der einer asrichter, Sefehl, k iriefes an �Sens-b un, sich!' Ate er, ciip iigungSAii nge ein'« em Tische der II» Tisches. der Sät ein AB rsy i Papiechli n und I enn auf Herr DB n p. AW— rilassungk lefebl rtt-: uf ein KcS V, und> n ZZerhZa cmpel,\f. das M»« auf die** digte er i, daß n kann. Allmay«, ihrer m yer rasl icht gl e gel dem -gen -7'Älj sie las." iK»16. Freitag» den 14. September 1888. 5. Jahrg. MintrDallisblatl. Lrgan für die Interessen der Arbeiter. Meint täglich nSIr � M.Betlixr Bolllblaft" nach 6ieli'| Ungsioj bleiben muß. OhnedieS ist das Erwerbsleben � heute denn doch etwa« andere«, als die Fehden des .d hieß .a Dcun'ja ijSÄ i % S � Zur Zeit, da die Einfüh� zv.Da» Wild stellte sich selbst dem Jäger, ß ■" heimkehrte, war die Gesellschaft durch, Mist � S6:t der neuen Gerichtsordnung in freudiger Aufregung. t* es DM i g# tä/ Ieuilleton. An unrechter Stelle. Nach einer russischen Erzählung von Dr. I. [2 L. II. Mi-..... jIm,."i"?' wieveryoue man pei». BV in« i Und auch die Gnade bei den Richtern, , da i'°�m, daß jetzt da« Ende jenes herz °wmen sei, das den Wahlspruch führte: indem man herzlosen Regimes Lat justitia, rammen fei, das den Wahlspruch führte: Hatjusima, ja fcat mindos. Maluga schwebte in Entzücken.„DaS nenne **-in Glück! DaS ist die Sache, die ich brauche! Ich o,! Jurist und werde als Vertheidiger den öffentlichen An« Ehesten dienen."... »s, Mein das Leben der russische« guten Seelen hangt hj,-.® wunderbarsten und zugleich gewöhnlichsten Zufällig- W" ab. Maluga wurde ganz unerwartet statt Verthel- i»,. � StaatSanwaltSgxhilfe. Al« man ihm diese Stelle ßi„jjk dachte er und sprach:„Seien Sie sicher, ich nehme iCLi°n-" Darauf war die Reihe zu lachen an dem- % der ihm den Vorschlag gemacht hatte.„Ach, k Hitzkopf! Wollen Sie die Stelle nicht, so finden �ber S? andere, die sie mit Freuden annehmen. » kea Sie auch, die Stelle ist gut. die Karriere o und erretten!" SttÄtiiel,«.'. lemanden, der ihm vre bitt� ist"� � nehmenden Arzenei preist, �??�legen,.Sie sich die Sache und geben Sie mir ' uSa deichte während deS ganzen Tage? an die Mittelalters. Die Kirche schreibt sich hier eine Rolle zu, die in unseren Verhältniffen einfach nicht mehr möglich ist. „ES ist daS Zeichen einer sinkenden Kul- t u r", sagte Dr. DecurtiuS,„wenn Mann und Frau dieselbe Arbeit verrichte n." Nun, das glauben wir bis zu einem gewissen Grade; eS giebt eine Menge von Frauenarbeit, die man als k u l t u r- widrig betrachten muß, weil sie die Volksgesundheit ver- wüstet. Aber, ftagen wir, waS hat denn die katholische Kirche überhaupt mit der modernen Kultur zu thun? Ist sie eS nicht gerade gewesen, welche der modernen Kultur« entwickelung die größten Hindernisse bereitet und sie al» unheilvoll bezeichnet hat? Es hat noch keine moderne Strö- mung gegeben, welcher die Kirche nicht mit aller Macht entgegengetreten ist, und der Papst hat mehr als einmal in donnernden Bannbullen seinen Fluch gegen die moderne Zeit geschleudert. Dasselbe Kirchenthum, welches im Mittel- alter und später die Leibeigenschaft unangetastet bestehen ließ, kann nicht im Ernste über die Abnahme der modernen Kultur klagen, die eS sicherlich nicht geschaffen hat. Demgemäß ist auch seine Auffassung der sozialen Fragen. Man macht dem Zeitgeist einige Konzessionen, die unerläß- lich sind, weil sonst Niemand glauben würde, daß daS In- teresse deS UlttamontaniSmuS für die sozialen Fragen ein ernsthafte« sei. Aber diese Herren sind leicht in die Enge zu treiben. Man kann ihnen nachweisen, daß die Verwirk- lichung ihres sozialpolitischen Programms nur einen ganz geringen Umschwung bewirken würde. Sie würde eine Reihe von Uebelständen abstellen; aber damit wäre die Kluft, die heute zwischen den Klassen und den Interessen- gruppen innerhalb der Gesellschaft gähnt, nicht überbrückt und der soziale Friede nicht hergestellt. WaS dann? Auf diese Frage hat die katholische Sozialpolitik immer dieselbe Antwort bereit:die Entsagung. Wir haben sie schon von der Rednerbühne des Reichstags verkünden hören. Allerdings ein einfaches und bequemes AuSkunfts- mittel, an Stelle weitgreisender sozialer Reformen die Ent- sagung im Diesseits und die Belohnung im Jenseits zu suchen. Aber welch ein ungeheurer Wahn, zu glauben, auf eine solche Auffassung einen sozialen Frieden begründen zu kön- nen! Niemand kann den sozialen Frieden mehr wünschen als wir; aber wer nur einigermaßen einen Blick in die gesellschaftlichen Zustände unserer Zeit gethan hat, der muß verstehen, daß ernste und tiesgreifende Reformen nothwendig sind, um ein bessere« Verhältniß zwischen den gesellschaftlichen Schichten herzustellen. Der neue Gottesfriede auf Grund der Ent» sagung würde ja nur die Verewigung alter Mißstände be- deuten. Die Masse hat heute schon genug an Entsagung zu leisten und ihr Mansch besteht eben gerade darin, daß ihm angebotene Stellung, speiste schlecht zu Mittag, verbrachte die Nacht schlaflos, immer in Gedanken an die Aussichten der Stellung. Beim Anbruch des Tages kam er zu dem Entschlüsse, daß ebenso wie der Vertheidiger, so auch der Staatsanwalt dasselbe Ziel ver- folge: die Erforschung der Wahrheit, und daß der ganze Unterschied eigentlich nur in der Art der Ausführung liege, man könne solglich auch als Staatsanwalt den Interessen des Volkes sich nützlich erweisen. Selbstverständlich wäre es daher eine Thorheit, die angebotene Stellung abzulehnen. Außerdem müsse man doch als Vertheidiger erst die Thätigkeil suchen und hier— biete sich die fertige Staat»- stellun�.. 5jgü(jjen yxMßt Maluga das Dampfboot, welches ihn an feinen Bestimmungsort gebracht hatte. Er ist entzückt über die landschaftliche Umgebung seine» neuen Und' die vielen schönen Gärten," bemerkt die Amme. Selbst der kleinen Ewgescha scheint die Stadt zu gefallen; sie lächelt und klatscht in die kleinen Hände. Maluga fand bei seinen Vorgesetzten und in den höheren Gesellschaftskreisen der Stadt einen freundlichen Empfang. ex � ��n Male den Sitz deS Staatsanwalts einnahm, befand er sich in einer gedrückten Stimmung. Er erinnerte sich plötzlich, ganz Mr Unzeit, de» paradoxen Grundsatzes, nach welchem alle Verbrechen den Fehlern der gesellschaftlichen Einrichtungen beizumessen seien, und daß jede Strafe, die eine Besserung bezwecke, die Menschen mehr verderbe.„Und trotzdem soll ich hier eine Anklage erheben! Wozu dient denn die Analyse be» Verbrechens, wenn sie sich praktisch doch nicht verwerthen läßt?" Leider blieb ihm keine Zeit, diese melancholische Frage sich selbst zu beantworten. ES wurde ein Mann des Volkes, dem Maluga dienen wollte, hereingeführt; er trug den ge- wöhnlichen Sträflingsanzug; demüthia verbeugte er sich vor Richter und Geschworenen. Hinter ihm stand em Soldat mit Gewehr bei Fuß.— Die Sache war eine ganz gewöhnliche von der Gattung„uninteressant": Einbruch sie nicht auch dem Nothwendigsten und zum Leben Unent- behrlichsten entsagen möchte. Die mittelalterliche Macht deS UltramontanismuS würde sich nicht so breit machen können, wenn nicht der moderne Liberalismus mit all' seiner Hohlheit, Schablonen» Mäßigkeit und Armseligkeit den sozialen Aufgaben womöglich noch unfähiger gegenüber stände, als die konservativen Rich- tungen. Die Arbeiterbewegung braucht sich glücklicherweise ihre Ideen von keinem der Beiden zu borgen. Grigmak-�orrespouäenzeu- Hamburg, 12. September. Von jeher war Hamburg ein bedeutender Markt für den Kaffee. Nur in Havre in Frankreich wurde jabrelana ein größerer Umsatz in diesem Kolonialartikel erzielt. Seit einiger Zeit aber hat Hamburg Havre auch hierin überbolt und stolz rühmten sich die hiesigen Kausieute, daß Hamburg der erste Kaffeemarlt der Welt sei. Als die Neubauten Sum zulunftiaen Freihafen, zwecks Anschluß Hamburgs an das Zollgebiet, geschaffen wurden, war es die eiste Sorge, mit in einem der zuerst fertig gestellten„Blocks" eine elegante Kaffeebörse ein» zurichten, und hier konnte man zu gewissen Tageszeiten die feinsten Fuhrwerke hallen sehen; denn was ein richtiger Kaffee» Händler ist, kann es stch schon erlauben, Pferde und Wagen sammt Kutscher und Lakai zu halten. Leider ist mit dem Auf» schwunge des Kaffeehandels die alte gerühmte Hamburger Kauf» Mannssolidität bei dieser Branche in die Brüche gegangen und» bat speziell für Kaffee der wildesten Spekulation Platz gemacht. Wenn früher die Makler mit ihren Probendüten von einem Komptoir zum anderen gingen,"oder Mittags an der Börse ihre Waare anstellten, so wurden, wenn die Waare gefiel und man handelseinig war, so und so viel Sack destellt, wirklich gekauft und auf Lager genommen. Das bezeichnet man mit dem Worte „E f f e k t i v g c s ch ä f t". Von diesem soliden Handel ist jetzt aber auf der Hamburger Kaffeebörse wenig mehr die Rede. Dort macht man jetzt nur„Termingeschäfte", d. h. man schließt zu dem augenblicklichen Preise einen Kauf über so und» so viele Sack Kaffee ab, die bis zu einem gewissen Termin zu liefern wären. Ist der Termin da und der Kaffee billiger ge» worden, so zahlt der Käufer die Differenz aus. ist der Kaffee im Preise gestiegen, so wird ihm die Differenz ausgezahlt oder gut geschrieben. Den verhandelten Kaffee bekommt dabei keiner zu sehen. Vielleicht existirt die Waare aar nicht einmal, denn es ist zuweilen schon em viel größerer Umsatz in Kaffee, natürlich nur auf dem Papier und spekulativer Weise, gemaeht worden, als in Wirklichkeit vorhanden war. In diesen Tagen nun hat die Kaffeespekulation ihre höchsten Triumphe gefeiert und es ist in Hamburg in gewissen Kreisen von nichts anderem als der großen„ K a f f e c s ch w ä n z e das ist die technische Benennung, die Rede. Es waren bis zum 27. September Käufe bis zu 100000 Sack abgeschlossen worden von einem Millionenhause, welches unter der Hand jedoch allen vorhandenen Kaffee aufgekauft hatte und dann den Preis des» selben von 60 Pf. per Pfund auf 200 Pf. trieb. Da nun die Lieferanten, so spekulirte die Firma, nicht im Stande sein wür» und Diebstahl dreier Blechgefäße im Werths von siebzig Kopeken. Maluga empfand Mitleid mit dem Angeklagten und hegte den Wunsch, daß der Diebstahl oder wenigsten» das erschwerende Moment, der Einbruch, nicht konstatirt werden möge. Er stellte an die Zeugen keine Fragen, in der Befürchtung, dem Angeklagten Schaden zuzufügen. Zu seinem großen Bedauern waren jedoch sowohl der Dieb- stahl al« auch Einbruch unwiderleglich erwiesen. Wa» sollte er hier thun? Er konnte doch unmöglich au« dem Grunde, daß die Gesellschaft an jedem Verbreche» die moralische Schuld trage, die Anklage zurück- ziehen. Im Buche lesen sich derartige Maximen vor- trefflich; hier aber ist Leben— keine Theorie. Wie schwer und schmerzhaft es ihm auch wurde, die Pflicht des Dienste» mußte erfüllt werden. „Herr StaatSawalt, wollen Sie nicht die Güte haben, den Anklageakt vorzutragen." Mit diesen Worten wandte sich der Präsident des Gerichtshofes ihm zu, und lächelte so süß, als ob er ihm einen besonders appetitlichen Leckerbisse» vorzusetzen hätte. Maluga erhob sich und trug, ohne den Angeklagte» anzusehen, seine erste Anklageschrift vor; in kurzen und bilderreichen Säßen erzählte er den Hergang und schloß mit der Wendung: ihm s ch e i n e die Schuld des Angeklagte» kaum in Zweifel zu stehen. Der offizielle Vertheidiger war über die zahme Anklage so erfteut, daß er nur die vier Worte sprach:„Bitte um mil- dernde Umstände." Und dies sagte er mit einer Stimme al» müßte er wegen dieser Forderung selbst um Verzeihung bitten.— Die mildernden Umstände wurden bewilligt. Maluga wies auf den Gesetzesparagraphen hin und hörte nach Verlauf einer Viertelstunde da« Urtheil: Einstellung in eine Arrestantenkompagnie auf 10 Monate. Mit dem unangenehmen Gefühl der ersten bewußte» Sünde begab sich Maluga während der Pause in das Prä- sidialzimmer. Die Richter frühstückten und erhoben sich ihn zu beglückwünschen. .'Vortreffliches Debüt," sagte der Präsident und trank em Gläschen Schnaps; dann nahm er ein Sardellenbrötchc» den, zum Termin mit Waare zu dienen, so hätten sie die enorme Differenz herauszahlen oder doch mtt sehr hohen Strafen zu Gunsten des Käufers bluten muffen. Natürlich waren die so Bedrängten auch incfai müßig und versuchten von auswärts Kaffee anzu» schaffen. Aus dem ZoLgediete, sogar von Trieft her, soll Kaffee unterwegs sein nach öamburg. Natürlich muß diese Waare ouck bedeutend theurer bezahlt werden als bisher; man versichert oder, daß auf diese Weise schon 65000 Sack Kaffee beschafft worden find. Trotzdem befürchtet man allgemein zum Termin on der Kaffeebörse einen Krack, da es manchen„schwächeren Händen" nicht möglich ist, dem„Corner" die Spitze zu bieten. Uns anderen Leuten, die wir mit solchen Borgängen in seiner unmittelbaren Berührung stehen, kann es vollkommen gleichgiltig sein, ob demnächst einige Equipagen vor der Ham- durger Kaffeebörse wmiger vorfahren und deren frühere Insassen wieder zu Fuß laufen müssen. Fragen muß man fich aber doch, wäre es nickt an der Zeit, gegen solche wucherische Spekulation, mit einem Prodult, welches schon lange zu den allgemeinen Lebensbedürfnissen gehört,„Ausnahmegesetze" zu schaffen? Es wäre Tdorhcit, zu glauben, daß die Wirkungen dieser Vorgänge an der Hamburger Kaffeebörse nicht auch in wetteren Kreisen empfunden werden. Wenn so viel Waare dem Markte mit einem Male künstlich entzogen wird, bleibt der Krämer mit der Preissteigeiung auch nicht zurück. Wenn er noch etwas Vor- rath hat, mackt er seinen„Corner" zu deutsch„Schnitt", wenn auch nur in Pfennigen, und diese Pfennige zahlt das Proletariat! Es wäre sogar nicht unmöglich, daß der arme schlefische Weber an seiner Zickorie die Wirkungen der Vorgänge auf der Hamburger Kaffeebörse verspürt, denn auck die Preise der Surrogate richten fich nach denen der Waare, welche fie zu ersetzen bestimmt find. Man soll aber diesen Herren von der Börse nur einmal mit Ausnhmegesctzen gegen ibren Kaffeeschwindel kommen! Sie, die„Stützen" der Gesellsckaft. von Thron und Altar, sie alle, wie sie mit Gier dem Gewinn nachlaufen, in der Wolle gefärbte Konservative, National- liberale und Deutschfreisinnige!— Während so an der Börse mit Millionen umher geworfen wird, bemühen fick nun auch die armen Drech-lergehrlfen hier um eine Ver- defferung ihrer Lage. Seit 20 Jahren find dieselben bis jetzt in denselben Lohn- und Ardeitsverhältniffen stehen geblieben. Ihre Forderungen find: iHfiündige Arbeitszeit, 35 Pf. Minimallohn per Stunde und 25 pCt. Aufschlag für Nachfeieradend- und 50 pCt. wehr für Sonntagsarbeit. Da im allgemeinen eine gute Einigkeit, Dank der geschaffenen„Vereinigung der Drechsler Deutschlands", auck unter den hiefigen Dreckslergehilfen zu herrschen scheint, so stehen die Ausstchten für fie hier am Platze bei der j'tzt ausgebrochenen Lohnbewegung ziemlich günstig. Eine große Zahl der Meister und Fabrikanten hat schon bewilligt. Tie ledigen Gesellen rüsten fich zur Ab- reise. Vor Zuzug von Drechslern nach Hamburg sollte überall abgemahnt werden. Iürich, 11. September. Seit Anfangs dieses Jahres kommen wir in der Schweiz aus der politischen Aufregung gar nicht mehr heraus. Zuerst die Spitzelentlarvungen, dann die Errichtung der eivgcnösfiscken Fremden und Spitzelpolizei, dann die Ausweisung der vier Hottinger, die volizeiliche Ueberwachung politischer Versammlungen und in jüngster Zeit die Denun- ziationen Rorschacher Zollbeamten wegen Schriftenschmuggels und das allerneueste Ereigniß, die Haussuchung von Polizeioraanen rm Auftrage des Bundes- raths in Bern bei fünf ausländischen Sozia» listen in Basel. Ueber letzteren Fall schreibt der„Baseler Arbctterfrcund" unter der Ueberschrifl„Die Settion Basel der eidgenösfischen politischen Polizei":„Verflossenen Donnerstag <6. Septbr.) Nackmittags wurde, so viel wrr bis jetzt vernehmen konnten, bei fünf hier wohnhaften Arbeitern deutscher Nationalität durch zwei baseleriscke Landjäger, einer in Zivil und der andere in Uniform, nach„revolutionären" Schriften Haus- suchung gehalten, auf sckriftlichen Befehl des hiefigen Polizei- dcpartements. Die betteffenden Arbeiter wurden expreß von ihren Geschäften abgeholt. Das pofitioe Ergebniß dieser Haussuchungen war allem Ansckein nack für die Polizei ein ziemlich klägliches. Unseres Wissens wurde blas bei einem einzigen eine, sage eine Schrift anarchistisch �revolutionären Inhalts vorgefun« den, nämlick ein Exemplar der inLondon erscheinenden„Autonomie", von der schon ö'teis an notorische Gegner des Anarchismus, namentlich an Sozialdemokraten, ohne Bestellung Exemplare ae> '" n, so- sandt worden find. Im übrigen wurden bei dem gleichen, wie bei zwei anderen— von den übrigen zweien wissen wir nichts— blos etliche sozialdemokratische Schriften, wie die „Sozialdemokratische Bidliotbek", einzelne Nummern des„Sozial- v-mokral" und vereinzelte Exemplare von sozialdemokratischen Jlugschrrften, einstweilen beschlagnahmt. Auf Freitag Vormittag wurden die 5 Arbeiter auf das Polizeid« partement deordert. Dort fragte fie Herr Sekretär Lutz, ob fie gewisse Personen in Deutschland kennen resp mit diesen in Verbindung stehen und ob sie s i ch a m und wiederholte:„Vortreffliches Debüt. Mit einer ruhigen, maßvollen Rede kommt man eher an'S Ziel als mit einer, die da donnert und blitzt. Nach einer solchen Rede ist'S den Geschworenen Gewissenssache, nicht zu verurtheilen. Bravo! Benjamin Petrowitsch! Nun ein SchnäpSchen ge« fällig?" „Gern," entgegnete Maluga, dem eS bei den LobeS- «rhebungen ganz heiß wurde. Der Reporter übergab den stenographischen Bericht der Anklagerede dem Lokalblatt, und im Hinblick auf sie schrieb am nächsten Sonntag der Feuilletonist der Zeitung einen Artikel, in welchem er entwickelte, daß das Humane in den Anklagereden dem Zntereffe der Gerechtigkeit durchaus nichts schade. Maluga empfand etwas wie Scham, als er das Feuilleton las; er fühlte bereit«, daß die Stellung seinem Charakter nicht zusage. Es hieße aber, sich für einen Dummkopf aus- geben, wenn man am zweiten Tage des Dienstantritts den Abschied verlangen würde. AlS ihm auch dieser Einwand hinfällig erschien, kam ihm der gute Gedanke, die Schuld der kleinen Ewgescha beizumessen.— „Man muß sie doch erziehen! Dazu sind Mittel nöthig! Allerdings ist eine solche Lage unangenehm, aber man muß vorläufig leiden, und will's Gott, so trifft sich die Gelegen- heit, die' Stellung zu wechseln." Aber auch Feiertage brachte ihm zuweilen der Dienst: dann nämlich, wenn er eine Anklage zurückziehen konnte.— Zn solchen Fällen war das Studium der Untersuchungsakten für ihn das Präludium zum großen Triumphe. Was die Zeugen auch aussagen mochten, die thatsächlichen Beweise fehlten und waren auf keine Weise beizubringen. Wie schön wäre eS doch, wenn alle Anklagen ohne thatsächliche Be- weise wären! Wie angenehm ist eS in diesen Fällen, seine Pflicht zu erfüllen! Gutmüthig betrachtet Maluga den Angeklagten und sagt mit fester Stimme, er halte eS für feine Pflicht, den Antrag auf Freisprechung zu stellen. Wenn er nach diesen wenigen Worten wieder Platz nahm, fühlte er sich fteudig erregt und hielt sich beinahe für einen Helden.