Dienstag» de« 16. Oktober 1888. S. Jakrg» [611 Brgan für die Interessen der Arbeiters hl? Wahl' M cke . Die schwarzen Hrnder. v Wir werden also unseren kleinen Kolonialkrieg adea. Die deutsche Flotte wird durch das Mittelmeer und -r» Suezkanal nach der ostafrikanischen Küste dampfen und ftttstl."1* ,bort mU'hren Geschützen die widerspenstigen Küsten. k.Uis»»'lewobner zur Unterwerfung zwingen. Daß sie dies vermag, daran zweifeln wir ebensowenig, .,.„•-.~ Form gebracht gfiuB, rote sie von gewissen Blättern in„patriotisch" sein "illendem Ueberschwang verlangt wird. gfß Wir sind von vornherein von aller Kolonialpolitik nicht son- t. erbaut gewesen und sind eS auch Herne nicht. Ueber iPtClf'* angebliche»„wirthschaftlichen Segnungen" l>er Kolonialpolitik haben wir uns von vornherein keiner Täuschung hingegeben; wir haben niemals an dieselben ge- vpalets�laubt und die Thatsachen haben unsere Auffassung nur be- ». Kes�tätigt. Was unsere Bedenken aber ganz besonders erregte, « Kna�var die wohlgegründete Befürchmng. daß die Kolonial. >me«- Politik uns leicht in blutige und gefährliche Konflikte, deren f. KefMuSgang nicht zu berechnen, verwickeln könnte. Wir find I' u- feminine Schwarzseher gewesen; der erste dieser Konflikte ist ich,. gg ist Blut geflossen und wird wohl noch mehr Blut ießen. Ist die ganze ostafrikanische Kolonisation eigentlich von so hoher Bedeutung, daß sie, wie wir sehen, in ihrem be- drohten Zustand geeignet ist, all die nationalen ochgefühle wachzurufen, deren wir dieser Tage in igen unserer Kosackenblätter begegnet sind? Wir glauben in. Es handelt sich in Ostafrika nicht um ein« staatlich .torssiite und organisirte Kolonisation wie in Westafrika, o die von Deutschland okkupirten Gebiete durch ein eige- rS Gesetz unter daS Protektorat des Deutschen Reiches ge- flt worden sind. Im Osten hat eine Privatgesellschaft, re sogenannte o st afrikanische Gesellschaft, eS teruommen, das Land zu kolonisiren. Es sind meistens oße Grundbesitzer und Handelsherren, welche sich zusam- engethan haben, um die Schätze Afrikas zu heben; der nnte Herr PeterS, eine von sehr vielen Seiten an- ochtene Autorität, und der Graf Behr stehen der Spitze der Gesellschaft. Daß die Herren o» der ostafrikanischen Gesellschaft sich etwa mit en Idealen von der Förderung europäischer, resp. tscher Kultur in Ostafrika trügen, dies Märchen lassen ar uns nicht aufbinden; es handelt sich einfach um eine ekulative Kapitalanlage. Die Herren wollen ihr Kapital öglichst hoch verzinst haben. Sie habe» ganz geschickt banden, die Regierung für ihre Pläne zu interessiren, rrsta« »ierselbst yvtif wen im litt, Paar gelt 2 Za-ben enneM rundet F I•RtotOL] Jeuilketon. (16 Die Ritter der Arbeit. A»S dem Amerikanischen de« Zor. Uebersetzt von Natal kr Zieblmrcht. „General Bluster," rief daS Mädchen aus,„ich bin !irklich erstaunt, von einem Mann, der für einen Vertreter .er industriellen Klassen des Landes gilt, solchen Unsinn— >erzeihen Sie den Ausdruck!— zu hören. Das Gesetz von lngebot und Nachfrage existirt nur in der Theorie. Es -rückt de« utopistischen Charakter einiger veraltete» National- onomen in Bezug auf das aus, was in der HanoelSwelt "che» sollte. In Amerika giebt eS, wie in den übrigen lturländern, nur zwei Klassen: diejenigen, welche arbeiten, diejenigen, welche von der Arbeit Anderer leben und lit dem Produkt dieser Arbeit spekuliren. Die letzteren schen und da« ist, was Sie Angebot und Nachfrage icn. Bis jetzt begnügte« sich die Arbeiter mit dem �othdürftigsten— mit einem winzigen Antheile an den «enüssen des Leben«, und sie ließen sich zu besondere» An- strengungen aufstacheln durch die immer mehr sich ver- »mgernde Hoffnung, au« der arbeitenden Klasse heraus- —komme» und sich einen Platz in der Klasse der Parasiten - erobern. Ja ihrer Bescheidenheit überließen die Arbeiter '»e Leitung aller öffentlichen Angelegenheiten, der inneren "id äußeren Politik den Angehörigen der Klasse, welcher • selbst in erreichbarer Zukunft anzugehören hofften.— üese Hoffnung, die Frucht des barbarischen Zndr- vidualiSmüs, den Ihre Klaffe gepflegt hat und lehrt, und der die Arbeiter lange Zeit hinderte, rhr Recht a l S Klasse zu erkennen, ist so gründlich zermalmt und die Möglichkeiten des Emporkommens für den Einzelnen find in de« letzte« fünfundzwanzig Jahren der Monopole deS Lande«, der Transportmittel und der Arbeitsinstrumente so gewaltig verringert worden, daß ein vollständiger Um- und eS wäre ihnen wohl am liebsten gewesen, wenn ihnen das Reich gleich eine Kriegsflotte zur Verfügung gestellt hätte. Vielleicht ist manchem großen Kaufmann die eingetretene Katastrophe gar nicht so unlieb, wenn er auch die Opfer deS- selben ausrichtig bedauern mag. Denn nun wird den Ein- geborenen erst der nothwendige Respekt beigebracht werden, von dem sie, nach den letzten Nachrichten zu urtheilen, nur ei» geringes Maß besessen zu haben scheinen. Man kann noch nicht beurtheilen, wie die ostafrikanische Gesellschaft vorgegangen ist und womit sie den Zorn der Eingeborenen erregt hat. Dagegen scheint unS sicher, daß man von Anfang an eS nicht an Dingen hat fehlen lassen, die wenig geeignet waren, die Zuneigung ver Eingeborenen für die Europäer zu erwerben. Es geht bei dem Erwerb von Grundbesitz in Kolonialgebieten oft sehr eigenthümlich zu und wir wollen weder hoffen noch wünschen, daß sich die ostafrikanische Gesellschaft in dieser Beziehung allzu ge- treu an das englische Muster gehalten hat. Die ostaftikanische Gesellschaft hat seinerzest mit dem Sultan von Sansibar Verträge abge- schlössen, in welchen ihr von diesem Fürsten weite Küstenstriche abgetreten wurden. Aber damit scheint die Ge- sellschaft„geleimt" worden zu sein, denn man behauptet nun, der Sultan von Sansibar habe die Oberhoheit über jene Küstenstriche gar nie besessen. Da« kann schon sein und würde die Abneigung der Eingeborenen gegen die Kolonisationsbestrebungen vollkommen erklären. Merk- würdiger Weise scheint auch den Kommissären, die 1886 im Auftrag von Deutschland, Fxankreich und England die Besitzverhältnesse in Ostafrika untersucht haben, diese wichtige Sache entgangen zu fem. Dazu kommt, daß die Anwohner jener Küstenstriche keineswegs auf niedrigster Stufe stehende Nigger sind, sondern jene Länder haben eine alte Kultur und man begreift, daß sich dieselben ihrer Unabhängigkeit bewußt gewesen sind. Die Unternehmung, die zu Gunsten der ostaftikanische» Gesellschaft in Szene gesetzt werde» soll, wird auf Kosten deS deutschen Volkes geschehen. Unsere Sympathie hat diese„StaatShilfe" für die Herren PeterS und Genosse» gerade nicht. Um so eifriger werden die große» Handels- Herren in diesen/Tagen von den„nationalen I n t e r- essen" und dem„nationalen Prestige" zu reden wissen. Denn durch einen KriegSzug werden sich ihre Handelsbeziehungen festigen, ihre Absatzgebiete werde» ge- sichert und ihre Kapitalanlage» rentiren sich. Wir befürchteten von vornherein, daß die Koloni- sirungSversuche unS solche Opser auferlegen würden und wir konnten unS für die Kolonialpolitik schwung m den Anschauungen der arbeitenden Klasse Platz gegriffen hat. Die Hoffnung deS Einzelne«, aus seiner Klasse heraus und in die herrschenden Klassen hinein zu gelangen, ist ersetzt worden durch die Hoffnung, die eigene Klasse zu der herrschenden zu machen. Der Schlachtruf der Ritter der Arbeit:„DaS Unrecht, welches einem zugefügt wird, ist die Sache aller!" hat alle« erweckt, was edel ist in der großen Masse der Menschheit. Das Gebot deS Heilande«:„Liebe Deinen Nächste«, wie Dich selbst!" ist mit Hilfe der Theologen zu einem tobten Begriff geworden, aber der Schlachtruf der Ritter der Arbeit bedeutet daS Zusammenwachsen der Menschheit, die Gemeinsamkeit der Interessen, die unwiderstehliche Ver- einigung aller Unterdrückte«, zu dem erhabenen Zweck: alleFormen der Unterdrückung zu über« winden und zu vernichten. Wenn da« Ziel er- reicht ist und der Arbeiter, wie die einfache Gerechtigkeit eS erheischt, den vollen Ertrag seiner Arbeit empfängt, dann wird da« menschliche Glück nicht mehr davon abhängen, ob Männer und Frauen einer besonderen Klasse angehören. Dann giebt eS keine Klassen mehr.— DaS arbeitende Volk verlangt eine« NormalarbeitS» t a g von acht Stunden nicht als eine Gnade, sondern weil e« recht und gerecht ist. Und wenn die Arbester von heut nicht ausreichen, so könne» wir ja aus der großen Heerde der Müßiggänger, die jetzt ein Schmarotzerleben führen, uns genügende Arbeitskräfte herausholen. Ich glaube es war der Philosoph Franklin, der einmal sagte, wenn Zeder- mann sein Theil Arbest verrichtete, dann kämen wir mitvierStunden täglicher Arbeitszeit aus." „Aber, Miß Simpson," rief der Staatsmann, „könnten Sie die Würde der gebildeten Stände und der Gelehrtenberufe so verletzen, daß Sie die Mitglieder der- selben zu gewöhnlicher Handarbeit anhalten wollten? „Ich würde allerdings die gebtldeten und gelehrten Herren ihren Antheil an körperlicher Arbeit übernehmen lassen, nicht um sie zu verletzen, sondern damit die wahre Würde der physischen sowohl als der geistige» Arbeit überhaupt deshalb ebenso wenig erwärmen, wie für die einzelnen privaten Unternehmungen dieser Art. Ob die deutschen Philister nun ihre Phantasien von den Segnungen, die uns aus de» Kolonien zuströmen sollen, aufgeben werden? Wir glauben eS kaum. Diese Leute sind sehr schwer zu belehren und wir wolle» unS dieser un- fruchtbaren Aufgabe nicht unterziehen. Wir wollen nur wünschen, daß aus diesem Zwischen- fall keine weiteren unangenehmen Verwickelungen erwachsen. Denn die Interessen der ostaftikanischen Gesellschaft sind unS noch keine nationalen, und wenn eS nach uns ginge, so würde man für dieselben die bekannten„Knoche» eines pommerschen Grenadiers" nicht gefährden. $cWm und lofkWdung in SacEfcn. Bildung macht frei!— frei von den Kelten, die den Geist gefesselt halten; ftei von dem unbedingten, kritiklosen Glauben an Auioritäten und Ueberlieferungen; frei von dem dumpfen Gefühl der Hstflofigkett und des Abhängigseins. Die Bildung ist ein kostbarer, unerschöpflicher Schay für alle Lebenszweige; ste bietet nicht allein pekuniäre Vorthnle, fie sichert nicht blos eine bessere soziale Stellung— fie schärft auch unsere Urtheils- kraft, unser Nachdenken. Die Bildung setzt uns in die Lage, die Schäden und Gebrechen unserer Zeit zu erkennen und das gewallige Ringen nach Ncuzestattung zu verstehen; fie zeigt uns aber auch— und das ist der wesentlichste Punkt— die Möglichkeit und die Wege zur Abhilfe— zur Reform. Darum ist es leicht erklärlich, wenn daS Volk immer und immer nach Bildung verlangt.„Alles das, wovon wir bis dato lebten, das find ja doch nur Reste von dem RevolntionStische des vorigen Fahrbunderts, und diese Kost haben wir nun ge- nugsam gekaut. Die Begriffe verlangen nach einem neuen In- hall, einer neuen Erklärung." So schreibt Henrik Ibsen in einem Briefe; er bezeichnet damit die Nothwendizkeit einer Reform auf allen Gebieten des sozialen und politischen Lebens. Eine gründliche Reform ist aber nicht möglich, so lange die Volksbildung versumpft ist. Und Ibsm sagt an einer andern Stelle seines Briefes sehr rich- tig: �Worauf es allein ankommt, das ist die Reoolutionimng des Menschengeistes!" Ost und oft haben wir schon die Hebung der Volksbildung betont. Doch es kann diese berechtigte Forderung der breiten Volksmassen nicht energisch genug wiederholt werden. Deshalb wollen wir unS auch heute mit diesem Gegenstande etwas näher befassen. Unseren Betrachtungen legen wir einen Vortrag zu Grunde, den der Landtaasabgeordnetc Kaden vor kurzem im Dresdener Arbeiterverein hielt. Das Volksschulwesen ist seither immer und überall vemach- läsfigt worden. In Frankreich stand die Volksschule namentlich unter der Despotie Napoleons I. vor dem gänzlichen Verfall. Fetzt find dort die Bildungsverhältniffe bessere geworden, obgleich eine gewisse deutsche Presse die Franzosen als Bardarm, als Wilde zu schlldern destrebt ist. Wo die Volksbildung in gewahrt werde. Unter einem solchen System würden wir, dessen bin ich versicher», mehr Gerechtigkeit in unseren Ge- richten finde» und bessere Predigten von unseren Kanzeln hören. Der Apostel Paulus war der beste Prediger, weil er auch Handarbeiten verrichtete. Ich bezweifle nicht, General, S,e würden ein ebenso tüchtiger Staatsmann sein, wenn Sie jeden Tag. ehe Ihre regelmäßigen Sitzungen beginnen, auf emem Schiffswerft« einige Stunden den Hammer als Grobschmied zu schwingen hätten. E« würde Ihnen mehr körperliche Kraft geben, um die geistige Anstrengung zu ertragen, und Sie würden dabei mit dem Volke etwas bekannter werdm, für da« Sie Ge- setze zu mache« versuchen. General! Die Achtstunden- Bewegung wird siegen, eS ist nur eine Frage der Zeit. Indem die Arbeiter die acht Stunden verlangen, haben sie bei weitem noch nicht das Maß an freier Zeit verlangt, welches ihnen von Rechtswegen zusteht. Sie verlangen die acht Stunden auSGefundheitSrückfichtigen, und sie sind entlfchlossen, ihr Ziel zu erreichen, damit sie jährlich 600 und noch mehr Stunden für sich haben, um auf Mittel und Wege zur praktische» Verwirklichung der Philo- soph» ihre» Motto's') in allen Berufen de« Lebens zu sinnen." Der General war entrüstet— beinahe erzürnt:— „Ich bin erstaunter, als ich auszudrücken vermag, daß eine junge Dame von höherer Bildung, mit glänzendm An- spvüchea an die Zukunft, sich für diese schrecklichen Ketzereien begeistert. Wissm Sie, Miß Simpson, daß Sie auf dem Punkte sind, eine S o z i a l i st i n, eine Kommunistin, eine Nihilistin, oder etwas gleich Schreckliche» zu werden?" „Darf ich ftagm," gab da« Mädchen zurück,„ob Sie einen dieser„Ismen" zu ihrem Studium gemacht haben?" „Nein," erwiderte der General,„nein, ich hatte zu viel ') Das Motto ist: Das Unrecht, welches Einem zugefügt wird, ist Sache Aller. bin Händen der Kelstlichleit liegt, da geht ste mit Riesenschritten zurück; da wird die gesunde Vernunft erstickt durch die finstern Mysterien des Psaffenthuins. Bei« spiele hierfür finden fich in erdrückender Menge, wenn wir jene Gebiete betreten, wo der Klerus seinen verderblichen Einfluß auf die Schule ausübt. Aus diesem Grunde muß man das Streben der Klerikalen, die Schule unter ihre Herrschaft zu zwingen, mit den schärfftcn Mitteln bekämpfen. Und der Staat, welcher ein Interesse daran hat, daß sein Volk in den düsteren, orthodoxen Glaubenslehren unterrichtet wird, um so die klare Denkfähigkeit des Volksgeistes zu untergraben— dieser Staat muß energisch aufgerüttell werden aus seinen zeitwidrigcn Bestrebungen! Der Absolutismus der Staaten hat nie das Verlangen ge« zeigt, die Volksbildung zu heben; und von ihm wird man auch in Zukunft ein derartiges Verlangen nicht zu erwarten haben. Da, wo der Absolutismus ein überwundener Standpunkt zu sein scheine, ist es Sache des stimmberechtigten Volkes, seine diesbezüglichen Forderungen in der geeigneten Weise gettend zu machen. So wenig man für die Volksschule thut— so viel thut man für die höheren Bildungsanstalten! Allenthalden werden die größten Opfer gebracht, um dieselben auf die erhabenste Stufe zu leiten. Zur Univerfität in Leipzig hat z. B. der Staat einen jährlichen Zu- schuß von 816 286 Mk. 25 Pf. geleistet, d. i. pro Kopf der Studirenden ca. 236 Mk. Das Polytechnikum in Dresden hat einen Staatszuschuß von 257 549 Mk. 92 Pf. erhalten, das ist pro Kopf ca. 850 M k. Dahingegen bat der Staat an die Volksschule nur einen Zuschuß von 1 834 057 Mk. 29 Pf. gewährt. Hierzu kommt allerdings noch eine Dotation von W Million Mark, welche durch die Hälfte der Grundsteuer gedeckt wird. Der sich aus den eben angeführten beiden Posten ergebende Gesammtzuschuß an die Volksschule wird indeffen nicht auS« schließlich zu Volksschulzwecken verwendet. Zunächst find davon sämmtliche Pensionen für dieProfefforcn undLehrer aller sächfischm Hochschulen zc. zu decken. Warum diese Pensionen der ementirten Profefforen und anderer Schulmänner in das Budget der Volksschule rubrizirt werden, ist uns unerfindlich. Sollte man dadurch nur erreichen wollen, daß das Budget anschwillt— also der Staatszuschuß an die Volksschule für den ersten Augen- blick höher erscheint, als er in Wirklichkeit ist? Nach Abzug dieser Pensionen verbleibt höchstens für das Kind der Volksschule ein jährlicher Staatszuschuß von einer Marl, während— wie oben ersichtlich— beim Dresdener Polytechnikum auf jeden Studirenden ein StaatSzuschuß von rund 850 M. entfällt. Die 599 470 Schüler der Volksschule müssen allein durch Schulgeld einen Betrag von 47« Mill. Mark aufbringen, während— nach der letzten im Jahre 1884 veranstalteten Enquete— die Studirenden in Leipzig an die Universität nur insgesammt ein Unterrichtsgeld von 47 631 M. 28 Pf., die Polytechniker dagegen nur ein solches von 17 780 M. 75 Pf. an das Polytechnikum gezahlt haben. Man gewährt an den Hochschulen Stipendien und Frei- stellen für eine ganze Anzahl Swdirende, um ihnen die Möglichkeit, zu lernen, in die Hände zu geben. Die Ge- Icgenbeitcn zum Studiren find so mannigfaltig und bequem — nicht für das arme Volk, sondern für die bevorzugten Der Arbeiter nimmt an den Errungenschaften des mensch- tischen Wissens nicht Iheil. Ihm bleiben die Bildungsstätten verschlossen. Der Vottheil einer besseren geistigen Ausblldung existirt für ihn nicht, sondern lediglich für den Adel und die Bourgeoisie. Die Hochschulen find ein Privilegium für die fasbionable Gesellschaft und für das Kapital— und das Kapital zieht auch den materiellen Gewinn aus der Wissen- schaft. Für die bevorzugten Klaffen ist es sonach in jeder Be- ziehung leicht, den Kampf um's Dasein zu führen; sie haben finanzielle und intelleltuelle Mittel zur Verfugung- und obendrein noch Protektion. Dagegen muß der Ar- beiter den harten Kampf führen, ohne fich auf umfassende geistige Ausbildung oder materielle Hilfe stutzen zu können! Staat und Gesellschaft fördern die höheren Bildungs- anstalten leider nicht in der Absicht, der Gesammtheit einen Dienst zu leisten und das Wohldtfinden aller zu heben— son- dern man läßt fich dabei ausschließlich vom Egoismus inspiriren. Durch die Fottschritte der Wissenschaft und durch die möglichste Vei breitung der Intelligenz setzt man die Industrie, die Groß- Produktion in den Stand, sich rascher und vortheilhafter zu ent- wickeln. Die Intelligenz gicbt allein dre Möglichkeit, technische