*85. aus ) so, avonM sfer« gewesa ien nwt dt in» en. nid Scan! nern? and m- 'Ä Ä S«. bekali land# i ihn» getreu« in ein« als e» »m,' cnbetln die bei' Kottuabettd» den 6. Oktober 1888. S. Znhrß. SalmMdsM Drgan für die Interessen der Arbeiter. Da»»»erliscr «scheint täglich Morgens«ach« noch Somr- und Festtagen. Abonnements preis für verlin frei in? HauS vieiteljLbdich 4 Mark, monatlich IZS Man, wöchentlich 85 Pf. Postabonnement 4 Mark. Einzelne Nummer 6Pf. EonntagS- Nummer mit dem.SonntagS-Blatt" 10 Pf. (Etng�ragrn in der Postzeitungs Preisliste für 1888 unter Nr. 849.) JnfertiousaebShr� deren Raum 25 beträgt für die 4 gespaltete Pctitzeile oder deren Raum 25 W. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen Hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Ztachmittags m der Expedition, Berlin SW� Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen- Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. KedaktLo«: Keuchstraß- 2.— Grpedttio«: Zimmerstraße 44. Die WirthschastspotMK. durch Verkleinerung oder Verschlechterung der Die Kornzölle hatten bisher ihre eigentliche Wir- hing, wie sie die Agrarier von ihnen erwarteten, nicht gethan. Sie waren nicht im Stande, das billige auilän- dische Getreide vom deutschen Markte auszuschließen. Daher kam eS auch, daß die Argumente der beiden handelSpoli- tische« Antipoden, der Freihändler und Schutz- Zöllner, ganz unzureichend erschienen, denn das Brot wurde nicht theurer, wie die Freihändler behaupteten, und die ausländische Konkurrenz blieb nach wie zuvor. Man erhöhte auf dringendes Verlangen der Agrarier die Kornzölle, und mögen nun inzwischen unberechenbare Kon- junkturen de« Getreidemarktes hinzugekommen sein— mit einem Male wird aus einer Reihe von deutschen Städten gemeldet, daß d ie Brotpreise steigen. Die Bäcker müssen das Mehl theurer bezahlen, weil das Getteide nun endlich durch die Zölle im Preise hinaufgetrieben worden ist. Die Bäcker wollen natürlich den Schaden nicht tragen und wälzen ihn auf den Konsumenten ab, sie erhöhen ein- fach den BrotpreiS. Das Geschrei nach Brottaxen ist ohne Bedeutung, denn die Bäcker werde» sich auch unter einer Taxe schadlos zu halten wissen und werden den Preis- Zuschlag immer auf den Konsumenten abzuwälzen verstehen, sei eS nun''' Waare. So beginnen die Kornzölle einmal zu wirken und das deutsche Volk muß eS sogleich schmerzlich verspüren. DaS billige ausländische Getreide kann unsere Grenzen, wie eS scheint, nicht mehr passiren, weil ihm der Zoll denn doch zu lästig ist. Wir in Deutschland selbst aber produziren nicht so viel Getreide, als wir brauchen. Namentlich in Unseren dichtbevölkerten Provinzen kann der Boden auch nicht annähernd das Getreide für den Brotbedarf seiner Bewohner liefern. DaS Königreich Sachsen zum Bei- spiel, dessen dichte Bevölkerung noch verhältnißmäßig wenig ... Brot konsumirt, da sie zum größten Theil nur Kartoffeln lenNass ai4 Hauptnahrungsmittel kennt, kann nur 36 Prozent des ßoff 9,3 Getreides hervorbringen, das für das Brot seiner Bewohner L H M"forderlich ist. �tbeittl,.. �'R diesem Zahr auch noch eine s pär- -i©al«' fJ, che Ernte gekommen und daS mag schon sein be. dazu beitragen, daß die Getreidepreise in die Höhe emocM Athen. Aber auch die Kartoffelernte ist nicht so >er in? ergiebig gewesen als sonst und wir vernehmen aus '] Thüringen, dessen Bevölkerung einen ungemein starken ."mih u �anoffelkonsum aufzuweisen hat, daß die Kartoffeln jetzt Ii frtrtfiri 3 Mark kosten, während sie im vorigen Zahr um diese K? 3£h«och um 2 Mark zu haben waren. r auch« " sebrj den? en m# Ä« en. J* x gese nmers ack-t e eine>J rtcn R-i hat niÄ nun i» fastest« Schritt I WiW lentdea»? noten uj K) Ft(/ A •irt? ibeicht« >ls Trö» Zelt f. (nd all® venÄ'st denn ls der ei« Lermöge» ils Bew® da mvon ehrten u» er dies»!« ige Gattd rfolgt, Z ringt bei» i? Der(st Frau, NC« ist grolle» i Kuma» Die Herren Agrarier werden sich in'S Fäustchen lachen, nun heimsen sie endlich die goldenen Früchte ihrer ■RachOnt« Mrtsten.] Jeuilteton. [8 Die Kitter der Arbeit. A u S dem Amerikanische« des Zor. Uedersetzt von MatnU» Liebknecht. Da« ungeheure Verbreche«, 200 000 Menschen ihrer isren S' stu berauben, erschien r» seinem wahren Lichte. Es Irolckke i u-ar eine Verletzung des Grundprinzips, de« Fundaments, lerkavalle» ouf welche« die große Republik gebaut ist— de« allge« meinen Wahlrecht«.') E« wurde gesagt, durch da« Selfgovernment seien Roth und allerhand Uebelfiände in Washington hervorge« rufen worden. Gab«s aber sonst keine Roth und keine Ueberstände? Daß die Neger stimmten? Stimmten sie nicht n schwe'k in den Südstaaten? Daß die Mehrzahl der Stimmenden lt der M keine Steuerzahler waren. War die« nicht ein Zrrthum? Ien Selb Har der Mann, der seine Miethe bezahlt, nicht genug be- an vie» zahlt, um alle Steuern zu decken? Schlug der Kaufmann „ei Verkauf seiner Waare nicht genug auf, um sich mnbneed« 5 Konsumenten seine Steuern und seine Konzession au tj*?u kassen? Und wer sind die Konsumenten? Ein � haucht so gut Nahrung und Kleidung wie der andere. Li» Arbeiter muß wenigsten« soviel essen, wie ein rschwew� igen ein«' *) In Washington ist das Selfgovernment theilweise ab« ! Seschafft worden" angeblich im Interesse der Unabhängigkeit l* z des Kongresses.- Das bereits erwähnte Komitee des Distrikts erMi# von Columbia lin dem Washington liegt und der außerdem so gut wie keine Einwohner hat) verwaltet Washington, und! es „ wttd vom Kongreß und aus dem Kongreß gewählt. Neben n Sonnys diesem Komitee mtt seinen Kommissären besteht allerdings eine engen. � kontrolirende Behörde, die aus der Bürgerschaft gewählt ist. .jd«idoch nur auS den Reihen der Grundbesttzer— eine Unge. nfritt rechtlgkeit, die von dem Verfasser unsere« Romans scharf ge- Agitation ein. Sie haben behauptet, ihre Politik habe „die Wohlfahrt de« ganzen deutschen Volke«" im Auge, und sie haben e« durch ihre emsige und wühlerische Thätigkert dahin gebracht, daß die gesetzgebenden Faktoren auf ihre Vorschläge einge- gangen sind. Nun steigen endlich die Getreidepreise und für die Herren Agrarier fällt klingende Münze in Masse ab; das Volk aber, für dessen Wohlfahrt sie an- geblich thätig gewesen sind, sieht einem Winter voll Be« drängniß entgegen und muß jetzt schon seine nothwendigste« Lebensmittel theurer bezahlen. Man braucht nicht mehr auseinander zu setzen, daß die agrarische Politik eine blanke Jnteressenpolitir ist; Zeder, dem sich der stei- gende BrotpreiS fühlbar macht, muß e» an seinem eigenen Leibe verspüren; jede Hausfrau, welche daS Steigen des Brotpreises in ihrem Haushaltungsbudget in Anschlag bringen muß, wird leicht begreifen, woher eS kommt, daß daS Brot plötzlich theurer wird. Schon wird die Forderung, die Zölle herabzusetze« oder ganz aufzuheben, von verschiedenen Seiten laut. Aber da- mit beweist sich am besten, wie veraltet ei» handelspolitisches System ist, daS in unserer Zeit des stet« wachsenden und sich ausbildenden Verkehrs noch darauf verfalle« kann, alles mit Zollschranken einzusäumen und die Waarenzirkulation zu Gunsten einer Klasse oder Kategorie zu hemmen. Später wird man sich vor Erstaunen einmal gar nicht mehr fassen können, wenn man liest, daß Deutschland seine Grenzen noch am Ende des neunzehnten Jahrhunderts durch Zölle abge- sperrt hat, damit die Rittergutsbesitzer und Großbauern ihr Getreide theurer verkaufen konnte». Aber die Vertheuerung de« Brote«, die man To recht als dai eigenste Werk der Agrarier und Kartellbrüder an- sehen kann, wird eine Wirkung habe«, welche die Herren Getteidebarone vielleicht nicht erwartet haben. DaS Volk ist natürlich in keinen Dingen so empfindlich, al« wenn sich die Preise der ihm unentbehrlichen Lebens- mittel emporschnellen. Man wird sich erstaunt fragen, woher denn die plötzliche Steigerung der Brotpreise kommt, und die Antwort muß sein: Von den Kornzöllen. Dann wird die Masse, die sich von den Agrariern, Schutzzöllnern und Kartellbrüdern hat goldene Berge ver- sprechen lassen, einsehen, was mit ihr geschehen ist; sie wird ohne Mühe erkennen, welche Wirkungen die agrarische Agitation hat und die Herren Agrarier werden daS Kapital, das sie nunmehr einstreichen, bei den nächsten Wahle» so stark ver- zinsen müssen, daß ihnen derAthemauS- geht. Vertheuerung des Brote« ist ganz gleichbedeutend mit einer großartigen Niederlage der Kartellpolitik bei den nächsten Wahlen zum Reichstag. Bielleicht werfen die LandtagSwahlen schon einen entsprechenden Schatten voraus. Vanderbilt.') Nein, es ist die Majorität, welche alle Steuern zahlt und infolge dessen gezwungen ist, so viel zu bezahlen, daß Müssiggang und Luxu« für die Minorität, die Reichen, ermöglicht werde. Der Kampf der sogenannten Steuer- zahler gegen die Nichtsteuerzahler ist eine Lüge. Es ist der Kampf der Reichen gegen die Armen, die alle Steuern und alle« Sonstige bezahlen; und hier wurden tausende und tausende von amerikanischen Bürgern thatsächlich zu Frem- den gemacht, damit die Reichen eine selbstherrliche Regierung haben, die sie beeinflussen konnten. Der erste große Schritt war gethan zum Umsturz der demokratischen Einrichtungen. Die stolze Regierung der Ver« einigten Staaten hat mit Entziehung de« Wahlrecht« be- gönnen, in einer Zeit, wo die Regierungen von Europa bemüht sind, dieses heilige Naturrecht auszudehnen. Mtt demselben Recht kann man die sämmtlichen Territorien') und andere Gemeindewese« des Wahlrechts berauben. Der große StaatSmavn Kassau au« Zowa hat bereits durch einen geschickt geschriebenen Artikel in der„Nordamerika- nischen Revue" den Kampf eröffnet. Es ist ein schwächlicher Zustand: drei Kommissionare regieren die Hauptstadt der Union, ohne dem Volke für daS, was sie thun, verantwort- lich zu fein. Sie werden von keiner Majorität von Wählern konttolirt und die an sie gesandten Petttionen find werthlos, wenn sie nicht durch hochangesehene Reiche unterstützt wer- den. Sie verdanken ihre Anstellung dem Urtheile oder der Laune eines Mannes auS dem Staate New-Bork, der von den örtlichen Bedürfnissen der Einwohnerschaft auch nicht den entferntesten Begriff hat. Sie tagen hinter verschlossenen Thüren und halten sich von den Massen so weit entfernt, wie ausländische Poten- taten. Ihre Begriffe von den Bedürfnissen de« Volk« und ») Der große amerikanische Monopolist/ dessen Vermögen nach Hunderten von Millionen bemessen wird. -) Territorien nennt man die Gebiete, welche zwar schon eine selbstständige Existenz haben, aber weil fie noch keine ge- nügende Bevölkerung(60 000 ist das Minimum) haben, noch nicht unter die Staaten aufgenommen und also noch nicht im Kongreß vertreten find. Man muß eS bedauern, daß das Volk nur durch eine so schmerzliche Erfahrung, wie die Brotvertheuerun g, zur Erkenntniß der Sachlage kommen kann; aber eS wird sich wohl das nächste Mal nicht so leicht ködern lassen. soll der Reichstag Politische Urderstcht. Al»»»r«w der K-ichstagoeröffnung 20. November in Ausficht genommen sein. Der würde somit vor Weihnachten noch etwa vier Wocken Zeit haben und sich erst von Mitte Januar an mit dem Abgeord- netenhaus zusammen einrichten müssen. Hebet die Frage, od die Regierung mit neuen Vorschlägen zur BeHand» lung der sozialdemokratischen Bewegung schon in der bevorstehenden Session hervorzutreten gedenkt, sollen, nach der„Nat.-Lib. Korr.", die Erwägungen noch nicht abge» schloffen sein. Jedenfalls würde es erst in der zweiten Hälfte der Sesfion geschehen."— Kulemann wird schon helfen müssen! Mit de« gegenwärtige« Getreidepreise« befaßt sich in seinem soeben ausgegebenen Monatsberichte das amtliche Bureau für Reichsstatisiik in Berlin. Diese Erscheinung für fich allein schon kann als Anzeichen dafür gelten, wie es in gewissen Kreisen schwül geworden ist bei der Getreide- und Brottheue- rung, die wir jetzt unter dem agrarischen Zollsystem besonders schwer spüren muffen. Es kommt aber noch besser. Um die Differenz zwischen dem Preis des verzollten Brotkornes, welches wir im Jnlande kaufen, und desjenigen in zollfreien Häfen möglichst gering erscheinen ju lassen, da fie doch nicht gut mehr weggeleugnet werden kann, so wird der für unsere Versorgung verhältnißmäßig unbedeutende Tranflthafen Danzig mit seinen Notirungen zur Vergleichung mit Berlin herangezogen, während doch Plätze wie Amsterdam, Rotterdam. Wien u. a. weit aus» schlaggebender für den Welthandel mit Getreide und etwaige Be» wegungen de« Weltmarktpreises find. Selbst für Damig ergiebt fich jedoch zum Unglück mit drastischer Deutlichkeit dasjenige, was alle Gegner der Getreidezölle stets als ihr Hauptargument bezeichnet haben: der Getreidepreis an diesem zollfreien Orte wäre danach gegenwärtig nahezu um den Betrag des ganzen Zolles niedriger, als derjenige im Zollgebiete, z. B. in Berlin. Im Vorjahre betrug der Zoll auf Wetzen noch 30 M., die besagte Differenz zu Ungunsten des Inlandspreises aber hätte nach der amtlichen Statistik 20 M. umfaßt. Ende 1887 wird der Zoll auf 50 M. erhöht. Das Ergebniß wäre, wiederum nach der amtlichen Statistik gewesen, daß für den Durchschnitt von Januar bis August 1888 der Preisunterschied auf beinahe 40, M. für Berlin in die Höhe schnellte, also fast genau um den Betrag der eingetretenen Zollerbödung. Das ist bereits ganz hübsches Material, welches zur Bekämpfung der Zölle vom amt- lieben Bureau der Opposition geliefert wird. Wer solchen Zahlen gegenüber, deren Druck auf seinen und seiner ärmeren Mitmenschen Geldbeutel er schwer spüren muß, noch blind und im Zweifel über die Wohlthaten bleiben wollte, die wir dem agrarischen Reaimelverdanken. der müßte wohl eine Dosts von Naivetät und Optimismus befitzen, die denn doch kaum mehr vorkommt. den Pflichten ihre« Amtes find aus keinem anderen Verkehr mit dem Volke geschöpft, als den, welchen sie im Haushalt und an den Tafeln der Reichen mtt abhängigen Personen haben. Wa« kümmern fich diese Herren um Ausschüsse eimr Arbeiterorganisation? Und wir haben ja das Komitee für den Distrikt Columbia, durch welches diese Herren alle ihre Gesetze erhalten. WaS weiß eS von den Bedürfnissen dieser 200 000 Menschen? Die Herren sind nur ihren Wählern verantwortlich, die Hunderte von Meile« entfernt sind. Sie kommen nicht her, um für den Distrikt Columbia Gesetze zu machen; und wenn sie kommen, sind sie so beschäftigt mit vornehmen Gesellschaften und Besuchen bei den Reichen, daß sie keine Zeit haben, zu untersuchen, was der großen Mehr- zahl des Volkes Roth thut. DaS Volk ist m der That hilflos, mit Ausnahme de« kleinen, aber glücklichen Bruch» theilS, mit welchem unsere Herrscher und Gesetzgeber so gnädig sind, sich zu verbinden. Aber diese Arbeiter-Organisation, die einzige Vertretung des Volkes von Washington, verzweifelt nicht. Die Männer der Arbett glauben an die Zukunft, sie glauben an die Ausbreitung der Grundsätze, welche der Orden festgestellt, hat und die Ausschüsse fahren fort, zu streben und zu ringen so gut sie können. Die Gewerke, die so schlecht be» zahlt waren, als L. A. 1644') unter so schweren Kämpfen gegründet ward, habe» durch ihre vereinten Anstrengungen die Löhne von 3 Dollar« auf 4 Dollars täglich gehoben. Dieser Lohnsatz wird allen Rittern der Arbett ge- zahlt. Aber die Gewerte sind beständig durch ausbeutungslustige Bosse und abtrünnige Arbeiter bedroht, welche die organisirte Arbeit zu zerstören suchen. Verschiedene Berichte von Gewerkschaften haben heute die Thatsache dargelegt, daß die L e h r l i n g S f r a g e viel Aufmerksamkeit auf sich zieht. ES entspinnt ,sich eine kurze und scharfe Debatte über diesen Gegenstand, vie für einen gewissen, hochmüthigen Richter der Stadt äußerst nützlich gewesen wäre, welcher sich von dem geraden Wege der Pflicht etwa« entfernt hatte, um der organisirten Arbeit häßliche ') Abkürzung für Lokal Assembly— Lokal-Versammlung. „Der feige« Erbärmlichkeit«ine» anonyme» Ue- volverjonrnalistik gegenüber find eben anständige Leute völlig wedrlos." So bemerk die„Kreuzztg" gegenüber der „Post", nack.dem letztere die„Kreu?ztg." als„Reichsfeindin" be- bandelt halte. Am vorigen Montag hatte die„Post" bekannt- lich einen Artikel gebracht, in welchem fie die Veröffen t- lichung des Tagebuchs als ein„natürliches Kind aus der Verbindung Windthorst-Hammerstein" bezeichnete. Die Re- daktion der„Kreuzztg." hat nun Schritte getban, um den inter- efianten Urheber dieser Wutbartikel zu erfahren. Ueber das Ergebniß dieser Schritte berichtet die„Kreuzztg." folgendes: „Die Versuche, den Ramen des Urhebers von der Redaktion der„Post" zu erfahren, um ihn periönlich zur Rechenschaft zu ziehen, find erfolglos geblieben. Der Chefredakteur dieses Blartes, Dr. Kaysler, lehnte, da er an jenem Montag abwesend war und fich durch einen Herr G- Zelle hatte vertreten laffen, nicht blos die Ramensnennung des Autors und die Verant- wortung für den Artikel ab, sondern weigerte fich auch, dem Frciherrn von Hammerstein eine entschuldigende Erklärung abzugeben. Herrn Zelle, den persönlich zu sprechen von Herrn Dr. Kapßlcr als bei seiner hochgradigen Schwer- Hörigkeit aussichtslos bezeichnet wurde, hat auf schrist- liehe Aufforderung fich geweigert, den Namen des Verfaffers zu nennen. Da dieser, obgleich man wohl annehmen darf, er sei davon unterrichtet worden, daß Freiherr v. Hammerstein fich durch ihn persönlich beleidigt fühlt, es nicht für angezeigt ge- halten hat, aus seiner Anonymität heraustreten, so ergiebt sich daraus, daß in der„Post" zwar persönlichen Verdächtigungen bereitwilligst Aufnahme gewährt wird, daß es aber unmöglich ist, J.anand zu finden, der diese Beleidigungen auch mit seiner Person vertritt."