mindest« Unfertig« 1- »88, Mittwoch den 10. Oktober 1888. 5. Aok-Go berhaupt' ster Wied« dort at Berufung' n Antrag loll. ad« ntschied« an eine« ZiufentI an de« früher« :: de vorher l MimVMm. :onlen!affe Sie früh# losten dä> iet dm ß Krgan für die Interessen der Arbeiter. nd auf 0 ... D—»olk«»l«tt- ikbt nil? aschckst tazLch Morgent««ßa«ach Eon*, und Festtagen. Abonnementtprei» für verlin stet sein St HauS viertrtjäÄich 4 Marl, monatttch 1LS MÄ wöchentlich K Pf. Postabonnement prüfen 4 Mark. Sin�lne Rümmer SPf. EountagS- Nummer mit dem»EonntagS-Biatt" 10 Pf. getrogen in der PefljetemgSpteigßstt für 1888 unter Nr. 849.) m thun Jnsertiontgebühr betrugt für die 4 gespaltete Petitgeile oder deren Raum 25 Pf. Ardeitsinarkt arößerm Aufträgm�oher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werdm big 4 w der Expedition,«erli» Zimmerstraße 44, sowie von alten" ' ang des Preises, angenommen. «ei iwistem I ld neben i 0 KedaKtto«: Seuthstrotze 2.— Grpedttio«: Zimmerstraße 44. ,t verpß zngen einen Un Die schweizerische Fabrikgesetzgebung ,V"a.] nverschafstl , einen ßgW die von ihren Gegnern vorausgesagte Wirkung: die meinsch-fWndustrie der Schweiz zu schädigen, bekanntlich nicht gehabt. !sten ist eslDie schweizer Industrie steht heute in jeder Beziehung t) einigen, leistungsfähiger da, als vor der Fabrikgesetzgebung. Dagegen hat sie eine Wirkung gehabt, welche die Gegner mcht vorausgesagt und auch nicht vorausgesehen �.hatten, und die sie wahrscheinlich der Maßregel fteund- «r l?'1� gestimmt hätte. Wir gehen nämlich von der durch Thaisachen begründeten Voraussetzung au«, daß der hef- 1— Ergste Widerstand gegen die Fabrikgesetzgebung von den p��*t®roßindustriellen ausging und daß die Kleinfabrikanten «»®um � iür die Maßregel waren. Die Wirkung, welche wir hier im Auge haben, ist der �Vorschub, welcher der Großproduktion geleistet worden ist. Daß die„Kleinen" die Konkurrenz mit den„Großen" mf die Dauer nicht aushalten können, ist ein alter und r f fernem anerkannter Erfahrungssatz, der jedem m das ABC der Nationalökonomie Eingeweihten selbsterständlich erscheint. Wo aber die Arbeitszeit unbeschränkt ist, da kann lngnnS�'�er weniger kapitalkräftige Fabrikant durch ausgedehnte .. �.ZArbeitSzeit den Nachtheil,"...... ►♦♦▼jMofchmerie, lenden' Buchbr 56, .,. welchen die schlechtere ____.... überhaupt die mangelhafteren Arbeits- !»«rt«»�mnchtunge» ihn gegenüber seinem reicheren Kon- erstr. 3i)- lurrentea setzen, durch verlängerte Arbeitszeit einiger» ---- maßen ausgleichen. [■, Durch die Fabrikgesetzgebung wird er dieses Vor- kS?v?.* beraubt. Die Arbeitsleistung, welche bei guter Maschinerie in 11 Stunden erzielt wird, kann von dem Be- 1»tzer mangelhafter Arbeitsmittel und Arbeit, vorrichwnge« nicht mehr, wre früher, auf 12. 13, 14 und 15, ja mehr Stunden vertheilt werden. Er ist an die 11 Stunden ge- banden; und gelingt ei ihm nicht, sich verbesserte Maschinerie anzuschaffen und die längere Arbeit durch inten- fivere Arbeit zu ersetzen, so vermag er die Konkurrenz nicht weiter zu bestehen: er ist verloren. Und so ist es denn gekommen, daß in der Schweiz seit Inkrafttreten des FabrikaesctzeS eine beträchtliche Anzahl Jtemer Fabrikanten und Fabriken verschwunden sind, und oatz der ohnehin m den wirthschastlichen EntwickelungS- gcfetzen begründete Uebergang aus der Kleinproduktion in wordm?" durch das Fabrikgesetz beschleunigt Auch in England hat die Fabrikgesetzgebung in ld». nämlichen Weise gewirkt. Und je gründlicher i-ftraß» tt>e Fabrikgesetzgebung ist und je schärfer sie durchgeführt nM» desto mehr muß diese Wirkung zu Tag treten. So gereichen also Maßregeln, welche zum Schutze der Arbeiter er emp S? Xtstbru* tthtea.] Ieuilteton. leweirt 26a H. 4. kalitzerstr� Die Ritter der Arbeit. Auß dem Amerikanischen de< Zor. Uebersetzt von zlat«li» K-blmschf. „Nun, mein lieber Onkel," rief Gertie aus, die in- ischen unbemerkt in das Zimmer geschlichen war,„sagte eS Zhnen nicht, sie weiß viel, viel mehr, als ich jemals :nen werde— und Sie wissen, wir haben ja auSge- - � nacht, daß ich für Französisch und Musik besondere Lehrer »yW. laben sollte." ..."3ch denke, Gertie hat Recht. Glauben Sie, Miß !iit DamPl�Simpson, daß Sie mit diesem wilden Mädchen des :■ Besten« fertig werden könnten? Und wollen Sie Ihre ex.«tztgeJBefdhäfttgung mit der einer Gouvernante vertauschen? iube ist -ißmsee, w.e MMN* Maud erwiderte, sie würde diese Stellung mit Freuden SrP�w,'«Wen. sie könne aber ihren Vater nicht verlassen. Es -ten..°arde hierauf festgesetzt, daß Maud, ohne ihren Vater zu '——--�«riassen, zur Probe auf drei Monate Gertie'S Gouvernante �eti>„. 60 Dollars den Monat erhalten sollte. �®m Blick auf die Kleidung der neuen Gouvernante, verlangt SkoUperffr n FriedN ingestelll 33. aste �stutzt durch einen Wink seiner Nichte, veranlaßte den darauf zu bestehen, daß M.ß Maud sich die drei s.'u'ns eJe Gehilfin, die ihre Arbeit immer so pünktlich verrichtet 5'. and wünschte chr. Glück, während er für sich ihren ÄÄ aairtf w? m KU» »altunj,1 % rLiwit" thm neuen Stellung müsse sie mehr Sorgfalt auf ihren erlassen sind, momentan den Großkapitalisten zu positivem Nutzen, und den Kleinproduzenten, die bald selber des ge» setzlichen Schutzes bedürfen werden, zu positivem Schade«, wo nicht zum Verderbe«. Es zeigt dies, daß die Großproduktion sich mit den Interessen der Gesellschaft und mit den Forderungen der Gerechtigkeit und Humanität viel leichter in Harmonie bringen läßt, als die Kleinproduktion. Je kleiner der Betrieb, desto geringer— in der Regel— die Fürsorge für Gesundheit und Sicherheit der Arbeiter. Und im kleinsten Kleinbetrieb, im Handwerk, sieht'S notorisch am faulsten aus in Bezug auf Arbeiterschutz und Hygiene. Eine ähnliche Wirkung, wie die Fabrikgesetzgebung, bringen die sanitären Schutzmaßregel« hervor, zu welchen man sich in vielen Städten der Fletscherei gegenüber ge- zwungen sieht. Die Kleinfleischer leiden schwer darunter; und die Großfleischer haben den Gewinn. Aber auch das Publikum hat Gewinn. Man sieht aus diesen Beispielen, wie thöricht das Streben derer ist, welche de» Kleinbetrieb zu kon- serviren wünschen. Da eS sich nur um ftomme Wünsche handelt, die nimmermehr verwirklicht werden können, so ist eS ja nur eine Utopisterei, allein es ist eine durchaus reaktionäre Utopisterei, deren Erfüllung eine Kalamität wäre. Wir schwärmen wahrhaftig nicht für die kapitalistische Großproduktion. Jedoch verglichen mit der Kleinproduktion ist sie ein ungeheurer Fortschritt. Und von der kapitalistischen Großproduktion zur sozialistische» Größerproduktion ist nur ei« Schritt._ Äeöer den JSetidit der öfletrcicStfcRcn $frcet&e- 3nfpe6tum für dag laUt 1887 sagt die„Frankfurter Zettung' Es ist dieser Tage schon von anderer Seite darauf hinge- wiesen worden, wie systematisch das Interesse an den Berichten der Fabnkinspekioren, welche wohl jetzt endlich für das Jabr 1887 erscheinen dürften, abgeschwächt wird durch die vorläufig unkontrolirdaren Auszüge, welche von offiziösen Korrespondenzen u. Aehnl. im Voraus und in zusammenhangslosen Bruchstücken während der letzten Wochen gebracht wurden. Das GroS der Zeitungsschreiber und Zeitungsleser glaubt nun, die Sache sei erledigt und das eigene Studium der Berichte, welches allen Anbetern der Sozialreform von Oben nur dringend anzuraihen ist, sei nicht mehr nöthig. Es dürfte, wie gesagt, wohl System in der Sache liegen. Um nun aber nur nach einer einzigen Richtung hin anzudeuten, wie wenig für den aufrichtigen Sozialpolitiker der Bericht damtt erledigt ist, seien gerade kurz vor seiner Veröffentlichung die Referate eines anderen Landes, nämlich diejenigen der k. k. österreichischen Gewerbe. Inspektoren Anzug verwenden und da ihr alle Einkaufspreise von seinem Geschäft bekannt seien, so solle sie nur immer zu ihm kommen, wenn sie etwas nöthig habe, und sie werde alles zum Kostenpreise erhalten. Als diese Tochter der Arbeit nach Hause ging, war sie so freudig bewegt, wie ihr Gemüth eS vorher noch nie empfunden hatte. Kapitel VE. Maud überrascht ihre Freunde. Maud Simpson jubelte bei dem Gedanke» an die Ueberraschungen, die sie ihrem Vater bereite» würde. Sein Mittagessen sollte ganz fertig sein, wenn er nach Hause komme,— dann wollte sie ihm ihr Geld zeigen und schließ- lich ihm ihre Ernennung zur Würde einer Gouvernante mittheilen. Sie fühlte, daß sie bei dieser Gelegenheit von ihrer strengen Regel der Sparsamkeit etwa« abweichen und ihrem Vater ein Essen vorsetzen müsse, wie eS der alte Mann seit Jahren nicht mehr gehabt hatte. Als der alte Arbeiter in das Hau« eintrat, war er er- staunt über die angenehmen und avpetttreizenden Düste, die seine Nase kitzelten und die diesen Quartieren ganz fremd waren. Da« strahlende Gesicht seiner Tochter und der ungewöhnlich herzliche Empfang, der ihm zu Theil wurde, verriethen ihm, daß etwas ganz außerordentliche« sich ereignet haben müßte. Er sog daS köstliche Aroma eines leckeren Mahles ein und blickte erwartungsvoll nach seiner Tochter. „Mein lieber, guter Papa, ich habe keine Zeit, Dir jetzt AlleS zu erzählen, weil ich mit dem Essen zu thun habe. Zähle sorgfältta diese Rolle Geld, während ich ein» mal wirklich gute Mahlzeit austrage. Samuel Simpson überzählte die 180 Dollar« und war ganz verdutzt. Maud sah, daß Zweifel und Essen nicht gut zusammenpassen und erzählte deshalb geschwind ihre Ge- schichte; ungeduldig erwartete sie ihre« Vaters Entschluß, denn ohne seine Billigung konnte sie nicht ruhig sei«. Er sah ihre Erregung und sagte deshalb rasch: „Mein braves Kind, ich: hatte niemal« Veranlassung, für das Jahr 1887, die den deutschen längst im Erscheinen voraneitten. einer kurzen, orientirenden Durchficht unterzogen. Es dürfte fich vielleicht herausstellen, daß man dabei doch noch auf Manches gespannt wird, was der endlich erscheinende deutsche Bericht enthält oder auch nicht enthätt. Der neueste österreichische Gewerbeinspektorenbericht zeigt schon rein äußerlich, daß man die Veröffentlichung der vollständigen Originalberichie, die bei uns angeblich der Uebeifichtlichkett und Kürze halber durch jenen Auszug des Reichsamtes des Innern «setzt wird, recht wohl vereinigen kann mit Gedrängtheit und Handlichkeit. Der österreichische Berichtsdand enthält den immer mit großem Fleiße gefertigten Generalbericht des Zentralgewerde» inspektors, des oberen Beamten für die Gewerberäthe, der bei uns zum Schaden des Institutes immer auch noch fehlt. Dieser Generalbericht ermöglicht eine schnelle und flüchtige Ueberstcht üb« die äußerlichen Haupt«gebnisse der Inspektion. An ihn reihen fich die Referate der fünfzehn Einzelinspektoren durchaus im Wortlaute, sowie der Bericht des Schifffahrtsinspektors an. Da hat jedes Referat sein eigenthümliches Gepräge, seinen originellen Ton und seine desonderen Vorzüge, je nach Neigung und Charakter des einzelnen Beamten, sodaß die Lektüre des Bandes, der trotz alledem nur etwa vierhundert Seiten umfaßt, nirgends«müvet. Jed« Jndustriebezirk mit d« Schilderung sein« Zustände, welche ja oft die denkbar vers»iedensten find, ist. für fich zu überschauen, und die Daten üb« Fabrikbeschaffen« beit und Arbciteilage verschwimmen nicht in einem allgemeinen Brei. Schließlich wird durch diese Art d« Redaktion, welcher sich der Zentralgew«beinspektor alljährlich geschickt unt«zieht, noch ein weiter« gar nickt hoch genug zu schätzend« Vottheil«reicht: jeder Einzelbericht üb« einen Bezirk istseperat für ganz geringen Preis verkäuflich. Die detheiligten Unternehmer und Arbeiter jedes Rayons können fich das ihnen zunächst liegende, weil fie unmittelbar berührende Referat direkt beschaffen, brauchen nicht die Angaben, die fie betreffen, erst aus dem größeren Bande herauszusuchen, und folgen deshalb mit weit lebhafterer Theil- nähme und höherem Jnttteffe der Thätigkeit des Gewerbe- inspektors ihr« Gegend, die alljährlich zusammengefaßt vor 'bnen liegt. W« da weiß, wie sehr die Korkurrenz nun ein Mal zum gegenseitigen Aufpaffen««leitet, der unterschätzt die «zieherische Wirkung, welche mit dies« einfachen Einrichtung auf die Unternehmer erzielt wird, ganz gewiß nicht. Bei der Art, wie im Deutschen Reichsamt des Innern kompilatorisch mtt den ohnedies viel inhaltlos»«« Berichten verfahren wird, gebt alles dies für unsere sozialpolitischen Verhältnisse verloren. Die fünfzehn österreichischen Gewerbeinspektoren, welche fottwährend Anregung und Förderung durch den unterrichtenden V«kehr mtt ihrem Zentralinspektor erhalten, wissen ab« auch im Einzelnen ihr« Aufgabe ganz anders gttecht zu werden, als die deutschen. Wir nehmen hi« gleich von den letzteren den früheren Düsseldorf«, jetzigen reichsländischen Gewerderath Wolf aus, d« fich durch treffliche Benchte wie ein weißer Rabe vor seinen Kollegen auszeichnete, sowie ein oder zwei sächsische und süddeutsche Inspektoren. Im übrigen ab« muß wohl schon bei d« Anstellung d« Beamten in Oesterreich eine ganz andere Auswahl getroffen worden sein, als in Deutschland, wo die Fabrilinspektion als Nebenamt ganz vnschicdenen Personen zu« etwas zu mißbilligen, was Du thatest, und ich kann auch heute nur Deinem Entschluß beistimmen." Der kräftige Angriff auf die Gerichte vor ihnen machte eS klar— trotz de« Schweigens, das einige Augenblicke lang herrschte—, daß das ungewöhnlich leckere Mahl de» Beifall beid« fand. Dann nahm d« Bat« die Unterhal» wng wieder auf: „Maud, Du bist plötzlich aus Deinem alten Leben und seinen V«bindungen in ein Leben eingetreten, welche« Du noch gar nicht kennst. Du wirst Versuchungen begegne» und V«suchungen zu bestehen haben, die wir Beide noch nicht ahnen. Doch ich mteaue darauf, daß Du Dir selbst stet« getreu bleiben wirst. In dem Hause des Kapitän Bornum wirst Du den schärfften Gegensatz des Reichthums zur Arbeit finden. Du weißt, wir alle hassen die Armuth und kämpfen gegen fie an, indem wir nicht auch nach Reich- thum streben, sondern nach der glücklichen Mitte zwischen de« Extremen von Reichthum und Mangel, so daß wir in Behagen und Unabhängigkeit leben können. Du kommst nun mit dem Luxu« des ReichthumS in Berührung; lerne ja nicht da« Volk verachten, mit dem Du gelebt hast und erzogen worden bist. Sei jederzeit berett, Deinen Platz im Volke wied« einzunehmen, an Gemüth und Charakter durch die Erfahrung bereichert." „O nein, Vater, Du brauchst nicht zu fürchten, daß ich jemals die Klasse v«gessen w«de, zu der ich gehöre, wo imm« ich auch fein und was imm« ich auch thun möge. Ich habe zu lange die Ung«echtigkeit eines falschen System« empfunden, und halte mich für ein Mädchen, das von dem Ernst seine« Vorsatzes zu tief durchdrungen ist, um durch den bloße» Luxu« des Reichthums sich««führen zu lassen." Vater und Tocht« unterhielten sich üb« ihre Lage, bis eS an die Thür klopfte und Ernest Constance eintrat, der einige Angelegenheiten der Ritter d« Arbeit mit Mr. Simpson zu besprechen hatte. Er hatte sich kaum gesetzt, al« Harry Wallace, seinem Versprechen vom v«gangenen Abend gemäß, sich zu ihnen gesellte. Maud wiederholte die Geschichte de« großen Erfolges, den sie am Tage gehabt. petheilt ist; so vortheilhaft stechen im Allgemeinen die dortigen Referate durch Sachlichkeit, Gründlichkeit und Ardeiterfreund- lichkeit von den deutschen ab. Man kann die fünf bisberigen Berichte der österreichischen Inspektoren getrost als eine Fund- grübe des Wiffenswertbesten über die österreichischen Gewerde- und Arbeiterverbältniffe bezeichnen, als eine Art fortlaufender Enquete über soziale Zustände in Cisleithanien. Wie hübsch haben die meisten der Beamten im Laufe der Berichtsjahre an- fchauliche Skizzen einzelner merkwürdiger Industrien in ihre Referate eingeflochten, wie denn z. B. der Inspektor für Ober- Lste, reich auch j-tzt wieder in scharfen Zügen die Zustände der alten, berühmten Kleineisenindustrie von Steyr skizzirt und wie andere seiner Kollegen Arbeiterhausbaitungsbudgets aus allen Tbeilen der Reichshälfte bringen. Nicht blos über die Beob- achtung der gewerbegesetzlichen Vorschriften, sondern auch über industrielle Betriebsweisen und ihre Rückwirkung auf die Ardeiter, über hygienische Normm für Größe. Beleuchtung und Benti- lation der Ardeitsräume, über Gewerdekrankheiten, Arbeiterleben auch außerhalb der Fabrik, Zwangsgenoffenschaftliches u. a. m. dringt der neueste österreichische Bericht für 1887 so viel des Hntereffanten, daß man ihn mit dem Gefühl aus der Hand legt, reichste Belehrung in sozialer, wirthschastlicher und technischer Hinficht erhalten zu haben. Wann wird dieS auch den deutschen Berichten einmal nachgesagt werden können? Trotz der stattlichen Reihe von Jrhrgängen, welche fle aufweisen, brachten fle bislang nicht die Hälfte des sozialpolitischen Stoffes für die Erkenntniß unserer Zustände, den die relativ jungen österreichischen Referate enthalten. Der Geist, der durch die d utschen Berichte und vollends den reichsamtlicken Auszug weht, ist eben ein ganz anderer. Er offenbart fich manchmal als direkt arbeite, feindlich, ist sozialiflengesctzlich angehaucht und ver- tieft fich nicht mit Liebe in den Gegenstand. Es soll uns nur freuen, wenn diese Zeilen, die wir ja mit Abficht dem m er- wartenden deutschen Berichte vorausschicken, von letzterem Lügen gestraft werden. Wir haben aber gar keine Veranlaffung, dies zu fürchten. So laut die offiziösen Korrespondenzen ausposaunt baden, daß man fich dies Mal besondere Mühe mit dem viel bekrittelten Berichte gegeben habe, so wenig steht eine Aende- rung zu hoffen. Da muß erst von Oben herab ein ganz an- derer abeiterfreundlicherer Geist in das stiefmütterlich behandelte Jnststut der deutschen Fabrikinspeftion einziehen. Roch erscheint eine spezielle Eigenthümlichkest des neuen öster- reichischen Berichtbandes der Erwähnung werth: der zweite Jahresbericht desjenigen österreichischen Beamten, welchem die lnspektion der Binnenschifffahrt separat übertragen ist. Die Ueder- tragung dieserAufsicht an einen bcsonderenBeamt-n bewährt fich vor- tr.fflich. Man staunt geradezu über die Unzahl von Miß ständen, die da von einem Spezialbeamten an Fähren, Tra> jekren, Boot- und Schiffoerbindungen. also an lauter Einrich- tungen, die das Publikum täglich benutzt, aufgedeckt werden- Die Unstcherhest der diesbezüglichen Vorrichtungen ist vor Ein- führung der Spczialaufficht unglaublich gewesen. Und gerade D'e Vergnüaungsfabrzeuge auf Seen und Flüffen scheinen das Meiste im Schlendrian geleistet zu haben. Od hier in Deutsch- land nicht auch manches im Argen liegt, von dem man jetzt beim Mangel eines speziellen Aufficht- beamten keine Ahnung hat?.... Nebenbei fallen wichtige Ermittelungen über die wirthschaftliche Lage der Schiffs- und Fährleute ad, ein Gebiet, das bei uns noch eine völlige terra mrogvitm für die Sozial» Politiker ist. Somit hoffen wir, an dem österreichischen Gewerbe-Jn- spektionsberichte für 1887 die Blicke geschärft zu haben für den kommenden deuischen. Es hat sich dabei wohl auch ergeben, w'.e oberflächlich dasjenige war, was offiziöse Bevorzugte bis jetzt aus dem letzteren mittheilen konnten. Es ist eben eine traurige Art Sozialpolitiker, die da in den Ministerien früher als andere Sterbliche von amtlichen Aktenstücken Kenntniß erhält._ Politische Ueverstcht. A«ch einem Reptil kann man einmal Unrecht thn«, das haben wir jetzt erfahren. Wir erklärten es neulich für eine Lüge, daß in Aarau von dem Gemeinderath ein städti- scher Saaldau für einen Vortrag Liebknecht's verweigert worden sei. Wir irrten uns. Das detreffende Reptil hatte einmal nicht gelogen— was wir als außerordentliche Seltenheit aus- drücklich