Ztr. SS8. Freitag, de« 28. September 1888. S. Javrg. MMlVMIM. Drgan für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliner Volksblatt" «scheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Fefttagen. AbonnementSprei» für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 4 Mark. Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt�� 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1888 unter Nr. 849.) » JusertionSgebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzcile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen boher Rabatt nach Ucbereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags m der Expedttion, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allm Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Keuthstraße 2.— Grpedition: Zimmerstraße 44. Abonnements-Einladung. Zum Quartalswechsel erlauben wir uns'zum Abonnement auf das „Kerliner Nolksblatt" nebst dem wSchmtlich erscheinenden I Konntagabtatt einzu« laden. Dn Standpunkt unseres Blattes ist bekannt. Es steht auf dem Boden des unbeugsamen Rechts. Die Erforschung und Darlegung der Wabrheit auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens ist seine einzige Aufgabe. Als tteuer Berathcr und Streiter für die Aufhebung und Ausgleichung der Klaffen« »eaensätze ist das„Kerliner NoUrablatt" ein entschieden« Tegn« jed« Politik, die ihre Endziele in d« Bevorzugung einzeln«, heute schon mehr b«echtigter Gesellschaftsllaffen findet. DaS.Oerli««» MoUrsblatt" sucht seine Aufgabe durch fachliche BÄandlung d« poltttschen als auch der Tagesfragm zu «füllen. Die gleichen Grundsäve lettm uns bei Besprechung uns«» städtischen Angelegenhetten. Im Feuilleton unseres Blattes vnöffentlichen wir Aus« »aags Septemdn ab einen ausgezeichneten Roman aus dem amerikanischen Ärbett«leben. betitelt ..Di» Ritter der Arbeit» überseht von Natalie KeWmecht. Schon der?tame d«!Uedersetzerin bürgt dafür, daß uns«en Lesern hin eine ebenso spannende wie. gediegene Lektüre ge« boten wird. Uns« Aonntageblatt lmacht es sich nach wie vor zur Aufgabe, nur die besten und vollendetsten Arbeiten dnjenigen Schriftstell« zu bringen, die auf dem Boden des wirklichen Lebens stehen. Das„*(vUtt»v Kolkoblatt" kostet für das ganze Biettel. jähr fvti in» Hau» 4 pUtk, für den Monat Oktob« l Mark 85 Pf., pro Woche 35 Pf. Bei Seldstabholung aus uns«« Expedition KI 1 Kork pro Monat.'MW Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstaltcn Abonne« «ents für das nächste Pierteljahr zum Preise von 4 Mark ent« »egen. Die Redaktion nnd Grpedition des„fnrtfaur W-tkaklatt". IeuiU'eton. l Nachdruck»erdotan z-[1 Die Ritter der Arbeit. Aus dem Amerikanischen des Zor. Uebersetzt von Natalie Liedknecht. Vorwort. Nur wenige Worte über die Herkunft der nachfolgenden Erzählung und wie sie in meine Hände und in die des l«S gelangt ist.... Al» ich vor zwei Jahren auf mein« amerikanischen -ise in Baltimore mich aufhielt, kam eines Abends ein wisch« Freund aus Washington mit einem Amerikaner zu Äf««'-"'Ä'T räch war, trennten wir unS«st lange nach Mitternacht, d wir alle hatten gelernt. Späterhin trafen r u», noch in Washington, und beim Abschied b mir d« Amerikaner, in dem ich emen der eiftigsten und 'flußreichsten ArbettSritt« von Washington kennen gelernt % r..r« äs ""Sc'Äct«n». Auf d-»> M--r hlung: Breaking tbe Chams— Die Ketten Da5 Arbeiterblatt, in dem sie erschienen, betttelt sich kaftaman"- Der„Handwerker". Die Erzählung, obgleich d-S höheren poetischen mmm W amerikanischer Zeitgeschichte. Uerbrecherthum. Auf dem Kongresse deutscher Naturforsch« und A«zte zu Köln kam daS Verhältniß von Verbrechen aus Geistes- störung zu eingehend« Berathung. Bei dieser Gelegenheit zeigte sich wiederum, wie die Wiffenschaft in diesen Fragen längst über die veralteten Theorien hinauSgeschritten ist, welche immer noch die Grundlage unserer Strafgesetze bilden. Die Jurisprudenz betrachtet das Verbrechen fast nur von moralische» Gesichtspunkten aus. Die moderne Naturwissenschaft n«wirft dies und will die V«» brechen hauptsächlich von physiologischen Ge- sichtSpunkten aus beurtheilt sehen. Unsere Ge- lehrten sprechen sich allerdings gewöhnlich nicht deutlich aus; man muß eine Menge von üb«flüssigem gelehrten Krimskrams mitschlucken, bevor man endlich den Kern der Sache erreicht. Professor BinSwang« aus Jena bekämpfte in seinem Vortrage die alten, irrige« Vorstellungen, welche über da» Verbrecherthum bestehen. DaS Verbrechen, sagte er, ist nichts festes; es hängt von Ort, Zeit und Umständen ab; Gelegenheit»- und Gewohnheitsverbrecher entstehen nur auS Noth oder ftühzeitigem verderblichen Einfluß. Demnach kann auch das Verbrechen nichts Erbliches sein. Man weiß, daß eS bei uns eine Menge von Leuten aiebt, die die Neigung zum Verbrechen für erblich haften. Aber, sagte BinSwanger, eS aiebt Lebenslagen, in welche» Jemand nie zum Verbrecher werden kann, und es giebt solche, in denen es äußerst schwierig ist, kein Verbrecher zu werden. ES giebt nach BieSwang« keinen Verbrecher- t y p u S und eS ist ei» Unrecht, von einem solchen zu sprechen, denn die gleichen Abzeichen haften oft ehrlichen Leuten wie V«brechern an. Aber unsere Philister sind gleich dabei, von„VerbrechertypuS" zu sprechen. Wir erin- nern unS, daß in emem deutschen Lexikon«sten Ranges der bekannte französische Sozialist und Revolutionär Blanqui als ein Mann mit einem„Verbrechergcsicht" bezeichnet wor- den ist. Allerdings besteht in diesen Dinge« die größtmög- lichste individuelle Freiheit und w« das Gesicht eines Anderen für ein Verbrechergesicht hält, ist keinen Augen- blick sicher, daß nicht sein eigenes Gesicht von vem Anderen für ein Schaftgesicht angesen wird. AuS den Aufstellungen BinswangerS geht sonach mit Sicherheit h«vor, daß man die Verbrechen nicht etwa nach einem feststehenden Schema, sondern von Fall zu Fall beurtheilen soll. Wenn dieser Grundsatz allgemein an«kannt würde, so würde er unsere ganze Strafgesetzgebung völlig umwälzen, in der noch eine Menge von schematischen Be- stimmungei» enthaften sind, nach welchen die V«brechen Ich dachte, eine deutsche Uebersetzung werde ganz zeit- gemäß sein— ich fragte den Verfasser um die Erlaubniß — er gab sie nicht nur, sondern fügte noch zwei neue Kapitel— das zweit- und drittletzte— hinzu, wodurch das Original wesentlich verbessert worden ist. Die Erzählung, deren Uebersetzung hi« vorliegt, ist im Jahre 1886 geschrieben. Ob„Zor"— dessen MaSke wir zu achten»«pflichtet sind— heute noch in allen Punkten denft wie damals, da» weiß ich nicht. Ich weiß nur, daß er auch heute noch ei« eiftiger und begeisterter ArbettSritt« ist und der festen Ueberzcuguvg lebt, daß der„Orden" über die Thorheiten eineS Powderly und über die Engherzigkeit viel« seiner Mitglied« zur Tagesordnung übergehen und in dem Emanzipationstampf d« arbeitenden Klassen Amerikas eine hervorragende, wo nicht leitende Rolle spielen wird. D« deutsche Leser, dessen geneigter Beurtheilung daS Werkchen empfohlen fei, wird finden, daß trotz aller Ver« schiedenheiten der Anschauung die Grundgedanken der Arbeiterbewegung dieselben sind, in der a l t e n und in der neuen Welt. Und wie könnte eS auch anders sein? Borsdorf, den 25. September 1888. W. Liebknecht. Kapitel I. Die Arbeit o rg an ist r t s i ch. In Washington lag die Arbeit darnieder. Sie war nicht organisirt, oder wenn irgend eine Arbeiterv«einigung, irgend eine Gewerkschaft(Trade-Union) bestand, so war sie lebensunfähig und ohnmächtig. Die Arbeitgeber lebten behaglich, wurden reich und überlegten, ob es vielleicht für Männer mit Familie möglich sei, zu bestehen, wenn die Löhne noch mehr herabgesetzt würden? Die äußerste Grenze schien«reicht. Jede weitere Lohnverkürzung konnte nur Verzweiflung hervorrufen, wie sie d« leere, hungernde Magen erzeugt. Wie angenehm und glücklich andere Arbeiter auch leben mochten, die und Vergehen beurtheilt werden. So z. B. die Sirafver- schärfung für den rückfälligen Verbrecher. Wie von d« Wissenschaft ganz richtig betont wird, hat man bei Schaffung d« gegenwärtigen SttafgesetzgebunA die Einwirkung der sozialen Verhältnisse auf die Verbrechen und Vergehen lange nicht in dem Maße berücksichtigt, wie sie eS verdienen. Namenilich bei den V«brechen nicht, die aus Roth begangen werden. Der Mundraub*. B. ist heute nicht mehr so strafftet wie früher und eS haben in unserer Zeit, in welch« d« Egoismus immer verhärteter auftritt, die EigenthumSv«gehen zugenommen im Verhältniß zu früheren Epochen, da man noch mehr Gemeinsinn besaß. Wenn früh«, vor etwa 400 Jahren, ein Wanderer au einem Dorfe vorüber zog, so war eS ihm während der Ernte erlaubt, eine bestimmte Quantität Korn, Obst oder Trauben an sich zu nehmen' wer dies heute thun wollte, käme einfach wegen Diebstahls hinter Schloß und Riegel. Wenn man ein«seitS die Einwirkungen der sozialen Verhältnisse, andererseits die Einwirkung physiologischer Zu- stände aus daS Verbrecherthum betrachtet, so muß man zu der Ueberzeugung kommen, daß unsere Strafgesetzgebung ein« Umänd«ung bedarf, und zwar einer Umänd«ung im Sinne der Humanität. Das ist die einfache und un- abweisliche Konsequenz der Feststellungen der Wissen- schaft. Davon wollen unsere Juristen aus der alten Schule freilich nichts wissen. Die Mittelstadt und Genossen ver- schließen sich den Resultaten ander« Forschung und wolle» die Verbrechen durchaus nach rein juristischen Theorie«, nach veralteten Buchstaben behandelt wissen. Da- h« verfallen sie auch in den schier unglaub- lichen Anachronismus, daß sie eine Verschärfung der Strafen fordern, daß sie von der Strenge alles erwarte» und daß sie die Schrecken mittelalterlichen„peinlichen Rechts" wieder einführen wollen. Solch ein vertrockneter Jurist kann sich auf seinem Schreibebock für Hängen und Köpfen ebenso begeistern, wie ein lyrischer Dichter für Veil- che» und Maiglöckchen schwärmt. Ab« diese finsteren Bestrebungen werden von der modernen Wissenschaft Stück für Stück üb«wunden werden. Wie sehr auch ab und zu eine rückläufige Strömung sich bemüht, die barbarischen Härten ftüh«« Jahr- hunderte wieder einzuführen, so wird in dem V«- hältniß von Verbrechen und Strafe die Humanität. doch immer mehr maßgebend. Sie muß eS auch werden mit der wachsenden Bildung und mit der Vervoll- kommnung der gesellschaftlichen Einrichtungen. Wir hätten allerdings zu wünschen, daß diese Umwand- lung etwas schneller vor sich ginge. Allein, was wollen i» solche« Dingen ein paar Jahrzehnte bedeuten? Neue Ge- Arbeiter von Washington waren weder glücklich noch zufrieden. Eine stumpfe Gleichgiftigkeit hatte sich ihrer bemächtigt, viele der tüchtigsten Arbeiter hatten alle Hoffnung aufgc- geben. Die Zeit war noch nicht lange verstrichen, wo viele kräftige Männer und Frauen durch fruchtlose Bemühungen, der Arbeit wieder aufzuhelfen, sehr gelitten hatten. Die Aussichten waren trostlos. Es war nach den WeihnachtS» feiertagen, in jenem schlimmsten Theil deS Jahres, i» welchem die Bauarbeiter zur Unthätigkeit gezwungen sind und die Ankunft des Frühling« mit Ungeduld erwarten. Der erbärmliche Lohn, den sie für ihre letzte Vi«teljahrSarbeit erhalten, war entweder zum größten Theil oder auch schon ganz aufgezehrt. Kurz, ein sehr wenig ein. ladendes Feld für den Arbeitsorganisator. Aber dennoch war er da und ftisch, hoffnungsvoll und entschlossen, diese Stadt der Arbeit aus ihrer Betäubung zu erwecken, wie wir aus d« folgenden Unterredung sehen werden. „Stickler, Du kennst die Lage, in der sich uns« Ge- werbe befindet?" sagte FayleS.