— lieber diese brüderlichm Liebenswürdigkeiten innerhalb der, Ordnung Parteien" können wir uns natür- lich nur freuen. Sagt doch ein altes Sprichwort, daß, wenn ge- wiffe Leute fich zanken, die Wahrheit an den Tag kommt. Die Beamten«nd die Mahle«. Die„N. A. Z." hält «s nicht für überflüsstg, um keinen Zweifel über die Stellung der Beamten zu dm Wahlen aufkommen zu laffen, den Erlaß Kaisers Wilhelm vom 4. Januar 1882 in Erinnerung zu bringen, dessen Schluß folgendermaßen lautete:„Mir liegt es fern, die Freiheit der Wahlen zu beeinträchtigen, aber für diejenigen Beamten, welche mit der Ausführung meiner Regierungsakte be- traut find und deshalb ihres Dienstes nach dem Disziplinar- gesetz enthoben werden können, crsteeekt fich die durch den Dienst- eid beschworene Pflicht auf Vertretung der Politik Meiner Regierung auch bei den Wahlen. Die treue Erfüllung dieser Pflicht werde Ich mit Dank erkennen und von allen Beamten erwarten, daß fie fich im Hinblick auf ihren Eid der Treue von jeder Agitation gegen Meine Regierung auch bei den Wahlen fern halte n." Da» Zukrenzekrieche», so schreibt das Organ des Herrn Stöcker, das„Deutsche Volksblatt", gegenüber der Andeutung der„Freifinnigen Zettung", daß auch Slöcker noch seine Berliner Kandidatur für die Landtagswahlen zurückziehen werde,„mag wohl eine von jüdischem Gelde ausgehaltene Miethlingskreatur fertig bringen, aber nicht ein ehrlicher deutscher Christenmensch. wie Stöcker es ist."— Wie war es doch mit Herrn Cremer? fragt die„Freis. Ztg." als Erwiderung.„Für 15000 M. jüdisches Geld trat er von der Reichstagskandivatur im 5. Ber- liner Wahlkreise zurück. Oder ist Herr Cremer, neben Stöcker der Haupiührer der„Berliner Belegung", etwa kein„ehrlicher, deutscher Christenmensch"? Daß die Erhöhung der Kranntmeiuftener auch einen nicht unbeträchtlichen Rückgang des Konsums zur Fohze gehabt hat, beweist der Jahresbericht des Konsumvereins zu Schedewitz «ei Zwickau, welcher kürzlich veröffentlicht worden ist. Dieser Verein verkaufte während des Geschäftsjahres 1886—87 626,9 Hektoliter Branntwein und 21,9 Heltoliter Spiritus, im Jahre 1887—88 aber nur 383,7 Hektoliter Branntwein und 14 Hektoliter Spiritus, was eine Verminderung des Konsums um 39 resp. 36 pCt. bedeutet. Die beiden Bürgermeister von Athen haben die aus Anlaß ihrer Anwesenheit bei der Zentennarfeier ihnen ver- liehenen bayerischen Orden abgelehnt. Das„Bayerische Vater- land" des bekannten Dr. Sigl begleitet diese Ablehnung mit folgender Glosse:„Sie werden fich wohl gedacht haben, daß Orden Zeichen find, woran die Fürsten ihre Sklaven erkennen, oder wie Minister v. d. Pfordten meinte,„Trinkgelder", und da fie Trinkgelder nicht brauchen und solche Zeichen nicht wollen, so— verzichteten fie auf etwas, was ihnen keine Freude macht.— Wir gebildeten Deutschen find doch bessere Menschen als diese griechischen Demokraten da! Unseren Bürgermeistern kann man gar nie genug Orden geben und manche Leute wer- den krank, wenn fie keinen kriegen." Di» Kaarzahlnng der Löhne in Neich-wahrnng ist durch§ 115 ver Gewerbeordnung festgesetzt. Nach dem neuesten Generalbericht der deutschen Fabrik- Inspektoren find V e r st ö ß e gegen diese Vorschrift im vorigen Jahre„nur in seltenen Fällen" zur Kcnntniß der Auf- fichtsbeamten gekommen. In einer Abfallspinnerei des Auf- fichtsbezirkcs Chemnitz entnahmen die Arbeiter von der Frau des Befitzers Waaren für den augenblicklichen Genuß meist auf Schimpfworte entgegen zu schleudern, und welcher behauptet. daß die Verbrecherklasse sich größtentheils aus jungen Leuten rekrutire, denen die Gewerkschaften nicht erlaubten ein Ge- werbe zu lernen. Nachdem die Distriktsversammlung sich vertagt hatte, wurde die LehrlingSftage noch lebhast von Arbeitergruppen verhandelt._ Samuel Simpson, der ein thätigeS Mitglied geworden war und seiner„Versammlung" vorstand, unter- hielt eine Gruppe von jungen Rittern der Arbeit mit einer Schilderung des Lehrlingssystems vor der Herrschaft deS kapitalistischen Großbetriebs. Er sprach von den Zeiten, wo die Gewerke in den kleineren Städten über das ganze Land verstreut waren und wie es damals beinahe jedem Arbeiter möglich war, mit einem geringen Kapital ein selbstständiges Geschäft zu gründen und vorwärts zukommen. Die Knaben wurden für eine bestimmte Anzahl von Jahren in die Lehre gethan und der Meister war verpflichtet, rhne« daS ganze Jahr hindurch Arbeit zu geben und ihren Lohn halbjährlich zu erhöhen, so daß, wenn die festgesetzte Zeit abgelaufen, und der Bursche so weit war, daß er Geselle werden konnte, er auch den Lohn eines Gesellen bekam. Da alle Arbeit noch mit der Hand verrichtet wurde, so war daS Resustat ein tüchtiger Handwerker! „Aber heute," unterbrach Alexander Tenacit den Sprecher,—„aber heute ist alles verändert. Be- trachtet mein Gewerbe, wenn Ihr eine kleine Fabrik von Verbrechern, die wir ja liefern sollen, sehen wollt. Gegen- wärtig giebt es für die Bosse keine Verpflichtung, die Jungen «in ganzes Jahr zu behalten. Und seht die Folgen! Ich kenne Geschäfte hier in der Stadt, die während der Saison mit Jungen überfüllt sind. Sie werden Lehrlinge ge- nannt und halten sich selbst für solche. Sie sind zedoch meistens gezwungen, die Arbeit gewöhnlicher Arbeiter zu verrichten, oder doch wenigstens die emfacbsten und gröbsten Arbeiten des Geschäfts. Ihr Lohn ist der emeS Lehrlings, 2 bis 3 Dollars die Woche. Für ihre Arbeit würde der Boß dem gewöhnlichen erwachsenen Arbeiter 1 Dollar oder U Dollar täglich zu bezahlen haben. Sobald aber d,e Saison vorüber ist, werden sie entweder ganz oder auf 6 Kredit, während der Befitzer die von seiner Frau den Arbeitern kredstirten Beträge am Lohntage vom Lohne der letzteren abzog. Dieses Versahren wurde nach gegebener Auskunft sofott einge- stellt und den Arbeitern bedeutet, daß fie ferner Waaren nur noch ge-en sofortige Zahlung entnehmen könnten. Im Auf- stchtsbczirke Zwickau fanden zwei Bestrafungen wegen Zu- widerHandlung gegen§ 115 der Gewerbeordnung statt, in einem Falle betrug die Strafe 10 M., im anderen 30 M. In der Oberfränkischen Korbwaarenindustrie(Mittel- und Oberftanken) ist die Anwendung des Trucksystems bei der Löhnung der Ar- beiter„so ziemlich erloschen". Auch in der Uhrenindustrie des Schwarzwaldes, wo früher Uebertretungen in dieser Hinficht häufig warm, haben dieselben fast gänzlich aufgebört. Von Einfluß hierauf, so heißt es in dem betreffenden Berichte, war nicht nur die strengere Handhabung der gesetzlichen Vor- schriften, sondern auch die Weigerung der inzwischen energischer austretmden Arbeiter, anderes als Geld zu nehmen, sowie die in diesem Industriezweige stetig zunehmende Verdrängung der Hausindustrie durch die Fabrittbäligkeit, in welcher diese Unfitte nicht Platz gegriffen hatte. In der Strohflechterei, welche übrigens nur gering beschäftiat ist, soll dagegen das Gesetz noch immer umgangm werden. Es geschieht dies aber so geschickt und unter Wahrung der äußeren Form der Baarzahlung, daß ein behördliches Einschreiten nicht leicht möglich ist— wie es in dem Berichte der Injektoren heißt. Thals»che ist, daß die Fabrikinspettoren in Deutschland noch nicht mit der genügenden Machtvollkommenheit ausgestattet find. Allein unseres Erachtens würden die Fabrilinipeltoren schon heute, auch mit den mangel- hasten Machtbefugnissen, welche fie bereits haben, weit schärfer ein- areifen können, wenn fie der Inspektion mehr Zeit widmen könnten, mit anderen Worten, wenn ihre Zahl so groß wäre, daß jeder Inspektor auch im Stande wäre, seine Aufgabe gründlich zu erfüllen. Die ungmügmde Zahl der Fabrikinspektorm ist unseres Erachtens ein noch größeres Hebel, als ihre ungenügende Machtvollkommenheit. Sehr lehrreich ist der Hinweis auf die �energischer auftretenden Arbeiter", welche Verstöße gegen das Gesetz und die Gewerbeordnung verhindern. Es ist das ein Moment von höchster Wichtigkeit. Wie die Erfahrung Eng- lands lehrt, find die Fabrikinspektorm, auch wmn fie die nöthige Macht herben und zahlreich genug sind, nicht im Stande, eine strenge Konttole wirksam auszuüben, wenn fie nicht von den Arbeitem dabei unterstützt werden. Eine wirksame Unterstützung der Arbeiter ist aber nur möglich, wenn die Arbeiter organisirt sind, denn die vereinzelten nicht organistrten Arbeiter dürfen es nicht wagen, den Zorn des Arbeitgebers auf fich zu laden. Die englischen Trades Unions üben thatsächlich einen großen Theil. ja man kann sagen, den Hauptthcil der Fabrikinspeftion aus. In England erkennt man das auch an. In Deutschland, wo die„Arbeiter freundlichkeit" amtliche und nichtamtliche Mode ist, sucht man dagegen die Arbeiterorgani- sationen mit allen Mitteln zu zerstören! Di» überseeische Anowandernng aus dem Deutschen Reiche über deutsche Häfen, Antwerpen, Rotterdam und Amster- dam betrug von Januar bis August d. I. 71 394 Personen, im August allein 7477, und bleibt mit diesen Zahlen gegen den entsprechenden Zettraum bezw. Monat des Vorjahres ein wenig zurück. Lothringen soll mit aller Gewalt deutsch gesinnt werden. Da die pol tische Zuchtruthe nicht genug zu helfen scheint, ver> sucht man es jetzt mit der sogmannten inneren Kolonisation, d. h. es soll französtscher Großgrundbesitz angekauft, gelheilt und an deutsche Bauem vergeben weiden. An staatliche Beihilfe hat man dabei angeblich weniger gedacht, als an das„bereit- willige Eingreifen deutscher Gruvddenvcr". Wenn dabei ein hübsches Geld verdient wird, ist das letztere nicht unmöglich. Schweiz. Aus R i e s b a ch schrerbl man der„Z Post.": Schon ein- nal wurde an dieser Stelle erwähnt, wie durch Plakate, de- Druckt mit:„Hier wohnt der Polizeispitzel Schröde r", Die an Bäumen und Mauerecken bis auf den Wonneberg, wo Der Vielgenannte wohnt, letzterem Unannehmlichkeiten bereilet vurdm. Sefther nun schon wiederholt und zwar das letztemal n einer der vergangenen Nächte, wurde das Haus Schröders nit schwarzer Farbe bematt: mit großen Buchstaden fordert der cächtliche„B S:ewicht" den Hausbewohner, dem dadurch, abge- ehen vom Aerger, jeweils ein nicht unbedeutender materieller schaden erwächst, auf, diese Gegend zu verlassen, oder fich nach Zern als Bundesspitzel anwerben zu lassen. Schröder, der fich rm Abhilfe an die Behörden wendet, glaubt in den Misse- hätem seine früheren„Patteigenossen" erblicken zu müssen, die ich nun an ihm rächen wollen. GvoKbHtattttie«. Daß die zwei neuen Mordlhaten im Ostende Londons in der ganzen Stadt eine Panik hervorrufen würden, reß fich voraussehen. Der„Daily Telegraph", welcher den Minister des Innern, Herrn Matthews, besonders aufs Korn genommen hat. verlangt den sofottigen Rückttttt dieses„hilf- osm, kopflosen, nutzlosen" Beamten, und im Viktonapark fand rnter dem Vottitz des Sozialdemokraten Edward Burrows eine Dffmlliche Versammlung statt, welche die Abdankung des bis 8 Monate entlassm. Die Jungen, die sich selbst für Lehrlinge halten und auf die Zeit hoffen, wo sie einmal selbst tüchtige Handwerker sein werden, sind zu stolz, ge- wöhnliche Arbeit zu verrichten, wenn sie aus dem Geschäft entlassen sind. Sie liegen müßig in den Kneipen, wo sie alles Schlechte aufsaugen. In dieser Weise geht'S Jahr für Jahr fort: einige Monate im Jahr verrichten sie die Arbeit eineS gewöhnlichen Arbeiter» im Geschäft, lernen dabei aber niemals das Handwerk oder Geschäft. Sie sind einfach von den Bossen betrogen worden, welche herausgefunden haben, daß dies die billigste Arbeit für sie ist. Nach einiger Zeit nennen die Lehr- linae sich Arbeiter und werden die schwerste Belastung für unser Gewerbe. Und da werden solche Richter, die von Arbeiterange- legenheiten garnicht» verstehen, wüthend über uns, weil wir alles thun, was in unserer Macht liegt, um die Bosse zu zwingen, daß sie nur soviel Lehrburschen nehmen, als sie wirklich brauchen und als sie zu richtigen Handwerkern heranbilden können. »„Dein Gewerbe," bemerkte Simpson,„leidet ganz be- sonder» unter dem Uebel, von welchem Du sprichst. Und doch, wenn Ihr die nöthige Macht habt oder erlangen könnt, so est eS immer noch möglich, Lehrlinge zu tüchtigen Arbeitern zu erziehen. Ihr seid noch richtige Handwerker. Die Ma- schinen haben doch noch nicht in Allem die Geschicklichkeit der menschlichen Hand erreicht. ES giebt aber Gewerbe, in denen eS beinahe unmöglich ist, gute Handwerker heranzu- bilden. Nimm z.B. die Holz- und Eisenarbeiter. Heute giebt eS kaum ein Stück Holz- oder Eisenarbeit, das nicht mit der Maschine verfettigt wird. Die Männer und Jungen, die in diesen Fabttkea arbeiten, werden nun und nimmermehr ordentliche Handwerker; sie sind nur Maschinenversorger. Unser Land ist mit Jungen überschwemmt, die ein Gewerbe lernen sollten; ich mag aber meinen Kopf noch so sehr anstrengen, ich kann nicht entdecken, wie es zu machen ist. Was wir brauchen, sind geschickte Arbeiter, allein die Maschmen stehen unS wie feindliche Riesen im Wege." (Fortsetzung folgt.) Polizeichefs Sir Charles Watten als noth«endig darstelli» � Daß das Verschwinden dieser beiden Herren von der BildfläA Schwind erwünscht wäre, läßt fich nicht bestreiten, dagegen kann rn* 5?" kaum bebaupten, daß Matthews diese Greuelthaten hätte vc» �™<:" Z hindern können, auch wenn er in Londcssr anwesend wäre, stet. � auf Landgütern Besuche zu machen. Diese Verbrechen find f***%. x abnorm, daß keine Maßregeln fie verhindern können. Auch dt t von den„Times" befürworteten Bluthunde würden erst rat � vollendeter That wirksam sein, und die von der„St. Jam« ist�llenr Gazette" verlangte Aussetzung einer Belohnung für die Ei» deckung des Thäters geht von der Voraussetzung aus, daß( Mitwisser oder Helfer hat— eine Hypothese, welche mit da J1™%% Ereignissen schwer in Einklang zu bringen ist. Im Gegentba haben die Mordthaten am Sonntag Morgen es wahttcheinlit � gemacht, daß nur ein von menschenmordender Manie besessc« Mann fie oerübt hat. Fand doch die erste unter den Fenfi eines Arbeiterkiubs statt, wo ein Konzett gegeben wurde; Mann konnte unentdeckc entkommen, mehreren wäre es sehr sch gefallen. Die Opfer find sämmtlich Prostiwirte und gr dieser Umstand sollte die allgemeine Aufmerksamkeit auf matettelle und soziale Elend derjenigen Stadttheile lenken, I welchen diese Greuelthaten vorgekommen find. Die ar« Mädchen, welche ermo-det und verstümmelt worden find, bai den Tag über ihre Wohnstätte in den verrufenen Mie wohnungcn in Whitechapel, dem Stelldichein der Prostttu und des Berbrechetthums, wo Männer und Weiber für ei. Pence ein Nachtlager erhatten, ohne daß man danach fragt, i her fie kommen, wohin sie gehen. In diesen Höhlen, die unter polizeilicher Aufficht stehen, aber selten besucht wer haben alle diese Unglücklichen gelebt. Die Armuth hat Weiber in die Straße getrieben und die hoffnungslose An ist an der Sittenlostgkett, Rohhest und Vetthierung des ga Bezirkes schuld. Wenn Leute aller Altersstufen und beider I schlechter in sogenannten Zimmern zusammen leben und schlaft wie das in den meisten Straßen in Waitcchapel vorkoiß» wenn diese Leute kaum die Mittel für ihren L bensunterft verdienen können, so muß man fich nicht über das Vorloma» solcher Verbrechen, sondern darüber wundern, daß in der re» sten Stadt der Welt so wenig zur Abhilfe des sozialen EM geschehen ist. Der blutdücsttge Natt, welcher die finnl» Panik verschuldet hat, wird von einem Blatt ein öffentli» Wohltkäter genannt, weil er das öffentliche Gewissen auft rüttett hat. Frankreich. Die Konservativen rüsten mit aller Energie zu«® überall Bunvesgenosss stürm gegen die Republik; fie suchen der Herzog de la Rochefoncauld streckt Rochefott die' aZii Rechte entgegen, und wenn derselbe fie auch nicht aerade» Begeisterung ergreift, so stößt er fie doch nicht mit EuttöM zurück. Aber der Fanatismus der konservativen Agitation tt** am deutlichsten zum Ausdruck in einem soeben ine L.be» 9 irdenen Verein, der den«rolzen Titel:„Die Rose«J, Frankreich", führt. Der„Soleil" kündigt in sch�ungvo» Worten das Aufblühen dieser Rose an, die wohl die dorn» reichste sein wird, welche jemals auf den blumenreichen Gest» Frankreichs gewachsen ist. Der Zweck dieses Vereins ist die? thefligung der weiblichen Bevölkerung Frankreichs— soweit' konservativ ist— am politischen Kampfe. Hier das Prograft des Vereins:„Die„Rose von Frankreich". Monarchische 01 Prästventin: Die Gräfin von Patts. Die„Rose von FcflJ reich" ist eine Liga, welche die Wiederhetttellung der Mona« und die Veuh.idizung konservativer Interessen zum Zwecke JJ Die Liga nimmt Männer und Frauen aller Klaffen der* sellschaft ohne Unterschied des Kullus und Glaubens auf» vereinigt fie zu einem FreundeStunde, um gememsam zu* theivigcn: Die konservativen Interessen gegen den%' gn„ ä rry Di- Interessen der Arbeit und des Eigenthums. Die chie, traditionell durch ihr Prmzip, modern durch ihre J#, tionen, wird diese Interessen und Reckte gewätnUisten. wb' den materiellen und moralischen Fottschritt des Volkes sii* Frauen Frankreichs! Ihr vermögt viel zum Erfolg dieser 0 beizutragen. Es handelt fich um Eure theuersten Ueber z-uN! gen, um das Wohl und die Zukunft Eurer Kinder. Art« für fie, für die Monarchie, für Frankreich. Die Damen, wck bereit find. Aabängec für die Liga zu werben, werdenden� „Dames dizainiSres"(die den Z.hnten erheben) führen.