intpuppte : nicht betnti ite engagirM. Engazemaulj irtunM;. i Görlitz, c Hochstapel onnaics, er Vorfitz er AnzeB : nicht flti wegen des l naten Gesäs ig falschen! « und icht die Ihr obne i der Lage> isselbe im' t. daß e inte Angebot t)t lauft WKl >ut doch also igen ArdeM! das Su- ir nur Nachfrage st den l. gonnittags n : Porto f«1£ zugesandt, � edoch um f% beit crhaltee karte und gestützt, ien. Siel1 ig überne! tz. Jäckel. n. Die' 3. Nooci etet ein leundlich, des Uer� e Seilin P-, nds 8 Ub'l i rten.', bis 45 U dolph, Ko chke. Gneis Ackers«, r Nrreine örtina. Z 9 Uhr WS. Donnabend. de« 3. Uoucmber 1888. 5* erliurliiltetilall. Brgan für die Interessen der Arbeiter. Da»„Berliner«olksblatt« nach Sonn« und Festtagen. Zlbonnementsvrei» für Berlin frei ._____ tf, monatlich 1,35 Mari, wöchentlich 35 Pf. Postabonn cm ent lezelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummcr mit dem„SonntagS-Slatt" 10 Pf. (Eingetragen in der PoftzeitungSpreisliste für 1888 uraet Nr. 849.) rLT Einzelne Nummer 5 Pf Jusertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Ba größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebcrcinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag» m der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Sureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. KedaKtio«: Keuth strafe 2.— Erpedition: Zimmerstraße 44. .einer Der Segen �«er Arbeiterkolonien. rtef8 � Man nicht alles von den Arbeiterkolonien «ab»m-t�an nach dem Vorbilde des Pastors Södel- tolrtfijr�ll mit Gründung derselben vorging. Nach q Berichten der ersten Jahre sollte innerhalb i" das ganze Vagabundenheer von der Land- Iii»' ß�en und wieder nutzbringender Arbeit zuge- »uck Jr�. läuten die Glocken beretts anders, wenn »Well immer noch nicht zugestehen will, daß der "j:.i® man von den Kolonien erhoffte, vollständig -?'st; die„Geschäftsberichte" der freiwilligen �weisen es unzweifelhaft nach, daß diese An- "p'iachlich nur bei rauher Jahreszeit vorübergehend -mii»-"schwindend kleinen Anzahl der Ritter der itjJ,, aufgesucht werden, und die Statistik des Vaga- öeigt uns, daß die Zahl der arbeitslosen ei Arbeiter seit Bestehen der Arbeiter- �.»'cht nur nicht vermindert, sondern ganz be- l jebej.■ e�rt hat. Was für jeden denkenden Arbeiter fllilW �5'germaßen verständigen Kenner unserer wirth- �dei,, �hältniffe von vornherein feststand: daß durch mgverein auch nicht das Geringste an der Lage ldnnenstr.i�H�� geändert und gebeffert würde, dies Bewußtsein '*"!"ch auch denen«achgerade ausdämmern, die bisher L. z glaubten, durch diese Institution eine große , Arbeiter geschaffen zu haben. her Geschäftsbericht der Arbeiterkolonie - jbch Vy Oldenburgischen vom Zahre 1887. Seit r* 799 Kolonisten aufgenommen wor- 1 eWlt kleine Zahl in vier Jahren, wenn """ No'rdm°?.?aiielsberg die emzige derarttge Anstalt nboetfer u�chkauh ist. Die Zahl der arbeitS- #k 5e)rpff�.vn'> Vagabunden, welche während dieser �lienz hqg' g Bezirke durchwandert haben, dürfte : im Rest A .ritt" Ab. zverein - Hupp llhr'' "(Mäl Belfoi Garten- j mg) rsserthoi - Abthe Turnverein. t Uhr Steno. lenstt. 31 her Stcs urant, Uebungst" - Ziwer? id" Äben %% l'gen©(..■{.Zehnfache betragen. Mangels einer ein- mher läßt nch dag leider nicht nachweisen, Hingen nicht zu hoch an. Da ja nach neueren ' i echtem � 300 000 Vagabunden durchschnittlich ' davon n Deutsche Reich durchwandern sollen, so H."klein auf das Oldenburger Ländchen im iiv a0nm � kSröße ca. 3000. Unsere Annahme ist > ß" 80oo w1 8'?enn wir behaupten, daß in 4 Jahren - S* 8noo"8abiinden diesen Distrikt pasfirt hätten. '»in r. 4 m. haben also nur 799 die Kolonie aufge- liiktc. �l'fe derselben wieder„nutzbringender" aus laffen. Inwieweit dies gelungen ist, J*:„AbnJr Geschäftsbericht nicht recht ersehen. E» gegangen sind im Jahre 1887 178 Kolonisten, S# Iben �JeuiCeton. '.?ke Ritter der Ardett. 'm Amerikanische« de« Zor. [32 ZMOSWMS N MWMZ auf smf.l henken Sie m Wahrheit über meine WMWsD W a »mV wo große Thorhett, daß Sie sich wieder üen." S'e irren sich. Es würde nur dann von denen 68 gleich bei ihrem Abgange durch Vermittelung der Kolonie dauernde Arbeit gefunden haben, während die anderen, mit einem selbstverdienten Zehrpfennig ver- sehen, versuchen mußten, Stellung und Arbeit zu finden. Sie wurden also einfach wieder auf die Landstraße gesetzt, von wo sie hergekommen, um weiter zu vagabundiren, nach- dem sie für geringen Lohn der Kolonie eine Zeit lang ihre Arbeitskraft geliehen hatten. Welcher Art die„dauernde Arbeit" gewesen sein mag, welche man den 68 übrigen Kolonisten verschaffte, wird sich jeoer leicht denken könne«, wenn er in Setiacht zieht, daß die Kolonisten mit Ver- gnügen in ein ArbeitSverhältniß eintteten, welches ihnen eine einigermaßen beffere Existenz bietet, als die Kolonie selbst. Die Verpflegungskosten in der Kolonie betrugen aber pro Mann und Tag nur 27 1 Pfennig, wobei die selbst- produzirten Lebensmittel zum Marktpreise in Anschlag ge- bracht sind. Man kann sich also wohl ein Bild davon machen, welch' paradiesische» Dasein die Kolonisten führen müssen bei diesem reichen Aufwand für ihre tägliche Ver- pflegung.„Aeußerst einfache Nahrung, angestrengte Arbeit und sorgsame Pflege religiösen Sinnes, das sind die Mittel, durch welche die Kolonie ihren bessernden Einfluß geltend zu machen sucht." So sagt lakonisch der Bericht. Mit anderen Worten: Was an fetter Speise bei der schweren 'Arbeit fehlt, wird durch Bibelsprüche und Gesangbuchverse ersetzt. Mag die Nahrung immerhin ausreichend sein, um einen Menschen zu sättigen, ob sie demselben aber auf die Dauer die nöthigen Kräfte erhält, ist eine andere Frage, die stark bezweifelt werden muß, denn Jeder kann sich an den Fingern nachrechnen, daß bei einem erwachsenen Men- schen bei anstrengender Arbeit mit 27'/# Pfennigen kein genügender Ersatz für die verbrauchte« Kräfte geschaffen werden kann, trotz sorgsamster Pflege des religiösen Sinnes. Sorgsame Pflege des Körpers ist hier die Haupt- fache. Daß bei einer solchen gedrückten Lebenshaltung die Insassen der Kolonie dieselbe am liebsten sobald als irgend möglich wieder verlassen, ist einleuchtend, denn die Land- straße bietet ihnen ja oft genug eine weit reichhaltigere Speisekarte, als die gepriesene Kolonie es bei dem ange- führten Etat für die Verpflegung thun kann. I« welchem Umfange das Interesse der arbeitslosen Wanderer für die Kolonien geschwunden ist, läßt der Geschäftsbericht aus nachstehenden Zahlen ersehen. Im Eröffnungsjahre 1884 wurden in derselben 199, im Jahre 1885 215, 1886 209 und 1887 nur noch 176 Kolonisten aufgenommen. Schon im zweiten Jahre de« Bestehens hat also ein großer Theil der„Vagabunden" genügend die Wohlthaten und de« Segen der Kolonie von einer Seite kennen gelernt, der sie abhielt, dieselbe ferner aufzusuchen, denn eS ist keine Verminderung der arbeitslosen Elemente in dieser Zeit ein- eine Thorhett sein, wen« ich viel Geld und einige» Ge- schäftStalent hätte.",,, „Sie haben doch aber Geld genug, besonder« seit Ihrer Verheirathung. Oder ist es nicht so?-' ,Zch erheirathete nicht so viel Geld, al« ich dachte," antwortete der kleine Mann mit weinerlicher Stimme. Und was meine Frau hatte, war alles in der verkrachten Marinebank von New-Aork angelegt. Ich war dort, um zu sehen, ob ich etwas aus dem Schiffbruch retten könne. Meiner Frau ist aber nicht ein Dollar von ihrem Ver- möqen geblieben. Mein Eigenthum ist mit Hypotheken- schulden belastet und diese verwünschte« Arbeiter bringen mich fast um mein ganzes Einkommen. Da« Unglück tbürmt sich so über mir auf, daß ich kaum mehr Herr meiner Sinne bin. Wenn ich meine alte Stellung in der Armee wieder hätte, wäre ich eine« sorgenfteien Lebens gewiß. Bekomme ich die Stelle nicht und verliere ich all mein Geld, dann weiß ich nicht, was ich an- fangen�fo Ei!„ � der General,„Sie müssen sich die schwarzen Gedanken aus dem Kopf schlagen Nur nicht SSökSSWSM Sie sich ein, sparen Sie eine Zert lang und Sie werden Dn tteme KAcger�th�noch �nige kräftige Züge, die ihn, verbunden mit den früheren geschwätzig und m.ttbeilsam machte». Er versuchte seine Gefühle zu bemeister» und sagte schluchzend: � mmUx Punkt, General. Kümmerte sich mm getreten und ferner ist auch nicht anzunehmen, daß die Frequenz des gesegneten Oldenburger Landes settenS der- selben sich verringert hat. Aus dem Finanzetat der Pro« vinz Hannooer ist ersichtlich, daß die Ausgaben für das Landarmen- und Korrigendenwesen sich im letzten Jahre ganz bedeutend erhöht haben, während sie in früheren Jahren etwas geringer geworden waren. Da» spricht dafür, daß daS soziale Uebel sich nicht vermindert, sondern ver- mehrt hat, waS also auch wohl in dem von hannoverschen Distrikten eingeschlossenen oldenburgischen Lande der Fall sein dürfte. Nun sagt der Bericht ferner,„daß nach den in DauelSberg gemachten Erfahrungen die Arbeiterkolonie fast nur von den besseren Elementen der arbeitslosen vagiren« den Bevölkerung aufgesucht wird und daher Arbeitgebern, welche Arbeitskräfte nöihig haben, ordnungsmäßig ab- gehende Kolonisten mit Recht empfohlen werben können." Trotz alledem gelang es nur, einem Bruchtheil der Insassen „dauernde Arbeit" zu verschaffen. Also selbst für die besten Elemente des„VagabundenthumS" kann die Kolonie keine bessere wirthschaftliche Lage schaffen, wie will sie dann aber auf die durch daS unstäte Leben schon bis zu einem ge- wissen Grade versumpften Elemente einwirken?— Wir meinen, die ausbleibende Antwort auf diese Frage allein müßte den„Segen der Arbeiterkolonien" im richtigen Lichte erscheinen lassen, ganz abgesehen davon, daß man mit solchen humanttären Spielereien niemals das tausendfältig in- einandergreifende Räderwerk unseres wirthschaftliche» Orga- niSmuS derartig gestalten kann, daß eS so funktionirt, wie eS das Gedeihen und Wohlergehen aller GesellschaftSglieder erfordert._ TrigmakKorresponllellze». Bambura, 31. Oktober. Der Besuch des Kaisers, die bei dieser Veranlassung bewerkstelligte Ausschmückung der Straßen, die Illumination der Alsterufer und das in Äusficht stehende Feuerwerk hatten am Montage eine wahre Völkeiwanderung in und um Hamburg zu Wege gebracht. Die Kriegervereine, die Tumer, die Jnnungsmeister u. s. w. zogen mit Musik und Fahnen durch die Straßen, um Spalier zu bilden, und sogar die Schuljugend wor aufgeboten, um am Bahndamm aufgestellt zu werden und den kaiserlichen Zug mit Hurrah rufen zu be- grüßen. Daß die Stimmung der hamburgischm Bevölkerung eine begeistette war. kann man nicht behaupten; man könnte die Haltung des Publikums im allgemeinen eher eine reservirte, jedoch hinfichllich der Ordnung wirklich musterhafte nennen. Abgesehen von Keinen Rempeleien, häufig noch hervorgerufen von übereifrigen Polizeiorganen, die bei einer solch großen Menschenmenge, wie Hamburg sie am 29. Ottober in seinen Straßen sah, unvermeidlich find, ist von irgend welchen unlieb« samen Vorkommnissen nichts bekannt geworden. Es sollen hier über 200 Geheimpolizisten aus Berlin anwesend gewesen sein. würdigen kann. Ich fürchte mich vor ihr und wenn ich nur erst meine Stelle in der Armee wieder hätte, würde ich ihr alle», was ich auf Erden habe, gerne geben und sie zum Teufel gehen lassen. Wenn sie nur sterben würde, dann könnte ich mich schon durch- schlagen. Sie hängt aber an mir wie ein Fluch. Warum war ich überhaupt so thöricht, zu Heirathen? Tausendmal besser hätte ich gethan, hätte ick das schöne Ladenmädchen geheirathet, das ich unsinniger Weise verführen wollte. Ich sage Ihnen, General, daß ich, gebunden an dieses teuf- lifche Weib, meinem Untergang so gewiß entgegengehe, als mein Name Banrnm ist. Um des Himmelswillen thun Sie für mich was Sie können, denn meine einzige Hoff- nung ist jetzt, in die Armee zurückzukehren und in eine ab- gelegene Grenzstation geschickt zu werden, wo meine Frau nicht leben will." „Geben Sie nicht alles verloren," sagte ermuthigend Bluster,„schlafen Sie heute Nacht gut, und Morgen sehen die Dmge besser aus. Lassen Sie uns eine„Nachtmütze"') nehmen und nach einer Nachtdroschke schicke», ich will mit Ihnen nach Hause fahren und dann mich selbst nach Hause fahren lassen." Der General hatte bemerkt, daß der kleine Krieger sich stark angetrunken hatte und daß ei nothwendig war, ihn nach Hause ,u schaffen. Noch ein tüchtiger Schluß� ttunk und die zwei Manner taumelten in den Wagen und rollten davon. Armi Browning war genau das Weib, welche» ihre Erziehung und das Leben der vornehmen Welt aus ihr gemacht hatten. Sie liebte den Mann nicht, den sie geheirathet hatte, und wurde nur von den eigennützigsten Beweggründen geleitet. Beide machten in Bezug auf ein« ander überraschende Entdeckungen. Der Kapitän hatte seine Opiumleidenschaft sorgfältig verborgen und L i- H u n g angewiesen, seiner Frau unter keinen Umständen das Ge- heimniß zu verrathen. Er hatte ihr eingeredet, daß das Opiumgemach ein Rauchzimmer sei und häufig nahm er ') Einen Schlaftrunk. Die Differenzen der hicstgen Gerber mit ihren Fabrikanten find