlreiche Bei- spiele der Verschwendungssucht Einzelner und Versuche, der- artige Ausschreitungen durch obrigkeitliche Verbote zu be- schränken. Alle bezüglichen Gesetze blieben jedoch rmmcr vergebens; der Staat erkannte dies und die LuxuSverbote wandelten sich in Luxussteuern um, so daß dem Allgememen zum wenigsten ein Nutzen erwuchs. Derartige Gesetze werden heute nicht mehr erlassen, weil sie nicht geboten sind; begegnen wir auch noch oft einer Verschwendung bei Einzelnen, so bleiben dies doch nur Ausnahmen; sie zeigt sich in einer minder gemeinen Form und darin liegt ein Fortschritt. ES ist nicht die un- produktive Konsumation, sondern eine produktive, welche doch zum wenigsten in dem Genüsse nützlicher Güter besteht. So wenig der gezeichnete sinnlose LuxuS einer früheren Zeit sich heute brert machen könnte, ebenso wenig dürfte es wünschbar erscheinen, die nach den jetzigen Anschauungen ge- rechtfertigten Lebensbedürfnisse auf jeneS Minimum herab- gedrückt zu sehen, das den Kulturmenschen wieder zum priminven machen würde. Mögen unsere Bedürfnisse mit der Kultur wachsen, mit derselben wächst auch die volks- wirthschaftliche Erzeugung, die Ehre der Arbeit! einem Anfalle von Trübsinn seinem Leben durch einen Pistolenschuß ein gewaltsames Ende. Die von ihm gegebene Anregung war aber zu nachhaltig, als daß seine Gedanken im Sande ver- laufen konnten. Noch im Jahre 1835 entwarf der Justizkom- miffarius Rodert in Gemeinschaft mit dem Geheimen Oberbaurath Crelle und dem Rechnungsrath Dousfln einen Plan für die Erbauung der Strecke Potsdam— Berlin, für deren Betrieb die Gründung einer Aktiengesellschaft vorge- sehen war. Im Anfang des Jahres 1836 wurde die vorläufige Genel-migung zur Gründung de: Gesellschaft ertheilt, welcher dann am 23. September 1837 die Kadinetsordre Friedrich Wil- Helms IE. an den Staats- und Finanzminister Grafen von Alvensleben folgte. Dieses historisch wertbvolle Schriftstück ge- nehmigte das vorgelegte Statut der Gesellschaft, unter Ver- leihung der Rechte einer Korporation an dieselbe und fährt dann fort:„Die Bahnlinie und die Mir vorgelegien Pläne der Aus- Mündungen bei Berlin und Potsdam, wobei Ich nichts zu erinnern finde, will Ich genehmigen, auch im Auer- kenntniffe der Gemeinnützigkeit des Unternehmens der Gesellschaft für die Ausführung der Bahn in der an- genommenen Richtung, sowie der dazu geHöngen Anlage das Recht, die erforderlich- n Gmndstücke im Wege der unfreiwilligen Expropriation eigenthümlich zu erwerben oder vorübergehend zu benutzen, hierdurch ebenso, wie dasselbe für öffentliche Kunst- stratzen besteht, und mit der Maßgabe bewilligen, daß es nur unter besonderer Leitung der Regierung zu Potsdam ausgeübt werden darf. Die gegenwärtige Bestätigung und Verleihung kann von Mir zurückgenommen oder deschränkt werden, sobald das Statut oder eine der ergangenen oder vor behaltenen Be- stimmungen durch die Gesellschaft verletzt oder nicht befolgt wer- den sollte."— Die Veröffcnilichung der Kadinetsordre im Amts- blatte erfolgte am 13. Oftober 1837 und damit hatte das Zeitalter der Eisendahnen für Preußen seinen Anfang genommen. Die weiteren Vorgänge bis zur Eröffnung der Berlin-Potsdamer Bahn sollen in einem zweiten Artikel dargelegt werden. Unhrkmlich schwarzc, dicke Rauchwolke« sah man Sonnabend früh aus der Admiralsttuße aufsteigen. Alles eiste herzu, denn die hohen, dunkelrothcn-Flammen zuckten weithin aus dem scheinbar undurchsichtigen Qualm hervor. Bei den dort vorgenommenen Pflasterungsarbeiten war in einen der großen Thcerkeffel Feuer gerathen und die leicht brennbare Masse setzte die Bewohner der Straße in Angst und Schrecken. Sofort waren natürlich die sämnitlichen bei der Pflasterung be- schäftigtev Arbeiter zur Hand. Die Löschung konnte nur durch Aufschütten von Sand bewerkstelligt werden und fie gelang auch, dank den ausreichenden und sofort zur Stelle befindlichen Kräften in wenigen Minuten. Aber auch diese kurze Zeit hatte hingereicht, die Vorderfronten der zunächst stehenden Häuser mit dicken, schwarzen Rußflecken zu bedecken. Die zunächst be- legenen Läden waren von den Inhabern geschloffen worden. Trotzdem hatte der dicke Qualm die Waaren in einem Bäcker- laden und die Vorräihe eines Gemüsehändlers verdorben. Unsere Droschkenkutscher find zuwellen einer BeHand- lung ausgesetzt, welche dort Hut, wie wenig beneidenewerth ihre Lage ist. Hält da neulich die Droschke 3070 Ecke Behren- und Friedrichstraße, als fich ein vornehmer Herr in dieselbe wirft, um nach der Bendlerstraßc 2 gefahren zu werden. Als der Lenker der Droschke ihm auf seine Frage antwortete, daß die Strecke über eine einfache Tour hinausgehe und deshalb 1 M. koste, weigerte er fich, diese zu erlegen. Aber er blieb in der Droschke und verlangte, die 60 Pf.„abzufahren". Gutmüthig, wie es unsere Droschkenkutscher nun einmal find trotz der rauhen Außen- sette, welche fie oftmals zur Schau tragen, wird der Fahrgast für seine 60 Pf. bis Bendlerstraße 3 gebracht. Ein einziges Haus trennt ihn also von seinem eigenttichen Ziel, bis wohin ihn der Droschkenkutscher nicht fuhr, um konsequenter Weise an dem Preise, welchen er einmal genannt und zu welchem er auch berechttgt war, festzuhalten. Statt fich nun für ein solches Eni- ütechäuft ihn der Fahrgast beim gegenkommen zu bedanken, Verlassen der Droschke mit den unfläthigsten Ausdrücken und droht schließlich mit„Moabit". Der Kutscher mußte alle diese Flegeleien tuhig über fich ergehen laffen... Der geprellte Kundefänger. Tie Gehilfen der Berliner Abdeckerei dabcn die Gepflogenheil, bei ihren Stieifzügen, die fie ohne Ausficht unternehmen, eine Anzahl von Personen mit fich zu führen, die ihnen