>hnmacht :te sich Ä Igemeine i mg und i Schiff maä ischinen ni ; unsere N e solche übe - Zeit m Ii auch dm ein leiÄ mr erreicht 1 mit j1" ie entsetzt hatten. m kragte ß wort: A Hölle. S e milde L> m Klrma W iten vergilt Nährend J ade, heuss tztoerflosseB ranzosen' Verlagen ij iphiren, l-p aran denl» Tongking f Dampfern' m afiatiD -räume W S'U ämmeiunit Die Lust' i Athe> lid»; »mizt d amen. anges, Rothe armen Cf it und M Bemani» ficht auf S17. Sonnabend» de» 13. September 1888. 3. KadrA. SMMlIisbIM Brpn für die Interessen der Arbeiter. 4 Die Krise nach Ktapien. L Wir sind im besten Begriff, nach Utopien zu reisen, % es scheint m der That, als ob das Geschrei ernsthaft gefaßt werden sollte, welches dahin geht, daß man eine Zv-ditron ausrüsten solle, um dem Dr. Schnitzer, resp. Bmtn Pascha, welcher Gouverneur der südlichen Pro- ''»sea Egyptens und durch den Mahdi-Aufstand von Europa abgeschnitten ist, zu Hilfe zu kommen. Die »Uunaen geberden sich, al« ob die„Befteiung" dieses Dr. ■Schnitzer die wichtigste Aufgabe und die brennendste Frage lür jeden Deutschen sei. Es wird an da» Nationalgefühl hnelle"SHAvelltrt und sogar sonst ganz ernsthaft zu nehmende tüchtige gleit von Dinner, so ,. B. Gerhard Röhls«, stimmen in den Lärm , und werfen dem deutschen Volke indirekt Pflichtver- In Min»» stessenheit und Nachlässigkeit vor. ,®en2ES t, ES wäre allerdings ein schönes Feuer der Begeisterung "(ffSI n einen idealen Zweck, das jetzt in unseren Blättern ielcben rk 350 i; nach auf sten empL tte des zwei eist :n der S bt ausl hinab len Tl a wirv lern einzl 5 nach 728 3tävr lutzt wel? Sicheibe? ferne' m te zum 3, 'öhe ist»!. te Stapf, :r glüfli esunv, iL wird UIL uen könn? v taij'f aden, ü»l 'ßstSV< Zand in »mt, wenn man nicht wüßte, daß die Begeisterung nur npfmast'NI schmählich erheuchelte und der ideale Zweck nur ein einen klei»?*n>des Trugbild wäre.„. t 0 einer Wir ftage« zunächst: WaS rst un« Hekuba? >r, wie ei««oher denn die Theilnahme für den Dr. Schmtzer m Ober- olche verst leyplx„ deffen Fall un« sehr fern liegt, der sich sogar allem ems in' Anschein nach gar nicht in Nckth oder Verlegenheit be- °be get� findet? Wenn man so reich ist an Mitgefühl, warum 'st die H t�t man dasselbe nicht kund bei den '»hllosen Brutalitäten und Grenzflege- �eien. die alle Augenblicke a n der deutsch» '"s fischen Grenze von der russischen Sol- '»teska gegen R e i ch S a n g e h ö r i g e verübt �'rden? Unsere wohldressirte Presse weiß nur Lärm fachen, wenn ei« paar naseweise Studenten in Frank- .""i umher reisen und mit den Franzose« in Streit ge- "tsten. Die Brutalitäten aber, die sich die Kosacken mit 22? geradezu empörenden Frechheit an der Grenze erlauben, �den kaum erwähnt. Neulich la« man, daß e,n Madchen *»* den russischen Grenzsoldaten über die Grenze geschleppt mißhandelt wurde: desgleichen vernahm man» daß em u3M Ehepaar, da« seine Hochzeltireise unvor- dchllger Mise auf russische« Gebret ausgedehnt M« dort festgehalten und ohne allen Grund rn � Äerker geworfen wurde. Die„Norddeutsche Allgememe wohlju betonen, daß Frankreich„ein wildes Land : von Rußland wird nicht gesprochen und das Kosacken- .T an der Grenze fährt fort, seine stechen Flegeleien pJfn deutsche Reichsangehörige zu verüben. Es ist seiner sicher, denn eS darf ja auf die Begünstigm ' Kosackenthum« in der deutschen Preffe rechnen, t aber � vor,, i m. raldireE Dem deiüfchen" Philister' ist es so auch ganz recht. hat ihn unübertrefflich gekennzeichnet, indem er von Jeuilreton. ß ÄSZ stv B stere � An««rechter Stelle. Nach einer russischen Erzählung von Dr. Z. 2. MM« iPJiisi m ihm sagte, daß er an Sonn- und Feiertagen von nichts lieber höre, als von Kriegsgeschrei, wie„hinten weit in der Türkei" die Völker aufeinanderschlagen. Der richtige Philister darf sich um die Zustände im Deutschen Reiche selbst oder an deffen Grenzen möglichst wenig bekümmern. Aber der Dr. Schnitzer rm Sudan, das ist ein Fall, der den Philister intercssiren muß. Warum kommt man ihm nicht gleich mit einem Regiment pommerscher Gre- nadiere zu Hilfe? Nun, wir sind nicht der Meinung, daß man in Deutsch- land verpflichtet sei, für alle Abenteuer aufzukommen, welche Deutsche im Auslände unternehmen. Namentlich im Falle von Emin Pascha müßte zweifellos die Hilfe de« Staatssäckel« in Anspruch genommen werden, wenn man etwa« erreichen wollte, uno dafür bedanken wir un« denn doch schönsten«. Bei jeder Gelegenheit wird betont, daß in dem Staats- und Reichssäckel Ebbe sei, und eS wird dies betont gegenüber den wichtigsten Forderungen im Zntereffe von Kultur und Zivilisation. Haben wir kein Geld, um die öffentliche Roth in Deutschland zu lindern, so haben wir für Dr. Schnitzer dreimal kein Geld. Ohnedies liegt gar keine Kundgebung— wenigsten« nach unserem Wissen keine— von Dr. Schnitzer vor, wo- nach derselbe seine Landsleute anginge, ihn durch eine be» sondere Expedition zu retten. Der Mann befindet sich augenscheinlich ganz wohl, wenn er auch von Europäern abgeschnitten ist, und man geht viel zu weit, wen» man seine Lage mit derjenigen GordonS in Khartum ver- gleicht. Nein— die künstlich inszenirte und von einer bestoche- nen oder irregeleiteten Preffe unterstützte„Bewegung" zu Gunsten de« Dr. Schnitzer hat einen ganz anderen Zweck. E« sind wieder einmal die großen Handel»- Herren, welche„K o l o n i a l p o l i t i k" nach ihrer Art treiben. Diese haben natürlich ein Interesse daran, daß Deutschland sich überall einmischt. Die Einmischung sichert und erweitert ihnen den Absatz ihrer Waaren und gewährt ihrem Tauschhandel gewisse Garantien. Eine andere Absicht ist auch bei dem ganzen Lärm um Emin Pascha nicht vor- Händen. Die großen Handelsherren wollen Geschäfte machen und das deutsche Volk soll d a« B etriebskapital dazu hergeben, das ist das Ganze. Man wird das leugnen, aber e» ist doch so. Bekanntlich lieben eS die Handelsherren, sich stet« al« große und wahre Patrioten aufzuspielen. Zm vor- liegenden Fall thun sie es sicherlich auch. Aber waS gilt ihnen das Interesse ihre« Vaterlandes, wenn ihre Handels- interessen in Frage kommen? Dann ist e« ihnen gleich- giltia ob eine Expedition nach dem Sudan Deutschland in Verwickelungen bringen kann, ähnlich denen, bei welchen Tage in einer verdrießlichen, aber nicht verzweifelten Stimmung. Sie überredete sich, daß e« auf diese Weise sich vielleicht zu ihrem Besten gewendet habe. Ulew, mit seinem energischen Charakter, würde stet» eine dominirende Stellung im Hause eingenommen haben; über lang oder kurz hätte sie sich verstehen müssen, sich seinen Wünschen und Meinungen unterzuordnen, und dazu ser sie nicht ge- schaffen— Gleichviel, eS war doch schade um die ent- schwundenen Hoffnungen.„Nun," dachte sie,„am nächsten Sonnabend kommt er wieder, wir werden auch musiziren; aber dann soll eS schon nicht mehr daS stühere Sprel sein; er liebt Symphonien, aber nicht ich... Ulew hingegen stellte unerwartet seine Visiten ein, da- mit das Fräulein leichter seiner vergesse. Am ersten Sonn- abend war Polixena schlecht gelaunt- später fand sie, daß das Benehmen von seiner Seite doch recht vernünftig" sei lebte fie in der Erwartung eines Stellenwechsel« der jungen Beamten, der neue Persönlichkeiten nach N. bringen muhte. Al« Maluga seine erste Visite der Familie des Post. meisterS abstattete, stellte sich Polixena dieselbe Frage wie WHWM wollen." Polixena begann die Attaque, rndem sie erne öffent- liche Gerichtssitzung besuchte. Während einer Pause näherte '�Was°vera«laßte Sie, zu unseren so uninteressanten jetzt die Italiener in Massauah eine so harte Nuß zu knacken haben. Aber mag Deutschland sich in die unnöthig, sten Abenteuer stürzen— wenn die Kaufherren nur ihre Waaren absetzen! Mögen sie doch die Kosten für ihre Handelsbeziehungen selber bezahlen! Der Staat soll dafür kein Geld haben k Triginak-KorresponämM Mönch-«. 12. September. Wenn die Frommen im Lande über die Gottlofigkeit unseres Zeitalters klagen, so tbun fie wirklich unrecht daran, denn, soweit wenigstens der äußere Schein der Frömmigkeit in Betracht kommt, so ist es damit wohl schon seit Generationen nicht mehr so gut— gut natür- lich im Sinne der Mucker und Ducker— bestellt gewesen, als jetzt. Während in den fünfziger und scchszigcr Jahren und dann besonders in der Kulturkampfperiode es geradezu zum guten Tone gehörte, fich frei von kirchlichen Fesseln zu zeigen und mit seiner Ungläubigkeit zu prahlen, findet jetzt das genaue Gegentheil statt und gilt die Betonung der Religiosität wiedrr geradezu als ein notbwendiges Zubehör zur bürgerlichen Respettabilität. Was Wunder, daß die Kirche fich diese so sehr zu ihren Gunsten umgeschlagene Stimmung zu Nutzen macht und ihr Schäfchen wieder ins Trockene zu bringen sucht. Wenn Herr von Bennigsen die„Liebeswerke" Slöcker's mit seiner Unterschrift fördert, und wenn hier in München die liberalen Kapazitäten am Frohnleichnamstag gesenkten Hauptes hinter Mönchskutten im Zuge einh-rmarschtren, so ist das eine Zeit, in der der Weizen der Frommen% hoher Blüthe steht, und fie müßten von ihrer sprichwörtlichen Schlauheit alles eingebüßt baden, wenn fie sich diese schöne Gelegenheit nicht reichlich zu Nutze machten. Sie thun dies aber und deweisen damit, daß die Krche von ihrem Witz nichts verlohn und vor allem auch beute noch immer einen guten Magen hat, der viel vertragen kann. München, als von jeher katholische Stadt, bat zwar der Kirchen in Hülle und Fülle, aber diese befinden sich meist im Zentrum der Stadt. Draußen aber an der Peripherie, da wo vor 20 und 30 Jahren nichts war. wie Wiesen und Auen, und wo heute schnurgerade Straßen laufen, links und rechts mit Miethskasernen desäumt, da giebt es keine Kirchen, und vor allem fehlt da auch der kirchliche Sinn. Aus diesen Straßen und Vierteln relmtircn fich die Tausende von sozinldemokratischen Stimmen, die in München abgegeben werden, und die da wohnenden Familien ziehen es vor, wenn der Sonntag kommt und damit etn Tag der Ruhe und Erholung auch für diese schwer arbeiten» den Proletarier und Kleinbürger anbricht, mit Kind und Kegel schon Vormittags hinaus zu ziehen in die taeilweise herrlich ge- legenen Dörfer und Vergnügungsorte der Umgegend, um dort w freier Luft und im Anblick ver herrlichen Natur fich des Daseins zu freuen. Diesem„Uebelstand" soll natürlich adge- Holsen werden, und das Mittel dazu sollen neue Kirchen sein, die man in den neu entstandenen Stadtvierteln anlegen will. So weit nun die Kirchengcmeinschaften selbst die Kotten für kuchliche Neubauten zu tragen gesonnen find, läßt fich dagegen naturlich nichts einwenden. Denn so gut sich die einen eine Verhandlungen zu kommen; heute sind nur vier Fälle wegen Diebstahls abzuurtheilen, sonst nichts." „Mich interessiren nicht die Angelegenheiten, die hier verhandelt werden, wohl aber Ihre Reden. Man lobt die- selben allgemein, und ich will mich doch überzeugen, ob sie wirklich die« Lob verdienen." „Nun, wie gefiel Ihnen meine Rede?" „Ich will noch einige hören und sage Ihnen dann meine Meinung." Maluga war es sehr schmeichelhaft, der Gegenstand ihrer Aufmerksamkeiten zu sein. Am nächsten Sonnabend fand er Gelegenheit, sie allein zu sprechen und fragte sie, wie ,hr seine Anklagereden gefallen hätten. „Ja." entgegnete sie in freundlichem Tone,„Ihre Reden sind sammetartig, oder vielmehr sie gleichen einem Zobelfell." ,."Wie meinen Sie das?" fragte er und bewunderte gleichzeitig ihre schon geformten kleinen Hände. ."S-e.st»d weich Ich liebe die starken Effekte nicht. Weder stark duftende Blumen noch grelles List. In der u.d S! SfÄ-*8" „SluS dem einfachen Grunde, weil junge Mädchen nicht 5%«WMch "'cht richtig formulirt. Ich bin im Stande, der Helden wegen in Entzücken zu gerathen, ich lese gern von ihren Thaten und gebe ihnen die gebührende Anerkennung Aber fSn?" fantt ber®elb meines Romanos „Und warum dies?" promissen bestehen muß." wfS, l »Und verzehrt den Helden selbst sehr schnell. Ich neue„Loge" bauen und die anderen stch ein„Vereinshaus" auf» richten, muh auch den Khchergemeinden das Recht zustehen, stch Kirchen zu bauen, so viel fie Lust haben. Etwas anders freilich wird es, wenn die Kirchengemeinden ihren reich geföStcn Geidsack hübsch zugebunden halten, dagegen aber verlangen, daß aus dem Gemeindeoermögen Mittel zum Neubau von Kirchen bewilligt werden sollen. Dies ist eine grobe Ungerechtigkeit gegen diejenigen Angehörigen der Ge- nieinde, welche auf eine Zugehörigkeit zu irgend welcher Kirchen» gemeinschaft bereits längst verzichtet haben. Öier in München ist nun vom«Hemeindekollegium in früheren Jahren sämmtlichen anerkannten Kirchengemeinschasten zum Bau von Kirchen Unter» stüyung aus Gemeindemitteln zugesagt worden, und so verlangt jeyt auch die protestantische Gemeinde zum Bau einer dritten Kirche einen Bauplatz von der Gemeinde. Der Magistrat bat denselben denn auch in seiner letzten Sitzung bereits bewilligt, und im Gemeindekolleaium wird natürlich dasselbe geschehen. Wir glauben, die Aussetzung der Mittel zur Gründung eines Asyls für Obdachlose, deren es hier, wie in jeder Großstadt, Jahr aus Jabr ein eine große Anzahl giebt, wäre vernünftiger gewesen, als die Bewilligung des'Bauplatzes zu einer Kirche, zu der vorläustg noch nicht einmal ein Baustand da ist, sondern erst auf dem Wege der jetzt allgemein üblichen Schnorrerlotte- rien zusammengebracht werden soll. Aber freilich, die neuen Kirchen sollen dazu dienen, um den sozialdemokratisch gefinnten Arbeitermassen wieder den Geist christlicher Demuth und Ent- sagung beizubringen, der auch noch die rechte Backe hinhält, wenn die linke bereits geschlagen ist. Um das zu erreichen, kann man schon ein Opfer dringen, besonders wenn es nicht vom eigenen geht, sondern wenn man es auf Kosten der Gemeinde beschließen kann. Der alte Fuchs Windthorst hat eben recht; die Angft vor den Arbeitern macht unsere Bourgeois zahm und fromm; ste, die einst am liesten die Kirchen zu Markthallen ver- wendet hätten und dies theilweise thatsächlich auch thaten, wie ja z. B. auch hier die alte Jesuitenkirche als Zolladfertigungs- stelle dient, fie wollen jetzt neue Kirchen bauen, und nächstens werden sse wohl auch wieder Klöster einrichten, denn in der Angst ist der Mensch zu allerhand Dummheiten fähig. Wir hhden vor einiger Zeit der Beschlagnahme des„Recht auf Arbeit" und der damit verknüpften Haussuchung in der Druckerei von M. Ernst wegen Abdrucks eines Artikel, worin die Aufforderung zu einer Sammlung zu Gunsten der streiken- den Hamburger Tischler enthalten gewesen sein soll, Erwähnung gethan. Jetzt ist dem Redakteur des„R. a. A." ein Strafmandat wegen dieser Angelegenheit zugegangen und»war lautet dasselbe auf ganze zwei Mark. Also einer Lappalie wegen, die mit 2 M. geahndet ist, wird mit Hilfe des Schloffers in die Wohnung eines Bürgers und Geschäftsmannes während dessen Abwesenheit eingedrungen und alles durchsucht. Ob so etwas wohl, außer in Rußland, in einem anderen kullivirten Staate möglich wäre? Der auch in Berlin bekannte Vegetarianer Guttzeit, der, um von stch reden zu machen, in allrömischer Tracht mit Toga und Sandalen stch hier als Konkurrent des od seiner Exentrizitäten dekannten Malers Dieffendach aufhält, wollte dieser Tage in einem biestgen Cafs poetische Vorlesungen halten. Als Herr Guttzeit indeß in seiner stolzen Römertracht ankam, fand er das Lokal von Polizeibeamren desetzt, welche die Vorlesungen unter- sagten, angeblich weil„unliebsame Störungen" zu defürchten seien. Eine Anzahl hicfiger und Augsburger Sozialdemokraten gaben stch am letzten Sonntag in dem asten schwäbischen Land- städlchen Laave bei g am Lech ein Rendezvous. Natürlich war auch die Polizei mit von der Partie, was aber trotz des außer- dem herzlich schlechten Wetters das Vergnügen nicht im ge- ringsten störte..» Die Hi-Kgen„N. N." find erzürnt darüber, daß ein ultra- montanes Blatt schreibt, alle Katholiken, die in die Vertretung des Reiches gewählt werden, schließen stch dem Zentrum an. Die„N. N." konflatiren, daß Forckendeck und Stauffenderg, so- wie der htefige Sedlmayr ebenfalls Katholiken find und doch nicht dem Zentrum angehören. Der brave Sedlmayr hat fich wohl in seinem Leben über politische oder religiöse Fragen den Kopf nie besonders zerbrochen, daß aber auch die Herren von Forckenbeck und von Stauffenberg noch an das Wunder der Empfängniß und an die Unfehlbarkeit des Papstes glauben, das härten wir nicht für möglich gehalten, wenn es nicht von so autoritativer Seite, wie die„N. N." dock in allen Angelegen- h iten der„großen" liberalen Partei find, behauptet würde. Wie kann man da noch weiter vom gottlosen Berlin reden, wenn es einen Glaubensgenossen Windthorst's an der Spitze seiner Verwaltung stehen hat? *** Zürich, 12. September. Der Unfinn, den die Uberale fonservailve Gelvsackspresse gegen die Handvoll Ausländer im Grülstverein predigte, deren Ausschluß fie als eine rettende nationale That pries, hat doch nicht gefiegt, die Vernunft hat Über die krankhaften Ausgeburten kleiner und großer Bourgeois- schävel triumphirt, der von der Dorf-Sektron im Appenzell beantragte Ausschluß der Ausländer ist mit 3000 gegen 2000 Stimmen verworfen worden. möchte aber, daß die Flamme meines Lebens nicht in hef» tiger Lohe aufschlage, sondern daß sie ruhig erglühe, ohne unnütze Stoffverschwendung; so ungefähr wie die auch Wärme spendende in unserem Kamin, an dem ei sich so traulich sitzen laßt. Das Leben ist schon kurz genug; warum es durch ausregende GemüthSeffekte sich noch ver- ■kürzen. Außerdem ttebe ich die Gesellschaft und in unserer Gesellschaft sind Helden nicht präsentadel." Maluga seufzte. Polixena, welche dies lächelnd wahr- nahm, sagte:„Ich weiß, worüber Sie seufzen." „Und das wäre?" „Darüber, daß wir uns Beide nicht zu den Helden zählen können. War's nicht da»?" „DaS heißt... ungefähr in diesem Sinne." „Gestehen Sie nur, daß ich es errathen habe. Meiner Ansicht nach ist dies Bedauern ebenso lächerlich— als wenn es Sie betrüben möchte, in sich selbst keinen