£(»>». 858. Mittwoch, den 31. Oktober 1888. 5. Aokrx« - Are0 -sa M im 1. u» SÄ Elub SnIimrVMIuII. Brgan für die Interessen der Arbeiter. Tum eben«ul de«! Äl Pr-'A 5eL mmt in und m „ds gl 2öit. h w Ä 1 onnes* eine SA indes i»Z ine 3� reVe ler' Abonnements-Einladung. innjj'��SRonat?iovemder«öffnen wir ein neues Abonne» -Kerli«er Uolksblatt" des der ctretet R d« ), ichenel i 5* enN» r .üdgr«»K EcL � id b(*J flofo� nengfj «r wir, ten wöchenLich erscheinmden Konntagsblati. dit>,?erli»e» N-lksdUrtt" vertritt in jeder Beziehung � tfiUetcffen bc werlthätizen Bevölkerung. ES ist Pflicht OtaL k dem das Wohl der Arbeit« am H«,en liegt, ein nLlT loZialdemokrattschen Acbeiterpaitei zu lesen. den Bomgeoisblättern, Arbeit« Berlins, in denen beschimpft und verspottet werdet, schaart Euch um Reht welches Euch nun schon seit Jahren Keu zur Seite HtuSJ�es unentwegt eintrttt sür die Freiheit und Gmanzi» T* des wertthätigen Volkes! Feuilleton uns«es Blattes v«öffenttichen wir Raskolmkotv -an Fedor Dostojewski. ruiN?� wachen auf diesen bedeutenden Roman des großen "wm Realisten besonders aufm«ksam. , Abonnement« preis beträgt frei in» Hans monatlich 35 P5., wöchentlich 83 VT- Bei Selbstabholung J'Hfaet Expedition, Zimmerstraße 44, 1 Work pro Monat. Wi��ellungen werden von sämmtlichen Zeitungsspedrteuren, Spedition unsaes Blattes, Zimmerstraße 44, ent« % �LKerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Bestellungen 2 N. Dlooerabet und Dezemb« gegen Zahlung von Sit S'""" '»tdakttot» N«d Erpedition des ����Kerline�Dolksblatt����� Gesondkeitsverhaltnisse e* schweizerischen Fabrik- keoolkernng. S mpfer-� raffen- Ieuillslon. (29 j iesterbl�> n eif1 d der. itfU S5.H $ t luni urd n«nli 1 i Ii« Kitter der Arbeit. dem«merikanischev bei Zor. Nebersetzt von iUUiU Liebknecht. S�obmLW Staatsmann empfing seinen Besuch in d« Phrase, breitspurigen und lauten Mani«, mit dröhnenden »wtbe jedoch bald von Maud mit den Worten A Cluster, es ist unnöihig, die Angelegenheit auseinandnzusetzen. Die Sache ist: Kapitan «lst k-j Mündel hat seinHauS»«lassen und befindet sich Stwanbw.®'e wünsche«, daß sie zu ihrem Ipwückkehre, und glauben, daß ich hin- W auf Tertie habe, um sie dazu Schutz~~e oder wenigsten«, daß ich ibr memen soll, damit sie gevöihigt w«de, den Schutz zu suche», weil sie in Washington!««e _ �"�d. Bekannte hat." �'wpsov." erwidttte Bluster,„Ihr richtiges ouomis�? staunt mich ebenso, wie mich Ihre national- tichti.» � Kenntniffe erstaunten. Sie haben genau das Pkgen nnt �d es ist mir außerordentlich viel daran dies« SaI-?"thv°llen Beistand zur ruhige« Betlegung y e« t?Ä0leüen Ru«langen. Sie müsien«n ehe«, -Mt u»? U'kvn Gcrtie den letzten Willen ihres Vater» riffÄ w iRtetebe K. r«" ansehe», daß es nicht in Ihrem »Schützer?�tio darin zu bestärken, daß sie ihrem 3bn«!v �olge, während ich, falls sie ruhig zurück- ...tzatt� den größte» und matniellen— SWbnba,~ ein, mein H«r," untnbrach ihn Maud, betr«J�� 3hten Satz nicht, da Sie ein gefährliches Lasten Sie mich ganz außer Frage, ich welche Lungenschwindsucht und andere Krankheiten bedingen helfen; sie erstreckt ihren Einfluß auch noch weiter auf die Verdauung, auf die Blutbereitung, auf die ganze Konsti- tution. Es ist nicht überflüssig, eS auch hier namhaft zu machen, daß die Lust im Fabrikraume nicht nur durch dre Produkte der Athmung und durch den von der Stirne rinnenden Schweiß verdorben ist; es ist vielmehr der auf der Haut und Kleidern haftende, nie recht entfernte, in Zet- fetzung begriffene Schmutz, welchen der Arbeit« jeden Tag wieder in die Fabrik mitbringt; eS sind allerlei Eßwaaren, Tabak u. s. w.; dazu kommt dann noch Unreinlichkett im Lokal selbst(Maschinen, Boden), mangelhafte BelcuchtungS- apparate und nicht zum wenigsten die Rauchstoffe, Dämpfe und Gase, welche vom Arbeitsmat«ial und deffen Ver- arbeitung stammen, oder auS den oft so entsetzlich vernach- lässigten Abtritten. Noch schlimmer wird die Sache, wenn die Tempetatur des Arbeitsraumcs eine hohe ist. Zu de» eben genannten Störungen gesellen sich dann noch die Fol- gen gelegentlich« Erkältung, die sich an den Brustorganen, namentlich ab« am Bewegungsapparate in Form von Rheumatismen geltend machen. Dabei kommt in Bettacht, daß die Vorrichtungen im menschlichen Organismus derart sind, daß er sich gegen zu heiße trockene Luft bester schützen kann, als wenn heiße Lust zugleich sehr viel Wasterdamps enthält. Als weitere häufige Uebelstände, welche die Arbeit in geschlossenem Räume mit sich führt, seien nur noch genannt die Erschütterung deS Fußbodens und der Lärm der Ma- schinen und Werkzeuge. Letzterer beeinträchtigt das Gehörorgan sehr, wie folgende Zahlen beweisen: ES kommen Oyrenleidende auf 1000 Arbeiter bei den Baumwollspinnern 0,2, bei den Siickern 0,5, bei den Seidenweber» 1,2, bei den Baumwollwebern 1,5, bei den Mechanikern 2,7. Neben diesen allgemeinen Einflüssen machen sich dann noch besond«S geltend die zu der geforderten Arbeit noth- wendigen Arbeitsleistungen des Organismus oder einzelne feiner Theile, die Handhabung d« Werkzeuge und Maschinen, die Haltung deS Körper« 2C. Eine sehr schwere, mit groß« MuSkelanstrenaung ver» bundene Arbeit muß auf die Dau« alle Theile des Körpers in Mitleidenschaft ziehe»; sie drückt sich in unftren Zahle» zumeist auS in d« Frequenz d« Erkrankungen der Muskeln, Knochen, Gelenke; es sind Dehnungen, Zerreißungen, Ueb«. müdungen; eS sind aber auch Erkältungskrankheiten ver- schiedener Organaruppen, denen das«hrtzte Individuum leichter anheimfällt....., Ost ist die Anstrengung nur auf emzelne Muskelgruppen beschränkt, oder sie bedingt noch eine besonders ungünstige Körperhaltung, wie bei den Sticken», wodurch dann Athmung und Verdauung gehemmt sind. Geschieht w«de nur das R ech t, und was recht ist, in Betracht ziehen. Vor allem verlange ich, daß G«tie selbst gefragt wird, was sie thun will."._. Gcrtie sprach sich sofort aus und mit vielem Nachdruck theilte sie dem General mit, daß sie niemal« wieder ihren Fuß in Kap. BarnumS HauS fetzen und noch wenig« je bei ihm leben würde._, Das genügt," fuhr Maud fort,„und nun Herr Gen«al Blust«, sage ich Ihnen offen, daß ich eS nicht für recht halte, einem Mann, wie Kapitän Barnum, d,e Sorge für die Erziehung eines jungen Mädchens anzuvertrauen. Ich werde Gertie nicht rathen, zurückzukehren, und biete ihr allen Schutz an, den ich ihr gewähren kann." „Sie verletzen aber das Gesetz." sagte Bluster.„Sie können das Mädchen nur so lange behalte». brS Kapitän Barnum von Ncw-Nork zurück ist, dann wird er mrt Hilfe des Gerichts sich in den Besitz seiner Pflegebefohlenen zu bringen wissew � in Bettacht gezogen," erwiderte Maub'7„und sage Ihnen einfach, daß Sie daS flrnd nur durch gesetzlichen Z»ang zurückbekommen könne». Wertere« Reden hierüber wäre unnütz und ich wünsche Ihnen gute» �"aRoub erhob sich, um zu gehen, sank aber vor Schreck in ihren Stuhl zurück, den» die Thür ward aufgeriffe» und zwei gemein aussehende Kerle stürzten au« de« Staat«. Ä&M -wischen die Mädchen und die Kerle, m denen et sofort Geheimpolizisten erkannte. Sie machte» einen Versuch sich achört hatten, stürmten herein und bethetligten sich an dem wurden zu Boden geworfen, und d« große Staatsmann srnsaeses*; die Arbeft im Stehen, so ist die Blutbewegung in den Beinen gehindert; eS kommt zu Krampfadern und Krampf- ad«geschwüren(Baumivollweberinnen, Färb«); des schäd« licheu Einflusses auf die»eiblichen Geschlechtsorgane ist schon früh« gedacht worden. Auf Ueberanstrengung beruht zum Theil auch die Häufigkeit der Augenkrankheiten bei den Fädlerinnen. Die Art der Arbeit ist ferner bis zu einem gewissen Grade unzertrennlich mit dem Vorkommen und der Zahl der Verletzungen, deren große Wichtigkeit aus allen Tabellen hervorleuchtet; auch die Hautkrankheiten sind in hohem Grade abhängig nicht nur vom Material(Färberei, Lumpen- sortiren ic.), sondern von dem Verkehr mit Maschinen und Znstrumenten, insofern als eine unbedeutende Schürfung durch mangelhafte Pflege und Schmutz zu Absceß, Furunkel und Panaritien Veranlassung geben kann. Es ist unmög» lich, alle diese Punkte noch weiter zu v«folgen, und ge- stehen»vir eS nur offen, es würde auch nicht zur Erklärung aller Thatsachen führen. Den Einflüssen der Arbeit und deS Aufenthalts in den Fabriken, der Bedeutung des Alters und Geschlechts stehen ja gegenüb« die gesammien sozialen Verhältnisse der Ar- beiterschaft und wie sehr diese ihrerseits den Gesundheit«- zustand ein« Bevölkerung mü bedingen helfen, bedarf kaum ein« Darlegung. Schon daS ist wichtig, in welchem Zu« stand d« jugendliche Arbeit« in die Fabrik entsendet wird; kommt er von kranken Eltern, ist er durch Mangel- haste Pflege oder unzweckmäßige Ernährung im Kindes- alt« verkümmert, schwächlich und skrophulös geworden, so kann er selbst relativ geringen Schädlichkeiten keinen Wid«- stand entgegen setzen, er fällt ihnen unerbittlich, schneller oder langsamer, zum Opfer. In vielen Industrien find allttdingS diese Schwächlinge von vornherein unmöglich; in anderen dagegen finden sie reichliche Verwendung zu den niedere» Dienstleistungen; sie entziehen sich unserer Schätzung, obwohl die Morbidität sehr von ihnen abhängig ist. AehnlicheS wiederholt sich dann in jedem Alter. Findet der Arbefter in seinem häuslichen Leben nicht einen gewissen Schutz gegen alle die Angriffe, denen er von Seiten seine« Berufes au«- gesetzt ist, so ist sein Kampf ei» aussichtsloser. Schlechte oder unpassende Nahrung, ungenügende Erholung, Mangel an sittlichem Halt richte» ihn rasch zu Grunde. So müssen denn auch unsere Bestrebungen, die Ge« sundheiiSverhältniffe der Fabrikbevölkerung zu bessern, nach zwei Seitcn hin gerichtet sei«; sie verlangen Schutz deS Arbeiters innerhalb der Fabrik und Ermöglichung eines «irklich gesundheitsgemäßen Lebens außerhalb der Arbeit«- zeit. Auf beide» Gebieten ist in den letzten Jahrzehnten Großartige« geleistet worden, sei eS aus staatlicher Fürsorge, sei eS auS privater Initiative. Doch bleibt noch viel zu thun. Die Einwendung ist nicht erlaubt, als seien alle zu schreie», während die Metallarbeit« mit Maud und Tertie ttiumphirend weggingen. Harry'S Vermuthung hatte sich al« begründet erwiesen und Barnum'S frecher Entführungsversuch war vollständig mißlungen. Die Ritter d« Arbeit hatten das Versprechen eingelöst, da» sie Maud Simpson'« Vater gegeben hatten! Kapitel XVI. Armi Browning zu Hause. Armi Browning'» Eroberung war vollendet und da die Saison von Washington zu Ende ging, kehrte die junge Dame zurück, um die letzten Tage ihrer Mädchenzeit i» dem alte», braunen, stein«nen Palast zu verbringen, de» d« alte Beldy Brown als ein Denkmal seiner beson- deren Geschicklichkeit in Handhabung de« Kontrakt-System» errichtet hatte. Ei» System, welches in die Hand eine» einzigen Manne« die Bestimmung deS WertheS einer Arbeit legt und es ihm«möglicht, dem Arbeit« unendlich weniger *u bezahlen, als« selbst daftir erhält und durch V«wen. * r«%%% dieses System wird b« Reichthum unserer meisten Empor- kommlinge geschaffen. r Während Armi's Feldzug in Washington war der Palast anscheinend unt« der Leitung einer älteren Dame aewejen, bie man allgemein für eine Verwandte der reizen- t nxjF ii•®nm.e versah das Amt einer Ge- sellschaftenn vei Arnn Browning und wurde von ihr öffent- « r irri lner ��,un9 behandelt, welche die Regeln der Gesellschaft auferlegen. In Wirklichkeit war sie eine arme Verwandte, klug und untttwürfig, die ihre Stellung in dem Hause so gut kannte, wie die niedrigste Dienerin. Der eigentliche Letter in Armi Browning's Abwesenhett war ein hübscher, ungemein kräftiger Bursche, in d« ver- schwenderischen Livree eines Kutscher«, der vor zwei od« drei Jahren aus etlichen fünfzig Bewerbern heraus zu dleser Stelle ausgesucht worden war. Zn dem bezüglichen Inserat war eine verschwiegene Person mit ausgezeichneten Zeugnissen verlangt worden und B a s i l M o n t a g u e diese Maßregeln in erster Linie abhängig von dem Stand und Gedeihen der Industrie. Man wird gewiß in Zeiten guten Geschäftsganges fteudiger und muthiger an hygienische Aufgaben gehen und ausgiebiger helfen können; allein auch in gedrückter Lage wird man diese Ziele nie ganz auS den Augen verlieren dürfen; dies kommt direkt und indirekt wieder der Industrie zu Tute. Man erinnere fich nur, wie man von gewissen Paragraphen deS Fabrikgesetzes eine Zugrunderichtung einzelner FabrikationSzweige fürchtete und wie sich nachher gerade das Gegentheil zeigte. ES liegt nicht in unserem Plan, spezielle Postulate und Vorschläge zu formuliren, doch ist eS gestattet und nützlich, auch hier wieder ganz allgemein an einige Hauptpunkte zu erinnern, welche für das gesundheitliche Gedeihe« innerhalb und außerhalb der Fabrik gleich wichtig sind. AuS dem großen Kapitel über Wohnung und Arbeits- räum möchten wir nur noch einmal den Werth einer AthmungSluft betonen, welche in Zusammensetzung und Temperatur gesund genannt werden kann. Diese wird im großen Fabrikraum so wenig erreicht als in der kleinsten Bauernstube, wenn nicht natürliche oder künstliche Ventilation auSgiebig funktioniren. Letztere muß technisch vollkommen sein, damit sie den Arbefter nicht belästigt, sie hat sich auf sämmtliche Räumlichkeiten zu erstrecken; wo Staub, Gase oder Dämpfe erzeugt werden, bedarf es besonderer Vor- richwngen(Aspiratoren, Exhaustoren). Namentlich muß der Arbeiter selbst über die Wichtigkeit dieser Lusterneuerung immer wieder belehrt werden, so daß er sie schließlich auch auf seine private Wohnung überträgt und auch dort ihre Wohlthaten genießt. Für eine pasiende Temperatur und einen zuträgliche« Wassergehalt der Luft ist nach Möglichkeit zu sorgen, auch im Hinblick darauf, daß der Arbeiter nicht veranlaßt werde, zuviel oder unzweckmäßig zu trinken. Zu allem muß auch noch an den Ausspruch Petten- koferS erinnert werden:„Wenn ich einen Düngerhaufen im Zimmer habe, so thue ich gescheivter, diesen zu entfernen, anstatt das Zimmer stärker zu ventiliren." Daß eben eine gute Luft nur durch die größte Reinlichkeit zu erhalten ist, kann nicht dringend genug wiederholt werden. Maschinen, Fußböden, Wände, Heizungsvorrichtungen sind nicht nur ge- legentlich und oberflächlich, sondern regelmäßig und ener« gisch zu säubern. Letzteres pflegt da zu geschehen, wo das Fabrikat zart ist und darum geschont werden muß; aber sollte man dasselbe nicht auch anderwärts um der Menschen willen thun können? Sollte nicht dieselbe Sorg- falt auf den Menschen selbst, seine Kleider oder seinen Körper ausgedehnt werden? Wie mangelhaft wird noch bei uns die Hautkultur geübt und wie ist sie boch gerade auch für den Arbeiter so nothwendig, dessen Haut sich leicht mit Schweiß und Schmutz bedeckt? Wir brauchen gar nicht hinzuweisen auf die Störungen im Allgemeinbefinden und in entfernter liegenden Organen, welche sich bei unter- drückter Hautthätigkeit entwickeln; die Krankheiten der Haut selbst, die unzähligen umschriebenen Entzündungen, welche auf unbedeutenden Verletzungen oder auf Verstopfung der Schweiß- und Talgdrüsen beruhen, könnten durch größere Reinlichkeit gewiß meist vermiede« werden. ES ist also nothwendig, daß für den Arbeiter möglichst bequeme Ge- legenheit zum Waschen vorhanden sei; warmeS Wasser wäre vorzuziehen; in größeren Etablissements sollten Douche« nicht fehlen. Nicht geringer ist die Bedeutung der NahrungdeS Arbeiters. ES sei zugegeben, daß sie wesentlich von der ökonomischen Lage desselben bedingt ist; allein eS läßt sich nicht leugnen, daß mancher Unverstand und Mißbrauck noch bekämpft werden muß. Es ist ein Glück, daß Die Frage der Volksernährung nun auch in unserem Vaterland in Fluß ge- kommen ist und in den besten Händen ist. Dürfen wir wohl von ihr Kräftigung deS heran- wachsenden Geschlechts, vermehrte Existenzfähigkeit der ar- bettenden Klassen erwarten? Gewiß wird sie eine Besserung erzielen, wenn sie mit anderen gesundheitlichen Maßregeln Hand in Hand geht. Wie viele unserer Erkrankungen dem Alkoho- liSmuS und der Sittenverderbniß zuzuschreiben sind, können wir zahlenmäßig nicht feststellen; wer wollte aber nicht diesen mächtigen Feinden des Familienglücks auch vom ge- sundheitlichen Standpunkte aus den Krieg erklären? Und doch werden ja die richtigste Erkenntniß und der beste Wille nie dazu führen, Krankheiten