»r. 224« Sonntag, den 23« September 1888. 5« Iichrg. .tag iß 186) jinbW fS awat' «i» "S n S®0 Rour m* Lt amv'ß MimVMIiilt Brgan für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliner olksblatt" Abonnementspreis für Berlin frei " jl___ xrijc. or crir rri n.t______ eiiijchtc Nun,mer S Pf. Sonntagö-Nunimcr mit' dem„Sonntaas�Blatt" ((Eingetragen tn der Postzeitungspreisliste für 1888 Wer Nr. 849.) 10 Pf. Jnsertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Auftragen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerftraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Keuthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. » Nrr l, estige« Kn««-» liest fnt nnftvt Abousestes Abonnements-Einladung. . Zum Quartalswechsel erlauben wir urs zum Abonnement auf haz »KerUtter Nolksblatt" dem wöchentlich erscheinenden Konntageblatt einzu« . Der Standpunkt unseres Blattes ist bekannt. Es steht auf N« Bodm des unbeugsamen Rechts. Die Erforschung und Darlegung der Wahrheit auf allen Gebieten des öffentlichen gbens ist seine einzige Aufgabe. Als treuer Berather und Leiter für die Aufhebung und Ausgleichung der Klaffen- jj-fenfätze ist das„Kerliner Nolboblatt" ein entschiedener Gegner jeder Politik� die ihre Endziele in der Bevorzugung jj�Hnet, heute schon mehr berechtigter Gesellschaftsklassen ..Das„Kerliner Molksblatt" sucht seine Aufgabe durch 'aAllche Behandlung der polttischen als auch der Taaesfragen zu füllen. Die gleichen Grundsätze letten uns bei Besprechung anserer städtischen Angelegenheiten. Feuilleton unseres Blattes veröffentlichen wir Aus» »angs September ab einen ausgezeichneten Roman aus dem kenianischen Arbeiterleben, betitelt «Die Wtter der Arbeit" Zersetzt von Natalie Kievkaecht. y. Schon der Name der Uedersetzerin bürgt dafür, daß unseren PJtn hier eine ebenso spannende wie gediegene Lektüre ge» wird. «i. linser Konstagsblatt macht es fich nach wie vor zur Made, nur die besten und vollendetsten Arbeiten derjenigen SSWtfleller zu bringen, die auf dem Boden des wirklichen ■�«ns stehen. j.. Das„Kerliner M-lbsblatt" kostet für das ganze Viertel» l�.k'ret ins Kass 4 Ma»k. für den Monat Ottober '«ark»S Vf., pro Woche 85 Pf. Bei Selbstadholung unserer Expedition SV 1 Mark pro Monat. «....Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstaltin Abonne- für das nächste Vierteljahr zum Preise von 4 Mark ent» Die Redaktion nnd Expedition � deS„KeYiisnr Molksblatt". (67? % Ieuilleton. [10 w An««rechter Stelle. �ach einer russische» Erzählung von Dr. 3. L. D» m_ XIII. lhes W��täutiaarn Ewgescha'« war der junge Kompagnie- ihn bi. erat �weoitsch Ialilow; einen guten Herren nannten bich... Soldaten seiner Kompagnie. Im Kreise der Offiziere !ti»W�.er fich durch Intelligenz aus, las Viel, brachte to«nx e �(it in den gebildeten gesellschaftlichen Kreisen Mbl- selbstverständlich von der Krankheit des„Mit- die Volksleiden" angesteckt werden.— In den luitop-stund gerieth er aus denselben Gründen, wie andere fe»e in Rußland in einen Dienst gerathen: eS bot k a! Gelegenheit und Zalikow.wurde Offizier; hätte es stttx /all gewollt, daß sich eine andere Gelegenheit eröffnet SbL®®r< er Beamter bei irgend einer Behörde ge- v den Beschwerden deS Dienstes zog er sich nie «ina.« �ißt, in dem milttärischen Jargon gesprochen, Ne« et nicht; trotzdem verursachte der Dienst seinen oft trübe Stunden. Maluga machte die Be- �ch.. st Jalikow's, als dieser mit seiner Kompagnie die j iu»«�«efäugniß bezog. Aus den ersten Worten, die \ if® Offizier mit Maluga wechselte, merkte letzterer, >, da«»�uiandte Seele gefunden zu haben. Bei Beiden u bp«®on einer passiven Liebe erfüllt, die nur Di. �benmenschen warm, sehr oft aber kalt berührt. Web»«, Anleitung der Unterhaltung berührte die Un- We vst mit dem Dienste, in welcher sich derarttge �here« nf9®1 befinden; dann kamen sie zur Kritik t wir nur eine Bibliothek," erzählte Ialilow, 9{ �s'Iuffung neuer Bücher müssen wir uns GehaltS- rufen lassen, trotzdem wir einzelne Journale, Kildnng nnd Alkohol. Wenn man von der„ S ch n a p S p e st" spricht, so pflegen dabei unsere Philister immer nur an die A r b e i t e r zu denken. Alle die pathetischen Deklamationen des Mucker« thumS gegen den„ S ch n a p S t e u f e l" richten sich an die große Masse, der man selbstverständlich auch den größten Antheil an allen Lastern und und unheilvollen Ge« wohnheiten zuschreibt. Unsere Philister, die sich mit großem Unrecht zu den„Gebildeten" rechnen, erweisen sich selbst damit einen großen Gefallen und schmeicheln ihrer Selbst- liebe, denn je pathetischer sie von den Lastern der Menge sprechen, um so Heller strahlt ihr tugendhaftes eigenes Ich aus dem Spiegel zurück, den sie anderen vorhalten. Man darf nur beobachten, welches Geschrei erhoben wird, wenn ein armer Mensch, der einige Pfennige zusammengebettelt hat, sich ein Gläschen SchnapS kauft. Die Philister schwören bei allen ihren Heiligen, daß sie einem solchen„Lumpen", der„Alles in Schnaps versäuft", keinen rothen Heller mehr aeben werden, und der Bedürftige, der zunächst kommt, er- hält auch nichts, denn von da ab steht jeder im Verdacht, ein Säufer zu sein. Aber soll ein armer Mensch, der einer Stärkung bedarf, für die zusammen- gefochtenen Pfennige vielleicht Rheinwein sich an- schaffen? Der Philister nimmt, namentlich wenn es kalt ist, gern zu Hause einen Schluck Liqueur, und nie- mand wird eS ihm verargen. Aber man verarge dem Armen auch nicht den Schluck schlechten Sprit, womit er sich erwärmen oder zu erftischen genöthigt ist. Dem Gezeter der Pharisäer gegenüber berührt eS eini- germaßen sympathisch und mag als eine Art von Genug- thuung für die Arbeiter betrachtet werden, waS auf der Hauptversammlung deS Vereins gegen den Mißbrauch gei- stiger Getränke über den Antheil der gebildeten Klassen am Alkoholgenuß gesagt worden ist. lieber die Bestrebungen dieses Vereins haben wir uns schon wieder- holt geäußert; auch ist unser Begriff von„B i l d u n g" jedenfalls ein anderer, als in jenen Kreisen, wo man die Leute mit einem gewissen Besitz ohne weiteres auch den„Gebildeten" zuzählt. Doch möge man den Be- griff der gebildeten Klassen nun enger oder weiter ziehen— eS wurde auf jener Versammlung endlich einmal— und zwar von mehreren Seiten— gesagt, daß man nunmehr aufhören müsse, immer nur an die Arbeiter zu denken, wenn vom Alkoholismus die Rede ist. Der Bankdirektor Emminghaus von Gotha brachte mit scharfen Worten einmal die studentischen Trinkgelage zur Sprache und be- tonte, daß in den gebildeten Kreisen die Trinker förmliche Kurse durchzumachen hätten. Das ist in der That so; es giebt nicht nur bei den Studenten, sondern auch bei den„gebildeten Leuten" im ManneSalter zahllose Vereinigungen, die einen gewissen„Komment" haben, der im Ganzen nichts bedeutet, als daß nach gewissen Formen die von der Regierung erlaubt find, nicht zum Lesen be- kommen." „Wie läßt sich daS erklären?" „Der Regimentskommandeur verbot einfach das Abonne- ment auf einige Journale zu erneuern." „Warum das?" „Ausschließlich auS dem Grunde:„ich will nicht!" Mißfällt ihm irgend ein Journal, so wird eS von der Liste gestrichen." „Warum beschweren Sie sich nicht? Natürlich in ge- schickten Form?" „Lohnt eS wegen einer solchen Lappalie sich das Renomee zu verderben?" „Freilich, daS ist auch richtig," bemerkte Maluga, „man muß sich lieber schonen, um die Möglichkeit zu haben, den Soldaten Nutzen zu bringen." „Ja, ja, man muß sich schonen und gegen solchen Un- sinn keine Bravour verschwenden. Journale kann man auch von Bekannten bekommen." Diese Unterhaltung im Bureau der Gefängnisse führte zu einer näheren Bekanntschaft. Auf Ewgescha mochte die Persönlichkeit Jalckow's einen günstigen Eindruck: ein hübscher junger Mann mit einer angenehm klingenden Barstonstimme, mit gebildeter Aus- drucksweise und Manieren. Zu einer Liebe waren diese Eigenschaften allerding« nicht hinreichend; da« Ideal Ewgescha's mußte heroischer angelegt sein und Jalikow ge- lang eS, in ihr den Glauben zu erwecken, daß ihm die Qualitäten dazu nicht fehlten. Nach seiner Gewohnheit, sich über den Dienst zu beklagen, sagte er auch zu Ewgescha: „Schwer lastet auf uns der Dienst!" Verwundert blickte sie ihn an; eS ärgerte sie schon stets von ihrem Vater und seinen Bekannten diese Phrase zu hören.„Von Ihnen hätte ich diese Klage nicht erwartet," sagte sie,„und ich kann ihr auch keinen Glauben schenken; wenn eS wirklich so lästig wäre, so würden Sie nicht dienen. Oder gehören Sie auch zu der Sekte der Wehklagenden?" gekneipt wird und daß der Einzelne zum Trinken genöthigt werden kann. Wir sahen dieser Tage ein umfangreiche» Zirkular, in welchem ehemalige Korpsstudenten und nun- mehrige„alte Herren" aufforderten, einen großen, über ganz Deutschland sich erstreckenden Verband dieser„alten Herren" zu begründen, um die„Prinzipien des Korps- wesenS" aufrecht zu erhalten. Welcher Art diese „Prinzipien" sind, weiß man schon; man würde sie un- gefähr richtig bezeichnet haben, wenn man de» „Verband alter Korpsstudenten" einen„Verein zur Förderung deS Alkoholkonsums" genannt hätte! Aber welch' Geschrei würde stch au» den Reihen der„Gebildeten" erheben, wollte man für diese„alten Herren" sogenannte Trinkerasyle, und waS dergleichen famose Anstalten mehr sind, in Vor- schlag bringen. Und doch bezweckt der ganze Verband nur, den Saufkomment des modernen Studententhums auch in de» Kreisen älterer Männer zur dauernden Institution zn machen. DieS ganze Philisterthum, das so sehr mit seiner an- geblichen Bildung prahlt, glaubt wohl, es sei gemeint in den berümten Liedern deS Mirza Schafft), wo gesagt ist, daß nur ein roher Mensch sich völlig betrinken könne, daß aber ein gebildeter Mensch sich durch den Genuß deS Weines nur zu begeistern pflege. Mit solchen Sprüchlein ist der Bildungsphilister sofort bei der Hand, und da er sich für das vollendetste Geschöpf hält, glaubt er sich von dem Dichter verherrlicht. Aber der Sänger des Mirza Schaffy hat wohl schwerlich an den modernen BildungS- Philister gedacht, dessen seichte Moral er so gründlich ver- höhnt. Die studentische Kneiperei entbehrt, wenn sie nach dem„Bierkomment" geregelt ist, aller Poesie; sie ist nur ein wüsteS Wetteifern im Vertilgen von Massen von Ge» tränken. Diesen Komment auf daS spätere Mannesalter al» ein angeblich wichtigstes„Prinzip" übertragen zu wollen, ist so kindisch dumm, daß man kaum die richtigen Worte findet,. um den elenden Unfug gebührend zu bezeichnen. Aber alle derartigen Betrachtungen haben schließlich wenig Werth. Unsertwegen mögen alte KorpSburschen mit oder ohne Komment so viel Getränke vertilgen, als ihr zum Bierschlauch gewordener Magen verträgt; wir halten un» an daS Wort, das auf jener Versammlung von einem Arzte ausgesprochen worden ist: daß eine bessere Volks» ernährung das wirksamste Mittel gegen den Alkoholis- muS sei. Das ist sie auch. Möchten doch Alle dahin streben, Verhältnisse und Einrichtungen zu schaffen, unter denen dem Volke ein besseres Einkommen zugewendet werden kann; dann wird der Alkohol weit weniger Schaden anrichten. „Was ist das für eine Sekte? „Leute, die sich stets über ihre eigenen Angelegenheiten beklagen." Jalikow erröthete; er war schon verliebt und sah ein, daß sein Spiel verloren sei, wenn eS ihm nicht gelinge, ihre Meinung über ihn umzustimmen.„Sie thun mir un» recht, Ewgenia Benjamiowea," sagte er mit Begeisterung; „Hörem Sie mich an, und ich bin überzeugt, Sie nehmen Ihr Wort zurück. Zwischen mir und jenen Sektanten, die Sie ganz bezeichnend„Wehklagende" nennen, ist ein wesent» Ircher Unterschied. Diese beklagen sich und dienen trotzdem weiter, weil eS zu ihrem eigenen Nutzen ist. Ich halte mich aber verpflichtet, die Schwere des Dienstes zu tragen, nur um einen Nutzen zu bringen?" Ewgescha blickte den Offizier fragend an. In überzeugendem Tone fuhr er fort: „Die Möglichkeit, dem Volke einen direkten Nutzen zu bringen, steht mir nicht zu Gebote, doch gehört der Soldat nicht auch zum Volke?" „Das ist wahr," begann Ewgescha— „Ich komme jeden Tag mit den Soldaten in Berüh» rung und helfe ihnen, sich geistig zu entwickeln; meine Soldaten lieben mich und das ist mein Stolz!" „In diesem Falle hatte ich Unrecht. Verzeihen Sie, daß ich glaubte, auch Sie zu den„Wehklagenden" rechnen zu müssen.— Nun, wenn es Ihnen vorkäme, zur„Besei- tigung von Mißverständnissen" Feuer zu kommandiren? Ewgescha sah auf ihn mit hellen, vertrauensvollen Blicken. XIV. Es war noch ein Monat bis zur Hochzeit.