leHlßW» i »«!. edeuteno« uäi n zehn Dorfen Zrd» und «| hilfreiiht« anlegten. vermehrte ÄÄ eiauS Utf FS im ein - hervi des Jnl zweier eil des to gesä ourde in» 'S'm m im n an. t« findet Rull' für die ut Rm. iflen T-sä. hmung& it. 858. Freitag, den 2. November 1888. S. I4«* Krgan für die Interessen der Arbeiter. .. Da»„Berliner Bolk-blatt" -NiNnt täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. AbonnementSvrei» . Sf.ejuä viert clfähllich 4 Mali, monatlich 1�35 Man, wöchentlich ,35 Pf. Postabonnement • Einzelne stummer 5 Pf. Sonntags-�iumm« mit dem„Sonntagö-Blatt" 1 Eingetragen in der Postzeitungs Preisliste für 1888 unxtr Nr. 849.) * für Berlin frei Postc 10 Pf. Jnsertion»aebnhr beträgt................ größeren..... in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Buieaux, Erhöhung des Preises, angenommen. für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 19 Bs. Bet Austragen hoher Rabatt nach Uebereinkunst. Fm'erate werden bis 4 Ubr Nochmitraz» ohne Redaktis«: Kevthstraße 2.— Grprdttio«: Zimmerstraße 44. Anch ew Urthett. »e-e»« Zähren hat das Freiberger Urtheil «kffAw un�®enoffcn im Zn- und Auslände großes Jbattuk®eWQ�t wegen der vom Reichsgericht neueutdeckten hat«7c en Handlungen, die ftüher niemand gekannt liebt ü. hin aber doch die Freiberger R.chter— eS �.JMioch Richter in Deutschland— zu einem ver- qj" Erkenntuiß kamen. Ita«. n?• nachstehende reichsgerichtliche Urtheil dtta � �" b e r g e r und Bernhard in Nürn- �» vegen„Verbreitung" dürfte nicht minder als mmdttA heivon.?. gähnte geeignet sein, allgemeine Ueberraschung es p(ba% foinft(v lil n' Stellt es doch gleichfalls ein Novum seit- llwegen%(g,! in Bezug auf Auslegung des Sozialistengesetzes : lönigl- TT, m�suher war man der Meinung, daß das Vergehe« b»« /rbreitung von Druckschriften vollendet sei, wenn delicti aus der Hand des Verbreiters ge» Sur."nweljr hat aber das Reichsgericht entdeckt, daß tl. hsgesehck Idemo' i Rem r die on L. :'f ,Ralhsl sch-� Li' r.@''1 nbabnU er 3«« ind*L mwaSÄ "ttbot-. auch noch nachwirkt, wenn Packete mit bt*, j" Drucksachen schon zur Post gegeben sind und ». imder sich nicht bemüht, dieselben zurück zu er- & sobald daS Verbot ihm bekannt wird. � az Urtheil, welches die Rechtsprechung auf Grund "MistengesetzeS wieder in ein ganz neues Fahrwasser U purste, lautet: S''� der Strafsache wider Carl Grillenberger und Ge- . Vergehens wider§19 de* Gesetzes gegen die gewhrlichxn Bestrebungen der Sozialdemokratie, hat 'chigencht, Erster Strafsenat, in der öffentlichen ..in;!,®0.01, 20. 27. September 1888, an welcher Theil die'*0* Richter: der Präsident Dr. Wernz, "3sg«richtzräthe von Specht, von Geh, Dr. von Rokk, Dr. von Lenz, als Beamter der Msschr�ib».!�st: der Reichsanwalt Hofinger, als Ge- Verband � Sekretariatsassistent Hesse, nach münd- 5taai«rt» 9 für Recht erkannt: daß auf die Revision "ivaltj da« Unheil der Strafkammer des Landgerichts Nürnberg vom 18. April ihinnp en demselben zu Grunde liegenden thatsächlichen � ,«nblü„„ aufzuheben und die Sache zur anderweitigen gyn? und Entscheidung on daS Königliche Lavd- ? zurückzuverweisen sei. Bon Recht» Wegen. >, �ach her«« Gründe. \tnbtrft t. ,5�8® war der„Korrektor"') Grillenberger �9 veschukdigt, am 7. Juni im bewußten und ge- uom höchsten Gerichtshof des Reiches ange« deV?,5"�.,�en auf die Objektivität des- ® urtheil ausgefertigt hat, ein eigenlhümliches « DL,y ss>; et Jeuillelon. Ritter der Arbeit. d!em Amerikanische« de« Zor. Uedersetzt von gntitUe Liebknecht. Kapitel XVH. [31 iüÄ— nerai Bluster war eben erst nach einem �ennenKug aus seinem Wahlkreis zurückgekommen. Befriedigung sein rosiges Monate lang ge- SÄ! Ä ________. m« Ihr Gift,») Peleg."" rief"der große otij� P?Nkl�."?r' Peleg? Beim Schatten des rede- Erdrückt! .............. bi-r �'u,.luai: Mein würdiger Freund, ich UM Majo- werden von den Mäßigkeits- wollten Zusammenwirken mit dem Patentstiftmacher Karl Bernhard eine mit Beschluß des Königlichen Polizei- Präsidiums in Berlin vom 5. Juni 1887 verbotene Druckschrift, deren Verbot am 6. Juni in Nr. 129 des„Reichs- Anzeigers" veröffentlicht wurde, nämlich eine in seinem Verlage bei Wörlein& Comp, in Nürnberg gedruckte Flug- schrift„An die Wähler Deutschlands" in Kenntniß dieses ihm am 7. Juni Vormittags zwischen 9 und 10 Uhr eröffneten Verbotes verbreitet zu haben, indem er: a. ein Packet mit 352 Exemplaren dieser Flugschriften am Nachmittag des 7. Juni zwischen 4 und 5 Uhr durch Bernhard aus die Post aufgeben ließ, während b. Beide eS unterließen, eine größere Anzahl im Lauf des Vormittags noch vor erlangter Kenntniß des Verbots auf Veranlassung des Grillenberger durch Bernhard auf die Post gebrachter Packete, von denen sie wußten, daß dieselben noch in den Postburcaux lagerten, anzuhalten und den Abgang sowie die weitere Verbreitung an die zahlreichen Adressaten zu hindern.— Die Anklage zu a. ist, wie auch die Revision deS Staatsanwalts zuzugeben scheint, durch die thatsächlichen Feststellungen des JnstanzgerichtS beseitigt. Denn, obwohl der erste Richter selbst feststellt, daß drei vernommene Post- beamte auf ihren Eid versicherten, der auf der Adresse deS bezüglichen, an den Schuhmacher Gentzel in Nordhausen ge- richteten Packete« befindliche Stempel, welcher die Abstempe- lung des Packetes am 7. Juni zwischen 4 und 5 Uhr Nach- mittags ersehen lasse, liefere nach den im postalischen Verkehr und inibesondere beim Königlichen Postamte zu Nürnberg bestehenden Einrichtungen und den damaligen dienstlichen und persönlichen Vorkommnissen einen völlig verlässigen Beweis dafür, daß das Packet auch wirklich erst zur fraglichen Nachmitlagsstunde aufgegeben worden sei, glaubte dennoch daS Gericht, der Behauptung der Ange- klagten, Bernhard habe gleichwohl auch dieses Packet schon am Vormittage deS 7. Juni aufgegeben und die Abstempe- lung müsse erst später stattgefunden haben, daS entscheidende Gewicht btilegen�und im Hinblick darauf,„daß eS nicht undenkbar und nicht geradezu ausgeschlossen sei", daß bei großem GeschäftSdrange einmal die Stempelung eines Packetes übersehen werde, sowie im Hinblick auf einige andere für mehr oder minder naheliegend erachtete Mög- lichkeitcn den B e w e i S der nachmittägigen Aufgabe, be- ziehungSweise der darin liegenden Verbreitungshandlung nach erlangter Kenntniß vom Verbote nicht für er- bracht ansehen zu dürfen.— Hier handelt eS sich also lediglich um Beweis-, nicht um RechtS-Fragen und damit erscheint jede Nachprüfung von Seite des Revistonsgerichts ausgeschlossen. Zu b. WaS dagegen das Anhalten der am Vormittag deS 7, und zwar nach Annahme des ersten Richters vor rttät nicht so einstimmig wie sie hätte fem sollen. Aber doch gerade so gut, als wenn eS eine Million wäre. Ich habe eine Majorität von zehn Stimmen nach der Legttima- tion seitens des Gouverneurs." „Fürchten Sie keinen Wahlprotest?" „Keinen von ernstlicher Bedeutung. Es ist nur etwas demüihiaend für einen Mann von meiner Stellung, von einem verdammten gemeinen Arbeiter auf Schritt und Tritt verfolgt und gehetzt zu werden, wie eS mir geschah. Er mag auch einige Unregelmäßigkeiten zum Vorschein bringen, wie zum Beispiel daS Kaufen von Stimmen, meine Partei ist aber in der Majorität, sie kann e« nicht wagen, den General Bluster in der gegenwärtigen Knsis Skä% SÄ'Ä'rsT.1,«» Freundes zu trinken, der dem edlen, wenn auch schwierigen Werk der Gesetzgebung erhalten worden ist?" Ich danke Ihnen, General," erwiderte der Exkrieger. „Wäre meine Tugend nicht schon bei meinem AuSflug nach New-Aork zu Falle gekommen- diese Versuchung wäre unwldeisi.P'ch� Mte sofort sein Gla« und die drei Männer sprachen dem Nektar tüchtig zu. AWZbWVW 6,6 ip�chti?und�d? meine Frau nicht weiß daß MMWZ Kenntniß deS Verbotes auf die Post gebrachten Exemplare und die Verhinderung ihre« Abganges an die Adressaten anlangt, so ist der Revision zuzugeben, daß eine derartige Verpflichtung unter den von der Anklage unterstellten Vor- auSsetzungen angenommen werden kann.— Allerdings er- füllt schon eine begonnene Verbreitung den Thatbestand der Verbreitung selbst und ist dann, wenn die Versendung durch die Post als Weg für die Verbreitung mit der Aufgabe zur Post begonnen, also mit dieser Aufgabe auch der Thatbestand der Verbreitung erfüllt.— Die Verbreitung als solche umfaßt aber sowohl die Verbreitungifähigkeit das„Verbreiten", hier mittelst der Aufgabe zur Post, wie die Verbreitung (daS Verbrettetsein) als das Ergebniß dieser Thätigkeit, ohne aber dieses Ergebniß für den Begriff zu fordern.—(Man vergleiche Urtheile der vereinigten zweiten und dritten Strafsenate vom 10. Oktober 1887, Entscheidungen Band XVI, Seite 241.) Immerhin gehört aber, ww das Reichsgericht gleich- falls schon früher ausgeführt hat, zur Handlung im strafrechtlichen Sinne nicht nur das formelle Thun mit AuS- schluß seiner Wirksamkeit, sondern auch diese letztere.— Die Handlung dauert darum so lange, als ihre Wirksamkeit dauert, mag auch daS formelle Thun bereits in einem früheren Zeitpunkte zu Ende gekommen sein.—(Urtheil des 1. Strafsenats vom 3. Fearuar 1881. Entscheidungen Band III. Seite 316.) Wer sich daher der Post als Werkzeug zur Ver- breitung verbotener Druckschriften bedient, der verbrettet zwar schon mit der Aufgabe zur Post, aber die Wirkung seiner Handlung endigt nicht mit dieser Aufgabe, sondern frühestens mit der Aushändigung an die Adressaten.— Der Transport, wie die Zustellung der verbotenen Schriften sind darum noch Wirkungen der Handlungen deS ThäterS(bezw., da er sich zu deren Ausführung eines unbewußten Werk- zeuge« bedient, seine eigenen Handlungen), für welche er einzustehen hat, sobald er sie im Bewußtsein des Verbotes ausführen läßt. Allerdings ist zugegeben, daß, wenn der Thäter die Handlung begonnen hat, ohne einen Umstand, welcher ihre Strafbarkeit oedingt, zu kennen, er regelmäßig weder für sein formelles Thun, noch für dessen Wirkungen verant- wortlich gemacht werden kann.— Anders aber, wenn er während der Dauer der Handlung beziehungS- weife ihrer Wirksamkeit von einem Umstände Kenntniß erlangt, welcher die Strafbarkeit begründet.— Hier muß ihn die Unterlassung jeder möglichen, die Wirksamkeit seiner eigenen Handlung verhindernden Thätigkeii strafbar machen, sofern nur die Verhinderung keine ganz außerordentliehen, mit der Schwere der Rechtsverletzung außer Verhältniß stehenden Leistungen von ihm fordert. Gerade dadurch, daß die ihm als strafbar bekannt gewordene Wirksamkeit seiner Handlung vom Thäter wobei er bestimmte, daß der erste Gang etwas zu trinke« fei» müsse. „Freund Peleg," sagte er, sobald er sich behaglich niedergelassen hatte,„als Sie mein Vorgehen bezüglich des Arbeiter-Bureaux tadelten, dachten Sie nicht, daß dies der aescheidteste Streich war, den der alte Kerl jemals gemacht hat. Diese Rede brachte mir im Verhältniß zu dem, was ich für sie bezahlte, mehr Gelv ein, als irgend eine andere Spekulation, auf die ich mich je eingelassen, obgleich ich mit dem verdammten Zigeuner von Tintensklave» Streit hatte. Alles in Allem hat diese Rede mich im Wahl- kämpf durchgebracht." „Ich bin um Ihretwillen ftoh, General, daß Sie glücklich zurück sind, allein meine Meinung über die Maß- regel hat sich nicht geändert. Die Arbeiteragitation wird fortdauern und die Arbeit dieses Bureaus wird beständig neues Brennmaterial liefern, welehes der Flamme Nahrung giebt. ES gab eine Zett, wo wir einen kleinen Aufruhr heraufbeschwören und durch Erschießen einiger Leute die Uebrigen einschüchtern und ruhig erhalten konnten— diese Zeit ist aber vorüber Die Arbeiterorganisationen sind Verwirklichung ihrer Forderungen finden werden. Die auf. rührenschen und ungeordneten Elemente hier im Lande ent- stammen der anarchistischen Arbeit, die aus dem Bodensatz der europäischen Gesellschaft importirt worden ist. Sie werden bald den Unterschied zwischen dieser Klasse und den gebildeten amerikanischen Arbeitern, die sie verdrängt. so scharf ausgesprochen finden, daß es unmöglich ist, beide zu verwechseln."° „Nun, mein philosophischer Freund," sagte Bluster. „nehmen wir an. die Arbeiterklasse entschließt sich, das Wahl� recht zur Verbesserung ihrer Lage zu benützen, waS würden die Leute damit machen?" „Ich denke, General, das erste in Ihrem eigenen Wabl- kreis wird fem, daß.sie einen Stimmzettel in die Wablurne werfen für den abscheulichen Metallarbeiter, den Sie jetzt selbst verursacht ist, entsteht für ihn die Pflicht, die rechtsverletzende Wirksamkeit seiner eigenen, wenn auch ursprünglich straflosen Handlung, soweit ihm dieS inner- halb der angedeuteten Grenzen persönlich noch möglich ist, zu beseitigen.— That er dieS nicht, so zeigte er hiermit de« Willen, seine Handlung, obgleich er sie nunmehr als eine strafbare kennt, fortwirken zu lasten und muß deshalb die Folgen der hiernach von ihm nicht nur objektiv bewirkten, sondern auch demnächst subjektiv gewollten Rechtsverletzung verantworten. Man vergleiche auch Oppenhoff'S Recht- sprechung, Band XV Seite 856). Nun nimmt allerdings das Urtheil an, die beiden An« geklagten seien nicht einmal mehr im Stande gewesen, die Verbreitung der vor erlangter Kenntniß des Verbotes auf die Post gegebenen Packete zu hindern; allein die Begründung dieser an sich thatsächlichen Feststellung leidet an Widersprüchen und giebt zu dem Bedenken Anlaß, als habe der vorige Richter die Möglichkeit der Verhinderung aus einem das RechtSverhältniß zwischen dem Absender und der Post nicht richtig auffassenden, zu engen Gesichtspunkte geprüft.— Wenn der erste Richter zunächst bemerkt, eS „sei nicht nachgewiesen, daß Grillenberger gewußt hat. daß Bernhard noch am Vormittage deS 7. Zuni Packete fort- schicken werde", so steht diese Feststellung nicht im Einklänge mit der vorausgehenden, daß Grillenberger nach Bekannt- «ahme des Verbots, also am Vormittage deS 7. Zuni, den Wörlein beauftragt habe, ungesäumt zu Bernhard zu schicken und diesem sagen zu lassen, daß er von der ftaglichen Flugschrift nichts mehr verpacken und verschicken dürfe und daß Wörlein sofort eine Perko« abschickte, die aber den Bernhard nicht angetroffen habe.— Dieser Auftrag, welcher nur dann einen Sinn hatte, wenn Grillenberger in der That wußte, daß Bernhard noch mit dem Einpacken und Versenden der Druckschrift beschäftigt war, steht also in der That im Widerspruche mit der An- »ahme, daß Grillenberger nicht gewußt habe, daß Bern- hard am kritischen Vormittage noch Packete fortschicken werde.— Zm übrigen konstatirt das Sitzungsprotokoll, Grillen- berger habe„unter Wiederholung seiner früheren Angaben" die Anschuldigung in Abrede gestellt. Die hiernach dem Revisionsgerichte ermöglichte Be« achtung der Aussagen m der Voruntersuchung ergiebt aber, daß Grillenberger angab: Am 6. Abend» meldete mir der oben besagte Mann, Bernhard, der die Expedition der Brochüre außerhalb meiner Wohnungs- und Geschäfts- lokalitäten besorgte, daß der größte Theil nun expedirt, alles gepackt und nur ein geringer Theil am anderen Morgen zur Post geschickt werden müsse."— Hiernach hätte also Grillenberger nach seinen eigenen An- gaben gewußt, daß wenigsten»„ein geringer Theil" der Broschüren noch am Morgen des 7. Juni zur Post ge- schaffen werden müsse und steht dieses im Sitzungsprotokolle konstatirte Geständniß, dessen Unglaubwürdigkeit der erste Richter im Urtheile nicht feststellt, gleichfalls in direktem Widerspruche mit der Annahme, Grillenberger habe von der Versendung am 7. Juni nichts gewußt. Weiter wird die Annahme, daß Grillenberger die Ver- sendung nicht habe hindern können, damit begründet, daß Bernhard, zu dem er geschickt habe, nicht zu Hause getroffen worden sei und daß er selbst nicht gewußt habe, an welche Adresse die am 7. Juni abgeschickten Packete gerichtet waren. Der erste Richter übersieht zu prüfen, ob nicht die Postbehörde nach den für sie maßgebenden Vorschriften so- fort die Absendung der damals aufgegebenen 80 oder 100 Packete hätte sistiren können und müssen, wenn Grillenberger ihr das inzwischen bekannt gewordene Verbot deS Inhalts der Packete, sei eS direkt, sei eS durch Vermittelung der Polizeibehörde, bekannt gegeben und deren Identität durch Benennung des Absenders außer Zweifel gestellt hätte. — Denn von Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung erscheint nicht schon derjenige befteit, welchem die Erfüllung auf dem ihm gerade bequem scheinenden Wege erschwert, sondern nur derjenige, welchem sie überhaupt in normaler Weise nicht möglich rst. Anlangend den Mitangeklagten Bernhard, so nimmt der erste Richter an, derselbe habe am V o r m i t t a g e deS 7. Juni noch nichts gewußt und sei auch seine Behauptung glaublich, daß er auch nicht mehr die Namen der einzelne« besiegt haben, und daß sie ihm zu einer Majorität verhelfen, und Ihrer Laufbahn als Kongreßmitglied auf immer ein Ende bereiten. Dasselbe wird in ungefähr dreihundert Wahlkreisen geschehen und dann werden Farmer, Krämer, Handwerker und Arbeiter die Gesetzgebung in die Hand nehmen." „Zum Teufel, Peleg, Sie entwerfen ein liebliche« Bild von der Zukunft unserer großen und herrlichen Nation. Eine verfluchte Suppe von Gesetzgebung würde» die Bauern und Arbeiter zusammen uns einbrocken!" „Die Arbeiter können es nicht schlechter machen, al« Ihr Bursche» eS in den letzten fünfundzwanzig Jahren ge- macht habt. Ich selbst bin keineswegs ganz überzeugt, daß die Gesetzgebung unseres Lande« das besondere Privileg der Advokatenzunft sein sollte. Ich habe Männer von UrtheilSkraft Vergleiche zwischen dem letzten Kongreß der Ritter der Arbeit und dem Kongreß unserer offiziellen Volksvertreter anstellen hören und diese Vergleiche waren keineswegs allzu schmeicyelhaft für den großen amerikani- schen Kongreß." „Freund Peleg, Sie sind toll geworden und werden zynisch. Diese verfluchten Ritter der Arbeit haben Ihnen so viele Unannehmlichkeiten verursacht, und sollen Sie so gründlich besiegt haben, daß Sie nun glauben, die Kerle föanten Alles fertig bringen; dabei fällt mir ein, wie sind Sie denn mit Ihnen fertig geworden?" „Fertig geworden?" sagte Grinder kleinlaut. „Ich bin garnicht mit ibnen fertig geworden. Ich ver- suchte zu unterHandel«, doch es war zu spät und so ergab ich mich bedingungslos. Entweder ich mußte e« thun, oder ich war finanziell ruinirt. Der Boycott traf mich auf hunderterlei Art und jeder Schlag traf auch meine Geldtasche. Leute, die bei mir inseriren ließen, fingen an, den Atavist" wie eine tödtliche Pest zu fürchten und waren bereit, mich dafür zu bezahlen, daß ich k e i n e Anzeige von ihnen brachte. Kaufleute gaben mir ihr Ehrenwort, daß das Erscheinen ihrer Anzeige in dem Blatt die Kunden ver- scheuche. Selbst die Kirchhöfe verschworen sich gegen mich und die Begräbnißunternehmer bestellten ihre Annonzen ab." Adressaten, an welche er an jenem Vormittage noch Packete abgeschickt hatte, im Gedächtniß gehabt habe. Der vorige Richter übersieht, daß er vorher konstatirt hat, daß Grillenberger am 7. Mittags bei seinem Zu- sammentreffen mit Bernhard diesen sofort von dem ftag- lichen Verbot in Kenntniß gesetzt hat, weshalb zu prüfen gewesen wäre, ob zur Zeit dieses Zusammentreffens die Packete schon abgegangen waren oder ob es noch möglich war. ihre Zurückhaltung auf der Post zu veranlassen.