«Rentier. 286« Konutag, den 7. Oktober 1888. Z. Z«K«A» -StlliMMU ä* ihabns> möorf'J der Ha :»». Ret irordn«- ags befl ikteiistra enten ei nrufunj ISO und ww'- r Kränzt nztrage« en Stre unterba Drgan für die Interessen der Ardeiter. an»««olk»blatt« nffbdnt tägkch Morgevi«ach«»ach Souu« und Festtagen. WonnementSprrii fiir Berlin frei in'S HauZ rnerfctjäbriich 4 SHarf. monatlich 1ZS Mach, wöchentlich SS Pf. Postabonnement 4 Mach. Ehudire Ztumma 5 Pf. Eonntagj�Ramm« mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in tat PostzeitmrgS Preisliste für 1888 unter Nr. 849.) Jnsertion«gebühr deträgt für die 4 gespaltete Petitzeile od« d«en Raum 25 Pf. Arbeitsmacht 10 Pf. Brf grSkeren Aufträgen hoher Rabatt nach Ueb«einkunft. Inserate w«den bis 4 Uta Nachmittags ot der Expedition. Berlin SW% Zimm«straße 44, sowie von allen Annoircen-Bureaux. Erhöhung des Preises, angenommm. ohne \ttL R-daktio«: DeuthSraße S.— Grpeditiou: Zimmerstraße 44. Per h entig rn M««««- liegt fLr nnsrrr Abonnent»« M«. 54 de»„Konntngo-Hlntt" bei. Julius Kracker's Keerdignng. Au» Breslau, den 5. Otober, schreibt man unS: che Sita* befrtte ¥ Der Leichenzug, den heute in den späten Nachmittag,- Haupt»* stunden Breslau sah, bildet eins von den Ereignissen, das der Bevölkerung nicht so rasch auS dem Gedächwiß ent- schwinden wird. Wohl hatte daS Polizeipräsidium heute i Vormittag durch öffentlichen Anschlag Aufzug wie Reden- * i halten bei der Beerdigung Julius Kräcker's, des bisherigen nn Hri» Vertreters des WestkreiseS von Breslau im Reichstag, durch " Strafandrohung verboten*), ab« der Erfolg war ein schw«lich ' geahnt«, sonst hätte man wohl dieses demonstrative Verbot ds zS unt«lasse». tauft, j; Die nächste Wirkung desselben war, daß die Nachricht �.hiervon wie ein Lauffeu« durch ganz Breslau, durch alle .�Fabriken und W«kstätten ging. Und als Nachmittags die llUUß'vierte Stunde herannahte, entwickelte sich ein kaum gesehenes fnete in'Schauspiel. Alle Straßen, die d« Leichenkondukt passirea n*nußte, und es waren die Hauptstraßen d« Stadt, waren schwarz mit Menschen besät, die Fenster der Häuser waren �..mit Zuschauern gefüllt und alles harrte d« Dinge, die da reisen besamen sollten. . � Während so die Massen auf den Straßen sich sammelten, und wie die Physiognomien und die Kleidung TT�TIAverrieth, waren es hauptsächlich die arbeitenden �Klaffen, die in Schaaken die Werkstätten, Fabriken und i��«� er taldem» � Die polizeiliche Bekanntmachung lautete: Bekanntmachung! .. Unt« Hinweis auf die Vorschriften b«§9 und 10 der Veroidnuna vom 11. März 1850 über die Verhütung eines die inVerv* gesetzliche Freiheit und Ordnung gefährdenden Mißbrauchs des '"J-| Beriammlungs' und Vereinsiechts, sowie auf Grund des§ 9 n>«41>e6 Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen d« llgem. v*? Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 wird hierdurch die 1� Veranstaltung eines öffentlichen Aufzuges bei Gelegenheit der Z. Beerdigung des verstorbenen früheren Sattlers, Mitglieds des � PfwssW Meichstags, Juli»» Kräckrr. am 5. d. Mts. ver- vom boten. leadstchtig*. Bor jed« Uebertretung dieses Verbots wird gewarnt und Hern. i<*dorauf hingewiesen, daß nach§ 17 des Gesetzes vom 21. Oktob« S»n». f-,�«8 die Thellnahme an solchem Aufzuge mit Geldstrafe bis ufen.!zu 500 Mark oder mit Gefängniß bis zu 3 Monaten, die Kchnstlsieit«, Ordn«, Agenten, Redner u. s. w. aber mit Gefängniß uieifstpoa 1 Monat bis zu 1 Fahr destraf (Lade« Kitz! z destraft werden. Der Polizei-Prästdent Freiherr von Uslar-Gleichen. ■at sts, ick», u«! Jeuilleton. [9 inllr. V aal ur :erw i« Lad »8. Die Kitter der Arbeit. A»t dem Amerikanische» des Zor. Ueberfetzt von Natalie Liebknecht. W a l l a c e befürwortete hinauf die Erziehung Industrie durch gewerblichen Unter- icht. Mehrere ältere Arbeit« meinten jedoch, ein solches ystem w«de dazu führen, daß die Gewerke mit heoretikern, mit unpraktischen Handwerk«« überfluthet wür- en. Wallace«wid«te: „WaS wir nach mein« Meinung bedürfen, sind Hand- «ker, ich meine Arbeiter d« ersten Klasse; woher sie kommen ist für uns ganz gleichgiltig. Warum wollen wir das Lehrlingssystem nicht ganz abschaffen? Wöge die Regierung einen Theil des Geldes, dai sie her- giebt, um Knaben und Mädchen zu unt«richten, welche die Handarbeit verachten, für Gewerbe- und In- Lasse man diese Schulen PJ. U C l U ly l C II,|Ul> , k u n f Id ustrie-Schulen verwenden. iuset ohne Maschine oder fönst ein Triebwerk, so daß alle Arbeit »ut d« Hand»«richtet werden muß. Lasse man die ver- schiedenen Gew«kschaften die tüchtigsten Männer aus ihrer �"�5, erwählen, um jedeS Handw«k, jede Kunstfertigkeit in den Schulen zu lehren. Wenn dann der Schüler auSgel«nt >at, mag er in's Geschäft eintreten und unter Aufsicht ar» eilen; wenn er dann gezeigt hat, daß et ein guter Arbeiter nehme man ihn mit allen Rechten in die„Versamm- ng" auf. „Private Zndustrie-Schulen sind ja schon üb« ai ganze Land verbreitet; sie werden aber fast ausschließ- ch von de» Söhnen reicher Leute besucht. Die Schüler Äffe» dort einen systematischen Kursus von Handarbeiten Mn»-»** verschiedene» Gewerke durchmachen, so daß sie, wenn sie die Geschäfte gehen, uns um so bess« überwachen und "»sauge» können. DaS bedeutet, daß mehr theoretische V«storbenen auß«ordentlich lebendig h«. Von alle» Seiten eilten die Leidtragenden mit prachtvollem Blumen- schmuck h«bei, um diesen an dem offenen Sarge nied«zu- legen und dem Todten ein stilles Lebewohl zu sagen. Hund«te und ab« hunderte von Arbeitern und Arbeiter» frauen drängte« sich die engen Treppen hinan, um den theuren Todten noch einmal zu sehen. E« mußte förmlich eine Queue gebildet w«den, um den Zuströmenden den Anblick des Verstorbenen zu«möglichen. Julius Kräcker lag, für imm« ein still« Mann, ruhigen Antlitzes im Blumen üb«streuten Sarg. Kein Zug ver- rieth die wahrhaft entsetzlichen Leiden, die d« Attmste während mehrerer Wochen auSzuhaltea hatte, bis der Tod im wahrsten Sinne des Wortes als Erlöfer ihm erschienen war. Seine Leiden zu beschrei- ben, sträubt fich die Feder, und so ist» begreiflich und verzeihlich, daß er mehr als einmal feine verzweifelten Ange- hörige» wie die Aerzte herzbewegend bat, ihm aus Mitleid ein Werkzeug zu geben, damit er seinem Leben ein Ende machen könnte. Nun war geschehen, was er ersehnt, d« Tod hatte ihn von den Qualen befreit. Obgleich da» polizeiliche Verbot jeden Aufzug unt«- sagte,»«sammelten sich kurz nach 3 Uhr im Trau«hause eine größ«e Zahl von Leidtragenden, darunter Bebel und Singer, die als Vertret« der sozialdemokratischen Fraktion erschienen waren. Weiter waren Vertret« auS Berlin, Liegnitz, Striegau, Langenbielau, Freiburg, Koblenz jc. und eine größere Anzahl von V«tret«n der verschiedensten Arbeit«korporationen Breslaus anwesend. Bezeichnend ist, daß den Arbeit«» der königliche» Eisenbahn- w«kstätten ausdrücklich v«boten war, bei Strafe sofortig« Entlassung sich irgendwie an der Leichenfeier zu betheiligen, obgleich ZuliuS Kräcker einstmals selbst alS Sattl«geselle Jahre lang in den königl. Eisenbahaw«k- statten thätig war. Alle die genannten Vertreter üb«brachte« Namens ihr« Auftraggeber prachtvolle Kränze, die ohne Ausnahme mit schweren Seidenschleifen, mit Widmungen versehen, geschmückt waren. Außerdem hatten zahlreiche Orte gleiche» Blumen- und Kränzeschmuck übersaadt; zu- nächst Berlin, das besonders stark vertreten war, auch durch die Redaktion dieses Blattes, Nürnb«g, Dresden(Land, Alt- und Neustadt), Frankfurt a. M., Solingen, Halb«- stadt, Glauchau, Königsberg, Ratibor, Gera, das Eulen- gebirge, Striegau, Freiburg, Liegnitz, Ohlau, Schweidnitz, Spremb«g, Waldenburg und viele andere Orte. Die Zahl d« Kränze mochte 80 bis 100 betragen. Die sozialdemokratische Fraktion hatte eine prächtige Fächerpalme, deren Schaft mit einem kostbaren Blumenbouquet und mit mächtiger, weißseiden« Schleife mit entsprechend« Inschrift geschmückt war, gewidmet. Als gegen vi« Uhr der Leichenwagen«schien und der Sarg geschlossen Kenntnisse von den Werkführern und Aufseh«»»«langt w«den. Und wenn wir unsere Angst vor de« öffentlichen Industrieschulen nicht los werden, dann wird bald kein« auS unseren Reihen mehr zu de« höh«en Stellungen in den verschiedenen Berufen aussteigen, und die Söhne d« Reichen, die diese Plätze dann allein ausfüllen, w«den, da sie keine Sympathie für uns haben, die schon vorhandene Kluft zwischen Arm und Reich in rücksichttlosest« Weise noch erweit««. Aber, meine Freunde, eine dringende V«- abredung hindert mich, üb« diesen Gegenstand noch weit« zu sprechen."-- Henry Wallace eilte fort, eine Gruppe nachdenkend« und ernster Männer zurücklassend, die fich noch längere Zeit bemühte, da« verschlungene Gewebe de« Arbeit«problem» zu entwirren. AlS Samuel Simpson spät« sein Hau« betrat, wußte er, welche V«abredung eS war, die den jungen Henry von femen Gefährten inmitten ein« so int«essanten Besprechung hinweg getrieben hatte. Kapitel VI. Kürzere Arbeitszeit, höherer Lohn. Kapitän Arthur Barnum war in ziemliche Auftegung versetzt durch ein Telegramm auS d« Stadt New-Nork fol- genden Inhalt«:„Werde heute um 3.30 mit Ihrer Nichte am Bahnhof sein. Holen Sie mich ab. Uvt«zeichnet:„Adner Strong". Barnum wußte, daß sein Bat« irgendwo im Westen einen einzigen Bruder gehabt hatte. Diese« Tele- gramm war aber die«ste Mittheilung, daß sein Onkel Kinder hatte. Er wußte von keinen and«en V«wandten und argwöhnte, daß eS sich um einen Ausbeutungsversuch von Seiten irgend eines armen Verwandten handele, d« ihm zum mindesten für einige Tage zur Last falle« wollte, und er war deshalb etwas übel gelaunt. Doch eS war nichts zu thun,« mußte die Prüfung überstehe«; und da die Zeit herannahte, schickte« nach seinem Wagen und war an dem Bahnhof, als d« Zug herein donnerte. Der Kutsch« wurde hineingeschickt, um nach einem Mr. Strong w«den sollte, hielt Bebel vor offenem Sarge eine kurze Ansprache, in welcher dem Todten„eine Stimme d« Fraktion und der hund«ttausende von Proletariern, deren Gedanken heute in Deutschland und weit üb« die deutschen Grenzen hinaus wehmuthSvoll in Breslau weilen", ein hnzlicheS Lebewohl zurief. Nachdem der Sarg aufgebahrt war, rangirten sich die Leidtragenden, so weit die Kränze reichten, als Kranzträg« unmittelbar hint« den Sarg. Hiergegen erklärte die Polizei nichts einwenden zu wollen. Rieht«-Striegau trug die Fächerpalme der Fraktion, dann folgten Bebel und Sing« mit dem Sohne Kräckers in ihr« Mitte, alsdann kamen die übrigen Kranzträg«, Männer und Frauen, zu zwei und zwei, den Schluß bildeten die Wagen mit der Mutter, Frau und Tochter und den übrigen weiblichen Anv«wandten des Verstorbene». So setzte sich der Kondukt Punkt 4 Uhr in Bewegung, rechts und links an Menschenmassen vorbei- passirend, die wie die Mauern standen und beim Heran- nahen des Leichenwagen» achtungsvoll die Häupter entblößten. Die Massen waren so gewaltig, daß während des Zuges aller Waaenverkehr unt«brochen werden mußte. D« Zug passirte, o Ironie des Zufalls, unter and«em auch am LandgerichtSgebäude, in dem Kräcker verurtheilt worden war, und am Gefängniß vorbei, dessen Räume er erst vor kurzem als Sterbender auf Urlaub verlassen hatte, von zahlreichen Beamten in und hinter den Fenstern beobachtet. Was mögen sie wohl gedacht haben? Nach nahezu anderthalbstündigem Marsch langte endlich der Kondukt auf dem Elisabethftiedhofe in Gräbschen an, als eben die prachtvoll untergehende Sonne ihre letzte» Strahlen entsendete. Tausende waren dem Zuge gefolgt, od« bildeten rechts und link« seine Begleitung, viele Hun- d«te waren ihm vorausgeeilt, um ein möglichst günstige? Plätzchen in der Rühe der Grabstätte zu erlangen. Die Massen überflutheten den Friedhof, so daß die Leidtragenden Mühe hatten, ans Grab zu gelangen. Auf nochmalige Anfrage untersagte die Polizei wieder, holt jede Rede, wie jedes Wort bei Niederlegung der Kränze. Schweigend fügte man sich diesem Verbot. Ein Sä»g«chcr stimmte das„Ueber allen Wipfeln ist Ruh" an, die Kranz- träg« legten ihre Kränze nieder, weihten dem Todten die üblichen drei Hände voll Erde, dann kehrten die Tausende still nach der Stadt zurück. Bevor die nächsten Leidtragenden den Friedhof ver- ließen, lösten ste die sämmtlichen Schleifen von den Kränzen los und übergaben sie den von Schm«z und Trau« tief gebeugten Angehörigen Kräcker'«. Man hatte bei Max Kayser's Beerdigung die Erfahrung gemacht, daß wenige Stunden nach der Bestattung fämmtliche Kranzschleifen be- seitigt waren. Einer ähnlichen Maßregel wollte man zu» vorkomme«. zu ftagen, d« auch bald erschien. Er war ein Mann in mittl«en Jahren und führte ein kleines Mädchen von un- gefähr zehn Jahren an d« Hand. Während der Wagen heimfuhr und Mr. Strong von der langen Reise und den Schönheiten von Washington sprach, grübelte Mr. Barnum mit dringender Neugierde darüber nach, was dies« Besuch bedeuten sollte. Nach d« Ankunft zu Hause wurde ein« Dienerin der Auftrag gegeben, das kleine Mädchen in eine besond«e Stube des zweiten Stockes zu führen, und die beiden Herren gingen in die Bibliothek. Li- Hung hatte ei« kräf- tige« Lunch(zweite« Frühstück) b«eitet, welche« der Kapitän sofort zu genießen vorschlug, denn er bemerkte, daß fein Besuch Lust hatte, sich sogleich an daS Geschäft zu machen. DaS kleine Mädchen erschien, und Alle gingen nun in das Speisezimm«. Nach beendigter Mahlzeit sagte Mr. Strong der kleinen Base, sie möge sich einstweilen, fo gut eS gehe, unterhalten, während« mit Kapitän Barnum einige Ge- schäftSangelegenheiten zu besprechen habe. Die beide» Herren zogen sich in die Bibliothek zurück und vertieften sich sofort