r. 208. 888 lly Einführung Befepel Toffen, 390 ben des a ie am 1. , veröffent tionen befi auptstäbl m Lisss und fem Mittwoch, den 5. September 1888. 5. Jahrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das„ Berliner Boltsblatt" fcheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei b's baus vierteljährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mart, wöchentlich 35 Pf. Bostabonnement 4 Mart. Einzelne Nummer 5 Bf. Sonntags- Nummer mit dem Sonntags- Blatt" 10 Pf. ( Eingetragen in der Boftzeitungspreisliste für 1888 unter Nr. 849.) Muckerthum. Insertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bf. Bet größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., 8immerstraße 44, sowie von allen Annoncen- Bureaux, ohue Erhöhung des Preises, angenommen. Bedaktion: Beuthstraße 2. Expedition: Zimmerstraße 44. Die Dichter wissen nicht genug Trinklieder zu schreiben und die Juristen suchen nach Gewohnheitstrinkern, die sie entmündigen wollen. entmündigen wollen. Wahrlich, an Tragikomik fehlt es unserer 3eit nicht! Die füderlichen fächfifchen Arbeiter. Wir sind sicherlich die legten, welche die Verheerung, I solch geistige Umnachtung bei Leuten sieht, die sonst als bea die der Schnapsteufel" anrichtet, bestreiten möchten. sonders erleuchtet gelten wollen. Bom deutschen Juristentag haben wir noch Aber ebenso entschieden halten wir Widerpart, wenn nie viel gehalten, denn seine Beschlüsse waren immer der= man uns mit einseitigen Vorschlägen kommt, die art, daß das Bestreben der Herren Juristen, den Pelz zu immer nur den Apparat der Polizei und der Justiz in waschen, ohne ihn naß zu machen, nicht zu verkennen war. Bewegung setzen wollen. Der„ Saufteufel" ist schon ein Dhnehin haben sich die Herren Juristen, die man ihrer altes Uebel und man hat ihn mit allen möglichen Mitteln altmodischen Weisheit entsprechend am besten mit Allongen zu bannen versucht. Daß aber die Polizei und die Juſtiz perrücken ausstatten würde, selten um wirklich brennende ohnmächtig gegen ihn find, läßt sich leicht aus der Geschichte Fragen bekümmert. Hat man je gehört, daß auf den erweisen, wie sich aus den Gewohnheiten der höheren Juristentagen über Preßfreiheit, Vereinsrecht, Ausnahme- Stände in England erklären läßt, daß auch der Pietismus gefeßgebung, Verwaltungsjustiz und dergleichen Dinge teine Heilmittel gegen den„ Schnapsteufel" enthält. Wir distutirt worden wäre? Um so mehr pflegte man in suchen die Ursachen des Alkoholismus und seiner verderb , dire den ben Wolfen sogenannter akademischer Diskussionen lichen Wirkungen weniger auf ethischem und moralischem als nterlieg 34 wandeln, bei denen für die die Jurisprudenz auf physiologischem Gebiet. Der Alkohol kann bei uns nur Bestimmwenig, für das Volk gar nichts herauskommt. deshalb eine so verderbliche Rolle spielen, weil ein großer Theil der Bevölkerung oder der größte res 5 ann Francs 11 747 434 26 439 719. 11 111 355 2 127 915 24 105 934 Vielleicht ist es auch besser so, denn wenn sich die Suristentage mit den politischen Rechtsfragen beschäftigt atten, so würde wahrscheinlich das Resultat eine Reihe von reaktionären Rundgebungen gewesen sein. ein so schlechtes Einkommen hat, daß er sich nicht genügend ernähren kann. Wo es kein billigeres und befferes Volksgetränk, kein anderes Erfrischungs- und Stärfungsmittel giebt, da tritt der Alkohol ein. Dies zu begreifen ist doch wahrlich nicht schwer und wenn man es einmal begriffen hat, so weiß man auch, wo die Wurzel des Uebels fizt. Die Herren Juristen und ihre fümmerlichen Autoritäten aber wollen diese Wurzel offenbar nicht sehen und darum verlangen sie die Entmündigung für Gewohnheitstrinker. Nunmehr hat sich der Juristentag auch mit dem 18 808 63 Rißbrauch geistiger Getränke" wie die 3 854 429 famose Bezeichnung lautet, beschäftigt und sich dabei jener belannten Agitation angeschlossen, die schon seit Jahren das deutsche Volt mit ihren abgefchmadten Deflamationen heimlucht. Bekanntlich besteht eine Gesellschaft, ein Verein 13 473 469 gen den Mißbrauch geistiger Getränke, der seinen in Bremen hat und von dem national- Der Begriff Gewohnheitstrinker ist noch nicht einmal liberalen Agitator Lammers geleitet wird. Francs inbischen Tendenzen dieses Vereins Die festgestellt. Säufer giebt es aber nicht allein in den armen sind in diesen und schlecht genährten Schichten der Gesellschaft, sondern Blättern schon des Defteren nach Gebühr kritisirt worden. noch viel mehr in den gebildeten und besißenden Kreisen. Das brauchen wir nicht näher auszuführen. 212 631 888 13 473 469 841 580 für das G Gib Bom Juristentag wird Herr Lammers als eine Autorität Deshalb hat sich die ständige Deputation des betrachtet. Juristentages an Herrn Lammers gewendet und ihn um ein Francs Gutachten ersucht, ob man eine Bestimmung gegen Ges 222 222 on heitstrinter' 944 4 10 266 A Berrn Der sächsische Arbeiterstand hat in dem diesjährigen Ge werbeinspektorenbericht der fächfischen Beamten eine Beleuchtung erfahren, die nur zu sehr geeignet ist, nach innen und außen die Vorstellung zu erweden, daß er einmal gut bezahlt wird, und zum andern, daß er lüderlich ist. Diese Darstellung bat der Nordd. Alla. Stg." so gut gefallen, daß fie die prägnantesten Stellen darüber an hervorragender Stelle zum Abbrud gebracht hat, und auch andere Blätter nahmen davon mit breitem Bes bagen Notiz. Wir glauben es unserem Leserkreise schuldig zu sein, ihnen diese vier Urtheile mitzutheilen, damit fie erfahren, wie man in maßgebenden Kreisen über den sächsischen Arbeiter stand denkt. Die Auslaffungen der Fabrifinspektoren in Bezug auf die Löhne und den Wohlstand der Arbeiter lauten folgendermaßen. Der Fabrikinspektor des Dresdener Bezirks sagt: Da eine dern in manchen Betrieben eine Lohnerhöhung eintrat, eine Herabseßung der Löhne im allgemeinen nicht stattgefunden, sonSteigerung der Lebensmittelpreise aber nicht zu bemerken war, so fönnen die Wohlstandsverhältnisse der Arbeiter im allge meinen als befriedigende bezeichnet werden."- Welch ein Schluß! Der ganze Bezirk hat schlechte Löhne, Dresden selbst hat durch schnittlich miserable Löhne entgegen der Lohnlage in anderen größeren Städten. In ganz Deutschland weiß man, daß der Arbeiter hier fein ordentliches Stück Geld verdienen fann, von Ausnahmen natürlich immer abgesehen. Geschickte Are beiter gehen am liebsten sogleich weiter ihrer Wege. Die Frage wäre nur dann diskutabel, wenn man er führe, was unter einem befriedigenden Wohlstands Verhältniß der Arbeiter hierorts verstanden wird. Daffelbe gilt schlechte Löhne überhaupt, tönnen, selbst wenn die Lebensmittel preise nicht gefliegen, die Löhne nicht noch unter den Tages werth der Arbeitstraft herabgedrückt find, stellenweise vielleicht fogar eine Steigerung erfahren haben, als Basis eines befries digenden Wohlstandsverhältnisses in keinem Falle genommen werden. Dies führt absolut au irrigen Annahmen über die Arbeiterverhältnisse. Die Entmündigung der Gewohnheitstrinker soll, wie die Frankfurter 3eitung im Pastoralton ausführt, die Armenpflege vor Belastung durch Trunkenbolde, sowie die Familien, davor übrigens vom ganzen Königreiche. Löhne niederfter Höhe, 1322 22 aufnehmen solle. Desgleichen hat man auch einen Rechts- daß diese Ernährer ihren Verdienst in Schnaps anlegen und 7778 0 malt Fuld in Mainz deutsches Volt, kennst Du dadurch die Familien in's Elend bringen. Da sieht man Fuld? befragt, und diese beiden unbekannten Größen haben sich dahin ausgesprochen, daß man das bürgerliche Gesetzbuch eine Bestimmung, beeffend die Entmündigung von Gewohn aufnehmen solle. Gestützt auf abei die igerung age der notups bereit Borko n Schritte 1888 Jeitstrinfern, Das Doppeloratel Lammers- Fuld wird der deutsche Juristen = tag fich für die Bulässigkeit der Entmündigung von Ges wohnheitstrinkern aussprechen. Das menschheitsbeglückende 9 wieder, wie es mit der ganzen Geschichte nur auf die armen und arbeitenden Klassen abgesehen ist. Der Rentier oder Pensionär, der„ Gewohnheitstrinker" ist, belastet weber die Armenpflege, noch bereitet er seiner Familie einen petuniären Schaden. Sonach wäre für ihn, und wenn er sonst der schlimmste Säufer wäre, die Entmündigung nicht nothwendig. Quod erat demonstrandum. Borhaben findet auch Unterstützung bei der demokratisch sein die ,, Trinkerasyle" zu staatlichen Anstalten zu machen und Die Frankfurter Beitung" scheint sogar Lust zu haben, bie Gewohnheitstrinfer" in einem so salbungsvollen Tone wollenden Frankfurter 3eitung", welche gegen die Trinker mit Gewalt darin festzuhalten. Vielleicht eignet der Gebanken an und ver ten Mission" zu hören glaubt. Predigt, daß man irgend einen Repräsentanten der innes langt, daß er ins bürgerliche Gesetzbuch aufgenommen wird. telft befond ank fü strie, nsbank en- un Feuilleton. Magbrad verboten.] Ihre Tochter. [ 79 Man könnte irre an seiner Beit werden, wenn man hatte sie gebrochen; die Kreise, in denen sie gelebt hatte, begannen sie zu vergessen; ihre Tochter sollte die Frau eines Ehrenmannes werden und ihr fünftiger Schwiegersohn, der so plöblich aufgetaucht war, forderte von ihr feine Trennung von Theresen, sondern erklärte sich bereit, mit ihnen zusammen in der Provinz, im Auslande, Rriminal- Stoman nach dem Franzöfifchen von R. Detring. ja selbst in Paris ganz nach Wahl der Frau Valdieu zu VI. Seitdem die Heirath ihrer Tochter entschieden war, hat leben. Und doch war Jeanne noch nie so traurig gewesen. Seanne von Lorris ihre Villa am Boulevard d'Italie nicht Ganze Tage brachte sie zu, ohne ein Wort zu sprechen, ustrilafsen, und die einzigen Besuche, die sie annahm, waren eßt. Der en. 5. Ster werden. ben Deutf ern. 2 Bank bie bes Majors Guntram von Arbois und des Herrn von Randal gewefen. ihrer Wohnung abgewiesen worden, obgleich sie noch nicht Selbst ihre alte Kammerfrau war streng von der Thür endgiltige Entlassung erhalten hatte; das Hotel in der thre und alle Bärtlichkeiten ihrer Tochter fonnten sie nicht aus der Erstarrung lösen, in welche sie versetzt zu sein schien. Man hätte glauben können, sie fürchte sich zu reden und zwinge fich, nicht mehr zu denken. Viel heiterer war auch Therese nicht, aber sie benahm sich entschlossener. Sie sprach von ihrer bevorstehenden Verfie niemals sagte, was sie von Herrn von Randal halte, ließ sie doch keinen Widerwillen gegen seine Person an den Avenue d'Eylau hatte noch feinen Räufer gefunden, und so mählung wie von einer abgemachten Thatsache, und obwohl mußte Jemand dort sein, um es zu hüten. Der Major spielte den Vermittler zwischen Frau von Lorris und Celeste, die glaubte, oder wenigstens so that, Tag treten. ihre Herrin befinde sich mit ihrer Tochter zum Sommeraufathalt auf dem Lande. leiner Guntram besorgte auch die Liquidation des Vermögens Freundin und die Beschleunigung der Auszahlung der Erbschaft der Lady Cairneß. Er hatte sich zu Jeannens Beschäftsträger und zum Beschüßer Theresens gemacht, die Run bald Baronin werden sollte. So war in diesem Hause, wo Freude hätte herrschen sollen, Gundula die einzig Bufriedene. Herr von Randal hatte ihre Gunft zu gewinnen gewußt, und sie dachte, daß er Jeannen eine große Ehre erwies, wenn er ihre Tochter freite. Und diese Geschäfte nahmen ihn so in Anspruch, daß erschien. nicht mehr so oft wie sonst nach der Villa kommen Lonnte. So standen die Dinge, als eines Tages der Baron, den man wie gewöhnlich um vier Uhr erwartete, nicht Auch am nächsten und übernächsten Tage kam er nicht. Ebensowenig ließ der Major von Arbois in dieser 3eit etwas von sich hören, aber darüber wunderte man fich Am meisten beunruhigte sich Gundula über das Fortzehnmal den Vorschlag gemacht, sich nach ihm zu erkundigen, benabm fich wie ein ernsthafter Verliebter. Er war uner Herr von Randal hingegen erschien regelmäßig und Shopflich in Aufmerksamkeiten gegen Therese, aber er fürzte weniger. leine Besuche doch meistens ab, um den Damen nicht läftig Der Chemnizer Fabrikinspektor läßt fich folgenderweise vers nehmen:" Dafür, daß die Arbeiterbevölkerung im allgemeinen fich beffer und träftiger zu nähren trachtet, spricht die Einrich tung und Veränderung von 67 Schlächtereien. Von einem Nothstand der arbeitenden Klaffen im allgemeinen ist in An sehung der zahlreichen, stark besuchten öffentlichen Vergnügungen, an denen fich namentlich Arbeiter beiderlei Geschlechts bethei ligen, sowie in Berücksichtigung des Aufwandes, der hinsichtlich der Kleidung und des Puzes getrieben wird, nicht zu sprechen." - Ein derart gefälltes Urtheil über Arbeiterverhältnisse ist nur und eingewendet, es sei seine Sache, sich zu entschuldigen, und seine Braut habe nicht das Recht, von ihm Aufklärung über sein Benehmen zu verlangen. Als aber der vierte Tag herankam, hielt es die Gouvernante nicht länger mehr aus und sie machte ihrer Freundin eine richtige Szene. Jeanne saß im Salon am Fenster und Therese war noch nicht von ihrem Zimmer herabgekommen; feit einiger Beit schloß sie sich gern dort ein. ,, Aergere Dich, soviel Du willst," rief Gundula und fam ins Bimmer gestürmt; eben habe ich Franz zum Baron geschickt!" " Ich hatte Dich doch gebeten, es zu unterlassen," er widerte Frau Valdieu, ohne sich über die Eröffnung, die sie soeben gehört, allzusehr zu erregen. " Ich verstehe Dich wirklich nicht, Liebe. Es thut Dir wohl gar leid, einem Ehrenmanne die Hand Deiner Tochter gegeben zu haben." ,, Du übersiehst ganz, daß er mich gar nicht gefragt hat. Er hat sich an Therese gewandt." ,, Und Therese war so vernünftig, ihn nicht zurückzuweisen. Ich hätte ihr das gar nicht zugetraut, ich finde aber, daß Du viel unvernünftiger bist, als fie. Wenn ich blos baran denke, daß Du schon im Begriff standest, Deine Tochter an den lingen Bretagner fortzuwerfen, der ihr nachlief und den sie zu lieben sich einbildete!" ,, Sie liebt ihn noch." ,, Du bist nicht recht bei Troste. Jest fehlt blos noch, daß Du Therese von der herrlichen Partie abredeft, die sie in Aussicht hat und sie diesem Herrn von Habenichts giebst. Ich sage Dir, fie denkt nicht mehr an ihn und freut sich, einen solchen Ersatz gefunden zu haben. Ein ganz unvers hofftes Glück ist es, daß sie Herrn von Randal gefällt, und so Einen findet sie nicht wieder, das sage ich Dir. Und tommt. Ich zittere vor der Möglichkeit, daß er seine AbBu fallen, die ihn freundlich, wenn auch nicht gerade bleiben des Herrn von Randal und sie hatte schon wenigstens sie wäre sehr dumm, wenn sie es ausschlagen wollte, denn enthusiastisch aufnahmen. miffen, denn sie stand fast am Ziel ihrer Wünsche. Ihre zu besuchen, um ihm so ihre Achtung zu beweisen, wie er Jeanne hätte also eigentlich vollkommen glücklich sein ja sie hatte sich sogar bereit erklärt, ihn in eigener Person deshalb bin ich auch so aufgeregt, daß er nicht mehr her Eräume follten sich verwirklichen: mit der Vergangenheit fie verdiente. Aber Jeanne hatte sich immer dem widersetzt sichten geändert hat." zu beklagen. Rothstand eristirt nicht, weil übertriebener But und start besuchte Vergnügungen." Selbst unterstellt, daß sich dies so verhielte, weshalb gingen dann wohl Arbeiter beiderlei Geschlechts, übertrieben gepugt, zu Vergnügungen? Weshalb? Und fönnten fie es nicht an Nothwendigem im Hause vielleicht feblen laffen? Rönnten allgemein eingewurzelte Gewohnheiten, fehlerhafte Budgetaufstellung 2c.. nicht die Ursachen abgeben? Ein Geistlicher tönnte ja etwa zum Ueberfluffe noch ausführen wollen, daß die höheren Klaffen in ihrem Hochmuth und fündigen Flatterhaftigkeit den niederen Klaffen mit schlechtem Beispiel vorangehen! Moralifiren mag man soviel man will, aber den Nothstand kann man damit nicht wegmoraliftren. Wer die Misere des Arbeiterstandes aus wirklicher eigener Anschauung tennt, tönnte ja zu dem Schluffe gelangen, daß immer die Richtigkeit der Angaben des Fabrikinipettors hier unterstellt der Arbeiter beiderlei Geschlechts nach der langen Woche Qual und Ueberarbeitung den Ausgleich im Genusse auf seine Art sucht, wie er wohl auch oft aus Verzweiflung zur Branntwein flasche greift; er will vergessen, fich zerstreuen! Und das thun Die befferen Gesellschaftsschichten auch in ihrer Weise, nur mit dem Unterschied, dort noch viel mehr wie hier. Der Bericht erwedt den Schein, als wäre Enthaltsamkeit der arbeitenden Klaffen auf jeden Fall das beste; was den Tanzfaalinhabern, Krämern, Kleider- und Buzgeschäften ac. aber zum sofortigen Krach verhelfen müßte, da alle profitiren wollen. Aber wir bestreiten die Richtigkeit der Angaben des Chem niger Inspektors. Die Durchschnittslöhne im Chemnißer Bezirk find höchft traurige, große Sprünge" fann feiner der Arbeiter machen und er ist auch nicht lüderlicher oder pussüchtiger wie anderswo auch. Der Vorwurf: Jhr verdient genug, sonst gingt thr nicht zu so viel Vergnügungen," ist zu oft den Arbeitern entgegengehalten worden, um diese nicht erkennen zu lassen, daß Damit Lohnerhöhungen vorgebeugt werden soll. Die vermehrten bezw. umgeänderten 67 Schlächtereien beweisen uns nichts, da es erstens darauf ankommt, wieviel die Bevölkerung inzwischen zugenommen, als auch, wer fonsumirt diese Fleischvermehrung und werden die 67 Schlächtereien auch bestehen bleiben! " 1 Der Zwidauer Bericht spricht sich im Sinne des Chemnizer aus: Bu bedauern bleibt, daß viele Arbeiter und Arbeite rinnen immer noch der Putsucht und den Vergnügungen Hier treten, wie fröhnen, anstatt fich beffer zu ernähren." man bemerkt, nicht mit Bussucht und Vergnügungssucht auch gleichzeitig vermehrte Fleischereien auf. Offenbar trachten diese Klaffen also in dem Bezirke nicht so sehr nach befferer und träftigerer Nahrung. nicht vermied, darauf hinzuweisen, daß eine förm liche Versammlungssucht von berufsmäßigen h Berischen Agitatoren ins Leben gefest, eingeriffen sei. Denn soweit als der Bericht etwa politische oder fachvereinliche Bestrebungen dabei hervorragend im Auge hätte, würden wir solche sogar als günstige Symptome des herrschenden Arbeitergeistes im Leipziger Ausweisungsbezirke betrachten. Wie weit übrigens das Unterbinden der freien politischen Arbeiterbethätigung im Aus, weifungsbezirke Leipzig daran die Schuld tragen mag, daß dort nichtige Vereinsspielerei eingerissen, wäre eine feineswegs müffige Untersuchung. Die vier Berichte stellen sich als eben so viele Strafpredigten dar. Wir erfahren aus ihnen, daß der sächsische Menschenschlag, soweit er Arbeiter beißt, ein pug- und vergnügungssüchtiger, dabei fich schlecht nährender, stark zum Vereins- und Versammlungswesen hinneigender Menschenschlag ist, dem der Sinn zum Sparen so ziemlich abzugehen scheint, es sei denn, er habe etwa ein fleines Häuschen, Anwesen u. f. f., mit welchem Eigenthum ihm dann der Sparfinn fomme. Ist der sächsische Arbeiter nicht ein lüderlicher Mensch nach bürgerlicher Anschauung? Und dabei verschreit man ihn sonst gern als„ helle", als gutmüthig und willia, als fleißig, geschickt, nüchtern und vor allem billig der Sachse gilt für einen der intelligentesten deutschen Stämme. Woher jetzt das Urtheil? Wir vermuthen, daß die Arbeiter selbst zu wenig, die Ar beitgeber hingegen über ihre Arbeiter zu viel seitens der Gewerbeinspektoren gefragt worden find. Nicht nur wie, sondern auch wo man fragt, da wird man berichtet. Es würden dann jedenfalls Details beigebracht worden sein, welche zu einer ganz anderen Beleuchtung der Wohlstandsverhältnisse geführt hätten, sowie zu einer anderen Würdigung der Vergnügungs- und Putgepflogenheiten der sächsischen Arbeiterbevölkerung. Der Leipziger Bericht kennzeichnet andere Momente. Seitens der Arbeitgeber wird darauf hingewiesen, daß die starke Hineinziehung der Arbeiter zum Vereins- und Versamm lungswesen einer Aufbefferung der wirthschaftlichen Lage dieses Standes häufig entgegenwirte. Es verstände fich von selbst, daß dem Arbeiter, wenn er die ganze Woche hindurch in zu meist eintöniger und geisttödtender Arbeit verbracht, ein Aus gang, eine anregende Unterhaltung oder ein Vergnügen zu gönnen sei, nur würde hierbei selten das rechte Maß inne gehalten. Es fomme vor, daß Arbeiter in drei und mehr, an fich achtbaren Vereinen Mitgliedschaft erlangen, fich daneben aber noch an den, in fleinen wie großen Ortschaften vielseitig gebotenen anderen Unterhaltungsgelegenheiten betheiligten, wo immer nur etwas zu hören oder zu sehen sei. Dergleichen Berstreuungsgelegenheiten zögen aber die Arbeiter in der Regel ins Wirthshaus und führen zu Ausgaben, welche mit dem verdienten Lohn nicht in Einklang ständen, so daß es zum Als die Sparen eines Rothpfennigs nicht fommen fönnte. besten Sparer unter den Arbeitern werden diejenigen bezeichnet, welche ein kleines Anwesen erworben haben oder sonst in den Befig eines Grundstüds gelangt sind, welches zur Verwendung anregt." Die Seßhaftmachung einer wohleingearbeiteten Arbeiterklaffe ist eine geniale dee vom Fabrikantenstandpunkte aus. Es ist dies die Häuschengeschichte" aus der Hausin duftrie, übrigens von den Agrariern unter Führung des Grafen Behr- Bandelin zulegt auf einem landwirthschaftlichen Kongreffe angeregt. Allgemein genommen, wünscht dieser Bericht mit dem Anwesen, dem Grundstück" der Arbeiterklaffe ein Eigen thum; die Voraussetzung der kapitalistischen Exploitation der Arbeiter ist dagegen, daß der Arbeiter fein Eigenthum und teine Produktionsmittel habe. D Widerspruch über Wider spruch! Was die Spartheorie nach berühmten Mustern angeht, so bemühen wir uns nicht, folche, die schon zehnmal tootge schlagen ist, noch ein elftes Mal zu tödten. Die Auskünfte der Arbeitgeber über die starke Hinneigung der Arbeiter