Theilnahr. 237. 6. Frau wir Kinde Beri n Berlin ale emp Allee 13 ermit part 7. Herri und fan Budst swahl. gen! leiben gaben, nterventi Dienstag, den 9. Oktober 1888. 5. Jabrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das„ Berliner Boltsblatt" erscheint täglich Morgens aufer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin fret in's Haus vierteljährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mart, wöchentlich 35 Bf. Bostabonnement ris in Mart. Einzelne Nummer 5 Bf. Sonntags- Nummer mit dem Sonntage- Blatt" 10 Pf. ( Eingetragen in der Boftzeitungspreisliste für 1888 unter Nr. 849.) ufschieb ts c. rei erth areat rfir. RE, 70 Bi 13. Bedaktion: Beuthstraße 2. Weiße Sklavinnen. Frant In einer Reihe von Blättern wird gegenwärtig lebhaft mensme Rlage über den Mädchenhandel nach dem und Um Auslande geführt, und man geht dabei nicht zu weit, guter wenn man die armen Geschöpfe, mit denen dieser Handel B offerite getrieben wird, als weiße Sklavinnen bezeichnet. Ab und zu wird einer oder eine der Menschenhändler von der Polizei abgefaßt und hart bestraft. Dessenungeachtet dauert das traurige Geschäft in ungeschwächter Lebhaftigkeit fort, und baraus läßt sich wohl schließen, daß es sehr gewinnbringend Ir. sein muß; sonst würden die Händler und Händlerinnen auf Nr. die harten Strafen, mit denen sie bedroht sind, fie bedroht find, mehr scheuen. Hauptsächlich nach Südamerika und nach lzschl ber Türkei geht dieser schändliche Export", und man weiß, daß in Konstantinopel eine eigene Börse besteht, wo bie weißen Sllavinnen en masse verhandelt werden. Die endra türkische Regierung, in deren Staaten die Sklaverei noch gefeßlich besteht, thut natürlich nichts gegen diese schauer lichen Geschäfte. Et! er, Gefel was getra Mart, it zwan " aber Das traurige Kapitel vom Mädchenhandel ist schon oft erörtert worden. Die Händler sehen sich nach alleinstehennter- Baleben Mädchen um, die sich in Noth befinden. Man macht erre, verkafich an die Mädchen heran und erzählt ihnen von glänzen ben Stellungen im Auslande. Sogar Heirathsversprechuns gen müssen manchmal dazu dienen, die Mädchen anzudrobe foden. Manche Mädchen mögen auf die Angebote 45 Mal eingehen, weil sie kein anderes Mittel kennen, ., Houm ihre Existenz zu fristen; die meisten ige, folgen den trügerischen Verlockungen aus Unwissenheit. Wenn sie einmal in der Türkei angelangt sind, so sind sie verloren. Der Händler liefert seine Waare" für 100, 1200 und mehr Mark das„ Stück", an die berüchtigten Häuser in der Türkei ab; von da werden die Mädchen auch nach Rairo und Alexandrien verschleppt. Wenn sie einmal in einem solchen Hause sich befinden, ist ihnen fast alle Möglichkeit abgeschnitten, daraus wieder zu entrinnen. Die Befißer dieser Häuser wissen es so einzurichten, daß die Mädchen bei ihnen Schulden machen müssen und dann sind fie völlig in ihre Gewalt gegeben. Die Behandlung ist eine rstr. über alle Maßen brutale und die Mädchen werden von Haus zu Haus verhandelt. Sie gehen im Elend unter Kinder und man hört gewöhnlich nichts mehr von ihnen. ing billi ban a, 1 genba SW art., ing wie t Rit eifter, N " In Brasilien und den Laplata Staaten ist das Loos, welches die verkauften Mädchen erwartet, kein besseres als in der Türkei. In Wien scheint ein bedeutender Markt für solche weißen Stlaven zu bestehen, und man kann sich nur wundern, daß die Polizei dort noch nicht schärfer einges brauchte schritten ist. Allerdings hat die österreichische Polizei zu viel mit der Ueberwachung politisch anrüchiger" Persön has, fehr anter ung ge erfte große el, Jag Itlas, S Waldem Besch ake 27 kt. Ber ver Blachbruck verboten.] Feuilleton. Die Ritter der Arbeit. Aus dem Amerikanischen des 3or. Ueberfest von Natalie Liebknecht. Insertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Naum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bf. Bel größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittagi in der Expedition, Berlin SW., Bimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen- Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. lichkeiten zu thun, als daß sie diesem Mädchenhandel ihre volle Aufmerksamkeit zuwenden könnte. In diesem Defterreich ist nachgerade alles faul. Die Presse hat schon oft gegen das schmähliche Gewerbe der Mädchenhändler angekämpft und auch im Deutschen Reichstage hat man mit dem vollen Brustton fittlicher Entrüftung darüber Klage geführt, daß solche Dinge in unserer 3eit und in unserem Lande vorkommen können. Das war alles vollauf berechtigt, und wenn bei uns die Polizei und die Gerichte den Mädchenhändlern scharf zu Leibe gehen, so thun fie damit nur ihre Pflicht. Möge man thun, was man tann; möge man die Schleichwege der Menschenhändler aufspüren und ihnen ihre Opfer entreißen; möge man aber auch durch öffentliche Warnungen dafür sorgen, daß sich unerfahrene Mädchen nicht mehr so leicht von den Menschen händlern bethören lassen. Damit fann man dem Uebel einigermaßen steuern; leider aber kann man es nicht damit beseitigen. Denn der Mädchenhandel gehört zu jenen vielen traurigen und häßlichen Ausflüssen unserer sozialen Bustände, die mit der Noth und mit dem schweren Kampf um's Dasein zusammen hängen. Die Noth erniedrigt den Menschen, denn man fann nicht von Jedermann einen römischen Charakter ver langen, von armen und nothleidenden jungen Mädchen schon gar nicht. Aber wir haben auch nicht nothwendig, unsere Blicke auf Ronstantinopel und Buenos Ayres zu richten, wenn vom Mädchenhandel die Rede ist. Derselbe florirt auch mitten im lieben Deutschland und die armen Geschöpfe, um die es sich handelt, werden nicht exportirt, sondern sie bleiben da; sie befinden sich aber vielfach in faum weniger traurigen Verhältnissen, als ihre Schicksals genoffinnen in der Türkei oder in Südamerika. Die bekannten Enthüllungen der Londoner Pall Mall Gazette" haben gezeigt, wie ber Mädchenhandel in Groß britannien und auf dem Festland Europas im Schwung ist; die Geheimnisse von Berlin" würden Dinge aufweisen, über die mancher Philifter erstaunen würde, wenn sie einmal ähnlich enthüllt würden, wie die von London. Denn daß die Prostitution vielfach eine Art Sklaverei bes deutet, ist bekannt und die Aufhebung der öffentlicher Häuser hat daran nicht viel geändert. " 1 Die Polizei mag den besten Willen haben und wird damit doch auch nicht viel besser machen können. Unwissenheit und Armuth sind die beiden Grundursachen, aus denen der Mädchenhandel hervorgeht; nur sie schaffen die weißen Sklavinnen, die im Dunkel und in der Schmach ein verachtetes Dasein fristen müssen. Diese Zustände werden erst dann gebessert, resp. beseitigt werden können, wenn der Staat es als seine vornehmste Aufgabe erachten wird, der Armuth und der Unwissenheit zu steuern. Aber wann wird dies geschehen? Dazu wird eine viel energischere Sozial haben, allein das Kind konnte sie nicht leiden. Mehrere, mit denen sie glaubte, gut auskommen zu können, paßten dem Onkel nicht. Der Onkel war wohl oder übel geduldig [ 10 und so vergingen die Tage.- Unterdessen war die kleine Unterdessen war die kleine Gertie nicht unthätig gewesen und hatte die Nachbarschaft ausgefundschaftet; sie war natürlich sehr neugierig, etwas über das legte Gebäude des Häuserviertels und dessen Einwohner zu erfahren. Das Dienstmädchen erzählte ihr, daß das Haus vor dem Kriege eine Negerherberge gewesen sei, daß aber jetzt nur Weiße darin wohnten. Die findliche Neugierde Gerties richtete fich auf das Gebäude, in dem sie kein lebendiges Wesen bemerkte, bis sie eines Sonntags Maud Simpson am Fenster sah und mit der Ungenirt heit eines Kindes gleich an die Thüre ging und anklopfte. Maud öffnete; fie erkannte den kleinen Frembling und lud das Kind freundlich ein, hereinzukommen. Der Advokat kam mit gutem Appetit zurück und wurde nach dem Mittagessen in die Bibliothek geführt. Er bes trachtete fich den tapfern Kriegsmann sehr genau, als dieser fich bereit erklärte, die Erziehung seiner Nichte zu übernehmen und ihr ein angenehmes Heim zu bereiten; es ge reiche ihm zum höchsten Glück, daß sein Oheim ein solches Bertrauen in ihn gefeht habe u. f. w. Der scharfsichtige Advokat kannte die menschliche Natur recht gut und ließ fich durch den Neffen seines alten Klienten fein X für ein U vormachen. Er durchschaute ihn vollständig. stellt be Nichtsbestoweniger fam er zu dem Schluß, daß es sicherer sein senbe würde, ben Kapitän einige Beit auf die Probe zu stellen. Es stand ja in seiner Macht, die Vereinbarung, wenn öthig, jeden Augenblick wieder aufzuheben. Er nahm aber fermeile vor feiner Abreise eine Gelegenheit wahr, um mit dem aße Nr. Rinde noch allein zu sprechen; er ermahnte die Kleine, ihm recht oft zu schreiben, und gerade so, als wenn er ihr Vater wäre; fie folle ihm alles genau mittheilen, wie sie lebe, wie es ihr gefalle, was sie wünsche und was ihr unangenehm fei, falls ihr irgend etwas unangenehm sein sollte. Gertie war dem alten Advokaten sehr zugethan und versprach sofort, ihm regelmäßig zu schreiben. 33. Friedrich Bird jerm & Co. " Mein Name ist Gertie Barnum, ich wohne bei meinem Onkel in dem anderen Ende des Viertels, und ich dachte, ich müßte hereinkommen und mich mit Ihnen bekannt machen, weil wir so nahe zusammen wohnen." " Ja, Fräulein Gertie, ich wußte, wer Sie sind und es freut mich sehr, daß Sie zu mir fommen." Es war etwas Verwandtes, was diese Beiden zu ein ander zog, trotz der Scheidemand, welche der Reichthum auf gebaut hatte. Sie wurden im Nu bekannt und es dauerte nicht lange, so erzählte Gertie ihrer neuen Freundin Alles über die Schwierigkeiten, welche sie hatten, eine Gouvernante zu finden. Bulegt rief sie aus: Wenn Sie eine Gouvernante wären, Miß Maud, so würde ich sehr froh sein. Sie sind so hübsch und so gut, und ich weiß, wir Beide würden uns gern haben und uns vertragen. Warum werden Sie keine Gouvernante und wenden sich nicht an Onkel, wie die andern?" Ich fürchte, mein liebes Kind, man würde mich nicht für vornehm genug halten. für vornehm genug halten. Vielleicht würde meine Er Die nächsten Morgenzeitungen brachten die übliche ftereotype Anzeige um eine Gouvernante, und für einige Tage war Barnum's Haus der Zusammenkunftsort für alle ummi- Arten weiblicher Wesen, die eine solche Stellung suchten; fel ver allein das kleine Mädchen aus dem Westen war schwer ziehung für ausreichend befunden werden, von einer Gouver enste zu befriedigen. Der Vormund und das Mündel waren nante seht man jedoch voraus, daß sie auch die Gesellschaft augenscheinlich verschiedener Ansicht in Bezug auf die Eigen kennt." fchaften einer Gouvernante. Viele würden ihm gefallen # 8. ,, Nun wohl, aber würden Sie meine Gouvernante reform gehören, als die wenig einschneidenden Maßnahmen, die man jetzt als solche bezeichnet. Der Mädchenhandel wird nur schwinden, wenn eine Besserung unserer gesammten ökonomischen Bufstände erfolgt. So lange dies nicht der Fall ist, werden die Menschenhändler immer wieder Opfer finden und die Polizei wird ihnen ihr schmähliches Handwerk nicht legen können. Original- Korrefpondenzen. Breslau, 7. Ottober. Ein Theil der Preffe beschäftigt fich bereits mit der an des verstorbenen Kräckers Stelle vorzu nehmenden Nachwahl zum Reichstag und behauptet, Vollmar fei als Kandidat der Sozialdemokraten in Aussicht genommen. Diese Nachricht ist aus der Luft gegriffen. Vorerst ist noch kein bestimmter Kandidat in Aussicht. Die hießigen Genossen haben den sehr natürlichen Wunsch, daß derjenige, der etwa an Kräders Stelle gewählt wird, auch entschloffen ist, die Kandidatur für die allgemeinen Wahlen anzunehmen. Man glaubt aber, daß weder Vollmar noch Auer, welcher ebenfalls in Vorschlag beide später wieder in ihren früheren Wahlkreisen kandidiren gekommen ist, auf eine solche Bedingung eingehen, weil sie werden. war. Heute sollte eine große Volfsversammlung im Konzerthaus stattfinden, in welcher der Reichstagsabgeordnete Singer als Redner auftreten wollte. Alle Welt war auf diese Versamm lung gespannt, für welche seit Jahren zum erften Male wieder ein großer Saal zu erlangen gewesen in Die Polizei verbot die Versammlung nicht; fannten Manipulationen seine Busage zurüd. Die letter Stunde zog jedoch der Wirth infolge der bes Tagesordnung der Versammlung sollte die Alters und Inva lidenversicherungsvorlage bilden. Die Erörterung derselben ge bört aber, wie der Vorfall zeigt, bei uns zu denjenigen Gegen ständen, deren Erörterung man zu hintertreiben weiß. Politische Uebersicht. Das antichauvinistische Pronunciamento der franöftschen Preffe gegen die Fremdenbill des Ministeriums Floquet ist eine so erfreuliche Erscheinung, daß wir uns über das recht länder bei weitem nicht unter eine so scharfe Kontrole ftellt, als alberne Gefes faft freuen tönnten. Dbgleich daffelbe die Aus es in anderen Ländern und namentlich auch in Deutschland felt unvordentlichen Beiten der Fall ist, und obgleich es fpeziell dem Deutschen in Frankreich noch immer eine größere Freiheit gewährt als der Deutsche in Deutschland genießt, so wird das Gesetz doch von der franzöfifchen Preffe so gut wie einstimmig verurtheilt und zwar weil es geeignet fet. Frank reich in den Ruf eines ungaftlichen, chauvinistischen Landes zu bringen, und also den bezahlten Lügen der Herren Schweinburg, Pindler und einen gewiffen Schein von Wahrheit verleihe. Unsere Reptilpresse ist denn auch ganz verblüfft über diese Haltung der französischen Beitungen, welche ihr so schlecht in den Kram past. Nun fann Konforten werden, wenn mein Onkel Sie haben möchte und Sie gut bezahlte und so weiter?" Ja, Miß Gertie, ich glaube, ich würde es thun, aber betrügen Sie sich nicht mit dem Gedanken, daß es so kommen könne, denn ich weiß, Ihr Onkel wird mich niemals zu Ihrer Gouvernante wählen." Aber das Kind war anderer Meinung und das Köpfchen voll von Ihrer neuen Entdeckung eilte Gertie nach Haus, um ihrem Onkel fast athemlos das Erlebte und ihren Plan mitzutheilen. Und Arthur Barnum's Erstaunen war so groß, daß er fast den Athem verlor. Warum nicht gar, meine liebe fleine Gertie, Mis Simpson ist aller Wahrscheinlichkeit nach in ihrer Art ein sehr ordentliches Mädchen, sie ist aber nur eine Ladenmamsell und gehört zum gewöhnlichen Volk. Sie fann unmöglich Erziehung haben und weiß absolut nichts von der Gesellschaft." Ja, Onkel, fie sagte selbst, daß sie nichts von der gesellschaftlichen Bildung verstände, oder wenigstens denke ich, fie meinte es so, aber ich dente, daß ich später noch Beit genug habe, alles über die Gesellschaft zu lernen, oder Sie können mir ja einen Gesellschaftslehrer geben. Ich bin gewiß, Miß Simpson weiß alles Sonstige, was ich zu lernen habe, und ich glaube auch nicht, daß sie ein gewöhnliches Mädchen ist. Mädchen ist. Sie ist arm, sonst würde sie nicht in Ihrem alten Negerhaus wohnen. Sie können mit der Gouver nantenjago fortfahren, bis ich grau bin und Sie werben teine so gute Erzieherin finden, wie Miß Simpson. Sie müssen sie für mich nehmen und ihr Geld genug geben, daß fie fich hübsch tleiden kann, und ich weiß, daß keine Ihrer aristokratischen Freundinnen sie für gewöhnlich oder arm halten wird." ,, Nun, meine liebe, eigenwillige kleine Nichte, ich sagte Dir, daß Du Dir Deine Gouvernante selbst wählen soйst, allein ich vermuthete nicht, daß Du Dir eine hinten im Negerhaus fuchen würdest. Doch wenn Miß Simpson die nöthigen Kenntnisse, mit Ausnahme der gesellschaftlichen, besitzen sollte, dann magst Du fie holen, aber Du mußt mir versprechen, nicht mit mir zu zanfen, wenn ich sie un aber ein Reptil nicht zugeben, daß es fich geirrt hat- das Tönnen nur anständige Leute. So muß denn nach irgend einer neuen Lüge gesucht und den franzöfifchen Beitungen irgend ein gemeines Motiv untergeschoben werden. Sie wollen den Fremden nur schmeicheln, damit die nächstjährige Ausstellung kein Fiasko wird. Im Herzen find fie chauvinistischer als je." Schade nur, daß der Erfolg der Ausstellung bereits geftchert ist, fintemalen außer dem Deutschen Reich blos noch die Großmacht Montenegro nicht vertreten sein wird. Am spaßigsten ist die Leipziger Zeitung", das amtliche Organ der fächsischen Regie Tung. Sie meint, die Franzosen seien so eitel, daß sie immer eine schöne Rolle Spielen müßten; fie feien nicht ' vilifirt und gafifreundlich-, fte stellten sich nur so! fte stellten sich nur so! But auch angenommen, dem wäre wörtlich so, was wäre bewiesen? Daß die Franzosen die Zivilisation und Gastfreundschaft schüßen. hat man doch von der Heuchelei gesagt, fie set Der Tribut, den das Laster der Tugend darbringe. Unsere Kartells und Reptilblätter find sicherlich nicht anständig, aber roie gut wäre es für den Ruf und das Ansehen unseres VaterLandes, wenn fie fich anständig stellten! Andere Länder, andere Sitten. Die deutsche Kartell preffe triumphirt jegt über eine Rede, welche der französische Minister Goblet neulich gehalten nnd in der er auf die der Republik feindlichen Bestrebungen der monarchischen Realtions. parteten hinweist und die Wähler auffordert, dem von sämmt Lichen Reaktionsparteien in Szene gefeßten Boulangerschwindel ein Ende zu machen. Alfo", so jubeln die Kartellbrüder, der französische Minister Goblet hält die Republik für bedroht Bei uns ist alles da find wir Deutsche doch glücklicher daran. fest wie Granit und Eisen!" Nun, es ist das ein recht albernes, unverständiges Gerede. Die Wahrheit zu sagen und ftrenge Selbstkritik üben, ist demokratisch. Wenn unsere Kartellbrüder die amerikanischen Zeitungen und die Neden amerikani tcher Politiker lefen wollen und an der Festigkeit und Macht der amerikanischen Riesenrepublik wird doch der verbohrteste Kartellbruder nicht zweifeln so tönnen sie noch zehnmal schärfere Worte über die amerikanischen Bustände finden, als Goblet fie in Bezug auf Frankreich gebraucht hat. In Republiten pflegt man eben die Wahrheit zu sagen, weil sie die Wahrheit vertragen fönnen und weil fte der Wahrheit bedürfen der ungeschminkten Wahrheit. Wo das Volk feine eigenen Angelegenheiten verwaltet, ist es nothwendig, daß jeder Bürger fich möglichst aufkläre. Und die Aufklärung fann nur durch allgemeine und freie Diskussion entstehen dadurch, daß ein jeder seine Meinung ausspricht, tabelt was er für tadelns werth hält, vorschlägt was ihm zweckmäßig erscheint. Das ist Die Pflicht des bescheidensten" Staatsbürgers, wie des ,, böchsten" Staatsbeamten. Goblet hat diese seine republikanische Pflicht