in den Zweck der Reise. „Ich war," so begann Mr. Strong,„der RechtSbei- ftand Ihres verstorbenen Onkels, und dieser Besuch steht im Zusammenhang mit seinen letzten Verfügungen. Er starb als Wittwer und hinterließ dieses einzige Kind, ohne einen weiteren V«wandten zu kennen, als Sie. Sie w«- den ohne Weiteres begreifen, daß alle seine Zuneigung sich auf da« Kind vereinigte, und al» er wußte, daß er sterben müffe, besprachen wir zusammen alle Pläne für ihre Zu- kunft. Er kam schließlich auf den Gedanken, daß Sie der beste Vormund und Erzieher für das Kind seien. Da Ihr Onkel große Besitzungen hinterließ, wird sie Ihnen keinerlei Ausgaben verursachen und seine großmüthigen Versicherungen zu Ihren Gunsten, vorausgesetzt, daß Sie die Erziehung des Kindes über- nehmen und sein Vormund und Beschütz« sein wollen, würden eine glänzende Entschädigung für die Mühe sein, die Ihnen vielleicht v«ursacht wird. Hi« sind beglaubigte Abschriften von allen Papieren. Sie mögen sie lesen und So verlief ZuliuS Kräcker'S Begräbniß großartiger und demonstrativer, als die kühnste Phantasie seiner Anhänger sich vorstellen konnte. Und das hat mit ihrem Verbot die BreSlauer Polizei gethan. Die Sozialdemokratie kann mit ihr zufrieden sein, besser konnte die Wahlagitation für die Ersatz»ahl an Stelle des Verstorbenen nicht eingeleitet werden. Politisch- Urberstcht. H-rr Röhls» bat in der„Kölnischen Ztg." zwei große Worte gelafst'n ausgesprochen Erstens, daß die Araber oder Muhamedaner aus Afrika entfernt werden muffen; und zweitens, daß das Deutsche Reich diese Arbeit zu besorgen bade. Die h enschende Chauvinitis, verbunden mit der Aufregung über den afrikanischen Generalkrach, scheint das Hirn des Herrn Rohlfs sehr bedenklich angegriffen zu haben. Was zunächst daS erste seiner zwei großen Worte detrifft, so hat Hm Röhl s offenbar vergessen, daß das arabische oder muhamedanische Ele« ment in Ost- und Zentralafrila dort die Kultur repräsentirt, so- weit von einer solchen in jenen„dunklen" Gegenden die Rede sein kann. Gelänge es, die Araber und Muhamedaner wirllich aus Afrika zu verdrängen, so wäre das ein großes Unglück, das die Lösung des„afrikanischen Problems" um viele Jahrzehnte hinausschieben würde. Und wie will denn Herr Rohlfs die Beseitigung des arabischen Elements bewirken? Gutwillig gehn die Burschen nicht. Und ehe Hm Rohlfs eine Armee von einigen hunderttausend Mann mit dem nöthigen Proviant zu« simmenacbracht, und— in Ermangelung der nöthigen Be- förderungsmittel fich eine Riesenflotte von lenkbaren Lustschiffen deschafft hat— wird er fich wohl darauf beschränken muffen, seine frommen Wünsche der„Kölnischen Zeitung" mitzuthellen. Aber er will's ja nicht thun. Das Reich soll es thun. Nun ja— aber erst müssen die lenkbaren Lustschiffe fertig sein. Z« d-r offiziösen Rotiz, daß die Regierungskreise fich «ifrig mit der Frage beschäftigen, welche Anträge bei Ablauf der Giltigkeitsvaucr des Sozialistengesetz zu formuliren seien, demerkt der Berliner Korrespondent der liberalen„Münchener Allg. Ztg.", die Nachricht würde mehr Eindruck gemacht haben, wenn nicht sorort hinzugefügt worden wäre, die Angelegenheit werde den Reichstag in der nächsten Sesfion noch nicht be- schäftigen."„Das zur Zeit destehende Gesetz läuft bekanntlich" — sagt der Korrespondent weiter—„am 1. Ottoder 1890 ab; die Repierung hat also mindestens bis zu der Reichstagssesfion 1888—90 Zeit, fich über die Frage schlüsstg zu machen, voraus- gesetzt, daß es zur Zeit überhaupt als fraglich erscheint, ob auf eine Verlängerung des bestehenden Gesetzes verzichtet werden soll. D für, daß der Personenwechsel im Ministerium des Innern an der Auffassung der Regierung irgend etwas ändern werde, liegen bisher noch keine Anzeichen vor. Die offiziöse Notiz war in dieser Hinficht auch so unklar gehalten, daß der Urheber wohl in der Lage ist. nachher zu erklären, es sei eine Modifikation des Gesetzes überhaupt nicht in Frage gekommm. Man wird also vor allem näheres über den Gegenstand der Erötterungen abmatten müssen."— Stimmt. Eine In den„Times" werden Mittheilungen über eine neue„Internationale" gemacht, welche dazu bestimmt ist, die all? zu ersetzen und in jeder Hinficht zu über- treffen. Der Verwaltungsausschuß der neuen„Internationale" hat, naw diesen allem Anschein nach einem modernen Schauer« roman entnommenen Mittheilungen, seinen Sitz in New-Nork. Zentralaueschüffe bestehen in San Francisco, Chicago und Philadelphia; in Europa ist die neue Gesellschaft in folgmden Städten tbälig: Höhere Ausschüsse in London, Patts und Brüffel, Unterausschüsse in Lyon, Sheffield, Birmingham, Rom, Florenz, Mailand, Genf, Bremen. Berlin, Wien, Amsterdam, Antwerpen, Lüttich, Barcelona, Valencia, Madttd, Konstantin« opcl und Budapest. Außerdem befinden fich Unterausschüsse in Moskau und Petersburg. Der vollziehende internationale revolutionäre Ausschuß hält seine Berathungen im Geheimen. Derselbe desteht aus 46 Mitgliedern, welche verschiedenen Na« tionalitäten anai hören. Fünfzehn Mitglieder theilen fich in die verschiedenen Länder des Weltballes und führen den Titct„korre« spondircnde Sekretäre". Sie findinfolgenderOrdnung gruppitt: 1. Frankreich und die französtschen Kolonien; 2. England und Frland; 3. Deutschland; 4. Rußland; 5. Belgien und die Schweiz; 6. Holland, Schweden und Norwegen; 7. Spanien rmd die spanischen Kolonien; 8. Italien und Korfika; 9. die Türkei in Europa, Griechenland und Rumänien; 10. die spanischen Kolonien im Stillen Meere; 11. die spanischen Republiken am Atlantischen Meere und Brafilien; 12. die englischen Indien und Austratten; 13. Oesterreich-Ungarn; 14. und 15. die Vereinigten Staaten. Mexiko und Kanada. Die Befehle des Ver- waltungsausschuffes in die Ferne zu dittgiren, find sechs reisende Mitglieder bestellt, von denen jeder mindestens fünf Sprachen spricht. Sechs andere, durch Kugelwahl ernannt, bilden das odeiste Gettchtstttdunal. Die Dekrete dieses Tribunals können indcß nicht eher ausgeführt werden, bis fie die Billigung einer Generalversammlung empfangen haben. Wenn diese Billigung ertheitt ist, ist keine Umstoßung des Utthttls möglich. Die ver- dann in meiner Gegenwart die Bestimmungen annehme» oder verwerfen." „Bitte, betrachten Sie mein HauS als das Ihre, so lange Sie in Washington sind, Mr. Strong; ich werde Zhnen meinen Entschluß mittheilen, bevor Sie weggehen." „Ich nehme Ihre Gastfreundschaft mit Vergnügen für eine Nacht an; morgen muß ich nach Hause reisen. Außer- dem habe ich noch einige Geschäftsangelegenheiten zu be- sorgen und möchte auch gerne etwas von den Schönheiten der Stadt sehen. Ich hoffe, daß wir heute Abend nach dem Effen unsere Geschäfte endgiltig erledigen." „Bin ganz einverstanden," erwiderte Barnum.„Sie beareisen, die Sache hat mich einigermaßen überrascht; ich will mich jedoch zwischen jetzt und dem Mittagessen ent- schließen. Nehmen Sie meinen Kutscher und meinen Wagen — Sie werden sich dadurch Ihre Geschäfte und Ihr Ver- gnügen erleichtern. Jerry ist ein so guter Führer durch die Stadt, wie Sie nur immer einen finden können." „Danke Ihnen, Kapitai», aber lassen Sie sich durch mich in keiner Weise von etwas zurückhalten." „Ich hatte für heute nichts Bestimmtes vor und eS würde mir ein großes Vergnügen sein, Sie begleiten zu können, wenn ich nicht die Wünsche meines Onkels sorgfältig in Erwägung ziehen müßte." Der Advokat ging noch einige Minute« unruhig auf und ab und entfernte sich dann. Der ehemalige Krieger war nun allein und konnte über die letzten Wünsche seine» Onkel» nachdenken. „Ja," dachte er bei sich,„wäre kein Geld im Spiele, so würde ich keinen Augenblick anstehen, daS Kind mit dem alten Advokaten zurückzuschicken. Aber die Bestimmungen des Testaments sind ebenso glänzend, wie unerwartet. Ich hatte keine Ahnung, daß Onkel William so reich sei. Die Summe von 150 Dollar« den Monat, die für das Mädchen auSgesitzt ist, befreit mich von jeder Ausgabe für sie. Die Art der Erziehung ist mir überlassen, ich bin nur verpflichtet, sie weder in ein Institut, noch in ein Kloster zu schicken, was allerdings das Einfachste gewesen wäre. Sie soll eine Erzieherin und Privatlchrer haben und vollständig m meine Familie aufgenommen werden. Diese Bedingung urtheiften Personen können weder Gnade noch Aufschub erhoffen. — Eine schreckliche Organisation, wie man fleht! Die ittsche Frage scheint in England schauderhafte Halluzinationen hervor- zurufen. Fast möchte man meinen. Herr Oppert aus Blowitz, der dekannte Paiiser Märchenerzähler der„Times", habe wieder eine Entdeckung zu Papier gebracht und dem gläubigen„Wettblatt" eingesendet. Wie die Kornzölle da» G-tr-ide verthenern ergicdt ein Vergleich, welchen die„Franks. Ztg." anstellt zwischen den Notirungen in Frankfurt a. M., bei denen es möglich ist, zwischen schwerem ausländischen Korn, namentlich südrusfischem,/ und minderwerthigem inländischen zu unterscheiden mtt dem Pitts der ersteren, gleichen Qualität auf dem Amsterdamer Platze. Herdstweizen wird gegenwärtig auf dem inländischen Getrttdemarkte mit nur 156,30 M., hier aber mit 215 M. pro Tonne bezahlt; das ergiedt ttne noch höhere Differenz als den Zolldetrag von 50 M.— einfach, weil in Zeiten der Theuerung die Zollschranke nochmals preissteigend neben den schon vor- handenen natü lichen Ursachen wirft. Roggen notirt in Amster- dam 104,70, in Frankfurt 162,50— dieselbe hochdedenkliche Erschttnung. Die Vmi« Poscha-Grpeditto» soll um jeden Preis zu Stande gebracht werden; man denke in den betreffenden Kreisen aar nicht daran,„vor plötzlichen und theilwttse unberechenbaren Hemmungen die Flinte in's Korn zu werfen", so verfichert die „Nat.-Ztg."— Das klingt ja sehr schön, vor der Hand haben aber doch wohl in Sachen der Emin Pascha-Exvedition die rebellischen Eingeborenen in Ostafttka die Entschetvung fichcrer in der Hand als die Redattion der„Nat.°Ztz." Wie übrigens auch von wissenschaftlicher Sette aus die geplante Emin Expe> dition abfällig beurthM wird, das mögen die folgenden Stellen aus dem neuesten Hefte der Verhandlungen der Gesellschaft für Ervkunde zu Berlin deweisen. Es httßt daselbst u. a.:„Man kann dirett sagen, daß durch das, wie es schttnt, glücklicherwttse Seficherte Nichtzustandekommen des Untemchmens ttne große iahl von unerfahrenen jugendlichen Afrika. schwärmern vor furchtbaren Enttäuschungen und einem ficheren Untergang gerettet worden find. Auf glttcher Stufe steht der kürzlich in den Tagesdlättern aufgetauchte Vorschlag, die im Werke befindliche veursche Expedition nach dem Nilseen- gebitt, welche neben der Ausdehnung des europäischen Einflusses in dem deuttch-ostafttkanischen Schutzgebiet die Unterstützung von Emin Pascha»um Ziel hat, durch staffelweises Vorgehen und Gründung einer Reibe von Stationen unter Verwendung ttner großen Zabl von Wttßen in die Wege ,u leiten. Die ungeheuren Opfer an Geld und Menschenleben, die ein solches Vorgehen gefordert haben würde, dürsten bei der Aufstellung dieses Planes wohl schwerlich in ihrer ganzen Be- deutung gewürdigt wordm sttn." Friwzöstsch-r Arb-it-rkongr-tz. Vom 28. Oktober bis 4. November wird in Borveaux der Kongreß der ftanzöfischcn Ardeiter-Syndikate(Gewerkschaften und Fachvereinc) tagen. Da»„Z-ipzige» Tageblatt" klagt, daß die Curt S t a r k e' sche„Sozialre'orm" in Mittweida und Umgegend bei dm Ardeitem gar keinen Anklang findet. Natürlich find die Arbeiter von den Sozialdemokraten verhetzt. Sonst würden fie auf den kartcllbiüderlichen Lttm hüpfen— meint das „Tageblatt". Wir konstatiren mit Genugthuung das— übrigens nie von uns bezweifelte— Mißlingen dieser plumpen Arbeiterfängerei. D-r sang- Tölck-, so wird uns aus Leipzig geschtteden, befindet fich noch immer in der Irrenanstalt. Die Äerzte find noch nicht im Stand, stchere Ausficht auf Genesung zu eröffnen. Das körperliche Befinden bat fich aber gebessert, was immerhin ein hoffm ng? volles Symptom ist. Trackstist-m? Der Elderderfelder„Fr. Pr." wird aus Dortmunv geschrieben: In d n„Dortmunder Nachrichten", dem Organ des starrm, egoistischen Fceifinns, lesen wir eine „arbeitcrfreundlich" sein sollende Notiz des Ja Halts, daß einige Fabttken und Bergwerke ihren Arbeitern seit einigen Jahren die Kartoffeln für dm Winterbedarf kommen lassen und zum Selbstkostmprtts an dieselben abgäben.