— In dem komfortabel eingerichteten Wohnzimmer Maluga'S war e» hell und warm. Viele Blumen und Topfpflanzen waren an dem Fenster und neben dem Sopha aufgestellt. Maluga, Polixena, Ulew und der Redakteur einer Zeitung saßen beim Thee; der Duft von feinem Jamaikarum erfüllte das Zimmer. Ewgescha hat auf ihrem Tngiuak-Korresxonämzm. zuiinche», 20. September. Der Bauschwindel, welcher in ollen Städten mit rasch wachsender Bevölkerung fich breit macht und der hier ebenfalls in voller Blüthe steht, erhält wieder eine recht grelle Beleuchtung durch die Thatsache, daß in der Nacht von Montag auf Dienstag hier an einem ganz neu erbauten Hause, das bereits unter Dach, aber glücklicherweise noch nicht dezogen war, die ganze Vorderfront in sich zusammen gestürzt ist. Schlechtes Material und schlechte Arbeit sind die Schuld an dem Einsturz. Glücklicherweise erfolgte derselbe um Mitter» nacht, so daß wenigstens niemand dabei verunglückte. Da es aber im Laufe dieses Sommers bereits zum zweiten Male ge- sckah, das ein Neubau einstürzte, so dürste wohl die Frage am Platze sein, ob die seitens der Baubehörde geübte Kontrole auch mit der nöthigen Strenge geübt wird. Wenn der Bau nur 2 Wochen länger gehalten hätte(am 1. Oktober sollte nämlich das Haus bezogen werden), dann wäre dasselbe bis unter das Dach dewohnt gewesen und dutzende von Menschen wären dann wohl unter den Steinen begraben worden. Wenige Tage sind es erst, daß der Maurerinvalide Eckstein aus Zwickau in einer öffentlichen Maureroersammlung hier neben anderm auch den Bauschwindel gehörig geißelte i wie recht er mit seinen Ausfüh- rungen hatte, zeigt der eingestürzte Neubau. Unsere„besseren" Gesellschaftskreise sind in arge Auftegung oerathen. Ein hiesiger Bankier, Namens Friedmann, der in seiner Privatwohnung einen Spielsalon hielt, in dem nur blaublütige Gesellschaft verkehrte, ist nach Amerika ausgekniffen, nachdem er zirka 350 000 Mark ihm anvertraute Depots unterschlagen hat. Unter den Geleimten soll fich, wie die„N. N." berichten, eine Dame aus dm„allerhöchsten" Ge» fellschafts kreisen befinden, die dem Schwindler 180000 Mark anvertraut hat. In Geschäftskreisen galt F. seines lockeren Lebenswandels wegen schon längst als unsolid und kein hiesiges Bankhaus unterhielt deshalb mit ihm Beziehungen. In den höheren Gesellschaftskreisen dagegen scheint der Spieler und schließliche Betrüger eine wohl gelsttme Persönlichkeit gewesen zu sein. Der Ausgelniffene war ebm sehr„schneidig", und das hilft heutzutage weiter. Ein Glück ist es noch, daß, während in den„besseren" Schicktm der Gesellschaft sich so betrübliche Dinge abspielen, die hohe Obrigkeit darüber wacht, daß„jene Znstinlte des gemeinen Mannes, welche, wie Neid, Mißgunst, Habgier, Rachsucht, stets bereit find, den Frieden zu stören", im Zaume gchaltm werd-n. Die vorstehend wieder« gegebene Aufzählung der Instinkte des„gemeinen Mannes" ist nämlich wörtlich der Begründung des Verbots der Nr. 200 her„Münchener Post" entnommen, und bei der Energie, welche die hiesige Polizeibehörde stets bewiesen hat, wenn es galt, den „gemeinen Mann" zur Raison zu dringen, steht zu hoffen, daß derselbe auch in Zukunft vom Pfad der Tugend und Recht- schaffenhcit nicht abweichen wird. Man sieht daraus, wie strenge polizeiliche Konlrole doch auch ihre guten Seitm hat. Würde unsere hohe Polizei der Spielhöhle des Bankiers Friedmann dieselbe Aufmerksamkeit gewivmet haben, die sie den unlchul- digsten Arbeit rvereinen angedeihen läßt, der saubere Vogel hätte sein Handwerk gewiß nicht so lange treiben können und die„Damen aus den allerhöchsten Gefellschaftskreisen" hätte hinter ihren 180000 M. nicht das Nachsehen. Die Reise des Prinzregenten nach der Rheinpfalz hat An« laß gegeben, daß einige der sonst allezeit getrmm und loyalen Vollblut- Bourgeois in bitteren Groll verfallen find. An die hiesige Gemeindevertretung erging seitens der Regierung der Befehl, bei der Abreise des Prinzregenten, sowie auch bei deffen späterer Ankunft am Bahnhof sich durch eine Deputation rertretcn zu laffen. So mollig sich nun auch die große Mehr« zabl unserer Stadtväter fühlt, wmn sie im„Dienstanzug"— Schinhut und Degen— sich bei irgend einer offiziellen Ge« Icgcnheit sehen lassen dürfen, so ging ihnen der Befehl doch über den Strich, und in einer ziemlich einstimmig gefaßten Er« Zlärung thaten sie dem Magistrat resp. der Regierung zu wissen, daß sie in Zukunft eingeladen und nickt befohlen sein wollen. Während aber unsere Stadtväter sich ärgern, daß sie „befohlen" wurden, find die Kaiserslauterer Großdourgeois ent« rüstet darüber, daß sie nicht befohlen wurden— zur Hoftafel nämlich.„Man scheint— so schreidm die Pfälzer Kartell« blätter— beim Hofmarschallamte in München der Meinung zu fein, daß es in Kaiserslautern außer den Beamten keine an« deren Menschen mehr giebt, welche ein Anrecht darauf hätten, zur Hoftasel geladen zu werden. Oder weiß das tzofmarfchall« amt nicht, daß Kaiserslautern eine der ersten Industrie- Städte Bayerns ist, weil kein einziger Großindustrieller zur königlichen Tafel befohlen wurde, eine Vergeßlichkeit, die hier sehr stark verschnupft hat. Man möchte doch meinen, daß die soziale Stellung eines FahrikdefitzerS, der 600 bis 1000 Arbeiter beschäftigt, mir der Stellung eines Amtsrichters oder sonstigen Beamten in Einklang stünde und erstere wohl als ebenbürtig angesehen werden dürfte." Brrrr! Welch' eine „Vergeßlichkeit. einen Mann, der fich das unsterbliche Ver- dienst um das Vaterland erwirbt, 600 bis 1000 Mann für fich arbeiten zu lassen und die Er« Sitze in einer Ecke des Zimmers, halb von Pflanren be- deckt, Platz genommen. Man sprach von den Neurgkeiteu de» TageS: „Nun, Nikolai Aweditsch ist»och nicht da?" fragte der Redakteur. „Er hat ein Kommando übernommen, wird wohl aber bald zurückkehren, erwiderte Maluga. „Doch nicht etwa nach Jwanowka? AuS Anlaß der Mißverständnisse?" „Za..." „Ich möchte wohl wissen, wie eS dort zu Werke gehen wird," sagte Ulew. „Gewiß in friedlichem, beruhigendem Geiste," antwortete Polixena. „Es geht daS Gerücht, er habe dort eine Salve abge- feuert." „Dai verhüte Gott!" rief Polixena aus. „Und es ist unmöglich," fügte Maluga hinzu. „Nun, es ist nur ein Gerücht, und höchst wahrschein- lich ein falsches," sagte der Redakteur, als er den Ausdruck der Bettübniß auf de» Gesichtern Maluga'« und seiner Frau bemerkte.„Für was ich es gekauft habe, dafür verkaufe ich e« auch wieder. Ria» erzählte es mir beute in der Kanzelei deS Gouverneurs, wo ich einer Angelegenheit wegen war." „ES ist nicht wahr," bemerkte Ewgefcha in ruhigem Tone. „Warum?" „Da« Kommando führt mein Bräutigam." „DaS ist die Logik der Liebe," rief Ulew aus. Der Redakteur fand zwar die Erklärung Ewaescha'S nicht für genügend, das in ihren Worte» wahrnehmbare Vertrauen auf rhren Verlobten ließ ihn jedoch fühlen, daß ein Widerspruch von seiner Seite undelikat wäre.— Einige Sekunde» herrschte ei» allgemeines Schweigen; plötzlich hörte man im Nebenzimmer Säbelklirren und an der geöffneten Thür zeigte sich Jalikow. „Der Wolf in der Fabel," rief Maluga. „Nun werden wir Alles der Wahrheit gemäß erfahren," ließ sich der Redakteur vernehme« und beschloß im Stille«, trägnisse ihrcs Fleißes cufz speichern, nicht zur Hof« tafel zu laden! Wahrlich dieses Hofmarschallonü befindet fich wirklich nicht auf der Höhe der Zeit. Ein Glück nock, daß der Titel Kommerzienrath, den man früher diesseits des Mains nicht kannte, jetzt auch bei uns eingeführt ist, so daß den Herrn Großindustriellen, welchen die Lcckerdiffin der Hoftafel so schnöde entgingen, wenigstens mit der Verleihung dieses Titels wieder getiöstet werden konnlen. Auch Orden regnet es in der Pfalz jetzt förmlich, und neben vielen anderen ist auch der Bür- germeistcr Hohle von Kaiserslautern, der Führer der Pfälzer Demokraten, mit einem Michelordcn IV. Klasse beglückt worden. Fetzt sag' noch mal einer, daß die Demokraten Reichsfeinde find!— Der Literat und Vegctarianer Guttzeit, deffen Vorlesungen hier polizeilich inhibirt wurden, kann dieselben in Nürnberg unbehindert abhalten. Es ist das auch wieder ein neuer Be- weis dafür, wie wir schließlich immer mehr dahin kommen, daß alles von dem subjektiven Ermessen einzelner Polizeiorgane ab- hängt. Und dabei schwafeln unsere Liberalen immer noch von einem Rechtsstaat. Die alberne Eitelkeit, ein Abzeichen zu tragen, durch das man fich von seinen übrigcn, nützlichen Mitmenschen unter« scheidet, hat auch die Augsburger Stadtväter erfaßt, und so wandten fie fich an den Prinzregenten mit der Bitte, gleich ihren Münchener Kollegen bei feierlichen Anlässen Schiffhut und Degen tragen zu dürfen. Natürlich konnte die Bitte nicht abgeschlagen werden, und der rothe Fischer von Augsburg wird also in Zukunft in seinem Stadtoerordnetenkollcgium über eine „bewaffnete Schaar" kommandiren. Es geht doch nichts über unser dem Geiste der Aufklärung und des Fortschritts huldigen« des Bürgerthum; nächstens wird dasselbe auch roch die aller« unterthänigste Bitte an die höchste Stelle richten, wieder Zöpfe tragen zu dürfen.__ Politische Urberstcht. Di» Großmäuligkeit unserer Reptilie« ist weit- bekannt und hat uns ini Ausland bereiis den sehr zweifelhasten Ruhm eingebracht, die unverschämtesten Renommisten der Erde zu sein. Man lese z.V., was in dieser Beziehung englische und schweizerische Blätter mit mehr oder weniger feinem Spott von uns schreiben, oder wenigstens von denen, welche in Deutschland jetzt das große Wort führen. Wie hochnäfig steht nicht unser patriotisches Reptil auf die verkommenen Franzosen und Engländer herab! Schade nur, daß diese Radomontaden durch die Thatsachen bei jeder Gelegenheit Lügen gestraft werden. Ilm speziell von den verkommenen Engländern zu reden, die — nach dem Gerede unserer Reptilien— eigentlich blos noch von der Gnade Deutschlands existiren, so stellt fich jetzt heraus, daß in Afrika, wo unsere„Kolonialpolitik" der englischen begegnet ist, die Ressourcen, über welche England verfügt, den unsrigen so kolossal überlegen find, daß an einen ausfichts- vollen Kampf gar nicht zu denken ist. Sogar nach dem Urtheil sonst chauvinistischer Blätter find z. B. die Mittel, mit denen das neueste deutsche Aftika-Unternehmen ins Werk gesetzt wer- den soll, geradezu winzig im Vergleich mit den Summen, die der britischen Ostafrikanischen Gesellschaft zur Verfügung stehen. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Und das soll auch nicht heißen, daß wir uns vor anderen Völkern v-rkriechen sollen, wohl aber, daß wir die gegenseitigen Kräfte richtig abwägen und uns fern von jenem albernen Hochmuth halten sollten, der sprichwörllich stets„vor dem Fall" kommt. Gerechtigkeit nach Innen und Außen war von jeher die beste Politik und ist jedenfalls tausend Mal besser, als die feinste Diplomaten« Politik. In K'kng auf de« an» der Kchweiz ausgeWiesenen Troppmann erfahreniwir, daß derselbe auch in Liebtncchl's erster Versammlung in der Schweiz(zu St. Gallen) das Wort ver« langte und in sebr wirrer Rede darzulegen suchte, daß es ohne Gewalt nickt abgehe. Dabei machte er einige Andeutungen und gebrauchte Wendungen, die keinen Zweifel ließen, daß er ent« weder halb verrücki oder ein egent prjvo'«teur sei. Er erklärte übrigens, weder Anarchist noch Sozialist zu sein, und entfernte fich gleich, nachdem er gesprochen, als fürchte er Unannehm- lichkeiten. Der Unfinn wurde in aller Ruhe abgefertigt und die Versammlung hatte kaum etwas von dem Vorgang bemerkt, weil der Mann sehr leise gesprochen. Als Troppmann— oder wie er beißt— auch in der nächsten Versammlung Liebknechts — zu Winterthur— erschien, war man natürlich klar, daß es fich um eine systematische und planmäßische Störung handle— gleichviel in wessen Interesse. Und daS Nöthige wurde gethan, um den Plan zu vereiteln. Da der Mann keinen Versuch machte, Liebknecht zu widerlegen, sondern nur Aeußerungm that, welche geeignet waren, das„r o t h e Gespenst" promeniren zu laffen, so kann wohl kaum ein Zweifel über den Zweck und die Ver« anstaltcr sein. Der zlriavbrief de» schrveizerifchen Kundesrath» aiebt einem Wmterthurer„Demokraten" in der„Zür. Post" Anlaß zu folgenden geschichtlichen Erinnerungen:„An der Weltgeschichte ist doch sehr viel Wiederholung. In vormärz- lichen Tagen war es der d e u t s ch e B u n d e s t a g, d-m die sofort eine» Zettel mit der Mittheilung in die Druckerei zu senden. Es war Jalikow unmöglich, allen am Tische sitzenden die Hand zu reichen, so bestürzte man ihn mit den verschie» denen Fragen. „Nun, haben Sie den Frieden hergestellt?" „Nicht wahr, Sie haben schießen lassen?" „Erlauben Sie, ich werde Alles erzählen." Der Offizier setzte sich an den Tisch, in seinen Augen zeigte sich Unruhe. „Bringt Thee!" rief Maluga in'S Eßzimmer. Alle erwarteten mit Ungeduld den Bericht. Ewgefcha wandte kein Auge von ihrem Verlobten. Er saß unruhig auf dem Stuhle, blickte erst auf Ewgefcha, richtete aber sofort seine Augen auf Maluga. „Als wir ankamen, waren die Bauern mit Weibern und Kindern auf dem Felde, das vermessen werden sollte, versammelt und erlaubte dem Feldmesser nicht, seine Funktion auszuüben. Der Landrath und ein RegierunaSbeamter waren auch erschienen. Mir war befohlen worden, selbst nichts zu unternehmen, ich sollte nur den Anordnungen des Regierungsbeamten Folge leisten." Er schöpfte Athem und schwieg.