konstatiren—, der Gemeinderath von Aarau hat die behauptete Krähwinkeliade wirklich verübt. Man lese nur nach- stehenden, uns zur Verfügung gestellten_ „Auszug aus dem Pcotokoll des Gemeinderathes. Aarau, 24. August 1888. Herr H. Ebner-Furter, Schriftsetzer, stellt namens des Ko- tmtees für die Liebknecht- Versammlung mit Zuschrift vom 16. August 1888 das Gesuch, es möchte für den vom ehe- maltgen Reichstegsabgeordneten Herrn W. Liebknecht am 1. September nächllhin in hier zu haltenden Vortrag über Sozialpolitik der große Saal des Saalbaues unter üblichm Be- dingungen überlaffen und zugleich erlaubt werden, daß bei dem Anlaffe Bier gewirthet werden dürfe. Es wird befunden: Die Vorträge des ehemaligen deutschen Beide Besucher waren überrascht und in Harry's Geist wurden bange Ahnungen eriveckt. Harry liebte Maud innig, er wußte aber instinktrv, daß ihre Gefühle für ihn bis jetzt nur die aufrichtiger Freundschaft waren. Er kannte Kapitän Barnum von Ansehen, hatte Maud häufig von ihm sprechen hören und hatte sich Mühe gegeben, Alles zu erfahren, was man in Washingten von ihm wußte. Er ftihlte, daß er bei einem persönlichen Vergleich mit dem reichen Kapitän nicht» zu fürchten hatte, und er war der Tugend des MävchenS, haS er liebte, so sicher, daß er ihr überall hin getraut haben würde. Aber er sagte sich, daß die tägliche Berührung mit dem LuxuS des ReichthumS sie nach und nach den Be- strebungen ihres jetzigen Lebens und dem Volke, mit dem sie gelebt, entftemden und vor Mallem feine gegenwärtigen Be- Ziehungen zu ihr erschweren und seinen so lang gehegten und ihm so theuer gewordenen Traum von Liebe und Ehe hoff- nungSloS machen würde. Deshalb war der junge Metallarbeiter nicht sehr erbaut von Maud'S Erfolg und hatte kein Wort des Glückwunsches für das junge Mädchen, als sie er- wartungsvoll nach ihm blickte. Harry Wallace war verlegen, während Ernest Constance freundlich gratulirte. „Mein Kind," sagte er,„Sie werden zwischen zwölf Dollars den Monat, die Sie bisher erhielten, und sechzig Dollars, die Sie in Zukunft erhalten werden, einen Unter- schied finden, und ich zweifle nicht, daß Sie die sechzig Dollars auch, nachdem die drei Monate vorüber sind, noch forterhallen werden; denn wir alle kennen ja Ihre Tüchtig. keit sowie Ihre Kenntniffe, und Ihr jährlicher Lohn wrrd größer sein, als Zhr Vater günstigsten Falles m. Durch- schnitt verdienen kann. Von dem weltlichen Gesichtspunkt aus und unter dem j-tzigen Lohnsystem ist Ihr Erfolg be,- nahe wunderbar. Es ist der erste Versuch Ihres Arbeit- aebers- er weiß noch nicht, wie wenig die Gouvernanten durchschnittlich bezahlt erhalten Wir wollen hoffe«, daß «z, nachdem der Lohn einmal festgesetzt ist, auch dabei bleiben wird. „Aber, mein kleines Frauenzimmer, Sie haben schon jetzt die beste Gelegenheit in der Welt, Ihre« klaren Kopf zu verlieren und zu vergeffen, daß eS tm Leben größere Reichstagsabgeordneten Liebknecht bekaffen fich notorischerweise mit der Kritik der vom Deutschen Reich verfolgten Sozial. polttil und suchen dieselbe als eine verkehrte und verwerfliche hinzustellen. Gleichzeitig verfolgen derartige Vorträge deutscher Sozial- demokraten die Tendenz, gewiffe Schichten des Volkes als unterdrückt darzustellen und nebenbei auch die Haltung unserer Bundesdehördm in Rückstcht auf die Stellung der Schweiz zum Auslande im allgemeinen und insbesondere ,um Deutschen Reick einer übelwollenden Kritik zu unterstellen. Nack bierseitiger Anficht sei der Saalbau, welcher stiftungsgemäß zur Pflege und Veredlung des geistigen und geselligen Lebens der Stadt erstellt wurde, nicht der Ort, wo über deutsche Sozial- politik und über die Stellung der Schweiz zum Ausland von einem der Schweiz nicht angehörenden Bürger gesprochen werden könne, zumal es in der Stadt an anderen Lokalitäten nicht fehle, in denen namentlich auch, wie es der Vorstand des Grütlivereins wünsche, während des Vortrages Bier und Wein ausgeschenkt werden könne. Gestützt hierauf wird einstimmig beschloffen: Das Gesuch um Bewilligung des großen Saales des Saal« daues für dm Vortrag des ehemaligm deutschen Reichstags- abgeordneten Herrn W. Liebknecht wird abgelehnt. Der Vize- Gemeindammann: Jmhof. Der Gemeindeschreiber: L. Niggli, Füisprech." Dm Kommentar kann jeder fich selbst machen. Bemerkm wollen wir dloS, daß Liebknecht, wie er uns mitlheilt, erst dieser Tage von der Sache gehört hat. Zu« Bevollmächtigte« de» Kundeorath find, wie der „Reichs- Anzeiger" mittheilt, von Seiten Preußens der Minister des Innern, Herrfurth, und der Staatssekretär des Reichsschatz' amts, Freiherr v. Maitzahn ernannt worden. Ueber die Ketheiligvng a« de« preußische« Land- tagsmahle« veröffentlicht die„Frkf. Ztg." eine Zusammen- stellung, der wir folgendes entnehmen:„Bei den Reichstags- wählen betheiligten fich 1878 63.9 pCt.. 1881 58.6 pCt. 1884 62,2 pCt., 1887 77,5 pCt. der Berechtigten. Wie stark oder wie schwach aber die Betheiligung bei den preußischen Land- tagswahlen gewesen ist, ist amtlich fest 1666 gar nicht mehr fest- gestellt worden. Aus der älteren Statistik aber entnehmen wir, daß fich 1855 nur 16,1 pCt. ver Wahlberechtigten(12,7 pCt. in der dritten Abtbetlung) detheiligten. Bei Beginn der„neuen Aera" tm Jahre 1858 genügte schon eine Betheiligung von 22,5 Prozent(18,5 pCt. in der dritten Abtheilung), um die gesamm- ten Parteiverhältniffe im Abgeordnetenhause von Grund aus zu ändern. 1861 wuchs die Belhelligung von 22,5 pCt. auf 27,2 Prozent(28 pCt. in der dritten Abiheilung). Eine Auflösung im Jahre 1862 steigere die Bethelligung auf 84,3 pCl.(30,5 Prozent in der dritten Abtheilung). Anscheinend ist dies die höchste Bethelligung gewesen, welche überhaupt jemals bei prcu- ßischen Adgeordnetenwablen erziell ist. Mehr als zwei Drittel der Wahlberechtigten haben also an diesen Wahlen niemals Antheil genommen. Schon 1863 sank nach der Auflösung die Betheiligung auf 30,4 Prozent(27,3 pCt. in der dritten Adtheilung). Selbst im Som- wer 1866 während des Krieges betcug die Beibelligung nur 30,9 pCt.(27,6 pCt. in der dritten Adtheilung). Wir möchten annehmen, daß bei der letzten Landtagswahl die durchschnittliche Wahlbetheiligung im ganzen Lande nicht über 15pCt. der Wahlberechtigten hinausgegangen ist."— Diese Zahlen find die beste Kritik des„elendesten aller Wahlsysteme", für deffen Beseitigung entschiedm einzutreten natürlich keinem Deutschfteifinnigen einfällt. $nt dt» nächste Reichstagsfrssto« wird angeblich an Stelle des zum Mmffter beförderten Herrn v. Wedell-Piesdorf der frühere Reichstage präfident Landesdirektor v. Levetzow als erster Präfident in einer Berliner Korrespondenz des„Frank- furter Journals" gmannt. Die„maßgebenden Parlamentarier", auf welche fich diese Korresgondenz bezieht, dürften schwerlich fich jetzt schon über die Präfidentenwahl im Reichstage den Kopf zerbrochen haben. Di« Mangelhaftigkeit««fever Arbeitervrrfiche- ru«g»gesehe— ganz abgesehen von ihrem durear kratichen Charakter— wir? durch nachstehendes Beispiel, das wir im „Leipz. Tgdl." finden, in ein recht grelles Licht gestellt. Wir lesen da:„Leipzig. Dem Schiedsgerichte lag ein Fall zur Be- urtdellung vor, welcher es demselben nickt leicht machte, seine Pflicht zn erfüllen. Der Ardeiter Ernst Louis Teichmai n aus Wesenstein erschien vor dem Schiedsgericht in einem beklagend werthen Zustande— nur mit Hilfe zweier Stöcke vermochte er fich zu bewegen— und doch befand fich das Schiedsgericht nicht in der Lage, den die Entschäoigungeansprüche Teichmanns abweisenden Bescheid der Berufsgenoffenschaft abzuändern, weil das vorhandene körperliche Leiden Teichmanns nicht als ein solches erachtet werden konnte, für welches auf Grund des Un- fallverficherungsgesetzes Entschädigung zu gewähren ist. Es war dieser Fall recht sehr geeignet, den Wunsch auf baldiges Zu« standckommen eines Jr.validenverstcherungsgesctzcs zu unter- stützen. Denn Armenunterstützung nehmen zu müffcn kommt und höhere Ziele giebt, als den bloßen Besitz von Reich- thum. Doch Sie werden mir heute Abend für eine Vorlesung über soziale Probleme nicht dankbar sein und ich vermuthe, daß mein Freund Wallace herkam, um mit Ihnen über intereffantere Fragen zu sprechen. Ich denke, Zhr Vater und ich ziehen uns Keffer in die Küche zurück und organifiren beim Dampf uuserer Pfeifen eine kleine Versammlung von Rittern der Arbeit." „Rein, nein," erwiderte Maud,„Sie irren sich wirklich, Mr. Wallace kam heute Abend, um von meinen Abenteuern zu hören und um mit mir die sozialen Fragen und Probleme zu studiren, gerade wie wir eS schon viele Monate lang ge- than haben. Wir haben uns unter den älteren politischen Oekonomen umgesehen und in ihnen weder Leben noch Hoff- nung gefunden. Eine halbe Stunde ihrer Unterhaltung ist ein halbes Jahrhundert mit Ricardo werth; ich weiß, Mr. Wallace ist hierin gleicher Ansicht mit mir." „Sie beide thun gut daran," fuhr Constance fort, „Ricardo und die anderen Schriftsteller der alten Schule zu lesen, nicht ausgenommen Profeffor Sumner/) diesen ver- steinerten Ueberrest alter Zopfwiffenschaft. Sie sind dann am beste« im Stande, die Unrichtigkeit ihrer Lehren nach- weisen zu können. Die Arbeiter Amerikas studiren nicht genug Sozialismus und politische Oekonomie. Wir haben eS zugelassen, daß die Klasse der Müßiggänger für uns das Denken besorgt. Sie werden bemerkt haben, daß bis in die neueste Zeit hinein alle Werke über dieses Thema, das für die Arbeiter doch da» interessanteste und wichtigste der Welt ist, von Männern mit UniversitätSbildung geschrieben worden find, welche von diesen Fragen absolut nichts verstanden haben und welche sich für entwürdigt und für entehrt gehalten hätten, wenn sie ge-nöthigt worden wären, ihren Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen, die ihnen zwar die zarten Hände verdorben, aber ein praktisches Verständniß gegeben hätte, vermittelst dessen sie sowohl in wissenschaftlicher, wie auch humaner Beziehung zu anderen Schlüssen gelangt wären. „Aber der Gedanke von MaudS künftigem Verkehr in manchem recht hart an, besonders wenn er, wie im vorliegeodckcbiedsg erichti Falle, im besten Mannesalter fich befindet— Te-chmann ist ¥ Jahre alt und war früher ein fleißiger und zuverläsfiger ArdrtWa"�tellen — Teickmann ist im November 13?6 im Betriebe der Fabrik Mügeln durch ein Pappdach durchgebrochc„ n,„ wobei ihm eine Rolle Dachpappe, deren er zu einer ibm u'te getragenen Dachreparatur benöthiqte, auf beide Bei« Im Aal geswlagen sein soll. Nach ärztlicher Mittbeilung W Fahr 188' Teickmann hierbei eine geringfügige Kontusion der rcctüuf den 21. I Beckenseite und eine unbedeutende Verstauchung des reckten Fustm Reichstaa gelenkes erlitten. Kurze Zeit darauf zeigte es fick, daß der Anlaß, seine a Jahren beiderieits vorhandene chronische Plattfuß Teichmcmsm die Vorde akuten Charakter angenommen hatte. Teichmann behauptet m#d Vorstädte s-ine dermalen noch bestehende Erwerbsfähigkeitsmindeiung sAuar wurden im Zusammenhange mit dem Betriebsunfall im November 16*« ÖauSnucm und hat dabei hauptsächlich darauf Bezug genommen, daß»er Wahlerüst unmittelbar von dem erlittenen Unfälle an ziemlich stark aküi�'e. eingetri getretener Schmerzen wegen nur mit dem Stocke in der habe gehen könnm. während ibm vor dem Unfälle die fußstcllung keine Beschwerden verursacht habe. Teichmann ist» zwei Aerzten behandett worden und zu dem Termine waren' Sackverftändiae die Herren Dr. med. Landerer und Dr. Freiherr von Liffer von hier zugezogen. Die Gutachten sämmtlichen vier Aerzte lauten jedoch ziemlich übereinitiwv dahin, daß die bestehende Erwerbsunfähigkeit auf die PH' keit und den damit verbundenen Muskelschwund der schenke! zurückzuführen sei und mit den bei dem oben e wä. Betriebsunfälle erlittenen Verletzungen nickt zusammenhänge.� beiden im Termine gehörten Sachverständigen haben auße noch hinzugefügt, daß es nicht wahrscheinlich sei, daß die be neten Verletzungen einen beschleunigten Einfluß auf das' gehabt haben. Dagegen hat der eine dehandelnde Arzt i sagt, Teichmann habe seit einer Reibe von Jahren durch Berufsarbeit und durch das tägliche Zurücklegen eines Parteien einb vachen. Bis statt. Nachdem vahl ergeben urden nur r oacht. Die si Lhätigkeit un inen gedruckt« reifes veitheil p'arm vorläuf demselben sozi> jForm zu Tage and den öffentl amte als Land aesetzcs am 2 landen Abend ammenrottun _. p ibutuuicycn CUIC3 tvv r_ Weges von feiner Wohnung nach der Fabrik und zurück( Füße wiederholten ärztlichen Abrathens�u fr 6 11§ U# wcmiD erachtet übermäßig angestrengt und das 3%� werden der Plattfüßigkcit Teickmann's leite sich von b'ejf i8.® langjährigen Ueberau strengungen, nicht% �* von den bei dem Unfälle erlittenen geringfügigen Verletzung. Is.« her. Das Schiedsgericht hat, wie bereits oben angedeutet, JjC. Trueo n Berufung zurückgewiesen indem dasselbe davon ausging, Abgeordn erlittenen geringfügigen Verletzung � jS cr die von" zwei S chverständigen zugegebene Möglichkeit ei«� Vorfitzend Zusammenhanges des Leidens Berufungsklägers mit dem Aßdeß die Gl ') Ein amerikanischer Volks wirthschastler. beregten Betriebsunfälle gegenüber dem für Ableitung hinderte. Leidens aus dieser Ueberanstrengung sprechenden höheren@1 PhatfaAen aa der Wahrscheinlichkeit als für die Beurthcilung der Sacke«jfccrdern in schlagaedend nicht erachtet werden könne."— Dies der B«' ,(_ des„Tageblatt". Wir wollen das Urtheil des Schiedsgert glaendem aa keiner Kritik unterwerfen. So viel aber steht fest, w.nn*'eint Arbeiter in der Lage Teichmann's keinen Anfpmch auf U« fraaniffc»u stützung hat, dann muß die Gesetzgebung über» jo F-bruar r mangelhaft sein. Der genaue Grund der Artx* �ehtlmae n Unfähigkeit läßt fich in unzähligen Fällen nickt konkret Tammenrottun weisen und für solche Fälle müßte unter allen Umständen JvjL. v™ motD sorge getroffen sein.— Sehr naiv ist das Bedauern des„�.ller Erinncrr blatt", daß das Invalide n. Verstcherungsdfff � �«erict noch nicht fertig sei! Die Reich-penfion von 33'/» v,enn hätte die Bettelsuppe des armen Teichmann auch nicht �e'rwundungc gemacht! unerfindlich, Di» abfällige« Kritiker über den Entwurf der Altchchcn Bericht verficherung mehren fich täglich. So haben jetzt wieder schreibt die Knappschafiskass.n im Zwickauer und Lugau Oelsnitzer BergvfDruckerer desc revier(mit ca. 16 000 Ardeitern und KnavpschaftsmitglieVAnntce und 1 über die„Krönung der Soziaiüefo m" zu Gericht gesessen fzittte. Wohei dabei vorläufig nachstehendes a.. dem bisher bekannten Ennjlstlsche und k als abänderungebevürftig bezeichnet: 1) Eine Karenzzeit«Hraten, welch« gar wcht vorgesehen sein, wenn aber nöthig, statt 5 3»ffmtlichen si höchstens i— 1 Jahr. 2) Tie Invalidenrente soll nicht MLas die Zusa 250 M. beim Beginn und nicht über 600 beim böcdste» �pls in allen l betragen, jährlich 20-25 M. aufsteigend. Theilweile ASiZahlbewegun lidität ist theilw.ise zu entschädigen. Weniger als 509 M«Tdatz so unze die Vollrente bei voller Invalidität nicht betragen. Die?l«riöth!g waren, rente möchte beim 55. Lebensjahr(beim Bergmann eig» roeis, hierfür sckon beim 50. Lchenejabr) nach 25—30 Bettragsjahren. beendigter W Jahr höchstens zu 45 Wochen gerechnet. beginnen,«m Baionnet Anfangsrente möchte nicht unter 300 M. bett« gingen. jedes Jahr um 25 M. aufsteigend, bis zu 5—600?«« als höchste Rente. 4) Wer ausscheidet, soll seine Antsvorstede zahlten Beiträge bis zu\ zurückerstattet erbalJen, Jmeithen Bert länvische Arbeiter haben nur AdfinounAssummen zu erb"', Wohnung ha 5) Die Renten sollen möglichst gleichmäßig oder nur in srnM 3 Klassen festgesetzt werden,— nicht nach Lohn bere«tin�"�n Miel weil alte(bergfertige) Arbeiter häussg in den letzten 3�"'"£n einen viel niedrigeren Lohn erreichen(Tapearbeit:c.), als der früheren jungen Jahren. 6) Quittungsbücher find cntsct� zu verwerfen,(ver gl. das Arbeitsbuch und die Abgangs dafür ist eine einfache Rechnungsart einzuführen. 7) Der» Verwaltungsapperat ist einfach und möglichst leicht handh einzurichten.— Die Steuern können von der Gemeinde erb und die Betträge ebenso verabfolgt werden unter AcnusuiXj iald nach sc von deffen V tost) bei der itobe" bei il üls S. fich i Jähnlicher We der Welt des Reichthums hat eine Zdee in mir angettdünnte Gast Zn unserem Programm befürworten wir Prinzipien, Helligkeitsänt »erselden mit eraus, daß wütendsten i deren Verwirklichung wir eine gleichmäßige theilung des Produkts der Arbeite! DaS soll heißen: Die Möglichkeiten, Reichthümer in nen Händen anzuhäufen, sollen abgeschafft, Millionäre unmöglich gemacht und das gesammte arbeitNffckwächerer Ü :e arvc»-�- sich wohl fHmhme fteunbisd dadu enen der Gc Volk in eine Lage gebracht werden, wo e» Wir wollen nicht so viele Paläste, aber mehr- und gesunde Wohnhäuser. Die größte Schwierigkeit. � � � wir zu bewältigen haben, ist der auf» höchste gesp�die Sonnenv Individualismus, den die alten Oekonomen Rückst lehren und der durch die Praxis und durch die Th� Sonne wegg in viele Generationen, und nicht blos die der h*. Einfluß der s ch e n d e n Klassen hineingedrungen ist. Der'�»maffe bewirke „Zeder für sich und der Teufel nimmt*, Utbetf Letzte n", ist die wahre Essenz der sogenannten® stcbenoe Not« wirthschaft, die seit den Tagen Adam Smtth'S in Z find alle N< Schulen und auf allen Akademien, Universitäten, ja r Dl in unseren Volksschulen gelehrt wird, also in Sei stallen aufgebaut und erhalten durch die nämliche �%% rßl welche durch solche Lehren herabgewürdigt wird.•©aloz und tz Satz steht in grellem Widerspruch mit der Religion, fortgeriffen r wir uns bekennen sollen— und schlägt auf« abscheu«"«ach Evlan r ins Geficht der Lehre jenes Christus, der seinen Iü>� �«Kdrochen. und der Welt den erhabenen Befehl gab: „Liebe Deinen Nächsten, selb st." (Fortsetzung folgt.) w t e Di-H ? Meter'böcl Uber die Lin . zu befördern einem Zuge j des Tunneli | fammengesto� Ans Kunst und Leben. Da» Licht, metch»» dt» Ko«»t»«««»strahl� tanken sie nach der Anficht der meisten Forscher au» irgeaZ Weise der Sonne, sei es, daß in der Kometenmaffe en' fem vertheilte Krystallblättchen von Eis. oder fest.