indte fW Berat Donnerstag, den 18. Oktober 1888. 6. Zatzes« WtlliimVMmu. ww leljufüg«' wenn trafen 0# rückzeM- konnten• R. DM# Süthen E« Brgan für die Interessen der Arbeiter. DaS„Berliner BolkSblatt" rscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. AbonnementsprciS für Berlin frei !S Haus vierteljährlich 4 Marl, monatlich 1,3 -......—...................,-,35 Marl, wöchentlich 35 Pf. Postabonnemcnt > Merl. Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blattt 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1888 unter Nr. 849.) Insertion Saebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeilc oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Auftrügen hoher Rabatt nach Ucbercinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags rn der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. RedaKtioa: Keuthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. Bio#- jwrtp aarenpreise und Arbeits- löhne. lieber dieses zeitgemäße Thema lesen wir in einem «eizerischen Blatte, dem„St. Gallener Stadt-Anzeiaer", en bemerkenSwerthen Artikel, den wir hier im wesent- eu wiedergeben. Das erwähnte Blatt schreibt: — J»Die gegenwärtig infolge des Ausfalles der dieSiähri- ■RBHi landwrrthschaftlichen Produktion zum Theil bereits ein- W8>>retene oder doch im Anzuge fich befindliche Preissteige- �10 der nolhwendigsten Lebensmittel ladet uns zu Be- chtungen über Preise und Löhne ein. AuS Frankreich ) Deutschland haben wir schon Nachrichten über die Ver- -nerung des BroteS, und wie in ersterem Lande, so ist in Deutschland von Seite der Arbeiter und der ihr reundeten Presse der Ruf laut geworden nach Aufhebung ■ für das Volk so unglücklichen Getreidezölle. Es ist rnltch eine Thatsache, daß in den Ländern mit sog. Schutz- len auf das Getreide der Preis desselben um gerade so höher über dem Weltmarktpreis steht, als der' Zoll be- ht. Die seiner Zeit bei der Znaugurirung der Zoll- atik von dem deutschen Reichskanzler mit großer „�«rffcmrntheit im Reichstage aufgestellte paradoxe ags 1 Uli ßeorie, daß das Ausland den Zoll bezahle, und iann, allerding» nur von wenigen geglaubt wird, ist durch »»».5 ivbachtungen längst vor aller Welt widerlegt. Es ist U%zn gehend, daß an den deutschen Börsen der GetreidcpreiS i eweniVt 50 pCt. höher steht, als an denen anderer Länder. der bezüglichen Berechnung einer deutschen volks- �l/�thschastlichen Zeitschrift verursacht dieser höhere Preis en Arbeits, der eme fünfköpfige Familie zu ernähren hat, HlnterbU« lährliche Mehrausgabe von 60 M. Bei dem 1886 1888. chneten Durchschnittseinkommen von 680 M. für den l am DKtschen Arbeiter per Jahr fällt ein Betrag von 60 M ttajS 4% rnS Gewicht. 80'„Wenn nicht entsprechende Maßregeln getroffen wer- rtzer w-ro j0 wird der Brotpreis eine weitere Steigerung er- cen- denn wir sind erst am Anfange der Theuerung- ' b,e Lage des Arbeiters noch prekärer gestaltet werden. der Preissteigerung der Lebensmittel i/. m l Lohne erhöht und darum be, -rfL�L Vertheuerung des Lebensunterhaltes eine f S3 u 7 jdjialen und ökonomischen Lage t ArbetterstandeS. Die großen Grundbesitzer aber, eine größere� Menge ihrer landwirthschaftlichen er twltiwö ibrnbalT' j 7Äd ,b vrrn"",, anenge 191er ianvwirthjcyastticyen findet<»>,vdu!te auf de« Markt bringen, können sich vergnügt die gormilWi,� reiben, die Zölle und der ErnteauSfall kommen ihnen 4, Neue©"Gitte und ermöglichen ihnen trotz der allgemeinen Un- ret M die Börsen zu spicken und ein„feines -Tag-s-r�chäft« zu machen. spätestens� a&r S' 1 wtlttm.] IeuiLteton. [18 Steis>' Die Ritter der Arbeit. ;raph� Du« dem Amerikanische« des Zor. hr, WS«?! Uebersetzt von Uatatb» gübkwcht. Sie betreffs enstroßk d n u n o'«r'S".?— a» General. .reSberilb'' Zeug mag jetzt nicht viel werth sein, wenn aber der — inxch auf BolivarS Patent abgewiesen wird, wie Sie ben, dann können wir sie mit großem Prosit losschlagen. „Atavist" wird de« Schwindel mit aller Kraft aus wen, wenn die richtige Zeit kommt." „Schon gut, Freund Grinder. Nun sagen Sie mir, Sie über den Bopcott wiffen, der von den Druckern ' Sie erklärt ist? Hatte« Sie irgend welchen Streit hren Leuten?" „Nein, ich habe keine« Streit mit meinen Leuten. Es �-.«tidiese verteufelte Typographen- Union. Meine Leute sind A��'�ß-Unron-Leute und der„Atavist" ist ein nicht-uvionifli- odr# Rcviforcfl-,, »s SS Geschäft. Zch bezahle meinen Leuten den Arbeits- .«.er s/'Mn. Die Union besteht darauf, daß ich ihren will- .sem �gesetzten Tarif bezahlen und nur Union-Drucker Jen8" � Kurz, sie wollen mein Geschäft für mich "jjnb öum Teufel, waS thun Sie dagegen?" werde sie bekämpfen bis zum Tode," sagte Peleg und nachdem ich sie wieder geschlagen habe, . i.Äd'ch mich erst recht an das göttliche Gesetz von Ange- ypw** und Nachfrage halten. Jeden Dollar, den ich bei diesem .„f„on„�pfe verliere, will ich vierfach und zehnfach zurückbezahlt srankfü�M- Ich bin ein alter Praktikus, mein General, ich habe '— manchen Strauß mit diesen Buchdruckern auSgefochten. ig» Aich in dem gegenwärtigen Kampf ist ein neues Ele- ba« ich nicht verstehe, die Ritter der Arbeit „DaS ist denn doch die verkehrte Welt! ES ist Himmel- traurig, daß in unserem vielgerühmten Zeitalter der Huma- nität solche Dinge noch möglich sind, ja noch trauriger, daß ie vom Staate auS begünstigt werden. DaS Unglück und die Roth der großen Maffen werden zum Gewinn und zum Wohlergehen einer Handvoll Reicher und eines kleinen Häufleins abgefeimter Spekulanten, für sie ist die gute Zeit gekommen, wenn ganze Volksklaffen unter den drückenden Folgen eines Mißjahres stehen. „Dieses Beispiel ist nun besonders geeignet, die Wichtig- keit des Verhältnisses der Waarenpreise zu den Arbeitslöhnen, oder umgekehrt, darzuthun. Von gewiffer Seite— namentlich von den Landwirthen— wird ja stet» über schlechte Zeiten geklagt, dabei auf die Entiverthung aller Maaren hinge- wiesen, so daß man daraus schließen könnte, die Menschheit wäre von jeher darüber einig gewesen, daß niedrige Preise ein Unglück und hohe Preise ein Glück seien. Und doch findet man in der Geschichte, in den alten Spezialchroniken und Memoiren viel mehr Klagen über Theuerung und HungerSnoth, als über Entwerthung und niedrige Preise. Wer den allgemeinen Satz aufstellen wollte, hohe Preise seien ein Zeichen von Glück, der würde sich einer Unwahr- heit schuldig machen, die an sich schon etwas grausam ist. Freilich ist andererseits die Behauptung, daß niedrige Preise ein Glück seien, ebenfalls unrichtig. Die Wahrheit dürfte wohl die fein, daß— die allgemeine Geltung vorausgesetzt — hohe wie niedrige Preise gleichermaßen vortheilhaste und schädliche Wirkungen haben. UebrigenS sind hoch und niedrig natürlich nur relative(verhältnißmäßige) Begriffe. Denn die Frage, ob z. B. ein Fleischpreis von 50 Rappen (gleich 40 Pfennig) das Pfund als hoch oder niedrig zu betrachten sei, kann man nur beantworte», wenn man Ort und Zeit kennt, wo derselbe bezahlt worden ist. Wir ver- gleichen den Preis von heute mit dem von gestern, oder von einxr Woche, oder von einem Jahr, oder höchstens von 10 Jahren. Ein Preis, der sich seit 10 Jahren im wesentlichen unverändert erhalten hat, wird von jedermann als normaler betrachtet, wennschon er zur Zeit, als er das erstemal auftrat, als ungewöhnlich hoch oder niedrig mag betrachtet worden fein. „Die Preisschwankungen find übrigens ein charakteristisches Merkmal der privatkapitalistischen ProduktionSform, sie sind für sie Lebenselement, gleichsam die Ebbe und Fluth, durch welche sie sich erhält. „Um aber ein bestimmte« Produkt zu einem allge- meinen Konsum-, zu einem Maffenartikel zu machen, ist eS unerläßlich, daß fein Preis ein niedriger fei. Ohne feine Billigkeit würde das hellerleuchtende Petroleum heute noch nicht im Stübchen des Arbeiters oder des LandwirtheS an- zutreffen fein; ohne billigeren Preis würde die Eisenbahn sich nicht alle Sympathien erobert und die historische boycotten mich. Was habe ich diesen Leuten gethan? Warum mischen sie sich ein? Ich habe sie nie beleidigt." „Bei den großen Pyramiden von Egypten! Peleg, ist diese Organisation Dir auf den Pelz gerückt? Sie hat mich seit der letzten Session immer verfolgt. Ich ging nach Hause auf» Land und fand sie dort; ich kam wieder zurück und fand sie hier. Kein Tag ist vergangen, ohne daß ich dieses verwünschte Ding von Organisation in meinem Wege gefunden habe. Sie beleidigt zu haben ist Ihnen natür- lich nicht eingefallen. Darauf kommtS den Burschen nicht an; sie glauben, Sie haben sonst jemand beleidigt, und das macht sie wild. Die Kerle haben den Grundsatz:„DaS Unrecht, welches einem zugefügt wird, ist die Sache aller." Sie glauben, daß Sie den Buchdruckern Unrecht gethan hätten, und der Teufel soll mich holen, wenn Sie nicht vor den schmierigen Arbeitern Washington» zu Kreuze kriechen müßten." „Großer Gott, General, Sie glauben doch nicht, daß Zehntausende und Hunderttausende von Menschen im neunzehnten Jahrhundert durch solche sentimentale Eseleien zusammengehalten werden können?" „Haben Sie jemals mit einem der Ritter der Arbeit gesprochen, Peleg?" „Nicht, daß ich wüßte, und ich kann nicht sagen, daß ich nach dieser Ehre lechze." „Nun, das ist nicht im Einklang mit Ihrer gewöhn lichen Politik, Peleg: Zuckerbrot und P eitfch e, Sammtpfötchen und Krallen Aber ich, mein lieber Freund, ich von ihnen gesprochen— verflucht wenn ich seit meiner Rückkehr viel dacht habe. Ich rannte mit ihnen und so weiter. habe mit einem will ich sein, an anderes ge- zusammen, al» ich es am wenigsten erwartete, und die, welche ich traf, sind so fest, so verbiffen wie der Teufel. Der Letzte, den ich traf, trug einen Unterrock und war schön wie ein Paradiesvogel. Sie war so verteufelt hübsch, daß ich mich ihr vorstellen ließ, um mir ein Amüsement zu verschaffen. Nicht 5 Mi- nuten hatte ich mit ihr gesprochen, da hatte sie schon meinen „Postschnecke" wie das gewöhnliche Reisefuhrwerk so schnell vergeffen gemacht haben. Aber eS giebt eine ganze Reihe von Artikeln, besonders gewerbliche und industrielle Produkte, die früher nur ausschließlich von den Besitzenden gekauft werden konnten, nunmehr aber infoige bedeutender Verbilligung der Allgemeinheit zugänglich sind; unter diesen befinden sich viele, die nur auf Kosten des Arbeiters, durch Verminderung der Herstellungskosten, in der Hauptsache deS Arbeitslohnes, zu Maffenartikeln gemacht wurden. Es ist daher beim Ein- kaufe eines billigen Gegenstandes immer der Gedanke nahe- liegend, wie wenig mag wohl für diese Arbeit der Arbeiter an Lohn erhalten haben? „DaS innige Verhältniß von WaarenpreiS und Arbeits- lohn kann indeß kaum eine merkliche Verbefferung erfahren. Es beruht auf der heutigen WirthfchaftS- und GesellschastS- form, auf dem unseligen Lohnsyftem und kann daher nur aufgehoben werden, wenn eS an deren Beseitigung selbst geht. Bis dahin werden wir freilich noch manchem Ge- tteidewucherer und manchem Krautjunker unfern Tribut be- zahlen müffen."— Die» der Artikel des schweizerischen Blattes. Obgleich die Schweiz keinen Schutzzoll und keine Getreidezölle hat, so leidet sie doch auch unter der schutzzöllnerischen Polttik des Deutschen Reichs. Jedenfalls aber haben die Schweizer, obgleich sie bei Weitem nicht genug Getreide für ihren Bedarf ziehen können und in dieser Hinsicht von Hau» aus viel schlimmer gestellt sind als das Deutsche Reich, jetzt dennoch wesentlich billigeres Getteide und Brot, als wir Deutschen, die wir in Gestalt der durch die Zölle vertheuerten Brotpreise unseren reichen Agrariern einen fetten Tribut zu entrichten haben. Trotzdem ist man in der Schweiz der Meinung, auch bei völligem Freihandel in Getreide sei dasselbe noch zu theuer für das Volk, und man geht bekanntlich mit dem Gedanken um, den Getreidehandel zu verstaatlichen und auf diese Weise dem Kornwucher ein Ende zu machen und die Spesen des Zwischenhandels ganz zu beseitigen. Daß die Verstaatlichung des Getreidehandels, die ja in einem demokratischen Staat wie der Schweiz nicht zu einem volksfeindlichen Monopol werden kann, dem Volk bedeutende Vortheile bieten und zur Verbilligung des BroteS führen würde, das kann unmöglich bestritten werden. Allein wir dürfe« nicht außer Acht lassen, daß die unnatürlichen Zustände deS GetreidemarkteS weit weniger die Folge des Zwischenhandels und des Korn- wucherS— dessen Existenz bis zu einem gewissen Grade wir nicht leugnen wollen— sind, als der heutige« Form des Grundbesitzes. Die Getreideproduktion wird mehr und mehr zum Privatmovopol der Großgrundbesitzer. In Amerika, welches ganzen Patriotismus in Harnisch gebracht, und ich sah mich als Staatsmann genöthigt, ihr eine kleine nationalökono- mische Vorlesung zu halten. Ich will verflucht sein, wenn sie nicht mehr Bücher über Nationalökonomie gelesen hat als tch. und wenn sie obendrein nicht auch mehr verstanden hat. Ich sage Ihnen die Wahrheit Grinder, mag sie Ihne« auch verdammt unangenehm sein. Die Sache ist: Der Staat hatte Unrecht, vor dieser sozialistischen Ketzerei die Segel zu streichen. Während wir, Sie und ich. uns dem Geschäft, reich zu werden, widmeten und völlig davon in Anspruch genommen waren, hat daS gewöhnliche Volk lesen und denken gelernt, und verdammt will ich sein, wenn ich nrcht allen Ernstes fürchte, daß eS der Bande gelingen wird «rnge wirkliche Lebensfragen, die unsere ganze politische Maschine zu Atomen zerschlagen werden, vor daS Publikum und zur öffentlichen Diskussion bringen." %%%?% r. zubilden, daß irgend eine Organisation durch diese Bruder- schaftS-Simpelei zusammengehalten werden könnte. Alle Naturgesetze find dagegen. Die persönliche Selbstsucht ist dä Klasse gemeinsame Sache gegen uns zu machen im Stande wäre. Die Kerle werden mir vielleicht Ünannehm- lichkeiten bereiten, ich fechte es aber aus und wenn ich die ganze Sippschaft vor Gericht schleppen muß. Einige der demagogischen Maulhelden und Führer in'S Zuchthaus- und die ganze Geschichte ist in die Luft gesprengt. Also lassen wir die Dinge sich entwickeln und spreche» wir von dem Telephonprojekt."— Kapitel XL Maud er th e i lt Harry einen Rath! Maud war emsig bei ihrer Arbeit. Harry las wie gewöhnlich vor. Mr. Simpson hatte sich in seine Versamm- lung der Ritter der Arbeit begeben. Es war einer von Harry'» regelmäßigen Abenden und seit länger als einer
de« Tetreidemarkt beherrscht, ist auf dem Gebiete der Land- wirthschaft daS Monopolwesen schon scharf ausgebildet und bildet sich immer schärfer und großartiger aus. Und in allen Ländern, ohne Ausnahme, hat der Grundbesitz diesen monopolistischen Zug. Den Getreidehandel verstaatlichen, kann nur aeringen Nutzen bringen, so lange die Getreidepro- duktion Privatmonopol ist. Die Wucherer des Getreideshandels sind Zwerge, verglichen mit den riesigen Wucherern der Getreideproduktion, welche die Staatsmacht in den Händen haben und theil» durch Privatvereinbarungen, theils durch StaatSgefetze die Brotpreise in einer Weise erhöhen können, daß daS Volk zehn- und zwanzigmal so arg geschröpft wird, als die Wucherer des Getreidehandels dies je vermocht haben. Hier gilt es den Hebel der Reform anzusetzen. Trigmak-Korrespouäeuzell. ZSrich» 15. Oktober. Der nächsten Sonntag in Bem stattfindenden Sozialistenkongreß adsorbirt augenblick- lich das meiste Interesse der klassenbewußten Arbeiter. Die Frage, od die projektirte sozialdemokratische Partei in neuer Form zu Stande kommen und vrosperiren wird, ist auch in der That eine sehr wichtige. Darum beschäftigen fick mit ihr auch die sozialistischen Blätter in jeder Nummer auf's Neue und Ein« tehendste. So schreibt Herr S t e ck in der letzten Nummer des Zerner„Sozialdemokrat":„... Wenn also am Arbeitertage nicht eine starke Zahl zur Bildung einer sozialdemokratischen Partei der Schweiz aus verständiger Einsicht und entschiedenem Wollen fest entschlossener Genoffen sich einfindet, und, ohne daß man sie dazu überreden oder durch verblüffende Schneidigkeit der Leitung mitreißen muß, aus eigenem Antriebe die nöthigen Beschlüsse faßt, so mag dann eine Mehrheit oder eine Minder« heit für die Parteidildung sich ergeben— in beiden Fällen ist der Versuch mißlungen. „Die sozialdemokratische Partei muß in doppellem Sinne eine seldstständige Partei fein: gegen Außen wie gegen Innen; oder sie wird nicht sein. Eine Schafheerde mit einigen tüchtigen Leitbämmeln an der Spitze dalf sie in ihrer ervonirten politischen Stellung nicht werden. Wir wenigstens möchten eine solche Partei auch nicht zum Siege führen. Denn was hülfe uns eine Demokratie, in der trotz aller demokratischen Form eben doch wieder nur einzelne herrschen würden, weil die Bürger freiwillig sich an das faktische Regiment einzelner ge- wöhnt hadenjund dabei sich wohl befinden resp. eben keine Demo« kraten find. „Der Geist ist es, der entscheidet, nicht die�Form. Eine sozialdemokratische Partei» die nicht vom Geiste gegründet und getragen wird, wollen wir nicht. Haben die schweizerischen Sozialdemokraten nicht das Bedürfniß, sich in einer einheitlichen polstischen Organisation zu sammeln, nun, so kann ihnen eben niemand dieses Bedürfniß geben. „Den Arbeitertag berührt das weiter nicht. Das Aktions« komitee hat dessen Umwandlung in eine schweizerische sozial- demokratische Partei schon lange in Aussicht genommen und ent- spricht mit der Vorlegung seines Projektes vielfach geäußerten Wünschen. Obdie Partei, falls man ihreBildung beschließt, dennoch lebensfähig sein wird, muß sich dann bald zeigen. Unmöglich ist es nicht. „Ader Sozialdemokraten müssen wir haben am 21. Oktober in Bern. Genoffen kommt und stellt Euch." In gleicher Weise äußern sich die übrigen Arbeiterblätter. Die Verschiebung, die durch theilweise Aufhebung zentraler Organisationen stattfindet, kommt in erster Linie dem G e» werkschaftsbunde zu Gute, dem nunmehr auch die deutschen Vereine beitreten werden, die bisher dem Ak- tionskomitee als Sektionen angehörten. Der Briefwechsel zwischen der Neuenburger Regierung und dem Berner Bundesrathe in Angelegenheit des unbequem werdenden geheimen Kreisschreidens erinnert an die Orient« dedatte im Deutschen Reichstage 1873. Die Vorgeschichte der betreffenden Interpellation nannte damals Liedknecht etwas „mystisch"— er meinte wohl, ste war bestellt— und den Bleichen Eindruck erhält man von dem Schreiben des teuenburger Staatsrathes nach Bern und der Antwort des Bundesrathes nach Neuenbürg. Der Bundcsrath wollte anscheinend Gelegenheit haben, sich offiziell über das Kreisschreiben zu äußern, und da Herr D r o z, der wirklich regierende Bundesrath, Neuenburger ist, so wurde die Sache mit dem dortigen Staatsrath eingefädelt. So wird vielfach vermuthet, so schreibt die„Züricher Post" und auch der „Winterthurer Landbote", der dazu meint:„Der Briefwechsel zwischen der Neuenburger Regierung und