und Siechthum auS der Welt zu schaffen. DaS darf uns aber nicht entmuthigen, eS soll der frisch von einem Sproß des lüderlichen englischen Adels gekommen war, entsprach den Anforderungen in jeder Hin- ficht. Montague war ungefähr 38 Jahre alt, sah aber mindestens 10 Zahre jünger auS und verstand eS im höchsten Maße, sich zu kleiden und die Vorzüge seiner Person her- vortreten zu lassen. Von frühester Zugend an war er für daS Amt eines Lakaien bestimmt worden und seine Er- ziehung ließ nach dieser Richtung hin nichts zu wünschen übrig. Er hatte die Kunst, auS den Schwächen und Lastern der Reichen seines eigenen Landes Geld zu machen, zu einer Wissenschaft erhoben. Als er aber die noch beffere» Ge- legenheiten in New-Aork kennen lernte, verzichtete er auf die Ehre, der blaublütigen Aristokratie zu dienen, und widmete sich der neugebackene« Aristokratie der neuen Welt, um sich noch mehr zu bereichern. Er hatte die eingehendsten Er« kundigungen über die finanziellen Verhältnisse seiner Herrin eingezogen, um eS sich mit seltener Ergebenheit an- gelegen sein lassen, allen Wünschen derselben zuvor- zukommen. Armi fand bald Gelegenheit, sich zu dem Besitz eines so unschätzbaren Mannet Glück zu wünschen, und wurde unzweifelhaft von allen weiblichen Wesen ihrer Gesellschaftskreise um ihn beneidet. Basti Montague, der Kutscher, wurde auch von einer gewissen Sorte von Männern beneidet, welche die hohe Gunst ahnten, in der er bei seiner Herrin stand. Für die Welt war er der Kutscher in Livree, Armi entkleidete ihm aber aller Zeichen der Dienstbarkeit, wenn sie im Palast waren. Seine Wohnung war in dem- selben Stockwerk nicht weit von Armi'S eigener Zimmerreihe, und Dank der Großmuth seiner Herrin verfügte er über die reiche Garderobe eines vornehmen Modeherrn. Wurde er in Geschäftsangelegenheiten in Armi'S Zimmer berufen, so mußte er im Anzug eines vollendeten Gentleman er- scheinen. Diese Laune der New-Borker Schönheit hatte zur Folge, daß zum Besuch kommende Damen, die dem Kutscher zufällig im Hause begegnete», manchmal den Zrrthum be- gingen, ihn für einen hervorragenden Besucher zu halten. Armi'S Ankunft in New- Bork war nur ihrem Hause bekannt. Sie wurde vom Kutscher am Bahnhof erwartet und in ihre Wohnung gefahren. Nachdem sie gebadet und zu Mittag gegessen hatte, saß Armi allein ,n lhrem Pnvat- uns nur an unsere weitere Pflicht[mahnen, über unseren vorbeugenden Bestrebungen auch die Pflege und de» Schutz deS Leidenden und seiner Angehörigen nie aus den Augen zu verlieren. Das sind die Schlußfolgerungen, die die beiden Ver- fasser selbst aus ihrer Arbeit ziehen und die die Quintessenz derselben bilden. DaS zum Theil sehr interessante Zahlen- Material selbst soll in einem späteren Artikel in gedrängter Kürze noch entsprechende Verarbeitung finden. Ner Ra�manärang zum JWtMwm. Dieser Tage wurde aus Braunschweig gemeldet, daß dort ein Student der Theologie verhungert sei. Der Fall erregte viel Aufsehen, denn es war ja kein„gewöhnlicher" Proletarier, sondern ein Mann, der eine gewisse Bildungslaufbahn hinter stch hatte und dennoch einem so schrecklichen Schicksal verfiel. Wenn er„nur" ein Handarbeiter gewesen wäre, so hätten die Phllister an ihren Biertischen weniger darüber gesprochen. So aber griffen sie die Sache begierig auf und wollten gar nicht verstehen, wie auf dieser schönen Weit so etwas vorkommen konnte. Und gar noch ein Theologe, ein künftiger Seelsorger, der berufen sein sollte, für das geistige Wohl seiner Mitmenschen zu sorgen. Es giedt zwar in unserem Jahrhundert viele Leute, welche die Theologie für keine vollwichtige Wissenschaft mehr halten. Wir wollen aber die Frage, ob durch den Verlust eines Theo- logen oder eines Handarbeiters der Gesellschaft ein größerer Schaden erwächst, hier nicht erörtern. Wir messen nur nach den Grundsätzen der Humanität in einem solchen traurigen Fall ad und überlassen das Andere gern den Splitter- richtern in jeglicher Gestatt, an denen heute wahrlich kein Mangel ist. Uebrigcns ist es keineswegs so selten, daß Muscnsöhne auftauchen, die mir der äußersten Roth zu kämpfen haben und am Rande des Abgrundes dahinwandeln. Man wird fick er- innem, daß vor den Gerichten großer Städte schon öfters gegen arme Studenten wegen Bcttelns und ähnlicher beute verpönter Dinge verhandelt wurde. Die gute Gesellschaft verfehtte dabei nie, diesen bedauernswetthen Opfern widriger Zettverhältntffe diejenige Theilnahme zu gewähren, die fie einem„gewöhnlichen" Proletarier in gleichem Falle ver- weigert. Wir baden es bei dem gelehtten—„geistigen" zu sagen ist nicht korrekt— Proletariat mit einem jener Auswüchse unserer sozialen Zustände zu thun, die heute Allen so viel zu denken geben. Die Berufswahl ist heute eine der schwierigsten Fragen für einen jungen Menschen. Die übermäßige Ausnutzung und der Uederfiuß an verfügbaren Arbeitskräften bewirkt, daß alle Berufe überfüllt erscheinen, wohin man auch blicken mag. Im geschäft- lichen Leben tritt eine Erscheinung auf, die Allen die Zukunft trübe und beunruhiaend erscheinen läßt— die Unsicherheit der E x i st e n z. Wer heute ein bestimmtes Handwerk erlernt, muß in der unbestimmten Furcht leben, daß über kurz oder lang irgend eine Maschine erfunden werden könne, die seine erlernte Kunst überflüsfig macht. Dann find alle die Anstrengungen und Arbeiten seiner Jugend verloren und er soll fich in alten Jahren noch in einen neuen Beruf einlernen. Oder es können auch andere Wandlungen in Ausficht stehen, die den Arbeiter aus seinem angelernten Beruf drängen. Man erinnere fich, daß zur Zeit des Tabaksmonopolproj ekts viele Tau- sende von Tabaksarbeitern vor der Möglichkeit standen, gegen eine geringe und unzureichende Entschädigung ihren Beruf ver- lassen zu müssen. Im kaufmännischen Beruf ist die Unficherhett nicht minder groß als bei den Ardeitern. Man beobachte die Schwierigkeiten, die fich die Handlungsreisenden durch ihre Konkurrenz bereiten, und man sehe in den Jahresberichten der kaufmännischen Vereine nach, wie viele junge Kaufleute stellen- los find. Eine Menge von Ettern glauben deshalb am besten zu handeln, wenn fie ihre Söhne studiren lassen. Sie hoffen, dieselben würden als Aerzte oder Rechtsanwälle eine hohe Stellung gewinnen und fich zur Wohlhabenheit eniporardeiten können, oder fie glauben, die„studirten" Söhne würden fich als Staatsbeamte eine wohldotirte Stellung und eine Penfioa sichern können. Das B r o t st u d i u m ist ein häßlicher Beruf, unter dem die erhabene Wissenschaft auf alle Fälle leiden muß. Ganz besonders aber muß fie unter der gegenwärtigen Art leiden, wie fich die jungen Leute massenhaft zum Brotstudium drängen. Es giedt heute Aerzte und Anwälle genug, denen es schwer ist, eine ausreichende Praxis zu finden. In diesem Falle be- günstigt aber auch das Vermögen. Der Arzt und der Anwalt, die von Haus aus einiges Vermögen defitzen, thun dedeutend leichter, als derjenige, der nichts hat, wenn seine Kenntnisse auch noch so umfassend find. Zimmer, da klopfte eS und Basil Montague trat herein. DaS Zusammensein Beider glich viel mehr dem zweier gesell. schaftlich gleich stehender Personen, al» dem von Herrin und Diener. Armi grawlirte ihrem Freund zu seiner Sparsam- keit und zur guten Führung des Haushalts während ihrer Abwesenheit. Der Kutscher fühlte sich für ihr Lob zu Dank verpflichtet und sprach dies offen auS. Armi begann nun, ihm im einzelnen auseinander zu setzen, wie sie über ihren Grundbesitz verfügt— und wie sie alles in Baar- geld und gute Sicherheiten(Werthpapiere) verwandelt hatte — alles mit Ausnahme des Palastes— und wie sie auch in Betreff diese» mit dem großen Halbbillionär in New- Aork in Unterhandlung stehe. Basti Montagne hörte dem Berichte schweigend zu, aus seinem Gesicht verschwand aber die Heiterkeit und er wurde von den lebhaftesten Besorg» nissen erfaßt, als ihm die Wahrheft klar wurde. Tausend Muthmaßungen und Befürchtungen schössen ihm nach ein- ander durch den Kopf. Der Boden, den er für sicher und fest gehalten, wich unter seinen Füßen. Die Dame, welche ihn so gut behandelte, hatte die Absicht, sich freiwillig von ihm zu trennen. Die Herrin bemerkte die Veränderung, welche mit dem Diener vorgegangen war, und dieser, unfähig, sich länger zu beherrschen, rief aus: „Armi, sagen Sie mir, was bedeutet dies alle«?" „Wie so, Basil," ftagte sie lächelnd.„Ihre Heftigkeit erschreckt mich. Da» bedeutet, mein lieber Bursche, daß ich mich zum Heirathen vorbereite und mein Eigenthum in eine Form bringe, die es der Konftole meines Mannes ent- zieht." Basil blickte sie entsetzt an; er war wie vom Donner gerührt. Der Gedanke, daß seine Herrin heirathen könne, war ihm nie gekommen. Er wußte, daß sie eine starke Ab- neigung gegen Kinder und sehr viel Geld hatte sowie, daß ihre Stellung in der Gesellschaft gesichert war. Warum sollte gerade sie Heirathens? Allein er wußte auch, wie eigenwillig und launenhaft sie war, und vielleicht bereitete sie irgend einen tollen Streich vor. Sie hatte ein so großes Einkommen, daß sie sich keinen Wunsch zu versagen brauchte. Neue Hoffnung stieg in ihm auf, er kannte nur einen Mann, Der Andrang zu dm Beamtenstellungm ist im„ Reich ein so ungeheurer, daß die Regierungen bald dar»M der Kos stnnen werden, das Brotstudium zu erschweren. Man weipta: den Be wie unger ügend die niederen Beamten bezahll find und»l>ecllnfälle, al die Prüfungen fich immer sckwieriger gestalten. Dieser ZpAg gewor stand erklärt fich aus der Natur der Dinge. Man fdste# hierüber in dahin, die Bevölkerung, die Privatgeschäfte treibt, mehr zu tottÄUl uns I lasten, um die Beamten besser bezahlen zu können. So begnü; wir den Beamten eine genügende Bezahlung gönnen und wuwrnn auch schcn. wollen wir doch auch die Interessen der anderen BevöllnitlAm deschäj magstbcile gewahrt sehen. Aber wie soll dies ungiückswMe der Mo Vcrdältniß beseitigt werden? kWm Hera? Mit dem massenhaften Zudrang zu dm Staatsstellm als a zum Brotstudium überhaupt gelangt man nur zur völlig«»r übrig, au Uederfüllung dieser Berufe. Geht das so soft, so werdsertigieit in absehbarer Zeit die Einkommm der Beamten ebemikiz der Mas schwankend weiden, wie die Staatsrente, die auf und ab zstbi Die Regierungen können fich nicht anders helfen für>>«W denn a Augenblick. tljuweisen. Die Konsumtionskraft der Massen muß wieder steigm u«»immer v< die produzirten Waarm müssen wieder Absatz finden. Deutft JM« hat, vo land muß seine Arbeitskräfte wieder deschäfttgen können. Tf» Menden I Höft der Zudrang zu den Staatsstellen und zum Brotstudie« mit i von selbst auf und die Wissenschaft kann wiederum eine wüldqt«tu. Die„ Stelle einnehmen.'"tctir Das kann aber nur erreicht wcrdm durch Einrichtuna« läßt fi und Gesetze, die es verhindern, daß die Arbeitskraft des G»'%. Er sch zelnen in dem Maße ausgenutzt wird, wie es gegenwärtig tf«ngluckung schieht. Die„freie Konkurrenz" muß Schranken find» �besonders sonst gefährdet fie auf das Ernsllichste die Zukunft uns«» Macht) Ist Volkes!_ g%% wn Politische Ueverstcht. »Die ganze politische Kerkommenheit der Franz-P» eben � rückt Nti>. flPN.ffnrf(>nh!ntf(>m-I.snl»-. rs-i,« w«.Wm-jC Me jfcfch drückt fich, den Kartellblättern zufolge(S. z. B. das Tageblatt" vom 28. Oktober d. I.) darin aus. daß es in F-r; mywenb!�' reich eme„Hauptperson" giebt, um welche stch alles ff* Natürl'.ch in Deutschland giedt es keine solche„Hauptperson Es ist wirklich mitunter geradezu spaßhaft, bis zu welchem i unseren deutschm Hurrat Politikern die Fähigkeit der Seu erkenntniß und Selbstkritik abhanden gekommen ist. ihrem Glück schreien die Leutchen so laut Hu daßjie das Gelächter, welches fie hervorrufen, gar nickt hö — Nach dm nämlichen Kartelldlättcrn menheit der Französin" darin, daß fie Nachrichten ve: öffentlichen". Dabei veröffentlichen fich„die Berk- sa&g Kartelldlätter ganz ernsthast ein Interview yuiig tili\> II l t t U( t Ii/ mit dem Korrespondent eines Londoner Gafimjourvals P orah.« � „Daily Telegraph"), in welchem Interview der Papst seine B* je Jy," C heimsten Gedanken ausgesprochen hat. Ein Jnt(M%% bi,w m .Witz von den„Times" fünOT K, des deutschen Kaisers mit Herrn ungefäbr um 99 Prozent wahrscheinlicher. Uli. ivuvMU�HUHllCfc._«,®bifnn «Ein mtxßtr Rabe", der fest einiger Zett in der%'�Ithen m herumflattert, wird vor, einem unserer Korrespondmten tp lei»�" brieflich verfolgt. Derselbe— nämlich der Korrespondent" n„B.schof von behauptet, der fragliche weiße Rabe sei kein_ minster- Abtei"(auch nicht„von Westminster", was der rich«? Titel wäre)— unter den englischen Bischöfen bade es ü! bislang nur schwarze Raben gegeben und keinen er weißen— und der fragliche weiße Rade sei augenscheinlich Ente, die möglichst bald einaefangm werden müsse. Gt«e recht atdrrne Uottz wird jetzt unter der „Sozialpolitisches" von verschied»nen Blättern öffentlicht. Da die Notiz eine kleine Abfertigung erheischt lassen wir fie nachstehend folgen. Sie lautet:„In net- Zeit ging eine Notiz durch die Presse, in welcher darauf f)W wiesen wurde, daß an den U-benretungm von Unsallverhütu«? Vorschriften in den Fabriken namentlich die Arbeiterin»/ detheiligt seien und daß der weibliche Bestandtbeil der Ar« fich durch die leichtfinntge Handhabung der Maschinen � vortheilhast vor dem männlichen ausz ichne. Es ist dies � Ä* °us 5 «hei, di Kamp Die ii ■"her Jlä, en Wische Der & il Erfahrung, welche die Berufsgenoffenschaften schon seft der% ihres Bestebms gemacht haben und welche die meisten auch veranlaßt hat, in ihre Unfallverhütungsvorschristen«E SS auf die Ardeft. rinnen bezügliche Vorschriften, wie die Art der Haartracht, Kleidung:c. aufzunehmen, die Sorglosigkeit, welche die Ardeiterinnen beim Bediene»> Maschinen sowohl als auch sonst dokummtftcn, läßt fi»*5 die d-sten Unfalloerhütungsvorschriftm. ja nicht einmal � Schutzvorrichtungen aus der Welt schaffm. Wenn wir die r, fallstatistik des Jahres 1886 in den Rechnungsergebniss�. � Berufszmossenschaftm ins Auge fassen und dabei denjemjL Industriezweig derückfichtigen, in welchem die absolut Anzahl von weiblichen Arbeftnn beschäftigt sein dürfte- Textilindustrie, so finden wir, daß in den 8 zu der letzte�® JJ rechnenden Berufsgenoffenschaften 469 mttchädigungspfilwst-« Unfällen bei den erwachsenen männlichen Ardeitern, l93 solche bei den erwachsenen weidlichen und 39 € Stellung epi K Ä Dft Mit Je - W % männlichen, 24 bei den jugendlichen weidlichen, den inszesarnn»� 508 bei den männlichen, 217 Unfälle bei den weiblichen Arde» den fie zum Zweck ehelichen Zusammenlebens konnte, und bei diesem Gedanken kehrte sein Lächeln Er war zu jedem Opfer seiner Gefühle bereit, da» die verlangen konnte, vorausgesetzt, daß eS in seinem eig� Interesse war.. „Zch darf wohl fragen," fragte er so ruhig, als 1. � Erregung es erlaubte,„wer der Glückliche ist, den z»* rathen die�schone Armi sich herablassen will?". „Er gewiß," erwiderte sie,„und ich brauche 0%* sonders Ihre Hilfe, um meine Anordnungen zu tftll Der Llückliche Mann ist ein gewisser Kapitän Barn" �ält -�Sent §3 «jjäS�r----------------- ra»>. Der Kutscher war sehr verwundert, sein Gesicht aK/i** KaIV..«L......# C--' aber bald den Ausdruck des Mißvergnügen« an. „Armi Browning," sagte er mit verhaltenem »wlr müssen�unS gegenseitig klar über einander Warum wollen Sie diesen Mann heirathen?" „Blicken� und sprechen Sie nicht so, Basil sagt- 1% ff——„„v wie man iü.' ahtfP ängstlich.