erfüllt und damit seinem Lande einen großen Dienst geleistet. Es ist gut, daß von so berufener Seite den Franzosen gesagt worden ist, roie sehr dieser Boulangerſchwindel nach innen und nach außen der Republik schadet. Und die Rede wird ihre Wirkung thun. In Monarchien ist es anders wenigftens in folchen, die auf dem Prinzip des persönlichen Regiments be ruben. Wer da an der Spize steht, will regieren, wie es ihm beliebt, und jeder, der anders denkt, ist sein Gegner- ein Reichsfeind" oder wie er sonst genannt wird der mundtot gemacht und erdrückt werden muß. Ein deutung, Unterausschüffe, welche mit dem in der Hauptstadt bes findlichen Zentralausschuß forrespondiren. Der lettere allein steht mit dem sog. Exekutivausschuß in Verbindung. Wenn die politische Polizei der Hauptstadt zu scharf überwacht, so läßt sich der Zentralausschuß in einer anderer Stadt nieber. In Frankreich hat die Internationale ihre wichtigsten Ausschüffe nicht nur in Paris, sondern auch in Lille, Amiens, Noubair, Bordeaux, Marseille und Lyon. Zweig des in New York fizenden Generalausschusses ist in London und führt den Namen: Geheimer Internationaler Unterausschuß." Derselbe soll in der Nähe von Leicester Square sein Hauptquartier haben und zählt 33 Mits glieder. Er hat volle Aktionsfreiheit, außer in einigen wichtigen glieder. Er hat volle Attionsfreiheit, außer in einigen wichtigen Angelegenheiten, bei denen der New- Yorker Ausschuk, welcher die höchste Gewalt hat, befragt werden muß. Die Methoden des Briefwechsels der Internationalen find verschieden und höchst finnreich ansgedacht. In sehr heiflen Fällen bedient man fich besonderer Senbboten. Die der Internationalen zu Gebote stehenden Geldmittel betragen mehrere Millionen Dollars. Ein Herr in San Francisco vermachte dem Verein fürzlich eine halbe Million. Die Hauptkaffe ist in New York, ein wohlbekannter Londoner Bantier aber hat eine Filiale. In Paris zeigen die Delegirten thre Kreditbriefe einer gutstehenden zentralgelegenen Bant vor. Der Erekutiv- Ausschuß hält seine Sigungen je nach der Dringlichkeit des Falles in New York, Chicago, Philadelphia oder in einer anderen amerikanischen Stadt ab. Bor furzem fuhren auf einem Dampfer von New York 4 Baffagiere, deren Benehmen den übrigen Fahrgästen nicht auffiel und die sich auch gegenseitig nicht zu tennen schienen. Diese Reisenden waren Delegierte des geheimen Ausschusses, welche besondere Miffionen in Europa ausführen sollten. Einer von ihnen hatte einen Cheque auf 20 000 Dollars, welcher bestimmt war, die leere Kaffe der französischen und belgischen Revolutionäre wieder zu füllen. Eine gleiche Summe war denselben schon früber zur Verfügung gestellt worden, um Streits zu erregen und zu unterstützen. Es wären gewiß noch weitere Gelder nach Paris gefloffen, wenn nicht die streifenden Erdarbeiter bei dem Begräbniß des Generals Eudes eine Vorsicht gezeigt hätten, welche als Feigheit galt. Der Ausschuß beschloß infolge deffen, feine weiteren Summen mehr zu bewilligen, und der Streit brach zur allgemeinen Verwunderung plöglich zusammen. Die Namen der Leute, welche an der Spige stehen, find so gewöhnliche, daß fie nur für die Eingeweihten bestimmte Personen be zeichnen Goodwin, Macnamara, Field und Price. Der Testere iſt einer der Reiseagenten. Die deutschen Sozialisten waren eine Beit lang bemüht, fich ihre Unabhängigkeit zu wahren und das Joch des New- Yorker Ausschusses abzuschütteln. In der Internationale machten fich damals zwei Tendenzen geltend. Einige befürworteten die Ansprüche des deutschen Sozialismus. Andere waren ihnen feindlich. Diese lettere Fraktion unterlag. Der deutsche Zentralausschuß fette wenigstens zeitweise seine Unabhängigkeit in seinen Beschlüssen und Handlungen durch. Dieses find die Hauptzüge der neuen Organisation, welche fich immer mehr und mehr ausbreitet und welche eine solche Vers faffung bestßt, daß es lange unmöglich sein wird, gegen dieselbe einzuschreiten. Es wird fich balo zeigen, daß die Internationale überall einen und denselben Befehl befolgt und diese Armee die Wachsamkeit und Stärke der Regierungen auf eine harte Probe stellen wird." Der Verfasser ist augenscheinlich reif für Die Kreuzzeitung". Tommiffion seit einigen Jahren. In den Jahren 1882 und 1883 Turner die Stellung unbesetzt und der Vorfiz auf den stellvertreten Bähler" erl Vorfißenden übergegangen, als welcher damals wie auch hems Leipzig der sächsische Gesandte am hiefigen Hofe bestellt war. Nur balorgetragener die Personen inzwischen gewechselt. Damals war Herr v. Noffinen legten Wallwig sächsischer Gesandter, an deffen Stelle jest Glachdem den v. Hobenthal getreten ist. Unter den übrigen Mitgliedern didmet ist, f Kommission ist seit Beginn der 80er Jahre ein Wechsel ni eingetreten. Es gehören zu der Kommission der Unterstaat sekretär Meinede, großherzoglich medienburgischer Gesandter G Legationsrath v. Brollius, töniglich preußischer Oberland gerichtsprändent zu Köngsberg v. Holleben, die föniglichen G Oberjustizräthe und Senatepräsidenten beim Rammerger Delius und Neffel, der Rath am föniglichen bezw. oberflührend nai Landesgericht in München Dr. Schneider und der Senbelden" von präfident beim Oberlandesgericht in Hamburg Dr. Lehmanendes Vork Frei Frei Frei Fret Frei Sei f Die Umwandlung des Sozialistengefehes in rozeß verwi dauerndes Reichsgeses forderte fürzlich wieder eina toh tags ein nationalliberaler Staatsanwalt in Rarlsruhe in einer fem Aben lustritt aus fammlung seiner Partei. Das ist ganz in der Ordnung. reichen. D Die Sozialdemokratie nicht zu vernichten ist, sondern stetig wameine Brivat muß auch das Sozialistengeset bleiben. Bwar nüßt es nierein nichts aber man zeigt boch den guten Willen und damit find fondgiltig ent scheidene Leute wie unsere Nationalliberalen zufrieden. önne immer Wildschaden. In dem Handelsblatt für den deutsaber der Her Gartenbau macht der Vorstand des Verbandes der Handwegen ihrer gärtner Deutschlands, D. Moßdorf zu Lindenau bei Zeibiese Statute bekannt, daß tios der noch mangelhaft eingegangenen peld, der fü worten auf die vom Verbande im Februar 1887 gehaltene Versan frage diese Busammenstellung des im Winter 1886-87 meldet die Gärtnereien auf einer Gesammtfläche von 603,30 hektaren Saale des ,, unfachten Wildschadens die Summe von 115 537 M. aufwung, in mel Es entfallen somit auf 1 Hektar Land für 191,5 M. in Gerden sollt nereien vernichtete Pflanzenbestände. Der Verbandsgeschahorden." führer D. Mohrmann, Lindenau bei Leipzig, hat jest Formul Elsämn versandt, um die Höhe des Wildschadens im Winter 1887- ittheilung näher festzustellen. othringen " Ein Lockspikel entlarvt! Durch die Preffe ging dick Aussicht. Tage die Nachricht, daß der Parquetbodenleger Christian Wall Verbot linger aus Dettingen in Württemberg fich selbst als Bolinderung des sp Bel verrathen habe, indem er aus Versehen einen für Genoffen! Bolizei bestimmten Brief seiner Firma einsandte. Jest erfäben betreffer Die Münch. Poft" von einem unbedingt zuverlässigen Gewähbozialdemok mann, daß dieser Waiblinger in der Zeit vom Herbst 1882 bruderei von Frühjahr 1883, wo er zu Frauenfeld, Kanton Thurgau, Schw arbeitete, systematisch die Fabrikation von anarchistischen Dr In Gr briefen betrieben hat. Der Gewährsmann der M. P." te einen Schreiner, der damals mit Waiblinger bei Bodenfiables jüngst o in Frauenfeld arbeitete, den W. durch die Vorspiegelung, doorden, der dadurch der Sozialdemokratie ein guter Dienst geleistet mürabrikant Ve Dazu verleitete, anonyme Drohbriefe auf sein Diltat aufzufetegierungsp Diefelben enthielten namentlich die Drohungen, daß man ons Soloth Gebäude der Frankfurter Bolizei, sowie das Reichsgericht welcher er sammt den Reichs" in die Luft sprengen werde! Dur Einf Briefe diftirte von Anfang bis zu Ende Waiblinger Arbe feinem jugendlichen Arbeitskollegen und fandte fte dameffen, m für die das fte erklär die Polizeidirektion Frankfurt ein, Dieses Material" eine große Rolle spielte. Um fitfulars. felbft aber gegen allen Verdacht zu sichern, betheiligte er ute Appla selbst an der Entlarvung eines anderen Spigels, den er gehörbarteien des mit durchbläute. Raffinitter tann man in der That nicht vonns fand, gehen. Und dieser Mann stand bereits seit 1870 oder 1871 iteundlich riffe find. der Arbeiterbewegung! an Er beherrscht die Preffe, läßt blos veröffentlichen, was in seinem Intereffe ist, und neben Der Kritik steht das Gefängniß. In einem solchen Staat giebt es teine unangenehme Wahrheiten weil die Wahrheit geInebelt ist. Und würde die Regierung zugeben, daß fie gefehlt hat, so würde sie den Boden des persönlichen Regiments ver laffen, welches unfehlbar ist. Es ist das beiläufig ein sehr be quemes System; es ist stets alles glatt auf dem Papier; Die Regierung ist die beste, die weifefte der Welt- auf dem Papier; das Bolt das glücklichste, zufriedenste der Welt auf dem Papier. Bis das gebulbige Papier eines schönen Tags durch die graufame Logit der Thatsachen zerriffen wird. Unsere Kartellblätter sollten deshalb mit ihrem schadenfrohen Triumphgefchret über die Rede Goblets etwas zurückhaltender sein -umsomehr als in ihrer nächsten Nähe jest Dinge vorgehen, welche auch dem patriotischsten und vertrauensseligsten HurrahSchreier die Mängel des persönlichen Regiments und die Regiments und die #laffenden Riffe in seinem granitenen oder eisernen Gefüge zu zeigen geeignet find. Jedenfalls würde es gut sein, wenn unsere Kartellpreffe die Augen ihrer Kritik mehr nach innen als nach außen richtete. An den Fehlern des Auslands tann fein Voll zu Grunde gehen, wohl aber an den eigenen. Die Spikelphantafe der„ Times" über eine neue Internationale" treibt immer wunderbarere Blüthen. Jest fest fie ihren gläubigen Lefern weitere geschmackvolle Einzelheiten über die reorganifirte Verschwörergesellschaft" vor. Die blühendsten Stellen des Unfinns lauten: Die Anhänger der Internationalen zählen nach Millionen. Sie besteht aus revo lutionären Klubs, Gewerkvereinen und Sozialisten. Die Mitglieder der verschiedenen Afsoziationen wiffen jedoch selbst nicht, welche Rolle file spielen, und es ist ihnen auch nicht bekannt, Daß fte zur neuen Internationalen gehören. Nur die Führer Tennen die Losung und fragen nichts nach der Maffe, welche nur zu gehorchen hat. Jede Nation hat, je nach ihrer Bes wissend finde und ganz ungeeignet, Deine Lehrerin zu ein." " Sehr schön, Onkel; wenn sie nicht genug weiß, um mich das zu lehren, was ich in der Schule lernen kann, so verspreche ich, daß ich sie aufgeben werde." ,, Gut, Bertie, fage Deiner neuen Freundin, sie solle morgen Vormittag herkommen, um wegen der Stelle mit mir zu sprechen." Das Kind sprang frohlockend auf, während Kapitän Barnum sich wieder sehte, um über die Sache nachzudenken. „ Es ist abgeschmackt lächerlich zu denken, daß diese Maurerstochter ebenso viel Verstand wie Schönheit haben sollte. Der tindische Einfall meiner Pflegebefohlenen wird mir indeß Gelegenheit geben mit dem jungen Mädchen zu sammen zu kommen und mit ihr zu sprechen, was sonst nicht möglich gewesen wäre. Sie hat sicherlich keine Bildung außer dem Wenigen, was sie in den öffentlichen Schulen aufgeschnappt hat; ich brauche aber mehr, wenn ich meinen vertragsmäßigen Pflichten gegen Gertrud nachkommen will. Miß Simpson ist jedenfalls hübscher als irgend eines von den Frauenzimmern, die hier vorgesprochen haben, doch Schönheit ist eine Eigenschaft, welche die Pferde oft haben und welche selbst reiche Menschen oft nicht haben. Wenn es möglich wäre, fie im Hause zu haben, dann weiß man nicht was geschehen könnte. Natürlich, diese gewöhnlichen Leute haben alle ihren Stolz, doch es ist etwas an dem Mädchen, das mich errathen läßt, wie weit ihre Selbstachtung geht. Sie hatte viele Gelegenheiten, eine heimliche Bekanntschaft mit mir zu pflegen, und that, als wenn ihr meine Absichten ganz unbekannt wären. Sie mag auf eine Heirath hoffen, aber ich glaube, eine nähere Berührung mit Reichthum wird ihr diese Thorheit bald austreiben. dem auch sei, wir wollen sehen, welche Wirkung eine 3usammenkunft mit mir in meinem eignen Hause morgen haben wird." Wie Maud Simpson dachte auch an den morgigen Tag. Sie vermochte nicht an die Möglichkeit zu glauben, daß sich ihr eine so glückliche Gelegenheit darbieten könne. Indeß es toante fein Irrthum sein und sie überlegte, daß Mr. Barnum Der Geschäftsbericht der deutschen Kolonialgesellschaft für Südafrika für 1887-88 bietet wiederum fein erfreuliches Bild. Aus demselben geht hervor, daß die aus 7 Führern und 20 Eingeborenen bestehende Schuttruppe" vorläufig nur bis zum 31. März 1889 errichtet wurde und die Kosten für dieselbe bis dahin auf zirka 70 000 m. veranschlagt morden find. Die Kosten für die Bergbehörde find bis zum 31. März 1. 3. auf girla 80 000. veranschlagt Diese Kosten, so flagt der Geschäftsbericht, müffen gegenwärtig aus unserem Kapitalvermögen bestritten werden und würden weiter. hin nur getragen werden fönnen, wenn aus dem Berghau, speziell den Goldfunden, der Gesellschaft ausreichende Einnahmen zufließen sollten. Ein Urtheil darüber, ob unsere Voraussetzung zutreffen wird, läßt sich bis heute nicht gewinnen. Ueber die Abbauwürdigkeit des gefundenen Goldes und den Erfolg fich darauf gründender Privatunternehmungen find entscheidende Nachrichten noch nicht zugekommen. Der verfügbare Vermögensbestand der Gesellschaft betrug am Schluffe des Ge schäftsjahres 306 881,33., hat sich indeffen bis zum 1. Auguft burch weitere Ausgaben, namentlich für Ausrüstung und Unters haltung der Schußtruppe und der Bergbehörde, auf 222 149,52 Mart vermindert. Ueber die Zusammensehung der Reichsbeschwerdekommiffion verbreitet sich eine offiziöse Korrespondenz folgendermaßen: Herr Herrfurth bat auch nach seiner Ernennung zum Minister des Innern den Vorfts in der Reichskommission, die über Beschwerden über Maßnahmen auf Grund des Sozialisten. gesetzes zu befinden hat, beibehalten. Vielleicht wird eine Aende rung in dieser Beziehung erst getroffen werden, wenn über das Schicksal des Sozialistengesetes selbst die Entscheidung getroffen ist. Herr Herrfurth versteht die Funktionen eines Vorfißenden der Reichsvielleicht mit selbstloser Freundlichkeit beschlossen habe, in Uebereinstimmung mit den Wünschen des Kindes zu handeln. Sie erinnerte sich, wie oft ihr Wirth fie freundlich begrüßt hatte, und sie kannte seine Weisungen an Pinchem betreffs hatte, und sie fannte seine Weisungen an Pinchem betreffs der Miethe. Der bessere Lohn ihres Vaters hatte es möglich ge= macht, die Miethe zu decken und monatlich etwas von der Rechnung des Doktors und von den Begräbnißkosten abzuzahlen, allein die Freundlichkeit Baraum's blieb diefelbe. Jett, so dachte sie, beabsichtigt er, uns noch einen größeren Dienst zu erweisen und zu gleicher Beit der fleinen Gertie den Willen zu thun- vorausgesetzt, daß ich ausreichend befähigt bin. Es ist eine ausgezeichnete Gelegen heit, doch fürchte ich, wenn er nicht gut aufgelegt ist, wird die Prüfung meiner erzieherischen Fähigkeiten schwerer zu bestehen sein, als die Prüfung, die ich durchzumachen hatte, um mein 3eugniß als einfache Schullehrerin zu erhalten. Ein Mann, der in St. Cyr war, das Examen von Westpoint bestanden hat und seitdem viele Jahre freier Westpoint bestanden hat und seitdem viele Jahre freier 3eit zum Studium hatte, muß jedenfalls ein großer Gelehrter sein." Sie beschloß, Niemand etwas zu sagen, selbst ihrem Vater nicht, bis die Angelegenheit geordnet sei. Der Abend wurde, wie gewöhnlich, mit Harry Wallace verbracht, aber Maud zeigte nicht das gewöhnliche Intereffe an ihrem beiderseitigen Studium. Harry bemerkte ihre Berstreutheit und wollte sie früh verlassen. Miß Simpson fah, daß er sich gekränkt fühlte und sagte ihm entschuldigend, daß sie über einen sehr wichtigen Gegenstand, der sie betreffe, nachdenke, und ließ ihn versprechen, den nächsten Abend wieder zu kommen, weil sie ihm dann alles mit theilen wolle. Der Montag Morgen kam und Maud war pünktlich auf ihrem Platz in dem Geschäft, den Eigenthümer mit einiger Aufregung erwartend. Er erschien bald und wurde um einen Tag Urlaub ersucht, den er auch gewährte. Unsere Gouvernante in spe eilte nach Hause, fleidete sich Unsere Gouvernante in spe eilte nach Hause, fleidete sich so hübsch an, als ihre fnappen Mittel es erlaubten und wurde Schlag elf Uhr bei Kapitän Barnum angemeldet. Sehen Sie sich," sagte der Kapitän. Meine kleine " " Auch verbotene Druckschriften". Aus Osc In No schreibt man: Am Montag wurde bier bet dem Kartonna fabrikanten Wugt nach verbotenen Schriften gesucht. Der Süd- Staffor ift aber feinesfalls ein Anhänger der verpönten Sosiolorubenarbeit fratie, denn wenn man von Haussuchung liest, so ist der ung breitet troffene gewöhnlich im Verdacht", Sozialdemokrat zu forlibire b Dies trifft hier nicht zu; denn W. ist ein sehr frommer befchloffen, chriftlicher Mann, eine fartellbrüderliche Stige. Er war ein da die Kohl Der V Borstandsmitglied des christlichen Jünglingsvereins. Die Schloß auf botenen Schriften waren nämlich falsche hundertma gebracht wurde. " but scheine, welche er fabrizirt und von welchen der chrifeis des Retter von Staat und Gesellschaft" schon einige in Riesa erhöhen. I gegeben hatte, wobei er aber glüdlicherweise ertappt und in den Sad ift mißrather worden. Der Wurzener Stadtrath über das Abreißen Der t Plakate durch Polizeibeamte. Der Stadtrath von Wuurde unte hat die vom Naturheilverein angehefteten Platate, in wel as von Tu zu einem Vortrag über Brustkrankheiten eingeladen wurde, Polizeibeamte entfernen laffen. Auf erhobene Beschwerde diefes eigenthümliche Verfahren ging folgende Buschrift Beschluß des Stadtrath zu Wurzen vom 1. Oftober 188ichen Beld Herrn Schriftseter Albert Schmidt hier auf seine schriftenbegründet Anfrage von heute zu eröffnen, daß die Anheftung der Pla Deshalb nicht genehmigt werden kann, weil die Polizeibeho Die Au feine Beranlaffung hat, Vereine zu unterstüßen, deren Vorftemmer zu, n und zum Theil Mitglieder anderwärts ausgewiesene sozialbeen fofortige fcatische Agitatoren find. Mühle." Na nu! Die Ge A Temp Schußbefohlene hat Sie auf den ersten Blick sehr lieb! wonnen, wie Sie wissen, und möchte Sie zur Gouverna haben. Ich habe nach Ihnen geschickt, daß wir darübthält die fprechen fönnen. Glauben Sie, die nöthige Befähigung ngen, we Deans bie haben?" pie wir Eu " Das hängt davon ab, was Sie wünschen, daß