— Daß die angebliche Unkenntniß der Namen der Adressaten nicht allein entscheidet, wurde bereits erwähnt. Da hiernach die Freisprechung aus§ 19 des Gesetze« vom 21. Oktober 1878 nicht genügend begründet ist, hat eS auf die Anwendbarkeit des§ 21 ebenda vorläufig nicht weiter anzukommen und war, wie geschehen, zu erkennen. (gez.) Dr. Wernz, von Specht, von Geh, Dr. von Buri, von Bomhard, Nokk, Dr. von Lenz. Vorstehendes Urtheil wird hierdurch ausgefertigt. Leipzig, den 27. September 1888. Der Gerichtsschreiber de» Ersten Strafsenats des Reichsgerichts. Schleiger, Kanzleirath." Es wird sich nun fragen, ob die Fürth er Straf- kammer im Gegensatz zu der Nürnberger sich der allerneuesten Rechtsanschauung des Reichsgerichts an- schließen wird. Die Verhandlung in Fürth findet am Mittwoch den 7. November statt. Politisch- Urberstcht. Christlicher Koftaliom«». Die„Leipziger Zeitung" be- kennt sich zwar zum chrinlichen Sozialismus und thut sich viel auf ihr„praktischls Ebristenthum" zu Gute, dabei ült sie aber— gleich ihren Geschwistern— das prallische Christenthum nur nach dem Irrens a non Incendo-Prinzip, nämlich sie läßt es durch Abwesenheit glänzen. Am meisten schimpft sie natürlich auf Sozialdemokraten und Juden. Und ftn unglück- licher sächsischer Pfarrer Name? s Ziaumannn, der dos prak- tische Christentbum ernst'nahm und soeben einen„Arbeiter- katechismus" geschrieben hat, in welchem über die Sozialdemo- kratie nicht geschimpft wird, bat sich den schweren Zorn des frommen Organs der sächsischen Regierung zugezogen. Es wird als ein schwerer Fehler gerügt, daß man aus dem Katechismus herauslesen könne,„die Sozialdemokraten hätten ganz gute, nur etwas zu weit gebende Ansichten". Daß der Verfasser gegen die„Bedürfnißlosigkeit" der Massen ankämpft und ein menschen- würdiges Leben der Arbetter fordett, ist ein Wort„gerade wie vom Teufel gesprochen". Daß der reiche Verführer eines Mädchms öffentlich in der Kirche genannt werden soll, ist„ganz undurchführbar"(nährend es sehr gut durchführbar ist, daß die armen Tröpfe, die mit ihren Steuern im Rückstand find, öffentlich in allen Wirthsbäusern„ausge- hängt" werden). Der betreffende Artikel der„Leipziger Ztg.", welcher von einem gewissen Dr. G. Oertel gezeichnet ist, schließt wie folgt:„Des Verfassers Ultheil über die Führer der Sozialdemokratie ist ein allzu günstiges. Wir kennen die meisten derselben und müssen offen gestehen, daß wir vor der„Opfer- fteudigkett" derselben den vom Verfasser geforderten Respekt nicht defiyen. Das Bedenklichste aber an dem ganzen Büchlein ist der Satz:„Das Recht unserer Könige und Kaiser sind ihre Thaten für das Volk!" Wer das Gollesgnadentbum der Könige leugnet oder aufgiebt, der giebt damit ohne Weiteres die monarchische Staatsform auf! Wie nun, wenn die Könige einmal nichts für's Volk thun! Dann haben sie keine Berechtigung mehr! Ja, der Verfasser scheut sich nicht zu schreiben:„Stände ein schwaches, adfau- lendes Geschlecht an unserer Spitze, ich wüßte nicht, od ich ihm mit Freuden huldigte!" Ein solcher Satz ist immer de- denklich, vor allen Dingen aber aus solchem Munde und in solchem Buche. Wir find unbedingte Anhänger des Gottes- gnadenthums und meinen, daß dem Volke nichts anderes gelehrt werden dürfe, als daß sein König das Schwert und das Recht habe nicht durch seine Thaten, sondern a u s G o t t e S Hand. Hin und wieder will uns auch der Ton des Büchleins nicht recht behagen; manche Bilder, wie das von der goldenen Treffe an der Ardetterblouse oder das von den Jünglingen, die sauber sein sollen wie gebleichte Leinwand, scheinen nicht glücklich gewählt zu sein. Vielleicht könnte in späteren Auflagen, die wir dem Katechismus herzlich wünschen, manches anders gestaltet werden. Bei einem derartigen Buche dürste die Verbindung Mehrerer stets von Nutzen sein." Das unbedingte Eintreten für das Königthum, welches sein Schwert und sein Recht habe cus Gottes Hand und bei dem es auf die Thaten nicht ankommt, ist ein charakteristisches Zeitsymptom. Jedenfalls verdient der „Ardeiter-Katechismus" des Pfarrers Friedrich Naumann, einmal gelesen zu werden. „Mein Gott," rief der Staatsmann au«,„was für ein entsetzlicher Despotismus!" „Ja, allerdings ," stimmte Barnum bei,„und der DespottSmuS hat auch mich erreicht. Ich dachte, als ein Haus- und Grundbesitzer wäre ich sicher, eS scheint aber, ihr Arm kann jede« Mitglied der besitzenden Klasse erreichen. Sie gaben mir keine Warnung und kein Boycott ist gegen mich ausgesprochen— nicht daß ich müßte— ich weiß nur, daß alle meine Miether auS meinen Häusern ausgezogen sind, und obgleich der alte Pinchem billigere Miethe angezeigt hat, kann ich doch Niemand mehr hinein be- kommen. Ich glaube, daß ich in diesem höllischen Lande mein Einkommen ganz verlieren werde— und warum? Weil ich dem alten Pinchem befohlen hatte, ei» Mädchen von schlechtem Ruf au» einem meiner Häuser zu ent- fernen." „Lieber Kapttän," sagte Peleg,„Sie sind unendlich viel schlechter daran als ich, obgleich kein Boycott gegen Sie ausgesprochen ist. Die Ritter der Arbett erlauben mir wenigstens, mein Geschäft fortzuführen und noch einen ganz anständigen Gewinn zu machen, Sie aber haben eine große Anzahl Häuser, welche Sie einfach durch die Steuern zu Grunde richten, wenn sie nicht vermiethet werden können. Ich habe von ähnlichen Fälle« wie dem Ihrigen gehört, schon ehe der Boycott erfunden war. E« wäre für Sie viel besser, wenn ein richtiger Boycott über Sie verhängt wäre, dann könnten Sie in da« Hauptquartier gehen und Frieden schließen, wie ich eS that. Wie die Sache liegt können Sie sich nur durch de» Verkauf Ihrer sämmtlichen Grundstücke retten." „Bei allen Furie» des Hades," rief der General au», „die Sache gewinnt ein sehr ernste» Aussehen. Ich will aber verflucht sein, wenn ich irgend ein Heilmittel in der Gesetzgebung sehe." „Nein, General," sagte Grinder.„Sie haben in dem letzten Vierteljahrhundert in dieser Richtung alle« gethan waS Sie überhaupt thun konnten. E« ist sehr die Frage, ob es uns möglich sein wird, alles zu erhalten, was wir durch die Gesetzgebung erlangt haben. Thatfache ist, die Arbeiter haben wichtige Geheimnisse der Nationalökonomie kennen gelernt, Di« K-theiligmtg im d«r Fa«dtas«walsl i«' n�Lksisch einer Berechnung der„Fr. Ztg." nicht höher als 13 pty wtfinwill wcsen. Deutlicher und vernichtender kann das Uitbnl Volkes über das elende nnd widerfinnige Wahlsystem m# fallen. Die Kchuid der K-amte» der d-ntl'chostafriha«' Gesellschaft a« dem Aufstande in Gstafeika wir». den Berliner Leitern der Gesellschaft nach wie vor in gestellt. Erst neuerdings veröffentlichte die Gesellschaft eine Erklärung bezüglich der Angaben des englischen M Clarke. worin sie„die Behauptungen des v. Ciarke"«?. der Wahrheit in dlrekiestcm Widerspruch stehend kl Die Gesellschaft verschweigt geflissentlich, daß auch ein d.. Missionar in der Zeitung des sehr konialfreundlichen deu»» Missionsinspeftors Dr. Büttner ganz ähnliche Anklagen die Gescllschaftsbeamten wie von jenem Engländer e> worden sind. In der„Weserztg." werden diese Anflog« einem Mitarbeiter wiederholt. Ein weiterer sehr Zeuge tritt in dem ebenfalls kolonialfreundlichen, Korrcsp." gegen die deutschostafrckantschen Kolonialxolitiw Dieser Zeuge, der selbst in Ostafrika gewesm, stellt Belo über die früh ren und heutigen Zustände ist Ostaftika«> kommt dabei zu einem tür die G.sellschaftsdeamten sehr' schmeichelhaften Ergebnisse. Er beginnt mit der Zeit der deutschen„Erwerbungen" in Ostaftika und schildert d« druck, welchen in Sansibar das Vorgehen der.Herren Jühlke uud Gcaf Pfeil hervorgerufen. Man erkannte daß die Herren über die einschlägigen Verhältnisse und Z' gar nicht unterrichtet waren. Der Gewährsmann des. Korresp." erzählt alsdann weiter, daß er schon damals&» ficht geäußett habe:„Das kann nie gut gehen. DaS k für die Kolonialbewegung draußen auftretende Maten« Männern war den an sie gestellten Anforderungen in Weise gewachsen. Die Herren mögen alle theoretisch in sehr tüchtig sein, aber für draußen pißten sie nichf! «dlich. Re es nie mir vorüde tm; find s m> sie den wst«weger nag bei Fai bestimmt m es nicht Nebe» d �ie Auftrag \en Kreisen ""dwirthschast 5' Erhöhung »wsmrundbest "'Kreisen er , fthntt mar leien treten I Mlhrzölle f vezu als ei ugen." N«« R»i äa Meinung"nach' liegt darin"der Schwerpunkt der'!%nun(!�V ? r-»>-» r» M»mirVr�rt ctfttVA«neelaVA iT? rtrltllfttfS � Leute kamen hinaus und wurden ohne wettere die destimmten Stationen gesandt. Der Sprache unkundig»"� sie, die Neger durch Strenge— um nicht einen härter«� 5° den cn* lÄM'C �L'rhör.j «w druck zu gebrauchen— in Schach hallen und sich rutzdal w zu können. Es ist meine ganz entschiedene Ueberzeugu«» den jetzigen Aufständen in der Hauptsache eine bis' Aeußcrste getriebene Erbitterung der"! zu Grunde liegt.... Bei einer kardialen Bebanvi und Strenge, wo es Noth thut, sind die Leut� kleine Kinder zu regieren und tteu ergeben, oft Gelegenhett hatte, mich persönlich zu überzeugen. sich doch ein jeder fragen, wenn er die heutigen von drüben liest: Sollte nicht die All und Weise.__„ Herren der Gesellschaft auftreten und in die Rechte vesA Em ,« eingreifen, der Hauptgrund d>r heutigen Aufstände feto' 7 Wch ists so! In unbegreiflicher Weise ist theflweise vorgegang�g JtyogtcmH,.„ nun kommt der unausbleibliche Rückschlag, dessen Dot f," nicht absehbar sind.— Man denke sich auch nur de»'$ unM-,, dahinvegetirenden Neger im Binnenlande. Da Wu Mm beTt-f, Weißer, der durch den Dolmetscher den armen Teufels%nb[unm» läßt, daß der jetzt sein Herr sei, der sich da anfiedelt. �0JiaIistenL. daß die Henen durch Milde und fltachsicht versuchte«..7 mnbttn au*>, Laufe der Zeit mit dm Stämmen zu befreunde«.'7 Wer, bSm schonungsloser Weise versucht worde«.*..«m Hunde zu„zähmen". So ist der Thatbe stand i nun hoffentlich einsehen, daß es nicht immer die Englä«� welche die Schuld an den unliebsamen Vorkommnisse« — So stellt sich die christlich-germanische„Zioiltsatio' Aftika nach dem Zmgniß eines AnHangers der Politik dar! t Zum ReichsgerichtvgibSnd- in Feipft»" Mittwoch der Grundstein unter großen Feierlichlett«, worden. In den Grundstein sind wohl Münzen und u» versentt wordm, leider ober hat man vergessm, Vre. historisch viel wichtigerm Entscheidungm de« Reich Sachm des Sozialistengesetzes und der Geheimdünd vermauern. Der Hofklatfch in Stuttgart scheint zu einet' berger Ministerkrise zu führm. Ein Telegramm auf� meldet, dort trete mit aller Bestimmtheit das Gerücht i'�'nenub Gesammtministerium habe seine Demission eingereicht'/I �Million«, 1 1« #1! iÄN sogar alt Der„Beobacht-r" meldet die„Kabinetskrists" vollen vete Thatsache. Zufolge de» wachsenden Mangel« an Arbeitern in der Provinz Posen hat zunächst der Wreschen den ländlichen Gutsbesitzern des genannt� eine Mittheilung zugehen laffm, wonach für eine« stimmten Zettraum der grenznachbarliche Uedertritt bestem behufs vorüdergehmder H lfe bei der Ernte, destellung oder bei anverer Gelegmheit gestattet wirv,� Verbleib auf der detreffmden Arbeitsstätte und der Rücktritt gesichert sind. Diese Maßnahme soll«och ff oder zwei anderm Grenzkreisen vtachahmung stode«r, K5ß I Z "ochwa annnt zu fen 20 0c werden an der Eisenbahnlinie Posm Thorn wie der Boycott beweist. Sie wissm j mich in zwingender und für mich sehr gelehrt, daß die Interessen des Kapitals«n�1� toit der nicht identisch, sondern gegenseitige find Arbeiter noch nicht organisirt warm, war sophistischen Grundsatz zu lehrm, daß die f- c/ir Herrn und des Dieners die gleiche» seien. 34;.�# sse durch unsere verkehrte Taktik zu einer Sot» � trieben, die uns eine Theilung de« Kapitalgewtone. Arbeitern aufnöthigt. Es ist eine abscheuliche TV. ein Buchdruckerverein mir vorschreibt, wie ich ,4 Geschäft einrichten soll; ich weiß aber auch,«"U Geschäft, welches ich habe, nur der Gunst Y«%,A der arbeitenden Klasse verdanke, und ich wer? c ji der Buchdruckerverein ei« ebenso großes oet-vuqoruaerverem et« ebenso großes ,9, Erfolg und guten Gang meines Geschäft« hat, ssL(if ÄMSTT-S-A«- iWWWSLSM Nkb»» % "agen yaven. Wir habm unserm Ardeitem SWiaC1 Ä M-W tzK? Höhe zu treiben. Arbetter eine W a a r e sind. Wir'können die Waare länger auf dieselbe Stufe stelle» mit Kol Weizen. Die Arbeiter sind ebmsowohl d*- wj t e n d e, d. h. Waaren verbrauchmde, als* Äs ihnen ab durch den Verbrauch unserer uchst guten Vergleich abzuschließm. Der* Ü ttahl'li KPF wsstsch'polnislbe Arbeiter beschiftiat, die mit besonderen i 13 pttU"�?nMpäffen versehen find.— Diese Maßregeln find un» s U!tkeil>N ndlich. Sind rusfisch-polnische Arbeiter gefährlich oder >fiem nicht eS nicht? Sind fie es, so werden fie es sein, auch wenn JKtt �udergrhend innerhalb unserer Landcsarenzen stch auf« lind fie es nicht, warum schickt man fie über die Grenze, ika wird ne den Herren die billige Arbeit gelerstet? In diesem vor in bewegen fich die Jdem der Leser obiger Nachrichten, und 'Uschatt �"wer tonnen fie nicht hinaus— wenn fie nicht auf nicht un« chen Schlüffe verfallen. Das letztere aber dürfte häufig Zlart?' w EM�er Fall sein. Ob damit den Kreisen, welche die Maß- : Anklage« -hr ialpoütidl t BelrachtBldin'�,e Uli0- oea":o-> 1,1»r» uiuhncvcu« tahifo Tnfeh mfen en,8eaen gebrachten Wohlwollens, die Sache selbst ten sehr«vielen mo? a''er verschieden. Aus uns benachbarten Ge« n"des M In den 29. Oktober, schreibt man uns: """"fs siel»»'IS dr.sasstae Tischermeister Wackerhagen wurde am 16. Juli Material,.�efühtt. W. wurde gestern aus seiner ISwä lngen in�Untersuchungshaft. in welcher derselbe isolirt gehall-n Mi°A «rtr-u"•"riiuwungBaaii, ,n meid)« ueiieiue i|uiui ucwuucu war, Der Gmnd dieser Verhaftung war, daß W. beschuldigt Bim. im Dezember 1887 verbotene Druckschristen von * vCtlftn�f 4a* L � L___ cm L aTaaa t M<4 ntlTlT> Jrltntr____ r:,'«WVnVMlVVV V*V«»V--- ,er Sa»! Abnima? i iu haben. W. hatte von dieser Handlung keine Vorstub�' geich�Ä' �daß dem elben nunmehr nicht einmal eine Anklage, Ä.1 RsÄ w��aw W S Aussagen ist derselbe der � ium ißnbtl iSwochentlichen Untersuchungshaft, außer daß er Mhrt ai.I*)1"" Waschen, in die Kirche und zum Inspektor B?/' niemals aus seiner zirka 14 Fuß langen und gehend« m-3$e herausgekommen. Die allen Jnhafttrten �hruna�W?nstiming, von ihrem Verdimst die Hälfte für ä tars ?ln w m Ä lor feinet Entlassung gewährt w ikanvb Leute -den, ugen. atigen Weise, lechte V« de sein? ?S' rur de« I Da lotfj Teufel iedelt. tji suchten,™i lunden, orden- Engl°«Ä nnifien satio der ipkt« worden. il von 5M Ja rv"•|V..,•.»- I,— o D---- 7""--- %&+ �rau am 29. September von hier abgesandtes wollenes Unterzeug. Wäsche und Familen« 2% on? fj wurde demselben em am 24. ONober, also vier !° Entlassung ausgeliefert. Alles dies hat auf W. Mchen M��gewirtt. daß derselbe an Leid und Seele ge- behandln» �4"" Ankunft in Rendsburg fich sofort in ärztliche .deaeben mußte. W. ist durch das Besteben des foidemT�b� nicht nur ein unschuldiges Opfer deffeiden, Vörden durch dasselbe körperlich denn---- � und wirthschafttich minirt auch sein blühendes Geschäft ist durch seine che Abwesenheit arg zurückgegangen. Und dies alles, ein ruhiger aber zielbewußter Sozialdemokrat ist! *i# Gnibehrungslohn. Vor uns liegt der Ge« cht der Deutschen Verlagsanstatt zu Stuttgatt vom >.„« AM bis 30. Juni 1888. Aus dem umfangreichen Be« i«"nehmen wir, daß die Gesellschaft es sehr gut versteht, vr Nwliimus mit den Geschäftsintereffen zu verdindm. IichlettA� der beiden Kaiser war Veranlassung, daß fie Extra« n und#5 tein sujjhtn Verlagsartikel veranstaltete, und, so heißt es in er, die/»«iet»Wie sehr wir damit dem patriotischen Gefühle teichS« dünd� i eintt� m aui*j' serücht�-i ä1?« oobcofl ogar 1 enanntfj einen SS*: wird, derv« noch W Auedruck gegeben und entgegen gekommen m w?»utw c nach dem Erscheinen jener Betlagen gezeigt; d»,?�°ls i Separataddrucke davon gemacht werdm, welche . snn auch schg?