und andere Erfindungen zu machen, die Produklionsmutel, Maschinen zc. zu verbessern, die Arbeit zu vereinfachen, und wie die unendlichen Vortheile alle heißen mögen. Man gebraucht tüchtige Chemiker, Physiker, Ingenieure, Techniker, Astronomen, Direktoren u. dergl. �, Der Kopttalismus hat also die Wissenschaft völlig in seinen Dienst gezwungen. Je größer die Fortschritte der Intelligenz, desto größer der Nutzen für das Kapttal. Durch die ungeheure Vermehrung der wissenschaftlich gebildeten Männer will man aber auch nebenbei einen Ueberschuß an in- zu thun, um mit solchem Unsinn meine Zeit zu ver- geuden." „Woher wissen Sie dann," sagte Maud,„daß ich eine Sozialistin oder Nihilistin bin, oder in irgend einem anderen „ZSmuS" verfallen bin?" „Weil ich," antwortete der General,„durch die Zei- tungen eine allgemeine Idee bekommen habe, daß alle diese „Zsmen" schrecklich sind und die Grundsätze, die Sie eben entwickeln, würden gewiß den ganzen sozialen Bau der größten Nation der Erde umstürzen— die Hoffnung aller Unterdrückten der ganzen Welt." We „Aber," fuhr Maud fort,„Sre müssen doch wenigstens b st e r' S Erklärung, wa» Sozialismus ist, kennen?" „Ich kann mich nicht erinnern," antwortete der Staats mann etwas verlegen. „Zch möchte Ihnen dann rathen," versetzte die junge schöne Vorkämpferin ihrer Klasse,„sich über diese„JSmen" zu unterrichten, denn Sie werden eS bald nöthig haben. Und gebrauchen Sie nicht mehr eine Ihrer Ansicht nach schimpfliche Benennung gegen irgend Jemand, ehe Sie wissen, was das Wort bedeutet. Ich weiß nicht, zu welchen„Ismen" die Lehre gehört, an die ich glaube, und ich kümmere mich auch nicht darum. Ich glaube an die Gerechtigkeit, die dem Volke werden muß. und lasse mich durch keinen ISmuS" erschrecken, der mir an den Kopf geschleudert wird — und wäre eS selbst von einem so großen Staatsmanns roie �Ich� hoffe," sagte der General sich entschuldigend,„daß Sie sich nicht verletzt fühlen durch irgend etwas, was ich aesagt oder durch die Art, wie ich eS gesagt habe; allem iefi muß bekennen, daß daS, was Sie sagten, mem patrro- suh... m: -rwid-tt- H-ny, wie über diese Unterhaltung." tellektuellen Arbeitskrästen erzeugen, um auf solche Art ein Sinken der Gebatte zu bewirken, die Kopfardeiter also billiger zu haben. Nicht nur beim Proletariat der Handarbeit finden wir demnach eine Herabsetzung des Verdienstes durch das kavi- talistische System, sondern auch beim wissenschaftlichen Prole- tariat. Unleugbar ist es, daß ein bestimmter Staat scinersetts eben- falls für die Entwicklung der höheren Bildung Sorge tragen muß, sobald ein anderer es thut. Bleibt die geistige Ausdil- dung, die höhere Intelligenz einer Nation hinter den Kon- kur-enznatioven zuiück, so würde dies thatsächlich auch einen Rückgang in witthschaftlicher Beziehung bedeuten. Daher muß jeder Staat bestredt sein, die andern zu übertreffen, richtiger die wissenschaftlichen Kräfte zu vervollkommnen. Schon aus diesem Grunde ist es falsch, daß man die Arbeiterklasse von der Theilnahme an der höheren Bildung absichtlich auezuschließen sucht. Das Proletariat hat dasselbe Recht, sein Wissen und seine Fähigkeiten zu entwickeln, seine Lernbegierde zu befriedigen— dasselbe Recht also, wie Bourgeoisie und Aristokratie. Zudem zeigen die Schüler in den unteren Bildungsanstalten— wie z. B. in den Baugewerken-, Werk- mcister- und Fachschulen— durchschnittlich einen größeren Eifer, als in dm akademischen und anderen Instituten. In den ersteren ist der Prozentsatz der guten Zensuren ein unendlich böherer, als in den letzteren. Die Söhne der unbemittelteren Klaffen lernen mit größerer Energie, weil sie wissen, daß sie nur durch vollkommenes Wissen eine paffende Stellung finden werden— nicht durch Rang, Geld und Protestion! Ohne Zweifel ist das Verlangen der wahren Volksparteien nach freiem Unterricht und freien Lehrmitteln an allen Bil- dungsanstalten und für alle Stände ein absolut gerechtes. Dennoch bat man seiner Zett im sächsischen Landtag den sozial- demokratischen Antrag auf Beseitigung des Schul- gelbes zunächst für die Volksschulen mit Hohn« und Spottgelächter degrüßt. Ein servil« Professor war der ärgste Schreier! Seitdem bat man in außerdeutschen Staaten, sowie in preußischen Städten vielfach das Schulgeld aufgehoben. An Sachsen ist es nun, dem Drängen des nach freier Bilvung rufenden Volkes nachzugeben und der breiten Masse die Pfosten der höheren Bildungsstätten zu öffnen! Ehe dieser Tag anbstcht, ehe wir diesen Triumph feiern können, wird es noch manchm basten Strauß mit der sächsischen Regierung und der Loudtagsmajorität geben— aber die Kämpfer für die Sache des Volkes wanken und weichen nicht! Und wenn sie ermüden sollten, so steht eine statte mächtige Schaar hinter ihnen: das Proletariat! „Wissen ist Macht und Macht ist Wissen!" so klingt es heute dem„viesten Stande" als Verhöhnung in die Ohren. Aber es wird eine Zeit kommen, wo dieses Motto als brausender Jubel durch die Schichten der armen Bevölkerung tönt! Trigmak'Korresxouäenzeu. Ans Kachsen, 14. Ostober: Die„Deutsche Arbeiter- Zeitung", welche die kartellbrüderliche Klingel unter der Führung des Kommerzienraths Occhelhäuser als Leimruthe für die deut- sehen Arbeiter herausgiedt, findet in der lönigl. General- Direktion der sächsischen Staatsbahnen eine zwar nicht unerwartete, aber gesetzlich schwerlich berechtigte Schuypatronin. Eine Bekanntmachung, die in den Zenttalwerkstälten der Staatseisendohnen in Chemnitz aushängt, lautet wörtlich: Dre hohe königl. Gmeral-Direstion hat deschloffen, innerhalb der Zentralwerkstätten zu Chemnitz eine Anzahl der neuerschienenen „Deutschen Arbeiter-Zeitung" auf ihre Kosten auszulegen zur allgemeinen Benutzung der Arbeiterschaft. Indem dies hierdurch zur Kenntniß gebracht wird, wird ersucht, von dem Anerbieten möglichst ausgiebigen Gebrauch zu machen. Chemnitz, am 9 Oktober 1888. Bezirks- Maschinen- Meisteret. Mit dieser Bekanntmachung hat die königl. General- Dttestion nach zwei Ricktungen hin unseres Erachtens ihre Befugnisse überschritten. Zunächst steht es ihr nicht zu. sich um die Lettüre der Arbeiter der Staatswerkstätten zu kümmern. Was die Arbeiter lesen oder nicht lesen, geht diese allein an. Von der Empfehlung, dies und dies zu lesen, ist nur ein Sckrttt zu dem Verbot dies und das nicht zu lesen. Wer da glaubt, zu dem Einen ein Recht zu haben, kommt auch leickt zu dem Schluß, zu dem Andern die Pflicht zu besitzen. Wir möchten uns aber sehr entschieden dagegen verwahren, daß die Unternehmer, einerlei od staatliche oder private, zu dem Glauben kommen, sie könnten indem sie die Arbeitskraft des Arbeiters für gewisse Stunden kauften, diese nun auch in ein geistiges Abhänqigkeits- verhältniß zu sich dringen und sie in geistiger Sklaverei erhalten. Die Herren Krupp, Stumm und verschiedme andere „Meine Niederlage hat Ihnen Spaß gemacht, nicht wahr?" „Ja, General, ich kann eS nicht leugnen; ich weiß, Sie dachten nicht daran, über Nationalökonomie zu disku- tiren, als Sie Fräulein Maud vorgestellt zu sein wünschten. Und ich kann das Bild des General Blustcr, wie er als Grsbschmied auf einen Amboß den Hammer schwingt, nicht aus der Seele verbannen. Aber hier sind wir in Mount Bernon, einem Ort, der ganz besonders geeignet ist, uns an die Freiheit zu erinnern, welche die Helden von 1776 für uns erkämpft haben, und Bettachtungen darüber anzu- stellen, wie elend die Freiheit mißbraucht worden ist." Kapitel X. DaS Boycott und Peleg Grinder. Harry Wallace eilte den Morgen nach dem Ausflug in sehr heitere? GemüthSstimmung nach seinem Logir-Kost- hauS. Die Zukunft stellte sich ihm in den glänzendsten Farben dar. Er hatte mit dem Mädchen, daS er liebte, einen herrlichen Tag verbracht. In ihrem Gespräch mit General Bluster war eine geistige Kraft zu Tage getteten, die ihn mit Bewunderung erfüllte, während des Generals Verblüffung und Niederlage ihm in immer komischerem Lichte erschien. Harry wußte, daß General Bluster niemals sich von einem Manne das hätte sagen lassen, was ihm Maud gesagt hatte. Maud selbst war über ihre Kühnheit und ihren Sieg erstaunt, und nachdem das Kongreßmitglied ge- gangen war, gestand sie, sich etwas zu schämen, daß sie ihren Gefühlen erlaubt habe, sie in eine solche Unterredung zu verwickeln, und daß sie sich herausgenommen, wie ein Mann— fast wie ein Professor— zu sprechen. Harry versicherte, daß sie eine moderne Hypatia') und sein Ent- zücken ohne Grenzen sei, und daß die meisten Professoren auf der anderen Seite gewesen sein würden. Die vielen ') Eine neugriechische Philosophin in Alexandrien, die von christlichen Mönchen erschlagen wurde. Ein trefflicher Roman Kings ley's—„Hypatia"— dehandelt das Geschick dieses Opfers christlicher Barbarei. Essenbarone der rheinisch-westfälischen Großindustrie ���wnalen�rer istischen Grup esem Sinne i len Ländern i le in den Vor der größten f bereits versucht, g-gm weitere Versuche muß die Arbeiterschaft protestiren und solche ungeheure Z zurückweisen. Zweitens hat die Königliche General- Direftion# Staats kür einen volttilchen Agitationszweck verwenl' sie kein Recht und keine Vollmacht hat. Wir können entsinnen, je gehört zu baden, daß im sächsischen budget ein Posten für politische Agitation der Königl' Direktion zur Verfügung gestellt ist. Rühren die also nicht aus dem Fonds des Ministerium des Ii die Ueberwachung der sozialdemokratischen Agitation, st die königl. General- Direftion diese wohl aus ihrer Prw zu zahlen haben. Das wäre wenigstens korrekt, damit aber noch nicht die Befugniß erlangt, polttische Agitat den von ihr beschäftigten Ardettern zu treiben.— Ein aufrichtiger Mann unter den Gegnern der Demokraten ist der Pastor Naumann in L. bei Hohenstein in Sachsen. Besagter Herr hat „arbeitenden Brüder" ein Schttftchen verfaßt wL. c n Titel:„Albeiterkatechismus oder der wahre SorialtW ndesgren, welchem unter anderem folgende Stelle voikcmmt: ten, von d auch die Zukunftsweiffagung der so'ialdemoftatischen P�deutschen A'b ein schöner Jraum sein, als das Bild einer wittlichen% fortaesetzt w ein Verdienst hat diese Partei,«elcheTgt in die Au selben Niemand absprechen sollte, s i e S berumreisen. gewesen, welche die Neuzeit zur ernst IHichen Grenze »04 Souto nicht|U ollttltl»nl-u(S'Jm tä«uäKlul tungen gekommen, deren Ihr Euch j blos, daß che Sozialden Bebel und ftatuienm ebenso best .obren die gr istischen Oraa besonders Di da zu findet Singer ins S Erlenntniß de utschen Reil ftiven Pläm :n. trieb dies Au freutt" Das stimmt auffallend, wird aber unsere„Sozioli nicht abhatten, dir Sozialdemokratie nächstens wieder» des Ausnahmegesetzes von neuem, und etwas schwerer an den Hals zu hängen. hafte dabei i aufmerksam daarsträube n o ei breiten, n deutsche e Soziald »tische Bei innere Pol Politische Urberstcht. De« Nachrichte««den außerordentliche Di« Nohhi »«d militärische Kicherhritomaßrgrl«, welche n Tagesliwr, c treiben der Berliner politischen Polizei ich wirft die Z Reile das Kaisers nach Stuttgart und Mün cdch ein Organ s troffen wurden, well angeblich anarchistische Attentate>u!». wie alle di gewesen seien, reihen sich ähnliche Nachrichten aus W*fst. der besserst Rom an. In einer Wiener Korrespondenz vom 11 O�ffe Aufgabe ei der Münchner„Allg. Ztg." wird ganz offen ausgesprocka vermeiden u, die dort während des Aufenthalts des Kaisers ß#"-«-«-ui«n außerordentlichen Sichelbcitsmaßegeln auf de so» Verlangen der Sicherheitsorgane, Kaiser Wilhelm auf dieser Reise degleit gctrcffen wurden. Ganz ähnliches wird von verschiedene« aus Rom gemeldet, wohin Pol'zettath Krüger über W Kaiser voraus reifte. Da entsteht denn doch die tK kommt die Berliner polttische Polizei zu Befürchwngei die Polizeibehörden der vom Kaiser besuchten Siä! thellten, sonst würden diese mit den Vorsichtsmaßregeln auf die Berliner Anregung gemattet haben. Wenn Quellen so trübe find, und diele Vermuthung liegt> jene von der angeblich von der Züricher Polizei für gatt- Münchener Reise empfangene Nachttcht, dann fori die schärfste Kritik heraus. Nach den Vorgängen in# Reichktagssesston hat man alle Ursache, alle solche A über geplante Attentate mit dem größten MiF aufzunehmen. Die Polizei läuft Gefahr, von ihre« Agenten betrogen zu werden. Der j»«r«aUKSsch» Spitzel, der bei der„Kn Icht Work hospititt, will natürlich nicht Wott haben, daß gefehtt! 3J an, die> rde, also in Bild von bei Da steht r Ueberschttft ade müssen oi en Zeilen des en soll. Ein izcm Riemen I Menschen. llendes„Frm uen, die na tzschaft die Hüi i!„Es leb Noch ei«< Presse", d cäcker's un streichen Opfer theilung zu; fich ein lung der„Internationale" eine S p i tz e l. L si a ersten Lügen werden neue aehäuft— wie d� Art' sellen ist. Jetzt giebt der„Kreuzzettungi.--Dpiyel i» Wiederherstellung der Internationale„noch nicht"? „daß aber— so fährt er fort— schon jetzt Pläne M ganisation dieser Vereinigung aufgestellt sind, tst am wenigsten darauf rechnen kann, auf dem natl>Z,».,~' internationalen Arbeiter kongrcß für die„Internat ronel�' l 0 nommen zu werden. Auch die Thatsache, daß,% äcker und l an einen an u berichten "Z'i'nÜ dagegen e eb. Nach se ii berichtet. die Wiedererrichtung der„Internationale ftflgten'ibr am 6, November in London abzuhaltenden Sozralytt�� hatten r zum Beschluß erhoben und verkündet werden soll. nächst nur als ein Akt der Vorbereitung aufzufassen 1' demnächst noch in Genf ein weiterer Kongreß werden soll. Uebrigens möchten wir eine derart' dindung, die aus den verzweifeltsten Elementen vn« Nationen zusammengesetzt ist, an fich nickt gerade ub� Die gegenseitige Eifersucht und der bedenkliche, der jederzeit zugängliche Charakter solcher Individuen fl längeres Zusammenhatten keineswegs. Um so gef® ig der Forn während di seiner Ardei manger Ardei Former oh weshalb alle wieder interessanten Dinge sie beschäftigt, bis der„Carcoron" Dann stellten unsere Freunde das, was sie gesehen, und die eS erweckt. Washington war Stimme h, ein ge »uem—- 0- Gedanken,,'darüber nac in Washington'S altem Betrachtungen �ge zum Kos die Perkötkl geweckt, a! e»«Ivesu.-UJUiyiUÖlU» UlUV Vit r, der Idee aller freiheitliebenden Menschen seiner Z-'�hm fagte. eNetinsiieirtf, tirnrfiliO Vite fS-rrfifinft der industrielle« d". �— Revolution brachte die Herrschaft der industneue« im Gegensatz�zu� den Vorrechten der Monarchie u«�? krate. möchte Si „Lassen C DaS'Volk regierte und eS war dem niedrig. der Arbett möglich, der erste Beamte der großen Natio�e gaben, F -''- llhan und beendet, als## den. Wer aber hatte alles getb und seine patriotischen Gefährten ihre Arbeit beendet� Eine Schule von halb stumpfsinnigen Philosoph u uns, daß die Staatskunst ihre äußersten Grenzen e ki..in« u» kette Harry. Annahme einer Verfassung erreicht habe, die u«#� 'S U ersten Nationen der Erde stellt, und daß den-. Geschlechtern Amerika'S für alle Zeiten nichts ander, bleibe, als an den Buchstaben der Verfassung r Nein! Die Staatskunst muß mit dem � Etzirago voranschreiten. Die Arbeiten dieser alte« bjenige, w, entfesselten die Arbeitskraft und das ErfindungState?/s schießt de steten, voranschreitenden Volks, und es wurden und Lebensbedingungen geschaffen, welche die kuh«i(yni tasie deS vorigen Jahrhunderts nicht vorhersehe? � 5 Mit dem Fortschritt kam die Armuth. � Menden Pf« flösse, die Grundlage und Stütze aller Jdet werden, Klassen, fühlt mit der Zunahme ihrer � letzt beucht den bttteren Stachel der Ungerechtigkeit. Lh.f; �«eu onen fangen an, mit einem solchen Ernste N& iemQl" de daß die erstaunlichsten Resultate für die StaatSlnjL /«.H0 ausbleiben können." ,r, Jim C«a Diese Art der Unterhaltung war für die ��tzgeführt, ist ziemlich langweilig, sie wandette auf dem Boot v"-V- die Unterhaltung der beiden wurde persönlicher. liebenswürdiger gegen Harry, als je zuvor. hätte ihrer Unterhaltung zuhören können,— er H Besondere» bemerkt. Aber für Harry lag in iden von di Schwinde istäHIe der zweifellos ei »y Für uns T Kommenden ———,..Forderung g *) Mount Vernon war lange Jahre der Wohnss' ton's— deshalb wurde er auch dott begraben. I vustrie u|| vis we Zu rektion cetmenDA können »Inas die Einwirkung, die auch schon von dem Plane einer rationalen revolutionären Organisation auf die Haltung der listischen Gruppen der einzelnen Länder ausgehen muß. Und iesem Sinne ist die„Internationale" das Signal dafür, Im Ländern gerade die verwegensten und radikalsten Ele- tt in den Vordergrund der Arbeiterbewegung zu rufen.— der größten Bedeutung ist jedoch diese Bewegung für die »che Sozialdemokratie. Wir glauben zwar gerne, daß die Bebel und Liebknecht nicht als aktive Mitglieder einer »fiscben E'k L«5 k;»1 statutenmäßig organifirten„Internationale" beitreten !? w m. ebenso destimmt wissm wir aber auch, daß dieselben schon � Jahren die größten Anstrengungen gemacht haben, an den monistischen Organisationen in Frankreich, Belgien, England und ».> siit besonders Dänemark feste Stützpunkte für ihre eigene Pro- £ w-KS« mda zu finden. Die vielfachen Steifen der Herren Liedknecht ze Slguai Singer ins Ausland hatten erwiesenermaßen diesen Zweck. *__ � � Erkenntniß daß innerhalb des festgefügten staatlichen Gebäudes Deutschen Reiches die Sozialdemokratie keine Aussicht habe, ihre r.* 3 tukttven Pläne auch nur in irgend einem Punkte zu verwirk« � cÄ L*!"' trieb diese Leute ins Ausland, um längs der c'LaL'" �" Ausdehnung unserer westlichen -ni�ndes g ren z en s ozialist�isch e Vorw erk�e zu er« mmt: itischcn Pa� wirklichen o welches tt' ,iefll ir ernst i zwunge >ten, von denen aus die Sozialifirung und Revoltirung deutschen Arbeiterbevölkerung mit um so größerem Nach- I fortgesetzt werden soll."— Der haarsträubende Blövfinn gt in die Augen. Daß die deutschen Sozialisten im Aus« berumreisen, um„längst der ganzen Ausdehnung unserer ächen Grenzen(warum nickt auch der südlichen, östlichen >v---->-- nördlichen?) sozialistische Vorwerke zu enichten", ist„er« Zhr°,.lt senermaßen" eine Thatsacke, d. h. Spitzel lten Gt'm es ausgespitzelt.