„ Kohlenwafferstofftheilchen das Sonnenlicht zurückwerfen- -n AstrophyG� daß— wie es die Meinung des verstorbenen- Spiritisten Zöllner war— durch den Einfluß ver eleltrizität die verdünnten Kometendämpfe leuchtend Don«i Rew-Dork: unserer Poll H. King,«Ii fünfzehn Na Mühe wied« ihm verübte Gerichte har «ähnte Und . nmN�end-Oiedsg erichts(Schiedsspruch) und entailtige Entscheidung durch »eichsoel sicherungsamt(vergl. Unfalloerficherung). Alle Knapp- L- M.kfjjrfaftSältetten— Arbertervertreter— bei der Knappschafts« »e« kbemisM�rufszenoffenschaft und Vorstände von Bergarbeiter-(Berg- ->k? nckei�pp�n) Vereinen werden außerdem im eigensten Jntereffe er- -er ibm ihre Ansichten und Meinungen zum Besten zu geben. de Bein Im Jahre« bericht de« Lübecker potizeiamte« für tbeilung lMs Zahl 1837 beißt es unter Anverm folgendermaßen:„Die ber recktiuf den 21. Februar angesetzte Wahl eines hiestgen Abgeordneten rechten Fch>n Reichstaae gab dem Polizeiamte in vielfachen Beziehungen daß der stnlaß, seine Thätigkeit zu entfalten. Zunächst handelte es fich TchchmnOn die Vorbereitung zur Aufstellung der Wählerlisten für Stadt ha"ptet mmd Vorstädte. Nach der Verfügung des Senates vom 15. Ja- rdcruna sickrar wurden bis zum 20. desselben Monats im Meldeamte aus ivcmbcr 1Äen Hausbüchern 12 724 männliche Personen in den Entwurf men daß»er Wählerlisten für die 20 städtischen und vorstädtischen Wahl- b st'art altezirke eingetragen. Sodann galt es, die von den verschiedenen -Karteien einberufenen Wählerversammlungen polizeilich zu über- achen. Bis zum Wahltage fanden 30 derartige Ueberwachungen iatt. Nachdem an letzterem sich die Nothwendiakeit einer Stich- ahl ergeben hatte, begann die Agitation abermals. Freilich urden nur noch 4 Wahlversammlungen abgehalten und über- acht. Die sozialdemolrattsche Partei entwickelte aber eine rührige hätigleit und ließ am 27. F-druar auf dem Lande überall nen gedruckten Wahlaufruf an die Wähler des Lübecker Wahl- reifes vertheilen. Dies bereits am 26. in 9 bis 10000 Exem« 'arm vorläufig volizellich beschlagnahmte Flugblatt wurde, weil in emsclben sozialistische und kommunistische Bestrebungen in einer Form zu Tage traten, welche die Eintracht der Äevölkc.ungsklaffcn nd den öffentlichen Frieden zu gefährden geeignet war, vom Polizei- mte als Landeipolizeibehörde auf Grund des§ 11 des Sozialisten- lesetzcs am 28. Februar verboten. Am 21. desselben Monats landen Abends nach beendetem Wahlgeschätt umfangreiche Zu- mmenrottungcn in den hiestgen Straßen statt, welch? energi- ' es polizeiliches Einschreilen erforderten, und deren tzaupttheil- hmer demnächst der Staatsanwaltschaft überwiesen wurden. das Polizeiamt mußte fich hierdurch verpflichtet fühlen, flu den dag der Stichwahl(1. März) unter Zustimmung des Senates ch im Voraus der Mitwirkung deS hier garnilonirenden Mili- irs zu verfichern. Letzteres bezog für jmen Tag zwei fernere "achen in der Stadt, doch ward ein gewaltsames Einsckreiten Truppen zum Glück nicht erforderlich. Gegen die Wahl s Abgeordneten lief bei dem Reichstage ein Protest seitens Vorfitzenden des hiestgen Arbeiter- Wahlkomitee ein, welcher ldeß die Gtlligkeitserklärung der Wahl durch den Reichstag icht hinderte. Ein Theil der in jenem Proteste dehauvteten Tatsachen gab dem Senate Anlaß, vom Polizeiamte Bericht zu fordern, in welchem diesclbm als unrichtig nachgewiesen werdm konnten."— Die„Eisenbahn-Ztg." begleitet den Bericht mit folgendem, ganz zutreffendem Kommentar:„Dieser Bericht scheint ins nach einer Rechtung hin der objektiven Darlegung jener rugniffe zu entbehren. Nach den Zeitungsberichten vom !2. Februar wurden am Hauptwahltage zwar 9 Erwachsene und Lehrlinge wegen Ruhestörung und 1 Erwachsener wegen Zu- mmenrottung verhaftet� aber das war nicht im entferntesten nit den Vorgängen am estich Wahltage zu vergleichen, die ja in iller Erinnerung find. Es ist auch eine thatsächliche Unrichtig- keit im Berichte, daß das Militär nicht gewaltsam vorgegangen ei, denn daffelbe ist tambour lattant vorgegangen und es find Verwundungen mit blanker Waffe vorgekommen. Es ist uns tncrfindlich, was die Verschleierung dieser Tdatsachen im amt» lichen Bericht dedeuten soll.— Hinzufügen wollen wir noch, 'chreibt die„Nordwacht", daß das betreffende Flugblatt in der ruckerei beschlagnahmt wurde, ehe Jemand außer dem Wahl- itce und dem Drucker auch nur die geringste Kenntniß davon fite. Woher wußte die Polizeibehörde, daß in denselben„sozia- listische und kommunistische Bestrebungen in einer Form zu Tage aten, welche die Eintracht der Bevölkerungsklaffen und dm ffentlichen Frieden zu gefährden im Stande waren??"— Las die Zusammenrottung betrifft, so war diese nicht schlimmer ls in allen denjenigen deutschen Wahlkreisen, wo eine starke ahlbewegung stattgefunden hatte, und durchaus nicht derartig, atz so ungewöhnliche„VorstchtSmaßregeln" am Stichwahltage wthig waren, als wir fie hier erlebt haben. Den besten Be- weis hierfür lieferten die Arbeiter selbst, indem fie fich nach beendigter Wahl ruhig in ihre Wohnstätten begaben und so den Bajonnetten des Militärs auf kluge Art aus dem Wege 6 8 Zum Kapitel der bürgerliche« Armenpflege hat der Anis Vorsteher in Kunzendorf in Westpreußen einm demerkens- werthen Beitrag geliefert. Ein Arbeiter S. war, weil er keine i ,u erv�Wohnung hatte finden können, vorläufig mit seiner Familie im nur w Z'Ortsarmenhaus untergebracht worden, wofür er übrigens einen berechnet'dilligen Mietbszins anbot. Irgend eine andere Unterstützung us den für Ortsarme bestimmten öffentlichen Mitteln wurde itn S., der nach außerhalb auf Arbeit ging, nicht zu Theil. ald nach seinem Einzug ins Armenhaus wurde er nun aber on dessen Vorsteher aufgefordert, für 50 Pf. täglich(ohne 'oft) bei der Gutsherrschrft in Kunzendorf und vorerst noch„zur 'rode" bei ihm(dem Vorsteher) zu gleichem Satze zu arbeiten. ls S. fich nun dessen weigerte, wurde er auf Grund einer in der lle die mann ist ne warm ind Dr. lachten reinstimi ie Pb der m e w enhänge. >en auß »ß die bi uf das Arzt durch eines MÜck s e( hens u ) das von nicht Verletz gedeutet, msging, lickkett nit dem bleituna öheren# r Sache 3 der ichiedsg st, weNN b auf > über der Ai' konkret 53V, Ps«' ich nicht :f der Alt it wieder' tzer Be tsmitglst gesessen l aten En? cenzzeit, statt 5 nicht lweiie oofll Die! nn eh zsjahren. innen.,. I betvflg 5-600 II seine rbalten, . s t erwä ner in eschasft, ate arbe" ) wohl r freu nerigkeit, etzten als w; ad mtsa Ibgangs 7) Der« )t handh neindeer AniufuNsi bnlicher Weise, wie infolge eines elektrischen Stromes der ver- air ang�ünnte Gnsinhalt der Geißler'sckm Röhren Licht ausstrahlt. n-iniea Hü« diese letztere Anficht sprechen neuere Untersuchungen, welche .»p«tiO. Berberich angestellt hat; dieselben erstrecken fich auf die 1 0 e �Helligkeitsänderungen des Encke'schen Kometen. Durch Vergleich derselben mit den Perioden der Sonnenflecke stellt fich nämlich eraus, daß die Stärke des Kometenlichtes zur Zell der de- eutendstcn Sonnenthätizkeit größer ist, als während der Zeit chwächerer Sonnenthätigkeit. Zöllner selbst hatte seine An- ahme dadurch begründet, daß die Spektren der Kometen mtt enen der Gase in G-ißler'schen Röhren große Aehnlichleit zeigen. 'in übrigen paßte seine Anficht gut zu der Vorstellung, welche '—....."-" Nicht eine durch danach durch ' muairoB vre �.yeucyen oes»rernes nach der von der die W. Sonne weggekehrten Seite fortschleudern, sondern der elektrische der h« Einfluß der Sonne soll eine Adstoßung der lockeren Kometen« Der S» sn äffe bewirken. «ntmt � Urberschwemmung. Die Paris-Lyon-Bahn läßt nach- mnten A? stehende Note veröffentlichen:„Durch Wollenbrüche in Savoyen ith'S in n find alle Nebenflüsse der Rhone und die Rhone selbst aus- rten ja r getreten. Der Verlehr der Züge ist nur auf einem Geleise nlfo ia' Zwischen Seyscel und Pyrimont(Linie von Culoz nach Genf) Ar" möglich. Er ist zwischen Culoz und Aix les-Bains unteibrochen. r9 wiiao das Geleise 50 Zentimeter unter Waffer steht, und zwischen I�uloz und Amderion, wo eine Brücke 6 Kilometer von Culoz, ligton, fortgerissen wurde. Er ist auch auf den Linien von Bellegarde abscheuv'nach Evian und von Aix les-Baines nach Annecy und Annemasse nen Zü" 5"Kdrochen. Das Waffer steht im Bahnhofe um Lovagi y � � Man ist destrebt, die aus Aix kommenden Züge e D iu8« zu Hilfe gesandt wurde, früh um 8 Uhr außerhalb 1 des Tunnels des Mont Löpine mit einem Personenzug zu- I sammengestoßcn, der hierauf entgleiste." _ No«-w«m gemüthttche« Kheriflf berichtet man aus VN. N-w' Jork: Von einem Unler-Shenff geführt, erschien vor einem .«hW* unserer Po izeigerrchte vor einigen Tagen der berüchtigte Fälscher Mi irae»�$ King, alias Leonard, alias Billy Devere(kann in weiteren MiW sumzehn'Namen sortgesetzt werden). Man hatte denselben mit fest ittc �lut,e wieder�einmal emgefangen, während sechs grogartige von «ähnte Unter- Sheriff dm" Gefangenm"na'ch"dem"Tombs- Ge iKÄÄ'liS'släÄ' S "" gj«'«lähni» Ur.itr• iiirn ffl-fnnrtfnM, nn* s.». M». der end vom Amtsvorsteher in Uebereinstimmung mit dem Ortsvorsteher erlaffenm Polizeiverfügung angeklagt, indem darin bestimmt wird, daß die im Ortsarmenhause untergebrachten Personen zu Geldsttafen. Das Kammergericht wies dagegm die Sache in die Vorinstanz zurück, ausführend, daß die Verordnung nur da an- gewendet werden könne, wo es überhaupt an Arbeit fehle, oder wo Arbeitsscheu vorliege. Es würde aber allen Grundsätzen der Armenpflege widersprechen, wenn man einen Armen zwingen wolle, bessere Arbeit aufzugeben und schlechtere anzunehmen. � m„ Mo» Hauvsnckunge« in Kiel und den Nachbarorten Wellingdorf. Gaarde, Neumühle und Ellerbeck nach verbotenm Druckschristen berichtet die„Nordwacht". Gefunden wurde nichts. In Kiel ist ein Geheimbundsprozeß gegen vier Ardeiter im Gange. Angeklagt find alle Vier der gebeimm Verbindung, der Verbreitung verdotmer Schriften und Drei davon noch de- sonders der Beihilfe zur Verbreitung nach den§§ 128 und 129 des Strafgesetzbuches und§ 19 des Reichsgesetzes in Verdin- dung mit§ 49 des Strafgesetzbuchs. Zeugen find drei Polizei- ZurückgeNommene« Uerbot. Wie die württembergische Regierung des Neckarkreises mittheilt, ist das Verbot des Flug- blattes mit der Aufschrift:„Genossen! Arbeiter!" welches in 'Nr. 256 des„Reichs- Anzeiger" bekannt gemacht war, zurück- genommen worden. Kchvei?. In dem in Bem erscheinenden„Schweizer Sozialdemokrat" wird der Entwurf, betreffend Gründung und Organisation der sozialdemokratischen Partei in der Schweiz, veröffentlicht. In den Erwägungen wird u. A. hervorgehoben, daß„der reaftionären Politik des schweize- rischen Bundesraths und insbesondere den politisch, polizeilichen Verfolgungen der Sozialdemokratte gegenüber der Zeitpunkt ge- kommen ist, wo die entschieden sozialdemokratisch gefinnten Schweizerbürger fich zu einer einheitlich organisitten Partei zu- sammenschließen müffen". Gestützt auf diese und eine Reihe von andern, formellen und materiellen Erwägungen wird dem Ardeitertag folgender Antrag unterbreitet: 1) Der vom Aktionskomitee geleitete Verband des schweizerischen Arbeitertages wird aufgelöst; 2) die in der Schweiz wohnenden ausländischen Gefinnungsgenossen find durch das Mittel der gewerkschaftlichen Organisation und bezügliche Bestimmungen des allgemeinen Gewerkschaftsprogramms an den Bestrebungen der schweizerischen sozialdemokratischen Partei zu interesfiren und es ist mit ihnen ein reger Verkehr, wie er der Gefinnungsgemeinschaft entspricht, zu unterhalten; 3) an die Stelle des schweizerischen Ardeitertages sowie der bisherigen schweizerischen sozialdemokratischen Mit- gliedschast tritt eine„sozialdemokratische Partei der Schweiz" mit eigenem Programm und desonderen Statuten. Der „Schweizer Sozialdemokrat" veröffentlicht weiter den Entwurf des Arbeitsprogramms für 1888-89. Folgendes soll erstredt werden: Obligatorisches Referendum und Initiative, Wahl deS Bundesraths durch das Volk, Abschaffung der politischen Polzei, Eisenbahnrückkauf, Banknotenmonovol, staatlicher Getreidehandel, Zündholzmonopol u. s. w. Die„Unterstützung aller gesetzgebe- rischen Arbeiten für Arbeiterschutz und Ärbeiterfürsorge" wird empfohlen,„immerhin unter steter Betonung des Charakters derselben als blos vorläufiger und vorübergehender Milderungs- maßregeln der heutigen in ihren Grundlagen schlechten und unhaltbar gewordenen Zustände." Großbritannie«. Nicht weniger als 31 P e r s o n e n standen wegen Wider- st a n d e s gegen Ausweisungen in Woodford vor Gericht. Dr. Tully und zwei andere wurden zuje 6 Monaten Gefängniß verurtheill; die übrigen zu 1 bis 4 Monaten. Die Ausweisungen auf dem Vandeleur'schen Güterkomplex, welche am Montag wieder deginnen sollten, kamen wegen eines Form- fehlers im Behändigen der gesetzlichen Ausweisungs-Anlünvi- digung nicht zur Ausführung. Die Kohlenarbeiter der Zeche Butterly bei Ripley in Derbyshire beschlossen, die auf der Konferenz in Manchester von ihren Berufsgenoffen gefaßten Beschlüsse gutzuheißen und zu streiken, falls ihnen nicht eine lOprozentige Lohnerhöhung bewilligt würde. Einer der Redner meinte, der wahrscheinlich bevorstehende Streik würde einer der riefizsten der Neuzeit werden. frankreich. Uly erklärt in einer Zuschrift an die „France", er sei seinem liebenswürdigen und geistreichen Kollegen Andrieux, den er übrigens mit seiner Beschuldigung nie- mals gemeint habe, für den Dienst sehr dankbar, welchen ihm derselbe mit seiner Klage erweise. Er habe nur noch das eine zu verlangen, daß auch seine 32 Kollegen des Ausschusse« seinem Beispiele folgten. Er kenne deren mehrere, die fich wohl hüten würden, es zu thun, u. a. zwei ehemalige Kollegen des Herrn Ferry. Der Art. 31 des Preß ge setz es, auf Grund dessen G i l l y verfolgt wird, lautet:„Es verfällt der gleichen Strafe (8 Tage bis 1 Jahr Gefängniß und 100 bis 5000 Frks. Gelb» fängniß zurückzubringen, und weil der Transportwagen schon überfüllt war, gingen die beiden Männer zu Fuße. Fälscher King bot dem Beamten eine Zigarre an, die dieser dankend akzeptirte, und bat. ihn nickt zu fesseln, er würde ruhig mitgehen und dem Beamten, der so freundlich gegen ihn sei, gewiß keine Unannehmlichkeiten bereiten. Die Bitte wurde gewährt und rauchend und plaudernd suchten die beiden Männer ihren Weg durch die belebten Straßen der Stadt. Unterwegs gesellte fich Kings junge hübsche Frau zu ihnen, sowie die Mutter des ersteren und wurden in aller Höflichkeit dem Beamten vorgestellt. Nach einer Weile lud die junge Frau den Beamten ein, mtt seinem Gefangenen(chrem Gatten) nach Jersey-City zu kommen, um Kaffee zu trinken, ein Spielchen zu machen, kurz, fich zu amüfiren; er könne ja am Abend mit seinem Gefangenen nach New- Bork ins Gefängniß gehen und irgend eine Ausrede über die Verzögerung machen. Gesagt, gethan! Der gemüthliche Sheriff fühlte unter den verliebten Blicken der jungen Frau ein menschliches Rühren, ließ fich mit seiner kleinen Gesellschaft über die Fähre setzen, begab fich nach der Wohnung der Mrs. King und glaubte nie aemüchlichere Menschen gesehen zu haben, als diese schwinvlerbande.Als er aber, beim Kaffee siyend, einen kurzen Augenblick seinen Gefangenen aus den Siggen ließ, sprang dieser aus dem im zweiten Stockwerk be- legenen Zimmer auf die inzwischen dunkel gewordene Straße und entfloh. Die Frau rieth dem entsetzten Beamten in aller Ruhe, diese niedliche Geschichte für fich zu behatten, damit man ihm nicht den Lauspaß gebe, und entließ ihn. In der That gab der Beamte an. sein Gefangener sei ihm auf der Straße, also während des Transportes, entsprungen, und zwar that er dies erst einen Tag später, um dem Entspmngenen Zeit zu lassen, fich in Sicherheit zu bringen, damit die wahre Begebenheit un- enthüllt bleibe, zwei tüchtige Detettivs jedoch holten den Flücht- ling in Buffalo ein, brachten ihn zurück nach New-Bort und hier erzähtte er das obige hübsche Histörchen, welches die Polizei- Autoritäten in Verzweiflung und ihn, den gemüthlichen Unter- sheriff. um seine Stelle bringt. Nach der Kerechnnng de» polnisch««««lehrte« G,in»ky beträgt die Gesammtzahl aller Polen in Europa 11 975 356 Köpfe. In Oesterreich leben in den Provinzen Galizien, Bukowina und Schlefien 2 222 300 Polen, in Preußen finden fich in den Provinzen Ostprmßm, Westpreußen, Posen und Schlesien 2672000 Polen. Im Königreich Polen wurden 1886 7 357 375 Bewohner gezählt, von dment5 400000 als Polen angesehen werden. In Weißrußland und Ltthaum leben 958 056 und in Kurland etwa 23000 Polen. büße oder eine dieser beiden Strafen), die durch die gleiche» Mittel(wie die in dem vorangehenden Artikel aufgeführten) be» gangene Verleumdung, mit Bezug auf ihren Beruf oder ihre Eigenschaft, von einem oder mehrerm Ministem, einem oder mehreren Mitgliedem einer der beiden Kammern, einem öffent- lichen Beamten, einem Inhaber oder Beauftragten der Staats- gewalt, einem Geistlichen eines der vom Staat besoldeten Kulte, einem zeitweise oder dauemd mit einem öffentlichen Dienst oder Mandat betrauten Bürger, einem Geschworenen oder einem Zeugen bezüglich seiner Aussagen." Amileare Cipriani, der italienische Revolutionär, von dem in der letzten Zett mehrmals die Rede gewesen ist, theitt den Blättem einen„Aufruf zur Einigung der lateinischen Rassen" mtt. in welchem er die italienische Regierung wegen ihres Anschlusses an Deutschland angceitt. Es wird femer mitgetheilt, daß fich in Paris ein„Zentral- komitee der lateinischen Union" bilde, welches den Zweck ver- folgt,„mtt allen erdenklichen Mitteln die jesuitischen Manöver unserer gemeinsamen Feinde zu vereiteln, die Mißverständnisse aus dem Wege zu räumen, welche diese Manöver schon ge- schaffen haben, endlich die unauflösliche Einigung der Völker lateinischen Stammes auftecht zu erhalten durch eine unermüd- liche Propaganda und, wenn es sein müßte, durch mergisches Handeln, entschloffen, allen Eventualitäten, sogar dm äußersten, die Stim zu bieten." In Lyon wurden Maueranschläge angebestet, ttr welchen gegen die Aasgaben protestirt wird, die anläßlich der Reise des P-äfidenten der Republik gemacht werdm. Arbetter fordern ihre Gesinnungsgenossen auf, gegen die„Vergeudung der öffentlichen Gelder in dem Augenblicke, da Taufende Roth leiben", im Laufe des Besuchs des Herrn Camot zu mant- festiren._ soziales und ArveitervemeMAW Kietefeid, dm 9. Oktober. Der Streik der Arbeiter der Armaturenfadrik, Metall- und Eisengießerei von Carl Vogelsang in Bielefeld dauert fort. Zuzug ist fern zu halten. Alle Zusendungen find zu richten an Wilh. Petring, Neuen- kirchenerstt. 21, Bielefeld.— Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck obiger Zeilen ersucht. Die Streck- Kommission.__ Dereine»ud Nersamml«»� Verband devtsche» Mechaniker und verw. Berufs- genossen. Die Zahlstelle Berlin hielt am 3. d. M. im Neuen Kludhause, Kommandantenstr. 71, eine Generalversammlung ab. Laut Bericht des Kasfirers beliefen fich die im 2. Quartal d. I. von der Zahlstelle gemachten Einrahmen auf 201,17 M. inkl. 12,17 M. Uberschuß vom 2. Quartal. Die Ausaabm betrug-m inkl. der nach Stuttgart abgefübnen Summe 196,06 M.» bleibt ein U berschuß von 5,11 M. im Lokalfonds. Nach Beglaubigung dieses Berichts durch die Revisoren wird dem Kasfirer Deck-'rg-: erthellt. Der Vorfitzmde gab hierauf einen kurzen Bericht über den Ardettsnachweis. Unter„Verschiedenes" wurde ein Antrag durchberatben, wonach durchreisende Kollegen aus dem Loktsi- fonds d. Z. eine Unterstützung von 2,00 M. erhalten sollen. Dieser Antrag findet einstimmige Annahme. Es folgt hierauf die Wahl eines Kasfirers. Kollege Kühn, welcher dieses Amt 2 Jahre hindurch mit größter Gewiffmhastigkett und zur Zufriedmhett aller Kollegen verwaltet, steht fich leider genöthigt, daffelbe jetzt niederzulegen, da seine Zett anderweitig mehr in Anspruch genommm wird. An seiner Stelle wird Herr Weinert gewählt.— Auf eine Anf-age, betreffend die vor längerer Zell in Umlauf gesetzten Fragebogen, erwidert der Vorfitzmde, daß dieselben wohl massenhaft ausgegeben wurden, doch nur in sehr geringer Anzahl ausgefüllt eingelaufen scim. Nur wenige Kollegen hätten Interesse und Pflichtgefühl genug besessen, die Fragen gewissenhaft zu beantworten. Aus dem zur Verfügung stehen- dm Material eine nur annähernd richtige Gewer ksstatistik zu- sammmzustellen, sei unmöglich. Und doch habe auch dieses wenige schon Nutzen gebracht, namentlich für den Ardeitenach. weis. Für arbeitsuchende Kollegen sei es gewiß von nicht ge- ringem Jntereffe zu erfahren, daß eine Firma Reimann in der Schmidsttaße z. B. laut Fragebogen 21 Lehrlinge beschäftigt. Auch für Eltern, welche ihren Sohn Mechaniker werdm lassen wollen, wird es von Gewicht sein, zu erfahren, daß Herr Mechaniker Hehl, Grüner Weg, eine große Vorliebe für Volontäre hat. Der Herr beschäftigt laut Fragedogen 5 bis 7 derselben. Volontäre find junae Leute, die 4 Jahre oder noch länger lernen müssen, in der Wahl ihrer Ettern aber lo vorsichtig waren, daß fie nicht nöthig haben, währmd ihrer Lehrzeit Kostgeld zu beanspruchen, ja, in der Regel sogar noch Lehrgeld zahlen. Das seim so einzelne Thalsachen, w Iche durch die Frogebogenagttation des Vereins zur allgemeinen Kenntniß ge- kommen find und allein schon für deren Berechtigung sprechen. Die Versammlung fand schon um 10ji Uhr ihren Abschluß, doch blieb die Mehrzahl der Kollegen noch längere Zett in gemüth- licher Unterhaltung zusammen. M-z« du» gelb« Fieder gut ist.