„Zum Selbstkostenpreis" — wie rührend, wie human! Und dennoch zttgm fich die Ardttter ibrm„Wohllhätern" gegen über so fttndlich! Woran mag das liegen? Nun, lassen wir den Scherz bei Seite und hören wttter, was das Organ der fceistnnigen Harmonieapostel der oben anae- führtm„Ardeiterfreundlichkeit" als Ergänzung hinzufügt:„Der Kostenbtttrag für die Kartoffeln wird den Ardeitem ratenwttse an den Lohntagen eindehallen—",„durch ttne solche Ein- richtung find die Ardetter vor der dringendsten Noth geschützt." Zunächst müssen wir denn doch dem Organ der Schlotbarone und unbeschräntten Produktion erwidern, daß es besser thun würde, die Mühe»u sparen, bei den Ärbeitem auf eine so plumpe Art und Wttse Verlraumsduselei zu erwecken zu ver- suchen. Grttfm wir doch einmal von den erwähnten„ardttter- freundlichen" Etablissements Dortmunds die„Union" her- aus. Wie steht es denn da mtt dem selbstlosen Wohlthätig- keitsfinn den Arbeitern gegenüber? Wenn fich ttn Ardttter von der„Union" Kartoffeln entnimmt, so werden ihm von den betreffende» Rechnungsführern sogmannte„Bons" ansgestellt. gefällt mir nicht, weil sie mich in meiner Freiheit be- schränkt. Aber eS muß so sein, sonst verliere ich daS Legat von fünfzigtausend Dollars. Ueberlegen wir einmal: das Mädchen ist jetzt 12 Jahre alt. Mit 18 Jahren wird sie mündig, daS wird mich für die nächstm sechs Jahre zum musterhastm Betragen zwingen. Denn das Mädchen wird im Testament aufgefordert, über die Behandlung, welche sie bei mir gefunden, zu bettchten und ist fie nicht ganz zu- ftteden mit mir, so kann ich nach 6 Jahren der größten Opfer eS erleben, daß die fünfzigtausend Dollars für den allerblödsinnigsten Zweck weggeworfen werdm, nämlich für eine Wohlthättgkeitsanstalt! Aber eS ist der Mühe werth, den Versuch zu machen. Ich werde die Bedingungen des Testaments annehmen!" Er zog die Klingel und schickte nach dem Mädchen, daS ihrerseits ängstlich auf die Unterredung gewartet hatte. ES trat in dai Zimmer und blickte mit einer gewissen Scheu nach seinem Vetter. „Nun, mein kleines Väschen," begann der Kapitän, „wenn ich Mr. Strong recht verstand, so soll ich Dich Gertie nmnen?" „Ja mein Herr; mein ganzer Name ist Gertrude; Papa sagte mir, Sie seien so viel älter als ich, daß ich Sie Onkel nennen sollte." „Ganz gut, mein Kind, ich will Dich also mttne Nichte nennen. Glaubst Du, daß Du gerne bei mir hier in Washington leben möchtest?" „Ich weiß nicht, ob ich eS gerne möchte, weil ich hier Niemand kenne, aber Papa sagte mir, daß eS mir nach einiger Zett gefallen würde, und so sagte ich mir, ich würde am besten thun, gern hier zu sein." „Dein Vater, mttne kleine Nichte, hat gesagt, Du solltest eine Gouvernante und Pttvatlehrer bekommen und Alles, was sonst nöthig ist, damit Du, wenn mündig, ein gebildetes und wohlerzogenes Mädchen bist. Wird Dir daS angenehm sttn." „Ich weiß nicht. Onkel. Ich will alle» thun, was Papa wünschte. Aber ich will eine wirklich gute Gouver- «ante, die ich auch lieben kann, denn ich werde viel mit ihr zusammen sein müssen. Wenn die Zeit für die Lehrer Jeder Bon hat ttnen Werth von 5 Mark. Diese 5 MarkAezentralifirt, p den den Arbeitern an den Lohntagen voll und ganz ahgezqjlnd die Fabriki So kommt es z. B. häufig vor, daß auf dm LohndÄm»lles dieses kc Aibeüer gescklieben steht:„In Baar Mark..."; oder sogpälzung ttntcet „Bleibt schuldig Mark..." Wie die„Union" ihre Ardaittel zu ihrer mit anderen Naturalien auslöhnt, werden wir später einmal! sprechen. Koziald-mok-atisch- g-rt-stblnme«. Die„Aach Volksztg." schreibt:„Man sollte es nicht glauben, ad« Thatsache liegt vor. Zur Entbüllunpsstter des Hansen« Denkmals hatte unser Herr Gartenbirekior Grude vor demse sehr hübsche Blumenverzierung hergestellt, welche, eine Die„L i g ikanischerscits reisgekrönten m Jungfrauer Der unter adinetsra e y t r a l au e t r ä n k e st l eser Entwurf rthe aus eige uerfrtt brenn, rft aber auch igenbrennerei er fttt war. 1 Jahreszeit entsprechend, zu einem großen Theile aus blühenden Geranien bestand. Kaum hatte der Schöpfer Denkmals, Herr Heinz Hoffmttster aus Berlin, das bemerkt, er sich über die rothe Farbe ärgerte und die Entfernung� sozialdemokratischen Blumen forderte. Alle Vorstellungen nichts, die verdächtigen Töchter Flora's mußten fort, es Abhilfe geschaffm, indem die Biütben aus dm Geranim fernt wurden."— Das Vaterland ist gerettet. Daß-i» Vorstch-nd-r-i«e De-fammlung ans A»cs Ackerbaumi, vor freiem M-innngsaustaafch selber auflöst, kann natnter der ländl lick nur btt den wackern Gewerkoerttnlem vorkommen, ufen würde. A „Magd. Ztg." berichtet wenigstens aus Merseburg»oben und schli, lakonisch:„Die am Montag hier abgchaltme Versammlungpateren Sitzunx hiefigm Gewerkvereins, in welcher Hm Pioch. Was Herr Berlin über„Die Ziele und Bestrebungen des Gewerkoeigaldesammlung und die Asters- und Jnvalidenverficherung der Ardttter" splgammer gelanx verlief sehr stürmisch, da über die Hälfte der Theilntt telle verkaust Sozialdemokraten waren. Als der Tumutt immer größer w» ntwort bereit. sab sich der Vorfitzende zur Auflösung der Versamnrttahl in die Kar genötbigt." seiner in Toi Gff-nbnrg, 2. Oktober. Eine Anklageschrift wurde' liefen veröffew Landwirth Jos. Klein, Dr. Wasther, Redatteur Adolf G eck per aus seiner i Fabrikant Karl Geck zugestellt. Gegen den ersteren ist Ankßm 28. Septem erhoben wegen Vergehens gegm die§§ 128 uno 129 k von unserer R. St. G.-B.(Thttlnaame an einer gehe mm Verbindung) ttgen, als daß § 19 des Sozialistengesetzes(Verbreitung), gegen die üdrißr Haß gegen nur wegen des letzteren Vergehms. Der Staatsanwalt ord»n sich leicht v an, daß die seither inhaftirt geweimm Angeklagten auf Gn® Jahr unser, des§ 112 der St.-P. O. trotz erfolgtem Schluß der Voiuvdtum vom 30. suchung in Haft bleiben müssen. Anders ist es kfc.Hri* Wrlso einem Ehrenberg.— Hm Schriftsetzer Obcrfoell aus flursches Mand „Offenburgcr Nachrichten" wurde soebm aus der Untersuch»«�». Ard e hast entlassen."cht lerö Gesterreich Ungar«. Folgende schöne Geschichte aus Ungarn erzähst Hirlap": Als Erzherzog Karl Ludwig fich auf seiner jür Inspektionsreise in Szadadka befand, besuchte er die öffen Anstalten der Stadt. Er wurde auch von dem Bürgen und anderen Würdenträgern in ein Haus geführt, welchtt�,. das neuerbaute Spital der Gesellschaft vom Rothm KrÄ 2, zeichnet wurde. Das Haus, ttn zweistöckiger Neubau,°->-,, Spitalsrrquistten ausgestattet, auch ttn Kranker war in r r„& der Betten zu sebm. Das Haus aber ist und war kein Spl».. der leerstehende Neubau war eigens für diesen Zweck gem« und mit R quifiten aus dem städtischen Zpitale ausgest worden. Der angedlicke Kranke war unmittelbar vor der stchtigung des angeblichen Spitales aus einem benacht» Kaffeehause herbeigeholt worden. Eine halbe Stunde nach Abreise des erzherzoglichen Paares wurde der Neubau ausgeräumt. Dieser vom Bürgermeister inszenirte Vorgang in Szabadka allgemeine Entrüstung hervorgerufen." klingt unglaublich, aber dagewesen ist auch derglttchm. denke nur an Potemkin, jenen russischen Höfling aus votigen Jahrhundert, der eine ganze blühende Landschas Leinwand und Pappe herstellm ließ, um dm dos Lanb rttsenden Zarm glauben zu machen, es befinde fich alles besten Wohlstande. 4 auf einer L en, und dies r fallen lassen Dem belg . dei rleroi mächtip belgischen Art ngsarbttt ve ngen nach d Ardttter zu l tergesetzl, ui eur im Such lnisse, unter seine Thätigl erika auswan n eine derart te Fallmr P daselbst sof owmen und Nach ttner ckbleibmden! estern, d. h. „ �. e R u ck s e n l Grotzbritannie«.„der, denen Die„Fortnigthly Review" enthüll einen Artikel des»»Wanderung e: nikus Jsaac Taylor über„den großen Mißerfolg ttv-n. Fallmr christlichen M i s s i o n". Die Argumentation deS Verfaß iss um so n wird aus den folgenden Sätzen klar:„Die Zahl der$1. Mmistenum zum Cbiistenthum bekehrten Heiden wird auf 60000 gn®"' Ist dieses richtig, so brauchte man 183 Jahre, um nv» schnellere Vermehrung der nicht christlichen Völker während> einzigen Jahres ttnzuholen. Für jeden nmen Christen gst�. jährlich 183 neue Heiden oder Muhamedaner. China biet« aller traurigsten Ausfichten für die Misston, da fich seine vöikerung um jählich 4% Millionen vermehrt, während Kirchen-Äisfionsgesellschaft im letzten Jahre nur 167 eraxrt Chinesen taufte. Auf diese Weise würde diese Misfionsj schaft 27 000 Jahre brauchen, um nur so viel Chinesen zu kehren, wie sich die heidnische Bevölkerung von China in Jahre vermehrt. Das Oltoberheft des„Nineteenth Century" enthält „Das Jndustriedorf der Zukunft" betitelten tikel aus der Feder des bekannten russtschen Anarchisten Kcapotkin. Nach dem Verfasser müssen die„Geschäfts-Zen en vertheilen. lustiner, Fran »ipvinminseln m sich währe > einheimische »cht weniger l gegen Erlag ttnes Guldms ttn gewünschtes Buch ttngehän am Endpunkte der Reise erhält er btt Rückgabe desselben 90 zurückcrstattet, so daß also die zu entrichtende Leihgebühr 10 Kr. für jedes Buch bemessen wird. Die Idee des v ist ttne sehr gesunde, allein es steht zu erwarten, daß die fliss den Buchhandlungen und Kolporteure auf den Bahnhöfen.�, Entrüstunasschrei ausstoßen und über Gewerbestöcung kW yulmeister, werden. Auch der Zeitungsverschlttß in den UnterwegsstatipAnt waren, wird ttne Adnabme erfahren, indem namentlich die Dawes�n spat und die gewohnte Lttbdidliothekmkost der ungewohnten Zeitu�verwunder!« lettüre vorziehen wird. Tr feilgebote Heirathsv-rmittlong en gros. Mit dem©Wyfn wünscht Klagen, ade en abgeleh, ss* ausge, uniftung d ilen, de» 2 'chst W vern rimma s „Hella" kamen kürzlich 24 junge Schwedinnen in Newyp»k fer defriedi jede bewaffnet mit einem vollständig rechtsgiltigen Kopss pse dadurck nach welchem fie fich verpflichtet hallm, bei ihrer AnkuvssTten verkauf Amerika denjenigen jungen Mann zu Httrathm, welchcr.sV Di�Mun das Geld zur Ueberfahrt geschickt hatte. Diejenigen, die schwedischen Schönen hattm verschrttben lassen, hatten s? lern Morge ! 5 2J!od IM abfle, zyndüten ; ober fi ihre A> « kinmil 'zentralistrt, große Fabriken muffen in kleine zerlegt werden ,d die Fabriken überhaupt auf das flache Land hinauswandern. lles dieses kann aber erst nach einer großen sozialen Um- älzung eintreten, wodurch jede Nation auf ihre eigenen Hilss- ittel zu ihrer Erhaltung beschränkt wird. Frankreich. Die„L i g a d e r R o s e von Frankreich" wird repu- ie„3Iaffl<%{faiiifdietfctts mit Spott behandelt.„Die Liga der Rofieren" en. aber preisgekrönten Jungsern) nennt fie die„Justiee".„Es wer- vansewa�,. Jungfrauen von Orleans verlangt", kündigt der„Rappel" an. wr demsc» Der unter dem Vorsitze des Premierministers abgehaltene welche ,'adinetsrath erörterte eingehend den vom Finanzminister le aus w xytral ausgearbeiteten Entwurf einer Reform der f"" m letränke steuern. Wie seinerzeit gemeldet wurde, setzt s bemetK,j{efet Entwurf den Betrag von Branntwein, welchen die Land- ntfernung irthe aus eigenem Gewächs und für den eigenen Bedarf üungen b®euetfrei brennen können, auf 20 Liter jährlich herab, unter- fort, es Hilft aber auch die Geräthe und das Verfahren dieser ländlichm Geranie« igenbrennerei der sinanzpolizeilichen Kontrole, von der fie bis- er frei war. Letztere Bestimmung wurde lebhaft von Seiten g aus A>es Ackerbcmministers angegriffen, weil fie nach seiner Meinung t, kann newter der ländlichen Bevölkerung großes Mißvergnügen hervor- smmen. ufen wurde. Auch von anderer Seite wurden Einwendungen er» eburg»oben und schließlich die Entscheidung der Angelegenheit einer sammlungpäteren Sitzung vorbehalten. P i o ch. Was Herr Wilson gegenwärtig treibt, während die Ge- GewerkoeMldesammlung seiner Schwester, Frau Pelouze, unter den cbeitet" Mammer gelangt und die Ernten ihrer Felder an Ort und r Theilneh teile verkaust werden? fragt der„Figaro", und er bat die größer w» ntmort bereit. Herr Wilson ist eifrigst bemüht, seine Wieder- Versamm«hl in die Kammer anzubahnen, und läßt zu diesem BeHufe seiner in Tours erscheinenden„Petit France" eine Reihe von ft wurde I liefen veröffent ichen, welche„ein Landmann" gezeichnet find, volf G-ct ser aus seiner eigenen Feder stammen dürften. In dem Briefe en ist Anlßni 28. September heißt es:„In den nächsten Wahlen werden unt> 129 k von unseren republikanischen Kandidaten noch mehr ver- cbinduna) Äsen, als daß fie laut schreien können:„Nieder mit Wilson!" - Haß gegen Wilson ist eine geringe politische Bagage, die fich leicht verschafft, die aber nicht genügen wird, um näch- Jahr unsere Zustimmung zu erlangen.� Und unter dem tum vom 30. heißt es:„Um ins Parlament zurückzukehren, Herr Wilson, wenn ihm dies jemals widerfährt, ein neues isches Mandat von seinen Wählern in Jndre-et-Loire er« jen. Wird er es versuchen? Bei dem Listenslrutinium wäre hm nicht leicht, sich mit vier anderen Kandidaten zu präseN' en. Wenn er aber diese auch fände, so könnte er dennoch it auf einer Liste eischUnen, et müßte sich allein den Wählern en, und diese müßten ihn ohne Zweideutigkeit annehmen r fallen laffen." Kelgie«. ji Dem belgischen Ministerium ist infolge der im n die ü> mwalt o :n auf der V ders ist es foell aus Untersuch! erzaalt, seiner fin die öffenf ; Bürgen t, welch� t ö S Mizministerium herrschenden Unkenntniß ausländischer Gesetze k.# Kanz sonderbares Mißgeschick zugestoßen. Der »bau, wS war in, ar kein Sv Zweck gemv ik ausgefi it vor der n benach! stunde naa Neubau tc Vorgang ufen."- gleichm. Üng aus Landschas dos Land e fich olle* ___,._____... einfluß- ch e Führer der Glasarbeiter- Union, lleur, der für die Arbeiter-Organisation im Basfin itleroi mächtig gewirkt hat, war als angeblicher Mitanstifter belgischen Arbeiterunmhen vom Schwurgerichte zu 20 Jahren ngsarbeit verurtbeilt und trotz zahlloser Ardeiter Kund« mgen nach dem Ldwener Zucht Hause abgeführt worden. Um Arbeiter zu beschwichtigen, wurde die Strafe auf 6 Jahre ltergesetzt, und der Juslizminister, welcher den„intelligenten" eur im Zuchthause besuchte, entließ ihn ganz aus dem Ge- äffe, unter der Bedingung, daß er Belgien, in welchem seine Thätigkeit als Arbeiterführer fürchtet, verläßt und nach erika auswandert. Trotz des Prorestes der ganzen Preffe n eine derartige gesetzwidrige Einführung der Verbannung le Falleur Mitte September nach New-Aork abreisen, wurde tf daselbst sofort von den amerikanischen Behörden fest- ommen und trotz des Eintretens des belgischen Konsulats e Rücksendung nach Belgien beschloffen, da Aus> der, denen ihre Strafe unter der Verpflichtung der tikel des KWwanderung erlaffen wird, nicht in das Land aufgenommen Inf oia*be": Falleur kommt auf's neue nach Belgien zurück, und n des VerfoP» v,m J0"�br auf den Ausgang der Sache gespannt, als hl der jÄ?' Ministerium vorlaufig selbst ganz rathlos ist. 60000 ge#* Spanien. Nach einer amtlichen, aber hinter der Wirklichkeit weit ckdleidenden Angabe giedt es beute in Spanien 29 220 ivestenr, d. h. 6 Mal so viel Mönche und doppelt so viel neu als im Jabre 1875, die fich auf 1330 Klöster und 179 -r oerlheilen. Obwohl das Konkordat blas die Orden der stiner, Franzi: laner, Kapuziner und Dominikaner für die lipvineninseln und nur 2 Orden für die Halbinsel gestattet. a sich wahrend der letzten 13 Jahre mafienbait fremde "'cheimiftbc Gesellschaften eingenistet. Jesuitmklöster giebt Ehina m e» ich! weniger als 22 außer den der Regierung nicht ange- j�eten„Sektionen", die uberall im Verborgenen blühen. Der tst fast völlig in ihren Händen, sowohl der öffent- betitelten� tjstx der private, und im ganzen Lande erheben fich. stolze , um nu» ; während< ihristen gl�, Tbina bietet fich seine während 167 er i Misfions Chinesen zu archisten 4 -schäfts-Zentln denen diese und andere gesetzlich verbotene Gesell- .. Glauben gehandelt und ernstlich die Abficht, dieselben zu legen, denn sthen. gebet der heirathslustigen Herren hatte fich mit le ihre Stu»»« Ehevermittlungsbureau in Stockholm in Verbindung ge- bevor man ihm aber die junge Auserwählte nach Amerika De»e, mußte er seine Photographie, ein von dem Pfarrer seiner _ iPttinr» It— u-r.