& ielben werden auf ihr Verlangen Rosen, Zirkulare � Quittungsbücher erhalten. Jedes Mitglied empfängt, nackd es unterzeichnet hat, eine Rose und eine Quittung. Die• ttngsten Gaben werden angenommen. Am 1. Januar wett alle Quittungsbücher. in denen der Name der Unterzeichnet» getragen ist, an die Zentralkaffe geschickt werden, welche sti' Gräfin von Patts übermitteln wird. Die Namen der Utt zeichncr werden von der Gräfin von Paris gelesen und fie« keinen vergessen."— Diese letzte Verstcheruna wird> wiß allen spendenden Frauen eine befttedigende Genugtho» gewähren. Der D e p u t i r t e A n d r i e u x hat an den Juftizmi« ein Schreiben gerichtet, in welchem er denselben auffotb Aus Kunst und Leben. Die sogenannten Aosenrolle» stub keine Erfind� der neueste« Zeit. Schon am 27. Juni 1747 erließ Regierung von Weimar ein Aktenstück, in welchem es s* Anderem hieß:„Beste und hochgelehtte Räthe, liebe Gests Es wird Euch zweifelsohne bekannt sein, daß wir auf das i* drücklichste befohlen, daß ohne unser Vorwiffen und Ettau» keinerlei Komödianten. Seiltänzern und dergleichen Leute» unseren Landen zu spielen und auszustehen erlaubt werden ft Wenn wir nun sehr mißfällig vernehmen, daß eine Weibsift» in tzuiarenkleidung, auck Andere in unserer Refidenz unp1 dem Markte zu Weimar öffentlich ausgestanden und Komödie! ihren Leuten gespielt haben, welches anjetzo um so ungebüdrli« als gegenwärtig Landestrauer..." Noch andere histottsche Stt führen darauf, daß schon ftüdzeitig Frauen fick in Iftänncrij auf der Bühne bewegten Lope de Bega schreibt in ft „Neuen Kunst, Komödien zu machen":„Die Damen dürfe»' Würde nicht verleugnen, und wenn fie fich verkleide», sei tt motioitt, in welchem Falle das Auftreten der Weiber Männertracht sehr zu gefallen pflegt." Philipp Iii. von<3f> erließ eine Verordnung gegen die Darstellung von Männerck durch Frauen. Der Italiener Garzoni berichtete um 1610. hinter den italienischen Komödiantentruppen eine Fr er» Mannestracht einhergehe, die eine Trommel rührt und zur» suche der Vorstellung einladet. Auch in Deutschland finde» im vorigen Jahrhundert Künstlettnnen, die ihr Gesck maskrren— freilich, ohne daß sie eine Ahnung von dem, was wir heutzutage„Höschenrollen" nenne». Neuber, die im Verttn mit Gottsched den Kamps gege», Hanswurst kämpfte, spielte in ihrer Jugend in dem Ä „Dresdener Mägde-Schlendttan" einen Studenten; die? ihres„Prinzipals", Namens Abt, war als Hamlet sehr f — fie erinnert an die moderne Hamletoittuostn FelizM« Vestvali und hieß auch, gleich dieser, mit ihren Vorname» f zitas— auch Sophie Schulz, Christine Henriette Koch»Jj bewegten fich in der Hose sicheret, als im Frauenrocke. weile hat der Schauspielettnnenkullus fich deratt entwickele, ein Theater ohne weibliche Mitwirkung unmöglich ge"I gleichviel, od die Herrinnen der Erde in ihrem üblichen oder in einer Verkleidung, welche ihr Geschlecht hinweg'� vor die Rampen treten. vie Klampen treten. Ein» berechtigte Eigenthümlichkeit de« Zeist�«lanbi kt«m» im äußersten Westen der Norvamerikaniscd�«! � futi mrt«*«tM>N mIaT a,»4-, Ha«- Sankt««» staaten war und ist vielchfach noch heute der„raufend« i wegen der der Budgetkommisfion gemachten Beschuldigung des Schwindels und Betruges gegen den Deputirten Numa Gilly i von Amtswegen die Untersuchung einzuleiten und Gilly vor die Asstsen zu stellen. Die A r b e i t e r b ö r s e ist in Paris bekanntlich vor kurzem wieder vom Ministerium freigegeben worden. Ueber ihre Or- ganisation sei folgendes mitgctheilt: In Frankreich, und im Besonderen in Paris, bilden die Bnreaui de p!a;emeiit ka.ten machte.� Der Attikel, welcher höchst wahrscheinlich den Burschen herführte� besprach eine verbürgte, stadtbekannte und völlig harmwse Geschichte, nannte aber keine Namen. Wir fortfahren, alle derartigen Stadtneuigkeiten zu bringen, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, wen es juckt, und hinfott vorbereitet sein, uns gegen Jedermann zu wehren, der da kommt, uns zu attentaten. Dir widerrufen nichts und de- reuen nichts, nicht einmal unser gnädiges Verfahren mit Mister Buckner." _W«« muff überaus vorstchtig i« der Wahl fewer «laubiger fei«! Ein junger Fabrikant in Wien hatte sich vor kurzem mit einem der hübschesten Mädchen verlobt. Der noch von Kapitalisten- und Ri-Ht er- Gnaden desteht. Der Wortlaut dieses vorsundfluthlichen, den Geist der mittelalterlicken Barbarei atbmenden Gesetzes ermogllcht that sächlich in jedem Falle eine Verurtheilung. Das Vorgehen der Arbeiter von New-Aork wird unter solchen Umstanden selbst von einem großen Theil der Kapitaltstenpresse gebilligt. Trotz- dem wird es noch längerer Kämpfe bedürfen, ehe die skanda- lösen Conspiracy-Laws beseitigt find, die z. B. noch ganz neuer- dings in dem demokratischen Mayor von New- Bork, Mr. He- witt. dem glücklichen Gegenkandidaten Henry George's, einen warmen Vettheidizer gefunden haben. Präsident Cleveland hat die gegen die Einw a nd erung von Chinesen gerichtete Bill sanktionitt. Er empfiehlt i-doch eine Gesetzgebung, welche die Landung solcher Chinesen gestattet, die jetzt nach den Vereinigten Staaten unterwegs und mtt Zertifikaten versehen sind, und denjenigen Chinesen, welche während der anti-chinefischen Agitation in den Territorien unter Gewaltthaten zu leiden hatten, Schadloshaltung gewahrt. Asie«. Aus Salcutta vom 30. September wird den„Times" tele- graphirt: Der Sieg d es O b ersten G raham über die tdibetan, scheu Truppen ist ein vollständiger gewesen, die moralische Wirkung desselben wird aber unglücklicherweise dedeutend da- durch geschwächt, daß die Engländer nothgedrunge« sofott das thidetanische Gebiet räumen und sich wieder nach Silkim zurück- ziehen müssen. Unsere Truppen müssen sogar, wenn der Winter kommt, noch weiter als Gnatong zurückgehen, nach Gegenden, wo der Winter nicht so furchtbar strenge ist wie in Srkk.m und wohin fich leichter Vorräthe schaffen lassen. Das Chumdr-Thal wäre schon vor Monaten besetzt worden, wenn man nicht nriaer- weise angenommen hätte, China würde Thibet zum Gehorsam zwingen. Damals hätte leichter ein Einfall in Thrbet gemacht werden können, und die Lamas wären zu der Erkenntnrß ge- kommen, daß es schlimme Folgen nach sich zieht, die britische Regierung zu reizen. Die Jahreszeit ist jetzt zu weit vorge- rückt, um den Sieg richtig auszubeuten. Die Lamas wissen sehr wohl, daß der Winter ihr unbesiegbarer Bundesgenosse ist und wir vor Eintritt des nächsten Frühlings ihnen nicht beikommen können. In ihrem eingewurzelten mongotischen Hochmuth werden sie da- der wahrscheinlich ihren Widerstand fottsetzen und die britische Regierung zwingen, im nächsten Jahre den Feldzug aufs Neue zu eröffnen. Nach den eingelaufenen telegrophischen Berichten wird die feindliche Armee auf 10 000 Mann geschätzt. Am 24. bei Taaesandruch standen sie in starken Massen auf dem Gipfel des Tukola-Bergrückens aufgestellt. Der brttischen Strestmacht fiel deshalb die Aufgabe zu, ste zu vertreiben und ihre be- festigten Stellungen zu nehmen. Die Hauptkolonne, welche aus dem Derbyshire- Regiment, den Ghurkas und vier Kanonen bestand, rückte gegen das rechte Zentrum vor, während die vom Obersten Bromhead befehligten Pioniere den linken Flügel anzugreifen hatten. Eine Stellung nach der anderen wurde von der zentralen Kolonne gestürmt, während die Ghurkas eine Schanze im Tukolapaß eroberten. Die Thibetaner flohen darauf in Unordnung durch den Jalep- und den Pemberingopaß, verfolgt von den Pionieren, nach dem Nimlapaß zu. Oberlt Bromhead wurde bei der Vcr- folgung schwer verwundet. Die linke Hand wurde ihm durch einen Säbelhieb abgehauen, anderer gefährlicher Wunden nicht zu gedenken. Die Ghurkas verfolgten den Feind nach dem Pemberingopaß und geriethen nahe dem Bidang Cho auf eine große Anzahl Fliehender. Sofort wurde zum Angriff vor« gegangen. Schließlich wurde das thibetanische Lager genommen. Am nächsten Morgen rückten die Tmppen wieder vor und nahmen Rinchigong, wo sie ein bronzenes Feldgeschütz, mehrere kleine Kanonen und eine große Menge Pulver und Munition erbeuteten. Am darauf folgenden Tage fand der Vormarsch nach Chumbi statt. Die Mutter des Rajah von Sikkim de- wohnte den dort'gen Palast. Man bemächtigte fich gewisser Schriftstücke, im übrigen aber wurde der Palast in Ruhe ge- lassen. Die thidetanischm Truppen find in völliger Auflösung räch Phaee und Botan geflohen. Da unsere Leute nur auf einen Tag P-oviant hatten, so marschtrten sie nach Gnatong zurück. Der Versuch, den Rajah von Sikkim in Entchi oder Gantok abzufangen, gelang nicht. 150 eingeborene Soldaten erreichten von Palyoung aus, in der Nacht marschirend, den Palast des Rajah in Entchi bei Tagesanbruch. Der Rajab war jedoch, begleitet vom Lama von Calsuoeri, kurz zuvor geflohen, augenscheinlich in der Absicht, fich nach Thibet zu begeben. Dieses macht die Dinge noch verwickelter, weil infolge dessen entweder eine Annexion oder die Ernennung eines neuen Rajah bevor- steht. Der Verlust der Thibetaner an Tobten und Verwundeten wird auf etwa 1000 Mann geschätzt. Unser Verlust desteht aus 1 tobten Ghurka und acht verwundeten Pionieren. In einem Tage errichteten die Thibetaner einen 4000 Bards langen Wall mit Schießschatten._ f ereil»«nd PersammwAKe». Der Iutereflenverei« der Kiste«»«nd K-ffermacher feiert am Sonnabend, den 6. d. M., sein Stiftungsfest in Vater Paula's galt für überaus reich, und die junge Dame hatte etwas so Liedrerzendes in ihrem Wesen, daß Alfred, der Bräu> liaam, sich für den glücklichsten Menschen der Erve hielt. Seine Braut war fast ebenso alt wie er. doch wer sie sah— und Alfred sah sie täglich mit neuer Bewunderung— muhte ste noch immer für ein Bild fttschester Jugend halten. Wenn sie lackte, zeigte sie zwei Reihen der rettendsten Perlenzähne, und diese im Verein mit zwei niedlichen Grübchm in den Wangen ließen das hübsche Gesichtchen bedeutend jünger erscheinen, als es in der That war. Und sie wußte dies reckt gut und geizte deshalb auch gar nicht, ihre„Perlen" zu zeigen. Vor wenigen Tagen traf nun Alfred, als er fich eben zu seiner Braut begeben wollte, einen alten Schulfreund. Sie hatten sich beide lange nicht gesehen, und wenn der junge Fabttkant auch erklärliche Eile hatte, so ließ er fich doch bewegen, bei einem Glase Pilsener das Wiedersehen zu feiern.„Du hast Dich als Zahnarzt etablirt, hötte ick," begann Alfred das Gespräch,„nun wie macht sich das Geschäft?"—„Zu thun habe ich wohl," entgegnete der Gefragte,„aber die Gelder gehen gar so schlecht ein, selbst die reichsten Leute bleiben ein Jahr lang schuldig und machen auch dann noch keine Miene zum Zahlen. So habe ich beispielsweise im Oktober vottgen Jahres für dieätteste Tochter eines reichen Hausherrn aus der Bmggasse Fräulein Paula, ein neues, vollständiges Gebiß angefertigt. Ich dachte bestimmt, den bedungenen Betrag von achtzig Gulden zu Neu« jähr zu erhatten und— ich hab's noch heute nicht. Jetzt werde ich aber klagen!" Alfted wurde auf- merksam.„Wie Hecken denn die Leute?" fragte er. —„Es ist Herr W.... aus der Bmggaffe, er gilt als reicher Mann, aber zum Zahlen scheint er keine Hand zu haben. Kennst Du ihn vielleicht?" setzte er leichthin hinzu. Statt aller Antwott trank sein Freund den Rest seines Bieres aus und ttef mit Stcnorstimme:„Kellner, noch ein Glas, aber schnell!" Der Bierbud halte das Glas kaum vor ihm nieder- gesetzt, als er es auch schon mit einem Zuge kette. Verwundett blickte ihn der Zahnarzt an.„Was hast Du denn nur?" ftagte er, nicht ohne ein leises Kopfschütteln unterdrücken zu können. „Was ich habe?" sagte Alfred,„das sollst Du morgen in den Zeitungen lesen, jetzt laß uns aber bei einem guten Glase Wein unser Wiedersehn feiern." Damit nahm er seinen Freund unterm Arm und verließ mit ihm in fivelster Stimmung das Lokal.— Den nächsten Morgen war in den Zeitungen folgendes, kurz und bündig abgefaßte Inserat zu lesen:„Meine Verlobung mir Fräulein Paula W. erkläre ich hiermit für auf- gehoben. Alfred M..." Fiebig's Lokal. Gr. Frankfutterstr. 27— 28. Großer Ball; Auf» treten des Gesangshumoristen Herrn Willy Dähne und de? Salonhumottsten Karl Mertens. Kotillon. Billets find noch zu haben im Arbeitsnachweisebureau im Restaurant des Herrn Heußeler, Franzstr. 6._ «ranken»«nd Kegrabniffkaste de« Derei«« lammtlicher Kerufsklasten(Verwaltungsstelle Berlin 3). Mitgliederversammlung heute, Sonnabend, Abends 8% Uhr, Brunnenstr. 38 bei Schmidt. Gäste sind willkommen. Reue Mitglieder jeden Geschlechts und Bemss von 14—45 Jahren, werden in jeder Versammlung, sowie von H. Rudolph. Colonie» straße 150a, aufgenommen. Auskunft ettbeilen: G. Holtzt, Ackerstr. 109; W. Raschle, Griebenowstr. 3; P. Schindler, Ackerstraße 172. Verein der Kattler«nd Fachgenosten. Am Sonn abend, den 6. Oktober, Anfang 8t Ubr, in Gratweil's Bier- hallen, Kommandantensftaße Ztr. 77—79(oberer Saal): Ge- schlossene Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Abrechnung. 3. Neuwahl der Revisoren. 4. Gewerkschaftliches. Mitgliedsbuch legitimitt. Fachnerein der Tischler. Sonnabend, den 6. Oktober, Abends 8t Uhr, Neue Grünstr. 28 in Jordan's Salon: Mit» oliederversammluna. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen B. Bruns über: Ein Stück Kulturgeschichte. 2. Vereinsangeleo eri>- heilen 3. Fragekasten. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Vereinigung der Drechsler Dentschland», Ottsver» waltung„Berlin III". Versammlung am Sonntag, den 7. Ol- toder, Vormittags 10 Uhr, in Sägers Lokal, Grüner Weg 29. Tagesordnung! 1. Vortrag über:„Die Statistik und deren Werth für die Gewerkschaft." 2. Gewerkschaftliches. 3. Ver« schieden s. Ausgabe der Billets zum 27. Oktober. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste haben Zutritt. Verein der Kananschliigrr Kerlin« und Umgegend. Versammlung am Sonntag, den 7. Ottober, Vormittags 104 Uhr, Oranienstr. 51, bei Preuß. Quittungsbuch legitimirt. Fachverei« der Putzer. Sonntag, den 7. Ottober, Vormittags 11 Uhr, bei Scheffer, Jnselstr. 10, General-Mitgieder-- versammlung. Tagesordnung: 1. Kaffenabrechnung. 2. Reuwahl des Vorstandes. 3. Vereinsangelegenheiten. Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, den 7. d. M., Vormittag 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. Völkel-Magdedurg über:„Der Wunderglaube und die Bibel- wunder." Damen und Herren als Gäste willkommen. Zentral-Kranken»«nd Kterbekaste der Tischler «. s. m.» Verwaltungsstelle Berlin E(E. H. 3, Hamb- rg), macht den Mitgliedern bekannt, daß die Zahlstelle von Gatten> straße 160 seit dem 1. Oktober nach Gartenstr. 20 bei Fwke verlegt ist. Die Beittäge zu obiger Kasse werden jeden Sonnabend von 8—10 Uhr entgegen genommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Der Fachnerein der Tapezirer hält am Montag, den 3. Ottoder, Abends 8t Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakob« straße 75, eine Generalversammlung ab. Tagesordnung: 1. Vor» trag. Referent Kollege Wildberger. 2. Wahl des Vorstandes und der Revisoren. 3. Vereinsangelegenhetten und Fragekastcn. Aufnahme von Mitgliedem vor Beginn der Versammlung. Pflicht eines jeden Kollegen ist es, zu erscheinm. Unterstühnngooerei« der Maurer Kerlin«. Am Dienstag, den 9. Ottober, Abends 84 Uhr, in Scheffer'S Lokal, Jnselstraße 10, Versammlung. Tagesordnung: 1 Abrechnung des Kasfirers vom letzten Quartal. 2. NeuwahldesVor- st an des. 3. Unterstützungs- und Vereinsangelegen- Helten. Gesang», Turn»«nd gesellige Vereine am Sonnabend. Gesangverein„Harmonia" Abends 8 Uhr im Restaurant, Alte Jakobstr. 38.— Männergesangverein„Treue" Abends 9 Uhr im Restaurant Andreassft. 9.— Männergesangverein„Erato" Abends 9t Uhr bei Schläwicke, Kleine Kurstraßc 1.