der Stichs '«"«i utirtenfitz#* 108 St. J ahl der W»i verunglück» Zahl der W ! bedeutend t Der Mini »50. Mittwoch de»»4 Oktober 188». 5. AwwP. über W«j igt, fi «den militärische»> Die Gni� ÄS.Ö aster Bethe« Jl MttWdidlÄ. Brgan für die Interessen der Arbeiter. ch»k#f! zmg brijuW1, DaK„Berliner V o l k S b l a t t" - I für Berlin frei Postabonnement �»UlllUIVV U Ulli VVUk 10 Pf» (Eingetragen in der Postzeitungsvreisliste für 1888 unter Nr. 849.) ima brijafSj* tilt ÄÄ Anlaß% reiben-- LÄ A«» Oesterreich. 1" J a Da» Ministerium Taaffe. dessen Ende man in nicht " langer 3ett erwarten zu dürfen glaubte, ist durch ein i czechenfreundlicheS Mitglied verstärkt worden und wrrd nun eine neue Aera deutschfeindlicher Politik in eich zu erwarten sein. Man sucht nach allen mög- Ursachen für diese Wendung und übersieht die einzige, alles erklärt. Das Staatenkonglomerat, das man eich nennt und das durch einen sonderbaren und itlappigen Föderalismus zusammengehalten wird, ist in -er ganzen Veranlagung schon ungesund und die rvider- 'enden Interessen der einzelnen Nationalitäten rufen Jnsertioilägedsthr beträgt für die 4 gesvaltete Petitzeilc oder deren Raun, 25 Pf. Arbeiti-markt 10 Pf. Bei -™.......... v,.—"--�-'ttagi ohne größeren Austrägen' hoher Rabott stach Ucbereinkunft..Fnscrate werden bis 4 Uhr Nackmittags m der Expedition, Berlin S\V., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: K-uchstraße 2.— Grpedition: Zimmerstraße 44. Ersuchen so abjuf« »enlv! hheim, nz Posen., nsuchl, in in Und »chwet!' —--H»b die Ungarn, haben von dem Druck der Regierungen Seimen meisten zu leide» gehabt. Wir halten diese öfter imluf Uloder/ mzertha» : 37. &nunl-| : Berufs Presse, btutwl August; i Ersck LÜfl Reu» 1 rtfi ufiant�. # rtlick». rsa«! iltoder.. Ron ifche Regierungspolitik nicht nur von demokratischen, ideru auch von allgemeinen politische» Gesichtspunkten aus verwerflich. Denn das Czechemhum und Slaventhum, zu Liebe man das deutsche und magyarische Element oben herab so vielfach unterdrückt hat, ist in seiner rliebe für Rußland ein gefährlicher Pfahl im Fleische erreichS. Es war gewiß klug, den Magyaren ihre Selbst- digteit bis zu einem gewissen Grade wieder zu geben; es ist ■ ebenso unklug, das deutsche Element zu unterdrücken und zu niren in einer Zeit, die so leicht einen russischester� äsche» Konflikt bringen kann. Emen großen Theil der Schuld an ihrer prekäre« ung mag sich die deutsch-ofterreichische Strömung alle* ,« selbst zuschreiben. Als sie einmal ans Ruder kam, te sie eben nicht so zu regieren, daß man mit ihr zu- wen sem konnte. Das„Bürgerministerium- der Herren r b st und G i S k r a hinterließ grade kein gutes An ;en, und der Wunsch, eine ähnliche Regierung wieder er zu sehen, ist in Oesterreich durchaus auf die speziellen änger dieser Richtung beschränkt. Die deutschester- äsche Partei als solche bietet eine ziemlich klägliche Er- mng. Sie hat keine anderen Ideen aufzuweisen, eine» recht blassen und fadenscheinigen Liberalismus, wurde nur durch die Konkurrenz der Regierung ge- ngen, ein wenig Sozialpolitik zu treiben, was sie mit lichem Widerwillen that und sehr bald wieder aufgab. >en dieser Parte» her bewegen sich einige Absplitteruvgen, theilweise einen antisemitischen Charakter angenommen und nicht ernst zu nehmen sind. Auch Radaubrüder »Schönerer segeln unter einer angeblich deutschnationalen Was diese deutsche Partei in Oesterreich eigentlich will, sie selbst nicht klar, und wenn sie einen Anschluß an Deutsche Reich will, so kann sie das nicht wohl sagen lsta m 3 Die Ritter der Arbeit. [23 „Wir machen keine Klassenun Mr. Clincher;„die Kl« eo'"d durch den KapitaliS dem Amerikanische« des Uedersetzt von Uatati» Ltebimecht. „Wir machen keine Klassenunterschiede, General," ant- . ti-«'asfenunterfchieite .4muS gemacht wor» n und werden durch ihn immer mehr verschärft. passen uvS einfach den bestehenden Verhältnissen an. Produzenten sind wir in unserem Land eine besondere .,se geworden und brauchen zur Wahrung und Förderung serer Interessen alle diejenigen Waffen, die unS durch die fassung unserer Väter gegeben sind. Als Ritter der eit habe» wir unsere Prinzipien veröffentlicht. Die Rede frei, wenn aber der einzelne Arbeiter seine �»«�A�trzeugung frei ausspricht, setzen die Fabrikherren aus die Schwarze Liste und er wird hüM#*«wem Ende des Landes bis zum anderen ff auifi«ie ein wildes Thier. Die Presse ist ftei, steht aber ... i I'-/®e,ten des Kapitalismus, der sie gekauft hat. Unsere jlge Hoffnung»ach dieser Richtung ist die Grün� unabhängigen Arbeiterpresse. �ZÄ�r lölmen ftei handeln, aber der despotische ZndustrialiS- t un t« hat unsere Existenz zum Preis dieser Freiheit gemacht. öW Srgamfation des Kapitals umgiebt sich mit einem un- �-�j»»� tchdringlichen Geheimniß. Wir sind gezwungen, zu unserem «en Schutz das Gleiche zu thun.— Aber, Herr General, '«rhmcn Ihre Zeit zu sehr in Anspruch. Wir sind lbar für die Versicherung, daß Sie unseren GesctzeSvor- jjj unterstützen wollen und wünschen Zhnen einen guten Verlans; .0$ t— rnn'J 4.»-'' „Guten Abend, Herr Clincher, guten Abend, meine ren! Es freut mich sehr, daß Sie gekommen sind. Sie Zhre Führer sind Worthelden von nimmermüder Geschwätzig- keit; aber einen neuen Gedanken haben wir noch nicht von ihnen gehört. Die Czechen habe« kein Recht, die Deutschen zu unter- brücken, und umgekehrt steht es nirgend verbrieft, daß die Deutschen berufen seien, die Czechen zu beherrschen. Aber in den Rahmen' desselben Staatenbundes gespannt, müssen die beiden Nationalitäten mit einander in Streit gerathen, um so mehr, als die NationalitätS-Fanatiker auf beiden Seiten ziemlich zahlreich sind. Ueber diesem widerwärtige« Hader werden die eigentlichen Volksinteressen ganz achtlos bei Seite gelassen. Vor einiger Zeit ließ die Untersuchung der Zustände in den Wiener Volksschulen in einen Abgrund von Elend und Noth blicken, den nur einigermaßen zu schließen wohl unendlich wichtiger wäre, als oer ganze Streit zwischen Deutschthum und Czechenthum. Die Czechen haben aber nicht den mindesten Grund, den unter deutscher Verwaltung stehenden Provinze« ihr eigenes Gebiet als Muster vorzuhalten, denn da sieht e» womöglich noch trauriger aus. Man hat sich jüngst mit der Lage des ländlichen Proletariats in Niederösterreich und Mähren beschäftigt und hat überall gleich beklagenSwerthe Zustände vorgefunden. Die Arbeiter, welche die großen Getreide- und Rübenfelder zu bearbeiten haben, werden nur für eine bestimmte Zeit des Jahres gedungen. Sie kommen in großen Massen mit Weibern und Kindern aus den Grenzgebieten und sind fast ausschließlich Slaven. Schon der Transport dieser Arbeiter auf der Bahn ist keine menschliche BeHand- lung; sie werden eng zusammengepfercht und erhalte« kalte Kartoffeln und etwas Schnaps. Eine wahre Pest- atmosphäre herrscht gewöhnlich in den TranSportwaggonS. Aber diese Waggon» sind immer noch besser, al« da» Quartier, da« auf den GutShöken geboten wird, und viele Arbeiter ziehen dort ein Quartier im Freien vor. Em„Gangmeister", der vom Pächter oder Eigenthümer des Gutes bezahlt wird, engagirt die Arbeiter und hat sie auch zu unterhalten. Er läßt sie von 3 Uhr Morgens bis Abends 8 Uhr erbeiten und zahlt ihnen dafür täglich 30 bis 40 Kreuzer. DaS Essen, welches er ihnen verabreicht, ist so elend, daß die Arbeiter selbst in solcher Lage eS häufig stehen lassen. Der Schnaps spielt hier eine traurige und verderbliche Rolle. Die Arbeits- leistung und die Willigkeit ist unter solchen Umständen ge- ring uud die Leute lassen sich oft sogar Stockhiebe ganz gleichgiltig gefallen. Wäre es nicht zeitgemäßer, Bruder Czeche und Bruder Deutsch-Oesterreicher würden sich die Hände bieten, um Ab- "■ilfe gegen diese traurigen Zustände zu schaffen, statt zu ädern, wer von ihnen zur Weltherrschaft berufen ist? Aber eben weil dies zeitgemäß wäre, darum wird man eS mcht thun. Politische Ueberstcht. Zur„Findigkeit de» Post". Keine hundert Meilen von Berlin und vor weniger als hundert Fahren ist folgende seltsame Geschichte passtit. Es hat eine Wahl zu irgend einem Ehrenamte stattgefunden und Jedermann in der Stadt wußte um die Wahl. Dem Gewählten wird das Ergebniß mitgctheilt unter Verweis auf die gesetzliche Bestimmung, daß, wenn die Annahme des Mandats nicht binnen 8 Tagen erfolge, die Wahl dann ungiltig sei und eine Neuwahl erfolgen müsse. Der Ge- wählte ist auf Reisen in ziemlich abgelegenen Gegenden; durch Privat benachrichtigung wird er aber rechtzeitig in Kenntniß gesetzt. Da er nicht weiß, an wen er die Erklärung der An« nähme des Mandats zu richten hat, schickt er die Erklärung an seine Frau mit dem Austrage, dieselbe sofort nach Empfang der amtlichen Anzeige an die darin bezeichnete Adresse zu schicken. Die amtliche Anzeige gelangt auch, nach einigem durch die Abwesenheit des Gewählten verursachten Auf» enthalt in die Hände der Frau. Nun entsteht jedoch eine unerwartete Schwierigkeit. DaS Schriftstück ist unzweifelhaft amtlich,— alles in schönster Ordnung — auch die Unterschrift des ausfertigenden Beamten ist da. aber— keine Möglichkeit fie zu lesen. Ein ladyrinthisches Gemenge von kmmmen Strichen, wie wenn ein halb Dutzend Fliegen in einem Tintenklecks ihre ersten Laufübungen angestellt dätterr. Es wird Kriegsrath gehalten. Ein Postbeamter, ein Rechtsanwalt, ein Schriftsetzer und noch verschiedene andere Schriftgelehrte betrachten die räthselhafte Unterschrift, und nach vielem Kopfsckütteln und Kopfzerbrechen einigt man stch über einen bestimmten Namen. Der vereinbarte Namen wird auf die Adresse gesetzt, und dazu der genaue Titel» welchen nur ein einziger Beamter haben konnte. Wohlan, nach fünf oder sechs Tagen,— am Tage, wo im Fall der Nichtannahme das Mandat erloschen wäre, kam der Brief als unbestellbar zurück. Die Post hatte den Beamten— wir wiederholen: den einzigen mit g l e i ch e m Titel, nicht auffinden können, weil der Name nickt ganz richtig geschrieben war. Schließlich wurde die Sache noch telegraphisch geordnet. Allein um ein Haar hätte die fragliche Stadt, welche nicht hundert Mellen von Berlin liegt, das Vergnügen gehabt, ein zweites Mal zu wählen, weil % jo merkwürdige- Findigkeit bewiesen.- Und die Moral der Geschichte? 1. Verlasse sich niemand auf die Findigkeit der Post. Und 2. eS wäre gut, wenn alle Beamten angehalten würden, einen Namensstempel neben ihren handschn'tlichen Namenszug zu drucken. 2U« zehnjährige..Iubitönm" de« Kozialistengesetz», hat, wie in Berlin, so in den meisten anderen Orten Deutsch» lands zu Demonstrationen Veranlassung gegeben. So fand man in Görlitz, auf einer Pappel am Klausthore zu Halle, auf einem Kastaniendaum am St. Guido- Sttftsplatze in Speyer, femer in Altenburg, Zwickau rc. rothe Fahnen aufgepflanzt, thellweise mit Inschriften, wie«Zum zehnjährigen Jubiläum",„Hoch Laffalle!",„Hoch die Sozialdemokratie!" In Halle beschlag. nahmte die Polizei auf dem Hauptpostamte etwa zwei Zentner sozialdemokratischer Flugblätter, die an einen dortigen Zigarren» Händler auf dem Schlamm gegen 17,80 M. Nachnahme ausgeliefert werden solltm.— Bei dieser Gelegenheit sei noch er» haben mir viel Stoff zum Nachdenken gegeben, und ich glaube, Sie werden gelegentlich mit mir übereinstimmen, daß Zhre Organisation ihren Zweck erfüllt hat und nicht mehr zu bestehen braucht." Da» Komitee entfernte sich und die zwei verborgenen Freunde traten mit Mr. Kim wieder in das Zimmer. „Flugs, Mr. Kim," rief der General,„zerstören Sie alle Zhre Aufzeichnungen, mit Ausnahme dessen, was sich auf das teuflische Gesetz und meine Abschiedsbegrüßung bezieht— das übrige würde sich im Druck nicht gut ausnehmen— und geben Sie mir so bald als möglich ein sauberes Manuskript. Die„Vereinigte Presse"') meines Freundes Zacob Guild muß es noch heute Abend bekommen, so lange die Sache noch neu ist. Und nun, meine Freunde, Sie hatten also die Geduld, das Ende abzuwarten?" „Za," sagte Peleg,„ich wollte hören, was diese elenden Demagogen sagten, allcin eS ist mir ganz übel geworden; ich muß noch einen Schluck von Ihrem Brandy nehmen und dann rasch nach Hause gehen." „Die Leute haben entsetzliche Zdeen in ihren Köpfen, Peleg," stimmte der Staatsmann bei,„aber lassen Sie uns das Beste hoffen. Zch bin selbst so trocken, wie ei« zivili- sirter Indianer." Die zwei Herren thaten ein paar kräftige Züge, und Peleg Gnnder ging nachdenklich nach Hause. Kapitän Bar- num blieb etwas länger und lud General Bluster zu seiner Trauung ein, die demnächst in New-Bork stattfinden werde. „So ist die Geschichte endlich in Ordnung," rief Bluster. „Zch möchte sehen, wer und was mich abhalten könnte, zu der Hochzeit zu kommen. Bei allen Freuden Hymen'«! Sie sind ein verdammt glücklicher Kerl, Barnum! Lasse» Sie mich auf Zhr künftiges Glück und Zhren Erfolg in allen Dingen von diesem Nektar der Götter noch ein TlaS leeren! *) Associated Press— die Telegraphen- und Nachrichten« Bureaus find in Amerika großaitiger eingerichtet als in Europa und find ganz in Händen der Privatspekulation. Kapitel XIH. Geprüft und siegreich. ES war ein herrlicher Tag. M a u d Simpson hatte ihre dreimonatliche Probe überstanden und war, allem Anschem nach, dauernd al« Gouvernante in Kapitän Barnum S HauS angestellt. Gertie hing mit großer Zärt- uchleit an ihr und machte fie zum Hauptthema ihrer häufigen Briefe an ihres Vaters alten Freund, ihren Vormund. Adner Strang war sehr erfteut über den glücklichen Zufall, welcher die Tochter seines verstorbenen Klienten unter so gute Leitung gebracht hatte. Maud war keine Anhängerin des Unterrichtssnstems, welche» den Geist nach einem fest vorgezeichneten Plan zu bilden sucht. Sie studirte ihren Zögling genau und entdeckte in dem Mädchen eine leiden- schafiliche Liebe zu Blumen und eine natürliche Anlage für Botanik. Pflanzen und Blumen bildeten deshalb zunächst den vorherrschenden Lehrstoff, dabei wurden aber auch die anderen vöth, gen Wissenszweige nicht vernachlässigt. An diesem schonen Tage waren sie im Gewächshaus damit be- schaftigt Pflanzen und Blumen zu klassifiziren. Beide waren so m Anspruch genommen, daß die Zeit unbemerkt vorUberg'ng, b,- ein Diener mit der Meldung eintrat, daß der Musiklehrer warte. Gertie eilte hinweg, und Maud. die jetzt eine fteie Stunde hatte, blieb mit ihrer Arbeit und ihren Gedanken allein in dem Gewächshause. Ihre Gedanken wanderten bald von ihrer Arbett zu ihr selbst, zu den Ereignissen der Iktzten Monate und dann zu ihrer wahrscheinlichen Zukunft. Noch einige Monate länger dieses Gehalt und ihr Vater und sie konnten in ein kleine» hübsche» Häuschen in einer freundlichen Straße ziehen und sie konnten sich einige der vielen Annehmlichkeiten des Lebens verschaffen. Das Leben gewann Werth in ihren Augen.-- Ein Geräusch von nahenden Schritten machte alle Träume verschwinden, fie erhob sich und vor ihr stand Kapitän Arthur Barnum. „Ah, Miß Maud, ich freue mich, Sie frei zu finden. «Shnt, daß aus Lcivzia mährend der zehnjährigen Dauer des Sozialistengesetzes 146 Personen ausgewiesen worden find, von denen 21 Personen der Aufenthalt später wieder gestattet wor« den ist. Feiner wurden 27 Vereine und 115 Druckschriften verboten.— Nach einer weiteren ungefähren Berechnung wur> den wäh end der zehn Jahre weit über hundert politische und gewertichastliche Blätter und Zeitungen verboten; von dem Verbot da Verbreitung betroffen wurden nahe an eintausend fünfhundert Bücher, Broschüren und Flugblätter. Ueber sechs der größten Städte Deutschlands mit iiner dicht bevölkerten Umgebung, im Ganzen volle Millionen Einwohner, den dreizehnten Theil der Reichsbevölkerung umfaffend, wurde der sogenannte kleine Belagerungszustand verhängt und wurden auf Grund deffelden über 600 Personen, darunter zwei Drittel Familienväter, ausgewiesen. D e Zahl der Haus- suchungen beträgt 8000 bis 9000; die Zahl der Prozesse mehrere Hundert; die Dauer der in diesen Prozessen verhäng- ten Untersuchungshaft und Gefängnißstrafen ist mit 400 Jahren nicht zu hock geschätzt. Arbeitervereine, gewerkschaftliche Ver- bindunaen, Untersrützungskaffen rc. wurden in diesem Zeitraum über£00 unterdrückt. Die Zahl Der aufgelösten oder verbotenen Versammlungen ist Legion. Durch alle diese Verbote, Unter- drückungen u d Auflösungen wurden zehn aus Ardeitermitteln gegründete Buchdruckereien vernichtet, eine Unzahl von Personen, die als Reda' teure, Expedienten, Kolporteure. Buchbinder, Setzer rc. in diesen Unternehmungen ihre Lebensstellung fanden, wurden existenzlos gemacht, und wurden Hunderte und Ader- hunderte von ihnen gezwungen, jenseits des Ozeans fich eine neue Heimath zu suchen. Der Werth des dabei verloren gegangenen Eigcnthums beläuft fich hoch in die zwei Millionen. itt« Krandentmrg a. f. schreibt man uns: Das zehn' jährige Bestehen des Sozialistenges ves ging auch hier nicht un' bemerkt vorüber. Am Sonntag Morgm flatterte von einem Baume auf der fast mitten in der Stadt belegenen Klein's Insel eine r o t h e Fahne mst der goldenen Inschrift: Zur Erinnerung an das zehnjährige Be st eben des Sozialistengesetzes. 