zum Ver eins und Versammlungswesen find offenbar mit höchster Vorficht aufzunehmen. Möglich, daß in der einen oder anderen Ortschaft zu viel Krieger- oder Gauturn, Schüßen, Gesangs oder Kegel- und Narrenkappenvereine à la Sparig find, mög lich, daß das Vereinswesen nach dieser Richtung als ein theil weise ungesundes zu betrachten ist, immerhin ist das Schulmeister liche der Arbeitgeber hierüber zu entbehren. Daß diese Vereinskosten mit dem gezahlten Lohn nicht im Einklang stehen, glauben wir gern. Glücklicherweise vermied es dieser Bericht, was der Handelskammerbericht von Leipzig auf 1888 " ,, Da kommt ja Dein Bote zurück, und Deine Unruhe wird ein Ende haben," erwiderte Jeanne. Gundula trat rasch vor. Sie sah durch's Fenster den Gärtner Franz langsam herankommen. Sein Politische Uebersicht. Derem Deffnen Einwo September Doch die Sozi Sozialdemokrate Artikel findet in der Ernennung des Herrn v. Bennigsen ein gegend in " Signal", welches die Abstellung der Parteistreitigkeiten in die Ginme halb der Kartellbrüder verkündet. Die Einigkeit dieser natio nalen" Barteien sei nicht allein ein Bedürfniß für die Gegen wart; in ihr ruhe die Macht und Stärke unseres inneren Staats lebens. Die Ernennung des Herrn v. Bennigsen beweise, daß der Führer des Nationalliberalismus und somit die Partei selbst auptsache gege an hoher Stelle Vertrauen finde, und daß Herr v. Bennigjen en jezigen Re bereit sei, feine Kräfte der Regierung zur vollen Verfügung zu gramm zur ald von der A stellen und eine Politik zu unterstüßen, welche auch nach seiner Ueberzeugung Unterſtügung nicht nur durch seine persönliche ein gewel Heftaurateur if Kraft, sondern auch durch die von ihm vertretenen politischen bie Bolizeimache Grundsäge verdient. Die freifinnige Partei habe eine Verdun hnell vor fich felung der inneren Lage in den legten Wochen betrieben. wird nämlich so dargestellt, als ob die freifinnige Breffe die enntniß der Streitigkeiten der Kartellparteien unter sich erfunden oder her vorgerufen habe; nunmehr aber sei die Opposition ins H getroffen", denn dieselbe sei zu der Erkenntniß gelangt, daß die Nationalliberalen für immer für fte verloren feien. Alio das Herz der Opposition ist die Unabhängigkeit der Nationalliberalen big; fo fpra die geflügelten Eft gewesen, und durch die Ernernung zum Oberpräsidenten Rensch zu ſei Herr v. Bennigfen für immer für den Liberalismus verloren. berr Wachtme Sehr schmeichelhaft fürwahr für Herrn v. Bennigsen! Der Merger des Borgerufen, da 11 affen. Am an Borgenommen, lidten beißen lieb in Bezug Beitung", das Organ der deutschhannoverschen Partei, fan befindliche Kiste Der Erwartung und griff o Gra mis Herr von Bennigsen, so schreibt die Deutsche Voll vielleicht gute Wahlen machen zum preußischen Landtage. weiß recht gut, daß und warum wir hier. von ferne stehen zusehen. Bei Philippi aber wir meinen bei den Reid Der Beri tagswahlen sehen wir uns wieder" und dann werden reich Sachfer ihm die Sptennats- Erfolge aus der Hand reißen, obgleich ode kindera trogdem er an der Spiße der Maschine steht. buitrie befchäfti Die Gründung von Adelsschulen fordert die Krew ägt 10 652 Beitung" in ihrem reaktionären Uebermuthe. Darauf erwid bemebat: Die Herr Sigl im„ Bayr. Vaterl.":" Die„ Kreuzztg." will all bis 16 abren au daß eigene Adelsschulen gegründet werden- natürlich Kosten anderer Leute, als ob für die Söhne von Adeligen Du unzählige Kadettenhäuser in der Armee u. f. w. nicht ohnehin schon überreich gesorgt wäre in denen die Söhne Det 4200 gettegen um 8 Brozent Industriellen preußischen Junker in tirchlicher Zucht, in militärischer Discbeitern feten fugenbliche Arb Kinderarbeit er Wieder eitens der Rec aliftengefeges nnigena und ritterlicher Erziehung" herangebildet werden. Damit Die Kreuzztg." dem rationalistischen Geist" entgegenw eine wohlflingende Umschreibung für billige Erziehung Junkersöhnen auf anderer Leute Kosten. Bisher hat man Wahrnehmung gemacht, daß die sog. Ritterakademien ha sächlich Pflanzschulen adeliger Ueberhebung und Anmaßungsfolgte befann wesen find, in denen der preußische Juntergeist wunderbar Kraut schoß und gedieh." die Beschlag erger An Borden. Der Re dungen: Das Branntweinmonopol in der Schweiz beruht auf ganz anderen Prinzipien, als das deutsche Branntweinmonopol, und verfolgt entgegengesette Biele. Es hat einen durch und durch demokratischen Charakter und bezweckt einerseits die Einschrän fung der Völlerei, andererseits die Ueberleitung der Profite der Schnapsproduktion aus den Taschen der Privatunternehmer und Spekulanten in die des Staates, beziehentlich der Gesammtheit Der Staatsbürger. Das„ Experiment", denn als solches wurde es von Anfang an in der Schweiz betrachtet, ist noch zu jung und die Wirkungen find noch zu wenig entwickelt und ausge prägt, als daß sich schon ein endgiltig abschließendes Urtheil nach allen Richtungen hin aussprechen ließe. Das aber fann schon iezt gesagt werden: im Großen und Ganzen ist der Versuch gelungen und zwar weit über alles Erwarten. Die Bevölkerung bat fich schon so ziemlich in den neuen Zustand gefunden und der glänzende finanzielle Erfolg steht außer Frage. Der demnächst erscheinende Bericht der einschlägigen Bundesbehörde wird unzweifelhaft zur Entwaffnung der legten Gegner beitragen und vermuthlich auch für ein zweites Experiment" ähnlicher Art, Die Zahl der Branntweinstenerprozesse hat fich nur auf größerem Fuß, Bresche machen, nämlich für die Verfolge des neuen Geseges im Etatsjahr 1887-88, wie ein soeben veröffentlichten amtlichen Statistit zu entnehmen staatlichung des Getreide handels, an welche jett in maßgebenden Kreisen ganz ernstlich gedacht wird. Auch hier mehr als verdoppelt. Die Zahl der anhängig gewo bei wird der demokratische Charakter der Eidgenossenschaft scharf denen Prozesse ist nämlich von 2166 auf 4663 gest egen. Bahl der Verurtheilten in diesen Prozessen hat sich beinabe hervortreten, und, unter strenger Burüddrängung der Sonder intereffen, wird nur dem Gemeinintereffe bestimmender Einfluß zuerkannt werden. So gleitet die Schweiz in demselben Moment, wo fie fich zu einer Sozialistenhat hingeben muß, langsam in den Sozialismus hinein. Welchen Brotpreisen wir infolge der schlechten G entgegengehen, zeigt das Steigen der Getreidepreise an Berliner Börse. Weizen, im September vorigen Jahres 147.50 M. per 1000 Kilogramm verkauft, steht fest auf 177 Roggen, damals zu 109.55 M., jezt auf 143 M. Selbst Haf§ 11 und ist von 90,50 auf 120,50 M. gestiegen. Der Krautjunter davon feinen Schaden haben, wohl aber der Arbeiter und Handnericho werker. ,, Was hat Ihnen der " Heda!" rief sie ihn an. Rammerdiener des Herrn von Randal gesagt?.. Herr ist verreist, nicht wahr?... Und er war plöglich abzureisen gezwungen?" Ich weiß nicht, Fräulein," erwiderte der Bote. " Was! Waren Sie denn nicht in der Rue du Cardinal Lemoine... ober haben Sie etwa das Haus nicht gefunden?... Ich habe es Ihnen doch beschrieben..." Entschuldigen Sie, Fräulein, das Haus hab' ich schon gefunden aber es ist niemand da." " ,, Das ist ja gar nicht möglich!" Es war aber alles feft verschlossen. Ich konnte noch so lange läuten. Kein Mensch öffnete mir." " Wenn Herr von Randal wirklich plötzlich außerhalb zu thun hatte," murmelte Gundula, so fann er ja auch feine Dienerschaft mitgenommen haben.' Gegen das allgemeine Wahlrecht eifert das führende nationalliberale Blatt im Königreich Sachsen, das„ Leipziger Tageblatt", in einer Berliner Korrespondenz, indem es meint, daß, wenn fich eine weitere so schwache Betheiligung bei der Wahl ergebe wie bei der Reichstagswahl im 6. Berliner Reichstagswahlkreise, fich einfach die Aufhebung des Wahlrechts empfehlen würde. Wahlrechts empfehlen würde. Es ist sehr begreiflich, wenn sich besonders die sächsischen Kartellorüder so schwer über die Wahl Liebknechts ärgern. Eine anderweitige Organisation der Reichsämter soll nach Berliner Mittheilungen in auswärtigen nationalliberalen Blättern geplant sein, insbesondere eine Abtrennung des Aus wärtigen Amts vom Geschäftskreise des Reichskanzlers(?) und die Bildung eines die Armee und Marineverwaltung umfaffenden Landesvertheidigungsamtes. Der Sinn dieser Meldung Der Sinn dieser Meldung ist dunkel. Die Nordd. Allg. 3tg." erklärt, nicht in der Lage zu sein, die Richtigkeit dieser Meldung zu beurtheilen". Wer soll denn sonst noch Bescheid wiffen, wenn nicht die Hinter männer des Herrn Vindter? Die Klärung der Lage". Aus dem Preßbureau des Ministeriums des Innern stammt, wie die Freis. 3tg." ver muthet, ein Artikel, welcher in mehreren Hunderten von Kreiss blättern abgedruckt wird unter der Ueberschrift„ Die Klärung der Lage". Der Artikel beginnt mit den Worten Nachdem in Erledigung des Abschiedsgesuches" und schließt mit den Worten with i Di Flugbl latt zum Sozialdemokrat rudort die verboten. vierfacht; fte ist nämlich seit dem Vorjahr von 351 auf 1195/ che Kreishau Das am gblatt Seite: Die der andere urch Jeronym auf Gru gewachfen. Der Betrag der hinterzogenen Gefälle bel 110 272 M. statt 19 309 im Vorjahr. Es wurden Geldstraf erkannt zum Betrage von 480 653 M. gegen 133 742 Vorjahr. Nicht weniger als 2103 Personen gegen 1403 Vorjahr wurden wegen Ordnungswidrigkeit zu Gelbfiraf 18tober 19 verurtheilt. Gegen die Judenheter. Aus Kaiserslautern, 31. A wird gemeldet: In einer gut besuchten öffentlichen Verfam lung des Arbeiterwahlvereins referirte am 26. Auguft mirb 21. ingefährli 18 Der S ie aus Ariegsminifter Dr. Rüdt aus Heidelberg über das Thema: Wie verhält eit bereits i Thatsache hin, daß jedesmal, wenn die politische Realtion Daten des Jal die Arbeiterpartei zur Judenhege?" Der Redner wies auf ge 8 Kammern vo laffen worden, ahre; doch Dorben und on 3 Jahre rigen Dien abres hatte f uge gefaßt. Unter de ringt bie olgen. Die Denter ging, der Antisemitismus gedeiht, so nach den fogenannten freiungstriegen, so nach dem Jahre 1848. Die Drgane Junterthums Hand in Hand mit den Muckern seien die M der heutigen Judenheze, deren 3med es sei, die große von den wirklichen Ursachen der sozialen Uebel abzulenten. Jahrhunderte seien die Juden rechtlos und unterdrückt und so wie fte seien, wären fie ein nothwendiges Produ gesellschaftlichen Entwickelung. Redner erinnert an die und Freiheitskämpfer, die aus dem Judenthum hervorgin Die Arbeiter, die selbst unter einem Ausnahmegeset würden stets Zwangsgefeße gegen die Juden bekämpfen. vom Vorftzenden, Herrn Thedy, eingebrachte Resolution, die Judenheze als den Versuch, die Arbeiter ihren wahren Bielen zu entfremden, tennzeichnete, wurde einstimmig ang nommen. Fine weltbe Ans Crimmitsdhan, 3. Oktober, schreibt man uns: 24 ,, welches die Abstellung der Parteistreitigkeiten verkündet." Der Donnerstag, den 30. August, Abends, wurden hier und in d als der Gärtner sich entfernt hatte, Herr von Randal ist ein Betrüger!" ,, Was! Du faßt das als Ernst auf, was der Dummtopf uns eben erzählt hat... und Du bildest Dir wirklich ein, daß der Baron mit der Polizei zu thun hat!... Da hältst Du wohl auch von Herrn von Arbois nicht viel, der sein vertrauter Freund ist!" batte angefün Bil Blas" b einer Reise, ufenen Den gereift. En geblieben Der Söbe vera e fich durch Aus Kunst und Leben. Ueber Föhn und Bora schreibt die Naturm. Mochtend thre schrift": Die Erklärung dieser beiden unter besonderen ge der nie ständen auftretenden Winde hat die Meteorologen vielfach be fid tro fte zugle icheint daher JA Entfernt fich m Gebirgen, Blateaus) ba cablung ftar mer. nun auch jezt über die Ursache des Föhn klar, so möchte bod die der Bora und vor allem die Beziehung, in welcher die Guntram fennt ihn nicht... Guntram ließ sich beiden Winde zu einander stehen, nicht allgemein befannt fe täuschen, so wie ich mich... so wie wir uns alle täuschen Der Föhn ist ein warmer trockener Wind, der von der Ht. Die ließen. Und wenn Guntram nicht mehr hierher kommt, so ist der einzige Grund: er wagt es nicht, weil er entdeckt hat, was jener Mensch ist." „ Das kann ich Ihnen nicht sagen, Fräulein. Ich denke mir aber, daß die Sache anders liegt Ich sah näm lich, als ich ging, auf dem Duai zwei Individuen herum streichen, die mir gerade so aussahen, als überwachten sie das Haus des Barons, und als seien sie verkleidete Polizeibeamten. Und ich glaube umsomehr, daß ich richtig vermuthet habe, als einer von den Beiden mir nachging und erst zehn Schritte von hier zurückblieb." " Gel Den Rand de Die omit als talt der Zentralalpen nach Norden herunterweht, den Schnee Winter ,, wegfrißt", wie die Einwohner der von ihm betroffene Gegenden sag n, das heu trodnet, die Trauben reift und in depresstone Warum fuchst artigem Charakter fommen noch anderwärts vor. Im Gegemperatur z fern gefährlich wird, als er alles Holzwerk ausdörrt, so daß leid Feuer durch ihn angefacht werden fann. Winde mit födabei eint sage zum Föhn ist die Bora ein falter, aber zunächst gleichfalo trockener Wind, der aber durch Aufrühren des Meeres, auf dhe Sturm er sich stürzt, und durch Mischung mit wärmerer feucht o der Hauptwirksamkeit der Bora ist Jitrien und Dalmati zichte darauf, Dir Bernunft zu predigen. Du redest ganz unvernünftig, Liebe, und ich verDu denn Guntram nicht auf! Du brauchst Dich doch nicht zu scheuen, die ersten Schritte zu thun. Er muß ja wissen, was geschehen ist, und er wird Dir auch antworten.' ,, Ich gehe zu ihm; wache über Therese!" " Therese ist viel vernünftiger als Du.. und ich werde ihr fein Wort von Deiner Entdeckungsreise zu dem Major Luft auch dichten Nebel erzeugen kann. Das Gebit Deit und der nordwestliche Kaukasus am Schwarzen Meer. Winde Föhn wie Bora- bezeichnet H. Meyer in Götting als: Fallwinde, weil beide auf den Gebirgen ihren Urfpru den Föhn wegen seiner Wärme für einen weit nach Norbe vorgeschrittenen Sirocco, jenen Wind, welcher die über daß der Offizier Dich auslachen wird, wenn er hört, weshalb Du gekommen." fagen. Ich will Dich nur noch darauf aufmerksam machen, nehmen und in die Niederungen herabwehen. Früher hielt m ,, Wenn ich ihn nur finde," flüsterte Frau von Lorris, die Lorris, die Gundulas Betrachtungen gar nicht mit anhörte. Sie eilte in den Korridor, wo sie Hut und Mantel fand, und einige Minuten später schritt sie eilig den Bouleba erflärt es f von der Ueber d en Gebrau Dr. L. Schm Anfichten auf ber die beb ufflärung 3 Bebrauche ve fürchten fei. Monate lang fung verfet eigten die T Bleich jedes Auch unde heißen Sandfläche der Sahara aufgeftiegene und über b und zunächst nach Italien führt. Indessen hat bereits Do darauf hingewiesen, daß die von der Sahara auffteigende trod Luft infolge der Erdumdrehung im allgemeinen nicht n Norden, sondern nach Nordosten abfließt und daber nicht Der Föhn hat vielmehr auf den Höhen der Alpen seinen u " Polizeibeamte!" wiederholte Jeanne und erhob sich vard entlang. Auf dem Plaz d'Italie fand sie eine Droschke Alpen, sondern das östliche Europa und Westaften treffen mü rasch. Sie wissen nicht, was Sie da reden, guter Franz," rief die Gouvernante ganz empört. 3um zweiten Mal werde ich Sie nicht als Boten benugen. Aber genug da von! Sie können gehen." Franz machte Rehrt, ohne sich erst weiter bitten zu Lassen. Er fonnte Gundula nicht leiden, die ihn bei jedem Anlaß anbrummte, und es war ihm auch gar nicht recht, daß er einen Spigel auf seinen Fersen gehabt hatte. " Meine Ahnungen täuschten mich nicht," sprach Jeanne, Sturm fahren. Sie versuchte auf gut Glück, dort ihren Freund zu gangspunkt. An dem Nordrande der Alpen zieht nämlich ei treffen. Und wirklich kam sie gerade in dem Augenblick bort an, als Guntram das Hotel in Begleitung eines Herrn verließ, ben sie noch nie gesehen hatte. Trotzdem hätte sie nicht gezögert, den Major anzureden, aber nachdem der Unbekannte noch einige Worte mit Guntram auf dem Trottoir gewechselt hatte, schüttelte er ihm die Hand und entfernte sich. ( Fortsetzung folgt.) übe bahnen entlang, nachdem er zuerst am Meerbusen von Bistan aus Cuff der Zweige( der südlichste) der amerikanisch- europäischen Alle Byllone das europäische Gebiet betreten bat. nun, da fie Luftmassen niedrigen Drudes enthalten, die umgebende Atmosphäre eine ſaugende Wirkung Die es fließt daher der erwähnten Sturmbahn aus den Gebirgsthälern und dem nördlichen Borlande, Alpen zu, und hierdurch wird da ein seitliches, weiteres fließen durch die Gebirgszüge verhindert wird die Luft Fidel zum Sund an Ma Stelt. Is ab urbe, trat c Das Körperge binburch eine Den Körperor getödtet. and fich nur in Bebirn un Riere, bem Der Barn ze en oder her ennigfen ein gegend in zahlreichen Häusern Rouverts niedergelegt, bei eiten inner em Deffnen fie ein Flugblatt vorfand, das sich betitelte: tefer nation die Einwohnerschaft Crimmitschaus. Ein Gedenkblatt zum Die Gegen September 1888." Das Blatt schloß mit den Worten: boch die Sozialdemokratie!" und war unterzeichnet mit:„ Die eren Staats emeise, daialdemokraten Crimmitschaus". Daffelbe wendet sich in der Bartei felbauptfache gegen die gegenwärtige Regierungsform, sowie gegen Bennigjen jeßigen Reichstag und bingt zum Schluß das sozialistische erfügung zu gramm zur Kenntniß. Die Schußmannschaft hatte sehr nach seiner von der Verbreitung Kenntniß erlangt, jedenfalls dadurch, persönliche ein gewesener Schugmann, Namens Trommer, der jetzt estaurateur ist, durch sein Dienstmädchen ein Exemplar auf politischen ne Verdun Bolizeimache schickte. Die Verbreitung muß sehr prompt und nell vor fich gegangen sein, da es trotz ihre frühzeitigen trieben. G e Breffe die nntniß der Polizei nicht gelungen ist, einen der Verbreiter zu fen. Um anderen Tage wurden die üblichen Haussuchungen on ins Henommen, jedoch erfolglos. Die mit der Hausfuchung Be idten gt, daß die ten heißen Eifquardt und Rascher. Bei der Haussuchung gt, daß lieb in Bezug auf Höflichkeit der Polizei das nichts zu wünschen -Aljo onalliberalen ig; fo fprach der Herr Wachtmeister Delsner zu Eilquart fidenten geflügelten Worte: Sie scheinen mir wohl auch ein schöner Rensch zu sein!" Die Antwort lautete: Wie Sie sehen, verloren. Der Wachtmeister, bin ich ein ganz hübscher Mensch!" Der Merger des gestrengen Herrn Wachtmeisters war dadurch herborgerufen, daß Eifquart fich weigerte, eine in seinem Bimmer Bartei, fan befindliche Kiste zu öffnen. Der Wachtmeister öffnete nun, in Der Erwartung, das Flugblatt zu finden, selbst die Kiste und o Braus- in alte Bettfederstummel! Der Bericht der Fabrikinspektoren für das König, Sachfen pro 1887 ergiebt aufs Neue eine Vermehrung obgleich ob inderarbeit. Die Zahl der in der sächsischen Inbuftrie beschäftigten Kinder im Alter von 12 bis 14 Jahren be die Krägt 10 652 und hat sich gegen das Vorjahr um etwa 1000 Dermehrt die Bahl der jugendlichen Arbeiter im Alter von 14 g." will all bis 16 Jahren beträgt sogar 24 111 und ist im letzten Jahre um 7! tsche Voll andtage. G efteben und den Reich werden w auf erwid atürlich Dund beligen zicht chnehi Söhne Det die 4200 um 8 " geftiegen! Dagegen hat die Zahl der erwachsenen Arbeiter Brozent abgenommen, und hieraus ergiebt sich, daß die Industriellen im Königreich Sachsen, um Lohn zu sparen, jugendliche Arbeiter und Kinder an die Stelle von erwachsenen her Die Arbeitern setzen. Wann endlich wird ein gesegliches Verbot der Rinderarbeit erlaffen werden? Damit gegenw ziehung hat man nien ba Wieder aufgehoben ist auf Beschwerde des Verlegers eitens der Regierung in Schleswig die auf Grund des So alistengesetes erfolgte Beschlagnahme der Nr. 1015 des frei nigen, and beder Stadtblattes". Das Verbot imagung olgte befanntlich wegen eines Artikels über den Adel. Ebenso underbar die Beschlagnahme des vorige Woche konfiszirten Nürn Techten Gr preise an b Jahres auf 177 Selbft Hafe junter w Borden. on Der„ Reichsanzeiger" veröffentlicht folgende Bekanntachungen: Die königliche Kreishauptmannschaft hat auf Grund 11 und§ 12 des Reichsgesetzes vom 21. Oftober 1878 Flugblatt mit der Ueberschrift:" An die Ein " Ein Gedenklatt zum 2. September 1888", unterzeichnet:„ Die bat fich iialdemokraten Crimmitschau's", auf welchem als Verlag und 3, wie ein dort die Genossenschaftsdruckerei Hottingen- Bürich angegeben berboten. Bwidau, am 3. September 1888. Königlich fächhe Kreishauptmannschaft. Leonhardi. r und Bannerschaft Crimmitschau's. nehmen ingig gewo it egen. beinahe Di 351 auf 11% efälle bein 3 742 M Das am geftrigen Tage in biefiger Stadt verbreitete lugblatt, welches die Ueberschrift führt auf der einen Seite:„ Die Stimme der Menschheit zum Sedan", f der anderen:„ Sanct Sedan", und als gedruckt: zu Basel irb Geloftraf Jeronymus Froben und Nicolaus Bischof" bezeichnet ist, auf Grund der§§ 11 und 12 des Reichsgefeßes gegen die 词 Bemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom gen 140321. Dtober 1878 hiermit verboten. Gotha, am 3. September Geldstra 1888. Der Stadtrath. Hünersdorf. Ern, 31. Au en Verfam Frankreich. ie aus Paris gemeldet wird, beginnt der französische Auguftigsminister Freycinet die dreijährige Dienst Le verhält mies auf enannten Drgane en die Ma B Beit bereits jetzt durchzuführen, ohne die Erledigung des den Rammern vorgelegten Heeresgesetzes abzuwarten. 