dem Bundesrath er- weist fich in der That als nichts anderes denn als komisches Frag- und Antwortspiel, wie es von mehreren Blättern that« sächlich dezeichnet wird. Hilf Samuel! rief der Bundesrath in seiner Roth, Samiel erschien in Gestalt der dem Bundesrath Stunde folgten beide mit der gespanntesten Aufmerksamkeit dem Inhalt des Buches, als Harry dasselbe zuschlug mit den Worten: „Maud, ich möchte mit Ihnen über einen Gegenstand sprechen, über den ich seit mehreren Tage nachdenke." „Was ist es?" „Es betrifft mich selbst und ich bedarf Ihres Raths. Die Sache ist, daß ich um meine Stelle in Sorge bin." „Sie fürchten doch nicht entlasse« zu werden?" „Ich weiß nicht. Thatfächlich ist ja im besten Fall auch nicht viel Beständigkeit in den Regierungsstellen. Sie wissen, ich verdanke meine Stelle dem Einsiuß des General Bluster und ich nehme an, daß eS für ihn ebenso leicht ist, mich zu entlassen, als eS ihm war, mich anzustellen. Er scheint eS arg auf die Ritter der Arbeit abgesehen zu haben." „O Harry, er kann nicht so niedrig denken, Sie zu entlassen." „Ich alaube, er würde eS ohne Besinnen thun, wenn der geringste Nutzen dabei herausspränge. Aber eine andre Gefahr ist noch größer als Bluster. Wir bekommen bald eine neue Regierung und einerlei, welche Partei gewinnt, eine Masse Veränderungen werden dann vorgenommen wer- den. Nun ist zwar das Zivildienstgefetz durchgegangen, nach welchem die Bureaubeamten nicht mehr ohne westereS gewechselt werden können. Ich gehöre aber zu d e r Klasse, die nicht durch daS Gesetz geschützt ist; ich weiß, daß ge- rade zu Stellen dieser Art der größte Zudrang ist und tch muß gestehen, daß ich mich unbehaglich fühle. In meinem Gewerbe ist hier nicht immer Arbeit zu haben und ich könnte genöthigt»erden, nach Hause zurückzugehen. „Da» will ich nicht hoffen, Harry." „Ich dachte daran," fuhr Harry fort,„mich an die Zwildienstkommission zuwenden, und wollte wissen, wa»Sie darüber denken." „Es scheint mir, dies würde gerade der richtige Weg sein, um Ihnen Beruhigung zu verschaffen. Warum solle« Sie Bedenken tragen? Sie können als Beamter ebenso Droz befreundeten Neuenburger Regierung, welche nun das« jenige zu sagen hatre, was der Bundcsrath destätigen wollte. Das ist eine bequeme, aber nicht einmal sehr findige Art, fich aus der Verlegenheit zu ziehen und eine offizielle Erklärung zu umgehen. Vielleicht auch hoffte damit der Bundesrath, dem die fast einstimmige Vemttheilung seines kon- stdentionellen Kreisschreitens durch die schweizerische Presse unbequem wurde, einer Anfrage vor dm eidgenöfstschm Rüthen auszuweichm. Die durch das Sprachorgan der Neuenburger Regierung an das Schweizervolk vermittelte„Auslegung" des Kreisschreibms ist recht, leider aber der Wottlaut des Schreibens ein ganz anderer." Sehr bemerkenswerth ist, was ein einflußreiches, aber nichts wmiger als sozialistenfreundliches Blatt zur Erklärung des Kreisfchreidens und der politischen Zustände in Bern schreibt. Es ist der„Eidgmoffe" welcher sagt:„Man fürchtet fich, weil der Bundcsrath eine so große Macht hat. Der Eine will einm Attilel im Zolltarif durchsetzen, der Andere hat eine neue Bahnlinie oder eine Bahnkorrektion In petto, die dürfen nicht gegm den Bundesrath stimmen. Ein Anderer würde gern in die eid« genösfische Verwaltung einttetm, als Direktor irgendwo oder Sekretär. Der muß sich beugen wie Einer, der an die Spitze eines internationalen Bureaus tteten will. Andere find eifrige Militärs, und der Bundesrath vcrgiebt Rcgi- menter und Divistonen. Nicht alle Landgrafen bleiben hatt gegen alle Lockunam. Darum ist der Bundes« rath so übermächtig. Die Macht aber ist reich an Ver« suchungen. Es geht gar leicht, mit einer schönen Wahrheit zu regieren. Es ist gar bequem, Rücksichten zu nehmm. Es ist gar angmehm, mit den braven Leuten in Frieden zu leben und zu ihnen in die Ferien zu gehm." In Sachen der politischen Polizei finden übrigens noch fortwährend Protestversammlungm statt» so letzten Sonnabend in St. Gallen, wo Herr Sekundarlehrer Seidel referirte. Zu dem Anarchisten spuk, den sich die Münchener „Neuesten Nachttchten" von ihrem phantafievollm und sehr de- denklichenStuttgatterKorrespondcnten haben anthun lassen, demeikt der„St. Galler Stadtanzeiger": „Gesegnetes Land, wo preußische Polizeiagentm wie in einer preußischen Provinz ungestört schatten und wallen können! Natürlich wird auch nichts geschehen, die V e r l o g e n- heit dieser ganzen Anarchistengeschichte, die da wieder der Schweiz und speziell Zürich auf den Hals geladen und in Deutschland herumgetragen wird, offiziell darzuthun. Dazu, die Schliche fremder Polizeispione und Lock- spitze! aufzudecken, ist unsere polttische Polizei nicht da. Diese braucht man, um die eigenen Bürger zu be« auffichtigen." Politische Urberstcht. Die nächste Reichotagvseftion, welche vorausfichtlich in der zweiten Hälfte des November beginnen wird, fängt an, unsere Reptilien zu beschäftigen. Nachdem fie zuerst die seltsame, das böse Gewiffm verrathmde Hoffnung ausgedrückt haben, der Reichstag werde sein Pensum„glatt" und schnell(natürlich mit patriotischem Hurrah) erledigen, diskutiren fie jetzt darüber, od die Frage: Verlängerung des Sozialistengesetzes oder Modifi- zirung des Sozialistengesetzes(Abmilderung oder Verschärfung) oder Ersetzung des Sozialistengesetzes durch ein auf dem Boden des gemeinen Rechts stehendes„Spezialgesetz" oder endlich Er- setzung deS Sozialistengesetzes durch verschärfte Bestimmungen des Reichsstrofgcsetzduckes— schon in der nächsten Sesfion oder erst in der Wintersesfion 1889/90 vor dm Reichstag kommen werde. Ohne uns über das Sozialistengesetz und dessen poli- tische und gesetzgebettsche Zukunft den Kopf unserer Gegner zu zerbrechm(Ausnahmegesetze zu machen ist leichter, als dieselben mit Anstand wieder los zu werdm), wollen wir hier nur be- merken, daß eine Hinausschiedung dieser heiklen und jedenfalls viel Zeit in Anspruch nehmenden Materie auf die Wintersaison 1889/90 nicht möglich ist, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil das— noch dreijährige— Mandat des jetzigen Reichstages am 21. Februar 1890 zu Ende geht, so daß die Wintersesfion 1889/90, wenn es überhaupt zu einer solchen kommt, eine sehr kurze sein wird, in der, außer der Zurechtstellung des Reichshaushaltsetats für das Etatsjahr 1890—91, keine größere Vorlage erledigt werden kann. Die Materie wird also wohl oder übel dem Reichetag schon in der nächsten Session unterbreitet werden, die infolge deffm ziemlich lang und auch ziemlich stürmisch werdm dürfte. Sollte auch, wie die Rep- tilien ankündigen und, was auch gewissermaßen eine Ehrmpflicht für die Regierungen ist, das Alters- und Jnvalidmversiche- rungsgesetz dem Reichstag in nächster Sesfion vorgelegt werden, dann ist mit Sicherheit eine sehr lange Sesfion zu ermatten, die sich tief in den Sommer hinein, ja selbst— mit Unier« drechunaen und Ferien— vielleicht bis in den Herbst erstrecken wird. Die Kommisstonsberathung allein wird Monate erheischen und im Plenum werden die Berathungen des überaus kompli- achtungSwerth sein, wie Sie eS als angestellter Arbeiter') warm." „Sie wissm wohl nicht, aber ich weiß es, daß Be« amte in der Regel gesellschaftlich höher zu stehm glauben als die Arbeiter. Ich liebe de» Gedanken nicht, mein Gewerbe zu verlassm, und ich würde eS in der That vorziehm, am Schraubstock und mit Hammer und Zange zu arbeitm, al» an einem Schreibpult mit der Feder." „ES scheint mir fast, Harry, als ob Sie einen falschen Stolz in Bezug auf Ihr Gewerbe hätten. Sind Sie mcht gmeigt, sich selbst in eine Art von Exklusivität(Ausschluß- uchkert) einzuhüllen, indem Sie dm ke«, der Beruf eines Metallarbeiters sei besser, al« ein anderer? Nun, was das Klapenbewußtsem angeht, so macht eS wenig Unterschied welche Beschäftigung Sie haben- so lange Sie überhaupt aezwunam sind für Lohn zu arbeiten. Die Thatsachej daß dm Lohn dm RegreruagSbeamtm Salair, Gehalt odm Be- soldung genannt wird, macht keinen Untmschied. Sie be« kommen al« Beamtm Lohn, gerade wie Sie ihn jetzt als Arbeiter bekommm." tfBsssmm u"d fie wissen daß rch mich mit ganzem Hmzen dm Ar! bertersache gewidmet habe und daß alle meine Anstren- gungen auf d.eseS Zrel gerichtet sind. Was ich ab» fürchte #### MUMS-MS „ rim und in zahlreichen Punkten die schärfste OpvA. �.�"bcck.r ausfordmndm Gesetzes fich unzweifelhaft sehr in doch inte.c ziehen. Unter solchen Umständen ist es nicht uaaolrf � konner? daß die nächste Sesfion durch eine Vertagung, v» jgg" � vag vre nacone«cinon ourcy eme Vertagung, Z„ fßor. bereits mehrmals stattgefunden hat, bis zur Mandats verlängert wird. Das hätte den Vorthcii ge"- Kommissionen ununterbrochen fortarbeiten und koninC,.... Cir.-n; alle seine Arbeiten bequem nledigcn deß auf die Bequemlichkett des R nicht viel Rückficht genommen zu werden läßt fich da nichts mit irgend welcher.. muthen. Aber wird der jetzige Reicht cJjLe«5W&Le ri-ben? Der � fein Gebiet dieser kleiner st weniger als Anzahl chen :e gab. Auf also nicht, d >nlich liegen d Zahl der Re >re 1887 vorm immer mindl �erficht der Ret m die Zabl de lebenden Fabtt Urtheil über inend für die noch immer ii Stelle dm E mg dmichtet r imtreisen allmc umgekehrt C fich die Jnsp 'iändniß für träum" der izahl beachtens, ondns der Au jitut dm Assii Auffichtsbezir! st der größ ich. Er ha illt, währe Reichstag wird auf fünf Jahre gewählt Die Kadä welche keine Hoffnung haben, die am 21. Februar 1 Majorität von Mandaten— nicht von Stimmen lichem Wege wiedm zu gewinnen, werdm- lichm Vorausficht nach wiedm irgmd einm kinnde den Rummel in Szene setzen und die Wählers� rumpeln suchen. Auf irgmd eine Tmfelei im Maßstabe müssen die Wähler gefaßt sein. Und n. darauf, daß dm Termin für die Neuwahlen ftüher wird, als die Wähler es fich vmsehm. Eine Nu Reichstages vor Ablauf des Mandats und Ni mitten einer vergrößerten und vmdessen Auflage Boulangn-Rummels gehört zu den Möglichkeiten, die deutschen Wählen zu rechnen haben. Boulangn umsonst von der Kartellpreffe wieder mit allm Reklame zum Wauwau aufgepufft. Die deutsl mögen des 21. Ottoder 1887 gedenken! Sie kö schließen, was ihnen bevorsteht! Sich nicht üb.. und auf alles vorbereitet sein— das sei die Losung. Keftellte Arbeit« Die Kattelldiüdm- haben denen Orten Aufrufe zu Sammlungen für eine dttion" mlaffem Wn fich auf die Mache einiger merkt sofort, daß es fich him um eine kombinirte—- und daß die vmschiedmm„Patrioten"» Gruppen voN nonvers ver A demselben Punkte aus in Bewegung gesetzt werden. Erblicher Sckiel sich offenbar darum, dm Reichsregierung irgmd cin(«i mikfurt a. M. zu appottirm, welche fie nickt selbst vor den RnckSt« agestellt. wünscht.„Emin> Expeditton" ist dm harmlose Nune, U, kanische Eroberungspolitik. Emin.»»rstcn Bismau wuderhott mllätt, daß m gar nicht„befrei!" sein Tagebuch:„W wenn es fich darum handett. die von itm besetzte chtheit des Zentralafnka zu behaupten, so ist das eine Aufgabe, bx Berechtigun- Kräfte Deulscylands nicht ausreichen. Doch wir J-Vd sie drucken nicht auf das Unfinnige des Unternehmens dazu wird fich noch reichlich Gelegen best wir wollen blos konstatirm, daß die Emin, nur vorgcschobm wird, um Stimmung für dige" aftikanische Polttik zu machen und zu Beginn der nächstenSessionim „nationale" Kundgebung zu vmanstatten, durch gierung gedrängt werden soll, dm 100 Millionen Flotte, welche schon beschlossene Sache find, noch' Milliönckm für afrikanische Zwecke nachzuwnfm. ist das Fiasko dm sogmanntm Kolonialpolitik e diges, und ist das Ende des ostafrikanischm SckN abschreckendes, daß wir keine Befürchtungen hegen nicht die inneren Verhällnisse Deutschlands gegen« suchung gar so nahelegten, die Aufmerksamkeit des. schwarzen Punkten und Flecken im Jnnmn adzulmst« scheint, ist dm„schwarze Kontinent" dazu ausersev� auf sich zu ziehen. Was insbesondere die S« welche in Leipzig inszenitt worden find, so a posttiv mitgel heilt, daß die Weisung dazu von ist, und zwar aus demseldm Hauptquattier.— grohm�„nationalen" Aktionen auszugehen vflegc» beten Orten ist's jedenfalls ebenso. Kur, es un> Zweifel, daß wir es hier mit destellt» Arbeit zu I» Hachen Geffsten. Wie da«„Leipst meldet, wurden in der Strafsache gegen gegen J) die Anträge des Angcllagtm und seines Wolffson auf Haftentlassung Gefflm's von abgelehnt., � endlich find die„Amllichen MiltbeilunF er mit BeaufsickU� dem Jahresberichten äter schrieb da ssm, und wir „Dmtschen' olltcn es nicht Plein Thatsachm mck kommen, n gensten Zett re inehin eine au Voss. Ztg." zu . noch ubert akespearcs„B ckwermüthige G pir ein Wams: pal, dm in alll sollte man fiben und nach nicht weiß fitesten." Ans de« i hl von Kränze: » So ist ein jelangt, ferner e der Widmu ■eiheit, Wahrhc fiten— Gleist 'Lorbeerkranz: des.—„Der lldemokraten 5) ung aus Vieles mokraten von, uf dem Grabe ging der amtlichen Auszüge geworden. Er mthätt teid>"?r zur Beurtheilung unser» Fabrikzustände, als schlag, gm Ausstellungen der Lppofitwn haben /"rrriM+ ft#,%***% f„TkCi w__ L Ol." gewirkt. Freilich kann selbst dm beste Auszug auch der neue noch lange nicht— die Origin ersetzen, was immm wieder mit dem Hinweis-u Uche Publikationsart der Schwei, und Oesterreichs muß. Aus dm Einleitung der jetzigen#!%% man zum Beispiel, daß zum ersten Mole ein Folgrnde Jk.":„D „Jahre 1884 fielt„Extra Ppen, find,, spät», wo Inst Klassenunterschiede sich her a � konnten; sie haben einen Unterschied bent und Maschinenbauern, zwischen_ Zimmerleuten gemacht und noch einm -oimmmieuien gemacht und noch emen glvp"'' zwischen Handwmkern und bloßen Tagelöhner� bertm sind deswegen sehr zu tadeln. Sie soU'�q und die Würde dm Arbeit richtiger Sätzen... vortreffliche junge Arbeiter, die' durchaus machen wollten, und ich weiß, daß zur selbe» Beamte ihr harte« LooS verfluchten und die' thten bessere« Lohn und ihre kürzme Arbeitsze" .Sie haben Recht, meine Freundin „das Evangelium, weichet wir predigen, istr, rj und Frauen nicht nach ihrer Beschul sonder« nach ihrem moralischen und 8('P% j messen werden sollen; und die Frage für m'?, schästigung al« Metallarbeiter fortsetze." „Sie könnten für den Augenblick i«J>% der Orgamsatio« vielleicht mehr nützm, aber � die Dauer können Sie mehr nütze«, wen« � Stelle al« Regierungibeamter verschaffen.-59,� nicht zu einer anderen al« einer solchen r«'� Aw Ueber d, isseler„Thea ." folgende «uspielerin 9 ift dm Feul :den können. re die Rol eben an, d Ruf erscholl lat war die L finlich dadun das Zuschl .frei brenn» ulettm dm K lmblicken st immen, weist Ä um fich g, .ck besetzten I fort von der legängm zu. tigert worden, fe kopflose Fli fis durch Hii diesem Aug Bühne und ?zunehmm, d ""V* 9" riaer anomm al« ein» 10UH"» ymm, oeumm zioyn uno lUlz«'" dann mehr Muße, Ihren Studien obzul'ege- et"en.�heil Ihre« Lohnes sparen..-�r es jetzige Lohnsystem, aber so lange e« beflehi,.� ea&rnqW „Nein, wahrhaftig nicht,"«widerte „jwa, wayryaftig nicht," erww»",$ rj Ueberzeugung ist zu fest begründet als M � � Eaub' eä. ist noch stuh u.z 4°ch haben n ,1 Odetten der Mit. Frl. 'Odetten mut 'stum das T ..aub der Fie lVPrandes ist d Groß» Mondnacht, könnten wir unsme Unterh Pensylvania. Allee fortsetzen und nach dem r „Gewiß, Harry, ich sehnte mich M Spaziergang, während Sie vorlasen." (Fortsetzung folgt.) eickstage. � Flatow in hatte den f
xijri. rmJp die Lüdcck.r JndustrieverhSltnisse gestattet wurde, und es {te doch intercsiant, dieses erste Referat im Ganzen über- »u können. Da ist aber nichts zu finden, als eine Ta- 33®' nach welcher in Lüdeck 100 Fabrikbetriebe mit 2017 Ar- jä �ir 1897 erwachsenen und 120 jugendlichen, bestehen und JL. awM�elne, schwer auffindbare Zitate, die in den ganzen Mitthei- � zerstreut find. Die Zahl der gesammten deutschen Auf- isdczirke und Inspektoren beträgt zur Zeit 48. Von dem titut der Assistenten, die doch bei der übermäßigen Größe Aufstchtsbezirle sehr nothwendig für jeden derselben wären, ht der größte Staat, Preußen, den geringsten Ge- .6. Er hat ganze fünf Gewcrderaths-Asfistenten an- tellt, während das Königreich Sachsen, trotzdem sein Gebiet in eine verhällnißmäßig größere An- .de! um.. m und da u werde« Februar» Zlimwen werden en i i n n e fflöbUrst fielet im Und n? chlen S« t Auflage zUrbtette«. Boulans«r rit allen 'öu ÜDlU-fr. >et- haben ür eine eint» nbinirte nippen t werden. KS nlfc. fÄV e Aufgab«. )och«« ehmens rA ng für •n und on tot durch Itillione« d. noch werfen. »lttil en m hegen UU»... ,V. v»#»v VVV�MM4..U..-- p'D O-" W-- ��.��er Auffichtsbezirke-.sieben- getheilt hat, : V0«« . vvg vnv siWVCU it weniger als vierzehn Asfistentenstellen schuf, außerdem aber > Anzahl chemischer Sachverständiger den Inspektoren zur te gab. Auf diesem wichtigen sozialpolitischen Gebiete merkt also nicht, daß Preußen der erste Staat Deutschlands ist. lnlich liegen die Verhältniffe bei der Ausübung der Aufstcht. Zahl der Revifionen, welche die sächsischen Inspektoren im »re 1887 vornahmen, übersteigt die der preußischen Beamten immer mindestens um das Doppelte. Uedrigens wird die «ficht der Revisionen erst dann vollen Werth erhalten, wenn en die Zabl der Revisionen diejenige der im Bezirk überhaupt lebenden Fabrikanlagen gesetzt wird, so daß ein zahlenmäßi- Urtheil über die Intensität der Jnsoektion möglich ist. Be- !nend für die Auffaffung von der Aufgabe der Inspektoren, noch immer im Reichsamt des Innern herrscht, ist übrigens Stelle der Einlellung, in wecher mit offenbarer Genug- mg derichtet wird, daß den Beamten„auch aus den Ar- ierkreisen allmälig mehr Vertrauen geschenkt werde." Es wäre k umgelehrt Sache der oberen Behörden, darüber zu wachen, sich die Inspektoren immer mehr den Arbeitern nähern und iändniß für ihre Lage gewinnen. Dann wird auch das ..träum" der letzteren nicht ausbleiben. Beigegeben find eine >zahl beachtenswerther Verordnungen einzelner Behörden über anders der Aufficht bedürfende Betriebe, und in Sachen gc- blicher Schiedsgerichte wird das Statut dieser Behörde zu mlfurt a. M. durch Abdruck als Muster für andere Städte igesteM. Äwif.In'ni3r:*Ä"� des Gebotenen im ganzen und eben so <***&*.» V>2 re,'.. r___ r** L' th eit oes tNevoienen im ganzen und eben so wenig an Berechtigung des Einsenders, sich daraus Auszüge zu machen ' sie drucken zu laffen." Räch dem Jmmediatberichr 14 Tage ter schrieb daffelbe offiziöse Blatt folgendes:„Sehr viele r, und wir gehören zu dieser Zahl, hielten das. was in „Dmtschen Rundschau" erschimen ist, nicht für echt, illkn es nicht für echt halten. Ein Tagebuch, worin nicht :in Thatsachm. sonvern Gefühle, Stimmungm ic. zum Aus- >ck kommen, mitten in der bewegtesten, ercignißreichstm, auf« lensten Zell regelmäßig fortgeführt, ist in unserem Zeitalter nebln eine auffallende Erscheinung:c." Treffend zitirt die »ff. Ztg." zu dieser Kunstleistung, welche nur von der„Köln. " noch übertreffen ist, die 4. Szene des 2. Aufzugs von „Jefpeaus„Was Ihr wollt". Dort heißt es:„Run, der wermülhige Gott beschirme Dich, und der Schneider mache 'r ein Wams von Schillertaft; denn Dein Gemüth ist ein iah der in allen Farben spielt. Leute von solcher Beständig» : sollte man auf die See schicken, damit sie alle Dinge iden und noch allen Winden steuern müßten; denn wenn n nicht weiß, wo man hin will, so kommt man am itesten." Auf de« Grabe Kräcker's find noch eine ganze An- il von Kränzm mit und ohne Inschriften niedergelegt wor« t. So ist einer aus Guben und ein anderer aus Forst an« ilangt, ferner einer von dm Sozialdemokraten Braunschweigs >ii der Widmung:„Du hast gekämpft und gelitten— Für liheft, Wahrheit und Recht— Und hast für Gleichheit ge- tten— Gleichviel ob Edler, ob Knecht."