21. Oktober 1878—1888. Da der Baum mit Theer bestrichen war, so machte die Abnahme der Fadne viel Beschwerde. Ein Ääckermeisterssohn hat fich das Verdienst erworben, den Baum zu reinigen.— Die Folgen der Tdäti�keit der Brotvettheuerer machen fich auch hier de« merkbar. Da das Brot hier nur selten nach Gewicht oerkaust wird, so wird nicht der Pfundpreis erhöht, sondern das Brot zeichnet fich durch Kleinheit aus. Doch macht fich das beim Haushaltungsdudget sehr fühlbar. Schreiber dieses braucht für seine 5 Köpfe starke Familie jetzt für 70 Pf. Brot mehr pro Woche als zu Anfang des JadreS. Ein Zunehmen des Ver- dienstes ist hier aber noch nirgend bemerkt worden. Die Spione«» iecherri wird jetzt a scheinend offiziös in der„Kölnischen Zeitung" gegen stanzöfische Oifiiiere betrieben. Das Blatt führt aus, daß in größeren deutschen Städten an- gebtich zum Zweck der Erlernung der deutschen Sprache fich stets einige französtsche Offiziere aufzuhatten pflegen, die nach mebrwöchentlichem Verwetten eine andere Stadt aufsuchen und dann durch neu ankommende Kameraden ersetzt werden. Die Offiziere gehören vorwiegend der Artillerie an. Die Offiziere machen, so führt die„Kölnische Zeitung" wetten aus, fich mit der Gegend und dem Gelände bekannt, mtt den Verkehrsmitteln, den Flußubeigängen, dem Charakter und je nachdem der Mund- art der Bewohner. Sie suchen, wenn fich ihnen eine Gelegen- hett bietet, geheime Beziehungen anzuknüpfen und milttärische Beobachtungen anzustellen. Die Tbatsache, daß fie an bestimm- ten Orten stets in derselben Wohnung absteigen, daß fie nie einen regelmäßigen Kursus in der ihnen geläufigen deutschen Sprache durchmachen, sondern gewöhnlich nach längstens 4 bis 6 Wochen, oft schon nach kürzerer Zeit, ihren Au'enthatt inner- halb Deutschlands wechseln, deweist, daß nicht Privatftudi m, sondern ein einheitlicher Wille ihr Verhalten destimmt. Die „Kölnische Zeitung" schließt ihre Aueiührur.gen mit der Behauptung, daß fie in der Lage sei, die Namen und Aufenthattsorte der frarzöstschen Osfiuere, auf welche fich ihre Bemerkungen be- ziehen, ju nennen. Wir hallen ihre Angaben trotzdem für eine boshafte Flunkerei. Urtier die Norgänge in Gftafrilra wird der„Voss. Zeitung" aus London gemeldet: Die Ruhestörungen in Mom- dasa find unte- druckt. Der Vertteter der drttisch-ostafrilanischen Gesellschaft, Mack-nzie, führte die letztere an den Stationen in befriedigender Weise ein und hat beretts alle Klassen der Ein- aeborenen versöhnlich gestimmt. Spannungsvoll werden die Entschließungen der deutschen Regierung betreffs der jüngsten Vorgänge an der Küste ermattet. Die beiden Deutschen M yer und Baumann find glücklich von Pagani in Sanfidar ange- langt. Sie hatten von den Aufständischen viel zu leiden, welche fie in Ketten legten, peitschten und sie wie Sklaven dehandetten; ihr Leben und ihre Freiheit verdanken sie lediglich den Be- mühungen einiger britischen Jndier, welche Lösegeld für fie zahtten. A«« Kotiuge», 22. Oktober, schreibt man uns: Verschie- dene Zeitungen enthalten eine Notiz� wonach die Soiiotdemo- kraren im Landtagswahlkrette Lennep Solingen die Absicht haben sollen, fich an den am 30. Ottoder stattfindenden Wahlen zum Sie swd immer so sehr mit Ihrem Zögling beschäftigt. Zch wünsche etwas von Gertie'S Fortschritten zu hören." „Zch danke Ihnen für Zhr Interesse, Kapitän Barnum. Gettie ist jetzt eine ganz begeisterte Schülerin und ver- spricht ein braves, hochherziges und gebildetes Mädchen zu werden." „Zch freue mich, daß sse die» sagen," antwortete der Krieger,„ich bin fest überzeugt, eS war ein glücklicher Ein- fall res KindeS, der zu dem Engagement einer so gewissenhasten und befähigten Erzieherin führte. Habe« Sie wirklich Freude am Unterrichten?" „Allerdings, viel Freude. Zch denke, daß die Ent- Wickelung des Geistes eines der größten Wunder des Lebens ist, und Zeuge dieses Wunders zu sein, ist nicht allein ein Vergnügen, sondern ein großes Vorrecht. Freilich beschränkt meine Erfahrung sich auf meine erste Schülerin; Genie ist selbst sehr lernbegierig." „Ich glaube, sie hat den Geschmack am Lernen schon von Hause auS. Wie ich höre, waren Bücher und Studien daS Steckenpferd meines verstorbenen Onkels und meiner Tante. Er war kein Geldmensch und zog nach dem Westen, wo er seinen bleibenden Wohnsitz nahm. Dort lebte unb träumte er unter seinen Büchern, bis schließlich eine Stadt um ihn entstand, die seine Farm brauchte und ihn reich machte wider seinen Willen. Seine Bücherwurh hatte ihn meinem Vater entstemdet, der, wie Sie wissen, bis über die Ohren in großen finanziellen Unternehmungen steckte. Meine Tante war Schullehrerin gewesen und ich vermuihe, Gettie hat die Anlage zum Lernen von ihr ererbt. Aber, Miß Maud, Sie haben doch nicht beschlossen, Zhr Leben lang zu unterrichten? Oder doch?" Ja, ich habe eS mir vorgenommen," antwottete das iunae'Mädchen mit dem Feuer des tiefsten Enthusiasmus. Sie haben meine Lebensaufgabe erraihen. In der Schule schon war es mein Ehrgeiz, Lehrerin zu werden, aber die Verhältnisse waren mir entgegen, biS Sie so gütig waren, mir diese Stelle zu geben. Ich hatte meme Zweifel, od ich Talent zum Unterrichten hätte; die letzten Monate aber haben meinen Entschluß gezeitigt und jetzt glaube ich, daß mein wahrer Beruf der einer Lehrerin ist." preußischen Landtage zu betheiligen. Tbatsache ist, daß die Sozialdemokraten in dem genannten Wahlkreise über die bevor- stehende Landtagswahl nicht einmal miteinander unterhandelt, viel weniger Scdriiie gethan haben, um eine Betheiliguna der allerdings sehr influßreichen und zu einem nicht geringen Theil mehr als anderswo unabhängigen sozialdemokratischen Wähler herbeizu'ühren. Daß die Sozialdemokraten hier wirklich in der Lage find, die Wahl der H.rren von Cuny und von Eynern ernstlich in F age zu stellen, das haben die Deutschfreifinnigen fich schon lange nicht mehr verhehlt, weshalb dieselben sowohl bei den letzten Wahlen, als auch bei der devorstehenden Wahl fich an dekannte Sozialdemokraten gewandt haben, um mit deren Hilfe eine Wiederwahl der genannten nationallideralen Abgeordneten unmöglich zu machen. Zweimal wurden die deutschfreifinnigen Anerdictungen rundweg abgelehnt, und als diesmal wieder angefragt wurde, ob die Sozialdemo- kraien geneigt seien. Hilfe zu leisten, wmde mit ernsthaiter Miene erklärt, man könne überhaupt nur dann in eine Er- ötterung über die Betheiligunz oder Nichtbethettigung an der devorstehenden Landtagswahl mit den Gefinnungsgenoffen ein- treten, wenn ein entschiedener Sozialdemokrat als Kandidat in Vorschlag gebracht werde, wobei der Name des Reichstags- Abgeordneten Singer genannt wurde. Nicht mehr u-d nicht weniger ist bei dieser Angelegenheit geschehen. Daß die Deutsch- freifinnigen auf obige Vorbedingung nicht eingehen werden, ist ebenso selbstverständlich, wie es auch seldstocrstän' lick ist. daß die Sozialdemokraten in Lennep Solingen fich in nächster Woche an den Wahlen zum preußischen Landtage nicht dctheiligm werden. Uo» Zeit f« Zeit lohnt es fich, einen Blick auf den Froschwäujektteg zu wetten, der jetzt in der Landtagswahl- bewegung unter den bürgerlichen Parteien entbrannt ist. Be» sonders belustigend ist das Verhallen der Kattelldrüder. Die „Franks. Zig." schreibt darüber:„Man zchtt bis jetzt der „Kreuz Ztg." zufolge ungefähr 30 Wahlkreise, in denen die Nationallibe-alen den bisbettgen konservativen Besitzstand entweder mtt Hilfe der Freifinnigen oder der Freikonservativen an- greifen, darunter freilich einige Kreise, in denen die Nationalliberalen auch die Freikonservativen nicht schonen wollen. Die „Nat.-Ztg.". die jetzt wieder zu der von ihr im Somm:r ge- predigten Wadttaktik zurückgelehrt ist, hat ihre helle Freude an diesem Kartellbruderkrieg, und möchte nur, daß in den letzten Tagen vor der Wahl die Liste der von den Nationalliberalen angefochtenen Mandate noch größer werde. Der„Kreuz-Ztz." wird einigermaßen schwül dabei.„Nicht als od wir die Stärke der Nalionall beralen fürchteten," schreibt fie,„denn fie find, auf fich allein angewiesen, völlig ungefährlich, und selbst das Bündniß mit den Freisinnigen macht fie, wie die Wahlen von 1885 daraethan haben, noch nicht zu sehr beachtens- werthen Gegnern. Es ist überall nur der Klein- mulh der Konservativen selb st, die fich durch die Ansprüche der von den Freikonservativen unter stützten Nationalliberalen zur Aufgabe ihrer Position einichüwtern lassen, auf dm wir mtt Besorgniß blicken. HoffenUich trägt aber die off.ne Kiiegsettläruiig der„Nat-Ztg." nunmehr dazu bei. fie auch zu offener und entschiedener Abwehr anzuregen, und vielleicht noch im letzten Augenblick die zu früh und unnölhiger W.ise aufgegebenen Stellungen wieder einzu- nehmen und zu vertderdigen." Diese Hoffnung ist eine trügerische, weil dabei ein Fekior außer Acht gelassen wird, der ent- scheidend ist— der Einfluß der Regierung. Dieser ist's, der heute die Stärke der Nationallideralen ausmacht, aus ihm ettlärt fich auch der Kliinmuth der Konservativen. Im Jahre 1885 war es gerade umgekehrt, da war die Regierung im Lager der Konservativen und der Kleinmuth herrschte bei den Nationalliberalen. In diesem Jahre hat, um es biblisch aukzu- drücken, die Regierung die Stätte von den Konservativen ge- nommen und fie auf die andere Seite des Kattells übertragen, waö fich am augenscheinlichsten daraus ergiebt, daß die Land» rälhe vielerorts als nationalliderale Kandidaten austreten. In den 70er Jrhrcn hat man schon einmal diese Metamorphose er- lebt; ihr Reiultat war damals, daß fast 190 nationalliderale und nur etwa 30 konservative Abgeordnete gewählt wur» den. Denkt der tapfere Lagienka- Hammerstein nicht mehr daran? De» Minister de» Inner« hat die weitere Erbebung über die Zahl der Veeungluckungcn in Preußen vom Beginn des nächsten Jahres ab sistrrt, einmal, um die staattichm und städtischen Behördm bezüglich der für die Staatsverwal» tung zu leistenden statistischen Ermittelungen zu entlasten, anderersetts weil die nicht rödtlich mdmven Unfälle bisher stets nur unvollständig zur Kenntniß der statistischen Zentral- bebörde gelangt find, der Erlaß eines das Unfallmeldc- wesm in Preußen regelnden Gesetzes aber nicht deadfichtigt werde. Ueichszivitliste de» Kaiser». Daß der Reichetag fich in da nächitcn Sezfion mtt der Frage einer Zivilliste für den Kaiser beschäftigen werde, wird jetzt von offiziöser Seite als sicher bezeichnet. So wird d-m.Hamb. Corr." geschrieben: ..Die Ausanondeisttzungen über das in d.eser Richtung be» stehende Beduttniß, vre jetzt wieder auftauchen, weism deutlich auf diese Angelegenhett hin, die, wie es scheint, im% 2�etZot Initiativantrags aus dem Schöße des Reichstag» IL™ �rr Le Erledigung gebracht werden soll."— So so! i.„,! „Aber, verzeihen Sie," sagte der kleine KnegSmann— „verzeihen Sie, daß ich es erwähne, fühlen Sie nicht, daß Sie durch Verfolgung diese« Beruft» sich mit Nothwendigkeit mehr und mehr von all Ihren alten Beziehungen und Freunden entfernen?" „Nein, nimmermehr!" versetzte Maud;„all meine Hoffnungen als Lehrerin knüpfen sich an meine eigene Klasse. Als Ladenmädchen war ich dieselbe, die ich heute bin. Mein höchster Ehrgeiz ist, dem arbeitenden Volk zu helfen, mit dem ich gelebt habe, und um dies zu können, müssen meine Beziehungen zu ihm so innige sein, wie nur möglich. Meme Jveen über den Lehrberuf haben sich in den letzten Monaten nach vielen Seiten erweitett. Ich pflegte das Lehren nur als ein Mittel zur Erwerbung de« Lebens» Unterhaltes zu betrachte«,— jetzt sehe ich e« als eine Lebensaufgabe an! Die bloße Routine de« SchulzimmerS ist der geringste Theil de« Lehren«. Meine Absicht ist nicht nur dre jungen Gemüther zu leiten und zu erziehen sondern auch kerne Gelegenheit vorübergehen zu lassen um meinen Nebenmenschen, mit denen ich auf den Pfaden de« Leben« zusammentreffe, die ewigen Wahrheiten deS Mensch enthum« klar zu machen und einzuprägen. Jetzt sehe ich erst, wre viele Gelegenheiten ich gehabt und unbenutzt gelassen habe, wo ich meinen Mitarbeitern im Geschäft Gute« hätte thun können. Die Arbeiterinnen unsere« Lande« und dre Frauen auch der Arbetterklasse werden in der nächsten Zukunft eine große Rolle zu spielen haben. und sie bedürfen der Erziehung so gut. wie die Männer! Dre Kenntniß der wahren Prinzipien der sozialen Ethik und der Nationalökonomie rst alleS, was die Arbeiter und Ar- beitcttnnen brauchen, um ihre Befteiung von dem jetzigen Ausbeutungssystem zu erwirken." welche er sich wmig kÜmiS." Er�dachtt�nur"an% Gegensatz zu sei s'ö-®™r. T-""-""" wird. C. u Dann gi ii mit d Karlsbader Kefchluste. Die„Kreuzztg. dem dänischen Blatt„Politiken" gemeldet w.. läßlick der Anwesenheit des Kaisers Wilhelm fcwn iltbillivs Kopenhagen, Wien und Rom prinzipielle Veretnb«Cen„, treffend gewisse soziale Fragen, und besonders nul IL m D 1 die Abwehr antidynastischer Bestrebu-�allz nick troffen worden.- Der„Böis.-Cour." bemerkt zu< 5u 6re&en, dung:„Wir haben es hier wohl nur mit der Aufo«.�s rückendei Meldung zu thun. die noch bei jeder FütttendegegmiT kaufen, um w ist. Das gcmeinsameVorgehen der Regierungen gegen W cht. Aber w scken Bestrebungen steht seit vielen Jahren au!-, Lenzmann? Ordnung, ohne daß die betreffenden Erörterungeii ujbt in einer de erheblichen Fortschtttt gemacht hätten. Die einzige Meinem politiM der eben erwähnten Besprechungen ist nach der müssen. W sammenkunft in Skierniewice zu Tage getreten, uni xht: Für so dem preußisch-msfischen Auslieferungsverträge. M«tt zielbewußte Vertrag nur für Preußen und nicht für das Reick A unter dem, weil man nicht hoffen durste, für denselben eine Wen(so nannte Reichstage zu finden. Es ist bekannt, daß alle ininje). uns ist es Verttäge, welche das Reich abschließen will, der@4 annimmt, w des Reichstags bedürfen, während in Preußen W* 2. dss. ausges, nur dann zu der Zufiändigkett des Landtages gehA von selbst koi dieselben finanzielle Belastungen mtt sich bringen. für unsere? reich-Ungarn bat Graf Kalnoky auf die AdsckMer der dritten äynlichen Vertrages von vornherein verzichtet, unerkannt hat, f gattsche Parlament seine Zustimmung ficher vcrZMreden hatten s würde." itern vor tau Sollt--» möglich sei«? AuS Wies nicht, Herr Le 22. Oktober, wird da„Franks. Ztg." geschrieben! immbrng hielt uns hier eine Mittheilung zu, die wir, wäre die.Uche Freikeit z, eine ganz zuverläsfige, für unglaublich hatten w�inen Verdie! erinnett sich des gegen den Hauptmann a. D. o. y/jn 10 latjrtgen erlaffenen Steckbriefs, in welchem olle Behoum freifinniger waren, den des Landesoerratbs beschuldigte« W�bot. Dn Steckbrief ab, Herr v. Ehrenberg geht ab�n. Wiesbaden umher."'' Krlbst d-r Kaufmannsftand wird jetzt nungspnvilegien dedroht. Wie der„Freis. Ztg.' geschrieben wird, hat eine dortige Kiämerinnung,"."-es. geg ( «««In der Verh »ttnmission i smes" gege, die mindeste Bedeutung hat, das Privilegium gierung erhalten, daß allein ihre Mitglieder Lehrlinge zu halten. Infolge deffen gehen an' in Harburg Strafmandate zu, well fie Lehr! haben, ohne jener Innung anzugehören. s ch u l d i g u n el die Freilassr lzung zum B in Hakt bifir deffen Vernehn lKommiston erkl Me»l,alb in Gera eine Buchbinder' wm l u n g aufgelöst und in einer F r a u e n v e r s am«''. L./Jff np„h»r ffnifHrfipr BeMwin des Ministeriums den"%%%% jjft bleiben. Der Tb st er, gab bicrar ihaltendes Expe-j ichtshofe eine! zugeschriebener e beibringen wr Den„Times o z e ß. Das lptet, der Parlo indy-gap im Ki Rath gegeben irn zu bttcklag treiben. Finuc ihnen verbrett gen der klassischer Bescheid �%5ie r on dem Stadtrath vettügte Auslösun Buchbindervettommlung vom 20. d. M in Se hier wird mir Rückficht auf die behördlich bestäl des als Refetent bestimmt gewesenen Buchbinders a!s eines sozialdemokratischen Agitators und die fertigte Annahme, daß die Versammlung zur fr demokratischer Bestrebungen diene, als der# Abs. 2 des Gesetzes gegen die gemeingetährlick� der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 mit anerkannt und der dagegen von dem p. griffene Rekurs als unbegründet verworfen. Dasselbe ist der Fall bezüglich einer von geb. Rother aus Velten unmittelbar anher erl gegen Entziehung des Wortes in der am 20, Prinz" hier abgehaltenen Frauenvettammlung,**,1*. nach eingeholter Erkundigung mtt sozialdeltwtt� �L t1 UZMMMW Gera, den 26. Juni 1838. �" sie ttn yeues Fürstlich Reuß-Plunil. Ministe** Abtheilung für das Innere. gez. Dr. E. v. Beulwitz. U-b-r den„Demokrat-«" K-«!