(Aus der„Deutsch- amerikanischen Korrespondenz".) Der Kongreß-Abgeordnete N., ein wegen seines Geizes berüchtigter Herr, verteilt in der Bun- deslegislatur einm jener Staaten, in denem Gebiete kürzlich die Geldfieder-Epidemie aufgetreten ist. Wichtiger privater Geschäfte halder in seinen heimathlichen Distrift abberufen, wandelte er unlängst in den Straßen des Dorfes■£..., mit einem schweren Ueberzreber versehen, der ihm bald lästig zu werden anfing. Da fällt sein Auge auf einen ziemlich bleich aussehenden Bur. schen, welcher dm mühselig einherkeuchendm Gesetzgeber höflich grüßt. „Hallo, Jim! Willst Du meinen Rock tragen, bis wir an mein Haus kommen?" rief der Abgeordnete. „Warum nicht?" sagte Jim bereitwillig, worüber fich übrigens Herr N. nicht wenig wunderte. Anfangs hielten beide Schritt mit einander, später jedoch blieb Jim eine gute Strecke zurück und schien fich nur mtt Mühe fortzuschleppm. „Halloh!" rief der Kongreßmann,„wenn Du nicht schneller gehen kannst, will ich lieber den Rock selbst tragen." „Sie müssen nicht böse sein, Käpt'n," mtschuldigte fich Jim: „allein wenn man eben erst aus dem Fieber-Hospttal kommt, ist man immer noch schwach." „Fieber-Hospttal?" schrie der tapfere Politiker, von dem es bekannt war, daß er fich vor nichts mehr fürchtete, als vor an- steckenden Krankheiten.„Ich will nicht hoffen, Kerl, daß du aus dem Fieber- Hospital kommst?" �.Erst vor zwei Stunden entlassen," entgegnete Jim ganz gemuthlich.„Hier ist Ihr Rock— er wird mir doch zu schwer." , Willst Du mir wohl vom Halse bleiben?" zeterte der Herr Abgeordnete entsetzt.„Wenn Du mir zu nahe kommst, schlage ich Dich zu Boden. Kommt so ein Lump aus dem Fieber» Hospital und spricht kein Wort davon.— Ja, will den Rock nicht— geh weg— sage ich Dir— meinetwegen verbrenne den Rock— willst Du mir wohl vom Halse bleiben.— Ich sage Dir, verbrenne den Rock, hier ist meinetwegen noch ein Trinkgeld— nur bleib mir vom Halse." Herr N. lief, was er laufen konnte, um aus JimS Nähe zu kommen. Jim bekam plötzlich wieder flinke Beine. In einer Hand den Rock, in der anderen das Trinkgeld haltend, behauptete er, ein Fieber-Hospttal sei doch'ne gute Sache, zumal wenn einer. nicht drin gewesen ist. »r-ß« öffentliche Nersammlang sä«mtlich»r«»tall- mthtiUv, Dreher, Drucker, Klempner, Former. Schloffcr, Schleifer, Schnrttarbeiter ic., am Mittwoch, den 10. d. Mts., Abends 8 Uhr, in Heidrich's Lokal, Beuthsirahe 20(gr. Saal). Tagesordnung: Stellungnahme zum allgemeinen deutschen Merallardeiter' Kongreß. Referent: Gottftied Schulz. Wegen der außergewöhnlichen Wichtigkett dieser Versammlung ist eS Pflicht eines jeden, zu erscheinen. Zentralkravkrn- und Kegräbnißkass« für Frauen «uv MLdche«.(E. H. Nr. 26. Lffcnboch.) Hauptversammlung am Mittwoch, den 17. Ottober, Abends 3t Ubr, im Louisenstädtischen Klubhause, Annenstr. 16, Hof 1 Tr. Tagesordnung: Kassenbericht pro 3. Quartal. Medizinischer Vortrag und Verschiedenes. «esana-, Tnrn- und gesellige Herein» am Mittwoch " dlust" Abends 8t Uhr im Restarant -..........! /TP.!*•-i» Oft.„Wa »Uhr im Restaurant, Köpnikersttaße 1: erchor Linde" Abends 8', Ubr im Restaurant Kaller, 127».— Gesangverein „ be 70.— Männeraesangverein„Sangesfreunde" Abends 9 Uhr im Restaurant Musehold, Lands bergerftr. 31.— „Frepa", Gesangverein der Freireligiösen Gemeinde, Abends 8t Uhr im Restaurant Benecke, Große Hamburgerstraße 16.— Huppert'sche Sängervereinigung jeden Mittwoch nach dem ersten im Monat, Abds. 9 Uhr, im Restaurant Heise, Lichtenbergerstr. 21. —„Seeger'scher Gesangverein" Abends 9 Uhr im Restaurant Schuh, Prenzlauerstr. 41.— Gesangverein„Schwungrad" Abends 8j Uhr im Restaurant Sahm, Annenstraße 16.— Männergesangvcrein„Lorbeerkranz" Abends 9 Uhr im Restaurant Karsch, Oranienstr. 190.— Gesangverein„Nord-Jubal" Abends 9 Uhr in Vettin's Bierhaus, Veteranenstr. 19.— Männergesangverein„Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr im Restaurant Doderstein, Mariannenstr. 31—32.— Gesangverein „Sängerrunde" Abends 8t Uhr, Buckowcrstt. 9.— Lübeck'scher Turnverein(1.----''"'----------- straße 57- Männer-Abthellung gleichen 1. Lehrlir„ Abends.—„Mehr Licht", Verein für Scherz .ings- Abtheilung von 8 r»—-.., am a» bis 10 Ubr „.VKUI.«.lU,»,««MW IU4- UNd Emst, Abends 3t Uhr im Restaurant Heid, Koppenstraße 75.— Schlefischer Verein„Holtet" Abends 9 Uhr im Restaurant Henke, Hollmannstraße 33.— Vergnügunasverein„Fröh- ltchkeit" Abends 9 Uhr im Restaurant Säger, Grüner Weg 29 — Wissenschaftlicher Verein für Roller'sche Stenographie. Abends 3t Uhr im Restaurant Beese, Alte Schönhauser- straße 42, Unterricht und Uebungsslunde.— Roller'scher Stenographmverein„Süd- Berlin". Abends 8t Ubr im Restamant Prinzenstraße 97 Sitzung und Uebungsstundc — Arendsscher Stenographenverein„Amicitia" Abends 8t Uhr im Restaurant Behrends, Schönebergerstraße 6.— Arendsscher Stenographenverein �»Philia" Abends� 9 Uhr im Restaurant oge, Köpenickersttaße 191.— Rauch- 9 Uhr im klud„Havanna 80". Reichenbergerstraße 16.— Rauchklub„Gemüthlichkeit" Abends 9 Uhr im Restaurant Achsel, Köpenrckersttaße 161.— Rauch- llub„Columbia" Abends 81 Uhr im Restaurant Beyer, Primenstr. 96.— Rauchllub„Frisch gewagt" Abends 3j Uhr im Restaurant Tempel, Breslauerstr. 27.— Rauchklub„Krumme Piepe", Abends 3t Uhr, Ostbahn 4 bei Trumpf.— Vergnü- „„Fröhlichkeit" öruna Weg 29. gegründet 1880, Abends 9 B S Kleine Mittheilunge«. Iferloh», 4. Ottobcr. Der Austritt von ungefähr! Personen der evangelischcn Kirchgemeinde zu Oder-Rl' hatte s. Z. die Bildung einer selbstständigen Reliaionssekte beigeführt. Eine Anzahl Kinder dieser neuen Christen' am 1. d. M. aus dem Schulverhältniß und deadfichtigter, am 30. v. M. konfirmiren zu lassen. Der feierliche Alt st in dem Betsaale zu Ober-Gabmede durch den Pastor' Mühlen-Rahmede stattfinden. Die Konfirmation wurde$ abgelehnt, weil nach des Pastors Anficht die Kinder Heide« 1 sollen. Durch dm Pastor wurde an demselben Tage aut Taufe eines Kindes abgewiesen, dessen Eltern der neuen ligionssette angebörm. Glogau. Die fünfjährige Tochter des Lehrers Ki Rietschütz im Glogauer Kreise begleitete am Mittwoch zwei älterm Geschwister auf dm Thurm, um bei dem Mitt anwesend zu sein. In seinem kindlichen Eifer aber trat Kind, welches angeregt vom Nachahmungstriebe Glockenstrange angefaßt hatte, zu weit zurück, und stürzte lings durch die im Fußboden angebrachte, zum Durchla Gewichte der Thurmuhr bestimmte Oeffnung zwei Etage Thurmes herab. Die von furchtbarem Schreck erfaßte Schwester eilte sofort nach unten, aber das kleine Mädchei „ f.——----—---— m unversehrt. J Wir ho �.Deutsche! Frankfurt a. nungsfrage" Oberdürgerr diese Frage des ersteren -bmfÄ �hes. da wie sie in vockühcen. drsprechm. Die Ar wmiaer wici |V| VU uuuy unten, uuil uuo utilic wi_., J" Es war mitl einem Kleidchen an einem Brette hi btetc�mrlnih geblieben. Nur mit Mühe wurde das ohnmächtig gen F-r der Kind aus seiner gefährlichen Lage befreit, um P""f größten Schreck ergriffenen Eltern zurückgebracht zu werde� f olche ikeif Theater. Mittwoch, den 10. Oktober. «perntzan». Egmont. Kcheurfptelh««». Keine Vorstellung. Wavaer-Theater. Madame Bonivard. her: Der dritte Kopf. zeNtUa-Theatrr. Zwischen zwei Herzen. '' Theater. Der Hüttendefitzer. ------■....... Theater. Vor« Seutsche» Theater. Der Hullen Friedrich- ZviU, elmstädtische« Gräfin Wildfang. Kestdeaz Theater. Dekorirt. Dilltaria Theater. Die Dragoner der Königin. ivelleallianr»- Theater. Auf eigenen Füßen. KSatOstädtische» Theater. Die Kornblumen des Kaisers. ««»tral-Theater. Die Schmetterlinge. Adolf Grnst-Theater. Die drei Grazien. Aaäfma««'» Parittt. Spezialitäten-Vorstellung. Conrordia» Theater. Spezialttätm- Vor- stellung. Theater»er Neichvhallen: Spezialttätm« Vorstellung._ Berliner Theater. Mittwoch, den 10. Oktober: Die Braut von Meeaina, Eine Tragödie in 4 Atten von Friedrich v. SchMer. (Clara Ziegler.) Donnerstag, den 11. Oktober: Marcel.\ SÄÄW. MW Wk Gtne Partie piqnet.' Freitag, den 12. Oktober: 4. Abonnements-Vorstellung. Die Braut von Meaaina. (Clara Ziegler.) Volks-Theater. (Früher Ostend-Theater) Direktion F. Witte-Wild. Mittwoch, den 10. Oktober, zum 7. Male: Bovität I Novität: Der Nalksfreunv. Vollsstück in 4 Atten von Oskar Wattber. IShr Mmk. Dutzmd-Äillets: 12 Billets 1. Porquet 15 M, 12 Billets 2Parquet 12 M, 12 B'llets 1. Rang 12 M.[697 Morgen: Wilhelm Tell._ American Theater. Direktion A. Reiff. Wallneptheateratrasae Mr. IS. Mittwoch, d. 10. Oktober: Zum 33. Male: Oie Weisheit Saiomopsky's. Berk. Lokalpossen-Pantomime von R. Anger. Debüt des vortrefflichen Salon-Humoristen Herrn Emil N e u m a n n, genannt „Oliemchen'. Aufrretm des urkomischm B e n d i x in seiner neuesten Glanznummer als Stuben- bohner Franz. Austreten des Jnstrumentalisten Herrn Krüger und des Mimikers Herrn Rivolt. Anfang 6i Uhr. Entree 60 Pf., Billets vorher im„Fnvalidmdank" und Vormittags von 11 bis 1 Uhr an der Theaterkaffe. ELDORADO B Dresdener- Stra..« 55 früher ( American- Theater) täglich[829 Schnabl's humorist Soirtan. 9H Uhr: Mar Arft Si Uhr. ..,.-■ mr CM. net; Mirzl Lebner- Cily Oroczi- Jean Passage 1 Tr. 9 M. 10 A. Kaiser- Panorama Schlösser König Ludwigs: Hohenschwangau, Zieuschwanstein. i ersten Male: Potsdam u. d. Trauerzug mr»aiser Friedrich»."MW cee tCycl. 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. Cirkus(i. Schumann. Ecke Karlstraße. .... irkus K r e m d s e r.) Mittwoch, den 10. Ottoder, Abends 7h Uhr: Große«»tea-porkelluag. Besonders Lervorzuheten: Die vierfache� Fahr- ! vang der Friedrich- Karl- Ufer. (Im früheren schule mtt 8 Schulpserdm, ger. von den Geschw. Schumann. 4 Rapphmgste, in Freiheit vorgef. von Herrn Ernst. Auftr. der Rmkünstlerinnen Miß Amy und Terzy des Jockey-Reiters Mr. Joe Hodgini, der Rettkünstler Reed und Barker. Miß Margellise in ihren Produktionen auf dem Ptedestal. Das Schulp'erd Herz per. von Herrn Ernst Schumann. Auftr. der 4 Gedr. Gozzint, des Clown Olschansky. Vorführung des Feuer- pferdes Halifax durch Herrn Ernst ic jc. Donnerstag, den 11. Oktober, Abends 7t Uhr: Große außerordentliche Vorstellung mit vorzüg« lickem Progamm._ straße 52. SMi» platz. ' m rw.>��7 r k.. r\»i r— Orantm- Heute Mittwoch, den 10. Ottober 1888; Große Vorstellung. Attistischer Letter: Herr Ludmi« pluUer. Kapellmeister: Herr«»ka.- Zimmer. Auftreten v. Speziatiät. I. Ranges. Anfang 6 Uhr. Kasseneröffnung 5 Uhr. Preise der Plätze: Logen 1 Mark, numerirter Sperrfitz 75 Pf., M'ttelbalkon und Parquet 50 Pf, Erhte 30 P' Pen. Zu« 1. Mal l» perlt». Mc«. Königs-Tnnnel im Grand Hotel»leranderplah. Mittwoch, den 10. Oktober: Täglich großes Konzert der berühmten Ungarischen Rattonal-Kapelle Ratay Bortal an aus Liptd-Szmt-Miklüs in Original. Cfikos Costumes. Großarttge Solo-Vorträge auf Violine, Cymbel und Clarinette. NB. Die Kapelle spielt sämmtliche Piecm ohne Noten. Entree an der Kasse 50 Pf. Im poroer kauf 40 pf im Zigarrengeschäft »MM M_ r--- S. von Herrn Marr, Alexanderplatz im Grand Hotel. Programm an der Kasse. Anfang 7 Uhr. Gustav Kunze. Achtung! Achtung! Allen Tlaoiatar-Arbeiter» zur Nachricht, daß die Spielraumbovler bei Franz, Köv- nickerstr. 33a, wegen Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt haben. Es wird gebeten, Zuzug fernzuhalten.[679 Verein der Klavierarbeiter und Serufeaanoseen. Tischler-Berein General- TersammlanK am Sonnabend, dm 13. d. M.. iloenM 9 Uhr, Kottdulerstraße 4a. Tagesordnung: 1. Kassmdericht vom 3. Vierteljahr. 2. Anttag betreffs Anschaffung einer Vereinsdibliothek. 3. Vereinsgelegmbeiten. Nur Mitglieder haben Zutritt. Das QutttungS- buch legttimttt. 878] per Porstand. Der Gesangoerel« der FreteeligtSse» Gemeinde feiert am Sonntag, den 14. Ottober, sein Stiftungsfest im„Deutschm Hof", Luckauerstt. 15, wozu derselbe alle Freunde und Bekannte einladet.[863 Billets find bei Herm Suter, Oranten- straße 85 86, und Herrn Stöpel, Dresdmer- straße 32, zu babm._ [811 i-tzt Spundauec fküdie 6 ■....• �... Ben dicht delm Hachesche« Markt. bedeutend größere Auswahl- A. A Spandauer Brücke 6 am Hachesche« Markt. > gr genstehen. amksagung Wenn den Herren dieselbe nur Für die so überaus großen Ehrenbezeugungen, welche von den Arbeitern DeutslM>« schaffen i bei der Beerdigung unserem heißgeliebten Gatten und Vater erwiesen worden find, sagen � unseren herzlichsten Dank.[%� Mchvn Die tief betrübten Hinterbliebenen. Herr D Familie Kräcker.„Drrüb '"(äffen in o Damen- und Mädchen-Mäntelfabn Hebel gewo» über Abhilf« «röß». Auswahl Kill-gS- Preis, 29, Ecke Ädalbertaif» Ä ~-- �"�cnher eir WKtaffen gehe 'Nour 1. Icrnuctr 1889 aß m e AM befindet fich mein Geschäft a» jj m No. 14 Chaussee Strasse NO. 14 im eigenen Hause. Mit der Verlegung meines seit 1873 bestehenden, fich des besten Rufes erfreuenden Geschäftes und der damit verbundenm Herstellung großartiger, dm Anforderungen der Neuzeit entsprechender Geschäftsräume beabfichtige ich gleichzeitig eine -O-i- Neu-Organijation H-e- von meines Geschäftes in's Lebm treten zu lassen, Kenntniß geben werde. Die zur Zeil vorhandenen großm Waarmvorräthe, bestehend in: Bßnob große? p.-riobe, nack ianvt hätten niedriger al daneben auc werden so jme Ecscheii allem der S wüßten zum !Gemeinde g IStaat, Gros eben. Da« amit die kr des Neinm sspr-cht fich f, welcher ich seiner Zeit öffenM���u�Frag handme Ue> Kleiderstoffen. Teppichen, Möbel stoffe«. Gardinen, Tischdecke», Trirotage». Keinen- und Kaum mollmaaren aller Art, Wäsche- gegenständen ic. stelle ich inzwischen zum gaiylichenAusverkaus� und zwar sämmtliche für die Herbst-»nd Winter-Hai so« wie dieselben noch täglich bis zum Schluß der Saison eintreffen, zum preise, Lagerbestände thells für die Hälfte de« Selbstkostenpreisen theiis für jede« Preis! Die Anfertigung von Kinderkleider»» Kiudermäntel«, Morgenröcke«, Tricottaillen und pnterröcke« erleidet während des Au0«erdtUtfst keinerlei Unterbrechung und werden MaßbesteUuage» oder peparature» ebenso prompt erledigt wie bisher- S Heine Invalidenstr. 113, ®®#»wischen Chausseestrasse unck 9 dem Stettiner Bahnhofe. fänglich alS und werde i es, welche v destffen habi Es scLn ges für dm Bai dern auch d letztere PunI find vielleick lsundc Att d gerade solche schon viel w »eich. Dmt in Westfaler mal eine T ziemlich wei Hier in Fri Aufgabe gel zu beschreibe Gin Au, WlckWIM..... U-dbiM kurzer ZÜt getredm». msMM-Gtar-laiil-Farlie Reseda ßhnsttme R 1dm, auf Vüchergefim »ar ein seh war mit all eschmack d _ mster au, »ierte die B Jo dm W Suler'sdie Fbssbadav- Gtosur-lock-Rrtfl und kostet nur 75 Pf dos Pnjnd. trocknet in,— 5 Stunden hart und gläniend, macht das Usberlackiercn überflüssig. Das unangenehme Kieban ist vollständig ausgeschlossen. Nasse Witterung hat keinen Einflus« auf meine Farbe„ Aufträge führe nur gegen vorherige Einsendung des Betrages oder gegen Nachnahme aus. Preis ä Pfund 75 Pfennige. Ä? schrank mit �.schien der 0 � waren nur �.gefüllt mit dicker Band L # R. j. Suter, Berlin N., Zionskirehstr. No. 44 Ka«tanien-Alle« No. 60 td Mhl Wavei K Ausgabe.\ �«�ammlung -i md Gedicht �v°r sicherlrö * Jute Bücher l r Auf t rauf welcher lifjptatten, lilj-uJottßlel'olifen, mit und' ohne Leder, gestanzt und gestmpt, sowie Cord, Plüsche, Futter tt. in der Filz-Fabrik Anklamerstr. 42, Ktanx- und Stepp-Anstalt. Möbel, Spiegel u. PolsterwaC� stgmer Fabrik wegm Srsparung der Lades�nrb« % ■) Die 1 ichtern schc orten. W irtt wegen»riparung rmtttu W billig«»»aaesfir«#»«8- �Sczcchliuig bi Kai f«rkcsf«w.#4?,t«ud. so im ahlung nach Uebereinkuns��llm Lebe: ttick ab und Für Arbeiter! Gute elegante Herren- und KnabengA�« Berantwortticher Redavem" p. Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von Mae Oasins in Berlin SW., Beuthstraßr X V4V�UII»V- d-Q wm, in großer Auswahl, gute gett. Hofen von-« 674] D. Sommerfeld; Oranienst�> Hier,» ewe bettM 9 5 ungefähr! Oder- Rch laionssekte Christen Vellage zum Berliner Volksblatt. SUr. SS8. \ ttf Wittwach, den 10 Oktober 1888 5. Zichrß. rliche Alt st n Pastor> n wurde jl- der tzeideai Tage au» >er neuen Die �röeller-Mo�NllNgs�llge. e rd stürz» i Durch! vei Etagl erfaßte i Mädchl t Brette htig gel zu seinl iu werd t Deutsä rd, sagen ß denen« Wir haben unsere Leser schon darauf hingewiesm, daß der �Deutsche Berein für öffentliche Gesundheitspflege", der in Fcankwrt a. M. Mitte September tagte, fih mit der„Woh- Eitets Knost nungsfrage" beschäftigen wollte. Es baden daseibsr die Herren nnck»weil Oberbürgermeister Dr. M quel und P.osessor Baumeister über i qitittaaS Frage gesprochen. In der Rede und in den Vorschlägen nk<-r trat I � ersteren Herrn liegt so viel für die Arbeiter höchst Beachtens- ebenfaS �lheS, daß wir diese in der wohl amtlichen Veröffentlichung, wie sie in den Zeitungen erschienen ist, auch unseren Lesern vorführen. Wir werden die Vorschläge des Herrn Mi quel näher besprechen. Die Ausführungen des Herrn Profeffor Baumeister find weniger wichtig, aber doch deachtenswerth, weshalb wir auch diese mitnehmen. Ja der Rede des Herrn Dr. Miquel ist besonders der Hin- «eis auf die Rothwendtgkeit der Staatshilfe von ein- schneidender Bedeutung. Es ifl dieses ein Zeichen, daß selbst solche Kreise fich den sozialistischen Anschauungen durch den Z vang der Thatsachen nähern müssen, die diesen feindlich ent- gigenslehen. Wenn wir über den Grundsatz:„Staatshilfe" eist mit Herren einig find, wird man bald auch einsehen, daß iesclde nur in der von uns angestrebten Form wirksam zu «schaffen möglich ist. So schreiten wir vorwärts. Der 'ruck, der dmch die nicht zu ermattende Regsamkeit der Pro- arier erzeugt wird, zwingt die Gegner zum Nachdenken und Nachventen dringt sie zur Erkenntniß. Herr Miquel führte aus: „Darüber, daß die Wohnungszustände der arbeitenden lassen in allen deutschen Städten unvaltbar und ein ständiges Ucdel geworden find, herrscht kein Zweifel mehr. Die Anstchten m»«über Abhilfe find sehr verschieden. Einige meinen, daß die S Vi II Wohnfrage nichts als eine Lohnfrage sei. Diese Meinung theile M tJm nicht. Man kann zu verschiedenen Zeiten für die gleiche Summe billige unv theure Waaren kaufen, also auch mit d m- '.!lden Lohne schlechte und gute Wohnungen miethen. Es läßt _»�',lch also schon etwas thun, wenn man die Arbeiterwohnungen an fich zweckmäßiger herstellt und rationeller baut. Gewiß muß �nebenher eine stete Hebung der allgemeinen Lage der arbeitenden Kassen gehen, und hier warten auch der kommunalen ThätigMt od große Aufgaben. Ich gebe auch zu, daß in der U-bergangs- p.