Bastwirth e lehre. Ich will mir nicht anmaßen, etwas anderes als Temperenzle englischen Wissenszweige zu lehren; ich arbeitete eifrig tittel und der Schule, erstens weil ich das Lernen liebte, und zweite ichte ein D um mich zur Lehrerin auszubilden." Besellschaft Wollen Sie so freundlich sein, Miß ich glauman befann Ihr Name ist Maub- In mir zunächst zu sagen, was Sie tuch. Bereitur der Schule gelernt haben und wie weit Sie ungefährtets wastur wahrge geschritten sind?" Diejenigen 6 Das Ladenmädchen gab nun eine Uebersicht ihrer schen Flüss beiten in der Schule und der Fortschritte, die sie gemets willton hatte, und als sie ihm schließlich ihr Lehrerinnenzeug der Rettur einhändigte, begann es dem tapferen Krieger flar zu mit anzuder den, daß er sich in den geistigen Fähigkeiten dieses Laderreitet werd mädchens sehr getäuscht hatte. Um sich aber von der Wabenfalls ein heit ihrer Angaben zu überzeugen, unterhielt er sich mit Braten ein über die verschiedenen Lehrfächer, die sie aufgezählt haBordeauxund merkte bald, daß er selbst dabei in tiefes Waffer so genan rieth und den Boden unter den Füßen verlor. Was dazu verwe während seiner Schulzeit zwangsweise gelernt hatte, Temperengl funden wor ihm im Laufe feines späteren, dem Vergnügen gewidmadding" f Lebens so ziemlich wieder aus dem Gedächtniß Delitateffen, schwunden; er fühlte instinktmäßig, daß er einem un perenzlern, lich höheren und gebildeten Geifte gegenüber stand, als lösen. Von es selbst war. mit gebühre uch anders Aber Miß Simpson, Sie erklären sich für unfabie Schnaps französisch und deutsch zu lehren. Verstehen Sie etwas finderischer Musik?" Suder habe auf dem ich die Kunst hätte man gleichze war aber niemals im Stande, ein Instrument zu erwerbranntwein " Ich bin ganz vertraut mit der Theorie der Mutheil der b jebument mi ich zweifle nicht, daß ich Miß Gertie im Mufifftudi bern Bus kann nicht beanspruchen, eine Musiklehrerin zu sein, förderlich sein könnte." ( Fortsetzung folgt.) is auf den el ber Ope and 1883 Turnerische Freiheit". Der in Leipzig erscheinende Tvertreten Bähler" erhält folgende Buschrift: In Nummer 237 brachte e auch bens Leipziger Tageblatt" einen von einem Bürgerschullehrer Nur baborgetragenen Turnerwahlspruch zum Abdruck, welcher durch err v. Notinen legten Vers für die Leser des Wähler" intereffant wird. jett Glachdem dem Frisch"," Fromm", und„ Froh" je ein Vers getgliedern didmet ist, finat der Dichter": Wechsel ni Frei wie des Adlers mächt'ger Himmelsflug, Unterftad Frei wie des Firmamentes Himmelszug, fandter G Oberland glichen G ammergeri " Frei wie der Held, der kühn die Fesseln sprengt, Frei wie Alldeutschland, das uns neu geschenkt, Frei wie ein Lied, das Euch. Thr Turner preift, Sei frei und feffellos des Turners Geist." w. oberflührend naiv, nicht wahr? Nun, was für Begriffe die„ ,, kühnen Der Senbelden" von dem freien, feffellosen Geist" haben, beweist folLehmanendes Vorkommniß. Als ich seiner Beit, in den Flugblatt es in rozeß verwickelt, aus der Untersuchungshaft entlassen worden, raf ich tags darauf den Turnwart, welcher mir sagte, daß an ieder ein einer ſem Abend Turnrathsfizung set; ich möchte doch meinen ustritt aus dem Turnverein anmelden, sonst müßten sie mich dnung. reichen. Demgegenüber machte ich darauf aufmerksam, daß tetig weine Privatangelegenheiten doch den politisch neutralen" Turn st es nierein nichts angingen, überdies wäre ja diese Sache noch nicht find so ndgiltig entschieden; dieselbe gehe ans Reichsgericht und dieses en. önne immer noch ein anderes Urtheil fällen. Hierauf erwiderte en deutsaber der Herr Turnwart, daß fie mich wegen der Polizei und Der Handvegen ihrer Statuten nicht dulden könnten. Folglich müffen Folglich müssen bei teibiese Statuten doch von Freiheit" strogen! Frei wie der genen beld, der fühn die Fesseln sprengt!"- D web!"" haltene Versammlungsverbot. Aus Magdeburg, 4. Oft., 886-87 meldet die Magdeb, 3tg.":" Die zu heute Abend im großen bettaren Saale des Schloßgartens" anberaumte öffentliche Volksversamm . aufwung, in welcher über die bevorstehende Landtagswahl gesprochen . in Gerden sollte, ist auf Grund des Sozialistengesetzes verboten ndsgeschahorden." " st Formul Elsässisches. Nach einer der Bestätigung bedürftigen er 1887- Rittheilung der Staaten Korrespondenz" stehen in Elsaßothringen zahlreiche neue Verhaftungen wegen Hochverrathes eging bin Ausficht. Verboten ist durch die Königlich Württembergische Res ftian Wall als Bolinderung des Neckarfreises das Flugblatt mit der Aufschrift: en für Genoffen! Arbeiter!" mit den Worten beginnend:„ Wer mit Jeßt erfäben betreffenden Verhältnissen" und mit dem Schluß:„ Die en Gewähbozialdemokratie Württembergs." Schweiz. Genossenschaftsbuch bit 1882 bruderei von F. Hübscher. au, Schw fchen Dr Schweiz. B." tem In Grenchen( Solothurn) ist ein Denkmal zu Ehren Bodenflables füngst verstorbenen Nationalraths Schild- Rust errichtet gelung, doorben, der als früherer Volksschullehrer und späterer Uhren eistet wurabrilant Verdienste um die Gegend hat. Bei dem Anlaffe hielt aufzufetegierungspräfident Munzinger, der populärste Mann des Kan ß man dons Solothurn und dessen Vertreter im Ständerath, eine Rede, Bgericht welcher er bedauerte, daß selbst in der Schweiz Versuche de! Dur Einschränkung des Versammlungsrechtes zieht. Meist bleiben nur die Neger in den infizirten Städten zieht. Meist bleiben nur die Neger in den infizirten Städten zurüd. Die Haltung der übrigen Städte im Süden ist verchieben. Viele erklären Abschließung gegen die infizirten Bunkte, andere nehmen die Flüchtlinge mit offenen Armen auf, erklärend, ihre Gemeinwesen seien so vortrefflich verwaltet, die fanitären Verhältnisse so vorzüglich, daß an eine Epidemie innerhalb derselben nicht zu denken sei. Die Regierung in Washington ist für Errichtung von Beltlagern für die Flücht linge. In Jacksonville, dem Hauptherd der Seuche, hat die Wuth derfelben noch nicht abgenommen und jetzt wird der Ausbruch der Krankheit in Fernandina( Florida) gemeldet, doch wird eintretendes fühles Wetter voraussichtlich zur schnellen Er. stickung der Epidemie beitragen. Gerichts- Zeitung. * Ein erwiesener Freundschaftsdienst brachte den lahmen Arbeiter Heinrich Lehmann auf die Anklagebank vor der 90. Abtheilung des Schöffengerichts. Es handelte fich dabei um folgenden Vorfall: Am 14. August saß der Buschneider Dannen berg auf einer Bank am Vinelaplat, wohin er fich begeben hatte, weil er zu spät nach Arbeit gekommen war. Nach furzer Zeit weil er zu spät nach Arbeit gefommen war. Nach furzer Zeit fam Lehmann hinzu und nachdem die Beiden sich ein Weilchen unterhalten hatten, machte er dem Dannenberg den Vorschlag, in einer Deftillatton die Bande der Freundschaft beim Genuß erfrischender Getränke fefter zu knüpfen, worauf Dannenberg auch einging. Als fte hier des Guten genug gethan hatten, versorgten fie fich noch mit einer Flasche edlen Schnapses und dann spazierten fie Arm in Arm nach dem freien Felde, wo fie fich an dem Inhalt der Flasche delektirten, Der Fusel verfehlte seine Wirkung nicht, denn Dannenberg lag bald der Länge nach im grünen Grafe, während Lehmann, der gegen die Angriffe des Spiritus beffer gewappnet war, halb wachend, halb schlafend neben ihm fauerte. Inzwischen fing es schon an zu Dunkeln und Lehmann bemühte fich, den immer noch schlafenden Kollegen aufzurütteln, was thm auch schließlich gelang. Nunmehr wadelten fie wieder nach dem Vinetaplat zurück, 100 fte fich auf einer Bank niederfesten, um das Ende des Rausches abzuwarten. Dem Lehmann dauerte die Geschichte schließlich aber doch zu lange und um seinen Bechbruder gegen etwaigen Schaden zu schüßen, zog er ihm zunächst die Uhr aus der Tasche und dann veranlaßte er ihn, fich nach Hause zu bewegen, während er sich in entgegengesetzter Richtung davon trollte. Weit fam er aber nicht, denn ein fleines Mädchen hatte den Vorgang mit angesehen und in der Meinung, daß hier ein Diebstahl vorliege, ging das Kind dem Lehmann nach, bis es einen Schußmann bemertte, den es von der Sache in Kenntniß sezte. Der Beamte führte den Be schuldigten zur Wache und die Polizei machte der Staats anwaltschaft Wittheilung, die nun gegen Lehmann die Anklage anwaltschaft Wittheilung, die nun gegen Lehmann die Anklage wegen Diebstahls erhob. Vor dem Schöffengericht erklärte der Angellagte den Hergang in der geschilderten Weise und fügte Angellagte den Hergang in der geschilderten Weise und fügte noch hinzu, daß er der Schwägerin des Dannenberg die Uhr sofort habe übergeben wollen, diefelbe habe fich indeß geweigert, das Ding in Verwahrung zu nehmen. Auch Beuge Dannen Dieselbe hatte 1887 einen Stand von 360 Meistern, 800 Ge hilfen, 450 Hilfsarbeitern und 125 Lehrlingen. Vorherrschend zeigten fich zwei Krankheiten, nämlich Blefvergiftungen und Verlegungen. Jm Uebrigen erkrankten von 1883-1887: an Allgemeinleiden 37 Individuen. Bleivergiftungen. " " " ==== Verlegungen Affektionen des Nervensystems " " H = " " " == == Н == == der Sinnesorgane der Athmungs. organe der Verdau= ungs organe der Harnorgane Der Geschlechts. organe der Haut der Knochen und Gelenke 53 " 9 " H " 68 " 304 662 15 56 • " " 25 17 " Die badischen Fabrikinspektoren beklagen, daß die Ernährung der weiblichen Arbeiter allerorts sehr fchlecht ist. Die Arbeiterinnen genießen zu den verschiedenen Mahlzeiten nur werthlosen Kaffee mit Brot oder mit Rar toffeln. Als Hauptursache führen fte die geringe Löh nung an. Die Misstände des modernen Schulwesens, das es zu einer harmonischen Ausbildung vn Geist und Körper nicht kommen läßt, machen sich auch den Bourgeois fühl bar. Nach einer von Schulhygienifern angestellten Durchschnitte berechnung betrug die Zahl der Kurzfichtigen bei den deutschen und schweizerischen Gymnafiaften in 22 pCt. Klaffe VI. V. • " IV. " " " 111. 1. 223 • 27 " 33 " 46 " H 52 53" Mit dem Aufsteigen von der niederen zur höheren Schul flaffe steigt auch die Ziffer der Myopen, der Kurzfichtigen. Von 40 englischen Schleifern, beschäftigt in einer Mefferschmiede, find in einem Jahrzehnt 23 an chronischen Brustaffettionen zu Grunde gegangen. Risiko der Arbeit! Die Prostitution ist eine Naturnothwendigkeit in der tapitalistischen Gesellschaft, die das Weib zum Spielball des Industrialismus macht. Die soziale Noth ist der Urquell der Prostitution. In Italien stieg die Zahl der Bordelle von 873 im Jahre 1875 auf 1119 im Jahre 1881! Die Gesammtkosten der staatlichen Fürsorge" für das Pro ftitutionswesen und die Behandlung Syphilitischer belaufen fich auf 1600 000 Lire jährlich. Im eere zählt man durch schnittlich 6,02 pro Mille Syphilitische. So steht es aus in einem, Kultur" staate beim Ausgang des ,, erleuchteten" 19. Jahr hunderts. Waiblinger Arbeiter gemacht worden seien. Man kann hiernach berg ist der Meinung, daß Lehmann keine böse Abfichten gehabt ereine und Versammlungen. ste dameffen, was die Solothurner Regierung damit sagen wollte, die das fte erklärte, fle enthalte sich einer Kritik des bundesräthlichen Um fitlulars. Die Interpellation des Herrn von Arr und der ligte er fute Applaus, welche die Rede des Interpellanten bei allen ner gehörßarteien des Stantonsrathes dieses sehr bundesfreundlichen Kan at nicht vonns fand, hat bewiesen, daß bundesfreundlich und bundesraths ciffe find. habe, und da fich außerdem noch ergiebt, daß der Angeschuldigte der Schwägerin die Uhr schon vor seiner Verhaftung angeboten hatte, so beantragte der Staatsanwalt die Freisprechung, auf welche der Gerichtshof auch erkannte. Der 1871 iteundlich oder gar zirkularfreundlich sehr verschiedene Be Soziales und Arbeiterbewegung. Did Kartonna Großbritannien. In Nordwales. wie in Derbyshire, Nottinghamshire, St. Derfeud. Staffordshire und Ost Worcestershire verlangen die KohlenSoziolorubenarbeiter eine 10 prozentige Lobnerhöhung und die Bewe ift der ung breitet sich immer mehr aus. Die Grubenbefizer von Südat zu forkshire hielten eine Versammlung in Sheffield ab und Tommer befchloffen, die Forderungen ihrer Arbeiter nicht zu bewilligen, ba die Kohlenpreise zu niedrig mären. war eif 3. Die ertma Der Verein der britischen Kornmüller be Schloß auf seiner in Leeds abgehaltenen Versammlung, den rcbrifilets des Mehls um 1s 6 d den Sad von 252 Pfund zu Hiefa erhöhen. In fleben Wochen ist auf diese Weise der Preis für inden Sad Mehl um 7's gestiegen. Der englische Weizen ift mißrathen, und auch im Auslande ist der Mehlpreis erhöht reifen worden. von Wu Der trische Abgeordnete John Redmond Das von Tullamore überführt. in weldurde unter starker Bedeckung vom Gefängniß in Wexford in purde, bu werde i Bufchrift Balkanländer. Die Gerüchte von Verhängung eines theilweisen oder gänz ftober 18ichen Belagerungszustandes über Serbien sollen e schriftunbegründet sein. Der Bla olizeibeho en Vorfte Amerika. Die Ausbreitung des gelben Fiebers nimmt noch mmer zu, weil der Ausbruch der Seuche an einem neuen Blag fozialdeen sofortigen Erodus der halben Bevölkerung daselbst nach fich Aus Kunst und Leben. chr lieb! Bouvernan Temperenzler- Dessert. Von einem„ fröhlichen Leser" vir darübthält die„ N. Büricher 8tg." aus Amerita allerlei Mitiheis jungen, welche ziemlich flar andeuten, daß auch jenseits des fähigung Deans die Enthaltsamkeit nicht so buchstäblich aufgefaßt wird, pie mir Europäer zu glauben geneigt find. Ein New Yorker en, daß Bastwirth erzählte ihm nämlich folgendes:„ Wir serviren den eres als Temperenzlern nicht geradezu Wein in Flaschen, finden aber te eifrig tittel und Wege, um in die für ihren Tisch bestimmten Ge nd zweite ichte ein Quantum Wein zu bringen, das zur Belebung der Besellschaft vollständig genügt. In einem Glas Waffer findet ich glaunan bekanntlich wenig Jaspiration, und das wissen diese Herren was Sietuch. In der Regel verlangen sie nicht geradezu, daß wir bei Ueber zahlreiche Bleivergiftungen der Töpfer bes richtet der Zwidauer Fabrilinspektor. Bei einer gemein schaftlichen Revision des Bezirksarztes und des Fabrikinspektors fand man, daß von 16 Arbeitern 7 bereits an Bleivergiftung gelitten hatten. Kolit war in allen Fällen, dreimal auch Tremor( Bittern) mit mäßiger Lähmung, einmal starke Lähmung der rechten Hand vorhanden gewesen. Als Ursachen wurden ermittelt das Verreiben der Bleiglätte und Bleiasche, bezw. Die Herstellung der Glafur bei den Geschirrtöpfen, das Abfteben und Einäschern gekaufter Bleiabfälle, das Glaftren durch Bes rühren der Glasur mit den Händen und das häufige Buführen solcher mit den Speisen in den Mund, der Staub beim Trocknen, das Einsetzen des Geschirrs in den Ofen und das tusfeßen aus demfelben, sowie die Skommunikation von Arbeitsstuben und Arbeitsräumen. Bei den 109 000 deutschen Eisenbahnbeamten famen im Jahre 1886 nicht weniger als 55 062 Erkrankungen, also 51 pCt. vor, und zwar vom 3ugbeförderungs personal 89 pCt., vom 3ugbegleitungs personal 66 pCt., von Bureaubeamten nur 22 pet. Waisenanstalten und Waisenkinder in Preußen im Jahre 1885. Es gab im ganzen Königreich 396 Waisen häuser. In ihnen wurden 18 827 Kinder verpflegt. Von diesen maren 12 344,, wirklich" Waisen, und unter ihnen 4140 weniger als 10 Jahre alt, 8204 mehr als 10 Jahre alt. Ueber die Berufskrankheiten der Anstreicher und Lackirer giebt uns Fritsch Auskunft, der sein Material von der Wiener Genossenschaft jener Handwerker hat. daher am besten für die Besucher der höheren Logen. Ein Be wohner von Montreal in Kanada tam( nach der gleichen Quelle) vor furzem in den Staat Maine( welcher das strengste Gefeß betreffend den Alkoholfonsum befigt und den Verkauf von Wein, Bier und Spirituosen absolut verboten hat, bei sehr harten Strafen im Uebertretungsfalle), um einen Freund zu besuchen. Zu seinem Erstaunen lud thn derselbe sofort ein, mit ihm ein Glas zu trinten. Man begab fich in eine Art Wechslerbureau, aus welchem man durch eine Glasthüre in einen geräumigen Saal trat, der allem nach als Bibliothek benüßt wurde, da rings an den Wänden auf breiten Schäften zahlreiche dice Bände sichtbar waren. Auf die Frage seines Freundes, was er zu trinten wünsche, antwortete er: Brandy. Sofort erhob fich ein älterer Herr von respektablem Aussehen, schwarz gekleidet und im Befit einer ehrwürdigen Glaze, von dem Stuhl, den er einnahm, und drückte mit dem Daumen auf die Rückwand eines Bandes von Miltons ,, Verlorenem Paradies". Die Wand that sich auf und es präsentirten fich vier fleine Bouteillen Brandy. Was sagen Sie dazu? fragte der Gafifreund. Wer würde diesen ehrbaren Mann mit seiner grünen Brille für inen Schnaps- Kleinverläufer halten, und doch ist er hier in feinem Geschäft. Der Kanadier trant seinen Schnaps in stummer Verwunderung aus und zog sich zurück. In der Bibliothek des Uncle David" aber ergiebt fich die Bevölkerung jenes fleinen Städtchens von Maine nach wie vor mit Andacht dem( sit venia verbo!) stillen Suff". Die konstituirende Versammlung des Vereins zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Tipfer Berlins fand am 7. b. M. im Königstadt Kafino, Holzmarkt straße 72, statt. Der mangelhafte Besuch war auf den Umstand zurückzuführen, daß die spät erfolgte polizeiliche Genehmigung eine öffentliche Bekanntgabe an den Anschlagsäulen unmöglich machte. Infolge deffen wird in fürzester Zeit eine neue Ver sammlung einberufen werden, zweds weiteren Ausbaues des be gonnenen Wertes. Bur Gründung des Vereins hatte der Umstand geführt, daß in der lezten öffentlichen Versammlung eine Kommiffion zur Einrichtung eines Arbeitsnachweisebureaus ge wählt worden war. Diese Kommisston war zu der Ueberzeugung gelangt, daß ein Arbeitsnachweis ohne gleichzeitige Wander unterstügung völlig zwecklos fet, und ging deshalb daran, einen Verein zu gründen. Dieser Verein hat den entworfenen und der Behörde bereits zur Genehmigung eingereichten Sagungen zufolge fich die Aufgabe gestellt, sowohl den Berliner als auch ben nach hier zugereiften Gefellen unentgeltlich Arbeit nachzu weisen, um so das sogen. Umschau halten", d. h. das Hauftren gehen nach Arbeit zu beseitigen. Auch soll den zugereiften oder forts reifen wollenden Gesellen, benen keine Arbeit nachgewiesen werden oder Weiterreise gewährt werden, um diese hier in Berlin nicht der Arbeitslosigkeit mit ihren Konsequenzen verfallen zu laffen. Außerdem wird der Verein jede seinem Namen entsprechende Thätigkeit entfalten. Die Versammlung hieß die erfolgte Grün dung des Vereins gut und trat demselben sofort als Mitglieder bei, so daß der Verein 63 Mitglieder zählte, nabm den Entwurf falls provisorisch einen Vorstand, bestehend aus den Herren der Vereinsfagungen provisorisch en bloc an und wählte eben David und Manste als Vorfißende, Weigert( Kafftrer), Anaste ( Schriftführer), D. Köppen und R. Koppen( Revisoren). Die Mitgliedschaft wird erworben durch die Mindestzahlung von möchentlich 10 Bf. zur Deckung der Unkosten. Ein besonderes Beitrittsgeld wird nicht erhoben.