*««« a felder„,5t. Pr" aus Lüdenscheid geschrieben. das politische Chamäleon, hat geglaubt, i»«>«(! Beri.„Vollsztg." seinen Standpunkt noch f«? legen zu müssen. Hm Lenzmann hat einsehr n und so wollen wir ihm etwas zu Hilfe koninieL es scheint, doch glaubt, zu etwas„Größerem« Bei einer vor mehreren Jahren in Gevelsberg L über das Tabaksmonopol nannte er, im H*(„ 1 politischen Verhältnisse, Herrn Eugen Rickter-L* wie die Sonne am Himmel". Damals hatü,,�« noch kein Mandat. Kurz darauf wurde er in � 0 mund gewählt; er nahm für Dortmund zuerst das Projektes die , demnach. De Verfassung bei Regierung fü lige Mitglieder eine Konstituti Kongresses z Vettammlung zum Konar. ff 'mmen. Wüi jten Jahre ein Republik sein< g nothwendi ihr Hauptinteresse ausmachen und daß Phakos die man mit ihnen anknüpfte, sich nach � flace'sche T itcnd der äuß tteat, braucht Weltreise. voi ... Them (tn kein Mond wendete. �....— JHP Zum ersten Mal in seinem Leben SWZ-S-SMM und Bedürfnisse zu'kräftigstem Leben erw�Ä�Pl�neten�s ""''~ hlspruch der.« ßtg sehr nahe gesteigert; allein, ehe der Wahlspruch ifj»» icyr naye ..Da« Unrecht, welches einem zugefügt w' Zeitpunkte Männer, die ihren Vater besuchten, Studien; die sie in Gesellschaft_§a«9 verfolgte, hatte ihr das weite Gebiet der da« ihre ganze Energie in Anspruch gej d« Sache der Arbett gewidmet und>?« j jhrer eigenen Klasse. Der kleine Krieg«'!� feine Ahnung, daß eS ein Weib gebe« � fo hohen und heiliaen Jdealea�.� im* hohen und heiligen vermuihete daher, daß Maud sich um»hm ihre Befähigung als Lehrer» zu zeigen, und er fuhr sott: M „Ihre V-rsätze scheinen ja sehr gut L. z» mrflt..*. Ifilf i 0& ttlly Sie nicht etwa« utopistisch? Glauben angenehmer wäre. Reichthum, Pferde Kleidet und ein hübsch eingerichtete««Knalles, was Geld den Wünschen gewähr» (Fortsetzung folgt-) Au» Kunst«nd&5I %% die Aethra, seht nahe. bis zu'/.« es ist in der der aufgcfund liche planet s noch viel n daß dieser in jener 0 Mol stärke «den der A monde ein 1 I»-ine«, ISitS ltell nachgewie abgeschwächt, ,t der unter d umgekehrt. ie herabgesetzt mgezustand d, Traumes. C eine Adsc infolge de kalen Zentri zbare Schw orie Maynei aber vor der Gründung der demokratischen Partei,_ be> fich Herr Lenzmann in einer Versammlung im Kühn- aal in Dortmund als Republikaner; das war schon . u«iegensatz zu seinem monarchisch gesinnten früheren Schutz �-uzztg. m»,. Dann gründete Herr Lenzmann die demokratische vet wird, u_ u mit dem Redakteur der„Voliszeitung," dem neu �en PhMps. Dieser war eine„ehrliche Haut", wie man scheint, i» �° ««y Wilhelm le Vm esonders mit gestr eba> zemerkt t der 9Ii endegei ngen gegen iahten auf oitcrungen ie einzige nach der aetreten. � trage. jen pflegt, und bei deffen Begräbnis übernahm Lenzmann rer Reve feierlich deffen politisches Vermächtnih. Dieses hat edenialls nicht darin bestanden, den Mantel nach dem .u drehen und als„Republikaner" zu den immer mehr ts rückenden„Deutschkreifinnigen" mit Sack und Pack ufen, um wieder ein Mandat zu erhaschen. Wir glauden 1 Aber wesbald beschäftigen wir uns eigentlich mit Lenzmann? Nun, die„Rheinisch-Westsälische Zeitung" in einer der letzten Nummern, Herr Lenzmann hätte feinem politU-ben Standpunkt aus zur Arbeiterpartei üver- müffen. Wir wünschen, dah dem Herrn nicht Unrecht 'it: Für so ein farbenwechselndes Individuum muß - zielbewußte Partei bestens danken. Mag dieser das Reich w unter dem„cynischen" Eugen Richter nochmals Platz selben eine 5*en(so nannte Lenzmann ihn zur Zeit in einem öffentlichen laß alle iijtftje), uns ist cs ganz gleichgihig Wenn aber Herr Lenz- will, der Preußen adtages ) bringen. die Adsch! erzichtet, ficher vci annimmt, wieder in einer hiesigen Wäbler-Versammlung |2. dss. ausgesprochen hat, daß die Wähler der dritten ! von selbst kommen, um für ihn zu stimmen, so hallen s für unsere Pflicht, klarzulegen, daß kein Ardeiter, der als der dritten Klaffe verzeichnet ist und der den Geist der kannt hat, für ihn stimmen wird. Herr Lenzmann mag den hatten so viel er will, er predigt bei den zielbewußten ern vor taubm Ohren. Wer einmal lügt, dem glaubt i W i estei nicht, tzen Lenzmann. Nach Schluß der in Rede stehenden geschrieden: immlung hielt cs Herr Lenzmann für angebracht, auf die wäre die%e Freiheit zu toasttren. Dabei hat er wahrscheinlich an «inen Verdienst der Arbeirer mit zahlreicher Familie, sowie n 10 jährigen Bestand des Ausnahmegesetzes gedacht. Ein er freifinniger Demokrat, dieser Herr Lmzmann. "ferdot. Die letzte Nummer des in Leipzig erscheinenden «•""T Dtrb jetzt«�Jn der Verhandlung vor der aus Richtem desteh rnden ltdf Zig' zur Untersuchung der von den mninnmi«. Dnes" gegen die Parnelliten wäre ÄVi beschuldigten in erinnWifr B, 0 e ß e n o r e P a r n e l t t t e n vorgebrachten ioilfgiu« 6"" gen beantragte der Vetreter des Parnelliten Wieder bew'i �teiloffung des Deputirten Redmond, der fich wegen aen ander0>MiU"a zum Widerstand gegen die Gesetze seit dem 14. v. Lehrlinge in Halt befindet, weil Redmond ein wichtiger Zeuge sei, deffen Vemehmung Gewicht gelegt werde. Der Vorsttzende ilnbet'$(l"omn"fon erklärte fich mit der Frcilaffung Redmonds ein- n, r( a m inllanW, stellte aber die Bedingung, daß Redmond während ,,.Ty.; n-püdeer E> tlaffung aus der Hakt an keiner öff.mtlichen Kund- d-n Mng tbeilnehmen dürfe. Ruffel erwiderte, Redmond wolle "ms ve"' � diese Bedingung nicht'' uflösuni ich" bestatz hbinders und die der» ctabrli! 1878 cm p. 'cn. von „ung nicht eingehen und werde deshalb in der (igst bleiben. Der Vertreter der„Times", Attorney General "bster, gab hierauf ein sehr langes, aber nichts wesentlich neues '»altendes Expvsö und erklärte schließlich, daß er, um dem ichtshofe eine Entscheidung über die Authentizität der Par- zugeschriebenen Briefe zu ermöglichen, noch weitere Zeug« fe beibringen werde. Den„Times" droht ein neuer Verleumdungs« o z e ß. Das Blatt hatte nämlich in seinen Spalten de- iptet, der Parlamentsadgeordnete Finucane habe in einer in . ndq-gap im Kreise Cläre gehaltenen Rede den Hufschmieden r Rath gegeben, die Pferde von Landschwindlern und Aus- �Mern zu deschlagen, aber die Nägel den Thieren ins Fleisch : von Mit treiben. Finucane beabsichtigt jetzt, die„Times" für diese er erhct�Ni ihnen verbrellete Unwahrheit gerichtlich zu belangen. n Lrankreich. Auch Herr F I o q u e t wurde von der Kommisfion ver- wen, welche mll der Bearbeitung der 8 Anträge auf viston der Verfassung detraut ist. Wir wollen die gen, welche dem Minister-Prästdenten vorgelegt wurden, und ne Antworten im Auszug und ohne Erläuterung wiedergeben, II sie ein helles Licht auf die Situation werfen. Baihaut er- .ff zuerst das Wort:„Die Regierung erkennt in den Motiven es Projektes die Souveränllät des Kongreffcs an und ver- n„.sgt demnach, daß man die Revision auf gewiffe Paragraphen D*'-# Verfassung beschränke. Worrn besteht die Garantie, welche •ütrtr �ienmß für diese Begrenzung zu geben im Stand- ist? � Mitglieder der Kommisfion gestehen fich nicht das Recht eine Konstitution zu derathen. Sie laffen nur die Berufung > Kongresses zu, damit derselbe die Wahl einer konstituiren- Versammlung beschließe. Die Rechte, die nur mit der Ab- zum Konar.ffe kommt, die Republik zu stürzen, wird eben- lmmen. Würde nun nicht die Wahl einer Konstituante im isten Jahre eine große Gefahr für die Verfassung und für , Republik sein? Die Formel, daß eine Revision der Ver- ztng nothwendig sei, kann von den Anhängern und den beiß» inisterd» "6% zcrcm � Achter Gegnern einer vorherigen Verständigung der beiden Kammern angenommen werden. Wie wird man da die Einen von den An- d?rn unterscheiden können und welche Garantie hat man für das Zustandekommen solcher Verständigung?" Floquet:„Eine gesetzmäßige Garantie giedt es nicht. Garantien gehen aus der Zusammensetzung der beiden Kammern hervor. Die Fraktionen können fich unter einander verständigen und g meinsame Beschlüsse soffen, gemeinsame Verpflichtungen übernehmen. So hat man bei der Reoifion von 1834 gehan- dell. Ader außer diesen Mitteln giedt es keines, um im voraus die Arbeit des Kongresses zu beschränken. Auf jeden Fall ist es unzulässig, durch die Aufwerfung der Komvetenzfrage die Dis- kusfion irgend eines Antrages, welcher es auch immer sein mag, im Kongr.sse zu verhindern." Baihaut:„Im Jahre 1884 war der Zustand der Gemüther nicht derselbe wie heute; die vpal- tunz der Parteien war nicht so groß. Man hatte es für zu« läsftg erklärt, durch die Komvetenzfrage alle vorher dazu nicht bestimmten Anträge von der Diskussion auszuschließen. Endlich anerkannte das Ministerium jener Zeit nicht die Souveränität des Kongreff-s." Floqmt:„Was mich betrifft, so werde ich nach besten Kräften die Revision auf die Punkte zu beschranken suchen, die ich bezeichnet habe. Ich hoffe bestimmt, die Reform durchzuführen, dre ich unternehme. Wenn ich nur mernen eigenen Eingebungen gefolgt wäre, so würde ich meine eigene Velfassung vorgelegt haben. Aber von dem Wunsche erfüllt, die Revision durchzuführen, habe ich praktisch sein und dem all- gemeinen Verlangen der öffentlichen Meinung Rechnung tragen wollene Ick Kaae die Arbeit der Gesetzgebung beschleunigen wollen, ohne dabei die Grundsätze des bestehenden Systems anzutasten, d. h. den Parlamentarismus und die ministerielle Verantwortlichkeit. Ich bin berert, mich mll beiden Kammern zu verständigen." Fernand Faure:„Wur> den Sie des Zusammentreten des Kongreffes anerkennen, ohne daß in der That eine Identität zwischm den B.schluffen beider Kammern erziell worden ist?" Floquet:„Diese Identität� ist keine Forderung des Rechts." Fernand Faure:„Wie wurde fich die Regierung in vielem Falle verhalten?" Floquet:„Das find Fragen, welche die Kammern in getrennter Dislusston ent- scheiden müssen; sie find mehr offiziös als offiziell." Fernand Faure:„Nehmen Sie an, daß die Majorrtat der Kommrsston beschließt, dem Kongreß keine einzige Beschränkung aufzuerlegen; wüiden Sie dann die Meinung der Kommrsston bekämpfen? Floquet:„Ich berufe mich auf die Motive meines Antrages. Michelin:„Da die Revision nur durch dm Kongreß verwirk« licht werden kann und da der Kongreß nach der eigenen Anficht des Ministerpräsidentm souverän ist, so werde ich im Kongreß die Berufung einer Konstituante beantragen. Wie würde sich das Ministerium diesem Antrage gegenüber verhaltm? Flrquet:„Es würde diesem Antrage den größten Widerstand entgegensetzen." Fernand Faure:„Habm Sie die Adficht, die Gesetze über die Wahl der Kammein unter die Verfaffungs« aesetze aufzunehmen?" Floquet:„Ich habe durchaus nicht diese Abstcht und würde sie bekämpfen" Äiach diesen Fragen zog fich Herr Floquet zurück und die Kommisfion hörte die Entwicklung der Veifaffunasreviston Michelin's an. In der Kammer brachte ver radikale Abg. Caloinhac den Antrag ein, die Z e i t g e s ch ä f t e der B ö r s e mit einer de- sonderen Umsatzsteuer zu belegen. Herr de Kergarion be« kämpfte die von Caloinhac für seinen Antrag begehrte Dring- lichleit und warnte davor, das Kapital zum Nutzen des Auslandes vom Pariser Platze zu verdrängen. Auch der Finanzminister erklärte fich gegen die Dringlichkeit, die verhin- dern würde, den Antrag eingebend zu prütm. Die Kammer verwies den Vorschlag, dem Wunsche des Antragstellers ent- sprechend, an den Budgetausschuß und setzte hierauf die Be- rathung über das Gantverfahren fort. Die l e tz t e N u m m e r d e s„ F r s l o t", welche unter der Ueberschrift:„Wilhelm U. im Lande der Strolche" ein Bild enthält, das wir nicht näher beschreiben können, ist in allm Ktoskm k o n f i s z i r t worden. Die Kammer erklärte die Wahl Boulanger'S in der Somme für giltig und begann die Diskussion de» Budgets. Daynaud, von der Rechten, unterwarf den Zustand der Finanzen der Republik einer scharfen Kritik und erklärte dabei, daß das Defizit der letzten Legislaturperiode 627 Millionen betrage. Nach der vom Finanzminister Peytral ausge« arbeiteten Vorlage über die E i n k o m m e n st e u e r soll die Steuer für das Einkommtn aus erworbenem Vermögen 1 pCt., die Steuer für die Erträge aus Arbeit* pCt betragen, alles Einkommen, was den Betrag von 2000 Fr. nicht übersteigt, soll der Steuer nicht unterliegen. Ausländer, die einen festen Wohn- fitz in Frankreich haben, sollen betreff- der Einkommmsteuer ganz dieselben Verpflichtungen haben wie die Franzosen. Die Vor- läge hat im Ministerrathe die Zustimmung des Ministeriums erhalten und soll demnächst dem Präfidenten C-nnot zur Genehmigung unterbreitet, sodann aber in der Kammer eingebracht werden. In Deputirtenkreisen scheint man der Vorlage bis jetzt wenig geneigt. Kelgien. Bei der Wahl eines Abgeordneten in Brüssel an Stelle des verstorbenen klerikalen Abgeordneten Cystermans er- hicllen der frühere liberale Fir.anzminister Graux 5400, der klerikale Kandidat Powis 5100, der radikale Kandidat Feron, Direktor der„Reforme". 2300 Stimmen. Eine Stichwahl zwischen Graux und Powis ist erforderlich. Die Liberalen hoffen, daß die Radikalen bei der Stichwahl ihre Stimmen auf den liberalen Kandidaten vereinigen werden. Afrika. S u a! i m, 19. Oktober. Während der letzten Nacht stellte- der Feind einige Feldgeschütze in einer Entfernung von 600 DardS von dem linken Wafferfort auf und dombardirte es. Drei Granaten fielen in das Fort. Eine traf eine Schildwacke. Die Granaten platzten jedoch nicht und richteten daher wenia Schaden im Fort an. Die Araber schießen immer genauer und find gut mit Munition versehen. Kleine Mittheilungen. Görlitz, 21. Oktober.(Von den Edelsten der Nation.) Ein eigenthümlicher Vorgang, der sich am vergangenen Freitag in Görlitz am Demtaniplatze abspielte, ist Gegenstand einer ae« richtlichen Untersuchung geworden. Ein Lieutenant des 19. In» fanterie- Regiments Zenker ließ einen Chemiker Dr. Wagner au« den Laboratorium der Firma Schuster u. Wilhelmy herausrufen, um denselben wegen einer Beleidigung durchzupeitschen. AIS Zeugen hatte er fich eine Anzahl Osfiziere mitgebracht, die mit gezogenem Degen dazwischen traten, als Lieutenant Zenker im Kampfe mit Dr. Wagner dedrängt wurde. Der Regiments- Kommandeur Oberst von Hirsch giebt im„flieuew Görlitzer Anzeiger" folgende Darstellung des Vorganges nach vorläufiger Vernehmung der betheiligten Offiziere: Am Mittwoch Abend 6t Uhr hat fich auf der Berliner Straße fol» aender Vorfall abgespielt: Ein Offizier suchte seinen jungen Jagdhund vor einem größeren Hunde zu schützen, indem er mit der losen Hundepeitsche nach demselben schlug. Der sehr erregte Zuruf:„Wie können Sie meinen Hund schlagen?" ließ den Besitzer dcs angreifenden großen Hundes erkennen, gegen den fich Lieutenant Z..... mit dem Ersuchen wendete, sich zu mäßigen, da der große Hund der angreifende gewesen sei unv er den seintgen nur schütze.