„Authentisch" ist in dem ganzen Euch i e> ftiß dlos, daß es S p i tz e l a r d e i t ist;— und das einzig ., Jihafte dabei ist der Umstand— auf den wir schon wieder- e„Sozial«� aufmerksam machten—, daß nämlich die Personen, die 1 wieder»%*#; haarsträubenden Blödsinn schreiben und diese faustdicken s schwerer verbreiten, dieselben Personen sind, welche n deutschen Behörden das„Material" über e Sozialdemokratie und die sozialdemo- »tische Bewegung liefern und durch ihr„Material" s innere Politik unserer Regierung ganz wesentlich de« liche p-iiljivi» Rohhrit unser' r„Gebildeten" meidet zwar gern !. welch- 4 Tageslickl. aber zuweilen vergißt fie ihre„gute" Erziehung Zolizei � wirft die Maske ab. Die„Dresdener Fiauen« Zeitung" tü v aif5 ein Organ für das Haus und die Familie sein und wendet v Mi w-tau».™ Jj vSr�iT*"v v«- üwumc icin unv xütnüe lttentate'Ust, wie alle dermtigen Blatter, vorzugsweise an die Frauen » aus der deffersttuirten Stände. Man sollte nun meinen, es vom 1l O?fse Aufgabe eines solchen Blattes sein, alles Robe, Anstößige ausgcsprock� vermeiden und gute Sitte und Anstand zu pflegen. Kaisers gc*«w—.......... -- Aber gefehlt! Man sehe stch einmal die Probcnummer jenes f d e s o nsattcs an, die vor wenigen Tagen hiefigen Blättern beigegeben gane, tyde, also in sehr viele Hände gelangt und' gewissermaßen e d e g l e i».Bild von dem geben soll, was vas Blatt bietet und bieten »er schiede*(yl. Da steht auf der letzten Seite an erster Stelle ein„Witz". er über®J}e Ueberschrift lautet:„tzundesperre", die Unterschrift:„§ 1. ich die Frlckndc müssen an kurzer Leine geführt werden". Zwischen diesen lürdstupg'&om Zeilen befindet fich ein Bild, das den„Witz" veranschau- htm SiäHen soll. Ein grimmig dreinschauender Gendarm führt an maßregeln>?tem Riemen den„Hund", einrn abgeriffmen, herabgekommei Wmn A Mmschm. Das ist der„Witz", den ein gebildet sein ng liegt izei für dann fo'1 St von ihren endes„Frauen"- Oman den Frauen bietet, den deutschen er», die nach der Moral unserer patriotischen„guten" Ge- ',%'m s-.r, -aß d-r inisationM dem na»'' ternationl baß, wie cm ickfahrt der »tungen ert beendet. Philosoph Grenzen � die un« K rß den m cht« andA in.'it«!,!«.. eser alten Jeni,-, welch» ndungsta» (Fortsetzung folgt.) Sm*\ A""N ! aller %% Tm — er V lag chaft die Hüterinnen alles Edlen, Schönen und Guten sein !„Es lebe die Lüge und die Heuchelei!" Noch ei» Npfee de» Kozialistengesetze». Der„Chem> : Presse", die in ihrer Nr. 118, anknüpfend an den Tod ä ck e r' s und das Schicksal H a s e n c l e v e r' s, von den reichen Opfern des Sozialistengesetzes sprach, ist nachstehende itheilung zugegangen:„In der Ztr. 118 Ihrer Zeitung de« et fich ein Artikel, in welchem der beiden Abgeordneten ä ck e r und Hasenclever gedacht wird. Ich werde da- an einen anderrn Fall erinnert, über den ich wahrheits« «u berichten will. Unter den ersten Ausgewiesenen n Leipzig defand sich unter anderrn auch der ehemalige er Anlauf, welcher seit 12 Fahren die Formerei nicht dagegen ein flott gehendes Weißbiergeschäft in Leipzig eb. Nach seiner Ausweisung erhielt er durch Vermsttelung Freunden in der Fabrik des Herrn Kommerzienrath Dehne Former Beschäftigung. Man sah es dem Anlauf schon in ersten Tagen an, daß er die Hitze beim Gießen nicht mehr agen konnte und so stürzte«denn auck nach einigen Tagen -»mächtig zusammen. Wir schafften den Unglücklichen auf den stutzten ihn an einen Stoß Roheisen, an welchen wir Stroh JP&n d&W* �en und gaben ihm Erfrischung. Wer die Beschäf« mt.ufass'en s-i� der Former während des Gießens kennt, wird wissen, aM" wahrend dieser Zeit seine ganze Thätigkeit und Aufmerksam« verartiSl' JAner Arbeit zugewandt sein muß, da hiervon das Gelingen ocrfWAanger Arbeit abhängt. Es kommt überdies bisweilen vor, '"" öL überj? Former ohnmächtig werden und fich nach kurzer Zeit er« £ Lr weshalb man glaubte, es liege hier ein solcher Fall vor iducn gifia?» alle wieder an ihre Beschäftigung gingen. Stach verhältnifi so gcfäb_ Stimme und dem Ausdruck ihrer Augen, wmn sie ihn h, ein gewisses etwas, das sein Herz höher schlagen und ihn mit fteudigcr Hoffnung erfüllte. Auf dem i« zum Kosthause und währrnd des Frühstücks grübelte Darüber nach und wurde aus seinen rosigen Träumereien sllerß* geweckt, als ein anderer Gast über den Tisch herüber \.„,2 ZeWhm sagte: J.rlriellei« �„Wachen Sie doch auf, Wallace, ich habe eine Zdee mrckie und 4 möchte Sie um Zhre Meinung ersuchen." m niedrigst«?„Lassen Sie mich Ihnen Glück wünschrn, daß Sie eine ßen Nationjfee haben, Freund W a t s o n. Schießrn Sie los!" er- et, als-Lagerte Harry. mäßig kurzer Zeit war ich mit Gießen fertig und sah nach dem Ohnmächtigen, gleichzeitig auch der Meister und ein paar andere Kollegen. Wir waren aber nicht wenig überrascht, als wir hier einen so überaus ernsten Fall vor uns hatten. Eine herbeigeholte Droschke verweigerte die Aufnahme des Kranken, da er sich beschmutzt hatte. Fck verlangte nun, daß das Fubr« werk des Herrn Dehne zum Transport erbeten werden sollte. Dies wurde aber abgeschlagen. Nachdem nun endlich aus der königl. Klinik ein Krankenkorb geschickt war. konnte der Kranke nach Verlauf von 2 Stunden endlich der ärztlichrn Pflege über« geben werden. An dem auf diesen Tag folgenden Sonntag be« suchte ich den Anlauf. Als ick dort, wo ich andere Leipziger Ausgewiesene traf, ankam, fand ich eine Leiche. Der Arzt hatte gesagt, daß, wmn die Uederführung zur Klinik zeitiger er« folgt wäre, Anlauf zu retten gewesen wäre. Die hoch schwan» gere Frau des Anlauf kam an diesem Sonntag mit ihren Kin« dern von Leipzig, um ihren Gatten, die Kinder um ihren Vater zu sehen, nach Halle. Dieses Wiedersehen läßt fich nicht schil dern. Es war herzzerreißend. Der Anlauf wurde von seinen ausgewiesenen Freunden still zu Grabe getragen. Dies ist ein« von den Hunderten unbekannten Fällen, von welchm der Artikel in Nr. 118 dieser Zeitung spricht? � i ,,., Das MitaethMe enthält die Wahrheit. Und wie viele ähnliche Fälle können noch aufgezählt werden. Di« Reform d«o Gifeabahn-perf-nentarif« fängt an, die Presse und das Publikum zu beschäftigen. Und komischerweise ist bereits ein Streit darüber mtbrannt, wer zuerst die Jvee, das System des einheitlichen oder Zonenportos auf den Eisenbahn-Personentarif anzuwenden, ge» habt habe. Daß Herr Dr. Engel, der jetzt in Deutschland die Sache in Vorschlag gebracht hat, nicht der Erfinder ist, das baden wir schon gesagt. Aber ebrnsowenig hat Herr Dr. Perrot in Mainz ein Recht, fich als den Entdecker aufzu- spielen, wie er es Dr. Engel gegenüber tbut. Herr Perrot ver« weist auf eine Schrift, die er im Jahre 1869 veröffentlicht hat. Wie wir bereits mitthellten, ist der Vorschlag weit älteren Datums. Schon in dm SOer Jahren wurde das einheitliche „Personenporto" in England vorgeschlagen, wo ja auch das einheitliche(PennrL-Porto für Briefe zuerst in An« wcndung kam. Und seitdem ist die Frage in Eng« land mehrfach diskutirt worden, ohne daß man jedoch bisher zu praktischen Ergebnissen gelangt wäre. Die zu überwindenden Schwierigleiten find nämlich sehr groß, und obgleich es keinem Zweifel unterliegt, daß fie mit der Zeit über« wunden werden, so find wir doch gegenwärtig noch nicht so weit. Jedenfalls hat weder Dr. Engel, noch Dr. Perrot irgend einen Gefichtspunkt geltend gemacht, der nicht schon vorher in England gemacht worden wäre. Wir Deutsche find aber jetzt urplötzlich eine so große Nation geworden, daß es in„nationalen" Kreisen verpönt ist, die Verdienste anderer Stationen anzu« erkennen. Die fremden Federn, mit denen man fich schmückt, werden ohne Umstände für eigene Originalfedern ausgegeben. Das ist nicht sehr ehrlich, aber es ist„patriotisch". Itnmittelbar nach d»n Mast!»«, so entnehmen wir mehreren auswärtigen Blättern, steht ein Wechsel im Justiz- Ministerium bevor. Herr v. Friedberg hatte sein Enilaffungs- gesuch unlängst schon eingereicht, theilt die„Freis. Ztg." im Anschluß hieran mit. Konservative Krlbfllländiglreit.„Wenn wir auch einrn Fußtritt hin und wieder erhalten," soll Abg. von Hell» d o r f f- Bedra auf dem konservativen Parteitag in Halle de« geistert ausgerufen haben,„wir müssen doch mit dem Reichs» k a n z l e r gehen. Die konservative Partei würde schwer ge» fehlt haben, hätte fie den Kanzler nicht voll und ganz unter« stützt, wenn fie auch nicht immer ganz einverstanden mit ihm gewesen ist." Di» Koiialisten der Vereinigten Ktaaten haben stch nach den neuesten Berichten doch noch entschlossen, in den Prästdentschafts.Wahllamvf einzutreten. Man schwankte längere Zeit. Da die amerikanischen Sozialdemokraten augenblicklich keine Organisation haben, welche die gesamwte Partei umfaßt, so war an einen praktischen, unmittelbaren Erfolg von vornherein nicht zu denken, und die Furcht vor einem Fiasko, die fick bei diesem und jenem hinter„prinzipielle Erwägungen" ver- steckte, hielt Viele zurück. Jndeß das Demoralifirende der Un- thätigkeit machte fich doch bald fübldar, man sah ein, daß ein Nichtsteg keine Niederlage zu sein braucht und die Vorbereitung dcS Sieges sein kann— und so wurde denn Ende des vorigen Monats in N e w- N o r k von den Sozialdemokraten die Wahlbetbeiligung in einer begeistetungsvollen Versamm lung deschlossrn, und es unterliegt keinem Zweifel, daß es zu einer Verständigung unter den Sozialisten aller ameiika« nischen Staaten kommen wird. Allerdings ist es schon sehr spät— die Wirkungen der Verräthereien, Fehler und Zerwürf- msse des letzten Jahres lassen fich nicht in wenigen Tagen und Monaten aufHeden, aber ein kräftiger, wohlgeleiteter Feldzug, wenn auch mit geringen Streitkräften begonnen, ist das beste Mittel, um die Partei emporzubringen und ihr die Massen zu- zuführen. Es muß nun zunächst ein geeigneter Kandidat ge« sucht werden. Jndeß das wird keine sonderlichen Schwierig, leiten machen. Aus Kunst nnd Zeven. ist u«t«r all»« am»rilra«isch»n Ktädt»« Ich» a« mrik»n vo« stch r»d»« macht. schießt bei ihr ins riesenhafte. Ihre Entwickelung in jetzt ve 50 Jahre von der vereinzelten Blockhütte bis zur Stadt 800000 Einwohnern, der Brand im Jahre 1871, das find nige Punkte, die am ledhaftesten und frischesten in der Er- " ng find. Kürzlich konnte von einer Schlacht zwischen »den Pferdebahnbeamten und der Polizei in Chicago ge« * werden, bei welcher hundert Verwundungen vorkamen letzt derichtet uns ein mit amtlichem Material reichlich aus« '«i.etes neues Unternehmen, der Chicagoer„Post Office« . aan dem größten und systematischsten Postdiebstabl, der . jemals vorgekommen. Daß ein Postbeamter einrn ge- igen Griff in die Postkasse gethan, daß Eisenbahnräuder mit .. Apparat vorbereitete Uederfälle der Expreßlompagnicn r dre»»�«geführt, ist schon öfter vorgekommen. Aber himmelwert ver» r Boot Steden von diesem großen einmaligen„Koup" ist der fortge« e Schwindel und die durch Jahre erfolgreich durchgefühlten stähle der endlich verhafteten Posträubcr Friedrich Oberlampf zweifellos ein Deutscher— und Thomas I. Mack. Für uns Deutsche, denen die Post trotz der hin und wieder -mmenden Unterschlaaungrn die größtmögliche Sicherheit der lörderung gewährt, ist es nahezu unfaßbar, daß dergleichm r Woh»� dort vorkommen konnte. Wir stecken den Brief, den uneinge» schriebcnen entweder in die„Post" selbst, oder in einen der geld» schrankähnlichen Kasten. Wir sehen, wie die Briefe bei der Lee» rung in einen Sack fallen, bei dem kein einziger vorbei fallen kann. Unsere Briefträger haben die Briefe in fest verschlossenen Taschen. alle erdmllichen Vorsichtsmaßregeln find getroffen, ein treues Per- sonal heranzuziehen. Der Amerikaner ist bei weitem nicht so gut daran. Seine Postkarten hängen an einem Laternenpfahl, winzige Dinger mit einer Oeffnung, in die der Beamte mit der Hand hinein faffen muß und die fich schnell füllen. Zeitungen legt er aber offen auf dm Kasten, wo fie stch— auch bei Regen« weiter— hoch auftbürmen. Diebstähle solcher Zeitungen gehören allerdings zu den Seltenhellen. Das Objekt ist ein zu kleines, der VertrauenSbruch gegen die Ocffentlichkeit wird viel härter bestraft, als schwerer Diebstahl. Der Postbote ist stets ein Po« litiker. Er hat keine dauernde Anstellung, keine Ausfichten, in seinem Amte zu verbleiben, wmn bei der Präfidentenwahl die andere Partei fiegt. Daher fehlt ihm wohl auch das Bewußt« sein der Beamterqualität. Die Briefe trägt er in New, Nor! nicht in einer Tasche, sondern mit einem Bindfaden umwickett in der Hand. Kommt er an ein Haus, in welchem nur eine Familie wohnt, so wirft er den Brief wohl durch das geöffnete Fenster in die Stube, wo man ihn nachher findet. Im vicldewobnten Hause pfeift er unten auf dem Hausflur, ruft die Namen aller derer, für die er Briefe hat, und gicbt fie wohl einem Hausbewohner für Alle in die Hand. Die Diebstähle nun, die den Anlaß zu diesen Bemerkungen geben, find bei den Brieskasten vorgenommen worden. Wie viel die Gauner gestohlen haben, läßt fich nicht ermessen. Man kann es nur aus der Unsumme für fie unverwerlbbarer Checks schließen, die man bei ihnen noch gefunden. Es find nickt weniger als 232 Checks, einige in Höhe von 10 000 Dollars und darüber, viele in Höhe von vielen Tausenden von Dollars, ins« gesammt viele hunderttausend Dollars. Und das Alles ist un» eingeschrieben gesendet worden! Die Diebe kannten eben den fabelhaften Leichtsinn der Amerikaner, welche baares Geld, Wechsel, Anweisungen, wichtige Dokumente in einfache Kouverts stecken. Sind doch bei den Dieben auch 50 Lcbensverficherungs- und gegen 100 Feuerverficherungspolizen gefunden worden. Selbst au weite überseeische Strecken werden die Werthsachrn in dieser Weise geschickt. Der Grund ist allerdings ein naheliegender. Man macht das„Registriren" den Leuten zu schwer. In der ungeheuer gestreckten Stadt Siew-Nork giebt es nur 10 Postannahmestellen gegen 110 oder 115 in Berlin. Bei uns hat Au» Heidelberg wird geschrieben:„Kaum ist die Ar« beiterbewegung wieder etwas in Fluß gebracht, kommen auch chon die Gewerkvcreinler und wollen Quertreibereien machen. So hielt der Gewerkvereinsapostel Mauch aus Berlin am 1. ds. eine öffentliche Versammlung des dortigen Gewerkoereins in ..AmmanS Konzerthalle" ab, in welcher er das alte, oft ge- und zersungene Lied von der Harmonie zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit Einlage ebenso alter Kouplets vortrug:„Voll- tandige Organisation der Ardeiter zur Regelung der Arbeiter» rage", selbstverständlich aber nur unter der Aegide der allein eligmachenden Gkwerkvereine. Der in der Versammlung an» wesende Maurer Ohse bezweifelte diese dm Gewerkvereinen zu» zeschriebene Macht, indem er darauf hinwies, daß zur vollstän- -igen Organisation der Arbeiter ja auch sämmtliche Arbeiter gehören, und der Vorsteher des Gewerkvereins in Heidelberg, Herr Jacob, bei Gelegenheit der vorjährigen Christbaumver« loosung in„Schiffwirths Bierkeller" die Interessenten der Filiale der Maurer-Zentralkaffe als„Sozialdemokraten" bezeichnet die also von der allgemeinen Seligkeit ausgeschlossen werden müßten. Als fich dann noch mehrere bekannte Mitglieder vo» Fachveeeinen zum Wort meldeten, wurde die Versammlung eiligst geschloffen." An« London schreibt man uns: Die neueste Nummer deS .Commonweal", des offiziellen Organs des Sozialist League, kündigt für den Monat November eine Anzahl Versammlungen, an. in welchen die Wiitwe des voriges Jahr in Chicago hinge- richteten Anarchisten Parsons Vorträge halten wird. Die erste dieser Versammlungen soll Sonnabend, den 10. November, in der Wornum Hall stattfinden. Sonntag, den 11. November, ollen dann zwei wettere Versammlungen im Regents-Park und HydePark abgehalten werden. Auf Verlangen wird Frort Parsons auch noch an anderen Otten Englands sprechen. Gesterreich-Ungar«. Dm Geh eimbundsproz eß, welcher gegen Dr. Adler in Wien vom Reichenbcrger Kreisgettcht angestrengt wurde, hat das k. k. Oberlandesgencht in Prag„nach Anhörung des l.!. Oderstaatsanwalts" dem k. k. Landesgericht in Prag „zur weiteren Durchführung und Entscheidung zuzuweisen de» unden". Das Schriftstück enthält als Motivirung der Delegi» rung des Prager Landeszerichtes die vielsagenden Worte:„aus Gründen für die öffentliche Sicherheit!"---- Schweiz. Die„N. Z. Ztg." schreibt: Eine Ediltalvorladung des Be« zirksqerichtZ Zürich fordest dm Pamphletär Hauptmann a. D. v. Ehrenderg auf, vor dem genannten Gestcht am 23. Ottober zu erscheinen, um die von ihm gegen Krüger er» bödme Ehwerletzungs klage als Pnvatkläger zu begründen. Selbstverständlich ist diese Aufforderung eine ganz platonische, denn— wie wohl auch die Mitglieder des Bezirksgerichtes wissm— Ehrmberg ist aus dem Gebiete der Eidgenoffenschaft ausgewiesm. Italien. Nach der„Riforma" wurden in Ventimiglia sechs Kilo kleiner Zettel beschlagnahmt, welche einen ähnlichen Inhalt hatten:(Es lebe Frankreich! Nieder mit dem Dreibund!), wie die am Donnerstag in Rom bei der Ankunft des Kaisers geworfenen. Dieselben stammen aus Marseille(?) und sollten nach Neapel geschickt werden, um am Tage der Ankunft des Kaisers daselbst vestheitt zu werden. Frankreich. Wie der„Temps" meldet, habe der englische Bot» schafter, Lord Lytton, von Goblet einige Äuflläiungm über die Anwendung des Dekrets, betreffend die Fremden, ge» fordert; Goblet habe dieselben sogleich gegeben und hinzugefügt, daß er bereits dem Minister des Innern mehrere Bcobachiungen über die Anwendung des Dekrets mitgetheilt habe. Goblet sei der Anficht, man müsse eine Ast von allgemeinem Zistular ad» fassen, welches den Beamten Instruktionen für gewisse Fälle an diejHand gebe. Wie der„Temps" außerdem meldet, würde der Verfassungs-Revisionsentwurf, welchm Flcquet einbringen wird, die Befugnisse des Senats beträchtlich ein» schränken, ihm zwar das Recht des suspensiven Vetos belassen, ibm jedoch die Befugniß entziehen, über die Auflösung der Kammer mit zu beschließen. Ueder die innere Lage und die Aussichten deS Boulangrsmus hat fich einer der Intimen des„brave gänSral", der Dcputilte Laguerre, vernehmen lassen. I« Laufe einer längeren Unterredung sprach er stch etwa folgender» maßen aus: Er glaube, daß das Kadinet SMoqust sehr bald fallen werde; brächte es einen Entwurf der Verfaffungsrevrflon ein, dann werde es, gleichviel wie dieser Entwurf fei, stets eine Majosttät finden, um denselben zu bekämpfen. Schlüge ei«ine völlige Revision vor, dann fiele es nach links, beantrage es par» tielle Revifion, dann fiele es nach rechts. Sollte es von dem Revifionsprojekt ganz absehen, dann würde es bei der Voliruna des Budgets Schiffbruch leiden. An seine Stelle würde dann wahrscheinlich ein oppostunistisches Kabinet von der Farbe Carnol's treten. Es läge übrigens sehr wenig daran, ob die Ministesten in schneller Folge hinter einander wechseln und die geheimen Fonds dazu Niemand länger als 6 Minuten zu gehen, um zu einer Post« anstatt zu kommen, dort ist's oft eine Reise und infolge der geringen Zahl der Postämter der Andrang so groß, daß das Warten nach dem Grundsatz, daß Zeit Geld ist. ein Vermögen rcpräsentirt. Da läuft der Nankee lieber das Ristko des Ver» lustes.