r.»51. machen. ife bcmetuij versehen' Donnerstag, den»5 Oktober 1888. 5. IatzWA» emalige» sondern >atte in n Mona« t, der ft it denn i m mit bedn» leburtstag f- lchte«. MerVlllksblM. Lrgan für die Interessen der Arbeiter.� x t folgend« Da»„Berliner Volksblatt" ,.�scheint tc glich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreit für Berlin frei leishanpNMVs>?aus vierteljährlich 4 Marl, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonncment er 85 dn S-ürf. Einzelne Rümmer 5 Pf. Sonntags-Runimer mit dem„Sonirtags-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungsvreislistc für 1888 unter Nr. 849.) Znteressen M—. i und zu de» Verlag- Gust. Heo-� Reichöges� --—- r--- JnsertionSaebühr,>' beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Ardeitsmarkt 10 Pf. V«i gröhercn Aufträgen hoher Rabatt nach Uebercinkunft. Inserate werden bis 4 NKr Nachmittag» m der Expedition, Berlin SW., Zimmcrstratze 44, sowie von allen AnnoncewBurcaux, ohi« Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße 2.— Erpedition: Zimmerstraße 44. S°,ial«-» Konservative Demagogie. nnschaft. D,e„N.ordd rutsche Allgemeine Zeitung" übte dieser Tage gewiß einen ganz besonders klugen wch geführt zu haben, ,ndem sie der deutsch-kon- Mm exklusiv" zu sein. c dieses Jahrhundert zu spät geboren sind. Wenn es »en wohl fem soll, so müssen sie sich geberden können, «ob da»„alte Regime" noch bestünde. Daß aber :seS nicht mehr besteht, das weiß nachgerade Jedermann, d so kommt die junkerliche Aufgeblasenheit der Mehrzahl U— Volkes ungemein lächerlich vor. Man weiß, daß der bekannte österreichische Feldmar- lureau.)'aI1 Windischgrätz einmal den Ausspruch that:„D e r Naib d-�.usch� fängt erst beim Baron an!" Die Xllt. ; Ansbach1 tiven»f Zollspartci- !e Re ifolge. shenl Passl schäyt oer fl &m. welche eme solche Austastung haben, sind heute leSwegS ausgestorben; im Gegentheil finden sie sich noch zahlreich vor. Man frage doch die HochtorieS der ch-konservativen Partei einmal, waS sie von dem Aus- ch de« österreichische» Muster-Aristokraten denken! Er ihnen gar nicht so schrecklich vorkommen und wenn sie Muth haben, die ganze Wahrheit zu sagen und kund- mn, waS sie denken, so werden sie wohl behaupten ifie», daß—«ach ihrer Ansicht— der Ausspruch Allgemeinen zutreffend ist. Aber unsere poli- che« Junker sind vorsichtige Leute. Sie wer- _ ihre legten Ziele und ihre wahren Anschauungen 14° �vlke nicht so leicht unverblümt heraussagen, denn' sie 1% Vs�wchten damit da« Volk zu erschrecke«. Da« letzte Ziel der hie,-me,n-!Iava"et und Feudol-Junker ist, da« Volk in die Se« Mittelalter« zurückzuführen. Darin »NttU»»d sie sich m.t dem UltramontaniSmu« völlig einig, der '«S den PapiSmuS mit derselben Hartnäckigkeit wieder auf. »Ifen will, wie jene den Feudalismus. i»5 tfj Das dürfen die Junker natürlich nicht offen sage« und x der" e sind auch bestrebt, ihre Ziele einigermaßen den modernen 'V. �sl''?hättniste« anzupasten, soweit dies überhaupt mög :hipr ch'st. Wir wollen ihnen gerne glauben, daß sie »Seilet''»cht dte Lclbe'genschaft in der alten Form wieder r"'."«j* 0ft hkst'g und theuer versichern. Ja, tnn sie eme Möglichkeit sähen, das behagliche Bett des «MdaltSmuS mit Zinsen und Gülten, Leibeigenschaft und 1,20 �»sthaupt, Zehnten und Frohnden wieder aufzuschlagen, sie ' 5,50'«roen nicht zögern. Aber sie sind heute bescheidener. .- i0'JS Ackerbau, die Bewirthschaftung ihrer Güter wirft ihnen enivtfrw«ehr genug ab. Wie einst vor 400 Jahren macht eS ""�-en Kummer, daß die Bodenrente sie nicht in den Stand MTW«,] Ieuilleton. [24 mich Die Kitter der Arbeit. »u« dem Amerikanische» de» Zor. Uebersetzt von Untnlt« gUMowch*. Hpfl*® y P®* e�ne �eit, Kapitän Barnum, in der ich � t*Ä« lebhaft nach Reichthum sehnte, um meine persönlichen »sche zu befriedigen, jetzt wünsche ich mir Reichthum, um zum Besten Anderer zu verwenden. Ich glaube, wenn Geld hätte, könnte ich viel Gute« damit thun, aber es 'de mir meinen Lebenszweck nicht verändern. Ich wünsche Reichthum nur, damit mir da» Werk, dem ich mich ge- et habe, erleichtert würde." Wissen Sie nicht, Miß Maud, daß Sie sich ver» können, und dann alle diese schöne« Vorsätze ver» sen sind?" «rWlSl"2ch habe schon daran gedacht," erwiderte sie,„und w glaube, daß kein Weib für eine große Lebensaufgabe so ,'s er-�. /Ausgerüstet ist, als gerade die, deren Herz von der �mne« Leidenschaft bewegt ist: die liebt und von einem ■ Mann wieder geliebt wird." Ä sich bewußt," fragte er,„daß Sie ein sehr Machen fiud und fähig, die Leidenschast eine» ,~ Tiefste zu erregen?" ."Ä b™ ww nicht bewußt," erwiderte sie rasch,„daß iemol« mtt Worten oder Handlungen es versucht hätte." liebe Miß Simpson, daß Handlungen braucht, um ...... einzuflößen. Man braucht Sie zu sehen, um Sie zu bewundern; aber kein Mann kann Tag für Tag sehen, ohne em Gefühl für Sie zu stnden, da« mehr ist als Bewunderung." Maud merkte, daß sie auf gefährlichen Boden kämen. uebte diesen Mann nicht und wußte, daß sie ihn nie- »»eben würde, doch erwartete sie von ihm nichts Un- önes fetzt, im Luxu» mit der hohe« Gesellschaft der große« Städte, mit den ersten Kreisen der Bourgeoisie wetteifern zu können. Man hört große Gutsbesitzer klagen, daß ihre Söhne als Studenten oder Gardeoffiziere nicht den„standesgemäßen" Luxus entfalten können. Wie soll daS ander? werden? Daher der Lärm nach höhere» Zölle» auf die Zerealien und Abwälzung der Lasten deS Grund und Boden« auf da« bewegliche Ver- mögen.„Kaufen wir sie aus", rief einmal Eugen Richter, „dann haben wir Ruhe!"— DaS letztere wäre schon richtig, aber daS Auskaufen hat seinen Haken. Die Herren Junker würden ihre Güter, namentlich die verschuldeten, gerne dem Staat gegen eine„ewige Rente" überlasten, von der sie standesgemäß leben könnten. Aber uns däucht, eine solche„ewige Rente" würde für den Staat ein sehr schlechtes Geschäft sein! Es hat, seitdem da?„alte Regime" des Adels und der Geistlichkeit geschwunden ist, eine große gesellschaftliche Ausgleichung stattgefunden, so scharf auch heute im allgemeinen noch die Klassengegensätze ausgeprägt sind. DaS Junkerthum, soweit eS nicht seinen Vorfahre» ge- lunge« ist, große Reichthümer für spätere Zeiten anzu- häufen, ist zum größten Theil auf den Erwerb angewiesen, den eS aut der Bewirthschaftung des Bodens oder aus irgend einer Beamtenkarriere ziehen muß. Das ist gegen früher ein durchaus verändertes Verhältniß. Aber die Herren Junker beklagen um so mehr die gute alte Zeit und verwerfen um so energischer die modernen Ermngew schaften. Wenn nun die„Norddeutsche Allgemeine" de» Konset vativen den Rath giebt, sie möchten sich auf breitere Masten stütze», so heißt die«, in verständlicheres Deutsch übersetzt, sie mochten etwa« mehr Heuchelei treiben. Sie sollen der Menge ihre wahren Gesinnungen ver- bergen und sich geberden, al« ob sie ihre Anhänglichkeit an da« Mittelalter aufgegeben hätten. Sie sollen den Masten schmeicheln und sie zu sich heranziehen. Man hofft, dies werde leicht sew, wenn vornehme, mit hochadligen Namen und großartigen Titeln versehene Herren zum Volke hinab- steigen und e« der Gnade theilhaftig werden lassen, in eigener Person zu ihm zu sprechen und e« ihre« Wohl- wollen« zu versichern. Aber über den Erfolg eines solche« Vorgehens werden die Herren Konservativen sich täuschen. Den Bauern mag solch ein Auftreten noch manchmal imponiren, aber man weiß, daß der Bauer nur Jnterestenpolitik treibt. Wo sie diese hintansetzen, wird der Bauer auch für die Herren mit dem ältesten Stammbaum nicht zu haben sein. Der Spieß- bürger allein mag sich von den konservativen Demagogen. kunststückchen noch einigermaßen imponiren lasten; die auf- geklärten Arbeiter aber lachen einfach darüber. Diese wissen ehrenhaftes. Sie wußte nicht, daß er im Begriff stand, Armi Browning zu heirathen, aber dennoch wurde sie ängstlich und sie versuchte die Unterhaltung auf ein andere» Thema zu bringen. Der ehrenwerthe Kapitän war aber zu der Frage gelangt, die ihm am Herzen lag, und er wollte seinen Willen durchsetze«. Er hatte keine Vorstellung von dem Mädchen, das vor ihm stand, und fuhr in großer Hast fort: „Nein, theuere Maud, ich werde Ihnen nicht erlauben, das Thema zu wechseln. Ich bewunderte Sie schon, ehe Sie in mein HauS kamen. Seit dem liebe ich Sie—. rasend, leidenschaftlich." Maud sah ihn erstaunt an und bat ihn, sich zu eut- fernen.„Ich muß Sie achten, liebe Sie aber nicht," er- widerte sie einfach. „Ich werde Sie nicht verlassen, Sie müssen mich lieben!" und ehe noch Maud irgend eine« Entschluß fasten konnte, sprang Kapitän Barnum an sie heran und umschlang sie mit seinen Armen. Sie stieß unwillkürlich einen Schrei aus, sammelte jedoch schnell ihre Kraft zum Widerstand. Maud kämpfte einige Augenblicke voller Wuth— da flog plötzlich der Wollüstling wie ein Ball durch die Lust, zum größten Schade« der Glasscheiben und der Topfpflanzen. Der ehrenwerthe Schurke hatte nur Zeit, den junge« Metallarbeiter, den er im Theater gesehen, als seinen An- greiser zu erkennen und eine zornige Verwünschung zu hören, als die kräftige Hand des jungen Manne» abermals schwer auf ihn niederfiel. Und während Harry den zitternden Köter auf ArmeS Länge von sich hielt, sagte er erregt: „Maud, bereiten Sie sich auf schlimme Nachrichten vor— Ihr Vater— eilen Sie nach Hause— seien Sie gefaßt!" Maud stürzte nach Hause und Harry wendete sich sofort wieder dem Krieger zu, welche« er schüttelte, daß ihm die Zähne aneinander stießen. Die kleine Gertie, welche unmittelbar vor Harry herzu gekommen, bei BarnumS letzten Worten stehe« geblieben und Zeuge de§ Angriffs gewesen war, legte nun ein gutes Wort ein, um das Leben rhres unwürdigen Vetters zu retten. Harry kam aus seiner sehr genau, was die konservativen Junker von dem Volke halten. Bei den Debatten über daS Sozialistengesetz kommt e« gewöhnlich sehr deutlich zum Vorschein. Die„Norddeutsche Allgemeine" glaubt wohl, mit ihrem gute« Rathschlag für konservative Wahlen vorgearbeitet zu haben. Wir werden nun den„Bruder Junker" dem„Bruder Bauer" und dem„Bruder Arbeiter" biederer Weise die Hände schütteln sehen. Auch mancher Rittergutsbesitzer wird Demagoge genug sein, sich gelegentlich Bauer zu nennen. Wenn da» Volk sich durch diese demagogische» Kunststückchen täuschen läßt, so wird man nach den nächsten Wahlen sehen können, wer der eigentliche„Bauer" bei der Sache gewesen ist. Vor der|)rä|iJentemDallf. Einem Schweizerblott, dem„St. Gallener Stadtanzelger", wird aus Amerika geschrieben: Rur wenige Wochen noch trennen uns von dem Tage— 6. November— da ein Volk von nahezu 60 Millionen in freier Abstimmung sich seinen höchsten Administrativbeamtcn erwählen wird. Die Agitation der Parteien steigert sich von Woche zu Woche und man kann in Wahrheit behaupten, daß sich zur Zeit das aesammte politische Leben in diesem einen Punkte konzentrirt. Vielleicht intcresfirt es Ihre Leser, mit uns einen kurzen Blick in das hiesige Agitationsgetricbe zu werfen und dabei gleichzeitig einige im Vordergrund stehende Kämpfer kennen zu lernen. Unsere Wahllämpfe hadm ja manche Aehnlichkeit mit jenen in der Schweiz und find doch wieder sehr verschieden von denselben. Diese Kämpfe find hier anhaltender, heftiger und werden mit großartigeren Mitteln geführt, aber es klebt auch gewallig viel Humdug daran. Wenn man irgendwo einen riesigen Ball von 10 Fuß Höhe errichtet, ihm den Namen Garrison-Ball giebt und ihn bis zum 6. November in drehender Bewegung erhält, so ist das fast noch mehr als Humdug; es ift Kl?derei. Und wenn die Jugend, männliche und weidliche, mit Mutzen umherlauft, die demokratische mit Cl-veland-, die rcvu- bltkanische mrt Hanison-Kappen. so ist das beste an dieser Gc- schichte, daß die Kinder die nette Kopfbedeckung geschenll kriegen. -üSenn man jetzt schon in begangenen Straßen kleiner und mittel« großer Städte seinen Kandidaten im Bilde am hohen Seile gleich einer hängenden Straßenlaterne dem Publikum zum Gruße oder zur Erinnerung vorführt, oder durch Dutzend andere mehr oder minder geistreiche Kunstmittel die Masten in beständiger Aufregung«hall, so muß auch all das dem nüchternen Schweizer ein bald spötttisches Lächeln adnöthigen. Naturgemäß befindet fich hier, wie in der Schweiz, die Preffe an der Spitze des Kampfes, aber der eigentliche �Schwerpunkt ruht hier doch vorzüglich in f tuuudlichen Rede. In diesem Punkte wird großartiges geleistet, besonders in den sogenannten Schicksalsstaaten. wo die Macht der Hauptpafteien sich fast die Stange hält. Bezaklte Redner°on Ansehen und Geschick durchziehen das Land, und es widerspricht hiesiger Sitte und Anschauung gar nicht, daß Wuth wieder zur Besinnung— er gab dem zitternden Schurken emen tüchtigen Fußtritt zum Abschiede und ließ ihn dann laufen, was der Bursche auch that. so schnell seme Berne rhn trugen. Gertie eilte zu Harry und sagte ihm:„Mr. Wallace, ich kann m diesem Hause, mit diesem Menschen keinen Tag bleiben. Ich will zu Maud gehen. Wollen Sie ein Tele- gramm von mir an Mr. Strovg senden?" _"2a," antwortete Harry, während sie zusammen nach Maud S Wohnung Lingen,„aber. Miß Gertie, sind Sie sicher, daß Sie recht thun? Die arme Maud ist selbst in der unangenehmsten Lage und von Schwierigkeiten umringt." „Ich werde ihr helfen," sagte das junge Mädchen ernst- hast. Harry ergriff ihre Hand und sagte leise: „Gott segne Sie!" und sie schritten über die Schwelle des Hauses, das viel Elend gesehen hatte— Elend, erzeugt durch die Peitsche de» Sklaventreiber»— und Elend ver- ursacht durch das hagere Gespenst der Roth. Die Tage Samuel Simpson'« waren gezählt. Er hatte manche Gefahren bestanden, sowohl im Krieg wie tm Fneden, und war schließlich infolge des Einsturzes eines mangelhasten Baugerüstes seinem Schicksal verfallen. DaS Unglück hatte sich am Nachmittag ereignet, Harry Wallace war auf dem Wege zum Esten, als seine Aufmerksamkeit durch eme rasch anwachsende Menschenmenge erregt wurde. Er erkundtgte sich nach der Ursache und zu seinem Schreck fand er sich vor dem blutenden, bewußtlosen Körper seines Freundes, des Vater» von Maud. Ein Arbeitskollege war nach einem Arzt gelaufen und die andern thaten Alles, was in ihren Kräften stand, um den offenbar schwer verlctzicn Mann wieder in« Leben zurück- zurufe«. Der Arzt erschien, nahm schnell eine Untersuchung vor und fand beide Beine gebrochen. Simpson kam dann wieder zu sich, spie Blut und klagte über schreckliche innere Schmerzen. ES wurde nach einer Tragbahre geschickt und mittlerweile iheilte der Arzt Harry mit, daß sei« Freund tödlich verletzt sei und nur die Kandidaten selbst in die Arena treten. Nur des Präsidenten erbabenes Amt ist hiervon ausgenommen. Dagegen sehen wir den demokratischen Kandidaten für die Vizeprästvent- schaftsstelle, den 7Sjährigen Thurman, wohl die geachtetste Per- sönlichkest in ganz Ohio mit jugendlichster Begeisterung von Stadt zu Stadt und Staat zu Staat eilen, vor ungeheuren Volksversammlungen Reden halten und das volle Ge- wirbt seiner edlen Persönlichkeit in die Wagschale der demo- kratischen Parteibestredungen legen. Wo er spricht, da braust das Volk in unendlichem Jubel auf, und seine R isen gestalten sich zu wahren Triumphzügen. Seine Reden bilden eine Verherlichung Präfidcnt Clevelands und eine sehr geschickte Vertheidigung der v n diesem beantragten Tarifreform. Selbst der kaltblütige Schweizer, der jeder Per- sonenvergötterung von Jugend auf abhold ist, und dessen Vor- liebe für die politischen Einrichtungen seines asten Vaterlandes ihm die Rolle eines kühleren Zuschauers aufnöthigen, selbst er fühlt fich mitgerissen von der edlen Begeisterung, die er überall trifft, wo die Namen Cleveland und Thurman genannt werden. Wir sahen bei solchen Gelegenheiten mehr als einmal Thronen in den Augen ernster Männer. Dieser Thurman, den man seiner antiken Geradhest wegen den Ehrennamen„alter Römer" gegeben, genießt in der ganzen Union ein beispielloses Ansehen, und selbst seine Gegner sprechm nur mit Achtung von ihm. Er hat es einst gewagt, gegen die allmächtigen Eisenbahngesellschaften aufzutreten, hat es gewagt, mit mächtiger Hand den Deckel zu lüpfen vor jener unglaud- lichen Konumpirung, die, am Marke des Landes saugend, jene hunderte von Millionären schuf, zu welchen ein Vanderbitt, ein Jay Gould und ihres gleichen gehören. Dafür ist ihm das Volk dankbar, und der Amerikaner, so wie so zum Extremen neigend, erweist ihm, wie sich jetzt wieder zeigt, fast übermenschliche Ehre. Schade, daß der Mann schon seine 75 Jahre auf dem Rücken hat und seine Körperkrast nicht mehr vollständig Schritt hält mit der Macht seines Geistes. In NewlNork, wo er kürzlich sprach, wurde er von einer Ohnmacht befallen. Zu den besten und wirksamsten Rednern, welche die Partei der R-pudlikaner ins Jeld stellt, gehört der Gouverneur Joraker aus Ohio. Es wird für den schweizerischen Leser seltsam klingen, daß dieser mit 8000 Dollars jährlich bezahlte höchste Beamte unseres Staates fich dazu hergiebt, als Parteiredner im Lande umher zu reisen und das Volk zu haranguiren. Nun, hier findet das niemand auf- fallend. Ist er nicht vor einem Jahre, als es fich um seine eigene Wahl handelte, in Dutzenden von Städten aufgetreten? Schreiber dieses hat ihn damals auch gesehen und gehört und wir