- Die von der Gewerbe quenzen, welche Modefragen hatten. Mehr als einmal gebrauchte Die Kirche in Frankreich ihr Ansehen, diese oder jene Art des Kopfpuzes anzubefehlen oder zu verbieten, bald waren es die kurzen, bald die langen Haare, die den Born der Fürsten der Kirche erregten. Man kennt die verderblichen Folgen, welche die mißverstandene Frömmigkeit Ludwigs VII. batte, der sich in feinem Gewiffen für verpflichtet erachtete, das Beispiel der Unterwerfung gegen die wiederholten Gebote der Bischöfe zu geben, und fich Kopf und Bart abscheeren ließ. Seine junge Gattin, Eleonore von Guyenne, spottete seiner wegen dieser Nachgiebigfeit, und ein so geringfügiger Umstand war die Ursache ihrer Ehescheidung. Leonore gab ihre Hand und großen Bes fizungen an Heinrich von der Normandie, der furze Zeit darauf den englischen Thron bestieg, und Frankreichs schönste Provinzen fielen dem Auslande zu. Daher, sagt Saint- Foir, jene graufamen Kriege, melche Frankreich drei Jahrhunderte verwüsteten; mehr als drei Millionen Franzosen tamen um, weil ein Erz bischof fich gegen die langen Haare ereifert, weil ein König die feinigen abschneiden ließ und weil seine Frau ihn mit seinen furzen Haaren und seinem glatten Kinn lächerlich ge er Bereitung der Gerichte Wein verwenden sollen, aber ich habe gefähr tete wahrgenommen, daß sie aus der Speisekarte vorzugsweise piejenigen Gerichte auswählen, welche mit irgend einer alfobot ihrerischen Flüssigkeit zubereitet werden. Der römische Bunsch" tst fie gemtets willtommen und man hat ihm zum Spaß die Benennung nnenzeugber Rettungsstation" des Temperenzbanketts gegeben, um ba ar zu wmit funden anzubeuten, daß am Schluß der Mahlzeit Alle vom Waffer eses Laberreitet werden. Die Obstschnitten mit Maraschino- Sauce find n der Wakbenfalls eine Lieblingsspeise der Temperenzler und werden stets mit gebührender Ehre aufgenommen. Ebenso giebt es für die fich mit Braten eine ganze Reihe von Weinsaucen, von denen die zählt haBordeaux- Sauce am beliebtesten ist. Der elektrische Pudding Waffer so genannt wegen der großen elektrifirenden" Menge des Was dazu verwendeten Rognats ist von einem Temperenzler ers hatte, unden worden. Der erwähnte Wirth hat drei Menus für die hatte, Temperenzler in Borrath, auf denen der angeheiterte Baftorgewidmadding" figurirt. Als Deffert giebt es eine große Auswahl von chiniß Delifateffen, welche entschieden dazu beitragen, denjenigen Tem tem un perenglern, welche bei Tisch das Wort ergreifen, die Bunge zu nd, als lösen. Von den Banketten abgesehen, wiffen fich die Temperenzler auch anderswo sehr wohl zu helfen. Früher schon hatte man ür unfäbbie Schnapsflasche in Form eines Erbauungsbuchs; iegt hat ein e etwas finderischer Kopf den„ geladenen Opernguder" fonstruirt. Diese Bucer haben drei Bylinder, der mittlere derselben und der äußere der Theil der beiden andern find falsch. Dieselben faffen vier Glas nan gleichzeitig ein fleines Ventil; da viele Bersonen das In önnen. Arument mit beiden Händen halten, ist die Täuschung für die ndern Buschauern vollständig, und der Befizer kann den Inhalt is auf den legten Tropfen leeren. Selbstverständlich muß das et der Opernguder start abwärts gehalten werden und paßt Was war da jüngst für ein groß Verwundern, als ein ernster Mann der hohen Wissenschaft das Wort nahm, um sich über die Kleidermoden zu äußern. Und dabei handelte es fich um Dinge, die den Mediziner, den Anthropologen nahe genug angingen: um die Bedrohung der Körpergesundheit wie Der Körperschönheit durch mißgestaltende, schädliche Kleider. Wissenschaft und Politik haben sich oft genug um die Moden gefümmert, wo fie weniger Anlaß und Recht dazu hatten. Modenfragen haben bei weit geringerer Nöthigung vordem un endlich ernstere Konsequenzen gehabt. Ift nicht einmal, beim ersten Auftauchen eines Kleidungsstückes, das heute in allen atollifirten Staaten Bürgerrecht hat, des Beinkleides, das Tragen der Hofen mit Todesstrafe bedroht worden! bis in die jüngste Zeit. In den sechsziger Jahren wurde in Polen das Tragen der polnischen Müße, des Schnürrods oder der polnischen Trauerfarben- schwarz mit weißem Saum - sehr empfindlich bestraft. u erwerb Branntwein. Wenn man den Guder theilweise aufdreht, öffnet Kleidergefeße und Verordnungen bestanden in Rußland noch fein, jeb Rufifftudi Und das find noch entfernt nicht die ernsthaftesten Konses In einem französischen Buche zur Geschichte der Moden, dem Ludwig Börne eine eingehende Besprechung widmete und das durch diese Börne'sche Besprechung im Gedächtniß der Beit fich behauptet, finden wir ein weiteres Beispiel für die feltsamen Beziehungen zwischen Politik und Kosmetik. Wir lesen es im Kapitel über die Pflege des Mundes. Da wird nun vor der üblen Gewohnheit gewarnt, fich in die Lippen zu beißen. Frau von Pompadour war dieser Unart ergeben. Ehrgeizig und gefallfüchtig, wie fte war, ließ fie die Minister und Generäle zur ihrer Toilette fommen und zeichnete mit Schminke und Schönpflästerchen die Pläne zu den Feldzügen vor. Dft erfuhr fte Widersprüche von denjenigen, die sich ihrer Entscheidung nicht unterwerfen wollten, dann biß fie fich vor Born bis aufs Blut in die Lippen. Diese wiederholten Biffe entzündeten die Haut, das feine Gewebe der Lippen zerfaserte fich und eine hart nädige Krankheit gab ihnen eine scheußliche Gestalt. So verlor Frau von Pompadour mit ihrer Schönheit die Gunſt thres töniglichen Anbeters. Das sind nur so einige fleine Beispiele aus dem umfangreichen Kapitel von Politik und Mode. von Kosmetik und Weltgeschichte. Die Beziehungen zwischen Wiffer schaft und Mode umfaßt eine ganze Literatur über Geschichte Aesthetik und Hygiene der Moden. Deputation des Magistrats nach den Angaben des Innungs vorstandes zusammengefaßte Lohnstatistit, welche den Durchs schnittslohn( pro Woche) eines Dfensegers im Stücklohn auf 43 M. 35 Pf., im Beitlohn auf 36 M. feststellt, rief eine längere Erörterung hervor, in welcher auf die Unrichtigkeit dieser Angaben hingewiesen wurde. Laut Beschluß der Versammlung soll Demnächst eine den wahren Thatsachen entsprechende Gegen Johnstatistik" veröffentlicht werden. " Vereinigung der Drechsler Deutschlands. In der am Sonntag, den 7. September, abgehaltenen Versammlung der Ortsverwaltung Berlin III" erstattete der Vorftzende Bericht über die Errichtung der Herberge, verbunden mit Verkehrslotal und Arbeitsnachweisebureau, welche am 1. November d. J. von ben hieftgen drei Ortsverwaltungen in dem Lokal des Herrn Alles weitere, insbes Bettig, Klosterfir. 98, eingerichtet wird. fondere die Wahl einer Arbeitsvermittelungskommission, wird in der am 22. Oftober stattfindenden Versammlung der drei Berliner Ortsverwaltungen erörtert resp. vollzogen werden. Ferner wurde die erfreuliche Mittheilung gemacht, daß auch der Streit der Drechsler in Liegnis( Holzgalantrie waarenfabrik von Fritsche) zu Gunsten der Arbeiter beendigt ift. Bur Beit befinden sich im Streit nur noch die Drechsler in Luckenwalde; auch hier ist bereits der befte Erfolg für unsere Sache zu fonstatiren, so daß hoffentlich auch dieser Streit in nicht zu ferner Beit zu Gunsten der Streifenden seinen Abschluß findet. Jeder Zuzug nach materiellen die Pflicht der Dort ist fern zu halten, Streifenden eines Ehrensache ist Der Unterstügung jeben Kollegen! Am Sonnabend, den 27. Ottober, veran ftaltet die Verwaltungsstelle eine gesellige Abendunterhaltung, Derbunden mit Tanzkränzchen; Billets hierzu find beim Vor figenden R. Sündermann, Prinzenstraße 110, 2 Tr.; und beim Kafftrer J. Karpe, Neue Königstr. 23, 5. of 1 Tr, bei Biehlte, zu haben. Die ordentliche Generalversammlung der Orts, verwaltung Berlin 1" findet am Montag, den 15. Oktober, im Lotale des Herrn Säger, Grüner Weg 29, statt. Da zu dieser Beriammlung die Tagesordnung eine äußerst wichtige ist, so ist es Pflicht der Mitglieder, recht zahlreich zu erscheinen. Laut Beschluß finden die regelmäßigen Versammlungen der Orts verwaltung von jest ab nicht mehr des Sonntags Vormittags statt, und ist der Vorstand beauftragt, die Versammlungstage anderweitig feftzufeten. Theater. Dienstag, den 9. Oktober. Opernhaus. Hans Heiling. Schauspielhaus. Keine Vorstellung. Wallner- Theater. Madame Bonivard. Vorher: Der dritte Kopf. Leffing- Theater. Freund Friz. Deutsches Theater. Die Jüdin von Toledo. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Gräfin Wildfang. Residenz- Theater. Dekorirt. Viktoria- Theater. Die Dragoner der Königin. Bellealliance- Theater. Auf eigenen Füßen. Central- Theater. Die Schmetterlinge. Adolf Gruft- Theater. Die drei Grazien. Raufmann's Variété. Spezialitäten Vor ftellung. Concordia- Theater. stellung. Spezialitäten BorTheater der Reichshallen: Spezialitäten. Borstellung. Berliner Theater. Dienstag, den 9. Oftober: Michel Perrin. Lust piel in 2 Aufzügen nach dem Französischen res Milesville u. Duvcyrier v. Louis Schneider. Wiener in Paris. Genrebild in 1 Aft von C. von Holtei. Anfang 18 Uhr. Mittwoch, den 10. Dttober: Die Braut von Messina, Eine Tragödie in 4 Akten von Friedrich v. Schiller. ( Clara Ziegler.) Donnerstag, den 11. Oktober: Marcel. Mariensommer. Friedrich Haase. Eine Partie Piquet. Der 30. November. Volks- Theater. ( Früher Oftend. Theater.) Direttion. Witte. Wild. Dienstag, den 9. Oftober, zum 6. Male: Novität! Novität! Der Volksfreund. Voltsstück in 4 Aften von Oskar Walther. Baffen- Eröffnung 6 Uhr. Anfang 7 Uhr. Preise der Pläge: 1. Barquet 1.50 Mart, 2. Barquet 1,25, Seiten parquet 0,75, 1. Rang Seitenparquet 1.25, 2. Stang 0,75, Ballon 0,50, 1. Rang Fauteuil 1,50, Dichester- Loge 3,00, Barquet Loge 2 Mart. Dußend Billets: 12 Billets 1. Barquet 15 M., 12 Billets 2 Parquet 12 M., 12 Billets 1. Rang 12 M. [ 697 Morgen, Mittwoch: Der Volksfreund. ELDORADO 55 Dresdener Strasse 55 früher ( American- Theater) täglich [ 829 Schnabl's humorist. Soiréen. 9 Uhr: Oskar Fürt 9 Uhr. Jean Cily Droczi Ferner: Miral LebnerCraffe- Auftria Trio Florus Truppe u. a. m. Entree 60 Pf. Anfang 7 Uhr. Bum 1. Mal in Berlin. Nes. Königs- Tunnel im Grand Hotel Alexanderplat. Neu. Mitglieder- Versammlung der Zentral- Krankenund Sterbekaffe der Maler( E. H. 71). Filiale Nord", am Dienstag, 9. Dltober cr., Abends 8 Uhr, im Vorstäd tischen Rafino, Aderstraße 144. Der wichtigen Tagesordnung halber wird um zahlreiches Erscheinen ersucht. Bentralkranken- und Sterbekasse der Maler und Berufsgenossen Berlin 11 O. Am 9. Oftober, Abends 8 Uhr, bei Herrn Göttel, Andreasstraße 34: Mitaliederver sammlung. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Wahl einer Statutenberathungs- Kommission. 3. Verschiedenes. Reise- Unterstützungs- Verband der Schneider und Berufsgenossen. Am Dienstag, den 9. d. M., Abends 8 Uhr, Versammlung Kommandantenstr. 20. Fortsetzung der Tages. ordnung aus der legten Versammlung. Vergnügungsverein„ Fröhlichkeit". Große Gesellschafts stunde verbunden mit Vorträgen im Lokale Grüner Weg 29. Entree fret. Ganverein Berliner Bildhauer. Heute, Dienstag, gemüthlicher Abend. Oeffentliche Generalversammlung der Berliner Bimmerleute( Süd und Umgegend) am Dienstag, den 9. Oktober, Abends 8 Uhr, Hafenbaide Nr. 21. Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Zimmerleute Berlins( Süd und Um 2. Gewerk gegend) zu der Drganisation pro 1888 89. schaftliches. Verein für die Interessen der Miether des Nordeus am Mittwoch, den 10. b. M., Abends 8% Uhr, Müllerstr. 178, Wedding Restaurant. Vortrag des Herrn Rechtsanwalts Dr. Reiche, Vereins- Angelegenheiten, Aufnahme neuer Mitglieder. Gäfte willkommen. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine am Dienstag. Gesangverein Gutenberg" Abends 8 Uhr im Restaurant Gesangverein Alpenglühen" Quandt, Stralauerstraße 43. Abends 9 Uhr im Restaurant Hildebrandt, Prinzenstraße 97.Schäfer'scher Gesangverein der Elfer". Abends 9 Uhr bei Männer Wolf und Krüger, Staligerstraße 126, Gesang. gefangverein ,, Gartenlaube" Abends 9 Uhr im Restaurant Firk Rottbuserstraße 22. Männergesangverein Steinnelfe" Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, Stettinerstraße 56-57. Gesangverein Harmonie" Abends 8 Uhr in Neutam's Männergesangverein Bierhaus, Große Frankfurterstraße 49. Echo Abends 9 Uhr im Restaurant Bum Flügel", Loth Königstädtisches Theater. Alexanderstr. 40 Rurzestr. 6. Stadt und Pferdebahnverbindungen nach allen Richtungen der Stadt. Dienstag und folgende Tage: 3um 11. Male: Die Kornblumen des Kaisers. Driginal- Voltsstüd mit Gesang in 6 Bildern. Raffeneröffnung 6 Uhr, Anfang 7 Uhr. Bons haben Giltigkeit. Alles Nähere die Anschlagfäulen. Mittwoch u. folgende Tage: Dieselbe Borstellung. American- Theater. Direktion A. Neiff. Wallnertheaterstrasse Nr. 15. Dienstag, b. 9. Oktober: Bum 33. Male: Die Weisheit Salomorsky's. Berl. Lokalpoffen- Bantomime von R. Anger. Debüt des vortrefflichen Salon- Humoristen genannt Herrn Emil Neumann, Bliemchen". Auftreten des urkomischen Bendir in seiner neuesten Glanznummer als Stuben bohner Franz. Auftreten des Instrumentalisten Herrn Krüger und des Mimifers Herrn Rivoli. Anfang 6 Uhr. Entree 50 Pf., Billets vorher im Invalidendant" und Vormittags von 11 bis 1 Uhr an der Theaterkaffe. Cirkus G. Schumann. Ede Karlstraße. Friedrich Karl Ufer. 9 ( Im früheren Birtus Krembser.) Dienstag, den 9. Oftober, Abends 7 Uhr: Große B: illant- Borstellung. Besonders hervorzuheben: Damen- Hurdle ringerftraße 60.- Gesangverein„ Sängerhain" Abends 91 im Rest. Kaiser Franz Grenadierpl. 7.- Gesangverein„ Hoffm Moabit" Abends 8 Uhr Wilsnaderstraße 63, im Reſtau lges.- Gesangverein, Felicitas" Abends 9 Uhr im Restau Nebelin, Langestr. 108- Gesangverein„ Liederlust" Abends 91 im Restaurant Lehmann, Naunynstr. 44. Männergesangve Accordia" Abends 9 Uhr bei Weid. Alexanderstraße 31. " Deutsche Liedertafel" Abends 9 Uhr Drantenftr. 190. Bitherklub Amphion" Abends 9 Uhr in Triebel's Restaur Hoher Steinweg 15.-Turnverein Froh und Fret"( Män abtheilung) Abends 8 Uhr Bergstraße Nr. 57. r. 237 Berliner Turngenoffenschaft( V. Männerabtheilung) Ab 8 Uhr in der 8/1/2 städtischen Turnhalle, " " Waffert ftraße Nr. 31.- Turnverein Hasenhaide"( Mänt Abtheilung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstr. Nr. 60/61. Verein ehemaliger Schüler der 37. Gemeindeschule Abs. 9 Uh Rest. Kinner, Köpniderstr. 68.- Verein ehemaliger Schüle 44. Gemeindeschule Abd. 9 Uhr im Reſtaurant, Albrechtsgar im Wilhelmstraße 105. Arends'scher Stenographenverein, bund" Abends 8 Uhr Brunnenstraße 129 a. Arend Hnte Bim Stenographenverein Abends 8 Uhr im Restaurant, Bum eife gegenübe Vo Es ist n Kreuz", Lindenstraße 71. Deutscher Verein Arends Stenographen Abends 8 Uhr in Randel's Restaurant, Brun straße 129 a. Verein" Roe" Abends 8 Uhr im Restau Elge, Alexandrinenstr. 99.- Unterhaltungsverein Harm Abends 8 Uhr Wrangelstr. 136, im Restaurant Schimph Umfange zu Vergnügungsverein Mollig" Abends 9 Uhr im Resto führen, das Reinice, Gipsstraße 3, jeden Dienstag nach dem 1. ur zu erläutern -Zitherklub Amphion" Abends 9 Uhr im Münchener leitung zu ge Spandauerstr. 11-12. Rauchflub Bum Wrangel" und Anfichte 8 Uhr bei Herschleb, Adalbertstraße 4. Rauchklub De einzelne solch Flagge" Abends 8 Uhr im Restaurant Händler, Wrangel weifel für -Rauchllub Friedrichshain" Abends 98Uhr im Refta Lage ein feb Kipping, Landsbergerstr. 116a.- Rauchtiub Luftige Braleich wird Rongreß gen Abends 8 Uhr bei Grothe, Fürstenbergerstraße 2." flub„ Ohne 3wang" Abends 8 Uhr im Restaurant W. Haewerbe zu Weinstr. 22. Vergnügungsverein Fröhlichkeit", Gd Nur wir se Weg 29. Große Gesellschaftsstunde, verbunden mit Vort Leben gegriff Gäste willkommen.Entree frei. Eigene Fabrikation von Damen- Mänteln Es braucht fertig genug bekannt, ger fachen richtig Sachen, bie abgedruckt z Berg und fe Ich zwe fich sagen: belannte Sa Nun gu rungen mitt Hier in Fußboden f geliefert; de Warwar& Leiser, Rosenthalerstrasse Nr. 1617, Umständen empfehlen zur Herbst- u. 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Oftober, Abends 7 Uhr: Große Vorstellung mit neuem Brogamm. Dranien fraße 52 alhalla".„ nabe am Morigplay. Heute Dienstag, den 9. Oftober 1888: Große Vorstellung. Artistischer Leiter: Herr Ludwig Müller. Rapellmeister: Herr Oskar Bimmer. Auftreten v. Spezialiät 1. Ranges Anfang 6 Uhr. Raffeneröffnung 5 Uhr. Preise der Pläße: Legen 1 Mart, numerirter Sperrfis 75 Bf., Mittelholton und Parquet 50 Pf, Entree 30 BF. 10. Paffage 1 Tr. 9 M Kaiser- Panorama Schtöffer stönig Ludwigs: Hohenschwangau, Neuschwanstein. Bum ersten Male: Potsdam u. d. Trauerzug Baiser Friedrichs. Linol eum suзdaa n Wir empfehlen unser reich assortirtes Lager in Teppichen, Läufer- und Möbelstoffen, La verschentt al Unternehmer führen fann Linole Gardinen, Portièren, Tisch- und Reisedecken hielt zum in Dresden zu außergewöhnlich billigen aber festen Preisen. Einzelne Sophabezüge in Büid, Rips, Damast und Fantastefstoffen halts weger unter dem Selbstkostenprete. Stoehr& Weber, Chauffeestraße 2F. 