Apollo und in mir keine Venu« zu finden." Er lachte. „Wir sprachen eben von Ihren Reden als StaatSan- walt. Im Allgemeinen sind mir alle Anklagen unsympa- thisch. Eine gewisse olympische Unnahbarkeit umgiebt ge- wohnlich die Herren Staatsanwälte, dann die schneidende Ausdruckswerse den Angeklagten gegenüber. Die Aermsten sind ohnedies schon unglücklich genug, und der StaatSan- walt verbittert ihre Gefühle noch mehr; mit einem Worte, es ist nicht« humanes in dem Verfahren. In Ihren Reden jedoch findet daS Gegentheil statt; sie sind delikat, wirklich fammetartig. Nach Anhörung derselben hat man nicht daS niederdrückende Gefühl, welches die Reden der anderen Staatsanwälte hinterlassen." Während sie sprach, schweiften Maluga'S Gedanken an- dermärts. In feiner Phantasie sah er an einem Tisch zwei Kannibalen sitzen und zu Mittag speisen. Der eine von ihnen verschlingt die Speisen mit einer thierischen Wuth, sietscht und knirscht mit den Zähnen; der andere verzehrt seine Mahlzeit mit wohlerzogenen Manieren und sieht, nicht nur ohne Zeichen der Wuth, sondern mit einer gewissen Liebe auf das Essen. In den Zügen dieses wohlerzogenen Das Geldprotzenthum und die ihm anhängenden Gernegroß, die kleinen Geschäfteleute mit ihrer niederen und dummschlauen Berechnung, durch die Ausschlußkrage einen Zankapfel in die Ardeiterbewegung zu werfen, hat kläglich Fiasko gemacht, der bis zur Verrücktheit gesteigerte Chauvinismus ist von der großen Masse der Arbeiterschaft abgelehnt worden. Wie werden fie auf's neue Wuth schnauben, die Attenhofen und Konsotten, doch ihre ohnmächtige Wuth muß vergehen, wie eine Seifenblase zer- platzt. Der Sieg der fortgeschrittenen Ardeiterelemente in der Ausschlußfrage ist ein sehr bedeutsamer und es gebührt ihm da- her eingehendste Beachtung. Da« Akttonskomitee veröffentlicht den Entwurf von Statuten für die auf dem bevorstehenden Ardeiterkongreß neu zu begründende schweizereische sozialdemokratische Pattei; derselbe lautet: § l. Die Organe der Partei find: a) Der Parteitag. b) Das Parteikomstee. § 2. Der Patteitag besteht aus Delegrtten sämmtlicher Ottschatten, welche mindestens 100 Parteigenossen zählen. Ottschaften mit weniger Mitgliedern können fich zur Wähl von Delegitten vereinigen. Auf 100 Mitglieder kommt ein Delegitter; doch kann dieselbe Ottschatt nicht mehr als höchstens 10 Delegirte mit beschließender Stimme an den Patteitag senden. § 3. Der Patteitag ttttt ordentlicher Weise jährlich einmal im Herbst zusammen, in der Zwischenzeit nur, wenn es die zu Delegittenwahlen berechtigten Parteiversammlungen von mindestens 5 Ottschaften verlangen oder das Patteikomitee es für angezeigt findet. § 4. Kantonale und Lokalorganisationen find Sache derbe- treffenden Parteigenossen. § 5. Das Parteikomitee wird durch die Parteimitglieder des vom Parteitage bezeichneten Vororts gewählt. E« besteht aus 7 Mitgliedern welche aus ihrer Mitte einen Präfi denten, einen Vizepräsidenten, einen Kasfirer und zwei Sekretäre wählen. Seine Amtsdauer beträgt ein Jahr, resp. die Zeit von einem ordemlichen Patteitag zum andern. § 6. Das Paileikomitee hat durch Vettrauenemänner mit den kantonalen und den größeren einzelnen lokalen Paneiorga« nisationen in steter Fühlung zu bleiben und diese Vertrauens- männer in wichtigern Parteiastlonen zu befragen. § 7. Die sozialdemokratische Partei der Schweiz befaßt fich nur mit eidgenösfischer Politik nach dem Patteiprogramm. Die kantonalen und lokalen Patteiorganisationen operiren auf ihren Gebieten seldstständig und können eigene kantonale und lokale Parteiprogramme aufstellen, welche aber dem allgemeinen schweizerischen Parteiprogramm nicht zuwiderlaufen dürfen und dem Parieikomitee vor Veröffentlichung zur Begutachtung mit- zutheilen find. § 8. Als Mitglied der Partei wird jeder Schweizerbürger anerkannt, welcher das Patteiprogramm annimmt und eine Mitgliederkatte mit Quittung des verfallenen letzten JaHresbei- träges defitzt. Auch Frauen können der Partei beitreten. § 9. Der Mitgliederdeitrag beträgt 50 Cts. per Jahr und ist jeweilen vor dem ordentlichen Parteitag oder svätestens an demselben für das nächste Geschäftsjahr(von Parteitag zu Patteitag) zum Vorauszu bezahlen. Die Quittirung geschieht durch Aufkleben einer Marke, welche vom Patteikomttee zu de- ziehen ist. § 10. Als Parteiorgane werden alle gefinnungsgenösfischen Blätter anerkannt, welche die offiziellen Publikationen des Patteikomitees unentgeltlich aufzunehmen fich verpflichten. Jeder Pattcigenoffe soll wenigstens eines dieser Blätter halten. § 11. Zur Revifion der Statuten ist allein der ordentliche Patteitag berechtigt, unter Vorbehalt der Urabstimmung über dessen Vorschläge. Liebknecht sprach am Montag in sehr gut besuchter Versammlung in Basel, worüber die„Basler Nachrichten" ebenso sachlich wie ausführlich referiren. Mit dem Basler Vortrage hat Herr Liebknecht seine Agitationstour in der Schweiz beendet. Er hat mit(einen Darlegungen der modernen, sozialen und winhschaftlichen Zustände, mit ver Schilderung der politischen Reaktion und ihres Wüthens gegen die livozialdemo- Wie, gegen das arbeitende Volk überhaupt, mit der Erklärung des wissenschaftlichen Wesens des Sozialismus und dessen zweifellosen Sieg über das gegenwärtige Witthschaftssystem uberall, an allen Orten und bei seinen Zuhörern aus allen Kreisen der Bevölkerung begeisterten Anklang gefunden und tiefen Eindruck erzeugt, der sehr nachhaltig sein dürfte. Mit einem Motte, die Ardeiterdeiterbewegung in der Schweiz ist durch Liedknechts Vortrags-Zyklus kräftig gefördert worden. Bei Eröffnung des Kongresses der internationalen Friedens- und Freiheitsliga in Neuenbürg, dem Vertreter von 13 FttcdcnSvereinen aus Frankreich, Italien, England, Nordamerika, Belgien, Schweden, Norwegen Däne- mark und der Schwei, beiwohnten, bi.it der Neuen burgische Minister, Staatsrath Comtess?, eine zündende Rede, die auch Kannibalen glaubte nun Maluga ein ihm sehr bekanntes Antlitz zu erkennen. „Sic hören mir nicht zu," sagte Polixena mit leisem Vorwurf. „Im Gegentheil. Nur Ihre Lobeserhebungen machen mich nacydenklich." Und wieder seufzte er. Polixena, der es nicht'entging, wußte dies Mal die Veranlassung nicht zu errathen, sie entschloß sich daher, ihren Gesellschafter ein wenig zu zerstreuen. „Ich möchte Ihnen etwas sehr schönes vorspielen," sagte sie,„versprechen Sie mir aber, nicht zu seufzen." „Wenn es etwas Trauriges ist, so wird man unwill- kürlich dazu gezwungen." „Warum denn Trauriges? Sascha," rief sie,„komm herein, wir wollen vierhändig spielen." „Ich komme, ich komme," erklang es von Weitem. In'« Zimmer stürzte ein Gymnasiast, Sekundaner, mit höchst zuftiedener Miene. „Die Croica?" fragte er die Schwester. „Nein, ich will nicht." „Du bist thöricht und hast keinen Geschmack. Wissen Sie, rein zum Entzücken!" wandte er sich an Maluga. „Marsch auf den Tod eines Helden und Allegro. Man spürt da in sich selbst etwas von einem Helden." „Du bist kein Held, und eS kommt Dir auch nicht zu, derarttgeS zu empfinden," bemerkte die Schwester. „Polixena, Täubchen, ich bitte Dich, die Croica!" „Ich sagte Dir ein Mal nein, und das ist ge- nügend." Sie blätterte in den Noten, um etwas zu finden, was sie spielen möchte. „Auf den Knien bitte ich Dich, die Croica." „Da» ist sehr unnöthig. Hier die» werden wir spielen; stehe auf und mache keine weiteren Dumm- heilen!" Polixena sah ihren Bruder mit einem solchen Blick an, daß er eS vorzog, sich anS Piano zu setzen. „Die Pastorale; Szene am Bache," sprach er,„daS ist auch etwas Köstliches, doch in ganz anderem Genre." Maluga setzte sich und bettachtete da» Profil Interesse für weitere Kreise befitzt. Er gesteht, daß die Frieds ligen noch nicht große, greifbare Resultate erreicht haben. 0 uns herum tönt Waffengeklür, Mordinstrumente und stehnä Heere werden stets vermebtt, die Militärlasten immer drückend« die Mehrzahl der Menschin steht es immer noch als eineliiW an, daß der ewige Ktteg durch ewigen Frieden, rohe bni» Kriegsgewalt durch internationale, permanente SchiedsgeiiÄ ersetzt werden könnten. So haben fich die Völker gewöhnt, dc Milllansmus, der das Beste unserer Einnahmen absorbiit»>! unausweichlich zur Verarmung und zum Ruin führt, ebenso i# auch den Handel und Verkehr sperrenden Schutzzoll als# abwendbare Plagen des Himmels anzusehen und zu er Bult« „Doch Reckt und Wah hest bleiben Recht und Wabrh« und wenn fie auch augenblicklich nicht zum Durchbruch komm« Und rief im Vollsgewissen rubt das Rechts- und Menfi# keitsgefübl, sowie die Friedensliebe. Das Volk an fich müni» keinen Krieg. Und es wird ibn endlich, sei es auf pirlam« t arischem Wege oder durch erneute Schrecken und Greuel ei» land- und völkerverheerenden Krieges dazu getrieben, abtcb# und an die Stelle dieser willkürlichen, brutalen, zerstöreel« Gewalt das Recht durch internationale Schiedsgerichte und* erhaltenden, Volkswoblsahtt fördernden Ftteden setzen." Nach Comtess? sprachen Lemonnier aus Genf. Redaster „Ver. Staaten von Europa", der Däne itredttk Bcy"r&' Der'nächste Univ?rsal- Friedenskongreß findet 1889 m% statt, wo eine Ausstellung der Ideen, nicht blos der©"»j stattfinden wird. Herr Elie Ducommun schloß den Kong'tt«j der Hoffnung, daß die Devise der heutigen Staaten„willst den Frieden, so rüste zum Ktteg" bald der edleren und um* Devise der Fttedensligen wird weichen müssen:, Frieden, so sorge für Freiheit, Recht und Bildung." Einkon Monat. E der Weise d«- Wittwe »atte.— Z tssl auszufi »em vom? «t seinem D er f «5 dezeick Briden oersi ferenten, i «oeResolu 5� Han die Alt lahlen I W! Ho. z- Votttische Ueverstcht. Der Kraatosekretär im Reichsschatzamt, HeirJv der wegen andauernder Kränklichkeit seinen Abschied erdeten« erhalten hat, soll, wie die Blätter melden, einen hervorrazi«? konservativen Reickstagsabgeordneten zum NachtoM halten. Da die Finanzkapazitäten der Reckten sänj: stramme Reaktionäre find, so wird der Erkorene stcher ein U nach dem Herzen der„Kreuzzeituna" sein und den Alti einer drohenden Aera Bcnnigsen-Mquel von den geq� Herzen nehmen, zumal juft auf das Reiwsschayamt seit läur Zeit die lüsternen Blicke der Nationallikeralen gerichtet im Mehrfach wurde der Abg. Landesdirektor von Leveyo«' Ministerkandidat beuicknet. Herr Levetzow gehört allestunff den Freunden des Tabakmonopols, im übrigen ist er nie* in finanzpolitischen Kreisen hervorgetreten. Anscheinend ist« Gerücht auch nur in Kreisen enistarden, welche glauben. 1 der Beförderung eines nationallideralen Landesdirekwrs nun* eine noch höhere Beförderung eines konservativen LandesdireP folgen müsse. Im«ächfljätzrige« Reichsmilitäretat sollen Wunder— keine Mehrford irungen aufgestellt sein, v und das wird die Freude der Steuerzahler wesenilick stimmen, werden für die Marine neue, sehr bedeute« Forderungen aufgestellt. Es soll fich um die Erbauung«j Flotte von 10 Panzerkanonenbooten handeln, von welchen r nickt weniger als 3; Millionen kosten würde. Die Beschoß derselben wird mit Rückficht aus den Nordostseelanal als tt' wendig erachtet. Daß man fick künftig ganz energisch auf „Marrniren" des Geldes der Steuerzadler legen will, dem auch die letzten Seemanöver der Kiel. Für die bayerischen Staatseisenbahnarbeite« vom 1. Oktober d. I. ad die Altersversorgung in Keatr. Landtag hatte s. Z. auf die bezügliche Regienrrgsvo-.lage „Wünsche" geäußett und mit ver Bitte um möglichste fichtiaung derselben die Vorlage der Regierung»mückgN Etliche der Wünsche find in der That erfüllt worden, so no lich bezüglich der eventu-llen Rückzabl rngsvflicht drr B. der Verwaltung der Kassen und dcr Wartezeit Lctzf gegen den früheren Entwurf von 10 Jaunen auf 5 berat! und außerdem die Bestimmung attroffen, daß im Falle Krankheit. Verwundung oder ähnlicher Ursache die P.nsrov während der Karenzzeit in Kraft tritt. Weiter ist die W grenze, welche nach dem Entwurf auf 70 Jahre bemessen' auf 65 Jahre und 30 Mitgliedsjahre herabgesetzt.% Pensionsrechnung find die der Kammer npr.m Sätze geblieben, die stch in dem Rabmen von 15—40 p® rechnungsmäßigen E nkommens betoegen. Das letzt�ifl,� �bstage Attheilu Ä i % auf 700 Mark, 1000 Mark. 1200 Mark und 1400 Mcfil z? rfl V«»/» Vsj � /,«m i /i•*.■»<•£>", berechnen fich hieraus die Beiträae, w-lche je nach de»"J ähiancocn tttttsalter fich erhöhen und an jedem Löhnungstage ab&«>, werden. Die Zeit der militärischen Dienstleistung wird l�ben demnächstigen Penfion in Anrechnung gebracht. Nach der � würde fich die Pension eines mit 25 Jahren einrrer.nden' gliedes demgemäß, wenn wir eine eintretende DunstunM, mit 50 Jahren annehmen und das rechnungsmärige% men 1200 M beträgt, ungefähr so berechnen: EintrinÄ 25 Jahre, Ende der Karenzzeit 30 Jahre, Beginn der � fionsberechtiauna mit 15 nCi.. mit 50 fahren demnach 35' wm . Oft . rd.» Mmdlurs 3% -.Die .«rtheilun '«rannten i Allerlant ««untembei Ä feaS Wellfchaft jfitopfen f � der Pi. «Nachen wi Erboten, t Mselben -seit mehr« auch das »onnaben NjuHer F. nkr erklär Ntrer der i �gewätt -jammen. E«" Du I-'?- er Salden jnd ouefd n-n SctjQ, (»(stand.' Sgfätoben Polixenas. Er war ihr dankbar, daß sie sich. seine ihn quälenden Gedanken zu verscheuchen, die!« oft wiederkehrenden Gedanken, welche die gute Si'w� besten"z so verderben, wie die Mücken daS Vergnügen eines Sr ganzes. (Fortsetzung folgt.) fett »"Kl ■r-reue En Aich-vistt « 0n Hall 33« ur Rehmer ifi Ans Kunst und Zeven- Ueb.r da« Trinke« der Franrn im und in der Neuzeit entnehmen wir aus einem Aaf'«T Emst Montanus(in der„Bett Gerichlsztg.") Forgen o»«' Skandinavien", berichtet Weinbold,„nahmen die FraUß», allgemein und in früher Jugend an den GastgeboteN j dabei saßen fie faßt immer aevartt und tranken mit im« i n offen aus einem Becher. Bei einem großen Gastm�» König Sigmund, der Jerusalemfahrer, in Droatber»� muicii-uuhik uu-tiii-----------'i.ii-■/ tw �ben lltzt aus. Bei den Gastlichkeiten der höfischen Z-it saß«/ Meiste, land die Geschlechter gewöhnlich gev«�' �'«baltj■ m wnulien m sry D in Deutschland die Geschlechter gewöhnlich. auch hier thaten die Frauen den Mannern gu»« f scheid. Auch wenn sie allein aßen, verschmähten fi? D«L nicht, der nach deutscher und sramöstscher Toilettenlebre„ stchtsfaibe vcrschönette. So kam es. daß Bruder Bcttb«, aeaen die Trunlsuchi der Frourn zu eifern hatte,„bte, Sckleier vom Haupt vcttränken, während der Schwert verzechte" Trinkftuden und Rathskeller wot, vielen Städten auch von Damen besucht, die dabei da® mit dem Schleier verhüllten und dort nicht nur„Back' luftigen", sondern auch„Amor, den liedlichen Knaben, was namentlich aus Lübeck um das Jabr 1476 bettffl'«� Von dm Kölnerinnen bedaupitt ein mittelalterischcS woit:„Watt der Mann verdeent, vettüffl dat Wif. die Aachenettnncn mehr nach guten Schüsseln lüstern zu fein scheinen, denn dort lautet eine darauf JL R densatt:„Mann schafi', Frau sttß!" Ein wabres j stück weiblicher Kneipgenies üoerliefett uns Herold«.� von Schwäbisch- Hall unter dem Titel:„Drei Weider." Die Stelle lautet:„Anno 1532 find vi» P *'■ u.. unt und] E�mei I h* Einkommens, also 35 X 12= 420 M. oder 35 M. pro x Ä Endl-ck ist eine Wittwen- und Waisen-Versorgunq in 5? WAe in Aussicht genommen, daß z. Si. in unserm Falle «i-Älttwe für sich-/; der Penston— 108 M. üu beanspruchen wnt.— Daß diese„Altersversorgung" weit hinter dem zu fangenden zurückbleibt, brauchen wir unseren Lesern kaum erit auszuführen, immerhin ist dieselbe doch noch an Noblesse vem vom Bundesraths dem Reichstage vorgelegten Gesetzentwurf »tt semem 3Z-Pfennigrentner ungemein„über"! __ 9n sogenannte deutsche Innnngvtag hat eine über« «« bezeichnende Resolution zur Frage der Alters- und In- uuivenversorgung gefaßt. Entgegen den Resolutionen des Re- m' Obermeisters Faster-Berlin, wurde nahezu einstimmig «ue Resolution Rings-Köln angenommen. Nach derselben sollen ntu"-| 5; Handwerksmeister keinerlei Beiträge für «ünq?te Alters- und I n v alid en- V ersorgung zu -~•'' oa-—----- 5.__ e Frieds laden.& nd stehn» drückentS eine Ui» che bruß »iedsgeno wöbnt* sorbirt m edenio#1 ll q'J«» u erÄilJf i Wabrb» LS s varlao� Zreuel � . abfcfisW zerstöre« te uno n." J iedakttt# -Ü der 'Ä» and w»? de-r 3� erdete«» vorra. ichfob sä r ein en geq#, 4 ärtj, in A» [ um--, rit länr chtcr w»! evkyow. llevdinsp» er nie�l lend ist[ aubtn», >rs nun». dc-Cite" ollen n,. V illch»rj bevem? auung oelchev H Plenen)'■ Piucluuu ötfdiafi-"rächen wissen." ""j als rM h auf. l, bei*' w Ml tn'ha b e n T dagegen soll ihnen in�der Berufsgenossen Mit die gesammte Verwaltung unterstellt werden. Die Kosten Versorgung sollen aufzubringen sein zur Halste vom Staate, fr Hälfte von den Gesellen. Die Altersgrenze soll nicht mit «o 70„ sondern mit dem 60. Lebensjahre beginnen. . An» Breslau, den 13. September, schreibt man uns: «�r Reichstagsadgeordnete Kräcker, welcher im hiefigen Gcfäng- V eine fiedewnonatliche Strafe wegen Geheimbündelei zu ver- Wen hatte, die Anfang November ihr Ende erreicht haben ?'«de, mußte(wie wir bereits telegraphisch gemeldet haben) in« We schwerer Erkrankung(Nieren- und Leberlciden) aus dem Aefängniß entlassen werden und wurde in die Pflege seiner gjwilie gebracht. Es unterliegt kaum einem Zweifel, daß die gwbr widerfahrene Behandlung sein Leiden mitverschuldet hat. M erinnern daran, daß Kräcker poriges Jahr am Tage des S«hstagsschlusses unmittelbar nach dem Austrirt aus dem Mchstage plötziich verhaftet und auf viele Monate, bis zu seiner rWhnhmg im November, in strenger Untersuchungshaft ge- j%l wurde. Ebenso plötzlich und unerwartet wurde er am Am Osterfeiertag d. I. verhaktet, um den Rest seiner Strafe �jTheil war durch die Untersuchungshaft für verbüßt erachtet Aden) anzutreten. Ein Grund zu einem solchen riaoroicn �fahren lag in keiner Weise vor, wie denn auch die Prozeß- Mmdlungen ergaben, daß zur Verhängung der Untersuchungs- M rvobl kaum ein Zwang vorhanden war. Kräcker ist wie so "tele ein Opfer der widrigen politischen Verhältnisse. q. Die Aufforderung de» General Alvruoleben zur �rtheilunq frommer Schriften unter die Soldaten giedt dem Konnten Dr. Sigl Anlaß zu folgenden Bemerkungen in seinem »Saterland":„Der kommandirende preußische General der bbttttembergischen Heerschaaren bat in flch das Zeug zu einem �7 Missionär entdeckt; so ein discken Missionsthätigkeit ist ja M Mode im Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte. Er Sr die ihm unterstellten Kommandanten aufgefordert, ihren Mannschaften den Erwerb von Bibeln der Stuttgarter Bibel- jWellschast zu billigsten Preisen„recht eindringlich zu machen, jiA die sittliche Kraft der Jugend an der Wurzel zu pflegen." ;®>rd eine schöne Pflege der„sittlichen Kraft" werden, wenn sie J'atch Feldwedel und Korporäle desorgt wird! Die Wilden ?»frika zc. verwenden die englischen Bibeln sehr nützlich zu Mopfen für ihre Schießgewehre, die württcmdergische„Jugend" � der Pickelhaube wird wohl auch einen paffenden Gebrauch zu beite» traft, sA irückgesj .'