können ihm das Zeugniß nicht versagen. daß er in jeder Beziehung einen guten Eindruck macht. Er ist ein heftiger Gegner Cleveland's und bat er diesen schon bei früheren An- lassen nicht mit Sammet. Handschuhen angefaßt, so macht er's jetzt nicht besser. Freilich muß er es fich hinwieder gefallen lassen, daß ihm mst gleicher Münze heimgezahlt wird. Hier ein ��„Die Fischweibersprache, deren fich unser Gouverneur bedient, sticht höchst unvortbeilhast ab gegen den von andern republikanischen Rednern an den Tag gelegten Anstand. Foraker, der seine Karriere ja auch größtentheils dem Cincinnaticr Wardbummer- clement(Pflastertreter) zu verdanken hat, finkt nachgerade auf das Niveau eines ordinären Scbimpfboldcs herab." So ein sehr angesehenes Blatt. Andere heißen ihn gemeines Sebwatzweid, Lügner u. s. w. Daß Foraker, trotz seiner hohen Stellung, ein ausgesprochener Parteiführer ist, ist Tbat« sacke; er läßt das seine Gegner auch häufig genug fühl-m. Der Mann strebt eben nach nichts geringerem, als nach der Präfiden« tenwürde, wenn— seine Zell einmal da sein wird. Blaine, der fich seit sewer Rückkehr aus Europa mit oller Kraft in den Parteikampf geworfen bat, macht Dummheiten über Dummhesten. Seine lange Abwesenheit scheint ihm den Kompaß aus den Händen gewunden zu haben und augenscheinlich kann er fich nickt mehr zureckt finden. Seine öffentlichen R.den, von denen jede mindestens eine handgreifliche Unwahrheit und zahl- reiche Widersprüche enthäll, werden denn auch von der gesamm- ten demokratischen Presse ganz jämmerlich zerzaust und Republi- kancr, die nicht gerade zu seinen blindesten Anhängen zählen, mögen mst Recht beten: Herr, bewahre uns vor diesem Freunde. Der Ausfall der Wahl kann nicht vorausgesagt werden. Er hängt von der Haltung, von zwei oder drei Staaten ab und dort rückt nach und nach ein Kampfgenosse ins Feld, dessen Gründe in der Regel ebenso unwiderleglich als überzeugend find: der allmächtige Dollar. (Zu vorstehender Korrespondenz haben wir einige Bemerkungen zu machen. Datz der Dollar in den Vereinigten Staaten viel machen kann, ist richtig, aber„allmächtig", wie in früheren ist er nicht mehr. Leider ist eine gesunde neue Partei nicht aus dem Plan, weil die amerikanischen Arbeiter in ihrer Masse nach nicht zur genügenden prinzipiellen Klarheit und organisatorischen Seldstständigkest gelangt find. Ader die beiden alten Parteien Republikaner und Demokraten haben rn ihrer ursprünglichen faulen Form dock seit dereUS nahezu einem Jahr- zehnt dos Zeitliche gesegnet. Beide Parteien konnten fich trotz deS„Dollars" in ihrer ursprünglichen Form nicht behaupten, noch kurze Zeit zu leben habe. Alle», was ge- schehen könne, wäre, den Tod so leicht wie möglich zu machen. Als Samuel Simpson zur Besinnung kam, be- griff er sofort seinen Zustand und Harry erkennend rief er ihn zu sich. Die Zuschauer traten zurück. „Mein Freund," sagte er mit schwacher Stimme,„mein Ende ist gekommen, ich werde sterben. Schaffen Sie mich «ach Hause und holen Sie Maud. Zch bin vielleicht nicht mehr im Stande, nochmals mit Ihnen zu sprechen— beugen Sie Ihren Kopf herab— so! E« ist wegen Maud. �ch glaube, Sie lieben sie; sie mag Sie lieben oder nicht ich wünsche, daß Sie mir versprechen, über mein Kind zu wachen, als wenn es Zhre Schwester wäre." Harry versprach es. Em Blutstrom quoll auS dem Munde des Verwundeten und Samuel Simpson fiel be- sinnungSlo« zurück. Ritter der Arbeit waren eS, die den Sterbenden sorgsam auf eine Tragbahre hoben und hinter- drein schritten, um ihn ebenso sorgsam auf sein Todtenbett iü Maud Simpson hatte der Roth und dem Kummer ins Antlitz geschaut und auf die Zukunft gehofft. Sie hatte die schreckliche Leere gefühlt, welche der Tod einer Mutter verursacht, allein die Mutter war jahrelang hinfällig gewesen, so daß Maud mst dem Gedanken an ihren Tod sich lange vertraut gemacht und Zeit gehabt hatte, sich auf den Schlag vorzubereiten. Jetzt hatte aber ein unerforschliche« Schicksal ihr den Anblick de« plötzlichen Tode« berestet. Diesen Morgen noch— eS erschien ihr wie ein Augenblick— hatte der Vater sich seiner vollen Gesundhest erfteut und war so munter und heiter gewesen. Er war noch nicht alt und hatte auf seine Gesundheit stets geachtet. Er hatte immer von glücklichen Jahren gesprochen, die ihrer noch warteten Man konnte annehmen, daß er noch em Vtertehahrhundert leben würde. Maud hatte ihre TageSarbest so freudrg be- gönnen,- die Prüfungen kamen mit Blitzesschnelle. Sie war in gehobener Stimmung gewesen und hatte nachgedacht über die große Erziehungsaufgabe, die sie vor sich hatte.— Zm Nu war alles verfinstert und sie kämpfte wie erne Wahn. sinnige, um fich von dem Schurken zu befteien. Ihr Herz hatte höher geschlagen, al» sie den starken Arm Harry S er. beide mußten den Forderungen der Neuzeit Rechnung tragen und fich gegen den Kapitalismus und Monopolismus wenden. Natürlich ist es den Führern, oder doch einem Theil derselben, nicht ernst; das ändert aber nichts an der Thatsache, daß das Gros der amerikanischen Staatsbürger diese Schwenkung gefor- dert und erzwungen hat. Zu einer festen Neubildung werden die„Republikaner" und die„Demokraten" allerdings nicht mehr kommen— die ungeachtet aller Fehler und Rückschläge fich un- aufhaltsam entwickelnde Arbeiterpartei wird ihnen voraus« fichtlich leine Zest dazu lassen.) Politische Ueberstcht. Au« allen Shrile« Deutschland» laufen noch fortge- setzt Nachrichten über sozialdemokratische Demonsttattonen zum Jubiläum des Sozialistengesetzes ein. So meldet das„Forster Wochenblatt" aus Forst: Sozialdemokrattsche Demonstrationen find in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag auch hier in Szene gesetzt worden. Anlaß zu dm, wie es scheint, allgemeinen Kundgedungen bat das zehnjährige Bestehm des Sozialistenge- setzes gegeben. Die Demonstration in Forst und Berge bestand in der Befestigung dreier riefiger Fahnen an den Wipfeln Hoher Bäume. Am Sonntag Vormittag fand man die Fahnen im Schüyenpark, an dm Wehren und in Berge in der Gegend des Schulhauscs. Die Fahnen find an starken rothen Stangen von ungewöhnlicher Länge angebracht und tragen auf rothem Stoffe in schwarzen Buchstaben die Inschrift:„Zum Andenken an dm 21. Oktober 1878. Hoch lebe die Sozialdemokratie."— Aus München meldet der Polizeidericht, es sei in der Samstags- nacht versucht worden, auf der Bavaria eine rothe Fahne zu hissen und die Aufgangstbüre zum Monument zu sprengen;(?) in der Näbe seien vpagatschnüre und Metallröhrm gefundm worden. Darauf sei die rothe Fahne an einer Fahnenstange im Vollingerkeller aufgezogen, aber um 4 Uhr Morgens durch die Gendarmerie entfemt wordm. Sie trägt in weißer Farbe die Inschrift:„Zur Erinnerung an dm 21. Oktober 1878."— Auf dem Elberfelder Grünewalderderg prangte nach der .Elberf. Ztg." cm Sonntag früh eine rothe Fahne. Dieselbe wurde von der Polizei beschlagnahmt.— In tzagen schwebte Spitze di des Morgens in aller Frühe auf der höchsten Spitze des Gold« beiges eine rothe Fahne mst der Inschrift:„Zur Erinnerung an den 21. Oktober 1878."— In Frankfurt a. M. wurde am Sonntag Morgen an der neuen Mainzer Brücke eine große rothe Fahne mit der Inschrift:„21. Ottoder" ausgesteckt gefunden und polizeilich entfernt.— In Braunschweig wurden am Sonntag Morgen an mehreren Ottm der Stadt rothe Fahnen(das„Tageblatt" zähtt deren 5) mit In- schristen bezüglich auf das zehnjährige Besteben des Sozialistm- gesetzes an erhöhten, lheilweise nur mit Lcdmsgefahr zu erreichenden Stellm aufgesteckt erblickt. Dieselben wurden polizeilich mtfernt.— Aehnliches wird noch aus Hamburg und Flensburg berichtet. In Dresden sprach am Frestag Abend Herr Bebel im Floragatten in öpentticher Volksversammlung über dm„Entwurf der Alters- und Jnvalidenversorgung der Ardeiter." Der kleine zirka 400 Personen fassende Saal war überfüllt, während fast die doppelte Zahl im Gartm— die Fenster waren geöffnet— den Motten des gefeietten Volksredners lauschte. Der Vor- tragende dehandette dieses Thema in gleicher Weise, wie er es im Kaisergatten zu Sttiesen gethan. Die Versammlung verhielt fich ablehnend zu dem Entwurf. Die Reichozivilliste verschwindet nicht von der Bildfläche. Die Lffizrösen schreiben fich die Finger wund, um zu beweisen, daß der Kaiser, welcher als König von Preußen 12 Millionen Matt bezieht und vom Reich 88 500 M. für seine Adjutanten und einm Dispofitwnsfonds von 3 Millionm Matt bekommt, damit nicht auskommm könne. Es wird vorgerechnet, daßder Kaiser von Oesterreich eine Zivilliste von 15j Millionen Mark und ein Gesammteinkommen von ca. 30 Millionen Mark, der Kaiser von Rußland eine Zivilliste von 33 Millionm Mark, der König von Italien eine solche von 15 350000 Fr. hat. Für die Kartellbrüoer im Reichstag und auch für die„antimonarchi- schen" Freifinnigen werden diese Gründe schon genügen, um eine bezügliche Vorlage flott zu dewilligen. Neugierig find wir nur zu erfahren, wie viel verlangt werdm wird. Inr ZWangsimpfnng. Nachdem bereits im Jahre 1885 in verschiedenen Kresten, namentlich in Pommern, das Auf» trctm eines eigenartigen Blasenausschlages, Impetigo contagiosa, in Verbindung mit der Schutzpockentmpfung demettt ist, hat man diesem Gegenstande weitere Beobachtung zugewendet und so find auch in den Jahren 1886 und 1887 in den verschiedensten Provinzen derartige Epidemien festgestellt, von denm es zweifellos erscheint, daß sie mit der Impfung zu- sammmhängen, da fast immer der Ausschlag, der meistens im Geficht beginnt, dann aber den ganzen Körper überzieht, zuerst bei geimpften Kindern, und zwar 10—18 Tage nach der Impfung bemerkt wurde und die überwiegende Mehrzahl aller geimpften Kinder befallen hat, dann allerdings auch auf andere und namentlich Erwachsene übertragen ist. Auffallend ist dabei, daß diese Erscheinung sowohl bei Verwendung von Lymphe von gesunden Kindern, wie bei Thierlymphe beobachtet ist und blickte, der den Bösewicht von ihr wegschleudette, und nun diese plötzliche Ankündigung namenlosen Unglücks!-- Ihr üppige« Haar hatte sich aufgelöst und fiel auf ihre Schultern wie ein Trauermantel herab, als der neue Schlag sie traf und sie einen Augenblick zitternd dastand. Dann stürzte sie mit todtenbleichem Gesicht und fliegenden Haaren, wie der Wind, an Gertie und Harry vorüber. Eine Se- künde später umarmte sie mit all der Zärtlichkeit eines warmherzigen Weibes ihren sterbenden Vater, den sie mit der ganzen Kraft ihrer Seele liebte. Es war ein weihe- volles Schauspiel. Der Arzt und die inaig mitfühlenden Bruder-Ritter der Arbeit zogen sich in bie| Küche zurück, wo sie Harry und Gettie trafen. Der Arzt theilte diesem mit, daß das Leben nur noch wenige Augenblicke dauern könne, weil der sterbende Mann auch innerlich sehr statt blute. Die Anwesenden warteten in ernstem Schweigen, bis ein schmerzliches Schluchzen des von Qual erfüllten Mädchens sie belehrte, daß Alles vorüber war. Harry war rasch an ihrer Seite: er führte sie sauft auS der erschreckenden Nähe de« Todes in ein anderes Zimmers und überließ sie den Umarmungen Gettie's. Der Arzt trat an das Bett, um die letzte Untersuchung vorzunehmen, und stellte fest, daß der Tod eingetreten sei; dann verabschiedete er sich von den trauernden Männern, die um die sterblichen Ueberreste ihre» Freunde« und BruderS versammelt waren. Die schreckliche Ruhe, welche der Tod auferlegt, wurde nun durch einen der Männer unterbrochen, der Harry fragte, waS jetzt zu thun sei. „Genoffen," sprach er,„wir müssen dem unglücklichen Mädchen Alle« so leicht wie möglich mache». Einer von Euch läuft hinunter in A b e W a t s o n'S HauS und bringt dessen Frau. Dann müssen wir so rasch al» möglich den Almosenier von„1644" hier haben, und ferner muß ich einen Brief in das Kneg«depattement schicken, der meine Abwesenhett erklärt." Einer der Männer eilte sofott zu Mr«. Watson. ein Anderer holte den alten Freund Stickler, welcher der Al- mosenier von„1644" war und der Dritte wartete auf Harro der eiltg fernen Brief schrieb. Harry dachte auch an die daß zwar ein Nachweis des kontaaiösm G i f t st-> lungen ist, daß es aber an jedem Anhaltspunkt das« meitters�Sau- dieser Giftstoff in die Lymphe hat gelangen köwftfoibura Qn deren Gewinnung und Aufbewahrung nachweislich>«1 Vorficht angewendet ist. Da der Ausschlag regel«>cj,mann-a, starken Ftedererscheinungen verbunden ist und das sonnabends ke definden nachtheilig beeinflußt, in mehreren Fälle» en Sonntaa Tod der Erttankten herbeigeführt hat, so erscheint d fn m.,,.|. geboten, diese neue Krankhert energisch zu bekämps»/ allem das Räthsel ihrer Verbinduna mit der Ä? impfung zu lösen. Der zuständige Minister hat allern sämmtliche beamtete Aerzte, sondern auch Jmpfärzte durch die Behörden auf das Auftreten schlagcs unter genauer Beschreibung der Krankbeil! weisen lassen und ste beauftragt, jedes epidemW dem Reichsgesundheilsamt behufs näherer UntersachM! und selbst in thunlichst eingehender Weise die neue zu beobachten. Die Nolksvorsammlune, die am Sonntag ervigung Kracker's im Breslauer Konzetthause statt! wurde, wie bereits mitgttheilt. unmöglich, well in W der Gastwirth das Geld(die Saalmiethe war ben am Sonnabend Mittag mit dem Bemerken zurückschi das Lokal nicht zur Verfügung stellen könne, da eine dasselbe in Anspruch nehme, der gegenüber er lo pflichtet sei, dasselbe für ste zu einer Probe von 12 während welcher Zeit die Versammlung stattfinden Verfügung zu stellen. Am Sonntag sammelten W bestimmten Zeit ganz enorme Volksmassen an, so kehr auf den Trottoirs fast ganz gespertt war. Zur der öffentlichen Ruhe und Ordnung war nur ein missar anwesend. Es errählt nun hierüber ein der„Schief. Nachr.":„Ick stand mst einem Kollege» mir unbekannten Persönlichkeiten vor dem Lokale,. Herr zu uns gesellte. Er erkundigte fich sehr ein die Versammlung nicht stattfand; als ich ihm die. theilte, sagte er, daß dies offenbar Po liz ei machittli v erb an. sei u.s.w. Er fragte hierauf eingehend nach den' Ä ÄS%«Ä Herren im �Hotel zur goldenen Gans" lozstten," ern. 21. C chers Reichel Delegir iterverei betreffend tischen Patt unwesentlich ndesräthliche ld straffere A lmlung folge «ende Delex vereinen ver Bundesrath ä 1888 ergrij , unsere durc eiheiten zu ri veiterung di und erfolgr wir unsere alle Schwe unserer G n der Bunde im Volke gerr sehe obligotori ls Jnitialivbl Vorstand ien beföcderlic Zürcher ein Pommes) ausz der Form en ion angenon zerdürger vert undesrat d die Redefi der Bundes ug ist eir de Thatsach gsgemäß d angetastet lung der Schwe ! ettlä' .... meine Worte:„mein liedt> Polizeideamter Neumann; Sie find k%. Unttchttgen gekommen. Es freut mich jedoch, d»», einen Beamten darüber belehtt worden bin, wer a» 1 fallen der Versammlung schuld ist." In Ke?«g auf ei«(Opfer de« Koftalitte wir heute in der angenehmen Lage, vergleichsa Nachttchten gebm zu können. Das Befinden oo»j 'S o h n hat fich deratt gebessett, daß er vottgen der I r r e n k l i n i k in Leipzig entlassen werden Leipziger Landgettcht ist das Verfahren bis zur' Genesung und körperlichen Kräfttguna des jungen!* stellt wordm, der fich nun im elterlichen Hause licher Pflege befindet. Er wurde von einem Br Leider ist der Gesundheitszustand des vielgeprüften! blicklich nickt ganz befriedigend. Der Reichshanshaltsetat ist, so berichtet> dem Vernehmen nach fertiggestellt und wird, wie 1 in einzelnen Gruppen alsbald an den Bundes langen. Die Hauptarbeit wstd hier bekanntlich schüffen vorgenommen, deren Anträge im Pll formale Behandlung zu erfahren pflegm und sell werdm. Dir im Nrichstagswaßtlerrif« An«ba„ Hrilsbronn vorgenommene Nachwahl hat kein gebniß gehabt, vielmehr ist eine Stichwahl notha zwischen dem Kandidaten ver Volkspattei, Herrn. dem fteikonservativm Herrn v. Lerchenfeld. Die>__ schaften steht roch aus. Im Jahre 1887 erhielt �.Ausdruckder der Kartelldrüder, Herr Seydold, 9834 stimme». 5Lnci. Geldsanm fielen 5715; Seydold fiegte bekanntlich im erste» Getvsanm Diesmal, wo die Kartelldrüder ohne Baracken kämpften, ist ein ganz erheblicher Rückgang Stimmen zu verzeichnm; die voreiligen Sieö�� Besteueruno Kartellpresse werden nun wohl gänzlich verstumme»-�. J euerung der sozialdemokratische Kandidat 329, 1887 nur./., Glfenbnrg. Nachdem Klein und Dr. W»%| Fuß gesetzt find, verbleiben noch fünf weitere Dotter sett 22. August, Basler seit 8. Septemb� mann, Adolf Geck seit 9. September, Frau Zwi»! tember) in Hast, die in den Freiburger Gebeimb'" wickell find. Im Laufe dieser Tage werdm ste. Oderlande übersteveln. Frau Zwick wurde beieU'� nerstag Abend in Begleitung des gelegentlich Prozesses hier anwesenden Polizeikommissars G klärt fich ein, . csrathes durch 3 der Volksinitiat Saale sprach on der Bauhai Streiks. Ohne »lung die bekan protestirt geger bekommission smänner der 5 sinterthur refei •»fc«nöge Mitte » Achtung zu ve »er Frage udern der Mann i mit der Stin Mittheilungen, welche Gertie zu machm fotzken! nachdem er von ihr ein Telegramm und � D�onisten—« Mr. Strang erhalten hatte, schickte er sei»� die Aufträge zu besorgen..Utt. „Ich will," sagte er,„bei der Leiche bleib Dringende erledigt ist." MrS. Watson war in wenigen Augenbu?� mst Hilfe Harry's bestimmte sie Gettie und ihre Wohnung zu begleiten. Bald darauf � Lt wellen— ich «n. ektor H. wu , chsten Mitta n Dialog, tut; H. Es ist fangen. P. Wiese und die beiden Männer trafen Vorbereitung�.