— „Nun und weiter?" frug der Redakteur. Jalikow schreckte zusammen, als ob man ihn plötzlich au« dem Schlafe erweckt hätte. „Ja— also ich kam mit der Kompagnie an und ließ Aufstellung nehmen. Jetzt sing man an, die Bauern zu überede«, daß sie sich dem Gerichtsbeschluß fügen möchten; ich und andere Offiziere gaben uns alle mögliche Mühe, ihnen da« Gesetzlose ihre« Thuns zu erklären. Es war alles in de« Wind gesprochen.„„Wir erlauben eS nicht"" schrien sie,„„das Land gehört unS"". Fünf Stunden hatten wir uns zu quälen; dann beschlossen wir, sie zu er- schrecke«, und gaben blindes Feuer. Sie lachten.— Dana -- verlangte der Beamte, seine Anordnungen auSzu- führen.— Unter Trommelwirbel gab ich den Befehl den Platz zu räumen, drei Mal, ich hoffte noch immer, sie wür« den nachgeben, dann-- in der Schweiz hergestellte„aufrührerische Literatur" den Schlaf störte. Schon unterm 12. Funi 1845, sodann im Frühling und Sommer des Jahres 1847 schleuderte er Verbote gegen da« literarische Komtoir in Zürich und Winterthur, wo die Juliu« F r ö b e l, Robert Prutz, G. Herwegh,(Bauer und Rüge ihre„Brandschriften" ausfliegen ließen— wie gegen das literarische Institut zu Herisau. Und noch schlimmer hatte es zuvor schon die Buchhandlung Jenni in Bern getrieben; sie hotte mit Vorliebe„revolutionäre Bücker" verkauft und ihre eigenen Vcrlaasartikcl auf„sehr kluge Weise" nach Deutschland einzuschmuggeln gewußt, vielfach die ersten Bogen abgesondert auf dem Korrespondenzwege an die Adresse geschickt, wäbrend der übrige Theil des Werkes in gewöhnlicher Art des Buch« Handels so spedirt wurde, daß man jedem Exemplar den Trtel und den ersten Bogen unschuldiger A: besten, zum Beispiel des „Archivs für Thierheilkunde von der Gesellschaft schweizerischer Thierärzte. Bem 1335", vorhestete. So war dieser Export schon lebhaft im Gange, bevor die Soziallsten ausgekrochen waren. Der schweizerische Liberalismus, welcher heute ein so tugendhaftes Geficht schneidet und glauben machen will, er habe fich nie solcher Beunruhigung der Nachbarländer schuldig gemacht, hat derselben schmunzelnd zugeschaut und fie begünstigt. Und die heute so bismarckfromme deutsche Bourgeoifie war es, welche diese Waare bezog und gierig ver» schlang. So find die Sozialisten auf diesem Terrain durchaus keine Erfinder, sondem Geschäftsnachfolger Jener, die, einstmals Feinde der Reaktion, des lieben Geschäftes wepen ihr nachmals unter die Schürze gekrochen. Nein, eine bloße Wiederholung liegt nicht vor. Die schweizerischen Oberbebörden find zu Ende der vierziger Jahre in aller verwirrenden Bedrängniß doch nicht so jämmerlich vom Wege gerutscht, wie unsere gegen« wältigen Macsthader. Erst mußte der Radikalismus Berns und Neuenbürgs und die Demokratie der Thurgaucr in dem Bundes« rathhaus einziehen und mußte ein Recht und eine Armee ge« schaffen weiden, bis man bei einem vertraulichen Schreiben an« langte, wie es in diesen Tagen an die KantonsregierungeN wanderte. Um die erste Etappe des kleinen Belagerungszustandes zu erreichen, brauchten gewisse Herren nickt über Sempach und NSfels(Geburtsorte der schweizerischen Freiheit) zu reisen! Zur Reorganisation von Rrichsämtern wird in einer Korrespondenz der„Franks. Ztg." aus konservativen Kreisen mit» getheilt, daß neue Gerüchte kolportirt werden.„Bemerkenswerlh ist dabei das Eine, daß fast durchgängig die Abzweigung des Auswärtigen Amtes vom Geschäftskreise des Reichskanzlers als der Angelpunkt der ganzen Neuorganisation bezeichnet wird- Die Gründe, welche dafür angeführt werden, find derart, daß fie in de; Ocffentlichkeit nicht gut diskutirt oder auch nur er- wähnt werden können.... Die, wie wir zur Vermeidung voll Mißverständnissen bemerken wollen, gleichfalls konservative« Kreisen entstammenden neuen Versionen beschränken die geplante Neuorganisation zunächst auf die Umgestaltung des Auswärtige« Amtes zu einer gegenüber anderen amtlichen Faktoren völlig unabhängigen Behörde. Es wird allerdings dabei ausvrücklipl bemerkt, daß die Ausführung dieser Absicht wohl erst in Jahs und Tag erfolgen soll und überhaupt erst für den Fall des Rücktritts des Reichskanzlers von den Geschäften in Aufsicht ge» nommen ist. Für da» abenteuerliche Unternehmen einer Emw Pascha-Expedition ist in Hannnover eine größere Versammlung unter Mitwirkung des Dr. Peters und des Herrn Wißman« abzehallen worden. Obcrpräfivmt von Bennigsen führte in der Versammlung den Vorfitz und meinte, daß die Regierungen s»' wohl wie die Landesvcrtretungen und jeder einzelne zusammen» wirken müßten für dieses nationale Werk. Herr von Bennizsc» würde offenbar in dieser Weise nickt öffentlich hervorgetreten sein, wenn er hicfür fich nicht der Zustimmung höheren Orte» versichert h'elte. Sollte wirklich an den Reichstag eine Forderung zur Unterstützung der Expedition für Emin Pascha gelangen, wäre damit die erwünschte Gelegenheit gegeben, einmal du gerühmte Kolontalpolitil und ihre Mißerfolge im Ganzen ll«r- zustellen. In Kache« be» Ehrenberg geht der„FUf. Z'g." W gendes Telegramm aus Lern vom 20. d. zu:„Der Bundesrat« hat beschlossen, die auf den Hauptmann a. D. von Ehrerdrrg bezüglichen Akten nicht auszuliefern, weil derseloe eines Mr« gehen s politischer Naiur angellagt sei.", Freiherr von Malhahn- Vuih hat nunmehr anaeM'' daß sein Reichstagsmandal durch die Ernennung zum Staat»» sekretär des Reichsschatzamts erloschen sei. Es wird also Anklam-Demmin demnächst eine Neuwahl stattzufinden ha«� Bei der Reichstagswahl im Jahre 1887 siegte Freiherr vo« Maltzahn-Güly mit 8117 Stimmen über den freisinnigen Ka«» divaten, auf welchen 3664 Stimmen fielen; der nationallibera« Kandidat erhielt 38 Stimmen. Der Wahlkreis zählte dawov 16081 Wahlberechtigte, von denen 73.8 pCt. fich an der W«' detheiligtcn. � An« Offen bach, 20. September, schreibt man uns:% der Untersuchungssache wider Dr. Walther, Adolf Geck u« Genossen haben in den letzten Tagen zahlreiche Zeugenverha«� lungen stattgefunden. Unter den als Zeugen Vorgeladenen fan����u��räulen�ebel�t��i�inige�ei�u�� Jalikow schwieg, das Wort wollte ihm nicht über � Zunge. „Gaben eine Salve?" „Herr des Himmels!»» rief Polixena..M Bei den Worten„gaben eine Salve" zuckte Ewgci»» zusammen, als hätte sie eben das Knattern der Ge«e? vernommen; dann wurde sie leichenblaß. Jalikow erwaf„ einen heftigen Protest; daS Schweigen Ewgefcha'S ermuthw ihn etwas..1% „Die Liebe hat zu meinen Gunsten gesprochen," er und sagte:„Ja, das ist schrecklich! Ich bin bereit, o zu thun, nur um nicht derartige Abkommandirungen führen zu müssen. Aber Sie werden zugeben, daß, r-ß ich den Befehl nicht ausgeführt hätte, eS den Bauern* � genützt, ich aber heute unter Gericht stehen würde.»» „Richtig,»» bekräftigte Maluga.. „Aber erlauben Sie mir zu erfahren, welche Ref»% hatte die gegebene Salve?" ftagte der Redakteur Interesse. „Sie liefen in einer Minute auseinander.»»— „Doch waren Tobte und Verwundete?»» Ulew schwieg.'.-,s«! „Schrecklich!" wiederholten alle mit schwere» Sem) nur eine, Ewgefcha, schwieg. Jalikow entschloß sich," zublicken; in ihren Augen waren Thränen. „Sie weinen?»» rief Jalikow und sprang vom auf.—..tili(!«»( „Zurück!!— Kommen Sie nicht in meine Nähe- es hinter den Blumen hervor.--..j m Jalikow wankte und fiel auf den Stuhl zur• fühlte, daß erst jetzt die entscheidende Minute ang���c (Fortsetzung folgt.) di« �lng in der Familie des Dr. Walther auf dem Schwarzwald ach aufhält. Nach Schluß des über eine Stunde dauernden «tthörö eröffnete ihr der Untersuchungsrichter, daß ihr Zeugniß levt wichtig sei und sie möglicherweise als Zeugin zur Haupt- »aHandlung geladen werde. Das Zeugniß der jungen Dame soll entlastend gelautet haben. Au» Krandenburg a. d. A. schreibt man uns: Die Aillgen Anhänger der Arbeiterpartei leiden schwer unter dem Ausnahmegesetze. Haussuchungen und Sistirungen finden fast wöchentlich statt. Der Haussuchungsreigen wurde in diesem vahre an drei stellen zugleich eröffnet; bei zwei der Betroffe- *0 wurde nichts gefunden, bei dem dritten 30 Exemplare einer •Kummer des„Sozialdemokrat" und die ganzen Laffalle'schen Broschüren. Derselbe, Arbeiter Sp., ist mit emer Anklage de- worden. Die Anklage lautet auf Anstiftung zur Berbreitug, und die Hauptvcrhandlung findet am «•Oktober vor der Strafkammer des HUstzen Amtsgerichts statt. K«hrere nachträglich stattgehabte Haussuchungen hatten kein Resultat ergeben. Der Seidenweber R. wurde an einem Sonntag Morgen unter dem Verdacht des Einsammelns von Beiträgen für sozialistische Zwecke aus einem Kaufladen mit nnem Bekannten, den er zufällig getroffen hatte, geholt und nach dem Raihhause gebracht, wo beide einer Vistlation unterworfen wurden. Doch da bei beiden nichts gefunden wurde, so konnten sie wieder ihrer Wege gehen. Der Kolporteur ''•Riese, ein 74iährigcr Greis, wurde ebenfalls auf der Straße Ml und nach dem Rathhause gebracht, um dort auf verbotene Schriften untersucht zn werden. Da nichts bei ihm gefunden wurde, so wurde sofort Haussuchung bei ihm vorgenommen, wwhe fast zwei Stunden dauerte. Gefunden wurde natürlich !% viel, doch leider unverdotene Waare; unter anderm 27 Stück «r internationalen Bibliothek und fast alle in Deutschland er- Ichtinende Arbeiterzeitungen. Es wurde ihm dies alles später wieder zugestellt. Vergangenen Sonntag hatte er wieder das Unglück, die Aufmerksamkeit eines Polizisten auf sich zu lenken «s wurde ihm bedeutet, daß er nach dem Rathhause zu folgen «de. Auf seine Frage: Warum? nahm ihn der Polizist fein Mderlich beim Rockkragen und schob ihn mit den •Öforten:„Mit„Sie" werden wir nicht erst noch Geschichten machen", vor sich her dem Rathhause zu. Ba aber auch jetzt nichts bei ihm gefunden wurde, so mußte mne Entlaffung erfolgen. Auf dem Nachhausewege hatte der die beste Gelegenheit,: darüber nachzudenken, ob es doch wcht Keffer wäre, einen ihm schon öfter angebotenen Tausch vorzunehmen, nämlich den, seinen Erwerb als Kolporteur auf- lugeben und dafür als Kommunalrentier(vrrlgo Almosen- wuvfanger) ein beschauliches, von aller Anfechtung freies Leben führen. Nun, vorläufig bleibt's beim Alten, und der Meran gedenkt noch lange die Ardeiter Brandenburgs mit «llure zu versehm. Eine geplante Arbciterversammlung zur Besprechung des Alters- und Jnvalidengesetzentwurss konnte {»cht abgehalten werden, da alle hiestgen Wirthe die Seekrank- vlt kriegen, wenn man ihnen mit dem Ersuchen naht, ihr Lokal K einer derartigen Versammlung Herzugeden. Ihr Motto ist: Bier trinken, Maul halten! ZUber die Krankheit de» Adg. Krärker theilen die -rechtes. Nachr." folgendes mit:„Der Reichstagsabgeordnete Flacker, welcher Ende voriger Woche vorläufig auf vier Lochen aus der Strafhaft enllaffen worden ist, ist schwer er- J-oikt. Zu seinem langjährigen Steinlciden ist eine Darm- trank heit getreten, die ihm furchtbare Schmerzen bereitet. Als tme der Hauptursachen, wenn nicht die Hauptursache, dieses Möglicherweise zu dem schlimmsten Ausgange führenden Leidens >it der gänzliche Mangel an der für Kräcker unbedingt noth- wrndig gewesenen Bewegung in freier und guter Luft zu de- »achte», wie es das Gefängniß mit fich bringt. Daß der Gr« langmßarzt nicht eher für die Entlaffung Kräcker'S gesorgt hat, jetzt, da es vielleicht zu spät ist, erscheint fast unbegreiflich. Man mag die Gegner des Bestehenden bestrafen, wenn fie # gegen irgend welche Gesetze vergehen, aber es kann doch heutzutage unmöglich jemand eine Befriedigung darin finden, Wenn das Leben solcher Männer auf das grausamste vernichtet wird. Einer der Kräcker behandelnden Aerzte hat, wie wir eben Aren, ausdrücklich erklärt: wenn Kräcker auch nur noch einen A; im Gefängniß zurückgehalten worden wäre, so hätte ihn «wits sein Ende ereilt." Eine AtadtoerordnitenVahl in Sonneberg(Meiningen) ««gl einiges Aufsehen. Nachdem die vor einiger Zeit vorge- »ommene erste Wahl von sieben Stadtverordneten erheblicher »Formfehler wegen von der Regierung für unailtig erklärt worden hatten sich zur Bekämpfung der sozialdemokratischen Kan- «baten die Nationalliberalen und Freisinnigen Sonnebergs über "de Kandidatenliste geeinigt. Bei der am 14. September vorgenommenen zweiten Wahl haben jedoch die Sozialdemokraten �wen sehr erheblichen Sieg errungen; von den sieben Gewählten Wären fünf zur sozialdemokratischen und nur zwei zur national- »werah freisinnigen Kandidatenliste.... _ Da» neue Urreinogeseh für den Lübeck'fcheu Frei» 2*** ist nunmehr nach 4jMonatlichcr Vorberaldung vom Senate tröffe, nlicht worden. Durch dasselbe wird bestimmt, daß alle --Voliiischen und sozialpolitischen Vereine" unter Emreichung ihrer Aus Knust und Zeven. auf der See Eine my'teriöse Geschichte er- m» Kapitän der am 18. d. M. von Rangoon inÖuccns- ouaekommenen englischen Bark„Mona". Bald nach der »fco rT 00.n Rangoon, am 27. April, bemerkte man auf 7° S. hi,r*. Boot, welches Nothfignale zeigte. Die„Mona" selb- Fahrzeug ab, und es stellte sich heraus, daß das- tSnx. Personen, 4 Italiener, einen Malayen und einen Eng« �»uer enthielt. Die Leute, welche angeblich 35 Tage auf See ruiklfl offenen Boote zugebracht hatten, waren sehr erschöpft »-»..wußten mit Tauen an Bord geholt werden. Bei guter SÜLff.Wolten sie sich bald. Jndeß erregte ihr Benehmen bald lefcr.»' 