w-gir. 24». Sonntag, den 14. Oktober 1888. S. o«. igen. ;epti«8« ms» ei» MiierMsblalt. Brgan für die Interessen der Arbeiter. ZIbends tr. 33. . 2 im 17. )c§ Allst t wirt' �V-ß; nml«> 51 [1 SN ler Das„Berliner Volksblatt" «scheint töstlich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnernmtspreis für Berlin frei ms£>aus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 4 3)iarf. Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummcr mit dein„Sonntags-Blattt� 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungsvrcisliste für 1888 unter Nr. 849.) JnsertionSaebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Denthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. jbwwuw Itegt.ff««rnfm Zi.b-»n»»t»» . 5a»*•„K-mrtaga-Klatt" bei. Das rothe Gespenst. E« spult wieder einmal in der Kartell- und Reptilien- Presse; allerlei unheimliche Gerüchte schwirren in der Luft, bends 8! imb den braven Philister überläuft eine Gänsehaut, wenn lodstr. er in seiner Morgenzeitung von dem Aufleben der„Znter- s � nationale" und den beabsichtigten„Attentaten" liest. lmachw Die„Richt-G entkernen" sind fleißig an der Arbeit; die ./•l in der Presse beschäftigten Mitglieder dieser edlen Zunft s M bereiten auf schreckliche Dinge vor. und die Zhring-Mahlow'S *' der Straße werden dann schon da» Uebrige besorgen. zend's 8) Damit aber die Beziehung auf die Sozialdemokraten llckerstt. �«'cht fehlt, wird zugleich berichtet, daß in München die .... W Spuren eine« sich über da« ganze Königreich Bayern er- m»«*' streckenden Geheirnbuade« aufgefunden seien. 1"v. a ftl Die„rothe Internationale", welche von Rew-Aork au« vc- die ganze Welt ihren Zntereflen dienstbar machen will, die ; anarchistische„Propaganda der That", die im Herzen Deutsch- ! land« der Kaiserreise ein mit Dynamit begleitete« Halt ge- r bwten wollte; die auf den„Umsturz der bestehenden Staats- ünktlichci und Gesellschaftsordnung" gerichtete Geheimbündelei, welche sich Mitgl!� in ungeahntem Umfange in Bayern geltend machen soll, da« sind die Requisiten, welche man nothwendig braucht— um ZchnM die Verlängerung de« Sozialistengesetze« durchzusetzen. ZZfol Darauf läuft nach unserer Meinung die ganze Thätigkeit der mit diese» Dingen sich beschäftigenden„Ordnungiprefle" hmau«. E» handelt sich um Material für die Verewigung de« Au««ahmegesetzeS, und da die Sozialdemokratie sich einmal weder zu„Putschen" noch zu„Attentaten" aufreizen läßt, sondern in der Ueberzeugung, daß die weitere kapitalistisch- ökonomische Entwickelung der Gesellschaft mit absoluter Sicherheit den Sieg der sozialdemokratischen Weltanschauung herbeiführen muß, vorläufig ihre Haupt- ausgäbe m der Kritik, d. h. in dem Nachweis der Schäd- n' lichkeit der gesellschaftlichen Zustände und in der Agitation unv v hji die Vermehrung ihrer Anhänger erblickt, muß man dem S-icrnst� dedrängten Ausnahmegesetz zu Hilfe kommen, indem man .uferin:«ach berühmten Muster» die deutsche Sozialdemokratie mit fcö-t-st-st den Anarchisten und der„Internationale" identtfizirt. '.. 3>e näher wir dem Termin rücken, an dem eine cnd. al Lstda� Entscheidung über da« Sozialistengesetz getroffen , Verlest" meiden muß, desto nachhaltiger werden wir die„Ordnung«- itgliedtl' preffe" aller Schattirungen bemüht sehe«, erst„Schrecken«- ,»achnchte«" zu erfinden und dann au« diesen Erfindungen r Vmsib� HU beweise», daß die Verlängerung de« Gesetze« geboten sei. Wir stehen diesen Dingen sehr kühl gegenüber; wa« ittags bfir. n*, er Poii mlttl »erboten.] Ieuitteton. [16 »an Die Kitter der Arbeit. Au« dem Amerikanische» de» Zor Uebersetzt von&W*IU Liebknecht. Der„Corcoran" hatte ungefähr die gewöhnliche An- «m» Pilgern auf ihrem Weg nach Mount Vernon an liehen' Bord. Nachdem unsere Freunde sich behaglich niedergelaffen �Jrrgm hatten, wünschte Gertie zu trinken; Harry ging»ach Wasser ™ w und wer beschreibt fem Erstaunen, als er plötzlich durch den G T Stentorruf:„Halloh, mein Zunge, auf einer Vergnügung?» W I fahrt?" der unverkennbar von Generel Bluster ausging, bei- gg#»ahe aus seinen Stiefeln gerissen wurde. „Za, General, ich gehe zum ersten Mal in meinem Leben nach Mount Vernon." „Das ist lobenswerth und patriotisch von Ihne«, daß Sie hingehen— Sie junger, bilderstürmender Bösewicht, aber ich sehe, daß Sie mit demselben prächtigen Geschöpf an Vord kamen, das gleich einem seltenen Edelsteine an Ihrer im Theater glänzte. Harry, Sie müssen mich vor- „Ich werde e« thu», wen» Miß Simpson keine Ein- Wendungen macht." Harry davon eilte, rief der General im Geiste aus: Jerusalem,') der junge Emporkömmling gab bei- „kf»»««stehen, daß das Mädchen— ein Kind au« dem r**,~ Einwürfe machen könnte gegen die Bekannt' «nem Kongreßmitgliede!" 1 Maud aber war ftoh üb« die«ste Gelegenhest, die ,, ,a stch ihr bot, mit einem wirklichen Kongreßmitglied, dessen fw- � Die Engländer und Amerikaner umgehen das Gebot, -cht. a* ackau- �.uen Gottes nickt zu nennen, dadurch, daß ste statt .Gott" alle möglichen Namen gebrauchen— bei Jupiter u. f. m wir von Gesetzen, welche durch ihre Handhabung die Rechte d« arbeitenden Klassen auf Erringung bess«« ÄrbestS- und Lohnbedingungen sehr erheblich einschränken, wenn nicht gänzlich befestigen, und welche die Ausübung einer Ueber- zeugung unt« harte Strafen stellen, halten, haben wir oft und eindringlich genug ausgeführt, so daß wir un««- sparen können, ein Wort hinüber zu sagen. Die erzieherische Wirkung deS nun zehn Jahre dauernde« Kampfgesetzes gegen die„gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie" hat sich in d« nahezu verdoppelten Anzahl d« sozialdemokratischen Stimmen gezeigt; die letzte Wahl im K. Berliner Wahlkreise hat e« bewiesen, daß im Volke kein Verständniß für die in einer Rente von 33'/, Pf. pro Tag gipfelnde„Sozialreform von Oben" ist, und wir sind sicher, daß die nächsten allgemeinen Wahlen die Wir- kung des Ausnahmegesetzes noch deutlicher demonstrire» werde». „Die Hurrahkanaille", so nannte ein fteikons«vativer Professor die siegreichen Wähler de« 21. Februar 1887, welche au« Furcht vor den französischen Holzbaracken und Melinitbomben die deutsche Volksvertretung zu einem„Angstprodukt" stempelte, wird, glauben wir, nicht mehr vorhanden sein; die Rechnung, welche d« Reichstag dem Volke— und nicht nur die„Reichsfeinde" müssen zahlen— auch auf- gemacht hat, die Erhöhung der Getteidezölle mit ihrer Wirkung d« Brotontheuerung dürfte Manchem die Augen geöffnet haben, und so ist e« denn nicht unmöglich, daß die fünfjährige Legislatur« pniode den„Kartellbrüdern" nicht die«hofften Früchte einbringt. Aehnlich scheint man in den maßgebenden Kreisen zu denken, denn sonst wären die fortwährenden offiziöse« Notizen über die Erwägungen, die bezüglich de« So zialistengesetze« im Gange sind, gar nicht zu verstehen. Aeuß«lich liegt kein Grund vor, die Frage, welche Anfangs dieses Zahre« eme so bedeutende Rolle gespielt hat, schon jetzt wied« vor den Reichstag zu bringen. Wir könnten natürlich nur zuftieden damit sein, denn je öft« und je mehr üb« da« Sozialistengesetz verhandelt wird, desto mehr ruinirt es sich bei jedem einsichttgen Politiker. Aber da das Gesetz bi« zum 30 Septemb« 1890 verlängert ist, so braucht der nächste Reichstag sich nicht damit zu beschäftigen, eS sei denn, man hätte den Plan, das Ausnahmegesetz von d« jetzigen„Kartellmajorität" dau«nd unter Dach und Fach bringen zu lassen, weil man bei dem neuen Reichstag des Ausganges nicht so ganz sicher ist. Zn diesem Zusammenhange fassen wir die wied«holten Notizen wegen der zu«wartenden Vorlage, da« Sozialisten- gesetz betteffend, auf; wir glauben, man ist dabei, dem Volke etwas einzubrauen, wobei die Hilfe dieser aus ein« Achtbarkeit') Harry betheuerte, sich zu unterhalten. Der Gkn«al entschuldigte sich bei sein« Gesellschaft und wurde regelrecht vorgestellt. „Ab, Miß Simpson, ich bin entzückt, Sie kennen zu lernen! Ich sah Sie vor einigen Tagen im Theat« und entdeckte, warum dies« junge Schelm Harry die Stadt Washington mit all ihr« Sündhaftigkeit angenehmer findet, als seine eigene Heimath." „Danke Zhnen, General, Sie sahen also Salvini'S Herr liche Darstellung de« König« Lear?" „Za, ich war da, muß jedoch gestehe«, daß ich mehr Vergnügen in dem Gebrauch meine« Opernglases und m heiter« Unterhaltung fand, als in der Aufführung. Salvini kann augenscheinlich nicht englisch spreche» und ich konnte sein Geschlabber nicht verstehen, so war die ganze Geschichte für mich spanisch und ein Unsinn." „Aber, mein Gen«al, Sie sind doch gewiß mit dem Stücke ganz vertraut?" „Nein, ich habe nie ein Wort von Shakespeare ge- lesen; da« Leben ist in diesem praktische» Nützlichkeitszeit- alter zu kurz. Die Thatsache ist, Miß Simpson, die schw«e Last der Staats geschäfte ist beinah unerträglich geworden und ich flüchtete mich zur Erholung in das Theater." „Zch denke mir, erwiderte Maud mit einem leisen Anflug von Zronie,„daß die StaatSgeschäfte eine gigantische geistige Anstrengung erheischen." „Za eigentlich," wied«holte der General warm,„das kann ich allerdings sagen. Stellen Sie sich, wenn Sie mit Ihren nothwendig beschränkten Ansichten vom Leben es können, die große Verantwortlichkeit vor, sich um da« Wohl von sechzig Millionen Mensche» zu kümmern, um die größte Nation d« Erde, mit all ihren taufenden von Interessen. Za, meine liebe Lady, flösse nicht, von Gen«ation zu Ge- n«ation ererbt, da« patriotische Blut heiß in meinen Adern, nie würde ich mich dazu verstanden habe», die Friedlichkeit >) Resxectabilitx— Respektabilität— Anständigkeit. Das Wort hat häufig die Bedeutung Mos äußerlich anständigen WesenS. in furchtbare Angst versetzten und unter dem Drucke uner- hört« Wahlbeeinflussung zur Urne schreitenden Wählerschaft hervorgegangenen Majorität nicht entbehrt werden kann. Wir zweifeln auch nicht an dem Gelingen dieses Planes, älls er vorhanden sein sollte; das heutige System bedarf olcher Maßregeln, um das machtvoll aufstrebende Proletariat nied«zuhalten— daß es ihm freilich auf die Dauer nichts nutzt, ist sonnenklar—, und die Bourgeoisie, welche in der jetzigen Zusammensetzung deS Reichstags ihren vollendetsten Ausdruck findet, wird sicher den Plänen dcr iReichsregierung in Bezug auf die Sozialdemokratie keinen Widerstand ent» gezensetzen. Mit diesen Absichten stehen auch die Nachrichten üb« die„Znternationale", da« in Stuttgart beabsichtigte „Attentat" und die in Bayern entdeckte„Geheimbündelei" in engstem Zusammenhang. Man will unter dem Druck solch« Gerüchte, die sich gewiß noch zahlreich vermehren««den, Stimmung mache» für das Ausnahmegesetz gegen die sozialdemokratische Partei, welche man fürchtet, und zwar nicht etwa wegen der ihr an- gedichteten Bestrebungen, sondern wegen ihrer die Mensch- heit befteienden Zdee», wegen ihres kampfeSmuthigen. rück- haltlosen EinttetenS für die Unterdrückten. In der ge» schilderten Thätigkeit findet die„OrdnungSprcsse" ihre Bc» ftiedigung; genährt von großen und kleinen Reptilim ent- wickelt sie eme„Gemeingefährlichkeit", die schonungslos zu bekämpfen eine Pflicht aller anständigen Mensche« ist. Politische Ueberstcht. An de« mysteriösen Notizen Lbrr Attentat», die gegen den deutschen Kaiser auf seiner Reise in Süddeutschland geplant gewesen sein sollen, ist nur vas eine wahr, daß der in jüngster Zeit znehrfach genannte Troppmann in Konstanz verhaftet worden ist. Es ist dies jene zweifelhafte Petsön- lichkeit. welche die Versammlungen Liebknechts in der Schweiz zu stören suchte und allgemein als Lockspitzel galt. Aus der Schwei; ausgewiesen, begab sich Troppmann nach Konstanz und — ist der Mittelpunkt aller jen« Attentatszerüchte geworden. Es soll ein Prozeß wegen Hochverratbs gegen ihn eingeleitet werden, und Liebknecht ist in der Sache bereits als Zeuge vernommen worden. Er konnte indcß blos bezeugen, daß Troppmann in St. Gallen allgemein für einen Lockspitzel gehatten wurde, und daß die demselben in den Mund gelegte Aufforderung zum Mord des deutschen Kaisers— welche Aufforderung in der St. Gallen« Volksversammluna am 25. August d. I. gemacht sei» sollte— eine Fabel ist. Wie Troppmann, nachdem« aus d« Schweiz als„Anarchist" ausgewiesen war, dazu kommen konnte, nach Deutschland zu geben, und zwar gerade in einem Moment, wo in den an die Schweiz grenzenden Theilen Deutschlands ein wahrer Wolkenbruch von Attentatsgnüchten niederprasselte— des ist ein Räthsel, dessen Lösung im öffenttichen Interesse sehr erwünscht wäre. meine« häuslichen Herde« zu verlassen und meine Zeit und mein Vermögen diesem unruhigen Leben zu opfern." „Aber, Gen«al," meinte Harry,„ich dachte, die Kon- greß-Mitglieder erhielten jährlich 5000 Dollars." „Za, ja da««halten sie, mein Zunge, aber was ist die Kleinigkeit von 5000 Dollars das Jahr für einen Mann wie ich bi«?" Hätte ich nicht Privatvermögen, meine Familie wäre am Bettelstab, ehe das Ende meiner Wahlperiode«reicht ist." „Wie kommt es aber," entgegnete Wallace,„daß Männ«, die sehr arm in den Kongreß eintrete», nach einigen Zahren ungeheuer reich sind?" „Spekulation, mein Zunge,«folareiche Spekulation! Eine Welt von Gelegenheiten«öffnet sich dem intelligenten und unternehmenden Kongreßmitglied. Die Wallstraße') liegt nur einen Steinwurf weit und die weitherzigen Staats- männ« des Kapitals, die den Pul« der Welt fühlen, müssen wissen, wann sie zu kaufen und zu verkaufen haben. Das giebt Ihne» eine leise Andeutung der vorzüglichen Ge- legevheiten, welche ein Kongreßmitglied hat. um uubegrenzten Profit aus kleinen Einlagen zu ziehen. Die», mein Freund, 'st etwas von der glorreichen Zukunft, auf welche ich Ihren Ehrgeiz richten wollte an jenem Abend, wo Sie mich be- sachten-— Wissen Sie," fuhr d« General fort, sich direkt an Maud wendend,„dieser junge Mann da, Ihr Freund, ist von den gefährlichsten„Ismen" der Erde besessen; von SozmIlSmuS, Anarchismus und Kommunismus oder äbn- lichen ebenso schlimmen Dingen? Das Beste, wa« Sie für unseren Freund thun könnten, wäre, ihn von seinen Thorheiten zu heilen." „Nun, mein General," erwiderte Maud,„wenn Mr. Wallace an falschen Ansichten über National- Oekonomie krankt, dann leide ich an derselben Krankheit, denn alles, was er von politischer und sozial« Oekonomie als eine Wissenschaft weiß, hat er als mein Studiengenosse gelernt. ') Nach dem Vorbild von New- Nor! hüßt die Straße, wo hauptsächlich die Finanzgrößen wohnen, in Washington und an« deren Städten Amerikas Wallstreet. Die„Frivolität" der Urkurfe au da« Reichs- verstcheruogvamt ist betannUtch eines der Steckenpferde unseres„humanen" Untemehmerthums, das den Ardeiterschutz als einen Schutz der A» bester vor schützenden Mahregeln aufzu» fassen deliebt. Das Reichsoeificherungsamt, dessen sachliches, gerechtes Vorgehen alles Lob verdient, hatte kürzlich einen recht charakteristischen Fall zu erledigen. Ein verunglückter Berg« mann, der eine Rente bezog, wurde von seiner liebevollen Be» rufsgenoffenschaft aufgefordert, sich einen schlecht geheilten Arm wieder brechen zu lassen, damit er wieder arbeitsfähig werde und der Berufsgenoffcnichaft weniger koste. Der Arbeiter weigerte sich, mit fliegender Hast entzog man ihm die Untetstützung, und das Bochumer Schiedsgericht, den Busen geschwellt von einem überschwänglichen Masse praktt« schcn Christcnthums, wies des Grubenarbeiters gerechte Be« schwerde kurzer Hand zurück. Das ReichSverficherungsamt war gerecht genug, sich für solche Liedestbat nicht zu begeistem, fie gab dem Bergmann Recht mit der Begründung, niemand könne gezwungen werden, fich Arm und Beine brechen zu lassen. Wenn die Operation erfolglos gewesen wäre, was dann? Die Arbetter« Vertreter im Reickstag haben von Anfang an darauf hinge« wiesen, dass die Berufsgenoffenschaften fich zu echtm Kapita« listenzünften auswachsen würden. Das half aber nichts. Der „Patentanwalt", ein durchaus in kapitalistischen Vorurtheilen be« sangenes Blatt, nennt das VerhaltcnJTvcr betr. Berufsgenossen' schalt ein„u n a n st ä n d i g e s und herzloses". Wir find zu bescheiden, um eine andere Kritik zu üben, als der„Patent« anwalt". Freilich liegt uns ein viel derberer Ausdruck auf der Zunge, aber wir überlassen es dem Leser, unsere Ausführungen nach dieser Richtung hin zu ergänzen. Da« Kapitel der Staatsschulden ist ein belehrendes- Deutschland zahlt allein an Zinsen für seine verschiedenen An« leihen 300 Millionen Mark, d. h. 17 pCt. der Reichseinnahmen. Unser Militarismus hat bereits den Riesenpump von 901 Millionen neunzigtausend Mark eingebracht. Steuerzahler, thu' Geld in deinen Beutel.--- Der Rücktritt de« Justizministero De. Friedberg wird wieder einmal angekündigt. Nach einer Meldung dcS JJrankf. I." soll derselbe an massgebender Stelle wiederholt den Wunsch geäussert haben, zu demisfionircn, und»war weil er sich nicht kräftig genug mehr fühlt. Lediglich um Mihdeutungen zu vermeiden, habe er die Erledigung des Gesuchs für einige Zeit Hinausgeschoden. G« wird kein» Suppe so heiß gegesse«, als fie ge« kocht wird. Auch die nationale Bewegung für ein weitgehendes Eingreifen des Reichs in die Borgänge an der ostafri« kanischen Küste dürste in den nächsten Tagen schon be« schcidener mit ihren Fordeningen werden. Schon erklärt die Ruferin im Streit, die„Not.