„Zch habe Sie bei meinen Anordnung-" sowohl rm Auge gehabt, wie mich selbst. Wa-'4je> nrtnP rrnrVi �..._______ t r � «Ätaf habe, wrrd Ihnen nicht unangenehm sein, erst alles verstehen. Sie wissen, daß, wenn Vergnüge» folgte, ich mich niemals verheirathp, fortfahren würde, so zu leben, wie ich e« jetzt thue. �"fe Einkommen war nicht so groß, wie die Leute dachte", � meine Ausgaben haben mein Einkommen überstieg-«; muß aber meine bisherige Lebensweise beibehalte«,»av 7�, nun einen Mann gefunden, dessen Vermöge« m« jg-«y «S i» sS rrÄV?. K a? id ab stwt J®e>u ziehen. Die Praxis der Textil-Berufsgenossenschaften in für denn auch darüber die bedauernswerthesten Thatsachen „. � �iese Erscheinung nöthigt gewiß, den Arbeiterin- steigen w* P'»wer von| neuem die Folgen, welche ihr L e i ch t s i n n Dem»' ne hat, vor Augen zu halten, ste wird aber auch von unseren inen. Da»> senden Jndustriekreisen bei der Einstellung von Arbeite- Srotstudr» M mit in Betracht gezogen werden müssen." Dies die eine irmdv% Die-Leichtfertigkeit", mit welcher der Verfasser den . HtliLe1ti„nnen im Allgemeinen„Leichtfertigkeit":c. vor- tnndjturw* � sich nur aus der„Grünheit" des betr. Herrn er- t des lw»- Er scheint nicht zu wissen, daß die Ursache der häufigeren mwartig«nglullungen von Arbeiterinnen in der für den Fabrikbetrieb ien sind»»Mnwers ungeeigneten weidlichen Kleidung(und unst unsaa �ocht) lregt, welche überall da, wo Arbeiterinnen sich in t v? ni 1J,on Treibriemen oder laufender Maschinerie befinden, Uu. �stegenheit entsprechend abgeändert werden sollte. In . v-, geschieht dies bereits, und da, w o es geschieht, jhnttt ie Zahl der Vemnglückungen auch nicht den Dmch- (ranitf'* ed». JZ,«tatt von„Leichtfertigkeit der Ardeiterinnen zu s„LetÄf etr'-«s Herr Verfasser die Fahrlässig keit der es in F# lottmenhi!;1}°en Arbeitgeber angreifen sollen, welche die »alles wT" und handgreiflichsten Sicherheitsmaßregeln ver- »uptpeiso»- elchem ms ans©ftafriba erhalten die„Times" der Sel�b�. vom 29. ds. Wie ein Wolff'sches Telegramm i ist. f rWirf,,„ v 0nöon berichtet, hat der Kommandeur des dort ut Hur» ite* o- bvuschm Geschwaders nach Bagamouo, wo all- nickt hör»»Cr Mpfe stattfinden, eine Garnison von Marinetruppen zie Verk� Boten, welche die deutsche Gesellschaft zu den unstnni#�t»,(w.mKh Mowapwa sandte, wurden am letzten Freitag m diesrlst'%-,'"'te nmordet. Die„Post" dringt noch unbestätigte Be- i Paostst briis m stampfe bei Kismaun zwischen Italienern und So» ournals|0t B_aflamono ist bekannrlich kurz nach Ausbruch der sei«(£' ____»ubfn i>e;QÄQmoi)') ist delannrllch rurz naw AuSdruw der st seine i'' ie Tk�">stafri?a ein deutsches Kriegsschiff stationirt worden. «k beweisen, daß nicht einmal die unmittelbare 'Www?"'iegsscdiffcs die Eingeborenen von Feindseligkeiten �.."mlten vermochte. Es ist daher sehr zweifelhast, od die der n denten Marinetruppen die Eingeborenen von neuen auf- Um iZjkstuchen fernhatten wird. Neue blutige Kämpfe außrr dem Bereiche der Möglichkeit. Die svonderü 7 liedliit«. auß>r dem Bereiche der Möglichkeit. Die if von M üiti JJ! �mpfe zwischen Italienern und Somalis bei Kismayu der rilbw den Kämpfen an der deutschostastilamschen Külte »s überha» direktem Zusammenbang. Kismayu ist in dem nen ein#! � W'aen Abkommen dem Sultan von Sanstbar zuge- chestrlich r»% �)lt liegt an der Mündung des Juda, er ist de- se. j � Ermordung des Dr. Jüblke, der im Dienste der c der Rud» �'»nkanischen Gesellschaft fich dort aufhielt. lättem* Ml'y. Nach einer Meldung des„Echo du Nord" ist erheischt# N�Mdentnr geographischen Gesellschaft in Lille die "r#-1i b� �/»mgen, daß Stanley mit seiner ganzen Mann- arauf bi»?I V 2 Personen getödtet worden sei. V�lagsevsastwahi in j?resian melden die .�llrmdidat �richten", Organ der Brcslauer Ardeiter, daß Metir» �rscheinlich der Schneider meister Kühn aus a J'CÄftellt werden wird. ..Klste«fst,iös»»Ktimmen aefordvrt« Reichs- ?. n d B, laifetr ist es von Interesse, die Anficht tSnÜ? M' � �er ersten Staatsrechlslehrers. zu hören. Iverhl teri.n.n chinen R dies 3 seit taZ ten rU(Tj. p. vet llfitn WiUU4»iCU,lPtzCyiis.X», flu vvvv». nßssfessa----- wir ok � �»»n fÄ J?. bfolut»l-F. 1 ' Die«.i.??N ausiwnevua, caeqi: ur» .,,. mit kein,» der kaiserlichm Würde wird dadurch, bsolut g gj, to- SKijp" Pekuniären Vorrechten verbunden ist, noch bu'stb fi nTctn de» N?.°- ,u eroarten, suchen nun die„freisinnigen' _ läßt sich nicht eiw durch die kaiserliche Würde !ostm verursacht werden, als fie durch von Preußen geboten find. Die ist ausschließlich Sache des preußischen wtr dle � eines Kgnigs _er Jtrniw denheit... Pekuniären Vorrechten verbunden ist, noch die Brust und .— rechnen aus. daß der deutsche ..Bezügen als preußischer König recht konnte. Wir begreifen Henn Eugen ganzen Troß der hinter ihm reitenden Heirat� rem etß*� "M den �it'S. H � �ficntnS6 sind. Ich sehe aber nicht ein, »Vh%- � mtt Ihren Anordnungen zu thun hätte." �Qte» � Basilc, haben Sie kein Vertrauen zu mir? rok- r}} allen,****: J- xt.�x'___— n- Z wer R fl würben Sie mit all den m memm mir möglich esich' i aus �en. �®aa'ch that, der erste '» n Anordnungen ro erben e» n m�t strr Sie zu thun. Für den !& ein»r J � Ihnen, als bescheidenes Zeichen meiner I»!?.. Bündel Staats-Verschreibungen aeben. i« n Sie mit all den übrigen entlassen, feg» Ä% Üf 4 �tn." und auch von Kapitän Barnum ange- (Fortsetzung folgt.) *i«r� Rttnst und Zeven. ? 0?»..�0llinr___—„ D chichte" wird auS WWWW �°rschied Hand, detrachtet ste genau und steht l„er jej)fn s,|6eb.n und verlangte jeden Tag die Rech« ileich abzu- reisefertige Herr einmal neben- cheine dem Wirt he gegeben habe. Er habe den Wirth mtt anderm neuen Noten selbst behalten. „Nun, dann will ich r Sä6 �' Sie brauchen fich aber nicht zu ängstigen. Preßheldm nicht; fie druckm mü Wohlbehagen die Berichte über Hoffeste, Kaiserreisen ic. ad, und schwelgen in dem Glanz der Friedensfahrten nach Nord und Süd. Derartige Fahrten und Feste kosten doch aber Geld, und wenn die „Kölnische Zeitung" nach Deckung der Unkosten verlgngt, so ist das logisch, die Haltung der„freifinnigen" Presse aber das Gegentheil. Ob diese Fahrten aber zur Erhaltung des Friedens nothwendig waren, das ist eine andere Frage, und wir müssen die Logik der„Köln. Ztg.", welche diese Frage jedenfalls mit„Ja!" beantwortet, weiter ausspinnen, und unserer unmaßgeblichen Meinung nach nicht nur„Repräsentationskosten" für den Kaiser des Reichs, sondem auch für die Vertreter des Reichs, für die ReichstagSabgeordneten verlangen, resp. gewährm. Diese Logik wird aber wohl das„Wcltblatt" nicht ziehen und ist auch von ihm nicht zu ermatten. Wir erinnern uns noch lebhast des Verbaltens der„Kölnischen" in dm dekannten Diätenprozeffen, welche Ursache waren, daß u. a. auch dem armen Kräcker sein Hab und Gut adgepfändet wurde, um dem Richterspruch Genüge zu tbun, welcher dattn gipfelte, daß die von den Arbeitern den Abgeordneten gezahlten spärlichen Diäten zu unrecht gezahlt feien und an den Fiskus ausgezahlt werden müßten. Znm Kapitel:„KerrnfserklSrnng mißliebiger Gesellen durch Jnnnngsmeifter" schreibt der in Hamburg er- scheinende„Grundstein": Aus Hannover- Linden wird uns folgendes nette Stückchen innungsmeisterlicher Verrufserllärungs- praxis mitgethellt: Ein dort arbeitender, zu Celle geborener und am dortigen Maurerstreik dttheiligter, beziehungsweise dieses Streiks wegen nach Hannover gekommener Maurergeselle wurde, obwohl ein tüchtiger, zuverlässtgcr Arbeiter, von seinm Meistern öfter ohne jeden ersichtlichen Grund entlassen. Endlich gelang es ihm, den Grund zu mtdeckm; er fand, daß die sogenannte„Arbeitskarte der Innung", ausgegebm vom„Bau- aewerkmamt zu Hannover", mit desonderen Merkmalm zum Zweck einer nachtbttligen Kennzeichnung versehen war, nämlich mit ganz feinen Nadelstichen, die nur zu erkennm find, wenn man die Karte ans Licht hält. Die Stiche find an bestimmten, von der„ehrsamen" Jnnungsbrüderschaft jedenfalls vereinbarten Stellen angebracht. Daß die Nadelstiche nicht„zufällig" in die Karte gekommen, sondern zu dem erwähntm Zweck, und zwar sehr vorfichttg gemacht worden find, glauben wir mtt aller Be- stimmthett behaupten zu können. Die Ratte ist uns übermittelt worden. Da hätten wir also auch die hannvverfchm Bau- gewerks-Jnnungsmeister auf dem Unwesm der Verrufserklärung mißliebiger Gesellen mittelst der Arbeitskatte ettapvt! Gegen dieses Unwesen giebt es nur ein Mittel: die Gesellen müssen einmüthig die ihnen von den In« nungsmeistern aufoktroyirten Arbeitskarten, Entlassungsscheine und sonstige, angeblich zum Nachweise„ordnungsmäßiger" Auflösung des Arbeitsverhältnisses dienen sollenden Legitimationen zurückweisen! Die entschiedmste Selbsthilfe auf Grund der Zurückweisung muß eintreten, denn das Gesetz schützt die Arbeiter aegm solche Verrufserklärung nicht, die Meister können fie straflos übm. Höchstens kann der- jenige Arbetter, welchen ein Meister in geschilderter Weise „kennzeichnet", um ibm Arbeit und Verdimst unmöglich zu machen, gegm den Verüber solcher Heldenthat auf dem Wege der Privatklac-e Entschädigung zu erlangen versuchen; dieses Mittel aber dürfte nur in den seltensten Fällen etwas nutzen, denn die Vnschworenm von der Innung werdm eine Ab- machung zum Zweck der Kennzeichnung vor Gcttcht einfach nicht zugeben. Schaden könnte es aber nichts, wenn ein„gelmn- ?cichneter" Geselle mal die Privatklage aufnehmen und etliche snnungsmeister zum Zeugeneid zwingen lassen würde. Soweit der„Grundstein". Natürlich können die Arbetter nur durch energisches Auftreten solchem Unfuge ein Ende machen. Daß die„geheimen Zeichen" sehr häufig find, das wissen wir aus hundert- facher Erfahrung. Und daß die Herren Jnnungsmeister an diesen Praktiken eine ganz besondere Freude haben, das wissen wir gleichfalls. Einen kleinen Votthell haben übrigens Vor- kommnisse, wie das vom„Grundstein" erzählte: den Arbeitern wird so recht deutlich ad venia» demonsttttt, was der Zweck des famosen Ouittungsbuches ist, das im Entwutt des Alters« und Jnvalidengesetzes fich defindet. Wer Ehrenbeeg. In der„Franks. Ztg." lesen wir: Die„Wiesbadener Presse" enthüll in ihrer letzten Nummer fol- gende Notiz:„Hauptmann vonEhrenderg, gegen welchen belannllich ein Steckbrief erlassen worden ist, soll fich nach einer wiederholten Bemerkung der„Franks. Ztg." in Wiesbaden be- finden und stei umhergehen. Dem gegenüber können wir mit- theilen, daß v. Ehrenberg bereits mehrere Tage vor Erscheinen des Steckbriefes Wiesbaden plötzlich verlassen hat und zur Zeit sein Aufenthalt unbekannt ist. Wie es heißt, sei er nach Amerika geflüchtet." Von durchaus glaubwürdiger Seite wird uns da- gegen versichert. daß Ehrenberg fich zur Zeit unserer ers en Notiz und auch noch nach derselben in Wiesbaden aufgehalten bat. Ob derselbe im Augenblick fich noch da befindet oder fich der ihm drohenden Verhaftung durch nachtragliche Flucht entzogen hat, konnte unser Gewährsmann bis jetzt nicht er- miÜt£m ReichstagsprSs, deuten soll nach der„National« Sie find so gut nachgemacht, daß keiner fie al« unecht erkennen wird." Damit aina er gleichmuthig seiner Wwe. Der Kellner, rÄäaÄÄÄÄÄ Dieser empfing ihn in vollster Unbefangenheit und guter Laune. LSSLWfM m liberalen Korresp." an Stelle des zum Hausminister ernanntm Herrn v. Wedell.Piesdorf Herr v. Levetzow in der nächsten Sesfion gewählt werden. Herr v. Lewetzow, der schon früher einmal Prästdent war, ist bekanntlich hochkonservativ und kirchlich otthodox. Mo?« das Kosialifteugrsest herhalte« fall« Schnee- berg in Sachsen, 28. Ottober. Der konservative Bürger» meister Dr. v. Woydt hat dem freifinnigen„Erzgebirgisckutr Tageblatt" in Bezug auf das von ihm beliebte polizeiliche Ein- schreiten diesem Blatte gegenüber eine Bettchtigung zugehe« lassen, die nur insofern etwas neues darbietet, als dieses Schrei- den die Vorladung des Verlegers des„Erzgeb. Tagebl." damtt motioitt, daß derselbe in seiner Eigenschaft als Verleger den Vorschriften des§ 9 des Preßgesetzes(Aushändigung eines Polrzeiexemplares) nicht nachgekommen sei. Nicht in Abrede gestellt wird, daß der Bürgermeister dem Verleger A. TttokS im Hinblick auf einen Attikel über das zehnjährige Bestehen des Sozialistengesetzes, welcher lediglich den Standpunkt der freistnnigen Partei diesem Ausnahme- gesetz gegenüber zum Ausdruck brachte, thatsächlich angedroht hat, daß er bei der königl. Kreishauptmannschast ein Verbot des „Erzgebirg. Tagedl." auf Grund des Sozialisten- g e s e tz e s anstreben werde. Aus Thnriugrn wird der„Berk. Ztg." geschtteben: Unter denjenigen Einwohnem der Stadt Gera, welche kürzlich wegen Betteins mtt je fünf Tagen bestraft wurden, well fie Geld- sammlungen zu Gunsten der streikenden Maurer veranstaltet hatten, befinden fich auch, wie nachträglich von dott aus de« richtet wird, mehrere Hausbesitzer und Rentiers, sowie ein Mtt- glied des dortigen Gemeinderaths. Die ganze Angelegenhett erregt in Gera um so größeres Aufsehen, als dos„Betteln", wie es ja zuweilen auch seitens der Honoratioren betriebe« wird, bisher nicht als etwas Straffälliges angesehen wurde. «rogvHtatttti»«. Die Verhandlung i n der Untersuchung der von den„Times" gegen die Parnelliten erhobenen An« vage wurde am Freitag fortgesetzt. Nach Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten(es wurde u. a. festgestellt, daß von näckster Woche ab die Kommisfion nur am Dienstag, Mitt- woch, Donnerstag und Freitag tagen werde), nahm der Per- treter der„Times", Attorney General Sir Richard Webster, sein Exposs um 11 Uhr Vormittags wieder auf und brachte dar« selbe kurz nach 3 Uhr Nachmittags zum Abschluß. Seine Aus- einandersetzungen waren hauptsächlich der Thätigkeit der National- liga gewidmet. Dieselbe habe fich in den Jahren 1885 und 1838 die Funkiionen eines Gerichtsdofes angemaßt und Leute vorge- laden und mit Geldbußen belegt, well fie entweder nicht de« Edikten der Liga Gehorsam geleistet, oder ihren Pachtzins ge» zahlt hatten. Sodann ging Sir R. Webster zur Entstehung des sogenannten„Feldzugsplancs" über, was dm Vertreter Parnells zu der Bemerkung veranlaßt?, daß der Feldzugsplan nicht mit zu dm Anttagepuntten gehöre. Der Attorney fflcnei al wendete ein, daß der Feldzugsplan unter die allgemeine Rubrik von Aufwiegelung, Boycotten und Einschüchterung gehöre und derselbe leinen besonderen Anklagepuntt zu bilden brauche. Der Präsident trat dieser Anschauung bei. Sir R. Webster ver- breitete fich sodann über die Ausschreitungen, welche gegm die- jmigm verübt wurden, welche dem Feldzugsplan nickt sofort beitraten, oder sonst den Befeblm der National- liga nicht unbedingten Gehorsam leisteten. Das Motto der Nationalliga scheine zu sein: Wenn wir die Grundbesitzer nicht ruinirm können, wollen wir die un« glücklichen Leute ruiniren, durch welche der Gmnddefitzer sein Land ergiebig zu machen im Stande ist. Seine Behauptungm illustttrte der Attorney General durch Verleiuna zahlreicher und langer Auszüge aus Reden Dillons, John O'Connors und an- derer Parnellilischer Abgeordneten, womit er stundmlang fo:t- fuhr, obwohl ihn der Präsident, Sir James Hannen, wieder» holmtltch ersuchte, fich womöglich kürzer zu fassen.„Alle die von mir angefühttm Thatsachen", schloß der Attorney Gmeral,„de- weisen klar das Bestehen einer organistttm Verschwörung zur Ausrottung des Grundbefitzerthums und Herstellung eines unabhängigen Irlands, welche von der amerikanischen Sektion dar f artei diktltt und durch amerikanisches Geld untetttützt wurde. s ist klar, daß die Führer der Nationolltga fich aus den ihnen von der amettkanischm Sektion angelegten Fesseln nicht mehr defreien konnten und daß ste gezwungen waren, ein System zu befürworten, welches Ausschreitungen im Gefolge haben mußte, wenn es erfolgreich sein sollte. Im weiteren Verlaufe der Unter- suchung werden als Zeugen Personen vemommm werdm, welche an diesen Ausschrettungen bethelligt warm und die uns Aufschluß darüber geben werden, wie das Werk der Nationalliga ausgeführt wurde und deren Gelder Verwendung fanden. Es ist unmöglich zu glauben, daß die Hauptsührer der Organisation, wie die Herren Parnell, Biggar, Dillon, Harrington und O'Bttm nicht wußten, was vorging. Sie waren die Häupter der Organisation und mußten Kenntniß von ihrem inneren Betticb haben. Die Bücher der Liga und die Belege darüber, was aus dem Saldo der großen Summen, welche die Liga aus Amettka bezogen(144000 Pfd. Sterl.) geworden ist, fehlen, was äußerst smde Theilnahme des Volkes an den staatlichen Einttchtungm und Bewegungen einerseits, wie der allgemeine Unterttcht, welcher die Kenntniß des Lesens und damit die Lust an der Lektüre schnellstms förderten, und nicht weniger die Unabhängigkeit des Zeitungswesens von allen beschränkenden Maßregeln (Zensur, Steuer) trugen zur schnellen Entwickclung der Presse mächtig bei. Im Jahre 1836 berichtet eine Zeitung in Phlla- delphia: In dm Schwesterstädten New-Bork und Brooklyn, die zusammen eine Bevölkerung von 300 000 Einwohnern ausweise«, erscheinen täglich nickt weniger als 70000 Pfennigblätter, man findet fie auf jeder Straße, jeder Gaffe, jedem Durchgangs- winlel. in jedem Hotel, jedem Wirthshause, in Läden, Bmeaux und Werkstätten. Fast jeden unbeschäftigten Packträger und Kutscher steht man mit seinem Pfennigblatte in der Harb.