der m Dölfa» ftäbni nblitfa igeun» «en tif tieiben öebci« ibet tW ind p> viedstatl unv in r quäto nbliiW Für 54 ! ftCÄW II fltblt. tiefet t« was em it. k»18. Konntag, den 16. September 1888. 5. Jabrg. idinerHolbblnlf. m %|—- es m> Lrgan für die Interessen der Ardeiter. tögldh m- Einz�ne nhomn M-ig-tra«« Da«.«erli»e-»olksblatt« nach Eoa»» tmd Ftfttaaen. Wonnementtprei» fSr B ' tmmctHcfe 1�5 Mail wöchentlich 85 Pf. Postab, Berlin frei onnement EmurtagS-Rmmna mit dem.Sonata gS. Blatt" 10 Pf. in der PostzeidmgSpnisttste für ISN unter Nr. 649.) Jnsertion«aebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Zlrbeitsmartt 10 Pf. Wch größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebcremkunft. Inserate werden diS 4 Uhr NackmiLugI m der Expedition» Berlin Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ichn» Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße».— Grpeditio«: Zimmerstraße 44. Abonnements-Mnladung. Mit dem 1. Oktober eröffnen wir ein neues Abonnement auf daS „Aerliner Holksblatt" mit dem als Gratisbeilage. . Das„Kerliner Kolkablatt" ist das einzige, täglich erscheinende Arbeiterorgan der Reichshauptstadt. Als Verfechter und Vertreter einer neuen Weltanschauung auf allen Gebieten r* menschlichen Lebens, ist es seine erste und vornehmste Aufgabe, überall und in jeder Beziehung für die Interessen der unterdrückten Klaffe, der Arbeiter, einzutreten. Auf die Arbeiter gestützt, "o« ihrcm Verträum getragen, bofft das„Kerliner volksblatt" durch rastlose, unermüdliche Thätigkeit auch an seinem Thcile dazu beizutragen, daß unsere Prinzipien zum Durchbmch gelangen "*0 daß der produzirende, die Menschheit erhaltende Theil unserer Bevölkerung denjenigen Platz in der Gesellschaft einnimmt, der ihm gebührt. , Was wir mit dem gebildeten Theil der Ardeiterschaft erstreben und erhoffen, ist bekannt. Daß fich unsere Ideale eines Tage« verwirklichen, dazu bedarf es des unverbrüchlich-einmüthigcn Mdelns aller derjenigen Männer, welche die Schäden unserer Zeit erkannt haben; dazu gehört, daß unsere Lehren bis in die letzten Hütten der Armuth getragen werden, damit Licht und Er» T�ntniß fich verbreite; daß es auch dem lctztm und scheinbar unbedeutmdsten Handlanger klar werde, daß auch er ein Recht an das Leben habe, daß die Schätze der Natur und der Arbeit nicht schließlich es Eigcnthum einer winzigen, bevorrechteten Kaste find. . Eines unserer hervorragendsten Kampfcsmittel ist die Preffe. Niemand darf fich einen zielbewußten, überzeugungstreuen Sozialisten nennen, welcher nicht immer und überall bestrebt ist» sozialdemokratischen Arbeitet presse in immer weiteren Kreisen der Arbeiter Eingang zu verschaffen. Zeder Arbeiter, der aus Lauheit oder anderen Gründen hiergegen verstößt, handelt direkt gegm " ausgesprochenes Interesse. Damm, Arbeiter Berlins, werbet und agitirt, wo Ihr auch sein möget, od in der Werkstatt, ob im Freundeskreise, werbet und agitirt für Cure Zeitung. Das„Kerlta«» Notllsblatt" steht Euch fast ein halbes Jahrzehnt, ohne zu wanken oder zu weichen, zur Seite, tretet nun auch Ihr für dasselbe ein und zeigt durch Euer einmüthigeS "»b entschlossenes Hanbeln, daß Ihr Eure Zettung über alle Organe der ausdeutenden Bourgeoifie erheben wollt. Jedermann kennt unseren Standpunkt in politischen und wirthschaftlichen Fragen. Mit Schärfe und Sachlichkeit werden, wie bisher, alle dieses Gebiet berührenden Vorkommnisse behandelt *Sben, ebenso wie wir destrebt sein werden, in allen anderen Fächem durch Schnelligkeit, Präzifion und sachgemäßes Urthell unsere Schuldigkeit zu thun. Im Feuilleton unseres Blattes veröffentlichen wir vom 1. Oktober ab einen ausgezeichneten Roman aus dem amerikanischen Arbeiterleben, betitelt „Die Uitter der Arbeit' übersetzt von Natalie Liebknecht. Schon der Name der Uebersetzerin bürgt dafür, daß unseren Lesem hier eine ebenso spannende wie gediegene Lektüre geboten wird. v. Unser Sonntagsblatt macht es fich nach wie vor zur Aufgabe, nur die besten und vollendetsten Arbeiten derjenigen Schriftsteller zu bringen, die auf dem Boden des wirklichen stehen. �... Der H-tttigr« Auflage liegt ein HestellZettel bei. Mir bitte««nsere bisherige« Ab-nnente«. von demselben möglichst �giebige» Gebrauch f« machen. Jeder alte Freund unseres Blattes soll einen neuen dazubringen, damit das„Berliner Volksblatt" auch durch die Zahl seiner Leser würdig die b'öße der Sozialdemokratie der Reichshauptstadt darstellt. Das Kerlinor NoiKoblatt" kostet für das ganze Vierteljahr frei in« Han» 4 Mark, für den Monat Oktober i Mark 85 Pf., pro Woche 85 Pf. Bei Selbstabholung -—, mMrk OfÖx außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements für das nächste Vierteljahr zum Preise von 4 M. entgegen. Die Redaktion und Crpedition de»„Derliner Dolksklatt�. IeuMeton. (4 An««rechter Stelle. Nach einer russischen Erzählung von Dr. Z. L. t... Jetzt vernahm er eine ruhige idyllische Melodie; die senden«anibalen waren seiner Phantasie entschwunden, .'wurde ihm leicht und angenehm umS Herz; da« süße nJnhl des ruhigen TenießenS erfaßte ihn mehr und mehr. jj?' Melodie zeichnet das Bild eines WaldbacheS am kT* l mit leisem Murmeln nimmt er seinen Laus über Mne Kiesel; der Wald beginnt unter den Schatten der ..'Nmerung einzuschlummern; der Kukuk läßt seinen Ruf und mit dem beginnenden Gesang der Rachttgall ubt man den leisen Akkord der hereinbrechenden Nacht ""npsindett... »i»War daS nicht schön?" wandte sich«ach einer kurze» K Polixena an ihren Zuhörer.. L.,--Herrlich l" erwiderte er, mit einem Handedruck ihr 1�10. "Göttlich schön l" rief Sascha,„aber jetzt die Croica." � langweilst mich," entgegaete ihm die Schwester fe»e r*1 Gymnasiast stülpte mit Unmuth die Mütze auf . Sörzen Haare und entfernte sich. �. Won« an muB das Lebe« genießen," sagte Poltxena tn forderndem Tone. u__ tr____.»«««wirf 1 WSW unter den Cypressen gedachte er nicht, nur dte Worte PolixenaS allein waren ihm gegenwärtig:„Man muß das Leben genießen." IV. Die Heirathsgedanken beschäftigten Maluga jetzt täg- lich; mehr und mehr gefiel ihm Polixena. Er fühlte, daß er gerade nur mit ihr glücklich leben könne. Sie verlangt von ihm keine Heldenthaten, die Charaktere Harmoniren mit einander, sie hat ein gutes Herz und, wie eS scheint, auch— Energie. Sie gleicht einem kleinen, aber sicheren Bugsirdampfer, mit dem man, gleich einer Barke, ruhig in den Hafen einlaufen kann. Nur die Frage, ob auch Ew- gescha sie lieben würde, beunruhigte ihn noch. Eine« TageS brachte er daS Kind zu ihr und sagte:„Möchten Sie sich nicht mit meinem Töchtcrchen bekannt machen?" Ob ich eS will?! Ich liebe überhaupt alle Kinder," antwortete Polixena, und das Kind aufmerksam betrachtend, rief sie in Entzücken aus:„Himmel, welch' wunderbare Augen?" Sie überschüttete Ewgescha mit Küssen, sagte dann: „Gleich komme ich zurück," und begab sich in ihr Zimmer, um verschiedene Leckereien zu holen. Er liebt seine Tochter ungemein," dachte an diesem Tage'Polixena.„Was hat daS aber zu sagen: ES ist ei« hübsches, kluges Kind, und ich werde«««»ch lteben Und wenn ich Kinder haben werde, nun, selbstverständlich wtrd er auch die lieben. Eifersucht kenne tch nicht und begreife auch nicht, warum sich Leute von derartigen Gefühlen peinigen lassen. Nur daS eine ist nothwendig, daß Ewgescha auch mich lieben lernt und daS verstehe ich schon durchzu- fefeen" Auch Maluga kam nach einigen Bettachtungen zu dem Resultate, daß Ewgescha kein Hinderniß für diese Heirath wäre.„Polixena, mit ihrem guten Herzen, wird dem Kinde nicht wehe thun; ich sah eS an ihren Augen, daß sie eS aufrichtig liebt." Von seiner Seite war eS also beschlossen, sobald als möglich Hochzeit zu machen. Polixena hatte schon an dem Abend, als sie die„Szene am Bache" spielte, bestimmt, daß Maluga ihr Gatte wer. Vorläufig hielten noch Beide ihren Entschluß geheim und ließ einer dem anderen gegenüber nichts davon ver- lauten. Polixena erklärte sich sein beharrliches Schweigen da» mit, daß er noch immer um das Geschick der Tochter besorgt sei, und war sicher, daß die Zeit bald seine Besorgniß zer« streuen würde. Sie wurde nicht ungeduldig, war stets in froher Laune, wie Jemand, der sicher ist, ein Ziel zu erreichen und hierzu nur eine gewisse Portion Geduld nöthig hat. Maluga aber trug sich noch immer mit dem Gedanken herum, ob sie ihn auch wirtlich liebe; es schien ihm allerdings, daß dem so wäre, aber vielleicht täuscht er sieh. Wird sie sich auch entschließen können, einem Wittwer mit einem Kinde die Hand zu reichen? Ja, ver- fügt er auch über so viele Mittel, um ihr einen solchen Hausstand zu bieten, wie sie ihn im elterlichen Hause ge- wohnt ist? An eine Mitgift wollte er selbstverständlich gar- nicht denken. Endlich nach allen diesen Bettachtungen kam er zu dem Resultate, einen Heirathsantrag zu machen. EineS Tages besuchte ihn Polixena in Begleitung ihres Vaters und brachte der kleinen Ewgescha Spielsachen. Sie begab sich in die Kinderstube, nahm die Kleine in ihre Arme und küßte sie unaufhörlich. Mit Entzücken bettachtete Maluga diese Szene; das Wort der Liebe schwebte ihm auf der Zunge, aber er konnte sich nicht entschließen, eS aus- zusprechen. Auch bei seiner erste» Liebe war er es nicht, der daS erste Wort der Erklärung gesprochen. „Jetzt endlich wird er sprechen," dachte Polixena, und ihr Herz pochte ungeduldig. Von seinen Lippen kam jedoch unter Erröthen die banale Phrase:„O, wie Sie mir meine Ewgescha verziehen!" In dieser Unentschlossenheit verfloß der Winter. Poli- xena war nicht mehr im Stande, trotz ihres geduldigen Charakters, den Verdruß, den sie durch diese Verzögerung empfand, zu bekämpfen. „Er ist im höchsten Grade zaghaft," dachte sie, und um ihm mehr Entschlossenheit einzuflößen, unterließ sie nicht, bei jeder Begrüßung und Verabschiedung ihm kräftig und bezeichnend die Hand zu drücken. Er erwiderte den Hände» druck auf gleiche Weise, schwieg aber trotz alledem. „Ja, wann wirst Du einmal zur Sache kommen? Das Unsere Jugend. Dazu kommt, Kinder außerhalb müsien. Solchen licher Körper nicht Die Untersuchungen über die Lebensweise der Kinder in den V o l k s sich u l e n nehmen einen immer wachsenden Umfang an, aber sie fördern Dinge zu Tage, die tief be- trübend sind und von denen Viele keine Ahnung gehabt haben mögen. Zuerst waren eS private Bemühungen, welche Die öffentliche Aufmerksamkeit auf die ungenügende Ernäh- rung so vieler armen Schulkinder lenkten und die Wir- kungSlosigkeit des Unterrichts gegenüber diesem Zustand be- tonten; nunmehr beginnen sich auch Schulbeamte mit der Sache zu beschäftigen. Schulrath Dr. Rohmeder in München Hat eine bezügliche Statistik zu Stande gebracht. Darnach find sich in München, dieser sonst so lustigen und an Ge- Hüffen so reichen Stadt, nicht weniger als eintausend fünf- hundert und sieben und siebzig Schulkinder während der Mittagsstunden selbst überlasten. Davon werden 832 in den städtischen Suppenanstalten gespeist, weitere 221 Kinder bekommen von ihren Eltern 10 Pf. mit, um sich dafür Brot zu kaufen und ihren Hunger zu stillen, 524 werden in an- derer Weise abgefüttert und 175 Kinder entbehren jeder MittagSkost. Der Lokalschulrath, dem diese Ziffern vorgetragen wur« den, beschloß darauf hin, mit der AuStheilung von Suppen- dillets etwas fteigebiger zu sein und auch solchen armen Schulkindern, deren Eltern in München nicht Heimath» berechtigt sind, hie und da ein solches Suppeubillet zu über- lasten� daß viele dieser schlecht genährten der Unterrichtsstunden arbeiten Anforderungen kann ein jugend- auf die Dauer genügen, und daß einerseits die Gesundheit geschädigt werden, andererseits der Unterricht in seinen Wirkungen äußerst mangelhaft bleiben muß, steht außer Frage. Diese Thatsachen werden hoffentlich dazu beitragen, daß man das Unterrichtswesen von einer neuen Seite auffaßt. Unsere Pädagogen glaubten bisher Alles gethan zu haben, wenn sie für zweckmäßige Schulräume, zweckmäßige Lehr- dücher, zweckmäßige Eintheilung der Schulstunden und für unentgeltliche Lieferung der Lehrmittel an die Kinder armer Leute gesorgt hatten. Konnte man sich dann irgend- wo noch zur Unentgeltlichkeit des Unterrichts aufschwingen, so glaubte man das Ideal im Unterrichts- wesen erreicht zu haben. Dieser veralteten Austastung wird von der neueren Kritik rasch der Weg gewiesen. Die Frage der Ernäh« rung der Schulkmder in ihrem Zusammenhang mit der Wirksanikeit des Unterrichts ist rasch in den Vordergrund getreten und die ganze Sache hat ein anderes Gesicht be- kommen. Wir haben ja die Ferienkolonien eingeführt! wird da mancher rufen, der sich für einen großen Kinder- freund hält, weil er einige Mark für dieses Institut ge- zeichnet hat. Nun, wir wollen keineswegs bestreiten, daß Diese Ferienkolonien an sich eine nützliche Institution sind und daß es unter allen Umständen bester ist, wenn eS solche giebt, als wenn eS keine giebt. Aber wir haben von vornherein auf die Kärglichkcit und Kümmerlichkeit hin- Sewiesen, die auch bei den Ferienkolonien hervortritt, wie ei allen WohlfahrtSeinrichtungen, die aus Privatmitteln errichtet sind und die einem Uebelstand begegnen sollen, der die Masten ergriffen hat. Die Wirksamkeit dieser Wohl- fahriseinrichtungen muß immer ungenügend sein. So