einerseits die Hunde zutreiben, anderer- setts ihnen als Deckung bei etwaigen Konflikten dienen, oder die gefangenen Hunde in Sicherhett dringen. In solcher Be- gleitung erschien ein Hundefänger am Freitag Abend 9 Uhr in der Weberstraße. Es gelang ihm auch bald, einen nicht vor- schrittsmäßig mit Marke und Maulkorb versehenen Hund einzu- fangen. Nachdem er demselben die Drahtschiinge abgenommen, übergab er den Hund einem seiner Helfetshelfer, fich selbst sofort wieder auf die Jagd nach anderm Hunden begebend. Er hatte jedoch die Rechnung ohne den B.fiyer des Hunde« gemacht. So lange der amttich berechtigte Fänger den Hund in Händen hatte, war der Befitzer still, aber blitzschnell hatte er den Hund an fich gerissen und eben so schnell in Sicherheit gebracht, nachdem der Helfershelfer den Hund an die Leine genommen hatte. Auf das Geschrei des Helfers kam der Hundefänger schnell herbei und verlangte von dem Besitzer das Fanggcld. Dieser begnügte fich mit der ironischen Frage:„Wo haben Sie denn meinen Hund? Bringen Sie ihn doch, dann so�en Sie Ihre drei Mai k lriegen!" Als der Hundefänger jetzt ausfällig wurde, bestand der Besitzer darauf, daß er ihm zur Wache folge. Bei der drohenden Haftung des schnell an- gesammelten Publikums blieb dem Hundcfänger nichts übrig, als nebst seinem Komplizen Folge zu leisten. Am Stroußberaer- platz bat er jedoch, man möge ibn laufen lassen; da das nicht geschah, wollte er den Befitzer schlagen, in diesem Augenblick griff ihn ein Schutzmann und brachte ihn nach dem Bureau. In diesem Falle zieht der Hundefänger den Kürzeren, denn die begangenen Jnstruktionswidrigkeiten kosten ihm seine Anstellung, während dem Besitzer des Hundes nichts pasfi-.en kann, da er den eingefangenen Hund einer Person fortnaßm, die keine Be- rechtiaung hatte, am Hundefange theilzunehmen. B»ri Kenzinbootr, gebaut auf der hilfigen Bootswerft von Rettig, befahren gegennättig die Gewässer der Oderspree, und zwar zur nicht geringen Verwunderung der vorbeiscgelndcn Zrllenführer und sonstiger Wassenatlen. Diese können nicht be- greifen, wie sich die Boote fotthewegen, weil man weder Rauch« fang, noch irgend eine Treibvorrichtung bemerkt. Die kleine Maschine steckt in einem Gehäuse in der Mitte des Bootes, welches an sie üblichen Kajüten erinnert, und nur das von dem Gange einer Maschine unzertrennliche Geräusch verräth, jedoch nur in der Nähe, daß in dem Kasten vom Menschen gebändigte Naturftafte ihr Wesen treiben. Die Maschine, welche das Boot treibt, ist,' wie die„Tägl. Rundschau mittbellt, die sogenannte Benzinmaschine von Benz in Mannheim. Die allddannte und bewährte eigentliche Gas- Maschine zum Treiben von kleinen Booten zu werwenden, geht des mitzuführenden größeren Gasvorraths wegen nicht; und so hat obengenannter Maschinenbauer zu Benzin aegriff.n, einem Stoff, welcher bald aus Steinkohlen, bald aus Erdöl gewonnen wird, und allen Hausfrauen als ein vorzügliches Flecken- remrgungsmtttel bekannt ist. Sie wiffen auch, daß es fich leicht entzündet. Auf Rese Eigenschaft fußend, baute Benz einen Uernen Motor, der welchem in regclmäßigen Abständen Benzin und Lust rn besummten Mengen in einen Kessel eingeführt wird, worauf der eleftrische Funke einer llcincn Batterie das Gemisch entzündet und zum Exvlodiren bringt. Die fich ent- wickelnden Gase wirken dann aus Kolben und diese wiederum in bekannter Werse auf erne Schiffsschraube. Also derselbe Vor- Rauch, darin, daß fie des Anheizcns nicht bedürfen, sondaj Wen, er soll stets bereit find, und daß der Steuermann fie gleich mit* M er sich so dienen kann. Die Bcnz'schen Maschinen in Gang zu bii«* gw habe; na dauert kaum eine Minute, und es fährt alsdann das c*™u zu gleich mit einer Geschwindigkeit von 8-10 Kilometern dab»«viers stellte Der Betrieb des Motors ist höchst einfach und in kurzer � Hand des U zu ei lernen. W und ließ 1 Dir junge« Korue« im Zoologische« Garte«, ukW», Gin roh jetzt fast 5 Monate alt find, üben noch immer eine große%e traurige E ziehung auf das Publikum. Die drei Köntgskinder, welche du» We Mnenr ihre munteren Sprünge und ihr drolliges Spielen mit(Wtgenen Bäii jWftfgt, alt ander das Entzücken unserer Jugend wachrufen, find von selws t.�. Schönheit. Diese wird in dem jetzigen Stadium ihres WalV meinend ang> vv»». rw»viv VV-*.---,....... Uiiyt thums nur durch die allzu große Ausbildung ihrer Tatzen* Mne Fenster einträchtigt, welche den übrigen Körperthcilen in der Entan�gt sich zunäch lung weit vorausgeeilt find. Zwei von den graugelbcn, �«achließ, ihn z gepflegten Thieren find ein wenig kleiner als das dritte«den Na' scheinen das muntere Temperament der Mutter geerbt zu j�cheizurafen. trirtfirotth eirtt* tnnno �4>it irt ftotnoRort/yron ßtartfl.® während der eine junge Leu in seinem gemesseneren Ganfl.'iiH R. fich ers seiner vornehmen Haltung, besonders aber in der stolzen M mit einen das Haupt zu tragen, ein getreues Edenblld des alten WM Wl und in königs ist. Auch seine etwas zur„Betrachtung" geneigte Sin«*% R. blutübe art erscheint als ein väterliches Erdtheil. Das Verbältniß � der Unbe kleinen Löwen zum Publikum ist das denkbar beste, ftv«Wen. R,„ gleicher Vorliebe laffen fich alle drei den Kopf ftaucn, stj? firankenha "«W erregt. ßtuerhe, greilycr«zorneoe ragen n® aue orer den«opf rraucn, suchen den Bruder auf die Seite zu drängen, wenn fich 8#* nur eine Hand findet, welche die gewünschte Liebkosung zu° weisen bereit ist. „Mohlthätig ist des Feuer» Macht, Menfch dezähmt, bewacht." Leider läßt flch völkerung Berlins im Allgemeinen nicht sagen, daß fie Dichterwort nach Gebühr beherzigt. Von insgesammt Bränden im Vorjahre find mehr als die Hälfte, nämlich!