— Lübecksscher Turnverein(1. Lehrlingsabtheilung.) Abends 8 Uhr Elisabetbstr. Ztr. 57—58.— Tumverein„Wedding", Pankstr. 9, Männer« abtheilung von 8%— 10% Uhr Abends: desgl.'. Lebrlingsabthei- lung von 8 bis 10 Uhr Abends.— Arends'sche Stenographen» klaffe des„Berliner Handwettervereins" Abends 8t Uhr Sophien- straße 15.— Theater- und Vergnüaungs-Vcrein„Caritas" Abends 8 Uhr im Louisenstädtischen Bierhause, Admiralsft. 38.— Theater- und Veranügungsgesellschaft„Treue" Abends 3'/, Uhr in Bobett's Ballsalon, Weinstraße 11.— Vergnügungsverein „Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr in Vettins Bierhaus, Veteranen» straße 19.— Geselligkeitsklui„Lustig" Abends 94 Uhr im Restaur. Weichelt, Taubmstr. 45.— Verein der Taubenfreunde Abends 8»/- Uhr im Restaur. Hillmann, Manteuffelstr. 68.— Dänischer Verein„Freqa" Abends 9 Uhr im Restaur Poppe, Lindenstt. 106. — Verein der Württemberger Abends 8'/, Uhr bei Vaihinger, Dorotheenstr. 84.— Verein ehemal. Schüler der 34. Gemeinde» schule Abends 9t Uhr im Restaurant, Markusstr. 7.— Verein ehem. M. C. Luthettcker Scküler Abends 94 Uhr im Restaurant Bormann, Ohmgaffe 2.— Rauchklub„Qualm" Abends 8 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28.— Ver» gnügungsverein„Lustige 13", Abends 9 Uhr im Restaurant Albrecht, Annenstr. 9. Die Mormonen haben einen Ausweg gefunden, dem drohenden Ausrottungsgesctz zu entgehen und sich selbst wie ihre Religion der Welt noch für eine Weile zu erhallen. Tausende von Mormonen bereiten fich gegenwärtig vor, mtt ihren Weibern und Kindern die heilige Stadt„Salt-Lake-City" am Salzsee auf ewige Zeiten zu verlassen, um einem neuen Jemsalem entgegen zu ziehen, und in kurzer Zell werden in Utah nur noch die steinernen, runden Bethäuser Zeugntß davon ablegen, daß Brigham Boungs Völkchen einst hier gelebt und gewebt. Ein Sohn dieses berühmten Mormonenführers, Mr. John W. Boung, sowie ein früherer Delegat im Kongreß, namens George W. Canon, stehen an der Spitze der Bewegung. Der letztere lebt seit einiger Zell in Mexiko, da er wegen Uebettretung des Vielweibereiver» bots vettolgt ward, und hat nun seine Frauen in die neue Heimath nachkommen lassen. Sell Monaten ist die Bemerkung gemackt worden, daß die vomehmen Mormonenältesten mit Hab und Gut nach Mexiko auswanderten! doch so geheim wurden die Pläne der Gemeinde gehalten, daß rest jetzt, mit dem Willen der Autoritäten, Näheres darüber in die Oeffentlichkeit dringen konnte. Boung und Canon haben im Auftrage ihrer Gemeinde in Alt-Mexiko(zur Unterscheidung von dem Unionsstaate Neu- Mexiko) ein großes Territorium erworben, auf welchem die Ge» meinde der Mormonen aufs Neue glücklich werden kann, falls die Regierung von Mexiko ihr Wort hält, nämlich: sie in Ruhe ,u lassen. Das neue Land der„Heiligen der letzten Tage" ge- hötte vormals den Buni- Indianern und besteht aus 4 Millionen Ackern zum Bebauen, sowie weiteren 10 Millionen Ackern an Holz- und Minenregionen. Die gewiß nicht unbedeutenden Kosten, welche der Ankauf dieses ungeheueren Landes gemacht hat, werden allein von den reicheren Mitgliedern der Mormonen- gemeinde bestritten, für welche der erwähnte Boung seit Jahren an den Ztew-Borker Böllen in so geschickter Weise und mit so bedeutenden Gewinnen spekulitt hat, wie es nur ein gewiegter Broker aus„Wallstreet" gekonnt hätte. Die Auswanderung von Utah nach Mcriko wird den Gläubigen zum Gesetz gemacht und ist in vollem Gang. Jeder zehnte, durch das Laos te» stimmte Mann und jede dritte Frau hat fich binnen wenig« n Wochen fettig zu machen, seine Verbindungen zu lösen. Eigen- thum zu verkaufen und dem Transpott, welchem er zugewiesen wird, sich anzuschließen, um aus den Händen der„Aeltesten" in Mexiko Land, Gut und— Weiber zugetheill zu erhalten. Wer nicht geht, den treffen die schwersten Strafen und Drohungen der Kllche: Tod und ewige Verdammniß. Theater. Sonnabend, den G. Oktober. Mvernha»». Die Zaubeiflöte. Mchmrfpiethan«. Keine Vorstellung. WaUner-Theater. Die Nachbarinnen. Vor« her: Was er nur will? L-sstng'Th-at-r. Freund Fritz. Bestsche» Theater. Die Jüdin von Toledo. Friedrich-«vtlhelmstädtifche» Theater. Gräsin Wildfang. Keftdenk-Theater. Dekorirt. Kidt-rta-Theater. Die Kinder des Kapitan Grant. SeUeaUtance- Theater. Drei Paar Schuhe. Teatral-TH-ater. Die Schmetterlinge. Adolf Ernst-Theater. Die drei Grazien. Kanfmanu'o Maricktt. Spqialitäten-Vor- stellung. Eonrordta- Theater. Sp�ialitäten» VorTheater tae Keichehallen: Spezialitäten- «orstellung._ Berliner Theater. Sonnabend, den 6. Oktober: Die Braut von Meaaina, Eine Tragödie in 4 Akten von Friedrich v. Schiller. Sonntag, den 7. Oktober: Marcel. j Marieafa««-»..\ Friedrich Haase. IS. A merican Theater. Direktion A. Reiff. #alla#rtheateratraaae Mr. Sonnabend, d. 6. Oktober: Zum 30. Male: Die Weisheit Salomonsk/e. Berliner Lokalpoffen-Pantomime von R. Ana er. P"Gl arrangirt von R. Thiele. 1. Bild: Die Rmommtrstunde bei Haase. 2. Bild: In der Acaderny of mnsic. 3. Bild: Bei Mutter Pignatelli im Cour- saal. 4. Bild: Berlin um Mitternacht. 5. Bild: Vor'm Schöffmgericht. Neu ein'tuditt! Tausend und eine Nacht Operette von SB. Köhler. Musik von R. Thiele. Austreten der drei Geschwister Delöpierre, des Jnstrumentalisten Herrn Krüger, deS Mimikers Rivolt und des Herrn Martin Bendix. Anfang 7i Uhr. Sntree 50 Pf., Cirkns ü. Schumann. Friedrich« Karl« Ufer. Ecke Karlstraße (Im früheren Zirkus K rem b s er.) 80. November. in» Partie piq-et. I Montag, den 3. Oktober: Demetrius. Tragödie in 5 Akten von (Clara Zieau Friedrich v. Schiller. Volks-Theater. (Früher Ostend-Theater.) Direktion F. Witte-Wild. Sonnabend, den 6. Oktober, zum 3. Male: Novität I Novität I Der Uolksfreund. Volksstück in 4 Atten von Oskar Waltber. Kasten-Groffnung S�Uhr. A«fa«g 7�Nhr. Preise der Plätze: 1. Parquet 1,50 Mark, 2. Parquet 1,25, Seitenparquet 0,75, 1. Rang 1,25, 2. Rang 0,75, Balkon 0,50, 1. Rang. Fauteuil 1,50, Orchester-Loge 3,00, Parquet- Loge 2 Mark. Dutzend« Brllets: 12 Billets 1. Parquet 15 SR., 12 Billets 2 Parquet 12 SR., 12 Billets 1. Rang 12 SR.(697 Morgen, Sonntag; Der Nolhofrraab. Bönlustädtisches Theater. Alexanderstt. 40— Kurzestr. 6. Stadt« und Pferdebahnverbindungen nach ollen Richtungen der Statu. Sonnabend und folgende Tage: Zum 7. Male: Die Kornblumen des Kaisers. Original'Volksstück mit Gesang in 6 Bildern. 7i"*• Alles Nähere die Anschlagsäulen. Sonntag u. folgende Tage: Dieselbe Vorstellung. Sonnaoend, den 6. Oktober, Abends 7% Uhr: Groß« Grtra-Uorstellrmg. Besonders hervorzuheben stnd: Zum 2. Male Ein Caroussell mit 8 Rapphenqsten(Non plus ultra der Pferde-Dressur), dresfirt u. vorgef. von Herrn Max Schumann. Quadrille- moyen-&ge mit 8 Schulvfcrden, geritten von 4 Damen und 4 Herren. 3fache Springfahrschule, geritten von Hrn. Ernst. Troubadour, arab. Schimmelhengst, in der hoben Schule gentten von Frl. Martha. Austreten der Künstlerinnen Miß Margellise, Miß Amt) und Julia Macartby, der Reckkunstlcr Mr. Jos Hodgini, Arnold Dickson. Pas de deux gra- ieux, ausgef. v. Miß Victoria und Hrn. Max Schumann jc. jc. Sonntag; 2 Vor stell. Nachm. 4 u. Abends 7i Uhr.(Nackm. 1 Kind frei.) *r*. Neu. im Eldorado Dresdener•Strasse früher (American Theater) täglich[829 Schnabl's humorist Soiröen. uhr: fskar iirB Fnner: Mir?! Lcbner— Cily Oroczi— Jean Craffs— Austria Trio Florus-Truppe u. a. m. Anfang 7k Ubr._ Entree 60 P'. Zu« 1. Mal in Feeltu. Konigs-Tnnnei Grand Lotet Aleranderptah Sonnabend, den 6. Oktober: Täglich großes Konzert der derühmten Ungarischen National- Kapelle Patay Bertalan aus Liprü-Szent Miklüs in Original-Csskos Costumes. Großarttge Solo-Vorträge auf Violine, Cymdel und Clarinelte. NB. Die Kapelle spielt sämmlliche Piecen ohne Noten. Enttee an der Kaffe 50 Pf. Im Uorverbanf 40 Vf im Zigarrengeschä't von Herrn Mae», Alcxanderplatz im Grand Hotel Programm an der Kaffe. Anfang 7 Uhr. Gustav Kunze. p-ffi'«' IT*. 9 SR 10 31. ¥ljrÄy Kaiser-Panorama TBÖSr Schlösser König Ludwigs: ' Hohenschwangau, Neulchwanstein. Zum ersten Male: Potsdam u. d. Trauerzug Bar Kaiser Fri.drich»"%# Entree 4 Cycl. 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn Restaurant von F. Milan, Wienerstr. Sl, vis-a-vis vom Görliher Kahnhof. U-llständig renovirt, vorzügliche« Weiß- und Kairischbier, Kpersen in bekannter Güte. 472 Soeben erschien: Di» französtsche Revolution. Von#. Bio« Heft 5. Preis 80 Pfg. Zu deichen dmch die«rpedition de»„Kerl. Uolksblatt", Zimmerstraß« 44. GloderverkKuter n Bs itt. st (n. Aciiarnwu H st älteste»ud leistungsfähigste Mtzren-Fubrik,� Berlin S., am Moritzplatz, Oranienstt.-Ecke. Ih.ff.ht ihroI? Filiale Blücherplatz 3. ptlithi im iBWf gesteht fett 1860J «nerk-nnt teile BesugJq-ieB». auf ottm»eUau«1l«nunaCT pteiiaalronteStttnk.fflftfiiutroi.«injetoeilouf«u wirNtche» brifprfifen unter S jähr ger Oacontt«, Ridel-SIcmaiiMimbrcu von... do da. prima„... 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August der General- : Lac»»« f ehe tat des Vereins, Herr Hahn in Burg, einen Bericht über bis zu de die Erbebung der Lohnveihältniffe, welche der Verein veranlaßt hat. Dieser Bericht ist äußerst interessant; er stimmt in der gemuneD Hauptsache mit verschiedenen anderen, von anderen Arbeitern HualMei schon f üher veröffentlichten überein, und dann stammt er von den allei tiner Organisation her, die lediglich auf dem Boden der heuti- », KeiX gen Wirthschafte ordnung steht. Man wird diesem Bericht also ehr dilliget nicht, wie es mit dem früheren geschah, den Vorwurf machen können, daß er tendenziös abgefaßt dezw. zusammengestellt sei. ten.— Die„Freis. Ztg." entnimmt diesem Bericht folgendes:„Am j n'edrigsten stehen die Löhne in der Tcxtil- und in einem großen Theile der Hausindustrie, aufsteigend vom Osten des Reiches -- 1 nach dem Westen. Hier haben wir Jahr aus Jahr ein noch e Wochenlöhne von 5,50—12 M. für erwachsene männliche Ar» bettet. Sellen, daß der eine oder andere auf 13—14 M. die j Wocke mit seinem Lohne kommt. Um ein geringes besser find die Mitglieder gestellt, welche in der Landwirthschaft als Handardeiter oder in landwirthschaft« .. V| liehen Fadrikbetrieden beschäftigt find. tatt)* Etwas besser ist auch Einkommen und wirthschaftliche Lage % P der Mitglieder, welche in bergmännischen Fadrikbetrieden, zum — � Beispiel Briquetts-, Solar öl-, Paraffinfabriken u. s. w. ihren I Unterhalt finden. Hier treten mit dem etwas besseren Lohn zu- B gleich aber auch die Gefahren im Berufe als schlimme SmUMM Konkurrenten auf und kürzen durch häufige Krank- heit. durch Unfälle, Siechthum oder frühen Tod den an fich nicht reichlichen Lohn. Den in chemischen Fabriken und Anlagen beschäftigten Mitgliedern, deren Lohn der höchste ist, geht es noch schlimmer; . denn hier ist Krankheit und Siechthum nach kurzer Zeit die Regel. So haben z. B. die Ortsvereine Staßfurt und Leopolds- hall, in der Lobnstatistik 18—30 M. Wochenverdienst verzeichnet; es giedt aber keinen Ortsverein, in dem die sanitären i Verhältnisse der Mitglieder übler wären, als gerade in diesem. I Die im Laufe der l isten Monate aufgenommene Arbeitsstatistik, ä2 I mit welcher zugleich Erhebungen über eine gan,e Anzahl die pe- J werdlich-wirths chaftliche und soziale Lage der Mitglieder beruh- »MM render Verhältnisse vorgenommen wurden, bestätigt diese Aus- fühcungen nicht allein, fie macht sogar das ohnehin nicht erfreuliche Bild häufig zu einem recht trüben. Bei einem mit veinlichster Genauigkeit berechneten Jahresverbrauch von 720 M. in einer aus 5 Köpfen bestehenden Familie in Königsberg beziffert fich das Gesa-vmteinkommen von Mann und Frau selten über 600 M. Die in der Statistik vorgedruckte Frage:„Wodurch wird das etwaige Deficit ge> deckt?" bea n twortet der Ortsvereint-Ausschuß wie folgt: theils duick Logisten(also Schlafstellenmicther) und derenVereinigung, theils durch Astermiether, d. h. wenn zwei Familien in einer Stube zusammen wohnen. In Rawitsch wird der Wochenlohn auf durchschnittlich 7 M. angegeben; der der Frauen auf 3 M. Tilstt und Jnsterdurg auf 9 M. und 8 M., und der Jahresverbrauch mit 576,48 M. Dos vorhandene Defizit wird, wie die Tilstt« Tadelle lakonisch sagt,„durch Einschränkung der Züchtung" gedeckt. Die Benchte aus Schlesien find im Allgemeinen nicht besser. Goldberg führt 9 M-, L'egniy 7—9 M., Stciegau 9 M., Görlitz 10 M., Sprottau 10 M., Breslau 7—12 M., Bunzlau 9—! 2, Waldenburg 12 M, Altwasser 9 M., Ratibor 12,50 M. als Durchschnittswochenlohn eines erwachsenen Fabrik- und Handarbesters an. Daß diese Angaben nicht etwa absichtlich zu nieorig bemessen find, ergiebt ein Vergleich mst den von de- hö-dlicher Seite ermstteltcn Lohnsätz.n. Eine geringer? Steigeruna erfahren die Löhne mit dem Foitschresten von Osten nach Westen und Rordwesten, z. B. in Sachsen, Brandenburg und in Thüringen. So haben Chemnitz 9-12 M., Zeitz 12-15 M.. Tcuchern 13-15 M., Brlterfelv 8-12 M, Gehlbera 15 M.. Merseburg 11 M. Gotha 12 M.. Rudolstadt 12«ER., Weißcnfels 9-12 M., Stralsund 10—12 ZU., Greikswald 12 M, Jeßnitz 10 M., Schönebeck-Salze 12 M., Oderrödlingen 16 M., Oldenburg 13 M., Linden-Hannover 12 M. als Durchschnittslohn verzeichnet. In Westkalm und Rheinland giebt Ueckendorf bei Gelsen« firchen 15-17 M.. Elberfeld 16,50:3R., Essen 18-20 M. als Wochenlohn an. (Nachdruck verboten.) � Der fliegende Hollander. Eine Seebad-Zdylle. Von Karl P r ö l l. (Schluß.) „Aber seine Traurigkeit schwand nicht und schließlich gestand er, da» peinlichste an der Sache sei, daß er, um dem guten Onkel noch die Augen zu schließe», in größter Erle von Genf abgereist sei, in Frankfurt die Todesnachricht empfing, hier seiner bedrängten Seele einige Rast gegönnt, daß ihm auf dieser schlecht vorbereiteten Tour jetzt da? Geld ausgegangen fei. Es handele fich freilich nur um lumpige hundert Thaler, aber auch diese fehlten ihm im Momente. Der Mann besaß die Kunst der überzeugenden Rede, der Steigerung und der Betäubung des gesunden Menschenverstandes, so daß er mich dahin brachte, wohin er wollte. Schüchtern bot ich ihm ein Darlehn auf kurze Zeit gegen Sicherung an. Er nahm sogleich ein Wechselblanquet aus seiner Brieftasche, brachte in das leere Speisezimmer Schreibzeug aus der MiethSfiube und ftagte nachlässig: Wie hoch soll ich das Akzept ausstellen? Nun, so viel als Sie s���utan brauchen und ich ihnen geben kann, entgegnete ich. Pah; sa�te er, so seltene Dienste muß man lohnen. Dann zählen Sie mir daneben die dreihundert Mark auf, wahrend ich hier 500 Mark eintrage, zahlbar am ersten des nächsten Monats. Diese echte Kavaliers- Großmuth rührte mich unendlich. Ich brachte mit zitternden Händen die schönen Dreihundertmark-Banknoten auS der Brieftasche und legte fie achtungsvollst hin. Mit ungeheurer Flinkheit hatte er bereit» den Wechsel auf 500 Mark fabrizirt, gab mir ihn in die Hand und steckte die drechundert Mark wie geringe Scheidemünzen in die Westentasche, nickte mit dem Kopfe und bemerkte flüchtig: Wenn Sie emmal etwas von � mir wünsche« sollten— Sie kennen ja jetzt meine Adresse. Dann ging er hinau» und war für mich auf Jahre ver- Süd-Deutschland ist in unserer Statistik schwach vertr, tm, weil der Gewerkoerein dort nur wenige Ortsvereine besitzt. Mannheim giebt 18 M., Geifingcn 14 M. als Durch» scynittslohn an. Bedeutung gewinnen alle diese Zahlenangaben aber erst dann, wenn ihnen die Summen entgegengestellt werden, die zur Lebenshaltung des Arbeiters in den betreffenden Orten erforderlich find, und da zeigt fich dann, daß die Preise für die nothwcndigsten Levensmittel, für Kleidung und Wohnung mit diesen höheren Lohnsätzen sehr guten Schritt zu halten wissen. Es berechnet z. B. Ueckendorf den Jahresverbrauch mit 1301 M. für eine Familie von 5 Gliedem und es ist nachdem ausgefüllten Preisverzeichniß von Brot, Zcrealien und Fleisch diese Ausgabe erforderlich. Da aber im besten Falle der Familienvater nur 900 M. im Jahre verdient, so muffen ent- weder Frauen und Kinder durch Etwerb den Ausfall zu decken suchen, oder es wird, wie der Ottsausschuß verbissen hinzusetzt, das Mobiliar, wenn solches vorhanden, vom Gettchtsvollzieher ��Auch die moderne Steuergesetzgebung mit ihrer Belastung der nothwendigsten Lebensbedürfnisse wirst ettchwerend auf die Existe z des vcrkeiratheten Arbeiters ein, dessen indirekte Ab- gaben an den Staat mit jeder Vermehrung seiner Familie un- verhältnißmäßig steigen, während seine Leistungsfähigkeit bei dem stc tig wachsenden Maschinenbetrieb jüngeren, unverheirathe- ten Kräften gegenüber, die mit derselben sehr bald erworbenen Handfettigkeit ausgerüstet find, nicht �erheblicher Steigerung fähig ist."