-riode, nachdem unsere höheren Anforderungen Gesetzeskra't er« laust hätten, die Wohnungen zeitweise vertheuert und ihre Zahl niedriger als sonst gi halten würde. Aber ich betone ja, daß 4 m daneben auch die EinlommenSverhältnisse der Arbeiter gehoben |/| roerden«. sollen, und wenn di s der stall ist, wird IT" jene Erscheinung mit der Zeit paralyfirt. Die Sache muß vor ■■ allem der Spekulation aus der Hand genommen werden und es wüßten zunächst Arbeiter- und Beamtenwohnungen von der Gemeinde gebaut werden. In gleicher Weise könnten der Staat, Großindustrielle und gemeinnützige Gesellschaften vor- gehen. Das Angebot kleiner Wohnungen müsse größer werden, damit die kolossalen Preise, welche gerade für die Wohnungen des kleinen Mannes gefordert werden, verschwänden. Dr. Miquel spr cht fich für Zwangsmaßregeln im Bauwesen zur Erreichung öffeniM Ver in Frage stehenden angestrebten Ziele aus. Der Zwang müsse aber vor dem Uedel da sein. Vorbeugen sei leicht, vor- ha.rdene Uedel beseitigen schwer und kostspielig. Was man an- Mi sänglich als Zwang empfinde, werde allmälig Gewohnheitsrecht <-> und werde nicht mehr als Last empfunden. Einige Städte gebe > es, welche vorbeugende gesetzliche Bestimmungen schon frühteitig besessen haben, und diese Städte dürften fich glücklich schätzen. Es seien gesetzliche Bestimmungen erforderlich, welche nicht nur für den Bau eines Hauses spezielle Vorschriften enthalten, son« |t ftt«' 1 dein auch die Art der Benutzung vorschreiben. Gerade der �* letztere Punkt sei im Auge zu behalten, denn weniger zahlreich . �.find vielleicht die ungesunden Wohnungen selbst, als die unge- I*" Isu'-de Art der Benutzung derselben. Andere Länder, und zwar I-ccade solche mit sehr freiheitlicher Verfassung, find gesetzgeberisch ton viel weiter gegangen als wir, z. B. England und Frank- eich. Deutsche Vorschriften über Logirhäuser und Schlafstellen _ n Westfalen, der Rheinprovinz und Schlefien haben nicht ein- pnal eine Vertheuerung herbeigeführt, ein Anzeichen, daß man »iemlich weit bis zur Grenze der Vertheuemng gehen kann. -W« IHier in Frankfurt habe ein Armenpfleger die verdienstvolle »Aufgabe gelöst, die Wohnungen der Pfleglinge seines Bezirks -Saison- pu beschreiben und den Kubikinhalt derselben festzustellen. Haar- loste«- freuenden mgen der «rSifion» s keinerlei -rompt er- Gin Drama ans dem Dolks- ieben*) Au« dem Englischen der„Pall Mall Gazette" von E. B. L Resedaduft erfüllte da« kleine Zimmer und frisch ge« nittene Rosen erfreuten das Auge. Sie standen an allen cken, auf dem Tische, auf dem Kamin und auf den üchergesrmsen, belebten und durchsonvten den Raum. E« ein sehr kleines Zimmer. Die eine Seite desselben o«g. J»at mit allerlei Bildern geschmückt, die den künstlerischen eschmack de« Inhaber« bekundeten. Eine Seite füllte das enster au«, auf der dritten war der Kamin, während die �.»ierte die Bibliothek aufwies. Dieser zierliche kleine Bücher- x- schrank mit seinen Glasthüren und wohlgefüllten Brettern ""schien der Glanzpunkt de« bescheidenen Heim« zu fem. ES Vvaren nur drei oder vier Reihen, doch sie waren reichlich gefüllt mit gut gebundenen Büchern. Da war obenan ein S dicker Band Shakespeare und auf derselben R»ihe eine An« # c*«ahl Waoerlep-Novellen, sowie Bohn's englische Dante- * A Ausgabe. Ferner sah man einige Bände Defoö, eine kleine * Sammlung von Reise- und Geschichtsbüchern, einige Romane g Gedichtsammlungen. Der Besitzer diese? kleinen HeimS '»,>ar ein Mensch, der eben so viel Vorliebe für • P;e„�er> wie für alle« Schöne in Natur und Kunst be- A kern Tisch inmitten der Stube lag eine Bibel, *"s welcher gedruckt war„Erster Preis", und eine Inschrift törWJI�L. ,*) bet der Verführung ist von den i JU unzähligen Variationen bearbeitet i��vortCT. Wenn wir trotzdem glauben, daß die nachfolgende czahlimg das Jntereffe des Lesers voll in Anspruch nehmen «d. so im Hinblick darauf, daß dieselbe wirklich aus dem tollen Leben" geanffen ist. Sie spielt fich in diesem Augen- tck ab und ihr Verlauf wird von einem großen Thell des glischen Publikums mit regster Theilnahme verfolgt. D. Uebers. SÄZ sträubende Resultate seien dabei zu Tage gefördert worden. Bis auf 3 Kubikmeter sei der Rauminhalt zurückgegangen. Jetzt kann die Spekulation schwer den künftigen Bedarf berechnen. Ist aber einmal festgesteW, daß in dieser Wohnung aur so und so viele Leute wohnm dürfen, so läßt fich auch der neue Be- dort fixeren. Immer müssen die Kommunen sehr kräftig, unter Umstänven sogar durch Subventionen mithelfen. Dre Wir- jungen eines Wohnungsgesetzes können nur die günstigsten sein, nach und nach auch auf den Taglobn. Vielleicht kann man dem plötzlichen Wechsel in der Geschäftskonjunktur, der große Ardeitewerschiebungen mit fich dringt, nicht so schnell gerecht werden. Wenn aber der plötzliche Wechsel und die Ausbeutung solcher Konjuntturen seitens der Unternehmer durch ein Wohnungsgesey etwas gemlldert würde, so wäre dies neben Anderem nur willkommen zu heißen. Nicht unbedingt verlange er ein Reichsgesetz, odschon es das Wünschenswertheste wäre. Wir find schon zufrieden, wenn die einzelnen Staaten gesetz- gcberiich vorgehen. Der Verein deutscher Hausbcfitzer habe eine Petition um ein Reichsgesetz ausgearbeitet» die Redner nur insoweit nicht unterschreiben möchte, weil durch das ge« wünschte Reicksgesetz ein Schutz gegen die lokalen Beftim« mungen verlangt werde. Ich deschränke mich auf Minimal- forderungen, die leicht für Stadt und Land, für große'und kleine Gemeinden durchführbar find. Wie schon demerlt, halte er es freilich für das Heilsamste, wenn das Reich die Sache in die Hand nehme; dann werde auch ein allgemeines Rechts« bewußtsein in dieser Hinficht geschaffen werden. Redner bittet um Annahme folgender Thesen: „I. Der deutsche Verein für öffentliche Gesundheitspflege hält zur Bekämpfung der auch in Deutschland und nicht blos in den großen Städten bestehenden schwerm Mißstände im Wohnungswesen und der hieraus für die menschliche Gesund- heit erwachsenden großen Nachtheile und Gefahren neben den unabläsfig fortzusetzenden und zu erweiternden Bestrebungen der Staaten, der Gemeinden, der Vereine und größeren Arbeft- geber für die Vermehrung, Verbesserung und Pteisermäßtgung der Wohnungen, namentlich der arbeitenden Klaffen, den Erlaß eines einheitlichen Gesetzes für ganz Deutschland oder mindestens für die Einzelstaaten für möglich und dringend erwünscht. 11. Ein solches Gesetz müßte unter insoweitiger Aenderung und Ergänzung der bestehenden verschieden attigm und theilweise durchaus ungenügenden Bauordnungen: 1) die im Interesse der Herstellung gesunder Wohnungen bei Neu« und Umbauten zu stellenden Mindestanforderungen vorschreiben, 2) das Bewohnen unzweifelhaft ungesunder Wohnungen verbieten und unter den nöthigen Garantien für die Eiaenthümer zur Durchführung dieses Verbots den Polizei- und Kommunalbehörden genügende Befugnisse einräumen, insbesondere die Beachtung der bau- polizeilichen Zweckbestimmungen bei der Benutzung der Loka- litäten fichern, 3) vor allem die gesundheitswidrige Ueberfüllung der Miethswohnungm und die übermäßige Verringerung des Luftraumes, namentlich in Schlafstellen, zu verhindern geeignet sein." Korreferent Oberbaurath Ptofeffor Baumeister- Kmlsmhe sprach fich für eine Reichsdauordnung aus. An Entwürfen zu einem Reichswohnungsgesetz habe es auch nickt gefehll. Kalle- Wiesbaden und Dr. Kuntzc Leipzig hätten solche schon vorge- legt, erslercr 1887, letzterer 1882, bis heute sei es aber bei dem Entwurf geblieben. Redner bespricht die verschiedenen Mängel der Wohnungen, dabei insbesondere der Schwierigkeften ge- denkend, welche fich einheitlichen Bauvorschriften entgegenstellen. Eine Trennung der baupolizeilichen Vorschriften, dahingehend, daß zwischen schon bestehenden Bauten und noch zu errichtenden unterschieden werde, sei zu empfehlen. Er legt seine Anfichten in nachstehenden Vorschlägen nieder: !. Vorschnften über Herstellung von Wohnungen. 1. Licht und Lust. Alle zum längeren Aufenthalt von Menschen be- stimmten, d. h. dewohnten Räume müssen Fenster direkt ins Freie erhalten. Die Gesammtfläche dieser„nothwendigen" Fenster soll mindestens 1 qrn auf 30 cbrn Rauminhalt betragen. Besondere Bestimmungen bei Verdindungsräumen und AbKitten, bei Oberlicht und künstlicher Ventilation.— Auf neuen Bau- vlätzen muß allen nothwendigen Fenstern Licht unter einem Einfallwinkel von mindestens 45°, allen untergeordnetm Fenstern ein Abstand von mindestens 5 rn bis zu den gegenüberliegenden Gebäuden gewährt werden. Daher darf ein Gebäude an der Straße nicht höher ausgeführt werden, als der Abstand des« selben von der gegenüberliegenden Baulinie beträgt. Hierzu nähere Bestimmungen bezüglich Messung der Gedäudehöhe, auf dem Titelblatt besagte, daß diese Bibel einem Mädchen mit Namen Grace, der Tochter de« Besitzers der Bibliothek und de« Pflegers der Rosen, als Belohnung zuertheilt wor- den war. Nach einer der im Monat September so oft herniederrieselnden Regenschauer lugte die Sonne wieder hervor und kleine Flecken des blauen Himmels leuchteten durch die Wolken. Obgleich man sich schwerlich ein fteund- lichereS kleines Zimmer in einem ArbeiterhäuSchea vor- stellen kann, lagerte doch ein finsterer Schatten über dem- selben, im seltsamen Gegensatz zu dem Leuchten der rothen Rosen und dem anheimelnden Komfort des Zimmers. Den« der Stuhl des Vaters war leer, und iumfttea der Rose« und der Bücher stand ein Mädchen mit rothen geschwollene« Augen und schluchzte laut. An demselben Nachmittag ging in einem noch kleineren Zimmer im Norden Londons der Besitzes dieses leeren Stuhles ruhelos auf und nieder. Er war ein Man» in den fünfziger Jahren, mittlerer Größe, mit starkem Schnurr- und Kinnbart, der bereits grau zu werden begann. Seine scharfen und lebendigen Züge zeigten Spuren ttefen Ge- sühlS und lang unterdrückten bitteren Empfindens. Der Aufenthalt war so verschieden von seinem Heim in Merton") als eS die Dunkelheit gegenüber dem Licht ist. Kahle Wände, nirgends eine Blume. Anstatt deS von Reseda duftenden Gartens und der üppigen Blume« auf dem SimS, deren Fülle sich bis an die Fensterscheiben preßte, war hier das graue Licht, da« durch ein eiser» vergitterte« Fenster fiel, und das ferne Geräusch von Wagenrädern oie einzige Berührung, die von der Außenwelt hineindrang. Die Wände waren aus Stein, die Thür eisenbeschlagen und verschlossen. Die einzigen Möbel waren ein Holzbett, ein Stuhl und ein kleiner Tisch, auf welchem eine Bibel, ein Gebet- und ei» Psalmenbuch lagen. Der Druck der Bibel war so klein, daß man bei dem grauen Licht nur mühsam *) Flecken im Südwesten Londons. Seftcnlicht aus größeren Hoftäumen, Eckzimmer, St llung zu nachbarlichen Grenzen und Gebäuden.— Auf älteren Bauplopir soll die Gebäudeböhe an der Straße nicht über 1« des Ab» stanvcs von der gegenüberliegenden fLulinie steigen, und muß im übrigen der Abstand vor Fenstern mindestens die Hälfte von demjenigen erreichen, welchen die obiaen Normen für neue Bauplätze fordern.— Die lichte Höhe bewohnter Räume muß min» destenS 25m betragen.— Die größte zulässige Zahl der de» wohnten Geschosse ist in Vordergebäuden aus neuen Bauplätzen 4. in derql. auf älteren Bauplätzen 5, in Hintergebäuden 3. Nähere Erläuterung über den Begriff eines„bewohnten Ge» schoffes". 2. Einfluß des Bodens. Tieffte Lage bewohnter Räume 0,5 m über dem höchsten Grundwafferstand, im Heber- schwemmungsgebiet 0,5 m über dem höchsten äußeren Wasser» stand, im Erdgeschoß� soweit es der Zweck zuläßt, 0,5 m über der Erdoberfläche. Sicherung aller Wände und Fußböden gegen Erdfeuchtigkeit. Bauplätze und Aufschüttungen innerhalb und außerhalb der Häuser sollen frei von organischen Be- standthellm sein.— Auf neuen Bauplätzen find weder in Kellern noch in Halbkellern Wohnungen zulässig, einzelne bewohnte Räume nur dann, wenn deren Fußboden höchstens 1 m unter, der Fenstersturz mindestens 1 m über dem umgebenden Terrain liegt, oder wenn ein Lichtgraben angeordnet wird, dessen Breite dem Höhenunterschied zwischen Erdoberfläche und Kellerboden gleich kommt.— Auf älteren Bauplätzen sollen, sofern überhaupt Kellerwohnungen der ött- licken Uedung entsprechend, durch die zuständige Behörde zuge- lassen werden, für solche die vorstehcnoen Forderungen sowohl bei Einzelräumen, als bei ganzen Wohnungen gellen. 3. Konstruktton von Wänden und Decken. Verbot hygro» skopischer Bausteine, nasser oder unreiner Deckenfüllunaen.— Bei allen zum Aufenthalt von Menschen bestimmten Räumen ist der Baupolizei spätestens 8 Tage vor Beginn der Verputz- arbeiten und spätestms 8 Tage vor der Ingebrauchnahme An» zeige zu machen, damit die Behörde entscheiden könne, od das Haus genügend ausgetrocknet ist, um ohne Nachtheil für die künftigen Bewohner verputzt, bezw. bezogen werden zu können. 4. Ausdünstungen. Für jede Wohnung ist ein um- wandeter, bedeckter und verschließbarer Abtritt anzulegen. Ausnahmen unter besonderen Umständen. Abtritte sollen womöglich in einem Anbau liegen, jedenfalls aber von anderen Räumen einer Wohnung durch gemauette und verputzte Wände getrennt werden— Adfallröbren aus undurchlässigem Material, möglichst senkrecht und zugänglich, nach oben als Dunstrohr verlängert, dessen Mündung über Dach von etwaigen Fenstern mindestens 5 M-ter abstehen, oder deren Sturz um 1 Meter überragen muß.— Ställe find von bewohnten Räumen durch möglichst lustdichte Wände und Decken zu kennen. Ueder ihnen Dürfen niemals ganze Wohnungen eingerichtet werden. Nähere Bestimmungen über Dichtigkeit und Abläufe von Stalldöden und Düngerstätten.— Gewerbliche Anlagen, bei welchen nach Art und Umfang ihres Betriedes erhebliche gesundheitschädliche Bedenken vorliegen, müssen von anderen Räumen durch dichte Mauern oder durch freie Abstände getrennt werden. Vorschriften über Lüftung und Reinigung von Räumen und Behältern, in welchen Stoffe mit üblen Aus» dünstungen aufbewahrt oder verarbeitet werden.— Verbot von stände, isolirender Schctdemauern oder sonstiger angemessener Vorkehrungen. 5. Wasserversorgung. Jedem bewohnten Grundstück muß Versorgung mit trinkbarem Waffer zugefichert werden. 6._ Reinigung und Entwässerung. Abwässer und Fäka» lien dürfen in Gebäuden und ihrer Umgeaung nicht auf unge» regelte Weise angesammelt oder abgeleitet, sondern müssen unter thunltchster Reinhaltung von Boden, Luft und Waffer entfernt werden. . Hieran schloffen fich noch spezielle Entwürfe, bek. Vorschriften über Bebauungsvlätze und u. A. das Verlangen: Schläfräume, sowohl in Privatwohnungen als in Logishäusern, dürfen nur soweit belegt werden, daß auf jede erwachsene Person ein Luftraum von mindestens 12 Qubikmeter, auf jedes Kind unter 10 Jahren die Hälfte davon entfällt. 12. Ungesunde Wohnungen. Wenn Wohnungen durch ihren baulichen Zustand, durch ihre Lage oder durch Einflüsse des Bodens erhebliche gesundheitliche Bedenken erregen, so können fie durch die zuständige Behörde für un» benutzbar erklärt werden. Wenn ganze Häusergruppen oder die Schrift entziffern konnte. Der Mann war allein. Er war ein Gefangener. Dreiundzwanzig Stunden von vier- undzwanzig ist er in der einsamen Zelle des Hollowaygefäng- niffe« eivgeschloffen; nichts zu thun, nichts zu lesen, Niemand zn sprechen, allein mit seinem Gram, kämpft er mit Gedanken, die ihn zur Verzweiflung bringen. Dreimal im Tag kommt der Wächter und bringt die Nahrung: Brot und Wasser» suppe am Morgen, Brot und Wassersuppe gegen Abend, zur Nacht Brot, Suppe und Kartoffeln. Um dreiviertel auf sech« Uhr Morgens schreckt ihn der schrille Klang der Ge» fängnißglocke au« einem unruhigen Schlaf auf. in welchem er für eine Zeit all den Jammer, der ihm tagüber das Herz zerfrißt, vergißt, bis um einviertel nach acht Uhr derselbe metallene Mahner ihn wieder inS Bett schickt. Für einen thatkrästige», energischen Mann, der von Kindheit an niemals eine käge Stunde gekannt hat, ist solch erzwungene« Nicht«- thun geradezu zum wahnsinnig werden. Wie entsetzlich langsam vergehen die Minuten. Ein Jahrzehnt scheint zwischen dem Läuten der Glocken zu liegen! Nichts zu thun; nichts zu lese«. Immer nur denken, denken, denken — den verzweifelten Gedanken eine« zerstörten HeimS, eine» gebrochenen Leben», einer elenden Vergangenheft und einer ebensolchen Zukunft. Einmal am Tag wird die Thür ge» öffnet und er wird gemeinsam mit Taschendieben unt» Trunkenbolden wie ein Mühlenpferd auf eine Stunde rund um den Hof herum spazieren geführt. Dann zurück in die Zelle, der Verzweiflung überliefert. Jeden zweite» Morgen verbringt er eine halbe Stunde in der Kapelle, bei dem Klang der Orgel und der Musik der Choräle beinahe sein Elend vergessend. Doch sonst ist er allein— stet» allein. Nicht« zu thun. nur denken, denken und denken. Vergebens hat er seine Wächter angefleht, ihm etwa« zu thun zu jjebe», irgend etwas, irgend eine Arbeit, wie schwer sie auch immer sei, wenn sie ihn nur beschäftige. Sie wurde ihm ver- weigert. Er war ja keines Verbrechen« überführt und des» halb im Auge de« Gesetzes noch unschuldig. Er trug die dunkelblaue Kleidung der Untersuchungsgefangene»; er er- hielt ihre Kost, aber Arbett— nein, das wäre ver» Nezirke für ungesund erklärt weiden, so hat die Gemeinde das Recht und die Pflicht, den vollständigen Umbau veran« laßen oder selbst vorzunehmen. Es steht ihr zu diesm Zwecke Vas Verfahren der Z.ungsenteignung zu, wobei die in Artikel 10 enthaltene Auflage zu beachten ist. Kotmttmmles. Tagesordnung für die Kitzung der Ktadtver- ordneten-Uerkammtung am Donnerstag, den 11. Oktober, Rachmiltags 5 llnr. Beschluhfaffung in�Bezug auf die vorm« nehmende Neuwahl eines unbesoldeten Stadtraths.— Bericht- «t stattung über die Vorlage, betr. den Organisationsplan, sowie dm Uebeischlag der Einnahmen und Ausgaden der erweiterten städtischen Wedeschule.— Vorlage, betr. die Bewilligung eines Ehrenpreises für die Ausstellung des Vogelschutzvereins Aegyn« Iba.— Desgl., betr. den Anschluß des Baracken- Kasernements des Eisenbahnregiments bei Schöneberg an die Kanalisation von Berlin.— Desgl.. betr. die Asphaltirung der Alexanderstraße vorlängs des Polizei-Präfidialgebäudes.— Desgl., betr. die Erwerbung einer zur Freilegung der Kommunikation am Neuen Thor erforderlichen Parzelle des Kirchhoflandes.