«3tß.", dass es fich natürlich nicht darum handeln könne, grössere Soldaten-Abtheilungen für die ostafrikanische Kolonialunternehmung in's Feuer zu schicken; man fühlt, dass dazu die Lust doch nirgends vorhanden ist, so gern man es hätte. Und in einem anderen nationalliberalen Organe, dem„Rbein. Courier", finden fich folgende, auf Abkühlung be« rechnete Zeilen über die Angelegenheit, die wir den Kolonial« kratehlern zum sorgfälligen Studium empfehlen möchten:„Die Herren von der deutsch-ostafrikanischen Gesellschaft sind in hohem Grade sanguinisch deanlagt; das starke Element von Fugend« lichkest, welches in ihnen steckt, hat ihnen bisher schon oft genug den Blick für die Realllät getrübt. Es ist etwas anderes, den Reichskanzler um den nachdrücklichen Schutz des Reiches anzu- gehen, und diesen Schutz wirklich zu erhalten.... Man sollte meinen, dass die Marine auch ohne ausserordentliche Zurüstungen und lediglich im Rahmen der für fie aufgewendeten Etatsmittel im Stande sein könnte, die verletzte Autorstät des Reiches(?) an der sanfibarischen Küste wieder herzustellen.... Wir ver» mögen uns nur unter einer Bedingung vorzustellen, dass das Reich als solches in Attion tritt, wenn nämlich Fürst Bismarck zu der Ueberzeugung gekommen sein sollte, daß es den materiellen und polllischen Interessen des Reiches entspricht,_ das sogen. Kolonialgediet zwischen Sanfidar und dem Ukarcwesee in eigene Berwallung zu nehmen. Dass damit ein ganz neues Prinzip aufgestellt und der erste Schritt in unendlich weittragende Konse« quenzen hineingethan werden würde, braucht nicht erst gesogt zu werden." De» Entscheid der Reichsllvmmisston, durch welche das Verbot eines anläßlich des Hamburger Tischler» streils erlassenen Flugblattes aufgehoben wurde, rst von wettgebendem Interesse und dürfte eine Mahnung und Belehrung für viele Polizeibehörden sein. Der dem Verleger des Flugblattes. Herrn A. Warnke, zugegangene Bescheid hat folgenden Wortlaut: Berlin, dm 29. September 1888. Auf die gegen das Verbot der nicht periodischm Druck« schrift:„An die Bevölkerung von Hamburg und Umgegend. Zur Aufklärung in Sachen des Hamburger Tischlerstreiks," mit der Unterschrift:„Die stteikendm Tischler Hamburgs. I. A.: A. Warnte." Verlag von A. Watnke, Hamburg. Druck von I. H. W. Dictz, Hamburg, von dem Verleger A. Warnke er« bobene Beschwerde hat die Reichskommisfion in ihrer heutigen Sitzung dahin entschieden: Wir fingen vor einigen Monaten unsere Studim zusammen an und der einzige Vortheil, den er vor mir voraus hat, ist der einer größeren praktischen Erfahrung. Ich glaube, in dieser Beziehung stimmen unsere Ansichten ganz überein." „Zm Namen alles dessm, was wunderbar ist," rief der große Staatsmann aus,„ein junges und hübsches Mädchen studirt die schrecklichste aller Wissenschaften!" „Warum soll ein Mädchen nicht eine Wissmschaft stu- diren, die ihr materielles Wohl ebenso sehr berührt, wie das deS Mannes? Essen wir nicht? Brauchen wir nicht Kleidung, und find nicht viele von uns Fraum zur Bestie- digung der nothwmdigstm Bedürfnisse gezwungm, Geld zu verdienen,— dieselbe Arbeit wie die Männer zu verrichten, häufig steilich für geringeren Lohn—?" „Ei, ei! Sie mögen Recht haben,— ich bin aber un- aehmer erstaunt. Von all meinen Erfahrungen, die ich als Gesetzgeber gemacht, erstaunt mich diese am meisten. Darf ich fragm, was für Werke Sie studirt haben?" „Warum nicht? mein Herr,— allerdings sind unsere Studien natürlicherweise sehr beschränkt. Sie mtt Ihrem ausgedehnten Wissen werden wohl begreifen, daß der Kreis unserer Arbeit nur klein sein kann. Wir haben Adam Smith, MalthuS, Ricardo, Carlyle'S„Ver- gangenheit und Gegenwart", Henry George und etwas von S p e n c e r gelesen, sowie auch einige von L a ss a ll e'S Schriften." Der General betrachtete das lebhafte junge Mädchen, daS begeistert vor ihm stand, mit wachsendem Erstaunen. Da er niemals einen der erwähnten Schrifsteller gelesen hatte so mußte er auf seiner Hut sein, um seine Unwissen- heit nicht zu verrathen. Dieses Mädchen mußte eine seltene Ausnahme ihres Geschlechts sein. Er wünschte die Unter- Haltung fortzusetzen und sagte:, „Sie haben sich mtt diesen Fragen offenbar emaeken- der beschäftigt, als vielleicht manches unserer Mttaüeder. Zu welchem Schluß sind Sie denn dabei gekommen?" „Der Schluß, zu dem ich gelangt bin, ist- lch we.ß, Mr Wallace stimmt mit mir überem,— daß das politische und soziale System, wie eS jetzt in unseren Schulen gelehrt „daß die Beschwerde für begründet zu erachten und dem« gemäss die Verdotsverfügung der Polizeibehörde in Hem« bürg vom 7. Juli d. I. aufzuheben." Die angefochtene Verfügung stützt das Verbot der ge- dachten Druckschrist auf den§ 11 des Gesetzes vom 21. Oktober 1878, indem fie in derselben das Zutagetrctcn so- zialdemokratischcr, auf den Umsturz der bestehenden Ctoats- und Gesellschaftsordnung gerichteter und den öffentlichen Frie- den, insbesondere die Eintracht der Bevölkerunpellaffen gefährdender Bestrebungen erblickt. Derartige Bestrebungen find jedoch in dem verbotenen Flugdlatte nirgends zu entdecken. Dasselbe verfolgt, wie es in seinem Einaange ausdrücklich de» tont, lediglich den Zweck, die öffentliche Meinung über die Ur« sacke und den Stand des gegenwärtigen Streiks der Hamburger Tischler durch eine wahrheitsgetreue Darstellung des von ver- schiedenen Setten, insbesondere in kritlstrenden Artikeln des „Hamburger Fremdenblatts" und der„Hamburger Nachrichten" angeblich entstellten und verdunkelten Sachverhalts aufzuklären. Die Verbotsverfügung macht dieser Darstellung den Vorwurf, daß fie die genannten Pressorgane in empörender Weise de- schimpfe und verleumde, die Hamburger Tischlerinnung— ein öffentlich-rechtliches, mtt der Vertretung gewerblicher Interessen staatsseitig betrautes Jnstttut,— ohne Grund des Kontralt- bruches, also einer unmoralischen und ungerechten Hand- lungsweise, den streikenden Tischlern gegenüber beschuldige und dudurch die arbeitende Klasse in tendenziöser Weise gegen die Arbeitgeber aufzuwiegeln versuche. Der Be- schwerdeführcr macht dagegen geltend, daß das verbotene Flug« blatt nur eine berechtigte Abwehr gegen verleumderische Ver« dächtigungen der streickenden Tischler enthalte und in seinen Bestrebungen ledialich auf dem gesetzlich erlaubten Standpunkte des§ 152 der Reichs< Gewerbeordnung stehe. Auf welcher Seile in dieser Beziehung die Wahrheit liegt, ist hier nickt zu entscheiden. Jedenfalls aber fällt die Polemik, welche das Flug« blatt gegen die Hamburger Tischlerinnung und die deren Jnler- essen vertretenden Pressorgane führt, nicht unter das Verbot des Gesetzes vom 21. Oktober 1878. Die Vertheidigung des Hamburger Tischlcrstrciks kann den streikenden Tischlern gesetzlich ebensowenig verwehrt werden, wie ihre in dem Flugblatte als berechligt verthetdigte Vereinigung zum BeHufe der Erlan- gung günstiger Lohn- und Ardeit-bedingen mittelst Einstellung der Arbeit. Hat der Verfasser des Flugblattes oder haben dessen Auftraggeber fich hierbei Beleidigungen oder Verleum- düngen öffentlicher Behörden oder einzelnen Personen zu Schul- den kommen lassen, so unterliegen sie dem allge- meinen Strafgesetze, welches den Verletzten in den §§ 185 bis 187 des Reichs- Strafgesetzbuchs genügenden Schutz bietet. Das Ausnahmegesetz vom 21. Oktober 1378 ist dagegen für solche Fälle nicht gegeben. Die angefochtene Verdotsverfügung mußte demnach als gesetzlich nicht begründet wieder aufgehoben werden. Die Anlagen ihrer Beschwerdescheift vom 13. August d. I folgen beikommend zurück. Die Reichskommisfion. Hcrrfurth. „Wer Ki«ma»ck« Feind ist» ist auch unser Feind", sagte der nationalliberale Professor Dr. Friedberg unter bei» fälligem Gemurmel der anwesenden Nationalliberalen auf dem Parteitage dieser Realpolitiker in Bochum. Bismarck wirkt, schafft und— denkt für uns, so daß wir ungefiölt der Verdauung obliegen können. Ein paradiefisches Zeitalter. Mit de« Sozialdemokraten ist es nicht mehr auSzu» ballen! Nimmt man ihnen das Versammlungsrecht und die Pressfreibeit, dann nehmen fie eine Professur an einer bayerischen Univerfität an und denützen die Lebrsreiheit der Wissenschaft! Diese entsetzliche Entdeckung wird in der letzten Sonntags» nummer des„Münchener Frcmdcnblatt" gemacht. Es wird da die Berufung des Professors Dr. V o l k e l t von Basel an die Würzburger Universität besprochen und gesagt, detselbe sei Norddeutscher(hu, hu!), ja Hegelianer(wau! wau! wau!) und habe in seiner Schrift vom Jahre 1873„Das Unbewußte und der Pessimismus" seinen Glauben an die Lebenskraft der Hegel'schen Prinzipien offen ausgesprochen, ja sich als An- Hänger der Sozialdemokratie bekannt, indem er wörtlich schrieb:„Inden meist noch rohen, unklaren, gewaltthätigen elementaren Ausbrüchen der sozialistischen Idee erblicken wirdie Vor« bercitungen des Zeitgeistcs, fich eine neue Gestaltung, ein neues Bewußtsein zu geben. Wie soll fich das noch unklare, formlose Gähren der neuen Idee, bei dem masslosen Drucke der alten Gewalten, anders zeigen, als in vulkanartigen Eruptionen, bei denen nickt alles sauder und korrekt ablaufen kann? Die sozia« ltstische Organisation der Menschheit ist, soweit das moderne Denken reicht, die höchste, vollendetste Verwirklichung des Logi- schen, des Vernünftigen und vollkommen im Sinne der Hegel« schen Prinzipien.... Von diesem Gestchtspuntte aus gehört dem Hegel'schen System die Zukunft."- Das„Fcemdenblatt" meint, der Herr Untcrrichtsminister habe bei der Berufung dieses Lehrers eine„unglückliche Hand" gehabt. Ganz gewiss, denn wie kann man einen Mann, der das Logische und Vernünftige vertritt, als Lehrer der Jugend der höheren Stände berufen! und von Zhnen und den anderen Staatsmännern praktisch angewendet wird, die Krystallisation barbari- scher, roher Selbstsucht in Gesetzen und Sitten ist." „Großer Gott," rief der General aus,„Sie machen mich starr, aber Sie stimmen doch nicht mit Harry in seinen arbeitsritterlichen Dummheiten betreffs reformatorischer revoluttonärer Maßregeln überein, Sie glaube» doch nicht an den Acht Stunden-Blödsinn, nicht an die Verstaat- lichung der Telegraphen, Eisenbahnen u. s. w.?" Maud erwiderte:„Ich habe das Programm der Ritter der Arbeit sorgfältig gelesen und ich unterschreibe es von A bis Z; ich werde sogar der Organisation bettreten, sobald sich eine Gelegenheit dazu bietet. Ich fteue mich ganz besonders, daß eine große Vereinigung von Männern die Menschenwürde und Gleichberechtigung der Frauen an« erkannt hat. Bedenken Sie, mit dröhnender Stimme, die jedem guten Amerikaner WS Herz dringen wird, haben die Ritter der Arbeit eS verkündigt, daß die Frauen gleichen Lohn für gleiche Arbeit haben solle«. Aber, General, Sie sprechen von der Achtstundenarbett als von einer Thorheit. Ich würde Ihnen verbunden sei«, wenn Sie mir sagen, warum. Vorläufig denke ich darüber anders." „Der erste große Einwand. Miß Simpson, ist ein na- tionaler und muß den patriotischen Puls jedes fteigeborenen Amerikaners zu rascherem Schlage bringen. Eine allgemeine Anwendung dieser Prinzipien würde das wundervolle Wachs- thum der größten aller Nationen verzögern. Die kolossale Arbeitsenergie unseres Volkes würde gerade zwanzig Prozent ihrer Macht verlieren.') Wir kämen hinter England zurück, unser Verfall wäre sicher und— meine Freunde— in einer nicht fernen Zukunft könnte der Amerikaner nur noch stolz sein auf die Vergangenheit seines Geburtslandes." „Aber wenn die Arbettsenergie unseres Landes voll und ganz entwickelt werden muß— ewidcrte Maud—, warum werden nicht alle Müßiggänger beschäftigt? ') Er meint, es würde zwanzia Prozent weniger gearbettet, wenn die Arbeitszeit um zwanzig Prozent verkürzt wird. im Finanzges bis 31.! hellen, und man würde gewiss Anstand nehmen,' sie ki�aenüberstebsi auszusprechen, wenn fie nicht gerichtlich und zei-gene-blu» igy gg Zum Kapitel vom Arbritenschntz wird aus HaftÄg richtet: Man würde die folgenden Thatsachen nicht für m w gestellt wären. Eine Firma in Cckwelm beschäftigt 210 Arbeiter. Wie in allen Fabriken findet zuweiien»n Arbeitestätten(Drehereien) Lockerung der Riemen statt, Reparatur dann erfolgen muß. Diese Reparatur geschab Fabrik während des Betriebes, während die Maschine weiter lief, fie geschah trotz ihrer ausserordentlichen Getal (so äussert fich der sachverständige Gewerberath), wäl' Riemen leicht mit dem Triebwerk in Verbindung konnte und—— gerieth! Und warum diese gefi Arbett während des Laufens der Maschine? Etwa Ardeitcr leichtfertig genug find, die bekannten misfions-Fabnkvorichristen nicht zn beachten? Web fehlt! Die Arbeiter machen den Fabrilinbabern stellungen, doch während solcher Rlparaturcn die N still stehen zu lassen, und die Ardeitgeber erklären,„wege» kleiner Reparatur ließen fie die Maschine nicht stehen!' diese Werthschätzung des Menschenlebens nicht empörend, iß' Gcbahren nicht schmachvoll? Des Menschcnlcders,— d«' 9. November v. I. fiel dieser„Eigentbümlichkett" der Fn junges blühendes Menschenleben zum Opfer. Ein Fad.ib..., hatte eine Riemenreparatur zu machen, die, wie gewAfung während des Laufens der Maschine gemacht werden Ml.ß!'Mrch wurde nickt allein fertig, rief fich einen achtzehnjährigen zur Hilfeleistung, der den Riemen mit den Händen emp der Riemen zog fich plötzlich stramm, die Hände des F. ersaßt, der Aermste ward aufgewickelt und binnen einer war ein gesunder Mensch eine Leiche. Der Arbetter& angeklagt wegen fatnlä'figer Tödtung und von der Stn freigesprochen; der Veriheidiger führte aus, daß die roll« antwortung für das Unglück die Fadrikinhabcr treffe. 5* sogar solch gefährlichen Arbeiten zugesehen haben.(Eidi? hättet.) Auch nach dem Unglück ist es in der Fabrik bei#* geblieben, bis die Verordnung der Beruisgenoffensä Fabrikinhaber zwang, Riemenrcparaturen nur dann zu wenn die Maschine still steht.— Der geschilderte Borst arg, dass selbst die manchestetliche Presse fich darüber Wir wollen nur die Frage hinzufügen: Wo inspettor? ist daher ei rtige Bestc onen. 33 er is provisorij ommen i de geführt ngung dessi 'st vor und ch dem Gn lisch erlassen .t vorzulege nung des 0 ngung nicht Iber aufzu nken angekü dget-Proois ckte durch i fetz ein und ng der Abst % folgt:„J, des vor das vo lewilligung r im 1. April iufige Gesetz Grundgesetzes mde der T isentlich an I ichrheit nichts Trotz des reise Louth ei olizei spielte ich Callon fi «utuv«..-jährend der 3 war der An Monasterbo Die radikl Ueb-r da» Schicksal Staulry'»«nd Gmin R«�,"sammlu stellt H. Wickmann in dem neuesten Heste von Peters unsten des i „Geograph. Mittheil." Vermuthungen an, welche in � Besse Ausführungen gipfeln: Von Dr. Emin Pascha datirPie erste Vers letzten Nachrichten vom 2. November 1887, und es ist dWoeraumt. nicht unwahrscheinlich, dass Stanley in dieser langen 5' Die Konst Emin eingetroffen ist, durch die Unterbrechung der VerMoln nahm d mtt Uganda aber verhindett worden ist, seine Ankunft an:„Es bestei Sanfiber zu melden. Jedenfalls ist daran fesizuka'tesroirlsameHeill eine etwaige Vernichtung Stanley's und seiner 500 MsWowohl die mo Zerstörung der EminschenHenschaft, sei es durch die fördern, un sei es durch ausständische Stämme, bekannt ge#iell>chaftliche i wäre; die Kunde von einem solchen Ereigniss hätt deitern zu vert von Dorf zu Dorf, von Stamm zu Stamm fügend oiese 9 fortgepflanzt und wäre in kurzer Zeit nach UganW�afür, daß au zu arabischen Anfiedelungen gelangt. Inzwischen find?UJ de cignisse eingetreten, welche die Lage Emins und Stanlctz*' M den wenn fie fich vereinigt haben, als äusserst ge'ährdct e laffcn. Nack den letzten vom 27. Juni 1888 datircnd richten aus Uganda ist die Verbindung mit Emin Paß vinz gänzlich unterbrochen. Kabrega, der Häuptling von bat Diobammed Bitt, den tlipolitanischen Händler, wel Veranlassung von Dr. Janker 1886 den Verkehr zwischen und Emin eröffnet hatte und seitdem durch wiederholte allein auftecht erhalten hat, ermorden lassen, wakrsck'in! Kapt. Casati, den Vertreter Emins bei jenem Hauolliog- M>ffethat ist jedenfalls auf Aufreizung durch aiabi�e£ zurückzufuhren; es hat sogar viel Wahrscheinli�'- it für ß die Kunde von Stanleys Eintreffen bei Emin und die° erregte Furcht vor der bedeutenden Verstärkung non, Macht die mittelbare Ursache des Mordes gewesen � �«,„„, ©ffenburg, 10. Oktober. Die Anklage gegen JcA U. und Genossen c Adolf Geck, Karl G-ck, Dr. weck. fK � Revision wegen Vergehens gegen das Sozialistengesetz � d!! Donnerstag, den 18. d. M, Vormittags ,9 Ubr, g Strafkammer des hiesigen Landgerichts zur W* lommen. �. CÄS Hl a V H« ii rnerben sollte Der dänische R e i ch s t a g ist am 1. Oktober- �republikanische verfassungsmässig vorgeschttedenen Termine(erster Oktober) eröffnet worden. Eine Thronrede wurde"st, halten. Beide Kammern wählten die bisherigen Ptäfist?, Liebe für das Landsthing und Hözsbio für das Foltcue, wieder. An neuen Vorlagen wurden dem Reichstag breitet: eine über die Organisation des Heeres, ein El für die Seedefestigungcn Kopenhagens, ferner Gesetzt detreffend die Einführung des metttschen Systems, d' sation der Staatsbahnen, die anerkannten K-ankenk die Ardeiterverstcherung gegen Unglücksfälle. Der B ütern w nommen. De trieben werder Jahr, worauf stundet wurd 'Pächter. Der M u Philadelphia r -Gunsten des �Gelegenheit 2! 'Der Vertheid Dollars erreiä Bei einen ,, Reich»« 2eip>ia, 11. t 17. März d. langer< Warum haben wir Tramps?') der Müßiggänger in unserem Lande über eine schätzt wird." jschütierlicher! „Miß Simpson, niemand braucht in unserem ft-studers Ohr hc Lande müßig zu sein. Denken Sie an die VcE nur etwas er Mineralien, die noch ausgegraben und verarbeitet �rit, nachdem müsse», an die unangebauten Landflächen, gewiß 6�, JJ» noch große Reiche daraus zu machen. Es ist r daß die Arbeiter unseres Landes zufrieden sind"'jvon Moskau waS das Gesetz von Angebot und Nachfrage ihnen°�uchowskc>ja, daß sie sich in die soliden Regeln der europäisch' fi50 Dörfern, duktionSweise fügen, keine unberechtigten Forderunge" welche durch ■--■—----- ver Schuwal gewöhnlichen werk, ein org und sich dauernde Arbeit zu sichern suchen." (Fortsetzung folgt.) sie bilden eir Haftpflicht t Nächstenliebe Weise, wie Mineralsckätz giebt. Wä An« Kunst und Keben- A iw Amerikauisck. Theaterv-rhältnisse. UnlanA iHn uuterst bettchtet, da! | der Tenorist Berrera in Buenos Aires �iisenen R» ihrend der Vorstellung geschossen habe. von den Ost Direktor währeno ver-lloriieuung geicyonen yaoe.''"