(Ax. tz. Ich ständiges, einfaches Begräbniß. Nachdem �*f|5nnk rnst I gmg Harry und Watson auS," nach Maud sehm. Er ließ Stickler bei der Leiche zurück- lfch engag (Fortsetzung folgt.) Ans Kunst und Ein» reizend« Theater-Anekdote. 20 Jahrm abspielte, zur Zeit, da der Bm«_ Beginne seiner Lausdahn war, wird mit vem getheitt, daß die Dinge fich absolut genau f" � n hrthptt»MAf«n« getragen Hoben. Reichmann war im Süden Reiches engagitt. Ein im hohen Norden i Haar wachser Mr. H. glaubte :, daß er auf t « Verlegenhei eiden find jetzt möglich. knrio «ntT wurde digt: Mit H, direktor wie als Impresario gleich de rühmtet rj von Reichmann gehört und biiite ihn �r» engagitt. Wie dies aber bewerkstelligm, mehrere Jahre an der süddeutschen Buh«* � entwarf einen strategischen Plan und diese». de�lnelbot�Dst e Itor P. reiste nach dem���f Königl. j Hochfü, Hochs VW*««.H.4VVH.-cueuur P. reyre naw iU W.wunderschönen Stadt" eigentlich 5? rÄTÄ «ntzuckte. Nach dem Theater aßen die metntotn Abendbrot und es entspann Dir. H.; BU. nefxm moine O?. Ein Deut' Das rucklo We i Giftst- lunö iafut igen lö ichmeislÄ Klag. und das nen FW» erscheint es i bekämch« itt der ster hat ern auch luftieten irankheit! epidemische ntersuchM! se die neue Sonntag use statt!. weil in lcht i war bei! i zurücksch« ic, da eine er erloi ic von 1U stattfinde melten an, so ivar. Zu! nur ein er ein sängniß Emmendingen überführt. Freitag fitachmittag trat Redalteur Adolf Geck unter der ficberen Obhut des eisters Sauer. der ihn in Zivil begleitete, seine Reise reiburg an. Sonnabend Morgen mit den Zügen um und 10 UKr folgten ihm die Herren Ludwig Dotter und Lehmann. Der Letzte, Johann Basler, dürfte im Laufe nnabends seine Reise angetreten haben, so daß die In» n Sonntag in Gemeinschaft das Jubiläum des zehn« m Bestehens des Sozialistengesetzes begehen tonnten. Schweiz. ern, 21. Oktober, p. Der heute hier unter Vorsitz des Lechers Reichel stattgehabte Arbeitertag, an welchem Delegirten von sechzig schweizerischen itervereinen betheiligten, hat, wie bereits kurz ge- betreffend die Bildung einer schweizerischen sozial« «tischen Partei die Vorlage des Aktionskomitees mit unwesentlichen Modifikationen angenommen. In Sachen ndesräthlichen Rundschreibens vom 11. Mai 1888, de« cd straffere Ausübung der politischen Polizei, faßte die linlung folgenden Beschluß:„Die heute im Kafino zu gende Delcgirtenvcisammlung von sechzig schweizerischen «ereinen verdammt des Entschiedensten die Maßnahmen, Bunde- rath nach dem berüchtigten Sendschreiben vom ii 1888 ergriffen hat. Sie erblickt in demselben einen , unsere durch Gesetz und Verfaffung garantiiten Rechte eiheiten zu untergraben, während doch deren Erhaltung leiterung die erste Voraussetzung für einen gesetzlichen und erfolgreichen Ausgang des Befreiungskampfes ist, wir unsere letzten Kräfte einsetzen. Die Versammlung alle Schweizerbürger, welche die freiheitlichen Tra« unserer Geschichte nicht verleugnen, auf, für eine der Bundesvcrfaffung einzutreten, wonach der Bundes« -m Kollege« �om Volke gewählt, seine Amtsdauer beschränkt, das cid« n Lokale, Wäsche obligatorische Referendum eingeführt und dem Volke ebr eing-Mesetzesvorschlaasrecht zugesichert wird." ihm die(M" der Delegirtenversammlung des kantonalen ach den lältc, da« randes für u nentgeltlich e Beerdigun g soll De�emdersesston des Kantonsrathes durch ein Rathsmit« Sache. Ferner er« ein**„ her SRorflanb den sT?£»rMv� ?°B°ud den Auftrag, in Verbindung mit' Sachver. xn beförderlich im Sinne einer Vorlage des Herrn Ober- Zürcher einen Entwurf für Gewerbegerichte ommes) auszuarbeiten und dem Kantonsrath in paffend der Form einzureichen. Endlich wurde einstimmig die ion angenommen:„Die Versammlung, welche 1835 zerdurger vertritt, erklärt, daß fie das K r e i s s ch r e i b e n tundesrathes als Versuch betrachtet, das Vereins« md die Redefreiheit des Schweizers einzuschränken. Die der Bundesstadt hervorgeaangene Beschwichtigungs« ng ist eine schwache Entschuldigung. Die de« Thatsache bleibt immerhin bestehen, daß gsgemäß die dem freien Manne heiligen Volks« angetastet wurden und daß die internationale ng der Schwei, geschwächt worden ist. Die Vcrsamm« rllart sich einverstanden mit den Postulaten der Wahl ves srathes dutch das Volk, des obligatorischen Referendums er Volksrnttiative in Bundessachen." Bor dem dichtge« Saale sprach am Rachmittag Sekretär Greulich über die m der Bauhandwerker wegen polizeilicher Unterdrückung treiks. Ohne materielle Diskussion genehmigte die Ver« .ung die bekannte Gegencingabe des Grutlivereins; die« rotestirt gegen Ausnahmegesetze und verlangt, daß in die bekommtssion des Regietungsrathes zur Hälfte Ver« Männer der Arbeiter gewählt werden. Herr Hofmann interthur referirte über den Sektwnsantrag, der Kantonal. " möge Mittel und Wege suchen, um dem Fadrikgesetz btung zu verschaffen. Den Beweis für die Dringlich. . trutf#."~ Stoge übernahm Herr Greulich, namentlich den lang. ■""MdM®anß der Untersuchungen durch das Statthalteramt Zürich ?' Sdrhebend. Jndeß meldeten viele Sprecher noch kraffere t, so daß deschloffen wurde, Material zu sammeln, worauf it eine Eingabe an die Regierung erfolgen soll. Mit Ausdruck der Sympathie für die Weber in Männedoif ner Geldsammlung zu deren Unterstützung schloß die Ver« *. Frankreich. —"".[x dm gleichen Verpflichtungen unterworfm, wie die uschen, d. h. fie muffen i Prozent vom Einkommen aus den und 1 Prozent vom Einkommen aus dem Kapital wenn daffelbe 2000 Franks übersteigt. Die Letzterm Steuern nur von dem hier gewonnenen und verzehrten men und zwar diejenigen, die weniger als ein Jahr den, emen geringeren Prozentsatz. e find l-W edoch, bai tt, wer" rglcichsi«� aden vorigen werden bis zur. s jungen� ' mein B [prüften berichtet )ird, a>>! Bundes anntlich im PI und se! l»«b it kein I noth et aea. I für de« ne An! erhielt Stimmen« im ersten. ftaracken kgana de». Deputirtenkammer. Der Berichterstatter Roche de« merkt, daß nicht Frankreich allein seine Ausgaben vermehre; die gesammten Budgets der europäischen Regierungen verfolgten die aufsteigende Progression; Europa sei in ein verschanztes Lager umgewandelt. Frankreich sei in seinen Bewegungen nicht frei, gebeugt durch das Mißgeschick der Ereignisse könne es sich nicht von den drohenden Bündnissen wie auf einer Insel isoliren. Angesichts des Höheren Interesses des Vaterlandes müsse man gemeinsam die Mittel suchen, um der finanziellen Lage die Spitze zu bieten. Redner schließt zur Genehmigung des Budgets mit emem Appell an dm Patriotismus der Kammer. Nächste Berathung Donnerstag. Senat. Pmauster von der Rechten schlägt vor, eine Kommission zu ernennen, die mit dem Studium des Ver» fassungsrevifionsentwurfes und der Aufbebung des Konkordats beauftragt werde; er halte es für nothwmdig, eine Debatte über diese Fragen aufzuwerfen, da das Kadinet dieses Programm für sich in Anspruch nehme. Bardey, der Berichterstatter der Kommission, erklärt, es komme dem Senat nicht zu, diese Fragm auszuwerfen; der Senat wünsche leinen Konflikt, er werde immer seine Pflicht zu thun wissen im vollm Vertrauen auf die Festigkeit des Präfidentm der Republik. Hierauf verwarf der Senat den Antrag Penauster. gollattd. In einer öffentlichen Versammlung, welche die Sozial» demokratenAmsterdamsam Sonntage im Volksparke abhielten, wurde die Frage d e r A r b e i t s l o s e n zur Erörte» rung gebracht und beschlossen, die öffmttichm Demonstrationm vorläufig einzustellen. Einstweilen wurde eine Adresse an dm Gcmeinderath gerichtet, in welcher die Stadtverwaltung aufae« fordert wird, össentliche Arbeiten zu unternehmen, damit die Arbeiter, welche ohne Beschäftigung sind, während des nahenden Winters ihrm Unterhalt verdienen könnm. GroßKrttanttiett. In der Verhandlung der Kommission zur Untersuchung der von der„Times" gegm die Pamelliten vor- gebrachten Anschuldigungen erklärte der Vertreter der„Times Attorney General Webster in seinem Expose, es destehe eine intime Verbindung zwischen den Häuptern der Agrarliga. den parnellitischm Depurirten und verschiedenen anderen Mitgliedem der Liga, welche öffmtlich Ausschreitung' predigen und fast immer Mord und Todschlag empfehlen. Er werbe dem Ge» richtshofe alle Thatsachen, welche sich auf die Briefe ver nam« haftesten Parnelliten beziehen, unterbreiten und die Ramm der« senigm, welche fie der„Times" mitthellten, ebenso wie den welcher dafür bezahlt wurde. und Frauen, zu verhaften. Von den Tmppen warm fünf Offiziere und drei Gemeine verwundet; von den Verletzungen der Bauet» schweigt die Historie. Auch die Polizisten hatten telitten; der Jsprawnik(Landpolizeimeister) war von dm iäuerinnm tüchtig durchgeprügell worden. 86 Bauern und 41 Bäuerinnen wurden arretirt und im örtlichen Gefängniß inte?- nirt. Die Ruhe war wieder hergestellt, und daß sie nicht mehr gestört wurde, dafür sorgten reitmde Patrouillen. Es steht also ein neuer Monstreprozeß in Ausficht. Bemerkenswerth ist noch, daß die Bauem, als sie sich bedrängt sahen, Sturm läuten wollten» um aus den benachbarten Dörfern Hilfe herbeizurufen. Dieses Beginnen wurde jedoch noch rechtzeitig vereitelt. wettet« J Septem� au Z«" zebeimbt! mtlich�l issars KttßUttd. Ungeachtet des hier so beliebten Vertuschungssystems dringen doch dann und wann Mitthellungen über Ruhestörungen unter der Landbevölkerung in die Oeffentlichkeit. Vor einiger Zeit hat im Dorfe Nowo«Dmitriewskoje im Gouvernement Stawropol infolge der von den Behör« den gegm die Rinderpest ergriffenen Maßregeln ein Zusammen- stoß zwischen Bauern und Militär stattgefundm. Die Bauern hatten die Polizei und ihre Veterinäre verjagt, welche ihren Ruckzug mit dm Revolvern in der Hand vertheidigen mußten. Die Uederredungskünste des Geistlichen, der Polizei und selbst deS.Gouvernmrs erwiesen sich als unzureichend und es mußten endlich Kosaken herangezogm werden. Dieselben bezogen auf dem Dottplatze ein Bivouak, was die Bauern ruhig geschehen ließen. Als sich i edoch einige Kosaken in Begleitung der Polizei aufmachten, um vom Hofe der Wolostverwaltung Wasser und Holz zu holen, das zu diesem Zweck von Wolostältesten vor« berettet war, da wurden fie von den Bauern unter den Rufen „wir geben kein Wasser, kein Holz" zurückgedrängt. Der Wolost« alreste und sein Sckreider, denen die Bauem wegen der de» rvlesenen Fursoralichkeit an den Kragen woMen. hatten sich schon früher wohlweislich in ein benachbartes Dorf geflüchtet. Der |iÄM»ÄÄ'SfiÄ,<Ä ew.. Der Kommandeur sah sich genöthigt. auch noch die beiden übrigen Sotn en herderholen zu lassen. Er ließ eine derselben absitzen, defahl seinen Leuten, von der Nagaika(Knute) Gebrauch kv machen, untersagte aber strengstens jegliche Anwendung der Waffen. Jetzt mußten die aufrührerischen Bauern weichen. Sie zogen sich unter eine Abdachung des Wolostgebäudes zurück und vettheidigten sich hier, angefeuert durch ihre Weiber, mit Haken- siangen, Knütteln u. s. w. gegen die anstürmendm Kosaken. sch eine Sotme mußte abfitzen und erst jeet gelang es nach halbstündigem Kampfe, den Hof und den und die„Rädelsführer" und die td dm Platz zu„säudem" hitzigsten Kämpfer, Diänner Uerewe und Persammluuge«. Vrr»i«ig«t»g der Drechsler Deutschlands. Die hie- figm Ortsverwaltungen hielten am Montag, den 22. d. M., Alte Jakodstr. 48a ihre erste kombinirte Versammlung ad. Namens der Kommission für die Errichtung einer Herberge, ver« bunden mit Verkehrslokal und Arbeitsnachweisebureau, erstattete Herr Sündermann Bericht. Die dringende Nothwmdigkeit, im weiteren die Vortheile eines zentralen Vereinigungspunktes der Berliner wie der zureisendm fremden Gewerlskollegm hervor- Hedend, unterbreitete Redner der Versammlung den Beschluß der Kommisfion, der dahingeht, daß am 1. November d. I. die Herberge, Verkehrslokal und das Arbeitsnachweisebureau irr dem Lokal K l o st e r st r a ß e 93 bei Pettig(Inhaber: Peter» söhn) errichtet werden soll. Nach reger Diskussion erklärte sich die Versammlung mit dem Antrage der Kommisfion einver« standen. Hierauf wurde die Wahl einer Ardeitsvermittclungs- kommisfion(die hierzu erforderlichen 15 Mitglieder hatten sich freiwillig dazu bereit erklärt) vollzogen. Im Verlaufe der weiteren Verhandlungen, insbesondere über die Geschäftsordnung des Ardettsnachweises, wurde die Kommisfion mit der R gclung dieser Angelegenheit beauftragt. Dieselbe hat darüber demnächst Bericht zu erstatten. Die Versammlung dislutirte sodann über die von dem Zentralvorstand der Vereinigung für die Zett vom 27. bis 30. Dezember d. I. in Aussicht genommene Ein- berufung der ordentlichen Generalversammlung der Vereinigung der Drechsler Deutschlands und es wurde beschlossen, die ent» stehenden Unkosten für die Delegitten durch freiwillige Bei- träge aufzubringen. Ueber die zur Zeit in der Gewerkschaft ausgebrochenen Streiks wurde zunächst die erfteuliche Mit- tbeilung gemacht, daß der Streik der Gewerlslollegen in Meerscheid-Wald zu Gunsten ver Arbeiter deendigt ist; in An» detracht dieses neueren Erfolges der Vereinigung sei es nun die | Pflicht aller, die noch streikenden Drechsler in Luckenwalde that- kräftig zu unterstützen, damit auch dort der Sieg unserer Sache I ein glänzender werde. Bei letzterer Arbeitseinstellung, woran ssch alle Luckenwalder Kollegen(32 Mann) betheiligen, und die bereits nun schon 4 Wochen dauert, tritt so recht wieder einmal der alte Schlendrian zu Tage; weil eben die täglich 12stündise Arbeitszett in Luckenwalde sich bisher so schön bewährt hat, jetzt aber sellens unserer Kollegen eine lOstündige Arbeitszeit gefordert wird, ja darum eben muß der Ardeiter streiken und darben, dann wird schon die„Einsicht" kommen. Verstanden!!! Nun Einigkeit macht stark und wird auch hier zum Siege führen.— Zu der am Sonnabend, den 27. Oktober, in Säger's Salon, Grüner Weg 29, stattfindenden geselligen Abendunterhaltung, verbunden mit Tanzkränzchen, wurden die Mitglieder mit ihren Damen zu reger BetheUigung aufgefordert und die Versammlung mit einem nochmaligen Appell, der streikenden Luckenwalder Kollegen zu gedenken, geschloffen. Nachdem fast sammtliche Berliner Gemerkschafte» gegen den Gesetzentwurf der„Alters- und Jnoalidenverstche» rung der Arbeiter" protestirt haben, werden nunmehr auch die weiblichen Lohnarbeiter Stellung nehmen. Eine große Arbeiterinnenverfammlung, die bereits die polizeiliche Ge» nehmigung erhatten hat, soll in nächster Woche dm erwähnten Gesetzentwurf besprechen. Berichterstatterin ist Fräulein Johanna Jagert. «raste öffentliche Dersammlung der Maler und verwandten Berufsgenossen am Donnerstag, den 25. Oktober, Abends 8% Uhr, im Königstädtischen Kafino, Holzmarkrstraße 72. Tagesordnung: 1. Die wirthschastlichen Krisen und ihre Folge«. Referent Victor Buhr. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Geffentlich« Versammlung der Metallschranden* Farondrehrr und Berufs genossen Berlins am Donners« tag, den 25. Oktober, Abends 8 Uhr, in Deigmüller's Salon, Atte Jakobstraße 43a. Tagesordnung: 1. Die Alters- und In» validenoersorgung. Referent Herr W. Liefländtl. 2. Diskusston. Aerr M, Canitz hält in diesem Winter wieder eine Reihe öffentticher Vorträge und wird nächsten Freitag Abend 8j Uhr im Hotel Grand Alcxanderplatz(im blauen Saale) den Zyklus mit einem Vortrage über Gicht und Rheumatismus er» öffnen. iche bleib«!" der Mann ist halskrank, noch zwei Monate, und es wird wit der Stimme zu Ende gehen. Der Mann wird ein« hnvc»- Mötzlich auf der Buhne ein Unglück haben, er sucht die * T täuscht er aber nicht. Ich habe fünf uu? Ks�sststen wir find gute Freunde, wenn Sie einen er setn«" üfrllm— ich lasse Ihnen Schwarz ab, ein prachtvoller %ttoi H. wurde nachdenklich. Man kennte sich, um sich jacksten Mittag wieder zu treffen. Wieder entspann n Dialog, kurz und schlagend, ja niederschmetternd. "r. H. Es rst mir leid um Reichmann. Was wird er nun fangen. i. P. Wieso? '!■ Ich habe ihn entlassen. Sie haben Recht, der könnte mir die Saison stören. Ich habe Schwarz tele- m Magirt. Was nur aus Reichmann werden wird? )ir. P. O, darüber, lieber Kollege, lassen Sie sich kein i Haar wachsm. Ich habe ihn für 5 Jahre engagtrt.— jir. tz. glaubte vom Stuhl fallen zu sollen. Jetzt erkannte :, daß er auf den Leim gegangen war. Aber er half sich >er Verlegenheit, indem er vor Lachen zu ersticken schien. eiden sind jetzt noch gute Frmnde. Beim Theater ist eben teilet st�iue« kuriosen Theaterzettel reproduzirt H. Schütze r Hamburger Theatergeschtchte. Am 7. Juli 1738 gab berin in Hamburg zum ersten Male den Faust. Drese ung wurde in folgender Weise auf dem Theaterzettel otgt; Vlit Hoher Odrigkettlicher Bewilligung qj..,„Wird heute von den «ömgl. Polnischen Ehurfürstl. Sächsischen Hochfürstl. Braunsw. Lüneb. Wolffenb. nttmnebto auch Hoch; urstl. Schleswig. Holsteinischen k. q. Hok-Comödianten Ein Deutsches Schauspiel vorgestellt werden, v�enatitü t Das ruchlose Leben und erschreckliche Ende des Well. dekanntm Ertz. Zauderers D. Johann Faust 8. udey wird unter andern vorkommen, und zu sehen seyn: großer Vorhof an des Pluto unterirdischem Pallaste an tussen Lethe u. Acheron. Auf dem Flusse kömmt Charon iluge-bl'-� tie u«b rauf k-w V; e zun»»' ) äÄ ivj, i i. s in seinem Schiffe gefahren, und zu ihm Pluto auf einem feu« rigen Drachen, welchem seine ganze unterirdische Hofstatt und Geister folgen. D. Fausts Studirstube und Bücher-Kammer. Ein annehmlicher Oberirdischer Geist fingt unter einer sanften Musik eine bewegliche Arie.