°Ä emf berffl Falle Z.nsio« die K fv« u/iiicu. An» Planen i. N schreibt man uns: Dem während des Mgr Plauen herum stattsindenden Manövers hier einquartierten Militär wurden, wie anderorts auch, mehrere Restaurationen �erboten, welche im Gerüche stehen, daß Sozialdemokraten in Mselben verkehren; darunter das Lokal, in welchem in letzter ,».'n bcs Mühl- Michels Haus kommen, allda des bejo u lnä Maß ohne die Kost ausgetrunken, die Zech qeL'!"nd sein ruhig vor Nachts wieder mit. inander gen Hall beut« ä"' g>st>t sicherlich manchen Bruder Studio von eä. u>it diesen drei Edelfräulein von Elfershof.n nicht n?"""1 kann und wohl mag Jodannes Schcrr ausrufen: �»d nflh% und her in diesem 16. Jahrhundert!" Aetberische ttüfew fjP« Theenipperinnen von heutzutage werden die Augen �öniÄ- rvenn sie erfahren, daß die Hoffräulcins der - tsvm.ti� �klkabeth von England, also Mädchen aus den ersten 1ien. des Landes, zum Frühstück Heringe, sage Heringe, «ulf hUr,d dazu große Kannen Bier tranken. In Deutschland �otb„ �st!°tt von Herzog Ernst dem Frommen von Sachsen« stecht für wohlgeordnet und mäßig. Aber was ver- kest? �.damals die Leute, Herren und Damen unter Mäßig- «dt« c-'Vi! dem genannten Fügten eingeführte und gehand« wL' Trinkordnung"(1648) kann einen Begriff davon ..��eißt es unter anderen im 9. Paragraph„Zum 9%,"d Vespertrunk vor unser Gemahlin soll an Bier und ' Mill* urel dieselben begehren wird, gefolgert werden; vors des 9i ht% udelige Frauenzimmer aber vier Maß Bier und > Zum Abschenken drei Maß Bier; vor die Frau Piaii- und zwo Jungfern wird gegeben von Ostem bis vormittags um neun Ubr auf jede Person ein Maß .„hi-, �kachmittogs um 4 Uhr ebensoviel." Das ganze WrilPh° 17. Jahrhundert hindurch gab es neben„berühmten" " Trinlcm auch„berühmte" vornehme Trinkerinnen. Oberen der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter Lst»" die Gräfin Anna vonStolderg. Aedlissin vonQuedlin- ihrer„ tiquickung und Labung" jährlich drei Fuder de« g„gurrte, und oie Prinzeifin Anna von Sachsen, Tochter Ja» rvlij ten Moritz, welche zu heirathen der Prinz Wilhelm Z» cg.u"' der„Schweigsame",(o unglücklich war, und die "'"Wahnsinn starb. In Frankreich gab es am Hofe schein« 7g zahlreiche vornehme Damen, die gehörig zu verstanden, und unter der Regentschaft und unter At Sri jv• wurve es in dieser Beziehung noch schlimmer. In L>det �ft Herzogin von Orleans, der pfälzischen Liselotte, 'W" Ä '>r. d" lungen Weibspersonen"; ein andermal versichert fie tr" tj die Frauenzimmer den Mannsleuten dann noch ru, und derichtet von ihrer eigenen Schwiegertochter, für Allerhöchstdieselbe hinzugeben dereit sind und kein anderes Ziel kennen wollen, als sich zu tüchttgen Dienern Ew. Majestät heranzudiloen, auf welche Alleihöchstdieselbe allzeit und unbe« dingt zählen können." Die jungen Herren, die so viel Geschick im Wedein haben und vor Eifer brennen, Diener zu werden, können sich noch zu prächtigen— Lakaien des Boruffenthums auswachsen. O Seivflismus! die erste„nationale" Tugend bist du!" Wege« Fürst Ezart»rq«kl ist, wie der„Voss. Ztg." ge« meldet wird, wegen einer Rede auf einer Wählerversammlung in Kempen auf Gmnd des Strafgesetzparagraphcn 130(Aufreizung verschiedener Klaffen der Bevölkerung zu Gewaltthätig- leiten gegen einander) und 131(Verbreitung falscher Thatsachen bedufs Verächtlichmachuna von Staatseinrichtungen oder obrig- keitlicken Anordnungen) Anklage erhoben worden. Die öffent- liche Verhandlung vor der Strafkammer in Ostrowo findet am 8. Okiober statt. An» Laste«, 12. September, wird der„Berl. Ztg." ge- .chrieben: Der sozialdemokratische Landtaasabgcordnete Geyer aus Großenhain, dessen Auftreten in einer öffentlichen Veisamm- lung zu Gesau bei Glauchau, in welcher über den Gesetz« entwurf, betr>ffend die Alters- und Jnvalidenversorgung der Arbeiter refcrirt werden sollte, von vornherein auf Grund des Sozialistengesetzes verboten wurde, hat gestem in Connewitz, also innerhalb des Leipziger Bannbezirks, unbeanstandet über dasselbe Thema referirt: ein neuer Beleg für die Rechtsunsicher» heit, welche durch das Sozialistengesetz geschaffen worden ist.— Die Steigerung der Getretdepreise hat neuerdings den Dresdener und Leipziger Bäckern zu einer entsprechenden Erhöhung der Brotpreise Veranlassung gegeben. Der Preisaufschlag beträgt lwa 10—15 pCt. oder 1— Ii Pf. fürs Pfund. Glsasstfche». Von Paßschccrereit n an der deutsch fran« »ösischcn Grenze werden ein paar niedliche Exewpel gemeldet. Ein Herr hafte einen französischen Paß für sich und seine Frau. Das schien aber dem Beamten nicht genügend(!), der gebieterisch ftagte:„Wer aarantirt mir, daß Sie wirklich die Frau dieses Herrn find?" Die Dame zog ihren Ehering vom Finger und wies ihm die auf demselben eingegrabenen beiden Namen nach. — Eine Frau aus Straßburg, deren Tochter in Paris verheirathct ist, kam mit deren achtzehn Monate altem Kinde von Paris. Sie hatte einen Paß, das Kind hatte fie aber nicht geglaubt, auf demselben müssen anzeigen zu lassen. Sie wurde undarm- herzig zurückgewiesen und mußte verzweifelt nach Avttcourt- Francis zurückfahren. Die Frau hatte also die die weite kost« svielige Reise von Patts vergebens gemacht. Das achtzehn Monate alte Kind wäre doch keine Gefahr für das Deutsche Reich gewesen! Glücklicher war eine andere arme Frau. An deren Paß wird auch irgend ein Formfehler gewesen sein, oder hatte fie als Elsäffcttn geglaubt, feinen zu bedürfen, kurz, fie sollte nicht durchgelassen werden. Sie Ilammette sich aber krampfhaft an ihren Waggon an, schreiend:„I kehr ntt um!" Der Zug setzte stch in Bewegung und fie kam durch. Der Beamte wird ein Rühren verspürt oder fich gescheut haben, fie mit Gewatt loszureißen.... Frankreich. Unbeirrt von den Wechselsällen und Beunruhigungen der äußeren und inneren Politik nehmen die Vorarbeiten zur 1889er Weltausstellung in Patts ihren Fortgang. Alle Bauten find an Untemehmer vergeben, alle Dienstzwttge werden von einem Heere eifttger Beamten besorgt; auf dem Marsfelde, an dem Seine-Ufcr und auf der„Invaliden Esvlanade" find Arbliter in wechselnder Zahl, doch schwerlich jemals unter Tausend, grabend und bauend thälig, und das garsttge, wenn auch für Ingenieure interessante Ungethüm des Eiffeltburms reckt fich auf seinen vier eisernen Beinen dünn und langhalsig immer höher in die Lüfte. Die monarchistischen Blätter machen stch immer von Zeit zu Zeit das unschuldige Vergnügen, zu ver« sichern, daß gerüchtwei'e von einer Verlegung der Ausstellung in das Iah: 1890 die Rede sei, aber diese Ente ist so sebr als solche bekannt, daß die Regierung fich nicht mehr die Mühe nimmt, ihren Flug zu hemmen, indem fie erklärt, daß an jenem angeblichen Gerüchte keine wahre Silbe sei. Die Bauten wer« den bis zum Mai des kommenden Jahres fertig sein; daran ist kaum mehr zu zweifeln. Nun aber entsteht die wichtige Frage, wie es mit der Bethttligunz der Wett an dem Unternehmen stehe, und ob fich Gäste in genügender Zahl einfinden werden, um die ihnen rechtzeitig und verschwenderisch bereiteten Stätten zu bevölkern. Die Leitung der Weltausstellung veröffentlicht eine Zusammenstellung, welche diese Frage so genau beantwortet, wie dies heute überhaupt möglich ist. Gänzlich fern von der Ausstellung hallen fich bisher Deutschland, Dänemark, Mon- tenegro. die Türkei und Schweden. Amtlich werden von europäischen Ländern Norwegen, die Schweiz und Griechenland vertreten sein. Die Schweiz wendet dem Zwecke 450 000 Frks Staatsunterstützung zu. Rußland, Oesterrcich-Ungarn, Rumä nien, Italien, Spanien, Prrtugal, Belgien, Luremburg, die Niederlande und Großbritannien haben es den Ausstellern über- lassen, ihre Vettretung selbst ttnzuttchten, Ausschüsse zu stiften, Beauftragte in Paris zu bestellen k. Diese nicht unmittelbar vom Staat eingesetzten Ausschüsse erfreuen stch indeß in Bel- daß diese sich drei- oder viermal in der Woche gründlich voll« tränke. Die Tochter dieser Dame und des berüchtigten Herzogs Philipp von Otteans, die Herzogin von Berry, machte ihrer Abstammung alle Ehre, fie starb am Alkoholismus. „Elektrischer Koun�sttch" heißt bei den Arbellem im Creuzot eine Krankheitserscheinung, welche dem Sonnenstich allerdings so ähnlich wie ein Ei dem andern. In Creuzot nämlich benutzt man seit einiger Zeit das elektttsche Bogenljcht, um Metolle zu schmelzen und zu schweißen. In gleicher Weise, wie der Vollabogen fich zwischen zwei Kohlenelettroden aus- bildet, entwickell er fich auch zwischen Kohle und Metall, so daß in der furchtbaren Hitze das Metall augenblicklich schmilzt. Nebenbei erleiden aber auch die Ardeiter in der Nähe des Licht« dogms eigevthümliche Zufälle, über welche der Arzt der Eisen- werke, Dr. Defontaine, der Lnniisre electrique zufolge ausführlich an die Gesellschaft für Chirurgie zu Patts bettchtet hat. Selbst in 10 Meter Entfernung von dem Voltabogen empfindet man nach kurier Zeit an den unbedeckten Körperstellen— am Halse, im Gesicht und besonders an der Stirn— schmerzhafte Stiche und heftiges Brennen, wie von einer Brandwunde her- rührend. Dabei färbt fich die HautFkupfenoth bis bronzetarden Die Augen werden trotz des Gebrauches von geschwärzten Gläsern derart geblendet, daß fie nachher minutenlang unfähig find, etwas zu sehen. Als nächste Folge tritt das sogenannte Gelbschen ttn wobei alle Gegenstände saftanfarbig erscheinen; die Bindehaut des Auges entzündet sich und die Leute haben mindestens zwei Tage lang das Gefühl, als befänden stch Sandkörner unter den Augenlidern. Beglettet find diese Erscheinungen von Kopf- schmerz. Schlaflostgkell und zuweilen auch von Fieber. Eist nach zwei Tagen nehmen die Ktatikheitsetscheinungen ab, während gleichzeitig eine Hautabschälung deginnt. Dem elektrischen Lichte gegenüber hat man es hier offenbar nur mit einer Lichtwirkuna zu lbun, da bekanntlich das elektttsche Licht sehr wenig Wärme in feine Umgebung ausstrahlt. In der That verspüren die Ar« beiter in der genannten Entfernung auch nicht das mindeste von einer ihnm entaegenstrahlenven Wärme. Welchen Arten von Lichtstrahlen die Wirkung zuzuschreiben ist— ob den rothen und gelben oder den Strahlen von kürzerer Wellenlänge, den blauen nnd violetten—, ist zwar noch nicht expettmentell nach« gewiesen; es unterliegt aber keinem Zweifel, daß gerade die letzteren, die chemisch wirksamm Sttahlen, die im elettrischen Bogenlicht so reichlich vertteten find, vorzugsweise in Betracht »-mischen Einwirkung. Di? Anwendun�auf�den°So?nen1tich ergtedt stch teicht. gien, Holland, Luxemburg, Spanien und Portugal des Wohlwollens der Regierung, die ihnen außer der moralischen Unter» stützung Geldbeträge bewilligt hat, welche von 2« bis 600000 Frks. gehen. Amerika wendet dem Unternehmen die größte Theilnahme zu. Alle Republikaner jenes Welfthttls werden amtlich vettreten sein; die Vereinigten Staaten haben für ihre Vettretung 1 250 000 Frks. ausgeworfen und die übrigen Frei» floaten dem Zwecke für ihre Verhältnisse ebenso bedeutende Betröge gewidmet. Aus Asien haben Japan und Slam, aus Afrika Marokko und der südafrikanische Bauern-Freistaat, aus Australien die Kolonie Viktotta ihre amtliche Betheiligung an» gemeldet. Mit diesen Elementen ist ttn Erfolg wohl möglich, wenn der Wellfttedc erhalten bleibt." Die„France" veröffentlicht in letzter Stunde folgende Nachttckt, welche die übrigen Blätter nicht dringen „Im Augenblick, da wir unter die Presse gehen, erfahren wir, daß die Telegraphenagenten des Zentralamts der Rue de Grenelle, wo stch alle Verbindungen mit der Provinz und dem Auslande definden, strttken. Sttt 1 1 Uhr Vormittags ist Paris isolitt und hat keine telegraphische Verbindung mehr. So weit kann das Verpichtlein und die Unzulänglichkeit eines Generaldirektors führen. Die Bewegung wird fich, wie es heißt, auf die anderen Bureaux von Patts und der Provinz ausdehnen." In der nächsten Session wird der Antrag Labor» böte, den Senat künftig durch das Allgemttne Stimmrecht wählen zu lassen.«» durch einen Bericht des Vorprüfungsaus» schuffes vor die Kammer gelangen. Es ist beachtenswetth, fich zu erinnern, wie stch die jetzigen Minister zu dieser Frage ver- hielten, als fie vor einigen Jahren auf dem damaligen, zu einer kleinen Verfassungsänderung durch Feny berufenen Kongresse aufgeworfen wurde. Die Damalige Regierung hatte fich dafür ausgesprochen, daß der radikalersefts eingebrachte Antraa durch die Vorfrage zu erledigen stt. Von den jetzigen Ministern stimmten zwei für die Vorlage: Deluns-Montaud und Pierre- Legrand. Herr von Freycinet nahm nicht an der Abstimmung Tdttl. Floquet. Godlet, Lockrcy, Ferrouillat und Mette stimmten gegen die Vorfrage. Letztere wurde infolge Handinhand- gehen der Mittelparteien beider Kammern mit 417 gegen die 317 vereinten Stimmen der Konservativen und Radikalen angenommen. Heute find die beiden letzteren Patttten zusammen den Opportunisten an Zadl bedeutend überlegen; der Antrag würde also, zumal wenn sich, wie verlautet, die Regierung zu seinen Gunsten ausspricht, im Kongressestcher angenommen werden. Kelgien. Die Entdeckung skandalöser Unterschleifeund Betrügereien in der städtischen Armenverwaltung hält sttt einigen Tagen die ganze Bevölkening Antwerpens in Erregung. Einer der Administratoren, Advokat Plöns, fand bei der Kontrolirung der Bücher ttne Anzahl feilscher Ein» tragungen, die dazu destimmt waren, Malvettationen und Unter- schlagungcn zu verdecken. Sofort wurde ttne nähere Unter« suchung angestellt, mit der die befähigsten und ehrenhaftesten Verwaltungsbeamten, die Herren Piens, Verspreeuwon und Haine betraut wurden. Dieselben haben am Montag uad gestern bereits über 40 Personen, durchweg Anne, die vom Wohlthätigkeitsbureau Unteistützungen erhalten, vernommen und eine Menge trauriger Thatsachen ans Licht gezogen. Man fand, daß Summen als an Arme ausgezahlt gebucht waren, von denen diese nur einen Theil empfangen hatten; daß Maaren für Rech- nung des Etablissements gekaust worden, deren wirklicher PrttS nicht mit der Buchung stimmte; daß die Kosten des Unterhalls für Kinder, die auf dem Lande untergebracht waren, fich niedriger beliefen, als die Bücher zeigten, und ttne Menge Mißbräuche ähnlicher Att. Andere Faktoren— und es sollen die gravirendsten sein— beziehen stch auf die den Almosenkassen gehörigen Arbttterwohnungen. Die nächste Folge der mit größter Energie betriebenen Untersuchung war die Absetzung des Generalsekretärs Van Bergen und des Bureau- Chefs Van Ardoye, sowie die vorläufige spektoren, die den mit der amtcn aufklärende Mittbeilungen hatten. Ein anderer Beamter Woche entlassen worden. Van „geachteten" Familie an; er hat sein Geld mit Wttbern ver» praßt. Der Bureauchcf Van Ardoye hat sttne Schuld bekannt. Gegen ihn, wie gegen Van Bergen ist bereits die Anklage beim Gericht erhoben. Ein fünfter Beamter, der Conclerge und Magazinverwalter De Meutcr hatte seine Demission gegeben, die jedoch nicht angenommen worden ist, da er von einem der Armenkomitee's sowie von dem Bureauchef Van Ardoye als mitschuldig bezeichnet wrude. De Meuter leugnete Anfangs seine Schuld und dxohte sogar, Herrn Piens oder sich selbst zu erschießen. Man fand ihn heute früh in dem Taubenschlag seiner Wohnung erhängt; er hatte, um der Schande zu ent« gehen, seinem Leben ein Ende gemacht. Sttne Frau ist infolge des schweren Schlages gefährlich erkrantt. Die Untersuchung nimmt ihren Fottgang. Hunderte von Personen sollen noch vernommen werden. Von dem Umfange dieser Enquete kann man fich einen Begriff machen, wenn man hört, daß die Ant- werpener Armenverwaltung für die Bedürfnisse von 28 000 Familien, d. h. für mindesters 200 000 Personen zu sorgen hat. Die sozialen Zufiände in Antwerpen müssen grauenvoll sttn, wenn 200 000 Personen Armenunterstützung beziehen. Asien. Die Nachrichten aus Afghani st an über dm Auf» stand des Jshak Khan lauten sehr widersprechmd. Vor einiger Zeit schien es so. als wäre bereits Alles erledigt und die Empörung unterdrückt. Dann meldete das Londoner Tele« graphenbureau ttn Vorrücken Jshak's auf Kabul, also eine sehr bedrohliche Wendung der innerm Wirren, zumal Addurrhaman, der legitime Herrscher und Schützling Englands, krank darnieder» liegt. Heute bringt dasselbe(Reuter'sche) Bureau Meldungen aus Simla, also von der indisch afghanischen Grenze, welche wieder ttn ganz anderes Bild der Lage entrollen. Danach geben die afghanischen Truppen(Abdurrhaman's) von drtt Seiten gegen Jshak Khan zum Angriff vor. Die Truppen von Mai» mene(im Nordwesten Afghanistans) wären dem Emir Ad» durrbaman treu geblieben und hätten am 4. d. M. bei Belcherog ein Gefecht gegen Jshak gehabt, über dessen Ausgang allerdings nichts Sicheres verlautet. Weitere Gefechte hätten bei Kamard» Kinjan stattgefunden, das etwa 15 Meilen südöstlicher liegt. Die entscheivende Schlacht erwarte man bei Haibok. Letzterer Ott liegt etwa ebenso viele Mttlen nördlich von Kamard. Zwischen Heibak und Kabul liegt der Hindukusch, so daß die Haupt» stadt des Landes, welche der cnglisch-indischen Grenze nahe liegt, vorläufig noch ungefährdet erscheint. Ein klares Bild der Kämpfe läßt flch jedoch aus jenen Angaben nicht gewinnen. Man ersieht nur, daß der schon als überwunden geltende Aul» stand Jshak's in Wahrheit fottdauert und daß die Entscheidung schwankt. Kabul ist Dank der Langsamkeit des englischm Eisen» babnbaues noch immer nicht mit der indischen Grenzstart Pischavur durch Schienenstränge verbunden, so daß englische Hilfe, wenn fie überhaupt dem Emir Addurrhaman geleistet werden soll, nur langsam herankommen kann. Der Aufstand deschränkt fich noch auf Nordafghanittan(Badalschan), d. h. jme zwttfelhaftcn von Turkmenen vielfach bewohnten Steppengebiete, welche zu den wiederholten Strtttigktttm zwischen Rusfisch-Zentralafien und dem Emir von Afghanistan geführt haben. Darin liegt die Gefahr russtscher Einmischung. Bis jetzt schweigt der rusfische Telegraph gäinlich über den Aufstand, seine Bedeutufig und seine Aussichten. Es ist aber unwahrschttn- lich, daß fich Jshak Khan in das gefahrvolle Unternehmen ttncs Kampfes gegen den von England bis jetzt immer aufrecht» erhaltenen Emir gestürzt haben sollte, ohne fich vorher den Rucken gedeckt, d. h. Abmachungen mit dem rusfischen Gouverneur des Grenzlandes getroffen zu haben. Entlassung zweier Ire» Enquete betrauten Be- zu machen verwttgett war schon in voriger Bergen gebött einer Theater. Sonnabend, den 15. September. «Ptttü,«»»: Sardanaval. GchMAfPieU»«»» Pferdebahnverbindung« Richtungen der Stadt. ien nach allen Heute. Sonnabend, den 15. September: Zum 152. Male; Her Hettelstudent � von Kerttn. Trohe Gesangs. Posse in 5 Bildern von Martin Böhm und Hugo Buffe. Kassenaöffnung 6% Uhr, Anfang 7t Uhr. Bons und Zeitungs'Ausschmtte haben Grltigkeit. Alles Nähere die Anschlagsäulen. Sonntag, d. 15. Septbr.: Dieselbe Vorstellung. American-Theater, Direktion A. Reiff. *mllnerth*aterm$ra»m* Hr. 15. Sonnabend, den 15. Septembers Zum 9. Male: Die Weisheit Salomonsky s. Berlinn Lokalpoff en-Pantomime von R. Anga. Musik arrangin von R. Thiele. 