«von den Ost man wieder einen für amerikanische Theaterv-rhältnMe- ments Kini-i, tr\o\i&\yr � i"�)I n � w_ ß wurden, zu s folgreich, da! f fahrten zu, zeichnenden Vorfall mit, welcher beweist, daß der»-Anfang des Sänger schon früher zu bedenklichen Ausschreitung� gebettelt; al war. So wurde zu seinen Gunsten vor einigen pr�rfine Feuersb Verdi'sche Oper gegeben. Bei seinem Erscheinen auf" trat er dicht an die Lampen, ließ die Musik sck� wandte fich dann in einer längeren Rede an das der er erklätte, daß er heute nicht fingen werde, da cr, daß ihn der Direitor um seinen Antdeil betrügen Direktor, de» gleichzeitig als Kapellmeister wirkte, bah„ endtt.fich rechtfertigen zu dürfen, kletterte mit freundMstst, des Sängers auf die Bühne und begann seine Nach ihm ergriff die Frau des Tenoristen, welche in- saß, das Wott zu Gunsten ihres Mannes und— Kann auch das Publikum an der Strettfrage t W vertheilen ( Rath von 31 .') Herumziehende, dunden". nach Arbett suchende arbeitt geordneten l 'für die näi entleeren sich mit einer be . durch reichlii < thumlichen l , vasst ist. Ei Finanzgeskye für das kommende �ahr, das ist vom t.Avril 9 bis 31. Marz 1890, weist eine Einnabme von 54, ö Mill. •-'ut."onen auf, welchen die Ausgaben von 57,8 Millionen Kronen igenübersteben. Der Rechnungsabschluß kür daS Finanzjahr ne'rlui ßgy gg weist eine Mchrausaabe von 5,5 Millionen Kronen auf, ist daher eine gewisse Besserung zu verzeichnen. Der gegen- rtige Bestand der Staatskasse beträgt 53,6 Millionen onen. Bereits in der Sitzung vom 5. d. Mts. wurde s provisorische Finanzgesctz für 1838/89 in Behandlung rommen und letztere binnen wenigen Minuten zu lde geführt. Die Linke wartete gar nicht die Ein- ngung desselben durch die Regierung ad, sondern nahm es bll vor und verwarf die Vorlage mit 35 gegen 19 Stimmen. ach dem Grundgesetze ist die Regierung verpflichtet, alle provi« isch erlassenen Gesetze in der nächsten Sesston dem Reichs- ,t vorzulegen. In diesem Falle wird das Kabinet die Ab- nung des Gesetzes vorausgetehm und sich daher mit der Ein- 'ngung nicht beeilt haben. Um aber das Kabinet gleich anfangs ruber aufzullärcn, daß die auf dem letzten Parteitage der Inken angekündigte„Verhandlungsvolitil" sich nicht auf die dget-Provisorien erstreckt, kam dre Linke der Regierung zuvor, chte durch den Grafen Holstein- Ledreborg selbst das Finanz- fetz ein und verfuhr damit, wie oben angedeutet. Die Moti- ng der Ablcbnung lautet übereinstimmend mit der vorjährigen ;t folgt:„Indem das Folkething seine Zustimmung zur Förde- !g des vorliegenden Gesetzesvorschlages verweigert und hier« ach das vorläufige Gesetz über Einnahmen- und Ausgaben- ewilligung verwirft, bis das Finanzgesctz für das Finanzjahr »m I. April 1888 bis 31. März 1889 gegeben ist, welches vor- Afige Gesetz nicht blos dem§ 49, sondern auch dem§ 25 des 'runvgcsetzcs widerstreitet, geht das Tbing zum nächsten Gegen- mde der Tagesordnung Uber/ Wie man steht, hat fich sentlich an dem Verhältnisse zwischen Regierung und Folkething- ehrheit nichts geändert. s Her füll bäftißl ilen ae üatt. eschab ilchint Geb wä! "3, ie gefl wa rten Wes Ernbent »ie Är. rend, & ! n Nu. rigen a eir.P es F. einer eiter& :Stras ei- rik bei«» 'ssensl an zu Vorfi über rr der Großbritaunie«. Trotz des erlassenen Verbotes wurde in Monastcrboice im reise Louth eine Pächterversammlung abgehallen. Der olizei spielte man einen Possen, indem eine Anzahl Landleute ach Callon fuhr, wo nur»um Scheine ein Meeting stattfand, lädrend der Abgeordnete Gill ungestött das wirlliche Meeting Monasterboice abhielt. Die radikalen Vereine Londons beabfichtigen, die V o l l s- »w r sa m ml u n g en auf Trafalgar Square zu , Peler�unst-n des öffentlichen Versammlungsrechts, der Redefreihett in solktznd der Besserung der Lage der Arbeitslosen wieder zu beleben. a datir-tvic erste Versammlung ist für nächsten Sonnabend Rachmittag ,§ ist tnsimberaumt. ingen M Die Konferenz der anglikanischen Diözese Lin- w VerM o l n nahm die folgende Resolution über den S o z i a l i s m u s Ankunstan:„Es bestehen große gesellschaftliche Hebel, welche dringend lubflittMoltlfame Heilmittel verlangen. Es ist die Pflicht der Kirche, 00 M sowohl die materielle wie die geistliche Wohlfahrt des Volkes Die fördern, und fie muß alle wohlüberlegten Versuche, die ge- ellschastliche Lage der weniger unabhängigen Klasse von Ar- zeitern zu verbessern, zu den ihrigen machen."— So nichts» agmd diese Resolution ist, so ist fie immerhin ein Beweis dafür, daß auch in England das Feuer der sozialen Frage den Zerren auf den Ztägeln brennt. _ Auf den 6 Meilen von Kilrush gelegenen W e st b y' sche n > ü t er n wurden die Ausweisungen wieder aufge- nommen. Der erste Pächter, welcher aus den Besttzungen ver« trieben werden sollte, zahlte freiwillig die Pachtzinsen für ein Jahr, worauf ihm die für ein weiteres schuldige Summe ge« stundet wurde. Seinem Beispiele folgten auch die übrigen Pächter. Der Munizipalrath der irischen Landliga in Philadelphia veranstaltete am Montag eine Kundgebung zu -Gunsten des Parnell'schen Vertheidigungsfonds, bei welcher Gelegenheit 2500 Dollars für den Fonds aufgebracht wurden. Der Vertheidigungsfonds hat nunmehr die Höhe von 6740 Dollars erreicht. m.. Frankreich. Bei einem politischen Diner, welches bei dem Minister- rasidentenFloquet stattfand, war fast ausschließlich die Revifion der Verfassung der Gegenstand der Unterhaltung. Wie es heißt, sprach fich die Mehrzahl der Anwesenden aegen die Revifion aus. Richtsdestvwcniger soll der Ministerpräsident geäußert haben, daß er bei der Revifion beharren müsse und feine Demission geben werde, wenn die Revifion abgelehnt oder durch eine Koalitionsmajorität, unter welcher Monarchisten, votirt ml. 'iß fci tamM Ug find Ztanlc ndct ttrenl n Paß ng von er, wischen derhol.s nsch-in uplling', 0 K med (* Mr.. BÄ ktobj*, er tz ein u Geß 's. die. nkenß Gerichts-Zeitnng. Neichvq er il!,!-!- Entscheidung.(Nachdruck verboten.) flach langer Erörterung wurde beschloffen, daß B. fingen müsse b. schien auch erst dem Wunsche des Publikums nachkommen ju wollen, doch— als die Musik eben einsetzte, besann er fich eines anderen und erklärte, daß er nunmehr mit uner« .�Mütterlicher Festigkeit davon überzeugt sei, daß ihn der Direktor -rem �'nbers Ohr hauen wurde.- Es folgte jetzt ein ganz ähnlicher, die Per? nur etwas erregterer Auftritt, wie der eben geschilderte, und arbeitet lkerst, nachdem der Zweifler im Kostüm mit dem Direktor an die mß aes'jKaLe gegangen war und fich dort den Billetverkauf vermerkt ist nur«»tte, nahm die Vorstellung ungestött ihren Lauf. i-nd*», Ä»«lstsch« Krttlerznnft. Ungefähr hundert Werst �Lbf�ü den Bezirken Wischegorodskaja und Sim- 'bn-n �MuchowÄaja, liegt nach dem„Ausland" eine Gruppe von etwa wpalsch�BO Dörfern deren Einwohner eine Bettler-Bruderschast bilden, »erung-s welche durch das ganze rusfische Reich hin unter dem Namen m dekannt ist. Man muß fich unter ihnen keine gewöhnlichen Bettler denken.' Für fie ist das Betteln ein Hand- werk, ein orgamfirtes und künstserisch ausgeübtes Gewerbe, und D d'ld-n eme große solidarische Gesellschaft mit beschräntter Haftpflicht behufs der Ausbeutung des Wohlwollens und der Nächstenliebe der russtschen Gesellschaft in derselben Werse, wie es Gesellschaften für die Ausbeutung der Mineralschatze und vieler anderer industrieller Hilfsquellen , � Liebt. Während des Sommers bleiben die Schuwaliki ht*** /""f'hr-n Heimstätten und bestellen die Felder. Wenn iinlän»?.&F H�bst herannaht, rüsten fie fich zu ihren Bettlerfahtten. In iureö 4 w ern unterschiedlichen Verkleidungen treten sie die ihnen zuge- r, Runden an und betteln bald in jeder Ecke des Reichs, sstmife* Lstsccprovinzen bis in die kleinrusfischen Gouverne- ätM.A MCntä fitnptii 1T»f Vi««- Sc»*» ht �lnein' Der Ursprung der Schuwaliki reicht auf den i �leeren fich die Dörfer der Schuwaliki. Jeder Einzelne wird d- M" einer besonderen herzbrechenden Geschichte versehen, welche -"JW Aisch., reichliche Urkunden bewiesen und belegt und den eigen- > th- thumlichen Empfänglichketten der heimzusuchenden Bezirke ange« ■tflnii' �®'ne große Anzahl Krüppel, Blinde, Taubstumme mtt der Unterschrift:„Hoch die Sozialdemokratie!" in einer großen Anzahl von Exemplaren verbreitet. Von den Verbreitern wurdm 29 unter Anklage gestellt und 26 auf Grund des§130 („Wer in einer den öffentlichen Ftteden gefährdenden Weise verschiedene Klaffen der Bevölkerung zu Gewaltthätigkeiten gegeneinander öffentlich anreizt, wird mit Geldstrafe bis zu 600 Marl oder mit Gef ängniß bis zu 2 Jahren bestraft.") zu Gefangmß- strafen von 2- 6 Monaten verutthcilt. Ueber das Flugblatt sprach fich dos Urthell folgendermaßen aus: Die Märztage des Jahres 1843 wurden mit Blutvergießen begonnen und beendet. Die Märztage, welche nach dem Flugblatte herbeigefühtt werden sollen, müssen daher nach ihrer Gleichstellung mtt den Marz- tagen des Jahres 1848 als gewaltsame Auflehnung aufgefaßt werden. Sie sollten nach dem Flugblatte sogar größer sein, als die früheren, es solle„gründlich aufgeräumt" werden, die Ur- fache solle beseitigt werden. Als Ursache aber ist im Flugblatte klar und deutlich die bcfitzende Klaffe, die sogenannte Bourgeoisie, bezeichnet worden; es ist zur Gewalt der Arbeiter gegen die Bourgeoisie aufgefordett worden. Der § 130 erfordert nicht, daß beide Klaffen gewalt- thätig werden: das Flugblatt war daher objektiv geeignet, den Ftteden zu gefährden, und die Angellagtenals die Der- breiter waren zu bestrafen.- Von den Veruttheilten hatten 18 Revifion eingelegt, welche am 11. vor dem dritten Straf- s-nate des Reichsgettchts zur Verhandlung kam. Zwei Ange- klagte, Weber und Dummett. behaupteten, es sei ihnen mit Un- recht die Verbreitung zur Last gelegt, während der Angeklagte Männel der Anficht war, daß seine Thätiglett(er hatte die Packete mit den Flugblättern seinen Genoffen gegeben) weder direkt noch indirekt einen Aufreizungsakt darstelle. Die übrigen Angeklagten rügten Verletzung des§ 130 und ungenügende Urthttlsbegrundung.— Der Reichsanwalt beantragte die Verwerfung des Rechtsmittels. Daß die Bourgeoisie im Gegensatz zu den Arbeitern eine Bevölkerungsklasse sei, sei klar. Eine Aufreizung zu Gewalt habe auch stattgefunden. Wenn die Angeklagten Ktttler. Weber und Dummett auch nicht selbst die Blätter verbreitet hätten, so hätten fie doch die Ver- theilung geleitet, also einen Thttl und zwar, ttnen tzaupttkeil des ganzen Geschäftes besorgt, seien also mtt Recht als Mtt- thäter bestraft. Die sonstigen Einwende gegen das Uttheil seien ebenfalls unbegründet.— Hierauf erfolgte die Verwerfung der Revifion seitens des RttchsgettchtS. fmltt*«nd UersammlimseN. Gtue öffentliche Versammlung der Kchmied« tagte am Dienstag unter dem Vorfitz des Herrn Matthes bei Jordan, Neue Grünstr. 28. Ihr Besuch und ihr Verlauf zeigte, daß auch die Schmiede die Flinte noch nicht ins Korn geworfen, sondern daß fie durch den ungünstig verlaufenen Streik nur gelernt und daß fie es jetzt als ettte Bedingung aufstellen, eine gute, starke Organisation zu schaffen. Herr Theiß aus Hamburg, der Redatteur des VereinSorgans„Bruder Schmied", hielt den einleitenden Vortrag und legte in längerer Rede dm großen Nutzen einer gutm Organisation klar; ebenso beleuchtete er die schwachen Setten des„Bruder Schmied" so gründlich, daß wohl manch einer zu der Einficht gelangte:„Du hast bisher nicht recht gehandelt; Du mußt Dick bessern." Dies zeigte auch die nachfolgende Diskusston. Alle Redner waren darin einig, daß nur durch festes Zusammenhalten und durch energische Agitation etwas erreicht werdm kann. Es wurde sodann beschlossen, eine geregelte Werkstattsagitation für die„Verewigung der deutschen Schmiede" zu inszenirm und der Vorstand damit beauftragt. Beim 2. Punkt der Tagesordnung wurde eifriges Abonnement auf„Bruder Schmied" empfohlen, sowie der Betttttt zur Zentral-Kranken- und Sterbekaffe der deutschen Schmiede (E. H. Hamburg).— Die Mitgliederversammlung der„Ver- einigung der deutschen Schmiede findet am Mittwoch, dm 17. d. M., bei Belke, Linienstr. 19 statt. Der Uuterstnhnngalmnd de» Hausdiener Kertins hielt am 9. Oktober bei Feuerstein seine erste diesjährige Ge neraloersammlung ab. Nach Bewilligung einiger Unterstützung� acsuche theilte der Vorfitzende mit, daß der gesellige Abend mit Damen am Dienstag, den 16. Ottober und die nächste Ver- sammlung am 6. November bei Feuerstttn stattfindet. Femer machte er bekannt, daß der Bund am 18. November in den Festsälen des„Vereins junger Kaufleute", Beuthstr. 20, ein großes Familienfest zum Besten einer Weihnachtsbescheemng sür die Kinder der Mitglieder abhält. Nachdem fich 38 Kollegen in dm Bund hatten aufnehmen lassen, wurdm die Jahresbettchte für das verflossene Geschäftsjahr 1887,88 verlesen. Es ergab der Kassenbericht eine Einnahme von 5268,09 M. und eine Ausgabe von 3375,97 M., mithin betrug das Vermögm des Bundes 1892,12 M., worüber dem Kasfircr die Decharee er- thellt wurde. Hierauf folgte der Bericht vom Stellen- Nachweis, nach welchem 380 Stellen gemeldet und 221 Stellen besetzt wurden. Nach dem Bericht der Rechtsschutzkommisston war fie in 7 Fällen thätig und zwar mit Erfolg. Es wurden über 100 M. an Löhnen eingeklagt. Es erfolgte jetzt die Neuwahl des gesammten Vorstandes und zwar wurden gewählt: Oskar Wiemer, 1. Vorsitzender, Gr. Jüden- wird gemiethet und je nach dm Jammergeschichten, welche sie zu erzählen haben, vettheitt. Ein Lieblingskniff ist, fich große Löchcr in die Kleider zu brennen und Wunden und Narben auf die Haut zu malm, um für das Opfer einer der zahllosen Fcuersbrünste zu gelten, welche in Rußland große Verheemngen anrichten. In jedem Bezirke haben fie eine Operationsbafis, wo eine Art Beamter die Arbeit seiner Untergebenen überwacht und die Beute in Empfang nimmt. Es gilt für eine sehr schlechte Saison, wenn nicht jedes Mitglied der Zunst mindestens 50—60 Rubel in baarem Gelde und 5 Mal so viel in Waaren heimbringt. Das Gewerbe gilt natürlich für ein ungesetzliches, und man nimmt an, die Polizei thue ihr mög- lichstes, um dasselbe auszurottm; allein es kosttt die Schuwaliki gleichwohl keine Mühe, jene Pässe, Ausweise und Erlaubniß- scheine zu erlangen, ohne welche kein Reisender in Rußland, gleichviel ob In- oder Ausländer, verkehren kann. Thatsächlich aber kann man in Rußland mit Geld alles erkaufen und ohne Zweifel figuttrt in der Bilanz der Schuwaliki ein besonderer Posten sür geheimm Dimst oder Bestechung der Polizei. Der Zauber«» am Talge«. Am letzten Sonnabend wurde in Sarajewo auf dem Kovacic-Plateau Achmed Szoko- lovlc, der gcheimnißvolle Mörder hingettchtet. Achmed war noch nicht 28 Jahre all und ein auffallend schöner Mann. Er behauptete, ein Hodscha zu sein und seine Studien in Epvpten vollendet zu haben, wo man ihn die Zauberei und das Wahr- sagen lehrte. Achmed verstand es, fich mit einem solchm Nimbus zu umgeben, daß ihn selbst Europäer aufsuchten, um fich über die Zukunft Ausklärung zu verschaffen. Im Winter besuchte ihn ein serbisches Mädchen, um fich prophezeien zu lassen. Der Zauberer befahl ihr, fich die Augen zu verbinden und fich die Hand an den Fuß befestigen zu lassen. Als dies geschehen war, zog Achmed ein scharfes Messer hervor und schnitt der Unglück- lichen die Kehle durch. Das Mädchen, wenn auch tödtlich ver- wundet, vermochte noch Lärm zu schtagen und Achmed wurde von den Nachbarn festgenommen. Vor dem Gettchte blieb er unerschütterlich dabei, daß nicht er, sondern der Djiu(Dämon), mit dem er in Verbindung stehe, das Mädchen ermordtt habe. Man nahm erst an, daß er geistesverwirtt sei, doch stellte die Untersuchung fest, daß ihn nur Habsucht und Sinnlichkell zum Verbrechen getrieben habe. Zur Richtstätte begab er sich, be- gleitet von einem alten Hodscha, ruhig und gefaßt. Dott an- gelangt, verttchttte er, als seine Frage, ob das Gesetz es fordere, daß er jetzt sterben müsse, bejaht wurde, auf einem Teppich sein Gebet, mtt dem Geficht nach Mekka gewendet. Er ging allein bof 7; Herrn. Ziersck, 2. Vorsitzender, FranzöstsSellr. 49; Herrn. Mohntke, 1. Kasstrer, Franzöiischestr. 23; Karl Wiemer, 2. Kasstrer, Schmidstr. 14; Oskar Krüger, 1. Schriftführer, Schönleinstr. 33; Max Ackermann, 2. Schriftführer, Alexan- drinenstt. 28. H. Fischer, R. Pfeiler, tz. Döse wurden eis Beisitzer gewählt. Zu Revisoren wurden ernannt A. Keßler, H. Bendir. W. Rosenzweig; und als Rechtsschutzkommisston ge- wählt: O. Grauer, C. Dopatla, A. Kirchner, H. Jahns, A. Giesen, H. Plnzer, A. Neue. Alle Gesuche um Rechtsschutz find an den Obmann der Kommisfion, Herrn Oswald Grauer, Alte Jakobstr. 134, zu lichten. Beiträge werden entgegen- und neue Mitglieder aufgenommen im Bureau des Bundes, Großer Jüdenhof 7, sowie in den Zahlstellm bei Krause, Pttnzenstr. 9 und Hagen, Krausenstr. 24. Der Lachverein der Kerliner Kau-Stuckateure tagte am Montag, den 8. Oktober, in Ksinsky's Salon, Fscherstr. 10. Die Tagesordnung lautete: 1. Vortrag des Herrn Steinschneider über die Jesullen(Fortsetzung). 2. Verschiedenes. 3. Fagekasten. Der Vorsitzende Herr Schulz eröffnete die Versammlung um 9 Uhr und erthellte, nachbem erst noch die Kollegen au den Kollegen Braun gewiesen, welcher die Liste bebufs Feststellung der in den Werkstätten und auf Bau beschäftigten Kollegen sowie Lehrlinge führt, um denselben diesbezügliche Angaben machen zu können, dem Herrn Steinschneider zu seinem Vor- trage das Wott. Derselbe betont, daß er seinen Vortrag vur im rein geschichttichen Lichte hallen wolle und entledigte fich seiner Aufgabe unter dem Beifall der Versammlung. Im weiteren Verlaufe der Sitzung wird, da der Revisor Herr Kühling aus dem Verein geschieden, Herr Otto Hoffmann als solcher gewählt. Die Vcrgnügungsfrage wird, da die freie Hllfskrankenkaffe ein solches zum Besten kranker Kollegen ver- anstalten will, auf Antrag Jänicke fallen gelassen. Neue Mit- alieder wurden aufgenommen und zwar die Kollegen Laube, Fünniger, Oswald Leue, Fölzel und Voigt.— Nächste Versammlung am Montag, den 22. Ottober. Fachverein der Putzer. In der am 7. Ottober 1688 stattgesundenen Mitgliederversammlung des Fackvereins dkr Putzer Berlins wurde zunächst vom Kasstrer der Kaffenbefiand vom 3. Quartal, welcher 455,79 M. beträgt, angegeben, worauf vom Bibliothekar die Zahl der vorhandenen Bucher festgestellt wurde; auch wünschte derselbe, der Verein möge zum bevor- stehenden Winter noch einige gute Bücher ankaufen. Hierauf fand die Neuwahl des Vorstandes statt. Es wurden gewählt die Herren A. Dähne als 1., tz. Petrick als 2. Vorfitzender, tz. Gräschke als 1., E. Schmidt als 2. Kasstrer. F. Gräsctke als 1., Lempfuhl als 2. Schriftführer, I. Ditrich und tz. Wolf zu Revssoren, I. Ullrich und E. Simanofskq zu Bibliothekaren. Dann wurde ein Unterstützungsgesuch bewilligt und beschlofien, daß die erste Abendversammlung am Mittwoch nach dem 15. November stattfindet. Hierauf bettchtete der Vorfltzende, Herr Ditttch, daß eine Klage, welche zwei Jahre geschwebt habe, gewonnen sei; somit zeigt es fich wiederum, welche Vorth« ile der vom Verein gewählte Rechtsschutz bietet. Der vorgerückeen Zeit'halber wurde eine Anfrage des Kollegen Donath:„Was ist verwerflicher: Das System der Putzmeisterschaft, oder das Geben von unerhört hohen Gratifikationen?"— auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung gestew._.„ Die Kranke«- und Kegräbuiffkafl« des Vereins sämmtlicher Berufsllassen(C. tz.) hat nach dem letzten Monats- bericht einen Vermögensdesland von M. 1575,83, mithin pro Mitglied M. 18,73. Die gut funbitte Kasse nimmt Personen ohne Unterschied des Berufes und Geschlechts im Aller von 14—45 Jahren jederzeit auf; es bestehen verschiedene Veifichc- rungsklassen. Für die Wochenbett, äge von 18—60 Pf. wird bei Erkranlungsfällen eine Unterstützung von M. 4,50 bis zu M. 15 gewährt, bei etwaigem Todesfall den Hinterbliebenen ein Begräbnißgeld von 45—150 M. gezahlt. Für Berlin find vier örtliche Verwaltungsstellen vorhanden, wo jederzeit Beitritts- erklärungen entgegen genommen werden und zwar Berlin 1: Kasstrer E. Schillina, Koppenstrcß: 48; Berlin 11: Kasstrer I. Schumacher, Mariannenstraße 8; Berlin III; Kasstrer H. Rudolph, Koloniestraße 150 a; Berlin IV: Kasstrer M. Zeisig, Sornstraße 16; ferner beim Vorsitzenden W. Sasse, Hasenhaide 48. ußerdem beim Hauptkasfirer Ev. Kühnelt, Tellow.