geht es mit den Ferienkolonien, die einigen wenigen Kindern während der Ferien Unterkunft und Pflege gewähren, der Maffe aber nichts bieten können. Wir gehen aber noch weiter und glauben nicht zu viel zu sagen, wenn wir behaupten, daß man mit den Ferien- kolonien das Pferd beim Schwanz aufgezäumt hat. Denn Die neuesten Untersuchungen über die Schulzustände machen «S völlig klar, daß es sich weniger darum handelt, den A-ndcrn außerhalb, als während der UnterrichSzeit genügende Nahrung zu beschaffen. Namentlich in den großen Städten können die Kinder während der Mittagspause vielfach nicht nach Hause kommen, weil sie zu weit ent- fernt wohnen; vielfach sind Vater und Mutter über Mittag nicht zu Hause, weil sie auswärts sich auf Arbeit befinden und die Haushaltung während besten brach liegt. Wenn aber die Kinder mit hungrigem Magen in der Schule sitzen, so geht der Unterricht zum größten ist ja schließlich beleidigend," dachte sich Polixena und fühlte sich gekränkt. Dann überlegte sie, daß es am zweckmäßigsten wärr, da zürnen zu nichts führe, einen entscheidenden Schritt zu thun. W nn er nicht im Stande ist, das erste Wort zu wagen, so wäre es thöricht von ihr, wenn sie dies erste Wort nicht san* gene aussprechen wollte. Es war an einem hellen Februartage Sonntags; der Schnee begann unter den Strahlen der Sonne zu schmelzen, an den Eiezipfen der Rinnen tropfte das Wasser langsam herab. Polixena gab sich das Wort, daß er heute die Er» klärung machen müsse. Sie hoffte sicher, daß Maluga heute kommen würde, und diese Hoffnung ging auch in Er- füllung. „Ich bin heute sehr froh gestimmt," sagte Polixena,„eS ist ein wahrer Frühlingstag. Warum liegt noch dieser Schnee? Ich möchte heute viel GrüneS und viele Blumen sehen." „Das ist nicht schwer auszuführen. Ist es Ihnen recht, so fahren wir nach der Orangerie." „Vortrefflicher Gedanke! Wir fahren, und ich kaufe Dir einen Hyazinthentopf, liebster Papa." „Kaufe, kaufe," erwiderte der Po meister. Polixena beeilte sich, zur Aue fahrt die»öthige Toilette zu machen; sie war in einer angenehmen Auftegung.„Es ist sicher, daß er meinen Wunsch errieth; unterwegs wird er sich erklären." Aber zu ihrem äußersten Erstaunen sprach Maluga während DeS ganzen WegeS nichts, was auch nur eine entfernte Aehn- lichkeit mit dem Gewünschten gehabt hätte. In der Oranaerie war eS Frühling; die Hyazinthen, Maiglöckchen und Veilchen blühicn; der Duft blühender Pflanzen erfüllte die feuchte, warme Luft. Der Gärtner war nicht anwesend, ein Bursche lief fort, um ihn zu holen. Auf dem Gesichre Maluga's war der Wunsch zu lesen, daß er gern etwas sagen möchte; er schwieg jedoch und roch an einer dusilosen Blume., Pol,xena's Wangen bedeckten sich m,t einer flammenden Sjötbc» „Sie sind zu komisch," sagte sie ihm. Der Ton, wie sie dies sprach, war ein eigenthümlicher: so spricht eine Frau nur zu einem Manne, den sie liebt. Theile für sie verloren. Es ist zu viel ver- langt, daß ein hungriges Kmd sich dem UnterrichtSgegen- stand mit voller Aufmerksamkeit zuwenden soll; sein knurren- der Magen wird es immer wieder davon abziehen. Sonach hat man mit den Ferienkolonien die Sache ganz am un- richtigen Ende angefaßt, und wenn diese Kolonien auch an und für sich ganz gut wirken mögen, so wird das Haupt- übel von ihnen einfach gar nicht berührt. Dies hätte unseren Herren Pädagogen nicht entgehen dürfen. Wir hoffen, daß man die Untersuchungen der Schul- zustände fortsetzen und sich zu Maßregeln entschließen wird. Man sieht hier die Zukunft unseres Volkes durch die Aus- wüchse unserer sozialen Gegensätze bedroht und man wird sich nicht verhehlen können, daß hier etwas geschehen muß und zwar von StaatSwegen. Die Anschauung jener Leute, die den Staat verhindern wollen, sich um solche Dinge zu bekümmern, erscheint hier in ihrer ganzen Hohlheit, den» gegenüber den Schulkindern kann man nicht mit den allge- meinen manchesterlrchen Deklamationen kommm. Man wird auch gut thun, nichr zu lange zu warten, bis man sich mit der Sache befaßt, denn jeder Tag richtet an der Volksgesundheit einen unermeßlichen Schaden an und hilft die Zukunft des Volkes gefährden, wenn eS so weiter geht._ Politische Ueberftcht. lieber den neuen UetchsfinanMlnlfter sagt die „Fisg. Zig": Im persönlichen und privaten parlamentarischen Verkehr ist Frhr. v. Maltzahn nicht unbeliebt. Seine rednerische Begabung ist sehr mäßig. An geistiger Bedeutung reicht er an Herrn v. Scholz nicht entfernt heran, und dürften deshalb auch nicht so leicht zwischen ihm nnd diesem Reibungen entstehen. Für alle neuen Steuerprojekte wird Fchr. v. Maltzahn- Gültz ein geeigneter Mittelsmann zwischen der Re- gieruna und den konservativen Parteien sein. Hierin ist denn auch die eigentliche finanzvolitische Bedeutung der Ernennung zu suchen.— Durch die Ernennung des Herrn v. Maltzahn ist übrigens das Reichstagsmandat für Anklam- Demmin er- ledigt. (Ohne dir Forderung der Cinfuhrnug obligatorischer Arbeitsbücher ist der sogenannte zweite deutsche In- nungstag, der hier tagte, nicht abgegangen. Während die Ar- beiterwclt in diesem Augenblicke anläßlich der Veröffentlichung des Entwurfs der Alters- und Jnoalivenoersocgung von Neuem entschieden Stellung acgen die Einführung des Arbeitsouchs auf dem Umwege des Quittungsbuches nimmt, halten die Hand- werkemeister es für geboten, die Einführung obligatorischer Ar- beitsbücher für die Arbeiter aller Arbeits klaffen zu empfehlen. Die Annahme, daß den Arbeitern das Arbeitsbuch weniger de» denklich erscheinen wü.de, wenn nicht die Polzei, sondern die Jnnungsoerbände, bezw. die Innungen die Kontroie ausübten, ist ganz hinfällig. Für die Arbeiter wird eines wie das andere, und zwar aus den gleichen Gründen, unannehmbar sein. Od der Zniiungstaa mit dieser Fo.oerung Glück Häven wird, bleibt abzuwarten. Wenigstens zeigt die Geneigtheit auch f r e t k o n- s e r v a t i v e r Organe, das Quittungsbuch in der Altersoer- sorgung mifzugeven, um dadurch den Widerwillen der Arbeiter gegen die Alteisversorgung zu vermindern, daß in diesen Kreisen ein besonderes Gewitt auf die Einführung obligatorischer Arbeitsbücher nicht gelegt wird. Die reaktionären lieignugen der Naiionni- libernlen sind bekannt und werden von dem Theil des deutschen Volkes auch gewürdigt, welcher sich den ö'.nn für Freiheit und Gerechtigkeit noch bcwadrt hat. B-i ihm heißen die Rationalliberalcn die National„Miserablen". Dieser Theil des Volkes kennt seine Pavp.'v heimer, wollen ste ihm voch jetzt wieder ein gut Tdeil seines allgemeinen Wahlrechts rauben. Jüngst bei Gelegenheit der Nachwahl im 6. Berliner Wahlkreise sprach ein sächsisches nattonalliderales Blatt es rund und nett aus, daß das allgemeine Wahlrecht zu den Reichstagswahlen abgeänden werden müsse, und jitzt kommt die„Naiionalliverale Korrespondenz" und empfiehlt ebenfalls eine„Reform" des Rnchstagswahlreckts auf Grund des preußischen Landtags wähl- rechts. Also Ernführung des Dreillaffenwahlsystems und öffent- licke Abstimmung— das find die nächsten Herzeuswünsche unserer Rmionalmls— nein,-liberalen! Aus purer Angst vor einem Gespenst häigt sich der ,.d ,rch Besitz und Bildung maß- gebende" Tberl des dcuisch-n Volkes, der sich früher weniger bornirt als jetzt, aber mebr mit beuchtigtem Stolz das deutsche Bürgerthum nannte, an die Rockschöße der Reaktion. Venierlrsschafts-Nrgauijutio» in den D f reinigten Staaten. Die Niederlagen, welche die'Effenbahnbeamten-Ar- bester in den beiden letzten Streiks: dem Reading- und dem Burlington-stret! erlitten, haben die gute Folge gehabt, daß die Beamten und Ardester der amerikanischen Esten- bahnen jetzt eine gemeinsame, das ganze Land umfassende Orga- msation anstreben Eine Koro ntion. welche Ende vorigen „Komisch?" fragte er bestürzt. „Ja! Sie lieben mich doch? Nicht wahr?" „Ja"— stotterte Maluga. „Nun also, warum schweigen Sie?" Statt einer Antwort küßte er sie. „Das war schon lange Zeit," sagte sie, vor Freude zitternd.„Was bist Du für ein eigenthümlicher Mann! So lange Zeit zu schweigen! Hast Du wirklich nicht ge- wüßt, daß ich Dich liebe?" „Ich wußte es, und doch war ich dcffen nicht gewiß." „Und jetzt?" Er küßte sie mehrere Male. Auf den Fliesen hörte man die Schritte des sich nähernden Gärtners. Die Blumen wurden gewählt und mitgenommen. „Hier, lieber Papa, für Dich eine Hyazinthe," sagte Polixena, mit Maluga heimkehrend;.und mir— kannst Du gratuliren." „Wozu soll ich Dir gratuliren?" fragte der Postmeister, einen unschuldigen Blick auf Maluga werfend. „Zum Bräutigam!" rief Polixena in fröhlichem Tone. V. DaS Bewußtsein des eigenen Glücks machte für einige Zeit Maluga die allgemeinen Gelöbnisse vergessen. Die unangenehmen Empfindungen freilich, die er bei der jedes- maligen Ausführung seines Amtes hatte, stellten sich immer wieder von neuem ein. Es wurde ihm aber leichter, die- selben zu ertragen; wußte er doch, daß er sich nach einigen Stunden von den Anstrengungen deS beschwerlichen Dienstes m der Gesellschaft seiner Frau und Tochter erholen könne. Z» dieser Zeit war ihm die Erziehung Ewgescha's der angenehmste Zeitvertreib. Er sprach mit Polixena viel über Erziehung und suchte ihr zu beweisen, daß man in der Kindheit die sittlichen Pnnzipien. die Liebe zur Wahrheit und vor allem den Grundsatz, für da» Wohl der Mensch- he,t zu leben, einimpfen müffe. Er wollte auch, wie einst seine Mmter auS ihm, aus seiner Tochter ein guteS Kind machen, war aber gegen jede Anspornung zu guten Thaten Monats in St. Louis zu diesem Zweck abgehalten wurde, W bereits den Erfolg gehabt, daß über die Hälfte licher amerikanischen Lokomolioführer, Kondukteure, Weit» stellcr u. s. w. bereits zu einem festen Bande vereinigt# Und trotz der„Entdeckungen" des Polizeikommiffäis field von Chicago sympathistrt die ganze unabhängige P» mit den Eisendahnbeamten und-Ardeite:», In Sachen de» Ahrenberg beschloß der schweizer B»? desratb, wie man behauptet, die Auslieferung der Akten an* deutsche Gerichtsbehörde. Inr„Rettung" Ginin Paschas wird der„Frig. jetzt mitgetheilt, daß derselbe zu Oppeln von israelitisch» Eltern geboren ist, die von Oppeln später nach Neiffe verzog» Schnitz«(Emin Pascha) ist dann bekanntlich zum, Mahamele nismus übergetreten. Unter diesen Umständen ist es doPp> interessant, wenn in dem Geldaufruf für Emin Pascha, bin» dem auch bekannte antisemitische Agitatoren stehen, Emin Pa!» als„das letzte Bollwerk christlicher Herrschaft am odils NU" dargestellt wird. Wer lacht da! Gin Klnger Referent. Der braunfchroeigis®1 Städtetag. welcher am 5. September versammelt war, handelte auch über Aufhebung des Schulgeldes. Er erklärte D gegen die Aufhebung desselben, aber für Uebernahme des g sammten oder wenigstens des größten Theilcs des Gemeiw' schullasten auf die Staatskasse. Der Referent über diese iW glaubte, daß die Aufhebung des Schulgeldes einen bcdenkliG sozialistischen Anstrich habe(!). daß das Schulgeld aber ou» falls es mäßig sei, von der Bevölkerung nicht als drückend* pfunden, sondern gern bezahlt werde. In der Kriefgeschichte de« Abg. Antnine tvclfl* „Frankfurter Zeitung" darauf hin, daß die„Nordd. Allg% welche sich kürzlich für ihre Veiöffentlichung auf die Brüß» „Jndäpendavce Beige" berief, den Artikel dieses letzteren Bla» nur sehr unvollständig wiedergegeben hat In der„Jnd-penSS� Belge" wird mitgetheilt, daß der bekannte Brief des 3M von BSne Herrn Antoine von der Bürgermeisterei in Metz i» einem Hotel in Marseille nachgesandt worden ist. Nachdem» Brief hier eine Zeit lang gelegen hatte, wurde er nach 3» zurückgeschickt und alsdann bei der von dem Gericht g» Herrn Antoine veranlaßten Untersuchung mit Beschlag br» — Es wäre nicht unintercssant, zu erfahren, wie die„M deutsche Allgemeine Zeitung" in die Lage gekommen* diesen von Gerichtswegen beschlagnahmten Brief zu vcröß» lichen. Das Grundeigenthnnt abzuschaffen, den Staat alleinigen Eigenihümer der Scholle zu machen und auf � Weise die soziale Frage zu lösen, ist schon lange der Gegenfig einer ledhaiten Agitation seitens des Herrn Michael Flürsck� Maschinenfadrikanten in Gaggenau(Baden). In Ändeitf* des Umstcmdcs aber, daß die Bodenverstaatlichung immerP noch in ziemlicher Ferne steht, hat der Herausgeber der nach lA Ideen von Henry George geleiteten Zeiischüft„Deutsch Lri» einstweilen seinen Antheil an der Erde nebst der dazu achörip Fabrik, Vorräthen und Patenten an eine Aktiengesellschaft kaust, die unlängst gegründet wurde. Da dieselbe den W preis an Herrn Flürschcim und seine Gesellschafter zumeist* Aktien auszablte, letztere adcr, wie wir lesen, zu 140 pCt.» der Börse„Geld" find, so dürfte für Herrn Flürschernr imis? hin ein rundes Milliönchen aus den„Eisenwerken GaggeM herausspringen. Danach kann es der Flürscheim'schen Rcfos- liga nicht mehr an Mitteln fehlen, eine großartige Agit-o� zu entfalten. Wahrscheinlich wird auch Herr F. bei den näcb� Retchstagswahlen als Kandidat ausiretcn und die Zugkraft se>» Ideen zum ersten Male vor den Dtaffen versuchen. Uebrig» verlautet nichts, od der von Herrn Dr. A. Theodor Siamos Wiesbaden ins Leben gerufene„Allwohlsdund", der in' Hauptsache dasselbe will, wie die Flürscheim'jche Bodens mit seinem Aufrufe, der in Tausenden von Exemplaren versa» wurde, Erfolg gehabt hat. Die Differenz zwischen Stamm F:ürscheim ist eine rein persönliche. Ersterer grollt, daBJ „Deutsch Land" Henry George und nicht er selber als UM des Gedankens von der Verstaatlichung des Grund und BoX hingestellt wird, während diese Ford.runz sich beiläufiz r im Programm der englischen Chartisten vom Jahre 1 an der Spitze der aufgestellten Grundsätze findet. Gin neuer Geheimbnnbsprazeß ist in BrnUmLi Sicht. Die Anklage lautet gegen Maxara und Genoffen. 