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Wenn wir einzelne solcher Thatsachen sammeln, so wird aus denselben ohne Zweifel für unsere Belehrung und für die Aufklärung unserer Lage ein sehr werthvolles Material zusammen kommen und zu- gleich wird dem Vorwurf, der diesem Blatte auf dem Chemnitzer Kongreß gemacht wurde, daß es sich speziell ums Zimmerer- pewerbe zu wenig kümmere, wirksam entgegengetreten werden. lulur wir selbst können der Redaktion das geeignete, aus dem lieben gegriffene Material liefern, um uns zweckmäßig zu dienen. braucht sich Niemand daran zu stoßen, daß er nickt fertig genug mit der Feder ist, die Redaktion wird, wie mir bekannt, gerne in der Form nachhelfen, wenn nur die That- sawen richtig sind. Auch soll man nicht meinen, die Thatsachen, die man mittheilen kann, seien zu unbedeutend, um —- abgedruckt zu werden. Aus kleinen Sandformen entsteht der WW�Berg und keines von ihnen ist unbedeutend oder zwecklos. Ich zweifle nicht, viele Kameraden, die dies lesen, werden sich sagen: So etwas kann ich auch schreiben, das ist ja eine bekannte Sache! Nun gut, so mögen sie zur Feder greifen und ihre Erfahrungen mitlheilen. Sie werden dadurch dem Ganzen nützen. Hier in Magdeburg wird ein mit Maschinen gearbeiteter tFußdoden fertig zum Verlegen für 1,20 M. der Quadratmeter y beliefert; dennoch kann die Handarbeit unter einigen gewiffen R 17. Umständen mit diesem sehr niedrigen Preis vorläufig noch in l' Wettbewerb treten. Die Sache stellt sich so: Die schlechtesten zzum Fußboden noch gerade verwendbaren Bretter stellen sich [• an er auf 0,90 Mark der Quadratmeter. Es blieben also noch '.SO Pfennig für die Arbeit des Zurichtens, um gerade eben so und bal�tdeuer zu sein, als die Maschine- arbeit. Es ist ganz selbst- �alitaten�edend, daß der Unternehmer sicher der Maschinenarbeit den /««n'�.Pzrzug giedt, wenn sie sich nicht billiger stellt, als die Hand« s. arbeit, denn er hätte dann mit der Beausichtigung der Ar- L-arovis zu de Es muß alko billiger mit der Hand geliefert werden. Nun weiß aber jeder Kollege, daß 30 Pf. Arbeitslohn für den Quadrat- meter Fußboden-Zurichten gerade ausreichen würden, um den Brettern ein einigermaßen anständiges Ansehen zu geben. Um alio dilliger zu liefern, muß an der Güte der Arbeit gespart, »>rgleich der Arbcitsvei dienst des Zimmermannes unter das ?to!bwendigste herabgedrückt werden. Beide Wege geht ja un- sere heutige Wirthschafts weise gleichmäßig gern. Sie betrügt in frecher Weise den Abnehmer und drückt gleichzeitig den Arbeiter, um bei Schleuderpreisen und Schundkonkurrenz für die Unter- nehmer noch Gewinn zu bringen. Um die Arbeitskraft der Zimmerer auszunutzen, wird ihnen Akkord ausge'wungen und fehr vielfach mit Erfolg, da es leider noch immer Dumme und Einfältige genug giebt, die sich auf- reden laffen, sie könnten im Akkord mehr verdienen. Wenn ich einem Kohlenhändler sagen würde, fahre nur immer frisch Kohlen in meinen Keller, ich werde mir Abends den Haufen ansehen, und dann nach deffen Größe bestimmen, was ich Dir l.®C�e' kod) so, daß Du nicht„zu viel" aber noch„schönes 'Gav verdienst, dann würde mich der Kohlenhändler auslachen und sagen:„Der Scheffel Kohlen kostet so und so viel, anders loffe ich ihn nickt. Du kannst nicht 10 Scheffel verlangen und nur 6 bezahlen." Der Akkordarbeiter aber ist ein Narr, der auf solches Abkommen eingeht, er liefert für zwei Mann Arbeit und bekommt im allergünstigsten Falle für anderthalb bezabtt, verschenkt also den vierten Theil seiner Arbeitskraft, damit der Unternehmer domit seine Schundkonkurrenz ungestraft weiter- 'übten kann. Kobert Schmeichel itelt zum 8. Stiftungsfeste des Vereins für Volksbildung in Dresden folgende Festrede, die wir ihres trefflichen In- toffen wegen hier unverkürzt wiedergeben wollen: C Hochverehrte Versammlung! Stumpf und fühllos �führten die Menschen ein elendes Dasein auf der Erde, so " erzählt eine griechische Sage, bis steh Prometheus ihrer erbarmte. Er stieg in den Olymp hinauf und brachte ihnen uS der Wohnung der Götter das Feuer. Erst das Feuer machte den Menschen zum Menschen. ein Gebrauch ist eS, wodurch der Mensch allein von allen »deren Geschöpfen der Erde sich unterscheidet. Mit dem Gebrauche des Feuers beginnt die Kultur, d. h. Wohlstand, Bildung, Freiheit. Schauen Sie sich in Ihrem Leben Sfteise Xftt)* lUm, m Ihren vier Wänden, in diesem Saale! Betrachten Ihre tägliche Nahrung, Ihre Kleidung, Zhr HauSge- ��Dräih, Zhre Werkzeuge. Ihren Schmuck! Es befindet sich nichts darunter, bei deffen Erzeugung nicht das Feuer thätig �gewesen wäre. ' Wir wiffen nicht, wie lange der Mensch schon auf der A weilt. Die ältesten bis jetzt aufgefundenen Spuren R, � ♦ AusS Daseins deuten auf eine mehr als 20 000 jährige Sangenheit. Die Zeugen der Thätigkeit, weiche der ' M � auf dieser langen Wanderung zurückließ, reden so- woyt von einer fortschreitenden Vervollkommnung, als auch .»«wachsenden Mannigfaltigkeit. Die ursprüng- m?„ �"5? rohem Splitter des F.uerfteinS gefertigte Pfetlsp-tze schärft und formt sich nach und nach und an du Stelle des Steines tritt das Kupfer, daS Eisen, um der der Spttzkugel anzulangen, die daS Zündnadelaewehr schleudert. Du Pfahlbauten werden zu Miethskasernen, die Rohrhütten zu Palästen. Der steinerne Meißel legt sich im Laufe der Jahrtausende in zahllose Werkzeuge und aschinen auseinander. Der Schienbeinknochen des Renn- hier« wird zur feine» englrschen Nähnadel, die Sehne zum 'wirn. Welche Kette von Fortschritten zwischen dem Fell, welche» sich die ersten Menschen kleideten, und den achtgewändern der Gegenwart von Wolle, Seide und ammt! Da« Gefäß von Holz oder gebranntem Thon ver- ste f Hier in unserem Falle versucht der Unternehmer noch den Arbeiter weiter hinters Licht zu führen. Er sucht den Akkord- lobn so zu bestimmen, daß es dem Arbeiter schwer wird, zu üversehen, was er eigentlich für seine Arbeit erhäll. Wenn er ihm sagte:„Du bekommst für den Quadratmeter 20 Pf", dann würde der Arbeiter doch stutzig werden. Der kluge Unternehmer macht also lieber den Preis für das Brett; da crbätt er die Arbeit noch dilliger. Wenn hier in Magdeburg die Unternehmer dem Zimmergesellm 20 Pf. für das Zurichten eines Brettes geben, so berechnet sich der Geselle nicht, daß das Brett im Durchschnitt 1% Quadratmeter enthält, er also für den Quadratmeter Fußboden- Zurichten nur 16 Pf. erhält. Er tröstet sich damit, daß es ja auch schmale Bretter giedt. Der Unter- nehmer lacht den Dummkopf aus. Das Schock Bretter liefert ihm 75 Quadratmeter Fußboden, die Handarbeit kostet dem Untern cdmer für diese 75 Quadratmeter mit Material der schlechtesten Sorte 75. 0,90-t- 60. 0,20--- 79,50 Mark, als Maschinenarbett aber 90 M. Wenn die Kolonne von drei Zimmeraesellen, die das Bretterzurichten übernommen bat, täg- lich 4 M. für den Mann herausschuften will, so muß sie täglich ein Schock Bretter zurichten, der Unternehmer verdient an diesen drei Mann also 10,50 M Das ist dock ganz anständig, da ist es doch wahrlich lächerlich, wenn bei dieser Theilerei, wo einer, der Unternehmer, fast die Hälfte des Arbeitsverdienstes für sich nimmt, und drei Arberler sich in die andere Hälfte wieder tbeilen müssen, die Unternehmer noch heulen, wenn sie die Kleinigkeiten für die Krankenkassen und die Unfallverfiche- rung beisteuern muffen. Es wird ihnen dadurch nur ein kleiner Theil des bei der Theilerei genommenen Geldes wieder abgenommen, Wenn sie in verrückter Konkurrenz das Geld fort- weifen, so ist das ihre Sache, So gut man einen Ardeiter nicht dedauert, der seinen Verdienst vertrinkt und dann Noth jeidet, kann man einen Unternehmer nicht bedauern, der sich durch die zügellose Konkurrenz zu Grunde richtet. Die Konkurrenz der Unternehmer ist nicht vernünftiger und nicht berechtigter, als das Wettsaufen von Studenten, welche erproben, wer das Geld seines Eri'.ährers am schnellsten durch die Kehle jagen kann. Der mit der zügellosen Konkurrenz spekulirende Unternehmer verpraßt das Geld seiner Ernährer, der Arbeiter. Wie wird nun diese Akkordardett geleistet? Natürlich kann für Schundlohn nur Schundarbeit geliefert werden. Wenn die Zunftmeister heuchlerisch über den Rückgang der Geschicklichkeit der Arbeiter klagen, so veraeffen sie stets, zu erklären, daß ste mit ihrer Lohndruckerei und Akkordarbeit allem daran schulo find. So läßt denn auch nur daS niedrigste Spekulantenthum, ob zünftig oder nicht, od Jnnungsmeister oder„minderwerthige Unternehmer", diese Art Handarbeit anfertigen, Sie bauen die Häuser nicht für sich, sondern um sie einem kleinen Kapitalisten aufzuhängen, der von der Sache wenig Erfahrung und Kenntniß hat, der die Güte der Ausführung nur nach dem schönen An- strick und dem äußeren Schein beurtheill. Es ist das freilich die Ausnutzung der Unerfahrenheit einer Person, um sich einen unrechtmäßigen Gewinn zu verschaffen, und wenn ein armer Teufel es beim Verkauf einer vergoldeten Taschenuhr als echt so macbt, wird er auch sicher wegen Betrug bestrast, so man ihn erwischt. Daß aber solche Bauschwindler, Jnnungsmeister und Ntchtinnungsmeistcr, destraft find, haben wir noch nicht in Er- faürung gebracht. (Die Musterinnvngsmcister zu Hannover stellen zu den hier gekennzeichneten Unternehmern ein stattliches Heer. Daselbst blüht der Bauschwindel neben der Ardeitervergewaltigung. Man kann da besonders an Fußboden, Fenstern und Thüren wahre Muster von Pfuscharbeit sehen. D. R.) Der Käufer merkt den Betrug meistens erst recht spät, wenn der Verkäufer keine Garantte mehr zu leisten braucht. Er spewlirt auch nur, um seinem Nachfolger im Besitz das Haus wieder zu höherem Werth anzuhängen. Der erste, der von der schlechten Zimmerarbeit Schaden hat, ist der Anstreicher. Er ist wüthend, daß er mehr Pinsel und mehr Farbe bei solchem Fußboden verbraucht und weniger verdient, da auch er in Akkord arbeitet und auf den schlecht zugerichteten Dielen nicht gut fortardetten kann. So nährt sich die Handarbeit der Zimmerer bei dem Fußboden-Zurichten nur noch von der Schundardeit. Wie lange wird daS noch gehen? Wenn sich die Maschinenarbeit noch eine Kleinigkeit billiger stellt, dann muß sie auch hier die Handarbeit ganz verdrängen. Dies wird aber noth- wandelt sich nach und nach in Porzellan, Silber und Gold. Die anbetende Furcht vor de« Ereignissen der Narur, das Staunen über ihre Erscheinungen veredelt sich zur Dicht- kunst und auS ihrem Schooße ttitt die Wissenschaft in die Welt. Aber auch der Mensch ist ein anderer geworden. Der thierische Charakter des Höhlenbewohners verschwindet allmälig; der vorgeschobene Kiefer tritt zurück, die Stirn richtet sich auf und wölbt sich über dem ver- edelteren Antlitz. Und mit dem Adel ver äußere» Er- scheinung wächst die Masse des Gehirn», auf dem das Denkvermögen beruht. Die an den Blitzen des ZeuS ent- zündete Flamme hat ihr Licht in den Geist des Menschen geworfen. Die Arbeit ist es, die ihn veredelt hat. Die phantastische SchöpfungSsage eine« noch in der Kindheit stehenden Hirtenvolkes, der später die Priesterkaste den Stempel einer ewigen, göttlichen Wahrheit aufzudrücken versucht hat— da« erste Buch Mose»— nennt die Arbeit eine Strafe, einen auf die Menschheit gelegten Fluch dafür, daß ihr Elternpaar vom Baume der Erkenntniß gegessen. Nein, verehrte Anwesende, die Arbeit ist kein Fluch. Sie ist die Grundbedingung eines menschenwürdigen Daseins. Sie ist es, die den Menschen von Stufe zu Stufe emporgehoben hat und ihn weiter und weiter zu immer edlerer Entfaltung führen wird. Zum Fluche wird die Arbeit nur, wenn diejenigen ernten, die nicht säten; wenn diejenigen die Früchte genießen, die nicht den Acker mit ihrem Schweiße tränkten. Auf der Arbeit also beruht der Fortschritt der Menschheit. Zhre jedesmalige Summe aber, ihr Gesammt- resultat zu jeder Zeit ist die Kultur, Die Arbeit ist gleich- kam die Zelle, aus der sich der mächtige Stamm der Kultur mit seinen weithin schattenden und fruchttragenden Zweigen entwickelt. Wie nun die Eltern ihre Eigenschaften mit ihrem Besitzthum auf das Kind vererben und drcseS von ihnen lernt, dann aber durch eigene Erfahrung, durch eigene Arbeit sich weiter ausbildet- so vererbt jeder Zeitabschnitt seine Kultur auf den folgenden und jede folgende Periode vermehrt deren Summe durch eigene Thätigkett. So arbeiten wir heut, gen Menschen mit der Gesammtsumme der Erfahrungen, wendig eintreten. Die neuen Hobelmaschinen find noch kehr vieler Verdesserungen fähig. die nickt werden auf sich warten laffen; dann ist ,hr Preis noch dadurch sehr ver» theuea, daß fie mtt Patentschutz oft recht ansehnlich belastet find. Dieser Schutz wird verjähren und die Maschinen werden billiger werden, dann find die Tage auch dieser Handardett ver- floffen. Seht Ihr, Kameraden, so geht eS in unserem Gewerbe immer weiter mtt dem Verdrängen der Handarbeit durch die Maschinenarbeit und damit in der heutigen Wirthschaslswcise mit der Heraddrückung der Lebenshattung der Ardeiter. Alles, was man stolz„Fortschritt der Gewerbe, Künste und Wissen» schatten" nennt, gestaltet fich durch die falschen wirthschaftlichcn Einrichtungen zum Schaden der Arbeiter. Wir können und wollen diesen Fortschritt nicht aufhalten, wir verdammen ihn nicht, wir erkennen darin nur die Nothwendigkett einer wirk- lichen und wirksamen sozialen Reform. Es ist unsere Pflicht, auch unsererseits Hand anzulegen, daß diese Umformungen bald vorgenommen werden. Dazu müffen wir uns vereinigen, um uns zu belehren und um unsere Lebenshaltung zu schützen. Es handelt fich dabei nicht um die Spielerei mit kleinen Käßchen, die fich aus Wochen- groschen nähren, die können uns nichts nützen. Es muß Licht in den Köpfen werden, damit wir der Akkordarbeit entsagen, und es muß dem wetteren Herabdrücken der Löhne durch festes Zusammenstehen kräftig entgegengetreten werden. Daneden müssen wir danach streben, daß durch staatliche Anordnungen, durch Arbeitcrschutz, durch Abkürzung der Ardettszeit im Wege des Gesetzes, durch Festsetzung eines Mindestlohncs für die Ar» beiter die wirthschaftliche Umformung angemessen vorbereitet wird. Also, Kameraden, bildet Fachvereire! Wo Ihr allein zu schwach seid, etwas Ersprießliches zu leisten, gründet fie mit anderen verwandten Gewerken zusammen als„Bauhandwerker- Fach- vereine", laßt Euch tüchtige Redner kommen, die Euch belehren. Stoßt Euch an keine Verfolgung und Verleumdung, mag fie von unseren Gegnern kommen oder aus Kreisen, die eigentlich mit uns zusammenarbetten sollten, die aber persönlichen Marotten nachjagen oder von falschen Arbeiterfreundcn ver- führt werden, gegen das Arbeiterintereffe zu handeln. Treibt Politik in Euren Fackvereinen, denn nur da- durch, daß Ihr Polttik, richtige Politik in wirtbschafttichen Sachen treibt, daß Ihr Einsicht in die Sozialpolittk erlangt, wird es Euch möglich, grobe Jrrthümer zu vermeiden und den rechten Weg zu erkennen, den die Arbeiterbewegung zum Heil der Ar- beiter gehen muß. Eine sozialpolitisch gebildete Arbeiterschaft wird nie dm wirksamen Kampf gegen die Akkordarbeit auf- aeben. Eine Arbeiterschaft, die diesen Kampf nicht mit Ent- schiedenheit aufnimmt(ganz vereinzelte Ausnahmen abgerechnet, in welcher: die Akkordarbeit fich aus der Art des Gewerbe- betticbes als nothwendig ergiebt �Ofensetzers. D. R.), zeigt, daß ihr die sozialpolitische Bildung noch im hohen Grade fehlt, so laut ihre Füdrer auch schreien mögen. Neben diesen Vereinen zur sozialpolittschen Aufklärung vereinigt Euch in gesetzlich zuläsfiger Art und in der den örtlichen und ges- tz» lichen Verbältnissen am meisten entsprechenden Art zur Ad» wehr von Lehndedrückung und laßt Euch darin durch keine Ver» folgung behindern. Die Beschlüsse des Chemnitzer Kongr-sscS haben Euch den einzig gangbaren Weg gezeigt, auf dem allein wirkliche prattische Erfolge zu erreichen sind. Studirt deshalb das Protokollheft fleißig, sthr findet da gute Belehrung, dann werden wir trotz des Fortschrittes der Maschinenarbeit unsere Lage aufrecht erhalten und verbessern können, dann tferden die Fortschritte von Gewerbm, Künsten und Wissenschaften kein Fluch für die Arbeiter, sondern ihnen zum Heil sein. Lokale». 2H« Nervosttät spielt eine so bedeutende Rolle im Leben des Großstädters, daß man nicht umhin kann, dieser modernsten aller Krankheiten seine Aufmerksamkeit zuzuwenden. Vor einiger Zeit hat in einem Anfalle hochgradigster Nervofität Josef Walter, der Chefredakteur der„Bohemia" in Prag, seinm Tod in den Wellen der Moldau gesucht, und eben jetzt wollen die Verwandten des vielgmannlen Professor Gcffcken die Entmündi- gung desselben durchsetzen, indem fie behaupten, die Neurasthenie, also der geschwächte Nervenzustand desselben, haben seinen Ver- stand bis zur Unzurechnungsfähigkeit verringert. Gutzckow nannte Kenntnisse, des Wissens und Reichthums jener unge- zähltm Jahrtausende, die verflossen sind, seitdem sich das erste Menschmantlitz in den Strömen ZndimS wieder» spiegelte. Jede Arbeit der Gegenwart, sie sei geistige oder körperliche, hat die Kultur der vergangenen Jahrtausende zur Voraussetzung, und jede Arbeit fügt zu dieser Erb- schaft einen Theil hinzu. Ohne diese Erbschaft wären die Werke Darwins ebenso unmöglich gewesen, wie die guß- stählernen Mordungeheuer der Krupp'schen Fabrik, oder der Putz der Damen hier in unserer Mitte, oder daS Ga«, wel» cheS uns in diesem Saale leuchtet.» Wie hoch müßte nicht der heutige Mensch stehen als Erbe einer tausendjährigen Kulturarbeit! Wie hoch müßte fich nicht die Summe unseres Wohlstandes, unserer Bildung und Freiheit belaufen! Aber vom Himmel holte Prometheu» daS Feuer de« Geistes und aus der Erde gräbt der Mensch daS mörderische Eisen. Nicht nur die Musen schweigen unter den Waffen, sondern auch die Arbeit stockt, und waS der Fleiß langer Jahre mühsam geschaffen hat, ein Augenblick zerstört eS. Und nicht genug, daß der Moloch deS Krieges mit seinem Feuerathem Leben und Eigenthum verzehrt— er verroht auch die Gemüther der Menschen. Nur auf eine solche Verrohung ist e« zurück- zuführen, wenn man in unserer Zeit den Krieg als Träger der Kultur zu feiern wagt. Werfen wir nun einen vergleichenden Blick auf die Kultur der verschiedenen Nattonen, so finde« wir, daß sie um so höher steht, je fteier daS Volk ist. In der Schweiz, in England hat sie einen höheren Stand erreicht, als in dem übrige« Eurova. Aber die Kulrur der Vereinigten Staaten von Nordamerika hat auf den Schwingen der Freiheit diejenige aller Nationen der Welt überflügelt. Du Erklärung dafür ist nicht schwer zu finden. Und wenn irgendwo, so steht dort an seiner rechten Stelle das riesengroße Götterbild der Freiheit, deren elektrische Fackel dem Ankömmling schon meilenweit auf dem Ozean entgegen» leuchtet. Der Sklave arbeitet nur so lange, als die Pettsche de» Aufsehers über ihm ist, und er arbeitet so lässig wie mög» in einem seiner jüngsten Romane einmal die Nervosität mit| Falles. Falles. Gleichgiltig für die Beurtheilung des vorliegenden fehr geschickter Verdeutschung„ Trottoir Krankheit". Sie befällt uns nämlich vorzugsweise auf der Straße, in jenem wilden Durcheinander der Menschen, welche an uns vorüberhaften, uns bängend, stoßend oder auch nur berührend. Mindestens ent steht sie in diesem Gewühle. Wir find, durch Arbeit oder andere Anstrengungen, welche das Leben der Großstadt im Ge folge hat, nicht widerstandsfähig genug, jene Eindrüde von uns fern zu halten oder so schnell zu verwinden, wie sie auf uns