-rstraße 13 a, wo auch jede gewünschte Auskunft ettheilt wird. Fachverei« der Marmor-«nd Grauitardeiter. Sonntag, den 14. Ottober. Vormittags 10% Uhr, in Deigmüller's Lokal, Alte Jakobstraße Nr. 48a: Versammlung. Kollegen willkommen. Versammlung der Filiale 4 der Allgemewe» Kranke«-«nd Sterbekasse der Metallarbeiter(E H. 29, Hamburg). Sonntag, den 14 Oktober, Vormittags 10% Uhr bei Keller, Andreasstt. 21. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Rehstsch über„Sinneswahrnehmung". 2. Kasten- bericht. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen der Mit- glieder wird ersucht. Der Verein ,«r Mahnrng der Interesse« de» Fackirer hält am Dienstag, den 16. d. M., Abende 8% Uhr, Kommandantenstr. 72) eine Mitgliederversammlung mit folgen- der Tagesordnung ab: 1. Gewerkschafttiches. 2. Ergänzungswahl. 3. Verschiedenes. zum Galgen und nach drei Minuten war er todt. Unter den 500 Zuschauern befand fich kein einziger Türke. Mi» viel Minute« Aufenthalt hat der Zug? fragte kürzlich am Bahnhofe in Duisburg aus dem Expreßzuge heraus ein Herr dm Schaffner, indem er hastig die Koupeelhür öffnete. Nur kurze Zeit, zwei Minuten, war die Antwort. Aber ich muß einmal aussteigen, erwiderte mtt nervöser Lebhaft! gkett der Reismde. Wenn Sie aber zurückbleiben? replizirte fragend und achselzuckend der Beamte. Dann will ich für den Fall mein Reiseköfferchm mit herausnehmen, meinte hastig der Fremde, griff das Täschchen aus dem Koupee und verschwand mit Windes« elle nach dem Abort. Da erscholl das Glockenzeichen und der Zug setzte sich wieder in Bewegung. In demselbm Moment stürzte unser Reisender wieder vom Abort her auf das Koupee zu. Sämmtliche Mitreisende reckten die Köpfe aus dem Wagen- fenster und alle Welt lackte. Jetzt hat unser Mann seln Koupee erreicht und will sein Köfferchen vor fich hinschieben. Aber!— er hatte den Deckel eines Abortes in der Hand und sein Köster- chen mtt diesem in der Elle verwechselt. Starr hielt er den Deckel in der gehobenen Rechten, während der Zug mit lachenden Gcstchtem in jedem Kouveefenster langsam vordeizog. Ma« ist Schönheit? In Europa bewundert man die weißen Zähne, in Japan aber müssen die schönen Zähne gelb und in Indien roth sein. Eine blühende Gestchtsfarbe ist ge« wiß beneidenswerth, aber die Fauen in Grönland streichm fich das Geficht blau oder grün an und die Russtnnen würden sich für HMch hatten, wenn fie fich nicht kalkweiß schminven. Welches ist die schönste Form der Nase? Man kann nur mtt Achselzucken darauf antworten. In Perfien ist es die gebogene Rase, in Hayti die eingedrückte Nase und die Mamas pflegen dort ihren Neugeborenen die Nasen zu zerquetschen. In Ruß- land bewundert man die Stülpnasen. Wir Deutschen lieben die schlanken Gestalten, die Türken ziehen das Embonpoint vor; wir schätzen das zarte Oval des Gesichts, in der Türkei lieb: man die runden Gesichter. Bei uns gill eine hohe gewölbte Stim als ein Zeichen von Geist; in Griechenland ist die niedrige Stim ein Hauptmerkmal der Schönheit. Im zivlll- fitten Europa preist man die blonden, braunen und schwarzm Haare, je nach ihrem besonderen Verdienst; auf den Marianen- Inseln bevorzugt man die weißen Haare. Die Perser hassen rothes Haar und die Türken vergöttem es. Einm kleinen Mund aber schätzen fie alle. Theater. Vor« Sonntag, den 14. Oktober. Gpeeatza««. Der fliegende Holländer. Montag: Maria Stuart. Kchanspi-Ihauo. Keine Vorstellung. Montag: Keine Vorstellung. Maltner-Thrater. Madame Bonivard. her: Der dritte Kopf. Montag: Dieselbe Vorstellung. Leflws-TH-ater. Zwischen zwei Herzen. Montag: sfaunb Fritz. K-«tfch«» Theater. Der Hüttenbefitzer. Montag: Die Jüdin von Toledo. Ke»S'« Theater. My Sweetlreart,(Mein Schatz.) Montag: Dieselbe Vorstellung. Friedrich- Wilhelmstädtisch»« Die Fledermaus. Montag: Dieselbe Vorstellung. .-Theater. Dekorirt. ontag: Dieselbe Vorstellung. Theater. Wktarta-Theater. Die Dragoner der Königin. Montag: Dieselbe Vorstellung. WetieaUianre-Theater. Auf eigenen Fühen. Dieselbe Vorstellung. Käaigstadtische» Theater. Berlin, wie eS weint und lacht. Monrag: Dieselbe Vorstellung. T««trat-Theater. Die Schmetterlinge. Montag: Dieselbe Vorstellung. K»-tf«rnft-Theater. Die drei Grazien. Montag: Dieselbe Vorstellung. gUmfaunut'« KarittS. Spezialttäten-Vor« stellung. «»«csrdia- Theater. Spezialitäten» Vor« stellung. Theater de» Veichvhalleu: Spezialitäten« Vorstellung. Berliner Theater. Sonntag, den 14. Oktober: Demetrius. Tragödie in 5 Akten von Friedrich von Schiller. (Clara Ziegler.) Montag, den 15. Oktober: »areel. i Marien sommer. Per 30. November. Eine Partie Piqnet. 1 Dienstag, den 16. Oktober: Demetrius. Friedrich Haase. Volks-Theater*. (Früher Ostend-Theater�) Direktion F. Witte-Wild. Sonntag, den 14. Oktober: Michelm Tel!. Schauspiel w 5 Aufzügen von Friedr. v. Schiller. Kast-cn-GrSsstinna SjNhr. Anfang?; Mhr. Preise der Plätze: 1. Parquet 1,50 Mark, 2, Parquet 1,25, Seitenparquet 0,75, 1. Rang 1,25, i Rang 0,75, Ballon 0,50, 1. Ran Fauteuil 1�0, Orchester-Loge 3,00, Parquc Loge 2 Mark. Dutzend- Billets: 12 Billets 1. Parquet 15 M., 12 Billets 2 Parquet 12 M.. 12 Brllets 1. Rang 12 M.[697 Morgen, Montag: Der Nolkvfrennd. Dienstag(Novität!): Die Stütze der Hausfrau. Posse mit Gesang in 3 Akten. Oranien- TyRrtffietlTVt** nahe am prahe 52„MttlyaUa. Moritzplatz. Heute Sonntag, den 14. Oktober 1888: Große Vorstellung. Artistischer Letter: Herr Lndmtg Müller. Kapellmeister: Herr&okar Zimmer. Auftreten v. Spezialiät. I. Ranges. Anfang 6 Uhr. Kasseneröffnung 5 Uhr. Preise der Plätze: Logen 1 Mark, numerirter Sperr fitz 75 Pf., Mittelbalkon und Parquet 50 Pf., Entree 30 Pf. ELDORADO (früher Amercan-Theater. Dir. A. Reiff) *5 Dresdener- Strasse 55 ächnabrs humorist Soiröen. •—« Ii w Grsf Dattenboom Nach der grossen Parade I II & Gskar|üc|t Emtt Schnabl, Jean Craffb, Florus, Mirzl Lehner, Austria Trio, Cilly Orosci. Auf vielsettigcs Verlangen das so deliebte Duo Wiener Fiaker. Oertiner Droschkenkutscher American Theater. Direktion A. Reiff. Wmllmertheaterstrasss Mr. 18. Sonntag, d. 14. Oktober: Zum 37. Male: Die Weisheit SalemoRsk/s. Berk. Lokalp offen-Pantomtme von R. Anger. Debüt des vortrefflichen Salon-Hmnoristen Herrn Emil Neumann, genannt „Ktiemchen". Austreten des urkomischen Bendix in seiner neuesten Glanznummer als Stuben« bobner Franz. Austreten des Jnstrumentalisten Herrn Krüger und des Mimikers Herrn Rivoli. Anfang 6i Uhr. Entree 50 Pf., Billets vorher im„Jnoalidendank" und Vormittags von 11 bis 1 Uhr an der Cirkns G. Schumann. Friedrich« Karl« Ufer. Ecke Karlstraße. (Im früheren Zirkus K r e m b s e r.) Sonntag, den 14. Ottober: Zwei grosse Extra- Vorstellungen. ffiachmittags 4 u. Abends 7; Uhr. In der Nachmittags-Vorstellung hat jeder Be« sucher das Recht, 1 Kind unter 10 Jahren frei miteinzuführen. Beide Vorstellungen find mtt verschiedenen Programms ausgestattet. Zum Schluß der Nachmtttags-Vo: «rlequinade ir Harlcquinade in Paris, komische Ballet- Pantomime. In der Abend-Vorstellung: Vorführung der 12 Rapphengste durch den Direktor. Grand Quadrille des Cloches de Corneville, geritten v. 6 Damm und 6 Herren mtt 12 Sckmlpferden k. Montag, den 15. Oktober, 7& Uhr: Große Vorstellung mtt neuem Programm. Neu. N»«. im Zu« 1. Mal is Lerlta. ßonigs-Tunue! Sraad Hotel Aleeand erplatz. Sonntag, den 14. Ottoder: Täglich große» Konzert der derühmtm Ungarischen Nettional- Kapelle Pate» Bertalan aus Ltptü-Szent-Mittos in Original-Cfikos. Collumes. Großartige Solo-Vorträge auf Violine, Cymdel und Clarinette. NB. Die Kapelle spiett sämmtlich« Piecm ohne Noten. Enttee an der Kaffe 25 Pf. Im Dorvevkanf SO Pf. im Zigarrmgeschäft von Herrn Mar», Alexanderplatz im Grand Haid Programm an der Kaffe. Anfang 7 Uhr. Gustav Kunze. Posta«* 1«e. 9 31- 10 A. Kalser-Psnorsms Nur diese Woche: Po«, ll. Cycl. Zum ersten Male: Potsdam u. d. Trauerzug Kaiser Friedrich«. Entree& Cycl. 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Adonn. u Anfang 7 Uhr. Kaffenöffnung 6 Uhr. p a n i a Mrangelstr. 9/10, nake der Köpnicker Brücke. Jeden Sonntag Großer Kall. Die Kallmastk wird von einem großm Orchester ausgeführt. EnkSe 20 Pf. Herrm, welche am Tanz theilnehmm, zahlen 50 Pf. nach. 598 D. F. Walter. Berliner Yolks-Bodega Kruckenstraße Ur. 9. Ausschank und verkauf reiner, edler Nlalaga-Weine, ä«teo 10 Pf.» Flasche 1,«0. Größtes FrSHSü�skSstet der Kestd-Ns. Ata«« warm«ad kalt Atam«! W w ytumm h-h.m. www Stamm.■ Geschmorte Nieren, Wildragout, Lungen-Hacht, Wildbraten, Eisbein III b Portion IS Pf. 1 1 1 Empfehle dm Besuch meines Lokals auch mtfernt Wohnendm angelegmllichst. Bestellungen mf Flaschen p. Postkarte erbetm.— Jede, auch lleinste Ordre, wird prompt ausgeführt. ggg]_ Hockachtungsooll__ Eugen Schultz. Fr. Gragert ]fo. 5 Kftonsklrchplatz Wo. 5. Algizill füi| DJS- iHücheirimichtmzri. Empfiehtt sein reichsortirtes Lager in Küchenmöbel eigener Fabrik, sowie Wasch- und Wringmaschinen, Polsterbetten. _._. t blau Emaille, grau EmMe. Große» Lager in Kochgeschirre» Musterkuche im Geschäftslokal. mir- Preist outante gratis und franko. 1122 Keine Ladenmlethe. JlilillS BCClC, Eigene Werkstatt. 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Die zur Zeit vorhandmen großen Waarenvorräthe, bestehend in Kleiderstoffen, Teppichen, Mödel stoffen, Gardinen, Tischdecken, Tricotagen, Keinen-«nd Kan« mollwaare« aller Art, Masche- stelle ich inzwischm zum gegenständen ic. gälylichenAusverlunls- An«» im Jahre 1 war, gelang der gejtmzti Hände zu d Wuiahöhe f öettUbtufe und kriechen das röche S lr-b over ui snidim; der kaanilid, hx, �raltonul" i der wabrm sldriiien ade dls Jnnem voll.nveter legte, an de zum Berdel das l.avoleo eure o.-rdre und zwar sämmlliche MobF-�lrulsFltFtt für die Herbst- und Winter-Kais»» mrzuttrien/ wie dieselben noch täglich bis zum Schluß der Saison eintteffm, zum Aolll�Ko�tK preise, Lagcrbestände theils für die Hälfte de« Selbstkostenpreis- m—' theils für leden Preis! Die Anfertigung von Kinderkleider«, Kindermäntel«, Morgenröcke Trieottaillen und Unterröcken erleidet währmd des AltSverK KllfS keines Unterbrechung und werden Maßbestellungrn oder Peparaturen ebenso prompt 0 Icdigt wie bisher- »Norddeutsch oeutscken| fr an ,o fischen 1870 war i belrbrmden die Emricht sollte: 8. Heine, Invalidenstr. Iii zwischen Chausseestrasse dem Stettiner Bahnhole. � "T9 Von 4 Wk. an. «»Mark. Billigste Quelle für eiser- st-v-n, Fabrik mit Dampfbetrieb -on E SasSf KSpuickerstraß» 99, Lager: Aof P****1 Möbel-, Spiegel- und Polsterwaar®' eigener Fabrik A Hermann Gerlach, MUHelmstraße Ur.� Keeile Maare.(nahe der AnhaltSrahe.) Prompte f**''* Departc mmt herger tonsultirt w oersctnedene 1. Sudvcnt Journale z> Journale in senden, um zu durchkreu neuer Redai von Paris, iitlgMthÜMV »oa den Pi Anwendung statteten. 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Im Kabinet des Gefangenm von Wil« V&* btliiis�obe fand man Staatsschriften und Bettelbriefe in Unzahl; Beit.lbrr.fe auch von„deutschen Patrioten", die dcmuthsvoll und kriechend, doch vorurtbeilsfrei, den französischen Kaiser um das rorhe Bändchen der Ehrenlegion für ihr preußisches Knopf» 1*«tf, u>ch oder um einen Gnadendcweis für ihre preußische Börse er- WW* si chren; der eine oder der andere Bittsteller von damals ist de- kannrlich beute eine Zierde jener eckt deutschen Parteien, die als so- �rational" und„konservativ" die Sittenrichter des Patriotismus, f der wahren Staats- und Königstreue find. Unter dm Staats- ) srbhfien aber fand man eine, die im französischm Ministerium ' drs Innern verfaßt und für dm Kaiser Napoleon destimmt, in l voll. nveter Ueberfichtlichkeit das ganze Ney jener Fäden bloß- � legte, an denen die abhängige Presse des damaligen Frankreich »um Verderben des Landes so geschickt geleitet wurde. Für I das r.avoleonische Kaiserreich weiß man also, woher es kam, daß f V eure verbreitete„gutgesinnte Presse" bereit war. rastlos 1 für jede Handlung des Lwpermr und seiner Regierung .Saist» eruzutr.ten, und daß sie ebenso bereitwillig jede Oppo« ulW sition als staatsgefährlich, vaterlandsteindlich, kurzsichtig, WP'* ränt. sichtig und verderbt hinstellte. Man muß es der .?tordvmtschm Allgem. Zeitung" hoch anrechnen, daß sie dem deutsckm Publikum so gcfährlrche Geschästsgeheimnisie der französischen Staatsdemagogie verrathen hat. Am 11. Oktober 1870 war es. da thellte das gmannte Blatt dm folgenden delebrmden Auszug aus jmer Note mit, die Napoleon über die E.nlichtung der französischen„offiziösen Presse" unterrichten sollte: _. 15. Avrll 1869. Departemental-Presse. Tin Dossier ist für jedes Dmartc- rnmt hergerichtet wordm. Der Präfekt ist über alle Fragen kousultirt worden.... Infolge dieser Korrespondmzm wurden «rsidicdene Arten von Maßregeln je nach Umständen angeordnet. 1. Subventionen, um die Existenz oder die Ergebenheit der Journale zu sichern. 2. Subventionen, dazu bestimmt, die Journale in den Stand zu setzen, Gratisnummern herum zu senden, um das nämliche von der Opposition eingeführte System zu durchkreuzen. 3. Subventionen, um die Redaktion vermittelst neuer Redakteure zu verstärken. 4. Absenden neuer Redakteure von Paris, sei es auf Kostm der Kandidatm oder der Journal- Eigenthüwer. Dieses System, welches den Forderungen der »oa den Präfekten bezeichneten Lage entspricht, hat sofort seine Anwendung in dem Maße erhalten, als es die Hilfsmittel gc- statteten. Dank der Opfer, welche man erlangt,... hat man in den Departements die Reorganisation von 27 Journalen zu Stande gebracht und ihre Redaktionen mit 133 Schriftstellern verstärkt, welche von P-ris abgesandt wurden. Die Summe, welche von der Regierung verauszabt wurde, betrug 340t0 Franken.— Korrespondenzen. Man könnte sich den t begnügen, die Aktion der Verwaltung aus die einzelnen Joumale zu beschränken. Es war aber auch wichtig, einen industrrellen Einfluß auf die Oppofltions- blürter auszuüben. Die Mittel reduzirtm stch auf zwei: stch die U terstützung einiger Korrespondmten der Dcvartcment.Journale tchern, und das Scheinmonopol von havaS für die telegraphische )epesche zu dmutzen, deren Dienst sie in allen Departements ■.-SM und für Journale aller Metnungen besorgt. Was den elfteren ||3li Punkt anbelangt. so wurde, abgesehen von d:r Korrespondenz | Paaraon, eine Art von Kompromiß mit der„Corresvondence Cahor" abgeschlossen. welche 27 Journale des Tiers- Parti de- tnent. Cahot wird jiden Tag während der Wahlperiode seine Instruktion auf dem Ministerium holen. Er hat sich verpflichtet, in sein« Journale alles das zu bringm. was mit ihrer Politik im Eml.ang steht, ohne die Regierungsdeziehungen bloßzustellen. Die Omrrspondeiice Havas ist von jeher in täglichen Beziehungen zum Mtnrjlecium; jedesmal, wenn ein Dementi, eine Berichtigung, i�ne.nützliche Nachricht schnell verbreitet werden soll, so faßt sie dieselbe in telegraphischer Form kurz zusammen und verbreitet sie über ganz Frankreich. Man hat sich mit ihr ge« einigt, damit dieser Dienst seine höchste Vollkommenheit erhalte, st und er alle Mitthrflunjjen ersetze, welche direkt mttzutbeilen die eis** kB» d ng* Regierung nicht für nützlich erachtet. Man kann die Wichtigkeit dieser Publizität deurlheilen, wenn man weiß, daß Haoas 307 Jourale dedient. Endlich werden jedesmal, wenn man es für nöchig erachtet, Noten und Korrespondenzen in den„Nord" (Brüssel) aufgenommen. Der Bericht sagt nichts von den Be Kerlitter Sonntagsplauderei. E. C. Jahrelang haben sie sich in den Armen ge- legen, und jetzt liegen sie sich in den Haaren— Herr Adolf Swcker, Hofprediger seines Zeichen«, und Herr Christoph Joseph Crcmer, seines Zeichens nicht? als Mitarbeiter am „Deutschen Tageblatt" und vereideter ToastauSbriager, wenn der Kneipwirth Friedrich Wilhelm Schultz« seine geladenen Gäste mit deutschem Schaumwein regalirt. Für die Ewigkeit schien das Schutz- und Trutzbündniß dieserjieiden Kämpen gekittet zu seinj da aber heute die reisen bleij perrtr 10 Üb» »i iSi Kartellbrüderlichkeit ein besseres Geschäft zu sein scheint als I« cflM die unverhüllte Reaktion, kann es weiter nicht Wunder nehmen, wenn Chrifiobal Cremer seinem Bundesbruder einen unsanften Fußtritt versetzt und ihm zugleich de« Stuhl vor die Thür stellt. Herr Cremer hält ei jetzt für vortheilhast und zeitgemäß, zu erkläre», daß er niemals Christlich- Sozialer war, daß ihm der unverfälschte Anti- _ semitiSmuS ein Greuel tst, und daß, wenn er sich , J jemals an der Judenhetze betheiligte, dies ein so UqU" verzeihlicher Jrrthum war, wie seine Expedrtlvn ««er den Fahnen von Don Carlo», dem ewigen Krön- . Prätendenten. Hat Herr Rudolf Hertzog seinen Arnhcim ver- tanWy so find dafür die Geldbehältnisse der Herren —"leichröder und Kompagnie geöffnet, und wo baareS nnA»wlt, wird ein verständiger Mensch doch nicht etwa an lvllßU emem so wenig lukrativen Ding festhalten, wie e« eine „ S" pol'tlsche Uebcrzeugung ist. Das Eintreten für ein poltttschcS JA Programm ist überhaupt nur so lange eine diSkutrrbare Sache, .. als man über eine zahlungsfähige Gefolgschaft ver- fügt; ist dieselbe ausgenutzt, so ist es Pflicht eines Jeden, IN irner Aft Wjj der einigermaßen für sein eigene» Wohl und Wehe zu sorgen .'ahltttifU bestrebt ist, sich möglichst schnell nach geldbesitzenden anderen - J Protektoren umzusehen. Darin allein zeigt sich die Brauch« Jn barkeit eines modernen Politikers, daß er niemals in Ver« lege»heit ist, wem er sich anschließe» soll. Ziehungen, welche mit den deutschen und englischen Blättern hergestellt warm. Die Regierung hatte ungefähr 20 Journale zur Verfügung, von denen einige erstm Ranges...