_ ßokales. Die Arbeiter find eine Macht, mit der man rechnen muß; das wessen fie alle, die klugen Herren, mögen fie politische Pattcibezeichnungen führen, welche fie wollen. Sie überbieten fich zeitweise förmlich darin, ihr Wohlwollen für den armen Mann, für den kleinen Mann, für dm Erwerbsthätigen, und wie die verschiedenen Bezeichnungen für den Arbetterstand noch lauten mögen, zu dethätigcn. Daß dies Wohlwollen fich de- sonders zur Wahlzeit geltend macht, ist doch kein Zufall und namentlich die bevorstehenden Landtagswahlen, denen besonders unsere Berliner Arbeiter keinen rechten Geschmack abgewinnen können, gebm vielen Leuten wieder Veranlassung, ihr ardeiter- fteundliches Licht leuchten zu lassen. Wir haben wohl nicht nöthig, die Berliner Arbeiter über die zweckmäßigste Art ihres Verhaltens in solchen Fällen zu belehren; wenn wir überhaupt dies Thema berühtten, so geschah es, um eine desondere Erscheinung der Berliner Arbeiterfreundlichkeit zu besprechen. Es macht nämlich den Eindruck, als ob in gewissen Kreisen der städtischen Verwaltung von Zeit zu Zeit die Interessen der Arbeiter detont werden, wenn man wegen anderer ausreichender Gründe für einm bestimmten Entschluß in Verlegenheit ist. Wir wollen hier nur daran erinnern, daß der folgenschwere Beschluß der Stadtoerwaltung, dm Anschluß der lustvergiftenden Anilinfabrik am Lodmüdlmwege an die Berliner Kanalisation zu genehmigen, damit begründet wurde, daß man auf das Interesse der in jener Fabrik beschäftigten Arbeiter hinwies, die brotlos werden wür- den, wenn die Fabrik doct eingehe. Diese Auffassung war ganz gewiß unzutreffend, denn die Unternehmer hätten die Fadttk höchstens von dott verlegt, an ein« and«en Stelle neu errichtet und dort nicht einen Arbeit« weniger beschäftigt. Jener Beschluß der Stadtverwaltung, dcr jetzt bekanntlich eine Erwei- terung der Fabrik, n enn auch indirekt, zur Folge hat. und damit den ganzen Südostm der Stadt jenem erstickenden Qualm aussetzt, unter dem selbst die Vegetation in der dottigen Gegend leidet, ist also mit den angeblichen Interessen der Arbeiter de- gründet wordm. Etwas nickt minder Interessantes aber war kürzlich in einiizm biefigen Manchesterblättern zu lesen. Mit dem Tone tiefiten Bedauerns und einigen Mitleidens wurde da auf die Stellung der Laternen- Anstecket bingewiesen, die durch das Umfichgreifen der Elektiizitätsbeleucktung gefährdet sei. Od die Sache wüllich so schlimm ist, wissen wir nicht. Wir haben bisher noch überall, wo die Straßen elektttsch de- leuchtet wcrden, auch neben den elettttschm Lampen noch die Gaslaternen stebm sehen, und wenn jene»«löschen, treten diese in Funktion. Daß also die Lat«nenanzünd« entbehrlich werden könnten, ist für die nächste Zeit wmigstens nicht wahrscheinlich Ab« woher, so fragt man stck, plötzlich dieses rege Interesse für den Laternenanzünder? Man ettnn«e fich doch nur der Haltung der Mehrheit in der Stadtoerordneten-Versammlung, als für diese Laternenanzünder ein höheres Gehalt gefordert wurde! Sollten schwunden; und die dreihund«t Mark gleichfalls.... Die Adresse war falsch gewesen, das Gut cxistitte gar nicht und Alles, was er erzählt, erwies sich als erfunden und er- logen." John Müll«S Gesicht zeigte eine tiefe SchmerzenS- falte, in die man ein Dutzend Angstbriefe und Gerichts- Protokolle hätte hineinversenken könnm. Doch bald glättete sich dieselbe wieder und das ruhige Behagen trat wied« hervor. Richard Weitfeld, dm die Geschichte einigermaßen amüsirte, bemerkte mit einem spöttischen Seitenblicke: „Nun, hören Sie, so wäre ich doch nicht hin eingefallen. Und nach dem Denkzettel haben Sie sich nochmals von diesem erwerbsmäßigen Schwindler anpumpen lasse«. Un- glaublich!" Lebhaft entgegnete John Müllrr:„Urtheilen Sie nur nicht so obenhin. Sie können fteilich nicht hineinfallen, weil Sie keine dreihundett Mark überflüssig haben. Allein Hochmuth kommt vor dem Falle und schlechte Spekulation nach dem Falle. Sie wissm gar nicht, wie man sich in einem ftemden Neste unter langstieligen Gesellen geehrt und gehoben fühlt, wenn eine vornehm ausschauende, etwas mysteriöse Persönlichkeit uns mit einer verstauten Ansprache beehrt. Das ist wie der Blick der Klapperschlange. Man fühlt sich wie gefesselt und begeht die größtm Dummheiten, obschon eS uns an den Kragen gebt. Das zweitemal glaubte ich schlauer zu fem. Ab« der verdammte flregende Holländer hat mich doch übertrumpft." „Nun, wie stellte er das an?" „Hören Sie. Vor zehn Jahren kam ich zum«stenmal in dieses Badeörtchen, das die Philister bald in einen Enten- und Gänse-Pfuhl w«den»«wandelt haben. Ich war stets betriebsam und suchte meinen Geschäfts- und Kundenkreis auszudehnen. Da kam mir plötzlich der Einfall, daß im Beginn ein« Seekrankheit der richttge psychologische Moment sei, um die Leute für eine LebenSversich«ung zu presse». Da lehnen sie fich noch üb« die Bordwand hinaus hinter dieser plötzlichen Laternenanzünd«- Freundlichkeit nicht doch ganz andere Gründe stecken? Nun möchten wir auf eine von uns kürzlich gebrachte Mittheilung verweisen über den Vor rag eines Herrn Ingenieur Bering«, d« bei Gelegenheit der dies-- jährigen Versammlung deutscher Ingenieure in Breslau auf den Widerstand hinwies, den allerorten die Gasanstalten der elekttischen Beleuchtung entgeg«. bringen. Von oiesem Gesichtspunkte aus betrachtet, erscheint die Sache in einem ganz anderen und vermuthlich in dem allein ttchtigen Lichte: Es handelt fich ganz und gar nicht um die Laternenanzünder, es bandelt sich lediglich darum, Stimmung zu machen gegen die eleltttsche Be« leuchtung. Oder will man denn Jemanden glauben machen, es wäre in einem Gemeinwesen, wie dem der Stadt Bertin, nicht möglich, einige hundert Latemenanzünd« anderweit zu plaziren? So weit man dies äußerlich ds- urtheilen kann, brauchen die elektrischen Lampen sogar eine sehr sorgfältige Bedienung und es ist fraglich, ob fie nicht ein ebenso großes Bedienungspersonal beanspruchen, wie die Gas- lat«nen. Doch, wozu alle diese Erörterungen? Mit einem Work, die Latcrnenanzünd«-Freundlichkeit ist ziemlich durchfichtig. Gewiß soll für die Leute gesorgt wttden, wenn ihre Tbätigkeit geringer wird durch eine V«ändening der bisherigen Beleuchtungsatt. Ab« wir fürchtm nur, diese Frage hat ven Herren an d« leitenden Stelle noch keine Schmerzen verursacht. Was aus der Sorge um die Laternenanzünd« spttcht, das find Be- fürchtungen ganz and«« Leute, die fich sonderbar genug aus- nehmen würden, wenn fie einmal die Scheiben einer Gas- latetne putzen, oder im Geschwindscktttt mit der langen Stock« lampe ein Revier Gaslaternen anzünden sollten! Nein, ver- ehrte Herren, auf diese Att von Arbeitcrfreundlichkeit fällt in Berlin niemand rein, denn sie soll nur dazu dienen, die gutbe« zahlten Stellungen and«« Leute zu" sichern, und diese mögen doch ja nicht glauben, daß solche fteundlicke Reden den Ar- beiter so weit verblenden können, den dahinterliegendcn nackten Egoismus nicht sofott zu«kennen. Die chinestsck» Abtheilung de» Ueichs-Postmuseum« hat in jüngster Zeit eine demerkenswerthe Bereicherung in Gestalt eines— Hochzeitstraasessels erhalten. Durch Aufnahme eines derartigen Gegenstandes, welcher sicherlich manche boff- nungsfreudige Angehörige des schönen Geschlechtes zum Besuche des Museums veranlassen dürste, ist d« Begriff„Verkehrs- wesen" aufs weiteste ausgedehnt worden. Die detreffende Sänfte ist ein hervorragendes Kunstwerk. Etwa 2,50 Meter hoch und 1 Meter breit, ist fie von oben bis unten in durchbrochener Holzschnitzerei ausgefühtt und reich vergoldet. Ihr malerischer Reiz wird erhöht durch die rothe Färbung d« Grundflächen und Tiefen, sowie durch verschiedene, in die Seitenwandungen eingelassene Füllungen mit figuralen Darstellungen, deren handelnde Personen aus bemalt« Terrakotta hergestellt find. Ohne Zweifel haben die Schilderungen auf die religiösen und profanen Hochzeitsgebräuche d« Anhänger des Confucius Bezug. In der reichen, prunkvollen Ausführung«» innert dieser Hochzeitstragsessel an die goldstrotzenden Staatskarossen der Barak- und Rokoko-Zeit. Man kann mit Reckt behaupten, so schreibt die„Voss. Zeitung", daß das Postmuseum einzig in seiner Art dasteht. Dasselbe liefest in großen Zügen ein Bild von der historischen Entwicke- lung des Verkehrswesens, wie dasselbe in ähnlich« Anschaulich« keit nicht aus den umfangreichsten Büchern zu gewinnen ist. Ab« nicht allein für den Postmann und seine Freunde ist die Beficktigung der Sammlungen lehrreich und werthvoll, sondern auch für den Architekten. Selbst das Museum für Baukunst in der Technischen Hochschule zu Charlottenburg kann fich nicht rühmen, eine so dedeutende Anzahl vorzüglich ausgeführt« Mo- belle von Gebäuden zu besitzen, als das Postmuseum. Nicht we- nig« als 70 Post- und Telegraphengebäude, welche seit dem Jahre 1870 im Reichspostgebiete erbaut find, werden in solchen, im Maßstabe 1: 50 hergestellten Gipsmodellen vorgefühtt. In großen Mappen liegen die bautechnischen Zeichnungen und Photographien von 180 älteren und neueren Posthäusern als Ergänzung daneben. Wer mit den baulichen Verhältnissen der v«schiedenen Städte des deutschen Postgebiets verkaut ist, wird finden, daß die von Dr. Stephan seiner Zeit im Reichstage gegen Reichensperger gerichtete Bemerkung: die Post suche fich mit ihren Neubauten dem in jed« Stadt herrschenden Stil- charakt« anzupassen, mit entschiedenem Glück befolgt worden ist. Unt« Zugrundelegung dieser Richtschnur fügen fich dement- sprechend unsere Postneubauten in den allgemeinen architettoni- schen Rahmen unser« Städte ein. Es find Monumentalbauten, welche den öffentlichen Geschmack veredeln helfen. Da« Stadtmisstansha«», die Zentralstelle d« chttstlich- und denken bei erschütttetem Eingeweide an die Lieben in der Ferne. Wenn sie einmal in den Kajüten wie nasse und schlappe Segelleinwand daliegen und eine Art General- probe des Verendens durchmachen, da ist fteilich nichts mehr zu holen. Meine erste Probe beseitigte diese Ansicht. Ich fuhr mit einer größeren Gesellschaft von Swine- münde auf dem Dampfer fort. Ein dicker Bierbrauer aus dem südlichen Deutschland fühlte sich von dem Wass«schaukeln bald unwohl. Statt des Beichtvat«S trat ich zu ihm heran und mahnte ihn an feine Pflicht gegenüber d« verlassenen Familie und versprach, AlleS billigst zu besorgen. Er ging auf Alles ei» und wurde von Minute zu Minute bleicher und mittheiksamer mit Dingen, welche der Mensch nicht im Mund behalten kann... Hier ist eine Haltestation dieser Dampferlinie. Der unglückliche Brauer hatte nur eine Idee r Land! Land! Ich unt«stützte seinen Vorsatz, damit er mir bei der Wiedergenesung auf dem Meere nicht abspringe. Wir lassen unS beide an das Ufer setzen und quattiren uns brüd«Iich nebeneinander ein. Noch am Abend hatte er eine von mir int«imistisch auSgef«tigte VersicherungSstipulation und ich die erste Assekuranzrate. Die Hände in der Tasche und fröhlich pfeifend gehe ich zum Strande hinaus, da taucht hinter einer Düne, auf welcher der Windhafer hin und herflatt«te— der fliegende Holländer auf. Ich stürze auf ihn zu, aber die Erscheinung verschwindet und ich glaube dann selber, daß nur mein lebhaftes Blut mir dessen Bild vorgegaukelt. Doch, wer beschreibt mein Erstaunen, als er nächsten Tag beim Frückstück auf mich zukommt, mich fteundlich begrüßt und mir sagt, er hätte eine kleine Vergeßlichkeit gut zu machen. Er meine die fünfhund«t Mark. Ich wußte nicht, sollte ich den Erzürnten oder V«- söhnten spielen, glauben od« zweifeln. Er ab« fuhr fort: Bleiben Sie nur noch zwei Tage hi« und Alles soll in Ordnung gebracht werden. Sie sollen dann Ihr Geld mit den Verzugszinsen haben. sozialen Humanität, von welcher das sündige Berlin zu den Grundsäeen des Herrn Stöcker und Genossen bekehrt werden soll, diente bekanntlich ehemals einem sebr fröhlichen Zwecke. Hier befand fich Callenbach'S Vaudeville-Theater, früher eine Pflanzstätte des echten Berliner Humors, als derselbe noch nicht von dem unduldsamen Piettsmus der Stöckerei und Muckerei «ngekränkelt war. Diese Bühne, ebenso beliebt wie besucht, konnte späterhin nickt der Konkurrenz Stand hallen, welche von dem Belle Alliance- Theater bei der stets zunehmenden künst- kerischen Vervollkommnung desselben geboten wurde. Die Stöckerianer, die fich finanziell und politisch schliesslich immer stärker fühlten, waren in der angenehmen Lage, das Theater für 240 OCO M. in ihren Befitz zu bringen, um es dann— od mit Gewinn oder nicht wollen wir dahingestellt sein lass.n— der Berliner Stadtmisfion weiter zu verkaufen. Diese erward dazu noch das Grundstück Johannistisch 6, wo fich augeblicklich das christlich. soziale Hospiz befindet. Auf diesem Komplex nun betreibt die Stadtmisston ihre fromme Industrie, deren Zweck es ist, aus der Fabrikation von Zigarren und Tabaken Kapital für die Bc- kehrung des freistnnigen Babels an der Spree zu erzielen. Es werden hier je nach Bedarf bis zu 35 Arbeiter beschäftigt, von denen ein Jeder bei seinem Eintritt in das Arbeitsverhältniss eine„Fadrikordnung" zu unterzeichnen hat. Einzelne Be- stimmungen derselben find derart harte, daß die freien Bewe- gungen des Individuums gänzlich aufhören. Vorschüsse werden unter keinen Umständen bewilligt; wer bei seinem Einttitt nicht so viel bestyt, um eine Woche und noch länger leben zu können, mag fich helfen wie er kann. Befitzt er noch Weitbgegenstände, so wandern diese zum Pfandleiher, find nur noch Belleidungs» t-ücke da, so werden diese verkauft zu jedem Preise. Unter den Bestimmungen, welche den Arbeitem aufgehalst werden, ver« dienen noch die folgenden mitgetheilt zu werden: Kein Arbeiter hat das Recht, im Laufe des Tages die Arbeit ein« zustellen; dasselbe steht aber sehr wohl der Stadtmisfion als Ar» deitgeberin zu. Diese weiss zudem noch ein unerwartetes Aus- treten des Ardeiters aus dem Verhältniss unmöglich zu machen, invem die Arbeitswoche z var stets von Sonnabend zu Sonn- abend gerechnet, der Lohn dafür aber erst den nächsten Montag Abends i8 Ubr ausgezahlt wird! So bleibt der ganze Wochen« verdienst gewiffermassen als Kaution stehen, um den Arbeiter zu zwingen, dass er ja wieder am Montag sein Tagewerk auf- nimmt. Dass diese Bestimmung sebr hart auf ihm lastet, braucht kaum hervorgehoben zu werden. Vor allem wird ihm seine ganze Sonntagsfreude, an welcher dock sonst den frommen Herren von der Stadtmisfion so viel liegt, verdorben. Die Frauen der oerheiratheten Arbeiter können nicht einkaufen, es ist kein Geld dazu da, der Sonntag wird ihnen derart zum Werk- tag erniedrigt. Man steht hieraus von neuem, welcher Art die „Humanität" der Stadtmisfion ist. Die Geleivuermehrung der Kerlin- Potsdamer Giseubahn wird sehr lebhaft gefördert. Hinter Station Sieglitz, wo der Bahndamm aufgetragen werden muss, weil die Traze dort über sumpfige Wiese führt, sind in kurzer Zeit ganz erstaunliche Fortschlitte in den Arbeiten gemacht worden. Die sandigen Terrainwellen bei Fciedenau. welche die Bahn durch- schneidet und welche dem Reisenden so jäh die Möglichkeiten nehmen, seinen Blick nach den stilvollen Bauten des hübschen Vorortes zu richte», werden abgetragen und das hierbei ge- wonnene Erdreich in Sonderzügen nach denjenigen Puntten der Bahnlinie geführt, wo zur Herstellung der Bahndamm- Ver- dreiterung Auftrag erforderlich ist. Ueberrascht wird das Auge des Reisenden, der in dem Glauben lebt, dass die Mark eine grosse Streusandbüchse sei, durch die starke Lchmschicht, welche bei der Erweiterung des Bahneinschnlltes bei Friedenau zu Tage kommt. An dieser Bahn geht man übrigens jetzt endlich daran, das Aussehen der allen Stationsgebäude zu verschönern. Zur Zeit ist Station Wildpark an der Reihe. Demnächst dürfte Bahnhof Werder zeitgemäß gestallet werden, welcher einen geradezu kläglichen Eindruck macht. Dort werden am Statiovs- gedäude, das mit dem Güterschuppen zusammenhängt, Abends nicht einmal sämmtliche Laternen angesteckt. Spötter sagen, dies unterbleibe, damit die Dürftigkeit des Bahnhofsgebäudes wenigstens Abends für Vorbeifahrende nicht erkennbar sei. So- weit erstreckt sich die Mangelhaftigkeit des Werderschen Bahn- Hofes, dass man dort das Trinkwasser in einer Tonne mit Hahn aufbewahrt, welche auf dem dürstig mll Ziegeln verlleideten Erdreich hinter dem Prellbock am Endpuntte des zur Lade- rampe führenden Güt-.raeleises liegt. Am Bahnhofsbrunnen steht die Inschrift: Kein Trinkwasser! Ei» wahres Kabinetsstück unbewußter Komik dringt die„Fürstenberger Zeitung". Am iß. v. M. kam nämlich die Kaiserin mll ihren vier Söhnen durch Fürslenderg an der Ober. Glücklicherweise mußte der Zug dort neun Minuten halten, um Waffer einzugießen. Nach einer viel versprechenden Einleitung wird dieser große geschichtliche Moment geschlldert wie folgt:„Während des Aufenthalles basten die Fürstenberger das liebliche Blld, die vier kaiserlichen Prinzen am Waggonfenster zu sehen. Der älteste, Kronprinz Wilhelm, machte bei seiner Kindlichkeit doch schon den Eindruck, daß er etwas von seiner künftigen Aufgabe weiss; in dem Ausdruck seiner Augen liegt etwas von dem Weitblick und dem Ernst seines kaiserlichen Vaters(KB. sechs Jahr alt!) Lieblich sah der jüngste der vier Prinzen aus mit seinem krischen runden Geficht; es machte ihm Vergnügen, seine lstase am Fenster platt zu drücken, die beiden Ich hatte mich indeß gefaßt und sagte: Mir genügen die dreihundert Mark, auf alle» Andere verzichte ich. Die will und muß ich aber haben. Diesmal werden Sie mir kein hinterpommerischeS Gut vorspiegeln. O, man wird gewitzigt. Mit würdevoller Ruhe erwiderte er: Seien sie doch unbesorgt; ,Sie haben mein Wort, in zwei Tagen ist Alles in Ordnung. Gut, erklärte ich, so lange warte ich auch hier; bin ich bis dahin nicht befriedigt, so ergreife ich meine Rechts- mittel. Er zuckte nur leicht mit den Achseln und brachte mir in dem schon gehörten halbver traulichen Tone folgendes zur Kenntniß:„Wenn diese Bagatelle mein einziger Kum- mer wäre, wie froh könnte ich sein. Aber mich drückt Schwereres. Zn der nächsten Stunde will ich Sie meiner Braut, ja eigentlich meiner heimlich vermählten Frau vorstellen, die ich hierher in diese Einsamkeit geflüchtet habe. Meine Fa- milie zürnt mir, weil ich ihrer Aufforderung, eine reiche Partie abzuschließen, die schon feststand, nicht Gehör gegeben. DaS Schlimmste weiß mein Vater, der jetzt in Potsdam lebt, noch gar nicht, nämlich, daß ich und Henriette in legi- timer Weise auf ewig verbunden sind. Edler Freund, da Sie mir schon einmal einen großen Dienst geleistet, ich er- hüte mir einen noch schwerwiegenderen. Ich muß die Sache zur Entscheidung bringen. Heute reise ich noch zu meinem Vater, um ihm alles zu bekennen und seine Verzeihung, seinen Segen zu erlangen. Zch laffe Henriette unter Ihrer Obhut zurück. Schützen Sie mir daS theure Geschöpf, seien Sie hilfreich Ihrer Schwäche. Zn achtundvierzig Stunden bin ich mit dem nöthigen Baargeld und mit dem Segen des VaterS zurück, und dann ist alles, alles in schönster Ord- nung.