gW t od! ein« S renjt! iobtit' i W et Uli u k S13. Dienstag, den II. September 1888. 5. Aahrg. Brgan für die Interessen der Arbeiter. **•„»cvlivev«olk»blatt« Sprint täglich Morgens außer nach Soim- mch Festtagen. Abonnements prri» für Lerlw frei �vaus �vicrteijä�lich 4 Mart� monatlich Marl, wöchentlich 55 Pf. Postabonnemnrt Einzelne Rümmer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem.SonntagS-BIatt� (Eingetragen in der PostzewmgSpreislifte für 1888 unter Nr. 849.) 10 Pf. deträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren �aum 25 Pf. Arbeitsmarkt größeren� Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 III Jnsertion«gebühr ......'---------" 10 Pf. Bei fit der Expedition, Äerlin SW., Zimmerstraßc 44, sowie von allen Ännoncen-Äureaux, oh« Erhöhung des Preises, angenommen. KedaKtio«: Keuthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. kudgloffen zum Kachottken- und Gustan-Adolph-Tag. », Die letzte Woche gehörte den religiösen Eiferern. Zn Jteiburg, im schönen Breis gauer Land, musterte Windthorst � Heerscharen auf dem Katholikentag, in Halle a. d. S. gT* steh die protestantischen Airchensäulen unter dem fachen des Gustav-Adolph-VereinS, und damit auch die m"ge Person beim ernsten Spiel nicht fehlte, gaben sich lill!» �selben Zeit die altkatholischen Professoren ein � � �»bejvouä im prächtigen Heidelberg, wo der Schulte den a,?5«kenS und der ReinkenS den Friederich anhochte, und wo diese Kirchenlichter wieder einmal überzeugen konnten, wenn eS jemals eine Spottgeburt gegeben hat, der wnalliberale Altkatholizismus eine solche gewesen ist. . Etwas mehr Beachtung als der„Professorentag" in r-welberg verdienen die Versammlungen in Freiburg und Der Katholikentag ist der Zahrcskongreß de! T�trumS, und bei der Bedeutung, welche diese Partei in �strem politischen Leben nimmt, können die Beschlüsse ihreS 'rteitagS nicht gleichgiltig sein. Daß man in Freiburg aufS hohe Roß setzte und den Mund sehr voll nahm, % kann eS Herrn Windthorst und seiner Gefolgschaft ver- >kcn? Ein Vergleich zwischen den beiden Versammlungen .. Freiburg und Heidelberg zeigt doch, wie sehr die Römisch- �Uhol'schen Grund haben, auf ihre Erfolge stolz zu sein % sich mit hochfliegenden Plänen für die Zukunft fc tragen. Die nicht mit so großen Hoffnungen � Leben gerufene Altkatholikenbewegung, auS der die tische Nationalkirche hervorgehen sollte, wer kümmert sich um sie? Ein halbes Dutzend Professoren, ein Pfarrer und einige Beamte, die während der Hoch- '» des Kulturkampfes glaubten, daß ihre Zugehörigkeit katholischen Kirche ihnen beim Avancement schädlich sein .. und die sich deshalb dem von den Negierungen be- sOM�stizten AltkatholizismuS zuwandten, das ist alles, was Pä®* der einst mit so großen Ansprüchen aufgetretenen alt- ■F(r. sschen Bewegung noch übrig geblieben ist. Zm Volke | u* wan von der Existenz einer altkatholischen Kirchengemein- .,??>> kaum mehr eine Ahnung, die„Pfarrer" deS„Bischofs" ' �kens predigen überall vor leeren Bänken, wenn sie über- noch predigen. iiO 11! ?el ih & », 1 iitf t. Welch' ganz andere« Bild bietet die Versammlung in P�rburg dar! Der„Kampf gegen Rom" ist verstummt, und i,'"Römlinge" geberden sich heute, als hätte außer ihnen Niemand mehr etwas zu sagen in der Welt. Der Schulmeister von Sadowa" ist in Freiburg als Kinderspott 5# L; worden, und kühner als je wurde dort die Aus- t-j�ung der Schule an die Kirche verlangt. Auch in 'Atif Politik wurde gemacht, und während sich der deutsche anschickt, dem König von Ztalien einen Besuch JeuMeton. [84 .. Ihre Tochter. J �winal-Roman nach dem Französischen von K. D e t r i« g � l Dre Tafelrunde achtete kaum auf JeannenS Ente P �?ung. Alle waren schon etwa» trunken und laut ging "n Salon her. »> Ieanne kam ohne Hinderniß die Treppe hinab und der � ttrer des Restaurants wunderte sich nicht allzusehr, als sie Wagen wünschte, obwohl sie ohne Hut und �»tel war. h., Seit er seinen wichtigen und einteäglichen Polten be- �utte er schon ganz andere Dinge erlebt, und so % sich, ein Koupee herbeizuholen. %,"Nach meinem Hause in der Avenue d Eylau, sagte zu dem Portier, der sie seil langer Zeit kannte und Senaue Adresse wußte. b-. 3* rief dem Kutscher ihren Befehl zu, und bald rollte �agen schnell mit ihr dahin. der Kutscher eben in die Rue Taitbout einbiegen u,n llber de» Boulevard Haußmann und die Avenue �'and nach der Avenue d'Eplau zu gelangen, öffnete ih�e eines der Vorderfenster des Wagens und rief &."Fahren Sie über den Platz de la Concorde und halten z?Ui Corso la Reine, so nahe als möglich am Restaurant Ovyen." �»»i�rstanden," erwiderte der Kutscher, der oft solche Hm* sicht und an derartige Aenderungen des Ziels ge- war K**. Wagen schlug die angegebene Richtung ein, und � chren Entschluß mit, ihrem Leben ern Zrel zu setzen. in Rom abzustatten, fordert man in Freiburg die Herausgabe des Kirchenstaates an den Papst und erklärte in ganz unzweideutiger Weife die Besetzung Rom« durch da« italienische Königthum als Kirchenraub. Windthorst weiß sich im Gefühle seiner Macht kaum ein Genüge zu thun, und stolz erklärt er die 35. Generalversammlung der Katholiken in Freiburg als die großartigste und wichtigste, die je stattgefunden. Wer denkt noch an die Kanossasäule im einsamen Harz droben, angesichts der stolzen Versammlung im Breisgau und der noch stolzeren Sprache, die dort geführt wird? Wie ffch doch die Zeiten ändern! Rur in den Köpfen unserer protestantischen Orthodoxe» scheint eine Wandelung nicht vorgehen zu können. Zn diesen spukt das Gespenst von der„babylonischen Hure", die in Rom sitzt, noch immer herum, und so haben sieden» auf ihrem Jahrestag in Halle wieder all' die alten Kraft- und Schimpfphrasen über Rom und den Papst zum Besten gegeben, welche seit Luthers und MelanchthonS Zeiten überall erschallen, wo sich die Herren vom„reinen GotteSwort" zu- sammensinden. Dabei ist einem dieser Gottesstreiter in Halle wieder ein rechter Schnitzer passirt. Der Vorsitzende des Gustav Adolph-VereinS, Geh. Kirchenrath Fricke, erklärte nämlich im Verlaufe einer fulminanten Philippika gegen den Papst und die katholische Kirche:„Ich behaupte, Rom würde nicht mehr existiren, wenn eS sich nicht auf Grund der in der Reformation gegebenen Anregungen reformirt hätte." Also Rom, d. h. daS Papstthum mit all' seinen in den Augen eines echten und rechten Orthodoxen greulichen Einrichtungen und Ketzereien, ist uns durch die Reformation erhalten worden. DaS ist doch ein recht netteS Geständniß von Seiten eines protestantischen Kirchenlichts. Und leider hat der Mann nur allzu recht. Die Reformation, d/h. da», was Herr Fricke und seine kirchlichen Freunde unter Re- formation verstehen, nämlich die Bildung von Staatskirchen und der Fürstenomnipotenz, wie sie von Luther ausging und besonders von Melanchthon gelehrt wurde, sie hat dahin geführt, daß die Früchte der humanistischen Reformation, die mit dem PapiSmuS thatfächlich bereits fertig war, dem deutschen Volke wieder verloren gingen und ein Theil deS letztere» dem Papstthum, als dem kleineren Uebel, wieder zufiel, während der andere Theil zu dem weltlichen Despotismus des absoluten Fürstenthums auch noch den geistigen des LandcSkirchenthumS mit dem Fürsten als oberste und letzte Rechtsquelle an der Spitze auch in kirchlichen Dingen verfiel. Herr Fricke hat recht: wenn das Volk nach den geistigen Kämpfen de« 15. und 16. Jahrhunderts schließlich wieder dem Papstthum zum Opfer fiel, so war nicht zum geringsten die Art und Weise schuld, wie Luther und Melanchthon und Die Geschichte von ihrer Abreise nach Rußland hatte Glauben gefunden, sie hoffte auch, den Leuten, die sie soeben verlaffen, ausgeredet zu haben, sie hätte eine Tochter. Ihre Rolle war ausgespielt, und wie eine Schauspieleria hinter die Koulisse tritt, wollte auch sie verschwinden. Ihre Augen glänzten nicht mehr, ihr Mund lächelte nicht mehr. Sie dachte an Therese, die sie nicht mehr wiedersehen sollte. „Sie wird leider," flüsterte sie vor sich hin,„aber sie wird mich mit der Zeit vergessen... Sie liebt und wird ihn heirathen, wenn ich todt bin,... er hat eS Guntram geschworen, und wird sein Wort halten... Wenn er meinen Brief liest, wird er vielleicht Mitleid mit mir haben... Auch mein Rome wird ihn nicht stören, denn nur Guntram weiß, daß ich Jeanne Valdieu heiße... Mein Hab und Gut bekommen die Armen, ich vermache es ihnen durch mein Testament, daS ich Guntram geschickt habe... Der Baron von Elven kann sehr wohl die natür- liche Tochter eine« englischen Edelmannes heirathen... Wenn das Opfer meines Lebens nicht genügt, seinen Stolz zu besiegen, so hat er kein Herz, so verdient er nicht, ge- liebt zu werden. Und kann Therese Valdieu, wenn Niemand mehr an Frau von LorriS denken wird, sich einen Mann wählen, der ihrer würdig ist. Ich bitte Guntram, ihr Beschützer zu sein... oder wenigstens über sie*u wachen... Er wird diese meine letzte Bitte erfüllen und da« Geheimniß wahren. Ich kann also sterben." Der Wagen hielt in der Nähe de« Restaurants Le Doyen. Jeanne stieg auS, drückte dem Kutscher eine» Louisd'or in die Hand und sagte zu ihm: „Warten Sie hier bis Mitternacht auf mich. Wenn ich bis dahin noch nicht zurückgekommen bin, können Sie ) i®ui," erwiderte der Mann auf dem Bock, der sein Handwerk als Nachtkutscher verstand.�„Ich danke der gnädigen Frau vielmals und erlaube mir noch darauf auf- mcrksam zu machen, daß man uns vom Cafs Anglais aus in einem andern Wagen nachfährt." ihr Anhang alle Volksrechte preisgaben und der Fürsten- und Herren-Allmacht das Wort redete». So schlimm die Herr« schaft Roms auch gewesen war, die Herrenwirthschaft, wie sie sich etablirte, nachdem die Klöster aufgehoben und die geistlichen Besitzthttmer in das Eigenthnm weit- licher Hrrren übergegangen waren, sie groar noch viel schlimmer. Wenn die deutschen Bauern meinten, daß sie die Forderungen, die sie in ihren 12 Artikeln aufgestellt hatten, mit der Bibel beweisen könnten und wenn sie erklärten, daß sie auf jede einzelne Forderung verzichten wollen, wenn man ihnen nachweise, daß sie mit den Satzungen der heiligen Schrift nicht übereinstimme, so mußten sie bald er» fahren, daß das Evangelium, diese„flöhe Botschaft", sich auch trefflich dazu eigne, die Rechte der Herren und die Knechtschaft der Bauern„gestützt auf Gottes Wort" zu er» weisen. Luther und Melanchthon wurden nicht müde, den Untcrthanen die Lehre von dem unbedingten Ge» h o r s a m gegen die Befehle der weltlichen Obrigkeit vor- zutragen. Zugleich eiferten sie für die Handhabung deS strengsten Regiments gegen das Volk:„Der gemeine Mann müsse mit Bürden beladen sein, sonst werde er muth» willig." „Die Schrift nennt die Obrigkeit," schrieb Luther im Jahre 1526,„Stockmeister, Treiber und Anhalter, durch ein Gleichniß. Wie die Eselstreiber die Esel, welchen man allzeit muß auf den Hals liegen, und mit der Ruthen treiben, denn sie gehen sonst nicht fort: also muß die Obrigkeit den Pöbel, Herrn OmneS, treiben, schlagen, würgen, henken, brennen, köpfen und radebrechen, daß man sie fürchte, und daS Volk also in einem Zaume gehalten werde. Denn Gott will nicht, daß man daS Gesetz dem Volke allein fürhalte, sondern daß man auch das- selbige treibe, handhabe und mit der Faust in'S Werk zwinge. Denn so man eS allein fürhielte dem Volke und nicht triebe, so wird nichts daraus." Getreu diesen seinen Grundsätzen war Luther, dieser zu einen Fürstcndicner gewordene Bauernsohn, ein Ver» chrer und Verthcidigcr der L e i b e i g en s ch a ft, d. h. der versteckten Sklaverei.„Da nahm Abimelech," sagte er in seinen Predigten über das erste Buch MoseS,„Schaafe und Rinder, Knechte und Mägde, und gab sie Abraham und sprach zu Sara u. s. w. Ist ein königlich Geschenk. DaS hat er ihr geben über die Schaaf, Rinder, Knecht und Mägde, sie sind auch alles leibeigene Güter, wie ander Vieh, daß sie die verkauften wie sie wollten: wie noch schier das beste wärq, daß es noch wäre, kann doch sonst das Gesind Niemand zwingen noch zähme n." D,e Vorliebe für die Leibeigenschaft machte Luther, diese Grundsäule des Christenthums, sogar zu einem Lob- redncr des HcidenthumS.„Zur Heidenzeit," predigte er, „da war fein Regiment. Jtzt ist'S gar nichts. Ein Jeanne hörte kaum auf diese Bemerkung. Sie schlug den Weg zum Restaurant ein, statt aber einzutreten, bog sie ab, wendete sich sofort nach links und eilte im Schatten der Bäume dahin, die den Corso la Reine einsäumen. Rasch lief sie dahin und fand den Durchlaß, der als schmaler Fußpfad zum Ufer der Seine führt. Einsam lag das Ufer da. Jeanne blieb einen Augen» blick stehen und sah in den dunklen Fluh, der sich ruhig zu ihren Füßen dahinwälzte, dann kreuzte sie die Arme über die Brust und neigte sich nach vorwärts, um in'S Waffer zu stürzen. In diesem Augenblick legten sich zwei starke Hände auf ihre Schultern und zogen sie gewaltsam zurück. „Lassen Sie mich," preßte sie hervor und suchte sich mit aller Macht loszureißen. Aber sie war nicht stark genug, und bevor sie sich zu» recht finden konnte, war sie schon zehn Schritt vom Ufer zurückgeriffen. Jetzt erst bekam sie den Mann zu sehen, der sie noch immer festhielt, und ein Schrei entrang sich ihr: „Sie! Sie wollen mich am Sterben hindern!" Ihr Netter mar Andrea« von Elven, war Andreas der bleich, athcmlos und fast eben so erregt wie sie vor ihr stand. .'Ein Glück, daß ich noch zu rechter Zeit kam!" flüsterte er. -« A �ben mich gerettet," wiederholte Jeannne noch halb sinnlos.' �„Ich wartete an der Thür de« Cafe AnglaiS auf „Woher wußten Sie, daß ich dort war?" „Ihre Kammerflau sagte es mir." „Sie haben sie gesehen!" Knecht galt dazumal ein Gulden oder achte, eine Magd ein Gulden oder sechst, und mußte thu«, was die Fraumitihrmachte. Und sollte dieWelt lange stehen, künnt man's nicht wohl wieder halten im Schwang, man müßt es wieder au f richten." Also ohne Leibeigenschaft und Sklaverei schien dem großen Reformator die Welt nicht bestehen zu können. Ganz in derselben Weist verstand Melanchthon die „evangelische Freiheit". Dieser entdeckte sogar,„daß der geringen Leut' Dienste und Last viel gelinder sei, denn die der regierenden Personen, die treulich in Kriegen, Rüthen und Aemtern arbeiten wollten." Melanchthon widerrieth auch, die Lasten des Volkes zu mildern, denn:„wie dem Esel sein Futter, Last und Ruthe gehört, also gehört dem Knecht sein Brot, Arbeit und Straf e." Wer kann sich wundern, daß angesichts solcher Lehren dem Volke der Geschmack an der neuen Heilsbotschaft ver- ging, und daß es sich thatsächlich wieder nach den Zeiten der Herrschaft deS Krummstabes zurück sehnte. Wahrlich, die Herren Reformatoren haben eS Rom gar leicht gemacht, sich wieder in die Gunst des Volkes zu setzen, und wenn heute die katholische Kirche noch in Macht und Glanz dasteht, so sind jene am wenigsten schuld daran, deren sozialpolitische Weisheit nicht weiter reichte als bis zur Wiedereinführung der Sklaverei und Leibeigenschaft, wie sie die Welt zur Zeit der Erzväter Abraham und Isaak kannte. Freilich ist die Sklaverei nicht wiedergekommen und auch von der Leibeigenschaft sind nur noch in ganz zurück- gebliebenen Gegenden letzte Reste vorhanden trotz der Sympathien der„Reformatoren" für diese Znstitute. Die Menschheit schreitet eben ihren Gang doch fort zu immer höherer Vervollkommnung trotz aller jener Dunkelmänner, die auch in voriger Woche in Halle wie in Freiburg ihre Maschen wieder knüpften, um den fteien Geist darin zu fangen. Es wird dies nicht gelingen, ebenso wie es nicht mehr gelingen wird, trotz aller Hetzereien von gescheitelter und geschorener Seite, das deutsche Volk wieder in einen Glaubensstreit zu verwickeln. Der protestantische wie der katholische Proletarier wisien, daß es für sie andere Fragen zu lösen giebt, als die, welche in Halle und Freiburg auf der Tagesordnung standen. Sie gehen ihren eigenen Weg und lachen über daS„MönchSgezänk". Politische Ueberstcht. Herr Lavelryr, der Vcrfaffer des„Ureiaenthums", hat in jüngster Zeit in einem belgischen Blatte eine Reibe von Artikeln veröffentlicht, welche die Berechtigung des sozialistischen Grund- gedankens zugeben und fich direkt dafür aussprechen, daß die Arbeitsinstrumente Gemein« oder Staatseigenthum sein und jedem Arbeiter zur Verfügung stehen müssen. Die Anerkennung, welche diese Artikel in sozialistischen Kreisen fanden, und der Widerspruch, den sie rn den Bourgcoiskreiscn hervorriefen, haben aber der� Verfasser, einen etwas ängstlichen Mann, derart er- schreckt, daß er soeben einen Schlußartikel schrieb, in welchem seinen früheren Artikeln die sozialistische Sp'tze er abzubrechen suckt. Er sagt da, nicht wörtlich, aber genau dem Sinne nach:„Allerdings haben die Arbeiter ein Recht auf den Beste der Arbciistnstrumente; damit dies erreicht werde, ist es jedoch nicht nöthig, daß der Staat oder die Gesellschaft die Arbeitsinstrumente dem Privatbesitz entzieht. Jeder Ardeiter hat es in seiner Macht, durch eigene Tbätigkeit und eigene Willenskraft stch persönlich in den Besitz der erforder- lichen Arbeitsinstrumente zu setzen. Er braucht nur— keinen Schnaps oder kerne sonstigen alkobole Flüssig- leiten zu trinken. Es ist das kein Spaß— es ist buchstäblich wahr. Und ein neuer Beweis dafür, wie läh- mend die Furcht vor dem rothen Gesvenst auf das Hirn selbst denkkräftigcr Menschen wirkt. Und nun bedenke man die Wirkunaen auf die„Dcnlschwachen", die bekanntlich in sehr großer Anzahl vorhanven sein sollen. Da« Ausscheide« Bennigsen'« aus dem hannover'schen Wahllomitee der nationallibcralen Partei und sein Entschluß, sich ver Theilnahme an der bevorstehenden Landesversammlung der Partei zu enthalten, wird niemanden üder.-ascht haben; es war von vornherein als selbstverständlich anzusehen, daß der neue Oberpräsident fortan auf die Stellung eines ParteihauvtS verrichten werde. Das wird auch für seine parlamentarische Wirksamkeit gelten, wenn er bei dem Enischlusse bleiben sollte, sich auf's Reue um ein Mandat zu bewerben; Vre Leitung einer Partei im Reichstage, die nicht unbedingt auf die Gefolgschaft der jeweiligen Regierung eingeschworen ist, kann nicht in den Händen eines von Regierung abhängigen Beamten ruhen. Die mir sehr schwer, von ihr herauszukommen, wo Sie wären ... aber endlich sagte sie es mir doch, und ich eilte hin." „Und was wollten Sie?" „Sie zurückhalten, wenn Sie Zhren verzweifelten Ent- fchluß verwirklichen wollten. Zch sah Sie herauskommen und in einen Wagen steigen... Ich nahm den nächsten... ich fuhr Ihnen nach, und als Sie ausstiegen, stieg ich auch aus... Zch wußte zuerst nicht, was Sie wollten, aber bald bemerkte ich es... Sie liefen in den Tod... und um eine Minute wäre ich zu spät gekommen." „Wenn Sie meinen Brief gelesen haben, so werden Sie einsehen, daß ich sterben muß." „Und ich bin gekommen, weil ich ihn gelesen habe." „Ach! Zetzt verstehe ich Sie... Sie wollen, daß ich lebe, weil Sie Guntram geschworen haben, daß, wenn meine Tochter ihre Mutter nicht mehr hätte, das einzige Hinderniß verschwinden würde, das Zhrer Heirath im Wege steht... Es wäre Ihnen schwer gefallen, Zhr Wort zu brechen, aber noch schwerer fällt eS Ihnen, es zu halten... Sie wollen lieber einen Vorwand behalten, um Therese zu verlassen." „Sie bcurtheilen mich falsch," sagte Herr von Elvcn traurig.., „So beweisen Sie mir daß ich mich täusche," er- widerte Zeanne.