einstürmten. Daffelbe gilt für Wahrnehmungen durch die übrigen Sinne; unser Auge, unser Ohr muß zu viel bewältigen, als daß dies so schnell verbaut werden könnte. Dadurch entsteht ein Krankheitszustand, deffen Symtome und Stadien hier nicht wohl mit aller Genauigkeit gefchildert wer Den fönnen, welcher aber ftets mit einer Gewißheit ver bunden ist, vollkommen darnach angethan, uns und denen, mit welchen wir zusammen leben, das Dasein bis zur Unerträglich. Teit zu verleiden. Die Ursachen dieser Nervofität find so vielfach wie die Er scheinungen derselben. Ein Hauptgrund des Uebels ist der Kampf ums Dasein, wie er heute fieberhaft betrieben wird. Das Individuum muß eine zu große Regsamkeit des Thuns und Dentens entwickeln, wofern es in der Gesellschaft einen Blaz erlangen und den erlangten behaupten will. Alle diese Anfor Derungen, welche das moderne Leben an den Menschen stellt, bezahlt er nun mit seinen Nerven. Dazu gesellen fich Befürch tungen vor Ereignissen, welche mehr oder weniger seinem Biele gefährlich sein fönnten; Freiherr v. Krafft- Ebing, der berühmte Nervenarzt in Graz, rechnet dazu: Seuchen, Börsenkrachs, Kriege oder solche Umwälzungen, wie fte eine heftig erregte Phantafte felber fich zurechtlegt, wie friegerische Verwidlungen oder elementare Ereigniffe. Speziell die Neuraftbente, also Profeffor Geffden's vermeintliches Leiden, soll reich sein an solchen Er fcheinungen. Der Grazer Profeffor behauptet, daß diese Art Nervosität speziell auf anglo- amerikanischem Boden geradezu epidemisch auftritt. Sie entsteht, wenn im Nerven leben die Bilanz zwischen Produktion und Verbrauch von Nervenkraft nicht mehr herzustellen ist". Furchterschei nungen, welche fich auf einem so ungewöhnlichen Gebiete zeigen, je gebildeter der Krante ist, sollen immer mit dieser Neuraftbenie verbunden sein. Profeffor v. Krafft- Ebing zählt speziell bei diesem Fall die Furcht vor einem geschloffenen Raum auf. Als Mittel gegen die verschiedensten Nervenkrankheiten ist vor allem Ruhe anzuempfehlen. Und da muß auf den Unfug hingewiesen werden, welcher mit diesem Begriff getrieben wird. Nube ist eben noch bei weitem nicht das Fernbleiben von dem Berufe, welchen man gewöhnlich ausübt. Konzerte, Theater, Spiele wie Schach und Stat sollen von dem gemieden werden, welcher ernstlich nervös ist. Ebenso das finnlose Herumreisen; wo die Menge der Eindrücke, welche man in fich aufnimmt, ein solches Leiden nur erhöhen tann, statt es zu heben. Ber ftreuung ist eben keine Erholung für den Nervenfranken Rube, absolute Ruhe, womöglich verbunden mit der Einkehr in Die Natur. Dazu muß allerdings auch eine Nährungsweise tommen, welche mit dieser Kur im Einklang steht. Das beste Mittel für den Nerventranten aber ist stets Schlaf und wieder Schlaf, besonders zur Nachtzeit. Derselbe ist und bleibt der befte Spar- und Schaßmeister unserer Nervenkraft. Und der Rostenpunkt dieser trefflichen Rathschläge? nur Sein fünfundzwanzigjähriges Arbeitsjubiläum feiert am Montag, den 29. Oftober, der Schneider Valentin Romainjed, welcher in genanntem Zeitraum ununterbrochen bei Louis Landsberger, Oberwall- und Jägerstraßen- Ede, arbeitet. Als ein Zeichen der allgemeinen Beliebtheit des Jubilars ist zu beachten, daß die Kollegen deffelben am Jubiläumstage in Deigmüller's Saal, Alte Jakobftr. 48 a, eine musikalische Abendunterhaltung mit Tanzkränzchen veranstalten. Dieselbe ver spricht sehr großartig zu werden, da außer der Hauskapelle auch roch ein Doppelquartett des Gesangvereins Lyra" auftritt, fowie tomische Vorträge von Herrn Paul Frenzel gehalten wer den. Der Preis des Billets ist auf 30 Pf. für die Person feft gefest, während Herren, wele am Tanz theilnehmen, 50 Pf. nachzuzahlen haben. Ge wird nur dieses Hinweises bedürfen, um die zahlreichen Freunde des Jubilars an seinem Ehrentage um ihn zu nersammeln. Die Bezeichnung als„ Werkmeister" ist einem hiesigen Schloffergehilfen ziemlich theuer zu stehen gekommen. Derselbe wurde von einem hiesigen Schloffermeister engagirt und zwar, bie die Verabredung gelautet hatte, als Erster in der Werkstatt. Allmälig gerieth der Meister aber in einen Lohnrückstand von über 400 Mart und der Gehilfe gab die Stellung auf und ging klagend gegen seinen Meister vor, der auch in erster Inftanz zur Bahlung verurtheilt wurde. Auf seine Berufung jedoch wurde der Kläger abgewiesen, und zwar aus dem Grunde, weil hier eine Gewerbestreitigkeit vorliege, die erst dann an die ordentlichen Gerichte gelangen fönne, wenn zuvor die Gemeindes behörden mit der Entscheidung befaßt gewesen seien. 3war set nach der Entstehungsgeschichte der bezüglichen Gewerbeordnungs bestimmungen anzunehmen, daß nicht alle Werkmeister als Gewerbegehilfen erachtet werden sollen; die Entscheidung hierüber liegt vielmehr dem Richter ob je nach der Eigenartigkeit des lich. Aber selbst die gefürchtete Peitsche vermag ihn nicht zu zwingen, seine geistigen Fähigkeiten anzuftrengen. Warum auch follte er es thun? Seine Lage würde da durch keine bessere werden. Er bleibt ausgeschlossen von dem Antheil an den Früchten des von ihm Geschaffenen und die Kultur ist für ihn nicht vorhanden. Die Kultur fann erst dann Werth für ihn gewinnen, wenn sie auch ihm zu Gute tommt, und in je höherem Maße dieses der Fall ist, um so freudiger wird er seine Kräfte regen, getragen von dem Bewußtsein, daß er für sich selber thätig ist, indem er für die Allgemeinheit schafft. Mit anderen Worten: je größer sein Antheil an der allgemeinen Freiheit ist, je höher seine Kultnrleistung. Und daraus folgt Je zwingender Nothwendigkeit: freier Staat in allen seinen Gliedern, je vollkommener und wahrer die Gleichberechtigung aller in Gesellschaft, Kirche und Staat ist, um so höher muß seine Kultur stehen. mit ein Aber die Freiheit wird keinem geschenkt, fie muß errungen, fie muß erarbeitet werden, materiell wie geistig. Und wo anders hätte diese Arbeit zu beginnen, wenn nicht bei uns selbst? Das haben auch Sie erkannt, indem Sie diesen Verein gründeten. Denn feine äußere, materielle Freiheit hat Bestand, die nicht auf der inneren, auf der geistigen beruht. Sie ist das Fundament der echten Menschenwürde, die keine äußere Gewalt zu zerstören im Stande ist. Die Macht des Stärkeren fann unsere Glieder in Feffeln schlagen, nicht aber uns innerlich, uns geistig zu Sklaven erniedrigen, uns nicht zwingen, zu schmeicheln und zu friechen und die Hand zu füssen, die uns schlägt. Darum sagt Leffing: Rein Mensch muß müssen". Darum fingt Schiller, protestirend gegen den Despotismus des 18. Jahr hunderts: Der Mensch ist frei und wär' er in Retten geboren." Berbrechen wir daher vor allen Dingen die Fesseln der Unwissenheit, die unseren Geist in der Sklaverei erhalten. Es zittert der Mensch nur vor dem, was er nicht kennt. Nur Kenntnisse und Bildung vermögen die Geistesnacht zu erhellen, in der das Volk noch wandelt; zur Kenntnisse und Bildung können uns aufklären über uns selber und über die Verhältniffe, unter deren Druck wir seufzen. Sind wir Falles ist nur, ob Kläger ausdrücklich als Werkmeister engagirt wurde. Die ihm übertragene Befugniß, in Stell vertretung feines Arbeitgebers Arbeiter anzunehmen und mit Diesen innerhalb gewiffer Grenzen Abmachungen zu treffen, so wie die Uebertragung einiger anderer Befugnisse für die Stell, vertretung des Meifters, machen die Stellung des Klägers noch nicht zu einer außerhalb des Rahmens eines Gewerbegehilfen liegenden. Nach der ganzen Art seiner Thätigkeit, nach dem Umfange des Geschäftsbetriebes des Verklagten und nach den beschränkten Befugnissen, die dem Kläger für den Fall der Vertretung seines Meisters ertheilt waren, ist Kläger als Gewerbes gehilfe zu beurtheilen. Als solcher muß er Streitigkeiten aus bem Arbeitsverbältniß, bevor sie die ordentlichen Gerichte beschäftigen, den Gemeindebehörden unterbreiten. Die infolge der Klageabweifung den Kläger treffenden Gerichts- und Anwaltstoften find ziemlich beträchtlich. Wertmeister werden also in Bulunft gut thun, ihrem Titel gar teine rechtliche Bedeutung beizulegen, fondern fich als Gewerbegehilfen zu betrachten und zunächst die Gemeindebehörden in Streitfällen mit dem Meister anzurufen, was in keinem Falle schaden kann. . Erstaunlich ist es, was alles in Berlin einem in die Hand gedrückt wird. Wir gehen durch die Leipziger Straße, da tritt uns ein Mann in den Weg, dessen gelber Bettel uns mahnt, daß nun der rauhe Herbst gekommen und es höchste Zeit sei, an die Behütung des äußeren Menschen gegen die Unbilden des Wetters zu denken. In Prosa wie in Versen werden wir angeredet, ja selbst das Lockmittel des Preisräthsels wird angewendet, und wenn uns die Lösung deffelben gelingt, so werden wir Eigenthümer eines spannenden Romans, natür lich nur wenn wir einen der 15 000 Winterpaletots oder der 12 000 Gesellschaftsanzüge, die das poetische Kleider- Eden in Vorrath hält, erstehen. Die Poefte bei diesen Handelsgeschäften Vorrath hält, erstehen. Die Poefte bei diesen Handelsgeschäften find wir ja seit vielen Jahren gewöhnt, aber neu ist es doch, Daß fie jest auch eine räthselvolle Sphing und einen Roman dichter in ihren Sold genommen haben. Wir haben zwar nicht versucht, den hohen Preis zu erjagen, aber es unterliegt wohl teinem Zweifel, daß auch der Roman seine Tendenz hat, nach welcher der Held nur mit Hilfe des Schneiders zum großen Herzensbrecher und Herzensretter wird. Neben dem äußeren wird auch der innere Mensch mit diesen Reflamezetteln bedacht. und namentlich weiß jede Hausfrau, welche die Annahme nicht verschmäht, daß in dieser Weise vornehmlich Butter anges priesen wird. Die beste, billigste Butter, überall ist fte zu haben, und eine wirthschaftliche Gattin fann wahrlich in Verlegenheit gerathen, welcher der Lockungen fie zuerst folgen soll. An die große Menge der unverheiratheten jungen Leute wenden sich die Speisewirthschaften im Innern der Stadt. Der Zettelvertheiler fennt sein Publikum wohl; er überreicht sein Blättchen nicht dem schlechtgekleideten Manne, von dem er weiß, daß er in der Vollstüche oder günstigen Falls in der Budite sein Mahl ein. nimmt, sondern den jungen, wenn auch einfach, so doch mit einer gewiffen Eleganz gekleideten Männern, die bei fargem Einkommen doch eine gewiffe Stellung einnehmen: Studenten, tleinen Beamten u. dergl. Diesen wird in der That eine Wohlthat erwiesen durch solche Speiseanstalten, in denen fte für geringes Geld ein ausreichendes Mahl erhalten. Mancher Bettelmann nimmt es freilich leicht mit seiner Aufgabe und steďt feine Blättchen jedermann zu, der fte nur nehmen will, aber die Strafe folat dem Frevel schnell auf dem Fuße, wenn der fontrolirende Wirth wahrnimmt, daß nicht mit der nöthigen Aus wahl verfahren wird. Auch die zarte Jugend wird nicht mit ben Reklamezetteln zerschont, und besonders kommen fie in Schwung, wenn nach den Ferien die Schule wieder anhebt. Fast vor jeder Schule finden sich ein paar freundliche Männer ein, die den Kleinen bunte Bettel, oft mit hübchen Bilderchen darauf, schenken. Das find die Gehilfen der Buchbinder und Händler mit Schreibwaaren, und so wenig man etwas dagegen fagen fann, daß diese Geschäftsleute sich ihrem fleinen Publikum in Erinnerung bringen, so bedauerlich ist es, Daß bisweilen diese Anpreisungen eine unpaffende Form an nehmen. Daffelbe gilt übrigens auch von manchen der Bu gaben", welche die Kleinen bei ihren Einkäufen erhalten. In manchem Laden giebt es schon bei einem Kaufe von wenigen Groschen eine Zugabe. Daß dieselbe werthlos sein muß, liegt auf der Hand, daß fie aber zugleich geschmacklos oder noch etwas schlimmeres ist, sollte doch nicht vorkommen. Noch schlimmer ſteht es um die Bettel, die hauptsächlich in der Friedrichstraße von der Leipziger bis zur Behrenstraße zur Vertheilung tommen. Man kann ja nicht behaupten, daß fie direkt Unftttliches ent hielten, aber ihre Lockungen sollten doch den jugendlichen Flaneuren, denen fie vorzugsweise überreicht werden, vorenthalten bleiben. Da geht so ein häuflein Sekundaner oder Primaner einher und jeder von ihnen bekommt einen Bettel in die Hand, auf dem eine leicht geschürzte Bierhebe abgebildet ist und " grand Amusement" oder„ schneidige Bedienung" zugefichert wird. Sie lachen und beschließen, fich den„ Spaß" anzusehen, und daß derselbe streng verboten ist, reizt doppelt, wie oft aber wird aus solchem" Spaß" trauriger Einfi! Nun laffen fich ja in einer Millionenstadt junge Leute vor den vielerlei Verlockungen nicht durchaus behüten, aber man sollte ste doch aber erst innerlich frei und haben wir erst geistig die äußeren Gewalten überwunden, dann werden auch die Ketten fallen, die den Leib feffeln, die Bevormundung, die Ausbeutung der Arbeit werden ihr Ende erreichen. Sie werden aufhören Sie werden aufhören durch unsere Arbeit. Denn nur das, was wir in uns erarbeitet haben, fann zur That werden. Das wird zur That mit jenem mächtigen Lebensdrange, mit dem das Saattorn aus dem Schooß der Erde zu Tage strebt. Darum ist es ein ebenso wahres wie schönes Wort, wenn der Kulturhistoriker Buckle sagt:„ Die Wissenschaft ist der Tempel der Volksfreiheit". Ich sehe ihn leuchten, diesen Tempel, weit hinaus in alle Lande, weit hinaus über die Grenzen, die noch die Völker scheiden, weit hinaus über die Abgründe, welche zwischen den Ständen und Klassen gähnen! Steigen Sie hinan, Sie, die Kinder des Volkes, die Jünglinge und Männer der Arbeit, die es zu lernen dürftet, was der harte Rampf um's Dasein ihren früheren Lebensjahren verwehrte! Steigen Sie hinan und achten Sie des Schweißes nicht, der im Klimmen auf den Weg tropft! Droben lösen sich die Ketten, und die Freiheit, sie ist zugleich der Frieden. Ja, verehrte Anwesende, die Emanzipation der Arbeit, die Befreiung des Arbeiters ist der Friede; denn sie bes endet die Klassenkämpfe, unter denen sich die Entwickelung der Menschheit in der Geschichte vollzieht. Die 3eit, welche damit heraufsteigt, kennt keinen Abel, keinen Kapitalisten mehr. Sie kennt nur noch eine Gemeinschaft gleichberech tigter und gleichverpflichteter Menschen. Und das ist die Mission des vierten Standes, daß er als Träger der entwickeltsten Kultur den Kampf der Stände versöhnend abschließt. Wie, der vierte Stand der Träger der Kultur? Ja doch, und das Wort wird sich erfüllen, weil es sich erfüllen muß. Was man ihm vorwirft, was man von ihm fürchtet: es ist dasselbe Geschrei der Verlästerung, welches Beschränkt heit, Angst und Haß vor 500 Jahren dem Abel und dem Patriziat der Städte erpreßten, als das Bürgerthum nach seiner Befreiung zu fireben begann. Ebenso wenig wie damals werden die Schreier und Schwarzmaler der Gegenwart Recht behalten. nicht so zu sagen mit der Nase darauf stoßen. Und schauers tru wiederwärtig muß es den Fremden berühren, der fanden fic Betrachten der Hauptstadt einherwandelt und alle fmitroffopifc Schritt von solchem Bettelmenschen beläftigt wird, in wohl au ihm plumpe Lieder und frivole Späße vor Augen hält. Eisen Ein Spandauer Krokodil. Wir lesen im Ana. futen fubr pa Havell.": Eins der Krotodile, welche im August d. J. in folge falf burg aus einem Schiff entschlüpft sein sollten, ist foeben an und die Bu laufendes schwommen! Dies Gerücht verbreitete fich heute Vormittag und drei P Der Stadt( Spandau). Paffanten der Charlottenbrüde mad nämlich in den Morgenstunden, als ste ihre Blicke über nicht gestört Währ Oberfläche des Waffers schweifen ließen, eine seltsame Schlofferges nehmung, die besonders bei weiblichen Personen ein Gefühl ich ihm bie linden Schreckens hervorrief. Auf der Havel schwamm nam Holzwagen. ein Körper, der mit einem Krokodil große Aehnlichkeit zu hondern fro schien. deutlich fichtbar ragte der weitaufgesperrte Rachen liegen; ein vermeintlichen Amphibiums, der eine Reihe langer weißer 3 aber weiter aufwies, aus dem Wasser bervor. Eine große Menschenmein Schugn hatte fich angesammelt, welche staunend das Phänomen völlig ersta trachtete. Mittlerweile fingen aber einige Zweifler an, die einer Wuni heit des vorgeblichen Krokodils als fraglich hinzustellen, und verbunden selben sollten Recht behalten. Nachdem der räthselhafte Körper ein Kranier geraume Zeit das Publikum in Aufregung versezt hatte, bestie Sperabfpring Bolizeibeamter einen Fahn und näherte fich dem omin daß die S Funde, der durch einen Strick an dem Eisbrecher unterhalb Amputation Brücke befestigt war. Es stellte fich nun heraus, daß man Ein 6 Fuß langen Holzstamm vor fich hatte, welchem mit einem Schu Kunstfertigkeit die Form und das Aussehen eines Krofod der Erde lie geben war. Die Augen waren durch schillernde Glas gab sich, da dargestellt, auch die Schuppenbildung war täuschend nachge welche Weis Um den Stamm weiter als es infolge seines speziflichen werden. D wichts möglich gewesen, unter der Oberfläche des Waffe Verlegten in halten, war er im Innern mit Blei beschwert worden. Polize dem Bauch fand sich folgende Inschrift: 13. Krokodil. J dem Boden in Hamburg durchgegangen. Ja Spandau haben fte mid Bermefung fangen. Am Schweif las man die Worte: Beim Anbiid in Leinewar Spree vor Entfegen Kehrt gemacht. Das originelle Schaubause g stück, das 95 Pfund schwer ist, wurde von dem Polizeibea einer Badea tonfiszirt und nach dem Rathhause transportirt, auf deffen am Schlagf ihm ein Platz angewiesen ist. gebracht. " Ein musikalischer Elephant. Am Sonntag früh mit einer den die ersten Besucher des Elephantenhauses im Boologiffer 19 auf Garten durch ein Mufitſtändchen" des neuen afrikani Droschke na Elephanten überrascht. Er drehte in seinem Zwinger mit wurde die Rüffel die Kurbel eines Leierkaftens und feste zu gleicher wo der im mit dem einen Vorderfuß das Schlagzeug einer Paute in Brand eines Meffingbedens in Bewegung. Dabet rührte er nach halbst einen belmartigen Echellenbaum, den er auf dem Kopfe# Hühner fan Auf Befehl seines Lehrmeisters zeigte er auch einige mit im Thiergar schon eingeübte Verbeugungen und sonstige Stellun etwa 20 Jab Nächstens soll der talentvolle Didhäuter auch eine Baßerzens tob spielen lernen. eine unbekan amet La Er wa Ein Schankaften- Diebstahl. Am Donnerstag Afunden und gegen 9 Uhr wurde, wie nachträglich gemeldet wird, der ber Droschke use Potsdamerstraße Nr. 100 angebracht gewesene Schaufgebracht. des Goldschmiedemeisters Ernst Granow auf unerklärliche feines Inhalts im Werthe von etwa 500 m. beraubt. In vor dem Hause, in welchem sich ein Restaurant und mit großen Schaufenstern befinten, herrscht ein lebhafter fehr, die Spißbuben müssen daher mit großer Dreiftigkeit unges Mäd Sonelligkeit operirt haben. Sie erbrachen den erleuchtet Bermeffenbei wefenen Schaufaften und entnahmen demselben den Einfazla eld". Ein mit feinem ganzen Inhalt. Am Freitag früh fand man seiner Herzer entleerten Raften auf dem hiesigen Güterbahnhof der Botsbate muß in Bahn, wohin er von den Spizbuben vom Schöneberger das Eingan aus über den Baun geworfen worden war. Von den Th voller Geige fehlt bis jest jede Spur. Unter den gestohlenen Gegenftä bleibt der befindet sich auch ein Krönungsthaler, welcher auf der Rauch unser den Stempel E. Grunom trägt. Der Verlust ist für den verzweiflung ftohlenen um so empfindlicher, als derselbe ein junger Anf den Theater ist, deffen Geschäft augenblidlich nicht sonderlich geht. anfündigte. Vor Jahresfrist etwa war, fo fchreib fprochen, ste Allgemeine Fleischer Zeitung", wie unsere Leser fid Seit da, in erinnern werden, in Inowrazlam die Trichinofis ausgewollte ihm 1 und hatte und hatte ftrenggläubige Israeliten ergriffen, die nur bedurfte. E au effen gewöhnt waren. Die Schuld an diesem tragifom Gedanke un Ereigniß trug ein dortiger jüdischer Fleischer, der allionna mich scheuß lich von Thorn seinen Fleischbedarf bezog und fleißig Windem ſte fabrizirte von dem„ Thier, das Mosts' Kinder scheuen". Uhr zeigte ist nun, wie unser dortiger Berichterstatter schreibt, in Inow wie Du wiederum die Trichinofis ausgebrochen. Die Polizeibegegnete Edi theilt uns auf unsere Anfrage mit, daß in Jnowrazlaw Suschen wo nächster Umgebung bis jetzt 15 bis 20 Personen infolge Gendas Beweiss von Wurst und Schweinefleisch an Trichinofis ertranft find den Gegenst fich in ärztlicher Behandlung befinden. Wober das frid nicht länger haltige Fleisch stammt, hat die Untersuchung bisher nicht leiher bringe obenein nod geben. 