• So also war etwa beschaffen die„offiziöse Presse drudm, — jenseits des Rheins! Urber dt- UnznlängUchkeit drr Frrnsprrchanlaern zwischen Berlin und Dresden werden, insbesondere in der säch- stschen Hauptstadt, Beschwerden laut, denen die dortigm„Nach- richten" in einem längeren Aufsatz Ausdruck und aus dem wir im Interesse der Sache folgendes wiedergeben: � „Die Benutzung der seit dem 15. September dem Verkehr diencndm direkten Telephonverbindung Dresdm-Berlin scheint stch, wie nach anderwätts gemachten Erfahrungen vorauszusehen war, zu einer sehr lebhaften gestalten zu wollen, und um so dringender macht stch in Interessentenkreisen die Anschauung gettend, daß es im Interesse einer ungestötteren und groß- artigeren Entwickelung dieses Verkehrsmittels in hohem Grade angezeigt gewesen wäre, die Reichspostverwaltung hätte gleich von vornherein mindestens zwei anstatt nur einer einzigen Drahtoerbindung auf der genannten Strecke hergestellt; denn schon jetzt tritt gelegentlich der infolge nur einer einzigen Lei- tung unvermeidliche und einer regeren Benutzung entschieden binderliche Uedelstand ein, daß man auf das Freiwerden der Leitung längere Zeit warten muß. Nicht, als ob die Benutzung schon eine den ganzm Tag ununterbrochene wäre(es sollm zur Zeit nur etwa dreißig Gespräche täglich geführt werben), aber naturgemäß drängt stch zu gewiffm Zellen, zum Beispiel in den Börsenstunden der Verkehr zusammen, und dann tönt dem Anschluß Begehrendm auf so und so lange das fatale„Besetzt" entgegen. Es wird zum Beispiel mit- getheilt, daß dieser Tage ein hier anwesender Kaufmann aus Berlin» ver sein dortiges Haus zu sprechen wünschte, nicht weniger als dreiviertel Stunden auf den Anschluß habe warten müssen. Das wäre denn freilich ein durchaus unattbarer Zu- strvd, dem durch Vermehrung der Leitungen entschieden abge- holfen werden sollte... In welchem Grade auch in Dresden das Interesse für die direkte telephonische Verbindung mit Berlin im Wachsen de- griffen tst, beweist schon die eine Thatsache, daß, während seiner Zeit infolge des ersten Aufrufs der Obervostdirektton sich nur ein halbes Hundert von den hiesigen 1500 Telephonbesttzein zur Benutzung einer direkten Verbindung mit Berlin geneigt gezeigt hlllen, jetzt, nach noch nickt vierwöchigem Bestehen dieser Ver- hindung, bereits ca. 300 Gesuche um Aufstellung eines für die Verständigung mll Berlin unentbehrlichen Mikrophons vorliegen, so daß die Oderpostdttettion außer Stande ist, diesen Gesuchen sofort stattzuaeben. Solche Thatsachen nöthigen und berechtigen zu dem Schlüsse, daß das Telephonwesen einer so riefigen, großartigen Entwicke- lung entgegengehe, wie sie sich heute wohl erst nur sehr wenige Menschen vorzustellen vermögen, und sie beweisen aufs neue, daß neue Errungenschaften auf dem Gebiete des Verkehrslebens in alle Wege der regsten Benutzung, Ausbreitung und Renta- bllität ficher find, sobald fie nur erst von großen Gesichtspunkten aus der Verkehrswett zugänglich gemacht werden. Und derlei große Gesichtspunkte sollten auch für den Staat hier die allein maßgebenden sein. Lehrreich« Aufschlüsse mancherlei Art erhält man durch ein Büchlein, das soeben im Verlage von A. W. Hayn'S Erben hierseldst erschienen ist:„Die Geschäfts- und Revier- eintheilung der Polizeiverwaltung in Berlin". Von dem In« halt wird dem einen dieses, dem andern jenes bereits bekannt, aber ein allgemeiner Ueberblick doch der Mehrheit der Leser willkommen sein. Die„volllische Polizei" bildet eine Adtheilung für stch. Unter einem Dirigenten, Regiemngsrath Dr. Schütte, wirken als Dezernenten ein Regiemngs- und Polizeirath nebst drcr Regierungsaffefforen, und die Exekutive führen neben einem Polizeidtreltor(Kröger) und einem Polizeirath neun Kom- mtffarien und ein Polizeihauptmann. In dieser aus achtzehn Personen destehenden politischen Polizei definden sich zwei Grafen und sieden Herren mit einfachem Adel. Die übrige Polizeivcrwaltung»erfällt in sechs Adtheilungen, deren erste (landesrolizeiliche Angeleaenheiten), vom Lbcrregierungsrath Friedbeim geleitet, sieden Rezierungsrälhe und drei Assessoren zu eigentlichen Mitgliedern zählr; außerdem sind bei dieser Abthci- lung beschäftigt der Gewerderatb von Stülpnagel und ein Assistent. Die zweite Abthellung(Regierungsrath Schmidt) de« handelt die Lokal-Gewcrbcpolizei, von den Schankwirthschasten und den Leierkästen bis zur Feuerversicherung und dem Verkehr mit Sprengstoffen, die dritte(Regierungsrath Francke) die in sieden Bezirke zerfallende Baupolizei. Der vierten Adtheilung (Regierungsrath Graf Pückler) liegt die Sicherheits-, Kriminal? Und— der Wahrheit die Ehre— Niemand versteht das besser als Herr Cremer. Als Anhänger des Zentrums vollführte er mit unnachahmlicher Grazie den Sprung ins erzkonservative Lager, und nachdem Herr Luckhardt ein nationalliberales Relief gewonnen hat, steht auch schon Herr Crcmer mit beiden Füßen im Kyllmann'schen Lager. Glück licher Weise ist eS bei ihm ausgeschlossen, daß er ob seiner Thaten roth werden kann, weil ihn da» vielleicht in de« Verdacht sozialdemokratischer, auf den Umsturz der bestehen« den Staats- und GesellfchaftSordnung gerichteter Tendenzen Hungen könnte. Die„Berliner Bewegung" ist also in zwei Theile getheilt. Dem einen Theil präsidirt Herr Stöcker in seltener Eleganz; in letzter Zeit schimpft er nur noch auf seine eigenen Mit- streiter. Mit Cremer fing der Streit an. mit Böckel wird er aufhören. E» gewährt dem Menschenfreund eine gewisse innere Beftievigung, wenn er sieht wie, die beiden Kampfhähne den Mund und beide Backen voll- nehmen, wie jeder von sich behauptet, daß ohne ihn die „Berliner Bewegung" niemals in Fluß gekomme» wäre, und daß daher jedem von ihnen der Ehrenplatz gebühre. Seltsam, daß sich Menschen deshalb streiten können. Seit- dem die Juden ihre eigene Hetze bezahlen, können sie sich doch ganz leicht zwei solcher Leute hatten, wie Herr Stöcker und Herr Cremer ist; man braucht nur das Doppelte zu geben, und eS werden zwei Stadtmissionen errichtet; Herr Christobal Cremer ist so lange bei Herrn Stöcker in die Schule gegangen, daß ihm die Fähigkeiten schwerlich fehle» können. Und reichen zwei Stadtmissionen nicht au«— nun, in den Banken ist Geld genug, auch Herr Böckel würde sich vielleicht zur Uebernahme einer dritte« Filiale bereit finden lassen. Weshalb also der Streit? Raum für Alle» hat die Erde, und da soviel Hundert- tausende zusammengeflossen sind, kann man doch nicht mehr über den traditionellen Geldmangel klagen. Es ist möglich, daß Herr Cremer der plötzlich aus und Sittenpolizei ob. Die Kriminalpolizei, geleitet von einem Polizeirath und drei Kriminalpolizel-Jnspektoren, zerfällt in zehn Bezirke, denen Kriminalkommissarien vorstehen, und außer» Dem stehen von solchen Beamten noch wettere 25 zur Verfügung des Dirigenten. Zur vierten Abthellung gehören ferner außer der Sittenpolizei, von einem Inspektor und einem Kommissar geleitet, die Redattion des Zentral-Polizeiblattes, von einem Polizeisekretär geführt, und das Kommissariat zur Sicherstellung der Leichen, dem ein„Leichen- Kommissarius" vorsteht. Zu der fünften, vom Polizeidirektor Schwantzer geleiteten Abtheilung (Fund-, Paß- und Gefindeangelegenbeiten) gehört auch das Ein« wohner-Rtelveamt(Polizeiratb Unruh). Die sechste Abthellung (Polizeidirektor Klaus) beschäftigt sich mtt den Uebertretungcn (Strafverfügunaen und Vollstreckung der festgesetzten Geld- oder Haftstrafen). Ein besonderes Kapitel ist das von der Schutz« Mannschaft. Der Kommandeur— bekanntlich ist die Stelle zur Zeit nicht besetzt— hat zwei Polizei-Lieutenants zu Adjutanten. Die berittene Abtheilung(Führer Polizeihauptmann Hoefft) bat vier Detachements, am Molkenmarkt, in der W lsnackcr, Großen Franksutter und Skalitzer Straße; dazu kommt noch die Reserve» Äbtheilung am Mühlcndamm. Die zweite Adtheilung der Schutzmannschaft bilden die vier Fachhauptmannschaften(Fuhr- wesen, Schifffahtt, Markt und Gewerbe-, Straßen- und Be« leuchtungs-Angelegenheiten, zu letzterer Abtheilung auch die Mi- litär- und Gnadensachen gehörig). Als dritte Äbtheilung gesellen sich hierzu zehn Polizeihauptmannsckaften, als viene die 82 Polizei-Reviere, als fünfte das Nachtwachtwesen(Oberst- lieutenant a. D. Paris). Den Revieren stehen mit Ausnahme eines einzigen, des 51., wo ein Hauptmann lhätig ist, ausschließ« lick Polizeilieutenants vor. darunter ein Freiherr und zehn von einfachem Adel. In 21 Polizeibureaus find Krankenbahren, in 23 Rettungs- oder Verbandskästen vorräthig. Worauf Alles ein Polizeibcamter sein besonderes Augenmerk zu richten hat. erfahren wir aus dem sorgfältig angelegten Adressenverzeichniß unseres Büchleins. Es giebt in Berlin 69 öffentliche Feuermelder, dazu noch Meldestellen bei sämmtlichen Polizeibureaus. Feuerwehr» stationen und Telephonanscklüffen. An Kirchen, Kapellen und Betbäusern weist unsere Stadt 85 auf, darunter 11 jüdische, Kirchhöfe 92, von denen einige allerdings bereits geschloffen sind, Theater 28(die Spezialitäten mtt einbegriffen), Museen 20. Bibliotheken einschließlich der Volksbibliotheken 37, Postämter 100, Rolnpostämter 38, Telegravhenämter 61, Femsprechämter 10, öffentliche Fernsprechstellen 14. Wir haben 21 Kliniken, 15 Krankenhäuser, 17 Hospitäler und 14 Sanitätswachen, 35 Kinderbewahranstatterfi 9 Waisenhäuser, 26 Kindergärten, 13 Armensocisungsanstalten, 16 Volksküchen, 43 Handwerksherbergen und 3 christliche Herbergen zur Heimath. Zu 37 Gesandtschaften und Botschaften gesellen stch 32 Konsulate und 19 Dolmetscher und verridigte Translatoren, darunter für das Italienische eine Dame. Von öffentlichen Märkten be« stehen noch 7, von Markthallen besitzen wir 8. 25 Bahnhöfe, die Stationen der Stadtbahn mitgerechnet, vermitteln den Ver- kehr, und 41 öffentliche Kassen bieten sich»ur Ein« und Aus» zablung von Geldern dar; mit letzterer Beschäftigung haben natürlich die 10 Pumpstationen nichts zu thun. Alle diese An« gaben treffen, wobl demerkt, nur auf das eigentliche Berlin zu und nicht auch auf die Gebiete, die wohl noch zum„Postbeznk Berlin" gehören, aber schon in die Polizeiverwaltung der Nach« barorte fallen. Da» LUrlircv Auktionvwesen hat in den letzten Jahren einen bedeutenden Aufschwung genommen und ist noch immer in der Entwicklung begriffen. Im vorigen Monat fanden nach amtlichem Auswels über 600 Auktionen hier statt. Wre sehr das Auklionswesen sich erweitert hat, das ergiedt ein Vergleich mit denjenigen Verhältnissen, welche noch vor 100 Jahren bestanden. Ein vom Oktober 1788 datirter„Ausweis der öffentlichen Verauktionirunaen in Berlin" liefert den Be- weis, daß damals keine 50 Versteigerungen hier im Monat stattfanden. Demgemäß war auch die Zahl derer, die Auklionen vomehmcn lassen durften, die denkbar geringste. Es gab da« mals in ganz Berlin nur 3„Auttionskommiffarim". Der eine war nur dazu„bestellet"— wie es in der Auktionsordnung heißt—„Bücher, Kupferstiche, Manuskripte, Münzen, Antiqui« täten, Naturalien, Himmelskugeln und andere mathematische Instrumente, überhaupt alles, was zu einem Museum gehöret, zu verauktioniren." Alle übrigen Gegenstände wurden von den beiden anderen Auktionskommissarien versteigert, und zwar hatte der eine alle Auktionen im Stadttheil Berlin, Alt- und Neu« Kölln und in den berlinischen und köllnischen Vorstädten, der andere diejenigen in der Friedrichstadt, der Neustadt und im Friedrichswerder zu besorgen. Der Bücherauktionator durste für die Stunde acht Groschen berechnen, die anderen erhielten für getauchten Geldquelle eine längere Flüssigkeit nicht zutraut, und daß er eS deswegen vorgezogen hat, seine eigenen Wege zu wandeln. Er hat sich zu den„Verschämten" geschlagen, während Herr Stöcker noch bei der Gegenpartei blieb. Heißen die Mitglieder der Gegenpartei etwa„Unverschämte" oder„Ausverschämte"? Das können wir natürlich nicht wissen, wir glauben vorläufig nur, daß der Zwist kein ewiger sein wird, und daß sich wohl ftühcr oder später die Gelegenheit finden wird, daß die hadernden Brüder sich gerührt in die Arme fallen und die Wahrheit des alten Sprichworte» wieder erhärten werden, welches vom Pack handelt. Allerdings wird dem Berliner Publikum in der nächsten Zeit ein Schauspiel geboten werden, welche» selten ist. Denn jedenfalls werden die Herren Crcmer und Stöcker doch ihre schmutzige Wäsche vor der ganzen Welt waschen, und wenn Herr Stöcker auch zu schlau hierzu sein sollte, so wird ihn Herr Crcmer schon zu zwingen wisse», aus seiner frommen Reserve herauszutreten. ES wird an- genehm und nützlich sein, manches zu erfahren, was sich hinter_ den Koulissen der konservativen Parteien abgespielt hat, vielleicht findet sich auch Gelegenheit, mit Herrn Cremer ein deutliches Wörtchen über die glorreichen Veränderungen im„Deutschen Tageblatt" möglichst offenkundig zu reden. Für die Arbetter wird daS den Vortheil haben, daß sie endlich einmal über die Freundlichkeit der Stöcker'schen Herren, gleichviel ob verschämter oder unverschämter Rich« tung, aufgeklärt werden. Für alle anderen Leute wird es, je nach dem Geschmack, den sie solchen Sachen abgewinnen können, ein größeres oder kleineres Vergnügen sein, Stöcker wider Cremer, und Cremer wider Stöcker zu hören. Leider haben sich die Herren nur schon allzuoft in den Haaren gehabt, sie haben sich immer wieder vertragen, so daß auch diesmal der all- gemeine Friedensschluß nicht allzu lange auf sich warten lassen wird.--— M S**} «wfl einen Nachmittag von 2-6 Uhr zwei Thaler. Jeder der Auktionslommifiare mußte bei der vorgesetzten Behörde eine Kaution von 2000 Thalern hinterlegen, eine für damalige Ver- hättniffe immerhin dedeutende Summe. Da» Gewicht der Magen soll nach einer neuerdings er« pangenen Poltzciverordnung auf den Fuhrwerken in deutlicher Schrift verzeichnet stehen. Die Veranlassung hierzu ist von den Thicrschutzvereinen ausgegangen, welche durch diese Bestimmung eine Uederdürdung der Zugthiere verhindern wollen. Die Ver« ordnung ist mit dem 1. Oktober in Kraft getreten und auf den meisten Straßenvehikeln ist die Gewichtsziffer bereits vermertt. Ob diese Einrichtung den deadfichligten Zweck erfüllen wird, muß die Zukunft lehren; es erscheint das aber um so fraglicher, als die vorhandenen Einrichtungen wenig geeignet ffnd, eine Kontrole über die Richtigkeit des notirtm Gewichts zu führen. Man kann einigermaßen darauf gespannt sein, welche Maßregeln die Polizei bei etwaigen Zweifeln ergreifen wird; denn man wird doch dem Kutscher ebenso wenig wie dem Beamten zu- muthcn wollen, beispielsweise vom Gesundbrunnen bis zum Oranienplatz zu reisen, um dort auf der städtischen Waage eine Prüfung vorzunehmen. Die Verordnung wird also immerhin nur einen relativen Werth haben. Einer wird aber ficher davon prosttiren; denn es werdm noch viele Silberlinge als Straf- gelder in den fiskalischen Säckel fließen, bevor die Bestimmung gründlich durchgeführt sein wird. Gi« Ueberbleibsel»apoleouischer Herrlichkeit be« findet fich noch am Gestade unserer Spree. Es ist dies ein kleines Segelboot, welches weiland als Jolle zu einer Nacht der Kaiserin Eugenie gehörte. Die Planken des kleinen Fahr« zeuges, das zur Zell an einem Grundstuck in der Nähe der nach Stralau sührendcn Chaussee liegt, find aus Mahagoni und die Spanten aus Buxbaum hergestellt, während die Bordkante aus Rosenbolz angefertigt ist. Am Mast ist ein kleines Mesfing- schild befestigt, welches die etwas unlcsbar gewordene Inschrift trägt: Philippe Sjlvestre, Constructeur, Neuilly(Seine).— Demnach dürfte die Jolle von einem Herrn Sylvester in der Nähe von Poris erbaut sein. Das Boot soll 1871 erbeutet und nach Berlin überführt worden sein; später kam es dann unter den Hammer und nachdem es zu wiederholten Malen seinen Herrn gewechselt, befindet es fich jetzt im Befitz von zwei jungen Arbeitern, die das morsch gewordene Bauwerk für eine geringe Summe erstanden haben. Da» Strliuev Hygiene-Museum ist in letzter Zeit wieder um eine Anzahl von Gegenständen, welche für die Er- Haltung der Gesundheit von Werth find, bereichert worden. Das Museum nimmt gegenwärtig das Erdgeschoß und erste Stock« werk des Gebäudes Klosterstraße 32—35 mit seinen Samm« lungen und das zweite Stockwerk mit seinen Präparaten, seinem Verwaltungs« unv eigentlichen Unterrichtsapparat ein. Ein Gang durch das Museum ist ebenso interessant wie lehrreich. Einzelne Abtkeilungen, wie jene für Rettungswesen, Verkehr zur See und Feuerlöschwesen, für Schutz der Arbeiter gegen ge- sundheitsgefährlichcn Staub, gegen Gase, vor Verbrennungen u. s. w., für Heizung und Ventilation und ganz besonders für Krankenpflege, Hautpflege, Unterricht und Schule, stehen einzig in ihrer Art da und befitzen einen Inhalt, der geravezu als er« schöpfend bezeichnet werden muß. Beispielsweise ffnd nicht weniger als 23 Schulbänke deutscher und 30 auswärtiger Konstrultton ausgestellt und zu diesen treten noch 20 andere besonders charatteristische hinzu, welche von den einfachsten zu den komplizirtesten Systemen ansteigen. Aehnliche Aufmerksamkeit ist der Schultafel gewidmet. So ist eine nach englischem System eingerichtete aus mattem Glase(Abletts Glass plane) gefertigt, eine andere in prattischer Weise zum Drehen einge« richtet, wiederum eine dritte zum Drehen und zum Hoch« und Niedrigstellen. Zeichnungen von verschiedenen Berliner Schul- gebäuden, unter ihnen besonders die großartige Anlage des Joachimsthal'schen Gymnafiums mit seinem Alumnat, seiner Kranken« und Badeanstalt, seinen Lehrerwohnungen und Wirth« schaftsräumen, bezeugen in schlagender Weise die Fortschritte, welche die Baukunst auf diesem Gebiete gemacht hat. Viele Besucher des Museums dürften fich jedoch in erster Linie für jene Abthcilung interesfiren, welche ein anschauliches und feffelndes Bild von dem Verkehr zur See giebt. Zunächst ge« winnt man einen Ueberdlick über die Rettungsvorrichtungen, welche bei Schiffbrüchen in Anwendung treten. Man steht das vortrefflich gearbeitete Modell eines 7,5 Meter langen Rettungsbootes aus kannelirtem Eisen« oder Stahlblech ohne Doppelboden und Selbstentleerungsröhren mit Inventar und Trancportwagen» dann ein Modell eines ähnlichen Bootes mit Doppelboden und Selbstentleerungsröhren, femer ein Modell eines vollgctakelten Schiffes, bei welchem der Rakctenapparat zur Anwendung gekommen ist. Das betreffende Modellschiff steht in der einen Ecke des Saales und ist ge» strandet. Zwanzig Schritte von ihm entfernt ist das Modell zum Raketenapparat aufgestellt. Derselbe hat seine 8- Zentimeter« Rakete mit der 400 Meter langen Leine glücklich über das Un- glücksschiff geschleudert, die Leine ist defestigt worden, und nun § leitet an ihr ein mll Kork ausgerüsteter Kord, in welchem ein Zchiffbrüchiger Platz genommen hat, süber die empörten Wogen zum festen Lande bin. Wie gefährlich besonders die deutsche Ostsecküste für die Schifffahrt ist, zeigt die Karte, auf welcher die während einer Reihe von Jahren vorgekommenen Schiff« brüche eingetragen find. Weiter fesseln die Modelle, welche die Anlage des Leuchtthurmes bei Swinemünde veranschaulichen. Kurz, aufs Eingehendste wird das BUd maritimer Schutzvor« kehrungen geschildert. In den anderen Abtheilungen ist daffelbe der Fall. KttnKel al» Freund der Leichenverbrennung. Lange bevor in unserem Jahrhundert fich zahlreiche Stimmen für die jetzt nicht mehr sellene Leichenverbrennung aussprachen, fand fich ein Freund dieser Bestattungsweise in der Person eines Mannes, der in der modernen Glasfabrikation eine hervorragende Rolle einnimmt; es war dies der im Jahre 1702 verstorbene berühmte Alchymist Jobann Kunkel, der fich dura, Herstellung der färben« prächtiasten Glasbecher einen weltberühmten Namen gemacht hat. Er sprach, wie der„Bär" berichtet, in seinem Testamente den Wunsch aus. seine sterbliche Hülle möge verbrannt und mit Benutzung der hierdurch gewonnenen Asche ein Famllienpokal gefertigt werden zu unvergänglicher Erinnerung an seine Ver« dtenste in der Kunst der Glasbcreitung.