40 000 Sol Realtion Daten des Jahrganges 1888 find jezt durch Ausloofung ent laffen worden, und Ende Dezember sollen weitere 40 000 Mann blgen. Die gefeßliche Dienstzeit ist zur Zeit noch fünf labre; doch ist diese Bestimmung niemals streng durchgeführt Dorben und Beurlaubungen haben meist schon nach Ablauf brigen Dienstzeit bis spätestens November des laufenden Sabres hatte schon Freycinet's zweiter Vorgänger, Ferron, ins große lenten. Banka cüdt Produ Die DIT Denter hervorging megefet en mpfen. Fine welde Lution, bren wahren immig an uns: ange 2 er und in da en. Don 3 Jahren stattgefunden. Auge ge gefaßt. " Die Durchführung der dreibingt die Rép. Fr." folgende Bemerkungen: Herr Boulanger batte angefündigt, daß er sich nach Schweden begebe. Der Bil Blas" behauptet, zu wiffen, Deutschland sei das Biel einer Reise, antwortet aber nicht auf die dadurch hervor Berufenen Dementis. Die„ Patrie" denkt, er sei nach Rußland reift. Endlich der„ Gaulois" glaubt, er fei einfach in Frant Geheimnisvolle Reife" eld geblieben. Der Höhe veranlaßt, in die Tiefe nachzuftürzen. Dabei erwärmt während ihre Temperatur ursprünglich niedriger war als dies Uge der niedrigen Schichten, als warme Luft herab. Dadurch vielfach fte zugleich befähigt, mehr Wafferdampf aufzunehmen, fte tfernt fich mehr und mehr von dem Sättigungspunkte und e fich durch Busammenbrüden oder Kompreffion und gelangt, back rw. Wochen Tonderen Um Sit man möchte bod welcher fich biel betannt fe tro richeint daher als trockener Wind. Die Bora entsteht zwar Gebirgen, doch nur, wenn sich abgeschloffene Hochflächen Don der Ht. Die auf diesen lagernde Luft fühlt sich durch Ausahlung start ab und wird hierdurch beträchtlich falt und Gelangt fie nun ant Schnee m betroffen De mit föbm mer. sei es durch vorüberkommende eift und in depressionen angezogen, sei es infolge Ueberfließens über so daß le Rand des von ihr erfüllten Bedens- ins Thal, so reicht bie dabei eintretende Erwärmung nicht aus, um ihr eine höhere Im Gegemperatur zu geben, als in der Tiefe herrscht; fte erscheint chit gleichfalt als falter Wind. Da die erwähnte amerikanisch- euroceres, auf diche Sturmbahn von Oberitalien nach dem Balkan verläuft, nerer feucho erflärt es sich, warum die Adria( das adriatische Meer) so von der Bora heimgesucht wird. Das Gebit d Dalmati Meer. Bei in Götting ren Urfpru nach Norbe De her hielt m die über nd über naffe polma bereits Do gende trode en nicht no aber nicht b treffen müf n feinen Slidel Durch Detret des Präsidenten der Republik| sandten fie bereits thren Bischof, Monsignore Marfinsky, nach werden dem Antrage des Handelsministers Legrand gemäß zwei Arbeiter, Mitglieder des Gewerbe- Schiedsgerichts, Boulé und Meyer, thres Amtes entfest, weil sie durch lärmendes Auftreten die Verhandlungen des Ges richtes gestört und dadurch die Berathungen unmöglich gemacht hatten. Auf Grund dieser Maßregelung find die beiden Genannten während 6 Jahren für das von ihnen innegehabte Amt unwählbar. Boulé ist, wie man fich erinnert, der Hauptführer in dem Streif der Erdarbeiter gewesen. Der französische Ministerrath wird auf Wunsch des Präsidenten der Republik den Zeitpunkt des Beginns der Herbstfesfton festlegen. Wie es heißt, wird dieselbe schon den 3. oder 4. Oktober beginnen, jedenfalls aber zeitig genug, um die rechtzeitige Fertigstellung des Haushalts für 1889 zu er möglichen. Rukland. Wie die russische Polizei in Warschau wirthschaftet, geht aus folgender Thatsache hervor. Den Miethern ist durch eine Polizeiverordnung untersagt worden, sich im Besize von Hausschlüffeln zu befinden. Falls aber jemand ausnahmsweise die Erlaubniß zur Führung eines Hausschlüffels erhält, ſo ge schieht dies nur unter der Bedingung, daß er eine Deklaration unterzeichnet, nach welcher er für alle während der Nacht in dem betreffenden Hause verübten Diebstähle verantwortlich gemacht wird, resp. zur gerichtlichen Untersuchung gezogen werden fann. Der Kuryer Warszawski" bemerkt dazu: Angesichts einer derartigen Bedingung ist es schwer anzunehmen, daß fich Liebhaber des Beftzes von Hausschlüffeln finden werden." Balkan länder. Wie aus Sofia geschrieben wird, hat die mit Nachdruck geführte gerichtliche Untersuchung in der Angelegenheit des fürzlich dortselbst gefangenen Stäubers Sawow ergeben, daß Genannter den vergangenen Winter in Gesellschaft von ungefähr dreißig Personen in Nisch zugebracht hat. Chef dieser Gesellschaft war Riffarem, welcher sich gegenwärtig mit mehreren Mitgliedern der Bande in den Bergen von Bellova aufhält; derselbe war stets wohl mit Geld versehen, das er durch Ver mittlung eines Belgrader Agenten bezog, und bezahlte feine Leute monatlich. Zu Beginn des Frühjahrs nahm Riffarem Sechszehn Mann, worunter Sawow, mit fich und begab sich nach Bulgarien mit der Abficht, die bulgarischen Grenzdörfer anzugreifen; als er aber einsah, welchen Schwierigkeiten die Ausführung dieses Vorhabens begegnen würde, entschloß er sich, in die Berge um Bellova zu ziehen und dort das Räuberhandwerk auszuüben, um fich Geld zu verschaffen. Auf dem Wege zwischen Scutari, um von dem türkischen Statthalter Schuß und Unterstügung zu erbitten. Kommunales. -Tagesordnung für die Sihung der Stadtverordneten- Versammlung am Donnerstag, den 6. September, Nachmittags 5 Uhr. Neun Naturalisationsgesuche.- Vorlage, betr. die Frequenz in den Gemeindeschulen am 1. Mai d. J. Desgl., betr. die Verwendung der dem Nummelsburger Waisenhause und der Waisenverwaltung vermachten Legate. Desgl., betr. Die Verwendung der Erträge der Friedrich- WilhelmStiftung pro 1887-88. Desgl., betr. Die bei dem Gefinde Belohnungs und Unterstüßungsfonds pro 1. April 1887-88 vorgekommenen Etatsüberschreitungen.- Desgl., betr. den Ver fauf einer zum Areal des Rittergutes Blankenfelde gehörigen Landfläche. Desgl., betr. die für eine event. stärkere oder ausgedehntere elektrische Beleuchtung der Straße Unter den Linden 2c. zu zahlenden Kosten. Desgl., betr. den Erwerb von drei fiskalischen Parzellen zur Gneisenau- und Schleiermacher Straße. Desgl., betr. die auf Grund von Entscheidungs beschlüffen des königlichen Polizeipräsidiums oder von richter lichen Entscheidungen pro April- Juni d. J. angewiesenen Beträge. Desgl., betr. den Stand und den Fortgang der Kanalisationsbauten während des April- Juni- Vierteljahres dieses Jahres. Jahres. Desgl., betr. die von der Stadthauptkaffe in dem felben Vierteljahr geleisteten Vorschüsse. Desgl., betr. die Ueberlaffung eines Bauplages für die Kirche der Emmaus gemeinde auf dem Lauftger Platz. Desgl., betr. die für die Errichtung der Schwimmanstalten an der Waisenbrücke und an der Schillingsbrücke entstandenen Mehrkosten. Desgl., betr. die Ueberlassung der Festräume im Rathhause zu der Er öffnungsfeierlichkeit des VII. internationalen Amerikanistens tongreffes. Desgl., betr. die Verwendung der zur Au d. schmückung der Trauerstraße am 16. März b. J. beschafften Gegenstände aus Eisen und Bint 2c. Desgl., betr. den Anfauf der Grundstücke Kreuzbergstr. 60 62 und 63. 64. Desgl., betr. den Antauf einer zur Straßenregulirung erforderlichen Barzelle des Grundstücks Gollnowstr. 18. Desgl., betr. die Auszahlung einer Brandentschädigung. Desal., betr. die Theilung des Bezirks des 147. Gemeinde Waifenraths. Desgl., betr. das Verfahren bei der Lieferung des Petroleums für die Straßenbeleuchtung. Desgl., betr. die Skizze zum Neubau einer Gemeinde- Doppelschule auf dem Grundstüce Chauffeeſtr. 44. Desgl., betr. den Austausch des städtischen Chauffeeſtr. 44. Grundstücks Gitschinerstraße 1 gegen das von dem Grunds stücke Gitschinerstraße 2/3 zur Üferstraße erforderliche Terrain. Desgleichen, betr. den Geschäftsbetrieb der Epars taffe im April/ Juni Vierteljahr d. J. Desgl., betr. die im Rechnungsjahr 1. April 1887/88 bet der Stadt Hauptkaffe vors gekommenen Etatsüberschreitungen.- Desgl., betr. die bei der Haupt Stiftungskaffe in den Jahren 1886 87 eingegangenen Vermächtnisse und Geschenke. Desgl. die erfolgte Buerkennung von Preisen aus der städtischen Stiftung zu Preisaufgaben für Studirende der hiesigen Universität. Desgl., betr. Die von den städtischen Gasanstalten im April/ Junt- Vierteljahr d. J. gespeisten Gasflammen und Petroleumiampen. Desgl., betr. die Bewilligung des Restes der Baugelder für die Markt hallen VII und VIII. Desgl., betr. die Vermiethung 2c. u einer Wohnung im Sparkassenhause Zimmerstr. 90/ 91.- Desgl. betr. die Ueberweisung von Geldbeträgen an den GrundstücksErwerbungsfonds. Desgl., betr. den Verkauf des Holzschuppens auf dem städtischen Grundstücke Alte Jakobftr. 127 zum Abbruch. Eine Anzahl Rechnungen. Wier Unters ftügungsfachen. Vorlage, betr. den Ablauf der Wahlzeit eines Rathsmaurermeisters. Außerdem findet am Beginn dieser Sigung die Einführung von drei neugewählten Stadtverordneten und um 7 Uhr die Neuwahl von zwei besoldeten Stadträthen statt. Trn und Radomir stieß die Bande mit einer Gendarmerie Abtheilung zusammen, und bei dem hierauf entstandenen Kampfe wurden zwei der Räuber verwundet; Sawow selbst war einer davon. Deffenungeachtet fonnte die Schaar die Gebirge von Nillo er reichen, von wo fie fich in den Bellova'er Bezirk verfügte. Das Uebrige ist großentheils bekannt. Sawow wurde verhaftet, als er zwei Russen besuchen wollte, die in der Nähe des Softoter Militärlagers eine Schänke halten. Diese beiden Nuffen, sowie der russische Kutscher, deffen sich Sawow zur Fahrt nach dem Militätlager bediente, wollen von der ganzen Angelegenheit nichts wiffen. Die Polizei hat einige andere Persönlichkeiten verhaftet, die unter dem Verdacht stehen, mit Sawow Beziehungen unterhalten zu haben. Asien. Von den Raubzügen der Miriditen wird aus Scutari weiter gemeldet: Als in den legten Tagen die Miriditen von den Bergen in das Thal Badrima hinabstiegen, um die Bes haufungen der Gebirgsbewohner in Baldi Reni und Cacaricci zu plündern und zu zerstören, tamen fte auf ihrem Zuge auch durch das Dorf Kalmeti. Deffen Bevölkerung hatte zwar, um all' den Gefahren, die für sie aus der Gewährung des freien Durchzuges der Miriditen durch ihr Gebiet entspringen fönnten, zu entgehen, und insbesondere in der Befürchtung, die Blut rache der anderen Stämme auf fich zu lenken, den Miriditen Boten entgegengeschickt mit der Aufforderung, einen andern Weg zu nehmen. Doch wurde dem seitens der Miriditen fein Gehör geschenkt. Am nächsten Tage erschienen vielmehr drei hundert derselben vor Kalmett. Die Kalmetti hatten sich aber in der Zwischenzeit kampfbereit gemacht und durch ausgestellte Posten wurden sie von dem Erscheinen der Miriditen bei Beiten benachrichtigt. Als die legteren sich dem Dorfe näherten, wurden fie mit einer Gewehrfalve empfangen, worauf fich ein über eine Stunde währender Kampf entspann, der damit endete, daß die Miriditen zur Umkehr gezwungen wurden. Die Kalmetti hatten zwei Todte und mehrere Verwundete. Die Dunkelheit der bereits angebrochenen Nacht verhinderte fie, die Verluste der Miriditen wahrzunehmen, denn fie schleppten alle ihre Todten und Verwundeten mit fich fort. Durch diese Haltung hatten aber die unglückseligen Kalmetti, denen es vor allem darum zu thun gewesen, der Rache verwandter Stämme zu entgehen, sich die weit gefährlichere Blutrache der ihnen viel näher wohnenden Miriditen zugezogen. Da sich die Bewohner Kalmett's auch feiner Täuschung darüber hingeben, was ihnen bevorsteht, so Versuche dürfte der Schluß gerechtfertigt sein, daß aus dem Ge brauche nickelbaltiger Gefäße und dergleichen keine Gesundheits gefahr hervorgeht. Gerichts- Zeitung. Eine Vernachläffgung der strengen Gewissenhaftigkeit, zu der die Postbeamten verpflichtet find, hat für den ehemaligen Posthilfsbeamten Sch. höchst schwere Folgen gehabt. Der Ge nannte, der gestern unter der Anklage des Vergebens im Amte vor der vierten Ferienstraffammer des Landgerichts I stand, war im Postzeitungsamte beschäftigt. Seinen Vorgesetzten wurde hinterbracht, daß er wiederholt Papierabfälle, welche bei dem Buschneiden von Kreuzbändern übrig bleiben, fo wie Bindfadenreste mit nach Hause genommen, und eine Nach suchung in seiner Wohnung bestätigte dies. Es wurden nicht nur fleine Quantitäten der genannten Abfälle, welche gesammelt und zum Besten der Postkaffe verwerthet werden, gefunden, sondern auch ein der Post gehöriges Ortsnamen Verzeichniß des Deutschen Reichs. Trotzdem die Gegenstände nur einen äußerst geringen Werth haben, nahm man den Angeklagten in Haft. Derselbe gestand vor Gericht unter Strömen von Thränen seine Schuld ein. Der Staatsanwalt beantragte das niedrigste zu von werden, sondern nur durch die chemischen Wirkungen, die sie auf gewiffe Körper ausüben, sich bemerkbar machen. Es war schon lange der Wunsch der Botaniker, die Wirkung dieser ultravioletten Strahlen, wie man sie nennt, auf das Ges deihen der Pflanzen lennen zu lernen. Diese Aufgabe ist dem berühmten Botaniker Julius Sachs in über raschender Weise gelöst worden. Er ging von der be tannten Thatsache aus, daß das schwefelsaure Chinin diese Strahlen nicht durchläßt, wie das reine Waffer, sondern fte ver schluckt. Hiernach richtete er den Versuch ein. Eine Pflanze ( Blumentreffe) wurde von allen störenden Einflüssen befreit und so gestellt, daß sie nur solches Licht bekam, welches zuvor durch eine Chininlösung durchgegangen. In diesem Falle fonnte also die Pflanze von den ultravioletten Strahlen nicht getroffen werden. Ein gleiches Gewächs feste er unter sonst gleichen Bedingungen dem vollen Lichte aus, welches durch reines Waffer durchgegangen war. Und nun überließ er die beiden Pflanzen ihrem Wachsthum. Da zeigte fich nun das merk würdige Resultat, daß gerade die nichtleuchtenden Strahlen des Sonnenlichtes diejenigen find, welche die Pflanzen zur Blüthen bildung brauchen. Denn während fich aus zwanzig Pflanzen, die Sachs hinter Waffer aufzog, sechsundfünfzig Blüthen entwidelten, ergab die Kultur hinter der Chininlösung aus sechs undzwanzig Pflanzen nur eine einzige verkümmerte Blüthe, die selbst wahrscheinlich nur einer Unregelmäßigkeit im Ver suche thre Eristenz verdankt. Es ist gewiß interessant, das gerade das farblose Licht die farbenglühende Blüthenwelt her vorbringen hilft. Unter den wichtigsten Erwerbungen des Britischen Museums während des Jahres befinden sich folgende Werke: Eine Bibel in georgianischer Sprache, in Folio, gedruckt zu Mostau im Jahre 1743 auf Stoften des Prinzen Batar, Sohn des Königs Vachtang, der von dem von seinem Ontel, König Artchill, gesammelten Material Gebrauch machte. Dieses Buch ist überaus selten, da faft sämmtliche Exemplare, die gedruckt worden find, bei dem Brande von Moskau 1812 vernichtet wurden. Soweit bekannt, existiren nur 10 Exemplare, und es ist teine andere Ausgabe jemals in der georgianischen Sprache gedruckt worden. Eine andere seltene Bibel ist die einzige, in armenischer Sprache, gedruckt in Amsterdam 1666, Quartformat und illustrirt mit zahlreichen Holaftichen, ferner ein Pfalter in armenischer Sprache, gedruckt in Venedig, 1565, Ottavformat. Dieses Buch war das erste Erzeugniß der in Abgar, zu Venedig, hergestellten armenischen Preffe und es ist, wie man glaubt, die erste in armenischer Sprache gedruckte Bibel. Diesen Bibeln reibt fich an Erzbischof Parker's seltenes Wert, betitelt:„ De Antiquitate Ecclesiae Britannicae", gebrudt in Lambeth- Balaft, von John Day, 1572, Folio. Man glaubt, daß nicht mehr als 25 Gremplare dieses Werkes existiren und nicht zwei Gremplare stimmen gänzlich in ihrem Inhalt überein. Fünf Eremplare befinden sich jetzt im Britischen Museum. Den Schluß bildet das Miffale der Diözese von Sevilla, gedruckt in Sevilla von Jacob Cromberger, 1507, Folio; ein Buch von größter Selten heit und auf Pergament gebrudt. Es ist ein prachtvolles Eremplar alter spanischer Typographie und ging aus der Breffe des Hauptes einer Familie deutscher Drucker hervor, welche bis Mitte des 16. Jahrhunderts in Sevilla arbeitete. Bekanntlich eriftirt nur ein einziges anderes Exemplar und zwar in der Cafanati Bibliothel in Rom. Ueber die vermeintliche Giftigkeit der vernickellen Gebrauchsgegenstände zu Küchenzweden find, so schreibt Dr. L. Schmit, im Laufe der Beit fich schroff entgegenstehende Anfichten aufgetaucht. Neuerdings stellte A. Richet Versuche ber die behauptete Giftigkeit des Metalles an, um darüber uftlärung zu gewinnen, ob eine Gesundheitsgefahr aus dem Bebrauche vernidelter Gefäße zu Haushaltungszwecken zu bes fürchten sei. Derselbe fütterte zwei Meerschweinchen drei Wiung verfekt waren. Während der ganzen Beit des Versuches onate lang mit Kleie und Mehl, welche mit Nicelfulfat Rigten die Thiere nicht die geringste Gesundheitsstörung, ob Beidh jedes Thier pro Tag 25 mg des Nickelsalzes erhielt. Much Hunde ertrugen ganz gut einen beträchtlichen Busaz von Qund an Magendarmkatarrh, als er täglich 1 g Nicelsulfat er. Belt 16 aber die Menge des Nickels auf die Hälfte erniedrigt Pflanzen ist. Es giebt nur sehr wenige Gewächse, welche auch Burbe, trat alsbald eine vollständige Euphorie ein, und nahm Das Rörpergewicht sogar zu. Nachdem das Thier 160 Tage bindurch einen Nidelzusatz zur Nahrung erhalten hatte, wurde getödtet. Die Sektion zeigte feinen abnormen Befund in fand fich nur eine geringe Menge Nickel vor: 2 mg in jeder nämlich ein ischen Stum von Bisla Byllone enthalten, Birkung Die über aus Buff B n Borlande weiteres die Luft Der Barn war nidelhaltig. Nach dem Resultate der obigen Jedermann weiß, wie wichtig das Licht für die im Dunkeln gedeihen. Man hat gefunden, daß die Pflanze für ihre verschiedenen Bedürfnisse verschiedene Arten von Licht braucht. So zum Beispiel bewirken die gelben und rothen Lichtstrahlen Die Bersetzung der Kohlensäure, also die Stärkebildung, während die blauen und violetten als Reize für die Bewegungen im Pflanzenförper wirken. Allein das Sonnenlicht enthält außer Die von so traurigen Folgen begleitete legte Auffahrt des Luftschiffers Simmons hätte in Willenhall, unweit Wolver hampton, nahezu ein ebenso verhängnißvolles Nachspiel gefunden. Dort versuchte nämlich, wie aus London geschrieben wird, am 30. Auguft bei einer Blumenausstellung ein Aeronaut aus Birmingham, Namens Lempreri, in Begleitung eines lokalen Arztes, Namens Tonts, eine Luftfahrt. Der Ballon wurde jedoch von der Luftströmung wieder nach unten gedrängt und stieß mit einigen Häusern zusammen, wobei zwei Schornsteine zertrümmert wurden und der Ballon selber einen großen Nis erhielt. Die Gondel war mit fallenden Biegelsteinen gefüllt, und Dr. Tonks erhielt eine Verlegung, indem ihm der kleine augerichtet wurde. Die fühnen Luftschiffer wurden nur mit Miere, dem Herzen und den Lungen, 8 mg in der Leber; die den Regenbogenfarben noch eine ganz eigene Art von Strahlen Schwierigkeiten aus ihrer gefährlichen Lage gerettet. am äußersten Saume, wo das Violett fich befindet. Diese Strahlen haben die Merkwürdigkeit, daß fie nicht gesehen Täffige Strafmaß- drei Monate Gefängniß und der Ge richtshof rechnete von dieser Strafe noch 6 Wochen durch die erlittene Untersuchungshaft ab. Wenn man Brandt heißt und im Brand" ist, kann niemals etwas Gutes herauskommen! Der Hausdiener Friedrich Wilhelm Brandt, welcher sich gestern vor dem hiesigen Schöffengericht wegen Beamtenbeleidigung zu verantworten hatte, hat in Dieser Beziehung an sich selbst eine höchst traurige Erfahrung gemacht. Er befand sich eines Abends, als er die Gegend des Mariannenplages paffirte, in einem Stadium der offenbarsten Glückseligkeit, denn er schien die ganze Welt umarmen zu wollen und bemühte fich vergeblich, den richtigen Schwerpunkt für seinen Körper zu finden. Da traf er auf einen Schußmann, dem er höchst fordial die Hand schüttelte und gleichzeitig die Frage unterbreitete, wie es dem alten Jungen" gehe. Der Schußmann war ob dieser Butraulichkeit höchst erstaunt, er versicherte dem Angeklagten, daß er sich jedenfalls in seiner Berson irre, doch dieser behauptete ſtetf und fest, daß er doch erst vor wenigen Stunden mit dem Beamten einige Gläser Bier verzehrt habe, und es doch nur dummstolz" erscheine, wenn dieser jegt eine Bekanntschaft mit ihm ablehnte. Der Schußmann versuchte noch mehrmals, den lästigen Menschen los zu wer ben, und fab sich schließlich genöthigt, denselben zur Polizeiwache zu fistiren. Hier wurde die Sache einigermaßen tragisch, denn ber Siftirte mußte in Die Belle wandern und hatte nichts Eiligeres zu thun, als zum Fenster der Belle hinaufzuklettern und auf den Hof hinabzuspringen. Als die Beamten, durch den dumpfen Fall aufgeschreckt, hinzueilten, fanden fie den Angetlagten regungslos am Boden liegen und da er heftig stöhnte, mußten fie ihn in einer Droschte ins Krankenhaus befördern. Hier stellte fich heraus, daß derselbe das Nasenbein gebrochen hatte und über 14 Tage im Krankenhause zubringen mußte. Nachträglich wurde ihm nun noch wegen Beamtenbeleidigung der Prozeß gemacht, das Schöffengericht hatte jedoch einiges Mitgefühl mit seinem Mißgeschid und verurtheilte ihn nur zu 10 M. Geldbuße event. 