— Während ich verdutzt diesen Auseinandersetzungen folge, kommt eine flmke, etwas auffallend gekleidete Dame herangesprungen, deren lebenssprühende Augen und ganze Haltung durchaus nichts von Schwäche verriethen. Mit «twas theatralischen Geberden wirst sie sich dem fliegenden mittlem hatten ebenfalls ihren Zeitvertreib daran, zu den Fürsten- dergern hinzusehen. Das Bild der vier Kinder erinnerte in seiner Friedlichkell an Psalm 128:„Wohl dem, der dm Herrn fürchtet und auf seinen Wegen gehet. Du wirst dich nähren von deiner Hände Arbeit, wohl dir, du hast es gut." Herr Thiclmberg hatte als Stadtoater dafür gesorgt, daß das Hunah beim Einlaufen des Zuges gleichmäßig erscholl und Herr Äabelmann hatte mll seiner kräftigen Stimme die Ausführung desselben geleitet. Hierbei leider hatte fich ein anaetrunkener Mann mit einem Zigarrenstummel im Munde dicht an dm Waggon herangedrängt und fuhr mehrmals mll seinen Fingern an die Fensterscheibe, an welcher die Prinzen standen. Es ist empörmd, dass ein Christ so seine Ehre in den Staub tritt und dadurch eine ganze Schaar von festlich gestimmten Leuten mll bloßstellt. So mischt fich in jede Freude leicht ein Gedanke an die Fehler unserer Zeit, die abgelegt werden müssen. Das Abschieds Hurrah, stcher gelellet, ertönte. Für den Bahnmeister und die Bahnhofsdeamtm in ihren verschiedenm Obliegm« heitm war's eine hohe Ehre, der Kaiserin zu Dienst sein zu können." Do« de« Mvstk-Aufführuugr«, die von Zeit zu Zell in dm Hellanstalten für Geisteskranke, besonders in der Dall- dorfer Anstatt und in der Neuen Charitee stattfinden, herrscht vielfach im Publikum die nicht ganz zutteffmde Auffassung, dass diese Aufführungen zm Unterhaltung und Erhellerung der Kranken dienen. Diese Auffassung ist aber nur zu einem ge- ringen Theile zutreffmd. Ein nicht kleiner Theil der Geistes« kranken, die sogenannten Gemüthskrankm(eine Bezeichnung, welche die Aerzte gar nickt gelten lassen, die aber doch im Publikum gebräuchlich und auch verständlich ist) werden von der Thellnahme an den mufikalischen Untelhaltungm ausge« schloffen, da diese aufregend und deshalb schädlich auf solche Kranken wirken. Dagegm bieten diese Mufik-Auffübmngen für den Arzt ein sehr werthvolles Mittel, um aus den Wirkungen, welche dieselben aus dm Kranken hervorbringen, Studien und Fest- stellungen über die Art seiner Erkrankung zu machen. So befindet fich in Dalldorf ein junger Mann, der fich zum Sänger ausblldm wollte und dem von Sachverständigen eine grosse Zukunft vor- ausgesagt wurde. Infolge einer heftigen Gemüthsbewegung erkrankte der junge Mann an Aphasie, eine Geistesschwäche, die fich in dem Vergessen einzelner, ganz bekannter Worte äußerte. Bei Gelegenheit der Vorbereitungen zu einer Mufikaufführung fiel es allgemein auf, dass der junge Mann ausser Stande war, die ihm voraespiellen Mustkstücke singend richtig wiederzugeben, die meisten Töne sang er falsch oder mindestens unrein, erklärte dies auch selbst zu hören und gab bald alle weiteren Gesangs- versuche von selbst auf. Die Aerzte fanden das Gehör. wie das Stimmenorgan äußerlich völlig intakt und fiad deshalb zu dem Schlüsse gekommen, dass die Unfähigkell des Kranken, der völlig korrett Klavier spiett, mit der Aphafie zusammmhängt. Von dieser weiß man aber, dass fie durch Läbmunz eines de- stimmten Theils der Grosshirnrinde herbeigeführt wird. Der Fall hat Veranlassung gegeben, auch in anderen Fällm von Aphafie die Kranken darauf hin zu prüfen, od fich diese Krank- Heft auch bei ihnen in der Unfähigkeit, einen gegebenen Ton richtig wiederzufingen, bemerkbar macht. perhaftungen. Am Mittwoch Abend wurdm folgende sechs Herren einzeln in ihren Wehnungen verhaftet: Tapezirer Kann, Maurer Schulz, Schuhmacher Bmnsch und die Tischler Volkmann, Lau und Brödenfeld. Am Donnerstag Morgen traf das- selbe Schicksal noch die Tischler Kuhn und Langenfeld. Bis jetzt ist von dm Verhakt tm keiner wieder auf freien Fuss gesetzt. Mit Ausnahme von Kuhn und Langmfeld find die übrigen verhafteten sechs Arbeiter dieselben, die f. Z. in dem Restaurant Manteuffel« strasse 34 fistirt wurden. Es wird vermuthet, dass von irgend einer Seite eine Denunziation vorliegt, die wieder einmal einen „Gtheimbundsprozess" heraufführen möchte. Do« der Kpandaorr Gewehrsabrik schreibt der „Anz. f. d. Havel!.":„Gestern wurde auf der Gewehrfabrik wieder ca. 200 Ardeitern gekündigt. Im Hinblick auf den bevor- stehenden Winter ist diese Maßregel äusserst bedauerlich, zumal da fich unter dm Betroffenen viele Familienväter befinden, denen es schwer werden wird, hier am Ott während der kalten Jahreszeit Beschäftigung zu erlangen." Gl» Mieths streit wurde am Mlltwoch Vor- mlltag in einem Hause ver Reichenbergerstrasse gefübtt, der fich noch aus der Straße fortsetzte. Ein dott wohnhast gewesener Fabrikant war bereits im'September ausgezogen, hatte aber vi: Schlüssel zur Wohnung an fich behalten, und fand fich, da die Womuna mehr als fünf Zimmer umfaßte, am Mittwoch ein, um die Schlüssel dem Wirth abzuliefern. Sehr mttüstet aber wurde er, als er seine Wohnung bereits in allen Theilen von seinem Miethsnachfolger in B-fiy genommen fand, und als er sein Recht, die Räume thellweise noch bis 12 Uhr Mittags zu benutzen, mit Gewalt geltend machen wollte, warf der neue Miether den Störenfried kurzer Hand zum Hause hinaus. Dieser kehrte nach kurzer Z-tt mit einigen Arbeitem zurück und verübte, da er keinen Einlaß fand, so gewaltigen Lärm, dass der Befitzer des Hauses zur Polizei schickte. Der herbeigerufene Po» lizellieutenant ließ ficb aus eine Eröttemng der verwickettm Rechtsfrage, ob der frühere Miether noch nach seinem Auszuge die leeren Räume bis 12 Uhr Mittags denutzen könne, nicht ein, verwils derselben mit diesem Ankoruche vielmehr an das Ge- richt und ihn selbst zur Ruhe. Unter diesen Umständen ver- Holländer an die Brust und ruft pathetisch: Arthur, muß eS fein? Za, Henriette, seufzt er, eS muß sein. Ich übergebe Dich dem Schutze dieses erprobten Freundes während der kurzen Zell meiner Abwesenheit. Er wird Deine irdische Vorsehung sein, darüber wachen, daß eS Dir an nichts gebricht. Mir gefiel die Kleine, welche, indeß sie noch eine Thränenspur bedächtig trocknete, mich mit den fun- kelnden Augen freundlich anblickte. Ich sah die Welt bereits durch den Schleier eines mich nur selten und flüchtig be- suchenden Gefühles. Mein Herz schien wie eine Pauke, auf dem der Schlägel lustig herumwirbett, so daß mir das ruhige Hören verging. O! daß die Pauke so bald ein Loch bekommen sollte. Ein Reisewagen fuhr vor, der Arthur zur nächsten Eisenbahnstation bringen sollte. Als der Wagen schon im Zug war, rief der fliegende Holländer mit sonderbarer Betonung zurück: Henriette, wenn irgend eine Kleinigkeit im Hotel vergessen sein sollte, so wird sie Herr Müller schon rangiren. Mich übersiel eine böse Ahnung, die selbst nicht wich, als Henriette sich jetzt an meine Arme hängte und übermüthig rief: Nun lustig, Onkelchen. Was soll ich viel weiter erzählen, da Sie als scharf- sinniger Schriftmensch den Ausgang wahrscheinlich voraus- sehen. Arthur kam nicht nach zwer, mcht nach acht Tagen zurück. Henriette ertrug dieses Fernbleiben des Geliebten mit Heroismus und zeigte ihre Verzweiflung nur dadurch, daß sie an der Table d'höte vom vierten Tage an eine ganze Flasche Champagner statt einer halben trank, mich in alle Verkaufsbuden des Badeortes hineinzerrte und mir immer neue Tribute auferlegte, um ihren Trennungsschmerz einiger- maßen zu lindern. Nach acht Tagen hatte ich die Sache satt und war nun völlig klar, wie grenzenlos ich mich blamirt hatte. Henriette geberdete sich vor dem Badepublikum, als wenn wir in den verwandtschaftlichste» Beziehungen ständen, und weigette der alle Miether die Zurückgabe_____ Sache wird also wohl noch die Gerichte beschäftigen. der Schlüssel. AHerr Wai Herr Verf Gin zeitgemäßer Wink, uns vor Erkältung zu schützttSelassen h Da der Herbst jetzt mll feinen feuchten Tagen heranrückt, ist iloern, nur rathsam, die Sohlen von Ltiefeln und Schuhen vor dem Evtbmten nii dringen der Feuchtigkeit zu schützen. Tränst man die SohW�mack. J mit Steinkohlentheeröl so lange, wie fie noch davon auffemzetttche Plert so wird man einen sicheren Schutz gegen die Nässe und eiaftswen weit grössere Haltbarkeit erzielen. Für kalte Füße möge de das in jeder Droguenhandluna zu badende Holzmehl(die allerg°"eilleb feinste Sorte von Sägespänen) verwenden. Man schüttet dit�izend in geringer Quantität in die Fußbekleidung und erneuert»Der Rent täglich; die Füße werden dadurch trockener und wärmer bleib�derretcht als bei Einlagesohlen.«aä Verip Di» Friedrich»- Krücke war gestern Nachmittag in T fünften Stunde der Schauplatz einer ganz eigenartigen SWiss den Hc Um die besagte Zell nämlich schwang fich ein dem ArbÄ durch sei» stände angehöriger. ungefähr 40 Jahre alter Mann über»-.'«Uchte eröffr Btückengeländer" und stürzte fich in die Spree. Zum mcht i deswegen des Flusses statonirt ist und destieg dasselbe, um'mit de'ndo? befindlichen Arbeitern Grüße auszutauschen. Die Arbeiter wai � m.»«, ringen Erstaunen der anfangs ganz entsetzten Zuschauer schwa» der Arbeiter aber dem Baggerschiff zu. welches dott inmiü 1»%%' viii.iv-.uji.i wiuBt uu»iuiauiuien. tre»roeucr wai rn.R' aber weniger kameradschaftlich gesinnt. Sie packten den Sckwim nI künstler in ein Boot und ruderten ihn an das Land, wosel n?X-r?! er unter einem grossen Zulauf der Menge von einem" n mann in Ewpiang genommen wurde, um behufs F seiner Persönlichkell zur Wache gebracht zu werden. Ein» schreckliche N/r stumm luug seiner linken HS � dies erlitt gestern der in der Oranienstrasse beschäftigte Schläu geselle St. Als derselbe damit beschäftigt war, in der Räue kammer Würste abzunehmen, fiel der Stuhl, auf welchen er gestellt, plötzlich um. In dem Momente ver Gefahr griff unwillküilich nach einem Haltevuntte. Hierbei erfaßte er unglücklicherweise einen in die Wand eingelassenen spi Fleischhaken, welchen er fich mit solcher Vehemenz in die H fTn.+in otttrfA Srtf» or fRrmltcft f.» t2, Tyrkow-kp Herr Labo aber sonst stand das Mann befi üblichen T Barna un> fläche einriß, dass er förmlich festgenagelt, so lange daran häng und gründet ein Blatt, den„VockSfteund", wer weiß wie viele„erhabene" Aufgaben der erziehung" und„Volksveredlung" lösen soll, so wie nc verschleudei Fuhrwerl und es erlin zu andelssta Weise zugi Dieses, soi die Aufme theilte dem Stubenmädchen des Hotels unter dem Siegel Verschwiegenheit mit, daß sie endlich den richtigen Braust! bekommen— ein Siegel, das natürlich von allen" wurde. Um ihrer endlich ledig zu werden, mußte ich fill Wache füt noch daS Reisegeld bis Berlin erlegen, hatte im H/ zeigt word für das edle Paar fünf Wochen Logis, Kost, Gett� waren fie und Diverses zu zahlen, so daß ich beinahe völlig cu� säckelt war. als �"ler Später erfuhr ich, daß Henriette eine Berliner(# � sonettensängerin gewesen und im Sommer Gastrolle« gcho Seebädern giebt. Handlung Und Arthur?. klagte stan O! fliegender Holländer, der mich gelehrt, alle i»' aber am 1 Gefühle in die Schanze zu schlagen. Du bist»Burlage i noch viel, sehr viel schuldig. Aber Du hast mich t Men au Manne gereift, der niemandem mehr auf den Leint I gangen ist, und so warst Du auch das Werkzeug einer M Marien@ ten Fügung! Pfiichtverc John Müller legte auf ein Moment die Hände" bald sta zusammen und zwinkerte wieder mll den Augen. ein Niemandem mehr auf den Leim? äußerte R» zweifelnd. Za, wenn Sie das beweisen kön« Wer ein solches Talent zeigt, fich anführe« zu l« der wird sich nicht von dessen Berhätigung abhalte« l" War das wirklich Zhr letztes Erlebviß— die braut? Etwas ärgerlich entgegnete Zohn Müller: gleich vom Dache herabfällt, der spart sich die 2«' zum stufenweise« Purzeln. Ich bin vom Dach 9«' und habe dann nie mehr um eine Stufe mein i zu den Menschen erhöht. Deshalb bin ich auch geworden und geblieben. Lernen Sie das erst, Freund! Ja, Ihre Beweisführung überzeugt mich, Richard Weitfeld. Gehen wir zum Abendbrot. mag der fliegende Holländer wohl jetzt anpumpe«? noch. Rechte ss «k s? Der Gedi __ föimlich StKs mehrerer> von seiner hafte Ope und ein Daumen wie der Ii attige B _ des Veno «tagte geg tofiungen vo H Monaten. niedrig, i ffeL UHerr Pfarrer nämlich sich das denkt. Das Volk aber, das der Herr Verfasser übrigens verständiger Weise hinter der Bühne . schüse» gelassen hat, wofür man ihm bei seiner Unfähigkeit, es zu schil« ickl ist dbern, nur danken kann, wills von dem Blättchen des Seelen« vcm Ei»birten nichts wissen, gerade kein Beweis von schlechtem Ge- e Sobleltchmick. Der Pastorverleger müßte also Pleite machen, gewöhn« luii'auaaliche Pleite, die durch Intriguen und Verleumdungen seiner„po« iittn«isstiven" christlichen Gegner noch beschleunigt wird, wenn .»..