— Man zerdstcht sich drüben eben den Kopf, was mit den Mehreinnahmen der Union anzufangen ist. Die.Post" scheint nach alledem noch reckt verbesserungsfähig zu sein. Gin schanerliches Familirndrama hat fich jüngst in dem im Kreise Offenbach a. M. gelegenen Städtchen Seligenstadt abgespielt. Der unverherrathete Klempner Karl Andreas Burkard war vor einigen Jahren nach Amerika ausgewandest, dann nach Hause zurückgekehrt und hatte fich bei feinem Vater niedergelassen. Eine fich von Zeit zu Zeit einstellende Schwer» muth, sowie Arbeits« und Menschenscheu legten den Gedanken nahe, daß der von Amestka Zurückgekehste an einer Geistes ge» stöstheit lstde, die jedoch zu besonderen Befürchtungen btther keinen Anlaß gegeben. Als jedoch an einem der letzten Abende der Töjährige Vater des Genannten denselben wegen eines ac» stngfuäigen Anlasses zur Rede stellte, zog der Sohn plötzlich einen Revolver und gab auf den Vater aus unmittelbarer Nähe drei Sckuffe ab, worauf letzterer todt zu Boden sank. Die ,ur Hilfe herbeieilende Schwester verwundete derRasende mtt einer Re» Mverkugel am Kopf. Dann flüchtete der Mörderin dm oderm Stock des HauseS und verbamkadiste fich dort mtt der Drohung. 'Aedm zu tödten, der sich ihm nähere. Die Gmdarmeste des Ortes, welche zur Verhaftung schretten wollte, wurde gleichfalls mit Kugeln empfangen, deren eine dem Fußgrndarm Gunst die Oberlippe verwundete, wahrend die andere die rechte Seile des« selben streifte. Mittlerweile hatten fich vor dem Hause große Menschrnmaffen angesammelt, und man suchte die Aufmerksam« keit des Wuthrnden von den Vorgängen im Innern dadmch abzulenken, daß man das Fenster des von ihm besetzten Zimmers mit der Feuerspritze angstff und unausgesetzt einrn starken Wasser» strahl nach dort gehen ließ. Nur so gelang es, die Thür drS Zimmers zu erbrechen und den Unmenschen zu bewältigen, der noch einen der zu feiner Verhaftung behilflichen Tagelöhner durch einen Schuß in den Oderarm verwundete. Der Vater- Mörder wurde zuestt in das Amtsgestchtsgefängniß abgefühst, von wo aus er.der Landesirrenanstall zur Beobachtung übergeben wurde. en. BfTJKtiWm, um dm Boulangismus zu bekämpfen. Die Anhänfler Bo-�langn'-! dewahrten dem gegenüber völligen Gleichmuth. Was die Auflösung der Kammer betreffe, so glaube er nicht daran, die Diehrhett wolle nichts davon wiffen. Die Herren 'Voltten alle wäbrend der Ausstellung noch Deputirte sein, ihr Mandat liefe erst am 18. Oktober 1889 ad, und sie würden ifcren Wählern keinen Tag schenken. Mit dem nächsten Jahre rrürde aber ein völlioer Umschwung eintretm. Die neue Kam» wer werde eine der Revision der Verfaffung geneigte Majorität, die aus verschiedenen Gruppen zusammengesetzt sein wird, mt» halten. Alsdann werde es nur noch Republikaner von einer Fmbc geben, das konservative Element würde sehr bald von allm Wahllisten verschwinden. Vermittelst des Listenskrutiniums würde Boulanger unzweifelhaft in deu 60 Departements, in denen er kandidire, gewählt werden. Sollte das System der Abstimmung geändert werden, dann würde der General in 250 Wahlbezirken gewählt werden, das würde allerdings 6—7 Mill. Jranks kosten, aber sonst wester nichts schadm. Naquct sei der Anficht, Boulanger müffe sich in allen Wahlkreisen zeigen; er lÄaguerret glaube, es sei unumgänglich, eine Auswahl unter jmen zu treffen. Diese Frage müsse später erst reiflich erwogen roerdm- Sei eine neue der Revision günstig gestimmte Kammer beisammen, so werde Boulanger nothwendigerweise von dem Präsidenten mit der Bildung eines Kabinets beaustragt werden. Als Konsellpräsident werde er sein Rev!fionsv:ojskt auf den Tisch des Hauses niederlegen. Der Senat würde dasselbe ver- werfen, darüber würde«S zum Konflikt und zur Auflösung kommen. Das übrige sei leicht zu erraihen. Weder der Präfi. dent noch der Senat könnten dem offenkundigen Votum des Landes widerstreben, mehrere Auflösungen hintereinander müßten vermieden werden. Man beschuldigte Boulanger häufig, einen 18. Brumaire vorzubereiten, die Regierung aber sei es, die auf einen 18. Fructidor hinfiele. Ueberhaupt versuche man, den General auf alle mögliche Weise zu kompromittiren. Man sei sogar sowest gegangen, ihn für die letzten Arbeitseinstellungen verantwortlich zu machen, in denen man seine Hand erblicke. Er habe andere Dinge zu thun. Wer wolle übrigens in die Zukunft sehen?„Die Ereignisse werden schneller Hereindrechen, als wir denken, und uns vielleicht mst gewaltiger Schnellizkest überraschen!" Großbritannien. Anläßlich der Whitechapeler Morde find drei ver« schiedcne Sstuationen deutlich bemerkbar. Die Bevölkerung ist weniger durch die Scheußlichkeit des Mordes, als durch die Er» folglofigkest der Polizei, des Mörders habhaft zu werden, in Enegung. Tie Polizei ist wieder weniger des MordcS, als ihrer Blamage vor der Bevölkerung wegen in Bewegung, und die Presse ist weder des Mordes noch der Polizei, soab des„lieben Publikums" wegen in Schwung. So ln- schiedene Interessen die Aufmerksamkeit von der(9 Sache ab. Das sittliche Moment wird vernachläsfigt, b werden vergessen, der Mörder wird alt und das Per.' wieder seinen normalen Gang. Die sozialdemokratische Föderativ n«e Castle hatte den Abgeordneten der Stadt, John Milfi laden, fick an einer Debatte über den aebtnündiaeN r B laden, fich an einer Debatte über den achtstündigen zu betheiligen. Morley hat aber das Ersuchen abzel«, er zu beschäftigt sei und nicht glaube, daß eine solar �* viel Nutzen bringen würde. Dagegen sei er bereit, von der Föderation im voraus eingehändigte Fraz«� Versammlung seiner Wähler zu besprechen, welche Endr» stattfinden werde. Amerika. Ein großer Theil der streikenden Angestellten d« bahN'Gesellschaft in Chicago soll die Arbeit wieder m baden. Kapitalistische Blätter theilen mit, d� die stellung in nächster Zeit ganz beendet sein wi».. da. Verhandlungen mit dm Unternehmern im Gange sivd-�.� 3U ia�e Min stammer einen, die fich aus dem Wo ie Findet man ie der Wärm daran steig t uSf'tzung,'dal unmstst.bar' Theater. Dienstag, den 16. Oktober. epmthNit«. Belmonte und Constanze, oder: Die Entführung aus dem Serail. Haaraspielha««. Keine Vorstellung. WaUaee-tiheoter. Madame Bonivard. Vorher: Der dritte Kopf. L»sst«r«-Lheatee. Zwischen zwei Herzm. Ventsche« Theater. Die Hermannsschlacht. Keoli'« Theater. My Sweetheart(Mein Schatz.) Friedrich• Milhelmstädtisches Theater. Die Fledermaus. Kelideaz-Theater. Dekorirt. Gidtoria-Theater. Die Dragoner der Königin. VeileaNiaare- Theater. Die Schloßfrau. Hierauf: Die Verlobung bei der Laterne. �.»nigstädtische» Theater. Berlin, wie eS weint und lacht. Teatral-Theater. Die Schmetterlinge. Adatf Trast-Theater. Die drei Grazien. Aarfraan»'» Kari�tt. Spezialttäten-Vor- stellung. Torrardia- Theater. Spezialttäten- Vor- Berliner Theater. Dienstag, den 16. Oktober: Demetrius. Tragödie in 5 Sitten von Friedrich von Schiller. (Klara Ziegler.) Mittwoch, den 17. Oktober: Michel Zlerrin. Lustspiel in 2 Atten von Meleville u. Duoeyrier. Deutsch von Louis Schneider. Jugendliebe. Lustspiel in 1 Akt v. Fournier u. Meyer. Deutsch von Wittmann. (Friedrich Haase.) *W Anfang 7 Uhr."M» Donnerstag, den 18. Oktober: Nie Kraut von Messt»«. Ein Trauerspiel in 4 Atten von Friedrich v. Schiller. (Klara Ziegler.) straße 52 Moritz ifiatz. Oranien- Theater der Keichehallen: Spezialttäten« «orftellung. Volks-Theater. (Früher Ostend-Theater.) Direktion F. Witte-Wild. Dienstag, den 16. Oktober: Zum erstm Male: N-»uät: ikovität: Die Stütze der Hausfrau. Posse mit Gesang in 3 Atten. DlaTeu-Tröfsnung 6; Uhr. Anfang 7z Uhr. Preise der Plätze: 1. Parquet 1,50 Mark, 2. Parquet 1,25, Seiten parquet 0,75, 1. Rang 1,25, 2. Rang 0,75, Balkon 0,50, 1. Rang- Fauteuil 1,50, Orchester. Loge 3,00, Parquet- Loge 2 vkark. Dutzend- Billets: 12 Billets 1. Parquet 15 M., 12 Billets 2 Parquet 12 M., 12 Billets 1. Rang 12 M.[697 Morgen, Mittmoch, zum 2. Male(Novttät!): Die Stütze der Hausfrau.(Novität!) Z[Heute Dienstag, den 16. Ottober 1888: Große Vorstellung. Artistischer Leiter: Herr Lndtsig Müller. Kapellmeister: Herr Gvkar Zimmer. Auftreten V. Speziaiiät. I. Ranges. Anfang 6 Uhr. Kaffeneröffnung 5 Uhr. Preise der Plätze: Logen 1 Mark, numerirter Sperrsitz 75 Pf., Mittelbalkon und Parquet 50 Pf., Entree 30 Pf. ELDORADO (früher Amercan-Theater. Dir. A. Reiff) iS Dresdener■ Strasse 55 ächnabl's humorist Soirtan. Arn. Zu« 1. Mol tn Kerltn. U-n. Königs-Tnnuel im«raud Hotel Alersnderplatz. Dienstag, den 16. Oktober: Täglich großes Konzert der derühmten Ungarischen Rational-Kapelle Pstsy Beptalsn aus Liptü-Szent-MiklüS in Original� Cfikos CostumeS. Großartige Eolo-Vorträge auf Biolwe, Cymdel und Clarinette. NB. Die Kapelle spielt sämmtliche Pieren ohne Noten. Enttee an der Kasse 25 Pf. Im Vorverkauf LS Vf. im Zigarrengeschäft von Herrn Mae», Alexanderplatz im Grand Hotel. Programm an der Kasse. Anfang 7 Uhr. Gustav Kunze. A? 'S-3 V Graf Dattenboom �=2 I Mach der grossen Parade '-a- 1 G) 2.3 f sfent Fürll Emll Schnabl, Jean Craffs, Florus, Mirzl Lehner, Austria Trio, Cilly Orosci. Aus vielseitiges Verlangen das so deliebte Duo Wiener Fiaker. Kerliner Droschkenkutscher. Anfang 8 Ubr. Kassenöffnung 6 Uhr. American Theater. Direktion A. Reiff. Wanaertheaterstrasae Mr. 15. Dienstag, d. 16. Oktober: Zum 39. Male: Die Weisheit Salomo�sky's. Berk. Lokalpossen-Pantomime von R. Anger. Debüt des vortrefflichen Salon-Humoristen Herrn Emil Neumann, genannt "�UrfbÄn" des mkomischen Bendix in (einer neuesten Glanznummer als Stuben. �Auftttten�des Jnstrumentalisten Herm Krüger und des Mimikers Herm Rivoli. Anfang 6t Uhr. Enttee 50 Pf., Billets vorher im„Jnvalidendank und Votmittags von 11 bis 1 Uhr an der Theaterkasse.__ 10 A. Va Kalse�Pansf Nur dreje Woche: Ko«. 11. Cycl. Zum ersten Male: f otsdam u. d. Trauerzug Kaiser Friedrich». ntree ä Cycl. 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. Der Dolksfreund. Fllusttitte Zettschrift für Unterhaltung und Belehrung. Alle 14 Tege 1 Heft(3 Bogen) zu 25 Pf. Redaktion: Emannel Wurm, Manfred MMich, Dreoden. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstatten. K-ste« Sl-ett für deu Arbeiter.[908 [811 w tirkus U. fecliumauu. Friedrich- Karl- Ufer. Ecke Karlstraße. (Am früheren Zirkus K r e m b s e r.) Dienstag, den 16 Oktober. Abends 7% Uhr: Grosse Brillanf.Vorstellung. Macarthy Das Schulpferd Dlalma. gmtten von Große Vorstellung mtt vorzuglrch gewahttem Peivcmm KpMllaker Kmcke 6 dicht Keim Hackesche« Markt, bedeutend größere Auswahl. Spandauer Brücke 6 am Hackesche» Markt. Irde Uhr m reparire» und retstg»« kostet mir unt. Garantte d. Gutgehens n. 1 Mr. so Pf«. Eine neue Feder kostet bei mtt 50 Pf. Prima Vatentgläfer 10 Pfensig. R. Kionka,[763 V 87. Adalbertsttaße Nr. 87.-MW Möbel, Spiegel u. Potsterwaaren eigener Fabrik wegen Ersparung der Ladenmiethe billig KrnvneuSraH»*8. Fager und Verkauf nur Hof pari. Zablung nach Uebereinkunft.[802 welches. de Herrührt, i ur, welche wir n also nicht ali Schmelzhitz« Wanne mv rmgslch chtea I Die Zunahm l aas« a■ Ig. dar. welche Warwar& Leisen Eigene Fabrikation von Damen- WäntM Nr. 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Es ist kann: da die Vermi ren sich zusai aussküb gegen di, re frage stemmt, vielleich »8t von «erantwortttcher Reoalttai"».«»anhetm in Berlin. Druck und Verlag von»»« Oebtng tn Berlin 8W.. Beutdirraße 2. HUn* Polizei, soil» ung. So iK- von der eq rnaldläsfist. � id das# veratio»� ?ohn M-l-- tsmndiflen� icben abzelA» eine solches er bereit, km Vigte' welche l Beilage zum Berliner BolNlatt. 243. Dienstag, de« 16. Oktober 1888. 5. Jahrg. ic did i(( die ftrdttnpc? da c5J9n � irgend einer Gegend eine destimmte Zu« ir der Warme nach der Tiefe des Erdinnem, so knüpft d«an stets-die verschiedenartigsten Folgerungen, unter der "Sschun�. dab die detreffenden Gesteine ihre jetzige Tempe- von gestellten t wieder d"h die �(�anaf unmitteld« durch Abkühlung aus dem urfpiünglich schmelz- iff�en Zu mnde erhalten baden. Jeun stammen aber die betreffenden Beobachtungen aus einen, die sich am Boden des Meeres oder von Binnen« aus dem Wasser abgelagert haben, während wir ein Ge« welches nachweislich direkt aus der Erstarrungs- de henührt, überhaupt nicht kennen. Die höhere Tempe- ur, welche wir in allen Schichtgesteinen der Tiefe finden, n also nicht als ein unmittelbares Uederdleibsel der ursprüng- g f«n �chmelzhitze betrachtet weiden, sondern die daran baf« ♦♦Tillr*®ärn,e muh von den in größerer Tiefe befindlichen Er- 1 R�KstUngssch chten Herrübren. Die Zunahme der Wärme nach Innen stellt keine Erschei- ,«ft dar, welche ausschließlich nur die obersten Schichten der laeiS6™1* detrifft, sondern diese Steigerung dauert bis zu „ ,-lif«wissen Tiefe gleichmäßig fort. Bis zu welcher Tiefe Nr. lostt Zunahme sich erstreckt, ist unbekannt, jedenfalls muß r in einer Emtfernung von der Oberfläche, die im Ver- -ist grauem Oberfläche hellsehen. y,. cv■.-- �fafl alle Gesteine schmelzen en, sebe isen. Fintastestl ,rnH ,mh?* Temperatur nach unten, daß Auftreten rÄfm Quellen, vor allem aber die Lavamaffen, welche .besten Julianen � w verschiedenm Gegenden ausströmen, liefern *5 Jn« Vorhandensein geschmolzener Massen im Erdinnern " Jrt uht direkten Beweis. Außerdem find die Bestandtheile vahl zu K9 Lauen, die an den verschiedensten Punkten der Erde bervor« -x- r?''0 über« instimmend, daß man mit Recht deren Ursprung l Qualität«»» einer zentralen Masse annimmt. Auch die Abplattung der * dient als Beweis für den ehemals feuerflüsstgen Zustand klden; ein ursprünglich starrer Körper hätte nicht die Gestalt rhmen könne», welche nach den Gesetzen der Mechanik einem enden, flüssigen Kö per zukommt. Die Annahme, daß das Innere der Erde feuerflüsfig ist. also die meiste Wahrscheinlichkeit für sich. Die An« n über die Dick: der festen Kruste find jedoch sehr ge« t und während die einen glauben, daß die geschmolzene e schor bei einer Tiefe von 5— G Meilen deginne, behaupten re, daß bei so vcrhältnißmäßig geringem Durchmesser nicht forderliche Haltbarkeit vorhanden fem könne. Humboldt Cordier nahmen eine weit bedeutendere Dicke der Eid« an, und zwar eine solche von nicht unter 20 geographischen en. Aber auch bei dieser Annahme ist das Mißverhältniß derSckale und dem keuerflüsfigen Kern immernoch ein %. 18 würde nicht einmal dem zwischen einem Ei und Schale gleichkommen. yp sB, Thompson, der fich viel mit der Lösung geologischer ���Mbbleme abgegeben hat, deruft sich darauf, daß durch die An- �����ßungskraft von Sonne und Mond Ebbe und Fluth auf der ,�1*»e eptslehen, und zieht daraus den Schluß, daß diese An- IISIW tzanzstraft fich in ähnlichen Erschein' ngen auf dem ganzen 'ö per äußern müsse, wenn nickt die Erdkruste dick genug i, um dieser Einwirkung Widerstand zu leisten. Derselbe hite behauptet ferner, daß der Erdlörper als Ganzes eine rhett defitzen müsse, die zwischen Stahl und Glas in der :e steht. Bon anderer Seite wieder wird die Hypothese aufgestellt, zwar im Erdinnem eine große Hitze bestehe, aber ein feuer- "w Kem nicht existire. Man begründet dies damit, meine beim Erstarren dichter, also spezisisch schwerer wer» und dadurch in der leichteren, flüsstgm Masse unterfinken ten. Anfangs würden allerdings die festen Thelle durch die ! im Innern wieder geschmolzen werden, allmälig aber die ählung nach dem Innern fortschreiten, bis fich schließlich ein : Kern im Zentrum gebildet hätte. Auf diese Weise wäre die Oberfläche zuletzt solid gewoiden. Diese Folgerung ist zwar sehr einfach, wird jedoch durch ' edene andere Thatsachen wieder in Frage gestellt. et man einen Lavastrom, oder auch nur er- ndes Metall, so zeigt es fich, daß, während fich die der Oderfläche vollzieht, das Innere des z und% an es eine solche Zähigkeit annimmt, daß ein Unterfinken der en Theile unmöglich wird. Zur Zeit nun, als die ganze gel feuerflüsfig war, muß auch fie, ehe einzelne Theile er« n konnten, eine gewisse Zähigkest angenommen haben, so also die Schlackenmaffen nickt unterfinken konnten» auch i sie etwas dichter als die Flüssigkeit selbst waren. Uedrigens durchaus nicht erwiesen, daß die Gesteine fich beim Er- zusammenziehen und also dichter werden! nach Experi- e»«j wie sie von Mallet und Siemens vorgenommen worden, *• 8- Glas, das mit den in Frage stehenden Felsarten .n e»'(/ Verwandtschaft hat, eine leichte Auedehnung, wie dies m-e» nflRl beim gefrorenen Waffer der Fall ist. Nach allem, was über Ii H UV*- Angelegenheit gesagt und geschriedm worden ist, muß das der Erde, wenn rs aus einer feuerflüsstgen Masse besteht, ig«bedi« i Hner sehr dicken Schale umgeben sein. . find besonders zwei Einwände welche, gegen vWTf Theorie vorgebracht werden. Zuerst wird geltend — rTtbchh die Zunahme der Wärme nach dem Erd« f-rt If 1*"" kei eine so rapide, daß schon bei einer 5 � von wenigen Meilen der Schmelzpunkt erreicht sein MlerKsW' e Man vergißt aber dabei, daß dort unten ganz andere w Wrisse henschen müssen, als an der Oderfläche. Wenn M. 4?« Substanzen bei diesem oder jenem Wärmegrade starr m so gilt dies nur für den atmosphärischen Druck, wie er von 1° r d«r Erdoberfläche herrscht: versetzen wir aber den Prozeß *a& �'kfe von 66 Kilometein hinab,>wo vielleicht IC f«*' Temperatur von 20 000 Grad herrscht, so re« «...--"tirt die dort auflastende Gesteinsmasse einen Druck 19000 Atmosphären, deren Einfluß auf dre g wir durchaus nicht feststellen können; und mit jeder nach der Tiefe steigt der Druck um weitere 2000 Atmo- r. Es ist bekannt, daß Eis durch Druck geschmolzen kann; da aber das Wasser beim Gefrieren fich ausdehnt, die Vermulhung nahe, daß auf andere Körper, die beim n sich zusammenziehen, durch Druck die entgegengesetzte ausgeübt wird. Dieses genügt, um den erwähnten ,. gegen die Dicke der Erdkruste zu entkräften. Andere fragen, woher das geschmolzene Material der ne stammt, wenn heißflüsfige Mafien erst in einer von vielleicht 200 Mellen auftreten; dieselben müßten ja jak% längst erstorrt sein, ehe fie die Oberfläche eneichen. Wir wer« den auf Vulkane in einem späteren Aufsatz zurückkommen; für heute genüge die Erklärung von E. Ryer, welcher der Anficht ist, daß, da in bedeutender Tiefe infolge des ungebeurm Druckes die Massen fich verdichten, dieselben wieder flüsstg werden, sobald der Druck aufhört und die zum Schmelzen nöthige hohe Temperatur noch vorhanden ist. Bilde sich nun durch irgend eine Erderschütterung eine Spalte, oder eine in die Tiefe reichende Verwerfung, so wird dadurch ein Theil des auf den unteren Gesteinsmassen lastenden Druckes entfernt, dieses Gestein wird schmelzen und in der Oeffnung emporge- trieben werden. Thatsächlich treten Vulkane stets da auf, wo die Oberfläche große Bruchlinien ausweist.