* durch Fahrlässigkeit und Unvorsichtigkeit entstanden. N desondere haben auch die Kinder durch Spielen mit ZündböG Stfnpf in 59%inpn nmirfnAt. nnfpy htntp« sin SRtnnh ftffl" achtwa wenn st-. e von der" N�csiizsttaß «Siti. 30a ™*Wbft w Feuer in 52 Fällen verursacht, unter denen ein Biand zum„Umfange von„Mittel-Feuer" ausdehnte. Dic Abgrei� von„Groß-, Mittel- und Klein-Feuer" ist im Allgew*� wenig bekannt. Die städtische Feuerwehr bezeichnet ein als großes, wenn zu seiner Bekämpfung mindestens 2 in Betrieb gesetzt werden, als Mittelfeuer, wenn imn eine Spritze, und als kleines, wenn überhaupt keine Spe Thätizkett kam, die Löschung also durch Ausgießen oder vor dem Eintreffen der Feuerwehr erfolgte. Während� vorigen Jahres fanden 34 Groß-, 96 Mittel- und 835% Feuer statt. In 91 Fällen erwies fich die Älarmirung* „blinder Lärm". � vhf*** ij&r Nrter 10(s fei? Stt Hungen st Kei der Kerliner Feuerwehr werden seit einiger-a, o> geeignete Mannschaften im Samariterdienst ausgebildet, n*" i?chd bei etwaigen Unglücksfällen sachgemäße erste Hilfe leisten kö> ehe ärztliche Hilfe zur Stelle ist. Zur Zeit sind es 80 welche die Ausbildung als Samariter in den vom Zweigoerein des deutschen Samariteroereins geleiteten Leh erlangt haben. An Hilfemitteln find 6 Herne Apotb ken Händen, von welchen jede der 5 Kompagnien eine besitzt bei jedem Ausrücken mtt fich führt, während die sechste z>' serve dient. Aus dem vergangenen Jabre find 16 solcher leistungen zu verzeichnen, daiunter 2 Fälle, in welch.n ein» ein Dienstmädchen, andersetts zwei Kinder in vollständig täudtem Zustande aus verqualtmen Wohnräumen gl wurden und durch die eingeleitete künstliche Athmung Leben erhalten werden konnten. Die Häufigkeit solcher ist der beste Beweis für die Nothwendigkeit der getroffenen richtung. In recht trauriger Meise endete die Landpartie Vereins, welche derselbe am Sonntag unternommen hatte. zweijährige Töckterchen des Herrn Strohfeld fiel beim Li Platz aus dem Wagen und wenn auch auf das furchtbare schrei der Insassen der Kutscher den Kremser sofort zum brachte, so war doch bereits eines der Räder über das hinweggegangen, sstoch lebend wurde es hervorgezogen nach der im Görlitzer Bahnhof befindlichen Sanitätswache bracht, woselbst der dirigirendc Arzt, Herr Dr. C., eine Lur> quetschung konstatirte und die sofortige Uederführung na« Cyaritee anordnete. Die letzt« Fahrt. Dieser Tage hiell vor der Charit� Wagen, dem ein junges Mädchen entstieg. Das M meldete mit von Tbräncn erst.ckter Stimme, daß fich im ihr Bräutigam definde, der schon einige Zett krank sei, Zustand fich jetzt aber so verschlimmett hätte, daß fie zur Chantee gefahren sei, denn hier allein könne der noch gerettet werden. Man eilte hinaus, um den P�z behutsam hineinzutragen— aber man fand einen Während das Mädchen mit dem Arzt gesprochen, hatt� Tod ihr den Geliebten entrissen. Sic war so heroisch»% 25, _______ zu begleiten-� der Fahrt zum Leichcnhause, die in derselben Droschke � den Geliebten auch auf seiner letzten Fahrt treten wurde, in der fie hoffnungsvoll zur Cdaritce gefahren m-z« Schwindel wird aus Spandau"emn � Ei« neuer_._____. Ein dottiger Kaufmann bat vor seinem Laden einen Auto� angebracht, welcher nach Einwurf eines Zehnpfcnnigstückeso� mal zwei Zigarren von fich giebt. Ein noch unermirtelt»� dustricritter hat fich nun. wie der„An,, f. Haoell." beN°ß. Bleislücke, in Form und Gewichts dem Nickelstück gl-ich-®JJr rnnfftl fertigt und solche in zahlreichen Fällen dem Automaten � a leibt, der ihm dafür die Zigarren auslieferte. Bei �«i 'geboten »ver gern lentage r ' 91, abend 1 7, Schal husten 2. sschwäche mschwint atarrh 2 ZÄ' 1, liebe ovesfälle Öi Gestorben» itflet blick) I re 10, jre 82, figen K Wwcla ndesäi Köln- und fer Loui M Neu «italauet Darier S JX») 4k �« ör iKÄ,! in Flutschen Hachen 21 28,4 »rotten i und: iugereci des Automaten fanden sich eine Menge Bleistücke vor, der Zigarrenvorrath sehr abgenommen hatte.„. Eine««»»schlichen Wiederkäuer hat lüttk'�S- hicfige Spezialarzt für Magen- und Darnttrankkeiten, Dr- Ä« beobachtet und dehandelt. Ein 29j Jahr alter Kaufmann cn � bei dem Arzte als Patient. Etwa 15 bis 20 Minuten � k.... Einnahme einer jeden Mahlzett fühlte der Leidende Mensiiu�' haften Druck im Magen, der so lange andauerte, bis die yy Ä&enül ft wieder in den Mund zurückgedrängt waren. Tie EmM �'�aubc hierbei war mit Ausnahme des Druckes im Magen gerade k unangenehme; die Speisen hatten, in den Mund zuruag' j« Lan einen süßen Geschmack und wurden mit Appetit gelaw tA« aen nÄk �"ttleib wieder verschluckt. Der Patient hatte diesen Zustand bei vollem körperlichen Wohlbefinden ertragen und den-�s eines Arztes für entbehrlich geHallen; er unre» j in geschäftlichen Angelegenheiten weite Resten kehrte zuletzt aus Konstantinopel nach Berlin und zwar in einem nervös sehr erregten Zustanr�., � *»-zöge zuern zu marye gezogene pceroenarzi errannre yato r UebelS in dem Magen und in den E.nährungsv.