1. Bild: Die Renommirslunde bei Haase. 2. Bild: In da Aoademy of mnsio. 3. Blld: Bei Mutter Pignatelli im Coursaal. 4. Bild; Berlin um Mitternacht. 6. Blld: Vor'm Schöffengericht. Neu einstuditt: Tausend und eine Nacht. Operette von 355. Köhler. Musik von R. Thiele. Auftreten der drei Geschwista Delbpierre, des Jnstrumentalisten Herrn Krüga, des Mtmikers Rivoli und des Herrn Mattin Bendix. Anfang 7% Uhr. Entree 50 Pf.. terre 1 M., Balkon 1,25 unbJ.öOjK., Porquci 1.50 M., Sperrst? 2 M., Loge 2 M., Ballonloge 3 M. Billet Vorvakauf Bormlltags 11—1 Uhr an der Kaffe. a»t.- io A. iklMMT-railO] Der ganze T «ine Keis« durch Kaqeru Faisrt«,t der«atthardbah». nnh Oliif inhruna Kaiser und Aufsahrung Kais« _____ im Dom. «gtret h Cycl. llO Pf.. Kind nur 10 Pf. Abonn Unser« Freunde und Genossen Fritz Kunert fu seinem heutigen Wiegenfeste ein kräftige» Osch. Von seinen Freunden: 586 f. Kr. fo. Zi. Fr. gt. M. Ka.§. 561 Aohtabak I ... 3. Ortober.» A«d.ZMdauerAlScke6 am Haokaehen Markt. Dadurch, dah die von mir geliefetten Mkre« geua« richtig gehen und jedes einzelne Stück zum Ladrikpr,ise abgelassen wird, bat sich man Nheen-Kersaud über ganz Deutsch land und darüber hinaus aus gedehnt. Empfehle: Ui«k.-Ucmvntoir1v-1SM. Attd. Remantoir 17 45„ ,«ld RemontoirS« 300„ Große öffentliche Tischler-Versammlung Montag, den 17, Septemder, Abends 8 Uhr, im Lokale Sansfonei. Kottbuserftraße 4a. 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Das aller Kollegen ist nothwenvig. 582] Der(Strrberufct. Hicbtung�i Sftila'ä eil vir folgend Wir s >»• teil S» fL Fachvrreiu der Former ue» wandten Kerufsgenolsd Versammlung am Montag, den 17. d. M Abends 8 Uhr, in Kröger'» Salon, Wafferthorstr. 68. Tagesordnung: u 1. Wie verhalten wir uns zur Einführung' Lobnarbeit?(Referent Herr Kersten). 2. Dtslusston. 3. Kaffenbettcht. 4 Wahl eines Revisors 5. Verschiedenes und Fragekasten. 578] Der Vorstand. JWopQ'.fdjer « erschein b--.südlich «lation de Mwen G «m unbet bbmen ab W lieben i vizen, wei Mkeln Kc Aeile Asse »entsch! Nersammtnng der Bau-S#uckaieur* am Montag, den 17. Septemb« er., Abends 8 Uhr. in K• 1 n s k i s Lokal, Fischnstraße � Tagesordnung:... 1. Vottrag des Herrn F. Steinscheid« den Orden Feiu im Lichte d« GeschO 2. Ergänzungswahl des Vergnügungskomim� 3. V«schiedenes. Neue Mitglied« werden aufgenom� Freunde und Gäste haben Zutritt. 581], Der Vorstand Verein der Emsetzel (Tischler) Versammlung Sonntag, d. IG. d. Mtf Vormittags 10, Ubr, Nene Friebnichstraße 4* Tagesordnung: 1, Vottraa über die Bauernkriege. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste find willkommen. 579] D« Vorstand Z n noti Heils Englo Herr •bieihenl v»rme G fwitltut; «ri «»ethc ä: Oll «imex vird. fioloni »oeifel tttng min Met «nd fe bas 585] D« Verein der Bauanschläger Berlin W hält seine nächste Nersammlnn g � Sonntag, den 16. d. Bit* Vorm ttagv 10 Uhr,,, im Nereinalokal, Kuttürstenstr. 31, Freunde und Gönner wnvcn hierzu elnge�y u--------—---—-------------—,— �___ �. Möbel, Spiegel u PolsterwaaJ� igen« Fabrik wegen Ettparung d« Laden»� Fabrik weg,.. �--- v. bMig Srnnnenst�aß« 88. Laser«m>»erkanf nnr Kos p«� uLtjf------*»»- t--- X S 4 klung nach Ueb ereinlunlt�l Einzelne Soplsa-Kezüge l» Kip», Damast nnd Fantastesto� für die Hälfte! ÄfEmll Leftvre,� Möbel-, Spiegel- u Po sterwa� eigener Fabttk Hermann Gerlach, Miltzelmstrai� (nahe d« Anhaltstrahe). Reelle Waare. 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Kafino' ühnmg en). >rstand. : u r( der er., Straße � beider M GeschO lgskomuni ifgenon»«� zrftcmd Nie T�eikung Afrikg. j,®. Seifort Sax, ein englischer Sozialökonom Marxistischer Minng, veröffentlicht im»Commomoeal" über die Theilung «stita's einen sehr zum Nachdenken anregenden Artikel, dem ®ir folgende Ausführungen entnehmen: »®{t stehen soeben vor einer interessanten Erscheinung «r Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft: dem Kampfe... iurvväischen Notionen untereinander über die Theilung Afrika's. � ersckcint sonderbar, daß der große Erdtheil, welcher unmittel- .??' südlich von Europa liegt, viel näher der Heimath der Zivi- »lition denn Amerika, ganz abgesehen von Australien und Oberen Gegenden der Gegenfüßler, bis heute nicht nur in «em unbestrittenen Besitz seiner Ureinwohner,— wenige Aus- tahmen abgerechnet.— sondern auch größtentheils unerforscht Flieden ist. Was auch immer die Ursachen gewesen sein weshalb die Zivilisation so lange den größeren Theil des Mkeln Kontinents zu Gunsten der„Neuen Welt", entfernter Mle Asiens und des Südens vernachlässigte, so scheint sie doch M entschloffen, ihre„Segnungen" unter den verschiedensten :*n nationaler Flagge über die ganze Strecke des umnachteten �Rheils ausdehnen zu wollen. Enzland bat seit den letzten zehn Jahren vom Süden aus Herrschaft stetig ausgedehnt, Tenitorien auf Territorien an A reißend; Deutschland innerhalb eines oder zweier Jahre die Gegend der sogenannten Kamerunm an der Westlüste .�»ektirt; während Portugal in direkter Nähe darnach trachtet, bis« � nebelhafte und zum größten Th-ile nur nominelle Ansprüche �erheben. Wenn wir uns von den ostafrikanischen deutschen Satzungen aus nordwärts wenden, so kommen wir nach Sansibar, wo verschiedene Mächte sich um die Oberherrschaft reiten. Noch weiter nördlich in Adesstnien und an der Küste rp Rothen Meeres trifft Italien offenbar Vorbereitungen zu «vnexionen, während in dem nördlichen Sudan und Egypten 2« Zukunft sichtlich zwischen England und Frankreich entsldeiden �nd. z)aß Tripolis eines Tages mit der französischen Klonte Algier verbunden werden wird, daran ist wenig zu Hjeifeln, stets vorausgesetzt natürlich, daß die italienische Regie« solche Bewegung nicht verhindert. Marokko, welches "ugei'dlicklich auch noch unabhängig ist, wird bereits von einem Sjlden Dutzend geierartiger Staaten eifersüchtig beäugest, und 2 rs nicht unwahrscheinlich, daß die Glücksschale sich auf Seite Spaniens senken wird. Die nördliche Hälfte der Westküste ist größten Theile von Niederlaffunqen verschiedener Mächte, unter denen England vorwiegt, in Besitz genommen, während «artugal den HauptheU der Küsteolinie zwischen dem Aequator jjud dem Wendekreis des Steinbocks okkuvirt. Nördlich von Ufniselben eröffnet sich der Kongostaat ins Innere, ein häßlicher £*ds. gegenwärtig noch embryonal und träge, aber geneigt, ba-aitig zu werden und plötzlich sich weiter zu verästeln und Uas Herz Zentralafrilas aufzufreffen. Sollte Jemand, unbewandert mit der afrikanischen Frage, °ie Landkarte Astikas öffnen, nachdem er obige Mittbeilungen Uesen, so wird er vielleicht ein Gefühl haben, als od ich den jjand der Dinge übertrieben habe, angesichts der großen weißen wäch>. welche den eigentlichen Inhalt eines Hunderttausende »un Quadratmeilen umfassenden, bis jetzt noch von keinem jjtoväer betreten Kontinents ausmacht. Man möge indeß die �wnlligkeit, mit welcher der Kapitalismus oorwärls schreitet, �>b dag Eindringen von allen Sellen der Küste auf das Innere, uu'ch Expeditionen aller Arten und Größen, ins Auge fassen und man wird finden, daß das„Zivilisiren" Afrikas keineswegs J].e fcht entfernte Möglichkeit ist. Sobald erst eine Ucberlanv- cjnjbalm pom Kongo nach Sansibar besteht, wird das Ende iZt"ach-mschen Afrika nur noch eine Frage der Zeit sein. Von Eisenbahn ist zwar noch keine Rede, doch �existirt schon J!? W das Kongogebiet laufende, und wenn Stanley und ?den Expedition jemals sicher zurückkehren sollte, so ist kein �'Unfel, daß eine solche Eisenbahn binnen kurzem begonnen erd.n wird. Und von da bis zu einer Sanfibar-Bahn und £* vollständigen Unterwerfung Zentralafrikas unter die stilistische Ausbeutung ist in der That eine sehr meßbare "t'enumg. >.■ Nur wenige vergegenwärtigen sich, was die Erschließung nka'z bedeutet. Sie bedeutet, daß ungezählter mineralischer, , uetabiltscher und animalischer Reichthum dem modernen Handels» »ur Verfügung gestellt wird; daß neue Weltmärkte sich daß grenzenlos billige Arbeit zu haben ist und daß grenzte Landesstrecken der Einwanderung offen stehen-c. � Rußland hat soeben die Bedingungen zur Erschließung Mt-n te!. »er druck verboten.) Nie ich schwimmen lernte. Skizze von Julian Weiß. Sommer, und damit ich ganz genau sei, an einem lich a8e um 5 Uhr 25 Minuten Nachmittags, fiel mir plötz- daß ich bisher nicht schwimmen lernte. Mein Gott, tiast. heutzutage so viel lernen, daß man für das Wich- .e,ne Zeit hat. Ich kann wohl schwimmen, aber ich 'I" Wasser eine lächerliche Figur. Mit HÄtden und * uofee ich da» Wasser von mir, ich keuche wie ein und nur mit Mühe und Roth komme ich vor- >«>,• Ich bin ein sogenannter„Naturschwimmer", und bf{0®.I'.0r weit zu bringen, wie der einfachste Wiener, der leh,»nicht untergeht", habe ich in dem kleinen Büch- �ö'pfpr?« ch me",e Vaterstadt fließt, oder richtiger wohl �bei e-.von klein auf Schwimmübungen gemacht und Sle&o,x vieMasser hinken müssen, daß mir die heimathliche 4 das fernere Baden untersagte, weil sie befürchtete, Vch.p. 1 �neS Tages bei meinen Schwimmversuchen den auShinken. m Zentral-Aflens beendet. Zentral- Asien aber ist ein armes Land, spärlich bevölkert, ungastlich und werthlos im Vergleick zu Zentralafrika, unter welchem Begriff das Innere des afrikani» schen Kontinents zu verstehen ist. Das Problem an sich stellt sich so: Welchen Einfluß werden die neuen, zu erschließenden Territorien— in erster Linie und vor allem die„Neue Welt Afrika"— auf den Lauf der öko- nomischen Entwickelung haben? Dies ist unzweifelhaft eine der schwierigsten Fragen bei allen Spekulationen in Bezug auf die unmittelbare Zukunft der menschlichen Raffe. Es ist allerdings schön, von dem Jnfichzusammmbrechen des modernen Erzeugungs- und Vertheilungs« Systems zu zu reden. Es wäre das sicherlich der Fall, wenn es keine Stärkung von anderswo erhalten könnte; unglücklicherweise aber ist es dazu im Stande und seine Anhänger sind eben da bei, die Bedingungen vorzuberesten, durch welche dies, soweit es angeht, geschehen kann. Es ist nicht zu viel gesagt, wenn wir meinen, daß die Hoffnung des gegenwärtigen Handelssystems in Afrika liegt. Es giedt zwar Therle Astens, in einigen Fällen ausgedehnte Länderstriche, Theile Amerikas und Inseln in den Südseen, welche höchst wahrscheinlich vom Kapitalismus werden aufgesaugt werden; die Hauptstütze der kapitalistischen Hoffnungen aber ist Afrika." Der Verfasser führt nun aus, daß es sehr wohl möglich sei, daß die kapstalistischen Produttionsweise(„modernes Handels- systlm", wie er sie bezeichnet) deren Lebensbedingungen in Europa auf die Neige zu gehen schienen, durch die afrikanische Kolontalpolitik um ein ganzes Jahrhundert ihre Herrschaft verlängem könne, Logisch habe zwar das Prinzip des Individualismus im IS. Jahrhundert seine äußersten Grenzen erreicht, thatsächlich sei es aber sehr wohl denkbar, daß die Entwickelung zur genossenschaftlichen Güter Erzeugung und Vertheilung, zum Sozialismus, noch mannigfache Phasen zu durchlaufen habe. Auch wir find der Ueberzeugung, der wir in diesen Blättern schon wiederholt Ausdruck gegeben haben, daß es eine seltsame Utopie wäre, einen plötzlichen Uebergang vom Kapitalismus zum Sozialismus auch nur für möglich zu kalten, geschweige denn ihn durch Anwendung von Gewalt willkürlich zu erzwingen. Was die Zukunft bringen wird, kann Niemand mit einiger Sicherheit vor« auesagen: wir wissen nur, welche Pflichten die Gegenwart uns auflegt, um thunlichst Katastrophen zu verhüten und den nor- malen Uebergang in die neue Gesellschaftsform mit friedlichen Mitteln vor,ubereiten. Welchen Verlauf aber immer die Welt geschichte nehmen wird, sie wird in keinem Falle von dem Vor« marsche der europäischen Kultur in das Innere Asiens und Afrikas unbeeinflußt bleiben können, und werden wir von diesem Gestchtspuntte aus die Vorgänge im Süden nicht minder auf- merk kam zu beobachten haben, wie die im Westen auf dem ame« rikanischen Kontinente._ Zokales. Nie U»te»ftStz««g»pflicht hilfsbedürftiger Per- wandter bez. Famitenmitgtirder betreffeud, ist von hohem Interesse— auch nach anderer Richtung hin— ein Fall, wet cher vor kurzem zur gerichtlichen Entscheidung gelangte, welche letztere in der„D. G. A." veröffentlicht wird, und zwar lag dem angedeutrten Rechtsstrette folgende Veranlassung zu Grunde: Eine schwer erkrankte Wittwe fand in einem hieiiaen städtischen Kranlenhause Aufnahme und wurde in üblicher Weise bei ihrem Eintritte in dasselbe eine Verbandlung über ihre Familienver« bältnisse aufgenommen. Die Wirtwe gab an, eine erwachsene Tochter und drei Schwestern zu haben, von denen die eine Schwester in Breslau, die beiden anderen Schwestern in den Städten B. und R. wohnhaft seien. Die Erkrantte wurde nach längerer Zeit aus dem Kranlenhause entlassen, in welchem für sie ein Kostenbetrag von 150 M. entstanden war, den die Wittwe in monatlichen Raten zu tilgen versprach. Sie verstarb jedoch nach Ablauf eines halben Jahres und binterlicß einen un« gedeckten Schuldenreft von etwa 100 M.(Krankenhauskosten). Der Magistrat von Berlin, welcher als Vertreter des hiesigen Armenverdandes die Kur- und Vervflegungskostm auf sich ge« nommen hatte, suchte sich nunmehr an den unterstützungsver- pflichteten Verwandten der verstorbenen Wittwe schadlos zu hallen und stellte demzufolge Ermittelungen über deren Vermögenslage an. Bezüglich der in Berlin lebenden Tochter wurde ermiitett, daß dieselbe vollständig vermögenslos sei. Hin- fichtlich der drei Schwestern wurden die Gemeindebehörden der resp. Wohnorte um amtliche Auskunft über deren Vermögens- Verhältnisse ersucht. Der Magistat von Breslau berichtete, daß ließe sie in jedem Falle auf dem Trockenen sitzen. Doch die Wahrscheinlichkeit liegt auch fern, daß irgend eine alte Prie- sterin von mir verlangen werde, ich solle inS Meer hüpfen. Ich versichere überdies noch auf mein Wort, daß mich nicht die Eifersucht auf die Lorbeeren Leander'S in die Arme eine« Schwimmmeister« getrieben hat, sondern daß mich qualvolle Halluzinationen und schreckliche Träume förmlich zwangen Schwimmunterricht zu nehmen. Bei Tag und Nacht sah ich meine liebsten Freunde und Freundinnen mit den Wellen kämpfen, sie rangen die Hände und riefen mir au« dem Wasser zu:„O Freund, warum hast Du nicht schwimmen gelernt!" Ich mußte unthätig am Ufer stehen und den Untergang meiner Lieben mit ansehen, d. h. ganz unthätig war ich nicht, denn auS Verzweiflung raufte ich mir die Haare. Freitag, Sonnabend und Sonntag quälten mich diese Schrcckbilder, am Montag war ich schon in einer wohlbeleibte Männer mmder gefährlich sind. Mem Schwimm- meister— Franz heißt die Kanaille— empfing mich recht freundlich, glaubte aber folgende Fragen an mich richten zu mÜ�en2Bte alt sind Sie?" „Im November werde ich achtundzwanzig Jahre zählen," antwortete ich.. Und jetzt lernen Sie erst schwimmen?" 