9% Maxara, der Verleger der„Schles. Nachr.", ist bereits von% Landgerichtsrath Großpictsch vemommen worden. Ueber n Verhör erzählt er folgendes: Da wurde ich zunächst gcsragß� ich Soldat gewesen und unter der Waffe gedient habe, j meine Entg gnung, daß ich als Oekonomicbandwerler ged«. meinte der Herr Landgerichtsrath, das glaube er, denn ich als richtiger Soldat gedient hätte, würde ich mich ntck'J so etwas dergeben. Ja, zu was denn, Herr Ralh?— Gl«? der Herr Rath vielleicht, daß das Dienen unter der Waffe IfJ freisinnige Anficht aus dem Menschen heraustreibe. Sollen-� '......" auf GesunH leicht in Zukunft die Militärpflichtigen auch auf politische Gesinnung untersucht außer werden? uuu, uui vuimiiwt vycriiiiiuiiB unitiiunji Ivervrn s Da W. J die Unbrauchbaren unter den Gestellungspflichtigen vielleicht{ Mehrzahl bilden. Wie Vieler Gesinnung adcr würde im � durch Acpfel und Bonbons, denn er meinte:„Die Z>$ findet ihre Belohnung in sich selbst." Polixena halte nichts dagegen, daß Ewgescha ein Q und wahrheitsliebendes Mädchen werde; sie hatte auch gegen die Einimpfung der Idee, für das Wohl derM"'� heit zu leben. Sie dachte sich, daß, eben so wie eS Vater nicht an einem gewissen praktischen Blick für wendigen gesellschaftlichen Thätigkeiten fehle, auch fij*# Tochter nichts zu fürchten sei;„dieselbe wird ihren% nasialkurs durchmachen, dann Lehrerin, später Vorstc?' einer Schule werden." Sie glaubte nur bemerken zu mm' e daß man sie später zur weiteren Ausbildung nicht Petersburg senden dürfe, denn dort könnte sie auf gerathen. y-(f «Bis dahin ist's noch weit," sagte Maluga. : bemühte er sich, der gläubigen Seele Ewgcscha'� � rauiche Grundsätze einzuflößen, und mit einer seltenen � duld suchte er keine Lehren dem kindlichen Verstände» lp rn.f--- t-u---_ n. w-«- Liebe.„ W_____„_______ ralische Grundsätze einzuflößen, und mit einer seltenen duld suchte er keine Lehren dem kindlichen VeT paffen. Bei jeder Gelegenheit ermahnte er sie, der heit treu zu bleiben, wie andere Eltern ihren Kindern rufen:„Seid artig, macht keinen Lärm!" (Fortsetzung folgt.) Ana Kunst nnd geben. In Paris nimmt der verwegene und spitzbübische � teurer Allmayer noch immer das öffentliche Interesse w-x e» Umfang in Anspruch. Man spricht von ihm ungleich m W» selbst von Boulanger. Allerdings ist er in Gefahr, diu Popularität einzubüßen, und er wird ste ficheilich verltetfN'«j es ihm nicht in kurzer Zeit gelingt, den seltsamen Rm-. � er steht, durch einen genialen Ausbruch aufs neue 8"� fertigen. Was man von Allmayer und seinen Vernev, jij auf der Polizei, die man beinahe Plaudereien mit defl+ i% beamtcn nennen könnte, berichtet, Hingt seltsam tfvLtr Paris nimmt insgeheim Partei für Allmaner, hegt den Wunsch, daß er der Polizei einen neuen Streich«jfr Der Pariser ist in der That ein unergründlichst' M. wurde,% te(W , W-i»» einigt# !äis So«; lgige ft# Jetjcr 8«« ktcn an Vi e verzog» v�hameS« es dop«» cha, bin� min Paitl am oba» eigisli> t war, o» erklä-tcft ne dcs g GcmeiM diese m kbenW| aber 0« mckend<• s weist � Mag 3f ie StüL Ten B!«� dkpendZ Ves M-i? i Metz � adiaemJl nach W :ic6t g' JSf L mmev. vcröffik Staat Jij auf � (SegenÄl F-ürs-bq Andetv-Z immeiP ;i nach� lisch L?» i acböng" fchafl< den m zumeist J 10 p6(- im tmin? Saaacn» n Refoi� = ien na®!"J kraft W fiebrig? vtamw )er in Boden» cn versa«., stamm a;! it, öaBJ ils UtM rd SoTJ äufig fi slahrc l1 BreSla« >ffen.% s von Ueber M gefragt,� ade. 2 ler geduZ denn 4 fei W-n-e F ollen% RS i'Ai ie 3«� ein gu' auch Mens? wr er ne e»• y ir die na? fr E% Sa'fg: >enen. 255. inder« i S« Dienstzeit, gerade durch das Dienen,„dauernd unbrauchbar" «rven. Od ich in die Schule gegangen und wie lange wurde JJ gefragt. Was ich in der Schule getrieben, was ich dort ge> «mt, wurde ich nicht gefragt, sonst hätte ich sagen muffen, daß 2%«n meiner Heimath während der Schulzeit theils für den «chulmeistcr Holz gehackt oder die Kühe gehütet, theils auf dem �Minium für 25 Pf. pro Tag gearbeitet hätten. Ge> » lS«llurde ich ferner, wie viel ich dem Haupt- schauem der„Schlesischen Nachrichten" Honorar zahle. Zum sagt Herr Mcxara in den„Schles. Nachr." wohl mit v-nbllck auf Kräcker's trauriges Schicksal:„Hoffentlich stellt stch «rrne Unschuld heraus, ehe ich durch Untersuchungshaft geschäft- iich rurnirt und körperlich halb aufgelöst bin, wie das leider «ule modern und so manchem braven Mann geschehen ist."— Mermuth lich um das fehlende Material für den neuen Prozeß «rrveljuschaffen, finden in Breslau Haussuchungen statt. So "Jttöe am vorigen Sonntag in der Wohnung des Marmor- Mlsers Z. in der Gräbschenerstraße— resultatlos— gehaus- jrK— Die Familien der infolge des ersten Geheimbund- Messes noch im Gefängnisse schmachtenden Zlrbeiter befinden 2 J,n Swßer Roth. Die„Schles. Nacbr." fragen:„Ist es e« c'.B � menschlich, daß schuldlose Frauen und Kinder zur «träfe für ein dem Familienvater zur Last gelegtes politisches Mehen, an dem fie jedenfalls nicht den mindesten Antheil Mn. nicht nur bitteren Kummer, sondern auch die Qual Hungers erleiden, vielleicht gar elend zu Grunde gehen � An» Hamburg wird der„?lrd. Chr." geschrieben: Be- »ws der vor einigen Wochen von uns berichteten, bei dem Sichler Förster vorgenommenen Haussuchung haben wir rUte mit jutheilen, daß die seitens des Betroffenen gegen die ?nesfenven Beamten erhobene Beschwerde(dieselben hatten be» Mntlrch ein im Kofferdeckel eingeklebtes Bild mit sammt der jWste herausgeschnitten, und somit dem Behaussuchten gehörige rächen beschädigt) seitens der Polizeibehörde mit der Motivirung Ar wiesen worven ist, daß die Beamten nicht nur das Recht, Adern die Pflicht(!) hatten, dasselbe zu konfisziren Auf den Äf des Beschwerdeführers, daß das Bild, die Portraits der � Chikagoer Prozeß verurtheilten Anarchisten darstellend, nicht Eroten sei, sondern einer biefigen„deutschfreistnnigen" Zeitung r.mijmme, erwiderte Herr Polizei-Inspektor Schröder: dies L, allerdings richtig, jedoch der Befitz dieses Bildes— sei für Parteistelluna des Beschwerdeführers charakteristisch!!! Dies zr ist nach Anficht der Polizeibehörde der„demokratischen r.Mlik" Hamburg genügender Grund zur„amtlichen Sach- J�biflung"!!! Herr Förster bat fich hiermit jedoch nicht be- a�w, sondern hat gegen die Beamten nunmebr die gerichtliche an?» rae8en Sachbeschädigung angestrengt. Wir werden Ver- �ifung nehmen, über den Erfolg derselben zu berichten. .®i« schwarz weiß rother Sozialdemokrat. Aus Rade- r.jf's'wald wird berichtet: Ein auswärtiger Schirmhändler, der SU r"* �irmeh besuchte, hatte auf seiner Bude einen riefigen »'»«uschirm aufgespannt, der unglücklicherweise jene verdächtige L?°c trug, mit der man gewisse„auf den Ilmsturz der be- du» Staats- und Gesellschaft- ordnung gerichtete Bestie- LWn kennzeichnet: er war frichsroth. Obgleich nun ein »i�Udemokralischer Jahrestag oder so etwas nicht war, so faßte J* die Polizei doch als eine politische Demonstration auf und enete die alsbaldige Entfernung des corpus delicti von Ämts- Mn an. Der Schirmhändler aber war ein kluger Kopf: er i®™ seinen„staatsfeindlichen" Schirm in aller Gemütdsruhe �«>nter, befestigte an den Spitzen der Schi-.mrippen schwarze Ä" weiße Bänder und spannte ihn als„koistr- und reichstreu" ?'der auf. Die Polizei erklärte nun, es sei dem öffentlichen Mieresse Genüge g< leistet! So prangt der rothe Parapluie mit Bändern in den schwarz-weißen Landesfarben auf dem x°rktplay als ein leuchtendes Beispiel des loyalen Sinnes der ?«>er Polizei. Au» Gffenburg, den 11. Septbr, schreiben die„Offenb. „Seit Freitag verflossener Woche ist die btestge Gen- e'«ue fast unausgesetzt mit Haussuchung, n beschäftigt, welchen 1 ®er Regel die Verhaftung der Betroffenen voroukgeg-mgen Befolgt ist. Dieses Schicksal traf am Sonnabend Nach- % Herrn Glaser Jobann Baßler und am Sonntag Abend Jt-dafteur unseres Blattes(Offenburger Nachrichten), Adolf le»O. Herrn Karl Lehmann. Die Ergreifung der beiden geschah in dem Fortunahotel bei Anwesenheit zahlreicher tad u*: Unter brausenden Hochrufen auf Geck und Lehmann Qle Sozialdemokratie durch die anwesende Gesellschaft wur- �ge-uhrt. Auch die Ehefrau des Kaufmanns Johann °ig_.,�urbe ebenfalls verhaftet und dann ihre Wohnung einer W°"chen Durchsuchung unterworfen. Ja der Frühe des Mon- a��ssust der Besuch der Hermandad unserer in der voraus- Nacht amtlich verfiegelten Redaktionsstube. Die lack»!, �es gestrigen Tages nahm schließlich mit der Durch- T-bM. unserer Druckerei ein Ende. Heute wurde kurz vor w"B des Blattes Herr Nikolaus Oberfoelst, Schriftsetzer in »bd r?1 �ekchäste, in seine Wohnung deschieden, diese durchsucht % verhaftet." top. ,5'?? Die für vergangenen Sonntag in den Gasthof ���önburgkr Hof" hier einberufene Volksversammlung�m Jdn analyfi en Und seine charakteristischen Seiten erklären C Ellert seine Zeit. Im Verlaute der Jadrhunderte hat man Einzelheit konstattren können, in Betreff deren alle »toc�Misschreiber Uebereinstimmung zeigen: der Panser bat me« ein welche Sympathie für die Polizei gehabt! Entgeht UftstUmter Mrssethäter den Nachforschungen der Organe der Sichert est, so hält stch der Pariser die Seiten vor V,""nd versichert, daß er fich noch me so gut amufirt habe. Hmt,»°MiU'anzig Stunden nach der Festnahme eines be- -5>des scheint Paris zu bedauern, daß derselbe noch �rd. und Riegel ist. In einem solchen Äugend'cke tou�vian. leicht zwanzigfranks und pfennigweise eine Million >tor..�.vdrrr gen, die der Pariser gern hingeben wurde, um 'ehen, was für ein Geficht der Polizervrafett machen schlfii»' U>enn es Allmayer noch einmal gelange, zu ent-- i?-?lan wagt nicht, das ganz offen einzugestehen. Mn �I�eim sagt jeder Einzelne, daß das äußerst pikant rJP in ö*rt mont/t pntrültet t t�Cln aßst, so übertrieben wachsam gewesen ist, und k?vian,,>z»-.die beiden Agenten, denen die Bewachung worden ist, eben so gut daran besetzten sie diesen laufen ließen und einem anderen � Ted"', Man kann selbst sagen, daß Allmayer's Slusbrechen jeden'eben beschäftigt und beinahe die Herzen S? seinem m er wunderbare Erfolg, welchen Ponson du Terrorl toi �ogik.�.Gelegenheit. Der gesunde Menschenverstand und U%n tw.x daß Rocamdole jetzt von den Gendarmen Lc", dst-.Der Direktor meines Blattes aber hat mich ge- ML Roc �-?es-beben � Set- ��a�sbruch"V""'........ L K�eto* richte irf, die Auflage in beträchtlichem Dlaße. �ebitin/ die ie«»?. vueb s�on so ein, daß der Ausoruch »t>? vor r» iur F." Dage des Viertelsabi es entfällt, wenn die derK'Unfutzp, euerung des Abonnements einladet."— Das % �der 31«ahren so, und es ist auch beute nicht 8 die�ep?,� es fich gesagt sein lassen, daß der Pa- d-ub zu verlieren beginnt. Seit acht Tagen welcher Herr Landtagsabgeordneter Geyer aus Großenhain über: „Sozialreform und die Alters- und Jnvaldenverficherung" sprechen sollte, wurde verboten, da— so lautet der amtsbaupt- mannschaftliche Beschluß vom 8. September— bei der Persönlichkeit und Parteistellung des Referenten, sowie des Einbe- rufers, die Annahme gerechtfertigt erscheint, daß die Versamm- lung zur Förderung von sozialdemokratischen, sozialistischen oder kommunistischen, auf den Umsturz der bestehenden Staats- oder Gesellschaftsordnung gerichteten Bestrebungen bestimmt ist. In Apolda, welches bisher im Landtage von Sachsen- Weimar durch einen Sozialdemokraten vertreten war, haben bei den kürzlich stattgehabten Urwahlen die Gegner der Sozial- dcmokratie gefiegt. Von 45 Wahlmännern find nur 9 Sozial- demokraten. Die Wahldetheiligung war in Apolda eine weit regere als anderwärts. Frankreich. Gegen den vor einigen Tagen zur Berathung wieder zu- sammengetretenen Staatshaushalts-Äusschuß der französischen Abgeordnetenkammer hat der sozialistische Abgeordnete Numa Gilly, Bürgermeister von Nimes und Vertreter des Gard-Departements, eine schwere An- klage erhoben. In einer Wählerversammlung zu Alais sagte derselbe:„Wenn man steht, welchen Händen das Vermögen Frankreichs anvertraut ist, welches die Leute find, die in dem Staatsdaushalts-Ausschuffe fitzen, so erbebt man ob der zügel- losen Vergeudung unserer Steuern. Man hat Wilson verfolgt, eine reine Komödie, um glauben zu machen, daß man ehrlicher ist! als er; aber unter den 33 Mitgliedern jenes Ausschusses find zum mindestens zwanzig Wilsons." Großbritaaui-«. AnläßlichdcrwiederholtenMordthaten im Londoner Stadtbezirk Whijtechapel, über deren Verüber die Polizei noch immer nichts ermittelt hat, richten fich jetzt seitens eines Theils der englischen Presse heftige Angriffe gegen den Minister des Innern, Matthews, dem die hauptstädtische Polizei unterstellt ist und dessen V.rwaltung ohnehin schon zu ver- schiedenen Malen scharf getadelt worden ist. Der„Daily Tel.", dem fich nicht gerade Feindseligkeit gegen Henn Matihews nachsagen