*»e r.......ff.___ s. ist Dir Beste, was fu�TZi v%"™v-vvvifmappxe, nn yuu vtui ivm»v«. i» Unbescholtenbeitszeugniß und das nöthige zut mit einaU��la", ste�wurden�stdoch�auNhren�ausdrüÄichm�W�nsch Castle Gardm gebracht, wo man nun wartete, ob die Ver- 1 ihre Braute von dort abholen, oder od fich die letzteren ihren betreffenden Bestimmungsorten begeben würden. Die che« find zwischen 19 und 25 Jahre alt und fast alle sehr ,. Vier kommen nach Brooklyn, und eine ist schon von ! Zukunftigen abgeholt. Die übrigen zwanzig gehen nach Westen und find meistens noch im Laufe desselben Tages eist. Kit» Kund gegen da« Trinkgelder-Unwesen ist in rften KonferenffluH begründet worden. Die Vereinigung ist etwa in der ternehmung� mäßige LeW, fnolfier UUt tu# im na Plowitz bfll äu 8eMn! die Satzungen find noch nicht festgestellt; ein > Ausleihen$ anzubringendes Erkennungszeichen für die Mitglieder, lerecknet zu 8e Enthaltsamkeitsvereine eingeführt haben, wurde Mmzmw MT be«. WsM'MW-x-W-W Schäften überhaupt nie mehr ein Trinkgeld im heutigen lit dem Su, in Nervi) oi» n, welchtt.� ä'tf» schasten Schaarm von Kindern auf ihre Weise unterrichten, während für Stadtschulen jede Hilfe von derselben Stadtver- tretung abgelehnt wird, die den Klerikalen geräumige Häuser anweist. Die Straßen wimmeln wieder von geistlichen Ordms- kleidern, besonders von Schwestem franzöfischer Gesellschaften; allein von den 163 Feauenklöstern in Barcelona, das wegen seiner Nachbarschaft zu Frankreich ein Mittelpunkt des klerikalen Einflusses geworden ist, find 135 ausländische. Häufig berichten die Zeitungen von empörenden Vorgängen: reiche junge Mädchen verschwinden plötzlich in Klöstern und werden trotz aller Bemühungen den überraschten Eltern nicht wieder freige- geben. Noch kürzlich kam, wie die„K. Z." mittheilt, der Fall vor, daß ein reiches Mädchen auf telegraphischen Befehl deS Bischofs den Schleier nahm, um dadurch die von den Gerichten unterstützten Schritte des Vaters zu vereiteln. R«ßla«d. „Nowoje Wremja" hat einen ständigen Korrespondenten in Jrkutsl in Sibirien. In seinem letzten Briefe schreibt dieser Herr folgendes:„Die Ernte ist bei uns schlecht aus- gefallen: durch die Dürre hat besonders der Roggen sehr ge- litten. Zufuhren von Belang find nicht zu ermatten, da Eisen- bahnen nicht gebaut werden und der Transport auf den Land« straßen sihi theuer ist. Die von den Behörden so oft besprochene Regulirung der Angara und des Jeniffeikanals bleibt leider aus. Tie Arbeitslöhne fallen durch ganz Sibirien. Die Zahl der Depottiitm beziffert fich jährlich noch immer auf ungefähr 12 000 Köpfe. Ausfische Kapitalisten haben neuerdings Sibirien nicht mehr zu ihrem Versuchsfelde ausersehen. Und doch würden fich industttelle Anlagen in den verschiedenen Thetlen des Landes seit rentiren. Es mangelt an den einfachsten gewerblichen Er- zeugniffen, die mit großen Kosten aus den europäischen Gou- vernemenis dezogen werden müssen und natürlich dreimal theurer als in Moskau oder Petersburg bezahlt werden. Mr Laxus- waaren werden erstaunliche Preise Befördert und thatsächlich bezahlt. Es blüht in Sibirien nur die Spiritusfadttkation, od- gleich es besser wäre, diesen Zweig der Industrie auf einige Zeit wenigstens einzustellen und das dafür ver- brauchte Getreide anderweitig zu verwenden. Nur die Fischer am Angaraflvsse betreiben gegenwärtig ein gröferes und einträglicheres Geschäft als früher. Die persönliche Sicher- heit im Lande läßt immer noch viel zu wünschen übrig. Die von Kreis zu Kreis streifenden Verbrecherdanden spotten vielfach den Verfolgungen der Polizeiorgane. Auf der Straße nach Pesterow tödtetm solche Banditen unlängst einen Wächter, um einen Keller ausplündern zu können. Denselben Tag wurde in einer Fabrik in Ussala ein Jade sammt seiner Frau getödtet ebenso in einer Müyle zu Maltin eine ganze Müllersfamilie. In beiden Fällen handelte es fich um Raubmorde. Es kommt eben fetten vor, daß die Verbrecher ergriffen werden. Uebrigens weiß man auch nicht, was man mit den eingefangenen Ban- diten machen soll. In Alexandrowsk, 7 Werst von Jrkutsk entfernt, arbeiten 2000 Veruttheitte, in den Salinen von Ufole 46 schwere Verbrecher. Die Aufseher find froh, wenn fie keinen „Zuwachs" erhalten. In neuerer Zeit ist große Unzufttedenheit deshalb unter der Bevölkerung entstanden, weil die Regierung überall Ehauffeehäuser und Schlagbäume aufstellt, selbst an solchen Straßen, die auch nicht die entfernteste Aehnltchkeit mit einer Chaussee aufzuweisen vermögen. Dabei werden die Brücken und Fähren immer mangelhafter und find oft nur mit Lebensgefahr zu passtren.— So der Jrkutsker Korrespondent der „Nowoje Wremja." Es ist zu verwundern, daß diese Mitthei» mngen vor den Augen des Petersdurger Zensors Gnade ge- fanden haben. Uereine und Verlammwuge«. Di» Filiale III der Maler und Berufsgenoffen hielt am Diemiag, den 2. d. M., ihre Vereinsversammlung ab. Die Tagesordnung lautet: 1. Grenzregelung. 2. Vortrag. 3. Er- aänzungswahl und Verschiedenes. Nachdem Herr Lindau die Versammlung eröffnet hatte, wurde, nach einer kurzen Erläute- rung des Herrn Link in Betreff des Zwecks der Grenzregelung, zur Wahl einer hierauf bezüglichen Kommission geschritten, welche die Herren Schlaak, Krüger und Toumer traf. Zum »weiten Puntt hielt Herr Link einen Vortrag über die Pflichten und Rechte der Mitglieder. Ein jedes Mitglied sei verpflichtet, immer und uderall für den Verein zu agttiren, regelmäßige Zahlung der Beiträge zu leisten, unsere Ar deiterdlätter zu halten, und namentlich unsere Fachzeitung zu verbreiten; ferner dafür Sorge zu tragen, daß wir den Arbeitsnachweis voll und ganz in unsere Hände dekommmen. Ebenso hat auch jedes Mitglied wiederum seine Rechte. Da ist in erster Linie der Arbeitsnach- weis, zweitens die Bibliothek, drittens Wanderunterstützung, viertens Rechtsschutz u. s. w., worauf er Ansprüche zu machen berechtigt ist. Zum Schluß ermahnt Redner die Kollegen, un- verdrossen für den Verein zu arbeiten, und spttcht den Wunsch aus, daß, wie in den anderen vtadttheilen, so auch im Norden noch eine Filiale gegründet würde. Zum dritten Punkt erfolgt die Wahl d-r Herren Avolph und Knörnschild, welche auch zu- gleich den Arbeitsnachweis übernehmen. Ferner macht Herr weihe zu Liebettwolkwis, der„Santtätskolonne in Mecklenburg" oder wohl gar der„Viehausstellung zu Augsburg" ein Opfer gebracht hatten. Die armen Schullehrer! Molke« al« Dormittler von Telegramme«. Zwei Schiffe der englischen Manne, der„Orion" und der„Espoir", baden kürzlich folgenden interessanten Versuch gemacht, sich aus offener See innerhalb großer Entfernungen zu verständigen. Der „Espoir" segelte von dem Hafen Singapore nach Hongkong ad und der„Orion" blieb im Hafen zurück. Als der„Espoir" 69 Meilen ent- fernt war, sandte ihm der„Orion" ein Telegramm zu. indem er helles elektrisches Licht in Form von kurzen und langen Lichtblicken auf die Wolken warf, von denen es zurückgeworfen und deutlich am Bord des„Espoir" gesehen wurde. Wenn auch die Ausnutzung einer solchen Wolkentelegraphie, so schreibt das Patent- und technische Bureau von Richard Lüdeis in Görlitz, sehr wesent- lich vom Wetter abhängig sein wird, so ist doch immerhin die Möglichkeit, mit Hilfe von Wolken bei Nacht 60 Meilen wett ohne Draht zu telegraphiren, demerkenswetth. Auf diese Weise könnten besonders die Lichter der Leuchtthürme in wolkigen Nackten auf weit größere Fernen fichtdar gemacht werden, wenn die Thürme mit einem Apparate ausgerüstet würden, der die Lichtblicke an die Wolken werfen könnte. Durch Kombination von kurzen und langen Lichtblicken könnte man dann ein Alpha- det schaffen, welches dem beim Morsetelegraphen angewendeten genau entsprechen würde..._ � m, Ländlich, sittlich. Die im Westen von Paris gelegene Place Pereire wurde am Dienstag früh durch ein blutiges Ehe- bruchsdrama in große Aufteaung versetzt. Auf Nummer 7 dieses Platzes in der Nähe der Gurtelbabn befindet fich die Apotheke des Herrn Coignet, eines äußerst strebsamen und gewissenhaften Mannes, der trotz seiner Vorliebe für Astronomie vor einigen Jahren eine bedeutend jüngere Frau nahm, welche ihm zwei Kinder schenkte. Jndeß aber Herr Coignet in einen freien 5%%% das endlich auch zur Kentniß des betrogenen Ehemannes ge- WMMW tobt dalag. Lindau den Vorschlag, auf die„Mappe" zu abonniren, welcher noch von Herrn Link befürwortet wird. Achtums! Töpfer! Am Sonntag, dm 7. Ottober, findet die konstttuirende Versammlung des„Vereins zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins" im Königstidt- Kastno, Holzmarv- und Aleranberfir.- Ecke, statt. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, daselbst zu erscheinen. Die Genehmigung zu dieser Versammlung ist ertheilt. Kerein der Ginsetzer(Tischler). Sonntag, den 7. t», Mts., Vormittags 10) Uhr, Neue Fttedrichstr. 44: Ordentlicke Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Kassen- und Revifions- bencht vom 3. Quartal. 2. Verschiedene Vereinsangeleaenhetten. 3. Fragekasten. Mitgliedsbuch legitimirt. Neue Mitglied« werden vor und nach der Versammlung aufgmommen. Fachverei« der Putzer. Sonntag, den 7. Oktober, Vor« mittags 11 Uhr, bei Scheffer, Jnselstr. 10, General-Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Kassenabrechnung. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Vereinsangelegmheiten. FreireligiSf» Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag. dm 7. d. M, Vormittag 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. Völkel-Magdedurg über:„Der Wunderglaube und die Bibel- wunder." Damen und Herren als Gäste willkommen. Nereiniguug der Drechsler Deutschland». Ottsver- waltung„Berlin Ul". Versammlung am Sonntag, dm 7. Ok- toder, Vormittags 10 Uhr, in Sägers Lokal, Grün« Weg 29. Tagesordnung; 1. Vortrag übet:„Die Statistik und deren Werth für die Gewerkschaft." 2. Gewerkschaftliches. 3. Verschieden s. Ausgabe der Billets zum 27. Oktober. Ausnahme neuer Mitglieder. Gäste haben Zutritt. Verein der Kauanschläger Kerlina und Umgegmd. Versammlung am Sonntag, den 7. Oktober, Vormittags 10* Uhr, Oranienstr. 51, bei Prcuß. Quittungsbuch legitimirt. Tischleruerei«. Sonntag, den 7. Oktober, Männerpaitie nach Hermsdorf. Treffpunkt Stettin« Bahnhof, Abfahtt Morgens 7 Uhr 23 Minuten. Perei« der Kteinhauer Kerlin« und Umgegend. Die Gmeralversammlung findet am Sonntag, den 7. Ottoder, Vormittags 9% Uhr, im Lokal Gattenstraße 123 statt. Tages- ordnung: 1. Kaffenbettcht. 2. Wahl eines neuen Vorstandes. 3. Verschiedenes. Versammlung de« Verbände« deutscher Jimmerleute(Lokalv«band B«lin W. und Umgegend) am Montag, den 8. d. M, Abends 8) Uhr, im Lokale des Herrn Sange, Steglitzerstr. 27. Tagesordnung: 1. Abrechnung des 3. Qu«- tals 1888. 2. Verschiedene Punkte der Atters- und Invaliden- Versorgung. 3. Verschiedenes und Fragekastm. Kontrole der Quittungsbücher und Unterstützungskatten. Versammlung der Kau-Ktuckateure Kerliu« am Montag, den 8. Ottober, Abends 8 Uhr, in Kfinski's Lokal, Fischerstr. 10. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Stein- schneidet:„Hebet die Jesuiten."(Fortsetzung.) 2. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Turn-««d gesellige Uerei«» am Sonntag. Lübeifsch« Turnverein(2. Lehrlingsabtheilung) Abends 6 Uhr Elisabeth» straße 57—58.— Turnverein„Wedding"(2. Lehrlings abtheiln Nachmittags 4 Uhr Pankstr. 9.— Turnverein„Froh und T (Lehrlingsabtheilung) Nachmittags 4 Uhr Bergstr. 57. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine ete. am Montag. Gesarmverein„Unverzagt" Abends 8t Uhr im Restaurant Goettng, Köpmckerstraße 127«.— Gesangv«ein„Sänger» lust" Abends 9 Uhr im Restaurant, Landsdergctsttaße 80. — Gesangverein„Bruderbund" Abends 9 Uhr im Restaurant, Naunynstr. 78.— Männergesangverein„Weiße Rose". Abends 9 Uhr im Restaurant Kleine, Gerichts- straße 10.— Männergesangverein„Eintracht I" Abends 9 Uhr Köpmckerstraße 68, im Restaurant.— Gesangverein„Echo 1872" Abends 9 Uhr Oranienstr. 190.— Männergesaimverein„Firmitas". Abends 9 Uhr bei Wolff u. Krüg«, Skalitzerstt. 126, Gesang und Mufft.— Turnverein„Hasenhaide"(Lehrlingsavtheilungt Abends 8 Uhr Dieffendachstr. 60—61.—„Berliner Turngenoffenschaft' (7. Lehrlingsabtheilung) Abends 8 llfat in der städt. Turn» Halle, Britzerstr. 17—18;— desgl. 6. Männer abtheilung Abends 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Gubenerstt. 51.— Lübeck» sch« Turnverein(Männcrabtheilung) Abends 8 Uhr Elisabeth. straße 57—58.— Verein ehemalig« Schüler d« V1L Ge. meindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Linden» straße 106.