— Aehnliches wird auch von dem extravaganten Herzog v. Lamagais, einem Grand« seigneur des ftanzöfischen Hofes vor der Revolution, derichtet. Auf sein Geheiß mußte der Chemiker Vanderborg den Leich« nam seiner von ihm heiß geliebten Gattin verbrennen und die gewonnene, auf eine ganz geringe Menge reduzirte Asche durch ein chemisches Verfahren in eine blaue, glasartige Masse verwandeln; diese faßte ein geschickter Goldschmied in einen Ring, den fortan!der Leidtragende als sein köstlichstes Kleinod am Finger trug.„, Klühende Kastanirnbaume find in dieser Jahreszeit aewiß als eine Seltenheit zu betrachten. In der Bellevuestraße, an der Ecke des Potsdamer Platzes, befindet fich ein Exemplar dieser Baumgattung, welches augenblicklich neben den alten, beretts verdorrten neue Blätter und sogar Blüthen hat. Die vorherrschende kühle Witterung wird die Blüthen und Knospen freilich bald vernichten. Svnft muß er ran»!— Emen origmellen Konttaft, der manchem tzausbefitzer als Muster dienen dürfte, chM der „Märt. Spr." mit. Das Ungeheuer von emem Schrittstuck, welches dem genannten Blatte im Original vorliegt und vom Jahre 1855 Wirt, lautet:„Konttaft mit dem alten Werner. Als ich Wittwe Buckes unv mein Sohn Joseph Buckes und der alle Werner will in meinem Hause bleiben, er muß raus, wenn der Kantonbeamte Sprenger hier bleibt, muß er raus, wenn er fortzieht nach Herford, so kann er rin kommen der Werner für die Miethe, sonst muß er raus. Der Kantondcamte hat gemiethet auf ein Jahr, wenn er bezahlt, muß Werner raus und er soll rinnen blcib-n, wenn der Sprenger raus bleibt. Wenn der Kantonalbeamte einem anderen Kantonbeamten ver» miethet, so muß er raus der Werner, und Sprenger soll rinn und die Miethe muß Werner bezahlen, sonst muß er raus. Konttakt mit dem alten Wewer, der muß rausziehen. Buckes." Devschlnckte Uadrl. Ein jähes Ende hat am Mittwoch Abend das Glück eines Brautpaares genommen. Während der Bräutigam schon zum Gehen bereit war, wollte die Braut, ein Fräulein I., Ritterstraße wohnhaft, noch einiges an ihrem Kleide ordnen. Zu diesem Zwecke hatte fie einige Stecknadeln in den Mund genommen, um dieses Befestigungsmittel sofort zur Hand zu haben. Mit einem unterdrückten Aufschrei hielt fie jedoch plötzlich in ihrer Beschäftigung inne und schreckensbleich starrte fie auf ihre Angehörigen; die Bedauernswerthe hatte eine mit einem kleinen Gicsknopfe versehene Stecknadel verschluckt. Von der furchtbarsten Angst ergriffen, begab fich Fräulein I. nach der Sanitätswache am Görlitzer Bahnhofe, woselbst der wachthabende Arzt es vorher versuchte, die junge, kaum 13jährige Dame durch abführende Mittel von der Nadel zu defteien. Als ihm dies jedoch im Laufe des Abends nicht gelang, ordnete er die Ueber« sührung der unglücklichen Dome nach der Chmttee an, woselbst fie fich in einem höchst bedenklichen Zustande befindet. Dmei gefährliche Ladrudiebe find am Donnerstag in dem Juweliergeschäfte des Herm Florentin Lurch in der Rosenthalersttaße45, Dank der Achtsamkett des Geschäftsinhabers, in der Pefton des 13jährigen Bardierlehrling Adolph Specht und des einige Jahre älteren Krankenpflegers Heinrich Theodor Schmetting abgefaßt worden. Die beiden betraten gegen 2 Uhr Nachmittag in elegantem Anzüge das genannte Geschäft und gaben die Abficht kund, einen Ring zu kaufen. Dieselben lausten auch einen Ring und zahlten auf dm vereinbarten Preis von 16 Mark eine Marl an, mit dem Bemerken, Abends wiederkommen zu wollen, um den Ring abzuholen. Die jugcnd- lichen Käufer, von welchm der eine ein Packet bei fich hatte, schickten fich sodann zum Gehen an, wurden aber noch recht« zeitig von Herrn Lurch, der beim Nachzählen der vorgelegten Ringe einen solchen im Werthe von 25 M oermißte, festgehalten. Beide erklärten mit großer Dreistigkett, von dem Verbleib des Ringes nichts zu wissen, und halfen sogar auf dem Boden, natürlich ver- geblich, zu suchen, nachdem fie die Vcrmulhung ausgesprochen, der fehlmde Ring sei vielleicht heruntergefallen. Als Herr Lurch ihnen nun den Diebstahl auf den Kopf zusagte, blieben fie bei ihrem frechen Leugnen und erst die Requisition eines Schutzmannes bewog einen der Langfinger, den Ring herauszugeben. Er hatte ihn zwischen Genick und Hemdkragen versteckt gehabt. Die beiden Diebe wurdm sofort verhastet. Bei ihrer Vifftation fanden fich noch mehrere Pretiosen, sowie eine Anzahl Versatzscheine vor._ Die schon so oft oerhänguiffooll gewordene Vorliebe der Knabe» für daS Heradrutschen auf den Treppengeländern hat am Donnerstag in der Person des in der Reichenbergerstraße 10 wohnenden 10jährigen Knaben Emil Behrend wieder ein neues Opfer gefordert. Derselbe war trotz des vielfachen elterlichen Verbots auf das Geländer ge« klettert, hatte während der waghalfigen Fahrt das Gleichgewicht verloren und stürzte zwei Etagen hoch in den Hausflur hinunter, woselbst er mit gebrochenen Rippen liegen blieb. ®i» entsetzlicher Ungtiirksfall hat fich in der vor- verflossenen Nacht in der Skalitzerflraße bei der Wafferthor« brücke zugetragen. Der Komptoirtst Serring kehrte aus lustiger Gesellschaft gegen drei Uhr heim, und zwar, wie es scheint, in nicht ganz nüchternem Zustande. Als um diese Zeit einer der Kohlenzüge der stävtischen Gasanstalt die Brücke pasfirte, ver- nahm man plötzlich einen entsetzlichm Schrei, dann war alles still. Unter den Rädern des sofort zum Stehen gebrachten Zuges fand man S. als Leiche. Der von so jähem, fürchter- lichem Tode Ereilte war unvcrhettathet. Gin«„Nolk«-Fodrga", wie fie sein soll, ist in dem Hause Brückenstr. 9 eröffnet worden. In den hoben, für Massenverkehr eingerichteten und vorzüglich ventilirten Parterre« räumen findet der Ausschank reiner vorzüglicher Malagaweine ä Glas 10 Pf. statt. Ein Frühstückstisch, auf welchem das Beste für 15, 20 Pf. servirt wird, ist einzig in seiner Art und können wir den Besuch der Volkse Bodega nur empfehlen. Potizeibericht. In der Schuhmacher« Werkstatt von Müller, Friedrichstr. 78, gerieth am 10. d. M. der Arbcttsbursche Adam aus eigener Unvorffchtigkeit mit der linken Hand in eine im Gange befindliche Stanzmaschine, so daß ihm drei Finger zerquetscht wurden. Der Verletzte wurde nach der königlichen Klinik gebracht.— In der Nacht zum 12. d. M. wurde auf dem Holzplatze Aldrechtsttaße 9 die Leiche des obdachlosen Ar« beiters Kaske aufgefunden und nach dem Leichmschauhause ge« bracht. Uergnügungs-Chronik. Projektirte» Zjepertoire btr Königlichen Kchan- spiele vom 14. Ottober bis 22. Oktober. Im Opernhause. Sonntag, den 14.: Der fliegende.Holländer; Mon« tag, den 15.: Maria Stuart(Frl. Ulrich als Gast); Dienstag, den 16., zur Feier der vor 100 Jahren stattgehabten ersten Auf« führung am königlichen Theater, neu einstudirt: Belmonte und Constanze; Mittwoch, den 17.: Wallensteins Lager, die Picea- lomini(Frl. Ulrich als Gast): Freitag, den 19.: Wallensteins Tod(Frl. Ulrich als Gast); Sonnabend, den 20.: Die Zauberflöte; Sonntag, den 21.: Emyantbc(Frl. Weitz als letzte Gast« rolle); Montag, den 22.: Fidelio(Herr Niemann). Da» Malluertheater, welches bekanntlich zu den räum- lich größten Bühnenhäusern Berlins gehört, könnte für den heutigen Sonntag bequem seine doppelte Ausdehnung haben, es würde doch bis zum letzten Platz ausverkauft sein. Denn seit Tagen schon gelangten an vre Direftwn kaum zu be« wälliaende Vorbestellungen für Billets zu den vom Publikum und Presse enthufiastisch aufgenommenen beiden Stück-n:„Ma- dame Äonivard" und„Der dritte Kopf". All« abendlich werdm die Darsteller: Anna Schramm, Fräuleins Lehmann und v. Hausen, sowie die Herren: G u t h e r y, Alexander, Gimnig, Meißner und W o r l i tz s ch durch rauschendm Beifall des stets total ausverkauften Hauses ausgezeichnet. Helene Gdilo« wird im Berliner Theater am Mittwoch, dm 17. Oktober, in Wilbrandt's„Jugendliebe" zum ersten Mal austreten. Gestern wurde der Vertrag unterzeichnet, nach welchem Franz von Schöntdan sein neuestes Werk „Cornelius Voß" dem Berliner Theater zur aus« schließlichen Aufführung überläßt. Eldorado. Die Theilnahme für Schnabl's humoristische Soireen erhält fich im Eldorado, dem früheren Americantheater, Dresdenerstr. 55. fortgesetzt in erfreulichster Weise rege. Der Komiker, Herr Oskar Fürst, ist rasch eine der populärsten Bühnenfizurm der Refidenz geworden. Namentlich sein„Graf Dattendoom nach der großen Parade" erregt wahre Beifalls- stürme. Auch Herr Schnadl selbst ist eine Anziehungskraft für seine Bühne. Das Publikum unterhätt fich bestens, da auch die andern Nummern des Programms so glänzend unv erfolgreich wie bunt und amüsant in ihrer Abwechselung find. Für den heutigen Sonntag ist ein besonders reichhaltiges Programm mt« warfen uno dürfte dasselbe um so amüsanter werdm, da auf vielseitiges Verlongm das so beliebte Duo:„Wiener Fiaker und Berliner Droschkenkutscher" wieder zur Aufführung gelangt. Ein aus verkauftes Haus ist dem Eldorado gewiß. Gerlcht»-Aelw«g. sWVMWWZ fünf Fabi Arbeitszeit unl mdardeit, n d Gelder fii richten.— loch größere D erden konntz ngm bewill rbeiter dadu derzulegen. nverdeirathetl Die Ku; larkt, ist für fläufe den rbm, so erg acherin, die offmm Iah' jUin Verpackcr ;n Rollenfor eilt, besor d besser. ittem der B ndustrien di Das Di leträgt bei d en zusammei lte famose A spät. Di« Te» . enß leidet i Mretche Arbe ordm. Die sndl läßt, stand gestern in der Person der Auguste Goltz zweiten Strafkammer hiefigm Landgerichts 1. Die An ill fremden Wohnungen außerordentlich gefährlich. Sie scharte Beobachtungsgabe und weiß mtt großem Geschick auszukundschaften, in dcnm destimmte, von chr ins Auge Wohnungen ohne Aufficht stehen. Dann hott fie in Harmlostgkeit einen Schloffer herbei, steift fich Bewohnerin der betr. Wohnung vor, die durch des Schlüssels in aroße Verlegenheit gerathcn sei, und in der dreistesten Weise die betreffende Thür öffnen. wenigen Wochm ist die nach diesem System arbeitende dübin wegen versuchten Diebstahls zu 9 Monaten G verurthcilt werden; damals war zum Glück dcszuBei! mitten in der Arbeit des Schlossers ein Hausbewohner gekomm m, welcher denselben belehrte, daß seine Auftrag durchaus nicht in die Wohnung gehörte. Diese Diel Methode schien der Angeklagten aber so bequem, daß fie mit ungeschwächtm Kräften fortgesetzt hat. Gestern läge» fie 3 Fälle vor, in welchm es ihr genau in deiselbm Art gelungen war, in fremde Wohnungen einz und daselbst Diebstähle auszuführen. Sie war geständig und wurde vom Gericht zusätzlich zu noch l 9 Monaten Gefänaniß verurtheilt, so daß fie im ganze« 6 Monate hinter Schloß und Riegel zuzubringen bat. l Höhe der Strafe hatte der Gerichtshof auch die soforti««�» j" Haftung der gefärliche« Dieb'N beschlossen, er mußte ader �'«Keui»« Abstand nehmen, da die Anaellagte unter Thränen«O„.°'f.ff glaubhaft nachwies, daß fie bei dem Gange nach dem ihre beiden Kinder im Alter von 1t bezw.% Jahr oks" 1, Aufficht in ihrer Wchaung eingeschlossen hatte und' selben völlig hilflos feien, da ihr Ehemann erst spät nach Hause zurückkehrt. Unter diesen b« sonderen Um! mußte der Angellagten noch Gelegenheit gegeben wer! Kinder zu versorgen. Dl« Heraubung der Tran«»- Dekoration««, bei der Beifi tzung Kaiser Wilhelms Verwendung gefunden beschäftigt immer noch die Gerichtshöfe Gestern h 87. Abtheilung des Schöffengericht einm solchen Fall,. Anklagede Hörde als Diebstahl auffaßte, zu beurtheilen. Betö fojjre 1887 ai war der Schmtzdegcselle Albert Fleischmann, ein bisher M erwaltu unbescholtener Mann. Deiselbe war am 17. Mär, vaa�chcht kostspieifi Schutzmann angehalten worden, weil er ein großis Stück iä* Der jll Tuchcs unter dem Arme trug. Fleischmann gab auch* wurde kürzlich wunden zu. daß es von einer der schwarzbelleiditen SäMxrörtert. Vor der Schloßdrücke stammte; seiner Behauptung aber, baß&on Rohseivi von dem Zimmermann erbaltm, welcher die Abrüstung�? 205 000 Pfu geleitet hatte, wurde kein Glauben geschenkt, das Tuch ÜAlrmee von A genommen und Anklage wider ihn erhoben. Im Verhm�?. lieber d termine verficherte der Anaellagte seine Unschuld.'Vin Fabrikant! jenem Tage über die Schloßbrücke gegangen und habe t�lEin traurigei rüstunksar besten zugeseben. Einer der Zimmerleute, jTtauni geben. seinem Auftreten nach für den Polier halten wußte, bAMachtschlaf ist gefragt, ob er arbeiten wolle, er habe eine bejahende gegeben und sei dann mehrere Stunden lang beim der Bretter thätig gewesen. Die Stoffe wurden, obni schonend zu verfahren, von den Säulen abgerissen und in Säcke gestopft, ein Stück dieses Stoffes bade ihm der S als Entgelt für die geleistete Arbeit gegeben und in,....... Weise seien mehrere andere Arbeiter defriedigt worden.%or Augen. geladenen Zeugen diese Angaben des Angeklagten bestätig?� Uette L beantragte der Staatsanwalt selbst die Freisprechung des �ndufttiebezir klagten, auf welche der Gerichtehof auch erkannte. �Werkstätten 1 Sein erste» und hoffentlich auch sei» letzte»«Kinderardeit i von den Brettern, welche die Anklagedank bedeuten, ga» Heescheutcs lern der 23jöhrige Schauspieler Siegfried Noa, der wegen ein' lichen laffinirten Betruges vor der vierten Strafkaw Landgerichts I stand. Noa, der hier kein Engageme konnte, erbiclt von seinen undemsttelten Eltern das um nach Wim fahren und fich dort eine Stellung fi können. Als er auf dem Anhaste: Bahnhofe eintraf« Zug derests abgegangen und da ihm seine Mtfl" Nutzung des Schnellzuges nicht gestalteten, so rieth Portier, an den er fich um Auskunft wandte, die zum den Morgen zu warten und die Nacht in eine« belegenen billigen Gasthofe zuzubringen. Noa diesem Rathe folgen zu wollen. Am folgenden stellte er sich wiederum dem Portier vor, er war blaß u?, stört. Er sei in einem der bedeutendsten Häuser stellt, erzähfte er. und in Leipzig zur Messe gewesen, große Mengen Leder gekauft habe. Im Begriffe von r' Wien zurück zu reisen, habe er den Auftrag erhalten.Tw**, ein Geschäft in Berlin zu erledigm. Den größten Tbff Effekten, sowie alleZübei flüsfigen Gelder habe er bereu» Wien vorausgeschickt und führe deshalb nur einen kleinen' koffer bei fich. Er habe fich nun verleiten lassen der verwichencn Nacht ein anrüchiges Lokal zu und hier sei ihm seine ganze Baarschaft P] Ob der Portier nicht den Kostenbetrog einer■, nach Wien für ihn verauslagen wollte? Der Angektag»-, sein schauspielerisches Talent zu Gute kam, spielte(effs, mit solcher Natu» treue, daß der Portier von aufrichtig»?� gefühl für sein Mißgeschick ergriffen wurde und nicht nur? vier Mark für die Depesche verauslagte, fondern den glückten R.isenden auch noch mit in seine Wohnung''0g er ihn mit Speise und Trank erquickte. Ader da die amr Firma in Wim überhaupt nickt eristirte, so kam au»� Antwort noch Geld. Als der Abend nahte, sübrte der � klagte eine zwette Szene auf, er spielte unter re«� ustände und er jugendlich! üwachscndm' t c s e tz l i ch e öourgeoisorgo Äutz: man fy �elendes Dasei reformer. „Vagab Igl. Polizeiinsp befanden sich |03 622 arbeit andcn fich viel läßt ungezäht Zagadondage bemerllich ficher„Landsti crisen auf's P at seine Ti| eht aus der Zagabundenzi Di« Spi jahl aller S: lanö hatte ir at 4 800 000 D Thränencrzuß den Verzweifelten so packend, Portier und iseine Ehefrau fich entschloß' Bitten nachzugeben und ihm das Reisegeld vorzu c guten Leute versahen ihn für die Fahrt noch mtt und Zigarretten. Sie find arg betrogen und durch den x, klagten selbst in Bediängr.iz gebracht worden. An der Geschichte, die dieser ihnen aufgetischt, war nur wahr. Angeklagte das für die Reise bestimmte Geld in sellschaft verpraßt hatte. Der Staatsanwalt beantrag Gefängnißttrase von sechs Monaten und Oy richtshof fand sich nicht veranlaßt, unter diesem Antrag» kennen. Um ZI «entralh Soziales und Arbeiterbeweg� der � irvCK' An die Töpfer� Kerlin». Kollegen k Jm« Volksdlati" vom 28. September sowohl als in v. � UWMMs? �ertliche Dienstag, im i <*••• �utepjujntn do iH*..„fü und 36 M. im Zertlohn." Kollegen, wir UnterreichuW 10 r»sp- 8 Jahre Gesellen, aber haben in diesem Tagesordi "»rschiedene feitmt Töpftzr kennen gelernt, der einen solch hoben Durw« verdienst hat. Wir find es der bürgerlichen GZellichast Mentrall über, wie auch unserer eigenen Familie schuldig, dici � -,X1■—'''- Wir beide haben es uns�ii r----• v.yv» nicht unwiderlegt zu lassen......... a gäbe gemacht, dieses richtig zu stellen und ist jeden Töpfers, uns hierin zu unterstützen; wog � so» Jeder, welcher im Befitz einer Lodiistatistil ist p» seinen Verdienst nachweisen kann, unS düs schnftu«. lassen. Es wäre sehr zu wünschen, daß fick blCI° Kollegen betheiligen, damit wir im Stande find,» sührliche Arbeit zu liefern. Mit kollegiakschew � David, Lübbrnerftraße 25, vom 4 Tr.; Otto Kvp dergersir. 36, vom 4 Tr. �,.,„(( Altona. Hier ist ein partieller Streik. gerb er und Lederzurichter seit Moni«' � Voraussichtlich dürste derselbe nur von kurzer Hai Mittwo im i Tagesord stedizinischi Um ■ fünf Fabriken die Forderung der Streikenden, zehnstündige lrbeitszeit und 50 pCt. Zuschlag für Sonntags- und Nachfeier- '»endarbeit, nicht anerkannten- Zuzug ist fernzuhalten. Briefe >d Gelder find an Kollege Bendfeldt, Conradstr. 23, Altona, _ richten.— Wie nachträglich gemeldet wird, hat der Streik »och größere Dimensionen angenommen, als ursprünglich erwartet »erden konnte, da eine Anzahl Fabrikanten, die die Forde» mgen bewilligt hatten, ihre Zujage wieder zurückzog und die irdeiter dadurch zwang, in allen diesen Fabriken die Arbeit s,z»icderzulegen. Es streiken momentan 195, außerdem sind 22 " bliroerdeirathete abgereist. sitende i en Gl iBer oohner luftn e Di»! aß st» Die Kupferschwänz», so oft schon von uns gebrand- arkt, ist für die Spekulantensipvschaft, die durch ihre Riesen- f laufe den Kuvferhandcl wie die Kupserprobuktion monopolifirt rben, so ergiebig, wie die Gruben von Potofi. Die Öaut- acherin, die französische Socists des Metarn, hatte im ver« offenen Jahre einen Gewinn von 12840 000 Mark. Das Die Roll- und Einschiagmaschinr von Born dient um Verpacken von Zeitungen, Prospekten, Bildern u. s. w. Rollmform. Wie eine technische Zeitschrift mit- eist, btsorgt diese Maschine die Arbeit schneller id besser, als Menschenhände, und ohne Brechen und Zer« ittcm der Blätter. So wird unablässig in allen möglichen nvustrien die Uebeiflüsfigmachung menschlicher Arbeitskräfte >«-»»»»» wie ufuein «.