— Die Freude über eine Freisprechung hatte aber auch ihre traurige Schmuggel von in Deutschland verbotenen Schriften dorthin betheiligt hätten!!! Die ab- gegebenen Erklärungen wurden zu Protokoll genommen und von den betteffenden unterzeichnet. Auf die Anfrage, woher die Polizei das Recht nehme zu diesen Haussuchungen und diesen Einvernahmen, erklärte Herr Lutz, es sei vom eidge- nössischen Justiz-und Polizeidepartement in Bern hierzu Auftrag ertheilt worden. Einem der so gemaßregellen Arbeiter wurde von Herrn Lutz geradezu seitens dcs schweizerischen Bundesrathcs die Landesverweisung in Ausficht gestellt. Fürsprech Steck sagt in seinem„Schweiz. Sozialdemokrat" ,,... die politische Polizeiwirthschaft ist eine Schande für unser Land und eine nicht nur freiheitsfeindliche, sondern auck alles Zu- trauen in die Behörden mit Nothwendigkeit zerstörende Einrichtung. Weg mtt ihr, mit dieser Drachensaat allgemeinen Mißtrauens! Herr Wirth schreibt im„St. Galler Stadtanzeiger" in der gleichen Sacke: „Das Ding wird gut und wäre in der That zu wünschm, daß endlich einmal offiziell erklärt würde, wie weit man eigentlich in der Wohldienerci gegenüber fremd- ländischen Despoten zu gehen gewillt ist, od wir in der That eine„Provinz des Fürsten Bismarck" find oder nicht. Wenn man wirklich in der freien Schweiz nickt einmal mehr lesen dmste was man will und die schweizerische Polizei und die schweizerischen Beamten fich dazu hergeben müßten, in Häuser einzudringen und Razzia zu machen auf Schriften, die dem Fürsten Bis- marck nicht gefallen, dann wäre es allerdings weit ge- kommen. Gewisse liberale Blätter,„N. Z Ztg. und Konsorten, welche fich, weiß Gott wie. darüber«reifem, wenn ein republikanisch gesinnter Ausländer als Pasfivmitglied dem Grütlivcrein beitreten will, und die den Verein gerne zu der Engherzigkeit verleiten wollten, den völligen Ausschluß der Ausländer zu beschließen, tbäten wohl besser, hier ihren Patrioticmus und ihr Gefühl für nationale Würde einzusetzen und gegen diese Abhängigkett vom Ausland zu protestiren, die fich in dem traurigen, eines republikanischen Volkes unwürdigen Spionir- und Polizeisystem manifestirt, das von Preußen aus bei uns importirt werden will. Aber diese Herren scheinen nur in Bewegung zu kommen, wenn der intemationale Geldsack bedroht ist; das internationale Recht des freien Menschen und Bürgers läßt fie ruhig schlafen." Es hat mehrfach verlautet, der Bundesrath beabstchtige. in der Herbstsesfion der Bundesversammlung eine Vorlage betreffend die Organisation der politischen Polizei zu machen. Die De- mokraten werden da schöne Gelegenheit haben, den Bundes- vätern das Schmachvolle ihrer Thätigkeit zu Gemüthe zu führen. In der deutschen Presse werden die Franzosen häufig ver- spottet, daß fie von den fremden Nationen nichts kennen und wissen. Nun stelle man dieser Verspottung folgenden Fall gegen- über, der kürzlich in Säckingen passtrte. Ein früherer Badenscr, der nunmehr Schweizerbürger ist, bat in um Baden die vierzehn- jährige Waise einer ihm nahe verwandten Frau, die vor einigen Jahren starb, nachdem ihr Mann ihr im Tode vor- ausgegangen war. Er bewarb fich bei der Vormundschaftsbehörde darum, daß das Mädchen ihm anvertraut werde. Bei einem Mitgliede dieser Behörde kam er aber mit seinem Verlangen schön an. In der Schweiz iei Alles gottlos, wurde ihm gelagt, die Schweizer hätten keine R ligion und darum könne er des Kind nicht bekommen, es werde einem frommen Bauer über- geben werden. Nun ist die Thatsache richtig, daß der Alheis- mus in der Schweiz viele Anbänger bat, aber andererseits ge« deiht das Seltenwesen und Muckcrtbum, die gewerbsmäßige Frömmigkeit vielleicht nirgends so blühend, wie in diesem Lande. In den meisten Städten genügen den Otthodox Reformilten die vorhandenen öffentlichen Kirchen nicht, fie errichten eigene Bethäuser(„Betställe" nennt fie der Volksmund) und treten in starrer Konsequenz nur mit Leuten in Verbindung, die auch so fromm wie fie find. Von den reformirten Geisttichen giebt es allerdings eine größere Anzahl, die ihren Beruf nickt auffassen als fanatische Religionskämpfer, sondern die bestrebt find, denselben auszufüllen als ideale und praktische Humanisten. So ist z. B. die Regelung der Naiuralverxflegung der reisenden Handwerksburschen in einer Reihe von Kantonen zum Tdeil ihr Verdienst. Wenn man einen schweize- rischen reformirten Geistlichen über dieses Thema sprechen hört, seine aufrichtigen, von.christlicher Nächstenliebe erfüllten Aus- fübrungen, und daneben einen zclotischen, pbaiiläerhaften und geschäftssrömmclnden Vortrag z. B. des Pastors v. Bodel- schwingh stellt, dann wird es jedem klar, in welchem Lande die wahre Frömmigkeit und Humanität auftritt. In St. Gallen wird die Naturalverpflegung in nächster Zeit durch Gesetz staatlich geregelt, also obligatorisch eingeführt. Für die kleine Schweiz kostet diese Angelegenheit ziemlich viel Geld, denn es ist Kehrseite. Maluga dachte in dieser Minute nicht daran, weshalb der Freigesprochene acht Monate in UnterfuchungS- Haft zugebracht habe, und warum jetzt der UnterfuchungS- richter nicht zur Verantwortung gezogen wurde. Wozu hätte er sich auch derartige Gedanken machen sollen— dann wäre es ja mit der feiertäglichen Stimmung zu Ende gewesen.— Aber solcher Tage gab eS nur sehr wenige, und an den übrigen faßte sich Maluga ein Herz und trug seine Anklagen vor, mit widerstehendem Gefühl, aber dennoch trug er sie vor, eine nach der anderen. Es giebt Leute, die nach jedem Gläschen Branntwein, das sie trinken, sich auf eine solche Weise geberden, als ob sie, der Himmel weiß, was für schlechtes Zeug geschluckt. DaS hindert sie jedoch nicht, an jedem Tage daffelhe Manöver zu wiederholen. Während seiner humanen Reden richtete Maluga seine flehenden Blicke auf die Geschworenen, als wollte er ihnen sagen:„Seht, ich muß hier anklagen, meine Stellung bringt das so mit sich, Ihr aber, die Ihr doch frei in Euren An- schauungen seid, müßt den Angeklagten freisprechen. Und wenn der Obmann das Urtheil auf„Nichtschuldig" brachte, so freute sich Maluga und dankte innerlich den Geschworenen, daß sie ihn vor einer Sünde bewahrt hatten. Ich thäte unrecht, wenn ich ein heldenmüthigeS Ver- gehen des humanen StaatSanwaltgehilfen verschweigen wollte.— Maluga glaubte einstmals, trotz der erwiesenen Thatsache deS schweren Diebstahls, die Anklage fallen lassen zu müssen. Er sagte gerade heraus, der Diebstahl wäre unternommen worden aus„Hunger" und vergaß dabei voll- ständig, daß in der juristischen Wissenschaft Hunger nicht disentirbar ist... Der Präsident betrachtete ihn mnleidig und erklärte den Geschworenen, daß sie, obwohl der Staats- anwalt die Anklage fallen gelassen habe, dennoch auf Grund des vorhandenen Untersuchungsmaterials ihren Wahrspruch geben müßten. Nach Beendigung der Verhandlung nahm der Präsident Maluga bei Seite und sagte in wohlwollendem Tone: „Ein großer Mißgriff von Ihrer Seite!" „Die Zunge versagte mir den Dienst zur Anklage." „Ich bin vollständig mit Ihnen einverstanden, daß der An- nach statistischen Aufstellungen konstatirt, daß alljährlich 40000 Arbeitslose im Lande herumreisen und Arbeit suchen. Die ihne» zu Theil werdende Verpflegung ist durchweg eine gute ui>» haben fie dafür nicht durch Holzspalten oder ander Ar- beiten ein Aequivalent zu leisten, fie elhaltt« dieselbe als humane Unterstützung. Der Kongreß für internationales Reckt in Lausanne hat be» schloffen, in der Frage der Ausweisung von Fremden der nächst- jähripen Versammlung eine bezügliche Vorlage zu unterbreite». In Neuen bürg tagt der Weltfriedenskongreß Den Weltfrieden, ohne die obligatorischen chauvinistischen Hetze- reien und ohne die Millionen von Bajonetten, könnten die Völker wohl gebrauchen! Politische Ueberstcht. ?nm Kapitel de» Kchrifte»fch««ggels a«o de» Kchweiz schreibt man der„Züricher Post": Vor vier Woche» wurde an der Zollstation Stetten bei Lörrach von deutsche» Zollwächtcrn eine Fruu beim Schmuggeln sozialistischer �ckrifte» verhaftet. Letzten Dienstag kam nun der Polizeiwachtmeistel von Lörrach in Begleitung von zwei schweizerischen Landjäger« nach Basel zu dem Manne der verhafteten Frau, angeblich i» deren Aufttag, um von diesem vielleicht nähere Angaben über den Schriftenschmuogcl zu erhalten. Da letzterer nichts davor wußte, war das Resultat ein negatives. Nach dieser Verne? mung ging der Lörracher Polizeiwachtmeister in die Wirlhsch»" Tröndle und spendirte dort für seine schweizerischen Kollege» einen Liter Wein; seine Großmuth ging sogar so weit, daß er auch für den Sozialdemokr sten, wie dieser, als er bewblen wollte erstaunt vernahm, das Bier dezahtt hatte. Zwei Tage später fanden nun im Auftrage des Bundesrathcs in di ser Ange- legenhcit bei sünf deutschen Sozialisten in Basel Haussuckunge» statt. Zu gleicher Zeit in Lörrach stattgefundene V.rhafiunge» legen den Gedanken nahe, daß man nach dreiwöchentlicher cw- svrcch nder Behandlung die Frau die überdies in andern ll#' ständen ist.„mürbe gemacht". Nach der letzten Vernehm»« sank die Frau ohnmächtig zusammen. Am Freitag wurfc» die Bchaussuchten vor Herrn Polizeisekretär Lutz zu» Verhör geladen, und che dies begann, wurde vr» Mann der verhafteten Frau die tröstliche Ausficht öffnet, daß nach den dem Bundcsrothe vorliegen� (deutschen) Akten er für sich und seine Frau jedenfalls die A/ Weisung zu gewärtigen habe. Bei allen Vorgeladeren ging* Verhör dahin, ob fie am Schmuggel sozialisttschcr Schriften# theiiigt seien und wer der„Hauptagcnt" sei. Die Urtersachus erstreckte fich ausschließlich auf sozialistische, in der Schweiz«u- standslos verbreitete, also nicht etwa anarchistische Da keiner der Vorgeladenen am Schmuggel detheiligt zu!»» erklärte, so dürste das Resultat dieser Untersuchung ebenso mag» sein, wie das der Haussuchungen, bei denen neben den Conzc»' schen Broschüren über das Fabrikgesetz und„Wie kommt W bessere Zeil", auch Lassalle's literarische Polemik„Julian Schmi? mitgenommen wurde. Allerdings passtste dem Dotckti* Schweizer beim Aufzeichnen der konfiezirten Schriften der La? sus, daß er aus der englischen Chartistendewcgung eine GW' listenbewegung machte. Auch Mitgliedskarten von Basler M einen und alte Zeitungsnummern, wie zum Beispiel ci»j Nummer der„Autonomie" aus dem Jahre 1884 wurden a? staatsgefährlick mitgenommen. Bei einem der Bchaussucktt» wurden auch die Ab christen cin'ger sehr interessanter Briefe g? funden, die im Jahre 1885 ein deutscher Polizeibeamier unter dG Pseudonym Karl Mainzer an den Betteffenden schrieb, um ff» gegen gute Bezahlung zu Spitzeldienstcn anzuwerben. D'f; Briefe wurden damals an die Expedition dcs„Sozioldcmokia-, nach Zürich geschickt und da ergab fich, daß derselbe Polii»' beamte fick auch an zwei deutsche Sozialisten in Zur ch mit W* gleichen Ansuchen gewandt hatte. Ein Versuch, ihn in** Schweiz zu locken, um ihn dann den Schweizerbehörden f überliefern, mißglückte damals. Als später in Basel der Sck»» töndigte auf •»sungsorbi »ssmbeit Li , Die Au däer Belag stets nu %te und »nehmen. Aren, daß korben ist.! ■J'Jtn find. Merten" «en lassen :» aufzuhal bieten aus N aus Fr d? Neber m. Ztp Autorschaft jenes Drohbriefes verhaftete Waldm. yer auf i Fuß gesetzt wurde. 1 Nachzutragen wäre vielleicht nock. daß in den ersten 3%| nach der Verhaftung jener F.au in Stetten die Basier"" (also wohl aus eigener Initiative?) schon Nachforschungen der Nachbarschaft und Vernehmungen(z. B. des LogiswirN vornahm, die allerdings günstig für die Frau lauten. V auch ihr Mann ist schon seit vier Jahren bei einem Schees mcister beschäftigt, ohne in diesen vier Jahren auch nur f» Tag die Arbeit versäumt zu haben. j Vergleicht man hiermit auch die Auslassungen unst?. Züricher Korrespondenten in heutiger Nummer, so werden» famosen„Berichte" der„Nordd. Allg. Ztg." in ein recht(W thümliches L cht gerückt. � Gb da»„Kqstem" geändert Ist. Am II. d-% Abends 11 Ubr, wurde der Reichstagsadgcordnttc Liebkiw» der auf dem Heimweg aus der Sckwiiz in Hanau üderna«'. — weil er aus Offendach ausgewiesen ist—, für den folge»? geklagte zu bemitleiden ist. Ich hatte selbst für alle einen kleinen Formfehler bereit, um die Kassation wäg'.» zu machen. Jedoch Ihr Zurücktreten von der Anklage gewissermaßen ein Protest..."■, „Lassen Sie mich," sagte Maluga in bittende«»» zugleich verdrießlichem Tone. „Ich erlaube mir, Ihnen die« ausschließlich eigenen Interesse zu sagen, verehrtester Benjamin Petto®)' � Der Angeklagte war nothwendig fteizusprechen; Ihne» s*, es jedoch nicht zu, die Anklage fallen zu lassen; das 5® dutf* des Verbrechens ist sonnenklar." „Ich wiederhole Ihnen, ich konnte nicht!" „Dann allerdings... nun in diesem Falle Sie nicht Staatsanwalt werden." Maluga schwieg; er fühlte sich getroffen. «Und dann," setzte der Präsident hinzu,„hatte eS?, gar keine praktische Bedeutung. In derartigen Fällen, auch die Staatsanwaltschaft noch so sehr auf der Veru � kAers. ».Mnitzer Kf Mtzer W i lung besteht, aeben unsere Geschworenen immer('» ß» sprechende« Urtheil. Und sollte einmal der ganze aus Dummköpfen bestehen, so bleibt immer noch die Kafi Auf diese Wesse bringen Sie dem Angeklagten keinen J � und sich selbst können sie nur schaden. Seien Sie verp� % Jf meine Bemerkung kommt au« aufrichtigem Herzen/ „Gewiß, gewiß! Ich verstehe. „Nun, Gott sei Dank. Kommen Sie jetzt zuw :ück. Wir müssen un« ordentlich stärken. Die T»* jjf stück. Wir müssen un« ordentlich stärken. Sache ist eine lange und da werden Sie Anklage fallen lassen. (Fortsetzung folgt.) schon nich' A"* wird dem Jahre 1888 uss0�»". jeÄ innen, als in diesem Jahre A» Au» Lopau. Wer Ostafiens schreibt, der wisse Bedeutung zuerkennen, ais m meiem>iay» u. Bierbrauerei in Japan ihren Einzug gehallen und gefaßt hat. Seit dem Monat Juni braut man i» JL Ä deutsches Legerbier in einer ganz nach deutschem Mw 0� richteten Brauerei unter der Lettung eines dayertl® w» 'Ä äs i f°d clich 40000 Swgtn auf die Polizei geladen. Man war sehr höflich, ver« Die ihn« M sogar die Zeit der Vorladung, damit der Zug, mit welchem gute um uedinecht Weiterreisen wollte, noch erreicht werden konnte, und ander Al'«?dlgte auf dem Polizeiamt dem Vorgeladenen eine— Aus- ie er halte»»�angsordre ein, obgleich der rein private Charakter der An» •Wbeü Liedknechts festgestellt wurde. ine hat b», Die Ausweisungsordre erstreckt sich auf das Hanau- Frank- der nächst» Belagerungsaediet, und läßt sich, da Liebknecht nur selten lnterbreite«. f> stets nur auf kurze Zeit das betreffende Gebiet zu besuchen kongreß. und ihm die Absicht, dort dauernden Aufenthalt schen Hetze»' nehmen, ganz fern liegt, nur durch die Annahme Snntm die waten, daß es in den maßgebenden Kreisen zur Praxis ge- >?tden ist, Männern, die aus einem„belagerten" Ort ausge« rjen sind, der Regel nach den Aufenthalt auch in den übrigen rlazerten" Gebieten zu verbieten— sobald sie sich dort nur » lasten und selbst wenn sie die Abficht gar nicht haben, •»«» dt» h auszuhalten. Liebknecht ist nun aus vier Belaaerungs- ier Woche« ausgewiesen: aus Berlin, aus Leipzig, aus Offendach deutsche«? aus Frankfurt-Hanau. Er ist jetzt nur noch aus Hamburgs er ijchriste« vachtmeister Landjäger« mgeblick i« .gaben üb« chts davo« ser Vernes Wirthschass n Kollege» eit, daß« blen wollte, Lage svät« i ser Ange» issuckunge« .rhrflung« rtlicher cw» ndern tM lernehm««l ag wurde» Luv z«» zurdc de« usficht C orliegend? ls die Aij n ging» chriftcn rtcrsuchlltt -ch Deij Schrift» igt zu s» benso mag« en Conzcls' kommt d« n Schmid" lOetelti* n der 2of eine Cb»' Zasler% eispicl ei» wurden«ß haussuchte» Briefe f : unter de« -d. um fV ben. Diel' oldemoki«» de Polii» ch mit d» hn in 9* «Hörden P der ergab c» olizeibrie� .ndachte dt auf freftt ltona »nmt. und Stettin auszuweisen— bis Weiteres dazu � der eine Kteigerung»er Krotprelse wird der . Ztg." berichtet. In Erfurt hat laut amtlicher Bekannt- «%ng der Brottaxe die Mehrheit der Bäcker dm Preis für �Darzbrot. welches dort genau nach Gewicht verlauft wird, ** 2 bis 4 Pf. pro Kilo erhöht. u Ifinf Arioweisungen an« Leipzig. Es geht wieder ?• Die fünf Steinmetzen Franz Kitzing, Hermann Eichhorn, Wnn Jacob, Albert Kolbe und August Hermann wurden U Trund des Sozialistengesetzes ausgewiesen. Grund—?—? J5 m wohl noch im Gedächtniß unserer Leser, daß die Stein- von Leipzig anfangs dieses Jahres in einen Lohnkampf weil ihnen die gestellten Forderungen nicht zuerkannt Men. Das muß den Steinmetzen nachgesagt werden, sie rj» festgehalten an dem gesteckten Ziel, mußten aber doch den �Mswärts unter großen Geldopfcrn hereingelotsten in- und Midischen Arbeitern weichen und so verblutete leider der ifil K'tzing war Vertrauensmann der Steinmetzen und die Leidensgefährten hatten stck vor dem hiesigen Land- im Verein mit noch ca. 25 Steinmetzen zu verantworten Mn angeblicher geheimer Verbindung und Uebertretung des ijttnsgcseves. Ueder den Verlauf dieser Gerichtsverhandlung wir seiner Zeit berichtet, es handelte sich hauptsächlich nur ? ae-vcrbliche Interessen. Die Verurtheilten legten Revision " diese wurde aber verworfen. Eichhorn hat noch 5 Wochen, »b 7 und Hermann 2 Wochen von seiner Strafe zu ver- während Kolbe am Montag das Gesängniß verlassen � Ist es ein Räthsel, daß diese 4 Steinmetzen aus- diesen wurden, da es sich doch bei Ausweisungen zj1, politische Thätigkcit handeln müßte, so ist diese Mregel noch räthsclhafter durch die Ausweisung �rogs. Dieser Mann war doch nur die ausführende Person O,�lvziger Steinmetzen und von politischer Thätigkcit hat man N auch nichts gemertt. Zu welchen Mitteln die Leipziger �inmetzirnungsmeister bei dem Lohnkampfe gegriffen haben, � laion des öfteren in den Steinmetzversammlungen dargelegt ifRkn, und in andetracht dessen wird man sehr leicht zu dem sanken gedrängt, daß bei dieser neuesten Maßregel gegen die «j, Arbeiter die Leipziger Steinnietzinnungsmeister mit Merial gedient baben könnten. Sollte dies der Fall sein, 1? können die Herren Jnnungsmeistcr auf den Lorbeeren Thaten ausruhen: sie baben dann 4 Familienväter �ihren Familien getrieben!— Kitzing ist nicht ver- .Im Inteersse de» nationalen Kchntrin» wird die �öse Puffe periodisch veranlaßt, den deutschen Konsumenten ,!'■ Bezug amerikanischer Fleisch- und Speckwaaren zu verekeln. Mnntlich ist auf Veranlaffung der Agrarier seit einigen ein Verbot der Einfuhr am.rikanischen Specks in Deutsch- jr® ergangen, obwohl nirgendwo Schädigungen der deutschen Momenten d innen. Wt...................... sonstigen öffentlichen Kundgebung die Möglichkeit k lstcn slcr P« chunge«? -giswir« Uten, v» Schre< i nur ci>» en un� werden � recht ei»� Ii. d.% .Li-bkn-tz üderna-v»? r folgenb» alle on möfl1!? lnklage» endem in 3g 50 le du� s-Ä aze Ka' s ""fc* Pigmenten durch amerikanische Waaren haben nachgewiesen wer- Können. Wenn gleichwohl irgendwo in der amerikanischen Presse f,. in einer sonstigen öffentlichen Kundgebung die Möglichkcis tg Verwendung kranker Tbiere zur Fabrikation von Fleisch. i?ar°n erwähnt wird, so ist die deutsche offiziöse Presse sofort il?« Hand, die Regierung zu preisen, daß sie die ein- Milben Konsumenten vor Genuß von„transatlantischen . Weraprävarat.n" bewahre. So werden auch diesmal einige °em Zusammenhang gerissene Worte aus dem Bericht eines «ÄUen Konsuls zu solchen Ausführungen benutzt, obwohl der Me Artikel selbst zugeben muß. daß der Bericht des Konsuls z�arte, ein Beweis für die Wahrheit jener Gerüchte über die �Wendung ungesunder Thiere sei nicht zu erbringen. Daß im jsgdetrieb hier und da ungesunde Thure verwendet werden, of. m. Amerika ebenso gut möglich wie in Deutschland. Nur zu Ii,., cen wir von den Trichinen des deutschen Schweins. Es y aber auf der Hand, daß große für den Weltmarkt i-St e amerikanische Fabriken und Geschäftshäuser A'"' rm ar- Jn- _______________________ des eigenen Rufes die peinlichsten Vorkehrungen treffen um jede Verwendung kranker Thiere auszuschließen. �Wng�VmWI�ine��iÜigem�Vw������� Sujets. Die Maschinen und Vorrichtungen dazu find von einer mitzer Maschinenfahrik, deren Brauerei> Einrichtungen stch besten Rufes erfreuen, dahin geliefert und von einem »gnitzer Monteur im heurigen Frühjahr dort aufgeitellt k,gn. Das Unternehmen ist in den Händen einer aus Deut- C und Engländern bestehenden Aktiengesellschaft. Anfänglich iiüg die Meinungen getheilt. od man die Herstellung eng- oder deutscher Biere in Japan einführen solle: dte Eng« Ii« j, e£. kraten mit nationalem Selbstgefühl für die Ehre von Porter Iii,? Ale ein; aber das deutsche Bier trug den S,eg davon, ßja>e Unternehmer hoffen, daß es stck in Ostasien ein weiteres tyb?