„Entfernen Sie sich. Niemand weiß, daß Sie mit mir gesprochen haben. Wir sind allein. Dort ist die Seine. Halten Sie mich nicht zurück." „Zch kann mich anders rechtfertigen". „So reden Sie, verlängern Sie nicht meine Oual!" „Zch bitte Sie, leben zu bleiben und mir die Hand Theresen», Ihrer Tochter, zu geben." „Was sage» Sie? Nein, daS ist ja gar nicht möglich . und doch... Sie können nicht grausam sein und mich durch eine Lüge täuschen. Kann ich denn wirklich glauben, daß Sie mir meine Vergangenheit nicht ver- i&xhzxi?" „Sie haben sie gesühnt. Sie wollten sich selber opfern, um das Glück Zhrer Tochter zu sichern." „So würden Sie dulden, daß ich Zeuge des Glücks Nationalliberalen versichern ja tägliS, sie seien unabhängig und würden es bleiben; nun stelle man stch vor, ihre Unabhängigkeit heische von ihnen Opposition gegen bedeutsame Gesetzesvorschläge oder gegen die Gesammtpolitil der Regierung, und an der Spitze dieser Ovvofition, als ihre Seele und ihr Leitstern, stehe ein preußischer Oberpräsident! Nein, man stelle es fick lieber nicht vor, denn dergleichen ist unmöglich. Wenn der Reichs- kanzler wirklich gewünscht hat, daß Herr v. Bennigsen im Reichs- tage verbleide, so mag ihm dabei der Gedanke vorgeschwebt haben, daß sich der Einfluß dieses Politikers auch.im Stillen und zwar in einer Weise geltend machen werde, die den'National- lideriüismus vor Rückfällen in die Opposition bewahren werde. Das wird wohl auch so kommen und aus dem Parteiführer ein k la snite der Partei gestellter Regierungskommissar werden. Auf«ationalliberaler Seite beklagt man fich darüber, daß die preußische Regierung noch rein gar nichts von ihrem Wahlprogramm verlautbaren läßt.„Auf allen politischen Ge- bieten," schreibt die„Nationalliverale Korrespondenz",„sind die Aufgaben, mit welchen stch der Landtag in nächster Zell zu de- schäftigen haben wird, in starkes Dunkel gehüllt und die Ad- sichten der Regierung schwer zu erkennen, so auf dem Gebiete der inneren Verwaltungsrcform, des Steuerwesens, der Kirchen» und Schulpolitik, und es soll nicht zu erwarten sein, daß vor den Wahlen noch wesentliche Aufklärungen erfolgen. Das ent« spricht frellich auch einer früher geübten Taktik der Regierung." — Daß die preußische Regierung diesen guten und folgsamen nationalliberalen Kindern auch so etwas antbun mag! Die „Freis. Ztg." glaubt, daß die Regierung den Wählern nichts zu bieten bade, wodurch sie deren Zuneigung gewinnen könne. Auf eine Wahlkampagne, wie die gegenwärtige, pflegten dann Ueberraschungen zu folgen, wie im Jahre 1382, wo die Re- gierung ganz unerwartet mit dem Vorschlage einer Schankgewerbe- steuer auftrat. In Erinnerung daran, daß vor zehn Jahren der Reichs- tag zusammengetreten ist, welcher des S o z i a l i st e n- A u s- nahmegesctz beschloffen bat, bringt die„Nordd. Allg. Ztg." einen langen Artikel, dessen kurzer sinn dabin wiederzugeben ist, daß das Sozialistengesetz gedeihlich gewirkt habe und daß man des- selben noch nickt cntrathcn könne. Die Begründung, welche die „Nordd. Allg. Zrg." hierfür anführt, ist vielleicht noch etwas oberflächlicher als diejenige, welche in den jährlichen Rechen- schaftsderichten über die Handhabung des Sozialrstengesctzes an den Reichstag wiederkehrte. So unbedeutend die Auslassungen der„Nordd. Allg. Ztg." auch immerhin find, so gebt aus ihnen jedenfalls hervor, daß die Regierung nicht gesonnen ist, auf dos Sozialistengesetz zu verzichten. Wer hätte auch daran je zweifeln wollen! Di« 35. Veneralversammlung>«r Katholiken Deutschland« in Freiburg t. Br.(siehe den heutigen Lest- artilel) zeigt, daß der„Kulturkampf" das beste Mitttl gewesen ist, um den Ultramontanismus zu einer ausschlaggebenden Macht im Staatsledcn zu machen. Die Herren Windthorst und Genossen feierten ein Siegesfest und bekundeten die feste Ad- stcht, noch mehr Erfolge, noch mehr Zugeständnisse in der nächsten Zeit fich zu erringen. Daß die Sozialgelehrten des Zentrums die Arberterfrage wieder einmal durch das Christen- thum lösen wollten, liegt auf der Hand. Bezeichnend ist es aber, daß der Antrag des schweizerischen Klerikalen Dccurttus, für eine intemationale Fabrikgesetzgebung einzutreten,—Decurtius geht in Sachen des Arbeiterschuves Hand in Hand mit der schweizer Demokratie— auf Drängen der deutschen Zentrums- lcute zurückgezogen(!) wurde. Die sozialreformerischen Phrasen der Ultramontanen werden ergäiut durch ibre erz- reaktionärrn Thatcn(siehe Sozialistengesetz, Schutzzölle, Militär- etat). Wir kennen unsere Pappenheimer! A«« der fsinicr IttlTenfitmft des Geheimen Hofraths Schneider veröffentlicht die„Kreuzzeitung" in endloser Folge Wochenüberdlicke aus den Jahren 1848 bis 1850. Die Aufzeichnungen find von verzehrender Langeweile, sie haben kein ob- jeklivcs und wegen der unglaublich subalternen Auffassung ihres Urhebers auch kein subjektives Interesse. Rur ganz vereinzelt findet fich in der Spreu ein Körnchen, das unfreiwillig Wahr» heil enthält. So hebt der„B. C." folgendes Zrtat heraus: „Das Attentat, welches ein Freischärler gegen den Prinzen von Preußen begangen(bei Ober-Jngelbeim), ist unzweifelhaft voli- tischcr Natur, obgleich ich an eine Verschwörung, an einen Plan dafür nicht glaube. Dergleichen Tbaten begeht meistens nur der Fanatismus des cin-elnen. Man wird sich viel Mühe geben, eine organistrte Mörderdandc aus den Verhören heraus zu konstruiren, aber den Beweis dafür nicht erbringen können, wie bei den meisten solchen Fällen. Die Hauptsache ist, daß der Prinz nicht getroffen wurde, und das Verbrechen gegen ihn wird ihn nur noch populärer machen."— Das Zuaeständniß, daß„man fich Mühe giebt, eine organistrte Meuchelmörderbande aus den Verhören heraus zullonstruiren", ist beachtenswerth um der Stelle willen, von welcher aus es gemacht wird. Auf dem Kongreß der Kangemerksmeister, welcher Segenwärtig in Stuttgart tagt, wurde u. a. deschloffen, in Petitionen an den Reichskanzler, Bundesrath und Reichstag auf die Mängel des Kcankenkaffengeseycs vom 15. Juni 1883 hinzuweisen, für eine einheitliche Organisation der Krankenkassen Theresen? bin?... Sie würden mir erlauben, sie wieder- zusehen..." „Sie sollen sie nicht verlassen... wenn Sie darauf eingehen, nicht länger in Paris zu wohnen. Wir werden in'S Ausland gehen... oder wohin Sie wollen... und wenn Fräulein Valdieu meinen Namen tragen wird, werden wir uns dauernd in der Bretagne niederlassen." „Nein.... so viel will ich nicht fordern.... Therese soll nicht wegen ihrer Mutter erröthen... ich werde im Ausland bleiben... ich..." „Die Mutter der Baronin von Elsen soll geachtet sein, dafür will ich sorgen," unterbrach sie Andreas ernst. „Und ich fürchte nur Eines... daß Zhre Tochter sich weigern wird, einen Mann zu Heirathen, der so lange zwi- schen der Liebe zu ihr und den Vorurtheilen seiner Kaste geschwankt hat." Zeanne wollte vor diesem Edelmann in die Knie sinken, der Opfer mit Opfer vergalt. Er faßte sie an der Hand und sprach sanft zu ihr: „Zch werde erst wahrhaft glücklich sein, wenn sie mir verziehen hat. Darf ich sie sehen?" „Wie? Heut Nacht noch!" rief Zeanne überrascht. „Nein, aber morgen um drei Uhr. Ich werde mit Herrn von Arbois kommen. Haben Sie mir nicht ge- schrieben, daß sie uns erwartet?" „Und daß ich nicht da sein würde... ja, und ich glaubte, sie würden ihr meinen Tod mitzutheile« haben... Ach, das Glück ist zu groß!... Und sie soll es ganz allein genießen.... Ich sagte ihr, daß ich bei dieser Zusammenkunft, welche die letzte sein sollte, nicht zugegen sein würde... und so werde ich denn eine Stunde nach Ihnen kommen... um an ihrer Freude mich mit zu freuen." „Und auch an meiner Freude," sprach Andreas und drückte einen Kuß auf ihre Hand.„Gestatten Sie, daß ich Sie jetzt zu Ihrem Wagen zurückbegleite!" (Schluß folgt.) einzutreten und„insbesondere die fteien Hilskassen als schadlÄ zu bezeichnen". Die herrschende Reaktion wird solche schauungen, die im heruntergekommenen Bürgcrthum henschw find,-u vcrweithen wissen. Zur Atterouerstchrruug. Der kgl. Beüflearzt Schmid in Bruck bei München erklärt, daß die AitersoerstA rung iür Arbeiter in Spinnereien nicht in Betracht komme folge Mangels an höheren Altersklassen". Als psttzrimrister t« Kamerun ist nach MittheiliWI verschiedener B.äiler ein Berliner Polizist mit Namen Hörholl bestimmt, welcher fich Mitte dieses Monats nach Westafrika K- giebt. Derselbe soll aus Haussanegern eine Polizei biloeir welche die Beamten auf ihren Züeen begleiten und die aus# sprockenen Urlheil-, meistens Prügel, vollziehen soll. La Haussavolizisten tragen eine weiß- und blaugestrciste Unis«» Von Kamerun soll sich der Polizei meister nach d-m Togozedia begeben, um dort ebenfalls eine Polizeiorganisatioa herzu stelle» Hoch die Kolonisation! Zu der Iohau« Iacody-Ztiftuna bemerkt die„KöniB Hart. Ztg." noch folgen Des:„Nach dem Tode Johann Jacow hatte fich Hierselbst ein Komstee zur Errichtung eines DenW- für den Dahingegangenen gebildet. Aus dem Ertrage der ss diesem Zweck veranstalteten Sammlungen wurden zunächst Kosten für eine von Professor Siemering in Berlin gefertv ledensaroße Marmorbüste gedeckt. Die Schicksale dieses plaPf schen Meisterwerks find bekannt. Nachdem zunächst die W nähme desselben im Stadtmuseum abgelehnt worden war, sie einen Platz im Sitzunqssaale der Stadtverordnel.n, W mußte sie von hier auf Verlangen der königlichen Regie»»! entfernt werden und ruht demzufolge einstweilen in der d* Univerfitätsaula(jetzigen Stadibibliothek). Den Uebersckaß* damaligen Sammlung von 5900 M. verwandte das Kol» zu Unterstützungen an gewerbliche Arbeiter, namentlich für dck technische Ausbildung. Im vorigen Jahr bat das Komitee t* dem Ableben des Herrn Professor Diöller, der die GAver» dahin verwaltet hatte, den Magistrat, die Verwaltung des» pitals zu übernehmen und aus den Zinsen Stipendien(vir fige Handwerker zur gewerblichen Ausbildung und Prämi»? Lehrlinge in Ver Fortbildungsschule zu zahlen. Der Mi*? war auch bereit gewesen, eine solche Dr. Johann Jocoby'E tung zu übernehmen, der Minister des Innern hat aber« abgelehnt, für diese Zuwendung die erbetene, nach dem<*4 nothwendige tönigliche Genehmigung nachzusuchen. Der 34 der Zuwendung bat ein solches Schicksal gewiß nicht vov» sehen lassen."— Es erscheint uns seit vielen Jahren selbst» ständlich, daß die Regierung keine Stiftung, die den N»» Johann Jacoby trägt, unter ihre Fittiche nimmt, oder die»» Gemeinde nehmen läßt. Was soll der junge Mann de#! wenn er von der Behörde eine Unterstützung im Namen d» Sozialdemokraten ausbezahlt erhält. Schimpfen wird er P* mindesten nicht auf denselben. Wenn d.e Bourgeois Ftem1' Johann Jicody's im Sinne dieses Mannes handeln wollK* so würden sie wissen, daß sie die Verwaltung der Stiftung � besten Arbeilerhänden anvertrauen könnten. Au« Dresden, S. September, schreibt man uns: Die � wohner unseres Nachbarortes Striesen kamen heute Marge»? nicht geringe Auftegung. Früh 4 Uhr rückten ungissäbr ant» titib �Rnltirfipn in bt»n Pri f.tfl � & ts, w ungefi vmins, T vlgeren D verweigerte sein und e geben. D «t. auger wten bei be ehren l �iätter üd vilein mit vern auch . Eine «mber fall �lonialdo Kahlsreis So tbeilt: �.Die i �ounann L welcher «elannLick «lgs sehr «Äßischer �Qnedeni „.Sane Aach. 3 stbnt in in einer Ui Sri foftlK sH uchten an, d i solche halb Dutzend Gendarmen und Polizisten in den'Ort ein unternahmen in drei Abtheflungcn eine allgemeine Razzia»* verbotenen sozialistischen Schriften. Das Resultat soll ß-s* Null gewesen sein. Mit Ausnahme einer Anzahl alter Nuwn� des Züricher„Sozialdemokrat" aus dem Jahre 1833, die einem Ver mit Haussuchung Bedachten beschlagnahmt wrrt&jj wurde nichts gefunden. Die Massendurchsuchung soll da#* zurückzuführen sein, daß vor 8 Tagen Striesener Ardeiter& Sonntagsparlie in die weitere Umgebung von Dresden(Doh» Mügeln w.) machten und anderen Tages nach deren Enlfervl? zahlreiche sozialistische Schriften auf Arbeitsplätzen und in Fad� räumen gefunden wurden. An« Delte« schreibt man uns: Am____ 26. August, Vormittags wurden die hiesigen Fabriken Amtsvorsteber auf Veranlassung der höheren Behörde. da bei der letzteren eine Denunziation eingelaufen war, das> jedem Sonn- und Feierlage Voimittag regelmäßig geardfl wird, was auch der Wahrheit vollkommen entspricht; ganz sonders werden die vielen Lehrlinge dazu gezwungen, auch. diesen Tagen ihr Arbeitspensum zu leisten, ohne daß irgend welche Entschädigung dafür geboten wird. Es fich bei dieser Art der Sonntagsarbeit nickt nur um un nöthige(?) Arbeit, als'Nachsehen der im Feuer stehenden Lr* und dergleichen, sondern um die eigentliche Fabrikation-�» vorsichtigster Form hatte die„Vettener Zeituna" von% Vorgang Noiiz genommen; doch mußte sich der Redakteur vom Herrn Amtsoorsteher eine Zurechtweisung gefallen' jt und die Sache wurde von diesem dargestellt, als beruhe Mittheilung auf unwahrem Geschwätz, obgleich die Tha>sv» bereits im ganzen Ort bekannt war.'Nun kamen die «ächtet,""1 % k? v h e i n �ftatsanw sich kStotl Mtrag d «nen Hau! den U ?° dem N U- Befehl M das b ™ aroßk r- Die i fr Staai Nchwelde Mtschch Haupt Fabrikanten" zu der Frage: Wec hat die Denunziation � reicht? und die Antwort war gleich bereit: der Vorstand_ Töpferfachvereins! Dieser beeilte stch, gegen eine solche muthung Front zu machen und zwar in Form einer An»�, Aus Kunst und Leben.. Es Kl stchrrlich sehr interessant, etvmal die F»r ß über Frauentrachten;n hören. Ihren Schwester»�« ' cpan baden mehrere amerikanische Damen, darunter die Zarsield's und die Frau des gegenwärtigen Präsidenten � land, in einem offenen Schreiben sehr vernünftige uno> herzigenswertbc Ratschläge eitheilt. Die japanischen%% wollen nämlich das Modelleid ihrer Schwestern in den»v- � Theilen der West anlegen, die wohlbekannten Roden von � wechselnder Form. Es seien aus diesem Wamungsschreiden� amerikanischen Damen an diejcniaen in Japan die Stellen zitirt:„Wenn nun die Frauen Japans fest entsag find, das ausländische Kleid zu tragen, so würde es sein, ihnen davon adzurathen; bevor sie jedoch ihren zur Ausführung dringen, sollten sie zum mindesten die jener kennen lernen, welche diese Angelegenheit geprüft ögen einige Kritiker behaupten, daß das aegenn�z Es mögen tiiuut«iihki vuo„«3".'"i i» k getragene japanische Kleid unanständig sei; unserer könnte nach Hinzufügung von etwas mehr Unterkleto�, diesem Punkte an dem japanischen Kleide nichts getadelt Uicttm'-UUIIUC Uli ucill juvmiiiu�n ovinuc IIIU/IS yvmvv.- Vom Gesichtspunkte der Schönheit, Grazie und Angcmen. j jedoch ist das japanische Kleid elegant und d stingmri, � würde für eine Japanerin Jahre brauchen, sich ein oon; j gewohntes Kostüm anzupassen und es mtt gleicher tß U; ßS i tz M % ta� von & N.% tiatT Wie KS? 1 das frühere zu tragen. Was die Rücksichten der 6**%-j anbelangt, so genügt ein Blick, um zu erkennen, vatz Weitläufigkeit europäischer Röcke und ihres Aufputzes Menge überflüssigen Stoffes verwendet ist, so daß" JLm die Japanerin ihre eigenen, reichen und schönen Stoffe# oder nicht— der Peels des ganzen Kleides erhöht r»"»' r zu reden von der völligen Umwandlung der Hausgermv dadurch bedingt wird und eine weitere erhöhte Ger» � nach stch ziehen muß. Fremde Teppiche, Sessel unv � müssen fremden Kleidern und Schuhen auf dem«*»%# 6 um jene reizenden Jatelieurs, die in aller r, lobt und dem Abendlande als Muster Hanno»» fachet und dabei vornehmer Schönheit gepriesen weroe lich umzuformen. Eine desondere Aufmerksamkeit dcri-*� t Frauen verdient aber die gesundheitliche Seite der A% ärgste Nebel der abendländischen Kleidung nämlich Sitte, warum nicht die thönchte und ab <6 5! Aus a SÄ N Wis II «sÄl-N. 1 schaB h- 8» :nsch!«> DMßdP me»in- Heil« Hörh°l> frika l» bilMl e ausiff . D- lnifor» >zoz«m iuW» llöniK Pt! icnlliv» - d-r? >r.(g n,«J eafcg )crf5 AuS'f iit ilrt'J W R 'dy ibc« NerS A A-Z Vi- � . dcv� :n*<* aP sa tanj l» orge« c an®5 ein � „ia»? U S. Wmi# öieJ» routt*' [ da� :iter pJ (20% itfarrtl nFabä 'ag, »urck revi gÄ. gaM? auch � \ in! »S % m(fS stan» � >l»-% 9lnnr % iß l k der„58. Z.", die an die Fabrikanten gerichtet war #r ungefährer Wortlaut war, es sei nicht Aufgabe des Fach- dneins, Deuunziationen einzureichen, da derselbe fich mit wür- digeren Dingen zu beschäftigen wüßte. Der Redakteur Herr W verweigerte jedoch die Aufnahme derselben mit der Entschul- Münz, ohnehin schon wegen dieser Sache zurechtgewiesen zu -.n und er könne nicht auch noch gegen die Fabrikdefitzer vor« Gen. Da diese Zeitung also wieder, wie sie schon öfter gezeigt - augenscheinlich nur für den Amtsrorsteher oder die Fadri- iMten bestehen will, so möchten die Arbeiter sich doch endlich belehren lassen und jenen auch das Abonnement derartiger Blätter überlassen und sich jenen Zeitungen zuwenden, die nicht bann mit Vergnügen das Geld ver Arbeiter einstecken, son- «M auch ehrlich und wahr die Interessen derselben vertretm. Eine folgeafchtture Entscheidung wird am 16. Sep- lkwber fallen, nämlich die Entscheidung darüber, ob bec_ große �wnialboktor Karl Peters eine Landtagskandidatur für den �'-chllreis Lüchow-Dannenberg'Bleckede annimmt oder nicht. «o theilt die.Deutsche Kolonial, eitung" mit. Die dänische Partei in Nordscklcswig beabfichtigt eine �chimönner Versammlung für ganz Nordschleswig abzuhalten, Z welcher die sogenannte Eidesfragc diskutirt werden soll.— �kanntlich ist man in gewissen dänischen Kreisen Nordschles« "»zs sehr ungehalten darüber, daß der Abgeordnete Lassen als Nischer Landlagsadgeordneter den von der Verfassung vor- whriedenen Eid geleistet hat. . Hanssuchnng«nd Nrrhaftnng in Gff-nbnrg. Die ftTOb. Nachr." Heilen unterm 8. d. folgendes mit:„Wir lwen in der Zeit der Haussuchungen. Gestern Nachmittag in den Wohn» und Fabrikräumen des Herrn C. G e ck U einer angeblich in letzter Zeit angekommenen größeren FAung verbotener Schriften gesucht. Da die Sendung 7%ns in der Phantasie mancher Leute existiren könnte, wurde lieblich gesucht. Wir müssen bemerken, daß diese Haus« welche der stellvertretende Untersuchungsrichter, Herr Nerichtsrcth Man leitete, bei aller Gründlichkeit, mit welcher Lerk gegangen wurde, doch nicht den Umsturz der bestehen« Hausordnung herbeiführte, wie jene im Dotter'scken We. Da die gestrige Haussuchung mit Beziehungen des Be- Absuchten zu Herrn Dr. Wall her begründet wurde, nimmt M an. daß einer in jüngster Zeit für Herrn Dr. Walther an «es Geck'sche Geschäft gelanaie Sendung diese Aufmerksamkeit schenkt wurde. Herr Dr. Walther wurde heute früh verhaftet W folgenden Gründen: 1. weil er die ihm zur Last gelegte g# leugnet; 2. weil er für den in Haft besindlichen Joseph beim Herrn Untersuchungsrichter Geld dcponiren wollte, ,?Wlt Klein sich selbst verköstigen kann. 3. well er in freund« Mstlicher Bezichnng zu den Herren C. und Ad. Geck steht.— Mnc sosche Motivirung übertrifft alles, was bisher an Verhafts« Rundungen geleistet wurde.