immer noch nicht beigelegt. Letztere haben jedenfalls auf den bevorstehenden 1. November als halbjährlichem Micthezah« lungs-Termin und darauf gerechnet, daß die Arbeiter, um den Hauswirthen gerecht zu werden, eher zu Kreuze kriechen würden. Doch stehen die Arbeiter bis jetzt einig da, und da Geldmittel ge> rügend vorhanden find, so können sie ohne große Noth den Ausstand noch ein Weilchen aushalten. Es handett fich ja, wie bekannt, bei dem ganzen Streik um Einführung einer 10 stün- digen Arbeitszeit, welche von den Fabrikanten zum Theil schon dewilligt war, dann aber widerrufen wurde. Daß die Ardeitgeber kein Mittel unversucht lassen, um ihre Arbeiter lahm zu legen, kann man fich denken. Einige von ihnen reisen mit einer Summe von 5000 M. ausgerüstet schon geraume Zeit in Deutschland umher, um Arbeiter nach Ham« burg-Altona unter großen Versprechungen anzuwerben, freilich ohne nennenswerthen Erfolg. Auch eignen fich die süddeutschen Ger- der der größeren Zahl nach nicht gleich für die hiesige Arbeit. Doch suchen die Herren Fabrikanten und Gerdereibefitzer die Arbeiter auch dadurch zu schädigen, daß sie dieselben verhindern, anderswo in Arbest zu treten. Folgendes Schriftstück haben die Arbeit« geder zu diesem Zwecke an die Lederfabrikanten in Schleswig- Holstein, Hamburg und Umgegend versandt: Altona, den 4. Oktober 1888. Werther Herr Kollege! Unterzeichnete erlauben sich, Ihnen mitzutheilen, daß unter den Arbeitern der diesseitigen Betriebe mit heutigem Tage ein Streik deswegen ausgebrochen ist, weil die- selben fich berechtigt glauben, eine zehnstündige Arbeits- zeit fordern zu dürfen— eine Forderung, welche wir beschlossen haben, nicht zu bewilligen. Um nun unserer Weigerung den nöthigen Nachdruck zu verleihen, bitten wir um Ihre gefällige Unterstützung, und ersuchen Sie, von den in beiliegender Liste namhaft gemachten streiken- den Arbeitern keine einzustellen und wenn bereits ae« schehen, dieselben wieder zu entlassen.(Schwarze Liste in bester Form.) Weitere Listen werden Ihnen vervoll» ständigt in bestimmten Terminen zugestellt werden; damit Sie stets ottentirt find, wird Ihnen die definitive Beendigung des Streiks ebenfalls seinerzeit mitgetheilt werden. Für gleiche Verhältnisse und gleiche Lage Ihnen im Voraus unsere vollste Unterstützung zufichernd, zeichnen mit kollegialem Gruße die vereinigten Lederindullriellen von Hamburg, Altona und Umgegend. Daraufhin find denn a: ch Gerber, welche bereits in Wllster oder Elmshorn in Arbeit getreten waren, einfach wieder ent« lassen worden, andern wurde auf Grund der Liste die Jnarbeit« stellung verweigert. Hoffen wir, daß die Herren Lederindustriellen bald einsehen, daß sie bei diesen Differenzen den größten Schaden tragen und bald die geringe Forderung ihrer Arbeiter de- willigen.— Bei der nächsten RUchstagswahl soll, wie verlautet, Johannes Wedde, der frühere, von hier ausgewiesene Redakteur der„Bürger-Zeitung", im dritten Hamburger Wahl- kreise als Kandidat von der Arbeiterpartei aufgestellt werden. Politische Ueberstcht. Zu dem„Internationalen Kongreß" der englischen Trades Unions, der am 6. November beginnen soll, haben fich einer Notiz der„Times" zufolge 34 auswärtige Delegirte ge- meldet und 57 englische. Die auswärtigen veitheilen fich wie folgt: 2 aus Dänemark, 1 aus Italien, 12 aus Holland, 10 aus Belgien und 9 aus Frankreich. Aus Frankreich werden wohl noch ein paar Delegirte hinzu kommen— die Zahl der holländischen und belgischen Delegirten itt aber entschieden zu hoch angegeben. Deutschland, Amerika, Oesterreich, die Schweiz fehlen, wie man steht, vollständig— von Spanien gar nicht zu reden. Damtt ist das Schicksal dieses trauttgen Rumpf« kongrcffes endgiltig bestegelt. Das Parliamentary Committee, welches durch seine engherzige Pedanten: an diesem Resultat schuld ist— und welches fich belläufig von gewissen nicht ganz unbekannten Leuten aus Deutschland hat sousfliren lassen wird im„Kongreß" voraussichtlich scharf angegriffen werden. Gin» wunderbare Selbsterkenntnis entwickelt eine Zeitungsrcdattion, welch:— redaktionell— fich also ausspricht: „Wer z. B. macht denn in Dentschland heute die Zeitungen? Zu drei Viertheilen Leute, die„ihren Beruf" verfehlt haben, die von Geschichte, Kulturge« schichte, Volkswirthschaft, Gesetzgebung, Li- t e r a t u r rc:c. nicht viel mehr wissen als ein mittel- mäßiger Tertianer. Man muß nur von Dingen sprechen, von denen man nichts verstehr, dann ist man heut zu Tage der Masse sicher. Und wie hier, wie in der Medizin, wie in der Presse, so gehl es in der Rechlskunde(Wii.lcllonsulcnten, Ge- richtszeitungen), im Handwerk ic." Das Blatt, dessen Redattion dieses zerknirschte Geständniß macht, ist die—„Leipziger Ztg." Sie dachte dabei wohl an ihre famose Notiz über den National- reichthum, in welcher fie die Säuglinge, Kinder und Weiber als Familienväter aufführte. Uebrigens hat fie den Redaktionen seine Freunde nach dem Essen zum Rauchen und zur Unter- Haltung in dieses Zimmer. Armi hatte trotzdem das Geheimniß entdeckt und überlegte nun für sich, was sie thun wolle. Der Genuß des Opiums in anderer Form war ihr nichts Neues. Sie benützte die Abwesenheit ihres Mannes und beschloß, sich dem wollüstigen Vergnügen hinzugeben. Die Bedenken veS Chinesen wußte sie zu beschwichtigen.— General Bluster blieb in dem Wagen, wartend bis der Kutscher Barnum inS HauS geholfen und das Thor hinter ihm geschlossen hatte. Der Kapitän tappte nach dem Weg zur Trepp«, und versuchte den ersten Stock zu erreichen. Hier bemerkte er trotz seiner Trunkenheit Lichtschein im oberen Stock. Er suchte seine Gedanken so gut er konnte zu sammeln und daS Bewußtsein dämmerte ihm auf. Todten« ' tille herrschte im Hause. Er schlüpfte leise an dem Zimmer einer Frau vorbei, um zu sehen, woher das Licht komme. Vielleicht war es Li-Hung, der sich nun seiner bis zum Morgen annehmen würde. Er nahm sich zusammen und schleppte sich mühsam zu dem Zwesten Stock hinauf. DaS Sicht drang durch die offene Thür deS Rauchzimmers. Li-Hung mußte dort sein und Arthur Barnum fühlte, daß er seines treuen Dieners bedürfe. Die Thür war bald erreicht und der betrunkene Kneiper wurde plötzlich ernüchtert durch den entsetzlichen Anblick, der sich ihm darbot. Li-Hung war da und lag zum ersten Rtale in seinem Leben voll- ständig besinnungslos auf dem Divan lang ausgestreckt in der festen Umarmung deS tödtlichen GiftS. Die Pfeife war seinen kraftlosen Händen entfallen. Die feine, bezaubernde junge Braut') fröhnte, halbentblößt an seiner Seite liegend, in ungezügeltem Uebermaß dem bezaubernden Laster, die unheimlich tödtliche Blässe ihrer Haut stach gespenstisch ab von den funkelden Juwelen, mit denen sie vor einigen Stunden die glänzende Abendgesellschaft verlassen hatte. Noch wenige Worte und meine Erzählung ist zu Ende. ') In der englischen Sprache bedeutet bride- Braut- ach eine junge vermählte Frau. der sächstschen und sonstigen Amtsdlotier doch etwas zu viel Ehre angethan, denn die meisten derselben haben es lange nicht bis zu„mittelmäßiger Tertianerbildung" gebracht,- fie verstehen fich blas auf Kleister und Scheere. Den Stoff liefert ja das ssleptilienbureau. Der Reichstag wird fich, wenn nicht alle Anzeichen trügen, sofort noch seinem Zusammentritt mit der Kolonialfrage zu beschäftigen haben. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Katastrrphe, zu welcher das tolle Gebahren unserer Kolonial' spekulanren in Afrika geführt bat, zu einer großen Haupt- und Staatsaktion benutzt werden foll. Das Deutsche Reich soll für den Schwindel einer Handvoll geldgieriger Adenteurer eintreten und fich auf ein Unternehmen ernlassen, das uns ebenso th-uer zu stehen kommen und ebenso wenig Nutzen dringen würde, wie den Italienern ihr Massaua und den Franzosen ihr Tong- king. Leider ist unsere sogenannte Kolonielpolrtik ein so unbe- stimmtcs, nebelhaftes Ding, daß Niemand weiß, was eigentlich ihre Ziele und ihre Grenzen find. Wohl hat Fürst Bismarck gewisse Erklärungen abgegeben, welche der Bcsorgniß steuerten, die Kraft des deutschen Volkes werde zum Vortheil privater Spekulationsintereffen vergeudet werden, allein diesen Erklä- rungen widersprechen andere, aus denen anderes herausintervre- tirt werden kann, und die Sache verhält fich so, daß jede An- schauung fich auf offizielle und offiziöse Erklärungen beziehen kann. Ter Gegenstand liegt unter solchen Verhältnissen keineswegs so klar, als vielfach behauptet wird, und es ist ent- schieden die Gefahr vorbanden, daß zu den großen Schwierig- testen unserer inneren Lage auch noch schlimme äußere Verwick- lungen hinzukommen werden. Die Gefahr wird gerade durch die Schwierigkeiten der inneren Lage vermehtt, denn die Ver- suchung wird dadurch nahe gelegt, die Blicke d.s Volkes abzu- lenken. Wir wollen indeß hoffen, daß der Reichstag fich nicht überrumpeln läßt. Die Last, welche wir zu tragen haben, ist ohnehin schwer genug— es wäre wahrhaftig selbstmörderischer Wahnsinn, wollstn wir aus freien Stücken der schon erdrücken- den Lust noch eine neue hinzufügen. In engem Zusammen- bang defindet fich die afrikanische Frage mit dem Projekt de: Flottenvermehrung. Man wird diese damit zu begründen suchen, daß behauptet wird, fie sei nothwcndig zur Sicherung unseres Besitzstandes in Afrika.— Nun,„unser" Besitzstand in Afrika ist so problematischen, ja so negativen Wetthes, daß jeder Pfennigs zu seinem�„Schutz" zum Fenster hinausgewor- U fcnes Geld ist. Wir brauchen keine größere Flotte. Es ist genug für uns, das größte Heer zu haben. An dieser Ehre gehen wir schier zu Grunde. Zu viel der Ehre wäre tödtlich Man kann nicht Gott und dem Mammon zu gleicher Zeit dienen. Wir find nicht reich und nicht stark genug, die größte Landmacht und auch die größte Seemacht zu sein. Und wenn wir bis zum Bankrott verschwen- derisch sein wollten, würden wir es mit der Seemacht den Engländern nicht gleich thun können. Und ist das denn ein würdiges Ziel? Giebt es nichts höheres für ein Kulturvolk, als die meisten Soldaten, Schiffe, Flinten und Kanonen zu baden? Zu den Zellen des dreißigjährigen Krieges kann es nickt schlim- mer gewesen sein. Auch für die Armee werden neue Summen gefordett werden— natürlich unter Hinweis auf die Bewilli- gungcn in Frankreich. Wir wollen nur wünschen, daß diese Besttebungen, für die leider vorläufig noch eine Majorität ge- fichert sein dürfte, wenigstens mit derjenigen Schärfe und Klar- hcit kritistrt werden, deren es bedarf, um das Volk zur Wahrung seiner Interessen zu erwecken.— Die innere Politik der Re« gierung wird den Reichstag ebenfalls beschäftigen, sowohl die sozialrcformatorische wie die sogenannte polizeiliche. Und auf beiden Gebieten wird die Volksvertretung ein kräftiges Wort zu reden und Einlenkung in neue Bahnen zu fordern haben. Zur Alter»- und Jnvalidenverstcherung. Die Handelskammer von Barmen hat soeben ein Gutachten über den Gesetzentwurf, betr. die Arbeiter- Alters- und Jnvalidenversiche- rung, erstattet. Es geht dabin, daß dem Entwurf in seiner gegenwärtigen Fassung die Genehmigung zu versagen sei. In einem neuen Entwurf sollen nun folgende Vorschläge berück- fichtigt werden:„1. Herabsetzung für die Altersrente von 30 Jahren auf 10 Jahre! 