-Mtn",# Patienten und wies denselben an den Dr. B. Dieser»- v eingehenden chemischen Untersuchungen der Speisen Patient genoß und dann zum zwellen Male im M«1' � lleinerte, das Uebel im Laufe einiger Wochen durch,' � i* dung verschiedener Säuren, die eine beruhigende � den Magen übten, gehellt. Der Arzt bezeichnet das �" Magen• Neurose, die wahrscheinlich herbeigeführt ist schnelles Essen und nicht genügende Zerkleinerung Die chemischen Untersuchungen sollen für die jwjßn# Vorgänge bei der Verdauung zum Thell sehr schlusse gegeben haben. rv. Wahnsinnige« hat ein auf dem Fnednchstraße statwnrrter Bahnwärter das Leben Gestern gegen Abend sah dieser Bahnwärter, wie", welcher ihm schon sett einiger Zell durch sein scheue»- Wesen aufgefallen war, fich plötzlich auf die schienen nächsten Augenblick brauste auf den Schienen ein Bahnhof ein. Der Bahnwärter zog in großer den Ledensüberdrüsfigen noch rechtzeitig von der � 5� Stelle und übergab denselben einem Schutzmann- z* finnige erklärte, er sei auf der Fahrt von Hamburg n• von dm Schiffsagenten zurückgewiesen worden mit 1 rf«. in K K*? der W sde« L ürfeji, fonW jjfcn, er solle sich lieber nach Rusfisch-Polen begeben. Dies -i—;''-i u Li/''uuc'lu'»uty �vuiiMU���yicii vcycvwu gleich mu» wt er sich so zu Herzen genommen, daß er lieber den Tod ge- ig zu briM»™5t habe; nach Haufe wolle er nicht zurückkehren, da ihn seine ann das W» mau zu schlecht behandele. Auf der Wache des 2. Polizei- metem dad»«eaiers srellte der hinzugemfene Bezirks- PKystkus den Geistes- in kurzer o<° stand des Unglücklichen, welcher angab, Martin B. zu heißen, ,rt und ließ denselben in einer Heilanstalt unterbringen. arte«, w«®. Ein roher©rjef», bei dem wieder einmal das Messer ine große-w»ne traurige Rolle spielte, hat fich in verflossener Nacht vordem T, welche diia daase Mittenwalverstt. l zugetragen. In der in diesem Hause ielen miwmmn Backe: ei war der Geselle Karl K. bei seiner Arbeit ind von mte!»Nchaftigt, als ihm von der Straße her ein unbekannter, an- ihres WeVronnend angetrunkener Mensch Sand und Unrath durch das rer Tatzen �stne Fenster warf und die Backwaaren verunreinigte. K. ver- der Entw.« m fich zunächst diese Rohhert, als der Unbekannte aber nicht cauxelben, r�biieK ihn zu belästigen, begab stch K. auf die Straße, um das dritte w" gen Rachtwachtbeamten Zwecks Sistirung des rohen Patrons eerbt zu bo*?»>nzurufen. Der Unbekannte stürzte stch aber sofort und ohne cen Gang, u m R. fich erft zur Wehre setzen konnte, auf ihn und brachte »er stolzen st mit einem offenen Messer Stiche in den Kopf, in die linke alten WuM Mt und in den Rücken bei. Der Unmensch hörte erst auf, ■neigte Stnn* g R. blutüberströmt und bewußtlos zusammenbrach! dann er- Bcrbällniß* stt der Unbekannte die Flucht und entkam leider, bevor Hilfe : beste, Uen. K. wurde auf Veranlaffung des 37. Polizeireviers in krauen, I»J st Krankenhaus transportirt, woselbst sein Zustand ernste Be- enn stch gß* erregt. bkosung zs-. Kenerbertcht. Gestern wurde die Feuerwehr zweimal Nniirt. In der Münzstraßc 7 brannten Möbel, Zeuge und wenn fit* stimm in einem Putzgeschäft. Um 10 Uhr Abends war in von der»? irostizstraße 13 ein brennendes Sopha abzulöschen. Heute daß fie K r.istittag erplodirten in einem Droguengeschäft in der Ritter« gesammt% Mi Ma Feuerwerkskörper, die auf einem Ladentisch lagen. nämlich wmmis Schulz wurde durch Brandwunden verletzt. Das anden. v* Ahft wurde durch Ausgießen bald gelöscht. it Zündholz � Jn städtischen(Obdach befanden stch am 1. August er. öl and W>' i Milien mit 101 Personen, darunter 12 Säuglinge. Am vLstWember war der Bestand 24 Familien mit 93 Personen, Mutet 10 Säuglinge. Das Asyl für nächtliche Obdachlose Ästm im Laufe des Monat August 8253 Personen, und zwar Rannet und 521 Frauen. Bon diesen Personen wurden Krankenbaus Friedrichsbain 3. dem Krankenhause Moabit 53, )ieAbgr� i Allgen«? net ein ms 2 rn mini— eine Sp'ife »en oder% Wädrmd? ind 835 W larmirung eit einiger � ebildet, leisten kö vom hu eten Leh» lpotb ken »ine bcsttzt sechste zi 3 solcher lchm ein» vollständig umen gl llthmung l solcher ettosfencn andpartie icn hatte. beim Ll furchtbare rt zum" über das orgezogen litätswache eine Luv ee 9 überwiesen, 431 der Polizei vorgeführt. k Bewegung der Kevölker»i»g der Ktadt Kerli«. In if..Woche vom 12. bis 18. August fanden 199 Ehe- «f tBungen statt. Lebendgeboren wurden 884 Kinder, darunter j oußerehelich, todtgcboren waren 41 mit 8 außerehelichen. «bendgebotenen find 31,1, die Todtgeborenen 1,5 pro « ute der Bevölkerung, die außerehelich Geborenen find bei den dgeborenen 10,6, bei den Todtgeborenen 19,5 pCt. Die der gemeldeten Sterbefälle betrug 629, die fich auf die entaze wie folgt vertheilen: Sonntag 83, Montag 105, ustag 91, Diittwoch 62, Tonnerstag 96, Freitag 87, labend 105. Von den Gestorbenen erlagen an Ma- 7, Scharlach 4, Rose—, Diphthentis 12, Bräune—, hhusten 2, Kindbettfieber 3, Typhus 3, Ruhr 1, Syphilis 1, �schwäche 18, Gehirnschlag 12, Lungenentzündung 23, stNschwindsucht 75, Diarrhöe 58, Brechdurchfall 114, Magen- 'atarih 24. Durch Vergütung kamen 2 Personen um, _ durch Selbstmord. Eines gewaltsamen Todes starben .Personen, und zwar durch Ertrinken 2, Erhängen 4, Er« " 1, Ueberfahren 4, Sturz oder Schlag 2. Hierunter find »veef ällc durch Selbstmord herbeigeführt. Dem Alter nach find Gestorbenen: unter 1 Jahr all 324(51,5 pCt. der Geltsterblichkeit), 1—5 Jahre 59, 5—15 Jahre 18, 15 bis ue 10, 20-30 Jahre 29, 30-40 Jahre 38, 40 bis Ire 82, 60—80 Jahre 56, über 80 Jahre 13 Personen. stgen Krankenhäusern starben 103, einschließlich 15 Aus« ie, welche zur Behandlung hierher gebracht waren. Auf »ndrsämter vertheilen stch die Todesfälle folgendermaßen: Köln- Dorotheenstadt(1) 22, Friedrichstadt(Ii) 20, und Schöneberger Vorstadt( l>) 34, Friedrich- und ,..