— Dies kann nun als eine Widerlegung des zweiten Einwandes gelten, und somit bleibt also die Theorie ziemlich unbeanstandet, daß die Erdtruste bis zu einer verhältnißmäßig großen Tiefe hinabreichen muß. Kommunales. J«|?e?ug auf die Keeichtiguug de»«emeinde- wähuelist«» hat der Magistrat der Stadtverordnetenveriamm« lung die Mittheilung gemacht, daß er das städtische Wahl« bureau angewiesen habe, bei Berichtigung der diesjährigen Wählerlisten und auch für die Folge aus den Reklamations« nachweisungen und Steuerhedelisten alle Personen, welche nach erfolgter Feststellung der Kloffensteuerrolle durch die Direktion für die Verwaltung der dtreklen Steuern bis zum letzten Tage der für die Berichtigung der Wählerlisten vorgeschriebenen Zeit infolge Reklamation auf Stufe 1 der Klaffensteuer herabgesetzt oder freigelassen worden, ebenso diejeniaen, welche im abge« laufenen Etatsjahre die fie betreffenden Gemeindeadgaden nicht gezahlt haben, zu ermitteln und dieselben aus der Wählerliste fortzulassen. Die Ausführung hat den Erfolg gehabt, daß eine erhebliche Zahl von Personen in die diesjährigen Wählerlisten nicht aufgenommen worden ist, die nach dem bisherigen Ver« fahren darin gestanden haben würden. An Mehrkosten find in« folge der angestellten Ermittelungen bis jetzt 2289,20 M. ver« ursacht worden und wird bis I. April k. Js. für denselben Zweck wahrscheinlich noch eine Ausgabe von rund 1 360,80 M. erforderlich werden, zusammen also 3 650 M. i« städtischer Maiseupsteg» befanden fich am 1. Oktober d. I. zusammen 4627 Kinder. Zur Zwangserziehung überwiesen waren bis zum 1. Oktober c. 6 14 Kinder(492 Knaben und 122 Mädchen), ausgeschieden find 218, so daß am 1. Oktober d. F. noch in Zwangserziehung waren 396 Kinder(318 Knaben, 78 Mädchen). Von diesen befanden fich im Gcfängniß 8 Kinder (6 Knaben, 2 Mädchen), entlaufen waren 24 Knaben. Im Arbeitspause war der Bestand der Detinirten, Kranken und Erwerbsunfähigen am 30. September c. 1427, im Lazneth der Anstalt wurden 170 Personen verpflegt und in der Schule erhielten an demselben Tage 23 jugendliche Häus- linge Unterricht. Zur Beschaffung von Kleidungsstücken und Bezahlung der ersten Mietbe wurden bei ihrer Entlassung in der Zeit vom 1. Juli bis 30. September c. 88 Personen mit 507,32 M. unterstützt.— Im Hospitale des Arbeits. Hauses defanden fich am 30. September c. 428 Personen, im Friedrich« Wilhelms-Hospital, einschließlich der Filialanstalt 689, in der kleinen S t e ch e n a n st a l t 114, in der Frauen-Siechenanstalt 190 und im Depot für aus hiesigen Heilanstalten entlassene Obdachlose 32 Personen. ZsKftl»». Lebhaft« Klage» werde« über die ungenügende Wagenanzahl auf verschiedenen Pferdebahnstrecken laut. Be« sonders in den Mittagsstunden von 12—2 und Nachmittags von 4—8 Uhr, dann wjeder nach Schluß der Theater wird dieser Mangel empfindlich verspürt, und wohl nirgends mehr als auf den nach Westen auslaufenden Streckm. Am Abend werden ja regelmäßig einige„Einsetz." oder„Theaterwagen" eingeschaltet, aber deren Anzahl genügt meist nicht entfernt dem Bedürfniffe. Beispielsweise find die Wagen, die vom Zoolo« gischen Garten in die Nähe von Theatern führen, gewöhnlich schon am Lützowplatz besetzt, und die auf den weiteren Halle» stellen Harrenden haben das Nachsehm. Mit der„rolhen" Pferdebahn, die von den Besuchern der Philharmonie und deö Berliner Theaters benutzt wird, gicbt es bisweilen noch ein ZW« kommen, schlimmer aber steht es um die„grüne", die zum Wallner- und Refidenztheater führt, außerdem aber auch von den Besuchern des königlichen Theaters, deS Konzerthauses, der Reichshallen u. s. w. in Anspruch genommen wird. Äehnlich verhält es fich mit den vom Lützowplatz nach dem Lesfing- und dem Deutschen Theater abgehenden Wagen, die regelmäßig schon an der Poisdamer Brück: bis auf den letzten Platz gefüllt find. An den weiteren Strecken rufen dann die Schaffner tröstend den Abgewiesenen zu, daß gleich noch ein Wagen nachkomme, der „Alles mitnehmen" werde, aber die Männer reden die Unwahr« deit, denn an den zurückgelegten Hattestellen haben fie ja schon so und so viele Dutzende zurückgewiesen. Noch schlimmer als um die Fahrt zum Theater steht es um die Rückfahrt von dort; ein Ansturm von Hunderten bedroht manch- mal den rathlosen Schaffner. Kurzum die Pferdebahn« Verwaltung entspricht nickt entfernt den Bedürfnissen, und man könnte wohl verlangen, daß fie fich nicht mit dem schablonen- haften täglichen Einsetzen etlicher Wagen begnügte, sondern auch dämm sich kümmerte, od am destimmten Tage in diesem oder jenem Tbeatcr ein neues Stück aufgeführt wird oder ein be« rühmter Gast austritt,— Fälle, in denen eben die„Theater« wagen" mindestens zu verdoppeln wären. Wer ganz abgesehen vom Theater, auch sonst ist die Beförderung vielfach unzuläng« lich. In den Mittags- und Abendstunden, wo fich der Personenwechsel zwischen innerer und äußerer Stadt besonders ledhaft vollzieht, ist das Verhällniß kaum anders als in der drangvollen Theaterzcit. Zu Dutzenden stehen die Leute an mancher Halte« stelle, und wie wenige veruiaa das Gefährt noch aufzunehmen! Der Berliner Volkswitz, der fich nicht leicht etwas entgehen läßt, sagt denn auch, die berühmten„Thellstrecken" hätten ihren Nomen deshalb, weil an diesen Punkten immer nur ein kleiner Theil des Publikums aufgenommen werde. Die Sache hat aber auch ihre ernste Seite. Wenn einmal eine Pferdebahnverbin« dung hergestellt ist, so kann man fordern, daß fie für den Ver- lehr ausreicht; der Verwaltung scheint gänzlich entgangen zu sein, daß im Westen eine große Reibe neuer Straßen, ja ganzer Stadtviertel mit Tausenden von Bewohnern entstanden ist. Und wenn nicht Billigkestslückfichten, so sollten diejenigen des eigenen Vortheils für die Erwestcrung des Betriebes sprechen. Ein paar Fahrgäste und etliche Nickel weniger fällt bei einer so gioßcn Verwaltung nicht ins Gewicht, aber täglich ganz: Wagenladungen von der Beförderung ausgeschlossen, das macht doch bei der Jahresrechnung eine Summe, die mancher Reiche fich als Einkommen wünschen möchte. Den meisten Kesttzern von Kerliner städtischen Spar» stassrndfichern scheint noch eine Einnchtung der stäslischen Sparkasse unbekannt zu sein, welche fie über die Nothwendig» keit hinwegsetzt, diese Bücher zu verpfänden oder gar zu ver« äußern, wie das leider nur zu häufig zu geschehen pflegt, wenn die Betreffenden plötzlich in Geldverlegenheit gerathm. Sie glauben dann, an die vorgeschriebenen Kündigungsfristen gebunden zu sein und find frob, daß der„menschenfreundliche" Geld- mann ihnen unter„natürlichem" Abzug eines ganz horrenden „darnno" die nöthige Summe vorstreckt oder das Buch, das die Qusttung so manchen sauren Schweißtropfens bildet, verfilbert. Thatsächlich aber desteht für Niemanden der Zwang, auf diesem Wege einen Verlust zu erleiden. Bei persönlicher Legitimation nimmt nämlich die städtische Sparkasse von den für die Rück» Zahlungen der Spareinlagen vorgeschnebenen Kündigungsfristen Abstand, und zahlt den Einlegern in Nothfällen bei Vorlegung des Sparkassenbuches und ausreichender Legitimation auch ohne Kündigung selbst größere Beträge aus. Uebe» die zweckmäßigste Form der Krankenhäuser find die Bauverständigen noch immer nicht einig. Zwar wird das PavAon-System dem Bau großer, zusammenhängender Gebäude vorgezogen und auch unsere neuen großen Heilanstalten bestehen aus einer Anzahl solcher Pavillons, von denen jeder zur Behandlung einer bestimmten Art von Krankheiten ein» gerichtet ist und verwendet wird. Nun streiten aber die Bauverständigen über die zweckmäßigste Form dieser Pavillons. Während man dieselben bisher gewöhnlich als rechteckige Ge» bäude errichtete, vcrtheidigt neuerdings ein Frankfurter Bau» meister sehr nachdrücklich die runde Form für Kranken-Pavillons und rühmt bei dieser Form den alten Gebäuden gegenüber namentlich drei Vorzüge, die bei Krankenhäusern wesentlich in's Gewicht fallen: Einmal kann bei der runden Form die natürlichste Art der Adsaugung schlechter Luft aus den Krankenräumen durch Anbringung eines Luftkanals in der Mitte der Decke bewirkt werden, während die Ventilation der rechteckig erbauten Krankenhäuser von jeher die größten Schwierigkeiten gemacht hat. Ferner wird der runde Pavillonbau von der Sonne gleich» mäßiger erleuchtet und erwärmt, als die langgestreckten, recht- eckigen Gebäude und endlich soll fich der Bau runder Pavillon's für die Unterbringung einer bestimmten Anzahl Krankenbetten um eine nicht unbedeutende Summe billiger stellen, als der Bau eckiger Krankenhäuser. Einig find Äauverständige und Aerzte darin, daß unsere Heilanstalten in ihrer bisherigen bau« lichen Hersiellung manches zu wünschen übrig lassen. Daß die Nolizei immer da ist, wo st» sei« muß» lehrt folgende Thatsache: Am Sonntag hatten fich in Folge des schönen Wetters eine Anzahl Personen zu einem kleinen Ausflug ins Freie zusammengefunden. Als Treffpunkt war das benachbarte Wilhelmsderg bestimmt worden, wo in einem Lokal gefrühstückt werden sollte. Von dort sollte der Weg nach Weißcnsee eingeschlagen werden, um von diesem Orte mit der Ringbahn nach Berlin zurückzukehren. Als die Gesellschaft, welche ungefähr zwanzig Köpfe zählte, in Wilhelmsderg anlangte, hatten fich gegenüber von dem Lokal bereits drei bekannte Ber- liner Grheimpolistcn aufgepflanzt, welche fich in stillen Betrach- tungcn über die Theilnehmer ergingm. Nach Stärkung durch einen Imbiß wanderten die letzteren ins Freie hinaus und die �Geheimen" natürlich hinterher; so ging es durch das ganze Dorf Hohen-Schönhausen und von diesem Orte bis nach Weißen» see. wo die drei Herren voraufeilten, um die liebe Polizei, de» stehend aus 1 Gendarmen und 2 desäbelten Amts- oder Polizei» dienern, mobil zu machen. Von diesen Stützen der Staatsordnung wurden die Ankömmlinge nun in Empfang genommen und zum Sternecker begleitet. Nachdem man hier unter der dezeichneten Bewachung noch ein Glos Bier getrunken hatte, trennte fich die Gesellschaft, indem einzelne die Pferdebahn zur Rückfahrt be» nutzten, während die Uedrigen fich nach der Eisenbahnstation be» gaben.— Eine ähnliche Szene hat fich, wie uns mitgetheilt wird, an demselben Tage in der Frühe auch in einem Lokale in Treptow abgespielt. Auch dort waren eine Anzahl Arbeiter, die einen Morgenspaziergang unternommen hatten, der Aufficht Berliner Geheimpolizisten ausgesetzt. Vermuthlich erklärt sich diese„Mobilmachung" daraus, daß am Sonntag vor acht Tagen 500 Sozialdemokraten von einen„findigen" Berichterstatter im Grunewald bei Paulsdorn gesehen worden find, wo fie geheime Beratbungen od der bevorstehenden Landtagswahl pflogen. Das war allerdings nur eine Ente. Meber die Kerliner Umzüge und die Miethspreise bringt das soeben erschienene„Statistische Jahrbuch der Stadt Berlin" eine Reih: von Betrachtungen, die fich zwar auf das Jahr 1885 beziehen, trotzdem aber von allgemeinem Interesse find. Danach hatte fich die Zahl der Miethserböhungen geaen das Vorjahr fast verdoppelt(27 353 gegen 14 349), die der Er» Mäßigungen ist von 4850 auf 3795 herabgegangen, die Zahl der Umzuge von 144 965 auf 146 073 gestiegen. Die Gesammt- der Micthserhöhungen im Lauft eines Jahres war bereits 12,7 Mal so groß als im Jabre 1879, die der Ermäßigungen ist scttdem auf den zwölften Theil gesunken. Die relative Zahl der Umzüge«igt eine stetige Abnahme. Es kamen auf 1000 vennictbete Wohnungen im Jahre 1879 646,5, im Jahre 1885 472,4 Umzüge. Im letztgenannten Jahr war die Zahl der Eidöhungen am größten auf dem Wedding(221 auf 1000 Wohnungen), nächstdem folgt die Qranien« durger Vorstadt(143), die Rosentbalcr Vorstadt(142), das Stralauer Viertel(120), darauf die Friedrich- Wuhelmstadt mit Moabit und Thiergarten- Vorstadt(73), das Königsviertel, die jenseitige Luisenstadt, die Friedrichs« und Tempclhofer Vor- stadt, die diesseitige Luisenstadt mit Nm-Cölln, die Alt- und Dorotheenstadt und schließlich die Friedrichstadt mit 29 Er» höhungen auf je 1000 vermiethete Wohnungen. Verbältnlß« mäßig die meisten Umzüge fanden in der Rosenthaler Vorstadt l0tt m L0UU� vernnethete Wohnungen), nächstdem auf dem Wedding(557), w der Oranienburger Vorstadt(507). Es !Acn Moabtt nnt Fnedrich. Wilhelm, t cht und Thiergarten, das Königsviertel, das Stralauer Viertel, die Friedrichs« und Tempelhofer Vorstadt, die ,-nseitige Luisenstadt, die Friedrichs» und Schönederger Vorstadt und das Spandauer Viertel(453). Z» den übrigen Stadttheilen ist die Zabl der Umzüge unter «»pro Mille geblieben, nämlich in der diesseitigen Luismstadt (385), in der Friedrichstadt(373) und in der All« und Doro« theenstadt(337). w, S-schlagn-chme. Wie einine Abendblätter mittheilen, ist dieBroschüre„Friedrich der Edle und seineAerzte" von Sir Morel! Mackenzie am Montag Vormittag sofort nach dem Erscheinen von der Polizei beschlagnahmt war» den. Wie nach der„Nordd. Allg. Ztg." verlautet, hat das Ge» richl zu Mühlheim die Beschlagnahme wegm Majestätsbeleidi« gung ausgesprochen und auf Grund dieses gerichtlichen Bc» scklusses der erste Staatsanwalt in Duisburg die Beschlagnahme ausführen lassen. Wir päher« nno der Zelt der Dalle, und wenn auch die großen öffentlichen Vergnügungen dieser Art noch auf fich warten lassen, so wird doch in engeren Kreisen schon munter das Tanzbein geschwungen, und für das heranwachsende Ge» schlecht Hot die Tanzstunde begonnen. Da schallen nun durch die schillernden Säle die Kommandorufe: comx'.iweut, balancez, im* est-' traversez u. s. w., urb über den glatten Paiquetboben „chasfiren" ober„changiicn" bie Paare ober le cavalier seul! Ja, so eifrig man in bürgerlichen unb amtlichen Kreisen bemüht ist, unsere Muttersprache von allem überflüssigen Fremben zu reinigen— löbliche Bestrebungen, welchen fich auf bie Dauer wohl auch nicht bie Speisezettel bet Gastwirthschaften widersetzen werben— bie Vebeutschung bet Tanzkarte ist bisher nicht versucht warben, wenigstens nicht ernstlich. Allerdings trat vor einer Reihe von Jahren in Berlin eine Versamm» lung von Tanzlehrern nnb verwanbter Bamfsgenoffen zusammen, welche auch bie Berbeutschungsfrage erwog, ober bie Verhanblungen hatten kein thatsächliches Er- gebniß; höchstens baß hie unb ba bet eine ober anbete Ausbrud verdeutscht wurde, aber bie Tänze behielten ihre franzöfischen Ramen unb, von jenen geringen Ausnahmen abgesehen, ihr franzöfisches Kommando. Davon ist freilich in Volksschichten, welche bie unverständlichen Fremdwörter nicht zu beuten wissen. Manches launig übersetzt worden, nach Art des „Müller Voß" in Reuter's„Franzosentied". Auf Tanzvergnügen von plattdeutsch Rebenben kann man im Reigentanz statt en avant „anne Wannb" unb statt en arribre„anne Dhär(Thür) rufen hören, und in Berlin macht ja der urkomische Benbix in seinem „Eonire" ähnliche Scherze. Ganz ernsthaft aber hat nun den Kampf gegen das Welschthum des Baalsaales Dr. Theobulf Fels in seinem Büchlein„Die deutsche Tanzkarte" aufgenommen (Düsseldorf, Felix Bogel). Der Mehrheit der Vorschläge kann man zustimmen, unb für andere Bezeichungen, welche weniger glücklich erscheinen, dürfte fich unschwer Besseres finden lassen. Was zunächst die Ramen der Tänze anbetrifft, so sollen wir in Zukunft statt Polo- naise„Ballmarsch" sagen,„Reigen" statt Contretanz,„Vierer" statt QuabMe älacour,„Gesellschaftstanz" statt Kotillon.