Hohn a der lt fortff der„Zent Thcile- um es daß sich> wolle«.. !N S' wolle. den »dt s0! Nicht WHl ten und« mmige,« lindurck« iebenfl naßrege� rvermu» gen köv wo es» cht veip lenntmi Rede,> AufspS! 'i wird! bedenk» iende 5« soebe«! «3S. Donuerstag, de« 11. Oktober 1888. S. Brgan für die Interessen der Arbeiter. Das„Berlin er Volksblatt" erscheint täglich Morgms außer nach Sonn rierteljäkirlich 4 Ntark, monatlich 1,35 Mark, M r, OCU ■1 Marl. und Festtagen. Abonncmcntsprcis für Berlin frei 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement Einzelne Nummer ö Pf. Eonntags-Nummer mit dem„Sonntagö-Blatt" 10 Pf. tEingetragen in der PostzeitungSprcislistc für 1888 unter Nr. 849.) Jnscrtionsaebnhr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Austrägen hoher Rabatt nach Ucbereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags m der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße 2.— Gepedition: Zimmerstraße 44. Der Grbfrennd. r den erfor t stch? Die deutsche Presse kann sich wegen der f r a n z ö s i- ßcheu Fremdenpolizei immer noch nicht beruhigen, llinister man hat wohl noch bei wenig Anlässen so deutlich ge- . wie au und für sich unbedeutende Dinge von den stärkung Disiusseu zu großen und folaenneichen Aktionen aufge- b'ufcht werde«, wenn man glaubt, den Haß gegen die Franzosen schüren zu können. Dagegen darf sich der..Erb- fr und", daS liebe Rußland, alles erlauben. Das Geschrei iM groß, weil gegen einen Deutschen in Frankreich neuer- mg« ein Ausweisungsbefehl crganaen ist. Nun, wem es it der Opposition gegen solche Maßregeln ernst ist, der ag mit uns dafür eintreten, daß sie in friedlichen Zeiten irgend S und unter keinen Bedingungen eintreten sollen, denn die mangeweise Vertreibung eines Staate bürgcrS von seinem tmsitz paßt weder in unsere Zeit, noch in die modernen chtSanschauungen hinein. Aber sehe man doch nach u ß l a n d, statt immer und immer wieder auf die canzrsen zu deuten. Za Rußland sind scholl unzählige �»Weisungen gegen Deutsche aus ganz nichtigen Gründen rhängt worden und man hat sich bei unS begnügt, ein- iuch d?e Thatsachen zu registriren. Wenn die Franzosen ötglich der Ausweisungen sich auch nur den hundertsten h.tt»essen erlaubt hätten, was sich die Russen mitten im 4cden herausgenommen haben, welch' ein Geschrei wäre ba erHobe» worden! Aber„unseren lieben Freunden" in .leterSdurg und Moskau sieht man alles nach. Die ganze wohlgesinnte" Presse bei uns gcräth in Aufregung, wenn ein omödiant oder noch besser Narr wie Deroulsde einmal ae unsinnige Rede von„Revanche" und dergleichen hält. »e ausregenden Tischreden der russischen Generale, »o« der W c l t m i s s i o n Rußland«, von er Vernichtung de«„faulen Westen»", von er Unterjochung ganz Europas unter die �russische Knute die Rede ist, werden behandelt, als ob man Dahinter gar nicht» zu suchen brauche. Man darf nur an die R de denken, die kürzlich wieder Zgnatiew gehalten ai; ji; wurde von den deutschen Blättern nur in kümmer- ich-« Auszügen gebracht und dann wurde die Aufmerksam- cit drs Publikums möglichst von der ganzen Kundgebung gelenkt. Wenn Boulanger oder ein anderer fran- zscher Schreier damals eine solche Rede gehalten hätte, würden die Zeitungen bei uns jetzt noch darüber toben. Die Russen haben sich gegen die in Rußland lebenden eutschen schon alle» erlaubt, wa« sich eine brutale ureoukratie überhaupt erlauben kann; die Behandlung der putsche» bei der Polizei, im Falle von Verhaftungen und a Gericht ist oft eine so skandalöse gewesen, als man in em Kosackeu- und Knutenreich nur erwarten konnte. Aber e«. »Hai nfasrew bcaum iinspma lbend i« entimn Feuer! crn zug» Sie. zu.!» ; Sie müT eitung se! ur Nffii e. Frank i lr. »f Nr.« Jeuilleton. [12 rcbtstt. Iber llangt! >en bei, icmstr. ii» tr. 34. istraßem.' csttaße angt -l-Ufer Die Kitter der Arbeit. Au« dem Amerikanischen de» Zor. Uebersetzt von Natalie Liebknecht. „W i r lehren, daß die Roth de» Eine» die oth Aller ist und daß dai Unrecht, welches Einen Ft, Allen zugefügt ist. Wir glauben, daß dies dem ..nzen Befehl viel näher kommt. Die Lehre des Zndivi- «lismu» hat die Menschheit so vergiftet, daß Reichthum .r Maßstab für menschliche Größe geworden ist, bis wir in» jetzt der Thatsache gegenüber befinden, daß unser Vater- rnd unter der eisernen Herrschaft von verhältnißmäßig cmg Millionären steht, unter denen meines Wissens nicht imer ist, der mehr als den gewöhnlichen Verstand besäße. .uf der andern Seite ist die Armuih der Millionen des ntrrdrückten Volke« so groß geworden, daß nur dann noch �-ttung möglich ist, wenn die Massen ihren Individualismus Kunz und gar opfern, die Hoffnung auf einen Tag, wo sie �cher als ihre Mitarbeiter werden, für immer aufgeben ihre Kräfte zu einer gemeinsamen Anstrengung vereinen, «»f daß das g l e i ch e Recht aller Menschen zur gelange: das Recht auf Arbeit und das die Früchte der Arbeit. rr* �1)«» den Jefferson'schen Satz: daß industrieller, "t cm- r"� Listiger Werth— nicht Reichthum— die i�hre Maiestat der individuellen und persönlichen Größe >?t. Wir haben während der letzten 25 Zahre Millionäre Tausenden geschaffen und die Gemeinsamkeit des Znter- sie« hat sie gegen das Volk verbunden. Wir sind cS auch tklehrt worden und wir haben c3 unsere Kinder gelehrt— amentlich indem wir in unseren Volksschulen reiche Leute ts Musterbilder aufstellten,— daß. wer großen Reichthum lufgesammclt habe, ein großer Mensch sei. Schon ein ldvflächlichcS Studium der Geschichte der Menschheit und �sonders das Studium des Prozesses, nach welchem sich in wo blieb die deutsche Presse? Man nahm dieselbe Haltung ein wie bei den Grenzpflcgeleien; man glaubte schon sehr viel gethan zu haben, wenn man nur die Thatsachen re- gisttirte. Und glaubt man vielleicht, daß es in Deutschland keine russischen Spione giebt? Nun, es werden ihrer nicht allzu viele sein, denn wir haben ja so viele ,. K o s a ck e n b l ä t t e r", die ganz offene russische Politik treiben, daß man in Rußland in der That nicht nöthig hat, sich noch viel mit Spionage zu befasse«. Früher besorgten das Geschäft, die deutsch» Literatur zu Gunsten Rußlands zu beeinflusse», die Kotze b u e und Genossen; nun braucht Rußland solche Leute nicht mehr anzustellen, denn es fehlt in Deutschland durchaus nicht an freiwillige« Vorkämpfer» für daS Kosackenthum. Von welchem Hasse gegen da« deutsche Wesen daS herrschende Panslavistenthum in Rußland erfüllt ist, davon zeugt das neueste Vorgehen gegen die Deutschen in den russischen Ostseeprovinzen. Diese Provinzen er- freuten sich eine Zeit lang einer verhältnißmäßigen Selbst- siändigkeit, von der man aber im Laufe der letzten Zahre Stück für Stück abgebröckelt hat. Das Dcutschthum dominirt in jenen Provinzen übrigens nur in den Städten; auf dem Lande findet sich jenes Junker- und Bauernthum, das dem ganzen europäischen Rußland den Charakter eine« in asiatischer Unkultur steckenden Ge- meinwesenS giebt. Die Landbevölkerung hat immer de« Maßregeln gegen die Deutschen zugejauchzt und die Junker werden nunmehr mit Genugthuung vernehmen, daß daS Schulinspektorat in Riga die deutsche Sprache al« Unterrichtssprache für Riga und für ganz Liev- land abgeschafft hat. Die deutsche Sprache darf«ur mehr wie andere fremde Sprachen als„fteier Gegenstand" in de» lievländische» Schulen gelehrt werden. Sonach müssen auch die deutschen Gemeinden, die selbst die Kosten für ihre Schulen aufbringen, ihren Kindern Unterricht in russischer Sprache ertheilen lassen. Eine halboffiziöse Notiz besagt, hier müsse man„staunend verstummen". DaS ist e« eben, daß man angesichts dieser Bedrückungen, die sich der„Erb- freund" gegen Deutsche herausnimmt, staunend verstummt, während man den geringfügigsten Anlässen, welche Frank- reich betreffen, de» Wortschwalls gar kein Ende fiude« kann. Aber wir werden taube» Ohre» predige»; eS ist em» mal Sitte geworden, bei den Franzosen über den Splitter zu schreien, während man bei den Russen den Balken nicht sehen will. Der Apparat, der bei uns die öffentliche Meinung macht, funktionirt immer in dieser Richtung und nur in dieser. Ob man damit weise zu handeln glaubt? unserer eigenen Generatio» arme Leute zu reiche« entwickelt haben, zeigt uns, daß das, wa« wir da gelernt haben und wa« wir unseren Kindern lehren, eine gemeinschäd- l i ch e L ü g e ist. Es steht fest, daß Leute, welche sich in wenig Jahren von der Armuth zum Reichthum„empor- arbeiteten", wie der Ausdruck fälschlich lautet, aus» nahmslos Menschen ohne Erziehung, ohne Bildung, ohne Feinheit de« Gefühl« sind, Menschen, die keine künstlerischen oder Wissenschaft- lichen Bedürfnisse haben-- kurz rohe, gemeine Naturen. Ihr ganzes Leben konzentrirt sich in der Pflege ihrer ge- meinen, hamsterartigen ErwerbSmuth. Sie sind Raubthiere und in ihre« Angriffen auf die Rechte und das Eigenthum ihrer Neben? enschen werden sie blos durch die Angst vor dem Zuchthaus beschränkt. Sie fangen gewöhnlich damit an, daß sie in kaum merklicher Weise au« den Ver- legenheiten Anderer Vortheil ziehen. Gelegenheiten dazu bieten sich um so häusiger, je reicher sie werden; sie dehnen ihre Operationen immer weiter aus, bis sie endlich durch einen gelungenen Schwindel en gros sich dos Bürgerrecht der Wallstreet1) erworben und die ganze Nation zum Opfer ihrer Schwindeleien mache» können. Ist dann das große Vermögen aufgebaut, so ist e« dem glücklichen Spieler unnütz, weil er keine anderen als die gemeinsten thierischeu Triebe befriedigt hat. „Alle feineren Empsindungcn hat er in der Klasse ge- lassen, aus der er he vorgegangen ist, und die er jetzt ver- achtet und verräth. „Auf der anderen Seite bleiben unter de« ausgesogenen Millionen Menschen mtt gebildetem Geschmack und geistige« Bedürfnissen, Männer wie Frauen, deren kärgliche Löhne zwischen dem Nothwendigsten für die Existenz und der Ve- friedigung geistiger Bedürfnisse gethcilt werden müssen. Diese Menschen können unter dem jetzigen rohen System niemals zu Reichthum oder auch nur zu behaglicher Wohl- babenheit gelangen. Nehmen wir zum Beispiel Sie Beide. Sie sind jung, haben ein lange» Leben vor sich und haben ) Die Straße, in welcher die New Norkcr Millionare und Spikulenten mit Vorliebe wohnen. Mag sein; aber w i r können darin keine besondere Weisheit finde». Wir haben von Rußland nichts gutes zu erwarten. Von den Franzosen können wir hoffen, daß eine vernünftige Regierung den BoulangismuS besiegen und die französische Politik in friedlichen Bahnen festhalten wird. Von den Russen können wir niemals hoffen, daß sie ihre Eroberung?- pläne aufgeben werde». Sie werden„das Testament Peters des Großen" weiter verfolgen, wie sie es bis jetzt verfolgt haben. Wenn man sich nicht so völlig darüber klar wäre, daß die russischen Jntriguen noch keinen Augenblick stille gestanden haben, so könnte man da» Ver» halten unserer Presse begreifen. Aber diese Presse hat aus der Veröffentlichung der Büvdnißverträge von Deutschland und Oesterreich im vorigen Jahre eben nicht die Lehren gezogen, die daraus zu ziehen waren. DnMllk-Korrespoüäeuzm. ZSrtch» 8. Oktober. Daß das politische und soziale Leben in der Schweiz stch nicht wesentlich von dem in monarchischen Staaten unterscheidet, haben wir wiederholt nachgewiesen. Besser aber kann die Situation nicht dargelegt werden, als es von Seite deS„Zofinger Tageblatt", das mitunter sehr sozialiflen- freffertsche Anfälle hat, mit folgenden Worten geschieht. Unter der Spitzmarke„Politischer Sumpf", schreibt das genannte Blatt:„Unser öffentliches Leben ist ein Sumpf, in dem die größten Reptilien henschen. Wer nicht selber zum Reptll wird, der geht natn-gemäß darin unter, während allerlei kriechendes Gewürm und Weichthiere der verschiedensten Sorten, mit Wohlbehagen in ibrcm Elemente stch wälzend, munter ihres Daseins sich freuen. Es ist traurig aber wahr, daß diese Strö» mung der Zeit namentlich denjenigen Therl der Generation mit sich fortreißt, welcher vermöge seiner höheren Bildung bestimmt ist, die zukünftigen Stützen von Staat und Gesellschaft zu wer- den. Der junge Jurist, Arzt. Lehrer-c. schließt sich der großen Heerde an, welche auf den fettesten Staats- und anderen W-iden ätzt. Und er thut gut daran, dort winkt ihm eine glänzende Karriere." So ist es überall. In Neuenbürg fand vorige Woche der schweizerische Juristentag statt, dessen wichtigster Verhandlunes- gegenständ die Zuläsfigkeit der Vaterschaftsilage beziehungsweise deren Aufnahme in das neue eid» venösfische ZIvllgesetz war. Die Juristen aus der französischen Schweiz nehmen fast durchgehends ablehnmde Stellung dagegen ein wegen des„Skandals"(!), indeß die deutsch-kchweizerischen Juristen stch sympathisch dazu stellten. Der Züricher Ober- richtcr. Dr. Zürcher, sagte, der Mann, der ein Kind erzeuge, habe die natüiliche und soziale Pflicht, zur Erziehung und Aus» dildung seines Kindes ökonomisch beizutragen und so auch die Mutter zu unterstützen. Zu einer Abstimmung kam es aber sich ganz der Bildung Ihre» Geistes gewidmet. Sie sehnen sich«ach Büchern und künstlerischer Umgebung. Wenn eine» von Ihnen Geld hätte, würde alle« bald ausgegeben sein für das, wa« in Ihren Auaen einen unendlichen Werth hat — nach den Begriffen eines V a n d e r b i l t undGouldS') aber vollständige Thorheit und der reinste Unsinn wäre. „Wahr ist'S, daß sie dergleichen Dinge kaufen, wen» sie reich geworden sind, aber nicht, um ihre geistigen Be- dürfnisse zu beftiedigen, sondern nur, weil eS für noth. wendig gilt, weil es zur Ausstattung eines vornehmen Palaste« gehört. Wenn Sie reich werden wolle», müssen Sie alle Ihre jetzigen Wünsche und Ihren Geschmack opfern und Ihr Her; gegen die Menschheit verschließen. „Mau sollte eigentlich meine», daß die Kinder solch reicher Leute sich zu Menschen von hoher Bildung in Ge- schmack und Gefühl entwickeln würden, weil sie von dem umgeben find, wa» schön und lehrreich ist, ja daß sie die berufensten Lehrer der Humanität werden müßten. Aber die Art läßt nicht von Art. Ich habe die reichen Ge- schlechter der Vanderbilt'S, Gould'S, Astor'S') und andere gleicher Art betrachtet und fand nicht einen einzigen dar- unter, der für Kunst, Literatur oder Wissenschaft etwas ge» leistet hätte. Es scheint ihnen unmöglich zu sein, sich über die gemeine Schaustellung von Reichthum, wie zum Bei- spiel über Abendgesellschaften, die je vierzigtausend Dollar» kosten, zu erheben. „Ich will aber nicht weiter philosophiren. Dieser Ge» dankengang wurde durch Maud'S neue Stellung hervorgerufen; vielleicht ist ihr Herr zufällig gerade einer, der all dem widerspricht, was ich in Betteff der Bildung dieser Klasse gesagt habe. Wenn er gelehrt ist, muß er e» von seiner Mutter geerbt haben, den« ich kannte den alten Jesemiah al» er Geld machte, indem er todte Armee» pferde zu Häute» und Talg verwendete. Er war ein schlagende» Beispiel der Rasse, die ich zu beschreiben versuchte, wie man nur jemals ein» gesehen hat. Doch ich ') Zwei der berühmtesten und berüchtigsten amerikanischen Millionäre. ') Asto: ist auch einer von der Sorte. Hkruder nicht, hingegen wurde deschloffen, das Verhandlungs- xrototoll dem Bundesrathe zu übersenden. Gleichzeitig mit dem Soziallstenkongreffe in Bern wird in Zürich eine Delegirtenversammlung sämmtlicher Grütli- und Ar» dettervereine des Kantons stattfinden. Bon der langen Trat« tandenliste seien hier nur zwei Punkte erwähnt: die Unentgeltlichkeit der Beerdigung und die Einführung gewerblicher Schiedsgerichte. Ferner wird Arbeitersekretär Greulich einen Vortrag über die Bestrebungen der hiefigen Baugewerdemeister halten und sodann die von uns bereits erwähnte Eingabe in derselben Angelegenheit an den Kantonsrath zur wetteren Be» Handlung und Beschlußfassung gelangen. Ueder die Einführung der unentgeltlichen Beerdigung hat der Vorstand des kantonalen Grütli- und Ardettervereinsver» bandcs einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, den wir hier bekannt- geben wollen: „§ 1. Die Bestattung sämmtlicher innerhalb des Kantons Zürich Verstorbener geschieht unentgeltlich, sowohl für ihren ViMhlaß als ihre Hinterlassen en, auf Anordnung und in erster Linie auf Kosten der politischen Gemeinde, in welcher der Tod «folgt ist. § 2. War der Verstorbene in der Gemeinde, wo er be» stattet wird, nicht steuerpflichtig, so find die Bestatttungs- kosten von der Gemeinde, in welcher er am Todestage steuerpflichtig war, zu ersetzen, in letzter Linie von der Heimath» gemeinde._ § 3. Für die Bestattung kantonsfremder Schweizerburger oder der Ausländer, die im Kanton nicht steuerpstichtig waren, leistet der Kanton nach einem vom Regierungsrath auf« zustellenden Tarif volle Entschädigung, fich das Recht des Rückgriffes auf ihren Nachlaß, beziehungsweise ihre Heimath vor» dehaltend. § 4. Die unentgellliche Beerdigung umfaßt: a) die Leichenschau; b) die Publikation des Todesfalles; c) die Beschaffung des Sarges und die Einsargung der ck) die Beibringung derselben nach dem Friedhof; e) das Oeffnen und Schließen des Grades; k) die flchtbare Nummerirung und angemessene Instandhaltung der Begräbnißstelle. Da, wo eine Gemeinde noch wettere, für alle Verstorbenen gleich zu haltende Anordnungen beschließt, darf für die daraus stch«gebenden Mehrkosten von keiner Seite Ersatz verlangt werden. § 5. Der Staat leistet den Gemeinden für jeden auf ihre Kosten Bestatteten einen Beitrag von 10—20 Frks., nach Maßgabe ihr« ökonomischen Vnhältniffe. § 6. Die Ausführung dieses Gesetzes wird durch rrgierungsräthliche Verordnung, welche dem Kantonsrath Genehmigung zu unterbreiten ist, geregelt. § 7. Dieses Gesetz tritt sofort nach Annahme durch Boll in Kraft." D« Staat soll hierzu je nach der ökonomischen Lage Gemeinde für jeden Todesfall 10—20 Frks. beitragen. Beerdigungskosten werden berechnet auf 25—29 Frks., durchschnittliche Todesfälle piebt es im Kanton Zürich pro Jahr ca. 7000, der Staat hätte also bei dem Modus(§ 5) rund 100000 Frks. jährlich beizutragen. Im B e r n e r Kantonsrath hatte s. Z. der sozialistische Vertreter, Advokat Reichel, Abänderung des Wirth» fchaftsgesetzes deantragt. Die Regierung arbeitete hinauf einen bezüglichen Entwurf aus, der in den Sitzunzen des Kantonrotbes vom 24. bis 26. September zur Verhandlung ae- langte. An wesentlichen Bestimmungen dieses vorausfichtlich Gesetz werdenden Entwurfes heben wir hervor, daß in dm Wirthschaftm das weibliche Dienstpersonal nicht unter 18 Jahre all sein darf, innerhalb 24 Stunden 7 Stunden Schlafzeit und jede Woche 6 Stunden Freizeit haben müsse. Bemerkens- werth für die Stellung der Sozialdemokraten in den schweize- rtschen Vertretungskörpern ist eine Acußemna des Regiemngs- rathes».Steiger, welcher im Namen d« Regierung Entwurf und Bericht einbrachte, daß dies nicht Herrn Reichel zu lieb geschehe, ebmsowenig wie Herr Reichel der Reginuna etwas zu lieb thun würde, sondern weil die beantragte Sache gut sei." Herr v. Steig« ist ein höflicher Mann!