— Die Untersuchung ist darauf «alchlet, auch die Stadt Offenburg jenen berühmten Städten Äreihen, in welchen im Sinne des dekannten Freiberger Ur» 'veils Bestrafungen von Sozialdemokraten weaen sogenannter geheimer Verbindung" erfolgten. Od die Großh. Staatsanwaltschaft mit dieser Verfolgung Glück haben wird, sich»eigen!" � Stuttgart. Das„Schwöb. Wochenbl." schreibt:„Als pwchtrag der bei uns am vorveraangenen Mittwoch stattgemn« vmcn Haussuchung theilen wir mit, daß Montag eine Vorladung den Untersuchungsrichter bei dem kgl. Amtsgericht erfolgte, Pf dem Redakteur des Blattes eröffnet wurde, daß die Polizei- !'t>e Beschlagnahme die richterliche Sanktion erhalten habe und Mi das beschlagnahmte Material an den Untersuchungsrichter aroßherzoglich badischen Landgericht in Konstanz abgegangen «. Die gegen die Beschlagnahme unserer Geschäftsbücher bei N Staatsanwaltschaft am Dienstag eingelegte mündliche Mwerde hatte zur Folge, daß der Vertreter der Staats« Mltschaft erklätte: eine Beschlagnahme der Geschäftsbücher sei pt nicht in den Intentionen der Staatsanwaltschaft gewesen. Der Herr Staatsanwalt tclegravdirte denn sofort an das Landgericht Konstanz betr. Rückgabe der Dieselben sind am Donnerstag eingetroffen und wurden C sofort ausgebändigt. Zugleich wurde uns die Mittbeilunz, g" das sämmtliche sonstige beschlagnahmte Matcnal wieder von nTtanz nach Stuttgart zurückgesandt und von hier aus die Cfffuchurg alsdann weiter geführt werde."— An einem der Mn Sonntage hielt der Gesangverein„Liederlust" auf der L�erbacher Haide" ein Waldfest ab. Es erschienen auch zwcr i y'öoten auf dem Festplatze, welche von den anwesenden Ge« Polizisten fortgewiesen wurden, welchem Verlangen die Sol- nicht sofort nachkamen, vielmehr ihr ferneres Verweilen ufsi motivitten, daß ihnen kein Kompagnie- und Regiments- r.fdl bekannt sei, welcher das Spazierengehen auf der„Feuer« Haide" verbiete. Es entstand ein kleiner Wortwechsel. h,, Polizisten zogen theils ihre Revolver, theis ihre Todtsdjläger, ;»oen aber von dem Publikum hierwcgcn ausgelacht. Neuer- JfSS, nun erhielten verschiedene Arbeiter eine Vorladung vor ii» Untersuchungsrichter wegen— Beleidigung von Beamten 1 Dienst. -»-..nowrisung ans Vffenback. Laut Verfügung des 0Bherzogl. hessischen Kreisamtes Offenbach vom 28. August Ucren Völker? Man sagt zuwellen. daß der Gebrauch des ZC�rs nicht schädlich sei, wenn daffelbe locker geschnürt ist. knn aber kann eine Frau davon überzeugt werden, daß ihr L??« zu eng ist? Unsere Gesundheit hängt jedoch im höchsten Crf?on der Fähigkeit ab. frei und tief zu aldmcn. Dies sei szS®™, um die japanischen Damen auf vre Gefahren eines Bekleidungswesens aufmerksam zu machen, bevor sie die x�arsche Kleidung desinitiv einführen und sie zur Ueberlegung fonlassen, bevor sie ein Kleid annehmen, das nicht nur ,Me. sondern auch die Gesundheit ihrer Kmder beem« Es spricht die höchste und Selbstbeobachtung � f fallet nnD. xjw «Ä- -V im', ä&'tJ I § höchstens minutenlanger Dauer find. Dre darin, daß die betteffenden Erlebmsse in pigTo" 10 lange dauern würden und wir nunmehr die im % wie.slhureren körperlichen Ermüdungen �und� emem si>iez �,n- Alsbald befand'ich mich auf hoher See an Bord wsm WM ist der Maurer Herr H. I. F. Lorenz auf Grund§ 28 des Sozialistengesetzes aus dem Kreis Offenbach ausgewiesen worden Da Herr Lorenz hessischen Boden nicht betteten hat, da die für Langen'projeklirte Versammlung vorher verboten wurde, und da derselbe nur in Frankfurt, also auf preußischem Gebiete, in einer Versammlung gesprochen hat, so ist der Grund zu der Aus- Weisung aus dem hessischen Kreis unerfindlich. Konfivsirt. Die letzte Nummer der in München in Viereck's Veilag erscheinenden„Münchener Post" wurde am letzten Sonnabend sozialistengesetzlich konfiszitt. Anlaß über die Konfiskation gab ein Attikel über die Thatsache, daß in München ca. 1500—2000 Schulkinder Mittags ohne Aufsicht und theilweise ohne Mittagbrot find. Schv-ik. Die„Zür. Post" tbertt aus einem schweizerischen Ardeiter- blatte folgende Bemerkung zu der Meldung mit, daß die schweizerischen Zollstätten keine Denunziationen wegen sozialdemokratischer Schriften begingen:„Es kommen uns Thatsachen zur Kenntniß, welche deutlich darauf hinweisen, daß der Bundesrath wirklich der deutschen Regierung bei Ver« Hinderung der Verbreitung verbotener(in Deutschland verbotener) Schriften im Deutschen Reich zu helfen bemüht ist. Vor un> gefähr zwei Monaten wurden in Uederlingen zwei Koffer und eine Kiste sozialistischer Schnsten polizeilich beschlagnahmt und wurde dabei ein Mann verbastet. Dem Verhafteten gelang es aber, zu entkommen und Rorschach, wo er seit Langem ansässig war, wieder zu erreichen. Später wurde er, auf deutsche Re- quisiiion hin, vor den Bezirksamtmann in Rorschach geladen und als er, gestützt darauf, daß keine nach Schweizergesetzen strafbare Handlung vorliege, seine Aussagen verweigerte, ein gesperrt. Während er im Gefängniß saß, wurde in seiner Wohnung vom Bezirksammann und einem Polizeiwachtmeister Haussuchung gehalten, worauf er dann allerdings wieder frei gelassen wurde. Dabei theilte ihm der Bezirksammann mit, daß die Untersuchung vom Bundcsrath in Bern angeordnet worden sei. Das Rcquifitioneschreiben der deutschen Staats anwalischaft war auch schon Wochen vorher eingelangt, so daß die Vermuthung nahe liegt, die Rorschacher Behörde habe sich, bevor sie etwas in Sachen that, an den Bundcsrath ge- wandt und sei erst durch diesen zum Handeln veranlaßt worden. Weiter: Bei jener Haussuchung war ein Brief gefunden war« den, dessen Autorschaft ungewiß war. Vor zirka 14 Tagen wurde nun der dermalige Geschäftsinhaber der Genossenschafts- buchdruckerei in Zürich(in welcher der„Sozialdemokrat" er- scheint), ein Schweizer, polizellich vorgeladen und über den ge« nannten Brief befragt. Später erhielt auch der vermuthliche Schreiber des Briefes eine Vorladung. Dieser bekannte fich zu der Autorschaft, nachdem ihm vorgebalten worden war, wenn er die Antwort verweigere, werde der Bundesrath jedenfalls Haus« suchung anordnen. Die weitere Frage, od er den seiner Zeit in Rorschach verhafteten und dehaussuchten Mann kenne, verneinte er dagegen. Aus diesen beiden Beispielen aus jüngster Zeit geht denn doch hervor, daß der Bundcsrarh sich wirklich mit dem Vertriebe verbotener politischer Schriften in Deutschland, mit polizeilichen Nachforschungen über diesen Gegenstand beschäftigt. Nachforschungen, Haussuchungen werden zu diesem Zwecke von unserer neuen politischen Polizei vorgenommen.— Die„Zürich. Post" bemerkt hierzu:„Wir geben diese MrUheilung rem nach- richtlich. Uns selbst wird allerdings aus Basel gemeldet, daß dort Hausdurchsuchungen wegen des Schmuggels sozialistischer Schriften stattgefunden haben." Dänemark. Ueber den Gesundheitszustand der Schul- linder hat Axel Hertel, kommunaler Kreisarzt in Kopenhagen, eine interessante Abhandlung veröffentlicht. Aus den dänischen Erhebungen geht klivv and klar hervor, daß die soziale Lage von entscheidendem Einfluß auf die Kränklichkeit ist. So fand Hertel, daß die Kinder ver Freischulen kränklicher find, als die Schüler, welche Schulgeld bezahlen; crstere gehören aber den schlechteftbezablten Schichten des Proletariats an. Ebenso stellte der dänische Forscher fest, daß ans dem Lande die Arbeiter« linder kränklicher find, als die Bauernlinder, welche dieselbe Schule besuchen. Graßbritaunie». Der Parnell-Fonds wächst mit großer Schnelligkeit. Jetzt beläuft er fich schon auf ca. 1600 Pfd. St. Letzte Wocke betrug der Fonds die Hälfte, aber Einzelne sandten 100, 20 und Viele 10 Pfd. St. dafür, so daß er rapide anwuchs. Da kann man recht sehen, was das Publikum leisten kann, wenn es sich für eine Sache intercssttt. Uebngens ein theurer ��Der in Bradford tagende Jahreskongrcß vereng« tischen Gewerkvereine beschäftigte sich in der Sitzung vom 5. d. M. mit der Vertretung der Arbeiter« klasse im Parlament. Therlfall hatte den Antrag ge« stellt, in allen Mittelpunkten der englischen Industrie Arbeiter« wahlvereine zu gründen und Arbeiterkandidaten daselbst aufzu« stellm. Hodge aus Glasgow beantragte zusätzlich, daß es nickt immer nöthig sei, daß die Kandidaten der Arbeiter auch selbst Uhr nachsah, war seit dem Einschlafen nicht mehr als— eine V K gewöhnliche Traum zeigt, so giebt er dock ein vorzügliches Bei« spiel ad für den hohen Grad von Tauschungen, deren Traume bezüglich ihrer Zeitdauer unterliegen. Auch find Beobachtungen, in dem unendlich kleinen Zeittaum zwischen der Wahrnehmung des Knalles und dem Erwachen den Uebergang über den so, B in Fällen von dringender Lebensgefahr, beobachtet, ä 2ä Wr ##### bekannt, daß Lew«« kein gr-ß-r Mustk- frennd war. ja daß nach ,emem eigenen Ausspruche das An« hören eines längeren Konzertes ihm geradezu Quellen bereitet baden soll. Aehnliches wird von dem berühmten französischen Lustspieldichter Labiche, den eimge unserer neueren deutschen Lust viel«. Schwank- und Posscnd-chter ohne weitere Angabe der Quelle so gern zu benutzen pflegen, erzahlt. So berichtet, aller« g-i ÄÄ-Äfc-r-Ä ä Arbeiter seien. Dagegen meinte er, daß die englische Ardeiter- schaft, wenn sie nicht den Parnelliten nachahmte und ihre Macht zeigte,_ niemals bei den großen politischen Parteien Gehör zur Durchführung ihrer Forderungen finden würde, womit fich der Londoner Chapman böchst einverstanden erklärte, der indeffen meinte, daß die Kandidaten der Arbeiter finanziell unabhängig stehen und keiner Diäten bedürfen müßten. Der Arbetteradgc- ordnete Fenwick, einer der beiden Vertreter der Kohlengräber von Northumberland, sprach nicht ohne Bitterkeit über seine bisher mit Ardeitern gemachten politischen Erfahrungen. Welche Sympathie, fragte er, hätte die britische Arbeiterfchaft im Allge- weinen mit den Arbeitem im Unterhause gezeigt? Dagegen ser keine Gelegenheit unbenützt gelassen worden, ihnen rücklings ernen Hieb zu versetzen und ihren Einfluß abzuschwächen. Fen- wrck erklärte, weder für den Antrag noch das Amendement stimmen zu können. Diäten für sämmtliche Parlamcnismitglieder sei Vre einzig richtige Lösung. Kerr meinte, die Abgeordneten der Arbeiter im Parlament hätten die Interessen der von ihnen vertretenen Klasse mehr als einmal vernachlässigt. Hierauf wurde dos Amendement abgelehnt, der Antrag dagegen angenommen. Zugleich sprach sich die Versammlung zu Gunsten von Diäte« für alle Parlamentsmitglieder aus. Zum Schlüsse wurde ein Antrag auf Nationalisirung des Landes anae- nommen. , � 8 o n b o n( i Polizei trieb einen Trupp Unbe» schaftigter, nachdem dieselben im Hydcpark ein Meeting abgehalten hatten und nach Clerkenwell grem marschiren wollten, am Ausgang des Parks in brutaler Weise auseinander. Frankreich. Aus Paris, 6. September, berichtet die„Köln. Ztg.": Heute standen die A n a r ch i st e n Lucas und S a u l n i» r vor dem Geschworenengericht unter der Anklage, am 27. Mai auf dem Pere Lachaise einen Mordversuch auf den Blarquisten Rouillon verübt zu haben. An dem genannten Tage hatten sich nämlich die Kommunarden nach der sogenannten Mauerbe- geben, um dort wie alljährlich Blumenkränze zu Ehren ihrer in der Maischlacht gefallenen Genossen niederzulegen. Lucas und Saulnier saßen auf der Mauer, und als Rouillon einen Kranz niederlegen wollte, gab der crstere drei Revolverschüsse auf ihn ab. Rouillon blieb unversehtt, zwei andere Kommunarden aber wurden verwundet. Es kam alsdann zu einem Kampfe, der da» mit endete, daß Saulnier festgenommen wurde. Lucas wurde erst später verhastet. Saulnier hatte nicht selbst geschossen. Lucas erhielt fünf Jahre Gefängniß, Saulnier wurde tteige- sprochen. Kelgie«. Die von den Pariser Arbeitern nach Kopenhagen zum Besuche der dortigen Ausstellung abgesendeten 20 Ardeiter kehrten über Brüssel nach Paris heim, und die sozialistische Brüsseler Arbeiterpartei beschloß einen feierlichen Em» pfang der Pariser Brüder. Oeffentliche Anschläge verkünden n, daß dieselben am Nordbahnhofe eintreffen würden, und so zogen die Arderteroerbände mit rothen Fahnen, zwei Musikkorps und Schildern:„Wir wollen das allgemeine Stimmrecht!"„Das Volk fordert seine Rechte" nach dem Bahnhofe. Der Bahnhofs» platz war voll Menschen. Als die Pariser mit ihren rothen Abzeichen an den Hüten erschienen, schrien alle:„Es lebe Frankreich und es lebe die Republik!" Die Musik stimmte die Marseillaise an und der Generalrath der Arbeiterpartei voran, die Pariser in der Mitte, zogen die Arbeiter, die Marseillaise Nngend, im von bengalischen Flammen beleuchteten Zuge durch die Straßen nach dem Volkshause, woselbst der Arbeiterführer Volders sie begrüßte. Jubel, Gesang und Rufe„Hoch die Kommune!" beschlossen diese Feier. Da die Pariser übcr Ar> beitersyndikate mit dem Gcneralrathe der belgischen Arbeiter be- rathen wollen, so findet erst am nächsten Abend eine zweite Ver» sammlung statt. Rußland. Petersburg, 4. September. Hier, und zwar in Kreisen, die auf Beachtung Anspruch machen können, kursitt das allge» meines Aufseben erregende Gerücht, daß stch der Chef der kiesigen Detettivpolizci Putilin als stiller Kompagnon von Räubern und Dieben entpuppt habe. Das durch die ein» geleitete Untersuchung zu Tage geförderte Material soll bereits ganze Bände füllen und bis zur Evidenz nachweisen, daß der oberste Beamte der Kriminalpolizei einen bestimmten, ganz er- beblichen Sold von verschiedenen Verbrecher banden bezogen habe. Wie es heißt, ist man an kompetenter Stelle noch unentschlossen» od man die Angelegenheit den gewöhnlichen gerichtlichen Weg gehen lassen, oder ob man eine administrative Maßregelung drS kompromittirten Beamten'vorziehen soll. Wahrscheinlich wird man fich für letzteres entscheiden, um den Skandal nicht all u offenkundig zu machen. Herr Putilin befindet fich übrigens»och auf freiem Fuß. Amerika. Die Repräsentantenkammer nahm den Gesetz« entwurf an, durch welchen dem Präfidenten der Union die ver» langten Vollmachten zur Ergreifung von Repressalien gegen Kanada ertheilt werden. Nur vier Mitglieder des Hauses stimmten gegen die Annahme dieser Bill. ganz wild, wenn er Musik hörte, und suchte seinen Haß gegen die Göttliche auf jeden zu übertragen, mit dem er umging. Eines Tages begegneten wir Halanzicr, dem damaligen Letter der Großen Pariser Oper:„Sie lieben ebenfalls nickt die Musik, bekennen Sie es nur!" rief er ihm zu,„denn Sie machen ein Geschäft mit ihr, und ißt etwa ein Pastcnbäcker gern Pasteten?" Ein einziges Mal ließ sich Labiche mit«*» endlicher Mühe dazu verleiten, eine Oper zu besuchen. Es war zur Zeit, als er fich verheirathen wollte. Die Freunde und Verwandten hatten eine Zusammenkunft mit seiner Zu- künftiaen an einem drttten Orte vorgeschlagen. Sie wählte die Große Oper und wollte mit ibren Eltem diese Vor- stellung besuchen; also wurde auch Labiche dazu ein» geladen. Bei der bloßen Mitlheiluna entsetzte sich der Dichter:' „Eine Frau, welche die Musik liebt? Oh! Nie!" Trotzdem ließ er sich schließlich überreden und ging, um nicht geradezu unhöflich zu erscheinen, an dem bestimmten Abend ins Theater. Es wurde Rosfini's„Wilhelm Tell" gegeben. Labiche detrilt etwas bleich, ober gefaßt seine Loge und setzt fich neben seine Auserkorene. Alles schien gut zu gehen. Aber schon in der Mttte des ersten Attes schien der Dichter Zeichen der Unruhe und Aufregung von stch zu geben, die seine Umgebung nicht wenig stötten. Der zweite Akt deginnt— Labiche hält es nicht mehr aus- springt auf, verläßt die Loge und rennt mtt großen Schritten, aufgeregt, auf dem Korridor hin und her. Zurück« gehott und mit allen Bitten und Vernunftgründen festgehalten. itzt er, die Stirn von Angstschweiß bedeckt, sich mit den Händen die Obren zuhaltend. Da endlich, noch ehe der Akt zu Ende w«. ist er nicht mcbr Herr seiner Qual, er erhebt sich heftig, so daß der Stuhl mit Geräusch umgeworfen wird, er stürzt hinaus und verläßt die Loge, das Theater und die ihm zugedachte Braut, die er nie wieder gesehen hat. Vi« Kewerber. Als Kuriosum theilt man aus Moh« Nlngen der,.Königsb. Hart. Ztg." mit, daß zu der dort vakante« Glöcknerstelle an der evangelischen Kirche, welche mit 400 M lährlick dotirt ist, unter den vielen Bewerbern sich ein Theologe aus Königsberg gemeldet hat. Derselbe giebt in seinem Be, Werbungsgesuche an, daß er die verlangten Erfordernisse:„l.Be, Theologe ser und vier Semester hinter sich habe. Die 400 M. können bei diesen Anforderungen und da das Inserat aus Mohrungen, der GedurtSstadt Herders, komme, nur monattich di SRll"" etbf � in diesem Falle emstlich um In einem veröffentlichten Briefe des Präsidenten Eleveland, in welchem derselbe in formeller Weise die f rästdentschafts Kandidatur annimmt, wird fast ausschließlich die ollfrage detont, die Fischereifrage dagegen nicht beiükrt.?iach Darlegung der Argumente für die Reduktion der Zölle heißt es in dem Briefe weiter; Wir hoben keinen Kreuzzug gegen den Freihandel unternommen; die Reform, die wir einführen wollen, geht hervor aus der Sorge um die Industrie und aus dem Interesse für die amerikanische Arbeit und schließlich auch aus dem loyalen Wunsche, den jetzigen Zustand der Verhältniffe, welcher das ganze Land bedroht, zu beseitigm. Der„Rio Post" entnehmen wir die folgende Rotiz, aus der unsere Leser eisehen, wie die Spitzen der oberen Zehntausend in Brasilien ficy gegenseitig die Wahr« heit sagen. Die„Revista Jllustrada" vom 8. Juli bringt die folgende Szene aus den letztäqigen Debatten des brasilianischen Parlaments. S. T.: Ew. Er. ist ein geständiger Dieb; ich habe die Beweise hier in der Tasche.— S. 31.: Und Ew. Ex. Vt eine Pockenbeule, die ich hier ausdrücken werde.— Stimmen: Oh! Oh! � Präsident: Ordnung. Ordnung, Aufmerksamkeit! — C. de R.: Der edle Dcputirte I. R. ist ein gemeiner Kerl (Tilläo)!— Stimmen: Oh! Oh!— I. R.: Und der edle Dcputirte C. de R. ist ein Hundsfott! Soziales«nd Arbeiterbewegung. Aufruf a» dt« Schuhmacher Deutschlands. Kollegen! Infolge der gegenwärtigen Verhältniffe ist von vielen Schuhmachern Deutschlands schon lange der Wnnsch laut ge- worden, einen Kongreß abzuhalten, welchem die Aufgabe zu- fallen soll, eine die Jntereffen der Arbeiter fördernde und alle Kollegen umfaffendc Organisation zu schaffen. Daraufhin haben w.r auf den 22. Oktober einen Schuhmacherkongreß mit der Tagesordnung: 1. die Organisation der Schuhmacher Deutschlands, 2. Anträge der Kongreßdelcgirten, einberufen. Wir ersuchen alle Kollegen, das hohe Ziel, welches wir an- streben, mit verwirklichen zu helfen und durch zahlreiche Be- schickung den Kongreß zu einem würdigen zu gestalten. Ort- schaften, welche aus irgend welchen Gründen keinen Delcgirten senden können, werden ersucht, ihre Wünsche und Forderungen schriftlich an die untcnbezeichnete Adresse, wohin auch alle sonsti- gen Anfragen zu richten find, zu senden. Mit kollegialischcm Gruß I. A.: Der Einberufcr Oskar Uhlig, Weimar, Markt- straße 12. Kleber tritt zu den freien Hilfvlrnssrn. Jeder Ardeiter kann den zentralifirten Hiliskaffen beitreten, wenn er unter 45 Jahre alt und bei seiner Aufnahme gesund ist, sobald er seine Arbeitsstelle wechselt. Der Unternehmer, den er verläßt, meldet ihn bei der Ortskaffe ab. Der Arbeiter kann nun hingehen und sich das Buch der zentralifirten freien Hilfs- lasse erwerben. Wenn er dann bei einem anderen Unternehmer wieder Arbeit erhält, braucht er nur das Buch vorzuzeigen und er wird dann nicht zur Ortskrankenkasse angemeldet. Wer in fester Arbeit steht und darin bleiben, aber doch auS der Ortskasse aus und zur zentralifirten freien HUfskasse über- treten will, der kann dies nur am 1. Januar eines jeden Jahres thun. Er muß aber drei Monate vorher seine Absicht dem Vorsteher der Ortskaffe anzeigen. Dies geschieht am besten durch eingeschriebenen Brief, der an den Vorsteher, aber mit Angabe von dessen 31 a m e n gerichtet ist, nicht etwa blos an den Vorstand der Ortskasse, denn solche eingeschriebene Briefe ohne Rime» händigt die Post nicht aus. Man schreibt also: An den Vorstand der Ortskrankenkasse der...... Herrn...... Ich will vom 1. Januar L I. ab nicht mehr zur Or» krankenkasse gehören, sondern in eine zentralifirte freie HilMfft eintreten. ....