00 fie nicht mit der Mannschaft der„Mona" ver« etan, v sollten und stetig in auffallender Weise mit schiÄ flüsterten. Schließlich schienen sie sich eine Ge- ansgedacht zu haben und erzählten dem Kapitän daß sie zu der italienischen Bark„Fratellanzo" aus . gehörten, welche auf der Reise von Soerabaya do« x S, nQct) Öueenstown Ende März in sinkendem Zustande Sisi«? Mannschaft verlassen werden mußte. Sie verließen das eSm, in zwei Böten. Bald darauf stieß"der erste Steuermann '-n�ioyischen Matrosen mit einem Messer nieder und warf .Mann über Bord, obschon er noch lebte. Während der »itän' rw!" von'dem'anderen Boote,"das mit' dem Ka- Ahn einpr n Handgelenk dieses Mannes einen Ring eisernen Handschelle, welcher frische Spuren von _______ Handschelle, -.vi Dies und andere Riffes•�"— oermuthen, daß «licht sine Meuterei stattgefunc «wch e� berechtigt hiett, die sechs----- sweis���lown gefesselt zu halten und da er �0�" 1'——— l' , wurde geanveri.«er«>»»,........... «Wd eini>�?®n®i, rüstete man ein Boot mit Proviant, Waffer schiff Kompaß aus und forderte die Verdächtigen auf, das M der„°?iaffen. Anfänglich wollten fie Widerstand leisten, «w Bon»?" ober mit einem Revolver drohte, bestiegen sie jwbewob!.«"urchten fich unter gräßlichen Flüchen nach der «»ß die 5«? auf dm Weg. Kapstän Evans ist überzeugt, Meuterer waren. weit der Bericht des Kapitäns.— Einem am 26. Juni wt-tMrvv-, verdächtige Umstände ließen 2—------------- am Bord des italienischen eine Meuterei stattgefunden habe. Da er fich aber ..... Leute auf der langen Reise �weif��ooiown gel« neu zu yaften und da er femer de- Awdö�nl°b sein Proviant ausreichen würde, beschloß er, die SSii'« Meuterer irgendwo an Land zu setzen. Der Kurs wna wurde geändert. Bei Anjer, einer der Nicobar. .-----j» mit Vroviant, Waffer ien auf, das stand leisten, Statuten und eines Verzeichnisses der Mitglieder des Vorstandes die polizeiliche E r l a u b n i ß binnen 3 Tagen(bereits bestehende Vereine binnen 4 Wochen) einzuholen haben. Oeffentliche Ver- sammlungen, sowie öffentliche Aufzüge bedürfen ebenfalls polizei- licher Erlaubniß. Die weiteren Bestimmungen behandeln vre polizeiliche Ueberwachung von Versammlungen, die bisher«n Lüdeck nicht üblich war. Das Gesetz schließt mit einer Straf- androhung für Uebertretungen bis 150 M. Kelmnntlich soll dem Arbeiter mit dem Alters- und Jnvalidenverstchemngsgesetz das Ouittungsbuch aufgehalst wer- den. Wie nothwendig es aber ist, daß die Arbeiter Front gegen dieses Buch machen, zeigt wieder folgender Fall, welcher der Elberfelder„Fr. Pr." aus Dortmund mitgetheilt wird. Auf der hiestgen„Union" wurde kürzlich ein Arbeiter wegen thätlichm Angriffs auf seinen Nebenarbeiter plötzlich entlassen. Als der Mann nun auf anderen Werken seinen Entlaffungs- schein vorzeigend um Beschäftigung anfragt, wird er mit folgen- den Worten abgewiesen:„Bedauere sehr, es ist keine Stelle ftei." Nach zweitägigem Umherziehen klärt ihm schließlich ein rechtlich denkender Mensch über sein erfolgloses Umberwandem auf. Derselbe sagte ihm, daß er auf seinen Entlassungsschein hin(Abkehr) auf keinem Werke Arbeit erhalten würde. Dieser Entlassungsschein enthielt ein von den Herren Ingenieuren ver- abredetes Zeichen und zwar in Gestalt von zwei kleinen Strichen. Der Inhaber eines solchen Scheines wird auf keinem Werk in Arbeit gestellt.— Wir find nun ficherlich die Letzten, uns für Raufer in die Schranken zu stellen. Aber wir halten es für unsere Pflicht, eine solche„Geheimbündelei", wie die der Herren Ingenieure, an die Oeffentiichkeit zu ziehen. Jetzt schon wird ein unliebsamer Ardeiter in Acht und Bann getban, wo doch immer noch die Gewerbeordnung derartige Manipulationen schwierig macht. Wehe uns aber, wenn das Ouittungsbuch ein- geführt wird. Dann wird diesem Treiben erst recht Thür und Thor geöffnet. Mit der Alter»-«*d Invalidenoersichernng beschäftigte sich eine große Volksversammlung in Köln, in welcher der Reichstagsadgeordnete Harm referirte. Folgende Reso- lution wurde nach dem Bericht der„Elb. Fr. Pr." einstimmig angenommen:„Die heutige Versammlung erklärt, daß der Ent- wurf der geplanten Allers- und Invalidenversicherung in jeder Beziehung mangelhaft ist: 1. durch die zu weite Hinausschiebung der Altersgrenze, 2. durch die den heutigen Verhältnissen gegen- über durchaus ungenügende Höhe der Rente, 3 durch das den ganzen Entwurf kennzeichnende BevormundunKssystem und de- sonders durch das in Form von Quiltungsdüchern vorgesehene Arbeitsbuch. Die beutige Versammlung erklärt ferner: die Lösung der sozialen Frage kann nur durch das von der sozial- demokratischen Frattion seiner Zeit eingebrachte Arbeiterschutzgesey geschehen."(??)— Wir können unmöglich glauben, daß der letzte Satz der Resolution von dem Elberfelder Arbeiterblatte richtig wiedergeben ist. Es liegt wohl ein Jrfthum bei der Ab- schritt vor, denn es ist nicht anzunehmen, daß in einer großen Volksversammlung, in der ein sozialdemokratischer Reichetags- abgeordneter zugegen ist, ein so schwerwiegender Jrfthum, wie er in dem letzten Satze enthalten ist. ohne Widerspruch bleibt. Wie kann man annehmen, daß die Einführung eines wirksamen Albeiterschutzes, wie fie der sozialdemokratische Ärbeiterschutzgesetz- entwuft verlangt, nun gleich die„Lösung der sozialen Frage" dedeutet, die in der privatkapitalistischen Produklions- weise ihren Grund hat? Das wäre eine so beispiellose Ueder- schätzung des Entwurfes und verftethe zugleich eine solche lln- kenntniß der Grundanschauungen des wissenschaftlichen Sozialis- mus, daß wir, wie gesagt, nur einem Jrfthum des Abschreibers der Reso ution die Schuld beimessen wollen. Der„Correlpondent" für Maler ist gänzlich verboten. Gleich nach dem Verbot der Nr. 18 wurde das Weitererschcinen des Blattes untersagt. Beschwerde ist eingereicht. Glsüsstsche». Unter dem Verdacht des Hochverraths sind nach Mittheilungen aus Straßdurg i. E. zwei Hilfsarbeiter bei der Eisendahnvcrwallung, ein Aktenhefter und ein Vor- ardeiter, verhaftet worden. Diese Maßnahmen stehen angeblich mit dem Prozesse gegen Klein- Gläbert in Zusammenhang. Die Hilfsarbeiter find geborene Elsäffer; der eine von ihnen wurde durch einen nahen Verwandten angezeigt. Die Disziplinarstrafen gegen die höheren Eisenbahnverwaltungsbeamten sollen verschärft werden. Derbat. Auf Grund der§§ 11 und 12 des Reichsgesctzcs gegen die gemeinfährlichcn Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 wird das angeblich in der Genoffen- schaftsbuchdruckerei Hottingen- Zürich hergestellte Flugblatt mit der Ueberschrift:„Offener Brief an die Wähler des Kreises DuiSburg-Mülheim. Arbeiter! Handwerker! Bauern!" und unterzeichnet:„Duisburg, den 1. September 1888. Ein Sozialdemokrat für Alle"— hiermit verboten. Düffeldoft, den 19. Sept. 1888. Der Regierungs- Präsident. I. V.: R u h n k e. GroKbHtutttti-«. Zur Untersuchung des gegenwärtigen Zustandes des Volksschulwesens in England war aus Antrag der Regierung ein parlamentarischer Ausschuß niedergesetzt worden, in London angekommenen Bftefe aus Batavla 19. Mai zufolge scheint fich die Sache folgendermaßen zugetragen zu haben: Das italienische Schiff„Fratellanzo" wurde auf 17 Grad S. 80 Grad O. voll Waffer von der Mannschaft verlaffm. Die Besatzung rettete fich in zwei Böten; das eine stand unter dem Befehl des Kapitäns, das andere wurde vom Bootsmann gc- führt. Nach fieden Tagen kamen die Böte auseinander. 35 Tage nach dem Verlust der„Fratellan-a" wurde die Mannschaft des vom Bootsmann befehligten Bootes von dem englischen Schiffe„Mona" aufgenommen, deren Besatzung die Schiff- brüchigen aber zwang, mit ihrem eigenen Boot an Land zu aeben, sobald die Insel Sumatradin Sicht kam. Nach vier- tägtaem Aufenthalt daselbst nahm das englische Kriegsschiff Sambas" die Schiffbrüchigen an Bord und landete fie am 4. Mai in Oleh-leh, auf der Nordküste Sumatras. Aus diesem Bftefe geht nicht hervor, od der Kapilän der„Mona" berechtigte Ursache hatte, die Schiffbrüchigen von Bord zu weisen. Zufolge einer Meldung aus Sanfibar, 29. Juni, ist die übftge Be- satzung der„Fratellanza" ebenfalls gerettet worden; das Boot mit dem Kapitän, Steuermann und 7 Matrosen langte nach elftäaiaer Fahrt in Diego Garcia an, von wo die Leute mit dem englischen Kftegsschiffe„Griffig nach Sanfibar über- geführt wurden. Eine Aufklärung der Sache bleibt abzuwarten. A«f der Fünfkirchener Ausstellung erregte eine Statue, welche dm„Vaterlandsbegründer Arpad" veranschau- lichte, ledhaftes Aufsehen. Diese Statue ist das Werl eines armen, jungen Bauernburschen, Namens Ludwig Kiraly, über dessen Person in der„Fünfk. Ztg." folgendes berichtet wird: ..Der junge Bildhauer stellte fich uns vor und weinte vor Schmerz, daß er wegen Mangel an gehöriger Unter- stützung sein Talmt nicht ausbilden kann. An dem aus- gestellten Monummte arbeitete er vier Jahre, stets ver- stöhlen, da er Feldarbeiten versehen mußte, und das so erwifthschcrftete Geld verwendete er zum Ankauf der Mateftalien für sein plastisches Werk. Kiraly ist auch Maler; er las wissenschaftliche Werke, die ihm der Notar von Duna- Szekcsö zur Verfügung stellte, und aus diesen schöpfte er alle die Jveen. die in dem jungen Kopfe phantastische Bilder reifm machen. Auch zu schöngeistigen Arbeiten hat der Bauem- iünalina Talent und es wies uns ein Päckchen verdorgm ge- haltener Lieder vor. Die kolossale Figur Arpad's ist um 100 fl. erhältlich; Kiraly ist pekuniär so herabgelommm, daß er den Weg von Fünflirchen nach Duna-Szekcsö zu Fuß zurücklegen mußte. Wer weiß, welch' vielversprechmdeS Talent hier unoe« achtet verkümmem muß!" der zu Schlüssen und Empfehlurgen gelangte, die darauf hin- zielen, den kirchlichen Einfluß auf die englischen Volksschulm neuerdings zu stärken. Gegen diese der Herausbildung eines konfesfionslosen Schulwesens feindliche Strömung haben bereits verschiene liberale Politiker und Körperschaften Stellung ge- nommen. Auch die Disfidentm verschiedenster Färbung, die stets gegen die Uedergriffe der Hochkirche auf ihrer Hut find und deshalb eine wefthvolle Bundcsgenossenschaft ver liberalen Partei bilden, haben ihre Unzufriedenheit mit den reaktionären Plänen der Torypartei im Schulwesen kundgethan, so daß der „Kampf um die Schule" voraussichtlich eine wesmtliche Rolle in der nächsten Wahlbewegung spielen wird. Der gegmwäftige Zustand des englischen Schulwesens beruht auf dem Kom- promiß von 1870, das in dem Forster'schen Gesetze zum Aus- druck gelangte. Bis zu jener Zeit war der Unternckt der Kinder der weniger bemittelten Klaffen ausschließlich privater Fürsorge überlassen geblieben. Die Folge war, daß kaum die Hälfte aller Kinder ordentlichen Schul- Unterricht genoß, und daß diese Hälfte fast ausschließlich in den von der Geistlichkeit der Hochkirche geleiteten Kirchsviel« schulm ihre recht mangelhafte Elementarbildung empfing. Das neue Gesetz brach keineswegs völlig mit diesem alten System. Es ermöglichte nur durch die Schaffung der Schulämter(«edool doaräs), welche innerhalb der Gemeinden und größerer Ver» bände aus der Wahl der Gemeindesteuerzahler hervorgingen, die Begründung von konfesfionslosen Schulen. Diese nach den fie leitenden Behörden Amtsschulen(board sohools) genannten Anstalten werden nur zum geringen Theil durch ein Schulgeld, hauptsächlich durch die von den Schulämtern ausgeschriebenen Schulsteuern erhalten. Alle Volksschulen aber, sowohl die Amts- schulen, wie die Kirchspielschulcn und Privatschulen jedweder Aft, haben je nach ihrer Leistungsfähigkeit Anspruch auf einen Zuschuß aus Staatsmitteln. Die überall im Lande, besonders in den größeren Städten entstandenen Schulämtcr haben im Laufe der 18 Jahre ihres Bestehens so segensreich gewirkt, daß jetzt unterrichtslose Kinder in England zu den Ausnahmen ge» hören. Es haben fich bei ihren Anstalten allerdings auch erheb» liche Mängel herausgestellt, als deren schlimmster neuerdings die schematisch auf die Erztelung günstiger Prüfungsergedniffe hinarbeitende Unterrichtsmethode erkannt ist. Diese Mängel find indeß keineswegs Folgen der Konfesfionslofigkeit der Ämtsschulen; sie hatten den Untercichtsanstaltm der Geistlichkeit eben so wohl an. Trotzdem hat die toryistische Mehrhett der parlamentarischen Kommission es für gut erachtet, die günstige Gelegenheit zur Förderung der Kirchenschulen auszunutzen, in« dem fie empfiehlt, daß die Oftsdchörden(Gemeindevertretungen und Kreisvertretungen) ermächtigt