— Die Herren Fabrikinspektorm Dr. Schüler und Dr. Burk- Hardt haben eine Schrift über die Gesundheitsverhältniffe d« Arbetter in der Schweiz veröffentlicht. Wir kommen in den nächsten Tagen ausführlich darauf zurück. Das B r o t ist infolge der allgemeinen unbefriedigenden Emte auch hier um 3 Ctm. pro Pfd. im Preise gestiegen. Die K a r t o f f e l e r n t e ist ebenfalls dürftig ausgefallen. Die Kartoffeln stehen verhältnißmätzig hoch im Preise, trotzdem fie unter der nassen Witterung sehr viel gelitten haben und zur Fäulniß große Neigung baden. Die Weinernte ist auch recht mager, vielerorts find die Trauben noch völlig unreif, und nun ist eine rauhe Witterung eingetreten, die bei der vorge- schrittmen Jahreszeit kaum eine Wendung zum beff«m«- warten läßt. Gegenwärtig find in mehreren Kantonen bedeu- eine zm das d« Die wünsche nicht, mein Kind, daß etwas von dem, was ich sagte, Sie im Voraus gegen Ihren Herrn einnehme. Er- innern Sie sich stets, daß wir nicht Personen be- kämpfen, sondern die S y st e m e, die solch klägliche Re- sultate und Produkte hervorbringen." „Seien Sie unbesorgt, Mr. Co-stance," erwiderte Maud rasch.„Kapitän Barnum machte mir bei meiner Unterredung mit ihm, nicht den Eindruck eines gelehrten Mannes, aber ich glaube, er wünscht freundlich zu sein und ich w«de gewiß nicht mit ihm in Streit kommen, weil er reich ist. Wie beide, Mr. Wallace und ich, sind Ihnen dankbar für die Belehrung, die Sie uns über diesen Gegen- stand ertheilt haben. ES kann nur beitragen, uns mit unserem LooS zufriedener zu machen, wenn wir im Kampf für uns«« Rechte zu leiden haben. Ab« wie kommt es, daß wir über diese Fragen keine vom Arbeit«standpunkte aus verfaßten Büch« haben?" „Weil es," antwortete Ernest,„«st seit kurzem dem Arbeiter klar ist, daß eS unter dem jetzigen System für ihn persönlich kein Entrinnen, keine Befteiung giebt. Es wurden wohl einige Büch« geschrieben, allein keines hat Les« gefunden, bis Henry George Bresche schoß und seine Stimme so mächtig«hob, daß sie von den Arbeitern aller »ivilisirte« Länder gehört wurde. Wir fangen jetzt erst uns« großes Werk an. Za wenig Jahren werden Sie voll- auf genug Literatur aus unseren eigenen Rechen haben und die Zeitungen werden von den„Rittern d« Arbeit" als der höchsten Macht des Lande» reden." Constance ging hierauf mit Simpson m die Küche und Maud sagte, sich zu Wallace wendend: „Sie haben mir garnicht zu mein« neuen Stellung ��Rew, das habe ich nicht. Ich hätte e» zu all««st thun sollen. Vnzeihen Sie mir. Ich unterließ eS au« Selbstsucht. Ich sollte mich nach ted« Richtung hm üb« Ihren Erfolg freuen, ab« ich fürchte, daß ,ch zu v,el an mich selbst dachte. Seien Sie so freundlich und nehme» Sie jetzt meine Rechtf«tigung und meine Glückwünsche an. Sie kennen mich gut genug, um zu wisse«, daß ich nur Ihr Glück wünsche." tende, verheerende Ueberschweir. münzen. Im Kanton Grau- bünden ist schon starker Schneefall einaetrcten. Die Arbeiterschaft wird fich ein Jahr lang mit Most ab- finden müssen, der in einer Menge bereitet wird, die fast lieb«» schwemmung befürchten läßt. Der Liter Most wird hi« 15 bis 20, in den Wirthschaftm bis 30 Ctm. verkauft. Politische Ueberstcht. Mindesten» einige hundert Mann deutscher Truppe« müssen, so führt Herr Gnhard Rohlfs in den Mün- chener„Neuesten Nachr." aus, d« geplanten Emin Pascha- Expe- bitten beigegeben werden, falls die letztere nicht scheitem soll. Man ficht, die Begehrlichkeit der Kolonialschwärmer wächst immer mehr: Ued«nahme des Kolonialdefitzes durch das Reich, Geldbetträze des Reiches für eine Emin Pascha-Expedition, und nun gar noch deutsche Truppen zm Bekämpfung der Araber und Reg«. Herr Rohlfs meint, an der durch die Betheiligung von Truppen bedingten Vertheuerung der Expedttion dürfe man keinen Anstand nehmen. Geld spielt bei den Herren bekanntlich schon lange keine Rolle mehr. Nicht so leicht wie die Geld- frage läßt fich aber das Fieber abthun. Es unterliegt gar keinem Zweifel, daß deutsche Truppen in Ostafrika am Fieber in kurz« Zett zu Grunde gehen würden.— Aber was kcmmt auf das Blut einiger hundert Proletarier im bunten Rock an, meint Herr Rohlfs, wenn der Industrie dadurch neue Absatz- S(biete geöffnet werden können, was nebenbei bemerkt die reine ltopie ist. G» weht wieder einmal ein starker mittelparteilicher Mind. Das Kartell in B«lin ist in die Brüche ge- gangen, wett die fltettonalliberalen es plötzlich mit ihrer Ehre nicht o«einbar halten, Herrn Stöcker in das Abgeordnetenhaus zu wählen.„Post" und„Kreuzzeitung" schreiben gegen einand« wie feindliche Brüder und versteigen fich bis zu persönlichen Raufereien ihrer Redakteure. In einigen Wahlkreisen haben stch die Stationalltberalen mit den Freisinnigen für die Wahlen zum Landtag geeinigt, in anderen bekämpfen die Elfteren die bisherigen konservativen Mandatsinhaber, und in Mühlhausen- Langensalza werden die Konservativen sogar den bekannten frei- konservativen Führer, Freiherrn v. Zedlitz, um sein altes Mandat dringen. Die Parole: gegen Junker und Pfaffen! läßt man auS dem mittelparteilichen Lag« wieder einmal«tönen, und da man sogar wied« jüdischen Bankiers die Ehre«weist, fie zu Geldbeiträgen für die Stadtmisston heranzuziehen, so kann eigentlich nur ein Böswilliger noch zweifeln, daß wir am Be- ginn einer neuen Aera der Tolnanz stehen. Inr Krotverthenernng. Aus Schleswig-Holstein, na- menttich aus Kiel, kommen Nachrichten, daß das Pfund Brot gleichmäßig eine Preiserhöhung von 1—2 Pf. erfahren hat.— Aus Dessau wird geschrieben, daß die dortigen Bäcker wegen der steigenden Getrcidepreise die Backwaarcn bedeutend ver- kleinern.— In Hattingen a. d. Ruhr haben die Bäcker den Preis für das 12vfüudige Schwarzbrot schon fett mehreren Wochen um 10 Pf. erhöht.— Aus Münchbcrg in Oberfranken wird denchtet. daß die Bäcker in der dortigen Gegend den Preis des Schwarzbrotes um 1 Pfennig pro Pfund erhöht haben. „Die sozialdemokratische» Arbeitgeber find in der Regel sehr hart g gen ihre Arbeiter"— das ist die neueste Ent- deckung eines sächsischen Kartelldrudeis. Und die Beweise? 1) der Jude Singer zahlt„erwiesenermaßen"„Hungerlöhne"— die„erwiesenermaßen um 25 bis 50 pCt. höher find, als die N i ch t- Hungnlöhne d« christlich germanisch- kaitelldrüd«Iichen Fabrikanten im„gemüthlichen Sachsen" und and«en Bat«- ländern. 2)— und das ist fast noch spaßiger— die sozial- demokratischen Fabrikanten des Erzgebirges haben fich geweigert, mtt„ihren Arbeitern" dem Cutt Srarke'schen Ardeitcrdcglückungs- verein bcizuttetcn. Das ist allerdings ein schwer« s, ja ein todeswürdiges Vtrbrcchm. Uebrigens baden nicht blos die wahrscheinlich sehr dünn gesäten sozialdemokratischen Fabri- kanten sich dieses Verbrechens schuldig gemacht, sondern auch die zum Glück nicht dünngesäten sozialdemokratischen Arbeiter des Erzgebirgs. Tbatsache ist: Herr Curt Starke fitzt mit ein paar arbetterbeglückungslustigen Kollegen in seinem Vereine allein und— von ihm rührt die obige Entdeckung her. Wir wollten ihm sein Urheberrecht wahren.— Pastor Keidel über die Ulohnungsnoth. Das „Sächs. Wchbl." schreibt: In den Zeilen des finsteren Mittel- atters und des schwarzen Ad«glauber.s, da war es die Hexe oder d« Teufel, welche Schuld waren, daß man das Gute nicht that und das Böse nicht ließ. Wenn einem das Vieh stürzte, dann war es die Hexe, und wenn die Pest ins Land kam oder sonst ein Nothstand ausbrach, dann war es der Teufel, d« die Schuld daran trug. Aber diese Zeiten haben wir hinter uns, dn Teufel ist adgethan. Höchstens, daß noch zu Faschingszeiten der alte Gesell seinen Spaß mit uns treibt. Aber die Roth der armen Leute ist mit ihm aus d« Welt nickt verschwunden. Sie weiden ärm« von Tag zu Tag. Ihr Lohn wird imm« klein«, ihre Nahrung immer schlechter und wohnen brauchen fie schon lange nicht mehr. Wer ist nun Schuld an ihrem Elend? D« Unt«nehm«, der ihnen so wenig Lohn zahlt? O nein, „Erklären Sie sich näher, Harry, ich weiß nicht, was Sie meinen." „Gut," sagte Wallace,„diese neue Arbeit wird uns trennen. Es paßt sich nicht für mich, Sie in Ihrem neuen Heim zu besuchen, selbst nicht, wenn Sie es mir«- laubten; und außerdem vermuthe ich, Mr. Barnum hat eine Bibliothek, die alles übersteigen wird, was ich Ihnen bieten kann. Oder es wird Ihnen möglich sein, alle Bücher zu kaufen, die Sie brauchen, und ich kann Ihnen dann nicht mehr nützlich sein. Ich gestehe offen, daß die Abende, die ich mit Ihnen»«brachte, die glücklichsten meines Lebens waren, und man kann mir nicht übel nehmen, daß ich, bei den Aussichten, die mir Ihr Glück«öffnet, betäubt bin." „Aber Harry, seien Sie nicht thöricht. Ich hoffe, daß wir, wenn Sie b«eit sind, mit unser» Studien fortfahren, wie bish«. Es ist wahr, daß Kapitän Barnum eine pracht- volle Bibliothek hat, und ich bezweifle nicht, daß ich Bücher daraus bekommen kann; dies wird jedoch nur uns Bei- den zum Vortheil gneichen. Wäre ich nicht ein undank- bare», erbärmliches Geschöpf, wollte ich nach all Ihrer Freundlichkeit gegen mich so v«fahren, wie Sie argwöhnten? Und ich glaube nicht, daß es mir gefallen wurde, all ein »u studiren. Wahrhaftig, Sie sind mir noch eine Abbitte schuldig, ich will Ihne» ab« verzeihen." Wallace nahm von dem Bücherbrett eine Ausgabe des MalthuS und versuchte eS, einige der Trugschlüsse und falschen Lehren dieses verehrten Heuchler» zu lesen, allein Beide waren innerlich zu sehr erregt— und so benutzte Harry den Wied«eintrttt Constance's, um den Simpson'» gute Nacht zu wünschen. Kapitel YIII. Harry'»„politischer Einfluß". Er war gerade aus seinem Wahlkreis nach Washington zurückgekehrt, frisch gestärkt für seine fchwierigen Arbeiten ,m Kongreß. Wahr ist, daß die schwierige Arbeit meistens von einem elend bezahlten, dienstfertigen Stenographen ge- macht wurde, doch General Bluster fühlte darum nicht wenig« das mächtige Gewicht von Größe, das allen großen Staatimännera anhaftet. Es kam wirklich mitunter vor, daß General Bluster fich einbildetete, er v«danke es od« der Hausbefitz«, d« ihnen so viel Mietbe abnimmt, Fabrikant. fie zum Essen kaum mehr etwas übrig behalten? O>» uatersuchp od« d« Kapitalist, der keine Häuser baut, worin die Aa und Geno wohnen könnten? Mtt nickten! Die Sozialdemokraten I Schuld an all diesem Elend! Hnr Pastor Seidel hat n sagt. Als wichtigsten Punkt zur Steuerung der Wohnung*_ 9m G empfiehlt er die Errichtung von Aibeit«wohnungen nach) t e ge r, Muster des Jean Dollfus in Mülhausen. Die Unter»* glichen müßten für Unteikunft ihr« Arbeit« sorgen.„Daß die 0 �urkl nungsnoth d« ärm«en Klaffen auf diesem Wege nocki»- beseitigt worden, liegt einzig an den Sozialdemokrat zuglichen. Wett die Sozialvcmokralen diese Art Lösung der üßtehrif frage als schädlich für den Arbeiter bekämpfm. darum und«- z>as' und allein darum bauten die guten Kapttalisten, die ib«"! lebenden S bettern nicht wehe thun möchten, leine Wohnungen. Es> d e n En« schon lange keine Wohnungsnoth mehr, es hätte vlelleiÄ Grunde eine gegeben, wenn die bösen Sozialdemokraten nicht stell wünschten Sh in innigster Liebe zugethanen Herzen d« Kapttalisten> England k rbeiter vergiftet hätten. Darum, lieben Freunde und Ger« kirchliche Q eifert nicht mehr, dann wird der Herr Unternehmer es P schrecklich, machen., englische U An» LLKeck schreibt man der„Franks. Ztg.":„Di«> die nöthic stände von 18 hiefigen freien eingef chriebef fleh in diel Hilfskassen haben gegen einen auf dem Delegirtent« seine Fami nordischen Baugewerksderufsgenoffenschaft zu Schleswig« Da aber t Befürwortung der„Lübecker Bauhütte" angenommenen As Vorweisuni „Sämmtliche freien Hilfskaffen find aufzulösen, da dieselbe,«hältlich fi sozialen Frieden gefährden", einen öffenllichen Protest eil auf den i — Es wird in demselben gesagt, daß sich die Vorstänt» England g oben genannten Hilfskaffen mit inszesammt zirka 6000' gliedern nicht bewußt find, jemals Veranlassung zu welch«„Störung des sozialen Friedens" gegeben zu vielmehr die Kassen ih:en Ve, pflichtungen stets auf wiffenhafteste nachgekommen seien. Dagegen sehe es meisten Jnnungskassen hinsichtlich des Retervefonds windig aus; es sei ein Fall bekannt, wo eine Jnnungkas statt einen Reservefonds, fich üb« 400 M. Schulden sammelt hatte; was Wunder also, daß die Arbeiter lieber glied einer fteien als einer Jnnungskaffe würden.— Die Kassen baden Mitglieder, die schon seit 30 und mehr 1 den Kassen angehören, die also in ihrer Kasse alt geworden und in dieser langen Zeit ihre Beiträge pünktlich zahlter- lemndungsi im Alter bei Krankheitsfällen nicht darben zu müssen. N fasser der g allen wollen die Herren einfach ihre wohlerworbenen g Währe nehmen, und fie, so per Schub, den Zwangskassnn einvillc» unverwüstli wo fie so gut wie gar nicht mitzureden baden, und'in einer\ die Hauptsache ist, bedeutend wenig« Unteistützunz Mission halten, als in den freien Kassen. Sauer erworbene Ardt reiche Prop groschen würden dann dazu dienen müssen, die Kasse«, die„Heidei urtbeilen, j nothwend!; Lande Sto Maßregeln Hemmnisse Einführunr größer« S stration, d nicht nur 1 Kantone g Strafe. Parnei Jnnungsmeist« zu füllen, damit auch diese existenzsäbig an» und was den Herren wohl die Hauptsache ist, den gesetzlia geschriebenen Reservefonds zusammen zu bekommen. Im gang dieses, in einem hiefigen Lokalblatte erlassenen Pss wird noch gesagt, daß es den freien Hilfskaffen unmögü wesen ist, ihren Protest auf einem anderen Wege in die L lichkeit zu bringen, als dnrch die Presse, da ihnen säm» Inhaber d« größeren Lokale Lüdecks die Hergäbe dem Individuen einen Aufsi sammelten rechnet,(W daß jährlich Heidenmisst thum bekehi die jährlich, nicht vollen als Planet zu Versammlungszwecken auf Veranlassung der Polizei cet®' Eine bayerische polizeiuoti? giebt das„Bayer. L'itt daher d< land" wieder. Hiernach soll die Polizei wieder„durch Veit Mit wenig, einer„großaltigen, durch ganz Bay«n»«bretteten gehs�y lem oer sozialdemokratischen Verbindung" wf, fein, infolge dessen zahlreiche Verhaftungen bevorstehen soll® Paul r An die Verhaftungen glauben wir schon, ab« nicht an deni klnern ÄUss ganz Bay'ln verdreiieten Geheimbund., bezahlten i 9"»"'«'JÄ »taat»gefSl,rliche Kpazierstöcke. In bei Bremen fand kürzt, ch eme Voltsonsammlung statt, ch« d« Reichstagsadgeordncte F r o h m e über die ,'and«t habe Jnvalidenversorgung d« Arbeit« sprach. Die t\o Nßf fj»hr rtiWe*«irih rtlfl i» CTl-ef f n 9�1 pr ve lief sehr ruhig und die üdnwachenden ficherlich auf Rechnung ihres genialen Einfalls setzen, die stöcke in d« Versammlung zu vndieten. Sie(heilten schon vor Beginn der Versammlung dem Einberufer An vesenden müßten ihre Spazinstöcke aus dem Vers« lokal entfttner, und destanden auf Durchführung der retterischcn Aufforderung. Also geschehen im Jahre de» 1888. Au» Leipzig» den 8. Oktober, wird der„Voss. schrieben: Im neuen Stadttheat« wurde gestem vor Der... italienischm Bruder:„ aber zu bor Lage fühlt, Eines Tage Avis de Be würdigen S: da man mi konnte ich t der Abensvorstelluna ein Metallär'dett«7'd« fchoiTieÜ alS.Hausstatist am Theater m tgewttkt.««haftet, wett«4 K, Scheuern derGarderode, die u. A. von d'cmV«hafteten bei#|! den ist, verschiedene-sozialdemokratische Sckl'' Der A wiedergegeb Werk ttnes und Flugblätter vorgefunden hat. Pom Elberfelder Geheimbundsprozeß. Na allen Winkeln des Rheinlandes und Westfalens nach-., Objekten kerumuntersucht worden ist und fast jeden% Antlagesünd«, oder solche, die es werden sollen, Die s i werden, beginnt man jetzt auch in die Ferne zu schweif� ,n oen der Elberfeld«„Fr. Pr." mitgelheilt wird,»st sogar �! Stamm cafS seinen geistigen Fähigkeiten, Mitglied der nationalen# r gebung zu sein. Während er seine Rolle in derjj üblichen0" nationalen Komödie spielte, vergaß er vollständig, d� da für Wahl einzig und allein daS W«k seiner B r o t g' interessant, war— der allmächtigen Korporationen. kleine, ansei D« Thürsteher deS Hotels übergab die Karte Wallace'S. „Sagen Sie ihm, er solle hereinkommen," General, als wenn er in d« Hitze d« Schlacht einv gade das Kommandowort zudonnnte.„Ich bin es für nöth demonstrirei eilfertig da desselben sch blick fiel c Prpier aus waS zum Teufel der junge Mann will," knurrte dem Papier kämpser der amerikanischen Freiheit," indem er diesem Detail m,t napoleonischen Schritten durchmaß.„Ich hoffe, seine Arbeit nicht verloren hat. Es möchte schwer and«e für ihn zu finden, obgleich er eigent sehr netter Bursche für seine Klasse ist.- Nun, mein Sohn, wie geht et Ihnen? Sie sich,„sch sah Ihren Vater vor einigen-«r�aslswi ehe ich von Hause weg ging; er fragte nach 2W Streit geh sagte, daß es Ihnen ausgezeichnet geht, alle 30# bie Vürear sind wohl. Was kann ich für Sie thun?" „Nichts, mein Herr. Ich«fuhr durch die daß Sie ,n die Stadt zurückgekehrt feien, und da w Sie besuchen, um Ihnen meine Aufwartung zu rnaa um zu fragen, ob Sie etwas von meinen Angl faltete den Umgebung Zettel und Aufklärung warten. E des Herrn Geschäftslo! wüßten. atme Herr m «.rtM«! An» Kunst und LebemIKS - Fabrikanten sei das nachfolgt dung von vom„Jll. Wiener Exiraclatt" verbürgte wahre Stuck?! separircn fil freundlichen Beachtung empfohlen.--------- ............. Vielleicht findet selben einige Anregung, od« wenn stch zufällig ein mep veranlagtes Zukunfistalent" ache desch et«, gerichl Neber les August Armee der betrogenen Ehemänner um einen Streitcf u�wird aus$ worden. Ader die Schürzung des Knotens entbeh�� ji* Originalttät. Herr X. saß kürzlich am Nachmittage ■ ninimi- f Fabrikant A. Heins in Halberstadt auf den 16. d. M. vor den 2 0 g Untersuckungörichter geladen, um in der Anklagcsache gegen Arns die Ao und Genoffen vernommen zu werden. Schweix. obnunair Im Großen Rath in Basel interpellirte W u l l s dj» ■n nack> � ger. Redakteur des„Arbeiterfteund", wegen des dundes- Untervld rätblichen Zirkulars betreffs der Frcmden-Polizei. Regienmgs- die 9 Burkhardt antwortete; Wullschleger erklärte sich jedoch von UÄ girtei Äwig •ncn' dieselt» lieft«l zu n zu mf es efonds lUNgki" lulden x licder - Die mehr eworde» tern»| " nn* i der' Antwort nicht defriedigt und wird daher einen darauf de- okratü iüglichen Antrag einbringen. Wohm* Großbritaunie«. u Das Dekret, welches die Registriruna der in Frankreich ie ihwi• ödenden Ausländer anordnet, hat die in Parts wohnen- n-. den Engländer unangenehm überrascht, aus dem einfachen vieun« Grunde, weil viele derselben es nicht leicht finden, die ge- lildt sie» wünschten Aktenstucke zu beschaffen. Vor dem Jahre 1337 besaß v S? J England keine amtlichen Register für Geburten und Ehen: die nd Geii» kirchliche Einschreibung genügte, war aber erwiesener Maßen rer es f schrecklich ungenau und nicht wenige vor diesem Jahr geborene englische Unterthanen dürften es schwierig, sogar unmöglich finden, die nötbigen Papiere aufzutreiben. Ein alter Engländer, der sich in diesem Falle befand, soll als einzigen Beleg seiner Geburt seine Familienbibel mit fich auf das Amt-Haus getragen haben. Da aber vermuthlich die franzöfischen Beamten fich mit der Vorweisung von Pässen begnügen werden und diese hier leicht erhältlich find, wird die Schwierigkeit nicht so groß sein, als fie ,«>.... auf den ersten Blick ausfieht. Im ganzen ist man hier in Zolstän» England geneigt, die ftanzöstsche Maßregel geradeaus zu ver» i 6000J urtbeilen, so sehr man es beklagt, daß dergleichen Plackereien für nothwendig befunden worden find. Giebt es doch hier zu Lande Stockcngländer genug, welche für ihr Land ähnliche Maßregeln befürworten und der Einwanderung von Fremden Hemmnisse in den Weg legen möchten. Die Presse hat die Einführung des Paßzwanges an der deutschen Grenze mit weit größerer Schärfe verurtheilt, als diese an fich harmlose Regi- stration, die in der schweizerischen Republik von der Polizei nicht nur den Fremden, sondern auch den Angehörigen andere: Kantone gegenüber zugemuthet wird, unter Androhung einer Strafe. Parnell's Privatsekretär, Campbell, strengt einen Ver- " ii""G � ebenen% Während der Kirchenkongreß in Manchester tagte, bat der : einoerics unverwüstliche Kanonikus Taylor, der schon im Vorjahr >, un»'in einer Rede die Nutzlosigkeit der christlichen stützun».Missionen unter den Heiden nachgewiesen und die erfolg. >ene Ardi reiche Propaganda des Mohamedanerthums als einen Segen für ie Kasse«, die„Heidenwelt" dezeichnet hat, in der„Fortnightly Review" fällig out einen Aufsatz veröffentlicht, der unter den in Manchester ver- gcsetzlilt! sammelten Anglikanern viel Kopfschütteln verursachte. Er be- •n. Jw! rechnet,(Wir haben diese Berechnung bereits kurz mitgetheilt) daß jährlich zwei Millionen Pfund(40 Millionen Mark) für Heidenmisstomn verausgabt werden; die Zahl der zum Christen- thum bekehrten Heiden übersteigt nie 60 000 jährlich, während die jährliche Zunahme der Heidenwelt fich auf rund 11 Mill. Individuen beziffere. In diesem Maßstab würde die Bekehrung nicht vollendet sein, bevor die Sonne ausgenützt und die Erde als Planet zu bestehen aufgehött haben werde. Der Kanonikus ii't daher der Anficht, daß die zwei Millionen vergeudet find. Mit wenigen Ausnahmen erklärt er den Misfionsdienst als ein Sy'tem der Hilfeleistung für verunglückte Geist« nus dertkiche und er schließt seinen Artikel mit der Bemerkung:„Hätte snUck St. Paul vor Antrttt seiner Äissionsrciscn mit St. Jakob und 'an dcnl einem Ausschuß in Jerusalem stipulirt, ihm einen vierteljährlich i bezahlten Jahrgehalt auszuzahlen, und fich einen schattigen i urfl da' Bungalow, ein Punkah«Fächer), einen Ponywagen und eine llatt. i" ausbedungen, so würde er die Weltgeschichte schwerlich ver« yj/irftf- Jonbert haben." Frankreich. Der„Temps" zitirt folgende Stelle auS einem Briefe des rtalienischen Revolutionärs Amilcare Ctpriani an seinen Bruder:„Ich wollte im„Jntroirfigeant" unterkommen, er ist aber zu doulangistisch. Rochefort selbst, der fich in einer falschen Lage fühlt, scheint mir auszuweichen. Ich sah ihn zwei Mal. Eines Tages srühstückte ich mit ihm in seinem Häuschen im . Bois de Boulogne, er war aber von schönen Gräfinnen, liedens- I würdigm Herzoginnen und reizenden Marquisen umgeben, und lliifl# ba man mit all diesen Aristokratinnen liebenswürdig sein mußte, rn vorA konnte ich nicht mtt ihm über das sprechen, was ich gewollt. lttiisl®0"?