(Ortt den.. ten.... 1888. Ramensunterschrift........ Arbeitet bei Herrn........ Nummer des Kassenbuches... Diesen Brief muß man spätestens am Sonnabend, 28. September d. I. zur Post geben. Wer will, kann diese Kündigung auch mündlich bis Mm- tag, den 30. September v.J., anbringen. Er erhält aber inbil Regel einen Anjchnauzer mit als Zugabe. Ist die Kündigung rechtzeitig geschehen, so muß der Eintritt in die freie Hilfslassc in der letzten Dezember««* spätestens geschehen, damit das ausgefüllte Buch der freien Hills- lasse beim Antritt der Arbeit im Jahre 1389 in den Hände» des Arbeiters ist; sonst gilt die Kündigung nicht, und er noch ein Jahr der Ortskrankenkasse angehören. Wer nicht in Arbeit ist, braucht, wie schon gesagt, nicht i» kündigen.. Also auf, Ihr Arbeiter, haltet Eure eigenen Kassen, dst zentralisirren freien Hilfs las se'n hoch! Ihr 1$ --------------- zkeit, für Euer SW» dadurch, daß Ihr für Eure für Wahrheit und Menschenwürde der reit seid. rbeiter einzustehen , I« Sä m mar dmg für Wch vor schein, HsNlllch wbJrck W« noi »ItL-e 9 «stveJei N nid W Ki �Niml! SLk �ijall Theater. Dienstag, den 11. September. Gperaha«»: Fidelis. Nchanspielstans(im Wallner- Theater): Tante Therese. Zefstng-Theater: Nathan der Weise. Kentsche» Theater. Die Hermannsschlacht. IrtedrUh- Wtlhclmstadtisches Theater. Pariser Leben. Uestdenz-Theater: Francillon. Aerll'» Theater r Die Hugenotten. «elleallianee- Theater: Tricoche und Cacolet. Aikterta-Theater: Die Kinder des Kapitän Grant. Adotph-Grnst-Thrater. Die drei Grazien. ~»an»'» Karittt t Spezialitäten» Vor« Panenrdla- Theater t Spezialitäten» Vorstellung. Theater der Reichshalle«: Spezialitäten- Vorstellung._ American-Theater. Direktion A. Reiff. «allAeptheaterstrasae Kr. 15. Dienstag, den 11. September: Zum 6. Male: Die Weisheit Salamonsky's. Berliner Lokalpoffen-Pantomime von R. Anaer. Musik arrangin von R. Thiele. 1. Bild: Die Renommirstunde bei Haafe. 2. Bild: In der Aeaderny of mnslo. 3. Bild: Bei Mutter Pignatelli im Cour- saal. 4. Bild: Berlin um Mittemacht. 5. Bild: Vor'm Schöffengericht. 31eu einstudirt: Tausend und eine Nacht. Operette von W. Köhler. Musik von R. Thiele. Auftreten der drei Geschwister Delspierre, des Jnstmmentalisten Herrn Krüger, des Mrmikers Rivoli und des Herrn Martin Bmdix. Anfang 7% Uhr. Entree 50 Pf., Parterre 1 M., Balkon 1,25 und 1,50 M., Paequet 1.50 M., Sperrfitz 2 M., Loge 2 M., Balkonloge 3 M. Billet> Vorverkauf Vormittags 11—1 Uhr an der Kasse. Wintergarten. Direction: Dorn und Baron. Dienstag, 11. September: Gastspiel de» Sallet» vom Chatelet-Theater in Paris, unter Lettung des Balletmeisters Sigr. Achill» Nosst. sowie Austreten von MU-. Letizia Millon. Mlle. Maria Kullard. Miß Tora und Emmy Godefroy. Mr. Lauck undLnrteq. » pr Mr»f. Leo« prenol». Frtrea Tarchy. Srothrr« Maro Lind». Mar Ad-tfi. Mlle. Aima u. A. m. Anfang j8 Uhr. Ende Mitternacht. Enlrse 1 Mark. Könipstädtisches Theater. Alexanderstr. 40— Kurzestr. 6. Stadt« und Pferdebahnverbindungen nach allen Richtungen der Stadt. Heute, Dienstag, den 11. September: Zum 149. Male: Der Ketteistudent vo» Kerlin. Große Gesangs- Posse in 5 Bildem von Martin Böhm und Hugo Busse. Kasseneröffnung 6$ Uhr, Anfang 7t Uhr. Bons haben Giltigkeit. Bons und Ausschnitte dieser Zeitung haben Preisermäßigung. Alles Nähere die Anschlagsäulen. *«#««• 1«». u M.- 10 A. «Laloer-PsBorama. Gine Reise durch Kaqer». Fahrt mit der Gottharddah». e Trauerzug und Aufoahrung Kaiser Wilhelms im Dom. Intree& Cvcl. 20 Pf.. Kind nur 10 Pf. Abonn Der ganz, Warnung! Ich warne hiermit jeden, meiner Frau Hedwig, geb. Schmidt, auf meinen 31amen etwas zu borgen, da ich für nichts aufkomme. Robert Winckler. 549 Möbel-Offerte. 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Inhalt: Kalendarium mit nll- kalender; Postalische Bestimmungen,��, zusammengestellt und ergänzt; Da» Wehrgesetz vom ll. Februar 1833: �5 aus dem Reichs- Patentgesetz;™c' Zug �ctteffcnd den Verkehr mit blei- und haltigen Gegenständen vom 25. Jun'Jlw, die wichtigsten Bestimmungen der Gew�, oednung über das Verhältniß der lichen Arbeiter zu ihren Arbeitgebern;„oft neueste Jnnungsgesctz vom 6. Im» Die hauptsSchlichste« ffestimm»�?.,. au» siimmtliche« in Deutschta» tende« V»rei-,»ges»tzk«:%5üidi und Ausgabetabcllen für die Hausdal Schreibpapier mit Datum für Tagesnv-.�l Leeres Schreibpapier in verstau Bogenzahl; Brieftäschchen. vc» Wir haben, wie seit vier o» Kalender wieder in zwei Oualitaten� fertigen lassen, 1. Qualität brteftalcdc L fehr gut gebunden, mit Gummiban � mehr Schreibpapier wie Sorte 76 Pfg. 2. Qualität, einfache solid ausgestattet, mit weichem) ,——----,..... weichem%-�j, etwas weniger Schreibpapier wie» Preis 50 Pfg. Wiederverlriinfer erhatte« de« Rabatt. I-h-� A ß 2 Di, Afede � Ql Lernen �»Pr D «Es» M Sa.- {"beute I pNer t fe I SS z»»" Sil % ---:__ Verantwortlicher Redatteur: v.«ranhei« in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kadwg in Berlin SW., Bcuthstraß, 2. Dien«' a I Beilage zum Berliner Bolksblatt. »r. 213. Dienstag, den 11. September 1888 5. Jahrg. ZoKales. . I««usere« Vemeindefchule« ist wiederum die Zeit � öffentlichen Prüfungen gekommen. Die Bethciligung des Mlilums daran ist jedoch in den meisten Schulen so gering, J4» man emstlich vor die Frage gestellt wird, ob diese Einrich- »mg für die gegenwärtige Gcstalc unserer«schulen überhaupt {£4 von Werth ist. In anderen Großstädten hat fich dieselbe «pdjjtrurg gezeigt, und man hat fich vielfach entschlossen, die Nenilichen Prüfungen ganz fallen zu lassen. Nur wenn die pödrcWen den Reigen eröffnm und durch ihre frischen, oft naiv ausfallenden Antworten fich zum ersten Male als voll- pi.-e Bürger der Schule öffentlich zeigen, ist der Zuschauerraum d&veilen bis auf den letzten Platz desetzt. Welche Mutter möchte N nicht einmal mit eigenen Augen sehen, wer der Lehrer Kindes ist, wie ihr Herzblättchen fich unter den Kameraden �nimmt und welchen Platz es unter ihnen inne hat. Und W es der Zufall, daß Klein-Hänschcn oder Lottchen eine recht xd'lde Antwort giedt, so eine, die bei der ganzen Zuhörerschaft findet, so geht die zärtliche Mutter hoch deglückt von und verfolgt die Schulleistungen ihres Liedlings nun ?? toppcltem Eifer. Schwer enttäuscht ift ste freilich, wenn ihr fachen unter den siebzig, die mit ihm zu derselben Klasse ge- wn. gar nicht zu Worte kommt, mochte es seinen Finger auch K so fleißig gehoben haben. Der Zuschauerraum leert fich Nmnd der Bmführung der Mittelklassen immer mehr, und oft ? nicht eine einzige Person dort zu sehen. Die Prüfung wird "Nin vor dem Schulinspektor, einem Stadtverordneten und Mßn Lehrern allein abgehalten. Erst wenn die Obeckiassen, A denen gewöhnlich einige schwierigere und gut einstudirte , llänge zu Gehör gebracht und chemische oder phyfikalische Ex- T�wrente, die für viele Eltem von Interesse ssnd, ausgeführt tj�den, finden fich in der Regel wieder mehr Theilnehmer ein. Mmer aber ist die Zahl der Anwesendm im Verhältniß zur T# der Kinder so gering, daß von einer regelrechten Beiheili- 5% des Publikums nicht gesprochen werden kann. Die Ursache Mer Erscheinung liegt nicht in dem geringen Interesse der �etn an der Schule, sonvem in einem andern Umstände. «njn in unseren lss— Alklasfigen Schulen auch nur 10—12 ■�mn in 4—5 Bormittagsstunden in demselben Saale geprüft ?ftden sollen, so kommt auf jede Klasse, die durch Herein» und vMausfühiung der Klassen verbrauchte Zeit abgerechnet, kaum Viertelstunde. In dieser Zeit kann nur ein sehr kleines . Nichstuck des Pensums �erledigt werden, und ein großer �derl tzxr Kinder kommt überhaupt nicht heran. Haben aber 7�6 tern einmal den Weg zur Schule gemacht, so wollen fie ,'4 von den Leistungen ih.er Kinder eine kleine Probe 'den. Wenn die prüfenden Lebrer die anwesenden Eltem �»aen, so ziehen fie auch die betreffenden Kinder so oft wie '»vgiich heran. Aber diese Bekanntschaft ist selten vorhanden, Jtod so kommt es, daß die meisten Ellern enttäuscht den Prü- Urpssaal verlassen und zum zweiten Male nicht wiederkommen. Z» kleineren Ortschaften ist das anders. Hier find die Schulen Mr.cr, die Prüfung läßt fich cvent. auch auf mehrere Tage aus- *«nen und jeder Anwesende bat Gelegenheit, von seinem Kinde Reihe von Letstungen zu Gehör und Geficht zu bekommen. ,*2 jedes Kind etwas möglichst Gescheidtes sagt, dafür ist durch n� iges Eindrillen gesorgt. Darum ist auch dort die Be- »i ne des Publikums ungleich stärker. Für die Berliner ! 3 ireindeschulen find die öffentlichen Prüfungen zu einer leeren jk.knnonie geworden. In den bicfigen höheren Mädchenschulen Im i u,!ie, vielleicht aus diesem Grunde, durch das Pcovinzial- i ��kollegium verboten worden. Für die Beurthcilung des Lehrers st?? keiner Klaffe find die öffentlichen Prüfungen odne Belang. Mr Lehrer muß am Ende des Jahres durch die Versctzungs- 'Uiung von seinen Erfolgen Reckenschaft geben und wird ajBäfcem durch den Rektor und Schulinspellor in regelmäßigen umräumen xjngxhind rcvidirt. Wenn an anderen Orten .�vstentlichen Prüfungen mit Recht als ein Bindeglied zwischen z.9% und Haus gelten, so find fie das in Berlin nach Lage «Otnge keineswegs mehr. Ader es thäte dringend Roth, daß "»eher hie öffentlichen Prüfungen dementsprechend umgestaltet, CJ} andere Einrichtungen, welche die Ellem und Lehrer zu- führten, getroffen würden. Beides erscheint ausführbar. v° Prüfungen auf mehrere Tage auszudehnen, um so für jede ejjll« mehr Zeit zu gewinnen, würde bei der Größe unserer schalen allerdings unmöglich sein, da der Unterrichtsbetrieb zu lange rmterbrochen würde. Wollte man aber jedes 3", rinzelne Klaffen heranziehen, so würde wieder der größte tm! bec Eltem ausgeschlossen, da sie nur für die Prüfung der �°�kn Kinder Interesse haben. Es möchte deswegen das An- ju?ksenste sein, die öffentlichen Prüfungm in der jetzigen Form jJ�oaupt fallen zu lassen und dafür dm Klaffenunterricht an h' v" oder einigen Togen deS Jahres zu einem öffentlichen zu und die Eltern dazu einzuladen. Dann wäre es die'd?' nicht nur durch eine eingehendere Prüfung .0 Ä JCII ff»' �>rch?r"! � der Schüler zu beleuchten, sondcm auch ieiaen""serrichtsproden die Anwmdung der Metbode zu Videjik««den Gebrauch der Lehr- und Lernmittel an- 2%iel<. �otzteres erscheint als das Wichtigste. Unterrichts» El-erv Wurden nicht nur die häuslichen Untenichtsversuche der WßiZ, S? dfe Nachhilfe und Unterstützung ihrer Kinder, von kür£*„, erl&e sein, sondern auch das Interesse der Eltern �chrer 9d Lehrkunst bedeutend anregen und Eltern und einer rlÄ�der näher bringen. Jedes einzelne Kind kann auf �wrrien'V �üfung seinen Lcistungm gemäß zur Geltung ANivr�?' und wmn öffentliche Anerkmnung bei Kindcm über- Uneben Werth ist, so kann fie hierbei wilkich geboten werden. »ster könnten und müßten von Sellen der Schule �rt«>v�oimlugen, in dmcn pädagogische Fragen, besonders �evds,»»�fssbellen, erörtert würdm, abgehalten weiden, am Mtn 9," orelleicht im Anschluß an die Prüfungen der bezeich- Unsere Schulsäle sind prächtige Versammlungs- tfketn in?«ne Besprechung üver Erziehungsfragen mit den N bitfp w1- dm meisten Eltem Herzensbedursmß. k&i f-j'-elrt wmde die Brücke zwischen Schule und Haus, d« '-----— «._ ä ssfximi«K» ■Ä. Ä VÄ'Ä «W lichm von drei Faktoren abhängig ist; vom Bau der Augen- höhle, von der Bildung des Schädels und von der Racen- eigenthümlichkeit. Man unterscheidet die Formm der Augen- höhle als hohe und niedrige. Nach Stilling's Messungen ist nun bei Kurzfichtigen die Gestalt der Augenhöhle von der der Normal- und Weitsichtigen außerordentlich verschieden, in- dem die elftere sowohl im Höbm» wie im Breitendurchmesser vom Normalen abweicht; bei Kurzfickligen ist die Augenhöhle breit und niedrig, bei Weit- und Normalfichtigen hoch und schmal. Diese durch Untersuchungen an Erwachsenen gewonnenen Resultate wurden auch bestätigt durch Messungen an den Schülem des Straßburaer Lehrerseminars, des protestantischm Gymnasiums und des Lyccums, mit dem einzigen Unterschiede, daß bei den letzteren der atypische Bau der Augenhöhle noch nicht vollkommen entwickelt fich zeigte, doch bereits fast immer soweit ausgebildet war, daß Stilling mit der größten Wahr- scheinlichkeit in der Mehrzahl der Fälle glaubt vorausbestimmen zu können, ob ein Scküler der unteren Klaffen im späteren Verlauf seiner Schuljahre kurzfichtig werden wird oder nicht. Es leuchtet eln, von welch großer praktischer Bedeutung diese frühzeitige Erkenntniß ist.— In Bezug auf den Bau des Ge- fichtsschädcls unterscheidet man Breit- und Schmalgefichter. Zahl- reiche Messungen Stilling's beweisen nun unwiderleglich, daß die Breitgeficktigkeit zur Myopie(Kurzfichtigkeit) disponift, die Schmalgefichtigkeit dagegm zur Hypermetropie(Uederfichtigkell). Doch ist der Einfluß des Schädelbaues auf die Sehstörungen nicht von der Bedeutung wie die Form der Augenhöhle.— Von der Racencigcnthümlichkeit ist die Entstehung der Kurz- fichtigkeit zunächst insofem abhängig, als einzelne Volksstämme eben jenen geschilderten atypischen Schädelbau haben. So ist bekannt, daß die slawischen Racen mehr zur Breitfichtigkeit neigen als die germanischen, bei vielen rusfischcn Völkerschaften ist fie geradezu charatteristisck. Auch in Deutschland steht man z. B. in den ostprcußischen Provinzen, in denen notorisch eine starke Mischung mit Slaven stattgefunden hat, viele Breitgefichter. In England dagegen, wohl auch bei englischen Amerikanern, steht man viele Langgcfichter. Damit stimmt nun überraschend das Resullat früherer statistischer Arbeiten überein, bei denen auffallend viel Kurzsichtige in Rußland, dagegen außerordentlich wenig in England gefunden worden find. Durch den Nachweis, daß die eigentliche Ursache der Kurzfichtigkeit nicht in der Uederanstrengung der Augen, sondern in den präexistiren- den Verhältnissen des Schädeldaues zu suchen ist, werden die höheren Sckulen von dem unendlich oft wiederholten Vorwurf entlastet, daß fie die Pflegstätten der Kurzfichtigkeit seien. Die Derwendnug leuchtender Farbe« hat im Verkehr mrt allerle, Gebrauchsgegenständen bereits recht vielfache Fort- schrllte gemacht. Daß Leuchter. Streichholzschachteln und ähn- liche Geräthe. die man im Dunkeln aufzusuchen gewöhnt ist, mit solcher Farbe bestrichen werden, ist begreiflich; diese selbst- leuchtend gemachten Sachen find bereits zahlreich im Handel zu finden. Neuerdings ist man einen Schritt weiter gegangen und hat Gegenstände, die nur Thcile größerer Sachen bilden, mit selbstlcuchte! der Farbe hergestellt; so Hot man jetzt Schlüssel- schiider, Knöpfe für Läutewerke. Thürklinkcn und ähnliche Sachen, deren Ausfinden im Dunkeln wünsckenswerth aber schwierig ist, ebenfalls selbstleuchtend gemacht. Dies Verfahren ist ungemein einfach, seit man eine Reihe von Farbstoffen er- mittell hat, welche die Eigenschaft besitzen, die Lichtstrahlen, welche fie am Tage einsaugen, während der Dunkelheit wieder auszustrahlen. Es ist deshalb auck nöthig, daß man Gegen- stände mit selbstlcuchtender Farbe Tags über dem Sonnenlichte oussctzt, damit fie nicht ihre Leuchtkraft einbüßen, was sehr leicht geschieht, wenn ihnen nicht von neuem Lichtstrahlen zugc- führt werden. Sehr zu bedauern ist aber, daß solche wichtige Er- findungen so wenig bei den Behörden Berücksichtigung finden und sich jämmerlich in den Läden der Kleinkrämer herumdrucken müssen. Man braucht nur einen Blick auf unsere Straßen, in größere öffentliche Gebäude zu werfen und man findet hundertfach Ge- legen hell, die leuchtende Farbe nutzdringend anzuwenden. Fast in allen Bahnhofsgebäuden befinden fich jene vcrbängnißvollen Stufen und Podeste, die dem neuankommcnden Reisenden im Gedränge gefährlich werden, und die Abends auch bei der besten Beleuchtung nicht immer unterschieden werden können. Die gleichmäßig grauen Steinfliesen erscheinen im künstlichen Lichte als eine gleiche ebene Fläche und die Gefahr für Leben und Gesundheit der Vorübergehenden ist immer groß. Man denke nur an die gefährlichen Trepp.-n in den Gebäuden des Pols» damcr und des Anhalter Bahnhofes, die für schwachsichtige Personen geradezu unheilvoll werden können. Hier und an ähnlichen Orten würde eine zweckmäßige Anwendung leuchtender Farben sebr wohlthätig wirken. In noch weit höhcrem Maße aber gilt dies von vielen unglücklichen Straßenanlagen, wo das Publikum eine Reihe von Stufen zu erklimmen hat, die mit Beginn der Dunkelheit nicht medr deutlich wahrnehmbar find und zahlreiche Unfälle herbeigeführt haben und noch herbei- führen werden. Tüchtige bautrchnische Hilfskräfte stehen diesen Be- Hörden zurScite; in diesen technischen Kreisen ist seit einigerZcit auch so leidlich Stimmung für die Sache; aber es ist eben schwer, für derartige neue Einrichtungen alle Schwierigkeiten zu über- winden, welche die bureaukratischen Einrichtungen bei den Be- Hörden mit fich dringen. Gerade unsere Stadtverwaltung scheint in dieser Beziehung an ganz ungewöhnlich zahlreichen Schwierig. leiten zu leiden. So uitheilen die sTechniker über unsere elektrische Beleuchtungsanlage, so urthcilen fie auch über den Fcrtschritt, oder richtiger über den Mangel an Fortschritt auf anderen Gebieten der Technik. Wenn aber eine Stadt, wie Berlin, fich nickt dazu ausraffen kann, für neue Ideen und Erfindungen Rar...... währen, dann ist Hauptstadt. Unser» Sommervögel treten demnächst ihre Wanderung die entfernlen Länder, wohin chnen kein Fuß des Raum und nölhigenfalls Ur.terstüyuna m ge- > ist das ein trauriges Renommee für die Reichs- Menschen/ nur' allenfalls der grübelnde Verstand desselben zu folgen vermag. Sobald die Blätter ihre Farbe weckieln, um KMMW? Die kühler werdenden Nachte und der Mangel an cmem In- rn##### Eag: s&rf ää äää ÄferÄ fallen pflegt als in den Tagen des oft sommerlichen Herbstes, veimöoen fie von der Rückreise zu uns abzuhalten. Ein ge- heimmßvoller, aber instinttiver und darum unhemmbarer Zug muß dämm wohl der Grund sein für dieses nomadifirende Dasein, welches die Vögel zwischen so entlegenen und in ihren natürlichan Bedingungen grundverschiedenen Wetten führen. Eine Auskunft bot selbst die Wissenschaft nicht; aber fie stellte Hypothesen auf, welche so glücklich gewähtt waren, daß fie der Wahrheit wohl gleich kommen. Danach wohnten alle diese Wandervögel, welche im Frühjahr zu uns kommen, um uns im Herbst wieder zu verlassen, mspiunglich und eigentlich in unserem Klima. Denn hier fanden fie von der Natur alle diejenigen Bedingungen erfüllt, deren fie zu ihrem Dasein bedurften. Plötzlich brach jene Katastrophe herein, welche von der Wissenschaft als Eiszeit bezeichnet zu werden pflegt. Dies geschah mit der Schnelligkeit, welche allen elemen» taren Erscheinungen anhaftet, und wie etwa bei einem Erd- beben oder bei einer Ueberschwemmung wurden die Wesen da- von überrascht. Sie flüchteten fich nun in Gegenden, bis wohin die Katastrophe mit ihren Folgen nicht mehr reichte. Nun wird aber ein Thier, welches aus seiner Brutstätte verjagt worden, immer wieder instinttiv zu derselben zurückkehren, sobald die Ursache, welche den Weggang veranlaßt, einmal nachgelassen. So war es ganz gewiß auch mit unseren