— Des weiteren Lorbeerkranz:„Gewidmet von den Arbeitern des Wupper- .a Äf.Äl? JON Dem aug Bielefeld. Außerdem war ein Vertreter der Sozial. ll.fsAdT*«mg der Auftrag von den Spremberger Arbetterfraum em, >en, Munden, um>>!-»«,— % zamw»» wird> haben alft>>. Aufforderung veröffentlicht die Elberfe iszug JL*»,,.'/�«ezenigen Personen, welche noch im Befitze der aszug � W ÄÄ die am großen Breslauer Sozialistcnprozeß die Elberfelder o,:„Diejenigen Personen, welche noch im Befitze der Jahre 1884—85 in München erschienenen Wochmzeitung, stell„Extra- Blatt",„Münchener Gerichtszellung" mit pm, find, werden gest. ersucht, die Nummer vom I.Februar !r später, worin ein Bericht aus„Düsseldorf" enthalten ist, A«« Kunst«ud gelten. lieber de« kürzlich gemeldete« Tl,eaterbra«d im üffeler„Theatre du Parc" vom 13. ds. dringt die„M. Allg. ." folgende Einzelheiten: Das Feuer brach in der Loge der zauspielerin Rejane aus und hätte ohne die rasche Dazwischm- fit der Feuerwehr für das ganze Theater verhängnißooll den können. Man war gerade im dritten All. Frl. Rejane, he die Rolle der Henriette in„TscorS" darstellte, schickte eben an. die Szene zu betreten, als von der Koulisse her i Ruf erscholl:„In der Loge Rejancs brennt es." In der >at war die Loge der Schauspielerin in Brand gerathen, wahr« inlich dadurch, daß Frl. Rejane, als fie ihre Loge verließ, ech das Zuschlagen der Thürgert worden, oav vus......——„ her'®.J 5® kopflose Flucht, theils durch die unterirdischen Ausgänge, con Shells durch Hinübersprinam in den Parquetraum bewerkstelligte. -rch vKn diesem Augenblicke stürzte der Schauspieler Dieudonns auf . mibe* V Bühne und ermahnte das Publikum, die Sitze wieder mhig da das Feuer bereits gelöscht werde. Bald darauf o®' auch der im Hause zufällig anwesende Brüsseler Bürger« b®st, �®'stcr Buls auf dem Podium und richtete die gleiche Mah» Zeit- an die Zuschauer. Ein Theil der letzteren harrte deshalb lege*..JJ'«aale aus. Unterdessen warm die Pompiers in die brm» siiL �og® eingedrungen und überschwemmten dieselbe buch» .ssiich mit ihren Wasserstrahlen. Sämmtliche sehr kostbaren Duetten der Rejane find theils vom Feuer, thells vom Waffer Pott. Frl. Rejane, welche trotz des bittern Verlustes ihrer i'i®tten muthig und lustig weiterspielle, mußte im Theater- mum das Theater verlassen, da auch ihre Straßenkleider ein .aub der Flammen geworden waren. Ueber die Ursache des »andes ist die Untersuchung eingeleitet. .....«roste Ereignisse werfe« ihre« Kchatte«»ora«». tunST»?,? Poben wir ttotzalledem geheime und dirette Wahlen zum Ätage. Der noch jugendliche AmtSvorsteber im Dorfe S. ...r Fr'flatow in Westpreußen scheint anderer Meinung zu sein. oß« hatte den Auftrag, eine Wahlmännerwahl für den Kreistag i»' an Herm Rechtsanwatt Belles, Düsseldorf, Marienskaße 23, einzusmden. Die Nummer dieser Zeitung soll als Ent- lastungsmaterial in dem devorstehendm(rheinischen) Sozialisten- prozeß dimen. Au» Areobe«, 16. Ottober, wird uns geschrieben: Der hiesige Tischlkr-Fachverein hatte für beute Abend eine geschlossene Mitgliederversammlung anberaumt, in welcher der Abg. Singer über die alters- und Invalidenverficherungsvorlage sprechm sollte. Diese ßVersammlung wurde auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes verboten.— In der Druckerei von Schönfeld und Harnisch, in welcher das am Sonntag vertheille, mittlerwelle verbotene sozialistische Flugblatt gedruckt wurde, fand heute eine gründliche Haussuchung statt, welche von Vor< mittags 8 Uhr bis Nachmittags&3 Uhr wähtte. Man suchte nach dem Manuskript des verdotenm Flugblatts, welches man aber nicht fand. Die Haussuchung wurde von ca. 10 Polizeibeamten unter Führung eines Amtsrichters vorgenommen. Als Grund der Haussuchung wurde Verletzung des§ 131 des Strafgesetzbuchs, �Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen, ange- geben. Der VerlegerTifchlerDonath wurde ver» haftet. A«« Düsseldorf, den 15. Ottoder, wird geschrieben: Trotzdem die Untersuchung in dem großen Geheimdundsprozeß geschloffen und sämmtliche Mitglieder dieser„Kongregation" schon längst im Besitz der Anllagcschriften find, fand doch wieder am 10. d. Mts. eine Hausdurchsuchung bei Herm Gustav Lebmann statt. Dieselbe wurde durch einm gewissen Herm Tilger, welcher am hiefigen Platze den Posten eines Polizeikommissars bekleidet, nebst zwei Polizeisergeanten vorgenommen. Da Herr Lehmann abwesend war(es war 5 Uhr Nachmittag) und der Herr hausdurchsuchende Beamte dessen ungeachtet die Revision vornehmen wollte, mußte die Ehefrau Lehmann fich ganz energisch ins Mittel legen und dem Herm Kommissar die ge- setzlichen Bestimmungen, die er zu beobachten habe, vorhalten, was zur Folge hatte, daß nach zwei Zeugen geschickt wurde. Bemerkenswerth find die Motte, die der Beamte der Frau Lehmann gegenüber gebrauchte:„Er als Hilfsbeamter der Staatsanwaltschaft habe das Recht, Hausdurchsuchungen vorzu- nehmen, und zwar so oft es ihm beliebe." Unterdessen kam Lehmann von der Arbeit und fragte sofott den Beamten nach der Ursache der Invasion. Man höre nun, was da folgt: Er, der Herr Kommissar, sei im Auftrage der hiesigen Staats» anwaltschaft gekommen, um nach der Liste, worauf die Sozial- demokraten(selbstverständlich die von dem großen Bunde) ver- zeichnet ständen, zu suchen. Dem pfltchttreum Beamten wurde nun gestattet, Schttftstücke, aber ohne dieselbm einzusehen, hübsch zu vetfiegeln und mitzunehmen; dies schien ihm aber nicht son- derlich zu passen und zog er denn nach viertelstündiger An- Wesenheit mit einer gehöttgen Dosis Aeraer, aber ohne einen Papierfetzen von bannen.— Sonst schwuren allerlei Gerüchte hier: Nach dem einen soll die Polizei entdeckt haben, daß Gustav Lehmann mit Sozialdemokraten auf dem Planet„Mars" in fottwährender Verbindung steht. Einem zweiten Gerucktzufolge will die Hllfsbcamtenschast der Staatsanwallschaft nach Matettal zu einem neuen Geheimdundsprozeß suchen, damll man sofott, wenn der kommende Prozeß vorüber, mit oder ohne Verutthei- lung, mll einem neuen Prozeß beginnen kann. Welches von den beiden Gerüchten am meisten Wahrscheinlichkeit für fich hat, das wird die Zukunft lehren. A«ch ei« Gr««d}«r Anflöfn««. Eine allgemeine Formerversammlung in Braunschweig, in welcher der Reichstags« abgeordnete Frohme aus Hannover über Alters- und Invaliden- Versorgung sprechen sollte, fand am Sonnabend statt. Da Herr Frohme rncht erschienen war, wollte der Vorfitzende e i n e m A n« deren das Wort erthetlen, worauf der überwachende Polizeibeamte die Versammlung auflöste. Schweis. Die Behauptung einiger Blätter, daß der Bundesrath das vielderufene Zirkular nicht zurückziehen werde, hat fich bc- stätigt und nickt bestStigt. Er zog es nämlick vor, dasselbe zu „i n t e r p r e t t r e n", und diese Interpretation dedeutet eine Zurückziehung des Zirkulars nach seinem Jnhall, aber nicht in Wirllichkeit. Es war der Staatsrath von Neuenbürg, welcher dem Bundesrath hierfür eine Brücke schlug. Derselbe ttchtete ein Schreiben nach Bern, worin! gesagt war, die Prefie gebe dem bundesrächlichen Geheimschreiben eine bestimmte Auslegung, welche der Staatsrath nicht theilen könne, da er die Verfügungen des Bundesraths nur auf Anarchisten, agents provocateurs und Spione beziehe; der Bundcsrath möchte ihm diesen Zwiespalt auf- klären. Darauf antwottcte dann der Bundesrath mit der Betheue- rung, daß alle seine Anordnungen nicht gegen die verfassungs- mäßigen Freiheiten der Bürger zu verstoßen beabsichtigen, und daß das Schreiben keinerlei verfaffungs widrige Tendenz haben könne. Natürlich entspricht diese Erklärung in keiner Weise dem beut» lichen Wortlaut der unglücklichen Verfügung, in welcher sogar eine Ueberwachung und Berichterstattung! über alle Reden, die fich auf die„soziale Oraantsation der Schweiz" und auf die„politische und soziale Organisation anderer Länder" be- ziehen, gefordett wurde. Die Presse beutthellt darum den neuesten Schtttt der Behörde nicht zustimmend. Einige wenige vorzunehmen. Das mag ihm nicht geläufig gewesen sein und er hat deswegen vorgezogen, nach neuem Wahlmodus eine ver- frühte Reichstagswahl in Szene zu setzen. Am 10. Ottoder wurden im Dorfe S. die Bauern zur Ausübung der deutschen Bürgerpflicht zusammengerufen. Der Amtsvorsteher selbst war Wahlvorsteher, der Lehrer Protokollführer. Da aber in dem Anschreiben von Wahlmännern die Rede war, so ließ der Amts- rcgent für den Reichstag zwei Wahlmänner, wie solche nach den gesetzlichen Bestimmungen für das Abgeordnetenhaus zu wählen find, wählen, und selbstverständlich wurde er selbst nebst dem Lehrer hierzu ernannt. Nachdem die Wahl regelrecht von zehn Uhr Vormittags bis sechs Uhr Abends gedauert, wurde das Protokoll ausaefertigt und beide erllätten sich schttstlich zur An- nähme der Wahl berell. Das Wahlprotokoll wurde zu dem Wahlkommiffar nach Flatow abgeliefert, wo man fich nicht wenig wunderte, statt des Dr. Scheffer zwei ganz neue Mitglieder für den Reichstag gewähll zu sehen. De« Ktrit ffenbettel i« pari«, einer besonders merk« würdigen Seite des öffentlichen Lebens im Seine-Babel, widmet Maxime du Camps einen fesselnden Abschnitt seines Wettes: „Paris, ses ergsnes, ses fonetions et sa vie." Eins der seltsamsten Orginale aus der Bettlerwelt hat der Verfasser in einem alten verbummelten Mediziner kennen gelernt. Er war von guter Hallung, zeigte fich stets ordentlich gekleidet und sprach mit tiefer dumpfer Stimme, wie ein Mensch, der von schweren Schicksalsschlägen heimgesucht wird. In allen seinen Gewohn- heilen von der strengsten Regelmäßigkeit, führte er ein genaues Verzeichniß über seine Besuche. Die Namen aller Pattser Aerzte fanden sich hier verzeichnet, alle mit einem kurzen, aber charatte- ristischm Zusätze. z.B.: N. Ein Windbeutel, nicht viel zu machen.— X. Zuerst abweisend; hattnäckig sein!— Z. Leichtgläubig und weinerlich, immer gerührt.— P. Von seinen Gedichten mit ihm sprechen!- A. Btt dem auf die Pfaffen schimpfen!"— u. f. w." Neben diesen Bemerkungen fand sich der Tag seines Besuches verzeichnet, dahinter eine Zahl, die der erhaltenen Summe. Er zeigte fich niemals zweimal im Jahre bei derselben Person und suchte nur Aerzte auf. Später, als man seinem Treiben auf die Spur kam und die Polizei ihm das Handwerk legte, stellte es fich heraus, daß dasselbe ihm eine jährliche Rente von 15-18000 Fr. abgeworfen hatte. Er lebte geradezu vornehm und hiell fich zu seiner Bequemlichkett im Gin �Schildbürgerstreich absonderlicher Art wird aus einem Dotte im Kreise Büdingen(Oberhessen) dettchtet. Be- sagtes Dorf hat eine sehr schöne alle Kirche aus der UebergangS- Blätter sehen damll die Angelegenhatt als erledigt an; cS find das aden diejenigen, welche schon zuvor den Bundesrath ver» theidigten oder nicht anzugreifen wagten. Die übttgen verhalte« fich ablehnend und machen auch mehr auf die humoristische Selle des Verfahrens aufmettsam. Sie halten das Schreiben des Neumdurger Staatsraths für bestellte Waare und finden es seltsam, daß eine republikanische Regierung lieber nach diplo» matischm Äuskunftmlltelchen und Ausflüchten greift, als daß fie eine runde Ettlärung abgiebt. Ueber das Kapitel„Politische Polizei" pflog der Grütliverein Chur letzten Sonnabend eine lebhafte Debatte. Der neueste Beschwichtigungsversuch des Bundes» rathes verfehlte dabei ganz seine erhoffte Wirkung. Der Wort- laut des bundesräthlichen Kreisschreibens vom 11. Mai, so wurde ausgeführt, ist gegen alle, Schweizer und Fremde, gettchtet,' die fich in Versammlungen und Zellungen mll„Fragen unserer sozialen Organisation und der polllischen und sozialen Organr» sation anderer Staaten" befassen. Die nachträgliche Auslegung, daß nur Anarchisten, politische Spione und Srgents Provokateurs gemeint seien, steht mll diesem Wottlaut im Widerspruch. Sie kann folgerichtig, da gleichzellig das Kreis» schreiben unverändett aufrecht erhalten wird, nicht defttediaen. Der Verfichcrung, daß die bezüglichen Instruttionen innerHaid der Verfassung rcalisttt und keine der öffentlichen Freibttten da» durch suspendirt oder vettürzt werden sollen, steht die Tbatsache gegenüber, daß die Ausführung des Kreisschreibens im Rahmen der Verfassung, über die es weit hinausgeht, nicht möglich ist. Es muß daher daran festgehalten werden, daß, um die be» rechtigten Besorgnisse wegen Beeinträchtigung verfassungsmäßiger Rechte zu Heden, das Kreisschreiben zmückaenommen und durch Streichung des Kredits für die politische Polizei allen Gelüst»« und Versuchen zu polizeilichen Hebelgriffen der Riegel gestoßen werde. In diesem Sinne wurde einstimmig eine Resolution gefaßt. In derselben wird des Weitern gesagt:„Im Erlaß und der Aufrechterhaltung des Kreisschreibens erblicken wir tirc flagrante Kompetenzübcrschrellung des Bundesrathcs und eine Verletzung der Verfassung. Wir erheben hiergegen wie gegen jeden Angttff auf unsere ersten republikanischen Rechte Protest und erllärm angesichts dieser Uebergttffe eine energische abweh» rende Haltung aller Freiheits« und Vaterlandsfreunde als Bürgerpflicht. Der Bundesoligarchie und Machtanmaßung der eidgenössischen Bureaukratle muß im übrigen durch eine demo» kratische Verfassungsrevifion das Volk Meister zu werdm suchen. Wir ersuchm deshalb das Zentralkomitee des Grütlivereins und die Vettraumsiränner der demokratischen Partei um Einleitung einer Unterschttftensammlung für eine Bundesrevifion mll de« tzauptpostulaten: Wahl des Bundesrathes durch das Volk, ob- ltgatottschcs Referendum und Volksiniliattve. Frankreich. Die Kommisfionfür die Verfassungsrevi sion hielt bereits ihre erste Sitzung. Sie beschloß, zuerst Floquetj und dann die anderen acht Antragsteller zu hörm. Afrika. Das Reuter'sche Bureau läßt fich aus Sansibar, 14. Ottober, tclegraphiren, daß der Aufstand lediglich durch die verächtliche Behandlung der Bevölkerung und die Mißachtung der Flagge des Sultans seitens der Beamtm der deutsch-ost- afttkanischen Gesellschaft hervorgerufen worden sei. Soziales«ad ArdeiterdeWegmm. ,._ Bielefeld, dm 15. Oktober. Der Streik der Arbetter der hiefigen Armaturen Fablik. Metall- und Eisengießerei von Carl Vogelsang ist beendet. Die Arbeiter haben vollständig gestegt. Uerewe und Persammluuge». Frtchoerei« der Steindrucker und githogrnphe«. Donncislag. Elbmds öi Uhr, in Gratwetl'S Bierhallen, Rom» mandantenstraße 77—79, Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbettcht. 2. Jahresbericht. 3. Neuwahl des Vorstandes und der Revisorm. 4. Bericht und Neuwahl der Rechtssckutz» kommisston. 5. Bettcht und Wahl der Unterstützungskom» misfion. 6. Bericht und Wahl des Bibliothekars und des Stellenvermittlers. 7. Verschiedenes und Fragekasten. Drnrokratischer Verein z« Kerlin. Große Versamm- lang am Frellag, den 19. Oktober, Abends 8 Ubr, im Louisen» städtischen Konzerthause, Alte Jakobstraße 37. Taaesordnung? 1. Bettcht über den am 16. September d. I. in Leipzig statt- gehabten Parteitag der demokratischen Pattei. 2. Vottrag des Herm G. S. Schäfer über die Nothwendigkttt einer einheit- lichen allseitigen Reform des nationalen Lebens. Jedermann h a t Z u t r i t t. Grosse Nolkoversammloug, einberufen vom„Neuen Berliner Thierschutzverein", am Freitag, den 19. d. M., Abends 8 Uhr, im Stadtmisfionshaus. Johannestisch. Tagesoidntrna: „Thierquälerei und Thierschutz in der Haupt- und Re- fivenzstadt Berlin." Referent: Dr. Paul Förster. epoche. Es war nun bcschloffm worden, die alten, unschönen Glasfenster durch neue, gemalte zu ersetzen. Als die in Heide!» berg angefertigten schönen bunten Fenster aber ankamen, mtdeckte man zu nicht geringer Bestürzung, daß dieselbm rechteckig warm, während die Fensteröffnungen runddogig find. Allgemeine Rathlosigkeit, bis ein weiser Salomo den Rath giebt, der auch defolgt wird: Man dttcht die schönen Rundbogm aus und macht so die Fensteröffnungen rechteckig und für die neuen Fenster passend. Der Pfarrer soll sich, den„Oberh. Nachr." zu» folge, nach Gießen um tzllfe gewandt haben. Ader zu spät. Die Kirche ist ihre Rundbogm los und hat dafür schöne vier« eckige Fmster. Dom Mhite-Ftar-Dampfer„Kritanuie" wurde auf der Fahrt von Liverpool nach Oueenstown, als das Schiff fich auf der Höhe von Süd-Arston befand, am letzten Mittwoch Abend um 9t Uhr eine seltsame atmosphärische Erschttnung bc» obachtet. Der Himmel war gegen Westen hin völlig dunkel und kein Stern war sichtbar, als der Hottzont sich plötzlich er» hellte und 15 Minuten lang ein glänzender gelblicher Licht» schein, welcher allmälig ins Rothe überging, fich zeigte. Auf der„Btttannic" glaubte man, daß der Feuerschein von einem drennmden Schiffe herrühre, und das Schiff veränderte deshalb den Kurs. Nack wenigen Minuten aber theilte fich der rothe Schein in zwei Theile, welche eine weißliche Farbe annahmm, bis fie nach und nach erloschen. pari«. Der Chevalier v. Blanville— so erzählen Puffer Blätter— welcher seit einem Jahre verheirathet ist, datte die Ge» wohnhett, jeden Abend im Klub zuzubttngen. Seine junge Frau machte nicht den kleinsten Versuch, ihn zurückzuhaltm, K fie vertteth sogar eine gewisse Unruhe, wenn er länger als sonst daheimdlied. Dieses Betragen gab dem Chevalier allmälig zu denken, er forschte nach und erfuhr, daß seine Gattin gleich- fads allabendlich das Haus verlasse und erst nach 10 Udr heimkehre. Von fürchterlicher Wuth erfüllt, begab fich der Chevalur auf die Polizeipräfettur und dort deorderte man einen der findigsten„Detektivs", zu erforschen, wie Madame de Blanville ihre Abende verbttnge. Die Lösung war sellsam. Zu seiner Ver- blüffung erfuhr der Chevalier, feine Frau habe— eine Stellung als Statistin im Amdigu-Theater, dort verbttnge fie ihre Abende. Der entrüstete Ehemann theilte seiner Frau sofort mit. daß er von ihrem„schmachvollm" Treiben erfahrm habe. D» Dame erwidette voll Trotz:„Ich habe nun einmal die Leiden» schast, Statistin zu sein, von dieser lasse ich nicht." Der Che« valicr hat die Scheidungsllage gegen seine kunstfreundliche Gattin eingereicht.