— Vergleicht man damtt Berlin derselben Zeit, das nicht viel weniger Einwohner(rund 260 000) aufwies, so haben die damals täglich erscheinenden vier Zeitungen(die„Vosfische" und „Spcnersche Zeitung", der„Staats« Anzeiger" und das „Jntelligenzdlatt") zusammen kaum 6000 Abnehmer besessen.— Im Jahre 1840 erschienen in den Vereinigten Staaten etwa 630 Zeitungen. 1850 war die Anzahl bereits aus 2526 gewachsen, 1860 belief fie fich auf 4051, 1870 auf 5871 und 1880 auf 11314. Verhältnißmäßig noch viel bedeutender ist die Verbreitung jener Zcitunaeu 31 779 686 Nummern. Von dm im Jahre 1880 ver- und volksthümlichen Inhalts? dtt°"übriqm Fachb!ätter°fÄ?l? Mredene Zwerge der Wissenschaft und Technik, mehr als drei Vrertel waren Wochenblatter, ein Zehntel erschien monatlich. weniger als-in Zehntel taglich. Die Sprache war bei 10 515 Zettungen und Zeitschriften englisch, bei 601 deutsch, bei dm polmsch, in New'Nork erschien eine portufliestsche, in Sannum» cisco eine chinefische, in Thalequata, dem indianischen Terri- torinm, eine chrrokefische Zettung.- In neuerer Zeit Huben au» die illustrittm Zeitschriften. Jugmddlätter, sowie wissen. schastliche und technische Fachschristm einen Hohen Grad von Vollkommmheit und Ansehen, sowie weise Velbrettung ge» fundm. I »adächtig ist. Die.Times" mögen irre geführt und schleckt unterrichtet worden sein. Sie verfolgen nur den einzigen Z�eck, der Wahrheit der von ihr gegen die Parnelliten erhobenen An- schuldigungen auf die Spur zu kommen.— Nächsten Dienstag d ginnt das Zeugenverhör. Es find mehr als 400 Zeugen aus eilen Theilen der Welt vorgeladen, deren Aussagen man mit Spannung entgegensteht.. � Im südlichen und westlichm Vorkshire, sowie in Derbysbire hat der Ausstand der KohlcngrudenarbeUer nunmehr ernstlich d-gonnen. Es feiern in diesen Distrikten gegenwärtig zwischen 30 000 und 40000 Grubenarbeiter und diese Zahl dürfte sich vergröbern, falls die Grudenbefitzer fick nicht bald eines Besseren definnen und die verlangte Lohnerhöhung von 10 pEt. bewilligen., Frankreich. Anläßlich des Jahrestages der Einweihung der Statue der Freiheit in New« Nor! fand in Paris ein Bankett statt, an welchem Amerikaner und Franzosen theil- nahmen und bei welchem der Minister des Auswärtigen, G o d l e t, eine Rede hielt. Er sagte, seit den Tagen fernes Unglücks sei Frankreich von Mißtrauen und Eifersucht umgeben; heute jedoch, wo es sich von jenen Unglücksschlägen wieder auf- gerichtet bade, flöße Frankreich diese Lage keinen Schrecken mehr ein. es beklage sich über dieselbe nickt und fühle jeden Tag mehr, daß dieselbe nickt ewig dauern könne. Ein Tag werde kommen, an welchem Frankreich seine frühere Größe wiederge- finden haben werde. Dann werde es die treuen Freunde nicht vergessen. Frankreich, das auf den Ruhm der Eroberungen ver- zrchtet habe, wolle nur noch für die Verbesserung des Looses semcr Bevölkerung leben; es wolle den Frieden und bedürfe seiner, um sein Werk zu vollenden. Frankreich beweise seine Aufrichtigkert durch die von ihm getroffenen großartigen Vorbe- reitungen für den großen freiheitlichen Wettstreit, zu dem es eckte Völker eingeladen habe. Deputirtenkammer. Der Marinemini st er spricht sein Bedauern über den Bericht der Kommission betr. das Marinedudget aus und erklärt, daß er zu sofortigem Rück- tritt dereit sei, wenn er das Vertrauen der Kammer nicht befitze. Auf die Frage Deschanei's, ob das Material der Marine allen an dasselbe, namentlich seit Bestehen der Tripelallianz zu ftelenden Anforderungen entspreche, erwiderte der Marine- minister, er müsse natürlich über gewisse Punkte Stillschweigen beobachten; richtig sei aber, daß die Marine nicht genug Torpedo- Fahrzeuge befitze, bei den geringen Mitteln, die im Budget bewilligt seien, habe er jetzt nur vier solcher Fahrzeuge in Bau gegeben und gedenke noch sechs wettere zu bestellen, ebenso sei die Zahl der Kreuzer nickt ausreichend, auch von diesen seien jetzt einige im Bau: vier Kanonenboote wür- den demnächst vollendet sein. Die französische Marine sei den anderen Flotten völlig gewachsen und kein Feind würde die- selbe leichtm Herzens angreifen wollen; auch die Dkannschaften und deren Ausbildung und Tüchtigkeit seien rortnfflich, aber zum Kriege gehöre auch das nöthige Material. Aus die ein- schlagenden finanziellen Fragen werde er in einigen Tagen ant- Worten. Bei der Vermählung der TochterBoulanger's kam es an dem Eingang der Mairie zu einer toulangistischen Demonstration. Die Polizei mußte mebrere Verhastingen ror- nehmen, da ihr bei dem Zerstreuen der Volksmenge Widerstand entgegengesetzt wurde. Der Gemeinderath verhandelte über die Represfions- maßrezeln, welche der Polizeipräkekt am 8. August bei der Be- erdigung des Kommunegenerals Eudes gegen die Blanquisten und streikenden Arb-lter getroffen hatte. Die Debatte schloß mtt einem scharfen Tadelsvotum für die Po'izei. Eine haldamtliche Sitzung, von einigen MitoUedern des Gcmeinderaths veranstaltet, fand in der Salle du Commeice statt und hatte die Errrichtung von munizipalen Bäckereien»um Gegenstände, tziertei erhiett der Seincpräfckt einen Tadel, wett er den Muntzipalrath von St. Cum verhindert hat, 10 000 Fr. aus der Gemeindekasse auf die Errichtung einer jener Bäckereien zu verwenden, vermittelst deren die kommunalen Sozialisien Frankreichs lünstigbin das Volk mtt Brot unter d.m Markt- preise zu speisen hoffen. R«ßla«d. Ein von der Station Taranowka(auf der Kursk» Charkow-Azosfschen Eisenbahn) aufgegebenes Telegramm des Ministers des kaiserlichen Hauses meldet, daß auf der Station Borki derselben Eisenbahnlinie die zwette Lokomotive und die auf dieselbe folgenden vier Wagzons des kaiserlichen Hofzuges entgleisten. Der Kaiser und die anderen Mit- glieder der kaiserlichen Familie, sowie das Gefolge blieben unversehrt. Das von dem Petrolmmiönig Nobel in Baku dem Zaren gegebene FÄhstück kostete 41 000 Rubel; der dabei der Kaiserin überreichte von Brillanten übersäele Bouqethalter kostete 17 000 Rudel. Die von einem anderen großen Petroleum- Industriellen dem Kaiser zum Empfang gebotene Bennitbung verschlang 28 000 Rubel— Die Petrolcumindustrie in Baku stockte mehrere Wochen, kein Petroieumzug ging ab, angeblich, weil es mit dem aufs strengste durchpefüMlen Sicherbeetsdienst unvereinbar gewesen wäre. Rur der Transport zur See nach Astrachan fand ungestört stall Die Petroleumindustrie soll da- durch ca. U Millionen Rudel eingebüßt haben. Zu Wielun im Gouvernement Kalisch wurden große Unterschlagungen in der Garnisonverwaltung entdeckt. * . Tie Reize des russischen BauernledenS nb» eine neue Illustration durch folgenden Vorfall, den der F kower Listok" aus vcm Gousernement Jarofflaw berichtet dem Dorfe Doronino lebte der frühere Deprttirte der Jon# schen Landschaft, Herr R. A. Kusmin-Koro-rojew, unb> einen Arbeiter, der ftüher ebenfalls Depulirter der gem» Landschaft war. Der Arbeiter, ein Bauer Namens Kiffljakow, hatte an einem Feiertage zu viel des Guten gct� und war üdcrmüthig geworden; er lärmte erst im Dm begab sich darauf vor das Haus seines Herrn, den o schimpfen begann. Kusmin befahl seinen Arbeitern, den% trunkenen fortzuschaffen. Allein der Arbeiter riß stch oen j selben los und wicdcrbolte unter den Fenstern des Herrn«? allerdings sehr energische Phrasen. Nun trat Herr mtt einem Revolver in der Hand aus dem Hause hcraut> erklärte laut, er sei ein ausgezeichneter Schütze.„Watt! Schuft Dich�nicht gleich fortpackst, so schieße ich Dich w* Tage» 25 ZKMen.z A�wttags ätofätzunc ffialHen oor 5jB über di< 8%� Z Inülge i rief er.—„Darfst nicht, Barin," antwortete der Betrunlw und stürzte gleich darauf zu Tode getroffen nieder; eine volvcrkugel hatte ihn ins linke Auge getroffen. Der En» hinterläßt ein Weib und mehrere Kinder. Der„ausgezm Schütze" und frühere Dcputirte Herr Kusmin gesteht de» beabstchtigten" Mord ein und erklärt, die Kugel sei„i® sehen" aus dem Laufe gegangen. Die Affäre befindet P gerichtlicher Untersuchung. Italien, Die während des Kaistrbesuches in Rom und in?t«> wegm der Kundgebung der irredentistischen roihen Zettel basteten find nach Feststellung der Anklage und Anverach 1 der Tazsatzunz vorläufig auf freien Fuß gesetzt worden. I_ß< Amerika. Toronto, 26. Olrober. Drahtmeldungen aus W«? Wnzn zufolge ist es den M a n i t o b a n e r n unter dem Eck! SS?.'L�n Dunkelheit gelungen, bei Hcadingly einen Schienenw«?' stellen, vermittelst deffm die Züge der Red R i v e r- E L b a h n auf das Geleise der kanadischen Pazifikeisenbahv? gelangen können, wenn nicht ein Beamter dieser Bahn W1 Slbön* n schehene entdeckt und zahlreiche Mannschaften an Ort ui% KT entsandt hätte, die nach einem Ringen mtt den den Schienenweg wieder aufrissen. Es wurde Ni> letzt, aber die Manitobancr find in bobcm Grade Allenthalben in der Provinz werden Entrüstungs lungen abgehalten, in welchen beschlossen wird, der Regierung nöthigcnfalls thatlrästige Unterstützung zu lassen. Die Verwaltung der kanadischen Pa bahn hat in Headingly sowie in Morris starke M aufgestellt, um ähnliche Uedermmpelungcn zu verhindeol- Wfcn s W» m 'gzr *5% Theater. Mittwoch, den 31. Oktober. vpeentza«». Don Juan. Geschloffen. M«tt»e»-T>»»atee. Madame Bonivard. Vor« her: Der dritte Kopf. Lesklwa-Theate». Ein Fallissement. Ketrifch»» flhttrter. Frühling im Winter. Quintns Huistius Flaccns. Zwei Taube. frienrU»- WUHr»«stiidtische««heate». Die Prinzesfin von Trapezunt. Kestdent-Sheater. Die Wildente. �istortti-Uheate». Münchhausen. P«»e«Ukmee-TH»atee. Die lcköne Sara. »»»»«stSdtts'ch»» Theater. Berlin, wie es weint und lacht. Teatrat-Theatrr. Die Schmetterlinge. Avatf«rnft-Theater. Die drei Grazien. KvAfman«'» Partätt. Epezialttäten-Vor« Tsacardi«- Theater. Spezialitäten« Vor« Theater»er Keirhehatle«: Spezialitäten- «prttellung. Volks Theater. (Früher Ostend-Theater�) Direktion F. Wttte-Wtld. Mittwoch, den 31. Ottober: Die Kättver. Ein Schauspiel von Friedrich von Schiller. 2. grauet 1,25, Äitenparquet 0,75, 1. Rang 25, 2. Rang 0,75, Ballon 0,50, 1. Rang« ; L50, Orchester-Loge 3,00, Parquet- MaÄ. Dutzend. Billets: 12 Villets t 16 M., 12 Billets 2 Parquet 12 M, ____ 1. Rang 12 M.[697 Morgen, Donnerstag: Die Räuber. American Theater. Direktion A. Reiff. W«lliMrthcat.p.trM.c Hr. 15. Mtttwoch, den 31. Ottoder: Zum 54 Male: Die Weisheit Saiomonsky's, Beck. Lokalpossrn-Pantomime von R. Anger. Debüt des vorttefflichen Salon-Humoristen Herm Emil Neumann, genannt " Bustreten des urkomischen Bendix in seiner neuesten Glanznummer als Stuben- Auftreten des Jnstrumentalisten Herrn «rüg er und des Mimikers Herrn ° Anfang 6% Uhr.«ntree 50 Pf.. Billets vorher im„Jnvalldcndan! und Vormittag von 11 bis 1 Uhr an der Theaterkasse. ivlrkas ü. Schumann. Friedrich- Karl- User. Ecke Karlstraße. Little Gceana.> 2% jähr. Weltwunder. War Eradom, Tanzparodist. Anfang Wochentags 7t Uhr, Enttee 40 Pf.,— Anfang Sonntags 6 Uhr, Enttee 60 Pf., reserotrte Plätze extra. _ AlleS Nähere die Anschlagsäulen. Mo«. Znm 1. Mal in Her»». Po». Königs-Tunuei im«rantz Hotel Ztlrrantzerptah. Mittwoch, den 31. Ottoder: Täglich großes Konzert der berühmten Ungarischen National-Kapelle Patay Bartalan aus Liptd-Szent-MiklüS in Original-Csslos Costume«. Großartige Solo-Vorträge auf Violine, Cymdel und Clannette. NB. Die Kapelle spielt sämmlliche Piecm ohne Noten. Enttee an der Kasse 25 Pf. Zigarrengeschäst im Grand Hotel. afang 7 Uhr. Cuata« Kianxa. Pallkge 1«r. 9 M- 10 A. VnltrsJ' Kaiser-Panorama Ifißaf Pen: 3. Reise durch Tirol. Potsdam und der Trauerzug »aise« Friedrich». Enttee& Cqcl 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Adonn. Wo giebts die beste Weiße in Berlin? bei W, H 1079]_ WeinSrassr «JLiUU? 'UJk' Echten Uordhanser» Liter 80 Pf., im Restaurant von[323 Crnll BBhl, Frankfurter Allee 74. Kleiderstoffen, Teppiche«, Möb stoffen, Gardinen, Tischdecke», Trieotngen, Keinen- und Kani« wollwaare» aller Art, Wäsche- stelle ich inzwischen zum gegenstände«:c. ) mzw�cyen zum galylichenAusverkaus�j und zwar sämmttiche für die Horkst-«nd Winter-Kail� � wie dieselben noch täglich bis zum Schluß der Saison�cintteffm, zum hy�nder preise, Lagerbestände theils für die Hälfte de» Seibstkokenp�� theus für jede« Preis! � Die Anfertigung von Kinderkleider«, Kintzermäntel«, Morse»r-A� Trieottaille« und Pnterröcken erleidet währmd des AnSverÜstUfS dia Unterbrechung und werden Mastbestellnnge» oder Peparatnre« ebenso prow� ledigt wie bisher- 8. Heine, Midenstr. Iß «wischen Chsusssestrs*** dem Stettiner Bahnhof m Mm � H sa?, : OD, »u sei Ötmein Damen- und Mädchen-Mäntelfal ®rÄS»e Auswahl Kill gk» Preise. Oranienstr. 29. Ecke Adalbert® W Kj ## Bernhard Braunspan __«m» Hei«-ich»platk BERUM S.O. am Heisrich-P� asl 198 Oranien-Str- � »-c Paletots A«?Lge Hofe« «Mpssehtt, Mss- .&:[*%&#&&& 6 Mü.».. do. Paletots„ 6,60 Westen w Piqus und Keide von 4,50 aaßbeftellunarn 5 Verantwortlicher Redakteur- K»-.«Keim in Berlin,»ruck und Verlag von M.» Datzt»« in Berlin xw.-- 5««* enS K* n dn.» beriÄct-. VeJmw s, und f »er ßengj mens ut-NLtW5 im , den a it, den, fich von» i Herrn- Herr m ; heraus■ ■®s Beilage zum Berliner Bolksblatt. «#«. 256. Mittwoch de« 31.«Ktoder 1888 5. Iichex. Kommunales. Tagesordmma für die Kitzung der Ktadtver- q./'�v.eu-Kersammlung am Donnerstag, den 1. Ziovember, 5 Uhr. Einige Penfionirungs-, Anstellungs. und MrftuSungssachen.— Vorschläge des Ausschuffes für die mm•? 0f.n unbesoldeten Gemeindedeamten.— Berichterstatt« J-hmUfl? p e Vorlage, betr. den Verlauf einer zur ehemaligen �»«mitraße gehörigen Wegefläche an den Eisenbahnfiskus und «r nnürze der Straße 29b.— Berichterstattung des Ausschuffes L K�d�ungssachen über eine Anzahl Rechnungen, sowie über Borlao« w, w« f.-.r ni,(Srrirfitimn her Schwimmansialten C! g�nungsiatuen uver nne anzage meegnungrn, luiuit«u« i_ � ot�?er betr. die für die Errichtung der Schwimmanstalten m, 2 Waisenbrücke und an der Schillingsbrücke entstandenen Jkr � Vorlage, betr. die Bewilligung eines Beitrages rfe der.Gesellschaft.Urania".- Desgl., betr. die b-tzn.- v in Rt« n Z-ttel An orden. .'ÄUWB -----i-—-- su.-r«»« ,ur Vorderathung über erforderlich erscheinende Bahn Dit uri'? ä Man"-! Kinder»- >ur Vorderathung über erforderlich erscheinende ersolatew��bcr Bau- Polizei- Ordnung.— Desgl., betr. die b«f- Mabnahme der erweiterten Jdiotenanstalt zu Dali- llc&iNf.jSfsl., betr. die Anftage in Bezug auf die mit den 'nsefiln»? �leuchtungslgfiemcn„Bruib" und„de flliotinsli" an- Versuch« und erzielten Resultate.- Desgl. betr. ichn.M?"�Kaduna des Kaufpreises für eine Parzelle zur Stadt «ls Anleihemitteln.— Desgl., betr. den . der Mnltyalle V. auf dem Mazdedrirgcr Platze.— ««�..betreffend die zu bewirkende Wahl der Mitglieder der �«ommi sloa für die llasfifizitte Einkommensteuer.- % die Abänderung der Baufluchtlinie für das Grund- �dttstraße 132.- Desgl. betr. die für die Stadt« bte IM� aufgestMe neue Geschäftsordnung.— Desgl. betr. von Entschädigungsbeschlüssen des königl. Polizei« WZMWW fteutn�l mgen z-dalr». litiflnl? Fandtagswahle« haben nach An« �.,?denddläl ter die Deutschfreistnnigen in den uM*. tzgM�lkrrisen gefiegl Die Zahlen lauten: l. W a h l« , A'khm �.arerfinnige, 420 Kartell und Konservative(etwa ,- 2. Wahlkreis. 927 Freifinnige. !rels.%%*. 5 Urwablbezilke fehlen.- 3. Wahl« tw- m» T a h t»,.,'tteifinnige, 406 Konservative und Kartell.— I Kartell, ig 637 Freisinnige, 302 Konservative und it0 I k« i®or btri �nnttt Parteistellung(es fehlen 3 Bezirke).- I�tse er»-.s.brm wurdm gewählt: Im ersten Wahl« fsy weit« n �CtöIf' 228 Konservative, 75 Nationalliberale: KZiatian�Wahlkr«.------''" Ji.�'flenber" N.?�!.,Kstallen mir nicht!" Sie kommen mit oe« 5% sorasät-il«'�sit immer wieder, die dekannten Listen, Ausfüllung selbst dem freudvollsten Steuer« y Unbehagen bereitet. Zwar soll es ja Leute SMs,% ewe...«...- 1'« oj- �e bei en tti"". VM» �—.. fei..» wmetfbar mackt. den Steuerzahler diesen und amt- WWWMs i sorgfällig und Angabe der in �lafleut?' 