— Ein Raabe kömmt aus der Luft und höhlet die Hond« schrift des D. Fausts.— Hans Wurst geräth ohngefehr über seines Herrn des D. Fausts Zauberey. Er muß stehen bleiben und kann nicht vom Platze gchen, bis er die Schuhe ausgezogen hat. Die Schuhe tantzen mit einander auf eine lustige Arth.— Ein fürwitziger Hof-Bedienter, welcher v. Faust verspottet, be- kömmt stchtdarlich Hömer auf der Stirne.— Ein Bauer handelt dem D. Faust ein Pferd ab, und so bald er es reitet, verwandelt sich das Pferd in ein Büngen Heu. Der Bauer will den D. Faust darüber zur Rede stellen, Faust stellt sich, als od er schliefe, der Bauer zupft ihn und reist ihm ein Bein aus.— Hans Wurst will gerne viel Geld haben, ihn zu vergnügen, läßt ihn Mephistophiles Gold regnen.— Die schöne Helena singt unter einer angenehmen Musik eine dem v. Faust unan« genehme Arie, weil fie ihm damit seinen Untergang ankündiget. — D. Faust nimmt von seinem Famule Christoph Wagner Abschied. Hans Wurst macht sich auch davon, und die Geister bohlen den D. Faust unter einem künstlich« spielenden Feuer- Werde hinweg.— Der untcrirrdische Pallast des Pluto zeigt sich nochmals. Die Furien haben den D. Faust, und halten um ihn herum ein Ballet, well fie ihn glücklich in ihr Reich ge- bracht haben.— Das übrige wird angenehmer zu sehen als hier zu lesen seyn. I» Uew-Uork fand kürzlich ein Wettkampf zwischen zwei„professtonellen Rattenfängem"(wie die betr. Gentlemen sich nennen) vor zahlreichen Zuschauern statt und zwar nächt« licher Weile in dem Keller eines Hotels an der Wafferseile. Das Rattenfanaen wird von einer großen Gilde von Leuten in New Nork als Geschäft betrieben und als ein lohnendes dazu; die Hauptkundschaft setzt sich aus den Hotels, Fleischerläden, Schlachthäusern, vornehmlich aber aus den schiffen zusammen, die alle mehr oder weniger unter der Rattenplage zu leiden haben. Die gerühmtesten der professionellen Rattenfänger in New'Aork find Ed. Dorney und sein erster Gehilfe James tziggins, welche das Wettfangen veranstalteten, um zu sehen, wer von ihnen der Geschicktere sei. Bis jetzt hielten sie die Art. in welcher ihre„Kunst" ausgeübt wird, geheim, der öffenüiche Weit- kämpf jedoch hat nun alle Mysterien enthüllt. Ruhe und AuS« dauer waren die beidm Dinge, welche von den Zuschauem ver» langt wurden, die auf einem erhöhten Holzgerüst im dunklen Keller des Schauspiels harrten. In je einer Ecke lagen, mit Blendlaternen versehen, die Wettkämpfer, in der Mitte des W.'S«N Ä"«Älg,«TÄ ein Duymd Ratten, die sich, geblendet von der jähen Helle, laninchengleich auf die Hinterbeine setzten. Und nun begann das eigentliche Schauspiel: blitzgleich fuhr eine lange eiserne Zange unter die Rattenfamilie und im Handumdrehen hatte er 8 Stück lebendig in seinen Kasten gesteckt. Die anderen waren entflohen. Dann kam Higgins an die Reihe, der, als Pfeifen und Schanen die Ruckkehr der Thiere anzeigte, seine Blendlaterne aufflammen ließ und mit fast unglaublicher Schnelligkeit elf Ratten eivfiag und damit außer der Meisterschaft noch einen ausgesetzten Preis von 25 Dollars gewann. So oft ein Lichtblitz aus der Blend- laterne fiel und das tiefe Dunkel des Raumes erhellte, so daß die Ratten erschrocken in ihrer Kratzarbeit innehielten, ver- schwand eine derselben zwischen den unheil sollen Zangen, wäh- rend der Raum wieder düster wurde, so daß die zurückaedliebe- nen Thiere das Verschwinden eines der ihren gar nicht sogleich merkten. Ja neun Minuten war die ganze Prozedur bandet rÄÄÄna,w' ta Saumln.'mdbi Kn�äcÄJm nichts geben." antwortete Bill.-„Pah. das weiß ich besser, da mußt Ihr einen triftigeren Gntnd anführen."-„Nun, ich bin gar viel Geld schuldig; zuerst muß ich ehrlich sein, ehe ich groß» muthig werdet-„Aber, William, Ihr seid doch Gott viel mehr schuldig, als irgend einem seiner Geschöpfe."-„Wohl wahr, Pfarrer," erwidert Bill,„aber er drängt mich nicht so. wie die anderm Gläubiger!" Theater. Vor« Donner st ag, den 25. Oltoder. Gpttmhan». Der Prophet. Kch«urspi»tha«s. Geschlossen. AftrIUter-Ehentee. Madame Bonivard. der: Der dritte Kopf. Ce�tos-Tijeat»». Fräulein Maus. Oeatfche» Theater. Die Jüdin von Toledo. Krall'» Theater. My Sweetheart.(Mein Schatz.) Lrtedrtey- Wilhelmstädtische« Theater. Die Prinzesstn von Trapezunt. Nestdenz- Theater. Dekorirt. Kiktaria-Theater Münchhausen. Kietlealtiaure-Theater. Die schöne Sara. KStHgftädttCchr« Theater. Berlin, wie weint und lacht. Tearrat- Theater. Die Schmetterlinge. Kdatf Ernst-Theater. Die drei Grazien. »anfmann'» Nartttt. Spezialitäten-Vor- stellung. Taneordi«- Theater. Spezialitäten- Vor« Theater de» Reichehall»»: Spezialitäten« Lorstellung. Volks Theater. (Früher Ostend-Theater.) Direktion F. Witte-Wild. Donnerstag, den 25. Oktoder: Zum ersten Male: Novität! Novität! Kurgerlrcher Tod. Drama in 5 Atten von M a x K r e tz e r. Aalfen-Sroffnnns SzZlhr. Anfang?; Uhr. Ise der Plätze: 1. Parquet 1,50 Morl, t 1,25, Seitenparquet 0,75, 1. Rang Rang 0.75, Ballon 0,50, 1. Rang- 1,50, Orchester-LVe 3,00, Parquet. 2 Mark. Dutzend- Billets: 12 Billets quet 15 M., 12 Billets 2 Parquet 12 M.. billets 1. Rang 12 M.[697 Frettag, den 26. Oktober: Zum zweiten Male: Bürgerlicher Tod(Rovität). Drama in 5 Akten von Max Kretzer. American Theater. Direktion A. Reiff. Wallncrtheatepstra.ee Nr. 15. Donnerstag, den 25. Oktoder:Z Zum 48. Male: Die Weisheit SaSomonsby's. Berl. Lokalpossen'Pantonrime von R. Anger. Debüt des vortrefflichen Salon- Humoristen herm Emil Reumann, genannt „Kliemchen". Austreten des urkomischen B e n d i x in x neuesten Glanznummer als Stuben» irr Fean?. ustreten des Jnstrumentalisten herm Krüger und des Mimilers herm Rivoli. Anfang 6; Uhr. Entree 50 Pf., Billets vorher im„Jnoalidendank" und Vormittags von 11 bis 1 Uhr an der Theaterkasse. ELDORADO (früher Amercan-Theater. Dir. A. Reiff) » Dresdener■ NtraB.e 55 ächnabTs hurnorist Soiröen. MT* Giovani"WU preisgekrönter schön ß er Mann. FiaUerterfttt, Soße mir Gesang u.Tanz. E-ste» Wien»? Wiener Volksleben. Pg Wiener Fiaker. Kerlinrr Vrofchkenkntfcher. Emst Schnadl, Borowsly Craffs, Atirzl Lehner, Eilly Orosci, Florus, Austria Trio. Anfang 8 Uhr. Entree 60 Pfg. „Walhalla". Orantenstrahe 52(am Moritzplatz). SxezüMeidühiie l. Kiiz«. Donnerstag und folgende Tage: Die schöne Galathee, Cp|"pp6.ot,n Reu: Colladini, mus. Clowns. Glfchanskq- Trio, Akrobaten. GaKeq-Troupe, Grotesk- Excentr.■ Little Gceana.■ 2; jähr. Weltwunder. War Erabow, Tanzparodist. Anfang Wochentags 7t Uhr, Entrce 40 Pf.,- Anfang Sonntags 6 Uhr, Entree 60 Pf., reservirte Plätze extra. Alles Nähere die Anschlagsäulen. 9»n, Zu« 1. Mai in Keriw. Neu. Aönigs-Tunuel im Srand Hotel ______ Hotel Aleranderplah. Donnerstag, dm 25. Ottoder: Täglich grosses Konzert der derühmtm Ungarischen Rational- Kapelle Patay Bertalan aus Ltptü-Szmt- Miklüs in Original-CsÜos Costumes. Grossartige Solo-Vorträge auf Violine, Cqmdel und Clarinette. NE. Die Kapelle spiest sämmtliche Piecm ohne Roten. 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L zur Kritik Hera frei in» Hans. Soeben erschien: Die französtsche Revolution. Von DM Vrei«»0 Vfg. Zu beziehen durch die Erpedition de»„Kerl. Kolksblatt", Di»» Wlederrerkäuforn zur. S weilen langt. st eine Schnupfta e nimmt danli lemante mtt d atz gmommen.< 1 bemüht, der Dai S�Gc Pferdedahnwag, » anlangt. Verl rle an, die flch igen wehmüthige ster stehenden 3J ien seinen Rr , echter Kleidun auf der Bank lere Tage" gesel auf dem Saudi diese Bewillko! ipenmarre" ma, ihr Geficht ni es eine dicke#|*sew W»»*Jf» W**1 allein die Bettfedern-Engros-Handlung 1. Geschäft Eottbueeretreeee parterre. 2. Geschäft Brunnenstresse ISS, Zur Auswahl stehen 23 Sorten Fedem. 1 Tr. 288 G ardmen Für die so rege«erheili gung unseres unvergeßlichen. Fritz Ku sagen wir den Herren Gebr Kollegen für die reiche BluU- Gesangvereln und dem Herst* Horst für seine kostreichen unseren aufrichtigen Tank. 1041 Fros . Höfen und Str lr das Pfund 1 P « Freien, im Sä stuck Brot bietet st nasche mit Kümmel "Me mit Wurst- r meinen,„1 aus, aber sie I . den Verstand. die„Schal« in", rinnen auf d >d kommt. Lieb« en. Endlich bricht rzflonn auf den Bän -.chirrt er mhelos I i meiui i ei � ruhen, aber Große KfeU��oliststen w ml "" lopf noch vorn ur DyH pH'lacht. Der Mor, " ren Sitzen dicht, u j.„ l. caef'vst tuirten besuch metatlschrauben-. entströmen «nd K er« s« gen o flf' gebrochen wirl Ve rs a am Donner st ag,'den 8 Uhr, in Deichmüller's kurze Rast gern ______.heraus« straße 48»- �.«dt Berlin" und T a a esor VN""�-n. 12 430 Z � Stellungnahme zur �- klstirt, und 1037 Kitte Itft*- Gt« Z« Vntail«"V /J 's-"f'J Wmterpal� So E» war nach Terrasse des zu Fabrik« preisen auch an rivate!«nglisch TSll. in -stucken von 22 Mtr. v. 12-36 M. ■G Zllvstrirte Mnsterbncher franro. �eppichezs Emil Lrfeyre, Berlin S., Oranienstr. 158, zwischen Mo ritz platz u. Oraniendrücke. «« Versandt unter Nachnahm».-MW .»""".'ei..Mcht auf das NM SbOch N'V zum Sesef�ffif Sre war fünj r Generalin,, schaft benerdet« r übrigen« nur er sehr reich ernstlich- Billige Rester zu Knaben- u. grossen Ä-feSä u-s-m. Kerle, Laufitzerpl. I.Ecke Waldemarstr. Spinden, Vertikmvs, Grosses Lager einfacher-jfl _ ~«ftliche Ver davon trug Das Schl an sich geh en. Heute �«..1 1° u Arbeits 6 Polirer werd� �p hse mit Wurst« oder Käseabfall füllen zu können. Die der meinen,„Lumpenmarte" sei eigentlich Baronin von aus, aber sie sei leichtstnnig gewesen, habe Alles verloren, ,... ven Verstand. Es kann schon wahr sein. Klaren Sinnes �die„Sch�enn", über deren Lippen höchst selten ein Wort t. tedmfalls nicht. Ihr Anzug ist aus allen Seiden-Iund !tu�n zusammmgesetzt. ein arg mllgenommmer D-illichsack als Schurze. In der Mlttagsstunde nehmen Ardeiter und terinnen auf den Bänkm der„Insel" ihr Mahl ein. Der d kommt, Liebespaare treffen fich und plaudern ein Stünd« Endlich bricht die Nacht herein, dann und wann stnkt ein .Kann auf den Bänken nieder» kein Obdach, kein Heim besitzend, -chirrt er ruhelos die Straßen. Man kann auch Nachts auf den Jen ruhen, aber darf nicht einschlafen. So ist der Unglücklichen e,:«izes Bestreben derm Herannahen des Nachtwächters oder der l>'.olillst iie | W«»fe Zw« öff-p m illsten das Auge offen iu halten, dann aber neigt fich der der "om und der Schills üdamannt die Sitzenden mit -Rfe&KS« Ä SN' starten desuchten Wiener CafS herrscht noch Leben. Aber -al,g entströmen ihm seine Gäste. Uedernächligt, schwach gebrochen wird die frische Luft eingesogen, auf der„Insel" �den f&JS'y /�eze Rast gemacht. Wir denkenjan die Veröffentlichungen Zalol� s soeben herausgegebenen letzten �Statistischen Jahrbuchs der 43»., dlldt Berlin und lassen die mit Wucht wirkenden Zahlm ordn»"Zechen. 12 430 Mädchen wurden im Jahre 1885(1884 • Alters«' 157) fistirt, und doch hat die Zahl der unter fittenpolizeilicher 't-ent mllole stehenden Mädchen gegen das Vorjahr(1884) um udj ers»�,� vCt. abgenommen. Zu Ende 1885 standen unter behörd licher Kontrole 3598. Wir sagten schon stuher, daß eS der Schleichwege zu viele giedt, daß Verführung, Roth und Leicht« finn zu groß find und die Auffichtsorgane nicht alles zu über- blicken vermögen. So rinnt Stunde um Stunde hin, unaufhaltsam ziehen die Bilder dahin, Leid und Lust. Schmerz und Glück reiben fich aneinander.., Wirde» verschwindet»i« Sturst Alt- Kerlin» ein Ueberdleibsel jener Zell, da man Berlin noch scherzhaft mit einem Fischeldorfe vergleichen konnte. Cell Montag ist man damit beschäftigt, die altersschwachen Pfähle unterhalb der Dammmühlen auszuziehm, zwischen welchen Mllglieder der m« alten Berliner Fischer« Innung ihre Fischkästen hangen hatten. Diese Pfähle mitsammt den Fischkästen sollten eigentlich berells am 15. Ottober entfernt sein. Die Fischer haften es aber nicht so ellig, den Genuß eines allen Privilegiums ohne werteres aufzugeben; fie zogen bis zu diesem Tage auch nicht einen f sahl aus. sondem matteten der Dinge, die da kommen sollten. ls nun Ende vottger Woche ein Mllglied der Innung behörd« lichersells aufgefordert wurde, die Pfähle gegen Entgelt von 5 M. pro Stuck auf Gefahr und Kosten ihrer Eigenthumer zu entfernen, sagten fich unsere Fischer: ,,Ein Privileg einbüßen und noch Geld zugeben, nein, das ist nicht!" Einer nach dem anderen bestieg mit seinen Gesellen den'Rachen und begann mll der Entfernung seiner Pfähle. Es find fast 200 Mahle, denen es nicht vergönnt ist, rm Jahre 1890 ihr 50 jähriges Jubiläum zu begehen. De» Goldregen der Kchoneberger scheint wieder von neuem hernieder zu rieseln.'Nachdem erst in den letzten Wochen verschiedene Millionen für verkaufte Ländereien auf die Koffäthen gekommen find, hat jetzt einer der bäuerlichen Besitzer ein kleines Terrain an der Goeden« und Goltzsftaße, in der Größe von etwas mehr als 8 Morgen, den Morgen zu 180000 M. an ein Konsottium hiesiger Grundstücks� Spekulanten verkaust und dafür rund 1 600 000 M. eingeheimst. Der Verkäufer, ohnehin Millio- när und auch Ritterqutsdcfitzer im Becskow.Storlowschen Kreise, in waidmännischen Kreisen als ein großen Jäger vor dem Herrn rühmlichst bekannt, legt einen Theil des Gelbes stets wieder in Landkäufen in entfernteren Gegenden von Berlin an. So ist derselbe bereits auch in Mariendorf, Zehlend orf und in der Umgebung von Tellow mit größerem Grundbefitz ansäsfig. Schöne« bcrg ist jetzt schon der steuetfähigste Ort im Tellowschen Kreise, dabei liegen noch nach den gegenwättigen Grundstücksvreisen für viele Millionen Ländereien für Kaufltebhaber bereit. Welche Ausstchten für die Steuerbehörden!—(Das ist allerdings die Krone des mühelosen Erwerbes.) Gbst im Haus«. Wenn man die riefigen Mengen Obst betrachtet, die jetzt täglich von den Bahnhöfen in unsere Martt« hallen gebracht werden, so fragt man fich erstaunt, wie ein der« artiger Verbrauch von Früchten überbaupt möglich ist. Und doch kommt man, wenn man den auf jeden einzelnen entfallen' den Antheil an diesem Konsum derechnet, zu dem Ergebniß, daß doppelt und dreifach so viel Aepfel und Birnen, Pflaumen u. s. w. verkauft werden könnten, wenn Obst nur in dem Maße als Speise benutzt würde, wie etwa die Kartossel in einer Fa« milie. Es wird viel zu wenig Obst gegeffen. Jede Hausfrau weiß freilich sehr gut, daß eine saftige Frucht zum Nachtisch und ein Näpfchen Kompot im Winter ein Genuß ist. Aber nur wenige Hausfrauen find je delehrt worden, daß wir im Obst auch ein hervorragendes Nähr- und Heilmittel besitzen: denn ="<& SÄ« Ä-S'ÄrÄZ% Pflaumen zur allgemeinen Benutzung seitens der Famllie im A: saazz* KAAS" ihre Kinder„keine Farbe" bekommen wollen, daß fie immer und ewig an Blutmangel leiden! Zehn Aerzte hat fie schon befragt, und zehn Aerzte haben ihr zwanzig verschiedene Mixturen für die Kleinen verschrieben, aber genützt hat's nicht. Und dabei liegt das Mittel, das dem Blutmangel bei dauernder Anwen« dung gewiß abhilft, in ihrem eigenen Keller: das Obst! Der alte erfahrene Dr. med. Dock, Besttzer der Kuranstalt„auf der Waid" bei St. Gallen, verbraucht für seine Kurgäste jährlich für ernige Tausend Franken Obst, und seine immerwährende Mahnung an die Mutter ist: Gebt Euren Kindern Obst, da« mit sie Blut bekommen! Dr. Dock kurirt vegetarisch und giedt nicht im Magen vertragen. Also. Ihr Hausfraum und Mütter, spatt nicht mll dem Obst auf Eurer Speisekatte! Womög« lich jeden Tag setzt irgend eine Frucht auf die Tafel, und Eure Kleinen laßt nur Obst effen, soviel fie Lust haben. Vornehmlich Pflaumen find gute Blutbildner, während Aepfel infolge ihres Phosvhorgehalts mehr auf das Gehirn einwirken. Gekocht kann das Obst in größeren Mengen genoffen werden als roh, da es in letzterem Zustande leicht Beschwerden verursacht. Auf alle Fälle aber gehött irgend eine Frucht in irgend welchem Zustande stets auf den Tisch, und das verursacht ja nicht allzuviel Mehr- kosten. Leicht kann dafür eine andere vielleicht nicht so nöthige Ausgabe unterlaffen werden. Di« Art und Weise d-s Gffiens ist keineswegs so gleichgiltig für das gesellschaftliche Leben, wie zuweilen ange- nommen wird. Es existiren darüber ganz bestimmte An- schauungen, welche in der ganzen gesitteten Well vorkommen und darum international genannt werden dürfen. Als Peter der Große nach Berlin kam, wo gerade die Königin Sophie Charlotte so viel auf Anstand und Vornehmheit bei den Gc- selliakeiten ihres Hofes hielt, erregte es einen wohl begreiflichen nstoß, als der kaiserliche Gast die Fleischstücke mit den Fingern in den Mund fühtte. Das Meffer gebrauchte er nur als Werk« zeug, um die großen Stücke, mit denen er seinen Teller füllte, einigermaßen zu zerthellen; wozu die Gabel dienen sollte, leuch- tite ihm erst recht nicht ein. Dabei haben die Gewohnheiten, welche man in der Gesellschaft beim Effen zu beobachten bat, inzwischen selbstverständlich manche Wandlungen erfahren, oder vielmehr fie find im Laufe der Zellen immer mehr vervoll- kommnet und dem Bedürfniß des Individuums angepaßt wor« den. Noch unsere Väter zerschnitten das Fleisch, indem fie das Meffer in der rechten, die Gabel in der linken Hand behielten, um