werden sollten, den Kirchen» schulen Zuschüsse bis zu 10 Shilling(10 Marli jährlich für jedes schulbcsuchcnde Krnd zufließen zu lassen. Die reattionäre Bedeutung einer solchen Maßregel liegt auf der Haud. Während bisher langsam aber ficher die Amtsschulen der Geistlichkeit duS Volksschulwesen abrangen, würde dieser natürliche und für den konfesfionrllen Frieden sowohl wie für die Volksbildung heilsame Prozeß gehemmt, wenn nicht gar in vielen Fällen auf dem platten Lande rückgängig gemacht werden. Obendrein würde die Verwirrung anstiftende Vielgestaltiglftt des englischen Volks- schulwesens noch vermehft und konfessioneller Hader in die Gemeindevertretungen hineingetragen werden, da nur die über- all veftretene Hochkirche von jener Bestimmung Nutzen zu ziehen versuchen könnte. Bis eine solche Maßregel Gesetz werden könnte, ist es zwar noch weit hin, aber daß fie überhaupt in Anregung gebracht wurde, zeigte, mit welchen Hoffnungen die Tones sich tragen. Frankreich. Der Streik der Arbeiter vom Eiffelihurm ist beendet. Dieselben haben fich mit dem Ingenieur Eissel verständigt. Er wird ihnen vom 1. September bis zum 1. Oktober eine Zulage von 5 Centimes pro Stunde geben und ihnen im November nochmals 5 Centimes pro Stunde zulegen, und die neunstündige Arbeitszeit wird im Winter während der kurzen Tage als eine zehnstündige derechnet werden. Wenn der Thurm bis zur dritten Plattform gediehen ist, wird jeder Arbeiter eine Groti- fikation von 100 Fr. erhalten. Auf der zweiten Plattform wird Herr Eissel eine Kantine errichten, in welcher die Arbeiter ihr Fiühstück billiger einkaufen können, als in den Kreisen, in welchen fie fich sitzt verproviantiren; damit sie nicht am Tage 4 Mal herauf- und herunterklettern müssen. Die Ärdetter ge- Winnen dadurch eine volle Stunde, denn der Auf- und Abstieg dauert je 30 Minuten. Das M i n i st e r i u m des Innern giebt folgendes be» kannt:„In der Unterredung, welche die Delegirten der Bäcker von Saint Oucn mit dem Unterstaatssekretär im Ministerium des Innern hatten, verpflichteten fich diese vor jeder Erörterung ihrer Klagen, ihre Läden wieder zu öffnen und schon morgen früh das Brot zu der vom Gemeinderathe festgesetzten Taxe zu verkaufen. Dann forderte Herr Bourgeois fie auf, dem Seine« Präfekten die Dokumente einzusenden, auf welche fie ihre Klogen gegen die Brottaxe stützen." Die Läden wurden nun fteiwillig eröffnet, aber die Bäcker verlangten nach wie vor für das Brot 85 Cts., während der Gemeinderach das seinige für 75 Cts. verschleißt. Der radikal-sozialistische Gemeinderath hat die Brot- konsumenten zu einer Versammlung berufen, um die Maßregel des Gemeinderaths zu genehmigen und selbst den Preis zu de» stimmen, den sie bezahlen wollen; die Versammlung fand im Schulhause statt. Da die Bäcker dem Gebot des Gemeinderaths nicht folgten und lieber ihre Werkstätten schloffen, so ließ der Gemeinderath bei dm widerspenstigen Bäckern Mehl und Handwerkszeug requiriren und bemächtigte fich ihrer Oefen, um selbst das Bäckergewerbe in die Hand zu nehmen, als Anfang der sozialistischen Verstaatlichung der Er- nährung. Der kommandirende General in Belfort Dorlodot Deseffafts, wurde auf einem Spaziergange von einigm Buftchen beschimvft. Der ihn beglettende Limtmant Lorelllard wollte einen der Burschen fassen und erkielt von ihm einen Messerstich in die Brust, der sein Leben gefährdet. Der Thäter, der fliehen konnte, soll ein Deutscher Namens Lehr sein. Kelgie«. Wie der„Etoile belge" aus guter Quelle vernimmt, sei die Uebernahme der dislang von der Kompagnie du Nord be» triebmen belgischen Eisenbahnlinien durch dm Staat im Prinzip beschlossen. Darauf bezügliche Vorlagm würden den Kammern bei ihrem Wiederzusammentreten zu- gehen. Die Regierung werde die Dringlichkeit dafür ver» langen. Amerika. Die Regierung der Union erhiett die amtliche Mit- tbeilung, daß China fich weigere, den mit den Vereinigten Staaten wegen der Einwanderung geschlossenen Vertrag zu ratifiziren. Kriefkusten der Redaktion. Bei Ansragm bitten wir die»bmmementb-Quittung bkijusügen. Briefliz Antwort wird nicht ertheilt. G» fragt ein Abonnent an, welche von dm bei Gewerkfchaftm— Maurer oder Zimmerer— in Berlin zu in einen Streik eintrat?— Vielleicht giebt uns ein L Auskunst. G. A. Reinickendorf. Sie muffen, wenn wir> Schreidm berückfichttgen sollen, Ihre volle Adresse angebm. g. Kch.» Kauftnckatenr. Ihr Bericht mußte we Mangels an Raum bedeutend gekürzt werden. # Theater. Sonntaa, den 23. September. «»nach«»»» Carmen. Montag: Martha, oder: Der Markt zu Rich« mond. Achaaftetetha««(im WaUner- Theater): Der Herr Major auf Urlaub. Montaa: Tante Therese. UellwS'Theater: Anton Antony. Montag: Dieselbe Vorstellung. Amtsch»« Theater. Graf Waldemar. Montag: Die Räuber. irbtoi*- Wiihetmftadttsche» Theater. Der Glücksritter. Montag: Dieselbe Vorstellung. Meltdeaz-Theater: Decorirt. Montag: Dieselbe Vorstellung. Miktarta-Tb-ater: Mathias Sandorf. Montag: Dieselbe Vorstellung. # LoatUaare- Theater: Schlauberger. ■v Montag: Dieselbe Vorstellung. Eeatrat Theater. Die Schmetterlinge. Montag: Dieselbe Vorstellung. Avalph-Ernst Theater. Die drei Grazien. Montag: Dieselbe Vorstellung. AaaMa«»'» Uarittt« Spezialitäten-Vor> Berliner Theater. Sonntag, den 23. September: „Demetrius". Tragödie in 5 Akten von Friedrich von Schiller und Heinrich Laube. (Besetzung vom Eröffnungs- Abend.) Montag, den 24. September: ..Ilse». Schauspiel in 5 Akten von Hans Olden. Königstädtisches Theater Alexanderstr. 40— Kurzestr. 6. Stadt- und Pferdebahnverbindungen nach allen Richtungen der Stadt. Sonntag und folgende Tage: GsUrarvt«- Thrate»: Spezialttäten- Vor- UtzrRtrr de» Reichahallen: Spezialitäten- Vorstellung._______ American Theater. Direktion A. Reiff. #mllnei"#hea*er*iraMe Mr. 15. Sonntag, den 23. September: Zum 17. Male: Die Weisheit Salomonsk/s. Berliner Lokalpofsen-Pantomime von R. Anaer. Mufik arrangirt von R. Thiele. 1. Bild: Die Renommirstunde bei Haase. 2. Bild: In der Academy of musle. 3. Bild: Bei Mutter Pignatelli im Cour- saal. 4. Bild: Berlin um Mitternacht. 6. Bild: Vor'm Schöffengericht. Neu einstudirt: Tausend und eine Nacht. Operette von W. Köhler. Mufik von R. Thiele. Auftreten der drei Geschwister Delöpierre, des Jnstrumentalisten Herrn Krüger, des Mimikers Rivoli und des Herrn Martin Bendix. Anfang 7k Uhr. Entrce 50 Pf., Parterre 1 M., Balkon 1,25 und 1,50 M, Parquet 1.50 M., Sperrsitz 2 M., Loge 2 M., Balkonloge 3 M. Billet- Vorverkauf Vormsttags 11—1 Uhr an der Kasse. Zum 4. Male: Der Dattensiirrger von Hameln. Phantastisches Volksstück mit Gesang in 8 Bildern von Gustav Braun, Mufik von Hubner- Trams Kasseneröffnung 6t Uhr. Anfang 7t Uhr. Bons haben Gittigkett. Alles Nähere die Anschlagsäulen. Montag und folgende Tage: Der Rattenfäiiger von Hameln. tag» 1«».» M.- 10 A. Kitleer-PaHarsiM. 1. Wanderung durch Paris. Letzte Woche: A«fbahr«ns und Trau»»»«? Kaiser Mitheim». Hrrlha-Krisr. 400 Aufnahmen. Tniree« Cvcl.'/O M.. Kind nur 10 Vf. Wann. Uosi.Munumn. (Im früheren Zirkus K r e m b s e r.) Friedrich- Karl« Ufer.— Ecke Karlstcahe. Sonntag, den 23. September, Abends 7 Uhr: Große Er.r�vorlkllllng. Hervorzuheben find: Die 4fachc Fahrschule, ge> ritten von den Geschw. Schumann. 12 Rapp Hengste, vorgeführt vom Direktor. Auftreten der Reiilüvstlerin Miß Victoria, des Jockey Reiters Mr. Joe Hodgini. Römischer Welt kämpf, ausgcführtZmit 12 Pferden und 4 Damen und 4 Herren. Auftreten der Turnerkönige R e ed und B a r k e r. 2 Athleten zu Pferde, dargestellt von den Herren Max Schumann und Joe Hodgini. Komisches Entree mit 2 Leitern von 4 Gebr. G o z z i n i. Entree des Original-Klowns O l s ch a n s k y k. jc. Montag, d. 24. September, Abends 7t Uhr: Cir. Norstellung mit neuem Programm. Hochachtungsvoll G Schumann, Direktor. Urania Wrangelstr. 9/10, nahe der Köpnickcr Brücke. Jeden Sonntag Großer Kall. Die KaUmustk wird von einem großen Orchester ausgeführt. Entrse 20 Pf. Henen, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. 598 G. F. Walter. Am Königsthor. Schweizer-Garten. Am Fricdrichshain. Konntag, dr« 83. September: Theater- und Spezialitäten-Vorftellung. Unter And.: Sgn. Huh.'Mncento, Froschmcnsch; Brothers Tlichm, Excentrics; Eliy Hettown, Verwandlungskünstlerin u. Broth. Alming, Clowns. Im neuerdauten Saale Ball« Volksbelustigungen aller Art. HET' Entree 25 Pf g. Itag Für die Wintersaison ist der g*osee Saal«u vergeben. Kleiderstoffen. Gardinen und Gardinenreste, a«ch Teppiche, Möbelstoffe«nd Tischdecken r LM' äußerst wohlfeil! WA Die schönsten Kinder- Kleider sw �ir Mädchen jeden Alter«, sowie Tricot- Taillen, Morgenröcke«nd Unterröcke fnr Damen, anch im «inzeloerkauf sehr billig!# Ma.ßbestellun,-»»«» �«eparatilre« werden angenemme» und prompl angenommen , erledigt. kernte, Preis©- Die von Mitgliedem des Fachvereins der Schneider gegründete Produktw- nnd Rohstoff- Genostenschast% der Schneider zn KerUn(E. G.)- 30 Zimmerstrasse 30 ' empfiehlt ihr Lager fertiger Aerren-Karderob«, sowie reichhaltige» Lager in» '«nd ausländischer Ktoffe, ebenfalls Lutter, Kort»«nd Knopf«. 621 Herren-Garderoben jeder Art werde«««ch#*««# angefertigt. Sonntags bis Abend geöffnet. Oer Voretand. Möbel-, Spiegel- nnd Volstermaaren-Magozia ». Franz Tutzauer, Köpnickerstrasse 24(nahe der Köpnickerbrncke). dWW Reelle Maare. Prompte Kediennng. Kolide Preise.__ Die seit 1877 bestehende, weitbekannte Uhrenfabrik von Max Busse 157 Invalidenstrasse 157, neben der Markthalle, verkauft jetzt sämmtliche Uhren zn bedeutend herabgceetxrten Preisen. Für jede Uhr wird reelle Garantie geleistet. Grosse Abschlüsse mit Pforzheimer nnd Hanauer Fabrikanten ermöglichen derselben Firma den Verkauf von Gold-, Silber-, Granaten- und Korallenwaaren zu fabelhaft billigen Preisen. 721 SpeoialitSt■ Ringe. Reparaturen an Uhren nnd Goldsachen we den auf das Gewissenhafteste ausgeführt. Königl. Prenss. Klassen-Lotterie. Ziehung 1. Klasse am Ä. und 3. Oktober 1883. Originale gegen Depotschein'/> 50, V> 85,'/» 18,50 Mark. Antheile:% 0.85. 8,85, 1,75,'/M 1 Mark. empfiehlt die Gliickskollekte von 1. Geschäft: fly| Mckvcan 2. Geschäft: Koppen straße 60.■■■■■»■ByBFf Veteranenstr. 88. 575 AcHotehnllonldFörl«! Und in so kurzer Zeit getrocknet. Jo dos ist Sutersdie Rissboden- Giosur-Lnck-Forbe und kostet nur 75 Pf das Pfund. trocknet in 4— 5 Stunden hart und glänzend, macht das Üsberlackicrcn überflüssig. Das unangenehme Kleben ist vollständig ausgeschlossen. Nasse Witterung hat keinen EinAuss auf meine Farbe. Aufträge führe nur gegen vorherige Einsendung des Betrages oder gegen Nachnahme aus. Preis ä Pfund 75 Pfennige. R. J. Suter, Berlin It., Zionskirchstr. No. 44. Kasfanien-Allee No. 60 5? «B M«> «f* Fr. Oragert Mo. 5 KioD§kirchplatz Mo. S. itlnpjin(ürljnus-».Külhermkichtiozei. Empfiehlt sein reichsortirtes Lager in Küchenmöbel eigener Fabrik, sowie Wasch- und Wringmaschinen, Poisterbetten. � � rjt blau Emaille, grau Emaille Großes Zager in Kochgeschirren Musterküche im Geschaftslokal. SM" Preiskourante gratis und franko. 1122 Teppiche zu billigen Preisen! Wir verkaufen unser Tcppich- Lager aus_ und verkaufen gewöhnliche, haltbare Teppiche für 4, 5 u. 6 M, große Tapestru-Plüsch- Tcppiche für 12, 15 u. 18 M. Tischdecke� Manilla-Tischdecken mitFranzen 2, 2.50 M. Bunte Tischdecken mit Schnur und Quasten 3, 3,50 bis 5 M., Gobelin-Tischdecken mit Schnur und Quasten 5 u. 6 M. Gardinen, weiße Zwirn-Gardinen, ree' stes Fabrikat, Meter 45, 50 u. 60 Pfg. Englische Tüll- Gaidinen auf beiden Seiten eingefaßt, Meter 50, 60, 75 Pfg. u. 1 M. Einzelne abgepaßte Fenster 3,50, 4—6 M. Hübsche Manilla- Gardinen, Meter 40 u. 50 Pfg. Sielmanii&Rosenbergl Kcmmandan�enstrasse Ecke liindenstrasse. Lehr Institnt für mifs nschaftliche Zuschneide- kunft. Henry Sherman, Haupt-Bureau Berlin W, Leipzig eretr» Nr. 114. Schnell u. gründlich zu erlernend» Methode für 20 Mark inkl. Set«' mittel. Keine NebewAusgabni- Täglich Aufnahme. Vorzüglicher proktischer Unterricht. Privat Untenicht 40 Ml. Aus« wärts Lehrerinnen gesucht. Pro- spelte gratis und franko.[346 Große nene Ketten. Stand 9 Mark. Bettfedern Pfd. 30 Pfg. bis zu den feinsten Daunen zu fabelhaft billigen Preisen. Größte, leistungsfähigste Bett- und Bettfedemhandlung von L Beutler« Erstes Geschäft: Acker str. 35. Zweites Geschäft: Murinnnennlr. II NB. Feine broncitte Feldbettstellen mit Matratze und Manilla- Bezug Stck. 8,50 Ä., welche überall 12 Mark kosten.[171 % Im Tuchgeschäft[669 \ Prwzenstr. 