2. Erhöhung der Maximal Allersrente auf die für die Invalidenrente in Ausficht genommene Höhe, also von 120 M. auf 250 M.; 3. Aufbringung der dazu er- forderlichen Mittel durch das Umlageverfahren; 4. Bestellung der Krankenkassen als Träger der Verficherung unter Heran- zichung und �Nutzbarmachung brauchbarer Einrichtungen inner- Haid der Berufsgenossenschaften(Schiedsgerichte, Unfalloer« hütungs- und Uederwachungswesen, Vertrauensmänner) und Wegfall des Ouittungsduches und des Markenwesens• 5. Beschränkung des Kreises der Verficherten auf solche Personen, welche einen Lohn oder ein Gehalt von nicht über 1500 M. (statt 2000 M.) erhalten; 6. gleichzeitige Versorgung der Wlltwen und Waisen, beim. Rückgewähr der Beiträge an Wittwen und Weisen, bezw. Ruckgewähr der Beiträge an weibliche Personen, welche ausscheiden, um sich zu verheirathen. „Die Stichwahle« müssen beseitigt werde«", so lautet jetzt der Schlachtruf der Nationalliberalen. Bei den Stichwahlen find in letzter Zeit einige Opposttionsmänner ge- wählt worden und deshalb erfüllen fie ihren Zweck nickt mehr und müssen beseitigt werden. Am 25. Oktober schrieb das „Leipziger Tagedlalt" anläßlich der Stichwahl in Ansbach- Ich komme eben aus einer interessanten Gesellschaft zurück. Ein behagliches Häuschen, hinter alten Bäumen versteckt, in einer der angenehmsten Straße» von Georgetown war der Ort des Zusammentreffens. Alle unsere alten Freunde waren mit ihren Frauen oder Geliebten dort; ich habe nie einen angenehmeren und lehrreicheren Abend verlebt. Harry und Maud waren Wirth und Wirthin. Zack N o l a n hielt die Abschiedsrede, Häusig unterbrochen von lustigen Lachsalven, welche die Straße auf und nieder schallten. Aber Maud Simpson ist nicht mehr. Herr und Frau Wallace gehören beide zu dem Orden der Ritter der Arbeit und ihr HauS ist der Sammelpunkt ernster Männer u»d Frauen, die für die Be- freiung ihrer Klasse kämpfen. Als ich die Beiden zuletzt sah, standen sie Hand in Hand und mit glücklichem, hoff- nungSvollem Gesicht zwischen der Thür. Echte Vertreter und Vorkämpfer deS edelsten Ordens der Menschheit— der Ritter der Arbeit! Ans Knnft und Zeven. Die Kuffassung, welche ma« i» den«erschiede»»« Länder««uropa» über die den Vorständen der Kommunen zukommende Achtung hegt, ist auch ein Meßstab der Kullm. Der Lord-Mayor in London ist eine gewichtige Person, d.r Sindcco von Rom genießt hohe Ehren, und in Deutschland ist man gewöhnt, in dem Oberbürgermeister der Großstadt wie in dem t-chulzen des Dorfes die Würde der Gemeinden selbst ver- körpert zu sehen. Die Stadt, das Dorf, wird in seinem Bürgermeister geehrt oder bel.idigt. Nur in Rußland, wo von Oden herab dre Beamten der Selbstverwaltung schlecht be- handelt werden, unter Slaven und Tartaren genießt der Vor- steher in der Kommune nicht den Grad von Achtung, welchen eine gebildete Bevölkerung für ihre gewählten Vertreter haben muß. Die Bauern des Dorfes Ntkultkose im Gou- vernement Jaroslow waren, so erzählt der Moskauer Listok, auf einer Gemeindeversammlung von dem Dorfältesten Koslow mit einem Halden Wedro Branntwein dewirthet worden, der natürlich aus Gemeindegeldern bezahlt wurde. Ein halber Eimer war aber den Bauern, deren Appetit noch mehr fich nach dem ersten Gläschen zu regen begann, nicht genug und fie Schwaback: Es ist ein großer Fehler gewesen, daᯎ Zeit, bei Verlängerung der Legislaturperioden, die«m scken Stichwahlen mit beseitigt wurden. Es muß dui> nächster Zeit geschehen. Denn wenn man steht, wie der- treue" Kartelldruder gegen einen Volksparteiler unterliegt. I es in jedem„ehrlichen" und„gefitttten" reichstreuen«i»# den Fürst «i Der Ki, nach Bei stshaus S erg üderf idedma, Hi abgefeuert, den fchmnt. Wäh ig, fo fersten Dich fcß er st-j «i der Strafai gelammt noch &*» Ger UUn den 1 irob auch den auch bereits d gangen. Was Ken. Nun. Handelsmann Oktober 18i Mdemokratz -'unbe in der r�"."th ■ Det®' 1%%: tiefsten„moralischen" Bedenken wachrufen und ihn mit über dies:„unmoralischen Zustände" erfüllen. Am 26.' schrieb das„Tageblatt":„Wenn es nicht gelingt, all! treuen Männer an die Wahlurne zu lotsen, so wi.d die pattei mit Hilfe der ganzen dcutschfreistnnizen, ullram« sozialistischen Kartellbrüderschaft(!!) siegen."—„R-iid liche Kartellbeüderschaft" ist gut. In seiner namenlose» belegt das„Tageblatt" seine Gegner mll dem eigenen■ Das„Tageblatt" wird in der Wuth humoristisch, wie sa> Dr. Götz bei seiner Biertöpschenrede im Reichstage. man meinen, ein solches Blatt, das solche>»»>- vier Bedenken gegen die Stichwahlen hat, wäre siitenrein,„Verbreche und unschuldig wie ein Lämmlein. Weit gefehlt! 1.�'aat hätte un „Tageblatt" vertritt diejenige Partei, welche und stttliche Bedenken nie gehabt hat, wenn es gast. und Ratzen einzuheimsen. Die Partei des„Tg das„Tageblatt" selbst haben die Lüge und die als bestes Agitationsmittcl angewandt. Und bei Wahlen waren es gerade die Patteigenossen des Tageblatt", welche in Bremen dem sozialdemokratischen leitet, Herrn Ochme, 10 000 Mark boten, damit dir demolraten für den nationalliberalen Kandidaten Mey.'» sollten. So schamlos hat es bis heute noch keine$ trieben, eine derartige Schamlofigkett und Korruption ft höchstens bei dem vom„Tageblatt" vergötterten Bi Und heute tritt dieses charakterlose Blatt her und „moralischen" Cato spielen. Das ist mehr als Frechh«» haben niemals von einem moralischen Protest gehört,® Unterstützung des nationalliberalen Kandidaten durch die. freifinnigen(Hamburg, Magdeburg, Königsberg rc.)® moralisch zurückgewiesen worden wäre; dagegen haben fach gehört U'd gelesen, daß die Nationalliberalen f Stimmen der Deutschfreifinnigen, Demokraten zc. gedeiim' und wir werden auch fernerhin davon hören und lesNs 10000 M. für Stimmkauf bieten und dann gegen moralischen Stichwahlen" loswettern, weil fie nicht zu der Kartellbrüder ausfallen— das ist die Moral und» des„Leipziger Tageblatt" und seiner Patteigenossen. Zur Lösung der soziale« Frag«. Ein pro!' Gerstlicher, Johannes Hübener, schreibt über„die Kinder schule." Der gute Mann preist diese sorgung als desorders segensreich für diejenigen Elb den Tag über außer dem Hause ihr Brot verdiene«« Wenn die fleißigen Mütter, sagt Hübner„auf 9% gehen." wenn fie nicht zu Hause find, dann find ihre r der Kleinkinderschule am besten aufgehoben. Im J«si baten Mitglieder des landwirthschaftlichen Vereins i« i Preußen den Unterricht-minist.r, für Kleinkinderschule«' Thaler in das Budget einzustellen.„Diese Schulen es in der Petition—„sollen in den Fällen, wo es de« unmöglich ist, während des ganzen Tages ihre Kind« auf fiebrigen,(d. h. wenn fie für die Herren arbeite« dazu dienen, nickt nur die vielen Unglücksfälle zu««« welche nur zu häufig aus dem Einschließen der ü# stehen, sondern auch der schädlichen Langewelle«r Folgen... entgegentreten." 1874 wurde dem„Ham»- aus Mecklenburg berichtet, daß die Gutsbesitzer wieder die Ehefrauen der Hoftagelöhner zur täglichen' dem Hofe und Felde heranziehen wollen, well diese arbeiteten als dt; unverheiiatheten Dienstboten, und weniger empfindlich gegen etwaige Ausschreitungen t und ihrer Beamten erwiesen. Um die Frauen-Hofgi ermöglichen, kam man aufden Gedanken, Kleintinderbew' zu errichten. Das würde, schrieb ein wackerer Land; „Rostocker Tageblatt", nur eine neue Konzession an rialismus und die Interessen der Besitzenden st' heruntergedräcklen und fast schon verlorenen Taglöb weiter herunterdrücken.— Die Mütter sollen für auf dem Felde und in den Fabriken frei gemacht, d< für dieselbe Arbeit schon gleich nach dem Entwöb««! werden. Diesem letzten Zwecke dienen in der'Tip. „Beschäftigungsmittel". R.chl glücklich nennt Hübend schlag, die 2- bis 6jährigen Kinder mit dem Sorticf«, dener Getreideatten und Samenkörner zu besch Mittel,„das dem Kinderfinn in Stadt und Dorf sein dürfte." Mebr aber noch den Gutsdefitzem! thal wurde schon 1836 mit der Kleinktnderschule ein» raup.mzucht verbunden, die den Kindern ein neues, i achtenswerthes BJchäftigungemittel(sagt Hübener)% als die Kinder auf ihren Spaziergängen Maulbeertt die Seidenraupen sammeln mußten. Nach solchen-- hat man gewiß nicht mit Unrecht die gcsammte den Kleinkinderschulen rc. als„deutsche Sklaoenzu»«� zeichnet. Hüdener hat also vollkommen Recht, arüb FjL Bedeutung der Kleinkinderpflege hervorzuheben.- sonderbare Käuze, diese frommen Sozialpolitiker im®!, s?,,6es L Geiste! J 1«ei ung .1 ??urlg airgen U um die i mE kVMckon d er mit wen ÄS «llant« «bte' Ä, n t p< Wi ■am und i sF II forderten von Koslow noch einen ganzen Eimer � W �'e S Koslow lief, um allen Auseinandersetzungen ein Ende f jz" r schleunigst nach Hause und schloß fich dort ein. � wj v' waren ihm aber auf dem Fuße gefolgt, belagerte«� und nahmen endlich, da er fich» cht sehen ließ,. Koslow's, schleppten denselben in die Schänke und dort dafür Branntwein geben. Nun kam auch seinem Versteck hervor und suchte mtt einem Stocke w die Bauern zu vertreiben. Ehe er stck's aber veO von denselben umringt, nd jeder von ihnen destred eins zu versetzen. Koslow wurde schrecklich zug�, mußte in'« Rostowsche Krankenhaus gebracht werden-�« Da» postnrrsen i« Marokko befindet_ Fez eroberte und die Einwohner zum Islam bekehrt»-" dienst wird von mageren, nackten, halb verhung' Eilboten besorgt, welche für eine elende BezahlunS mit großer Ehrlichkeit und Geschwindigkeit besorg � Dourakuchen und einige Datteln bilden die""'U dieier Leute. Nachts halten fie, um einige St«. � ruhen, und damit fie ja rechtzeitig aufwachen, bei' L W %% -\i Usseln" imu uamii fie ja recyizerllg auswawev,—. xye Uns OmS«►in,_____ on____.-_-TJki» ftfllK e.JllÄ"% Thiere sind, erklimmen Berge, auf hinauf können, und durchschwimmen Flüsse, m fich wagen durfte. Die ganze Reise legen sie«»*"> zurück und unter der brennenden Sonne; Tag�3"� z« %.Zaum zu sehen und keinen Tropfen 0 Dn Maulthier braucht zu der Reise von Tang" -tage. Em Eilbote macht dieselbe zu Fuß e; a&Äif E K. u,e lo...bestacht «iäuiemdei�I,'�geschrieben Hatt" Die" Vorrede»» bildet ein Brief von Ättrander Dumas Der geistvolle französisch� Schriftsteller. an de» welcher 3% iiimjjmiani) ' C"- -------- r °n ~ daß«iÄ . die muß , wie der ntcrlied,_ treuen 8» i ihn mit Am 26- tinflt, alle un d W _!"%% amenlose» dgeiwn- oldje w0k> enrein,« aefehlt clche>»! es galt .Tai' vre bei 1 i des kratischen zamit die i Meqer keine lption erten r und Frechhe� i-hört,' »ich dü afl-c.) ß haben t*' iberalen ff ' ßebel# und leic» gegen>?! nicht zu l und( offen. n pro! die dies- ?»» Bismarck-Attentäter Knllmann wurde dieser nach Verbüßung einer Isjährigen Zuchthausstrafe von dem shaus St. Georgen in Bayreuth nach dem Gefängniß zu m"�8 überführt. Eduard Kullmann, Böttchergeselle aus �«gdebura, hat bekanntlich im Jahre 1874 in Bad Kissingen auf den Fürsten Bismarck einen Pistolenschuß in der Absicht Meuett, den Reichskanzler zu tövten. Vom unterfränkischen Schwurgericht wurden dem Altentäter 14 I «kannt. Jahre Zuchthaus zw Während dieser Zeit benahm sich Kullmann un> w daß über ihn unzählige und darunter die Dwersten Disziplinarstrafen verhängt werden mußten. Außer- «'m ließ er sich ein Vergehen der verleumderischen Beleidigung «> der Strafanstalt zu Schulden kommen, weshalb ihm ins- «»lammt noch 7 Jahre Gefängniß zuerkannt wurden, die er «oi Amberg verbüßen muß. Kullmann steht jetzt im a». Lebensjahre. «> m*®'rtt(Reuß), den 31. Ottober, schreibt man uns: e? verbrechen", welches sehr leicht den ganzen reußischen hatte umstürzen können, bat die Schutzmannschaft entdeckt M auch den„Verbrecher" zur Anzeige gebracht; demselben ist hkreits die Strafe in Gestalt eines Strafmandats zuge« «äugen. Was mag das sein?— werden die neugierigen Leser Nun, lassen wir das Strafmandat selbst reden:„Der Si rfi mann öerr Eduard August Maak zu Gera wurde am v" 1888, als dem Illjährigen Tag des Inkrafttretens setzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der ~..mokratie vom 21. Oktober 1878, Mittags in der ersten �unde in der Heinrichstraße hier betroffen, als er im Chemisett inen rothen Shlips trug. Die Uebeitretung wird de- »W.durch die Schutzmannschaft. Es wird deshalb gegen den w?"t-n auf Grund der Polizeiverordnung vom 22. Sev- Wer 1886 eine Geldstrafe von 3 M. festgesetzt und 30 Pf. Ä"• s. w. Gera, den 24. Dttober 1383. Der Stadtrath ��Polizeibehörde. Löwe." Jedes weitere Wort ist vergeblich, — V l daraus ersehen, wie wett wir in Gera gekommen sind. bereits gemeldet, haben eine Anzahl Personen wegen in d-n v�.-�age Gefängniß strafe erhalten.— Jetzt bittet man T* oesiungen um Beiträge zur Aufstellung eines Denkmals! Am Sonntag Abend wurden zehn Sozial- Ww auf dem Wege von Konnewitz nach Leipzig ver- tterivL Der Grund der Verhaftung und sonstige Einzelhetten geheim gehalten.— Wir haben die Richtigkeit » Meldung bisher nicht kontroliren können. k.jj' Augeklagte« im Münchrner G-Heimbund«- (Auer und Genoffen) find, wie uns ein Privat- "tUKdf, aus München meldet, sämmtltch freigesprochen wor- rntJat liiti>.„!L �euen uns aufrichtig, daß der Versuch eines an- 1 w HS, Subjettes, wie es der Kronzeuge Fürst ist, durch seine Weif", ehrenhafte und bewährte Pirteigenossen auf Mo- ld rbre �»n Kerler zu bringen, völlig mißlungen ist. Im Grotzbritannie«. :eins i« I»st nicht wohl möglich, die Untersuchung vor crschule« j �„®r eierkomm ission über die P a r n e l l i t e n von Schule«» xzj. Ergangen in I rland zu trennen. Daß eine Wechsel- zo es de» �"«g zwiscken den gerichtlichen Verhandlungen in London Kind« der agrarischen Bewegung in Irland auch jetzt noch statt- arbeite«! L% wird auf den ersten Blick klar. Der Schwerpunkt der e zu tuf v /h® des Generalanwalts Webster lag in der Anschuldi- der K>»� L,™ daß die irischen Abgeordneten die Nationalliga gegründet weile«r er n* M die irischen Landlords zu vertreiben. Deshalb sprach i„Ha#,»J'' w Heftig gegen das Boycottiren aus, und suchte den so« !siy»ü, likk.l" � Feldzugsplan in den Bereich der Untersuchung zu glichen w LkVMcHon davon im Prozeß O'Donnell nie die Rede war; des- diese{«»f en, und I ngen W «'Höfa Worin besteht das arm übernimmt?" erbewa öandg m an s SR: Mbcntl. -ortire« F Lu,"' oolwon davon im Prozeß U'�onneu nie aJAff er mit affektirter Unschuld aus: A iie ii.n' wenn ein Mann eine vakante FW «eckü.«Sf'st'rtß der irischen Zustände, die in den regierenden llüi iÄ. Alands vorherrscht, tritt in dieser Rede klar zu Tage. daß(rtt �"hwte fichder irische Vizckönig Lord Londondcrry, DW-ZU Einführung des Zwangsgeseyes 160(sage Hunderl- ° e Farmen, deren Pächter man ausgetrieben n. Met worden seien. Die vor Generationen so de- inmitten einer ausschließlich ._— D verpflanzen, ist thatsächlick auf zwei ?,°®»mals in«f�urnter dasjenige des Marquis of Clanricarde, J�inrals in«r'uniet oarienrge oes auarqurs or stand bew-rn �®«dung gebracht worden. Schon dieser Um> W das iriu wenig Verständntß die englische Regierung xnaus. di.