Theater. Donnerstag, den 13. Ottoder. Keine Vorstellung. »chomfpietstau». Keine Vorstellung. WaUaee-Tsteatre. Madame Bonivard. Vor» her: Der dritte Kopf. Cosstag-Uheitter. Freund Frih. K«»tsche» Theater. Faust. Arotl'» Theater. My Sweetheart.(Mein Schatz.) Lriedrta,- Mithelmstädtifche» Theater. Die Fledermaus. K«ft»e«t-Th»ater. Dekorirt. Utirtarta-Theater. Die Dragoner der Königin. KeUeastiaaee-Theater. Die Schloßfrau. Hierauf: Die Verlobung bei der Laterne. KSaigstädtischr« Theater. Berlin, wie es weint und lacht. Teatral-Theater. Die Schmetterlinge. Av-tf«raft-Theater. Die drei Grazien. MaafWa»»'» Mari�tS. Spezialttäten-Vor» stellung. Toacordia- Theater. Spezialitäten» Vor» Uheater de» Ueichshallr«: Spezialitäten» Vorstellung. Berliner Theater. Donnerstag, den 18. Oktober: Sic Kraut von Messtna. Ein Trauerspiel in 4 Akten von Friedrich v. Schiller. (Klara Ziegler.) Freitag, den 19. Oktober: S.Abonnements'Vorstellung: DWichet perrin. Lustspiel in 2 Akten von Melesville u. Duveprier. Deutsch von Louis Schneider. �_ Ing endliebe. Lustspiel in 1 Akt von Adolf Wilbrandt. Wiener in Karls. Genrebild in 1 Akt von 6. von Holtet. (Friedrich Haase.) WWW- Anfang 7 Uhr."M» Sonnabend, den 20. Oktober: Ker Krobepfeit. Lustspiel in 4 Akten von Oskar Blumenthal. Volks-Theater. (Früher Ostend-Theater.) Direktion F. Witte«Wild. Donnerstag, den 18 Oktober: Zum 3. Mole: N-vität! Novität Die Stütze der Kausfran. Posse mit Gesang in 3 Akten. »alfen-Sr-fstrnng 6VNH*. Anfang?� Uhr. Preise der Plätze: 1. Parquet 1,50 Marl, 2. Parquet 1,25, Seitenparquet 0,75, 1. Rang 1,25, 2. Rang 0,75, Balkon 0,60, 1. Rang Fauteuil 1,50, Orchester-Loge 3,00, Parquet Loge 2 Mark. Dutzend- Billets: 12 Billets 1. Parquet 15 M., 12 Billets 2 Parquet 12 M.. 12 Billets 1. Rang 12 M.[697 Freitag, zum vierten Male(Novität!): Die Stutze der Hausfrau.(Novität!) ELDORADO (früher Amercan-Theater. Dir. A. Reiff) 55 Drc.dener• Strasse 55 Schnabrs humonst Soirben. Ii Graf Dattenboom Mach dar grossen Parade I ffi American-Theater. Direktion 91. Reiff. lertheaterstraase Mr. IS. Donnerstag, d. 18. Oktober: Zum 41. Male: Die Weisheit Salomonsky's, Best. Lokalpoffen-Pantomime von R. Anger. Debüt des vortrefflichen Salon-Humoristen Herrn Emil Neumann, genannt "�luftrewr des urkomischen Bendix in seiner neuesten Glanznummer als Stuben- bobner Feauz. Austreten des Jnstrumentalisten Herrn Krüger und des Mimikers Herrn Rivolt. Anfang 6i Uhr. Entree 50 Pf.. Billets vorher im„Juvalidendani" und Vormittags von 11 bis 1 Uhr an der Theaterkaffe. %..Walhassa".«»ZA. Heute, Donnerstag, den 18. Ottober 1888: Große Vorstellung. Artistischer Leiter: Herr Ludwig Müller. Kapellmeister: Herr vskoe Ziwmer. Auftreten v. Spezialiät I.Ranges. Anfang 6 Uhr. Kasseneröffnung 5 Uhr. Preise der Plätze: Logen 1 Mark, numerirter Sperrfitz 75 Pf., Mitteldalkon und Parquet 50 Pf., Entree 30 Pf. « — s- War Fürst Emil Schnabl, Jean Craffs, Floms, Mirzl Lehner, Austria Trio, Cilly Orosci. Auf vielseitiges Verlangen das so deliebte Duo Wiener Fiaker. Berliner Droschkenkutscher. Anfang 8 Uhr. Kaffenöffnung 6 Uhr. Cirkus Schumann. Friedrich» Karl« Ufer. Ecke Karlstraße. (Im früheren Zirkus K r e m b s e r.) Donnerstag, den 18. Ottober. Abends Uhr: Grosse Extra-Vorstellung Besonders hervorzuheben find: Erstes Auf- treten der derühmten mufilaliichen Clowns Gebr. Kulper(zum ersten Male in Berlin). Auftreten des neumgagirten Jockey-Reiters Mr. Viktor Bedini, sowie des Clowns Mathews. Schul- Quadrille, geritten von den Geschw. Schumann. Springfahrschule, geritten von Herrn Emst. Komisches gymnast. Enttee mit 2 Leitern der 4 Gebr. Hozzini. Grand pas de denx gracienx, dargestellt von Miß Victoria und Herrn Mar. 4 Rapphcngste(Wagmpromenade), vorgeführt von Herrn Ernst Schumann jc. Freitag, den 19. Oktober, Abends 7t Uhr: Kroße Vorstellung mtt vorzüglich gewähltem Programm. im Neu. Zum 1. Mal in Kerlin Konigs-Tunnel Grand Hotel Zrleranderplah. Donnerstag, den 18. Oktober: Täglich großes Konzert der derühmten Ungarischen National- Kapelle Patay Bertalan aus Liptb-Szent-Miklüs in Original- Cfikos Costumes. Großartige Solo-Vorträge auf Violine, Cymdel und Clarinette. NB. Die Kapelle spiest sämmtliche Piecen ohne Noten. Enttee an der Kaffe 25 Pf. Im Dorverkanf 30 Vf im Zigarrengeschäst von Herrn Mar», Alexanverplas im Grand Holet Programm an der Kaffe. 9lnfang 7 Ubr. Gustav Kunze. Passage 1®r. 9 M 10 A. Kaiser- Panorama TjEtSaff Nur diese Woche: Rom. 11. Cycl. Zum ersten Male: Potsdam u. d. Trauerzug Kaiser Friedrichs. Entree i Cycl. 20 Pf.. Kind nur 10 Pf. Abonn. ganz vorzügliche alte Waare...... Mar? 2,00 pnnsch rtrakte von Mark 1,25 per Originalflasche an. «lühweinertrakte von Mark 1,25 per Qriginalflasche an. Kam IFavon) per Originalflasche...............„ 1,00 Alter Uordhiiaser....................„ 0,75 Hagberliqaeu'', hochfein..................„ 0,90 Kerliser Getreide Kümmel................„ 0,90 KreNKspirtt«», ganz geruchlos................„ 0,50 empfiehlt 925 die Grost-Destillatio» von Lettan& Keil, Kophieustr. 12, nahe der Kosenihalerstr. Meu 1 Meul 858] Der Nolksfreunv (gehalten wie die„Utne Welt") und Die franzSftsche Revolation, liefert die Knchhiindlnng von R Kohlhardt, Krandenbargstraste s«. etar frei ins Kans.-MW Soeben erschien: Ur. 59 des „Wahren Jakob". Au beziehen durch die«»»editis» d. Kl ltmmerltr-ße 44. Kettfedern und Daunen! En gros und en detail. Weiße und graue Daunen. Geriffene Gänse- federn in jeder Preislage. D.t-ilvr-kant' zu festen und soliden«aAro»- preisen. Fedem iTgStou.. i Fertige Zntets killig. 058 Blumensirasse 22, pari. Herren-«nd Knaben-Garderobe« eigener Werkstatt. Große Auswahl von Glossen«. Tech»» Anfertigung nach Maaß m eigener Werkstatt, gut fitzend und sauber geardestet, zu soliden Preisen. 666 Ad. Kunitz,!; •sr Herrschaftliche wenig gebrauchte und juiuckgcsetztt Möbel, darunter Sophas» Spiegel, Grinden, VertikowS, Gamituren, sehr billig Großes Lager einfacher und eleganter MZbel, Spiegel u. Polsterwaaren. Thcilzahtung geitattet. ?. Tar», Neue Schönhausersttaße 1, erste Etage. Für Nachmittags wird ein Lehrmädchen auf Kartons verlangt bei Heise, Köpnickerstraße Nr. 172. v. 3 Tr.[948 Die Mllisßiöliotheli s9 des gessmmten menschlicheu Wilscnsj�� kofuMiwXff«rttt R. Rsasadhrn. hormtäitprTphem rinn W- I■sshlrnflsr�hf. i f t e n. ichenlieferunS'a p.nn Iu" begründet von B. Geiser, herausgegeben von W« Liebknecht, bietet dem Uolke, befreit von allen Voruttheflen und in vollkommenster AI Verständlichkeit, den Gesammtinhalt aller Wissenschaften. Die Volksbibliothek e:scheint in 1 bis U Bogen starken Woche iu dem Preise von 10 pfg. Ueberau, wo es das Verständniß des fie reich mit wissenschaftlichen Illustrationen ausgestattet. 10 bis 15 solcher Liest—„ bilden stets einen Band. Eeschienm find bereits ein die gcsammte Astronomie und Kovmogo�"�bnwxh, (Stemwnde und Wettentstehung) enthaltender Band, ferner ein Band N»lk»eruähr�.. u�wt vi welcher das in Bezug auf diese wichtige Frage wissenschaftlich Ermitteste zum Male in einem felbstständigen Wissenszweige zusammengefaßt und geordnet hat, en!�. Oc ein Band Neueste Geschichte» welcher die Kevolntionszeit unsere» Iahrh«nHV° ,M�kh, von 1830-1850 umfaßt. Fm Erscheinen begriffen ist ein Werk über Glektrotechnik, welches AnSm«xT Zeit im Vordergrunde des brennendsten Allgemeininteresses stehende Gebiet der tech» �, �?' Wissenschaft ebenso klar als erschöpfend behandelt; des weiteren ein Werk üder Aflt� fn) mt» deutsche Literaturgeschichte, welche den reichen und hochinteressanten Jnhali�."-.. Z deutschen Schriftthums einer der Masse unseres Volkes bisher völlig unbekannten gangenheit in ansprechender Weise erschließt: zum dritten ein Werk über K* �Pflanzenkunde), welches in das ebenso räthsel» und reizvolle, als an Fülle dn schetr.ungen übeneiche Pflanzenreich unserer Erde darstellungsgewandt und fach' Demnächst werden erscheinen Nie Geschichte der französtschen Pevol«�!�?' von W. Liebknecht, und eine Geschichte des Arbeiterstandea vom Alteüss?„. bis zur neuesten Zeit von Bruno Geiser.»abnante Außer den Ebengenannten find als Mitmbeiier an dem großen Werke beschäftigt: Der Botaniker R Bommeli, der Zoologe Prof. Gr. LeopJSj Nudlikums Jsooby, der Physiker und Elektriker H. Lux, der Mathematiker und ASjssJj* schlimm« K. Steinmetz, der Pävazoge Reallebrer Robert Seidel, der Germanist- Lehrer Klanfred Wittich, der Chemiker und Schriftsteller Emanuel Wurd Mit dem Beiuge der Volksbibliothek kann jederzeit begonnen werden, jedes und jede Lieferung find einzeln zu haben. Bestellungen nimmt jede Buchhandlunl gegen. Zum Zwecke diretten Bezuges wende man sich an den Kommisfionsv IS„Volksdidliothek". die KnchtzandwnK von K. Schnabel, 931] Dresden, Zwingerstrassc 8. bleibliche<£ Die wund M der„2J über verbrc if. wissenscha : Berlin S. ♦ ♦ ♦ A. Berlin : Nr. 34. Wasserthorstraße Nr. 3a., ilö6et= llnck Polßemaaren-MkriH Allgemeine ausgesprvl »uzuschrei wie sie sneuralgicn genomme chmerzen rechtzeitig Sobald eit erz ein, g werden m Gesundhei und zu il lieber Nad gar nicht chmerz derart «ig bleibt, alt '<6 zu bettet dann mel tend erschwe chtzettig gekon das erweich Gediegene Arbeit. Zeitgemäße preise. der Vollkoir "»�litheren leichten Goulaute Jahinvgsbedinß ist. Der T �wovon weiter u ffende geht ti Möbel auf Thetlzahl««g M J. Kellermann, Kampes preisgekrönter Getreide-Kümmel ist der billigste und beste. In Flaschen ä I Mk., halbe Flasche a60Pf. Unserm Freunde Marl B-eskow. zu seinem heutigen Wteaenfeste c>° Hoch! daß die ganze Laufitzerslraße° Seine Freunds ßalttn S-«. M. K. N- fich die st 'Mt. Eine völlig mlich, daß de Mit dl Zu baden in über 1000 Geschäfte» Kertin»»nd in der Fabrik Kerlin M, Netevanenstrasse 25. G ardinen zu Fabrik» preisen auch an rivate! Englisch Tüll» in Stücken von 22 Mtt. v. 12—36 M. D�maS» Zwirn in Stücken von 22 Mtt. v. 10—13 Mark. Einzelne Fenster Mardiven k! il 2,50 M.!![772 Mb Jllnstrirte Musterbücher franco. Den Mitgliedern des Fam>"' puhrr, sowie des GesangsvereN» lichkeit zur Nachricht, daß Kollege August GrOtzner am 15. d. M. verstorben ist. Die findet am Donnerstag, den 18. d. M- 4 Uhr, vom Trauerhause, Berliner (Rixdorf), statt. Um rege Betb� 960] AerN�o die Ausübt solchen dm u» seltenen su lange rcjen zun T bRZ nn ein Töd cht vor dem wen gar ni dlseitigen vei Teppiche mit geringen Webefehlern selten billig! )Jarq«ard-Kopha Teppiche, Stück g M. Pouble-Srüssri-Teppiche, 2 Mtt. groß. Stück 6M. Aerrliche falo« Teppiche stück 12, 15, 20—100 M. ollständig fehlerfreie Teppiche von 10 bis 150 M. Wollattas-Iteppdechen imit, v. 7% bis 13 M. Ausführliche Preisbücher franro. FLagir' Emil Leffevre, Berlin S., Oranienstr. 158, zwischen Moritzplatz u. Oranienbrücke. Mp Versandt unter Nachnahme."WM Kitte lesen Sie! Im Versah verfallene Winter paletots, sehr dtllta zu verkaufen bei[837 A. W ergien, SkalitzttSr. 127. Kitte aber recht genau auf Name« Nummer zu achte»!-W» «nd Keße». S MM. Jeder kann fich von der Wahrheit überzeugen. -»aSSÄÄÄÄS »«tauft, ttllcjw die Bettfedern-Engros-Handlung k NW Zur Nuswah stehen 29 Sorten Federn. 288 Kranken- und Begräbnis roher Empi jstch viele dieser für die im Berl 6ürtl®r Bronzeurgewerbe beschft (Eingeschr. Hilfsk. 60.) � Sonntag, den 21. Ottoder, Borm- � Kaumbach'» Kastuo, Pri«M*� ist war jji 1. Kassenbericht. 2. Verschieden� Eine 1 ES war z> Ferman bei ß fich alle R Wer er Inhalt Kettfest-rtiMKi'" Warkusstrassen E» ißten, nach b Carl HenxeJ�f die S ääst �.�hnetn mit b A. Seifert. Käpuicherstr.� � Unb m be ' �wtten Tage Möbel, Spiegel u. a�AOMoe» TtüsiUvlf fFrfetrtniflfl � OU.rjr~'' eigener Fadttk wegen Ersparung billig Kruvuenltrat'�i Zager und Verkauf t Zahlung nach U eb erei»� Verantwortlicher Revalteur"«.«rsuhet» in«erlin. Druck und Verlag von Wae Kadiug in Berlin 8W., Beuthstroße 2. Jede zu reparire» und � bei mir unt. Garantie 0' 1 Mt. SO Eine neue Feder kostet bei% Prima Patentgläser 10 R. KionM»� 87. Adalberistraße schvollen oon dem St hatte. Hiervon et 1«9«; er Ii rufen, wie ,4 zu ihm: st, denn Dc de« Sullai Der arme durch seine «irrt* ein"
Beilage zum Berliner Bolksblatt. Donnerstag, den 18. Oktober 1888 5. Jahrg. es föfSJas lüften oder Nfomöiren der$ä&nc. II LlefelÄ�_.____ mr„,TX... c.. V___ u Noch keinen Philosophen hat es pegeben, der mit Geduld Sahnmeh ertragen konnte. Dieser Ausspmch ist echt klasfisch stemmt von keinem Geringeren als Shakespeare. Für alle - ,um ci�'°sophi|ch nicht sonderlich veranlagten Menschen et bat, �Schmerzen ncch unerträglicker sein. rhrhi ilches d-i der tech über A n Inhalt ckannten iber K» Fülle W >d fach'"" Revola om Alb Werke >. Leo Ä.5 I Wu en, jedes chantlunfl fionso müssen ___________„.......... Zum Trost id zur Lehre für solche Leideade soll heute von einem uptkopitcl der konservircnden Zahahellkunde, dem Füllen oder lombtrcn der Zähne, die Rede sein. Man versteht darunter kurzen Worten den künstlichen Ersatz der durch Karies(„.hohl- 'den") entstandenen Defekte, wodurch gleichzeitig das Fort» eiten des Zerstörungsprozesses aufgehoben und der sonst un- bleidliche Schmerz verhindert werden soll. Die wunderlichsten Ansichten find— so heißt es in einem ikel der„Magd. Ztg."— heutzutage noch unter den Laien über verbreitet. Aui der einen Säte begegnet man diesem, f wissenschaftlicher Grundlage beruhenden Verfahren mit iffem Mißtrauen, während andererseits den besser Unterteten die Geschichte als wer weiß wie schmerzhaft erscheinen g. Erfreulicherweise wird schon von dem gebildeten Stande Zahnarzte immer mehr Interesse und Verständniß für die che entgegen gebracht, aber gerade in der breiteren Schicht Publikums herrscht oft noch tiefe Dunkelheit, und was schlimmer ist, oftmals ein gänzlich unbegründetes Vor- Allgemeine Verwunderung mag es erregen, wenn hier der .(■, g�flättocht" wird, daß jeder sich seine Zahnschmerzen ■nl„ g"w C jenen verhältnißmäßig seltenen llen, wie sie z. V. durch schwere nervöse Störungen, als Ge» ,»» Neuralgien und dergleichen entstehen, wird natürlich Ab- fteuommen. Sonst aber lassen sich weitaus die meisten Zahnschmerzen durchaus vermeiden, wenn der betreffende kranke ahn rechtzeitig plomdmt wäre. Sobald ein Zahn„hohl zu werden" anfängt, tritt leichter >erz ein, gleichsam ein Signal, daß nun etwas dagegen ge- werden muß. Vernünftige Menschen, denen etwas an Gesundhert gelegen ist, werden ja danach handeln, aber ,, und zu ihrem großen Sckrndm überlassen viele mit unbe- icher Nachlässigkeit die Sache sich selbst. Es wird gar nicht lange währen, so beginnt ein sich steigernder chmerz derart zu peinigen, daß schließlich doch nichts anderes ig bleldt, als das vorher so aefürchtete Zimmer des Zahn- «S zu betreten. Mit dem Erhalten eines solchen Zahnes es dann meist sehr fraglich, im Mindesten aber ist es de- C..JkKlTu, erschwerter, als es gewesen wäre, wenn der Patient |% Nl'M�eitig aekommkn wäre. Geschieht das letztere, so braucht L&Uk* nir das erweichte kranke Zahnbein entternt zu werden, was der Volllommenhett der heutigen Instrumente und einer ren leichten band des Operateurs so gut wie völlig schmerz- ist. Der Defekt wird dann durch ein passendes Material, on weiter unten die Rede sein wird, gefüllt, und der Be- ffende geht in dem frohen Bewußtsein fort, sich den Bisitz "s Zahnes gesichert und. was gewiß auch sehr viel wnth �sich die sonst unausbleiblichen Zahnschmerzen erspart zu Eine völlig irrige Anficht ist unter den Laien verbreitet, mlich, daß dem Plombirm jedesmal das„Nervtödten" vor- Angst vor dem letzteren mag denn auch lachltch manchen von der rechtzeitigen Behandlung zmiick« n. Mit besonderem Nachdruck sei also hier gesagt, daß m seltenen Fällen dies nöthig ist, speziell eben da, wo die e zu lange gemattet haben und erst mit den heftigsten erzm zum Zahnarzte kommen. Der Defett ist immer er geworden, der Zahnnerv ganz oder ziemlich freigelegt, ■m J? I ii?8,enonnten„Nervtödten", was im Grunde ge- b!? schmerzhaft ist, und wenn von berufener jL�efufjrt,, schon in verhältnißmäßiger kurzer Zett, etwa £!??»- iwei Stunden, selbst den heftigsten Zahnschmerz _ Uf%en vemag, stammt hauptsächlich noch aus jener Zeit, Ver me Ausübung der Zahnhellkunde— wenn überhaupt von solchen damals die Rede sein konnte— noch in den Hän- ----_ jn roher Empiriker war. Allerdings giebt es leider heutzutage »»SttNltö« sele dieser Art, welche, gestützt auf die gewerbliche Freihett 3�, Ausübung des ärztlichen Berufes, als scgmannte Heil« pürtleP-—- rlän in: zbedi iko* Ä- Fach"', lgsvereui» Kollegt lt*n«r 3.b.%, «£ Vt*?5 beseht lfsk. 60.) Vorm- löt derist dro»»»� Drei Wünsche. ine bosnische VolkSerzählung. Es war zu jenen Zeiten, da die Statthalter(Veziere) »rtlttklO�snienS noch in Travnik residirten, als an einen derselben > Ferman des Sultans gelangte, worin verordnet war, ß sich alle Moslims um die Mittagsstunde de» nächsten itag» in der Masche versammeln sollten, um vom Himmel baldige Genesung des schwer erkrankten Herrschers zu ehen. Wer sich um die festgesetzte Stunde— also lau« der Inhalt des aroßherrlichen Befehles weiter— im »Hause zum Gebete nicht einfinden würde, dem sollte Befugniß ettheilt werde», dem Vezier gegenüber an .., m der drei folgende« Freitage je einen, somit im ganzen Wünsche auszusprechen, die ihm zwar erfüllt werden lßten, na. �eren Gewährung ihn jedoch ob seines Unge- .g ttams die Strafe des Todes treffen sollte. GefchM HÄ Kaum hatte der Vezier den Befehl seines Herrn erhal- so beauftragte er den Hodscha, von dem Mmaret der ��schee herab den Ferman de« Sultans allen Em- »er« mit dem Beifügen zu verkünden daß derjenige de» ien Todes gewärtig sei« müßte, der ihm nicht pünktlich e leisten würde. Und in der That versammelte sich auch an dem be- �-�«nten Tage die ganze Bevölkerung TravmkS mit Ausnahme pnlcter*" einzigen ManneS in der Moschee. ES war dies er« ver�� Schloffer, Almansor. mit Namen, der bei semer arung.. jb.