— Berichterstattung über eine Petition wegen Wiederausnahme in dre Liste der Bewerber um Anstellung im hiefizen Gemeinde- schuldienst._ ßokales. Die Herren Kerxte scheinen nicht dlos für das Kranken« i sstnwesen, sondern auch für die Unfallversicherung, also für das ganze Gebiet der mit dem stolzen Namen der„sozialpolitischen Gesetzgebung" gekrönten Einrichtungen die ausschlaggebenden Faktoren werden zu sollen. Die Stellung der Herren in den Krankenkasien haben wir bereits mehrfach erörtert und täuschen nicht alle Anzeichen, so werden die Aerzte auch in der Unfall- Versicherung bald eine ausschlaggebende Stelle einnehmen. Es ist der Unfallversicherung bisher zum Ruhm nachgesagt worden, daß sie sich im Rahmen des bestehenden Gesetzes in einer den Arbeitein vorthellhasten Weise entwi�elt hat. Das paßt nun natürlich vielen von den modernen Sozialresormern nicht, deren industrielle Betriebe so gefährlich eingenchtet find, daß die Herren fürchten, in wenigen Jahren einen großen Thell ihrer Arbeiter als Krüppel versorgen zu müssen. Man ließe sich ja so eine Unfallversicherung ganz gern gefallen, wenn der Herr Unter- nehmer sich ab und zu einen von den in seinem Be« triebe verunglückten Arbeitern als Unsallverstcherungspuppe cussuchen und nach seinem freien brotherrlichen Ermessen unter« stützen könnte; aber die gesetzliche Pflicht zur Unterstützung hat das Ardeiterelend in einzelnen Industrie- Branchen in einem nie geahnten Umfange gezeigt. Die Verunglückten sind— das muß anerkannt werden— bisher prompt abgefunden worden und rm regt sich das Gewissen der Unternehmer im Geldbeutel, denn in den lebensgefährlichen Betrieben drohen die Beitröge bedenklich in die Höhe zu gehen. Daß die Arbeiter ebenfalls diese höheren Beiträge zahlen müssen, kommt für jene Herren nur wenig in Betracht. Anfangs sprach man ganz offen von einer Reform des Unsallversicherungsgesetzes. Dre Zahl der zu entschädigenden Fälle sollte verringert und der dafür destehende gegenwärtige gesrtzllche Rahmen enger gesaßt werden. Eine sehr erklärliche Scheu hiell indeß die Herren bisher von der Stellung bestimmter Anträge nach dieserRichtung hin ab. Neuerdings scheint man aus einen andern Ausweg zu sinnen. Nächst unseren Juristen find nämlich die Herren Aerzte für solche Zwecke die brauchbarsten Menschen, denn die medizinische Wissenschast geht seit geraumer Zeit ebenso aus Stelzen, wie die Juristerei. Ge- wandte Aerzte deweisen jeder Zeit, daß der oomehme Gelegenheits- Verbrecher im Zustande der Unzurechnungsfähigkeit handette, denn im Seelenleben der Menschen gellen eine Menge von Ge- s.tzen, die man nur geschickt denutzen und anwenden braucht, um zu jedem gewünschten Resultat zu kommen. Aus solche ge« wandte Mediziner scheinen jetzt viele menschen- und besonders arbeitersreundliche Untemehmer ihre Hoffnung zur anderen Ge- stattung der Unfallversicherung zu setzen und man wird sich dann vielleicht mit der scheinbar unbedeutenden Forderung be- gnügen, daß nur in den Fällen die Entschädigung aus der Unfallversicherung stattfindet, wo der Arzt den versicherten Be- trieb als die Ursache der Verletzung feststellt. Das sieht sehr harmlos aus, ist es aber in Wirklichkeit keineswegs, wie folgender hier kürzlich zur Erörterung gelangter Fall deweist. Ein Maler stürzt bei seiner Arbeit von einer niedrigen Leiter, fällt dabei mit dem Kopf gegen eine Kommode, bleibt längere Zell besinnungslos liegen, erkrankt dann und verstirbt nach einigen Wochen. Der Leichenbefund ergiebt als Todesursache eine Eiterung im Gehirn, und nun beginnt der Streit der Herren Dottoren darüber, ob diese Eiterung, die den Tod verursachte, schon vorhanden war, als der Maler von der Leiter stürzte,— dann wäre nämlich kein Betriebsunfall, sondern nur eine Krankheitsäußerung zu dem Sturz von der Leiter zu erblicken gewesen— oder od die Eiterung erst eine Folge des Sturzes war, und dann lag also unbedenklich ein Betriebsunfall vor. Man wird zugestehm, daß in solchem Falle die Meinungen der Aerzte auseinandergehen können, denn die Herren können heutzutage schon beinahe eben soviel beweisen wie die Juristen. Bei der gegenwärtigen Lage der Gesetzgebung konnte das Reichsverficherungsamt sehr botener Luxu«. So nahm die Oual kein Ende! Immer und immer, während er die Zelle aus und nieder wandelte, erhob sich vor ihm das Gespenst des entweihten HeimS und des ruinirten Lebens, und wenn er in die Zu- kunst hinausblickte, fo sah er das Elend der Vergangenheit sich nochmals wiederholen, und kein Hoffnungsschimmer bot sich ihm dar. Erinnerung und Erfahrung flüsterten ihm zu:„So wie Du gewesen, wird eS auch sein; die traurige Pilgerschaft Deiner Kinderzeit wird sich nochmals wieder- holen. Der Fluch derselben�ist ohne Ende." Zn der Tragödie des Lebens giebt es wenig so traurige Momente als den, wo es uns als ein Verbrechen erscheint, neue Generationen in die Welt gerufen zu haben. Ist es nicht genug, selbst geboren zu sein? Muß man anderen unschuldigen Wesen, die von der Wiege an schon dem Fluch der Sünde und des Leidens geweiht sind, die Bürde des Daseins auferlegen? Doch wenn dieser Gedanke uns kommt, ist es schon zu spät. Der Fluch ist da, und Kinder und KindeSkinder treten seine Erbschaft an. So wenigstens er- schien es James Boung von Merton, als er wiederum die Nacht hereinbrechen sah. Zu solchen TageSzellen treten die Schatten des Dasein» am schärfsten vor unser Auge. Alle Enttäuschungen, seine Kummerniffe, seine Angst standen mächtig vor ihm und verdunkelten die vielen glücklichen Zahre der Arbell und Liebe so vollständig, wie rauhe Bergmaffen die lachenden Thälcr verhüllen, die in ihrem Schatten liegen. In Wahrheit war sein Leben nicht immer so trostlos traurig gewesen. Ihm wie uns Allen war Freude beschiede« ge- wesen. Das Glück der Liebe von Frau und Kind war ihm geworden, sein Heim war heiter, seine Familie vereint; er war kräftig und gesund, und seine Liebe zu den Blume» und Büchern hatte seine Mußezeit mit einer glück- lichen Zufriedenhett erfüllt. Doch all dies war jetzt vergeffen, seine augenblickliche Lage und der Schrecke» über das Ereigniß, das ihn hierher gebracht, lenkte seine Gedanken auf die Finsterniß, die seine Zugendjahre be- kurz über die Sacke weggehen, denn die Mehrzahl der Aerzte hielt die Eiterung für eine Folge des Sturzes und die Entschädigung wurde deshalb ausgesproaen. Wenn aber lediglich von Aerzten die Frage zu entscheiden ist, ob der Betrieb die Ursache eines Unfalls war oder nicht, so dürste sich die Sacke dock oftmals mindestens zweifelhast gestalten, und man darf mll Reckt an« nehmen, daß die Arbeiter durch solche Neuerung in der Unfall» Versicherung schwer bcnachtheiliat werden würden. Eine geringe Aenderung im Wortlaute des Unsallverstcherungs- Gesetzes dahin, daß nur die„nachweislich" durch den Beirieb Verunglückten zu entschädigen seien, und wir fürchten, die Aerzte würden dafür sorgen, daß das ganze Gesetz nur noch aus dem Papier stände. Tasche«?«!! Es geht uns der Aufruf des Evangelisch- Kirchlichen-Hissvereins zu, den wir der Kuriofikär halder unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Der Ausruf lautet: Im Anschluß an den unter dem Protektorate Ihrer Ma- jestät der Kaiserin und Königin« stehenden Eoanaelisch-Kirck- lichen Hilfsverein, welcher die Bestrebungen zur Bekämpfung der religiö-'fittlichen Notbstände in Berlin, in anderen großen Städten und in den Jadustriebezirken zu untelstutzen deadsich- tigt, hat sich in den jüngsten Tagen ein Berliner Lokvlverein gebildet, welcher ausschließlich die Beseitigung der rekigiös-fill« lichen Nothstände in unserer Stadt ins Auge saßt. Die Unter- zeichneten find im Austrage Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin provisorisch mit der Leitung dieses Vereins, insbesondere auch mit den dazu nöthigen Sammlungen detraut worden. Indem wir diesem Allerhöchsten Auftrage nachkommen, verhehlen wir uns nicht, wie groß die Schwierigkeiten find, die bei Erfüllung der uns gestellten Ausgabe überwunden werden müssen. Es gill, um nur einiges zu erwähnen, dem geistlichen Notbstände, welcher durch die rapide Zunahme der Ein« wohnerzahl Berlins in dem letzten Jahrzehnte schon entstanden ist und durch das wettere Zuströmen von jährlich etwa 40 Tausend Seelen noch immer wächst, im Anschluß an die be- stehende kirchliche Organ sation durch Hilfskräfte und. so weit möglich, durch Beschaffung gottesdienstlicher Sammelpunkte, einigermaßen abzuhelfen; die armen Kranken, so weit dies geschehen kann, ohne sie chrem Familienkreise zu entziehen, zu pflegen; die Verkommenen ihrem leiblichen und geisllrchen Elend thunlichst zu entreißen; die Verbitterten an die Liebe glauben zu lehren und so den Klaffenhaß zu mildern. Um solche und ähnliche Ziele zu erreichen, bedarf es großer Anstrengungen und nicht minder großer Mittel. Wir wenden uns deshalb an diejenigen unserer Mitbürger, welche sich mit uns zu diesem Zwecke verbinden wollen mit der herzlichen Bitte, unsere Bestrebungen durch reichliche Betträge zu unterstützen. Es würde der Bürgerfchaft der Reichshauptstadt nicht wohl anstehen, solche Beiträge von außen her anzunehmen, ohne mit eigenen Opfern allen anderen voranzuleuchien. soll aber geholfen werden, so muß es in umfassender Weise und bald geschehen. Jedes Jahr vermehrt die Roth und die Gefahr. Darum rechnen wir bei allen denen, welchen an der Hebung der nothleidcnden Volksklassen gelegen ist, auf sofortige und thatkräftige Mithilfe zu diesem gemeinsamen Liebcswerk, welches ohne Rückficht aus die bestehenden Pattei- Gegensätze in die Hand genommen werden soll. Unser Schatzmeister ist der mitunterzeichnete Reichsbank- Präsident v. Deckend, Jägerstt. 34—36. Indeß sind zur An nähme von Betträgen auch sämmtliche übrige untengenannte Mitglieder des provisorischen Komitee dereit. Berlin, Ansang Oktober 1888. Der Berliner Lokal oerein des Evangelisch- »Kirchlichen Hilfsvereins. Das provisorische Komitee. Dr. Brückner, Braun, Generalsuperintent von Berlin, Generalsuperintendent, Vorsitzender. stellvertretender Vorfivender. W. Malbäikirchstr. 22. von Bülow, Generalmajor z. D., W. Kurfürstenstr. 118. Drynder, Konfistorialrath, W. Kanonierstraße 4. C. Propststr. 7. Dr. Aegidi, Geheimer Legationsrath und Professor, SW. Hasenplatz 6. von Deckend» Reichsbank- Präsident, Schatzmeister. W. Jägerstr. 34/36. Gilka, Kommerzienrath, W. Thiergartenstr. 34. I. I. Hol«, Direktor der Chemischen Fabrik (vorm. E. Sckering), N. Fennstr. 11 12. Dr. Stein, Rechtsanwalt, Schriftführer, C. Auauststr. 38. Wir haben bereits am Sonntage unsere Meinung über dieses„Liedeswerl" geäußert. De» Ktirker führte am Sonntag den Supeiintendenten Krückeberg aus Beelitz als Leiter der Stadtmission ein. Dem Akte asfistirten die Stadtmisstonsinspettoren Pastoren Lenz und Evers. Unter den Anwesenden befanden sich Geh. Oder- Regierungsrath Gras Bernstorff, Ober»Verwallungsgerichtsrath Heinrich Hardt, Kaufmann, W. Thiergartenstr. 35. Koch, Direktor der Deutschen Bank. W. Behren str. 9. schattet hatte. Denn ZameS Aoung hatte das Unglück ge- habt, ein außereheliches Kind zu sein. Er war der Sohn einer dieser jungen Mütter, zu deren Schutz die Gesetz- gebung verschärft worden ist, die aber vor fünfzig Jahren gesetzlich vollständig für das verantwortlich erklärt wurden, was sie gethan. Sie war kaum sechzehn Zahre alt gewesen, als sein Vater, der zweimal so alt war als sie, sie der Schande überließ, die eine unverheirathete Mutter verfolgt. Seine ftüheste Erinnerung war die eines Kindes, welches, obgleich vaterlos, nicht sagen konnte, sein Vater sei todt, und als er heranwuchs, hatte er das undeutliche Gefühl ge- habt, daß sein Dasein eine Schande für seine Mutter sei. Sie war ihm eine gute Mutter, obgleich sie so jung war, und sie erzog ihn, so gut sie konnte, während sie sich durch Handarbeit einen geringen und unsicheren Lebensunterhalt gewann. Sein Vater, ein Schutzmann, der später zum Oberaufseher bei jener Macht aufstieg, der die Kontrole über die öffentliche Moral anverttaut ist, überließ seinen Sohn sich selbst— wie eS die Art solcher Männer ist. Wenn er als Kind, aus natürlicher Neugier, nach seinem Vater frug, so zog ein heißes Erröthen über das Gesicht der Mutter; dies und die ausweichende Antwort erfüllten den Knaben mit einem schmerzlichen Gefühl, daß ein böseS Geheimniß über seiner Geburt lag. Es war nicht lange mehr ein Ge. heimmß! Als er zur Schule ging— denn aus ihrem spärlichen Nähterinnenverdienst bezahlte sie mit äußerster Pünktlichkeit das Schulgeld—, wurde er vom Schullehrer als„Bastard" mißhandelt. So erfuhr er, daß ein unab- löschbares Brandmal seine Namen belastete, daß er durch seine Geburt seiner Mutter Schande gebracht, und daß er so lange er auch lebe, dem Fluche der Zllegitimität nicht entrinnen könne. Nicht jede» Kind würde eS fo ttef em« vfunden haben. Doch er war ein empfindsames Kind, und die Schande nagte an seiner Seele. Sie war immer mit ihm, al« er heranwuchs- der dunkle Schatten, dem er sich nie entziehen konnte. 1 � (Fortsetzung folgt.) Hahn, General v. Bülow, Pastor Reiche vom Prooinzial Hause du Ausschuß für innere Mission und Andere. Der Stöcker hlckmachen. eine salbungsvolle� Ansprache an K., in welcher er sagte: Urb weist, daß diese Sache durch viele Kämpfe und Verleumdi gegangen ist, daß sie falsch und unwahr und ungerecht beuri! wird, desto freudiger heißen wir Dich willkommen, weil dennoch gekommen bist, desto treuer wollen wir Dich mit uns Gebeten umringen. Dein Amt wird ein zweifaches sein: lebrendes und ein ermahnendes. V-ele kennen in Berlin Wort Gottes nicht, denen ist es zu sagen. Die© missionäre find ungelehrte Leute, Kinder des Volkes, schätzen wir gerade an ihnen; sie erwarten von Beledrung. Die Stadtmisfion ist in die Lücke Bresche getreten, weil die Mauern der Kirche in dieses R Hauptstadt auseinander gingen; sie will den ungepflegten meinden, den ersterbenden Seelen dienen. Ich habe disher, elf Jahren, mit meiner schwachen Kraft das Werk zu regi gesucht und es hat mir manchmal aus dem Gewissen gele daß ich wegen der Ueberlastung mtt Arbeit nicht sorgst genug regieren konnte. Wir haben lange nach einer Persöntt keit gesucht, die es sorp fälliger letten, die auch das Ernzs überwachen könnte, und Gott hat dich uns zugeführt. Fürä /f.sl ci' desondere Wohlthat halten wir es, daßDu schon ein R gielS-"-- 6 in der theuren Landeskirche hattest." jJhchdcm Sup. Krucki stünhger*' das Gelübde abgelegt, erfolgte die Berufung im Nomen Vorstandes der Berliner Stadtmisfion Leiters an diesem Werke. An der Spitze des ganzen## wie der„Reichsdote" hervorhebt, nach wie vor I � f& das AmLi durger„3 mt vreuß eitplatz i Wette gel die in de und grub 'aus einig, kick nur Bilder au eine Zeit Brand, d ihren Elte letzteren, i gelv enfge erschien ei Untersuch! Ingenieurs bleibt, wie der„Reichsdote" hervorhebt, nach wie vor Stöcker, welcher sich, nunmehr von vieler Spezialardeit entfc<_ der Leitung desselben im Großen noch erfolgreicher wird wibss L. können, als es ihm bisher möglich war.— Am 18. Oltti�'-.v wird der Stöcker sein 2öjährigcs Ämtsjubiläum und zug', den 14. Jahrestag der Einführung in das tzospredigeramt lich begehen.«£« Da» Telephon der Zukunft. Das Telephonwesen sLiernatinn mit Riesei schritten seiner Vervollkommnung, seiner iu�hkut" fn»,, größeren Leistungsfähigkeit und ausgedehnteren Veiw«"�-— entgegen. Während auf dem letzten inttrnationalen Telegi kongreß von dem Telephon überhaupt noch keine Rede war, aus Anregung Frankreichs der geschäftssührende Ausschuß, nächsten in Paris zusammentretenden Kongresses für Nedcnzweig des Telegraphenwesens schon die Bildung e eigenen Telegraphense ltion vor. Diese Sektion, die als auch bei allen künftigen Telegraphenkongressen sunktioniren soll, einer dem Wiener„N. T." aus Patts zugehenden M, zufolge, zunächst die Herstellung eines intcrnati Telephonnetzes tn größtem Stile ausarbetten. eines 3t.?es welchem Hauptlinien, wie: Wien- Metz- Paris, Berlin Rom, Metz Amsterdam London und Berlin- Blüffel-PariS Ekelet bilden würden. Bei diesem Ausbau der Telephons ist die Vereinbarung eines internationalen Ttlephontarises eines ebensolchen Telcphonreglements, analog dem T.lear' Übereinkommen, eine Naturnothwcndigkett, und auch diese aus dem Kongreß angebahnt werdcn. Gleichzeitig soll einem Antrage Italiens der Kongreß dahin wirken, daß(&' liche zum Weltpostverein gehörigen Posten zar Annabwe Auszahlung von Postanweisungen bis 500 Fils, bercchfiat den, was bis jetzt nur bei der Hälfte derselben der% Während übrigens die vorstehenden Programmpunite alle ficht haben, verwiillicht zu werden, ist wenig Hoffnung ooi den, daß d-r Antrag aus gemeinsame Herabsetzung der graphengebühren Annahme findet. Und doch wäre auck sehr wünschenswetth gewesen! De» Klick auf Kerli» vom Kreuzberge aus ist wattig gerade um die Mittagszett an hellen Tagen no, lohnend. An Sonnlagen, an Venen ein Thell der groß... dustttellen Anlagen feiert, ist die Lust rein genug, um fdr Weddingkirche und die Wasserwerke in der Belsoiterst!»� Icnnen zu können. Am deutlichsten und mächtigsten , trn vi- n.....«• j. mit W. vi agen den egant gek nd, da ar schlief. Ar �vcrschwund eirn W., er Bestol nach seiner öhere Bes tonte ihr t. Peters! lärte, vc elang es j s der G osortige Fe r russische an ihn za ieder der egen, ja d> ck seine Z achdem He ,>n dieser s, Gleichzeitig age, wele agen aus «zeige vor ast behalt c es Besiohl, m Jahre] uppte, ents, ein G.ld öthigen Sck von neueren Bauten im Vordergrunde die Kreuzkirche.uns polizei bereit Anhalter Bahnhof ad; weiter hinten die Genvarmenlhün rechts davon Jerusalemer Kirche, Ralhhaustdurm und die von Nikolai dicht in einer Gruppe vereinigt. Zwijch darmenthmmen und Rathhaus erscheint die Schloßkup davon St. Matten. Zum Spreethal hin treten dw von St. Michael und St. Themas noch klar hervor; bemerkt man neben dem Anhalter Bahnhof links die kirche, weiterhin die Kirche zu Moabit und die Siegt Hier oben verschiebt sich das Bild der Stadt, das eineBJ, ganz gegenwättig ist, so s.hr, daß es sich empfiehlt, einen plan zur Oriemmmg mitzunehmen, wofür der kleine 3 sahrplan der Pferdebahn genügt, der nur 10 Pf. kostet- d.s B schauers treten an d.r westlichen Hügelreihe die i tbürme von Westend und von Steglitz, sowie die schönest Ki:che von Steglitz noch deutlich hervor. Mit tzllfe Glases find alle diese Gebäulichkeiten im Einzelnen zu e. kennen, und für denjenigcn, der sich einer reichen Fernficht erfteuen will, giebt es hier oben Fernrohr. Eine der erstcn Kpure« de» jetzt zur Tag« tu» gemordese» Heirattzsgesnche kommt in Leip Vorschsin. Am 9. Mai des Jahr s 1812 war in dem scheinenden„Jntelligenzblatl" nachstehende Anzeige zu „Vier honette, sehr schöne 18— 24 jährige Mädchen g ziebung, vom Lande, wovon jede soglttch gegen 3000 vcirathsgut erhält, wünschen in einer größeren Stadl,.- Heirath bald eine Versorgung finden. Sie schmeicheln y\ Hauswirthinnen zu werden, jeder Witthschast gewackMt'-stpalai nur wegen Abgelegenhttt iyies Vaterottcs von anst'" Heirathktustigen unge nicht zu sein, denn sie sehen mehr schickl-.chkeit und Rechlschaffenhett, als auf Vermögen. � Nägere können nicht über 40 Jahre alle und mtt keines ticken Gebrechen behastete Subjekte sich schriftlich erkundi der Ausschlist„Suchet, so werdet ihr finden". Abzugt De» K uns, miizurl rung voigekl In d, Chemikern vorigen Jak nur ein ein; «s mit einei Weinsäure gefärbt war zugesetzt, w Welches unt steht aus, tber. Ist nden? Auch i cr Fürst( athen. So stcr vasfirt a find, das Ä bekomm lich 3600 3 rutsche Fü erzog und Millionen b amlose P Verlagskontor des„Jntclligenzblattes", Petersstraße 3& Vor e, Norden «schwinde tersevt. D, Morgen toufe zurück »hrten zu I ielten die osvitals in n einer Lu bnlichst no >nd kam ge in den Stcckbttefen. Eme der r lustigen Damen e> schien persönlich im Jntclligcnzkontor, em�egang�nen Schreiben in Empfang zu nehmen. Ob Engel unter die Haube gekommen find, wird nicht ei®1 Urber die Gefährlichkeit de» W flergas»*, neuerdings mehrfach seiner Billigkeit wegen auch als empfohlen wo.dcn ist. hat schon der oorjähttge Gesu» kongreß zu Wien in ausführlicherer Weise verhandelt gegiTn die fBerwetou� �Sannftn'(Bases Häufig* aussprechen, weil dasselbe infolge der Geiuchlofigkeit im SÄmch der l .5�/ Gefahren mit sich dttngt. S- Mtlgksun� .LÄ f s 1 u Personen durch dasselbe gstövM �bie Schiene roabrenb für dioselde Zeil die Zahl der Vergiftung�Hinderniß, u%= nH5 9 betragen hat. Die Gcsäh lichkeit d'AHädiat. d. MW ftnAfif i Vjoftffor Hattmann von der 3% iu Charlottendma, der in Wim eine aus&><• EfiSrJ5 11»,»Gesundheitstngenieur", dtt darauf bezügliches Gutachten einer schweizerischen" wiedersieht, welche empfiehlt, das Wassergas bei kiitsernung der ruchlose ?lde zu he! ame Fahrt . Pchen 8; Ii Min. Ki rang enlla ? töcker Ate: � Hause durch Beifügung eines Riechstoffes weniger gefährlich zu �machen. ......,D> Ueber einen„gehobene« Kchatz" weiß die Charlotten« „,„.'?>un°adurger„Nme Zeit" folgendes zu berichten:„Mehrere Packete -•*TÜt preuh.schen Banknoten find am Miltwoch auf dem Offiziers- �eitplatz in der Nähe des Zoologischen Gartens auf folgende '"eise gefunden worden. Eine Anzahl Kinder von Offizieren, die in der Hardenbergstrafie wohnhaft find, svielten im Sande und gruben dabei ein mähig tiefes Loch. Plötzlich stießen fie uf einige Packele mit Blättern, welche für die Kleinen natür st bemt weil rstt uns sein: Berlin Die©' Wlich nur insofein Jntereffe batten, eis fie bunt waren und „on 3 Bilder aufzuweisen hatten. Nachdem sie sich mit den Scheinen Lücke us eine Zeit lang vergnügt, steckten fie einen Theil derselben in so,i4< Brand, den andern nahmen fie mit nach Hause, um die Blätter nVnien 1 �rcn Eltern zu zeigen. Wer aber beschreibt das Erstaunen der «w»letzteren, als ihnen die kleinen Händchen große Summen Papier« gelv entgegenhielten! Nach sofortiger Anzeige bei der Polizei erschien ein Kriminalbeamter, welcher an Ort und Stelle nähere Untersuchungen anstellte. Es hat fick aber nicht mehr vorge- funden, als die Kinder aas dem Sande gegraben hatten. jedenfalls ist anzunehmen, daß das Geld von einem größeren Diebstahle herrührt; die Spitzbuben mochien es wohl in der Erde sicherer wähnen, als zu Hause. Eifrige Recherchen sind tm Gange."