„Polnisch" statt Polka-Mazurka dürfte Manchem nicht einleuchten wollen, aber wenn wir einen Rheinländer und einen Schottischen tanzen, weshalb nicht auch einen Polnischen? Wie der Eonire den deutschen Namen„Reigen" erhalten hat, so auch bie einzelnen Abtheikmqen(Touren): Wechselspiel, Querfeldein, Bunte Reihen, Paarelösen. Nicht minder glücklich unb für den Tanz- kunbigen durchaus verständlich find bie Merkrufe(Kommandos) verdeutscht: Verbeugung, Plätzewechseln, Wiegeschritt(balancez), Damenwinde, Runde, Reihenwinden, Trennung, Wieber- bringen, Tauschpaar u. f. w. In ähnlicher Art ist der Vierer (Quadrille a la cour) verdeutscht. Die verschiedenen Abtheilungen benennen fich: Einzelgrüße, Freundschaftstanz, Mühle, Besuche, Blumengewinde, unb für bie Anrufe finden wir außer den bereits im Reigen angesühtten Ausdrucken: Damengruß, Ueberlreuz, Reihentanz, Gegengmß, Mühlchen, Besuch zur Rechten unb Linken, Riegenwinden, Riegenkreuzen, Riegen- scheiden, Winbekranz. Es ist ein alter Aberglaube, baß die deutsche Sprache gar zu umständlich sei und oft eine Menge Worte für Dinge brauche, welche fich in fremder Zunge mit einem knappen Ausdruck bezeichnen lassen. Das genaue Gegen- theil hiervon beweist unser Büchlein. Wie bezeichnend unb knapp für die sechs Motte„Lea qnatre dainea en derni rnonlinet" das eine volltönende„Damenrad!" Und nun gar das schwerfällige, im Getöse des Ballsaales verhallende„Le prernicr couple traverse et passe au rnilieu du couple de via-d-vis, qui se sspare et traverse",— siebzehn Worte, an deren Stelle wir kurz und bündig rufen:„Paar durch Paar!" Die tanzftohen Leser und Lesettnnen ersehen aus diesen Bei« spielen, daß wir es nicht nöthig haben, unseren Tanzschritt nach den Anrufen einer Sprache zu lenken, deren Angehörige von dem deutschen Marschschritt längst überflügelt worden find. Freilich glauben wir nicht, daß fich die Anwendung überall plötz- ltch durchführen läßt. Mancher, dessen Ohr nur an bie Fremdwörter gewöhnt ist, dürfte durch bie Laute bet eigenen Muttersprache in Verwirrung gesetzt werden. Aber der Jugend gehört bie Zukunft, fie möge in unserer Muttersprache in der Tanzkunst unterwiesen werden und in unverfälschter Art den Reigen schlingen. Ist so erst daS junge Volk gewonnen, bann dürfte in der That der Verfasser unseres Büchleins jener„Fels" werden, auf den fich die deutsche Tanzkarte gründet. zleber Nergiftunge« durch Pilze schreibt bie„Weser« Ztg.":„Die Fälle von Vergiftungen durch den Genuß schab- lieber Pilze gehören leider noch immer nicht zu den Seltenheiten, fie wiederholen fich oielmehr fast alljährlich, ungeachtet der schon so häufig durch die populären und wissenschaftlichen Zeitschriften erlassenen Mahnung zur Vorficht. Auch in diesem Jahre haben wir bereits verschiedene solcher Fälle zu verzeichnen; einer der» selben, mit tödtlichem Ausgange, ereignete fich noch kürzlich in Schwerin an der Warthe und zwar unter folgenden Umstanden. Der Gymnafiallehrer Spastecki. welcher fich eifrig mit dem Stu- biutn der Pilze beschäftigte, suchte schon seit langer Zeit bei seinen botanischen Ausflügen nach den sogenannten Kaiserschwämmen, denjenigen Pllzen, welche in Deutschland so sehr selten find. Seine Freude war daher groß, als er endlich zwei Exemplare fand, die er für die gesuchten hielt. Er ließ sich dieselben zu- bereiten und verzehrte fie, erkrankte aber bereits am selbigen Abend und verschied unter furchtbaren Schmerzen. Wie nicht anders anzunehmen, handelt cs fich im vorlie» genden Falle, um eine wirkliche Vergiftung und zwar ohne Zweifel hervorgerufen durch den irrthümlichen Genuß des giftigen Fliegen- statt des eßbaren Kaiserschwammes- Da diesen Pllzen eine gewisse Aehnlichkeit nicht abzusprechen ist, so gebort eine Verwech.lung derselben allerdings nicht zu den Un- Möglichkeiten, indeß glauben wir, daß bei genügender Vorstcht ein so tragischer Vorfall wie der bezeichnete hätte vermieden werden können. Da vielleicht manchem Leser der eine dieser beiden eigenthümlichen Pilze unbekannt sein wird, nehmen wir Veranlassung, fie einer kurzen Betrachtung zu unter- ziehen. Wie wir bereits erwähnt haben, gehört der Kaiserschwamm nicht zu denjenigen Pllzen, welche man in Deutsch« land gewöhnlich massenhaft vorfinvet, seine eigentliche Heimath ist vielmehr vorzugsweise das südliche Europa, namentlich Jta« lim, wo er gegen Ende des Sommers in ven Wälvern sehr häufig ist. In seiner Jugend gewähtt dieser Pilz, wie so mancher andere seiner Gattung, ein eigenartiges Bild. Der Hut sckließt sich nämlich flach an den Stamm(Sttel) an; der ganze Pilz ist von einer weißen Hülle überzogen, so daß er daS Ansehen eines Eies hat. Sobald nun der Hut unter der Hülle wächst und fich ausbreitet und der Stamm fich bebt, wächst die Hülle nicht etwa mit, sondern platzt. Ihre Theile bleiben(Heils am Fuße des Stammes, theils auf dem Hute als lösbare Fetzen zurück, während der Hut halbkugelföcmig Heroottritt und sich während des Wachsens nach den Seiten hin ausdehnt. Dabei zeigt er eine schöne orange- oder dunkelgoldgelbe Farbe, während der Stamm, sowie die Plättchen blaßgelb und der Ring ein weißes Aussehen hat.— Bewerft zu werden verdient, daß schon den alten Römern der Kaiserschwamm bekannt gewesen ist, fie nannten ihn Bolews und er war ihnen eine außer« orvenlliche Delikatesse, namentlich den reichen Leuten, die, nach Äattial, gern an der Tafel ihren Bauch mit ihm füllten. Sie bereiteten ihn, wie Apieius berichtet, entweder in gekochtem Weine mit einem Büschelchen Cottander zu, oder in Fleischbrühe mll dem gewöhnlichen Gewürz, wozu man noch llls Sauce Honig, Oel und Eigelb setzte. Der deutsche Name„Kaiserschwamm" gründet fich sogar auf eine Thatsache der römischen Geschichte. Plinius sagt nämlich:„Die Boleten sind jedenfalls eine vottreffliche Speise, find aber auch schon zu einem entsetzlichen Verbrecken benutzt worden, indem der Kaiser Tibettus Elaudws durch Gift ums Leben gekommen ist, welches seine Gemahlin Agttppina unter, ein Boletengettcht gemischt hatte." Suelonius führt tn semer Lebensbeschreibung des K aa stäs aiäiÄts cräsrstasa schwamm. Der Fliegenschwamm ist mehr im nördlichen Europa ver« breitet, wo er sowohl im Sommer wie im Herbst überall in den Wäldem wächst. Er ist so ziemlich bekannt durch die wunder- bar schöne dunkel« oder gelbrothe Farbe seines Hutes, wozu noch kommt, daß dieser mit zahlreichen weißen Hautstückchen oder lckigen Warzen, wenn man fie so benennen will, besetzt ist. Von dem Kaiserschwamm unterscheidet er fich, abgesehen von dem Hute selbst, durch die weiße Farbe seiner Plättchen und des Stammes, letzterer ist walzigrund und unten mit einem Knollen versehen. Da der Fliegenschwamm schädliche Eigenschaften befitzt und schon vielen Personen, die ihn genossen haben, das Leben gekostet hat, wie auch der oben mitgethellte Fall zeigt, so kann nicht genug vor demselben gewarnt werden. Ihre Wirkung äußern giftige Schwämme gewöhnlich nickt so- fort, sondern vielmehr eine geraume Zeit nach dem Genüsse der- selben. Unwohlsein, große Schwäche. Beängstigung des Magens, Magenschmerzen, Uebelkeit und heftiqel Erbrechungen find die ersten Symptome dir Vergiftung. Die Hitze der Eingeweide, sowie Mattigkeit und Schmerzen werden fast anhaltend; daraus folgen Krämpfe und Konvulfionen. Werden diese Erscheinungen nicht durch die angewandten Hilfsmittel vermindett, so bemerkt man bei einigen Personen Schwindel, dumpfes Irresein und Betäubung, unterbrochen durch Schmerzen und Konvulfionen. Andere dagegen werden nicht betäubt, die Schmerzen und Kon- vulfionen erschöpfen die Kräfte; es stellen fich Ohnmächten und kalter Schweiß ein. Der Tod endlich, von dem Kranken vor- empfunden, beschließt die Reihe der Leiden. Bei dergleichen Vergiftungen muß man so schleunigst wie möglich einen Arzt zu Rathe ziehen, inzwischen aber, namentlich in dem Falle,«0 sofortige ärztliche Hilfe nicht zu erlangen ist, muß man fick bemühen, möglichst viel Erbrechungen hcrbeizu- führen, nöthigenfalls durch Anwendung eines Brechmittels, um auf diese Weise das Gift aus dem Magen zu entleeren; auch empfi-hlt es fich, um den Darm zu reinigen, einen Theelössel voll Rizinm ol einzunehmen und dies nach etwa einer halben Stunde zu wiederholen. KchWefrlsflure«ud Gralsaurr werden in vielen Haus- Haltungen zum Putzen von Metallgegenständen stets vorräthig gehalten und find gewöhnlich den Dienstboten in Verwahrung gegeben. Durch diesen Brauch wird, worauf wir wiederholt hingewiesen haben, den Selbstmordversuchen von dienenden Personen Vorschub geleistet. Bei den Berliner Aerzten, besonders bei den Hospitalärzten, ist es eine clte Erfahrung, daß Dienst- mädchen, für welche wegen Selbstmordversuches ärzttiche Hilfe gefordert wird, zumeist Schwefel- oder Oxalsäure genommen haben. Die Gifte find den Mädchen so bequem zur Hand, daß fie am ehesten danach greifen, wenn fie Herzenskvmmers oder wegen gerechten oder ungerechten Tadels meinen, fich das Leben nehmen zu müssen. Würden fie um die Beschaffung eines Gift« stoffes erst einen Weg machen müssen, so würde, nachdem ein« mal die Erregung vorüber ist, der Selbstmordversuch zumeist unterbleiben. Für diese Wahrnehmung bieten die neuesten stattstischen Tafeln der Chattteeverwaltung einen neuen Beleg. Im Jahre 1887 88 wurden in die Chattree 8 Personen, welche Lraljäure genommen, und 9 Personen, welche Schwefelsäure getrunken halten, eingeliefert. Von allen diesen war nur je eine männlichen, die übrigen waren weiblichen Geschlechts. Noch deullicher spricht ein anderer Umstand. Jnsgesammt wurden 26 Frauen und Mädchen, die Selbstmordversuche gemacht hatten, zur Chatttee gebracht. Nicht weniger als 15 davon hatten Oxal- ober Schwefelsäure genommen. Käme man davon ab, diese Säuren im Handverkaufe abzugeben und im Haushalt aufzubewahren, so ließe fich die Zahl der Selbstmorde in Berlin etwas herabmindern. purch den Hufschlag eine» Pferde« wurde gestern früh vas Leben eines jungen Menschen, eines LackirerlehilingS Max N. aus der Teltowerstraße 22, arg gefährdet. Derselbe war von sttnem Meister damit beaustragt worden, nach einer in der Kleinen Möckernstraße belegenen Schmiede ttn Keines Na« mensschild hinzutragen, welches der Schmied an ttnen bei ihm zur Reparatur befindlichen Rollwagen anschlagen sollte. Auf dem Schmiedehofe angelangt, hatte der junge Mensch ttne Reihe von bort angekoppelten Pferden zn pasfircn, welche des Hufbeschla- gens harrten. Ob der Bursche nun die Pferde durch Schläge ober irgend eine andere Manipulation erschreckt halt?, konnte nicht festgestellt werden; genug, das eine derselben hieb plötzlich, ängsllich wiebernd, hinten aus und traf den N. so heftig gegen den Unterleib, daß derselbe lauttos zusammenbrach. Seitens des Schmiedemeisters wurde sofort ein Arzt herbeigeschafft, des» gleichen dem 13. Polizeirevier Anzeige von dem Unfall gemacht, und letzteres veranlaßte. nachdem der Arzt schwere innere Ver- letzungen des Leibes festgestellt, die schleunige Ueberführung des verunglückten Burschen in ein Krankenhaus. Itach ritt»» feiten» de» Kanfmirnn« K. in der Branden- burgsiraße der Kriminalpolizei erstatteten Anzeige sollte demselben während des letzten großen Umzuges am 3. d. M. ein Planin o abgeschwindelt werden. Als am genannten Tage Rachmittags Herr B. mit seiner Frau ausgegangen war, meldeten sich bei dem nur allein anwesenden Dienstmädchen drei Männer unter dem Vorgeben, daß fie beauftragt seien, das Piano abzuholen. Der mitgebrachte Möbelwagen stand vor der Hausthür. Als das Mädcken Bedenken gegen die Ausantwortung des Pianos erhob, erklärte einer der Männer, welcher fich als Fuhrwerks- besitzet Sch. aus der Milhelmsstraße Nr. 3 bezeichnete, daß der Aus trag von einem mit Hellem Ueberttibet bekleideten Herrn in der Hornstraße ettheilt worden stt. Das Mädchen behartte indeß auf ihrer Wttgerung und rief schließtick einen Buchhalter des B. zum Beistand herbei, bei dessen Erscheinen sich die Schwindler entfernten. Gin Schntzmanu wurde in der Nacht zum 2. Oktober er. um 11 Ulw 25 Mimten vor dem Höllischen Thorgebäude durch eine mit einem Schimmel bespannte, vom Belleallianceplatz nach der Bellealliancestraße fahrende Droschke 1. Klaffe überfahren, welche mit einem Herrn als Fahrgast besetzt war. Da das Zcugniß dieses Herrn zur Aufklärung des Sachverhalts von Bedeutung ist, so wäre es erwünscht, wenn fich derselbe beim hiesigen Kriminal-Kommissariat. Zimmer 78, melden ober seine Adrefie schriftlich mitthttlen würde. Gi»«»bekannter Mann, welcher gestern Abend in der Chausseestroße in hilflosem Zustand anscheinend schwer erkrankt an der Erde liegend vorgefunden wurde, ist durch das 8. Polizei-Revier zur königlichen Chatttee transportirt worden. Gi» Mahnstnniger» welcher bis jetzt noch nicht rekognoszitt worden ist und fich auch weigert, über seine Personalien nähere Auskunft zu geben, erregte in verflossener Stacht in den zum 15. Polizeirevier gehörigen Straßen der Rosenthaler Vorstadt das Mitleid der Paffanten. Nur mit Hemd und Schlafrock bekleidet, irrte der Unglückliche in unsäglicher Angst durch die Straßen, unaufhörlich die Worte stammelnd: Mein Kind, mein armes Kind. Zur Wache des Polizeireviers ge- bracht, ettlätte der unbekannte Wahnstnnige dem hinzugerufenen Bezittsphyfikus, er stt 80 Jahre alt,— in Wirklichkeit ist der Unglückliche aber etwa 30 Jahre alt,— und müsse das ihm ab- Händen gekommene Kind suchen. Der Unbekannte hat sich so in diese fixe Idee hinttngelebt, daß er weiter keine Frage beant- wottet; er wurde zur Jrrenstation der königlichen Chatttee ttn- geliefert. Kewegung der Kenölkerrng der Ktadt Kerlin. In der Woche vom 22. bis 29. September d. I. fanden 470 Eheschließungen statt. Lebendgeboren wurden 889 Kinder, darunter 109 außerehelich, todtgeboren waren 42 mit 7 außerehelichen. Die Lebendgeborenen find 32,2, die Todtgeborenen 1,5 pro Mille der Bevölkerung, die außerehelich Geborenen find bei den Lebendgeborenen 12,3, bei den Todtgeborenen 16,6 pCt. Die Zahl der gemeldeten Sterbefälle betrug 611, die fich auf die Wochentage wie folgt vettheilen: Sonntag 89, Montag 102, Dienstag 84, Mittwoch 87, Donnerstag 85, Freitag 80, Sonnabend 84. Von den Gestorbenen erlagen an Ma> ann fern 6, Scharlach 5, Pocken—, Diphtbentis 18, N». Keuchhusten 8, Kindbettfieber—, Typhus 5, Ruhr 2, Safl,. begleitenden Altersschwäche 15, Gehirnscklag 21, LungenentzundA"� Lungenschwindsucht 87, Diarrhöe 33, BreckduaM"� und die% Magendarmkatanh 24. Eines gewaltsamen Todes i�w�ung gezoger 9 Personen, und zwar durch Verbrennung ober Verttüi?ufen und habe Ertrinken 1, Erhängen 4, Verqiftuna 1, Sur Schlag 3. Hierunter find 5 Todesfälle durch, mord herbeigeführt. Dem Aller nach find storbenen: unter 1 Jahr all 264(43,2 pCt. (et, so daß er g )m et die Verm 'ltuch. Zunächst r � zzZduktev bändler a 60&*%%% In hiesigen Krankenhäusern starben 113, einschließlich �z�Tagem Dell Säsä«&& KAÄWN 50, Stralauer.. Viettel, östlich(Viib) 41, Königftadt K� �r F�ekl n, konnte fich, knüpfte deshal .lß mit einer i filetch nun dieses tte es dennoch z ern endete m de Trennum eranlaßte. R Düsseldott 29,0. Elberfeld 22,1, Frankfurt a.'M. 18,4, mll Vororten 20.8, Hannover 18,6, Köln 26,9, Königs � Aufforderur Leipzig 17,8, Magdeburg 19,1, München 26,1, R% Stettin 26,1, Straßburg i. E. 23,8, Stuttgart 15,4 fp Spandauer Viertel(IX) 33, Rosenthaler Vi ltch(Xa) 47, Rosenthaler Vorstadt, nördlich Oranienburger Votttadt(Xi) 48, Friedrick- Will Moabit(XU) 43, Wedding(Xlll) 41. Die S 22,1 pro Mille der fottgeschttebenen Bevölka (1 445 432).— Die Sterblichkeitsziffer in folgenden des Deutschen Rttches mll mehr als 100 000 Einwahl' in Aachen 20,1, Altona 23 3, Barmen 13,6, 33to»t neranlafete Breslau 26,9, Chemnitz 25.4, Danzig 29,5� Dr% In anderen Großstädten Europas mll mehr all Einwohnern bttrng die Sterblichktttsziffer irr Amü, Budapest(Vorwoche) 27,5, Dublin 24,3, Liverpool 19,6.- 16,0, Patts 20,1, Petersburg(Vorwoche) 24,1, Wa' wocke) 29,0, Wien«Vorwoche) 20,3 pro Mille.— 3662 Zugezogene, 2699 Weggezogene gemeldet, so Bevölkerung mit Einrechnung der nachttäglich geme borenen und des Zuschlages, der den Weggezogenen i mäßig zugerechnet werden muß, um 1038 vermehrt botij wobnerzahl beträgt sonach am Schlüsse der Bei 1 446 515.— In der Woche vom 30. September bis kamen zur Meldung Infekt ions- Erkrankungsrälle< 22, Masern 85, Scharlach 80, Diphthetttis 107, soll et co ferner sein x Forderung 1 k, vom Ger nach der mmen haben. Verjährung für Arrestbruchrs fi ne Pferde geh« t, welches zur j nden Akten et igten am 3. I t worden war. e von ihrem S zurückgenommen siebet 4.(ziehen und man poltzeibericht. Am 13. d. M. Vormittags.�trafen. Ob das Bäckerlehrling von einem auf dem Hofe Möckemtiraftt Zeugin nicht. stehenden Pferde ,_ das er muthwillig neckte, einen n Mißkandlungei gegen die linke Seite und mußte wegen der eri ietzung mittelst Droschke nach der Charitee gebracht, An demselben Tage Rachmirtags wurde in der EÜ" nahe der Grttfswalderstraße, an einem Zaune eine etwa 35 Jahre alte Frauensperson bewußtlos und ganz durchnäßt vorgefunden. Sie wurde mittelst dem Krankenhause im Fttedttchshain gebracht.— Zeit wurde ein Mann in Gegenwatt sttner ihn Ehefrau vor dem kaiserlichen Palais Unter den einem Schlaganfall bettoffen und mittelst Droschke Klinik gebracht, wo jedoch nur der inzwischen ttn. festgestellt werden konnte.— Am 14. d. M. Mo auf dem Zeltenplatz im Thiergarten ein Mufiklel Schußwunde in der rechten Schläfe todt aufgefu dieselbe Zell wurde eine Handelsfrau in ihrer Wol fSüffl'te srs&'Äsfta. durch dm Hufschlag eines Pferdes eine st erbe" letzung am Unterittbe, daß er nach der Chatttee ge" mußte. *_# DergMgtmgs-Chronik. Heut« geht, wie schon mitgethttlt, im Boll» die neue Posse der Herren Karl und Hirsche!:„Du Hausfrau" in Szene. In derselben find in Haurt Damen Hellmer, Widmann und Schimura und Tyitowski, Maurice, Mickler, Waldemar und schäftigt. fter könne auch t worden sein. gen der Zeugin " und Arrestbi >e Gefängniß u it fand d n Äng belegte ihn ha! ffii«» jähzarr sten Folgen hat: ffellen Karl Eckw« 'ckts l. Der An seilen Platczinski "fliat. Der letzti Gehorsam unl Handgemenge, Boden gcworfl onung, die ihm iff ttne Feile ui tset brach sofort ' Charitee gab, r ihm durch die r zum Glück die bete nach etwa le. Der Sachve werden könne Der Staats ißstrafe von r heidiger, R.-A. geklagten milden tfängnißstr« Zi-»Mitchpi Schöffengericht, Gerichts-Zeitung.. ,,. Ir Zeit viel Aufsehen erregt, gegen dcn Rcgierungsbauführer A., welcher wegen U' der§§ 117, 118 deS Slraßenpoliztt-Reglements angl Diese bedrohen die Nichtfolgeleistung der der Sicherheit, B, quemlichkttt, Rttnlichkttt und der öffentlichen Straße ergehenden Anordnungen fichtsbeamten mll ttner Geldstrafe bis zu 60 M- 4%% ÄtTÄfe?''.« Ingenieur, der wegen ttner Uebertretung si�LSrn verhandelt Kurz zuvor hatte ttn Schutzmann eine exedirende Milckkänt und war nach Erstattung sttner Anzeige wieder aus JW die sogena zurück gekehrt. Als er dort vor dem Hause den Angellag � � ZMch untc forderte er ihn in dem Glauben, es stt der Zudä.�Hch" ,u oct(ou litten Frauenzimmers, auf, fortzugehen, worauf frisch sjj ad gemacht und lEinzelhellenve werden näm fe gezogen, w als von ihr hfrage sich der Chemiker d< Verwunderung darüber Ausdruck gab, daß er n'�LÄtzbem wird sc habe, auf ttnen Freund zu warten. Das genügte vcw � diel auch den A. wegen Nichtbrfolgung seines Befehls#*. spezifisches Gen bringen. Der Angeklagte erklärte im Termin, daß diesem Falle ihn gleich mit den Worten angesprochen habe:"»Ifischcm Gewich wohl hier auf Ihre Liebste?" Nur über diese 3'v�bern eine Bei fick verwundernd ausgesprochen, auch stt der Straßen-Q.... ihm nicht im Mindesten gestört worden. Dies tyybiger versuchte der als Zeuge vernommene Schutzmann, welcher der IL'oluei rede stellte, die ihm vom Angeklagten imputirte y Z�ck haben zu haben. Der Amtsanwalt beantragte 3 M-, schlechtere klagte auf die Aufforderung sofort den Play rav. fi� �„ Der Gerichtshof erkannte unter Aufstellung des ottS», den Anaella« satzes auf Freisprechung. die besser, Gin Kund von seltenem Werth» spielt Waoermilch« oerk, rolle in einem Diebstahls- und Hehlertt- Prozesse. j Reichltihe> die 95. Abthellung des SchöffengettchtS beschäftigkk- � hiisigen Eck tyebruortage kam dem Kaufmann Meyer ein Hun» üldlung gegen d dessen Werth der Besitzer im gestrigen Termine auf'%-- angab, da das Thier auf der letzten Hunde- Altenburg den ersten Preis erzieft hatte. Die 5r(IfJ fitzenden, wttchcr Rasse das Thier angehöre, bertsi Zeuge dahin, daß es ein„Reich-hund" sei, er 0�. selben Raffe, wie der bekannnte Hund des 3% � Er wurde später btt dem Roßschlächter Carl" ?!eu-Wttßmsee ermlltelt und dieser gezwungen. ung ge. Handlung ge bfte, beschuldig rsuchungshaft lemswettheM renen Geldes, i hier verHandel Angeklagte, eck in einer 3 stattung der Unkosten wieder herauszugeben. Sa�te dem Mädchei an, ihn für 8 M. von zwei gewissen Carl Picptt �nnst mit ihr ge Dettloff gekauft zu haben und da die Ankiagebehsy daß Schumacher ttn Hundekenner sei, der den «a ir w Thieres onrärictnb zu stützen oeiir.