2 Tagen Gefängniß. Theater. Mittwoch, den 5. September. Opernhans: Das Rheingold. Schauspielhaus( im Wallner- Theater): Kleine Mittheilungen. Vom Barz, 3. September. Ein Bewohner von Blanken burg am Harz berichtet über die höchst seltene Erscheinung des Brockengespenstes" wie folgt: Am 24. August, Morgens 5 Uhr, begab ich mich, während ein dichter Nebel herrschte, auf den Thurm des Brockenhauses. Bur Beit des Sonnenaufgangs theilten fich ab und zu die vorübergehenden Rebel und ließen die goldenen Strahlen der emporsteigenden Sonne durch. Auf den gegenüberliegenden Nebelwänden zeigte fich dann das Brodengespenst" in herrlichster Pracht. Man sah die dunklen Schatten der eigenen Geſtalt und der nächsten Umgebung wie auf leichtem Goldrande schweben. In weiterem Kreise umgab ein heller Strahlenglanz in Regenbogenfarben die ganze Er scheinung, welche auch, nachdem die Wolken theilweise verzogen waren, noch auf ganz dünnem Nebelgrunde fichtbar war. Ein emporgehobener Stein erschien in riesenhafter Größe und reichte bis an die Peripherie des ganzen Bildes. München, 2. September. Das Unglüd beim Feftzug der Bentenarfeier wird, den„ N. N." zufolge, noch ein Nachspiel vor Gericht haben. Wie wir hören, hat eine Reihe von Bes schädigten gegen Herrn Hagenbeck als Befizer der Elephanten Entschädigungsklage gestellt. Hagenbed lehnt jede Ersatz pflicht ab. Paris, 1. September. Vor ungefähr einem Jahre ver schwand plößlich der Oberlieutenant Meyer vom 158. Infante rieregiment, der Kommandant des in den Oberalpen an der franzöfifch- italienischen Grenze gelegenen Forts L'Olive. Da alle Nachforschungen nach dem Verschwundenen erfolglos blieben, so wurde der Lieutenant friegsrechtlich wegen unerlaubter Abwesenheit von mehr als drei Monaten zu sechs Monaten Ge fängniß und zum Verlust seines Ranges verurtheilt. Vor drei Tagen nun verließ das 30. Bataillon Alpenjäger sein Lager im Thal Monetieur, um durch verschiedene Gebirgspäffe nach tem Thal Claree zu marschiren. Als eine Kompagnie des Bataillons auf dem Marsche nach Plampinet unter dem Fort L'Olive vor beitam, stürzte an einer gefährlichen Stelle eines der voran ziehenden Maulthiere in den Abgrund. Einige Jäger stiegen Einige Jäger fliegen Wintergarten. Direction: Dorn und Baron. Mittwoch, 5. September: Gastspiel des Ballets vom 1. Im Reiche der Mütter. 2. Die Brüfung. Chatelet- Theater in Paris, 3. Sie weint. 4. Eine alte Schachtel. Deutsches Theater. Faust. ** ebri- Wilhelmstädtisches Theater. Der Bettelstudent. Residenz- Theater: Numa Roumestan. Rest's Cheater: Margarethe. # ellealliance- Cheater: Tricoche und Cacolet. Viktoria- Cheater: Die Kinder des Kapitän Grant. Adolph- Ernst- Theater. Die drei Grazien. santmann's Variété: Spezialitäten Vorftellung. Cancorbin- Cheater: Spezialitäten Vorstellung. Theater der Reichshallen: Spezialitäten Vorstellung. Central- Theater. Direction: Emil Thomas. Mittwoch, d. 5 September 1888: 8nm 21. Male: Schmetterlinge. Gesangspoffe in 4 Atten von W. Manustädt. Mufit von G. Steffans. Kannappel: Emil Thomas. Emmeline: Flora: Josefine Dova. Betty Gerber. Selina: Anna Grünfeld. Naschka: Irma Göhe. Martha: Anna Hode. Kaffeneröffnung 6%, Anfang 7 Uhr. Um den Wünschen des Publikums infolge des großen Andranges gerecht zu werden, hat die Direction fich veranlaßt gefühlt, den Vorverkauf non 8 zu 8 Tagen einzuführen. Königstädtisches Theater. Alexanderstr. 40- Kurzeftr. 6. Mittwoch, den 5. September: Bum legten Male: Lumpen- König. Boffe mit Gesang in 4 Alten von Zimmermann, Mufit von Wolff. Raffeneröffnung 6 Uhr, Anfang 7 Uhr. Alle aussteh. Bons u. Ausschnitte dieser Zeitung haben Preisermäßigung. Alles Nähere die Anschlagsäulen. Morgen, Donnerstag, d. 6. Septbr.: Gastspiel des Frl. Elise Hüftel: Mlle. unter Leitung des Balletmeisters Sigr. Achille Ross, fowie Auftreten von Mlle. Letizia Millon. Maria Bullard. Mis Cora und Emmy Godefroy. Mr. Lanck und Hurley. Prof. Leon Prevost. Frères Tardy. Brothers Moro- Linds. Max Adolfi. Mlle. Alma u. A. m. Anfang 18 Uhr. Ende Mitternacht. Entrée 1 Mark. Waage 1 s. 9.10. Kaiser- Panorama. Zweite Reise: Vom Felding 1870/71. Fahrt mit der Gotthardbahn. Der ganze Trauerzug und Aufsahrung Katser Wilhelms im Dom. Entree à Cycl. 20 Bf., Kind nur 10 Pf. Abonn Geburtsanzeige. Die Montag, Nachmittags 5 Uhr, erfolgte Geburt eines gesunden Töchterchens zeige hoch. erfreut an Jöns Bjorklund u. Frau Martha geb. Lüders. 502] Fachverein der Rohrleger. Unser langjähriges und treues Mitglied Hermann Knick ist am Montag, den 3. Septbr., plöglich verstorben. Die Beerdigung findet am Freitag, Nach mittags 5 Uhr, von der Leichenhalle der Bionsgemeinde, Prinzen Allee, statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. 504] Vorläufige Anzeige. Große öffentliche Versammlung Sämmtlicher Deborah, die Jüdin. Tischler u. Berufsgen. Schauspiel in 4 Aften von H. S. Mosenthal. Deborah: Frl. Hüftel. In Vorbereitung: Der Bettelstudent. am Montag, ben 10. September, Abends 8 Uhr, im Lokale„ Rönigsbank", Große Frankfurterstraße 117. Tages- Ordnung: Der Gefeßentwurf der Altersversorgung und American- Theater. Snvalidenericherung der Arbeiter. Distuffton Direktion A. Reiff. Wallnertheaterstrasse Nr. 15. Donnerstag, den 6. September: IF Eröffnung. Bum 1. Male: 罪 Die Weissheit Salamonsky's. Berliner Lokalpoffen- Pantomime von R. Anger. Mufit arrangiri von R. Thiele. 1. Bild: Die Renommirstunde bei Haafe. 2. Bild: In der Academy of music. 3. Bild: Bei Mutter Pignatelli im Courjaal. 4. Bild: Berlin um Mitternacht. 5. Bild: Vor'm Schöffengericht. Neu einstudirt: Tausend und eine Nacht. Operette von W. Köhler. Mufit von R. Thiele. Auftreten der drei Geschwister Delèpierre, des Instrumentalisten Herrn Krüger, des Mimiters Rivoli und des Herrn Martin Bendir. Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf., Barterre 1 M., Ballon 1,25 und 1,50 M., Barquet 1.50 M., Sperrfit 2 M., Loge 2 M., Baltonloge 3 M. Billet Vorverkauf Vormittags 11-1 Uhr an der Raffe. Das Nähere die Anschlagsäulen. [ 506 [ 503 Einzelne Sopha- Bezüge!! in Rips, Damat und Fantafestoffen für die Hälfte! Fabrik Emil Lefèvre, OranienLager Roh- Tabak. Sämmtliche in- und ausländische Sorten zu den billigten Preisen. Heinrich Franck. Um Jrrthum zu vermeiden, mache ich baurauf aufmerksam, daß sich mein Geschäft unverändert in den alten Räumen 1 Brunnenstr. 141/42 befindet. mit Lebensgefahr bis zu der Stele hinab, wo das Maulith liegen mochte, um die von demselben getragenen Sachen holen. Groß war ihr Erstaunen, als fie neben dem Mault bie Leiche eines Offigters vom 158. Regiment fanden. Die tersuchung stellte fest, das es die Leiche des wegen Deferti verurtheilten Oberlieutenants Meyer war. London, 1. September. Ueber einen Gaunertniff, jetzt folgendes bekannt: Vorige Woche erschien in einem biefi großen Hotel ein Reisender, welcher in der Hand blos eine g fleine Tasche trug, und verlangte ein Zimmer. Der Gaft din im großen Speisesaal und bat sodann, man möge ihn, ba sehr ermüdet sei, auf sein Zimmer führen. Dort angelangt, er dem Kellner den Auftrag, thn am nächsten Morgen um 6 aufzuweden. Seinen Anordnungen wurde pünktlich nac tommen und der Reisende um 6 Ühr früh geweckt. Nicht lan war der Paffagier auf, als plöglich die Glocke des Bimm in welchem fich derselbe befand, start läutete. Als der Kell in das Zimmer eilte, um den Wunsch des Passagiers entge au nehmen, ist er nicht wenig erstaunt, von demselben um Verbleib seiner Hose gefragt zu werden. Das ganze Haus w durchsucht, aber alles vergeblich, die Spose des Baffagiers ist auffindbar. Aber ich glaube wohl, daß ich nicht ohne hole London spazieren gegangen bin," schrie der Reisende, aus dem Hotel nicht fort gewesen, und die Hose muß mir m rend der Nacht gestohlen worden sein. In den Taschen selben waren zwei Banknoten zu je 100 Pfund Sterling. Fall war verwickelt und unangenehm für den Hotelbefizer Der Paffagier mit einem Prozeß drohte, welcher dem Ruf Hotels flcher sehr geschadet hätte. Welche Sicherheit bietet Hotel würden wohl die Leute sagen in welchem bis in die Bimmer der schlafenden Baffagiere eindring tönnen? Der Befiger des Hotels sucht lieber einen Ausg und bietet dem wüthenden Baffagier eine neue Hose und 100 Pfd. Sterl., womit fich der Paffagier endlich aufci giebt und abreift. Als er fort ist, lärt sich das räthsel Verschwinden der werthvollen hose bald auf. Der Rel welcher einen sehr langen Ulster trug, war einfach in das Hotel gekommen. D Di ohne bok Möbel-, Spiegel- und Polsterwaaren- Maga Franz Tutzauer, von Köpnickerstrasse 24( nahe der Köpnickerbrücke). Reelle Waare. Prompte Bedienung. Solide Preise. Soeben erschien: Die französische Revolution. Bu beziehen durch die Bon W. Blos. Heft 3. Preis 20 Pfg. Nr. 2 Die m Die ein Bild, eigt, aber, fich auflöſt benfchte no noch fomm Feudalität oft hart ar priftliche G Be epope auf ihrem die von ih St. Tarce Diefe Dua wegung, vielfach m pr erlaffer fertigten lauft werd binüber nicht Hälfte de butte ut ü Stadttheile bälfte ern berren un fe gewiffen amter, mel Für d bas Bann aber von jeber Brivo Fremben bie Bunftio Bewerbe g Maître du Diese begi ofenbefizer Lofer Strei bem fal. Die beber, Weift in no Bidergeno Det alten Im Mitte lean" obe Expedition des„ Berl. Volksblatt", Bimmerstraße 44 Wiederverkäufern Rabatt. Echten Nordhänser, Liter 80 Bf., im Restaurant von [ 323 Emil Böhl, Frankfurter Allee 74. Castor- und Zephirwolle Prima Zollpf. 3,25 2,50 Echt engl. Strickwolle Zum gr. Wollgeschäft" BrunnenStrasse 151 152, dicht am Rosenth.- Thor. 3ubeziehen durch die Expedition 3immerstraße 44: Internationale Bibliothek Von der Jnternationalen Bibliothek liegt nunmehr die I. Serie fomplet vor. Sie besteht aus folgenden 7 Bänden: Die Darwin'sche Theorie. Von Dr. Edw. Aveling. Broschirt Mt. 1,50. Gebunden Mr. 2Karl Mars' Oekonomische Lehren Gemeinverständlich dargestellt und er läutert von Karl Kautsky. Broschirt Mt. 1,50. Geb. Mt. 2,-. Weltschöpfung und Weltuntergang. Die Entwidlung von Himmel und Erde vom Standpunkte der Naturwissenschaften dargestellt von Dswald Köhler. Broschirt Mt. 2,-. Geb. Mt. 2,50. Die ländliche Arbeiterfrage. Nach dem Russischen des Kablutow. Broschirt Mt. 1,-. Geb. Mt. 1,50. Thomas More und seine Utopie. Mit einer historischen Einleitung von Karl Kautsky. Broschirt M. 2,-. Geb. Dt. 2,50. Charles Fourier, sein Leben und feine Theorien. Von August Bebel Broschirt Mt. 2,-. Geb. Mt. 2,50. Das moderne Elend n. die moderne Hebervölkerung. Sur Kenntniß unserer fozialen Entwidlung. Von Max Schippel. Broschirt Mt. 1,50. Geb. Mt. 2, Die II. Serie ist mit einem reichillustrirten Werte von W. Blos, Die französische Revolution, volksthümliche Darstellung Der Ereignisse und Zustände in Frankreich von 1789 bis 1804, eröffnet worden. Die Lieferungshefte( 32 Seiten gr. Dltav in Umschlag à 20 Pf.) find in der Ex pedition, Bimmerstraße 44, zu haben [ 83 202] Hochachtungsvoll 3. H. W. Diet' Perlag in Stuttgart. Durch die Expedition des„ Berliner Volksblatt", Berlin SW., Bimmerftr. 44, ist zu beziehen: faft die ein Die Ilanse Daber fam Diefer Rhe leute; nam fich die St Dehnte, def bundert er Stiffen er förmlich b Sybil Sozial- politischer Roman Don Disraeli. Ueberfest Bon Natalie Liebknecht. Breis elegant brofchiet Mt. 1,50. Die Bölle Theil der Hanse p Baris. Ste Mitglied d Auf Berle Strafen, und den Delamonop Hanse" a über faft auf Schöffen Prenkische Lotterie. 1/8 5,75, 11 3,00, 11,50, 4 75 Klaffe. Bu baben Oranienburgerstra im Bigarren Geschäft. ihre Der Spize Bünfte gen Beamten b Die S techte ber beiligt und Rampf gege Souen ein Barifer C Derr Der N verfchme Ronopol u ie Barifer [ 457 Möbel, Spiegel u Polsterwaar igener Fabrit wegen Ersparung der Ladenmie billig Brunnenstraße 28. Lager and Verkauf nur 30 part Bahlung na Uebereintunft Der König eine Einigu Der Sandell toie Den an tourde 1461 beftand ind Diefelbe auf Betten, 10 Mark Eines Der Großba und Dreize 1 Stand, vollständige Länge und Breite, nur Mart, Bettfedern, Pfund von 35 f. an, 1. Geschäft Kottbuserstrasse 4, parlem lauft allein die Bettfedern- Engros- Handlum 2. Geschäft Brunnenstrasse 139, Bur Auswahl stehen 23 Sorten Federn. Bezugsquelle für Händler. Müllkasten, Eisen, solid, billig, gestrichen 12 Bimal 1000 1363 63 unb Weft Lombarden bar bel zu ( qui merce märtte, be bolten die Innern. Haten tam Belbes bei Waren und He barauf Hand in be Berband n Unter leibs, Gefchled Carl Müller, Bimmerfit. Klinik Frauenkrankheiten. Für Kaffenmitglieder Ga gung. Dr. Hoesch, Friedrichffr. 108, 18 10, 5-7 Uhr. Sonntags nur Vorm. Arbeitsmarkt band war einen weite bie angefe fen Sto Beleitbrief nicht blos in einem g beauffichtig ieber wichti iftirte un Berwaltung 714 Korbmachergesellen auf Geft.- Arbeit verlan Ackerstraße 36. Verantwortlicher Redakteur: B. Cronheim in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Sierzu eine Brile und erhielt Das Mauli en Sachen em Maulth Den. Die gen Deferti nertniff einem bief blos eine ga er Gaft dini age ihn, da angelangt, gen um 6 ftlich nach Nicht lang des Bimme Is der Kell giers entgeg Felben um ze Haus w nde, muß mit Taschen Sterling." otelbefiger, dem Ruf eit bietet ni D DE Beilage zum Berliner Voltsblatt. Nr. 208. Die mittelalterlichen Bewerkschaften der Stadt Paris. Die Arbeitsverhältnisse des franzöfifchen Mittelalters rcisen agiers in Bild, das, aus der Ferne gesehen, große, lebens vote Formen ohne poeeigt, aber, in der Nähe betrachtet, in ein mosaitarriges Gewirr fich auflöſt. Die größte Mannigfaltigkeit in der Organisation beschte natürlich in der Kapitale. Hier stießen das Streben nach fommunaler Selbstständigkeit, das Prinzip grundherrlicher Feudalität und das nach absoluter Macht strebende Königthum oft hart aneinander. Es bestanden in Paris mehrere große riftliche Grundberrschaften so St. Germain des Prés, St. Gereviève- du- Mont, St. Martin des Champs, deren jede auf ihrem Territorium eine besondere Gewerbepolitik hatte und re eindring Die von ihnen abhängigen Stadttheile Faubourg St. An toine, St. Jean- de Lateran, der Bezirk des Temple, Faubourg ofe und St. Tarceau u. f. m.. waren meist vom Bunftzwang befreit. lich auftic as rathfelb Der Reifen pelchem Di nen Ausgle obne bok nga ücke). e 44 „ Ber #SW., ziehen: an edyt. 1,50. lerit. 75 Pi terra [ 457 erwaar Labenmie 28. Bas part tunft Mark Breite, nur 5 Bf. an 08- Handlu e 4, parlem 139, 1 Dern. Bill mmerftr. Bruft 1000 1869 63 Diese Duartiere wurden 1789 die Brennpunkte der sozialen Bewegung, weil sich in ihnen allmälig eine ungeheure Bahl Kleiner, elfach proletarischer Arbeiter, welche Lehrzeit und Meistergeld fich erlaffen wollten, zusammendrängte. Die von ihnen angefertigten Waaren durften allerdings nur in ihrem Revier ver lauft werden; allein sie schmuggelten dieselben auch in andere binüber und nicht und schädigten dadurch Die zünftigen Meister Entrichteten unerheblich. nachträglich die fte Hälfte des Meistergeldes, durften fie indeffen ihre Pro butte überall verkaufen und in den zünftigen Stadttheilen fich etabliren. Durch die Bezahlung der zweiten bälfte erwarben fie die Gleichberechtigung mit den Bunft. herren und umgingen die Lehrlingsschaft. Immerhin waren amter, welche es an Chitanen oft nicht fehlen ließen. Für den Königlichen Theil der Stadt hatte Philipp Auguft bas Bannrecht hinsichtlich der Badöfen aufgehoben; er ließ sich aber von den Bädern entschädigen. Bei Hungersnoth durfte jeder Private Brot baden und der Markt war dann selbst den remben geöffnet. In gewöhnlichen Zeiten bestimmte jedoch die Bunftsagung den Brotpreis. Die Gerichtsbarkeit über das Gewerbe gehörte dem Hofbäcker( Grand- Panetier), welcher den Maître du métier" und die Prud'hommes( Auffeher) ernannte. Diese begünstigten die Bünftler und plagten dre einfachen Back ofenbefizer, die nicht dem Verbande angehörten. Infolge endlofer Streitigkeiten wurde 1316 die gesammte Gerichtsbarkeit bem fal. Brévôt übertragen. Die Hanse parisienne", die Genossenschaft der Pariser theber, war eine der wichtigsten und ältesten Bünfte. Sie weift in noch viel höherem Grade als die Pariser Megger- und Bädergenoffenschaften auf die gallisch- römischen Korporationen alten Lutetia und speziell auf die Schifferkorporation hin. Mittelalter ging aus dieser die Dieser die Marchandise de nach dem norddeutschen Vorbilde Tean" oder Die Teute; " Ilanse parisienne" hervor. Die Flüffe bildeten damals faft die einzigen und jedenfalls die bedeutendsten Handelswege, Daber fämmtlicher Großhandel der Hauptstadt in die Hände Dieser Rheder tam. Es waren feine Handwerker, sondern Kauf fich die Stadt von der Cité aus nach Norden und Süden aus dehnte, desto mächtiger wurde der Verband; schon im 12. Jahr bundert erhielt er viele Privilegien. Er durfte Boll von allen Stiffen erheben, welche Paris paffirten, und so befteuerte er förmlich den Verkehr zwischen Burgund und der Normandie. Die Bölle wurden entweder mit baarem Geld oder mit einem Theil der Waare felber bezahlt. Allmälig gewann so die Hanse parisienne" das Monopol des Flußverkehrs durch Baris. Kein Schiff durfte durchfahren, sofern sein Befizer nicht Mitglied der Gesellschaft oder mit einem solchen affoziert war. Auf Berlegung dieses lästigen Monopols standen strenge und den Reichthum der Gesellschaft mehrten. Wegen des Handelamonopols waren zahlreiche Handwerker und Krämer von der Hanse" abhängig. Sie übten eine umfassende Gerichtsbarkeit namentlich zahlreich waren die Weinhändler. Je mehr welche wiederum ein fettes Erträgniß brachten über ihre Angehörigen, faft auf gleicher Stufe Schoffen und und und thre wie die Richter standen Vier töniglichen. Der Spize; letterer wurde unter der Mitwirkung der anderen der Prévôt des Marchands standen an Beamten der Stadt auf. Mittwoch, den 5. September 1888. Der König" hatte ferner eine ausgedehnte Gerichtsbarkeit; fte umfaßte nicht blos Handelssachen, sondern auch einen Theil der eigentlichen Justiz, denn die reisenden Kaufleute waren vielen An griffen und Beleidigungen ausgesetzt. Anfangs bestanden solche Handelstönige zu: Paris und in der Langued'oc. Karl VII. gab den merciers von Maine, Tourraine und Anjou Sagungen nach dem Muster derjenigen von Paris, von Berri und Auvergne, wo überall ein„ König" an der Spiße der Genoffenschaft stand. Diese Genossenschaft verlieh dem Handel im 14. und 15. Jahrhundert eine große Sicherheit. Allmälig aber wurde das Rönigthum stärker, die Bustände im Lande fester, die Institution der rois des merciers verlor damit an Bedeutung und Nothwendigkeit, während gleichzeitig die Nachtheile mehr hervortraten. Die Einrichtung wurde daher durch Franz I. auf gehoben. Während der Religionsfriege warfen sich in den Provinzen wieder solche Handelstönige auf und verlangten sogar, daß die Handwerker von ihnen Meisterbriefe tauren sollten. Heinrich IV. beseitigte aber dieses Königthum" im Jahre 1597 endgiltig. Dor In jeder Stadt eristirten einige besonders wohlhabende und angesehene Gewerkschaften. In Paris waren es die Tuch macher( la draperie), die Gewürzhändler( l'épicerie), die Rürschner( la peileterie), die Raufleute und Krämer( la mercerie), die Goldarbeiter( l'orfévrerie) und die Geldwechsler( le corps des changeurs).( Eine andere Darstellung läßt der Geldwechsler weg und nennt dafür die Müßenfabrikanten). Diese sechs Gewerkschaften wurden den übrigen als die ,, six corps des marchands" ausgezeichnet. Doch ist diese Bezeichnung schon späteren Ursprungs, denn in der Frühzeit sprach man blos von métiers und erst mit dem 15. Jahrhundert bildete sich die Bezeichnung corps de métiers. Heinrich Ill. erhob um das Jahr 1580 die Weinhändler zur fiebenten bevorzugten Zunft; Heinrich IV., Ludwig Xlll. und Ludwig XIV. bestätigten dies, aber die sechs übrigen Bünfte wollten fte aus Eifersucht nicht zulassen, bis es endlich doch nach endlosen Streitigkeiten durchgesetzt wurde. Die six corps des marchands bildeten eine Aristokratie der Gewerbe und wur den vom Königthum mit besonderen Ehren bedacht. Sie konnten auch eine ansehnliche Macht stellen und die Gewürzhändler allein führten im Jahre 1557 bei einer Musterung ein vollständig mit Waffen ausgerüstetes Heer von 3000 Mann vor. Zum Wappen hatten diese sechs Gewerkschaften einen fißenden Herkules, der ein Bündel von sechs Stäben zu zerbrechen fucht; ihr hierauf bezüglicher Wahlspruch war:„ Vin it concordia fratrum". Jm Jahre 1620 erhielt jede der sechs Gewerkschaften ein besonderes Wappen. Sie wollten auch in dieser Beziehung mit dem Adel und den großen Städten wetteifern und folgten ferner dabei dem pomphaften Zuge der Zeit. Die Wappen der Gewerke bestanden meist darin, daß man die wichtigsten Handwerks geräthe in malerischer Gruppirung und mit Gold auf Banner und Schilde malte und einen möglichst pathetischen Wahlspruch dazu setzte. Solches Spielzeug wurde dann hoch in Ehren gehalten. Die sechs genannten Gewerkschaften waren bei feierlichen Gelegenheiten die Vertreter des Pariser Gewerbe fleißes und vereinigten in fich die politische Bedeutung der Bünfte. Jm äußern Auftreten und im Streite um den Vorrang herrschte bei ihnen beständige Eifersucht. Auf Repräsenta tion wurde viel gesehen und bei feierlichen Gelegenheiten ents faltete jede Körperschaft die großmöglichste Pracht. Die Gedenttage der Bunft, das Fest des Patrons, die Frohnleichnamsprozeffion und die übrigen firchlichen Feste, der Einzug des Königs oder der Königin, die Beerdigung eines gekrönten Hauptes, dies maren Tage, an welchen der größte Prunt entfaltet wurde. Bei solchen Gelegenheiten zogen die Vorsteher der Zunft, die Ge schwornen und Meister, die Gesellen und Lehrlinge, alle in großem Kostüme durch die engen Straßen der Stadt. Ihnen voran wurde der Reliquienkasten des Heiligen, die Wappen und Banner getragen; die reichen Sunftmitglieder schmückten hierbei fich und die Träger mit den foftbarsten Gewändern. Von den eigentlichen Handwerksgenossenschaften sei noch die der Megger kurz erwähnt. Sie entstammte aller Wabr scheinlichkeit nach wie die der Bäcker und Schiffsrheder ebenfalls der gallisch römischen Periode. Jure Gewerkschaft hatte das Eigenthümliche, daß fie noch enger beschränkt war wie die der übrigen Handwerker. Im Jahre 1260 gehörte die große Schlachtbant( la grande boncherie) von Paris zwölf Familien; diese waren schon zu Anfang des 15. Jahrhunderts auf drei Bünfte gewählt und schwang fich bald zum ersten bürgerlichen zuſammengeschmolzen; da man aber niemand weiter zur tehte der Bariser Handelsherren immer empfindlicher benach heiligt und erwarben eigene Privilegien, die fie alsdann in den Rampf gegen die mächtigen Pariser führten. So bildete fich in Rouen eine„ Compagnie normande" im Gegensatz zu der Derr der Normandie wurde, versuchte er, die beiden Sozietäten Barifer Compagnie française". Als Philipp August 1204| verschmelzen. Jeder Theil bestand aber hartnädig auf seinem Blonopol und verlangte, daß der andere auf das seinige verzichte; die Bariser hoben namentlich das hohe Intereffe hervor, welches Der König an der Verproviantirung der Hauptstadt habe. Da Die Städte der oberen Seine saben sich durch die VorMeisterschaft zugelaffen hatte, so waren diese übrigen sehr reich geworden. Die Megger vereinigten Rohheit und Grau samkeit mit großem Reichthum, verfügten über ein stattliches Heer von Schlächtergesellen, Fleischhändlern, Viehmaklern, Gerbern u. s. m. und waren eine der mächtigsten Gewerk schaften. Lokales. 