10°�% Äftermiäher� C�mbregarnistcn Vitt Ausn»,! i Haushallungsvorstand verantwott« zum w,. K°uf der Durchreise befindlichen SSÜL �sfcbxeiben�""' w Wahrheit aber zum R- Namezweck, von Preisräthseln und Aussetzen von Unternehmer ganz Ungewöhnliches; ' find doch meist nur Sunden wider Ichon manchem unserer Leser, dessen Zlamen über die Grenzen Berlins hinaus bekannt geworden, eine Nummer der„Wiener Chronik" zugegangen, und zu seiner Ueberraschvng wird der Empfänger gesehen haben, daß darin seiner in einer mit Rothstift angemertten Notiz rühmend ge- dacht ist. Dergleichen mag einem Geschäftsmanne, der gem den Kreis seiner Unternehmungen erweitert steht, wohl gefallen, aber das Behagen des Geschmeichelten wird schnell einer anderen Empfindung gewichen sein, nachdem er wahrgenommen, daß das ganze Blatt aus nichts als wüster Reklame besteht und daß auch die ihn betreffende Mlltheilung keinen anderen Zweck hat, als ihm ein Geldopfer zu entlocken. Wir haben bereits eines Falles Erwähnung gethan und das Treiben des Blattes gekennzeichnet. Es hat fich dadurch aber nicht adhallen lassen, sein sauberes Geschäft fortzusetzen. Allerdings find die Herren von der„Wiener Chronik" verhältnismäßig billig; nur 20 M. verlangen fie von dem hinterrücks Gelobhudclten, und auch dies nicht für dm gespendeten Weihrauch,— das würde ja wie Bettelet aussehen!— sondern als Jahrespreis für das vorzügliche Blatt, das so tief von den Verdiensten„Sr. Hoch- wohlgedoren" durchdrungen ist. Dasselbe bat aber noch andere Ehrm bereit, als den kurzen redaktionellen Trommelwirbel. In dem Begleitschreiben, das so ein heimlich von der„Chronik" Uederfallener enthält, heißt es u. A.:„Da wir eine der nächsten Nummern unseres Journals mit Ihrem werthen Potträt zu zieren beabstchtigen, so bittm wir um die gütige Einsendung einer Fotografie und biografischer Daten." Ein ahnungsloses Gemüth wird vielleicht gerührt von dem Gedanken:„Also so berühmt bist Du schon!" oder ein Anderer meint, Spaßeshalber auf die Sache eingehen zu können, und> so wandern Bildniß und Biographie an die„Administration" des hochherzigen Blattes. Aber eine hochlöbliche Administration verlangt mehr als so ttockenes Material; auch die beste Druckmaschine will ge- öll werden, und so folgt dann die die ergebene Bitte um„Ersatz der Unkosten" oder wie sonst das Piratenthum seine Beutel- schneidnei zu maskiren deliebt. Daß auch hierfür fich— Dank« bare finden, beweist die edle„Chronik" deutlich genug, denn an der Spitze des Blattes findm fich regelmäßig die Potträts von Persönlichkeiten, die ein degleitender Text im schauderhaftesten Deutsch bis über den Klee preist. Von der Wiege bis zum gegenwärtigen Zellpunkte wird der Ledmsgang des großen Mannes, des Wvhllhäters der Menschheit vorae- führt, und für ein paar Mark mebr käme es der edlen„Chronik" wohl nicht darauf an, eine Sammlung für ein Standbild des Gefeierten anzuregen. Dabei weiß das Blatt listig seine An el auszuwerfen. Erst kommt die vorläufige kleine Notiz, in welcher das auserlesene Opfer mll einigen allgemeinen Redensatten de« räuchett und die Hoffnung ausgedrückt wird,„nächstens über diesen edlen Mann des Ausführlicheren dettchten zu können." Wird damit auch nur ein Jahresabonnement von dem Ge» schmeichelten erreicht, so find 20 Mark immerhin ein südlicher Lohn für halb so viel Zeilen,— denn das Blatt selbst ist durchaus werthlos. ja in seiner schamlosen Deutlichkeit höchst widerwärtig— aber wer auf den einen Köder angebissen hat, der läßt fich wohl auch für den noch einträglicheren Bildersaal einfangen. So lange die„Wiener Chronik" ihr Lobgeschäft auf die österreichischen Lande beschräntte, war es Sache der dortigen Presse, dem Treiben entgegenzutreten; nachdem ober, wie uns der Beweis geliefert worden, die dunklen Edrenmänner ihre Fangnetze mit geradezu schamloser Aufdttnglichkeit aucy über Berlin ausgeworfen haben, hielten wir es für angemessen, diesen Humbug einmal deutlich zu kennzeichnen. Zur praktische« Ausführbarkeit der Aesiufektlo« iu Kerlin hat Herr Santtätsrath Dr. Bccher in den Fach- kreisen und soeben auch im„Correspondenzblatt der Acrzte- kammer" eine sehr bemerkenswctthe Anregung gegeben. Man laillUICt. t»«»V I v*fv Vvsss�.----— 0--- W____ hat die Erfahrung gemacht, daß der vom biefigen Polizeipräfi. dium erlassenen Desinfettions-Ordnung fich in der Praxis ge« wisse Schwierrgkerten entgegenstellten. Es will einmal dem Publikum nicht in den Sinn, für eine allgemeine Gefahr, deren Abwendung ein öffentliches Interesse ist, aus der eigenen Tasehe bezahlen zu müssen. Selbst besser gestellte Familien unterlassen die Desinfektion aus diesem Grunde." Die Folge ist, daß der Krankheitskeim dem Spiele des Zufalls überlassen bleibt und nicht zerstött wird. Nuch ärztlichen Erfahrungen wird in einer ganzen Reihe von Fällen, wo unbedingte Desinfektion nothwendig ist, nicht desinfizirt. Herr Dr. Bccher erachtet es daher zur gründ« lichen Ausführung derDesinfektion für dringenderforderlich, daß die Kommune dieKosten ü dernimmt, und degründet dies folgendermaßen: J.-dem Steuerzahler istdcmit gedient, daß dieKeime deransteckenden Krankhellen vernichtet werden, denn jeder ist bedroht, nicht blos der, in dessen Wohnung die Krankheit ausgebrochen ist. Eine Stadt wie Berlin kann fich dieser Aufgabe unmöglich entziehen. Die Kosten werden nicht unerschwinglich sein, namentlich dann, wenn die Stadt die nothwendige Desinfektion durch ihre eigenen, geschulten Desinfektoren ausführen läßt. Auch das Armenbudget der Stadt würde auf diese Weise entlastet wer- den. Noch giibt es viele Häuser in Berlin, wo einzelne an- steckende Krankheiten endemisch find und immer wieder auf- tauchen, wie es der prattizirende Arzt aus Eefahrung weiß. Wir erinnern an die sporadisch auftretende C�oleraepivemie im Jahre 1873, als in dem Hause Mulackstraße 19 von 33 Be« wohnern 14 starben. Dem Vernehmen nach hat dereirs der Magistrat die Zusage gemacht, bei armen Kranken und in allen den Fällen kostenfreie Desinfektion eintreten zu lassen, wo der Reviervorstand die Vermögensloftokrit der Betreffenden bescheinigt. Allein auch das ist nach Meinung des Herrn Dr. Bccher nur eine halbe Maßregel. Wirkliche Desinfektion wird nur dann ausgeführt werden, wenn die Stadt die Kosten trägt und nicht der einzelne. Kcha«k-K-«l«fsto»«ges»ch« liegen gegenwättig in unae« wöhnlick großer Zahl beim Polizeiprästdium vor. Die Ee« scheinung dürfte darauf zurückzuführen sein, daß die Einführung der Trockentttst bei Neubauten eine Ansammlung dieser Gesuche bewirkt hat, denn erfahrungsgemäß find cs die kleinen Schate!- lokale, welche fich zuerst in den Neubauten etabliren und für welche nicht selten die nöthigen Räume fertiggestellt wurden, noch ehe der üdttge Theil des Hauses vollendet war; denn viele Wirthe rechneten bereits darauf, daß die noch bei dem Bau be- schäftigten Arbeller einen Theil des bort verdienten Lohnes in dem ihnen bequem gelegenen neuen Lokale verzehrten. An diese Möglichkeit ist jetzt allerdings nicht mehr zu denken. Der Winter- Fahrplan der vrotzen Kerli««r Dferde- «ifenbah« tritt nächsten Donnerstag in Kraft. Derselbe brstrgt neben einigen Tarifverschiebungen auch mehrfache Betriedsver- ändert. ngen zur Einführung. So wird die jetzige Linie Pankow- Hackescher Markt bis zum Rathbaus und die Linie Schönhauser Allee(Ecke Pappel.Allee)-Hackescker Markt bis zum SpUtelmarkr «-riänaert. wählend die Linie Moabit(Stromstraße). Alexander. verlängert. Ferner wird mit Einführung des Winterfahrplans die neue Strecke von der Fichtestraße(Hasenhaide) über die Gttmm«, Admiral- und Adaldettsttaße bis zur Köpnicketttraße dem Betriede übergeben, und zwar wird hier eine neue Linie zwischen der Ftschtestraße und dem Rathhaus über die Jannowiybrücke und Stralauerstraße eingerichtet werden. Die Wogen dieser Linie, welche vorläufig in acht Minuten Zwischenräumen verkehren sollen, führen die Signalfarbe„roth". Die Linie wird nach BetriedSeröffnung der Gleise in der südlichen Älexandersttaße von der Holzmarllstraße durch die Alexandetttraße über den eranderplay und die Königstraße nach dem Rathhaus gefühtt werden. Auch wird gegenüber dem Vorjahr der Äettteb zu den Abendstunden auf verschiedenen Linien verlängett. Nachdem jetzt über die Auslegung«»d Anwendung der Kestimmungen der neuen Bau-Polizeiordnung vom lö. Januar v.J. thatsächliche Erfahrungen in ausreichendem Maße gewonnen worden find, hat fich der Magistrat der Stadt» verordneten-Versammüng gegenüber bereit erklärt, über die er» forderlich erscheinenden Abänderungen mit derselben in gemischter Deputation Beratbungen aufzunehmen, um daran die erforder« lich erscheinenden Anträge an die kgl. Staatsbehörden zu knüpfen. Bereits jahrelang vor dem Erlaffe der Verordnung hatte der Magistrat gegen eine Reihe von Bestimmungen derselben, in» dessen vergeblich, Widerspruch erhoben und harte daher von solchen Anträgen zu einer frühem Zeit einen seinen Wünschen entsprechenden Erfolg nicht erhoffen können. Eine eigenartige Miefenlrultnr, bei der man zugleich aus der Roth eine Tugend macht, wird gegenwärtig im Trep» tower Park vorgenommen. Auf der weiten Wiesenfläche zu beiden Seiten des großen Fahrweges jenseits dew Verbindungsbahn werden zahlreiche Fuhren des Kehrichts von der nahen Treptower Chaussee abgeladen. Schön steht nun an dieser Stelle die sonst so prächtige Wiesenfläche nicht aus und auch der nur mangelhaft defesttgte Fahrweg befindet fick infolge des Wagen» Verkehrs stellenwcile in einer für Spaziergänger mindestens sehr unbequemen Verfaffung. Indessen, bequemer läßt fich der Keh« richt der Chaussee gar nicht beseitigen und dann giebt derselbe für solches Wiesentenain einen ganz vorzüglichen Düngstoff, der durch Regen und Schnee in den Boden getrieben wird und im Frühjahr wieder das üppigste Grün hervorruft, das die Augen der Berliner entzückt. Die Geheimnisse des Dferdehaudels haben bisher melstentheils nur zu vermögensrechtlichen Auseinandersetzungen, wenn auch im Wege zahlreicher Zivi'prozeffe, Anlaß gegeben. Es ist deshalb ein Fall hemerkenswerth, der gegenwärtig die Sttafbehörde beschäftigt, und der vorauefichllich noch zur Er» Hebung einer Anklage wegen fahrläsfizer Tödtung Anlaß geben düttte. Vor einigen Wochen meldete der Berliner Polizei» bettcht, daß auf einem Stätteplatte am Schifffahrtskanal ein Kutscher von einem P-erde seines Gespanns durch einen Huf» schlag getroffen und dadurch so schwer verletzt worden war, daß seine Ueberführung in ein Krankenhaus nöthig wurde. Dort ist der Verletzte nach einigen Tagen verstorben und die Aerzte haben begutachtet, daß die durch den Hufschlag herbeigeführten Beschädigungen als unmittelbare Todesursache zu betrachten find. Es wurde nunmehr der Dienstherr des Verstorbenen vernommen und dieser bekundete, daß der Kutscher an jenem Tage mit einem neuen Pferde gefahren sei, welches er, der Befitzer, erst am Taae vorher von einem Berliner Händler gekauft habe. Das Thier sei, wie fich später herausgestellt hat, ein so» genannter Strangschläger; diese Thiere haben bekanntlich die Neigung, bei dem geringsten Anlaß und oft auch ohne jeden Anlaß mit den Hinterfüßen heftig auszuschlagen, wobei fie nicht selten Thcile des Fuhrwerks z-rtrümmern. Bei einem solchen Anfall des Pferdes ist auch der Kutscher von einem Hufschlage getroffen worden und infolge dessen ums Leben gekommen. Dieser Unfall würde nicht eingetreten sein, wenn der Händler nicht den Fehler des Pferdes verschwiegen hätte, denn der Be» fitzer verfichette, daß er das Pferd überhaupt nicht genommen hätte, wenn ihm dieser Fehler bekannt gewesen wäre. In jedem Falle aber wäre der Kutscher auf dielen Fehler des Thieres auf» mcrksam gemacht worden und hätte fich vorsehen können, während das Unglück dadurch herbeigefühtt wurde, daß er sorglos hinter dem Thiere stand. Der Pferdehändler hat, jeden» falls auf den Rath seines Rechtsanwaltes hin. fich mit der Familie des Verunglückten wegen einer Abfindung in Verbindung gesetzt, was natürlich den Fottgang des strafgettchtlichen Verfahrens nicht hindert. Owe der„Edelste«««d Kesten". In einer Breslauer Z-itung finden wir die Notiz, daß die verehelichte Handelsmann Mahlow aus Berlin zu einem Termin vor die erste Strafkammer in Breslau geladen, aber nicht erschienen sei. Frau Mahlow sollte fich wegen Beleidigung des prattischen Arztes Dr. Her- mann Simon verantworten. Sie enlschuldigte ihr Ausbleiben damit, daß fie an der rechten Seite stark verletzt und deshalb am Verlassen ihrer Wohnung verhindett sei. Dos„Berl.Tgdl." giebt hierzu noch folgenden Kommentar: In Breslau hatte man, wie uns von dort berichtet wird, der Verhandlung gegen Frau Mahlow mit lebhaftem Interesse ent» gegensehen. Weshalb? Ist eine Berliner Handelsfrau, selbst wenn fie den schönen Namen Mahlow führt, eine so inter« essante Person? Oder kamen besondere Umstände in Betracht» die eine so lebhaste Aufmerksamkeit der Frau Mahlow heraus- fordern? Das war in der That der Fall. Man erinnerte fich einer glänzenden, bewundetten Erscheinung, die vor Jahren in den Salons der vornehmen Welt eine große Rolle gespielt hatte. Die Freifrau Melanie v. Lekow war eine der schönsten und liebenswürdigsten Damen aus der schlefischen Attstokratie. Vor länger als einem Jahrzehnt hatte fie dem Freiherrn v. L.— fie selbst war eine geborne v. L.— ihre Hand gereicht, und die Vermählung war mit großem Pomp gefeiert worden. Ihr Gatte besaß ein bedeutendes Vermögen, ein großer Thcfl der Villen» Kolonie Kleindurg bei Breslau war sein Eigenthum. Das ftei» herrliche Ehepaar führte ein großes Haus, und bei allen Festen, welche von der vornehmen Breslauer Gesellschaft gegeben wur» den,�war Frau Melanie von einer Schaar Bewunderern um» schwärmt. Frau v. L. war in der That schön, so bezaubernd schön, daß auch der Schreiber ihres Gattm, ein gewisser Rother, �f fie aufmerksam wurde. Die Leute von Kleindurg erzählten fich, daß Frau Melanie für die Aufmerksamkeiten, welche der junge Schreiber seiner Henin erwies, sehr aufmerksame Augm habe. Sie erzahllen fich noch mehr. Man sprach ferner davon. daß Frau v. L. dem vorzüglichen Kornbranntwein, der in Schlesten hergestellt wird, in bedenklicher Weise Geschmack abge» wonnen habe... Jahre vergingen, Herr v. L. starb. Sein Vermögen war dedeutend zusammengeschmolzen. Frau v. L. hatte das Gut, auf welchem fie früher Herttn gewesen, verlassen, aus den Festsälen war fie ver» schwunden, fie galt als verschollen. Da wurde eines Tages durch eine Gettchtsver Handlung die Ettnnerung an die schöne Melanie geweckt. Sie stand in Gemeinschaft mit dem früheren Wirlhschaftsschre'iber vor der Strafkammer unter der Anklage des Diebstahls. Trotzdem der verwittweten Freifrau von Seiten ihrer siamilie eine namhafte Pension ausgesetzt worden war, hatte sie das Leben einer Vagabondin geführt. Mit dem ehe- maligcn Wirtschaftsschreider war sie von Stadt zu Stadt ge- zogen, und in den Gasthäusern, in welchen sie genächtigt, hatte sie Diebstähle ausgeführt. In den meisten Rallen hatte sie die Rederdeiten aus den Schlafzimmern fortzuschleppen gewußt, um sie zu rerkaufen oder zu versetzen. Frau v. L. wurde damals wegen Diebstahls und Betrugs vermtheilt. Auf ihren Streif« zügen hatte sie auch ihren Sohn, den sie auf raffinirte Weise «mS den Pensionen, in welche die Verwandten ihn untergebracht, m„befreien" wußte, mit sich genommen. Später hatten die Breslauer Gerichte sich noch wiederholt mit Frau v. Lekow zu beschästigen. Man glaubte dann, daß Frau von Lekow im Ausland weile, bis man jetzt erfuhr, daß sie in Berlin in dm Hafen einer neuen Ehe eingelaufen sei. Die ehe« malige Frau v. L. hat in Berlin den Handelsmann Mahlow geheiratbet.