53, gegenüber der Tumhalle: % Herren- u. Ginfegnung«- % Anziiae, Paletots, % sowie Damenkleider, % Regen-Mäntel k. % Auf Wunsch anch % Theilzahiuueen ttKCT Herrschaftlich« wenig gebrauchte und zurückgesetzte Möbel, damnter Sophas, Spiegei, Spinden, Vertilows, Garnituren, sehr billig. Großes Lager einfacher und eleganter Möbel- Spiegel u. Polsterwaarm. Theilzahlung gestattet, A.Caro, Neue Schönhauserstraße 1, erste Etage- KgJ. Preuss, 179. Lotterie Ziehung 1. Kl. am 2. nnd 3. October er Antheilloose'/, M. 6.25, U. 3,25, Via M. 1,75, V14 M 1 empf. n. versendet D. Lewin, Berlin C., Spandauerbrücke 16. Gleicher Preis für alle Klaseen. Planmässige Gewinn- Auszahlung. WWW Prospecte gratis und franco. ■■ Erste Klasse™ Kl.PriiissIIass,-Lolterl6.! Originale nnd Antheile• Vi 4 66 M., V, 4 28 M, Vi& 14 M, v, i 7 M.. Vi«- 81 M., ä 1,80 M,, V.« 4 1 M. Bestell, erbitte innerhalb 8 Tagen. Nach Ausserhalb gegen vorherige Einsendung des Betrages. Bich. Schröder, Bankgeschäft,[538| Berlin W., Mnrkgrafenstr. 46, Gensdarmenmarkt. Filiale■ Roeenthalcpetr. 31. Verantwortlicher Redavem: K.«r-nheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Hading in Berlin 8W.. Beuthstraßr 2. Hier?« eis« » Beilage zum Berliner Volksblatt. 244. Sonntag, den 23. September 1888. 5. Jahrg. Lokales. I« der G»twickel««g d«« gesetzlich»« Kranke«. kassrnwefe«« macht fich in letzterer Zeit bei uns und auch wohl in anderen großen Städten die Erscheinung bemerkbar, vaß die Begriffe„Kaffenvorstand" und„Kassenarzt" einen vollendeten Gegensatz bedeuten. Wir baden erst in den letzten -tagen über eine Versammlung der Bäcker zu belichten gehabt, dle sich mit diesen Dingen in recht ledhafter Weise beschäftigte, und es würde uns gar nicht wundern, wenn ähnliche Vorgänge m andere Krankenkassen folgten. Daß das Kaffenwcsen durch Wiche Vorgänge in der öffentlichen Achtung nicht gewinnt, leuchtet wohl ohne weitere Erörterung ein. Es scheint uns des- b2lb nöthig, die Frage zu erörtern, wie können derartige Juib.reien zwischen Kafscnvorsiänden und Aerzten vermieden werden. Die Beantwortung dieser Frage ist von ganz de« sonderer Wichtigkeit, besonders für die freien Kassen, die ihren Mitgliedern in der eigenen Wahl der Unterstützungsmittel in Krankheitsfällen einen ziemlich weiten Spielraum lassen, im Gegensatz zu den Orts« und Betriebskassen, welche den Ardeitern >n dieser Beziehung so ziemlich ganz abhängig machen von der Willkür des Kaffenvorstandes. Diesen Vorzug aber müssen nie freien Kassen sich durch eine korrekte Geschäfts- whrung zu wahren suchen. Daß der Kaffenvorstand von dem vertrauen der Mitglieder getragen sein muß. ist selbstredend. Daß der Vorstand die Interessen der Kasse zu wahren sucht, «urch eine svarsame Verwaltung, durch gute Rathschläge an die nkranktm Mitglieder, durch billige Beschaffung von solchen Veilmittcln, Apparaten u. dergl., die in großen Mengen ge- braucht werden, das ist ebenfalls in der Ordnung. Anders aber stellt fich die Sache mit den Kassenärzten. Wohl nur wenige derselben find gegen ein festes Geholt von den freien Kassen orgagirt. Wo es aber der Fall ist, soll man das Aerztebonorar auch noch dem Umfange der dem Arzte zugewiesenen Beschäf- stgung bemessen. Wird mit dem Arzte ein besonderes Abkom- wen über die Höhe des Honorars getroffen und dies für jede nnzelne Leistung berechnet, wie es wohl bei den meisten freien Kossen der Fall ist, so muß man fich hüten, hier das bekannte Konkunenzsystem eintreten zu lassen, und die Sätze des Arztes iv lange zu ermäßigen, als ein anderer fich zu billigeren Sätzen anbietet. Der Arzt wird mit dem Moment, wo er in den Dienst der Kasse tritt, ebenfalls Arbeiter, und es wäre unge- Vkwt, ihn nun nach denjenigen Grundsätzen zu behandeln, die beute jeder einstchlige Arbeiter als verdammenswerth erkannt Unsere Leser werden uns gewiß nicht nachsagen lonn n, daß wir den Herren Aerzten sonderlich gewogen wären und ihnen einseitig das Wort reden; wir haben oft genug we zünftlerischen Bestrebungen der ärztlichen Standesoertretung und wo fie fich sonst in ärztlichen Kreisen gegenwärtig bemerkbar wacht, gegeißelt; aber das kann uns nicht hindern, da für die «vte einzutreten, wo fie im Rechte find. Einen Arzt, der fich dos Vertrauen der Kaffenmitglteder erworben hat, soll man eher besser honoriren. als ihn etwa, infolge der größeren Zahl seiner Patienten, in seinen Einnahmen herunterzudrücken suchen; das W das einzige Mittel, um dem vieldeklagten Zustande ein Ende zu n>achen, die Kaffenmitglieder von den Aerzten als Patienten zweiter Klasse behandelt zu sehen. Wenn aber von den Aerzten «egenwärtig die sogenannten„Bohrversuche" der Kasscnvorsteher beklagt werden, welche von den Honorardeträgen der Aerzte noch„Prozente" kürzen wollen— man ist zweifelbast, ob für nck oder zu Gunsten der Kasse— so haben die Aerzte hieran tobst schuld! Diese Unsitte ist viel älter als das Kaffenwescn und von den Aerzten bereits vor vielen Jahren praktizirt wor» den. zuerst in anderer Gestalt, nämlich so, daß Bandagisten, Apotheker u. s. w. den Herren Aerzten Prozente zahlten. Diese„Schmierkur" ist dann von arziiichn Seite gegenüber den Kaffcnvorstehern angewendet und droht nun den Herren über den Kopf zu wachsen. Wir wünschten, daß Jeder Kaffenbeamte sofort entlassen würde, dem wr Annahme von Geschenken des Arztes oder anderer Personen, vre Einnahmen aus der Kasse für ihre Gegenleistungen beziehen, Ncchgewiesen wird. Es ist gleichgiltig, ob diese Geschenke in darr oder in Naturalien erfolgen. Am besten werden solche D'nchstechereien vermieden werden, wenn die freien Kassen dafür wrgen, daß eine ausreichende Anzahl tüchtiger Kasse, ärzte de- 'Mit wird und jedem Kaffenmitgliede überlassen bleibt, ssch im Krankheitsfall an denjenigen zu wenden, zu dem er das meiste Vertrauen hat Gerade in der Möglichkeit solcher freiheitlichen Einrichtungen liegt die Zukunft und der Vorzug der freien Kassen, während die Zwangskassen durch ihre beengenden Be« stimmungeu über die Krankenbehandlung bei den Arveitem miß« liebig find. Es kann nicht geduldet werden, daß diese Vorzüge der freien Kassen von herrschsüchtigen und diktaturlüsternen Vor- stehern, und hätten fie noch so viel Verdienste um ihre Kasse, in den Hintergrund gedrängt werden, denn durch solches Ge- bahren kann die Existenz freier Kassen schwer gefährdet werden. Die große Doikvoeesammlung, die am Sonntag, den 16. d. M., in der Neuen Welt in der Hasenhaide stattfinden sollte, mußte ausfallen, weil die Direktion der Aktiengesellschaft das Lokal nicht hergeben wollte. Es liegen uns über viese An« gelegenheit folgende Schriftstücke vor, die wir unfern Lesern unterbreiten wollen.— Amts Vorsteher. J.»Nr 17 433. Rix« dort, den 13ten September 1888. Auf die Anzeige vom 10. d. Mts. betreffend die am Sonntage den 16. d. Mts. dcabfich« tiate Volksversammlung in dem Etablissement„Neue Welt" er- JJL Ol.--- v.t l-c Vi-- ,-----------"• tJ-.--(j-v VWIk V»ilUkUl({1 VCtennni find in der vorletzten Dacht zwei Pferde auf dem Grundstück Sebastianstraße 73. Auf dem Hofe des Hauses steht ein aus Fachwerk errichtetes Stallgebäude, in deffen einer Abtheilung zwei Pferde des Bayer'schen F rbrgeschäfts untergebracht waren, während die zwette vom Kartonfabrikantc« Höble als Stall für sein Pferd benutzt wird. Aus unermittelte« Gründen entstand an der Thüre des Bayer'schen Stalles Feuer; das den Eingang vollständig versperrte und so schnell um sich griff, daß dir im Stall befindlichen beiden Pferde verbrannten. ehe Hllfe gebracht werden konnte. Das Höhle'sche Pferde wurde betäubt noch herausgezogen. Stall und Futterboden find aus- gebrannt. Der Hanndiene» Iattod Felln, der am vorigen Sonn« abend unter Mitnahme von 5000 M. flüchtig geworden war, ist um Freitag in Hötensleben festgenommen und nach dem Ämtsgerichtsgefängniß in Ascher? leben eingeliefert worden. Somit hat fick die Vermuthung bestätigt, daß fich Fella der Magdeburger Gegend zuwenden werde. Von dem Gelde ist nichts bei ihm gefunden worden, doch glaubt man, daß Fella die Summe nicht verpraßt hat, sondern irgendwo verborgen hält. Man ermattet heute die U Verführung des Defraudanten nach Berlin. pnlizeideeichi. Am 21. d. M. früh wurde an der Bär- waldbrücke die Leiche eines etwa 1 Jahr alten Kindes aus dem Waffer gezogen und nach dem Leichenschauhause gebracht. U« den Hals der Leiche war mittelst einer Schnur ein Mauerstein befestigt.— Vormittags sprang an der Frerarche ein obdachloser Drucker in selbstmördettscher Adficht in den Landwehlkanal, wurde aber von einem Sckiffer alsbald wieder berausge ragen und demnächst nach der Ehatttee gebracht.— Gegen Abend fand im Keller des Hauses Potsdamerstraße 117 eine Ent« zündung von Benzindämpfen statt, durch welche eine Frau und ein Knabe schwer, sowie der Portier und ein Knabe anscheinend leicht verletzt wurden. Soweit bisher festgestellt worden, ist in den Kellerräumen im Laufe des Nachmittags Benzin abgefüllt und dabei ein Glasballon zerbrochen worden. Das ausgelaufene Benzin wurde zwar mit Sand überschüttet, entwickele jedoch Dämpfe, welche fich, als die zuerst genannten den Keller mit Licht betraten, entzündeten und die Explofion verursachten.— Abends nach 10 Uhr wurden in der Schönhauser Allee, in der Nähe der Kastanien-Allee, zwei Ardeiter, angeblich ohne Veranlaffung, von mehreren Männern überfallen und Beide durch Äcfferstiche am Kops verlctzt. Einer der Exzedenten ist festgenommen wor« den.— Um dieselbe Zeit wurde im Flur eines Hauses in der Fürstenbergerstraße ein etwa 50 Jahre alter Mann bewußtlos aufgefunden und nach dem Lazarus-Krankenhaule gebracht, wo bei ihm ein Schädelbruch festgestellt wurde.— Um dieselbe Zell wurde in der Karlstraße ein Drehorgelspielcr bewußtlos auf der Straße liegend vorgefunden und nach der Eharitee gebrecht.— An demselben Tage fanden Schmidstr. 8, jMöckernstr. 63, und In den Zelten 20 unbedeutende Feuer statt.— Außerdem ge« rieth in der'Nacht zum 22. d. M. auf dem Grundstück Se- bastianstraße 73 ttn Pferdestall in Brand. Zwei darin br findliche Pferde kamen im Feuer um. *** Nergnugungs-Chronik. projektirtes Repertoire der königlichen Schnn- spiele vom 23. September bis 1. Oktober. I m Opern« Hause. Sonntag, den 23.: Carmen; Montag, den 24.: Martha; Mittwoch, den 26.: Sympathie. Rodert und Bertram: Donnechag, den 27: Zum ersten Male: Die Götterdämmerung: Freitag, den 28.: Don Juan(Frau Pietton-Brethol als Gast): Sonnabend, den 29.: Carmen(letztes Auftreten des Fräulein Renard); Sonntag, den 30.; Die Götterdämmerung; Montag. den 1. Ottoder: Koppelia, Die Prüfung.— Im Wallner« Theater. Sonntag, dm 23.: Der Herr Major auf Urlaub! Montag, den 24.: Tante Therese: Dienstag, den 25.: Dl« Journalisten; Mittwoch, den 26.; Die Jäger; Donnerstag, ve« 27.: Der Herr Major auf Urlaub; Freitag, den 28.: Rosen» müller und Finke; Sonnabend, den 29.: Auf der Brautfahrt! Sonntag, den 30.: Auf der Brautfahrt. Urania. Jeden Sonntag großer Ball in dem neurenooitte« Saale, bei großem Orchester. Gerichts-Zeitnng. Wegen Majestntvbeleidignng hatte fich am Sonnabend der Tischler Julius Wolff aus Tempclhof vor der 1. Straf' kammer des Landgerichts II zu verantworten. Die unter Aus' schluß der Oeffentlichleit stattgehabte Verhandlung ergab, daß fich Wolff am 18. Juni d. I. beleidigend über den Kaiser Wilhelm>1. geäußert hatte. Das Urlherl lautete auf niäst weniger als 6 Monate Gefängniß. * Unter der Anklage der Sachbefchädignng stand der 18 jährige Arbeitsbursche Ferdinand Schacht vor der 92. Ab» theilung des Schöffengerichts. Der Angeklagte war in der de' kannten Velvetfadrik von Mengers in der KLonickerskaße be« schäftigt, sollte aber mtlaffen werden und durchbohrte aus Aerg» hierüber zwei Stücke Sammet. welche nach Angade der Anklage einen Wetth von zitta 300 M. repräsentirtm, mit einer langen Nadel an verschiedenen Stellen. Schacht will zur Zeit etwa» angetrunken gewesen sein und auch nur das eine Siück mu1"' willig beschädigt haben. Bei dem zwetten will er gestolpett urw mit der Nadel, die er in der Hand hielt, hineingefallen sein- Die beiden Stücke hätten überhaupt nur einen Werth?? höchstens 60 M. gehabt und der angerichtete Schaden sei r?w' lich durch die 16 Ä. Arbeitslohn gedeckt, welche der Fabrikat« ihm einbehalten habe.— Der Staatsanwalt wollte den mir einer 14 lägigen Gefängnißstrafe gesühnt wissen, aber ve» Gerichtshof hielt in Anbetracht der Jugend des Angeklagten eine Gefängnißstrafe von 3 Tagen angemeffm. Die Ausreden der Kpitzr-uben verratbm bis weil e" nicht wenig Erfindungsgabe. An einem Juni-Morgen wurve> zwei vielfach vorbestrafte Männer, Wilhelm Funk und Geow Kruppa, auf einem Boden des Hauses Friednchsfelderstr. 25* troffen. Sie gaben an, daß fie daselbst gcnächrigt hätten.% fand in ihrem Befitze aber eine ganze Anzahl Kleidungsstu� die augenscheinlich von einem Diebstahle Herrührten, und' wurden deshalb dem nächsten Polizttbmeau zugeführt, v meldete fich auch bald ein in dem genannten Hause im wohnender Schlächtergeselle, der die Sachen als die(elnW, rekognoszirte. Jetzt gaben die beiden Verdächtigen eine rvun°- Hain nächtigm wollen, als es ihnen aber zu kalt wurde, habe vorgeschlagen, einen unverschlossenen Keller in dem vorden Hause auszusuchm. Unter seiner Führung habe man den � angetreten und auch eine paffende Stelle zum Nachtlager..