�»stematisch durchgeführt. M-umatiomna und i dem ahr ol und wero Krankheiten des Nerven- 'qstems nehmen in erschreckender Weise zu unter den An- stellten der deutschen Eisenbahnen. Da« Durchschnittsalter der Lehrer in Kaqern trägt bei den aktiven 48, bei den pcnstonirten 65, bei en zusammen 57 Jahre. Als, auch für diesen Berus käme te famose Altersrente im Durchschnitt um dreizehn Jahre spät. Di« Tertiiindustrie i« de« beiden Lürsteuthumer» ..«uh leidet unter einer drückenden Geschästsiiockung. Es find ahlreiche Arbeiter entlaffm und Lohnreduktionen vorgenommen orden. Die luddeutsch- Tertilberussgenossenschaft zahlte im 187 an Entschädigungen 28 396 M. 40 Pf. 1 Di: Ein ahre 1887 an Entschädigungen 28 396 M. 40'Pf, erwaltungskosten betrugen 24992 M. 90 Pf. cht kostspieliges Vergnügen, diese BerufSgenoffenschasten! Der Ni-d-rgang der englische« Kridenindustrie urde kurzlich in der„Britischen Gesellschaft" zu M a n ch e st e r örtert. Vor zwanzig Jahren bttrug die Durchschnittseinfuhr on Rohseide 873000 Pfund, im Jahre 1883 nur noch : 205 000 Pfund, und der Rückgang dauert noch fort. Eine lrmee von Arbeitern ist dadurch brotlos geworden. Ueber dir Lädelkinder i« de» Stickereien schreibt n Fabrikantendlart,„Rowen's Journal für Textil- Industrie": Ein traurigeres Loos als das der Fädelkinder dürfte es wohl um geben. In der Schule kommen sie ermüdet an, und der achtschlaf ist oft sehr eingeschränkt. Die Beseitigung dieser ustände und der durch die rücksichtslose Ausbeutung er jugendlichen Ardeiter der letzteren und der Allgemeinheit �wachsenden Nachtheile dürste nur durch Erlaß besonderer esetzlicher Bestimmungen zu erwirken sein." Ein ourgeoisorgan vom reinsten Waffer plädirt für den Arbeiter- utz; man halte das den Gegnern der Arbeiterschutzgesctzgedung or Augen. Nett« Kehrliugstustäude herrschen im Chemnitzer ndustriebezirke. Der dortige Fabrtkinspektor fand in 11 kleinen erkstätten 142 erwachsene Ardeiter und 132 Lehrlinge. Die inderardeit ist billig, und wenn der junge Mensch auch nichts �escheutes lernt, so hilft er dem Kleinmeisterthum doch sein elendes Dasein fristen. Und das genügt für unsere Sozial- eformer. ..Dagabundru" tu Schottland. Nach dem Bericht des gl. Poiizeiinspestors für Schottland, des Kapitäns D. M o n r o, -fanden sich im Jahre 1877 54286, im Jahre 1887 aber 03 622 arbeitslos« Proletarier aus der Landstraße; darunter bc« mden sich viele Frauen und Kinder. Der Jndustrialismus ößt ungezählte Mafien in das Elend der Brotlofigkeit und der ladonvage; die Zunahme der Frauen- und Kinderarbeit macht bemerklich durch das stärkere Auftreten weiblicher und jugend- „.er„Landstreicher". Auch Weiber und Kinder werden bei risen auf's Pflaster geworfen; man fleht, nicht blas Deutschland st seine Tippelschickse l. Wie die Roth fich verschärft hat, ht aus der etwa hundertprozentigen Zunahme der schottischen agabundenziffer im letzten Jahrzehnt hervor. Die Spinnerei. Der Engländer Ellison derechnet die aller Spindeln auf der Erde auf 80 Millionen. Eng . im Jahre 1334 bereits 41 Millionen, Deutschland 4 oüü oüü vbpinoeln. lilcinc- ' ifSü itztes :n, gab en »askaw gerne das lung st 1110»' IWUl rieth ie zu« einem 9ioa % u- r Wi-�, Vereiue und Urrsammlunge«. «ine große öffentlich- Genrral-Nersammtuna der Maurer Berlins und Umaegcnd findet am Montag Abend 8 Uhr in Stern ccker's Etabliffement, Dresdenerstr. 96, statt. Die hochwichtige Tagesordnung lautet: 1. Stellungnahme zur Gründung eines Maurerfachvereins. 2. Mittheilung über den Bescheid vom Minister des Innern sowie des Polizeipräfldenten in Bezug auf die Verfügung der Lohnkommisston. 3. Verschiedenes.— Da es uns zweimal nicht vergönnt war, die Ver- sammlung mit derselben Tagesordnung abzuhalten, werden die Kollegen mit Bezug auf die Wichtigkeit der Tagesordnung dringend ersucht, punktlich und zahlreich zu erscheinen. Versammlung der V-rzella»- Maler und Berufs- gcnoffm Montag, den 15. Ottoder, Abends 8 Uhr. der Feuer- stein. Alte Jakobstraße 75. Tages-Ordnung: 1. Aufnahme von Mitgliedern. 2. Statuten-Berathung. 3. Vorstandswahl. 4. der Lithographi-kteinschleiser und Be- rufsgenoffen. Generalversammlung am Montag, den 15. d. M., Abends 9 Uhr, bei Seefeld, Grenadierstr. 33. Taaes- ordnung: 1. Kaffendericht. 2. Vortrag: Rückblick auf die, Ver- sammlung am 17. September mit besonderer Beruckfichtigung des Aufrufs an die Luxus-Papieipräger. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. Gäste baden Zutritt. V-rein?«r Wahrnng der Iuteresseu der Schuhmacher und verwandten Berufsgenossen. Montag, den IS. d. M., Abends 8% Uhr, im Königstadt. Kasino, Holzmarktstr. 72. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Zadeck. Fachvereiu der Schlosser»nd«-rufsgenossen. Ver- sammlung am Montag, den 15. d. M., Abends 8* Uhr, in Feuerstein's Lokal. Alle Jalodstraße 75. Tagesordnung: l-Ad- rechnung des Kasfirers pom III. Quartal und Bericht der Revi- form. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Rechtsschutz- angelegenheiten. 4. Verschiedenes.— Um regen Besuch wird gebetcM-� � Modelltischler Berlins und Umgegend. Montag, den 15. Ottober, Abends 8i Uhr, im Vorslädtischen Kafino, Ackerstraße 144: Generaloersammlung. Tagesordnung: 1. Viertel- und Jahresbericht des Kasfirers und der Revisoren. 2. Vorstandswahl. 3. Vereinsangelegenhesterr. 4. Fragekasten. Die Mitglieder werden um pünttliches und zahlreiches Er- scheinen ersucht. Mitgliedsbuch legitimirt. Fachverein der Former und verwandten Berufs« genossen. Montag, den 15. d. M., Abends 8 Uhr, Versammlung in Krieger's Lokal, Wasserthorstr. 63. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Arbettsnachweis. 3. Be- sprechung über unser diesjähriges Stiftungsfest. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Versammlung der Mitglieder der deutsche« Wag»«- da« erKasse, Bezirk Nr. 5, Montag, den 15. Oktober, Abends 8t Uhr, im Lokal desktzerrn Haack, Gödenstr. 15. Vroße öffentliche Franenversammlung Dienstag, den 16. Oktober, Abends 8 Uhr, im großen Saale des Vereins- Kaufes, Sophienstraße 15. Herren als Gäste willkommm. Emzeladen sind hiermit sämmtliche Vorstände und Mitglieder der Krankenkassen und Vereine. Referent: Herr Dr. med. Bernstein. Einberuferin: A. Wabnitz, Höcdstestraße 3. Vereinigung der Drechsler Deutschlands, Orts- Verwaltung Berlin H(Stockdranche). Dienstag, den 16. Oktober. Abends 8 Uhr, in Detgmüller's Saal, Alte Jakobstr. 43a: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Herrn Dr. Kanitz über das Thema:„Wie schützen wir uns vor Krankheit in gesunden Tagen nach den Grundsätzen der siiaturheilkunde." 3. Kassenbericht. 4. Ver« schiedenes und Fragekasten. Mitgliederversammlung der Zentral- Kranken- und Kterbekasse der Maler, Filiale HL Dienstag, den 16. d. M., Abends 8 Uhr, in Casö Reiher, Alte Jakobstr. 33. Turn- und gesellige Vereiue am Sonntag. Lübeck'scher Turnverein(2. Lehrlingsabthellung) Abends 6 Uhr Elisabeth» straße 57—58.— Turnverein„Wedving"(2. Lehrlingsabthellung) Nachmittag« 4 Uhr Pankstr. 9.— Turnverein„Froh und Fter (Lehrlingsabthellung) Nachmittags 4 Uhr Bergstr. 57. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine etc. am Montag. Gesangverein„Unverzagt" Abends 8i Uhr im Restau- rant Goering, Köpmckerstraße 127».— Gesangverein„Sänger« lust" Abends 9 Uhr im Restaurant, Landsbergerslraße 80. - Gesangverein„Bruderbund" Abends 9 Uhr im Restaurant, Naunynstr. 78.— Männergesangverein„Weiße Rose", Abends 9 Uhr im Restaurant Kleine, Gerichts- straße 10.— Männergesangverein„Eintracht 1" Abends 9 Uhr Köpmckerstraße 68, im Restaurant.— Gesangverein„Echo 1872" Abends 9 Uhr Oranienstr. 190.— Turnverein„Hasenhaide"(Lehrlingsabtheilung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstr. 60—61.—„Berliner Turngenoffenschaft" (7. Lehrlingsabthellung) Abends 8 Ubr in der städt. Turn» halle, Britzerftr. 17—18;— desgl. 6. Männerabthellung Abends 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Gubenerstr. 51.— Lübeckscher Turnverein(Männcrabtheiluim) Abends 8 Uhr Elisabethstraße 57—58.— Verein ehemaliger Schüler der VU. Ge- meindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Linden- (ehemalige Zöglinge des ----- sin) Abends . Vergnügungsverein„Luftig" Abends 9 Uhr bei Thamm, Scher» hauser Allee 28.— Verein„Ratchor" Abends 8% Uhr im Restaurant Fritze, Elisabethstr. 30.— Arends'scher Steno- graphenverein„Mctcuck' Abends 8; Uhr im Restaurant-Baatz" Blumenstr. 10.— Arends'scher Stenographenverein„Apollc- bund" Abends 8% Uhr Thurmstr. 31(Moabit.)— Wissenschaftlicher Verein für Roller'sche Stenographie. Abends 8& Uhr im Münchener Bräuhaus, Neue Friedrichsttr. 1, Unterrichts- und Uebunxchstunde.— Rauchklub„Hellblau" Abends&9 Uhr» Skalitzerftr. 143._ Vermischtes. Von einem neuen Aeiligen berichten Petersburger' Blätter aus Lelaizen(Gouvernement Kowno): Bereits seit Iah» ren gebt das Gerücht, daß im Gewölbe des Friedhofes da hie« stgen römisch- katholischen Kirche auch die irdischen Uederresie eines„Heiligen" gebettet seien. In der That findet man dort einen einst beim Graben des Gewölbes entdeckten außergewöhu- lich gut erhaltenen Leichnam. Im vorigen Somma träumte nun einem biefigen Anwohner, dieser Leichnam wünsche nach 192jähriga Ruhe neu bekleidet und auf die andere Seite gekehrt zu werden. Bei der feierlichen Einkleidung und IIa» bettung gewahrte man abermals die räthselhafte Unvergänglich» ieit des mumienhaften Leichnams und das verhalf ihm zur Heiligsprechung mit Beilegung des Namens„Johann". Seit der Zeit wallfahrten in stetig zunehmender Menge, oft viele Meilen weit, Kranke zur Kapelle, an manchen Sonntagen den Zugang zum Gewölbe geradezu unmöglich machend.„Und ist tr denn nicht wirklich und wahrhastig heilig!" sagte eine gute Frar, „litt ich doch schon lange an rheumatischem Fußschmerz und bin doch vom Moment ab geheilt, wo ich seinen— Strumpf angehabt?!" Ja, sogar Andersgläubigen hllft er, denn ein aller Jude hat 15 Jahre an nie aufhörendem Koos- weh gelitten und ist in der Stunde geheilt, wo unserem helligcu Johann auf des Juden Kosten ein Sammettäppi auf das Haupt gedrückt wurde. Für all diese Wunderthaten wird er denn auch reich delohnt: Gläubige Spender haben ihn mit einer Uederzabl von Kleidungsstücken und Schmucksachen(besonders Galoschen und Ringen) versehen: ein Schmied, dem der„Heilige" ein todtkrankes Kind gerettet, hat ihm einen neuen Sarg nebst Postament verehrt und täglich kommen Wachskerzen und Geld- stücke in die Kasse der Umbau-Kommisfion, welche die vollstän- dige Ausbesserung des Bethauscs, Glockenthurmes zc. auf ihr Programm geschrieben. Dazu ist die neueste Offenbarung des „Heiligen" die, daß er gani andere Wunderthaten verrichten wird, wenn erst die letzten Sproßen seiner Famllte verstorben sein werden. Vielleicht läßt er dann amputirte Arme oder Beine wieder neu anwachsen, was bisher noch keinem Heiligen gelungen ist. A«» Uordschleswig. Ein erschütterndes Unglück er» eignere fich am Freitag in dem kleinen Dorfe Lundi unweit Tondern. Während eines heftigen Unwetters zog unoersehens ein Gewitter herauf. Kein Unhell ahnend, setzte der Lebrrr der dortigen Schule, namens Jacsbsgaard. den Unterricht fort. Plötzlich zuckte aus dem tiefschwarzen Himmel ein Blitzstrahl hernieder— das Schulhaus war getroffen. Der Lehrer, ein ziemlich bejahtter Mann, wankte und stürzte bctäubt zu Boden; die meisten Kinder lagen gleichfalls, vom Strahl betäubt, de- finnungslos da, dock erwachten dieselben allmälig wieder aus der Betäubung. Der rüstige, treue Lehrer dagegen war todt: alle Wiederbelebungsoersuche erwiesen fich als vergebens» Mitten in seiner Arbeit hatte der tückische Blitzstrahl ihn dahin- gerafft. Telegraphische Depeschen. (Wolff's Telegravhen-Bureau.) Valparaiso, Freitag, 12. Ottober. Nachrichten aus Potofi vom 10. v. zufolge ist jüngst in Bolivia durch den unterlegenen Konkurrenten des gegenwärtigen Prästoenten ein Revolution�- versuch gemacht worden, der aber mißlang. Die Bevölkerung zeigte sich der Bewegung durchaus abhold. Der bolivische Kongreß wird fich in nächster Zell in der Hauptstadt ver- sammeln. -lre se�, WSl SÄ i die 0% im d. daß, bloß. u tt Bu�,, n» ve»� An der? wahr.,,!?! lürerli?', leanto i und Antrag« i Kroße öffentliche Wolks-Wersammtung. Dienstag, den 16. Oktober, Abends 8 Uhr, in der Tonhalle, Friekrichstraße llß. Referent: Herr Max Schippel. Um zahlreiches Erscheine« bittet Der Einberufer. Krmllkll-UiilnslülMipdsiid der Schneider. Konnlag, d. 21. vktoliee» in der Berliner Nrssourr«, Kommandautenstr. SS: X. Gr. Jnstrumentalkonzert mit Theater-, Zither- u. Gcsangsvorträgen. Entree& Person 30 Pf. Nach dem Konzert: Bell in beiden Sälen. Herren zahlen für Tanz 50 Pf. nach. Billrts vorher in den Zahlstellen Krausenstr. 11, Grenadierstr. 33 bei Seefeldt, Ännenstr. 9 bei Albrecht und in den mit Plakaten delegten Handlunger.. 920]_ Da« Komitee. lentralkranken» u, Sterbekasse der Tischler u. v. 8. »u Hamburg(E. H.). �ertliche Varwaltuug Charlotteubnrg. Dienstag, den 16. Oktober, Abends 8 Uhr, im Lokal des Henn Dietrich: ..' Versammlung. Tagesordnung: Abrechnung vom 3. Ouartal; '«schiedenes.[934 -- Der u. Kegriibniß- % zyj j blasse für Frauen«. Madchen. �(E. H. Nr. 26, Offcndach.) Hauptversammlung I Mittwoch, den 17. Oktober, Abds. 8'; Uhr, Im LM W sei iL ilich i» ;cran' w** Gauverein Berliner Bildhauer. Versammlung der Mitglieder der Krankenkasse am Dienstag, den 16. Oktober, Abends 9 Uhr, im Restaurant Ännenstr. 16 Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Bericht der Dele- girten über die Generalversammlung in Stutt- gart. 3. Verschiedenes.[931 Uerew zur Regelung der geWerdliche« Nerhiiltnisse der Töpfer Kerlins. Die nächste V-rsammlung findet am Freitag, den 19. Oktober, Abends 7* Uhr, im K-aig ftadt Kastno, Holzmarllstt. 72 statt. 92i] Der Vorstand. l a»v Dom im Knisenstädtischen Klubhaus, � Ännenstr. 16, Hof 1 Tr. Tagesordnung: Kassenbericht pro 3. Quartal. Medizinischer Vortrag und Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 18] Der Vorstand. Wegen Aufgabe des Lagers verkaufen wtt Kose«. Anzüge und Wtut�palet-t« zu enorm billigen Preisen. Um Zuspruch bittet Di- Genossenschaft der Schneider 918] Zimmeratranae 30. Reise-Unterstützungs-Yerband der Schneider und Berufsgen. Konntag, den 14. d. M., Abends 7 Uhr, Grenadierstr. 83: Tanzkränzchen, wozu alle Freunde und Gönner freundlichst ein- geladm werden.[892 Danksagung. Hiermit sage ich meinen Freunden und Bekannten, besonders dem Fockverein der Berliner Putzer, für die rege Thellnahme bei dem Begräbniß meines Bruders, Ferdinand Ktldebraad, Skalitzerftr. 24». meinen tiefgefühlten Dank.[911 Bruder Albert Gehrmau» nebst Familie. Für Arbeiter! Gute elegante Herren- und Knabengarderobe, in großer Auswahl, gute gek. Hosen von 2 M. an. 674] 0. Sommerfeld, Oranienstr. 199. Arlleitsmarllt. Tischler auf Füllungen geübt, äußerft sauberer Arbeiter, aber nur solcher, findet dauernde Stellung. A. Roller, Maschinenfabrik, Grünthalerstr. 3/4. Neu eröffnet! Mühlenstraße 8, Restauration von Max Sudikatis. Mittagstlsch mit Bier 50 Pf. Abeudtisch: Beefsteak, Carbonade, Rührei, mit Bratkartoffeln 6. 30 Pf. Gänsebraten 60 Pf. Vorzügliches Weiß- und Potsdamer Stangen- Bier, Helles und dunkles Lagerbier, ä Seidel 10 Pf. Kaffee z« jeder Tageszeit. „Berliner Volksblatt" liegt aus. Zu regem Besuch ladet freundlichst ein 937] Max Sudikatia. Steppdecke» Arbeiterinne«(geübte), finden lohnende Beschäftigung. W. Baur, Dres- denerstt. 76, 1. Hof, 2. Ausg. 111.[933 verlangt Tüchtige Fraiser und Oefeueindreher [930 Münch, Gitschinerflr. 79. Drechsler auf Hartgummi» konis& K. Foewenstei«, Tophi ensk. 8. I Cigarrenmacher, der selbst Wick l macht, verlangt Schindler, Oppelnerstr 24, Hof rechts. 2 Tr.[928 Arbeiterinnen anf Dolmans verlangt I. Jagert, Wederstr. 10 I. Schnetderlehrl. wird verl. Gneifmaustr. 20 H. IV. 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Beuthsttaße X Jndi den versck Gasdall i langen w welche in h-rrscht, unsere i Alles tr in heißflü selbe in t enthält. der wichst der Erdbe _ In£ Erde aus eines rotii kühlung v begann i Achse, e Sternes; unser Plc die Perio! fanden ge glühender Schlicßlick seldstständ soweit, dl in den ki sich entwii Weit fünft de hier der kleiner als Entwickelr als ficher so gestalte es Zweifel schiedenhei war die 2 als auf d, in die Ti daß die well gerv iltztere 9 annehmen von der i der Fall eis richtig ichwachen „.