« erobern, daß insbesondere die Ausfuhr noch China erne C' ledhafte werden wird. Das erste Gebräu, ein helles Lager- verff n»'ch' -l-Ä S sche" � . den dunkeln Bieren find die Japaner abgeneigt—. ist kK den der Chemnitzer Maschinenfabrik zugegangenen Nach- hg« n vortrefflich gerathen, und dieser Erfolg hat dazu gefuhrt, l.,,°uch in dem Orte Saporo, wo die japanische Regierung vor einigen Jabren unter damals ungunstigen Verbal� ittg*} Und mit ungeeigneten Mitteln den mißgluckten Versuch Eis./' die deutsche Bierbrauerei einzuführen und einen besseren iißt%. lur das einheimische Maisbier zu schaffen, von Japanern sichte?» Brauerei ganz nach dem Muster der in Aokohama er- mit Hilf- derselben deutschen Fabrik ins Leben gerufen die N wird. Auch in Tokio soll Achnliches geplant fern. U«. Deutschs(n Japan, welche bisher auf die in bedeutenden e" nach Ostafien ausgeführten englischen Brere an- len waren, begrüßen den neuesten Fortschritt mtt be>ondcrer Ein zwischen einer bekannten Schau- n QUÖ« auf die l-�unst und Kritik Ein zwischen einer delann« MKWKM �e� belleirisiischc Beilage zu Pftok...Ditaskalia", Schult. andere'rle'i'ts.' Der Redakteur dieser Art ist verschwindend gegenüber dem Nachtheil, welchem bei der Verwendung solcher Thiere der Ruf der Firma aus gesetzt ist. Apolda, 11. Sept. Im Gegensatz zu Ilmenau, wo gar kein Urwähler bei den Wahlmännerwahlen zum Landtag er- schien, machten hier 500 von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Die Sozialdemokraten waren es, welche diesmal„Leben in die Bude" brachten. Bei der vorigen Landtaaswabl fiegten de- kanntlich die Sozialdemokraten. Um dies bei der bevorstehenden Wahl zu verhüten, regten sich die anderen Parteien; daher die ledhafte Betheiligung, lieber den Ausfall der Wahl selbst läßt stch mit Sicherhett noch nichts sagen. Dresden, 11. Sept. Im Königreich Sachsen bestehen schon seit einer langen Reihe von Jabren die obligatorischen Foitbildungsschulen für Knadm. Die sächsische Stadt Falken stein, welche am 1. Dezember 1885 6172 Einwohner zählte, dürste die erste der kleinerm Städte sein, welche auch den Fortbildungsunterricht für Mädchen obligatorisch einführt. Es ist dies auf Antrag des Schulausschusscs von den städtischen Kollegien einstimmig beschloffen worden. Alle aus der einfachen Volksschule entlaffenen Mädchen haben bis zum 16. Jahre die Fottdildungsschule zu besuchen. Der Unterricht erstreckt sich auf weibliche Handarbeit und soll von Michaelis 1888 an deginnen. Sch«»eix. Bern, 10. September.(Frkf. Ztg.) In einigen unserer Blätter war jüngst zu lesen, daß das cidgenösstsche Departement der Justiz und Polizei ein Gesetz über die Verwendung des von der Bundesversammlung für die Fremdenpolizei bewillig- ten Kredites von 20 000 Franken ausarbeite. Ob die Nachricht in diesem ganzen Umfange richtig war oder od es sich nur um Ergänzung des eidgenössischen Bundesstrafrechts handelt, in welchem der Bundesrath einen Paragraphen gegen Polizeispitzel einzuschalten versprochen hat, muß ich dahingestellt lassen; gut wird es jedenfalls sein, wenn man einmal nähere Auskunft über diese engere oder jene weitere Frage erhält. Kaum ist die Nachricht der„Augsburger Abendztg", daß die Zollbehörde in Rorschach die Spedition eines Packets sozialistischer Schriften denunzitte, amtlich dementirt worden, so behaupten der„Schwei- zerische Sozialdemokrat" in Bern und der„Basler Arbeiter- freund", daß trotz dieses Dementis schweizerische Polizei« organe der deutschen Polizei im Kampfe gegen den Schmuggel sozialistischer Drucksachen Hilfe leisten, und sie bringen Mit- tbeilungcn, welche neue Erklärungen von Seiten der Behörden nöthig machen. Vielleicht will man jetzt im sozialdemokratischen Lager zu viel sehen, weil großes Mißtrauen vorhanden ist, vielleicht auch bewahrheitet stch das französische Sprichwort vom „ersten Schritt", unter welchem ich die Haltung des Bundes- raths in der Spitzelangelegenheit versiebe, und ist unsere Polizei zu eifrig.— Die Verhandlungen des Institutes für internatio- nales Recht, die im Äundesgerichtsgebäude in Lausanne statt- finden, haben kein großes Aufsehen machen können. Sie hielten sich bisher auf stritt juristischem Terrain. Gewannt war man nur auf die Besprechung der Frage, in welchen Fällen dte Staaten Fremde ausweisen dürfen, denn dieses Thema ist attuell leider selbst in unserer Republik. Aber Hier bewegte sich der Kongreß, wenn die Berichte der Zeitungen richtig sind, vorerst in Allgemeinheiten, und es schlug die Kommission vor, daß spezielle Regeln bei einer späteren Zusammenkunft aufgestellt werden sollen. Etwa in P.tcrsdurg oder Konstantinopel, wo an Landesverwetsunaen keinerlei Kritik geübt weiden darf?— Gestern wurde in Neuenburg die Sitzung der Friedens- und Ereihettsliga eröffnet und zwar durch den Genfer Elte Ducommun. err Cbarles Lemonnier aus Paris, der unermüdliche Letter der Liga und Redakteur ihres Organs, wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt. Im Namen der ffieuenburger Behörden bewillkommnete Nationalrath Comteffe die Versammlung. Kelgie«. Biüssel, 10. September. Der beute sozialistisch angebauchte Brüsseler I-'Korrespondent des„H. C." schreibt diesem Blatte: „Eine über die Frauen- und Märchenarbeit in dm unterirdi- schen Grubenwerkm vei öffentlichte amtliche Statistik beweist, daß dte seit mehr denn 40 Jahren erstredte B-seitigung dieser Be- schästigung auch bis heute nicht gelungen ist. Trotz der hier- durch herbeigeführten Unfittlichkeiten und wirthschaftlichen Nach« theile für die Arbeiterfamilien sträuben stch die Großindustriellen, die Arbeiten der Frauen und Mädchen in den Gruben aufzugeben, weil sie diese schleckt bezahlm und deren Ersatz durch Arbetter den Selbstkostenpreis steigern würde. Alle An- strengungen zur Bcfferung dieser Lage haben nur zu dem Ver- böte geführt, Mädchen unter 14 Jahren in den Gruben zu ver- wenden. Noch heute sind in der Provinz Hennegau 7,76 pCt. aller in den unterirdischen Gruben beschäftigten Arbeiter Mäv- chen und Frauen; in dieser Provinz befinden sich die Haupt« kohlengruben des Landes. Günstiger ist das Verhältniß in der Provinz Lüttich, in deren Gruben nur 1,08 pCt. Weiber und Mädchen arbeitm. Die Beseitigung der unterirdischen weib- lichcn Beschäfttgung ist eine vollberechtigte Forderung der Ar- beiler. und es ist bedauerlich, daß keine belgische Regierung den Math hat. diesem durch die Engherzigkeit der Großindustriellen widerung, daß er nicht in der Lage sei, die Kritiken seines Thcale rcferenten.' zu beeinfluffen, während Herr Schulte vom Brühl, der durch den Verleger von dem Briefwechsel unterrichtet worden, der Künstlerin u. a. schrieb, daß er sich moralisch ver- pflichtet fühle, seinen Kollegen mitzutheilm, durch welche Mittel jene Dame die Kritik zu beeinflussen suche. Hierauf klagte Frau Lange-Prätorius wegen Verleumdung, da ihr Brief keine Be- einfluffung der Kritik sei und da ihr jene Aeußemng eine nicht ehrenhafte Handlung imputire. Ein eingeleiteter Sühneversuch scheiterte, da Schulte vom Brühl sich weigerte, seine Aeußemng utrückzunelmcn. Die Gerichte werden also demnächst zu ent- scheiden haben, ob ein derartiges Vorgehen der Künstlerin ein %% z.s» Auf Grund der jüngsten Forschungen des Archivars von Breecia M. G. Livi veröffentlicht der Pariser„Figaro" unter dem obigen prätenfiösen Titel eine Reihe von Mittheilungen über das Leben Napoleon's 1. auf Elba.„ Bekanntlich war der Ex Kaiser auf der Fahrt nach Elba blos von seiner Mutter Lätstia und seiner Schwester Pauline begleitet, dte auf den großm Cäsar stets bedeutenden Einfluß hatten. Madame Lälitia bewohnte ein einsames Haus in Porto- Ferraio, wo ihr der Kaiser täglich einen Besuch abstattete, die Schwester hatte das zweite Stockwerk der Residenz des Kaisers inne. Napoleon hegte den sehnlichen Wunsch, seine Frau bei sich zu sehen und hatte ihr am Tage vor der Abreise aus Fontaineblau geschrieben:„Ich reise nach der Insel Elba ad, von wo aus ich Dir schreiben werde. Ich werde alles auf- bieten, um Dich bei mir»u haben Du kannst stets auf den Muth, dte Ruhe und die Freundschaft Deims Mannes zahlen. Einen Kuß dem»einen König!" Dieser Ruf der Sehnsucht blieb bekanntlich unerwidert. Napoleon erwartete von Tag zu Tag die Ankunft seiner Gemahlin, doch vergeblich. Einmal verbreitete sich die Kunde, eine Dame mit einem Knaben sei an- gekommen, und da dieser dem Kaiser sehr ähnlich sah, glaub e man. es sei Marie Louise mit dem König von Rom. Die Dame war jedoch die polnische Gräfin WalewSka. welche den Kaiser in Fontainedleau dem Tode entrissen hatte und nun kam. um ihn im Exil zu trösten. Am 3. September trafen Mutter und Kind ein und Napoleon empfing sie mit größter Zärtlichkeit. Er hatte im Freien unter schattigen Baumen ern Zelt«richten laffen, dorthin führte er seine Gäste und sagte zu der Gräsin:„Das ist mein Palast." In dieser luftigen Be- Häufung, an welche nur ein Zimmer grenzte, wohnte die schöne Gräfin, so lange Napoleon auf Elba blieb. Ihr Söhnchen, das I fottbestehenden Unwesen, welches durch die unmenschliche Ausnutzung der weidlichen Arbeitskraft bei 17 stündiger täglicher Arbeitszeit noch schlimmer wird, ein Ende zu machen. Die Klagen der Arbeiter werden immer lauter,. alle extremen Elemente der sozialistischen Pattei rühren sich. Die Regierungsberichtc sprechen selbst von der wieder sich verbreiten» den wüsten Agitation, ja, der berüchtigte Agitator Defuiffeaux glaubt schon seine Zeit gekommen, um, wie 1886, durch einen neuen Volkskatechismus den Aufruhr zu entfachen. Es ist hohe Zeit, daß das Ministerium seine Pflicht erfüllt, die Ardeiter- beschwerden endlich beseitigt und einer Bewegung die Spitze ab- bricht, die nickt nur die Ruhe Belgiens ständig dedroht, sondem auch die der Nachbarländer gefährden wird." Großbritannie«. Der handelsamtliche Ausweis pro August zeigt eine Ein» fuhr im Gesammtwerthe von 30 006 140 Lstrl., gegenüber 29 699 020 Lstrl. im August von 1887, was einer Zunahme von 1 pCt. gleichkommt. Diese Zunahme erstreckt sich sowohl in der Quantität wie im Werth auf Schlachtvieh, frisches Rind- fleisch, Kupfererze, Mais, Korinthen, Hanf, Leder, Rohzucker, Thee und geschlagenes und gesägtes Holz. Dagegen figuriren mit einer Abnahme: Butter, Wei-en, Gerste, rohe Baumwolle, Flachs, Häute, Jute, Rosinen, Reis, Sämereien, Seide, Talg» Tabak und Wolle. Der Exvort bezifferte sich auf 21 187 759 Lstrl., gegenüber 19 788 299 Lstrl., weist mithin eine Zunahme von 7 pCt. auf, die sich auf Koaks, Kohlen, Kupfer, Baumwoll» aam und Twist, baumwollene Stückgüter, Eisen und Stahl, Oel. Spirituosen, raffinirten Zucker, Wolle und Wollengarne veftheilt: wogegen Jutegarn, Jute- Stückgüter, Linnengarn» wollene Fabrikate und wollene Teppiche eine Abnahme zeigen. Der Magistrat in Glasgow, welcher unlängst eine Anzahl ftanzösiscker Ardeiter- Delegirten, die zum Besuch der Ausstellung nach Glasgow gekommen waren, zu einem Bankelt einlud, auf welchem diese Gäste auf die Gesundheit der Königin zu trinken sich weigerten, hatte sich gestern in einer Versammlung des Stadtraths darüber zu verantworten, wes- halb die Magiftratsbeamten als„Friedensrichter� ihre Gast- freundschaft auf diese Leute ausgedehnt hätten. Die Beschul- digten erttärten, nickt gewußt zu haben, daß diese Männer Kommunisten und Sozialisten seien, sonst wären sie nicht ein« geladen worden. Auch hätten sie seitdem in Erfahrung ge« bracht, daß diese Leute nickt die wirklichen Arbeiter von Per's repräsentiren. Es find die Delegirten des Pariser Gemeinde- raths, die auch anderwärts von sich reden machen, so in Brüssel, wo einer derselben unter den belgischen Sozialisten eine Rede hielt, in der er den König von Belgien einen„coqain" nannte, und Herrn Floquet einen Mann, den man nur mit dem König von Belgien vergleichen könne. Der Pariser Gemeinderath nftd denn auch von den Kanzöfischen Blättern, den radikalen nicht zuletzt, scharf angegriffen. Ein Theil der Presse richtet anläßlich der in jüngster Zeit in London verübten furchtbarm Mordthaten sckerfe Angriffe gegen die hauptstädtische Polizei und dercn Leiter Sir Charles Warren. So bemerkt das„Dar'q Chronicle": Ein Gutes werden hoffentlich diese furchtbaren Verbrechen haben: das Volk von London wird nicht länger die'Launen von Scotland Nard dulden, welche die Leistungsfähigkeit der Polizei ihrer äußern Erscheinung aufopfert. Ein Polizeibeamter sagle dem Vertreter der Presse freimüthig, daß die Polizei solcke Verbrechen, wie die Morde in Whitechapel, niemals ausfindig machen würde, und daß nichts anderes übrig bliebe, als das Ungeheuer so lange morden zu lassen, bis sich seine Monomanie erschöpft habe. Es ist nur die Wahrheit, daß London außer stch ist über den geringen polizeilichen Sckutz, welchm Sir Charles Warren ihm angedeihen läßt. Das Regime von Scotland Nard muß entweder anders werden, oder es muß aufhören." Aehnlich äußern sich die„Daily News": „Viel hängt von der Polizei ab. Es ist kaum zu viel, wenn man sagt, daß der Friede eines ganzen Stadtviertels in London in gewissem Grade in ihren Händen liegt. Wir haben uns schon früher über die Unzulänglichkeit der Polizeimacht in dem von diesen Verbrechen heimgesuchten Bezirk geäußert. Es zeugt von elendem Patrouilliren, daß so viel in einer halben Stunde geschehen konnte, ohne eine Spur zurückgelassen zu haben. Die Polizei bat sehr viel verlorenen Grund und Boden zurückzugewinnen. Sie hat in den letzten zwei Jahren viele schreckliche Verbrechen nicht ans Tageslicht gebracht." Soziales und ArveiterbeWeguua. Anfrnf an die Luruspapierpräger, Lithographie- fteinschleifer und Berufsgenoffen. Kollegen! Mitarbeiter! Berufsgmossen! Die unterzeichneten Schleifer und Präger baben sich in stiller Zurückgezogenheit vereinigt, behufs näherer Verbindung der Schleifer, Präger und sonstiger Berufs» genoffen. Kollegen! Wir Unterzeichneten treten in dieser Stunde an Euch heran mit der Bitte, doch endlich nach jahrelangem nicht nur in den Gesichtszügen, sondern auch im Klang de" Stimme eine merkwürdige Äehnlichkeit mit Napoleon 1. hatte, wurde unter Napoleon III. Minister. Außer der Gräfin Walewska traf auch die Gräfin von Rohan auf Elba ein, an- aedlich um Napoleon an sein Versprechen zu erinnern, bei ihrrm Kinde die Pathenstelle anzunehmen, in Wirklichkeit aber, um sich dem Kaiser zu attachircn. Da dieser jedoch vermuthete, die in ihrem ganzen Gebahren sehr exzentrische Dame sei von seinen Feinden entsendet worden, um zu spioniren. ließ er stch von ihr nicht lange fesseln und sie mußte die Insel bald ver- lassen. Da» elektrisch» Licht wird in London gegenwärtig de» reits zur Beleuchtung von Omnibussen verwandt. Die Akkumu- latoren befinden sich in einem kleinen Kasten, der unterbolb bis Wagenkastens angebracht ist. Die elettrische Lampe steht auf einem Gestell im Innern des Wagens und wird dadurch, daß man sie um einige Zertimenter nach rechts oder nach links rückt, entzündet resp. ausgelöscht. Das Gestell ist mit den Akkumu latoren durch einen dünnen, leicht zu verbergenden Draht ver- Kunden. Die Ladung der Batterien erfolgt alle zwei Tage. Die neue Erfindung ist auf einigen Londoner Omnibuelinien praktisch im Gebrauch und funktionirt vorzüglich. Da» fehlende Karzerthurschloff. Eine ergötzliche Ge» schichte wird aus einem Kanton der Schweiz berichtet. Der Schulinspeltor entdeckt, daß das Schloß an der Karzerthüre feblt. Er erstattet sofort bei der Erziebungsdirettion entrüstet Anzeige. Die Erziehungsdirektion macht Mittheilung on die Baudstrktton, die Baudirettion an das Bauinsvektorat. Das Bauinspeklorat untersucht den Thatbestand und findet das Schloß an seinem Platze und die Sache ganz in Ordnung. Das Schloß wer nämlich einer Reparatur wegen weggenommen und andern Tags wieder befestigt worden. Das Bauinspektorat macht alsbald von diesem Sachbefunde der Baudirektion, und diese der Erziehung-- direktion Mtttheilung, von wo die beruhigende Erklärung cn den Sckulinspettor gelangt, daß das Karzerlhürschloß wieder an seinem Orte sei. Schließlich schreibt der Schulinspeltor in seinem Bericht an den betr. Lehrer, es habe unangenehm berührt, daß s. Z. das Schloß an der Karzerthüre gefehlt habe. Das amt- liche Schulblott endigt diesen getreuen Bericht mit den höflichen Worten:„Sollte irgend eine Instanz vergeffen worden sein, so bitten wir um Entschuldigung, indem es nicht in unserer Absicht lag. Jemand durch Uebergehung„wissentlich oder ur.» wissentlich zu beleidigen." Schweigm fich einmal aufzuraffen. Was ist t§, was Ms so lange fern gehalten von dem Fachverein der Litbographiesteinschleifer und Berufsgenossen? Ist es Zwist und Neid? O nein, das darf es nicht sein. und wir, die unterzeichneten Präger, wissen»u gut, daß es nicht Zwist, nicht Neid ist, sondern nur der Jndifferentismus, welcher uns so lange fern gehalten von einem Vereine, dä unseren Anschauungen entspricht und der zu dem werden kann, wozu er berufen, eine Stätte des Friedens, wo die Ge» danlen ausgetauscht werden, wo über das Beschluß gefaßt wird. was uns frommt. Wir lönnen es mit Freuden begrüßen, daß die Zeit gekommen ist, wo uns von unseren Mitarbeitern und Berufsgenossen die Bruderhand gereicht wird; denn ein Verein, der stch eines dreijährigen Bestehens erfreuen kann, ist der Unter« stützung werth, und in dem Maße, als derselbe unsere Unter- stüyimg erhält, ist derselbe im Stande, unsere Interessen zu ver- treten. Darum fort mit allem Hader, nur muthig Hand ans Werk gelegt, denn die Zeit ist da, wo nichts mehr notb thut, als eine fest gegliederte Organisation, um die Schäden und Mängel in unscrm zßeruf zu erkennen und dieselben dadurch abzuschaffen. Weiset die dargereichte Bruder- Kollegen, Bemssgenoffen!.. Hand nicht schnöde zurück, laßt die Vergangenheit ruhen, denket an die Gegenwart und Zukunft, denn wir find überzeugt, daß Ihr alle den Mangel an einer Organisation empfindet. Wie mancher von Euch wird bei seiner schweren Arbest einen Ge- danken gefunden haben, wo ihm alsdann der Ort fehlte, den- selben auszusprechen, denn nicht allein und immer kommt die Weisheit vom Kathedcrtisch des Gelehrten, nein, auch der praktische Ardeiter denkt über die Verhältnisse nach, und hat er Gelegenhest, in einer Organisation, welcher er angehört, diese Gedanken auszusprechen, so werden dieselben dadurch lebendig und bekommen Kraft und Werth, wo hingegen dieselben ohne eine vernünftige Organisation verloren gehen. Kollegen, Berufsgen offen! Laßt Euch durch nichts abhalten, unserem Mahnrufe zu folgen, nehmet Euch ein Beispiel an den Kapitalisten und sehet, wie einig fie im Allgemeinen find. Sorget dafür, daß auch wir zu einer festgcgliederten Organi- sation kommen; nickt Politik oder sonst etwas soll uns trennen, sondern einigen soll uns das Wort Schiller's, indem er sagt: „Immer strebe zum Ganzen und wenn Du selber kein Ganzes kannst werden, so sckließ als dienendes Glied an ein Ganzes Dich an". Auch diese Worte des großen Dichters sind so recht geeignet, uns� aufzumuntern, dort hinzugehen, wo unsere Mit- arbeitet und Berufsgenoffen schon einen Grundstein gelegt haben, um dort als dienendes Glied dem Ganzen uns anzuschließen. In der guten Hoffnung, daß unser Mahnruf nickt wirkungslos verhallt, laden zu reckt zahlreichem Besuch der Versammlung am Montag, den 17. d. M.(siehe Inserat dieser Zeitung), Abends 9 Uhr, Grenadierstr. 33, die Unterzeichneten ein. W. Zechert, Schleifer. P. Selbmann, Präger. O. Lipkau, Schleifer. F. Riemer, Präger. F. Wetzet, Schleifer. M. Fischer, Präger. Kereine und Uersammwuse«. StA*««4 A***(ÖX AMM Der Uerei« der Modelltischler veranstaltet am Sonn- abend, den 15. September, im„Vorstädtischen Kasino", Acker- straße'l44, um 8t Uhr einen geselligen Abend mit Damen, und werden die Mitglieder ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Gäste find herzlich willkommen. Uersammlung der Vereinigung der Maler und r wandten Berufsgenoffen Deutschlands, Filiale Berlin W.# SW., am Dienstag, den 18. September, Abends 85 J Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Schweitzer. 2. W esnes Bibliothekars und Ergänzungswahl der Arbeitsoer«« lungskommisfion. 3. Grenzregelung. 4. Verschiedenes. AUgrmelnr Kranken» und Kterbekajse der Mch1 ardeiter.