„Soll ich Sie mit der Hundc» peitsche t:attiren?" erhielt Lieutenant Z..... als Entgegnung. Diese schwere vom Zaune gebrochene Beleidigung, der eine das ganze Offizierkorps betreffende hinzugefügt wurde, konnte Lieutenant Z..... nicht sofort gebührend deantworten. weil er durch seinen Begleiter, einen Herrn in Zivil. zurückgeschoben wurde, durch welchen letzteren auch die Person des Belerdigers, Doktor der Chemie W., durch Kartenwechsel festgestellt wurde. Lieutenant Z. konnte die auf eine derartige Beleidigung erforderliche Sühne nicht erlangen und begab sich, nach wiederholten vergeblichen Versuchen hierzu, mit Zeugen nach dem zeitweiligen Aufenthaltsort des Beleivi» gers, ließ ihn herausrufen und holte sich die verweigerte Genug» thuung mit der ihm angedrohten Rettpeitsche, als Dr. W.... mit einer gleichen in der Hand und mit dem Hausdiener im Gefolge, vor der tzausthiere erschien, während die Zeugen des Offiziers stumme Zuschauer blieben, schließlich aber ihre Waffen zu ziehen gezwungen waren, um einen drohenden Angriff gegen den Osfizter abzuwehren." Die konservativen„Gö: litzer Nachr." ergänzen diese Mittheilung dabin, daß noch am Mittwoch Abend ein Kamerad des Lieutenants Zenker zu Dr Wagner ging, um Genugthuung zu verlangen, und am folgenden Tage die Foidemng auf Pistolen überbrachte. Dr. Wagner erklärte aber bei den Verhandlungen, daß er nie revozire, jedoch eine Forderung auf Pistolen ablehnen müsse, aber ein Duell auf krumme Säbel annehme. Nach Darstellung der„Gö- litzer Nachrichten" hätte fich der Auftrttt in einem Hausflur abgespielt und die Oifiziere hätten ihre ungeschärsten Degen gezogen, ohne davon Gebrauch zu machen, als der Haushäller und andere Leute Anstalten gemacht hätten, dem Dr. Wapner deizuspringen. — Nach Mittheilungen des Arztes, der Dr. Wagner untersucht hat, ist derselbe am Kopf und am Körper, am letzteren mehrfach durch scharfe Degenhieb- verwundet, die den Rock Dr. Wagner's durchhauen haben. Dr. Wagner hat fich seine Reitpellsche«st Ä ihn Lrcutenant Zenker herausrufen ließ, um ihn Oifiziere, welche ihre Degen gezogen arwe»Ii ihren Kameraden abzuwehren, von ihren Waffen keinen Gebrauch gemacht haben, behauptet auch Oberst von Hirsch nicht. Chemnitz. In dem erzgedirgischen Städtchen Geyer hatten im Juni d. I. zwer Fleischer gemeinschaftlich ein Schwein ausgeschlachtet, von welchem fich später herausstellte, daß es stark trichinös war. Dem dortigen Ortsregulatio zuwider war das Schwein nicht untersucht worden, trotzdem aber konnte noch rechtzeitig den gefahrbringenden Wirkungen dieser Nachläsfigkcst vorgebeugt werden, so daß nur einige wenige leicht«« Ertran- kungsfälle eintraten. Dem letzleren Umstände hatten es die beiden Fleischer, welche fich kürzlich ihres Vorgehens wegen vor dem hiestgen Landgericht zu verantworten hatten, zu danken. daß sie mit ein« Gefängnißstrafe von vier resp. zwei Wochen davon kamen. .rend der äuß«e, Deimos, in 30'/» Stunden einen Umlauf -wockleat, braucht der innere, Phobos, kaum 7k Stunden zu r. i-de Weltreise. Dies Kunststück, das uns der kleine Mars- Rhodos vor Augen führt, paßt nun ab« gar nicht in die ich flace'sche Theorie der Weltkörperbildung. Denn nach dieser -i n kein Mond rasch« seinen Planeten umkreisen, als dieser , hatt'�y Rotation um seine Achse vollführt. Man hat fich dah« '"' ich bemüht, eine Erklärung für diese merkwürdige Ano- te aufzufinden, welche so direkt gegen die allgemein kannte Kant Laplcce'sche WeltdildungStheorie zu sprechen it. Herr Dubois ist der Anficht, daß die MaiSmonde zwei »e Planeten sein könnten, welche auf ihren Bahnen dem sehr nahe kamen, und vermöge seiner Attraltwn von ...'shM'M Zeitpunkte an gezwungen wurden, ferne Satellsten zu te rhr Wen. In der That kommt von d« großen Zahl der bekannten > Eesplo�inen Planeten, welche zwischen Mars und Jupiter kreisen, , perbu� i tzr, die Aethra, vermöge seiner starken Bahncxzentrizitat dem ' sehr nahe, am 12. September 1876 näherte er sich dem ... bis zu Vio der Entfernung der Sonne von d« Erde, Zdl o es ist in der That sehr mnrwürdig, daß« seitdem nicht ch« aufgefunden werden konnte. Demnach müßten außer- mlliche planetarische Störungen den kleinen Planeten dem :s noch viel näher gebracht haben, wenn es möglich sein daß dies« ihn als seinen Satelliten etngefangen hatte, in jrn« Entfernung wirkte die Sonnenattraktion noch . 9 Mal stärker als die des Mars. Immerhin ist das Ver- Inden der Aethra und die darauffolgende Entdeckung d« Smonde ein merkwürdiges Zujammentreffm. fef'ii1 unlängst in Krün« gehaltene« Vortrag at ew österreichisch« Arzt. Dr. Weiß, eme Anschauung über « Hypnose bekannt gemacht, die vrelleicht die be« oe und u»Ngendste unter allen bisher aufgestellten Thesen sein durfte. Hgu«*tt/% Maynert in Wien hat schon vor längner Zeit expest- tcfi* Ntell nachgewiesen, hnfi w» Orrrpauna der Hirnrinde hre« l) ch Df � 3» 7 . daß die«höhte Erregung der Hirnrinde -abgeschwächte Erregbarkeit d« subkortikalen Zentren, das sit d« unter der Rinde gelegenen Hirnsudstanz zur Folge hat umgekehrt. Im Schlaf z. B. ist die Erregbarkeit der Hirn- e herabgesetzt und daher entstehen durch den«höhten Er« ingszustand d« sudkortikalen tznntheile die Halluzinationen Traumes. Ebrnso tritt bei der Hysterie auf geringen Reiz eine Adschwachung der Leistungen der Hirnrinde infolge dessen eine gesteignte Enegdarkeit d« sub- kalen Zentren ein, ein Zustand, den Maynert als jbare Schwäche" bezeichnet. Auf diese geistreiche orte Maynert's gestützt, faßt Dr. Weiß die Hypnose als einen abnormen funktionellen psychischen Zustand auf, der bei Individuen mll reizbar« Schwäche hervorg«ufen werden kann. In Folge dieses Zustandes ist d« Entfaltung halluzinatorischer Erregungszustände freier Spielraum gestattet. Die Hypnose steht in Parallele mit dem Schlaf, die Suggestionen mll den Träumen. Wie im Schlaf Erinnerungsbild« aus dem wachen Zustand den Halluzinationen des Traumes zu Grunde liegen, so ist es in der Hypnose. Wenn man einem Hypnort- firten suggerirt,« wäre ein Kind, und er fich dementsprechend benimmt, so find cs Halluzinationen— Erinnerunpsdilder aus der Kindheit— welche das ganze Benehmen beeinflussen. In Folge der mangelhaften Kontrole der geistigen Thätigkeit von Seiten der geschwächten Hirnrinde, die bekanntlich das Bewußt« sein kontrolirt, v«dleibt d« Hypnotifirte in d« Täuschung wie der Träumende, d« seinen längst verstorbenm Freund vor fich steht und mll ihm spricht, weil Nie Kontrole der Hirnrinde, in d« die Erinnerung von dem Tode des Freundes deponirt ist, fehll. Metze den Aestegte«! Das Ueb«gewicht der Sieg« zeigt fich auch darin, ratz der Besiegte geneigt ist, alle Einrich- tungen des mächtigeren Siegers nachzuahmen. ohne viel nach den Gründen zu forschen. Als der Reisende Moser von Schaffhausen die Armee von Bokhara exerzieren sah, wunderte er fich über ein Manöver, das sich höchst komisch ausnahm. Auf ein Trompetenfignal wmfen fich alle Mannschaften rücklings zur Erde und strampellen mit den hochgehobenen Beinen energisch in der Luft, als od sie mit den Stiefeln den Himmel einstoßen wollten. Als Mos« nachforschte, woher dieses seltsame Ma- növ« in das Exerzierreglement d« Armee von Bokhara ge- langt sei, erfuhr er, daß vor Jahren ein russisches Bataillon, das einen dn Steppenflüffe hatte durchwaten müffen, nach Ueberschreiten des Fluffes den Befehl«hielt, in d« angegebenen Weise fich niederzuwerfen und mit den Füßen zu strampeln, damit das Mass« aus den Stiefeln ablaufe. Da in demselben Feldzuge, in dem dies geschah, die Ruffen den Emir von Bok- hara defiegten, nahm die Armee von Bokhara ohne weiteres Nachdenken auch dieses wunderliche Manöver in ihr Ex«zier« reglemmt auf. Gin Keifpiei! Welche Riesenvnmögm fich durch die be« ständige Steigerung der städtischen Grundrenten und Mteths- preise aufthünnen, dafür liefert das grandioseste Beispiel wohl die Geschichte d« Familie Astor in New>Bork, die eine ungeheure Bodenfläche in dieser Stadt defitzt. Johann Jakob Astor hinterließ b«eits vor nicht ganz 40 Jahren ein Vermögen von ebenso viel Millionen. Dasselbe war»um größten Tbeil in Grundbesitz in der Stadt'New- Bork angelegt und der Theil d« Rente, welchen die Astor's nicht verbrauchte, wurde wieder so verwendet. Man schätzt, daß fich derart das Vermögen auf zwischen 200 und 300 Millionen Dollars(800 bis 1200 Millionen Mark) vergrößert habe und daß es jährlich um 10 bis 20 Millionen wächst. Johann Jakob Astor«warb die nste Grundfläche lln Handel mit den Indianern; von seinen Nachfolgern hat fich, soweit man weiß, kein« in Spekulationen oder Handelsgeschäfte eingelassen, noch war ein« anFabrikgeschästm bethelligt. Soweit sie Anstoß zur produktiven Thätigkell gaben, war es blos d« Bau von Häusern auf ihrem Grundbesitz in New- York, den sie beständig v«größ«ten. Diese Astor's hatten also wenig Arbeit und gar kein Risiko. Das Wachsthum New- Korks und damit die Steigerug ver Grundrente war nickt schwer vorauszusehrn. Die Astor's konnten die Hände in den Schoß legen und zusehen, wie ihre Dollars heckten. Und das geschah denn auch mit wahrhaft kaninchen» bafter Fruchtbarkeit. Sie haben gewiß nicht schlecht gelebt' wenn fie auch nicht den prunkenden Hothalt späterer Parvenüs nachahmten, so haben fie fich doch Paläste gebaut, Kunstsamm» trotzdem hat fich ihr Vermögen in jedem Jahrzehnt um die Halste vergrößert. Es ist auch gar mcht abzusehen, daß es damit so bald ein Ende nehmen werde. Die„Arbell" d« Astor's, deren Frucht dieses Riesenv« in d«Gutheißurg llrchllekten, Inspektor,« mögen sein soll, bestand im gür oder Verwerfung von Vorschlägen_______, und sonstigen Bediensteten, worunter wohl die wichtigsten die für das Emporschrauben der Renten gewesen sein mögen. All.« andere besagten bezahlte Beamte. Die Astors möchten ebenso wohl im Monde gewohnt haben und der Zuwachs ihres Ver» mögens hätte doch stattgefunden. Denn er ist das Resullat der Arbeit der Leute, die in Astor's Häusern wohnten, d« ardeilen» den Bevölkerung New- Korks überhaupt und, im wettern Sinne» der des ganzen Landes. Ist es nun sittlich, g«echt, daß eine Familie, und lasse man fie selbst als eine arbeitende gelten, das Einkommen von 60000 Arbeitern an fich reißt? Sind die gesellschast» lichen Einrichtungen nicht faul, welche das gestattm und legale stren? Theater. Mittwoch. den 24. Oktober. Gperaha««. Ein Wintermäichen. Mch«»spiotha»«. Geschloffen. M«ti»e»-Theater. Madame Bonivard. Vor« der: Der dritte Kopf. €*M»g-TI|e*ter. Anton Antony. Me«tstt,e» Theater. Frühling im Winter. (""Braaffflcnen DTrhmtM-n rtitf'ä Klpnnntpstt» rtnrt<»fi»rttrtt liiffdnbtfL Da kommt un Paletots A«)«se Hose«. mm ei Gleich nach 1 validenversi . tstellungen »ine kurze Zu i einer Reihe wiffenschattlili rn der Arde •ein praktisch der Retchsregi datier die ri, adreichen, ei, Sache der Slrl ige herdeizudrin Arbeitern auf's Eleganteste angefertigt. Keine Fabrikarbeit! __________ Möbel-, Spiegel-«nb Polstermaaren-M� Franz Tutzauer, bayerische Sta ' von Feilitzsch von In allerjüngs itzsch eine Ard reffanten Din ft. > Was da gcsa Kopnickerstrasse 24(nahe der Kopnickerdro�em�E BMP v-'llr Waore. Prompie B'dienung. Solide Preis». � fülle Hoffnung Bktlfedern und L-«a GSufrfedern, ger.ffm, staubttei s Pfund«stellen Daten, l F-rt»ge Kelten von 13 Mark an. Nur �nn ist ja zugle Hühncrfedern führe ich nicht. i in Sozialpol Frau GlasfÖ-� Grüner Weg»«»�«eraldericht übe die Fahre 188 Fn dem A Das Waarenhauf von M. Grünberg, am Weddin verkauft bis auf Weiteres: Kleiberstosse, Vamen-Mantet, Kinder-Aläntel. Kinder-Kleidchen, Teppiche, Mövelstoffe» Gardinen, sowie Trtcottailleu, wollene Herren- u.Damenweften, lversor »me infolge 21 Diese Anfich einem unwid iffenste Gegm hat, wie die- gimentirt und »rderliche@iui fffen. Dr. Schmid t denen der N unten: Ictbllcblcit der »ikarbeiter htfl äbrikardeitcr # 3- =r empfiehll: Wl«t-r-Trlrot-Taill-n..... 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Slnllage g Ischaft kran lichte des Int Stück sozialer «unternder nsi zeigt die rauhe Herzigkeit; ver» in d. r der Arde der zum Spom ler Begeist« 'ie Heine . d°ß der 4 stiger tn H len, die ni Der nicdril lden Berufs! zkett der F finden wir ..9 Köpfe de sikardettern in »en Lebensbel Jeder kann sich von der 53 Thlilzahiuag |lül2. gestattet— Empfehle Elegante Herren« SnzOge SfiÄ Tt stellst ».«-bätt Hrunnen�»?,* Zur Auswahl sieben 23_@sL�' Paletots sowie Mäntel:c billigst im Tnch G», oft P ivzevstr Ltter len im Retta »mll B5hl, Herren- nnd Knadeu-Garder oben »igeuer Werkstatt. «ro»e»««»-hl»o«»tossen«. T.che« Anfertigung noch Maaß m eigener Werkstatt. �ut fitzend und sauber gearoettet, zu soliden Preisen. hgg M. Kunitz, 5; tSitäWtSS. Für Ardeitert Gute elegante Herren, und Knaben garderode, w großer Auswahl, gute«tt. Hosen von 2M. an. 674j D. Sommerfeld, Oraniensk. 199. 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Sie führten dadurch nnffenschaftlichen Ziachweis für die Thatsache, die allen *n der Ardeiterverhältnisse längst bekannt und von den ..lern praktisch am eigenen Leibe erprobt wird, daß die Ab- der ReichSregierung, erst vom sieben, tasten Lebensjahre dem datier die riesige Altersrente von 33'/, Pfennig pro Tag �adreichen, ein Schlag ins Wasser ist. Sache der Arbeiter iit es, aus amtlichm Quellm weitere ege herdeizudrin?en, um den Stipendiaten des Reptstienfonds !>r.,kii»t von* ungewaschenen Mund ,u stopfen, sintemal diese tzenen vor« Aufficht o". die siiase über die Privatstatistik hirt's»u rümpfm für b-fanden. jDa kommt uns die bayerische Rcgiemng, da kommt uns bayerische Staatsministerium des Innern, da kommt uns t von Feilitzsch ,u Hilfe. ?la allerjüngster Zeit ist aus den Bmeaux des Herrn von Vch eine Arbeit hrrvorgegangm, die neben vielm anderm Kanten Dingen auch die Frage der Astersoerficherung Was da gesagt wird, ist so treffend, daß wir ,u Nutz und SS SwÄ Äi&S Ä Leipzigcrstraße braust, seine L-eteÄfS'KEKEH • in Sozialpolttrk, und unser Wunsch wird gewißlich erfüA licker Preis- Blasfg"- Weg Doch zur Sache! Die Publikation, die wir meinen, ist der ldericht über die Sanitätsoerwaltung im Königreich Bayem Fahre 1884 und 1835. dem Abschnitte, der sich mit den Zuständen im I We Wichen Leben beschäftigt, findet sich folgende wichtige 3 BIS,"Dr. Schmid in Bruck(bei München) findet, daß die «rSversorauna für Arbeiter in Spinnereien kaum in Betracht n Mangels höherer Altersklaffen." Ii Die�»nstcht hat Herr Dr. Schmid. der kgl. Bezirksarzt ist. unwiderleglichen Beweismaterial so gestützt, daß die ssl I Abiffenste Gegnerschaft daran nicht drehen und deuteln kann. yK bat, wie dies wiffcnschaftltch nothwendig war, zablenmähig V» I wmentirt und durch eine sorgfältige statistische Erhebung die »rderlrche Grundlage für seine These, seine Behauptung ge« iffcn. i Dr. Schmid hat nämlich die Todesfälle von Arbeiterfamilien t denen der Nichtfadrikarbeiter verglichen und dabei folgendes unden: tacklichldt der Altersklassen auf je 1000 Köpfe _ Fabre ». 1—12 13—19 lkarbetter.. Ä»«l 6.45 iabrikardeitcr 15.79 2.14 20-29 10.44 5- Fabre 30-39 40—49 »0.83 11. HO 5.71 7.14 50-59 60-69 70-79 80-89 90-100 karbeiter.. 8.34 6.«6».78-_ iadrikarbeiter 8.57»0.— 25 79 9.28 0.71 Man schilt so oft auf die langwelligen, nüchternen Zahlen, so mancher unserer Leser überschlägt mit krankhafter Scheu >«55 nur im entferntesten nach Z.ffern riecht. Und doch le«tanstik, wir wiederholen es immer und immer wieder, der wichtigsten, schärfsten, sichersten Waffen im Dienste U'"r.die Ardeitersache strellenden Wiffenschaft. Die i Zahlenreihen, die uns Dr. Schmid geliefert, find e Anklage_ gegen die Mißstände, an denen unsere Jschaft krankt, sie find eine summarische Leidens sichte deS Fndustrieproletariats, eine Geschichte in Zahlen, . Etück sozialer Arithmetik, wie fie belehrender, erschütternder, fmunlemder nicht gerächt werden kann; belehrender, denn »eigt die rauhe Wnllichkell ungeschminkt in ihrer ganzen Un nherzigkell; erschüttemder, denn fie muß jeden, dem noch Herz in der Biust schlägt, ergreifen, wenn er durch fie die n der Arbeiter kennen lernt; aufmunternd, denn wird fie »Sporn für die llaffenbewußten Arbeiter, mit that Begeisterung für beffere Zustände zu kämpfen? . kleine Schmid'sche Tadelle führt uns deutlich vor daß der Industriearbeiter von der Wiege bis zum Grade istiger in Hinficht auf seine Lebensfähigkeit gestellt ist. als »gen, die nicht in das Joch des Fndustrialismus gespannt Der niedrige atandard cf life im Bunde mit der auf« «n Berufsarbeit spiegelt stch wieder in der hohen Kinder« lieft der Fabrikardeiterschaft. Bei der Altersklasse: 1-12 finden wir eine Mortalität(Sterblichkeit) von 23.61 auf Köpfe bei den Fabrikarbeitern, während die von Nicht« -itern in die Welt gesetzte Nachkommenschast, Dank der V C O K. V t;u3al geietzie �lawmmmeniwa,»,*-uiu wti _y||«n��ensbebinflungtn, dlos 15,79 Todesfälle auf je 1000 W ffko� ff—.1_W k.—— 4—»T*«MMM Vllf -SK- Noch frappanter wird der Kontrast, wenn man die n Altersklassen ins Auge faßt. Gerade in der goldenen lvzcit, im blühenden Mannesaltcr, in den sogenannten Fahren" häft der Tod die reichste Emte unter dm », währmd die ffiichtfabrikardefter, die Leute aus dm .... Kloffm ihres Daseins fich freum. Der Fadrikar« von schwächlichm, schtrnndsüchligen Eltern stammend, nur nicht von der Mutter gesäugt, sondern mit dem ekelhaftm "t, mit Muttermilch. Surrogaten aufgezogen, erbärmlich �kleidet, behaust, von Kindesbeinen an in die Fabrik sich plackmd, Tag für Tag, erliegt diesem Ansturm -VEinflüffe. wie fich das eigentlich von selbst ver« lole oöct Ipöter, sicher aber vor der Zett. Nicht ��'niverhallnisse führen zu nicht normaler Sterblich w Aidefter wftd eben die Anomalie zu vas Sterdm vor der Zett wftd zur Regel für das �Keile man doch selbst; Im Jünglingsalter, 20 bis iq �on Bourgeois nur 5, von 1000 Fabrik %°�mal so viel! ».