läßt, fordert mit dürren Worten, daß der Minister seinen Posten einem fähigeren Manne einräume, denn wenn er im Parlament über Dinge befragt werde, die jedem einsichtigen Menschen klar seien, so erwidere er, der Minister, regelmäßig, daß er davon nichts wisse oder fich nickt erinnere oder nie davon gehört habe. Man darf diese Angriffe als ein Anzeichen dafür betrachten, wie sehr die Einwohner Londons durch die gehcimnißvollen Mordthaten beunruhigt find: Herrn Matthews aber werden fie wenig anfechten. Er hat Schlimmeres erlebt, als das Verbot der Volksversammlungen auf Trafalgar Square die Stimmung der Bevölkerung aufs Aeußerste gereizt halte und als er fich später in dem Falle der Putzmacherin Caß Blößen gab, die für einen Minister höchst bedenklich waren, seine Stellung aber gleichwohl nicht zu er- schüttern vermochten. Im gegenwärtigen Falle kommt ihm ein angesehener Londoner Arzt, Dr. Fordes Winslow, zu Hilfe, der seine Anficht dahin ausspricht, daß die Mordthaten in Whiteckapel von einer und derselben Person begangen seien und daß diese Person irrfinnig sei. Dr. Winslow hat demgcmäh der Londoner Geheimpolizei mitgetheilt, daß wahrscheinlich ein vor kurzem aus dem Jcrenhause Entlassener der Thäter sei und es für angezeigt halte, daß fich die Behörden an die englischen Irrenanstalten wenden mit der Bitte, ihnen eine Liste sämmtlicher in der letzten Zeit entlassenen Geisteskranken zu geben. M i ch a e l D a v i t t hat ein langes Schreiben an die „Daily News" gerichtet, in welchem er fick über falsche Bericht- erftattung bezüglich seiner vor einigen Tagen in Irland gehaltenen Rede beklagt. Er habe bei felmi Kritik der liberalen Partei nur ausdrücken wollen, daß Gladstone's Home Rule England mehr Nutzen bringen werde, als Irland. Die Anficht der„Daily News" über ihn hält Davitt nicht einen Pfifferling wert«. Mit glatten Worten, welche Niemand wehe thun, sagt er, werden kerne Ausweisungen verhütet. Er könne der liberalen Partei verzeihen, daß fie ihn Jahre lang im Gefängniß habe schmachten lassen; vielleicht finde der Umstand, daß er zur Zeit nicht in Haft sei, darin seine Erklärung, daß die Liberalen jetzt nicht am Ruder find. Dereine und NersnmmlnnKen. Di» öffentlich»«eneratversammlnng der Mnurer Kerltns und Umgegend am 14. d. M. fand unter Leitung d§ Herrn Fiedler statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung forderte der Einderufer, Herr Starke, einer polizeilichen Weisung gemäß alle diejenigen, die nicht„zum Bau" gehören, auf. den Saal ,u verlassen. Ueber den ersten Punkt d.r Tagesordnung: Kavi'al und Arbeit, oder Arbeitnehmer und Arbeitaeber," re- f'erirte Herr Grotbmann. Deiselde führte zunächst die Entstehung des Kopitals auf die Kraft der Arb.it, auf die Arbeiter, we'che alle Schätze der Erde entringen und ihnen durch weitere Ar- deit erst den wahren Werth verleiben, zurück. An diesen durch m mmmt rn demselben Maße zu. in welchem das Uebergewickt der Poltzei in dem Streit mit Allmayer deutlicher wird. Jeden cCi aSSh&iF Ä cmSK M'Jif RiSLtÄÄ S? Ä9'j* IäS laufen jedem Hündchen nach, aber wenn auf der Straße Leute angegriffen werden, so ift fein PoHzift zu finden, weil die N«'!«.«?"«S schließlich doch Peinlich. In meiner Jugend ging man nickt zu äs=%%%% die Ardeiter geschaffenen Wertben hätten die Arbeiter aber keinen Antheil, fie seien lediglich Lohnarbeiter im Dienste des Kapitals. Ebenso sei es den Arbeitern nicht vergönnt, die geschaffenen Werthe zu genießen, d. h. zu konsumiren, was fie produziren. ausgenommen Kartoffel und dergl. mehr. Im weiteren Verlaufe seines Vortrages erläuterte der Vortragende das Uebergewicht des Großbetriebes über den Kleinbetried vermöge der billigeren Produktionsfähigkeit, sowie den wenn auch langsamen, doch sicheren Verfall des Kleinbetriebes und das Aufgehen desselben in das Proletariat. Dieser Aufsaugungsprozeß bewirke das immer wertere Anschwellen des Kapitals und der Kapitalmacht in den Händen einzelner Großkapitalisten. Des weiteren de» leuchtete Referent die Verkehrtheit des heutigen Maschinen» wesens, welches, anstatt die Arbeiter zu entlasten, ihnen zu nützen, die Arbeiter schädigt, indem durch dasselbe unzählige „Hände" arbeitslos gemacht werden. Am Schlüsse seines Vor» träges gab der Vortragende den Arbeitern zu bedenken, welche Werthe sie schaffen und welche Werthe sie dafür erhalten. Wenn sich die Arbeiter erst darüber klar seien, dann würden auch bessere Zeiten eintreten. Einmal müsse es dahin kommen, daß die Arbeiter die ihnen gebührenden Antheile an den Wertbcn. die sie schaffen, auch erhalten. Herr Krieg führte die angeregte« Gedanken sodann weiter aus unter besonderer Berücksichtigung des Baufaches. Herr Klremann kennzeichnete die heutige Arbeitermisere, während Herr Fiedler darauf hinwies daß durch eine starke Organisation wenigstens das» jenige zu erreichen und zu sichern sei, was zum Leben unbedingt nothwendig sei. Die Arbeiter müßten endlich zu der Einficht gelangen, daß fie, und nicht das Geld, das Kapital seien. Zur Tagesordnung sprachen noch die Herten Weise, Kaufmann, Wernau und Grothmann. Zur einstimmigen Annahme gelangte folgende Resolution:„Die am 14 Sep» tember in der Tonhalle tagende öffentliche Versammlung der Maurer Berlins erklärt: die jetzige individualistische Produktions» weise ist die Ursache des Elends in aller Form. Soll dasselbe beseitigt werden, so muß die Produktionsweise in eine genoffen- schastlich-kollektivistische verwandelt werden. Dieses Ziel anzu» streben und zu verfolgen, beschließt die heutige Versammlung." — Sein Amt als Kommisstonsmitglied legte Herr Müller nieder. Auf eine Neuwahl wurde verzichtet, da in dem Bezirke des Herrn Müller bereits ein Kommisstonsmitglied wohnt. Die Kommiiston besticht nunmehr nur noch aus 10 Mitgliedern. Eine besondere Genugthuung rief die Nachricht hervor, daß aus einem Bau durch das einmüthige Zusammenhalten der dortseibst beschäftigten Ataurer es gelungen sei, einen Polier bekannter Art aus seiner Stellung zu bringen. Der betreffende Meister zog es vor, den Polier zu entlassen und seine Ardeiter zu behalten. Wie mitgetheilt wurde, findet am kommenden Dienstag in Sanssouci wiederum eine öffentliche Maurerversammlung statt. Mit einem dreifachen Hoch auf die gedeihliche Fortentwickelung der Maurerbewegunz wurde die Versammlung geschloffen. Der Unter stüchungvverein der Manrer Kerlin» hielt am 11. d. M. in Schefier's Lokal, Jnselstraße 10, eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab, in welcher Herr E. Pankow einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag hielt. Redner referirte über die Alters- und Invalidenversicherung und suchte der Versammlung klar zu legen, wie wenig nutzbringend diesrr Entwurf für den Arbeiter sei. Denn nur wenige werden damit deglückt werden, da es zu den Seltenheiten gehört, daß ein Ardeiter 70 Jahre alt wird, und dann erst soll er die Rente von 33% Pig. pro Tag erhalten. Das sei doch wohl etwas zu wenig; wenn ein Ardeiter so viele Jahre gearbeitet habe, werde er doch wohl höhere Ansprüche machen können. Das Durck» schnitisalter der Zlrbeiter bctiägt nur 45 Jahre. Zum Schluß wurde das Quittungsbuch noch einer scharfen Kritik unterzogen, da es in dm Händen der Arbeitgeber sicherlich dazu dienen werde, mißliebig gewordene Arbeiter zu kennzeichnen. Darnach wurden zwei kranken Mitglied« rn Unterstützung dewilligt und beschlossen, das geplante Vergnügen am 13. Oktober in der Neuen Welt in der Hasenhaide abzuhalten. Der Preis der Billcts wurde auf 60 Pf. für Herren und auf 30 Pf. für Damen festgesetzt. Die näckste Versammlung findet am Dienstag, den 25. d. M, in Sckrffer's Lokal, Jnselstr. 10, statt. Große Volksversammlung für Uirdorf und Umgegend Sonntag, den 16. September, Vormittags 104 Uhr, im Saale Eni cbampstre, Neue Welt. Tagesordnung: Alters- und Invalidenversicherung der Ardeiter. Referent: Redakteur Mar Sckivpe l. Groß» öffentt'ch« Ttschlerversammlnng am Montag, den 17. September, Abends 8 Uhr, im Lokale Sanssouci, Kott» buserstraßc 4 a. Tagesordnung: Die Alters« und Invaliden- Versicherung der Arbeiter und unsere Stellung zu derselben. Referent: Schriftsteller K. B a a k e. Verein der Parqnetkodenleger Kerlin». Nächste Versammlung am Wontag, den 24. September, Abends 84 Uhr, bei Jordan, Neue Gcünstraße 28. Tagesordnung wird durch Annonze in diesem Blatte bekannt gemacht. Allg. Kranken- und Sterbek ffe der Metallardeite» (E. H. 29 Hamburg), Filiale Berlin 3. Versammlung Montag, den 17. d. M., Abends 8 Uhr, Manteuffelstr. 90. Tagesordnung: Kassenbericht und Verschiedenes. man dem Allmayer Chloroform eingiebt, so würde ich gar nicht überrascht sein. Die Polizei ist zu allem fähig. Seit acht Tagen erwarte ich nun den Ausbruch Allmayers, und er kommt nicht. So geht aber alles in unserem unglücklichen Lande. Dabei wundert man sich, daß die Zahl der Unzufriedenen von Tag zu Tag wächst. Äoulangcr würde ganz gewiß nicht den groben Fehler begehen, AUmcyer im Gefängniß zu halten, während das allgemeine Stimmreckt seine Entlassung wünscht. Nein, der General würde das nicht thun, weil er zu schlau ist, um gegen den Willen der Nation zu handeln." Und trunken voll Wuth rennt der Pariser zur„Presse", wo er sechs Monat Auslösung vorausbezahlt, und zur„Cokarde", wo er ein dreimonatliches Revisions Adonncment nimmt. Diese Skizze von dem Pariser in der abgelaufenen Woche, welche durch die Verhaftung Allmayer's berühmt ist, könnte übertrieben erscheinen. Aber wenn auch einige Uebertreidung zugegeben werden muß, so liegt in der Zeichnung doch unver» kenndar sehr viel Wahrheit. Bei der pariserischen Abneigung gegen die Polizei war die Verhaftung eines gefährlichen Diebes, um den fick fast eine Legende gebildet hatte, bis zu einem gewissen Grade eine Enttäuschung, welche dadurch noch bitterer wurde, daß Allmayer's Haft nun schon acht Tage wäbrt, während man von ver Verwegenheit des Genannten eine weit schnellere Erledigung der Angelegenheit erwartet hatte. Dieser Nachfolger Rocamdole's ist fich wahrscheinlich noch nicht ganz klar über die Gefahr, in der er steht, seinen Ruf vor der Nachwelt zu verlieren. Die Unthätigkeit des intrr- effanten Schutzbefohlenen von Majas paßt sehr schlecht zu dem Fieber, welches die Pariser verzehrt. Daß er nicht ausbricht, mag noch angehen; aber daß er nickt einmal den leisesten Ver» such macht, die Aufmerksamkeit der Pariser in Atbem zu halt.n, das ist kläglich. Nachdem er unter den zeitgenösfischen Uedei- thätern ein großer Mann gewesen, ist Allmayer auf demWeae, seine Popularität einzubüßen. Noch acht Tage, und seine Be» wunderer von gestern werden ihn streng veeurtheilen. So lan. e er Erfolg hatte, galt er für eine überlegene Intelligenz, so dato ihm der Erfolg fehlt, wird er für dumm gelten. Letzteres dürfte übrigens der Wahrbeit ganz genau entsprechen. Wenn ein Mensch das Leben offen vor fich liegen steht, eine fichere Zu» kunfr, einen ehrenhaften Namen hat und eine gute Erziehung genießt, und dann mit fröhlichem Herzen das Zuchthaus rislirt, um eine Zeit lang in den Kasinos für einen Grafen zu gelten, so kann der Betreffende unmöglich von irgend welcher Einsicht sein; er ist mehr als ein Dummkopf, er ist ein Narr Theater. Sonntag, den 16. September. GPmlhiu»: Tristan und Isolde. Montag: Turandot. IchaasatoU»«,»(im Mallner-«steater): Reiche der Mütter. Die Prüfung. Sie weint. Eine alte Schachtel. Montag: Der Herr Major auf Urlaub. x»M«g-Tsteat-r: Nathan der Weise. Montag: Anton Antonn. Mestfche« Theater. Graf Waldemar. Montag: Faust. Kerlfour Theater. Demetrius. tzaMontaa: Dieselbe Vorstellung. Montag: Dieselbe Vorstellung. K-a»««s»?heater: Francillon. Montag: Dieselbe Vorstellung.. Ar»»'» Theater: Der Prophet. Ha>o«»ia»r».?h-ater z Tricoche und Cacolet. Montag: Dieselbe Vorstellung. ?fttt»»i«-Ttz«at»»: Die Kinoer des Kapitän Tränt. Montag: Geschlossen. Av«tvh«r»a Theater. Die drei Grazien. Montag: Dieselbe Vorstellung. '« Karittt< Spezialttäten'Vor» T»«errdta• Theater» rlrtÄ Spezialttäten• Vor« Theater der Keichohallen: Spezialitäten« Umstellung. Kölligstädtisches Theater. Alexanderstr. 40— Kurzestr. 6. Stadt»!unt> Pserdebahnverdindungen nach allen Richtungen der Stadt. Heute. Sonntag, den 16. September: Gastspiel des Hrn. Ed Weiss. Zum 153. Male: Der Ketteistndent vsn Kerlin. Große Gesangs« Posse in 5 Bildem von Martin Böhm und Hugo Busse. Kaffeneröffnung 6% Uhr, Anfang 7t Uhr. Bons und Zeitungs-Ausschnitte haben Giltigkeit. Alles Nähe« die Anschlagsäulen. Montag, den 17. Septbr.: Dieselbe Vorstellung. AmericaD-Theater, Direktion A. Reiff. Smllmertheateratra##* Hr. 15. Sonntag, den 16. September: Zum 10. Male: Die Weisheit Saiomonsky's. Berliner Lokalpoffen-Pantomime von R. Anger. Musik arrangirt von R. Thiele. 1. Bild: Die Renommirstunde bei Haast. 2. Bild: In der Academy of wüste. 3. Bild: Bei Mutter Pignatelli im Coursaal. 4. Bild: Berlin um Mitternacht. 