„fei Vorstadl(IV) 46, Louisenstadt jenseits, westlich , vh.v— st,,:' H Louiscnstadt jenseits, östlich(vd) 33, Louisenstadt dies- hrung nach' �Ibch Rcu-Köln(VI) 37, Stralauer Viertel, westlich(VUa) wlauer Viertel, östlich(v,lb) 43. Köniastadt(Vl»I) 3l, «uer Viertel(IX) 34, Roscnthaler Vorstadt, sud- (X*) 45( Rosenthal er Vorstadt, nördlich(Xb) 32, ■enburger Vorstadt(Xi) 65, Friedrich- Wilhelmstadt und "t(Xüj 41, Wedding(X1U) 57. Dre Sterbefalle find ..... pro Mille der fortgeschriebenen Bevölkerungszahl 439)._ Die Sterblichkeitsziffer in folgenden Städten Zs Deutschen Reiches mit mehr als 100 000 Einwohnern betrug " Archen 25,7, Altona 16,3, Barmen 19,0, Bremen 13,3, 28,4, Chemnitz 32,8, Dan, ig 29,1, Dresden 27.7, ?er Charit� Das M» fich im ml sei, 5 fie ne der den einen hm, heroisch- t M»orf 25,7, Elberfeld 20,7, Frankfurt a.M 15,6, Hamburg begleiten.?, /jototten 17,7, Hannover 18,9, Köln 26.6. Königsberg 29,9, Droschke®'8 16,3, Magdeburg 28,3, München 34,9, Nürnberg 16.1, e gefahrenA � 28,1, Sttaßburg i. E. 21,1, Stuttgart 18,1 ,pr° Mille. bau gein'/i Laberen Großsiädten Europas mit mehr als 300 000 nm Aut-K» C%ern betrug die Sterblichlellsziffer in Amsterdam 15,9, ügstücke� ermitteltek.»! well." bc<, -K-iss akmann eu J Minute».'� mde eire�l � Moabiter Brücke, die Leiche des taubstummen obdach bis die%----- ie EmMW Oeinfto*..._v" sr4 ZH m »rt ist Sg dem W 'M 'f-' lMest(Vorwoche) 29,0, Dublin 18,2, Liverpool 18.1. London gezogene, 2201 Weggezogene gemeldet, so daß stch vre ung mit Einrechnung der nachträglich gemeldeten Ge- M.und des Zuschlages, der den Weggezogenen erfahrun�. Mne Einrechnung ______ e vom 19. bis 25. August kamen ung Jnfektions- Erkranlungsfälle an Typhus 37, -iHLW%rer&»sä u rfen m u? 0Uer Brücke, die Leiche des tauvnummen wurde aber, ohne weiteren -—......in ju hoben, von einem Schiffer aus wm «MA« mmm m&immm M« zmückgezogen und, geisteskrank «SÄ 6,'% säi« w, einen ab» von den nach firzt' scheint. nach des Gmndstückes Rostizstr. 13 einen Feuerwerkskörper ab. Da- bei flog eine Leuchtkugel durch das Fenster in die im 4. Stock des Hauses belegene Wohnung des Schriftsetzers Kühnert und setzte dort ein Sopha in Brand. Das Feuer wurde in Ab- Wesenheit des Wohnungsinhabers von anderen Hausbewohnern noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr gelöscht.— In der Nacht zum 3. d. Mts. wurde an der Ecke der Frucht- und Mühlenstraße ein Tischler von einem jungen Mann, mit dem er in Streit gerathm war, mit einem Messer in den Hals ge- stachen und nicht unbedeutend verletzt. Der Thäter ist ent- flohen und bis jetzt noch nicht ermittelt.— In derselben Nacht wurde auf dem Terrain des Bahnhofs Gesundbrunnen der Wagenschieber Cugas todt zwischen den Schimm liegend vor- gefunden. Anscheinmd ist er vom Schlage getroffen worden. Eine an der linken Schläfe befindliche Wunde scheint er durch den Fall erlitten zu haben. * Nergniigungs-Ehronik. Die alte„Grüne Ne««<" wird nun am künftigen Donnerstag, wenn auch in etwas verändetter Form, jedoch treu ihrer alten historischen Tmdenz, zur Pflege des echten Berliner Humors, als neues„American-Thcater", nur mit dem Eingänge von der Wallnertheaterstraße Nr. 15, wiedererstehen. Wie dieses aus den kleinsten und bescheidensten Anfängen herausgewachsene und unter der Gunst des Publikums emporgeblühte Theaterchen schon in seinem früheren Heim stets dieses Ziel angestrebt, so- wohl durch seine Hauspoetm, als auch durch seine Darsteller; wie es stets dm gesunden, harmlosen Berliner Volkswitz in drastischer aber dezenter Weise gefördert hat, das ist jedem Ber- liner bekannt. Das.Imerican-Theater" bildet thatsächlich ein nickt uninteressantes Stückchen Berliner Theatergeschichte, schon deshalb, weil es seiner Eigenart wegen als ein Mittelding zwischen den größeren Theatem Berlins und den im letzten Dezennium entstandenen Spezialitätenbühnen anzusehen ist, denn in seinem Repertoire wechseln Possen, Singspiele, Operetten und kleine Ausstattungsstücke mit Vokal- und Instrumental« Vorträgen und komischen Soloszenen ab, für welch' letztere der am heutigen Tage mit dem nunmehr fünfzehn Jahre allen American« Theaten auch �jubiläumsreif" gewordene ur- komische Bendix das Monopol besaß und nach wie vor für fich beanspruchen wird. Heute vor fünfzehn Jahren grün- Veten die beiden Komiker Heinsdorf und Reiff in der Dresdener- straße das„American" und nach mühevollem, aber erfolg- gekröntem Streben wird es Direktor August Reiff am nächsten Donnerstag an der geweihten Stätte des Berliner Humors, wo einst Helmerding, Rmsche, Neumann, die Schramm, Wollrabe und viele andere Künstler ihre ersten Berliner Lorbeeren geerntet haben, mit allem Pomp der Jetztzeit als ein nun aus dem früheren kleinen Rahmen herausgetretenes Theater eröffnen. Das vielversprechende Eröffnungsprogramm enthält eine vom Kapellmeister R. Thiele geschickt komponirte Operette„1001 Nacht", Text von Wilhelm Köhler, den zweiten Theil füllen die Vorträge der anmuthigen Jnstrumentalisten, Ge- schwister Dslepierre, eines hochoriginellen Schlittenschellen- Virtuosen, Herrn Hans Krüger, des Mimikers Hrn. Franc vis Rivoli, der Liedersängerin Frl. Eonrad und des beliebten Universalkomikers Herr Martin Bendix. Letzterer wird fich seinen Verehrern, des Kontrastes halber, zum ersten Male— im F-nck, als gevtlewau like, und zwar als„Stubenbohner Frang", hinterher im dritten Theile auch zum ersten Male als Pantomimist in der zur erstmaligen Aufführung gelangenden Anger'schen Poffenpantomime„Die Weisheit Salomonski's", als Titelheld vorstellen. Außer Bendix find übrigens in dieser „geschwiegenen Poffe" noch sechs bekannte Komiker nnd Panto- mimisten, sowie ein Balletensemble beschäftigt und man darf also der Eröffnung des neuen Americantheaters mit Spannung entgegensehen._ Gerichts-Zetttmg. Kede«t»»de Kchwierigkeitr» machte gestern ein An- geklagter der vierten Strafkammer des Landgerichts>, einestheils weil er ein der deutschen Sprache nicht mächtiger Franzose war, so daß Professor Rose als Dolmetscher fungiren mußte, und anderntheils well er eiaenthümliche Anfichten über den Begriff eines Wechsels entwickelte. Es handelte fich um das Vergehen ver schweren Urkundenfälschung, dessen der Handschuhmacher Jean Winterbeck beschuldigt war. Der Angeklagte