�) Exemplaren Absatz fanden. Darin lag JinV p°tn*!?.stch der reichliche materielle Lohn z ähmen wj. SjJfitn That." Aus dem weiteren Bericht $Jr.'Wonen aj, innerhalb 7 Jahren die Hypothekenschulden von I� �Nden 1% gänzlich getilgt find, trotz Vettheilung hoher beL�e im vorigen Jahre 14 pCt., dieses Jahr »/* den. Daneben bat fich aber auch der Befitz an Ikfi daß«ühl v!"!C- wesentllch gehoben. Hierzu kommt wl�bunam, Giesen großen Ausgaben, hohen Dividenden, tz? ein 3®.!-, iÄehättern an Ausstchtsrä.he, Direktoren-c. ML»*>**«-»««««» Geschäftsbericht zeigt klasfisch, wie hoch uvd Itspi-Ls e« möf Z-itl/ JA und �»en'ea� ilnionSleuten ebenso gut voran, wie vorher mit d>chr J�en') und Peleg Grinder wird keine Kraftprobe« ««t dem Boycottmachen." (Schluß folgt.) MS»» ICeb U«« Kunst und geben. Tw«y übnÄtoliÄrf- � jj seinen destimmten auch in dem BMKZMSSiÄ HMMWM bre«,. den bekan�!'% Fabriken arbeiten fast ausschließ' ... 1kg jl 88 900 ko- ni enthaltene Kohlensäure ein Gewicht ')�77— 1 verwendet werden, wozu hier noch ver« ee, die nicht der Union angehörten. M "r auch der EntdehrungSlohn ist, welchen die Aktionäre, Auffichtsräthe und Direktoren eines Musterunternehmens einstreichen. m" durch Herrn Pindter: Die „Noidd. Allg. Ztg. läßt fich zu den preußischen Landtags« wählen melden: Hamburg wähtte durchweg national. liberal." Ist etwa Hamburg während der„Kaisertage" annektitt worden, oder ist Herr Pindter in der Geographie Norddeutschlands noch immer nicht so dewandert, wie in jener Oesterreichs? Uor de« gaudgericht t« Stuttgart begann am Mitt« woch die Verhandlung gegen den Anarchisten Etter wegen Vergehens gegen das Dynamitgesetz. Auf Antrag des Staats« anwotts wurde, ungeachtet des Protestes des Vertbcidigers Schickler, die Ocffentlichkeit der Verbanvlung ausgeschlossen und zwar wegen Gefährdung der öffentlichen Orvnung, insbesondere der Staatsficherheit. In dem Prozesse soll daS Lockspitzelthum eine bedeutende Rolle spielen. Solinge«, 29. Oktober. Ein Massenaustritt aus den Landeskirchen stebt hier in nächster Zett bevor. Bis beute hoben fich zu diesem BeHufe 31 Personen(Männer und Frauen) bei dem Vorfiyenden des Solinger Freidenkervereins gemeldet. Ihrer Religion nach find die Austretenden theils Protestanten, theils Katholiken. Kchweis. Der„Schweizerische Sozialdemokrat" derichtet über den „Schweizerischen Arbeitertag" vom 21. d. M., daß derselbe nur von ungefähr der Hälfte der dem Verbände ange- hörenden Vereine beschickt worden sei.„Das stärkste Kontingent," sagt er danfy,, stellte der Gewerkschaftsbund; zumal die Gewerkschaften der Stadt Zürich und Umgebung waren ziemlich voll- ständig vertreten. Die Grütli Vereine hielten fich fast alle fem. So kommt dem Beschlüsse, die Bildung einer sozialdemokratischen Partei der Schweiz zu versuchen, vorläufig nur eln sehr mäßiges Gewicht zu, während der mtt Stimmenmehrheit ausgesprochene Wunsch, die allgemeine schweizerische Arbeiterrcservekasse auf dem Fuße allgemeiner und hinreichender obligatorischer Mitglieder- deittäge zu reorganifiren, wohl erst im nächsten Jahrzehnt die verdiente Beachtung finden wird. Vorher muß auch wohl die dermalige Reservekaffe fich unter nutzlosen Opfem der Ardeiter- schast verbluten und muß der Allgemeine Gewerkschaftsbund die Erfahrung machen, daß die naturgemäßen Gewerkschaftsorgani« sattonen der Zenttalfachverbände auf die Dauer neben einem ge« hörigen Beitrag an die Reservekaffe nicht noch einen wetteren für eine übeiflusfigeZentralifirung bezahlen können. Od es dann überhaupt noch möglich sein wird, ein kraftvolles Reservekaffe- Institut zu gründen, ist ftaglich. Dermalen hätte man die kürz« liche Abstimmung über den obligatorischen Mitgliederdeitrag zur guten Grundlage gehabt, wenn man nämlich diese Grundlage richtig hätte benutzen wollen, zu einem Neubau." Dättrmark. Das Ministerium des Innern hat dem Komitee zur Vorbereitung der Thettnahme Dänemarks an der Pariser Weltausstellung von 1889 mitgetheitt, daß die Regie« rung offiziell nicht auf der Ausstellung vertreten sein werde und daß von einer Bethciliaunz der dänischen Staatsinstttute nicht die Rede sein könne. Die Regierung sei jedoch dereit, dem prt« vaten Unternehmen einen Beitrag zu dm Kosten zu gewährm, und man hofft, daß derselbe fich auf die Hälfte des auf 180 000 Kronen veranschlagten Gesammtbetrags belaufen werde. Das Komttee will versuchen, die andere Hälfte durch eine öffmt« liche Sammlung herdeizuschcffm. Die Betheiligung wird jedoch keinen großen Umfang annehmen und man wird fich beschrän» ien, eine Musteraussiellung zu veranstalten. Hauptsächlich wird Dänemark mit seinem Porzellan und seinen nach altmodischen Mustern gearbeiteten Goldvasen vertreten sein. Die Frage der Theilnabme der dänischm Künstler an der Weltausstellung wmde in einer vorgestern abgehaltenen Künstleroersammlung erwogenj und das Resultat der Verhandlungm war die Bildung eines Komitees, welches aus 6 Malern, 3 Bildhauern und 3 Architeften desteht. Das Komitee will einen Aufruf an sämmtliche Künstler des Landes erlassen. Dieselben sollen frei darüber verfügen können, mit wie vielm Arbetten fie vertreten zu sein wünschen, doch soll jeder Künstler höchstms 4 Arbeitm ausstellen dürfm. «rogbritannie«. In London wurden am Dienstag die Verhandlungm in der Untersuchung über die Anklagen der„Times" gegen die Parnelliten fortgesetzt. Einem Drahtbericht zufolge wurden zunächst die irischen Banken, welche Gelder der Landliga verwalltet habm, angekalten, die darauf bezüglichen Bücher ungesäumt vorzulegen. Sodann begann der Vertreter der„Times" die Zeugen vorzuführen. Zwei irische Polizisten, welche die von dm Führern der Landliga im Jahre 1880 gehaltenen aufrührerischen Reden stenographisch aufgenommen haben, verlasen ihre Notizen, die mit ihrem Bericht über die Reden verglichen wurden. Dieser zettraudende Prozeß nahm die ganze Sitzung in Anspruch. �< lrjc nit In Tralee wurde am Sonnabend Abend der irische Ab« geordnete Sheehan verhaftet, unter der Anklage, gewisse Pächter ord Kmmare's aufgewiegelt zu haben, dem„Feldzugsplan" altete, anderwärts schon längst verrufene Systeme in Anwendung kommen. Die Zuckerfadrikatton ist in Jtalim eine für seine landwirthschastlichm Verhältnisse viel zu geringe. Es find ärariale Schwicrigleitm, welche diese Industrie nicht zu ihrer gehörigm Entwick.lung gelangen laffen. In nur zwei Fabriten wurden im Jabre 1887/88 1836 M.'Ztr. Zucker fabrizirt, welche an Steuer 82 069 Lire einbrachten. Die Produktion ist gegen das Vorjahr um kaum 70 M.-Ztr. gestiegm. Sechs Glycosefabriken haben im letzten Finanzjahr 30 820 DLEte. Glykose fabrizirt und 733 664 Lire Steuer bezahll. Hier hat die Produktion gegen 1886—87 um 8100 M.Ctr. abgenommen, aber infolge der vom Parlament votittm hoben Fabrikationssteuer hat das Aerar dennoch eine Mehreinnahme von 300984 Lire erzielt. Der hohe Preis der Glykose thut einer Praxis Eintrag, derm Einführung anfangs auf großen Widerstand stieß, aber doch allmälig bei vielm Bauemfamilim Eingang fand, nämlich die einmal ausgepreßten Traubm unter Zusatz von Glykoselösung einer zweiten Gähmng zu unterwerfen und so einen für den Hausverbrauch geeigneten, gesunden, leichten Wein(vinetto) zu erzeugen. Ja dieser Weise konnte der aus erster Pressung erzeugte Wein verkauft und die denn der Weinertrag ist hier im Allgemeinen ein außergewohn« kä"* v. Rothschild, der Chef des Pariser Hauses, in Baku, um die dortigen Naphthawerke persönlich in Augenschein zu nehmen und an Ort und Stelle zu derÄhm. welche Schritte ,m größt« möglichen Ausbreitung des Geschäftes der Kasvischen Schwarz. MMMW mmmm ßMMZZWZ beizutreten, d. h. den Pachtzins nicht an ihren Grundherrn. sondern an die Kasse der Nationalliga abzuführen. Sheebcm wurde in Tralee eingekerkert, und sein Gesuch um einstweilige Freilassung gegen Kautionsstellung wurde abschläglich de- schieben. Der Abgeordnete James O'Kelly war kürzlich wegm Auf- wiegelung zum Boykotten zu vier Monaten Gefängniß verurthettt worden. Er hatte die Berufung gegen das Urtbeil eingelegt. Am Sonnabend bestätigte der Richter zwetter Ja« stanz das Urtheil, aber ermäßigte die Strafe auf zwei Monate und gewährte dem Verurthettten eine bessere Behandlung im Gefängniß. Frankreich. Die Kommission der Deputirtenkammerfür die Verfaffungsrevifion beschloß mit 6 gegen 1 Stimme, daß d e Frage, od die Verfassungsgesetze einer Revision zu unterziehen seien, zu bejahen sei. Sodann vertagte fich die Kommission bis nächste Woche.— Der„Temps" spricht fich lebhast gegm dm Gesetzentwurf betreffend die Einführung einer Einkommen(teuer aus und meint, das Gesetz würde in Frankreich eine üble Wirkung her» vordringm und der Republik neue Feinde machen, wenn es die Genehmigung der Kammern erkalten sollte. Das Syndikat der Pariser Presse theilt dm Blättern mit, daß dm parlamentarischen Berichte! stattem bereits einige Zugeständnisse gemacht worden find; fie dürfen in Bc- gleitung von Abgeordneten in den Empfangssaal und in die anderm Säle kommen, können in das Wartezimmer des Publikums gehen und werden binnen kurzem auch einm eigenen Sprechsaal erhatten. In der Abgeordnetenkammer dauert aber der Konflikt noch wettet. In der Sitzung verlas der Präsident. Mslin die Dimisfionsanzeigen der SBizeprästdenten Anatole de la Farge und E. Lefdvre, sowie der Sekretäre Erimirux. Le Hsrisss, Chevalier und L-cour. Der Kammerpräfident äußerte sein Bedauem über diesen Maffenrücktritt und bat die Kammer, der auftcgendm Debatte ein Ende zu machen. Nach einer leb» haften Diskusston beschloß die Kammer, daß der Vorstand sich vor der Sitzung versammeln soll, um über die Demissionen zu derathen und dem Hause über die gefaßtm Beschlüsse zu be» richten.(Die Kammer hat inzwischen den Wunsch ausgesprochen. daß die Herrm de la Farge und Genossen ihre Entlassung zurück« nehmen.) Italie«. Das Zeugenverhör in dem Prozeß gegm den N e a p e l e r Jrredentisten kennzeichnet die Verhaftung des letzten als eine„Vorfichtsmaßregcl". Es scheint, die Anklage sei nm er» folgt, um den von der demokcatischm Presse gegen dm Neapel« Präfekten erhobenen Vorwürfen wegen gesetzwidrigen Vorgehens zu begegnen. f mlitf«nd VersammlZmse« Jet Fachverein der Rohrleger hielt am 28. v. Mts. in Fmcrstetn's Tunnel seine regelmäßige Vereinsversammlung ab. Die Tagesordnung lautete: Vortrag des Heim I. Stein übet Feuerbestattung. Der Referent besprach die verschiedenen Bestattungsartcn der Vorzeit bis auf die Gegmwmt, die frühere Leichmverdrennung, Eidbestattung, Wasserbestattung. Luftbestattung. Er legte der Versammlung das Wesen der heutigen Feuerbestattung vollständig klar. Zur Veranschau» lichung hatte er in einem Glasbehälter die Ueberreste eines zu Gotha verbrannten 62 jährigen Mannes mitgebracht, und die Beschauer fanden, daß nicht der Körper, wie man stch gedacht, zu Puloer verbrannt war, nein, cs waren lauter kleine Knochen» stückchm in vollständig ausgeglühtem Zustande. Dieser Behälter ging in der Versammlung von Hand zu Hand und erregte all» gemein Interesse. Sodann sprach Herr Stein über den Kosten» punlt. Die jetzige Feuerbestattung lasse fich unter 450 Mark nicht ausführen, doch sei Hoffnung vorhanden, daß später«ich hier ein Krematorium erbaut und die fakultative Leichmver» brennung eingeführt werde. Redner erntete großen Beifall für seinen Vortrag, an den fich nach einer Pause eine lebhaste Dis» kusfion anschloß. Im weiteren Verlauf des Abends wurde ei« Antrag über einen im Februar stattfindenden Maskenball ange» nommen und sodann für einen erkrankten Kollegen eine Teller» sammlung voraenommm. (Line öffentliche N»rsammlu»g der Ma«rer Frie- drichoberg»«nd Umgegend fand am 31. v. M. unter Vorfitz des Herrn Schmidt im Spitzig'schen Saale statt. Die Tagesordnung lautete:„Stellungnahme zur Lohnbewegung im Frühjahre 1889," über welche Herr Grothmann aus Berlin referirte. Derselbe bedauerte, daß der Besuch der Versammlung nicht der Wichtigkeit der Tagesordnung mtspreche, um so mehr, als die Bewegung der Maurer Friedrichsbergs und Umgegend lange Zett darniedergclegen habe. Der Referent begründete so« dann die Nothwendtgkeir einer neuen Lohnbewegung durch Vor» führung der mißlichen Verhältnisse, in denen nicht die Maurer allein, nein, die ganze Arbeiterschaft durch die Konsequenzen der privatkapitalistischen Produktionsweise zu leben und zu lei- den gezwungen ist. Um der immer mehr umfichgreifenden Ar» beitslofigkeit zu steuern, um möglichst Allen Lohn und halligkeit an weithoollem Produkte spricht. Wetter südlich liegen die Schichten bis nach Baku fast horizontal, und wäre hier eher etwas zu erwarten. Ueberhaupt kann man die Linie Tioneti-Tiflis als äußerste westliche Grenze des Naphthagebiets des Kuratbales ansehen. Von Tionett und Tiflis an bis zum Kaspischen Meere trifft man NaphlhaqueUen, od dieselben aber abbauwürdig find, ist noch nicht erwiesen. Auch ca. 40 Werft östlich von Elisabethpol wird gebohrt, aber auch vorläufig ohne Resultat. Eine wahre Jagd gab es dieses Jahr auf Flores Pyrethri(Jnsektenpuloerdlumcn). Der Preis begann mit 10 Rudel pro Pud, stieg aber sofort auf 13, 14 und 15 Rubel. Die Waare ist größtcntheils schleckt oder mittel« mäßig, da man hier nicht sortirt, auch gewöhnlich überreise Blumen sammelt. Momentan zahlt man für mittelmäßige Waare 14—15 Rubel pro Pud, für bessere 16—17,50 Rubel pro Pud. Obwohl die Ernte ziemlich reichlieb war, ist doch fast der ganze Vorrath sofort verkauft worden. Derselbe ging größten» theils nach Wien und Marseille. In Mangan scheinen sich die Geschäfte wieder etwas zu beben, obwohl die schlechte Verbin» dung der Gruden mit der Eisenbahn den Preis sehr vertheuert. Eine deutsche Gesellschaft soll eine Drahtseilbahn zwischen Tschiatur, den Mangangruben, und Twibuli, den Kohlengruben, projettirt haben, stößt jedoch auf große Schwierigkeiten mit den Landdefiyern.— Die Ausbeutung der Tkwiduli Kohlenbergwerke soll auch endlich in Angriff genommen werden, da die Regierung wiederum dem Befitzer, Geh. Rath Novoselski, be« deutende Summen überwiesen hat. Man hofft von dem Be« suche des Kaisers in Tiflis, daß in Zukunft mehr für die Aus» beute der Naturprodukte dieses so reichen Landes geschehen wird. Liegen doch hier große Bcrgwerksgediete brach, und selbst reiche Goldseifen werden nicht ausgebeutet. .., einfach! Eine wandernde Theatertruppe hatte für kleine Provinzialstadte„Silvana, das Waldmädchen" als Zugstück eingepautt und mit allen möglichen„lokalen" Witzen zu spicken gewußt. Da kommt der Herr Direttor mtt seiner Gesel.'- schaft in ein Nest, welches wohl eine eigene Bühne hatte, aber nur eine Zimmcrdekoration besaß: ein Wald war für das Waldmädchen durchaus nicht zu beschaffen. Was tbut nun der erfindungsreiche Odyffeus von einem Theaterdirektor? Er ändert einfach den Titel des Stückes und giebt als Zugstück:„Silvana. das Zimmermädchen." Brot zu schaffen, stellte Referent die Veiküizung der ArddtSzcit als das zu erstreben nothwcndipste Ziel hin- Cie Berliner Maurer hättm eine tägliche neunstündige Arbeits- zeit in Ausstcht genommen, um dadurch dem vorgedachten Ziele näher zu kommen. Von Seiten der Unternebmcr sei nicht zu erwarten, daß tie eine Verkürzung der Arbeitszeit rrücden ein« treten lassen. Im Gegcntheil liege es im Jatereffe derselben, eine möglichst große Reservearmee zu schaffen durch lange Ar» beitszeit, deshalb müsse die Verkürzung der Arbeitszeit durch die Arbeiter, durch die Maurer selbst herbeigeführt werden. Die- seihe würde durch Schwächung des Angebots von„Händen" eine Lohnerhöhung von selber im Gefolge haben. Die Maurer verlangen nichts weiter, als den nothwendigen Verdienst, um fich und ihre Familie„standesgemäß" crha ten zu könnm. Die indirekten Steuern lasten schwer auf den Arbeitern, trotzdem fie scheinbar wenig fühlbar seien. Die Nothlage sei bereits so groß, daß auch die Maurer von Friedrichs bcra und Umgegend alle Ursache hätten, sich aufzuraffen, mit den Berliner Kollegen Fühlung zu nedmcn und fich ihren Bestrebungen anzuschließen. Ebenso «i« die Unternehmer müßten auch die Ardeiter fich vereinigen im ureigensten Inten sse und einig sein zur Durchführung der Parole: Verkürzung der Arbeits, eit!— Dem Referenten wurde lebhafte Anerkennung gezollt. Der zweite Vorfitzende, Herr Gadegast, richtete ebenfalls Worte der Aufmunterung an die Versammelten. Diese erste Versammlung nach langer Zell wieder betrachtete derselbe als den Beginn einer neuen Zeit, der organisatorischen Arbeit geweiht. Aller Anfang sei schwer, doch hoffte er, daß das Ende ein gutes sein werde. Mit Zuverficht wies derselbe auf das so oft bewährte Wort hin:„Einigkeit macht stark!" (Lebhafter Beifall.) Heu Fiedler aus Berlin richtete ebenfalls ewen warmen Appell an die Anwesenden, den langen Winter dazu zu benutzen, stch auf alle nur mögliche Weise Aufklärung zu verschaffen und ihr Wissen zu bereichern, denn Wissen gebe Macht. Er ermahnte, fich»u organistren und wieder einen Verein, eine Schutz» und Trutzwaffe zu schaffen. Er sowohl wie Herr Gothmann befürwortete die Wahl einer Kommisston, welche die Einberufung von Versammlungen übernimmt und der Gründung eines Vereins die Wege ebnet. Ein diesbezüglicher, von Herrn Gadegast gestellter Antrag fand allseitige Zustimmung und wählte die Versammlung eine Kom- misfion zur vorläufigen Weitersührung der geschäftlichen Ange« legenbeiken von drei Personen, bestehend aus den Herren Gade- gast, Röstel und Schmidt. Hiermit war der erste Punkt der Tagesordnung erledigt.— Im Anschluß hieran fand eine allge- meine Aussprache über gewerkschaftliche Mißstände und Arbeits- Verhältnisse statt, welche die Rothwendigkeit einer gewerlschaft- lichen Organisation recht grell vor Augen führte. Mit einem dreimaligen kräftigen Hoch auf die Bewegung der Maurer Friedrichsdcrgs und Umgegend wurde die Versammlung, welcher 5 Gendarmen und 2 Berliner Polizisten beiwohnten, geich'ossen. Volkvversammluua i» Gdervwaldr. Am 28. Oktober fand im Restaurant„zur Mühle" eine öffenllichcBolksveisamw.