'Man lernt niemals zu spät!" „Was sind Sie?" "Wantm wollen Sie schwimmen lernen?" "Um eS zu können." Welche Gründe veranlassen Sie dazu?" Diese Frage» wurden mir bald unangenehm, und ich antwortete gar nicht mehr. Da aber das Verhör kein Ende nehmen wollte und der gute Mann überaus neugierig zu sein schien, erzählte ich ihm folgendes: „Verehrter Meister! Nur mit Beschämung antworte die dortselbst wohnhafte Schwester eine Kaufmannswlltwe, wohlhabend und durchaus im Stande sei, den Betrag von 100 M. zu zahlen. Der Magistrat zu R. und der zu B. dagegen bekundeten, das Gegentheil. Beide Schwestern seien verheirathet, die eine mll einem Fabrikbesitzer, die andere mit einem Handelsmanne, und würden Beide von ihren Männern ernährt- Jnfolae der erhallenen amtlichen Auskünfte hielt sich der Berliner Magistrat nur an die in Breslau ansässige Schwester, der hierorts Verstor« denen und wurde, da diese sich zur Zahlung der restirenden 100 M. nickt verstehen wollte, gegen dieselbe klagbar. Die An» geleaenhett kam nunmehr vor dem Breslauer Amtsgerickte zur Verhandlung und wurde von diesem die Klage des Berliner Magistrates abgewiesen. Die Beklagte erhob nämlich den ju« ristischen Einwand, daß sie nur Stiefschwester der Verstorbenen und daher zur Unterstützung derselben nur dann verpflichtet sei, wenn die beiden anderen vollbürtigen Schwestem vollständig unvermögend wären. Dies zu beweisen, sei Sckhe des Klägers. Die vom Kläger beigebrachten Magistratsauskünfte über die Ver» mözenslage der Schwestern könnten als vollgiltige Beweise nicht angesehen werden, da Gemeindebehörden, welche weder eidliche, noch verantwortliche Vernehmungen vornehmen dürften, keinerlei Mittel zur Erforschung der Wahrheit besäßen. Die beiden als unvermögend hingestellten Schwestern seien keineswegs ver» mögenslos. Die in R. verheirathete Schwester Hohe vor dreißig Jahren ihrem Ehemanne eine Mitgift von 4000 M. zugebracht und besitze daher gegen denselben, der ein gut fituirter Fabrik» besitzet sei, noch jetzt eine Jllaten-(Eingebrachtes. Heirathsgut) Forderung in gleicher Höhe. Die Schwester in B. dagegen habe bei dem dortigen Amtsgericht ein Testament hinterlegt und den Werth ihres künftigen Nachlasses auf 3000 M. anae» aeben. Die Beweisaufnahme bestätigte die Angaben der Be« klagten und wurde darauf die Klage des Berliner Magistrats, wie schon oben erwähnt, abgewiesen. In dem ergangenen Er« kenntnisse wird gesagt, daß das streitige Recktsverhältniß im Allgemeinen Landrecht Theil 11 Titel 3 geordnet werde und zwar bestimme dortselbst§ 15:„Geschwister ersten Grades müssen ihren Geschwistern, die sich selbst zu ernähren ganz unfähig find, den nothdürftigen Unterhalt reichen."§ 16 besage:„Es macht dabei keinen Unterschied, ob sie mit solchen Geschwistern durch vo'e oder Halde Geburt, aus einer Ehe zur rechten oder zur linken Hand verwandt find." Dagegen schriebe § 17 vor:„Doch richtet sich überhaupt die Verbindlichkeit der Verwandten, hilflose Familienmitglieder zu ernähren, nach den Regeln der gesetzlichen Erdfolge." Ferner§ 18:„Derjenige also, welcher der nächste Erbe des zu ernährenden Verwandten sein würde, hat auch die nächste Verbindlichkeit, für seinen Unterhalt zu sorgen." Und§ 19:„Wenn jedoch der zunächst Verpflichtete selbst unvermögend ist, so muß der auf idn Folgende an seine Stelle treten." Gemäß§ 35 a. a. D. schließen vollbürtige Geschwister und deren Abkömmlinge die halbbürtigen im Erbrechte aus. Da nun die Beklagte unstreitig nur halbbürtige Schwester der Verstorbenen sei, während die zu B. und R. ledenden Schcstern volldürtiz mit der Verstorbenen verwandt seien, so sei der Klageanspruch davon abhängig, daß beide Schwestem vermögenslos seien. Der Kläger habe den Beweis für diese Behauptung durch Beibringung von amtlichen Auskünften der detbeiligten Magistrate zu erbringen versucht. Der Werth dieser Beweismittel sei jedoch nicht unbedenklich. Den Gemeindebehörden stehe die Macht nicht zu, Zwangsmittel behufs Erforschung der Wahrheit in Anwendung zu bringen. Wenn sie über die Vermögensverhältnisse ihrer Einwohner Aus» kunft geben sollen, seien sie nur auf die eigenen Angaben d.r Betheiligten und auf gutachtliche Aeußerungen dritter Personen angewiesen. Die erstcren seien an sich verdächtig, die letzteren in ihrer Richtigkeit schwer zu kontroliren. Es sei eine gerichts- kundige Thatsacke, daß das Wissen des Magistrats bezüglich der Vermögensverhältniffe der Einwohnerschaft ein unvollkommcnes ist, wie fich aus dcn Fehlgriffen ergebe, die bei Veranlagung zur Einkommensteuer gemacht würden. Nicht selten würden wohlhabende Personen mit einer zu niedrigen Steuer belegt, während andererseits die zahlreich eingehenden Reklamationen auch das Vorhandensein von Ueberschäi-ungen darthun. Bei dieser Sachlage habe der Beklagten das Recht eingeräumt wcr« den müssen, die Beweiskraft der klägerischerseits beigebrachten amtlichen Atteste anzufechten. Durch die Zeugenvernehmung sei nun bewiesen, daß die zu R. lebende vollbüitige Schwester nicht gänzlich vermögenslos ist, sondem einen Jllatenanspruch von 4000 M. gegen ihren Eyemann besitze. Da der letztere seinen Lebensunterhalt fich zu erwerben fähig sei, stehe sein ehe- männliches Nießdrauchrecht der Geltendmachung der Jllaten- ich auf Ihre Fragen. Aber es sei. Sie sollen erfahre», warum ich schwimmen lernen muß. Vor zwei Tagen ging.., ich über die Wiener Aspernbrücke, da wurde ich plötzlich�' von einer weinenden Frau angehalten.„Mein Herr," ruft sie schluchzend au«,„retten Sie mich, denn ich bin die un- glücklichste Person von der Welt. Ich bin Dienerin bei einer allen GeneralSwittwe, die mir den Aufttag gegeben hat, ihr Kind spazieren zu führen und ihre Katze ins Wasser zu werfen. In meiner Zerstreutheit warf ich leider da» Kind in'« Wasser... sehen Sie nur, dort schwimmt eS ... 0, retten Sie das Kmd und mich!" Ich warf meinen Rock ab und mich in die Donau. Doch die Kälte deS Wassers brachte mich sofort zur Besinnung, und es fiel mir jetzt erst ein, daß ich gar nicht schwimmen könne...." „Unerhört!" brüllte der Meister. „Dieser Einfall aber überraschte mich dermaßen, daß ich sofort in Ohnmacht fiel. Als ich wieder zur Besinnung kämm, lag ich am Ufer. Eine große Menschenmenge hatte sich angesammelt, und unter polizeilicher Bedeckung wurde ich nach Hause gebracht." »Ja, so geht'S," meinte der Schwimmmeister,„wenn man nicht« gelernt hat. Durch Schaden wird man klug. Die Leute lernen erst fechten, nachdem sie im Duell ver- mundet wurden, und erst schwimmen, nachdem sie ertrunken sind. Doch jetzt wollen wir den Unterricht beginnen...." Er machte sich daran, mir die Anfangsgründe der Schwimmkunst beizubringen. Er zeigte mir, wie die Tempi gemacht werden, und ich hatte ihm bald die Arm- und Bein- Bewegungen abgeguckt. Hierauf sollte die Produktion im Wasser beginnen. Er nahm einen Gürtel, band denselben um meinen Leib, nahm dann eine Stange in die Hand, und den Weg vom Gürtel bis zur Stange füllte ein Strick aus. So hielt nun der Gürtel mich, der Strick den Gürtel, die Stange den Strick und der Schwimmmeister die Stange, so daß ich eigentlich nicht nur in GotteS, sondern auch in de? Hand deS Schwimmmeisters war. Ich sah zu ihm auf und war entsetzt über die veränderten Züge. Sein Vollmond» forderung nicht entgegen. Ferner sei aus den vom Amtsgericht zu B vorgelegten Testamentsatten ermittelt worden, daß die zu B. lebende Schwester bei Hinterlegung ihres Testaments ihr freies Vermögen auf 3000 M. angegeben habe. Da in solchen Fällen die Vermögensangaben mit Rückficht auf die Stempel- pfl�cht viel zu niedrig seien, könne kein Zweifel daran bestehen, iaß auch diese Schwester ohne Gefährdung des eigenen Wohles 100 M. zu Unterstützungszwecken zu entbehren vermöge. Die amtlichen Auskünfte seien in ihrer Beweiskraft mindestens stark erschüttert. Der Kläger habe aber die Vermögenslofigkeit der beiden vollbürtigen Schwestern zu beweisen, weil dies die Vor- (Umsetzung zur Inanspruchnahme der erst in zweiter Linie ver- Pflichteten Beklagten sei. Dieser Beweis sei aber mißlungen und war die Klage demzufolge abzuweisen. Wie verhütet man Croup»nd Diphtheriti«? Es ist schwer, einen Feind zu bekämpfen, deffen Existenz und Eigen- thümlichkeiten fich unfern Sinnen nur in Zersiömngswerken er- schließen. Wie es im Instinkte des Menschm liegt, fich gegen feindliche Angriffe jeder Art zu schützen, so fordern Wiffenschast und Kunst den ärztlichen Stand beständig auf, Mittel und Wege zu ersinnen zur Verhütung von Krankheiten überhaupt, zumeist zur Verscheuchung solcher Krankheitsgruppen, die Massen iaft die Bevö.kerung ergreifen und zu dezimiren vermögen. große Lücke, was die Kunst betrifft, eine noch weit . Hier ist eine �. �WM>WW größere, was die Praxis anlangt, zu konstatiren. Gegen Croup kann nur in der Weise etwas prophylaktisch Wirksames geschehen, daß man den kindlichen Organismus gegen allgemeine Schädlichkeiten widerstandsfähig macht. Abhärtung ist hier die Losung. Frisches Wasser(neben dem Genuß frischer Luft) das Hauptmittel. Die hier zu gebenden Regeln müssen fich beziehen auf Nahrung, Kleidung, Angewöhnung an die große Ratur, Gymnastik aller schlummernden Organe und Kräfte. 1) Man verabreicht dem neugeborenen Kinde seine Nahrung in mäßiger Quantität und nicht zu heiß, damtt der Kehlkopf nicht gereizt, die Hautamdünstung nicht zwecklos vermehrt werde, daher 2) kein zu warmes Bekleiden und keine Federkopfkiffen, in- dem die davon erhobenen Kinder gewöhnlich am Kopf und Nacken schwitzend vorgefunden werden; besser find Kopfunterlagen, die mit zarter Haferspreu gefüllt find. 3) M.rgens und Abends giebt man ein Bad von 1 bis 3 Minuten, Anfangs von 26 Grad, nach einem Jahre von 20 Grad. 4) Kinder müssen von ihrem ersten Frühling an und so fortlaufend Herbst und Winter hindurch, wenn es die Witte- rung nur einigermaßen erlaubt, an die frische Luft gebracht weiden, weil die Luft mehr abhärtet als das Wasser. 5) Eine goldene Regel, deren exakte Befolgung gegen zahl- lose Erkrankungsfällc der verschiedensten Art stcher stellt, ist folgende: Jede Mutter hat ihr eben zu Bett gebrachtes Kind auf dessen Haut Temperatur zu untersuchen, namentlich darauf, ob dieselbe erhöht oder erniedrigt oder gleichmäßig vertdeilt ist. Kalte Füße dü-.fen nie durch Zuführen von erwärmten Gegen- ständen, vielmehr nm durch Friktion mittelst der Hände unter der Bettdecke bei abgehaltenem Luftzutritt erwärmt werden. Bei heißem Kopfe helfen kalte, mehrmals zu erneuernde Kopf- Umschläge. Ist die Kö-perwärme im Allgemeinen erhöbt, so wird ein von der Achsel zur Hüfte mnd um den Körper angelegter Neptunsgürtel, der unter Anderemlmcbrmals frisch an- gelegt werden mutz, nicht verfehlen, Ausgezeichnetes zu leisten, besonders beim Schnupfen u. s. w. Die Mutter darf ihr Kind nicht eher verlassen, als bis in Bezug auf deffen Haut- Temperatur alles in Ordnung gebracht ist. Wo diese Vorficht besteht, kann nicht eine gefährliche Krankheit, eine kontagtöse etwa abgerechnet, zum Vorschiin kommen, am allerwenigsten bei Kindern, die täglich kalt üderwaschen werden, weil der diesen die Haut an Reaktion gewöhnt ist; auch bei heftiger Er- käitung hat die Natur gewöhnlich bis zum folgenden Morgen geholten. 6) Man gewöhne größere Kinder, ohne Kopfbedeckung und Halsdekleibung zu gehen, sorge aber für akkurates Schuhwerk, das die Zirkulation des Blutes nicht hemmen darf, im Winter aber mit schlechtem Wärmelester(r trohsohle) verschen werden kann. Beim Nachhausekommen der Kinder müssen die auch blos von außen naß gewordenen Schuhe gewechselt w rden, weil das Verdampfen des Wassers den Füßen zu viel Wärme ent- ziehen würbe. Zwerer Fehler, die zum Theil auch von Acrzten gemacht werden, muß ich hier gedenken: Das Einhüllen des Halses in Wollstoffe und das kalte Waschen blos von Hals und Brust. Durch beide Prozeduren sollen Hals- und Brustkranlheitcn ver» hütet werden; beide defördern fie dirett; elftere durch Verweichlichung, letztere in folgender Weise: Jede fich häufig wieder- holende lokale Kälteeinwirkung bat zur Folge, daß die bezeich. neten Hautstellen besonders reaktionsfähig werden; erfolgt daher durch irgend welche Veranlassui.g eine Störung der Gesundheit, Io werden gerade diese Thetle die Blutmaffe anziehen und fich ongestioniren. Oft wiederhotte lokale Reizungen durch Kälteeinwirkung find im allgemeinen nur für die unteren Extremitäten förder lich; bei chronisch kalten Füßen überbieten fie an Werth jedes andere Mittel. Cs ist Avsstcht vorstand»«, eine Verbindung der Chauffeestraße und Gurtenst aße durch einen Tunnel für Fuß- gänger u tter dem Sttttiner Bahnhof, im Zuge einer der neuen Besicht war verzerrt, er betrachtete mich mit höhnischen Blicken und schrie:„Mir scheint, Sie fürchten sich!" Ich gestehe, daß ich mich fürchtete, und ich rief frei nach ColumduS:„Land! Land!" allerdings mit anderer Betonung, denn ich war in de» Worte» weitgehendster Be- deutung„im Wasier" und wäre für da« Leben meine» Schwimmmeisters gern auf trockener Erde gewesen. „Ich bitte Sie, ziehen Sie mich an» Land," bat ich,„ich dekomme die Seekrankheit!" „Macht nichts," brummte der Schwimmmeister. „Aber ich bekomme nasse Füße," schrie ich. „Ihnen soll auch der Kopf gewaschen werden," ant- wortete der Barbar, und er tauchte die Stange und damit mich selbst unter da» Wasier. Die Wassermassen drangen mir in die Augen, Ohren und in den Mund, und al« ich endlich wieder emporgezogen wurde und das Licht de» Tage» wieder sah, brüllte ich wie ein verwundeter Eber, der sich bereits todt glaubt, zu seinem größten Erstaunen aber noch immer lebt. Die Sekunden, welche ich unter dem Wasser verbrachte, sind in der Thai schrecklich gewesen, und ich darf frei nach Schiller sagen:„Da unten aber ist's fürchterlich, und der Mensch versuche da« Schwimmen " � Ich war kaum zu mir gekommen, so hörte ich den Schwimmmeister rufen:„Jetzt versuchen Sie die Tempi... EinS! zwei!.... drei!— Ein»!... zwei! drei!... Ich versuchte.... Wer sich in Gefahr begiebt, kommt darin um seinen Verstand. Ich zuckte im Wasser wie ein galvanisirter Frosch, und in Form von harmlosen Fuß- tempi theilte ich jene Fußtrstte au», welche tch dem Schwimmmeister zugedacht hatte. Doch Meister Franz ver- stand keinen Spaß. Selbst diese mehr figürlichen al» that- fachlichen Fußtritte verletzten ihn, und er tauchte mich wieder unter. Ich wollte schreien, doch da» Wasser flog mir in den Mund und ertränke mir meine Htlfe- rufe, beinahe sogar mich. Al» ich wieder in die Höhe Straßen auf dem vormals Wöhlert'schen Terrain, oder zwischen den beiden Straßen in kürzerer Zeit ins Leben treten zu sehen, womit die schwer empfundenen Vcrkehrshemmnisse in jener Gegend wenigstens einigermaßen beseitigt sein würden. Die königliche Eisenbahndirettion legt der Stadtgemeinde gegenüber ein sehr großes Entgegenkommen an den Tag, setzt jedoch aller- dings voraus, daß letztere die Kosten der Unterführung trägt. Auf dieser Bafis schweben die Verhandlungen, die hoffentlich recht bald zu einem befriedigenden Abschluß kommen. Di» lweit» d»vtsche Schivgv-Erpedition. Ja Er- gänzung des ku zen Reiseberichtes über die zweite deutsche Schingu-Exvedition bringen wir noch der„Nordd. Allg. Ztg." eine kurze Beschreibung der ethnologischen Sammlungen, welche die Reisenden Dr. Karl von den Steinen, Maler W. von den Steinen, Dr. Ehrenreich und Dr. Vogel unter äußerst schwierigen Verhättniffen gesammelt und nach Europa gebracht haben, wo diese wirklich großartigen Resultate deutschen Fleißes und deutscher Aufopferung in dem imposanten T-mpcl der Wissen- schaft vom Menschen, dem Museum für Völkerkunde zu Berlin, ihren würdigen Aufbewabrungsort für alle Zeiten finden wer- den. Die Stämme am Schingu unterscheiden fich sprachlich sehr von einander, viel weniger in ihren Geräthen, doch ist der Charatter, die Verzierungsweise, oft auch die Bemalung, je nach dem Stamme verschieden. Sämmtliche Stämme lobten bis zur Berührung mit unseren Reisenden in der reinsten Steinzeit. Metall irgend welcher Art war ihnen völlig unbekannt, fie hatten keinen Verkehr mit der Außenwelt. Die eisernen Messer der Reisenden hielten fie für sedr scharfe Steine, die fie eifrigst begehrten. Doch wenn diese Indianer auch hinfichtlich ihrer Geräthe auf der frühesten Stufe der Kulturentwickelung stehen, haben fie trotzdem nickt geringe Lust am Leben; jegliche Gelegenheit benutzen fie zur Ab- Haltung von Festen, die fie stets mit Tänzen verbinden. Jedes einzelne Dorf hat seine besonderen Tänze und jedes Fest wieder seine besonderen, und dem entsprechend werden verschie- dcne Masken getragen. Eine reiche Sammlung solcher Masken von allen Stämmen, für Fischtänze, Jagd- und Kriegsfeste und andere Gelegenheiten haben unsete Reisenden zusammengebracht, indem fie eben alles erwarben, was nur zu haben war. Die Masken find meist aus Holz geschnitzt und weiß, schwarz und roth bematt; so find fie von allen Sckingu- Stämmen vertreten mit Ausnahme der Trumai. Die Masken der verschiedenen Stämme find durch die Zeichnungen verschieden; fie stellen meist Thiere dar, so den gefürchtetsten und gefräßigsten aller Raub- fische, den Piranda, ferner andere Fische, Vögel und and-re Thiere. Die Masten werden auf dem Kopfe getragen mittelst einer angeflochtenen Kappe aus hartem Gras, welche unten in einen langen Grasbehang ausläuft, der fast die ganze Figur des Tänzers umhüllt. Die Masken find reick mit buntem Fedcrputz verziert. Von den Trumai und den Tupi-Stämmen kommen Mosken aus einer Art Gewebe aus Baumwolle, eben- falls demalt, von den letzteren neben Holzmasken. Von weiterem Kopfputz find die Kopfringe oder Diademo der Bakairi und Naduqua erwähnenswerlh; fie find aus gelbem und braunem Stroh ober Strohsttcifen meist in sehr zier- lrchen Mustern geflochten und werden allein, oder um- geben von erner Federkrone, getragen, welche, aus gelben, blauen oder rothen Papageifedern gefertigt, e-n außer- ordentlich festliches Ansehen verleihen. Solcher Federkronen birgt die Sammlung eine sehr große Anzahl, ebenso Federhauden, Armbänder, Ohrschmuck aus Federn, zum Theil mit Muschelanhängern. Sehr verschieden nach Material, Ausführung und Aussehen find die Halsketten. Einige find aus geschliffenen Steinen und Muschelscheibchen, ähnlich denen, die als Gelb auf einigen Südsee-Jnscln gelten, hergestellt, andere aus Muschel- stücken besonderer Form, aus Tdierzähnen, Thierkrallen, Baumharz von dernsteinähnlichem Auss. hen, aus Früchten ic. An den Armen und Beinen werden Tavzraffeln aus Früchten oder Huf- schulen von Hirsch und Schwein getragen; andere Raffeln werden mit den Händen geschürtell. Ais Schmuck ist auch die Bemalung des Körpers anzusehen. Häufig bemalen fich die In- draner den ganzen Körper rolb, worauf fie oft sehr schöne und feine Muster in Schwarz malen. Zum weiteren Körverschmuck dienen Kämme aus Holzstädchen, welche mit weißer und brauner Baumwolle in zierlichen Mustern dcflochten find; bei einigen Stämmen haben fie in Thierköpfe auslaufende hölzerne Quer- städe. Von Klerduna ist bei den Schingu-Jvdionern nicht viel zu sagen, denn die Männer tragen überhaupt keine, und das Kostüm einer Schönen ist in einem schwedischen Streich- dolzschächtelchen ganz bequem unterzubringen, denn es de- steht nur aus einem durch Schr üre festgehaltenen aus Palmblaltstreifen geflochtenen Dreieck, einem feigen blattähnlichen Kostüm, wie wir es vor einigen Jahren im Aus- stellungspark an einem der Singbaiesenkraben sahen. An den Geräthen der Schingu- Indianer steht man überall das Bestreben, sowohl in plastischen Gebilden, wie in Zeichnungen Thierge- stalten darrusrellen; so entstanden die Hölze, nen Sessel in Ge< statt von Jaguaren, Affen, Adlern, Sumpivögeln und anderen Thieren, ebenso wie andere Holzschnitzereien in Tbiergestalt. Dieser Trieb geht so weit, daß fie selbst Wachsllumpen, die fie für späten Gebrauch aufbewahren, in Thier gestalten kneten und als Zierrath in den Hütten aufbängen. Ganz besonders tritt dies Bestreben auch an den Tdonlöv'en hervor, in deren Her stellung die Mthanaka, Custenau und Vaura, Nustämme M-tstei find Da steht man Schildkröten, Frösche, Krokodile, Affen, Fledermäuse, Fische, Krebse u. s. w., ferner auch Nachbildungen gezogen wurde, benahm ich mich wie ein Pasteur'scher Patient. Ich schrie, sehlug mit den Händen und Beinen au», zitterte am ganzen Leibe und räusperte mich, wo- bei da» Wasser au» meinem Munde floß, al» ob ich ein Springbrunnen wäre.