(E. H. 29, Hamburg.) Filiale Berlin L MitgÜt» aersammlung am Sonnabend, 15. September, Abends 8t f Lichtenfelderstr. 7/8(Wilbelmshöhe). Tagesordnung:'!. dericht. 2. Innere Kaffenangelegenheit. Um zahlreiches ff scheinen der Mi' { Atglieder wird ersucht. Allgemeine Kranken» und Kterbekafse der M't iurg.) Filiale Berlin VI. Loml ardeiter.(E. H. 29, Hamburg.„_______________ den 16. d. M, Vormittags 105 Uhr, Gartenstraße 123 Krüger: Mitgliederversammlung.. Der Fachoerein der Metallarbeiter in sZa«», Wall «nd Dampfarmatnren hält Sonnabend, den 15. d. Abends 85 Uhr, bei Heidlich, Beuthstr. 22, 1 Tr. seine jlr. 2J gliederversammlung i des Herrn Gerisch ü mit folgender Tagesordnung ab:«-"•an.,. ,-"- über das Sinken der Rente. Innere@ � nnsanzelegen Heiken. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste% Qn Mitglieder� eingeführt haben Zutritt. Das diesjährige vergnügen findet am 24. November d. I. im selbigen Lokales Mitgliederversammlung der Fiiale Kerii« 7% Allgemeine« Kranken» und KterbrkaMe der KW* arbeite»(E. H. Nr. 29 Hamburg) am Sonnabend,' 15. September d. F., Abends 85 Uhr, bei Jakob, Lind» straße 26. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Wohl' Beiftagsammlern und Krankenbesuchern. 3. Verschiedenes Die U RT 1 geioi �|Wch: gereck I�nnal ort Met las Nikt dl Jtptui ngsai V"•rnznUU! �ünftl. V i Theater. Freitag, den 14. September. Das Rhein gold. Ach�piethau»(im M allner» Theater): tefKng-Theater: Nathan der Weise. Dtentsch«» Theater. Graf Waldemar. Pariser Theater. Mestdenl-Theater: Are«'» Theater l »Uhetmstädtisches Leben. Francillon. __________ Fidelio. KeReallianre» Theater: Tricoche und Cacolet. Mrtvria-Theater: Die Kinder des Kapitän Tränt._ Adalph-Trnst Theater. Die drei Grazien. - � Varittt t Spezialitäten« Vor« «eaeardi«- Theater: stellung. Theater der Reichshalle»: Spezialitäten- Vorstellung. Spezialitäten« Vor- königstädtisches Theater. Alexanderstr. 40— Kurzestr. 6. Stadt« und Pfcrdcbahnverdindungcn nach allen Richtungen der Stadl. Heute» Freitag, den 14. September: Zum 152. Male: Der Kettelstudent von Kerlin. Große Gesangs- Posse in 5 Bildern von Martin iöhm und Hugo Busse. Kasseneröffnung 65 Uhr, Anfang 7t Uhr. Bons und Zeitungs-Ausscknitte haben Glltigknt. Alles Nähere die Anschlagsäulen. Sonnabend» d. 15. Septbr.: Dieselbe Vorstellung. Americau-Theater. Direttion A. Reiff. y#llA*rthea*er#*rm#me Nr. IS. Freitag, den 13. September: Zum 9. Male: Die Weisheit Salomousky s. Berliner Lokalpoffen-Pantomime von R. Anaer. Mufik arrangirt von R. Thiele. 1. Bild: Die Renommnstunde bei Haase. 2. Bild: In der Academy of rnusic. 3. Bild: Bei Mutter Pignatelli in Cour- saal. 4. Bild: Berlin um Mitternacht. 6. Bild: Vor'm Schöffengericht. Neu einstudirt: Tausend und eine Nacht. Operette von W. Köhler. Mufik von R. Thiele. Austreten der drei Geschwister Delbpierre, des Jnstrumentalisten Herrn Krüger, des Mimikers Rivoli und des Herrn Mattin Bendix. Anfang 75 Uhr. Entree 50 Pf., Parterre 1 M., Ballon 1,25 und 1,50 M., Parquct 1.50 M., Sperrfitz 2 M., Loge 2 M., Balkonloge 3 M. Billet Vorverkauf Vormittags 11—1 Uhr an der Kasse. Ptenfimlullg für Kirdorf«. Umgegend Könnt»g. den 1«. Sept., Kor«. lv5|(hr, im Saale Ball champetre Nen« Welt. Tagesordnung: Allers- und Jnvaliden-Verficherung der Ardester. Referent: Redatteur Max vchippel. 570] Der Einberufer. Jnleressen-Verein der Tischler. Sonnabend, den 15. Septbr., Abends 3t Uhr, Köpnickerstt. 68: Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Crnitz. 2. Auf- nabme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes. 575] Der Vorstand. Möbel-, Kpiegel- nnb Uolstermaaren-Magazill Franz Tutzauer, von Kopnickerstrasse 24(nahe der Kopnickerdrncke). MM" Reelle Maare. Prompte K-dienung. Solide Preise."W Möbel-, Spiegel-«nb Nalsterwaaren- Mag von Julias Apelt, Sebastianstraße 27- N«rU« Maare. Prompte Kediennng. -28. Ms Vor .?ttnehm Mweren, jialistisll Als di AS S*1 furcht Sinnen nock «»a ein 3 JES' wur Fachoerein! der Kithographie- ßeinfchleifer» Kernfsge». Montag, den 17. September, Abends 9 Uhr. Grenadierstr. 33:[573 Versammlung. Vottrag des Herrn Sander über Zweck und Ziel des Fachveretns.— Gäste willkommen.— Die Luxuspapierpräger find besonders zu dieser Versammlung eingeladen. Der Vorstand. Soeben erschien: Die franiöstsche Revolution. Von W. Bios. Heft 4. Preis»0 pfg. Zu beziehen dmch die Grpedttio» de»„Kerl. Polksblatt", Zimmerstraße Slederverkäufern Rabatt« fet auffc *% mit SjKßnüf �fen wc 'hmern c 'fkwürfm Vung d< �uvteten Monaten, Besch, �ernehmi «Uer einzr W Mörder _ Die T 01 Schied M»' setzt ;«i ollverfi, fe: 4z Gcneralveisammlung der Produktiv- u. Robstoff- Genoffenschaft der Schneider zu Kerlin (Eingetragene Genossenschaft.) Dienstag, de« 18. September 1888, im Lokale Mohrenstr. 40. Tages-Orvnnng; 1. Monatsbericht. 2. Vorstendswahl. 3. Geschäftliches. 577 Dar Vepwsltung.path. Verein der Sattler. Gemiichliche» Zusammensein inet Ta«l[572 am Sonntag, den 16. September, in Gratweil's oberem Saal, Kommandantenstr. 77. Ans. 6 Ubr. ~ 10 a* Eine Keif» durch Kay, Fahrt mit der Gottharde Der ganz« Trauerzug und Auf eahrung Kaiser fern. hrt mit der«ottharddahn. Trauerzug und Auf: Wilhelms im Dom »nt««& Spei. 20 Pf.. Kind nur 10 Pf. Abonn Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Thestnahme, die uns beim Tode unseres lieben Gatten und Baters Gottfried Tonn zu Thell geworden, sagen wir allen unfern rnnigstcn Dank. Insbesondere dem Herrn Fachoerein der Steiudrucker und Lithographen. in. stiftiagsfest Humopiatischcp mar cnabend Sonnabend, den 22. September, in Mund t's Salon, Köpnickerstr. 100. Billtts find zu haben bei den Herren Vorstands« Mitgliedern: A. Fastrau. Steindcucker, schön- leinstraße 23, 3 Tr.; M. P.e.ß, Lithograph, Krautsstr. 26a, 3 Tr.; O. Sillier, Steindrucker, Krautsstt. 26a, 4 Tr; P. Spielmann, Stein- drucket, Adalbertstr. 83, 2 Tr.; P. Springer, Lithograph, Gräfestr 81, 3 Tr.; A Hendrich, Steindrucker, Langestr. 86, 3 Tr.; W. Weide, Steindrucker, Köpnickerstr. 64», H. 1 Tr.; A. Leuschner, Schönhauser Allee 700, sowie im un- entgeltlichen Arbeitsnachweis des Vereins bei C. Sckeivenreich, Steindrucker, Eiisadelh Ufer 42. Uch KMcr pro 1889 Soeben erschien und ist durch die Expe- dition dieses Blattes, Zimmerstraße 44, zu beziehen: Der Deutsche Hafidwerker- lllid Arbeiter-Doth-Kaleuder für das Jahr 1889. Inhalt: Kalendarium mit Geschichts- kalender: Postalische Bestimmungen, neu zusammengestellt und ergänzt; Da« neue Mehrgefttz vom 11. Februar 1888; Aus« zag aus dem Reichs- Patentgesetz; Gesetz. betreffend den Verkehr mit biet- und zinkhaltigen Gegenständen vom 25. Juni 1887; die wichtigsten Bestimmungen der Gewerbe- oidnung über das Verhältniß der gewerb- lichen Arbeiter zu ihren Arbeitgebern; Das neueste Jnnungsgcsetz vom 6. Juli 1887; Die hauptsächlichste« Keflimmunge» an» fiimmtlichen in Drutschlan» geltende» Verei->»ges,tze«; Einnahme- und Ausgabetabcllen für die Haushallung; Schreidpapier mit Datum für Tagesnotizen; Leeres Schreibpapier in ver stärktet Bogenzahl; Btteftäschchen. Wir haben, wie seit vier Jahren, den Kalender wieder in zwei Qualitäten an- fettigen lassen, 1. Qualität brieftaschenattig, sehr gut gebunden, mit Gummiband und mehr Schreibpapier wie Sötte 2; Preis 75 Pfg. 2. Qualität, einfache Ausgabe, solid ausgestattet, mit weichem Einband, etwas weniger Schreibpapier wie Sötte 1; Preis 50 Pfg. Wi-d»roerkS»?«r erhalt»» lohne«. dem Rabat«. Michtig für dem„ftard-Sezirk Chausscestraße 83, vis-a-vis ver Liesei Reellste und billigste Einlauft quelle für Schuhwaaren jeder Art. Durch Miethsersparung und eigene Fadri? der Obertheile und Unterboden biete ich j Konlurrenz die Spitze. Reparaturen vom Kernleder sofort.. 0. Päse, Chausseestr. 83, a. d. Liesen«: reich zur Seite gestanden. 571] Pantine Ton« nebst Kinder« Vttrbrucher Fett-Gänse, auch ausgenommen und getheilt, Lebrp, Liesen und Klein, sowie sämmt- liches Geflügel empfiehlt billigst R. Sasse, 514 5 MichaelkircHstr. 5. — Mitglieder, welche durch Votträge beim Herrenabend mitwirken wollen, können stch bei Odenstehenden einige Tage vor dem Feste melden. 559] Oep Vorstand. Aoßtaöak I 56 .©oldselrnldt ... 2. Ortover«. And.IpMankrDrückcö am Haokschen Markt. Möbel. Spiegel u Polsterwaaren rfflenet Sabril wegm Erspamng der Ladenmieth, billia Krunnenstraß« 88. - ttar*-****- Ltng nach Uebereinkunft. Letlkii. 10 MM, Im Verlag»»«# J. H. S»rt tft(«*<««ta.— Ei» fdOlMtnminatliO" «ick»««.- Refft« a»k Märilr.- Im Lauf kei Jahre»(mit Vitt).- vratrice Cm et(PjT Natt).— Um ei» Haar. Cr>llhlimg»an H». 31»% —»er alte Becker(mit Portrait).— Die So1'', (BUH).— von kern CinfluH der Sonne und p pionde» auf da« Wetter der Crde. von Cito XiV* — Weii'» mi freut,»edichi mit Illustration., Beim Pfandleiher(Bild).- vlelhe dir getreu. Erillhlung von H. Rodert.— Sllngerfpru� Gedickt oon 3. Andorf."" den Pst Die Samenbildung� � den Pflanzen UN» die Einheit der Aeugungiart. Pflanten- und lhierreich. von Prof. Dr 9»om Port(mit Illnstr).-»llerlei Wunder ,mit?ll>W — Gedenldlatt an z. o. ckichendorfi.— Der ff*. Schuffer. Erzählung oon S. Werner(illustrirt) vr.»dolf Douai(mit Portrait).— Wilhelm«">>'7. -r—— ,�.l»«ue.» o /«.,♦ dn.irtrow cito«(mit Portrait).— Mar«aofer(mit PorM�, - Ei» mufifalifch« Bäckerlehrling,«r,»»? von Clara Reichner— Aliegende Blätter(illustrn«- — Rebu», Räthfet tc. Hierzu 4 Kuztfer: Lied« Besuch—»a» ffch"Lz da»»eckt stch— Sammerlufl— Wwitra"� — 1 Wandtalend« Peel» 50 Pfeniiß. Z« bezieh»» durch die dition de»„Berliner m blatt". Zimmerstraß« Vr.*** Wiederderkäufer erlialte« hou� Rabatt. I m & kommen ÄW L, Wir r die ornte Rei % .ÄZ .!«"» ben.i Arveitsmarst�. Tüchtige Former nnd Eifeieo� sofott Stellung.® Aktiengeftllschast vonm b. Gladenbcck � � .ltU|U�U|S vvtll». vsaavav-.- Bildgießerei in FriedrichshaZ� p% Meldungen in Frledrichohagen�ovtt-�jX kaufslager, Berlin, Leipzigerstt. 12]� Grundirer auf Golvlcisten verlang.�x?� 557]_ KriSan. Kottbustt�� Bildhauerlehrl. verl. Schmidtchen, S!a»a»»Ull4a SfetuHo«: K. in arfta. Bnnl un»'Min... 9„0„.8W„- SÜSTlS k«lnib, M» A zZ-'l Pften. 1 i <1 [er und« :Itn W.« ds 84« eitsverM te§. er Metz MilrM ibä 8t A : 1. A°U' lreiches t; er M't' .(Sjonnlj ifee 123 Beilage zum Berliner Bolksblatt. rr% labend, 5 !. AÄ -denes. W Kr. 216. Freitag, de» 14 September 1888. 5. Jahr». i5*#1•HnfaffoetficfierDng. seine � t, t Unternehmer werden in ihren Anariffen aegm das ib: VcA�Uverficherungsgesetz immer dringender. Dieses Gesetz hat Innere«»�uch den Arbeitern einige Vortheile gebracht, die wir von Gäste dz Mng an richtig anerlannt haben. Das Reichsverfich. rungsamt ciae WiiZ bis jetzt wenigstens mit dankenswerther Unparteilichkeit i Lokale n ÜIut, geiorgt, daß es den Untemehmerverbänden, den Berufs- -lt« 7# r cfMdjaften, nicht geglückt ist, die wohlthätigen Wirkungen Gesetzes für die Z......."" 1 kiek" Lies le für !e ich vom ite ü M täti r;'J g# Ä» s0 würde bei seinen Entlcheidungcn cechtigkeit geleitet, sondern folge falschen theoretischen Iiit>,.j?"ungen und zeige falsche und parteiische Arbeiterfreund- K n'a®t5bct kann man nicht gut sein. Von hier aus bis „Ü Ä? Angriff gegen den Bestand und die Zusammen- �8 dieser hohen Reichsbehörde ist nur noch ein Schritt, und mtSj°uch ficher nicht lange auf stch warten laffm. >6*!� ,er im ersten Anlauf keinen Erfolg erzielen, so wird >��kehren. Bei der heutigen Verthcilung der Gewalten k.i-.,1..Mischenden Anfichten liegt die Befürchtung sehr nahe, §'±*1 oü011� schließlich von Erfolg begleitet find. Muß das a,7?"chcmngsamt aber seine heutige Haltung ändern und �Niederungen des Kapitals weichen, dann ist auch das °erficherungsgesetz eine todte Form und für die Arbeiter ■"Amen werthlos. n v- ,D9acn dabei nicht etwa den Glauben aufkommen 'd'«, beutige Vertretung der Arbeiter im Reichsverfiche- arme se, irgend wie als die Ursache der Gerechtigkeit dieser Sieichsbehörde zu betrachten. Diese Annahme wäre » falsch. Die Scheinvertretung der Arbeiter, die das Un- > ��ngsgesev zuläßt, giebt weder den Schiedsgerichten sjr Rerchsvcrstcherungsamte irgendwie eine Stärkung nach kew mf1 ArbeUerfreundlichkeit hin. Sie hat für die Arbeiter oi« �®etkh- Die Haltung des Reichsverficherungsamtes erklärt rfin» vorwiegenden Einfluß des höheren Beamtentbums in oZV- das in Deutschland noch durchaus nicht in seinerMehrheit „ drrkn ecktet ist. sondern zu dessen Ansprüchen auf die ?>»£»»! U kw Reiche noch immer eiue abweisende Haltung «r?[5*"" auch manche„Spitzen" durchaus im Fahr- ife Rentenjäger fahren. Das deutsche B.amtenthum hat sej„„ Ue Steigungen, theils proletarische Instinkte, die ihm z Mehrheit beide Abneigung gegen das Treiben des be« i? Üa-�t/k?p'kals einflößen. Diese Abneigung zeigt fich dann N di. a?ddaren Ardeiterfreundlichkeit. Wir fürchten sehr, jetzt vollziehende Hineinziehung der land und jWlirt �östlichen Betriebe in die Unfallversicherung nicht ohne Nb. Sn hf Auffassung des Reichsverficherungsamtes bleiben Wenigstens wird es Angriffen von dieser Seite weit l. leisten können. Blich wollen wir noch einen Blick auf die„Be- c», �*Mfen, die die Unfallversicherung dem Bau- Di? S? unsere Leser besonders interesfirt, auslegt. köstliche Baugewerks-Berufsgenoffenschast(beide Pommern und Brandenburg, umfassend) ver- «ne wenigstens oberflächliche Ueberficht ihrer detrugen die Beiträge der Untemehmer im ttsten K&Ä'»t. «� 1887 sezahlten Löhne. Dieser Beitrag . Ol I f A# M„ 1 war aber im 1(1 Sieben müssen" Ehrlich zu zahlende Entschädigung Lt �4�'UfrÜnb Ma??�-°ukhören werden, als neue dazu „a% SÄtSSÄ feüfnn, weiter begründet, wir wollen sie aber ug, zu welcher uns ja auch jedes Material ...... Ardeiter einfach zu konfisziren, worauf fie 7°?! gerechnet haben mögen, als fie das Lob dieser„sozial- ?lnna>orischcn Maßregeln" mit vollen Backen priesen. Fetzt nf'l das Lied ganz anders. Die Zünftler, besonders die Mller des Baufaches, schmähten schon lange das Reichsver» �rungsamt und warfen ihm offen Ungesetzlichkeit in seinen T�cheidungen vor. Man gab ihm Anfangs den die Moral Künstler kennzeichnenden guten Rath, es möge fich doch (S so viel Arbeit aufladen, dadurch daß es gerecht ent» Met. Weil es so oft die Entscheide der Berufsgenossen- M Vorstände umstoße, schädige es nicht nur den Profit der /Mnehmer, sondern veranlasse auch die Arbeiter, fich oft zu Mweren, Dieselben werden schon so durch die bekannten «Wolistischen Agitatoren" über ihre Rechte leider zu viel auf- «»ort. ».Als dieser heuchlerische und schmeichlerische gute Rath beim �lchsverficherungsamt kein Verständniß fand, als fich dies vor �Mehrarbeit, der ihm aus den gerechten Beschlüssen erwuchs, yw fürchtete, als es in sehr achtungswerther Weise auf dies ij'nnnen dadurch antwortete, daß es geradezu erklärte, es noch viel zu wenig Beschwerden zu seiner Kenntniß, nur 2* ein Drittel der Fälle, die zur Beschwerde Veranlassung Pw, würden ihm vorgetragen, als es also geradezu die Ar- �ler aufforderte, fich mehr und öfter zu beschweren und fich i mit den Bescheiden der Bcrufsgenoffmschafts Vorstände ... begnügen, die lediglich im Interesse der Unternehmer Frsscn werden, da beaann ein feindseliger Ton bei den Unter- j{b>nem gegen das Reichsverficherungsamt. Man begann mit "�würfen gegen dasselbe. Die Bauzünstler warfen ihm Auf- istung her Arbeiter in wenig versteckten Redewendungen vor, Loteten, es reize die Begehrlichkeit der Arbeiter an, und TÜangt-n, daß cs die Arbeiter öfter abweisen solle, damit diese Beschwerdeweg adpeschreckt werden. Ein Mittel, das die F'emehmer selbst versucht hatten, zur Abschreckung der Ar- 7»ir einzuführen, war auch vom Reichsverficherungsamt desei- "W worden. Die Berufsgenossenschafts-Vorstände hatten es nämlich bei 5» Schiedsgerichten durch den Einfluß, den sie da befitzen, Mh»« setzt, daß diese entgegen den klaren Bestimmungen des L» allverficherungsgesetzes, welches das Beschwerdevcrfahrcn für die Meiter als kostenfrei erflärt, den abgewiesenen Arbeitem doch .�Kosten auflegten, bis das Reichsverficherungsamt hier da« I«schen trat. a auch diese versteckten Angriffe gegen das Reichs- rungsamt den Sinn der Gerechtigkeit und Billigkeit in lben nicht haben erschüttern können, so beginnt man jetzt irreres Geschütz aufzufahren. Voran gehen diesmal nicht vre »Mm zünftlerischen Betriede, sondern die Großindustriellen be. den Kampf._ W c i w, Die.Eisenzeitung", das Organ der großen Unternehmer yr i��nde der Eisenerzeuger und Verarbetter, deginnt den Kampf Kl1" tos Reichsverficherungsamt mit der groben Beschuldigung, ' würde bei seinen Entlcheidungen nicht von Sachlichkeit fehlt, als richtig annehmen. Nun macht der Arbettslohn etwa ein Viertel der Baukosten eines gewöhnlichen Gebäudes aus, die Baugcschäftsinhaber werden durch den Beitrag zur Unfall- verfichcrung also um etwa ein halbes Prozent ihrer Gesammt- kosten belastet. Daß es ihnen ungemein leicht werden muß, diese sehr geringe Belastung auf das bauende Publikum und auf die Arbeiter vb-uwö!zen, bedarf keines Beweises. Das ist überall schon lange und mit bedeutendem Zinsaufschlag ge» schehen. Schon eine Verlängerung der Arbeitszeit von zwölf Minuten täglich durch verspätetes Abrufen durch den Polier reicht hin, um den Beittag des Unternehmers den Ardettern aufzulegen. Und deshalb das Geschrei gegen die Gerechtigkeit des Reichsverficherungsamtes! Deshalb dieses Geheule über die Be- lastung der Unternehmer durch die falschen„theoretischen und arbeiterfreundlichcn" Entscheidungen des Reichsoerfiche« mngsamts! Das Unternehme! thum zeigt sich hier in seiner ganzen nackten Selbstsucht und Volksfeindlichkeit. Ebenso scherzhaft ist das neue Gebeule über die angebliche Ausbeutung der Unfollverstcherung durch„Simulanten". Es find zwei Fälle, sage zwei Fälle, im ganzen Deutschen Reich nachgewiesen, daß fich Personen in betrüglicher Weise eine Rente erschlichen zu haben im Verdacht stehen. Der Beweis, daß es wirklich geschehen ist, ist auch noch nicht geführt. Diese beiden Fällen benutzen die Unternehmerblätter aber bereits, um nach Maßregeln gegen alle Rentenempfänger zu schreien, die etwa darauf hinauslaufen, fie zusammen in eine Art Zuchtbaus zu stecken, um fie angeblich daselbst noch heilen zu können. Wenn die Herren könnten, wie fie wollen, dann erhielte wohl selten ein Verunglückter eine Rente. Zokale». Der„Kladderadatsch,, kommt immer mehr und mehr herunter an Seele und Leid, d. h. an geistigem Inhalt wie an Abonnentenzabl. Geist und Witz sucht man in seinen Spalten schon seit Fahren vergebens, und je dürstiger der Inhalt des Blattes geworden, desto mehr hat sich naturgemäß auch die Zahl seiner Abonnenten verringert. Zwar prangt im Mosse'scken Zeitungskatflog der„Kladderadatsch" noch immer mit 40000 Abonnenten, aber man weiß ja, Papier ist geduldig— in Wirklichkeit zählt er kaum noch 15 000 Leser. Was ihn über Wasser hält, das find lediglich die Fnscrate. nicht nur, weil fie Geld, sondern auch in die Oede des redaktionellen Inhaltes einige Abwechselung dringen. Wer weiß, wie lange noch? Bei dem chronischen Abonnentenschwund wird wohl auch der Reklametheil bald zusammenschrumpfen, und wenn dann die Leser nichts Interessantes mehr in seinen Spalten finden, schläft mit dem Letzten von ihnen auch„Kladderadatsch" selbst ein. Fromme Tugend findet keine Anerkennung und keinen Lohn mehr in diese: sündigen Welt. Kampfesmittet«userer Wegner. Wie oft ist es schon gekennzeichnet worden, zu was für Mitteln unsere Gegner greifen, um uns zu�v ernichten, um uns finanziell zu ruiniren. Besonders die Existenz zu vernichten, scheint die Aufgabe ge wiffer Ehrenmänner zu sein, denn fie wissen ganz genau, daß. indem fie die Erwerbsquelle unterbinden, fie uns kampfunfähig machen. Erst die Existenz selbst mit den unsaubersten Mitteln ver- nichten, dann aber stch hinstellen und der Welt in die Ohren rufen:„Seht, das kommt davon, der fit Sozialdemokrat, der gewissenlose Agitator, der Wühler, statt für seine Familie zu sorgen, läßt er dieselben nothleiden und verbummett die Zeit mit Aufhetzen ordentlicher Ardeiter." Dieselben