nachher das Meffer bei Seite zu legen und, die Gabel in die R chte nehmend, mit dem Effen zu beginnen. Der Fortschtitt der neueren Zeit besteht nun im allgemeinen darin, daß man das Meffer in der rechten Hand, die Gabel in der linken dehaltend, mll dieser die Speisen zum Munde fühtt, während jenes nur dazu dient, dieselben zu zerkleinem und auf die Gabel zu dringen. Alle Speisen jedoch, welche weich genug find, um ohne Hilfe eines Messers genossen zu werden, werden allein mll der Gabel zum Munde geführt, flüsfige selbstverständlich mll dem Löffel, beide Instrumente natürlich mit der Rechtm gehand« habt. Das ist das einfache Elementargesetz, mit welchem wir alle Regeln der modemen Eßkunst vollkommen deherrschen können. Aber gering soll dieselbe niemand anschlagen oder gar darin ein geziettes Benehmen erblicken, was dem Manne etwa übel anstehe. Vor allem ißt man in der That bei einiger Uebung auf diese Weise am bequemsten; dann aber sehen wir wirttich nicht ein, weshalb ein verfeinetter Geschmack, und sei es auch nur in der Art und Weise, wie man sich der Messer und Gabel dedient, uns zur Unehre gereichen sollte. Wir brauchen es allerdings nicht so weit zu treiben, wie die Engländer, welche aus der Eßkunst geradezu eine Frage des Anstands machen und den geringsten Verstoß dagegen wie einen Frevel betrachten; aber wir dürfen auch in dieser Hinflcht nicht so sorglos dabin« leben, als od alle Errungenschaften der Gefittung und Ver« feinenmg für uns einfach nicht existirten. Vi« sogenannte» Verschönerung«> Rezept bat einem DelikateßwaareN'Händler im Südosten der Stadt arge Verlegen- Helten derettet. Vor einiger Zell empfahl ein Agent diesem Händler den Ankauf eines größeren Postens Butter und als der Handler das Geschäft mit dem Bemerken ablehnte, der joßen M für seinen Absatz zu groß und würde ihm deshalb, thellweise wenigstens, zu alt werden und verderben, entgegnete der Aflent, er werde ibm ein Rezept zu einem Präparat geben, welches der Butter für lange Zeit Brauchbarkeit und frischen Geschmack sichere. Das Geschäft wurde hierauf abgeschlossen und der Handler bearbeitete den Buttervorrath mit der nach dem Rezept zusammengesetzten Mischung von Waffer, Milchsäure und einem geringen Zusatz von Salicylsäure. Das Rezept bewahrte aber seine Wirkung nm zur Hälfte, insoweit nämlich, als es der Butter einen anderen Geschmack beibrachte; daß dieser Geschmack den sämnlllichen Kunden deS Händlers über» einstimmend nicht behagte, war allerdings bei der sprichwörtlichen Verschiedenheit des Geschmacks auffallend. Einigen ständigen Buttettunden tauschte der Händler die„verdcffette" Butter wieder um, weigette fich aber, dies in allen Fällen zu thun. Von einem der nichtberückstchtigten Butterkunden wurde nun die Polizei angerufen; diese fand den Geschmack der Butter zwar nicht schön, aber doch auch nicht gerade polizeiwidrig, er« Ilätte fich indeß derell, die chemische Untersuchung der über« gebenen Probe zu veranlaffen, wenn der hierzu erforderliche Ei« Hase mit Oliven. Von F. du BoiSgobey. tm l«->« Haje mit MW««. 1°° urt .._. 1 Sa"" � � Ich hatte Saint-Cyr verlassen und war so glücklich, sofort den Zuaven eingereiht zu werden. Ich schiffte mich emen Monat vor der ersten Expedition "•fo Ei war nach dem Diner: wir«ahmen den Kaffee auf jjrt Terrasse des Schlosses em. Die Nacht war herein- (i*»rochen und der aufgehende Mond beleuchtete die schöne ilsicht auf das Meer. Der General hatte sich eine riesige Wr�.............. *4� Sie®at �ufzehn Fahre jünger als ihr Mann, die ■*u General«, und noch sehr schön; mancher unserer Ge- ',Act u�aMchaft beneidete das Schicksal deS allen Soldaten, das ' r übrigens nur sehr oberflächlich kannten. Wir wußten, er sehr reich sei, daß er tapfer gedient hätte, bis ihn ernstliche Verwundung, die er ber der Belagerung von D*«F* davon trug, zwang, sich zurück zu ziehen. Das war "! Das Schloß in der Bretagne hatte er nach dem e an fich gebracht, aber er bewohnte es erst seit sechs aw». Heme war'S da« erste Mal, daß er unS einge- hatte;j so kam'S, daß wir Alle ei» wenig schüchtern in den Felsengebirgen haust, eine tüchtige Lektion zu ertheilen; aber wir wußten, daß sich diese Naturkinder wie Wahn- sinnige wehren würde» und die Position nur schwierig zu erkämpfen sein werde. Ein schöner Beginn für einen SouSlieutenant von 22 Jahren. Unser erster Kampf fand am Ufer eines Flusses statt, den man Jsser nannte. Die Flissa waren auf die Höhen gezogen und erwarteten uns dort. Wir hatten am Fuß eine» Berge« unser Feldlager aufgeschlagen und zogen ohne Morgensignal vor Tagesanbruch ab. Wir hofften, sie Ich ließ ihn aufnehmen und trat in einen Raum, in welchem ich vorerst nichts als vier nackte Wände sah, denn diese kabylischen Löcher besitze« keine Fenster. Als meine Augen sich an das Halbdunkel gewöhnt hatten, entdeckte ich im Jnnenranm den zweiten unserer Todten. Er ruhte neben einem ungeheuren Thongefäß und mußte au» nächster Nähe mitten in'« Gesicht getroffen worden sein, denn er war bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Der arme Teufel wurde fortgettagen und ich wollte eben auch Kehrt machen, als mich ein Schuß plötzlich zurückhielt. Der Schuß kam aus dem Innern de» Hauses. Meine Leute stürzten hinein und fanden ihren Sergeant in einer Blutlache mit durch« löcherter Sttrn. Es war unbegreiflich, denn niemand schien im Hause zu sein. Ein aller Zuave wurde auf das große Thongefäß aufmerksam. Es brauchte ihrer drei, um e» um- zustürzen. Fluthe» von Oel ergossen sich über den Boden und mit ihnen rollte ein großer Schelm von Kabylen heraus, mit einet Flinte, deren Mündung noch rauchte. Er versuchte sich zu erheben aber mit dem Flintenkolben wurde ihm der GarauS gemacht. Jetzt begriff ich den ganzen Vorgang. Der Kabyle hatte d°rt überraschen zu können aber sie waren auf ihrer Hut. nicht mehr Zeit zur Flucht gefunden, als unsere Leute in'S iltfi » Bezncksarzt, der ehemals als Chirurg in der afrika- 0 �«u ree Klient hatte, wagte sich mit der Bitte hervor, iriu 1 mö9« uns doch von seinen Feldzügen erzählen, jtt'U wenigstens eine jener vortrefflichen Lagergeschichten zum bleichte � Zwerchfell erschüttern und die Ver« , Der General ließ sich ein wenig bitten; aber nachdem emen fragenden Blick auf seine Frau geworfen hatte und em zustimmendes Lächeln ermuntert worden war, be« Jkm „Meine Herren, hat Einer von Ihnen schon einen (U asenbraten mit Olive« gegessen? Nicht wahr, nein? Unsere« , � fischen Köchen ist die BerellungSweise unbekannt, ich Ich hatte da« Vorgefühl, daß e« heute einen heißen Tag geben werde, und es war in der That so. Die Kabylen wehrten sich wie Löwen. DaS lebhafteste Feuer ging von mehreren armseligen Lehmhütten aus— Gelasse«, in denen unsere Bauern nicht einmal ihre Schweine unterbringen würde«. Endlich blieben wir die Herren deS Platzes, aber in meiner Kompagnie allein fehlten beim Appell elf Man«, und mein Hauptmann befehligte mich gegen Abend, sie auf' zusuchen. So machte ich mich denn mit einer Abtheilung Zuaven auf den Weg. Wir fanden auf dem Kampfplatz fünf Todte und vier Verwundete, aber damit stimmte meine Rechnung noch nicht. Da kam mir der Gedanke, daß die zwei anderen vielleicht in den Häusern zurückgeblieben wäre», aus denen wir die Kabylen verjagt hatten, und ich sollte Recht be- gelangen, aber eS schien ihm gelungen zu sein, eine hockenve Stellung anzunehmen, und da war er nun geblieben, zur Hälfte m Oel getaucht, die beiden Hände bis zum Kopf er« hoben und in jeder derselben eine geladene Pistole, bereit, ? a �'u zerschmettern, ver eS wagen sollte, sich der Oessnung zu nähern. Und zwei meiner Zuaven waren nach einander in diese Falle gegangen. „Lieutenant," rief der Korporal,„da im Winkel steht noch ein Oelkrug!" So verhielt es sich auch; aber er war nicht so groß, daß er einen Mann hätte beherbergen können. Dennoch (singj$ hinzu und rathen Sie, was ich darin fand? halten, denn an der Thür der ersten Hütte, auf die ich zu- Ein Mädchen von fünf bis sechsJahren, in SeidenpantalonS schritt, lag der Leichnam emeS unserer Zuaven.\ und Gazehemd, den Kopf von einem mit Goldmünzen ge- Vorschuß hinterlegt würde. Erst als immer neue Klagen über den Händler und seine Butter einliefen, wurde ein Beamter mit der Entnahme einer Probe beauftragt und es begann nun mehr die Untersuchung des Falles, der der Händler mit begreif lichem Unbehagen entgegensah, denn das Ziahrungsmittelaesetz kennt leinen Spaß mit solchen Veischönerungsrezepten. Unter diesen Umständen dürste es dem deschuldigten Händler sehr zu statten gekommen sein, daß er auf polizeiliches Beftagen die mit der Butter vorgenommene Prozedur ausführlich klarlegte. Nach einigen Wochen des Hangens und Bangens in schwebender Pein hat der Händler nunmehr die Nachricht erhalten, daß die Staatsanwaltschaft fich zum Einschresten nicht veranlaßt gefunden habe, da keine Verfälschung, sondern nur ein nicht strafbarer Verdefferungsvcrsuch vorliege. Trotzdem verfichert der Händler, nie wieder Verdcfferungsrezepte anwenden zu wollen. Mersch neue Pferdebahnlinie« werden mit dem Beginn des Winterfahrplans der Großen Berliner Pferdebahn in Kraft treten. Die Linie Pankow— Hacke'scher Markt wird bis zum Rathhaus und die Zwischentour Pappel-Allee— Hacke« scher Markt bis zum Spittelmartt verlängert werden. Die Linie Demminerstraße— Kreuzberg wird ihre Fahrt durch die Wein« meister«, Münz-, Alexander« und Brückenstraße nehmen, und für die Fahrt durch die Stralauerstraße wird die neue Tour Kott« buser Thor eintreten. Eine Verlängerung erfährt die Linie Lützowplatz— Börse bis zum Alexanderplatz; dagegen wird die Tour Moadst— Alexandcrplatz bis zum Rathhause verkürzt. Neu eingerichtet werden die Linien Hasenhaide— Schlestsches Thor und Hasenhaide-Alexanderplatz. Der letzte Wagen der Linie Nollendorfplatz— Molkenmarkt wird um 12 Uhr 2 Minuten Nachts gegen früher 11 Uhr 20 Minuten vom Molkenmarkt abgehen._ Da» hatte anch Niemand erwartet! Wir lesen in der �Bresl. Morg.-Ztg.*:„Wir machen hierdurch bekannt, daß der auf dem Grabe des Reichstagsabgeordneten Kläcker nieder« gelegte Kranz mit der Schleifen-Jnschrift:„Breslauer Tape» zirer" nicht von unserer Innung gewidmet worden ist. Täschner» und Tapezirer-Jnnung zu Breslau."— Es wäre für den verstorbenen sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten höchstens eine Schmach gewesen, wmn die bomirten Jnnungs« brüder seine letzte Ruhestätte verunziert hätten. Der P»lik»iprastd««t Frhr.» NichtHofen erläßt folgende Warnung: Unter der Bezeichnung Carbow Natronösen find in den letzten Jahren Heiz» Einrichtungen an den Martt gebracht und mit dem Hinweis darauf empfohlen worden, daß dieselben ohne Erzeugung von Rauch und Geruch Wärme liefern und daher für Räume ohne Schornsteinanlage zu ver» wenden seien. Sofern es fich um Wohnräume handle, würden die Oefen mit einer überall leicht anzudringenden Abzugsvorrich« tung behufs Abführung etwa fich entwickelnder schädlicher Gase zu versehen sein. Während des verfloffmen Winters find deffen ungeacktet in hiefiger Stadt ein, in Wiesbaden zwei Fälle von Koblenoxydvergifwng infolge Aufstellung jmer Carbon- Natton-Oefen herbeigeführt worden: durch einschlägige Prüfungen im hiestgen hygienischen Institut ist festge« stellt worden, daß der gedachte Ofen als eine äußerst gefährliche, unter Umständen todtbringende Heiz Vorrichtung zu bezeichnen ist. Diese Thatsachen dringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntniß und warne das Publikum vor der Verwendung der Carbon» Natron- Oefen zur Beheizung von geschloffenen Räumen, welche zum dauernden Aufenthalt für Menschen dienen, insbesondere von Schlafzimmern. Da»„Kpandaner Tageblatt" theilt unter« SO. d. Dl über«inen angeblich im Grunewald verübte« Kanbanfall nachstehendes mit: Heute Vormittag machte ein hier fremd zugereister Schmied W. in der hiesigen Polizeiinspektion die Anzeige, daß er gestern Vormittag gegen%10 Uhr im Grunewald von zwei jungen Leuten, von welchen der Eine buckelig gewesen und welche fich ihm unter dem Vorgeben, daß fie ihm in Teltow Arbett verschaffen könnten, als Begleiter auf« gedrängt hätten, seiner Baarschafl im Betrage von 191 M. deraubt wäre. Der Buckelige soll dem Schmied, als fie im Chausseegraben gesessen, plötzlich einen Revolver auf die Brust gesetzt haben, während der Helfershelfer ihm die Taschen aus« geräumt habe. Da der Beraubte mit den Räudern vorher nicht zusammen gewesen, läßt fich nur annehmen, daß dieselben dar« aus. daß der Beraubte noch ziemlich anständig gelleidet, ge> schloffen haben, daß derselbe im Befitz von Mitteln sei. Wenn fich die gemachten Personalbeschreibungen bestätigen, dürfte einer der Räuber in hiefiger Stadt zu suchen sein, und find des- halb von Seste der hiestgen Polizei die Recherchen in vollem Gange. Mit phantastevolle» Anvfchmücknngen pflegen neuer« dings vielfach die Führer der Müllwagen ihre Fuhrwerke zu versehen, indem fie die in dem Gemüll vorgefundenen Gegen« stände auf und an ihren Wagen gruvpiren. Am Dienstag Vor« mittag mußte so ein angeputzter Wagen angehatten und die Entiemung des Aufputzes von dem auf dem Oranienplatz stationitten Schutzmannsposten verlangt werden Aus einem asten Garderodestuck und einigen defekten Blcchutenfilien hatten die Fuhrleute die Gestalt eines Wurstbändlers nachgeahmt, deffen Wurstkasten aus einem asten Kohlenlasten gebildet wurde. Die Figur thronte oben auf dem Müllwagen. Da aber mehr« fach die Pferde anderer Fuhrwerke vor diesem monsttösen Wurst« Händler scheuten, so wurde deffen Entfernung veranlaßt. schmückten Sammtkäppchen bedeckt, reizend wie ein Engel. Sie schrie nicht, als sie mich erblickte. Im Gegentheil, sie streckte mir ihre mit Silbcrreifen überladenen Aermchen entgegen. Ich hob sie empor wie eine Feder und zeigte sie meine« Leuten. Sie waren nicht weichmüthig, aber als das kleine Ding sie lieblich lächelnd anblickte, da riefe» sie alle im Chor:„Die müssen wir zur Mutter Champoreau bringen; sie hat ja Kinder so gern!" Mutter Champoreau war unsere Marketenderin, ein resolute« Frauenzimmer, daS fünfzehn Dieastjahre und zwölf Feldzüge hinter sich hatte nnd sich niemals über den Tod ihres einzigen Sohnes zu trösten vermochte, der bei der Einnahme von Algier getödtet worden war. Der Rath schien also befolgenswerth und ich kehrte in'« Lager zurück, mit der Kleinen beladen, wie ein Kindermäd- che«. Ich wurde jubelnd empfangen und jeder meiner Kameraden trachtete, dem Kinde eine Freude zu beretten. Sie war auch durchaus nicht eingeschüchtert, nur verstand sie kein Wort Französisch. Aber der Dolmetsch des Marschalls war zur Hand und ihm erzählte sie ihre Geschichte. Sie war nicht kabylischer Abstammung, sie stammte auS Arabien und hieß Baia. Ihr Vater, ein Edler des Landes, war von Emir Abd-el Kader in einer Mission zu den FlissaS ae- sandt worden und sie wußte nicht, waS während de« Kampfes auS ihm geworden sei. Den nächste« Tag fand man ihn unter den Todten. Die Kleine aber blieb unserer Sorgfalt überlassen. Sie wurde bi» zur Beendigung unserer Expedition der Pflege der Marketenderin anverttaut. Bei unserer Rück. kunft nach Algier bat ich mir aus, für ihre Erziehung zu sorgen. Zch hatte ja ein Recht darauf, da ich e« war, der sie am Boden deS Topfe« entdeckt hatte, wo sie zu Grunde gegangen wäre, hätte ich fie nicht herausgezogen. Zch brachte sie zu de» Schwestern, die eine Erziehungsanstalt für Waism hatten." „Aber General, sie vergessen ja den Hasenbraten mit Oliven," unterbrach ihn der Arzt, dieser Gourmand, den das V-m Tode des Ertrinken« bat gestern Nachmittag ein lljähriger Knabe ein junges Menschenleben gerettet. Auf dem Verdeck eines Oderkahnes, welcher fich zwischen Humboldt« und Nordhafen befand, spielte ein etwa zweijähriges Mädchen, das bei dem Versuche, einen am Kahnrande liegenden Gegenstand zu erlangen, kopfüber in das Waffer stürzte. Der Schiffer und dessen Frau, auf der Langsette des Kahnes mit Rudern deschäf- tigt, bemerken den Unfall nicht, trotz der Zurufe mehrerer Knaben von dem nicht weit entfernten Ufer. Da warf, als das Kindchen aus den Wellen wieder auftauchte, ein etwa 11 Jahre alter Knabe Jacke und Stiefeln ab und spmng in den Kanal wo es ihm noch im letzten Augenblick gelang, die Kleine zu er« f offen und fich mit derselben über Waffer zu halten. Unter« dessen hatte der Schiffer die Nothlage seines Kindes bemerk und in dem am Kahn hängenden Nachen Hilfe gebracht. Bei- den Kindem hat das kalte Bad nichts geschadet. Der kleine Lebensretter war schon nach einer Viertelstunde im Stande, fich nach der csterlichen Wohnung in der Scbarnhorslstraße in Be- gleitung des dankbarm Schissers zu begehm. Eine furchtbare Kzen» hat fich am Montag Mittag in der Sttomstraße abgespiett. Ein Klempner glitt auf dem Hause Nr. 48 beim Ausbessern der Dachrinne aus und war in Gefahr, heradzustürzm, vermochte jedoch im Fallm nock die Dachkante zu erfassen, so daß er fteischwedmd mtt dem Körper hing, bis es herdeieflenden Arbettern gelang, ihn mittelst Taue aus seiner lebensgefährlichm Lage zu defteim. Unv-rstchtteKeit beim Holnerkieiner« hat wiederum einen schweren Unglücksfall herdeigejükrt. Der Arbeiter Eduard T. aus der Krautstraße spaltete im Keller Holz und hatte den linkm Fuß gegen das ,u zerkleinernde