�üuschvollen Arbeit die Kundmachung nicht vernommen »on dem ergangenen strengen Befehle keine Kenntmß lgt hatte. Hiervon erstattete man dem Vezier pflichtschuldigst die ige; er ließ sofort de« unglückseligen Handwerker zu rufen, wies ihm den Ferman des Sultans vor und ch zu ihm:„Nun wähle und verlange, wat immer Du lst, denn Deine Wünsche muß ich erfüllen, so schreibt e« de« Sultans Befehl vor." ' Der arme Mann, der bisher in größter Roth gelebt tet btt ttf�d durch seiner Hände Arbeit kaum so viel verdiente, um '***' I dringendsten Lebensbedürfnisse zu befnedigen, dachte eine aße «äü ÖO „Künstler" ihren Mitmenschen durch ihre„Kunst" oft nur unnöthige Qualen beretten. Nochmals soll detont werden, daß bei rechtzeitiger und nch- tiger Behandlung jener unerttagliche, dohrende Zahnschmerz durchaus in Wegeall kommt. Man ist beutzutaze im Stande, solche Zähne, bei denen der„Nerv" hat getödtet werden müssen, noch zu plombiren. Die Behandlung erfordert dann allerdings mehr Mühe und Zell und ist dementsprechend kostspieliger, was also auch schon ein Grund sein sollte, zur rechten Zett zu handeln. Jeder Zahn, der nach dem Nervtödten nicht plombut wird, bröckelt in kurzer Zeit ab, die Wurzeln bleiben im Kiefer und geben in sehr vielen Fällen später zu schmerz- haften Entzündungen Veranlassung, die. weil sie mit ihren Ausgängen in Eiterungen und Zahnfisteln zu erbeblichen Stö- rungen des Kiefers und seiner denachbatten Theile führen können, unbedingt eines chirurgischen Eingriffes benöthigen. Ist es also nicht große Thorheit, sich alle dem auezusetzen, was vermieden werden kann? Allerdings, wird man entgegnen, kann nicht Jeder in pekuniärer Hinsicht auf derartige Pflege seiner Zähne bedacht sein. Einer gewissen Humanität wird fich aber der Zahnarzt nicht verschließen können, braucht man doch nicht zu theuren Goldfüllungen zu greifen! Auch die Emaille- Plomben vermögen oft für viele Jahre den Mundflusfigkttten und der mechanischen Abnutzung zu widerstehen. Zum Schluß soll nochmals auf den Wetth der Zahne hin- gewiesen werden. Vom ästhetischen Standpunkte abgesehen, wird ein frühzeitiger Verfall oder Verlust derselben unbedingt nachtheilig auf die Sprache und vor allem auf die Verdauung sein. Faulende Zähne bilden die besten Brutstätten für allerlei schädliche Mikroorganismen, und der solchen Mundern entströmende üble Ath:m macht diese Leute mit Recht der Ge- sellschaft lästig. � t. Sollte also das Wenige hier dazu beigetragen haben, Manchen von dem Segen des ErHaltens seiner Zähne über- zeugt zu haben, so ist der Zweck dieser Zeilen vollkommen er« reicht._ Kommunales. Ktadwerordneten-Nersamml«»«. Sitzung vom Mittwoch, den 17. Oktober. Der Stadtverordneten'Vorfteher Stadtv. Dr. Stryck er« öffnet die Sitzung nach 5% Uhr mit einer Reibe geschäftlicher Mittbeilungen. Ein Ausschuß zur Vorbereitung der Neuwahl eines unbe- soldeten Stadtralhs ist von den Ausschüssen gewählt worden. Nach Eintritt in die Tagesordnung erfolgt die Berichterstattung des Stadto. E s m a n n für den Ausschuß, betreffend den Verkauf zweier städtischen Wcgeparzellen in der Urban- (iCüßC. Der Ausschuß ist den Anträgen des Magistrats im Wesent- lichen beigetreten, denen fich auch die Vertammlung anschließt. Die Umänderung des Aula-Fußbodens im Sovhien-Realgymnasium wird beschlossen. Eine Reihe weiterer, unwesentticher Magistratsanträge wird dedattelos genehmigt. Einige Rechnungen gehen an den Ausschuß für Rech- nungssachen. Damtt ist die Tagesordnung erschöpft. Schluß b% Uhr. Es folgt eine nicht öffentliche Sitzung. ZoKales. Wir seiner Zeit der Mesemrismns, so hat auch der ihm nahe verwandte Hypnotismus vorzugsweise bei Laien Beachtung und Verbreitung gefunden, während die zunächst dazu berufenen Kreise, die Aerzte, eine sehr berechtigte Zurückhattung dewahrten. Das Auftreten der Herren Hansen und Böllett hat auch nicht dazu beigetragen, dem Hypnotismus einen wissen- schaftlichen Chralter zu verleihen, zumal sie ihn erquickten mit kleinen Täuschungen und Trics, um dem Publikum nur ge- lungene Experimente zu zeigen. Eine wirklich wissenschafüiche Behandlung erfuhr der Hypnotismus erst in Frankeich durch die Professoren Bernheim in Nancy und Charcot in Paris, und namentlich letzterer hat in seiner Klinik in der Salpstttöre durch Zett lang darüber nach, was er zuerst wünschen sollte, und verlangte schließlich tausend Dukaten, eine Summe Geldes, die der Vezier ihm ohne Zögern auszahlte. Strahlend vor Freude über den unverhofften Gewinn verließ er den Statt- Halter und da« momentane Glück, dessen er theilhaftig ward, wehrte jeden Gedanken an das traurige Ende ab, welches ihm am dritten Freitage unabwendbar bevorstand. In Saus und Braus verbrachte er die Woche bis zum zweiten Freitage, an welchem ihn der Vezier abermals zu sich berief und ihn aufforderte, den ihm zu erfüllenden zweiten Wunsch zu äußern. Ermuthigt durch die rasche Gewährung seines ersten Begehrens, verlangte Almansor dreist des Statthalters Tochter zur Frau und dieser mußte, wenn auch mit innerem Widerwillen, dem gestellten Begehren Folge leisten, da e» des Sultans strikter Befehl so vor- schrieb. Obgleich Fatme, die mit allen weiblichen Reizen und Vorzügen reich begabte Tochter des VezierS, unseren un- erschrockenen Schloffer vordem noch niemals gesehen und von dessen Dasein keine Kenntniß besessen hatte und auch nicht im Entfernteste« ahnte, aus welchen Gründen sie gerade ihm angestaut worven war, so verstrich dennoch die erste Woche der Ehe in Wonne und Freude, in Glückselig« keit und Zufriedenheit. Auch diese Woche ging zur Neige, die Nacht, welche die letzte seines Leben« sein sollte, brach an und mit Riesen- schritten nahte jener Freitag, an welchem der unglückliche Handwerker sein junges Leben lassen sollte. Schon am vorhergehenden Abende war mit ihm eine große Ver- änderung vorgegangen; sein starker Körper war ganz ge- brachen, starr blickte er umher, wies Speise und Trank von sich und war nicht zu bewegen, auch nur ein Wort zu sprechen. Seine Frau bemühte sich, ihn zu zerstreuen, war fortwährend um ihn beschäftigt und versuchte et auf jede mögliche Weise, ihn aufzuheitern und ihn seinem staurigen Zustande zu entreißen. Aber all da» Bemühen war vergeblich, denn er hatte JUS den Tod vor Augen, der ihn morgen erwartete und dem zu ent- rinnen keine Aussicht vorhanden war. Endlich jedoch gelang e» dem unablässigen Zuspruch- jahrelang fortgesetzte Studien an Kranken die erstaunlichsten Erfolge erzielt. Der wissenschaftliche Ruf Charcots bewog auch viele deutsche und Berliner Aerzte, nach Paris zu reisen und auf seiner Klinik das Wesen der Hypnose zu studiren. Sie find nicht mit großer Begeisterung für den Hypnotismus zurück» gekehrt. Wobl haben ste hier und da an geeigneten Individuen hypnotische Experimente angestellt, ein und der andere Professor pflegt auch in seiner Klinik einen hypnotischen Bettuch auszu- führen, aber nur um seine Zuhörer mit den Erscheinungen be» kannt zu machen und fie vor Wiederholungen dieser gesundheits» gefährlichen Spielerei zu warnen. Als vor wenigen Wochen in einer Veisammlung der preußischen Medizinalbeamten die foren« fische Bedeutung des Hypnotismus erörtett wurde, da wurde derselbe als eine Spielerei mit Willen und Vorstellung, als eine Vettehmng hochphilosophischer Begriffe in fratzenhafte Phraseologie dezeichnet. Das ist der Standpuntt, den die Aerzte bei uns dem Hypnotismus gegenüber einnehmen. Nun kam dieser Tage ein Russe, Dr. MI. Oifip Feldmann, welcher früher ä la Cumberland Tourneen durch Rußland, Amerika u. s. w. gemacht hat, nach Berlin, fühtte in hiesigen Kliniken unter ärztlicher Aufsicht einige hypnotische Experimente aus und erbot fich honoris causa, den Berliner Aerzten in öffentlicher Versammlung zu demon- striren, daß die durch die Hypnose erzielten Wirkungen ganz bestimmte reale Erscheinungen seien, welche in pathologischer und forenstscher Beziehung von Bedeutung seien und daher von den Aerzten nicht unbeachtet gelassen werden dürfen. In der gestrigen Sitzung der Berliner medizinischen Gesellschaft fühtte nun Dr. Feldmann zum-ttten Male vor einem ausschließlich ärztlichen Publikum die durch Hansen und Böllert schon be» kannten Experimente aus. Er versetzte sein Medium zuerst in einen lethargischen Zustand, dann in einen kataleptischen, rief bei ihm die verschiedensten Sinnestäuschungen hervor (eine Zitrone wurde mit Behagen als Apfel gegessen, das bittere Chinin als Zucker ic.) und demonsstitte schließlich die Wirkungen der„Gedankenübettragung und der Suggestion". Das Medium machte, wie ihm während der Hypnose aufgegeben war, nach dem Erwachen die Bewegungen des Schltttschuh- laufen», des Schwimmens, suchte ein versteckt gehaltenes Buch auf u. a. m. Jede Täuschung war hier ausgeschloffen, die Experimente gelangen vortrefflich, nur wurden dieselben dadurch beeinträchtigt, daß der Experimentator, welcher nach eigenem Be« kenntniß geläufig englisch, französisch, russtsch, italienisch und nur das Deutsche sehr unvollkommen sprach, fich gerade darauf ka- prizitt hatte, in einem fürchterlichen barbarischen Deutsch seine Manipulationen zu erläutern. Die anwesenden Aerzte ver- folgten mit kritischem Auge und lebhaftem Interesse die vor- geführten Experimente, allein so augenfällig auch die hypnotischen Erscheinungen waren, so machte fich doch ein fichtlicher Widerwillen gegen diese Att von Schaustellung unter den Aerzten bemerkbar. Dieser Widerwillen gelangte auck am Schluß zum deutlichen Ausdruck. Dr. Sperling und Dr. Moll deleuchteteten vom wissenschaftlichen Standpunkte aus die ein» zelnen Kategorien der hypnotischen Erscheinungen und dezeichneten die hier vorgefühtten Experimente weder als neu, noch als wissen» schllftlich und daher in den Rahmen der medizinischen Gesell» schuft gar nicht hineinpassend. Geh. Rath Kötte gab zum Schluß die Erklärung ab, daß er im Namen der ganzen Versammlung zu sprechen glaube, wenn er erkläre, daß Niemand unter den an- wesenden Aerzten dle hier vorgeführten Versuche als ein wissen» schaftliches Experttnent auffasse, sondern nur als ein interessantes Schauspiel.- Voraussichtlich ist damit der Hypnotismus, in Deutschland wenigstens, endgiltig von der Tagesordnung ab- gesetzt. P»»'wittsch«« Tag»" d« Jaker» 1889. Man mag über Falb's Theorie vom Einflüsse ver Sonne und des Mondes auf Erdbeben, Gewitter, Schneestürme, Wolkenbrüche, plötzliche Wetterstürze, Orkane und schlagende Wetter denken, wie man will, eine unleugbare Thatsache ist es, daß das Publikum dieser Theorie von Jahr zu Jahr immer mehr Aufmerksamkeit schentt und mit gespannter Erwartung den von Falb dezeichneten„ki- tischen Tagen" entgegensteht, um zu beobachten, ob die an den« selben zu gewäitigenden Notuererscheinunaen wirklich eintreten. Dies hat Rudolph Falb veranlaßt, einen kleinen„Kalender der kritischen Tage des Jahres 1889" zu veröffentlichen und in dem- selben nebst dem Verzeichnisse der krittschen Tage eine kurze Er- klärung seiner Theorien nebst einem Rückblicke auf die Erprobung Fatme'S, ihres Gatten Schweigen zu brechen, und er theilte ihr die wahre Ursache seiner Kümmerniß mit. Er erzählte ihr, was ihm an jenem verhängnißvollen Freitage begegnet war, unterrichtete sie davon, daß er an demselben tausend Dukaten gefordert und auch erhalten habe, und daß er am zweiten Freitage sie zur Frau verlangt habe, ein Wunsch. der ihm auch erfüllt worden sei. t la6e,'ch." so fuhr er fort,„die Dukaten durch. gebracht, Dich habe ich in dieser Woche satt bekommen, morgen aber, angesichts des unmittelbar bevorstehenden Todes irgend einen Wunsch auszusprechen, dazu fehlt mir vollständig die Besinnung." Fatme dachte eine Zeitlang nach, dann fragte sie den Verzweifelnden: „Was für ein Handwerk betreibst Du?" „Ich übe das Schlossergewerbe aus," antwortete Al- mansor. „So gehe und bringe mir Dein Werkzeug," sprach sie sodann,„damit ich eS sehe." Er folgte ihrem Begehren, holte seine Werkzeuge und legte sie lautlos vor sie hm. Die Frau unterzog die ein- zelnen Gerathe emer eingehenden Musterung, nahm jede- Stück ra die Hand und wog es ab, ergriff endlich de» schwerst«! Hammer, den sie wegen seine« bedeutenden Ge- wichteS kaum mit beiden Händen halten konnte, reichte ihn ihrem Gatten und belehrte ihn darüber, was er morgen thun und wünschen solle. Almansor schien von der Vorttefflichkeit des erhattenen -Ruthes überzeugt, er gewann bald die Fassung wieder und �r Morgen de» entscheidenden TageS fand ihn in ttefem Schlaf versunken. Die Morgensonne lag golden und warm auf den Ahürmen und Moscheen TravmkS, als der Vezier den Miß- ächter deS kaiserlichen Befehles zu sich rufe« ließ. Der Schlosser folgte der Aufforderung, traf jedoch gleichzeitig Veranstaltung, daß sei« gesammteS Werkzeug ihm nachgetragen werde. So erschien ervor dem StellvertreterdeSSultanS.beidem sich inzwischen die Honoratioren der Stadt und die Spitzen der Behörden versammelt hatten; auch der Hodscha war zu- gegen, der den Befehl de» Sultans ausgerufen und an
derselben in den letzten Jubren zu geben. Falb theilt in diesem Kalender die„kritischen Tage" in drei Ordnungen ein, je nachdem an denselben alle oder mehrere oder nur einzelne „Fluthfaktoren"(als da find: Erdnähe und Aequatorstand der Sonne und des Mondes, Neu« oder Vollmond und Finsterniß der Sonne oder des Mondes) in Wirksamkeit treten. Dabei demerkte er ausdrücklich, daß gewöhnlich eine Verfrühung, oft auch eine Verspätung der Naturerscheinungen vor oder nach den theoretisch festgesetzten„kritischen Tagen" stattfindet. Die „kritischen Tage" des Jahres 1889 macht er nach dem Em- wirken der Fluthfattoren in folgender absteigenden Reihenfolge Erlte Ordnung: 15. April, 15. Mai, 24. Oktober, 17. März, 9. September, 28. November, 11. August. Zweite Ordnung: 18. Juni, 25. September, 22. Dezember(totale Sonnenfinsterniß), 1. Januar(totale Sonnenfinsterniß), 31. Januar, 1. März, 9. Oktober, 12. Juli(partielle Mondfinsterniß), 31. März. 15. Februar. Drttte Ordnung: 26. August, 7. November, 30. April, 17. Januar(parttelle Mondfinsterniß), 28. Juli, 7. Dezember, 29. Mai, 28. Juni(ringförmige Sonnen- Als die hauptsächlichsten„kritischen Tage" des laufenden Jabres 1888 hatte Falb den 27. März, den 26. April, den 5. Oktober und den 4. November bezeichnet. Er erinnert nun in seinem Kalender daran, daß am 28. März ein furchtbarer Sturm mit enormen Hochfluthen Neuseeland heimsuchte, daß in den Tagen um den 27. März die Hochwasser-Katastrophe bei Elbing stattfand und an vielen Orten Stürme unv Gewrttcr fich entluden. Als Beleg für den 26. April zitirt Falb aus der „N. Fr. Pr", daß dieselbe damals einen jähen Wettersturz in ganz Europa konstatirtc. Der 5. Ottober machte fich bekanntlich durch Schneestürme und Hochwasser sehr fühlbar, und was für Ueberraschungen der 4. November bringen wird, ist noch abzu- warten...,. Das Fenster ist der Garten des Armen, sagt ein französischer Schriftsteller mtt sehr hübscher Kennzeichnung des Glasscheibengefüges, welches der Sonne Einblick gewährt in unsere Wohnungen und uns zum Guckloch dient in die große Welt, soweit diese von unserem Auge durchmessen werden kann. Leider wird der Werth des Fensters bei weitem nicht genug vom modernen Menschen geschätzt. Man vergegenwärttgt fich eben nicht gern Zeiten, wo man nur winzige, bleigefaßte Scheiden von trübem, grünem Glase hatte. Noch in Luther's Tagen war das Fenster überhaupt ein Luxus, welchen fich höchstens die Fürsten und Herren im Reiche gestatten konnten; um das Tageslicht hereinzulassen, bediente man sich in Oel gettäntten Popieres oder ließ wohl gar, zumal wenn die Witterung nicht eben streng war, Luft und Licht ungehindert durch völlig unverschlossene Oeffnung hinein. Dieses war um so mehr geboten, als damals die Wohnungen noch nicht die komplizirten Brennvorrichtungen unserer modernen Oefen und Heerde hatten, jene Oeffnungen in der Wand also gleichfalls dazu dienen mußten, dem Rauch, welcher fich im Raum entwickelte, einen Ausgang zu ge- währen. Wie anders nimmt fich das moderne Fenster des Berlmers im 19. Jahrhundert aus! Dustige Vorhänge von Tüll oder Gaze verbrämen es, noch ausgeputzt mit einem schweren Stoff von Wolle oder Seide. Draußen find häufig Wetterrouleaux angebracht oder Roll-Jaloufien, um nöthigenfalls dem Strahl der Sonne oder dem neugierigen Auge eines Nachbarn den Einblick zu verwehren, des übrigen mannigfachen Zierraths nicht zu gedenken, durch welchen die Hausstau dielen besten Play im Zimmer auszuschmückm versteht. Denn am Fenster verweist fie am liebsten, nicht mit müßigem Auslugen beschäftigt, sondern über die Arbeit gebeugt oder über ein Buch, bei welchem fie geistige Freuden sucht inmitten der Obliegen« Helten des Tages. Dann steht wohl ein zierliches Tischchen neben den spiegelblanken Flächen und gestickte Polster bedecken das Fensterbrett. Aber der schönste Schmuck des Fensters bleibt doch die Blume, zumal im Winter, wenn die Natur ihren langen Schlaf thut. Es gab eine Zeit, wo ein Nelken- stock in jedes Zimmer gehörte, von dem duftenden Boudoir der Wettdame bis zu dem Mansardenstübchen der Grisette. Uebri- gens hat die Natur gewissermaßen auch dem Menschen das Fenster dazu geschentt, daß cs ihm im Winter ein Garten sei. Denn wenn draußen Schnee und Sturm das All bedecken, malt fie ihm als Ersatz für fehlenden Schmuck der Erde an sein Fenster— die Eisdlumen. G» ist staunrnswrrth» was jetzt an neuen und gesta- genen Wintersochen der unbemittelten männlichen Bevölkerung zu„fabelhast billigen Preisen" unter Aufwendung größter Re- klame angeboten wird. Da findet man Uederzteber„Mode 1888" von 6—30 M. und„Extra, Extra" zum Preise von 36 M., Faquet- und Rockanzüge von 8 M. an,„Prima, Prima" zu 28 M. u. s. w. Zumeist gehen diese Anpreisungen von großen Magazinen aus, welche die Sachen in Konkursen, Aul tionen oder„unter der Hand" zu Spottpreisen erstehen und dann auf den Massenabsatz rechnen. Auch„P'andleihen" ver- anstatten solche Ausverkäufe. Die Güte der Waaren entspricht meist böchstens dem Preise, und wer es hat, wendet lieber ein paar Mark mehr an und versorgt fich mit dauerhafteren Sachen. jenem ersten Freitage den Gottesdienst für das Wohl des Sultans zelebrirt hatte. „Nun wohlan," also begann der Vezier,„thue uns Deinen dritten Wunsch kund, den wir Dir noch vor Deinem Tode erfüllen wollen; denn Du weißt wohl, daß Du heute sterben mußt." Der Handwerker verbeugte sich, wendete sich dann um, suchte aus dem bereitstehenden Werkzeugkasten jenen schweren Hammer aus, auf den ihn seine Gattin gestern aufmerksam gemacht hatte, und sprach dann:„Ich verlange nicht« weiter, als daß Du jedem der anwesenden hohen Herren mit diesem Hammer einen kräftigen Schlag auf's Haupt versetzest, dem Hodscha aber drei Schläge; denn durch ihn bin ich in dieses Unglück gerathe», weil er nicht laut genug de« Sultans Willen verkündet und zum Gebete gerufen hat. Dies ist mein letzter Wunsch," so fuhr er fort,„nach dessen Erfüllung ich zu sterben bereit bin." Der Vezier ergriff den Hammer, der ob seiner Schwere fast seinen Händen entglttt, reichte ihn den anwesenden Würdenträgern und sprach mit verdutztem Gesichte:„Seht Euch einmal diesen Hammer an!" und fügte dann hinzu: „Mich will bedünken, daß dieser wackere HandwerkSmann in der Moschee bei dem Gebet für unseren Herrn und Kaiser zugegen war." Der Hodscha, welcher vor Angst und Schrecken an allen Gliedern bebte, stimmte zu und sagte „Fürwahr, dieser Maun stand beim Gebet in der ersten Reihe", und er schwur hoch und theuer, daß er ihn daselbst mit seinen eigenen Augen gesehen habe. Auch die Uebrigen waren ausnahmslos der Ueberzeugung, daß Almansor beim Gottesdienst nicht gefehlt habe, und sie erinnerten sich be- stimmt, ihn dabei gesehen zu haben. Man kam überein, vaß sein Tod unter solchen Umständen das größte Unrecht wäre und daß ihn die angedrohte Strafe nicht treffen dürfe. So wurde ihm das Leben erhalten; er blieb ferner der Schwiegersohn des Vezier« und lebte mit seiner Frau, die ihm durch ihren kluge« Rath daS Leben gerettet hatte, noch viele Jahre in ungettübtem Glück, in Wohlstand und Zufriedenheit. Auch für die„Anreißer" der Friedrichstraße und anderer Viertel ist auaenblicklicb die Zeit der Ernte. Mit scbarfem Blick wissen diese Leute, welche vielfach nur Agenten von Geschäften find, Käufer und Verkäufer zu unterscheiden und mcistentheils mtt Stckerheit ihre Leute zu erkennen. Die Sachen werden gem aus der Wohnung adgebolt, für ein Weniges angekauft, dann ge- reinigt und ausgebessert und für den vier- und mehrfachen Satz des Ankaufs wieder losgeschlagen. Korse« stqllrse.