- statt. Die Tagesordnung lautet:„Die Alters- und Invaliden- verficherung der Arbetter." Referent war Heu Otto Thierbach aus Berlin. Er unterwarf die Vorlage einer eingehenden Kriiik. Ost vom Beifall unterbrochen, führte er den anwesenden Ar- bcitern ein Bild des Gesetzes vor Augen, das ihnen eher schade als nütze. Bei§ 84, Einführung des Ouittungsduchcs, ver- weilte Redner längere Zeit, indem er anführte, daß das Qutttungsduch das von den Zünftlern geforderte Arbeitsbuch werden müsse. Nachdem das Referat unter stürmischem Beifall beendet worden war, gelangte folgende Resolution zur Verlesung: Die am 28. Oktober 1888 in El im Restaurant zur Mühle tagende öffentliche Volksvers erklärt, daß der Gesetzentwurf, betreffend die Alters' url validcnverfichemng der Arbetter für fie unannehmbar ist, I. die Altersgrenze»ine zu hohe, 2. die Rente eine* geringe ist, 3. das Qitttungsbuch undedingl zu dem«» Zünftlern geforderten Arbeitsbuch werden müsse. 25u J sammlung erklärt ferner, daß die sozialen Schäden,% beutigen Produktionswesen wurzeln, nur gemildert« können durch Arbctterschutzgcsctze, wie solche seiner 3� Seiten der Arbetteroertceter dem Reichstage unterbreitet o» Nach Verlesung der Resolution führte Referent an, d» endlich an der Zeit sei, daß die enterbte Klasse, das zur S-Idsterk.'nntniß gelange, wobei der überwachende? deamte auf Grund des§ 9 des Sozialistengesrtzes die Beis? lung auslöste., Ncrri« Utv Kanavschliiger Kerlino und UmgZ Versammlung am Sonntag, den 4. November, Vom? 10 Ubr, Oranienstraße 51 bei Preuß. Ouittunqsduch Der Verein zur Wahrnng der Interesse«' Berliner Daestdecker hält am Sonntag, den 4. Vormittags 11 Uhr. eine Versammlung mit folgender�? ordnuna ab: 1. Kassenbericht vom 3. Quartal. 2 VersWZ Neue Mitglieder werden aufgenommen. Die Vereint» find an Heun R. Schulz, Manteuffelstr. 83. zu bezahlen- Der Ifmin für Scherz und Grnst„Mtr feiert am Sonnabend, den 3. November, im Lokale Fruchtstr. 36a, ein Familienkränzchen, zu welchem Frcrnm Gönner des Vereins hiermit freundlichst eingeladen Eitzuni ?ürst Z «r port sä Aach einig- Per ttnfeia erle Eine i mm W4 qm a JKOqm de Stadt geh E Js innere 33 »on 6000 ES I ttünfe Sf wir ü Theater. Freitag, den 2. November. Gpeeatz«»». Götterdämmerung. »chmespielhau». Geschloffen. Watlaee-Chrnter. Madame Bonivard. Vor- h«: Der dritte Kopf. -Theater. Zwischen zwei Herzen. Veatsche» Theater. Die Judin von Toledo. Irtedrich- Wilh«t«Kadtische» Theater. Die Prinzesstn von Travezunt. Uestde«»Thrater. Die Wildente. Volh»-Th?ater. Deborab. Kettealliaure-Theater. Die schöne Sara. KSartastLdtisches Theater. Kean, oder: Lezdenschast und Genie. Tevtral-Theater. Die Schmetterlinge. Giktaria-Theate» Die Kinder des Kapitän Grand. Adolf Ernst-Theate». Die drei Grazien. Oaeefimm»'» Marittt. Epezialttäten-Vor- stellung. Toarordia- Theater. Spezialitäten» Vorstellung. Theater de» Keichehalle»: Spezialitäten- Bontelluna. Walhalla. Spezialitäten-Vorstellung. American-Theatcr. Direktion A. Reiff. ##nm#r$hem#ermtrm#*«» Kr. 15. Freitag, den 2. November: Zum 56. Male: Die Weisheit Salomonsk/s. Bett. Lokalpoffen-Pantomime von R. Anger. Debüt des vortrefflichen Salon-Humottsten Herrn Emil Neumann, genannt ..Kliearche«". Austreten des urkomischen B e n d i x in seiner neuesten Glanznummer als Stuben- bohner Franz. Austreten dcS Jnstrumentalisten Herrn Krüger und des Mimtters Heun Rtvoli. Anfang 6i Uhr. Entree 50 Pf., Billets vorher im„Jnvalidendanl" und Vormittag von 11 bis 1 Uhr an der Theaterkasse. ELDORADO (früher Amercan-Theater. Dir. A. Reiff) W Dresdener- Ntranne 55 Hchnabi's humorißt Soirtan. Neu! Geschwister Delina, Neu! (Bier Damen.) Neu! Minna Teichmann. Neu! Oscar FU rst, 1 _ tDuD Wiener Volksleben.&£ wird viel gelackt! Poffe m. Gesang u. Tcm. viel gelacht! MF" Giovani"WA vreisgekrönter schönster Mann. Lriginal Wiener Fiakcrterzett, Austria Trio, Mirzl Lehner, Jean CraffS, Emll Borowsky, Emil Schnabl, Wiener Fiaker, Berliner Droschkenkutschu. Anfang 8 Uhr. Entree 60 Pfg. Cirkus ü. Schumann. Friedrich» Karl« Ufer.» Ecke Karlstraße. (Im früheren Zirkus K r e m b s e r.) Freitag, den 2. November, Abends 7H Uhr: Grosse Extra- Vorstellung. Aus dem reichhaltigen Programm find her- vorzuhedm: Ein Karoussel mit 8 Rapphengsten, dargestellt von Hrn. Max Schumann. Amazonen- Qaadttlle, geritten von 12 Damen. Auftreten des Jockey Reiters Mr. Bedini. der Reitkünfttcrin Miß Amy, der Luftgymnastikettn Miß Julia Macanhy, der musikalischen Clowns Gebr. Kulper, des Saltomortal- Reiters Mr. Baptiste Schreiber. Di« 3fache Springfabrschule, geritten von Herrn Emst Schumann. Troubadour, in der hohen Schule geritten von Frl. Maitha. Ungarischer Nationallanz, getanzt von 18 Damm. Batonde Emericain, Saltomortal über eine Anzahl Pferde. Grand pas de denx, ausgeführt von Miß Victoria und Heun Max Schumann. Komische Entrees sämmtticher Clowns-c. Sonnabend, dm 3. November, Abends 7i Uhr: Große Vorstellung. -- Passage 1 Cr. 9 M.— 10 A. Kaiser-Panorama, jKBgf Nr«! 3. Reise durch Tirol. Potsdam und der Trauerzug Entree t Cycl. 20 P�Kwd mu 1%*«tonn. Berliner Theater. Freitag, den 2. Novembu: 7. Adonnements-Vorstellung: Orr Probepfeil. Lustspiel in 4 Asten von Oskar Blumenthal.(Friedrich Haast.) Anfang 7 Ubr. Sonnabend, den 3. November: Medea. Trauerspiel in 5 Asten von Grillparzer. (Clara Ziegler.) W Anfang 7 Uhr."ME Sonntag, den 4. November: Nie vefaewister. Michel P-rri«. Wiener in Pari». (Friedrich Haast.) Anfang 7 Ubr. Prs. In« 1. Mal in Kerltn Neu. flönigs-Tnnnel rand Hotrl Aleranderplah. Freitag, 2. November: Täglich großes Konzert der berühmten Ungarischen National-Kapelle Patsy Bertalan aus LiptS-Szent-Miklüs in Original-Efilos-Costtimes. Großartige Solo-Vorttäge auf Violine, Cymdcl und Clarinctte. NB. Die Kapelle spielt sämmlliche Piecen ohne Noten. Entree an du Kasse 25 Pf. Im Poroerdanf SO Pf. im Zigauengeschäft von heun Marr, Alexanderplatz im GrandHotel, Programm an du Raffe. Anfang 7 Uhr. Gustav Kunze. Unter Allerhöshstärn Protectorate Ihrer llajegtät der Kaiserin-Königin Augusts & Loos nur 1 M.& Loos n® 1 Zweite Cölner Lotterie mit Geldgewinn� Hauptgew. Mark 15,000 haar ohne Abzug. Ziehung am 28. November#888 Loose i 1 II.(für Porto und Gewinnliste 20 Pfg.) sind zu beziehen durch das Bs Carl lleinfxe. BERLIN W., Unter den Linden Engl. Tüll Gardmeu-Reste, I. Uieilch, Tanz 10. Neue Lehrkuise f. Damen und Heuen deginnen Sonntag, 4. November, Nachmittags 4 Uhr. Meldungen Adalbertstr. 93 und bei Beginn des Unterrichts.[1088 Im 2. IllMut pttl-bttserSr. 13 (Moabit) Montag, 5. Novdr., Abends 8 Uhr, Meld. werd. das. von Hrn Lölhu u. bei Beginn des Unturichts von mir selbst entgegengenommen. Soeben uschien: Dir franzöfifche Revolution. Von». Bios. Heft 7."»a Prri»»0 Pf«. Zu dezichen durch dst Grpedition de»„Perl. Polksblatt", Zimmerstraß« � Das können stch felbft dir Sltessrs Leute nicht rutstuuc«. Durch Zufall uhieli ich im Sommer auf mehrum Auktionen 850 hochelegante Äerreu- Lvinterpaletots und 400 hochfeine Damen- Wintermäntel, und vukaufe ich dieselben, um bis Weihnachten damit zu räumen,?« erstaunlich billige« Preisen. Lacke, Neanderstr. 9, 1109] Gebe Schmidstray«. Herren-«nd Knaden-Garderoden eigener Werkstatt. Grosse Auomaht von Ktoffe««. Tuchen. Anfertigung nach Maaß m eigener Werkstatt, gut fiymd und saudu geardettet, zu soliden Preisen. 866 Ad. Kunitz,£ Möbel, Spiegel u. Poieterwaaren eigener Fabrik wegen Ersparung du Ladenmiethc billig Krmmenstrassr%8. tager«nd K erkauf nur gof pari. 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Vortrag des He rn Aßmann:„Der Mmsch, das Produkt seiner Erzsthung. 2. Gewerkschaftliches. 3. Verschiedenes. Gäste willkommen.—»Um zahlreiches Erscheinen us-cht 1104]____ Der Porkand. Fachverein der Putzer. Sonntag, den 4. Ztovember, Vorm. 11 Uhr, bei Scheffer, Jnselstt. 10: Mglitdervtlsmmlülz. Tagesordnung: 1. Diskusfion über die Frage dcS Kollegm Donath:„WaS ist verwerflicher: Das System du Putzmeisterschaft oder das Geben von unu- hött hohen Gratifikationen?" 2. Antrag Dittich: Einführung eineS unent- geltlichm Rechenkursus. 3. Antrag des Bibliothekars um Vugi ößuung du Vueinsdidliothek. 4. Erledigung von Unterstützungsgesuchen. 5. Erledigung von Rechtsschutzgesuchen. 6. Verschiedenes. Die Mitglieder wudm ersucht, in der Vu. sammlung rechtzeitig zu erscheinen. 1114]_ Der Vorstand. Einzelne Sopha-Kezüge!! w Sipo, Damast«nd Fantastestossen für die Hülste! S�Emil Interesse« Nerei« � Tischler. 8. Stiftomgsftf am Sonnabend, den 3. Novemuu, Abcnt*., im Königstadt-Kafino Holzrnarktstt. Alle Frmnde und Gönner des Lett� willkommen. Billets find zu hadm bei Lackur,% strotze 26; Lerche, Fruchtstr. 52: Vollm»,� stratze 30, und im Cigauengeschäft, v'"» straße 72, Hof links. Fach schale des Kerei�I der Damenmäutel-Sch«� Geselle». Am Sonntag, dm 4. November, bcg y neuer Lehrkursus im Mustuzeichnen schneiden von Damen- und Kinder Melvungm find an den Lkbru du F. Schmidt. Königstraße 34/36,|U Wir bemerken ausorückiich, daß«h® � vereinsmitgliedu untu gleichen Seotn0>nw diesem Kursus thellnehmm könnm���� Otttbrucher auch ausgenommen und gethe� � Leber, Liesen und Klein, sov" liches Geflügel empfiehlt billigst • S B. Michaelkirchstr«� � Jede a ml'imLaLÄ«. 1 M». 90 W Kionkaf Adulbettstraße Nr. 8?«�� TWÄ «erontwottliüu Redattem" SL«ronheim in Bettln. Druck und Verlag von Mar Radtng-n Bulin aw. liegt SMWM Beutdstraßr 2. tittf*****' Beilage zum Berliner Volksblatt. D». 258* Freitag» den 2. November 1888. 5. Iatzrg* Kommunales. "S'tttnß vom Donner st ag, den I. November. Der Stadtverordneten- Vorsteher Stadtv. Dr. Stryck er- N»et die Sitzung nach 5% Ubr mit einer Reihe geschäftlicher Zuteilungen. Der zum Stadtverordneten erwählle Rentier nur st wird in der üblichen Weise eingeführt. Zum Besuch � portugiesischen Weinausstellung find einige »uua«mften der Versammlung zur Verfügung gesteM worden. sd"kfcfatten hat man unter die Mitglieder verloost. >.-Nad) Eintritt in die Tagesordnung werden kw'ge Penstonimngs- und Anstellungsgesuche geschästsordnungs- «atzia erledigt. v.-�mezur ehemaligen Thurm st raße geböngeWeae- Me(690 qm) soll an den Fistus verkauft werden, der dafür ?u> an die Stadt abgeben und die Differenz mit 40 M. e? 5® bezahlen will. Der Aueschuß schlägt vor, da das der vladt gehörige Terrain werthooller ist, als das vom Fiskus an- Miene, die Zahl der qm, welche die Stadt dem Fiskus über- SUu 407 qm herabzusetzen und eine Unterführung der Bahn für Fußgänger zwischen den Straßen 29A und »erlangen. Die Versammlung stimmt dem Antrage Ijne Anzahl Rechnungen wird dechargirt. die Zwecke der Gesellschaft Urania(allge- ��Verbreitung astronomischer Kenntniffe) wird ein Beitrag °°«%p0 M. für das Jahr 1889 90 oerlangt. vem,? Kunert erinnert daran, daß die Arbeiter-Stadt- 7-*®f>neten das Versprechen gegeben hätten, immer mit dabei zv v®' wenn etwas für Wissenschaft und Kunst zu thun wäre. «»»..Versprechen lösen wir ein, indem wir für die Bewilli- ? n» d# Summe an d>e Gesellschaft Urania find. Wir leben "och in einer Epoche der Halbbarbarei; 90 pCt. des tor« � von Kunst und Wissenschaft so gut wie ausge- Ifen, und deshalb werden wir, die wir von einer verlogenen «reife als bilderstürmerifche Fanatiker dezeichnet worden find, nLu? Reinsten Fortschritt auf diesem Gebiete eintreten. Wir vm« vur, es hieße in der Vorlage, jeder Gemeindcschüler wenigstens einmal im Jahre die„Urania" besuchen, nicht er..wie es beißt: etwa einmal. Im Grunde genommen find � über die Bereitwilligkeit des Magistrats. COOOM. zu diesem krm. t�ktiithen Zweck herzugeben, erstaunt. Er muß sich doch tJvp' sein, daß in demselben Maße, in dem naturwissen« {jT�che Kenntnisse ins Voll eindringen, das Jntereffe an kirch- s,zn"Ngeleaenheiten abnimmt.(Gelächter. Unruhe.) Hat doch L?y)e dächst tolerante Magistrat, der eben erst von einer er- vadenm Misfion mit Ruhm und Glanz bedeckt zurückgekehrt jtj-.es fertig dekommm. 200 Kinder aus den für fie bestimmten Syulräumen aufs Pflaster zu setzen.(Rufe: Zur Sache.) Es rF wir an dem parlamentarischen Ausdruck zur Kennzeich- �Ml�bieses Vorgehens. Ich finde es inhuman, reaktionär. kurzer, weiterer Diskusston wird die Vorlage ange- unwesentliche Magistratsvorlagen werden debattelos Vorlage, betreffend den Fortgang der Kanali- Versatw.. im Juli-September Quartal d. I. nimmt die EsW 9 �enntntß. der t.T1 die Vorloge, betreffend die Verbreiterung Doro�iedrichstraße zwischen Behren- und verdr-n.�e e n straße und die Anlage einer Pferdebahn in der wann ��.-�vie orichstraße. Stadtv. Dr. Fried- �uslck.if; 4? für die Ucberweifung der Vorlage an einen SStadtjb Die W chtigkeit der Frage für die gesammte i&lieg.% fich nicht in Abrede stellen, das punctum ©efemrfJr oder doch die Forderung der Pferdebahn- Ataik?°it, wegen Zahlung eines Beitrages von fünf Millionen ku-n L.icmcmtng der Konzession zu erlangen. Es sei stellen des Ausschusses, eine Berechnung darüber aufzu- Stadt nÄ'ieweit diese Bedingung fich mit den Interessen der "daren laffe. das H°ffmann hält es für eine Taltlofigkeit, über ce wohl geziemend, daß der Ma- „ nehme, welche Wünsche an höchster Er werde aber außerdem gegen die Vorlage er gegen jede Verlängerung der Konzession oer Fühlung Nutze» und Nothweudißkeit der Uolksbäder. Maximilian BreSge« in der„tyrarrlf. 0. O'UWMW ?stalt. von Tin,;."............. cminui in uut von Dörfern gar nicht zu« � Berlin durch Umfragekarten der Wkern hat ieM-n-«" lÄ auf 31 "Bade- ..«MW UMZ'UM Wfiß mm . �»k � einige» will, jene sogar zuführt und ihn � Brausebad, welches mit einem geringen Platzauf- Pferdebahngesellfchast sei und es nickt für wünschenswerth halte, daß der Magistrat fich zu der Pferdebahngesellschaft in ein abhängiges Verhällniß stelle. Stadtv. M e u e r U verwahrt fich dagegen, daß es takt- und rückfichtslos fein würde, wenn die Versammlung einen Beschluß faßt, welcher event. der allerhöchsten Genehmigung de« darf. Das komme fast in jeder Sitzung vor. Seiner Anficht nach sei die Fricdrichstraße aber nicht in erster Linie für Paraden da und es heiße die Vorficht zu weit getrieben, wenn man des- halb eine Pferdebahn nicht anlege, weil fie an bestimmten Tagen im Jahre den militärischen Interessen im Wege stände. An solchen Tagen könne der Betrieb ja einfach eingestellt werden. Die Vorlage sei so wichtig, daß er beantrage, fie einem Ausschüsse zu überweism. Stadtv. Wieck hebt hervor, daß es fich in erster Linie um die Verkehrsintereffen handeln müsse. Er hält die Verbreiterung der Friedrichstraße zwar für wünschens- werth, aber nicht für ein zwingendes Bedürfniß, da man durch Anlage von Parallelstraßen eine Entlastung der Friedrichstraße herbeiführen könne. In keinem Falle dürfe man aber auf eine Ojäbrige Verlängerung der Konzession der Pferde- bahn eingehen. Die Gesellschaft habe im letzten Jahre einen Ueberschuß von 2& Millionen Mark erzielt, dies würde unter der Annahme, daß der Verkehr derselbe bliebe, für 6 Jahre einen Reingewinn von 15 Millionen ausmachen, der vom Jahre 1891 ab der Steuerkasse zu Gute kommen könne. Auch er beantrage die Ueberweisung der Vorlage an einen Ausschuß. Stadtv. I a k o d s hält das in der Vorlage empfohlene Zahlungsmittel ebenfalls nicht für empfehlenswerth, eine solche Münze solle für die Stadtverwaltung eigentlich nicht bestehen, denn fie erinnere an den Fähndrich, der seine Erbschaft verkaufe. Er müsse sein Bedauern darüber aussprechen, daß erst kürzlich wiederum auf eine, wenn auch nur kurze Verlängerung der Kon- zesfion eingegangen worden sei. Für eine empfehlenswerthe Sache könne die Stadt den Betrag selbst aufbringen und dann mit der Pferdebahn« Gesellschaft darüber verhandeln, wie hoch deren In- tercffen zu dcmeffm find. Er halte aber dafür, daß die Ver« sammlung vor der Entscheidung von Allerhöchster Stelle ihren Beschluß fasse. Es w'rd sodann die Vorlage an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern verwiesen. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Schluß 7% Uhr. Mo« de« Arbeitppssadtverordnete« find folgende zwei Interpellationen eingebracht worden, die begreiflicher Weise j dock nicht die erforderlichen fünf Unterschriften gefunden haben. Die Interpellationen haben folgenden Wortlaut: Ist der Magt- strat bereit, der Versammlung die Gründe miizutheilen, welche die städtische Schuldeputation veranlaßten, die beiden Schul- zimmer, in denen bisher Mittwochs und Sonnabends den Kindern derjenigen Eltem, welche der Hiestegen freireliziösen Gc« meinde angehören, Unterricht ertheilt wurde, der treten Ge- meinde zu entziehen? Tutzauer. Gnadt. Kunert.