Holzscheit gesetzt. Mit wuchtigem Hieb thcilte T. das Scheit; doch die scharfe Axt sprang ab und fuhr dem Unglücklichm in den vorgestellten Fuß, spottete ihm dm großen Zebm und blieb in dem Spann fitzen. Nack Anlegung eines Nothverdandes transportirte man den cor Schmerz ohnmächtig gewordenen T. nach einem Krankmbaus. Kei de« Kanalisationsarbeite« in Charlottenburg ist der in der Keffelsttaße wohnhafte Arbeiter Otto W. beschäftigt. Derselbe ging gestern Nachmittag, eine schwere Mulde Lehm auf der Schulter tragend, über eine Bohle, welche über eine Kanali« sationsgrude gelegt war. Unter der Last federte das Brett so, daß es schließlich brach. W. stürzte mit der Mulde in die Tiefe und blieb befinnungslos liegen. Der Verunglückte wurde sofort in ein Krankenhaus ttansvortirt, doch find die innerm Verletzungen so schwerer Art, daß an seinem Aufkommm ge- zweifelt wird. Ei« Einbrnchvdieb stahl ist am Sonnabend Abend zwischen 9 und 10 Uhr bei dem Restaurateur Breitenstein zu Schöneberg verübt worden. Den Diedm, welche ihrm Weg in die Wohnung mittelst Einsteigens durchs Fenster gmommen haben, find folgende Gegenstände in die Hände gefallen: ein grauer und ein schwarzer Winterpaletot, ein braunes und ein graues Damenlleid, ein mit cchtm Spitzen und Perlen besetzter schwarzer Umhang, ein schwarzer Herrenanzug und drei Packete, enthaltend Zucker, Kaffee und Chokolade. Von dm Thätern fehlt bis jetzt jede Spur, trotzdem settens der Polizei sofort die umfassmdsten Nachforschungen vorgenommen wordm find. Vor dem Ankauf der gestohlenen Sachen sei hiermit gewarnt. Gräßlich« Nerlehnnge« zog fich gestern Nachmittag der in der Wrangelsttaße wohnhafte Kutscher Wilhelm L. durch einen Sturz von seinem Wagen zu. L. blieb an einem Vorder- rad hängen und wurde eine Sttccke weit fortgeschleift. Der Verunglückte wurde in ein Krankenhaus gebracht. Durch Neberfahre» ist der Kutscher Rudolph M. zu schwerem Schaden gekommm. M., welcher in der Reichenberger- straße wohnt, fuhr gestern Nachmittag mit seinem schweren Steinwagen am Tempelhofer Ufer entlang, als bei einem Schlage mit der Peitsche fich diese am Geschirr festzog. M. beugte fich über das Pferd, um die Pestsche frei zu machen, glitt aber mit der Hand von dem Rücken des Pferdes ab und stürzte kopfüber zur Erde. Die Räder streiften die Gliedmaßen des Unglücklichen derart, daß derselbe bewußtlos liegen blieb. Er wurde in ein Krankenhaus ttanspottirt, wo fich seine Verletzungen als lebms- gefährlich herausstellten. «emäß den Nermffentlichnngen de« Kaiserliche, G»s«ndheit»-Kmt« find in der Zeit vom 7. Ottobcr bis 13. Oktober er. von je 1000 Bewohnern, auf dm Jahres» durchschnitt berechnet, als gestorben gemeldet: in Berlin 19,2, in Breslau 31,2, in Königsberg 28,3, in Köln 25,4, in Franl- furt a. M.' 25,4. in Wiesbaden 28,8, in Hannover 19,3, in Kassel 11,6, in Magdeburg 28,3, in Stettin 31,6, in Altona 26,5, in Straßdurg 26,0, in Metz 16,2, in Münchm 28,8, in Nürnberg 22,9, in Augsburg 25,9, in Dresden 19,8, in Leipzig 13,8, in, Stuttgart 18,5, in Karlsruhe 17,0, in Braunschweia 34A in Hamburg 21,7, in Wien 19,7, in Pest 28,2, in Prag 29,6, in Trieft 28,7, in Krakau 21,7, in Amsterdam 20,5, in Brüssel 22,9, in Paris 22,7, in Basel—, in London 18,7, in Glasgow 21,8, in Liverpool 21,4, Dublin 23,6, in Edinburg 18,9, in Kopenhagen 16,8, in 15'3' Chnstiania 15,7, in St. Petersburg 22,1, w Warschau 31,1, in Odessa 23 3, in Rom in Turin 17,6. in Venedig- in Alexandna 35,9. Ferner in der Zeit vom 16. September bis 22. September et. in New- York 23,3, Schicksal Baia'« bedeutend weniger interessirte als ein gutes Gericht. „Wir kommm schon dazu. Wir Alle hattm un» da» mal« mtt Ruhm bedeckt, aber wir starben fast vor Hunaer ES galt nun ein Nachtessen herbeizuschaffen. Einer unserer Zuavm hatte eine» Hasen erlegt. Allein wir hatten keinen Spreß, woran wrr ihn bratm konnte». Unser Koch aber nn ausgezeichneter Helfer in der Roth, trug sich an. den Hasen mtt em« Sauce ferner Erfindung zu berettm, zu welcher zr die Zngredlmzen durch eine» glücklichen Zufall ÄS ÄÄÄ,% % s thote» un« vorerst recht gütlich bei dieser neuartigen Speise Als er uns aber endlich gestand, daß die Olwen dem Topfe mtstammtm, ra welchem der große Raubgeselle, der uns zwei Leute getödtet hatte, vier Stundm marinirt gewesen SMWSVM WMMW MODMSN in Philadelphia 17,8, in Battimore 17,8, Bombay 25,0, f in Madras—. Die Sterblichkeit hat in dieser Berichtswoche in Großstädlm Europas eine wettere, zum Tbeil nicht Abnahme erfahrm. obwohl aus einigen nördlich u»d rbeinige Künstle ' einen Ersatz bestehe, die sie aben würde, e udel würde ihr legmen deutschen Orten auch ansehnlich gestcia�e EWsliche Rente v zahlen gemeldet werden. Sehr aering(bis 15 0 r° ,. Jahr) war die Steiblichkett in Rostock(11.5), L" und Leipzig. Günstia(bis 20.0 pro Mille und betrage. in Berlin. Dresden, M.tz, Frankfurt a. M., Wiesb� ���on gart, Karlsruhe. Hannover, Darmstadt, Bremen, W�SmunN gewesen Hägen, Stockholm, Christiana, London, Edinburg,.fi Auch in Hamburg, Mainz, Krakau, Amsterdam, Li«A7 war die Sterblichkeit eine mäßig hohe(etwas und Zuvfen m __ md als höchstes Mss sei,.auf einen mi-Ihof nnn h«n(Sntnhf�n nur �aNjig." Ijnfj SU v r heMnMSunft.mtstellst meldet von den deutschen Städten nur Danzig Todesursachen zeigten vornehmlich Darmka durchfälle der Kinder eine weitere erhebliche nur noch in wenigen Orten, wie Berlin, Breslau, bürg, Köln, Königsberg, Danzig, Nürnberg, Braunsi Pest, Brüssel, London, Paris, St. Petersburg, S Zahl der durch fie bedingten Todesfälle die normale�, �. n." i, steigt.— Die Theilnahme des Säuglingsalters an der � habe und daß war eine verminderte; von je 10 000 Ledenden.....--—- Jahr berechnet, in Berlin 70, in München 110 Dagegen haben akute Entzündungen der Af Das Land; atcrials schlie Rentabilität� hinfällig feien, ung des Verk< war nicht Ii K. aber m größere Zahl von Todesfällen herbeigeführt.— A1- 1 Gutachten de fektionskrankhetten wurden Sterdefälle an Maser«- Fiebern und an Pocken weniger, dagegen an tberie und Keuchhusten mehr als in der Vorwoche Sterdefälle an Malern wurden aus Berlin, St.- verminderter, aus Paris in gleicher, aus London»> Zahl wie aus der Vorwoche zm Anzeige gebracht� trankungen an Masern gelangten aus Berlin, a kurt a. M., Wien, aus den RegierungSbezttken--u, Stettin in gesteigert«: Zahl zm Meldung.— nn, einen te, daß schon g ipringen und öl einen Werth cke konnte at sprechen, und swertb zuerkan obwohl Frau verstorben wi en ein. Auch aber die Vore ßen Kosten dü auch nicht„auf Zweig" gekom tv betrübend chincsticherr( , beschäftigte chts I und gl eit die Fahrgä! r Schaffner bi als Dolmetsl Di" Üahl»in Berlin allgei - J wollte am Eon ahn in der Kr Scharlach wären in Berlin, Königsberg, Danzig, Petersburg, Warschau, Prag, Odessa Härfiger; baden dagegen in Berlin und Hamburg etwas ad-, Kopenhagen, St. Petersburg etwas zugenommen.". lichkett an Diphtherie und Kroup war in Berl' Halle, Frankfmt a. M., Hannover, Nürnber, und fernen Vororten, ferner in Pest, Prag, P St. Petersburg eine größere, dagegen in Hamdur» München, Dresden, Königsberg, Braunschweig eine Neue Erkrankungen an Diphtherie kamen aus Bf Hamburg, Kopenhagen und aus dem Regiei wig in geringerer, aus Wien, Pist, Christianiw in vermehrter Zahl zur Mtttheilung.— Die fälle an Unterleibstypbus war in Berlin,-, t,, 'Ä& 2»"« wurden in Berlin und Hamdmg sellener. in Pest- vool mehr Opfer gefordert, auch aus Kopenhagl Erkrankungen gemeldet. Einzelne Todesfälle an aus Wien, Lemberg, Paris, Lyon mttgethcill, aus Prag 8, aus Trieft 12; Erkrankungen St. Petersburg je 1, aus Pest 2. Die Gesundhittsoerhältniffe in Berlin in dieser Berichtswoche günstige und die eine niedrige. Namentlich zeigten Darm Brechdurchfälle der Kinder eine weitere Abnob»'- nur noch 74 Kinder(gegen 103 der Vorwoche) Theilnahme des SäuglingsalterS an der SterbL eine kleinere, als in der vo hergegangenen traten akute Entzündungen der AUzmurig-mgane' und forderten auch etwas mehr Opfer.— Von.»2 krankdetten traten typhöse Fieber in sehr desch auch Eilranlungen an Scharlach uud Dir-b! elftere in der Königstadt, letztere im Stralauer der Rosenthaler Vorstadt die größte Verbreitung dem Elisabeth-K Stunde eine 3 el und Kniegele hat viele Mo en und ist zwar i Verlust seiner ein großes die wahre Ui I konnte. Herr vermocht< >em er zu Falle le fortgegangen i gte er fich, da | in Ohnmacht. aber waren höck deutlich das 5 Knacken thatsächl Bambusstock des muthung aus, icher Höhe mit t und zu Boden NM der an wesentlichen Veränderungen auf..„, poli.eibericht. Am 22. d. Mts. Mittag» Neubau Reichcnbergerstr. 155 drei Rüstbretter � Stock herab und trafen die Steinsetzer Schill"« derartig, daß ersterer einen doppelten Bruch vf- armes und letzterer nicht unbedeutende Oueriw»-� davontrug. Schilling würbe noch dem Kran! gebracht.- Am 2 t. d. Mts. Morgens fiel ein vor dem Hause Tempclhofer Ufer 7 währeno- von ihm geführten leeren Arbeitswagcn oerlafls» glücklich zur Erde, daß ihm der Wagen uder ging. Der Verletzte wmde nach der Cbaritec s demselben Tage Mittags wurde in der Spree, der Schleuse 9 gegenüber, die Leiche des Scbr geschwemmt und nach dem Leichenschaubausc dieselbe Zeit wurde ein Rentier in seiner Friedenssraße an einer Thürllinke erhängt Nachmittags wurde ein Kutscher, als er mtt führten Ardeitswagen beim Eindiegen in dre� davon aus, ng des Wag« n müssen, troj lückten seinen n bestreiten b id des Unfälle! wen deschäft keinen Anha ieugen unter iolizei gemäss rekor der Grc ingsrath v. Kr lhrwesen, Pol seinerseits, da t" der Sckaffp me solche Odhr ist im Wagen bspringens von außerdem dari «lueiisroagen oerm uinrnegen rn- r-gat keine Diszip am linken Fußgelenk derartig verletzt, da gebracht werden mußte.- Abends gerietb Komtoit des Fabrikanten Neumann die S die Balkenlage in Brand. Das Feuer wurd« wehr in kurzer Zell gelöscht. fälle zu vermc M �e beantragte angeklagten.— oebahngesellschast flbe versicherte, d ■ Unglücksfall er Nergnugsngs-ChriM� aWen«5%% SfuÄlKSÄÄ zugkräftigen Novität des Wallnertheaters ein»n»% stllen reges Interesse entgegenbringt, dürfte. Ermnerungsblätter an höchst amüsante und° seinen Besttz zu bringen. Gerichi»-Zeii«#£, ww!* � Regierungsrätbin S-, ein K unrcchtmäßign°Wttse an stcki nabw Z Lage erst«1 Lagen wieder t last vollständig ge, gebe er ei müßte der Schi ittß Absteigenden � würde man c eiheitsbeschrän sen Aussührui chung. er Sitzung» geeicht» t hat Haufen lai ichen Färb elvetfadttk A in dtswoche ta Tbeil nichts nördlich u»d gesteiaerte dis 150 M (11.5), Ä Alle und M.. W Bremen, Evinbura, erdam, 2" j�MNdeinlge Künstler abhanden gekommen war. F uf einen Ersatz deS Schadens, welcher in Frau S. klagte derjenigen .»UM»\�V|Uy VV» WU�UVvl»7y ivviuytv»»» VM|*.»»H5VU lehe, die sie durch die Schaustellung des Hundes ge- ■iben würde, event. auf Zahlung des VerkaufSwerches. idel würde ihr durch seine Vorstellungen mindestens eine igliche Rente von 10 M. einaebracht haben, welche K. ind zwar vorläufig in einer Rate von 1600 M. zahlen went. beanspruche fie den Verkaufswerth, der mindestens "iarl betrage. Der Beklagte destritt dagegen die de- c Qualifikation des Pudels, der übrigens ganz gewöhn« »erkunst gewesen und bei seinen Produktionen nur durch und Zuvken an der Leine und Darreichung von Leber- als höchstes Reizmittel— von altern Käse veranlagt (eimai üb«.aui einm Punkt mit der Pfote hinzuweisen. Für r,'.k?r 350 ��nßaberr führte K. zahlreiche Zeugen und Zeuginnen Vwlfl- denen indeß auch Frau S. ein Korps enthufiastischer .n�fmfnfrk des Pudels entgegenstellte.„Von der Parteien Haß �/"gSiSunst entstellt, schwankt sein Charatterdild in der„Ge« !, Dos Landgericht nahm auf Grund des vorhandenen � ÄmmilWö!"™? ä. Beßlich an, daß die auf die Zukunft ge- ©«f".��.��berechnungen der Frau S. schon aus dem «. pt hmfallig seien, weil fie überhaupt nicht habe nachweisen vre nor-ji, daß fie je aus dem Pudel eine nennenswerthe Rente habe und daß also, als des„Pudels Kern"— nur die lung des Verlaufswerths übrig bleibe. Aber auch diese � war nicht leicht, zumal Frau S. 2000 M. forderte, «• aber nur 20 M. bot! Endlich gewährte Gutachten des bckanntm Zirkusbefitzers, Herrn ann, einen Ausweg, indem derselbe nämlich .tte, daß schon gewöhnlich dresfirte Pudel, welche über den springen und ahnliche Kunstücke auf den Spaziergängen ■ einen Werth von 500 dis 600 M. erreichen. Derartige Jde konnte aber selbst die feindliche Partei dem Pudel »sprechen, und so wurden denn der Klägerin 500 M. als swertk zuerlannt.- Der P ozeß blühte aber lustig obwohl Frau S. über den Aufregungen defielben in- verstorben war. Für ihr und des Pudels Recht Katen «n ein. Auch Herr K. appellirte an das Kammeraericht, .ab« die Vorentscheidung ledio ich bestättgte.- Wegen #### «erlin allgemein bekannte und beliebte Persönlichkeit alters andttÄ Redenden che» 110 er Aihmunc� iihrt.- an Masenl, en an : SßotrooCW Clin, St. 1 s London i» ige gebracht i eilin, B »bezkken rng-- l, Danzig,� härfiger! � i etwas ab- mommtn. in SetI' ürnbttg.€ rag. Ports. in H schwug en aus Bs Regierm -istionia.- - Die Zahl crlm, uno, prang inroige vefien währer__________ er in Pest. Dperron ad, um anscheinend zu versuchen, auf den Vorder iel und Kmege enk vorgenommen werden. Der verunglückte v®onrQie auf seinem Schmerzenslager zubringen ist zwar als geheilt entlaffen worden, dekauert aber Verlust ferner: Beine. Der Unglücksfall hat seiner em großes Aufsehm erregt, namentlich weil man dre wahre Ursache defielben nicht recht klar wer- konnte. Herr King-Jn-Thai selbst hat darüber nichts vermocht; er hat nicht die Spur davon gemerkt, daß, er zu Falte gekommen, die schweren Räder über feine 1» fortgegangen waren und erst als er fich erheben wollte, igte er fich, daß er dies nicht konnte und fiel unmittelbar if in Ohnmacht. Die Wahrnehmungen der Perron-Fahr« aber waren höchst unzuläsfig und widersprechend. Einzelne .en deullich das Knacken der Knochen gehört haben, während 'Knacken thatsächlick davon herrührte, daß der Wagen über Kambusstock des Chinesen gefahren war; andere sprachen nmuthung aus, daß der Verunglückte von dem Rade einer »rcher Höhe mit dem Pferdebahnwagen fahrenden Droschke welcher aber gestern an Gerichtsstelle nicht erschien.- oes Str.'G.-B. erhoben und denselben zum Vorwurfe GZ Bruck �«tschunZ Krankenv� 3 : wil ?«uü, daß die beiden Beamten dmch die Er- mg des Wagens auf den Unglücksfall hätten aufmerksam . wuffen, trotzdem aber weiter gefahren seien und den lgluckten seinem Schicksale überlaffen hätten. Die An- Mt bestreiten dies und der Schaffner behauptet, daß er >d des Unfalles im Wagen mit der Verausgabung von ?kn beschäftigt gewesen sei. Die Beweisaufnahme er« keinen Anhalt für die Anklage, vielmehr bekundeten die leugen unter ihrem Eide gerade das Gegentheil von ihren Mizei gemachten Aussagen. Als Sachverständige waren :enor der Großen Berliner Pferdeeisenbahn« Gesellschaft, mgsrath v. Kühlewein und der Kommissar für das öffent- lhrwesen, Polizeihauvtmann v. Albert, geladen. Ersterer seinerseits, daß die Fahrgäste einer Pferdebahn unter der ut" der Schaffner im Sinne des§ 221 stehen, letzterer Ine solche Obhut zwar so lange für gegeben, als fich der — im Wagen definde, während fie mit dem Augenblick Dt«1 Ulbspnngens vom Wagen erlösche. Beide Sachverständige außerdem darin einig, daß der Pferdedahnkutscher, der,... .■.rtt i�gar keine Disziplinargewalt im Wagen habe, irgend welche sei te Vervfiichtunaen dem Vublikum aeaenüber bade, als auf A: wurvt mne Disziplinargewalt im Wagen habe, irgend welche fül(!t �i�nichtungen dem Publikum gegenüber habe, als auf »ttz- nrf) V�Plerde zu achten und alle von außen zu befürchtenden ' Sfälle zu vermeiden. Bei dem Mangel jeder thatsächlichen ge beantragte der Staatsanwalt selbst die Freisprechung -..geklagten.— Die Vertheidigung hatte der Syndikus der iebahngesellschast, Privatdozent Dr. Karl Hilfe übernommen. übe versicherte, daß die Gesellschaft bei der Smsation, welche ' Unglücksfall erregt, eingehendste Untersuchungen angestellt to der Ueberzeugung gekommen sei, daß die beiden �l>r>rf> aüpflkg völlig schuldlos seien. Die Anklage entbehre nicht tatsächlichen, sondern auch jeder juristtschen Gmnd- ls i.™ rn.? handle fich hier um eine Person, die nicht etwa � Ä'°'er Lage fich schon der Obhut des Pferdebahnschaffners ää. p 35S.».nw �to8en zu packen und zurückzuhalten. to einem Zustand der Gcwaltthätigkeit reihellsbeschrankung kommen.- Der Gerichtshof schloß :fen Ausführungen im Wesenttichcn an und erkannte auf :echung. :.tv. Sichnrtflafttnl her dritten Strafkammer de» ? �. hatte gestem das Aussehen eines Waarenlagers, �Laufen lagerte auf Fußboden und Tischen Sammet in Abglichen Farben. Es sollte alles gestohlenes, aus der lerVelvets.....