„Du, ich und vielleicht noch zwei oder drei sind die einzigen, die eS bis auf zwei Dollars bringen, die meisten verdienen im Durchschnitt and«thalb Dollars." -„Allerdings, mein After, was willst Du ab« dagegen thun?" erwiderte Stickl«. „Organisiren," sagte FayleS,„unser Gewerk organisiren, Job, so organisiren, wie nie zuvor." „Jeff, ich bin älter als Du und ich war stets für Or- ganisation, allein so weit meine Erfahrung reicht, hatte» wir nie einen dauernde« Erfolg. Weißt Du, d« letzte Streik, den wir hatten, hat mich von der Albernheit geheilt, meinen Magen gegen die wohlgefüllten Börsen der Unter- nehmer in die Wagschale zu werfen. Du warst auch bei dem Streik und bist ziemlich dünn geworden bei den schmalen Bissen, die für Dich abfielen. Nun, mein Junge, wa» würde eine Organisation uns jetzt nützen, selbst de« Fall gesetzt, alle Maurer und Zimmer« in der Stadt schlössen sich unS an? Sobald wir uns rührten, um mehr Lohn zu fordern, würden wir wieder einen Streik haben, wie das letzte Mal, sanken brauchen immer Zeit, sich auSzugähre«, und die Welt ist noch so voll von alten und verhärteten Vorurtheilen, daß eS einer neuen Idee oft recht schwer wird, sich Bahn zu brechen. Aber wir können hoffen, daß die Früchte der Wiffen- schaff auch die dunkelsten gesellschaftlichen Sphären bestrahlen und die tröstlichen Grundsätze der Humanität auch dort zur Geltung bringen wird. Trigmak-LLrrefpouäenzeu. Hamburg» 26. September. Irgend ein Hauptgesvrächs- tbema mutz, wie es scheint, bei uns in Hamburg an der Tages» ordtmng sein. Vor zwei Wochen war es die große„Kaffee« schwänze", jetzt ist es die„N a ch v e r st e u e r u n g" bei dem devorstehenden Zollanschluffe. Die Kaffeeschwänze scheint dem Hauptspekulationshause nicht ganz geglückt zu sein. Zum gestrigen Licferungstermin wurven 140 000 Sack„angedient", womit die Engagements inehr als deglichen find. Der Preis wurde pro Pfund mit €4 Pf. notirt. also ein enormer Rückschlag von dem bis zu der künstlichen Höhe getriebenen Preise von 200 Pf. Freilich mag die Beschaffung des oben genannten Quantums Santoskaffee ' c�eS Publikum der weiteren Kreise über die Berechttgung.. � Kampfes mit dem Kapttal aufzuklären."(Forts- T aussperrten, kam der„General Winter" und außer «m die Leipziger Polizei und Staatsanwaltschaft zu vufe. Elfterer gab dm Ausschlag. Denn trotz der polizeilichen Auflösung des Fachvereins und trotz des bekannten Geheim« dunvproziffes würdm die trefflich organifirten Steinmetzen ge« flegt hoben, wenn dieses Jahr der Winter nicht so lange ge« dauert und den Jnnungsmeistern Zeit gegebm hätte, vor Be- Sinn der Bausaison alle billigen Arbeitsmärlte nach„Händen" abzusuchen, die unter dm ziviliflrten deutschen Lohnsätzen arbet- «tm und die„nationalm" Arbeiter verdrängen konnten— uotürlich das Alles im Namen der„nationalen Arbeit", die ja das Losungswort dieser patriotischen und f-ommm Innungs. «rüder ist. Genug— die Jnnungsbrüder hatten Zeit, den deub schm Arbeitsmarkt mit polnischen und böhmischen Arbeitern Zu überschwemmen, und damit war die Schlacht für die Arbeiter oeiloren. Es hätte der Leipziger Polizei und Staatsanwaltschaft Kar nicht bedurft, um den patriotischen Jnnungsmeistern den Tieg über die Verfechter der„nationalen Arbeit" zu ermög- llchm. Von dem Geheimbundsprozeß gegen die Steinmetzen joollm wir hier nicht reden; auch nicht von der nachttäglichm Ausweisung eines Theils(bis jetzt nicht aller) der verurtheillen Geheimbündler. Nur einer Thatsache muffen wir noch erwähnen zur größeren Ehre der Herren Jnnungsbrüder, die bekannt» uch ebenso stark im„prattischm Christenthum" wie im Pattio- «smus machen. Als die Niederlage der Arbeiter nicht mehr abzuwenden war und es galt, einigen Opfern des Streiks, oder nchtigen der Aussperrung, die obman auf der„schwarzen Liste" standen, ein, wenn auch noch so bescheidenes Unterkommen zu verschaffen, wurde die Gründung einer Steinmetzengenoffm« Mast beschloffen. Und der Plan kam auch zur Ausführung. Allein kaum hatten die frommen Herren Jnnungsmeister dies «fahren, so erließen fie überall denunziatorische Warnungen: vie Assoziation sei von dm verurtheillen Geheimbündlern ge« Stündet und solle blos zur Förderung sozialdemokratischer, kommunistischer, umstürzlerischer Bestrebungen dienen u.s. w. So ging es diesen patriotischen Ehrenmännern auch wirklich, der noffcnschatt einen beträchtlichen Bau, der ihr schon zugefichett war, weil fie die günstigsten Bedingungm gestellt hatte, abzu« tagen. Das nur ein Beispiel von vielen. Nun— die Leipziger Jnnungsbrüder haben gezeigt, wer fie find, und die Leip- Ziger Steinmetzen find nicht unterlegen, ttotz alledem und alledem.— Di««ationalliberale„Deutsche Arbeiterzeitung", Kegründet von nationalliberalen Größen, erregt die größte lln- Zainedenheit des nationalliberalen„Leipziger Tageblatts". In ■einer Kritik sagt das zu Zeiten auch in Arbeiterfreundlichkeit wachende Hauptorgan der sächstschen!)tationalliberalcn nicht «wa im sozialdemokratischen, sondern im humoristischen, oder wie er sonst noch heißt, im politischen Theile:„Die„Probe« Nummer" ist von einer solchen Jnhaltslofigkeit gerade für das Publikum, für das fie bestimmt ist, daß wir in der That nicht begreifen, wie man ein solches Machwerk, das «nt Ausnahme des Wortes„An die Leser" so gut wie jedes vernünftigen Originalartikels entbehtt, in die Waffen schleudern konnte und noch dazu als Probenummer." Nachdem das Kartellblatt fich im großen ganzen gegen den In- ®«ll dieser Nummer des den Arbeitern„Erlösung" bringenden Blattes ausgesprochen hat, in anbetracht des großen tutelligenten deutschen Arbeiter st andes, fährt we Leipziger Tante fort:„Will die Zeitung der Sozialdemo« watie gegenüber treten, so muß fie vor allem unter die deutschen Arbeiter selbst treten, muß mit ihnen fühlen und denken, fie wuß den Pulsschlag des Volkes hören, es in der Werlstatt und ZU Haufe aufsuchen. Groß find die Schwierigkeiten, welche fich wner solchen Ausgabe gegenüberstellen, aber schön ist auch der Lohn— vor allem aber muß die Sache ernst und würdig an« Kkfaßt werden. Noch ist es Zeit! Versenke man diese Probenummer in die Vergessenheit und gehe man um i. Ottober bei dem Erscheinen der Zeitung selbst beffer und Mündlicher zu Werke. Gleich wird fich das Ideal zwar nicht er« Alchen laffen, aber die Männer, welche den Aufruf unter» Ichucden, werden ihr möglichstes tbun, und dann wird der schöne «rfolg: Versöhnung der fich jetzt bekämpfenden Jntereffen, nicht ausbleiben."-% na! _„Mit welchen Mitteln ist die Kosialdewostratie er» T*lg*eich ,» bekämpfen?" lieber dieses Thema hielt, wie vir Elberfelder„Fr. Pr." berichtet, der frühere Berg« und Fabrikarbeiter, jetzt Verbandsagcnt der evangelischen Arbeiter« vereine, Herr Fischer aus Gelsenkirchen, einen Vortrag im evan« Müschen Vereinshause zu Wüten. Einleitend bedauerte er, daß we Sozialdemokratie in allen Ecken und Spelunken Boden ge« >ußt habe, und das rothe Gespenst nicht allein in Deutschland, sondern in der ganzen Welt seine Netze ausgespannt hätte! Unsinn hier ganz wiederzugeben, würde viel zu weit "ihren, begnügen wir uns deshalb mit einigen Punkten. Als erstes Mittel zur Bekämpfung giebt Verbandsagent Fischer dm schnaps an und meint, mit Ausrottung deffelben die Haupt« der Sozialisten zu zerstören. Möchte fich dieser Herr an Adresse der großen Schnapsbrenner wenden, um die Jjwnapsproduktion zu vermindern und dann wiederkommen! Als Zweites führt er an, daß die Religion dem Volke erhatten Ans Kunst nnd Zeven. � Di« deutsche»prache«ud das bürgerliche Gesetz- ,1*7» so lautet die Aufschrift eines Aufsatzes in der„Gegen- 5»mt von Ludwig Fuld'Mainz, dem wir folgende treffliche «cmerkungen entnehmen:„Es giebt wenig Wissensgebiete, in (a}SeP die deutsche Sprache so mißhandelt wird, wie in dem tüHz, der Rechtswiffensschaft. Wir reden nicm davon, daß sn in Deutschland Lehrbücher schreibt, in welchen Ausdrücke e�sommm, für die der Berechtigungsnachweis wohl schwer er« i» l!- werden kann; vor uns liegt ein Lehrbuch des Verfahrens ".bürgerlichen Rcchtsstreitigkeiten, in demselben findet fich zu «derholten Malen der finnlose Ausdruck„beklagtischerseitS" in1 ttden auch nicht davon, daß die gerichtliche Beredtsamkeit iL Deutschland, was Formschönheit und Satzbildung an« i»»I8' überaus viel zu wünschen übrig läßt, wir führen vT* barübet Klage, daß die Fremdwörter in der Wichen Rechtssprache einen Umfang befitzen, der ebenso un« O�echtigt wie unnöthig ist. Was ist das sür eine Sprache, enn es in einem Uttheile heißt:„anlangend den ersten O�Srchef"(rbef, franz.— Punkt), als ob man nicht ebmsogut könnte: anlangend dm ersten Klagepuntt? Ist das noch gi wenn es in dm Anklageschriften von Vulneratm und �„jvkrantm, Damnifikatm und Damnifikanten, von Reaten und »L�vimationm wimmelt, daß Einem angst und bang werden „ NN, Mit nufifirm MAfe svrickt man von Fungibtlten, von fünbiüt h t üi Beziehung so viel und so i "nb.«i Sr?§ �unde gar nicht mehr als solche ---------'—— roihft Verfügung steht? unbewußt ge« ü«b eg'mT.v"v%«"?»-*—_____; erkannt wird, Serich, ni*, n ueIl!ch' �a?en JU muffen, daß selbst das Reichs« *11 oermKih Ürcng darauf hält, die entbehrlichen Fremdwörter w nherfte Gerichtshof des Deutschen bleiben mußte. Dann bedauerte er, daß in der wissmschastlich gebildeten Welt so viele Anhänger der Sozialdemokratie zu finden seim, worauf das Eia popeipa vom Himmel folgte. Herr Fischer meint weiter, daß die Arbeiter weit glücklicher lebten als die reichen Fabrikanten. Zum Beweise dessen erzählt dieser Biedere ein Histörchen, so fromm, so wahr, so rein, nur schade, daß es die Arbeiter ihm nicht glaubten. Denn: Wir kennen die Weise, wir kennen den Text, Wir kennen auch die Ver« saffer; Wir wissen, fie trinken heimlich Wein, Und predigen öffenttich Waffer.— Zumal der Herr Fischer, der früher selbst Arbeiter war und jetzt als Verbandsanwalt der evangelt« schm Arbeitervereine in ein ganz anderes Horn bläst. Et« Srittntplt des Kecht». In Sachen der famosen Liquidationen der„liberalen" Kartellbrüder in Nümberg ist eine Entscheidung des Staatsministeriums des Innern erlassen wor- den, die, was zunächst die formelle Behandlung anlangt, als eine entschiedme Niederlage des Wahlkommiffärs für den Wahl« kreis Nürnberg-Altdorf, des Herrn Regierungsrathes und k. Bezirksamtmanns G a r e i s, sowie der k. Kreisregierung von Mtttelfrankcn bezeichnet werden kann. Bekanntlich haben die am 21. Dezember 1887 ausgebliebenm sozialisttschen Wahl« männer gegen den Vollzug der ihnen überbürdeten Kosten der vereitellen Landtagswahl Beschwerde erhoben, weil die betr. Re- gierungsentschließung nur einem einzigen Beschwerdeführer, dem Redakteur Ä. Löwenstein, mitgctheilt worden ist. Nachdem der Verwaltungsgerichtshof fich in der Frage für nicht kompetent erklärt hat, lautet die vom k. Staatsministerium des Jnnem nunmehr erlassene Entschließung nach der informirendm Ein« leitung wie folgt:„Die Würdigung dieser Beschwerde ergiebt folgendes: Die Regierungsmtsckließung vom 11. März I. I. wurde auf Anordnung der k. Kreisregierung dem Redatteur Gabriel Löwenstein in Nümberg für sich und die übrigen Unter zeichner der Erklärungen vom Dezember 1887 und vom 27. Ja nuar 1888 zugestellt. Nun lassen zwar die Akten entnehmen, daß für die k. Regierung, Kammer des Innern, mehrfache Veran- laffung bestand, den Redakteur Gabriel Löwenstein als den gemeinsamen Vertreter der in gleichem Jntereffe betheiligten Wahlmänner zu erachten. Denn sowohl in der erwähnten Erklärung vom Dezember 1887, in welcher 88 Wahlmänner dem k. Wahlkommiffär ihr Nichterscheinen beim Wahltermine vom 21. Dezember 1887 anzeigten, als in der Erklärung vom 27. Januar l. I., mit welcher 82 Wahlmänner gegen die einge- reichten Kostenltquidationen der beim Wahllermine erschienenen Wahlmänner Einspruch erhoben, find die in jenen beiden Ein- gaben unterzeichneten Wahlmänner gemeinschaftlich aufgetreten, und zwar unter Führung des Wahlmannes Redakteurs Gabriel Löwenstein, von welchem nach Ausweis der Akten die beiden genannten Eingaben verfaßt, geschrieben und an erster