— Die andere Interpellation lautet: Wir fragen den Magisttat, cb er darüber Auskunst geben will, welchen Verlauf und Erfolg die Dardringunq der Huldigungsadresse und der Schenkungs- Urkunde eines Monumentolbrunnens am Kaiserlichen Hofe gehabt hat. Kunert. Gnadt. Tutzauer. Askales. Der Kau de« Kerliner«aturhistorische» Muse««» auf dem Grundstück der ehemaligen kgl. Eisengießerei an der Jnvalidenstraße kann nunmehr als abgeschlossen detrachtet werden. Gegenwärtig ist man bereits mit dem Einordnen der umfang- reichen Sammlungen beschäftigt. Das Gebäude nimmt den Mittelraum zwischen der landwirthschastlichm Hochschule und der Bergakademie ein, mit diesen beiden Museen eine cinheit- liche Bauanlage bildend. Seine Sandsteinfront tritt hinter jener seiner beiden Nachbarn um ein Bedeutendes zurück, so daß ein wetter und schöner Vorgarten entstanden ist, welcher der Wir- kung der Fassade wesentlich zu statten kommt. Die Architektur ist, völlig entsprechend der beiden anderen Museen, äußerst streng und schlicht in antikifirenden Formen gehalten. Breite Runddogenfenster reihen fich in sämmtlicken drei Ge- schössen aneinander. Aus der Mitte springt ein dreifensteriges, höbcr geführtes Risalit hervor, welches zwischen den Fenstenn des dritten Geschosses mit einer Oordnung von sechs Korinchischen Vollsäulen geschmückt ist und unten den tzaupteingang, der mtt wände und mtt erbeblich kleineren Geldmitteln als eine Vollbad-Badeanstalt herzustellen ist, entbehrt einer Wanne ganz. Der Badende wird beständig von einem lauwarmen Wasserstrom berieselt, der nach und nach unter Benutzung von Seife allen Schmutz von der Haut wegführt. Es ist also beständig reine» Wasser, welches die Haut bespült. Weder da« eigene schmutzige Badewasser, noch von einem Vorgänger etwa zurückgelassene, an ungenügend gereinigten Badewannen haftende Ansteckungsstoffe bespülen den Badenden und setzen ihn in Gefahr. Von großer Wichtigkeit ist beim Brausebad gerade die Berieselung der schmutzigen Haut. ES ist eine Errungenschaft auch der jüngsten Jahre, daß wir wissen, wie wenig»weck- entsprechend es ist, wenn man eine stark beschmutzte Haut- fläche sofort mit Seife stark einreibt und durch weiteres Reiben den Schmutz zu entfernen sucht. Gerade durch dieses Reiben wird der Schmutz t« die Poren der Haut einge- rieben und in ihm enthaltene Krankheitserreger finden in diesen und in etwaigen Wunden beste Gelegenheit, sich weiter zu entwickeln und Krankheiten entstehen zu lassen. Wer deshalb vor Selbstansteckung möglichst sich schütze« will, entferne unter rieselndem Wasser durch oberflächliche« Reiben zuerst den meisten Schmutz; überhaupt sollte aus gleichem Grunde bei jeder Wohnung starke« Reiben ver- mieden werden..,. Wir sehen also, m wie vollkommener Weise in der angedeuteten Richtung, die aber grade eine der bedeutsamsten ist das lauwarme Brausebad zu wirken vermag, während ihm das Wannenbad in dieser und in anderen Beziehun- aen weit nachsteht. So nimmt da» Brausebad auch er- heblich weniger Zett in Anspruch als da« Wannenbad KM rasch« Zeitfolge eine größere Anzahl Personen sich baden JU"emen große» Vorzug vor dem Wannenbad hat da« Brausebad auch noch dadurch, daß eS unmöglich ist, da«- selbe zu warm zu nehmen, wa« be, ersterem nur zu häufig Gebälk und Bodenstms verdacht ist, enthält. In der Achse dieses Hauptdaues schließt fich ein breiter Mittelbau an, und an diesen unter symmetrischer Anordnung ein langgestiecktes Quer« aebäude mtt drei einschneidenden Höfen, dessen beide Enden hinter den Gebäuden der Bergakademie und der landwirthschaft« lichen Hockschule hinreichen. Für die gewattige Größe des Grundstücks ist. wie die„Magdeb. Ztg." schreibt, bezeichnend, daß hinter dem Quergebäude noch ein großes Terrain zur An- läge eines Gartens übrig geblieben ist. In das Museum ein« ttetend, gelangt man zunächst in ein mäßig großes, überaus ein« fach ausgestattetes Vestibül, dann in einen langen gewölbten Korridor mit vor den Wänden stehenden Vollsäulen und, über die Brette desselben hinw-gschreitend, in den großen Oberlicht- bof. An den beiden Enden des Korridors führen masfive Treppen rechts zum zoologisch-paläontologischen, links zum minc- ralogisch-petrographischen Institut empor. Der vierseitige Ober« lichthof dllder den Glanzpunkt des gesammten Gebäudes. Seine gewaltige Größe kommt infolge seiner fein abgewogenen Verhältnisse kaum zum Bewußtsein. In hellgrauen Farben- tönen, zu welchen fich ein tiefes Roth und Blau für gewisse Architevurglieder gesellen, ist die Ausstattung ge« halten. Eine elegante Eisenkonstruktion mit Oderlicht spannt fich kühn und leicht über den Raum hinweg, und zwar ist die lünst« lerische Durchführung dieser Ueberdachung, welche auch in prak- tischcr Beziehung viele Verbesserungen gegen das bisher befolgte System der Vcrglasung und des Schweißwafferabflusses aufzu- weisen hat, als besonders gelungen hervor zu heben. Das innere Glasdach ist als Baldachin behandett, welcher eine breite Bor- düre von goldgelben Fransen erhalten hat. Ungemein reizvoll find die flachbogigen Träger omamentirt und ebenso anmuthig wirft die Anordnung der Zugstangen, welche dem Rachen mäch- tiger Delphine entwachsen. Die Wandflächen find in sämmt- lichen drei Geschossen von breiten Fenstern und unten von Glas» thüren, welche zu den benachbarten Sammlungesälen führen, durchbrochen. An den Lanaseiten zählt man sieben, an den Schmalseiten fünf Fenster. Zwischen ihnen steigen kräftige, tief- roth gestrichene Pfellcr empor, welche oben in ein graues Acbt« kant übergehen und in Höhe der Decke des zweiten Geschosses kräftig und schwungvoll profilirte, tiefrothe Eisensäulen tragen. Auf diesen letzteren ruhen die Fußpunfte der Oberlichtkonstru!« tion. Selbstverständlich wird der Lichthof auch die größten Objekte der zoologischen Sammlungen aufnehmen, ganz be- sonders die ausgestopften Kadaver und die Skelette der größten �äugelhiere, schon jetzt hat eine Anzahl derselben Einzug gehatten. Wie bei diesem Raum, so ist auch bei allen anderen Sälen auf ausgezeichnete Beleuchtung und auf eine möglichst helle Ausstattung Bedacht genommen worden. Sämmtliche Säle baden Licht von zwei gegenüber- liegenden Seiten erhalten. Die gewaltige Breite zwang dazu, in der Mitte der Räume eiserne Säulenreihen aufzustellen, um durch fie die Decken zu stützen. Diese find zwischen eiserne Schienen als flache Kappen feuerfichcr eingewölbt. Alle ficht« baren Eisenthette find sauber bronzirt, alle Säulen mit goldenen Linien und die weißgestrichenen Kappen mit blauen oder dunkel- grauen Linien abgesetzt. Ein lichter grauer Anstrich deckt die Wandflächen. Unten zieht fich ein andetthalb Meter hohes Paneel von braunen oder grünen flach relieffirten Flächen hin. Der Fußboden besteht aus imitirten Steinplatten. Ganz be« gndere Aufmerksamkeit ist auf eine praftische Auswahl und nordnung der Schränke gerichtet worden. Dieselben find der größten Mehrzahl nach Doppelschränke und aus Eisen heraestellt. Ihre Tiefe ist möglichst gering, damit die ausgestellten Objekte nicht zu sehr im Schatten stehen. Besonders praktisch find die Stellvorrichtungen für die Regalbretter. Der innere Anstrich ist ein leichtes Grau, der äußere ein tiefes Schwarz, zu dem das Braun der Mahagoniprofile, welche die Scheiben halten, wirkungs- voll hinzutritt. Die Ausstellung ist meist rechtwinklig, oder nach der Mitte des Zimmers zu, parallel zu den Fenstern erfolgt. Wie bedeutend die Sammlungen sind, erkennt man erst jetzt, nachdem dieselben nach dem Museum übergeführt worden find. Als besonder« bemerkenswertbe Punkte des Gebäudes find noch die an den Ecken des Oberlichtbofes angrenzenden quadrattschen Treppenräume hervorzuheben. Die Treppenläufe find in Eisen mit schwarzen Marmorstufen hergestellt. Das reich gearbeitete Geländer ist vergoldet. Vier runde eiserne Säulen bllden die inneren Stützen der Konstruftion. Von oben fällt das Licht durch eine Glasdecke mtt breiter blauer Bordüre in die Räume hinein. Ungemein reizvoll find auch die kleineren, in der Front des Hauptgebäudes gelegenen Sammelsäle. Dieselben sind massiv mit Kreuzgewölben eingewölbt, deren Bogen und Gräte geschieht; auch wird diese« meist zu lange ausgedehnt. Durch beide Umstände, die zu starker Schweißbildung führen, wird eine hohe Erkältungsgefahr für den Körper bedingt. Im Gegensatze dazu ist die Wirkung des Brausebades eine be- lebende und erftischende, waS dadurch noch erhöht wird, daß man der lauwarmen Berieselung, sobald eine vollkommene Reinigung der Körperoberfläche erzielt ist, eine mäßig kühle oder ganz kalte Abpressung folgen läßt. Da« von Lassar in der Berliner Hygieneausstellung errichtet gewesene Brausebad nahm 40 Meter im Geviert Grundfläche ein und stellte ein Wellblechhäuschen dar. Dasselbe»ar in drei Abtheilungen getrennt, deren jede einen besonderen Eingang von der Straße besaß, so daß Männer und Frauen gesondert eintraten. Es enthielt sechs Badezellen, sowie die nöthigen Wirthschafts- und VerwaltungS- räume. Die Anlage- und Betriebskosten sind so geringe, daß in geschlossener Einzelzelle ein warmes und kaltes Regenbad mit Seife und Handtuch für 10—15 Pf. verabreicht werden kann. Die Herstellungskosten der ersten Versuchsanstalt in der Ausstellung betrugen immer nur 6300 M. Es wurden damals mehr als 10 000 Bäder genommen. Sollen die Lassar'fchen Brausebäder das Vortteffliche, was fie zu leisten vermögen, auch wirklich leisten, so müsse» fie allerorten und überall in genügender Zahl errichtet werden. Ihr großer Nutzen ist schon von Behörden und Fabrikbesitzern anerkannt; besonders in Kasernen und Fa» brike», welche mit giftig wirkenden Stoffen, vorzüglich mit Metallen, arbeiten, sind solche bereits eingerichtet. Sie bewähren sich vortrefflich, indem fie die an sie gestellten Er- Wartungen, daß sie die sonst in reichlichem Maße fort- während sich geltend machende« Krankheiten erheblich ver- mindern würden, voll erfüllen. Daraus erwächst allen Theilen unschätzbarer Segen. Je zahlreicher die Bräusebäder erstehen, um so größer und greifbarer wird ihr Nutzen sich gestalten, indem immer mehr und mehr Menschen durch eine regelmäßige Reinigung ihre Widerstandsfähigkeit gegen Erkrankung mancherlei Art, auf einer Reibe von dunkelgrünen, in der Mitte der Räume aufgestellten Granitsöulen ruhen. Noch in diesem Jahre dürfte die Aufstellung der Sammlungen beendet sein und das Mu» seum dem Besuche des Publikums übergeben werden. Di» Entscheidung»« des selige««ZeMerberathe», d. h. jener famosen Schöpfung der Rcaktiontepoche nach dem „tollen Jahr", durch welche den damaligen Zünftlern Sand in die Augen gestreut wurde, erhalten gerade im gegenwärtigen Augenblicke, in welchem die Zünftler fich rüsten, den letzten An- stürm gegen die„Gewerbeordnung" in Form der Forderung des Befähigungsnachweises zu richten, um so höheren Werth, als aus ihnen ersichtlich ist, welche Schwierigkeiten die Abgren« zung der einzelnen Gewerbe selbst jenen findigen Köpfen vcr« ursacht hat, welche fich und anderen einzureden versuchten, mittelst der gewerblichen Zwangsjacke das soziale Paradies für die Hand« wcrker zu schaffen. Tre„Volks- Ztg." schreibt: Die Zahl dieser Entscheidungen ist Legion, denn es verging naturgemäß kein Tag, an welchem nicht die einzelnen Gewerbe in Streitigkeiten über ihre Befugnisse betreffs der Anfertigung von Handwerks- erzeugnifsen geriethen, und ganze Berge von Aktenstößen find entstanden, ohne daß deshalb auch nur ein Gewerbe Klarheit über sein Grenzgebiet erlangt Kälte. So hat die Frage: „dürfen ViUualienhändler den Teig zu dem Brot bereiten, welches fie in ihren Läden verkaufen, aber beim Bäcker backen lassen wollen?" ihre bejahende Beantwortung erst durch den damaligen Handelsminifier gefunden, well ihre Entscheidung für dm Gewerberath zu hoch gelegen hat. Die Fabrikation der Mützen aus Pelz war allein den Kürschnem zugestanden, die Mützen aus Tuch, Seide, Stroh u. f. w. durften nur die Schneider verfertigen, bis eine Entscheidung des Ministers die des Gewerberaths aufhob und die Fabrikation von Mützen aus anderen Stoffen als Pelz, freigab, d. h. nun konnte fie jedes alle Weib auch ohne Prüfung beliebig her- stellen. Dagegm hat die Entscheidung des Streites, ob der Pelzrock vom Kürschner oder Schneider gefertigt werden muß. sowohl den Gewcrdcrath aus das Patent vom 9. Februar 1349 überlebt, und ist bis heute noch nicht entschieden. Die Anfertigung von Korsetts ist gleichfalls Gegenstand jahrelangen Streites zwischen Damenschneidem und Korsett- macherinnen gewesen. Mit Rückficht auf das Maßnehmen, das dem Plenum des Gewerberatbcs als Funktion für Damen- schncider bedenklich erschien, hatte dasselbe die Entscheidung der bezüglichen Abtheilung aufgehoben und den Korsettmacherinnen Recht gegeben. Auf den sellens der Minorität hiergegen er« hobenen Protest verweigerte das Handelsministerium seine Ein- Mischung und erklärte es für Sache des Gewerberathes, feste Regeln aufzustellen.„Jedoch müßte dieser," heißt es in dem bezüglichen Entscheide,„solche Festsetzungm vermeiden, gegen welche die Betheiligten nach§ 2 Beschwerde erheben könnten." Man wird zugeben, daß selbst das Urtheil Salomonis hinter dieser Weisheit noch um eine Nasenlänge zurückbleibt. In Bezug auf Anstreichen und Malen herrschte durch die Entscheidungen der Gewerberäthe eine Konfufion, die geradezu klassisch genannt zu werden verdient. Während der Berliner Gewerberath das Anstteichen nur den Malern gestattete, hatten die von Potsdam und Brandmdurg, umgekehrt, den Malern daS Anstreichen verboten und dies nur dm„gelernten Anstteichern" zugestanden. Die Schriftmalerei war den Malern zugestanden, die Porzellanmalerei dagegen als ein freies Gewerbe fest- gestellt, tzolzmalerei durfte nur von Malern geübt werden, dagegen durften die Klempner Waaren bemalen und lackiren, welche von ihnen selbst gefertigt wurden. Tabaksbeutel und Hosenträger aus Borden, mit Leder eingefaßt oder de- steppt, durftm nur von Handschuhmachern und Taschnem ge- fertigt weiden, dagegen durften die Täschner auch Maschinen- riemen fertigen, was sonst nur Satllem und Riemem zu- stand. Zu ganz besonderer Heiterkeit giebt die Entscheidung An- laß, welche der Generalrath in Betreff des Streites zwischen Barbier- und Perrückenmacher-Jnnung in Bezu auf das Haar- schneiden gefällt hat. Gegen den Anspruch der Penücken- macher, das Haarschneiden für fich allein zu haben, hatten die Barbiere erwidert:„Das Haarschneiden kommt umgekehrt nur uns zu." Beide Parteien beschäftigen fich mit dem Haar am Haupt des Menschen und es fragt fich nur, wie hier die Arbell zu trennen ist. Nach dem Flächmraum kann dies nicht ge- schehen, so daß der eine auf den Vordetthell, der andere auf den Hintertheil verwiesen werden könnte. Die einzig vernünftige Art, die Arbeit zu kennen, geschieht nach dem Zweck, den jemand im Auae hat, wenn er zum Barbier oder zum Perrücken- mache: geht. Der Barbier wird stets dmutzt, den Haarwuchs zu kürzen, abzuschneiden; für den Perrückenmacher hingegen wird das Haar stets ein Gegenstand der Bearbettung. Mag der Perrückenmacher die künstliche Bearbeitung des Haares bis auf das Kräuseln der Bärte ausdehnen und dm von uns selbst'hm zugestandenen heiligen Boden mit unbefugter Hand entwerhcn— wir werden nicht dagegm prote- stiren; ober das Abschneiden des Haares ist ganz unsere Sache. Trotz dieser beredten Beweisführung entschied der Gewerberath, daß beide Parteien Haare schneiden dürftm, aber das Fttfiren, Touckiren, Coiffiren, auch Pomadifircn gehötte ausschließlich den Perückenmachern. Eine Berufung der Barbiere insbesondere aber gegen die sogenannten Erkältungskrank- heiten, erhöhen und festigen. Die nachkommmdm Geschlech- ter aber werden einen gesunderen und kräftigeren Körper aufweisen und mit ihm ihrem Gemeinwesen größere und werth- vollere Dienste zu leisten vermögm, als ein krankes und stecheS Geschlecht eS vermag. Staat und Gemeinde sollten also auch hervorragenden Antheil bei der Errichtung von Brausebädern nehmen; insbesondere läge eS im ausgesprochenen Nutzen von Gemeindebehörden, vorzüglich größerer Städte, in der Errichtung von Brausebädern selbstständig vorzugehm und an geeigneten Punkten solche auf eigme Kosten zu er- � �Bei der Anlage von solchen Brausebädern müßte in erster Linie der Ort, auf dem sie errichtet werdm sollm, sorgfältig auf seine Lage erwogen werden. Stark begangene Straßen und Plätze sind allen anderen vorzuziehm, vorzüg- lich wenn sie am meisten von Arbeitern und Gewerbetteiben- dm benutzt zu werden pflegm. Solche Anstalten müssm durch ihr Dastehen die Vorübergehenden beständig und lebm- dig an ihre Pflicht, ihren Körper zum Nutzen ihrer eigenen Person, ihrer Familie, des Staates und der Gemeinde in gutem Gesundheitszustände zu erhaltm, erinnern. Kein Um- weg und unnützer Zeitverlust dürfen der gewohnten Träg» heit zu Hilfe komme», sondern Lage und Bauart der Bäder müssen einladm, gewissermaßen im Vorübergehen die Gelegenheit zur Kräftigung und Erfrischung des Körpers wahrzunehmm und zu benutzen. Zeit und Erfahrung werden lehren, daß alsdann das Bedürfniß für Brausebäder immer mehr sich steigern wird, so daß bald zur Gewohnhett wird, was früher weder als Wunsch noch alS Bedürfniß empfunden wurde. Mehr und mehr wird daS Verständniß für die hohe Bedeutung einer ausgiebigen und geregelten Hautpflege in breiten Schichten der Bevölkerung geweckt und erschlossm werden. Mehr und mehr werden diese erkennen, daß ihre Lebensbedingungen dadurch wesentlich günstigere und gesichertere werden. Die Brausebäder werden alsdann sein, was sie fem sollen: wirkliche Volksbäder im weitestm Sinne des Worte?. an den Handelsminister hatte leinen Erfolg, daß aber noch heute die Barbiere Gegner des Befähigungsnachweises sind, liegt doch zweifellos an den Erinnerungen aus jener Zeit des Zünstlerhumbugs. Fünfzehn Jahre hat dieser Gewerberath existitt, aber schon 1864 ist er an allgemeiner Ledmsschwäche verschieden. Welches Interesse die damaligen Handwerker dieser Schöpfung, für welche fie die polllische Erstgeburt der ftcien Wahl gerade so verkaust hatten, als ihre heutigen Nachbeter, entgegengebracht, geht aus dem Zahlcnverbällniß bei der Wahl zum Gewerderath deutlich hervor. In 1850 betheiligten fich 4: 5 xCt. der Berechtigten, in 1852 nur 8 pCt, 1858 nur 5 pCt. und in 1360 nur noch 2t pCt. der Wahlberechtigten an diesen Wahlen. Und in 1865 standen schon namhafte Führer der heutigen Zünftler mit ihren Namen an der Spitze von Petionen für unbeschränkte