„Ruhig!" brüllte der Schwimmmeister,„ruhig, sonst lasse ich Sie noch einmal Wasser trinken." Wa» sollte ich thun? Ich war in seiner Hand und ich durste noch froh sein, daß er mich nicht in» bessere Jenseit« beförderte. Um den Meister nicht zu reizen, that ich alle», wa» er verlangte. Ich bewegte Beine und Arme unermüdlich, bi« endlich die„erste Lektion" zu Ende war und ich heimkehren durfte. Drei Tage dauerten die Folter. quälen. Der Schwimmmeister ließ mich, so oft er Grund dazu fand, zum Gaudium der ganzen Schwimmschule„Wasser trinken" und meine Versteherungen, daß ich keinen Durst hätte, waren ganz überflüssig. In drei Togen hatte ich diesen Wütherich derart hassen gelernt, daß ich ihn am liebsten in einem Löffel Wasser ertränkt hätte. Man sollte e» nicht für möal'ch hatten, welcher Bo-heit dieser dicke Schwimmmeister fähig war. So oft er mich an die Stange legte, verzerrte sich sein weiche« Milchgesicht und mit essig- sauren Zügen sah ick ihn über mich grinsen. Und dabei machte rch in der Schwimmkunst keine Fortschritte. Mir ging e» wie einem Autodidakten, der erst im späten Alter die Universität besucht und nun mit Schrecken wahrnimmt, daß er bt«her gar nicht» gelernt habe. Ich hatte ebenfalls geglaubt, schwimmen zu können, und jetzt nef mein Lehrer täglich: Sie haben kein Talent, au» Ihnen wird niemals ein guter Schwimmer werden. die Hände mehr nach auswärts. Die Füße mehr nach einwärts. Kein Talent!" So oft er bemüssigt war, zu konstattren, daß ich kein Talent habe, tteß er mich„Wasser trinken", wie er die Em»! Zwei! Em»!. zwei! drei! zwei! von Früchten. In der Hütte fehlt nie die hier ursprünzliibe Hängemotte, oft sehr büdsch geflochten; ebenso kommen hübsche Korbflechtereien vor. sowie Spindeln mit bestnitzte« W titeln aus Holz und Knocken, bei den Bakairo aus Thon. Waffen find Prell und Bogen, sowie hölzerne Keulen- Von besonderem Jnter. ffe find die nur bei den Tupi-Stämmen votkommenden Wurfe ölzer oder Pfetlschleuderer, ein Apparat, der als eine Verlängerung des Armes beim Wurf antusehen ist und ähnlich von Australien, Nordasten und Alaska bekannt ge- worden ist. Die Pfeile hietfür find vom mit einer mittel« Wachses angellebten Steinkugel bewehrt. Der Apparat dient zum Pkeilwerfen im Kriege und beim Tanze; für letzteren haben die Pfeile Holzspitzen. Von Mufiktnstaimenten find nur Trommeln und Pfeifen im Gebrauch, letztere oft von ko'ossalcr Größe, z. B. Pank flöten von fünf Fuß Länge. Eine Art Brumm- oder Sckwiriholz, wie fie das hiestge Museum von Neu- Guinea und Arizona befitzt, wird an einer ein Meter langen Schnur um den Kopf geschleudert, wodurch ein heulen- der Ton em steht. Sie dürfen nur von Männern gebraucht, überhaupt nur gesehen werden; Frauen ist es bei Todesstrafe verboten, fie auch nur von ferne zu sehen. Es ist dies eine gleiche Gepflogenheit, wie wir fie vom Festland« Australiens bezüglich der Regenbölzer kennen. Di» M»rkr i« West»«, welche Waffer für die Ver- sorgung Berlins aus dem Haoeldecken entnehmen und in die Stadt fördern, find mit der Fertigstellung dieser Bauten«u» Abschluß gelangt. Sie ermöglichen mittelst d.r Tegeler Scköpf', Fllter- und Förderanlagen die Gewinnung, Reinigung und Lieferung von 86 400 Kubikmeter Nutzwaffer für 24 Stunden in die Charlotter burg-r Reservoire und durch die dortigen A» lagen die Verthetlung dieses Waffcrquantums in die Haupt* stavt. Die klein» Masterhrbrstatio« auf dim Tempelbos» Berge hat wegen der sehr langen Dauer des Winters vor dB Schlüsse des abgelaufenen Etaisjahrcs nickt vollendet tverW können. Sie ist jedock, wenn auch noch nickt in allen Tbeiltt ausgeführt, Ende Juni d. I. dem Betriebe überwiesen wordef Diese Station ist bestimmt, ein dinck die Weickdildgrenze. jf Höhenlage und die fiskalischen BefitzverhLltnisse ganz adgcgrevM Gebiet, dessen zukünftige Maximal Einwohnerzahl auf 20# angenommen worden ist, ,u versorgen. Dir Dfrrbrfrstigungr« der Ni-rrbannrbrnck» be# den fick seit längerer Zeit in einem sehr reparaturbelürftifl» Zustande. Bereits während des hohen Wasserstandes im Fri» jähr d. I. sank einmal der Damm der Zufabrtttraße auf eM* einen Quadratmeter Flächenraum tief ein, so daß die Brücke gf sperrt werden mußte. Im letzten Dienstag Nachmittag wiede? holte fich zum nicht geringen Schrecken der Paffanten das glei» Schanipiel. Auf dem linken Svreeufer entstand kurz vor ds Brücke im Straßenpflastcr ein großes Loch von etwa eine» Meter Tiefe, und in einem Umfange von mehreren MeterN- Die Polizei spente wiederum die Brücke, führte aber d* Spenung sehr milde durch, da der Verkehr alsbald auf d» Schwerste beeinträchtigt wurde. Der längst als> ötbig an er- kannte Neubau der Brücke ist jetzt bekanntlich vertaat bis nm Beendigung der Svreeregulimng, die aber einen Zeitraum von 10 Jahren in nspruch nehmen wird. In der Zwischenzeit dm fie dock noch eine b ssere Befestigung des Ufer und die 3* genge zur Brücke Nti-genö n ötbig werden. Neb»?>i» Masse» vnoth, von welcher CbcrlottenbrnP am Donnerstag heimgesucht wurde liegt in der„Neuen Ztt' ein ausfühi licher Bericht vor. Vor dcm Hause Berlirerstr. l'-jj sprudelte ku z nach 8 Ubr Morgens plötzlich ein starker 0� aus dem Erdboden, welcher, mit jeder Minute anschwellen?» bald d'e ganze Gegend zwischen Wallstraße und Knie vöuzl unter Wasser setzte, die Keller überschwemmte und die Flu» selbst in die Haueportale trieb. Ein Rohr ver Berliner WoM leitung war geplatzt und der Woffersegen hatte so großes UnlK" angerichtet. Der Pferdebahn verkehr war bis gegen II Ubr f stört und erst nackdcm die Wossenrette auf ielegropbische VB ständigung abgesperrt hatten, v, rlief fich das Waffer wieder. Z/ Unglück wurde auch die Gasbeleuchtung in Mitleidenschaft f zogen. Das defette Wasserrohr hatte fich auf das unter w» liegende Houptgcsrohr gesenkt, letzteres durchbrochen und so!� mit Wasser angefüllt. i Zwei hrktagrnvwerth» pfrrdebastnnnfäU» ereignet» fich im Verlaute d>s gestrigen Tages, von denen der eine ß" in den Vormittaasstunden auf der Linie Friedrichssnw* Görlitzerbabndof absvielte. Als in der Nähe des Bahnhofs Wagen in scharfer Gangart eine starke Kurve paifirie, stütt? der auf dem Hinterperron stehende Gelbgüßergestlle Wiese d» Gleichgewicht verlierend, in einem großen Bogen auf die fdton» Kanten des Troltoirs, wo er dcfinnungslos lieoen blieb. dem der Regungslose zunächst nach der im Görlitzer-Babfi� belegenen San itärs wache gebracht worden war, wurde er dort nach der Cbmitee geschafft. Der Zustand des W. ist � folge der erlittenen Gehirnerschütterung ein so bedenkirchcr,� an seinem Auskon men gezweifelt wird. Der andere ereignete fich in den Adcndstund n auf der- Kreuzderg- G.sundbrunnen. Als in der Rosentbalerstraße � M mn von d- min voller Fahrt begriffenen Wagen betabfptit?� wollte, aerieib er mit dem Goldfinger der reckten Hand in er» jener eisernen Rmge, in welche die den linken Vorderperron schlüßenden Düren gibaff werden, und richtete fich den in einer solcb schi ecklichen Weise zu. daß derselbe vollständig quetscht, nur noch lose an der Hand hing. Da der Verl"\ infolge des «n Stück t vwtabschür Nillos wt «Pen Verb « der Loih U»h»r SS" «fcilung form getr NHellung M. au -lelben «fgehende x'mne mit «fhenden G N die G m. Da P}#» 1 Mhode, «wetgegei fer andere N dem jl S* solche I8 sich "iunben S»m, zerl nock Noon 1 gkn W Mercken V fe9ott Ä''! Hwenben Aals; 2%in H AEinkäu bete SNm so SWn Ks «o Ei«» 2 fi g Minen Woneten te,®ie dl S"e von M- Di U der t Im! Sichel «st der 5 ffabr 15 «Nn stür Sk stark, � Pier' Sjben, do Mterdii 2*et, Ä Z SS* barbarische Menschenquälerei, welche er mit mir trieb, liebte. Da ich überdies-»»ck f nennen lrebte. Da ich überdies noch furchtsam-, pflegte er sich auf die Crange zu legen, die auf der Barne» der Schwimmschule einen Srützpunkt fand, und während' oben wie eine Waage auf und nieder schwebte, hw« unten wie irgend ein kostbarer Gegenstand in einer schale. Ich bat ihn oft, keine Scherze zu machen, ab#, 44 o 4 o«rtatno«-«•«tW(T.iCi spottete meiner Furcht und ließ fernen schweren Körper' der Siang» balanzrren, statt, wie AntäuS, die Erde zu � rühren, welche Kraft verleiht. Eine« Tage» schweb� � wieder über mir, verlor aber da« Gleichgewicht und!. kopfüber in» Wasser. Die erste Folge diese» Falle» war,. ich wie gewöhnlich„Wasier trank", al» ich aber wieder � �leger m fe d°s Nta�ftu, I S . Voll] Licht sah, fühlte ich mich so leicht wie der Vogel in Luft, oder wie ein Fisch im Wasser. Doch nur emen--rfl blick währte diese Seeligkeit, denn schon im nächsten tauchte der Schwimmmeister neben mir auf und kian»u sich verzweifelt an meinen Arm... ß) „Retten Sie mich," keuchte er,„retten Sie m>ty muß ertrinken!">» „Lassen Sie mich lo», ich habe für mich sorgen," schrie ich ihm»u und begann, alle mit Mühe p Roth erlernten Kunstgriffe von mir schleudernd, wieder„ „Narurschwimmer" meine Thätigkeit, wobei ich dem Schw b meister unwillkürlich einige Stöße versetzte, so daß er freilassen mußte. „Ich muß ertrinken,' wimmerte er. „Sie sind doch Schwimmmeisterl" ..Jawohl, aber ich bm nur theoretischer Scksu � praktische Ausbildung habe ich nicht genossen—+ nicht schwimmen!".„ „Da» ist allerding« ein Entschuldigungsgruav, � ich und erbarmte mich de« armen Manne«, der de � dem besten Wege war, zu ertrinken. Mit ein,.Sm K'- S",n W uS* zi 14 ist n d 1p« '"virNN % Sb L SlÜ*8 Schmerzes die Besinnung verlor, so wurde er noch £v, i w-oon l>m Wagen mitgeschleift, wobei er noch mehrere vMadschürfungen am Kopf und den Händen davontrug. Bc- «»Vlos wurde er zu einem Heilgehilfen gebracht, der ihm den «erband anlegte und dann mittelst Trolchke nach seiner ««r �oihringerskahe belegenen Wohnung schaffte. Neder eine seltsame Gpeeatio«, jedenfalls die her- �mgrndfte Leistung auf dem Gebiete der Chirurgie, welche Wt Uder die von medizinischen Zettschriften mitgetheiltcn, die «jWung von Gliedmaßen, welche schon längere Zeit vom »ower getrennt waren, betreffend, hinausgeht, nämlich über die «»Heilung von Leichentheilen in den lebenden KSrver, berichtet aus R. in der„Berliner Klinischen Wochenschrist". J*msilben wurde ein Bierbrauerlehrling zugeführt, der sich eine «fgehende Verbrennung beider Füße durch einen Fall in eine Mne mit kochendem Bier zugezogen hatte. Die dadurch ent- «headen Geschwüre konnten trotz bester Behandlung nicht heilen, Snl die Größe des Defektes ein Herüberwachsen der Haut nicht rjeß- Da kam die Transplantation von Hautttückchen in Frage, ? heißt, jene von dem französischen Arzte Revedin erfundene jwjode, Hautdefekte durch kleine Hautstülkchen aus anderen A>Zngegenden zu decken, welche dann auf dem �entblößten 3 ätenbutß sj .r Our? rss 's UnlK» Übt f icke AI er. Z/ choft f nier ev» ad so'� reignet� I eine ß» iSfiTOF l'Ä Sabnd� "4 'i % g -< ß IJJM et gw•�'«■•»7-——•» w...-------„___ W4 einzuheilen vflegen. Zu einer derattigen„Flickarbeit" Alte aber dem Dr. B. das Nothwendigste, nämlich der„Flicken". r" anderer Patient, der Hautslücken hergab, fand sich nicht, Ty yem Kranken selbst konnte infolge seiner großen Schwäche solche Operation nicht zugemutbet weiden. Da entschloß A B stch kuiz und entnahm der Leiche eines vor wenigen fanden verschiedenen alten Mütterchen einen großen Haut- zerschnitt ihn, nachdem er ihn in lauwarmer Kochsalz- ?wig noch einige- bündelt Schritte transportirt hatte, in Läpp- �»on 1 Quadratzentimeter und befestigte diese kunstgerecht jSSen Wunden. Nach zehn Tagen waren ron 26 derartigen Wurchen 24 eingeheilt und für feinste Berührung empfind» Ader Defett zum größten Theile gedeckt und damit beide 2A die sonst hätten der Amputation verfallen müffen, ge- Jedenfalls eine seltsame Pflastemngsart! g.von Schotaro Vauro, dem viel genannten japanischen Kndlcr, werden jetzt immer mehr Betrügereien bekannt. Mchst ist es erwiei'en, daß er nie studirt hat, obwohl er sich jlinr. nannte. Er war vielmehr hier bei einem in den Zelten Mrenden Landsmann, der in Japan in Generalsrang stehen alS Diener angestellt. Er genoß das Vertrauen seines 3* in hohem Maße, daß er für ihn Kommisstonen besorgte �Einkäufe machte, dadurch wurde er auch mit Kavalieren be» deren Giro auf Wechseln er stch zu verschaffen wußte, die kwnn sofort verfilberte. Auch wußte er stch u. a. bei einem glWn Kaufmann 5 Mille Zigarren i 100 M. zu verschaffen. Wechselbeii äge, die von ihm noch jetzt im Umlauf find, | � sthr beträchtlich sein. h große Zleberfchmemmung verursachte gestern ruften zw schen 8 und 9 Uhr das Platzen eines Waffenohres J gm Häusern Nr. 125 und 126 zu Charlottenburg. Zur an- Ebenen Zeit gewahrten die Paffanten und Bewohner der be- Kneten Häuser, wie stch vor den letzteren der Erdboden bob, b* wie dann plötzlich unter Brausen und Zischen eine Wasser- u"1* von Meieroickc, untermischt mit Sand, mannshoch empor- M. Di(e Riesenfontaine konnte zunächst nur durch Still- �Nd der Pumpen in den Wafferwerken beseitigt werden; bis c- geschehen, verging immerhin eine halbe Sturde. Inzwischen % der Wasserstrahl einen drei Meter tiefen Kessel von un- ffbwr 15 Metern Durchmesser gebohrt, und in diesen Kessel ?!wn stür-ten Pflastersteine und Trotloirvlatten, ja selbst ein starker Baum, dessen Wurzeln ausgespielt worden waren. rt Plerdebahnverkchr mußte auf einige Zeit unterbrochen Nden. da die Geleise durch die aufgeschwemmten Sandmaffen PgchterdinoS unpasstrbar waren. Auch die Bewohner vcrschie- Stadtthitle Berlins, welche gestern Morgen vcr- Mch versuchten, dem Lettungshadne Waffcr zu entnehmen, i rüm durch die Wasscrsperre, deren Ursache ste allerdings nicht v�m. recht unangenehm berührt worden sein. In der Mst- Wunde waren die Arbeiten der sofort telegrophisch berufenen I er erst soweit gediehen, daß einer der an oieser Lillung gebrachten Entleerungshähne geöffnet werdm konnte, so daß fcf allmälig durch einen Adzugskanal in die Spree kL vie gänzliche Ausdisserung des Schadens, die Auswechse« tain � defekt gewordenen Rohres war jedoch in den Räch- ("Munden noch nicht fertig geworden. !>ii> ilebrr den N»rkehr auf Kombiairbar« Zlnndreife- 'w Jahre 1887 dringt die„Vuk.-Ztg" nach amtlichen Za.len einige Mittheilungen, aus welchen sich> er- %Jr a6 diese rasch beliebt gewordene Einrichtung schon zu W �welligen Höhe angeschwollen ist. Für Strecken von �.Gesammtlänge von 57 844 Kilometer wurden zusammen flnft», Stück kombinirte Rundreiscbillets ausgegeben(darunter �derdillcte) welche einen Geldbetrag von 16068 474 M. C„?- Diese 301 620 Billets enthielten 4 826 630 Einzel. �>'.'"d z var 182 709 für die erste. 2686432 für die zweite w �9 497 für die dritte Wager klaffe. Jnsgesammt stnd ..�'ndreisebiUets im Jahre 1887 zurückgeleat worden 5tv.-7 9-8 Kilometer, welche ungeheure Zahl dem 9406� fachen Äquator entspricht. Tie meisten Billets wurden im Juli, Ziei�rgsten im Februar abgesetzt. Die Bahnen des Deutschen 11% � nehmen an dem ganzen Verkehr mit mehr als 75 Pro» balizeidericht. Am 13. d. M. Vormittags wurde ein a'ßz/- wich, ich kann nicht schwimmen... aber Si.! um TotteSwillen Niemand!" zischelte er. tonnen beruhigt sein.. war meine Ant- r e Bern„ er erwachte in mir die Erinnerung an � fe nn�nfI'e,t'"nb rief ihm höhnisch zu:„Sie , latent sie werden niemals schwimmen lernen." Woinst?» �uc�e s auch nicht zu lernen— denn ich bin . Sl Schwrmmmeister." schwimmen also nur auf dem trockenen Lande?" �»ken,' während ich seine Haare festhielt, um sein % verhindern. �'ch Dir." ?ut Quf>' ich aber tauchte sein liebes Haupt �ilte. stonk. so oft er um Hilfe rief oder rufen S bet f(!„i 4 ghm mit Wasser den Mund. Als ich ihn k f'UTnm Q-..°der sechsten Taucherprobe emporzog, war M', �-- Er hatte nur noch die r«uu.„.im. Mit einem kühnen Wurf schleuderte ich ijd) bie ffi:ü.an- �ch aber schwamm wie ein Schwamm ��ätjsck s?chwlmmschule und zog Strick und Stange «t �>rr Uni j81 wir her.... Der Schwimmeister hatte Anmpf! im nächsten Momente erholt, und während zu f.' n"J1 aufforderte, meine herrlichen und geniale» .*'st mein sür r""' ich"- er:„Meine Herren!.... tzj.'- dre,»"girier---- Ausgezeichnet Ems... zwei üwi �•--.»«rÄ Sie find ein Niagara� er mit Stolz: k»'"vi�. Sie� klebrigen gewendet, sagte er mit Stoiz: en lernen wollte. Schankwirth in seiner Wohnung in der Dorkstraße todt auf dem Bette liegmd vorgefunden. Der Tod ist nach ärztlicher Fest- stellung infolge Einathmung von Leuchtgas eingetreten.— Um dieselbe Zeit stürzte der Arbeiter Heider von einem auf dem Grundstück Johanniterstraße 1 angebrachten Hängegerüst aus der Höhe des dritten Stockes herab und erlitt einen Schädelbruch, der sofort seinen Tod zur Folge hatte.- Edenfalls Bormittags fiel in der Jägersttaße der Kutscher Salbach durch eigene Schuld von dem von ihm geführten Arbeitswagen und erlitt dabei eine nicht unbedeutende Quetschung der linken Öand, so daß er nach der Cbaritee gebracht werden mußte.