�ltersklassm find, um so rascher °«t fi-h kür dm Ardetter die Wahrscheinlichkeft, daß lese höheren Altersklassen erreicht. Man sehe nur unsere - c?.t der Stufe 30-39 Fahre an geht eS reißmd .währmd die Chance der Nichtfabrikmikardettcr, erst in rv. �berm Alter nt sterben, fortwährmd wächst. Unzweifelhaft gebt aus der' Echmiv'schm Statistik hervor, � erdrückmde Mehrhett der Fabrikardefter die köderen ittaffen nicht erreicht, daß fie gemeiniglich sterben, bevor fie fünfzig Jahre all werden. Was bedeuten die Zahlm 6,25 für die Stufe 60-69, was 278 für die Stufe 70-79 Fahre? Daß ein Proletarier, der fiedmzig Jahre alt ist,, ein weißer Rabe ist, und daß ein solcher besser thut, auf die 33'/, Pfennig Altersrente freiwillig zu verzichten und fich als Rarttat für Geld ehen zu lassen. Er stände fich besser dabei. Diesen bitteren Trunk schöpfen wir aus einer offlzrellm Quelle, bitter für die Schönredner und Verherrlicher ver„So« zialreform von odm"._ Lokale». Sltt* die Fachvereine, welche Unterstützungen an ihre Mitglreder im Falle der Arbeitslosig. seit, Wanderschaft u. s. w. gewähren. Versiche« rungsanstallen, wenn den Mitgliedern der« elben kein klagbarer Anspruch auf diese Bezüge statutenmäßig gewährt wird? Diese Frage wurde vor einiger Zeit in einem Aufsatze der„Grenz« boten" ohne jegliches Bedenken bejaht und der Verfasser des Grenzboten. Artikels erklärte eine entgeamgesetzte Anficht für juristischen Unfinn. In einem Lettattikel unseres Blattes habm wir uns schon vor einiger Zeit dahin ausgesprochen, daß wir stark an der juristischen Bcfäkiaung und den juristischm Kennt« ntffen des Grenzbotenrechtsdefliffmen zweifeln müssen, und wtr können nur unsere Freude darüber ausdrücken, daß unser Zweifel zur Gewißheit gewordm ist. Das kgl. Kammergericht hat fich nämlich auf denselben Recbtsboden gestellt, welchen wir in dieser Frage einnehmen, und bat die oben aufgestellte Frage verneint und damit dem juristischen Schriftsteller des„Grenz« boten" das testiironmm panpertatis auf die Stint gedrückt. Der Fall, der zur Entsckerduna kam, lag folgendermaßen: Der Unterstützungsverein deutscher Tabakardeiter, welcher in Bremen seinen Sitz hat, gründete in Hannover eine Zahlstelle. Der Zweck des Vereins ist unter anderem, seinen Mitgliedern im Falle der Arbeftslofigkeit, Wanderschaft u. s. w. Beihilfe durch Geldleistungen zu gewähren, ohne daß jedoch den Mitgliedern, wie im Statut bestimmt ist, ein Klagerecht auf die Bezüge ge» geben ist. Der Unterstützungsverein deutscher Tadakarbeiter zu Bremen wurde als Verficherungsgesellschaft angesehen, und da die Zahlstelle Hannover errichtet war, ohne daß die Zulassung der Verficherungsgesellschaft gemäß einer noch zu recht bestehenden Bestimmung der hannoverschen Gewerbeordnung staatlicherseits ettheilt war, wurde gegen den Vorfitzenden de« Unterstützungsverein Junge, sowie noch mehrere Personen! Anklage wegen Uebertretung der gedachten Bestimmung erhoben. Vor dem Schöffengericht zu Hannooer wurde der Angeklagte zu einer Geldstrafe veruttheitt, dieses Eikenntniß hob ledoch rre Strafkammer auf. Gegen das Urthell legte die Staatsanwaltschaft Revision ein mit der Be« grundung, daß an dir'Natur der Verstchetungsanstalt nichts gcändrrt wftd, wenn den Mitglicdcrn kein Ilagdarcs Recht sauf die Unterstützungsbezüze gegeben wird. Die entgegengesetzte Anschauung vettrat der Vertheidiger des Angeklagten, Rechte anwall Freudenthal, welcher'Anficht der Gerichtshof stch in seinem U-.theilsspruck) anschloß. Das Erkenntniß ist für die Fachvereine von großer Bedeutung, da das Kammergerich: als letzte In stanz in dieser Sache gesprochen bot. _ vi»»-« d-v gemischten Deputation für die Ktryck Mtn Kt-v-rr-f-rnr AvtrSg- niedergesetzt-»ubkom- «isston hieft gestern, Montag, unter Vorsitz des Stadtratbs Einkommensteuer für die erste Stufe nicht zur Erhebung zu dringen. Von eirnm weiteren Erlaß der Gemeinde.Einkommen« steucr wurde mit Rückficht auf die polftischen und Gemeinde. wählen Abstand genommen, well durch diesen Erlaß die be« treffenden Bürger ihr Wahlrecht verlieren würden. N"«« di- eanzmusttz ist auf der ganzen Linie der Befiyer von Tanzlokalen entbrannt und die Herren baden eine ganz gewaltige Angst, es möchte von diesem Kampfe öffentlich etwas verlauten. Nur im Gch-imen wird dieser Kampf ausgefochten. nm die Interessenten wissen von demselben und M/Ä ÄAM»; Ml «VW«"4utticl>en ist. Eigenttich könnte auch uns die Sacke Rwrasr r ernsteren Hintergrund, fie zeigt die bedenklichste Seite des ge« werblichen KonzesfionswesenS und deshalb mag fich's immerhin verlohnen, die augenblickliche Bewegung unter den Tanzloeal. bentzern und die Entstebungsursachen dieser Bewegung zu erörtern: hätte diese Erörterung auch nur den Zweck, für spatne Fälle alS schätzdans Material zu dienen.— Vor einigen Wochen war in den Zeitungen zu lesen, daß die Besitzer einiger Tanzlokale in den nördlichen Vorotten Berlins fich mit der Brtte an die zuständige Verwaltungsbehörde geirendet hätten, ihnen das Haften von Tanzmufit öfter als bisher und winde- stens wöchentlich einmal zu gestatten. Diese Leute mochten stch dabei sagen, daß ihre, durch Verkehrsvcibindunaen ohnehin nicht sehr bevorzugten Lokale jeden Ret, für die Berliner Besucher verlieren muffen, wenn eine vergnügte Gesellschaft oder andere einzelne Besucher in diesen abgelegenen Lokalen nicht einmal Gelegenheit zu einem Tänzchen finden. Jndeß, die KreiS« behörve fand fich nickt veranlaßt, dem Gesuche der Gastwitthe zu willfahren und deschied dieselben abschläalich. Darob ein müthiger Entschluß der Abgewiesenen, die Beschwerde b« der vorgesetzten Instanz, also bei der Regierung zu er« greifen. Der Entschluß ward zm That, aber auch hier adschlaglicher Bescheid, und zwar mit einer Begründung, welche die Lage der Bittsteller gegen früher noch dedeutend ver- schlechterte. Es wurde ihnen nämlich eröffnet, daß grundsätzlich für das platte Land auf Grund einer Verfügung des Oder» präfidenten Tanzerlaubniß nur in Zwischenräumen von acht Wochen gestattet werde, in den Städten in Zettl äumen von vier Wochen und nur in den bei Berlin gelegenen Ortschaften könnte diese Erlaubniß ausnahmsweise in vlerzehntägigen Zwischenräumen erthellt werden.— Dieser Bescheid wirtte einigermaßen verblüffeno auf die Bittsteller. Nur in vierzehn- tägigen Zwischenräumen sollte die Tanzmusik zu hallen erlaubt lein? Ja, welcher Berliner, der im Sommer seine Pattie zu Kremser oder»u Fuß in die Umgegend unternimmt, wüßte denn nicht, daß ihm an jedem Tage aus jedem der zahlreichen Erholungslokale vergnügte Tanzmustk entgegenschallt? Ader wenn ernem Menschen so ein Bescheid der hohen Obrigkeit unbegreiflich ist, so thut er immer gut, fich zunächst gründlich über die Sache zu unterttchten und bei den Lokaldesttzem verkehren ja immer so allerlei Leute, die in solchen Sachen sehr genau Bescheid wissen. Natürlich fragte man diese Leute auch rn diesem Falle und stehe da, sett jenem Moment wird die Unterhallung über das bochbedeuttame verwaltungsrechtliche Thema der Tanzmustk zwischen den Witthen und jenen gewissen Leuten nur noch in der Form der stillen Pantomimik erörtert. Da giebt es halb und ganz zugekniffene Augen, und hoch« gezogene Achseln und bedeutsame Kopf- und Handdcwegungen »et den„gewissen Leuten" und verständnißvolles Kopfnicken und das Einschänken von Gratisgetränken bei den Witthen und— die große Tanzmufikfrage ist auf dem besten Wege, in aller Ge- müthlichkeit gelöst zu werden. Wir verstehen ja die Pantomimen nun zwischen den gewissen Leuten und den Wirthen wohl auch nicht überall und müssen uns auf dasjenige verlassen, was uns darüber so unter der Hand mttgetheilt wird. Danach gäbe es einen Unterschied zwischen öffentlicher Tanzmusik, zu welcher eine obrigkettliche Erlaubniß nöthig ist, und nicht» öffentlicher Tanzmusik, für geschlossene Privat» gesellschaften, welche keiner obrigkeitlichen Erlaubniß be« )ürfen. Zwar find noch neuerdings sehr subtile Vorschriften über die Unterscheidung zwischen beiden Arten des Tanzver» gnügens ergangen; aber„Grau, lieber Freund, ist alle Theorie!" und der einzige sackverständige Pralliker in der großen Tanz« frage ist dock schließlich kein anderer als der Herr Bezirksgendarm. Wenn die Berliner in dm Lokalm des Grunewalds oder in dm östlichen Vorotten nur in geschloffmm Gesellsckastm täglich tanzen, so bedürfen die Wirthe zu dieser Tanzmusik keiner odrig- keitlichm Erlaubniß, so lange nicht etwa der Gendarm findet, daß diese gescklossmm Gesellschaftm gar keine geschlossene Ge» sellschastm find, sondern solches Tanzvergnügen als ein öffentliches zu erachtm ist, zu dem die polizeiliche Er« laubniß zuvor erthellt sein muß. Man ficht aber, welch eine gewichtige Rolle der Gendarm in dieser Tanzftage spie», und man kann es begreifen, wenn die W'tthe fich um die Gunst der ländlichen Polizeideamtm bemühen. WaS nn-d das Ende von der Tanzmusik-Bewegung in den nördlickm Vororten Berlins sein? Die Leute werden fich dott wie anderswo mit der Tanzmustk für„geschlossme Gesellschaften" behelfm und fich vom Gendarmen Jnstruttionen über die dabei zu nebmen« den Rückfichten erbtttm. Daß dadurch die Unabhängigkeit der Witthe mindestens nicht gefördert wird, das bedarf wobl keines weiteren Beweises und deswegen ist der Verlauf der geschilder» tm Angelegenheit für unsere Berliner Verhältnisse so bedeutsam und wohl einer emsteren Beachtung werth. Dt« Tr-ck-nf-ist für U-ubaut-«, welche von der Be- Hörde für Berlin festgesetzt ist und auf derm Jnnehallung streng geachtet wftd, häll ein Theil des hierbei interessttten Publikums für eine mtbehrliche Einrichtung. Zum Tröste dieser Unzufttedenm mag darauf hingewiesen werdm, daß in London die größeren Häuser zum Zwecke der Austrocknung nach der Fettigstellung nmn Monate lang nicht bewohnt werden dürfen, und daß in dem wegen seines ftockenen Klimas von den Architettm vielbelobtm PattS die Bauverständigen doch noch eine einjährige Trockenzeit verlangen. Die bautechnischen Erfahrungen, auf denen fich die Forderung einer solckm Trocken» zett stützt, find interessant genug. Es ist durch Beobachtungen bei Bauten sowohl wie durch besonders angestellte Versuche er» wiesen wordm, daß ein einziger Mauerstein im Stande ist, bis *u einem halben Liter Wasser in fich aufzunehmen. Selbst Granit saugt Wasser auf. allerdings nur etwa bis 1% Liter auf den flubilfuß, während loser Sand im Stande ist, ein ganz be» deutende« Ouantrm Waffer einzusaugen. Ist diese Waffermenge einem Neubau verwendeten Materialien schon eine ..}?.lontmt noch ein ferneres Moment von be« sonvenr Wichtigkeit m gesundheitlicher Beziehung hinzu. Aus dem Boden saugen solche feuchten Materialien auch die dort enthaltene Feuchttgkett mit auf. und es ist beobachtet worden, daß die Kapillartbatipkeit in den Baumaterialien solche Feuchtig- kett sog« d:s zu 32 Fuß in die Höhe fühtt. Unter solchen Umständen ist die ziemlich kurz bemessene Trockenfrist für»et« ltnet Neubauten auch nur darauf berechnet, die in der Oder« fläche der Mauern und Wände enthaltene Feuchtigkeit verdunsten zu lassen. . Ni»«aa» d-» Slt-st-« K-rlin-r Wohnhau»«. Span» dauerstraße Nr. 49, scheinen gezahlt zu sein, denn bereits werden auf dem Hofraum desselben die Maschinenanlagm der Elel« tttzitäts wette hergettcktet. AuS der Asche des großen Brandes, der am 10. August 1380 die Stadt verbeette, erstand biet von neuem die Wobnstätte de« berühmten Geschlechts der Blanken» felde, deren Mitglieder im Rothe der Zwölf das Stadtregiment leiteten. Johannes von Blankenfelde, der Stammvater dieses Berliner Geschlechts, soll zufolge einer„gewissen Tradition" im 13. Jahrhundett die auf dieser Stätte befindlich gewesenen Räume de« Franziskaner Konvents zu seiner Wohnstätte berae« richtet haben, nachdem der Konvent 1271 von den beiden ##### wir auch unter dem ältesten Privilegium der Schuh- macherinnung, vom 2. Juni 1284, und in dem Gtldedttefe fei Schneider, vom 10. April 1288. Nach dem Brande wurde das Blankenfeldehche Haus, wahrscheinlich auf den alten Grund» mauern, massto wieder aufgebaut. Eine dort vorbanden ae» w'iene Inschrift meldete, daß Paul Blankenfelde dasselbe um 1390, als er und Henning Stroband Bürgermeister von Berlin waren, mit Mauern und Säulen über einem mächtigen Keller- geschoß mit großen Kosten errichtet habe. Es läßt stch an« nebmen, daß das zu jener Zeit statt l:chste Haus bald nach der ■m Von dem Burgermeister Friedrich Seidel ging das Haus auf dessen Sohn, den Hof- und Kammergerichteroth, über. Er war der einzrge. welcher zur damaligen Zett(wie Küster anfühtt) die vrftorie der Mark stch angelegen sein ließ, und in dessen Potträt» sammlung berühmter Märker seines Namens Gedächtniß fortleben wird. Er ließ 1650 vor dem Kernbau des Hauses eine neue Faejade aufrichten, die dann später ihre noch heutige Gestalt erhielt. vrnter derselben befinden fick die jetzt auf einen Zeitraum von 500 Jahren zurückblickenden Gemächer deS unteren Stock verls mit ihren schlanken Kreuzgewölben, deren Rippen in den Wandecken von Konsolen— zum Thett Männer« und Frauenköpfe dar» stellend— bis zu den Schlußsteinen aussteigen. An jeder der äußeren Seitenwände dieser Gewölbe ist, etwas 6 Fuß vom Boden entfernt, ein spitzbogiges Fenster angebracht; der ganze Jnnemaum, besten Wölbungen ursprünglich von einer starken Mittelsäule getragen wurden, ist später durch aufgezogene Wände zu mehreren Gemächern eingerichtet worden.?tach mehrfachem Besttzwcchsel erwarb das Grundstück im Fahre 1759 der Schutz- und Handelejude Wulf Ried.l für— 3500 Thaler, und zwar mit dem königlichen Konsens, so daß dies Haus zu jenen dreißig gehörte, welche die Juden bis zum Jahre 1763 in Berlin besitzen durften. Als demnächstige Eigenthümer treten, seit 1764, die Schutz» und Handelsjuden Moses Josl und Abraham Joseph auf, welche ein Kaufgeld von 9000 Thalern zahlten. Beide vergrößerten ihr Besttzthum durch den für 750 Thaler erwordmen Hinterraum des angrenzenden Grund» stücks in der Jüdenstraße, und so entstand die ungewöhnliche Tiefe, welche die Anlegung zweier Höfe ermöglichte. Zu dem Grundstück, dessen Werth noch zu Anfang dieses Jahrhunderts 9750 Thaler betrug, gehörte außerdem eine in der„großen Frei- heil" gelegene Wiese von 37 Quadratruthen Flächemaum. Ei« Gau,» durch die städtische DeswfeKtix»««- a» statt. Hu! Desinfektion! Der Kommabazillus und alle seine Brüder, jene kleinsten Kinder der Pflanzenwelt, die schlimmsten Feinde der Menschen, tauchm bei diesem Wort vor unterem geistigen Auge auf. Mit ihnen hat die Desinfektions- anstatt den Kampf bis aufs Mester aufgenommen. Sehen wir uns den in der Reichmbergerstr. 