Gewerbefteiheit, eine Thatfache, an welche diese Obermeister heute nicht gern erinnert sein wollen. Trotzdem kann man hieran kaum oft genug erinnern, denn das Gros der Gefolgschaft für diese Ber- liner Durchfallskandidaten ist über die Vorgänge früherer Jahr- zehnte nur sehr mangelhaft orientirt. Ein Berichterstatter meldet heute folgendes: Die Friseure und Barbiere waren gestem wieder einmal als feindliche Brüder zum Termin auf dem Polizeipräfidium. Die Barbiere verlangen, zu einer zwetten Berliner Friseur« und Pmückcnmacher- Innung erhoben zu werden, wogegen fich die Friseure heftig sträuben. Der Friseur-Obermeister Thomas hat den steten Kampf satt und legt mit Schluß dieses Jahres sein Amt nieder. Uebe» die AoestrUnng der„Aegintha" plaudert der vogelkundige Johannes Trojan im Feuilleton der„Nat-Ztg.": Auf der Ausstellung der„Aegintha" ist neben dem Glanz- und Prachtfederspiel des Auslandes und einem vollbesetzten Orchester von Kanarienvögeln auch unsere einheimische Vogelwelt stark vertreten. Was niedlich heißt und auf Zweigen wohnt, ist da zu finden: Rothkehlchen und Blaukehlchen, Grasmücken. Nach- ligallen, Pirole, der winzige Zaunkönig, allerhand Meisenvolk, das immer in Bewegung und anscheinend immer vergnügt ist, und noch vieles andere. Mit viel Theilnahme wird ein Fliegen- schnäpper betrachtet, der aus dem Neste gefallen und aufge- päppelt ist. Ucbrigens hat er schon das Alter von drei Jahren erreicht, ist also über die Gefabren seiner Kinderzeit längst hin- aus. Eine schneeweiße Bachstelze erregt die Aufmerksamkeit als Seltenheit und durch ihr feines Ausseben. Allerliebst nimmt fich ein Volk Wachteln aus, dem ein Kiebitz beigesellt ist, welcher fie zu hüten scheint. Von dem nicht ornitbologisch gebildeten Publikum wird der Kiebitz vielfach für den Vater der Wachteln gehalten. Beiläufig kostet ein lebender Kiebitz 4j— 5 M., ein Preis, der fich, wenn er einigermaßen fleißig legt, bei dem hohen Preise der Kiebitzeier leicht herausschlagen läßt. Wer einen Wiedehopf noch nicht gesehen hat, kann noch vor Schluß der Aegintha- Ausstellung diesen drolligen Vogel kennen lernen. Man muß aber vor seinem Käfig so lange warten, bis er seine Tolle sträubt, was er gewöhnlich auf einiges Zureden hin thut. Erst dann erscheint er in voller Schönheit. Schwalben in der Gefangenschaft kann man nicht ohne einiges Bedauern ansehen, auch wenn man sonst gar nicht zur Sentimentalität neigt. Gerade die Schwalbe ist uns so ungeheuer bekannt als Luftdewohnerin, daß es peinlich berühtt. ihr die Bewegung in freier Luft benommen zu sehen. Dazu kommt es, daß die freien Schwalben jetzt alle schon abgereist, diese ge- fangenen, von Majewski ausgestellten, ganz allein in dem ver- sperltngten Berlin zurückgeblieten find, wo gerade für Schwalben der Winter so wenig bietet. Uebrigens sehen diese, zumal die Rauchschwalben(auch Haus- und Uferschwalben find dabei) recht gut aus und scheinen fich in ihrem großen Käfig, wo fie mit Laubvögeln und Meisen zusammen und auch sonst in guter Gesellschaft hausen, verhällnißmäßig wohl zu befinden. Schwalben in der Gefangenschaft find auf die Dauer schwsr zu erhalten; diese hier haben ihrem Aussteller in Verbindung mit seinen sonstigen Leistungen eine der von der Stadt Berlin aus- gesetzten goldenen Medaillen eingetragen. Derselbe verdienstvolle Herr Majewski hat in unmittelbarer Nachbarschaft der Schwalben auch in einem breiten und hohen Käfig einen Vogel ausgestellt, den fetten jemand draußen zu sehen bekommt: einen großen Schwarzspccht. Es ist ein eigenthüm- licher Vogel, von ansehnlicher Größe und kohlschwarz, nur mit einem scharlachrothen Käppchen geziert. Unaufhörlich hackt er, den Kopf zurückwerfend und wieder vorschnellend, mit seinem starken Schnabel auf die Borkenwand seines Käfigs los. Das ist aber noch nicht alles Merkwürdige, was von ihm zu rühmen ist. Wer ihn ficht, muß fich sofort sagen, daß er etwas von einem Hexenmeister an fich hat, und ein solcher ist er in der That. Im Volksglauben ist er der Zauberoogel, von dem man Wurzel oder das Kraut bekommen kann, welches verschlossene Schatzhöhlen, nach Anderen auch verschlossene Herzen öffnet. Dieser in der Kommandantenstraße ausgestellte Schwarzspecht ist, wie der Katalog besagt, unverkäuflich. Wen wundert das? Wer einen Schwarzspecht befitzt und ihn verkaufte, wäre ja, auch wenn er mehrere Millionen Mark für ihn erhiette, ein großer Thor. Von I. Lehmann ist ausgestellt ein anderer seltener Vogel, ein Uhu. Es ist ein schönes Exemplar mit prachtvollen Augen, das in einem unwillkürlich den Wunsch rege macht, einen Uhu als Stubenvogel zu dcfitzen. Man würde ihn am besten in der gewöhnlich nur schwach beleuchteten Berliner Stube aufstellen. Ernähren ließe er fich ohne Schwierigkeit mit Mäusen, die man leicht in der Küche und Speisekammer ziehen kann. Aber der Preis, der Preis! Ein Uhu kostet 100 M., und das ist viel. Am Ende kaufte ich mir, wenn ich 100 M. frei hätte, doch lieber 100 Kohlmeisen oder 50 Rothkehlchen dafür. Das find die beiden dilligsten Vogclartm, das Rothkehlchen kostet nur 2 und die Kohlmeise gar nur 1 M. Der Uhupreis aber wird noch üderttoffen durch die Preise von Kakadus und Papageien, die bis 500 M. für sehr gut ausgelernte Exemplare gehen. Es kommt auch in der Vogelwell darauf an, daß man etwas ver- steht. So gilt ein gewöhnlicher zahmer Staar nur 10 M., ein gelehtter aber 60. Gestern war die Verloosung der Aeaintha. Möchte es doch jedem der zur Verloosung gekommenen Vögel deschiedcn sein, in §ute Hand zu fallen. Das geschieht nicht immer. Ich war leuge davon, wie ein Herr in einer Vogelausstellung einen grasgrünen Edelpapagei gewonnen hatte, und beide, Mann und Vogel, wußten nichts miteinander anzufangen. Der Vogel drehte seinem neuen Befitzer den Rücken zu und sagte lein Wort, obgleich er sehr gebildet war. Zuerst, wenn man durch Kauf oder durch das Glücksrad zu einem Vogel gekommen ist. verschaffe man fich Gewißheit dar- über, ob er Vegetarier oder Fleischfresser ist. Ein Rothkehlchen z. B. kann man so wenig mit Hanfsamm durchbringen, wie einen Löwen mit Semmel. Wer die Bedürfnisse der verschiedenen Vögel kennt, weiß fich auch für die Fleischfresser die nöthige Nahrung selbst zu ziehen. Vor einigen Tagen besuchte ich einen mir befreundeten vogclholden Dichter, da demerkte ich sechs große Steintöpfe, welche auf einem Gestell neben seinem Schreibtisch standen. „Eingemachtes oder Würmer?" fragte ich ihn, indem ich hinauf. wies.„Würmer!" erwiderte er—„willst Du welche sehen —„Sehr gem." sagte ich. Er nahm einen der Stein topft von dem Gestell herunter, band ihn auf und ließ mich hineinsehen. Es war eine Mehlwurmkultur im besten Zustand. Der Topf war mit Kleie gefüllt und darin wimmelte es von halbwachsenen Mehlwüimem.„Schön, nicht wahr?" sagte mein Freund.„Ja," erwiderte ich, indem ich mich auf den Rothkehlchcnstandpunkt steMe.„man möchte gleich hineinoicken." Die K-schäftigung der Vefaugeve« ist nachgerade ein Schrcckensthema geworden nicht dlos für die Gewerbetreibenden, welche unter dem Drucke dieser dilligen Ardeilskräfte zu er- liegen drohten, sondern neuerdings auch für die Behörden, für die Staatsverwaltung insbesondere, der die Ausgaben für die Verwattung der Gefängnisse über den Kopf zu wachsen du Beziffert fich dochZschon gegenwärtig der Zuschuß, den der Sl alljährlich zu den Gefängnissen(Zuchthäusern, Sttafanstallni zu leisten hat, auf rund 7 Millionen Mark. Besonders fällig stellt fich dieses Difiztt erst dar. wenn man die i Summen in Betracht zieht, um die es fich dabei handelt. gesammte Ausgabe für das Gefängnißwesen bettägt nä» etwa 10 Millionen Mark pro Jahr, und diesem Betrage fich gegenüber eine Gesammteinnahme aus den Gefäng von dem Ardettslohn, das die Unternehmer für die Ardeits! zahlen, ferner aus den Einnahmen der von den Gefanl zu entrichtenden Haftkosten, endlich aus den Erträgen der peliaavies 1 parallel zr .«schmal, V-bergestel „Stärke i Iitze für l �«ld des » infolge früher d •TÄ 0W WIVWUf U«S> V(ll W»'•«Q>* I v. IVU den Gefängnissen gehörigen Feld- und Gartengrundstücke>�.�illblech h kaum 3 Millionen Mark. Das giebt natürlich ein wundert�®««»! wird d Bild: Während einerseits der Gewerbetreibende zu Gsta, und d« geht unter der Konkurrenz der Zuchthausardeit, zahlt der StMnionstrutti! Jngenie asf In dltt tzdstFr. sftr Äerw itungsges N. Anl: S F.« , chtzast lon, die ringe G unschäd! 1 im L T& SG mtn im «fein»i :*n geg °ng besv ung des! n müßte Millionen für den Unterhalt dieser Strafanstalten, in de die Gefangenen für so dillige Löhne arbeiten müssen. diesen Widerspruch vollends unlöslich zumachen, find olle-. einig in dem absprechenden Uttheil über die schlechte BefdwJJ hett der Zuchthausarbeit. Der Handwerker schimpft f auf den„Schund", der dort fabttzttt werde, der schlaue der Arbeitskräfte jammert, daß er nicht auf die Kosten und der Staat rechnet z'ffermäßig nach, daß 5 Gegangene so viel ardetten, wie 2 freie Arbeiter, was eigentlich genau go men den dauernden Aufwand von jährlich 7 Millionen auch nicht erklären würde. Damit ist aber die staatliche Auf für Strafanstallszwecke noch keineswegs deendet. E nämlich die verschiedmen Millionen, welche bereits zum neuer Gefängnisse aufgewendet find, und für diese Kaps müssen doch mindestens die Zinsen berechnet werden, und find auch die Summen außer Berechnung gelassen, die jährlich zu Gefängnißdmtten verwendet werden. Jndeffen. Thema von der Gefängnißardett ist von der witthschastb Seite her mehr als übergenug eröttert worden und neu iß der rechnungsmäßige Nachweis, daß fünf Gefangene � viel leisten, als zwei freie Ardeiter. Dieses RcchnungseilÄ dürfte wieder geeignet sein, dm Vertheidigern der Prügelß���e, und anderen ähnlichen menschenfreundlichen Reformatoren, Strafvollstreckung Waffer auf ihre Mühle zu liefern und d' verlohnt es wohl, die Sache ein wenig gmauer zu betn Zunächst dürste ein Unterschied zu machen sein zwischen sogmannten kurzzeitigen Gefangmen und solchen, die längere Freihettsstrafe zu verbüßen habm. Die Zahl der dürfte bei der eben erwähnten Berechnung stark und tä ins Gewicht fallen. Gefangene, die Strafen von ein drei oder vier Monatm zu verbüßen haben, kommen mit Arbeitsleistung wenig oder gar nicht in Äettacht. I« Monat haben fie mit dem Leinen der ihnen zugewiesenen zu thun, im zwetten gehts allmfalls soso mit der SHtbriH.™ dritten Monat aber feuert die in Aussicht stehende EntWß � den Fleiß nicht mehr an. Ganz anders steht die bei den langzeitigen Gefangenen. Richtig ist ja, die Einsamkett und der Mangel an Freiheit die lust nicht erhöhen, ab:: das dem einzelnen Gest aufgetragene Arbeitspensum dürfte doch nur wenig vatz. Leistung eines frcim Arbeiters abweichen. Ja keine» kann davon die Rede sein, daß 2t Arbeitspensa einet fangenen etwa einem Pensum des freien Arbeiters kommen. Wohl mag es vorkommen, daß einzelne Geb namentlich in der Einzelhaft täglich mitunter 2 bis' statt des einen vorgeschrtebenm Pensum erledigen, wegen ihnen daraus erwachsenden Vortheils des Ueberverdienstes. diese Fälle sind vereinzelt und meist die Folge des Iran Einflusses der Einzelhaft mit ihren Körper und Geist trächtigenden Wirkungen. Nicht gering ist dagegm du derjenigen, welche infolge des Einflusses der Haft ein Pensum überhaupt nichl zu erledigen im Stande find. angefühttm Bedmken zeigm, daß die Berechnungl Leistungsfähigkeit der arbeitenden Gefangenen doch Klarstellung de? rechnungsmäßigen Faktorm dedarf, mi das Resultat gefunden ist. In keinem Falle ist die folgerung berechtigt, als wären Nachficht und übermäßige lichkeitsruckfichten Schuld an dieser geringen Leistungs! „Mangel an Fleiß" bildet in den Listen über verhängte � strafen eine nicht selten wiederkehrmde Rubrik in fängniffm und die Entziehung der warmm Kost, des Lagers und des Lichts find Sttafmittel, denm zu entgetz�u Gefangme gern alle Kräfte aufbietet. Freilich wäre eW-y liche Regelung dieser Angelegenheit sehr erwünscht; ad»■ so oft begehrte Strafvollzuzsgesetz läßt nichts mehr hören. «i»» Neihenfolge„kritischer Tage" scheint erstm Tage dieser Woche angedrochm zu sein und ke» hat dieselben vorhergesagt. Gleich vom Montag an w wir den in Berlin slattaehabten„Unfällen" eine besonde�. leider sehr reichhaltige Äubrtt am Ende dieses Theiles Blattes einräumen und nun werdm von Stunde zu jl« S die A, " Si ungfn ».berliner °n Z %% «3 weitere Unfälle aus Berlin und auS allen möglichen GW und Ländern gemeldet, und zwar so schwere, wie t" Glück nur selten zu geschehen pflegen,«ine ganze niedergebrannt, Eismbahnzüge find auS dem Ge schleudert worden und haben viele Menschenleben da»»! kurz, der Telegraph bringt alle Augmdlicke eine neue bl Kunde.— Hoffen wir, daß diese„kritischen Tage ........________-u Ij«erder Ende nehmen! ft j-Aer r, anlagen und bei den Baumanpflanzungen auf 6""%' tJjet>04i Plätzen wird jetzt bewerkstelligt. Alljährlich machen?�% � ......................... WSMi Folgen von Gasausströmungen in den von Bäumm bemerkbar. Namentlich M Gasdunst nicht abzuhalten' verm ögen,'"i st"dtts Absterben � , ottT? bar. Es sollm nunmehr andere Einrichtungen getroffen wodurch der Boden des Dammes vollständig von ve» linim der Trottoire abgeschloffm wttd._ Her Fang von Krebsen ist in der Zett 1 vember et. des zum 31. Mai 1889 im Regierungsde»«� le�Aoni dam in allen mcht geschlossenen Gewässem verboten. � g e� das Krebse wahrend der angeordneten Schonzeit lebend* b-/wir schrittler erscheint dringend geboten. strenge Befolgung dieser äs Der De»- resp. Umba« de» Zirka»%%% liefert gegenwärtig ein sehenswerihe. Karlstraße WD HDW wamm nimmt zur faniipmon � D*»/ J achtsettigm Kernraum wird die gegen fruhejJ'gsttf1' größerte Manege ihren Platz erhatten. Zu beiden chs-n dM�P-K-Mes schließen sich fast in gleicher Höhe des Tambours >en der SWW IWiillel zur Längenaxe des Baues je zwei Schiffe an, das fanstilten� Ichmal, daß äußere breit. Auch diese werden völlig von sonders«J � hergestellt. Nur das eiseme Machwerk der beiden äußeren r die voW»wnimgswSnde wird mit einem Mauerwerk von einem Halden jandclt. � �Mrke ausaesüllt werden. Von der Manege an werden ragt näwj j-'he für die Zuschauer amphitheatralisch bis zu der hintersten getrage � des Baues hoch emporsteigen. Die Zahl der Pläye GefängnW°° mwlge der Erweiterung und Erhöhung des Raumes ! ArdeitsMM Miher dedeutend größer werden. Die Unterkonstruktionen i Gefangeiiai vlele Eitzterraffen destehen ebenfalls aus Eisen. Kurz, der trägen da P°yino feuersicher wie möglich. Selbst die Decken werden mdstucke«�"lblech hergestellt. Erst nach dieser Sicherung der Innen- wundatoBM! wird das Wellblech außerhalb mit einer Verschalung de« e zu Gr«'/« und diese mit Dachpappe dedeckt werden. Sämmtliche hlt der E�ulonstmktion liefert Lauchhammer. Der Entwurf rührt von n, in diw� iznzenieur Scharowsky her nnd war derselbe infolge muffen,«. umfangreichen statischen Berechnungen ein ganz besonders ind olle a*»"Werlte Kreise« hiestgrr Va»tech»ik»r wird gegen« wpft r chlauc kosten eiangene zenau ga inen auw Aufa L Es its zum cse Kap en, und sin, die Jndcffen irthschafsi d agene ?«■«®tQae kehr eingehend erörtert, od es möglich sei, die "Jf Verwendung von Leuchtgas noch immer verbundene �»ungsgefahr zu verringem oder womöglich ganz zu de- n. Anlaß zu diesen Versuchen haben neuerdings bekannt 0%% Forschungsresultate üher die einzelnen Bestandtheile Mchtgasts gegeben. Von diesen Bestandtheilen find das 2?"' die Kohlenwafferstoffe und der Wasserstoff, sowie auch toitl-balt von Kohlensäure gesundheitlich wenn nicht �Mödlich, so doch nur von geringem Belange; dagegen üft,"l."cuchtgas vorhandene Kohlenoxyd das eigentlich Wiz. M der Einathmung vergiftend wirkende Mittel. kLmU im, Leuchtgas in verschiedener Menge von 5 bis 13 • LlT Manden, hat aber auf die Leuchtkraft des Gases Sfc??k»stuß und es ist deshalb begreiflich, daß die Tech- neu bemüht sind, diesen für Beleuchtungszwecke nutzwsen, agene nu�a en«�? höchst gefährlichen Bestandtheil unseres Leuchtgases nungscranMft bevor der letztere zum Gebrauch für das Pudliwm r Prüg-SSr,g��-«!estun g■MM'| khi,>lung übergeführt wird. Leider sind die bis« einer Ausscheidung des Kohlenoxyds aus dem /stfern ungünstig ausgefallen, als sich verartige Ein« ;L f?'»f großen Maßstabe, wie sie bei unseren Gasanstalten h-al.»« wurden, zu kostspielig erwiesen haben und große ZZ/.Kegenwärtig bei der Konkurrenz der elektrischen Be- kL, a°ksonders vermieden werden müssen, da eine Ver- Änern Leuchtgases den Gasanstalten unabsehbaren Schaden ' Üs H' blnter diesen Umständen wird man sich der vSsgefahr dmch Leuchtgas gegenüber auf anderweite �ngsmittel beschränken müssen; namentlich soll auf sorg- z,rie,lr.. 7-�k!i�u ammensüzen der Leitungsröhren und auf eine beffere er Arbeit.� der Verschlüsse an den Behältern für das Konden- de EntlB?»bi*. Bedacht genommen werden. Der Verlust durch ,t die dZ, ��i..vhren soll ein nicht unbedeutender sein und außer id?n(- Vergiftung auch einen nicht unbeträchllichen d>i. bie Gasanstalten mit sich bringen. lliv«??, vernehme«, ist am Freitag das Mitglied des l°rden �?ier" Frau Marie Zenger plötzlich am Herzschlag Qn Prügi ormator«, i und zu detv zwischen en, die hl der und tä on eine». men mit !t. I« siesenen st die ist die Gcfl zenig od keinem sa eine* beiters le Geil 2 bis B i, wegen 'dienstes. es kram d Geist cgen die >aft ein e sind. chnung« doch , mii ! die näßige stungsfe� thän« X unsel�Il» i, des u ei äre -uhr besonder .'heiles � e: mze I n - Frau Marie Zenger plötzlich—„ Die Dame, welche aus München stammte, hatte in est ihrer Wirksamkeit sich durch ihr freundliches nerkennung des Publikums, wie ihrer Direktion Sie war in den bisher stattgefundenen 18 Demetrius« ( skm» iö Mal als Olga aufgetreten und hatte auch in d en Eröffnungsvorstellung mitgewirkt. Leider wurde dMlrner Theater die Nachricht von dem Ableben der 1»"st in dem Augenblicke zu Theil, als man sie be- tinn®tust sentte, sodaß eine Betheiligung seitens der " und des Künstlerpersonals unmöglich wurde. Die bat aber sofort nach Kenntnißnahme der wackeren v 3% �"iassen, %% ssloy�vstdirdstahl«- Affaire erläßt nunmehr auch iyen Präsidium eine Bekanntmachung, die heute auf >ng dessen l>n_____—. 