„Brotstoffe waren durchgängig niedriger." —„Weizen war affiztrt."—„Mais und Weizenmehl hietten ich besser."—„Das Expottgeschäft hat aelitten."...—„Am Metallmarv war Blei höher."...—„Kupfer unverändert und apathisch."...„Rindfleisch sehr ruhig."...„Wolle war ruhiger."— Und das alles in einem einzigen kurzen Börsen- bericht aus New-Uork vom 14. September d. I. Da kann man deutsch lernen, und Pfeffel. Gellest, Lesfing U.A., welche Thiere, atte Töpfe, Goldstücken, Tabakspfeifen u. s. w. in ihren Fabeln handelnd auftreten und reden lassen, mögen fich begraben lassen. Die Börse versteht cs, den Waaren eine„Mensch- lichkeit" zu geben, ihnen Affette und Eigenschaften zuzu- schreiben, die dem Fernstehenden lächerlich vorkommm. Ader die Böisenleute verstehen fich. Was würden viele unserer Leser erst sagen, wenn Koursnotirungen, wie so oft, etwa mtt folgen- den Sprach Fragmenten begleitst werden:„Eisen zog an; Blei war matt und schläfrig/„Kaffee ging herunter... Wolle verdichtete fich(für„Zufuhr" gesetzt) Gold hiett fich steif." „Kupfer warf% Prozent ab(es verlor)."...„Baum- wolle war wässestg."...„Zinn ging wenig um."— Die Knapphett der Böstensprache mag vorthetthaft sein, aber„deutsch" ist es in alle Welt nicht mebr. Mi» vortheilhaft gemeinnützige Anlage« fich rcn- tiren, das zeigt fich gegenwärtig recht deutlich bei dem am Tegeler See eingestchteten Hafen. Als hierzu vor zwei Jahren die erforderlichen Kosten mit 3000 M. von ver Gemeinde Tegel estordest wurden, warm viele gegen die ganze Anlaxe, die fie für uneinttäglich hieltm. Im letzten Jahre aber hat das nahe am Hafen gelegene unfruchtbare Gemeindeland 500 Mar! an Stättegeld für Baumaterialim eingebracht, während es früber unbenutzt dalag. Die Tegeler find nach diesem günstigen Re- sullat natürlich einig über die Nützlichkett der Hafenanlage und werden wahrscheinlich eine Vergrößerung derselben vornehmen, wenn, wie es den Anschein hat, der bisherige Hafen fich zu klein erweisen sollte, um den Verkehr mit Baumatestalien zu bewältigen, die von dost meist nrch dem Norden Berlins be- fördert werden. Die Kevölkerungvverhültnifl'e de« städtischen allgemeine« Kranlrenha«se» im Friedstckshain im Ver- waltungsjahre 1887/88 gestalteten fich wie folgt: Als Bestand verblieben nlt. 1887 615 Kranke. Ausgenommen wurden vom 1. April 1887 bis 31. März 1888 7859 Kranke, so daß die Summe aller Krankm mithin 8474 beträgt. Entlassen wurden 6352 gleich 74 96 pCt., gestorben find 1484 gleich 17,51 pCt., an Bestand veidleidcn 633 gleich 7.53 pCt. Die böchste Zahl der an einem Tage des Verwaltungsjahres 1887 88 aufgenommenen Krankm beträgt 37, der entlassenen 56, verstorbenen 11. Die Aufnahme der Krankenkassenmitglieder betrug 2312 oder 29,55 pCt. der Gesammt Krankmaufnahme im Jahre 1887 88. Die Anzahl der an einem Tage vorhandm gewesmm Krankm betrug 555 als Minimum und 694 als Maximum, also mit einer Differmz von 139 Kranken. Von den odm erwähnten 8474 Kranken wurden während der Berichtjahre 223 790 Verpflegungstaae absorbist und ist somit jeder einzelne Kranke duichschnittlich 26,41 Tage in der Anstatt gewesm. Für Rechnung de Stadtgcmeinde sind 427 oder von der Geiammt- summe der Verstorbenen 1484 Personen gleich 28.78 pCl. beerdigt wordm. Taufhandlungen find von dem Prediger der Anstalt vollzogen worden der 25 Kindern. „FleiBig geschwänzt". Von dem im vongen Jahre ver- stordenen Berliner Professor Chnstiani erzählt man fich folgende charatteristische Anekdote. Ein blutjunges Füch-Iein, dem der Genuß der neum Freiheit keine Zeit zum Besuch der Kollegim übrig gelassen, kam am Schluß des Semesters zu Professor Ehristiani, um über ein bei demselben nicht gehöltee Kolleg den vorschststmäßigen Vermerk ins Anmeldebuch fich eintragen zu lassen. Der Professor betrachtete nachsinnend den jungen Mann und bemcrtte, daß er ihn noch gar nicht in der Vorlesung ge- sehen hätte. Bruder Studio erröthcte und erwidcste stockend, indem er auf die oberste Reibe des terrassensöcmig aufsteigenden Auditoriums zeigte:„Ich habe immer dost ganz oben gesessen". Chnstiani zeichnete lärdelnd seinen Namen in das Tesrirbuch und sagte, indem er das letztere fest in der Hand behielt:„Ich muß Ihnen eine Geschichte aus meinen Studienjahren erzählen. Damals schrieben die Professoren auch noch Prädikate über den Fleiß der Hörer am Schluß des Semesters in das Testirbuch. Da kam ich einmal zu einem meiner Lehrer, der mir„fleißig" einzeichnete, an das Wost aber einen langen Strich machte, einen Ststch, der über die ganze Seite des Heftes ging und mit einem langen Schwanz eine entfernte Achnlichlett hatte. Mir fiel dies auf und ich fragte, was es zu bedeuten bade. Lakonisch antwortete mein Lehrer:„Fleißig— geschwänzt!"— So, bitte, hier ist Ihr Heft."— Der also gemaßregelte Student gehörte im nächsten Semester zu den fleißigsten Zuhörern des jovialen Professors. Da» groß« Merk der Spree« erbelserung innerhalb Berlins soll nun beginnen. Der lönigliche Wafferdau-Jnspektor erläßt die erste Ausschreibung zu den Aründungsardeiten für dos Wehr unterhalb des Mühlendammes. Von ihrem Um'ange geben die Zffern der Ausschreibung einen Begriff. Dieselbe umfaßt u. A. 2250 Quadratmeter Spundwände, Ausbaggern d-r Baugrube 600 Kubikmeter und Einführung von 500 Kudik meter Beton. Der Derel«„Kerltner presse" befitzt in diesem Jahre laut Bestcht deS Schatzmeisters ein Vermögen von 1 19 736 M Im vorigen Jahre betrug dasselbe III 375 M. ES find in diesem Jahre 5256 M. an Unterstützungen und Sterbegeldem ausgezahlt worden. Eine Ente. Wir lesen folgenden Lügenbestcht in der .Staatsbgr.-Ztg.":„Die Wahlbewcgung im Lager der Sozial demokraten scheint fich diesmal nur einer sehr geringen Theil- nahme zu erfreuen. Am Sonntag war von den Agitatoren der Pastei wieder in dem Grunewald einc Versammlurg verabredet zum Zwecke der Besprechung von Wahlangelegenhetten. In einzelnen Trupps hatten fick die Theilnehmer auf verschiedenen Wegen dotthin begeben. Die Genda meste hatte indessen auf fast allen Zugängen zu demselben Posten ausgestellt, von welchem fie empfangen wurden. Der Zug ging zunächst in die Gegend von Schttdhorn, wo fich nach unv nach ein Trupp von etwa 40 Personen zusammengefunden hatte. Als etwa acht Gen darmen auf der Bttvfläche erschienen, zogen unter dem Gesana verschiedener L-eder die mtt rothen Nelken im Knopfloch ge- zeichneten Theilnehmer, stets von der Gendarmerie begleitet nach der Saubucht, von hier nach Paulsdorn, dann nach Halen- sec, von dort nach Pichelsberge und endlich gegen Abend nach dem Spandauer Bock, von wo fie, ohne ihren Zweck erreicht zu hoben, auf der Pferdebahn nach Berlin zurückkehrten."- Na- turlicki ist an der Geschichte kein Wost wahr. Recht» absteige« Trotz dieses deutlich stchtdar ange- (Ä, t« mtä-ää law SM-Ä"SÄ ÄV2% daß er seine unbesonnene That nickt mtt � � 2°",° Int r mußte. Dagegen wurde er von dm Hufen der.k, danken, bezahlen muxre. dagegen wuroe er von oenvuren«-»j hm ßAm.fnW in der schrecklichsten Weise zugestchtet. Von Geficht bat s.ch/ 5 bracht und nachdem ihm dost durch einen Heilgehilfen t. b Niederen Hilfe geleistet wurde, übersühste man ihn nach einem Ausdruck! Haus e. Gin gefahrvoller Ritt fesselte vorgestern die samkeit vieler Faßgänger bei dem Zeughause. Der August Hoffmann wollte von der Schloßfreiheit aus Linden fahren. Bei der Schloßsteihett scheute plötzlich I* jähriges Pferd, zerbiß einm Zügel und raste in f» 4#... Gangart dahin. Der Wagenführer, die Gefahr kne WßtX wagte einen kühnen Sprung vom Wagen aufs Erheb««« Sprung gelang, und der Retter brachte den Durchgangs seitens dei der Ncum Wache z> m Stehen. ndung der 66 4; Mitten im Merstchen-«»d Mageugewnhlhg� 247 Nr.5' gestern Nachmittag an der Kreuzung der Mittel- un�ySPrivatklagesadie slraße der dort seines Dienstes wartende berittene' im Sattel vom Schlage gerührt. Er neigte fich pl wärts und glitt»um Sckreckm der Zuschauenden Sattel auf das Straßmpflaster, wo er, anscheinend/ blieb. Hilfreiche Hände waren schnell dabei, den Uni in die nchegelegene Apotheke zu schaffen, wo man eine» anfall feststellte und alle Mtttel versuchte, dem nur Athmenden Beistand zu leisten. Die Bezirkswache dann die Ueberführung nach der Charitee. Uerhafteter postdefraudavt. Der Postbcamü welcher vor ca. zwei Wochen nach Verüdung amtlich» schlagungen im Betrage von 3000 M. aus Friedenau geworden ist, wmde am Freitag in Zünch K Fast der gesammte Betrag ist bei ihm vorgefi den. Der Postdieb hatte im ganzen etwa 250 braucht. (Sitten gen-aate« Sprung über einm graben machte am Dienstag Abend ein in der Kastant? Bitte, ihm 3 wohnender Tischleraeselle Wilhelm W., als er fick Ae, erfolgte in' Wege nach seiner Behausung befand. Durch die Mi stand in den■ strafe gehend, mußte er dm dost ausgeworfenen Kanafilt Dr. Friedmar graben pasfiren. Um sich nun einen kurzen Umweg �lucksicht auf die nächstm Uedergangsb'.ücke zu ersparen, nahm W. eine»«g des Verfahrei eine durchau ieler erreichtm fführung war, s das Zeugnis so macht das(5 die Vernehn ssenm Vorschuss es droht, we nach§ 431 irens an, 1 stellten Frist eir r Popieragcnt s ( verschiedenen A tet und desho agm angestter befindet fich in aber dennoch Nun w! testrenaten KI Vorschüsse fi und versuchte den ziemlich bretten und tiefen Graden springen. Leider hatte er seine Muskelkraft überschätz' glitt an der mtgegegesetzten Seite ad, und in fallend, schlug er mit dem Geficht derasttg besttg auf, Kante der die Grubmwand absteifenden Planken, mehrere sehr schwere und ungemein schmerzhaste! an Geficht und Vorderkopf zuzog. Zwar gelang es ohne Beihilfe aus dem Graben herauszuarbeiten, wurde er derastig vom Schmerz überwältigt, daß suchend an das nächste Polizeirevier wmdete, Uebestührung nach einem Krankenkause veranlaßte. Rnteeirdische« Feuer l Die Meldung alarmirte am Dimstag Nachmittag gegen 1 Uhr Theil unserer Feuerwehr und bestes fie nach dcm i straße 16. Ein sonderbarer Feuerherd wer es jedock unsere braven Löschungsmannschaftm nur schwer gelang In dcm Keller dieses Hauses war ein Gasrohr hatte fich entzündet und war in das Rohr hinerngck" welchem die Flammen gefahrdrohend hreausschlug� mußte telegraphisch das Abschließen der Leitung anstatt in der Gitschiaerßiaße verfügt werden, Mannschaftswagen ebm dost hineille, um einm Inj. sammt Arbeitern zu holen, mtt deren Hilfe nun v« auf der Straße vor dem Hause freigelegt und dann in die Leitungsröhre hineingeschlagen wurde. wohl vier Meter hohe Flamme zeigte das schwierigen Westes an; der Jnhall der Röhren«4 gebrannt und nachdem auch noch die nothwendigm' vorgenommen, konnte die Feuerwehr nach ändert, Thätigkett abrücken.-hfl Zur Metteplage wird aus Hamburg. 16 L schrieben: Windiges Wetter mtt vielfachen R-gc, in den letzten Tagm, trotz steigmdem, ziemlich hoOflL durch die schlafen Dnickgegensäve h roorgerufen, we� sgebübrm dm der Gestchtsh gen bei Verr zur Sicherheit iterlegen. Hieri Ine a« Lrrvi ienschenleden ve August Struck s L Am 1. I gen der Brauet ig. Etwa zwan 1, welcher hinter [Wege defand fi "inen, der neun unglückliche nach Knabenar Als der Ar ter:„Den n ettia trieb er s, m fahrenden A che erreichm nähern sah, c, er sprang v DerAnaellag en versetzte der zu halten, sui ivon ihm angeri er bog zur vorbeikomml Rad seines am Boden « Verletzung! auch eir »m.Folge dem Westen und der Ostsee bestanden. Drclb nicht gehabt, d Barometers über Nordmropa ist der DruefuiUwSSSangenagte ihm glichen und ist währmd einer kurzen Zeitspanne beb �.en Trotzdem zu erwarten. Doch schon zstgen fich Anzeichen N» �us freien Stüi nmer Depressionen, welche wahrscheinlich zunoflP tzgen hatte, deant und östtichm Wind, dann Bewölkung und Reg'" iafe von drei werden., gfter anzusehen fi p-lizeibericht. Am 16. d. M. � gemäß und 0, Chausseegraden vor dem Hause Greifswalderstr. Z�trtheilten an. eines neugeborenen Kindes aufgefunden unv naev® ,jjle* Lurvtzvr. schauhause gebracht.— Vormittags kam in der Hw�Sk'slrasuna einst anstatt von Schaul, Rstnickmdorfesttt. 66, der#. � t,0R qn-J Lichtenderg mtt der linken Hand der im Gange � t ein von H Kreissäge zu nahe, so daß ihm der Zeigefinger PO%%neä Äe%t. t Mittel-, Ring- und klstne Finger zum größten*nrcar, sollte fich schnitten wurdm. Der Verbyte wurde nach°(en Siraskammei Augusta-Hospttal gebracht.— Abends stürzte jiWflch wiederum Friedrichs- und Mittelstraße ein im Dienst besink»- � sanken Kinde mann infolge eines Schlaganfalls vom Pferde, I" ver Tod des Pa der Chasttee gebracht werden mußte. gt werden, wst hatte. ' bekannte Draal, 1 Eldorado. Der rege Besuch, den P# TssK eine Anzahl A Amestcaniheater in der Dresdenerstraße sett Ist» Huptung nach a» phose erfreut, veranlaßt die Direktion des Eldoravoc�R wollen, hat pramm stetig zu erweitern. Mtt dem 20. ts-«silung wegen B Geschmack der Zett entsprechend ein„preisgen� ß ihr Ende ener »* shatte. Nergnügungs-Chrottik. J�Dtarf, v». Der rege Besuch, den fis» � jk eine Anzahl Mann" auf, ein Ereigniß, daß trotz des Humor« eine 3 ausspricht, zumal den Damen Anlaß geben dürfte.«» 7»e Jrrmhaussch Verditt darüber abzugeben, od die Fama zu 0»'.i«< enthält dielel enthäll diese! u«ist Az en.....■ dieser„preisgekrönte schöne Mann" wird fich in st� Ml�en schwerst dann aber als dewähster Spezialität enkünstler abend gelangt eine überaus heitere Enscmble-V�"� vom besten Estolg gekrönt sein wttd, zur AustU�i gegenwästige Programm weist so viele Treffnuinw in vortreffliche Besuch darin ferne volle ErklärrckS »in allichs in Al Draal gestellt 'öffengerichts verfiel aber lung aller die neuerlichen Bes tmin gegen Feinde erhob. Theater. d er H�?/f r'�".�ffe�nüVGstang in ZA�AD«»«e»z«.ei! best Karl, Bembeitung und Gesänge von nicht ganz ohne Estola über die Bühne. Das dem alten dekannten Poffenrezept gearbeitet: etwas deschränkte Komövienvctter, der dümmst- jjt welcher hier Hausverwalter ist, und die lustige- ister Dieb, der welche den Herrn Papa auf mehr oder weMi Weise zu seinem Besten beschwinvell; die Tocbtt mal als„Stütze der Hausfrau", welche den Kv fich verliebt macht. Es freut einm immer, wenn Vh kannte einmal wieder steht, und deshalb wuive.-» Pestonm und über die vestchiedmm, mit wen. Berechnung eingestreuten Witze zuweilm geW-,� der Kritik einm Begriff vom Inhalte des ist nicht leicht, denn selbst die Zuschauer werden dekommm hoben. Die Autoren hätten ihre die Einfettung deS Stosses beschränken können-( selbst ist ja der alte; man sollte also meinen, daß" sfote die Papierf besonders gut wäre, fie ist aber sehr schleckt- rS% endks Beweiss gebabt. I ler in der S> wobei dem Di lmen Gegenst ' Hein und die hat verdäch ehmung auf inalschutzmann enen Sachm den Tische.' Augen ließ, den Schein, vestuchte, fie 1 aber noch re und drückte ohne jede Handlung; die Handlrmg bÄ�,�» � vii"* it«. vuiivuuiH, vre voiiuiuuh j Akt; weil nun nachher im drittm Alt der Rau