6. Bild: Vor'm Schöffengericht. Neu einstudirt: Tausend und eine Nacht. Operette von W. Köhler. Mufik von R. Thiest. Austreten der drei Geschwister Delöpstrre, des Jnstrumentalisten Herrn Krüger, des Äimikers Rivoli und des Herrn Martin Bendix. Anfang 7 t Uhr. Entree 50 Pf., ierre 1 M., Balkon 1,25 und 1,50 M., lorquet 1,50 M., Sperrfitz 2 M, Loge 2 M., Balkonloge 3 M. Billet- Vorverkauf Vormittags 11—1 Uhr an der Kasse. »tfey a Zum tvOttt Mast: Dritte Reise. Algerien. Kran. Tanger. Fahrt«it der«otthardbahn. Der ganze Trauerzug und Aufoahrung Kaiser Wilhelms im Dom. Intree& Cpcl. 20 Pf., Kind nur 10 Vf. Abonn Verlobte mache ich auf mein wohl assortirteS Zager v»« Hol;-«nd Votster-Möbeln aufmerksam. 591 Die neuesten illustrirten Katastge, kompleite Zimmer« Einrichtungen enthaltend, stehen au' Wunsch gratis und franko zur Verfügung. Georg Haake, Fabrik und Lager: 65. Jerufalemerstr. 65. Am Königsthor. 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Da« ist im modernen Leben '�.eingerichtet, aber Niemand von de« Glücklichen dieser .pürt auch nur die mindeste Lust, die„göttliche Welt» *8" zu ändern. Wozu auch? Derjenige, welcher im sitzt, fühlt die Noth der Anderen nur platonisch, und -itgefühl ist doch eine schöne Tugend, die nicht» kostet Manchem doch so unendlich schön steht. ie Roth scheint in Berlin ein unbekannte» Dmg zu Wenn sich der Bourgeois amüsiren kann, ist or zu- er läßt sich die Laune nur ungern verderben. eichshauptstadt ist glücklich in den Besitz von zwei MM die sogenannten„Wärmebildner", Fett, Stärkemehl und Zucker, in den Voiderglund gestellt. Es ist das noch ein Rest früherer Anschauung, und der Laie darf daraus durchaus nicht die Folgerung ziehen wollen, als seien die übrigen Nahrungsmittel, wie Fleich, Eier, Milch u. f. w., für die Wärmeerzeugung nur nebensächlich, denn in ihnen find dieselben wärmeerzeugenden chemischen Elemente vertreten, wie in den namentlich auf- geführten„Wärmebildnern". Richtiger ist es, ganz allgemein eine gute Ernährung als die hauptsächlichste Wärmequelle zu bezeichnen. Für die Wärmeabgabe sorgen der Wärmeverlust vom Körper durch Leitung, Strahlung und Verdunstung. Für die Regelung der Eigenwärme find femer Haut, Herz und Lunge von Wichtigkeit. Alles, was das Blut reichlicher nach der Haut strömen macht, führt Wärme aus dem Jnnem ab— erhöht aber, wie Verfasser hätte hinzusetzen können, unser Wärmegefühl. So erklärt fich die Täuschung, der wir beim Genuß von Alkohol unterliegen, sehr einfach. Wir fühlen uns erwärmt, weil der Alkohol die Hauptgefäßc erweitert, thatsächlich aber werden wir dabei innerlich abgekühlt. Wie der Verfasser bemerkt, haben die Erfahrungen im eng- tischen Heere gelegentlich der Feldzüge im Kaffernlande, in West- akrika, im Aschantikriege, in Kanada und Indien ergeben, daß die Soldaten in allen Klimaten, bei Hitze, Regen und Kälte die angestrengtesten Märsche am besten ertragen, wenn man ihnen alle alkoholischen Getränke vollständig entzieht. Denn die söge- nannten Teetotalers, welche grundsätzlich alle alkoholischen Getränke vermeiden, hatten die geringste Erkrankungs- und Sterb- lichkeitszahl. Zu den Erkältungsursachen kommen nach neueren Unter- suchungen auch schroffe Unterschiede in der Feuchtigkeit der Lust hinzu. Das längere Verweilen in geheizter und deshalb ver- hältnißmäßig trockener Zimmerluft macht die Körperhaut und namentlich die inneren Schleimhäute sehr empfindlich, sodaß wir leicht einer Erkältung ausgesetzt find, wenn wir aus dieser Zimmerluft in die dedeutend feuchtere Außenlust treten. Es folgen nun die Schutzmaßregeln gegen Erkältung, Belehrungen über die Kleidung u. s. w. Aeußerst lehrreiche Bemerkungen finden fich weiterhin in dem Kapitel über die verschiedenen Er- lältungsformm. Verfaffer empfiehlt, nur durch die Nase bei geschloffenem Munde zu athmen— namentlich bei großer Kälte — er warnt vor gewaltsamen Schwitzkuren, well fie Anlaß zu neuen Erkättungen geben. Wo fich bei Erkältungsfieder ein Bläschcnausschlag an den Lippen zeigt, hat man es nur mit einer leichten Krankheitsform zu thun. Fängt ein Kind bei herrschender Masernepidemie an, reichlich zu niesen, so kann man das mit ziemlicher Sicherheit als Beginn der Erkrankung ansehen. Die sogenannte Grippe ist nicht ansteckend, obgleich sie— wahrscheinlich infolge atmosphärischen Verhältnisse— epidemisch auftreten kann. Der Küdweftr» Kerlin«, also gerade derjenige Theil, welcher in den letzten Jahrzehnten die mächtigste Entwickelung gezeigt hat, ist augenblicklich in Bezug auf die Erweiterung an diejenige Grenze gekommen, über welche hinaus wahrscheinlich auf lange Zeit kein Ausbau mehr möglich sein wird. Wir meinen das Tempelhofer Feld. Bei dem Vorwiegen des Mili» tarismus in unserem gesammten Staats- und Kommunalleben ist es nämlich nicht zu erhoffen, daß der weite Platz zwischen Berlin und Tempelhof seinem augenblicklichen Zweck entzogen und, sofern die Nothwendigkeit fich herausstellt, in den Bebauungs- plan der Reichshauptstodt aufgenommen wird. Daß dieser Zeit- punkt beinahe vor der Thür ist, muß jedem einleuchten, der für die Entwickelungsstatien Berlins das hinreichende Verständntß mitbringt. Die Straßen am Fuße des südwestlichen Höhenzuges, dessen Plateau von jenem mächtigen Exerzierplatz einge- nommen wird, die Bergmann- und Kreuzbergstraße, find bei- nahe völlig bebaut; die in fie einmündenden, die Bärwald-, Schleiermacher-, Mittenwalder-, Zoffener, Solms-, Nostiz-, Belle-Alliance-, Grohbeeren-, Möckern-, Katzbachstraße, stehen, wofern es noch nicht der Fall, in allernächster Zeit als lückenlose Häuser reih- n da; damtt ist dann der präckttge, schöne, volkreiche Stadttheil, welchen wir gewöhnlich das Hallesche Viertel nennen, an jene Grenze gelingt, über welche hinaus es nach menschlicher Berechnung keine Ent- Wicklung giebt. Wenn hier jetzt schon die Wohnungen Preise erzielen, welche hinter denjenigen der inneren Stadt und des theuren Westens um wenig zurückstehen, so kann man den Schluß ziehen, wie es in diesem Viertel um ein Jahrzehnt später aussehen wird. Ueberhaupt wird dieser Stadttheil uns noch manches zu schaffen machen, wenn er erst, übervölkert und dem ruhmbekränzten Haupte ganz von selbst die Krone de» Theaterdirektor», und wer e» erst soweit gebracht hat, der ist auch vor ferneren Ehrenstellen nicht mehr sicher. Der Mensch bringt e« häufig weiter in der Welt, als er es sich zuerst träumen läßt. Inzwischen verleben wir wieder einmal verschiedene „Tage". Die Katholiken und Protestanten tagten, die In- nungsbrüder thaten desgleichen, und zu gleicher Zett hat sich auch die Gesellschaft„gegen den Mißbrauch geistiger Getränke" einen gleichen Luxu« geleistet. Alle» will natür- lich die soziale Frage lösen; mit Hilfe verschiedener„Hoch»" geht man emsig an die Arbeit, jeder glaubt den Stein der Weisen gefunden zu haben und quacksalbert auf seine eigene Manier lustig darauf lo». Die Bestrebungen der kirchlichen Vereinigungen sind von uns an anderer Stelle bereit» genügsam gewürdigt worden. Ueber die Endziele der JnnungSbrüder ist kein Mensch mehr im Zweifel,— dem Arbeiter geht e» zu gut, da» Welten- rad muß um einige Jahrhunderte zurückgeschraubt werden, der Geselle muß die Beine unter den Tisch seine« Meisters stecken, die Höhe de» Lohne» und die Dauer der Arbeitszeit bleiben am besten der erleuchteten Weisheit de» Meister» überlassen, dann wird Alle» gut. Der ruchlosen Sozial- demokratie wird am sichersten mit Hilfe einer handgreiflichen Sozialreform der vorlaute Mund geschlossen, und wer nicht parirt, bekommt fünfundzwanzig aufgezählt und wird einge- sperrt. Man sieht, daß da» Rezept der Herren von der Innung an Hochherzigkeit und Erkenntniß de» ganzen wirth- schaftlichen Getriebes nicht» zu wünschen übrig läßt; wem dabei nicht wohl ist, der müßte von Recht» wegen einfach zur Reichspevsion verurtheilt werden. Soviel ist sicher, daß er dann nicht lange zu den Unzufriedenen gehören würde,— ein Meister von der Tischlermnung könnte sich dann getrost auf die Massenanfertigung der Nasenquetscher verlegen. Neben der ungleichen Vertheilung von Geld, auf welchem Mißstande eigentlich unser ganze» soziale» Unglück beruht, ist an dem Elend der Zeit der Umstand Schuld, daß viel zu viel getrunken wird. Ein weiser Mann sagt zwar— ich weiß allerdings vollkommen bebaut, nach der natürlichen Wetterentwickelung ringt. Das an fich deengte Terrain wirb leider noch durch die vielen Kirchhöfe, welche fich gleichfalls hier befinden, in seinem Ausbau dehindert. Dazu kommt, daß für die Verbindung mit dem Westen, an den fich dies Viertel auf die natürlichste Weise angliedert, tm Grunde nur die einzige Bork-Gneisenaustraße vorbanden ist. Wie diese einmal den schon heute bedeutende»! Verkehr aufnehmen und weiterleiten soll, ist ein Räthsel, an dessen Lösung man um so eher denken soll» als fich der Grund und Boden in diesem Stadttheil aus den oben angeführten Umstän- den auf die rapideste Weise vertheuem dürfte. Wir erinnern nur an die Schwierigletten, welche zu bewältigen waren, als eS fich um die Ueberbrückung dieser Straße durch Eisenbahnviadukte handelte, um wie vieles größere stehen aber bevor, wenn man erst ernstlich daran denken muß, dieser einzelnen Verkehrsader zwischen dem Halleschen und Potsdamer Viertel die nothwen» dige Entlastung zu verschaffen. Men« die deutsch» Sprache denn durchaus„gereinigt" werden soll, so wäre es, meint die„Volks-Zettung", doch schließ» lich nicht mehr als dillig, daß zunächst die„Deutschesten der Deutschen" damit den Anfang machten. Diese Deutschesten find, wie fie selbst« auf Märkten und Gassen zu verstchern pflegen, unsere Studenten, die in der Begeisterung für des neuen Reiches Herrlichkeit nicht müde werden, und unter diesen wiederum die Korpsstudenten, welche von fick selbst und von den offiziellen Kreisen als die edelsten und besten unter ihresgleichen gepriesen werden. Sehen wir uns einmal das„Deutsch" dieser„Blüthe der Nation" an. Wenn der„Mulus" nach glücklich bestandenem „Abiturienten Examen" auf der„Univerfität"„immatrikulirt" ist, springt er alsbald als„Renonce" in ein„Korps" ein, be« zecht fich auf dem Antrittskommers, schaut als„Korona" dier- eifrig den„Mensuren" zu, welche in den ersten Pauktagen des „Semesters" von den„Ehargirten" ausgekochten werden, ficht auf dem Paukboden„contra", leistet fich eine späterhin auszufechtende„Kontrahage", läßt fich im„Renoncen- konvent" vom„Senior" oder„Subsenior" den„Kom» ment" eintrichtem, muß dem„Fuchsmajor" sechs bis zwölf Ganze nachtrinken, kurzum wird nach allen Regeln der Kunst zu einem echten deutschen„Korpsstudenten" er» zogen. In der ersten Hälfte des zweiten„Semesters" wird er im feierlichen.Korpskonvent"(„C C")„rezipirt", das heißt, er wird Bursche, und darf nun die Geheimnisse der ihm bisher sorgfältig vcrenthallenen.Konstiiution"(soll heißen„Satzungen") kennen lernen. Nun wird er in den„Senioren Konvent"(8. C.> „delegirt" und wenn sein Korps gerade„präfidirt", ttifft ihn vielleicht die Ehre, den Vorfitz in demselben zu führen. Im übrigen dethätigt er seine Jugendkraft, indem er fich an den „Pro patria-Suiten" und„Viritirn-Sniten" betheiligt, die etwa mtt der Königsberger„Kabylia" oder der Rostocker„Obotriiia" auszufechten find— daß sein eigenes Korps einen lateinischen Namen führt und eine eigene lateinische„Devise" hat, ist ebenso selbstverständlich wie der lateinische„Zirkel". Benimmt er fich bei all diesen schönen Dingen nun nicht so„korrekt", wie es wünschenswetth erscheint, so kann er auf bestimmte Zett oder „in perpetuum"„dimittitt" oder gar„cum infarnia"„exkludirt" werden, und in solchen Fällen steht ihm als letztes der„Appell" an den Kösener„8. C."(die in Kösen alljährlich zusammen« tretende Delegirtenvereinigung der deutschen Korps) zu. Nur wenn er alle Klippen und Hindernisse glücklich umschifft hat, wird er„alter Herr" und hat zum ersten Mal seit seiner „Brondfuchs"-Zeit wieder einen ebrlichen deutschen Namen. Das find unsere„deutschen" Korpsstudenten! Nicht» kommt«m in einer Großstadt. Das„B. T." schreibt: Die unscheinbarsten, oft anscheinend nicht des�Aufhedcns werthen Gegenstände finden da ihre Liebhaber und bilden, zw größeren Quantitäten angesammelt, dann häufig gesuchte Handels» atttkel. So hielten wir bisher alte unbrauchbare lünstliche Ge» bisse oder Fragmente derselben für gänzlich werthlos, wurden jedoch durch einen Besuch, den wir jungst der bekannten Handels« börse in der Klosterstraße der„Wiffenschast" halder abstatteten� eines Besseren belehrt. Gebißfragmente notirten nicht etwa „Brief", sondern„Geld". Die Zähne werden nämlich durch ein höchst einfaches Verfahren losgelöst und gelangen alsdann, sauber auf Wachstafeln aufgesetzt, wiederum in den Handel. Mit welcher Verachtung mag nicht so ein„enterbter" Zahn, dem es bisher deschieden war, an trockener Schrippe zu knabbern und an warmem Zichonenwaffer fich zu letzen, auf seine Prä» existenz blicken, wenn ihn ein günstiges Geschick auf seiner Man« derung plötzlich in die Lage versetzt, seine Schneidigkeit am saf« nicht, ob in seinen gedruckten Werken, aber er sagt e« ganz sicher—„et muß noch ville mehr gedrunken werden." Wa» nun zum Beispiel Korpsstudenten und andere nützliche Mitglieder der menschlichen Gesellschaft anbetrifft, so erlauben wir un» über die Trinkfähigkeit dieser Herren natürlich kein Urtheil, weil wir wissen, daß diese e» häufig für zeitgemäß und nothwendig halten, sich mehr al» zwanzig Schoppen zu leisten. Merkwürdiger Weise findet sich über diese Angelegenheit in den Verhandlungen der fünften Jahresversammlung de» deutschen Verein» gegen den Mißbrauch geistiger Getränke kein Wort, obgleich dem- selben ein Bankdirektor Dr. Emminghau« präsidirte. Viel- leicht hielt man die Erwähnung jener Thatsache deshalb für überflüssig, weil dieselbe weltbekannt ist, oder man glaubte deshalb davon Abstand nehmen zu dürfen, weil jene Herrchen nicht mehr für verbesserungsfähig gehalten werden. Auch andere Vertreter der besitzenden Klassen leisten im Punkt des Kneipens ganz Außer» ordentliches, und es muß im höchsten Grade Verwunderung erregen, daß der alkoholfeindliche Bankdirektor hiervon keine Kenntniß hatte. Sollte er niemals von Champagner- frühstücken, die bei Gelegenheit günstiger Gründungen unter» nommen werden, gehört haben und sollte ihm nicht Kunde davon geworden sein, daß diese Frühstücke sich manchmal bi» zum nächsten Tage ausdehnen? Kurzum, Alle» soll trinken, nur der Arbeiter ficht. Er soll, wenn ihm bei aufteibender, anstrengender Tfäiig- keit die Kräfte versagen, sich durch einen Schluck Zichorienbrühe au» dem Volkskaffeehaus stärken, damit die Herren Bankdirektoren, Pastoren, Doktoren — und wer weiß, welche„oren" noch, sich mit der Jnstalliruug solcher Etablissement» brüsten können und Orden dafür einheimsen. Wenn der Herr Bankdirektor wüßte, wie lächerlich er sich durch seine Salbadereien bei den Arbeitern macht, so würde er vielleicht bei seinen Bankgeschäfte» bleiben. Beiden Theilen wäre dann geholfen.