Stelle unterschrieben find. Andererseits jedoch kommt in Betracht, daß eine ausdrückliche Vollmacht, durch welche Redakteur Gabriel Löwcnstein von den mitbetheiligten Wahlmännern als ihr Ver- tteter oder Zustellungsbevollmächtigter in gegenwärtiger Sache aufgestellt worden wäre, nicht vorliegt, und daß die Aufstellung eines gemeinsamen Bevollmächtigten von Amtswegen die vor- gängige fruchtlose Aufforderung der Betheiligten zur Bestellung eines solchen voraussetzt, welche im vorliegenden Falle nicht statt« gefunden hat. Diese Bedenken gegen die von der kgl. Regie« rung verfügte Art der Zustellung find um so weniger zurück- zuweisen, als es fich in der mehrerwähnten Regierungs« entschließung um die Beschlußfaffung zu Leistungen handelt, deren Erfüllung gegebenen Falls im Wege der Zwangsvoll« strcckung herbeizuführen ist, weshalb es von besonderem Belange erscheint, daß die Einhaltung aller wesentlichen Förmlichkeiten des Verfahrens außer Frage gestellt sei. Das königliche Staats« Ministerium des Innern fleht fich daher auf die vorliegenden Beschwerden hin veranlaßt, unter Aufhebung der den Antrag auf neuerliche Zustellung der Reglerungsentschließung vom 11. März l. I. abweisenden Regierungsentschließung vom 9. Juni l. I. anzuordnen, daß die Regierungsenlschließung vom 11. März l. I. jedem durch dieselbe zur Kostentragung ver« urtheilten Wahlmanne, mit Ausnahme des Redakteurs Gabriel Löwenstein in Nürnberg und der inzwischen von ihrem Ein« spruche zurückgetretenen Wahlmänner, ihrem ganzen Jnhatte nach unter Bekanntgabe des Beschwerderechtes und der Be« schwerdekchrift gegen attenmäßigen Nachweis zugestellt werde. Vorstehende Entschließung ist den sämmtlichen Beschwerde» sührern bekannt zu geben, zu welchem Zwecke die erforderliche Anzahl von abdrücken beiliegt. Die vom k. Verwaltungs« aenchtshofe mit Bericht vom 30. Juli l. I. hierher vorgelegten Allen folgen mit Bezugnahme auf den Regierungsbericht vom 26. Juni l. I. im Anschlüsse zurück, gez. Frhn von Feilitzsch. Der Generalsekretär: an dessen Statt: gez. von Neumayr, Ministerialrath." �~.t Kchließung de« Kasinos in Fans««. Der„Franks. Ztg." wird verfichert. daß die in Langen, Kreis Offenbach, jüngst erfolgte Schließung des„Bürgerlichen Kafino Langen" nicht auf Grund des Sozialistengesetzes erfolgt ist. Vielmehr hat der Bürgermeister von Langen auf Anordnung deS Kreisralhes durch Siegelanlage die Schließung des Lokales be- werkstelligt, ohne daß von Seiten der Verwaltungsbehörden irgend eine schriftliche Mittheilung oder Begründung der Maß- wolle, daß es mit der überlieferten barbarischen Rechtssprache SVrÄÄTÄ" Ä» nicht verfehlen, zur Nachahmung des von ihm gegebenen Bei« W NÄSS&Ä STÄÄÄ höfisch ist. verschwinde und an seiner Stelle eine Ausdrucks. Theater einer Provinzialstadt auf die weltbedeutenden Bretter kam. Der unglückliche„Weber" hatte auf der Bühne, wie es die Rolle vorschreibt, mrt einem„Buckel" zu erscheinen, und er erinnerte fich hieran erst, als er schon auf der Bühne stand. Als gewandter Mann aber geht er rücklings zur Kouliffe, wo in Hemdarmeln der Jnspezient steht und den Statisten einschärft. fich nicht so dumm zu benehmen, und ruft diesem zu:„Um Gotteswillen, rasch einen Buckel!" Der Jnspezient hat nichts geeignetes bei der Hand, zieht deshalb in setner Roth die Weste aus und stopft fie dem„Weber" unter den Rock. Doch «WJS. 3'ft Schutzenthaler hingen, ferner einige« Geld aus den Taschen der Weste zu nebmen. Bei jedem Schritte nun, den der unglückliche„Weber" that, klimperten diese Dinge eine eigene Melodie.„Weber" war in Verzweiflung. der Jnspezient nicht minder, denn er befand fich um seine Uhr in einer wahren Höllenangst. Da spricht„Weber":„... man behauptet, in solcher Hülle könne kein ehrlicher Mensch stecken'" Kling, klang! und etliche Sechser lagen auf der Erde. DaS Publikum lacht.„Weber' ist der Verzweiflung nahe. Der In« spizient reckt seine Hände in die Szene und ruft:„Geben's um Gotteswillen Acht auf die Uhr."„Unglückliches Vorurtheil" sagt die Landräthin. da fällt„Webe/ ein Schlüssel aus dem Buckel; erneutes Gelächter. Erregt sagt„Weber":„Glauben Sie mir, ich habe schon so manches Weh dadurch erlitten" Krach! liegt die Uhr in Splittern sammt den Thalern neben dem Schlüssel und den Sechsern. Der Inspizient stürzt in Hemdärmeln hervor und schrett:„JeffeS Maria! Do legst Di nieder, trampett der Esel wie a Elepbant auf meiner Zylinder« Uhr hemm!" Der Vorhang fällt; einige Knaller beweisen, daß auf der Bühne jetzt in allem Emste mit den Händen agitt rege! den Betheiligten zur Kenntniß gebracht worden ist. Beim Ministerium ist Beschwerde erhoben worden. Frankreich. In Arcis-sm-Aube wurde, wie bereits kurz gemeldet, ein Denkmal des von dort stammenden Konventsmannes Danton eingeweiht. Die Festreden wurden vom Obersten Tüzenas, Obmann des Denkmal-Ausschusses, vom Unterrichtsminister Lockroy und von Darlaud, Obmann des Pariser Gemeinde- raths, gehallm. TszenaS sagte u. a.: Danton habe lieber unter dem Fallbeil sterben, als seine republikanischen Gegner unter dasselbe bringen wollen, und müsse den heutigen Republikanem ein Vorbild der Einiglest sein. Lockroy vettheidigte Danton gegen die Beschuldigungen, welche seitens Rodespierre's und seines Anhanges gegen ihn erhoben wurden. Hätte man, nach» dem Ludwig XVI. in Varennes verhaftet worden, auf Danton gehört, so wäre der König abgesetzt und viel Blut, das später im Aufstande oder auf dem Schaffot floß, wäre nicht vergösse» worden. Was die Gesetzlichkest nicht ohne Gewallsamkett er» langt haben würde, das hätte die Kraft des Volkes erzielt. Das Vaterland retten, das war das ganze polittsche Programm Danton's.... Wer führte denn in jener wirren und fast vom Fieberwahn ergriffenen Zell die Sprache der Beschwichtigung? Wer forderte, selbst auf Gefahr, ja auf Kosten seines Lebens, die Abrüstung der Patteien? Der Klubredner, der im Nomen des Volkes rief:„Was? Kleinliche Leidenschaften beherrschen unsere Vertreter!" Tiefe» schreckliche Wotte, welche dieses Denkmal heute für uns zu wiederholen scheint! Dieser Nation, die er gerettet hatte, den Frieden wiedergeben, sie unterrichten, das ist es, was Danton verwirklicht haben würde» wenn er am Leben geblieben wäre.„Die Kinder," sagte er, „gehörten der Republik, bevor fie ihren Eltern gehörten." Sc» befürwortete Danton, was die dritte Republik zu beschließen die Ehre gehabt hat: unentgeltlichen und bürgerlichen Unterricht und Schulzwang. Unter allen Ansprüchen Danton's auf dm Dank der Nachwelt haben Sie mit Recht diesen be» stätigt und auf den Sockel dieses Denkmals den so menschlichen Satz Danton's geschrieben:„Nach dem Brote ist die Erziehung das erste Bedürsniß des Volkes". Hätte Danton auch nichts gcthan, als dieses Wort eines Vaterlandsfreundes und über» legcnen Staatsmannes zwischen die Parteiungen hineinfalle» laffen, so verdiente er schon dafür alle Ehrm, die man ihm endlich nach einem Jahrhunderte undankbarm Haffes oder Irr» thums endlich erweist." In dem unter dem Vorsttz Carnot's im Elysee abgehaltene» Ministerrath legte Kriegsminister Frcycinet seinen Plan der Vettheilung der Armeeorganisation auf mehrere Budgets vor. Carnot unterzeichnete darauf das Dekret, das die Auf- lösung der Kongregation der Cistercienser verordnet, welche unfittlicher Handlungen überführt worden find. Der Handelsminister zeigte an, daß die Anmeldungen zur Weltausstellung alle Erwartungen überträfen. Die Zusammenberufuna der Kammer wird vorausfichtlich um mindestens acht Tage verschoben, da die Ar» betten der Budgetkommisfion noch zu wenig vorgeschritten find. Die Versammlung in Nimes, aus welcher der Abg. Gilly seine Beschuldigungen des Budgetausschuffes be» gründen und dessen„20 Wilsons" nennen sollte, verlief, wie zu erwarten stand, sehr stürmisch Der Abg. Jamals, welcher gekommen war, um Gilly zur Rede zu stellen, obwohl di ser ihn ausdrücklich angenommen hatte, wurde durch Lärm am Sprechen verbindest. Gilly begründete nichts und nannte Nie- wand, der bestochen worden sei. sondern wiederhotte nur, was er schon früher gesagt, daß Mitglieder des Ausschuffes plötzlich reich geworden seien, daß Wilson zweimal im Ausschuffe dm Vorfitz geführt und den Gencralbericht erstattet habe, daß die unter Raynals Ministestum abgeschlossenen Eisenbahnvesträge die dmtsche Einfuhr begünstigten und die Nothlage des franzöfi- schm Gewerbes verschuldeten rc.: er wisse noch viel, werde cs aber nur mthüllen, wenn man ihn vor dem Schwurgestcht an- klage. Unter anderem behauptete Gilly auch, die Nachricht von der Niederlage zu Langson sei aus dem Tongking, statt wie alle Meldungen dieser Art in Geheimschrift, in offmer Schrift tele» grapbist worden und dies sei zu dem Zwecke geschehen, damit die Nackstcht, die dm Eingeweihten zuvor geheim gemeldet war. große Wirkung an der Börse hervorbstnge. Die„Ferrystm" hätten also noch das von ihnen selbst herbeigefühste Unglück zu Böcsenstreichm ausgebeutet! „Petit Journal" zählt die Gehälter auf, welche die Republik bezahlt. Die Minister des Kaiserreichs de» zogen 100 000 FrkS jährlich, die jetzigen 60 000: die Senatoren ehemals 30 000, jetzt 9000: das Staatsoberhaupt früher 25 Millionen, jetzt 600 000 Frks. Im übrigen ist wenig geändert: Botschafter, Generäle, Avmiräle, Gouvernmre haben die gleichen Bezüge wie ehedem. Femer erhält der Seinepräfelt 50000, der Polizeipräfell 40000, ein Ministerialdirektor oder Gmeral» sekretär(es giebt deren 54) 15—22 000, jeder der 21 Unter» direktoren 15—18 000, die 23 Mitglieder des Rechnungshofes 15-30 000, die 32 des Staatsraths 16- 25 000, vie 55 de« Obersten Gerichtshofes 18-30000, die 85 Präfellen 18000 bis 35000 Frks. u. s. w. wird. Stürmisches Beifallmfen im Publikum. Wieder hebt sich der Vorhang und Hand in Hand, die Wangen dochroth gefärbt, treten die Beiden, holdselig lächelnd, vor die Lampen, um fich unter dem dröhnenden Gelachter des Publikums zu be- danken. Kwchtplan. Der berüchtigte Allmaqer be» findet fich mit zwei Spitzbuben gewöhnlicher Soste in derselben Zelle der Conciergerie. Vor einigen Tagen war Allmaqer dem Untersuchungsrichter Herrn Espierre vorgeführt worden. Im Laufe des Verhörs ließ fich der Gefangene also vernehmm: Ich will nicht unterlassen, Sie über ein Verbrechm zu unter» richten, das fich in Vorbereitung befindet. Meine beiden Zellm» genossen gehören nämlich einer Verbrecherbande an, mst welcher fie in Korrespondenz stehen; so bin ich denn Mitwisser eines be» abfichtigten Raubmordes geworden, der in einem Hause derRue Saint« Maur ausgefühst werden soll. Ich kenne dieses Hau» ganz genau, ebenso mehrere Hausbewohner daselbst, da ich ver» schiedene Monate dost eingemietbet gewesm bin. Um dem Ver» brechen vorzubeugen, und um Ihnen die Einzelheiten naher an» geben zu können, stelle ich Ihnen anheim, mich unter guter Eskorte, damit ich nicht etwa entwische, nach der vorerwähnten Straße bringen zu laffen; ich werde Ihnen alsdann das de» treffende Haus zeigen, und es wird Ihnen ein Leichtes sein, die in n."