Wandervögeln. Sie erkannten bald, daß fie in ihrer eigentlichen Heimath etwa die Hälfte des Jahres leben und dos Bmtgesckäft daselbst verrichten können. Die übrigen Monate freilich mußten fie fich mit dem Aufenthalt in den von ihnen in jener Schreckenszeit neube- fiedelten Gebieten defreunden. Diese Gepflogenheit erbte fich von Generation zu Generation fort, um heute nunmehr insttnk- tiv unseren lieben gefiederten Freunden eigen zu sein. Der Umzug de« Zoologische« Museum«, das aus seinen gegenwärtigen Räumen im oberen Stockwerke des Uni» veifitätSgebäudes entfernt wird, bietet den Vorübergehenden im Kastanienwäldckcn und namentlich den dort spielenden Kinder- sckaaren viel des Anziehenden und Interessanten. Die seltensten Exemplare fremder Thiere, natürlich nur ausgestopft, aber in ihren äußeren Formen auf das sorgfältigste wiedergegeben, machen den Weg durch das Hobe Balkengerüst nach dem Erd- boden, und von dort in einen Möbelwagen, der fie dem neuen Aufenthaltsorte zuführt. Nicht selten find die Thierformen von solcher Ausdehnung, daß fie weit aus dem Möbelwagen hervor» ragen und nun Schaaren von Zuschauern beim Transport hinter sich herlocken. Antilopen- und andere Rinderatten ragen mit ihren Hörnern und Köpfen nicht selten aus der grünen Um- hüllung des Wagens bervor und machen so auf den zufällig Vorübergehenden allerdings einen verblüffenden Eindruck. Da alle diese Präparate sehr sorgfältig behandelt werden müssen, so geht der Umzug nur langsam von statten. Eine Fahrt mit der Potsdamer Kahn, auf der jetzt die ganze Strecke bis Zchlendorf flott gearbeitet wird, bietet gegenwärtig ein interessantes und abwechselndes Bilv. Gleich nach dem Überschreiten der am Bülowplatz befindlichen Brücke steht man die ersten Arbeiten für die künftige Erweiterung des Bahngeleises. Dort find Telegrophenarbeiter beschäftigt, die Tclegraphenstangen an ihre neue Stelle zu rücken. Nähert man fich der Station Schöneberg, so hält man die Erweiterungs- arbeiten hier für nahezu beendet; das Terrain, das die Bahn hier bcfitzt, darf nur noch vollständig geebnet werden, um für die Legung der neuen Geleise bereit zu sein. Einige starke Bäume, die im Wege standen, liegen gefällt am Boden, nievrige Sträucher, die den Eisenbahndamm einfaßten, hat man mit der Wurzel aus der Erde gehoben, um fie an geeigneter Stelle wieder einzupflanzen. Bei Friedenau find die Erdarbeiten in vollem Gange. Ein aus zwanzig bis dreißig offenen Lowrys bestehender Zug ist soeben angekommen, und nun beginnen gegen fünfzig Arbeiter den Sand aus den Wagen zu schütten, um das hier erhöhte Bahnterrain in gleicher Höhe nach dem rechtsseitigen Ackerland zu entfemen. Sieht man in dem angekommenen Zuge dieser Arbeit zu, dann macht es dm Eindruck, als od der abgeworfene Sand in ununter- brochener Folge wie aus einer Maschine herabfällt; denn die fünfzig Schippen arbeiten mit größter Schnelligkeit. Sind die Sandmassen den Wagen entnommen, dann setzt der Zug von diesem todten Geleise, das besonders zu diesem Zweck hergettchtet ist, auf das andere linksseitige über und fährt nach Steglitz, um dort von dm Sandhügeln, die den Bahndamm begrenzen und nun abgetragen werden müssen, nme Sandmaffen heranzuholen. Diese Arbeiten werden den ganzen Tag über, von früh an bis zu: Dunkelheit, fortgesetzt, so daß täglich ein gut Stück dieser Umsetzung des Erdreichs geschafft ward. Hier bei Steglitz hat man ubttgens auch noch mit anderen Terrain-Schwicttgkeiten zu tbun, da die Wiesen, die an den Bahndamm grenzen, sehr sumpfig find. Man hat deshalb auf der Seite, wo die Bahnerweiterung stattfindet, mit einer Entwässerung begonnen, indem man durch Abzugskanälc, deren einer unter dem Bahndamm hin» durchgeht, das Wasser nach der anderen Seite Kinüderleiiet. Zwischen Lichterfelde und Zehlendorf ist man augenblicklich noch mit der Abgrenzung des neuerworbenen Terrains beschäftigt; eine lange Reihe kleiner Holzpfähle bezeichnet die Linie auf dem bisherigen Ackerland, bis zu welcher künftig der Befiy der Bahn reichen wird. Auf dem abgesteckten Terrain ist gleichfalls zu» nächst mit dem Umsetzen der Telegraphenstangen und dem Ebnen des Bodens begonnen worden. Jeder Äbtheilung von Arbeitern ist ein Bahnbeamter zur Beaufsichtigung überwiesen, während die Bahnmeister täglich mehrmals die Strecke befahren oder abgehen, um nach dem Rechten zu sehen. Ueder den Er- weiterringsarbeiten werden auch diejenigen Arbeiten in Angriff genommen, welche zur Unter- oder Ueberfühmng von Land- straßen dienen. Bereits heut hat der Landrath des Kreises Teltow die Bekanntmachung erlassen, daß die Landstraße von Schönow nach Dahlem wegen der Bahnardciten für den Ver« kehr gesperrt ist. Solcher Absperrungen wird es im weiteren Verlauf wohl noch mehrere geben, aber man wird fie gern in dm Kauf nehmen, in der sicheren Hoffnung, daß um so schneller geregelte und gestchette Zustände geschrffen werden. Zu» Lage der Handlnugvgehilfen schreibt man uns: Die Heranziehung der Handlungsgehilfen zu dem geplanten Gesetz für Alters- und Jnvalidenverfickerung veranlaßt uns, einen Blick auf die soziale Lage zu werfen und die trostlosen Zustände dieser Klasse ans Licht zu ziehen. Trotzdem das Herandrängen zum Kaufmannsstande schein» bar seinen Höhepunkt überschritten hat, ist in der Situation der Gehilfen eine mettliche Besserung nicht zu verspüren und ist in Anbetracht der jetzigen Ueberfüllung die Befürchtung nicht aus» geschlossen, daß eine entgegengesetzte Strömung, welche die jetzigen Mißstände vergrößert, jederzeit wieder Platz greifen kann. Wohin eine derartige Strömung dann führen würde, läßt fich bei der Trostlofigkeit der jetzigen Zustände gar nicht voraus- sehen. Wenn es einiger Beweise für die Behauptung be» dürfe, daß eine erhebliche Ueberproduktion a» Arbeits- kräften vorhanden und das Verhältniß zwischen An- gebot und Nachfrage offenbar ungleich ist. so genügen die Thatsachen, daß hier Jahr aus Jahr ein fich tausende von beschäftigungslosen Gehilfen befinden, die sich mangels besseren Unterkommens massenhaft um Portier-, Aus- louftt' und ähnliche Stellen bewerben; femer, daß für die in Zlrbeiterkolonien Untergedrachten der Gehilfenstand ein erhebliches Kontingent stellt und Veruntreuungen und Fälschungen in er- schreckendem Maße zunehmen. Der Andrang von beschäftigungs- losen Gehilfen richtet fich vorzugsweise nach großen Städten, rveshalb dort die Verhältnisse auch am schlechtesten sind, da in dem wüsten Kampf um die Existenz die von Auswärts Hinzu- ziehenden nur zu geneigt oder gezwungen find, für wahre Hungerlöhne zu arbeiten. Es ist reine Seltenheit, daß für 10— 12stLndige angestrengte körperliche oder geistige Arbeit mit mehr oder weniger Verantwortlichkeit ein Gehalt von monatlich 60 M. gezahlt wird. Sehen wir nun, welche Ursachen diese Zustände herbeiführen. In erster Linie der Eigennutz von solchen Prinzipalen, die gc- merbsmäßig zur Ersparung der Gehilfengehälter Lehrlinge Helten, oder wo Lehrlinge für kürzere oder längere Zeit, je nachdem fich Ersatz findet, zu Dienstleistungen benutzt werden, die in anständigm Geschäften dem Haus- oder Komtoirdiener zustehen. Nachdem beschränft fich der Lehrherr nur auf Ausbildung der Fähigkeiten, die ihm am meisten Vor- theil verschaffen, unv nach vollbrachter 3-, 2�- oder wohl gar 2jShriger Lehrzeit wird dann der„Kaufmann" seinem Schicksal überlassen. Ein weiterer Theil der Schuld trifft die unbemittelten Eli er n, die sich in ihrer Eitelkeit von dem falschen Namen, welcher der Sache beigelegt wird, blenden lassen und lieber zu der Offerte greifen, welche ihrem Sohn gegen geringe Vergüti- gung Ausbildung zum„Kaufmann" verspricht, als zu derjenigen, welche nur die wirklich geleisteten Dienste als Packer, Aus- laufer k. angemessen honoriren will. Solche und ähnliche Zustände, denen fich noch mehr anreihen lassen, stnv geeignet, die soziale Stellung und das materielle Wohlsein der Handlungsgehilfen zu deeinträchtigen. Es wäre vergebens, zur Besserung dieser Zustände Hilfe des Staats und der gesetzgehendcn Körperschaften zu erwarten, nur wenn er als Mitglied eines großen Verbandes, der tbm fteien Rechtsschutz gewährt, dem Prinzipal gegenübertreten kann, wird die Lage es Handlungsgehilfen erträglicher werden. Die staatvgefäheliche« Taschentücher. Bei einem Richtseste, welches Sonnabend bei dem Richter'schen Bau in der Wilmcrsdcrferstraße in Charlottenburg gefeiert wurde, brachten die Arbeiter auch einen Richtkranz an, welcher, wie üblich, mit einer Anzahl farbig gemusterter Taschentücher versehen war, die später unter die Baubandwerker zur Vertheilung kommen soMen. Azer das Auge der Polizei wacht und steht scharf bis in die Höhe des Richtkranzes hinauf. Dort wurden auch einige— rothe Taschentücher bemerkt und'dte Arbeiter wurden von Polizei- wegen veranlaßt, die staatsgefährlichen Sacktücher zu entfernen. Dann erst konnte das Richtfest gefeiert werden. Urb«» di« Tlsievqnälrrei, welche bei dem Transport des Federviehs nach Berlin vielfach noch vorkommt, wird mit Reckt Klage geführt. Eine Beseitigung der hierbei vorkommenden Mißstände wäre dringend geboten. Um was es fich handelt, ist folgendes. Die Berliner Feveroiehhändlcr beziehen ihren Bc- darf an lebenden Thieren theils aus Ungarn und Galizien, theils aus Rußland. Das Vieh wird ihnen von dort in söge- nannten Latten kistm, genau so wie die Eierkisten gebaut, ver- packt zugesandt und trifft in der Regel als Eilgut mit dem Kourierzug gegen 9 Uhr auf dem Schlcsischen Bahnhofe ein. Der Transport dauert etwa 36 Stunden und während dieser langen Zeit wird den Thieren weder eine Handooll Futter noch ein Trunk Wasser verabreicht. Gänse und Enten, die an Wasser gewöhnt find, stehen durch die lange Entbehrung des- selben die furchtbarsten Qualen aus und es befinden fich daher auch in jeder Kiste stets einige verendete Exemplare. Den Hühnern unv Tauben ergeht es nicht besser, auch von diesen stirbt unter- wegs ein Theil infolge Wassermangels. Es mag ja nun wohl seine Schwierigkeiten haben, die Thiere unterwegs zu tränken, besonders wenn hunderte solcher Kisten zu befördern find, wie dies gegenwärtig der Fall ist; aber wenn dies auf dem Trans- port so ganz unmöglich ist, so sollte es wenigstens bei der An- fünft auf Dem Berliner Bahnhofe geschehen. Allein auch hier steht die lebende Fracht oft thcllweise noch einen vollen Tag, ehe der Empfänger fie abholt, ohne daß den Thieren Nahrung oder Wasser verabreicht wird. Wegen Keleldigter Standeorhre will, wie dem„Börs.- Cour." berichtet wird, vre Frau Fürsttn Pignatelli den Klageweg gegen Direkior Reiff vom American- Theater beschreiten. In der neuen Pantomime des genannten Theaters, Die Weisheit Salomonsly's, kommt eine Ballszene aus dem Kursaal, unter der Bezeichnung„Bei Mutter Pignatelli" vor. Nicht die Ver- bindung ihres Namens mit dem Kursaal kränkt die hochge- borene Dame: figurirt stc doch wirklich in jenem Lokale als Hauptanziebungsiraft. Aber das Programm legt ihr dort den erhabenen Titel der„Ballkönigin" bei, während der respektlose Theaterzettel des American weder ihres neuen, noch ihres alten Ranges gedenkt und ihrem aristokratischen Namen statt dessen eine plebejische Bezeichnung(wie die Frau Fürstin fich aus- drückt) beilegt, gegen welche das blaue Blut fich auflehnen muß. Die Dame hat einen Rechtsanwalt beauftragt, gegen die Direktion des Ameiican-Theaters die Beleidigungsklage anzustrengen, falls man ihrem Namen nicht die gebührenden Rang- Prädikate vorsetzen sollte. Die Fürstin Pignatelli will weder vom Parquet des Kursaals, noch von der Bübne des American- Theaters ver- chwinden, aber fie will dort als Ballkönigin, hier als Fürstin annonzirt werden Goetbe, auch einmal Theater-Direktor, hat den Wink gegeben:„Willst Du genau erfahren, was fich ziemt, so frage nur bei edlen Frauen an!" Herr Reiff hätte fich hier- nach liebten und fich olle Unannehmlichkeiten eisparen können! Der Weg durch'» Fenster. Ein kaltgestellter Liebhader hat in der'Nacht zum Sonntag in der Swincmünderstraße vor dem Hause Nr. 16 die Revier-Nachtwächter Fischer und Schmel in Aufregung gebracht. Die Wächter bemerkten dort in der Hauslhornische eine weiße Gestalt, die fich bei näherer Be- fichligung als ein nur mit Unterbeinkletdern und Hemd be- flcidetes Individuum präsentirte. Der junge Mann, ein Schneidergeielle, hatte einer vis-»-' i» im Partenegeschoß wohnenden jungen Frau einen heimlichen Besuch abgestattet, war von dem unvermuthet heimkehrenden Ehegatten gestört worden und hatte den Weg durchs Fenster einer Begegnung mit dem Ehe» mann vorgezogen. Behufs Feststellung der Personalien wurde der Don Juan zur Wache auf der Oderberaelstrahe gebrecht, von wo er stck Nothlleidung aus seiner— Schlafstelle in der Boyenstraße schicken ließ. Die bereit» gemeldet« Derhaftttug de» privat» Det stliv» Klapperstück dürfte geeignet fem, einen wunden Punkt unleier Staats, und Gesellschaftsordnung aufzudecken. K. betrieb sein Geschäft als Privat- Deteltiv schon seit mehreren Jahren. Seine Befähigung dazu durste er, der alte Zuchthäusler, aus seiner eigenen reichen„Praxis" und aus dem Um- stände herleiten, daß er von der Polizei, die sein Vorleben genau kannte, zu Vigilantendiensten benutzt wurde. Als im Juni v. I. der Piozeß wider den Dienstknecht Zach vor dem Schwur- Gericht am Landgericht Berlin II verhandelt wurde, der in der Umgegend von Spandau siebzehn Brandstiftungen begangen baden sollte— in elf Fällen wurde er durch das Verdttt ver Gcschwoienen thatsächlich schuldig gesprochen— trat K. als Hauptdelastungszeuge auf. Ein Berliner Kriminal Kommissar, der mit den Recherchen nach dem Thäter betraut worden war. hatte fich den„Herrn Privat Detcttio" als Gehilfen attachirt. Die Verhaftung des sckwerverdächtigen Zach erfolgte aber nicht du'* den Kommissar, sondern durch einen Gendarmen, indessen blieb für den Kommissar noch die Aufgabe zu lösen, die ,ur Urdertührung des Thäters erforderlichen Beweise herbeizuschaffen, und an diesen fehlte es schlechterdings. Es blieb schließlich nichts anderes übrig, als den Gefangenen aus- zuhorchen. Zu diesem Zwecke wurde K. rm Amtsgertchtsgefang- mffe zu Nauen— wo Zach damals internirt war— mit letz- terem zusammen in einer Zelle eingesperrt. Stach der Behaup- tung K.'s, die er vor den Geschworenen abgab, habe ihm Zach, der in ihm einen Leidensgefährten gesehen, fehr bald die Thäter- schaft eingestanden. Der Gerichtshof nahm diese Aussage mit gewissen Bedenken auf, er kannte aus den Akten die Ante- zedentien des Zeugen, wer weiß aber, was geschehen wäre, hätten auch die Geschworenen die Qualität des Zeugen gekannt. Wenn nun im Anschlüsse an den Fall Klapperstück— wie dies seitens einer hiesigen Lokalkorrespondenz geschehen ist— über die schwere Mühe geklagt wird, welche die Privatdetektivs der Polizei machen und über das Unheil, welches dieselben in der Gesellschaft und in der Familie anrichten, so dürfte es der Polizei nicht schwer fallen, solchen Individuen& la Klappcrstück das Handwerk zu legen, fic müßten alsdann aber auch dafür sorgen, daß dieselben nicht Gelegenheit finden, im Dienst irgend eines Kriminal- kommiffars gewissermaßen amtlich Schule zu machen und ihre der Polizei geleisteten Dienste als Aushängeschild für ihre Privatthätigkeit zu denutzen. Ei« erschütternde» Drama ereignete fich in der Nackt zum Sonnabend in dem Ha se Ackerstt. 54. Dort wohnte seit einiger Zeit ein junges, neuvermähltes Paar, der Handwerker Werner und dessen Frau, die in musterhaft glücklicher Ehe lebten. Vor etwa vierzehn Tagen erkrankte der Mann am Nervcnfieber, und trotz der aufopferndsten Pflege settens seiner Frau starb W. am vorgestrigen'Nachmittag. Jammernd brach die Unglückliche an der Leiche des Heißgeliebten zusammen, und es gelang den anwesenden Verwandten nur mit Mühe, die Verzweifelnde zum Verlassen des Zimmers, in welchem der Todte lag, zu bewegen. Immer und immer wieder betheuerte die Schluchzende, daß fie, nun ihr Mann todt sei, nicht mehr länger leben möge, und in der Tbat führt Frau W. ihr Vorhaben aus. Nachts gegen zwei Uhr hörten die Bewohner des obengenannten Hauses einen Sckrei in der W.'scken Wohnung, dem ein dumpfdröhnender Schlag folgte. Der Rcvierwäckter war der erste, welcher eine leblose Menfchengestalt, die entsetzlich zersämettert war, in einer großen Blutlache liegend, auf dem Straßenpflaster gewahrte. Es war die unglückliche W-, welche in ihrem namenlos en Schmerz fich das Leben genommen, indem fie aus der vierten Etage her- absprang, nachdem sie fich vorher die Pulsadern durchgeschnitten. Die Leiche wurde nach der Morgue geschafft. Die gemeinsame Beerdigung des Ehepaares, dessen trauriges Schicksal allgemeines Bedauern erregt, dürfte am Montag stattgefunden haben. Unglücksfall. Die 72jShrige Wittwe Woop, wohnhast Brunnenstr. 113 a, ging Sonntag Vormittag gegen 8 Uhr nach Marktdalle Nr. 6 in der Ackerstraße, um etwas einzukaufen. Daselbst angelangt, pasfirte dieselbe die Schlächterstände. In diesen Gang hatte j.mand eine faule Bime geworfen, die alte Frau glitt aus, fiel nieder und konnte nickt wieder aufstehen. Man schaffte dieselbe in das Markthallen> Verwaltungszimmer und von dort per Droschke nach ihrer Wohnung. Der sofort herbeigeholte Arzt Dr. Prietsch konstatirte am rechten Ober- fchenkel einen Splitter- Röhrenknochendruch. Auf Anordnung des Arztes wurde der Lück'sche Krankenwage telephonisch re- quirirt und die Schwerverletzte nach der Cyaritee überführt. KeMegttttg der Kevöllrerrng der Stadt KerUtt. In der Woche vom 19. bis 25. August fanden 174 Eheschließungen statt. Lebcndgcboren wurden 838 Kinder, darunter 101 außerehelich, todtgeboren waren 41 mit 11 außerehelichen. Die Ledendgeborenen find 30,4, die Todtgeborenen 1,5 pro Mille der Bevölkerung, die außerehelich Geborenen find bei den Ledendgeborenen 12,1, bei den Todtgeborenen 26,8 pCt. Die Zahl der gemeldeten Sterbefälle betrug 558, die fich auf die Wochentage wie folgt vertheilen: Sonntag 76, Montag 95, Dienstag'72, Mittwoch 97, Donnerstag 79, Freitag 77, Sonnabend 72. Von den Gestorbenen erlagen an Ma< fern 19, Scharlach 5, Rose 2, Diphrhenlis 10, Bräune—, Keuchhusten 10, Kinddetlssebcr 0, Typhus 4, Ruhr 1, Syphilis 0, Altersschwäche 9, Gehirnschlag 16, Lungenentzündung 19, Lungenschwindsucht 63, Diarrhöe 41, Brechdurchfall 98, Magen- darmkatarrh 28. Durch Veraiitung kamen 2 Personen um, Heide durch Selbstmord. Eines gewaltsamen Todes starben 10 Personen, und zwar durch Ertrinken 1. Erhänge� 5, Ersticken—, U eberfahren—, Schußwunde 1, St Slurz oder Schlag 3. Hierunter find 7 Todesfälle durch Selbstmord, 1 durch Tödtung herbeigeführt. Dem Älter nach find die Gestorbenen: unter 1 Jahr alt 277(49,6 pCt. der Ge- sammtsterblichkcit), 1—5 Jahre 70, 5—15 Jahre 20, 15 bis 20 Jahre 5, 20-30 Jahre 29, 30-40 Jahre 33, 40 bis 60 Jahre 66, 60—80 Jahre 48, über 80 Jahre 10 Personen. In hiessgen Krankenhäusern starben 108, einschließlich 9 Auswärtige, welche zur Behandlung hierher gebracht waren. Auf die Standesämter vertheilen fich die Todesfälle folgendermaßen: Berlin- Köln- Dorothecnstadt(I) 25, Friedrichstadt(II) 17, Friedrich- und Schörieberger Vorstadt( 20, Friedrich- und Tempelhoker Vorstadt(lV) 46, Louisenstadt jenseits, westlich (Va) 45, Louisenstadt jenseits, östlich(Vb) 30, Louiscnstadt dies- seits und Neu-Köln(VI) 42, Stralauer Viertel, westlich(Vlla) 40, Stralauer Viertel, östlich(v-lb) 34, Kömgstadt(Via) 40, Spandauer Viertel(IX) 28, Rosenthalcr Vorstadt, südlich(Xa) 38, Rosenthalcr Vorstadt, nördlich(Xd) 34, Oranienburger Vorstadt(Xi) 51, Friedrich- Wilhelmstadt und Rtoabit(XII) 28, Wedding(Xlli) 42. Die Sterdefälle find 20,3 pro Mille der fortgeschriebenen Bevölkerungszahl (1 440 034).