—„Friedrichs-Verein"(ehemalige Zöglinge des großen Fttednchs-Waisenhauses d« Stadt Berlin) Abends 8) Uhr bei Bormann, Ohmgaffe 2.— Vergnügungs- verein„Lustig" Abends 9 Ubr bei Thamm, Schön» Haus« Allee 28.- Verein„Ratibor" Abends 8% Ute im Restaurant Fritze, Elisabethstt. 30.- Arends'sch« Steno- graphenverein„M«cur" Abends 8; Uhr im Restaurant„Baatz" Blumenstr. 10.— Arends'sch« Stenographenverein„Apollo- bund" Wends-R- Uhr Thurmstr. 31(Moabit.)- Wissenschaft. lich« Verein für Roller'sche Stenographie. Abends 8t Uhr im München« Brauhaus, Neue Friedrichsstr. 1, Unterrichts- und - Rauchklub„Hellblau" Abends# Uhr. vöiaitfcerttr. 146. Krankenhaus transpottirt. 8 , Au» London, d. M, schreibt man: Von dem Whitecka» pal« Mörder hat man bis jetzt noch immer keine Spur. Die wm klagte am Sauferwahnfinn leide und die That nicht dc» ficfunlpeneSumpf wurde einer ärztlichen Untersuchung unterzöge« und die Doktoren behaupten, daß derselbe der einer schönen ungen Frau sei. Von den jüngst entdeckten Armen soll angeb» lich nur ein« d« Leiche angehören. Ob d« zerstückette Körp« ÄÄ®fÄ»ÄTÄÄÄt Leichen für anatomische Zwecke sehr dillig zu haben find, jemand stch einen schlechten Spaß erlaubt bat, um die durch die jüngsten Morde in Whttechapel geschaffene Aufregung im Publikum durch ein neues„Gräuel" zu«höhen. Theater. Sonntag, den 7. Oktober. Speraha«». Mianon. Montag: Keine Vorstellung. Kchanspielha»«. Geschlossen. Montag: Geschloffen. Wallner-Theater. Die Nachbarinnen. Vor« ber: Was er nur will? Montag: Dieselbe Vorstellung. FeMag-Theotrr. Freund Friy. Montag: Zwischen zwei Herzen. Zentsche» Theater. Die Judin von Toledo. Montag: Famt. Friedrich- Withelmstädtische» Gräfin Wildsang. Montag: Dieselbe Vorstellung. KeAdrus- Theater. Delorirt. Ätontag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria-Theater. Die Dragoner der Königin. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kellealliance- Theater. Auf eigenen Füßen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Gea»rat- Theater. Die Schmetterlinge. Rontag: Dieselbe Vorstellung. American Theater. Theater. Adolf Gruft-Theater. Die drei Grazien. Montag: Dieielbe Vorstellung. Maafntatt«'» Uart�t�. Spezialitäten-Vorstellung. T-«cordia- Theater. Spezialitäten» Vor« stellung. Theater der Keichohalle«: Spezialstäten- Borstellung. Berliner Theater. Sonntag, den 7. Oktober: M-rr-l. Marlenfowmer. Der November. Gin» Partie piqnet. Montag, den 3. Friedrich Haast. Oktober: Demetrius. Tragödie in 5 Akten von Friedrich v. Schiller. (Clara Ziegler.) Dienstag, den 9. Oktober: iu* Wtenttto Pari».) Direktion A. Reiff. Walliisriheatspstrasse Mr. 19. Sonntag, d. 7. Oktober: Zum 31. Male: Die Weisheit Salomo'sk/s Berk. Lokalpoffm-Vantomime von R. Anger. Debüt des vortrefflichen Salon-Humoristen Herrn Emil Neumann, genannt „Hliemchen". Auftreten des urkomischen B e n d i x in seiner neuesten Glanznummer als Stuben- bohner Franz. Austreten des Jnstrumentalisten Herrn Krüger und des Mimikers Herrn Rivoli. Anfang BJ Uhr. Entree 50 Pf., Billets vorher im„Jnvalidendank" und Vormittags von 11 bis 1 Uhr an der Theaterkaffe. I Montag: Dieselbe Vorstellung._ 8 Volks-Theater. (Früher Ostend-Theater.) Direktion F. W i t t e> W i l d. Sonntag, den 7. Oktober, zum 4. Male: ■ovität 1 Novität: Der Nalksfreunh. Voltbstück in 4 Akten von Oskar Waltber. Kals»«-G?öfft,«no SiPhr. A«f'«v 74 Uhr« Preist der Pläne: 1. Parquet 1,50 Mark, 2. Parquet 1,25, Seitenparquct 0,75, 1. Rang 1,25, 2. Rang 0,75, Balkon 0,50, 1. Rang- Fauteuil 1,50, Orchester-Loge 3,00, Parquet. Loge 2 Mark. Dutzend« Billets: 12 Brllets 1. Parquet 15 M.. 12 Billets 2 Parquet 12 M, 12 Billets 1. Rang 12 M.[697 Morgw, Montag: Per Uolkofrennd. Cirkns(i. Schumann. Friedrich- Karl- Ufer. Ecke Karlstraße, (Im stüheren Zirkus K r e m b s e r.) Sonntag, den 7. Ottober 1883: Ä groß« G»t»a-Norftell««gen Nachmittags 4 und Abends 74 Uhr. In der Nachmittags-Vorstellung hat jeder Be- sucker das Recht, 1 Kind unter 10 Jahren miteiuznfnhren Beide Vorstellungen find mit verschiedenen glänzenden Programmen ausgestattet. In beiden Vorstellungen Auftreten sämmtlicher Speziali- täten, Künstler sowie Künstlerinnen. Reiten und Vorführen der beftdresfirten Schul- und Frei- heitspferde meines Marstalles. Komische Entrees sämmtlicher Klowns. Zum Schluß der Nachmittags-Vorstellung: Die golden» Flöte. Kemische Ballet-Pantomime. Montag, den 8. Oktober: Erste Klown- und Komiker-Vorstellung._ SS„Malhalla".•» ______ Moritzplatz. Heute Sonntag, den 7. Oktober 1888: Große Vorftellung. Artistischer Leiter: Herr Ludwig Mülle». Kapellmeister: Herr Gokar Zimmer. Auftreten v Spezi aliät I. Ranges Anfang 6 Uhr. Kaffeneröffnung 5 Uhr. Preise der Plätze: Legen 1 Mark, numerirter Spenfitz 75 Pf., M-ttell-alkon und Parquet 50 Pf, Evtree 30 Pf Köniffstädtisches Theater. Alexanderstt. 40— Kurzestr. 6. Stadt- und Pferdebahnverbindunaen nach allen Richtungen der Stadt. Sonntag und solaende Tage: Zum 3. Male: Die Kornblumen des Kaisers. Original'Volksstück mit Gesang in 6 Bildern. Kaffeneröffnung 64 Uhr, Ansang 7t Uhr. Bons haben Giltigkett. Alles Nähere die Anschlagsäulen. Montag u folgende Tage: Dieselbe Vorstellung. ELDORADO S5 Dre adener- Strasse 55 früher ( American Theater) täglich[829 Schnabi's Humorist Soiröen. 94 Uhr: HMr ArR 94 Uhr. Ferner: Mirzl Lebner— Cilp Oroczi— Jean Craffb— Austua Trio Florus. Truppe u. a. m, Ansang 74 Uhr. Entree 60 Pf. _ passag. 1 T». 9 M.- 10 A. Ka>ser- Panorama IBgSr Schlöffet König Ludwigs: Hodenschwangau, Ztmsch wanstein. Zum ersten Male: Potsdam u. d. Trauerzug DM- Kaiser Fei brich».-MD Entree& Cpcl 20 P'., Kind nur 10 Pf. Akenn. Ken. Zum 1. Mal in Kerlia. N<«> Königs-Tnnnel im Srand Kotel Alrranderplah. Sonntag, den 7. Ottoder: Täglich großes Konzert der berühmten Ungarischen Nattonal-Kapelle Patay Bertalan aus Liplö-Szent Miklüs in Original- Cfilos Collumes. Großartige Solo-Votträge aus Violine, Cymbel und Clarinelte. NB. Tie Kapelle spiest sämmtliche Piecen ohne Noten. Entree an der Raffe 50 Pf. Im Vorverkauf 40 Pf. im Zigarrengeschäst von Herrn Mar», Alixanverplatz im Grand Hotel Programm an der Kasse. Anfang 7 Ubr. Gustav Kunze. Schweizer Garten. Am Friedrichshain.— Haltestelle der Ringbahn. Im neuerbautcn großen Saal Ä,: Tanz. Entree inll. Garderobe: Wochentags ist der Saal zu Festlichkeiten zu vergeben. Donnerstag, 11. Ottbr.: l. Soiröe der norddeutschen Koupletsänger.[841 Urania Mraugelstr. 9/10, nahe der Köpnicker Brücke. Jeden Sonntag Großer Hall. Die KaUmustk wird von einem großen Orchester ausgeführt. Enttüe 20 Pf. Herren, welche am Tanz thellnehmen, zahlen 50 Pf. nach. 598 G. F. Watter. 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Stundenlohn, gefallen natürlich dem Thell der Jnnungsmeifter und Bauunternehmer nicht, die in ihrer geistigen Beschränktheit glauben, die Welt sei nur ihret- wegen vorhanden, und ihr Nutzen läge hauptsächlich in der Be« drückung und Vergewaltigung der Ardeiter. Für fie bat Herr Baurath Böckmann die Worte nicht gesprochen, dah das Jatereffe der Unternehmer nicht niedrige, sondern steigende Arbeitslöhne eche fche. So etwas kann diese Gesellschaft nicht fassen, das geht über den Jnnungshoriront hinaus. Das Organ dieser geistig Armen, die„Baugewerls Ztg.", bellt denn auch die Maurer so- fort an. Daß dieses würdige„Organ" die Zeit lobt, in welcher dreizehn Stunden gearbeitet wird, ist leicht erklärlich, es lohnt auch nicht, Viesen„ewig Blinden� die wirthschaftlichen Grundsätze zu zeigen, warum die Arbeiter nach Abkürzung der Arbeits- zeit streben müssen. In der Redaktion dieses„Organs" würde man das doch nicht fassen können. Wer„Minimallohn" mit „allgemein gleichem Lohn" übersetzt, vom Begriff„Proletarier" nicht die leiseste Adnung hat, seinen Lebensberuf aber im Hetzen der proletarischen Kleinmeister gegen die Ardeiter-Proletaricr findet, der ist nicht reif für die einfachsten Begriffe der Vollswirthschast, da lohnt es nicht weiter fich einzulassen. Wir entnehmen dem Artikel des Onkel Fetisch nur das Zugeständniß der Thatsache, dafi die Kosten der Unfallverstcherung von den Arbeitern ge- tragen werden, obgleich die Unternehmer fie scheinbar zahlen. Denn wenn die„Ausgaben der Genossenschaftsmitglieder" als Grund gegen eine Lohnerhöhung angeführt werden, so h.ifct dies doch nichts anderes, als:„Diese Ausgaden müssen vom Lohne der Arbester abgezogen werden." Daß die Maurer die Wiedereinführung der vierzekntägigm gesetzlichen Kündigung verlangen, ist nach den gemachten Erfahrungen nur gerechtfertigt. Die Behauptung der„Baugewerkszettung", daß dadurch„die Meister und Arbeitgeber dm Gesellen gegenüber schutzlos wer- den", ist eine Behauptung, derm Richtigkeit in der Praxis von von den Metstern selbst mcht anerkannt wird. Die Bauzünftler rn Hannooer, Braunschweig und an vielen anderen Orten haben bekanntlich festgestellt, daß die Gesellen kündigen müssen, während die Meister dazu nicht rerpflichtet find. Sie geben damit thatsächlich zu, daß es doch Mistel giedt, die Gesellen zur Jnnehallung der Kün- viaungsfrist zu zwingm, denn sonst würden fie fich nicht so ocr- bissen auf die Bedingung zeigen. Was werthlos ist, daruni zankt man fich doch nicht. Die Behauptung ist nur begründet in dem wüthrndm Arbesterhaß des in eine einträgliche Stellung ge- rückten Proletariers in der Redaktion der genannten Zeitung, der, wie das„Vcreinsdlatt" sehr zutreffend schreibt, keine Ge- leaenheit vorbei läßt, um seinem Haffe Ausdruck zu geben. Er will die falsche Anficht verbreiten, daß die Arbeiter im Allge- meinen mehr geneigt seien, ihren Verpflichtungen nicht nachzu- kommen, als die Meister, während fich im Gegentbeil, ohne dem ehrenwerthm Theil der Meister zu nahe zu treten, das Gegentbeil leicht beweisen läßt. Für einen großen Theil des Unternehmerthums giedt es betonntlich so etwas wie Ehre durchaus nicht. Die Berliner Maurer haben ihre gerechten For- derungen rechtzeitig erhoben, die„Baugewerkszcilung" bat ihnen den Eingang derselben bescheinigt. Gründe, die der Erfüllung dieser Forderungm entgegenstehen, find nicht vorhanden. Lassen sich die Meister durch gewodnheitsmäßige Hetzer aufwiegeln, den aerechtm Forderungen der Ardeiter nicht zuzustimmen, so haben fie den entstehenden Streik zu verantworten. Sie mögen dann nicht klagen» wenn fie Schaden haben. Wir erhalte« folgende» Kchrride«: Hiermit wollen wir uns erlauben, auf verlchiedene Uedelstände, welche bei dem Borortverkehr Erkner� Berlin herrschen, aufmerksam machen. Als Arbeiter denutzen wir die Wochenbillets, welche für die vierte Wagmklasse gelten. Mit dem Zuge, welcher um i.6 Udr Morgens aus Erkner fährt, fahren ungefähr 200 Arbeiter nach rKtlln, welche auf den verschiedenen Stationen einsteigen. In d-n meisten Fällen befinden fich gewöhnlich 2-3 Wagen 4. Klaffe in dem Zuge, also werden Sie einen Begriff haben, wie wir eingepfercht werden; außerdem befinden fich in iedem Wzgm 6—10 Frauen mit großen Körben, welche nach Berlin zur Markthalle fahren, um ihre Waare dort abzu» sitzen. Sagt man nun den Schaffner, die Wagen find überfüllt, so dekommt man zur Antwort:„Dann Kerliner Sonntagsplauderei. R. C. Bekanntlich heißt es in der Bibel, daß em Kameel eher durch er» Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher i« das Himmelreich komme. Wahrscheinlich ist den Reichen dieser Ausspruch jetzt in die Seele gefahren: genießen sie schon hier auf Erden alle nur denkbaren Seligkeiten, so wollen sie auch nach ihrem Tode daS flotte Leben weiterführen, da die Hölle nach allen glaubhaften Schilderungen der Annehmlichkeiten nur sehr wenige bieten soll. Der „reiche Mann" litt Pein in jener Flamme; auf Erden hatte er vollauf zu trinken, dort drüben oder dort unten aber wäre e» ihm schon ein Labsal gewesen, wenn Lazarus nur die äußerste Spitze seines Fingers in Waffer getaucht und de« Reith en lechzende Zunge gekühlt hätte. Wahrscheinlich hätte er all' seinen Purpur und die köstliche Leinewand, in die er sich sonst kleidete, wie die modernen Kommerziemälhe in Frack und weiße Weste, für einen vollen Maßkrug Löwcnbräu oder Spaten gegeben. Ist es daher ein Wunder, wenn den Reichen und Reichsten der Schreck in die Glieder gefahren ist, und wenn sie durch sogenannte Wohlthaten, die sie den Armen bei Lebzeiten erweisen, den künftigen Mangel an Geiränken schon jetzt von sich abzuwenden versuchen? Der Arme wird ja so wie so nach seinem Tode für alle Eni» dehrungen, die er in diesem irdischen Jammerthale erduldet, i» glänzender Weise emschädigt; deswegen soll ihm auch «uf Erden keine Altersversorgung erspart bleiben. Es ist selbstverständlich, daß die Reichen von gelbem Nerbe erfüllt sind über das glückliche LooS, welches den Urmen beschnden ist. Sie wollen deffelben ebenfalls theil- hastig werden, und darum erfand man— wie leben ja im Zeitalter ver Eifindungen— in der letzten Woche„die Humanitären Zwecke". Die Kreise der höheren Finanzwelt gingen m sich, sie fühlten urplötzlich, daß es so nicht werter gehen könnte; Kommerzienräthe und Bank- direktoren versetzten ihre Uhren und verkauften ihr letzte« Hemd, nachdem sie vergeblich versucht hatten, ihre Strohsäcke zu Geld zu machen, und mit dem Muthe der Verzweiflung, eine Thräne der Frömmigkeit im Auge.' zeichneten verschie- dcne Finanziers je zehntausend Mark zu„Humanitären Zwecken". Nun gehört daS Himmelreich ihnen, und der bleiben Sie doch hier!" Vor mehreren Tagen jedoch rief ein Scheffner in Sadowa:„Hier ist noch ein Herr mit einem Billet 2. Klaffe. Der muß noch einsteigen." Der Zug- füyrer hatte jedoch schon das Zeichen ,m Abfahrt gegeben und die Lokomotive