9 Am Sonnabend wurde in der städtischen Fleisch Suschen I fuchungsstation II.( Markthalle Lindenstraße) ein aus New etwas ander eingeführtes, stark trichinenhaltiges Schwein beschlammes thr aud we ches, faum glaublich, den Stempel des dortigen Fle Aberm Es ist in der Menschenwelt wie in der Natur berts; doch haupt. Wie viele Perioden der Entwickelung die Erde daung auf d gemacht hat, keiner fehlen die ihr eigenen Lebewesen, feiner Bildu jebe folgende weist in ihren Geschöpfen eine vollkommene Kalb Organisation auf. So haben auch die Völker auf der Knechtschaft gewechselt und hat das jüngere Volt mit frischeren Krerlösenden bie Kultur des abgelebten älteren fortgesetzt. So hat Sind Adel als Träger der Kultur seine 3eit der Blüthe geBukunft de und als sie welfte, nahm seine Stelle das Bürgerthur Freiheit ri Es war ein unausgesettes, Jahrhunderte dauerndes bierten Sta gen; doch nie würde es zum Siege geführt haben, weber Arbeit nicht in seinem Schooße eine neuere, höhere Bildung zu machen Kultur getragen hätte. Das Fauftrecht mußte dem gegenwärtig weichen, das Verzehren dem Schaffen. Dem Frohnd Darum und der Immer, trat die Industrie gegenüber und während der Ritte Steure, feinem Felsenneste neidisch und grämlich verfümmerte, ber Handel den aufblühenden Städten die Schas Welt zu, häufte er in ihren Truhen bas Gold. Die schaften erwachten, staunend über die Fülle der Ge schäße, welche das Alterthum hinterlassen hatte und Liegt fie ben Klofterbibliotheken ungenüßt vermoderten. zersprengte die Schale des firchlich dressirten, blos form Traue de Denkens. Er begann selbstständig zu prüfen und zu fuchen. Und die Erde bewegt sich dennoch!" trotte der römischen Inquisition, die sich auf das Wort der steifte. Geistig frei, ward es der Bürger auch politisch die erste französische Revolution. " Wie schön, o Mensch singt Schiller " Der " Wär fi Mit dem Was der Und d Wie schön, o Mensch, mit deinem Palmenzweior uns sel Stehst du an des Jahrhunderts Neige In edler stolzer Männlichkeit, Mit aufgefchloffnem Sinn, mit Geistesfülle, Voll milden Ernst's in thatenreicher Stille, Der reiffte Sohn der Zeit, Frei durch Vernunft, stark durch Gesetze, Durch Sanfimuth groß und reich durch Schäß Die lange Zeit dein Busen dir verschwieg, Herr der Natur, die deine Fesseln liebet, Die deine Kraft in tausend Rämpfen übet Und prangend unter dir aus der Verwild'rung heben aus Selbst Biele. Hal nach mit A ber Muth broht, dan Und schauers trug, also ,, trichinenfrei" bezeichnet war. In dem Thiere n, der fanden sich in 24 aus verschiedenen Fleischtheilen verfertigten alle fimifroskopischen Präparaten nicht weniger als 50 Trichinen, alle in wohl ausgebildeten Kapseln, vor! wird, hält. Eisenbahnunfall. Am Sonnabend Abend 7 Uhr 40 Minuten fuhr der Stadtzug Nr. 1119 auf dem Bahnhof Westend Anz. f infolge falscher Weichenstellung auf ein in einen Prellbock auslaufendes Geleis, auf welchem ein Gaswagen stand. Letterer foeben and die Zugmaschine sind beschädigt, der Zugführer des Buges Vormittag und drei Paffagiere unbedeutend verlegt. Der Betrieb wurde rücke mad nicht gestört. licke über Während der Fahrt sprang am Sonnabend Abend der tſame Schloffergeselle Friedrich 3., welcher am Humboldte hafen allerlei m Gefübl fich ihm bietende Arbeiten verrichtet. von einem hochbeladenen amm nam Solzwagen. Nach dem gewagten Eprung erhob er sich nicht, feit zu befondern troch nach einem nahe gelegenen Graben und blieb dort Rachen liegen; ein anderer Arbeiter hatte ihn wohl fortfriechen sehen, weißer 8 aber weiter nichts Schlimmes dabei gedacht. Sonntag früh fand Censchenmein Schußmann den ernüchterten 3. letse wimmernd, vor Kälte hänomen völlig erstarrt, noch im Graben liegend vor. 3. blutete aus an, die einer Wunde am rechten Bein, welche er mit seinem Taschentuch llen, und verbunden hatte. Der Schutzmann brachte den Verunglückten in te Körper ein Krankenhaus; hier stellte sich beraus, daß derselbe beim te, besti perabspringen den rechten Unterschenkelfnochen so zersplittert hatte, Dem omi daß die Splitter durch das Fleisch gedrungen waren. Eine unterhalb Amputation des Beines ist nicht ausgeschloffen. Daß man Ein unbekannter Mann wurde gestern Abend von m mit einem Schußmann vor dem Hause Biegelstr. 13 bewußtlos an Krofod der Erde liegend aufgefunden. Bei genauerer Untersuchung er De Glas gab sich, daß derselbe eine schwere Wunde am Kopfe hatte. Auf d nachge welche Weise er dieselbe erhalten, fonnte noch nicht festgestellt eziflichen werden. Das 6. Polizeirevier sorgte für die Ueberführung des es Waffe Berlegten in die Charitee. orden. Polizeibericht. Am 6. d. Mts. Nachmittags wurde auf odil. dem Boden des Hauses Königgrägerstr. 92 die bereits stark in à fte mid Verweſung übergegangene Leiche eines neugeborenen Kindes, m Anbid in Leinemand eingewidelt, aufgefunden und nach dem Leichen inelle Schaubause gebracht. An demselben Tage Abends verstarb in Bolizeibea einer Badeanstalt plößlich ein Polizei- Wachtmeister anscheinend uf deffen am Schlagfluß. Die Leiche wurde nach dem Leichenschauhause gebracht. Bu derselben Zeit wurde ein Arbeiter trunken und tag früh mit einer Wunde am Hinterkopfe vor dem Hause Kronprinzen Boologifer 19 auf dem Bürgersteige liegend vorgefunden und mittelst afrifani Drofchte nach der Charitee gebracht. Am 7. d. M. Morgens inger mit wurde die Feuerwehr nach dem Grundstück Müllerstr. 9 gerufen, ugleicher wo der im Seitenflügel belegene Pferdestall nebst Futterboden r Baute in Brand gerathen war. Die Feuerwehr löschte den Brand ührte er nach halbstündiger Thätigkeit. 3 Pferde und eine Anzahl n Kopfe# übner fand man erstickt vor. Am 7. d. M. Morgens wurde inige mit im Thiergarten in der Nähe des Neuen Sees ein unbekannter, Stellumletwa 20 Jahre alter Man mit einer Schußwunde unterhalb des eine BaßHerzens todt aufgefunden. An demselben Tage Abends wurde eine unbekannte Frau im Hause Spandauerstr. 30 frank vorges nerstag funden und verstarb schon auf dem Wege nach der Charitee in wird, der ber Droschke. Beide Leichen wurden nach dem Leichenschauhause ne Schaufgebracht." flärliche W aubt. Jn nd zwei Lä lebhafter erleuchtet eht. B Gerichts- Zeitung. Er war ein hübscher junger Mann und fie ein schönes Oreiftigkeit unges Mädchen denn junge Damen häßlich zu finden, wäre Bermeffenheit; aber eins fehlte ihm, nämlich das liebe ,, Kleine en Einfalafeld". Ein junger Mann fühlt aber die moralische Pflicht, and man seiner Herzensfreundin die Genüsse dieser Welt zu verschaffen; Der Botsdafie muß in den Glauben gewiegt werden, daß die Heirath nur öneberger das Eingangsthor zu jenem Himmel bilde, der bekanntlich n den Th voller Geigen hängen soll. Indes, wo feine Moneten find, Gegensta bleibt der irdische Genuß ein leerer Wahn; das wußte f der Rauch unser Eduard nur zu gut und deshalb blickte er t für den verzweiflungsvoll bald auf die Ebbe seines Geldbeutels, bald auf nger Anf den Theaterzettel, der in großen Lettern Die Schmetterlinge" antündigte. Noch am Morgen hatte er seinem Suschen ver fchreib forochen, fte heute in das Theater zu führen, und nun war die Cejer fid Beit da, in der er fte abholen follte, aber fein glücklicher Zufall S ausgewollte ihm die Mittel bringen, deren er zur Feier des Abends te nur, bedurfte. Endlich, im legten Momente fam ihm ein erlösender tragikom Gedanke und freudig fürzte er zur Tüür hinaus. Du läßt allionn mich scheußlich lange warten, rief ihm Suschen entgegen, ißig Windem sie ihre goldene Uhr, welche bereits halb fleben aus der Tasche zog. cheuen". Uhr zeigte, Aber, Herzchen, in Inom wie Du Dich doch in der Beit irren fannst ent Polizeibegegnete Gouard galant; es ist jetzt noch nicht ein Viertel! Suschen wollte widersprechen, doch der Geliebte zog ihr sanft omrazlaw nfolge Gen das Beweisstück aus der Tasche und meinte lächelnd: Gieb mir tranft find den Gegenstand des Bankes, das böse Ding soll unsern Frieden das frid nicht länger stören. Ich werde die Uhr lieber zu dem Pfandnicht leiher bringen, dort ist ste beffer aufgehoben und ich bekomme isher obenein noch das Geld, was ich so nothwendig brauche. Fleisch Suschen lachte; wie konnte Eduard, ihr Eduard, aus New etwas anders als im Scherz meinen! Und deshalb fiel weiter auf, daß der Geliebte befchlaes thr auch tigen Fle gar nicht so Abermals stehen wir an der Grenze eines Jahrhuner Natur berts; doch wie wenig mehr paßt schon heute diese Beichdie Erde dnung auf das Bürgerthum, das einst den Adel zwang, in Lebewesen, feiner Bildung aufzugehen. Im wüsten Tanz um das golvollkommene Kalb hat es des Gottes vergessen, der es einst aus der er auf der Knechtschaft führte. Mit goldtrunkenem Mund spottet es der scheren Kerlösenden Ideale. So hat auerndes Sind wir keine absterbende Nation, dann gehört die Blüthe geBukunft dem jugendkräftig strebenden, nach Bildung und Bürgerthum Freiheit ringenden, für die höchsten Ideen begeisterten bierten Stande. Seine Aufgabe ist es, durch die Befreiung haben, weber Arbeit die Gleichberechtigung Aller zur Wahrheit Bildung zu machen und dadurch eine höhere Kultur als die te dem gegenwärtige herauf zu führen. mm Frohnd e " Darum: der Ritte Steure, muthiger Segler! Es mag der Wih dich verhöhnen, immerte, ie Schat und der Schiffer am Steuer fenken die lässige Hand. Ib. Die Immer, immer nach West! Dort muß die Rüfte sich zeigen, lle der G atte und Liegt sie doch deutlich und liegt schimmernd vor deinem Verstand. Weltmeer! en. Der blos form Traue dem leitenden Gott und folge dem schweigenden und zu trotte Wort der ch politisch e sfülle, 201 Wär' sie noch nicht, sie stieg' jetzt aus den Fluthen empor. Mit dem Genius steht die Natur im ewigen Bunde: Was der eine verspricht, leistet die andere gewiß." Und die Küste, die wir so deutlich in unserem Geifte eibor uns sehen, dieses Land einer höheren Kultur, dieses almenzwe and der Freiheit wird und muß sich eines Tages erheben aus den trüb aufgewühlten Fluthen der Gegenwart. Selbſterziehung, Selbstbildung heißt der Weg zu diesem Biele. Halten Sie es fest im Auge! Streben Sie ihm Stille, nach mit Anspannung aller Ihrer Kräfte! Und wenn Ihnen ber Muth unter der rauhen Ungunft der Zeiten zu sinten broht, dann richten Sie sich empor an dem Dichterworte: Nur wer strebend sich bemüht, Den können wir erlösen." Be, ch Schäße wieg, bet, übet vild'rung fil auf dem Wege zum Theater in ein Haus buschte, um wie er zur Entschuldigung sagte schnell ein dringendas Geschäft abzuwideln; fie dachte nur noch an nur noch an die ,, Schmetterlinge" und schwelgte bereits im Genuß der zu ers wartenden Herrlichkeit. Eduard hatte inzwischen die Uhr für 20 Mark versett und begab sich nun Arm in Aim mit seinem Suschen in den Musentempel. Am nächsten Tage trafen fich die Beiden noch einmal in einem Gartenlokal; dann ließ fich Der gute Eduard nicht mehr beim schönen Suschen sehen, und ebenso wenig erhielt die lettere ihre Uhr zurüd. Das war für Suschen zu hart und fte beschloß, den ungetreuen Eduard wegen Unterschlagung anzuzeigen. Gestern hatte fich nun die 90. Abtheilung des Schöffen gerichts mit der Angelegenheit zu befaffen; der Bösewicht, Kaufmann Eduard M. mußte auf der Anklagebant und Fräus lein Susanne F. im Zeugenraum Plaz nehmen. Der Ange flagte giebt zu, die Uhr für 20 Mart versezt zu haben; von einer Unterschlagung fönne aber nicht die Rede sein, denn er habe seiner damaligen Braut von seinem Vorhaben Mittheilung gemacht. Beugin Eusanne F. wirft schmachtende Blide auf ben verlorenen Geliebten, es ist ihr augescheinlich schon leid, Vor daß fie ihn an diesem Orte wiedersehen muß. figender: Haben Sie noch nach dem Vorfall mit dem Angeklagten verkehrt? Beugin seufzend: Ach, nur ein einziges Mal ist er noch gefommen! Vorsitzender: Hat der Angeklagte bei dieser Gelegenheit viel Geld ausgegeben? Beugin: Ach nein, wir sind nur im Schweizer Garten gewesen und haben dort ein Glas Bier getrunken; das fann fich doch wohl jeder junge Mann leisten. Vorsitzender: Haben Sie die Uhr wieder erhalten? Beugin: Ja, heute Morgen ist mir dies selbe zugestellt worden. Vorsitzender: Hat er Ihnen damals nicht gesagt, daß er die Uhr verfeßen wolle? Zeugin: Er sagte zwar, er wolle fich Geld darauf borgen, aber Das habe ich als Scherz als Scherz aufgefaßt. Vorfigender: Nun der Angeklagte hat aber Ernst damit gemacht! Beugin: Ja leider, dafür fann ich aber nicht!- Vorfigender: Und Sie haben damals auch nicht protestirt, als der Angeklagte Ihnen fagte, daß er sich Geld auf die Uhr borgen wolle? Beugin: Nein, ich bin ganz stille gewesen. Nach dieser BeweisaufNach dieser Beweisaufnabme beantragte der Staatsanwalt die Freisprechung des An getlagten, auf welche der Gerichtshof auch erkannte. Vergnügt verläßt Ecuard die Anklagebant und Suschen folgt ihm schüchtern, um fich die Beugengebühren zu holen. eine Der tragische Abschluß einer Geburtstagsfeier lag der Anflage wegen schwerer Körperverlegung mit tödtlichem Ausgang zu Grunde, mit deren Verhandlung deren Verhandlung gestern eine neue Schwurgerichtsperiode des Landges richts 11 unter dem Borfize des Landgerichtsdirektors Grünhagen begann. Auf der Anklagebant befanden fich die Kutscher Karl Johann Proppe und Lorenz Mateftact. Am 9. Juli gab der legtgenannte in seiner Wohnung zu Charlottenburg anläßlich seines Geburtstages mehreren Kameraden ein Fäßchen Bier zum Besten. Nachdem die Gäste fort waren, machten die Angeklagten, welche zusammen wohnten, noch einen Spaziergang. Beide waren angetrunken. An der Ecke der Kirchstraße stand ein Mann, der über den Zustand der vorübergehenden Angeklagten eine höhnische Bemerkung fallen ließ, worauf Proppe ihm Ohrfeige versezte. Da der Geschlagene fich nicht zur Wehre fette, so schien die Sache hiermit abgethan, die Angeklagten gingen weiter. Der Mißhandelte holte sich aber Hilfe und ges meinsam gingen 4 Personen den Angeklagten nach, um Rache zu üben. Als die letteren die Drohworte der fich nähernden Verfolger hörten, meinte Broppe zu seinem Begleiter: Wir wollen umfehren und die Kerle ordentlich verdreschen." Mate fladt erklärte, daß er kein Instrument bei fich führe, worauf Proppe ihm einen Schlüffel einhändigte, den er als Waffe benußen sollte. Er selbst zog ein Meffer hervor, Das er öffnete und und tampfbereit in der Hand hielt. Nun wandten fich die beiden Angeklagten gegen ihre Verfolger und drängten sich in herausfordernder Weise zwischen fie. Nach furzem Wortwechsel erhielt P: oppe von dem früher Geschlagenen eine Dhrfeige und dies war für die Angeklagten das Signal zum Dreinschlagen. Matefiad führte einen Schlag mit dem Schlüffel gegen einen der Gegner und lief dann davon, Proppe schlug mit dem geöffneten Meffer blind um fich und traf den Kopf des Arbeiters Schadewig. Derfelbe brach mit lautem Aufschrei zusammen, das Meffer war ihm in der Schläfegegend tief in den Kopf gedrungen. Der zu Tode Getroffene wurde von seinen Kameraden nach der Sanitätswache getragen, der Mefferheld ging gleichmüthig davon. Er traf vor der Wohnung noch Mateftad an, dem er wegen seines feigen Verhaltens Vorwürfe machte und ihm das bluttriefende und durch den Stoß völlig verbogenem Meffer mit den Worten zeigte; Dem Einen habe ich es ordentlich besorgt, der wird 14 Tage an mich denken." Schademiz ist bereits am folgenden Tage seiner schweren Verlegung erlegen. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten Proppe im Sinne der Anklage, Mateftack dagegen nur schuldig, fich an einer Schlägerei be theiligt zu haben, wobei ein Mensch das Leben verlor. Auch wurden beiden Angeklagten mildernde Umstände bewilligt. Der Gerichtshof verurtheilte Proppe zu 3 Jahren, Matefiad zu vier Monaten Gefängniß. getlagten wegen der Erbschaft in 3erwürfniffe gerathen war, hatte die Atzepte nicht anerkannt und eidlich bestritten, irgend femand zur Anfertigung solcher Akzepte befugt zu haben. Der Angeklagte suchte fich dadurch zu entschuldigen, daß er im Jahre 1856 seinen Bruder durch Anerkennung eines derartigen ges fälschten Wechsels herausgeriffen und von demselben damals die Buficherung ähnlicher Hilfeleistung bei gleicher Veranlaffung er halten habe. Der Gerichtshof konnte darin eine ertheilte Bes fugniß, nach Belieben den Namen des Bruders zu Wechselafzepten zu benußen, nicht erblicken, er verurtheilte vielmehr den Angeklagten, welchem er mildernde Umstände zubilligte, zu neun Monaten Gefängniß. Ein Paar saubere Brüder! " Mein Meester week janz fenau, wat er an mir hat. Jd fenne jeden Fall, uff den man rinfällt und wenn et wat Knifflijet zu besorgen jiebt, denn schickt er mir, indem er mir immer' n fleenen Bismard nennt!" So führte sich mit stolzer Miene der Schuhmachergeselle August Spreißer ein, wel cher sich gestern vor dem Schöffengericht wegen Hausfriedens bruchs und Mißhandlung zu verantworten hatte. Präs.: Ste find wohl schon lange bei Herrn Müller tbätig.