— Hoffentlich bat sich die adlige Dame in ihrer zweiten Ehe die Tugenden ihrer Vorfahren, das Saufen und Stehlen, ad- gewöhnt. Der freirrligiölen Gemeinde war es seit dem Jahre 1873 gestattet, ihren Religionsunterricht in den städtischen Ge- meindesckulen in der Ctallschreiter« und in der Gip-straße während der schulfreien Rcchmittagsstunden am Mittwoch und Sonnabend abzvbalten. Am Sonntag ist nun dem Vorstand der freireligiösen Gemeinde seitens der städtischen Schuldeputation, unterzeichnet Bertram, ein Schreiben zugegangen, wonach die Erlaudniß zur ferneren Benutzung von siädtischen Schul- räumen zu oben erwähntem Zweck vom 1. November d. I. ab fortfällt. GW raffinirtrr Postdiebstahl brachte, wie das„Berk. gbl." berichtet, seit Sonnabend Nackt in das sonst so ruhige, fchäflsmäßige Treiben der Beamten des Hauptpostamts in der ndauerstraße große Aufregung. Nach Eingang des von Köln kommenden Abendkurierzuacs, der die gesammte amerikanische, englische, stanzöfische rc. Post dringt, vermißte man im Haupt« postamte einen großen, etwa einen Meter hohen und entsprechend dicken Sack, in welchem sich außer zahlreichen gewöhnlichen Briefen auch ein ganzes Packet Einschreid- Sendungen sowie mehrere an das hiesige Auswärtige Amt gerichtete Briefschaften befandm, welche derart wichtige Mittheilungen enthielten, daß man die Briefe I von Paris per Feldjäger nach Köln hatte bringen lassen. Es wurde nun sofort nach allen Windrichtungen hin recherchirt und depeschirt, und auch die Beamten unserer Kriminalpolizei entwickelten eine siederhafte Thätigkeit. Das Resultat der Erwitte« lungm war schließlich folgendes: An den Wagen, der vom Bahnhof im Hofe des tzavvtpostamts angekommen, war ein Mann in der Uniform der Postbeamten herangetreten und hatte nach den Einschreibsendungen gestagt. Dieselben befanden sich in zwei großen Säcken, von denen der eine dem Fremden über« geben wurde, während ein anderer Postbediensteter den zweiten Sack auf der Schulter die Treppe hinauf nach den Briefver- theilungsburcaus trug. Von beiden Säcken ist nur der letztere an seinem Bestimmungsort angelangt, der andere ist jedenfalls von einem Pseudo-Postbeamten— der früher thatsäcklich bei der Hauptpost beschäftigt und daher von dem Geschäftsgange daselbst genau unterrichtet gewesen sein soll— nach einem von langer Hand vorbereiteten Plane gestohlen und seinen in der Kleinen Poststraße harrenden Komplizen durch das Fenster der ersten Etage hinabgeworfen worden. Dieser vermißte Briefsack ist durch einen glücklichen Zufall heute Morgen im Sckifffahrtskanale aufgefunden worden. Die erwähnten für das Auswärtige Amt destimmten Briefschaften fanden sich unverletzt vor, ebenso die gewöhnlichen Briefe, der größte Tdeil der Einschreibebriefe ist indeß geöffnet und seines In- Halts beraubt worden. Es ist schwer festzustellen, wie hoch sich die dcfraudirte Summe belaufen mag, da die amerikanischen Geschäftsleute Geld« und Werthsendungen meist nicht postalisch zu dcklariren, sondern nur zu versichern pflegen. Heute war man in der Registratur C des Hauptpostamtes mit dem Sop tiren und Trocknen der völlig durchnäßten Briefschaften de« schäftigt. Auf Tischen, Bänken und Fußboden lagen Hunderte von nassen Briefen und Drucksachen, welche im Laufe des Tages wohl— zur Verwunderung der Adreffaten— in gedörrtem Zustande zur Bestellung gelangen dürsten. Ob die Verhaftung des muthmaßlichen Thäters bereits gelungen ist, darüber ver« mochten wir nähere Ermittelungen noch nicht einzuzieben. Vielleicht helfen diese Zeilen, Licht in das noch über der That schwebende Dunkel bringen.— Wenn das„Berl. Tagdl." nm nicht wieder einmal geflunkert hat! In einer eigenthümliche« Weis« gerieth gestern Abend an der Oranienbrücke ein alles Mülterchen in Gefahr, gctödtet zu werden. Dortselbst war ein schwerer Mörtelwagen von der Kottbuserstraße her eingebogen, als plötzlich die beiden Pferde auf einmal zu Falle kamen. In demselben Moment wollte das Mütterchen hart an dem Fuhrwerk vorbei den Straßendamm pasfiren, und so gerieth es unter die bei ihrem Sturze wie zu einem Knäul verwirrten schweren Lastthiere. Jedermann glaubte die Frau als Leiche unter den schweren Pferdeleibern hervor« gezogen zu sehen. Leblos war auch das Mütterchen, als man es hervorzog, aber wie sich bald zur Freude Aller herausstellte, war die alle Frau nur ohnmächtig geworden. Dennoch ist die Aermste von dem Unfall schwer detroffen, da sie, wie ein schleu- ntgst herdeigebolter Arzt konstatirte, einen mehrmaligen Bruch des linken Beines davongetragen hat. Die Leiche de« angeblich ermordete« Kntscher» Kergeler ist vorgestern Nachmittag gegen 4 Uhr im Schiff« fahrtskanal bei Plötzensee an derselben Stelle gefunden worden, wo der umgeschlagene Wagen des Bergeler aufgefunden worden war. Das cinkassirte Geld im Betrage von 150 Mark wurde bei dem Todten unter dem Schmzfell steckend vorgefunden, da- gegen fehlt die große Fuhrmannstasche, welche B. umgeschnallt hatte und in welcher sich Papiere und Rechnunzen defanden. Die Leiche zeigt am Kopf eine Verletzung. Ob dieselbe nun infolge eines Angriffs entstanden, oder ob B. dieselbe beim Sturz in den Kanal davongetragen hat, wird die heute oder morgen stattfindende Obduktion ergeben. Die Vermuthung, daß B. einen Selbstmord begangen, scheint ausgeschlossen, dock ist es möglich, daß der Kutscher in der FInsterniß verun« glückt ist. Der letzte Gktobersonntag hat vielen Tausenden eine große Ueberrasckung bereitet, er schien nachholen zu wollen, was ler Sommer so vielfach versäumt. Warmer, beller Sonnen- schein lagerte auf den Straßen, unzählige von Spaziergängein flutbeten durch die Stadt nach dm Thoren hiraus; Unter den Linden, im Thiergarten, in den Zeltm und im Grunewald sah es wie an einem schönen Sommeitage aus. Polizei- K reicht Am 29. d. M. Vormittags verun« alückren die Arbeiter Winller und Zahl beim Kanaldau in der undenanr.ten Straße 19, Adtheilung Xlv. dadurch, daß ein Arbeitswasen gegen die Balken fuhr, mrt denen der Schacht überbrückt war, wodurch die beiden darauf befindlichen Arbeiter in den Schacht hinabstürzten. Winkler erlitt einen Bruch des linken Oberschenkels und Zahl einen Rippenbruch. Beide wur- ragzwKCä bracht.- In der Stacht vom 29. zum M d. M. wa f das Dienstmädchen Ida Raddatz. Elsafferstr. 5. beim Schlafengehen eine P�troln mlampe um, wodurch das Bett in Lrand gi.ueth. In der Angst sprang es, obwohl keine Gefahr vorhanden war, aus dem Fenster in den Hof hinab und brach beide Unter« fchenkel. Dasselbe wurde nach dem St. Hedwigs-Krankenhause gebracht._ Gerichts-Ieitnug. An zwei lang ausgedehnten Kitzungstagen hatte sich das Schwurgericht am hiesigen Landgericht I mit eis«! Anklage wegen vorsätzlicher Brandstiftung zu beschästigen, welche sich gegen die verehelichte Kellner Bertha Mathilde Johanna Rebkow, geb. Seeliger lichtete. Am 2. Juni d. I. in den Nachmittagssiunden kam in der Wohnung der Angeklagten, im vietten Stock des Hauses Katharinenstraße 3, Feuer aus, welches einen Theil des Dackstubls vernichtete und einen Jmmobiliar« schaden von 10000 bis 15000 M. verursachte. Die F.°uerwehr hatte etwa eine Stunde zu thun, ehe sie des Feuers Herr wurde. Das Mobiliar der Angeklagten, welche sich ebenso wie ihr bei Tage in einer Restauration beschäftigter Ehemann bei Ausbruch des Feuers nicht in der Woh« nung befunden hatte, war völlig abgebrannt und die Feuerwehr hatte insofern eine schwierige Arbeit, als die Zimmer dick mit Qualm angefüllt waren. Die Angeklagte steht in dem dringenden Verdachte, das Feuer zu eigennützigen Zwecken vorsätz'ich angilegt zuhaben, und es kam durch die um- fangreichen Zmgenoermhmungen während der beiden Ver« bandlungstagc eine lange Reihe von Verdachtsmomenten zur Sprache. Das schwerwiegendste derselben ist, daß die Feuer« wehr beim Betreten der Brandstätte deutl'ch einen fettigen, öligen Geruch wahrgenommen hat, daß man an den Möbel« stücken deutliche Spuren von Pstroleum wahrgenommen und der Chemiker Dr. Bisckoff unzweifelhaft nachge- wiesen hat, daß Matratze, Kopfkissen und Steppdecke eines Bettes mit Petroleum getränkt waren. Die Ange- klagte hat sich ferner dadurch verdächtig gemacht, daß sie kurze Zeit vor dem Bemerken des Brandes aus ihrer Wohnung sich cnt- fernt hat, nachdem sie erst ihre Nachbarin sorgfällig ausgeforscht hatte, ob dieselbe zu Hause bleibe, daß ferner die einzelnen Räume verschlossen waren und es in zwei gar nicht zusammen- hängenden Stuben zu gleicher Zeit lichterloh brannte. Augen- zeugen behaupten ferner, daß die Angeklagte, als sie einige Zeit nach dem Auskommen des Feuers nach Hause zurückkehrte, sich sehr auffällig gezeigt habe, indem sie namentlich auffällig lange nach den Stubenschlüsseln suchte, die sie doch in der Tasche bei sich trug. Die Anklagebehörde nimmt an, daß die Frau ein Interesse daran gebabt habe, den Brand anzulegen, weil das Mobiliar erst 3 Wochen vorher mit 3320 M. versichert wor« den war und dieser an und für sich den thatsächlichen Verhält« niffen nicht ganz entsprechende Betrag noch in ein größeres Miß- verhältniß dadurch gebracht sein soll, daß die Angeklagte kurz hintereinander verschiedene Möbel, Kleidungsstücke und Werth« objclie aus dem Hause gebracht hat. Die Angeklagte freilich bestritt auch diesmal wieder, wie in einem früheren Termin, jegliche Schuld und verwies u. A. auch darauf, daß ihr Liedling, ihr Kanarienvogel mit verbrannt sei und sie doch reichlich Gelegenheit gehabt haben würde, denselben in Sicherhell zu dringen, wenn sie einen verbrecherischen Plan ver- folgt hätte.— Die durch mehr als 20 Zeugen beigebrachten Beweise fielen nicht besonders zu Gunsten der Angeklagten aus, ganz zum Schluß der Beweisaufnahme und nach ermüdenden zweitägigen Verhandluogen stellten sich jedoch der Beendigung der Sache plötzlich unerwartete Hinder- niffe entgegen. Der Ehemann der Angeklagten sagte nämlich aus, daß die Angeklagte wiederholt an epileptischen Krämpfen gelitten und mehrfach Spuren von Geistesabwesenheit und Halluzinationen gezeigt habe. Da die Angeklagte ferner dehaup« tete, daß sie auch im Untersuchungsgefängnisse derartige Anfälle gehabt habe, so stellte der Veitheidiger Rechtsanwalt Dr. Silber» stein den Antrag, den Geisteszustand der Angeklagten unter- suchen zu lassen, und der Gerichtshof konnte' sich der Roth« wendigkelt nicht entziehen, diesem Antrage zu entsprechen. * Drei„Grazien" an« Reinickendorf zierten geste:» in Gesellschaft eines modernen Apollo die Anklagebank der Schöffenabtheilung des Landgerichts II. Es handelte sich um eine große Prügelei, welche von den Anaeklagten am 11. Juli vorigen Jahres in der Provinzstraße zu Reinickendorf arrangirt sein soll. Zur Sache waren nickt weniger als neun Zeugen beiderlei Geschlechts vorgeladen. Die Hauptangeklazte war ein Fräulein Krüger, die anderen die beiden die Damen Fräulein Mohr und Frau Mund: der männliche Angeklagte nannte sich Schimansly Von der Anklage wurde der Vorgang im Wesent- lichen so dargestellt, als od die Beschuldigten an dem genannten Tage den in Reinickendorf wohnhaften Drechslermeister Sturm auf der Straße angefallen, ihm seinen Stock entrissen und ihn mit demselben arg mißhandelt hätten. Hierbei sollte die Krüger als Hauptthäterin fungtrt haben. Die letztere giedt zu, dem Sturm den Stock entrissen und ihn damit geschlafen zu haben, jedoch erst nachdem sie von demselben beleidrgt und thätlich aigegriffen worden fei. Frau Mund und Angeklagter Schimansly destrellen jede Betheiligung, während FräuLin Mohr, die Schwägerin des Sturm ist, sich dahin erklärt, daß sie ihrem Schwager Sturm wohl früher einige derbe Lektionen verabreicht habe, an dem bezüglichen Taoe abef nicht. Die Mebrzahl der Zeugen konnte nichts Positives bekunden; darüber waren alle einig, daß Sturm gründlich verhauen worden war, aber man ha'te aus der Ferne und in der de- ginnenden DunMhell die Thäter nicht genau gesebm. Nrr eine in der Nähe wohnhafte Frau sagte in belastender Weise gegen die Angeklagten aus; sie hatte den Vorgang mit angesehen und auch die Thetlnehmer erkannt. Wie die Sache angefangen, konnte auch diese Z'ugin nicht bekunden. Zeuge Sturm will die Angeklagten bestimmt erkannt haben. Nach seiner Behauv- tung ist er von mindestens 11 Personen„mit weißen Schürzen" unter dem Rufe:„Jetzt kommen die Berliner Huren" ange- griffen worden. Jeder der Angreifer habe einen richtigen „Baumstamm mit Aeften" bei sich gehabt und mit diesen Stämmen sei er geschlagen worden. Zunächst sei er hingefalln, dann aber wieder ausgestanden und nach einem Bierlokal ge- laufen, um sich Hilfe zu suchen; als er in dem ersten Lokal keine gefunden, sei er nach dem zweiten Bierlokal gelaufen. In- folge der empfangenen Verletzungen will er sechs Wochen arbetts- unfähig gewesen sein. Seine Schwägerin, Fräulein Mobr, habe er weder ftüher noch an dem in Rede stehenden Tage beschimpft und auch sonst keinen Anlaß zu dem Angriff gegeben. Aus Antrag des Vertheidigers Rechtsanwalt Swdthagen wird noch ein Zeuge vernommen, welcher erklärt, daß Sturm in der That schon früher seine Sckwägerin mit dem Schmeichelnemcn „Hure" belegt hat. Z'Uge Sturm wird nicht vereidigt. Der Staatsanwalt beantragte gegen die Krüger 3 Monate, die Mund und Mohr je 2 Monate und gegen Schimansly, der noch eine Strafe wegen Körperverletzung zu verbüßen hat, eine Zusatzstrafe von 9 Wochen Gefängntß. Nach einer eingehenden Rede des Vertheidigers verurthellte der Ge- richtshof die Krüger zu 4 Wochen, die Angeklagten Mund und Mohr zu je 3 Wochen und Schimansly zu 6 Wochen Gefäng- niß. Der Gerichtshof nahm an, daß die Angeklagten von dem Zeugen Sturm, der dm Vorgang wohl etwas übertrieben ge- schildert habe, gereizt worden seien; die Krüger habe geständlich mit dem Stock geschlagen und Schimansly fand augenscheinlich Vergnügen daran, mitzuhauen, obgleich er bei der Sache gar nichts zu thun hatte; deshalb rechtfertige sich gegen diese beiden Angeklagten ein höberes Strafmaß. * Gin interessanter Diebstahlprozetz beschäftigte gestem die 89. Adtheilung des Schöffengerichts. Die Angeklagte, Frau Jentsch, wohnte mit einer Frau Schölt auf demselben Korridor in einem Hause und während nun Frau Sckütt außer dem Hause thätig war, soll die Jentsch sich in deren Wohnung ge« schlichen, die Betten aufgetrennt und aus denselben Federn entnommen haben. Das soll mehrmals, aber schon im vorigen Jahre und bestimmt im Ottober geich hen sein. Damals � bei der Frau Schutt ein Schloffer Namens Stoßmann und Jetzige will einmal zur ungewöhnlichen Zeit in sein Logis zurückgelck� Hinterl faew ssm STftorfioit/v ist• aT2 o«- fifftli!,. wUCÖC. fnnTl sein, um sich' Werkzeug zu holen; als er die Wohnung öst�Ju®urde, sonl habe er die Angeklagte darin getroffen und demertt, wie und il diese aus einem aufgeschntttenen Bette Federn nahm. Naitdi � auch ganz er das gewünschte Werlzeug gefunden, sei er, obne sich um die Sache zu kümmern, fort gegangen. Diese Wahrnehaao'11" �-ichstag« hat Stoßmann der Frau Schütt merkwürdiger Weise erst:'„nh n Fl I diesem Jahre und zwar im Juli mitgetheilt und auf Gw',J i'Astets al dieser Angabe wandte sich Frau Schütt an die Staats schaft mit einer Anzeige.— Die Angeklagte stellte das gehen entschieden in Abrede, sie ser niemals in der haupteten Weise in der Wohnung ihrer Nachbarin gen und habe sich selbsttedend auch nie an deren Bettfedern griffen. Zeuge Stoßmann bleibt im Termin bei seiner Beha tung; er erinnere sich noch ganz gut des damaligen Ereigitf das am 17. Ottober stattgefunden habe. Auf die Bern er des Vertheidigers der Frau Jentsch, daß die letztere am Ii tober nachweislich schon von 6 Uhr an dauernd aus dem k gewesen sei, meint Z uge, es könne auch am 19. Oktober? wesen sein. Auf die weitere Frage, warum er erst in die Jahre seine Wahrnehmung kund gegeben habe, erklärt& mann, der Meinung gewesen zu sein, daß die Frau I die Federn für Frau Schütt verkaufen wollte.— Zeugin 2, giedt noch an, daß sie die Gewohnheit hatte, den SchluP der Wohnung unter die Strohdecke vor der Thür zu'" mithin sei es sehr leicht gewesen, hinein zu gelangen. Verth eidiger wird Widerspruch gegen die Vereidigung des Z? Stoßmann erHoden und der Anttag gestellt, einen neuen To anzuberaumm und zwei namhaft gemachte Zeugen zu I: welche bekunden sollen, daß die Angeklagte weder am 17. am 19. Oktober um die vom Zeugen Stoßmann angeg Zeit in dem Hause, sondern bei einer anderen Frau wer, 4 Da gerat Mlbemofratci siangniß befar Un« b! ■ uhs. Vertrau, 'chotfam ic. ex stlten worden tum solle loftat" liegen Hebet die! 1 utern spaltend weit führen. ' hervorsteche ien. Die V ianten Int , ßu« Gehret muhmung d, ? sonst übliche oertraulich« * die G-leg Zeit in dem Haufe, sondern bei einer anderen Frau war, den, Brautwäsche zu waschen. Der Gerichtshof stimmte diesem V Eiwächrigung zr 9 De» Kaninchen. Vors.: Angettagter Kühne, es �1%, e Ihnen zur Last gelegt, den Versuch gemacht zu haben einer verschtossenen Kiste ein dem Knaben Torndorf gcb°/ Kaninchen zu entwenden.