66 gelegenen Kampfplatz ein wenig an. Die Besuchsliste beweist, daß Aerzte, Ingenieure und sonstige Fachleute aus aller Herren Länder die nach jähre- langen Experimenten ins Leben gerufene Anstatt besuchen und siudiren. Unmittelbar vor uns baden sich ein Arzt aus Hammerfest und ein Ingenieur aus Japan in die Liste einge» zeichnet. Der Anstallsleiter führt uns mit der größten Liebens« Würdigkeit umher. Zunächst sei demerkt, daß die Anstatt aus zwei, streng von einander geschiedenen Räumen besteht, aus einer, sagen wir, pilzfreien Abtheilung und einer zweiten, in der die infizirten Gegenstände vorderettet werden. Nur durch das Fegefeuer oder vielmehr Dampf des in der Wand aufgestellten Desinfettionsapparates jlönnen diese aus der zweiten in die erste Abthell' ng gelangen. Der Apparat ist ein eiserner, doppelwandiger Kasten von der Größe eines Omnibus- rumpfes und zeigt sehr sinnreiche Vorrichtungen, deren Beschrei« bung wir uns erlaffen. Jede Abtheiluna bat ihren geschloffmen Hof, Stallungen und Geräthschastm für sich. Die Transport- wagen der zwetten Abtheilung, welche nach jever Benutzung mit Karbolsäurelösung gereinigt werden, holen zuerst die zu desinfi- S' enden Sachen ab, wobei sie dieselben in Leinwandhüllm ein- lagen, welche mit derselben Flüsstgkett angefeuchtet find. Jeder unnütze Aufenthall unterwegs wird mit der sofortigen Entlastung der Waaentührer bestraft. Die Sachen werden nach der Ankunft unverzüglich zum Hineinschieben in den Apparat vorderettet. Die Betten werdm beispielsweise in geeignete Ge- stelle gelegt und Bekleidungsstücke an paffende Haller aufgehängt und das Ganze mtt Leinwand umgeben. Nachdem nun die Gegen- stände inden Apparat geschoben sind und derselbe geschloffen ist. wird heiße Lust hinein gelassen, welche bis auf 80—90 Grad CelstuS erhitzt worden ist. Nach vollendeter Durchwärmung strömt sodann überhitzter Wafferdampf, der eigentliche Keimtödter, in den Apparat hinein. Der Dampf hat ungefähr eine Temperatur von 110 Grad Celsius, obwohl nur eine Minimaltemperatur von 101 Grad Celsius erforderlich ist. Ist nun der Dampf bis„ins Innere der Natur" eingedrungen, wovon man sich durch Meß« Vorrichtungen überzeugen kann, so wird wieder heiße Lust zu- gelassen, und nach einiger Zeit die Herausnahme der Gegen- stände nach der pllzfteien Seite bewirft. Von Nässe haben die Sachen nicht zu leiden; nur beim Herausnehmen erfolgt ein geringer Niederschlag, der aber in wenigen Minuten abtrocknet. Der Rücktransport geschieht in Wagen, welche nie infizirte Gegenstände fortschaffen. Jede Beschädigung ist ausge- schloffen. Eine aufmerksame Behandlung erfordern die ge- leimten Sechen, da schlecht geleimte ein Loslassen des Leimes befürchten lassen. Farbige, nicht desinfizirte Kleidungs- stoffe konnten wir von den desinfizirten nicht unterscheiden. Der Reinigungsprozeß erfordert längstens eine Zell von zwei Stun- den. Leder und Pelzwerk ertragen eine Desinfeftion durch Dampf nicht; sie werden mit Karbolsäure- und Sudlimatlösungen bebandett. Als Versuchsodjett wurde uns eine Lederhose gezeigt, welche durch die Kraft des Dampfes bis auf ein Minimum ein- geschrumpft war. An die eigentlichen Desinfevionsräume schließen sich die Räume für Badeeinrichtungen und der Maschinenraum. Für die Desinfeftoren ist auf das Beste gesorgt. Durch Baden und Waschungen mit dm genanntm Lösungm sichern sie sich vor Ansteckunam. Bis jetzt ist noch kein Fall von Ansteckung konstatirt. Die Arbeitsanzüge werdm jedm Tag durch das de- schriedene Verfabrm gereinigt. Die Desinfektion der Möbel, Kleider und Wäsche muß nach Polizeivorschrift unbedingt er- folgen bei Cholera, Pocken, Fleck- und Rückfalltyphus undDiph- therie; bei anderm ansteckenden Krankhetten wird sie dringend empfohlen- &«» Köpenick wird uns berichtet: Am Morgen des 21. Ottober gewahrte man hier auf einem hohen Baume, nahe der Langen Brücke, eine mächtige purpurrotbe Fahne, welche folgende weithin sichtbare Inschrift trug:„Zum 10 jährigen Bestehen des Ausnahmegesetzes Hoch die Sottaldemokratie!" Erst um%9 Uhr Vormittags gelang es der Polizei, durch einen Schisser dieselbe heradzubolen und mit Beschlag zu delegen. Beieits an demselben Morgen fand bei einem bieflgm Ar- deiter eine Haussuchung statt, welche übrigms gänzlich resuttat- los verlief. Gl«»««rite« Zlmwrg hat ein Brief gemacht, welcher vor etwa 14 Wochen bei dem Postamte zu Moabit aufgegeben wurde und nach der ebenda belegenen Rathenowerstraße adresstrt war. Es ist dies eine Entfernung, die man zu Fuß in zehn Minuten zurücklegen kann. Als der Brief endlich den Adressaten erreichte, trug er dm Ankunfts- und Abgangsstempel des Post. amts zu Valparaiso, er hatte sich zwischen andere Post- sendungm verschoben und die Reise über das Wellmeer mit- gemacht. N»rbote«r Ktirr-Produktione». Die dressirtm spani. schen Kampfstiere, welche seiner Zett in der hiesigen„Concordia" in ihren Künsten vorgeführt wurden, find in Wien mit der Polizei in Konflikt geratben. In Wien zeigten sie sich seit dem 4. d. M. in Danzer's„O'pheum". Am Sonnabend mußten die Produttionen eingestellt werden. Anlaß zu diesem Verbote gab ein Zwischenfall, der sich Tags zuvor bei dm Stier- Pro« duftionm ereignete. Die sonst harmlosen, ganz zahmen Thiere wurden plötzlich erregt, liefen vermint in der Manege umher und zerbrachen die Einfriedigung. Ohne viele Mühe jedoch ge- lang es, die Stiere zu deruhigen; dieselben waren dann so ängstlich, daß sie sogar vor dem Taktstocke dm derK>-pellmeister schwang, zurückschrecktm, bald aber willig dem Winke des Dresseurs wieder folgten. Auf das Putlifutn wirkte die Szene anfangs beängstigend, doch gelang es, jeder Panik vorzudmgm. Aelbstmordoersuch Der Jnvalidmstr. 115 wohnende Arbeiter Franz Sch. lebte seit geraumer Zett mit seiner Ehefrau auf einem derartig gespannten Fuße, daß er. müde der bestän- digen Zänkereim, den Vorsatz faßte, seinem Leben ein Ende zu machen Gestern Abend führte er. nachdem er sich in den B-fitz eines Terzerols und Munition zu bringen gewußt, feinen Entschluß aus, indem er sich in der Wohnung seiner El em einen Schuß in den Mund beibrachte. Die Detonation des Schusses lockte sofort Bewohner des Hauses herbei und diese machten An- zeige beim 13 Polizeirevier. L-tzteres dewerfttelligte nach Auf- nähme des Tdatbestandes die Ueberfübrung des noch Leders zeichen von sich gebenden Sch. nach einem Krankmhause. Der Zustand des Unolückitckm ist ein hoffnungsloser. N-n der Vetzeimpolisei. Auf dem südharzschm Gute Hllkenschwenva(es liegt einsam zwischen den tzarzdörfern Hoya und Dankerode) wurde, wie der„N. A. Z." mitgethellt wttd, am Abend des 13. Mai d. I. der Besitzer des Gutes, F. Lü- decke, als er lesend in seiner Stube am Tische saß, durch einen vom Hofe aus abgegebenen und durch das Fenster geaangmen Schuß getödtet. Da es nicht gelingen wollte, den Mörder zu ermitteln, so ließen die Verwandten des Ermordeten zwei Ge- Heimpolizisten aus Berlin kommen. Der Eine derselben trat als Knecht auf Hllkenfchwenda selbst in Dienst, während der Andere einen Dienst im Nachdardorfe Dankerode suchte und auch fand. Beide stellten nun Nachforschungen an und diese müffm von Erfolg gewesen sein, denn am Sonnabend verhafteten sie dm eigenen Neffen des ermordeten Lüdecke, welcher seit mehreren Jahrm Verwatter auf Hillcnschwenda gewesen ist, und lieferten ihn an das Gerichtsaefängniß zu Wippra ab. Eine« jähen Tod erlitt am Montag Nachmittag der in Deutsch-Wllmersdorf. Augustastraße 5, wohnende Kohlenhändler Johann Kmiciak. In seinem Holzstalle hatte sich derselbe, um ein Lager für Preßkohlen zu schaffen, an zwei gegenüber liegende Wände Leisten geschlagm und auf diese Bretter gelegt. Auf dieser so gebildeten Art von Boden war gerade ein Mädchen mtt dem Packen von Preßkohlen beschäftigt; die Last muß aber doch eine zu große gewesen sein. Kmiciak versuchte deshalb, unter den Brettem eine Stütze anzubringen. Als er sich zu diesem Zwecke gerade unter dem Boden defand, brach dieser mtt ungefähr 2000 Stück Preßkohlen zusammen und begrub Kmiciak unter sich. Obwohl sofort zur Rettung geschntten wordm war, wurde der Verunglückte doch ledlos hervor- gezogen. Der Arzt, der rasch zur Stelle war, konnte nur den erfolgten Tod konstattten. Das Mädchm erlitt nur leichte Hamabschürfungm. LewegungderKevölkernng de» Ktadt Kerlin. In der Woche vom 30. September bis 6. Ottoder d. I. fanden 679 Eheschließungen statt. Lebmdgeborm wurden 921 Kinder, darunter 106 außerehelich, todtgedorm waren 32 mit 5 außerehelichen. Die Lebendgebormen find 33,3, die Todtgeborenm>,2 pro Mille der Bevölkerung, die außerehelich Geborenm sind bei den Lebmdgeborenm 11,5, bei dm Todtgeborenm 15,6 pCt. Die ~ hl der gemeldeten Sterdefälle betrug 583, die sich auf die ochentage wie folgt vertheilen: Sonntag 101, Montag 80, Dienstag 70, Mittwoch 88, Donnerstag 91, Freitag 71, Sonnabend 82. Von dm Gestorbenen erlagm an Ma- sem 8, Scharlach 3, Rose 1, Diphtberttis 20, Bräune 1, Keuchhusten 4, Kindbettfieber 1, Typhus 3, Ruhr 2, SypMS—, Attersschwäche 18, Gehirnschlag 20, Lungenentzündung 32. Lungenschwindsucht 84, Diarrhöe 31, Brechdurchfall 53, Magmdarmkatarrh 22. Durch Vergiftung kämm 2 Personen um, beide durch Alloholvergiftung(Delirium tremens). Eines gewalttamen Todes starben 13 Personen, und zwar durch Verbrennung oder Verbrühung 1, Ertrinken 1, Erhängm 2, Ueberfahren 2, Sturz oder Schlag 3. Schußwunde 4. Hierunter find 6 Todesfälle durch Selbst- mord herbeigefühtt. Dem Alter nach find die Ge- stordenen: unter 1 Jahr alt 241(41,3 pCt. der Ge» sammtsterblichkett), 1—5 Jahre 65, 5—15 Jahre 21, 15 bis 20 Jahre 7, 20-30 Jahre 29, 30-40 Jahre 45, 40 bis 60 Jahre 90, 60—80 Jahre 72, über 80 Jahre 13 Personen. In hiesigen Krankenhäusem starben 132, einschließlich 15 Aus- wänige, welche zur Behandlung hierher gebracht warm. Auf die Standesämter vertheilen sich die Todesfälle folgmdennaßm: Berlin-Köln- Dorothemstadt(1) 23, Friedrichstadt(Ii) 8, Friedrich- und Schönederger Vorstadt(ili) 29, Friedrich- und Tempelhofer Vorstadt(IV) 49, Louisenstadt jmsetts, westtich (V») 41, Louisenstadt jenseits, östlich(Vb) 24, Louismsradt dies- seits und Neu-Köln(Vi) 43, Stralauer Viertel, westlich(VUa) 41, Stralauer Viertel, östlich(V.Id) 38, Köniqstadt(V1U) 43, Spandauer Viertel(IX) 32, Rosmthaler Vorstadt, südlich(X») 43, Rosmthaler Vorstadt, nördlich(Xb) 29 Oranimdurger Vorstadt(Xi) 47, Friedrich- Wilhelmstadt und Moabtt(XU) 42. Wedding(Xtti) 51. Die Sterbefälle find 21,1 pro Mille der fottgeschriebmm Bevölkerungszahl (1 446 455).— Die Sterblichkeitszisser in folgenden Städten des Deutschen Reiches mit mehr als 100 000 Einwohnern betrug in Aachen 26, 8,_ Altona 22.3, Barmen 13,6, Bremm 15,0, Breslau 28,4, Chemnitz 29,3, Tanzig 29,5, Dresden 21,1, Düsseldorf 31,9, Elberfeld 16,5, Frankfurt a.M..... .....___________ M. 20,0, Hamburg mtt Vororten 21,7, Hannover 23,8, Köln 26,3, Königsberg 30,2, Leipzig 16,6, Magdeburg 28,8, München 31,4, Nürnberg 33,9, Stettin 26,1, Straßburg i. E. 27,4, Stuttgart 18,1 pro Mille. Sn anderm Großslädtm Europas mit mehr als 300 000 inwohnern betrug die Sterblichkeitszisser in Amsterdam 20,4, Budapest(Vorwoche) 26,0, Dublin 23,3, Liverpool 19,7, London 16,5, Paris 19,5, Petersburg(Vorwoche) 23,8, Warschau(Vorwoche) 35,1, Wien(Vorwoche) 19,0 pro Mille.— Es wurden 6684 Zugezogene, 5326 Weggezogene gemeldet, so daß sich die Bmölkerung mit Einrechnung der nachttäglich gemeldeten Ge- dorenm und des Zuschlages, der dm Weggezogmm erfahrungs- mäßig zugerechnet werdm muß, um 1278 vermehrt hat; die Ein- wohnerzahl beträgt sonach am Schlüsse der Benchtswoche 1 447 733.— In der Woche vom 6. Ottober bis 13. Oftoder kamen zur Meldung Jnfektions-Erftanlungsfälle an Typhus 19, Masem 88, Scharlach 72, Diphtheritis 84, Kindbettfieber 5. Polizei-Keeiqt. Am 21. d. Ms. Morgens wurde ein 6 Wochen aller Knabe in der elterlichen Wohnung in der Gar» tenstraße mtt seinem auf der Kommode stehmden Schlafkord vom Vater aus Unachtsamkett herabgestoßen und erlttt durch dm Fall so schwere Verletzungen, daß er bald darauf starb.— Am darauffolgenden Tage Morgens entstand in der Wattenfadrik von Rosmdaum u. Lewisohn, Köpnickerstt. 3—5, eine Gaserploston. indem aus einer neu angebrachten, noch nicht geschlossenen Gaslettung Gas ausgeströmt war, das sich entzündete, als der in dem Raum deschä,ligle Hetzer Körber ein Streichholz an- zündete. Körber erlitt dedeutmde Brandwundm an den Hän- dm und im Geficht und eine Arbeiterin solche am rechten Auge. Das entstandene Feuer wurde von der Feuerwehr gelöscht und V/««»(TI'—..........."*"~ straße 39 ein Zigaerenmacher aus und brach dm rechten Oder- schenkcl, so daß er nach der iöniglichm Klinik gebracht werdm mußte.— Mittags b achte fich in der Wohnung seiner Eltern ein 30 Jahre alter Arbeiter mittelst eines Revolvers in selbst- mörderischer Absicht mehrere Schüsse bei. Er mußte nach der Charitee gebracht werdm.— An demselben Tage Nachmittags gerierh der Maurer Vechmann vor dem Hause Landsberger- straße 63 beim Ueberschrettm des Fahrdammes unter die Pferd« emes Pferdedahnwagens, wurde von dem Wagen eine Strecke mtt fortgeschleift und erlttt dabei eine nicht unbedeutende Verletzung am rechten Arm, so daß er nach dem Krankmhause am Fnedrichshain gebracht werden mußte.— Um dieselbe Zeit ge- tieih in der Metallkapsel-Fabrik von Lasch, Kastanim-Allee 26, eine Arbeiterin aus eigener Uavorfichngkeit mtt der rechten jn««----»"- tru%«'»'"MW: beim Absteioen von eir wagen zur Erde und e Geficht, so daß er n werden mußtu- Um dieselbe Zeit gerieth auf der Werfrstraße stürzte an demselben Tage Abends ein Arbeiter beim Adsteiom von einem in der Fahrt begriffenen Geschästs- wagen zur Erde und erlttt nicht unbedeutende Verletzungen im Geficht. so daß er nach dem Krankmhause Moabtt gebracht ........-t�uugicu oreroen mußte.— Am 22. D. Mls. Vormittags glitt ein Klempner Stromstt. 48 beim Ausbessern der Dachrinne aus und war in Gefahr, herabzustürzen, vermochte jedoch im Fallen noch die Dachkante zu erfassen, so daß er ftcischwedmd mtt dem Körper hing, bis es herdeieilmden Arbeitern gelang, ihn mittelst Taue auS seiner lebensgefährlichen Lage zu befreien. der Ergriffene eil trafen war. Tic darüber, daß er Mondscheinsc schw-ren Diel mit Rückstcht aus und zwei- eines Gekränkte l nicht beruhige '»» eine» kau wen, welches gi nllage des Bert 8 des Schöffen ngeklaate bei de B. Als dieser en um eine törung wollte e 'ihm wieder\ er daran, inder Fleischbeschau Ide Zwecke geg aaufhin gebette ß auf ihn ausc emder auf ei >gte setzte fich ez seines Nab chnur und surf e nahm aber t ilfe des Publik t beleate ihn st 14 Tage für Gerichts-Zeitnng. De» Versuch der Ktaatvanmaltschast, tragle istung zu der durch Bekanntmachung Präsidiums verbotenen Sammlung zur Unter der Familien der Ausgewiesenen als Beihilfe zu dieser verbotenen Sammlung zu verft vorläufig als gescheitert zu betrachte Knopfmacher August N o w a ck» bei welchem geleg« Dmchsuchung seiner Wohnung am 15. Juli d. 9- Sammeldons für die Familim Ausgewiesener& 10 funden worden find, ging Mitte September eise wegen Vergehens gegen das Sozialistengesetz zu. der von demselben eingeräumten Thatsache, diese bons während der letzten siebzehn Wochen haben, um sein Scherflein für die ausgewiesenen Parteigenossen beizutragen, Staatsanwalt aus, daß er durch den Ankauf dem...... lI10 zu dem verbotenen Werke wissenttich Hilfe geleistet ba�elben Augenblicke anwatt Dr. F l a t a u, dem war Nowack die«ewftnte fich bann h, dieser interessanten Rechtssache übertragen worden ist, �uird bewirkte sei Nichteröffnung des Hauptverfahrens, weil hier nur da Angeklagte, daß e zur Konsumttung der Strasthat noth wendig«iflelastungSzeuge c Hilfe vorliege, eine Beihilfe, ohne deren Vorh Verhandlung einer an sich nicht besonders WC interessanten Meineidssache deschieden. Die gegen die Herausgeber einer hiefigen Theaw� e wegen der in dem Blatt enthaltenen Annonze"' Karten Bestellern in Zwiespalt geralhen waren, �«1 r: regi nage beschritten hatten und dabei falsch gesch*� sBimisatic egeu Ueberl l ist eine m n, welche gest ors Schmidt ihi »Der Aändler chre Miliheilung, jdler Platz nicht i Fräuliin Ann- «sucht uns n 248 erwähnte! sch ist. ?ewe« - grosse-ffe Montag im e diesmal ihr 1) Stellung» einen deutschen der Delegirter die Hoffnung- ote loinmen erliner Ardeiter! organistren würd ifen. Wie»51 die letzten Vi fügigen Forde -setzung der 9 urger Schlosse Organisation hieraus eine en. Der Kong e Organisatioi aus ganz Deuts des Gewerks. des Kongreff e, Regelung di Innungen u ;t und schon of en nochmals v Delegirte(zv frage fich nu den Schooß nicht. Er glaui nlen Besuch l e für die »ung i WSOBß «MW o-,.'"hentertttt'„x Leute an den Balkon heran und 6�,. Angellagten, welcher fich bettn%« still in eine Ecke zurückgezogen hatte, die desäten Himmel erhoben hellte und erst na«. ruf verbindlichst seinen Hut zog und einen �» Abend" wünschte. Man wugte zuerst ui«k � sonderbaren Heiligen machen sollte, deto � Polizeiwache und hier war man bald � seiden ganz im Klaren. Er versuchte co Romantrk, indem er erzählte, daß die hi#2j der fetten schöne Sternenhimmel ihn vertu« lange auf einer Bant der Schönhauser A.�te- daß er nicht mehr nach Hause zu gehen ve��,% deshalb vorgezogen, fich auf den ftaatt»cn..� � dort noch auf einige Zeit die ambro fischen/- jj, nießm und dann auf demselben Ballon � bereiten. Auf den Polizeiwachen(*#»!»„nt Hause zu sein, als die Romantik, und cs Wunder nehmen, daß man diesen schönen nicht ohne wettereS gelten ließ, sondern g � n/" über die Persönlichleit des Nachtschwä�*»�* e n erfahren. Und wie man noch mit dre u war, fiel etwas aus der hinteren RocktaM, M m dies ein höchst prosaisches Instrument jo � im gewöhnlichen Leben Brecheisen nen Taschen des Angellagten den Mittelpu � NyT Interesses. Man beförderte aus denselben� P* und Diebeshandwerkzeuze zu Tage und> % in der voriger zeichnet diese für nock gegen! ' licheWiedere nirgends h sehr eiaenthr letzten Versan »öre auf die T egen Organisati di« Drehscheib ftch warnt de N0 beschließe nie einen K f„Kongreßmita der Herren M ng und die di P r i n tz ist sü if seiner Tages und desprocher :; da müsse d> klärt Redner si Frauen nicht v. aber dem sie «ß und fie leben empsi mt0< ltschaft. tmackunfl ur Unter inen als fi.1, lung zu detracht« Sem geleAl Juli V. A esener& 10 ptembei W.