5. Jahrg. barmen da und arretirten denselben; leider wurden noch vier Mann verhaftet, drei fonnten wegen genügender Legitimation entlaffen werden. Die ersten drei Verhafteten waren in dem Sprißenbauſe inhaftirt, die vier legteren wurden in einen Waschfeller gesperrt, wo allerhand Unrath war. Nachdem die Inhaftirten 5 Stunden da zugebracht hatten, wurden fie mitten in der Nacht von Bendarmen aufgefordert, ihnen zu folgen. In Bedeckung von 5 Beamten wurden die Verhafteten mit gezüc tem Säbel nach dem Sprißenhause überführt. Der Raum, in dem die ersten drei Verhafteten eingeschloffen waren, hat einen von 17 Rubitmeter. Inhalt Die vier anderen Ver haftetenmußten mit ihren Drei Genoffen in diesem großen" Raum, in welchem eine unerquidliche Atmosphäre herrschte und höchstens zwei Bund Stroh lagen, bis früh morgens ohne jegliche Erquidung ausharren. Von da ab wurden sämmt liche fieben Genoffen nach Schöneberg überführt, wieder in eine Belle gesperrt, in welcher fie zwei Stunden zubringen mußten; dann wurde jeder einzeln verhört und gegen Mittag entlaffen. Der Schuhmacher St. mußte leider noch zwei Stunden länger die Freiheit entbehren; erst als genaue Auskunft über seine Personalien einlief, wurde er entlaffen. Was einem Arbeiter alles pasfiren kann. Wir ers halten folgende Buschrift: Wir Unterzeichnete waren im Begriff, am Sonntag einen fleinen Ausflug zu machen. Als wir zum Bahnhof Gesundbrunnen famen, war der Kriminalbeamte Stuhlmann anwesend. Da wir den Herrn hier auf dem Ges sundbrunnen genau kennen und wir annahmen, daß er uns auf unserer Partie begleiten wollte, so beschloffen wir, ihn auf eine falsche Fährte zu führen. Wir gingen also drei Mann vom Brunnen ab, Herr Stuhlmann hinter uns her. Wir theilten uns noch, einer ging allein und zwei gingen nach dem Wedding hinüber, hinter denen Herr Stuhlmann hinterherging. Da wir das gewahr wurden, nahmen wir uns vor, den Herrn einmal ordentlich warm zu machen, und liefen nun Laufschritt, was wir fonnten. Herr Stuhlmann muß aber der reine Käpernick sein, denn an der Fenn- und Müllerstraßen- Ecke hatte er uns einge holt und erklärte Herrn Peters für verhaftet. Dessen Begleiter ging ebenfalls mit zur Wache, wo Herr P. fich eine gründliche Durchfuchung gefallen laffen mußte, natürlich ohne daß etwas gefunden wurde. Aus den Geheimnissen der Polizeißtube. Wir er halten folgendes Schreiben: Am 9. Juli d. J., Abends, hatte ich auf dem Nachhausewege vom Geschäft aus, nachdem ich noch mit zwei Kollegen einige Glas Bier getrunken, das Unglück, auszugleiten und mir einen Knöchelbruch des linken Beines zu zuziehen. Da ich nicht mehr im Stande war, aufzustehen, so mußte ich wohl oder übel liegen bleiben, bis fich eine mensch liche Seele meiner erbarmte. Dies sollte denn auch nicht lange dauern und erschien der rettende Engel in der Gestalt eines Schußmannes. Nach einigen vergeblichen Aufforderungen, aufe zustehen, welche meinerseits mit dem Hinweis auf meinen franten Fuß erwidert wurden, merkte ich bald, daß der Schutzengel, welchen mir der Himmel geschickt hatte, sehr fräftiger Natur war, denn der Eindruck, welchen er auf meine Person machte, war noch nach einigen Tagen zu sehen, da meine beiden Armenmuskeln blutunterlaufen waren, wie ich dies durch mehrere Beugen beweisen kann. So wurde ich denn mit den Worten: Der Kerl ist nur zu faul zum Laufen, aber ich werde ihm schon Beine machen," vorwärts geschoben; doch auch dieses half nicht und so wurde ich denn schließlich von einigen Leuten, welche sich während der ergöglichen Szene eins gefunden hatten, aufgenommen und zur Polizeiwache Manteuffels Straße 96 gebracht. Hier wurde ich nun in einer dunklen, nicht gerade sehr sauberen Belle niedergelegt und harrte nun der Dinge, die am nächsten Morgen fommen sollten. Beim Einbruch der Morgendämmerung gewahrte ich, daß in dem Raum, in welchem ich mich befand, eine Bank stand; doch war für mich dieselbe unerreichbar, da die Schmerzen im Bein so zugenommen hatten, daß ich mich nicht zu derselben hinschleppen, viel weniger mich auf derselben niederlaffen konnte. Am nächsten Morgen, etwa zwischen 6 und 7 Uhr, öffnete fich dann mein Käfig und wurde mir der Morgengruß in Gestalt eines Fußtritts, welcher meine linte Seite traf, von einem eintretenden Schußmann dargebracht. Ein Selbsterheben meinerseits war nicht möglich; doch machte dies nichts, da mich ein fester Polizeigriff in meiner vollen fünf Schuh hohen Mannesgröße aufrichtete und mich nun, auf einem Beine humpelnd, ins neben anstoßende Bureau brachte, woselbst ich meine Personalien angeben mußte. Jest glaubte ich nun, frei zu sein, doch weit gefehlt. Nachdem ich nochmals angegeben, daß ich nicht laufen könne, da mein Fuß gebrochen sei, wurde ich von demselben Schußmann, der mich aus Der Zelle heraus geholt, mit den Worten:„ Der Kerl ist ja noch besoffen" in die Belle wieder hineinbefördert, so daß ich mich der ganzen Länge nach am Boden wieder fand. Was für Schmerzen ich da ausgestanden, brauche ich wohl feinem zu crklären, der einmal das Unglück eines Beinbruchs gehabt hat. Wieder vergingen einige Stunden, ohne daß fich Jemand um mich kümmerte, so daß ich mich veranlaßt sab, zu flopfen, und auch mit Erfolg; denn alsbald wurde die Thür geöffnet und ich wurde ins Bureau hineingeholt, woselbst unterdessen der Polizeilieutenant angekommen war. Demselben flagte ich nun mein Leid und theilte ihm mit, daß ich schon am verflossenen Abend angegeben hätte, daß ich den Fuß gebrochen, und daß ich darum bitte, mich fortschaffen zu laffen. Nachdem ders selbe mich aufgefordert, auf einem Stuhl Platz zu nehmen, mußte ich ihm meinen Fuß, welcher schon start angeschwollen war, zeigen; dann frug ez mich, in welcher Kaffe ich wäre und in welchem Krankenhouse ich aufgenommen zu werden wünschte. Da mir Bethanien am nächsten lag, so gab ich dieses an. Hier mit entfernte fich der Herr Lieutenant; es mochte etwa zwischen 11-11 Uhr fein und habe ich denselben bis 1 Uhr, bis zu welcher Zeit fich mein unfreiwilliger Aufenthalt auf der Wache hinzog, nicht wieder gesehen. Doch wurde es mit meiner Bes förderung nach demKrankenhaus nichts, warum, weiß ich nicht. Nach dem ich wieder einige Zeit dageseffen hatte, frug man mich nochmals, wo ich wohne und ob man meinen Wirth herbei holen solle, damit er mich abhole. Da ich dieses bejahte, nur um von der. Woche fortzukommen, so schickte man zu demselben. Derfelbe mar jedoch im Geschäft und mußte ich nun bis 1 Uhr, wie ich oben schon angegeben habe, dort verbleiben und hätte vielleicht noch länger fizen bleiben müſſen, hätte ich nicht darauf gedrungen, daß man eine Droschke holen und mich nach Hause befördern solle. So wurde denn auch jezt meinem Wunsch stattgegeben und ich in der Begleitung eines Schumannes in meine Be haufung gebracht. Da ich erst meine Kaffenbescheinigung zur Aufnahme in ein Krankenhaus beschaffen mußte, so mußte ich, Dant des unfreiwilligen Aufenthalts auf der Wache, über 36 Stunden ohne ärztliche Hilfe zubringen, und was das mit einem gebrochenen Bein besagen will, fann sich jeder Leser leicht vorstellen. Ich hätte diese Beilen schon früher der Deffents lichkeit übergeben, allein ein 7 wöchentlicher Aufenthalt im Krankenhaus Bethanien hinderte mich daran; im übrigen wollte ich mich erst nach dem Namen des betr. Schußmannes, welchem ich diese liebevolle Behandlung am Morgen des Anknüpfend an den geftrigen Bericht( Ausflug Schmargendorf) ist noch folgendes mitzutheilen:" Nachmittags 2 Uhr begaben fich mehrere der Betheiligten nach dem dem einem Freunde Geburtstag gefeiert und gleichfalls im Kreise der es wurde dem betreffenden Herrn ein hoch ausgebracht und einzelne Lieder gesungen. Anwesend waren 5 Gendarmen, 3 zu Pferde und 2 zu Fuß. Der Wachtmeister erklärte die Ver time Einigung nicht herbeizuführen war und die Streitigkeiten Schüßenhause gegenüberliegenden Walde. Nebenbei wurde von Der Handelschaft Schaden verursachten, nahm Karl VII. den einen wie den andern die Privilegien weg und das betreffende Edilt Bekannten ein Faß Bier aufgelegt. Man lagerte fich dabei und tour de 1461 vom Parlamente einregiſtrirt. Die Pariser Hanfa beftand indeffen noch fort; erst im Jahre 1672 löste Ludwig XVI, diefelbe auf. " Der Großhändler, la confrèrie des merciers". Im zwölften theiligten diesem Machtwort nicht Folge geleistet. Man Gines langvollen Namens erfreute fich die Vereinigung fammlung" für aufgelöft; natürlich wurde von Seiten der Be und dreizehnten Jahrhundert war der Handel von Mittel " unb West Europa fast gänzlich in den Lombarden; dann aber begannen auch die Franzosen Groß bar del zu treiben. Händen der Das Volt nannte diese Leute merciers martte, bereiften das Reich und die angrenzenden Gebiete, bolten die Waaren in den Seehäfen und verkauften fie im Innern. Das Bedürfniß eines engern Anschluffes der Bethei Baten tam damit von selbst. Sie führten oft große Summen Belbes bei fich; da die politischen Zustände vielfach unsichere Waren und die Justiz ohnehin zu wünschen übrig ließ, waren Hand in der Afoziation. In jeder Provinz formirten fie einen barauf angewiesen, sich selbst zu helfen und diese Hilfe be Berband mit einem roi des merciers" als Haupt. Der Vers band war um so bedeutender, da er aus Männern bestand, die einen weitern und freiern Blid und beffere Formen hatten, als Then Stolze nannten fich diese merciers auch Chevaliers. Der angefeffenen spießbürgerlichen Handwerker; mit einem ge Beleitbrief eines roi de merciers verlieh diefem freies Geleit nicht bloß in der Provinz, sondern in ganz Frankreich, ja selbst Unter Befchled lieber Frandfi t. 108, L orm. ckt Irbeit 86 verlang Bril 714 bie ließ sich in der Geburtstagsfeier nicht stören, sondern leerte das Faß bis zur Neige und begab fich hierauf wieder in das Schüßenhaus. Hier unterhielt man sich beim Glas Bier über das Vorgefallene und ging dann später nach verschiedenen Richtungen in den Wald. um einige Spiele zu arrangiren. Einzelne Gruppen von Männern fangen Lieder und dabei wurde der Buchbinder H. von der anwesenden Gendarmerie verhaftet. Demselben Schicksal unterlag der Schuh macher R. Abends 8 Uhr begaben sich die noch Anwesenden vom Schüßenhaus zum Bahnhof. In fröhlicher Stimmung wurte ein Lied angestimmt, plößlich famen 2 Gendarmen aus dem Dunkel, jeder ergriff einen Genoffen, erklärte denselben für verhaftet und wurden dieſelben nach Schmargendorf transportit. Es bemächtigte fich der efttheilnehmer eine sehr große Ers regung; man folgte dem Transport. Das erste Haus rechts in Schmargendorf follte den Verhafteten zum Aufenthaltsort Dienen, es ist ein Reſtaurant, Haltestelle der Schmargendorfer Dampfbahn. Die meisten Anwesenden harrten auf das Schicksal Der Verhafteten, man rührte fich nicht vom Fleck. Der anwesende Wachtmeister sagte zu einem Gendarmen: Mit den horchend stürzte der Gendarm nach dem Hofe und ergriff den Schriftgießer 2. Der Drechsler H. machte die bebauerlich sei, wenn barmlose Aeußerung, daß Arbeiter Berlins bei einem Ausflug so mir nichts dir nichts von Gleich waren 2 Gender Straße verhaftet werden könnten. n einem großen Theil des übrigen Europas. Dieser König" Bweien haben wir nicht genug, holen Sie noch einen. Ge leber wichtigen Stadt einen Stellvertreter, der die Waarenballen iftirte und je nach Umständen tonfiszirte; er erhob für die Berwaltung der Genossenschaft Steuern von seinen Unterthanen" und erhielt von den Seigneurs einen Theil der Marktgebühren. es 10. Juli zu verdanken hatte, erkundigen. Dies der wahre Sach-| geht es in die Werkstatt der Fertigmacher, welche die Mechanik verhalt, wofür ich mit meinem Namen hafte. Otto Hildebrandt, Manteuffelstraße Nr. 115, ill. Für den bevorstehenden Wohnungswechsel find die Räumungstermine nach der bestehenden polizeilichen Verordnung folgendermaßen festgesetzt: Der Umzug bei kleinen, aus höchstens 2 Bimmern mit Zubehör bestehenden Wohnungen erfolgt am 1. Oftober; bei mittleren, aus 3-4 3immern mit Zubehör be stehenden Wohnungen muß er am 2. Ottober, Mittags 12 Uhr, und bei größeren Wohnungen am 3. Oftober, ebenfalls bis Mittags 12 Uhr, beendet sein. Eine Vermehrung der Polizei Berlins ist, wie schon kurz gemeldet, zum 1. Oktober in Aussicht genommen. Ins gefammt follen 8 neue Reviere eingerichtet werden, welche die fortlaufenden Nummern 75-82 erhalten. Das 75. und 76. Re vier wird in Moabit errichtet, das 77. im Westen nahe der Magdeburgerstraße, das 78. in der Bergmannstraße, das 79. in der Nähe des Börlißer Bahnhofs, das 80. nahe beim Friedrichs hain, das 81. in der Prenzlauer Allee und das 82. in der Dalldorferstraße. sehr wehe thue. Mit Hilfe einiger Miether, welche ihrer Ansicht ähe der Ba dahin Ausdruck gaben, daß es noch als Glück zu betrachten fei dem ehemalig daß fich der arme Mensch nicht gleich den Hals, sondern nur lauzte um bas Bein gebrochen habe, wurde der angeblich Verunglückte Straße bert nächst in die Wohnung seines Freundes zurüdgetragen. Der heftiger Anp Hauswirth beschwor alle Anwesenden, fie möchten nur ja tein folgte, wod Aufheben von der Sache machen, da nur durch die Nachläfig beren herab feit des Hausdieners die Gaslampen nicht angesteckt worden den hintere feien, und lief felbst nach einer Droschte. Bur großen Freude autabfchürf des erschreckten Hausherrn erklärte der Verunglückte, bevor er in der linten So die Freidroschke geladen wurde, daß er nicht auf Schadenersas eine nicht u flagen werde, da er es glücklicherweise nicht nöthig habe. No litt. Met deffelben Abends aber schwur der geängstigte Wirth vor sämmt ögow'iche lichen Miethern, daß fortan von 7 Uhr ab in sämmtlichen bilfe. Wäh Etagen Gas brennen werde. Er hat diesen Schwur bis jest Droichte beft gehalten; follte er es fich einfallen laffen, ihn zu brechen, foder Nähe fteht ihm noch Schrecklicheres von Seiten seiner erfinderischen des Breats Miether bevor. ber am Tho Die Reichs- Postverwaltung läßt in der Steinme möglich, das Straße ein Reichspoft und Rohrpofiamt erbauen und auch in ennen. anderen Stadtgegenden dürfte die Reichspost demnächst eigene Die no Gebäude errichten, deren obere Stockwerke vermiethet werden. bahn hat m Es hat sich herausgestellt, daß Hauseigenthümer nicht gern an die Bahn a Stadtpoftämter vermiethen, weil der Postverkehr Unruhe schafft punkt der G auch eine starke Abnugung der Gebäude mit fich bringt. Auf den Anblic der andern Seite hat die Reichspoft das Verlangen, möglich baltenden B lange Kontrafte zu mäßigem Miethszins abzuschließen, und da verließen un beides nicht leicht zu erreichen ist, so wird fie je länger je mehr lang es noc genöthigt, eigene Stadt- und Rohrpostgebäude fich zu schaffen schon weil auch die Verlegung der Drähte und Röhren erheblichen Kosten und Mühen verbunden ist. Für das Publi fum hat die Verlegung von Post und Telegraphenämtern eben falls wenig Annehmliches. geht es in die Werkstatt der Fertigmacher, welche die Mechanik und die Klaviatur einseßen, die vorher wieder in besonders hier für eingerichteten Fabriken nach genauer Angabe für jedes einzelne Stüd hergestellt werden müssen. Dann wird noch einmal das ganze Instrument geprüft, um Tonverschiedenheiten, Ungleichheiten fortzubringen, darauf kommt das Klavier wieder an Sen Ueberpolirer, welcher die lette Spiegelpolitur anzu legen hat, und erst wenn diefe ordentlich gelungen, ist Nur Das Klavier verkaufsfertig. das Zusammenwirken langjähriger erfahrener, gefchickter Arbeiter ermöglicht die Fertigstellung eines allen Ansprüchen genügenden Instrumentes und nicht zum mindesten ist es der Sachkenntniß und dem Fleiße unferer Arbeiter und Handwerker zuzuschreiben, daß diese Industrie den hohen Standpunkt einnimmt, welchen fte thatsächlich jetzt inne hat. Dabei dürfen die Anforderungen an das Aeußere der Instrumente nicht vergessen werden; die Ansprüche in dieser Beziehung find sogar noch im Steigen be griffen. Heute fauft man nicht mehr ein Klavier in irgend einer beliebigen Holzart, wie man es gerade in der Fabrik vorräthig findet, sondern man verlangt, daß die äußere Ausstattung des selben genau zu der Bimmereinrichtung, für welche es bestimmt ist, paßt. Wir erinnern uns, daß vor einigen Jahren ein be deutender Fabrikant Geldpreise ausgeschrieben hat für die geschmackvollsten Entwürfe von Pianinogehäusen, die auf gleicher Stufe mit anderen Erzeugniffen des modernen deutschen Kunst gewerbes stehen sollten; zu Preisrichtern waren anerkannte Sach verständige eingefeßt. Die von den ersten Künstlern und Architekten eingereichten Zeichnungen haben einen vollständigen Umschwung in der äußeren Ausstattung der Klaviere hervor gebracht. Seitdem haben sich die Originalentwücfe in großer Anzahl vermehrt, jeder Stil, jede Holzart finden ihre Vertretung. Eine durchschlagende Reform auf diesem Gebiete hat sich in den legten Jahren vollzogen, die fich immer noch mehr auszudehnen scheint. Trotz dieser Vervollkommnung sind die Preise jetzt kaum höher als die vor Jahren bezahlten, es werden im Gegentheil iegt Klaviere zu erstaunlich billigen Preisen angeboten. Es hat auch in dieser Industrie eine Maffenfabrikation stattgefunden, die zu Schleuderpreisen fabrizirt, die erst Absatz im Auslande suchte und fand, dann aber auch im Inlande selbst ihre Fabrifate anzubringen sucht. Wer für billigen Preis ein Klavier er stehen will, dem ist Gelegenheit genügend dazu geboten, doch wird er an ein solches Instrument nicht die Ansprüche stellen dürfen, die wir oben für ein gutes Klavier als unerläßlich be zeichnet haben. Selbst die heutigen gangbaren Mittel- und höheren Preise, die man gewöhnlich bei dem Ankauf eines Klaviers anlegt, gewähren dem Fabrikanten nur recht ge ringen Verdienst, wenn nicht gerade die Firma des Erbauers eine Sicherheit für die Vorzüge des Instrumentes bietet, welche alsdann allerdings bei dem Preis in Anschlag gebracht werden. Bum Jubiläum der ersten Eisenbahn in Preußen. Die Inangriffnahme der Bauten und die Fertigstellung der Geleisanlagen ging verhältnißmäßig rasch von statten. Nicht ganz ein Jahr nach der Veröffentlichung der Kabinetsordre war Die 14 Kilometer lange Theilfirede Potsdam- Behlendorf fertig gestellt und konnte am 21. September 1838 dem Betriebe übergeben werden. Das war natürlich ein großartiges Ereigniß für Berlin einstweilen nur indirekt, denn um die neue weltbewegende Errungenschaft in Augenschein und Gebrauch nehmen zu können, mußte man von Berlin bis Zehlendorf nach altväterlicher Art in der Postfutsche fahren. Nichtsdestoweniger hatte fich aber doch ein großer Theil der Berliner die Kosten nicht verdrießen laffen und war hinausgepilgert zur Stätte, wo ihm das rauchschnaubende Dampfroß zum ersten Male vor Augen gerückt werden sollte. L. Rellstab schrieb damals in der Voff. Btg." über das große Ereignis u. A.: Der Potsdamer Bahnhof, deffen schöne Gebäude noch nicht ganz vollendet sind, war mit einem interimistischen Aufbau versehen, welcher einen größeren Salon und zwei kleinere elegant eingerichtete Gemächer als Versammlungsorte für die Abreisenden bei üblem Wetter enthält. Den Weg dahin hatte man mit Kränzen, Blumen gewinden und Fahnen verziert. Schon vom frühen Morgen an bot die Gegend um den Bahnhof ein belebtes Schauspiel dar, gegen die Mittagszeit aber waren Tausende von Zuschauern herbei geströmt, welche auf der Brücke, in den ringsum gelegenen Gärten, Wiesen, Feldern und Wegen fich in bunten Gruppen vertheilt hatten, um der Abfahrt beizuwohnen. Es waren zu derselben über dreihundert Billets aus gegeben worden und sechszehn Wagen wurden von den beiden Lokomotiven Adler" und" Pegasus" geAls zogen. Auf dem vordersten Wagen wehten Fahnen. um 12 Uhr der Zug fich in Bewegung setzte, befand sich auf dem ersten Wagen ein Mufifforps und Schlag 12 Uhr ging es vorwärts unter schmetterndem Hörner und Trompetentlang und den Freudenschüssen aufgestellter Böller. Einige Reiter verfuchten eine Beit lang den Wagenzug zu begleiten, doch schon nach wenigen Minuten fonnten die erschöpften Pferde nicht mehr in gleicher Schnelligkeit folgen. In nicht voll 22 Minuten war der Anhaltepunkt bei Behlendorf, eine Strecke von 3850 Ruthen erreicht. " mit Die Schifffahrt auf den Berliner Wasserstraß beschäftigt fich jest vorwiegend mit dem Transport von Bren und Nußholz; die Anfuhr von Steinen und Sand hat bet nachaelaffen. Auch der Wasserverkehr drückt damit aus, daß am Ende des Sommers stehen. Die bes idon war d Bug zum nd thre R getrennt. S ein gen Sch from deutli Majdinifter Ein größer Die V frage wob Bahnhof b ftebenden, Rothnerban Heber Bilhelmstro mehre babet 37. Polizeir aus Einen Beiftesgeftö Was je Schaffner G für afs Beife lag weife bit piff. The Die Milliarden von Rig steinen, die