batte schon gepfiffen, natürlich, weil ern Herr mit einem Billet 2. Klaffe da war. hielt der Zug trotz der gegebenen Signale. Trotz des fünfzigjährigen Eisendahnjubiläums fahren wir jetzt Adenbs mit Beleuchtung, welche großartig ist; in der 4. Wagenilaffe find jetzt nämlich Lampen mit Talglichtem an- gebracht, und es ist öfters eine Finstemtß, daß man den Schaffner kaum erkennt. Einige Zeit lang waren die sogenannten Güter- Spezial-Wagen, in welchen Bänke angebracht find, im Zuge, welche wir denutzen konnten, jedoch ist dieses verboten; wir stehen also Abends, müde und matt von der Abeit, eingepreßt in den Waggons 4. Klasse, die Güterwagen mit Bänken gehen leer. Außerdem ist in Friedrichshagen ein Eisenbahnverkehrs- Komitee gegründet worden, welches nach mehreren Anfragen und Bitten, in Betreff der Wochenbillets wieder eine Vergünsti- gung eintreten zu lassen, eine ganz kurze abschlägige Antwott vom Eisendahnminister bekommen hat. Grofiartig« KLcherdiebstähle werden nunmehr auch aus der königlichen Bibliothek, der Universttätsbiblwthek und anderen wiffenschasttlchcn Instituten gemeldet. Es handelt fich, wie in der akademischen Lesehalle, vorwiegend um Diebstähle, die in den Lesesälen verübt wurden, d. h. um die Entwendung wcrtbvoRcr Lexika und anderer Nachschlagebücher, die fich antiquarisch leicht verwerthen laffm. Wie verlautet, lenkt fich, soweit die königliche Bibliothek in Frage kommt, der Verdacht ebenfalls auf den bekannten Büchermarder Mohnike, deffen Ver- hastung bereits gemeldet wurde. Dieser Verdacht wird dadurch bestärkt, daß Mohnike fich ebenfalls in der königlichen Bibliothek vielfach aufgehalten und dort auch ein schriftliches Gesuch zur Erlangung eines Berechtigungsscheines für den Lesesaal einge- reicht hat. Trotz der lebhaftesten Recherchen ist es bisher aber noch nicht gelungen, den Verbleib der aus der königlichen Bibliothek verschwundenen Werke zu erforschen. Uedrigens ist daselbst in den Lesesälen die Kontrole jetzt eine sehr scharfe; jeder Besucher, der Bücher bei sich trägt, muß, um unbehelligt damit herauszukommen, fich vorher einen Ausweis von den Beamten ausfertigen laffen. Sellens der Kriminalpolizei hegt man die Vermuthung, daß es fich bei allen diesen Diebstählen um die Ällion professtonirter„Spezialisten" handelt. Der schwarze Wann! Die Kinder unseres aufgellärten Zeitalters verlernen mehr und mehr die Furcht vor ihm, aber diese ist jetzt auf die Erwachsenen übergegangen, nachdem das dunlle Treiben des„schwarzen Mannes im Kaiserbos", des Hirsch Jsakow Gregory Ourowsky,»Ii»» Wladimir v. Sucbanoff, durch den Prozeß vor der vierten Strafkammer des Land- aerichts l an das Licht der Oeffentlichkeit gezogen worden ist. Der Bericht über diese Gerichtsverhandlung wirkt tvabrhaft ver- dlüffend. Es erscheint ganz unglaublich, daß ein Mann wie Ostrowslh Jahre lang Europa unficher machen konnte— er war in bunter Reihe in London, Mailand, Köln, Mannheim, Bologna, Trieft, Wien, Krakau, Leipzig, Berlin und wer weiß wo sonst noch— und daß ihn während seiner mindestens sechs Jabre währenden Kunstreisen nur zweimal die Nemefis ereill hat. »m Jahre 1885 in London und nun in Berlin. Denn er betrieb doch sein Tiebeshandwerk in einer so einfachen Weise, daß es «an, unbegreiflich ist, wie er sich stets der Entdeckung entziehen konnte. Das Jahrhundert der Eisendahnen und Telegraphen hat geniale Verbrecher hervorgebracht. Alle Fortschritte der Technik haben die Verbrecher fich zunutze gemacht, um ihr Handwerk in wahrhaft künstlerischer Weise zu vervollkommnen, und was jetzt in komplizirten Gaunerkniffen geleistet wird, kann fich auch die kühnste Phantasie nicht ausmalen. Die Hochstapler wiffen ihre Opfer durch so feine Schliche in ihre Schlingen zu ziehen, daß meistens nur durch einen glücklichen Zufall idre Entdeckung möglich gemacht wird. Da kommt nun so ein Ostrowsly, ein ganz gewöhnlicher Spitzbube, den ein Gauner der höheren Klaffe — denn auch in diesen Kreisen hält man gar gewallig auf Standes- ehre— nur über die Achsel ansehen würde, unv übertrumpft drxrch seine Erfolge auch die geriebensten seiner Kollegen. Und gerade wegen der Einfachheit seines Vorgehens, gerade weil er „ohne alle Apparate" sein Handwerk demeb, möchte man ihn für ein defonvers hervorragendes Verbrechertalent, für ein Genie „evangelisch-kirchliche Hilfsverein" hat Gelegenheit, nicht nur für viele arme, sondern auch für ei» paar reiche Sünder die ewige Seligkeit zu erflehen. Natürlich haben die„humanitären Zwecke" keinen po« litischen Beigefchmack. Sie sind lauter und rein,—-- wer kartellbrüderlich wählt und das glaubhaft nachweisen kann, hat außer der Hochachtung semer Mitmenschen viel- leicht auch die Aussicht, bei irgend welche» Humanstären Maßnahmen berücksichtigt werden zu können. Da Herr Di- rektor Holtz, der Mann, an welchem weder Juden noch Judengenoffen Anstoß nehmen können, wie die letzte Wahl im sechsten Wahlkreise in überaus klarer Weise zu er- kennen gab,— da dieser Herr also die Sache in die Hand genommen hat, fällt die Annahme fort, daß die gesammelte Summe lediglich antisemitischen Zwecken dienen soll. Herr Holtz ist bekanntlich nur„Auch-Antiscmit", was ihm von seinen radikaleren Bundesbrüdern oft genug höhnisch unter die Nase gerieben wurde; und so scheuten sich denn wunderbarer Weise Millionäre"mit den aller- orientaliflischsten Namen nicht, zehntausend Mark aus den Altar des„evangelisch kirchlichen HilfSvereinS" zum Besten seiner humanitären Zwecke niederzulegen. Sie wollen eben mit Gewalt in den Himmel, gleichviel ob durch Vermittelung des Herrn Probst Brückner ode eine« Rabbiners; und können sie den Hi' mel nicht erreichen, so find sie wahr- scheinlich schon mit einem Stern zufliegen. Ohne alle Frage ist das ein Bild der edelsten Toleranz. Die Freigiebigkeit der Börsenfürsten ist insofern einzig, als fie mcht durch jene Eigenschaft verunziert ist, die man bei gewöhnlichen Menschen als Charakter bezeichnet. Andererseits aber zeigen solche Vakommmffe die süße Harmonie, welche die oberen Zehntausend— gleichgiltig ob krumm- oder gradnasiae, ob schwarz- oder blondlockige— beseelt, wenn eS heißt, dem Proletariat durch irgend ein WohlthätigkeitSmätzchen ein Schnippchen zu schlagen. Dann geht der frömmste Kanzelredner mit dem gerissensten Börsenmenschen Hand in Hand, Arm in Arm — sie geben sich öffentlich den schallendsten Bruderkuß, um heimlich sofort auszuspucken: die Komödie muß eben ge- spielt werde«— auf der Bühne küssen sich auch häufig halten. Gerade die schönst?« Gedichte, welche unsere umfassende Literatur aufzuweisen hat, sehen so einfach aus, oaß jeder meinm möchte, er hätte solche Verse auch machen können; od nicht a..ch auf dem Gebiete oes Verbrechms das Einfache, das leicht Er- scheinende das wahrhaft Geniale ist? Das ganze Rüstzeug des Osttowsky war ein schwarzes Hemd — und seine Uuveifrorenheit. Aber eben in dieser Unverfroren- best muß das Geheimniß seiner Erfolge liegen. Wir find überzeugt, wenn Jemand es wagte, Ostrowsky nachzuahmen, man hätte ihn beim ersten oder zweiten Versuche am Kragen. Denn es ist doch eigentlich ganz selbstverständlich, daß ein Mensch, der aufs Gerathewohl in Hotelzimmer eindringt, sehr bald festgenommen werden muß. Und würde ein anderer über- Haupt zum Stehlen kommen? Er könnte wohl ungehört in ein fremdes Zimmer gelangen— aber wie findet er die Banknoten, auf die er es abaesehen hat? Ein Licht kann er doch nickt an« zünden, um in Ruhe nach Geld und Geldeswerth zu suchen. Er würde im Finstem an einen Stuhl stoßen, über einen Stiefelknecht stolpern, und jedes Geräusch müßte ihn wieder aus dem fremden Zimmer treiben, ehe er fich nur darüber orientiren könnte, od überhaupt ein stehlenswerthes Objekt in der Nähe ist. Wie hat Ostrowsky diese Hindernisse überwunden? Wie hat er jedesmal den Ort gefunden, wo fich die mit Banknoten gefüllte Briestasche befand? Man steht hier vor einem undurch- dringlichen Rätbsel. Man möchte an Hellseherei glauben, an einen Instinkt eines einzigen, welchen alle anderen Menschen nichtjdesttzen. Selten ist eine Verbrecherlaufbahn so räthsel- Haft, wie die Osttowsky's. Der Mensch muß einen sechsten Sinn dcsttzen, der ihm stets die richtige Fährte zeigte, zu deren Auffindung die normalen fünf Sinne nicht ausreichen. Im „Hotel de Rome" in Florenz logirt der Leipziger Verlagsbuch- bändler Gebhardt mit seiner Frau. Diese erwacht plötz- lich aus dem Schlafe und steht etwas wie einen Schatten. Man macht Licht; Frau Gebhardt glaubt, fich getäuscht zu haben, denn es ist nichts zu entdecken. Aber fie hat fich doch nicht getäuscht, denn aus der Briettasche ihres Mannes fehlten dreizehn Hundertmarl. Scheine. Wie ist das möglich? Wann bat der Dieb das Geld genommen, und wie ist er aus dem Zimmer herausgekommen? Das ist so einfach und so unde- greiflich. Der Mann muß etwas ganz Besonderes an fich ge- habt haben. Wie ist es nur möglich, daß man ihn nicht viel früher verhaftet hat. da man ihn doch in sehr verdächtiger Weise in seiner unheimlichen Kleidung aus den Korridoren umher- wanken sah, da man ihn einmal gar unter einem Bette her- vorzog? Sind denn alle diese Leute, die ihn gesehen haben, so entsetzlich harmlos gewesen, daß fie hinter diesem sonderbaren Treiben gm nichts vermuthetm? Man kann das kaum an- nehmen, aber es ist doch so gewesen, daß der gefährliche Dieb ttotz alledem unentdeckt blieb. Ist das blos das persönliche Gluck Ostrowsky's, daß er fich durch alle diese Gefahren hin- durchwand? Wir glauben, die Beobachtung und die Unter» suchung dieses seltenen Menschen müßte für den Anthropologen von ganz hervorragendem Interesse sein. Nach fünf Jahren werden unzweifelhaft neue geheimnißvolle Hoteldieb. stähle davon Kunde geben, daß Osirowsky das Gefängniß ver- lassen hat. Gin ganz«ener Gaunerstreich. Der etwa 24 jährige, distinguirt aussehende Herr, der fich Theodor Scefeld nannte, hatte bei einer Beamtenwittwe in der Ritterstraße ein möblirtcS Zimmer auf drei Tage gemietbet. da er fich nur für diese Zeit in Geschäften in Berlin aufzubatten habe, und hatte dafür eine halbe Monalsmiethe mit 20 M. entrichtet. Die Wittwe. die ihr Zimmcr schon längere Zett leer stehen hatte, war froh, ein guies Geschäft zu machen, und pries laut die Noblesse ihres Miethers. Am Tage seines Einzuges hatte der junge Mann zn verschiedenen Stunden zwei Schneidermeister zu fich beschieden, die beide einen schon länger bestellten schwarzen Anzug brachten. Beide empfing der junge Mann in eleganter Kleidung, eine dicke golvene Uhrkettc und kostbare Kravattennadel zur Schau tragend, in der linken Hand, die ein großer Brillantring zierte, einen schweren Gelvbrief, dm er„soeben empfangen" und den er im Laufe des Gespräches nachläsfig auf den Tisch warf. Bei beiden Meistem dasselbe Spiel, bei beiden dasselbe Resultat. Bei Herrn Schneider A. war das Beinkleid ein wenig zu kurz, bei Herrn Schneider M. der Rock etwas zu weit, sonst Alles vortrefflich und schön. Kein Protestirm der beleidigten Kleider- künstlcr half, der junge Dandy blieb als Sachverständiger bei Schauspieler, die sich im Lebe« am liebsten die Augen aus- kratzten. In dieser Beziehung muß man Herrn StöckerS Schlau- heit loben. Er wußte, daß er von Juden schwerlich etwas bekommen hätte, und die fteisinnigen Blätter erklärten denn auch mit vielem Aufwand von Ab- scheu: Für Herrn Stöcker keinen Pfennig— für Herrn Holtz fanden sie die Hunderttausende dagegen ge- rechtfertigt. Herr Stöcker hält sich wohlweislich im Hinter- gründe, schmunzelnd hört er die Behauptung mit an, daß der evangelisch. kirchliche Hilftverein weder mit der„Stadt-", noch mit der„inneren", noch mit sonst einer Mission irgend etwas zu thun habe— sobald das Geld nur erst einmal im Kasten klingt, wird man jedermann schon klar zu machen wiffen. daß„humanitäre Zwecke" einzig und allein in der wünschenSwerthen Weise von den Missionen des Herrn Stöcker besorgt werden. So ist die Posse in Szene gesetzt. Die Spitzen des Kapitalismus geben mit vollen Händen, ohne sich recht darum zu kümmern, wer die« Geld eigentlich erhält; sie geben, weil sie hoffen, daß man ihnen den gemeinsamen Femd vom Leibe hält. Mit verständnißinnigem Lächeln schüttelt man sich die Bruderkrallen— man weiß ja schließlich doch, gegen wen man sich Haupt- sächlich zu wehren hat, ob man nun jüdische Peie« oder stamme BartkoteletteS trägt, ob die Vorfahren in stolzen Ritterburgen hausten, oder ob sie mit Läusen im Pelz von der russischen Grenze her ins Land gezogen kamen. DaS ist alles eins, die Leute verstehen eben ihr gemein- schaftlicheS Geschäft. Indessen— eine bescheidene Frage: Wird die kühne Rechnung auch ganz und gar mit dem Wirth gemacht sein? Mit Gewißheit wagen wir zu behaupten, daß die„ human i» tären Zwecke" immer nur die„würdigen Armen" erreichen werden, und daß die Millionen und Millionen von„un- würdigen" Armen, die nichts vom kirchlichen Hilfsverei» wiffen und wiffen wollen, sich auf die Dauer nicht mit frommen Traktätchen und der Aussicht auf das Himmelreich abspeisen lasten; gerade diese Leute haben das Spiel durch- schaut—— und in dem Augenblick, wo man Falsch« spielern in die Karten sieht, ist das Spiel verloren.