-.�/oblem hat; ihr ganzes Verfahren läuft darauf ket�eiftun„Ulft5e Bevölkerung aufzureizen, zu erbittern, zur beschastA«re �um Begehen von Verbrechen zu trerden, um W,%; j�dung i�Jßun0 des Landes zu rechtfertigen. In ihrer Ver- lern le ei«» icues, J ier) inj]. ulbeerN! KÄ ie«z«wr auch B-i, ihr«»"'"" We Agrarier, welche die Geschicke Englands 3e hie A JQ?,ä desonderen Haß gegen diejenigen Männer, st habey st�" der Jrländer in verfaffungsmäßige� Bahnen «g-nln»" 9" den letzten Tagen hat William Ö'Brien den ey'js. J�fch in der Grafschaft Kerry gepredigt. Seit Jahr- l M�iunoen•vi" Distrikt berüchtigt wegen seiner gesetzlosen ftr'QaentLv v nationalistische Bewegung bat dort nie Wurzel &»( der anrlritl" Kapitän Mondschein hatte freie Hand. Der �«niar» Ä �en Revolution ist auf den Gütern des Lord Li �ichtia-s?, nominelle Eigenthümer ist ruinirt. Er hatte sich soll«, dschloß gebaut, das 5 Millionen Mark gekostet w öeine Verschwendungssucht kannte leine Grenzen. ZK eß, im Grunde den Vorzug, schmeicheln und roher Geselle, der crde«- .N � gfr il, r4 W et«1 ZS«KS'&Sa ROA«Cituvöiisyniuuy* �upvvwt* o-»v�v... - 1)1Qß/ Dumas— würde es vorziehen, weder Katzen n?' wär« ü fsst®"' doch wenn ich eines von beiden wählen f�nt si.B. ßdi® Katze. Ein einziges plausibel scheinendes Ar- ÄÄ.'lkt."!? SS Ä! TOVgf %«Ät.,?enn man ihm zwei Jahre lang dieses M er es f?% y,'rv und wenn er dem Wildpret«achiagt, U°l«t di«%«, nicht für sich selbst. Der Tölpel! Aschen> deren Famflic er angebört. zum Nutzen *- so bat o ihn schlägt. Wenn die Katze einen Vogel «) m-nikstens die Entschuldigung, daß sie ihn !ili» o®0' hierin etwas, wodurch die Menschen das L betrachten! �"erstumden? Sie mögen dock einander iLU verleumdm? Sre werden rtUftO' i M!nV � � Sie mögen sehen, daß in ihrer Raffe alles ....... llen haben, zerfleischen, üatze« sich in einem gedeucklen altwclilichen Freunde von Sein Grundbesitz befindet sich in den Händen der Hypothekar- gläubiger und die Landkommission unterzog die Pachtzinsen der Farmer einer gründlichen Revision; doch war es nur ein Kom- promiß. Die Kommtffäre setzten fest, was die Pächter aufbringen konnten, nicht was sie von Rechtswegen zahlen sollten, und so kam es, daß Kerry zum Schauplatz agrarischer Verbrechen wurde, die Balfours Schergen nicht zu unterdrücken im Stande gewesen find, odschon die Dubliner Schloßregierung eines ihrer gefugigsten Werkzeuge, den Richter Cecil Roche, in die Grafschaft schickte. Noch am Samstag wurde der Abgeordnete für die Grafschaft, Sheebon, getänglich eingezogen. Trotzdem gelang es am Sonntag D'Srien, eine Versammlung der Pächter des Lord Kenmarn abzuhalten, und heute ist seine Rede in den„Times" zu lesen. Da es der englischen Regierung nicht gelungen ist, die Verbrechen in Kerry zu unterdrücken, so wäre es an der Zeit, daß sie die Aufgabe, Ordnung zu hatten, fähigeren Händen überließe. Der bcschräntte Regierunasvcrstand will auch jetzt nicht begreifen, warum dem iriscken Bauer derjenige als Verbrecher vorkommt, der ein Pachtgut übernimmt, aus dem der frühere Pächter ungerechter Weise, d. h. well er einen über- triedmen Pachtzins nicht erschwingen konnte, ausgetrieben worden ist. In England ist die Uebernabme einer vakanten Farm keine Ungerechtigkeit, well der Grundherr die Gebäude errichtet und für die Verbeffemngen der Farm Entgelt geleistet bat. In Irland hat der Bauer die Baulichkeiten auf eigene Kosten her- gestellt und bis auf die Landatte von 1881 wurde für Verbesserungen keine Entschädigung geleistet. Auch jetzt fällt diese weg, sobald der Pächter in Rückstand gcräth und deswegen vertrieben wird. Daher ist es gekommen, daß der„landgrabber" in Irland wie ein räudiges Schaf gemieden und viel ärger gehaßt wird, als der Grundherr und sein Agent; denn der Landgrabber bestichlt den armen Pächter um sein letztes Eigen- thum. Deshalb haben es die Pächter für nöthig gefunden, sich zu vereinigen, erst in der»Nationalliga und dann im Feldzugs- plan, um es den Landlords unmöglich zu machen, gegen die Pächter vereinzelt vorzugehen. Ein Großgrundbesitzer bedenkt sich zweimal, bevor er alle seine Pächter von Haus und Hof vertreibt. Zehntausend Familien find trotzdem der Vertreibung geweiht, hauptsächlich weil sie die Rückstände nicht zahlen können. Wenn alle Landlords von demselben Geiste beseett find, wie die Lords Clanricarde, Maffareene und Lansdown, dann gicbt es einen harten Winter in Irland. Ein ähnlicher Agrarier ist der Graf Moore in Mooresfoot. Der Gemeindcpriester hatte ihn als einen harten Landlord denunzirt. Als Antwort darauf verkündet nun der Graf, daß er das Land verlaffen und seine Befitzthümer in eine Wüstenei verwandeln werde. Äine solche Sprache erwartet man kaum von einem Landesfeind, der Mit bewaffneter Hand über die Grenzen dringt! Fra«kr-ich. Der Generalrath des Seine-Departements eröffnete seine Hcrbstsession. Bekanntlich ist er zusammengesetzt aus den 80 Mitgliedern des Pariser Gcmeinderaths und etwa 30 Vertretern der umliegenden Ortschaften. Es ist daher de- greiflich, daß dieselben Fragen in ähnlicher Gestalt zur Ver- Handlung gelangen, wie in der städtischen Vertretung. So kam denn der in der letzten Zeit viel genannte Jnstitutsvorsteher Marquis de Mönorval und wiederholte seinen Antrag, daß die Versammlung den Minister des Innern auffordern sollte, binnen kürzester Frist die Wahl eines Ersatzmannes für den wahn- finnigen Dr. de Villeneuve, Abgeordneten von Paris, anzuordnen. Dadurch hoffen die Boulangisten die Wahl ihres Ab- gotts zu erreichen; aber im Generalrath wie im Äemeinderaih wurde der Freund des Generals unverrichteter Dinge beimgc- schickt. Im Laufe der Sitzung verlas der Seinepräfekt drei Dekrete, welche eben so viele Wünsche des Generalraths für null und nichtig erklären: der erste hat auf die Revision der Verfaffung durch eine Konstituante binnen kürzester Frist, der zweite auf eine Generalamnestie für alle sogenannten polllischen Verbrechen und Vergehen und der dritte endlich auf die Wieder« einführung der Arrondiffementswahlen an Stelle des Listen- skrutiniums Bezug. Im Grand Hotel fand eine Versammlung der französischen Abgeordneten, welche in der Kammer den Antrag stellten, ein internationales Schiedsgericht zu organifiren, so- wie der Mitglieder des Hauses der Gemeinen Englands statt, die von den Anhängern des internationalen Schiedsgerichtes abgeordnet waren. Die französischen Deputirten, welche der Versammlung beiwohnten, warm folgende: FrsdSric Passy, Jules Siegfried, Lyonnais, Georges Perin, Gaillard(Vauclusc), Gaillard(Puy-de>Döme),Äickersheimer, Jacquemart, Bourgeois (Jura), Ferdinand Faure, Barodet, Dethou, Nocs Guyot, Erms. linat, Antide Bover, Montant(Seine-et-Marne), Roret, Achard, Caloinhac, Damel Lamazisre, Brialou und Planteau. Von den malischen Deputirten wohnten folgende der Versammlung bei: George Campdell für Kakelder, Cremer für London, Schwann für Manchester, Mac Larren für Creme, Provand für Glasgow, Burt und Fenwick für Northumderland, Coßham für Bristol. Gardner für Cheltcnham. Die Mitglieder des Hauses der Gemeinen rcpräsentirm 233 ihrer Kollegen. Außer diesen find 36 Mitglieder des Oberhauses Anhänger des internationalen Schiedsgerichts. Das Bureau der Versammlung wurde folgen- dermaßen zusammengesetzt: Friedrich Paffy, Prästdent, George „Folk-lore", um Auskunst über die Ausdrücke— artikulirte und unartikulirte, jedoch mit Ausnahme der Flüche und des Pfeifens- zn erhalten, welche im Verkehr mit dem Vieh in den verschiedmen Landern und Lan- destheilen üblich sind. Insbesondere bittet er um Mit- theilung der Ausdrücke, welche gebraucht werden: 1) um ange- schirrtes Vieh anzutreiben, anzuhalten, nach verschiedenen Rich- tungen zu leitm; 2) um Vieh beim Hüten oder sonst auf dem Felde zu locken und zu dirigiren; 3) um Vieh wegzujagen; 4) der unartikulirten Ausdrücke, welche zu irgend einem Zwecke irgend einem Thiere gegenüber gewöhnlich gebraucht werden. Der Ausdruck Bteh oder Thier ist hier im weitesten Sinne ge- nommen und schließt auch das Geflügel ein. Mr. Bolton bittet außerdem um»Nachweis einschlägiger Literatur, besonders in an- deren Sprachen, als der englischen. Wir haben, wenn das Unternehmen gründlich durchgeführt wird, alle Aussicht,-in internattonales tzilf-buch„Ueber den Umgang mtt Vieh" zu � itTtiniaen Kegeuden Uord Dalmatien», insbeson- dere im ehemaligen Contado di Zara und in der sogenannten Bukovica. dem Landstriche zwischen der Zermagna und der Kcrko, kommen bei der Landbevölkerung noch heutigen Tages verein- »elte Fälle der aus den altslavischen Gebrauchen überkommenen romantischen Unsttte des Mädchenraubes(„otwiea") vor. Ein »W mmm Campbell und Cremer, Vizepräsidenten, Burt und Gaillard, Sekretäre. Cremer verlas einen Brief Gladstone's, der erklärte, daß er der Arbeit der Versammlung beipflichte, und sich ent- schuldigte, ihr nicht beiwohnen zu können. Man beschloß u. A., sich im nächsten Jahre in London zu treffen und während der Weltausstellung einen großen internationalen Kongreß nach Paris zu berufen. Rußland. Der offizielle russische Telegraph hat während der letzten Wochen Tag für Tag über den glänzenden Empfang des russischenKaiserpaares im Kaukasus, über zahl» lose Feste und Huldigungen berichtet. In Wabrheft aber soll dieses Bild den wirklichen Verhälten wenig entsprochen baden. Unter der russischen Mißwirthschast ist, wie der„K. Z." aus dem Käukasus geschrieben wird, Hoch und Niedrig verarmt und die Stimmung keineswegs der Regierung günstig. Speziell die Verwaltung des Generolgouverneurs Fürsten Dondukoff-Karsokoff sei stets nur darauf derechnet gewesen, der Petersburger Regie» rung Sand in die Augen zu streuen. Wie dieses Scheinwesen bei der soeben beendeten Zarenreise zur Geltung gekommen ist, wird folgendermaßen geschildert:„Ueberall, wo, wie man wußte, der Zar hinkommen sollte, da wurde alles in Stand gebrecht, Jahrzehnte lang vernachlässigte wichtige Straßen wurden mit großen Kosten wieder hergestellt, in den Städten Straßen ge- pflastert und Häuser neu angestrichen, die Bewohner mußten in Festkleidem erscheinen; kurzum, der Wahlspruch war:„Sand in die Augen". Alle dem Generalgouverneur zum Besten des Landcs zur Verfügung gestellten Summen wurden ausschließlich hicrzir verwandt, unv der vom Kaiser nicht besuchte Thcil des Landcs, d. h. etwa neun Zehntel des gesammten Gebietes, wird nun doppelt leiden, denn Gelder find nicht mehr vorhanden. Der kaukasische Adel aller Stämme ist infolge der langen Unabhän» gigkeitskriege und durch die Schuld der russischen Verwaltung verarmt. Trctzdcm stellte der Generalgouverneur, seinen Grund» sähen getreu, die übertriebensten Anforderungen an denselben. M.t Murren und Unzufriedenheit kamen die für die glänzenden Feste notbwendigen Summen zusammen; die orientalische Ettck- keit, der Wunsch, vor dem Zar und der Zarin zu glänzen, er- leichterte allerdings dem Generalgouverneur die Beitreibung der Gelder. In welchem Maße dieselben gefordert wurden, kann man daraus ersehen, daß der sehr arme Adel aus Tiflis nahe an 50 000 Rudel zusammenbringen mußte." Die Rückwirkung solcher Zustände kann natürlich auch in politischer Beziehung nicht ausbleiben. Es steht denn auch außer Zweifel, daß es im Kaukasus eine über das ganze Gebiet verbreitete, hauptsächlich aus dem Adel bestehende Partei giebt, welche den Abfall ron Rußland durch gewaltsame Mittel anstrebt und nur auf die Gelegenheit lauert, ihr Vorhaben auszuführen. Es ist im. Stillen gewaltig in dieser Beziehung vorgearbeitet worden, und fast mit Sicherheit kann man behaupten, daß in einem für Ruß» land ungünstigenKrlege derKaukasus bald in hellenAufruhrflammen stehen würde. Auf die Offiziere kaukasischer Abstammung, Hohe und niedere, ist größtentheils kein Verlaß; sie würden im Unglück sofort die russischen Fahnen verlaffen und die eingeborenen Truppen mit sich reißen. Der russischen Regierung find diese Verhältnisse augenscheinlich nicht verborgen geblieben, wenngleich sie dieselben nicht so ernst auffaßt, wie sie es thun müßte. Jedenfalls waren aber vor Ankunft des Zaren die umfaffendsten Vorstchlsmaßregeln getroffen worden, gegen etwaige Gewalt» tbätigkeiten Einzelner sowohl wie größerer Haufen. Zu solchen Vorsichtsmaßregeln gehört zum Beispiel, daß die beabstchligte längere Fahrt auf der großen grusinischen Militärstraße unter» blieb, weil man dort nicht für die Sicherheit des Zaren ein» stehen konnte. Es waren nicht nihilistische Bedenllichkeften, welche jene Vorsichtsmaßregeln verursachten, odwobl der Nihilismus auch im Kaukasus Fortschritte gemacht hat. Wurden doch Persönlichkeiten vornehmen kaukasischen»Namens, sogar höhere Ossizicre, für die Dauer der Anwesenheit des Zaren aus den von demselben»u besuchenden Gebieten verwiesen- Eine kuriose Erklärung des Eisendahnunglücks in Rußland wird in galizischen Blättern zum Besten gegeben. Nach einer in Krakau aus Odessa eingetroffenen Meldung soll es nämlich bei dem auf der Strecke zwischen den Stationen Kowelj und Goboly