-- tigen Flügel deS Rebhuhns»u erproben und sich in des Cham« pagners luhlmdem Ztaß zu baden. Für den Menschen mag es zuweilen recht gut sein, nicht zu wiffen, was er iht, mitunter aber auch, wie es scheint, womit er ißt, denn„Was ich nicht weiß, macht mir nicht heiß." Da»(Dbememaltuugsgericht hat heute die Ungiltig« leitserklärung der Wahl des Stadtverordneten Ziethen für ge- rechtfertigt erllärt, sich also dem Beschlüsse der Stadtverordneten- wersammlung angeschloffen. Di» Dachwehen de« Lassall»- F« ste». Sechs von den am 2. Sevlemder Arretirten erhielten ein Strafmandat in Höhe won 30 M. cvcnt. 3 Tage Haft wegen groben Unfugs, über- lauten Singcns sozialdemokratischer Lieder, Ausbringens von Hochs auf Liebknecht u. s w. Alle sechs, es find dies die Herren Tischler B-yer, Schuhmacher Rüffer, Buchbinder Herrmann, Drechsler Hübscher, Tischler Mewis und Drechsler Köppen, haben richterliche Entscheidung deantragt. Die Zeugen werden gebeten, sich bei den betreffenden Herren zu melden. Zeugen gesucht. Wir werden um Aufnahme des fol> genden gebeten: Alle diejenigen, welche in der Versammlung am Abend des 24. August d. F. anwesend waren, als ich ver- haftet wurde, bitte ich dringend, ihre Adreffe so schnell als mög- lich bei m'r einzusenden oder sich bei mir zu melden. Otto Chrlon. Ardeiter, Straße 30. Ecke Rügenstraße. Giu»»icht uninteressant» KtatiftiK der Unglücksfälle durch Uederfahre« läßt stch nach dem Polizeibericht zusam- menstellcn. Aus derselben gebt bekanntlich hervor, daß die meisten Unglücksfälle durch Ueberfahren nicht in den verkehrsreichen Straßen, sondern in den verkehrsärmeren Gegenden vorkommen. Von hundert Unglücksfällen in den Monaten Juli und August d. I-, die polizeilich gemeldet, entfallen achtzehn auf die Haupt- strafen der Stadt, während 82 Personen in dm Webenstraßen überfahren wurden. Norden und Osten zeigen gleichmäßig viel Unfälle, während im Süden und Westen nur rocnig Unglück durch Uebettahren angerichtet wird. Unter dm lMUeberfahrmen find es 33 Erwachsene und 62 Kinder, von denen letzteren 36 noch nicht 4 Jahre alt waren. In 47 FäOm trägt nach amtlicher Ermittelung die Schuld an dem Unglück der Kutscher, in 31 Fällen haben fich die Uederfahrmm selbst die Schuld an dem Unfall zuzuschreiben, während bei dem Rest besondere Umstände mitgewirkt haben.— Das Dreirad hat 6 Personen durch Umfahren verletzt, während der bekannte schncllfabrmde Fleischer- wagen 17 Unglücksfälle aufweist. Auf geiäuschlosem Äsphalt- pflaster find 18 Personen überfahren worden. Die grster« mitgrtheilte, dem Polizei dericht ent- «ommene Lehre» daß in Berlin die neusten Straßenunfälle nicht in den verkehrsreichsten Straßen zu verzeichnen find, wird auch durch eine von dem Syndikus der Großen Berliner Pferde- bahngcsellschaft aufgestellte Unfallstatistik bestätigt. Danach find die meistcn Unfälle nicht gerade in denjenigen Straßen zu suchen, welche den stärksten Verkehr haben, oder besonders eng find oder in gekrümmtm Linien verlaufen, also nicht etwa an der Leipziger- und Charlottenstraße, wo durchschnittlich alle 42 Sekunden ein Pserdebahnwagen fährt, auch nicht im engen Mühlendamm, in der schmalen Rosen- oder der gekrümmten Jakodstraße. Es folgen fich in den durch Pferdebahnen ver- ursachtcn Unfällen vielmehr nach den Ermittelungen der letzten beiden Jahre die einzelnen Straßenecken in folgender Reihe: Frankfurter Allee mit 13, Köpnicker- mit 10, Gitschiner- mit 8, Schönhauser Allee mit 7, Brunnen-, Charlotten-, Oranienstraße je mit 6, Potsdamer- und Chauffee- straße je mit 5, Landsderger-, Oranienburger-, Elsasser-, Gneisenau, Bülow-, Prinzen-, Rosen-, Rosenthalerstraße je mit 4, Andreas-, Fricdm-, Friedrichstraße, Lausitzerplatz, Müller- straße, Rixdorf, Spandaucr-, Thurmstraße mit je 3, Belle- alliance-, Blücherstraße, Charlottenburg, Franzöfische, Greifs- walder-, Jerusalcmer-, Koch, König-, Neue König-, Kurfürsten- straße, Landsberger Allee, Leipziger-, Linden-, Stralauer-, Wiencrstraße je mit 2, während in 27 Straßen je nur ein Anfall fich zutrug, nämlich auf dem Al-xander- und Hafenvlatz, in der Anhalt-, Gertraudten-, Alte Jakob-, Invaliden-, König» arätzer-, Kottbuserstraße, Kastanien Allee, Mühlendamm. Neander-, Pank-, Petersburger-, Rathenow-, Neue Roß-, Schulstraße, Schloßfreiheit, Schöneberger-, Neue Schönhauser-, Seidel-, Skalitzerftraße, Svittclmarn, Straußbergersttaße, Tempelhofer- und Norkstraße. Danach stehen in der Gefährlichkeit obenan die Straßen, in deren Mitte von Kindern zu Spielplätzen benutzte Promenadcnwege fich befinden. Gegen den Unfug de« Kchnellfahren» in den Berliner Straßen, namentlich gegen das gemeingefährliche Jagen der Bier- und Schlächterfuhrwerke wird jetzt vom Gericht zumeist mit recht erheblichen Strafen angekämpft, und es hat fich nach und nach die Praxis herausgebildet, daß gegen Kutscher, welche diesen Unfug gewiffermaßen sportmäßig betreiben, in erster Reihe nicht die Geldstrafe, sondern die Haftstrafe in Anwendung kommt. Im zweiten Vierteljahr dieses Jahres find vom hiestzen Amts- gericht wegen übermäßig schnellen Fahrens, bezw. wegen Um- diegens um Straßenecken im Trabe 24 Kutscher, darunter allein 13 Kutscher von Schlächterwagen, verurtheitt und zwar mtt Rückficht auf die große Gefährdung des Publikums zu recht er- hedlichen Strafen, nämlich Geldbuße von 30 bis 60 M. und Haft von 3 Tagen bis zu 4 Wochen. Nerhnftrtee Küchermarder. Endlich ist es der Ariminalpolrzei gelungen, einem der profesfionirtcn Spitzbuben, welche in der akademischen Lesehalle schon seit Jahr und Tag ihr Unwesen treiben, das Handwerk zu legen. Bekanntlich ver- schwanden dort in kurzen Zwischenräumen viele Uederzieher, Hüte, Stöcke, Swirme:c. Eine besondere Anziehung schienen -jedoch außer der Kasse, welche wiederhott erbrochen war, die großen werthvollen Lexika auf die Spitzbuden auszuüben. Nach und nach verschwanden verschiedene Bände von Meyer's Konversations- Lexikon, ferner das kostbare italienische Lexikon von Weder, ittlanten u. s. w., bis eines schönen Tages auch der„große Sachs", das beste und theuerste deutsch- franzöfische Wörterbuch, fehlte! Vielleicht wäre es auch diesmal bei den fruchtlosen Recherchen geblieben, hatte nicht der Zufall auf die Spur der Schuldigen geführt. Ein Herr, welcher früher selbst Mitglied der Lesedalle gewesen, hätte nämlich im früheren Gold- schmidl'schen Antiquariat den„Sachs", der beiläufig über 150 M. kostet, für einige 50 M. gekauft und später gefunden, daß innerhalb desselben vielfach der Stempel der akademischen Lesehalle zu sehen war. Augenscheinlich hatte man versucht, diesen Stempel wefi zu radiren. Infolge dessen benachrichtigte der Er« werber das Direktorium der Lesehalle, welche dann sofort Gold- schmivt aufforderte, den Namen des Verkäufers zu nennen. Es geschah das erst, nachdem mit einer Anzeige gedroht worden war. Am 2. Juni, Abends spät, hatte fich bei Gold- schmidt ein Individuum eingefunden, das jene beiden Riesen« bände für einen Spottpreis an den Mann brachte und als seine Wohnung ein Haus der Artilleriestraße angab. Nach diesen Er- Mittelungen wurde die Kriminalpolizei in Kenntniß gesetzt, und diese nahm an der bezeichneten Stelle eine Haussuchung vor, bei welcher fich herausstellte, daß der Büchermarder ein gewisser Mohn ckc war, der fich eines Abends, ohne Mitglied zu sein, eigens nach der Lesehalle begeben hatte, um dort den Diebstahl auszuführen. Derselbe gerirte stch als c&vä. MI. Bei seiner Verhaftung kam es übrigens zu einer sehr „tragischen" Szene. Es hatte stch nämlich der Wirthin Töchterlein in den angeblichen carni. phil. sterblich verliebt, und nun ver- sperrte fie dem mit der Verhaftung beauftragten Beamten den Eingang zum Zimmer mit dem pathetischen«Schlachtruf:„Der Weg zu ihm geht nur über meine Leiche!" In der That mußte man Gewalt anwenden, um das Mävchen zurückzuhalten. Die Haussuchung ergab, soweit es fich um den Schadenersatz handelt, ein sehr trauriges Resultat. Abgesehen von einem Stück Seife und einem Papierlragen wurde kein Werthstück gefunden! Mohnicke wurde sofort der Staatsanwallschaft vorgeführt und sieht nun in einer beschaulichen Zelle von Alt-Moadtt seinem Schicksal entgegen. Unerklärlich bleibt es noch immer, wie er die kolossalen, ca. einen viertel Zentner schweren Monstrebände unbemerkt aus dem Gartenauditorium hat herausschaffen können. Auf Mohnicke ruht jetzt der Verdacht, daß er nicht nur in der Lesehalle, sondern auch in der Univerfiläl und den zu ihr ge» hörigen Anstalten profesklonsmäßige Mardereien vollführt bat. Die Ktratzen unserer Uachbarstadt Charletteuburg waren Donnerstag Abend in tiefes Dunkel gehüllt, in den Gaststuben der Wirthschaften verbreiteten längst vergessene Pettoleum und Oellampen ein trübes Dämmerlicht, auf den Treppen und in den Fluren der Häuser henschte cgyptische Finsterniß. Der Bruch der von Westend herunterkommenden Hauptleitung der Berliner Wasserleitung hatte nicht nur einen mächtigen Baum in der Berlinerstraße zum Fallen gebracht, er hatte auch einen Defett des Hauptstranges der Charlottenburger Gasleitung herbei- geführt und so veranlaßt, daß während d.s ganzen Abends Charlottcnburg ohne Gas war. Noch vor Einbruch der Dunkel- heit wurde den Bewohnern durch Anschlag Kunde von dem Mißgeschick gegeben, so daß man fich wenigstens etwas vorsehen konnte. 300 Mark Krlohnung. Ein dedeutender Diebstahl ist, der„D. G. Z." zufolge, vor einigen Tagen durch einen ge- schickten Gaunerkniff in dem Weißbier-Restamant von Kütz, Mauerslraße 24, verübt worden. Den Dieben fielen hierbei 2000 M. an baarcm Gelde zur Beute. Gegen 4 Uhr Nach- mittags ging es in dem Lokal sehr lebendig zu, sowohl im Gatten, wie im Lokal war guter Besuch. Der Wirth hiett gerade Mittagsruhe, während im Gatten eine Gesellschaft beim Skatspiel saß. Diese vttfitand es, plötzlich die Aufmerksamkeit aller Anwesenden dermaßen auf fich zu lenken, daß niemand auf die Vorgänge im Lokal Acht hatte. Dieser Moment ist von Gaunern benutzt worden, um aus der Gclbschwinae des Laden- tischcs einen graulcincnen Beutel mit dreizehn Einhundett- Mark- scheinen und 700 Matt Metallgeld zu entwenden. Tie Thäter, welche augenscheinlich mtt den im Gattin fitzenden Skat- spielern gemeinsam cperirt haben, hinterließen am Thatotte ein Paar zerrissene Glc? Handschuhe und einen defetten seidenen Regenschirm. Der Bestohlene setzt 300 Mark auf die Entdeckung der Thäter resp. die, wenn auch nur thettweise, Herbcischaffung des gestohlenen Geldes. Lei- endig begraben. Auf einem freien Platz in der Nähe der Dankelmannstraße zu Charlottenburg spielte gestern Nachmittag eine Anzahl Knaben„Begräbniß". Zu diesem Zwecke gruben fie tiefe Löcher in das lockere Erdreich und ver- senkten schließlich einen Knaben, nachdem fie denselben auf ein Brett gelegt und in feierlichem Zuge zu dem improvifirten Grabe getragen, in dasselbe. Infolge des Druckes, welchen die das„Grab" umstehenden Burschen mit ihrem Gewicht aus- übten, gaben die Seitenwände plötzlich nach, und das zusammen- brechende Erdreich verschüttete den zu Grabe getragenen Jungen. Auf das Geschrei der erschreckten„Leidtragenden" eilten mehrere in der Nähe beschäftigte Arbeiter herbei, und es gelang den- selben, den Veftchütteten aus seiner gefährlichen Lage zu de- freien. Derselbe, ein Berliner Bürschlein, namens Karsten, wurde, aus Mund und Nase heftig blutend, seinen in der Potsdamerstroße wohnenden Eltern zugeführt. Hoffentlich wird dieser glücklicher Weise noch glimpflich abgelaufene Zwischenfall dem Burschen für die Folge das Begrädnißspiclen gründlich verleiden. Die letzte Kriefmarkenbörf« im Architektenverein brachte einen ungemein ledhaften Umsatz, der besonders durch die An- Wesenheit von Händlern aus Schweden, aus Könicsberg, Han- nover, sowie durch brieflich eingegangene größere Aufträge aus Paraguay, vom Kap der guten Hoffnung und aus Süd Äustra- lten beeinflußt wurde. Groß war das Angebot in Mexikanern, ein einziger Makler hatte deren 5200 Stück in zwanzig Sorten. Sehr gesucht waren alte Schweizer. Zürich 4 Rappen wurden mit 45 M., 6 Rappen auf Briefsrück mit 14 M. bezahlt. Baseler Täubchen standen 50 M., blieben aber unverkauft. Alte sächfische Postscheine waren in einem Posten von 185 Slück zur Stelle. Norwegen Provisotten— 3 Oere auf 6— stiegen von 20 auf 35. An Neu betten sahen wir Argentinien, Karten mit Rückantwort in Buch'orm, neue schw-izer Postlatttn, Nieder- ländisch- Indien, Nachportomarken. Als Kuriosum wurden aus- gedoten Tunis-Kuverts. Die nächste Börse wird am 27. Sep« tember abgebalten. Psiizei-Kericht. Am 14. d. M. gegen Mittag wurde in der Louismstraße ei» etwa 40 Jahre aller Mann mtt einer Wunde am Kopf, die er allem Anschein noch durch einen Fall erlitten, bewußtlos auf der Straße liegend vorgefunden und nach der Chatttee gebracht.