--- 1 .................. ��,�••,»•1»»usv»» vvvr uuu vci um«iuajuna0ncwec versprach, dm Gefangenen nach der Rue Saint Maur geleite» zu lassen. Ehe es aber zu diesem Aurfluge kam. fing einer der Gefängnißbeamtm einen Kasfiber auf, den einer der Allmayer» schen Zellengenossen an einen auf freiem Fuße befindlichen Kameraden gerichtet hatte. Das kostbare Schriftstück lautete: „Lieber Freund! Wir fitzen mit einem Gauner ersten RanacS zusammen, der unser Anstaunen verdimt. Er wird es fürstlich bezahlen, wenn man ihm hilft, aus dem Gefängntß zu erst» kommen. Er hat einen Schwindel estunden. damit er nach der Rur Satnt-Mam gebracht wird. Verabrede Dich mit einigm zwanzig Kollegen, und an dem Tage, an welchem Allmayer von der Polizei nach der genannten Straße geführt wird, falle über die ganze Gesellschaft her. Allmayer wird den Tumult benutzm» um zu entwischen." Als der Chef der Sichetcheit zu AUmayer kam, um ihm anzukündigen, daß der schlaue Plan des Ent» weichungsversuches bereits enthüllt sei, gerieth Allmayer in einen schrecklichen Zorn und erklärte schließlich, er werde schon noch ein anderes Mittel finden, um zu entweichen. Stt glatt*. Der angebliche nthiltsttsche Mord, den der „CzaS" aus Petersburg gemeldet, beruht insofern auf Erfindung, als die Nihilisten mit der Ermordung der Szarozawina mcht das geringste ,u thun haben, wie aus folgendem Brief der „Voss. Ztg." aus Petersburg hervorgeht: Petersburg, 23. Sept. Vor einigen Tagen wurde auf dem hiestgen Bahnhof der Warschauer Bahn ein in Wachstuch eingenähter weiblicher Leich- nam aufgefunden, der als Bagage aufgegeben werden sollte. Der Mörder wurde bald in der Person eines gewissen Bunakow. der aus Ufa hierher gekommen war, entdeckt, der mit seinem Opfer, einer Kaufmannstochter aus Ufa. in einem langjährigen intimen Verhältnis stand. Was diesen Vorfall bemerkenswerth macht, find die Schlaglichter, welche die Vergangenheit des Mörders auf die sozialen und gesellschaftlichen Verhältnisse Ruß- lands werfen, sowie die Beziehungen Bunakow's zu dem grandiosen Landraub im Orenburg'schen Generalgouvemement. Bunakow, einfacher bäuerlicher Herkunft, begann seine Laufdahn als Lakai, der weder lesen noch schreiben konnte, schwang fich aber bald zum Schreiber eines Friedensoermittlers auf und als solcher ergänzte er die großen Lücken seiner Bildung in so weit, daß ihm daS Gesetzbuch, soweit eS die Umgehung der Gesetze erleichtert, gut bekannt war. Später fungirte er als Gemeinde» Schreiber, 'Altester und Winkeladvokat. Als der Landrau' in Orenburg und Ufa in Blüthe stand, kaufte Bunakow von den Baschkiren 15000 Desjäten, welche, Gott allein weiß wie. eigentlich 45 000 Desjätinen gst ichkamen, für nur 15000 Rbl., welche aber nicht er, sondern 38 Bauern dezahllen, die das gekaufte Land bis dahin von den Baschkiren gepachtet hatten. Als der Kaufkontratt schließlich auf Bunakow's Namen ausgefertigt war, hatten fie das Nachsehen. Der dadurch vcranlaßte Prozeß dauert noch fort. Der neu gebockene Großgrundbesitzer wurde bald Landschafts' Dcputirter und schließlich Präfident des Land- schaftsamt, beherrschte den ganzen« Kreis und stand beiden Bauern wie beim Adel, der übrigens dort sehr wenig zahlreich und ungebildet ist, in hohem Ansehen. Seine Gaunerei mit dem Landkauf kam jedoch bald ans Licht, es entstanden ihm Gegner. Besonders feindlich trat ihm ein Mitglied der Bauern- behörde entgegen. Kurz entschlossen, versuchte ihn Bunakow zu ermorden, wofür er zu einjährigem Gefängniß verurtheilt wurde. Zu Anfang dieses Jahrzehnts verlegte Bunakow seine Thätigkett nach Ufa, wo er den Vater seiner späteren Geliebten an den Bettelstab brachte. Unterdessen dauerte die gerichtliche Untersuchung wegen setner Gaunereien mit dem Baschkirmland bis zum Frühjahr dieses Jahres fort und endete mtt einem auf fünfzehnjährige Verbannung nach Sidirim lautenden Urtheil, das aber kasfirt wurde. Weiterer Haft ent- ging er durch Hinterlegung einer Kaution von 15000 Rudeln. Bunakow ist zweifellos keine vereinzelt dastehende Erscheinung in Rußland, wo das Fehlen dessen, was in Westeuropa Ge« sellschaft und öffentliche Meinung genannt wird, dunklen Ehren« männern einen weiten Spielraum giedt. Ohne ein neues ge« meines Verbrechen zu begehen— das Motiv ist noch unauf- geklätt— wäre es Bunakow fichcrlich noch lange vergönnt gewesen, seine engere Hcimath als Wolf im Schafspelze unficha zu machen. KalKattlSader. Das rumänische M i n t st e r i u m nimmt in dem von ihm veröffentlichten Wahlprogramm den Mund sehr voll; es werden folgende Versprechungen gemacht: Regulirurig der wirthschastlichen Lage; Dezentralifirung der Verwaltung; Unabhängigkeit der Magistratur; Beseitigung des Stadt- unv Land« Proletariats durch Zuweisung von Land; Eintheilung des Landes in elf Generol Kapitarate; Abschaffung der Spirituosentaxe; Finanzreform behufs Verbinderung der Wiederkehr des Goldagios; Ausdehnung des Schulunterrichts. Das find selbst»«- ständlich nichts als Flunkereien! Theater. Freitag, den 28. September. r Der Waffenschmied. f4«sr»t«Utas»(im Maltuer-«heater): Rosenmüller und Finke. «»skw«-«h-at»r: Freund Fritz. «»»tfch»» Theater. Graf Waldemar. fvl***- MUHelmstädtisch». Theater. Der Glücksritter. N»fth»»s-Thrater: Decoritt. Ottttaria-Theate«: Die Kinder dcS Kapitan Grant.l O,AeaRi»»e»- Theater: Das elfte Gebot. T-atrat- Theater. Die Schmetterlinge. Adawh-Grast-Theater. Die drei Grazien. OcarfiH-»«»'« Martcktck t Spezialitäten-Vor- ntHuttft. «»»earhia• Theater t Spezialitäten« Vor- Keichvhalle«: Spezialitäten« Lorstellung. Berliner Theater. Freitag, dm 28. September: 2. Abonnements- Vorstellung:„Oemetriw#." Tragödie in 5 Wen von Friedrich von Schiller und Heinrich Laube. Sonnabend: Demetnus._ Königstädtisches Theater. Älexanderstr. 40— Kurzestr. 6. Stadt- und Pferdebahnverbindungen nach allen Richtungm der Stadt. Heute zum letzten Male: Der Raiteufäliger von Hameln. Phantastisches Volksstück mit Gesang in 8 Bildern von Gustav Braun, Musik von Hubn«- Trams. Kassennöffnung 6i Uhr. Anfang 74 Uhr. Bons hobm Gilttgleit. AlleS Nähere die Anschlagsäulen. Sonntag, den 30. Septemb«: Erste» Gastspiel von Mari« Atolle und Kart Karuh: Zum ersten Male: Die Kornblumen des Kaisers. Original'Volksstück mit Gesang in 6 Bildern. Billets zu den erstm 4 Vorstellungen von„Die Kornblumm des Kaisers" find von beute ab an der Tageskasse zu haben._ Volks-Theater. (Früh« Ostend- Theater�) Direktion F. Witte-Wild. Eröffnungs-Vorstellung: Freitag, 28. Septdr.: Fest-Ouvertüre.— Prolog. Struensee. Trauerspiel in 5 Akten von Michael Beer. Mustk von Giccomo Meyerbec?. Kasten-Groffnnng 6 Uhr. A«s.r«g7Uhr. Preise der Plätze: 1. Parquet 1,50 Mark, 2. Parquet 1,25, Seitenparquet 0,75, 1. Rang 1,25, 2. Rang 0,75, Ballon 0,50, 1. Rang- Fauteuil 1,50, Orchester-Loge 3,00, Parquet- Loge 2 Mark. Dutzend- Billets: 12 Billets 1. Parquet 15 M., 12 Billets 2 Parquet 12 M., 12 Billets 1. Rana 12 TO._[697 Cirkus(i. Schumann. Friedrich» Karl« Ufer. Ecke Karlstraße. (Im früheren Zirkus K r e m b s e r.) Freitag, den 23. September, Abends 74 Uhr: Bpo.s. Vorstellung. Besonders hervorzuheben find: 4 Rapphengste, in Freiheit vorgef. o. Hrn. Emst Schumann. Auftr. des vorzüglichen Jockev-Reiters Mr. Jos Hodgini, der Reitkünstlcnn Miß Amy, der Reck- künAettn Miß Julia Macarthy, der mus. Clowns 3 Gebr. Gozzini. Die 4 Wie Fahrschule, aer. o. d. Geschw. ürchumann. 2 Athleten zu Pferde. Rococo-Quadrille, per. v. 12 Damen. Batonde americaine Saltomoitalea über eine Anzahl Pfnde. Herz, Trakedner Fuchshengst, in d« hohen Schule ger. v. H-n. Ernst Schumann ic. Sonnabmd, d. 29. Septbr., Abds. 74 Uhr: Gr. NorveUuvg._ yffe- aViBiif rnii�~ 10 3L 1. Wanderung durch Pari». : Avfbahrvvg und Letzte Woche. Trauer».« Kaiser Wilhelm». Kertha-Kelse. 400 Aufnahmen. Intree» Cvcl. M.. Ktni» nur 10 P» Abonn. Achtung! Achtung! Fachverein der Former «ud vrrm. Kerafagevossen. American Theater. Direktion A. Reiff. WallnopthMtePstPosss Mr. IS. • Freitag, d. 28. Septdr: Zum 22. Male: Die Weisheit Salomonsk/s Bettin« Lokalpossm-Pantomime von R. Ang«. Mufik anangitt von R. Thiele. 1. Bild: Die Renommirstunde btt Haase. 2. Bild: In d« Academy of mnslc. 3. Bild: Bei Mutter Pignatelli im Com- saal. 4. Bild: Bettin um Mittemacht. 5. Bild: Vor'm Schöffengericht. Neu einstuditt: Tausend und eine Nacht Operette von W. Köhl«. Mustk von R. Thitte. Auftreten der drei Geschwister Delspierre, des Jnstrumentalisten Herrn Krüg«, des Mimikers Rivoli und des Herm Martin Bendix. Anfang 74 Uhr. Enttee 50 Pf., Am Sonntag, den 30. d. M., Vorm. 10 Uhr, z's Lokal, Beuthstr. 20(Groß« Saal): in Heidrich'i Große Herskmmlling. Tagesordnung: 1. Die Einführung des Minimallohnes in der Metalldranche. Refnent A. Körsten. 2. DiS« kustion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Der Wichtigkeit wegen ist es Pflicht einet jeden Formers, zu erscheinen. Auch find sämmtliche Gieß«mttst« dazu eingeladen. 712] Ufr Vorstand. M Kettfedern Erstes Geschäft: Andreasstp. SB Zweites Geschäft: MrOner Weg und Markuastrassem Ecke. Carl Henze Größtes und ältestes Geschäft hierfelbst. Keell» Bedienung. Billigste Preise. Soeben erschien: Die�amöstst��evolutton. Von W. Bios. Heft 4. Preis 80 Psg. Zu beziehen durch die G»Pedtti»« de«„Kerl. Uolksblatt", Zi««erArMße 44. Movel-, Kpiegel-«nd Volsterwaaren-MagaM Franz Tutzauer, von Köpnickerstrasse 24(nahe der KöpnickerdrLcke). MW- K»»ll« Waare. Prompte Kediennug. Kolid» Preis«._ Berantwottlich« Redatteur:. P. Tronhetn, in Betttn. Druck Generalversammlung des Vtttivs\nt Wahtllllg der Illitreffkv d. Klavittarbeiter v. Kttufsglll. Sonnabend, den 29. Septemb«, Abends 84 Uhr, Kommandantensttaße 77—79. Tagesordnung: Punft 1. Vortrag des Herrn Schippel. „ 2. Ergänzungswahl d« Arbetts Vermitt« lungs'Kommisston. „ 3. Wcrkstattangelegenhcsten und Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimitt. NB. Diejenigen Kollegen, welche noch Billets vom Sommervergnügen in Händen haben, werden ersucht, dieselben beim Kollegen Köppen in der Veretnsv«sammlung od« bis spätestens Sonntag, den 30. d. M., in dessen Wohnung Manteuffel- straße 48, U., abzuliefern, da sonst dieselben als verkauft bettachtet w«den. 713]_ Per Vorstand. Am 25. v. M. starb nach langem Leeden unser Kollege, der Buchdrucker George Blanbois im 56. Lebensjahre. Die Mitglieder der Ker»k«»'fche« vsstki». Beerdigung: Sonntag, Nachmittags 4 Uhr, von d« Leichenhalle des Französtschen Kirch- boks. Wollankiir. bei Pankow 1714 Herm Heidrich, E ngang Beuthstr. 22: Mtgliedrr-Versammlmlg Tagesordnung 1. Lokalftage. 2. Revisorenwahl und Wahl eines zweiten Bibliothekars. 3. Wintervcrgnügen und Wahl eines Festkomitees. 4. Aufnahme neuer Mitglied«. 5. Verschiedenes. Gäste stets willkommen. Um zahlreiches u. pünklliches Erscheinen«sucht 716]_ Per P-rstand. Ittteressen-Derein der Tischler. Sonnabend, den 29. September, Abends 8 Uhr, Köpnickerstr. 68 Uerfammlung. Tages-Ordnung: Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Neue Mitglieder wnden aufgenommen. Abrechnung derBillets vom Sommemachtsball. 717]_ Der Vorstand. 711 Große öffentliche Versammlung d« Uergolder u. Kerufsg. am Sonnabend, d. 29. d. M., Abends 8 Uhr, bei Scheffer, Jnselstr. 10. Tagesordnung; 1. Wie denken die V«gold« Berlins über einen Verband üb« Deutschland. Referent Herr Pirch. 2. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch wegen der wichtigm Tagesordnung ladet ein De» vindernser. General- Uersammluug der Produktiv- u. Rohstoff- Genossenschaft der Schneider zu Berlin(£. 6) Dienstag, den 2. Oktober 1888, Abends 84 Uhr, im Lokale Mohrenstraße 40. Tagesordnung: 1. Vietteljahrsbericht. 2. Interimistische Vor« standswahst 3. Geschäftliches. De» Auol'chuß de» Produktiv.«. Kohstofsgeuolseuschaft der Kchveide» ,u»eeltn<«.«.). _ F. Büttner. Vopwnd«.[715 Ilohtaßak I 516 A. Goldsehmidt ... s. Ortober.. Attd.SplmdMrKrülktK aa, Haokaohem Markt. Mir! Jleh« kann fich von d« Wahrhett überzeugen. o Länge und Brette, nur - das Pfund von 25 Pf. an. btt Bettfedern-Engros-Handlung: choft Kottbuserstraese 4, parterre. 'aase 139, 1 Tr. 1. Ge 2. Ge chäft Brunnenstr Zur Auswahl stehen 23 Sorten ltzedem. ligl. Prenss. 179. Lotterie. Ziebnng 1. Kl. am 2. und 3. Octobei er Antheilloose'/„ M. 6 25, U. 3,25, Vu M. 1,75, Vi 4 M.] empf. u. versendet O. Lewin, Berlin C., Spandauerbrü ke 16. Gleicher Preis für alle Klassen. Planmässige Gewinn- Auszahlung. MW» Prospe.-te gratis und fran o. Fachverein d. Schloffer und K-rusoginolsen. Sonnabend, den 29. September, im Lokale des Preuss. Loose I. K asse W Ziehung S. und 3. vktoder 719] Antheile: V» » V« M. 12.50 6 25 5.00 3.25 1.75 1.00 empfiehlt das Bank- und Lottette-Geschäft Ludwig Müller& Co Berlin C., Schlo'platz 7. 