- Angell.: Det fann id schon jar nich mehr berechnen. Wir waren Beede Lehrs tollejen, aber wie det so im Leben is; er hat det Schwein jehaf,' n Mächen mit' n bisten fleenet Jeld zu kriejen, aber mir bläst der Affe wat! Idk bin noch immer Schusterjefelle, aber Müller is mein Freind jeblieben un seine Frau ästimirt mir ooch als Hausfreind un ich bin eejentlich die Seele von's Janze. Präs.: Nun, wir wollen nicht zu weit in Thre Privatverhältniffe hineinsteigen. Sie wiffen, weswegen Sie hier vor Gericht stehen; bekennen Sie sich schuldig:- Angell.: Wenn Ste meenen, det det bei unsere Verhältnisse so'n fauler Junge, der blos von Pump lebt, aber immer den Kittneefigen spielt, noch dafür jeschützt werden muß, det ihm man ja Keener uff de Hühneroogen tritt, denn danke id doch erjebenst for sämmtlichet Bacobst. Ja dente, so weit sind wir denn doch noch nich, det' n Hand werker fich ooch noch Glacees anziehen muß, wenn er seinen fauren Schweiß ooch mal endlich beitreiben will. Präs.: Laffen Sie nur Jhre Betrachtungen und bleiben Sie hübsch rubia. Sie wollten also wohl bei Herrn Klicker eine Forderung für Ihren Meister beitretben? Angell. Jewiß, so is et. Müller fommt eenes Tages zu mir, fieht aus fo roth wie' n Truthahn, un meent zu mir: Weeßte, bet is doch, um junge Hunde zu kriejen. Da ts" nu der Mensch, der Klicker, der immer so duht, als wäre er der Froßfoze von Kleen- Pantom, aber bezahler is nich! Jegt habe id schon sechsmal hinjefchickt, aber der is allemal harthörig! Det jeht doch wirklich in't Aschiraue! Wenn id mir nich mehr be dächte, denn ließ' id mir pensioniren, denn det hält ja teene Kub aus!" Wodruff ick denn sage: Müller, ſage id.. Präs.: Halt! So tommen wir nicht weiter. Antworten Sie furz: Nun hat Herr Müller Sie also zu dem Agenten Klicker hins geschickt? Angell.: Agenten nennen Sie den? Der tann fich ' n Patent uff't Faullenzen jeben laffen, denn duhn duhen duht er nischt un lebt blos von de Binsen seiner Schulden! Bräs. Jest laffen Sie aber alle unnügen Rebensarten und fommen Sie so schnell wie möglich zur Sache.- Angell.: Det soll jar nich lange dauern. Also id sage zu Müllern: Laf mir mal hinjehen, id wer' mir mal' n paar Wörter Deutsch mit ihm erzählen. Un weil ic nu die windigen Brüder tenne, Det se fich so früh noch nich sprechen laffen, so jehe id erst um zebne hin. Wat soll ich Ihnen sagen: is der Kerl eben erst aus de Posen fetrochen un steht nu splinterfasernact vorn froßet Wasch beden, de ganze Diele is beplanscht un er bearbeit't fich mit'n iroßen Schwamm, der an'n froßen jebogenen Stock jemacht is un pruft't, det er mir zuerst jar nich hat tommen hören. Präs.: Aber um Gotteswillen, das gehört doch absolut nicht zur Sache! Angell.: Herr Jerichtshof, det war ja irade der Anfang davon! Wie id mir nu endlich melde un ihn frage, ob er denn nu endlich berappen will, meent er erst, seit mann et Mode is, de Kunden in nachtschlafende Zeit zu in fommandiren, un denn rückt er mir mit een Mal mit seine naffe Belle janz dicht uff's Leib un fragt mir so mit'n jewissen Awel, ob id ihm nich könnte den Rücken frottiren, denn er finge janz uff, wie' n Fannkuchen un tönnte nich mehr dahinten hire langen. Präs. Nun ist's aber genug. Ich werde Ihnen doch das Wort entziehen müffen.- Angell.: Aber Herr Je richtshof, so fing ja die janze Sache an. Id hatte mir vorje jenommen, janz pianino zu find, wie id aber merkie, det er mir noch hohnneden wollte, da wurde id fuchtig un fagte blos: Det is immer so mit so'ne stobije Jesellschaft; erft laffen se fich von's feinste Kalbleder' n Paar Boulettentreter bauen, wenn se benn aber bezahlen sollen, denn find se nich zu sprechen. Meenen Se, wir Handwerker find blos dazu da, det so'ne Tagediebe fich uff's Sopha rumflexen tönnen? Ja jehe hier nich eher weg, bis id Benunse hate. Bras. Na, und darüber find Sie Dann in Streit gerathen. Angell.: Nee! Schreit det dämliche Buff fuchenjesicht mir noch an, als wollt er mir umschmeißen: Sie freche Schusterfeele!" un denn nimmt er seinen matschigen Badeschwamm und schmeißt'n mir ins Jefichte, det id fleich denke, id soll die Krepangse friegen! So wat fann der Behnte nich verdragen, un da habe id ihm eene an den Ballon jefeber.. Präs. Sie sollen mehr als sechsmal aufgefordert worden fein, das Bimmer zu verlaffen. Angeli.: Jebrüllt hat er ja immer: Vorwärts! Marsch! Un wie ich ihn denn frage, ob er mit mir etwa den Kreuzpolla danzen will, hat er blos geschrien: Frau Schmidten!" un denn is' ne Frauensperfon ringekommen, die ooch nich' ne Spur von Schamröthe ins Je fichte stieg, und die hat denn noch mehr Radau jemacht. Mir war aber der nadigte Kerl zu schanierlich un ich habe mir von die jemeine Jesellschaft entfernt. Nach den Ergebnissen der Beweisaufnahme mußte der Gerichtshof den Angeklagten wegen Hausfriedensbruches verurtheilen, doch hielt er eine Strafe von 10 Mark für ausreichend. Bezüglich der Mikhandlung er folgte Freisprechung, da der Gerichtshof die Strafthat für Ginen unerwarteten Ausgang nahm eine Verhandlung megen Diebstahls und Hehlerei, die gestern die 87. Abtheilung des Schöffengerichts beschäftigte. Im Dezember v. J. wurden dem Juwelier Dannappel zwei birnenförmige Brillanten, je reichlich 200 M. Werth, gestohlen. Der Thäter fonnte den Umständen nach nur ein Hausdieb sein. Die Ermittelungen nach demselben schienen erfolglos zu sein, bis die Kriminal, polizei in diesem Frühjahr auf der richtigen Fährte zu sein glaubte. Es wurde ihr bekannt, daß der Droschkentutscher August Dräger einem Goldarbeiter einen Stein zum Einfaffen gegeben, der den gestohlenen noch weit ähnlicher fah, wie ein Ei dem anderen. Auffallend war es außerdem, daß der Sohn des Dräger zur Beit des Diebstahls bei Dannappel als Gehilfe gestompenfirt hielt. arbeitet hatte. Diese Verdachtsmomente waren so schwer, daß darauf hin gegen den Goldarbeiter Dräger Anklage wegen Diebstahls und gegen deffen Vater wegen Hehlerei erhoben wurde. Beide bestritten im Termine ihre Schuld. Der anges flagte Dräger sen. fonnte nicht in Abrede stellen, daß er einen Stein zum Einfaffen gegeben, er habe denselben aber nicht für echt gehalten. Als er eines Tages feine Droschte reinigte, habe er den Stein zwischen den Sigliffen gefunden. In Betreff des Sohnes fonnte ein Beweis nicht erbracht werden, daß er der Dieb der Steine gemesen, und beantragte der Staatsanwalt gegen ihn die Freisprechung. Dagegen habe der Angeklagte Dräger sen., wenn man seiner Angabe glauben und ein wunderbares Spiel des Bufalls annehmen wolle, nach seinem eigenen Geständniß eine Fundunterschlagung begangen. Der Gerichts hof folgte den Ausführungen des Staatsanwalts, sprach den Sohn frei und erkannte gegen den Vater wegen Fundunter schlagung auf einen Monat Gefängniß. | Aus feltener Veranlassung erlitten gestern die Ver handlungen vor einem der hiesigen Schöffengerichte eine längere Unterbrechung. Bei der Verhandlung der ersten Anklagefache stellte es sich heraus, daß der eine der beiden Schöffen so schwer hörig war, daß er nicht im Stande war, dem Gange der Vers handlungen zu folgen. Aus diesem Grunde mußte auf seine Mitwirkung Verzicht geleistet werden und es dauerte eine längere Beit, ehe es gelang, einen Ersatzmann aufzufinden. Kleine Mittheilungen. Die Morde in London. London, 5. Dltober. In Tiptree- heath wurde gestern ein Mann verhaftet, auf den Bes bacht hin, der Whitechapel. Mörder zu sein. Der Verhaftete foll in jeder Beziehung der Beschreibung entsprechen, welche die hauptstädtische Polizei von dem Verüber der gräßlichen Verbrechen gegeben hat. In Whitechapel patrouilliren noch immer Einer der„ Edelsten". Wegen fünf schwerer Urkunden- namentlich des Nachts, Hunderte von Geheimpolizisten. Ueber meister und Freiherr Karl von Seydlig vor der III. Straf fälschungen hatte sich gestern der schon bejahrte Regierungsbau das Verbrechen bemerkt das British Medical Journal": Die vom Leichenbeschauer aufgestellte Theorie, daß der kammer hiesigen Landgerichts I zu verantworten. Der Anges Mörder von einer pseudowissenschaftlichen Manie erfast flagte, welcher in den verschiedenen Theilen der Welt worden set, zerfällt sofort bei näherer Untersuchung Ingenieurbauten aufgeführt und namentlich auch in Serbien Es ist richtig, daß im vorigen Jahre ein auswär Eisenbahnen gebaut hat, hat infolge unglücklicher Familienver- tiger Arzt sich während seines Londoner Aufenthalts an hältnisse und namentlich infolge von Erbschleichereien, die er einem Bruder vorwirft, schließlich Schiffbruch auf der Lebensreise erlitten und verbüßt jetzt eine ihm wegen Unterschlagung feiner finanziellen Bedrängniß Wechsel in ziemlich hohen Be auferlegte viermonatliche Gefängnißstrafe. Er ist geständig, in trägen auf den Namen seines inzwischen verstorbenen Bruders, des Majoratsherrn Richard Freiherr von Seydlig fälschlich angefertigt zu haben. Der Majoratsherr, welcher mit dem An zwei medizinische Schulen um Busendung gewiffer Körpertheile bebufs wissenschaftlicher Untersuchung wandte. Er bot jebech feinen großen Preis an. Der betreffende Arzt ist hochangesehen und hatte die besten Empfehlungen von Autoritäten seines Heimatblandes. Diese Theorie muß daher sofort fallen gelaffen werden. Nach unserer Meinung wird der Mörder bald entdeck werden. Er ist unzweifelhaft irrfinnig. Jm ,, Daily Telegraph dagegen bestreitet ein erfahrener Jrrenarzt wiederum die Auf nahme, daß die Verbrechen von einem Wahnsinnigen be „ Es ist zu viel logischer Bus gangen worden wären. fammenhang, zu viel Planmäßigkeit und Selbstbeherrs schung entfaltet. Diese Scheußlichkeiten find nicht die That Dieses ers eines Einzelnen, sondern die einer Bande. Märt alles: die erstaunliche Verwegenheit, die Leichtigkeit, mit welcher die Entdeckung vermieden wurde und die Verübung von awei Mordthaten in einer Nacht, bei welchen augenscheinlich die Anstiftung, aber nicht die Ausführung auf dieselbe Person zurüd zuziehen ift." In Guildford wurde ein Frauenbein aufgefunden, welches, ebe es weggeworfen wurde, gefocht worden zu sein scheint. Das Glied wird nach London gebracht werden, da man glaubt, daß es dem jüngst am Themsequai entdeckten weiblichen Rumpfe an gehört. Dem Vernehmen nach hat die Polizei sehr wichtige Mitthei Jungen erhalten, welche demnächst zur Jdentifizirung der ermor beten Frau und einer Verhaftung führen werden. Ein Telegramm aus New- York meldet, ein englischer Ma trofe Namens Dodge habe daselbst wichtige Angaben über die im Londoner Stadtbezirk Whitechapel verübten gräßlichen Ver brechen gemacht. Er sagt, er tam am 13. August von China in London an und machte in der Queens Music Hall, Poplar, die Bekanntschaft eines malayischen Koches Namens Alaska. Der Malaye erzählte ihm, er wäre von Frauen schlechten Rufes in Whitechapel seiner zweijährigen Ersparnisse beraubt worden, und er hätte gefchworen, daß, falls er die Frauenperson nicht wiederfinde und sein Geld zurückbekommen, er jedes Frauenzimmer in Whitechapel, welchem er begegne, ermorden und ver ftümmeln würde. Er zeigte Dodge ein doppelschneidiges Meffer, bas er stets bei fich trug.(?) Paris. Jn Bar- le- Duc find wegen Kümmelblättchen spielens" zwei Bersonen verhaftet worden, von denen die eine fich als der achtundfünfzigjährige Gärtner Ludwig Meyer aus Quedlinburg und die andere als der einundzwanzigjährige Rudolf Bigalte aus Köslin bezeichnete. Meyer ist bereits vier Mal be ftraft, schlimmer aber scheint der Fall Bigalte's zu sein, der nach einer fett gedruckten Mittheilung der Cocarde" eingestanden hat, er sei nach Frankreich gekommen, um daheim erzählen zu tönnen, daß er in Frankreich gewesen set.( Wir wollen der Cocarde" verrathen, daß ein ähnliches Geständniß bereits von dem berühmten Bruder Straubinger abgelegt worden ist.) " Leipzig. In dem benachbarten Dorfe Eutritsch, wo im Jihre 1738 die Gose, das bekannte Leipziger Nationalgetränt, bunch den alten Defauer eingeführt worden sein soll, und welches eine lange Reihe von Jahren der einzige Ort war, wo Gose verschänkt wurde, soll noch im Laufe dieses Jahres bas 150jährige Jublium der Einführung der Gose feierlichst be gangen werden. Das wird ein Fest geben für die Leipziger Gosenphilister! Briefkasten der Redaktion. Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Duittung beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht ertheilt. Alb. N. Köpenick. Wenn der Betreffende die 6 M. nicht ausdrücklich unter Vorbehalt gezahlt hat, so kann er dieselben nicht durch Klage zurückfordern. Wir zweifeln jedoch nicht, daß ihm die Eisenbahndirektion das Geld freiwillig zurückerstattet, wenn er durch eidesstattliche Erklärung des Beugen nachweist, daß er Morgens ein Retourbillet gelöst und daffelbe höchst wahrscheinlich bei Gelegenheit der Vifitation verloren hat. F. B. 100. Eine solche notariell zu beglaubigende Voll macht loftet mit Stempel etwa 4,50 M. R. 8., Velten. Schicken Sie dem Herrn die 10,50 M. und erheben Sie gleichzeitig gegen den Zahlungsbefehl insoweit Widerspruch, als derselbe Ihnen die Zahlung von Kosten aufgiebt. Nürnberg. Das Wort„ Gefinde" hat keineswegs eine verächtliche Nebenbedeutung, sondern bezeichnet die zum Hausstande oder zur Landbewirthschaftung gehörenden Dienstpersonen. Der Irrthum Ihres Freundes beruht wahrscheinlich auf der Klangähnlichkeit mit„ Gefindel". Abonnent Schwedterstr. Eine vor 14 Jahren wegen Körperverlegung erlittene Gefängnißstrafe tann Ihnen bei Er langung der Schantfonzeffton nicht hinderlich sein. B. 3. For Gläubiger fann nur dann die ganze Summe durch den Gerichtsvollzieher beitreiben laffen, wenn der nach Erlaß des Urtheils zwischen Ihnen auf Ratenzahlungen geschloffene Vergleich die Vergünstigung von der pünktlichen Innes haltung der Raten abhängig gemacht hat. Andernfalls können Sie beim Gerichte des früheren Prozesses darauf flagen, daß das frühere Urtheil ergänzt wird, d. h. die Ratenzahlungen in daffelbe aufgenommen werden. Sie müssen dann jedoch ke weisen, daß der Vergleich ohne die erwähnte Bedingung ges schloffen worden ist. R. R. 50. Ueber die Rathfamkeit einer Auswanderung nach Brafilien oder Chill erhalten Sie am besten bei den dortigen deutschen Konsuln Auskunft. Die Namen derselben finden Sie im Adreßkalender. F. 5. 100. Der Mann haftet für die durch einen Be leidigungsprozeß feiner Ehefrau entstehenden Gerichtstoften. Große öffentliche Versammlung fämmtlicher Metallarbeiter, Dreher. Drücker, Klempner, Former, Schlosser, Schleifer, Schnittarbeiter etc. am Mittwoch, den 10. d. M., Abends 8 Uhr, in Heydrich's Lokal, Beuthstr. 20( gr. Saal). Tagesordnung: Stellungnahme zum allgemeinen deutschen Metallarbeiter Rongreß. Referent: Gottfried Schulz. Wegen der außergewöhnlichen Wichtigkeit dieser Versammlung ist es Pflicht eines jeden, zu [ 872 erfcheinen. Bur pünktlichen Besorgung des Ber iner Scheinenden Beitungen und Journale empfiehlt fich Fachv. sämmtl. an Holzbearbeitungs- volksblatt", sowie sämmtlicher in" Berlin er Maschinen beschäft. Arbeiter. Montag, den 15. Oftober cr., im Lokale des Hrn. Säger, Grüner Weg 29: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Paul Hundt über Sanitätsvereinswesen. 2. Vierteljahrsbericht. 2. Verschiedenes. 4. Fragetasten. [ 873 Gäste willtommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Bentralkranken- u. Begräbnißkaffe für Frauen u. Mädchen. ( E. H. Nr. 26, Offenbach.) Hauptversammlung am Dittwoch, den 17. Oftober, Abds. 8 Uhr, im Luisennädischen Klubhaus, Annenstr. 16, of 1 Tr. 827 C. Bohn, Frankfurter Allee 135. Bettfedern Erftes Geschäft: Andreasstr. 58 3weites Geschäft: Grüner Weg und Markusstrassen- Ecke, Carl Henze Größtes und ältestes Geschäft hierselbst. Reelle Bedienung. Silligte Preise. Herren- und Knaben- Garderoben eigener Werkstatt. Große Auswahl von Steffen u. Tachen Anfertigung nach Maaß in eigener Werkstatt, aut figend und sauber gearbeitet, au foliden Preisen. N. Neue Hochstr. 50 part. Tagesordnung: Kaffenbericht pro 3. Quartal. Ad. Kunitz, N. allertr. 155, Laden. Medizinischer Vortrag und Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 868] Der Vorstand. Centraikranken- u. Sterbekasse der Maler und Berufsgenossen ( E. H. Nr. 71) Filiale V West. Filzplatten, Filz- u.Doublefohlen, Heute, Dienstag, 0. Otober, Abds. 8 Uhr, mit und ohne Leder, gestanzt und gesteppt, sowie! im Raffenlotal, Blumenthal 5: Cord, Plüsche, Futter 2c. in der Filz- Fabrit Mitglieder- Versammlung. Anklamerstr. 42, Bahlreiches Erscheinen erbeten. Der [ 870 Stanz- und Stepp- Anstalt. Verein zur Wahrung der Jutereffen der Korbmacher Berlins und Umgegend feiert sein 5. Stiftungsfest, bestehend in TanzKeine FabrikArbeit! nur in eigener Werkstatt angefertigte Paletots von 12 M. an, franschen, am Sonnabend, den 13. Dtober, Anzüge( Mode 88) von 15 M. an, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75. Billets, für Herren 50 Pf., Damen 25 Bf., find Knaben- Anzüge für jeden Preis zu haben bei den Herren Reddemann, Wrangel. ftrage 112, 3 Tr.; Fechner, Pallisadenstraße 84, empfiehlt Brunneustraße 97 pof 2 Tr., und Krüger, Stalizerstraße 11, of W. Braunspan, an b. Stralfunderſtr. 3 Tr. Jede Uhr zu repariren und reinigen loftet bei mir unt. Garantie d. Gutgehens n. 1 Mr. 50 Pfa. Eine neue Feder foftet bei mir 50 Pf. 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Das Aufgebot zur Eheschließung wird an dem zeitigen Wohnfiße bekannt gemacht, an dem früheren dann, wenn man denselben spätestens 6 Monate vorher gegeben hat. Fruchtstr. 31. Sie können von der Krantenkaffe Rückgabe der Geburtsurkunde verlangen, welche Sie frühe Begründung Ihres Anspruches auf Entbindungskosten der! eingereicht hatten. 6. 6. Ihr Vater hat vom Oktober ab hier den ftüßungswohnfig erworben; daß er vorübergehend auf Tage von hier entfernt war, ist unerheblich. P. M. Blumenthalstraße. Geseßlich steht nicht Wege, daß der Stiefvater zum Vormund über sein St ernannt wird. Der Richter wird im Einzelfall zu prüfen ob dies den ntereffen des Kindes entspricht. L. W. Reichenbergerstraße. Am besten thun wenn Sie in Gemeinschaft mit Ihren Geschwistern einen Rechtsanwalt in Leipzig wenden. Sie find neben Mutter erbberechtigt. Gesundbrunnen. 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