— Nack Erkundigungen, die das„B. T." an zu- standiger Stelle eingezogen hat, ist die ganze merkwürdige Schatzgeschichte des Charlottenburger Blattes auf folgende un» erhebliche Thatsache zurückzuführen: Auf dem freien Platze zwischen dem Zoologischen Garten und der Artillerie« und Ingenieurschule wurden einige Fünfmarkscheine von Knaben ge- fanden. Man vermuthet, daß die Scheine dort verloren worden find, indem genannter Platz vielfach von Reitern benutzt rvird. Um den snngst vernrthrUte» schwarzen Ehrenmann - GstmwvKq beginnt fich ein vollständiger Sagenkreis zu bilden. , jU-bet eine Begegnung, die ein Leipziger Bürger mtt diesem znwefen Internationalen Gauner gehabt hat, weiß da-„Leipziger Tage« erner lw»dlnt" folgendes zu erzählen:„Im Juli 1880 fuhr der Fabri« ant W. von Renal nach St. P-tersburg, wobei er den Schlaf, lagen benutzte. Im selben Koupee befand fich ein junger, egant gekleideter Mann, welcher fich sehr schweigsam verhielt nd, da auch Herr W. leine Notiz von ihm nahm, ruhig ein« chlief. Am Morgen bemerkte Herr W., daß sein Reisekollege �verschwunden war und mit ihm die gefüllte Brieftasche des e'in W-, trelche 2000 Mark in russischen Scheinen enthielt. !er Bestohlene rrstatlete in St. Petersburg der Polizei sofort nach seiner Ankunft Anzeige von dem Verlust und gab eine tähere Beschreibung des betreffenden Mannes, denn nur dieser dnnte ihn bestodlen haben. Allerdings verhielt fich die t. Petersburger Polizei merkwürdig kühl zu dieser Sache und klärte, vorläufig Nichts thun zu können Glücklicherweise elang es Herrn W., den Gauner zwei Tage nachher wieder uf der Eisenbahn zu treffen. Er veranlaßte natürlich seine oforttge Festnahme. Nun konnte er fich aber das Benehmen :r russtschen Polizeideamten erst recht nickt enträlhseln. Hatte an ihn zwei Tage vorher kühl behandelt, so war dies nun ieder der Fall, dahingegen kam man dem Diebe höflich ent- egen, ja der Kommiffar gab demselben sogar Feuer, damit er ch seine Zigarette anzünden könne. Und dies noch obendrein» achdem Herrn W.'s Brieftasche bei ihm gefunden worden war. In dieser fand sich noch die gesammte Summe unversehrt vor. �Gleichzeitig förderte die Untersuchung noch eine Brieftasche zu iaze, welche einem Herrn Tags vorher ebenfalls im Schiast agen auf der Bahn gestohlen worden mar und worüber eine Anzeige vorlag. Ja, man wollte den Gauner nickt einmal in '?aft behalten, und geschah dies erst auf energisches Drängen es Bestohlenen. Das Geld blieb in den Händen der Polizei. m Jahre 1882 ist Ostrowsky, als welcher fich der Gauner ent- uppte, entsprungen, und nach russischem Gesetz kann Herr W. ein G.ld nur innerhalb neun Ja.rcn wiedererlangen. Die ölhigen Schritte hierfür hat Herr W. bei der Berliner Kriminal- polizer bereits gcthan." _ Schnukn-irtst K. Ei»«,, Manteuffelstr. 34, ersucht uns, miizurdeücn, daß in seinem Lokale nur eine einzige Sistb rung vorgekommen ist. In den Proben, welche als„Hlmbeerlrmonade" den Lhemrkern des GJundheitsamtcs in Amsterdam im L: ufe des vorigen Jahres zur Untetsuchurg übergeben wurden, fand fich nur ein einziges Mal wirklicher Himbeeisast. Meist hctte man «s mit einem Gemisch aus Zuckerwaffer. Stärkezucker(Glukose), Weinsäure und etwas Kunstäther zu thun, das durch Fuckfin gefärbt war. In anderen Fällen war noch etwas Zitronensäure zugesetzt, wahrend Carmin zur Färbung diente. Dos Gebräu, elches unter dem Namen„Champagnercider" verkauft wird, steht aus Zuckerwasser, Stärkezucker, Weinsäure und Kunst' ittret. Ist auch bei uns ähnlicher Apfelwein- Champagner zu nden? Auch ei« deutscher Fürst, aber«»a» für einer! er Fürst Salm-Kyrburg ist mit 2 Millionen in Konkurs ge- 'athen. So was ist deutschen Fürsten und Adeligen schon fter pasfirt; aber daß nur so werrig Aktiva zur Vertheilung a find, daß die Gläubiger nur% pCt. ihrer Forderung jähr- ch bekommen und dabei für den verkrachten Fürsten noch jähr- ich 3600 M. Futterkosten zahlen sollen, während der edle eutsche Fürst in Paris einen Onkel, der 4tocher Fürst und erzog und OOfacker Millionär, und eine Frau mit 20—30 Mionen hat, das ist noch nicht dagewesen. Für eine derart amlose Vrellerei seiner Gläubiger gehört dieser sonderbare bisher, zu regit en gele it soegfi Perlön ias Einzf 1 Für' i R gield >. Krücke Namen Amt i nzen W« nie vor zeit entli wirb will 18. Dltf und jus »igeramt Veiwenl Telegri lede war, iusschuß s für ildung die als tioniren »en M tternat is Netzes i erlin sel-PareS üelephoi ontarrfl T.lc i, büß älnnahof beucht*«- der n>te alle fnung oo' lng ver äre auck > aus ist er groM ;. um sel� lsottersM sten steche.unl aenrhurl rnv die ZanjdjaM ofelupp»" i die hervor; rks die ie Siego as cineiv' lt, eineo. kleine . kostet-� he die ie schöne tl» ltit tzilsi„ izclnen einer oben ' Tage«!) in LeiPi in dem -zeige zu idcken n 3000 Statu fich'�ustcke Fürst" unseres Erachtens ins Zuchthaus, nicht in ein rstenpalais Vor tima acht Mache« wurden die Angehörigen einer Norden der Stadt wohnenden Familie durch das plötzliche «schwinden ibrer hübschen 19jährigen Tochter in tiefe Trauer rsetzt. Das Mädchen, Anna K., hatte sich Besorgungen halder Morgen vom Hause fortbegeben und war nicht wieder nach ause zurückgekehrt. Säulenanschläge, Aufrufe in den Zeitungen ihrten zu keinem Ergebniß. Bor etwa acht Tagen jedoch er- retten die Eitern einen Brief von der Direktion eines osvitals in Paris, worin mitgetheilt wurde, daß ihre Tochter n einer Lungenentzündung schwer krank darnieder liege und :bnlichst nach ihren Eitern verlange. Der Vater reiste sofort ab nd kam aetaoe noch zurecht, um der Sterbenden zu verzeihen. Die Unglückliche hatte hinter dem Rücken ihrer Eltern hier eine iebschast mit einem jungen, in den Kreisen unserer„goldenen lugend" woblbrkonnten Manne angeknüpft, und dieser hatte e verleitet, mit ihm nach England zu entfliehen. Nach einigen -selbst verlebten Wochen wendete fich das Paar nach ans, und hier ließ der Herr sein Opfer mittellos und krank »ück. ohne sich weiter um dasselbe zu tümmcrn. Die Leiche i,l(t. �3 Mädchens wurde hierher überführt und vor einioen Tagen v-ihanv.�puf iinem der Kiichböfe des Nordens beigesetzt.— Wahrschcin- d fiV war der Lump einer von der„Elite der Nation". im tzaus� Gz« infame« Attentat avf»inen Gisenbahnzng bat igkett'w/Mach der„F. O.-Z" am Sonnaden-' in der'Nähe von Frankfurt ingt. voMulgefunhen. Der um 9 Uhr 49 Min. vorschriftsmäßig in •ndt.""sthnnde Adendzuz der Berlin- Stcttiner Bahn fuhr ' hintereinander gegen größere Sieine, welche auf • v it1 vi worden waren. Die Maschine, welche das tnderniß drei Mol glücklich überwunden hatte, war zwar de- �chadrat. dennoch konnte die Einfahit in Frankfurt erfolgen. we Befickittgung der Strecke ergab, daß der Attentäter drei roße Nummersteine aus der Erde gehoben und in kleinerer ntsernung auf die Schienen gelegt hatte. Außerdem scheint -er ruchlose Mensch versucht zu haben. Signalstangen aus der rde zu heben, um die Gefahr nocd zu vergrößern. Die lang- me Fahrt des Zuges war dessen Rettung. Das Attentat muß schen 8H und 9H Uhr geschehm sein, denn der um 8 Uhr 1 Min. Krassen pasficende Zug fuhr ungefährdet den Schienen- ang entlang. t gewachst� zon antl" en mehr aogen. mit keine» h erlund- Abzug' istraße en wird, lnfforder- C." sebreidl- hen die »eschrieosN -ne der mzkontor- -en. Od mckt er XT® rige ?S. ! gttöbtti sh est-llt UN» mlung W Da«„Märchen" als Gntsberrin. Aus Schwerin wird dem„Hamb. Korr." geschrieben: Bekannttich kaufte der Baron von Schroll aus Wien, der infolge seiner Verlobung mit Fräu- lein Bertha Rother in letzter Zeit in den Blättern viel genannt wurde, das in der Nähe Schwerins belegene Rittergut Fleffe- now. Nachdem die Verlobung rückgängig gemacht war, ward von dem Gutsoerkauf das Gleise erwartet. Neuerdings hat fich aber Frl. Rother als Befitzerin des genannten Gutes legitimirt und hat auch den Besitz seit Sonnabend thatsächlich angetreten.,,, Gestern Vormittag entgleiste, wie von dem konigl. Cisenbahn-Betriebeamt mitgcthellt wird, bei der Ausfahrt des 10 Uhr 14 Minuten aus dem Potsdamer Bahnhof hierselbst abgehenden RingbahnzugeS Nr. 911 die Maschine desselben aus noch nicht aufgellärten Ursachen. Hierbei wurde der erste Wagen des Zuges mit vom Geleise gehoben. Beschädigungen an Personen find nicht vorgekommen, auch ist der Betrieb in leiner Weise gestört worden. Der Zug 911 wurde in die Bahnhofehalle zurückgeschoben und demnächst mtt geringer Verspätung wieder adgelaffen. Fei lebendigem Leibe»erbrannt, wurde gestern Abend die in der Meyerbeerstr. 17 wohnhafte Frau des Kaufmann F. Im Begriffe, die Lampe mit Petroleum zu füllen, wurde die Frau ohnmächtig, fiel zu Boden und mit ihr der obere Theil der Lampe, welchen sie in der Hand gehalten. Die Kleider brannten lichterloh, und als die Frau zur Besinnung kam, nahm fie ihre ganze Kraft zusammen und lief die Treppe hinunter. Durch das Klagegeschrei aufmerksam gemacht, eilten die Portiers« leute herbei, denen es gelang, durch Aufwerfen von Betten die Flammen zu ersticken. Die Unglückliche wurde nach dem städti- ichen Krankenhause am Friedrichshain geschafft, verstarb jedoch auf dem Transport. Die Epidermis war am ganzen Körper losgelöst. Die Bedauernswerthe hinterläßt einen Mann uno sechs unmündige Kinder, welch' letztere während der schrecklichen Katastrophe schliefen, während der Mann fich in einem nahen Gasthause befand. Kemegnng der FroStkereng der Kindt Berti». In der Woche vom 16. bis 22. September d. I. fanden 264 Eheschließungen statt. Lebendgeboren wurden 901 Kinder, darunter III außerehelich, todtgeboren waren 28 mtt 4 außerehelichen. Die Lcdendgcborenen find 32,6, die Todtgeborenen 1,0 pro Mille der Bevölkerung, die außerehelich Geborenen find bei den Lebendgeborenen 11,2, bei den Todtgeborenen 14,3 pEt. Die Zahl der gemeldeten Sterbefälle betrug 596, die fich auf die Wochentage wie folgt vertheilcn: Sonntag 90, Montag 71, Dienstag 78, Mittwoch 85, Donnerstag 92, Freitag 96, Sonnabend 84. Von den Gestorbenen erlagen an Ma- fern 9, Scharlach 5, Bocken 1, Diphthentis 18, Bräune 2, Keuchhusten 3, Kinddettfiedcr—, Typhus—, Ruhr 1, Syphilis—, Allersschwäche 14, Gehirnschlag 8, Lungenentzündung 34, Lungenschwindsucht 78, Diarrhöe 40, Brechdurchfall 81, Maaendarmkatarrh 26. Eines gewaltsamen Todes starben 12 Personen, und zwar durch Verbrennung oder Verbrühung 2, Ertnnken 5, Erhängen 2, Ueberfahren 1, Sturz oder Schlag 2. Hierunter find 5 Todesfälle durch Selbstmord herbeigeführt. Dem Alter nach find die Ge- storbenen: unter 1 Jahr alt 277(46,5 pCt. der Ge- sammtsterblichkeit), 1-5 Jahre 75, 5-15 Jahre 17, 15 bis 20 Jahre 9, 20-30 Jahre 28, 30-40 Jahre 41, 40 bis 60 Jahre 73, 60—80 Jechre 64, über 80 Jahre 12 Personen. In hiesigen Kranlenhäusern starben 105, einschließlich 8 Auswärtige, welche zur Behandlung hierbei gebracht waren. Auf die Standesämter vertheilcn sich die Todesfälle folgendermaßen: Berlm-Köln-Dorothecnstadt(I) 17, Friedrichstadt(U) 15, Kiedrich- und Schönederger Votstadt( I-) 25, Friedrich- und Tcmpelhofer Vorstadt(IV) 51, Louisenstadt jenseits, westlich 0>) 58, Louiscnstadt jenseits, östlich(vd) 35, Louisenstadt dies- seits und Neu-Köln(VI) 36, Stralauer Viertel, westlich(VUee) 53, Stralaucr Viertel, östlich(Vtlb) 28, Königstadt(V1U) 44, Spandauer Viertel(IX) 34, Rosenthaler Vorstadt, südlich(Xa) 47, Rosenthaler Vorstadt, nördlich(Xb) 24, Oranienburger Vorstadt(Xt) 39, Friedrick- Wilhelmstadt und Vloabit(XU) 45, Wedding(Xlll) 45. Die Sterbefälle find 21,6 pro Mille der fortgeschriebenen Bevölkerungszahl (1 444 031).— Die SterblickkeitSziffer in folgenden Städten des Deutschen Reiches mit mehr als 100 000 Einwohnern betrug m Aachen 24,7, Altona 16 7, Barmen 14,1, Bremen 21„4 Breslau 23 2, Chemnitz 33,7, Danzig 26,9, Dresden 18,9, Düsseldorf 29,0, Elberfeld 21,6, Frankfurt a. M. 16,8, Hamburg mtt Vororten 20,9, Hannooer 24,2, Köln 28,5, Königsberg 25,9, Leipzig: 19,2, Magdeburg 23,4, München 30,6, Nürnberg 24,6, Stettin 26,6, Straßburg i. E. 21,5, Stuttgart 19,9 pro Mille. In anderen Großstädten Europas mit mehr als 300 000 Einwohnern betrug die Sterdlichteitsziffer in Amsterdam). 20, 9, Budapest(Vorwoche) 28,4, Dublin 18,5, Liverpool 18,4, London 15,8, Paris 19,3, Petersburg(Vorwoche) 34,1, Warschau(Vorwoche) 29,9, Wien> Vorwoche) 19,0 pro Mille.— Es wurden 3498 Zugezogene, 2236 Weggezogene gemeldet, so daß fich die Bevölkerung mit Einrechnung der nachträglich gemeldeten Ge- dorenen und des Zuschlages, der den Weggezogenen erfahrunas- mäßig zugerechnet werden muß, um 1401 vermehrt bat; die Em- wohnerzahl beträgt sonach am Schlüsse der Äerichtswoche 1 445 432.— In der Woche� vom 23. bis 29. September kamen zur Meldung Jnfektions- Etkrankungsfälle an Typhus 30, Masern 69, Scharlach 88, Diphtheritis 95. Kindbett- ficber 4. potizeibericht Am 7. d. Mts. Morgens vergiftete sich die 19 Jahre alte Elisabeth Kratzcl in der Wohnung ihrer Herr- schaft in der Palltsadenstraße mittelst Zuckersäure, nachdem ihr kurz vorher wegen zu langen Ausbleibens auf einem Balle von der Herrschast Vorwürfe gemacht worden waren. Sie wurde noch lebend aufgefunden, verstarb jedoch schon auf dem Wege nach dem städtischen Krankenhause im Friedrichshain, wohin fie gebracht weiden sollte.— Am 8. d. Mts. Vormittags fiel auf dem'Neubau der Markthalle auf dem Magdeburgerplatz ein Arbeiter von einer Letter etwa 5 Meter hoch herab und er- litt eine anscheinend schwere Verletzung am Kopfe, so daß er nach dem Elisadeth-Kankenhause gebracht werden mußte.— An demselben Tage Abends erlitt eine Frau in ihrer Wohnung Meyerbecrstr. 17 dadurch schwere Brandwunden am ganzen Körper, daß ihr beim Suchen nach einem Gegenstände die brennende Lampe aus der Hand fiel, explodirte und ihre Klei- der in Brand setzte. Die Verletzte wurde noch lebend nach dem jüdischen Krankenhause gebracht. * Vergnügungs-Chronik. I« der heote im„Ferliner Theater" stattfindenden Auffuhrung der„Braut von Mesfina" wird Herr Arthur Kraußncck, dessen Heiserkeit vollständig behoben ist, wieder den„Eajetan" spielen. Außerdem haben einige Neubesetzungen stattgefunden und werden die Rollen der„Beatrice" durch Fräulein Christien und des„Don Manuel" durch Herrn Karl Weiß dargestellt werden._ Gerichts-Zeitnng. Di» Kchlnßverhandluns gegen die sieben Angeklagten in dem großen Prozeß, welche damals durch Stellung neuer Beweisanträge eine Vertagung der Veihandlung zu erzielen wußten, fand gestern vor der dritten Strafkammer des Landgerichts l statt. Es waren dies die Tischler P a u l Meyer und Hans Buck, sowie die Arderter Buske, Jänicke, Rädel, Hofsmann und Braun. Sie find gleich ihren bereits verurthettten Genoffen beschuldigt, am Abende des 9. Juli durch Ueberlleben der kaiserlichen Thronrede mtt ÄÄ."Ä«iAÄ und in zweifacher Beziehung einen Verstoß gegen das Sozia- listengesctz begangen zu haben. Wie in der früheren VerHand- lung, sprach auch dieser Gerichtshof die Angeklagten wegen Majestätsbeleidigung frei und erachtete ste nur sämmtlich der gelinderen Vergehen für schuldig. Je nach dem Umfange ihrer Tyätigkeit wurden vemrtbeilt: Meyer, Buck, Buske und Jänicke ,u je zwei, Rädel, Hoffmann und Braun zu je sechs onaten Gefängniß. Sämmtlichen Angeklagten wurde je ein Monat für die erliitene Untersuchungshaft angerechnet. Di» bekannt» Streitfrag», ob der Medailleur Oskar Krohm, weiland sozialdemokratischer Reichstagskandidat für Teltow-Beeskow- Storkow, ein Polizeispitzel ist oder nicht, de- schäftigte das hiesige Schöffengericht gestern wieder mehrere Stunden hindurch. Der Züricher„Sozialdemokrat hatte auch Herrn Oskar Krohm auf die Proskriptionsliste derjenigen gestellt. welche anscheinend der sozialdemokratischen Partei mit Leib und Seele angehören, thatsächlich aber mit der politischen Polizei in Verbindung stehen, und in einer sozialdemokratischen Kommunal» wähler-Vcrsammlung im Konzerthause„Sanssouci" war der Zwischenruf laut geworden, daß Herr Krohm ja Polizeispitzel sei. Von letzterem Vorkommniß hatte die„Berliner Zeiwng" in einem bezüglichen Versammlungsbericht Notiz genommen, die warnende Bekanntmachung des„Sozialdemokrat" aber im lokalen Theile der Zeitung verbreitet. Darauf hin hatte Herr Krohm gegen den Redakteur der„Berliner Ztg.". Herrn Paul Ehrentraut, die Privatllaae angestrengt.— Der Bertheidiger Rechtsanwalt Ullstein hatte in einem früheren Termin beantragt und das Gericht hatte beschloffen, den Polizeirath Krüger und de« Kriminalkommissarius Grafen Stillfried zum Beweise der Wahrheit zu berufen; außerdem sollte der Wachtmeister Sommer über Krohms Beziehungen zur Polizei vernommen werden. Das Polizeipräsidium hatte aber gegen die Vernehmung dieser drei Beamten Einspruch erhoben und aus Gründen der Amtsverschwie» genheit die Genehmigung zu deren Vernehmung versagt. Der Vertheidiger beantragte infolge dessen Vertagung der Verhandlung und nochmalige Ladung der Beamten, die auf alle Fälle doch dem Rufe des Gerichts, an der Gerichtsstätte zu erscheinen, Folge zu leisten hätten. Außerdem solle der Wachtmeister Sommer bekunden, daß er außeramtlich mit dem p. Krohm verkehrt und dadurch von dessen Verbindung mit der politischen Polizei Kcnntniß erhalten habe.— Der Gerickts- Hof lehnte diesen Antrag als völlig ausfichtslos ab. Durch Ver- nehmung des Herrn Liefländer und Verlesung der beireffenden Nummer des„Sozialdemokrat" wurde festgestellt, daß jener Zwischenruf in ver detreffenden Versammlung in der That ge- fallen und jene warnende Bekanntmachung wirklich erlassen war.— Rechtsanwalt Ullstein hielt es für ganz zweifellos, daß die Wahrheit der inkriminirten Behaupiuag erbracht sei. Wenn ein Parteiorgan in dieser Weise ein hervorragendes Parteimitglied in die Acht erkläre, so habe es gewiß sehr triftige Gründe zu einem solchen Vorgehen. Wenn ferner das Polizeiprästdium, doch gewiß nicht aus Eigensinn, sondern doch nur aus wohlerwogenen Gründen fich mit Händen und Füßen gegen die Vernehmung der Beamten sträubt, so gehe auch daraus her- vor, daß letztere eventuell nur die Richtiakeit jener Behauptung bestätigen müssen. Hiernach rechtfertige sich der Freispruch des Angeklagten, eventuell nur eine milde Strafe.— Der Gerichis- hof erkannte mit Rückficht auf die Prozeß-Vorstrafen des An» aeklagten auf 3 Wochen Gefängniß. Er hielt durch die Thatsochen bezw. durch die aus denselben fich ergebenden Indizien den Beweis der Wahrheit nicht für erbracht und die Beleidigung für eine sehr schwere, da die Wahrheit der B e sch uldig ung d e n B elei di gt en aus der Liste der anständigen Menschen streichen würde.