1 Unv 7.— uorr|U|uu nuu) jrtiimiuijiiuyiiit; un u/uutmi Trab i. bsamen Kollegin dm wohlverdienten Lorbeer auf a»/ Sen lassen. osidii iwüst m Jy» S? tvie folgt: h%L,n ist vermuthlich von zwei früheren Post« eines denen der eine die vollständige Umsorm nur«ina m ote«, der andere indeß neben Zivilkleidung .'�Lostmütze getragen hat, auegeführt worden. oder fns? � in der Nacht vom 27. zum 28. Oktober oder»P01 dem Wiederauffinden der Beutel eine getranx? Personen gesebm hat, welche Briefsäcke tc. bemerkt r.°uf andere Weese defördert haben, oder Nannten o. � ein schwerer Gegenstand in den ge- »on seln-l. �?i? geworfen worden ist. wird aufgefordert, iMolken� Wahrnehmungen dem Kriminal-Kommissariat "-r oder der Ober- Postdirektion(Spandauer« chl.�-�Ukiiich Mittheilung zu machen." für ni. noch der Hinweis auf die von der Post« von 5m Ermittelung der Thätcr«. ausgesetzte Bc- In einem der gestohlenen Postbeutel tgcthellt sei, eine eingeschriebene Sm« an ein hiesiges Bankinstitut, enthaltend eine .. JäWjä'- ll.rtgji iö"-»»»llliri«- SA« W% 1000 N=n? sind bm w�..a"herlt und können auch bei der Kriminalpolrzer reete der Schlächtergeselle der Zentral'Markthalle einen troffen on ve« MWMNN k..betrtenben aJ S® Ju siut in anderem Sinne auf dm aus �g�ettern._Die Spanier und Portugiesen wandelt im Litthauischen Finnischm fälll ff<3® Ä tßp" SÄ? „ Seste" wer nannten ihren Flaschenkeller mit dem griechischm Worte„apotleca", während„cella vimria" nur die Gährkammer war.) Die Spanier machen aus„dutienla" ihre „botella", und„botelleria" bedeutet bei ihnen Flaschenkeller, wie die Portugiesen„botelha" und„botelheiro" haben. Im Mittelhochdeutschen klingt die„bnticula" wieder in„butigläre", „putigler". Schenk, Mundschenk. Im Schwedischen sagt man auch„bntelje" und hat das Zeitwort„butelljera" wr„auf Flaschen füllen". Man sieht, wie wenig weit die Nationen Europas von einem allseitig verständlichen Volapük hinsichtlich der Gegenstände, die auf einen... braoen Trunk Bezug habm, entfernt find. Kchwindler. Am 28. v. M. erschien bei der in der Stralauer Straße wohnhasten Frau D. während der Abwesen- heit ihres Ehemannes ein angeblich im Hotel Continental als Kommissionär angestellter zirka 28 Jahre aller Mann, welcher sich Schlegel nannte, und angab beauftragt zu sein, für einen im Hotel wohnmden Fremden Privatwohnung zu suchen. Der« selbe mietbete auch die beiden von der Frau zu vermiethenden Zimmer für dm monatlichen Miethspreis von 50 M, stellte eine Anerkenntniß aus und verlangte von Frau D. eine Kom- misfionsgedühr von 5 Mark, welche er erhielt. Da am Bezugs« tage sich kein Mietber einstellte, zog Frau D. nähere Erkundi« gungen im Hotel Continental ein und erfuhr daselbst, daß ein Kommissionär Schlegel dort nicht bekannt war. Gi« ehrlicher Streit mit blutigem Ausgang spielte sich gestern Nachmittag auf der Reinickendorfer Feldmark ab. Da- selbst waren die Eheleute M. aus Reinickendorf beim Bearbeiten ihres Ackers in Wortwechsel gerathen, in dessen Verlauf der jähzornige Mann, ein Schmied, sein Taschenmesser zog und es seiner Ehefrau mehrmals in den Rücken stieß. Als die Frau ohnmächtig zu Boden sank, eilte M. jammernd ins Dorf, um Hilfe herdeizuholm. Auf Veranlassung des Ottsvorstehers wurde dann die anscheinend schwer Verletzte nach Berlin in ein Kranken- Haus übergefühtt, der Mann aber in polizeilichm Gewahrsam genommen. Et«»ah» sinniger Krandstifter. In große Aufregung wurdm Dienstag Abend die Bewohner des Hauses Alte Jakob- straße 134 durch einen Irrsinnigen versetzt. Derselbe ist der Schuhmacher Ernst H., welcher in dem bezeichneten Hause wohnt und der in letzter Zeit, laut Aussage mehrerer Nachbarn, ein sehr verstörtes Wesen zur Schau getragen habm soll Während des ganzen Tages hatte er sich nicht sehen lassen. Gegm Abend drang plötzlich aus seiner Wohnung ein penetranter Brand- und Petroleumaeruch und bald erfüllte dicker Rauch den Treppmflur. Die geängstigten Nachbarn öffneten gewaltsam die H.'sche Woh« nung und fanden daselbst dm H. vor seinem brennenden Bette stehm, stumpffinnig auf das hellflackernde Feuer starrend. So« fort machten sich die Anwesendm daran, das Fmer zu löschen und sich des Brandstifters zu bemächtigen, um ihn nach dem nächstgclegmm Polizeirevier zu führen. Auf der Wache ange« langt, kam man sofott zu der Ueberzeugung, daß man es mit einem Geisteskranken zu thun habe, eine Ansicht, welche ein binzuaerufmer Physikus nach eingehender Beobachtung bestätigte. Der Kranke wurde darauf unter polizeilicher Bedeckung nach der Chatttee geschafftt. Hei einer wegen Taschendiebstaht« in Haft ge- «omme«e« Perlon wurdm folgende Gegenstände, welche vermuthlich aus Taschendiebstählen hcnüdren, vorgefunden: 1 Portemonnaie von braunem, schuppenartig geripptem Leder mit Kurbelvettchluß und 5,74 M. Inhalt, 1 Damen-Portemonnaie von gelbem, gettpptem Leder, 1 aus zwei Theilen de- stehendes Damen-Portcmonnaie mit Kurdelverschluß, der eine Theil roth, der andere blau gefüttctt, 1 neues Damen-Potte« monnaie von braunem Leder, m welchem sich noch die Papier« Einlage defindet, ein neues Notizbuch mit Elfenbttn-Umschlag, darauf die Aufschttft:„Bad Homburg", 1 schwarzes ledernes Visttentäschchen, 1 schwarzledernes Klappportcmonnaie, in welchem sich 2 Bons zu 25 Pfennig zum Sedanpanorama, abgestempelte ausländische Bttefmarkm, Bons zum Köniastädtischm und Ostend-Theater und ein Totalisator-Billct des Union-Klubs mit der Nr. 7 auf 20 M. Einsatz befinden. Die etwaigen Eigen- thümer können sich auf dem Kttminal-Kommissattat, Zimmer 77, Gi« gefährlicher Kef«ch. In der vorgestttgm Nacht gegen 11 Uhr wurde bei dem in der Jnvalidensttaße wobnen« dm Arzte Dr. R. die Nachtglocke gezogen. Auf sttne Frage erhielt der Arzt die Antwott. daß der Untenstehende ein Patient sei, welcher von Strolchen überfallen und am Kopfe eine schwere Verletzung erhalten bade. Herr Doktor R. ließ nunmehr den Mann in seine Wohnung kommen, um hier zu seiner Ueberraschung zu bemerken, daß jener angeblich Gestochene überhaupt keinerltt Verletzung habe, welche Wahrnehmung er auch unwillig aussprach.- Die Erklärung des Arztes versetzte den Wahnfinnigen- denn mit einem solchen hatte er es zu thun- in derattige Wuth, daß derselbe auf ihn stürzte und den Ahnungslosen umklammette und würgte. Den verzwttfel« ten Anstrengungen des Uebettallenen gelang es endlich, sich frei zu machen und Hilfe herbttrufen. Dr. R. ließ nun dm Geistes« gestötten, welcher sich Steffens nannte und in der Brunnen- straße zu wohnen erklärte, dorthin schaffen. Am nächsten Mor« gen ist dann die Überführung des gemeingefährlichen Wahn- finnigen nach einem Privat- Jrrenhause, woselbst St. berttts einmal gewcsm, bewerkstelligt worden. Das dürre Laub, das gegenwärtig zu großen Haufen in den Parkanlagen zusammengetragen wird, findet zahlreiche Lieb« verwenden die trockenen Blätter als Streumatettal für ihren Meftk Vi? Abfuhr" Ä Ö-flJUS-ine EttschäÄgung verlangen oder das Streumaterial bezahlen sollen. Beim Mangel gm#### m Sterblichiett blieb auch in dieser Berichtswoche in dm mmm Barmen. Sterblichkeit ÄWMMZs haben Darmkatarrhe und Brechdurchfälle der Kinder eine weitere Abnahme erfahren, so daß die Zahl der durch diese Krankhetts« formen hervorgerufenen Sterbefälle nur in wenigen Ottm, wie Berlin, Hamburg, München, Paris, London, Pest, Warschau, St. Pttersburg die normale nur noch wenig überstieg. De: Antheil des Säuglingsallers an der Sterblichkeit war im Ganzen der glttch hohe wie in der Vorwoche. Von je 10 000 Lehmden starben aufs Jahr berechnet in Berlin 70, in München 114 Säuglinge.— Akute Entzündungen der Athmungsorgane führten etwas häufiger zum Tode.— Von den Infektionskrankheiten hatten Masern, Scharlach, Keuchhusten und Pocken weniger, Diphthette und typhöse Fieber etwas mehr Sterbefälle als in der Vorwoche hervorgerufen.— Todesfälle an Masern waren in Berlin und Paris seltener, dagegen in London und St. Petersbmg zahl- reicher. Neue Erkrankungen wurden aus den meisten Orten, aus denm Berichte vorliegen, in gettngerer Zahl als in der Vorwoche gemeldet, nur im Regierungsbezirk Hildesheim kämm Masern häufiger zum Vorschein.— Sterbefälle an Scharlach waren in Berlin, Königsberg, Danzig, Prag, St. Petersburg und Warschau vermindert, in London gesteigert. Neue Erkrankungen kamen aus Berlin, Breslau, Nürnberg in größerer, aus Hamburg, Wien, Kopenhagm und St. Petersburg in etwa? verminderter Zahl zur Anzeige.— Die Sterblichkeit an Diphtheri e und Croup war in Berlin, Hamburg, Breslau, Leipzig. Köln, Nürnberg, Hannover, Düsseldorf, Chemnitz, Prag, Chttstiania, London eine aestttgette, während fie in Stettin, Wien, Pest, Patts, St. Petersburg und Warschau eine kleinere wurde. Erkrankungm wurden dagegen aus den meisten Orten, aus denen Mtttdeilungen eingingen, in gettngerer, nm aus Hamburg und Nürnberg in vermehrter Zahl gemeldet.— Sterbe« fälle an Unterleibstyphus waren in Königsberg, Paris, London, St. Petersburg gestttgett, in Berlin und Pest vermindert. Reue Erkrankungen kamen aber meist in geringerer Zahl zur Bettcht- erstatwng. Aus Krakau kamen 1 Todesfall, aus Edinburg und St. Petersburg je 2 Erkrankungm an Flecktyphus zur Anzeige. — Ein Todesfall an epileptischer Genickstarre wird aus St. Petersdmg mitgctheilt.— Rosenartige Entzündungen des Z-ll- gewedes der Haut waren allgemein seltener Todesursachen. Der Keuchhusten nahm in London einen milderen Verlauf, in Paris stieg die Zahl der durch ihn bedingten Sterbefälle; in Hamburg und Nürnberg nahm die Zahl der Erkrankungen an Keuchhusten zu.— Todesfälle an Pocken kamen aus Bremen 1, aus Lemberg und Paris je 3, aus Tttest 5, aus Prag 8 zur Kenntniß; Erkrankungen aus Fiume, Pest und St. Petersburg je 1, aus Wim 5. Die sanitären Verhältnisse in Berlin blieben auch in dieser Bettchtswoche günstige und die Sterblichkeit die gleich niedrige wie in der Vorwoche. Darmkatarrhe und Brechdurchfälle der Kinder zeigten auch in dieser Woche eine weitere Abnahme aus, so daß die Zahl der durch sie hervorgerufenen Sterbefälle(40) die normale nur noch wenig überstieg. Dagegen kamen akute Entzündungen der Athmungsorgane häufiger zum Vorschein und führten auch in etwas gesteigerter Zahl zum Tode. Der An« theil des Säuglingsalters an der Sterblichkeit blieb fast der gleiche wie in der Vorwoche.— Auch das Vorkommen der Jnfettionskrankheiten zeigte nur wenig Veränderung. Erkrankungen an typhösen Fiedern blieben deschräntt. Erkrankungen an Masern, die nur in Moabit häufig auftraten, sowie an Diphthette, in der jenseittgen Luisenstadt am zahlreichsten, warm etwas settmer, an Scharlach dagegen(im Stralauer Viertel am verbrtttetsten) etwas häufiger als in der Vorwoche. Auch Er- krankungen im Wochenbett kamen etwas mehr zur Anzeige, während rosenartige Entzündungen des Zellgewebes der Haut in geringerer Zahl zur ärztlichen Beobachtung gelangten. Das Vorkommm von Keuchhusten blieb gleichfalls ein ähnliches wie in der Vorwoche, und die Zahl der Sterbefälle die glttch geringe(5), wie auch das Vorkommen von rheuma« tischen Beschwerden aller Att kttne wesentliche Veränderung aufwies. Polizei» Kerichi. Am 31. v. Mts. Nachmittags wurde an der Ecke der Alexander- und Blumenstraße der Laufbursche Eitncr von einer Droschke überfahren und anschttnmd innerlich schwer verletzt.— An demselben Tage Abends entstand in der Wohnung des Kaufmanns Schirrmeister, Kreuzberqstr. 12, Feuer, wodurch eine Gardine vernichtet und mehrere Möbelstücke stark deschädigt wurden. *** UergnSgonas-Chronik. fprrlinrr Theater. Nuscha Butz e wird in der heutigen Aufführung des„Prob ep feil" die Rolle der Hortense zum ersten Malle darstellen und dürfte voraussichtlich nach den Erfahrungen der stattgehabten Proben ttnen vollm Erfolg erttngen._ Grrichts-Zeittmg. Der Uebertret»«« de« H ilfolra fleng-letze» angeklagt, hatten fich heute sieben Arbttter aus dem im Amtsbezirk Rixdoif gelegenen Dorfe Britz vor der Strafkammer des Landqettchts U zu verantwotten. Die sieben Angeklagten find die Vorstands» mitgliedevider„Kranken- und Begräbnißkaffe für Fabrik- und Handarbekter(Einschr. Hilfsk.) des Ottsvereins Britz", welche über 100 Mitglieder zählt. Der heutigen Verhandlung liegt folgender Sachverbalt zu Grunde. Bei ttner bebördlicherseirs vorgenommenen Revision der Kasse befanden fich statt der Summe von 34.03 M. 95 M, also 10,97 M. zu viel in der« selben und der Kasstrer der Kasse erklärte, das Plus gehöre in ttne andere Kasse, die er auch zu verwalten habe. Da nun § 24 des Hilfskaffengesetzes lautet:„Die Einnahmen und Aus- taben der Kasse sind von allen den Zwecken der Kasse fremden lerttnnahmungen und Verausgabungen getrennt festzustellen und zu verrechnen; ebenso find Bestände gesondert zu verwahren", erblickte die Behörde in der Handlungsweise des Kasfirers ttne Uebettretung des Gesetzes und versetzte ihn und die übttgen Vorstandsmitglieder in Anklagezustand, weil sie der Anficht war, daß der gesammte Vorstand für die vom Kasstrer begangenen Unregelmäßigkeiten zu haften habe. Das Schöffengericht in Rixdorf, welches fich zuerst mit der An« gelegenheit zu beschäftigen hatte, verurthetlte den Kasstrer»u 50 M. Geldbuße, sprach jedoch die übttgen Angeklagten von Strafe und Kosten frei. Mit dieser Entscheidung war weder der Staatsanwalt, der die 6 übttgen Vorstandsmitglieder ver- So kam die Sache vor die Strafkammer. In der heutigen Ver- Handlung beantragte der Kasstrer. um seine Nichischuld zu be« MMMW » IIkp äää«äs: ficht der Vetthttdigunz voll und ganz an und sprach die An- geklagten von Strafe und Kosten frei, sogar die Kosten der Verlheidigung wurden der Staatskasse auferlegt. In der Be- grundung hob der Vorfitzende hervor, daß nach§ 34 des Hfl-s- kaffengesetzes nur diejenigen Mitglieder des Vocstgndes, welche den Bestimmungen des Gesetzes zuwiderhandeln, bestraft DorflandSmitgliedkr hätten ihren Kasfirer garnicht so genau kontroliren können, eine Schuld derselben sei daher ausgc- schloffen. Diese richterliche Entscheidung dürfte für Arbeiter und gewerkoereinliche Kreise von großem Jntereffe sein und mit großer Freude begrüßt werden. Um ei« drdaneruoweetlie»(Opfer der Morphium- sacht handelte es fick bei einer Anklage wegm Uevertretung der medizinalpolizeilichen Vorschriften, welche gestem den Droguen- Händler tz. A. F e st vor das hiefige Schöffengericht führte. Die unglücklichen Menschen, welche den verführerischen Künsten des Morphiums zum Opfer fallen, wiffen bekannllich tausend Mittel und Wege zu finden, um trotz aller Sorgfatt und Aufmerksam« kcst, mir welcher fie bewacht werdm, stch in den Besitz des schließlich dm ganzen menschlichen Organismus zerstörenden Gistcs zu setzen. So war es auch in diesem Falle, wo es stch um einen Buchhalter S., einen Sohn der berühmtm Pianistin Elena S. Handelle. Derselbe hatte, wie viele andere Letdensgmoffen, der dämonischen Gewalt des Morphiums nicht zu widerstehen vermocht und mar immer enger von den Schlingen deffelden umgarnt worden, so daß der Körper deutliche Spuren dieser Leidenschast zeigte. Alles Bemühen der Angehörigen, dem bevaucrnswcrthcn Kranken diese verderben- bringende Sucht abzugewöhnen, war erfolglos, denn trotz der größtm Aufmerksamkeit kam derselbe auf räthselhafte Weise immer wieder in den Befitz dieses teuflischen Sorgenbrechers. Endlich brachte man den Kranken in die gegm die Morphium- sucht ankämpfende Anstalt zu Blankenburg, aber auch dort machte Dr. Bindsell die Entdeckung, daß der Patimt unbedingt stch Morphium zu verschaffm wiffm müffe. Da sodann festgestellt wurde, daß derselbe mehrfach G.Idsmdungen an dm Angeklagten gerichtet hatte.! so wurde diese Spur weller verfolgt und es ergab stch, daß derselbe in der That der Lieferant des Morphiums war. Da letzteres zu dmjenigm Mitteln ge- hört, welches nur in Apotheken verabreicht werden kann, so vcr« urtheilte der Gerichtshof den Angeklagten unter Berückstchtigung der hier mitsprechenden Ziebcnumstände zu 14 Tagen Hast. daß die der Inschrift in so vietm Schaufenstern prangenden Plakate mit „Ausverkauf" und dergleichen nur mit Geneh« mizung der Polizei angebracht werden dürfen, und beruft stch anf einen Paragraphen der Sttaßenpolizci« Ordnung, wonach Schaukästen und sonstige Ankündigungsmittel zum Gewerdebetriebe an den Häusern, soweit fie von der Straße aus ffchldar find, der Genehmigung der Polizei bedürfen. Ein hufizer Kaufmann, welcher ein polizefliches Strafmandat erkalten harte, well er innerhalb seines Schaufensters ein solches Plakat mit der Inschrift„gänzlicher Ausverlaus" angebracht hat, kämpfte gestern mit guten Gründen und mit Erfolg gegen diese polizeiliche Auffassung an. Er wies darauf hin, daß dieselbe gerade zur Weihnachtszeit, wo die vielen„Weibnachts- aus verkaufe" an der Tagesordnung find, dem Berliner kaufmännischen Verkehr sehr gefährlich werden würde, daß in Zukunft jeder, der„frische Blut- und Leberwurst", „frische Pfannkuchen" und dergleichen ankündigen will, dazu vorher die polizelliche Genehmigung nachsuchen müßte und daß ohne eine solche schließlich überhaupt niemand mehr im Stande wäre, seine Schaufenster zu dekoriren, da die dort ausgelegten Gegmstände gleichfalls Ankündigungsmittel zum Gewerbe- detriede darstellen.