Ehrenmänner, die diese Redensart beständig im Munde führen, bekommen es aber auch fettig, über denselben nach ihrer Meinung„gewissenlosen" Agitator, so lange es ihnen(den Ehrenmännern) nicht gelungen ist, seine Eristen, zu untergraben, so lange es demselben nicht nur möglich ist, seine Familie zu erhalten, sondern auch noch einige Zeit zum Kampfe für seine leidenden Mitmenschen zu opfern, täglich dm gläubigen Philistem zu verkünden:„Seht, dessen Arbeit, dessen Geschält ist nur Schein! Ec ist besoldeter Agitator." Wo bleibt da die Konsequenz? Doch diese sucht man bei dergleichen Leuten vergebens— fragen wir also lieber, an wem liegt hier die Ge- Wenn aber selbst Leute, die sich bei jeder Gelegenheit mög- lichst freiheitlich aufspielen, fich zu solchem wahrhaftig doch gerade nicht ehrenvollen Bütteldienste hergeben, so zeigt das deutlich, welche Bedeutung ihre Frccheitsph-asen haben. Nicht zufrieden damit, die sogenanntm Agitatorm bei ihren Arbeitgebern an- zuschwärzen und außer Arbeit zu dttngen, nein, wenn dieselben dann die Kraft, die Energie und, was wohl die Hauptsache ist, die Mittel dazu auftreiben können, fich selbstständig zu machen, dann geht bei den gewissenlosen„Ehrenmännern" die Wühlerei erst recht los, denn diese Herren find es einzig und allein, die den Namen„Wühler" wirklich verdienen! Daß der stch selbst- ständig machende Ardeiter bei diesen Leuten weder Geschäfts- lokal noch Wohnung vermiethet bekommt, daran find wir längst gewöbnt, aber dabei bleibt es nicht; zu ganz gewöhnlichen Spionir- und Spitzeldienstm geben fie fich ohne die geringsten Gewissensbisse hin; paffen auf. wo der Ver- haßte wohl miethen möchte— und dann geht es im Sturmschritt hin zu dem betreffenden Wirth, in den grellsten schrecklichsten Farben wird das rothe Gespenst an die Wand gemalt,„die fortwährend im Hause liegende Polizei muß oufmarschiren!" DaS Unglück, einen solchen Miether in's Haus zu bekommen, wird mit vor Erregung zitternder Stimme geschildert— schauderhaft! Es kommt dann und wann doch vor, daß der ch ch ch Rothe flinker war, als der „Musterbürgel", oder daß cs noch Männer giebt, die einen Jeden nach seiner Facon selig werden lassen, und der über- eifrige Eristcnzuntergraber muß mit langer Nase abziehen, ent- schädigt sich dann aber meistens dadurch, daß er in der Nach- barschaft herumskandalirt. Wenn man bedentt, daß diese„Muster- düraer" zum großen Theil von Arbeitern leben, ja mttunter aus- schließlich, so fragt man sich: ist es Schlechtigkeit oder Bornirt- hcit, daß fie die einfach nach Menschenrechten strebenden Prole- tarier verfolgen, verbctzen? Den Arbeitern, wie überhaupt allen rechtlich denkenden Menschen, müßte es aber die httligste Pflicht sein, in erster Linie diejenigen zu unterstützen, die in ihren Reihen stehen und kämpfen, die meist durch obrge„Ehrenmänner" zur Selbstständigmachung gedrängt wurden, da fie durch alle möglichen Maßregelungen keine Arbeit mehr erhalten konnten. Es giebt in unseren Reihen schon fast sammtliche Handwerke und Geschäfte, wir haben Schneider, Schuhmacher, Tischler, Materialwaarenhändler-c. Diese unterstutzte man vor allen Dingen. An den ein eigenes Geschäft grundenden Gemäß- regelten liegt cs aber auch, gute Maaren zu liefern, und wenn ihnen dann die Unterstützung seitens der Arbeiter zu Theil wird, werden diese Geschäftsleute konkurrenzfähig gemacht und kon- kurrenzfähig erhalten. Man darf aber nicht scheel auf die selbstständigen Geschäfts» leute in unseren Reihen sehen, d. h. wenn fie es ehrlich meinen und nicht, wie es zuweilen vorkommt, blos das Interesse zur Schau ttagen. Man müßte nach Möglichkeit danach streben, daß mehr und mehr unabhängige Existenzen gegründet werden, um desto erfolgreicher den Kampf für eine bessere Zukunft der Arbeiter führen zu können. Denn wie Tausende von Fällen bewiesen haben, werden die abhängigen Arbeiter, sobald fie es wagen, öffentlich für die Interessen der Mitmenschen einzu- treten, gemaßregelt. Darum haltet fest zusammen und unterstutzt Euch gegenseitig und macht dadurch die Kampfesmittel unserer Gegner zu nichte. Errettung vom Kcheintode. Rasch ttttt der Tod den Menschm an und es ist demzufolge nur weise gehandelt, fich mit dem Gedanken an den Tod vettraut zu machen. Wenn auch für den geistig Starken dieser Gedanke nichts schrcckdarcs in fick schließt, so erfaßt doch auch diesen ein stilles Grauen bei dem Gedanken an die Möglichkeit, lebendig begraben zu wer» den. In größere Kreise die Bildung erfaßt, desto weiter scheint stch dieser entsetzliche Gedanke, diese Furcht vor dem Lebendig» begrabenwerden verbreiten zu wollen, denn die Zahl derjenigen, welche bei Lebzeiten dafür Sorge tragen, daß nach ihrem Tode mit ihrem Körper den Tod ficher verbürgende Operationen vor» genommen werden, wird immer größer. Diese Furcht aus der Welt, aus den Menschenherzcn zu verbannen, ist die Aufgabe, das Ziel, welches eine in Wien patenttrte neue Erfindung kühn anstrebt. Der einfache erfundene Apparat läßt sich seinem Wesen nach folgendermaßen schildern: Fn dem Deckel des Sarges befindet sich eine kreisrunde O-ffnung, welche durch eine drehbare Gold Verzierung unauffällig verdeckt werden kann. An der unteren Fläche des Deckels läuft eine Metallplatte, welche von einer Feder festgehalten, durch lieber» Windung der Federkraft aber vorgezogen werden kann, bis fie die Oeffnung des Sargdeckels verschließt. Wird der bewegliche Haken, in welchen die Metallplatte fich sodann einzahnt, etwas abgezogen, so schnellt fie zurück und öffnet dadurch ein Metall- rohr, das in die Sargdeckelöffnung lothrecht eingesetzt worden und oben mittelst eines eigenen Klappdeckels verschlossen ist. In dem Augenblick, als fich der letztere gehoben, dringt Lust in den Sara und gleichzeitig wird durch das Oeffnen des Zylinder» deckels elektrischer Kontatt mit einem Läutewertt hergestellt, welches, sammt sechs Elementen in einen Häuschen eingeschloffen, ein durchdringendes, fortdauerndes Glockensignal giebt. Plastisch wird dieser Apparat in dem Moment, wo der zu be» erdigende Mensch in den Sarg gelegt worden ist. Vor der Vettchlicßung erhält er um das Handgelenk einen Draht, der in Verbindung mit der verschiebbaren Platte steht und, sobald fich der Eingesargte bewegt, den ganzen Mechanismus in eben gedachter Weise zum Spielen bringt. Vor der Be» erdigung wird das erwähnte Metallrohr dem Sarge aufgepaßt und ragt nach der Verschüttung des Sarges etwas über den Grabhügel hinaus, weshalb gegen etwaige Versuche des Muth- willens eine Schutzvorrichtung angebracht werden müßte. Das Neue an der Erfindung springt leicht in die Augen. Die bisher erfundenen Signalwerke haben ihren Wertb, so lange der zu Begrabende noch über der Erde ist. Hat stch aber diese einmal über ihn geschlossen, dann weiß Niemand mehr, was da unten vorgeht. Erwacht nun einer wirklich unter der Erde zum Lr bei?, so ist er rettungslos verloren, da er wegen Lustmangel erslickeir muß.— Um die Wirkung an fich selber zu erproben, hat fich ein Beherzter in einen derartig konstruirten Sarg gelegt und den Tobten gespielt. Derselbe schildert seine Erlebnisse wie folgt: „Der Deckel wurde geschloffen und konnte nur noch durch die runde Oeffnung Luft pasfiren. Die geringere Luftmenge sammt der räumlichen Beschränktheit erzeugten bald ein de- engendes Gefühl. Nun wurde der Zylinder aufgesetzt; das deengende Gefühl steigerte fich, nachdem auch die Metallplatte unter die Oeffnung vorgezogen war. Ich verweilte einige Augenblicke in dieser Lage und übte dann einen schwachen Zug auf den in den Sarg ragenden Draht aus. Mit Donnergepolter össncte fich der Zylinder, es drang ein schwacher, aber mettlicher Luftstrom herein, das Glockenwerk läutete— es war ein heilloser Lärm, der wahrhaftig für fich schon nicht nur Scheintodte, sondern auch Maustodte zu er- wecken im Stande sein dürfte. Nach Oeffnung des Sarges stieg ich heraus ans Tageslicht mit dem ftöhlichen Bewußtsein des Ledendigseins und einem steinen Vorgeschmack des Lebendig» begraben'. erdens."— Diese Erfindung ist schon als neuer Ge» danke intereffant. Die praktische Durchführung wird den Wider- stand des Gewohnheitsfinnes der Bevölkerung und den einer mißgünstigen Konkurrenz zu überwinden haben. Vor allem will» es fich empfehlen, die Anficht einer medizinischen Autorität ein« zuholen, da es sich ja auch darum handelt, festzustellen, nach welcher Zeit der Apparat vom Grabe wieder eniternt werden kann, da der Scheintod kürzere und längere Perioden hat. Den Leichenvereinen aber ist dringend zu empfehlen, sich damit vettraut zu machen. Die Beerdigungsinstitute erscheinen am ge- etgnetsten, diese Erfindung von allgemeinstem Interesse praktisch nutzbar zu machen. ««b Ei« schwerer Achtag hat die deutschen Fcuilletoniste» ..... Novellisten und hiermit, da von dieser Galtung ein großer Thell in unserer Stadt seßhaft ist, zugleich auch das schriftlich plaudernde Berlin dettoffen. Vor etlichen Monaten erließ der Verlag der illustritten Zeitschrift„Zur guten Stunde" ein Preisausschreiben, laut welchem das beste eingeliefette Feuilleton oder die beste Novellete mit einem Ehrensolde von 1000 Mk. ausgezeichnet werden sollte. 1000 Mark— wer hätte nicht gern ein solches Honorar für eine anscheinend geringe Arbeit eingeheimst, und so setzten fich denn durch alle deutschen Gauen die Federn in Bewegung, den hohen Preis zu erjagen. Mancher mag, so weiß die„Voss. Zrg." zu erzählen, denn wohl in dem Bedenken, daß für einen so außergewöhnlichen Preis auch eine außergewöhnliche Leistung verlangr werde, von der Bewerbung zurückgestanden sein, aber viele Andere traten muthig in die Babn und hartten stegesgewiß oder doch hoffnungsfroh der Entscheidung, ja Mancher mag gar in stolzer Zuverstcht im voraus berechnet haben, wie fich wohl am besten die angenehmen 1000 Mark verwenden ließen. Und wie ist die Entscheidung ausgefallen? Von den sämmtlichen 346 ein» gegangenen Arbeiten haben die Preisrichter nicht eine der Prämiirung Werth erachtet und, da doch einmal die Summe zur Iktfügung stand, dieselbe zur Hälfte dem Unterstützungsfouds des Vereins„Berliner Presse", zur anderen Hälfte dem Wiener Schriftstellerverein„Coneordia" zu überweisen beschlossen. Hie. od dürfte nicht geringer Unmuth unter den enttäuschten Bewerbern entstehen, denn mancher von ihnen wird meinen:„Nun, wenn auch meine Arbeit nicht gut ist, so ist fie doch zweifellos minder schlecht als die anderen 345, und folglich gehört mir der Preis, gehören mir die 1000 Mark, auf die ich ficher ge- rechnet habe." Andere Leute werden dagegen.dem Preisrichter» Kollegium zustimmen und es als einen weisen Richter loben» denn cs liegt doch zweifellos außer der Billigkeit, daß unter einer Menge geringwetthiger Arbeiten eine nur desHaid ausgezeichnet werden sollte, weil fie nicht ganz so unbedeutend ist wie die üdrigen. Ist nun der negative Ausfall dieses Preis- vusschreibens in Wahrheit niederdrückend für unsere Berufs- Plauderer, darf man daraus über deren Gesammthcit ein un- künstiges Urthetl ziehen? Mit Nichten! Der Kundige weih sehr wohl, dah solchen Preisausschreiben diejenigen Schriftsteller, Äie sich bereits einen geachteten 9hmen erworben haben, wie die« jenigen, die nur etwas auf sich holten, grundsätzlich fernbleiben, dah zu dem goldblinkenden Ziele nur die literarischen Anfänger herandrängen, darunter vor Allem die weiblichen Dilettanten, welche der Lockung des hübschen Nadelgeldes nicht widerstehen können. Ausnahmen giedt es ja allerdings und man kennt Schrift« sleller von Ruf, die sich regelmähig bei solchem Wettkampfe ein- zustellen pflegen und fast ebenso regelmähg mit etlichen Nasen- längen die Konkurrenten schlagen— Vollblut, das mit ausgedienten Klippern und der Bahn ungewöhnten füllen das Rennen aufgenommen hat! Ein solches Vollblut scheint diesmal nicht mit Jiestortet zu haben, und wenn es doch der Fall gewesen sein ollte, so darf man sich freuen über die Lektion, die ihm zu Theil geworden: nickt Alles, was so ein„beliebter" oder gar„be> rühmter" ErzäKler schreibt, ist gut, oft genug deckt der einmal „anerkannte" Name eine gar gcringwcrthige Waare, und nimmt man diesen Namen fort, so bleibt nichts als armseliger Kram übrig. Wäre der selbstgefälligen Uederhebung eine solche Lektion wohl zu gönnen, so mögen andererseits die jungen Talente durch die Niederlage fich nicht allzu sehr niederdrücken laffen. Preisrichter sind keine unfehlbaren Päpste,■ und nirgends mehr als beim Lesen von Manuskripten kommt es darauf an, od der Bcurtheilende auch eine gute Nacktruhe gehabt, ob ihm das Frühstück geschmeckt, irgend ein Acrger ihm die Laune ver- darben hat und dergleichen unberechenbarer Schicksalseingriffe mehr. Da» Votum der Rrich»ha«ptstadt. Unter diesem Titel geht uns noch nachträglich von einer schönen Leserin das folgende niedliche Gedicht zu: Das war eine lustige Reickstagswahl In Sommcrstillc und Regenquol, Da Hat die Erfahrung es doch gelehrt: Der schlechteste Sommer noch ist etwas Werth. Wie stürmisch hat da der Wohlkampf getobt, Wie hat der Richter den Knörcke gelobt, Beinahe dämpfte des Beifalls Geschrei Mit blankem Säbel die Polizei. Wie waren die grohen Herren so stolz, Ihr Kandidat, das war freilich nur Holtz, Drum war er im Kampfe auch ziemlich zahm, Man sorgte, daß Holtz nicht ins Feuer kam. Dagegen mit lärmenden Phrasen stritt Der Förster, der Antiradausemit, Er zeigte ein Mundwerk gar wunderbar, Die Juden, fie kamen in Lebensgefahr. Des Volkes Erkorener, Liebknecht allein, Er durfte am Platze des Kampfes nicht sein, Man sab nach Helvetiens Bergen ihn ziehn Und allerlei Spitzel umlungerten ihn. Dock als nun die Stunde des Kampfes kam, Als jeder Wähler den Zettel nahm, Da sah man von Knörcke und Förster nicht viel, Und niemand erkor fich die Holtzwahl zum Ziel. Da kamen in Schaaren mit frohem Geflcht Die Männer der Arbeit, fie kannten die Pflicht; Der für fie gestritten, der beute verbannt, Er war in Berlin zum Vertreter ernannt. Das war eine Heerschau, das war eine Schlackt. Die Göttin der Freiheit, noch steht fie auf Wacht. .Denn eisernen Klanges vicltausendmal Der Name des Volksmanns entschied die Wahl. Da» jugendlich« Uerbrecherthum wird in der neuesten „Kriminalsiatriiik" sehr sorafältig bedandelt, und mit Recht. Denn der Nackwuchs zum Verbrcchcrthum erfordert die größte Beachtung, nicht nur weil man den größerm oder geringeren Grad der Neigung zum Begehen strafbarer Handlungen an den jugendlichen Verbrechern am besten beobachten kann, sondern auch, weil man alle Bestrebungen, den Hang zum Verbrecher- tbum einzudämmen, am besten bei den jugendlichen Thätein beginnt. Vom moralstatistischen Standpunkte aus kann man es nur wünschen, daß die Erhebungen über das jugendliche Verbrccherlhum fortgesetzt, vermehrt und vertieft werden. Wenn man im Gebiete des deutschen Strafgesetz- bucks vom jugendlichen Verbrecherthum spricht, so ist hierunter stets nur das Alter von 12 bis 18 Jahren zu verstehen, weil für die noch nicht 12 Jahre alten Personen unbedingte Straf- freiheit voroeseben ist, während für die Bevölkerung vom 12. bis 18 Jahre nur bedingte Straflofigkeit(im Falle mangelnder Einficht) gilt. Alle über 18 Jahre alten Personen, gegen welche das Strafgesetzbuch in semer ganzen Schärfe unbedingt und ohne P üfung ihrer Einficht zur Anwendung gebracht werden muß, gelten den Jugendlichen gegen- über als Erwachsene. Während wir nun im vorigen Jahre feststellen konnten, daß die Kriminalität der Jugend- lichen etwas abgenommen habe, zeigt fich jetzt für 1886 wieder eine kleine Z-nähme. Es wurden nämlich jugendliche Personen verurtheilt 1882 30 719, 1883 29966, 1884 211 833, 1885 30675 und 1886 31 483. Auf 100000 Personen im Alter von 12—18 Jaaren kommen 1882 569, 1883 152, 1884 574, 1885 556 und 1886 565 Berurtheilte dieses Alters. Es ergeben fich also hieb Zahlen, die von Jahr zu Jahr auf- und abschwanken, ohne eine bestin mte Neigung zum Steigen oder Fallen zu zeigen. Auf 100 000 Er- wächsern kamen in den gleichen Jahren 1069, 1060, 1102, 1080 und 1097 Verurlheilte. so daß also wenigstens der Trost bleibt, daß die unzweifelhatte, wenn auch nur geringe Steige. rung des Verbrechertbums, die bei dm Erwachsenen serl 1882 staltgefunden hat, für die Jugendlichen nicht wahrzunehmen ist. Ferner ist aus diesen Zahlen zu entnehmen, daß die Kriminali- tät der Jugendlichen nur halb so groß ist, als die der Erwachse- nen. Setzt man letztere— 100, so war die der Jugendlichen im Jahre 1886--- 52. Sehr verschieden ist aber de, Antheil ber jugendlichen Verbrecher rc. an den Hauptgruppen und an den einzelnen Arten von Delikten. Bei den Ver- brechen gegen Staat, Religion und öffentliche Ordnung kommen auf.00000 jugendlirde Einwohner 17 jugendliche Berurtheilte, dagegen auf 100 000 Erwachsene 145. Hier also vcrbält sich die Kriminalität der Jugendlichen zir der der Er- wackienen wie 12 zu 100. Anders schon bei den Delikten gegen He Person, wo auf 100000 Personen bei den Jugendlichen 116, bei den Erwachsenen 463 Berurtheilte kommen, so daß also hier die Jugendlichen verhältnißmäßig% so stark dr theiligt find, als die Erwachsenen. Das bei weitem größte Kontingent aber stellen die Jugmdlichen zu den Verbrechen und Vergehen gegen das Vermöaen. Hier kommen auf 100; 00 Jugendliche 431 und auf 100000 Erwachsene 483 Berurtheilte, fo daß also die Kriminalltät der Jugendlichen zu der der Erwachsenen fich wie 84 zu 100 verhält. Bei einzelnen Delitisarten find die Jugendlichen sogar starler bethell, gt als die Erwachsenen. Setzt man wieder die Kriminalltät der letzte- ren— 100, so beträgt die der Jugendlichen beim schweren Diebstahl 212(natürlich vielfach auf Anstisten von Erwachsenen), bei ver Brandstiftung 173, beim einfachen Diebstahl 132 und bei der Unzucht mit Gewalt, an Bewußtlosen rc. 118: dem- uächst folgen Raub und räuberische Erpreffung mit 35, Sachbe- sckädigung mit 73 und Urkundenfälschung mit 66. Für die einzelnen Gedietslheile ist die Kriminalität der Jugendlichen so- wohl an fich wie im Vergleich zu der der Erwachsenen eine überaus verschiedene. In ersterer Hinficht sei nur erwähnt, daß auf 1000000 Jugendliche im Reg.-Bez. Minden 204, in Schaumberg Lippe 211, im Reg.-Bez. Münster 230 und in Hohenzollern 249 Vermtheilte kommen, dagegen im Reg. Bez. Bromberg 1002, in Sck warzdurg- Sondere Hausen 1022, in Schwarzburg-Rudolstadt 1036, in Bremen 1039 und im Reg.- Bez. Danzig 1057 Verurtheille. Nimmt man, um das Ver- hältniß der Kriminalität der Jugendlichen zu der der Erwach- senen zu ermitieln, letztere wieder gleich 100 an, so ist die der Jugendlichen am stärksten in Sachsen Altenburg mit 107, demnächst in Lüdeck mit 90, in R uß ä. L. mit 84, in Hamburg mit 33, in Rcuß j. L. mit 82, in Bremen mit 78, im Königreich Sachsen und in tsacksen Koburg- Gotha mit 73 u. s. w. In P:eußen beträgt die Verhältnißzahl nur 48, am ungünstigsten für die Jugendlichen ist fie in Berlin mit 66 und in dem Reg.