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Der Verkauf einer zur ehemaligen Thurmstraße ge« hö.igen Wegefläche an den Eisenbahnfiskus wird nicht ge« nehmigt, sondern ein Ausschuß mit der nochmaligen Vorderathung detraut. In gemeinschaftlicher Sitzung mit dem Magistrat— der Oderdürgerincister fungirt als Vorfitzender— wird hierauf als Mitglied für den Bezirksausschuß der Maurer- meiller Koch gewählt und der Bürgerdeputnte Kochhan als •). Stellvertreter gewählt. Die Stadtv. Wohlgemutb und Genossen beantragen, den Magistrat aufzuforvern, schleunigst eine gemischte De- p u t a t i o n einzusetzen, um die neue Bauordnung auf etwaige begründete Beschwerden über dieselbe zu prüfen und deren Abhilfe anzustreben. Stadtv. Wohlgemuth findet es bedauerlich, daß der Magistrat bis jetzt dieser alten Anregung der Versammlung noch nicht Folge geleistet habe, und erwartet, daß der Magistrat es nunmehr thun werde. Auch das Polizeiprästdium werde damit zufrieden sein. Stadtdaurath Blanken st ein theilt mit, daß auch der Magistrat jetzt den Zeitpunkt für gekommen erachte und daß demnächst eine diesbezügliche Vorlage eintreffen werde. Der Antrag Wohlgemuth wird angenommen. Eine Reihe unwesentlicher Magistratsvor« lagen wird dedattelos gmebmigt. Von dem Stadtv. Meyer l und 46 anderen Mitgliedern der Stadtverordneten-Versammlung ist folgender Antrag «ngebracht worden: 1) Die«Stadtverordneten- Versammlung bewilligt 500000 M. zur Errichtung einer die Förderung der Volkswohlfahrt bezweckenden„Kaiser Friedrich-Stiftung". Die Bestimmung des speziellen Zwecks bleibt der Kaiserin Friedlich vorbehalten. Der Betrag von 500000 M. ist aus den Heber- schüffen des Etatsjahres 1887—88 zu entnehmen. 2) r ie Versammlung ersucht den Magistrat, mit ihr gemeinschaftlich eine Sa mm- lung zur Errichtung eines Denkmals für Kaiser Friedrich in der Reichshauptstadt zu veranstalten. Die Festsitzung, in welcher Weise und in welchem Umfange die Sammlung auszuführen sei. ist von einer-zu wählenden ge- m.schttn Deputation zu treffen. Der von der Stadtgcmeinde zu leistende Beitrag zur Errichtung eines Denkmals bleibt de- sonder. m Gcmeinvebeschluß vorbehalten. 3) Die Versammlung ersucht den Magistrat, ihren Beschlüssen zu 1 und 2 beizutreten H r H � C ai*. StXä f.■ �« � f.... C �---___ Nach einigen kurzen Bemerkungen endigt Stadtverordneter Kreitling. Der Antrag Meyer l wird an eine Kommisfion von 15 Mitgliedern verwiesen. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Schluß Uhr. Es folgt eine nicht öffentliche Sitzung. Zokale». -vuiicun emeindedehörden.. unterbreitet werden kann. Stadtv. Meyer I begründet seinen Antrag mit dem Hin- w.fise darauf, daß für Kaiser Friedrich, den„deutschesten Mann", d:e„tiefste Liebe und Verehrung im Volle" vorhanden sei. Die Versammlung sei durchglüht von der innigsten Liebe r im Herrscherhause. Die Veröffentlichungen der letzten Woche hätten bewiesen, wie treu Kaiser Friedrich an den idealen seiner Jugend gehangen habe. Um den Geburtstag emeS solchen Mannes zu feiern, der als das Ideal eines Mannes Velten müsse, sei die Stiftung und das Denkmal vorgeschlagen forden. Die Höhe der Summe, die beantragt sei, entspreche der Würde der Sache. Für das Denkmal sei eine Sammlung vorgeschlagen, damit jeder Einzelne sein Scherflein beitragen könne. Die Beiträge würden so reichlich fließen, daß ein Bei» krog der Gemeinde wohl werde üderflüsfig werden. Die Be- st>mmung über den speziellen Zweck der Stiftung sei der Ge- wahlin des Heimgegangenen überlassen, mit der er im Leben eins gewesen sei. Die Vorlage müsse geschäftsordnungsmäßig durch eine Deputation von 15 Mitgliedern vorberathen werden, deren Ernennung er dem Vorstande zu überlassen vorschlage. . Stadtv. Kunert: Ich verstehe sehr wohl als Mensch den verrn Borredner, als Politiker kann ich ihm nicht zustimmen. Ich verweise den Antrag in allen seinen Thcilm. Punkt 2 und ö des Antrages deHandeln das Denkmal und die Aufforderung °n.den Magistiat. Ich kann in dieser Beziehung auf das ver- Weisen, was ich m der vorigen Sitzung gesagt habe. Ich habe daran keine Silbe hinzuzufügen oder zu streichen. Wenn der Antrag besagt, daß 500 000 M. aus den Uederschüffen der Ver- Haltung zu entnehmen find, so meine ich, daß die Uederschüffe, die von der Gemeinde aufgebracht find, der Gemeinschaft Berlm 0"elt wieder zufließen müssen, ohne das Hineinziehen fremder Elemente. Wohin gerathen Sie, meine Herren, mit der treten Selbstverwaltung, die Sie hoch zu haltm doch ent- «blossen find? Im Mitteltheil des Antrags wird, ge- Ordert, daß Sie auf die Bestimmung der speziellen Verwendung verzichten sollen. Sie sollen also so hohe Ausgaden bewilligen für eine Angelegenheit, deren weziellen Zweck Sie nicht kennen. Ich kann dafür keinen rothen Zrllcr, geschweige denn 500000 Mark dewilligen. Wenn im Zankt 1 gesagt wird: Es handelt fich um eine Förderung der Volkswohtfahrt— so kann man für diese Stelle doch nur ein W> leidiges Läckeln haben.(Beginnende Unruhe wird durch Aufe: Pst gedämpft.) Diese Summe ist doch wstklrch eine Lumperei gegenüber der allgemeinen Roth. Auf die Volkswohl- «btt kann sie einen nennenswcrthen Einfluß nicht ausüben. SfjN dies überhaupt unmöglich innerhalb der letzigen Gesell- Unt»» de» Zleberschrift„Die Kaualistrnng de» Unterspree und die Betheiligung der Sladtgemeinde Berlin an diesem Unternehmen" bringt die„Deutsche Bauztg." aus der Feder des Herrn Pinkenburg einen für Berliner Leser besonders deachterswerthen Aufsatz. Nachdem der Staat das Stauwerk bei Charlottenburg, die Durchstiche bei Ruhleben und die Tiefer- legung der Flußsohle bereits mit einem Kostenaufwande von 2 200 000 Mark ausgeführt hat, erfolgen die weiter noch er- forderlichen Arbeiten auf Grund des Vertrages mit der Stadt gemeinschaftlich auf Kosten des Staats und der Stadt. Es bandelt fich hierbei um die zur Beförderung der Vorfluth er« forderlichen Erweitetungen und Vertiefungen des Spreedettes bis Cbarlottenburg, ferner um die Ausdaggerung des vollen Normalprofits zwischen den Ufcreinfassungen von dort bis Spandau, wie auch ganz besonders um die Umgestaltung des Spreelaufes von den Dammmüblen bis zur Einmündung des Kupfergrabens in die Spree. An dieser Stelle bilden die Wehr- und Schleusenanlage, ferner der Neubau der Mühlendamm-Brücke und der fast rechtwickelig auf diese stoßenden Fischerbrücke, sowie des Müblenwegcs den wichtigsten Theil. Die Brücken müssen, da trotz der Senkung des Hochwafferspiegels keine genügende Höhe vorhanden ist, um steinerne Brücken herzustellm, in Eisen ausgeführt werden. Die Verbreiterung des alten Mühlen- dammes und die Verlängerung der Burgstraße von der König- straße bis zum Mühlendam wird einem längst gefühlten Ver- kehrsbedürfniß in wirksamer Weise abhelfen. Die geplante Vertiefung des Flußbettes zwischen Mühlendamm und Ein- mündung des Kupfergrabens wird über 1 Meter betragen müssen, da die Verflachung der Spree nirgends stärker austritt als wie auf jener Strecke. Hierdurch wird ein Neubau der die Burg- straße begrenzenden Ufermauern nöthig, da deren Gründung eine derartige Vertiefung des Flußbettes nicht verträgt. Auch die Kurfürstenbrücke muß infolge ihrer mangelhaften Gründung vollständig umgebaut werden. Die alte Friedrichsbrücke wird einem Neubau weichen müssen. Kurz, der Gesammtaufwand für die Regulitung beträgt elf Millionen Mark. Von dieser Summe entfallen auf den Staat 3 200 000 M. und auf die Stadt 7 800 00t M. Einen hervorragenden Theil der Kosten beanspruchen die oben bezeichneten Brückenbauten. Der Umbau des Mühlendammes und der Fischerdrücke hätte im Interesse des Landesverkehrs so wie so von der Stadt bewirkt werden müssen; die Kosten in Höhe von rund 1 950 000 M. trägt daher die Stadt allein. Der Umbau der Kurfürstenbrücke wäre unter den bestehenden Verhältnissen nicht nöthig gewesen; mithin zablt bierzu der Staat die Hälfte der Kosten, welche rund 600 000 M. beträgt. Die Friedrichs-Brücke dagegen hätte im Jnteitsse des Verkehrs eine Verbreiterung erfahren müssen; deren Kosten mit 240000 M. in Ansatz gebracht find. Da der ganze Umbau der Brücke auf rund 730000 M. geschätzt worden ist, so entfallen auf die Gemeinschaft noch rund 490000 M., von denen mithin der Fiskus der Stadt noch 245 000 M. vergütet. In Summa betragen die Kosten für Biücken und Straßen 4 159 400 M, von welchen die Stadt allein 3 301 700 M., der Staat hingegen 857 700 M. trägt. Die Frage, welche Vor- theile der Stadt Berlin aus der Kanalistrung der Unterspree erwachsen, wird auszüglich in folgender Weise beantwortet. Die erwarteten Vortheile werden erst im Laufe der Jahre voll und ganz eintreten. Sobald die Regulirung der oberen Oder durch- geführt und der Oder- Spree- Kanal hergestellt ist, ist eine lei« stungefähige Wasserstraße von Breslau über Berlin bis Hamburg vorhanden, welche großen Flußfabrzeugen von 400 T. Ladefähigkeit den Durchgang gestattet. Wäbrend im Jahre 1884 der Wafferverkehr Berlins 4 Millionen Tonnm betrug, wird er höchst wab'scheinlich im Jahre 1889 bereits 6 Millionen Tonnen erreichen, und von dieser Menge entfallen nur 10 pCt. auf den Durchgangsverkehr. Die nach Berlin I zu Waffer gebrachten Güter bestehen meist aus Bau- und Brennmaterialien. Durch Herstellung einer stets leistungsfähigen Wasserstraße von Kosel bis Berlin wird unzweifelhaft eine Ver- billigung der betreffenden Materialien stattfinden. Auch eine Verbesserung der Gesundhcitsverhältniffe steht in Ausficht, denn die an den Flußläufen ziemlich tief liegenden Stadttheile werden den großen Schwankungen der Grundwasserstände nicht mehr unterworfen sein. Die Durchfeuchtungen und Austrocknungen des Erdreiches in der Nähe der Ufer der Oberspree fallen ganz fort, jene in der Nähe in der Unterspree werden erheblich ge- mindert werden. Tiefliegende Keller werden in Zukunft vor dem Eindringen des Wassers geschützt sein. Zu diesen Vor- theilen kommen jene, welche aus den noch auszuführenden Brückenbauten und der Regulirung derselben erwachsen. Diese find dahin zusammenzufassen: 1. Ermäßigung der Gesammt- baukosten der Brücken, der erforderlichen Ufer-Einfassungen und Rampen-Schüttungen. 2. Erhebliche Ermäßigung dezw. gänz- licher Fortfall der den Anliegem zu zahlenden Entschädigungen. 3. Ermäßigung der Rampenfieigungen. 4. Die Möglichkeit, die über den Schleusenkanal führenden Klappbrücken in feste Brücken zu verwandeln. 5. Die Möglichkeit, in Zukunft wieder mehr auf dm Bau steinerner Brücken Bedacht nehmen zu können. und Leuchtstoffe, wo er auf 30,85 M. steigt; dagegen beträgt er in der Textilindustrie nur 16 20 M Der Wockenlobn ver Lebrlinaelschwankt im Zeitlohn zwischen 10,40 M.(Baugewerbe) und 5.70 M.(Industrie der Bekleidung und Reinigung). Bei der Maschinenindustrie verdienen die Lehrlinge im Stücklohn 11,85 M. wöchentlich Der Lohn der Arbeiter bewegt fich im Zeitlohn zwischen 20,25 M(L>eiz- und Leuchtstoffe) und 15,20 Mark(Metalle), im Stücklohn zwischen 25,20 M.(Heiz- und Leuchtstoffe) und 15,80 M.(Nahrungs- und Genußmittel). Jugendiiche Arbeiter verdienen zwischen 10,20 M.(Stücklohn in der Metallindustrie) und 7,70 M.(Zeitlohn ebenda); erwachsene Arbeiterinnen zwischen 13,25 M(Zeitlohn in Druckereien) und 9,80 M.(Stücklohn in der Textilindustrie); die jugendlichen Arbeiterinnen endlich zwischen 7,60 M.(Zeitlohn in der Maschinen» industrie) und 5,80 M.(Zeitlohn in der Bekleidungsindustrie). Von den Gesellen der einzelnen Gewerbe haiten den höchsten Wochenlohn die Ofensetzer und Töpfer mir 43,35 M.(Stück» lohn), die Dachdecker mit 37 M.(Stücklohn), die Ofensetzer'.c. mit 36 M.(Zeitlohn), die Steinbildhauer mit 35 M.(Zeitlohn), die Maschinenbauaehilfen mit 44,20 M.(Stücklohn), die Eise» leure mit 32,25 M.