°�anser werde ,ch Dir ein ander Mal sprechen, denn voll«4 f«»lohnt der Muhe. Für den Augenblick genügt es, daß m bcnuf'l Du weißt, daß unser theurer Rochefort es ist, der ihn ge- «chlii schaffen, der rhu unterstutzt und der ihn auch vernichten wird." ., Der Abg. Numa Gilly erklärt den auch von uns �.�dd�edergegebenen Brief an die„France" für apokryph und das ncn � unwogUl in die :n säl ade izei ver Bayer. »urch Vi ten ge! %, die« eilten rufet Zcrsan schweif� sogar«P (SSerl eines Fälschers. Itatte«. Die sozialistische A rd e iterp ar t ei Italiens hat in den Tagen des 8. bis 10. September zu Bologna ihren Stamm cafö, umgeben von einigen Freunden. Das Gespräch Abatte fich nach mancherlei Wandlungen einer ledhast geführten Dislusfion über die Vortheilhastigkeit der gegenwärtig üblichen Kopfbekleidung der Männer zugewendet. Was da für und wider vorgebracht wurde, ist wenig interessant; zu einer viel spannenderen Wendung führte eine kleine, anscheinend unwesentliche Handlung des Herrn I., der es für nöthig hielt, seine Meinung an dem eigenen Hut zu demonstriren.„Marqueur, meinen Hut!" Der Ganymed brachte .. eilfertig das verlangte Kleidungsstück herbei, und der Befitzer n'.«�desselben schlug das Futter desselben hervor. In diesem Augen- lchi el � blick fiel ein in Form einer Einlage gefalztes, dünnes Stück ionale« in der big, d- g r otg ». Kart« st nei" dck bin � t. er die hoffe,. schwer nen? , 3h* .ie Z-; . da »u t Ang/ tzung rtü* Papier aus dem Hute, und Herr I. bückte fich instinttiv nach dem Papierstreifen. Er hatte ihn kaum in Händen, als irgend ein Detail an demselben seine Ausmerksamkeit erweckte. Herr 3t. kältete den Zettel auseinander, und mit Bestürzung sah ihn die mm... Umgebung plötzlich leichenblaß weiden. Er las einiges aus dem Zettel und verließ dann eilends das Cafs, ohne ein Wort der "sst Aufklärung zu sprechen. Sie ließ aber nicht lange auf fich "warten. Schon am nächsten Morgen hörten Geschäftsfreunde des Herrn 3L eines Fabrikanten, daß er am frühen Morgen im Geschäftslokale mit— seinem Kompagon einen sehr erregten Streit geführt hatte und letzterer bald darauf aufgeregt die Bureaus verließ.... Der Rest ist bald gesagt. Der arme Herr X. hatte als Einlage in seinem Hute— einen auf sehr lebhafte Korrespondenz und Sonfiiges hindeutenden Liedes- Wef des Kompagnons an seine, des 3t. Gattin, gefunden. Der GeschastStheilhaber versteckte offenbar zu gelegenen Augenblicken !""e Fluhenden Episteln in das- Hutfutter des Herrn 3t., und füÜLi al diesem auch wie Schuppen von den Augen, wie nehmoi lassen, SRorf und Hut des Müden selbst zu versorgen.. Dre Folge dieser modernsten Hutgeschichte ist eine Doppelschei- dung von Tisch, Bett und— eiserner Kasse. Die Kompagnons ,„ Emiren fich, und da« Ehepaar, das nicht mehr von einem avct er ADache beschützt wird, wartet auf das Endergedniß der eingelei- in weiteten gerichtlichen SSrrtte. Und das hat der Hut als Brief- kann�ikasten verbrochen! Mancher Neugierige wird wissen wollen, wie lieser in seiner Art vielleicht einzige Hut ausgesehen? Böse ... ��.-aungen behaupten, es sei ein-„runder Flachkopf" gewesen, im L die tzutmacher sagen... cwurl J(4 lieber die schweren Schiffsunfalle, welche am Ende »es August d. I. durch einen Sturm herbeigeführt wurden, vird aus Port Elizabeth geschrieben: Wir wmden am 30. August vierten Parteitag abgebalten. Das Mailänder Parteidlatt „Fwcio Operaio" veröffentticht in dem Vecbandlungsbcricht olgende, die Frage der Frauen- und Kinderarbeit betreffende, einstimmig gefaßte Resolution: Die Frage der Frauenarbeit kann nur gelöst werden durch dos Mittel der Organisation unserer arbeitenden Schwestern, welche wir unterstützen und entwickeln müssen, von dem Gefichtspuntte des gleichen Lohnes ür gleiche Arbeit ausgehend. Denn wir erkennen in den ar- bettenden Frauen vollkommen ebenbürtige Wesen(delle perso- nalitä complete), welche die gleichen Verantwortlichkeiten, die gleichen Rechte und die gleichen Pflichten wie die Männer laben. Wir weisen deshalb jede Lösung zurück, welche von einer Einschränkung der weiblichen Arbeit ausgeben wollte.— Dagegen erklärte fich der Parteitag selbstverständlich entschieden ür die Unterdrückung dezw. äußerste Einschränkung der Kinder- arbeit, unter ausdrücklicher Betonung des Rechtsstandpunttes, daß eben die Kinder nicht gleichberechttgt und ohne Verant« wortlich keit seien und daher der Fürsorge der Erwachsenen de- dürfen und unterworfen seien. Derewe«nd Nersammw«MK- Merbotene Lachvereinvversnmmlung Zu der am 1. Oktober cr. einberufenen Versammlung des Fachvereins der Buchbinder und verwandten Berufsgenossen mtt der Tages- ordnung: 1. Welchen Nutzen bietet die gewerkschaftliche Organi- lation? Referent: Herr T h. M e tz n e r. 2. Verschiedenes und Fragekasten, wurde von der Behörde die Genehmigung versagt. Auf die Anfrage nach dem Grunde des Verbots erhielt der Boifivcnde.°wn»- 3##: � 5«.w 1888. Euer Wohlgeboren erwidere ich auf die Anstage vom 2. d. Mts. ergebenst, daß ich es ablehnen muß, Ihnen die Gründe der Versagung der Genehmigung zu der für den 1. d. Mts. angemeldeten Versammlung des Fach- Vereins der Buchbinder und verwandten Berufsgenossen mitzuthellen. Der Polizei-Präfident. Richthofen. Folgeuder Aufruf an dir Froue» f erlin«, die Gründung eines Vereins zur Unterstützung aus dem Kranken- Haus entlassener Frauen und Mädchen detreffend, gebt uns zu: Vor nicht zu langer Zeit ging durch die Presse die Notiz, daß Frauen beabficktigen, einen Verein zur Unterstützung aus dem Krankenhaus Entlassener zu gründen. Dieses Gerücht war nicht unbegründet, doch lag der Plan und die Ausführung noch nicht so klar vor, wie ein solches Unternehmen es erfordert. Heut, wo die Sympathie fast der ganzen Bevölkerung uns gewiß ist, treten wir mit dem Plan vor alle edel denkenden Frauen mit der Bilte, unserem Verein fich anzuschließen und das schöne Werk, den noch schwachen Frauen Arbeit und Obdach zu ge- währen, unterstützen zu wollen. Der Verein soll Frauen und Mädchen ohne Unterschied der Konfesston Wohnung und Arbett schaffen und steht allen politischen und religiösen Partei- strömungen fern. Er stellt fich nur die einzige Aufgabe, den Forderungen der Aufklärung und Humanität dienend, Leidenden und Schwachen nicht Almosen zu spenden, sondem dem kräftigen Ehrgefühl im Volke Rechnung tragend, Stätten zu gründen, wo die aus dem Krankenhaus Entlassenen sofort solche Arbeit finden, die das Maß ihrer noch schwachen Kräfte nicht übersteigt. Nicht wollen wir einen Verein gründen, der Almosen giebt und als Gegendienst Unterwürfigkeit und Demuth verlangt. Achtung vor dem Volke sei die Parole, welche die Mitglieder und den Vorstand leitet. Der Verein soll dem gesunden Sinn des Volkes gerecht werden, das zu stolz ist, ein Volk von Almosen- und Suppenempfängern zu werden. Frauen mit werllbätigem Herzen bitten wir, unserem Verein beizutreten, uns mit Wort und That zu unterstützen und nach der Vor« schrift zu handeln: Esel sei der Mensch, hilsteich und gut. Bedenket, Frauen: Der Menschheit Würde ist in Eure Hand gegeben, fie finlt mit Euch und wird fich mtt Euch heben. Jede gute That, uneigennützig geleistet, trägt gute Früchte und wirst glückbringend. Statuten sind einzusehen bei den Unterzeichneten, wie auch in den Versammlungen. Der Beittag beträgt wöchent- lich 5 Pf. Diese geringe Summe wird jeder Menschenfreund kur unsere Bestrebungen übrig haben. Der provisorische Vor- stand: F l. Wabnitz, Höchstestr. 3: Fr. Lutz, Puttkamerstr. 7; Fr. Lange, Linienstr. 6; Fr. Haase, Molkenmarlt 5; Frl. Jahnke, Keibelstr. 11. Eine öffentliche Versammlung findet in der nächsten Woche statt. NäKeees wird noch bekannt gegeben werden. Grfang-, Cttrtt-««> gesellige Vereine etc. am Donnerstag. Männeraesangverein„Lätitia" Abends 9 Uhr in Vettin's Restaurant, Veteranenstr. 19.— Gesangverein„Bretzel- schluß" Abends 3t Uhr im Restaurant Schumann, Alte Jakob- straße 38.— Männeraesangverein„Nordstern" Abends 9 Uhr im Restaurant Jacob, Lindowerstr. 26.— Schäfer'scher Gesang verein„der Elfer". Abends 9 Uhr bei Wolf u. Krüger, Skalitzeri straße 126, Gesang.— Gesangverein„Blüthenkranz" Abends 9 Uhr im Restaurant Drcsdenerstr. 40.— Männergesangverein „Alexander" Abends 9 Uhr im Restaurant Rose, lÄraußberger- von einem schweren Südoststurm keimgesucht; nicht weniger als 9 Segelschiffe, die mit ihren Labungen einen Werth von 100 000 Pfd. Sterl. repräsentirten, strandeten und gingen ver- loren. Glücklicherweise büßten nur zwei Personen ihr Leben ein, obschon mehrere schwere Verletzungen davontrugen. Der Uniondampfer„Moor", welcher am 24. September von Capstadt in Plymouth anlangte und seinerzett in Algoabay die volle Wuth des Orkans aaszuhalten hatte, überbringt nähere Einzel- Heiken über den Unfall, auS denen hervorgeht, daß der Sturm am 29. August Abends einsetzte und in der Nacht an Stärke zunahm, um am folgenden Tage in einen vollen Orkan auszuarten. Die deutsche Brigg„Dorothea", Christiansen, 172 Tons, welche ihre von Hamburg kommende Ladung nahezu entlöscht hatte, riß fich von ihren Ankern los und trieb am 30. August Morgens auf Strand. Die Mannschaft wurde mit dem Raketenapparat gerettet. Am selben Morgen brachen die Ankerketten der 657 Tonö großen belgischen Bark„Drie Emmas", Kapt. Nicho- los, welche ibre Kohlenladung gelöscht hatte. Das Schiff ver- suchte, die offene See zu gewinnen, trieb aber schließlich auf Strand. Innerhalb drei Stunden strandeten die englische Bark „Wolscley", Sigman, 340 Tons, mit Stückgütern von Capstadt, der 385 Tons große schwedische Schuner„Natal", mit Stück- gutem von New-Dork, die mit Wolle und Häuten nach London bestimmte dänische Bark„Jane Harvey", 247 Tons, die eng- lische Schunerbark„Elizabeth Stevens", 198 Tons, mit Weizen von Capstadt kommend und die österreichische Bark„Loda", 544 Tons, mit Wolle und Fellen nach London bestimmt, an verschiedenen St-.llcn der Bay und wurden wrack. Die größte Erregung am Lande vemrschte die Strandungder englischen Bark „Wolseley". Nachdem das Schiff am 30.August Morgens länacreZeit hilflos herumgetrieben hatte, kollidirte es schließlich mit der del- gischen Bark„Drie Emmas", deren Heck es zertrümmerte. Der Zusammenstoß erfolgte mit solcher Gewalt, daß der Fockmast der „Wolseley" mit allem Zubehör niederstürzte und über Bord ging. Bald darauf strandete die„Wolseley" und begann auseinander zu brechen. Nicht lange währte es, so ging der große Mast ebenfalls über Bord und die aus 12 Mann bestehende Besatzung flüchtete in den Besahnsmast. Die Lage der Unglücklichen wurde von Minute zu Minute bedenNicher. Mtt furchtbarer Gewalt brachen die Seen über das Schiff hinweg; bald brach die Bark in der Mttte auseinander und das Vorderschiff sank in die Tiefe. Erst nach mehrmaligen Versuchen gelang es der Rettungsstation, mittelst des Raketenapparates eine Verbindung mit dem Wrack herzustellen, da die Schiffbrüchigen nicht mehr die Kraft besaßm, bie Leinen einzuholen. In vollständig erschöpftem Zustande 'ttaße 3.— Männergesangverein„Licdesfreiheit" Abends 9j Uhr im Restaurant Siemund, Linienstr. 8.— Gesangverein Männerchor „St. Urban" Abends 9 Uhr Ritterstt. 105.— Gesangverein „Deutsche Liedestafel" Abends 9 Uhr Köpnickerstr. 100.— Gesangverein„Norddeutsche Schleife", Abends von 9—11, Micbaelkirch- tr. 39— Turnverein„Hasenhaide"(Lehrl.-Abth.) Abends 8 Uhr Dieffenbachstt. 60—61.—„Berliner Turngenossenschaft"(7. Lehr« lings-Abtheilung) Abends 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Brttzerstraße 17—18;— desgl. 6. Männer- Abtheilung übends 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Gubener« traße 51.— Lübeck'scher Turnverein(Männer- Abtheiluna) Abends 8 Uhr Elisabethstraße 57 58.- Allg. Arends'sche Stenographenverein, Wth.„Louisenstadt", Abends 3i Uhr im Restaurant Preuß, Oranienstraße 51.— Arends'scher Steno» rraphenverein„Phalanx" Abends 3t Uhr im Restaurant„Zum Buckower Gasten", Duckowerstraßc 9.— Berliner Steno« zraphen- Verein(System Arends) Abends 9 Uhr im Restaurant Friedrichstraße 208.— Stolze'scher Stenographen-Verein„Nord-Berlin" Abends 9 Uhr Schleaclstraße 44 — Verein der Naturfreunde" Abends 9 Uhr im Restaurant Wienerstraße 35.— Verein der Unruhstädter Abends 8 Uhr im„Königstadt-Kastno", Holzmarktstr. 72.— Verein ehemaliger F. W. Rettschlag'scher Schüler am 1. und 3. Donnerstag jeden Monats im Cafö Schüler, Landsbergerstt. 73, Abends 8 Uhr.— Rauchklud„Kernspitze" Abends 8j Uhr im Restaurant, Holz« marktstraße 44.— Rauchtlub„Arcona" Abends 9 Uhr bei Brandt, Forsterstraße, Ecke der Reichenbergerstraße. — Rauchllub„Dezimalwaage" Abends 9 Uhr im Nestau« rant Lock, Krautssttaße 48.— Rauchklub„Vorwärts" Abends 9 Uhr bei Herrn Tempel, Restaurant„Zum Ambos", Bres« lauesttraße 27.—„Orientalischer Rauchklub" Abends 9 Uhr im Restaurant Wieehest, Oranienstraße 8. Vermischtes. Auf der Pariser PolireiprafeKtur begann am 5. d. M. Vormittags die durch das Fremdendekret vorgeschriebene An» Meldung. Schon um 10 Uhr trafen die ersten Meldungspflich« tigen ein, welche nach Nummern vorgerufen und von den Be- amten nach ihren Ausweisepapieren, Paß oder Gedurtszeuaniß, gefragt wurden. Die Maßregel wird übrigens schon jetzt kaum mehr ernst genommen. Jagdscheine, Miethsvertläge, kurz jedeS Papier, das einen Amtsstempel trägt, werden zum Ausweis zu» gelassen. Die Beamten find estlärlicherweise nicht in allen fremden Sprachen der Welt bewandest, fie find daher meist auf die Angaben angewiesen, die ihnen der betreffende Ausländer aus seinem Papier zu übersetzen für gut hält. In den zwei ersten Tagen haben fich im ganzen 1439 Ausländer einschreiben lassen, nämlich 339 Belgier, 203 Deutsche, 204 Schweizer, 142 Italiener, 72 Oesterreicher, 148 Russen, 71 Engländer, 36 Nordamerikaner, 41 Spanier, 36 Luxemburger, 51 Holländer, 21 Rumänen, 14 Türken, 3 Argentiner, 3 Chilenen, 3 Norweger, 6 Griechen, 7 Dänen, 1 Bulgare, 4 Schweden, 4 Portugiesen, 2 Venezuelaner, 1 Mexikaner, 7 Brasilianer. Am dritten Tage erschienen etwa 800 Fremde in der Prästktur. Unter diesen waren auch die Hottentotten, welche jetzt in Paris gezeigt wer- den. Einer derselben soll fich in folgender Weise auf der Prä« fektur vorgestellt haben:„Ich Dekret von Papa Floquet ge- lesen, sagte er; aber ich keine Papiere; Name steht blos auf meinem Rücken tätowirt; dort können lesen." Etwas wider- willig bequemt fich der Bureau-Chef zu dieser rückwästigen Augenschein-Aufnahme und spricht schließlich:„Da müssen Sie uns also Ihre Haut hier lassen." In unterrichteten Boulevard« kreisen wird der Vorgang in dieser Weise erzählt; trotzdem wollen wir für den genauen Verlauf desselben leine Bürgschaft übernehmen. Eine Windhofe von furchtbaren Wirkungen wurde in diesen Tagen während eines Gewitters unweit der Stadt Naumburg a. V wahrgenommen. Dieselbe wurde, dem„Nieder- schles. Anz."