Hunderttausende von Kubikmetern Mauerfan ben Wafferweg genommen haben, find als vermauert" trachten; fte bedeuten das Material zu Tausend Neubaut der Millionenstadt. Die auf dem Waffer anlangenden hölzer sind nur zum geringen Theil dazu bestimmt, nod dieser Bauzeit verwendet zu werden. Größtentheils vervoll digen sie die Stapel der Nugholzhandlungen, deren Bestände sehr geschwunden sind und auch im kommenden Jahre füh in Anspruch genommen werden. Brennhölzer werden schon Beginn der Holzversteigerungen in den östlichen Forsten großen Mengen zu Wasser nach Berlin befördert. hierherkommt, ist der Nachschub, das heißt dasjenige Hols, er plög Für den Verkehr im Grunewald ist die Unklarheit welches eine längere Standfrist in der Forst ausgemacht w über viele das Waldgebiet durchkreuzende Wege noch immer damit dle Käufer Zeit haben, ihre Plätze in Berlin durch, groß. Nicht wenige derselben enden plöglich vor einem Restau ersten Lieferungen an die Großkunden ein wenig freiz brachte er rationsgarten und die für den Verkehr so wichtigen Ueberfahrts- machen. Gegen das Färben von Dauerwurstwaaren leitt hen in ei Schiffer haben auf diesen Privatgrundstücken ihre Haltestellen. die Für das Publikum aber ist es immer mehr oder weniger unbe quem, wenn es lediglich für die Zwecke der Weiterbeförderung wegung ein. In einem längeren Artikel wird nachgewiefen Hunde bei wie schädigend dieses Färben für die Wurstfabrikation iſt. ein solches Privatgrundstüd, und namentlich ein Restaurations wird das Ersuchen an die Polizeiorgane, welche mit der Kon wird ein K lokal betreten muß, denn der dienstbefliffene Kellner fann durch Geberden sehr gut zu verstehen geben, daß nach seiner trole der Nahrungsmittel betraut find, gerichtet, ihr Augenmed eine Meinung gewisse Rücksichtslosigkeit darin liegt, auf dieses betrügerische Treiben zu richten, um so mehr, als dos einen Restaurationsgarten ชน betreten, ohne etwas Färben von Fleisch und Wurstwaaren durch Reichsgerichts สิน verzehren. Wie unsicher die wegerechtlichen Ver fenntniß verboten ist. Die gefärbte Wurst ist u. a. daran einstürzte hältnisse dort find, davon giebt ein fürzlich beendeter Prozeß erkennen, daß fte angeschnitten Tage lang das auffallend frifarbeiter G Den Kamer Aussehen behält. Nach einem etwa halbstündigen Aufenthalt wurde die Rüdfahrt nach Potsdam angetreten. Die höheren Beamten der Regierungs- und städtischen Behörden in Potsdam waren zu der Fahrt eingeladen und hatten derselben zum größeren Theil bei gewohnt. Der glückliche Anfang, so schloß damals Rellstab feinen Bericht, ist gemacht; möge der Fortschritt in gleicher Weise erfolgen. Bald wird das Publikum es allgemeiner zu würdigen wiffen, welche unschägbare Wohlthat demselben durch die Anlegung dieser Eisenbahn geworden ist, die nach ihrer Vollendung Berlin aus seiner ärmlichen Gegend gewissermaßen in die nahe Nachbarschaft der anmuthigsten Umgebungen vers Diese Vorausseßung erfüllte fich sehr bald. feßen wird." Nach kaum länger als Monatsfrist war die gesammte Strecke Berlin- Potsdam fertig gestellt und am 29. Oftober hatten die Berliner wiederum und diesmal bequemer Gelegenheit, der eigentlichen Eröffnungsfeier beiwohnen zu können. Beugniß, der megen des großen Weges geführt worden ist, melcher vom Bahnhof Grunewald aus am Hundefehlen und Grunewald See entlang über Paulsborn und an der Krummen Lante vorbei nach dem Schlachten. See führt. Mehrere an diesem Wege angeftedelte Grundbefizer erhoben auch Anspruch auf das Terrain des Weges selbst und beabsichtigten, denselben streckenweise zu sperren; der Amtsvorsteher in Zehlendorf legte sich ins Mittel und verhinderte mit polizeilichen Maßregeln die Sperrung des Weges. In dem hieraus hervorgehenden Verwaltungsstreit verfahren ist der Charakter des Weges als eines öffentlichen rechtsgiltig und damit auch in maßgebender Weise für das Bublifum anerkannt; für lezteres ist die Sache insofern von Wichtigkeit, als die Unterscheidung des Wegeterrains von dem der föniglichen Forst maßgebend ist für das freie Umberlaufen der Hunde. Diese werden, auf dem Forstterrain betroffen, von den Forstauffichtsbeamten erfchoffen. Vom Berliner Hauswirth. Es ist eine alte Geschichte, boch bleibt sie ewig neu, daß die geehrten Herren Hausbefizer mit Vorliebe ihren Miethern die Beleuchtung an den Augen absparen. Sind die Treppen breit, so sagt der Hauswirth, die Treppen wären doch so schön, daß gar kein Unglück paffiren tann; find aber die Treppen eng, so führt man das unwiderlegliche Argument ins Feld, daß jedermann fich mit einer Hand auf das Geländer, mit der andern an die Wand stüßen kann, daß also Hals- und Beinbrüche nur bei Betrunkenen möglich . Er bi bei. Die Ein und Mohre gegraben. als fiefen Gra de plöglich 11 Bu befreien wie balbitu linte Dber und auch Der Berung verheirathe fördert. 2 Die neue elektrische Beleuchtungsanlage Unter berettungsar Linden hat ein eigenartiges Instrument nöthig gemacht, deffe unglückte i Anwendung allgemeine Aufmerksamkeit erregt; es ist dies ein untem G besonders fonstruirte Leiter, mittelst welcher man zu den hoh Lampen gelangen lann. Die Leiter selbst ruht auf einem Rädergefte das bequem von einem Arbeiter regiert wird. Ein besonde mittelst einer Kurbel in Bewegung gesegter Mechanismus fchie die Stiegen weit auseinander, auf deren oberster ein bequ und sicher eingerichteter Sisplay fich befindet, auf dem der Lampe bedienende Arbeiter Plaz nimmt und zur Höhe Lampe empor geschoben wird. Auf dem Plaze sind die forderlichen Werkzeuge und Utensilien angebracht und nad endigter Arbeit verringert die Kurbel die Höhe der Leiter Thätigkeit mit diesem Apparat ist für einen großen unferer Straßenjugend das Interessanteste an der ganzen irischen Beleuchtung. 24 Zbell clet Im Interesse des milchkonsumirenden Publikums bringt der Herr Polizeipräsident zur öffentlichen Kenntniß wieber bei dem Milchhändler Wilhelm Quaschnid, Junkerstraße 21, und holt Milch entnommen worden ist, welche den Bestimmungen der Polizeiverordnung vom 6. Juli 1887 nicht entsprach. Genannten find deshalb wiederholt bestraft worden. find, und wenn einem so etwas gesagt wird, muß man ja wohl Nacht ist hier ein Kirchenraub verübt worden. Vorübergebenbe reich und Fener wurden b Rr. 32 en feitigen. Berli Ronat Davon bab Davon bad Kirchendiebstahl in Spandau. In der vergangenen bemerkten heute Morgen an der Nikolaikirche nach der norb lichen Seite von einem oberen geöffneten Fenster ein Stüd Tuch herabhängen. Die Kirchenbeamten und die Polizei wur Sofort beim ersten Augenschein wurde es offenbar, daß vers Wer also nicht in der Lage ist, Die Thüren, welche verschloffen vorgefunden wurden, zeigten stillschweigen, wenn man nicht muthwillig Bweifel über seinen soliden Lebenswandel hervorrufen will. Was soll man dagegen thun? Kündigt man, so fann man gewiß sein, daß es in der nächsten Wohnung nicht beffer sein wird, denn die Hausbeftger zeigen sämmtlich keine Neigung, durch übermäßigen Ga verbrauch ihre nach ihrer Ansicht so schon sehr spärliche Rente noch zu verringern. brecherische Hände fich in derselben zu schaffen gemacht batten. Be fich selbst ein Haus zu mit Wachsstreichhölzern durch helfen. Gegen diesen Uebelstand hilft fein müßiges Reden, auch Polizeiverordnungen versagen in vielen Fällen bleibt also für den praktischen Reformator nur die energische Selbsthilfe. Diese kann freilich auch keinen allgemeinen Wandel schaffen, aber im einzelnen Fall fann fte, taufen, muß sich mühselig nach der Innenseite Spuren gewaltsamer Behandlung; es war Gem Befundh 25. Auguf Durchschnit in Bresla furt a. M Raffel 18,6 21,9, in 34,7, in Dresden tube 13,2, 22,4, in 24,5, in Basel in Dublin Stocholm in Marich Dom 29. Philadelp ohne Zweifel mit einem eisernen Werkzeug versucht worden durch die Thüren einen Ausweg zu finden. Bei näherer fichtigung der Kirche fand sich folgendes: Es find erbrochen worden zwei Opferbüchsen mit à 1 M. Inhalt und der Dpfer 23,0, in Stock für die kirchliche Armen- und Krankenpflege, in welchem wenn man sich ihrer nur geschickt bedient, auch den hartnäckigsten fich 60-80 M. befanden. Diese Beträge find entwendet. Bwei in andere Opferbüchsen mit einem Inhalt von 85 Pf. find von dem Diebe übersehen, dagegen hat der große Opferlaften, welchem fich zirka 120 M. befinden, der Gewalt Widerfland An diesem Behälter ist ein starkes Vorlege die Treppen paffiren fonnte, ohne gegen irgend einen Haus fchloß mittelst eines Brecheisens abgebrochen, ein anden hat nicht nachgegeben, aber der starke eiferne Ueberwurf Hauswirth gefügig machen. Das lehrt ein Vorgang, über den die B. 8." folgendes erfährt: In einem Haufe der N.- straße mohnte außer einigen hundert anderen Miethern auch ein junger Mann, den es schon lange ärgerte, daß man am Abend nicht Die dem Deutschen eigene, sprichwörtlich gewordene Vorliebe für Musik findet ihren Wiederhall in der großen Anzahl von Fabriken, die sich mit der Herstellung mufttalischer Instrumente beschäftigen, und wenn wir die Vor liebe für Mufit nach der Bahl der hier hergestellten Instrumente bemeffen sollten, müßte Berlin wohl die mufilliebendste Stadt der Welt sein, denn weder Paris, London, noch New- York übertreffen uns in dieser Beziehung. Berliner Flügel und Pianinos werden, wie belannt, von hier aus nach allen Gegen ben der Welt gefandt. Das Uebergewicht, welches sich unsere Stadt in der Herstellung dieser Inftrumente erworben hat, ist in erster Linie darauf zurückzuführen, daß sich die hier hergeftellten Flügel und Pianinos durch Klangfülle, durch leichte gleichmäßige Spielart, durch sympathischen, jeder Modulation fähigen Ton und vortreffliche solide Bauart, sowie durch Billig tett auszeichnen. Wir tönnen, so schreibt die Bof. Sta.", mit Genugthuung mittheilen, daß der Abfaz, über deffen Rückgang von den Fabrikanten in den legten Jahren oft geflagt wurde, eine Thatsache, der wir auch vor längerer Beie schon an dieser Stelle Ausdruck gegeben haben, sich wieder vermehrt hat, daß man ferner in den hiesigen Fabriken fast überall gut beschäftigt ist. Die Zahl der hier hergestellten Klaviere ist entschieden in der Bunahme begriffen, und mas noch wichtiger ist, es handelt sich hierbei meistens um feste Aufträge, die vom Auslande ertheilt worden find. Man findet die Namen unserer bekannten Erbauer von Flügeln u. f. w. ebenso in den vornehmen Häusern der Hauptstadt Merifos, in Rio, in Melbourne vertreten, wie sie in New York, Bombay oder in irgend einer anderen fremden Stadt anzutreffen find; denn in allen gebildeten Kreisen der beiden Hemisphären sind unsere Berliner bezw. deutschen Klaviere wohl gewürdigt; und, wenn wir auch die besonderen Eigenschaften der berühmten Pariser Erard'schen oder der New- Yorker Steinway'schen Flügel nicht beeinträchtigen wollen, so wissen wir nur zu gut, daß gerade Musikkenner oft genug die deutschen Erzeugniffe den eben genannten gegenüber bevorzugen. Wir haben allein in Berlin 200 Klavierfabrikanten und Händler, der beste Beweis der Ausdehnung, welche diese Industrie in unserer Stadt genommen hat, ohne derjenig n Fabriken und Großgeschäfte zu gedenken, welche fich mit der Herstellung von Pianofortebestand theilen u. s. w. beschäftigen. Einige hiesige Fabrikanten bauen jest jährlich bis 2000 Instrumente. Die Vorzüge der Berliner, wie überhaupt der deutschen Fabrikation bestehen darin, daß man dem Holzmaterial die größte Aufmerksamkeit schenkt; jahrelang vorher muß es für die einstige Verwendung vorbereitet werden. Um einen Beweis zu geben, mit wie großer Sorgfalt bei der Herstellung eines Klaviers verfahren werden muß, erwähnen wir nur, daß eine Kleinigkeit zu viel oder zu wenig von der Stärke bes Resonanzbodens abgehobelt dem Instrumente einen vollstän dig anderen Ton verleiht; eine kleine Nachlässigkeit, das nicht, leimen einer Rippe, eine lofe Schraube ein nicht festigender Nagel, veranlaßt häufig ein Mittlingen, welches den Werth des Inftrumentes erheblich beeinträchtigt. Eben so erfordert die Besaitung die größte Aufmerksamkeit; fie fann gerade, schräg, treuzweite oder mehrfach gefreuzt sein; die leptere ist ein Triumph unserer modernen Pianofortebaufunft. Bevor man zu b.mfelben gelangte, mußten erst die größten technischen Schwie rigkeiten überwunden werden. Früher wurden zum Beziehen der Instrumente englische Stablsaiten verwandt, jest werden nur deutsche genommen, die beffer find als die englischen. Die Baßsaiten werden durch Ueberspinnen des Stahldrahtes mit Kupferorabt angefertigt, wobei eine große Vertigkeit des Arbei ters nöthig ist. Ist das Instrument im Aeußeren vollendet, so genoffen anzurennen. Als ihm eines Abends bei einem solchen Busammenstoß eine volle Bierflasche aus der Hand gefallen war, und er das edle Naß die Stufen hinabriefeln hörte nicht sah, denn dazu war es zu dunkel faßte er den Entschluß, durch einen großartig angelegten Plan, über dem er schon lange brütete, eine Reform der Beleuch tung oder vielmehr Nichtbeleuchtung des Hauses herbeiAuführen. geleistet. ist sehr verbogen und an ein drittes inneres Schloß Awei Stellen eingebogen unbeschädigt. Aud der Abendmahlswein Schrank ist erbrochen und eine Flasche mit schwerem französischen Wein zum vierten Theil geleert worden Die Abendmahlsgeräthe, auf welche es jedenfalls abgefehen war Er zog einige verschwiegene Miether deffelben einen hohen materiellen und historischen Werth und werden Bauses ins Vertrauen und verfuhr nun folgendermaßen: geheim verwahrt. Nach vollbrachter That ist der Dieb, nachdem Eines Abends lud er einen Freund, den er vorher für das menschenfreundliche Werk begeistert hatte, zu fich. Als gegen 9 Uhr alles still war, eilte der Freund unter furchtbarem Ge polter cinen Treppenabsag hinab. Gleich darauf hörte man Bombay die angestrengtesten Bemühungen, mit Gewalt durch die ver schlossenen Thüren zu gelangen, fruchtlos geblieben waren, burd ein Fenster entwichen. Er hat einen Fenstervorhang berunter geriffen, denselben an einem Schußgitter des Chorfensters be Vorhangs hat er dann die Straße erreicht. Aus der Kirche find ängstliche Rufe um Hilfe. Der oben erwähnte junge Mann festigt und ihn dann nach außen hinabgelaffen. Mit Hilfe be und die von ihm ins Vertrauen gezogenen Miether stürzten aus thren Wohnungen auf die dunklen Flure und fragten unter großem Lärm, was denn los wäre. Nur dumpfes Stöhnen thür der Safristet hing, und ein Kurrendemantel aus schwarzen von jenem Treppenabsag antwortete. Dieses, sowie der von den Miethern hervorgebrachte Lärm wirkten in der Finsterniß doppelt Des Die bem größ nommen, der Norb Sterblicht und Jabr Frankfurt und Jahr Nürnberg ( etwas üb Berlin, Ropenhag ( über 35, Chemnit folge ber tung, wie größerer Samburg Stettin, Warschau während Dresben Der S beängstigend. Man rief nach Licht, aber alle hüteten fich wohl bestand. Beim Herniederlassen an dem Fenstervorhang hat ber weislich, Licht zu bringen. Jest trat der Hausherr in höchst Dieb jedenfalls blaue Hände erhalten, denn das Tuch färbt febr eigener Person aus seinem Korridor, in der Hand eine Lampe tragend. Auf dem Treppenabsag sah man nun einen Men schen liegen, welcher jegt noch viel kläglicher ſtöhnte. Der ab. Vor der Kirche haben, wie man vermuthet, Genoffen " Diebes Schmiere" gestanden. Der Dieb hat fich jedenfall nach dem Nachmittagsgottesdienst in der Kirche einschließen Regiffeur der ganzen Komödie eilte unter Ausrufen der Ver laffen. Von der Persönlichkeit des Thaters weiß man nod zweiflung zu seinem Freunde, der nun auf gutes Bus reden von seiner und des ebenfalls näher getretenen Hauswirthes Seite mit meinerlicher Stimme erklärte, daß lehrten zwei Herren, die Brüder B., mit einem doppelfipigen Zusammenstoß. Vorgestern Abend bald nach 11 1 Dreirad auf der Prenzlauer Allee nach Berlin zurüd. In b er nicht allein aufstehen könne, und daß ihm das rechte Bein im allgen ein Heine technet, Entzünd Verminde tamen T etmas ba Anzeige. verminde burg, Br rer Anfid ähe der Bögow'schen Brauerei, wo die Prenzlauer Allee nach rachten feiem ehemaligen Prenzlauer Thor zu ein starkes Gefälle bat, ondern nur lauzte um dieselbe Zeit ein Break, von der Saarbrücker nglückte Straße berlommend, in schnellster Fahrt die Straße. Ein agen. Der heftiger Anprall des Dreirads an das Vorderrad des Breaks nur ja tein folgte, wodurch die beiden auf dem Velosiped befindlichen Nachläfig beren herabgeschleudert wurden Der ältere derselben, welcher dt worden den hinteren Sig eingenommen hatte, tam mit geringen Sen Freude autabfchürfungen davon, während der andere eine Verftauchung bevor er in der linten Hand und außer einigen stark blutenden Kopfwunden chadenersas eine nicht unbedeutende Quetschung des linken Schienenbeins Sabe. Nod litt. Mehrere Herren, welche zur Zeit des Unfalls die vor fämmt ögow'iche Brauerei verließen, tamen den Verunglückten zur ämmtlichen Silfe. Während die beiden Radfahrer eine schnell herbeigeholte r bis jest Droschte bestiegen, wurde das zertrümmerte Dreirad einem in brechen, foder Nähe wohnenden Restaurateur übergeben. Der Kutscher finderischen des Breats war inzwischen eilig davon gefahren; wegen ber am Thatorte heirschenden Dunkelheit war es leider nicht Steinme möglich, das Firmenschild des davon jagenden Wagens zu nd auch in ennen. ächft eigene Die nach Schmargendorf führende Dampfstraßenhet werden. bahn hat wiederum einen Zusammenstoß zu verzeichnen. Als cht gern as die Bahn am gestrigen Nachmittag gegen 4 Uhr den Kreuzungs rube schafft punkt der Schwerin und Bietenstraße pasfirte, wurden durch ingt. Auf den Anblick des heranrollenden Zuges die Pferde eines daselbst , möglich baltenden Brauerwagens so erschreckt, daß sie ihren Standplay n, und erließen und auf den Zug losstürmten. Glücklicher Weise geger je mehr lang es noch dem Maschinisten, Kontredampf zu geben und den Bug zum Stehen zu bringen. Es war die höchste Zeit. Denn Au fchaffen Röhren m idon war das eine der Pferde von der Maschine niedergeriffen das Publi und thre Räder hatten demselben die Hufe von den Hinterfüßen mtern eben getrennt. Auch die Maschine selbst hatte durch den Anprall ein gen Schaden genommen, wie ein beroorquellender Waffer. from deutlich zeigte, den zu hemmen es längerer Zeit bedurfte. Terstraß Don Brenn bat bereits us, daß wir Don Big Merian, ert" eubaut enden B nt, nod Die bes Dervollin Cin größeres Unglüd ist nur Dank der Geistesgegenwart des Majdiniften verhütet morden. Die Pulsader durchschnitt sich der in der Perlebergerfrage wohnhafte Arbeiter Karl L. Er fiel auf dem Stettiner Bahnhof beim Fleischverladen vom Wagen in einen untens fiebenden, mit Flaschen gefüllten Kasten. Nach Anlegung eines Rothverbandes wurde er in ein Krankenhaus gebracht. babet Heberfahren wurde auf dem Leipzigerplatz der in der Wilhelmstraße wohnhafte Dienstmann Wilhelm B. Er erlitt mehrere Quetschungen und eine starke Kopfwunde. Das Bestä. Polizeirevier sorgte für seine Ueberführung in ein Krankenabre tüchtig n fchon feit wat fo ge Holz, fit emacht n durch yous. Beistesgestörtheit der in als Einen Selbstmordversuch machte in einem Anfall von der Eichendorfstraße wohnhafte Was je Schaffner Gottlieb G. Er war mit seiner Frau allein zu Hause, er plöglich anfing zu rasen und zu toben. Unglücklicher Weise lag ein spizes Brotmeffer auf dem Tisch, welches er er iff. The die vor Entseßen starre Frau es verhindern fonnte, nig freiz brachte er sich mit dem Meffer einen tiefen Stich in die Brust bit Leitet aren Freine Be achgewiefen on ist. St. Petersburg etwas feltener gemeldet. Das Scharlach fieber hat in Breslau weniger, in München, London, Warschau, St. Petersburg mehr Opfer gefordert. Auch Erkrankungen wurden aus den meisten Orten, aus denen Berichte vorliegen, häufiger zur Anzeige gebracht. Die Sterb lichkeit an Diphtherie und Kroup war in Berlin, Breslau, München, Wien, Kopenhagen, St. Petersburg eine verminderte, dagegen in Hamburg, Meß, Braunschweig, Prag, Budapest, Paris und Warschau eine gesteigerte. Neue Erfrantungen tamen meist in ähnlich großer Bahl wie in der Vorwoche zur Berichterstattung. Typhöse Fieber bedingten in Breslau, London, Paris etwas mehr, in St. Petersburg etwas weniger Todesfälle. Erkrankungen waren in Berlin und Buda pest häufiger, in Hamburg und St. Petersburg seltener als in Vorwoche. An Flecktyphus wurden aus Warschau und Edinburg je 1 Todesfall mitgetheilt. An epidemischer Genicstarre tam weder ein Todesfall noch eine Erkrankung zur Meldung. Der Keuchhusten hat in Berlin, London und Kopenhagen mehr Sterbefälle, in Hamburg und Kopenhagen auch mehr Er frankungen hervorgerufen. Rosenartige Entzündungen des Bell gewebes der Haut waren allgemein selten. Aus London fam 1 Todesfall an Tollwuth zur Mittheilung. Einzelne Todesfälle an Poden tamen aus Triest und Paris je 1, mebrfache aus Prag( 7), aus Warschau( 11) zur Anzeige. Er frankungen wurden aus St. Petersburg 1, aus Pest 2, aus Wien 3 mitgetheilt. Der Gesundheitszustand in Berlin war in der Berichtswoche wieder ein günstigerer und die Sterblichkeit eine kleinere als in der vergangenen Woche. Insbesondere haben Darmfatarrhe und Brechdurchfälle der Kinder, wiewohl noch immer sehr zahl reich auftretend, weniger Sterbefälle als in der Vorwoche hervorgerufen( 168 gegen 196), wodurch auch die Theilnahme des Säuglingsalters an der Sterblichkeit eine geringere wurde. Auch afute Entzündungen der Athmungsorgane riefen weniger Sterbefälle hervor. Das Vorkommen der Infektionskrankheiten blieb meist ein gleich beschränktes wie in der Vorwoche. Erkrankungen an Masern, Scharlach und Diphtherie tamen in feinem Stadt theile in besonders hervorragender Bahl zur Anzeige. Nur Erfrankungen an typhösen Fiebern wurden besonders aus der Königstadt in etwas größerer Bahl zur Meldung gebracht. Er frantungen an Reuchhusten zeigten sich wieder häufiger, auch hat die Bahl der Sterbefälle zugenonimen. bungen des Bellgewebes der Haut und Erkrankungen im Wochenbett zeigten keine wesentliche Veränderung in ihrem Vorkommen; dagegen gelangten rheumatische Beschwerden aller Art in wesentlich gegen die Vorwoche verminderter Bahl zur ärztlichen Behandlung. Polizei- Bericht. Am 2. bs. Mts. Abends fiel auf dem Belleallianceplatz ein Dienstmädchen beim Abspringen von einem in der Fahrt befindlichen Pferdebahnwagen zur Erde und erlitt einen Beinbruch. Um 3. d. M. früh wurde eine Frau auf dem Boden des von ihr bewohnten Hauses in der Komman dantenstraße und ein Arbeiter in seiner Wohnung in der Reis lichen in ein Krankenhaus. Die Frau veranlagte dann die Ueberführung des Unglückchenbergerstraße erhängt vorgefunden.