(Stücklohn), die Lithographen 31J0 M. (Zeitlohn), die Schriftaießer mit 30,45 M.(Zeitlohn), die Schrift» setzer mit 30 95 M.(Stücklohn) u. s. w. Wir erwähnen ferner noch die Löhne der Gesellm bei folgenden wichtigeren Gewerben im Zeit- bezw, Stücklohn: Klempner 21,40 dezw. 25,55 M.» Schloffer 21,85 bezw. 26,70 M., Mechaniker 20,75 bezw. 25,25, M, Uhrmacher 21 bezw. 18 M., Tuchmacher 15 bezw. 11 M., Gerber 19,50 bezw. 20,20 M.. Sattler:8,83 bezw. 23,30 M., Tischler 22 25 bezw. 24,15 M, Böttcher 24,85 dezw, 24 M.. Drechsser 21,35 bezw. 24,10 M., Möbelpolirer 19,75 bezw. 22,25 M., Pianofortearbeiter 24,55 bezw. 27,30 M., Bäcker 20,15 M.(Zeitlohn, mit Quartier und Kost 9,90 M.). Müller 20,70 M.(Zeitlohn), Schlächter 11,50 M.(Zeitlohn, mit Quartier und Kost), Schneider 16,50 bezw. 18 M, Hutmacher 20,85 bezw. 23,10 M., Schuhmacher 14,25 M.(Zeitlohn), Barbiere und Friseure 20 M.(Zeitlohn). Maurer 24,35 bezw. 25,20 M, Zimmerer 26,55 bezw. 27,50 M., Maler 22,85 bezw. 24 M., Anstreicher 16,95 bezw. 20,35 M., Graveure 24 bezw. 25.95 M. und Photographen 22,85 M.(Zeitlohn). De« vor einiger Zeit auch hier mitgetheilten begeisterten Bericht eines Pester Professors über Berlin mögen fich in fol» gendem einige Bemerkungen eines Berliner Professors gejzen» ftbaft 7"" u....wb.,w........——..„ Otoontcü."-r'®1"™.""1 geschehen, wmn die Arbeit neu ein-.-? Was möglich wäre, ist die Gründung stäbtit ,,'tnen Nedenkaffe für die Altersversorgung bem er C Arbeiter aus jener Summe. Dann aber bot% auch der rechte Name gegeben werden *--------- der ____ muß In Berlin %itb) A,(Gelächter, das wiever durch Zurufe gedämpft d'.z jw»Q. s- �rren, Sie lachen, das ist dasselbe Gelächter, ,ükn„Ulf1 ertönte, wenn eine neue Weltanschauung der alten [o tbun(L?"en gegcnübertrat. Wollen Sie Denkmäler errichten, bk SnfJr; sie find doch auf Sand gebaut, so gewiß, wie _ StnÄ abgelöst wird vom Prolelariate. �adtv» �eeitling: Im Beginn seiner Rede ließ der e J™"«* hoffen(Große Unruhe), daß er von seiner frühe- ßl"'una zurückgekommen ist. Von einer Lassalle- Schluß,)' e9t nichts auf unserer Tagesordnung.(Rufe: Die städtische Geweeb-depntati-n hat, wie seit 1881 alljäbrlich so auch im Mai d. I Ermittelungen angesteM über die Lobnverbällntffe in Berlin. Das gewonnene Zahlenmaterial ist von dem Statistischen Amte zusammengestellt und find die It-'aÄÄÄ ÄÄ s Ä'Ä »ÄÄ SÄÄtt. Ä1- MSSÄSHSP Htiivtui nuiije«emerrungen eines Berliner Professors gegen» überstellen, der kürzlich Wien zu sehen Gflegenheit hatte. Die- selben bezwecken zwar nur einige rein prattische Punkte hervor- zuHeben, in denen Wien uns entschieden über ist. Indessen ist es doch unmöglich, von Wien überhaupt zu reden, ohne der Ringstraße zu gedenken, die in ihrer Großartigkeit denn doch Alles übertrifft, was wir hier von der Art in Berlin haben, selbst die„Linden" nicht ausgenommen, deren Anfang vom Lust» garten dts zum Friedrichs. Denkmal, und deren Ausgang, das Brandenburger Thor, ja freilich einzig in ihrer Art find, deren übrige Theile aber fich mit den Prachtgebäuden der Ringstraße denn doch nicht messen können, ganz abgesehen davon, daß ihnen letztere auch in Ausdehnung, Länge sowohl wie Breite, weit überlegen ist. Erbaut an der Stelle der alten Festungswerke, welche die alte Stadt ringförmig umgaben und die noch 1848 eine große Rolle spielten, ist die Ringstraße jetzt geradezu das Zentrum des neuen Wiens geworden. Zahllose Pferdebahn» linien verkehren auf ihr, ohne ihr, bei ihrer Breite, den Eindruck der Vornehmheit zu rauben, was bei unseren„Linden", ihrer ge» ringen Breite wegen, nicht irgend in gleichem Grade der Fall sein würde. Drei Punkte find es vornehmlich, in denen die Wiener Ein» richtungen den Vorzug vor den unseligen haben und daher Nachahmung bei uns In Berlin zu verdienen scheinen. 1. Die Nummerirung der Häuser geschieht dort auf durchaus gleich» mäßige und ungemein klare und augenfällige Weise durch Schilder mit großen weißen Zahlen auf blauen, oder schwarze desgl. auf weißem Grunde, welche vorn, rechts von der Thür an der Wand des Hauses selbst, ungefähr 8 Fuß über dem Erdboden angebracht find. Bei uns hat fast jede Straße eine andere Art, die Hausnummer anzugeben. Dieselbe befindet fich zudem meist über der Thür, ist somit vielfach durch die Ein- duchtung des Hauseingangs von der Straße her ins Dunkle gerückt. Ein Fremder, der hier eine Hausnummer sucht, kann unter Umständen recht lange suchen müssen. Denn hier und da find die Hausnummern bei uns gerade so angebracht, daß man fie kaum finden kann. Auch leidet die Bezeichnung selbst bei uns fast durchweg an Undeutlichkeil. Die farbigen hellen Schilder in Wien fallen jedem sofort in die Augen, der eine Hausnummer sucht. 2. Die Bedürfnißanstalten find in Wien fast geruchlos und sehr geräumig. Das Geheimniß ist ein sehr einfaches. Die äußeren Wände von Eisenblech ffnd unten etwa einen Fuß hock offen, ähnlich unsem auf Füßen stehenden Bettschirmen. Die Becken reihen fich, fächerförmig abgetheilt, um einen in der Mitte stehenden Pfahl resp. Pfeiler(wohl auch von Eisenblech) konzentrisch herum. Der Abfluß nach unten und die Venttlatton nach oben sowie nach der Seite ist vortrefflich. Aber während bei uns fich die Benutzenden nach innen zu zusammendrängen, gehen fie in Wien nach rückwärts hin auseinander. Jeder hat bequem Platz. 3) Die einzelnen Pferdebahnlinien haben in Wien, abgesehen von den sonstigen Bezeichnungen, für ihre sämmtlichen Wagen durchweg je eine besondere Farbe, d. i. alle Wagen einer Linie find an ihren Langsetten rc. mit einer und derselben Farbe bestrichen, und zwar also entweder einfarbig roth, grün, gelb, blau, weiß tc. oder mehrfarbig, aber einheitlich, sei es gestreift, gesternt, karrirt, gescheckt tc. Trotz der kolossalen Verschiedenheit der Pferdebabnlinien, welche z. B. die Ringstraße entlang laufen» ist es auf diese Weise doch einem Jeden, der fich mit der Farbe der Linie, die er braucht, bekannt gemacht hat(und der Fremde lernt bald die Farben der einzelnen Linien kennen), auf den ersten Blick möglich, schon von einer Entfernung aus, wo ibm die anderen Bezeichnungen noch nicht deutlich find, denjenigen Wagen, mit dem er zu fahren hat, herauszufinden. Selbst in der Dunkelheit, wo natürlich auch farbige Lichter als weiteres Unterscheidungszeichen hinzutreten, find diese verschiedenen Farben der einzelnen Wagen weit leichter und in viel größerer Entfemung zu erkennen, als die bei Laternenschein doch unter Umständen(wenn der Fahrgast auf der Schattenseite steht) recht schwierig erkennbaren Inschriften. Was für Noch hat man da» -gegen hier in Berlin, besonders zur Abendzeit oder Nachtzelt, oft damit, fich darüber klar zu werden, od der ankommende Wagen der richtige ist. Wie oft muß man in Wind und Wetter aufs Trottoir, dezw. in den Hausflur zurückkehren, wobei man stetig Gefahr läuft, von anderweiten Wagen überfahren zu werden, die man in der Dunkecheit nicht rechtzeittg gewahr geworden. Es giebt auch bei uns hier Straßen, die streckenweise von zehn und mehr verschiedenen Linien defahren werden, alle Wagen aber haben eine und dieselbe Farbe, und es ist daher von der Feme aus nur auten ,m> a'-- Lickter führm. In London hat man. beiläufig, schon seit langer Zeit noch eine andire Methode, die Wagen der einzelnen Linien zm kennzeichnen. Alle Wagen einer Linie führen denselben Flamen, z. B. Jupiter. Apollo, Diana, der mit großen goldenen Buchstaben an der Langseite angebracht ist. Einem Fremden braucht man nur zu sagen: Sie nehmen den Apollo, dann weiß er gleich Besckeid und braucht keine weitere Beschreibung. Wo irgend er in London in einer Straße einen Apollo trifft, da ist er ficher. Das einzige, was bei uns dem entspricht, ist die Ringbahn; bei der kann auch kein Jrrtbum pasfiren, doch könnte immerhin diese Bezeichnung auch bei ihrm Wagen noch mit etwas größeren Lettern, noch mehr in die Augen fallend dar- gestellt werden. Weiche Kier« solle« wir trinke«? Wenn auch der Arbeirersiand im allgemeinen der Qual der Wahl nach dieser Richtung hin so ziemlich entHoden ist, indem das ihm zu Ge- böte stehende Biergeld eben keine große Auswahl zuläßt, so können fich doch Zeiten und Verhältniffe ändern, sodaß auch der Arbeiterstand einmal vor die Qual der Bierwabl ge« stellt wird. Und da es immer gut ist, in allen Lebenslagen Bescheid zu wiffen, so kann es nicht schaden, fich schon bei Zeiten über die Bicrfrage zu orientiren, zudem unleugbar mit dem Biere, das wir genießen, auch die Sterblichkeit in gewissem Zusammenbange steht und daß auf diese die sogenannten Dick- biere einen ungünstigeren Einfluß ausüben, als die sogenannten Dünnbiere oder weioiaen Biere, was fich sogar statistisch ver- folgen läßt. So zeigt München im Durchschnitte eine Sterblichkeit von 34, welche als ziemlich hock zu erachten ist, während das mehr Helles Bier trinkende Wien eine solche von meist 25 aufweist, ähnlich wie Frankfurt, Stuttgart rc. Es kommt hier offmbar in Betracht, daß mit dem andauernden Trinken von Dickbieren der menschliche Leib keine Ausreinigung erfahren kann, wie diese bei leichteren Getränken der Fall ist. Das Blut des Trinkers des schweren Dickbiers ist deshalb entschieden unreiner, zu Stauungen und Stockungen aller Art geneigt, und es muß daher auch im Allgemeinen der Organismus eher zum Stillstand gelangen. Auch ist der Dickbier- Trinker leicht reizbar und ärgerlich, weil er meist an mehr oder minder erheblichen Leb-ranschwellungcn leidet. Das Dickdier ist an fich zwar noch der angemessenste Trunk für den körperlich schwer Ärbertendcn, aber er ist es am wenigsten für die Städter, besonders Großstädter. Wäre unsere menschliche Gesellschaft noch urwückstg, im Wald und Feld lebend und körperliche Arbeit verrichtend, so könnten wir recht wohl mit den Dickbieren durchkommen, aber den Be- strebungen unserer heutigen Zeit kann nicht genügend damit entsprochen werden. Die letztere verlangt ja vor allem einen lebhaften Geist, rasche Auffassung und schnelles, entschiedenes Handeln, was Alles durch den Genuß schwerer Biere nicht be- fördert werden kann. Hier muß gute Ernährung und eine rasche Anregung durch mehr leichte, weinige Biere erfolgen. Das schwere, bayrische Bier hat die Neigung, wankclmütbige, unent- scbiedene Cyaratiere zu erzeugen, weil es eben zwei einander völlig entgegengesetzt wirkende Brstandtbeile enthält, nämlich den anfeuernden Alkohol und den lethargischen, Schlaf erzeugenden schweren Extrakt, welche nun mit einander um ihre Vorwirkung ringen. Die weinigcn, leichteren, dünneren Biere erfüllen rascher ihren eigentlichen Zweck eines alkoholigen Getränks, nämlich Körper und Geist zu beleben und wirklich zu erheitern fie find echtere Sorgenbrecher, als die schweren Biere. Wenn ste das Gcmülh zu erheitern vermögen, so kann das nur erfolgen, indem fie das Blut erwärmen, die Verdauung und Ausscheidung degünstigen, den Blutumlauf beschleunigen. Für Menschen, die mit ihrer Verdauung auf gespanntem Fuße leben, find nur leichte, sogenannte Weinbiere angezeigt, doch muß deren Genuß ein maßvoller bleiben und mst guter Ernährung verbunden sein. Bei Unmäßigkeit fübren die Weinbiere rascher den Nervenzerfall herbei, als die Dickdiere, während die Wirkungen dieser: Unter- leibslrankheiten, bei jenen weit seltener find. Die Weinbiere sind ohne Zweifel die Biere der Zukunft, des städtischen Lebens, der Verfeinerung, und von ihren Schädlickikeitcn kann nur bei Uebergenuß etwas bemerkt werden. Ihr schädlicher Ein- Kuß erstreckt sich fast aLein auf das Gehirn und auf das Nervenleben, welche stärker angegriffen und rascher verheert wer- den, als dies durch Dickdiere geschehen kann. Für den Augen- blick und für längere Zeit find zwar die schweren Biere ent- schieden harmloser, man kann fich ihrem Genüsse sorgloser hin- geben, während die weinigen Biere