war von Paris nach Berlin gekommen, um hier Arbeit zu suchen. Seine Bemühungen waren vergebens, seine Mittel zu Ende und seine Schuld bei dem Witth hatte schließlich die Summe von 53 Mark erreicht. Da wurde ihm Beschäftigung in einer Magdeburger Handschuhsabrik angeboten. Da er seine Schuld nicht begleichen konnte, so zog er es vor, heimlich fortzuziehen; um aber seinen bisherigen Wirth zu beruhigen, sandte er ihm einen Wechsel zu, den er ohne Weiteres mit dem Akzept seines zukünftigen Arbellgebers versah. Der Schwindel wurde bald entdeckt und Winterbeck festgenommen. Im Ver- Handlungstermine wollte er das Unrechtmäßige seiner Hand- lungsweise nicht einsehen; er meinte, daß ffiiemand geschädigt ä"*:;■ und den Wechsel am Fälligkeitstermin einlösen können. Der Staatsanwall beantragte gegen ihn einen Monat Gefäng- niß und der Gerichtshof erkannte nach dem Antrage. Die Strafe wurde aber durch die erlittene Untersuchungshaft für ver- büßt �erachtet, �„schlage« j« haben, war der Kauf- W WMUM Aneignung schuldig gemacht haben!— Der Staatsanwalt beantragte gegen Langbeck 2 Monate Gefängniß. Zeuge Diedrich halblaut:„Was, nur 2 Monate? Und ich, ja ich muß 3 Mo- nate fitzen, well ich mir meinen eigenen Flügel wiedergeholt babe! Kopfschüttelnd setzt er fich auf die Zeugenbank nieder.— Der Gerichtshof fand den Angeklagten schuldig und bestraste ihn mll 4 Wochen Gefängniß. * Wegen Vergehen« gegen da« KazlaUstengese� war der Mustker Baumann vor die 37. Abtheilung des Schöffen- gerichts geladen worden. Ihm wird zur Last gelegt, am 2. Juni im Fttedrichshain mit einem Revolver geschossen zu haben. Er wurde von einem in der Nähe patrouillirenden Parkwächter er- wischt und zur Wache gebracht, wo das gefährliche corpus delicti in Verwahrung genommen wurde. Der Staatsanwall wollte die That mit 10 M. gesühnt wissen; der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten aber nur zu 3 M. und sprach die Einziehung der beschlagnahmten Waffe aus. * Kehns» Empfangnahme eine» Nermelse», auf welchen in einer voraufgegangenen Sitzung erkannt worden war, erschienen zwei kleine„Knirpse", die Knaben Hoffmann und Krüger, vor den Schranken der 89. Abtheilung des Schöffengerichts. Beide hatten einige Ziegelsteine von einem Bau ent- wendet, was fie auch unumwunden einräumten. Hoffmann ist in dem Orte Deetz geboren.— Vorsitzender: Wo liegt Deetz? — Hoffmann: Ich weiß es nicht.— Vorfitzender: Du kennst doch das 7. Gebot, nicht wahr?— tzoffmann: Ja.— Vorfitzender: Nun, wie lautet das?— Hoffmann: Du sollst nicht ehebrechen!(Heiterkeit im Zuschauerraum.) Nach den üblichen Vermahnungen konnten fich die kleinen Miffethäter von bannen trollen. * Daß auch der Korr Han»mlrth oder dessen bessere Hälfte in ihrem eigenen Gebiete Hausfriedensbruch begehen können, lehrte eine Verhandlung, die gestern vor der 89. Abtheilung des Schöffengerichts geführt wurde. Des erwähnten Vergehens beschuldigt, mußte die Frau des Hauseigenthümers Heider, Adalbettstt. 26, auf der Anklagebank Platz nehmen. Im Keller dieses Haufes wohnte im Frühjahr d. I. der Handelsmann Wille, der dort aus irgend welchen Gründen nicht wohnen bleiben wollte. Deshalb wandte er fich an den Vermiether mit dem Ersuchen, ihn vom Kontraste zu ent- binden, was auch akzeptirt wurde. Es wurde nun vereinbart, daß Herr Wille am 15. desselben Monats ziehen könne, vorausgesetzt, daß die Miethe an diesem Tage gezahlt werde. Am 13. erschien plötzlich die Feau Heider in der Wohnung des Miethcrs und ftupi diesen nach dem Verblerb einer Maschine, welche nach ihrer Meinung aus der Wohnung geschafft worden war. Herr Wille erklärte, daß er nichts fortgebracht habe, und forderte die zuvringliche Frau auf, sofort seine Räumlichkeiten zu verlassen. Die Frau Witthin meinte aber, fie habe das Recht zu bleiben und der Miether konnte fie erst nach einer nicht mißzuverstehenden An- beutung vom Gebrauch seines Hausrechts zum Verlaffen der Wohnung bewegen. Auf erfolgte Anzeige hatte die Staats- anwallschaft Anklage erhoben. Der Gerichtshof war der An- ficht, daß die Angeklagte kein Recht hatte, in der Wohnung zu verweilen, und belegte fie deshalb mit einer Geldstrafe von 10 M. eoent. 2 Tagen Gefängniß. Vorsicht bei KtammtischgefprSchen! In einem R:> staurationslokal zu Schmöckwitz befand fich im Frühjahr ver Scheerenschleifer Kube, der die Vornamen Ambrostus Paulus führt. In die Unterhaltung anderer Gäste(den damals dem- nächst bevorstehenden Regierungswechsel betreffend) mischte Kube stch in einer Weise ein, welche verschiedenen Anwesenden miß- fiel, denn die Parallele, welche er zog, veranlaßte den zufällig anwesenden Gendarm Grundmann, gegen Kube wegen Majestätsbeleidigung bezw. Beleidigung eines Mitgliedes des Re- gentenhauses Strafanzeige zu erstatten. Wegen des bezeichneten Vergehens hatte fich Kube vor der Ferienstrafkammer des Land- gertckts 11 zu verantworten; das Ergebniß der unter Ausschluß der Leffentlichkeit stattgehabten Verhandlung bewog den Ge- richtshof, gemäß§ 97 R.-St.-G.