der südwestrussischen Eisenbahn staitge» habten Unfälle auf einen kühnen Gaunerstreich abgesehen gr» wesen sein, der auch gelang. Der Zug Nr. 24, welcher die kaiserliche Bagage u. s. w. führte und 32 Waggons stark war. kam in Kowelj nur mit 20 Waggons an. Die fehlenden zwölf Waggons wurden mehrere Stunden später mit dem nachfolgenden Zuge Nr. 63 nach Kowelj gebracht. Als man nun an die Untersuchung der 12 Waggons schritt, entdeckte man. daß die kostbarsten Gegenstände aus den kaiserlichen Kisten, welche er- brachen wurden, verschwunden waren. Mit den Gegenständen verschwand auch der Konduktem, welcher dm Zua begleitete und dem die Schuld an der Abkoppelung der 12 Waggons zugeschrieben wird. Daß die kaiserlichen Wagm bestohlen waren, glauben wir schon; es wäre ja auch ein Wunder, wenn die Ruffm sich diese schöne Gelegenheit hätten entgehen lassen. Aber daß dieses Räuderstückchen vorbedacht war und die Entgleisung aus diesem Grunde absichtlich herbeigeführt wurde, klingt doch gar zu abenteuerlich. fort, daß Barraba sich mit Gewalt in ihren Besitz setzen wolle, und wendete sich schnell entschloffen, laut um Hilfe rufend, zur Flucht. Von den Reitern verfolgt und deshalb sinnlos vor Angst und Schrecken, verlor das arme Mädchen im Gebüsche den gebahnten Weg und stürzte plötzlich mit einem lauten Schrei in eine mehrere Meter tiefe Felsenschlucht, genannt Du- boka Draga. Die auf die Hilferufe des Mädchens herbeigeeilten Brüder desselben fanden die Unglückliche besinnungslos und am Kopfe und rechten Arme schwer verletzt am Boden der Schluckt und brachten sie nach Hause; an ihrem Aufkommen wird ge» zweifelt. Die Urheber dieses Unglücksfalles hatten sich unter- dessen bereits aus dem Staube gemacht und es wurde bis jetzt vergebens nach ihnen gefahndet. Marsch««. Der„Warsch. Dnewnik" erfährt folgenden empörenden Vorfall aus Ostrom. Ein gewisser Franz P'at» kowsky war vor 15 Jahren vom Judenthum zum Christenthum übergetreten. Trotzdem darüber schon längst Gras gewachsen war, so hatten es die Juden dem Abtrünnigen doch nicht ver- gesscn, und vor kurzem rächten sie sich an ihm in einer SSÄÄÄ' SSV ÄfÄ fordert ihn auf, zusammen mit ihm in das Dorf Brök»u MMMMM M-MM«eS MÄÄ SÄ Mißhandelte zu sich und hat die Kraft, sich bis zur nächsten Pfütze zu schleppen und das entsetzlich verbrannte Gesicht von Zett zu Zeit ins Waffer zu tauchen, um seine wahnsinnigen Schmerzen zu lindern. So fanden ihn erst am andern Moigen i und brachten ihn nach Osteom, wo- er sofort in das Militarhospital der 4. Artilleriedrigade untergebracht wurd. Gegenwartia hat das Gesicht des Unglücklichen, Dank der medi- »iwschrn Pflege, wieder menschliches Aussehen erlangt das rechte Ohr aber und seine beiden Augen hat Platkowslu airf ewig verloren.* 1 Theater. Sonnabend, den 3. November. «Parntz*»». Die Journalisten. »dfc«rt*i*Utiin«. Geschloffen. VaKner-Uheater. Madame Bonivard. bei: Der dritte Kopf. Vor» ZeftwS-Theater. Ein Fallissemer.t. Poatfche» Theater. Der Pfarrer von Kirchl seid. Theater. .ffrtedrich- MilhelmstZdtische« Di« Prinzesstn von Trapezunt. KeAdeaz-Theater. Antoinette Rigaud. Hierauf Das Blaubuch. Kolke-Theater. Die Räuber. Oetleatttaare-Theater. Die schöne Sara. AöoigSädtische» Theater. Kean, oder Leidenschaft und Genie. Goertrat-Theater. Die Schmetterlinge. Kiktorta-Theate» Die Kinder des Kapitän Grand. Ztdotf«rast-Theater. Die drei Grazien. Aaafiaa««'» Kartttch. Spezialitäten.� stellung. To»e»rdi«» Theater. Spezialitäten* VorTheater»er Ketchohaltear Spezialstäten �orttelluna. Malhatla« Spezialitäten-Vorstellung. Berliner Theater. Sonnabend, den 3. November: Medea. Trauerspiel in 4 Alten von Grillparzer. (Clara Ziegler.) MM' Anfang 7 Uhr.-M» Sonntag, den 4. November: Di»«esckwister. Schauspiel in 1 Akt von Goethe. Michel Perri«. Lusspiel in 2 Akten n. d. Fcanzös. des Meies- Me u. Duveyricr von L. Schneider. Wiener i» Pari». Genrebild in 1 Akt von Holtet. (Friedrich Haase.) Anfang 7 Uhr. Montag, den 5. November: Demetrius. (Clara Ziegler.) Anfang 7 Uhr. American-Theater. Direktton A. Reiff. Vattaeptheaterstpasse Hr. IS. Sonnabend, den 3. November: Zum 57. Male: Die Weisheit Salomonsky's. Verl. Lokalpoffen-Pantomime von R. Anger. Debüt des vortrefflichen Salon-Humoristen Herrn Emil Neumann, gmannt „SUmche»". Auftreten des urkomischen B e n d i x in seiner neuesten Glanznummer als Stuben- er Franz. astreten des Jnstrumentalisten Herrn Krüger und des MimikerS Herrn Rivoli. Anfang 6i Uhr. Entree 50 Bonn BiUers vorher im„�nvaiidendank"' und von 11 bis 1 Uhr an der Mgene Fabrikation von Damen- Wänieln Warwar& Leiser, Rosenthalerstrasse Nr. 1617, empfehlen zur 765 Herbst- u. Wimer-Saison: Regenmäntel in größter Auswahl in anschließend und halb- anschließend, von 10 Man, bis zu den feinsten Qualitäten. Bandagen-Mäntel, eines der beliebtesten Frauea-Faron«. von 15 M. an, bis zu den hochelegantesten Genres. Jaquets allergrößte Auswahl in den modernsten Faronv. 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Welch' eine Pracht entfaltet fich oft Gotiishausern, besonders der katholischen Kirche! Wahr- s�i.-? uian Viele sagen, es ist beinahe unglaublich, daß 'Aenhande im Stande find, solche Dinge zu schaffen. «r„teichstreue" Kartellbruder durch seinen Seroilismus vn» Staate so viele Dienste geleistet zu haben, um wm-, Adler» oder sonstigm Orden»u erhalten und dem s S? Mschlicher Gerechtigkeit ringenden Arbeiter oder Bauer Söimuf?1 ��utigm Klassenstaate unentbehrliche Person in diesem i«.««Af? ir gekiest� jedes eiaK en wird'� an, Dc-A ; hinaus � :Si litbf�Sn wir die Annale» der Kulturgeschichte durchblättern, so wum unzweifelhaft, daß das Gewerde der Goldschmiede in die Lebensstellung seiner Repräsentanten eines der ?n. ssten war. Mancher„Meister" der altm Zeit hätte fich tib» 3:, desonnm, ehe er einen Tausch mit dem MächtigCten der itwiw i1,0* �ud heute! O Bild des Jammers und des Elends! die Anforderungen, die Kunst und Konkurrenz an den irkei».(Bijoutier) stellen, seine Leistungsfähigkeit aufs w/G anspannen, ist er, Dank der kapitalistischen Produktions« ita\iS£ bloßen Maschine herabgesunken. An ihm gewahrt A�fwts mehr vom alten Künstler, und mehr als alle anderen IWtu* � er den Schwankungen auf politischem und wirth- In], iT1™ Gebiete unterworfen. Leider ist an solchen heutzu« N" Mangel. darf es auch nicht wunderbar sein, wenn die Stadt ÄttirÄ bie in der Bijouteriebranche von keiner andern der dieWra offen wird und allen Anfordemngen der Kunst auf »eu«, Gebiete entspricht, einen gähnenden Abgrund des Elends jg}»«ob der glänzenden Pracht, die fie nach allen Theilen der N».�sendet. Der mir vorliegende Bericht der Handele kam- Jahre 1885— einer Zeit also, wo der Stand der noch ein besserer war als jetzt— ergiedt bei lOstün« Arbeitszeit einen Wochenlohn von 25 bis 40 M. für die 15 bis 25 Dt. für mittlere, 12 M. für geringere Arbeiter. Lry muß noch besonders hervorgehoben werden, daß die Lehr- V* vi? 5jährigen Lehrzeit unterworfen find, und daß ferner Kc,r*tbt«äjeit während des Frühjahrs und Sommers fast regel« '»nd-n»iirt wird, wodurch viele Arbeiter auf's Pflaster geworfen ®olhto JpR welchem Grade gesundheitsschädlich das Gewerbe der ~«n ist dürfte von unfern Setzten— soweit fie ehrlich find wd deSkin.bewiesen werden: Schwindsucht undAugenkrankheiten uungen unL."� eine stehende Rubrik der Krankheitseischei« daß der 's unei%%% noch in Anspruch genommen ist, finden wir Mieles ,u ü-, daß Ventilation-c. in den Aibcitsräumen sehr bie Fab"5Aschen übrig läßt. Ja es giebt sogar Fälle, wo ** den(tnixfe. Art von Ventilation» geradezu verbieten, 10-70 gang 5,t>v •r ven uu'1•*-.....-" �, �wsitmuft{Wiigen Staub zu gewinnen und so aus reiner leiten nMikwatisch auf den Ruin der P oletarierlungen hm- Glichen y* in dm krassesten Fällen wird diesem unverant« �Die. von Seiten der Behördm ein Ziel gesetzt. Ästät �vothwendige Folge hiervon ist die maffenweiie In- liu»«! wl�.. better, die durch die unnatürliche Anstrengung % bat'vi. bieser Beruf mit fich dringt, noch vermehrt wird. �»iev«-|ut Folge, daß unsere fteim HUfslassen an wieder irenden neft rdrik. m nommc� he«».* s WL bie Konkurrenz nothwendig gemachten Theilung , Ottnpf fJLswr'jc__«v___ o. O'C.ä—___ � tange pi. -.«« 75 St- ameN' * MUMMM WSB eQrR in den n»nd.�f«.und den'Ärbeit k ilbetorkliA� konstatttm. von Seiten der Regierung für das che das können wir auch in " ,."?vstaltrm. Die„Gewerkschaft der Gold- und die Interessen der Unser1»�«i??Wmasverhältniffe find. Dank der Saum- MMMWH �|eit �"Serem Miethspreis menschenwürdiger ledm zu foilf?v,'n Gemeindewahlm, wo es dm Arbettem ge« re i vettCn„"�Mfeilicbm" einige Mandate zu erlangen, Kopital allem Anschein nach die betrü« zl�Uastlichcn0 gemacht, daß mancher schl'chte Arbeiter in �es fa, � tagen mehr versteht, als die Herren, die biesen r�oralpacht gmommen zu haben, und daß die vrnm manche empfindlrche Verlegenheit berei- teten, was keineswegs geeignet war, diesen ein Zeugniß ihrer selbst gerühmten Uneigennützigkeit auszustellen. Deshalb kann den Arbeitern auch nicht oft und eindringlich genug an's Herz gelegt werdm, im Interesse ihrer defferungS- bedürftigen Lage einmüthig zusammenzustehen. Hier in unserer Stadt mit einer Ardeiterbevölkerung von nahezu 8000 Seelen und einem Kleinbetried, der fich in der gleichtraurigen Lage de- findet, könnte dieser sog. vierte Stand— wenn einig— einen weit größeren Einfluß auf die städtische Verwaltung gewinnm und den großen Herren einschärfen, wo das Volk der Schuh drückt. Auch haben die Arbeiter wohl nirgends so die heilige Pflicht wie hier, der kormmpirten Presse, wie „Anzeiger" und„Beobachter" fie hier repräsentiren, das Lebenslicht auszublasen, einer Presse, die zum Vortheil ihres Geldbeutels die Arbeiter in ihren noth wendigsten Forderungen verhöhnt und fie denunzirt. Ein recht treffendes Bild der Gewogenheit unserer Arbeiter« freunde auf dem Rathhause zeigte die Berathung über die Er- richtung eines gewerblichen Schiedsgerichtes. Der Antrag war von einigen Vertretern der Ardeiter eingebracht und verlangte auch die freie Wahl der Mitglieder des Gerichtes. Mit dieser Vorlage sprang man nun so fürchterlich um und stutzte fie so zu, daß die Arbeiter froh waren, als der ganze Antrag gefallen mar. Roch kläglicher ging es dem Antrag auf Herabminderung des Schulgeldes. Da meinten die Herren, wer nicht genügend be« mittelt sei, das Schulgclo bezahlen zu können, der möge fich beim Gemeinderathe melden, da werde es ihm„als der Weis« hett letzter Schluß" in Gnaden erlassen. Kommunales. Im städtische« Obdach befanden fich am 1. Oktober er. 24 Familien mit 175 Personen, darunter 15 Säuglinge. Am 1. November war der Bestand 113 Familien mit 425 Personen, darunter 48 Säuglinge. Das Asyl für nächtliche Obdachlose benutzten im Laufe des Monat Ottober 10 324 Personen, und zwar 9729 Männer und 595 Frauen. Von diesen Personen wurden dem Krankenhaus Friedrichshain 5, dem Krankenhause Moabit 104, der Charitee 7 überwiesen, 1 zur Morgue überführt und 532 der Polizei vorgeführt. I« der Irrenanstalt z« Dalldorf befanden sich am 30. Septemher 1888 zusammen 1323 Personen(709 Männer und 614 Frauen), in Privatanstalt zu derselben Zeit 1109 Personen(491 Männer, 618 Frauen), in Privatpflege 49 Personen (24 Männer, 25 Frauen). In der Jdiotenanstalt in Dalldorf befanden fich Ende September ca. 179 Kinder(126 Knaben, 53 Mädcken), in P-ivatpflegeanstalten der Idioten zur selben Zeit 38 Kinder(27 Knaben, 11 Mädchen). Kokale«. ?«» Geschichte der Ergebenheit»-Adresse de« o. A. B.(Deutschen Antisemiten-Bundes) ist uns nunmehr auch von Herrn Dr. Kraeusel eine sogen.„Berichtigung" zuge- gangen, welche als das Ungeheuerlichste erscheint, was jemals im Mißbrauch des„§ 11" geleistet worden ist. Herr Kraeusel erklärt nämlich dem„B. T" zufolge forschweg, daß„in Sachen Möhl kontra Kraeusel weder am 23. v. Mts., noch überhaupt vor dem kgl. Landgericht II, Berlin, eine Verhandlung stattge- fundrn habe, und daß von einem Einwände, der Beklagte, Dr. Kraeusel, stehe noch unter väterlicher Gewalt, gar keine Rede sein könne, zumal Dr. K.„mehrfacher Grundbefitzer" sei und „durchaus auf eigenen Füßen stehe".— Dieser entschiedenen ?Idleugnuna gegenüber konstatiren wir, so schreibt das genannte Blatt weiter, daß in dem in der fraglichen Angelegenheit(Aktenzeichen S. 108/88) vor der genannten Zivilkammer am 24. Oktober(nicht 23.) angestandcnen Termine von dem llägerischen Anwalt erklärt worden ist, daß er fich auf den neuerdings vom Bellagten gemachten Einwand— ohne seinen Mandanten gehört zu haben— nicht äußern könne. Und dieser Einwand hat nach dem vom Ver« treter des Herrn Dr. K. dem klägerischm Anwalt zugestellten Schriftsätze folgenden Wortlaut: „Beklagter lebt übrigens noch, ohne seldstständig ein Gewerbe zu betreiben, im Hause seines Vaters, defindet fich noch in väterlicher Gewalt und konnte daher ohne Gmehmigung seines Vater Verpflichtungen nicht übernehmen." Jedes Wort des Kommentars zu dieser Festnagelung er- scheint überflüsfig. I« d«r gegenwärtige« Zeit allgemeiner Erkältungen wird es vielen Lesem willkommen sein, ein sicheres Mittel gegen den Schnupfen in Erinnerung gebracht zu sehen. Im Herbst 1885 nämlich hat der Generalintendant der köniz- ltchen Schauspiele in Berlin, Herr v. Hülsen, allen Mitgliedem der Hofbühne ein Zirkular folgenden Jnhatts zugehen lassen: „Den Mitgliedern der königlichen Theater empfehle ich im Interesse ihrer eigenen Gesundheit sowie in dem des königlichen Dienstes nachstehendes Mittel, welches jeden ausbrechenden Schnupfen fortnimmt, ohne irgend einen schädlichen Einfluß zu haben nämlich: Rp, Acid. carboniej pnrissimi 5,0 Spiritus vini rectifhatissimi 15,0 Liguoris Ammon. canst. 