— Der Amtsanwalt hielt trotzdem den Wort- laut der Verordnung für maßgebend und beantragte 1 Mark Geldbuße. Der Gerichtshof erkannte aber auf Freisprechung, da er die Auffassung der Polizei nicht theille, es vielmehr sür selbstverständlich hielt, daß in der Verordnung nur solche„An- kündtgungsmittel zum Gewerbebetriebe" gemeint sein können, welche außen am Hause angebracht find und in die Straße hineinragen. * Mit Kpeck fängt man Mänf» und auch— Diebe, nm mit dem Unterschiede, daß der„Speck" zum Fange der letzteren stets zweckentsprechend präparirt sein muß. Hierfür Leferte wiedemm eine Verhandlung, welche gestem vor der LS. Abthellung des Schöffengerichts geführt wurde, dm schlazcndstm Beweis. Auf der Anklagebank befand fich der Maurer Robert Faustmann unter der Beschuldigung, seinem Kollegen, dem Maurer Kuwalsly ein Portemonnaie mit 67 M. weggenommen zu haben, was jevoch von ihm vemeint wmde. Der Vorgang soll nach der Anklage folgender gewesen sein: An einem Sonntag Morgen saß Kuwalsly in der Baubude, um dm Beginn der Arbeit zu erwarten. Sein Portemonnaie mit 67 M. Fnhalt hatte er vor fich auf dm Tisch gelegt. Bald darauf kam Faustmann hinein und setzte sich vstelt auf den Tisch. Als die Ardcll begann, verließ Kuwalsky die Bude und dsgab fich auf den Bau, ohne an sein zurückgelaffmes Geld zu dmkm; einige Minuten später ging auch Faustmann aus der Bude. Kmz vor Frühstück bemerkte Kuwalsky seinm Verlust, er eilte nach der Bude, wo aber von dem Portemonnaie nichts mehr zu finden war. Auf die Kunde von diesem Vorfall traten die Arbeiter auf dem Bau zusammen nnd berathschlagten, in welcher Weise wohl der Dieb ausfindig gemacht werden könne. Allgemein war man der Anficht, daß stch jeder der Anwesenden einer Durchsuchung unterstehen solle, woraus Faustmann entgegnete, daß ein derartiges Suchen sicher doch erfolglos sein würde, weil der betreffende Dieb das Gtld schwerlich noch bei stch trage. Das Durchsuchen unterblieb denn auch und der Bestohlene wandte fich auf den Rath des Poliers Kresse an die Polizei, von wo aus er mtt dem Kriminalbeamten Klinger zurücklehrte. Der Beamte überlegte ein Wellchm und begab fich dann nach dem für die Arbeller hergerichteten Kloset, das er einer genauen Durchsuchung unterwarf, die vom gewünschten Erfolge begleitet war. Das Portemonnaie mtt seinem vollen Inhalt fand stch nämlich auf einem Ouerbalkm unter dem Dache in diesem Raum, wohin es augenscheinlich von dem Dieb plazirt worden war. Nun wurde beschloffen, den Fund nm dem Polier mllzutkeflen, ihn aber vor den übrigen Arbellern geheim zu halten. Dann wmde das Portemonnaie, nachdem Kuwalsky den Inhalt an stch genommen hatte, mit Theer bestrichm und wieder auf den Platz gelegt, wo man es gefunden hatte. Um nun den Dieb h-rauszufinden, mußte Kuwalsky die ganze Rächt vom Sonntag zum Montag Wache halten; es kam jedoch niemand und man glaubte schon, daß die„Falle" verrathen worden sei. Der Polier wollte aber die Sache noch nicht aufgeben und de» schloß, seinen Namensvetter, den Maurer Kreffe, hinter eine Frnsterluke zu stellen, von wo aus derselbe das Innere des Klosets gut übersehen konnte, ohne von dem jeweiligen Be- nutzer des Ortes bemerkt zu werden. Kresse sah nacheinander mehrere Kollegen auf den Abort gehen und stch wieder ent« fernen; bei keinem war ihm aber bisher etwas besonderes auf- gefallen. Schließlich kam auch Faustmann; dieser richtete fich hoch auf und faßte mtt der Hand nach dem bewußten Balken, als od er dort etwas heradholen wollte, und nach einigen Se« künden sah ihn Kresse den Griff noch einmal wiederholen. Nun wmde der Polier schleunigst benachrichtigt und dieser stellte fest, daß Faustmann schwarze Flecke an den Fingern halte, die seiner Meinung nach von der Berührung mit dem getheetten Porte- monnaie herrührten. Faustmann will die That nicht degangen haben; zwar habe er einmal, nicht zweimal, wie Zeuge Kreffe behauptete, nach dem Balken gegriffen, aber nur um Papier heradzuhclen, das er zu einem bekannten Zwecke dort hingelegt habe; die schwarzen Finger habe er von einer Farbe erhalten, die er am Tage vorher zum Streichen diverser Gegenstände in seiner Wohnung benutzte.— Der Staatsanwalt hielt den An- geklagten auf Grund der vorliegenden Indizien des Diebstahls schuldig und beantragte 3 Monate Gefängniß. Auch der Ge- richtshvf glaubte an die Schuld des Angeklagten, dessen Ver- gehen um so schwerer sei, als es fich um die sauer erworbenen Groschen eines seiner Kollegen bandle; mit Rückficht hierauf habe der Gerichtshof auf zwei Monate Gefängniß erkannt. * Wie leicht Jemand eine« Hausfriedensbruch begehe« da««, mußte der Schlosser Mox Loren» erfahren, der gestem des obigen Vergehens angeklagt vor der 90. Abtheilung des Schöffengerichts stand. Der Angeklagte wohnte in dem Hause Langestr. 91, in dem fich auch die Schlosserwerkstätte von Stüde befindet. In dieser Werkstätte wurde vielfach des Nachts gearbeitet, was um so störender war, als zum Betriebe ein Gas- motor denutzt wurde, deffm Thätigkett ein nicht unerhebliches Ge- räusch verursachte. Am 25. August wurde wiederum in der Werkstättc gearbettet und als der Motor des Nachts um 12 Uhr noch lustig weiter klapperte, faßte Lorenz den Entschluß, bei der Polizei von dem Tretben Anzeige zu machen, damit dieser sür die Rechtruhe der Bewohner durch ein entsprechendes Verbot sorge. Infolge seiner Mittheilung ging ein Schutzmann mit nach dem benannten Hause, um stch von der Sachlage zu über- zeugen. Lorenz führte bereitwilligst den Beamten in die Werk- stätte. Bald darauf kam auch der Herr Stüde hinzu und der Beamte wandte fich nun an diesen, um ihm zu sagen, daß er mitten in der Nackt doch nicht so geräuschvoll arbeiten lassen dürfe. Der zur Rede Gestellte meinte jedoch, es habe fich noch niemand durch die gerügte Thätigkeit im Hause belästigt ge- fühtt, worauf der Schutzmann auf seinen Begleiter, Herrn Lorenz, mit dem Bemerken hinwies, daß dieser stch bereits über die Störung deklagt habe. Herr Lorenz bestätigte natürlich diese Behauptung und ge- rteth dabei mit dem Stüde in einen Wortwechsel, in dessen Verlaufe er von dem letzteren aufgefordert wurde, die Räumlichketten zu verlassen. Lorenz, der nicht wußte, od Stüde unter den geschllderten Umständen zu der Aufforderung berechtigt war, frug zunächst den Beamten, ob er der ergange- nen Aufforderung nachkommen müsse, und als dieser bejahend antwortete, verließ er sofort den Ort. Nichtsdestoweniger wurde Lorenz wegen Hausfriedensbruch von Stüde denunzirt und der Staatsanwalt war der Anficht, daß er sofort, gleich nach der ergangenen Aufforderung hätte gehen müssen; well das nicht geschehen sei, müsse auf eine Strafe erkannt werden. Dieser Auffassung war auch der Gerichtshof, welcher gegen den Ange- klagten auf das niedrigste Strafmaß, 3 Mark Geldbuße, er- kannte. Eine ziemlich raffinirte Zlekundenfälschnng in Verbindung mit Betrug führte gestern den Bureauvorsteher Her- mann Orlopp vor die drttte Strafkammer des Landgerichts I. Der Angeklagte, welcher früher Lehrer gewesen ist, bat zwei Be- sttafungcn wegen Diebstahls erlitten. Es gelang ihm trotzdem, bei dem Zentralverbande der deutschen Privat- Verficherungs- gesellschaft eine Stellung als Bureaurorsteher zu erhallen, die ihm ein Jahreseinkommen von 1500 M. einbrachte. Die An- tlagebehörde nimmt an, daß der Beschuldigte durch seinen Hang zum flotten Leben wieder auf Abwege gerathen ist, wenigstens ist erwiesen, daß er bei einem einzigen Rennen in Hopvc- garten 130 M. verloren hat. Der Direktor der genannten Ge« sellschaft pflegte sein Gehalt in der Weise zu beziehen, daß er dasselbe je nach Bedarf in Raten von der in einem anderen Hause untergebrachter Zentrallaffe abheben ließ. Dies war dem Angeklagten, welcher bisweilen mit der Abbedung der Vorschüsse detraut worden war, bekannt. Als seine Geldverlegenheiten im September d. I. den Höhepunkt erreicht hatten, schrieb er selbst im Namen des Direktors eine Ouittung über 500 M. und fälschte die Unterschrift in der Weise, daß er einen mit Helto- graphentinte geschriet eaen Namen des Direktors auf die Ouittung abzog und dann mit gewöhnlicher Tinte nachzog. Als das Manöver glückte, wiederholte er es nach kurzer Zett und erhob durch gefälschte Ouittung wiederum 600 M. Sodann fälschte der Angeklagte noch ein drittes Schriftstück, wonach der Direktor die Zcntralkaffe anwies, dem Angellagten einen Gehalts- Vorschuß von 1250 Mark, den er durch! monatliche Abzüge wieder ausgleichen sollte, auszuzahlm. Auch dies Geld wurde ausgezahlt, bevor die ftüher verübten Betrügereim entdeckt wur- den. Der Staatsanwalt beantragte eine Zuchthausstrafe von zwei Jahren drei Monaten, der Gerichtshof billigte dem Ange- klagten aber noch einmal mildernde Umstände zu und erkannte auf zwei Jahre Gefängniß und dreijährigen Ehr- verluft. Zwet Todesfälle, welche durch unvoifichtiges Fahrm herbeigeführt sein sollten, unterlagen gestem der Prüfung der 3, bezw. 7. Strafkammer des Landgerichts l. Die eine der auf fahrlässige Tövtung lautende Anklagen richteten fich gegm den Bierlutscher Johann Wuttig. Derselbe hat am Vormittage des 9. Juli am Ostbabnhofe ein anderthalbjähriges Kind über- fahren, so daß es nach wenigen Stunden verschied. Sämmt- ticke Zeugenaussagen stimmtm darin üdcretn, daß dem An- geklagten eine Schuld an dem Unglücksfalle nicht beizu- messen sei; das kleine unbeauffichtigt auf dem Trottoire spielende Kind war direkt von der Seite unter den Wagen ge« laufen und vom Hinterrad überfahren werden, ohne daß der Angellagte dies zu sehen oder zu verhindem vermochte. Der Staatsanwalt beantragt- selbst die Freisprechung des Angeklagten, auf welche der Gerichtehof erkannte. Schwieriger gestaltete fich die Prüfung der Schuldfrage in dem zweiten Falle, in welchem der Rollkutscher Johann Fescher angeklagt war. Derselbe traf an einem Juni- Vormittage auf dem Güterbahnhofe des Anhalter Bahnhofes ein, um Güter zu Holm. Vor der Rampe zum Güterschuppen angelangt, sah er. daß für sein Fuhrwerk nur noch eine schmale Lücke zwischen den berells angefahrenen Wagen offen war. Er mußte sein Fuhrwerk rückwärts in diese Lücke hineinfahren und er that dies, indem er die Pferde an die Gebißkette faßte und fie zurückschob. Da der Vordertheil seines Wagens auf einer Scheibe ruhte, um auf einem und demselben Fleck umbiegen zu können, so ließ fich der Wagm nicht mit der in diesem Falle erforderlichen Genauigkeit leiten; es erfolgte ein Zusammenstoß mtt einem der Nebmwagen und in demselben Augenblicke ertönte ein marldurchdringcnder Schrei. Neben dem angefahrmen Wagen hatte ein 12jähliger Knabe gestanden, wie sie zumeist zur Begleitung der Rollwagm mitgmommen werden. Derselbe war zwischen die beiden Wagm gerathen und in schrecklicher Weise zerquetscht worden. Er ist nach einigen Tagen seinm schweren inneren Verletzungen erlegen. Der Angeliugte memte. daß er keine Fahrlässigkeit begangen bade und jeder seiner Kollegen ebenso gehandelt haben würde. Die als Zeugen vernommmm Rollkutscher bestätigten dies Der Gerichtshof war aber mtt dem Staatsanwatte der Anficht daß der Angeklagte fich schon dadurch einer Fahrläsfigkeit schuldig machte, daß er stch nicht vorher überzeugte, ob er einen Menschen Sahrden konnte, als er den Wagen rückwärts in die Lücke ob, und es wurde deshalb nach dem Antrage auf eine Ge- fängnihstrafe von drer Monaten erkannt. Gin dose» Kapitel a«» dem Erdenwalle« eine» Kchavfpieier» gelangte gestern zur Kmntniß Sttafkammer des Landgerichts L In» Monate der zweiten Julitauchle bier ein junger Mensch auf, der mit Vorliebe in den Caft's in der Leipzigersttaße die Nächte zu verbummeln schien. Personen, mit denen er in Berührung kam. stellte er sich als der Schauspieler Freiherr Oskar v. Rackatoff vor. der demnächst sein Engagement beim Deutschen Theater antreten würde. Er wurde naher bekannt mit einer jener Damen, die ebmfalls „bei nachtschlafender Zett" jene Vergnugungslokale zu besuchen pflegen. Eines Abends dewies er seiner Freundin, daß er ein ebenso guter Taschenspieler als Schauspieler war. er eskamotirte rhr das Portemonnaie aus der Tasche gab es ihr aber zurück, bevor fie es noch vermißte. Nach einigen Tagen machte er ihr in'hrer Wohnung einen Besuch, gleich nach seinem W�gange entdeckte die Dame, daß ihr Portemonnaie mit über 100 M. Inhalt, das auf der Kommode gelegm, ver- schwundm war. Ihre Hoffnung, daß der Freund stch wied-r t dingfest gemacht hatte. Der„Freiherr" entpuppte Schauspieler Oskar Block, der nicht nur nicht bei Theater, sondern überhaupt bei keiner Bühne engagittit das halbe Deutsche Reich durchforscht, ohne Enga» können und bei dm über ihn eingezogenen Erkundi. fich heraus, daß er auch anderwätts, in Görlitz, Chemnitz, Gastrollen auf dem Gebiete der Hochstap Er leugnete den Diebstahl des Portemonnaies, durch die Beweisaufnahme überführt. Der Vorfii der Urtheilsverkündigung hervor, daß der Ange! seiner Nothlage zu verdanken bade, daß er nicht fi worden sei, wie geschehen. Er wurde wegen l und der Betrügereien zu 1 Jahr 3 Monaten Gest 2 Jahren Ehrverlust, wegen der Führung falschen 1 Monat Haft vermtheilt. Uerewe und Persamml An alle Iimmerlente Kerlins und richten wir die Mahnung: Vergeffet nicht die Arbeitsnachweis, Beutbstraße 10, sofern Ihr obne Ist auch das Institut heute noch nicht in der Lage, fsrderungm gerecht zu werden, so hat dasselbe im' vielen als Vermittler gedient. Bedenket, daß e. Institut schwer durchzuführen ist, da heute Angebot beitskräften stärker ist, als Nachfrage. Ihr lauft M den Arbeitgebern von Platz zu Platz, scheut doch also Weg nach der Beuthstraße, damit denjenigen Ardenf sellm zugesandt werden können, welche das Bureau In d n letzten Wochen find wir nur � Mühe in der Lage gewesen, die Nachfrage sellm zu erledigen. Das Bureau ist den l.„ geöffnet, die Ardeitsausgabe geschieht Vormittags% 10 Uhr, Nachmittags 3 bis 4 Uhr. Wer Porto futj* postlarte hinterlegt, erhält die Nachricht zugesandt. � das Porto zurückgezahlt. Wir ersuchen jedoch um Meldung, sobald ein Eingeschriebener Arbeit erhalte« ersuchen femer um Lösung der Kontroikarte und freiwilligen Wochenbeittäge, damit wir, gestützt Kassenverhältniffe, thatkräftig wirken können. Dies aut ihrem Platze die Beitrage einsammlung überm mögen stch persönlich oder schriftlich an H. Jäckeh hauser-Allee 177 b, zweiter Hof, wendm. Die sammlung findet am Sonnabend, den 3. Noveim 8z Uhr, Steglitzerstr. 27 statt. Also tretet ein ganisation, verweist die Zusprechenden freundlich, stimmt nach dem Bureau, Äeuthstr. 10. Kranken- und Kegräbnifikafle des Uer licher Kernf-Klasse«(Verwaltungsstelle Berlin N- Versammlung heute, Sonnabend, Abends 8 W straße 38 im Lokal. Wahl eines Delegirten. jeden Geschlechts und Berufs, von 14 bis 45 I tn jeder Versammlung, sowie von H. Rudolph, K P. Schindler, Ackeifir- 172; W. Raschle. K. Ludwig, Wilsnackerstr. 52; G. Holtze, Äckersw nommen. E»sa«g-, Turn- und gefellige U er ein« Gesangv.Bretzelschluß Abends 9 Uhr bei Körting. Do Kaiser scher Männergesangoer in Abends 9 Uhr Tamm, Schönhauser Allee 28.— Gesangverein j? Abends 8 Uhr im Restaurant Hensel, Alerandrinensw tafel der Maler Berlins" Abends 9 Uhr im Restu> Brandendurgstr. 60.— Gesangverein„Flötcrs> Ouartctt" Abends 9 Uhr im Restaurant Must bergersttaße 31.— Gesangverein„Fortschritt" Abl Restaurant, Blumensttaße 46.— Gesangverein ,< 9 Uhr Dresdenerstr. 85 bei Gustavus.— Hu# Vereinigung„Harmonie" Abends 9 Uhr be' straße 17.— Gesangverein„Bouoardia"(Mä 8& Uhr im Restaurant„Teutonia", Belfo Liedertafel des Fachvereins der Steinträgcr 3% 8 Uhr Linienstr. 96 Uebungsstunde.— Gesang sorge" Abends 3t Uhr Buckower Gartemu Turngcnossmschaft(7. Münnerabtheilung) 9% in der städtischen Tumhalle. WasserthorM Tumverein„Hasenhaide"(Männer- Abtheih* 8 Uhr Dieffenbachstraße 60 61.— Turnverein b«; te 1�®. JrSpit+o °uch Heute . offiziell < � la«fet wei ffächlu versch, £ und ib �°icht ottwehtt lebe, "«Moni. ■4ft" q dwerker rei"(Männer abtheilung) Abends 3t Uhr wissenschaftlicher Verein für Roller'sche Stenog 8t Uhr im Restaurant Ziethen, Dorotheenstt. 31, Uebungsstunde.—„Allgemeiner Arcnds'schcr verein", Abtheilung„Vorwärts", Abends 8t W Koll, Mariannenplatz 11.— Arends'scher Sted �Apollobund" Abends 9 Uhr im Restaurant, S< Verein ehemaliger Dr. Doebbclin'scher Schüler. im Restaurant Krebs, Friedrichstr. 208.—*• tanten-Orchestewerein. Abends 8t Uhr Hebung staurant Lehmann, Alexandrinenstt. 32.— Hiw veilchen" Abends 8% Uhr im Restaurant alliancesttaße 89.— Rauchklub„Westend" Ab? Hohenzollerngarten, Stealiyerstt. 27.— Rauchklub« Abends 8t Uhr im Restaurant, Skalitzerstt- 1t' �hreiy b( .oavon a zu sein Permi schtes.„ Eine Zollmerkwiirdigkeit wird au« Beim Laden cincs�Pettoleumdampfers Ballast dienenden Wassers abgelassen werden tragte versah fich aber und öffnete einen daß fich ein großer Theil seinls Jnhattes und Hafen und Stadt erfüllt waren. B«.«.geu lamB I zum Export gekommen, die Akzise ju währsmann der„Llbauer Ztg." sollen Auffassung der Bestimmungen über TranfitlaS, Sei tigen Maaren Präzedenzfälle vorbanden mende Petroleum stellte Bchätter; troleum für de Nachforschung weiter nicht;( die Macht des Trinkgeldes und die schätzen und zu gebrauchen weiß. Z5Z.Ä fWÄWß-«.« »i dbandlungen: Die sachfiltb« föx NU, N o sizen? Ektistik der Bevölkerung >- Eheschließungen im VW q# Philipp Becker. Krieg-Ucchmk. 1'. Von Von Mi Die Zahl der Sterdlichkett bei Frankreich. im unehelichen" Kindern. oener« Berantwortlich« Redakteur:».«»«bes« tn Berlin. Druck und Verlag von KU»«rti», i„ sw_. �thstrabe 2.