( SS Wochen die agenM ilnlcmf de» t geleistet toai die worden ist, hier nur dö z wendig« ttn Vorho« bar sei eihilfe% ingab« von jweck dar i dieser A des Seif; >en den »kiald eur Lluandl� im zweite« egen Ver," lizeilichen en die? ) 5 andere on Most-. daß er S Druckst Ausl rläufer ;donncmeiu� gdes�S«! s den 'ffr dcmok- i Ausdruck r den. vielmehr 'dn»uz« euch mß mmern Staats-, icilunnflsfl ment zu In de«. der Z. deshalb t Ver Der Ergriffene ein Mann mit einer stattlichen Reihe von trafen war. Trotzdem that der Angeklagte gestern sehr er- j,t darüber, daß der Gerichtshof gegenüber der Geschichte Mondscheinschwärmcrei ganz ungläubig war, den ver- sckw'ren Diebstahl für erwiesen an'ah und den Ange- mit Rückficht auf sein dreistes Leugnen zu einem Jahre aus und zwei Jahren Ehrverlust verurtheilte. Mit dem eines Gekränkten erklärte der Angeklagte, fich bei diesem I nicht beruhigen zu wollen. Ion einer Kann» glaublichen Frechheit zeugte das wen, welches gestern einen gewiffen Johann Busccke unter nklage des Bettelns und der Beleidigung vor die 91. Ab- ag des Schöffengerichts führte. Am 3. Oktober klingelte ngeklagte bei dem in der Lübeckerstraße wohnhaften Archi- B. Als dieser selbst öffnete, wurde er von dem An- en um eine Gabe angesprochen. Unwillig über itörung wollte er mit den Worten:„Ich gebe nichts", chur wieder schließen� der Draußenstehende hinderte er daran, indem er den Fuß auf die Schwelle setzte. In ben Augenblicke spie der Anaeklagte ihn in's Geficht und te fich dann hohnlachend. Man wurde seiner aber Hab« md dewirkte seine Verhaftung. Im Termin behauptete geklagte, daß er nur„gehustet" habe, eine Ausrede, die elastungszeuge auf's bestimmteste widerlegte. Der Staats- beantragte wegen des Bettelns 2 Wochen tzaft, wegen leidigung 2 Wochen Gesängniß. Der Gerichtshof er- wegen der letzteren Straftbar aber auf einen Monat Ge- ß und erachtete die Haststrafe durch die Untersuchungshast 'büßt. l» ri« Äußerst grriebruer«ud uirlvrrfprechruder 'che zeigt fich der löjährige Taubstumme fttonz Schröder, et gestern wegen eines mit großer Frechheit begangenen lhls vor der 93. Abtheilung des Schöffengerichts stand. dres derselbe Bursche, welcher kürz'ich vom Schöffenge- wegen Betruges zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt wurde, er mit großem Geschick einem zufällig in seinen Befitz ge- r Fleischdeschauerduch das Aussehen eines Sammelbuchs .f(ÄftÄT faÄÄÄÄ nur und suchte mit seiner Beute das Weile. Der Be- /.nahm aber die Verfolgung des frechen Diebes auf und ilfe des Publikums gelang auch deffen Ergreifung. Das t beleote ihn für diesen Streich mit 1 Monat Gefängniß, ' 14 �age für die erlittene Untersuchungshast abgerechnet lege« Zleberburduug der KtrafKammer» am Land- l ist eine neue, die siebente Strafkammer, eingerichtet en, welche gestern unter dem Vorsitze des Landgerichts- tors Schmidt ihre Sitzungen begann. «Der Händler Julius Platz, Gudenerftr. 9, ersucht uns feie Minheilung, daß er mit dem in Nr. 246 genannten feiet Platz nicht identisch ist. I Fräulein Anna Halzsteder. Ackersir. 108, 3 Tr., wohn- /'sucht uns mitzuthetlen, daß fie mit der in unserer ,248 erwähnten Dame gleichen Namens keineswegs tsch ist. fmitte und Verlammluuge». Di- große öffentliche Metallarbeiter-V-rfammlung, Montag im Lokale Sanssouci, Kottbuserstr. 4», tagte, e diesmal ihr Ende ungestört. Auf der Tagesordnung I) Stellungnahme der Berliner Metallarbeiter zu dem einen deutschen Metallardeiter-Kongreß in Gotha; 2) cd. der Delegirten. Der Refermt, Herr Gottfried Schulz, die donnunz aus, daß die Versammlung heute zu einem aie lammen und daßß von jetzt ab neues Leben in erliner Ardeiterbewegung einziehen werde, daß die Arbeiter organifiren würden, um deffere Arbeitsbedingungen zu er- fen. Wie nöthig eine kräftige Organisation sei, das n die letzten Vorgänge in Hamburg gezeigt. Trotz ihrer .fügigen Forderungen, Verbot der Sonntagsardeit und setzung der Arbeitszeit auf 9% Stunden, hätten die urger Schloffer den Kampf aufgeben muffen, weil Organisation zu schwach war. Die Berliner sollten hieraus eine Lehre nehmen und fich zusammen- en. Der Kongreß aber wäre das geeignetste Mittel, eine e Organisation in Fluß zu bringen. To:t kämen Dele- aus ganz Deutschland zusammen und besprächen alle Uedel- r des Gewerks. Die hauptsächlichsten Punkte der Tages- ng des Kongresses: Wie schaffen wir Organisation, lokale oder Regelung der Fachblatt-Angelegenheit, Stellungnahme \ Innungen und den sozialpolitischen Gesetzen, seien ja it und schon oft besprochen worden, es sei also unnöthig, en nochmals vorzunehmen. Dresden und Köln hätten Delegirte(zwei aus Berlin Ausgewiesene) gewähtt frage fich nun, od die Berliner Ardeiter die Hände * tiifiU-' �den Schooß legen und müßig zusehen wollten Thea�-�iftji /'nicht. Er glaube, das Interesse sei da, das sehe man aus inoirzer'««.starken Besuch der heutigen Versammlung, und so fordere ' 5�-n d-�.tf. rege für die Arbeitersache zu agitiren, die Schritte zur rschiroru �w�iffatton auf dem Kongreß zu' beratben und einzutreten Ä 3% nen tTw; schon im er und' llung nölbigtt?.� iln« verb«� ng o0!L_ BaUf"""' * Metallarbeitervereins über ganz Berlin: eilt solcher Verein könne nicht verboten werden. Die Arbeiter sollten fich in den Werkstätten organifiren, dann wurde auch etwas tuch- tiges daraus werden; das Geld für einen Kongreß sei weggeworfen. Nachdem Herr G. Schul» einige Daten aus der traurigen Lage der Klempner gegeben und zu kräftiger Organisation aufgefordert hatte, wird eine Resolution Beyer kontra verlesen. Herr Günther weist die Anschuldigungen, die Herr Miethe gegen ihn erhoben hatte, mit Entrüstung zurück: er habe selbst allen Vereinen bis zuletzt angehört, auch habe er sich durchaus nicht zurückgezogen und trete auch letzt nickt deshalb hervor, um als Delegirter gewählt zu werden; im Gegentherl, er verzichte nach dem, was er heute gehört habe, darauf. Er sei für Beschickung des Kongrcffes, da Meinungsaustausch nichts schaden könne. Uebrigens brauche man ja nicht nach den Kongreßdescklüssen zu handeln, falls fie nicht angenehm seien; ein Metallarbeiter-Verein über Berlin sei nicht ledens« fähig. Herr Aug. Meyer warnt vor Beschickung, man habe die Erfahrungen von 1873 zur Seite, der damalige Kongreß habe Berlin 3000 Mark gekostet. Man solle lokale Or- ganisationen gründen, dann könne man der Kongreß- frage näher treten; erst lokale, dann nattonale, dann internationale Organisationen, das sei die richtige Reibenfolge. Herr Liefländer hält die Entsendung von Delegiiten für nützlich; der letzte Kongreß habe der Masse die Augen geöffnet und der Kongreß würde an gewissen Stellen gehört, wo die Stimme des Fachvereins ungehört verhalle; wenn man aber keine Delegirten entsende, so solle man wenigstens den in Gotha versammetten Kollegen einen brüderlichen Gruß entbieten. Herr P s a n n e n d e ck e r ist für Entsendung von Delegirten mit gebun- dener Marschroute, er empfiehlt lokale MetaUardeiterorganisationen, die in einzelne Settionen eingctbeilt find. Herr Schumann verwirst die Bethelliguna am Gothaer und weist auf einen allgemeinen deutschen Ardeiterkongreß im Jahre 1889 hin. Herr Menader steht in der Gothaer Delegirtenversammlung nur einen Rumpfkongreß; er hätt für das Beste, vor- läufig Fachvereine zu gründen und dann internationale Kongresse zu deschicken. Herr Klein spricht fich für Bildung eines allgemeinen Metallarbeitervereins aus.— Herr Fahrenwaldt stellt den Anttag, zur weiteren Ver- folgung der Bildung des Vereins eine Kommission von fieben Mitgliedern zu wählen.— Nachdem Herr Bredow nochmals für Bildung eines Berliner Metallarbeitervereins und Herr Gottfr. Schul, für Beschickung gesprochen hatten, wurden noch eine Resolution des Herrn Treßler dagegen und eine des Herrn Rüger dafür verlesen. Es er- folgt nun Abstimmung über die Resolution Fahrenwaldt. Nach genauer Zählung der Stimmen wird dieselbe mtt vierzehn Stimmen Majorität angenommen. Dieselbe lautet: In Anbetracht, daß wir Berliner Metallardetter es für einen großen Fehler halten(bei der jetzigen politischen Situation und Handhabung der Gesetze seitens der Regierung), eine neue Zentral- Organisation der Metallarbeiter über ganz Deutschland ins Leben zu rufen, sehen wir uns ver- anlaßt, den Kongreß, der von einzelnen Städten zu Neujahr ein. berufen wird, nicht zu beschicken. 1. Um die Frage, od Zentrale oder Lokale, handett es fich zu allererst, nun, die ist für uns enschieden— fie lautet Lokale. 2. Er- klären die Berliner Metallarbeiter, daß fie all genug in der Bewegung find, als daß fie nicht wüßten, wie am hiefigen Orte am besten agitirt werden kann; 3) Alle andern Fragen, die auf dem Kongreß verhandell werden, können in Berlin auch verhandell werden, Kräfte hierzu giebt es genug und ist dazu kein Kongreß von Nöthen. 4. Aus allen diesen Gründen halten fie das Geld, was der Kongreß kostet, für unnütz ausgegeben und könnte dieser am hiefigen Olte zur Agitation besser verwandt werden. Der Antrag M. Fahrenwaldt: Die Resolutionen, die die heutige Versammlung annimmt, sowie einen Bericht über die in den verschiedenen Versammlungen stattgehabte Diskusfion nebsi Gruß an die in Gotha versammetten Kollegen zur Zeit zu senden, ebenso ein Antrag zur Wahl der Kommisston, welche die Bildung einer Lotalorgantsation veranlassen soll, werden ein- stimmig angenommen. Die Wahl der Kommisstonsmitglieder wird jedoch vom uberwachenden Beamten nicht gestattet, da fie nicht angemeldet ist. Demgemäß wird das Bureau beauf- tragt, in kürzerer Friste eine Versammlung� einzuberufen und u stellen.' Nach einigen rege für die Arbeiter- iu(( /"Ln«Ar. Auf dem Kongresse find viele Beschlüsse gefaßt, aber kein eil die o i(fj{r Beschluß durchgeführt worden; erst solle man eine uahrtiabw �vt• feenorganifation in Fluß bringen, dann könne man einen genannte �ß zusammenberufen, dann hätten die dort gefaßten Be- gMw auch positiven Werth.— Herr Miethe ging etwas t stano."girn auf diele Zustände vor und nach dem Geraer Kongreß or der Er habe s. Z. gegen Zentralisation gestimmt und er sei ersuchtr?.>1� natürlich noch mehr wie stüher dagegen, und des- AuiNU' a>jf' auch gegen Beschickung des Kongrcffes. Um lokale .. ins», j nisationen zu gründen, brauche man leinen Kongreß, die ner brauchten fich dort keine Belehrungen zu holen, Fragen en im Fachblatt gestellt und dort deantwortet werden. lee 169 £ K t&f rs«2 --'K kommt hierauf auf die Ausführungen des Henn Gün« der vorigen Versammlung in Heydrichs Salon zurück zeichnet dieselben als höchst unklar; Herr G. habe fich für nock gegen Beschickung ausgesprochen; ihm, Redner, käme 'tzliche Wiedererscheinen des Hrn. G., der fich sett dem Geraer -ß nirgends habe blicken lassen, jetzig wo man Delegirte - sehr eigenthümlich vor.(Große Unruhe.) Herr G. hätte letzten Versammlung gesagt, wer gegen Organisation sei, >öre auf die Drehscheide; bis jetzt habe aber noch niemand Organisation ausgesprochen, es gehöre also niemand dl- Drehscheide, außer.....(Rufe� Zur Sache.) S? jUn� in Herrn Dülzner für Beschickung verlesen. � i i n tz ist für Beschickung des Kongresses; alle Punkte, f seiner Tagesordnung stehen, könnten da am besten ge- und besprochen werden mit Ausnahme der sozialpolitischen i,! da muffe der Hebel wo anders ungesetzt werden. Hier- „irs«"Sin Redner seinen Standpunkt zur Frauenarbeit; warum fL gtiF%i, n Frauen nicht auch in Fabriken leichte Arbeiten ver« 2 ,ii»"jyÄS- aber fie sollten auch einen Lohn bekommen, T /aß fie leben können. Herr Bredow ist gegen den " t(9i Mreß und empfiehlt die Bildung eines allgemeinen diesen Punkt auf die Tage Schlußworten des Herrn Gottst. Sch..�______________ fache zu agttiren, geht die Versammlung nach einem dreimaligen Hoch auf die neue Vereinigung um 12% Uhr in größter Ruhe auseinander. Der Fachverei« der Kteindructrer und Lithographe« hielt am 18. d. M. bei Grotweil's, Kommandanlenstr. 77—79, eine Versammlung ab, in welcher die Wahlen des Vorstandes, der Revisoren, der Rechtschutz und Unterstützungskommisfion auf der Tagesordnung stand. Der Kasfirer, Herr Spielmaan er- stattete den Kassenbericht, wonach die Einnahme im verfiossenen Quartal betrug 354 M. 40 Pf.. Ausgabe 303 M. 35 Pf., ver- bleibt als Uebnschuß, alter Bestand hierzu gerechnet, 475 M. 75 Pf. Dem Kasfirer wurde Decharqe erthcilt. Bei der Wahl deS Vorstandes wurden die Herren O. Sillier, Krautsstr. 26 a, na&KaaK isä ä Rißmann 2. Kasfirer, zu Beisitzern C. Schulze, Witzel und Krone. zu Revisoren Btall, Haamann und Kaiser gewählt. Bei der Wahl der Unterstützungskommisfion wurden fieben Personen gewählt, ebenso wurden in die Rechtsschutz- Kommisston 7 Mitglieder gcwähll, die Wahl des Bibliothekars und des Stellenvermittlers wurde bis zur nächsten Versamm- lung zurückgesetzt. Unter Verschiedenem wurden innere Vereins- angelegenheiten erledigt. Gleichzettig wurde auf das am lv- N°vemder in Dräsel's Festsälen, Neue Friedrichstraße 35, stattfindende Winterfest aufmerksam gemacht. Btllets find zu haben bei den Herren: Burgdorf, Schwedterstr. 35; Handel, Schönhauser Allee 70B� Siemer, Weddingstr. 2; Knaack, Gerichtstr. 60; Becker, Furbringerstr. 28, und Leuchner, Acker- straße 78; sowie bei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern und im unentgeltlichen Arbeitsnachweis des Vereins, Elisabeth-Ufer 43, bei C. Scheidcnreich. Die nächste Versammlung findet am 22. November in demselben Lokale statt. ?D-r Fachverein der Metallarbeiter in Gas-, »asse».«nd ZI ampf- Armaturen hiell am 20. d. Mts. bei eidrich, Beuthstr. 20, seine regelmäßige Mitgliederversammlung ab mit der Taoesoronung: Welchen Nutzen bietet uns die ge- werkschaflliche Organisation? Herr Gottfried Schultz referirte. Er erläuterte in eingehender Weise die gewerkschaftliche Organi- sation der Metallarbeiter und gelangte zu der Anficht, daß jede Vereinigung der Arbeiter von Nutzen sei. Er kritistrte wetter die Hiisch-Duncker'schen Gewerkoereine. die fich sogar den Herrn Polizei-Präfidenten zu ihrem 20 jährigen Jubiläum eingeladen, also einen Mann, der daS Gesetz gegen die Ardeiter in der Hand hat. Ferner desprach Redner in scharfen Worten das Jnnungssystem und die Lehrlingsjüchterei und kam schließlich auf den Streik der AUenburger Klempner zu sprechen, der wohl zu Gunsten der Ardetter ausgeschlagen sei, dafür aber sei der Fachverein polizeilich geschloffen worden. MU einem warmen Appell an die Versammlung zur Agitation für den Fachverein und mit den Worten: Einer für Alle und Alle für Einen, schloß der Redner unter lebhaftem Beifall. Unter„Verschiedenes" theilte Herr Stiller mit, daß das Wintervergnügen, welches zum 24. November geplant war, nicht stattfindet. Außerdem wurde eine Unterstützung für ein gemaßregeltes Mitglied bewilligt. Der Vorfitzenvc machte zum Schluß bekannt, daß die nächste Versammlung am 24. November in demselben Lokal stattfindet. Der Verein tut Wahrung der Interessen der Fackirer hielt am Dienstag, den 16. Oktober, seine Mitgliederversammlung ad. Nach Eröffnung der Versammlung ersuchte der Vorfitzende, Herr Junaermann, die Mitglieder, auf das rotokoll der vorigen Versammlung zu verzichten, da der ch.iftführer nicht anwesend sei. Wetter meinte Redner, nach« dem nun wieder Ruhe und Frieden unter den Kollegen herge- stellt sei, müßten dem Verein neue Mttglieder zugeführt werden; er ersuche die Kollegen, fich recht zahlreich an dem Verein zu b-theiligen. In derselben Weise sprachen noch die Kollegen Schüßler und Anders. Ein zugereister Kollege aus Hamburg desprach die Verbältnisse der Hamburger Kollegen und meinte, daß die Kollegen Hamburgs eifrigst de- müht wären, ebenfalls einen Verein der Lackirer ins Leben zu rufen; er krttifirte das Verhalten der Maler Hamburgs den Lackirern gegenüber, indem sie beb der Lohnbewegung einen eigenen Tarif aufgestellt hätten, welcher für die Lackirer nicht gellen sollte. Einen gleichen Fall führte Kollege Davidt aus Königsberg an. Dann wurde zur Ergän- zungswahl des Vorstandes geschritten, und zwar wurden die Kollegen Schüßler als 2. Vorfitzender und Heil als Beifitzer einstimmig gewählt. Im Punkt„Verschiedenes" stellte Kollege Schüßler den Antrag,§ 5 des Statuts dabin umzuändern, daß die Beittäge regelmäßiger einlaufen müssen. Die Debatte endete mtt dem Beschluß, daß dieser Antrag in der nächsten Vereinsversammlung in Betracht gezogen werden soll. Zum Schluß wurde noch ein Antrag angenommen, in nächster Zett ein Kränzchen stattfinden zu lassen. Der Fachverein lammtlicher an Holzbearbeitnno»- Maschine« beschäftigter Arbeiter biett am 15. Oktober in Säger's Lokal, Grüner Weg 29, seine Generalversammlung mit der Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Paul Hundt über Sanitätsvereinswesen. 