««»nicht der Schlußakt da wäre, in welchem die tdic oßa�otWieblmge bekanntlich immer gerettet und der vi-Tugend zu einem rechtschaffenen Siege verholfen wird. j"Der Rentier Müller humpelt als Schicksal auf die Bühne und i- Klkikn'üb erreicht dem Pastor seine bezahlten Wechsel, wofür derselbe �»as Versprechen abgiebt, den„Volksfrcund" aus der Hand zu nn;n» geben. Die Religion ist ewig, und ihre Diener dürfen nicht pn Wirt in den Kampf der Parteien eintreten, so etwa moraliiirt der durch seinen drohenden Bankerott und durch des Rentiers %„schlichte" Motte bekehtte Pfarrer. Das Blättchen geht deswegen aber nicht ein, sondern bleibt in der Familie. Es eröffnet fich nämlich zum Schluß die entzückende Ausficht, daß ein Herr Frank, der auf dem Theaterzettel als w-,«Redakteur einer Druckerei" bezeichnet ist, die Tochter des Pastors, hciratbet und ihm wird das Blatt übergeben. Ein Sohn des Pastors, der wegen Dummejungenstreiche Seemann geworden, " noch die vier Akte hindurch eine unsäglich einfältige ' Liebelei mit der Nichte d.'s Führers der„Mucker" und „Posttiven" und erhält im vierten Atte ihre Hand. nlt.telli Damit ist der Inhalt des Gebräus angegeben, an das, . wie dies bereits bei„Struensee" der Fall war, sArsi+S eine ganz gute Darstellung verschwendet war. Herr Tyrkow-ky gab einen geschwätzigen Bureaudiener ganz gelungen; ! Herr Labowski war als jugendlicher Liebhaber etwas zu laut, «en er# g�r sonst nicht übel. Herr Pauly gab den Pfarrer und ver« stand das geschraubte Pathos, in welchem der Verfasser diesen Mann beständig sprechen läßt, etträglich zu machen, und die üblichen Bösewichtenollen fanden in den Herren Walvemar Barna und Pollandt eine geschickte Vertretung. Als jugendliche Liebhabettn führte fich Frl. Widmann recht wacker ein. Die �Jnszenimng und das Zusammenspiel ließen nichts zu wünschen l nicht schw t inmii griff e er en spi die an häN! Äf»- Äi GerichtsIeitung. enhause» Gi« an Raub grenzender Diebstahl gelangte gestern ,, Kenntniß der ersten Strafkammer des Landgettchts I. »ses Bu» Um Abende des 2. September d. I. gegen 10 Uhr wartete der rstunve zboden nden. ingen, n 14. ühru orte. daist gend >en eww ück in Arbeiter D. an der Ecke der Invaliden- und Chauffeestraße auf einen Pfcrdebahnwagen. Ungeduldig zog er die Uhr her« vor. Kaum hatte er fie wieder eingesteckt, als eine Gruppe von vier Männern, die auf der andern Seite des Bürgerstetgs stand, fich ihm nähette. Einer der Männer trat unmittelbar vor ihn, faßte ihn mit nerviger Faust an der Brust und rief ihm in drohendem Tone die Motte zu:„Was hast Du hier zu suchen?" Dann riß er ihm mit kräftigem Nack die Uhr aus der Tasche, Jvie er einem der hinter ihm stehenden Spießgesellen überreichte, cß den Bestohlemn los und die vier Männer zerstreuten fich ach verschiedenen Richtungen hin. Fetzt kam der durch den plötz« ichen Uederfall völlig fassungslos gewordene D. soweit zu fich, aß er seinem Angreifer folgen konnte. Er Holle denselben : 161, pfauch in der Bergstraße ein, hier wandte der Räuber fich aber isäge dm im und versetzte dem D. einen wuchtigen Faustbieb in's Ge- kam, � ficht. Zum Glück kam ein Wächter, der den Angreifer zur irchwsttii Wache brachte, wo derselbe als der vielfach voibestraste Ludwig ißenrestrh Stanig festgestellt worden. Im Termin leugnete er, mit der lschungsj Person, die den Uhrendiebstahl ausführte, identisch zu sein. Als m an«'der Staatsanwalt vier Jahre Zuchthaus gegen ihn beantragt nrwehr s' hatte, erklärte er, die Strafe auf fich nehmen zu wollen, trotz» pem er unschuldig sei. Das Uttheil lautete auf 3 Jahre '.Zuchthaus und die üblichen Nebenstrafen. In paukoW herrschte am Nachmittage des 8. September unter den Kindern großer Jubel. Es waren daselbst zwei i Oostbändler eingetroffen, welche ihre Waare zu noch nickt da- gewesenen Preisen verschleuderten. Wer im Besitze einer Nickel- münze war, konnte eine beträchtliche Menge schöner saftiger Birnen nach Hause tragen. Die Pankower benutzten denn auch die Gelegcnheit; innerhalb kurzer Zeit hatten die Händler aus- verkauft, fie schwangen fick auf den Wagen und so eilig wie fie gekommen waren fuhren fie auch wieder davon. Daß die Sache aber ihren Haken hatte, bewies die gestrige Verhandlung vor der ersten Strafkammer des Landgerichts I, vor der die beiden billigen Obstmänner auf der Anklagebank fich befanden. waren die Arbeiter Paul Jentsch und Johann Jeschke. die einen recht frechen Gaunerstreich ausgefühtt hatten. Jentsch hatte der Händlerin Fuchs in der Georgenkirchstraße mehr. mals Ausruferdienste geleistet. Am Nachmittage dcs 8. Sep timber traf er sie, als sse in einem anderen Stadttbeile eine Be« � porgung zu machen hatte. Sofort faßte er den Plan, den er rt mä ei*ut Ausführung brachte. Er begab sich auf den Hof der Frau Ii Fluchs, spannte das Pferd vor den Wagen, den er zuvor mit tHI! ijOdst beladen, und fuhr davon. Er trat dabei mit einer solchen „cl"> Sicherheit auf, daß man annehmen mußte, er handle im Auf- un'®vj|traöe der Eigcnthümcrin. Auf dem Wege traf er den Mit. verm..Angeklagten, vem er den Gaunerstreich offendatte. Beide fuhren nach Pankow und, nachdem fie dort die Birnen verschleudett, nach Reinickendorf, wo fie versuchten, das Fuhrwerl zu versilbern. Di s gelang ihnen aber nickt, und es war Abend geworden, als fie wieder nach „ Ki-aelk�iin zurückkehtten. Die beiden würdigen Vettreter des yF.- ,,u«Da ndelsstandes hatten den Spirituosen aber in übertttebener « Ji�eise zugesprochen, der Wagen beschneb Schlangenwittdungen. allen MZEieses, sowie daß fie keine Laterne am Wagen führten, erregte idie Aufmettsamkeit eines Schutzmanns, der die Angeklagten zur ich fi», Wache führte. Hier war inzwischen der Diebstahl schon ange« e im H' zeigt worden und man hielt die Verdächtigen fest. Im Termin t waren fie geständig. Jentsch, als Dieb, wurde mir sechs und öllia avtl jeschke, der eine größere Anzahl Vorstrafen aufzuweisen hat, Ö-als Hehler mit neun Monaten Gefängniß bestraft. _ ßW N-« thierischer Rohbrlt zeugte die Handlungsweise, r? rw i �te gestern den H ermann D e g l a u vor dre 87. Abtherlung astrolle- /des Schöffengerichts fühtte. Er war beschuldigt der Miß. ' Handlung in einer das Leben gefährdenden Weise. Der Ange , klagte stand in den Diensten des Schankwitths Burlage, sollte nfie ii>» aber am 15. November v. I. ziehen. Am 13. November mußte i bist i Burlage einen Geschäftsgang besorgen und trug dem Ange. rmck i klagten auf, während dieser Zeit in der Schanlstube auszuhelfen. _ o/L( Als Burlage nach Hause zurückkehtte, crfubr er, daß der Ange' u ut(i klagte es vorgezogen hatte, die meiste Zeit in einem denach ™ karten Schauklokal zuzubringen. Natürlich stellt« er den Pflichtvergessenen zur Rede, dieser wurde grob und bald standen fie fich kampfbereit gegenüber. Bevor noch ein Schlag gefallen, ergriff Deglau plötzlich die Recht- des vor ihm stehenden Dienst dcrrn, führte fie SS? fernem Munde und packte dessen Daumen mit den Zähnen. stw 1%? biß er zu, er suchte den Knochen zu zermalmen. 5 r/L?eSe s�rie furchtbar, der Angeklagte hatte fich aber soimllch fettgebissen und erst den vereinten Bemühungen - mehrerer Gaste gelang es nach längerer Zeit, dm Angeklagten 4 von fernem Opfer loszureißen. Burlage hat wiederHolle schmerz- � hafte Operatronen ausgestanden, der Knochen war abgestorben emer ?ände : rivw W mW Jtftxmb ein Theil desselben hat' entfernt" werden müssen. Der gM' WMM------------ M> '"fW ach aef� Daumen hat ein verstümmeltes Aussehen und' ist erheblich kürzer „NuÄ� wie der linke. Die Sachverständigen begutachten, daß durch der« a«�artige Bisse leicht Erterunarn entständen, die das Leben au? ipn�es Verwundeten gefährden könnten. Der Staatsanwalt dean« erst, i ttragte gegen den bereits mehrfach wegen gewaltthätiger Hand foi*rrngen vorbestraften Angeklagten eine Gefängnißstrafe von neun lieh/«Monaten. Der Gerichtshof hielt diese Strafe aber für viel zu chrot. niedrig, er erkannte auf anderthalb Jahre Gefängniß ig**'" nicht weiter zu» erledigte und entfernte längere Zeit etzte später ein und sprach dem Geschädigten, der als Nebenkläger aufgetreten war, außerdem eine Geldbuße von 500 M. zu. Es wurde auch die sofottige Verhaftung des Angeklagten angeordnet. ein peinlicher Norfall bei einer Begräbnißfeier in Oder« berg, welcher derzett in dottiger Gegend nicht gettnges Aufsehen erregte, fand am Mittwoch ein gerichtliches Nachspiel vor der Strafkammer zu Ederswalde. Auf der Anklagebank defanden ich zwei junge Mädchen aus einer jüdischen Familie in Oder- berg, welche der Störung einer öffentlichen geistlichen Handlung durch Lachen und Flüstern beschuldigt waren. Die Angeschul- digten wohnten im Dezember vorigen Jahres der Beerdigung ihrer Tante bei. die vor Jahren zum Chttstenthum übergetreten ist. Prediger Gleiß aus Oderberg hielt die Begräbnißrede am Grabe. Derselbe hatte kaum begonnen, als er mit strengem Blick auf die vor ihm stehenden angeklagten Mädchen seine Rede mit den Wottm unterbrach:„Wenn Sie lachen, kann ich reden." Sprach's, klappte das Gebetbuch noch kurz die üblichen Trauerzeremonien fich. Der unerquickliche Zwischenfall bildete das allgemeine Gesprächsthema. Gleiß Schriftstück auf, inhaltlich dessen die beiden Mädchen ihr unpaffmdes Benehmen einräumten und um Ent- chuldigung baten. Als fie fich weigetten, dasselbe zu unter- chreiben, erstattete Gleiß Anzeige bei der Staatsanwattschaft. Die öffentliche Verhandlung fand unter großem Andränge des Publikums statt. Die Angeschuldigten erklärten, daß fie fich eines unpassenden Benehmens nicht bewußt seien, gaben aber die Möglichkeit zu, daß fie einige harmlose Bemerkungen, deren Jnhatt ihnen nicht mehr ettnnerlich sei. ausgetauscht hätten. Dies ei aber rn leisem Tone geschehen, daß nicht einmal die un- mittelbar neben ihnen Stehenden dieselben gehört hätten. Mit Entschiedenheit wiesen fie die Annahme von fich, daß fie es auf eine Störung abgesehen. Als Belastungszeugen traten nur Gleiß und der 74 jährige Küster auf, welche bekundeten, daß die Angeklagten in Aergerniß erregender Weise miteinander ge- flüstert und gekichett hätten. Verständlich seien die Bemerkungen allerdings nickt gewesen. Dagegen bekundeten alle übrigen Zeugen, welche in unmtttelbarer'Nähe der Angellagten gestan« den, daß fie in dem Benehmen derselben nichts entdeckt hätten, wodurch fie hätten gestört werden können. Eine der Zeuginnen bekundete sogar, daß die Störung erst durch Gleiß selbst de- wirkt wurde, als er seine Rede so plötzlich durch die den An- geklagten erthciltc Zurechtweisung unterbrach. Der Verthei» diger, Rechtsanwall Richard Wolff aus Berlin, stellte unter Beweis, daß der Prediger Gleiß peleaentlich einer Taufe einer der Taufzeuginnen in gleicher Weise Vorhaltungen ge- macht habe, wie den Angellagten, es lasse dies darauf schließen, daß derselbe eine besondere Empfindlichkeit befltze. Der Staats- anwalt beantragte selbst die Freisprechung der Angellagten, denn selbst wenn fie ihre Mienen nicht hätten beherrschen können und gelächelt hätten, was wohl anzunehmen sei, so könne darin doch nicht eine gefliffenttiche Störung der geistlichen Handlung ge- funden werden. Der Genchtshof schloß fich diesen Ausführun- gen an und fällte ein freisprechendes Uttheil. * Eine ganze Schaar von Verwandten, wie Onkel, Tanten, Großmutter und Schwiegermutter waren gestern bei einem Prozeß als Zeugen anwesend, der sich gegen die Frau Gastwitthin Hamann aus Fciedrichshagen richtete, welche unter der Anklage der wlssenUich falschen Anschuldigung vor der Strafkammer des Landgettchts II stand. Die Angeklagte reichte im September v. I. an das königliche Eisenbahnbetttebsamt Berlin� Sommerfeld eine Denunziation ein, in welcher fie ihren Onkel, den Weichensteller Kühne, des Diebstahls an Kohlen und Gänsefedern auf dem Bahnhof Rummelsburg beschuldigte. Die Mittheilung hierüber habe fie von ihrer Großmutter, der Wittwe Magdeburg, erhalten. Einmal— so habe ihr die Genannte er- zählt— sei Kühne von seinem Vorgesetzten beim Kohlennehmen ettappt worden, aber da habe fie, die Großmutter, dem Borge» setzten ein Gericht Fische hingetragen und darauf sei die An- zeige unterblieben. Ferner war in dem Schreiben erwähnt, daß Frau Kühne, die Tante der Angeklagten, fich Dritten gegenüber geäußert habe, fie käme billig zu Bettfedern, indem ihr Mann die auf dem Bahnhof Rummelsburg zerdrückten Gänse mitbringe, denen fie dann zu Hause die Federn ausrupfe. Die von dem Betttebsamt eingeleiteten Recherchen ergaben die Nichtigkeit der gegen Kühne erhobenen Beschuldigungen und hatten eine Anklage gegen die Urhebettn zur Folge. Frau Homann ver- blieb im Termin bei ihren Angaben; wenn ihre Großmutter jetzt anders aussage, so geschehe das auf Wunsch und zu Gunsten des Kühne. Man habe von dieser Seite den Versuch gemacht, auch fie zu einer anderen Aussage oder zum Schweinen zu veranlassen, worauf fie jedoch nicht eingegangen sei. Der Zeuge Kühne stellt die ihm imputitten Vergehen entschieden in Abrede und Feau Kühne bestrettet ebenfalls, die ihr von der Nichte in den Mund gelegte Acußerung gethan zu haben. Die Großmutter, Wittwe Magdeburg, will weder von den Fiscken, noch sonst etwas von den Erzählungen zu ihrer Enkelin wissen unv ebenso wenig können die Tanten, Frau Pöschke und Frau Grothe etwas davon bekunden. Nur die Schwiegermutter, Frau Homann, weiß noch, daß ihre Schwiegertochter zu ihr seiner Zeit über die Aeußerungen der Großmutter gesprochen habe. Des Weitcrm ergiedt sich, daß Kühne den Homann wegen zwei Forderungm verklagt hatte und auch in einem Falle, wo es fich um 300 M. handelte, ein obstegendes Er kenntniß ersttttt. Zeuge Kühne behauptet nun, Homann habe ihm nur 150 M. zahlen wollen und dabei gedroht, falls er mehr verlange, werde er ihn wegen seiner Diebereien anzeigen. Dem- gegenüber produzirte die Angeklagte eine Quittung, nach welcher Frau Kübne die zweite Forderung rm Betrage von 167 M. bereits vor Jahren von der Großmutter zurückerhalten habe, was diese aber nicht zugeben will. Stationsvorsteher Schöbet hat nicht bemerkt, daß überhaupt Koblen gestohlen worden find. In Bezug auf die Gänse glaubt Zeuge, daß früher die todten Thiere wohl manchmal von den Beamten mitgenommen worden seien; er habe jedoch'Niemanden dabei getroffen und jetzt komme das überhaupt nicht mehr vor. Auf Grund dieser Äeweisauf- nadme beantragte der Staatsanwalt für die Angeklagte 2 Monate Gefängniß, auf welche der Gerichtshof nach längerer Berathung auch erkannte. * Keilerei und Tanzvergnügen find auf dem Lande gewöhnlich zwei fick ergänzenve Momente; zuerst erhitzen fich die Parteien beim Tanzvergnügen und hinterher folgt dann die Segen seitige Abkühlung durch eine mehr oder weniger regelrechte Seilerei, mit deren Resultaten fich die Gerichte häufig zu de- schäfttgm hadm. Ueder einen solchen Fall hatte gestern die Strafkammer des Landgettchts 11 zu befinden. Am Abend des 8. Juli kam der 20jähttge Knecht Ferdinand Böttcher aus Eiche mit seiner Braut Albertine Motzte vom Tanzvergnügen. Auf der Straße traf das Paar den Maurer Gustav Schulze, der die Metzle mit den Motten anredete:„Albertine, so was muß ich von Dir sehen?!" Dieser Zuruf ärgerte den Böttcher dermaßen, daß er sein Taschenmesser ergriff und dem Schulz damit mehrere Hiebe versetzte, die denselben zu Boden streckten. Hierauf setzte er die Mißhandlungen weiter fort, bis er an dem Darniederliegenden gehöttg sein Müthchen geküblt hatte. Laut dem vorliegenden ärztlichen Attest hat der Geschlagene erhebliche Verletzungen davongetragen. Der Angeklagte räumt ein, ge« schlagen zu haben, doch sei es nur mittelst des zugeklappten Messers geschehen. Die als Zeugin vorgelabene Metzle kann nicht angeben, ob das Messer, mit dem der Angeklagte schlug, geöffnet war. Zeuge Schulz betetet etwas schwerfällig den Zeuaenstand. Vorfitzender: Wann find Sie geboren?- Zeuge: Am Freitag. — Vorfitzender: Sie scheinen etwas angeteunken zu sein?!— Zeuge: Nein, ich bin ganz nüchtern.— Norfitzender: Wie viel haben Sie denn schon getrunken?— Zeuge: Nur ein Glas Bier.— Vorsitzender: Das mag richtig sein, aber sicher haben Sie auch Schnaps genossen?- Zeuge Schul,: Aber nur einen ganz kleinen.— Zeuge erinnert fich schließlich, daß er am 14, September 1857 geboren ist. Ob er mit einem aufgeklappten Messer oder mit einem anderen Instrument mißhandett wurde, oermag er nicht mit Gewißheit anzugeben. Die Verletzungen waren aber so stark, daß er 9 Tage lang arbeitsunfähig blieb. Der Staatsanwalt nimmt zu Gunsten des Angellagten an, daß dieser mit einem zugeklappten Messer geschlagen bade. Demnach kalte er eine Gefängnißstrafe von 3 Monaten für angemessen. Der Gettchtshof verurtheilte nach diesem Antrage. Wege» eine« gege« de« Aofoprrndirektor a. D. ». Ktrantz verüben B e t r u g e s war am 7. Apttl d. I. der Agent Emmerich zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt worden, weil er dem Herrn v. Strantz ein Terrain bei Schönederg unter der Vorspiegelung verkauft hatte, daß der spätere Erwerb desselben durch den Militärfiskus zu Zwecken des Eisendahn» regiments gefichert sei. Auf den Antrag des Vertheidigers R, chtsanwalt Dr. Friedmann hat das Reichsgericht das Urtheil kasfitt, weil die Vermögensbeschädigung nicht nachgewiesen und nicht festgestellt sei, daß das fragliche Mattenhöher Terrain zur Zeit des Ankaufs durch den Herrn v. Strantz nicht unter Be- rückfichtigung der selbstverständlichen Gmndstückschanzen den ge- forderten und belegten Werth gehabt habe. Aus diesem Grunbe stand in dieser Sache gestern erneute Verhandlung vor der Strafkammer an. Das Gericht beschloß jedoch Vertagung, um nunmehr erst durch motivirtes Gutachten eines gerichtlichen Sachverständigen über Grundstückswerthe den Preis von Mattenhöhe feststellen zu lassen. Von dem Ergebnisse dieses Gutachtens und etwaiger von der Vertheidigung zu erbringen- der Gegengutachten wird dann das weitere Verfahren ab- hängen. Ueber die formale Lag« des prozrlfea Gefflre« erhalten wir von fachmännischer Seite folgende aufklärende Mitthellungen: Nach§ 136 G. V. G. ist das Reichsgericht für die Untersuchung und Entscheidung der Verbrechen des Landes« verraths, insofern dieselben gegen den Kaiser oder das Reich ge- richtet find, zuständig. Der Oberreicksanwalt vertritt bei diesem Gerichte die Staatsanwaltschaft.(§ 143.) Zur Erhebung der öffentlichen Klage, welche entweder durch die Einreichung einer Anllageschrift oder durch den Antrag auf Eröffnung einer Voruntersuchung bei dem Untersuchungsrichter des zuständige» Gettchts geschieht, ist vorliegend nur der Oberreichsanwalt befugt, und findet nach§ 176 Str.-Pr.>O. die Voruntersuchung in den- jenigen Strafsachen statt, welche zur Zuständigkeit des Reicks- gettchts oder der Schwurgerichte gehören. Am Tage der Verhaftung des G., am 29. September, war eine Vorunter« suchung noch nicht eröffnet, und es ist gegen ihn in Gemäßheit der§§ 125/6 P. Str.- Pr.