— Im übrigen fällt die Sache noch unter die Amnestie. Interessante Gnthüllnng»» brachte ein umfangreicher Betrugsprozeß, welcher gestern vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts I stattfand. Die Anklage richtete fich gegen drei Personen, den Juweli-r Adolf Dietzold, den Pfandleiher Gottlieb Manthei und die unverehelichte A u g u ft e Büddenklepper, welche gemeinschaftlich tm Laufe des vor- iährigen Herbstes ein höcktt rafflnirtes Betrugssystem durch Berfchiebung von Pfandscheinen betrieben haben sollen. Die Seele des Unternehmens war der erste Angeklagte, eine vielfach vorbestrafte Persönlichkeit, welcher eine der gefährlichsten Pfandscheinschicber Berlins sein soll. Die beiden Mitangeklagten dienten ihm als Helfershelfer. Dietzold betrieb ein umfangreiches Geschäft mit Pfandscheinen und Gol»- sacken. Er hatte eine große Menge Pfandscheine des Preußische« Leihhauses von dem flücktigen und steckbrieflick verfolgten Juwe- lier Hermann gekauft. Im September v. I. trat er mit Man» thei in Verbindung, der früher bei Stettin eine Kalkbrennerei besessen hatte, in Vcrmögensoerfall gerathen war und darauf In Berlin eine Stelle bei der Pferdebahn suchte. Manthei ersuchte den auch als Geldoerleihcr bekannten Dietzold um ein Darleha von 500 M., die er als Kaution benöthigte. Dietzold erklärte fich nicht abgeneigt, konnte aber kein baares Geld geoen, sonder« nur Goidsacken und Pfandscheine, die Manthei verfilbern sollte. Als die Stellung bei der Pferdebahn fick zerschlug, bot Dietzold dem Manthei an, in sein Geschäft als Gehilfe einzutreten, nach kurzcraemcinsamer Thätigkeit kam man aber dahin überein, daß Manthei ein gleiches Geschäft für selbstständige Rechnung betreiben sollte, wobei Dietzold ihn mit Rath und Tbat unter» stützte. Zunächst mußte Manthei das Gewerbe anmelden und nachdem Dietzold ihm einige Goldsachen anvertraut, fich in der Brückenstraße etabliren. Sodann ließ Manthei in verschiedenen Zeitungen Annonzen einrücken, wonach ein junger, strebsamer Kaufmann ein Darlehn von 300 bis 1000 M. suchte, eine gute Unterlage als Sicherheit und außerordentlich hohe Zinsen ver- sprach. Diese Spekulation auf die Gewinnsucht des Publikums erwies fich als erfolgreich; in allen Fällen liefen Abreffen ein. Es waren stets Leute aus niedrigem Stande, welche fich meldeten in der Hoffnung, auf stickte Weise ihre Ersparnisse;« vermehren. Manthei pries die Güte und Sicherheit der Pfand» scheine, die er von Dietzold erhalten, in allen Tonarten an und vermochte die Gelddarleiher, dieselben als Sicherheit für das Darlehn anzunehmen. Um noch größeres Vertraue« m erwecken, ließ er fich von den Geldgebern Rückkaufsscheine unterschreiben, als sei ihm besonders daran ge- legen, wieder in den Besttz der Pfandscheine und da- durch zu den verpfändeten Sachen zu gelangen, die meistens werthvolle, meist unter den Werth beliehene Erbstücke oder Brautgeschenke sein sollten. Eine Dienstmagd gab ei« Darlehn von 300 M. und erhielt als Unterpfand einen Pfand» schein über einen Brillantschmuck, der mit 1300 M. beliebe« und in Höhe von 1900 M. versichert war. Für diese 300 M. sollte die Dienstmagd nach einem Monate 400 M. zurückerhalten. In anderen Fällen versprach Manthei noch weit höhere Zinsen und nimmt die Anklage an, daß es ihm nie ernst gewesen, die Scheine einzulösen oder die Zinsen zu bezahlen. Die Darleiher wartete« am Verfalltage vergebens und wenn sie, ängstlich gemacht, fich bei Juwelieren oder anderen Sachkennern nach dem Werthe der Pfandscheine erkundigten, erfuhren fie, daß kein reeller Geichäftk- mann etwas dafür zahlen würde. Als die Behörde dem Treiben der� Angeklagten ein Ende machte, haben ste einen Theil der Gläubiger defriedigt, fich aber der Bezahlung der versprochene« Zinsen dadurch zu entziehen gewußt, daß fle mit Anzeige wegen Wuchers drohten. In gleicher Weise wie Dietzold de« Manthei für seine Zwecke denutzte, bat er die Mitangeklagte Büddenklepper verwendet. Er hat mit dem noch sehr jungen Mädchen ein Verhältniß unterhalten und ist Vater ge» worden. Als fie ihn um Mittel zur Unterhaltung des Kindes anging, gab er ihr ebenfalls Pfandscheine, die ste verfilbern sollte. Sn diesen Fällen glückte die Abnahme der Scheine durch nnoncen, in welchen eine junge Geschäftsdame, augenblicklich ohne Stellung, gegen fickere Unterlage ein Darlehn suchte. Sie hat dabei eine Menge falscher Vorspiegelunge« denutzt und fick n. a. für die Sckwälierln eines hiesigen angesehenen Chofoladefabri« tmten ausgegeben. Die Angeklagten bestritten sämmtlich ihre Schuld. Dietzold will die Pfandscheine von dem flüchtigen Juwelier Hermann für einen so auffallend billigen Preis gekauft haben, daß er wohl glauben konnte, mit denselben ein gutes Geschäft au machen. Wenn die versetzten Sachen auf dem Preußischen Üeihhause»u hoch taxirt worden seien, so könne er nicht dafür. Aus der Beweisaufnahme interesfirt besonders das Mißverhält» mß, welches durch die Aussage der Zeugen bei der Taxation der verschiedenen Leihhäuser und insbesondere mit Bezug auf das in letzter Zeit so vielfach besprochene Preußische Leihhaus festgestellt wurde. Eine Zeugin hatte, um den Werth eines Pfandscheines zu erproben, den darauf für IVV M. versetzten Brillantring für 108 M. beim Preußischen Lechhause eingelöst und war direkt zum königl. Leihhause ge- gangen, um ihn dort zu versetzen. Hier hatte man dm Ring auf SO M. geschätzt. Ein zweiter Zeuge hatte von Dietzold Pfand- scheine über Brillanten erhalten, die vom Preußischen Leihhause auf 1900 M. geschätzt und mit 1300 M. beliehen worden waren, diese Steine find später von vereideten Juwelierm auf 400 M. Werth geschätzt worden. Der ehemalige Direktor des Preußischen Leihhauses, Herr tzaake, bekundete, daß es bei dem amanntm Jnstttut Gebrauch sei, Edelmetalle mit 8« und Brillanten mit 2, bis V« des Wertstes zu beleiben. Während seiner Leitung des Instituts sei die Schätzung der Taxatoren, welche außerdem mit der hinterlegten Kaution haftbar waren, seiner Ueberzeugung noch eine gewissenhafte ge- wesm. Krimminalkommiffar List hat die V Ermittelungen gegen die Angeklagten geleitet und war überzeugt, daß alle Jaden der betrügerischen Geschäfte in der Hand des Angeklagtm Dietzold zusammenliefen. In Betreff des Werthes der Wand- scheine bekundete der Zeuge, daß diejenigen des Preußischm Leihhauses einm besonders schlechten Ruf bei den Händlern ge« nöffen, weil die versetzten Gegenstände meist zu hoch beliehen wordm seien. Während die Scheine des königl. Leihhauses von dm meisten Händlern mit 10 Prozent des Unterschiedes zwischen der beliehenen und der Verficherungssumme bezahlt würden, so pflegten die Scheine des Preußischen Leihhauses nur S pCt. zu erzielen. Staatsanwatt Krobitzsch hielt alle drei Angeklagtm im Sinne der Anklage überführst gegen die Büddcnklepper bean- tragte er Aussetzung eines Falles zu späterer Verhandlung. Dietzold sei der Mann, der die beiden Mitangeklagten mit Rath und That angestiftet und fie als seine Werkzeuge dmutzt habe, ihn müsse seiner vielen Vorstrafen wegen eine schwere Strafe treffen, er beantragte gegen ihn vier Jahre Zuchthaus, 1000 M. Geldstrafe evmt. noch 100 Tage Zuchthaus. Gegen Manthei brachte 2V Jahrr Ge- fängniß und geam die Büddenklepper 9 Monate Gefängniß in Antrag. Die Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. Friedmann und Wronker suchten in längerer Rede die Angeklagten in einzelnen Fällen zu entlasten bezw. in ein milderes Licht zu stellen. Der Gerichtshof erkannte gegen Dietzold auf zwei Jahre Gefängniß, 700 M. Geldbuße und 3 Jahre Ehrverlust. Manthei wurde zu neun Monate Gefängniß und e i n Jahr Ehrverlust und die Büddenklepper zu drei Monate Gefängniß verurtheilt. Der letzteren wurde 1 Monat durch die erlittme Untersuchungshaft abgerechnet. Mit der Selbstjustiz ist-» immer-in« heikle Kache, namentlich wenn dieselbe von der Erregung des Augenblicks dittitt wird. Diese Erfahrung mußten zu ihrem Leidwesen auch die Schlächtergesellm Johann Rozat und August Schmidt machen, welche beide wegm Mißhandlung vor die 92. Adthei- lung des Schöffengerichts geladen waren. In der Wacht vom 10. zum 11. August gingen die Angeklagten die Frankfurter Allee entlang, um fich in der schönen Abendluft zu crdolen. In der Nähe der Friedensttaße ttafen fie ein junges Mädchen, welches ihnen klagte, daß ein Mann ihr in der Friedensttaße soeben den Mantel fortgenommen habe. Drese Ahttheilung erregte mehr als ritterliche Gefühle bei den jungen Leuten und in Begleitung der Dame begaben fie fich flugs auf die Suche nach dem Attentäter. Als fie in die Friedensttaße einbogen, sahen fie zwei Männer auf einer Bank fltzm, welche auf Be- fragen erklärten, daß der gesuchte Mantel im Befitze ihres Kollegen Jung sei, der vor einigen Augenblicken nach der nahm Destillatton gegangen sei, um Schnaps zu holen. Die letzten Worte warm kaum verklungen, als Jung mit dem Mantel über dem Arm herbeikam. Auf die Aufforderung, den Mantel Herauszugeden, erwiderte er den Angeklagten: Sie haben mir nichts zu sagen! Hierauf fielen Rogat und Schmidt über ihn her, warfen ihn zur Erde und bearbeiteten ihn mit Händen und Füßen dermaßen, daß fich der Gemißhandelle kaum von der Stelle bewegen konnte. Dann händigten fie dem Mädchen den Mantel ein und entterntm fich.— Rogat stellt die Mißhandlung nicht in Abrede, während sein Komplize Schmidt nicht geschlagen haben will. Durch die Zeugen- aussagen ergab fich, daß beide Angeklagte in gleichem Maße de- tbeiligt waren; femer stellte fich heraus, daß Jung mit dem Mädchen sehr gut bekannt war und den Mantel nur aus Ulk zurückbehalten hatte. Der Staatsanwalt war der Meinung, daß den Angeklagten mildemde Umstände zugebilligt werden könnten, well fie dem Mädchen zu ihrem Eigenthum verhelfen wollten; deshalb wolle er für jeden nur zwei Wochen Gefängniß bean« tragen. Das Gelicht ttat dieser Auffassung bei und veruttheilte die Angellagten zu je 14 Tagen Gefängniß. Gt« tnmultuarischer Auftritt spielte fich gestern thells in der 87. Abtheilung deS Schöffengerichts. theils auf dem Korridor des Gettchtsgebäudes ad. Ein Tischler Galke war wegm Körperverletzung zu einer Woche Gefängniß vemttheill worden zu Unrecht, behauptet- er, und dies in einer so lauten und ungebührlichen Weise, daß der Vorfitzendr ihn mtt einer sofortigen Haststrafe bedrohte. Auf der Schwelle zum Korttdor rief er:„Dann will ich sofort rerbaftet wernen!", machte aber dennoch Miene, fortzugehm. Run ließ ihn der Vor- fitzende zurückholen, aber Galke sträubte fich nun- mehr und setzte fich dermaßen zur Wedre, daß mehrere Beamte nöthig waren, ihn zu bändigen. Sein unkluges Ver- halten trug ihm nicht nur eine sofort zu verbüßende dreitägige Haftstrafe ein, sondern der Staatsanwalt erklärte, ihn dann gleich Untersuchungshaft behalten zu wollen, da er ihn wegen m Widerstandes gegen die Staatsanwallschast unter Anklage stellen wolle. Als Galke abgeführt werden sollte, wiederholte fich die lärmende und im Gerichlsgebäude höbst selten vorkommende Szme>in noch verstärkter Weise, der Arrestant schlug mit Händen und Füßen um fich und mußte nach der Zelle getragen werden. In der am 12. Upuember in Landaberg a. W. beginnenden Kchwnrgerichtsperiode wird, wie wir aus einer dortigen Konespondmz der„F. O.-Z." ersehen, möglicherweise auch der vor einiger Zeit so viel Aussehen erregende Fall Rostin, über welchen in dm vierziger Jahren vor dem Schwur- gcricht in Küstnn verbandest worden und der mit der Ver- rirtheilung des Hilisförsters Rostin wegen Ermordung einer Försteriochter bei Berlinckm endete, nochmals zur Verhandlung gelangen, da fich im Laufe dieses Jahres vieles zu Gunsten des Verurtheiltm aufgeklätt haben soll. Die Akten über diesen Prozeß sollen bereits dem Justizminister vorgelegen haben und dem Landgencht zu Lanvsberg wieder zugestellt sein. Klewe MittheiwnKeu London» 8. Oktober. Nach wie vcr bleibt in Dunkel ge- büllt, wer die Frauenmorde im Ostende Londons verübt hat. Alle Vcrmuthungen, die auf die Spuren des Mörders hindeuten sollten haben fich als hinfällig erwiesen. Der Polizei fehlt es nicht an Zuschriften, gut und böse gemeinten; auch der Presse gehen zahlreiche Briefe zu, in denen die Unfäbiakeit der Polizei dm erörterten Stoff bildet. Vor einigen Tagen erhielt die Polizei einen Brief, unterzeichnet„Jcck, the Ripper"(der Aufschlitzer). Der Schreiber erging fich in Hohn Spott über die Polizei und theilte mit, daß er in der vom Sonnabend zum Sonntag seine Mordarbeit fottsi werde. Mit derselben Unterschrift war schon früher der„Zent Nervs" ein Schreiben zugegangen, das von einem Theile> Presse für deachtcnswerth genug gehalten wurde, um es veröffentlichen, obwohl es deutlich erkennen läßt, daß stli>> Schreiber nur einm schlechten Witz hatte machen wolle«. Die Polizei war überzeugt, daß es fich mit dem jetzigen Schre ebenso verhalte, und daß man fie nur verspotten wolle. jedoch jeden Vorwurf, der gegen fie erhoben werden kon zu entkräften, ergriff fie im Osten der Hauptstadt sowii der City außerordentliche Vorfichtsmaßregeln. Nicht wurden die Polizeimannschaften im Stadtbezirk Whitech ansehnlich verstärtt, sondern zahlreiche Geheimpolizisten und Angestellten der Wachsamkeitsausschüffe, zumeist stämmige, schloffene Männer, durchstteiften die ganze Wacht hindurch Gewirr der übelderüchtigten und schlechtdeleuchteten Nebmr 23 Gaffen und Plätze des großen Bezirks. Diese Vorfichlsmaßregeb' streckten fich auch auf andere Stadttheile, wohin, wiemanvermuld der Mörder den Schauplatz seiner Thätigkeit verlegen köo inibesondere auf die Parks im Westen Londons, wo es) Mörder an Opfem nicht fehlen würde. Die Nacht verß jedoch, ohne daß irgend eine Ausschreitung zur Kenntnis Polizei gebracht wurde. Neuerdings ist davon die Rede,> falls ein neuer Mord verübt wird, Bluthunde zur Aufspii» des Thäters verwendet werden sollen. Die Polizei wirb! wohl noch etwas befinnen, ehe fie zu diesem bedenk» Mittel greift. Einen Maßstab, od fie über hinreichende für die Sicherheit der Hauptstadt verfügt, bietet der soeben! öffentlichte Jahresbericht ihres Leiters Sir Char'es Mt Danach zählte die hauptstädtische Polizei am 3). Dezft 1887 im ganzen 12460 Mann, nämlich 26 Oberaufß 766 Aufseher, 1174 Wachtmeister und 10 494 Schutz� Dm Wachtdimst in dm Straßen versehen bei» 8773 Schutzleute und 60 pCt. dieser Anzahl find für dm dienst von 6 Uhr Abends bis 6 Uhr Morgens erfor! Die Thätigkeit der hauptstädtischen Polizei erstreckt fich Vings über einm Flächenraum von 633 englischen Q> meilm mit einer Bevölkerung von 5 476 447 Seelen. Polizeileiter betont in seinem Bericht an den Minist« Innern, daß infolge der raschen Vergrößerung der Haupt! und des Wachsthums ihrer Bevölkerung Polizeimacht dringend geboten sei. erscheint in's Heu 4 Mark. Die 1 che» F cd man ljen, wn eine" Verstärkung lOifiuösm bruscht wi Telegraphische Depesche«. (Wolff's Telegravhen-Bureau.) Hamburg, Dienstag, 9. Okiober. Wie die„Hai Nachrichten" und der„Hamburger Korrespondent" eifazren, Geheimrath Geffcken seinen Anwalt Dr. Woiffson beausti gegen das Entmündigungsverfahren energischen Einsprutd erheben. Miinchen, Dienstag, 9. Okt. Ein gestern Abend in Restauration der Kunstausstellung im Glaspalaste entiian' Feuer wurde unter Beihilfe der dort stationirten Feuer abtheilung bald gelöscht. Franzosen sr und", i grvß. mgS em it der L ag mit i irgmdS u wangßwei Wohnsitz; chtSansli ußlar ranze sm •iSroeisu« i rtiängt i uch die 3 Briefkasten der Redaktion. Kplletz in Ghrenfeld. Daß Sie 3 Nummern zugss., bekommen haben, wird wohl daran liegen, daß Sie zu.lpernguch: abonnirt haben. Die Zeitung wird täglich exvedirt: Sie mukh.ui dqji fich, wenn Sie nicht extta Bestellgeld zahlen, Ihre Zeitung ttF udea h abholen. F. K. 100. fich um solche Absangereien zu kümmern? Uns legendeit sehr glcichgiltig; selbst wenn wir es wüßten, wir es nicht mittheum. Sie haben wohl nichts besseres zu thun, 'st die Möbel-, Spieß«!- nnb Polstermnarm-Magazi« ... Franz Tutzauer, Kopnicker Strasse 24(nahe der Kopniikerkrülke). WM' Ne«U» Maare. Vrompte'Krdiennng. Holide preis«. [812 Reelle Bedienung! Herren-Gmderoben. Adler& Baruch 143 Ctanienfttage zwischen Mor!#l# und Brandenburgstraße. Moderne Stoffe. Prompte Anfertigung«ach Maatz. Größtes Lager eleganter fertiger Garderobe. Streng feste Preise! I Möbel-, Spiegel- nnb PolsterWnaren- Magazin von Julius Apelt, Sebaftiaustraße 27— 28. _ Peell» Maare« Prompte Bedienung._ [568 Soeben erschien: Die französische Revolniion. Von W. Bio«. Heft 5. Preis ÄO Pf«. Zu beziehen durch die Erpeditton de»„Kerl. Uolksblatt", Zimmerstraß« 44. S i• d• r« a p k fi u f« p n Rabott. Teppiche aus zu billigen Preisen! Wir verkaufm unser Teppich- Lager und verkaufen gewöhnliche, hattbare Teppiche für 4, 5 u. 6 M., große TapestrmPlüsch- Teppiche für 12, 15 u. 18 M. Tischdecken Manilla-Tischdeckm mitFranzm 2, 2,50 M. Bunte Tischdecken mit Scknur und Quasten 3, 3,50 bis 5 M., Gobelin-Tischdecken mit Schnur und Quasten 5 u. 6 M. Gardinen, weiße Zwirn-Gardinen, ree"stes Fabrikat, Meter 45, 50 u. 60 Ptg. Englische Tüll Gardinen auf beiden Seiten eingefaßt, Meter 50, 60, 75 Pfg. u. 1 M. Einzelne abgepaßte Fenster 3,50, 4—6 M. Hübsche Manilla- Gardinen, Meter 40 u. 50 Pfg. Slelrnnn&Rosenberg Kommandantenstrasse Allen Freunden und Bekanntm zur 9! daß mein Mann Ferdtnsnd Hlidebrand am Donnerstag. 4 Uhr, von der Leichmh neuen Thomas-Kirchhot beerdigt wird., Frau Hildebra» ha erhöbe: ■Jittrtöuri wohlgesii omodian: fl< linsttt te anfrej Rolf Talmcke» er 25 ei er U n ' russische K dahinter c :di« R be 3»; J i; v .?chc« Aui Seit d«s ss BcUaft. gsischer€ würder Die welche tu» aus der Konkursmasse von Frank 0 gekauft habe, verkaufe ich zu staunensa billiaen Preisen. Java- Einlage und U>. 75 Pf., Sumatra 2; Pfd. deckend, guter pr. Pfd. 180 Pf. u. s. w. Ebenso offen« Deutschen Redut 60 Pf., Pfälzer Umblatt 70 Pf-,'Bureoukra vorzüglich brennende neue Sumatta's. D uifchen „ F Fpank, Krmmeustratze Ur. v eigensten Interesse bitte auf Nr. achten. Echten Nordtzänser, Liter 80 Pf., im Restaurant von j, Cmil Böhl, Frankfutter Allee 7* Herren-«nd Knaben-Garderoben eigenee Werbstatt. Große Ansmatzl non Stoffen«. Tnchen Anfertigung nach Maaß m eigener Werkstatt. aut fitzend und sauber geardettet, zu soliden Preisen. ah. Kunitz, S; Kltei, S Wk, Jeder kann fich von der Wahrhett überzeugen. 1 Stand, vollständige Länge und Brette, nw 9 Mark, Bettfedern, das Pfund von 25 Pf. an. verkaust allein die Bettfedern�ngros-Handlung 1. Geschäft Kottbwoopotroooo 4, parterre 3. Geschäft Bninnenstrassa 139; 1 Tr. Im AuSwahl stehen 23 Sorten Gedern.__ Kettfedern Elftes Geschäft: Andpeasstp, SB Zweites Gesckäft: Grüner Weg und Markuostraosen-Eoke. Carl Henze Größtes und ältestes Geschäft hinselbst. Neelle Kediennng. KilligH« Preis«. [771 Einzelne Sopha-Kezüge:: t« Nip«, vamast«nd Fantastestosfe» für die Hälfte! SSfEuiU leföTre/Ä Arbeitsmarkt. Auf Tüchtige Belegerin] auf Goldleisten verlangt' 880] Hennig. Fmchtstt.&*** h« �trnft. All« Tüchtige UrrgolderS� geschweifte Bretter werden verlangt! auf geschweifte Bretter werden verlangt! kann ein Arbettsbnrsche fich melden bei 881] T. Kecker, Thucmstt. Tüchtige Ofensetzer werden auf den Bauten Kreuzbergstr. 34, dachstr. 6, Blüchei' und BaerwaidstraßeN' Lintenstraße 2a und Reichcndergecsttaße Grünauer») eingestellt. Gürtler 887] der Maßf ni letzt 1 unt eaig Mi "% af der< nterdrück m' «««1 und Gürtler Drechsler Lont»$c A auf Laubsägearbett verlangt �—— Engel» Ufet al -------[j Uflö jhyj I auf chirurgische Artikel, �««t daß s auf chtrurg. Instrument«. M Seltan», zoemenstei«, Sophien!� St e 6, t j Tiscka- a. M. Blumentbftr. in Frtedttä� Der Arbnlsnachweis �-'M der q.®}* Klavierarbeiter befindet fich nach wie vor Waldemars� He lehrt w Restaurant Pfister. Die Adreffenausg�!!Ä>amenilick ttden Abend von 8-9& Uhr und Mast. ittiet wie°°m�Nichtmi!!lied�°uneptg� ßfe Kom-�'' guel statt. Die Arbeitsvermtttelnng»- deiflächli sanderS Berlmtwortticher Rcdatteur:%. kronbei« tn Berlin. Druck und Verlag von Ptse»a»t»g in Berlin sw„ Bentbstroße 2