-B.. das gesetzlich zulässige Mindeststrafmaß zur Anwendung zu bringen. Das Uttheil lautete daher auf 1 Monat Gefängniß. Kleine Mittheilnngen. London» 2. September. Nach einem Telegramm des „Rmter'schen Bureaus" aus Wellington von gestern wurden in ganz Neuseeland gestern Morgen fast eine halbe Stunde lang heftige Erverschüttemngen verspürt. In Cbristchurch stürzte der Thurm des Domes ein, mehrere andere Gebäude wurden beschädigt. Die Einwohner oerließen die Häuser, kehrten aber zu» rück, nachdem die Gefahr vorüber war. Kondon, 3. September. Wie das„Reuter'sche Bureau" aus Baltimore von gestern meldet, ist eine Reihe von Waaren- magazinen in der Sharpstraße, zwischen der Lombard- und Prattstraße gelegen, in einem der schönsten Stadtviertel durch Feuersbrunst zerstött worden. Eines derselben stürzte während des Brandes ein und find dadurch 7 Feuerwehrmänner ge- tödtet worden. Der Schaden wird auf Ij Millionen Dollars geschätzt. Telegraphische Depeschen. (Wolff's Telegraphen-Bureau.) Kirschderg i. Kchi., Montag 3. September. Infolge von andauernden starken Regengüssen beginnen die Gebügs- flüffe wieder zu steigen. Die Sandvorstadt ist zum Theil über- schwemmt. Hirschberg i. Kchl.» Montag, 3. September. Das Hoch- waffer ist in fortwährendem Wachsen. Der Bober und der Zacken find um je einen Meter gestiegen. Kr»»lan, Montag, 3. September. Das seit voriger Woche in der ganzen Provinz eingetretene und anhaltend starke Regenwetter hat allenthalben Hochwasser zur Folge gehabt. Die meisten Gebirgsflüffe find bereits aus den Ufern getreten. Bei Glatz find mehrere Otte durch die Neiße überschwemmt. Die Oder steigt rapid und hat bei Ratibor beretts den höchsten Ufer- punkt erreicht. Die telegraphischen amtlichen Hochwasser- Meldungen werden vorausstchtlich im Laufe des heutigen Tages in der ganzen Provinz aufgenommen werden. Warmbmnn, Montag, 3. September, Abends 6 Uhr. Das Waffer ist im Fallen, der Stand desselben ist 1 Meter niedriger als am 3. August. Trieft» Montag, 3. September. Der Lloyddampfer „Espero" ist gestern Abend aus Konstantinopel hier einge. troffen. Kandon, � Montag, 3. September. Der Uniondampfer „Arab ist auf der Heimreise gestern in Southampton ange» kommen._ Kriefkasten der Redaktion. Bei Anfragen bitten wir die Abonnementd-Ouittung beiiufügen. Brieflich» Antwort wird nicht ertheUt. Der v-rftand de» zinterftutzungvuerein» der Manrer Berlin W wird freundlichst ersucht, die Adresse des Dereinskaffirers einzuschicken. M D. 100. Sie hätten Ihre Anfrage wiederholen sollen. Dreijähriger Abonnent S7. Wenn Sie Ihre Frau ermächtigt haben, den Mtethskontratt mit Ihrem Namen zu unterschreiben, so find Sie an den Vertrag gebunden. Keircs- tdeils kann der andere Theil daraus, daß nicht Sie, sondem Ihre Frau den Kontrakt unterzeichnet, irgend welche Emmen- düngen herleiten. Prospectus. K. 20! Portugiesische Staats-Anleihe von 1881 bestehend ans 390 000 Obligationen von je 90000 Reis oder 406 Mark oder 500 Francs oder Pfd. 19 18 sh. Sterl. oder 238 Gulden holl.f zahlbar zum Nominalbetrage in 75 jähren 3901 Nachdem die Portugiesische Regierung durch Gesetz vom 22. Mai 1888 ermächtigt worden ist, die Summe von 7200 Conto« de reis aufzunehmen, welche zur Ein' Tabakregie(zum Ankauf von Fabriken, von Lägern und zu Entschädigungen) bestimmt ist, und da fie außerdem von der ihr durch den einzigen Paragraphen des 10. Artikels des Geß 23. Juni 1888 ertheilten Ermächtigung Gebrauch machen will, indem fie die Obligationen des öligen Anlehens von 1881 durch eine Emisston von 4t% Titres ersetzt, hat fie beschloffen, Stück 4j% Obligationen auszugeben. Der Erlös dieser Obligationen wird für die Tabakrcgie und der Rest für die Rückzahlung von 257 627 Obligationen des 5� Anlehens von 1881, sowie für die Ausaaben des ordentlichen Budgets von 1888,89 verwendet. B WA 1. 238 und w. WWW* I. NM> Jfadnt täj . Lfemiö »XÄfÄT°eW'"u 3>6,t 1963-»wn s» w ,u p imaa town i3Rört C Die Obligckionen können auf Namen oder auf den Inhaber gestellt werden; fie werden entweder in Einzel-Stücken oder in Collectiv. Stücken von 5 und 10 Obligationen k# Der Text der Obligationen wrrd in Portugrefischer, Deutscher, Englischer und Franzöfischer Sprache abgefaßt werden. Die Zahlung der Zinstn und der zur �Rückzahlung �gelangenden, auf Namen gestellten Obligationen wird in Portugal, und zwar in Liffadon und in den Hauptstädt«'' in ReL� Pnri« in Francs, London in Pfund Sterling, BrOooel in Francs, Amotordam in©ulöen Holl, bei den von der Regierung zu bezeichnenden Stellen, und M Mark 35. R. in » 9t Berlin bei der Bank für Handel und Industrie, bei dem Bankhaus- Mendelssohn& Co., bei der Berliner Handels-Gesellschaft, „ ,, bei dem Bankhause Robert Warschauer& Co., „ Frankfurt a. M. bei dem Bankhause Jacob S. H. Stern, „ ii bei der Filiale der Bank für Handel u. Industrie* „ Darmstadt bei der Bank für Handel und Industrie. Die Zahlung der Coupons in England wird lediglich gegen Voruiguna der Stücke erfolgen. Capital und Zinsen dieser ObligaNonen sind für G egenwart und Zukunft von allen Po rtugiesischen Steuern und Taxen, bit«'1' defreit, mit Ausnahme der Einkommensteuer in Portugal, welcher indessen ausschließlich diejenigen Coupons unterlieS' ,» welche in Portugal zur Zahlung vorgezeigt werden. Für die ausgelosten und bei den Portugiefischen Zahlstellen zur Einlösung gelangenden Stücke gilt folgende Bestim-� JL-®5?be Ouant anx oblitrations rembonsables vrssentfies an naiement en Portucal. les dÄtAnfAnr, doirent avoir pays i'impöt snr le revenn pendant les dernlärea 5™r 1 Quant anx obligations rembonsables prssentöes an paiement en Portugal, les dötentenrs dans le cas contraire dednction du montant eqnivalent sera falte lors du paiement des obligations. Das ordentliche Portugiesische Budget für 1888 89 stellt sich wie folgt: Recettes Ordinaires. Keis. Impots directs................ 6 717: 000$000 Timbre et enregistrement............ 6 543: 000$000 Douane et impot indirect............ 17 592: 150$000 Tabac................... 4 266: 500$000 Additioneis................. 514:000$000 PropridWs et revenus divers........... 3420:109$981 Trssor Public du chef de ses titres et d'autres compen- sations de d£penses ,,,,,,..... 2 220: 981$900 38 273: 740$000 Francs. 37316 666.66 19 633 333.33 97 734 166. 66 23 702 777. 77 2 855 555. 