� fundm. In der Nacht seien fie geweckt worden, als von einem kleinen Ausfluae zurückkehrte; er habe den...ß0,.-• Arm voll Sachen gehabt, die er ihnen mit den habt Ihr auch etwas!" vor die Füße warf. >hre Nachtruhe fortgesetzt. Diese Geschichte tischten sie gestern Mch der zweiten«Strafkammer des Landgerichts I auf. Der Geruhtshof nahm zwar an, daß der nicht zu ermitteln gewesene «Sljtfert. auch bei dem Diebstahl betheiligt war, das war aber °uch alles, was von der Geschichte geglaubt wurde. Da beide Angeklagte vielfach vorbesttafte Personen find, so wurden sie mit mner Zuchthausstrafe von je 2 Jahren belegt. Di« Züchtigung«»gesogener Kinder auf der ?tra(f« wird seitens des Berliner Polizei- Präfidiums als grober Unfug geahndet. Anders ist diese Handlung heute von «r 96. Abtheilung des Schöffengerichts angesehen worden. Der Arbeiter Jens Lundwall hatte am 16. Juni d. I. zwei etwa sechsjährigen Knaben, welche sein kleines Töchterlein wiederholt geschlagen hatten und ihn auf die Aufforderung, dies zu unter- »äffen, noch verhöhnten, eine nicht erhebliche Züchtigung zu Tbeil werden laffm und war dafür durch Polizeimandat zu 10 Mk. 2 Tagen verurtheilt worden. Auf den von ihm eingelegten Widerspruch hat der oben gedachte Gerichtshof dem Antrage des Amtsanwalts v. Glau entsprechend auf Freisprechung des Angeklagten erkannt, weil in einer derartigen provozirten Züchtigung nicht nur keine Stömng, sondern unter Umständen sogar eine Förderung der öffentlichen Ordnung, mithin kein grober Unwg zu finden ist. Der MrineidsprozeH Korrasch und Genossen wurde grstern zu Ende geführt. Die Angeklagten verstcherten bis zum schien Äugenblicke ihre Unschuld, und ad und an traten durch dte Beweisaufnahme Momente zu Tage, welche günstig für ste ZU sprechen schienen. Der Staatsanwalt hielt diese Widersprüche »r einzelnen Zeugenaussagen für durchaus gewichtlos gegenüber vielen und erdrückenden Belastungsmomentcn, welche die Beweisaufnahme zu Tage gefördert; er plädirte auf Schuldig «m vollen Sinne der Anklage. Die Vertheidigcr führten d.r- Men aus, daß die Angeklagten keineswegs genügend überführt srstn. um daraufhin einen Schuldigspruch fällen zu können, und schloffen mit Ausdrücken der Honnung, daß die Geschworenen Mb dieser Anficht anschließen würden. Nach längerer Be- wthung lautete der Spruch der Geschworenen dahin, daß der Angeklagte Schlifsky des Meineides und der Angerlagte Borrasch der Anstiftung dazu schuldig, der Angeklagte Berner oagegen weder des wiffentlichcn noch des fahrlässigen Meineids schuldig sei. Der Staatsanwalt beantragte gegen Borrasch fünf, Segen Schlifsky. zwei Jrhre Zuchthaus. Das Unheil lautete Segen den elfteren auf vier Jahre Zuchthaus und acht Jahre Ehrverlust, gegen den letzteren auf zwei Jahre und vier Jahre Ehroerlust; demselben wurde außerdem die Fähigkeit abge- iorochen, je wieder als Zeuge eidlich vernommen zu werden. Ber Angeklagte Berner wurde freigesprochen. "' n einer An- l vor dem vwonengerran vcryanoen wuivc. beschuldigt, seine Schwiegermutter bei Gelegenheit eines Streits mit seiner Ehe- nou mißhandelt zu haben.— Präs.: Bekennen Sie stch schuldig?— Angekl.: Dadrüber muß ick zuerst beantragen, sn die Olle Allens aus Rache sagen duht. Denken Sie nur, W jesagt, det ick et bei meine Hochnäßigkeit noch bis nach Gummelsburg dringen. Da habe ick ihr natürlich jesagt, det ick M noch mal de Eisdeene knicken werde.— Präs.: Das ist «vch aber gar keine Art, mit seiner Schwiegermutter zu reden. Z: Angekl.: Herr Jerichtshof, ick wünsche Ihnen»ich, det mit der aus eenen Keffel effen müssen. Die redt ecnen Mgen Strahl un zählt Eenen dabei de Hoppen in'm Biund. Ick kann Ihnen sagen, det is de reene Backe- oeere.— Präs.: Sie scheinen aber sehr zu Gewältthätigkeiten iu neigen, denn thatsächlich haben Sie erst Ihre Frau geschlagen Und sind dann aus Ihre Schwiegermutter, die Ihnen Vorwurfe Kochte, losgegangen.— Angekl.: Na, da kann sich doch Eener Hände und Beene dran wärmen! Die Olle kann sich wr Jeld sehn lasten, denn wenn die blas den Mund uff duht, oenn kommt ooch schon'ne ausjestunkene Lüge raus. Sc hat ja ooch det Jericht belogen, wenn se sagt, det se ardeetsunfähig is. Ick frage man blos, is man ardeetsunfähig, wenn man uff den Brunnen zum Jedurtstag seht un hinterdrein sagt, man is bei't Aoakstragen von's Jerüst jefallen?— Präs.: Sprechen �ie nicht so viel dummes Zeug zusammen, sondern verant- Korten Sie fich auf die Anklage, daß Sie die alte Frau ge- schlagen haben.— A n ge l l: Versuchen Se't man blos UKl mit ihr, denn werden Se sehen, det fich so wat mit kecnen Keenschen nick vertragen kann. Die hat ja ihren ersten Mann in de Jrube jeekelt un der zweete is ihr wegjeloofen. Det ick Keme Jattin ecne stkleebt habe, det widerstreite ick nich, aber » hatte ooch jehörigm Jrund, ihr mal zu zeigen, wat'ne Harke "f--- Präs.: Sie sollten ganz zufrieden sein, daß Sie eine ?sdeitsame Frau Kaden, von der Sie starker Mensch stch durch r}' Welt füttern lassen. Zum Schlagen hatten Sie am aller- Einigsten Veranlassung.— Angekl.: Wenn ick mit'n aus- Knumpien Magen nach Hause komme un denke, ick werd'n Endlichen Happen-Pappen zu Jefichte kriegen un statts ssffen soll ick mir mit'n Teller Sechser> Plerre bezähmen, man schon dcit bloße Ansebn de Schwindsucht kriejcn Mi. denn sehe ick ran wie Pampe— denn hat et schnappt!— Pröfident: Nach der Bekundung Ihrer Frau find Ssf an jenem Tage wie genöhnlich aus Ihrer Destillation Aiedkr viel zu spät zu Tisch gekommen und als Ihnen Ihre Krau einen Rest Brühkartoffeln vorsetzte, haben Sie Gänseklein Mangt und sokort auf Ihre Frau und demnächst auf Ihre ?romiegermulter losgeschlagen.— Angekl.: Die kann lange Kösseln, eh mir een Wort jefällt. Det schwere Jeld, wat se jmt de Maschine verdient, vermöbest se uff alle alle mögliche Tfii, olle Oogenblicke hat se'ne neie Klecdage uff'n Leib, !:? wenn se'ne Verwandte von'n Wächter von'n Juliusthurm ™it un mir will se olle Wassersuppe mit Polizeioogen vorsetzen � lo wat wird bei mir nich verzappt!— Nach dem Zeugniß 2? Beschädigten ist der Angeklagte ein durchaus arberts- etZ?"' �em Trünke ergebener Mensch. An jenem Tage hatte Men unh? 5 ßeoibeüet, war angetrunken nach Hause gekom- seiner*�1 ihm das Essen nicht gut genug schien, mit e»"ssu streit angefangen. Seine Schwiegermutter hatte ttiif ttnycsUiiytu. wv»«»v öetvotfpl"l Stuhlbein auf die Schutter geschlagen, zu Boden ßeflnT*'S!1 �N Fäusten ins Geficht geschlagen.— A n- Z st e i? f 1" muß ick jerade besinnungslos jewcsm find. haut s.tn'- Der ist immer befinnungslos, wenn er einen v �onn thut er blos so. Der Angeklagte ist ja ein bes sich niemand zu nahm traut.— Auch die Frau kboA uQ0ten sst als Zeugin vorgeladen, ste verweigert PwpvJ J— Angekl.: Siehste Mineken, det is «ck BrcLPon Dir. Du wceßt, ick had'n jroßet Loch in'n Magen, i>in vor mein Leben jem un bei jutet Essen un Trinken mmer derjenigte, welcher. An den janzen Spuk hat blos de Wassersuppe schuld.— Der Gerichtshof weist einige Beweisanträge, mit welchen der Angeklagte darthun will, daß die Schwiegermutter trotz ihrer 65 Jahre noch einen„Bräuti- gam" Hat, mit welchem sie„den janzen Sommer in die Haide jejangen is," zurück und verurtheilt den Angeklagten zu 3 Wochen Gefängniß._ Kereiue»nd Persammwvse«. Vereinsversammlung der Kan-Ktuchatenre Kerlin». Am Montag, den 17. September, Abends 8% Uhr, tagte im Ksinski'schen Lokal, Fischcrstr. 10, der Verein Berliner Bau» Stuckateure unter dem Vorfitz des Herrn W. Schulz mit folgen- der Tagesordnung: 1. Vortrag des Kandidaten der Philologie, Herrn Julius Steinschneider. 2. Ergänzungswahl des Ver- gnügungskomitee. 4. Verschiedenes. Herr Steinschneider sprach über den Orden Jesu, seine Entstehung und seine Ziele, im Lichte der Geschichte und erntete den vollen Beifall der Ver- sammlung.— Der 2. Punkt der Tagesordnung wurde erledigt durch die Wahl des Herrn Fritz Montag zum Mitgliede des Vergnügungekomitee an Stelle des Henn Alb. Janicke, der krankheiis halber gezwungen war, sein Amt niederzulegen. Beim dritten Punkt„Verschiedenes", weist der Vorfitzende die Kollegen in Betreff der Lehrlingsfrage an Herrn G. Braue, der stch in Besitz der Liste befindet, und machte bekannt, daß die nächste Versammlung am 8. Oktober stattfindet Große Sssentllche Nerfa««lur>g fämmtlicher Im Magenban beschäftigte« Arbeiter Berlins und Umgegend, sowie Schmiede, Stellmacher, Schlosser u. s. w., Sonntag, den 23. September, Vormittags 10* Uhr, Tieckstraße 24, bei Herrn Schmidt. Freireligiöse Gemeinde. Rosmthalerstt. 38: Sonntag. den 23. d. M., Vormittag 10 Uhr, Vortrag des Herrn Prof. Dr. Bruno Meyer über:„Kulturperioden". Damen und Herren find als Gäste willkommen. Der verein Kerliner Hansdiener feiert am Sonntag, den 23. d.M., Nachmittags 5 Uhr, sein fünfjähriges Stiftungs- fest in Keller's Festsälen, Andreasstraße 21. Konzert unter Mitwirkung des Gesangvereins.Zkonkordia", humoristische Vor träge, Festessen und großer Ball. Billets& 75 Pf. find nur vorher beim Komitee zu haben. Der Gauverein Kerliner Bildhauer veranstaltet am Sonntag, den 23. d.M., eine Exkurfion nach dem Hohmzollem- Museum. Sammelpunkt: Mondijouplatz 10; Uhr. Dereiutgnng der Drechsler Deutschlands. Orts- verwattung Berlin Iii.(für den Ost- und Nordbezirk Berlins). Versammlung am Sonntag, den 23. September, Vormittags 10 Uhr, bei Saeger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Vortrag über„Glück und Glückseligkeit".(Fottsetzung der Vorträge über„Die Arbeiterfrage, ihre Bedeutung für Gegenwart und Zukunft von Prof. Friedrich Albert Lange.) 2. Gewerkschast- liches. 3. Verschiedenes.— Ausnahme neuer Mitglieder. Gäste haben Zutritt. Lachverei« der Rohrleger Kerlin». Sonntag, den 23. d. M., Vormittags 11 Uhr, in Frucrstein's Salon, Alte Jakodstraße 75: Versammlung. Tagesordnung: 1. Gewerkschaftliches. 2. Freie Diskusfion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Fragelasten. Kerei« der parquetbodenleaer Kerliu«. Am Montag, den 24. September, Abends 8 Uhr, Neue Grünstt. 28 bei Jordans(unterer Saal): Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Jahresabrechnung sowie Abrechnung des Vergnügung!» Komitees. 2. Abänderung der Statuten. 3. Vorstandsanträge sowie Stteichung der resrnenden Mitglieder. 4. Erledigung des Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Um regen Besuch wird gebeten. Di« Weneralvers-mmlnng der Alten Ktuhlarbeiter- Uereinignng findet Montag, den 24. Scptcmber, Abends 3t Uhr, Weberstr. 17 statt. Tagesordnung: Wahl des Vor- standes. In der humanistische« Gemeinde, Kommandanten- straße 78, wird Montag, Abends 8t Uhr, die beschließende Ver- sammlung mit dem Jahresbericht und den Vertreterwahlen ab- gehalten, zu welcher nur vollberechtigte Mitglieder Zuttitt haben. Metallarbeiter! Achtung! Am Montag, den 24. d. M., Abends 8 Uhr, findet im Lokal des Herrn Heydrich, Beuth- straße 22(großer Saal), eine große Versammlung sämmtlicher Metallardeiter Berlins, Dreher, Drücker, Klempner, Gürtler, Former u. s. w. statt. Tagesordnung: Stellungnahme zum allgemeinen Metallarbeiter-Kongreß. Referent: Gottfr. Schulz. Wegen der außergewöhnlichen Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Metallarbeiters, in dieser Versammlung zu erscheinen. � Generalversammlung sämmtlicher Zimmerleute Kerlin» und|lmoegeud am Montag, den 24. September, Abends 8V Uhr, im Konzertbause Sanssouci, Kottbuserstraße 4». Tagesordnung: Die Invaliden- und Altersversorgung der Ar- beiter. 2. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tcllersammlung statt. In Anbetracht der wichtigen Tagesord- nung erwartet man ein Erscheinen sämmtlicher Zimmerleute. Letzteres ersuchen wir auf allen Plätzen und Bauten zu ver- Fachverei« sämmtl. an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten Arbeiter. Montag, den 24. Seplbr.. Abends präzise 8; Uhr, im Lokale des Herrn Säger, Grüner Weg 29; Mitgliederversammlun g. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Rechtsanwalt Dr. Löwy über:„Ausgewählte Kapitel aus dem Sttastecht." 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Gäste willkommen. Neue Mitgleder werden aufgenommen. Um recht zahlreiches und pünktliches Erschinen wird ersucht. Fachverei« der Kuchbinder«nd verwandten K« rnfsgenosse». Montag, den 24. September. Abends 8» Uhr, Vercinsversammlung im„Louisenstädtischen Klubhaus", Annm- straße 16, 1 Tr. Tagesordnung: 1. Vortrag über:„Zur Frage der weiblichen Hilfsarbeiter." 2. Ergänzungswahl zur Arbeits- nachweiskommisfion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Auf- nähme neuer Mitglieder. Gäste willkommm.— Ausgab: der Billets zum Tanzkränzchen am 10. November in den„Bürger- sälen", Dresdeners: r. 96. Sonntag, den 23. September, Besichtigung der Papierausstellung in der„Waarenbörse"(für Mitglieder unent- gettlich). Sammelpuntt 9t Uhr im Vereinslokal. vessentliche Dersawmtnng der Möbelpoiirer am Montag, den 24. d. M., Abends 3t Uhr, im Andreasgarten, Andreasstr. 