5,0 (pond. spe if. 0,960) Aquae dest. 10,0 M. D. ad vitr. itigr. cum epitom. vi t reo. Am zweckmäßigsten soll es sein, wenn das Mittel nach An- gäbe des Suiches in zwei Theilen dereitet, in zwei besonderen Fläschchen mit Glasstöpseln aufbewahrt und zum Gebrauch erst in einer Weise vereinigt wird, daß man aus jedem der Fläschchen einige Tropfen in ein leeres Wasserglas gießt. Wäh- rend man dann die Augen fest schließt, athme man mit Mund und Ztase unmittelbar über dem Glase die Ausdünstung der Flüsfigkeit ein."- Hier schließt fich passend ein Auszug aus der„Berliner Klinischen Wochenschrrft" an, welcher über jenes Mtttel sagt:„Im ersten Augenblick ist das stechende Gefühl in der Nase ntwt gerade angenehm, beim akuten Schnupfen sogar schmenhaft; aber alle gewöhnen fich daran, selbst die lleinen Kinder."— Ein alter, in Berlin sehr bekannter und an Er- fahrungen sehr reicher Sanitätsrath versichert nun, daß obiges Mittel zwar sehr nützlich und gut, aber keineswegs das beste sei, welches es gegen den Schnupfen gebe. Den besten Erfolg erziele man nämlich gegen den lästigen Schnupfen, wenn man öfters im Laufe des Tages einige wenige Tropfen Leberthran durch die'Nase vorsichtig in die Höhe ziehe, wodurch alsbald große Erleichterung und auch Heiwng hnbeigefuhtt wnde. Das beste Vordeugunasmittel gegen den Schnupfen sei die Abhar- tung der'Nasenschleimhäute durch daS vorfichtige Emporziehen von anfangs lauem und nach und nach kcllterem bezw. laltem Wasser durch die Nasenflügel, welches man Morgens und Abends vornehmen sollte. b) Di« FreiretigiSf« Gemeinde in Kerlin setzt einen Preis von 800 M.(achthundert), für denjeni-m aus, welcher ein geeignetes„Lehrbuch für Schulen freireligiöser Gemeinden" bis spätestens zum 1. September 1889 an den Vorstand zu Händen des unterzeichneten Schriftführers einsendet. Die Be« kanntmachung, wem der Preis zuerkannt ist, erfolgt im Monat Dezember 1839. Durch Zahlung der Summe wird die Gemeinde Eigen« thümerin der preisgekrönten Schrift und erwirbt alle Rechte für die erste und etwa nachfolgende Auflagen. Bei der Abfassung des Buches ist zu deiückfichttgen. daß Kinder vom 8. bis zum 14. Lebensjahre in zwei Klassen wöchentlich je zwei Stun- den unterrichtet werden sollen. Es würde das Buch also in zwei Theile zerfallen. Behandelt soll folgender Stoff werden: L Theil für die Unterstufe. a) Einfache llasfische Erzählungen.(Die Nutzanwendungen haben als Unterlagen für die Sittenlehren der Oberstufe b) Biographien hervorragender religionsgeschichtlicher Persönlichkeiten alter und neuer Zeit auf Grund der moder- nen materialistischen Geschichtsforschung.(Die Biographen haben als Unterlage für den Geschichtsstoff der Oberstufe zu dimen.) c) Ein gewisser Anschluß an das christliche Kirchenjahr vom Standvuntte der Vernunft ist im Auge zu behalten. d) Eine Auswahl von klasfischen Sprüchen in der Anzahl der Monate(drei Jahre), von Liedern in der Halden An- zahl der Monate wird gewünscht. Der Kursus der Unterstufe ist auf drei Jahre berechnet und sollen für a 2 Jahre, für b und c ein Jahr verwendet werden. IL Theil für die Oderstufe. a) Religionsgeschichtliche Beider ganzer reformatorischer Epochen im strengen Zusammenhang mit der Kultur und besonders der Produttionsweise des betreffenden Zeitabschnittes. Geschichte und Welen der Freireligiösen Gemeinden, die unterscheidenden Merkmale ver Freireligiösen Gemeinden von anderen religiösen Gemeinschaften. c) Sittenlehre.(Anmerkung: Beispiele aus den Elementen der Rechtskunde, beispielsweise bei Besprechung der Pflichten und Rechte der Einzelnen gegenüber der Gc» sammthett.) d) Sinnsprüche und Lieder wie in der Unterstufe. Der Kursus der Oberstufe ist ebenfalls auf drei Jahre b-- rechnet und sollen auf a ein Jahr, auf b% Jahr und auf v H Jahre verwendet werden. Damtt das Buch nicht zu stark wird, ist auf eine möglichst gedrängte Fassung Rückficht zu nehmen. Einsender hat der Schrift einen verschlossenen Brief beizu» fügen, in welchem Namen und Wohnort des Verfassers angc- geben find. Auf dem Briefumschlage und der Schrift hat ein ubereinstimmendes Wort oder ein Sinnspruch zu stehen, damit auf Wunsch ohne Kenntniß des Verfassers die Schrift wieder zurückverlangt werden kann.'Nähere Auskunft über Benutzung bereits vorhandener mehr oder weniger geeigneter Lehrbücher, über die zur Zeit allgemein von den Mitgliedern anerkannten Grundsätze �c. wird auf Befragen gern ertbeilt. Der Vorstand der Freireligiösen Gemeinde Berlin I. Im Auftrage: W. Rüde» now, Schriftführer und Buchhändler, Brunnenstt. 118. De» Streit um da» Trinkgeld, welcher von der Ber- liner Barbier-, Friseur- und Perrückenmacher-Jnnung begonnen wurde durch Inanspruchnahme der Trinkgelder der Gehilfen für die Prinzipale, ist von den Gehilfen kampfesmuthig aukge- nommen worden und haben fie eine öffentliche Erklärung abgegeben» in welcher sie ihre Stellung zu dieser Frage erläutern und die in der Jnnungsversammlung zu Tage getretenen Ansichten widerlegen. Ja dieser Erklärung heißt es:„... Wenn es auch nicht zu verkennen ist, daß das Barbiergeschäst in den ver- gangenm 18 Jahren einen dedeutenden Aufschwung genommen hat, so find doch alle über uns daran geknüpften Betrachtungen und Folgerungen auch in Betreff der Lohnoerhältniffe nicht ganz richtig. Unrichtig ist es, daß die Gehälter der Gehilfen in den letzten 18 Jahren fich um das Dreifache erhöht haben, und wenn aus den unscheinbarm Barbieren die heutigen Barbiere, Friseure jc. geworden sind, so haben eben die Prinzipale Nutzen gezogen, nicht aber die Gehilfen. Den Gehilfen die Trink« gelber entziehen zu wollen, erscheint uns ungerecht. Wir Gehilfen find leider so gestellt, ein aus Anerkennung für gute Bedienung gewährtes Trinkgeld nicht zurückweisen zu können, da unsere Löhnung eine solche ist, daß sie nicht einen unoerhei« ratheten, geschweige einen verhelratheten Gehilfen nothdürftig durchs Ledm bringen kann. Ein Gehilfe erhält in Berlin bei freier Station 4 bis höchstens 7 M. wöchentlich; wird ihm, wie dies in den meisten Berliner Geschäften der Fall ist, söge« nannte Halde Kost(Mittagbrot und 2. Kaffee und nothdürftigste Schlasstelle) gewährt, so erfreut fich ein Gehilfe meistens einer Löhnung von 6 bis höchstens 11 M. pr. Woche.... Die vage Behauptung, daß ein großer Theil der Gehilfen fich besser stände, alsldle Prinzipale, ist einfach unglaubwürdig...„Der Mög« lichkeit, daß fich die Behauptung, das Trinkgeld, welches dem Gehilfen persönlich für seine gefällige Bedienung gewährt wird, dem Prinzipale gehöre, rechtfertigen lasse, wird mindestens so» dann ein gelinder Zweifel entgegengesetzt und zum Schlüsse Verwahrung eingelegt gegen die weitere Behauptung, daß die» jenigen Kundm vernachlässtat würden, die kein Trinkgeld be« zahlen.(Bemerkenswerth find hierbei wohl die Lohnvcrhält« nisse der Gehilfen, welche von den Prinzipalen als so überaus glänzend hingestellt worden find! Ueberdies wird es auch wohl kaum Trinkgelder regnen!!) An» Köpenick wird uns unter dem 1. November ge« schrieben: In unserer Stadt fanden in letzter Zeit wieder verschiedene Haussuchungen nach verbotenen Schriften statt. So am Montag bei dem Arbeiter Heim. Schönau. Bei letztcrem, welcher übrigens der..freisinnigen" Partei angehört, wurde selbstredend nicht das Mmdeste gefunden. Es wurde nur kon- statirt, daß derselbe fich mit der Kolportage einiger harmloser Broschüren befasse.— Eine nicht kleine Uebenaschung wurde einem anderm Arbeiter zu Theil, welcher behufs einer Verneh- mung auf die Bürgermeisterei geladen war. Hier wurde ihm ein sozialdemokratisches Liederbuch mit der Frage überreicht: �Gestehen Sie ein, an wen haben Sie dieses Buch verkauft?" Der Betreffende konnte natürlich nur seiner Verwunderung über diese eigenartige Interpellation Ausdruck geben und aussagen, daß er noch nie ein derartiges Buch sein eigm genannt, ge« schweige denn ein solches verlauft habe. Nach Protokollirung dieslr Aussage wurde er dann auch wieder entlassen.— Heute Morgen fand nun in seiner Abwesenheit noch eine Haussuchung in seiner Wohnung statt. Trotz eifrigster Durchstöberung der ganzm Wohnung, auch der Betten, wurde nichts gefunden, als — einige Nummern des„Berliner Volksblatt" und der..Ber» liner Volks. Tribüne", welche den Beamten wohl bedenklich er- schienen, denn man notirte dieselben. «wer jener Diebe, für welche der Berliner die schöne. naturgeschichtliche Bezeichnung„Paletot. Marder" erfunden hat. ist am helllichten Tage unlängst im Cafe Bauer ertavvt worden. Der Betreffende, eine schlanke, ziemlich elegante Erscheinung. hatte an einem Tisch Platz genommen, schien in daS Lesen einer Zettung vertieft, musterte dabei aber scharf die an den Kleider« ständen hängenden Uederzieher. Plötzlich stand er auf. nahm einen mit Seide gefütterten Paletot, legte ihn nonchalant über den Arm und machte Miene, das Etabliffement zu verlaffen. Noch ehe er aber die Treppe erreichte— die Szene trug sich in den oberen Räumen zu— waren die Kellner über ihn hergefallen. Der sofort Arretirte ist früher Rittergutsbefitzer gewefen. � vorgesttr« früh das Gerücht ver- breitet, daß der Dieb, welcher am Sonnabend auf dem Haupt« Postamt in der Spandauerstraße einen großen Sack mit Ein- schreibfendungen gestohlen hatte, in Oranienburg bereits festge- nommen worden sei. Wie die„Nordd. Allg. Ztg." mittheilt, liegt bis jetzt eine Bestätigung des Gerüchtes nicht vor. Es wird vermuthet, daß sich der Dieb bereits in größerer Ent- fernung vom Thatorte befindet.— Die am Dienstag getrockneten Briefschaften find Mittwoch den Empfängern mit emem hekto« araphirten Zettel folgenden Inhalts zugestellt worden:„Die beiliegende Sendung bat fich in einem Briefbeutcl bekunden, welcher während der Postbeförderung und zwar am 27. Oktober gestohlen und am 30. Oktober in dem Spandauer Schifffahrts« kanal bierselbst wieder aufgefunden worden ist." Die Urheber de» große« p-stdiebstahls find, nach einer Meldung des„Hamb. Korr.", in Hamburg ver« haftet worden. Der eine derselben nennt fich Bohlmann, beißt jedoch Schröder; derselbe war früher Postasststent an dem Haupt- Postamte in Berlin, der Name des anderen ist noch nicht festgestellt. Schröder wollte bei Elias Calmann am Neuen Wall Koupons einlösen. Dieser Bankier hatte Verdacht geschöpft und dm Schröder auf eine spätere Zeit wieder hinbestellt. So wurde rr von der inzwischen herbeigerufenen Polizei verhaftet. Sein Komplize wurde im Hotel angetroffen, im Begriff, Koupons in einem Koffer zu verpacken. Die Werthsumme der gestohlenen Papiere ist anscheinend eine sehr bedeutende. Wie hier in Post« tretsen erzählt wird, hatte man gleich von Anfang an den Ver« dacht, daß Schröder bei dem Diebstahl betheiligt gewesen sei. Schröder, der hier als Postgchilfe thätig gewesen war, wurde entlaffen, nachdem er wegen Unterschlagung zu einem halben Jahr Gefängniß verurtheilt worden war. Er wandte fich von hier nach Hamburg. Sein dortiger Mirth soll erklärt haben, daß Schröder in den letzten Tagen verreist gewesen war und nach seiner Rückkehr eine bei seinem Wirth gemachte Schuld de« zahlt habe. Ueber die Verhaftung der beiden Postdiebe liegen dem ,,Berl. Tgbl." noch folgende eingehende Nachrichten aus Ham« bürg vor.