— Angell.: Des is Sie, weeß een Mißverschdändniß. Wie soll ich mich an so en armes ninchen vergreifen? Nee, hären Se, das kann mir schon g« bassiren! Vors.: Frau Friede! sah von ihrem Fenster aus, wie sich mit ihrem Hund in die Nähe der als Kanincko dienenden Kiste begaben, durch die Luftlöcher um die mit Ihrem Hund in dieselbe hinein guckten, darauf aller Gewalt an dem Deckel rüttelten, daß Sie dann,.. sich derselbe nicht löste, in Jzren Taschen suchten,'3 Schlüssel hervorzogen, mit diesem die Kite öffneten?' endlich ein Kaninchen herauszogen. Sie glaubten bar, daß Sie in dem strömenden Regen nicht beobachtet Sie wurden von dem kleinen Torndorf und mehreren" i&Ä «nc "fÄÄ fcett Gehre % zu 15 ti; wie wuroen von oem u einen �.ornoors und mearercn m-'. �ugen, d.F.ch.' überrumpelt, wie Sie gerade das Thierchen Ihrem Hund:& m � �Me hielten, und hatten nun nichts Eiligeres zu thun. als das �-zft war% » fr*«4-. rt f fs«,# fr fr* j% fs frw I Im f t___.______ C. O«1 llrflAi:v>.«"«V V ninchen schleunigst wieder Schreck sind Sie dabei Nee, hären Se» ganz s>, I. is Sie merschtendbeels die: Was Sie nämlich mei New mei Ziehhund, müssen Sie wissen, der hadde Sie seine W an die Ganinchm. So oft, daß ich ihn losges-bt hadde, heidi war er bei de Gifte und schaudbirte mit eenem wahren Verkniejen dran rum. So es Sie ooch an dem Dage.„Gelt?" sagte i*. miinem Hund,„Du mechst wol emal ee so ee Ganwg sähn? hä?" Na. dacht ich, wmum sollst Du Deinem nich emal so ee Ganinchen derseenlich vorstell'n? Ick also hin nach de Gifte, die war Sie, weeß Gott, nich oetf®' ich nehme Sie also so janz samft ee Ganinchen raus un dem Nero so hin.„Siehste, Nero," sagt ich.„deS\z Gamnchen." Gott! Ich sage Ihnen, hat sich das Db>� Sie nämlich mei Nero is, gefreit, wie er das gleene sah! Wie ich ihm nu das Dhierchen genug gezeigt hw%% ich's wieder in de G.ste hinein gethan. Söhn Se, das die Geschichte. Mei Nero is Sie nämlich zu ee großw-« uf die Dhierchen, wirklich zu ee großer Narr, ei ja!..- Angeklagte erzählte in diesem Tone, fortwährend% wiederholend, weiter, ohne auf die Frage des Vorsitzen�* achten.) J Vors.(laut): Angettagter!! Werden Sie mich nun s"" auch einmal zu Wort kommen lassen?— Angekll Ei Henjeeses ja, ftellich. Bitte recht scheen, Herr richtshof!-J il!? Stl II Vors.: Ich danke auch schön!— Also Sie wollten Nero nur einmal ein Kaninchen persönlich vorstellen-- Ut(o1 T'n den" Angell.: Ei ja, sehn Se woll, weil Sie das Vieh eeaen w- j Q wygc bi Narren an die Dhierchen gefressen hadde... J W.' woh« Vois.: Gut, gut; das haben wir gehört. Sollten Sie Ä«Jj, Frage m doch am Ende die Avficht gehabt haben, sich das KanW, ,.%( � j anzueignen?— Angeklagter: Was hält' ich damit anf°" wjm unter sollen?. iW Mi.»on ben Vors.: Sie konnten es ja essen!— Angell.: Ntt, f Ang, Se, des dhue ich, weeß Gott, nich., JMe � Vors.: Gebraten soll es jaLanz gut schmecken. Q«.p f0l!iin"gc g Nee, bei Leibe nich! So en Ganinchen kennt ick nu nich mein vcrschbeisen.— Ich wollte Nero een Verkniejen bereiten, weil Sie er immer Gifte berumschrudberte und wie toll auf die Viccker wao y f)£im# wollt ich ihm äben so en Ganinchen emal derseenlich vom»" 0.�'' Bev sähn Se, weiter wollt ich Sie wirklich nischt. in(„ � ver Der Gerichtshof kam zu der Ansicht, daß bei der noto� szf� peinlich „Trunkendoldenhastigkeit" des Angeklagten nicht feft)#-' Sie„ od er bei seiner That die Absicht einer rechtswidr iilz tt ju � eignung gehabt habe, und erkannte daher auf FreW" ich Ql Der Vorsitzende ertheilte jedoch dem Angeklagten den wiede falls er wieder einmal seinem Hund ein Kaninchen P 1,(Aw/B entbu ''«f Ar vorstellen wolle, anders zu Werke zu gehen, als er dresm than, widrigenfalls er sich mindestens des groben Unfugs r machen würde. i)rt«FW' �ll.% der Angeklagte. f.»L München. 23. Oktober. Die letzten beiden Tage v#i, foen gelaufenen Woche gehörten hier der Sozialdemokratre,®{P% man wohl ohne Gefahr der Uebirtreibung behau#"'/ hiesigen Polrzerbehörde deliebte es wieder einmal, ernen � ÄiL" zahllosen Geheimbundsprozesse anzustrengen, welche.• löhi&n fr,/*/,*«>_____..w r.i WVWVV.iivu.lWVU>Öin* UUjUlUCngCU/« u,. vM.vjQgr Sö-'MTSKSVKv'Ä* :i allen früheren derartigen mit seinem„Material AÄStS%, "' auf Mittheilungen�V� g miffar Gehret, ihre Aussägen welche ihnen angeblich von ver männern geworden sein sollten, sc ��.ro�ebieSernimhuig der Puttkam:r)chcN'.G� � ndz°z _____ WWZ �euge, daß es wirklich nur Ehrenmänner find, von denen, %»«�«'lichen Mittherlungen dezieht. Schon KJ*# »eilichen Vernehmungen im März dieses Jahres m"®1 Ki amals woiS 5 damalige Polizelrath und jetzige Bezirksamtmann Meixner nn und jetzigen Angeklagten die Mittheilung, daß dieses Mal l zurückgeltb J';' wu Hintermännern als unsichtbaren Zeugen operirt wer- inung wurde, sondern daß diese Hintermänner selbst vor Gericht erkt, wie und ihre Angaben bekräftigen würden. Kurz darauf hm.°uch ganz allgemein als einer dieser Hintermänner ein me sich wiiilf��kr tznnrich Fürst, Schuhmacher, genannt, der bei den iLahrnehms-,!' � Keichstagswahlen hier insofern eine Rolle gespielt hatte, Weise erst c in den öffentlichen Versammlungen hervordrängte d auf WJz"ist stets als berufenen Vertreter der Sozialdemokratie ge« gerade damals ca. 80 der hiesigen bekanntesten A�kmolraten, damnter Herr v. Vollmar und Auer, sich im ?angntß befanden, so war niemand da, der dem Fürst einen ......�aufgesetzt hätte. Als die Anklageschrift erschien, lniu fest wirklich mit an vorderster Stelle als Zeuge. Die Uk selbst bewegt sich in dem dekannten Geleise. Es sollen ,7\ Vertrauensmänner, geheime Oderleitung, unbedingter t r?®*™-c. existiren. Geheime Versammlungen soMen abge« :t am"wden sein und der Zweck der geheimen Orga- rs dem ö�dimo'rat" li?�°'' Verdreiwng des„Sozial» '«H?? yit Verhandlung selbst find nun in den hiefigen ,, rJS lvaltenlange Berichte veröffentlicht worden und es würde r.? M�en, hier auf alle Einzelheiten einzugehen. Einige hervoritecheridsten Momente sollen aber hier festgestcN -« Verhandlung begann sofort mit einem äußerst 2 B Intermezzo, als sich bei der Vernehmung des ersten zm, G-Hret, herausstellte, daß in der Genehmigung zur h«ung. des Zeugen seitens der lgl. Polizeidireltion nicht °nst übliche Vorbehalt gemacht war, daß der Zeuge über �maulichen Quellen der ihm gewordenen Miitheilungen .,.?w�heimniß zu wahren habe. Es wäre also zum ersten in angeg-�lerwn L v �eit gegeben gewesen, die Quellen kennen zu treu war.■* tseia?At|J,enen Gehret und Genossen schöpfen. Gehret aber e diesem trotz der ohne jede Einschränkung vorliegenden . WnltfT% zu seiner Vernehmung, mit seinen Quellen heraus» Qd'n„H- �klärte, das Polizeivirektorium müsse sich geirrt haben, VntftonhQ™ne und werde nur unter Vorbehalt aussagen. Es >orf acbö?unt> bi-m,"un ungemein ausregende Szenen. Die Vertheidigung Cna&IlQaten destanden auf der uneingeschränkten Verneh» LH,»n'? Gehret, während dieser und der Staatsanwalt fich mit W.dagegen sträubten. Es wurde Gerichtsbeschluß provozirt, erschien im Berathungszimmer des Ge< Ztaatsam llte das in der >arin gewil iettfedern 'einer Bei n Ereigl e Bcwl :t am 17. ). Oktober? eist in di erklärt& Frau 3| Mi zu -rngen. ng des 3- neuen T« igen zu l- am 17. zne le, weeß en armes schon gar aus, wie Kaninchsi im die darauf ie dann, achten, öffneten h] aubten s*'... achtet«ÄM- brercn Hur Wals das rwerfen. ?"— W H. Dk� mei m e seine losgescht lnudderte So igte ich ce GanMl Deinem QQKWa LT im odvuyuHyviiwmm vt» vi/t- i,(|i m' der Leiter der polstischen Polizei. Rath Schufter, kam in la»,��dandlungssaa!, um fich von Untergebenen infoim'ren W yy und endlich, nachdem der Gerichtshof eine volle Stunde (Siebt Ie abwesend war, oerkündete derselbe endlich, daß Ich sm"ui unter Wahrung des Amtsgeheimnisses zu vernehmen iutaÄn hatte ein zweites polizcipräfidentliches Schreiben gebracht, worin die Einschränkung enthalten war. adse�l? Gehret glaubte nun in bekannter Weise sein Pensum hie An®, ju können. Ader diesmal war die Rechnung ohne arercn ii-- Seine« v�ten gemacht. Dieselben hatten eine Reihe von n Qur.de?»ad �.darunter die Reichstag�abgeordneten Singer und Bebel als das �'»HR m!L1i.Htten Abgeordneten Viereck laden lassen, aber auch alle Vorsorge gettoffen, daß endlich einmal ein wirk- heim ftP'r. Uber die hiefige sozialdemokratische Bewegung vor st Ift»7?uhtshofe entrollt werde und nicht blas ein solches, wie diese? fech bk getrübte Brille des Herrn Gehret darstellt. Als hlkm[ t seine Angaben deponirt hatte, wurde ihm vorge» aaß eine Reihe von Zeugen vorhanden find, welche be» iz% werden, daß seine Angaben unwahr, falsch und ' 2? Punkten das genaue Gezentheil von dem wirklichen T. Mji seien. Es wurde darauf Herr Gehret, welcher fest qMwtnr in allen politischen Prozessen gewohnt war, jeden v Jt% der Angeklagten rast den Worten niederzuschlagen: stine seinen Eid zu nehmen und was davon auf �himMnHhbaml Zuträger komme. Unter Windungen, Fch also� meine Aussagen auf meinen Diensteid", befragt, ' SSLÄS �rhung� st°sstbaren Zuträger komme. Unter Windungen, feung Deutungen mußte der Zeuge endlich die Er- nichts wisse% �aß er aus eigener Wahmehmung fast gar eilig Sö b, us UN „dr�, is Dbl& ne zt Hid%, e, das jT:" rotne, hast er aus eigener.... Achter, dj- ,®ast in seinen Berichten an den Untersuchungs- .... o« h_..... � und in seinen mündlichen Aus» e arostcl'>'.>?ua>ret uc'"foonin)et, was ihm seine Vertrauenspersonen a'- RomZ �"s mehrmalige Fragen:„Wissen Sie das, iren'd d�LMng?" �'..«"ss.fie soeben deponirt haben, aus eigener Er» 'Md'�Co�AA menii W W ®eJH«t Uebl es. in seinen Berichten und Aussagen ch. nun* ., He" 1 vollten Iten Silas Ki % die.„ofT sjebt es, in ,»»-» 'Ä& it,' st, 06 fem der Erzählung anzuwenden. Riemals Rr mi?! Äi, � schreiben:„es wird mir derichtet", oder„es TWWMZ ■iä.««»!• ,.s;i mÄ__%t ■ Nee, i l, dem wS.,e ,en Rechtanwälten Löwenfeld und Bernstein . Mte eLfefegten Auer unerbittlich d.. Der sonst so steges- -" so ...�,1? pi.»-"»u-kn Auer unerbittlich durchgeführt wurde, 9i„m JSstt ss-?® �""herdare Wirkung hervor. Der sonst so steges- f, iar- ��tsfe wußte.„Ich selbst weiß natürlich gar neri:� in S}n rch kann die Leute nicht überwachen, fie kennen lrch vor' Bevor aber Herr Gehret dieses Geständniß ablegte, Dann ...., ICHICS vcizinutu» uuu Vli Ver- Mitbunhien sein, aber eisig kalt wurde ihm von dem Auer erwidert:„Sie baden zu bleiben bis zur vollen fe« Angaben." So ging es von Vormtttags der Mltt->„s„-',k»>.»» r irr»- Dann t dies. lnfugss� s&taa-ik W- m noch eine für ...... Bericht zu erstatten ene ad. G. hatte gelegentlich der Haus« igten Birk auch eine Liste mit Ramen •*'vlunoete er nun in seiner Vollzugsanzeige: A6hcndz das beiliegende Vcrzeichniß(haldbruchrg) .,9a tzer rnzTP bekannter Sozialdemokraten". vr,«s=.!?7 ZUKAM um seinen Eid be> aufrecht erhalte. Und das alte -MMMMZW egirte von�Vcunchcn auf mmtM getrieben, einem von nackt-***." St. Gallen wisse aber er. Zeuge, nicht EOh-r''- vsall�~"m v. ms �.cicgtrte von utcunroci ein Wort und habe er darüber auch nie mit einem solchen an G.hret derichtet. Gehret sagte auch in einem Zeugenverhör vor dem Unter» suchungsrichter, laut den vorliegenden Akten, über eine angeb» liche geheime Versammlung in Pafing am Ostersonntag dieses Jahres folgendes aus:„Es habe am letzten Ostersonntag unter Führung des Herrn von Vollmar ein Ausfiug nach Pafing stattgefunden. Bei dem Auefluge waren nur die Vertrauens- männer und Führer der Partei zugegen. Die Thellnehmer dieses Ausflugs, ca. 70 Personen, haben fich in der Kegelbahn, „die ungeheizt und daher nickt als Lokal einer Unterhaltung dienen konnte, versammelt. Als fich die Polizei näherte, ver» ließm die Sozialdemokraten das Lokal und fuhren mit dem nächsten Zuge fort; was verhandelt wurde, konnte natürlich nicht ermittett werden. Der Wlrth in Pafing kannte die Anwesen» den nicht, und war der Meinung, daß es Münchener seien, die wegm der Uederfüllung der übrigen Lolalttäten hier Platz suchten. Die Pafinger Polizei traute fich nicht in das Lokal hinein und andere Leute wurden nicht zugelassen. Zugelassen wurden nur„Gentlemen", was darunter verstanden, weiß ich nicht, ich meine, daß nm verlässtge Partei- Anhänger gemeint find, im Gegensatz zu den Puttkamer'schen Spitzeln." Diese Angaben des Gehret veranlaßten die Ladung des Bürgermeisters von Pafing und des Polizeikommissars Zimmer, der den Ausflug überwachte und an Gehret darüber Bericht er- stattete. Der Bürgermeister bekundet nun, daß er nebst mehreren Gemeiaderäthen fich im Austrag des Zimmer unter die anwesen- den Sozialdemokraten gemischt habe und daß er von denselben nicht gekannt worden sei. Die Kegelbahn sei allerdings nicht geheizt gewesen, das habe aber seinen natürlichen Grund, well fie nach der Gartenseite zu offen sei und die Leute gerade im Garten gesessen seien. Zutritt habe Jedermann frei gehabt, und Niemand sei irgendwie angehalten oder behelligt worden. Frauen und Kinder, sowie Einwohner Pastngs hätten fich vollständig frei unter den Münchnern bewegt. Keine Rede sei gehalten worden, in nichts habe man den Charatter einer Versammlung erkennen können. Der Kommissar Zimmer habe ihm, dem Bürgermeister, gegenüber bemerkt, die Leute betragen fich wie alle anderen Gäste und es liege nicht der geringste Grund vor, fie zu behelligen. Der Kommissar Zimmer bestätigt die Angaben des Herrn Bürgermeisters im vollen Umfange. Bestagt, ob außer ihm, Zimmer, noch irgend ein anderer Beamter einen Bericht über den Ausflug an Gehret erstattet habe, verneint der Zeuge das, ebenso verneint er auf das Bestimmteste, von„Gentlemen" auch nur eine Silbe in seinem Bericht erwähnt zu haben. Wie Gehret zu diesen Angaben und der ganzen romantischen Dar» stellung gekommen ist, davon hatte der Zeuge keine Ahnung. Sollte vielleicht Gehret unter den Theilnehmem des Aus- flugs einen der Puttkamer'schen Nicht- Gmtlemen dabei gehabt haben und von diesem die unwahren Angaben in dem Bericht Henühren? In einem weiteren Artikel werden wir diese Sorte „vertrauenswürdiger Personen", wie wir fie im Zeugen Fürst kennen gelernt haben, den Lesern vorzuführen versuchen.(Trotz solcher Abfuhr des Hauptzeugen hielt ver Staatsanwalt die An- klage aufrecht und beantragte, wie bereits gemeldet, gegen Auer 1 Jahr, gegen Birk 9, gegen weitere 5 Angeklagte 6 und gegen die übrigen 3 Monate Gefängniß!) Das Urtheil wird nächsten Freitag verkündigt. Keretae«nd Kersammlsus-«. Cln« sehr stark besuchte öffentliche Mahleroer» sammlnng, die letzte vor der Landtagswahl, tagte am Montag unter Vorsitz des Herrn W i l s ch k e im Louisenstädtischen Konzertbaus, Alte Jakodstr. 37. Herr Th. Glocke referirte über:„Die Arbeiter und ihre Stellung zu den Landtagswahlen" und führte in längerer Rede unter dem Beifall der Versamm- lung die Verfassungskämvfe von 1848, das schließliche Zustandekommen des Dreiklassenwahlsystems und die vielen Wider- stnnigkeiten und Ungerechtigketten, die durch dieses Wahlgesetz geschaffen werden, vor Augen. Im Sinne des Vortrages wurde hierauf folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die imposante Volksversammlung, die heute, Montag, den 29. Oktober, im„Louisenstädtischen Konzertbaus", Alte Jakodstr. 37, tagt, erklärt, an den bevorstehenden Wahlen zum preußischen Landtage fich nicht zu bethelligen, und legt gleichzeitig den schärfsten Protest gegen das elende 1 Wahlsystem ein, welches die große Masse des Volkes vollständig verhindert, Männer ihres Ver» trauens in das Abgeordnetenhaus zu schicken. Sie spricht ferner den preußischen Landtagsabgeordncten das Reckt ab, fich Volks- Vertreter zu nennen, da sie nur Vertreter der Bourgeoisie find." — An der nun folgenden Diskussion bctheiligten fich unter all- gemeinen Beifall die Herren Baake, Klinger, Dolinski und W i l s ch k e und ergänzten die Ausführungen des Referenten noch in einzelnen Punkten. Sie forderten die Ardeiter auf, zu- sammenzuhalten und zu agitiren, damit auch im 3. Wahlkreis bei der nächsten R-tchstagswahl die Sozialdemokratie als Siegerin über die reaktionären Parteien hervorgehe. Nach einem kurzen Schlußwort des Referenten und einem dreimaligen Hoch auf die Sozialdemokratie wurde die Versammlung geschlossen. Der polizeilichen Anfröfnng verfiel die am Montag, den 29. Oktober, in Giünver'S Salon, Schwerinstr. 