2. Vierteljahresbericht, 3. Verschiedenes, 4. Fragekasten ab. Nachdem das Protokoll der voraufgegangenen Versammlung verlesen, erhielt der Referent das Wort zu seinem. Vorttage. Derselbe führte nun die Ziele und Wirkungen, welche der Sanitätsverein Berlins seit seinem kurzen Bestehen gehabt hat, an. ging auf die verschiedenen freien Hilfskassen über und detonte am Schluß das günstige Resultat, welches der Santtätsverein gehabt. Dieser Verein ist hauptsächlich Arbeitern mit ihren Familien, sowie Personen jeden Geschlechts zu empfehlen, und find die vom Verein aus angestellten Herren Aerzte zu jeder Stunde des TageS sowie des Nachts verpflichtet» die Mttglieder gänzlich frei zu behandeln. Hierauf folgte eine längere Diskusfion, bei welcher, anknüpfend an den Vortrag, der Schriftführer dieUnfallstatistik verlas, in welcher im letztenVierteljahr wieder 23 zum Theil schwere Unfälle mit einem Todesfall aemeldct waren. Zum zweiten Punv erhiett der Kasfirer das Wort zur Verlesung des Vierteljahrsberichts. Derselbe ergab folgendes Resultat: Kaffmbestand vom vorigen Quartal 94 M. 46 Pf.� Uederschuß von der Damvfervattie 40 M. 35 Pf., Ueberschuß vom Sommernachtsball 42 M, an Beiträgen wurden gezahlt 91 M. 20 Pf., an Einschreibegeld 10 M. 50 Pf.; das ergiedt eine Summe von 278 M. 51 Pf. Davon gehen an Ausgaben ah 49 M. Es bleibt somit ein Kassenbestand von 229 M. 51 Pf. Die Richtigkeit der Abrechnung wurde von den Konttoleuren bestätigt, worauf der Vorfitzende dem Kasfirer Decharge ertheille. Nachdem noch weitere Angelegenheiten sowie der Fragelaste» erledigt waren und der Vorfitzende die nächste Versammlung de» lannt gemacht hatte, wurde die Versammlung geschloffm. Die Zentral- Krankenkasse der Maurer. Ktein- kaner etc. hielt am Sonntag, den 21. Oktober, in Scheffer's Salon, Jnselstr. 10, ihre Mitgliederversammlung ad mtt der Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal. 2. Bericht» erstattung des Herrn Weise über die Unfälle, welche w dieser» Jahr vorgekommen find. 3. Verschiedene Kassenangelegenheiten. — Zum ersten Punkt verlas der Kasfirer Herr Muller die Ad» rechnung, welche eine Einnahme inkl des allen Bestandes von 24 679 M. 49 Pf. ergab, der eine Ausgabe inkl. der nach der Hauptkaffe abgesandten 10 500 M. von 24 679 M. 49 Pf. gegenübersteht. Die Abrechnung wurde von den Revisoren für richtig befunden und dem Kasfirer Decharge erthettt. Zum »wetten Punkt derichtete Herr Weise, daß in diesem Jahre 19 Unfälle norgelommen find, jedoch keine so erheblichen, als in nSJr 0 Nachdem in der Diskusston noch mehrere �rooren'.n'Uti)e Versammlung geschloffm. «Alf»« de« Fachvereins fSr 15 h Ä fand am Montag, de» Im» Vereinslokale bei Feuerstein. Alte Jakodstraße, o% lautete: 1. Abrechnung vom dritten (An* i m�W�me"euer Mitglieder. 3. Ueber Rechts. %"%%% %ome neuer Mitgiieder, meldeten fich 14 Kollegen. Ueber die „Rechkxschutzangelegenheiten verliest Herr Miethe einen länge» ren Berich und legte zugleich sein Amt als Rechtsschuykom» misfionsmitglied nieder. Es wurden hierauf die Herren Petzold. �eumann und Schreg als Rechtsschutzkommisfions-Mitglieder gewählt. Beim 3. Punkt der Tagesordnung führte Herr Warneke vom V.rgnugungkomttee an, daß das Weihnachte. vergnügen am 29. Dezember im Schweizergarten stattfindet, mtt welchem verschiedene Kolleam nicht einverstanden warm. Herr Krautze brachte den Ardettsnachweis bei Henn Sodtke in Er- innerung, und es wurde aus der Versammlung der Wunsch ausgesprochen, einen solchen auch im Nordm Berlins zu er» richtm. Das Lokal von Henn ssiurnberg, Anklamerstraße, wurde Es&a&H't« Schneiderdewegung gegenüber. Referent Koll. August Tätnow. Wefang-, Tuen- und gesellige Vereine am Mittwoch. «ZZßMW mma 9 m, w rny „Schneeglöckchen" Abends*" Abends... Männergesangverein RuMsW Schlefischer Verein„Holtet" Abends 9 Uhr im Restaurant H/n's. Hollmannstraße 33.— VeranüguncKverein„gstöb. lichkett" Abmds 9 Uhr im Restaurant Säger, Grüner Äeg 29. — Schlefischer Verein„Holtet" Abends 8% Uhr Prinzenstr. 106 bei Gehrt.— Wissenschaftlicher Venin für Roller'sche Stenographie. r. SSI. Abends 8t Uhr im Restaurant Leese, Alte Schönhauser« Maße 42, Unterricht und Uebungsstunde.— Sbllet'fdjet Stenogravhenverein„Süd» Berlin". Abends 84 Uhr im Restaurant Prinzenstraße 97 Sitzung und Uebungsstunde — Arends'scher Steno graphenverein„Amicitia Abends 34 Uhr im Restaurant Behrends, Schönebergerstraße 6.— Arends'scher Stenographenverein„Philia" Abends 9 Uhr im Restaurani .Wilhelmsgarten", Kochstraße 7.- Verein ehemaliger Schuler der 22. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann, Kurfürstenstraße 81.- Berliner Rauchklub„Wrangel" Abends 9 Uhr im Restaurant Foge, Köpenickerstraße 191.— Rauch- klud„Havanna 80" Abends 84 Uhr im Restaurant Paetzoldt, Reich enbcrgenrraße 16.- Rauchklub„Gemüthlichkeit" Abends 9 Uhr im Restaurant Achsel, Köpenickerstraße 161.— Rauch« klub„Columbia" Abends 81 Uhr im Restaurant Beyer. Rauchklub„frisch gervaat" Abends 34 Uhr im Restaurant Tempel, Breslauerstr. 27.— Rauchklub„Krumme Prinzenstr. 96 Piepe" Abends 84 Uhr Ostbahn 4 bei Trumpf.- Vergnü- ----"-«ein„Fröhlichkeit", gegründet 1880, Abends 9 Uhr Weg 29. Kleine MMHeUnngen. Gwe Aasschreitung des Militärs erzählt die„Franks. Oder-Ztg." wie folgt: Sonntag Nacht 11 Uhr hat in Sonnen- bürg eine höchst bedauerliche Ausschreitung stattgefunden. Der bei dem dortigen Wacktkommando Feldwedeldienst verrichtende Sergeant hatte fich der Ehefrau des Wirthes Eichler gegenüber. angeblich wegen Verabfolgung schlechten Bieres, ungebührlich benommen. Der erwachsene Sohn des Gastwirths Eichler trat für seine Mutter ein und stieß den Sergeanten hinweg. Um wegen dieser persönlichen Beleidigung Genugthuung zu erhalten, ließ der Sergeant Wachtverstärkung von der Kaserne herbei« holen und durch die mit Gewehr und aufgepflanzter Seiten« waffe angetretenen Mannschaften das inzwischen fast leer ge- wordene und abgeriegelte Lokal stürmen. Die sehr festen Eingangsthore wurden unter Anwendung der Gewehrkolben aufgeschlagen, der allein im Hausflur anwesende Wirth mit dem Gewehrkolben und der Seitenwaffe zu Boden geschlagen, so daß er fich noch heute in Lebensgefahr befindet. Der neben ihm aufgefundene abgebrochene Gewehrkolben de- zeugt die Wucht d.s Hiebes. Trotz Ermangelung jeder Gegen- wehr wurven die sämmtltchen Räume des Hauses roch wieder- holt durcbstürmt, eine verriegelte Thür, hinter welche der bewußt lose Wirth von seinen Angehörigen geschafft war, mit Bier- Laschen bombardirt, die noch anwesenden vereinzelten Gäste mit dem aufgepflanzten Seitengewehr bestürmt, so daß fie unter Tischen, Sopha-c. Schutz suchend flüchten mußten. Da durch- ous im Hause kein Widersacher aufzufinden war, ließ der Sergeant die Soldaten auf der Straße wieder antreten, kom« manvirte„fertig geladen", ließ auf die neugierig herbeigeeilten Nachbarn anlegen und drohte, die Fenster des Eichler'scken Haufts mit ein paar Salven zu bedecken. Der Ztachtwächter war machtlos, die Ruhe wieder herzustellen, und der von den Bürgern Herbeigeholte Polizeideamte wurde, als er einschreiten wollte, von dem Sergeanten höhnend abgewiesen, ja sogar mit Arretiruna bedroht. Wie verlautet, ist der Thatdestand von der dortigen Polizeiverwaltung durch umfassende Zeugenvernehmungen festgestellr und die Sache der königlichen 5. Dioifion zu Frankfurt a. O. zur weiteren Verfügung unterbreitet. Der Vorgang hat in der Bürgerschaft selbstverständlich große Entrüstung her- vorgerufen. Farmen. Ueder die verhängnißvollen Folgen eines Scherzes wird folgendes bekannt: Em in der Färberei in der Oede bei Langerfeld beschäftigter 14jShriger Ardeiter von hier schlug am Mittwoch Nachmittag, wie die„H. Zlg." berichtet, einen seiner Mitarbeiter Scherzes holder mit einem Strang Garn auf den Kopf, worauf der Geschlagene ihn ergriff, aufhob und ihn— ebenfalls aus Scherz— in einen seiner Meinung nach nur nasses Garn enthaltenden Abzugskessel warf. Unglück- ltck-er Weise war letzterer jedoch zur Hälfte mit kochendem Waffer angefüllt. Auf das schreckliche Jammergeschrei, welches der arme Mensch ausstieß, wurde er zwar sofort aus dem Kessel herausgezogen, jedoch war er am Unterleib und an den Beinen bereits so stark verbrüht, daß der hinzugerufene Arzt seinen schleunigen Transport ins biefige Krankenhaus anordnete, wo- selbst nun der Bedauernswerthe, an dessen Aufkommen nach dem Ausspruch der Aerzte kaum zu denken ist, an dm entsetzlichstm Schmerzm damiede.liegt. An« Nstrinland. In der Karbonitkabrik zu Schlebusch wmve am 20. d. M. Nachmittags eine Patronenbude durch Explofion zerstört. Drei verheirathete Arbeiter fandm dabei ihrm Tod. Die Verstorbenen warm zur Zeit des Unglücks nur allein in der Bude und es kann deshalb über die Ursache des- selben nichts ermittelt werden. Ne»tttfchei«. Am 16. d. M. war das in der Nähe von Freiderg liegende Neffelsdorf der Schauplatz eines schauder« erregmdm Verbrechers. Der in dem genannten Orte seit sieben Jahrm ansä'fize, 35 Jahre alle Bäckermeister Franz Michna hatte vorige Woche einm ziemlich verlotterten, wenig Vertrauen einflößendm Gebtlfm aufgenommen. Derselbe wußte fich aber durch sein freundliches Entaegenkommen und seine Emfigleit in das Vertrauen seines Meisters so einzuschmeickeln, daß Michna ihn weder um seinm Namen noch um sein Arbeitsbuch befragte. Als Frau Michna am 16. vom Hause weggegangen war, um Milch zu holen, war ihr Mann mit dem Rühren des Teiges beschäftigt, während der unbekannte Gehilfe Holz spaltm sollte. Der Bursche ergriff plötzlich die Hacke und führte gegen den Kopf seines mit dem Gesichte adgewendeten und nichts ahnenden Meisters einen wuchtigen Schlag, welcher dmselbm sokort bewußtlos niederstreckte. Im Zimmer schlief das vier- jäheige Söhnchm Mickna's, wäbrend der sechsjährige Knabe, welcher selnm Vater dlutüderstiömt zusammenbrechen sah, um Hilfe schrie. Mit erhobener Hacke, so erzählte der Knabe, ging der Mörd« auf ihn los und brachte ihn durch die Drohung, er werde auch ihn tödten, wenn er noch weiter schreien würde, zum Schweigm; dann sperrte der Mörder die Thür zu und schleppte den dewußtlosm Meister in das Nebenzimmer, wo er demselbm noch sieben Messerstiche in Kovf und Hals versetzte, die den sofortigen Tod herbeiführten. Hierauf erbrach er die Schublade, aus welcher er etwa 700 Gulden, eine goldene und eine Mdeme Uhr raubte, worauf er durch das Fenster die Flucht ergriff. Wie» 17. Ottober(Bestrafte Untreue.) Ein Erzieher in einem wohlhabenden Kaufmannsbause in de, Nähe Wiens, ein gebildeter, aber weder junger noch schöner Mann, wmde von der Hausfrau ersucht, die vielen Loose, die ihr von den ver- schiedenen Dienstleuten zur Aufbewabrung anvertraut worden waren, zu ordnen, mit dem Namen d.r Inhaber zu bezeichnen u. s. w. Er that dies um so lieber, als ihm Rosa, eine arme Verwandte des Hauses, dabei behilflich sein wollte, zu der er eine halberklärte Zuneigung hegte, die erwidert wurde, aber vor der Hand ohne Äusficht war. Ohne j doch zu wissen, weshalb. schrieb er die Nummern der Loose auch in sein Taschenbuch. Mehr als ein Jahr war vergangen, als er die Entdeckung machte, daß die Köchin 40 000 fl. gewonnen hatte. Die Glückliche ahnte nichts und der E.zieher schwieg ebenfalls. Mit auffallendem Ester begann er jedoch von diesem Tage, der Köchin den Hof zu machen.- mühungen wurden mit Unwillen im Hause demerU von ihm frivoler Neigungen nicht mehr versehen r groß war das Erstaunen, als er erklärte, daß tt Zweck, eine Heirath beabfichtige! Die Heirath das erste Frühstück der Neuvermählten sollte z-*- der Nachricht sein, daß die junge Frau, außer dem Mann bekommen zu haben, noch einen anderen macht hatte. Kaum hatte der junge Ehemann den Sache erzählt, als eine Ohnmacht der ehemaligen fl- Das war aber nicht infolge der Freude, sondem w Erklärungen fandm statt: die Köchin hatte in drängmdm Geldbedarfs das Loos schon Monate scheidendm Ziehung der Frau verkauft, der fie Währung gegedm hatte.„Und was hat denn d« dem Loose gethan?" stammelte der Mann mit bedfli» „Sie hat es dem Fräulein Rosa zum Geburtstag# Neueste Nachrichte«. Der„R»ichsa»zeig»r" mthätt folgend« machungen:«scheint täglich Die unterzeichnete Königliche KreishauptoWs Haus viert Landes- Polizeibehörde hat die Nummer 8S da 4 Mark. Einze Druckschrift; tu „Der Wähler, Organ für die Interessen»"L—* zum Reichstage, zu dm Landtagen und zu de»' Vertretungen. Redaktion und Verlag* Heinisch in Leipzig. Druck von Gust. Ham» in Leipzig" auf Grund von§§ 11, 12 und 15 des Reichsgeset auf Grund von§§ 11, 12 und 15 des Reichsgeits° gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialvenu» Attzg 21. Oktober 1878 verboten. Leipzig, den 20. Oktober 1888. i Die„Not Königliche Kreishauptmannschaft, übte dieser 3 von Ehrmstein.«ich geführt Ferner: Die in der Presse verbreitete*? f 4' 0 6" in der Untersuchungssache wider den Geheimm Rath�e r t e r e M durch den Untersuchungsrichter stattgehabten VernW e nr g e r e] Ober-Hof- und Hausmarschalls von Liebenau entdw'� Was hinter gründung. Herr von Liebenau ist in der Hüllen. Die nicht vernommm worden. Leipzig, den 22. Oktober 1888. Dir Obcr-Retchsanwalt. Tessendorff. ( dieses Jahrl ren wohl fein » ob das„a :seS nicht meh d so kommt i Trlegraphischr Depesch' tsere« Volkes (Wolff's Telegraphm-Bureau.) Nürnberg, Dienstag, 23. Ottoder. Nabb der Rerchstags> Ersatzwahl im Wahlkreise Ansbach Stichwahl zwischm dem freikonservativen llf L-rchenkeld und dem Kandidaten der Volkspartei forderlich. Rom, Dimstag, 23. Oktober. Die Re Potenza werden, weiterm Nachrichten zufolge, starken Schneefall gestört; die Telegraphenlei Erdadrutschung zerstört. Die Zahl der Paff in dem verunglückten Zage defandm, schätzt 380, die der geretteten Personen ist schwer fest derselbm die Unglücksstätte elligst verließm. Z. Alexander |!03a Grosse Frankfurterstrasse 103a, Ecke Krautstrasse Schwarze Cachemir«, Hieiderlama w vorzüglicher Qualität. 110cm breit, per Meter 1 M.»o»f. KIMfrCVstost? in großer Auswahl, doppelt b»»it, Meter von 75 Pfg. an. iFlattelle in vorzüglichen Qualitäten, reine Molle, Meter von 60 Pf. an.[994 Große öffentliche Versammlung der Mütallschrauben- Facord'eher »all Windischg ' e n f ch für e, welche eSweg« auSc zahlreich ssch-konfervat ch des äste! b ihnen gar Muth habe Utt, was i iffen, daß Allgemeine en Junker und Kernfsgenossea Berlin« am D o n n e r st a g, den 25. Ottoder, Abends 8 Uhr, in Deichmüller's Salon, Alte Jakob- stcaße 43a. Tagesordnung: Stellungnahme zur Alters- und Jnvalidm- Gesetzesvorlage Retermt Wilhelm Liefländer. Um zahlreichen Besuch ersucht 1037 Der Einderufer. 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Die ihre letzte Volke»ich !tm damit «rm Agrarie 'acht des d sie sich mti de» PapiS ilfett will, wn DaS dürfe sind auch b« Max SchlpP�tTm 32 Oktav- Seiles»cht die Lei Wegen des unerwartet.g��jKnschm, wie mußten wir folgende Preisältf�entt fi. Iii Kandtagsma�d Vreusteir/ irltflUen in der g Rede, geyalte« von mte eine! 15 �«ttdaliSmus, 1(I0?i#haupt, Zeh 5,5«'toben nicht wir folgende Pre lassen: Einzelexemplar 10 Exemplare 100": Sofortigen»ef�llurgm 992, 10,- hn Ackerbau, mehr gem Auch durch Volkobla*«", Zimmetstt Die Gentral- Kranken-«uö Kegröönißkaffe der Sattler «nd Bernfsgenoffe« Dentschlaad» „Hoffnung" iE. H. 64) feiert am Sonnabend, dm 27 v Mts., in dm neu rmovirtm Prochtsälm der Philharmonie. 22—23, i-v- Stiftungsfest verbunom nat Conztp« unO Tone. Damit das Fest ein reckt glänzendes weide, so bitten wk alle Kollegen, Freunde und Gönner miserer Kasse um reckt ,->hlre.ckes Eesckewm. Für ein rnchhalttges Programm ist gesorgt. 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SlKettsede� Die Erstes Geschäft: Amdr#; 0tt«u» de '"•"äÄÄf„ Carl Größtes und ättestes �,„,.S<�ilnsche zu des Ittüt«edienuna. f �PMezum Besim - Geld hätte, Schlafstelle f. Herren K°mw-" ttde mir mei H. 4 Tr. bei Felsmann. Reichihum habe, e 30 werden bei dauernder»ei""'" J[tn sind?" 1 Mark mehr, verlangt, qv�nds�«Ich habe Neubau glaube, dast 1036__ Gute Ofensetzer verlangt sttatze 32(Moabit) Gute Ofmsetzer verlangt derg, Babnstt. 39. Schneider auf »«erst oadlt. 5p r« erste. 48 I «laude, daß ausgerüstet m Leide Mann w «Sind Si «es Mädch «es aufs „Ich bm llS befindet____ Restaurant Pstster lemalS mit Ich verf ���WW���WMerseitS n 1WIC Tag für �«"finden, das Maud mei liebte dies, Der Klavier'ärL fich«ach wie vor ls lieben wi und Verlag van glieder statt. tt,. vle»rbeitsoer-itt� in Berlin«euthstratze Z