— »- ücloetfabril in der Höpemdetftrajjc stammendes Gut sein und war beschlagnahmt bei dem in der Naunynstraße 24 wohnen- dm Handelsmann Martin Ringelt. Derselbe defand fich wegen Hehlerei auf der Anklagedank, während der neben ihm stehende „Arbeiter" Heinrich Emil Schmidt des Diebstahls in wmigskns 50 Fällen deschuldigt und geständig war. Schmidt war sett reichlich zwei Jahren in der Velvetfadrik als sogenannter Muster- wacher angestellt und lag ihm lediglich die Beschäftigung ob, in der Probekammer kleine Mustersendungen zusammenzustellen und postmäßig zu verpacken. Vor etwa Jahressrist will er da- mit begonnen haben, einzelne Stücke Sammet heimlich aus der Fabrik hinaus zu schaffen und seit dieser Zeit verließ er selten die Arbeitsstätte, ohne vorher ein Stück Sammet unter die Weste geknöpft zu haben. Er trug stets einen Ueberrock, auch in den wärmsten Tagm. Trotzdem war es auffällig, daß er währmd der langen Zeit niemals vom Portier am Ausgangsthore unter« sucht wurde, eine Maßregel, der fich jeder in der Fabrik An- gestellte unterwerfen muß. Aus diesem Umstände, sowie aus der koloffalen Mmge der gestohlenen Waare, deren Werth auf weit über 1000 M. geschätzt wird, schöpfte die Kriminal- polizei den Verdacht, daß der Angeklagte Schmidt mtweder Helfershelfer gehabt, oder die gestohlenen Waaren auf dem Wasserwege— die Spree begrenzt daS Grundstück— fortgeschafft hat. Die angestellten Ermittelungen haben in dieser Be- ziehung aber nichts ergeben. Sett Jahr und Tag hat nun zwischen den beiden Angeklagten ein sehr lebhafter Geschäfts- verkehr destandm. Wie Schmidt dehauvtet, hat Ringert ihm die Waare in mindestms 40 Fällen zu Preisen von 75 Pf. bis 1,50 M. pro Meter abgenommen. Er will ihm aber nicht ge- sagt haben, daß er aus unlauterer Quelle schöpfe. Ringert be- stritt cntschievm, daß er gegm seinen Mttangeklagtm Verdacht schöpfm mußte, Schmidt habe ihm mitgethellt, daß er im Komptoir der Fabrik angestellt und als solcher berechtigt sei, Reste für eigenen Gebrauch zum Selbstkostenpreise zu entnehmen. Durch die Beweisaufnahme traten verschiedene Umstände zu Tage, wodurch Ringert delastet wurde. Unter anderem hatte Schmidt, wenn er bei anderen Handelsleuten Absatz suckte, fich für den Reffen des Ringert ausgegeben und, angeblich in deffen Austrage kommend, fich dnr Adreßlarten des Ringert dedient. Ringert hatte auch Geld für Schmidt angenommen und auf Anfragen bestätigt, daß die Sache in Ordnung sei. Der Staatsanwall nahm zu Gunsten des Angeklagten Schmidt nur eine einzige fortgesetzte Handlung an, wofür er anderthalb Jahre Gefängmß beantragte. Auch den Angeklagten Ringert hiell er der Hehlerei für überführt; dem alten Sprichworte folgend, daß der Hehler schlimmer sei als der Stehler, beantragte er gegen diesen 2 Jahre Gefängmß. Der Gerichtshof erkannte gegen Schmidt auf 2t und gegen Ringett auf 1t Jahre Gefängniß, sprach beiden auch die Ehrenrechk aus die Dauer von zwei Jahren ad. * Eine turbulente Uachtszeue war gestern Gegenstand der Verhandlung vor der 87. Ädtheilung des Schöffengerichts. Die Droschkenkutscher Lietze und Glöde wollten fich in der Nacht vom 9. zum 10. August mit ihrem Gefähtt nach Hause begeben. Als fie gegen 3 Uhr die Ecke der Bellevue- und Sand- straße auf dem Gesundbrunnen erreicht hatten, kat ihnen plötz- lich ein Mann in dm Weg, der mit den Wottm: Prrr, Prrr! Dem Pferde des voranfahrmden Lietze in die Zügel fiel und dasselbe zum Stehen zu dringen versuchte. Als der Kutscher fich das mergisch verbat, fiel der Mann über ihn her, um ihn vom Bock heradzuzichen. Das gelang ihm aber nicht, well Lietze fich . Wehre setzte. Run wandte fich der Angreifer dem dicht hmterher fahrendm Glöde zu, dem er die Peitsche entriß, mit welcher er denn unbarmherzig auf dm Kutscher losschlug. Auf die Hilferufe des letzteren eilten mehrere Personm herbei, unter denen fich auch der Sohn des Mißhandelten befand, der seinm Vater naturlich von dem Mmschen befreite und dem« selben ernen gehörigen Denkzettel verabfolgte. Hierauf wurde der Gelynchte zur Wache fistitt, wo er fich als der Ausschreier Bär« wrlld entpuppte.- Vor dem Gericktshof behauptet Bärwald, daß er von den Kutschern ohne jede Veranlassung zuerst miß- WMFMSKK seiner eigenen Peitsche geschlagen, dis dessen Sohn anlangte von dem er niedergeworfen und so arg mißhandelt worden lei' daß er seine Wunden von einem Heilgehilfm verdindm lassen mußte. Die meiste Prügel habe er selbst empfangen und nun sei er obenein noch unter Anklage gestellt wordm.— Durch die »«« KUUW von ihnen ledoch in Abrede gestellt wurde. Sie wollten näm- i? au» kät Maurer Kiese besuchen, welcher bei der Wengler u i ol?i s!?1 �bnte, um von diesem einen Waschkord zu r t oj? I? Wengler die Thüre öffnete und die Damen sah, stieß fie einige nicht wiederzugebende Schimpfworte aus und wollte die Thüre schnell wieder schließen. Hieran wurde fie jedoch gehindert, indem die Mädchm Hände und Füße Wischen die Thüre geschoben hatten und diese Körper« theile erst zurückzogm, als die Genannte um Hllse nef. Der Staatsanwalt wollte es dahin gestellt ein laffen, od die Wmgler das Recht hatte, dm ngellagtm den ZuKitt zu ihrem Astermiether zu verweigern; allein, nach Darstellung der Zeugin hätten fich dieselben dennoch des gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs schuldig gemacht, weil fie fich gewissermaßen gewaltsam den Weg in die Wohnung zu erzwingen versuchten. Sache des AftermietherS wäre es gewesm, seinen etwaigen Besuckem Zutritt zu verschaffen und die Ange- klagten hätten fich an dielen wendm müssen. Aus diesen Gründen deantrage er je 1 Woche Gefängniß. Der Gerichtshof war jedoch anderer Anficht; die Wohnung habe nur dm einen Zugang gehabt, den die Zeugin Wengler verspertt habe. Dazu stehe ihr jedoch nickt das Recht zu, well dem Astermiether dieser Zugang naturgemäß auch bleiben müsse. Da nun der After- miether mit dem Besuch einverstandm war, so durste die Ver> mietherin den Anaeilagtm den ZuKitt nicht verweigern und daher sei auf Freisprechung erkannt worden. El«»„KpnKgrfchichte" in der Markthalle. Frau Schultz fragte in der Martthalle die Händlerin Bomann nach dem Preise der Bohnm.„Zwei Lller kosten 40 Pfennig" lautete die Antwott.—„Ich gebe nur 35 und kaufe zwei Liter, wenn Sie mir dieselben dafür laffen", erklärte Frau Schultz, und als ihr die Händlerin, ohne ein Wort zu erwidern, die gewünschte Quantität Bohnm in den Korb einmaß, nahm fie an, daß jme mit dem gebotenen Preise einverstanden fei Sie war daher nicht wmig erstaunt, als sie auf das Dreimarkstück, welches fie ihr einhändigte, nur 2 Mark und 60 Pfennige zurückerhielt. „Ich bekomme noch fünf Pfennig", meinte Frau Schultz und streckte ihr die Hand zur Empfangnahme derselben entgegen.— „Wat, noch fünf Pfennig? Warum denn nich jleich fünf Äärker« chenS. Det möchte Ihn' schon paffen!"—„Ader ich habe Jhnm doch gesagt, daß ich die Bohnm nur dann von Jhnm mtnehme, wenn ich fie für fünfunddreißig Pfennig dekomme".—„Ach wat! die Bohnm, wo fich die Engel im Himmel die Finger nach lecken, für fünfunddreißig Pfennig? det jiebt's bei de Bomann nich!"—„Dann nehmen Sie Ihre Bohnm und geben Sie mk mein Geld zurück".—„Ooch det noch? Nee Madam km, da kmn' Sie die Bomann schlecht. Wat jekoost is, is jekooft."—„Ich bestehe darauf und werde wissen, was ich zu thun habe."—„Na, da dhun Sie man immerzu, wat Se nich laffen könn'n; ick weeß ooch, wat ick dhue."— Sprach's und spuckte Frau Schultz ins Gesicht. Frau Schultz glaubte hinter der Händlerin nicht zurückstebm zu dürfen und — spuckte pflichtschuldigst wieder— zum Ergötzen der Um« stehenden, die fich um die beiden spucklustigen Damm zahlreich gruppitt hatten. Ein hinzukommender Schutzmann machte der Szene ein Ende und zeigte Frau Schultz wegen groben Unfugs an. LetzKre hatte fich dieser Tage vor dem Schöffengericht zu verantworten. Da eine Denunziation gegm Frau Bomann nicht vorlag, mußte der Gerichtshof annehmen, daß die Ange- klagte sich allein im Spuckm produzitt habe. Als er jedoch aus dem Munde des Schutzmanns selbst erfuhr, daß auch Frau Bomann, und zwar zuerst gespuckt, daß die Angeklagte mitbin nur Gleiches mrt Gleichem vergotten bade, erkannte er, wie die „Serl. Ger.-Chron." meldet, auf Freisprechung. * Als un gerat Heues Kind präsentirte fich der 69. Abtheilung des Schöffengerichts das 13jährige Schulmädchm Antonie Keys«, welche zum Termin aus der Untersuchungshaft vorge» führt wurde. Nicht weniger als fünf Ladendiedstähle hat das Mädchen in kurzer Frist geständlich ausgefühtt. Eines Tages war fie dm Eltern fortgelaufen und hatte auch den jüngeren Bruder mllgenommm. Mit diesem trieb fie fich während einer ganzen Woche in der Stadt umher, obne nach Hause zurück-u» kehren. Dm Lebensunterhalt verschaffte fie fich durch Ladm- diebstähle, bei denen der Bruder Schmiere stehen mußte. Da die kleine Diebin schon einmal mit einer Woche Gefängniß wegm Ladendiedstähle vorbestraft ist, so beantragte der Staats- anwalt 4 Wochen Gefängniß. Das Gericht erkannte mit Rück« ficht aus die erhedlichm Beträge, welche von der Angeklagtm aus den Ladenkassm entwendet wurden, und der Frcchhett bei der Ausübung dieser Diebstähle nach dem Ankage des Staats« anwalts. Auf uersuckteu Mord> Kindesaussctzung und auf intellektuelle Urkundenfälschung lautete die Anklage, welche gestern egen die 18jShrige Dimstmagd Auguste Luise Hönicke vor dem Schwurgerichte des Landgerichts I verhandelt wurde. Die An« geklagte gmas am 3. August d. I. in der Entbindungsanstall eines Kindes. Trotzdem ihr von ihrer Herrschast zugesagt wor- dm war, daß fie sammt ihrem Kinde Aufnahme finden sollte, sobald fie den Dienst wieder antreten könnte, beschloß fie fich der Sorge um das Kind zu entheben. Als fie aus der Eni- bindungsanstalt mtlaffen wurde, begab fie sich direkt vor die Stadt. An einer einsamen Stelle in der Gegend der Nord- bahn versuchte fie zunächst, das Kind mittelst einer Schnur zu crwürgm, ihr Gefühl sträubte fich aber doch gegm die schreckliche That und fie stand von der Ausführung ad. Nur nothdürftig mit etwas Leinen bekleidet, legte fie das Kino hinter eine Hecke und überließ es seinem Schicksale. So« dann ging fie zu ihrer früheren Herrschaft und kat den Dienst wieder an. Ihr Kind sei gestorben, erzählte fie. Zwei Tage später begab fie fich zum Standesamte und meldete dm Tod des Kindes an. Dieses war indessen nicht, wie die unnatürliche Mutter ermatten durste, elendig umgekommen, sondern von Ar» bettern, welche zufällig dm einsamen Weg um die Mittagsstunde passtttm, gefunden und der Polizei übergeben worden, welche die Uebettührung des Findlings nach dem Waisenhause rnr« anlaßte. Innerhalb weniger Tage war die Mutter ermittelt und zur Hast gebracht. Die Angeklagte war im gestttgm Termine geständig und anscheinend von tiefer Rme ergriffen. Aus Angst vor ihren in einer Veium Provinzsladt ledmdm Eltern, denen fie ihren Fehltritt nicht eingestehen durfte, sei fie zur Verbrechettn aewordm. Die Ge» schworenm verneinten die Schuldfrage in Betreff des versuchten Mordes und bejahtm nur die übttgen Schuldfragen. Der An» trag des Staatsanwalts lautete auf eine Gesammtstrafe von einem Jahr 6 Monaten, der Gerichtshof ettannte auf ein Jahr vier Monate und eine Woche Gefängniß. Kerewe und Persammlnue»« Eine öffentliche Franeuveesammtung tagte unter Vorfitz des Frl. Wabnitz am Dienstag im„Neuen Klubhaus", Kommandantenstr. 72, in der Herr Dr. Löwenthal durch einm Vottrag die Nothwendigkeit der Erttchtung von Rekonvaleszenten-Häusern nachwies. Gerade die Zeit der Gmesung sei äußerst bedeutsam für die Heilung der Krankheit; der Gmesmde sei, wmn er aus dem Krankmhause entlassen werde, noch auf Wochm und Monate hinaus unfähig, dm Kampf ums Dasein au'iunebmcn; gewöhnlich ereigneten sich Rückfälle, die dann merstms den Tod des Patientm herbeiführen. So folgten bei Unterleibstyphus, Lungenentzündung, bei Kindettranlbeitm ge- wöhnlich Rückfälle, wenn der Patient gezwungen sei, sofort nach seiner Entlassung aus dem Krankenbause wieder schwere Ardettm zu verttchtm; auch bei chirurgischen Krankheitm, Beindrüchm ic. bleibe immer eine Schwäche und damit die Unmöglichkeit zurück, anskengend zu arbeiten; diese müßten also nothwmdiger Weise im Ringen um eine Existmz unterliegen. Es«m- pfehle fick deshalb für Kinder die Errichtung von Kinderasvim, und für Erwachsene die von Rekonvaleszentenhäusern.— Eine Diskussion schloß fich an. Herr Canitz findet den Vortrag an fich recht interessant, aber er habe durch denselben nicht erfahren, wie Herr Dr. Löwenthal die Sache zu lösen gedentt; es wäre richtiger gewesen, das Programm vorzuführen: er bitte um Auskunft, wie und mit welchen Mitteln die Rekonvaleszmtenhäuser eingerichtet werden sollten. Herr Dr. Löwmthcll erklärt, daß er gar nicht beabsichtige, irgend welche Einrichtungen dieser Art zu Kesten; er sei nur aufgefordett worden, die Nothwendigkeit solcher Institute Kr einem Vottrage der Versammlung vor Augen zu führen und das Interesse daran zu fördern; er habe nur eingewilligt, weil ihm die Angelegmhett interesfire, sonst stehe er allem gar., objektiv gegenüber. Fräulein Jagett fragt, wo Fräulein Wadni» das Geld zur Gründung von Rekonvaleszentm-Häusern her- nehmen wolle; mit privaten Mitteln wäre es nicht möglich- es würde daraus werden, wie aus der Ardeitsstube der Frau Ä ffiÄÄ Ätt einer Petttton an dm Magistrat, tn welcher derselbe zur Errich« tung von Rekonvaleszentenhäusem aus kommunalen Mit" in aufgefordert werden solle. Frl. Wadnitz: Sie sei in Blanken« bürg gewesen, habe die dortige Anstalt(23 Betten) in Augen« Zcin gmommm, und fie sei entzückt über die prachtvolle Einrichtung, und Zweckmäßigkeit der Anstatt. Diesetde werde nur von einer Dame geleittt und wirke sehr segensreich. Die Anstatt sei eine kommunale(Rufe: Aha!) Auch dmch Sammlungm aurdm fich die Mittel aufdringen laffm. Sie haoe schon zwei Gesuche um Gestattung von 5)auskollektm ein» gereicht, babe aber dis jetzt noch keinen Bescheid erhalle«.— Ftaul. Jagert bittet um näheren Aufschluß, woher das Geld genommen werden solle: wenn die Kommune wmigstens die Kosten der Einrichtung, die Mrttbe u. s. w. tragen wollte, dann könnte ja die Sache fich als lebensfähig erweisen. Frl. Wabnitz theilt mit, daß fie mit dem Stadkath Eberty eine längere Unterredung gehabt habe, und daß dieser dem Verein sehr sympathisch gegmüber» stehe. Außerdem bestände eine„Abcl'sche Stiftung" im Betröge von 85 000 M., welche zur Unterstützung von Rekonvaleszenten» HSusern bestimmt sei. Sie habe sich um die Zuweisung der Zinsen m Magistrat ein Schreiben dieses Kapitals beworben und habe vom mit der Aufforderung erhallen, die Zahl der Mitglieder, denWortlaut des Programms und die Höhe der Geldmittel, über die der Verein verfügt, anzugeben. In Berlin könne man ja sehr leicht zu Geld kommen(stürmische Heiterkeit), ganz besonders in den Wintermonaten; sie habe sich ans Konseroatorium gewandt und dies hat versprochen, unentgeltlich eine Mufikaufführung zu ver- emstallen und die Ueberschuffe dem Verein zuzuwenden. Her- vorragende Männer hätten fich bereit erklärt, in Anbetracht der guten Sache unentgelllich Vorträge zu hatten: berühmte Aerzte, wie Myer Hahn, Virchow hätten ihr ihre Sympathie ver- sichert und hätten ihr Geld angeboten, fie habe es aber vor der Hand zurückgewiesen, bis eine Kontrole geschaffen sei. Auster- dem könnten die Genesenden leichte Arbeiten, wie das Nähen Bettbezügen, die Anfertigung von Damenkleidem über- von nehmen und so in etwas zur Deckung der Kosten beittagen. Hierauf verliest die Schriftführerin, Fräulein I a h n k e, die drei Schreiben der Professoren Meyer, Hahn und Virchow, von denen Fräulein Wadnitz in ihren Ausführungen gesprochen hatte- Herr Canitz häll es für eigenthümlich, daß diese Herren, die alle ihr grostes Interesse an der Sache verstcherten,„leider" gerade keine Zeit hatten, der Einladung, der Versammlung beizuwohnen, zu folgen; am besten wäre es freilich gewesen, wenn jeder dieser Herren 100 M. geschickt hätte, dann hätte man Interesse bemerkt. (Beifall.) Auf einen Geschästsordnvngsantrag hin wird hierauf der Statutenentwurf von Fräulein Wabnitz verlesen. Herr Dr. Z ad eck glaubt kaum, daß die Kosten der Anstatt durch Kolletten würden aufgebracht werden können. Nach einer ungefähren Berechnung würden die Unter- halttmgskostcn für 23 Betten 15 000 Mar! pro Jahr betragen: das könne der Verein nicht aufbringen. Die Gesell- schast habe vielmehr die Pflicht, diejenigen zu unterstützen, die im Dienste der Gesellschaft invalid geworden sind: man solle diese ganze Vereinsspielerei bei Seite lassen und lieber darauf dringen, dost die Gesellschaft ihre Pflicht thut.(Lebhafter Beifall.) Hierauf läßt Frl. Wabnitz eigenmächtig eine Pause von zehn Minuten eintreten, während der diejenigen Frauen, die dem V.rewe betreten wollen, ihre Einzetchnung in die Liste bewirken können. Nach Wiedereintritt in die Diskussion hebt Herr Pfeiffer hervor, dast der Staat die Kranken unterstützen müffe. Fräulein Wadmtz habe gesagt, die Kommune wolle erst Material haben, bevor fie mit der Errichtung von Rekonvales- zentenhäusern vorgeht; die Kommune brauche nur einen Blick in die Statisti ck der Armenpflege zu werfen, da stecke genug Material. Vereinigungen, wie die vor- geschlagene, seien zu verwerfen, denn fie brächten die Arbeiter nur vom richtigen Wege ab.(Beifall.) Frl. I a g e r t steM den Antrag, eine Kommission zur Ausarbeitung einer Petttion an den Magistrat zu wählen. Herr S t r e m p e l glaubt, dast die Arbeiterinnen dafür danken werden, durch Bettelei zu erlangen, was fie als ihr gutes Recht zu fordern haben, und was sollen 12—20 Betten bedeuten bei einer Arbeiterinnendevöikenrng von wenigstens 50 000 Seelen? Frau Löhs e bezweifelt, dast die Damenschneiderci, die Fräulein Wabnitz als am meisten Profitdringend im Auge habe, werde bestehen können, da wohl nur wenige, kaum eine von dreihundert aus dem Krankenbaus Ent- lassener dieselbe gelernt haben.