--- seiner Meinung und die beiden Schneider mußten das fragliche Kleidungsstück, um es zu ändern, noch einmal mit sich nehmen. Beide aber trugen kein Bedenken, dem noblen, verwöhnten neuen Kunden, dessen„Opulenz" die Wirthin draußen nicht genug zu rühmen wußte, die übrigen Kleidungsstücke einstweilen zurückzulassen. Beide mußten ihre Vertrauensseligkeit schwer büßen, denn am folgenden Tage war Herr„Theodor Seefeld" aus dem gemielheten Zimmer und, wie fich bald herausstellte, überhaupt spurlos verschwunden, einen schwarzen eleganten Rock, ein dito Beinkleid und zwei dito Westen für den„opulent" gezahlten MietHspreis von 20 M. mit fich nehmend. M«« ei« Man« vermag. Das„Kl. Journ." erzählt: Franz E. war Wittwer. Vor Jahresfrist hatten fie sein noch sehr junges Frauchen, mit dem ihm nur eine kurze Zeit der glück- lichsten Ehe vergönnt gewesen war, zur letzten Ruhe getragen, und der kinderlose kleine Beamte hatte fich seit jenem Tage in den Räumen seiner Währung trotz der Skat-Abende, welche er ollwöchentlich mehrere Mal darin veranstaltete, reckt einsam und verlassen gefühlt. Man wird es daher begreiflich finden, daß er an jedem Morgen denjenigen Thcil der Zeitung eingehender zu berückfichtigen begann, in welchem die seit der Erfindung der Druckerschwärze und des Papiers nicht mehr ungewöhnlichen Wege der Erlangung einer friedlichen, gemüthlichen Häuslichkeit verzeichnet stehen. Eines Tages fiel ihm eine Anzeige besonders dadurch auf, daß die eventuelle Antwort postlagernd nach der- selben Stadt erbeten wurde, aus welcher er fich seine junge Frau geholt hatte. Kurz entschloffen schrieb er einige gefühl- volle Zeilen, welche er jedoch, trotz der Weisung: „anonyme Zuschriften bleiben unberückstchtigt", nicht mit seinem Namen unterzeichnete. Zu seinem nicht geringen Cr. staunen traf dennoch schon nach wenigen Tagen eine allerdings gleichfalls„namenlose" Antwort ein. Dieser Briefwechsel be- gann mit der Zeit ein recht reger zu werden, bis die Dame demselben dadurch ein Ende machte, daß fie ihre baldige An- lunfl in Berlin anzeigte und ihren freundlichen Korrespondenten bat, mit ihr am kommenden Sonntag in der Nationalgallerie zusammen zu treffen. Mit einer gelben Rose als Erkennungs zeichen wollte fie ihn an einem bekannten Gemälde Böcklin's erwarten. Man bedarf keiner großen Phantafie, um fick das Geficht Franz C.'s vorzustellen, als er am genannten Tage unter dem„Gefilde der Seeligen" mit der Rose in der Hand seine--- Schwiegermutter erblickte, welche ihn er- tennend ohnmächtig in seine Arme sank. Das zahlreiche Publikum konnte es fich allerdings nicht erklären, daß dieser „namenlose" Vorgang, der fich seinen Augm darbot, die natür- liehe Folge eines„namenlosen Briefwechsels war. Franz E. aber führte, seine Fassung wiedergewinnend, die noch halb be- wußtlose Dame durch die belebten Räume über die lauten Straßen in sein stilles Heim, wo fie ihn seit kurzer Zeit als seine-- Galtin„namenlos" glücklich macht.— Wer's glaubt, wird selig. Um ei« Indianerlebe« f« führe«, hatten vor kurzem nicht weniger als fünf junge Wettbürgcr im Allee von 13 bis 14 Jahren, angeregt durch die Lektüre der Cooper'schen Romane, sich zusammcngethan, den romantischen Entschluß gefaßt, in die Ärwälder Amerikas auszuwandem, und fich heimlich von ihren Eltern entfernt. Aus einem Schreiben, welches einer der jungen angehenden Indianer, der 14jährige Paul Sch.. zurückgelassen, ging hervor, daß die Fünf fich zu Fuß nach Stettin gewandt, um von dort aus als Schiffsjungen Gelegenheit zur Ueberfahrt naeb dem Lande der ersehnten romantisch gemüthlichen Urwälder zu finden. Die Versuche der Eltern, ohne Erregung öffenll chen Aufsehens der kleinen Durchgänger wieder habhaft zu werden, erwiesen fich als vergeblich; zum Glück aber gelang der— herr« schenden herbsttichen Kühle, was der Wärme der elterlichen Liebe mißlungen war. Die fünf kleinen Kandidaten um das Roman- Heldenthum, die nur bis Falkenberg bei Eberswalde gekommen waren, hatten fich sell 8 Tagen in den Forsten zwischen diesen beiden Ortschaften umhergetrieben und„Indianer im Herbst" gespielt, nur vorfichtig hier und da einzeln ein Dorf desuchend, um von dem mitgenommenm, den Eltem entwendeten Gelde Levensmittel einzukaufen, aber— die imitirten indianischen Herbstnächte waren ihnen allmälig zu kalt geworden. Die Fünf find am gestrigen Tage insgesammt freiwillig und reumutbig zu ihren Eltern zurückaekehrt, welche den jugendlichen Roman- ttkern— bis auf das Pflichtgemäße, das fie ihnen auf die Jacke geklovft— verziehen haben. polireibericht. At!, 5. d. M. Vormittags wurde am Lützowplatz eine Frau von einem Schlächterwagen, dessen Pferde scheu geworden waren, überfahren und om Kopfe und Armen nicht unbedeutend verletzt, so daß fie nach dem Elisabeth- Kran kenhause gebracht werden mußte.— An demselben Tage NaeHmitlags geriethen in einem Geschäftsteller des Hauses Eliasserstr. 11 Petroleum und verschiedene Waarcn, und in der darauf folgenden Nacht in dem Hause Rathenowerstr 99 in einem Restaurationszimmer das Büffet und die Dielen in Brand. Die Löschung erfolgte durch die Feuerwehr. * Uergnügungs-Chronik. Projektirte» Repertoire der königliche« Schauspiele vom 7. Oktober bis 15. Oktober. Im Opernhause. Sonntag, den 7.: Mignon; Montag, den 8.: Erste Symphonie; Dienstag den 9.: Hans Heiling(Frl. Weitz als Gast); Mittwoch den 10.: Egmont; Donnerstag den 11.: Tannhäuser(Herr Niemann); Freitag den 12.: Emilia Galotli(Frl. Ulrich als Gast); Sonnabend den 13.: Auf der Brautfahrt; Sonntag den 14.: Der fliegende Holländer; Mon- tag den 15.: Kabale und Liebe(Frl. Ulrich als Gast.) Die Direktion de»„Kerliner Theater»" wird, um den Wünschen des Publikums nach Möglichkeit gerecht zu wer- den, den Beginn derjenigen Aufführungen, welche eine nicht zu lange Spielzeit erfordern, auf 7& Uhr verlegen und den Anfang dieser dankenswerthen Ernrichtting versuchsweise am Dienstag, den 9. Ottoder, machen. Herr Friedrich Haasc tritt an diesem Abend als„Michel Perrtn" und„Äonjour"(„Wimer in Paris") auf. Der grossen Premiere der„Madame Konivard", welche bekanntlich am Dienstag im Wallnertheater staltfindet, wird sich noch eine zweite kleinere gesellen, da Direktor Hasemann beschloffen bat, dem lustigen ftanzöfischen Schwank die nicht minder originelle einattige Posse„Der dritte Kopf" von Franz Wallner voraufgehen zu lassen. Dieselbe wird ganz eigenartig eingeleitet und bietet von vomherein eine eigenartige Ueber- raschung. Die erste Szme spielt nämlich im Publikum selbst, nachdem die Polizei hierzu ihre Erlaubniß erlheill hat.— Heut, Sonntag, dürften„Die Nachbarinnen" wieder ein ausverkauftes Haus voll fröhlicher Besucher bei fich sehen. Die flotten Damm üben im Verein mit Lauf's humorvollem Schwank„Was er nur will" ungeschwächte Zugkraft mis. WaihaUa. Auf den Trummem des ehemaligen Ball- lokas Neu- Tivoli in der Oranienstraße ist unter obiger hier bestens einge,ührter Firma ein neues Spezialitäten- Theater gestern eröffnet worden. An solchen ist in Berlin ,weifel!os kein Mangel und einem Bedürfniß wird somit nicht abgeholfen. Immerhin dürfte mit der Verwandlung der alten, der Trpstchore so lange geweiht gewesenen Räume in ein Theater ein erfreulicher Fortschritt zum Besseren zu verzeichnen fein, denn so zweifelsohne war es ehedem dort nicht. Der Ein- druck der Theat.rräume ist ein durchaus freundlicher und wir zweifeln N'.chi, daß Herr Direttor Köppen. wenn er mit Ver- ständniß an die Sache herantritt, seine Rechnung finden wird. Nach einem schwungvollen Prolog des artrst.schcn Leiters, Herrn Müller, begann die Einführung der engagirtcn Spezralrtätm, die zumeist durch anhaltenden, Bftfall ausgezeichnet wurden. Wir kommen gclegmllich auf die Emzellerstungen der Kunstler zurück und bemerken schließlich noch, daß das Gebotene fich durch Fülle und Mannigfaltigkeit auszeichnete. Gerichts-Jeitmtg. * Wegen„Keihiife" zum Einsammeln von Beiträgen zur Förderung von sozialdemokratischen resp. sozialisttschen oder kow- munistischcn, auf den Umsturz der bestehenden Staats- oder Ge- sellschaflsordnung gerichteten Bestrebungen stand gestern der Maurer August Fiedler vor der 88. Abtheilung des Schöffengerichts. Der Anllaae lag folgender Thatbestand zu Grunde: An einem Tage im Juli d. I. bot Fiedler in dem Prillwitz'schen Lokal, Grünauer- und Wiencrstraßen- Ecke, dem dort an- wesenden Eigenthümer und Oberlehrer Murrmann, Sorauer- straße 15 wohnhaft, einen sogenannten Bon, welcher die Aufschrift trug:„Für die Familien der Ausgewiesenen und Jnhafttrlen" zum Kauf an. Der Herr Murrmann fühtte fich durch das Angebot schwer gckräntt und eilte schnell zu einem Schutzmann, dem er von dem gefährlichen Treiben An- zeige erstattete. Fiedler wurde infolge dessen zur Wache fistirt, wo man seine Kleidungsstücke peinlichst untersuchte, ohne jedoch irgend etwas Verdächtiges vorzufinden. Dennoch wurde obige Anklage gegen ihn angestrengt. Auf Beftagen erklärte der An- geklagte, im Befitze von zwei Bons, welche auf je 20 Pfennig lauteten, gewesen zusein; diese beiden Zettel habe er vor längerer Zett von einem Unbekannten, der ihn darum gebeten habe, in einem Lokale für 40 Pfennig gekauft. Da er aber keine Verwendung für die Zettel harte, bot er dem Herrn Murrmann, den er nicht gekannt habe, einen davon zum Kauf an. Der als Zeuge geladene Denunziant Murrmann bekundet im Sinne der Anklage. Er habe den Zettel nicht nehmen wollen und der Angeklagte habe dann auch vom wetteren Anerbieten Abstand genommen. Auf der Straße habe er dann einen Schutzmann getroffen und dieser habe das Wettere veranlaßt. Polizei« lteutenant Carnap kann nicht mit Bestimmthett angeben, ob Fiedler zur sozialdemokratischen Partei gehöre; das werde aber die politische Polizei ficher wissm. Schutzmann Bulgrin, der Fiedler verhaftete, und Zeuge Schankwirth Tischer können nichts Wesentliches bekunden. Der Staatsanwalt hielt den Angeklag- ten für schuldig; der§ 16 des Sozialistengesetzes verbiete das Einsammeln von Beiträgen zu den gekennzeichneten Zwecken und das Igl. Polizeiprästdium habe gemäß den Bestimmungen des Gesetzes am 26. Februar 1883 diese Sammlungen verboten. Der Angeklagte habe fich nun wissentlich durch Ankauf der Bons der Beihilfe schuldig gemacht und müsse er deshalb gegen denselben 1 Woche Gefängniß deantragen. Ter Gerichts- Hof schloß fich den Anschauungen der Staatsanwaltschaft an und erkannte auf eine Geldsttafe von 30 Mark, event. 6 Tage Gefängniß. flie Fortsetzung jene» gege«„Milliemnt-Sch«!»" harlottenburg und dessen Beihclfer anhängigen Prozesses, welcher im Mar d. I. bereits verhandett wurde, beschäftigte gestern die erste Strafkammer des Landgerichts II. Der mit dem obigen Beinamen belegte Kahn- und Steinhändler Karl Schulze befindet fich gegenwärtig in der Strafanstalt zu Plötzensee debufs Verbüßung einer gegen ihn wegen Hehlerei u. s. w. durch Ur- thell der genannten Strafkammer am 26. Mai dieses Jahres zuerkannten Gefängnißstrafe von 1 Jahr Gefängniß. Neben „Millionen- Schulze" hatten damals dessen Eheftau Friederike Wilhclmine geb. Tauk, deren Sohn, der Schiffer Erdmann Karl Schulze sowie eine Anzahl anderer Personen. Schiffer und Steinkulscher wegen betrügerischer Manipulationen bei dem von Karl Schulze, Vater, betriebenen Stein- Stättegeschäft fich zu verantworten. Die Anklage lautete auf Betrug, Unterschlagung, Hehlerei dezw. Anstiftung in ca. 30 Fällen. Eine Anzahl der letzteren hatte der Gerichtshof damals vorläufig ausgesetzt und diese Fälle bildeten den Gegenstand der gestrigen Verhandlung. Neben„Millionen- Schulze" hatten auf der Anklagedank am gestrigen Tage folgende Personen Platz genommen: 1) die Ehefrau Friederike Wilhelmine Schulze— dieselbe war im vorigen Hauvt- Termin freigesprochen worden); 2. deren Sohn, der Schisser Erdmann Karl Schulze; 3. der Arbeiter, frühere Fuhrmann August Grävenitz; 4. der Kutscher Hermann Bongers; 5 der Schiffer Wilhelm Insel aus Ketzin, und 6. der Schiffer August Karl Schulze, welch letzterer indessen mit Millionen- Schulze nicht verwandt ist.— Aus d.m Anklagebcschluß ging hervor, daß die genannten Personen wiederum wegen gewerbsmäßiger Hehlerei, Unterschlagung und Betrug, dezw. Anstiftung und Beihilfe angellagt find; besonders belastet in letzterer Beziehung find Millionen- Schulze, dessen Ehefrau und Erdmann Karl Schulze. Das Gesammtergebniß der Beweisaufnahme führte folgendes Urtheil herbei: Millionen- Schulze wurde von der Anklage des Bettuges in vier Fällen freigesprochen, dagegen aber wegen Hehlerei in 3 Fällen zusätzlich zu der bereits gegen ihn erkannten G.fängnißstrafe zu noch 1 Jahr Gefängniß verurtbeilt; den straferschwerenden Umstand der Gewerbs- und Gewohnhettsmäßigkeit erachtete der Gerichts- Hof nicht für vorliegend, entgegen den Ausführungen des Staats- anwatts. Eedmann Karl Schulze II wurne nur wegen Anstif- tung zur Unterschlagung zu 1 Woche Gefängniß vcrurthcilt. Gräbenitz, Auaust Schulze III und Insel wurden zu dezw. 6 Wochen, 2 Monaten und 1 Monat Gefängniß veruttheilt.