«ei fir.M ma Da nun! »i Oberfläch, gering,- derselbe e fähigt. dl aufzusaug d-n ganz, durchträn! Daff, und Sau Leben. und an säure d die Lege llt>lC> I 2. Beilage zum Berliner Bolksblatt. se- und- N-. n. Sonntags den 14. Oktober 1888 5. Intz»A. lau» Die ftrde und ik Irakni. Nach den neuesten und zuverläsfigstm Quellen bearbeitet von R. K. Ehe wir zur Betrachtung des Planeten übergeben, auf welchem wir uns bewegen, wollen wir dem treuen Begleiter ochelden auf seiner rastlosen Wanderung um die gemeinsame Niutter, die Sonne, einige Zeilen widmen. Dan! der verhält» mhmaßig großen Näke des Mondes war eine äußerst genaue Untersuchung seiner Oberfläche möglich. Betrachten wir die riesige Mondlarte, welche Jul. Schmidt ax nach langjähriger Arbeit veröffentlicht hat, so läßt sich nicht leugnen, daß wir mit der Typogravhie des größten �heiles unserer irdischen Kontinente bei weitem nicht so ver» traut sind, wie mit derjenigen der für uns fichtbaren Seite unseres Satelliten. Die Beschaffenheit des Mondes ist jedoch von der Erde so verschieden, daß ein Vergleich zwischen beiden nur ganz unsichere Resullate liefert. Der Mond befitzt infolge van besonders drei Erscheinungen eine seltsame, fremdartige Physiognomie. Es sind dies: das Fehlen einer Atmosphäre, das Nichtvorhandensein von Wasser an der Oberfläche und das Vorherrschen Iraterförmiger Ringgebirge in der Oberflächengc» staltung. Der Mangel von Luft und Wasser wird aus dem Fehlen ern er Dämmerung auf dem Monde, aus der Beobachtung von Fixsternen, die hinter demselben hinweggehen und aus ver- schiedenm anderen Umständen gefolgert. Da der Mond viel kefinbet er sich in einem viel weiteren Stadium der Entwicklung als diese, und viele sind der Meinung, daß auch unsere Wohnsiätte einst chne Leben. Luft und Waffer 11°� �erstarrte Ruine die Sonne umlreisen wird. In wie wen diese Voraussetzungen als richtig angenommen werden tonnen, wollen wir später prüfen. . Die Gebirge auf dem Mond find im Verhältniß zu dessen ll�öer Größe außerordentlich hoch; einzelne derselben bis zu olXX) Meter. Die meisten Berge find ringförmig und erinnern rn rhrer ganzen Bildung an unsere irdischen Vulkane. Obgleich 2?? Umstand mit gewisser Berechtigung auf emotive Tbatigkest schließen kann, find die Verhältnisse auf dem Monde doch so eigenthümliche und das Fehlen von Lust und Wasser, die bei vulkanischen Erscheinungen auf der Erde so wesentlich belheiligt find, bilden einen so gewaltigen Unterschied, daß man bei allen diesen Folgerungen sehr vorsichtig sein muß. Die Größe der Krater auf dem Monde ist sehr verschieden; zum Tbeil besitzen dieselben einen Durchmesser von 12 Meilen, andere sind so tiein, daß sie sich auch durch das schärfste Glas nur schwer beobachten lassen. Auf uns zugekehrter Seite des Mondes beträgt die Zahl der fichtbarm Ringberge gegen 35 000. Höhenzüge, die unseren Gebirgsketten entsprechen, find ebenfalls vorhanden. Der größte davon, welcher mit dem Namen„die Appeninen" belegt worden ist, weist außerordentlich hohe Gipse! auf. Die langgestreckten, gradlinigen Vertiefungen konnten mit Spaltenbildungen und Schluchten auf der Erde verglichen werden» aber die sogenannten Meere, weite, kreisförmige dunkle Flächen, die ebenfalls mit Wällen umgeben sind, lassen fich mst keinem unserer irdischen Gebilde in Analogie dringen. *** Ffdem rvir eine Reihe von Himmelsköipem, die fich in den verschiedensten Entwicklungsstadien befinden, vom glühenden GaSball bis zum vollständig erkalteten Monde betrachten, ge- langen wir zur Kenntniß der großartigen Ucbereinstimmung, welche in den Grundzügen der Bildungsvorgänge im Westall herrscht, und femer zu dem berechtigten Schluß, daß unsere Erde fich in derselben Weise entwickelt bat. Alles werft darauf hin, daß die Erde fich einst in heißflüsfigem. geschmolzenem Zustande befand, und daß die- lithnH%!!A«beute einen mäHtigen Wärmeschatz enthält. Wir erhalten hier sicheren Boden für die Beurtheilung ä; m- 1,T 5� 16$* der wichtigsten geologischen Fragen, für Deutung der Vulkane" der Erdbeden und der Gebirgsbildung. „ großen Hauptzügen ergiedt fich die Vergangenheit der Erde aus dem Gesagten fast von selbst. Anfangs der Tbeil eines rotirenden Nebelfleckens, trennte fie fich infolge der Ab- kuhlung und des dadurch vemrsachten Zusammenziehens, und begann die Umdrehung um die Sonne und um ihre eigene Achse. Sie durchlief die Stadien eines weißen, dann eines gelben Sternes; Flecke, ähnlich den Sonnenfleckm, blldeten fich und unser Planet trat, vermuthlich unter Annahme rother Farbe, in die Periode der veränderlichen Leuchtkraft ein; wahrscheinlich fanden gegen Ende dieser Periode bisweilen heftige Ausbrüche glühender Gase und damit ein helleres Aufflammen statt. Schließlich hörte infolge der fortgeschrittenen Abkühlung jedes seldstständige Leuchtm auf und die Temperatur ermäßigte sich soweit, daß das vorhandene Waffer aus dem dampfförmigen rn den tropfbar flüsfigen Zustand überging und organisches Leben sich entwickeln konnte. Weit schwieriger als die Vergangenheit ist die Zu- kunst der Erde zu deurtheilen. Allerdings giebt unS hier der Mars einige Anhaltspunkte, da derselbe bedeutend kleiner als die Erde und deshalb in einem weiter vorgeschrittenen Entwickelungsstadium befindlich ist, aber es ist durchaus nicht als sicher anzunehmen, daß auf der Erde in Zukunft sich alleS so gestalten werde, wie es gegenwärtig auf dem Mars ist, da es zweifelhast ist. ob nicht zwischen Beiden ursprüngliche Ver- schiedenheiten geherrscht haben. Vor allem entsteht die Frage: war die Waffermenge ursprünglich auf dem Mars eine geringere als auf der Erde, oder ist dieselbe durch allmälige Einsaugung in die Tiefe eine geringere geworden. Wir wissen nämlich, daß die Wasserfläche auf der Oderfläche des Mars eine well geringere ist als die bei uns. Im Falle nun dre lrtztere Annahme die richtigere wäre, so müßte_ man annehmen, daß auf den beiden Weltkörpern das Wasser gänzlich von der Oberstäche verschwinden würde, wie dies beim Monde der Fall ist. Dieses letztere ist auch von den meisten Geologen als richtig angenommen, dennoch steht die Annahme nur auf schwachen Füßen. m_ . Bei der Erschließung von Steinbrüchen, Bergwerken-c. sis.det man die Gesteine stets von Feuchtigkeit durchdrungen. Da nun die Erde in einem fortwährenden Adkuhlungs prozeß �griffen ist, so werden dadurch immer mehr Gesteine befahrgt, Wj* in sich aufzunehmen. Der durch diesen Prozeß der L verflache entzogene Wasservorrath erscheint zwar sehr gering,— eine genauere Berechnung aber ergiedt, daß der elde ein ungeheurer ist. Der Erdkörper ist in der That de- f-higt. die ganze, auf der Oberfläche befindliche Waffermaffe aufzusaugen,'ja, alles Waffer des Ozeans würde nicht hinreichen, den ganzen Erdball mit der gewöhnlichen Bergfeuchtigkeit zu durchtränken. Dasselbe Verhällniß haben wir in Bezug auf Kohlensäure und Sauerstoff, diese unerläßlichen Bedingungen für organisches Leben. Uederall in der Natur finden wir Kalksteine und andere Körper, welche ihren Gehalt an Kohlen- säure der Atmosphäre entzogen haben müssen. Auch die Vegetation zieht große Massen dieses Gases an fich, welche durck die Verwitterung niemals vollständig wieder frei werden, und so würde schließlich nichts übrig bleiben als Stickstoff, nachdem schon lange zuvor alles Leben aufge» hört Käste. Wären auch alle diese Annahmen richtig, so würde fich schließlich doch noch keine Aebnlichkeit des Monde« mit der Erde herausstellen, da der Stickstoff auf der letzteren zurückbliebe, der 4/5 der Luft ausmacht. Der Mond hat derartiges nicht aufzu- �Außerdem ist noch in Betracht zu ziehen, daß höchstwahrscheinlich Luft und Waffer anfänglich gSnzlich von den glühenden Stoffen, aus denen die Erde bestand, adsorbirt waren und allmälig durch die Erkältung frei wurden, so daß die Atmosphäre und die Cisane fich bilden konnten. Da aber der Abkühlungsprozcß noch immer vor fich geht, so könnte man mit Recht annehmen» daß die Abnahme von Lust und Wasser aus den oben angeführten Ursachen durch das Freiwerden dieser Stoffe in Folge der fortgesetzten Abkühlung ziemlich ausgeglichen wird. In späteren Entwickelungsstadien wird daS Berhällmß freilich ein immer ungleicheres werden, d. h. die Absordirung wird zu-, das Freiwerden dagegen abnehmen. Es kann deshalb nur die Annahme eineS möglichen Falles sein, wenn davon gesprochen wird, daß das Leben auf der Erde einst durch das Verschwinden von Waffer, Kohlensäure und Sauerstoff in fernen Zeiten einst untergehen müsse. Femer wird behauptet, daß das organische Leben durch Kälte zu Grunde geht, sobald die Sonne ihre Wärme verloren haben wird. Auch diese Behauptung ist nicht begründet, denn es ist sehe fraglich, ob die Sonne, ehe der Merkur in dieselbe stürzt und neue Gluth auf ihr hervorbringt, soweit abgekühtt sein wird, um das organische Leben auf der Erde unmöglich zu machen. Man kann sogar daS Gegentheil annehmen, und es ist wahrscheinlich, daß der etwaige Sturz des Merkur das Leben auf der Erde so lange erhalten wird, bis mit dem Sturz der Venus, der viel später erfolgen wird, durch Hitze alles auf der Erde zu Grunde geht. Soziales und ArbeiterbeWegaus. Ate KanmwoLindnstrie ist in den beiden tzauptprodul« tionsländcrn der rohen Baumwolle, im Süden die Vereinigten Staaten und in Ostindien, in rascher Zunahme begriffen. Auch hier zeigt fich deutlich das Bestreben, daß die betreffende Industrie ihrem Rohmaterial möglichst nahe zu kommen sucht, um dem Hauptanspruch des Weltmarktes, billiger Produktion, genügen zu können. Die Baumwollspinnerei im südlichen Thell der Vereinigten Staaten zähste 1879-80.... 659 320 Spindeln 1886-87.... 1 213346 dasM eine Zunahme von 654026 Spindeln, gleich 117 pCt. In demselben Zeitraum stieg die Zahl der Webestühle von 12329 auf 27 963 oder um 16 634, gleich 127 pCt. und der Baumwollenvcrbrauch wuchs per 1000 Ballen von 205 auf 393, gleich 94 pCt. Die Entwickelung der Baumwollindustrie in Ostindien er- gab folgendes Bild. 1879/80 detmg die Splndelzahl 1 461 590 fie wuchs bis 1888 87 auf 2421 290, also um 959 700 Spindeln, gleich 65V, pCt. Die Zahl der Webestühle vermehrte fich in diesen sieben Fahren von 13 502 auf 18 536, also um 5034, gleich 37'/, pCt. Der Baumwollenverbrauch a 1000 Ballen stieg von 379 auf 726 Ballen, gleich 91 pCt. Die Hauptkonkurrenz erwächst in Indien der englischen Baumwollcnindustrie und drückt allmälig die Löhne der Spinner und Weber von Lancashire auf die Hungerrate herab. Der Rückschlag von dort trifft die kontinentale, speziell die deutsche Baumwollenindustrie, und eröffnet den Arbeitern dieser Industrie in Zukunit eine noch traurigere Existenz, als die Gegenwart ihnen bietet. Daran wird alle offizielle Sozialreform kein Iota ändern. Ate Einlrommenaverhältnikst de» preußische« Bevölkerung hat Geheimrath Dr. En g el, der stühere Letter des königlich preußischen statistischen BureauS, vor einiger Zeit untersucht. Nach ihm war die Zahl der Einkommen in Preußen: Bis 525 2000 6000 20 000 M. Im Jahre 1872: 39,1 56,2 4,12 0,50 pEt „„ 1884; 43,1 51 4,43 0,79„ Dre dürftigen Einkommen baden zugmommen, die klein- bürgerlichen Einkommen(bis 2O0O M) haben fich vermindert, gestiegen ist die Zahl derjenigen, die zu den sehr wohlhabenden und reichen Gesellschattsschickten gehören. Fast das ganze Volk in Preußen, über 94 pCt., hat nur ein Einkommen bis 2COO M., 4,43 pCt. haben ein ausreichendes und etwa 4,5 Prozent, d. h. noch nicht zehn unter Tausend haben ein angenehmes Auskommen. Greller kann der furchtbare soziale Gegensatz: Massenarm u th auf der einen, koloffer Reichthum einiger Weniger auf der anderen Seite, nicht-heroortretm, als durch diese dürren, ziffermaßig belegten Thatsachen. Die Unzufriedenheit der breiten Schichten des Bolls, welche auch das Kleinbürgerthum und den rasch fich auflösenden söge« nannten Mittelstand ergriffen hat, wird dadurch recht ver- ständlich. Sächstsche». Inder Korsettnäherei de« Chem« n i tz e r Jndustriebezirks beträgt, nach der Angabe im letzten Berichte der Chemnitzer Handelskammer, der wöchentliche Durchschnittslohn 5 M., in der Filetwaarenfabrikation nur 3—4 M.» Strumpfwirkcrinnen verdienen 8 bis 9 Mark, Gurtnäherinnen 4 bis 5 Mark, Spinnerinnen 7 bis 8 Mark. Sogar der Böbmcrt in seiner„Sozial- Korrespondenz" muß mit wehmüthigcm Grinsen eingestehen, daß„in einzelnen Industrien der Lohn kaum zur knappsten Befriedi- aung der nothwendiasten Bedürfnisse ausreicht." Sachsens Proletarier müssen wahrlich an der Hungergrenze ange- langt sein, wenn sogar der gewerbsmäßige Lobredner des Kapi- talismus sich zu solchem Berichte, wenn auch widerwillig, de- quemen muß. Man kann eben jetzt nicht mehr vettuschen. Ueder die Lage der Arbeiterinnen in der Konfektions» brauche heißt es:„Sie erhalten so geringe Löhne, daß die Lebenshaltung der Ardeiterinnen, wenn sie auf den Lohn ihrerArbeit angewiesen sind, häufig eine dedauernS werthe ist." Dieses: Wenn fie u. s. w. ist charakteristisch. Ei dedeutet, daß die arme Näherin, falls fie nicht von ihrer Familie unterstützt wird— und wie selten ist das im Proletattat— angewiesen ist auf die Pr ostitution. In Berlin wie in Chemnitz! Kleivergiftung bei Arbeiter« a« Jarquard-Web- stuhle« ist bereits vor mehreren Jahren von verschiedenen Hygier.ikern, so von Hirt, Eulendurg, Gautier in Frankreich, Deutschland und der Schweiz nachgewiesen worden. Der schweizerische Fabrikinsveltor Schüler in Mollis hat sich in jüngster Zeit eingehend mst dieser Berufskrankheit de- schäftigt. Bekanntlich hängen die Fäden zur Herstellung der verschiedenenen gemusterten Stoffe frei von dem Sitze des Ar- beiters und werden durch Gewichte straff gehalten. Ihre An- zahl schwankt zwischen 3000 bis 12000; im Durchschnitt beträgt fie 5000 bis 6000. Da die Gewichte möglichst klein srtn sollen, so werden Bleigewichte denutzt. Die durchschnitt- lich 10 Gramm schweren Gewichte find gewöhnlich 10 Zentimeter lang. Run steigen und fallen diese Gewichte unaufhörlich, berühren fich, namentlich wenn fie krumm ge- worden find oder wenn der Rahmen auf unebenem Boden steht, untereinander, und durch diese Reibung entsteht ein feiner Staub von metallischem Blei oder dessen Oxyd, der Boden, Apparat und Sitze bedeckt. In einer Züricher Fabrik z. B. wies Profeffor Lunge in dem von den Stühlen gewischtm Staube 56 pCt., im Staube des Fußbodens 37 pCt. Blei nach. Radi- kale Beseitigung dieser gesundheitsgcfährlichen Einflüsse ist mög- lich allein durch Beseitigung der Bleigewichte. Ja Chemnitz, einem Hauptfitz der Jecqaardindustrie, hat man die Bleige» wichte durch eiserne ersetzt. Jlt« Aktien-Zuckerfabrik Fallersleben vertheist für ampagnejahr 1337/38 die erlleckliche Dividende von dreißig ""rozent; dazu kommen noch Extraabschreibungen, Tantism.-n, lratifilationen. Der ortsübliche Tagelohn gewöhn- licher Handarbester beträgt für Männer 1,50 M., für Frauen 1,10 M. Kleine WiLtheUnngen. Freiberg i« Sachsen. Für den Betrieb der htefigen Muldenhütten wird gegenwärtig eine Ricseneffe gebaut, welch» dazu destimmt ist, den schädlichen Einfluß des Hüttenrauchs möglichst zu vermindern. Die Esse erhebt fich auf einer quadra- tischen Basis, deren Seite 12 Meter lang ist, und endet in einer Höhe von 135 Metern mit einem kreisförmigen Querschnitt, dessen Durchmesser 3 Meter beträgt. In Europa giebt e§ nur noch eine Esse, welche um 3 Metir höher ist als die Freibergcr. Dieselbe befindet fich in Port Dundas bei Glasgow. Die Esse von St. Rollox« Glasgow ist 132,7 Meter, die in Mechemich in den Rheinlanden nur 131,1 Meter doch. Die Kosten des Frei- berger Bauwerks find auf 115 000 M. veranschlagt. Kou». Die„Bonn. Ztg." meldet: Man erinnert fich des beklagenSwerthen Unglücksfalles, welcher am 26. Mai d. I. ein Ehepaar aus Düsseldorf zu Adenau detroffen hat. Die Ehe- leute fuhren in einem Wagen über den Schienenstrang der da- mals noch im Bau begriffenen Strecke Altenahr-Adenau, während weder durch Läuten noch durch das Ausstecken einer Fahne vor einem Herandrausenden Zuge gewarnt worden war. In dem Augenblicke der Uederfahrt wurden fie von der Lokomotive eines Kieszuges erfaßt und schwer zugerichtet. Dem Manne wurde die Hand fast vom Arme getrennt, die Frau erlitt einen Beinbruch und Wunden am Kopfe. Statt ihre Vergnügungstour fortsetzen zu können, mußten die unglücklichen Eheleute, welche nock in den besten Jahren stehen, fich zur hicfigen Klinik schaffen lassen, wo fie während einer dreimonatigen Pflege soweit wieder hergestellt wurden, wie es bei den argen Verletzungen möglich war. Sest Mitte August verwellte sodann das Ehepaar im Hotel Dreesen zu Rüngsdorf, um in der dortigen vortreff- lichen Landluft und bei ausgezeichneter Verpflegung seinen htOHder gekommenen Körper- und Nervenzustand, der stets die Thellnahme aller anwesenden Gäste hervorrief, wieder K-beden.� Heute Morgen nun haben die gedachten Eheleute das schöne Rungedorf verlassen, um in ihre Heimath nach Düffeldorf zurückzukehren. Seltsamer Weise fügte es sich, daß fie um eines Haares Brette wiederum von einem ähnlichen Unfall wie am 26. Mai detroffen worden wären. Als der Wagen, in dem die Eheleute fuhren, von Rungsdorf an der Eisendahn-Uebergangs- stelle beim Bahnhofe Godesberg anlangte, war der Barriere nickt geschloffen und es brauste eine nach Bonn fahrende Lokomotive heran. Nur der Geistesgegenwart und Entschlossenheit deS Kutschers ist es zu danken, daß das Gefährt sammt Insassen gerettet wurde, denn nach dem Dafürhalten von Bahnbeamten. welche bei dem Vorgang zugegen waren, hing das Leben der Fahrgäste nur an einem Haare. Wie man hört, hat die mechanische Vorrichtung versagt, durch welche die Barrieren gleichzeitig auf beiden Seiten geschloffen werben. »Luch-«. Der Einbruchsdied bei Juwelier Thomas, der Amerikaner Frank Buck ist, so melden die„M. N. N." unterm � mit dem Schnellzuge über Ingo!- stadt in Begleitung des Polizeikommissärs Frohmader und eines Gendarmen im Zentraldahnhofe hier eingetroffen. Die Serren Regrerungs- und Polrzeldtrektor Dr. von Müller und Regie- mngsrath Bauer mst dem Bahnpolizeikommissar Gattinger er- warteten mst zwei Gendarmen den Transport bei Ankunft deS Zugeö. Um kein Aufsehen zu erregen, wurde Buck durch die unterirdischen Gange der Bahnhofshalle zu dcm bcrest stehen- den Polizeiwagen und in Begleitung der mit ihm angekommenen Polizeiorgane, so des Bahnpolizeikommissars vom Bahn- Hofe weg in die Angerfrohnveste verbracht. Frank Buck ist, wie schon erwähnt, ein älterer Mann von feinem Aeußeren, mittelgroß, eher klein zu nennen und untersetzt: erbat einen kurzen, graumelirten Vollbart. Buck ttug grauen, langen Havelock und Zylinderbut. Kommissar Frohmader in Beglestung stnes Gendarmen hatte fich Freitag früh von hier mit dem Schnellzuge nach Hamburg begeben, wohin Buck durch die Lon- doner Polizei geliefert wurde, um ihn dort der Münchener PoU»-i zu udergeben. Bezuglrch des Billy Porter, seines Helfershelfers, kann bis sitzt noch nichts bestimmt werden, da die Verhandlungen über Ermittelung seiner Natioiialilät immer 5Ä�u'einem bestimmten Resultate führten. Da die Ankunft des Verbrechers heute streng geheim gehalten wurde, war außer dem amöhnlichen Bahnpersonal siiiemand anwesend, und so erfolgte seine Uederfuhning in die Frohnveste ohne besonderes Aussehen. Was die Personalien des hier eingebrachten VerbraberS anlangt, können wir nachstehendes mittheilen: Frank Buck ist in Amerika geboren(dessen Geburtsott amllich hier Utü)elannt), 43 Jahre alt, verbeiratheter Ingenieur und Haus» desitzer in Londom Jm Jahre 1881 schon wurde der als geschickter Emschleichdied amtlich bekannte und berüchtigte Ver- «echkt in Philadelphia wegen eines Einbruchodiebstahls bei einem Bankier daselbst, wobei er 10 900 Dollars gestohlen, zu drei Jahren Gefängntß verurtheilt. Er trug bei seiner Verhaftung einen leichten Schnurrbart und war korpulent, hat steh indeffen während der 4% monatlichen Hast in London derart verändett und am Körper, der übrigens immerhin noch wohl- genährt ist, so abgenommen, daß ihn Leute, die ihn wieder sahen, kaum mehr erkannten. Erträgt, wie oben erwähnt, nun» mehr einen Vollbart und ist inzwischen ziemlich grau geworden. Buck ist unter einem halben Dutzend verschiedenen Namen, so Bailey, Wilson k., stets jedoch als Ingenieur, der er heut- noch zu sein behauptet, an verschiedenen Plätzen aufgetaucht und war in letzteren Jahren stets auf Reisen. Die Staatsanwalt- schast am Landaerichte München I hat zur Bewachung de« Gauners einen Militärposten rcquirirt. Gustav Gabor Invaliden straße 159, neben der Markthalle empfiehtt zur Herhst-SaiSOn sein reichhaltiges iiaget in gsrnlrten und angsrnirten JVWetl- U. KinderhÜtev. slmmll. Trae�'a�U Große Auswahl in wollenen u. seidenen TOchern, KopfhOllen, Tricottaillen, Coreetts, Schulterkragen, SchQrzen, Jupons, Beinkleidern zu den dilligsten Preisen. Ferner: Spanisehe Chales, Jabots, Hauben, Handschuhe, Rüschen, sowie alle Saison-Neuheiten. Kremtschlewr, Mqrthenkräo?« u. Kilberkränse. Gardine«, sowie alle Arten Decke«. 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