öge, auch aus roftiir«' Sa» begleitenden Umständen schließen mußte, daß die ihn nicht redlich erworden, so wurde er wegen !lerei und die Berläufcr wurden wegen Diebstahls zur Ver« vortung gezogen. Pieper behauptete, der 5)und sei ihm zu« ufen und habe fich mir zäher Ausdauer an seine Fersen ge» et, so daß er gcnöthigt wurde, ihn zu verlaufen. Hierzu m er die Vermittklung der Mitangeklagten Dettloff in An- ich. Zunäcdst versuchten sie, den Peämicnhund bei einem duktenhändler abzusetzen, da Heltor aber trotz aller eindring- m Zureden nicht zum Ziehen zu bewegen war, brachten sie zu Schumacher. Den Erlös von 8 M. theilten sie fich. Gerichtshof hielt alle Angellagten auf Grund der Beweis- ahme für schuldig und verurtheilte Pieper wegen Diebstahls 14 Tagen, Dettloff wegen Beihilfe zu einer Woche und umacher wegen Hehlerei zu einer Woche Gefängniß. genenh Brc»� am Tode« ?der Berti > 1. Sv ille dutid ch find> Ä2 pCt. 1 Jahre K Fahre 51, Fahre 12 inschließlrch bracht »litte Liebe rostet nicht!" sagt ein sehr gebräuchliches ler B nördlich -Wll>' )ie Sterl n Bevl r folgen! ' Einwob! 13,6, Si 9,5. ..M. 18,4, 6,9, Kön 26,1, Nib ;ait 15,4 mehr als in Amstl oerpool�lö, !4,1. stille.- ldet, so «lich genil gezogenen rmehrt der lcmber des mgsfälle -rttis 107. allefoU™ w idnchftadt welches fich auch in der Praxis vielfach" bewahrhettet Einen neuen Beleg hierfür bot eine Verhandlung gegen !q J uLitoi Droschkenkutscher 21, der gestern unter der Anklage der � Hausfriedensbruchs, der Mißhandlung und C™!. ,f Arrestbruchs vor der 87. Adtbeilung des Schöffengerichts uonmstoM �id. Der Angeklagte hatte den Verlust seiner Frau zu be- n. konnte fich aber in seine Wittwerstellung nicht finden knüpfte deshalb vor ungefähr zwei Fahren ein neues Ver- iß mit einer Leidensgefährtin, der Wittwe Anna Sch. an. gleich nun dieses Verhältniß fast zwei Jahre währte, so 'e es dennoch zu keiner ehelichen Verbindung der beiden, ein endete mit einer sehr erregten Szene, welche die de Trennung und das Erscheinen der Parteien vor Ge- jt veranlaßte. Nach der Anklage sollte A. am 4. März in die hnung seiner gewesenen Braut eingedrungen sein, dieselbe ißhandelt, bcschimpft und fich aus den Räumen trotz er« er Aufforderung nicht �entfernt haben. Als er schließlich soll er vorsätzlich eine Fensterscheibe eingeschlagen ferner sein braunes Pferd, welches auf Grund x Forderung der Wittwe Sch,, in Höhe von fiedzig I, vom Gerichtsvollzieher„versiegelt" worden war, nach der Arrest- Ausbringung in Gebrauch immen haben. Der Angeklagte nimmt zunächst das Recht Veijäbrung für fich in Anspruch und bestreitet ferner, fich Arrestbruchrs schuldig gemacht zu haben. Er habe zwei me Pferde gehabt und nur dasjenige von den beiden de- t, welches zur Zeit nicht mit Beschlag belegt war. Die vor- 'irden Akten ergaben, daß der Strafantrag von der Ge- )igten am 3. Juni, also noch gerade in letzter Stunde ge- t worden war.- Zeugin Anna Sch. erklärt sich dahin, alles e von ihrem Strafanttag zurücknehmen zu wollen, was da- zurückgenommen werden könne. Sie habe dem Angellagten ehen und man möge ihn sebon seiner 7 Kinder halber nicht afen. Od das gepfändete Pferd benutzt worden ist, weiß Zeugin nicht. Im Uebrigen bemerkt fie noch, daß fie von Mißhandlungen nicht viel Schmerzen gehabt habe und das ster könne auch wohl unversehens beim Schubsen zertrüm- t worden sein. Der Staatsanwatt hielt nach den Bekum gen der Zeugin nur noch die Anklage wegen Hausfriedens. " und Arrestbrucks aufrecht, für welche Vergehm er vier j. Gefängniß und 10 M. Geldbuße beantragte. Das Ge> it fand d n Angellagten nur des.Haussriedensbrucks schuldig ' belegte ihn dafür mit der gelinden Strafe von 6 Mark. Eine jähzornige That, die leicht von den verhängniß- ften Folgen hätte werden können, führte gestern den Schmiede- ellen Karl Schwarz vor die dritte Strafkammer des Land- ächts l. Der Angeklagte war am 5. Mai mit dem Schmiede- lellen Platczinski bei den Arbeiten an der Moltkebrücke de- "ftiat. Der letztere, der ihm unterstellt war. verweigette ihm Gehorsam und nach kurzem Wortwechsel geriethen fie in Handgemenge, wobei der Angeklagte von seinem Gegner Boden geworfen wurde. Sckwarz bat den Sieger um onung, die ihm auch gewähtt wurde. Er sprang wieder auf, .iff eine Feile und jagte sie dem Platczinski in die Seite. eser brach sofort zusammen und mußte schwerverletzt nach ' Charitee gebracht werden. Das spitze Instrument r ihm durch die Kleidung in den Magen gedrungen, hatte ■1 zum Glück die Eingeweide nicht erreicht, sodaß der Ver- dete nach etwa sechs Wochen als gehellt angesehen werden te. Der Sachverständige begutachtete, daß der Stich tödtlich : werden löuncn, wenn er nur einige Linien tiefer gewesen Der Staatsanwalt wollte die rohe That mit einer Ge- äßstrafe von neun Monaten gesühnt wissen, es gelang dem . heidiger, R.-A. Joers, indessen, dem bisher unbescholtenen geklagten mrldernde Umstände zu erwirken, so daß er mit einer -fangnißstrafe von drei Monaten davonkam. Die.Milchprozesse" bilden jetzt einen großen Theil der I Schoffengenchten zum''..... ormittags stöckernM ckte, cinn>! [ der er t gebracht> In der Eck une eine 1 tlos und.! mittelst n, :oit.— M inet ihn l iter den Droschke: chen eing M. Mag Mufikleh aufzetun hrer Woh -ritee ß«»11 mik. im Soll» chel:«Tie 1 in Haup'! uro und r und . inffhmende Zahl derselben beweist, daß die vielerwähnte Polizei- ack für aeiichrdnung über den Handel mit Milch schwer zu erfüllende cht« in der et wegen ements ang der zur hkeit und lnordnungen MW ober Man lebte einig und zufrieden und das Pärchen hatte die Hochzeit auf den 1. Oktober festgesetzt. Etwas störend war es, daß der Bräutigam außer Stellung kam; das Mädchen hatte sich jedoch etwa 130 M. zusammengespart und da der Ange- klagte ihr wiederholt die Verficherung abgab, daß et bei seinem Vater Sparkassenbücher im doppelten Bettage zu liegen habe, so trug fie kein Bedenken, demselben durch Hingabe nicht nur dieser Ersparnisse, sondern auch ihret Gold» fachen aus der Verlegenheit ,u helfen. Eines Tages wartete das Mädchen vergebens auf ihren Schatz und als derselbe auch am nächsten Tage nicht erschien, wurde fie von böser Ahnung erfüllt, wandte fich an das Bureau des Vereins der Köche und erfuhr dort zu ihrem Entsetzen, daß ihr angehender Ehemann nach Bremerhafen abgedampft war, well er fich dem Norddeut- scheu Lloyd als Koch für einen nach China gebenden Dampfer verdungen hatte. Auf Veranlassung des bettoffenen Mädchens ließ die Polizei sofort den Telegraph spielen und es gelang, den 2Iusreißer in Bremerhafen noch festzunehmen. Gestern ttaf er mit seiner Braut vor dem Schöffengericht wieder zusammen und es herrschte, wie gesagt, daselbst eine sehr thränenselige Stimmung. Der Angeklagte versicherte wiederholt, daß er auch heute noch die Abficht habe, das Mädckcn zu heirathm, daß er nur den Zweck verfolgt habe, als Schiffs- loch fich zunächst etwas Geld zu verdienen und seiner Braut nur deshalb von seinem Plane nichts gesagt habe, weil er fürchtete, auf Widerstand zu stoßen. Da aber das Mädchen dabei blieb, bettogen zu sein und der Anaellagte auch wirkttch über seine Vermögenslage stark geflunkert hatte, so verurtheilte der Gerichtshof denselben zu 14 Tagen Gefängniß. Wege« Nerbvettnng««stttlicher Schriften hatten fich gestern die beiden Inhaber von Julius Weinberg's Verlag, Buchhändler I. Weinberg und Schriftsteller A. v. Schlieden, ferner der Buchbinder A. Löwentbal vor dem hiefigen Schöffen« gericht zu verantworten. Julius Weinberg's Verlag, welcher fich vorzugsweise mit der Verdi eituna von Zettungskorrespondenzen an auswärtige Blätter, mit der Herausgabe von Familien« und Brautzeitungen rc. beschäftigt, scheint auch den Vertrieb unfitt- licher Schriften als seine Spezialität betrachtet zu haben. Diese Firma stand auf einem„Werke" verzeichnet, welches sich„Berlin bei Nacht" nannte, die unsittlichsten Dinge noch mit Illustrationen unter das Volk brachte und in den verschiedensten Theilen Deutschlands wette Verbreitung fand. Die Polizei fand fich schon einmal veranlaßt das rühmliche Werk mit Beschlag zu delegen, und dem Ange- klagten wurde durch eine Verurrheilung vom Gerichte klar ge- macht, daß eine Verbrettung dieser Schrift im Jntereffe der guten Sitten und des öffentlichen Anstandes nicht gestattet werden könne. Trotzdem hat Weinberg's Verlag auch nach dieser Verurtheilung noch emfig für möglichst weite Verbreitung des Buches Sorge getragen und die beiden Inhaber wurden deshalb gemeinschaftlich zur Verantwortung gezogen. Die Beweis- aufnähme nahm mehrere Stunden in 2lnspruch, da es dem Gerichte recht schwer gemacht wurde, fich über die persönlichen Verhältnisse, welche bei der Firma I. Wein- derg's Verlag obwalteten, zu orientiren. Die beiden Inhaber derselben suchten nämlich jeder für fich dadurch rein zu waschm, daß einer dem andern die ausschließliche Verantwortung für das mehr als schlüpftige Buch aufzubürden bemüht war. Während der Angeklagte Weinberg Herrn von Schließen für die Seele des ganzen Geschäfts bezeichnete und erklärte, daß derselbe alle Anordnungen bezüglich des Druckes, der Jllu« strationen-c. des fraglichen Buches selbstständig getroffen, bebauptete der Angeklagte von Schlieden, daß er den In- halt des Buches gar nicht gekannt, die Herausgabe desselben vielmehr eine Privatspekularion des Mitngcllagten gewesen. Der Staatsanwalt entnahm aus der Beweisaufnahme die That« fache, daß die beiden ersten Angellagten gemeinschaftlich die Verbreitung des unfittlichen Buches betrieben haben, kund bean- tragte mit Rückficht darauf, daß die öffentliche Moral in um- fangreicher Weise vergiftet worden, gegen Weinberg und von Schlieden je 14 Tage Gefängniß, gegen Löwenthal aber, welcher das„Werk" in seinem Moabiter Älmeiger angekündigt, auch einige Exemplare verkauft hat, 50 M. Geldbuße event. 10 Tage Gefängniß. Der Gerichtshof erkannte auf je 10 Tage Gefängniß für die beiden ersten und auf 20 M. Geldbuße für den letzten Angeklagten. chöffengerichtcn zugewiesenen Strafsachen und schon die ,„t aeMmmungen enthalten muß. Die Milchhändler selbst aber 2 ast' ben vielen Prozessen, die ihnen gemacht werden, l n rn-anv»einstimmend darüber, daß diese Bestimmungen überhaupt J0?' Tf-nntlitt zu erfüllen find und die Milchlontrole oft schwer zu be- hat bei»ende Verhältnisse schafft. Dieselben Klagen wurden auch ...... ufern wieder in einem solchen Prozesse von dem Vertheidiger Msanwalt Freudenthal vor dem Schöffengericht mit allem •0 evtl an slchruct und, wie es schien, nicht ohne Eindruck auf denGerichtshof d gemacht und ausgeführt, daß es die höchste Zeit sei, jene in Einzelhetten verfehttePolizeiverordnung aufzuheben. Nach der« werden nämlich jetzt fortgesetzt solche Milchhändler zur e gezogen, welche dem Publikum bessere Milch ver- als von ihnen gefordert wird und da in dieser ganzen frage sich der gerichtliche Chemiker Dr. I e s e r i ch mit Chemiker des Poltzeiprästdiums Dr. Bisch off im in dem ganzen Ge- und Unficherheit. Der ckte lUN�Äfsten Gegensatze befindet/ so entsteht stnen ihm JStskreise unleugbar Verwirrung un! ilS«....." rmin, daß SJ n habe:. er dt' .. oiese F-j der Straßen • "ß niueV�rn verhandelte Fall war wieder recht lehrreich. Ein cdirende Mtlchhändler pflegt, wie viele seiner Genoffen, nüeder am die sogenannte Halbmilch nicht ganz umsetzen, diese n Ana e llafl ßce Milch unter der weniger guten Bezeichnung„Mager- der zu verkaufen. Sie geben also dem Publikum eine worauf, bessere Waare als der Begriff„Magermilch" dezeichnet. 'dem wird solche Milch bei den Kontrolm unweigerlich iszirt, weil dieselben an dem polizeilichen Milchmesser nicht pezifisches Gewicht von 16 Grad anzeigen, sondem— wie 'liefern Falle— nur 15& Grad. Dieses Minus an äschem Gewicht dedeutet nun aber keine Verschlechterung, xn eine Verbesserung der Milch, welche natürlich bei -rem Fettgehalt ein geringeres Gewicht anzeigt. Der Ver- »iget versuchte des Lingeren an diesem Falle das Ver- e der Polizeiverordnung nachzuweisen, welche doch nur imputtrte Ä Zweck haben könne, das Publikum vor Benachtheilegunj 3 M-,. ßA schlechtere Waare zu schützen. Der Gerichtsho , Play rau. fich aber trotzdem Wortlaut der Polizeiverordnung in der ang des o? e, den Angeklagten zu 3 M. Geldbuße zu verurlheilen, weil , iu cW bessere Halbmilch unter der falschen Bezeichnung he svielie �-aermilch" verkauft hatte. Prozesse. i reichliche Thränenströme flössen gestern bei einer vor beschasttgte- jh hiesigen Schöffengericht(53. Adtheilung) geführten Ver- t ein Hu?? �vlung gegen den Koch Carl Waschewitz, welcher einer treu- i Handlung gegen ein armes Mädchen, die er fich als Braut ihtte, beschuldigt wurde: es weinte nicht blas der aus der irsuchungshaft vorgeführte Angeklagte, es weinte auch das ucrnswerthe Mädchen, ob ihrerbetrogenen Hoffnungen undihres rencn Geldes, undes weinte auch ein TbeilZuhörertnnen, denen hier verhandelte kleine Geschichte offenbar zu Herzen ging. Angeklagte, welcher mit der unverehelichten Kockmamsell ieck in einer Restauration gemeinschaftlich beschäftigt war, dem Mädchen zu tief in die Augm geblickt und gedachte, ermine ehöre, de' er Carl wungen eben. Vereine mth Versammlungen. Verkürzung der Arbeitszeit werde die Lohnttage schließlich von selber geregelt werden. Hm Jeffrcp trat der Auffassung ent- gegen, daß durch die Auflösung der Lohnkommisston ein Rück« aang des Verbandes veranlaßt worden sei, und war der Meinung, daß gerade dieser Umstand eine Stärkung des Ver» bandcs stätte herbe führen müssen. In Abrede sei nicht«r stellen, daß das Verbandsstatut von Verbandsmitgliedern vis- lang zu wenig beachtet worden sei, und ermahnte derselbe, für die Zukunft dasselbe strenge inne zu hatten. Nach einer weiteren Erörterung des angeregten Themas gelangte folgende Resolution zur Abstimmung:„Die heutige Generaloersammlung beschließt: Kein Mitglied der Berliner Lokalverbände des Ver» bandes deutscher Zimmerleute hat das Recht, regelmäßige Ueder» stunden- und Sonntagsardeit zu verrichten. Liegen hierkür Be- weise vor, so erfolgt der Ausschluß des betteffenden Mitgliedes aus der Organisation." Anläßlich dieser Resolution wies Herr Schmidt auf die flkothwendigkeit einer eventuellen Unterstützung bin und dezweifette, daß der Verband hierzu im Stande sei. Herr Jürgens gab seiner An» ficht dahin 2lusdluck, daß es durchaus unentschuldbar sei. wenn Verbandsmitglieder gegen die Bestimmungen des anerkannten Statuts verstoßen, wenngleich fich dieselben auch in der Minc» rttät befänden. Er sprach ferner seine Freude darüber aus, daß der Verband fich endlich zu einem energischen Beschlüsse aufgu» raffen im Begriffe sei. Herr Stöhr erblickte dagegen in der event. Annahme der Resolution eine schwere Schädigung des Verbandes und erwartete es von dem Ehrgefühl eines jede« Verbandsmitgliedes, daß es fich keine Ueberttctung der Ver- dandsstatuten bezüglich der angeregten Puntte werde zu Schulden kommen lassen. Gegen die Resolution wurden noch von anderen Setten ebenfalls Bedenken erHoden. Die schließliche Adstimmu, g über die Resolution ergab Annohme derselben mtt großer Mo» jorität. Uebcr den dritten Punkt der Tagesordnung:„In welcher Weise gedenkt der Verband die Beschlüsse der letzten öffentlichen Verdandsversammlungen auszuführen?" referirte Herr Jäckel. Die gedachten Beschlüsse gingen dahin, den Ver» band als Organisation für Berlin anzuerkennen, welcher aTe Fragen, Zeit-, Lohn- und Arbeitsverhältnisse betreffend, in die Hand zu nehmen hat. Es sei nun in der Ordnung, fich darüber Iklar zu werden, in welcher Weise der Verband im nächsten Frühjahre zu handeln gedenke. Es müsse jedem klar sein, daß es in der bisherigen Weise im Gewerk nickt weiter gehen könne, daß eine ernste Zeit bevorstehe, in welcher alle eingerissenen schädigenden Mißstände, die in der vorher- gehenden Besprechung nur Genüge erörtert worden seien, beseitigt werden müssen. Die Zimmerer würden naturgemäß gedrängt, Wandel zu schaffen. Dahingehende Beschlüsse müssen aber bei Zeiten gefaßt werden, um den Arbeitgebem den bekannten und deliebten Vorwand zu nehmen, fie seien üdermmpett worder. Redner legte den größten Werth auf Verkürzung der Arbeitt,>it und wünschte, daß der Verband in erster Linie hier den Hebel ansetze. Die Lohnfrage würde, wie schon vorher bemerkt, sich hierdurch von selber regeln, und stellte er es der General» Versammlung anheim, eine Kommisfion zu wählen und dieselbe mit der Ausarbeitung einer Vorlage über die im nächsten ftühjabre zu unternehmenden Schritte zu deaufttagem zerr Walter war der Meinung, daß das leitende Motiv neunstündige Arbeitszeit und 60 Pf. Stundenlohn sein müsse. Herr Seitzt hielt es dagegen nicht für praktisch, zugleich«üb der Verkürzung der Arbeitszeit eine Lohnerhöhung in Ausstckt zu nehmen. Die Versammlung beschloß schließlich, diese Ange» legenheit den Vorständen der Berliner Lokalverbände zur Vor- berathung und Ausarbeitung einer Vorlage zu überweisen. Diese Vorlage ist einer demnächst einzuberufenden allgemeinen Generalversammlung zur Beschlußfassung vorzulegen. Des weiteren lag der Generalversammlung die Wahl eines Sckieds» gerichts ob. Der vorgerückten Zeit wegen wurde dieselbe jedoch vertagt und beschlossen, dieselbe als ersten Punkt auf die Tages- ordnung der nächsten Generalversammlung zu setzen. Der letzte Punkt der Tagesordnung lautete:„Verschiedenes", nach dessen Erledigung die Versammlung gegen 3 Uhr NachmtttagS ge« schloffen wurde. öffentUd,» Nerfam«wng gertiuer iimmerlente w Sud und Umgegend tagte in Schnegelsberg's Lokal. Hast». Haide 21, mit der Tagesordnung: 1. Stellungnahme der Bei» liner Zrmmerleute im Jahre 1888 89. 2. Gewerkschaftliches Referent war Herr Darge erschienen; er schilderte in tl Pieper Ättnst mit ihr gemeinsam den Weg durchs Leben zurückzulegend änl »er den Als Gjue Geuerawerfammwng der Berliner Lokalverbände des Verbandes deutscher Zimmerleute tagte am 14. d. M. im Dieven Klubhause", Kommandantenstr. 