— Die Sterblichkeitsziffcr in folgenden Siädtm des Deutschen Reiches mit mehr als 100 000 Einwohnern betrug in Aachen 34,0, Altona 21 9, Barmen 19,5, Bremen 22,3, Breslau 25,9, Chemnitz 36,7, Tanzig 28,2, Dresden 16,5, Düsseldorf 24,9, Eldeifeld 16,1, Franksurt a. M. 14,3, Hamburg mit Vororten 21,6, Hannooer 22,4, Köln 28,4, Königsberg 27,9, Leipzig 24 9, Magdeburg 33,7, München 34,7, Nürnberg 16,9, Stettin 31,6, Straßburg i. E. 27,8, Stuttgart 19,4 pro Mille. In anderen Großstädten Europas mit mehr als 300 000 Einwohnern betrug die Sterblichkeitsziffer in Amsterdam 20,3, Budapest(Vorwoche) 34.4, Dublin 17,9, Liverpool 22,6, London 17,5, Paris 20,9, Petersburg(Vorwoche) 28,2, Warschau(Vor- " wocke) 31,9, Wien«Vorwoche) 22,4 pro Mille.— Es wurden 2817 Zugezogene, 2107 Weggezogene gemeldet, so daß fich die Bevölkerung mit Einrcchnung der nachträglich gemeldeten Ge» borenen und des Zuschlages, der den Weggezogenen erfahrungs- mäßig zugerechnet werden muß, um 821 vermindert bat; die Einwohnerzahl deträgt sonach am Schlüsse der Berichtswoche 1 440 855.— In der Woche vom 26. August bis 1. September kamen zur Meldung Jnfeltwns- Erkrankungsfälle an Typhus 27, Masern 94, Scharlach 59, Tiphtherilis 79. Kindbettfieber 5. Polizeibericht. Am 8. d. M Nachmittags wurde ein auf der Kreuzung der Rosenthalcr- und Auguststraße aufgestellter Schutzmann durch einen übermäßig schnell fahrenden, von dem Kutscher Haffe geführten Bierwagen erfaßt und gegen den Hinter- perrvn eines in demselben Augenblicke vorübersahrenden Pferde- babnwagcns geschleudert, so daß er am linken Oberarm eine nicht unbedeutende Verletzung crlstt.— Außerdem wurde im Laufe des Nachmittags in der Andrcasstraße ein 5 Jahre alter, auf dem Fahrdamm spielender Knabe,— Abends in der Pote- damerstraße ein Arbeiter, während er im Begriff war, auf einen Omniebus zu st igen— und in der Landsdergerstraße ein Schuhmacher- Lehrling, welcher von einem anderen Lehr- ling vom Bürgersterg gestoßen worden, überfahren; der letztere erlitt eine dedeutende Verletzung des Knöchelgelenks, die anderen anscheinend unbedeutende Verletzungen.— An demselben Tage fand in der Selterswafferhalle am Askanischen Play ein unbedeutendes Feuer statt.— Am 9. d. M. früh wurde in der Straße Str. 25 in der Stühe der Gasanstalt die Leiche eines unbekannten, etwa 40 Jahre allen Mannes vorgefunden und nach dem Leichenschauhause gebracht.— Vormittags fiel in der Markthalle Vi infolge Ausglellens auf einer weggeworfenen Birne eine 72 Jahre alte Frau und erlitt einen Bruch des rechten Unterschenkels.— Ferner gerieth Vormittags in der Grpsstraße ein Tapezirer durch eigene Schuld unter einen Milchwagen und wurde durch denselben überfahrm. Er einen Bruch des linken Unterschenkels und wurde noch St. Hiedwigs-Krankenhause gebracht.— Um dieselbe Zeit wu in der Potsdamerst.'aße, an der Ecke der Kurfürstenstraße, � Handwerker durch einen von dem Kutscher Faustmann gefü' Break überfahren und am Kopf und an der rechten Hand letzt.— Ebenfalls Vormittags wurde in der Corneliusstraße> Mann sichtlich krank auf dem Straßen dämm liegend vorqefund und mittelst Droschke nach der Charitee gebracht.— Kurz r Mittag entstand in der Bethanienuser 6 befindlichen Met sckraubenfadrik von Boden u. Marzahn aus nock nicht auf? klärter Veranlassung Feuer, durch welches das Stockwerk„,— großen Theil zerstört wurde. Eine ebendort befindliche Gumm" lam. gn fabrik, in weicher 40 Kilogr. Benzin lagerten, war in größt» die Meiste: Gefahr. Die Feuerwehr war längere Zeit angestrengt rhängsr Vorsitz 1 bin.— Au ' Austritt ar («folgte na ' wit meiner flglitb am G L Vorfitz rSohne Ihr ? wachen, da mehrere Feuerwehrmänner wurden dabei durck Stick flammck bestimmen. anscheinend jedoch nicht bedeutend verletzt.— Außerdem tand» Belleallianzestraßc 106,_— Wicsenstraße 31— und Elsasßf straße 25 unbedeutende Feuer statt.— Ferner entstand in& �schatte t Nacht zum 10. d. M. Rüheplatzstr. 14 Feuer, durch welches e» Theil des Dachstuhlcs des Sellenhauses und die darunter* findlichen Bodenverschläge nebst Inhalt vernichtet wurden. Gerichts-Zeitimg. Prozeß Kinger gegen Kopp vni» Kachlet-. * Der Prozeß des Herrn Reichstagsabgeordnelen Singer gegen den früheren Stadtverordneten Dopp und# Redatteur Bachler von der„Staatsbürger Zeitung" desckästV gestern die Berufungsstrafkammer des Landgericht I. Tie f anlassung zur Erhebung der Klagen von Seiten des Singer geben folgende Thatsachm: Am 1. Dezember vori? Jahres wurde in der Stadtverordneten-Versammlung über' Einführung des Gewerdeschiedsgerichts diSkutirt und die« wesendcn Vertreter der Arbeiter suchten die bezügliche Magill» vorläge durch verschiedene Amendements zu verbessern, was� theilweise gelang. Gegen diese Anträge erklärte sich u. aV der antisemitische Stadtverordnete Dopp, und Herr Singer tri deshalb mit scharfen Worten dessen Ausführungen, indei darauf hinwies, daß der Herr Dopp, welcher fich stets so m-t seiner Ardeiterfreundlichkett brüste, hier wiederum, i fich doch direkt nur um die Verbesseiunz der Arbeitern niffe handle, strikte gegen die beantragten Verbisscr..� Stellung nehme. Diese ganz sachlichen Acußcrungen brod# den Herm Dopp in eine oerartige Erregung, daß er sich zu» Behauptung verstieg, Singer sei durch die verwerfliche Nutzung der Hausindusttie reich geworden, was den Vorsts Dr. Stryck veranlaßte, den Redner wegen der Beleidigung ei» Kollegen zur Ordnung zu rufen. Einige Tage später, am 7. Dezember, brachte die„Stbg.-M einen Artikel, welcher eine Entgegnung auf einen roraufgeg» genen Aufsatz in dem„B.rliner Volksblatt" sein sollte. timren sei «firmen in Wangen, will, einler �»gekörte, ««bessern we Mntie, Me. An' » erne Wirte ni SüMmg c diesem Artikel, welcher unter der Spitzmaike:„Wer lümt» Derselbe l fich um die Tochter des Proletariers" in genanntem Blatte« schien, wurde Herr Singer in der gröblichsten und gemein» Weise beschimpft. Es wurde ihm vorgeworfen, er habe die* zeitige Mäntelnäherinnenbewegüng nur zu dem Zweck ins L«� Unter kein gerufen, um die Arbeiterinnen mit dem Lohn abzuspeisen, wel» ich mich c dieselben vorher von den Schneidermeistern empfangen hß# Dadurch profitire Herr Singer den Meistergcwinn, den er nun# noch in seine Tasche stecken könne. Ferner wurde behauptet, Sirt ben?— ßh bereit Wiens we Üge N-iUUN % W! % Abgcc zu jed« „ Je aus «wtsen nie «>sfon Ei fcfoftt ho EW WS Sinne da diese An durchaus . Vorst Herrn Ro habe den Arbeiterinnen, welche fick über die niedrigen LÄ beklagten, Entschädigungen gezahlt, welche aber nicht das Lohnbuch eingetragen worden seien; hieraus wird W» gefolgert, daß dies nur zu dem Zweck unterlassen wurde,« den Meistern die Bücher zu zeigen und dieselben dadurch vnar.lassen, nunmehr auch für den niedrigen Picis zu arbeib Der Artikel schloß mit der Bemerkung, das„Berliner Vollsdld möge fich mit seinem warmen Herzen zunächst an die F# des Herrn Singer wenden. Das Schöffengericht hatte sowohl den Herrn Dopp als den Herrn Bachler der öffentlichen Beleidigung für sch befunden und den ersten Angeklagten zu 200 Mark, letzteren zu 400 M. Geldstrafe event. für je 15 M. 1 Tag. fängniß vcrurtheilt, auch den Verklagten die Kosten des ProjNj zur Last gelegt und Herrn Singer das Recht zugesprochen,� Publikation des Erkenntnisses durch vierzehntägigen Ar an öffentlicher Gerichtsstelle bekannt zu machen.— Gegen Urthcil hatten die Verklagten Berufung eingelegt. Vor der Bemfungslammcr bestritt Herr Dorp, die leidigung wiffenttich gethan zu haben. Er sei ein Frcun»� modernen Sozialleformen, für die er überall wirke, unv� halb habe er sich durch die Auslassungen des Herrn 6# in der Stadtoertretung sehr getroffen gefühlt.&*. Meinung nach habe er auch nur von der„verwerflich), klcllrgen, 1 k°ntraktlici werden kö Es ß for dem ftbt her Adrigere I s cA ar Hausindustrie" gesprochen unv nicht gesagt, daß\ Singer durch„verwerfliche Ausnutzung" reich gew»� sei. Der Ordnungsruf sei ihm auch nrcht wegen der o# lichen Beleidigung, sondern aus anderen Gründen ertheilt den. Hätte er die Absicht gehabt, Herrn Singer zu beleidiZ so würde er ganz andere, viel schärfere Ausrücke gebraucht � Arna G (7 iur, Herrn Sj «lesen W den Meif AschtSanr .'naerse, «n der S auch keinen Augenblick Anstand genommen haben, fich zu Beleidigung zu bekennen. Wie die vorhandene WorlilclluUö den stenographischen Bericht gekommen fei, wisse er nicht, scheinlich beruhe die ganze Sache au« einem Jrrthum des Hm. 6* grcphen Enget, welcher die Rede aufgenommen. Die Ilussührr" des Herrn Singer wären dem Anschein nach im Steno?' merklich gemildert worden, da dieser im Sitzungssaal stärkere Ausdrücke gegen ihn gebraucht habe, als sie der entHalle. Abg. Singer:! Ich erlaube mir, dieser Behauptung 0' über zu demerlen, daß ich absolut nichts an dem Stenogt geändert habe. Sollte das in Frage gestellt werden, i0 ich, den Stenographen Engel als Zeugen vorladen zu Der Vorsitzende des Gerichtshofes legt dem Kollcgiuw Originalstcnogramm vor, welches zum Zwecke der Bcweisaus� von der Stadtverwaltung erbeten war. Aus diesem 1- ,, gina l ist ersichtlich, daß Dopp an dem Ste« gramm seiner Rede korrigirt hatte und'- i li'J noch die beleidigende Aeußerung stehen» Vorsitzender: Wollen Sie angesichts dieser Thatsacb« bei Ihrer Behauptung stehen bleiben?— Angeklagter T Ich kann mir nicht erklären, in welcher Weise das zuaeg' ist. Ich muß indessen betonen, daß lediglich in der Wo» ein Versehen vorlregen kann. Eine Beleidigung des Singer hat mir durchaus fern gelegen; nur seine verletze� Angr.ffe wollte ick zurückweisen unv dazu mußte ich Mick Lage der Sache für berechtigt halten. Ich durfte auck erwarten, daß Herr Singer die Klage zurücknehmen wur� Abg. Singer: Nachdem Herr Dopp das Stenofl». anerkannt und sich auch dahin ausgesprochen hat, den der Wahrhell antreten zu wollen, mußte ich annehmen, mich bewußt beleidigt hatte, und demnach fand ich keines. laffung, von der Klage abzusehen. In Bezug auf die% rungen der„Staatsbürger Zeitung" muß ich erklären, Ausdruck reich oder wohlhabend ein sehr deutunpsiab� Hätte ich mir angelegen sein lassen, in dem Sinne R«'»% zu sammeln, wie meine Herren Gegner, die v der Beklagten Dopp und Bachler, dann, ja dans ich allerdings der wohlhabende Mann sein, des Herren bei jeder Gelegenhett aus mir machen. W#), aber die Mittel zu einem guten Theil für ed>» menschliche Zwecke verwendet, so kann man keine*>-»» Reichthums anhäufen. Ich kann vor meinem Gewisses � Welt mll gutem Recht behaupten, daß ich in sehr vieles Roth unv Elend meiner Mitmenschen gemildert und andererseits die sozialdemokratische Partei mit meines kräftig unterstützt habe. ! ming vi prr Sin 3>«i, de %% Urr Sj iuber d räsivent 3« Änar 'Ncispreck . Rech M Herr« Hes Borr (Mjh Gra ußert.: K- f, ÄS. �erufun? '»S «n». Cp «toft 1% »ift L '"DD M gewesen � von ei Ü ««einen sieden l0 H» Zeit «vre ich| �etzt kon H°ch dr S«' den Ger . Er M@| ncd) M Zeit wm» ftca!-jä n gefuh» Hand o® jsftroge A lorsefunW Kur« m» at �sitzender; Seit wann find Sie Sozialdemokrat?— m- Singer: Seit bald 20 Jahren, wenngleich ich auch erst water in die O.ffentlichkeit mit meinen Anschauungen getreten nn.— Auf eine weitere Frage erklärt Abg. Singer: Mein austritt aus dem Geschäfte unter der Firma Gebrüder Singer «folgte nach meiner Ausweisung aus Berlin, weil ich es nicht wsi meiner Auffassung vereinbaren konnte, als unthätiges Mit- Md am Geschäftsgewinn zu vartizipiren. . Vorsitzender: Wäre es Ihnen nicht möglich gewesen, die ~—-»i* ir—... a w—.,2 Wl-— v---- 9 ÄTS»ÄS5X»!» lcht ousjc Mfc. c:..... �rn„f Aitfmprffnm Vi-*VVWWV* Mvvzv» g V»|«v»*wtv W �'J-----.• iiun uui»' eevg. Singer: Zunächst möchte ich darauf aufmerksam ckwerk zu* Wen, daß ich mit den Arbeitern festen direst in Berührung he GumWlom. In der Konfektionsbranche wird die Arbeit an in gröD die Meister vergeben, welche sich ibre Arbeiter oder Arbeite- b* �4 t erfmAi Vi—*.......... w.._ a_ ff f �•.■ f S* C t t,»» /% ngt lhati» welches t» arunter inden. 'er.. iclen W pp und W bescbäscht Tie* des W «der von/ g über> inb bif� Magill n, was � u. a. iget tri inde ts so um, xce] eilerv.... cbtfstturf en braa* sich zu» rflrcke n SßotWj »igunz tm — r»v»|*VV V VV�VVV*»,»*/v*v»7V|•»-»7' V iT{~>~T Nimm selbst annehmen und natürlich auch deren Lohne •J'rv...'iii/uj kü"* 1 VW)♦ V**». vrx-v---—/-------------- ttlflaniTOJwfttimncn, Diese Meister stehen zumeist mit mehreren wcrStlS ,en in Verbindung, von denen ste Arbeit zur Fertigstellung nd �llaM nnrfangcn, mithin müssen ihre Arbeiter auch für verschiedene _ rJ"% Abäste thätig sein und es muß also doch jeden, der begreifen «Ul, einleuchten, daß ein einzelnes Geschäft, wie das, dem ich aagebörte, gar nicht in der Lage ist, die Löhne der Arbeiter zu �«bessern Nun könnten freilich den Meiüern höhere Preise rizchlt werden; aber dann hätten wir immer noch nicht die Garantie, daß den Arbeitern auch wirklich das Mehr zu Gute touie. Andcrerseiis ist ein einzelnes Geschäft auch gar nicht in der ?.%, eine merkliche Erhöhung der Preise zu veranlassen: das Mnte nur durch die Gesammtheit der Geschäfte in der Manche geschehen und ich habe seiner Zeit meine volle Zu- Jwnmng zu einer geeigneten Erhöhung gegeben, unter der Mraussctzung, daß auch die anderen Firmen in gleicher Weise bereit erklären würden. Eine einzelne Firma kann keine be- Menswerthe Erhöhung eintreten lassen; würde ste das thun, »wäre ihr Ruin destegell und dann hätten die Gegner unserer Jwmung die beste Gelegenheit, an dem Zusammenbruch eines *-----"*'.t--- cn..i. rr------ {T�UUUilU Wlv Vv|*v v>i*vuviiv(vi»� v»»» v v»f � i.......— jgkt Geschäfts die Unmöglichkeit einer Verbesserung der Lage Urbeiter zu demonstriren. .Angell. Bachler: Ich möchte bei dieser Gelegenheit roch Mus aufmerksam machen, daß.Herr Singerl die Schleuderpreise �Deutschland eingeführt hat, well er die billigen Waaren � England(jportut. . Abgeordneter Singer: Gerade das Gegentheil kann A M jeder Zeit beweisen. Unsere Firma hat zahlreiche Auf- aus England zurückgewiesen, weil wir zu vcn Schleuder- "tersen nicht arbeiten wollten. ,, Vorfitzender: Das Mitglied der Firma, Herr Rosen- Ml, M. nach den Auslagen des Zeugen Maaß und «Jen Ehefrau, als dieselben höhere Preise verlangten, Mgt haben:„Lassen Sic doch die Mädels auf den «lrich gehen! War Ihnen das Verhalten des Herrn Rosenthal oelannt und haben Sie denselben deswegen zur Rede gestellt. l. Abgeordneter Singer: Nachdem ich davon Kcnntniß er- teure.«est, habe ich allerdings mit dem Herrn Rücksprache genommen. m».u?, Melde hat mir freilich die Aeußcrung in einem ganz anderen t Vlatte« cinne dargestellt. Es kann aber kein Zweifel obwalten, daß ' gemei» diese Aeußcrung auch in abgeschwächter Weise stch als eine «de die® duahg�z robc und unpassende Redensart qualifizirt, welche ich st ms U* Unter keinen Umständen billigen kann. In diesem Sinne habe t-f, wwj ,(1) mich auch zu Herrn Rosenthal geäußert. igen häl» Vorsttzendcr: Sind Sie nicht durch die Aeußerungen des i er nun»»«etrn Rosenthal veranlaßt worden. aus dem Geschäft zu schei- et, Swl«en?— Abg. Singer: Das läßt sich nicht so leicht bewerk- rigen Li» Miigen, denn es liegen in solchen Geschäftsverbindungen immer : nicht t kontraktliche Verhältnisse vor, welche nicht so kurzer Hand gelöst wird m werden können. wurde. � Es folgt nun die Verlesung der Zeugenaussagen, wie ste dadurch% dem Schöffengericht abgegeben wurden. Aus denselben zu arbei« ucht hervor, daß die Firma Gebr. Singer keineswegs Vollsd—-' die Stbg.-Zt» oraufgegZ sollte, v )pp als für sä Mark, 1 Tag Des Pro» otochen, n Aus» Segen V FrcunlJ e'rfli�I daß W ch gcwor� der 0% "S�1 uaucht Z rstclluiis/ Hm.'St l'-sÜh Uenog gssaal der tung N stenogr m, so zu« llcgiuw isausns Ä Adrigere Löhne zahlte, wie andere derselben Branche. 5 einzelne dachen wurden höhere, für andere geringere Li Wr drche ganz dte gleichen Preise in Ansatz gebracht, C vt anderen Geschäften. Herr Bachler bleibt auf Befragen �-Vorsitzenden trotzalledem bei seiner Behauptung, daß die e>tna Gebr. Singer niedrigere Löhne gezahlt habe. Bezüglich c im Zeit der Mäntelnäherinnen-Biwegung mit Hilfe des iv!fCn Ainger errichteten Arbeitsstuben wird festgestellt, daß in Werkstuben höhere Löhne gezahlt wurden, als wie bei " Meistern, was der Votfiyende ausdrücklich betvorhebt. in. hierauf erhielt der Vertheidiger des Angeklagten Topp, �MSanwalt Hoffmann dos Wort: Die Nachsicht welche Herr in �seinen Gegnern schulde, habe derselbeHerrnDopp gegenüber bm-n? Stadtvertretung nicht geübt. Dopp habe stch durch die wehenden Aeußerungen beleidigt gefühlt und in der Er- fraglichen Ausdrücke in seiner Entgegnung gebraucht. SV» i>M0ct habe keinenfalls ein Recht gehabt, dem Henn der in seinem Stadtviertel so bekannt sei, deratti�c Vor« machen- Anderer sells konnte stch Herr Dopp auch für %/!' berechtigt zu einer derartigen Entgegnung halten, weil sU'.y. Singer ein Mann sei, der die ganze Bourgcoifie als Mubcr des Kapitals hinstelle und sogar die Depesche an den »«deuten der Vereinigten Staaten, welche die Begnadigung Anarchisten verlangte, mit unterzeichnet habe. Cr müsse die /rrersvrechung seines Klienten beantragen. Rechtsanwalt Freudenthal pläditt als Rechtsbeistand Settn Singer für Bestrafung des Herrn Dopp. Bezüglich i,!? Vorwurfs, daß Einger die deregte Depesche unterzeichnet j Jjoe, muffe er darauf hinwcism, daß auch der Ministerpräfident lmil m' Herr Crispi, feinen Stamcn dazu hergegeben habe und Graf Mottle bade stch mißbilligend über das Unheil ge« Ifcw' Der ganze Artikel der„Staatsbürger- Zeitung" sei auf nKwü?®M0er zugeschnitten, dessen Person in ehrenrührigster 'fgUly m den Schmutz gezogen wurde. Die ganze Beweis- Nktt V h"� nicht das Geringste für die Behauptungen der An- '«T.« n ergeben, und deshalb müsse er um Verwerfung der rufung bitten. i* Angellagter Dopp: Ich will noch einmal betonen, daß x?,.?krrn Singer nicht beleidigen wollte. Wir haben, obgleich » Gegner, ganz kollegralisch mit einander verkehrt und o.,. mrz vor dieser Affäre stellte mich der Herr Singer seinen im Reichstag vor. hf., Angeklagter Bachler will zur Veröffentlichung des Ar« L!" vollständig berechtigt gewesen sein. Die Zeitung habe siet? Psticht, fittlich zu wirken und Unwahrheiten bloszu- was er auch nur durch den Aufsatz gethan habe. Abgeordneter Singer: Herr Dopp will nicht die Absicht : er. mnet »yitunuiu-ufi jut � menig für solche Reformm thälig war. Ware er ein schieb �.