-zufolge, mit einer Trombe, die man kurz vor dem Dominium Eichvorwerl sah, eingeleitet. Die Windhose berührte das gemaueste Thor und fünf gemauerte Zaunpfeiler, und in einem Augenblick lagen diese und entwurzelte Obstbäume zer- streut umher. Von hier aus fegte die Windhose in östlicher Richtung über niedriges Kieserngchölz dahin, überall Spuren ihrer Verwüstung hinterlassend. Ein Haus wurde am Dache stark deschädigt. In einer Entfernung von zehn Minuten vom Dominium trat die Windhose in ihrer ganzen furchtbaren Kraft auf. In der städtischen Haide bat fie ihren zerstörenden Weg genommen, in 140 bis 200 Schritt Breite und in 2000 Schritt Länge find Tausende 150 bis 180 Jahre alle, hohe, kräftige Kiefern mit ihren weitgehenden, dicken Wurzeln aus der Erde gerissen, gehoben, umgedreht und über einander geworfen und geknickt worden. Ungefähr 1500 Schritte weiter zerstörte die Windhose ein fast gleich großes Terrain in der herrschaftlichen Forst. Auf einem Holzschlage warf die Windhose auf rbrer Bahn die Holzscheite der Klaftern wie Spreu weit umher. Die Bahn der Trombe fühst in östlicher Richtung weiter nach Kunzendorf zu, doch hat fie bald in der Entfernung von einer Stunde an ihrer Kraft verloren. langten die Unglücklichen endlich am Lande an. Während der Nacht strandete die italienische Bark„Roschctto", 711 Tons, von Rangoon mit einer Ladung Teakholz nach Greenwich bestimmt, und nur mtt knapper sstoth wurde die Mannschaft gerettet. Der Dreimastschuner„Rosedud" ging in der Moffelbay verloren. Doppelfeldstmordr, meist unter der heftigen Einwirkung der erregendsten Gemüthsstimmungen, find nichtjunerhöst; daß aber auf einer öffentlichen Promenade zwei jugendliche Freunde, ohne irgend einen nach einer Nöthigung aussehenden Grund fich selbst das Leben nehmen, plangemäß, nach Verabredung, das ist ein Zeichen der Zeit, das zu denken geben muß. lieber einen solchen Vorfall berichtet man aus Wim vom Donnerstag fol« des: Die zahlreichen Passantm einer der Straßen Dörnbachs, ein Vorost von Wien, sahen gestern Abend um 6 Uhr eine auf- regende Szene mit an. Zwei junge Männer, die unauffällig dost gegangen waren, zogen plötzlich jeder einen Revolver aus der Tasche und feuerte jeder einen Schuß gegen fich ab; tödt- lich getroffen sanken die beiden um und erlagen den schweren Verletzungen in kurzer Zeit, trotzdem ärztliche Hilfe bald am Platze war. Die jungm Leute find der absolvistc Handelsschüler Friedrich Krauß, zu Hermannstadt in Siebenbürgen gebüstig, 19 Jahre att. und der Student der Pharmazie. Karl Kenst, zu Brrncheller in Siebenburgen geburtig, 21 Jahre alt. Die jungen Manner bewohnten gemeinschaftlich ein Zimmer bei einer Wäscherin und find Söhne achtbarer Ellern. Kenst kam mit dem Studium nicht recht vorwästs und widmete seine meiste Zett dem Vergnügen. In dieser Ast zog er auch den zweitm jungen Mann an fich heran, als er vor einem Jahre in Wien eintraf. Bald wurde ern Freundschaftsbündniß geschloffen und, so weit es die Mittel erlaubten, flott gelebt und ssiächte durchschwärmt. Daß eS bei solchem Leben mit dem Monatsgeld von 50 bis 60 Gulden, die jeder erhielt, recht knapp ausging, ist begreiflich. derzPlan zu der ausgeführten That dürfte von Kenst ausgegangen sein, der sanguinischer und durch die Unannehmlichkettm, die ihm sein Unfleiß zu Hause zuzog, mißgestimmt war. Zu einer im hause wohnenden Tischleraehilfensgattin, bei der die beidm Freunde früher ein Zimmer hatten, äußerte Kenst vor zwei Tagen:„Wenn man das Leben so rundherum betrachtet, ist es das Klügste, man kaust fich einen Revolver und erschießt sich." An diesem Tage lieh er fich noch einige Gulden und gab an, er hätte sein Taschmgeld noch nicht erhallen. Da gestern Mor» gen der Geldbriefträger in der Wohnung des Studmtm er- schien, dürste Kenst gestern in den Besitz des Taschengeldes ge« kommen sein und für fich und seinm Freund die Waffen gekauft haben, mit dmen fie fich tödteten. Theater. Donner st ag, den 11. Oktober. GNsrntz«»». Tannbäuser. chauspielhav». Keine Vorstellung. W�Lner-Theatrr. Madame Bor.ivard. Vor» der: Der dritte Kopf. LeftUg-Glieater. Freund Fiitz. Drstsche» Theatee. Die Jüvw von Toledo. �?i»detch- Milheimstädtische» Ehratee. Grästn Wlldfang. Ztettdeak- Theater. Dekorirt. Ptlrtoeia-Theater. Die Dragoner der Königin. »ielleaUtancr- Theater. Auf eigenen Füßen. KeuigSadtischrs Theater. Die Kornblumen d.S Kaisers. Teatrat'Theatee. Die Schmetterlinge. Adalf Genst-Theater. Die drei Grazien. Kasfmau«'» KaricktS. SpezialträMi-Bor» Stellung. Toaeoedia- Theatee. Spezialitäten» Vor ftellung. Theater der Reichshall r»: Spezialitäten» «orürllung. Berliner Theater. Donnerstag, den 11. Oktober: Marcel.\ Partie Piqaet.' Freitag, den 12. Oktober: 4. Adonnements-Vorftcllung. Die Braut von Me&sina. (Clara Ziegler.) Eonnadend, den 13. Oktober: Michel perri«. Lnst�cl in 2 Ausmgen nach dem Franzöfischen d.S ÄilesviUe u. Duvcvrier v. LomS Schneider. Mieaer i» Pari». Gemedlld w 1 Akt von C. von Hostet. (Friedrich Hanse.)_ Volks-Theater. (Früher Ostend- Theater.) Direktion F. Witte-Wild. Donnerstag, den II. Oktober: Wilhelm Teil. Schauspiel in 5 Auszügen von Friedr. v. Schiller. K»Tr»-4S»-ff»uni, tHNHe. Aafams 7;zlhr. Preise der Plätze: 1. Parquet 1,50 Marl, 2 Praquet 1,25, Seitenparquct 0,75, 1. Rang 1.W, 2, Rar g 0,75, Ballon 0,50, 1. Rang» Fautcuil 1F0, Orchester-Loge 3,00, Parquet- Ä4K 2 Merk. Dutzend- Billets: 12 Bttlets 2. Parquet 15 51, 12 Billets 2 Parquet 12 5t.. 33 SWktS 1. Rang 12 51[697 Moeaen: W,lhel« E«2. American Theater. Direktion A. Reiff. »Dnertheateratraeae Mr. IS. Donnerstag, d. 10. Oktober: Zum 31. 5kale: Die Weisheit Salomoesk/s. Berl. Lokalpoffen-Pantomime von R. Anger. -----.— � Debüt des vortrefflichen Salon-Humoristen Herrn Emil Neumann, genannt „Kliemchen". Auftreten des inkomischen Bendix in setner neuesten Glanznummer als Stuben- bohner Franz. Austreten des Jnstrumentalistcn Herrn Krüger und des Mimikers Herrn Rivoli. Anfang 6& Uhr. Entree 50 Pf., Billets vorher im„Jnvalidendanl" und Vormittags von 11 bis 1 Uhr an der Theaterlaffe. ELDORADO 55 Dresdener-Straaae früher (American Theater) täglich[829 SchnabPs humorist. Soiröen. 55 Si Uhr: Mar Für?»i Uhr. Ferner: Mirzl Lebner— Cily Oroczi— Jean CraffS— Austria Trio Florus-Truvp: u. a. m. Anfang 7i Uhr. Entree 60 Pf. o™«.„Wchhalla". straße 52• Moriyplatz. Heute Donnerstag, den 11. Ostober 1888: Große Goistellun«. »p €irkns G. Schumann. »ich» Karl» Ufer. Ecke Karlstraße. (Im früheren Zirkus K r e m d s e r.) DonncrÄlg, den 11. Ostober, Abends 74 Uhr: «S B Zirillant, gen von Frl. Martha. Rococo Quadrille, mr. vor 12 Damen. Auftr. des vorzüglichen Jockry-Reiters Mr. Joe Hodgini, der Parforce- Retterin Miß Victoria, der Setikünstlerin Miß i Tandem mit 4 Schulpferden, ger. von kvrrn Ernst Schumann. Auktr. der Recklünstler R ed und Barler. Komische Entrees sämmllicher Clowns ic. jc._____ Morgen. Freitag, den 12. Oktober, Abends 74 Uhr: Große Vorstellung mtt neuem Progamm. Hochachtungsvoll G. Schumann, Direktor. Artistischer Lester: Herr Ludwi« Müller. Kapellmeister: Herr Gsllae Zimmer. Auftreten v. Speziaiiät. I. Ranges Anfang 6 Uhr. Kaffeneröffnung 5 Uhr. Preise der Plätze: Logen 1 Mark, numerirter Epmfitz 75 Pf., Mittelbolkon und Parquet 50 Pf, Entree 30 Pr Uea. Zum 1. Mal in Kerlw. Ueu. flönigs-Tuunel raud Kotet Klersuderplatz. Donnerstag, den 10. Oktober: Täglich großes Konzert der derühmten Ungarischen National- Kapelle Patay Bertalan aus Liptü-Szent'Mistds in Original- Cstlos Costumes. Großartige Solo-Vorträge auf Violine, Cymdcl und Clarinette. NU. Die Kapelle spielt sämmtliche Piccen ohne Noten. Entree an der Kafie 25 Pf. Im Noruerlrauf 30 pf. im Zigarrengeschäft von Herm Marr, Alexanverplatz im Grand Hotel. Programm an der Kasse. Anfang 7 Uhr. Guatav Kunze. „.j*. pasto«- 1®r. 9 51.- 10 A. Kaiser-Panorama Sß8Sr Schlöffer König L ud w taS: Hohenschwangau, Äteuschwanstetn. Zum e r st e n Male: Potsdam u. d. Trauerzug WM- Kaiser Fri.drich»."3* Entree ä Cycl. 20 Pf.. Kind nur 10 Pf. Abonn. Soeben erschien: Di« französtsch« Revolution. Von V. Bloa. Heft 5. Preis»0 Pf«. Zu beziehen durch die«rpedition de»„Keri. N-iksdiatt", Zimmersteaffe 44. «ladervarkAuf arn Rabatt. Wöbei auf Thetlzahwug w j. Kellermann..%e?�r Möbel-, Spiegel- u. PolSerwaare« Berlin 8. A. Schulz, 601 ♦ Berlin 8. � Nr. 34 Wafferthorftratze Nr. t Möbel- und Poljlerivuureu Fabrik. ♦ Kachverein der Tischler. Sonnabend, den 13. Oktober, findet ein Vrreinskräiychen in Heidrich's Festsale«, Beuthstrasae 20, statt. Billets hierzu werden auf ollen Zahlstellen, sowie bei folgenden Herren ausgegeben: Apllt, Sedastiansir. 27—28(Möbel- Handlung): Wiede- mann, Fon'terstr. 50, 3 Tr.; Schulz. Britzer- streß? 42, 4 Tr.; Glocke, Eisenbahnstr. 32, 2 Tr.; Noak, Forstcrstr. 57 v. 1 Tr.; Postel, 5ianteuffcl strafe 22, 3 Tr.; M-rkel, Mitten walverstr. 13, H. 4 Tr.; Witte, Möckernstr. 95, 3 Tr.; Milarg, Lehrteistraße 22, 2 Tr.; Bruns, Reichenberger strafe 105, 1 T'.: Bielstein, Garten.str. 3a, 4 Tr. bei Biedermann; Haderland, Reichenbcrgerstr. 161 v. 2 Tr.; Engelcr, Gitschinerstr. 32, v. 2Tr. bei «»dies»«» Arbeit. Zeitgemäs» Preis». Toulant» Iahl«, gsb«diugung»n. � KMe lesen Sie! Im V»rsah vrrfall-u» Winte-paictots, Zwerglen, SdiW'lr. 127. gr KMe aber recht genau aus N«»nru und g«M»i»r|a achten!'®3» 865 Filzplattm, Filz-nDoublesoblea. mü und ohne Leder, gestanzt und gesteppt, sowie Cord, Plüsche, Futter jc. in der Filz-Fabrik Anklamepstp. 42, Stanz- und Ktepp-Austalt. Fr. Schmidt; Müller, Hollmannstr. 23 H. 1.2 In; Normann, Stcglitzerstr. 3. H. p.; Hannemann, Kleine Andreasstr. 14, 3 Tr. bei Sachse; Neu mann, Arndtstr. 16, v. 1 789] Tr. 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Der W» uprirt).— Nie Kewo�ner von Tegkon. i. zigeunerhafte Singhalestnnen.— Schlanle Leiber, gemndete lrme und feurige Augen.— Ader wo steckt die Seele?— �eteZ. Kauen und Nasenringe.— Weidisches Ausseben der Nävner.— Christusköpfe.— Unsere Verwandtschaft mit diesen ldwaijbrauuen Aricm— Zur Geschichte von Ceylon.— Ein« vanderung der zur Dravida Raffe gehörigen Tamulen.— Buddhismus und Siwa- Verehrung.) D!e farbigen Bewohner Ceylons, und zwar Mauren und Tamulen ebensogut wie Singhatescn, zeigen dem Ankömmling �m sösr» �rzei. über eine an Eaypten erinnernde Zudringlichkeit. Aber P-rtr-w-mn wesentlicher Unterschied zu Gunsten Ceylons bestebt darin. «w ��Älerdinps tu iais biet fast an jever Straßenecke zu findende farbige Polizisten , unpnr» Ditlfcm und meist ohne Widerstand»u begegnen für die Intel« Uch tu* ffen v.s Fremdlinqs eintreten. Ohnehin neigt der zarte. '' rdtank rebaute Singhalese feiner ganzen Chara'.teranlage cnt« vreche.-.d keineswegs zur Gewallthätigkeit und pflegt seine ledawortheilungsgelüste in harmloserer Form, d. h. weniger ewaltihälig als der arabische oder arabifirte Egypter zu ver« Tolgm. Alle Fremdartigkeit, alle scheinbare Unordnung und selbst das ärckere Hervortreten der Nacktheit verhindern nicht, daß wir auf i ylon. und zwar fast in gleicher Stärke wie in Egypten, den rndu ck gewinnen, uns auf uraltem Kulturboden zu befinden, ich möae man nicht glauben. daß in den meisten dieser süd- d miafiatischen Länder, also in Arabien. Festlands', Insel« Hmrcr. Indien, China, I ipan u. s. w. die Nacktheit der häufig recht mangelhaft bekleideten Bewohner auch »ur annähernd in ähnlicher Weis« hervoittete, wie auf den üvsee- Inseln oder im größten Theile Afrikas. Die der ar« enden Klaffe angchöiigen Männer tragen allerdings mststens los einen Hüftenschurz und die Kinder beiderlei Geschlechts egen vielfach bis zur Reife völlig nackt umherzulaufen. Als -gel darf dagegen für diese Länder gelten, daß alle wobl- a abend rn Männer sowie mit wenigen Ausnahmen die Frauen nd Mädchen in einer nur Arme, Beine und Schultern, sestener hon die Brust bleßlaffmden Weise bekleidet find. Die Singhaiefinnen beispielsweise pflegen außer dem sehr >"igen Hüstemuch ein den größten Theil des Oberlötpcrs ver- llendcs leichtes Jäckchen zu tragen. Von unübertrefflicher razie find die fast katzenart'g geschmeidigen Bewegungen « schlanken Leider, ihrer glänzend schwarzen wohlgeformten me. Und um den unnachahmlich stolzen Gang dieser ida. wenn fie mit zurückgeworfenem Kopf elastisch'freien .mrS ein herwandeln, möchte fie eine Königin beneiden. Dazu t feurigen Augen, hinter denen, wer nicht näher nachforscht, 1» uin unerhörtes Maß von verhaltener Leidenschaft vermuthen Uff* mödrtr. Ein Thor, wer, was diele ausdrucksvollen Augen aus- ' idrücken scheinen, als baare Münze hinnehmen wollte. Er uzte, um der Unbefriedigung und Enttäuschung zu entgehen, Seelenlosen als zweiter Pygmalion zunächst das feine syftem geben, welches die Einflüsse einer tausendjährigen lulturverfeinemng in uns herangebildet haben. Möge, wer für k feurigen Augen von Zigeunerinnen oder Stnghalcffnnen .»wärmt, sich daran erfreuen wie an der ebenso unzweifelhaften r\K\ nKwonz eines spielenden Kätzchens. Aber er hüte sich, Seele, L/li* stckidenschaft, Empfinden zu suchen, wo dergleichen naturgemäß öS in den ersten Anfängen vorhanden sein kann. Die schönen stenloken Augen find dafür ebenso wenig maßgebend wie eine ata Morgana für die Näbe trinkbaren Waffers. Auch möge d glauben, daß diese schönen Augen, der plastisch- vlze Schritt und die tadellose Haut ausreichten, um ein jM| OH Bruck) nur annähernd dem allerdcscheidensten Schönhcits- I des Europäers entsprechendes Gesammtbild hervor« I«"'Swdrmgen. Allein schon die unfeinen ausdruckslosen Gestchts» ige zerstören bei diesen kleinen, seltener mittelgroßen Gestalten rde bind) getundete Atme und schlanke Leidrr hervorgerufene jllufl m. Ich brauche mich auch gar nicht der wenig ange« «hmen Aufgabe zu untetziehen, das Betel-Kaucn, die biaun- b warzen Zähne, den rothen Speichel und das beständige evucken zu schildern, um verfichcin zu können, daß diese Frauen wtz mancher körpeilichen Vorzüge nichts weniger als verführerisch nd. Wundern mag fich, wer persönlich noch nicht viel mit tldiarn Völkern verkehrt hat, daß ich die Schönheit des„Teints", n Zauber der glänzend schwarzen Haut dieser Singhalestnnen t,W. pe»#» che# Gin Drama ans dem Kolks- leben. ja dem Englischen der„Pall Mall Gazette" von E. B. Ais er die Schule verließt und auf Arbeit ging, lebte r» beständiger Furcht, das Geheimniß feiner Geburt Das war das Gespenst im Hause, oben stn«. 6*�"� enthüllt werden. durch die Frage jede« Fremden herbeigerufen werden zu staute. Er zuckte zusammen, wenn m irgend einer be« �emideten Gesellschaft nach seinen Eltern gefragt wurde. a. große inte!, Was. ie Wa konnte auf die Frage der Geburt nicht eingehen, ohne ine eigene Schande und die seiner Mutter zu berühren. der Aussätzige das Geschwür, das an seinem Fleische aufzudecken fürchtet, so zitterte ZamcS Boung, wenn nach seinem Vater geftagt wurde. DaS drückende Be- lßtsei» seiner unehelichen Geburt verfolgte ihn wie ein �hatten, der nicht zu bannen war. So sentimental und « 1 mgebildet die« anderen erscheinen mag, ihm war eS schreck- ZMKI» ich* Wahrheit.. Als er ei« Mann geworden war, verliebte er sich tn in Mädchen, das nicht« von feiner Abkunft wußte. DaS linerstraße»iück der ersten Liebe war ausgelöscht, als ihm der Ge- --------- �a!e. der für einen Augenblick vergesien gewesen, daß er eiftff �Bastard, wieder nahe trat. Er liebte daS Mädchen angt, bei und wmde wiedergeliebt. Jedes Mal, wenn er mtt Möckerssi� M?�� war, quäfte ihn die Furcht vor der unauS- Frage. Früher oder später mußte sie ja kom- ™ � I?m auch. 1"' �lum#9 Du mich den Deinen nicht zu?" sagte vetlan uclden Thum# Mädchen ahnungslos. Er stieß eine Entschuldigung hervor und eilte heim, irmt von den widersprechendsten Gefühlen der Liebe und . Pflicht. Wenn er ihr alles sagte, würde sie einen men losen Bastard heirathen wollen? Oder konnte er daS ihm mit Vertrauen aufblickende Mädchen, daS er so sehr kbte, täuschen und ihr nicht? sagen? ES war die KrisiS me« Leben«— einer dieser schreckliche« Kämpfe, die eine heilbare Narbe im Herze« zurücklassen. Er kämpfte eine erwähne. Wiffend, daß manche Reisende und Forscher mir das bestreiten werden, wage ich nach vieljährigen unter so ziemlich allen Völkern der Erde gesammeltm Beobachtungen zu behaupten, daß die Verschiedenheiten des Teints bei diesen farbigen Völkern zum mindesten ebenso auffallend, vielleicht noch auffallender find, als bei uns Weißen. Man braucht durchaus nicht für Schwarz zu schwärmen, um die sawmtweiche glänzende.Haut der Sinehalefinnen und ganz besonders den Fardenton der dunkelsten unter ihnen schön zu finden. Wer Ciy.on kennt, wird sich wundem, daß ick überhaupt von schwarzen Singhalfinnen spreche, da ja die Bewohner der Zimmtinsel gewöhnlich als dunkelbraun bezeichnet werden. Thatiächlich findet man unter Singhalcsen sowohl wie unter Tamulen, Mauren ic. alle Farbenschattimngen vom Gelb der helleren Malaym bis beinahe zum Tiefschwarz des Sudannegers. Wenn ich von diesen Farben besonders eingehend der schwarzen gedenke und besonders eingehend über die schwarzen Singha- lefinnen spreche, so geschieht dies einestheils. weil fie nach meiner Beobachtung besonders im Jnnem die Mehrheit bilden, andern« thcils, weil mir von allen Fmbenschattirungm, die ich bei den Bewohnern Ceylons gesehen, dieses lichte Schwarz am besten gefallen hat. Es liegt Charakter darin, was fich vom Gelb und Braun des helleren Singhalesen nicht eben behaupten läßt. Die schwärzliche Haut nimmt fich bei diesen Leuten aus, als ob fie das natürliche und urspiüngliche, die gelbe und braune, als od ste etwas Krankbaftes wäre. Wer gerade aus Afrika kom- mend die schwärzesten der schwarzen Stämme gesehen bat, wütde vielleicht die Bezeichnung„schwarz" selbst auf die dunkel- sten Singhalesen gar nicht anwenden wollen. Jedenfalls ist es eine sehr schöne Farbenschattimng zwischen dunkelbraun und lichischwarz— eine Farbenschattimng, der man unter den dunklen Völkern eine ähnlich bevorzugte Stellung zuerlenncn mag, wie dem zarten Teint der Deutschen, Oesterreicherinnen, Engländerinnen unter den hellfarbigen Völlem der Erde. Voriheilhaftcr als das der etwas allzu lleinen Singhale- sinnen ist durchschnittlich daS Außere der männlichen Sing« dalesen. Höher gewachsen, durchweg schlank und von untadel« haftcm Ebenmaß der Glieder» würden fie unübertreffliche Vor« bildet zu Antinous-Statucn abgeben können, wenn nicht die fast mädchenhafte Zartheit ihres Körpetsdaucs durch eine unscm Gepflogenheiten und unserer Geschmacksrichtung unangenehm widersprechende KItidung in« Weidische verkehrt würde. In dem auf Frauenart nach rückwärts gekämmten tiefsepwarzen und frauenhaft langen Haar tragen st? auf der Mitte des Kopfes einen halbkreisförmigen, von einer Schläfe bis zur andern reichenden Schildpattkamm. Ist nun das Geficht bartlos und find der oder die Zöpfe am Hinterkopf nach Frauenart auf» gerollt, so mag der Fremdling im Zweifel sein, od er Männer oder Weiber vor fich hat. Auf größere Entfernungen können dlos die Verschiedenheit der Gewandung und de« sonders die Verschiedenheit der Körpergröße als Unterscheidung«« Merkmale dienen. Fällt anstatt der obenerwähnten Frisur das lange Haar wallend auf die Schulter hemieder und ist dann auch das Kinn von einem Vollbart umrahmt, so hat man fast stets einen„Christus'ops" vor fich, bei dem die den allgemeinen An- sichten über den feigen und unwahren Charakter der heutigen Singhalesen durchaus nicht entsprechende Milde des Ausdrucks, namentlich der sanften und doch feurigen Augen besonders auf- fallend hervortiitt. Dutzende anderer Typen könnte ich er« wähnen. wenn ich nicht befürchten müßte, zu ermüden— der Chcistustyvus ist der auffallendste. Ich bade ungefähr ein halbes Dutzend Individuen gesehen, deren Photographie, wenn die Hautfarbe darin nicht ersichtlich wäre, für die Kopie eines Christus- bildes�gesten könnte. Solchen Adel zeigen allerdings die Ge- fichtszüge weit seltener, als die fast durchweg tadellos, bisweilen Ilasfisch schön geformten Glieder. Veraedlich würde man nach der Muskulatur eines Herkules suchen, aber der jugendliche Apoll oder Bacchus ist, allerdings mit viel kleineren zarten Händen und Füßen, als die Meister des Alterthums fie darstellten, in vielen Tausend Exemplaren vertreten. Und zu solchen Körpern denke man fich nun farbige Gewänder mit dem Faltenwurf einer römischen Toga— bunte und bunteste Fardenzusammen- stellungen, die von Emopäern und Europäerinnen nimmermehr getragen werden könnten, die aber zum Schwarz dieser Glieder passen wie die Flügel zum Vogel, wie die Mähne zum Pferde, die ein Gesammtbild herstellen helfen, wie es charaktervoller die Phantasie keines MalerS erfinden könnte. Das Gebaren dieser Leute, so zudringlich eS dem Fremd« Zeit lang, um die Entscheidung hinauszuschieben, doch eine nochmalige Frage nach seinem Vater zwang ihn zu einem Entschluß. Er löste die Verlobung, ohne ein Wort zu sagen. „Ich zog e» vor," sagte er,„in ihren Augen für einen Schuft zu gelten, der mit ihren Gefühlen gespielt, als einzugestehen, daß meine Mutter unverheirathet sei." Die Zeit, die allgemeine Trösterin, milderte auch diese« bitteren Schmerz; doch nie verließ ihn die Erinnerung daran. Er heirathete einige Zeit darauf ein Mädchen, die seine Ge- schichte von Kindheit an gekannt, und jetzt begann ein viel glücklicheres Leben. Es wurden ihm Kinder geboren— zwei Söhne und eine einzige Tochter. Er hatte regelmäßige Arbeit als Stubenmaler; er hatte einen kleinen Garten, wo er Rosen pflanzte, das Haus schmückte er sich mit Büchern, und so ging eS jahrelang gleichmäßig und fried- (ich. Der