13, tagende Volksversammlung für Schöneberg und Umgegend, die zwecks Stellungnahme zu den Landtags wählen einberufen war. Der Buchdrucker Werner als Referent begann seine Rede mit dem Hinweise, daß gerade zu Zeiten der Wahlen die herrschenden Parteien um die Stimme ver Arbeiter buhlten, verbreitete fich dann eingebend über die Lage der Arbeiter im allgemeinen und führte den Anwesenden recht drastisch die Gewalt des Kapitals vor Augen, das heut nicht nur Krieg und Frieden diktire, son- dern auch noch die Gefinnungen, das vornehmste Gut des Menscken, zu korruwpircn suche. Der Redner verbreitete sich dann über ven Werth, den für den Klcinhandweckcr und Ar- deiter die Landtagswahlen hätten, kam aber hierbei nicht sehr weit, denn bei den Worten:„Die Arbeiter haben kein Interesse an den Landtagswahlen, well ihre politischen Rechte durch das Kapiial vergewaltigt und majorifirt werden" — erhob fich der überwachende Beamte und erklärte die Ver- sammlung auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes für auf» gelöst, mit der Aufforderung an die Versammlung, den Saal sofort zu verlassen. Und als nach einigen Sekunden es dem betreffenden Beamten so schien, als ginge die Entleerung des Saales zu langsam vor fich, gab derselbe noch mit einer Stimme, der man die Gewohnbcit des Kommandirens anhörte, seinen Gesüblen dahin Ausdruck, daß er rief:„Machen Sie man. daß Sie rauskommen." Bemerkcnswerth ist, daß fich während der Versammlung noch ein zweiter uniformirter Poltzeiiieutenant im Vorsaal defand, der dann in Gemeinschaft mit dem erstcren die langsam fick entfernenden, gewaltigen Mcnschcnmaffcn zum Auseinandergehen aufforderte. Einige Ver- Haftungen find vorgekommen._.. ©Ine öffentliche N-rsamminng der Dachdecker Derlln» tagte am Sonntag, den 28. Oktober, bei Keller, Andreasstraße, mit der Tagesordnung: 1. Beschlußfaffung über eine P tition an das königl. Pollzeiprafidium um Abänderung der Polizeiverordnung, betreffend die tzangerustung. 2. Wahl einer Komm'sfion. 3. Verschiedenes.- Der Vorfftzende Herr Fritz Hanke, der zugleich Referent war, erledigte fick seiner Auf» gäbe in eingehender Weise. Er hob hervor, daß vre Dachdecker nach der"-'«m Voli»eioerordnung dre ganze Verant- ItVMV«» � �''O---------" ,, f f-— r i wortung für die Hängerüstung ubernehmen mußten. WWUWU jUi. vvv----- Iflülli die Ausführungen des Herrn Pfeifer. Namentlich Herr Weber trat ihm entgegen und betonte, daß nur die Henen Jnnungsmeister allein die Polizeiverordnung veranlaßt hätten. Herr C. Matz richtete noch einen warmen Appell an die Ver« sammlung, fich recht zahlreich der Organisation der Dachdecker Berlins anzuschließen und fich nicht von den Jnnungsmeistern beeinflussen zu lassen, sondem selbst thatkräftig vorzugehen. Bei der hierauf vorgenommenen Wabl einer Kommisston zur Ausarbeitung einer Petition an das Polizeiprästdium wurden folgende Kollegen gewählt: Matz, Hanke, Weber, Schulz, Stees. Die Herren wurden ferner beauftragt, in nächster Zett eine Ge« neralversammlung sämmtlicker Dachdecker einzuberufen. Zu„Ver- schiedenes" stellte Kollege Witte den Antrag, bei Schluß der Versammlung eine Tellersammlung zur Deckung der Unkosten zu veranstalten. Dieser Antrag wurde einstimmig ange« nommen. Hierauf erklärt der überwachende Polizeilieutenant, daß er das nicht gestatten könne, da der Antrag nicht auf der Tagesordnung siehe. Der Vorfitzende, Herr Hanke, erklärte demgegenüber, daß nicht der Herr Lieutenant, sondern der Beschluß der Versammlung maßgebend sei. Kollege Matz gab»um Schluß noch die Erklärung ab, daß er, obwohl der Herr Polizeilieutenant die Tellersammlung nicht gestatte, trotzdem sein Scherflein zur Deckung der Unkosten dettragen wolle; er erwarte dasselbe von jedem rechtdenkenden Kollegm. Hierauf wurde die Veisammlung geschloffen. Nach Schluß der Versammlung erklärte der Pol'zeilieutenant, als verschiedene Kollegen den üblichen Nickel auf einen Tisch legten, wiederhott, daß er es nicht gestatten könne, sonst---. Nun, was der Herr Lieutenant aussprechen wollte, kann fich jeder denken. Be- schwerde wird eingereicht. Indirnmalde, 29. Oktober.(Volks oersammlung.) Bei uns fand heute eine glänzend verlaufene Volksversammlung statt. Einer der größten Säle am Weindergsweg war fast überfüllt, so daß er für die Nachdrängenden kaum noch Platz bot. Den Vorfitz führte Herr Tabert. Der erste Punkt der Tagesordnung detraf die in dem Kreise Jüterbog-Luckenwalde bevorstehende Landtagswahl. Herr F. Kunert hatte das Referat, Korreferent war Herr Nöäte, an der Diskussion betheiligten fich außer dem Herrn Voisttzenven die Herren Scheidler, Hase, Bebringer. Folgende Resolution wurde einsttmmig angenommen: Die am 29. Ottober in Luckenwalde im Lokale Weinbergsweg Nc. 5 tagende Volksversammlung vrotestirt gegen das für das preußische Abgeordnetenhaus eingeführteDreiklaffen-Wablsystem als gegen eine rückfichtslose Uederoortheilung, eine offen zu Tage liegende Unge» recktigkett gegenüber den wirthschaftlich schlecht fiwirten Volksmassen, der gewaltigen Majorttät der Nation. Die Ver»- sammlung forderte an Stelle der durch die aufgezwungene Kon- stitution bestch.'ndcn Dreiklafsenwablen die Einführung des freien, allgemeinen und geheimen Wahlrechtes. Nach Verlauf einer kurzen Pause wurde der zweite Puntt der Tagesordnung erledigt: Begründung eines allgemeinen Arbeitervereins für Luckenwalde. Nick einigen einleitenden Bemerkungen des Vor» fitzenden referirte Herr Kunert auch über dieses Thema. Der Referent gab ein Bild der Zwecke und Ziele der Ardeiter- ver ine; er wies die wirthschaftltche und politische, sowie die kulturgeschichtliche Bedeutung solcher Vereinigungen nach. Nach kurzer Dtskusston wurde die Begründung eines Luckenwalder Arbeitervereins von der imposanten Versammlung einstimmig deschloffen. Da der Geist, welcher die Luckenwalder Partei- genossen beseelt, ein vortrefflicher ist, so dürfen wir hoffen, daß der junge Verein blühen, wachsen und gedeihen werde. Derband deutscher Zlmmerleute(Lokaloerband Berlin Ost und Umgezend). Generalversammlung am Mtttwoch, den 31. d. M., Abends 8 Uhr, im Lokale der Wittwe Horstmann, Frankfurter Allee 127. Tagesordnung: 1. Verlesung des Unfall» verficherungsgeseyes. 2. Wabl eines Revisors und Wahl eines Stellvertreters des ersten Vorfitzenden im Arbeitsnachweis. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste find willkommen. Mit- glieder werden aufgenommen. Vereinigung der deutschen Schmiede. Versammlung am Mtttwoch, den 31. Ottoder, Abends 8j Uhr, im Lokale von H. Hoffmann, Kaiserstr. 4. Der Verein zur Regelung der gewerblichen Der- höltnisse der Töpfer Kerlln», welcher fich erst vor kurzem hier begründet hat, hat für die Berliner Töpfer in der Kloster- straße 9k bei Pettig einen Arbeitsnachweis errichtet. Die Zu- Weisung von Arbeit geschieht unmtgelllich(auch für solche Töpfer, die nicht Mitglieder des Vereins find) in den Wochen- tagen von 7—9 Ubr Abends und an Sonntagen von 10—12 Uhr Vormittags. Der Verein richtet an alle Töpfer die Auf» forderung» nicht mehr umherzuziehen und auf den Bauten Arbeit nachzusuchen, sondern fich an das vom Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer errichtete Arbeitsnachweise- Bureau zu wenden. Gesang», Turn» und gesellige Vereine am Mittwoch. Männergesangverein„Jugendlust" Abends 8t Uhr im Restaurant Paffod, Gartenstr. 162.— Äännergesangvcrein„Cacilia" Abends 9 Uhr im Restaurant, Köpnikcrstraße 127a.— Gesangverein „Männerchor Linde" Abends 8'/, Uhr im Restaurant Haller, Naunynstraße 70.— Männergesangverein„Sangesfreunde" Abends 9 Uhr im Restaurant Musehold, Landsbergerstr. 31.— „Freya", Gesangverein der Freireligiösen Gemeinde, Abends 3t Uhr im Restaurant Benccke, Große Hamburgerstraße 16.— Huvpert'sche Sängervereinigung jeden Mittwoch nach dem ersten im Monat, Abds. 9 Uhr, im Restaurant Heise, Lichtenbergerstr. 21. —„Seeger'scher Gesangverein" Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, Prenzlauerstr. 41.— Gesangverein„Schwungrad" Abends 8t Uhr im Restaurant Sahm, Annenstraße 16.— Männergesangverein„Lorbeerkranz" Abends 9 Uhr im Restaurant Karsch, Oranienstr. 190.— Gesangverein„Nord-Judal" Abends 9 Uhr in Vettin's Bierhaus, Veteranenstt. 19.— Männergesangverein„Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr im Restaurant Doberstein, Mariannenstr. 31—32.— Gesangverein „Sängerrunde" Abends 3t Uhr Buckowerstraße 9.— Berein „Sangestreue" im Restaurant Henckel, Brüderstr. 26. I Uebungs« stunde von 8t bis 11 Uhr Abends.— Gesangverein„Bruderbund" Abends 9 Uhr bei Pätzoldt, Reichenderaerstt. 16.— Lübeffscher Turnverein(1. Lchrlingsabtheilung) Abends 8 Uhr Elisabcthstraße 57—58.— Turnverein„Wedding", Pankstt. 9. Männer-Äbtheilung von 8% bis lOi Uhr Abends; desgleichen I. Lehrlings- Abrheilung von 8 bis 10 Uhr Abends.—„Mehr Licht", Verein für Scherz und Emst, Abends 3t Uhr im Restaurant Heid, Koppensttaße 75.— Schlefischer Verein„Holter" Abends 9 Uhr im Restaurant Abends 8t Uhr im Restaurant Beese, Alte Schönhauser. sttaße 42, Unterncht und Uebungsstunde.— Roller'scher Stenographenverein„Sud- Berlind Abends 8t Uhr im Restaurant Prrnzenstraße 97 Sitzung und Uebungsstunde. - Arends'scher Stenograpbenverein„Amicitia" Abends 8t Uhr im Restaurant Behrends, Schönebergersttaße 6.- Arends'scher Stenographenoerein„Philia" Abends 9 Uhr im Restaurant „WiHelmsgarten", Kochstraße 7.- Verein ehemaliger Schüler 0� 22-®6membefd)uk Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann, Kutturstenittaße 31.- Berliner Rauchklub„Wrangel" AbendS 9 Uhr rm Restaurant Foge. Köpenickersttaße 191.- Rauch- klud„Havanna 80" Abends 3t Uhr im Restaurant Paetzoldt, Reichcnbergersttaße 16.- Rauchklub„Gcmüthlichkeit" Abends 9 Uhr im Restaurant Achsel, Köpenickerstraße 161.— Rauchklub„Columbia" Abends 8% Uhr im Restaurant Beyer, Prinzcnstr. 96.— Rauchklub„Frisch gewagt" Abends 3t Uhr im Restaurant Tempel, Breslauerstt. 27.— Rauchklub„Krumme Piepe Abends 8t Uhr Ostbahn 4 bei Trumpf.— Vergnü- �ngsverein„Fröhlichkeit", gegründet 1880, Abends 9 Uhr Kleine Mitcheilnnge«. Koch««, 28 Oktober. Durch plötzlichen grellen Fcuer- schein mit unmittelbar folgendem donnerähnlichen Knall wurde geifcrn Abend die Vockumer Bürgerschaft und die ganze B" völkerung in stundenweitem Ilmkeife in Schrecken gesetzt. Die Häuser wankten, Spiegel, Bilder und Figuren fielen von den Wänden, die Fenster klirrten und barsten an vielen Stellen. Die widersprechendsten Gerüchte tauchten auf und wurden von den auf den Straßen in Gruppen zusammenstehenden Leuten aufs lebhafteste besprochen. Wie bereits telegraphisch gemeldet, war das Pulverhaus der Zeche„Prinz Regent" in die Luft geflogen. Die Unglücksstätte,\ Stunden von Bochum entfernt, bietet ein grauenvolles Bild der Verwüstung. lieber ein Dutzend Häuser wurden ihrer Dächer beraubt oder wurden doch sonst so arg zerstört, daß der Aufenthalt darin Hw Zeit unmöglich ist. Keine Fensterscheibe blieb ganz, starke Bäume liegen entwurzell und wie Rohr geknickt am Boden. Ueber die Entstehung der Explofion ist bis jetzt so viel bekannt, daß die das Pulvermagazin umgebende Umzäunung von theer« gettänkten Eisenbahnschwellen bereits fest 4 Uhr des Mittags gebrannt habe, daß aber zum Löschen wegen der großen Gefäbr» trchkett niemand habe gewonnen werden können. Um fj6 Uhr trat dann die Katasttophe ein, der leider auch ein Menschenleben »um Opfer fiel. Vier Personen wurden mcbr oder minder schwer verwundet, darunter der anwesende Gendarm. Man vermuthet allgemein, daß die Explofion auf einen Aft der Rache eines Ardetters zurückzuführen ist. Genaueres konnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden. Neueste Nachrichten. Neber da« Ergebuiß der Mahlmäune»«ahli« i« de» Vr-vtnze« find dem„B. T." folgende Telegramme zu- gegangen: Nordhaufe«. In der Stadt Nordhausen find 80 frei- finnige und 27 konservative Wahlmänncr gewählt. Die Frei- finnigen dürfen mit großer Bestimmtheit auf den Sieg rechnen. Rendsburg. Hier find II freisinnige und 35 konserver- tive Wahlmänner gewählt. Das Ergedniß aus dem freifinnigen Landaediet steht noch aus. Aache«. Hier find nur liberale Wahlmänncr gewählt. Sagau. Am hiesigen Orte wurden gewählt: 11 Konservative, 36 Freifinnige, 1 Nationalliberaler. Königsberg i. Pr. In der Stadt Königsberg find ge« wählt: 441 Liberale, 127 Konservative. Die Wabl liberaler Abgeordneten in Stadt« und Landkreis gilt für gefichert. Dausig, 30. Oktober. Entschiedener Wahlsieg der Frei- finnigen ist bereits jetzt gefichert. Köln. Im Stadtkreise Köln hat die Zentrumsvartei ge- fieat. Die Zahl der Bezirke beträgt 148, die absolute Mehrheit 443. Gewählt find, nach dm bisherigen Feststellungen, 487 Ultramotane, 311 Nationallidcrale. Aus 17 Bezirken steht das Resultat noch aus.— Im Stadtkreise Koblenz find gewählt 72 Ultramontane, 50 Nationalliberale. Hirfchbrrg i. Kchl. Im Stadtbezirk find 53 Liderale, 9 Konservative gewählt. Kiel. Freifinnig 127, Kartell 59. Seelig's(freis.) Wahl gefichert. Potsdam. 22 Freisinnige, 14 Nationalliberale, 157 Konservative. Hall« a. K. Im Saalkreis ist die Wabl der Kartell- Kandidaten gefichert._ Telegraphische Depesche». (Wolff's Telegraphm-Bureau.1 Hamburg, Dienstag, 30. Oktober. Der Postdampfer „Bohernia" der Hamburg- Amerikanischen Packettahrt- Aktiengesellschaft ist, von New- Nock kommend, heute 6 Ui>r Morgens auf der Elbe eingetroffen und der Postdampfer„Thuringia" von derselben Gesellschaft hat, von Westindien kommen, heute Lizard paffirt. Hüufetd, Dimstag, 30. Oktober. Durch die gestern hier ausgebrochene Feuersbrunst wurden gegen 200 Häuser in Asche gelegt. Em Verlust von Menschenleben ist nicht zu be- klagm. Pari«, Diensteg. 30. Oktober. Fn der heutigen& des Ministerrathes unter Vorfiy des Präfidentm Carnot die Motive zu dem Gesetzentwurf detreffend die EinkvM steuer verlesen. Der Enlwurf wurde definitiv gebilligt' wird wahrscheinlich morgen der Kammer vorgelegt werde». In dem Gesetzentwurf ist die Steuer auf i pCt. si» Einkommen aus Arbeit und auf 1 pCt. für ein Einlo« aus erwordmem Vermögen festgesetzt. Ein Einkom«»' 2000 Frks. und darunter wird nicht besteuert; wenn der» mann ein Einkommen von 2000 Frks. hat und die ebenfalls ein Einkommen von gleicher Höbe, so bleibt d bei beiden frei von der Steuer. Das Gesetz wird sprechenden Erleichterungen angewendet werden, je Zahl der Kinder einer Familie ist. Die Steuer wird nicht von Oer Gekammtheit der deklarirten Einkomm sondern nur von\ derselben erhoben. Den Besitzern von welche einer Koupon-Steucr unterliegen, wird der ents Bettag bei der Steuer in Abzug gebracht. Kriefkaste« der Redaktion. Bd Anfragen ditten wir di« Zlbonnemrnti-Ouittung beijufügen. Antwort wird nicht erthetlt. I. R- Kteinmetzfir. Das Pro'okoll ist uns niÄ gangen. Senden Sie daffelde noch einmal ein, die Slw dann sofort erledigt werden. Zwei Wittend«. Ein solches Gesetz besteht natürlii es hat auch niemals cxistirt. Der Militäretat wird im% tage bewilligt und aus diesen Mitteln wird die Arvs hatten. M. I. Dahme Sie müssen sich zunächst i Schiedsmann wenden und können dann den Weg der klage beschretten. Hamburg. Ihr Brief vom 24. ds. ist nicht i»* Hände gelangt. Auch wenn er Uebergewicht gehab!-% v« würde er selbstverständlich nicht zurückgewiesen worde»'«ttnt � � 4n Möbel-, Spiegel- und Polstermaarett-Magazw °°n Franz Tutzauer, Kopnickcrstrassc 24(nahe der Köpnickerbrncke). Re«lle Maare. Prompte Sedieuuug. Solide Preis«. 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Die werden ersucht, von jetzt an das belästl sprechen auf den Bauten u. f. w. zu und fich nur an den Arbeitsnachweis l» Die Ardettszuweisung ist unentgeltlich Ztichtvereinsmitglieder. «kl, 9 MM ! Möbel-, Kpiegrl-«nd Potstrrwaare»- Magazin von Jnlins Apelt, Sebastian straße 27— 28. Reell, Maare. Prompte Kediennng. Jeder kann fich von der Wahrhett überzeugen i Stand, vollständige Länge und Brette, imt 9 Mark, Bettfedern, das Pfund von 25 Pf. an. verlauft allein die Bettfedern-Enzros-Hanvu.ng 1. Geschäft Rottbusaratraeoe 4. parterre 2. G-lchäft Brunnenatraase IS9, 1 Ix Zur AnSwahl stehen 23 Sorten Federn. 288 frische Klüt- und Leber Carl 61, Watbemarstraß� __ Ecke MarianncnM� % »' m, (813 Z. Alexander 103a. Grosse Frankfurterstrasse(03a, Ecke Krautstrasso. reine Wolle, in großer Auswahl, doppelt breit, ') von 1 Mark 10 P. per Meter an. Schwarze Cachemirs Kleiderlama � vorzüglicher Qualität, 110 cm breit, per Meter 1 M. SO Pf. 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