-u die ganze Jntligue auf das Kläglicbste beschnitten, so« ZrL.fL hnf noch eben hinein geht. Beffcres, als von dem Stück. unJÄ... C\o**«is m.w: .mBÄ, den Schauspielern zu sagen. Herr Tmlowsky als Gott« lcsio.nunaslosÄ� W seine Aufgabe in glänzender Weise gelöst; bei Nnli>eia�°n?egungen und Worten halte man nicmalsdenEindruckder und fast niemals das Gefühl des Gelernten: er ««a Mitpm Sa dcn biederen, etwas bcschräntten Hausphilister-------" noch einem Ausdruck. Auch Fräulein Klara tzellmer dcn biederen, etwas beschränkten Hausphilister zum voll« ien Ausdruck. Auch Fräulein Klara tzellmer als Toni ,R__ wi, oi wt eine durchaus respeltable Leistung, und die übrigen erreichten sämmtlich mindestens das Mittelmaß. neihett a� war mehr als befriedigend. ute plötzlich A- raste in g Gefahr eru n auis Pfeid, den Durchgecs Gerichts-zeitZms. ie Erhebung von Privatbeleidigungsklage» wird 'ngs seitens der 3 Berliner Schöffenabtbeilungen durch lduna der§§ 431 Abs. 2 und 419 Str..G..O.. S§ 344, 05, 247 Nr. 5 C. Pr.-O. bedeutend erschwert. Wenn in nvatklapesache zum Beweise auf eine behauptete That« lf das Zeugnis, mehrerer Personen Bezug genommen so macht das Gericht nicht nur in Gemäßbeit des 8 344 '• die Vernehmung derselben von der Belegung eines isenen Vorschusses binnen einer bestimmten Frist abhängig, es droht, wenn es sich um den Vrivattlägcr handelt, nach 8 431 Abs. 2 Str.« Pr.-O. Einstellung des rens an, wenn der Vorschuß nicht binnen stellten Frist eingezahlt ist. In recht empfindlicher Weise t Popieragcnt F., der von seinem früheren Hauswirth und verschiedenen Angehörigen wiederholt beleidigt zu sein tet und deshalb nach und nach an acht oerschiedme gm angestrengt hat, diese Praxis kennm gelernt. Der befindet sich in sehr dürftigen Vermögensverhältniffen, er aber dennoch vorgezogen, das Armenrecht nicht nach« r. Nun wurde ihm aufgegeben, in vier von testrenaten Klagen zum Thell für thn uncrschwing« orschuffe für Zmgengebühren einzuzahlen. Da «Ute, ihm Theilzablungm zu bewilligen, abgelehnt erfolgte in diesen� Fallen Einstellung des Verfahrens. „ftand ln den vier udrigm Sachen Termin an. Rechts« beantragte als Vertreter der Beklagtm igrugemudl fiittcl- unv »erittene gte fich pi chauenden scheinend io' st, den Hl vo man eine» , dem nur zirls wache erPostbl ing amulcho s Frie> Zürich fe n vorgefi etwa 250 einm der Kasi rls er fick». urch die 0 rfmm K« fe« Grabe« ft überschätz� ), und in j bestig auf Planlen, Herzhafte! gelang» uarbeiten, igt, daß endete, -ranlaßte. ieldung 1 Uhr h dem i r es jedorb, hwergel-< -rohr gcplrst r hineingeb� ausschlug� Leitung werden. inm Jnfl Ife nun die ind dann wurde. ie das-. fiöhren w-s. zivkiidigen ach an"""' �übren durch den Kläger.'Trotz deffen Protestes de« 5* rn � L'v m Prwatlläger aufzugeben, binnen Gm bH Vermeidung der Einstellung des Verfabrens . zur Sicherheft der Beklagten für ihre Anwaltsgebührcn terlegcn. Hiergegen will der Betroffene remonstriren. ine a» Frevel grentmd» Fahrlässtgkrit, wodurch enschenleden vemichtet wurde, führte gestern den Kutscher August Struck vor die dritte Staftammer des Land« s I- Am 1. Juni fuhr der Angellagte mit einem Flaschen« ender Brauerei Friedttchshain die Frankfurter Chauffee g. Etwa zwanzig Schritte vor ihm fuhr ein zweiter Bier« welcher hinten mit einem Trittbrette versehen war. Auf >ege befand fich eine Anzahl spielender Knaben. Einer aren, der neunjährige Sohn des Schneiders Simonsky. die unglückliche Idee, auf das Trittbrett zu springen, um ui: ii'�en bo bald herunterbringen", und eitig ttreb er seine Pferde an, um soweit in die Nähe des >m fahrendm Wagens zu kommm, daß er den Knaben mit Zche eneichm konnte. Als dieser dcn zweiten Wagen fich 3) nahern sah, mochte er wohl merken, daß ihm Unheil ' F kvrang vom Trittbritt herunter, kam aber dabei zu Der Angeklagte suchte zwar seine Pferde zu pariren, eins en versetzte dem Knaben aber einen Huftritt. Anstatt jetzt zu halten, suchte der Angeklagte fich der Verantwortung von ihm angerichteten Unglücks durch die Flucht zu ent« er bog zur Seite, um an dem vor ihm fahrenden vorbeikommen zu können, und hierbei ging das -s Z« U M i Plenen Gegenständen befand stch auch ein polizeilicher An 'eichein und dieser wurde bei Holzapfel gefunden, als er, That verdächtig, verhaftet wurde. Bei seiner ersten lehmung auf dem Molkenmarkte wurde er vom tinalschutzmann Jordan verhört, die ihm abge« nenen Sachen befanden fich auf einem in der Nahe iden Tische. Als der Beamte ihn auf wenige Sekunden ÄIS.'3 versuchte, fie hinunter zu schlucken. D« Kriminalbeam e I aber noch rechtzellig hinzu, faßte den Spivbuden an die und drückte sie so fest und so lange zu. bis der halb Er« die Papierfetzen wieder von sich gab. Man hat fie fein säuberlich wieder zu einem Ganzen zusammengestellt. Nachdem Holzapfel auch mll anderen, weniger drastischen Winkelzügen, um den Besitz des Scheins auf eine harmlose Art zu erklären, nicht durchdrang, wurde er gestem durch Utthell der zweiten Strafkammer des Landgerichts l zu fünf Jahren Zuchthaus und den üblichm'Nebenstrafen veruttheilt. Sagen, 14. Oktober.(Zum Kapitel„Arbeiterrifiko".) Beim hiesigen Landgericht fand eine Verhandlung statt, welche zeigt, wie es mll der Fürsorge für die Ardeller in Fabriken manch« mal gehalten wird, wenn die Unternehmer nicht gezwungen werden, Maßregeln zum Schutze zu ergreifen. In einer Fabrik zu Schwelm, in welcher etwa 310 Arbeiter beschäftigt find, mußten die Riemen, wenn fie fich, was häufig vorkam, gelockert hatten, während des Bettiedes, also während die Maschine lief, reparirt und auf die Riemenscheibe aufgelegt werden. Es ist ganz allgemein bekannt, daß diese Arbeit eine un« gemein gefährliche ist und einen sehr erheblichm Theil der Un« glücksfälle, welche fich jährlich in Fabttken ereignen, verschuldet. Gewöhnlich wird behauptet, daß der verunglückte Ardeller wider die bestehende Vorschrift eine Riemenreparatur vorge« nommen habe, ohne das Jnruhesetzen der Maschine zu verlangen oder abzuwattm. Es giebt allenthalben waghalsige oder durch die stete'Nähe der Gefahr gegen diese aleichgiltig gewordene Arbeiter, und solche mögen auch häufig Riemenreparatmen vor« nehmen, wenn die Maschine noch im Gange ist. Die Ardeller in jener Schwelmer Fadrtl haben aber, wie zeugeneidlich dar« gethan wurde, ihren Ardeitgedern mehrfach Vorstellungen gemacht und fie gebeten, die Maschinen während der Reparaturen still« stehen zu laffen, aber die Antwott erhallen, daß solcher gering- sügigen Reparaturen wegen die Maschinen nicht aussetzen können; die Befitzer der Fabrik haben sogar zugesehen, wenn die Ai deller die Riemen wieder defestigten! Als gegen Ende vorigen Jahres wieder einmal ein Arbeiter eine Reparatur ausführen mußte und, da er allein nicht fettig wurde, einen anderen Ar» beiter zur Hilfeleistung herbeizog, wurde letzterer vom Riemen erfaßt und war in wenigen Augenblicken eine Leiche. Der elftere Arbeiter wurde darauf wegen fahrläsfiger Tödtung ange« klagt, vom Landgericht in Hagen aber freigesprochen, nachdem der Sachverhall, wie oben angegeben, dargtthan war. Wenn Jemand eine Bestrafung wegen fahrläsfiger Tödwng verdient hatte, so waren es die Besitzer der Fabttk, fie gehen aber leider straflos aus. Dieselben hadm ihre Frivolität so weit gettteben, daß fie sogar nach jenem Unfälle ihre bishettge Praxis beide« biellen und diese erst ausgaben, als fie von der Berussgenoffen« schast dazu gezwungen wurdm. Reichsgericht»» Entscheidung.(Nachdruck verboten.) Leipzig. 15. Oktober.(Von der Koalllwnifreiheit.) Das Gesetz gestattet zwar den Arbeitern, zur Erlangung höherer Lohnsätze fich zusammen zu thun und zu streiken, aber es enthält auch Bestimmungen, welche die Uederschreitungen dieses Rechts mit Strafe dedrohen, abgesehen davon, daß hier und da die Polizei geglaubt hat, noch besondere Bestimmungen zur Verhütung etwaiger Ausschreitungen bei Streits erlassen zu müffen. Der Eckmiedegeselle Heiniich David Wilhelm Ahrend in Hamburg hatte im Mai d. I. fich auch an einem Streik, der auf der Werft von Blohm u. Voß ausgebrochen war, bethelligt. In der Herberge traf er Abends mit zwei anderen Schmiedegesellen zusammen, welche die Arbeit auf dem erwähnten Werft« platze_ nicht niedergelegt hatten. Er machte denselben Vorwurfe, daß fie der Verabredung nicht beigetreten seien, und äußerte dann ihnen gegenüber, fie seien werth, ein Paar hinter die Ohren zu bekommen. Das Landgettcht Ham- dura erblickte in diesen Motten eine versuchte Nöthigung, da mt beiden Arbeiter mit einer Körperverletzung bedroht worden La ,, veruttheilte deshalb den Angeklagten Ahrend am 20. Juli zu einer Woche Gefängniß.— Ahrend hatte Revision eingelegt und behauptet, die Bedrohung sei nicht genügend fest- gestellt, er habe die beiden Gesellen gar nicht mit Ohrfeigen de» droht, sondern nur seine Anficht über fie geäußett.— Der dritte Strafsenat des Reichsgettchts verwarf jedoch die Revifion am 15. Oktober, da vom Landgericht mit Recht in den betreffenden Worten eine Drohung, wenn auch eine etwas verhüllte, gefunden sei._ Dereine»ud Dersamminnsr«. Eine große öffentliche Polksverfammlnng tagte unter Vorfitz des Herrn E. Schmidt am Dienstag in der Ton- halle(Friedttchstt. 1)2), in der Herr Max Schippe! über„Die Arbeiter und ihre Stellung zu den Landtoaswahlen" referirte. Wahlen im Allgemeinen— so begann der Redner— seien von eminenter Bedeutung für die Ardeiter: ihre Vettreter betonen fortwährend den herrschenden Klaffen gegenüber die Nothwen« digleit einer Besserung der Lage des arbeitenden Volkes, und durch dieses fottwährende Trängen würden auch die herrschen» den Elemente zu Zugeständnissen gezwungen. Aber auch wenn die Wahlen erfolglos blieben, so hätten fie doch den großen Werth, daß fie die Mafien aufrüttelten, daß Indifferente heran« gezogen und über ihre Lage aufaellärt wurden. Wenn das nun der Fall wäre, warum betbeiligten fich die Ardeiter nicht auch an den Landtagswahlen? Daran sei daS Wahlrecht schuld. Ganz falsch wäre es ja, die Wahlen vorübergehen zu laffen, ohne gegen ein solches aufgezwungenes Wahlrecht zu protestiren, die Arbeiter müßten ihre Verachtung und ihren Zorn aussprechm über einen Kampf, wie er würdeloser nicht gedacht werden kann: hier heißeder Schlachtruf nicht mehr: Hie Freiheit— Hie Reattion; jetzt heiße es: Hie der lebende Kaiser— Hie der tobte Kaiser; jetzt sei es nicht der zielbewußte Kampf um die Volksintereffen. jetzt sei es nur der häßliche Kampf zwischen zwei Hofschranzenparteien. Dieses erbärmliche Schauspiel würde fich nicht abspielen, wmn das allgemeine direkte Wahlrecht, wie es 1848 geschaffen wurde, noch zu Recht bestände. Vor der Märzrevolution bestand noch keine Volksvettretung, ebenso wenig wie der jetzige preußische Landtag eine Volksvettretung sei. Damals bestanden die acht Provinziallandtage, die dann zum Allgemeinen Landtage zu- sammentraten. Der Provlnziallandtag halte seine ständigen Ver» treter, die in die drei Kutten: Standesherren, Vertreter der Städte(des Bürgetthums) und die Bauem eingetheilt waren. Die Revolution warf diesen Rest des Feudalismus über den Haufen, man sah fich gezwungen, nachzugeben. So wurde denn die Nationalversammlung einberufen und mit der Ausarbeitung einer Verfassung und eines Wahlrechts beauftragt. Sie ttat im Mai 1848 bald nach den Revolutionsstürmen zusammen. Sie hatte jetzt daS Heft in den Händen: aber das Blatt wendete stch bald wegen der polittschen Unfähigkeit des Bürgetthums. Anstatt die stehenden Heere zu entlaffm und die Bürger zu bewaffnen, was die erste Aufgabe hätte sein sollen, wurden die Truppen nur aus Berlin verwiesen, sammelten fich aber in der Nähe. Die Vettreter der alten Zustände hielten zusammen und traten immer selbstbewußter auf. Das aus- gearbeitete Wahlrecht, nach dem jeder Bürger, der das 24. LebenS- jähr überschrttten, 6 Jahre im Lande ansäsfig war und noch nie Armenunterstüyung bezogen hatte, wahlberechtigt war, wurde als nicht weitgehend genug verworsm: ein neues wurde aus« gearbeitet und ebenfalls verwotten. Während dieser Zeit trat das reaktionäre Ministettum Brandenburg zusammen. Was geschah nun? Als ein Antrag betreffend die Abschaffung der Titel des Adels und der Orden eingebracht wurde, waren plötzlich die Truppen am 7. Juli wieder in Berlin. Das Heer, das durch den Friedensschluß mit Dänemark frei geworden war, rückte gegm Berlin vor. Jetzt hatte die Regierung wieder die Macht in den Händen, jetzt konnte man unternehmm, was man wollte. Einige Demonstrationen vor dem Schauspielhause waren der Anlaß, daß die Nattonalversammlung vettagt wurde und nun in Brandenburg zusammentreten sollte. Als die National« Versammlung nun doch in Berlin zusammmttetm wollte, wurde fie mit Waffengewatt auseinander gesprengt und später in Brandmdurg, wo fie zu tagen eingewilligt hatte, aufgelöst. Jetzt wurde das aste gesetzmäßige Wahlgesetz, das in Heber» einstimmung mit der Regierung beschloffm wordm war, ge- stürzt und ein neues vorgeschlagen, allerdings noch immer nicht das Dreiklaffen-Wahlsystem. Danach warm nur selbst» ständige Leute wahlberechtig, auch sollte den Landrätben die Einthellung der Wahlkreise selbst üderlassm bleiben. Schließlich wurde noch ein Herrenhaus eingettchtet. Das Wahlrecht zur ersten Kammer hatte nur ein Deiner Kreis von Bevorzugten, die jährlich 8 Tblr.«Steuern zahlten oder ein Einkommen von mindestms 500 Thlr. hatten. Während es vordem 3V Millionen waren, waren es jetzt nur 240000. Doch auch die zweite Kammer wurde aufgelöst und das Wahlrecht nochmals reviditt. Jetzt wurde das Drei-Klaffm-Wahlsqstem geschaffm: man wollte die unruhigm Mafien bändigen und dm Einfluß der Besttzcnden stärken: und das ist ja in reichlichem Maße geschehm. Während bei den allgemeinen Wahlm die Wohlhabenden nur 5,30 vCt.. der Mittelstand 25 pCt. und die arbeitenden Klaffen 68—69 pCt. ausmachten, wurde die Sache jetzt umgestülpt: die 69 pCt. der dritten Klaffe konntm jetzt nicht mehr Vertreter in den Landtag schickm, wie die 5,30 pCt. der Reichen. 1849(3 Klaffenwahl) warm: in der 1. Klaffe 153 800 Wahlberechtigte :: 3.: 26ÄZ: Zioch drastischer stellt fich das Falsche dieses Systems in den Großstädten heraus; so gehötten im Jahre 1885 in Berlin von 264 126 Wahlberechtigten, 236 000 der dritten Klaffe an, und diese hatten nur das Recht, ein Dttttel der Wohlmänner zu wählen, d. h. nickt mehr als die 4964 der ersten Klaffe. Der dtttten Klaffe gehötten in Berlin an: im Jahre 1849 87 pCt. der Wahlberechtigten :: iwK 90::% wählen nur halb so viel wie die 10 pCt. der Reichen! Ungeheuerlichkeit! In einer Unmenge von Urwahl- kreism kommt es vor, daß nur eine Person die erste Klasse ver- trttt, so Krupp in Effen, und das sei leine Ausnahme. Es waren nur in 106 Kreisen 4 pCt. der Wahlberechtigten in der 1. Klaffe -- 39„ 3„„„„ ,, ,,„ " Aus allem diesem erhelle, daß die arbeitende"Klaffe furcht- bar zurückgesetzt und die Reichen bevorzugt würben und deshalb ist es den Massen nicht zu verdenken, wmn fie fich der Wahl- bethefligung enthielten. Während bei den Reichstagswahlen 1887 77V pCt. der Berechtigten zur Wahlmne schttttm, er« schienen bei den Landtagswahlen im Jahre 1865 nur 30 pCt. und ficher sei die Betheiligungsziffer nie gestiegm; das sei keine Wahl, das sei nur eine Wahlpoffe. «!Jn der 1. Abthttlung kam nur 1 in 10 pCt. der Fälle, und„ 2„ 9„ ,,„ In der 2. Abthttlung war es ähnlich. In der 3. Abth. erschienen in 32 Fällen niemand. 90 pCt. Welche Wähler. kämen auch oft die der 3. Klaffe nur ei» I P 130 " 313 Infolge dieser Gmeralschwänzcrei lächerlichsten Dinge zu Tage, daß in___________ Mann erscheint und gerade so viel Wahlmänner zu wählm das Recht hat, wie mehrere Urwähler aus der 1. Klaffe; hierdurch würde natürlich die Adficht des Wahlgesetzes ins gerade Gegm« thttl ver wandelt. So erschienen in Attenkirchen in der 3. Abtheilung 1 Mann und wählte(einen Wahlmann, in der 2. Ab- theilung 7 Mann und diese dürfen auch nur einen Wahlman» wählen und 1. Abthttlung 11 Mann, die da auch nicht mehr Recht haben, als der eme aus der dritten Klaffe. Da die Drittelthttlung der Steuern btt Festsetzung der Klaffengrmze nicht für den ganzen Staat erfolgt, sondern für jeden Keinen Urwahlbeztrt selbstständig. so komme es oft vor, daß in einem Bezirk, wo wmtg Rttche wohnen, derjenige, der 6 Thaler Steuern zahlt, in während er in einem andern, find, in der dritten Klaffe der rttne Zufall, wie ihm seine derjenige, der vtelleickt der ersten Klasse wählt, wo viel Rttche ansäsfig wählen müsse. Es stt politischen Rechte zugethcilt würden, alles könne bei diesem lächerlichen Wahlsystem statt- finden. Man habe früher gesagt, daß man staatliche Rechte nach den staatlichen Lasten veitheilm solle: wer viel Steuern zahlt, soll auch viel Aechte besitzen. Doch woher dezieht der Reiche sein Einkommen, verdient er es selber? Er ist erst reich geworden durch die Arbeiter. Wttl der Rttche dem Ardeiter alles abgenommen hat, darum soll er die Gesetzgebung auS- schließlich behenschen? Und dieses System muß sich immer mehr verschlimmern, wttl es ein witthschaftliches Gesetz ist, daß das Einkommen dcs Ardeiters als Theil das Gesammtemkommens immer mehr zurückgeht, die Quote des Arbeitslohnes finlt. Das ist ein witthschaftliches Gesetz, das sogar von den konservativ- stcn Nationalökonomen zugegeben wird. Die Armuth unter den Arbeitern wird also immer größer und ihr politischer Einfluß sinkt mehr und mehr. Im Jahre 1878 waren 3.4 Millionen und im „ 1884„ 4 von den direkten Steuern befreite. In Berlin allein im Jahre 1881 154 000 Personen. 1882 164 000, 1883 180 000, 1884 191 000 1885 196 000, 1886 201 000, 1887 208 000. Diese haben zwar ihr Stimmrecht nicht verloren, fie dürfen wählen, aber sie fallen alle in die 3. Abtheilung und werden nicht mitgewogen. Daß immer mehr Leute in die dritte Klaffe gepreßt werden, geht aus folger. die Wahlberechtigten von 136 000 zu 264 000 zugenommen, und von diesen 128 000 Wahlern, die mehr geworden find, wähtten 124 800 in der dritten Klasse. Bttnahe den ganzen Zuwachs erhielt diese Klaffe und trotzdem nimmt ihr politischer Einfluß nicht zu; die Bevölkerung kann wachsen, wie fie will. Die erste Klaffe ist dagegen in Berlin von 5500 im Jahre 1873 auf 4900 im Jahre 1885 zurückgegangen. Diese 4900 haben gerade so viel Recht, wie die 240 000 der dritten Klaffe! Und dabei haben fich die indirekten Steuern, die von dcr großen Maffe hauptsächlich getragen werden, ins Enorme gestttgett: von 164 Millionen im Jahre 1872 auf 493 Millionen im Jahre 1888, also in 16 Jahren um 330 Millionen, um daS Dreifache' Wenn man früher mit einem Schttn von Recht dieses Wabß system vettheivigen konnte, jetzt, wo die Lasten des Volkes so gesteigert find, könne hiervon absolut nicht mehr die Rede sein, jetzt könnten die Massen das Verlangen stellen, daß es obge schafft wurde. Nun kommt noch die offene Stimmenabgabe hinzu, welche die Arbeiter überhaupt hindert, ihr Wahlrecht auS- zuuden. Da hatten dann die Herrschenden die schöne Redensart: Ja- seine Ueberzeugung hat, der muß auch den Muth haben, für dieselbe einzutreten. Das stt lttcht gesagt, wenn man rttÄ, unabhängig und selbstständig ist, wenn man aber verfolgt. unterdruckt und gemaßregelt würde, so sei das etwaS anderes(sehr gut). Der Handwetter glaubt btt seinen Kunden, ber Beamte bei seinem Vorgesetzten, der Tagelöhner beim Nlttergutbbcfttzcr Anstoß zu erregen, wmn er nach sttner Ueber» zeugung wählt. Wenn dazu noch die Wahlm so ausfichtslos seien und er steht, daß ihm hierdurch nicht geholfen werden kann, so kann man es ihm nicht verdenken, wmn er stch fern halt. Und so wird denn die Korruption in dm Wahlkampf getragen, wie fie nicht schlimmer zu dmkm stt; das sei Irin Kampf um ein festes Ziel, kein Kampf statter Volksintereffen. das stt nur eine lächerliche Posse, ein ekelhaftes«Schauspiel. Als nun der Redner unter dem donnemdm Bttfall der An-- wesenden in scharfm Worten den Seroilismus der herrschendm Klaffen kennzeichnete, wurde die Versammlung von dem über-