26. Tagesordnung: 1. Der Gesetzentwurf, betr. die Alters- und Jnyalidenvcrsorgung der Ardeiter. Referent: Stadtv. F. Kunert. 2. Diskusston und Verschiedenes. Große össentliche D-rsamwlnng der Drechsler, Verlmutterarbeiter, Knopfarbeiter, Stockarbeiter und Berufsgenoffen am Montag, den 24. d. M., Abends 8 Uhr, in Deigmüller's Saal, Alte Jakodstraße 28 a. Tagesordnung: 1. Der Gesetzentwurf, betreffend die Alters- und Invaliden- Verfichetung der Arbeiter. Referent:' Herr W. Lieftänder. 2. Diskussion. Das Erscheinen sämmtlicher Kollegen ist dringend erforderlich. Di- Versammlung de» verbände» deutscher Iimmer- lente» Lokalverband Berlin West und Umgegend, am 24. Sep« tember fällt wegen der großen Generalversammlung auS. Der verein zur Mahrung der Interesse« sämmtlicher Lackirrr hält am Montag, den 24. d. M., Abends 8t Uhr, in Wollschläger's Restaurant, Blumenstraße 87, eine Generalversammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Ab- rcchnung vom 1. Quartal. 2. Bericht über den Arbeitsnachweis und Wahl einer Kommisston. 3. Wie stellt fich der Verein zum Anschluß an den Verband der Maler, Lackirer und verwandten Beniksgenoffen? 4. Verschiedenes und Fraqekasten. Gessentliche Versammlung der Porzellan-, Gl««- «nd Galanterie- Maler am Montag, den 24. September» Abends 8 Ubr, bei Feuerstein, Alte Jakobstratze 75. Tagesordnung: Gründung eines Verbandes der Porzellan-, Glas» und Galanterie- Maler. Fachverein der posamentirer und Kerufsgenosse». Montag, den 24. September, Abends 8; Uhr, im Königstädtischen Kastno, Holzmarktstr. 72, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vorstandswahl. 2. Wahl eines Bibliothekars. 3. Verschie- denes und Fragekasten.— Es ist Pflicht aller Mitglieder, zu erscheinen. zlnterstiitzungvverein der Maurer Kerlin«. Dienstag, den 25. d. M., Abends 8% Uhr, in Scheffer's Lokal, Jaselstr. 10, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vorttag des Herrn Heinze über das Thema:„Sind die Bestrebungen der Arbetter in ihren Zielen gerecht und durchführbar durch Vereinigung. 2. Dis- kusfion. 3. Unterstützungsvereins- Angelegenheiten und Frage- kästen. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Die Versammlung de« verbände» dentscherZlmmer- leute(Lokalverband Berlin Zentrum) findet der großen öffent- lichen Generalversammlung wegen erst am Dienstag, dea 2. Oktober, statt. Die Mitglieder werden ersucht, m der Generaloersammlung sämmtlicher Zimmerleute Berlins und Umgegend am Montag in„Sanssouci" pünktlich zur Stelle zu sein. Arbeitonachwei« für Tischler. Der vom Fachverein der Tischler bearündete Arbeitsnachweis befindet fich Alte Jakob- straße 38 im Restaurant Schumann. Die Arbettsvermittelung geschieht für Meister und Gesellm(auch NichtMitglieder des Vereins) unentgeltlich. Die Avressenausgabe erfolgt an Woch-n- tagen von 8% bis 10 Uhr Abends, Sonntags von 9 dis 11 Uhr Vormittags. Da fich die 4 Kasfirer der„Ortskrankenkaffe der Tischler und Pianofortearbeiter Berlins verpflichtet haben, fich ihrerseits jeder Adecffenausgabe zu enthalten, ersuchen wir, nur den obengenannten Arbeitsnachweis zu denutzen. Der Vor- stand. Turn-«nd gesellig« vereine am Sonntag. Lübeck'scher Turnverein(2. Lehrlingsadtheilung) Abends 6 Uhr Elisabeth» straße 57—58.— Turnverein„Wedding"(2. Lehrlingchabtheittmgl 'Nachmittags 4 Uhr Pankstr. 9.— Turnverein„Froh und Frei" (Lehrlingsabtheilung) Nachmittags 4 Uhr Bergstr. 57. Gesang-, Turn-«nd gefellige vereine etc. am Montag. Gesangverein„Unverzagt" Abends 81 Uhr im Restaurant Äoering, Köpmckerstraße 127 a.— Gesangverein„Sängerlust" Abends 9 Uhr im Restaurant, Landsbergerstraße 80. — Gesangverein„Bruderbund" Abends 9 Uhr im Restaurant. Naunynstr. 78.— Männergesangverein„Weiße Rose" Abends 9 Uhr im Restaurant Kleine, Gerichts» straße 10.— Männergesangverein„Eintracht 1" Abends 9 Uhr Köpmckerstraße 68, im Restaurant.— Gesangverein„Echo 1872" Abends 9 Uhr Oranimstt. 190.— Männergesangverein„Firmitas". Abends 9 Uhr bei Wolff u. Krüger, Skalitzerstr. 126, Gesang und Musik.— Turr» verein„Hasenhaide"(Lehrlingsabtheilung) Abends 8 Ubr Dicfsenbachstr. 60—61.—„Berliner Turngenoffcnschafr" (7. Lehrlingsabtheilung) Abends 8 Uhr in der städt. Turn» halle.Brttzerstr. 17— 13;— desgl. 6. Männerabtheilung Abends 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Gubenerstr. 51.— Lübeck» scher Turnverein(Männerabtheilung) Abends 8 Uhr Elisabeth« straße 57—58.— Verein ehemaliger Schüler der Vll. Ge» meindcschule Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, sttaße 106.—„Friedrichs-Verein"(ehemalige Zöglii großen Friedrichs-Waisenhauses der Stadt Berlin) 81 Uhr bei Bormann, Ohmgasse 2.— Verg. verein„Lustig" Abends 9 Uhr bei Thamm, hauser Allee 28.— Verein„Ratrbor" Abends 81— Restaurant Fritze, Elisabethstt. 30.— Arends'scher Steno» graphcnvcrein„Mercur" Abends 81 Uhr im Restaurant„Baatz" Blumenstr. 10.— Arends'scher Stenographenverein„Apollobund" Abends 8% Uhr Thurmstr. 31(Moabit.)— Wissenschaftlicher Verein für Roller'sche Stenographie. Abends 81 Uhr im Münchencr Bräuhaus, Neue Friedrichsstt. 1, Unterrichts- und Uebungsstunde.— Rauchklub„Hellblau" Abends 19 Uhr, Skalitzerstr. 143._ Krieflmsten der Redaktion. Schriftführer der Schnciderversammlung u. a. Wir bitten Sie dringend, künftig bei Berichten nur immer die eine Seite des Papiers zu benutzen. Aus technischen Gründen müssen wir entschieden auf die Erfüllung dieser bescheidenen Bitte dringen, die wir leider so ziemlich jede Woche zu wiederholen gezwungen find. Ist es denn so schwer, diese Vorschrift inne zu halten? F. G. Ä7. Wenn Sie Ihre Mutter zu fich nehmen wollen, so bedarf es dazu reiner weiteren Papiere. Ste müssen nur rechtzeitig Ihrem Witthe die polizelliche Meldung vor- legen._ Telegraphische Depesche«. (Wolff's Telegraphen-Bureau.) (Mach Schluß der Redaktion ringrtrossen.) pari», Sonnabend, 22. September. Der Marineminister erklärte in der Sitzung der Budgetkommisston. er würde seine Entlassung nehmen, wenn die Kommisfion darauf bestände, bei dem Marincbudget Abstriche vorzunehmen.— Der Versuch der streikenden Arbeiter in St. Etienne, den Streik zu einem allgemeinen zu machen, ist gescheitett. Petersburg, Sonnabend, 22. September. Nach Nachrichten aus Taschkent von heute befindet fich Jshak-Khan in Mazarischerif unweit Balkb. Sein Sohn rücke mit Truppen langsam auf Kabul vor. Abdurrhaman sei am Leben und de- finde fich in Kabul. Sein Sohn rücke mit Truppen gegen die Aufständischen aus. Die beiderseitigen Armeen befänden fich in nicht großer Entfernung von einander. Ein Zusammenstoß habe jedoch noch nicht stattgefunden. Linden- des H .chön- Uhr im WmWmdms." 7�«,.«...,......... i?, ä srr fÄÄ'ÄitÄ ä%%% Omnibus-Haltestelle am Schönhauser Thor.(Pracht Exempl.!) 5000 Damen-Wintermäntel(auch Regenmäntel) modern u. ............ 1797 gestattet. Hochfeine schwarze Salon- u.«eh-Röcke u. Anzüge. Omnibus u. Pferdebahn wird vergütet."* Abtheilung: alte Nr. 12 am Oranien- Platz. Firma„Ohne Concnrre« z". [647 1 649] Ä*". Korben nchergeuelle auf Gestell-Arbeit wird verlangt Ackerstr. 86.[685 Schneider auf Wochen verlangt 6�4]'Spenersttaße 48, Moabit. ♦ : # ♦ Berlin 8. Ale Berlin 8. Nr. 34 Wasserthorstratze Nr. 8/i. ökel- und Poljierliiuarm Fabrik. «»diege«« Arbeit. Zeitse«äfte Preise. I Da« EfaMissement AlltCll l#fVJ Invalidenstrasse 10 Schaufenster mit gelbem Schilde emvsinq sot-ken aus den glön�n Fabriken Sachsens , ernte Tüll-Gardlnea mit Banvelnfafiung, von I, 2 und 3 Fenftem, früher 8, 10, 12 u. 15 M., jetzt nur: und 4M.— Außerdem befinden sich am Lager: 1 großer Teppich, früher 10 M., jetzt nur 4,90 M, 1 großer Posten Tischdecken mit Schnur u. Quasten, enorm billig, 1 großer Posten Sopha-Bezüge, Godelinstoff, Damast, Rips, der ganze Bezug jetzt nur 3,50, 4 und 5 M., früher dos 4fache. 3) N Albert Loewy, [676 ST I 10. Invalidenstrasse 10. Schaufenster mit gelbem Schilde. Außerhalb gegen Nachnahme. l Geschäfts- Aufgabe. |V Ausverkauf von Dköbrlu"V Abraham, Dresduerftr. 183.[679 Gr. Möbel-Ausverkauf wegen Aufgabe des Geschäfts Lansther Platz 3 bei Ertel.[681 Betten ganzer Stand für 9 Mark, derartige Waare führe ich nicht. Putzfedernabfall und Bettfedern(?) Pfund 30 Pf. giebts bei mir nicht. lettfedem und Stirnen, neue Gänsefedem(staubfrei) per Pfund 1 Mark an, bis zu den feinsten Daunen verkauft Frau Glaser« Grüner Weg 72, Hof pt.(%%.) Möbel-, Spiegel- und Polsterwaaren-Magezin Bahls& Mayer, Kastanien- Allee 88, empfehlen bei gediegener und guter Arbeit die solidesten Preise. Auch auf Theilsahluug. von Möbel-, Spiegel- und Polsterwearen eigener Fabrik[662 Hermann Gerlach, WUhelmstraße Zlr 11� Reelle Waare.(nahe der Ankaltltraße.) prompte Bedienung. Movel-, Kpiegel- und Poisterwaaren- Magazin -28. von Julius Apelt, Sebastianstraße 27- Reell« Waare. Prompte Kedieuuug. [563 Po» 4 Mk. a». 9 Mark. Billigste Quelle für-is-r«e P-tt. stellen. Fabrik mit Dampfbetrieb E. Aacc[613 von NSpnickerftraKe 99, Kager: Kof parterre. Möbel, Spiegel und Polsterwaaren (eigene Tischlerei) °°n K»(ßtto u. W. Klotawa, Bremerstrasse 67(nahe der Thurmstraße). *1* Reelle Arbeit. Koiide Preise.[556 G ardinen zu Fabrik- preisen auch an ..vate! Englisch TStl, in -tücken von 22 Mir. v. 12-36 M. D�makt- Zmiro in Stücken von 22 Mtt v. 10-13 Mark. Einzelne Fenlter Gardine«!! ä 2,50 M.!![505 Illnstrirte Mnsterbücher franro. mtt geringen Webefehlern seltea billig! Donbie-Prulsel-Teppiche. 2 Mtt. groß, Stück 6 M. Herrliche Halon- Teppich« Stück 12, 15, 20-100 M. Vollständig srhterfrei» Tepviche von 10 bis 150 M. Wollatla«- kteppdeekrn imit., v. 71 bis 13 M. Ansführitche Preisbücher franro. Yfn— Emil Leftvre, Berlin S., Oranienstr. 158, Pvischen Moritz p lay u. Oranien brücke. mar P erfand««nter Nachnahme.-#S Nur 1,50 Mark. Klagen, Eingaben, Briefe jeder Att u. jarist. Rath tn all. Sacken im Mchtedurea« Aleran- drinenstr. 59, 1. Teslanunte, Kontratte u alle sonst. Schriftstücke billig. Führung all. Zivil-- u. Sttafprozeffe. Einziebg. v. Forderungen. Sonntag h Abend« geötfnet. A uvma rta�eirfl Eine freundl. Schlafstelle zu vermieihen bei Hemeler, Grimmstr. 37, v. 3 Tr. Mittheilung. An die Leser diese« Klatteo. Zur Kenntnißnahme, daß ich in kürzerer Zeit zu wiederholten Malen wegen Umbau genöthigt worden ? bin, mein seit 15 Jahren am Platze I bekanntesu.destrenommirtcs Uhren Geschäft verlegen zu müssen und befindet fich dasselbe vom 1. Qtoberad I Oranienstr. 1. Ecke der Manteuffel-, Wiener- und Uhren wie belannt zu Fabrikpreisen, und Ausführung schwierigster Re- paraturen billigst, unter 1 jähriger Garantie. Albin Grüger Uhrmacher, Aanievkr. Ht. 203. Uoh Tabacke, welche iw aus der Konkursmasse von Frank u. Co. gekauft habe, verkaufe ick zu staunenswerthen billiaen reisen. Java- Einlage und Umblatt 75 Pf., Sumatra 21 Pfd. deckend, guter Brand. pr. Pfd. 180 Pf. u. s. w. Ebenso off.wire ich Redut 60 Pf., Pfälzer Umblatt 70 Pf., wie vorzüglich brennende neue sumatra's. F. Frank, Krunnenftraße Ur. 6. vesrt Zahlung nach Uebereinkunft.__ Ki» der Wächter schliestt![� e ab an Meister, Geselle«' werden von heute Burschen die verfallenen Hosen, etwas� getrage« cl, au» für 3—5 Mark, Jaquetts für 4—7 Marl,—. gute Amüae für 11— 19 Mark, Sommer- Palew» für 7—16 M. Linienstr. 88, pattcrre, oettomi Hamb. Lederhose«, prima: 7 M. Aerren» und KnadenanzMA auch nach Maaß. Klimmt, Reinickendorf erftr�m: G.Strauß, Schneidermstr. 7. VaUisadrnllrast« 7, im Faden,. vom 1. Oktober an Wastmannstr. 17#, empfiehlt fich zur Anfettigung eleg. Herr««' Garderoben. Für guten Kih und saud� Arbeit wird garantitt. Lager von Ku-K«kt«» in groster, geschmacknoller Auamahl. Koulante Zahlungs-Bedingungen! st* Knabengarderove, gut und d i l l i g, auch einzelne Hose«- K. Lorenz, Schneivermeist«» Andreasstraße 63, I. Nabe Haltestelle d. Rinababn._ Billige Rester zu Knadenhosen, große Faqucts, für Damen Regenmäntel, Trikots, Morgenkleider, Sammet, Atlas, u. s. w. Karle. Laüfitzenck� Preußische Lotterie. % 5,75, Vu 3,00, V». 1,50,'/.« 75 ff-|J Klaffe. Zu haben Oranienburger stra,]s im Zigarren- Geschäft.[45? Eine Schlafstelle Wörtherstr. 11. H. bei Minow. Eine Schlafstelle für 1 oder 2 Henen denburgstt. 7, Hof Oucrg. 1 Tr. bei Lierse. � Eine freundliche Schlafstelle separ. Weißenburgerstr. 83b bei Moskopf.______ Möblitte Schlafstelle für 1 oder�a«»�',? Herren sofott oder zum 1 Oktober Bockbl jggg bei SR ebb in.— Eine frdl. Schlafstelle zu verm. Hof 2 Tr. b. Zimmermann.. Freundliche Schlafstelle Lül-mstr- Ausficht nach der Babn, sofort zu verw�F. Su eriraaen Dennemihftr. 31 bei" Zu erfragen Dennemihstr. Ein Zimmer mit separatem Eingang � miethen bei Voss, Kathen-mer�"� � (Desttllation.) Arhettsmarkh Gürtlerlehriing v. Fischer VeroMwortticker Redakteur:».«--uh-tm in Berlin. Druck unll Verlag von»a» Oeding in Berlin SW. Beuthsttaße 2. A