— Im Laufe des Nachmittags wurden auf dem Grundstück Maricndurgetttr. 47 ein Ardeiter durch einen Arbettswagen, in der Junkerstraße ein 8 Jahre alter Knabe durch einen Flaschendicrwagen. am Schöneberger Ufer ein 10 Jahre alter Knabe durch eine Droschke und auf der Kreuzung der Swinemünder- und Rhernsdergerstraße ein 5 Jahre aller Knabe ebenfalls durch eine Droschke überfahren. Der erste Knabe soll nach Aussage von Augenzeugen durch eigene Unvorfichtigleit unter den Wagen geralhen sein und ist an« scheinend nur leicht verletzt worden, die anderen haben Knochen- brüche bezw. innere Verletzungen erlitten.— Abends entstand Kurstr. 50 in einem Ardeiteraum ein unbedeutendes Feuer» welches noch vor Ankunft der Feuerwehr gelöscht wurde. * Nergniigungs-Chronilt. Projektirte» Uegertoire der königliche» Schau- spiele vom 16. bis 24. September. Im Opcrnhause. Sonntag, den 16.: Tristan und Jsolve(Herr Wiemann); Montag, den 17.: Turandot; Dienstag, den 18.: Der Trompeter von Säklingeni Mittwoch, den 19.: Don Juan; Donnerstag. den 20.: Fidelio(Herr Nu mann); Freitag, den 21.: Sympathie, Robert und Bertram; Sonnabend, den 22.: Die Hugenotten; Sonntag, den 23.: Carmen; Montag, den 24.: Martba.— Im Wallner-Theater. Sonntag, dm 16.: Im Reiche der Mütter, Die Prüfung, Sie weint, Eine alte Schachtel; Montag, den 17.: Zum ersten Male wiederbolt: Der Herr Major auf Urlaub; Dienstag, dm 18.: Der Menonit; Mittwoch, den 19.: Der Herr Major auf Urlaub; Donnerstag, den 20.: Die Schauspieler des Kaisers, Der zerbrochene Krug; Freitag, den 21.: Der Herr Major auf Urlaub; Sonnabend» den 22.: Rolenmüller und Finke; Sonntag, den 23.: Der Herr Major auf Urlaub; Montag, den 24.: Tante Therese. Im Königstädtische» Theater eröffnete Eduard Weiß gestern ein Gastspiel als„Klapphorn" in der unverwüstlichen Posse:„Der Bettel st udent von Ber« lin", und zwar vor vollständig ausverkauftem Hause. Herr Eduard Weiß, der diese Rolle nahe an löOmal in Berlin spielle, wurde stürmisch empfangen, und erregte mit seiner urko- mischen Leistung wahre Lochstürme des Publikums, das ihn unzählige Male vor den Vorhang rief. Vorläufig spielt Herr Weiß noch einige Abende im„Bettel st udent von Berlin", um dann sein Gastspiel als Bürgermeister im„Rattenfänger von Hameln" fortzusetzen.Z Gericht»-Zeit««s. Wittme von Holdt! ttcf der Gettchisdiener auf den Korttdor hinaus und eine Frau in den dreißiger Jahren betrat hierauf den Gerichtssaal, um auf der Anklagebank vor der 89. Abtheilung des Schöffengerichts Platz zu nehmen. Vor- fitzender: Sind Sie die Wtttwe Marie von Holdt, geborene Müller und scpattrte Bellevue?— Angeklagte: Det bin ick freilich!— Vorsitzender: Sie find wegen Hausfriedensbruchs angeklagt; bekennen Sie stch schuldig?— Angeklagte: I wo wer ick denn!— Vor fitzender: Nun, noch der Anklage sollen Sie am 25. Apttl, Abends gegen 11 Uhr, in der Wohnung der unverehelichten Emilie Boden gewesen sein und fich aus der» selben kotz wiederholter Aufforderung nicht entfernt haben.- Angeklagte: Jott dewahre, ne, det wär noch schöner, ick wollte blos meine Forderung inziehm. Nämlich, Herr Jettchtshof, die Sache is die, daß die Boden, diese nette Person, mir vo« früher noch was schuldig is, det ick nich ttiegen kann.— PttJ fitzender: Das mag sein, aber Sie sollen fich nicht cntfio» baden, als Sie von der Bodm dazu aufgefordert wurden.- Angeklagte: Nanu, die is ja erst mtt runter gekommen und W mir die Hausdiehr uffgemacht!— Voifitzendcr: Sie bestreite» also die strafbare Handlung; gut, so müssen wir die Zeugi» vernehmen. Zeugin giebt ihre Aussage im Sinne der Anklage ab.— Vorfitzender: Wie ist die Angeklagte i» Ihre Wohnung gekommen?— Zeugin: Ick habe keene Ahnung, Herr Gerichtshof!— Vorfitzender: Sie ist add doch dttnn gewesen? Zeugin: Na ob nich! Als ick die Dbi« uffmache, sehe ick fie leibhaflig in meiner Stube stehen. Von fitzender: Und dann haben Sie die Angeklagte aufgefordert, d« Wohnung zu verlassen? Zeugin: So war et; dreimal sagte» zu ih-: Nu aber raus! Aber die hat wat los. wenn fie Mund uffmacht und, Herr Jettchtshof, die ihre Antwort bätte» Sie hören sollen! Da dreht fle mich den Rücken hin un W stch die Röcke beben-- Vorfivender: Sie hat also gn schimpft? Zeugin: Wie ne alte Kaffeemühle haben ihr die Zähtt geklappert; man sollte jar nich jloben, det so wat die Möglich keit ist. Angeklagte: Herr J.-lichtshof, det is einfach ne jwtz Lüje, denn ick wollte blos mein Eigenthum wieder holen, wel ick ihr jepumpt habe und fie is noch runter jeklettett, um de» Dohrweg uffzumachen. Zeugin: Herr Jerichtshof, die bat w» nichts gepumpt; ick habe früher bei ihr jewohnt, aber da h»" ick 5 Mark abladen müssen-- Angeklagte: Herr Jericho Hof, ick habe ihr erst ne Waschschüssel jejeden, damit fie D reinijen kann un och en Duch un ne Decke und-- Zeugi«! Herr Jettchtshof, für jeden Dag habe ick meine 5 Marl—" Angeklagte: Herr Jerichtshof, die Person hatte ja nick mal»' Schüssel—— Zeugin: Wat, ick keene Schüssel? Nu fdW eener lang hin-- Vorfitzender: Nun hören Sie endlich � Ihren Zwiegesprächen auf.— Der Staatsanwalt beantragte f» den erwiesenen Hausfriedensbruch, der allerdings in sehr milW» Lichte erscheine, eine Geldstrafe von 20 Mark cvent. 5 D# Gefängniß und der Gerichtshof erkannte diesem Antrat gemäß. * Kleine Ursachen haben oft große Wirkungen zur FoV und der M>nsch sollte fich vor allem befleißen, seinem Jätizo» die nothwendigen Zügel anzulegen Welche unheiloollen Folze« ein unüberlegter Ausbruch des Zori s nach fich ziehen kau» mußte der Kutscher Hildebrandt, welcher gestern, der Mißha»� lung angeklagt, vor der 89. Abtheilung des Schöffengericd» stand, erfahren. Am 23. Juni waren mehrere Bivicnitctc W* Pferdcbabngesellschaft, unter denen stch auch Hilvebranot beW- mtt dem Rangiren von Wagen auf einem der betreffenden% sellschaft gehörigen Grundstück in der Manteuff- lstraße besäM tigt. Während der Frühstückszeit blieben einige Wagen auf ve« G. leisen stehen und die liebe Irgend machte stch diesen 1W stand zu Nutze, um fich mtt dem Hin- und Herschieben# Fahrzeuge die Zeit zu vertreiben. Nach und nach halte fich ganze Schaar von Knaben und Mädchen eingefunden, wcll> fich theils selbst bei heiligten, theils dcm Spiel vergnügt J"' schauten. Der Versuch, die Kinder von dem Trttbcn adzuhalb»- hatte keinen Erfolg, weil fie zwar momentan davonliefen, aWf immer wieder auf dem Plan erschienen, sobald vre Arbeiter st? zurückgezogen hatten. Endlich ttß dem Kutscher Hildedrandtd» Geduld, er lief den Ausreißern nach und erwischte d.n 13jädlv gen Knaben Kopka, den er im Genick packte und nieverimk' Sierbei fiel derselbe so unglücklich mit dem Gefichl auf � chiene, daß ihm 2 Vorderzähne abbrachen und er außerdes mehrere Kontufionen am Kopfe davontrug. Wie gewöhnlich% solchen Fällen, so war auch hier ein ganz Unschuldiger gef»? worden, denn der Verletzle hatte soeben erst den Hof bttrelw und fich daher in keiner Weise an dem Unfug betheiügen könne* Nach einem ärzllichen Attest wird der Knabe während seilt» ganzen Lebens durch den Verlust der Vorverzähne entstellt am Sprechen debindert sein. Der Staatsanwalt beartrufl* angesichts dieses Umstand« gegen den Angeklagten eine% fängniß strafe von 4 Wochen. Der Gerichtsbof war ebenf# der Anficht, daß die dem Knaben zugefügte Verletzung als eitt recht schwere angesehen weiden müsse; dennoch habe der Avtst' klagte, welcher vollständig unbescholten sei, mildernde Urnftfl»* zugebilligt erhalten und« sei nur auf eine Geldstrale»4 30 Mark eventuell 6 Tage Gefängniß gegen ihn crka»* worden. Gin» grosse Ki-rfrage beschäftigte gestern die 6. rufungskammer des Landgerichts I. 7 Biei Verleger waren vCl Schöffengericht des Vergehens gegen das Nahrungsmiltelgel» in ideeller Konkurrenz mit versuchtem Betrüge für schuldig � sunden und zu einer Geldstrafe von je 30 M. verurlhettt«c»' den. Sie hatten 3 Verthetdiger, die Rechtsanwälte Dr. Wo'.ff, Dr. Joers und Rechtsanwalt Cohn angenommen, web? in der zwcrlen Instanz für ihre Freisprechung wirken, u», außerdem 2 Sachverflänvige geladen, welche das belastende achten des Gcrichlschemikers Dr. Bischof entkräften sollen. letztere hatte gefunden, daß dos von den Angeklagt� in den Verkehr gebrachte Lübbcner Bier nur et** halb so viel Extratt enlhiett, als es enthrlien st?11',' und die Angeklagten machten auch kein Hehl daraus, daß das aus der Brauerei bezogene Bier mit mindestens eben so% Waffer vermischt und durch Zuckerzusatz versüßt hätten.®, behaupteten aber, daß dies eine Gepflcgenhett sei, welche*, allen Berliner Bier Verlegern ohne Ausnahme geübt werde, be» das unvermischte Gebräu würde in abgezogenem Zustande** Behälter sprengen und auch keiner Wöchnerin, für die ti"i sonders bestimmt sei, munden, schließlich sei es ader unmög»'? ein unverdünntes Bier für den üblichen Preis von 8 10 Pf. die Literflasche zu liefern. Dieser letzteren®. hauptung stimmte Dr. Bischof bei, im übrigen(6% ein derartig gemischtes Bier aber leichter um als vermischtcs und verdiene eigentlich die Bezeichnung„Wfi überhaupt nicht mehr, da von dem Gebräu so wenig van enthalten sei, daß man es nur als einen Zusatz zu dem quantib* überwiegenden Zuckerwasser ansehrn könne. Der von der theidigung geladene Sachverständige Dr. Reinke begutaw"' daß die Abnehmer von der Brauerei darauf angewiesen die beregte Mischung vorzunehmen, wie di« auch bei den%% bicrbrauereien der Fall sei. Die Lüdbener Brauereien unterlrnw schon um deswillen den Zusatz von Zucker, weil derselbe sieuttt werden müsse, und um ihren Abnehmern entgege»» kommen, würde die Würze mit so viel übe schüjstger Hefe braut, daß fie einen erheblichen Wafferzusatz vertragen könne. Pächter der Lüdbener Stadtbrauerei, Herr Köhler,* kündete, daß es auch in� allen Lüdbener Fa*"� üblich sei, eine ähnliche Mischung vorzunehmem��, 0# Verlheidiger begründeten auf dies Ergebnis der aufnähme ihre Anträge auf Freisprechung ver Angeklagten, rend ver Staatsanwalt nur anerkennen wollte, daß den klagten die Anficht zu: E. langung eines rechtswidrigen � mögensvorlheil« nicht innegewohnt halte und ein velj»«� Betrug nicht vorliege. Dagegen bleibe das Vergehen aj Nahrungsmirtelverfälschung zweifellos bestehen und es könne in Betracht kommen, od und inwieweit die Brauereien dazu � Hand geboten. Der Gerichtshof schloß fich diesen Ausfüh.u.�z an, hob das erste Urtherl, auf insofern« den versuchten � � betraf, und verutthttite die Angeklagten nur wegen Wahf* mittelvettästchung. wobei es aber in Betreff des Strafmaß»* dem ersten Erkenntnis verblieb. Heretue«nd NersammlunS� Gross» öffentlich» Derfammlung der Posa«*"� und BerufSgenoffen am Sonntag, den 16. September- Wittags 10 Uhr, im„Konigstadt- Kasino", Holzmarktstraße 72. •Mfljiordf.ung: Was muffen wir thun, um uns die errungenen wrtheile zu erhalten. Wahl einer Revifionslommisfion. Das erscheinen aller Kollegen ist nothwendig. AR- ♦? av a■ V a--*. I_____ f z. X f**--- X-- ........... 1. Vortrag über die Bauernkriege. 3. Verschiedenes und Fragckasten. Gäste find '�'�«cqmleve, Tlellmaazer,«cviosser u.>. w.,«onniag, ocn A. September, Vormittags 10; Uhr, Tieckstraße 24 bei Herrn vchmidt. . Verein sur Wahrung der Juteresten der Tischler. «alle, Sonntag, geselliges Zusammensein mit Familie im Ver- "Mlokal. y Verein der Aattler. Gemüthliches Zusammensein inkl. �anz am Sonntag, den 16. September, in Gratweil's oberem «M, Kommandantenstr. 77. 31 n fang 6 Uhr. c Verein der Ginseher(Tischler). Versammlung am vonniaa. den 16. d. M., Vormitlags lOj Uhr, Neue Friedrichl Uage 44. Saflcsorbnunci i 1 nu*- �pistuffton. 1~ »ullommen. Ver Verein der Kananschlager Kerii» W hält seine "Mste Veriammlung am Sonntag, den 16. d. M., Vormittags Uhr, im Vcreinslokal Kurfürstenstraße 31 ab. Freunde und «onner werden hierzu eingeladen. . Allgemeine Kranken- und Kterdrkast'e der Metall- �b»it»r.(E. H. 29, Hamburg.) Filiale Berlin VL Sonntag, r? 16. d. M, Vormittags 10; Uhr, Gartenstraße 123 bei : Mitgliederversammlung. Verein zur Wahrung der Interesse» der Korb- |r>chrr Kerlin» unv Umgegend. Sonntag, den 16. S-ptbr., N'Mrttags 10 Uhr, Versammlung bei Otto, 3ldalbertstr. 