wachenden Beamten aufgelöst. Ein degeisterteS'Hoch auf die Sojialdemokiatie antwortete. Unter den Klängen der Ardeiter- marfeillaise verließ die Menge den Saal. Di- öffentliche Lrauenverfammlung, welche am 18. d. M. nach dem großen Saale des Berliner Handwerlcr- vereinS einberufen war unv zu welcher in Anbetracht des Zweckes derselben besonders die Vorstände der Krankenkassen eingeladen worden waren(auch Herren war der Zutritt gestattet), fand unter Vorfitz des Fräulein Wadnitz statt. Die Besucher der Versammlung gehörten vorwiegend dem weidlichen Geschlechte on und der Besuch der Versammlung war im Allgemeinen de- inedigend. Vor Eintritt in die Tagesordnung sprach Herr Dr. Lütgenau sein Bedauern darüber aus, daß die Versamm- long unter polizeilicher Ueberwachung stattfinden solle, da dieselbe humanen Zwecken diene, welche keiner polizeilichen Anmeldung dedürfen. Eine solche sei geschehen und Redner bedauerte weiter, daß das humane Unternehmen mit einem Fehler in die Oeffent- lichkeit trete, und daß die Behörde nickt selber diesen Fehler kor- rigirt und auf den ihr freiwillig eingeräumten Zuwachs an Macht- defugniß verzichtet habe. Frl. Wabnitz erklärte diesen Fehler mit der Nothwendigkeit einer polizeilichen Erlaubniß zum öffentlichen Säulenanschlage. Nach Erledigung dieser Ange- legenheit erhielt das Wort zu semem Vortrage über das Thema des Abends: �Gründung eines Vereins zur Unterstützung aus dem Krankenhause entlassener Frauen und Mädchen", Herr vi. med. Bernstein. Derselbe verbreitete stch zunächst über die öffentliche Krankenpflege in früherer Zeit, ging allmälig auf die beutige Zeit über und versagte dem Aufschwünge auf diesem Gebiete seine Anerkennung nicht. Während die Pflege der eigentlichen Kranken hauptsächlich durch kommunale Mittel in erfreulicher Weise gefördert werde, werde die Rekonvaleszenten- pflege in arger Weise vernachläsfigt, sowohl seitens der Kom- mune, als auch seitens der Privatwohlthätigkeit. Das Bestreben Aller müsse sein, die Kommune zu veranlassen, auf dem Gebiete der Rekonvalcszentenpflcgc in ebenso erfolgreicher Weise einzugreifen, wie auf dem Gebiete der Krankenpflege und öffentlichen Gesundheitspflege. So lange dies nicht geschehe, so lange müsse die Privathilfe thatkrästig eingreifen. Aus der Initiative von Arbeiterinnen sei nun ein Verein hervorgegangen, welcher fich die Ausgabe gestellt hat, ein Rekonvalcszentinnen- Asyl zu schaffen. Dieses Institut solle und könne nur kon- tesfions' wie parteilos sein. Er bdt demzufolge, allen Partei- und dem Werke barmherziger Liebe Hader schwinden zu lassen unl.. volle Sympathie zuzuwenden, und stch nicht daran zu stoßen, daß durch Schaffung eines derartigen Jnstitus auch nur wenig erreicht werde. In längeren Ausführungen verbreitete fich Redner über die sanitären Anforderungen des Instituts und wies darauf hin, daUmit dem Rekonvaleszentenheim auch die Schaffung angemessener Arbeitsongelegenhert verbunden sein werde. Dieselbe.könne fich indessen nur auf solche Arbeit de- schränken, für welche im allgemeinen weibliche Befähigung ausreicht, indem die vielen Branchen, in welchen die weibliche Arbeitskraft thätig ist, unmöglich im Einzelnen Berückstchtigung finden können. Nachdem Redner das Unternehmen vom Humanitären und sanitären Standpunkte hinreichend beleuchtet, nahm Fräulein Wabnitz das Wort, um das Projekt mehr vom geschäftlichen Standpunkte zu erörtern. So will der Verein eine Arbcitsfiube errichten zur Anfertigung weiblicher Näharbeit, insbesondere für die Bedürf- niffe der Krankenhäuser zc. Der erzielte Gewinn solle sodann dem Vereine zufließen und für humanitäre Zwecke Verwendung flnden. Leider würden jetzt noch diese Bedürfnisse hauptsächlich in Strafanstalten hergestellt, doch sprach Redncrin die Hoffnung aus, daß es dem Vereine gelingen werde, die Behörden zu er- wärmen für das Unternehmen und dieselben zu veranlassen, demselben ihre Arbeiten zuzuwenden. In warmen Worten legte Rednerin unter Darlegung der humanen Zwecke den Anwesenden sowie allen Arbeiterinnen den Beitritt zum Verein dringend ans Herz. Herr Rittmitster sprach seine Uederzeugung dahin aus, daß das Unternehmen scheitern werde, da die Humanität bekanntlich nur bis an den Geldbeutel reiche und der Geldbeutel der Arbeiter und Arbeiterinnen ebenso bekanntermaßen leer sei er und hielt, die Ausführung des Unter- nehmens auch in Hinficht der ganzen heutigen sozialen Verkält- nissr für unmöglich. Demgegenüber wurde von weiblicher Seite ausgeführt, daß, da die Frauen nun einmal von der politischen Thätigkeit ausgeschlossen seien, ste diese den Männern überlassen müßten, infolge dessen aber entschloffen seien, ihre Thätigkeit auf ..... zu entfalten, die ebenso noth- keineswegs Almosen ertheilen, dem Gebiete der Barmherzigkeit zu entfalten, wendig sei. Der Verein wolle sondern den Hilfsbedürftigen durch Arbeit Hilfe schaffen und dieselben nickt eher aus der Obhut des Vereins entlassen, bis ste wieder vollgekräftigt den Kampf ums Dasein aufzunehmen vermöchten. Fräulein Jäger t: Das Ziel sei gewiß ein löbliches, allein der Weg, der dabei eingeschlagen werde, sei ein grund- falscher.(Beifall.) Man werde dock nicht etwa glauben, daß mittelst des Vereinsbeitrags von 5 Pf. pro Woche und mittelst der im Asyl erzielten Arbeitslöhne W Asyl unterhalten werden könne. Woher gar die Gelder zur Errichtung eines Re- konvaleszmten-Asyls kommen sollten, scheine ganz außer Acht gelassen zu sein. Die Angelegenheit sei von der sozialen Frage nickt zu trennen.(Lebhafter Beifall) Durch den Appell an die Barmherzigkeit lasse fich nichts erreichen. Wenn man etwas thun wolle, dann empfehle fich der Anschluß an die bestehenden freien Hllfskassen und die Gründung von Arbeiterinnen Fachvereinen.(Lethafter Beifall.)— In ähnlicher Weise äußerte fich Frau Ihrer. Diese bemerkte u. A.: Es gebe in Berlin bereits 11 Vereine, welche die Errichtung von Re- kanvaleSzenten- Asylen im Auge haben, dieselben haben jedoch bisher keinerlei praktische jjiesultate erzielt. Auf dcm von Frl. Wabnitz und Herrn Dr. Bernstein vorgezeichneten Wege werde der gegenwärtig zu gründende Verein nichts erreichen. (Beifall.)— Derselben Anficht war auch Herr Thierbach, welcher meinte, daß, wenn man Allen gerecht werden wolle, man eigent- I'ch ein Humanitäts Institut für die halbe Well schössen und ste darin unterbringen müsse, denn das Massenelend habe heut- zutage bereits derartig um stch gegrtfen. Aber daran sei nur Schuld die verdammte modeme Produktionsweise——— Weiter kam Redner nicht, denn hier erfolgte die polizeiliche Auflösung der Versammlung in üblicher Weise. Die Anwesenden entfernten fich ruhig. Uevrinignng de» Drechsler Deutschlands. Orts- verein„Berlin III"(für den Ost- und Norddezirk Berlins). In der am Montag, den 15. Oktober, bei Saeger, Grüner Weg 29, abgehaltenen Generaloersammlung referirte Herr Sündermann über:„Die Satisttk, deren Bedeutung für die Gewerkschaft." In ausführlicher Welse erörterte Redner die Nothwendigkell der Aufnahme und Durchführung einer Statistik über Lohn- und Ardeitsoerhällniffe der Gewerks- kollegen und legte im weiteren die Bedeutung einer Statistik klar, welche es allein ermögliche, der Oeffentlichkcit gegenüber den Beweis zu erbringen, daß die Lohnverhällniffe, wie fie zur Zeit in der Gewerlschaft der Drechsler vorherrschend find, durchaus unzureichend wären. Die Veröffentlichung der Statistik der Gcwerdedeputation speziell über Durchschnittsardeitslöhne der Drechslergesellen Berlins fand in den ferneren Ausführungen des Referenten die durchaus nothwcndige kritische Beleuchtung. Nach einer regen Diskusfion gelangte folgende Resolution zur Annahme:„Die Versammlung erklärt fich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und spricht ferner die Uederzeugung aus: daß, um ein vollständiges Bild unserer gewerkschaftlichen Lage»u erhallen, es nothwmdig ist, die Aufnahme einer Lohn- und Ärbeitsstatistik der deutschen Drechsler und deren Berufs- genossen zu veranlassen, und zunächst innerhalb der Mllglied- schaften der„Vereinigung der Drechsler Deutschlands" spätestens im Frühjahr 1889 allgemein durchzuführen. Der Hauptoorstand in Hamburg wird gleichzettig ersucyt, hienu Stellung zu nehmen und baldigst Bericht zu erstatten. Die Versammlung erhebt in Erwägung der derzettigen Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Berliner Drechsler entschieden Protest gegen die in neuerer Zeit seitens der Gewerbedeputation zu Berlin veröffentlichte Statistik über Arbeitslöhne der Drechsler Berlins, da thatsächlich ein Durchschnitts-Wochenverdienst von 21—24 Mark für alle Arbettcr unserer Gewerkschaft nicht eneicht wird; sondern derselbe nur 13 M a r k 50 P f. pro Wocke bei täglich zehnstündiger Arbeitszeit de- trägt.(Ergebniß einer Statistik der Gewerkschaft vom Jahre 1882 und im Verlaufe der Jahre find die Arbeitslöhne durchaus nicht gestiegen.) Es ergiebt fich hieraus die Nothwenvigkett, daß bei Aufnahme einer Statistik, welche die Lage der gewerkschaftlichen Ardetter der Oeffentlichkeit unter- breitet, in aller erster Reihe seitens der Behörden die Organisationen der Arbeiter gehört werden, dann erst wird der Wichtigkeit der Sacke ein richtiges Erkennen entsprechen. Der Vorstand erstattete hierauf Bericht über die Thätigkeit der Ortsvcrwaltung.für die Monate Mai bis September d. I.; hieran schloß fich der Kassenbericht. Dem Kassirer wurde seitens der Versammlung Decharge ertheilt. Die als 4. Puntt auf der Tagesordnung stehende Neuwahl des Vorstandes wurde, laut Antrag, bis zur nächsten Versammlung vertagt. Sodann machte der Vorsttzende die Mittheilung, daß in M e e r s ch e i d- W a l d, in der Fabrik von Schimmeldusch und Komp., die dort arbeitenden Kollegen die Arbeit eingestellt haben, wegen Lobnadzugs in Höhe ron IG)— 25 pCt. Ferner befinden fich noch im Streik die Drechsler in Lucken- walde. Nach beiden Orten ist Zuzug fern zu halten und materielle Unterstützung zu gewähren.— Am Sonnabend, den 27. Okroder, veranstaltet die Ottsoerwaltung eine gesellige Abend- Unterhaltung, verbunden mit Tanzkränzchen. Billcts hierzu find bei den Vorstandsmstgliedern und am Sonnabend Abends von 8—10 Uhr auf den i olgenden Zahlstellen zu haben: 1) Kleine Hamdurgerstr.- und Elsassersttaßen-Ecke, deiWttschow; 2) Lanae- straße 34, im Lokal; 3) Klostelstraße 98, bei Pettig.— Die nächste Versammlung findet am Montag, den 5. November, Grüner Weg 29 statt.— Am Montag, den 22. Okt., Abends 8) Uhr, findet bei Deigmüller. Alte Jakobstraße 48a, eine Versammlung der drei Berliner Ortsverwallungen statt mit wich- tiger Tagesordnung. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Gäste haben Zutritt. Achtung!«roß- Sffentliche Metall arbriterver- sammlnna(Dreher, Drücker, Klempner, Schlosser, Schmiede, Schleifer, Kupferschmiede, Gelbgießer. Rohrleger:c.) am Montag, den 22. Oktober, Abends 8) Uhr, im Konzerthause Sans- souct, Kottbuserstraße 4a. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum allgemeinen Metallarbeiterlongreß. 2. Wahl der Delc- girten. «efang-, Kttru-«nd gesellige Vereine ete. am Donnerstag. Männergesangverein„Lätitia" Abends 9 Uhr in Vettin's Restaurant, Veteranensir. 19.— Gesangverein„Bretzel- schluß" Abends 3t Uhr im Restaurant Schumann, Alte Jakob- fttaße 38.— Männergesangverein„Nordstern" Abends 9 Uhr im Restaurant Jacob, Lindowerstt. 26.— Schäfer'scher Gesangverein„der Elfer". Abends 9 Uhr bei Wolf u. Krüger, Skalitzer- sttaße 126, Gesang.— Gesangverein ,Müthcnkranz" Abends 9 Uhr im Restaurant Dresdenerstr. 40.— Männergesangverein „Alexander" Abends 9 Uhr im Restaurant Rose, Straußberaer- sttaße 3.— Männergesangvcrein„Liedesfreiheit" Abmds 9) Uhr im Restaurant Siemund, Linienstt. 8.— Männergesangvcrein „Firmitas" bei Kinner, Köpnickerstr. 68.— Gesangverein Männerchor„St. Urban" Abends 9 Uhr Ritterstraße 105.- Gesangverein„Deutsche Liedertafel" Abends 9 Uhr Köpnickerstraße 100.— Gesangverein„Norddeutsche Schleife", Abends von 9—11 Ubr, Mickaelkirckiiraße 39.— Turnverein„Hasenhaide"(Lehrlinps-Äbth.) Abends 8 Uhr Dieffew I Abthellung en Turnhalle, Gubener- urnverein(Männer- Abtheilung) tädtr Abends 8 Uhr in der sttaße 51.— Lübeck'scher Abends 8 Uhr Elisabethskaße 57 58.- Allg. Arends'sche Stenographenverein, Abth.„Louisenstadt", Abends 8* Uhr im Restaurant Preuß, Oraniensttaße 51.— Arends'scher Stenographenverein„Phalanx" Abends 8t Uhr im Restaurant„Zum Buckower Garten", Buckowersiraße 9.— Berliner Stenographen- Verein(System Arends) Abends 9 Uhr im Restaurant Friedrichstraße 208.— Stolze'scher Stenographen-Verein„Nord-Berlin" Abends 9 Uhr Schlegelstraße 44 — Verein der Naturfreunde" Abends 9 Uhr im Restaurant Wienersttaße 35.— Verein der Unruhstädter im„Königstadt-Kafino", Holzmarllstr. 72.—~ F. W. Rettscklag'scher Schüler am 1. und 3... Monats im Cafe Schüler, Landsbergerstr. 73, AbeiÄ Aauchklub„Kernspitze" Abends 8t Uhr im Rcsw marktsttaße 44.— Rauchtlub„Arcona" Abeih bei Brandt, Forstersttaße, Ecke der Reich« — Rauchllub„Dezimalwaage" Abends 9 Uhr. rant Lock, Krautssttaße 48.— Rauchklub„Vonvi 9 Uhr bei Herrn Tempel, Restaurant lauersttaße 27.—.Orientalischer Raul im Restaurant Wiechert, Oraniensttaße 8, »46. um % nur Kleine Mittheilnnsek Hambnrg. Ein gefährlicher Kautionsschwm� hier in Hambulg, sondern auch in Leipzig, MtP J Frankfurt a. M., Mainz und Wiesbaden sein � lich in Wiesbaden von seV trieben, ist nunmehr endli»,..., ereilt worden und wird demnächst hierher trsns?es Es ist ein 26jähriger Schreiber Namens Seidel* überall in der Weise, daß er durch Anzeigen# Kassenboten suchte. Den fich darauf Meldenden n»- so oerschwand er natürlich eiligst vom Orte ,-■■■ um an anderer Stelle den Schwindel sofort aus»* ginnen.- Dresden. Eine hiesige Waschfrau, welche aul; friedhofe etwa 20 Rosen, einige andere Blume»' Epheublätter unbefugter Weise abgepflückt und M hatte, wurde, wegen Rückfallviebstahls angeklagt, � Landgericht zu einem Jahre Zuchihaus und drei e verluft verurtheilt.. Mnvfter. In die neu eröffnete katholisches eint täglich A .., Haus viertel seil6 Mark. Einzeln (Eir ""° Die G \)11 VK neu ciunncte uuuuuiw» Mariaveen bei Reken wurde als erster Pflegling«" Man hat die Gerichtsaffeffor aufgenommen, der, nachdem er Afl den letzten fj mögen durch Trunksucht verloren hatte, in �Bevölkerung u Armee und später in Spanien für Don Carlos tfjZahl der in wird der wandernsmüde Mann von den die w' i q q, aÄ.wÄ» M«°,> Großthaten wir in umfassender Weise berichte� erblickt, während der drei Verhandlungstage vor den Wj Unsere Zeit reuen reckt iämmerlick aus. Er neiinckte wieder"'...{Ijeiten zu Ei Himmel herab zu lügen, verwickelle fich aber--vi_* fri,h Widersprüche, daß ihm nicht einmal mehr der% vi'«' ihm vorangegangen war. fität blieb, welcher_.... allerdings und sein Wesen als Pariser Gamin,� nimmermehr glauben würde, daß er aus guter i" bewährten fich und verschafften den Zuhörern m< Augenblick, aber eine cause c614bre wird der obwohl er als solche angekündigt worden war, Staatsanwalt beantragte sttenge Anwendung de» Eugene Allmoyer wurde dann auch ohne mtldr für jchuldig erkannt und zu 12 Jahren Zwangs! Er hörte die Verlesung des Verditts mit weg an und zuckte die Achseln, indem er fich umschaut� tung auch bemerkt werde; denn es war ihm bei den„belies petites", die fich zahlreich ein von seinem usurpirten Rufe als Gentleman ei London. Ein amerikanischer Hochstapler Wechsler in Liverpool in raffinttter Weise um Summe geprellt. Am Montag voriger Woche lischer Priester, der fich Pater Macdonald woblbetanntcn Geldwechsler-Geschäfte vor, un' kantsches und kanadisches Geld im unö von 500 Pfd. Sterl. Er gab vor, daß griff sei, eine Schaar junger Auswanderer m mit der zu begleiten; er stehe in Verbindung_______ Sanier Salisbury Street, Liverpool, und da« Existenz , ist»u e Erwerb und Existenzen ist chmal sogroß. felspiel gleich enaufregevd o» hat etwas al aufhört, zutage eine r >en von sich s e» dürfen?! Die Hast u t große Krank emei« als N i scheS Zeiche, Krankheit l verschiedene. lailjf» fich in eine "ÄS den Epezialä • Ruhe, zwe< nächsten Tage um 10 Uhr dorthin-« xiirüttung und das englische Geld werde er dann aushändigst.�si, die S-oIoe Kircke ist eine der bedeutendsten des Jcsurte«�� den woblba EXAS gaWpr Macdonalv. Er sei in der Kirche, hieß& 9eR- auch sofort im geistlichen Ornat, erkundigte fi«- Sogar fie gebracht hätten, und auf die Antwort, daß, jW Börsen fragte er ganz geschäftsmäßig, od fie einen.Tel setzen und gelv wünschten. Die KommiS verlangten hat schon i Empfang, ersuchte die Kommis, fich zu setzen, vew�Aber was w — und verschwand. Erkundigungen wurden°?Men, wo man man erfuhr, daß ein Pater Macdonald als Besu? yerliche Erwerl Kirche verbundenen ausgedehnten Gedäultchleu«» stäqliche und i seinen Namen ins Buch des Pförtners ewgetwS �Wlebrwertb Dienstag desuchte er auch die Kirche, anscheinend u�tzrwerry, Übungen zu verrichten. Sonst war er im Kloin». bekannt. Er ist etwa 25 Jabre all, ziemlich SW- und da eine in ein rothes Plüschlostüm OTjl®# seiner Gesellschaft gesehen wurde, scheint es mit li C ebenso kchlimm destellt zu sein, als mit seiner E« pm«, atrtotm.] seiner Wahrheitsliebe. TrlegraPhische (Wolsfls Telegraphm-Bureau.) Deprs# Au« W- I dem D« Uede, Hamburg, Mittwoch, 17. Ollober. „Allcmannia" der Hamdurg-Amerikanischen gesellschaft hat, von Westindien kommend, der Postdampfer„Moravia" von derselben von New-Nork getroffen. kommend, heute früh 1 Uhr Maud legte eine» lerchi .nn,»ach de auf„Die Am ! wolle». 2°""� C. v. i. Werdi.'""Z* 4 Gold- und Silberwaaren-Fabnki Gold 1 I- und Silberwaaren-FabrikgeschSft, Treppe 66. Oranienstraße 66, 1 Treppe. zwischen Kommandantenstraße und Moritzplatz. Einuelverkauf zu Fabrik- resp. Engrospreisen. Massiv goldene Ringe. Trauringe(1 Dukaten). „(2 Dukaten). Goldene Broschen.. Golddoudlö-Ketten auf Silber...... Goldene Ohrringe.. Simlli-Ohrringe i. Gold �orallenletten von M. 4,50 an Mark 11,— „ 21,— von M. 5,— an 6,50 2- 1= Echte Corallenbroschen. von M. „ Corallenarmbänder„„ Golddoubls> Armbänder auf Silber.„„ Golddoudlödroschen auf Silber...».„„ Damen« und Herten- Medaillons(Gold- doudls auf Sllber).„„ Televbon 9356/1X. 1,50 an 2,40„ 4,50 3,- 4,50 Ferner größte Auswahl galdeuer§ervtn-«. Dam»ketten, Armbänder, SbUvsnadel«.«ranat- u. Kilberfache» sede»«eure». Zager i» AlfSnid». Altes Gold u. Silber nehme in Zahlung. Durchaus feste Preise bei reellster Bedienung. Alftnids Reparatur«— rkstStte. U ren. Berantwottlicker Redakteur: IL Arsnusna in<-erltn. Druck und Bertaa von Wenn i »on Ihren # werden.€ ben, Soeben erschien: Die franzöfische Kevowtw«. Von Heft 6. fe .. und da haß Sie mei alc*. Die Beam ' de« einsehen 'icher Mensch und hum artigen i pflege«, Sie werde: preis Sv pfg. Zu beziehen dmch die«rpeditia» de»„Kerl, polksblatt' Vlsdspwsrkluf srn Rabat«. »ficht. Jttnett zweier Unrecht darin such. sind." „Za, nach e." erwiderte ten verbi als Arb. Möbrl-, Spiegel-«. Poisterwaare« 0*.shington. Abgekürzt Oediug in«erlin SW„«eutbsttaße 2.