��eiterfteund, so hätte er nicht gegen die Gewerbe« Bonn mie wir diese wünschen. Front gemacht. Herr 0ew«kb«,-»war weiter zu seinen Ausführungen berechtlgt vi som, und er leitet diese Berechtigung davon ab, daß 0eitfu! Manne, der wie ich auf dem Kongresse in St. Gallen nickte;«�ts Ersprießliches erwarten könne. Daß dort aber hätte?Mk°Mmen ist. was das Licht der Orffentlichkett zu scheuen Hinsich. �e nachgerade überall bekannt sein und es ist mir in ieder I Meinen �begreiflich, weshalb gerade der angezogene Umstand I tXl»" Ä Ä S im 5>errn Dopp, iagi, w»*•>~ cn w gezogen und dre Rede dem Saale AÄJ ves Herrn RechtS- anwA Hoffmann hat mich auch heute wieder angemuthet, wie ein Leitartikel der„Kreuzzettung". Man wirft uns kurzer Hand mrt den Anarchisten in einen Topf, obwohl man sicher die weite Kluft kennt, die uns von dieser Partei scheidet. Was Henn Bachler anbetrifft, so ist wohl noch niemals der angetretene Wahrheitsbeweis so in das Gegentheil umgeschlagen, wie in diesein Falle. Auch nicht ein Wort ist erwiesen worden. Daß ich einer Arbeiterin, welche mir ihre Roth klagte, eine Unter- stützung gab, wird ausgebeutet um daraus zu kon« sttuiren, daß ich das Geld nur gegeben hätte, um mir das Schweigen dieser Person zu erkaufen. Aus der Hilfe die ich spende, sucht man Kapital gegen mich zu schlagen. Das Erkenntniß des Vorderrickters hat in einer Beziehung auf mich einen eigentbümlichen Eindruck gemacht. Als dem juristischen Gewissen des Richters durch die Ver« urthcilung genügt war, beschäftigt stch das Urtheil mit geschäst- lichen Dingen, die mit der Klage gar nichts zu thun hatten. Er erklärt zunächst, daß die Ardeiterinnen der Arbcitsstube 12 Mark verdient hätten, während doch nach dm Zeugenaus» sagm dieser Verdienst 12—15 M. betrug. Und dieser Lohn wird dann als Hungerlohn bezeichnet. Das könnte so gedeutet werden, als ob ich diesen Lohn für ausreichend erachte, was durchaus nicht der Fall ist. Thatsache ist aber leider, daß ein solcher Lohn noch lange nicht überall erreicht wird und es ist immerhin von Belang, daß mithin durch das Urtheil eines königlich preußischen Gc- richtshofes konstatirt worden ist, daß die Arbeiter vielfach nur Hungerlöhne empfangen. Ich hätte mit Leichtigkeit eine ganze Reihe von Zeugen zur Stelle laden lassen können, welche be« kündet hätten, wie wenig die gegen mich geschleuderten An« schuldigungen begründet stnd. Allein die von dem Verklagten zitirtm Zeugm, welche Beweise gegen mich bringen sollten, babm so zu meinen Gunsten aussagen müssen, daß ich voll- ständig auf weitere Zeugen verzichtm kann. Mit der unanständigen Redensart des Herrn Rosenthal hat man gegen mich bei jeder Gelegenheit Sturm gelaufen, und man hat nicht etwa die Schlechtigkeit dieses Mannes hervorgehoben, son- dem mir dessen Worte zur Last gelegt, obgleich ich nicht im geringstm dafür verantwortlich gemacht werden konnte. Man bat von mir verlangt, ich solle höhere Löhne zahlen, als andere Firmen: ich möchte doch mal den Herrn Bachler fragen, od dmn die Setzer der„Staatsbürger« Zeitung" besser de« zahlt werden, wie die Setzer anderer Druckereien?! In Wirklichkeit handelte es stch bei den Angriffen gegen mich auch um ganz andere Dinge, man wollte die Sache in das Fahrwaffer der Politik leiten, um mich bei meinen Gefinnungs- genoffen unmöglich zu machen. Das wird aber nicht gelingen unv die Verleumdungen werden auf deren Urheber zurückfallen. Die Angeklagten, namentlich der Herr Bachler haben sich in schwerer Weise gegen meine Ehre vergangen und diese Be« lcidigungen müssen gesühnt werden. Ich lege meine Ehre in die Hände des Gerichtshofes. Nach längerer Berathung verkündet der Vorsitzende des Gerichtshofes, Landtagsabgeordnetcr Andrae, folgendes Urtheil: Der Angellagte Dopp habe den Abgeordneten Singer zweifei- los schwer beleidigt; es frage sich nur, ob Umstände vorhanden seien, welche die Beleidigung in milderem Lichte erscheinen lassen. Der Gerichtshof sei der Meinung, daß Herr Singer den Angeklagten Dopp durch seine Rede äußerst gereizt und de« lcidigt habe. Auf die vorangegangene Beleidigung habe Dopp erwidert; derselbe sei daher zwar der Beleivigung schuldig, aber nach Lage der Sache straffrei. Bei Bachler hingegen mußte anerkannt werden, daß dessen Behauptungen durch nichts de- wiesen wurden. Der Artikel in der„Staatsbürger- Zeitung" enthalte schwere Beleidigungen des Herrn Singer und es sei deshalb dahin erkannt worden, daß der Angeklagte Dopp frei- zusprechen, bei dem Angeklagten Bachler aber die Berufung zu verwerfen und demselben auch die Kosten des Prozesses für, seinen Theil zur Last zu legen. Vor der dritten Lerienstrnfkaunner de« Landgericht« I hatte stch gestern der Nachlomme und Träger eines derühmten Namens wegen Urkundenfälschung zu verantworten. Der ehemalige Regierungs> Baumeister Carl von Seidlitz war der Wechselfälschung beschuldigt. Er war geständig, fünf Wechsel, in Gesammthöhc von 7200 Mark, mit dem Namen seines Bruders, des Freiherrn Richard v. S., als Akzeptant ver« sehen zu haben. Aber es waren Gründe trauriger Art, die er zu seiner Entschuldigung ansührte. Im Jabre 1857 habe sein ätterer B uder seinen Namen in gier eher Weise gemißbraucht, wie ihm jetzt zur Last gelegt werde. Ihm, dem Angeklagten, sei damals ein Wechsel über 300 Thaler präsentirt worden, den sein Bruder gefälscht habe. Er habe ihm verziehen und nicht nur mündliche, sondern auch schriftliche Anerkennung seiner Schuld und seiner unverbrüchlichen Dankbarkeit in Händen ge« habt. Damals habe er von seinem Bruder die Erlaubnis er- halten, im Falle der Noth mit seiner Unterschrift ver« sehenen Wechsel auf ihn zu ziehen und als dieser Zustand eingetteten war, weil ihm ein Guthaben an die serbische Regie- rung in Höhe von 6000 M. beanstandet wurde, da habe er um so wenigerlAnstand genommen, sich des Versprechens seines Bruders zu erinnern, als dieser inzwischen Majoratsherrund ein reicher Mann geworden, er selbst aber durch unlautere Mittel enterbt worden war. Der Beweis für diese Angaben des Angeklagten war um so schwerer zu erbringen, als dessen Bruder vor etwa drei Monaten verstorben ist und im Vorverfahren seine Aussage ver- weigert hat. In den angestrengten Wechselprozessen hat der- selbe nur eidlich bestritten, daß die Akzepte von seiner Hand herrühren oder mit seiner Bewilligung geschrieben find. Auch die erwähnten Schriftstücke seines Bruders befinden sich nicht mehr in seinen Händen, ein Agent deffelbm, der vor Jahren dem Angeklagten im Auftrage seines Bruders eine erhebliche Gelduntcrstüyung zu überbringen hatte, sollte Papiere an sich genommen haben. Da dies auch von einer Tochter des An- geklagten bestätigt wurde, so konnte der Gerichtshof die vom Vertheidiger, Rechtsanwalt Silderstein, gestellten Beweis- anträge, worunter sich auch der auf Ladung des erwähnten Agentmbefand, nicht ablehnen, sondern vertagte die Verhandlung. Uerewe und Versammlungen. Der Fachverei» der Kohrleger hielt am Sonntag, den 9. b. Mts., seine regelmäßige Vereinsversammlung in Feuer« stein's Tunnel, Alte Jakodstr. 75, ab, mit der Tagesordnung: 1 Wahl eines ersten Schriftführers. 2. Billetausgade zum Wintervergnügen. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Der Vor« sitzende theilt der Versammlung den Todesfall des treuen und eifrigen Vereinsmitgliedes Hermann Knick mit, welcher durch Sturz von der Leiter seinen frühen Tod fand. Das Andenken an den Vestorbcnen wurde durch Erheben von den Vläven acekrt. Sodann wurde die Wohl vorgenommen und Kollege Breithol, einstimmig zum ersten Schrift« führer gewählt. Nachdem der zweite Punkt ebenfalls erledigt war, erlaubte sich der Vorsitzende auf den Fall des verstorbenen Kollegen Knick, welcher am 3. September 1888 auf dem Bau Potsdamcrstr. 64 infolge seines Berufs ver- unglückte, aufmerksam zu machen und den Mitaliedern klar zu legen, inwiefem sich dieselben vom heurigen Unternehmerthum zeuge, schlechte Leitern und schlechtfaffende Rohrzangen, wie sie allgemein üblich find, zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. Der Fabrikant berufe sich größtentherls darauf, daß mrt dem schlechten Werkzeug schon so und so lange gearbertet worden sei und wenn der betreffende Arbeiter es nicht verstände, so wäre voller Ersatz für ihn vorhanden. Solche Aeußerungen könnte sich der Arbeit- aebcr den Rohrlegern gegenüber heute erlauben, weil selbige größtentheils der bestehenden Organisation fem stehen. Ferner führte Redner an. daß namentlich Frchvereinsmttglleder ver» pflichtet wären, Schundarbeit, welche der gesetzlichm Vorschrift zuwider laufen, sofort dem Vorstände zu melden, damit die Arbeitgeber endlieh gewahr werden, daß sie mit denken» den Arbeitern zu rechnen haben. Nachdem sich Kollege Müller in demselben Sinne geäußert und Kollege Glave meinte, daß die bestehende Kommission dm obigen Unglücksfall genau zu untersuchen hätte, brachte Kollege Poinsky der Versammlung die überraschende Nachricht, daß er und sein bejahrter Helfer, an welche die Firma Weiß und Boll» rath die Anforderung gestellt, ein 3zölliges schmiedeeisernes Rohr vom Dach aus durch den Schornstein ohne jedes Gerüst oder sonstige Vorkehrungen zu legen, weil sie sich geweigert hätten, die Arbeit auszuführen, unter hier nicht wiederzugebenden Aeuße- rungen entlaffen worden seien. Nachdem noch einige Vereins« fachen erledigt waren, wurde die Versammlung geschlossen. Eine öffentliche Uerlammlung der Male» Kerlin» tagte am Freitag, den 31. August, unter Vorsitz der Herren H. Wentker, W. Specht und G. Link in Matthies Restaurant, Andreasstr. 26. Tagesordnung: Wie stellen stch die Maler u. s. w. zur Gründung einer Filiale der Vereinigung der deutschen Maler, Lackirer, Anstreicher und verw. Berufsgenoffm für den Osten und Nordosten Berlins? Hierzu erhielt Herr W. Schweitzer das Wort. Derselbe führte ungefähr folgendes aus: Wie noth- wendig es sei, sich zu organifiten, müsse wohl ein Jeder ein- sehen, da der einzelne Arbeiter gar nicht im Stande sei, gegen die heutigen Verhältnisse anzukämpfen und sich günstigere Ar- bettsbedingungen zu verschaffen. Die Organisation könne Besse» rung herbeiführen. Darum müssen sich auch die Maler zu» sammenschaaren und Mann für Mann der Organisatinn stch an- zuschließen, um die Krebsschäden in dem Gewerbe zu beseitigen. Sagt doch der edle, so früh dahingeschiedene Dr. Johann Jacoby in einer seiner Schriften: Die Bildung des kleinsten Ar» beitervereins ist für die Kultur von größerer Bedeutung als eine gewonnene Schlacht. Redner zieht hierauf eine Parallele zwischen den amerikanischen und russischen Arbcitem; während dieameri» konische Arbeiterschaft großartige Erfolge aufzuweisen hat und stch geistig immer mehr entwickelt, steht die russische Arbeiter- schaft noch in der antiken Sklaverei und hat das Interesse für ihre geistige Entwickelung noch aarnicht erfaßt; das beweise auch die Lebensweise der beiden Völker. Redner schließt diesen Theil seiner Ausführungen mit den Worten: Was der ameri- kanische Arbeiter fertig gebracht, müssen auch wir im rieben Deutschland fertig bringen, denn auch in Amerika find es doch unsere deutschen Landsleute in erster Linie, welche mit gekämpft und mit gerungen haben für die große herrliche Arbeitersacke und für die Gewerkschaftsbewegung. Und speziell Berkin müsse vanack streben, immer geschlossener zu kämpfen; sowie die Ber« ltner Arbeiter für Deutschland die Elitetruppe bilden, müsse auch die Berliner Malergehilfenschaft in der Gewerkschaftsbewegung die Elitetruppe bilden. Redner legt hierauf noch in beredten Worten die Vortheile der Organisation der Malersckaft dar und beleuchtet die einzelnen Punkte: erstrick müsse jeder Malergehflfe die Akkord- und Ueberstundenarbeit mit allen Mitteln bekämpfen, denn durch diese wird man zum Lohndrücker und hilft mit dazu, daß soviel Kollegen auf die Landstraße geworfen werden und dem Vagabundenthum anheimfallen. Dann macht er auf folgende Puntte, wie Wanderunterstützung. Rechtsschutz, unentgeltlich« Arbeitsnachweis und unentgeltliches Erscheinen des Vereins- organs, aufmerksam. Die Versammlung zollte seinen Ausküh» rungen lebhasten Beifall. In der Diskussion meint Herr Minlll y, daß dieselbe wohl überflüssig sei, da Kollege Schweitz« bereits alles ausführlich erläutert habe und Neues nicht mehr zu er- wähnen sei. Es gelangt folgende Resolution zur Annahme: „Die beute im Andreasgarten tagende öffentliche Versammlung der Maler Berlins erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten voll und ganz einverstanden. Sie erkennt die hohen und guten Ziele der Vereinigung an und deschließt, im Osten eine Filiale gründen zu wollen und mit all« Kraft dafür zu agitiren." D« zweite Punkt der Tagesordnung,„Vorstands- wähl", ergab folgendes Resuttat: Theodor Ewert,«st« Benoll« mäcktiater; Otto Adolph, zweiter Bevollmächtigt«, und Otto Sckleifke III, Hanau und Hirschberg, Beisitzer. In seinem Schlußwort bemerkte He« Schweitzer noch, die Filiale Ost habe zu ihrem Gründungstage einen denkwürdigen Tag gewählt und er hoffe, daß dieselbe sich dem würdig zeigen werde, denn heute fei der Todestag Ferdinand Lassalle's, des leid« zu ftüh dahin- geschiedenen Arbeiteragitators. Da weiter nichts vorlag, schloß d« Vorsitzende die Versammlung mit einem dreimaligen Hoch auf das Gederben der neuen Filiale für den Osten Berlins. De» UnterstLtzungvbund der Hausdiener Kertiu» hielt am 4. September seine letzte diesjährige Mitglied«-Va» fammlung ab. Zu Punkt 1 theilte der Vorsitzende mit, daß einige Untcrstützunasgesuche bewilligt worden sind, und daß das Stiftungsfest des Bundes am 22. September in den Fesrsälen des Vereins jung« Kaufleute, Beuthstr. 20, stattfindet. Mit« glieder-Billets find unentgeltlich bis Sonntag, den 9. September, rm Bureau des Bundes, Jüdenhof 7, gegen Vorzeigung d« Mitgliedskarte zu haben; nachher stellt sich der Preis für Henen auf 75 P.., für Damen auf 50 Pf. Ferner ging von den neu» ernannten außerordentlichen Mitglied«» ein Ausnahmegeld von 50 M. ein. Es wurde nun ein eingegangenes Schreiben von Dr. Natan, Alvenslebenstr. 2, verlesen, worin dnselde den Mit- gliedem des Bundes eine Honoraretmäßigung gewährt. Zu Punkt 2 kielt der Vorsitzende einen längeren Vortrag üb« „Unsere Erfolge", in welchem derselbe auf die öffentliche V«» fammlung der Hausdiener Berlins, welche am 16. August im Louisenstädtischen Konzerthaus stattfand, zu sprechen kam, in welcher Ansammlung die Stellungnahme zu d« Alters- und Invalidenversicherung der Arbeiter besprochen wurde Dort hat ein Kollege, der unter den Hausdienern eine hervor- ragende Stellung einnehmen will, sich nickt geschämt, die Be» merkung fallen zu lassen, daß die Hausdiener diesem Gesetz» mtwurf gegenüber doch nichts erreichen würden, und es wäre zwecklos, damit die Zeit zu verdringen. Der Vorsitzende kriti- firte nun diese Aeußeruna in sehr scharfen Worten und dedauerte am meisten, daß solche Aeußcrung ein Kollege gethan, welch« selbst an der Spitze einer Vereinigung steht und statt die jetzt schon schlafenden Kollegen aufzurütteln, es versucht, sie noch mehr einzulullen. Bedauerlich wäre schon ohnehin, daß von 32 000 Hausdien«n nur wenige hunderte überhaupt ein« Ver- einigung angehören. Redner forderte daher die Kollegen, sämmtliche Hausdiener Berlins, auf, sich doch den in Berlin bestehenden Vereinigungen anzuschließen, denn nur so wäre es möglich, zum Ziele zu gelangen. Um ab« die Aeußcrung jenes Kollegen zu Schanden zu machen. führte er die Erfolge des Bundes an, welcher heute eine Mitgliederzahl von weit üb« 400 Personen aufweist und ein Unterstützungsvermögen von mehreren Tausend Mark besitzt. Die Lebenskraft des Bundes geht auch aus dem Resultate hervor, daß dieiEinnahme 3557 Tl., die Ausgabe 1697 M. betrug. An Unterstützungen wurden gezahlt 704 M. Die Einnahmen von Festlichkeiten betrugen 1267 M. Dem Stellennachweis wurden 450 offene Stellen gemeldet, wovon 380 besetzt werden konnten, und es war mög« lich, die Löhne um 35 pCt. zu verbessern. 35 Kollegen wurden aufgenommen. Vereinigung der Drechsler Dentschiand». Die Orts- Verwaltung„Bnlin lll" für den Ost« und Norddezirk Beilins kielt am Sonntag, den g.Septemb«, in Säger's Lokal, Grün« Weg 29, eine gut besuchte Versammlung ab.„Der Kampf um die bevorzugte Stellung", als Fortsetzung d« Vorträge über„die Arbeiterfrage, ihre Bedeutung für Gegen- wart und Zukunft" von Prost Fr. Albert Lange, gelangte in dies« Versammlung zur Erörterung. Sodann referirte der Vorsitzende über den Streik der Drechsler inHam« b u r g; wir heben daraus folgendes hnvor: Seit dem Spät- h«bst des Jahres 1887 find d«eits die Hamburg« Drechsler. gesellen mtt d« dortigen Innung d« Drechsl« in L«havd fünften eingetreten, welche bezwecken sollten, die Besserung der Lohn« und Arbeits oerkälwisse auf dem Wege der gütlichen Bereinbamng zu erreichen. Doch wie dies leider in dm meisten Fällen ist, so wurde auch dort durch die Verhandlungm mit der Innung nichts erreicht, dieselbe erklärte wohl die Forde» rungen der Gesellen für gerecht, doch dieselben einzuführen s« unmöglich(ada!). Dieser Doppelzüngigkeit wurde sodann noch der Jnnungsgesellen- Ausschuß als besonderes Dessert zugegeben; dm mögen die Gesellen erst wählen, dann könnte man ja vielleicht die Verhandlungen zum Ziele führen. Nun, aus der Wahl des Gesellenausschusses wurde nichts; dieselbe scheiterte an der Ein» müthigkeit der Hamburger Kollegen. Damit hatten die Meister rrreichr. was sie wolltm, und im stolzen Bewußtsein ihrer „Humanität" hieß es einfach, ihr Gesellm wollt nicht, also wollen auch wir nicht. Seitens der Gesellen wurde nun am 31. Juli d. I. sämmtlichen Arbeitgebern die nachfolgmde Forderung zugestellt, mit der Anmerkung, daß eine Rückantwort bis zum 1. September erwünscht ist. 1. Die Arbeitszeit de» trägtg; Stunden. 2. der Minimallohn pro Stunde ist 3SPf. 3. Bei Akkordarbeit wird dieser Lohn garantirt. 4. sonntags- arbeit und Nachtarbeit wird mit 50 pCt.. Uedcrfeicrabendardeit mit 25 pCt. Ausschlag vergütet.(Als Nachtarbeit gilt die Zeit 9 Uhr Abends bis 6 Uhr Morgens) u. f. w. Nachdem von sodann am 13. August eine öffentliche Versammlung hierzu Stellung genommen(dieselbe war auch von Arbeitgebern de» sucht), erfolgte in der am 3. September abgehaltenen Versammlung die Proklamirung des Streiks in allen dm Werk» srättm, wo die Forderung nicht bewilligt wordm. Nach Darlegung dieses Sachverhalts erörterte Kollege Eündermann noch die Stellung der Hamburger Drechsler- innung zu diesem Streik, wie solche in der September- ausgäbe der„Jnnungsverbands-Zeitung"(Leip ig) klargelegt ist. Ter Redner bezeichnete in seinen weiteren Ausfühmngm hierzu diese Stellung der Innung als ein weiteres Zeichen, einen Be» weis dafür, daß selbst die Innung es nicht verschmähe, mit ihrem Todfeinde(der kopitalinischen Produktionsweise) Hand in Hand zu gehen, wenn es gilt, die durchaus berechtigten Be- strrdungen der Gesellenschaft zu bekämpfen, Bestrebungen zu nichte zu machen, die doch einzig und allein in ihrer allge» meinen Durchführung die Lage der ganzm Gewerkschaft heben, zum Vortheile sowohl der Gesellen wie der Jnnungs- meist«.— Mit einem Appell an die Berlin« Gewnks- kollegm, die streikenden Hamburger Drechsler thatlräftig zu untnstützen, jeden Zuzug fernzuhalten, schloß der Redner, darauf hinweisend, daß ein Sieg der dortigen Kollegen für uns von maßgebender Bedeutung ist und gleichsam als ein Erfolg zu betrachten sei für das junge Einigungswerk: die„Vereini- gunft der Drechsler Deutschlands". Die Versammlung stimmte shne jede weitere Diskussion den Ausfühmngm des Referenten bei. Beschloffen wurde unter„Verschiedmes" noch, am Sonn» abend, den 27. Oktober, ein geselliges Vergnügen zu v«an» stalten. Fern« wurde einem Beschluß des Vorstandes, betr. die Ausschließung eines Vorstandsmitgliedes wegen Lässigkeit im Amte, die nachgesuchte Zustimmung ertheilt. Die nächste Ver- sammlung der Ortsoerwaltung„Berlin III" findet am Sonn» tag, den 23. September, Grüner Weg 29, statt. Eine öffentliche K stenmacher-Uersammluug tagte am Sonnabmd, den 8. September in Deigmütler's Saal. Die Versammlung war gut besucht. Auf der Tagesordnung stand die Alters» und Jnvalidenoerficherung der Arbeit«. Das Referat hatte He« Kaufmann Auerbach übernommen. Zum Norfiyenden wurde He« G. Leichnitz gewählt. Der Ref«mt erläuterte und kritlstrte unt« stürmischem Beifall die bauptsäch» lichen Bestimmungen des Gesetzentwurfs. Folgende Resolution wurde sodann einstimmig angenommen:„Die heute im Lokal des Herrn Deizmüll«, Alle Jakobfir. 