21. «tgesordnung: Verschiedenes. seutral-Krankenkasse der Maurer p. p. Grundstein �Einigkeit, örtliche V.rwaltung Berlin l. MilgliederVer- z�mlung am Sonntag Vormittags lO Uhr, in Scheffels Salon, Wsir. 10. Tagesordnung: Vottrag des Herrn Dr. Sommer« über das Tvcma:„Wie gelangen die thierischen Parafiten, besondere die Bandwürmer in den menschlichen Körper. 2. «lschredenes. » Verein Kerliuer Nagelschmird». Sonntag, dm 16. d., �rinmags 10 Uhr, Lichtendergerftraße 21 bei Heise, Bersamm- % Tagesoronung: 1. Regelung der Reiseunterftützung. �ewerlschafttiches. 3. Verschiedenes und Fragekasten. . Ver Uerrin snr Wahrung der Interessen der Schuhmacher und verwandten Berufsgenoffen veranstaltet am Anmag, den 16. d. M., eine Landpartie mit Damen nach Mwargendort. Treffpuntt Askanischer Platz Mittags 1 Uhr. 'Mjugltt Schützenbaus Schmargendorf v Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, «r l6. d. M., Vormittag 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. Wille über:„Die Wabrhastigkeit". Damen unv Herren »Gaste willkommen.— Am Montag, den 17. d. M., ebendaselbst, �tnds 8% Uhr, beschließende Versammlung der Mitglieder. � Verein zur Wahrung der Interesse« der Schuh- s.�chrr und»ermandten Kerufvgruossen Kerlin». Ver> jyWrniung am Montag, bin 17.: cvttmber, Abends 8V Uhr, in Jchs Salon, Brunnenstraße 140. Tagesordnung: Kapital und ldeu. Referent Herr M. Baginski. % Verband der Möbelpolirer Kerlin» und Zlmgegrnd. Mgm. Montag, Abends;9 Uhr, im Andreasgarten, Andreas- x°de36. Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Jst- Wille über:„Die Moral des wahren Glückes." 2. Auf- rchaie neuer Mitglieder. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Ver- �Udenes. Der Umtausch der Bidlioihelbücher findet vor und M der Versammlung statt. Das Erscheinen aller Mitglieder �Micht. Gäste find willkommen. . Vraße össentlicheNrrsammlnngsämmtlicherLachirer 5': Branchen Berlins und Umgegend am Montag, den '■ September, Abends 8� Uhr, in den„Armin Hallen", Kom- �ndantenstr. 20. Tagesordnung: 1. Die Vortheile einer Mralisation und wie stellen fich die Lackirer Berlins zum An- an die Vereinigung der deutschen Maler, Lackirer und sandten Berufsgenoffen. 2 Gewerkschaftliches und Verschie- ,�>es.@g jst Pfl�t eines jeden Kollegen, in dieser Versamm- w erscheinen. � Fachverein»er Former und verwandten Berufs- zMen. Versammlung am Montag, den 17. d. M., Abends i in Krieger'S Salon. Wasserthorstr. 68. Tagesordnung: m.-�le verhalten wir uns zur Einführung der Lohnarbeit? 4 m Herr Kersten). 2. Diskusston. 3. Kassenbericht. _ �ahl eines Revisors 5. Verschiedenes und Frrgekasten. Frei« N»reiniau»g der Graveure, Ziseleure und Keruf«g»«osse». Versammlung am Montag, den 17. d. M, Abends 9 Uhr, im„Dresdener Garten", Dresdmerslraße 42. Tagesordnung: 1. Geschästliches. 2. Vortrag des Herrn Dr. Sandderg über:„Die Reise durch die Hochalpen." 3. Ver- schiedenes. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. Auf die Veränderung des Aereinslokals ist zu achten. Nersammluvg der Kau-Stuckateure am Montag, den 17. September er., Abends 8 Uhr, in Kfinskis Lokal, Fischer- straße 10. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn I. Stein- scheider über den Orden Jesu im Lichte der Geschichte. 2. Er- gänzungswahl des Vergnügungskomitee's. 3. Verschiedenes. Neue Mitglieder weiden aufgenommen. Freunde und Gäste haben Zutritt. Geffentliche Versammlung der Lackirer am Montag, den 17. September, Abends 8& Uhr. Tagesordnung: 1. Die Vortheile einer Zentralisation und wie stellen fich die Lackirer Berlins zur Gründung einer selbstständigen Filiale der Maler, Lackirer, Anstreicher und Beiufsgenossen. 2. Verschiedenes. Fachverei« der Lithographiesteinschleifer und Bc- rufsgenoffen. Montag, den 17. September, Abends 9 Uhr, Grenadierstr. 33: Versammlung. Vortrag des Herrn Sander über Zweck und Ziel des Fachvereins.— Gäste willkommen.— Die Luxuspapierpräger find besonders zu dieser Versammlung eingeladen. Fachverei» der Former und oermandteur Keuf» genösse». Versammlung am Montag, den 17. d. M., Abends 8 Ubr, in Krüger's Salon, Wafferthorstr. 68. Tagesordnung: 1. Wie verhalten wir uns zur Eintübrung der Lohnarbeit? (Referent Herr Kersten.) 2. Diskusfion. 3. Kassenbericht. 4. Wahl eines Revisors, ö. Verschiedenes und Fragekasten. Lachvrrei« der Kuchbiuder und»erw. Deruf«- gruosse« am Montag, den 17. September, Abends 8; Uhr, Vereinsversammlung im Louisenstädtischen Klubhause, Annen- straße 10 I. Tagesordnung: 1. Vortrag„Zur Frage der weid- lichen Hllfsarbester. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Freie WreWguug der Vergolder und Fachgrnossen. Versammlung am Montag, den 17. September, Abends 8; Uhr, im Saale des Herrn Schcffer, Jnselstr. 10. Tagesordnung: 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Verschiedenes. Mitglieder werden aufgenommen. Produktiv- und Pohstoss- Genossenschaft der Schneider;« Serli«(Eingetragene Genossenschaft). Generalversammlung am Dienstag, den 18. September, im Lokale Mohrenstraße 40. Tagesordnnng: 1. Monatsbericht. 2. Vorstandswahl. 3. Geschäftliches. Versammlung der Vereinigung der Maler und ver- wandten Berufsgenossen Deutschlands, Filiale Berlin W. und SW., am Dienstag, den 18. September, Abends 84 Uhr. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Schweitzer. 2. Wahl esnes Bibliothekars und Ergänzungswahl der Arbeitsvermitte« lungskommisfion. 3. Grenzregelung. 4. Verschiedenes. Vereinigung der Drechsler Deutschland», Ortsver- waltung II(stockdranche). Mitgliederversammlung am Diens- tag, den 18. September. Abends 84 Uhr, in den Ärminhallen, Kommandantenstr. 20. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Gc- werkschastliches. 3. Der Hamburger Streik. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Gross« öffentliche Versammlung der Lackirer Ber- lins und Umgegend am Dienstag, den 18. September, Abends 8 Uhr, in Faustmann's Salon, Jnoalidcnstraße 144. Tagesordnung: 1. Bericht der Revisoren über die Abrechnung des Streiks. 2. Diskusfion. 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen ist dringend nothwendig. Der Verein der Dameumantel- Schueidergrselle«. Bügler, Stepper und Zuschneider hält seine Versammlung am Dienstag, den 18. September er., Abends 84 Uhr, Michaelkirch' straße 39 bei Prawitz ab. Tagesordnung: Der Verein, sein Ziel und seine Bestrebungen. Eine»ssrutlich« Generalversammlung der Drech»ler und Berufsgenoffen findet am Dienstaa, den 18. September, Abends 8j Uvr, im Köniafiadt-Kaflno, Holzmarktstraße 72(Ecke Alexanderstrvße) statt. Tagesordnung: 1. Vortrag und Diskussion über„Unsere Lohnverhältnisse" und„W a s wir wolle n". 2. Die Stellung der Berliner Gewerkskollegen für den Eintritt in eine Lohnbewegung. 3. Verschiedenes. Die wichtige Tagesordnung erfordert als Pflicht eines jeden Kollegen, dort zu erscheinen. 31 uf denn zur Versamm- lung! Turn- und geseUig« f/evtint am Sonntag. Lübeck'fch« Tumverein(2. Lehrlingsabtheilung) Abends 6 Uhr Elisabeth» straße 57—58.— Turnverein„Wedding"(2. Lehrlingsabtheiluna) Nachmittags 4 Uhr Pankstr. 9.— Turnverein„Froh und Frer' (Lehrlingsabthellung) Nachmittags 4 Uhr Bergs». 57. Gesaug-, Tue«- und gesellig» Veeetue etr. am Montag. Gesangverein„Unverzagt" Abends 84 Uhr im Nestau» rant Goering, Köpmckerstraße 127».— Gesangverein„Sängerlust" Abends 9 Uhr im Restaurant, Landsbergersmrße 80. — Gesangverein„Bruderbund" Abends 9 Uhr im Restaurant. Nauntjnstr. 78.— Männergesangverein„Weiße Rose" Abends 9 Ubr im Restaurant Kleine,. Gerichts» straßelO.— Männergesangverein„Eintracht 1" Abends 9 Uhr Köpmckerstraße 68, im Restaurant.— Gesangverein„Echo 1872" Abends 9 Uhr Oranienstr. 190.— Männergesangverein„Firmitas". Abends 9 Uhr bei Wolff u. Krüger, Skalitzerstt. 126, Gesang und Musik.— Turn» verein„Hasenhaide"(Lehrlingsabtheilung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstr. 60—61.—„Berliner Turngenossenschaft" (7. Lchrlingsabtheilung) Abends 8 Ubr in der städt. Turn» Halle, Britzerstr. 17— 18;— desgl. 6. Männerabthcilung AbendS 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Gubencrstr. 51.— Lübeckscher Turnverein(Männerabtheilung) Abends 8 Uhr Elisabeth« straße 57—58.— Verein ehemaliger Schüler der Vit. Ee- meindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Linden» straße 106.—„Friedrichs-Verein"(ehemalige Zöglinge des großen Friedrichs-Waiscnhauses der Stadt Berlin) Abends 84 Uhr bei Bormann, Ohmgasse 2.— Vergnügungsverein„Lustig" Abends 9 Uhr bei Thamm, Schön- hauser Allee 28.— Verein„Ratibor" Abends 84 Uhr im Restaurant Fritze, Elisabethstt. 30.— Arends'scher Stenographenverein„Mercur" Abends 84 Uhr im Restaurant JBaatz" Blumenstr. 10.— Arends'scher Stenographenverein„Apollobund" Abends 8% Uhr Thurmstr. 31(Moabit.)— Wissenschaftlicher Verein für Roller'sche Stenographie. Abends 84 Uhr im Münchener Bräuhaus, Neue Friedrichs ffr. 1, Unterrichts- und Uebungsstunde.— Rauchklub„Hellblau" Abends 49 Uhr, Skalitzerstt. 143. Telegraphische Depesche». (Wolff's Telegrapben-Bureau.) Hamburg, Sonnabend 15. September. Der Postdamvfcr „Holsatia" der Hamburg- Amerikanischen Packetfabrt-Akticnge- sellkchast ist, von Westindien kommend, heute in Havre ringe- troffen. Maldevkircken» Sonnabend, 15. September. Die crg tische Post vom 14. September(ab London 8 Uhr 25 Minuten) ist ausgeblieben. Grund: Schiff hat wegen starken Nebels auf See den Anschluß in Vlisfingen verfehlt. Kern, Sonnabend. 15. September. Der Bundesratb hat Franz Troppmann aus Floß(Bayern), der mit den in Ch'cago Hingerichteten Anarchisten in Korrespondenz gestanden und durch Reden in Versammlungen bewiesen hatte, daß er fich zu den verbrecherischen Tendenzen der Anarchisten bekenne, aus dem Gebiet der Schweiz ausgewiesen. Sofia, Sonnabend, 15. September. Die Räuberbande, welche vor einigen Tagen bei Dubnitza drei Personen ge- sangen fortgeführt hatte, wurde gestern von der Gendarmerie angegriffen. Zwei der Gefangenen wurden befreit, der dritte erlag wenige Stunden später den ihm von den Räubern zugefügten Mißhandlungen. Ein Räuber wurde getödtet, ein anderer verwundet, die übrigen wurden zerstteut.— Der diplomatische Agent von Rumänien, Djuvara, ist heute hier ein- getroffen. London, Sonnabend 15. September. Der Uniondampfer „German" ist am Donnerstag auf der Heimreise von Capetown abgegangen._ Kriefimsten der Redaktion. Bei Anfragen bitten wir die AbonnementS-Outttung beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht ertheilt. p. H. 00. Sie können, wenn die Sohlen nicht nachträglich ordnungsmäßig festgemacht werden, den Schuhmacher auf Rück- zahlung des Kaufpreises gegen Rückgabe der Stiefel verklagen. U. S. Hussttenstr. 1. Einem Schlafburschen, der fich in dieser Weise benimmt, kann die Schlafstelle ohneZurückgade des vorher ge» »ablten Schlafgeldes entzogen werden. 2. Sie können soviel an Entschädigung beanspruchen, als die Reparatur des Ausguß« beckens kosten wird. v _____ �3bei-, Spiegel- n Polsterwaaren-Magazin von Bahls& Mayer, Kastanien-Allee 83, 007 �J�feHIen bei gediegener und guter Arbeit die solidesten Preise. Auch auf Thelllahlnug. Betten N« Stand für 9 Mark, heiartige Waare führe e»% ich nicht. Putzfedernabfall und Bettfedern(?) 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Septbr., Abends 8i Uhr. am Dienstag, Kurfürstenstr. 31. Tagesordnung: 1. Vortrag von Kollege Schweitzer. 2. Wabl eines Bibliothekars und Ersatzwahl der Arbeitsvermtttlungskommisfion. 3. Grenzregelung. 4. Verschiedenes. 589] Der Vorstand. Oeffentliche Ichlicid:r-vktsmmll»ig am Montag, den 17. Sept., Abends 8 Uhr, im �ouisenstäotischenKonzerthaus", Alte Jakobstt. 37. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission über die Organisa- tionsfrage und eventuelle Vorschläge zur Gründung einer Lokalorganisation. 2. Diskusfion. 583] Da» Komitee. Kecklt muß Acckt MeiEen! Anfertigung von Klagen, Eingaben, Bittschriften, Steuerreclamatronen, Jnterventions» klagen zu soliden Preisen. Große Praxis in Straf fachen. Berufungsschriften: Strafaufschiebungs' gcsuche; Besorgung des Armenrechts ,c. Ratb und Auskunft wird jederzeit kostenfrei ertheist Bechtsbeistandsburean 112. Große Fravksurterstr. 112 Homöopath. Klinik Geschlechts.. Frauenkrankheiten. Für Kassenmitglieder Ermäßi gung. 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Slrate verbüßt hatte, wurde er den Seine«, der Frau und 3 unerwachsenen Kinder», mitten in der Arbeit durch den Tod est rissen. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdiaung findet Dienstag, de« 18. d. Mls., Nachmittags 4 Ubr, von der L ichenballe des Thomaslirchhofes in Bril aus statt. Die Köuigoberg-Kertinef parteigenoste». «schein k'« H( * SRor! Preußische Lotterie. 5, 3,00, V, 1,50,>.« 75 Pj.» Zu haben Grauiendurgerstraß«' cren- Geschäft.[45?. . Zum -tf das '/a 5,75, Klaffe._ im Zigarren-Geschäft. -Ki Erste Klasse Aohtaöak I 2. Ortober m All dIpandauer Drucke 6 Kgl.PrBOSSlliis!i.-] Originale nnd Antheile; Vi& 56 M-, V, ä 28 M.,'/« i 14 M,« g k 7 iis Vi. ä 3% M.,' a 1,8011, R 1 M. Bestell, erbitte innerhalb 8 Tage» Nach Ausserhalb gegen vorherige Einsendung des Betrages Rieb. Schröder, (S< r. 48, am Haohschen Markt. Bankgeschäft, Berlin W., Markgrafenstr. Gensdarmenmarkt ale• Rosenthalers«r. 31 m dei "den. v Der fes; Ifet1 L�nsätz« Gegner 5">-lncr, sindet. 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