„Einen guten Fang machte am Donnerstag Nach« mittag die Hamburger Kriminalpolizei durch die Ergreifung der beiden Diebe, welche auf dem Berliner Stadtpostamt am 27. Oktober einen Postdeutel mit eingeschriebenen Briefen ge« stöhlen haben. Die Briefschaften wurden bekanntlich, ihres In- Halls deraubt, im Spandauer Schifffahrts Kanal aufgefischt. Am Mittwoch nun setzte in Hamburg ein gutgekleideter Mann, der fich Bohlmann nannte und für einen Oekonomen auigab, bei drei verschiedenen Hamburger Geldwechslern Kupons zum Be- trage von 650, 700 und 900 M. um, wobei er fich gleichzeitig erkundigte, od er nicht noch Kupons zu höheren Beträgen um- wechseln könne. Die betreffenden Firmen erklärten fich auch dazu bereit und destellten ihn auf Donnerstag wieder. In« zwischen begab er fich am Mittwoch Abend in das Bankgeschäft von Elias Calmann, Neuerwall]05, und bot für 6000 M. Kupons zum Einlösen an. Der Sohn, Calmann jun., der zur Zeit im Geschäft allein anwesend war, schöpfte Verdacht und erllärte, daß er zwar zur Einlösung der Kupons bereit fei, doch müffe er erst die verschiedenen Fälligkeitstermine der Kupons nachsehen, um danach den Kurs bestimmen zu können, wozu er aber die Papiere über Nacht im Hause be« halten müffe gegen einen Schern, welchen er dem Verkäufer aus« stellen wolle. Letzterer, welcher fich auch hierBohlmann nannte, war damit zufrieden und bestimmte, daß er Donnerstag Mittag zur Regulirung des Geschäfts fich einfinden werde, worauf er fich mit dem ihm ausgestellten Schein entfernte. Calmann machte der Polizei sofort Anzeige von seinem Verdachte und er« suchte um einen Polizeioffizianten, der in einem Nebenzimmer des Geschäftslokales den Fremden erwarten sollte. Es wurde dazu Offiziant Hasenbank defignirt, und man glaubte schon, daß Bohlmann fich nicht einfinden werde, da die festgesetzte Zeit längst verstrichen war. Kurz vor der Börsenzeit traf er endlich ein, produzirte den Schein und erkundigte fich nach dem Kurs. In demselben Augenblick trat Hasen« dank aus dem Nebenzimmer heroor und verlangte von ihm, daß er fich als den rechtmäßigen Eiaenthümer der Kupons legitimire. Da nun Hasenbank in Zivil war, glaubte der angebliche Boblmann, eine Privatperson vor fich zu haben, und erklärte, das Recht, danach zu fragen, habe niemand, im übrigen wolle er das Geschäft gar nicht mehr machen und die Papiere ausgehändigt haben. Gleichzeitig näherte er fich der Ausgangsthür und wollte unter Zurücklaffung der Kupons und des Scheines entwischcn. Hasenbank erfaßte ihn jedoch und brachte den fich heftig Sträubenden unter Beihilfe des Komptoir« Personals aufs Stadthaus, wo derfelde zugab, daß er eigentlich Schröder heiße, früher Postasststent auf dem oben erwähnten Postamte gewesen sei und fest Monaten ohne Beschäftigung fich umhergetrieben habe. Sein Logis wollte er nicht angeben, ebensowenig, daß er einen Helfershelfer habe, in dessen Be- gleitung er hierher gekommen war; da er jedoch als Bohlmann von dem Befitzer des Hotels„Großherzog von Mecklenburg" an« gemeldet worden war, so war es der Polizei ein Leichtes, nunmehr den Schlupfwinkel des Diebes zu ermitteln. Bohlmann alias Schröder wurde geschloffen und von den Polizei-Sergeanten Printz und tzasendank ins Hotel geführt, weil man daselbst in seiner Gegenwart die übrigen Werthpapiere beschlagnahmen wollte. Zu ihrem Erstaunen fanden die Polizeibeamten die Thür zu dem von ihm bewohnten Zimmer von innen ver- schloffen, welche, trotz wiederholter Aufforderung, nicht geöffnet wurde. Erst als Schröder rief:„Mache doch auf, Freund!" wurde die Thür geöffnet und man fand nun einen Mann damll beschäftigt, Kupons und Werthpapiere in zwei Koffer zu packen. Der bei dieser Arbeit Uederraschte nannte fich der Polizei gegenüber Krause. Od dies sein rechter Name, konnte noch nicht festgestellt werden, da ihn Schröder ebenso nannte. Krause w ll gar nichts von dem Diebstahle gewußt und nur den Schröder begleitet haben, um ihm beim Ordnen und Ver- kauf der Werthpaptere behilflich zu sein. Er glaubte, Schröder handle im Austrage eines Dritten, und hatte daher keinen Verdacht gegen ihn. Die beiden Gauner wurden dem Unter« suchungsaesängniß überliefert und werden, sobald Ordre aus Berlin eintriffl, nach dorthin ausgeliefert werden. Di« gerichtliche Obduktion der Leiche de« Kutscher» Kergrler hat am Donnerstag Nachmittag in Plötzensec stattgefunden und ergab, daß B. ertrunken ist. Die von dem Chemiker Dr. Btschoff vorgenommene Untersuchung der schon öfter erwähnten Blutlache ergab, daß dieselbe durch einen im Sckmerz dort zum Ausruhen gezwungenen Ruhrkranken her- rühre Es ist nunmehr mit Bestimmtheit festgestellt, daß B. die Waaenlaterne in dem Altendorf'schen Lokale noch gehabt, fie Da B. bis nach Moabit zu Wagen noch nicht �Stunden ge« braucht, ist es unerfindlich, von wo derselbe nach 1t Stunden herkam, wie auch das Verschwinden der Ledertasche mst dem Kundenbuche, welche B. fest um den Leid geschnallt, unerklärlich bleibt. Die Kriminalpolizei erachtet den Vorfall durchaus nicht als adgeschloffen und ist eifrigst bestrebt, in die dunkele Ange« legenheit Licht zu bringen. «in Irrfiuuiger, der anscheinend aus Berlin gekommen war, versetzte gestern die Bewohner von Pankow und Schön» holz und Aufregung. In dem letztgenannten Orte detrat er ein Schanllokal und verlangte dort unter Drohungen allerlei unstn- »ige Dinge. Als er mit einiger Mühe aus dem Lokale ent- fernt worden war, kletterte er über den Zaun eines dortigen Ge- Höftes, wo er dann wieder mit den Dienstleuten, die nicht recht wußten, was fie von dem Menschen hallen sollten, in Streitig» leiten gerieth. Diese und ähnliche Szenen wiederholten fich, bis der Gendarm erschien, der sofort einen Geistesgestörten in dem Skandalmacher erkannte und zu dessen Festnahme schritt, die aber erst nach Bewältigung heftiger Gegenwehr möglich war. Der Anestant wurde einstweilen auf dem Amtsbureau in Ver« Währung genommen; die Vermuthung, daß derselbe aus Berlin entwichen sei, gewinnt besonders deshalb an Wahrscheinlichkeit, well auf Nachfragen in der Irrenanstalt zu Dalldorf und in der Privat-Jrrenanstalt zu Pankow erwidert wurde, daß dort Nie- mand von den Insassen vermißt werde. Kohleuorqdgaa-Dergiftuug. In dem Neubau Frie- drichstr. 101 hatte Ver Bauwächter Dräzer gestern Morgen in einem ibm zum Aufenthatt angewiesenen Raum in einem eisernen Ofen ein Kohlenfeuer entzündet und fich, nachdem seine Nachtwache beendet war, mit noch einem bisher noch nicht rekognosziitcn Manne zur Ruhe niedergelegt. Durch einen Zu- fall bemerkte ein Bauführer den betäubenden Koblendunst, wel- cher aus jenem Räume drang, und schritt zur Oeffnung des« selben. Man fand die beiden Insassen betäubt vor und od- gleich man fie sofort an die frische Luft schaffte und alle in der« artigen Fällen gebräuchlichen Manipulationen vornahm, blieben doch alle Bemühungen erfolglos und mußte man die Verun- glückten nach einem Krankenhaus fahren. Die Aerzte geben nur wenig Hoffnung auf Erhaltung des Ledens der beiden Ein- gelieferten. Uebee ei««« Cisenbahn-Unfall wird von amtlrcher Seite gemeldet: Bei dem Personenzuge 145 von Magdeburg nach Berlin, welcher planmäßig um 11,40 Uhr Abends hrer ein- treffen soll, ist vorgestern auf der Fahrt zwischen den Stationen Moser und Burg ein als erster Wagen des Zuges laufender Güterwagen infolge eines Radreifenbruches entgleist. Der Zug erhielt dadurch eine Verspätung von 2t Stunden. Verletzungen von Personen sind nicht vorg-kommen. Die Witterung de» Monats Oktober rr. war bei in ihrem ganzen Verlaufe unfreundlich, kalt und trübe; eiw nahe I zelne Tage hatten eine so niedrige Temperatm, wie noch nie seit Beginn regelmäßiger meteorologischer Beobachtungen, so der 5., 19. und 20. Von letzterem Tage ad, der den ersten Frost brachte, stieg die Temperatur allmälig und überschritt am 26. zum ersten Male im ganzen Monat das normale Tagesmittel, allerdings gleich um 4,7 Gr. Es folgten dann ein paar unge- mein warme Tage, an denen die Temperatur Mittags auf 16—18 Gr. stieg und Nachts nicht unter 9,5 Gr. sank. Ganz abnorm war der 28. mit einem Maximum von 18,2 Gr., einem Minimum von 13.0 Gr. und einem um 7,5 Gr. über dem nor- malen liegenden Tagesmittel von 14,6 Gr. Am Monatsschluß sank die Temperatur wieder, blieb aber immer noch über der normalen. Lediglich den Tagen vom 26—30. ist es zu verdanken, daß das Gesammtresultat des Monats nicht noch ein viel ungünstigeres ist, als fich aus der nachstehenden Zusammenstellung der meteorologischen Beobachtungen auf der Station im SW. ergiebt. Der Barometerstand war zuerst sehr niedrig und hielt sich bis zum 14. unter dem normalen; dann ward er beträchtlich höher und blieb oft Tage lang sehr gleichmäßig; erst am 30. ging er wieder stärker herab. Im Monatsmittel betrug er 757,8 Mm., fast ge- nau so viel, als normal find. Das Minimum fiel mit 739,7 Mm., auf den 2., das Maximum mit 771,0 Mm. auf den 20. Die Temperatur betrug im Mittel Morgens um 7 Uhr 5,9 Gr. (normal find 8,1 Gr.), Mittags 2 Uhr 10,4 Gr.(normal 11,4 Grad), Abends 9 Uhr 7,8 Gr.(normal 9,3 Gr.) Hieraus ergiebt sich eine mittlere Monatstemperatur von 8,0 Gr., während für den Oktober 9,5 Gr. normal find. Die kältesten Tage waren der 19. und 20. mit 3,4 Gr., die wärmsten der 28. mit 14.6 Gr. und der 27. mit 13,8 Gr. Das absolute Maximum betmg 18.2 Gr. am 28., das absolute Minimum— 1,1 Gr. am 20. Das Erdbodenthermometer zeigte an beiden Tagen sogar 21,4 bezw.— 6,1 Gr. 25 Tage waren zu kalt, darunter 10 um mehr als 4 Gr.; 6 waren zu warm, darunter 4 um mehr als 4 Gr. In der ganzen Zeit vom 1. bis 23. überschritt das Thermometer nur einmal die fiiormaltemperatur, sonst stand es stets zu niedrig, ein Fall, der fich nicht oft ereignen dürfte. Die Windrichtung war fast aus- schließlich westlich, nur an 3 Tagen herrschte Ostwind. Bonden 93 Windbeobachtungen des Monats ergaben 30 Westwind, 27 Südwestwind und 16 Nordwestwind. Windstille wurde 4 Mal lonstatirt: im Monatsmittel betrug die Windstärke 2,4 der 12theiligen Skala. Die B.wöllung betrug, wenn 0 ganz Heller und 10 ganz bedeckt bedeutet, im Monatsmittel 7,5, so daß also durchschnittlich stets% des Himmels bewölkt waren; normal find für den Oltober nur 6,7. Nur 1 Tag konnte als heller(Bewölkung unter 2) gelten, wogegen 17 trübe(Bewölkung über 8) waren. Ganz besonders trüb war die Zeit vom 8. bis 17. Die relative Feuchtigkeit der Luit war mit 78,4 pCt. normal. Das Maximum wurde mit 97 pCt. am 16. und 27. konstatirt, das Minimum mit 24 pCt. am 22. An Niederschlägen war der Monat sehr reich. Die Ge- sammthöhe aller gefallenen Niederschläge betrug 89,7 Mm., wogegen 47,0 für den Ottoder normal find. Der 9. ergab allein eine Rcgenhöhe von 30,2 Mm. Die Niederschläge fielen stets in Gestalt von Regen, nur einmal kamen etliche Graupelschauer nieder. Nebel wurde fünfmal, Reif sechsmal be- odachtet. Kerliner Asqlverei« für Obdachlose Im verflossenen Monat Ottober er. näcktizlen im Männer. Asyl 9204 Personen, davon badeten 1319 Personen; im Frauen-Asyl 1483 Personen, davon badeten 110 Personen. PoUkribericht. Am 1. d. M. Vormittags wurde vor dem Hause Alexanderstraße 68 ein 14 Jahre altes Mädchen von einem Pferdedahnwagen erfaßt und umgerissen, so daß es eine erhebliche Quetschung der rechten Schulter erlitt.— Um dieselbe Zeit wurde im Spreekanal an der Stadtschleuse, gegenüber dem Hause Unterwafferstraße 5, die Leiche eines etwa 45 Jahre alten unbekannten Mannes aufgefunden und nach dem Leichenschau- hause gebracht.— An demselben Tagr Nachmittags brachte fich eine Frau in ihrer Wohnung in der Mauerstraße in einem An- salle von Geistesgestörtheit in selbstmörderischer Abficht mittelst eines Rafirmeffers einen Schnitt in den linken Oberarm bei.— Zu derselben Zeit erhielt in der Karlstraße der Schlächter Koch bei einer Schlägerei von seinem Gegner mittelst eines Spatens einen Schlag gegen den Kopf, so daß er eine nicht unbedeutende Verletzung der linken Schläfe davontrug und nach der lönial. Klinik gebracht werden mußte.— In der Nacht zum 2. d. Ä. wurde ein Ardeiter an der Einfriedigung des Vorgartens von seiner Wohnung in der Prenzlauer Allee erhängt vorgefunden. Theater. Deelin»« Theater. Donnerstag, 1. November. Zum 1. Male:„Medea." Trauerspiel in 4 Akten von Grillpaner. Für ein idealistisches Stück eine idealistische Dorstellung! Wer an beidem Gefallen findet, wird mit der Donnerstogs-Vor- stellung des„Berliner Theater" sehr zufrieden sein. Ihn wird der Jambenfluß der Glillparzer'schcn Muse und die Konstruttion ihrer Gestalten nicht langweilen, und sein Ohr wird entzückt sein vom Wohllaut der Deklamationen des Fräulein K l a ra Z i e g l e r. Aber daß ihm von der er wird Bühne aus J ÄÄfi. 5 lull uti-ouyiic uu» ritt ouu iuuuiw"— uno der menschlicher Leidenschast wurde. Es würde zu well führ*,%« nachgnvieser che Werth der„Medea" hier untersucht werden. B Uedunaen mite mitg msee{ der dichterische y...~—— m glauben, daß fie fich heute nur noch mit der Ziegler�im J m Brettern halten kann, und Frl. Ziegler hat ihr nun schon Jahrzehnte lang ihren majestätischen sonders in der Tiefe entzückend klingendes O. Dieses Publikum würde erstaunt und unzufrieden die„gefeierte Tragödin" aufbörm wollte, in wohl-mui»mne au Pose einher zu schreiten, im ärgsten Schmerze für den s®» scheu und die Faltenwurf ihres Gewandes zu sorgen und die Verse ftmdniß verspi tonen, wie es ihr gerade paßt.— Hen K r a u ß n e ck veN»»otden ist, n als Jason, nicht in den Fehler seiner Partnerin IM 23. Februar 1 fallen, aber es ergab fich, daß seine Bemudre? defand, wegen' natürlich zu bleiben, seinem Können nicht entsprachen.' M eine Amal ches Rollen der Augen, ein solches blasedalgähnliches W#«t Angeklagte Senken der Brust, wie er es zum Besten gab. haben t M die allerer nie bei einem Menschen gesehen, wenn der Mensch nifflt? Wchtsvollzks,, ein schlechter Schauspieler war.