Stolz und die Zterde de» Hauses war die Tochter. Ein heiteres, kluges Kind, war sie de« VaterS Liebling, und nichts sollte gespart werden, ihr Glück zu sichern. Und nun, nach neunzehn Jahren, während deren er mit zärtlichster Sorge über ihre heranreifende Jungfräulichkeit gewacht hatte, mußte eS so kcmmen!! Seine Tochter war, was seine Mutter gewesen, und in nicht langer Zeit wird ein andere« Menschenkind dasselbe „kummervolle" Dasein beginnen, da« sein Großvater durch- lebt. Unter den kurzen Notizen der Morgenblätter hatte man vor einigen Tagen lesen können:— „Gestern wurde im Wandsworther Polizei« gefängniß JameS Aoung, Maler au» Merton, auf eine Woche in Untersuchungshaft genommen, weil er auf Edgar Woolley, welchen er beschuldigt, seine Tochter Grace verführt zu haben, geschossen hatte. Woolley, welcher in Guy's HoSpital darniederliegt, ist zu krank, um zu erscheinen, und die Untersuchung wird bis zu seiner Vernehmungtfähigkei verschoben." Für andere war eS nur eine Zeitungsnotiz; für ihn jedoch war eS ein Beweis, daß die Nemesis von seines VaterS Sünde das Enkelkind erreicht hatte und da» noch neugeborene Kind mit seinem Fluch verfolgte. lina erscheinen mag, ermangelt weder der Höflichkeit noch der Wurde. Was den Charakter dieser Leute anbelangt, so hört man wenig Gutes; aber die Gewandtheit und Geschmeidigkeit der Umgangsformen, die ehrerbietige Höflichkeit im Umgang mtt Weißen find derart, daß, wer jemals amerikanisch-austtalische Kellner oder sonstige Diener, wer jemals die plumpe Unver« schämtheit verderbter Zieger kennen gelernt, zeitlebens von Süd» astaten und von keinen andern als Südafiaten bedient werden möchte. Mit andern urallen Kulturvölkern, welche die Zeiten eigener Kraft- und Machtentfaltung hinter fich haben, welche von kräftigerm Raffen unterjocht worden find und nun vorwiegend ve« getirend und materiellen Interessen huldigend dahinleben, tbeilen die Singhalesen eine hochgradige, von manchen als„hündisch" de« zeichnete Unterwürfiakeit. Mir scheint, daß diese Eigenart, die, wie erwähnt, eine gewisse Würde nickt ausschließt, ihnen mtt Unrecht zum Vorwurf gemacht werde. Völker, die entweder nicht hoch genug entwickelt find, oder nicht Kraft genug besttzen, um fich selbst zu regieren, spielen höherstehenden und kräftigern Völkern gegenüber die Rolle von Kindern. Und die erste, die hervor» ragmdste Tugend des Kindes heißt Gehorsam. Die geistig niedrig stehenden und vorwiegend materiellen Interessen leben« den Rassen, also fast sämmtliche farbige Menschen, werden, wo immer fie mit Weißen in Berührung treten, die berrschende Stellung dm letzteren überlaffen und sich selbst zum Dienen be» quemen müffcn. Das Gegentheil wäre etwas ähnliches, wie wenn in einer Familie die Eltern von den lleinen Kindern be» herrscht werden sollten. Wer, sei er nun Missionar oder englischer Humanitätspolitiker, diesen farbigen Menschen sagt, sie seien dem weißen Manne gleich, der handelt in gleichem Maße unmoralisch wie ein Vater, der es unterläßt, seine Kinder zur Ehrfurcht zu erziehen. Wohlweislich haben die Engländer in Indien, wo ihrer geringen Zahl so viele Millionen Eingeborene gegenüber stehen, niemals dem Schwindel von der wirklichen Gleichheit aller menschlichen Kreaturen, gleich- viel welcher Farbe, gehuldigt. Diese edle Phrase hat blas in solchen Ländern, wo es dem politischen und witthschaftlichcn Wettbewerb mit anderen Nationen galt, als wirksame, aber fich bald als zweischneidig erweisende Waffe gedient. ßokales. Diesie« Jahr hat«na an manch« Honderbarkeite« der Witternno so sehr gewöhnt» daß jetzt der aus den verschiedensten Gegenden Deutschlands gemeldete frühe Eintritt des Winters nicht mebr überraschen kann. So wird aus Baden- Baden gemeldet, daß seit Dienstag Mittag dort sowohl wie in ganz Unterfranken dichter Schnee fällt. Aus Schlesien wird berichtet, daß der ganze� Kamm der Sudeten am Montag mit Schnee bedeckt war. Sonnabend fiel auch in der Gegend von Zülz der eiste Schnee. Nachdem am Sonnabend Abend und die Nacht hindurch in Neustadt Regen mit Schnee vermischt ge« lallen war, zeigten fich am Montage die Berge im winterlichen Gewände. Bei der kühlen Temperatur blieb der Schnee auch Montag den ganzen Tag über liegen. Die Berge bei Ziegenhals find stark mit Schnee bedeckt. Sonnabend Abend fiel auch in Woischnik der erste Schnee, welcher fich in starken Flockm einstellte und erst durck nachfolgenden Regen weggewaschen wurde. Die Berge der Grafschaft Glatz waren Sonntag f üh allesammt stark mit Schnee bedeckt, ebenso die sämmtlichen Höhen des Eulengebirges. Auch aus Hirschberg wird gemeldet, daß am Montag und in der Nacht zum Dienstag auf dem Hochgebirge über zwei Fuß hoher Schnee gefallen ist, während es im Thale und in den Vorbergen anhaltend regnete. Infolge drffen stiegen Dienstag Vormtttag Schwarzdach, Zacken und Bober rapide und wurden uferooll, so daß man in den tief gelegenen Stadttheilen wieder Hochwasser defürchtete. In der Thai uferte denn auch die Schwarzdach schon aus. Glück« licherweise klärte fich Nachmtttags das Wetter auf und die Flüsse fielen wieder. Lei dem stattsehabten ZMichneUs-Umsnge ist das thells kalte, theils naffe, im ganzen aber recht unfreundliche Wetter von nachtheiligen Folgen für die umziehenden Familien gewesen, welche meist längere oder kürzere Zeit bei dieser Ge- legenheit auf der Straße oder in ungeheizten Räumen zu« bringen müssen, in denen nickt selten Fenster und Thören offen gehalten werden, um dem Transporte der Möbel nicht hinder« lich zu sein. Namentlich die Familien, welche gleich am ersten würde IV. lieber," sagt Adam Bede, der Held des gleichnamigen Romans der George Elliot,„ein Ver- brechen begehen, für daS ich selbst zu leiden hätte, als ei« Weib,„für'n bischen Vergnügen" dahin zu treiben, ein sol- cheS zu begehen. Hätte er ein menschliches Herz in der Brust, so hätte er eher seine Hand abgehackt, als ihr das genommen. Als ob er nicht voraussah, was geschehen würde! Er wußte eS recht gut; eS lag nichts vor, was ihm erlaubte, anderes für sie zu erwarten als Kummer und Schande. Nein, viele andere Dinge, für die Leute ge» hängt werden, sind nicht halb so hoffenSwerth als das. Laßt einen Mann thun, was er will, wenn er weiß, daß er die Strafe dafür selbst zu tragen hat, eS ist nicht halb so schlecht, als wenn ein niedriger selbstsüchtiger Schurke Dinge begeht, die für ihn'oe Kleinigkeit sind, und er weiß, daß die Strafe auf Jemand Andere« fallen wird." So sprach Adam Bede, und so dachte er. Solches Empfinden war jedoch zu hoch für Edgar Woolley, der jetzt in Guy's Hospital liegt mit einer Schießwunde im linken Oberschenkel, und der, weit davon entfernt, einzusehen, daß er ein moralisch viel verächtlicherer Schurke ist, als der Mörder von Whitechapel, und daß er noch nicht den zehnten Theil davon bekommen hat, wa» er verdient, sich sogar von seinem be- schränkten Gesichtspunkt aus als eine Art Märtyrer erscheint. Woolley ist ein rothhaariger Bursche von dreißig Jahren mit etwa« hervorstehenden Augen, ein gewissenloser korrupter Patron, durch und durch empfindungslos für das Elend, welches er über die unglückseligen Mädchen entfesselt, die er der Schande überliefert„für'n bischen Vergnügen". Erace Boung ist nicht sein einziges Opfer. Die Ge- wohnheit, für durchaus verschiedene Handlungen ein und die« selbe Bezeichnung zu wähle», trübt da» moralische Bewußt« sein ungemein. Wie immer wir die Folge« beklagen mögen, welche das Hingeben an eine leidenschaft« liche,„unbewachte Liebe" nach sich zieht, wie verderben- bringend das Resultat einer gegenseitigen Neigung auch sein möge, die nicht auf eine gesetzliche Verbindung wartet, es ist unmöglich, diese Abweichungen von der landläufigen Moral in ein und dieselbe Kategorie zu stellen mit dem Umzugstage ihre alte Wohnung räumen muffen, find in diesem Punkte übel dran, denn zwischen dem Verlaffen der alten und dem Einzüge in die neue Wohnung pflegen mehrere Stunden zu vergehen, die man recht eigentlich als die Zeit der Obdach« lostgkeit bezeichnen kann. Wie nachtheilig dieses Uebergangs« stadtum aufdieumziehendenFamilien wirkt, natürlich i-�Verbindung mit anderen U-nzugsunbcq uemlich leiten, das beweist die Zahl der Patienten in einem am Kottbuser Damm bezogenen Neubau, der etwa von 15 oder 16 Familien gegenwärtig bewohnt wird. In nicht weniger als 9 von diesen Familien befinden fich gegen- wärtig Patienten, meist Kinder, die ärztlich dehandelt werden. Keuchhusten, Bräune, Schwellungen des Halses und ähnliche Krankdeiten, deren Entstehung auf eine bestige Erkältung zu- rückzuführen ist, haben fich hier eingestellt und werden wohl nicht mit Unrecht als unangenehme Beigabe zu dm Umzugs- freudm betrachtet und hier um so unangenehmer auch von den Angehörigen der Kleinen vermerkt, als man die neue Wohnung im gewiffen Sinne dafür verantwortlich macht.„Es fängt ja in der neuen Wohnung gut an", sagt gewöhnlich der neue Miether, wenn er in solchen Fällen zum Arzt schickt. Folgende Maruung erläßt der Pfarrer Dr. I. Verrcs- Lmdon in der„Germania":„Im Austrage des Kardinal- Erz- dischofs Manning erlaube ich mir, ein Wort der Warnung an diejenigen katholischen Deutschen zu richten, w.lche eine Ueber- stedclung nach London im Sinne haben solltm, besonders an Kommis, Handwerker und Arbeiter. Schaarenweise kommm solche Leute hierher, ohne Kcnntniß der Sprache oder der lan« desüblichen Gebräuche, aufs Gerathewohl und in dem guten Glauben, daß man im reichm England fich nur zu bücken braucht, um das Gold von der Straße aufzulesen, und nur zu bald er- halten fie einen Begriff von dem grenzenlosen Elend, das bei der Ueberfüllung des Arbeitsmarktcs den Ausländer erwartet. Kein Tag vergeht, daß nicht solche Unglückliche, man-tmal dem Hunger- tode nahe, fich um Hilfe an mich wenden. Wer nicht kontrakt- l:ch feste Zusage von Arbeit hat, komme n'cht nach London. Niemand laffe fich von gewiffenlosm Agenten, die nur wegen der Prozente von den Schifffahrts- Gesellschaften den Mund voll Honig nehmen, bereden, ins Blaue hinein nach England aus- zuwandem. Wer fich nicht warnen läßt, möge die Folgen fich selbst zuschreiben. Es giedt in London verschiedene Wohlthätig- leits- Gesellschaften zu Gunsten von hilfsbedürftigen Ausländern. Aber diese Gesellschastm deschränken weise ihre Wohstbatcn auf diejmigen, welche durch Alter und Kranlheit in Noth ge- rathen find, und müssen in der Gewäbrung von freier Rück- fahrt sparsam sein, um nicht durch die Gewißheit von leicht zu erlangender Rückbeförderung kopflose Einwanderung zu er« muthigen. Mie da»„Neue Miener Tageblatt"«eldet, soll in Berlin ein neues großartiges Vrmnügungsetadlissement nach dem Muster des Ronacher'schen Etabliffements in Wien ge- gründet und von Ronacher selbst geleitet werden. Als Grün- dungsodjelt wird in etwas ungenauer Weise„die hinter dem Lustgarten und jenseits der Kurfürstenbrücke gelegene alte Frucht- börse" genannt, indeß ist es für jeden Berliner klar, daß damit nur die Waarmbörse gemeint sein kann. Thatsächlich handelt es fick auch um dieses Gebäude, das, seinem ursprünglichen Zwecke entfremdet, nun als Vergnügungsetablissement im Stile des Reichshallen- und Concordia-Theaters nutzdringend ver- werthet werden soll. Die zu diesem Zwecke eingeleiteten Ver- Handlungen tragen, wie die„Nat.-Ztg." schreibt, einen ernsten Charakter und wenn auch noch manche Schwierigkeiten zu be- festigen find, so darf die Ausführung dieses Planes doch jetzt schon als nahezu gefichert angesehen werden. In ihrer jetzigen Beschaffenheit ist die Waarcnbörse natürlich als Theatersaal nicht zu verwenden, es bedarf dazu eines Umbaues, und dieser soll in so gründlicher Weise erfolgen, daß von dem geaen- wältigen Gebäude der Waarenbörse nichts als die vier Um- faffungsmauern erhalten bleiben sollm. Herr Ronacher defand fich zur Fortsetzung der Verhandlungen in vergangener Woche in Berlin und war in Begleitung eines auf dem Gebiete moderner Tbeaterbautm bewährten Architekten, des Bauraths Fellner aus Wien. Nach dem von letzterem entwickelten Plane soll die ganze innere Architektur der Waarenbörse niedergerissen und die Parterre- wie die Souterrain- Räume zum Zweck des Theaterbaues ausgenutzt werden. Durch die Tieferlegung des Zuschauerraumes und der Bühne, welche nach der Seite der Helligengeiststraße errichtet werden soll, wird man die nöthige .Höhe zur Aufführung verschiedener Ränge, sowie für technische Zwecke gewinnen. Das ganze Etablissement soll eine sehr splendide Ausstattung erholten, die das Wiener Etablissement an Komfort und Großartigkeit noch übertreffen soll, außerdem ist ein Winter- garten im Innern des Theaters, sowie ein Sommcrgarten auf dem flachen Dache projektirt. Die Kosten des ganzen Umbaues find auf 11 Millionen Mark veranschlagt, und zwar 600 000 Mark für den Umbau selbst, der Rest von 900 000 M. für die innere Ausstattung. An den Bauplänen wird bereits erfrig gearbeitet, um dieselben so zestig als möglich zur bau- polizestichen Genehmigung einzureichen. Seitens der Baupolizei werden vorauf sichtlich keine erheblichen Bedenken geltend gemacht werden, da das Gebäude an drei Straßenfronten liegt, kalte» berechneten Egoismus, mit dem Leute wie Edgar Woolley ihrer Beute nachstellen. Er war nie in Grace Noung verliebt gewesen. Seine Liebschaften waren durch keinen Funken Gefühl oder einen Schimmer ernsthafter Nei- gung veredelt. Dergleichen Menschen giebt eS viel in allen Klassen. Gleich den schmutzigen Ungeheuern der Tiefe, denen nach der hellenischen Sage Mädchen zum Verschlingen geopfert wurden, lauern sie im dunkeln, unbekannt und unerkannt, bis sie aus ihrem Sumpf auftauchen, um ihre Beute zu verschlingen, und verschwinden dann auf's Neue. Selten ist eS möglich, sie mit dem Schwert des PerseuS zu durchbohren. Für Eine Andromeda, die bei Zeiten gerettet wird, fallen tausende un- bemerkt. Daher die Nothwendigkeit, jedesmal, wo ein solcher Fall offen zu Tage tritt, den Schuldigen erbarmungS- los vor der Welt an den Pranger zu stellen. Die Straf- losigkeit,— ja Popularität von seines Gleichen— ist einer der dunkelsten Flecken der Moralzustände Europa's. „Der Charakter des leidenschaftslosen Verführers," be- merkt Lccky,„ist in der populären Literatur der Christen- hest in einer Weise verherrlicht und idealisirt worden, die ohne Gegenstück in der alten Literatur dasteht. Der kälteste und abgefeimteste Verrath kann aufgeboten werden, daS Leben unschuldiger Frauen zu zerstören, ohne auf Miß- billigung zu stoßen. Und doch ist es schwer, sich eine wollüstigere und herzlosere Grausamkeit oder einen ehrloseren und infameren Charakter vorzustellen. Die fundamentale Wahrheit, daß eS bei ein und derselben Handlung nie gleichzeitig für einen Mann erlaubt sein darf, zu verlangen, und für eine Frau entehrend, zu bewilligen, ist noch nicht in daS VolktSbewußtsein der Christenheit eingedrungen."! ad Die Folgen einer solchen Nichtachtung einer funda- mentalen Wahrheit ist daS Vorkommen solcher Kreaturen, wie dieser Woolley, daS leibhaftige Gegenstück der Lovelace und Lothario'S unserer Literatur. Grace Aoung hatte die Schule bis zu ihrem fünf- zehnten Jahr besucht. Ihre Aufführung dort war muster- Haft gewesen. Nach dem Verlassen der Schule besuchte sie die von deS Geistlichen Gattin gehaltene Bibelklasse, und Haltung: Kleidung: welche die Anlage einer hinreichenden Zahl von Ausgängen mit Leichtigkeit ermöglichen. Unter Voraussetzung der poliiei- lichen Genehmigung ist als Termin zur Fettigstellung des Um- daues und zur Uedcrgade an Herrn Ronacher der 1. Oktober 1889 in Aussicht genommen. Schwierigkeiten bestehen äugen- dlicklich nur noch hinfichtlich der Finanzii-ung des ganzen Projektes, doch sollen außer biefigen Kapitalisten auch Wiener sich zur Äctheiligung bereit erklärt haben, und wenn man be- denkt, wie schnell andere hiesize Theater in letzter Zeit finanziitt und gebaut worden find, so oürite auch dieser Theaterdau, der den Vortherl einer vorzüglichen Lage im Zentrum der Stadt und in unmittelbarster Mhe der Linden aufzuweisen hat, bald seiner Verwirklichung entgegengeben. Gtne Type der„gnten N-sellschaft". Eine ergötzliche fliaturgeschichte Des Salon- Bcngels, wie er in Budop-st vor« kommt, natürlich nur dort, liekett eine Leserin des Badcpester „Tagblattes". Sie schreibt u. A.: So ein Salon-Benael wäre eigentlich ein origineller Mensch, zumol er anders ist als Tausende seines Geschlechts; da er aber seine Eigenatt auf dem bequemen Wege des Nachässcns beschafft hat, verdient er den Namen eines Originals nicht und sinkt herab in die Klasse der sttr.plen unangenehmen Menschen. Während man aber anderen unan- genehmen Menschen aus dem Wege zu geben, den Verkehr mit solchen zu meiden pflegt, beweist vie fottwährende Zunahme der Zahl von Salon-Bengeln, daß dieser merkwürdige Typus keines- wegs zu den gemiedenen zählt. Und wer diese Herren einer Prüfung unterzieht, findet, daß sie fich bis aui's Haar ähnlich sehen. Wenn rch Polizeichef wäre und das Recht hätte, Steck- bttefe zu erlassen, so würde ich das Signalement des Salon- Bengels, wie folgt, feststellen: Statur: Zumeist hager. Geficht: O-al, mit dlafirtem Ausdruck. Äugen: Wässcttg, ausdruckslos. Nase: Länglich oder ftech gestülpt. Mund: Regelmäßig, aber stets verzerrt. Bart: 20 Hüchel» im Schnurrbarte, zwei Linien Backen- datt. Gefälschte Eleganz, vorgeneigter Kopf, nachlässig. Sehr auffallend. Zumeist karrirles Beinkleid, schreiend bunte Kravatte, Lackschuhe mit Schnäbeln, tief ausgeschnittener Rock, ein Hemd mtt hohem Stehkragen& la. Vatermörder und farbiger Brust. Besondere Kennzeichen: Müssen im Salon studirt werden. Sehen wiri den Herrn im Salon. Er tritt ein, neigt den Schädel, ohne das Rückgrat zu beugen, geht auf die Dame des Hauses zu, sagt:„Küß' die Hand!"— tbut es auch zuweilen, wobei er die Hand zu fich cmporreißt, statt fich fein zu bückm, und wendet sich dann an das oder an die Fräulein vom Hause. Nochmals ein„Küß' die Hand", woraus ein.Hände- druck folgt, der, von rechts nach links gegeben, ausstebt, als ob der Herr Holz sägen wollte. Im nächsten Augen- blicke hat er fich bereits in einen Fautcuil geworfen, die Aergsten legen fich gar halb auf den Sopha und jetzt geht der Klatsch an. Wie so ein Salon-Bengcl spricht, das ist für Menschen, die nicht zur Gilde gehören, unnachahmlich. Die Nise difiyt der Salon- Bengel einzig zu dem Zweck, um durch dieselbe zu sprechen. Ruckweise, in einem Tonsalle, der an das Rasseln einer Kaffeemaschine gemahnt, mit einer Aussprache, die keinen anderen als den Kehllaut kennt, werden die Neuigkeiten ausgeschrotet, die der Salon-Bengel mitgebracht hat. Od man sch.