— Gegen Millionen- Schulze hatte der Staatsanwalt 3 Jahre Zucht- Haus als Gesammtstrafe beantragt. Gin Tischler hatte durch einen Betriebsurfall an der reckten Hand eine Verletzung erlitten, welche dieselbe für Tischlerarbeiten unbrauchbar machte. Nach Beendigung des Heilverfahrens fand der Verletzte in dem Bureau eines Kauf- manns eine Stellung, in welcher er einen höheren Lohn bezog, als er vor der Verletzung verdient hatte: mangels kaufmänni« scher Ausbildung und wegen der durch die Verletzung bedingten Mangelhaftigkett seiner Handschrift war der Lohn indessen ge- ringer, als der seinem Vorgänger gezahlte. Die Berufsgenossen- schafl hatte die Rentenzahlung eingesteUt, weil der Verletzte mit dem Eintritt in die lohnendere Beschäftigung den Beweis ge- liefert habe, daß er nickt mehr in seiner Erwerbs- fähigkett deschräntt sei. Das Schiedsgericht hotte fich dem an- geschloffen, nachdem f staestellt war, daß der jetzige Verdienst des Verletzten nicht aus Wohlwollen gezahlt werde, sondern in vollem Umfange als Arbeitsverdienst anzusehen sei. Das Reichs- verficherungsamt hat diese Anfichten für unzutreffend erttärt. Der Umstand, daß der Kläger noch wesentlich in dem Ge« brauch der verletzten Hand beeinträchtigt ist. bedingt an fich, zumal da der Kläger seinen Unterhalt nicht mit grober, keinerlei Geschicklichkctt erfordernder Ardett verdient, eine Ver- Minderung seiner Erwerdsfähigkeit. Diese besteht in der Ein- schränkung, welche der Kläger durch die Verletzung in der Be- Nutzung der ihm nach seinen gesammten Kenntnissen und körper- lichen wie geistigen Fähigkeiten auf dem ganzen wirthsckaftlichen Gebiet fich bietenden Arbeitsgelegenheiten erleidet. Für ihre Bemessung ist es gleichgittig, ob dir Kläger zufällig nach der Verletzung einen höhern Lohn bezieht als vorher, mag dieser Lohn ausschließlich als Arbettsentgctt oder zum Thefl aus Wohl- wollen gezahlt werden. Das Gesetz ficht nickt in solchen neuen Bezügen, sondern in Veränderungen des Zustondes des Ver- letzten, soweit dabei die Erwerbsfähigkett in Frage kommt, einen Grund zur Aenderung der Rente. Dem liegt der Ge- danke zu Grunde, daß der trotz der Verletzung emporgestiegene Verletzte ohne dieselbe noch weiter gekommen sein würde, wie denn auch das Schiedsgericht und der Kläger selbst hervor- heben, daß der letztere in seiner jetzigen Stellung zum Thcil wegen der— durch die Verletzung dedingten— Mangelhaftigkeit der Handschrift einen geringeren Lohn bezieht als sein Vor- gänger. Hamk«rg» 5. Oktober. In dem Prozesse gegen die Sozialisten Adlborn, Badst, Würfel, Linser, Saffan, Warnholz, Timm, Rhode, Rünkel, Flicke und Noack wegen Thettnahmc an einer geheimen Verbindung hat die erste Strafkammer des hiefigen Landgerichts heute das Urtheil gefällt. Der Tischler« geselle Babst wurde zu einer dreimonallichen und der Kommis Würfel, die Tischlergcsellen Flicke und Rhode, sowie der Zrgarrenardeiter Noack wurden jeder zu einer zweimonatlich Gefängnißstrafe veruttheilt; die übrigen wurden koflenlos st- gesprochen. Die Strafe gilt für alle Vermthellten als durch> Untersuchungshaft verbüßt. Soziales uuh Arbeiterbewegaa� vp i l An die Zimmerleate Kerii«» I Die Kameraden(net Stück Mann) auf dem Bau des Kttegsdepols in Schönederg. In schönf welchem die Zimmererardeiten von den Unternehmern Zchi und Comp., Brückenstr. 13», übernommen find, haben fich �ckwer Sonnabend genöthigt gesehen, die Arbeit wegen Loh> r e d u k t i o n in den Atkordpreisen niederzulegen. Sckulz I fiÄ gerühmt, Arbeiter von Zossen heranzubekommen. Zuzug! streng fem zuhalten. «ad VersaWmlZm Uersniignugsverei« Kchneeglöikchea Sonntag, 7. d. Mrs., Abends 6 Uhr, in Vettin's Bierhaus, Beb straße 19. NergnSg«ng»»e»ei« Fröhlichkeit, gegr. 1880. 0 Weg 29 Sonntag, dm 7. Oktober, Nachmittags 5 Uhr, Generalversammlung. Fachverei» de» pofamentiere und Berufsgenet Versammlung om Montag, den 8. Oktober, Abends 8« Uhr „Königstadt-Kafino", Holzmarktür. 72. Tagesordnung: Vo« des Herrn Boges:„Die alten Griechen und ihre 2 Verschiedenes. Fragekasten. Zahlreiches Erscheinm erwü» Gäste willkommen. Große öffentliche Versammwag der Maler i 'li Berussgenoffen am Montag, den 8. Ottober, Abends 8j I im Neuen Klubhause, Kommandantenstr. 72. Tagcsordo« Die Bestrebungen der Arbeiterbewegung und ihre BedeiB für uns Maler und Bcrufsgmoffen. Referent: Kollege 2. Diskusfion. Der wichtigen Tagesordnung wegen wird> zahlreichm Besuch gebeten. Generalversammlung de» Derbande» de«tf* Zimmerleute(Lokalverband Berlin-Nord und Umgegend) l Montag, den 8. d. M.. Abends 8� Uhr, in Kölln er's Refl" rant. Alte Hockstr. 32a. Tagesordnung:�>. Abrechnung' 3. Quartal 1888. 2 Stellungnahme zum Stiftungsfest sc" licher Lokalvert-ände Berlins. 3. Verschiedenes. 4. Fraaei Fachverei« der Buchbinder«nd verma» Beruf» geuoffe». Montag, den 8. d. Mts., Abends 8i' Vereinsversammlung im Louisenstädtischen Klubhaus, straße 16,>. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn' Benkmdorff über:„Der Kampf um's Dasein in der W 2 Abrechnung von der Dampferpartie. 2. Verschiedenes Fragekasten. Ausgabe der Bellets zum Tanzträn zche» 10. November er.— Gäste willkommen.— Aufnahmt Mitglieder. jÄSAB Versammlung der Fackirer, Filiale der VnrtWj}— ��-5 der deutschen Maler, Lackirer und verw. Berufs g., am Mogmz den 8. Ottober, Abends 8� Uhr, in den Ärminhallen, � mandantenstt. 20. Tagesordnung: 1. Vortrag über die: strebungcn der Innungen gegenüber den gewerkschaftlichen j|f|] Gebt, aanisationen der Arbeiter. 2. Diskusfion. 3. Wahl von I Revisoren und Verschiedenes. Neue Mttglieder werden K nommen. Der Fachverei« der Tapezirer hält am Monte 8. Oktober, Abends 8: Uhr in Aeuerstein's Salon, Alte sttaße 75. eine Generalversammlung ab. Tagesordnung: h trag. Referent Kollege Wtldderger. 2. Wahl des B und der Revisoren. 3. Vereinsangelegenhetten und Fe« Aufnahme von Mitgliedern vor Beginn der Versal Pflicht eines jeden Kollegen ist es, zu erscheinen. Versammlung der Vereinigung deutsche-? macher, Mttalredswaft Berlin, am Monlag, den S- d. Abends 8t Uhr, Lrnrenstr. 19. Gäste haben Zotcttt. Mitglieder werden aufgenommen. Verband deutscher Zimmerle«te, Lokalverband Zentrum. Generatoersammlung am Dienstag, den 9. JOt Abends 8t Uhr, im„Neuen Klubhaus", Kommandanten� Tagesordnung: 1. Abrechnung der Lokallaffe, betiessen* Monate Juli, August und September. 2. Verschievena Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Neue Mttglieder aufgenommen. Große öffentliche Versa«ml«»g der Steind* «nd Lithographen am Dienstag, Abends 8& Udr, in# Salon, Köpmckerstr. 100. Tagesordnung: 1.„Wie stell' die Kollegen Beriin's zur Emführung eines Minimallo 2. Verschiedenes. In Anbetracht der besonders wichtigen- ordnung ist es Pflieyt jedes Kollegen, in dieser Versammle erscheinen. Große öffentliche Versammlung söm«» Schmiede Kerttn« am Dienstag, den 9 Ottober, 8$ Uhr, bei Joroan, Neue Geünstr. 28. Tagesordnung! Nutzen einer starken Organisation. 2. Gcwerkfbaftliches. Der Unterstiihongebuud der Aa«»die«er§ hält am Dienstag, den 9. d. Mts., Abends 9 Uhr, in stein's Salon, Alte Jakodstr. 75, 1 Tr., eine Gencealv«) jung mit folgender Tagesordnung ad: 1. Mittheilum Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Jahresberichte. 3. l des Gestimmt> Vorstandes(rfe§ 28). 4. VerschieveiA Fragclasten.— Außer in den Versammlungen können v in den Zahlstellen Nr. 3 bei Krause, Prinzenstr. 9, und bei Hager, Krausenstr. 24, gezahtt werden.— Um za E:scheinen in der Versammlung wird dringend gebeten. gltedskarte lcgitlmitt, Bundesabzeichen ist anzulegen. K1' welche fich in den Bund aufnehmen lassen wollen. Zutritt. Die Mitgliederversammwug der Filiale Allgcm. Kranken- und Sterdekasse der Metallardeiter iE- Hamburg) findet erst Sonntag, den 14. Oktober, statt. In empfiehll ungan Große 9] Corae billigster Krauts Für He Mol Telegraphische Kepesche»| 4,90 3 Sopha- (Wolff's Telegraphen-Bureau.) e Varl», Sonnabend. 6. Oktober. Der Attentäter � mit>»„ welcher seiner Zeit provisorisch in die Irrenanstalt SQ. linl, 4 gebracht worden war, soll nunmehr nach dem a S ee te traneponirt werden. Pari», Sonnabend, 6. Ottober. Der Just Ferrouillat beschloß infolge der Aufforderung des De Andrieux die gettchlliche Untersuchung gegen Numea G zuleiten Loudo», Freitag, 5. Ottober, Abends.(Tele „Reuter'scken Bureaus".) Nachlichten aus Sanstdar 1 weiaetten die Eingeborenen in Kilwa den britischen I Abfahrt auf dem, dem Sultan gehötenden Schiffe„Swoc mit dem Bemerken, dieselben sollten bleiben und ihre fortsetzen, keiner von ihnen sollte einen Schaden Den Wabern und Kindern wurde die Erlaubniß nicht verweigett. Die Eingeborenen erklärten, Autontät des Sultans noch die der Deutschen anerkl wollen. Loudo», Sonnabend, 6. Oktober. Einem Telcgv „Reutec'lchen Bureaus" au» Simla zufolge hat der richtet, seine Truppen hätten J-hak-Khan bei Tash stegt und letztere Stadt eingenommen. Jshak-Khan dl auf der Flucht. Kriefkasten der Redaktion. # Schmied. Abrechnungen können nur im J� veröffentlicht werden. nonatlÄ knlos fa s dmch d Wegen unseres seit 15 Jahren bestehenden Centrat Depots kommen zu noch nie dagewesenen Preisen zum Ausverkauf: gV«Sv°ppeltbreite KKider-Damen-Tuche jetzt Elle 35 Pfg. 1 Stück 20 Meter Shirting wen(ne>t Stück 20 Meter tzemdenluch jetzt 5 M.& Dutzend»..Servietten 50 Pf. 1 Posten»trid�Soffe. durchm-a Elle 20 Pf. 815 3�2 üUtf. 1 Stück 20 Meter Dowlas jetzt nur 4& M. ern m fich n Loh' Schul» I ZuMl „Utf&s wÄ'sÄlf6 isr" I" 7 rn- JÄlfSÄteÄ'TS �Schwer reinl. OtzllC 2 Meter lang 1% Äjt» Reste. Gardinen, Stück 25 Pfg. 2 Wollbemden und 2 Paar Henen-Unterhosen 3 Ä)t. 1 Posten fehlerhafter Soph°.Teppiche 2 M., 3 M.. 4 m, 5 M. Saal-Teppiche, 3 M-t« im m»«. wenfew««, 8 M., 13 m., ib m. Central-Depot für Gelegenheitskäufe, Jerusalemerstrasse 62. *| nntag. 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Oktober 1888■ Familien-Fest in der„NEUEN WELT"(Haisenhaide). Vorträge, des eugagirte» KLnstlerpersonals, sowie««ter gStiger Mitwirkung de« Gesangvereins„Lorbeerkranz". Dirigent A-rr Gebert. In den Sälen i Mets sind vorher;« Kerstan, Lüddenerstr. 4; Großer Kall. 6. Gimdel, Zeughofstr. 5, Hof III; H. Ientscb, Andreas str. 4, v. IV; K. Otto, Mariannen-Ufer 5, H. Keller; H. Heinrich, Münchcbergerstr. 14, H. IU; I. Wernau, Zionskirchplatz 2, v. 11; W. Schulz, Rüdersdorferstr. 64. Querg, 1; K. Wagner, Admiralstr. 28, Sfl. 11; Heinr. Metzle, Zionslirchstr. 8, H. pari.; Anfang haben bei den Herren: Fischer, Thaerstr. öS, v. IV; K. Bittermann, Memeleiftt. 2, H. 111; I. Wolf, Langestr. 43, v. IV, b. Ziegmann; Aug. Dammasch, Thaerstr. 14, H. IV; F. Z e ch e l, Naunynstr. 70, tz. ll. 2. Eng.; Rindermann, Ackerstr. 134, 11; W. Müller, Zoffenerstr. 25, v. IV; Ferd. Müller, Grünauerstt. 7; Rud. Zillmann, Stralsunderstr. 9, v. 1. 4 Uhr.[849 ßeise- Unterstützungs-Verband der Schneider u Berufsgen. Dienstag, den 9. d. M., Abends 8 Ubr: Wersammlung Kommandantenstr. 30. Fortsetzung der Tagesordnung aus der letzten Versammlung.[858 Oeneral«Versammlung der freie» tranken«nd Kegräbnihbasse der Kchnhmacher»nd Kernfsgeaossen Kerlin»(E. Ö.) Nr. 27, findet am Montag, den 15. Oktober, Adds. 8 Uhr, im Jnnnngehanfe, Fischerstr. 25, statt. Tagesorvnung: 1. Vierteljährlicher Kaffcn- bericht. 2. Innere Angelegenheiten. 3. Ver« jchiedenes.[844 Qutttungsbuch legitimirt. Der Vorstand. NB. DaS 17. Stiftungsfest findet am Sonn- abend, den 17. November, im„Königstädtischen „Kafino", Holzmarklstr. 72 statt. Mitglieder-Vnsammlmls der Central Kranken- u Sterbekasse der Maler (E. H. 71). Male„Nord" Dienstag. 9. Oktober ct., Abends 8& Uhr, im„Vorstädtiscken Kafiiro, Ackerstr. 144. Der wichtigen Tagesordnung halber erkucht um zahlreiches Erscheinen[842 Der Bevollmächtigte. Centraikranken- u. Sterbekasse der MJer und Berufsgenossen [854 Kerli» II 0. Am 9. Okroder, Abends 85 Uhr, bei Herrn Göttel, Andreasstrahe 34: Mitglieder-Versammlung. Tagesorvnung: 1. Kafiendericht. 2. Wahl einer Statutenderathungs-Kornmisfion. 3. Ver- fchiedenes. Der Bevollmächtige. Schneidervers ammlung am Montag, den 8. Oktober, Abends 8& Uhr, er* /T Y L(____ 2//**+*' rnrhiS\ im„Neuen Clubbaus"(grüner ÄL-l.ptr.rcchis), Kommandanten stro ße 73. Tages-Ordnung: 1. Statutenderathung und definrtive Konsti- tuirung der„Freien Vereinigung der Schneider Berlins." 2. Wahl des Vorstandes. 3. Mitglieder- Aufnahme.[846 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einderufer. Der Verein zur Mahrnug der Juter- rsien der Korbmacher Kerlws «nd Umgegend feiert sein 5. Etrstungsfe», vestehend in Tanzkränzchen, am Sonnabend, den 13. Oktober, m Feuer st ein's Salon. Alte Fakodstr. 75. B>U>ts. für Herren 50 Pf.. Damen 25 Pf., find zu haben bei den Herren Reddemann, Wrangel- strahe 112, 3 Tr.: Fechner, Pallisadensttahe 84, Hpf 2 Tr., und Kruger, Slalitzerstrahe 11, Hof 3 Tr.[857 Große öffentliche General- Uersamminng der Maler u. Berufsgenossen Montag, 8. Oktober, Abends 8 Uhr, Kommandontenstraße 72. Tagesordnung: 1. Die B. strebungen der Arbeiterbewegung und ihre Bedeulvng für uns Maler und Berufs- gcnofien. Referent: Kollege Buhr. 2. Diekusston. Um zahlreichen Besuch ersucht 864] Der Einberufer. Der Gesangverein der Kretreiigtösen Gemeinde feiert am Sonntag, den 14. Oktober, fein Stiftungsfest im„Deutschen Hof", Luckauerstr. 15, wozu derselbe alle Freunde und Bekannte einladet.[863 Billcts find bei Herm suter, Oranien- stiaße 85 86, und Herrn Stöpel, Dresdener- striche 32, zu haben. Kvabengarderove, gut und billig, auch einzelne Hosen. K. Lorenz, Schneidermeister. Andreasstraße 63, I. Nabe Lm'iestelle d. Rinababn. Gebt mal Acht! Unserem Freund und Genoffen August Spaar zu seinem heutigen Geburtstage eine donnerndes Hoch.[862 Diele Genosfen. Heute, Sonntag,[860 Ktatuteu-Kerathuag zum„Lotterie-Verein" Vormittags 10 Uhr. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Näheres Ost bahn 4, bei Trumpf._ Proletarier aller Länder verewigt Euch! Und kommt nach der Weinstraße 22 gleich; [chiedene Bie Denn da giebl es verschiedene Biere Und Braten von verschiedene Thiere, Einen vort efflichen Magenbitter von Dr.Haugk, Sowie sämmrliche Liqueure und guten"Nord- Häuser auch. Auch kann man da spielen einen gemüthlichen Skat, Und dabei erfahren, wer in Leipzig eine Niete gezogen hat; Drum kommt herbei und säumet nicht lange, Denn wo mehrere zusammen find, wird's einem nicht bange.[826 Restaurant von F. Milan, Wienerstr. 31, vig-a-vis von» Görlider ----' iSg- Kahnhof. Vollständig renovirt, vorzng liche» Weih-»nd Kaieischbiee, Kpeifen t» bekannter Güte. 472 K.UieKch, Tanz-tolrÄ ,0. Ein neuer Lcinlu.sus für Herren u. Damen beg. Sonntag, 7. 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