— Gegen Abend wurde in der Kreuzbergstraße ein 38 Jahre alter, invalider Arbeiter durch einen von dem Kutscher Marzahn geführten Arbeitswagen uberfahren und am linken Knöchel verletzt. Er wurde nach der Charitee gebracht. Am 14. d. M. früh brannten Grunewald- straße 16 Balken, Schalbretter und Mehlvorräthe in einer Bäckerei._ Gertchts-ZeitImg. Gin« Anklage megr» Nahrnngvmittelverfälfchnng in betrügerischer Abstcht, wie ste schwerer wohl selten zur Kennt- niß eines Gerichtshofes gelangte, beschäftigte gestern die zweite Ferienstraskammer des Landgerichts 1. Auf der Anklagebank befand stch der Kellner Friedrich Wilhelm Henze, ein vielfach vorbestrafter Mensch. Er war geständig, aus einem Gemisch von Wasser, Esstg, Sprit, Zucker und noch einer fünften Zuthat, die er nickt nennen wollte— Ungarwein hergestellt zu haben. Wenigstens füllte er dies Gemisch auf Flaschen, welche eine Eiiquette mit der Inschrift:„Tokayer Ausbruch" und dem stolzen Worte:„Nu'Jnm vinnm nisi hunguricnm" trugen. Nun ging er mit diesen sorgsam oerfiegellen Flaschen haustren, er versuchte Absatz durch die falsche Vorspiegelung zu er» zielen, daß er behauptete, er habe den Wein für eine Schuld annehmen müffen und könne ihn deshalb sehr billig ab- geben. Zwei Bäckergesellen ließen stch übertölpeln, ste erstanden 6 Flaschen des edlen Tranks für insgcsammt 3 M. Am Abend wollten sie ein festliches Gelage veranstalten. Als ste jeder eine Flasche geleert hatten, schien es ihnen schon, als ob es eine Sorte Wein sei, der des Menschen Her« nicht erfreue, und bald merkten ste, daß er eine grausame Wirkung ausübte. Beide Zecher krümmten stch. Sie erstatteten Anzeige und bald saß der biedere Fabrikant hinter Schloß und Riegel. Der Staatsanwalt hielt den Betrug für so grob und gemein- gefährlich» daß er den Angeklagten mit einem Jahre Zuchthaus und einer Geldstrafe von 150 M. bestraft wissen wollte: der Gerichtshof dilligte ihm aber noch einmal mildernde Umstände zu, indem er auf sechs Monate Gefängniß erkannte. Ate ei« äußerst gefährlicher Sachuealter für söge- nannre„kleine Leure" ist der Winkelkonsulent Karl Zühlke gestern von der 3. Ferienstrafkammer HIestzen Landgerichts> hingestellt worden. Herr Zühlke hat sein Arbeitsgebiet vorwiegend auf den Markt gelegt; er weiß, daß die Handelsleute, welche auf den Martt ziehen, mancherlei Rechtsgeschäfte abzuwickeln haben, bei welchen ste stch nicht auf ihren eigenen Verstand verlassen können und wollen, und da in diesen Kreisen der Linksanwalt gewöhnlich angesehener ist, als der Rechtsanwalt, so ist es be- gre flich, daß der Geschäftsumkreis des Hcrm Zühl'e sich von Jahr zu Jahr erweiterte. Eine besondere Forsche entwickelte derselbe im Beitteiben fälliger Forderungen, und unter den Markilemen war man bald darüber einig, daß er mit allen Kniffen Bescheid wisse. In der That hat er auf dem Gebiete der Zessionen, Schulveintreibungen, Aufkäufe von Forderungen, eidessiaitlichen Vcrficherungcn w. eine recht emsige Thätigkest entwickelt. Daß er dabei manchmal vom geraden Wege abge- wichen ist und so manches Sümmchen, welches seinen Vertrauens- seligen Auftraggebern abzuliefern war, in seine Tasche hat fließen lassen, dewies die gegen ibn erhobene, ziemlich umfang- reiche Anklage wegen Unterschlagung, fahrläsfigen Meineides, Abgabe einer falschen eidesverstattlichen Versicherung, bewiesen außerdem die zahlreichen Markthändlerinnen, welche gestern zur Stelle waren, um als Geschädigte Zeugniß gegen ihn abzulegen. Wenn man die Geschäftsgewandthcil deS An- geklagten derjenigen dieser Zeuginnen gegenüberstellte, so konnte es»'cht Wunder nehmen, daß der Anacklagte in mehreren Untcrschlagungsfällen ebenso wie in dem Falle des fahrlässigen Meineides eine Freisprechung erzielte. Dennoch blieb noch so viel Belastungsmaterial übrig, daß der Staatsanwalt wegen 4 Fälle der Unterschlagung, sowie wegen Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung das Schuldig beantragte und mit Rücksicht auf das gemeingefährliche Treiben des Angeklagten 1 Jahr 9 Monate Gefängniß gegen denselben in Dorschlag brachte. Der Gerichtshof erkannte auf 10 Monate Gefängniß und 2 Jahre Ehroerlust. * Eine gefährliche Taschrndirbin befand sich gestern zur Abuttheilung auf der Anklagedank vor der 1. Ferten-Straf» kammer des Landgerichts I. Es war dies die Frau Auguste Kramer, der nicht weniger als 15 versuchte und ein vollendeter Taschendiebstäble von der Anklage zur Last gelegt waren. Auf dem Netteldeckplatz wurden im Laufe dieses Sommers, während der Dauer des dort stattfindenden Wochcnmarltes, häufig Taschendiedstähle ausgeführt, ohne daß es der Polizei gelungen wäre, den Dieben auf die Spur zu kommen. In den letzten Tagen des Juni ging die in der Nähe wohnhafte Frau Tietz noch dem Martte, um einige Einkäufe zu machen. Als ste be- zablen wollte, war ihr Portemonnaie, in dem stch 12 Mark befanden aus der Kleidertasche verschwunden und alles Suchen nach dem vermißten Gegenstand war vergebens. Aus verschie- denen Umständen schloß Frau Tietz, daß ste von einer Taschen» diebin bcstohlcn wurde, und erbittert durch den herben Verlust nabm ste fick vor, am nächsten Markttage auf die unbekannte Thäterin zu vigiliren. Mit diesem Vorsatz betrat sie am 3. Juli den Plav und der Zufall war ihr günstig. Bald bemerkte ste eine Frau, die stch in auffälliger Weise an die Käuferinnen herandrängte und im geeigneten Moment einen kühnen Griff in die Tasche der ihr zunächst stehenden Person unternahm. Ob nun die Diebin zu ungeschickt war, oder ob die Frauen, aewitztgt durch Erfahrung, ihre Geldbörsen an sicherer Stelle verborgen hatten, muß dahingestellt bleiben: genug, die SDic Diebin oab otc � � � i w ew»**»*-* �___. t,.....-. zurück und bat flehentlich, man möge doch von der Anzeige ihrer Kinder halder Abstand nehmen. Inzwischen war aber bereits ein Schutzmann erschienen, mtt dem Frau Kramer- denn diese WM« trage�gemaß.� � Anklage de« schwere« Diebstahl» WMKSW weise im Friedrichshain, wo er auch in der Nacht vom 29. bis 30. Juli einen Raubzug unternahm. In dieser Nacht hatte sich nämlich der Buchdrucker Paul E. im Hain verirrt, weil er stch in einer Stimmung befand, in der man gewöhnlich den Himmel als Dudelsack und den Mond als Nachtwächter detrachtet. Da die Bäume ihm nicht aus dem Wege gehen wollten und er den Bäumen nicht, so legte er sich ärgerlich auf eine Bank nieder, um bald darauf durch jene lieblichen Töne, welche sich sonst nur beim Durchsägen eines Astes bemerkbar machen, der Welt seinen Seelenfrieden zu verkünden. Für den im Busch herumstrolchen« den Köhler war jetzt der paffende Moment gekommen; leise schlich er sich zu dem Schlä'er, dem er mit affenartiger Ge» schwindigkeit das Portemonnaie aus der Tasche zog, dann Uhr und Kette abnahm, um nun mtt dem Raub das Wette zu suchen. Doch das Auge des Gesetzes wachte. Noch keine 20 Schritt war der Dieb von seinem Opfer entfernt, als sich plötzlich das Gebüsch theilte, aus dem ein Mann hervorsprang, von dem er gepackt und aufgefordert wurde, zur Polizeiwache zu folgen, wo« hin auch der schla'trunkene Bestohlene seine Schritte lenken mußte. Hier stellte stch heraus, daß man es mtt einem alten Bekannten zu thun hatte, denn Köhler war erst am 12. Juli aus dem Gefängniß. in dem er stch ähnlicher Dinge halber be« funden hatte, entlassen worden. Der Angeklagte ist geständig, will aber die That nur aus Roth verübt haben, weil d'.e 15 Mark, welche er als Arbeitsverdienst aus dem Gefängniß mitgebracht hatte, aufgezehrt waren. Der Antrag des Staats« anwalts lautet auf 1 Jahr 6 Monate Zuchthaus, auf welche Strafe der Gerichtshof mit dem Hinweis, daß der Angeklagte systematisch die Leichenfledderei betreibe und mithin eine ge- meingefährliche Person sei, auch erkannte. „De« Prinzip« wegen" hatte der Geschäftsführer Spulll vom„Berliner Verein für kaufmännische Stellenvermittelung" egen ein polizeiliches Strafmandat in Höhe von drei Mark einspräche erhoben und richterliche Entscheidung beantragt. Alle Stellenvermittter find verpflichtet, die stch meldenden Bewerber der Reihenfolge nach in ein Buch einzutragen, dessen Schema vom Polizeipräsidium vorgeschrieben ist. Von diesem Schema war der Obengenannte abgewichen und deshalb wie erwähnt bestraft worden. Im gestrigen Termine vor der 93. Abthettung des Schöffengerichts führte der Beschuldigte aus, daß jenepolizrfliche Bestimmung für den von ihm vertretenen Verein nicht maßgebend sein könne, denn derselbe diene in erster Linie den Mitgliedern und Humanitären Zwecken und nicht dem Erwerde. Ferner würden die Bewerber nach einem Schema eingetragen, welches weit praktischer und eingehender sei als das von der Polizei vorgeschriebene. Der AmtSanwalt bekämpfte diese Anschauung; da der Verein Beiträge von den Mitgliedern erHede, um da- durch unter anderen Zwecken auch der Stellenvermittelung zu dienen, so müsse diese Thätigkeit als eine gewerbliche angeseben werden. Die destehende Polizeivorschrift müsse eben rcspettttt weroen, selbst wenn ste unpraktisch sein sollte. Der Gerichtshof folgte diesen Ausführungen und bestätigte das Strafmandat. Gin recht««erquickliche» Kegegnen mit eine« Gerichtsvollzieher führte gestern den Inhaber einer großen hiefigen Speditionsfirma, den Spediteur Valentin, wegen Be» amtendeleidigung vor das hiesige Schöffengericht. Wir nehmen von der Verhandlung um deshalb Akt, um immer von neuem vor allen Reibereien mit dem Gerichtsvollzieher und vor der falschen Auffassung zu warnen, daß derselbe bei der Wahr- nehmung seiner gesetzlichen Obliegenheiten sich räumliche Schronkt« aufzuerlegen bade. In dem gedachten Geschäft erschien eines Tages der Gerichtsvollzieher, um eine von einer anderen F rma erstrittene Summe nebst Kosten einzuziehen, und da diese Summe inzwischen schon freiwillig abgeführt worden war, so legte der Kassirer des Geschäfts dem Beamten die betreffende Post- quittung vor. Letzterer begnügte sich damit aber nicht, verlangte vielmehr den Nachweis, daß der eingezahlte Betrag identisch sei mit der zur Exekution bestimmten Summe; er beanspruchte außerdem noch Kosten und so mußte denn der Chef des Hauses herbeigeholt werden. Auch dieser vermochte sich wegen der Za'vlungsvflicht mit dem Gerichtsvollzieher nicht zu einigen, letzterer brach vielmehr schließlich die Verhandlungen kurz damit ab, daß er aus dem Vorraum in das Innere des Komtoirs ein» trat und die Oeffnung des Geldschranks verlangte,„um zu sehen, ob so viel Geld darin sei." Da diese Schlußszene vor dem gesammten Geschäftspersonal geschah und der Gerichtsvollzieher zur Anfertigung des Schlußprotokolls gerade eine Stelle auswählte, wo er von dem zahlreichen Publikum gesehen werden mußte, so fürchtete der Angeklagte eine Schädigung seiner Geschästsebre und er wurde durch diesen Zwischenfall so erregt, daß er unter wiederholten beleidigenden Ausdrücken mit der Geltendmachung seines Hausrechts drohte, falls der Gerichtsvollzieher nicht sofort den Jnnenraum verlassen und vor den Zahltisch zurücktreten würde. Eine späterhin gegen den Gerichtsvollzieher beim Auf» ficht führenden Amtsrichter angebrachte Beschwerde zeitigte den Bescheid, daß der Beamte nur nach seiner Instruktion gehandelt und sich ganz korrekt benommen habe. Dagegen folgte bald die Anklage wegen Beleidigung und der Staatsanwatt hielt es für geboten, 14 Tage Gefängniß zu beantragen. Der Gerichtshof ließ es jedoch bei 150 M. Geldbuße eoent. 15 Tage Gefängniß bewenden. Prozeß Michel«.(Schluß.) Staatsanwalt Stachow hielt nur zwei Puntte der Anklage aufrecht: Die Untreue bei den Abschlüssen der Darlehnskontcakte und den einen Betrugs» fall, so daß die sämmtlichen Anklaaepuntte, welche als Resuliat der buchlichen Eintragungen ein Fehlen von 81 000 M. fest» stellten, fallen gelassen wurden. Für den Betrug beantragt? der Staatsanwalt 1 Jahr Gefängniß, für die 7 Fälle der Untreue 2 Jahr 6 Monat Gefängniß und eine Gesammtstrafe von 3 Jahren Gefängniß und 5 Jahren Ehrverlust, außerdem 1000 M. Geldbuße event. 103 Tage Gefänaniß.— Rechtsanwalt Dr. Friedmann suchte in längerer Rede die Unrich» tiakeit der Schlußfolgerungen der Sachverständigen- Gutachten nachzuweisen. Es sei nichts weiter erwiesen, als daß der Angeklagte seine Bücher leichtsinnig behandelt habe; im Uebrigen sei nirgends ein vom Angeklagte« verschuldeter Kassendefett nachzuweisen und nirgends sei der Vorwurf zu begründen, daß er dem Vermögen der Gesellschaft irgend etwas treulos entführt hat. Der Mutzinski'sche Betrugs- fall sei das einzige, was aus einer großen Menge von Denunziationen und Anschlußdenunziationen noch übrig ge» blieben ist, und bei diesem Fall schwebe die Beschuldigung voll- ständig in der Luft. Der Roth gehorchend, nicht dem eigenen Triebe, habe der Angeklagte das große Damno dem Darleiher bewilligen müffen, da er, wie mancher Größere vor ihm, nicht nur gewissermaßen Ministerpräsident, sondern auch zugleich Finanz- und Handelsminister war. Nachdem der Angeklagte die Gesellschaft hochgebracht, habe derselbe in dem Gefühl der Selbsthenlichkett stch wett entfernt von den Bahnen, die ei« ruhiger Kaufmann einzuschlagen pflege; das sei seine Schuld. die er mit achtmonatiger Untersuchungshaft empfindlich gebüßt bade- aber ein Verbrecher sei derselbe nicht. Daraus ergebe stch die Freisprechung des Angeklagten in allen Puntten.— Der Gerichtshof, welcher darüber einig war, daß die Buch» führung des Angeklagten eine ganz abscheuliche war, hiett nur einen Fall der Untreue und einen Fall des Betruges für er» wiesen und vemrthettte den Angeklagten zu einem Jabr Gefängniß unter Anrechnung von 4 Monaten auf die Untersuchung»« Haft und 1000 M. Geldbuße event. noch 100 Tage Gefängniß. — Um 6i Uhr war die Sitzung erst zu Ende. Pereine und Kersamml«»»»». potizellich aufgelöst wurde die am Mittwoch im „Wedding. Park" abgehaltene Versammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der Miethrr des Norden Berlins. Nachdem der Vorsitzende die Zwecke und Ziele des Verein» klar» relegt und nochmals den Aufruf auS dem„Berttner Volks- l" verlesen, sprachen noch die Herren Glänert, Weise md. Zachau im Sinne des Vorfitzenden. Hierauf meldete fich ein Herr Klamotk»(Beamter) zum Wort und legte der Versamm- hmg die Frage vor, welche Mittel fie zu benutzen gedenke, um idre Forderungen zur Geltung zu dringen. Darauf wurde ihm bedeutet, daß die Ziele nur erreicht weiden könnten, wenn der Verein hunderte oder tausende von Mitaliedern habe. Hiermit nicht zufrieden, wiederholte der Herr die Frage nochmals, worauf ihm Herr Zachau erwiderte, daß er als Mittel zum Zweck ver- folge, daß das mobile und immobile Kapital Gemeingut Aller werde. Hierauf erhob fich der überwachende Polizeilieutenant und erklärte die Veisammlung auf Grund des§ 9 des Gesetzes vom 21. Oktober 1878 für aufgelöst. Große Molkooersammtung für Niedorf ttttd Um» segend Sonntag, den 16. September, Vormittags 10% Uhr, int Saale Bai champstre, Neue Welt. Tagesordnung: Alters- und Jnvalidenverstcherung der Ardeiter. Referent: Redakteur MarSchippel. Interessenoerei« der Tischler. Sonnabend, den 15. Scptdr., Abends 8 t Uhr, Köpnickerstr. 68: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Canitz. 2. Auf- nahm« neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes. Lochoerei« der Kithograpdiesteinschirifer und Bc- rufsgenoffen. Montag, den 17. September, Abends 9 Uhr, Grenadierstr. 33: Versammlung. Vortrag des Herrn Sander über Zweck und Ziel des Fachvereins.— Gäste willkommen.— Die Luxuspapierpräger find besonders zu dieser Versammlung eingeladen. Produktiv» und Kohstoff- Genossenschaft der Schneider zw Kerlin(Eingetragene Genoffenschast). General- Versammlung am Dienstag, den 18. September, im Lokale Mohrenstraße 40. Tagesordnung: 1. Monatsbericht. 2. Vor- ftandswahl. 3. Geschäftliches. Verein der Kattier. Gemüthliches Zusammensein inkl. Tanz am Sonntag, den 16. September, in Gratweil's oberem Saal, Kommandantenstr. 77. Anfang 6 Uhr. Der Verein der Modelltischler veranstaltet am Sonn- abend, den 15. September, im„Vorstädtischen Kasino", Acker- straße 144, um 81 Uhr einen geselligen Abend mit Damen, und werden die Mitglieder ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Gäste find herzlich willkommen. Versammlung der Vereinigung der Maler und ver- wandten Bcrufsgenoffen Deutschlands, Filiale Berlin W. und 8W, am Dienstag, den 18. September, Abends 8% Ubr. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Schweitzer. 2. Wahl esnes Bibliothekars und Ergänzungswahl der Arbcitsvcrmitte- lungskommisfion. 3. Grenzrcgelung. 4. Verschiedenes. Allgemeine Kranken-«nd Sterbekasse der Metall» urbetter.(E. H. 29, Hamburg.) Filiale Berlin L Mitglieder» a�rsammlung am Sonnabend, 15. September, Abends 81 Uhr, Licdtenfelderstr. 7/8(Wilhelmshöhe). Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Innere Kassenangelegenheit. Um zahlreiches Er« scheinen der Mitglieder wird ersucht. Allgemeinr Krank»«»«nd Kterbekalse der Metallarbeiter.(E. H. 29, Hamburg.) Filtale Berlin VL Sonntag, den 16. d. M., Vormittags 10% Uhr, Gattenstraße 123 bei Krüger; Mitgliederversammlung. Der Fachoerei« der Metallarbeiter in Gas», Masser» »ud Dampfarmature« hält Sonnabend, den 15. d. M., Abends 8% Uhr, bei Heinrich, Beuthstr. 22, 1 Tr. seine Mitgliederversammlung mtt folgender Tagesordnung ab: Vottrag des Herrn Gettsch über das Sinken der Rente. Innere Ver- rinsanzelegenheiten. Verschiedenes und Fragekastm. Gäste durch Mitglieder eingefühtt haben Zuttttt. Das diesjährige Winter- vergnügen findet am 24. November d. I. im seidigen Lokale statt. Mitgliederversammlung der Male Kerlin 7 der Allgemeinen Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter(E. H. Nr. 29 Hamburg) am Sonnabend, den 15. Schtembcr d. F., Abends 8% Uhr, bei Jakob, Lindower- üraße 26. Tagesordnung: 1. Kaffcnberickt. 2. Wahl von Beitragsammlern und Kranlenbesuchern. 3. Verschiedenes. Da« diesjährige Stiftungsfest des Vereins zur Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter und Berufs- genossen, bestehend in Konzett, Tbeateraufführung und Ball, findet Sonnabend, 15. September, im Konzettbaus Sanssouci, Kattbusett'ttaße 4a, statt. Billets für Herren 50 Pf., Damen 25 Pf., find nur vorher zu haben bei den Kollegen: H. Nagel, Wirnerstr. 