72, unter Leitung des Vorstandes des Lokalverbandes Berlin Zentrum, nachdem an Stelle des erkrankten zweiten Vorfitzenden Herr Seitzt gewählt worden war. Der erste Punkt der Tagesordnung betraf die Neuwahl eines Ausschußmitgliedes an Stelle des ausgeschiedenen Herrn Meißner. Dem Ausschüsse gehören an die Herren Seitzt, Woller, Stöhr und Rüden. Neu hinzuqewäblt wurde Herr Schmidt. Ueber den zweiten Punkt der Tagesordnung:„Wieweit ist daS Verbandsstatut von den Verbandsmitpliedcrii ein- zuhalten?" referirte Herr Stöhr. Der§ 1 des Statuts nehme zunächst eine möglichste Lohnausbesserung ins Auge. Der Ver« band habe nach Anficht des Referenten seine Schuldigkeit ge- than. Als durch die Gestaltung der Verhältnisse, durch Er- scheinen des Streikerlaffes k. die öffentliche Lohnbewegung unmöglich gemacht worden sei, waren die Berliner Zimmerer lediglich auf die Lokalverbände angewiesen, in deren Versammlungen die Lohnfrage immer erörtert worden sei. Diese beschräntte Lohnbewegung sei auch keines- wegs erfolglos gewesen. Wenn auch nicht derartige Resullate erzielt worden seien, wie es die Berliner Zimmerleute wohl gewünscht und gern gesehen, so liege das an der Schwäche des Verbandes, d. h. der geringen Betheiligung der Berliner Zimmerleute an dieser gewerkschaftlichen Vereinigung. Den den Verbandsmltgliedern gemachtm Vorwurf, daß fie gerade der ihnen statutengemäß auferlegten Verpflichtung, für einen zehn- stündigen Maxima'arbeitstag und Erreichung eines Minimal- lohnes, sowie für Beseitigung der Sonntags- und Ueberstunden- Arbeit zu streben, nicht nachgekommen wären, weist er entschieden zurück. Die kleine Zahl der Mitglieder könne gegenüber der un« organistrten großen Masse allerdings nicht ausschlaggebend sein, und wenn infolge dessen auch einmal ein Verbandsmitglied ge- zwungen werde, durch den Druck der Verhältnisse gegen seinen Willen und bessere Uederzeugung gegen die Bestimmungen des Statuts fich zu vergehen, so könne ihm das in keiner Weise verübelt werden. Jedenfalls hätten die Verdandsmttglieder nach besten Kräften dafür gestrebt, die Besttmmungen des Statuts zur Geltung und Ausführung zu dringen. Herr Wolter bezeichnete es als eine Pflicht, ja als eine Notwendigkeit, daß jeder überzeugungstreue Zimmergeselle das Wohl der großen Masse als sein eigenes erachten müsse und nicht erlahmen dürfe, immer wieder und immer wieder auf die Wege zu verweisen, welche zur allmäligen Besserstellung führen könnten und müßten, und die Hoffnung nicht aufgeben, daß es doch endlich gelingen werde, die Indifferenten über ihr eigenes Wohl und Wehe aufzullären, wodurch fich dieselben endlich dennoch entschließen würden, dem Verbände beizutreten. Herr Krause schloß fich im Wesentlichen den Ausführungen des Vorredners an, während Herr Jäckel die Frage erörterte, wie weit die Verbandsmit- glieder verpflichtet seien, die Bestimmungen deS Statuts inne- zuhalten. Derselbe hiett die Verbandsmitglieder für unbedingt verpflichtet, die statutenmäßigen Bestimmungen bezüglich der Arbeitszeit(Ueberstunden- und Sonntagsardeit) inne zu halten, und hielt es für angemessen» daß solche Mit- glieder, denen nachgewiesen werde, daß fie auch ohne fltoth regelmäßig Ueberstunden machen und Sonntags ardetten, aus dem Verbände ausgeschloffen werden. Durch die �/«stündtger Rede die Vortheile einer festen' und die Mängel einer losen Organisation. Aus den statistischen Aufzeichnungen der Vereinigungen in England bewies er, was für eine Macht die Zimmerleute Deutschlands wären, wenn fie alle einer festen Organisation angehörten. Und die feste Organisation ist schon da, der Verband deutscher Zimmerleute. Der Winter ist lana die Baulust läßt nach, da jetzt schon viele Wol£ nungen leer stehen. Die Folge ist, daß alles, waZ mit schwerer Mühe errungen ist, verloren geht, der Lohn sinkt, und schwerlich wird er dann wieder gehoben werden können. Nur durch feste Organisation, durch Innehatten der Normal» arbeitszeit ist das Errrichte festzuhalten. Die anderen Redner pflichteten dem Referenten bei; u. a. fordert Herr M a r tz i a n in kerniger Rede zum Beitritt in den Verband deutscher Zim» merleute auf, damit alle für einen und einer für alle kämpfen kann. Niemand sollte sich an die Person kehren, sondern die allgemerne Sache rm Auge behalten und dies in Wort und That bekräftigen. Hierauf wurde folgende Resolution angenommen: „1. Die heute in Schnegeslberg's Salon tagende öffentliche Veriamm- und«klärt hierdurch, daß die lose Organisation keinen Vortheil selben anschließen. Jeder anwesende Zimmerer verpflichtet fich hierdurch, für dm Verband roll und ganz einzutreten durch eigenen Beitntt. sowie durch Aufforderung zum Beitritt an andere Kameraden, welche dem Verband noch.nicht angehören. 2. Sämmtliche hier anwesende Zimmerer Berlins. Süd und Um- gegend, beschließen: speziell dem Lokalverband Berlin Süd bei- zutreten, ihn nach besten Kräften zu unterstützen und für die Vergrößerung deffeldcn nach Kräften zu agitiren." Im Gewerk- schaftlichen wurde eine ledhafte Debatte über den Arbeitsnach- weis geführt. T* herein zurg Wahrung der Interessen»er Alavierarbeiter unv verwandten Berufsgenoffen hielt Sonn» abend, den 13. Oktober, in Gratwcil's Bierhallen eine Mir» gliederversammlung ab. Die Tagesordnung war: 1. Vortrag r sä nicht dewchen. sondern begreifen", so recht auf den Selbstmord Ttt Gegenwart sei immer Kind der Vergangenheit. Um die Gegenwart ju verstehm, muß man die V-rgangmbril studrren. Die Gnechen hätten fich den Tod als Er. löier vorgestellt, alles Spukhaften entkleidet und ihn mit dem Schlaf verglichen. Bei ihnen galt der Selbstmord als ein- heroische That und war durchaus ehrenhaft. Achnlich war es nnch bei den Römern, bei den Chinesen ist es so noch h.mte. Die christliche Kirche legte schwere Bußen und Strafen auf den Selbstmord durch Einziehung des Erbes, unehrliches Begräbmß U- s w. Seit die moderne Wissenschaft, welche mit der philo- sophrschen Schule des 17. Jahrhunderts ihren Anfang nahm, mehr und mehr die Sitten und Gesetze zu deherrschen beaanv, sei man auch in Bezug auf den Selbstmord anderer Ansicht s menschliche Gefühl habe mehr Berechtigung rapide Steigerung der Selbstmorde in Deutsch- die Statistik der Jahre 1870—85 nachweist, die übergroße Mehrzahl der Selbstmorde geworden. erholten. Die land, welche beweise, daß aus Mangel an Existenzmitteln herrühre, daß also weder dm Anfickt der Mediziner(Unzurechnungsfähigkeit) noch die An« derer Recht hätte, da einz'g und allein nur unsere mangel- basten wilthsdta'thchen Zusiände daran Schuld seien und die Barschaft des Kopitalismus sich auch hierin zu seinem Ziacbtheil z-ig'. Rur durch Beseitigung der wirthschafllichen Misere, '«elcher der übergroße Theil der Bevölkerung zum Opfer fällt, s i eine Abnahme der traurigen Zahlen der Statistik zu er« warten, wenn auch ein Zustand, in welchem der Selbstmord ganz 'iierich wunden ist, fast undenkbar sei. Nichts desto weniger aber sei ein Zustand zu erboffen, wo alle Menschen sich d.s echten Ledcnsglücks erfreuen und keinerlei Anwandlungen zum Selbstmmde haben werden. Großer Beifall lohnte den Redner. D skussion fand nicht statt. Bei Punkt 2 wurde die Ardtitsniedcrlegung der Spielraumhoblcr in der Klaviaturfabrik Franz, Kopnickeistraße 82», besprochen, der Kollege von Aüroth sür gcmaßregelt erklärt und ihm die übliche Unter- stützuag von 18 M. vcr Woche dewilligt. Kollege Zudeil stellt den Antrag, die frühere Gewohnheit wieder auszunehmen und den Vorstand aufzufordern, aus seiner Mitte drei Personen zu ernennen, welche bei jeder Lohndifferenz mit den Fabrikanten einen Versuch zur Schlichtung und Beilegung der Streit- fache mit Bewilligung der berechtigten Forderungen der Arbeiter anzubahnen haben. Der Vorschlag wnrdelangenommen. Bei Vereinsangeleger.hciten wurde beschlossen, im Januar eine Matinee zu veranstalten; ebenso gelangten die Billets zum dies- jährigen Kommers zur Ausgabe. Es wurden 9 neue Mitglieder anfgenommen und 2 hilfsbedürftigen kranken Kollegen Unter- stützungcn gewährt. Zum Schluß wurde mitgetheilt, daß auf der nächsten Tagesordnung ein Antrag stehe, die Unterstützungen hrt soedüiftigcr kranker Kollegen auf 6 Mark pro Woche zu er- höhen. Es wurde aufgefordert, zahlreich zu erscheinen. Z« den prenßische« Landtagswahlen gedenken nun« mehr auch die Arbeiter Berlins in großer öffentlicher Volksversammlung heute, Dienstag, Abends 8 Uhr, in der Tonhalle Stellung zu nehmen. Diese Stellung« nähme kann natürlich nicht dahin gehen, mit eigenen Kandidaten in den Wahlkampf zu treten. Wohl aber kann sie darin bestehen, scharfe Kritik an denjenigen Pasteten zu üben, d.e heute noch, dank der Dreiklassenwahl, die Gesetzgebung Preußens be jrnschen. Je kläglicher diese Pasteten sich geberdcn, desto ge- bietcstscher tritt an die Arbeiter die NothwendigkeU heran, ihnen gegenüber die Forderungen des Volkes zu betonen und zugleich festzustellen, warum diese Forderungen heute auch nicht die bescheidenste Vertretung im preußischen Landtage finden und finde» können. N«rei»ig«»g der Drechsler Deutschland«. Ostsver- rooüong Btstm I. Versammlung am Dienstag, den 16. Oktober, Abends 8* Uhr, in Deigmüllcrs Salon, Alle Jakobstr. 4L«. Tagesordnung: 1. Gewerlschaftliches, 2. Wahl der Zahlstellen- deamten 3. Verschiedenes. Kerliuer Kereiu kür naturgemäße Gesund heit«» pfiege und arzueilose Heilkunde. Dienstag, den 16 Ott ober, bh Uhr, Kommandantenstr. 72. Herr Th. Hieke: Regelrechte unv regelwidrige Geburten. Nur Damen haben Zutritt. Gäste 20 Pfg. Gauvereiu Berliner Kildhaurr. Heute, Dienstag, Veisawmlung der Viitglieder der Krankenkaffe. Tagesordnung: 3. Rechenschaftsbericht. 2. Beucht der Delegisten über die Generalversammlung in Stuttgast. 3. Vestchicoenes. Dersammluug des Nerdande» deutscher Dimmer- leute, Lokalverband Berlin Süd, am Donnerstag, den 18. d. M.,«bents 8 Uhr, Mariannenstr. 31-32. Tagesordnung: 1. Vortrag über die neu« Baupolizelordnung für den Stadt- kreis Berlin. 2. Verschiedenes und Fragelasten. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gesaug-, Turn-«ud gesellige Vereine am Dienstag. Gesangverein„Gutenberg" Abends 8| Uhr im Restaurant Quandt, Stralauerstraßc 43.— Gesangverein„Alpenglühen" Abends 9 Uhr im Restaurant Hlldebrandt, Prinzenstraße 97.— Schäfer'scher„Gesangverein der Elfer". Abends 9 Uhr bei Wolf und Krüger, Skalitzerstraße 126, Gesang.— Männer- gesangverein„Gartenlaube" Abends 9 Uhr im Restaurant Firk, Kottbuserstraße 22.— Männergesangverein„Steinnelke" Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, Stettinesttraße 56 57. — Gesangverein«Harmonie" Abends 8 Uhr in Neukam S Bierhaus, Große Frankwsterstraße 49.— Männergesangverein „Echo Ii" Abends 9 Uhr im Restaurant„Zum Flügel", Loth« rinaesttraße 60.— Gesangverein„Sängerhain" Abends 9 Uhr im Rest. Kaiser Franz Grenadierpl. 7.— Gesangverein„Hoffnung Moabit" Abends 8 t Uhr Wllsnackesttraße 63, im Restaurant Jlges.— Gesangverein„Felicitas" Abends 9 Uhr im Restaurant Nebelin, Langestt. 108— Gesangverein„Liederlust" Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann, Naunynstt. 44.— Männergesangverein „Accordia" Abends 9 Uhr bei Weick, Alexanderstraße 31.— „Deutsche Liedestafel" Abends 9 Uhr Oranienstr. 190.— Zitherklub„Ämphstm" Abends 9 Uhr in Tstebel's Restaurant, Hoher Steinweg 15.— Turnverein„Froh und Frei"(Männer- abtbeilung» Abends 8i Uhr Bergstraße Nr. 57.— Berliner Tumgenoffenschast(v. Männerabthcilung) Abends 8i Uhr in der städtischen Turnhalle, Wasserthor- straße Nr. 31.— Turnverein„Hasenhaide"(Männer» Abtheilung) Abends 8 Uhr Dieffendachstr. Nr. 60/61.- Verein ehemaliger Schüler der 37. Gemcindcschule Abs. 9 Uhr im Rest. Kinner, Köpnickesttr. 68.— Verein ehemaliger Schüler der 44. Gemeindeschule Äbd. 9 Uhr im Restaurant„Albrechtsgasten", Wilhelmstraße 105.— Arends'scher Stenographenverein„Apollobund" Abends 8% Uhr Brunnenstraße 129».— Arend'schcr Stenographenverein Abends 3t Uhr im Restaurant„Zum eisernen Kreuz, Lindenstraße 71.— Deutscher Verein Arends'scher Stenographen Abends 8t Uhr in Randel's Restaurant, Brunnen- straße 129».— Verein„Roe" Abends 8; Uhr im Restaurant Eltze, Alexandstnenftr. 99.— Unterhaltungsoerein„Harmonie" Abends 8 Uhr Wrangelstt. 136, im Restaurant Schtmpke.— Vergnügungsocrein„Mollig" Abends 9 Uhr im Restaurant Reinicke, Gipsstraße 3, jeden Dienstag nach dem 1. und 15. — Zstherklub„Amphion" Abends 9 Uyr im„Münchener Hof", Spandauerstr. 11—12.— Rauchklub„Zumlk Wrangel" Abends 8 Uhr bei Herschled, Adalbeststraße 4.— Ranchklub„Deutsche Flagge" Abends 8 Uhr im Restaurant Händler, Wrangelstr. 11. — Rauchllub„Friedrichshain" Abends OjUhr im Restaurant Kipping, Landsdergerstr. 116».— Rauchllub„Lustige Brüder" Abends 8 t Uhr bei Grothe, Füsttenbergerstraße 2.— Rauchklub„Ohne Zwang" Abends 3t Uhr im Restaurant W. Haugk, Wetnstt. 22.— Vergnügungsverein„Fröhlichkeit", Grüner Weg 29. Große Gesellschaftsstunde, verounden mit Vorträgen. Gäste willkommen-Entree ftei. Klei« Mittheilungen. Kiel- Am Sonntag Nachmittag erlitt der Hamburger Dampfer„Kars" Schiffbruch in der Nordsee, etwa 65 Meilen nordwestlich vom Weser-Feuersch.ff. Der genannte Dampfer, welcher 23 Mann Besatzung hatte, führte 8000 Tschertwert Buchweizen und 7000 Tschertwert Leinsamen als Fracht von St. Petersburg und war nach Amsterdam destimmt. Am 6. d. Ms. hatte er einen ungemein heftigen Sturm, von dem er so viel zu leiden hatte, daß er ernstlich in Gefahr kam. Dre Ladung schoß über, daS Schiff bekam Backdord-Schlagseite und wurde leck: Sonntag Mittag sank es an dem oben Oste, die Mannschaft rettete sich in den eigenen wurde Montag von dem Gnmsbyer F.schestutter J aufgenommen, der sie an Land brachte. Der Kapitän braune Bären an Bord, ron denen der eine sich Planke flüchtete, der andere aber in ein Boot sprang an Land gebracht wurde. Retten konnte die Manrisi nichts. Marsch««. In dem Steinkohlen-Bergw wke Firma Renard zu Dombrowa brennen sett einigen Steinkohlenschtchten. Da das Feuer einen so bedeut fang gewonnen hat, daß das Löschen mit Wasser unmöglich herausgestellt, so versucht man jetzt, t mittelst Aufwestens von Sand zu ersticken; es mit sämmtliche Arbeiter aus dem Bergwerk, einige beschäftigt. Literarisches. Aelbstachtung»nd Personenkult«« von Dr Rüdt. Ein Vortrag gehalten im Freidenkerverein% im deutschen Freidenkerbund zu Köln und in einer W Versammlung in Stuttgart. Derselbe wurde stets mW" schen Beifall aufgenommen und sei, nachdem er im schienen ist, unfern Lesern bestens empfohlen. Geon>- in Briefmarken zu beziehen von Paul Genschel in 3W estcheint täg m s Haus 4 Mast. E Sprech laal. Di« Redaktion stellt die Benutzung de» Lprechsaali, soweit Raum dastlr ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeine» >ur Bersti gung; sie verwahrt fich aber gieichzcitig dagegen, mit de» deffeiben identifiiirt zu werden. In der Sonnadend-Nummer des„Best. Volstl findet fich ein Bericht, wonach Herr Täterow in der öl Schneiderversammlung am Montag erklärt hat, daß tikel im Fachdlatt der Schneider Schmähungen, Um und Entstellungen enthält. So leid es mrr thut, Täterow mit meinen Ausführungen in besagtem 9 einverstanden ist, muß ich denselben doch in allen Pui recht erhalten, und ich erbiete mich, sobald man auf Z' Wege mit mir verhandelt, den Beweis der Wahrheit[ anzutreten. Berlin, den 14. Oktober 1888. Der®f u« st e l l r nächsten 1 solle» den «•»ftwCmÄ , ssrberter zu Telegraphische gepeschefl�uag � (Wolff's Telegraphen-Bureau.) jffe der Arb Pest, Montag, 15. Oktober. Im Abgeordnctenh den heute vom Ministe! vrästdentcn Tisza die Gest über die Schankgefälle und die Ablösung des Regal gebrockt. Ktraßbnrg l. ein. Die Sitzung, welcher auch Boulanger beiwohnte, ohne einen Zwischenfall geschloffen. Pari», Montag, 15. Oktober. Vor dem Kammerfitzung fanden sich an den Eingänaen zur kammer, sowie an den Straßen bis zum Palais B Maueranschlägebesestigt, welche die Woste:„Nie oer mit Vi enthielten. Im Laufe des Nachmittags wurden die entfernt. Der„Temps" behauptet, daß das Anheftet lichen Plakate von einem boulangistischen Blatte bewirtt ellungen wl solchen Q Geltung cht verfehl) stellen, al» esse ihren wir düi dieser arr nterefie bat n die 5 großen eisen. E« wiri rapid ent, Gesa! er mit rbeiter in edeuteud st daß Kroße öffentliche Holks-Hersammlung Dienstag» den 16. Oktober, Abends 8 Uhr, in der Tonhalle» Friedrichstraße 11ä. Tagesordnung: Die Arbeiterklaste nnd die Wahlen znm preußischen Landtage. Referent: Herr Max Schippel. Km zahlreiches Erscheinen bittet Der Einberufer. Soeben erschien: Di« franzästsche Revolution. Von>. Bio#- Heft 6. Preis 20 Pfg. Zu beziehen durch die Erpeditio« de«„Kerl. Dolksblatt", Z immer st»aßi #l#d#r*#i-käw*#pm Rabatt. die 8 hatte i Ückung bei t« Blätter ldustriellen irichtungen dies anh ufere große nen. ihr Li ie Ausstellr nrd, so bei e» Vorricht •ett zur, rn es Bett «orrichtunae hlecht verse tß der Ma chre» mit tanntlich fi fakuitati »e Arbeite Dm. S WM, Verband deutscher Mechaniker ti.«rn». Herufsge».(ZahlSelle Kerlin.) Mittwoch» den 17. Ottoder, Abends 8* Uhr dei Lammer's, Kommandantenstr. 71—72: Uersirmmlung. Tages-Ordnung. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. 1. Vortrag.---------—- 4. Fragekasten. Aufn chme neuer Mttglieder. Gäste willkommen. Um recht zahlreichen Besuch bittet 542] Der Porstand. Zentralkranken-«. Kegrabniß- kasse für Frauen«. Mädchen. (E. H. Nr. 26, Offendach.) Hauptversammlung STfi!___ JL i n OL ITC, am Mittwoch, den 17. Oktober. Abds. 81; Uhr, im Lntsenstädiifche« Klndhanv, Annenstr. 16, Hof 1 Tr. Tagesordnung: Kassenbericht pro 3. Quartal. Medizinischer Voitrag und Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 866] Vorstand. Wlntrr-Patetot»«nd Anzüge fettigt an. Unserm Freunde und Kollegen Emit Schtut� zu seinem heutigen Wiegenfeste ein dreimal donnerndes Hock. F. W. I. F. O. K.[932 Danktaguag Für d,e rege Bethttiigung bei der Beerdigung meines lieben Mannes und unseres Vaters sagen allen Verwandten, Freunden und Bekannten, den bnven Ge- sangvereinen, sowie den Kollegen der Grä- bett'schen Fabttk und dem Prediger Herrn Göbrke unfern tiefgefühlttsten Dank. 945] Die lauernde Wittwe Ida Zimmermann und Kinder. Jeder kann fich von der Wahrhett überzeugen. l Stand, vollständige Länge und Brette, nur 9 Mark, Bettfedern, das Pfund von 25 M. an, verkauft allein die Bettfedern-EngroL-Hanvlung 1. Geschäft Kottbumermtraam# 4. parterre 2. Geschäft Bruanenatraasa 189, 1 Tr. 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