-n „geHöcht, daß Fchäulein X. demnächst heichathen wechde?" Od man wisse,„daß die Gäste der Fchau Z. voch dem dchohenden Nachtessen durchgedchannt seien?" In diesem Fahrwasser geht die vom Salon-Bengcl geführte Konoersation, bis der reizende Mensch sein Zigarrenetui hervorholt und, ohne erst um Erlaubniß zu bitten, eine Zigarette in Brand setzt. Man geht zum Speisen, und bei Tische wird der Salon Bengcl die Hausstau verletzen, die Kleider der Mädchen mit Sauce begießen, ihnen„scherz- Haft" das„Du" antragen, kurz, all' daS thun, was ein gebil- detcr und gefitteter Mensch nicht thut... Ich sehe auf manchem Antlitz ein ungläubiges Lächeln erscheinen: Giedt es wirklich solche Menschen? Ja wohl, es giebt solche, und ihre Existenz ist vollständig begründet durch die Aufnahme, die fie in den Häusern, welche fie unsicher machen, finden. Keine protestirende Stimme erhebt fich gegen die Phyllcxera unserer Salons. Und warum nicht? Weil ein oder das andere Mitglied des Hauses vielleicht die versteckte Hoffnung hegt, daß der Salon- Be»gel eine der jungen Hcirathsfähigcn mit seiner Hand beglücken werde. Eine bittere Täuschung, vielmehr ein Glück sür die Mädchen ist das Ende. Der Salon-Bengcl verfolgt leinen anderen Zweck, als fich in den blanken Parkets stemder Salons zu spiegeln, fich an den wohldesctzten Tafeln zu mästen und dort, wo er geeignetes Terrain findet, der Mittelpunkt einer Gesellschaft zu werden. Wenn die Saison um ist, verschwindet er, eine Karrikatur des modernen gebilveten Menschen, und die armen» Hossenden Mütter empfinden dies als eine Enttäuschung, während es in Wahrheit ein Glück ist. Natürlich giebt's der- gleichen, wie gesagt, wo'al nur in Budapest. Der Späh al» Kienenfeind. Herr F. Größncr(Mar- der„Monalüchrist des Vereins zum Schutze bürg) schreibt in wenn sie sich auch niemals durch besondere Originalität oder glänzende Fähigkeiten ausgezeichnet hatte, so war sie doch als fleißiges, braves Mädchen beliebt gewesen. Niemand konnte etwas gegen ihren Charakter sagen. Wie man sich denken kann, wachte ihr Vater, den daS Gespenst von seiner Mutter Erniedrigung verfolgte, mit eifersüchtigem Auge über sie. Wenn sie irgend etwas nach Dunkelwerden zu besorgen hatte, begleitete sie der Vater, und niemals war es ihr er- laubt, selbst wenn sie eS gewollt hätte, irgend einen zweifel- haften Vergnügungsplatz aufzusuchen. Nachdem sie die Schule verlassen hatte, ging sie als Kindermädchen in das Haus von Herrn und Frau Woolley, welche ein sehr gutes Tuchgeschäft in Highstrect, Merton, besaßen. Als ihr Vater nach einiger Zeit bemerkte, daß sie die Zuftiedenheit ihrer Arbeitgeber genoß, wollte er ihr etwas besseres bieten, als Dienstmädchen zu sein. Sie hatte eine gute Erziehung erhalten; sie besaß eine gute Handschrift, und die Eltern beschlossen daher, fie für Wohnung und Kost in das Ge- schüft in die Lehre zu geben. Das Opfer von Ii Shilling die Woche, die sie als Kindermädchen erhalten, war zwar in Anbetracht dessen, daß der Vater nicht ununterbrochen Arbeit hatte und Grace doch Kleidung brauchte, nicht gering. Doch es wurde ermöglicht, da die Eltern damit Grace's ferneres Fottkommen zu fördern hofften, und so legte sich der kleine Haushalt in Gladstoneterrace allerhand Ent- behnrngen auf, um seines Lieblings willen. Es wäre auch alles gut gegangen, ihr Chef war gütig und thcilnahmSvoll, wenn nicht als Geschäftsführer der Bruder des Chefs, Edgar, dott gewesen wäre. Dieser Mann war von Peter Robinson entlassen und seitdem von seinem Bruder, den seine Thätigkeit oft außerhalb des Geschäfts hielt, angestellt worden. Als Grace ein Jahr dott war, begann Edgar, gestützt auf seine Stellung im Geschäft, sich Verstaulichkciten gegen sie zu erlauben, die zurückgewiesen wurden. Statt sich dadurch abschrecken zu lassen, setzte er einen ganzen Minenapparat m's Werk, um des Mädchens Widerstandskrast zu untergraben, Dank dessen es ihm auch gelang, sie ins Ver. derben zu stürzen. Bis ganz zuletzt war sich das Mädchen der Bedeutung und des Ernstes ihres Falls nicht vollkom- men bewußt gewesen. Sie gab dem fortwährenden Drängen der Vogelwelt" über dieses Thema: An einem regireriW�cht wer Nachmi tage bemcrire ich auf dem adaestorbcnen Z-vcige eiMrerten> Apfelbaumes in meinem Gatten zwei Vögel, welche, nelb ßloDen u des Fliegenfängers und RothschwanzeS, Jagd auf die hei�'ejden. kehrenden, schwer deladencn und dcsbald sebr ermattete««geöffnet. langsam flieaenden Bienen machten. Dabei fiel mir auf,*. Dini die beiden Räuber beim ErHeden von ihrer Watte undN�er Hen haschen des verfolgten Wildes fich ungewöhnlich plump«hegend i unbeholfen benahmen und aus diesem Grunde sofort den dacht in mir erweckten, es möchten Spitzen sein, die sich zur Qual der Gattcnbesitzcr, zu Tausenden hrcumstabm; ttchtrg, ein Paar Taugenichtse dezimirten meine armen Bil Auch mein Hauswrrth und dessen erwachsener Sohn erka»... deutlich die Bicnenjäglr als Spatzen und verscheuchten. ihrem Ruhefitz. L�ald.hu Ganz in der Nähe meines Bienenstandes befindet stü Beet mit Stangendohncv. über welches die Immen bei' Ausflug und ihrer Heimkehr größtentheils ihren Weg ml. Längere Zeit war ick im Unklaren, weshalb dasselbe Tag für den Tummelplatz für ein zahlreiches Spatzer.voik dllvtte. beobachtete ich das Treiben dieser Diebe auch hier genauer entdeckte ebenfalls. Daß einzelne yeim kehrende Bienen Frcßsucht zum Opf.r fielen. Möglicher Weise ist das unj liche, naßkalte Wetter die Ursache, daß das Spatzengeffnl zwungcn ist, Bienen zu erdeuten, um neben der zeitg Pflanzenlost, Kirschen, grünen E:bsen u. Vgl., die zum ges der . gdglück inen SS aren. Z lötzlich ir chweißige . ffene- bres Jagt Dorfes, d m die(5 emGeläc eld bejah Da» ersuchte i at laut t ganter To nnd bat d definden nothwendigen Fleischrationen zu crdatten;° feststellen zu können, od dassttde ein ständiger Fe-nd Ver I« ist, ergebt an alle Bienenzüchter die Bitte, das Verhalten in der Nähe ihres Bienenstockes fich herumt:eibenvcn ��denndcrl rückt. D«! r, daß\ brauche eld und ehr bei f od sein stches er ierauf n umpgesuc recht genau beobachten zu wollen. Der Zufall«acht oft de» Dosseudichlrr« die samste Konkurrenz, wie die nachfolgende hettere Episode, volle Wahrheit der„B. C." verbürgen kann, wieder eir weist. Der J.-.kaber einer hrestgen bedeutenden Agentur fahndet sett ungefähr anderthalb Jahren auf ar-Siräitigen Theaterbirckivr, welcher fett längerer Zeit g hast alle im Verlag der detufferiden Agentur erschei Bühnenwerke zur Aufführung brachte, hingegen, was Die licferung der darauf entfallenden Tantiemen betraf, 1 inrwi weniger gewissenhaft rran Er ging jeder derattigen Aoicck« jrivatwobi sorgfältigst aus dem Wege und stand infclge dessiv tg f�en mehreren hundert Mark m dem Schuldbuch der Agentur,»urdc dad Erlundigungcn nach dem„faulen Zahler" blieben e:f«i 6 M. wä! und hatte die Agentur den namhaften Betrag längst für ngeh-nden ioren erachtet. Sett mehreren Wochen pflegt der Jnhadtt(Drückte L betreffenden Firma nach des Tages Last und Mühe in<* redigt vei dem Geschäft direkt oegerüberlrcgenden Restaurant cinf# ttücktcn Pr frischenden Trunk„Echtes" zu fich zu nehmen, rwd Zur z dieser Gelegenheit kam dieser Tage in einem Kreist ,|g er ähnl Gästen auch die Rede auf schlechte Zahler.„Ich dade| in meit so'nen Burschen"— äußerte der Ja Kader der Agenü-ngab, von -einen gewiffen Thcaterdireklor M. und ich würde es mied«-in und fii 50 M losten lassen, wenn ich seiner habhaft werden löa�ngte vom ,.M,— Th.aterdirektor M.?" flüsterte ihm sein Nachbar a Ohr.„Das können Sie dilliger haben; dott. der Walls �gleich cii Büffet, ist ja der M, welcher seinen Thespis-Karrcn im 65er das Gl hat stecken lassen und fich dem Dienste des Gamdttnus er? hat!" Einen Augenblick starrte der also Angeredete Schwindler Sprecher verblüfft an, dann stürzte er als Mann der That auf den nichts ahnenden Wirth los. ergriff bisse Hände und rief:„Mein lieber M., wie freue ich mich, Ihre persönliche Beianntjchast zu machen; ich bin näm Inhaber der H...'schen Thcateragcntur und kann mir das Vergnügen denken, welches Sie empfinden, daß ü komme, um endlich die 304 M. in Empfang zu nehme»] Sie mir schulden und gewiß längst dejahu haben r Kütten Sie eine Ahnung davon gehabt, daß ich Jqnen >ia ä vis— sehen Sie da dlüöen. neben dem Geril — wodne." Der überraschte Schuldner warf einen lben hat r K-i« rautrs, i end unfe ft recht un der Haus llhe bei W in HeuhaU nige Leute äftigt wa sperzeit h auf seine Gäste und flüstette: Ich komme' m«## Ihnen." Und er kam wrrklich, denn Heu« ist sein f vernichtet! Wir wiederholen es— die vorstehende Geschichte ist buchstäblich wahr. Eine UrbcrschWemmsng hatte gestern Vormittag 10 Uhr die Weißenseer Chaussee unwett der Verbindun' für dm öffentlichen Verkehr unpasstrbar gemacht. Mit Getöse platzte um diese Zett ein etwa 1j Meter tief Erde liegendes Hauptverbindungs Wasserrohr, welches» Pumpstation nach den städtischen Rieselgütcrn führt. Es mannsdicker Wasserstrahl sprang aus der Erde etwa drei_ Koch heraus und fitzte in wenigen Auzmblicken die S:raS<�oizrt-Aui Waffer. Der Pservedahnoerkcbr Rachhaus— Weißensee flogen Tai sofort unterbrochen werden; erst in den ZiachmMagsstundtt5r�uchl m langZ es, dmsetbcn bis zur Verbindungsbahn wieder cwitcnjuat nehmen und durch Umsteigen die Fahrt nach Weißenfie iv möglichen. Inzwischen besserte eine große Zahl von Ard� Brieftau den Schaden wieder aus. Ein Pferdebahnwagen, ur gerade zur Zeit des Rohrbruches die Stelle paslrle, blieb �tfsteigen Ii rtm Fett Irartthaufen unken auck .!d stand i ir auch dl arderobest! Wagen rdcn kom m unvorf r ibre Bei Dl- v« und konnte erst nach ll fiündiger hatter Arbeit wieder mt das ion die 3 Auch sonnabend warzkopf m: Er eines Mannes, wie viele vor ihr es gethan, nach, der nur bedeutend älter als sie, sondern dem fie auch als gebene gegenüberstand. Was die Sache noch verschlim��' tZr war, daß Grace zur selben Zeit die Bekanntschaft eine« 1 jungen ManncS gemacht hatte, welcher sie zu heirathcn �morgen e während ihr Verführer mit einem jungen Mädchen*"£»«» von 1 das ihn leidenschaftlich liebte, versprochm war. �en später wußte natürlich nichts von seiner Verlobung, ihr geg�ärie ihm, erklärte er sich bereit, sie zu herrathen, wenn ihr«> Zttwas in passtren sollte, und sie gab sich in dem Glauben, vu||uui|uujc, miu|ie yuu|itu in oern viu-iuoen, uup,...—-• dabei sei, der Aussicht hin, den jungen Mann, welc�l..ch- arbc herzlicher Bewilligung ihrer Eltern ihr seine Neigung% jcjn'e A später zu herrathen. Ihre Lehrzeit war er entlaß und in einem oder zwei Jahren hoffte sie, mit dem am Mo; Manne, der sein anständiges Einkommen hatte, heirathet zu sein. Sie besaß das volle Vcttraue». Eltern und dei jungen ManneS, und als sie nach � Zett blaß und lerdend wurde, schrieben sie eS allf?. deren, nur nicht dem wirklichen Grund zu. Ihre deren Schwester an der Auszehrung gestorben war, die Symptome dieses Leidens zu bemerke» und vc» durch zärtliche Sorgfalt und nahrhafte Kost, die sie Ersparnissen ihrer eigenen Arbeit zu beschaffen suchte. Uebel vorzubeugen. Grace selbst wußte nicht, was mit ihr vorging, glückliche Heiterkett ihres Herzens wurde durch kernen& hereinbrechender Trübsal gestört. Sie war jung, wur?»gliiter au- liebt und liebte wieder. DaS Leben lag sonnig»m.rvenkeilaii WaS ihr augenblickliches Unbehagen anbetraf, so würdt senbahn. j ebenso wie manches frühere Unwohlsein vorübergehe», sie dem Rath deS DoltorS folgte und die verordnete ��in wup agt, er so! s und wr chen in d Anussr Ubr w iße 8, ur iesenstraße ßt: 2 C 14 List crem ver «ungen w »der , aus 3 lt ßc Berti einnahm. Als Grace sich jedoch durchaus nicht erhole« «ahm die Mutter sie nochmals zum Arzt, und dies« fuhren sie zu ihrem Entsetzen die Wahrheit. Sie starr. Doch sie waren es sicher nicht mehr, als die jenes anderen mit Engar Woolley verlobten Madck Kent, als ihnen von einem berühmten Arzt(»_ Street gesagt wurde, daß ihre Tochter i» einige« Mutter seu» werde. Einr« crn in fr Mädch den an Hin- u zu hink ung m! : h plötzlU sLuft. x (Fortsetzung folgt.) reantnia�acht werden. Eine Frau, welche die Unfallsstelle zu über» �-vciac eilschreiten versuchte, sank in dem durch das Waffer unterhöhlten wt nxch ßsoden unter und mußte mit Anstrengung herausgezogen f'dic hetwerden. Gegen Abend war die Straße wieder dem Verlehr tta�teteft Dgeöffnet. ur auf,* Gin« originrUe Jagd Kaden in der vergangenen Woche uiidU?ri Herren auf dem von ihnen gcvachteten Revier in der Gegend von Zoffen abgehalten. Beide Herren lagen eines Drges dem edlen Waidwerk od, waren aber wenig von dem Zsgdglücke begünstigt, so daß sie bereits Stunden lang, ohne inen Scbuß admgeben, in Wald und Flur umher gestreift (Ken. Voller Unmuth begaben fie sich auf den Heimweg, als iötzllch in einer dichten Schonung zwei Stück Hochwild auf« "ngen. Beide Jäger legten an, zwei Schüffe dröhnten in den 'clld hinein. Beide verfolgten nur eine kurze Strecke die chweißige Fährte und fanden sodann zwei im Verenden de- „ ffene— Kälber. Die glücklichen Schützen find nun wegen chrcs Jagdglückes von einem Schlächtermeister eines benachvarten Dorfes, dem die Kälber entlaufen find, in Anspruch genommen. rte plump ort den! die fih I treiben: ;mcn fc* ihn erkai lchten fi; 1 ndet sich. »en bei Weg ne! -i-ag IM«um die Geschichte nicht luchbar werden zu laffen und fick nicht s*.,—— Q.l.— n.... J. X__ ra GZJL..Z.. J Bnr.cn Da» Telephon z« einem Schwindel «dem Gelächter ariszusetzen, haben ste ein recht anständiges Schuß« gena�» bezahlt. '?» benutze«, m die pisode, »er ein ben Ti m auf Zeit gi ers, was dre betraf,. en Aorn ein ,.a.mfrel.«'r" wwfHPM zu erurn,?wu-»nor» zu, JzLJaHt* Ersuchte am Freitag ein junger Mann in Rixvorf. Derselbe laut dem Bericht der„Staatsb.-Ztg." Nachmittags in ele- .*% a Kanter Toilette in dos Bürcau eines Berliner Geschäftsmannes L-„m dat denselben, ihm für einen Augenblick sein Telephon zu X?' qfj überlassen, um mit scimm Vater, einem angesehenen Berliner Handwerker, zu sprechen. Die Bitte wurde gewährt und die Wvmiiai i�terredung begann. Dieselbe wurde aber nur einseitig geführt; rven �deun. der Schwindler hatte garnicht auf den Telephonknopf ge« rückt. Das Endresultat dieser„Unterredung" durch das Telephon ar, daß der saubere Herr seinem Vater die Mitthcilung machte, brauche behufs Abschlicßung eines sehr nöthigen Geschäfts eld und bitte ihn um Verhaltungsmaßregeln, da er kein Geld .ehr bei fick habe. Er verstand es, die Fragen so zu stellen, Is ob sein Vater ihm den Rath gebe, den Bcfitzer des Telephons, 'lchcs er benutzte, zu bitten, ihm das Geld rorzulchießen. ierauf wandte er fich an diesen und trug demselben sein umpgesuch vor. Dem durch das Gesuch Ueberraschtcn waren »er inzwischen Zweifel aufgestiegen. Er begab fich in seine �rivatwvhnung und telephonirte von hier aus an den Vater e dem«, cs feinen Herrn, ob die Sache ihre Richtigkeit habe, und es lgentua ourde dadurch der Schwindler, der fich bereits im Befitz von ,m e;fw«5 M. wähnte, entlarvt. Das vorher so fichcre Austreten des inast für«gehenden Hochstaplers verwandelte fich bald in eine äußerst c Inhaber, brückte Stimmung, und nach Anhörung einer kräftigen Straf. ühe in e> predigt verließ derselbe schleunigst den Schauplatz seines miß- ml ernw Jlücftcn Pumpversuchs. ltn, us* Zur Warnung für andere schreibt man:„Ein Betrug, i, Kreise er ähnlich vielleicht auch anderswo versucht wird, ereignete ich bade' ich in meinen Häusern am Rollendorfplatz. Ein Mann, welcher er Agent« ngab, von dem mir bekannten Meister B. geschickt worden zu es mial ckn und fich auch noch einen Gehilfen mitgebracht hatte, vcr« erden loa> ingte vom Portier die Uebergabe der pneumatischen Thürver« Rachd« chließcr, an denen einige Verbeffcrungcn vorzunehmen seien. >er Walj)bgleich eine schriftliche Anweisung fehlte, verabfolgte der Por« cen im- ier das Gewünichte. Als nach einigen Tagen Meister B. er« irinus er? hien, stellte es fich heraus, daß die Thürschließer von einem igeredete achwindlcr abgeholt worden waren. Von dem Verbleiben des« in der V ilben hat man bisher keine Spur entdeckt." ff btssefl 4 K«im Der b rennen de» vertrocknete« Kartoffel» , mied, ä rante», das gegenwärtig vielfach auf den Feldern in der Um« in vämÜ egcnd unserer Stadt vorgenommen wird, gehen die Bcthciligten an mir k'st recht unvorfichtig um. Am Sonnabend wurde ein bedeu« daß ich endcr Haufe solchen trocknen Krautes an der Verbindungsbahn ahe bei Weißensee verbrannt. In einiger Entfernung lag noch Heuhaufen und hinter diesem stand ein Wagen, auf den mge Leute, die mit dem Ausmachen von Kartoffeln dort de- äftigt waren, ihre Oderkleider gelegt hatten. Während der sperzeit hatten sich die Leute entfernt, als es auf dem benach« rten Felde einem dort Anwesenden einfiel, den trockenen rauthaufcn in Brand zu stecken. Der Wind scheint nun anken auch nach dem Heuhaufen hingetragen zu haben, denn ild stand auch dieser in Flammen. Als die Leute zurückeilten, r auch der Wasen ergriffen und ebenso die darauf liegenden arderohestücke. Die letzteren waren nicht mehr zu retten, auch Wagen war so stark beschädigt, daß er nicht mehr gebraucht erden konnte. Der Schaden, der den armen Leuten aus sol« im unvorfichtigen Umgehen mit dem Feuer erwächst, ist ein ibre Verkältniffe bedeutender. Sie oo» der„A-swtha" demnächst zu eröffuend« ogrl-Auvsteuung wird u. a. auch ron den hervorragendsten stgen Taubemuchter-Vercinen beschickt werden. Berlin ist in ' Zucht von Fnegctauben und neuerdings auch in der Brief« bcnzucht einer der ersten Plätze der Welt. Die schon über Menden Berliner Taubenzüchtcr-Vereine unterhalten für Brieftauben einen„Trainer", welche: fortwährend auf der »aaen, �, st un.� � Tauben von allen möglichen Punkten aus cte. blieb P: issteiflen läßt, um ibre Tüchtigkeit zu ervroben. Zur Zelt wieder M�mt das Eisenbahn-Regiment für seine Kriegs-Brieftauden- ��M�üon die Dienste dieses Taubenerziehers in Anspruch. —----' Auch ei« Grund zur Eutlastung. Am vorigen nach, der> onnabend erging es dem Tischler Voß in der vormaligen ,uck alSitz chwarzkopff'schen Maschinenfabrik, Ackerstcaße 06, folgender �: Er arbeitete mit vier Mann im Alkord. Von Seiten r. Meisters wurde gesagt, daß sie morgen(Sonntag) arbeiten formst' vorauf der eine Kollege dem Meister sofort erklärte, daß erraty'.u � morgen dmas vor habe. Der Meister hatte nur zu diesem idchen lernen von der Sonntagsarbeit gesprochen. Vielleicht zehn Mi» war. �tcn später ging auch Voß zu dem betreffenden Meister und ihr gegt�larte ihm, daß er morgen(Sonntag) nicht kommen könne, da nn ihr etz etwas in seiner Familie zu erledigen habe. Darauf wurde icn daß erklärt, es sei wohl eine Machination, daß .'.,�er i nicht arbeiten wolle. Voß bestritt dies, und nun meinte der .?uKister:»Wenn Sie am Sonntag nicht kommen, dann haben l«igu«g Jftf. keine Arbeit mehr für Sie." Als Voß nun hierauf fragte, war oo' n entlassen sei, hieß es, so schnell gehe dos nicht, er solle it dem°'.r am Montag wiederkommen. An diesem Tage wurde ihm , hatte» Lagt, er solle seine Akkordarbeit erst fertig stellen. Voß that «traue» 5* und wurde dann entlasten. Er war 2t Jahr ununtcr- ie nach tischen in der Fabrik beschäftigt. xl ei* 1 Kuussuchuug. Am Dienstag, den O.Oktober, Vormittags 1,° aejk Uhr wurde beim Zestvngs-Spediteur H. Raschle. Wiesen« ' 8' und zu gleicher Zeit auch beim Maurer Ganschow, war, i jjiesenstraße 8 gchaussucht. Beim erstcren wurden mit Beschlag und»f�egt: 2 Quittungen vom Generalfonds der Maurer Berlins die sie 14 Listen desgl., 6 Cetemm censeo, 2 Vorwärts. Bei fen sucht«, sterem verlief die Haussuchung resultatlos. Bei den Haus «Hungen waren 6 Kriminalbeamte beschäftigt. unL Uedtr den Selbstmordversuch einer Kertiner Dam» StT t aHä Thüringen folgendes derichtet: Eine etwa dreißig- keinen�«ige Bnliner Dame, die am Sonntag mit einem männitchen rng, w". aus Sonneberg, wo fie einige Zeit zur Kur in einer onnrg u ,ssvtnhe,lanstait weilte, in Suhl eingetroffen und im dortigen %%%!