25, H. 3 Tr.; G. Hahn, Lüdbenerstr. 13: E. Sparfeld, Sorauerstr. 27, sowie bei sämmtlicken Vorstands- Mitgliedern und im Arbeitsnachweis bei C. Psister, Waldemar- stxaße 61. Grvße öffentliche Generalversammlung sämmtlicher Iimmerleut» Kerlin« und Umgegend am Sonnabend, den 15. September, Abends 8% Uhr, im„Neuen Klubhaus", Rom» mandantenstr. 72. Tagesordnung: Abrechnung des Arbeits- nachwesses. Neuwahl der Kommission. Verschiedenes. Fachverei« der Farmer und vermandte» Krruf«. genossen. Versammlung am Montag, den 17. d. M., Abends 8 Ubr, in Krüger's Salon, Wasserihorstt. 68. Tagesordnung: 1. Wie verhalten wir uns zur Einführung der Lohnarbeit? (Referent Herr Reisten.) 2. Diskussion. 3. Kassenbericht. 4. Wahl eines Revisors. 5. Verschiedenes und Fragetasten. Kranken» und Kegräbnihkasse de» Verein» sämmtlicher Ker«f»Klassr«(Verwaltungsstelle B.rlin 3). Mit- gt.ever-Versammlung beute, Sonnabend, Abends 8% Uhr, Brunnenstr. 38 bei Schmidt. Gälte find willkommen. Neue Mitglieder jeden Geschlechts und Berufs im Alter von 14 bis 45 Jahren werden in jeder Versammlung, sowie von H. Rudolph, Koloniestr. 160 a. P. Schindler, Acker str. 172, W. Raschle, Griebe" owstr. 3. G. Holtzt, Ackerstr. 109, aufgenommen. De» Schlvsser«, Schmtrdr««. s. m. Kerlin» ,m Nach- richt, daß von sämmtltchen Arbeitern der C. Toblcr'schen Fabrik, welche am 3 d. M. einmüthig die Arbeit niedergelegt haben, bis jetzt«st Ein«, und zwar d« Schmied Julius Heinrich, Reinickendorf, Refidenzstr. 101 wohnhast, die Arbeit bei Hnm Tobler wieder aufgenommen bat. Anfragen. Zusendungen u. s. w. find zu ttchten an Th. Tettenborn, N., Reinickendorferstraße 17 a. Kranken- und Kegräbnißkasse de» Verein» sämmtlicher Kevufsklasse«(E.£>. 11), Zahlstelle 4. Versammlung am Sonnabend, den 15. September Abends 8% Ubr, bei Barteit, Flottwellftr. 5. Aufnahme neuer Mitglieder daselbst und beim Kasstr« M Zeisig. Teltowerstr. 45. FvetveltgtSse Gemeinde, Rosenthal erstr. 38. Sonntag, den 16. d. M., Vormittag 10 Uhr. Vottrag des Herrn Dr. Bruno Wille über:„Die Wakrhaftigkest". Damen und Herren als Gäste willkommen.— Am Montag, den 17. d. M., ebendaselbst, Abends 8% Uhr, beschließende Versammlung d« Mitglieder. Verein zur Mahrnng der Interessen der Korb- «ucher Kerlin« und Umgegend. Sonntag, den 16. Septdr., Vormittags 10 Uhr, Versammlung bei Otto, Adalbettstr. 21. Tagesordnung: Verschiedenes. Fachverein der Kuchdiuder und verm. Keruf»- aenvssen am Montag, den 17. September, Abends 8% Uhr, Vereinsversammlung im Louisenstädtsschen Klubhause, Annen- stricke 10 I. Tagesordnung: 1. Vortrag„Zur Frage d« weib- lichen Hilfsarbeiter. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Zeutral-Krankeukasse der Maurer p. p. Grundstein u»r Einigkeit, örtliche Verwaltung Berlin 1. Mitalieder Ver- sammlung am Sonntag Vormittags 10 Uhr. in Scheff«s Salon, Jtnselstr. 10. Tagesordnung; Vottrag des Herrn Dr. Sommer- feldt üb« das Thema:„Wie gelangen die thierrschen Parafiten, insbesondere die Bandwürmer in den menschlichen Körper. 2. �sDer�V-reiu zur Mah.nug de» Jntmjsrn der «tschler hält heute, Sonnabend, den 15. September, Köpenickerstr. 68 eine Versammlung ab. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Canitz über:„Die Naturheilkunde und ihr Werth für Personen und Familie." Aufnahme neu« Mitglie« der und Verschiedenes. Abrechnung d« Btllels vom Sommernachtsball. Am Sonntag, den 16. September, geselliges Zusammensein mit Familie im V«einslokal. AUg. Kranken- und KterbeKksse der Metallarbeiter (E. H. 29 Hamburg), F.liale Berlin 3. Versammlung Montag, den 17. d. M., Abends 8 Uhr, Manteuffelstr. 90. Tagesordnung: Kassenbericht und Verschiedenes. Freie Vereinigung der Uergolder und Fachgenossen. Versammlung am Montag, den 17. Septemd«, Abends 8% Uhr, im Saale des Herrn Scheffer, Jnselstr. 10. Tagesordnung: 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Verschiedenes. Mitglied« werden aufgenommen. Verein Kerliuer Uagelschmied». Sonntag, den 16. d., Vormittaas 10 Uhr, Lichtenderqnstraße 21 bei Heise, Ansammlung. Tagesordnung: 1. Regelung der Reiseunterstützung. 2. Gewerkschaftliches. 3. Verschiedenes und F-agekasten. Der Verein zur Mahrnng der Interessen der tchnhmacher und verwandten Berufsgenoffen veranstaltet am lonntag, den 16. d. M., eine Landpattie mit Damen nach Schmargendorf. Treffpunkt Askanisch« Platz Mittags 1 Uhr. Nachzügler Schützenhaus Schmargendorf. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine am Sonnabend. Gesangverein„Harmonia" Abends 8 Uhr im Restaurant, Alte Jakobstr. 38.- Männergesangverein„Treue" Abends 9 Uhr im Restaurant Andreasstt. 9.— Männergesangverein„Erato" Abends 9t Uhr bei Schläwicke, Kleine Kurstraße 1.— Lübecksicher Turnverein(1. Lehrlingsabtheilung.) Abends 8 Uhr Elisabethstt. Nr. 57—58.— Turnverein„Wedding", Pankstt. 9, Männer» abtheilung von 8%— 10% Uhr Abends: desgl.». Lehrlingsabthei- lung von 8 bis 10 Uhr Abends.— Arends'sche Stenographen« klaffe des„Berliner Handwerkervereins" Abends 8% Uhr Sophien« straße 15.— Theater- und Vemnügungs-Verein„Cantas" Abends 8 Uhr im Louisenstädtischen Bierhause, Admiralstt. 38.— Theater- und Vergnügungsgesellschaft„Treue" Abends 8V, Uhr in Bobett's Ballsalon, Weinsttaße 11.— Geselligkeitsklub „Lustig" Abends 9% Uhr im Restaurant Weichelt, Tauben- straße 45.— Verein d« Taubenfreunde Abends 3' Uhr im Restaurant Htllmann, Manteuffelstr. 68.— Dänisch« Verein „Freya" Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Lindenstr. 106. — Verein der Württemberger Abends 8', Uhr bei Vaihinger, Dorotheenstr. 84.— Verein ehemal. Schüler der 34. Gemeinde schule Abends 9% Uhr im Restaurant, Äarkusstr. 7.— Verein ehem. M. C. Lutberfcher Schüler Abends 9% Uhr im Restaurant Bormann, Ohmgaffe 2.— Rauch klub„Qualm" Abends 8 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28.— Ver- gnügungsverein„Lustige 13", Abends 9 Uhr im Restaurant Albrecht, Annenstr. 9. Kleine Wittheilungen. Kolinge«, 11. September. Das in unmittelbarer Nähe der hiefigen Eisenbahnstation belegene Etablissement(Walzwerk Hammerwerk und Gußstahlfabril) des Siegen- Solinger Gütz- stahl-Aktien-V«eins ist, wie die„Barm. Ztg." schreibt, der Schauplatz einer geradezu entsetzlichen Katastropde. In dem für das Hamm«werl resnvirten Theile wird bei Benzinbeleuchtung gearbeitet, und dieser leicht Feuer fangende Stoff wird mit dem Vorrath an Petroleum in einem unterhalb des Koblenschuvpens belegenen, verschlossenen Gewölbe aufbewahtt. Gegen 3 Uhr beute Nachmittag war es, als der unverheirathete Hammerschmied Vollmer, aus der Nähe von Maiienheide zu Hause, fich mit einer sogenannten Sturmlaterne in diesen Raum begab, um das bei der Arbeit benöthigte Quantum Benzin zu holen. Esst einige Schritte bat er sich von der Thür entfernt, da entzünden fich unter leichtem Knall aus den Fässern aufgestiegene Gase, und er steht fich urplötzlich inmitten eines Flammenmeeres, dem er unfehlbar zum Opfer gefallen wäre, wenn er nicht Keistesgegenwart genug besessen hätte, sofort durch die noch offene Tdur zu flüchten. Er hat zwar entsetzliche Brandwunden an den Extremitäten da- vongetragen, immerhin indeß scheinen die edleren Theile unvcr- letzt, so daß man Hoffnung hat, ihn am Leben erhalten zu können. In dem Keller hatten inzwischen die Benzin- und Petroleum- Vorräthe Feuer gefangen, bald war das Gewölbe durchgebrannt und man ging mit um so größer« Emfigkett ans Löschen, als der Brand bei dem bedeutenden aufgestapelten Thc«>, Kohlen- und Koaksoorrath leicht für das ganze Etadliffe- ment hätte vnhängnißvoll werben können. Das Dach hatte an einer Stelle bneits Feuer gefangen. Einem jungen Vor- arbeit« war es zum Glück noch rechtzeitig gelungen, mehre-e mit The« angefüllte, auf dem Gewölbe unmittelbar üb« dem Feuerherd lagernde Fässer zu beseitigen, ohne dies wäre alles verloren gewesen. Der in dem Etablissement beschäftigte Techniker Urner, ein junger, noch unverheirathtter Mann, der einzige Ernährer seiner schon bejahrten Mutt«, v«suchte zunächst unter Asfistenz des Platz- arbeiters Krey und des Walzmeisters Schoppmann, dem verheerenden Elemente mit Wasser beizukommen. Zu diesem Bc- Hufe betraten die drei, vertrauend auf die Festigkeit der schweren eisernen Träg«, das Gewölbe, um das Naß durch die entstandene Oeffnung direkt in das Flammenmeer zu gießen. Da plötzlich— eben reicht Um« den beiden anderen einen ge- füllten Eim«— weicht der Boden unter ihren Füßen und unter entsetzlichen Hilf«ufen vnstnken die Leute in die Tiefe. Die infolge d« intensiven Hitze glühend gewordenen mehr als einen Fuß dicken Träg« haben der an sich g«ingen Be- lastung nachgegeben, fie haben fich in der Mitte gebogen wie dünner Draht und das ganze Gewölbe mit sich hinunt«gezogen. Das Schmerzensgeschrei d« Armen macht den Umstehenven das Blut in den Adem erstarren, fie zugleich zur möglichsten Beschleunigung d« Löscharbeiten anspornend. Endlich ist das Werk gethan, doch so entsetzlich war die Hitze an der Brand- stelle, daß immerhin eine volle Stunde vergangen war, ehe man fich nach den V«unglückten umsehen konnte. Ihr Schmerz- .geschrei war inzwischen verstummt, nur dann und wann schlug ein leises Wimmern an die Ohren der emfig Arbeitenden. Denen, die die Unglücksstätte betraten, bot fich ein entsetzlich« Anblick. Gleich dem Eingang gegenüber finden fie als eine förmlich geröstete gestalllose Masse den Techniker Urner. Bart- und Haupthaar find vollständig v«schwunden, die Haut hängt ihm mit Kleiverresten in Fetzen an Gesicht und Körper herunter. Das Bewußtsein ist ihm geschwunden, und nur ein leises Heben und Senken d« Brust vnrätb, daß noch Leben in dem Körp« vorhanden ist. Etwas abseits, unt« einem schweren eisernen Tragbalken ragt eine Hand hervor, welche sich leicht hin und h« bewegt. Unt« übermenschlich« Anstrengung zieht man an dieser Stelle Schoppmann und Krey, eben» falls entsetzlich zugerichtet, hervor. D« eine ist im Fallen auf den andern zu liegen gekommen und hat diesem gleichsam als Schutzdach gedient. Urner schaffte man gleich in ein denach« bartes Haus, wo er bald darauf sein Leben aushauchte. Von den übrigen drei V«letzten wurden die zwei Transpoi tadeln (Vollmer und Krey) p« Tragkorb ins hiestge Krankenbaus ge- schafft. Schoppmann ab« mußte Unterkunft in einem Nachbar- Hause finden. Wie es heißt, steht es sehr schlimm um ihn. heule Abend erzählte man sich, er sei bereits verschieden. B.ff« find V. und K. weggekommen, wenn auch selbst bei ihnen die Lebensgefahr noch kaum als ausgeschloffen gelten kann. Schopp- mann ist seit einem Jahre ungefähr verheiralhet und Bat« von einem Krnde. Krey hatte erst kürzlich die Ardett wieder aufge- nommen, nachdem er infolge eines ihm bei der Arbeit zuge- stoßenen Unfalls acht Wochen im Krankenbaus zugebracht. Auch d« Dorfbewohn« des westlichm Thüttngens und der w grenzenden hesstschen Bezirke, namentlich in den kleineren Dörfea und den einzelnen Gehöften geworden. Während in frühen! Zeit Monate vergingen, ohne daß fich ein Zigeun«wagen blilla ließ, so suchen in diesem Jahre beinahe allwöchentlich Zigeun» karawanen mit drei, vi«, ja sogar schon mit acht Wagen Vit Dörfer heim, wobei die Männer angeblich Pferdehandel treiden die Frauen aber leichtgläubigen Bauernweibern mtt Bedexe» drohen, auch auf Wunsch wahrsagen rc., in der That aber sifl und ihre Männer und Kinder durch unverschämtes und Ws dttngliches Betteln und die Pkerde nebenbei durch Futterviedstw «nähren. Die mitziehenden zahlreichen daattuß laufenden und in Lumpen gekleideten braunen, struppigen Frauen und Kind« quäle» die armen, namenllich in der Erntezeit allein zu Hause befindlieW Bauernweiber � bis aufs Aeußerste, um Viktualien für B und Futter für die Pferde zu bekommen, und um die steede» Quälgeist« los zu werden, bleibt nichts üdttg, als zu gebe» Hat die Bauersfrau bei dieser zudttnglichen Bettelei nicht ti sehr wachsames Auge, so wird nebenbei mitgenommm, was t erwischen ist, und wird hinterher der Hühner- oder Gänsediv stahl wahrgenommen, so find die säubern unbekannten M vögel weg, und wehe den Klee-, Hafer- und Gerftefeldern%% Wiesen, in deren Nähe fie ihr Nachtlager ausschlagen Zigeuner wissen es in der Regel so einzuttckten, daß fie f spät festen Posten fassen, damit die von der Arbeit müden nachhalten Dorfbewohn« von dem ungeahnten Besuch ni»- gewahr werben. Die Gendarmen thun ihr Möglichstes m« eskottiren die angetroffenen Bändelt bis zur nächsten KreisgreHi wo fie dann auf Umwegen ihre Wanderungen und Raubz»? fortsetzen, um nach zwei bis drei Wochen in demselben Dott wieder ihren Einzug zu halten. UrW-N-rk 30. August. Der„Frkf. Ztg." schreibt# von hier: Eine schau«liche Blutthat spielte fich gestern in der sechsten Straße ab. Dort war es, wo der 67 Jahre Renti« Elias Kahn seine um zwei Jahre ältere Frau 3% erstach und fich dann selbst den Unterleib aufschlitzte.% qualvollen Leiden««schied der Mann an den Folgen% Verletzung Abends 8 Uhr im Hospitel. Kahn, welcher in N>? bei Nürnberg geboren war. kam vor etwa vierzig Jahren Amerika und«warb fich ein ansehnliches Vermögen, so VT vor etwa fünfzehn bis achtzehn Jahren die bisbs� triebene Zigarrenfabrikation aufgab und von dem Micthir! welchen ihm drei Häuser in der sechsten und zeir Straße e nbrachten, bequem leben konnte. Die Ruhe f®* dem alten Manne jevoch nicht zu behagen und er Wj infolge dieser Thatlofigkeit schwermüthig, weshalb(£ Kinder einen Arzt zu Rathe zogen, auf dessen rathen der Alte vor drei Jahren eine Reise nach dem 9% lande antrat. Diese Tour hatte dem Patienten so sebr gefevsi! daß er die Fahrt im nächsten Jahre wiederHolle. Aach in dies? Sommer beabfichtiate Kahn, die alte Heimath zu besuchen, WJJ wurde von diesem Plane Abstand genommen. Alsbald sielH® fich wiederum häufig Zruren von Geistesstörung ein und® dieser ist d« Mann zum Mörder und Seldstmörv« gewords® — Im Bellevue-Hosvital starb gestern Morgen Wilhelm TrW ein Achtundvierziger, der nach der Niederwerfung der Re»� tion im Jahre 1848 zugleich mit General Sigel nach Am«>® geflüchtet war.— Heute wurde das Testament des unlW, ve.storbenen Eisenbahnmagnaten Charles Crocker zu®f Franzisko eröffnet. Derselbe vertheilt sein Vermögen im trage von 25% Millionen Dollars unter seine Hinterblieben'' — Frau und vier Kinder— einige Dienstboten«ballen Le# Wohllhätigkeits- und gemeinnützige Anstalten— nichts. Berarrtwottltch« Redaltem: U.«ronhei« in Bettin. Druck und Vetkq«nn Neueste Nachrichten. gttr von Malstahn-Gülk, nicht Herr von Levetzow® an Stelle dis zurückgetretenen Dr. Jccobi zum Staatssekre� des Reichsschatzamtes ernannt worden. Herr Jocodi zieht" mit einem erblichen„von" begnadet in den Ruhestand»rnj', Kevorstehende Ansrnrirnngen an» Kamdnra? «Verl. Tgbl." will folgende Piioatmittheilung aus Harn� erhalten haben:„Zahlreiche Ausweisungen stehen W* nächst aus dem Gebiet des sogenannten nördlichen Belagern� zustandes, umfassend Hamburg, Altona und das Amt% bürg, bevor. Im Juli dieses Jahres wurde vor dem L% gericht in Altona ein Monstrcprozeß gegen 28 Soziallsten gM und diese tbeilweise wegen Verbreitung von Druckschriften polneiliche Erlaubniß, thcilweise wegen Theilnahme an geheimen Verbindung zu Gesängnißstrafen von 14 Tagen � 6 Monaten v«urt heilt. Da ein großer Theil d« VeiurtheM in�all«nSchster Zeit die Strafen abgebüßt hat, werden ge wättig bei den Regierungen in Schleswig und Lüneburg bei dem Senat in Hamburg, als Landespolizeibehörden, Vorbereitungen getroffen, die Harpträdelssührer bei ihrer 5 laffung sofort auszuweisen."— So das angeblich liberale€ das kein Wort d« Kritik für diese unendlich harte Maß>-°, hat. Hoffentlich hat es auch diesmal seiner Gewohnheit gelogen. In Görlitz sprach fich eine imposante Volksversamml� nach einem Referate des Abg. Singer gegen den Alters- � Jnvalidenversicherungs- Gesetzentwurf einmüthig aus.. Herr Herrfnrttz, der Minist« des Innern, bleibt% fitzender d« Reichs beschwerdekommisfion für V«bote, von de«? Druckichriftln auf Grund des Sozialistengesetzes betroffen% den. Es wird dies, wie offiziöserscits bemerkt wird, als Zeichen dafür angesehen, wilchen Wetth d« Minister daA legt, nach allen Seilen hin mit den Vorgängen, welche die j®, kämplung der Sozialdemokratie betreffen, in unmittelbarem � binvung zu bleiben. Telegraphische Depesche». (Wolff's Telegraphen-Bureau.) Kern, Freitag, 14. September. Nach einer Ml(th(% des Bundesraths find die von dem Justizdepattement ang�' neten Untersuchungen über Einschmuggelung von Dnidf*% provokatorischen Inhalts nach Deutschland nicht auf An der deutschen Beyörden eingeleitet worden, sond«n haben schließlich den Zweck, den Bundesrath üb« diese Vorgange ,, unterrichten. Der Bundesrath hat das Vorgehen des 0% depattements gebilligt und dieses beauftragt, in Zukunft" alle Erscheinungen dieser Att, wie bisher, zu wachen....w, Verona, Freitag, 14. Septbr. Die Straßen d« welche vom Hochwasser überschwemmt warm, find größten W wieder frei von Wass«. Marseille, Freiing 14. September. Der der Peninfi'aA Orieriiah Kompagnie gehörende Dampf«„ssiepaul", welches vi mit 60 Paffagieren auf der Fahtt nach China befand, ist P*«p auf d« Rhede von Marseille belegmm Insel RatonneaU/� scheitert. Es ist Hoffnung vorhanden, den„Nepaul" den Hafen zu führen. Der Kapitän des Dampfers ist von Aufregung bei der Katastrophe einem Schlaganfalle eil? i Heb« die Veranlassung des Unfalls liegm noch keine■> ttchten vor. London, Freitag, 14. September. Wie dem„Reuter'« Bureau" aus Simla von heute derichtet wird,** d« Emir Abdurrhaman dotthin, seine Truppen hätten 5} A Jsdak- Khan besetzte Festung Kamard- Khinjhan eroberr viele Gefangene gemacht, darunt« den Schwiegervater\> Khans.._(«tf London, Freitag, 14. Sept. Der Deputitte William � mond(Nalionalistl ist in Wexford wegen Aufreizung zum Wrdetttand gegen das Gesetz zu 3 Monatm Ges verurthellt worden. in Berlin SW., Beuthstraße 2. I