Maß und Ziel und Ueber« legung verlangen. Jedoch bleibt dafür die moralische Kraft bei den letzteren entschieden mehr erhalten und erleichtert dieser Um- stand somit das Maßhalten auch ganz bedeutend. Wem also hauptsächlich darum zu tbun ist, fich an Körper und Geist und Gemüth zu konserviren, Energie und Thatkraft zu erhalten, der wähle das leichtere Weindier zum mäßig genoffenen Alltags- getränt und greife nur ab und zu zum schweren Dickdier, und er wird auf diese Weise des meisten Vortheils des Biergenuffes theilhaftig werden, ohne deffen Nachthelle je kennen zu lernen. N»u der Naturfor scher-Versammlung i« Köl« sei voch nachträglich erwähnt, daß Prof. Mennert(Wien) einen sehr geistvollen Vortrag über„Gehirn und Gestttuna" hielt, durch den er nachwies, daß Gefittung und Gehirnentwickelung Hand. in Hand gehen. Die Anfänge der Gefittung, so führte, laut dem Bericht der„Franks. Zrg.", der Redner aus, finden fich schon im Tdierreich, fie ist die Milderung des Kampfes ums Dasein. Von den Ameisen ist es bekannt, daß fie schon als Larven lernen, und daß die jüngeren Thiere fich nicht selten irren und hinterdrein ihre Jrrthümer berichtigen. Durch die große Anzahl von induktiv leitenden Beobachtungen, die in neuester Zell gemocht wurden, ist es vollkommen gerechtfertigt, wenn wir den Insekten ebensowohl Denkthätigkeit wie Gcdächtniß zuerkennen. Daß mit der fortschreitenden Entwickelung der seelischen Thätiglellen auch eine gewiffe Zucht Hand in Hand gebt, wird u a. bewiesen durch die TKatsache, daß Bienen ihre Fäkalstoffe niemals innerhalb des Stockes entleeren, und daß unter den Ameisen Einrichtungen bestehen, die mit einer staatlichen Organi- sation Aehnlickkeit aufweisen. Der Gefittung steht der Parafi- tismus, der fich von anderen Lebewesen ernährt, schroff gegen- über; das Kind defindet fich gewissermaßen noch in einem solchen Zustand des Parafitenthums; dagegen bildet fich mit der Ent- Wickelung der geistigen Fähigkellen das Gefühl der Verpflich- tung, die man gegen seine Nedenmenschen hat, immer mehr aus. Man hat zu unterscheiden»wischen einem„primären Ich" und einem„sekundären Ich". Beim Kinde ist nur das erstere vor- Händen; aber mit der geistigen Entwickelung und mit fortschrei- tenden Leben- jähren wächst das„sekundäre Ich" immer mehr an und verschnulzt mit den Bestrebungen des Gemein- wesens. Der Defekt, den man als„moralischen Irr« finn" dezeichnet, desteht darin, daß das sekundäre Ich in der Entwickelung zurückbleibt, daß der Betreffende fich der Verpfllchtungen gegen seine Nebenmenschen nicht bewußt wird. Der moralische Irrsinn ist übrigens bisweilen heilbar; her in der geistigen Entwickelung zurückgebliebene Mensch kann unter Umständen die Verpflichtungen, die er gegen die Mitwelt bat, begreifen lernen; derse be tritt auch dekannllich häufig in der Form des Gröhenwahnfinns auf. Ein besonderes Organ der Gefittung, wie Gall es angenommen hat. ist nicht vor« banden, vielmehr find die Hemisphären des Gehirns selbst daS Organ des moralischen Bewußtserns und somit auch der Ge- fittung. Uebrigens giedt es Begriffe, die unser Gehrrn n cht zu bewälligen vermag; von der Unendlrchkeit von Raum und Zeit können wir uns ebmso wenig eine Vorstellung machen, wie von dem Wesen des Todes, obwohl wir mit M&C«Ä ÄÄ kann nicht deffer ausgedrückt werden, als in den Worten deS fÄSÄ Dich an." Als zweiter Redner der Schluß. Sitzung besteigt Rudolf Virchow, von der Versammlung lebhaft begrüßt, die Redner- tribüne. Obwohl das Thema:„Ueber künstliche Verunstal- tungen des Körpers", welches fich der berühmte Gelehrte zu seinem Vortrag ausersehcn hatte, in Wort und Schrift schon sehr häufig erörtert wurde, so gelang es demselben doch, diesem Gegenstand einige neue Seiten abzugewinnen. Die künstlichen Verunstallungen des menschlichen Körpers brauchen leine abficht- lichen zu sein; es ist vielmehr wahrscheinlich, daß ebenso wie durch unsere Fußbekleidung, ohne daß eine hinzielende Abficht vorläge, viele Füße verkrüppelt werden, auch die defor- mitten Köpfe, denen wir so häufig begegnen, einem ähnlichen Umstände ihre Entstehung verdanken. Die Abplattung der Schädel, über die vor nahezu dritthalb Jahrtausenden der Grieche Hippokrates bereits geschrieben hat— er bezeichnet ge> wisse damals in Kleinafien ansässige Völker als rnakrokepbaloi — hat wahrscheinlich darauf beruht, daß diese Völker, ebenso wie gewiffe meist zu Pferde fitzende Jndiancrstämme Nord- und Südamerikas dies noch heute zu thun pflegen, zum bequemeren und ficheren Transport des Kindes dasselbe mit dem Kopfe auf einer festen Unterlage—in der Regel auf einem Brette— festbinden. Die hierbei entstehende Abplattung des Hinterkopfes wird häufig noch befördert durch eine pathologische Weichheit der Schädel- knochen(craniotabes). Bei anderen Völkern hat das Festbinden des Kopfes auf einer festen Unterlage eine von dem Hinterhaupt nach den Schläfengegenden verlaufende rinnenförmiae Vettiefung zur Folge; hei d.n jetzt lebenden Völkern des Kaukasus hat Virchow persönlich Aehnliches deobacktet; gewisse Formen der Vemnstaltung weichen in so hohem Grade von der Norm ab, daß man fich vorstellen muß, daß fie absichtlich hervorgedraebt find: die veränderte Kopfform, die anfangs unabsichtlich durch Festbinden des Kopfes oder durch ähnliche bei Kindern vorgenom- mene Prozeduren hervorgerufen wurde, ist später wahrscheinlich Modesache geworden; möglicherweise hat man fich auch vorgestellt, daß man durch Veränderung der Kopfform die geistigen Eigen- schaffen des Individuums beeinflussen könne. Auch in Deutschland kommt die Abplattung des Hinterhauptes bei an Rachitis (Knochenweichheit) leidenden Kindern, die man lange Zeit auf dem Rücken liegen läßt, noch häufig vor; zum Glück wird aber das, was durch diese Abplattung an Raum für das Gehirn ver- loren geht, durch eine Ausdehnung des Schädels in anderer Richtung— in der Regel durch vermehrtes Höhenwachsthum— kompenfirt. Anders wie am Kopfe verhält es fich aber am Fuße, wo eine Ausgleichung nicht staltfindet; als Prototyp der daselbst vor sich gehenden Veränderungen ist bekanntlich der Fuß der Chinesinnen anzusehen; auch kann nicht energisch genug gegen das Vorgehen unserer Sckuhmacherzunft protestirt werden, die es fich zur Aufgabe gestellt zu haben scheint, den Fuß des Menschen demjenigen des Gorilla und Cbimpanse, die mit ge- bogenen Zehen und zum Theil mit der Außenfläche d mall Zutritt verschaffen. In der Stube brannte der Kleider> schrank lichterloh, in der Kammer das Bett. Ein durchdringender Petroleumgeiuch machte fich bemerkbar, es stellte fich heraus, daß die Matratze mtt Petroleum desprengt war und auch der Fuß- boden zergte viele Flecken. Die Angeklagte soll vorher verschiedcne Werthsachen bei Seite geschafft haben; in ihrer Wohnung wurden nur Kleidungsstücke von geringem Werth gefunden. Trotz des warmen Sammeltages hotte fie zwei Kleider angezogen. Belastend war auch der Umstand, daß die Angeklagte erst drei Wochen vorher ihre Habe für 3320 Mark, weit über den Werth, versichert hat. Die Angeklagte beharite trotz aller dieser Umstände bei der Verfichemng ihrer Unschuld und hatte stets eine harmlose Erklärung bei der Hand. Kurz vor ihrem Weggange habe fie geplättet und das noch fast glühende Eisen aus den Tisch in der Kammer gestellt; dies müsse hier den Brand verursacht haben. Ferner habe fie fich in ber Stube die Haare gebrannt, möglicherweise habe fie das zum Anzünden der Spirituslampe benutzte Zündholz achtlos bei Seite geworfen und hierdurch könne in diesem Räume das Feuer entstanden sein. Der Petroleumgeruch und die Flecke desselben seien auch erklärlich; unter dem Schranke habe eine Flasche gestanden, die ihr Mann zum Schmieren seiner Stiefel zu benutzen! pflegte, und die Matratze habe fie damit zum Schutze gegen Ungeziefer besprengt. Wie auf dem Kloset das Feuer entstanden, dafür habe fie leine Er> llärung; dieser Raum war aber nock> anderen Personen zugängig Richtig sei auch, daß der wahre Werth der verficherten Sachen nur 2000 M. betragen habe, die Ueberverfichcrung sei aber auf den Rath des betreffenden Verfichemng sin spektors geschehen, meil fie ihm erklärt habe, daß fie zum Oktober eine größere Wohnung zum Wiedervermiethm beziehen und fich dazu noch einen größeren Hausrath anschaffen werde. Den Korridorschlüssel habe fie später in ihrer Tasche dennoch vorgefunden; wenn dies nicht bei der ersten Frage darnach geschehen, so sei dies auf ihre begreifliche Erregung zurückzuführen. Auch habe fie einige ihrer Sachen zu Bekannten gebracht, weil fie mit der Abficht umgegangen sei, fich von ihrem Manne, mit dem fie in unglücklicher Ehe lebe, zu trennen. Es war seitens der Staats' nwoltschaft ein großer Zeugenapparat aufgeboten « worden, um die Angeklagte zu überführen, und die Beweisaust nähme war schon bis über die Hälfte gediehen, als der Ver- theidiger einen Beweisantragj stellte, zu dem die Ladung neuer Zeugen nothwendig war. Die Verhandlung verfiel daher der Vettaaung. Meg«« K«l«idigv«g d«» Magistrats hatte fich gestern der Redatteur der„Slaatsbüraer-Ztg.", Dr. Otto Bachler vor ver 2. Straikommer hiefigen Landgerichts I ,u verantworten. In der Nr. 76 der„Staatsb.'Ztg" vom 28. März er. war ein eingesandter Artikel enthalten, in welchem mitgetheilt wurde, daß auch in diesem Jahre den Schneeschippern die rückständigen Steuern vom Tagelohn in Abzug gebracht worden seien, so daß den Leuten in harter Zeit der kärgliche Verdienst vorenthalten worden sei. Die Redaklion hatte dieser Zuschrift hinzugefügt, daß fie dies schon für möglich halte, da der Magistrat schon früher weh, fach hxj Einziehung der Steuern ungesetzlich zu Werke gegangen sei, und schließlich wurde daran die Frage geknüpft, wie fich dies mit den liberalen Grundsätzen, die den Magistrat sonst bchenschcnsollen, vertragc.— Durch diesen Artikel fühlte fich die Steuer- und �wq rartierungsdeputation beleidigt und der Magistrat stellte den Strafantrag.— Der Angeklagte verwies darauf, daß er die Behauptung bezüglich der Schneeschipper gar nicht zu seiner «genen gemacht, fie vielmehr nur als„möglich" hingestellt habe. Im übrigen berief er fich zum Beweise der Wabrhett auf Ge- lichtsatten, aus denen hervorgeben solle, daß der Magistrat von nrmen Leuten, welche eine zahlreiche Familie zu ernähren haben, die rückständigen Steuern rm Wege der Lohnbeschlaanahme in Ungesetzlicher Weise eingezogen und die gerichtliche Entscheidung, welche diese Ungesetzlichkeit feststellte, nicht respektirt habe.— Der Acrichtshof hielt diesen Bewcisantrog für unerheblich, weil er «ersonen betreffe, welche ganz abseits vis Magistrats stehen. In diesem Falle bandele es fich aber um die Behauptung, daß der Magistrat Schneeschippern, d. h. Leuten, die bei ihm in *-ohn stehen, in rigoroser Weise den Lohn behufs Begleichung von Steuerresten beschlagnahmt habe. Der Gerichtshof erblickte w dieser Behauptung den beleidigenden Vorwurf einer beson- deren Härte und Inhumanität und erkannte auf 50 M. Geld- wchf, event. 5 Tage Gefängniß. Der Staatsanwalt hatte 100 M. Geldbuße deantragt, während der Angeklagte zu weiterer Be- wetsführung einen neuen Termin verlangt und ausgeführt hatte, 5.vß die Erbebung einer Anklage an Stelle einer einfachen that- tvchlicbxn Berichtigung illustrire, wie liberal der Magistrat sei. y. Di« tzänstg Vattfrnd-ud«» Kkschlagnatz«-« von ver- dvrbenem Odst sollten die Händler zu größerer Vorficht veran- Men, da fie außer dem Geldverluste noch eine Anklage gegen r1* Nabrunfiemittelgefcfc zu gewärtigen haben. So ging es dem Engroshändler Aronheim, welcher gestern dieserbald der 96. Adtheilung des Schöffengerichts stand. Am i5- Juni hatte er 6 Kö be Kirschen nach der Markthalle gebracht. Mchc zum größten Thcile in angefaullem Zustande waren. Der Staatsanwalt beantragte gegen ihn eine Geldstrafe von 30 M., 2* Gerichtshof berücksichtigte aber, daß der Angeklagte ohnehin ?ven erheblichen Schaden gehabt und erkannte nur auf erne Geldstrafe von 5 M...... 9*r H-ilkünst.