-Bez. Danzig mit 64, Erfurt mit 62 und Schleswig mit 61. Die günstigsten Ziffern haben Hohenzollern und Waldeck mit 39, die Bezirke Köslin und Königsberg mit 36 und Gumbinnen mit 32. Zwei kartographische Darstellungen, die dem Abschnitte der..Kiiminalstaiistil" über die jugendlichen Verbrecher beigegeben find, veranschaulichen? deutlich, daß die Kriminalität der Jugendlichen an fich im Osten und Süden am stärksten ist und fich dann nach Westen und Norden ollmälig abflacht, während im Vergleich zu den Erwachsenen die Jugend- lichen in Mitteldeutschland und im Südwesten am schlechtesten dastehen und die Abnahme nach Osten hin kleiner ist, wie die nach Noidwesten und Süden. Der heftige Degen, welcher am Dienstag früh über unserer Stadt niederging, wirkte auch in sehr nachhaltiger Weise auf den Schulunterricht ein. Es war etwa 10 Minuten vor acht Uhr, als fich die Schleusen des Himmels öffneten und fich so plötzlich auf die Kleinen entleerten, wclckc fich auf dem Wege zur Schule befanden, daß fie in wenigen Augenblicken bis auf die Haut durchnäßt waren. Mancher(leine Mann hielt es auch wohl unvereinbar mit seiner Schülerpflicht, wenige Minuten vor acht Uhr noch in einen schützenden Hauseingang zu treten, und trottete muthig in dem strömenden Regen fort. Die Folge war, daß. fich in den Klaffenzimmern ein feuchter, dompfartigec Qualm bildete, der aus den nassen Kleidern der Schüler, die allmäl'g auf den Leidem trockneten, aufstieg. Die Fenster zu öffnen, war unter diesen Umständen bedenklich und bald begann nun ein Prusten und Nielen, daß von erfolgreichem Unterricht kaum die Rede sein konnte. Ei was praktischer griffen die Lehrerinnen die Sache an. In den Mädchenschulen waren die meisten Kinder ebenfalls bis auf die Haut durchnäßt. Hier wurde eine völlige Umkleidung vorgenommen, die nassen Kleidungsstücke ausge- mngen und so weit es möglich war, so geordnet, daß wenigstens nicht unmittelbar die Nässe den Kö pcr bcrübrte. Daß einzelne der Mädchen dabei in einem sonderbaren Aufzuge erschienen, läßt fich denken. Besonders verdient jedenfalls der Sckarffinn einer Lehrerin hervorgehoben zu werden, welche ihre Scküle- rinnen anhielt, die durchnäßten Strümpfe auszuziehen, auszu- ringen und, die Füße sodann mit— Löschpapier zu umwickeln, bevor fie wieder bekleidet wurden, eine Einrichtung, die fich zwar als sehr praktisch bewährte, die sich aber in ihren Nach Wirkungen noch lange in feblenden Löschblättern bei den Schreib- heften bemerkbar machen dürste. Nachdem dem Kchnellrade die Kah« durch alle Straffe« Kerliu» freigegeben morde» ist, wäre es wohl endlich an der Zeit, daß es von den Bücg-rsteiren verschwinde. Dort ist es zwar nicht im Jnnem der Stadt mit ihrem reich fluthenden Verkehr zu finden, aber desto bäufiger in manchen Straßen des Westens. Wenn hier so ein kleines Bürschlein zu seinen ersten Hebungen auf dem Dreirade das Trottoir benutzt, so läßt fich dagegen nicht viel sagen, denn so ein kleiner Kerl hat nickt die Kraft, einen umzufahren, odwotl er immerbin anderen Kindern gefährlich werden kann und auf alle Fälle mit seiner raffelnden Maschine auf den Steinflt-. sen ein sehr unangenehmes Geräusch vcrmsacht. Viel schlimmer stellt sich da- gegen die Sache mit den fast erwachsenen Jungen, die fich mit dem Zweirade unverfroren auf dem Bürger- steige»jnüdcn und die Paffanten als Störer ihres Sports betrachten, die ihnen aus dem Wege zu gehen haben. Ein Schnellrad unter den Füßen eines Sekundaners oder Primaners ist kein Kinderspiel mehr, und auf dem Bürger- steige damit umherzufahren. ist zum mindesten ein arger Unfug. Besonders macht fich derselbe bemerkbar in den auf Charlottenburger Gebiet hinüber reichenden Straßen des Westens, und es steht wohl zu boffen, daß die Behörde, einmal hierauf aufmerksam gemacht, dieser Gefährdung der Bürger» steige ein Ende dereitet.— Bei der Gelegenheit sei noch eines and-ren Unfuges gedacht, der ebenfalls namentlich Im Westen fich geltend macht. Eine Anzahl Geschäftsleute scheint als Zu- gäbe bei Einkäufen die Kinder mit Knallerbsen zu beschenken, denn sonst wüßte man wobl nicht, wie diese lärmenden Dinger in solchen Mengen zur Verwendung kommin. Am Abend klingt es auf den Straßen manchmal wie Pelotonfeuer, und nickt seltm machen fich unnütze Jungen den Spaß, ibre Ge- schaffe zu den Füßen von Frauen und Kindern niederzuschleudern die dann höchst erschrocken zusammenfahren. Derlei„Sport", in einer Straße aufgetaucht, wirst ansteckend und verbreitet fich schnell weiter, und es wäre deshalb Zeit, daß auch dieser Unsvg abgestellt würde. Vernünftige Eltern werden ihn ja bei ihren Sprößlingen nickt dulden, es giedt aber auch unvernünstige Leute, die selber ihren Spaß an solchen„Scherzen" haben und die Jugend dazu ameuern, und diesen könnte eine nachdrückliche Belehrung darüber nicht schaden, daß nicht alles, das einem selbst Vcranügen macht, erlaubt ist. Schädliche Insekte» im Grunewald. Der Grüne- wold, fast ausschlußt-.ch mit Kiefern bestanden, ist in diesem Jahre leider zum Tummelplatz ganzer Schwärme schädlicher Forstir selten geworden. Nachdem Ende Mai und im Juni der Kiefernspanner zahlreich geschwärmt hatte, zeigten fich Anfangs August die Falter des Kiefernspinners in sehr großen Mengen, und mit diesen zugleich traten die Falter der Nonne auf. Während der Kiefernspanner zu den weniger schädlichen Forst- Mickten gehört, zählen die beiden letztgenannten Arten zu den petähilichstln. Dieselben erschienen diesmal später, als es in der Regel der Fall»u sein pflegt, wahrscheinlich infolge des kalten, regnerischen Wetters, und letzleres mag auch wohl die Ui fache ge- wesen sein, daß die Falter des Kiefernspinners nicht auf einmal, sondern zu sehr ungleichen Zeiten erschienen find. In der Mitte des Monats August und w der letzten Woche drsselbcn fand man diese Falter noch sehr zahlreich an den Kiefernstämmcn fitzend, oft bls zu zehn Slück und darüber an einem Stamme, einige noch in der Paarung begriffen, andere Eier legend und wieder andere bereits verkümmert und absterbend. Der diesjährige Frühjahrsfraß der Kiefernlpinnerrauvc bat leine sehr dedeutenden Spuren hinterlassen; aber bei der sehr großen Menge der im August erschienenen Falter wird leider der Herdstfraß, obwohl der- selbe gegenüber dem Frühjahrsfraße untergeordnet erscheint, oorausfichtlich schon reckt dedeutend weiden, und der letztere läßt dos Schlimmste befürchten. Die Menge der Falter war so dedeutend daß in der Mine des vorigen Monats sogar ganz Berlin von denselben überflogen war. besonders wo elektrisches Licht brannte, umschwärmten die Falter die Laternen zu vielen Hunderten, und daffelde war an den Laternen der im Grüne- wold belegenen Etadliffements der Fall. Sehr bedenklich ist es daß auch die Nonne sehr zahlreich austritt. Mit und zwischen den Fallern des Kiefernspinners ist fie fast überall auf dem großen Gebiet des Grunewalds elschlenen, so daß das nächste IMUWZkDs richtet bat— wobei der Borkenkäfer noch eine verheerende lese hielt— in sehr traurigem Andenken. Der Umstand, dÄ die Nonne, welche im allgemeinen die Fichte mehr liebt als W Kiefer, fich so zahlreich eingefunden, läßt darauf schließen, m fie an irgend einer anderen Stelle fich auffallend vermchlt h# muß und von dvtt, wie im Jahre 1852 nach Ostpreußen, n®» dem Grunewald überflogen sei. Nhotographirt« Sternschnuppe«. Bekanntlich war«« einigen Jahren, auf theoretische Gründe gestützt, die BehauptuA aufgestellt worden, Sternschnuppen könnten infolge ihrer rastW Bewegung durchaus keinen Eindruck auf der photogrophislb?. Platte hinterlaffcn. Es galt diese Anficht längere Zeit für fest' stehend, bis es endlich Professor Weinek in Prag doch gelunßd ist, Sternschnuppen zu photographiren, wobei allerdings nur einem Meteor die Thatsache feststand, daß es auf der Pla» einen unzweifelhaften Eindruck hinterlassen hatte. Neuerdinp ist es jedoch Herrn Jesse, Astronomen der Berliner Sternwarte geglückt, eine Sternschnuppe photographisch zu fixiren. Diesel« leuchtete etwa 40 Grad vom Strablungspunkt entfernt auf um bewegte fich daber ziemlich schnell über den Zenith. Gleickw«' stellt fich ihre Bahn dar, wie die eines Sternes fünfter wobei zu bemerken ist, daß der Apparat auch Sterne, die ei« halbe Größenklasse schwächer wären, photographiren könnte. Zur Feuerbeftnttung. An das Polizeipräfidium hatte# Berliner Verein für Feuerbestattung eine Anfrage wegen* Grundes der Ablehnung seines Gesuches gerichtet. Darauf 6® der Herr Polizeiprästdent erwidert, daß er die Feuerbestattu« mit Rücksicht auf die Bestimmungen des Titels 1 1 Theil 11# Landrechts, welches nur eine Beerdigung von Leichen kenne, i® verboten erachte. Der Vorstand hat nun beschloffen, sich anl# Ministerium des Innern zu wenden und dem Rechtsana® Wreschner die Ausarbeitung der Eingabe übertragen. � Frankfurter 58t rein, der fich in derselben Lage befindet, hat, m man weiß, das dortige Polizeipräfidium beim OberverwaltuiV gerickt verklagt; Termin in diesen Angelegenheit steht« 3. Oktober bevor.— Die Vorbereitungen zu dem intern� nalen Kcngreß für Feuerbestattung, welcher im September in Berlin stattfindet, find inzwischen noch nicht weiter aedieR die zu jenem Behuse gewählte Kommisfion wird dem Vorst«? des hiesigen Vereins erst im November einen offiziellen vorlegen. Wie die„Flamme" m'ttheilt, wird am 27.©epter bei Gratweil eine allgemeine Vereinsvnsammlung stattfii dea- welcher der Privatdozcnt Dr. med. E. Herter einen 3.W über da? Ergedniß seiner mehrfach erwähnten Analyse!# wird. Es handelt fich um die chemische Untersuchung U Aschenreste eines in Go'ha verbrannten Mitgliedes, welches f®* bei Lebzeiten seine Asche dem Verein zu wiffenschastli®« Zwecken vermacht hatte. Man wird nun zum ersten W genau erfahren, aus welchen Bestandthcilen fich der Mensch j? sammensctzt. Zu jener Versammlung werden auch Gäste Zul� haben. Mehrfach sind schon Kedenken dagegen erh-»? ruorde», daß Schulkinder, namentlich Mädchen mit übernrM durch Bücher belasteten Mappen, Taschen ic., zur Schule 6% müssen. Für die Entwicklung des Knochengerüstes ist firt® Uebelstand von besonderer Bedeutung. Der Statthalter"J Elsaß Lothringen, welcher bekanntlich der Schulgesunvheitspß� seine Aufmerlsamkeit widmet, ist der erste, welcher amtlich 6'r die bezeichnete Unsitte vorgeht. Er hat jetzt in einer VersügH auf die aus ihr erwachsenden gesundheitlichen Nachlheile � merksam gemacht und die Aufficktsbeamten angewiesen, in r eigneten Fällen thatkrästig einzuschreiten. Da» Ende de»„Polkv Kaffeehause»". Nach(f? zweijäbrigem Bestehen wird am 30. d. M. das in der LanjJ bergerstraße befindliche„Volkskaffeehaus" eingehen. Ursprung hatten eine Anzahl angesehener Einwohner Berlins zwei dl? Srätten ins Leven gerufen: in der Brücken- und in der La»? bergerstraße. Das erste Lokal hielt fich nicht lange; nun r auch die andere Schöpfung. � Rettungo-Apparate für Ertrinkend» find nunsA nachdem die Stadtverordneten Versammlung die hierzu ersoz»?! lichen Mittel bewilligt, an allen größeren Brücken unserer angebracht worden. Es find dies größere, von einem 9% Nrtzverk umgebene mit einem langen strick an der Brücke�, festigte, wasserdichte Ballons, welche im Falle eingetretener � fahr von den Polizisten oder dem gerade anwesenden% kam losgeschnitten und dem mit den Wellen Ringenden K wölken werden. Abgesehen von der Menge der sich aus'S Wasser abspielenden Unglück-fälle dürfte diese Einiührung bei denen von segensreicher Wirkung begleitet sein, selbstmörderischer Absicht ins Waffer gesprungen find, da � dieselben oftmals noch im l.tzten Augenblicke nicht die R% verschmähen, welche ihnen von irgend einer Seite geboten Wie wird Wasser gekocht? Wenn man diese einer Öausfrau oder Köchin vorlegen würde, so wäre die unzw®' hafte Folge davon, daß man ent weder als überge'chnapp� trachtet, oder in den Verdacht geratben würde, die Bekraz»� Besten halten zu wollen. Und dennoch hat die Fw<9 volle Berechtigung, da es thatsächlich nur wenigen belannl>5 dürfte, daß es durchaus nicht gleichgiltig ist, wie Wasser 0«,; werden muß, daß es auch in dieser Beziehung eine Wiff?& giedr und der erste Gradna ad Parr aasarn der Kochkunst wegs durch Erlernen des Kartoffelfi.dens gethan w'.rv, daß eben noch etwas einfacheres da ist, was die angehende n künstlerin erlernen, die fertige wissen muß«wi- Es handelt sich hier naturlich um Waffer, welches zrrt � � tung von Getränken, namentl ch von Kaffee und nutzt werden soll und von guter Beschaffenheit sein muß- � die betreffenden Aufgüsse allen Ansprüchen genügen Vor allen Dingen ist hierzu in allen Fällen frisches z.g« zu benutzen. Waffer, welches schon einmal gekocht, oder w Zert in Gefäßen, besonders in metallenen, aufbewahrt w � und dadurch abständig geworden ist, darf durchaus n'0' Verwendung kommen. DaS frische Waffer thut man in einen gut druck sauberen Kessel und läßt es auf starkem Feuer möglicki-'mi- zum Kochen kommen, um es, sobald es in wallenden Oy übergegangen ist, sofort zu verwenden. Durch langes und Sieden werden die besten Thetle des Waffers rn verwandelt und fliegen in die Luft. Der dann übrig Niederschlag enthält viel zu viel feste Aestandthei»- Eisen u.,„n* Was speziell das Kaffeekocken anbetrifft, so wollen w« einige praktische Winke hinzufügen. Die beste Mw? mii» Kaffee bereitung ist, wenn Einem nicht theure und ko M Apparate zur Verfügung stehen, unstreitig die Liedig f»'' derselben werden die Bohnen kurz vor dem Gebrauch 3(rt» giödlichen Puloer, welches dem staubfeinen vorzuz-ea»& -oll, gemahlen. Van hipfom yinirior m/m dem-1-(e emahlen. Von diesem Puloer setzt man dem C es zu sieden beginnt, am besten schon, wenn es gut» z»® worden ist, zwei Drittel zu, läßt es, wie oben angege�,� Kochen kommen und setzt das letztere Drittel des Pulo«� af; »u, worauf man das Gefäß zudeckt und sofort nimmt. Tie ersten zwei Drittel des Pulvers M1"' 7 tränke sämmtliche Bestandtheile, der Rest ihm nur va» zuführen. Diese Methode ist jedoch nur anwendbar, wenn Wasserkochen irdene Gefäße denutzt, weil Ver ep-y Kesseln auf diese Art gekochte Kaffee einen unangen o gesckmack dekommt. Bei Verwendung von dl-« kupfernen Kess-ln empfiehlt fich als die ein:ach>, t% Zu diesem Zwecks in die vorher m thode des Aufgießens. das gemihlene Kaffeepuloer S-w�e"& Kaffeekanne. Sobald das Waffer kocht, macht w» � � guß, der gerade hinreicht, das Puloer gut»u be(% schüttele man, während man den Keffel wieder a setzt, beides gut durcheinander und mache m» �» Waffer einen zweiten Aufguß und so fort, dw enbefJa� tand, M ;bt als W eßen, M ehlt had« ifecn, n«t >({) war W chauptuÄ rer tafcW ?rapbif4f it für frf1 > geluas« B nm so) I Rantum erreicht ist, worauf man den Kaffee an der Ober fläche J® einem Löffelchen tüchtig umrührt. Das an der Overfläche lchwrmmende Pulver finkt rasch zu Boden und der Kaffee ist W Trinken fertig. Ein Durchseihen desselben ist nicht er- forderlich. Vi« Fra« Fürstin piguatrUi bestätigt die Mittheilung u!>er die von ihr gegen Herrn Direktor Reiff beabsichtigten «chrittc durch folgenden Brief, welchen die>„Nordd. Allg. Ztg.", »mh ihrem Wunsch, im Wortlaut veröffentlicht:„Nachdem trotz alle Warnungen und verbot der Herr A. Reiff Direktor des American- Theater fich weiter kaprizrrt mein Name auf sein Programm auszunutzen, habe ich die Ehre Ihnen hier mitzu- seilen dah ich den Herrn gerichtlich einklage und daß unter Preußische Gerechtigkeit weiß ich destimmt mein Recht zu finden. cn ii /r-». w-r.»...• ur»_i.c r. Qic._________»l. ,S NM owi gwBiiBt rNerecyllgierr weitz lly oeiirmmi mein mecyl zu nnoen. der Plachl% der Bitte an Sie, dieses mein Brief in Ihrem werthen »— wmiH veröffentlichen zu wollen, verbleibe ich ergedenst Princesfin PAnatelli." . Lrrlin hatte gestern Vormittag eine„Wassernoth" zu aderstehen; eins der Hauptrohre der Wasserleitung hatte Schaden Mitten, so daß dem größten Theil der Stadt die Zufuhr von Hasser abgeschnitten war. Gegen 8 Uhr Morgens versagten a>e Wafferlntungsröhrcn ihren Dienst, gegen lv Uhr begann «§ Wasser der Röhrm in den Parterre gelegenen Räumlich» sst'en wieder zu fließen, und nach 11 Uhr war der Druck wie- so stark, daß das Waffer bis in die obersten Stockwerke ge- ood-n wurde. . Der Tod de« Herrn K. aus der Aloenslebenstr. 6 ist, 7� nunmehr von berufener ärztlicher Seite mit Sicherheit fest- Millt werden konnte, infolge eines Gehirnscylagcs eingetreten. � anfänglich gehegte Bermuthung, er könne in der Auf- T-ng über den von seiner Frau veiüdten Selbstmord Gift Mmmcn haben, erwies fich als durchaus unbegründet. Es N>t vielmehr, daß Herr S. zuerst vom Verbängniß ereilt wor- ■Jfei, und daß fich seine gcmüthsleidende Gattin in der Ver- Mung hierüber durch den Sprung aus dcm Fenster das genommen habe. .. Kiner wegen Hehlerei verdächtigen Person ist eine «derne Removtoir Savonet Ankerubr, sogenannte Jagduhr, mit r Nummer 17 535 und goldener Panzerkette mit Sprungring, 5» Ring ist ursprünglich nicht daran gewesen, als zweifellos sohlen abgenommen. Der unbekannte Eigenihümer kann Uhr N.Kette bei dem Kciminal- Kommissariat, Zimmer 77, in Augen» nehmen. . Bin ueuer Unglücksfall im Kchanfpirlhanfe. Ein rfionderes Mißgeschick scheint über dem Neurau der Bühnen .»ttdachung im Schauspielhause zu walten. Gestern Bormittaj ---....».' ,,£1.f.---- 1----- 1 -"■iiiacminfl>m«wauipieryuuir zu ivuimi. weiicm �viuiui'Oa ?Wn 11 Ubr erfolgte abermals ein theilweiser Zusammenbruch N auf der Bübne errichteten Gerüstes, der, wenn auch nicht solchem Umfange wie der große Gcrüsteinsturz am 28. Mai, iT immerhin zwei Arbeiter in große Lebensgefahr brachte. Die „?dcn auf dem Gerüst beschäftigten Maurer Peters und Biehlain Men wit dem unter ihren Füßen plötzlich nachgebenden Gerüst » die Tiefe. Wie fich herausstellte, war eines der Taue, in Alchen das Gerüst hing, gerissen und dadurch das Unglück Ottbeigesührt worden. Die beiden Verunglückten hatten sich "»«er mehrfachen äußeren Verletzungen auch anscheinend innere Mezogcn, denn ste vermochten nicht, sich wieder zu erheben. 5!?. schnell herbeiaeholter Wundarzt legte den beiden Verun- Muten einen Nolhverdand an und erfolgte dann die Ueber- Ehrung derselben nach dem Lazurus> Krankenhause. Wie uns »omräglich mitgetheilt wurde, sollen die Verletzungen nicht so jährlicher Natur sein, wie man ursprünglich angenommen halte. beiden Leute, die Familienväter sind, dürften vollständig �rder hergestellt werden. Htrassenraub. Der Lehrling T. wurde vorgestern Wach- ?«tag von sein, m Prinzipal nach der Hauptpost geschickt, um Gelddrief abzuholen. Als T. aus der Thür der Aus- »Melle in der Spandauerstraße heraustrat, trat ein junger ?o"n ihm entgegen, warf ihm�Schnupftadak ins Geficht und .w% r&j i. da � % Ä- 0 % ■fi Umfe �' denselben a»»»»vi v �--—.„—______ s�unchmen. Der Brief war bereits geöffnet, doch seines Unif Tt noch nicht beraubt. Der Festgenommene ist ein bisher ""escholtener Hausdiener. tn»«i«rm grösseren Krande ist in der Nacht zum «�nnstag die Linoleumfadrik— Aktiengesellschaft— in Köpe- fti.�roffen worden. Dieselbe liegt im freien Felde hinter der k*,TV m unmittelbarer Nähe der Dahme, und besteht Haupt- —.....7.i tittirrv»vvtvvt,*-w--—---- ,��W»W>W»�>WWWWWWWDW tuf r,»"3 etnem umfangreichen Mittelgedäude. von welchem �?'»belseiten je ein dreistöckiger, 6 Fenster Front Üid,?»-- Seitenflügel ausgeht. Das Feuer soll gegen 10 Uvr tnu)°1 in dem linken Seitengebäude aus unbekannter Ursache ien N fl": es verbreitete fich mit großer Schnelligkeit über d«.»»uzen Gebäudetheil, und nur der Umstand, daß derselbe iss Hauptgebäude durch eine starke�Brandmauer getrennt tt|„TVV vuummuuuvi........................„ �ip �dinoette eine Foitpflanzung des Brandes auf letzteres. die � bfRüt selbst gute Löscheinrichtungen, namentlich ist bq Dampfmaschine mit Vorrichtungen versehen, daß fie im Falle lzy. �'.aho_ als Dampfspritze mit zwei Schlauchleitungen wirken h v, strich letztere zur wirksamstcnVerwmdung gelangten, außer- S+r-Wch die freiwillige Ortsfeuerwehr, unter Asststenz der 1%-Stipr,*e""d der Feuerwehren aus den Nachbarorten, fich o* Kampfe betheiligten, sah man fich gegen 12 Ubr dzTi�.doch genölhigt, von Berlin zwei Dampfspritzcnzüge zu Als diese nach möglichst beschleunigter Fahrt an« en, wm: der Seitenflügel bis zu der erwähnten Brand- !,dereits vollständig eingeäschert und im Wesemlichen nur Umfassungsmauern vorhanden; damit hckkte aber auch —...._. ,,1.._v v---* den er s Irtu unuanunflömaucin wwfcvuuwv»», verfettete Gefahr ibr Ende erreicht, und da noch genügende M'äfte zur endgiltigen Adlöschung des Trümmerhaufens an- IlW Maren— verschiedene Wehren hatten die Brandstaite 9?» verlaffen- brauchten die von hier entsandten Abtherlun- �5»'cht mehr in Tbäiigkeit zu treten.- Ein am Mittwoch %J"d gegen 11t Uhr im rechten Seitengebäude auf dem Endstück Tempelhofer U'er 32 ausgekommener Dachboden- W?. wurde rechtzeitig wahrgenommen, so daß seine Dämpfung in nct Spritze ausfleführt werden konnte, bevor derselbe es bedrohlichen Entfaltung gebracht hatte. ein.?