* ciflePonrliA. Der Vater der Dame. ein Ministcrialbeamter in ormiltaS� rdindun Mit. ttcr tief clches h't. xoa drci ie Stto�J nßensee� agsstun wieder -eißensee l von Av )rdnete- t-. Sie � den an der Schleuse beschäftigten Arbeitern durch ihr ruhei als t»1 �tn» und Hergehen bereits aufgefallen; bevor man die» n MädchfAc zu hmder« vermochte, hatte fie schon den vcrhängnißvollen Irzt i» �ung m das kalte Wasser gethan. Die Lebenslust erwachte niae» W fg vlotzttch wieder und ein klagendes Hilfegeschrci durchdrang "'9 sLuft. Die Arbeiter retteten auch das Mädchen aus den lallen Fluchen und brachten cs nach der in der Nähe gelegenen Wohnung eines Arbellers. Hier versah man die Unglückliche mit warmer Kleidung und brachte fie alsdann nach der Charit«. Die Unbekannte verweigerte hier hartnäckig die Nennung ihres Namens und den Grund, welcher fie zu der unseligen That ge« trieben. Man glaubt, daß die Unglückliche die Tochter eines hiefigen Lehrers H. ist. Zur Wetterlage wird aus Hamburg geschrieben: Der höhere Druck, welcher fich im Westen ausgebiloet hatte, vcran« laßte nur vorübergehend Aufhellen des Himmels. Es zeigte fich am Montag eine neue Depusfion; dieselbe zog von Italien nach Norden, war in Hamburg durch lebhaften Zug loser Zirrus« wölken aus Ost und Fallen des Barometers angezeigt und ver« anlaßt hier heute seit dem Abend starken Regenfall. Vielfach wird lebhafter, von manchen Orten stürmischer Nordostwind emeldet. Die Temperatur ist niedrig, wie an den Vortagen. es dürfte die kalte veränderliche Witterung noch ferner anHallen. Gemäß de« Neröfifeutlichnnge« de« Kaiserliche« Grsnndtzeits-Amt» find in der Zeit vom. 23. bis 20. September er. von je 1000 Bewohnern, auf den Jahres« durchschnitt berechnet, als gestorben gemeldet: in Berlin 22,7, in Breslau 26,0, in Königsberg 32,2, in Köln 26,0, in Frank« urt a. M. 18,4, in Wiesbaden 12,5, in Hannover 18,6, in Kastel 10,4, in Magdeburg 10,1, in Stettin 26,1, in Altona 23,3, in Straßburg 23,8, in Metz 27,6, in München 26,1, in Nürnberg 20,2, in Augsburg 22 0, in Dresden 17,0, in Leipzig 17,8, in Stuttgart 15,4, in Karls« mhe 14,7, in Braunschweig 27,6, in Hamburg 20,8, in Wien 20:3, in Pest 27,5, in Prag 27,0, in Trieft 23.7, in Krakau 24,6, in Amsterdam 18,3, in Brüssel 22,1, in Paris 20,1, in BasA—, in London 16.0, in Glasgow 10,3, in Liverpool 10,6, in Dublin 24,4, in Edinburg 13,0, in Kopenhagen 23,7, in Stockholm 13,8, in Christiama 16,1, in St. Petersburg 24,1, in Warschau 20,0, in Odessa 28,3, in Rom 25,5, in Turin 20,5, in Venedig—, in Alexandria 45,5. Ferner in der Zell vom 2. September bis 8. September er. in New- Bork 25,0, in Philadelphia 18.7, in Baltimore 21,4, in Kalkutta 22,0, in Bombay 25,0, in Madras 42,3. Die Sterblichkeit blieb auch in dieser Beuchtswoche in dm meisten Großstädten Europas eine günstige. Insbesondere war die Sterblichtell eine sebr geringe(noch nicht 15,0 per Mille und Jahr berechnet) in Wiesbaden, Karlsruhe, Barmen, Evin« bürg, Stockholm. Günstig(bis 20,0 per Mille und Jahr) war fie auch in Stuttgart, Dresden, Leipzig, Frankfurt a. M., Magve« bürg, Kassel, Darmstadt. Potsdam, Rostock, Plauen, Görlitz, Amsterdam, Glasgow, Liverpool, Venedig, Christiania u. a. Auch in Hamburg. Berlin, Bremen, Aachen, Elberfeld, Kiel» Liegnitz, Halle, Wien, Paris, Brüffel, Turin u. a. O. war die Sterblichkeit eine mäßig hohe. Hohe Sterblichkeitsziffern(über 35,0) wurden aus deutschen Stödten nicht gemeldet.— Unter den Todesursachen haben Darmkatanhe und Brechdurchfälle der Kinder eine weitere Abnahme aufzuweism, obwohl die Zahl der durch fie hervorgerufenen Todesfälle in Berlin, Hamburg, Altona, München, Breslau. Dresden, Köln, Königsberg, Danzia, Magdeburg, Nürnberg, Elberfeld, Düsseldorf, Wien, Pest, Lonvon, Paris, Brüssel, Kopmhagen, St. Petersburg, Warschau u. a. noch immer eine die normale über« steigende war. Die Theilnahme des Säuglings» alters an der Gesammtsterblichkeit war eine verminderte; ron je 10000 Lehmden starben aufs Jahr berechnet in Berlin 08, in München 123.— Akute Entzündungen der Athmungs« organe zeigten in ihrem Vorkommen im Vergleich zur Vorwoche keine wesentliche Veränderung.— Von den Jnfektionskianl« heiten haben Masern, Diphtherie, Keuchhusten und Pocken we- Niger. Scharlach und typhöse Fieber mehr Todesfälle veranlaßt. — So waren Sterdefälle an Masern in Berlin, London, St. Petersburg sellener, in Paris ein wenig häufiger. Neue Er- krankungen haben in Berlin, Breslau, Hamburg abgenommen, während fie in den Regierungsbezirken Marrenwerder und Schleswig in größerer Zahl zum Vorschein kamen.— Das Scharlachfieber verlief in Berlin, Danzig, London, St. Peters« bürg, Warschau häufiger tödtlich; auch neue Erkrankungen kamen aus dm meisten Orten, aus denen Berichte vorliegen, in größerer Zahl»m Anzeige.— Die Sterblichkeit an Diphtherie und Crouv war in Berlin. Hannover, Ham- bürg, Braunschweig, Nürnberg, Pest und St. Petersburg eine geringere, dagegen in Breslau, Dresden, Wien, Prag, Paris, London, Warschau eine gesteigerte. Neue Erkrankungen wurden aus Hamburg, Breslau, dem Regierungs-Bezirk Schleswig und aus Christiania in geringerer, aus Berlin, Pest und Kopcn« Hägen in größerer Zahl gemeldet.— Sterdefälle an Unterleibs« typhus wurden aus Berlin, London, St. Petersburg ein wenig häufiger, aus Paris etwas seltener berichtet, Erkrankungen waren gleichfalls in dm meistm Orten zahlreicher, in St. Petersburg scltmer. An Flecktyphus kam aus Amsterdam und St. Peters« bürg je 1 Todesfall, aus letzterem Orte auch 1 Erkrankung zur Mittheilung.— Roscnartige Entzündungen des Zellgewebes der Haut traten in keiner Stadt in hervorragmder Zahl zu Tage. — Der Keuchhusten forderte in Berlin etwas mehr, in London etwas weniger Opfer, auch aus Hamburg und Kopenhagen werden weniger neue Erkrankungen mitgethellt.— Einzelne Sterbefälle an Pocken kamen aus den Vororten Wiens, ferner aus Paris, Lyon, Turin zur Anzeige, aus Waschau und Trieft je 4, aus Prag 7. Reue Erkrankungen wurden nur aus Wim und St. Petersburg je 1 mitgethellt. Die sanitären Verhältniffe in Berlin blieben auch in dieser Bcrichtswoche günstige und die Sterblichkell eine mäßig hohe. Noch immer traten Darmkatarrhe und Brechdurchfälle der Kin- der in größerer Zehl als sonst um diese Jahreszett zu Tage, wenn auch die Zahl der durch diese Krankheitsformen hervor gerufenen Sterdefälle eine wettere Abnahme aufweist(130 gegen 146 der Vorwoche). Der Antheil des Säuglingsalter an ver Sterblichkett war nur wenig kleiner als in der vorangegangenen Woche. Auch akute Entzündungen der Athmungsorgane zeigten fich etwas seltener als in der Vorwoche. Dagegen haben von den Jnfettwnslrantheiten typhöse Fieber, Scharlach und Diph therie mehr Erkrankungen hervorgerufen und zeigten sich Er krankungm an Scharlach besonders im Stralauer Viertel, an Diphtherie in demselben Stadttheil und in der jenseitigen Luisenstadt am zahlreichsten. Auch Erkrankungm im Wochen« dett und an Keuchhusten wurden wieder häufiger beobachtet, auch stieg die Zahl der von letzterer Krankheit hervorgerufenen Sterdefälle. Erkrankungen an Masern, die aus dem Stralauer Viertel und aus Moadtt am zahlretstm zur Anzeige kamen, haben abgenommen, vereinzelt blieben rosenarttge Entzündungen des Zellgewebes der Haut. Rheumatische Beschwerden aller Art zeigten in ihrem Vorkommen im Vergleich zur Vorwoche keine wesentliche Veränderung. Polizeibericht. Am 0. d. M. Morgens wurde auf dem Terrain des Lehrter Bahnhofs an der Jnvalidenstraße die Leiche eines neugeborenen Kindes und auf dem Vinetaplatz die Leiche eines unbekannten Mannes, anscheinend eines Lumpensammlers, aufgefunden. Beide Leichm wurden nach dem Leichenschauhause gebracht.— Um dieselbe Zell wurde ein Kaufmann in seiner Wohnung, Ohmgasse Nr. 5 b, bewußtlos angetroffen. Derselbe hatte am Abend vorher einen Cardon-NairowOfen in Betrieb gesetzt und war durch die ausströmenden Gase betäubt worden. — An demselben Tage Vormittags zog fich in der Markthalle Vlll. ein Schlächtermeister dadurch eine nicht unbedeutende Verletzung zu, daß beim Fleischhacken das Bett abglitt und den linken Oberschenkel traf.— An der Ecke der Gransecr« und Anklamerstraße wurde um dieselbe Zeit eine 76 Jahre alle Frau vom Winde umgerissen und erlitt dadurch eine so schwere Ver- letzung des Nasenbeins und des rechten Knies, daß fie mittelst Droschke nach ihrer Wohnung gebracht werden mußte.— An demselben Taae Mittags versuchte der Hausdiener Wegner vor dem Hause Oranievdmgcrstr. 12 mit einem zweirädrigen mit Leder beladenen Handwagen zwischen einem Mllchwagen und einem ihm entgegenkommenden Steinwagen durchzufahren. Hierbei wurde sein Wagen von dem Steinwagen erfaßt und er durch den Anprall unter den letzteren geschleudert. Er erlitt dadurch so schwere Verletzungen, daß er bereits auf dem Wege nach dem St. Hedwigs-Krankenbause, wohin er gebracht werden ollte, verstarb.— Um dieselbe Zeit versuebte in dem Flur des fcauses Lietzmannstr. 5 ein obdachloser Gymnastik« fich a-S Nahrungssorgen mittelst Salpetersäure zu vergiften. Er zog fick dadurch schwere Verletzungen zu und wurde noch lebend''ach dem Krankenhause Bethanien gebracht.— An demselben Tage Abends sprang eine etwa 10 Jahre alle unbekannte Frauens- person von der kleinen Jungfernbrücke aus in den Mühlen« graben, wurde jedoch noch lebend h«ausgezogen und nach d« Charttee gebracht._ Theater. Du« Mallner-Theate» hatte am Dienstag einen echtnr und rechten Lacherfolg, d« mit französischen Waffen«fotbfeir wurde.„Madame Bonivard" ist die Posse von d« bösen Schwiegermutt«, mit gallischem Geschick und gallischer Dreistia- üett behandelt. Die Verfasser, Bisson und Mars, haben sich zum Helden ihres dreiaktigen Schwankes einen unglücklichen Koivponisten gewählt, der mit seinen Werken ebenso wenig fertig wird, wie mit sein« Schwiegermutt«. Um d« letzteren zu eefe gehen, läßt« sich scheiden. Aber es behagt ihm als Jur?- zesellen nicht und er heirathet wieder: diesmal aber durch ein Unglück gewitzigt, die Tochter eines WittweaS. Seine Vorsicht hllft ihm jedoch nichts, denn sein Schwieg r» vatcr erlebt einen Mariensommer und heirathet— die gefchie« dcne Frau seines Schwiegersohnes. Die böse Schwiegermutter hat fich also verdoppelt; zum Glück für den Unglücklichen aber nicht auf lange, denn eine zweite Scheidung seines Schwieger- vaters befreit ihn aus allen Nöthen. Aus diesem nicht g vrde neuen Stoffe haben die Verfaff« eine Fülle von überaus lonri» scheu Szenen zu gestalten gewußt. Das wirbelt und tollt um» )«, und wenn man glaubt, der letzte Trumpf sei auSgesv'ett, o üdersticht die folgende Slluation die vorhergehende. Eine Verwicklung folgt der andern, eine Verwechselung wird durch eine neue komplizirt, ein Mißverständniß durch ein folgendes ausgeglichen, daß die Zuschauer aus dem Lachen nicht heraus« kommen und jeder Zweifel an der Möglichkeit des tolkn Treibens durch unbezwingliches Gelächt« untndrückt wird.— Seine Erilämng findet dieser Erfolg aber nicht nur im Stüch. sondern vor allem auch in dem vortrefflichen Spiel aller Darsteller. Anna Schramm spiette die Schwiegermutter, und fie hat ihr Debüt als komische Alte glänzend bestanden. Ihr drastischer Humor wirkte üderwällig«� wenn fie die inhaltsschweren Motte sprach:„Ich habe mich noch vor keinem Schwiegersohn gefürchtet!" Gl.ickeS Lob kann den Herren Guthery, Gimnig, Meißner und Alexander ausgesprochen wetden, die im Verein mit den Damen Lehman« und Hausen ein lebendiges Zusammenspiel boten. Die Regie war vorzüglich.— Dem dreiaktigen Schwanke ging eine Posse „Der dritte Kopf" voraus, die Herr Wallner nach ein« eng» tischen Idee— wie der Theaterzettel sagt— gestattet hat. Auch diese Kleinigkeit gefiel sehr. Kertiner Theater. Friedttch Haase trat am Dienstag als Michel Perttn in dem„Spion wid« Willen" und Äs Bor.jour in„Wiener in Paris" auf. Beide Stücke find all und v«dlaßt, unv nur die Wiedererweckung des«sten läßt sich allen- falls rechtfertigen. Das zweite aber— Holtet ist der Verfasser — ist ein so altmodisches und einfättigcs Späßchen, daß es nicht in ein modernes Theat« gehört, sondem den Schmi«en über« laffen bleiben sollte, wo strebsame Jüng« Haase's den Meister zu kopiren trachten. Ich kann auch nicht in das Lob einstimme?, das Haase für seinen Bonjour gezollt wird. Seine Beweglickl.tt ist zu übertrieben, seine Handbewegungen und seine Sprechrmffse zu forzirt, als daß fie gefallen könnte. Hier ist der Künstl« d« Manvr erlegen. Besser, unv«glcichl!ch besser war er als Michel Perrm. Hier wußte« dm Ton der schlichten Einfalt und HerzmsgüLe, wie fie die Rolle»«langt, außerordmtlick gut zu treffen. Za« dem kam ihm das Stück zu Hilfe, welches das Unwesen der Geheimpolizei lächelnd verspottet und nicht arm an Steven feinen Humors ist. Die übrigen Darst ll« botm, sowett sie hervortraten, recht tüchtige Leistungen. Da war Herr Eckert, d« emen fich für äußerst schlau haltenden, dabei recht beschränkte Polizeimenschen vortrefflich gab; Herr Herbst, der den Pottzei- minist« Fouchs charakleristisch darstellte. Fräulein Schneider, dw flch durch Zierlichkeit und natürliche Anmuth emszeichnete. I» den„Wienern in Paris" trat besonders Frau Baumeister ber« vor, die ihr Fach der komischen Allen tüchtig ausfüllt. Gerichts-Zeitnng. Wieder ein» Spihelgefchichte! Gegen die Anklage der öffentlichen Beamtenbeleioigung hatte sich gestern der aus dem Jhttng-Mahlow-Prozeß dekannte Tischler Franz Berndt vor der 87. Abthellung des Schöffmgerichts zu verantworten. Ihm wird zur Last gelegt, den Kriminalfchutzmann Kilischow-ly, welcher am 30. Juni mit dem ftüh«en Tischl«, setzigm Ma» schinenarbcit« Ludwig Grylewicz vor dem Hause Nr. 24 in der Rüdersdorferstraße stand, dadurch beleidigt zu haben, daß« dem Grylewicz und einem anderm Betanntm zurief. fie möchten fich nicht bespitzeln lassm. D« Angekkazte erzählt den Vorgang folgendermaßen: An dem ge- nannten Tage kam ick aus dem Hause Rüd«sdmf«» straße 21, wo ich beschäftigt den, und sah einige Häuser weiter den Giylewicz mit dem Kilischowsly stehen. Da ich mit dem ersteren zusammen gearbeitet habe und mir andererseits nicht recht erklaren konnte, was ihn bewog, fich so intim mtt dem Beamten zu unterhalten, beschloß ich, die Beiden zu deodach««-. Ich sah dieselben gleich darauf in ein Schanklokal gehen, wohin ich ihnen nun folgte. Als ich die Beiden bei einem Glase Bier sitzen sah. sagte ich zu dem Grylewicz: Sage mir, mtt wem Du umgehst, und ich will Dir, sagen w« Du bist! Als der Kilischowsky diese Motte hörte, verließ er das Lokal, blieb ab» auf der Straße stehen. Ich trat nun an Grylewicz heran und fragte ihn, ob er auch wisse, mtt wem« gesprochen habe, und als« das veineinte, sagte ich ihm den Namen und Charakter des Beamten. Hierüber stellte stch Grylewicz ganz verwundett und entgegnete, er wolle den Herrn, d« stch ihm als Landsmann vorgestellt und ihn zu einem Glas Bt« erngeladen habe, selbst zur Rede stellen. Bei diesen Worten gmg er auch hinaus und als ich gleich darauf die Straß« betrat, sah ich ihn neben dem Beamten heftig gestikulirenv stehen. Ich ging nun über den Straßendamm und rief dem Grylewrc, zu-Ludwig, sieh Dich vor, d« Mann ist Kttminal- bcamter, laß Drch nicht ausnutzen! Das Wott„lvitzeln" habe ich nicht gebraucht. Dies war Sonnabends. Am Movrag darauf traf ich den Glylewic, und dies««zählte mtt und m-ck anderen, daß der Klllschowsly am Sonntag zu ihm aäomxttm \m. 4" ßebtten habe, mir nicht zu sagen, daß« ihn (Grylewicz) auf der Straße angeredet habe, sondern den Vorgang anbets darzustellen.— Zeuge Kriminalschutzmann Kilischowsly bekundet, er habe an jenem Abend nach verbotenen Druck- schriften gesputt. Mit Grylewicz, d« ihm bekannt sei, hecke er fich dann in das Lokal begeben, well er bemerkte, daß Berndt ihn heimlich beobachtete. Darauf sei Berndt herein gekommen und habe die Gäste auf ihn aufmettsam gemacht, so daß« sich »«anlaßt fühlte, das Lokal zu verlassen. Grylewicz sei ihm nachgekommen und schließlich auch Berndt, welch« fich dann nach d« gegenüber liegenden Seite begeben und von dort dem G. sowie auch einem aus dem Fenst« sehenden Manne zugerufen habe: Ludwig, respektive Wilhelm, laß Dich von dem snicht bespitzeln! Die Aeußerung habe der Berndt wttdnhott gethan, so daß die Passanten aufmettsam geworden leien. Er bade darauf den Bcrndt verkästen wollen, derselbe sei ind.ffen schleunigst verschwunden. Zeuge beklagt sich ferner über Berndt, well ihm dieser seine Amtsthätigkeit außer- ordentlich erschwere, indem er die Leute bei jeder Gelegenheit ouf ihn aufmerksam mache, wrs um so bedauerlicher sei, als die dortige Gegend stark von Sozialdemokraten bewohnt werde.— Zeuge Grylewicz giedt zu, den Beamten schon längere Zeit zu kennen: als er das in Abrede stellte, habe er seine Kollegen, resp. Gäste in dem Lokal allerdings belogen. Die Rufe des An- ueüagicn will er sowie der Vorreuge gehört haben. Auf die Srrrge des Angeklagten, ob der Beamte nicht am Sonntag, dm 3.«ult, bei ihm gewesen sei und ihn ersucht habe, dm Borfall anders darzustellen, räumt Zeuge ein. daß Kikischowsly bei ihm gewesen sei;!doch habe tbm derselbe keine «ädere Aussage aufreden wollen. Auf weiteres Vorhalten, daß rr eine seiner heutigen Aussage direkt entgegenstehmde Amße- ruag in Gegenwart mehrerer Zeugen gethan habe, giedt «»lykewicz eine ausweichende Antwort. Zeuge wird nach seiner Aussage vereidet.— Staatsanwalt Assessor Weißf beantragte V Monate Gefängniß. Der Angellagte habe dm Beamten öffentlich verhöhnt und despottet, seine aus ähnlichm Vergängen r.suttirendm Vorstrafen bewiesm, daß er die Vergehen gegen d'e öffentliche Ordnung gewerbsmäßig kultivire, »av solche Individuen könnten nicht hart gmug de- straft werdm.— Der Angeklagte verthcidigte sich in eingehender Weise; der Zeuge Grylewicz sei wmig glaubwürdig und der angeblich beleidigte Beamte habe ein «»e seitliches Interesse daran, ihn bestraft zu sehen. Was den Vorwurf der Gewerdsmäßigkeit anbetreffe, so sei er dem Berufe rech Tischler und arbeite vom frühen Morgen bis zum späten Asmd sehr schwer, gewiß ebenso schwer, wie der fcnr Staats- «nwalt-- Vorsitzender unterbrechend: Solche Aeußerungm kann ich Ihnen nickt gestatten!— Angeklagter: Ich habe mich durch dm Vorwurf beleidigt gefühlt und wollte denselben nur als unberechtigt zuiückweism. Im Uebri- gm finde ich den Strafantrag, mich wegen der angeblichen Bileidigung auf 6 Monate der Freiheit zu be- rauben— nun ich finde keinen anderen Ausdruck als brutal.— Staatsanwalt: Ich beantrage, den Angeklagten wegen unge- duzllichen Benehmens mit 3 Tagen Haft zu belegen, die io*vrt zu verbüßen find. Der Geiicktshof, Vorsitzender Asseffor Marwitz, erhebt diesm Antrag zum Beschluß und verurtheiltden Angeklagten außtrdem wegen Beleidigung zu 3 Monaten Ge- sänaniß.— Berndt wüd zur Addüßung der 3 Tage sofort ob» bt"?