-« und Rentier Wnrjnfym�n Vor jn" � �------- er.. dvutfhi?!* Monaten wegen Betrugs zu einem Jahre der hrif! stand gestern wiederum wegen Betruges vor w'ten m 5 Strafkammer des Landgerichts i. Es hatte ein im Rzrf,. Bjnfahren nicht erledigter Fall die Grundlage zu einer Kurir-�Ässstage gegeben. Lützow hat fich jahrelang mit dem wuß Z Schwerkranker, hauptsächlich Diabetiker, beschäftigt und Di?(aL,"abel ein nettes Sümmchen herausgeschlagen haben. «an �. ständigen erklärten, daß er fich der Nutzlofigkeit der �ordneten Mittel bewußt gewesen sein mußte. Im halte einer seiner früheren Patienten, der w Ecm � h M.' Zeuqniß wieder ihn abzulegen. Als der Zeuge, i"n qWk ," Wunderkuren des Angeklagten gehört hatte, diesen "Mes»!-st�te, wurde ihm die ttostoolle Zuficherung, daß er �s unheilbar leidend sei. Die Honorarfrage betreffend, lNinw.. Patienten die Auskunft, daß eine erfolgreiche Ä?ua° H�g in der Regel mit 300 M. gelohnt werde, wenn der Ntrn.�w� die Preisermäßigung Verschwiegenheit deod« ™ilorm? fafort 50 M. anzahlen wolle, dann solle er nur ein von 100 M. zahlen. Der Leidende ging hierauf ein und nun verordnete der Angeklagte ihm Salizyl, Koffern und Phosphorsäure. Anfangs schien es dem Zeugen, als ob that- sächlich eine Besserung eingetteten sei, nach einiger Zett spürte er aber eine Wendung zum Schlimmeren und nun suchte er einen studirtm Arzt aus, der ihn darüber belehrte, daß er einem Quacksalber in die Hände gefallen sei. Als der Zeuge den Angeklagten beim Wort nahm, das er ihm vor Beginn der Behandlung gegeben, hielt der letztere es doch für gerathen, die bereits erhaltenen 50 M. wieder Herauszugeden, und diesem Umstände hatte er gestern seine Freisprechung zu ver- danken. Der Gerichtshof hielt es nicht für erwiesen, daß der Angeklagte eine wissentlich falsche Thatsache vorgespiegelt, und eben so wenig, daß er fich einen rechtswidrigen Vermögens- vortheil hatte verschaffen wollen. Der Strafsenat de» Kammergericht» verhandelte am Donnerstag in der Revifionsinstanz gegen die Arbeiter Franke, Homuth, Rauhut, Dietz, Schneider, Schwarz, Knobcl wegen Verbreitung sozialdemokratischer Flugblätter, welche Dietz den Uebrigcn mit dem Auftrage übergegen hatte, dieselben in be- stimmten Häusern der Oppelner« und Skalitzerstraße zu ver- theilen, was denn auch von den Sendboten in der Weise ge« schah, daß fie entweder an den Thüren klingelten und die Schriften dirett hineinreichten, oder letztere auf den Thür- schwellen niederlegten. Das Schöffengericht verurtheilte die Ge- nannten hierauf unter Bezugnahme auf das Sozialistengesetz (§ 28) und die Anordnung des Staatsministeriums vom 27. September pr., wonach Vertheilungen derartiger Schriften anöffentlichenOrten untersagt find, theils zu Geld', theils zu Gesängnißstrafen; die Strafkammer aber sprach fie in der Berufungsinstanz sämmtlich unter der Annahme frei, daß die Verbreitung nicht an öffentlichen Orten stattgefunden habe. Die Staatsanwaltschaft legte hiergegen Revision unter der Aus- führung ein, daß Treppen und Flure in den Häusern,. weil Jedem zugänglich, zu den öffentlrchen Orten gerechnet werden müßten; das Kammergericht aber wies die Revision nach sehr langer Berathung zurück. Der Hausflur— so wurde ausgeführt— könne unter Umständen allerdings als ein öffentlicher Ort angesehen werden, aber diese Umstände liegen hier nicht vor. Die Vertheilung sollte nur in hestimmten Häusern ge« schehen und wenn fie namentlich auch in der Weise geschah, daß ein Exemplar der Druckschrift auf der Thürschwelle nieder- gelegt wurve, so stimmte fie mit der in Berlin bei Zeitunzen, Druckschriften u. s. w. allgemein üblichen Verdreitungsweise überein, und sei daher in der Annahme des Vordenichters kein Rechtsirrthum zu erkennen. Pereine«nd Perfamminnsen. In der grossen öffentlich«« Zimmereroerfammlung, die am Montag, den 24. d. M., im Konzerthaus„Sanssouci", Kottbuserstr. 4a, unter Vorsttz des Herrn Seitz stattfand, sprach Herr Redakteur Mar Schippe! unter allseitigem Beifall über die Alters- und Jnvalidenverstcherungsvorlage. Eine Diskusflon fand nicht statt. Folgende Resolution wurde einstimmig ange- nommen:„Die heute, am 24. September er., in„Sanssouci" tagende Generalversammlung der Ztmmerleute Berlin's und Umgegend erklärt: In Erwägung, daß die geplante Alters- und Jnvalidenverstchersicherung nach dem vorliegenden Gesetz- entwurf nur verschwindend wenig materiellen Vortheü den Arbettern gewährt, der noch durch die dadurch entstehenden Nachtheile, besonders aber durch Einlieferung des Quittungs- buches weiter aufgewogen wird, beschließt die Versammlung, lieber auf die ganze Alters- und Jnvalidenverficherung verzichten zu wollen, als den letzten Rest der Selbstständigkeit der Ardeiter preiszugeben. Zu dem 2. Punkt der Tagesordnung ertheille der Vorfitzende Herrn Darge das Wort. Redner beklagte sich über zwei Kollegen, wurde aber von der Ver- sammwng unterbrochen und verzichtete infolge dessen auf seine Mitlheilungen. Herr Jäckel ersuchte die Zimmerleute um mehr Einigkeil wie bisher; derselbe bedau-rte es sehr, daß die Ver- sammlang nicht stärker besucht sei. Ferner ersuchte derselbe die Zimmerer, ihre Kameraden aufzumuntern, damit dieselben fich mehr dem Verbände anschließen. Herr Wundersen beklagte fich, daß der zusprechende Kamerad m istens kurze oder gar keine Antworten erhalte; dieses müßte abgeändert werden. Herr Jäckel nahm hierauf Bizug, indem er auf den Arbeitsnachweis hinwies, welcher dazu geschassen worden ist, die angeregten Uebelstände zu beseitigen. Herr Jäckel wies dann auf den Ver- band der Hamburger Zimmerer hin. Herr Lange wünscht, die zuge- reisten Kameraden an den Vcrband heranzuziehen. Außerdem wurden noch verschiedene Uebelstände im Zimmerergewerk von dem Redner aufgedeckt. Herr Grundmann stellte den Geschäftsord- nungsantrag, wenn der Referent noch das Schlußwort zu seinem Vortrag wünsche, es dann erhalten möge, andernfalls aber sei die Versammlung zu schließen. Die Abstimmung ergab die An« nähme des Geschästsordnungsantrages. Alsdann erhielt Herr M. Schippe! das Schlußwort; derselbe detonte nochmals, daß die Arbeiter unadlässtg thätig sein müssen, um die Indifferenten aufzurütteln und jeden aufzuklären. Alsdann wird es besser unter den Arbeitern werden. Zum Schluß thcilte der Vorfitzende mit, daß das Mandat der Lohakommisfion mit dem heutigen Tage erloschen ist; es hätte demnach ein jeder die Pflicht, sich der Organisation anzuschließen. Di« öffentlich« Urrsammluug der Stellmacher Herlina und Umgegend am 26. d. M. mit der Tages» Ordnung:„Wie verhalten fich die Stellmachergesellen Berlins gegen das Vorgehen der Jnnungsmeister?" fand unter Vorfitz des Herrn Böhm statt. Der Referent. Herr Geelhaar, nahm Bezug auf den letzten Stellmacher-Jnnungstag, sowie den zweiten deutschen Jnnungstag, welche wiederum recht äugen» fällig durch die gefaßten Beschlüsse gezeigt haben, daß das Be» ftteben der Innungen nur darauf binauslaufe, die Gesellen zu unterdrücken und deren Rechte und Freiheiten immer mehr zu de- schneiden. Den Grundsatz der Innung: Die Schädigung der Gesellen ist ein Vorthell der Meister,— können die Gesellen nicht anerkennen, am allerwenigsten hierin eine„Hebung des Handwerks" erblicken. Es wäre nun endlich doch an der Zeit, daß die Gesellen fich fest zusammenschließen, um den Ueder- griffen der Innung machtvoll entgegentretm zu können, troy des gefaßten Beschlusses der Jnnungsmeister, diejenigen Gesellen, welche es wagen sollten, als„Fuhrer" der Gesellen bei etwaigen Lohnkämpfen u. s. w. aufzutreten, für ewige Zeiten arbeitslos zu machen. Leider fehlte es noch immer an einer großen festen Vereinigung und diese müsse Platz greifen. Redner konnte es nicht begreifen, daß fich immer noch Leute bisher gefunden haben für den Jnnungs-Gesellenausschuß, da die Innung doch den Bestrebungen der Gesellen direkt ent> gegenarbette. In der folgenden Besprechung fanden die ge- ahten Beschlüsse der Innungen ausnahmslose Verurtheilung und wurde die dringende Nothwendigkeit für die Gesellen dargelegt, sich der Vereinigung der deutschen Stellmacher anzuschließen. Da man die Gesellen seitens der Jnnungs- meister mundtovt machen wolle, so erscheine eine Vertretung der Gesellenschaft durch den Gesellenausschuß durchaus über- flüsfig, und wurde es den Gesellen ans Herz gelegt, falls wieder ein Ausschuß gewählt werden sollte, es ebenso zu machen wie bei der letzten Wahl, d. h. nicht zu wählen. Durch die gefaßten Beschlüsse der Jnnungsmeister dürsten fich die Ge» sellen nicht beirren, am allerwenigsten aber einschüchtern lassen. Diefelden könnten und müßten vielmehr nur dazu dienen, vcn Gesellen die Augen über ihr eigenes Wohl und Wehe zu öffnen und fie zu veranlassen, fich fest zusammenzuschließen, um der Innung macht- und kraftvoll gegenüdertreten zu können. Ueber» dauvt sei die Innung in heutiger Zeit durchaus nicht mehr maß. gebend, da der Kleinbetrieb mit dem Großbetrieb einerseits nicht mehr konkurriren könne, dies aber durch eine übermäßig lange Arbettszeit zu erreichen suche, andererseits aber das Stellmacher» gewerbe durch die fich immer mehr ausbildenden Verkehrsmittel und Verbesserung der Straßen im Niedergange begriffen sei. Die Innung beschäftige heut schon kaum so viele Gesellen, als sie Meister zäble und werde es schließlich dahin bringen, daß fie nur noch Zugereiste beschäftigen könne und dies auch nur vor» übergebend, nämlich so lange, bis dieselben klug geworden seien. Herr Gelhaar beantragte folgende Resolutton:„Die heutige öffentliche Versammlung der Stellmacher Berlins und Umgegend beschließt, fich Mann für Mann der Vereinigung der deutschen Stellmacher anzuschließen, um so jeden Druck, welchen die Innung auf die Gesellen auszuüben fich erlaubt, abwehren zu können." Nach einer weiteren Erörterung des Jnnungsthemas im obigen Sinn» und Besprechung gewerkschaftlicher Angelegen- heilen wurde die Resolution einstimmig angenommen. Mtt einem dreifachen Hoch auf das Wachsen, Blühen und Gedeihen der„Vereinigung der deutschen Stellmacher" wurde die Ver» sammlunz geschlossen. 1« d«r öffentlichen N den etwa schon eingelegten Einspruch nur unnöihige Kosten machen. N- Krantst». 14. Das Testament ist nur giltig, es bei Gericht ordnungsmäßig deponirt ist. Alsdann könne Sie jederzeit unter Uebetreickmng der Sterbeurkunde und Rekoänitionsscheines die gerichtliche Publikation beantragen.,. W.®. 80. 1. Sie Höhe der Pfändungskosten% sich nach der Höhe der beizutreibenden Schuld. 2- Quittung ist eine amtliche auch dann, wenn fie mit Blerstrst 0� schrieben ist. I K. Wenden Sie stch persönlich an die Redaktion,„ können Ihnen unmöglich alles das im Briefkasten auseinon setzen. ge 00. Eine Kündigung ist darum nicht ungittig, weu' zu früh erfolgt ist. Wenn Sie also vrei M»« � vor Ablauf des Konttaktes kündigen müssen, s« 0 die Kündigung spätestens an dem letzten Tage � vorletzten Quartals, d. i. am 30. September, in Härrve« Vermiethers sein, fie kann aber auch früher mit voller Gtv» ihm zugesandt werden. ftraf(e« g. C. 150. Einem wegen Wechseifälschung Vest* lt könnte die Ertheilung der Schankkonzesfion mit Recht verw werben._. bf I. Kr. 1) Ein Geschäft kann man ohne Erlaub« ginnen und muß nur die Eröffnung dem Magistrat(n«" der Gewerbesteuer anzeigen. Wegen früherer Bestrawng. pje auch der Gewerbebetrieb nicht verboten werden. 2) � Ertheilung des Wandergewerbescheins darf nicht vertag den, da seit Verbüßung der Strafe in dem von Jh«� theilten Falle mehr als 3 Jahre verflossen find. Berarrtwortlicker Redakteur:*.«««hei« in Berlin. Druck und Verlag von»«. Kadi«« m Berlin SW. Beuthsttaße 2.