°lil»i-Ket-icht. Am 12. d. M. Vormittags stürzte sich iLp,, Qu in einem Anfall von Geistesstörung aus dem Fenster »tif der Aloenslebensttaße im 3. Stock belegenen Wohnung diann StreGe hinab und blieb auf der Stelle�todt. Der Ehe« bins? �lttt infolge des Schrecks darüber einen Schlaganfall und Ufcw, nach dem Elisabeth-Krankenbause gebracht werden. biit n%% Zeit wurde Unter den Linden, auf der Kreuzung »On p," Friedrichsstraße, ein 10 Jahre altes Mädchen durch etn ÜfU Dtfizierdurschm geführtes Pferd geschlagen und erl.lt Mehrfachen Hautabschürfungen anscheinend auch innerliche - Als gegen Mittag der Hausdiener Mendt mrt Mb; Handwagen die Klosterstraße entlang fuhr, wurde der» !jf)ten? einem ihm entgegenkommenden Mörtelwagen ange- unter den Mö.telwogen geschleudert und durch S P auf der Stille getövtet.—'Nachmittags stürzte auf 11 der »urch de nebrfache gebracht. Gmnds selben' der Arbeiter'hoher, aus dem den Fall außer einigen Ver- rnZtu Tt' v�iruc tzM°u Louisenstt. 10 11 >nfl£ b-rad und erlitt durch ---- j, mebrj rtal gebt «lach Aen am ni,x2 0uta' oen»ju»............. beit«.?"' 5Juai,f?? c. mehrfache Knochenbrüche. Er wurde "i einet P gebracht.— Abends wurde ein Ar- tye? tHnben m des Gmndstücks Neanverstr. 24 erhängt An h.mfpihfn Tage' gerieth Tempelhofer — Aufcprh Gutgehabten«rano------------------- PoilJwe« TheaÄ?7?n fand Abends in einem Webenraum des Sil x an eine»»? unbedeutendes Feuer statt, indem eine Urch eiq. Lahen Gasflamme Feuer fing. Das Feuer "en Schutzmann im Keime ersteh Gertchts-Aeitims. * Ernst Friedrich v. Konin, seines Zeichens Baron und Sproß eines alten Adelsgcschlechtes, stand gestem vor den Schranken der Ferienstrafkammer des Landgerichts k, um fich gegen die wider ihn erhobene Anklage wegen Betruges zu ver» antworten. Es Handeste fich um folgende Thatsache: Der Angeklagte war früher Lefitz:r des Rittergutes Kittlau in Schlefien, welches aber schließlich zur Subhastation kam und vom Ritter- gutsbcstyer Zimmermann gekauft wurde. Nach einiger Zeit wurde zwischen dem Käufer und dem gewesenen Befitzer ein Vertrag geschlossen, nach welchem v.Bonin vorläufig dieVerwaltung des Gutes übernehmen, welches später, nachdem er eine näher stipulirte Summe bezahlt haben würde, wieder in seinen Lefitz über- gehen sollte. Der Angeklagte übernahm nun zwar die Verwaltung des Gutes, zahlte aber die festgesetzten Summen nicht und wurde mithin auch nicht Elgenthümer deffelbm. Die vor- stehende Vereinbarung war am 17. Februar 1885 getroffen worden. Enve Juli 1886 trat v. Bonin mit der Berliner Firma Hopf u. Co. behufs Verkaufs seines Getteides in Verbindung; in Gegenwatt der Herren Hopf und Cassel oerpflichtete er fich, bis zu einem genau bezeichneten Tage ein bestimmtes Quantum Getreide für einen verabredeten Preis zu liefern und es wurde eine Konventionalstrafe in höhe von 2030 Mark festgesetzt, falls die Lieferung nicht stattfinden sollte. Hierauf ersuchte der Angeklagte die genannten Vertreter der Firma, ihm auf die Lieferung einen Vorschuß von 2500 M. geben zu wollen, der ihm auch gewährt wurde, nachdem er ausdrücklich erklätt kalte, eingetragener Befitzer des Rittergutes Kittlau zu sein. Für das empfangene Darlehn mußte der An- geklagte sein Akzept geben, welches auf Wunsch der Gläubiger auch von der Frau von Bonin mit unterschrieben wurde Baron von Bonin hielt weder den Lieferungsverttag inne, noch löste er am Verfalltag den Wechsel ein und als der letztere einge- klagt wurde, ergab fich, daß der Akzeptant und seine Frau zah- lungsunsähig waren. Die weiteren Verhandlungen fühtten zu keinem Resultat und selbst die Drohung der Gläubiger mit einer Denunziation blieb fruchtlos, weil v. Bonin kein Geld auf- treiben konnte. Mit der Drohung wurde schließlich ernst ge- mackt und die Staatsanwallschast erhob daraufhin gegen Baron v. Bonin die Anklage wegen Betruges. Vor der Strafkammer giedt der Angeklagte dm Sachverhalt zwar zu. stellt aber in Abrede, fich als eingetragenen Befitzer des Gutes bezeichnet zu haben, während andererseits die Zeugen Hopf und Cassel eidlich bekunden, daß fie nur auf Grund dieser Zuficherung den Vor- schuß verabfolgtm. Die Zeugenvemehmung ergiebt die Richtigkeit der Anklage, zugleich aber auch, daß der Angeklagte über kurz oder lang Majoratsherr und Erbe eines bedeutenden Vermögens sein dürfte. Der Staatsanwalt hielt den Betrug für vollständig erwiesen und beantragte gegen den Angeklagten, welcher der besseren Gesell- schast angehöre und deshalb schütter bestraft werden müsse, 6 Monate Gefängniß. Vettheidiger Rechtsanwalt Sturm pläditt für Freisprechung, eventuell möge der Gettchtshof auf eine Geldstrafe erkennen. Das Uttheil lautete auf 1 Monat Gefängniß. Gin Hansfriedensbrnch in de« Korea« de» Ke- zirk» Kommando» sowie ein beleidigmdes Austreten gegen den dort anaestelltm Feldwebel zog den Arbeiter Friedr. Schwarz die Anklage zu, welche gestem vor der 97. Abth. des Schöffengettchts wieder ihn verhandelt wurde. Schwarz begab fich eines Tages in das bezeichnete Bureau, um seinen Bmder abzumelden. Dem Feldwebel, der die Abmeldung mtgegen- nahm, gefiel es nicht, daß der Besteller in gesttckten Sckuhm erschien, und in unverblümter Weise machte er den Angeklagten auf das Unpaffende dieser Fußbekleidung aufmerksam. Der Gemaßregelte erwiderte in ziemlich schroffer Weise, er sei zu arm, um Lederstiefcl zu tragen, worauf der Feldwebel ihm die Thür wies. Anstatt der Aufforderung Folge zu leisten, erging de: Angeklagte ficb in allerlei beleidigenden Redensattcn, pochte darauf, daß er früher Soldat gewesen als der Feldwebel und nannte denselben wiederholt �arün". Gerade wegen des Um- standes, daß der Angeklagte Soldat gewesen, wollte der Staats« anwalt das Benehmen desselben empfindlich bestraft wissen und beantragte eine Gesammtstrafe von 70 Mark. Der Gerichtshof hielt aber 30 Mk. für eine ausreichende Sühne. Eine umfangreich» Anklage wegen Untreue, B.-truges und Unterschlagung führte gestern den Direktor der Allgemeinen deutschen hazeloerfichemngsgesellschaft. Otto Friedrich Wilhelm Michels auf die Anklagebank der IV Strafkammer hiesigen Landgerichts 1. Derselbe wird beschuldigt, in 8 Fällen als Bevollmächtigter der genannten Gesellfckast über Vermögensstücke im Wetthe von 81 915 M, zum Nachtheile derselben verfügt zu haben; außerdem wird ihm ein Betrug gegen einen Gutsbefitzer und eine Unterschlagung in höhe von 5331 M. zur Last gelegt. Der Angeklagte, welchem Rechtsanwalt Dr. F. Fncdmann als Vertheidiger zur Seite steht, ist seit 1875 Direktor der Allgemeinen deutschen hagelverficherungsgesellschaft, welche im Jahre 1874 auf Gegenseitigkeit begründet worden ist. Sie hatte ur- sprünglick 150 Mit M der und schloß im ersten Jadre mit einer erheblichen Unterdilanz ab. well fie eigentlich ohne Mittel begründet worden war. Der Angeklagte, welrber ur- sprünglich Generalagent für Brandenburg, Hannover, Mccklen- bürg war, wurde sodann Direktor derselben; er gab Verseibm aus eigenem Vermögen im ersten Jahre Vorschüsse in Höhe von 75 000 M. und die Mitgliederzahl erhöhte fich bis zum Jahre 1880 auf 20 000 mit einem Kapital von 64 Millionen Mark. In jenem Jahre wurden die Verhältnisse infolge der vie'en hagelschävm schlechter, die Mitgliederzahl ging auf die hzlfte zurück und da der ganze technische Apparat auf dm größeren Umfang des Geschäfts eingettchtct war, verschlechtetten fich die Geldverhältniffe immer mehr und eS wurde immer schwieriger, die rechtskrästigrn Entschädigungsansprüche der Ver- fichertm zu erfüllen. Um die Geldverlegenheiten der Gesell- schaft zu heben, hat nun der Angeklagte die von den Ver- fichertm zu verschiedenen Zellen zu zahlendm Nachschußprämim an ein Breslauer Bankhaus gegen recht erheblichm Verlust ab- getreten und dagegen Darlehne aufgenommen, um auf diese Weise möglichst bald baares Geld in die Kasse zu bekommen. Innerhalb der letzten fünf Jahre sollen diese Dmlehnsgeschäste fich häufig abgewickelt haben und die Anklage erblickt in den- selben den Thaibcsiand der Unkeue, weil fie annimmt, daß es dem Angeklagten möglich gewesen wäre, der Gesellschaft das Geld ohne so dedeutende Verluste zu beschaffen, andererseits aber auch aus den Bttefschaften des Angeklagten den Verdacht berlentt, daß er auch bei diesen Transaktionen sein Echäfchm ins Trockene gebracht habe. Der Angeklagte bestreitet dagegen, daß er nach irgend einer Richtung hin treulos gegen die Gesellschaft ver- fahren sei. er behauptet vielmehr, daß er die Jntereffen der- selben treu gewahrt habe. Er erklärt. daß die Gesellschaft einen Kredit nicht gehabt habe, daß er vielmehr häufig durch eigene Bürgschaft derselben habe derspttngm muffen und �aß es für ihn gar keinen anderen Weg gegeben habe, um Geld zu beschaffen und die Gesellschaft vor dem Zusammmbruch zu dewahren. Um letzteren zu vermeiden und das Vettraucn zu .r«C® SfraSyS#! SS»„% ÄÄ" MS 1.Ä nach der Sachlage auch keineswegs so außerordentlich hoch ge- wesen, da ein Bankhaus, welches fich in An solches Darlehns- «1 Ä'ÄM S'ÄIÄS bestreitet, daß aus diesm Darlehnsgeschästm auch nur ein einziger Pfennig in seine Tasche geflofim sei. Die Anklage dagegm bleibt dabei sieben, daß die für die Darlehen seitens des Angeilagtm ge- währten Votthclleunverhältnißmäßighoch warm und dre bedeutend höheren, von dem Angeklagten eingezogenen Nachschußprämim, welche nach Empfang des Darlchns in einer so kurzen Zell zu zahlen waren, einen ganz enormen Zinsfuß ergeben. Daru kommt, daß die Geschäftsbücher der Gesellschast über die mit dem Darlchnsgeber gepflogenen Verbindungen kein klarrs Bild ergeben, vielmehr die einzelnen Leistungen bald als Schaden, bald als Zahlung, bald als Einnahme auf den vettchiedenstm Konten gebucht worden find.— Den zur Anklage stehenden Betrug soll der Angeklagte bei Gelegenheit einer Schadenregulirung gegen den Gutsbesitzer Sigismund von Matzine ki begangen haben. Für andere ähnliche Betrugs- fälle, welche nach der Anficht der Sachverständigen wabrschein- lich find, hat die Anklage genügende Beweismittel nicht erbringen können, weil es dem Angeklagten gelungen sein soll, vor seiner Verhaftung Schttftstücke und Dokumente bei Seite zu schaffen. Die Anklage wirft dem Angeklagten ferner in zahlreichen Fällen Untreue in idealer Konkurrenz mit Unterschlagung vor. In einer ganzen Reihe von Fällen hat er nämlich als Auszahlung an die Verfichetten für erlittene Hagelschäden einen weit höherm Betrag gebucht, als diese zu beanspruchen gehabt haben. Es handelt fich um 15 Fälle, in welchen in dieser Weise ein Betrag von 134010 Mark zuviel gebucht worden ist. Der Angeklagte bestreitet auch hier jeden pettön- lichen Votthell und stellt es so dar, als ob in diesen höberm Buchungen andere finanzielle Maßnahmen versteckt liegen. Nach seiner Behauptung müßten von jener Summe auch alle die- jenigen Beträge in Abzug gebracht werden, welche er von dm einzuziehenden Nachschußprämim nicht einziehen konnte. Er will dieselben als ausgezahlte Schadenssumme gebucht haben. Nach den Berechnungen der Sachverständigen ergiebt fich aber trotz alledem als Endresultat eine Summe von 81 945 M., über deren Verbleib Dunkel schwebt.— Die Zeugenvernehmung war eine sehr umfangreiche. Außer Herrn Bankier von Kraute und anderen Zeugen, welche dem Angeklagten bestätigten, daß derselbe steh vergeblich bemüht hat, für die Gesellschaft Geld zu beschaffen, mußte eine lange Reihe von Zeugen über die ein- zelnen Punkte der Anklage vernommen werden. Als Sach- verständige suchten Rendant Hildebrandt von der Norddeutschen Hagel Verficherungsgesellschaft, Banksekretär Linke und Assekuranz» deamter Friese die Sachlage aufzuklären. Außerdem war Direktor Krüger als Sachverständiger zur Stelle.(Schluß folgt.) Kerewe nnd Persammwusr« Elberfeld, 11. Sevtenrber. Eine nicht aufgelöste Ver- sammlung der Tischler Elberfelds, welche die geplante Alters- und Jnvalidenversorgung zum Gegenstand ihrer Beratbunam hatte, fand am Sonntag auf der Wilhelmshöhe statt. Die Ver» sammlung war gut besucht und das Lokal dicht besetzt, als um 11% Uhr der Emberufer dieselbe eröffnete. Wach Konstituiwng des Bureaus ergriff Kollege Gewehr als Referent zum ersten Punkt der Tagesordnung das Wort. Als Einleitung fübtte derselbe aus. wie schon seit einigen Jabren die Gesetzgebung fich mit dm Arbeiterschutzgesetzen befasse. Im Jabre 1883 war es das Krankenverficherungsgesetz, dem das Unfallgesetz folgte, und jetzt als drittes im Bunde das Alters- und Jnvalidengesetz. Redner ging nun dazu über, den Zweck dieses Gesetzes klarzu- legen. Dieser besteht darin, arbeitsunfähigen Arbeitern Unter- stützung resp. Rente zu gewähren. Die Beiträge hierzu sollm zu gleichm Theilen von den Arbeitgebern und dm Arbeitnehmern aufgebracht werden. Die Arbeiter sollen bis zum siebzigsten Jahre pro Woche 10% Pfennig bezahlen. Jetzt entsteht aber die Frage, erreichen denn die Arbeiter und speziell die Tischler dieses Methusalemalter? Diese Frag? muß unbedingt mit nein beantwortet werden, und fübtte Redner als Beweis hiettür eine Statistik der Zentral-Krankenkasse der Tischler in Hamburg vom 1. Juli 1837 bis 30. Juni 1888 an, woraus fich ergab, daß von 171 gestorbenen Tischlern 166 im Alter von 19— 48 Jahren starben, 4 bis zu 60 Jahre alt wurden und nur ein Einziger das 63, Lebensjahr erreichte. Demnach ergiebt fich ein Durchschnitt auf 32% Jahr. Nun sollen aber auch diejenigm, welche bereits das 70. Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes erreicht haben, mindestens 30 Jahre Beiträge entrichtet haben, und zwar ist dann das Jahr zu 47 Wochen be» rechnet. Da nun jedoch so ein alter Arbeiter nicht immer jede Woche in der Lage ist, arbeiten zu können, so müßte er, um der Rente theilbaftig zu werden, Seldstzahlcr während der arbeitslosen Zeit sein, und ein jeder von uns Arbeitern weiß, daß dies bei Arbeitslosigkeit unmöglich ist, zumal der Arbeiter in diesem Falle die ganze Beitragssumme allein zahlen muß. Zu der höhe der Unterstützung Iselbst übergehend. beträgt dieselbe pro Jahr 120 Mark oder 33'/, Pfennig pro Tag. Auck in dem komplizirten Verwaltungsapparat dieses Gesetzes würde den Arbeitern kein Platz eingeräumt werdm, ebensowenig wie bei dem z. B. hier am Orte bestehendm Ge- werdcgettchte. Dann geht Redner dazu über, das sogenannte Quittungsbuch zu kritisiren, welches den Arbeiter vollständig willenlos dem Arbeitgeber gegenüberstellt. Wie schon so oft darauf bingewicsm worden, find diese das beste Mittel, miß- liebige Personen zu kennzeichnen. Als Hauptpunkt ist fernir noch zu betrachten, daß auch nach Annahme dieses Gesetzes der Arbeiter ziemlich willenlos der Einführung indirekter Steuern entgegen geschoben wird. Es könnte hier noch so mancher wunde Punkt dieser aus so vielen Paragraphen zusammengesetzten Ge» setzesvorlage herausgegriffen werden. Redner glaubt jedoch, daß aus dem bereits Angeführten schon zur Genüge hervorgeht, daß wir lieber auf dies ganze Gesetz verzichten wollen, als den letzten Rest unserer Unabhängigkeit und Freiheit an den Nagel zu hängen.(Stürmischer Beifall.) Er empfiehlt deshalb der Ver- sammlung die Annahme folgender Resolution: „Die am 9. September auf Wilhelmshvbe tagende öffentliche Tischletversammlung erklärt: In Erwägung, daß die geplante Alters- und Invalidenversicherung nach dem vorliegenden Gesetzentwurf nur verschwindend wenig materiellen Vottheil den Arbeitern gewähtt, welcher noch durch die dadrlrch entstehenden WachlHeile, besonders aber durch Einführung der Quittungsbücher weit aufgewogen wird, beschließt die Versammlung, lieber auf die ganze Alters- und Jnvalidenverficherung verzichten zu wollen, als den letzten Rest der Selbstständigkeit der Arbeiter preiszugeben." g Nachdem der Vorsitzende vergeblich etwaige Gegner dieser Ausführungen auffordette, fich zum Wott zu melden, gelangte die Resolution einstimmig zur Annahme.— Zum zweiten Puvtt: Verschiedenes, wurde ein Fall vor dem hiesigen Gewerbegettcht veröfientlicht, wonach ein Geselle den Meister auf Auszahlung einer Akkordforderung verklagt hatte. Das Schiedsgcttchts- erkenntniß bestand nun darin, dem Gesellen 40 pCt. seiner Forderung zu bewilligen, die übrigen 60 pCt. aber erst nach zwei Jahren dem Gesellen auszuzahlen. Ueber diesen Fall entspann fich eine lebhafte Debatte, in welcher die arbeitetteindliche Zusammensetzung des hiesigen Gewerbegettchts lebhaft kritifitt wurde. Zufolge einer Unfitte, welche nurspezirll in Elberfeld Platz gegriffen hat und die darin besieht, daß fich die Gesellen das Petroleum zur Werkstattbeleuchtung selbst stellen, wurde von der Versammlung folgender Antrag ein- stimmig angenommen:„Die heutige Versammlung beschließt, daß die Meister in allen Wcrkstellen diesen Winter das Oel zu stellen habend Der Vorsitzende führte der Vettammlung noch zu herzen, daß auch jeder Schreinergeselle jetzt moralisch ver- pflichtet sei, diesen Beschluß hochzuhalten und zur Durchführung zu bringen. Es waren noch verschiedene Werkstellen, über meld t Klagen wegen Ueberstundenarbeit geführt wurden. Auch hier» über entspann sich eine lebhaste Diskusston und wurde den Kollegen vor Augen geführt, wie fie hierdurch nicht nm sich selbst, sondem auch die Gesammtheit ungemein schädigen. Zum Schluß wurde noch darauf kingewiesen, wie der„General-An- zeigcr� und„Zteueste Nachrichten" es find, welche ven Ardeitern oft geradezu Faustschläge ins Gestcht versetzen, und daß wir durch Abonnements dies.r Biätter uns nur selbst schädigen. Hingegen sei es Pflicht eines jeden Arbeiters, für die Berdrei- tung der Arbeiter Zeitungen einzutreten. Nach dieser Auf- forderung wurde die sehr animirte Versammlung geschloffen. Da» diesjährige Ktiftungsfest des Vereins zur Wahrung der Fntereffen der Klaoierarbeiter und Berufs- genoffen, destehend in Konzert, Thcateraufführung und Ball, findet Sonnabend, 15. September, im Konzerthaus Sanssouci, Kottduserstraße 4», statt. Billets für Herren 50 Pf., Damen 25 Pf., find nur vorher zu haben bei den Kollegen: H. Nagel, Wienerstr. 25, H. 3 Tr.; G. Hahn, Lübbenerstr. 13; E. Spar- feß), Sorauerstr. 27, sowie bei sämmtlichen Vorstands« Mitgliedern und im Arbeitsnachweis bei C. Pfister, Waldemar- flnche 61. «raßr öffentliche Generalversammlung sammtlicher Zimmerlente Kerlina und Umgegend am Sonnabend, den 15. September, Abends 8& Uhr, im„Neuen Klubhaus", Kom« mandantenstr. 72. Tagesordnung: Abrechnung des Arbeits« Nachweises. Neuwahl der Kommiiston. Verschiedenes. Fachverein der Kteindruckrr und Lithographen. 3. Stiftungsfest. Humoristischer Herrenabend Sonnabend, den 22. September, in Mundt's Salon, Köpnickerstr. 100. Billets find zu habm bei den Herren Vorstandsmitgliedern: A. Jastrau, Steindrucker, Schönleinstr. 23, 3 Tr. M. Preuß. Lithograph, Krautsstr. 26a, 3 Tr. O. Sillier, Steindrucker, Krautsstr. 26a, 4 Tr. P. Spielmann, Steindrucker, Adalbertstr. 83, 2 Tr. t. Springer, Lithograph, Gräfestr. 81, 3 Tr. A. tzendrich, tcindrucker, Langcstr. 86, 3 Tr. W. Weide» Steindrucker, Köpnickerstr. 64a, H. 1 Tr. A. Leuschner, Schönhauser Allee 70 v, sowie im unentgeltlichen Arbeitsnachweis des Ver- eins bei C. Scheidenreich. Steindrucker, Elisabeth- Ufer 42.— Mitglieder, welche durck Vorträge beim Herrenabend mitwirken wollen, können sich bei Odenstehenden einige Tage vor dem Feste melden. Kchueiderversammlung. Die am 14. August cr. in der öffentlichen Schneidelversammlung gewählte Siedener- Kommission(um die Organisationsfrage der Schneider Berlins zu derathcn) hat ihre Arbeiten beendet und beruft zu Montag, den 17. d. M., noch dem Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte ?lekobstr. 37, eine Versammlung der Schneider Berlins mit der Tagesordnung ein: Bericht der Siebener-Kommisston über die Organisationsfrage der Schneider Berlins und eventuelle Vor- schlüge zur Gründung einer Lokalorganisation. Referent Herr Z tzmann. Bei dieser hochwichtigen Frage für die Berufs- mmoffen ist zahlreicher Besuch erwünscht.(Siehe Inserat vom Sonntag.). Fachverew der Former und verwandte» Kervfs« genoffe«. Versammlung am Montag, den 17. d. M., Abends 6 Ubr, in Krügcr's Salon, Wasserthorstr. 