55 19000605.55 12333 783.36 212631 888.88 D6penses Ordinaires. Reis Service de la dette consolidfee.......... 14 401; 422$878 2 673:694$620 „„ amortisable......... Cb arges gönsrales(comprenant la maison Royale, le parle- ment, la caisse gänArales des dspots, le compte avec la banque d'smission et les charges de['Operation des routes(Rs. 173:877$ 816), qui doivent passer pour le chapitre de Service de la dette con- solidse................ 3674:930$241 Francs. 80007 904.87 14 853 859.- Rei's 2114:538$284 Service des Ministäres: Intferieur............... Finances fy compris la caisse des däpots et l'smission du ertdit public).......... 3 385: 554$ 735 Justice................ 693: 797$ 147 Gnerre................ 4 759: 149$ 135 Marine et Colonies............ 2 000; 043$ 338 Affaires Etrangferes............ 383: 024$ 794 Travaux Publics........... 4 339: 068$ 179 Francs 11747# 26 439 719 11111355 2 127 91» 24 105 9% ßesam�. 38 425: 224$ 451 213 4' R is. Recettes Ordinaires.......... 38 273: 740$000 Dspenses Ordnaires........_._. 38 425: 224$451 Franca 212 631888 213 473 469 _. Vom i M AeKin he �bnovischen Drücken au ?°ge» bek �ristentagei . �utirt w ** Wolkl % für i ,.Bielleiö �nstentage wen, so w '•ttfttonären Nunmcl sDiißbra ['toofe Beze Mnnten A euische Vol '»cht. Bekc �en den & w Mtzlen A 2 Dsffit 151:484$451 841 Um dieses Defizit zu begleichen und um die außerordenllichen Ausgaden für das jähr 1888/89 zu bestresten, nämlich für das Ministerium der Finanzen...... „„ des Krieges....... „„ der Marine und der Colonien „„ der öffentlichen Arbeiten... Reis. 40: 000$000 238. 000$'00 1400: 053$ 474 170: 000$000 20416 279.12 haben die Cortes die Gesetze, betreffend Alkohol und Getreide, deschloffen, welche allein eine gemäße Steigerung der Einnahmen in Rechnung zu ziehen, welche in dem Resultat des letzten 2300 Contos de Reis(ungefähr Francs 12 800 000). Das Königliche Dccret, welches die Ermächtigung zur Ausgabe der obengedachten Odltgattonen erthM, giefischen Regierung zu den unten näher angegebenen Bedingungen. Wegen der Cotirung des Anlehens in Part», geleitet werden. Ktssabo», am 13. August 1888... Der Finanzminister* Mapianno Cyrille de Carwalho. 1 848: 053$ 474 10 266 Mtsi W: Einnahme von ungefähr 900 Contos de reis(Frcs. 5 000 000) liefern sollen, ohne dabei Jahres ihre Bestätigung findet. In letzterem deträgt die bis jetzt bekannte Steigerung� datirt vom 13. August 1888. Die Emission erfolgt im Auftrage der Londo«, Krüssel und Amsterdam werden die erforderlichen Schr# Im Auftrage der Königlich Portugiesischen Regierung werden die vorbezeichneten 800,000 Obligationen ber �zprozentigen Portngiestschen Staatsanleihe vom Jahre 188� in Porwgal, Deutschland, Frankreich» Holland, Kelgien und der Schweis zur Subscription gestellt, soweit fie nicht im Wege der Converfion dezogen werden, welche mittelst deso� Bekanntmachungen an den hierbei in Betracht kommenden auswärtigen Plätzen den Inhabern der 1831er Obligationen angeboten wird. Mentagei lehmen s M J>8 hl - iffftnb die In VI O ♦♦ ♦♦ »♦ ♦♦ »V V» in In Deutschland erfolgt die Subscription: Berlin bei der Bank für Handel und Indnstne, dem Kankhanse Mendelssohn u Co., der Berliner Handels-Gesellschaft, dem Kankhanse Robert Warschauer u Co., der Dresdener Bank.; a. Main bei dem Kankhanse Jacob S. H Stern, ii ♦♦ M ü Frankfurt » in Frankfurt a. Main bei der Filiale der Bank � Handel und Industrie. Deutschen Vereinsbo**. Deutschen Effecten- � Wechselbank, Darmstadt bei der Bank für Handel u. Industr� Dresden bei der Dresdner Bank "Skw o it bei der bei der I in in unter nachstehmd��dingungn�. � �©rund des diesem Prospect beigegebenen Anmeldungsformulars, und zwar lediglich auf Inhaber- Obligationen, Dienstag, den 11. September d. I. Del «m 9 Uhr Vormittags bis 5 Uhr Nachmittags. Der frühere Schluß bleibt jeder Zeichnungsstelle vorbehalten. 2. Der Sudscriptionspreis ist auf 05 pEt, somit auf Mark 885,70 für jede mit dem Deutschen Reichsstempel versehene Obligation von 406 Mark nominal festgesetzt. Coupon verfällt am 1. April 1889. Die laufenden Zinsen werden bei Abnahme der Jnterims-Scheine bis 1. Ottoder d. I. in Abzug gebracht, resp. bei späterer Abnahme zugeschlagen. 3. Bei der Subscription ist eine Kaution von 5 pCt. des Nominalbetrages baar oder in der Sudscriptionsstelle geeignet erscheinenden Sicherheiten zu hinterlegen. 4. Die Berücksichtigung der einzelnen Zeichnungen unterliegt dem freien Ermeffen der Stelle, bei welcher die Zeichnung erfolgt ist., 5. Die Abnahme der zugetheilten Stücke in Jnterims-vcheinen, welche von der Kank für Handel«ad Industrie in HerU« und von dem Bankhause Jacob H. H. 9U p Frankfurt a. Ist. gemeinschaftlich ausgestellt und mit dem Deutschm Reichsstempel versehen sind, kann vom 25. Keptember cr. ob gegen Zahlung des Preises bewirk werde» Sudscrident ist indessen oerpflichtet. � Drittel der zugetheilten Stücke bis spätestens 1. Octoder cr. ein Drittel„„„„ 15. October cr. ein Drittel„«„„„ 15. November cr. abzunehmen. Bekäge bis incl. 25 Obligationen find unaetheilt bis spätestens 1. October cr. zu reauliren. 6. Der Umtausch der Deutschen Jnterims-Scheine in Original-Stücke wird gegen Einliefemng der elfteren laut besonderer s. Z. zu erlaffender Bekanntmachung bei den Emisfionsstellen erfolgen. Kerli«, Frankfurt a. Ist.« Darwftadt» Dresden, im September 1888. Ä Bank für Handel nnd Industrie Mendelssohn& Co. Jacob S. H. Stern* Berliner Handels gesellschaft. Robert Warschauer& Co. Dresdner B«l>» Deutsche Vereinsbank. Deutsche Effecten- nnd Wechselbank. Verantwortlicher Redakteur: IL Gronhei« in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kadlng in Berlin SW* Beuthstraße 2. Mal-Roi j Seitdew _ Sema Ä, -D % K % JL.