- Ferner machte um die Ein schwerer Unfall hat sich vorgestern in der AbendHunde bei Erdarbeiten am Gendarmenmarft, Ede Markgrafenund Mohrenstraße, zugetragen. Dicht vor dem deutschen Dom wird ein Kanal zur Legung des elektrischen Verbindungskabels gegraben. In dem etwa einen Meter breiten und über 3 Meter ehr, als das lefen Graben waren Arbeiter mit dem Absteifen beschäftigt, t der Kon Augenmed gerichts baran lend frif Unter den als plöglich das lockere Erdreich nachgab, eine größere Masse instürzte und den auf dem Grunde des Grabens beschäftigten Arbeiter Gerau verschüttete. Da es den Arbeitern nicht gelang, Den Kameraden zu befreien, wurde die Feuerwehr gerufen. Die Hettungsarbeiten waren indeffen sehr schwierig, weil der Ver acht, defenglückte in fniender Stellung zwischen dem mit zusammenge ft dies ein ütem Gebälte erfüllten Erdreich eingefeilt war. Nach mehr Den hob Rädergefte befonde Smus fchie ein beque Dem der bi Höhe d ind die no nad Letter oßen bey Zbeil det ganze ublikums antniß, bab afe 21, und hal wieder timmungen prach. Die bergangenen übergebenbe Der norb ein Stüd Bolizei wur die Kirche daß vers macht hatten. Den, zeigten 8; es war cht worden, naberer Be derbrochen ber Dpfers in welchem endet. Swe Sf. And von ferlaften, in Widerstand in ander 6 Vorlege Ueberwurf eingebogen igt. Aud Flasche mit Refeben wat sert worden elben haben web, nachdem und werden ch die ver varen, burch 8 berunter fenfters be it Hilfe des Kirche find der Gitters ang bat ber wie halbstündiger Arbeit war es endlich geglückt, den Arbeiter befreien, der sehr schwere Verlegungen erlitten hat. Der inte Oberschenkel ist gebrochen, das linke Auge, der Schädel und auch das Rückgrat find verlegt. In einer Droschke wurde der Berunglückte, welcher in Rigdorf, Steinmeßstraße, wohnt und verheirathet ist, nach der königl. Klinik in der Biegelstraße bes fordert. Als Ursache des Einsturzes wird das sehr lockere Erdreich und eine mangelhafte Absteifung angegeben. Feuerbericht. Gestern Abend in der achten Stunde Burden drei Mann der Feuerwehr nach der Melchiorstraße Rr. 32 entsandt, um die Folgen eines Gardinenbrandes zu be= in die frühere Stellung, was thr nach einigem Bedenken auch gewährt wurde. Am 13. Juni begab fich Frau Jankovial mit ihrem Manne in das Geschäft ihres Vaters, des Schirmfabrikanten Rennert, welches sich in der Prinzenstraße befindet. Als die Frau gegen 6 Uhr Abends wieder zurückkehrte, sab sie die Feuerwehr vor dem Hause in voller Thätigkeit und erfuhr zu ihrem nicht geringen Schrecken, daß es in ihrer eigenen Woh nung brenne. Die Löschung des Brandes erfolgte unter pers sönlicher Leitung des Branddirektors Stude, melcher feststellte, daß der Herd des Feuers sich zwischen der Thür einer soge nannten Berliner Stube und dem in derselben stehenden Dfen befand. Ueber die Entstehung des Brandes fonnte nichts Bo fitives ermittelt werden, doch ließen die vorhandenen Spuren mit ziemlicher Sicherheit auf Brandstiftung schließen. Das Des Weitergreifen Feuers fonnte durch Die rechtzeitig alarmirte Feuerwehr glücklicherweise verhindert werden und der Brand blieb daher auf das Innere der Stube beschränkt. Als Schadenersatz empfing Herr Jankoviat von der Versicherungsgesellschaft 970 M., während dem Haus befizer 1200 M. zugesprochen wurden. Nach dem Brande ver mißte Frau Jankoviat diverse Werthgegenstände, u. a. eine goldene Damenuhr, eine Elfenbeinkette, ein seidenes Kleid 2c., welche fich in einem Wäschespinde, deffen unterer Theil vom Feuer vernichtet war, befunden hatten. Der oben befindliche Kasten dieses Epindes war indeß unversehrt geblieben und aus diesem waren troßdem die Schmucksachen verschwunden. Die Geschädigten wußten sich den Verlust nicht anders zu erklären, als daß irgend ein Unberufener in dem allgemeinen Wirrwar fich die Sachen angeeignet habe und die Angelegen beit wäre auch wohl vollständig in Vergeffenheit gerathen, wenn nicht ein besonderer Umstand auf die Spur des Verbrechens geführt hätte. Infolge des Brandes beschlossen die Jankoviak schen Eheleute auf Sommerwohnung zu ziehen und die Pilz wurde aufgefordert, sich eine andere Stellung zu suchen. Eine folche fand sich jedoch nicht sogleich und das Mädchen fam am nächsten Tage wieder, um mit den Kindern zu dem Vater der Frau Jankovial nach der Prinzenstraße zu gehen. Während der Anwesenheit der Pilz im Geschäft des Herrn Rennert mußte deffen zweite Tochter, welche als Verkäuferin fungirt, auf furze Beit den Laden verlassen. Nach ihrer Rückfunft bemerkte eine fte, daß aus der Ladentaffe größere Summe Höhe von Rofenartige Entzün- welche später in 208 Mart 70 Pfennig Die eben ermittelt wurde, abhanden gekommen war. falls anwesende Frau Jankovial sagte der Pilz den Diebstahl auf den Kopf zu und befahl dem Mädchen, dort zu bleiben, bis man sich durch eine gehörige Untersuchung ihrer Kleidungsstücke von der angeblichen Unschuld überzeugt habe. Während nun die Frau Hilfe herbeiholte, verließ die Beschuldigte ebenfalls den Laden, in den fte nach einigen Augenblicken mit der Betheurung zurückkam, man möge ihre Sachen einer ge nauen Durchsuchung unterwerfen, es werde sich dann zeigen, daß fie vollständig unschuldig sei. Bei der Pilz wurde in der Tyat auch nichts gefunden, wohl aber entdeckte man im Flur des Hauses ein zusammengerolltes Stüd Beitungspapier, welches 175 Mart enthielt. Nun wurde die Polizei von dem Diebstahl in Kenntniß gefeßt, welche alsbald eine Durchsuchung der Effekten des Mädchens, das fich inzwischen eine Schlafftelle ges miethet hatte, vornahm. Dieser Aft hatte einen überraschenden Erfolg; es wurde zwar nicht der Rest des Geldes, dafür aber mehrere Gegenstände gefunden, welche die Frau Jankovial nach dem Brande vermißt hatte. Auch die verschwundene Damenuhr, sowie die Elfenbeinkette nnd das seidene Kleid fanden sich unter den Sachen der Pilz vor und diese mußte auch schließlich zuge stehen, fich die Sachen, welche fie angeblich nach dem Brande im Keller des beschädigten Hauses vorfand, widerrechtlich ange eignet zu haben. Anna Pilz wurde hierauf verhaftet und die weiteren Recherchen veranlaßten die Behörde, gegen fte die Antlage wegen vorsäglicher Brandstiftung und wiederholten Diebstahls zu erheben. Am 18. Mai waren den Jankovial'schen Eheleuten aus einem verschlossenen Pult drei Sparkaffenbücher Das Pult war und 50 M. baares Geld gestohlen worden. mittelst einer Feile erbrochen, welche in einer alten Rifte auf dem Spinde gelegen hatte. Hieraus, sowie aus der Ungeschic lichkeit, welche der Dieb beim Deffnen an den Tag gelegt hatte, glaubte die Polizei den Thäter in einer Person suchen za müffen bie mit den Einrichtungen der Wohnung vollständig vertraut war. Die 3 Sparkassenbücher wurden an demselben Tage in dem Bette der unverehelichten Dohrmann, die damals Dienstmädchen bet Jantovial war, aufgefunden; von dem Gelde war nichts mehr zu ermitteln. Der Verdacht richtete sich zunächst auf Fräulein Dohrmann, welche auch infolge deffen den Dienst verlaffen mußte. Nach der Verhaftung der Pilz wurde dieser Diebstahl wieder in Erwägung gezogen; Frau Jankoviat erinnerte fich daß ihrem Manne, zur Beit als Anna Pilz das erste Mal in ihren Diensten stand, ein Schlüsselbund verloren ging, das sämmtliche Schlüffel zur Wohnung enthielt. Aus diesem Um stande folgerte die Anklage, daß die Beschuldigte auch diesen Diebstahl ausgeführt habe. Vor der Straflammer giebt die Angeklagte nur den Diebstahl bei dem Schirmfabrikanten Rennert zu; auf Vorhalten räumt ste jedoch ein, noch einige Kleinigleiten vor dem Brande aus der Wohnung ihrer Herrschaft entwendet zu haben. In Bezug auf die Sachen, welche unter ihren Habseligkeiten vorgefunden wurden, bleibt fie bei der oben vermerkten Behauptung stehen. Brandstiftung und den Diebstahl mittelst Erbrechen des Pultes bestreitet sie mit aller Entschiedenheit. Die Beugenaus sagen find für die Angeklagte sehr belastend und der Staats anwalt hält die Anklage in allen Buntten aufrecht. Der Straf antrag lautete auf 2 Jahr und 5 Monate Gefängniß. Der Ge richtshof hielt jedoch den letzten Diebstahl nicht für erwiesen, im übrigen wurde die Angeklagte schuldig befunden und zu einer Gefängnißstrafe von 2 Jahren verurtheilt. felbe Beit ein Schaffner, anscheinend in einem Anfall von Säuferwahnsinn, in seiner Wohnung in der Eichendorffitraße den Versuch, fich zu tödten, indem er sich mittelst eines Tisch meffers einen Stich in den Unterleib beibrachte. Er wurde mit telst Droschte nach der Charitee gebracht. Um dieselbe Seit wurde in der Boyenstraße ein Mann vom Blutsturz befallen und von Vorübergehenden auf den Flur eines nahegelegenen Haufes gebracht, wo er bald darauf, wie ärztlich festgestellt Ebenfalls Vormittags fiel wurde, an Lungenblutung starb. auf dem Neubau Fransedistraße 34 aus der Höhe des zweiten Stockes durch die Unvorsichtigkeit eines Steinträgers ein Mauerstein herab und dem unten beschäftigten Kutscher Brückmann auf den Kopf. Letzterer erlitt eine Verlegung der Schädelund decke wurde auf ärztliche Anordnung nach dem städtischen Krankenhause im Friedrichshain gebracht.Ferner fiel Vormittags auf dem Neubau Potsdamerstraße 64 der Rohrleger Krid, während er mit dem Zusammenschrauben zweier Gasrohre beschäftigt war, von der Leiter etwa 2 Meter tief herab und erlitt dadurch so schwere innere Verlegungen, daß er schon während der sofort bewirkten Ueberführung nach einem Krantenhause starb. Als Mittags der Kutscher John auf einem mit Mauersteinen beladenen Wagen durch die Gerichts ftraße fuhr, fiel er mit einem Theil der Ladung vom Wagen, gerieth unter die Räder und wurde dadurch am rechten Unter chentel so schwer verlegt, daß er nach dem Lazarus Krankenhause gebracht werden mußte. Nachmittags wurde in der Leipziger. und an der straße ein Dienstmann durch eine Droschke Ede der Jerusalemerstraße und des Hausvoigteiplages ein scheinend jedoch nur unerheblich verlegt. Um dieselbe Zeit wurde ferner in der Jägerstraße ein 6 Jahre alter Knabe durch ein von dem Handlungsgehilfen Cohn benuttes Dreirad überfahren. Ebenfalls Nachmittags gingen in der Scharnhorststraße zwei vor einen Rollwagen gespannte Pferde durch. In der Nähe des feitigen. Berliner Asylverein für Obdachlose. Im verfloffenen davon badeten 1495 Personen, im Frauenasyl 1272 Personen, Tischler, Beide infolge eigener Unvorsichtigkeit, überfahren, an Davon badeten 97 Personen. Gemäß den Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundheits- Amts sind in der Zeit vom 19. bis 25. Auguft cr. von je 1000 Bewohnern, auf den Jahres burchschnitt berechnet, als gestorben gemeldet: in Berlin 20,3, in furt Raffel Bafel in Invalidenbauſes fiel der Kutscher vom Wagen und erlitt durch Ueberfahren außer mehrfachen Hautabschürfungen eine so schwere Verlegung am Kopfe, daß er nach dem Augusta- Hospital gebracht werden mußte. Nachmittags gegen 6 Uhr stürzte eine auf dem Gendarmenmarkt zur Verlegung von Wafferröhren etwa 2 Meter tief ausgehobene Baugrube infolge mangelhafter Absteifung der Seitenwände ein. Der Arbeiter Geron aus Nixdorf wurde durch die Erdmassen verschüttet und so schwer verlegt, daß er, nachdem die sofort herbeigerufene Feuerwehr ihn aus seiner Lage befreit hatte, nach der Universitätsklinik gebracht werden mußte. a. M. 14,3, in Wiesbaden 23,3, in Hannover 22,4, in 18,6, in Magdeburg 33,7, in Stettin 31,6, in Altona 21,9, in Straßburg 27,8, in Meg 30,5, in München 34,7, in Nürnberg 16,9, in Augsburg 25,2, Dresden 24,9, in Leipzig in Stuttgart 13,2, in Karls. tube 13,2, in Braunschweig 32,2, in Hamburg 21,6, in Wien 224, in Best 34,4, in Prag 26,0, in Triest 23,7, in Krakau 24,5, in Amsterdam 20,3, in Brüffel 22,1, in Paris 20,9, in in London 17.5, in Glasgow 18,8, in Liverpool 22,6, in Dublin 17,9, in Edinburg 14,5, in Ropenhagen 20,5, in Stodholm 17,6, in Chriftiania 21,2, in St. Petersburg 28,2, Droguengeschäft und Melchiorstraße 32 in einem Wohnzimmer in Warschau 31,9, in Ddefa in Rom 26,5, in Turin 23,0, in Venedig 25,2, in Alexandria 47,4. Ferner in der Zeit dom 29. Juli bis 4. Auguſt cr. in Nero- York 28,5, in Bombay 25,4, in Madras 27,1. Philadelphia 24,2, in Baltimore 28,4, in Ralfutta 17,2, in J unbedeutende Feuer statt. Gerichts- Zeitung. Die allgemeine Sterblichkeit hat in der Berichtswoche in bem größeren Theile der Großstädte Europas etwas zuge nommen, doch melden ein Theil der größeren englischen und an der Nord- und Dstlüfte gelegenen deutschen Großstädte fleinere Sterblichkeitsziffern. Sehr gering( noch nicht 15,0 pro Mille und Jahr erreichend) war die Sterblichkeit in Löbed, Karlsruhe, Frankfurt a. M. und Edinburg. Günstig( bis 20,0 pro Mille und Jahr) blieb sie in Dresden, Stuttgart, Elberfeld, Kaffel, fagt daffelbe in einer diesbezüglichen Entscheidung: ( etwas über 20,0 pr. Mille) erscheint die Sterblichkeit höher in Berlin, Hamburg, Altona, Hannover, Bremen, Amsterdam, Kopenhagen, Paris, Christiania. Sehr hohe Sterblichkeitsziffern Berufspflichten allgemeiner Art, und zu diesen gehört die Pflicht, ( über 35,0 pro Mille) melden von den deutschen Städten nur Chemnitz und Münster. folge der in der Berichtwoche vorherrschenden wärmeren Witte tung, wieder Darmkatarrhe und Brechdurchfälle der Kinder in größerer Bahl als Todesurfachen angemeldet, die in Breslau, Samburg, Leipzig, Straßburg, Köln, Barmen, Magdeburg, Vielfach wurden, zumeist wohl inHaftpflicht der Rechtsanwälte. Es ist für die Praris von Wichtigkeit, zu wiffen, ob Rechtsanwälte bei der Uebernahme eines Prozesses außer den unmittelbar ihnen obliegenden Amts verrichtungen auch Berufspflichten allgemeiner Art zu erfüllen haben und ob die Rechtsanwälte für den durch ihre oder ihrer Geschäftsgehilfen Handlungen oder Unterlassungen den Klienten erwachsenden Schaden verantwortlich, bezw. haftbar find? Beide Fragen find vor furzem vom Reichsgericht bejaht worden und " Dem Rechtsanwalt liegen nicht allein Pflichten den einzelnen Personen gegenüber ob, deren Aufträge er ausdrücklich angenommen hat, fondern er hat vermöge feiner öffentlich- rechtlichen Stellung auch daß er diejenigen aus dem Publikum, welche sich in seinen Berufsangelegenheiten an ihn wenden, nicht durch seine Handlungen oder Unterlassungen in einen durch ihn abwendbaren Schaden bringt. Er ist demzufolge auch verbunden, darauf bedacht zu sein, daß den fich an ihn wendenden Personen nicht durch die Handlungen seiner Geschäftsgehilfen Schaden zuStettin, Aachen, Braunschweig, Wien, Pest, Brüffel, Paris, London, gefügt wird. Zu dem Zwecke liegt es ihm ob, bei der Auswahl im Schwarzem uthlich das lidelmüngen färbt febr Benoffen be febenfall einschließen man nod ch 11 1hr oppelfipigen d. In ba während in Berlin, Königsberg, Danzig, München, Ausgsburg. Dresden, Stuttgart, Düsseldorf ihre Bahl etwas geringer wurde, Der Antheil des Säuglingsalters an der Sterblichkeit war allgemeinen ein größerer, in Berlin und München jedoch ein leinerer. Von je 10 000 Lebenden starben, aufs Jahr be technet, in Berlin 100, in München 159 Säuglinge. Atute Derminderter Bahl zum Tode. Von den Infektionskrankheiten Ramen Todesfälle an Masern, Scharlach und typhösen Fiebern etwas häufiger, an Diphtherie und Poden etwas weniger zur burg, Brüffel, London vermehrt, in Paris und St. Petersburg Mafern- Todesfälle waren in Berlin, Dresden, Ham vermindert. Erkrankungen wurden aus Berlin, Hamburg, Wien, Anzeige. und der Beaufsichtigung seiner Gehilfen mit der erforderlichen Sorgfalt vorzugeben, und wenn er diese Sorgfalt vernachläffigt, ist er dem Betheiligten nach Makgabe des ihm zur Last fallen den Versehens für die Folgen der Handlung der Gehilfen verantwortlich." * Unter der Anklage der vorfählichen Brand#tiftung und des wiederholten Diebstahls wurde gestern ein junges, hübsches Mädchen, die 18jährige Anna Pilz, der vierten Ferienftraffammer aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Die Angeklagte befand fich ungefähr 9 Monate lang und zwar bis zum 1. März d. J. bei den Jankovial'schen Eheleuten, Bran denburgstr. 69 in Stellung, wurde aber an dem genannten Tage aus dem Dienstverhältniß entlaffen. Nach einiger Beit erschien fte wieder bei der Frau Jankovial mit der Bitte um Aufnahme Die Aus Sport- und Spielerkreisen sette sich der größte Theil des Bublikums zufammen, welches gestern den Buhörer raum des fleinen Schwurgerichtssaales zu Moabit; füllte zu den Sportkreisen gehörte auch der größte Theil der in demselben Saale aufgerufenen zirka 30 Beugen. Es handelte fich um den großen Spielerprozeß Butofzer und Genoffen, welche vor der zweiten Ferienftraftammer hiesigen Landgerichts I seinen Anfang nahm. Auf der Anklagebant hatten Platz zu nehmen: Kauf mann Daniel Butofzer, Agent Julius Johann Heller, Agent Ifidor Rieß und Kaufmann Hermann Heymann, welche von ben Rechtsanwälten Silberstein, Wronker, Referendarius Chod ziesner und Rechtsanwalt G. Kaufmann vertheidigt wer den. Den Vorft im Gerichtshofe führt Landgerichts direktor Biaczek, die Anklage vertritt Staatsanwalt Flickel. Die lettere beschuldigt Butofzer nicht nur der fortgefeßten Buch macherei auf den verschiedenen Rennplägen, sondern behauptet auch, daß derselbe bei Gelegenheit der Rennen, die in Deutsch land stattfinden, in Harzburg, Baden- Baden, Heiligendamm, Warnemünde 2c. mit Sportsleuten in Hotels und Eisenbahn wagen während der Fahrt getempelt und dabei theils als Bointeur, theils als Banthalter figurirt habe. Derfelbe Vorwurf wird gegen die übrigen Angeklagten erhoben, welche sämmtlich thre Schuld bestreiten und übereinstimmend behaupten, daß fie seit Jahren die Rennpläge besuchen, aber nicht gewerbsmäßig, fondern aus Vergnügen wetten und nur mit ihnen bekannten Leuten hier und da eine Wette auf ein Pferd abschließen. Bufofzer namentlich behauptet, baß wenn zumeist nur wette, er seine eigenen Pferde zu laufen habe, und bestreitet, daß er mit jedermann, der es von ihm gewünscht, in der Form des Buchmachens Wetten abgeschloffen habe. Der Vorftgende stellte fest, daß für Bukofzer bei der Deutschen Bant in furger Beit ziemlich erheb liche Beträge deponirt worden seien welche innerhalb 2 Monaten die Summe von ca. 50 000. erreichten. Der Angeklagte welcher früher ein Manufakturgeschäft betrieben, behauptet, daß er früher als Schaufenster- Deforateur viel Geld verdient und er r. es häufig mit ansehen müffen, daß ihr Mann nach beendetem Tagewert nicht seine Familie aufsuchte, sondern sich eine Treppe höher zu der Beliebten begab. Eines Morgens habe Treppe höher zu der Geliebten begab. Eines Morgens babe fie durch die offen stehende Thür der Quitschow'schen Wohnung ihren Mann in derselben bemerkt, ihre Aufforderung an die Frau Quitschow, ihren Mann frei zu geben, sei mit Hohn und Spott erwidert worden und nun fei fte, fast finnlos vor Wuth, in ihre Küche geeilt, habe eine auf dem Tische stehende Taffe mit einer flaren Flüffigkeit ergriffen, sei wieder vor die Thür der Quitschow'schen Wohnung getreten und habe der ihr begeg nenden Feindin die Flüffigkeit, die fie für aufgelöstes Bitterfalz gehalten, ins Geficht geschleudert. Wenn durch die Beweiss aufnahme auch der erste Theil der Angaben der Angeklagten bestätigt wurde, so stellte sich doch heraus, daß ste heraus, ein wohlüberlegtes Vitriolattentat begangen, Denn Die Flüssigkeit enthielt eine starle Menge Menge Schwefelsäure und die Quitschow hat thr ehebrecherisches Vers hältniß zu dem Manne der Angeklagten fast mit dem Verlust des linten Auges zu büßen gehabt. Der lettere Umstand ver anlaßte das Schöffengericht, trop Bewilligung mildernder Um stände, auf die immerhin empfindliche Strafe von drei Monaten Gefängniß zu erkennen, und auch die Berufungsinstanz konnte fich zu einer herabminderung dieses Strafmaßes nicht entschließen, sondern bestätigte das erste Erkenntniß. von seinem Vater auch ca. 20 000 Thaler geerbt habe. Er giebt zu, daß er f. 3. bei Eröffnung dieser Untersuchung stedbrieflich verfolgt worden sei, bestreitet aber, daß er geflohen sei, legt viels mehr ein Brüffeler Sportblatt vor, wonach er daselbst Bferdes eintäufe gemacht habe. Der erste der vernommenen Beugen ist Kriminalfommiffarius Wolff. Derselbe hat seiner Zeit Derselbe hat seiner Beit in seinem Bericht den Angeklagten Bufofaer als den hervorragendsten Gewerbs Glückspieler bezeichnet. Nach feiner Kenntniß ist Butofzer Jahre lang auf den Rennplägen stets in lebhaftestem Verkehr mit solchen Leuten gesehen worden, welche zu wetten pflegen. Bei seiner Festnahme seien auch Bücher beschlagnahmt worden, in welchen eine lange Lifte solcher Personen stand, mit denen B. Wetten abgeschlossen, und Die Daten der bei der Deutschen Bant geleisteten Einzahlungen stimmen seines Wiffens mit den auswärts stattgefundenen Renntagen zusammen. Auf den hiesigen Rennplägen habe er selbst die drei ersten Angeklagten fast jedesmal im Kreise von Wettenden gesehen, was da getrieben worden, entziehe fich aber Der genauen Feststellung, da bei jeder Annäherung eines dritten die betr. Gruppe auseinander stob. Schließlich haben anonyme Anzeigen Grund zum Einschreiten gegeben. Der Kriminal Schußmann Vogel hat aus den Butofzer'schen Büchern ein Verzeichniß derjenigen Personen ausgezogen, mit denen der An getlagte am 20. Oftober 1887 in Charlottenburg gewettet haben foll. Es befinden fich darunter Angehörige aller Stände, Ren tiers, Kaufleute, Jockeys, Makler, Krämer, Pferdehändler, Pripatiers 2c. Restaurateur Uhl, deffen Name fich auch auf jener Lifte befand, konnte fich auf Einzelheiten nicht befinnen. Auch Der Gasthausbefizer Lauter, der wiederholt mit Bukofzer Wetten abgeschloffen, vermag nähere Daten nicht anzugeben. Der Angetlagte B. macht seinerseits geltend, daß er nicht etwa auf jedes beliebige Pferd Wetten annahm, sondern nur, wenn er bestimmten Pferden ganz besondere Chanzen zutraute, auch will er häufig Wetten zurückgewiesen haben. Der Angeklagte B. läßt sich auch durch diesen, wie durch andere Beugen bestä tigen, daß er nie zum Wetten aufgefordert, er die Wetten auch nicht in ein Buch eingetragen habe. Auch der Kaufmann Jonas Pollack macht diese Befundung und bezeugt, daß die Wetten, die er mit den Angeklagten abgefchloffen, nur Privat wetten waren. Er weiß auch, daß Butofzer offiziell zugelassen war, feine Pferde auf den Rennplägen laufen zu laffen. Destillateur Wolff, der gleichfals mit den Angeklagten mehrfach gewettet, ist auch der Anficht, daß dieselben die Wetten nie in Bücher eingetragen haben. Er hat in Baden- Baden einmal nach dem Rennen mit etwa 25 Personen Meine TanteDeine Tante" gespielt und einige hundert Mark dabei verloren. Bu den Spielern gehörten auch die drei ersten Angeklagten. " In Angelegenheiten des Arbeitsnachweises erstattete der B figende deffelben, Herr Krauße, einen längeren Bericht und mahnte die Mitglieder, recht fleißig von der Einrichtung Ge brauch zu machen. Das Lokal befindet sich Nitterstraße 123, be Herrn Sobtte. Nachdem unter„ Verschiedenes" noch einige be langlofe Sachen zur Sprache gekommen waren, schloß der Vor fizende die Versammlung. Die Kranken- und Begräbnißkaffe des Vercis sämmtlicher Berufsklassen( E. H.) hat nach dem legt Monatsbericht einen Vermögensbestand von 15 490,26 Mar mithin pro Mitglied 18,75 M. Die Kaffe nimmt Persone ohne Unterschied des Berufes und Geschlechts im Alter von 14 bis 45 Jahren jederzeit auf. Es bestehen verschiedene Verfiche rungstlaffen. Für die geleisteten Wochenbeiträge von 18 b 60 Pf. wird in Erkrankungsfällen eine Unterſtügung 4,50 m, bis zu 15,00 M. gewährt und bei etwaigem Todesfal den Hinterbliebenen ein Begräbnißgeld von 45 bis 150 Ma gezahlt. Für Berlin find vier örtliche Verwaltungsstellen, federzeit Beitrittserklärungen entgegen genommen werden, und awar Berlin 1: Kaffiter E. Schilling, Stoppenſtr. 