63. Tagesordnung: 1. Wie verhalten wir uns zur Einführung der Lohnarbeit? (Referent Herr Keiften.) 2. Diskussion. 3. Kassenbericht. C Wahl eines Revisors. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Gesa»»-, Cvrv-«ud gesellige Uerein» am Freitag. Kaiser'scher Männcrgesangver in Abends 9 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28.— Gesangverein„Pausebeutel" Adenos 8 Uhr im Restaurant Hensel, Alcrandrinenstr. 15.-„Liedertafel der Maler Berlins" Abends 9 Uhr im Restaurant Kleine, Brmidenburgstr. 60.— Gesangverein„Flöterffchcs Doppel- Quartett" Abends 9 Uhr im Restaurant Musehold, Lands« bergrrstraße 31.— Gesangverein„Fortschritt" Abends 9 Uhr im Restaurant, Blumenstraße 46.— Gesangverein„Norddeutsche Schleife" Abends 9 Uhr Köpenickerstraße 127a im Restaurant Äoelling.— Gesangverein„Lffian" Abends 9 Uhr Dresdenerstr. 85 bei Gustavus.— Huppert'sche Sänger- Bereinigung„Harmonie" Abends 9 Uhr bei Niest, Weder» straße 17.— Gesangverein„Bouvardia"(Männerchor) Abends 8%; Uhr im Restaurant„Teutonia", Belforterstraße 15.— Liedertafel des Fachvereins der Steinträger Berlins, Abends 8 Uhr Linienstr. 96, Uebungsstunde.— Gesangverein„Ohne- sorge" Abends 8t Ubr. Buckower Garten.— Berliner Turngenoffenschaft(V. Männerabtheilung) Abends 8V» Uhr der städtischen Turnhalle, Wafferthorstraße 31. m Turnverein„Hasenhaide"(Männer- Abtheilung) Abends 8 Uhr Dieffeubachstraße 60 61.— Turnverein„Froh und Frei"(Männerabtheilung) Abends 8t Uhr Bergstr. 57.— Wissenschaftlicher Verein für Roller'sche Stenogravhie. Abends 8 Uhr im Restaurant Ziethen, Dorotheenstr. 31, Unterricht und Uebungsstunde.—„Allgemeiner Arends'scher Stenographen- vercin'V Abtheilung„Vorwärts", Abends 8t Uhr im Restaurant Kall, Marianncnvlay 11.— Arends'scher Stenographenverein „Apollobund" Abends 9 Ubr im Restaurant, Scvdelstr. 30.— Verein ehemaliger Dr. Doebbelin'scher Schüler" Abends 9 Uhr im Restaurant Krebs, Friedrichstr. 208.— Voigt'scher Dilettanten-Orchesterverein. Abends 3; Uhr Uebungsstunde im Re« staurant Lehmann, Alcrandrinenstr. 32.— Zitherverein„Alpen- veilchen" Abends 8% Uhr im Restaurant„Wahlstatt", Belle« clliancestraße 89.— Rauchklub„Westend" Abends 9 Uhr im Hohenzollerngarten, Stegliyerstr. 27.— Rauchklub„Weichselblatt" Abends 8t Uhr im Restaurant, Skalitzerstr. 147a. Kleine Mittheilungen» LSwrnberg, 11. September. Die Frau eines Gutsbesitzers in unserer Gegend war sehr nervös und hatte auch an Krämpfen viel zu leiden. Ein„Wunderdoktor" wollte ihr nun Heilung dringen und gab ihr den Rath, bei dem nächsten Begräbniß mit einer langen Ruthe in das offene Grad zu schlagen. Die Frau folgte dem Rathe, wurde aber bei dieser Handlung von einem Grausen befallen und fiel ohnmächtig nieder. Sie kam wieder zu stch, war aber irrfinnig geworden und mußte in eine Irren- avstalt gebrocht werden. Hamburg, 12. September. Eine neue Belcuchtungsart vermirtelst selbslverbreunendcn Oels wurde gestem Abend beim Dammthor- Bahnhof produzirt. Es waren drei Maschinen auf- eestellt, destihend aus einem Dampsstffel, von dem ein hohes Rohr ausgeht, aus welchem die Flamme in wagercchter Richtung herausschlägt. Die Helle, welche das verbreitete, war eine äußerst intensive. Dieselbe soll tausend Normallerzen betragen. Das Licht eignet sich namentlich zur Beleuchtung von Bahn- Höfen. Plätzen und ist auch für Jllumivationszwecke sehr gut zu verwenden. Zu diesem Zweck diente is gewissermaßen auch am gestrigen Abend, indem es einen mit 230 Personen desetzten Extra V> rgnügungszug nach Kiel beleuchtete. Krilon im Kauerlande(Westfalen), 10. Septcmber. (Eisenbahnunglück.) Als heute Abend kurz nach 9 Uhr der von Messinghausen kommende Güterzug 620 hier eingelaufen war, liefen plötzlich die 16 am Ende des Zuges befindlichen Wagen, deren Schlußbrcmse nicht besetzt war, zurück nach Messinghausen. Das Gefälle der Strecke beträgt 1 zu 100, und zwar bis Scher- felde. In Messinghausen, wo die Wagen mit rasender Scknellig- keit einliefen, stellte man eine Bahnhofsweiche auf einen Neben- sträng mit Prelldock. Dieser konnte dem Anprall nicht wider- stehen, die Wagen thürmten sich übereinander und 12 derselben stürzten eine ziemlich hohe Böschung herab in eine lehmanige Vertiefung. Nur die vier auf dem Nebenaeleis stehen gebliebenen Wagen find unbeschädigt geblieben. Wahrscheinlich find die Wagen hier beim Abkoppeln wieder in Bewegung gerathen, well der Scklußdremser seinen Platz schon verlassen hatte. Wie«, 11. September. Gestem Abend vergiftete sich im Hause, 5. Bezirk, Wimmergaffc Nr. 33, ein Knabe mlltelst Eyanlali. Der jugendliche Selbstmörder, Isidor Steiner, aus Tcmesvar gebürtig, 14 Jahre alt, war seit einigen Wochen in Wien, um Unterkunft als Lehrling zu suchen, und wohnte im obenbezeichnctcn Hause bei einem Herm Pauly. Dieser hatte aus früherer Zeit her in einer Kiste, welche in einem Neben- zimmcr stand, Cyanlali aufbewahrt, von dessen Vorhandensein Steiner jedenfalls gewußt haben mußte, denn gestem Abends um%10 Uhr, nachdem er sich unter einem Vorwande in dieses Zimmer begeben, eignete er sich ein Quantum dieses Giftes an und nahm eine ziemliche Dosts desselben aufgelöst zu sich. Als man, durch Stöhnen aufmerksam gemacht, ins Zimmer drang, lag er bereits im Todeskampfe, und die sofort verständigte polizeiliche Kommission fand bei ihrem Eintreffen nur mehr eine Leiche.vor. Aus Aeußemngen des Knaben zu schließen, dürste das Selbstmordmotio jedenfalls Kränkung sein. Kudap'st, 10. September. In Gran wurde verflossenen Sonntag in der Arena eine Posse gegeben. Nach dem eisten Aste fiel auf der Bühne während der Umgestaltung der Szenerie eine brennende Petroleumlampe zu Baven und zerbrach in Stücke. Das brennende Petroleum ergoß sich über ein Deko- rationsschild, welches in Brand gerieth, so daß die Flammen in den Zuschauerraum schlugen, woselbst eine fürchterliche Panik entstand. Zum Glück defand sich ein großer Theil des Publikums während des Zwischenastes außerhalb des Theaters. Trotz- dem entstand ein großes Gedränge, weil die Draußenstebenden nicht wußten, was geschehen sei, und aus Neugierde ins Theater zurück wollten. Verletzungen find nicht vorgekommen, dlos die Gattin des Direttors wurde von Krämpfen befallen. Das Feu.r konnte dank der Geistesgegenwart mehrerer Schauspieler gelöscht werden. Pari»» 11. September. In der„Ruff. Med." wird von dem Landschaftsarzt Gagello berichtet, daß die Frau des Land- besttzers Gubkin im Kirchdorfe Deriewka(Gouv. Jekaterinoslaw), die am 9. März von einer tollen Katze gebissen wurde, der Tollwuth erlegen ist, trotzdem die Frau in der Klinik der Uni- verfität zu Charkow die Schutzimpfungen nach Vasteur'scher Me- thode durchgemacht hatte. Uebrigens ist aus Paris im„Hotel- Dieu" am 16. Mai d. I. ein zwanzigjähriger Mann Namens Poulet an der Tollwuth gestorben, der am 6. Dezember v. I. von einem tollen Hunde gebissen wurde und fich gleich darauf den Schutzimpfungen im Institut Pasteur unterzogen hatte. Konstantwopel» 12. September. Gestern Abend gegen 10 Uhr stießen vor Buyukdere nahe am Quai die kleinen Dampfer der deutschen und englischen Botschaft gegen einander. An Bord derselben befanden sich Mitglieder der beiderseitigen Botschaften, auf dem deutschen Fahrzeuge auch der Botschafter von Radowitz nebst Gemahlin, welche fich anläßlich des Alexander-Festes zm russischen Botschaft begeben wollten. Der deutsche Dampfer sank schließlich, die darauf befindlich gewesenen Personen blieben jedoch sämmllich unversehrt und wohnten auch dem Empfange in der russischen Botschaft bei. Kthe«, 10. September. Nach hier eingegangenen Nach« richten fanden in Aegion heftige Erderschütterungm statt, welche ziemlich erheblichen Schaden anrichteten. Auch mehrere Personen wurden verletzt._ Krrmischtes. Vom Rothe« Meere. Ueber die entsetzliche Hitze, welche in diesem Sommer im Rothen Meere geherrscht hat, schreibt ein niederländischer Schiffsarzt der„Schles. Ztg.":„Am 27. Juli pasfirten wir Aden. Bis dahin war die Temperatur erträglich gewesen, denn im Indischen Ozean wehte der Westmousson, so daß das Oberdeck des Schiffes infolge der hochgehenden Wellen deständig feucht war; dies hatte eine Herabsetzung der schwülen Temperatur zur Folge. Als wir jedoch am folgenden Tage die Straße von Bab-el Mandeb pasfirten, stieg bereits die Tempe« ratur auf 100 Grad Fahrenheit(ca. 29 Grad R.). Die kleinen gekräuselten Wellen waren verschwunden, und träge wälzte die See ibre langen, glänzenden Wogen daher, so daß die uncnd- liche Meeresfläche einer geschmolzenen Glasmasse ähnelle. Als die Sonne unterging, erglänzte der Abendhimmcl im prächtig- sten Purpurroth und auch die Meeresfläche hatte jenen röth- lichen Reflex angenommen, welcher dem Binnenmeer den Namen des Rothen Meeres eingetragen hat. Kein Lüflchin regte sich, und das Schiff glitt langsam durch die Salzfluth. Blerch und glanzlos strahste die orangerothe Mondscheibe am blaugrünen Firmament, und prächtig hob sich das schöne Sternbild des südlichen Kreuzes vom dunkeln Nachthimmel ab. Die Kabinen waren dumpf und heiß; Passagiere wie Schiffsma!- nschakt lagen in der leichtesten Kleidung auf dem harten Oberdeck oder in langen Rotangstühlen, vergeblich bemüht, in der drückenden Hitze ein wenig zu schlafen. Infolge der gesteigerten Schweißbildung und der täglichen Seebäder hatte sich bei uns allen ein heftig juckender und schmerzhafter Ausschlag gebildet, den die Holländer roode bond(rother Hund) nennen. Sobald der Körper mit der harten Lagerstätte in Be- rührung kam, hatte man das Gefühl, als od tausend Nadel- spitzen auf einmal in den Körper gesenkt würden. Einzelne Muskitos und die lästigen arabischen Fliegen, die vom Lande aus dem Schiffe einen Besuch abstatteten, trugen dazu bei, uns den Schlaf unmöglich zu machen. Um 4 Uhr Morgens warm die meisten Passagiere schon wieder munter, doch der Schlaf hatte niemanden erquickt; die Glieder waren schwer wie Blei, die Gesichter gerölhet und feucht glänzend. Ein leiser Morgenwind hatte fich erhoben, aber er bot leine Erfrischung, dmn die Lust war warm, als ob sie einem Backofen entströmte. Noch lagen die düsteren Felseneilande, welche im südlichen Theile des Rothen MeereS wie vergessene Bausteine der Weltschöpfung niedergelegt erscheinen, in der Mor- gendämmerung vor uns. Haarscharf zeichneten fich die schwarz- violetten zerrissenen Felsblöcke, auf denen jedes Leben erstorben schien, vom Morgenhimmel ad. Eine majestätische Stille ruhte über der ganzen Natur; die dumpfen Schläge der Maschine waren das einzige Geräusch, welches in der mseylichen Einsamkeit hörbar wurde. Als die Sonne die ersten Strahlen über die arabische Küstenlandschaft warf, nahmen die schwarz- violetten Frlsen eine eigenthümlich rosenrothe Farbe an, die scharfen Kontouren verschwanden und jene zitternde Be- wegung, welche man infolge aufsteigender Wärmcwellen beobachtet, machte fich allenthalben geltend. In breiten Wellen wurde Licht und Wärme von der spiegelglatten Meeresfläche refleltirt, und von Stunde zu Stunde stieg das Thermometer bis auf 32 Grad R. im tiefsten Schotten. Wir nahmen wie gewöhnlich um 6 Uhr Morgens ein Seebad, aber das Waffer war warm und bot dem Körper keine Erfrischung. Eine Tasse würzigen Mokkakaffecs delebte für einen Augenblick die erschlafftm Nerven, Eiswasser wurde in enormen Quantitäten getrunken, aber dre Transpiration wurde desto ärger. Die Butter, wrlche beständig im Eise stand, kam als harter Klumpen auf die Tafel, allein als fie fünf Minuten gestanden hatte, mußte sie mit Löffeln aus den Gefäßen geschöpft und aufs Brot gestrichen werden. Immer unerträglicher wurde die Hitze mit jeder Stunde. Obwohl das ganze Deck mehrmals täglich gewaschen wurde, war doch selbst unter den doppelten Segeltuch- dächen, die Temperatur entsetzlich drückend. Das unangenehmste Gefühl war die Gluth auf den Wangen, die heiß und geröthet waren, wie wenn man das Gestcht der bellen Flamme nährrt. Gegen Mittag hatte die Wärme den höchsten Grad eneicht- im Maschinenräume, wo die riesigen Stoker, nur mrt einer Hose be- klerdet, die Gewaltige, Feuer schütten, war die Hitze unerträglich. Ern heißer Oelvuft benahm dem in diese Hölle Eintretenden völlig den Athem, und das Thermometer wies auf 150 Grad Fahrenheit. Alle Augenblicke stürzten die bemitleidenswetthcn Manner.denender- chwerß in dickmStrömen über die rußgeschwärz- »ÄÄ waWs war in jener Zeit enorm. Es war keine Seltenheit, daß «».!««- taattung InS k," jenen �.agen von Tisch abgerufen, Nicht selten wurde ich in weil wieder ein Heizer oder ein Matroie in Ohnmacht I fallen war. Eine altgemeine tiefe Depression hatte stch Ajj bemächtigt; die entsetzliche Wärme und die allgemeine 9 mattung verbot körperliche wie geistige Beschäkrigung und# Langeweile brmächiigte sich aller Gemüther. Das Schiff maä eine geringere Meilemahl denn je, weil die Maschinen«« in der gewöhnlichen Weise geheizt werden konnten; unsere M schinisten fürchteten mit Recht, daß die Leute eine solche üts> mäßige Wärme unmöglich aushalten könnten. Die Zeit sck« kein Ende nehmen zu wollen. Ader die Sonne eilt auch bei den längsten Tag. Am fünften Tage erhob fich ein leiÄ Nordwind und die Temperatur wurde erträglich, wir erreicht ungefährdet Suez und hatten ein inniges Mitleid mit großen iranzösischen Transpottdampfern, welche die entseB Reise mit ca. 1200 Mann Besatzung noch vor fich hatten.% Leute wußten wohl, was ihnen noch bevorstand, denn kragte rü sie, wodin sie gingen, so war die gewöhnliche Antwort: A bas, ä l'enfer zäune, da hinunter nach der gelben Hölle.® bald Port Said erreicht war, umfing uns wieder die milde L> des Mittelländischen Meeres, und in dem wunderbaren Klrma W alles s neu auf. Die Tage der enisetzlichen Wärme waren vergiß und neuer Lebensmuth beseelte die Gemüther. Während* 24 Reisen, die ick durch das Rothe Meer gemacht habe, bellst niemals eine derattige Hitze, wie gerade m den letztoerflosstit Monaten Juli und August. Uebrigens haben die Franzose»,* aegenwärtiq in recht hämischer Weise über die Niederlage» u» Mißgeschicke der Italiener im Rothen Meere tnumphircn, n® Grund, recht bescheiden zu sein. Sie sollten daran der® welche Opfer an Menschenleben ihren das schöne Tongling P kostet hat. Wir begegneten französischen Transportdampfer« � Rothen Meere, welche die Opfer der wildesten afiatil® Grausamkeit beherbergten. Tief unten im Schiffsräume W die armen Verwundeten mit ausgeschnittenen Zungen,* verstümmelten Gliedmaßen, abgeschnittenen Nasen und Cr ausgebohrten Augen, kurz, den gräßlichsten Verstümmelung welche tongkingefische Grausamkeit ersinnen kann. Die Lust' heiß und verpestet, die Brust hebt fich in tiefem AlHe aber die Atmosphäre ist zum Athmen untauglich; klebt die Zunge am Gaumen, denn das E.s schmizt ti mehr und mehr bei der abnormen Hitze zusammen. Maschine wird zur höchsten Leistungsfähigkeit angesp» um das Schiff so schnell wie möglich durch diese Rothe& zu treiben, denn jeder Tag lichtet die Reihe der armen des Krieges und einrs heißen Tropenklimas mehr und Während wir, wie bemerlt, aus Rückficht auf die Bema langsamer dampfen mußten, erheischt hier die Rücksicht aus vielen Kranken und Verwundeten eine möglichst schnelle F» und der Transportvampfer eilt mit einer Schnelligkeit von englischen Meilen in der Stunde an uns vorüber." Da» größte Wohngebänd» der Weit. In Mb polis, Minn., wird soeben ein Bauwerk in Angriff genom gegen welches die riesigen zwölfstöckigen Hotels an der Ba und am Broadway in New-Nork wahre Hütten find. Es nicht weniger als achtundzwanzig Stockwerke, nach welchen Elevators(Fahrstühle) führen, welche vermittelst Dampfmasa-� in Bewegung gefitzt werden. Jeder derselben stellt einen klein- Salon vor, besitzt einen Kondukteur und fährt mit einer Rw Mäßigkeit zu den ihm best mmten Stockwerken empor, wie e«? eine Eisenbahn nach ihrem Bestimmungsort. Eine solche der Elevator, denn wie die Gebäude alten Systems in Länge und Breite, so ist dieses Haus in die Höbe geU, Länge und Breite betragen nur je 80 Fuß, dagegen ist die§3 von der Basis bis»um ochtund, wanzigsten Stockwerk 350 i Das Gebäude enthält 728 große Räume, sämmtlich nach au! also an den vier Wänden belegen und Licht von außen em«L. gend; Hinterstuben giebt es nicht. Durch die Milte des" däudes winden sich vom Boden bis zum Dache zwei eist Treppen— zur Benutzung, falls die Dampfmaschinen der Fi st üble einmal defekt werden sollten. Das Dach besteht aus? und sendet eine Fülle von Licht bis in die Thorballe hinab. Gebäude ist viereckig, das Dach spitz, von vier kleinen Th> eingefaßt. Außer für Thünn und Fensterrahmen wird Holz zum Bmi verwend.t; derselbe besteht aus einem e(»i eisernen mit Steinen vermauerten Gerippe, welches nach-. bis ins Unendliche verlängert werden könnte. Alle 728 SRaUj welche Geschä'tszwecken dienen, also zu Offices benutzt rvesi? sollen, find schon mit in den Wänden befestigten Sichert*1! spinden versehen, im eisernen Fußboden stecken eiserne% Schränke und Stühle, so daß die Möbelfrage zum M#K wird. Die Elevatoren fahren in einer halben Minute zm»� undzwanzigsten Stockwerke empor; die luftige Höhe ist K schneller zu erreichen, als irgend eine bequeme erste Etofff* einem Privathause. Im Uedrigen— meint der glürv? Ingenieur— ist die Lust„da oben" nicht allein gesund, dern in doppelter Beziehung auch billig. Man wird kümmert um Territorialfragen bis in die Wolken bauen kö»"� denn die Luit, der Raum in ihr ist Gemeingut und laxe-(JJ, steuerfrei. Die brennende Frage der stets wachsenden, "fcheinl br1« 4 Rad. S . Wir � e» 1 gefaßt 5*6*10] ."in i »'«Itn 0 ?urvpa jeden Zvellirt Dinner, � und Uenheit Es i einen stammt. j1« schnr «rvdeS 2 Wir "oher d «°hpten. ?*schein ststdet? 'Hut, iah l l o >«ie n. U.', Marder "ner 9« Heuren Vertheuerung der Grundwettbc in den Großstädte»� gelöst, man baut einstweilen in die Höhe und das Land i» werden k »vn den !"* miß! '•»»Sei Wnget �Kert. wo ft' 00n "Jstrn an �strn de Länge wird billiger werden. Pnhe» de» Tournurr. Zinnen oe»«>o>,rn»»e. Am 3. d. M. fuhr ein von Bislich nach Lunten über. Infolge der Dunkelheit stieß% selbe gegen tiren Schraubendampfer," bekam ein Leck u»?., daraus befindlichen 14 Personen waren in Gefahr, zu ertr»«� Die Herren desaßen soviel Geistesgegenwatt, sich dutffl klammern an die Tournüren der Damen über Wasser zu> während ein anderer'Nachen zu Hilfe eilte und die Gest! aufnahm..zs Ein« ganz»««« Krstattnngsmethod«, die aber � keinen Anklang finden dürste» ist von einem Arzte in Pin�x* entdeckt worden. Der Herr Doktor schlägt nämlich m Leiche vermittelst einer hydraulischen Presse in kürzester ist' J» einen Kubus von 12 Zoll umzuwandeln, einen soliden Blo« � schönem Material, der geädertem Marmor ähnlrck sieb'' schmacklos. geruchlos und augenscheinlich unvergänglich„a* Doktor hat, wie die„Allg. Corr." berichtet, die so beb»» t;{ Leiche eines Kindes zur Ansicht ausgestellt; dieselbe b'" Form eines Kreuzes. Telegraphische Depesche». (Wolff's Telegraphen-Bureau.)«j/ Wien, Donnerstag, 13. September. Die Generaldir--., der Staatsbahnen macht bekannt, daß auf der Strecke Hohen ms der Linie Feldknch-Bregenz heute der Gesamar"" wieder aufgenommen worden ist._ 5» Inobrrck, Donnerstag, 13. September. Das Etsch ist in langsamem Fallen begriffen. Die Ebene u» � Calliano ist überschwemmt und der durch das Hochw«» ursachte Schaden ein sehr großer. Das Campo Trenlino r» stch 1 Meter unter Wasser. aifaiM Aus dem Rheinthal wird gemeldet, daß das A'.„u» Lustcnau vollständig überschwemmt ist. 4 Menschen st" Leben gekommen. S®* i 4 i rvuv/«?*|vuvcm liuuvmuv* t�vsk», vv-u, gebesserten Witterungsoerhältniffe in Tirol eine ernst* strophe nicht mehr eintreten werde. Kriefkasten der Kebaktt*#*� v«t»nfrazen bitten wir bie«bomtemenlt-Oulttung beizufügen- »ntivort wirb nicht ertbeilt. Ktrnljenorleriter. 1,90 M. iTTO K .£ s Jb* K 51 Verantwortlicher Redakteur:».«»-»t,.i« in Berlin. Druck und Verlag von»«. K-ading in Berlin SW.. Beuthstraße 2.