— Herr tz offmann hebt nochmals hervor, dast die Sache völlig undurchführbar ist, da un« gefähr 75 pCt. aller Arbeiterinnen krank seien; man solle lieber dahin stieben, dast den Arbeitern der volle Ertrag ihrer Arbeit werde.— Es wird hierauf Abstimmuug darüber verlangt, ob der Verein ins Leben treten solle oder nicht. Die Abstimmung erfolgt zweimal und Frl. Wabnitz konstatirt, dast der Antrag mrt zwanzig gegen vierzehn Stimmen angenommen worden ist; fie erklärt die Ver- sammlung für beendet.— Der Antrag, den Frl. Jagert einge- bracht, wurde, obwohl er früher als der andere gestellt war, gar- nicht zur Abstimmung gebracht. Nerri» zur Wahrung der Interesse« der Kerltner Kuopfardeiter hielt am Sonntag, den 21. Ottober, seine zweite austerordentliche Generalversammlung in Jäschke's Lokal, Blumen- und Andreasstraste- Ecke, mit folgender Tages« vrdnung ab. 1. Kassenbericht. 2. Wahl eines 1. Vorsitzenden, eines 2. Schriftführers, 2 Beisitzer und eines Bibliothekars. Beim 1. Punkt ertheilte der Vorsitzende dem Kasfirer Fricdemann zum Kassenbericht das Wort. Die Einnahmen in dem zweiten Vnrteljahre bettugen 123,10 M., die Ausgaben 82,70 M. Von dem ersten Vierteljahr war ein Ueberschust von 14,80 M. verblieben. mithin bleibt jetzt ein Bestand von 55,20 M. Nachdem düser Bericht von den Revisoren Otto Kleinert und Karl Gcu bestätigt worden, wurde dem Kasfirer Decharge ertheitt. Zum 2. Punkt, Wahl eines 1. Vorsitzenden, wurde Kollege Weispfluck hierzu gewählt. Als 2. Schristführer wurde Paul Portz, als Beisitzer wurden Emil Bobn und Krüger, als Btblothekar Withllm Jerratsck gewählt. Die Wahlen wurden per Akklamation rollzogen. In Betreff der speziellen Einladung der Kollegen der Leidholz'schen Fabrik zu dieser Versammlung erwähnte der Bvrsttzende, dast dort kürzlich wieder Abzüge gemacht worden seien und diesen Abzug die Kollegen ruhig hingenommen hätten: er forderte speziell einen von dm Leidholz'schen(Kollegen auf, die Sache näher zu erörtern. Es meldete fich ein Mitglied zum Wort und bestätigte, dast Abzüge gemacht worden seien, aber nur allein bei den Plattenschneidern, die immer noch nicht genug arbeiten lönnten. Von den Plattenschncidern sei noch nicht ein Einziger dem Verein beigetreten. Kollege Weispfluck erwidert, dast die Ardetter in dm Fabriken recht fest zusammen- haltm sollten, um etwaigen Lohnabzügen vorzubeugen, da da- durch nur der Schundproduktion Thor und Thür geöffnet würde.— Hiernach kam ein Antrag zur Besprechung, welcher »orschligt, dast jedem in den Vorstandeflyungen erscheinenden Vorstandsmitgliede 30 Pfennig Entschädigung gewährt würde. Stach längerer Debatte wurde der Antrag mit allen gegm zwei Stimmen angenommen. Unter„Verschiedenes" verlos der Vor- fitzende ein Schreiben von dem Mitgliede P. Adolph um eine Unterstützung vom Verein, da Adolph zirka 15 Wochen arbetts- unfähig sei und seit 2 Wochen ohne jegliche Unterstützung wäre, da die Kranlenkaffe bei Unfällen nur 13 Wochen Unterstützung dezahtt und der Streitfall von der Unfallkaffe noch unentschieden sei. Nach einer längeren Debatte wurde ihm ein Darlehn von 10 M. bewilligt. Die Kranken- und Kegräbnißkass« de« Derein» sämmtliche» Kernfeklassen Kerlin 1 hält am Sonnabend, dm 27. d. M, Abends 8 Uhr, Blumenstr. 78 eine Versammlung ad. Tagesordnung: Wahl der Abgeordneten zur General- Versammlung. Neue Mitglieder ohne Unterschied des Berufes und Geschlechts vom 14. bis zum 45. Jahre werden in jeder Versammlung, sowie bei den Herren Sasse, Hasenhaide 48; Geelhaar, Höchstestrahe 20; Kuhlmey, Landsdergerstraste 105; Hamann, Neue Grünstrahe 27; Metzkow. Straste 16 Nr. 4; Cohn, Christinenstraste 7; und Schilling, Koppensttahe 48, aufgenommen. Derein de» Steinha««» Berlins und Umgegend. Sonnlag, dm 28. Oktober, Vormittags 10 Uhr, Mitgliederversammlung in dem Lokale Gartenstrahe 123 bei Krüger. «esang-. Turn-«nd gesellig» Derein» ei», am Donnerstag. Männergesangverein„Lätitia" Abmds 9 Uhr in Vettin's Restaurant, Veteranenstt. 19.— Gesangverein„Bretzel- ftblufc" Abmds 8t Uhr im Restaurant Schumann, Alte Jakob- fftofce 38— Männergesangverein„Nordstern" Abends 9 Uhr im Restaurant Jacob, Lindowerstt. 26.— Schäfer'scher Gesang. «rem„der Elfer". Abends 9 Uhr bei Wolf u. Krüger, Slalitzer- straste 126, Gesang.- Gesangvnein„Blüthenkranz" Abends im Restaurant Siemund, Linimstr. 8.— Mannergesangvcrem „Firmitas" bei Kirner, Köpnickerstt. 68.— Gesangverein Männerchor„St Urban" Abends 9 Uhr Rittersttaste 105.— Gesangverein„Deutsche Liedertafel" Abmds 9 Uhr Köpnickersttaste 100.— Gesangverein„Norddeutsche Schleife", Abends von 9—11 Uhr, Michaelkirchstraste 39.— Tum« verein„Hasenhaide"(Lehrltngs-Abth.) Abends 8 Uhr Dieffm- bachstt. 60—61.—„Berliner Turngenoffenschaft"(7. Lehr- lings-Abthellung) Wmds 8 Uhr in der städtischen Tumhalle, Bntzersttaste 17—18;— desgl. 6. Männer- Abtherlung Abmds 8 Uhr in der städtischm Tumhalle, Gudmer- straste 61.— Lübeck'scher Tumverein(Männer- Abtheilung) Abends 8 Uhr Elisabethsttaße 57,58.— Allg. Armds'sche Stenographenverein, Abth..Louisenstadt", Abends 8t Uhr im Restaurant Preust, Oraniensttaste 51.— Arends'scher Stenographenverein„Phalanr" Abends 8t Uhr im Restaurant„Zum Buckower Garten", Buckowcrslraffe 9.— Berliner Steno- graphen- Verein(System Ärends) Abends 9 Uhr im Restaurant Friedrichstraße 208.— Stolze'scher Stmo- graphm-Verein„Rord-Berlin" Abends 9 Uhr Schlegelskaste 44 — Verein der Naturfreunde" Abmds 9 Uhr im Restaurant Wienersttaste 35.— Verein der Unruhstädter Abends 8 Uhr im„Königstadt-Kafino", Holzmarttstt. 72.— Verein ehemaliger F. W. Rettschlag'scher Schüler am 1. und 3. Donnerstag jedm Monats im Cafe Schüler, Landsbergerstr. 73, Abends 8 Uhr.— Rauchllub, Femspitze" Abends 8t Uhr im Restaurant, Holz» marttsttaste 44.— Rauchüub„Arcona" Abends 9 Uhr bei Brandt, Forsterskaste, Ecke der Reichenbergersttaste — Rauchllub„Dezimalwaage" Abends 9 Uhr im Nestau- rant Lock» KrautSsttaße 48.— Rauchllub„Vorwärts" Abmds 9 Uhr bei Herrn Tempel, Restamant„Zum Ambos", Bres- lauersttaste 27.—„Orientalischer Rauchllub" Abends 9 Uhr im Restaurant Wiechert, Oranimstraste 8. Kleine Mittheilungen. Au« de» Mark. Ein Rekrut, namens Nikolaus, von der 3. Eskadron des Zielen- Husaren« Regiments in Rathenow, wurde am Freitag Morgen an einem Kirschbaume in dem Garten der Semlinerstraste erhängt gefunden. Die Leiche wurde nach dem Gamisonlazareth gebracht. Heber die Ursache des Selbstmordes ist nichts bekannt. Jedenfalls giebt ein Brief des Unglücklichen an seinen Vater, den man bei der Leiche vorfand, darüber Aufschluh. F»»ie«walde a.©. Sonntag Abend entgleiste kurz vor Freimwalde bei dem nack Att-Tomow führenden Uedergang über die Bahnstrecke der Personenzug von Wriezm dadurch, dast die beiden letzten Wagm aus den Schienen sprangen. Da der Zug schnell zum Hallen gebracht werden konnte, sind, wie die „Fr ff. Oder Zeitung" mitthellt, glücklicherweise größere Unfälle nicht vorgekommen, nur einige Passagiere, die sich in den de« ttessmden Wagen befanden, haben leichte Verletzungen erlttten. Die Paffagiere begaben fich zu Fuß nach dem hiefigm Bahnhof; einem derselben kämm in der allgemeinen Verwirrung seine Gepäckstücke abhanden, welche allem Anschein nach von einem diese Angelegenhett Bmutzendm gestohlen worden find. Ob- gleich die Instandsetzung der Strecke längere Zeit in Anspruch nahm, wurde eine längere Verkehrsstockung hierdurch nicht ver- ursacht Düsseldorf. Ucber dm bereits erwähnten Hauseinsturz wird ver„Kölnischen Volkszettung" unterm 24. d. folgendes de- richtet: Gestern Nachmittag 11 Uhr stürmte in __--, der Herzogsttaste ein dreistöckiger, eben unter Dach befindlicher Neubau total ein und begrub unter feinen Trümmern sechs Ardeiter. Bis gestern Abend waren von der Feuerwehr vier Arbeiter schwer verletzt herausgehott wordm. Dm fünften fand man heute Morgen vier Uhr todt vor; er hinterläßt eine Frau mit acht Kindern. Dm sechsten Arbeiter, einen jungen Biann von 18 Jahren, fand man um 4 Uhr Nachmittags im Kellerraume mit total zer- schmetterten Kopfe. Die Feuerwehr ist noch immer mit Aufräumen beschäftigt. Ein Arbeiter rettete sich, als er das Knistern vernahm durch euren Sprung auf das Gerüst des Nebenhauses, ein anderer durch einen Sprung vom Fenster aus nach dem Hinterdau. Die Ursache des schwerm Unglücks soll in der Ver- wendung schlechten Materials zu suchen sein. Der ganze Bau ist in 17 Tagen vom Fundament bis zum Dache gefördert worden. Der Unternehmer, ein früherer Schuster, wurde sofort verhaftet Au* de« Königreich Sachsen. Im Zuchthause zu Walddeim hat sich kürzlich der seit 36t Jahren daselbst intet« nirte Raubmörder Thomas durch Erhängen selbst entleibt, weil ein Gnadengesuch, welches der zum Tode verurtheilte und bereits zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigte Verbrecher beim König von Sachsm eingereicht hatte, abschäglich beschieden wor- den ist. Thomas hatte fich währmd seiner langjährigen Kerker- Haft etwa 800 M. erspart Hageua«. lieber eine verwegene Flucht berichtet die„Strastb. Post": Ein am Montag festgenommener und von zwei Gen- darmen gefeffell hierher gebrachter Gauner ist aus dem hiesigen Gesändniffe entflohen. Demselben war in Rücksicht auf seine Gefährlichkett ein ganz besonderer Raum, gesondertes Zimmer mit eigenem Eingang, angewiesen, in welchem er allein wohnen sollte. Dieses Gemach ist im Gefängnistthurm am Reitplätzchen un- mittelbar über dem Thorbogen gelegen; um es von der Straste aus »u erreichen, find fünf feste, mitEisen beschlagene Thören zu benutzen. Dennoch ist es dem verwegenen Gauner gelungen, wie es scheint unter Anwendung eines geeigneten Brechwerkzeuges, zuerst ein mit einem Riegel verschlossenes Guckloch in der Thüre und durch dieses sodann die Thüre selbst zu öffnen. Dieses Brechwerl- zeug muß dem Verhafteten von außen zugekommen sein, was nicht unmöglich erscheint sei es durch Gebrauch einer Letter oder langer Stangen. Diese Annahme gewinnt an Wahr- scheinlichleit durch dm Umstand, daß das Drahtgttter an der Schatte durchbrochen ist. Durch das Oeffnen der erstm Thür gelangte der Gauner auf einm kleinen Gang, von welchem aus eine Thüre auf die nach obm führmdm Treppm des Thurmes fuhrt Auch diese Thür wurde von dem Gauner geöffnet, wodurch es ihm möglich wurde, die ganze Höhe des Thurmes zu ersteigen, woselbst fich, noch weit über der Thurmuhr, zwei Oeffnungen in der Mauer desindm. welche groß genug find, um einm Mann durch, ulaffen. Von hier aus hat der Verwegene die Flucht vollzogen, wie aus emem von der einen Oeffnung herabhängenden Sell zu entnehmen ist. Eine Treppe tiefer befindet fich die Uhrmkammer, in welche der Gauner gedrungen ist, um fich & einem anderm Strick, welcher ihm wohl nicht gmügend bar oder lang erscheinm mochte, noch die Leine des Schlag. werks der Uhr zu holen. Aus dem Uhrwerk war Verantw ottlicher Redakteur: austerdem noch ein kleines Rad entnommen, welches als Gewicht beim Herablassen der Seile, welche obm an einer Leiter befestigt waren, gedient haben mochte. Wmn man dedenkt, daß alle nöthigm Vorkehrungen bei großer Dunkelheit vorgenommen wer- den mußten, und die Höbe des Thurmes dettachtet. so weist man ÄtrtÄ fÄ'f« jäm wl« US aus den Trümmern hervorgezogm worden. mm Der Erdrutsch auf die Bahn«folgte Augenblick, als der Zug im Begriff war, Der Zugführer war nicht mehr im Stande, halten. Die Masse ist etwa 50 Ellen breit; stellen Hügel oderhalb der Bahn. Spätere von 90 Opfern im Ganzen. Die Szene war als es Nacht war und Hllfe erst spät gebracht In Brindisi, wohin der Zug gehen sollte, st gegend herrscht große Aufregung und Trauer, ihre Angehöttgen vermissen und die meisten noch fie gerettet sind oder nicht. Aus Tttest werden über die furchtbare folgende Details telegraphirt: Die Kl' durch eine ungeheure Stein- und Erdlawine von meiern, welche das Geleise in der Länge von deckt. Acht Waggons find unter derselben Bergungsarbeiten sins äusterft schwierig; man zu den Verunglückten förmlich durch zraben..� 22 Todte und 50 Verwundete geborgen, allein' Verunglückten dürfte an 160 betrogen. Unter dtW Mitglieder einer italienischen, nach Corfu befliß» sellschaft, ein Sohn des Smators Nettt, n® und viele Einwohner von Potenza, Bnnd>I> Die Leichname find meist unkenntlich.��, Jammerszenen ereignen fich bei der AusfindWi — Ein Telegramm des römischen Körtest� „Neue Freie Pr." meldet: Unter den Trümmer»! sieht man durch die Räderspeichen hindurch» todtenstarre Arme, krampfhaft geballte HM',». Brillantringen an den Fingern. Ein todter W» dem Breviarium in der Hand gefunden. Von* weist man bisher erst 100 gerettet An« London, 18. dss., schreibt man: D» villes war r rüber in England sprüchwörtlich. der alle Glücksstern noch immer fett den geblieben zu sein. Der gegenwärtige Earl Villi sicher keinen Grund zur Beschwerde. Als sein eint täglich M. Hmis r-ietteiil 'att. Einzelne (Einx wurden Sammlungen begonnen, deren Ertrag �Jl®onai der Vtammsitz in alter Pracht aus der Asche scheinlich um seine infolge der Noch der Land» derten Einnahmen wieder auf die frühcre Hohr ihm die jüngst gestorbene Berwallerin des® Legat von 70000 Pfund Sterling vermacht- Betraa der von amerikanischen und englischen /L nen Eintrittsgelder.— In den Kellerräumen v» »»II« dem wöchentlic Kerlwe reffen der r sSMaa Fuße und Zchelle des linken Schenkels �ttnu Fott mit den B worden, die, wie man glaubt, der daselbst iMaglich beschrmp verstümmelten Frauenleiche angehören. i � �'chee Telegraphische Depts� welches unentr des werfthä Feuilleton (Wolff's Telegravhen-Bureau.) pari«, Mittwoch, 24. Ottoder. In b® misston sprach fich heute Boulanger für Auf"* und Einberufung einer konstttuirenden Versa?" unabhängige und vor dem Lande verantwor' müsse in den Händen einer Konstituante Ii regetn treffen müsse, um diktatorischen Mistdr Im übrigen dezieht fich Boulanger auf seine Gegenstand abgegebenen Erklärungen. von 3 Fe! Wir machen ai leben Realisten t Der Abo««»«! «ark 35 Pf.. | unserer Expedtti Kriefkasten der Kfd B«t rnftagen dUten wir dir Abomi«wmt»-Outttung »ntwort wird nicht erchrilt. Lehrling. Der Lehrherr kann, wenn etwas anderes ausgemacht ist, den Le# eine destimmte Fachschule zu besuchen; 1# Bestellungen wi e von der Exped ivmmen. nutzet Wb i eine oeinmmre«QQicyuie zu besuchen;.�.°na* 9101 statten, Sonntags oder noch Schluß der« litdftk bildungsschulc zu besuchen. � A.|l., Arft er(kroße. Ein PatenttM�p Verschaffung eines Patentes beaustragt wirk. vor Einreichung der Anmeldung genau z.Kel gleiches Patent nicht schon crthellt ist. Entscheidung hinüber dem Patentamte- R K. Ein einzelnes Exemplar eines.„ darf nicht mit Beschlag belegt, rcsp. muß � thümer herausgegeben weiden. Machen 8* der Staatsanwaltschaft. Einem s ch w i »tanzeiger", en Deutsch la liefert,„uf\i] w die F. L. Sie haben natürlich Anspruch< gung, müssen sich aber das, was Sie etwa A# anderwettig verdienen, abrechnen. ...___________....«r die Schwe F. K. S5 Ein Fabrikarbeiter hat,> r dem unserio verabredet ist, Anspruch auf 14tägige Kund'S% ejn«f -------- die% etwa gen. Es kvmi Die KkS�likderschiedene Z ®,e einen beh ....'•* Ursache, wa rufsgenossenschaft Mitthellung zu machen« ie und geschi stehen.'r A. L. 49. 1. Dast Jemand vor N U � lick wegen Betruges bestraft ist, schlicht w® A Schankkonzession ettheilt wird. 2. Wird v g# »Yi'S derers in Chili oder Brasilien erhallen Sie �$* dortigen deutschen Konsul, dessen'Namen» t Werbedeputation im Köllnischen Rathhaust� F. A. I..Sie sind nicht gesetzlich � S# ersehen können. G. 1. Ein verheiratheter Mann. Ehe verspttcht und sich von ihr Geld gedi Betruges schuldig. 2. Eine uneheliche A nicht einfach dem Vater hindttngm und � würde möglicherweise eine strafbare 3' �"" 1. Das wissen wir auch Di-K ». W. im Anfange der siebziger Jahre. 2. llWne � I luarWä geräumt werden« bis Mittags. idst ll�,...... M. am Erstm des Ouatt:.„ Erstm, nicht nur bis Mittags. A, D. Ihre Anfrage ist seldm nicht hervorgeht, wozu Sie ctgenu�y i nehmen wollen. Zu mündlicher Auski-w$ «. L. Admiralstr. Tie P�Är�lj gericht eingereicht werden innerhalb o,— � Kläger von der Beleidigung und der Kmntnist erlangt hat Für die Börlas. giebt es keine bestimmte Frist Nur i""». roigm, daß das Sühneattest dem Am» dem Ueberse „ d'S elastij ffe sah ihren Gerste hatte wächshause nn'S Haus zu �trong telegr, ben und t bleiben wol hörm lasse ch werde, �früherer P 3; 3 Monate eingereicht werden kann- ,, �-Lch- Kpondan. Wenn Sie können Sie damit keine eingettagene E»-�sr Uederhaupt eignet sich die Form der haben durchaus nicht Zu näherer m bis Ihr Wirth selben abHolm______ � im Termin dm Klageansvruch sofort an. Koftenlast. hm™ kam sei )%« Hany.» »4 3H Kostmlast, da Sie die Herausgabe vergeblich angedotm hattm. tze» Zustand versetz«? hff. Äut° rung nicht, so lassen Sie die ArbeU-ow dm Bettaz von der Miethe ab. Soso» nicht berechtigt. "ch. 87. , g,,,-. Laffm Sie die --- den Sie die Revaraturkosten von der *' d--wk,...... d> Berlin Reden Sie 1 als Masi» sich seiner igermaßen l r fernen De Tedanken." fühle mil Äter anstand Hause kein eruhigen(< "och zu 1 yk-»Sie f' der Hab