- O. proredirt worden. Der Haflbefebl ist auf Antrag dcs vom Oder- reichsanwalt requittrten Oberstaatsanwalts in Hamburg von vem Amtsgettcht dortselbst erlassen worden. Nun würde nach § 126 e. c. dieser vor Erhebung der öffentlichen Klage erlassene Haftbefehl aufzubeben sein, wenn nicht binnen einer Woche nach Vollstreckung desselben die öffentliche Klage erhoben und die Fortdauer der Haft von dem zuständigen Richter angeordnet ist. Unter gewissen Umständen kann diese eine Woche bis arte vi« Wochen ausgedehnt werden. Es scheint indeß, daß das Reicks« gettcht, und zwar der zuständige erste Strafsenat, berttts mit der Sache befaßt ist und den Untersuchungsrichter destellt hat. Hierzu dürfte nickt, wie theilweise angenommen wird, der Land« gcrichtsdirektor Brauseweiter in Ausficht genommen sein, sondern, wie wir vernehmen, Herr Landrichter Hirschkeld in Berlin bestellt werden. Derselbe hat bereits mehrfach als Unter- suchungsttchtcr des Reichsgerichts fungitt. Kassel, 3. Ottober. Vor der Strafkammer l des biefigen Landgettchts hatten fich wieder einmal 14 Eschweger Tabaksarbeiter wegen Uedertretung des Sozialistengesetzes und zwar jenes Paragraphen zu verantworten, welcher von der Zögebörig- keit zu einer verbotenen Vereinigung redet. Unter den heutigen Angellagten befinden sich mehrere, welche berttts wegen des- selben Vergehms hier abgeuttheilt wurden. Auch der Verein, um welchen es fich heute handelte, ist derselbe. Von Sttten des Regierungspräsidenten wurde s. Z. der zu Eschwege be» stehende Reiseunter st ützungsoerein deutscher Tabaks arbeiter, der fich als ein Zweigverein dcs großen Unterstutzungsvereins deutscher Tabaksarberter in Bremendarstellte, verboten. Trotz dieses Verbotes gekörte eine Anzahl Tabak- arderter in Eschwege einem solchen Vereine an und die Vor- steher wurden jeder mit einem Monat, die übrigen Mitglieder mit geringeren Freiheitsstrafen belegt. Es wurde nun später eine neue Vereinigung der Tabaksarbeiter in Verbindung mit dem Bremer Vereine, der inzwischen aus einer in Halber- stadt abgehaltenen Generalversammlung geänderte Statuten an« genommen hatte, in Eschwege unter dem Titel einer„Zahl- stelle" ins Leben gerufen. Dieser Vereinigung, welche«cks eine Fortsetzung des seiner Zeit verbotenen Vereins angesehen wurde, angehört zu haben, wurden die heutigen 14 Angeklagten dcschulviat. Diese, durch Herrn Rechtsan« wali Freudenthal aus Berlin vertreten, bestritten auf das Ent» schiedenste, sich gegen das Sozialistengesetz vergangen zu Hadem. Jene Zahlstelle stt der Behörve angemeldet worden und ihnen als eine völlig neue, von jenem Verbot ganz unberührte Ver- ttnigung erschienen. Der Staatsanwalt hielt die Anklage nach der Perhandlung vollkommen aufrecht und beantragte gegen die Bevollmächtigten des Berttns zweimonatliche Gefängnrßstrafen auszusprechen. Der Vertreter der Angeklagten plaidirte für Freisprechung. Der Gerichtshof stellte heute fest, daß die in Betracht kommende Vereinigung, einerlei ob fie„Zablstelle" od« „Mitgliedschaft" heiße, unter das Verbot des Regiewngs- Präsidenten falle, bezw. eine Fortsetzung des zuerst ver- botenen Vereins stt. Die Statutenänderung in Halber- stadt habe keinen völlig neuen Verein schaffen können, wttl die allgemttnen Zwecke des alten dttbehalten wurden. Die allen Mitglieder waren auch ohne weiteres Mitglieder des neuen Ver- ttns, das alte Vermögen ging auf den neuen üb«, die Leitung blieb in den alten Händen. Das ab« wurde den Angeklagten zugegeben, daß fie den Glauben hegen konnten, die neue Zahl» stelle stt etwas anderes als die alte Mitaliedschaft. Sie han« Velten also in Unkenntniß des V«bots. Wenn auch dies die Strafbarkeit nicht ausschloß, so kam ihnen diese Unkenntniß in- sof«n zu Gute, als fie nur nach§ 21 des Gesetzes vom 21. Okt. 1878 verurtheilt wurden, indem jedem eine Geldbuße von 9M. auferlegt wurde, für welche im Unvermögensfall 3 Tage Haft gesetzt werden. Reichsgericht«- Entscheidung.(Nachdruck verboten.) Lttprig, 4. Ottober. Von der Anklage d« Beleidigung ist am 30. Mai der verantwortliche Redakteur d«„'Nordhäus« Ztttung", Dr. Heinrich Wilhelm Kühne, von der Strafkammer in'Nordhausen frttgesprochen worden. Er hatte in seinem Blatt einen in der„Thüringischen Post" enthaltenen Artikel nachge- druckt, welcher aus Halle. 26. Januar, Wirt war und einen dort verhandelten Sozialistenprozeß betraf. Durch diesen Artikel hatte fich der Polizttkommiffar Grosse beleidigt gefühlt, weil man aus demselben herauslesen könne, daß er ein ehemaliger Sozialdemokrat sei. Es war nämlich in dem etwas fluchtig abgefaßten Berichte an ttner Stelle gesagt, es seien zu dem betr. Prozesse drtt Zeugen ge- laden, an einer anderen Stelle aber hieß es, daß drei ehemalige Sozialdemokraten, d« Polizttkommiffar Grosse und noch zwei mit Namen genannte P«sonen geladen seien. Wenn man nun weiter nichts als diese beiden Stellen in's Auge faßte, so konnte man entweder annehmen, daß drei oder daß sechs Zeugen ge« laden waren und in dem ersten Falle würde dann d« Verfasser des Artikels in dem Polizeikommiffar ttnen ehemaligen Sozial- demokratm erblickt haben. Das Gericht«wog bttde Möglich- k-iten und führte dann aus, daß selbst für den Fall, daß objettiv eine Belttdigung in dem Artikel enthalten sei(daß die Bezttchnung als Sozialdemokrat sowohl wie als ehemaliger Sozialdemokrat eine Beleidigung, namentlich für einen Polizeldeamten, ist, wurde vorausgesetzt), dennoch d« An--- ßeüaflte frehuspreKen H wctl ihm nickt das Bewußtsein inne- gewohnt habe, daß der Inhalt des fraglichen Artikels beleidigend sei, und weil er ferner nicht das Bewußtsein gehabt habe, daß andere Personen bei Lesung des Artikels etwas Beleidigendes darin finden könnten.— Gegen das freisvrechende Urthell hatte die Staatsanwaltschaft Revifion eingelegt, welche heute <4.) vor dem 3. Strafsenate des Reichsgerichts zur Verhandlung kam. Der Reichsanwalt befürwortete dieselbe und beantragte die Aufhebung des Urlheils, da es Widersprüche und Rechtsirrthümer enthalte.— Der Verthcidiger, Dr. Scheerer, interpretirte jedoch das Uribeil in etwas anderer Weise und kam zu dem Ergedniß, daß die Ausführungen des Urtheils voll- ständig klar und korrekt seien. Er wies auch darauf hin, daß schon aus grammatischen Gründen die drei Namen nicht als Avpofition zu den vorhergehenden Worten„drei frühere Sozialdemokraten" angesehen werden könnten und daß man annehmen müsse, der Ärtikelschreiber habe sagen wollen, es seien sechs Zeugen geladen.— Das Reichsgericht konnte in dem Ur- theile keinen Verstoß gegen eine Gesetzesvorschrift erblicken und verwarf deshalb die Revifion des Staatsanwalts als unde« gründet. genint nub Nersamml»«se«. Der Verein berliner Portier» und Kernfsgenossen hält seine ordentliche Generalversammlung am Montag, den & Oktober c., Abends 9 Ubr, Mauerstraße 86, Hof 1 Dr., bei Herrn Ritter ab. Tages> Ordnung: Jahresbericht. Wahl des Vorstandes, der Revisoren und des Vergnügungs. Komitees zc. Die Mitglieder werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. Vereins- Abzeichen ist anzulegen. ter Uauchklub„Ohne Zmang" tagt an jedem Dicns- dends 8s Uhr, im Restaurant von W. Haugk, Wein- strvße 22. Gäste willkommen. Kachverein der Tischler. Am Sonnabend, 13. Oktober, findet ein Vereinskränzchen in Heidrich's Festsälen, Beuthstr. 20, statt. Billets hierzu werden auf allen Zahlstellen, sowie bei folgenden Herren ausgegeben: Apelt, Sebastianstr. 27—28 lRtobel-Handlung); Wiedemann, Forsterstr. 50, 3 Tr.; Schulz, Britzerstraße 42, 4 Tr.; Glocke, Eisenbahnstr. 32, 2 Tr.; Noak, Skalitzerstr. 24, 4 Tr.; Postel, Mantcuffelstraße 22, 3 Tr.; Merkel, Mittenwalderstraße 33, Hof 2 Tr.; Witte, Möckernstraße 95, 3 Tr.; Milarg, Lehrterstr. 22, 2 Tr.; Bruns, Reichenbergerstr. 105, 1 Tr.; Bielstein, Gartenstraße 3», 4 Tr. bei Biedermann; Haderland, Reichenderger- straßc 169 v. 2 Tr.; Engeler, Gitschinerstr. 32 v. 2 Tr. bei Fr. Schmidt; Müller, tzollmannstr. 23, H. l. 2 Tr.; Normann, Steglitzerslr. 3 H. pari.; Hannemann, Kleine Andrcasstr. 14 3 Tr. bei Sachse. Vermischtes. Der bekannte Dr. Tanner, welcher vor einer Reihe von Jahren in New-Aoft 40 Tage hintereinander fastete, ist soeben nach 4jäbrigem Aufenthalt in Mexiko nach Chikago zurückgekehrt. In der mexikanischen Republik hat Dr. Tanner Untersuchungen über die Ursachen, die Dauer u. s. w. des Scheintodes angestellt. Der Dottor ist der Anficht, daß Menschen nach gehöriger Vorbereitung ebenso gut obne Nahrung und Lust ländere Zeit in einem geschlossenen Räume zubringen können, wie Bären und andere Thiere, welche in Höalen und in Erd- löchern überwintern.(?) Herr Tanner gedenkt mit sich selbst dahinzielende Versuche anzustellen, indem er stch in einem luft- dichten und verfiegelten Sarge auf längere Zeit beerdigen lassen will.(?) Tin nuerUnger Kart. Im Gefängniß zu Lille defindet sich gegenwärtig ein Mann, wie man ihn schwerlich sonst irgendwo auf der West finden dürfte. Derselbe ist nur mittlere Figur, 1,62 M-ter groß, und trägt einen Bait, der nicht we- niger als 1,86 Meter lang ist. Der Befitzer dieses phänomenalen Bartes, I. Dumont, ist 43 Jahre all und aus der Nähe von Lille gebürtig. Er büßt augenblicklich eine zweimonatige Freihestsstrafe ab, die ihm wegen eines Diebstahls zu- dittirt worden ist. Da Dumont die bereits im Jahre 1885 erfolgte Verurtheilung für eine ungerechte hielt und fich der Strafe entziehen wollte, so war er damals nach Courtrai ge- ! lohen. Sei es nun, daß man ihn gefaßt oder daß er fich päter selber gestellt bat, kurz, er fitzt jetzt für jenes Vergehen hinter Schloß und Riegel. Was seinen abnormen Bart bettifft, so versteht es fich von s Iber, daß er ihn nickt wie andere Leute tragen kann, denn er würde stch bei jedem Schrstt darauf treten. Er knüpft ihn denn auch schleifenartig empor, defestigt ihn sorg- fältig mit Haarnadeln und steckt ihn unter seinen Uederrock oder seine Weste.„Wenn ich Monate lang hier bleiben müßte, es wäre mein Tod," seufzt er nicht selten und denkt dabei in crster Reihe an sein Kleinod, seinen Bart. Daß dieser ihm sehr lästig sein würde, wenn Dumont sein Brot durch barte Arbeit ver- dienen müßte, ist wohl tlar; Dumont ist aber in der Lage, nichts cmf�Geldverdienen angewiesen zu sein. Er ist„RenfiMy. ---------------- I*-.. Q*. jv»»».«/i. VI* //int In den Tagen seiner Freiheit verwandte er einen großen des Tages auf die Pflege seines überlangen Bartes, und freut fich schon jetzt auf die Entlassung aus dem Gefäng« um fich dieser nützlichen Beschäftigung von neuem hingebe«! können. 2S( Neueste Nachrichten. Vegenwärtig stud acht Mandate für den Keiched vakant, und zwar durch den Tod der Adgz. Seydold(Ansb« nat.-lib.). Saro(Gumdinnen> Jnsterburg. kons.) und K:� (Breslau West, Sozialdemokrat), das des Abg. Bormann(y weiler« St. Wendel, fteikonserv.) durch den Uebettritt des ß berigen Inhabers in den oldenburgischen Staatedienst, das> Abg. Scheffer lSchlochau-Flatow, kons.) durch die Äefördevl desselben zum Oder-Regierungsratb, das des Abg, Dr. Sail (Melle Diepholz, nat.-lrb.) durch Ernennung des Inhabers» Geh. Slaatearchivar, endlich die Mandate für Otterndorf-fi haus und Anklam- Demmin infolge des Eintrittes der Ha v. Bennigsen und v. Maltzahn in den Staats- bezw. Rei dienst. Die Leichenfeier de« Reich«tag»abge-rdiU Kriicker» der am Freitag um vier Uhr Nachmittags deet worden, ist in der üblichen, unsere Zustände charatterifirei Form durch ein Ve.bot dcs Breslauer Polizeiprästdenten ei leitet worden. Selbiger hat fich nämlich unter Anrufung §§ 9 und 10 des Vereinsgesetzes vom 11. März 1850 und Sozialistengesetzes bemüsfigt gefühlt, durch öffentlichen Ansil jede Betheiligung an dem Aufzug und das Redenhallen bei> Aearäbnib zu nerhWfn mokroM*«»• �"" SSH? 4 Mark.( jede Betheiligung an dem Aufzug und das Redenhalten der> Begräbniß zu verbieten, während er das Tragen der Kränz» stattete. Bebel und Singer waren unter den Kranztrage» Ungeheure Menschenansammlungen waren auf allen Sttfi die der Zug prsstrte. Der Fuhrwerksverkehr mußte unterbrn werden. Alles verlief in Ordnung. »t. Verlze) o4 kei Auliu Telegraphische Depesche». (Wolff's Telegraphen-Bureau.) London, Freitag, 5. Oktober. Das„Reuter'sche Bu�«.® meldet aus Simla von heute: Die vierte Kolonne der 61_ n ditwn gegen die Stämme im schwarzen Gebirge desetzte �~ nach lebhaftem Kampfe Katkoi, wobei ein englischer Haupte stunden»r getödtet und zwei Lieutenants verwundet wurden.»er Vevorre Sielmann& Rosenberg Kammandantenstraste, Ecke Lindenstr., Kleiderstoffe sehr viel billiger wie bisher. ' m ♦.« rr~i~ m Versammlung ' der � Dall-Stvlkllttllle inlins ---- cm___ x_..i•—&=_ i schwinden v Vormittag halten bei! KeHin SW. am Montag, den 8. Oktober, Abends 8 Uhr, I in Kstavkt'» Lokal, Nscherstr. 10. . Tagesordnung: I. Vortrag des Herrn Stein- schneider:„Heber die Jesuiten.(Fortsetzung.) 2. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um recht zahlreichen Besuch bittet 834]_ Der Vorstand. ( CheviotMar�N�WU Mtr. 30 gf. /"''' r 7 tutvuvtii uuu iuv�juicu jjiuuciu � � �~ qpr f ▼ Lama Marx Mtr. 40 Pf. Cheviot Diagonal. Mtr. 45 M. m**'. P r-» L. rv i L_ vi �. m»._,_. Cheviot Serge.%%%%« Mtr. 45 Pf. � a � �. nm- Ii__, v-v. Fachverein der Posamsntiere und Berufsgenossen. Versammlung am Montag, den 8. Oktober, Abends 8V Uhr, im DSnigttade Kostno, Holzmarktstr. 72. T.-O.: Vortrag des Herrn Boges:„Die ' alten Griechen und ihre Zeit." Verschiedenes. Fragelasten. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Gäste will- kommen. 835] Der Porlt-e-d Commers � dsr Freien Nercinigung Graveure, Ciselenre df- geahnter, sc Sonnabend. 6. Oktober, Ab nd» unterlassen. im katbottfchen De»eiu»ijanfe, Die ni Niedervallllr. II. �.hiervon wie Gesch ästs- Eröffnung me�? Stur Mit dem heutigen Tage eröffnete in'Schauspiel. Clly-Pamsag», Laden 19. ein tnuhtc, un ti�arren- u. TabakgescbjJ�g� und balle gute Waare zu soliden Preisen Aminen so> empfohlen.,_. a Währ _ August Schweizer� sammelten. Freunden und Bekannten, sowie einer xoA w, Nachbarschaft empfehle mein jl.Klassen, dl «»««.«KK» SK» Irl««ww-Mv« werden geschützt, dicke Wrnterwaare, , Cheviot geige, Mtr. 60 Pf. Ml«. allen in TnchCheviot. Mtr. 60 Pf. Crßp Fouls. Mtr. 60 Pf. Chevrou Lama. g.■"■«<»*• Mtr. 1 Ulk. Dopprlbrrite Tnchlamas# pltr. I Cheviot Crßpe" dnM btdt Mtr. 50 Pf., b»u Mtr. 1 Mit. >atin Solril Mtr. 1.50. lheviot CrSpe Crepe Dirgiua Mtr. 1,35, Schrvarzr rrinw. Cache, nires l.l.a.l,;»,!,*), 3# reellste Qualitäten. Schwarze Fantasiestoffe Mtr. 1,35, 1,50, 2 M. gofteeift und gemustert, hervorragende Neuheit für schwarze Kleider. Sonntag, den 7. v. M., Vormittags 10t Uhr, Neue Fricvrichstr. 44: Ordentliche General- Persamminng. Tages-Ordnung: 1. Kassen und Revifionsbericht vom 3. Quartal. 2. Verschiedene Vereinsangelegc nheiten. 3. Fragekasten.[833 Mitgliedsbuch legitimirt. Neue Mitglieder werben vor und nach der Versammlung aufge nommen. Um zahlreiches erscheinen der Mit- glreder bittet Der Dorftand Allg Kranken-« Kterdekaffe der Metallarbeiter (E. H. Nr. 29, Hamburg), Filiale Kirdorf. Sonnabend, den 6. Ottoder, abends 8; Uhr, MgliederVeisammlung � im verelnolokal. Weiß- un'dKairi'sch-Kierl�R?�?hr. pcchenhofer u. helle» Kairifch, ff. Weiß� Gruß zuzu W Richter Adaiberttlr. 28 Ecke Waldem» *) Di Empfehle meine G a&erei, Spiegek D�oidnunc Bildereinpahmung 2?et(oufoon®rttpe t-efeftlidie R bUdern. Loffalle und Marr w O» Äeriammlm Schwarzdruck, A. Kebei. Neu: Laff-lls!�©efetz! Kafenetever, Pläfidenten des Allgem. Dch S»zia:demo Arbetter-Nereins.' Berairstaltui Kar*! Scholz, Wrangelkrafte 32, Einaang vom F|? boten! Vor jtl auf hing 23; gen nur B.'stell'.mzsgeschäft beadfichtig mein Lager von pvinterüberz ehern, SÄ,- � ä« a-b•« a%a'* gu vrilausen.|fr.vw-uvu Al_l). Schwarz,'SüSpTfö Skalitzerllraße 125 (Ladens Achtung! 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Ollobcr, findet die kon stituirende Versammlung des„Vereins zur Rege lung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins" im Königlladt- Kostno, Holzmarkl- und Alexanverftr.' Ecke, statt. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, daselbst zu erscheinen.[832 Dadurch, daß die von mir gelieferten Khren genon richtig gehen und jedes einzelne Ätück zum Fabrikpreise abgelassen wird, hat fich mein Ilhren-Kerfnnd über ganz Deutschland und darüber hinaus aus- gedehnt.[goo Empfehle: Kick-KemontoirlOlSM X A A—■«,.__"' —.-„---- Kilb�Kemontoi» 17-45 »Ib. f.««-tftO ff .Ne«-nt-ir28 300„ tugnlatenre 10-70„ Vorzügliche vernickelte Stand- Wecker mit Anlergang 5,50 M G. Wagner, Uhren-Fabrik. Preisgekrönt auf vielen Ausstellungen. Kerlin S, 144, Gr«nienttra|e Kr. 144. Reich illuftr. Musterbücher gratis und franko. Nichtkonvenirendes wird zurückgenommen. 8f Garantie bi»;n 5 Jahren."TM Kitte lesen Sie! Im Versah verfalleoe Winte» palctots, sowie Kvziige, I«queto. Köcke. 4*. 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