48. Berlin: Raffirer J. Schumacher, Mariannenftr. 8. Berlin III: Raffies H. Rudolph, Koloniefir. 150a. Berlin IV: Raffirer M. Beif Teltowerstr. 45. Ferner beim Vorfigenden W. Saffe, Hafen haide 48; außerdem beim Hauptfafftrer Ed. Kühnelt, Teltower straße 13a, wo auch jede gewünschte Auskunft ertheilt wird. Ein Studenten- Duell beschäftigte gestern wieder einmal die Ferienftraflammer des Landgerichts II. Wegen 8weikampfes, ausgefochten mit tödtlichen Waffen, hatten fich der Student der Chemie Leopold Julius Ephraim, 22 Jahre alt, und der Kandidat der Philologie Richard Wolffenstein, 24 Jahre alt, vor dem genannten Gerichtshof zu verantworten. Die ursprüngliche Veranlaffung zu Bwiftigkeiten hatte den beiden Gegnern der Verlauf einer am 29. Mai b. J. stattgehabten Sigung des Akademischen Lefevereins gegeben; noch an demselben Abend nach Schluß der Sigung wurde Herr Wolffenstein insofern Brovofant, als er in der Friedrichstraße öffentlich dem Herrn Ephraim eine Ohrfeige zu verabfolgen für gut befand. Infolge deffen wechselten beide Gegener die Karten und am Tage darauf sandte Ephraim, der Beleidigte, seinen Kartellträger. Der Ver abredung gemäß fand am 1. Juni d. J. der Zweikampf im Grunewald statt unter üblichen Bedingungen auf gezogene Pistolen. Wolffenstein tam zuerst zum Schuß; seine Kugel traf nicht, weil der Schuß versagte; ebenso war dies bei Ephraim der Fall und somit verlief der Zweikampf unblutig. Die An geflagten stellten in dieser Weise vor Gericht den Sachverhalt dar. Das Urtheil des Gerichtshofes lautete auf je 3 Monate Gefängniß. Der Verein zur Wahrung der Interessen di Lackirer aller Brauchen Berlins und Umgegend hielt 28. Auguft eine Mitgliederversammlung in Faustmann's Salo ab mit der Tagesordnung: 1. Vortrag, 2. Disfuffton, 3. Bo schiedenes und Fragelasten. Herr Dr. Hubert hielt einen le reichen Vortrag über Astronomie und Geologie, der mit viele Beifall aufgenommen wurde. Bum Bunkte Verschiedene wurde bekannt gemacht, daß die nächste Versammlung im Sü often mit der Tagesordnung: Wie stellt sich der Verein Vereinigung der Maler. Ladirer. Anftreicher und verwande Berufsgenossen?" stattfindet. Alle Lacirer werden aufgefordert daselbst zu erscheinen. Verband deutscher Mechaniker und verw. Bef noffen.( Bahlstelle Berlin.) Mittwoch, den 5. Septe Abends 8 Uhr, bei Lammers, Kommandantenstr. 71Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Wille. 2. Distuffton. 3. Verschiedenes. 4. Fragefasten. willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Um recht reichen Besuch wird gebeten. erschein in's 4 Mar Ro Vo fante S thum de Arbeiter biefer G Land ve reien, gifchen S Mebitan Berlin Drten 8 Sto DOM bebürfni in der Verbind Verband deutscher Zimmerlente, Lokalverband Bel Nord und Umgegend. Mittwoch, den 5. d. M., Abends Uhr, Versammlung in Simmermann's Gesellschaftshaus, linerstraße 17. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Abrechnung taften. Der Kriminalkommiffarius Wolff, behauptet, daß die Buchmacher Soziales und Arbeiterbewegung. legten Sommernachtsvergnügen. 3. Verschiedenes. 4. Frage jezt die Wetten nicht mehr in ein Buch eintragen, sondern auf fleine Karten, die sie in der Handfläche hielten. Die weitere Beweiserhebung führte nicht gerade zu besonders erheblichen Ergebnissen. Es wurden noch 6 Beugen ver nommen, theils Sportsmen, theils Profeffionisten, welche mit den Geflogenheiten nicht nur auf den biefigen, sondern auch auf auswärtigen Rennpläßen vortrefflich Bescheid wußten, aber über das Geschäftsgetriebe der Angeklagten feine rechte AusTunft zu geben vermochten. Die Quintessenz dieser Aussagen ging zumeist dahin, daß die Beugen mit den drei ersten Angeflagten wiederholt gewettet haben, daß auch andere Personen folche Wetten abschloffen, nähere Details aber nicht anzugeben feien, da die Angeklagten auf den Rennplägen gewöhnlich von einer großen Korona von Herren umgeben seien. Die Vertheidi gung schien ein Intereffe daran zu haben, wiederholt festzustellen, daß bäufig auch aktive Offiziere in Uniform eine solche Korona von Wettenden um fich haben. Einzelne der Zeugen hatten ein beängstigend furzes Gedächtniß; fie ließen sich ihre Aussagen vom Präfidenten brockenweise abfragen und waren manchmal selbst höchst erstaunt über die Aussagen, die sie bei ihren ersten volizeilichen Vernehmungen über das Glücksspiel, welches in Eisenbahnwagen, in hotels 2c, bei Gelegenheit der Wettrennen von den Angeklagten betrieben sein soll. Jeßt vermochten ste fich nur zu befinnen, daß fte mit einzelnen der Angeklagten auf ben Fahrten zum Wettrennen, Buff" ,,, Napoleon" u. dgl. gespielt Zu einer aufregenden Szene tam es am Montag, den 3. b. M., als sämmtliche Arbeiter der C. Tobler'schen Fabrik, Müllerstr. 146, durch Polizei vom Hofe der Fabrit entfernt wurden. Der Grund dazu war folgender: Der Chef der Fabrit, C. Tobler, hatte am Morgen deffelben Tages einen Mann eingestellt, mit dem feiner der alten Arbeiter zusammen arbeiten wollte, weil ihnen sein Charakter nicht behagte. Bes sonders war er mißliebig geworden, weil er den Meister, der es aufrichtig mit seinen Arbeitern meinte, der den Arbeitern in be drängter Lage beistand und ihnen zu ihrem Recht verhalf, aus feiner Stellung zu verdrängen versucht hatte. Glüdlicher Weise mißlang diese Abficht und er wurde vom Meister entlassen. Um nun mit diesem Manne nicht zusammen arbeiten zu müssen, faßten sämmtliche Arbeiter den Beschluß: Entweder der Chef entläßt diesen Arbeiter, oder wir hören alle, Meister und Ge fellen, auf und legen die Arbeit nieder. Das Unglaubliche geschah: Herr Tobler ließ alle gehen und behielt den Mann. Es werden hiermit nun fämmtliche Kollegen, Schloffer, Schmiede u. f. w. gebeten, in der Tobler'schen Fabrit teine Arbeit anzunehmen, um eine Entscheidung zwischen Arbeitgeber und Ar beitern nicht zu vereiteln. haben. Wo die Grenze des„ Wettens im sportlichen Intereffe" Vereine und Versammlungen. Versammlung des Verbandes deutscher Zimmer lente, Lofalverband Berlin Süd, am Donnerstag, den 6. Se tember, Abends 8 Uhr, Mariannenstraße 31. Tagesordnung 1. Vortrag über gefchweifte, gerade und Kehlsporen. 2. Be schiedenes und Fragetaften. Gäfte haben Zutritt. Berliner Zentralverein Roller'scher Stenographe Die Hauptversammlung des Vereins findet am Mittwoch, 5. d. M., Abends 8½ Uhr, im Restaurant Befter, Große Ham burgerfir. 4, statt. Tagesordnung: 1. Ergänzung des Vor standes( Reorganisation). 2. Besprechung und Vorberathung über die Agitation im kommenden Winter. 3. Eintheilung und Besetzung der Unterrichtskurse. 4. Unsere Stiftungsfe Angelegenheit. 5. Neues aus unserer Schule. 6. Geschäft 6. Gefcha liches. Der wichtigen Tagesordnung wegen werden sämm liche Mitglieder gebeten, pünktlich zu erscheinen. Rolonial Der Verein Berliner Portiers und verwandte Berufsgenossen feiert sein diesjähriges Stiftungsfest am bel Sonnabend, den 15. September cr., in den Gesammtsälen City- Hotels, Dresdenerstr. 52153. Billets à 50 Pf. für Gäfte 25 Bf. für Mitglieder find in der am Montag, den 20. Augu cr., Abends 9 Uhr, Krausenstraße 16 part. stattfindenden g .elligen Sigung zu haben. Gäste willkommen. auch eig fammlu tommen billigen finden fchuß wi aller Ar abgeführ einstellu Es auf ba beitern biefen ber fozia aber au figen Ni Ma Deutich ober un Nu von gro und fich als rei die Pro gegange fönnen, Buchbru haben. bereine der W 1874 1 Hambur Don Ge teht, zu fich von der Au Gesang-, Turn- und gesellige Vereine am Mittwo Männergefangverein Jugendlust" Abends 84 Uhr im Restaran Paffod, Gartenstr. 162.Männergesangverein„ Cäcilia" Abend 9 Uhr im Restaurant, Köpniferstraße 127a. Gesangver Männerchor Linde" Abends 8', Ubr im Restaurant pa Naunynstraße 70.-Männergesangverein„ Sangesfreu Abends 9 Uhr im Restaurant Musehold, Landsbergerstr. 3 Freya", Gesangverein der Freireligiösen Gemeinde, Aben 8 Uhr im Restaurant Benecke, Große Hamburgerstraße 16. Huppert'sche Sängervereinigung jeden Mittwoch nach dem er im Monat, Abds. 9 Uhr, im Restaurant Heise, Lichtenbergerstr. 21 -Seeger'scher Gesangverein" Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, Brenzlauerstr. 41. Gesangverein Schwungra Abends 8 Uhr im Restaurant Sahm, Annenstraße 16. Männergesangverein Lorbeerfranz" Abends 9 Uhr im Refta rant Karsch, Oranienstr. 190. Gesangverein Nord- Juba Abends 9 Uhr in Vettin's Bierhaus, Veteranenstr. 19. Männergesangverein Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr Restaurant Doberstein, Mariannenstraße 31-32.Lübed'scher Turnverein( 1. Lehrlingsabtheilung) Abends 8 Uhr Elisabeth straße 57-58.- Turnverein Wedding", Pantstraße Männer- Abtheilung von 8 bis 10 Uhr Abends; gleichen 1. Lehrlings Abtheilung von 8 bis 10 h " Mehr Licht", Verein für Scherz und Ernft Abends 8 Uhr im Restaurant Heid, Koppenstraße 75. Schlesischer Verein„ Holtei" Abends 9 Uhr im Restaurant pente, Hollmannstraße 33.- Vergnügungsverein Fröb lichkeit" Abends 9 Uhr im Restaurant Säger, Grüner Weg -Wissenschaftlicher Verein für Roller'iche Stenographie, Abends 8 Uhr im Restaurant Beese, Alte Schönhauser Straße 42, Unterricht und Uebungsstunde. Roller'scher Stenographenverein„ Süd Berlin". Abends 8 Uhr im Restaurant Prinzenstraße 97 Sigung und Uebungsstunde Arends'scher Stenographenverein„ Amicitia" Abends 8 Uh im Restaurant Behrends, Schönebergerstraße 6.- Arends'sche Stenographenverein" Bhilia" Abends 9 Uhr im Restaurant Wilhelmsgarten", Kochstraße 7.der 22. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann der Her Verein ehemaliger Schüles Die Drechsler wollen in die Lohnbewegung eintreten. In einer öffentlichen Versammlung derselben, die Montag Abend in Adermanns Lokal, Linienſtr. 44, abgehalten wurde, referirte Robert Sündermann über Unsere Lohnverhältniffe" und" Was wir wollen". Redner schilderte die Lohnverhältnisse als sehr traurige und meinte, daß die Drechsler von allen Arbeitern am schlechtesten gestellt seien, die Mehrzahl derselben bezöge einen Wochenlohn von 7-8 M., nur wenige Kollegen verdienten etwa 18 M. pro Woche. Im Jahre 1882 sei eine Lohnstatistik auf gestellt worden, danach habe der wöchentliche Durchschnittslohn 13 M. 50 Bf. bei zehnstündiger Arbeitszeit betragen, 1882, 1883, 1884 fei vergeblich gekämpft worden, erst die Lohnbewegung 1885 habe einen theilweisen Erfolg gebracht, der aber, rasch gewonnen, auch rasch verloren gegangen sei. Nur wenige Wert ftätten zahlten nach dem damaligen Tarif. Mit Modis fitationen seien die damaligen Forderungen zu erneuern. In Beantwortung der Frage: Was wir wollen?" bekämpfte Redner die Provozirung des Streits, empfahl Organisation bes bufs Erzielung befferer Lohnverhältnisse und Anschluß an die Vereinigung der Drechsler Deutschlands" und richtete den Appell an die Berufsgenoffen, die Versammlungen reger zu be suchen. Wegen der niedrigen Löhne sei die Organisation in Diesem Gewerbe am schwierigsten zu bewerkstelligen. In der Distuffton wurde befürwortet, das Bureau mit Einberufung einer neuen Versammlung in vierzehn Tagen zu beauftragen und durch Säulenanschlag die Einladung zu derfelben zu er laffen. Nachdem Referent fich gegen den legten Vorschlag, da er zu fostspielig sei, gewendet, wurde der erste Vorschlag ange nommen. Zum Schluß machte Sündermann auf den in Hamburg ausgebrochenen Drechslerstreit( Minimallohn 19 M. 95 Pf. wöchentlich bei 9 Stunden) aufmerksam, gab die Barole, den Buzug nach Hamburg fern zu halten, und sprach den Wunsch des Gelingens des Streits aus. aufhört und das gewerbsmäßige Glücksspiel anfängt, darüber fonnte man nach all' diesen Beugenaussagen zu einer Klarheit unmöglich gelangen. Auch die beiden als Zeugen vernommenen Gendarmen, welche in Hoppegarten den Buchmachern auf die Finger zu fehen hatten, haben es nicht fertig gebracht, hinter Die Kuliffen zu sehen. Der eine von ihnen erzählte sehr treuherzig, daß er wiederholt versucht habe, sich an die Menge, in beren Mitte auf den Rennpläßen die Angeklagten irgend welche Geschäfte abwidelten, heranzuschlängeln, um der Sache auf den Grund zu kommen. Sobald er fich aber näherte, sei ein gewiffes Losungswort, wie„ Schniegel"," Schinder" und dergl. Durch den Menschenhaufen gegangen und derselbe habe sich Dann an eine andere Stelle des Rennplages hingezogen. Nachdem er mehrere Personen über die Bedeutung jener Worte ausgefragt, habe er herausbekommen, daß dieselben ankündigten, daß die Luft nicht rein sein. So konnten denn auch die beiden Bendarmen nichts weiter bekunden, als daß die drei ersten Angeklagten fast auf allen Rennen erschienen, stets einen großen Streis von Menschen um sich hatten und fich mehrfach Notizen auf ihr Rennprogramm schrieben. Ueber den Angeklagten Hey mann fonnten belastende Aussagen so gut wie gar nicht ge macht werden. Nachdem der Staatsanwalt auf einen Theil der vorgeladenen Beugen verzichtet hatte, stellte der Vertheidiger des Bulofse rfest, daß das Landgericht 1 denselben schon von einer gleichen Anklage einmal freigesprochen hat, daß der felbe zu einem Jahreseinkommen von 10 000-12 000 m. eingeschäßt ift und selbst in den Jahren 1887 und 1888 29 Mal eigene Pferde hat laufen laffen, 7 Stege und 6 zweite Pläße welche errangen. Der Staatsanwalt führte in seinem Plaidoyer aus, daß er die crsten drei Angeklagten des gewerbsmäßigen Glücksspiels durch Buchmachen, den Angeklagten Heymann desselben Vergebens burch Banthalten für überführt erachte. Von der Anklage des gewerbsmäßigen Banthaltens seien die ersten drei Angeklagten mangels genügenden Beweises freizusprechen. Was das Straf maß anlange, so falle bei den ersten drei Angeklagten erschwerend in's Gewicht, daß fie ihr Treiben auf den Rennplägen in ungeschwächter Weise fortsetten, trogdem die Anklage bereits wider fie erhoben war. Butofzer müffe eine besonders schwere Strafe treffen, weil derselbe jahrelang dem verbotenen Geschäft abgefehr schmal bemessen fel. Außerdem würden es von den Ar legen und einen großen Nußen daraus gezogen habe. Er beantrage gegen Bufofzer drei Monate Gefängniß, 3000 M. Geldstrafe event. noch 300 Tage Gefängniß, gegen die übrigen drei An gellagten je 6 Wochen Gefängniß 600 M. Geldstrafe event. noch 60 Tage Gefängniß. Die Vertheidiger suchten das vorgeführte Beweis material als durchaus unzureichend hinzustellen und die Gewerbsmäßigkeit zu brstreiten. Der Gerichtshof hielt die Schuld der dret ersten Angeklagten für festgestellt und verur theilte Butofzer zu 4 Wochen Gefängniß und 1500 M. Geldbuße event. 150 Tage Gefängniß, Heller zu 2 Wochen Gefäng nig und 500 M. Geldbuße event. 50 Tagen Gefängniß und Rick zu 1 Woche Gefängniß und 100 Mark Geldbuße event. 10 Tage Gefängniß. Der Angeklagte Heymann wurde frei gesprochen. Eine Versammlung des Fachvereins der Puter fand am Sonntag, den 2. September, bei Scheffer, Inselstraße Nr. 10, statt. Es handelte fich um die Frage: Wie stellt sich der Verein zu dem Invaliden und Altersversorgungsgeset? Herr Dietrich referirte über dieses Thema recht treffend und be merkte, daß dem 70jährigen Arbeiter die Altersversorgungsrente beitern höchstens 5 pet. zu dem Alter bringen. Die Rente müsse um das Doppelte erhöht und außerdem das Alter auf 60 Jahre herabgesetzt werden, damit der Invalide auch eine an nähernde Versorgung oon der Rente hätte. An der Debatte betheiligten fich mehrere Redner, die fich in demselben Sinne aussprachen. Herr Dähne wünschte, daß die Vorlage so ge staltet würde, daß, wenn ein Arbeiter vom Doktor zum Invaliden erklärt würde, ihm auch die Rente von dem Tage ab gezahlt werde. Außerdem erklärten fich sämmtliche Redner ebenso wie der Referent nachdrücklich gegen das Quittungsbuch. Abends. V bes 29. Berliner Rauchklub Wrangel" Abends Rauch 9 Uhr im Restaurant Foge, Köpenickerstraße 191. flub Havanna SO" Abends 8 Uhr im Restaurant Baegold S Uhr im Restaurant Achsel, Köpenickerstraße 161. Rauch Maghrad Rriming Je Guntra fofort a tonnte mir abe in Geg und ich Natürli feinem Blutes foll es Du ha Rauchklub Gemüthlichkeit" Abends flub Columbia" Abends 8% Uhr im Restaurant Beget Rauchklub Frisch gewaat" Abends 8 Uhr im Restaurant Piepe, Abends 8 Uhr, Ostbahn 4 bei Trumpf. Vergni gungsverein Fröhlichkeit" gegründet 1880, abends 9 h Grüner Weg 29. Briefkasten der Redaktion. Bei Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht ertheilt. F. Diejenigen Angehörigen der bisherigen Erfagreserve erster Klaffe, welche vor dem Infrafttreten des neuen Gefeßes nicht übungspflichtig waren, bleiben auch während ihrer weiteren Bugehörigkeit aur Erfaßreserve von Uebungen befreit; ihre lleber Beitpunkt, zu welchem nach den früheren Bestimmungen ihre Ueberweisung zur Ersaßreserve zweiter Klaffe erfolgt sein würde. Die Zugehörigkeit zur Erfagreserve dauert 12 Jahre und rechnet Der Fachverein für Schlosser und Berufsgenossen hielt am Sonnabend, den 1. D. M., im Lokale des Herrn Heydrich, Beuthstr. 22, eine Versammlung ab. Ueber den 1. Bunft, welcher in einem Vortrag über: ,, Sewerischaft. liche Organisation" bestand, referirte Kollege Berndt. Er führte an: Die Organisation bestehe darin, daß sich die Kollegen zusammenfinden und ihre Anfichten gegenseitig aus sprechen, um dadurch Belehrung zur Förderung ihrer Interessen zu finden. Im großen Ganzen gingen seine Ausführungen da hin, daß nur durch gute und wissenschaftliche Vorträge der Ver ein gefräftigt und die Mitglieder belehrt würden. An der Distuffton betheiligten sich die Herren Redner und Warnicke und sprachen sich im Sinne des Referenten aus. Sum zweiten Punkt: Aufnahme neuer Mitglieder, meldeten fich 15 Kollegen. R. Cronheim in Berlin. Drud und Verlag von Mar Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Ein Vitriolattentat aus begründeter Eifersucht unterlag gestern der Prüfung der fünften Berufungsstraflammer bes Landgerichts 1. Auf der Antlagebant befand sich ein 32jähriges, aber vor Kummer und Elend vorzeitig gealtertes Weib, Die verehelichte Arbeiterfrau Louise Barz, die den Richtern ein trübes Rapitel aus ihrem Cheleben vortrug. In diesem Früh jahre habe ihr Ehemann angefangen, fie und ihre beiden Kinder in der gewiffenlosesten Weise zu vernachläffigen, und hieran sei die in demselben Hause wohnhafte Wittwe Quitschow Schuld gewesen, die ihren Ehemann völlig umgarnt hatte. Ste babe Verantwortlicher Redakteur: vom 1. Oktober des ersten Militärpflichtjahres. " 1 Suntra hat er, Baris jeunire Anwese noch b Sir F Rönigi 11 für mi jeinen berjeni fchrieb