« der gestrige« Uerhaudtung gegen die sieben wegen MaWätsdeleidigung und wegen Vergehens gegm das Sozia- I stmgesetz Angeklagten ist berichtigend nachzutragen, daß die A igetlogtm nicht zu Monaten, sondern zu Wochen in vrr bezeichneten Höbe verurtheilt wurden. In verschiedenm Z-rtungen war die Verhandlung als gegen Kaitlinnis und Ge« uoffm bezeichnet. Dieselbe richtete sich bekanntlich gegm Mähler und Grnoffm. Norwürfe schwerster Natur batte der Schneidermeister Srrl Werglin in einer an das Polizn-P'äftvium gerichteten Be- r �-oerdeschrift gegen mehrere auf dem Molkenmaikte amtirmde Sl iminaibcamten erhoben und sich dadurch eine Anllage wcoen B. awtmbeleid'guna zuzezogm, wilche gestem vor der 93. Ad« Zkerlung des Schöffengerichts wieder ibn verhandelt wurde. Der Angrtloat« ist mit einem früheren Hausgmoffm, dem Kunst- stcrpfer Matuschil, in ein äußerst feindseliges Verhällniß gcrathen, dos fich zunächst in einer Anzahl gegenseitiger Prioatllagen Luft machte, schließlich aber dem Staatsanwatte zum Ein- schreitm Veranlassung gab. Weiglin hatte seinen Feind im v«gm Jahre wegen Diebstahls und wegen anderer Straf- zh�tm denunzirt, aber mit dem Mißerfolge, daß wider ihn An- Üage wegen wissentlich falscher Denunziation erhoben und er leieserhald zu drei Monaten Gefängniß vemrtbeitt wurde. In t öchst verbitterter Stimmung verließ er das Gefängniß. Wie er behauptet, haben die Zeugen, auf die er fich berief, ihm später «ttgethnl!. daß ihre Vernehmung auf dem Molkenmarkte nicht wortiutreu niedergeschrieben sein könne, da sonst der Erhebung ver Anklage gegen Matuschik hätte stattgegebm werden mrffen. Ec hat dann in seiner Beschwerdeschrift die K�umiffarien, welche mit der Untersuchung gegen Matuschik beauftragt waren, der wissentlichen Fälschung der Protokolle be- hfcöldigt und außerdem behauptet, daß die Beamten fich von Matuschik in einer Kneipe an dem Molkenmarkt hätten trattiren Uffm. Dotzdem der vom Angellagten angetretene Wahrheits- beweis mißlang, blieb dieser hartnäckig dabei, daß er nur wahre Tzalsachen derichtet habe und im Falle seiner Verurtheilung -ute ihm zu Gebote stehendm Rechtsmittel benutzen werde,_ um fich zu emlasten und um seinen Feind zu entlarven. Vorläufig wurde er dem Antrage des Staatsanwalts gemäß zu 4 Wochen Geiäirmiß verurtheilt. de» seltene« Anklage, seine eigene Mutter miß- bandett zu haben, stand gestern der Steinmetz Oscar Heinrich var der 89. Adtdeilung des Schöffengerichts. Der Angellagte ist von seiner Frau geichieden und wohnt jetzt mit seiner Braut, der unverehelichten Wiese zusammen, während seine Matter fich der geschiedenen Frau angeschlossen hat. Vor kurzem ging nun Heinrich mtt Fräulein Wiese durch die Franlfurterstraße und traf dort zufällig seine frühere Frau und seine Mutter, «eiche denselben Weg verfolgten. Uedcr das, was fich nun ereignete, gehen die Behauptungen der Zeugen und des An- �klagten weit auseinander. Heinrich will von seiner Mutter uns der von ihm geschiedenen Frau in nicht wiederzugebenden Redensarten beschiwpit und dadurch schließlich so aufgebracht ge- worden sein, daß er fich zu Handgreiflichlcitm gegen die beiden Frauen hinreißen ließ, wobei er von seiner traut unterstützt «nn de. Die Schimpfereien wurden hierauf erst recht fortgesetzt vnd in der Koppenstraße schlug der Angellagte nochmals auf seine Mutter los, welche dadurch zu Boden fiel. Der Vorgang gab zu einem größeren t utlaus V.ranlaffung und der Anze- ftegte wurde von einem Beamten zur Wache sistirt. Als Zeugen waren die geschlagene Mutter, die frühere Frau des Henrich und zwei am Thatorte wohnende Frauen vorgeladen, welche den Hergang ges.hen hatten. Die beiden letzten Zeuginnen haben zwar Schimpfworts gehört, aber erst nachdem der Angeklagte schon geschlagen batie. Heinrich äußert sein Bedauern dmüder, daß rr fich von der Leidenschaft zum Schlagen habe hinreißen laffm, er sei aber von seiner Mutter so entehrend beschimpft worden. «ie w.hl kaum jemals eine Mutter das eigene Kind beschimpft Hab,. Der Staatsanwnlt beantragte gegen den Angeklagten 1 Jahr 14 Tage Gefängniß. Von der Vertheidigung wurde indeß gettenv gemacht, daß es gerade die Mutter gewesen sei, welche dem Sohne beigestimmt habe, als er den Entschluß faßte, behufs Wrederverheiratdung mrt Fräulein Wiese Bekanntschaft zu machen. Erst später, nachdem fich die Mutter mit der letzteren erzürnt hatte, nahm fie für die geschiedme %au Partei und erging fich in Schmähungen gegen den erzenen Sobn. Der Vertheidiger legt Briefe vor, welche die frühere Frau an den Angellagten gcschlteden hat und in denen fick die denkbar gröbsten Schmähungen befinden. Dt« Wiese sei als eine sedr ordemliche Person bekannt, fie habe bis vor einiger Zeit tm Dienst gestanden und der Angeklagte werde dtestlbe so'ort Heirathen, sobald das Jabr, welches er ge- setzbch abwarten müsse, vergangen sei. Die Mutter habe also nicht den geringsten Anlaß gehab, fick in geschehener Werse über den Sohn zu äußern. Der Angellagte habe die SchctdungSklaae selbst etnseleit.t und werde auch das der Ebe entsprossene Kind, «IchcS die Mutter nach dem Gesetze bis zum vierten Jahre be- dotten könne, nach Ablauf dieser Zeit zu fick nehmen. Der Gaichtshof dilligte dem Angeklagten mildernde Umstände zu und veruithritte rbn zu 3 Monaten und 14 Tagen Gefangmß. Auf»«»»«cht-» zp-rd lautete dt- Anilage, welche gestern daS Schwurgericht nes Landgerichts 11 bcschäftigte und welche rism bedeutend! n Theil der Einwohnerschaft des benachbarten Friedrichshagen, dem Orte der That, nach Moabit gelockt hatte. Der auf der Anklaaedanl befindliche LSjährige Dachdeckenneistrr Johann Carl Hellmuth Hoff mann warr beschuldigt, gegen seinen früheren Lehiherrn und späteren Kon- kurrenten. dm Dachdeckermeistcr Reumann einen Mordversuch verübt zu baden. Der Angeklagte trat im Jahre 1875 bei Neumann fn Friedrichsbagen in die Lehre und blieb bei demselben bis zum Jahre 1832, trotzdem daS gegm- seitiae Verhältniß nicht immer ein fteundlichcs war. Nach dreijähriger Abwesenheit von Friedrickshagm kehrte Hoffmann nach dort zurück und ließ fich als selbst« ständiger Dachdeckermeister nieder. Es mtbrannte zwischen ihm und seinem früheren Lehrherm ein arger Konkurrenzstrcit, der bald zu persönlicher Feindschaft ausartete. Besonders der An- geklagte soll seinen Gegner häufig deschimpft und gefährliche Drohungen gegm ibn ausgestoßen habm. Am Abmde des 10. Juni, gegen 11 Uhr, traf der Angeklagte mit Neumann in der Lerche'schm Restauration zusammen und soll er gegen ihn mit beleidigenden Redensarten vorgegangen sein. Neumann schwieg, um offenen Streit zu vermeiden, und entfernte fich bald darauf durch die tzintetthür. Er begab fich um das Haus herum auf die Straße, um fich nach Hause zu begeben. Kaum auf die Straße getreten, wechselte Neumann mtt dem ihm be- segnenden Wächter einige Bcgrüßungsworte und sah bei dieser Gelegenheit, daß Hoffmann vor der Thür der Lerchc'scken Restauration stand und durchs Fenster ins Innere lugte. Eni später fand diese Wahrnehmung für ibn Bedeutung. Nach wenigen Minuten trennte Neumann fich von dem Wächter. Unweit seiner Wohnung traf er mit dem Angellagten zusammen, der einen anderen Weg genommen haben mußte, um eine Be- aegnung mit ihm herbeizuführen. Die fich nun abspielende Szene hatte keine Zeugen und wird von dem Zeugen Neumann folgendermaßen geschildert: Hoffmann habe ihn, der auszuweichen gesucht, heftig angerempelt.„Was wollen Sie von mir?" habe er ihn gefragt. Als Antwort folgte ein Schuß. Er habe den Angektagten an den Armen ergriffen, um ihn am weiteren Schießen zu verhindern, derselbe habe fich aber losgerissen und einen zweiten Schuß aus unmit- telbarer Nähe auf ihn abgefeuert, der aber ebenfalls sein Ziel vcrfeblte. Wieder begann ein Ringen, wieder gelang es dem Angeklagten, die Rechte, welche den Revolver biett, frei zu de- kommen und zum drttten Male schoß er ad. Diesmal wurde Neumann getroffen, wie fick später herausstellte, ist die Kugel an der rechten Seite in den Kopf gedrungen, fie hat bisher nicht hervorgeholt werven können und fitzt unterhalb des rechten Ohres. Nach fünfwöchentlicher ärztlicher Bt Handlung ist Neu- mann ohne bedeutende nachtheilige Folgen als gebellt angesehen "Ingekle worden. Ganz anders schlldert der Angellagte den Vorfall. Ec de- streitet in leidenschaftlicher Weise jegliche Schuld und behauptet, daß alles Bewcismateriol, das ver Anllage zu Grunde liegt, auf irrigen Voraussetzungen und auf unwahren Angaben der ihm feindlichen Zeugen beruht. Er sei unvermutbet von einem frem- den Manne, den er erst später als seinen Feind Neumann er- kannte, überfallen worden und um fich seines Gegnrrs, der mit dm Fäusten auf ihn einhieb, zu erwehren, habe er einen Revolver, den er zur Sicherheit bei seinen Geschäftsgängen über Land stets bei sich trage, aus der Brusttasche hervorge« zogen und einen Schuß adgefcuert, den er absichtlich in die Lust lichtete. Was er dann gethan, wisse er nicht mehr; er sei davongelaufen und habe sich auf den Hof seines Grundstücks begeben. Bald darauf sei schon ein Gendarm gekommen, der auf ihn fahndete, er sei nun weiter geflüchtet und habe dm Revolver auf der Köpnicker-Brückc in die Spree geworfen. Vierzehn Tage lang habe er fich in der Umgegend, bald hier bald dort arbettend, aufgehalten und fich dann selbst dem Gerichte gestellt. Der erste Staatsanwalt Müller gewann aus der Beweis« aufnähme die Ueberzeugung, daß der Angeklagte sich durch Lügen aus der Schlinge zu ziehen suche; er bat die Geschworenen, ihn im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Rick. Wolfs führte aus, daß die Sache nicht als hin- reichend aufgellärt anzusehen sei, da hier Aussage gegen Aussage stehe. Die Geschworenen sprachen den Angeklogtm nur schuldig der schweren Körperverletzung mittelst einer Waffe in einer daS Leben gefährdenden Weise, sprachen ihm aber mildernde Um- stände ad. Der Staatsanwalt beontraote eine Gefängniß« strafe von fünf Jahren, der Gerichtshof erkannte dem Antrag entsprechmd. Uerewe mtfc Perlammlnuge«. Die Kranken- und KegrLbniffkasse de» Verein» jammtlicher Krrnfsklasse» Kertin> hält Sonnabend, dm 13. d. M., AdtNds 8 litt, Blumensir. 78 eine Versammlung ad. Neue Mitglieder, ebne Unterschied des Berufes und Ge« schlechtS von 14—45 Jabren, werdm in jeder Versammlung, sowie bei den Herren Sasse, Hasenhaide 48, Cohn, Christinenstraße 7, GeUhaar, Höckstestr. 20, Hamann, Neue Grünstr. 27, Kublmey, Landsdergerstr. 105, Metzkow, Straße 16 Nr. 4, Schilling, Koppenstr. 48, aufgenommen. «rosse Verlammlnng de» Zentral-Kranken-«nd fterbekasse deutscher Wageubauer(E. tz. Nr. 8) Bez. U. nvalidenstr. 16 bei Herrn Panlstädt am Sonntag, 14. Ottober, 101 Uhr Vormittags. Tagesordnung: 1. Rechnungslegung des 3. Quartals. 2 Kaffmangelegenheit. 3. Verschiedmrs. Mitgliederversammlung der Filiale IT der Allgemeinen Kranken« und Sterdeiasse der Metallardeiter(E. H., Hamburg) am Sonntag, den 14. Ottober, Vormittags 10% Uhr, bei Keller, Andreasslraße 21. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Rehfisch über„SinncSwahrnehmung", mit Kage- losten. 2. Kassenbericht. 3. Verschiedenes. Kleine Mittheiinngen. Freienmaid». Ein merkwürdiaes Hinderniß halle, wie geschrieben wird, der am 6. d. von Freienwalde nack Anger- münde fahrmde Personenzug zu beseitigen: einen Menschen nämlich, der quer über dem Schienenstrang liegend sein Räusch- cken ausschlief. Es gelang mtt Mühe, wmige Schrllte vordem Schläfer dm Zug zum Stehen zu bringen. Konduttcur und Schaffner demächtigtm fick nun des„Hindernisses", bettetm es nicht allzu sanft in daS Gras der Böschung, ohne daß der well- enttückte Schläfer auch nur mtt der Wimper gezuckt hätte, und der Zug brauste weiter. Der sorgenlos Schnarchende wird sich später verwundert die Augen gerieben habm, ohne Ahnung dessen, was für ein gefährliches Schlummerplätzchen er fich ausgesucht und wie leicht sein zettlicher Schlaf in den ewigen hätte ver- wandelt werden können. Kambnrg. Es find jetzt nähere Nachrichtm über dm am 17. September im Hafen Las Palmas erfolgten Zusammenstoß der Dampfer„La France" und„Südamerika", der dm Verlust zahlreicher Menschenleben im Gefolge hatte, hierher gelangt. Ein Augmzmge des Ereignisses theitt folgende Einzelheiten mit: Bei klarem schönm Wetter liefen um 5 Ubr Morgens beide Dampfer aleichzeitig ein.„La France" hatte 400 nach Südamerika bestimmte Auswanderer an Bord,„Südamerika" 200 Passagiere, die von ihrem in der Fremde erworbenen Vermögen im Vaterlande, Spanten und Italien, zu leben gedachten. Die deidm Dampfer fuhren um die Wette, hatten daher eine große Fahrgeschwindigkeit, als der Zusammenstoß stattfand. Der deutsche Dampfet„Cordelia", der vor Anker lag, mtging nur knapp der Gefahr, mit in die Katastrophe gezogen zu werden. Er machte sofort sämmt- ttcke Boote flott, um die Hunderte mit den Wellen ringenden Mmichen zu retten. Es gelang ihm das leider nur zum Thell. Südamerila sank sehr schnell und mit ihm 80 Passagiere, dar- untir der erste Offizier. Die Geretteten wurdm zunächst im Lazareth untergebracht: fie find von allem entblößt gehen jetzt bettelnd in der Stadt umher. Nur wems wurden ihre Habseligkeiten durch Taucher geborgen. B find an dem gesunkenen Dampfer eifrig thätig, werden je» durch die Ausdünstungen der Leichen stark behindert.! Schornstein und die vier Masten der„Südamerika" ragen das Waffer empor; wenn man im Boot über die Stelle kann man in der außerordentlich durchsichtigen Fluch Rumpf, die Kommandobrücke und sogar den Namen des deutlich ertennkn. Die Taucher suchten den ganzen körper ad und beförderten Leichen und Gepäck an die Ober Die geborgenen Tobten wurden bereits destattet. Der stand aus zweirädrigen Sandkarren, auf deren jedem. Särge standen. Er ging durch die Stadt, voran der Sorg ersten Offiziers, verhüllt mit der Schiffsflagge. In den waren Traucrflaggen aufgezogen, die Läden alle geschloffen, dichte Menschenmenge bildete Spalier. Der gesunkene DmM beeinträchtigt in hohem Grade den Schiffsverkehr im# man plant seine Hebung; aber eS ist noch zweifelhaft od> selbe gelingen wird. it. 84( «f�cint tä: in s Hans' 4 Mark. C Permi schtes. Nrber die Fnauenmord« in Whitechapel schn „British Mcdical-goumal" vom 6. Ottober, daß die u licke Ansicht, man habe es mit der That eines an.. s-ievtällea" leidenden Individuums zu thun, wohl bereits mein fallen gelassen worden sei. Zweifellos sei der 3 irrfinnig und seine Entdeckung nur eine Frage der Zeit,« dem erfahrungsgemäß festgestellt worden, daß geisteskranke? viduen, trotzdem fie im Beginne oft mit großer Schlau» Werke gehen, nicht im Stande find, auf die Dauer eine*— so durchzuführen, daß fie vor schließlicher Entdeckung# waren. Charakteristisch für die Stimmung in London ist,! das„British Med. Journal" in der Einleitung sagt: sollen wir hängen? Das ist wohl die naiürlichste Frage j*rtt fich uns nun aufdrängt, d. h., wem sollen wir die an diesen leider nickt vereinzelten Manifestatis menschlicher Verkommenheit zumeffen? Man geht London nun sehr radikal zu Welke. Die Morde dm eben nur als Symptome aufgefaßt, gegen die eben symptomatisch vorgeben muß. Allein die Radib die man anstrebt, bestebt in nichts Geringerem, als in dem lichen Umbau des East-End, in der Demolirung aller Unierschlupfe des Lasters und Verbrechens, deren Ued unter den gegebenen Verhältnissen fast unmöglich, deren lisch; und physische Affanirung schon seit Jahren eine di Frage mar. Bekannte Wohlthäter Londons hatten sich schon seit Jahren wertthätig angenommen, allein eS � des Messers eines Jrrfinnigen, um die Augen aller City auf Zustände zu lenken, gegen die seit geraumer Zb Männer wirkungslos und, ohne Gehör zu finden, ihre erHoden. Die Entartung der Gesellsckastsklafien der stadt, in deren Schöße solche Auswüchse wen' Virdcrbtheit geborm werden, kann eben nicht aus der Wir ha 'el die So; nd dabei ver an s eben dem t 00 000 Ni gende schw «derer Airsi ochrrr in 9 rqegenqes� fem Sinn Leiter dl c« Partei geschafft, fie muß aber auf's Thunlichstc eingedämmt werdR" Bern, Von anderer Seite wird gemeldet: Es scheint jetzt festzsP*"« mm_. es wohl daß der unheimliche Mörser, welcher seit einigen Wocke»drnkm seia l Stadtbezirk Whitechapel in Schrecken versetzt, nachdem er«ongreß der letzte Morvthat in Mitresquare verübt halte, nach@%wch Bern Street ging, wo er seine biutocfleckten Hände und das � Ummers an der Schürze seines Opfers abwischte und das Stück wand dann auf die St-aße warf. Wmige Schritte davorlW-.! er mit Kreide an die Wand:„Die Juden sollen nwPf—P*1 J* nichts und wieder nichts beschuldizt werden." Die Leute, Booten. Fr die Kreideschrift gesehen haben, behaupten, daß es bXftbcr das Gec Handschrift war, in welcher die mit„Jack der Aufschlitzer" bringen, i seine Rache nur an Prostituirten, nicht aber an Frauen kühlen wolle. Die Untersuchung des jüngst in einem Neubau am quai entdeckten weiblichen Rumpfes hat ergeben, daß der einer jungen Frau von großer Körperstatur, dunklem im Alter von etwa 25 Jahren ist. Wunden waren Rumrf nicht zu entdecken, allein es werden einige untere vermißt. Der Kopf, sowie Arme und Beine find aru' lich mit'einem scharfen Instrument abgeschnitten wov zwar nach ärztlicher Auesage von ungeübten Händen Schnittstellen rauh und uneben sind. Ter jüngst in G road(Pimlico) aufgefundene Arm paßt zu dem Rumost!, ein fleischiger abgerundeter Arm mit langet schmaler Hüg spitzen Fingern. Die Todesursache konnte natürlich mittelt werden, doch scheint der Tod nicht durch Ersti folgt»u sein. Zwischen dem Tode der Frau und dem A des Rumpfes liegen etwa 6 oder 8 Wochen. Die meni Uebeneste waren in ein miederloses, schwarz punttirtes ß Kleid gehüllt. In der tn Nttama gegenwärtig abgehaltene» fttllnng»o» zUittet-Kanada sollte am Mittwoch% Tagen der Lusischiffer Williams fich aus einer 1000 Fuß mittelst eines Fallschirmes auf die Erde bin� Auf dem Ausstellungsplatz waren über 5000 Person�. samm lt, um dem Schauspiel beizuwohnen. Der Ballon mit Gas gefüllt und viele Leute hielten ihn an Seilen. Befehl des LufschifferS„Los" abzuwarten. Das Wort"yaa#*, als zum Entsetzen aller Anwesenden ein junger Mann, Wenslcy, das Seil festhielt und vom Ballon pfeilschnell Lust gehoben wurde. Der Ballon mochte fast! 000 Fuß% als man von der Erde aus bemertte, daß Wcnsley sew'� Bunde«? «rerufene Ert oft« komme lauen. Aus üch eines T er passiver aktung in rcuren. Ob och viele h> erührt und gethan wo k Ablehnu: sie zum gr arteiorgani "zahl von{ »fang sichl abhängig >ätig sein w Nicht zi Kräfte zusammemaffte und an dem Seil emporz suchte. Dann stürzte er mtt rasender Gcschwindigkei Tiefe herab. Die Aufregung unter den Zuschauern ka Grenzen. Frauen wurden ohnmächtig, und es fehlte wäre eine Panik entstanden. Der Körper des IW' überschlug fich in der Luit und erreichte mtt ausgestreckten und Beinen die Erde etwa 300 Nards von der Stelle, Ballon in die Höbe gestiegen war. Alles stürzte hinzu- Leiche, ein unförmlicher, kaum erkennbarer klumpen,% Arme und Beine waren gebrochen. Wahrscheinlich. junge Mann seinen Tod schon gefunden, ehe er die reichte. Der Luftschiffer Williams hatte nichts von lichen Vorfall bemerkt. Als er wohlbehalten herablaw traurige Ende Wensley's hörte, war er vor gelähmt. .Ihr 3 wohl r Er sag tt und w gestriegeltes chen. er isi übt sei ein etter. ich s >scste Ahn hier sin ervorragenl „die Telegraphische Depesche»� auSzut in schriebci dieser O „Aber Was! (Wolff's Telegraphen-Bureau.) atd Metz, Mittwoch, 10. Ottoder. Der Redatteur des„Was' Zimmermann, ist heute aus Elsaß- Lothringen aus» stifl mich hn worden..jBit nickt Nach?�'z�o?Änee�gLalI°n"' Die auf 0%�"~8Qr Pontebba-Udine durch das Hochwasser berbeigefühftrn Beschädigungen find wieder vollständig beseitigt. . n �„Waru |„Weil »eh» Junge -- Iber ihre V Kriefkasten der Redaktiott-�/ch�ur b% IM« Sülm Mir die«iomraientteOulttirnj betjustiz«»- großen lUNkl "..........«" mTÄ .. A- SU Besten Dank. Das Blatt steht»u fugung.___/ Be» Bnfr«|en nicht. 9, i. 95. Verantwortlicher Redatteur:£.«r-ntzri» in Berlin. Druck und Verlag von M« Knding in Berlin SW„ Beuthitraße 2. L