48», tagende öffentliche K strnmach«' Versammlung«klärt fich hiermit, in Erwägung, daß die geplante Alters» und Jnoalidenversorgung durchaus nicht danach angethan ist, auch nur ein wenig zur Aufbefferung d« Lage d« arbeitenden Klaffen beizutragen, fern« in Er» wägung, daß dieselbe durchaus nichts weiter ist, als eine V«> änderng d« Armenpflege, entschieden gegen diesen Gesetzentwurf. Die Versammlung erblickt ferner in d« E-nführnng des Quittungsbuches eine indirekte Ein» führuna des obligatorischen Arbeitsbuches und protestirt aufs Entschiedenste dagegen. Sodann ist die Versammlung der Anficht, daß die Ursachen des sozialen Elends in dem kapita» Wlischen Pioduktionssystem zu suchen find und nur auf dem Wege d« Arbeiterschutzgesctzgebung. wie fie zur Zeit von den �rbeiterv«tiet«n vorgeschlagen, gelindert werden können."— In der darauf folgenden Diskusfion nahmen die He«en E. Tschemig und F. Zubell das Wort; der«stere sprach fich dahin aus, daß die Kistenmacher bei dem heutigen Arbeitssystcm nicht einmal eine 50jährige Lebensdauer hätten, viel weniger «st gar 70 Jahre alt würden. Das Quittungsbuch mache die ganze Alters- und Jnoalidenversorgung unannehmbar. Damit schloß die Ansammlung. vi«» allgemein» Kuchdruckerversammlnaa tagte am Sonntag im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. Nach Konst tuirung des Burecus echiett He« Besteck das Wort zum ersten Punkt der Tagesordnung: Bericht über die Lage und über die von den Prinzipalen beantragte Revifion des Tarifs. Nachdem d« Redner ein klares Bild entworfen, wie der Tarif zu Stande gekommen, und der Ablehnung des- seiden seitens d« Prinzipale in Rheinland gedacht hatte, wendet er fich zu den von den Prinzipalen in Vorschlag gebrachten Ab» önderungen und unterzieht jeden der einzelnen Paragraphen ein« Besprechung und scharfen Kritik. Das ganze wäre keine Tarifrevifion, sondern nur eine Tarifreduttion. Wie auch ein großer Thell der Prinzipale üb« die Revision dächte, gehe daraus h«vor, daß von den 1099 Firmen, welche den Tarif bezahlen, nur 685 gestimmt und von diesen roch 187 dagegen gestimmt hätten; 4l4 Firmen hätten fich selbst trotz der dreimaligen brieflichen Aufforderung nicht gc» äußnt. Hinauf bespricht Referent die Tarifaenossen'ckaflsvor» tage, krltiflrt fie in äußerst scharfer und treffender Weise und kennzeichnet dieselbe als weller nichts, als eine modifizirte In» nungsvorlage, und als geeignet, die feste Organisation der Ge- hllfensckaft zu sprengen. Versprechungen hätten die Prinzipale immer bei der Hand, ab« das müsse endlich aufhören, man müsse bei ihnen auch den festen Willen sehen, daß es ihnen Ernst ist mtt der Bekämpfung d« Schmutzkonkurrenz. Hi«an nnschließend giedt der Redn« eine kleine Statistik zur Illustration des Lebrlingswesens in Berlin. So seien gegen 2t9 Betriebe im Vorjahre, jeyt 334 Betriede, die im ganzen 3191 Gehilfen und 1006 Lehrlinge beschäftigten. Von diesen 334 Betrieben seien: 137 Betriebe, die den Tarif bezahlen mit 2265 Geh., 573 Lehrt. 25„„ Tarif theilweise bezahlen 464„ 129„ 172„„ Tarif nicht bezahlen mit 462„ 394„ Es sei das allerdings eine, wenn auch kleine Besserung, da fich im Laufe des Jahres die Zahl der Gehilfen um 90, die Zahl der Lehrlinge nur um 29 vermehrt hätte. Zum Schluß verliest Referent unt« allgemeinem Staunen eine Reibe von Fr.men, die 2 bis 4 Mal soviel Lehrlinge als Gehilfen oeschäf- tigen. An der nun folgenden Diskusfion bethelligten fich die He«en Dolinski, Burckhardt, Beyer und Arndts(Stuttgart), und ergänzten die Ausfühmngen des Referenten noch in einzelnen Punkten. Hierauf wurde folgende Resolution einstimmig an» genommen:«Die heut im Louisenstädtischen Konzerlhaus tagende allgemeine Äuchdruckerversammlunz deschließt 1. In Anbetracht, daß d« 1886 zwischen Prinzipalen und Gehilfen v«einbarte Tarif durchaus nicht den berechtigten Forderungen entsprach, 2. in Anbetracht, daß seit dies« Zeit fich die Leden.sv«hältniffe zu unseren Ungunsten noch verschlechtert haben, den Einigungs- mann für B«lin-Brandenburg zu beauftragen, gegen jede Aenderung zu stimmen, welche eine Verminderung des Arbeits» Verdienstes in sich schließt, fem« fich gegen die Bildung einer Tarifgenoffcnschaft auf d« vorgeschlagenen Grundlage ablehnend zu v« halten, da dieselbe nur geeianet ist, die feste und segens reich wirkende Organisation der Gehilfen lahm zu legen. Zu Punkt 2 d« Tagesordnung, betreffend die Weit«- Unterstützung der 1888 87 Gemaßregeltcn, erklärt Hen Bey«, daß ein Antrag der Kommission vorliege, die bisher gezahlte Unterstützung von 3,50 M. resp. 7 M. auch weit« zu zahlen; dies« Antrag wird angenommen, ebenso der des Herrn Holt hausen auf Bezahlung von 390 M. aus d« Tarifkaffe, d« Vergleichssumme, welche die Kollegen im Prozesse gegen Büxen stein zu zahlen baden. Puntt 3 der Tagesordnung„Ergän »ungswahl zur Tarif. Uederwachungskommisston" wird durch Wahl des Henn Henfurth erledigt. Ein Anttag des H«rn Beyer auf Erhöhung d« Mitgliederzahl der Kommisston von 7 auf 9 wurde nach kurz« Diskusfion abgelehnt. Hi«auf wurden zwei Revifionskommisfionsmitglieder gewäbll. Zu Punkt 5, „Verschiedenes", lag ein Antrag vor, demnächst eine Versammlung einzuberufen mit d« Tagesordnung: Das Alters- und Invaliden- v«ssch«ungsgesetz der Arbeller. Für diesen Antrag sprechen eine ganze Reihe von Red«n, gegen denselben die Herren Arndts Stuttgart, Döblin und Wieck. Die letzteren bewiesen eine eigen thümliche Aengstlichkeit, indem fie davor warnten, fich mit ., politischen Fragen" zu beschäftigen. Seit 22 Jahren hätten sse die Politik von fich f«n gehalten und fich nur mit B«ufs- angelegenheiten beschäftigt, und man solle auch jetzt nicht davon abgeben. D« Verein würde, falls der Gesetzentwurf in ihm be- sprachen werden würde, von den betreffenden Regierunzen mit ganz anderen Lugen angesehen werden als bisher; das solle man bedenken. Dem wurde besond«s von verschiedenen H«ren kräfttgst widersprochen und betont, daß wir uns nicht in einer V«e:nsversammlung, sondern in einer allge meinen Versammlung befänden, und schließlich wurde der Antrag mll ungefähr 20 Stimmen Majorität angenommen und die Kommisfion deauftragt» in nächster Zeit eine allgemeine Buch- druckerv«sammlung einzuberufen und den Alters- und Invaliden» Gesetzentwurf auf die Tagesordnung zu stellen. Hierauf wurde die Versammlung geschlossen. A« die Mirthrr d»« Norde« Berlins. Folgender Aufruf geht uns zu: Mietber des Norden Berlins! Schon sell Mai besteht im Norden Berlins ein Verein, der bestrebt ist, die Interessen d« Mietber nach jeder tzinficht zu wahren; hierzu dedarf es aber ein« größ«en Mitgliederzahl, um den Pflichten nachzukommen, die fich d« Verein gestellt bat. Der Verein hat schon viele Versammlungen abgehalten, welche immer gut besucht waren, und jeder Redn«, der aufgetreten ist, hat seine Befriede- gung darüd« ausgedrückt, daß ein solcher V«ein ins Leben ge- rufen ist. Nun ist es aber jedes im Norden wohnenden Miethers Pflicht, dem Verein beizutreten, sein Scherflein beizusteuern, denn Einigkeit macht stark, um so den Vermiethern einen Damm entgegen zu setzen, um die Chikanen, die fie den Miethern bieten, in die Oeffentlickkett zu bringen und zu berathen, auf welche Weise eS möglich ist, eine Besserung der Miethsverhältniffe herbei zu schaffen ist. Seht Ihr Mieth« denn nicht ein, daß Ihr macht- los dasteht? Seht Ihr nicht, daß Ihr alle Tage auf dos Pflaster gesetzt werden könnt, nach dem heutigen Mietbskontratt? Habt Ihr nicht gelesen, was die Hauswstthe in Ihrer Ver- sammlung beschloffen haben? Sie wollen uns Mietber noch mehr—„zwiebeln"(fie beschweren fich schon, daß die Miether anfangen, ssch zu v«einigcn.) Der Hausbesiyerv«ein des Med- ding und der angrenzenden Bezirke hatte die Frage aufgeworfen:„Was ist ein Berliner Hauswirth V" Der Hausdefiyerverein beantwortet die Frage in seinem Bundes- organ d« Grundbesttznv«eine folgende: maßen:„Noch immer ist der Grundbesitz« das Lastthier des städtischen Gemeinwesens, der Prügeljunge der Polizeibehörde, der Hausknecht seiner Mieth«, das Opf« unlauterer Geldmänner. Von allen Seiten drohen dem legitimen Besitz Gefabren. Er bildet den Sturm- bock zwischen den gährenden Bestrebungen nach unten und oben, und darum wird er erdrückt und von den sozialen Strömen der Zukunft weggespült, wenn« nicht unter einer gemeinkamen, mächtigen Fahne sich sammelt, um den Stürmen, die ihn be« drohen, Trotz zn bieten. � Diese Sammelstelle, beißt es dann weiter, kann nur uns« V«ein sein, der unter d« Devise:„Alle für Einen, Einer für Alle!" das Wohl und Wehe des Hausbesitzers mächtig vertritt. Darum bilten wir Sie, nicht zurückzubleiben und sich uns anzuschließen im Kampfe um uns« gutes Recht und die Stetigkeit unteres Besitzes." So zu lesen im Jahre des Heils 1888. Also Mieth«, Ihr seht, daß man bestrebt ist, uns noch mehr zu unterdrücken. Darum schließet Euch dem Vnein der Miethcr des Norden Berlins an, und versäume niemand, in der Vnsammlung am Mittwoch, Abends 8 Uhr, Müllers«. 178, im„Wedding-Parl" zu«scheinen. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Rechisanwalt Freudenthal. 2. Kassen- bericht. 3. Ersatzwahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes. Zweck des Vereins ist, die Interessen d« Miethcr nach jeder Richtung hin zu vertreten. Zur Erreichung dieses Zweckes sollen insbesondere dienen: a) Erzielung möglichst günstiger Woh» nunaen, sowohl in sanitär« wie hygienisch« Beziehung. b) Strenge Befolgung der Bestimmungen des zwischen Mielher und Vnmiether abgeschlossenen Micthsvertragcs im Interesse der Mieth«. Abschaffung der zur Zeit zur Verwendung kommenden Miethsvertrags Formulare, c) Gewährung von unentgeltlichem Rechtsschutz in Streitfällen mit den Wohnungsvermiethern resp. deren Stellvertretern, sofern ein Erfolg für den Miether zu ermatten ist. d) Unterstützung durch zinsfreie Darlehen, sobald das Mitglied dem Verein sechs Monate angehört, ferner heissunverschuldeter Exmijfion. e) Bekämpfung der stetig fott» schreitenden Miethssteignungen mit allen gesetzlich erlaubten Mitteln. Errichtung eines unentgeltlichen Wohnungsnachweises. Dies find die wesentlichen Punkte, die der Verein der Zliidh« des Norden Berlins vorläufig zu«reichen bestrebt ist. Nun, Miether des Nordens Berlins, tretet dem Verein nach Taufen- den bei, denn der Einzelne ist nicht in der Lage, etwas zu schaffen, der Einzelne wird z«drückt, wie das Kom zwischen zwei Mühlsteinen. N»r Korftand der Kranken-«nd Kterbekaffe der Kerliaer Hausdiener(Eingeschriebene Hiltslaffe Nr. 61) beruft zu Mittwoch, den 12. d. M., Abends 9 Uhr, bei Jordan, Neue Grünstraße 28, eine Versammlung der Vorstände der ein» geschriebenen Hllfskaffen behufs Stellungnahme zu der von Sellen der Regierung vorgesehenen Prüfung des Hilfskaffen» gesetzes. Sämmtliche Vochände der eingeschriebenen Hllfskaffen find hinzu freundlichst eingeladen. Nrrband deutscher Iimmerteute, Lokaloerdand Bnlin Zentrum. Vnsammlung am Dienstag, den 11. September er., Abends 84 Uhr, im„Neuen Klubhause", Kommandantenstr. 72. Tagesordnung: 1. Wie v« halten ssch die Mitglied« des Lokal- v«bands Bnlin C. zu dem Normal- Arbeitstag von 10 Stunden. 2. Verschiedenes und Fragekasten. D« Wichtigkeit der Tagesocdnung wegen wnden sämmtliche Mitalied« ersucht, recht zahlreich zu«scheinen. Auch Gäste haben Zutritt. Kersammlung der Ztereiniguno der deutsche« Waler, Lackir«, Anstreicher und verw. Berufsgenoffcn, Filiale Berlin I, am Dienstag, den 11. September, Abends 84 Uhr, bei Deigmüll«, Alte Jakobstr. 43». Tagesordnung: 1. Be- rathung über die Grenzregelunz der Filialen. 2. Wahl eines Schriftiuhrers. 3. Verschiedenes. Gäste sind willkommen. NatursteUverein„Canitz". Am Mittwoch, den 12.Sep. tember, Abends 84 Uhr, bei L.itmann, Brunnenstraße 9: Vortrag- Thema: 1. Lehrkursus über die Anwendungsformen der Naturbeilkunde. Redner: M. Canitz. Vereinig««« der Drechsler Deutschland». Ottsver» waltung 11(Stockdranche). Der Vorstand ersucht sämmtliche Kollegen, welche noch im Beflye von Fragebogen find, dieselben baldmöglichst an eine d« unterzeichneten Adressen oder spätestens am Dienstag, den 18. Septemo«. in der Vnsammlung abzu» liefern. Spater erngelieferte können dann nicht mehr berück- fichttgt werden. Roller'scher Ktenographrnbund zu Kerli«. ff Hauptversammlung finde: am Dienstag, dm 11. Septemba� Abends 6% Uhr, im Restaurant Ledmann, NaunynstrcistOh» 21 statt. Tagesordnung: 1. Berathung über Agitation im nät! Wintersemester. 2. Eintheilung der Unterrichtskurse. 3. I willigung außerordentlicher Mittel hinzu. 4. Neues aus Schule. 5. Geschäftliches. Um zahlreiches Erscheinen gebeten. Große öffentliche Generalversammlung sammtlst Aimmertente Berlins und Umgegend am Sonnabend,> 15. Septcmb«, Abends 84 Uhr, im„Neuen Klubhaus", llb mandantenstr. 72. Tagesordnung: Abrechnung des Artzi Nachweises. Neuwahl d« Kommisfion. Verschiedenes. Gauvereia Berliner Bildhauer. Heute, Bibliothekabend. De« Mitglieder« de« Verein» znr Mahrung Intereffen der Klavierarbeiter und verw. Berufsa zur Nachricht, daß die Bibliothek des Vneins fich in der 91 sttaße 78 bei Winz« defindet; dieselbe ist jeden Montag. von 7—9 und Donnerstag Abend von 8—10 geöffnet. Mitglied« werden in ihrem eigenen Jat«effe dringend eis« die außenstehenden Bücher rechtzeitig abzuliesem. 9teue gliedcr werdm an jedem Bibliotbekabend aufgenommm. Große öffentliche Versammlung sömmtlst Tischler und K-rnfogenoffr« am Dienstag. 11. Septeoi Abends 8 Uhr, im Lokale„Königsbank", Gr. Frankst»' sttaße 117. Tagesordnung: 1. Der Gesetzentwurf der W Versorgung und Jnvalidenveifich«ung der Arbeiter. 2.% kusfion. Der Referent wird an den Plakatsäulen bei» gemacht. Da« diesjährige Ktlftnngsfeft des Vereins Wahrung der Jntereffm d« Klavierarbeiter und BS genossen, destehend in Konzert, Theateraufführung und fl findet Sonnabend, 15. September, im Konzertbaus Sanss» Kottdusnsttaße 4», statt. Billets für Herren 50 Pf., D» 25 Pf., find nur vorher zu haben bei den Kollegen: H. 9* Wienerstr. 25, H. 3 Tr.; G. Hahn, Lübbenerstr. 13; E. feld, Sorauerstr. 27, sowie bei sämmtlichen Vorj mitgliedem und im Arbeitsnachweis bei C. Pfister, Wal sttaße 61. Der UnterstLtznnge verein der Maurer B> hält am Dienstag, den 11. d. M., Abends 84 Ubr, in S Lokal, Jnselstraße 10, eine Versammlung ab. Tagesor 1. Bericht der Revisoren. 2. Vottrag des Herrn E. P Klarlegung des Entwurfs der Alters- und Jnvalldenoerst: 3. Diskusfion. 4. Unterstüyungsoereinsangelegenheitcn Fragekasten. Gäste, durch Mitglieder eingefühtt, haben 3 Gesang-, Tnrn- und gesellige Vereine am Dil Gesangverein„Gutenberg" Abends 84 Uhr im Rest Quandt, Sttalauerstraße 43.— Gesangverein„Alpengli M Abends 9 Uhr im Restaurant Hildebrandt, Prinzensttaße (SrfjSfer'fffcpr..ßlpfntiftnprptn hpr ffifflV SHhtmha Q TTfir' Bor! p AUteuen welche, IM$abrif M der de ■n Pu bukie z> itring Schäfer'scher„Gesangverein der Elf«". Abends 9 Uhr Man Wolf und Krüg«, Skalitzerstraße 126, Gesang.— Mätt-«eich,« aesangverein„Gattenlaube" Abends 9 Uhr im Restaurant# wblikiim Kottbusersttaße 22.- Männergesangverein„Steinrwf.. Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, Stettin«ittaße 56; to,* — Gesangverein„Harmonie" Abends 8 Uhr in Nerck� enQl! Bicrhaus, Große Franksurtcrstraße 49.— Männergesangvck' Ovaren „Echo Ii" Abends 9 Uhr im Restaurant„Zum Flügel", 1� Ehrung ringersttaße 60.— Gesangverein„Sängerhain" Abends 9-. AuS: im Rest. Kaiser Franz Grenadierpl. 7.— Gesangverein„HoMMgenden, Moabit" Abends 8> Uhr Wilsnackcrstraßc 63, im Reste'-�" Jlges.— Gesangverein„Felicitas" Abends 9 Uhr im Restw- Nebelin, Langestt. 108— Gesangverein„Liederlust" Abends 9 im Restaurant Lehmann, Naunynstr. 44.— Männergesangv« „Aecordia" Abends 9 Uhr bei Äradcmann, Marlusstr. 7- Zitherllub„Amphion" Abends 9 Uhr in Triebel's Rest Hoher Steinweg 15.—Turnverein„Froh und Frei"(Mäi abtbeilung) Abends 84 Ubr Bergstraße Nr. 57 Berliner Turngenossenschaft(V. Männerabtheilung) N 84 Uhr in der städtischen Turnhalle, Wassi sttaße Nr. 31.— Turnverein„Hasenhaide"(Mäi Abtheilung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstr. Nr. 60 61 Verein ehemaliger Schüler der 37. Gemeindeschule Abs. 9 Uht Rest. Kinner, Köpnickerstt. 63.— Verein ehemaliger Schüler 44. Gcmeindesckule Abd. 9 Uhr im Restaurant„Aldrechtsgi Wilhelmstraße 105.— Arends'scher Stenographenverein„9 bunt)" Abends 8% Uhr Brunnenstraße 129».— Are*®' Stenograpbenverein Abends 84 Uhr im Restaurant„Zum riß Kreuz", Lindenstraße 71.— Deutsch« Verein Ar«"' Stenographen Abends 84 Uhr in Randel's Restaurant, B z. 5 lö S die! rwbir �0% Su b'e Stenographen Abends 84 Uhr m Randels Restaurant, Brui�z straße 129».— Verein„Rose" Abends 84 Uhr im Restafff Eltze, Atexandrinenstr. 99.— Unterhaltungsoerein„Harm"5), Abends 8 Uhr Wrangclstr. 136, im Restaurant Schimv�r - Rest-� Vorgnügungsoerein„Mollig" Abends 9 Uhr im...... Reinicke, Gipssttaße 3, jeden Dienstag nach dem 1. un® — Zithcrklub„Ampbion" Abends 9 Ubr im„Münchener V Spandau« str. 11—12.— Rauchklub„Zum Wrangel Abo 3 Uhr bei Herschleb, Adalbettstraße 4.— Rauchklub„Deu' Flagge" Abends 8 Uhr im Restaurant Händl«, Wrangelstr. — Rauchklub„Friedrichsbain" Abends 9 Uhr im Restaur Kipping, Landsb«g«str. 116».— Rauchklub„Lusttge Brud Abends 84 Uhr bei Grothe, Fürstendergerstraße 2. �5 'fügt, (etlicher fc- Mir * läglick �drstrik L'" k.�'nub Äe sf Telegraphische Depesche». au � Ben (Wolff's Telegraphen-Bureau.), ,, London, Montag, 10. September. Die„Times" niri®e aus Kalkutta: 9iach den letzten Berichten wurde Jsbak-Kbas 30 Meilen östlich von Maimena geschlagen und verfügt derscl� noch über eine Truppenmacht von 6000 Mann. Der Gener des Emirs steht bei Bamian und es wird demnächst eine enti scheidende Schlacht«wartet. D« Gouverneur von Bavakswa)! steht östlich von der Stellung Jshak Khans verschanzt. T cq Aufstand«scheint hoffnungslos. Der Streit zwischen dem Emir und den Shinwarris ist zeitweilig geschlichtet.. 0., Verona, Montag, 10. Septemdn. Infolge starken-in-' schwellens d« Elsch werden Ueberjchwemmungen defürchtet. Kan Franziska, Montag, 10. ireptbr. Durch eine Fruers- bmnst wurden in der Hauptstraße d« Stadt zwei häuserlarres zerslött, in denen fich mehrere Gießereien und Fabriken bcfan- den. Der Schaden wird auf eine Million Tollars gesch-tz- Gegen 2000 Personen find arbeitslos geworden. Da« l'alie. Kriefkaste« der Redaktion. Bei Anfragen bitten wir die AbonnementS-Quittung beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht ertheilt. i M. Kt-ch. Die bekeffenden Sachen find für uns mdstj zu erwerben. M. p. 37.4 Grad. Nr. 11 M-fferthorstraße.«d 1. Nur die sa-bw� »d 2. 131,4 Kilometer— 18 Meilen,»d 3. Die Nokz unser« Zeitung war die richtige. Mafferstand der Kpree in d« Woche vom 26. Augus. bis 1. September 1888.(Angabe in Metern.) 1.9. 2.33 2,31 0,77 Verantwortlich« Redakteur: v. Cronhei« in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Kadtng in Berlin SW., Beuthstraße 2.