— Der Besetzung der w. 1° mußte er fiel rollen entsprach die der Nebenrollen. Sogar die JnM wßerdem mehr, des Stückes war„idealistisch". Wenigstens schien der r> des alten Königs Kreon von Korinth aus dem Zeitalter, Renaissance zu stammen und nicht aus dem eines barbarischen Griechenthums. Gerichts-Zeitnng. T verschieden Jtlit unethfblid genommenen Mresvondenzer »mmenen vi m suk &* Gin« wichtige �Entscheidung für Gold Silbrrwaareuhandler wurde gestern von der 90. A« des Schöffengerichts getroffm. Es handelte fich um eins letzung des am 1. Januar d. I. in Kraft getretenen betreffend das Feilhalten von Gold- und Silberwaaren bekanntlich vorschreibt, daß die vom Ausland bezogenen falls dieselben ein ausländisches Feingehaltszeichen tragen. mit dem deutschen Feingehaltsstempel versehen sein%.„, m Auf Grund dieser Bestimmung find in den Monaten viele Kaufleute verurthellt worden.% 3,0 M. ist die angezogene Bestimmung von den fßamSt tarifmäßig als ganz unhattbar dezeichnet wurde. Im vorliegenden � wr Kosti richtete fich die Anklage degcn den Juwelier Kosel, bei � recherchirende Beamte zwei Armbänder vorgefunden haA nach der Behauptung des gerichtlichlichen Sachverständjjy östeneichisches Feingehaltszeichen, einen Löwenkopf y Ziffer 4 trugen. Bei der Vorvernehmung hatte der 9% angegeben, die betreffenden Schmucksachen von der � Müller u. Co. gekaust zu haben, und daraufhin auch die Mitglieder dieser Fuma unter AnfH stellt worden. Im gestrigen Termin hielt der Sachverständige seine Behauptung Angellagten geltend machten, daß der II $»» R-fit aufrecht, wäWj hMg auftret Löwenlopf unmozi� � MI, welches österreichisches Feingehaltszeichen betrachtet werden könn>« würdige das österreichische Gesetz vom Jahre 1864 genau ebenso l;' f Mulden ei, gäbe des Gehalls Jn Ziffern nach Tausendsteln verlang welches 35E gMß und d II not ganz 1 2W worden Schöff das jetzt geltende Reicksaesetz dies für Deutschland Irgend eine symbolische Bezeichnung sei als ausländisch�.. gehallszeichen schon aus dem Grunde ein Unding, we» Fabriken in Deutschland derartige Zeichen, so auch den Lö als Fabrikmarke eingeführt hätten.—Hiergegen wurde vow vchen Sachverständigen darauf hingewiesen, daß der östew Finanzminister im Jahre 1866 zu dem dort gellenden 0% fübrungsbestimmungen erlassen habe, nach welchen Ziffern symbolische Bezeichnungen, unter anderen Löwenkopf, als bestimmte Feingehaltszeichen gelten f®1 Der Gerichtshof, Vorsitzender Herr Amtsgerichtsrath Kra> kannte auf Freisprechung. Nach dem österreichischen Gesck der Löwenlopf nicht als Feingehaltszeichen detrachtet we dasselbe die Angabe in Ziffern vorschreibe, und was die rungsdestimmungen anbetreffe, so dürften dieselben Gewicht fallen, weil die darin vielleicht genannten 3�$ beliebigen Fabriken nachgeahmt werden könnten. Dai�," stehende Zeichen könne demnach auch irgend eine i# deutung haben. Gin verhängnisvoller„Jodler" hat die Vi zu einem Strafverfahren gegeben, welches gestern mann Hermann Conrad vor das hiefige Schöffengeri»sM und allem Anscheine nach noch weiter die Gerichte eine, wird. An einem August.Sonntaz kehrte eine Gefells W%« die einer Landpartie zurück; der Kremser hielt in der fcht f*% zu und geräuschvollen Müllerstraße still und als Herr Coni�k\>..7" Ang selben entstieg, nahm er mit einem kleinen Juchzer von/ �.»«r Gefä, Wagen Sitzenden Abschied, den diese jedoch kaum geMj MS �sven, Aber der Schutzmann Stern hatte ihn gehört, und es«nr � werden st fich nun eine Szene, von welcher Herr Conrad folgen� a 1„äen fich fj stellung dem Gerichte gab: Der Schutzmann, welära.°"em außerordentlich laute Stimme von der Natur verliehen nl HzAU�Ssstg recht unsanft auf ihn losgestürmt, habe ihn bei%%%.Frau r Z?cb An 5% .verübt Schulter gepackt, in seinen Anreden' in durchaus deleijjl dieserhal Weise den Ausdiuck„Ihr" und„Euch" gebraucht unVU k S* stand den Nächstsitzenden kaum gehörten Jodler für„ruhA?, rn% Lärm" erklärt. Als er fich eine angemessenere BebandlÄ� k Giäul gebeten, habe ihm der Schutzmann mit einer wahren«Hee sen Iah stimme wohl zehnmal die Phrase vorgehalten:„Sie mnW% ,,'«8«tri nicht, daß ich Staatsbeamter bin? Nein, das scheinen® Ju, ,.�mo zu wissen." Da sei ihm denn endlich die Geduld er habe zu dem Schutzmann die Aeußerung gethan:«LsW F. si ein Ouatsckkoos Und Sie!" Der Anaeklaale oeo Ctriln _ Etrila Vfomma 1 der£ ein Quatschkopf find Sie!" Der Angeklagte daß räch der ganzen Situation diese t, eine gewisse sachliche Berechtigung gehabt hnfJ er stellte die Richtigkeit seiner Darstellung un>> Zeugmß aller Insassen des Kremsers, von auch einer mit seinem Eide für die Wahrheit eintrat. Der Schutzmann stellte die Sache im A anders dar, was den Angeklagten zu der dringenden» � m Emp anlaßte, durch Vernehmung der sämmttichen-ur Stelle � die A ten Zeugen nachzuweisen, daß die Schilderung des W v«bonai ständig falsch sei. Der Gerichtshof lehnte trotzdem die' AM �» �ine Beweisaufnahme ad und d-r Staatsanwalt beantrag die t des ruhestörenden Lärms 5 M. und wegen der Kreitz babe, 1 des Schutzmanns 20 M. Geldbuße.- Rechtsanw-w, l% Äc ve war dagegen der Meinung, daß der Schutz�.«?li bi- '■•--' irischer Weise den 9% giQ Firm- jeden Grund in höchst provokatorischer Weise gereizt und denselben so stark beleidigt . so stark beleidigt habe,_____— *o.Wd,on.m� nick Ü das Auftreten des Swutzmanns ,0 gerrann, vu« nifflA,""« mfiCW Gang weiter gehen werde, falls eine Freisprechung �„ü �eneh bM folgen sollte. Auf keinen Fall aber könne hier von Din, störenden Lärm" die Rede sein.- Der Gerichtshof � fftn«« Gesa, letztere Anschauung hielt es auch für erwiesen, daß V pWggQ Nutkf mann den Angeklagten sofort am Arme angefaßt Hab,» n m«, aber doch, eine Kompensation nicht eintreten lassen, sondern verurtheilte den Angellagten zu 10 M. Geldvuo 2 Tagen Gekänuniß.. Da» Gnadengesvch des im WiederaufnaVw von einer ungerechten Verurtheilung wegen J Wehrpflicht freigesprochenen Zimmermanns Weder, Ktämät& «'l'SSfJ gg nähme vorgelesenen Urkunden und Bescheinigungen''�s!zns � »wiesen und demnach auch nicht als thatsajtta � Angeklagte seit dem 20. November 1873 im Deull»| wpten 3 A mnittelt ist. so ist doch durch den MWärv-h des Ange- A Ii) i» ber Bescheinigung der Ortspolizeibebörve Weißen- § �"�üralefcn, daß der Angeklagte nach jener Zeit militärische o�fiLn mitgemacht und seit dem April 1877 ununterbrochen SM««? k S? Weißcnsee gemeldet und ansässtg gewesm ist. Der Ange- "Vrmmi»»emcioei unv an,aing geweien nr. �er»nge- nr,%& i Ä, � daher unter Aufhebung des früheren Urtbeils von /-nmÄ sl r2 5?? unerlaubten Auswanderung'R afin 51?r a � [ßwn steijulptechen." Der Antrag des 360 Nr. 3 des v- Mn w kmi m«timua v« �eitheidigers, die l?r tÜfwimä erwachsenen nothwendigen Auslagen der 4"' 1 � in der Wohnung des Angeklagten am tnenn verspätet worden. la'MÄ- ds. Js. n zu% F- £3 SS I vL rmi t» nL w S0 6 00,1 einer Verurtheilung. die ihn I Ä>|! s ung der V? i mußte er sich des Bcislandes eines Recktsaw ftij eines !♦ i Gold' r 90. Aich i) um«g, cetenen cwaaren während derselbe sich auf Arbeit 100 M. Exekution vollstreckt Siegel gelegt worden. Da VerurtheUung, die ihn betroffen hätte, da er auch von dem ....._______________ �.ende Aufklärung erhielt, out«».""- sich des Beistandes eines Rechtsanwalts bedienen, mehrere Fahrten nach Bernau zum Bezirkskommando ,» verschiedene angere Gänge machen, wodurch der Aermste «t unerhebliche Verluste an Arbeitsverdienst erlitt. Auch dem �Benommenen Vertheidiger gelang es erst nach mehrfachen k, ISsmdsnzen, die erforderliche Aufklärung zu erhalten, um Einleitung des Wiederaufnahme- Verfahrens durch- «exen.— Auf dem Rechtswege war wegen der vor- mnrenen verschiedenen Versehen die Erlangung einer ®iiung des gehabten Schadens nicht mehr möglich, , Angeklagte reichte daher zu diesem Zwecke ein «»�.M�uch ein. Dasselbe ist nun vom Amtsgericht zu erg, dem es aus dem Kabinet zur Prüfung zc. üder- murde, unter etwa folgender Begründung abgelehnt itf zu bpfiwS lUvstanttirten Kosten erstattet werden, höheren UNS t den � von Das für den Vertheidiger liqutdirte Honorar rden,% jtm, Ai. ist mehr als das Doppelte des Betrages, welcher * tuna f,-5mÖifl»ustebt. Ebenso ungerechtfertigt ist die Forde- rliegend� � ,0'"t Kosten, Porto, Versäumniß-c. Aus Ihrem -sei. bei)-H,"Utar,�„sichtlich, daß Sie sich jabre- z"8,"/cht gestellt haben(Trifft nicht zu. D. Ref.). .-».»io,, 8 nensfehlen Jahre hindurch die Beschei- >enkopf � u" 8 en über erfolgteAn- und Abmeldungen ! der Auw k' baue in dieser Zeit keine Ortsveränderuna). Mithin ist von d« a ij��hauptung, daß fich das hiestge Bezirkslommando in araushm y �,''rrihum befunden, unwahr."— Weber beabsichtigt, ein r Anfltfk Gnadengesuch einzureichen. I der Kl"" während pf umtioJ1< j. iC_ W>»MW Ven fcrfJJ'wWfle verschwendet. Dem jungen Mann ist ohne sein > ebenso e, sk-nuden ein ganz erkleckliches Vermögen in den Schooß ge- n oeiläOPjj k welches er in so toller Weise verjubelte und verpraßte, land bfr sn ffießtich für einen Verschwender erklärt wurde und in ändifchk,„�fon des Justtzraths Lütkemüller einen Vormund erhielt, Ding, das immer noch über 100000 M. detragende Vermögen z den Lo�«net und den jungen Lebemann einigermaßm im Zaume urde vow� va letzterer aber seinem Hange zur Verschwendung nicht der öste«� konnte, gerieth er auf eine abschüssige Bahn, die ihn »den Geich vtufe zu Stufe immer näher vor den Strafrichter führte. welchen st»? kuschen ist das Ehrgefühl bei ihm anscheinend gänzlich deren gyn, seine Frau und seine Familie haben fich von ihm los- zelten q8'- er hat schon verschiedene Strafthatcn begangen und ist rath Kra»? � vor ganz kurzem zu 6 Monaten Gefängniß ver- chm Gefchj worden. Gestern hatte er fich schon wieder Iben nten Schöffengericht zu verantworten und zwar diesmal HÄtsfriedensdruchs, den er gegen seine eigene Frau eine '�aen Betruges und Widerstandes gegen die Staats- %"#m u�Behug soll darin bestehen, daß er einst im Reise- �Keinem hj-a.�e Brust mit ausländischen Orden geschmückt, bei � Jla6 er Schuhmacher erschienen war, angegeben hatte jjl Saar gstlf.,.wertla auf die Hochzeitsreise wolle unv fich zwei üuratcl machen lassen, ohne zu sagen, daß er untei 5°nn DÄ jL Reinem Brust mit ausländischen Orden geschmückt, bei er Nack ,!, Schuhmacher erschienen war, angegeben � hatte, zwei ........... unter Der Widerstand ist gegen einen Kriminalschutz« stt TrkZ*",�n:den, welcher den Angeklagten eines Nachts auf «Ite, m« L i!?8 Hauses der Chausseestraße fitzend vorgefunden 4t hi.r.n, me Heimkehr seiner Schwägerin abwarten wollte, W. J!i ai'u mißhandeln. Der Gerichtshof sah sich in der � ioop« �nfieklagten abermals zu 20 M. Geldbuße und ?..?�angniß zu verurtheilen. Der Betrugsfall mußte MB Beeden, weil noch der Kurator des Angeklagten darüber ... a?{nst, od derselbe als ein Mann von 120 000 M. d fol�n k ksststgn ��chtigt halten konnte, sich zwei Paar Stiefel *" Meineid wurde der bisher unbescholtenen in Strilack aus LandSberg zur Last gelegt, welche tls?userhalb vor der dritten Strafkammer des Land- , Der Ehemann der Angeklagten ist Inhaber den nH �uses»u Landsberg, aber arg verschuldet. lnin.. chaudigem ein Schnippchen zu schlagen, winde .'�qu x a xuhten das bekannte Manöver ausgeführt, daß die y Ii,,«c t�0<* formell die Geschäftsinhaberin wurde, wäh- s cveine>> r.«1% Sz°s..,,�mann als Geschäftsführer fungirte. Auf Grund uld 8er>k e,°mmen, sie weigerte fich indeffen am Verfalltage erw. Behauptung, daß sie überhaupt keinen iml*»" habe. Dies beschwor fie auch vor dem \ nun als Kühne klagbar wurde. Es hat >st, �ausgestellt, daß ihr Ehemann den Wew bei der MZfong genommen und für fich weiter veräußert „die Angeklagte die Rechnung zu Geficht kam, fragte �-mann und Geschäftsführer, welche Bewandtniß es �eine habe, von dessen Bestellung fie nichts wiffe, er- die Vi, tt&r tJm der M, >err 6on% h»er von im gehoo nd es er .iT»-. >us beb icht und ir„ruber*. LebandlM � wahren »Sie a schein� rt-.. aift vr cv.1""»v4»v»iiinwi unv iwt rsu� wLw&t tr f(fhl6 �geklagte die Rechnung zu Gestcht h\... des Se>>8#l4tt C Uemann und Geschäftsführer, welche Bewandtniß es dem. dt« iL y�ne habe, von dessen Bestellung fie nichts wiffe, er- � hnK6 vQt�c Antwort, daß fie fich nicht dämm ,u DM-iOZ-NSÄU- den ANS) »ade a'. fe«*® daß d« F. F. A. Strilack den fraglichen Wein . erhalten habe. Der Ehemann der der es hätte verhindern können, daß Ledcnsgefähltin auf die Anklagebank kam, ' ige un« wurden Der Gerichtshof erkannte in- und die Unbeschottenheit der ni� bi," ttähVkk, �»"lvaesaylim aus vre-nnuageoank e-bung� ,5 i�iehmg%d des PlaidoyerS des Staatsanwalls einige SL.zu.s??!. m 1 fi. Oo« v 1 Nestandia war. oab eine erlckütternde Schilde« igen' geständig war, Slothtoge, die ihn Er habe ab eine erschütternde Schilde- zu dem verbängnißvollen aus Mangel an Mitteln seine und seit Jahren versucht, fich ernähren. Er habe mit dem , fgäj 1 V; er mnr""�' Seine Wirthin hatte ihn vor die Thür k�t,Un'h'i'ntdcbteiU gehabt, der im Juli d. J.�den »'Wesen. ._____ seit,. IM.„ der Hunger wühtte in seinen Eingeweiden. Einer vernünftigen Uederlegung sei er nicht mehr fähig gewesen, als er den einzigen Werthgegenstand, den er in seinem Befitze hatte, das den akademischen Lesehallen gehörige Werk, zum Antiquar Goldschmidt in der Friedrichstraße trug und es für 15 M. verkaufte. Mit Entschiedenhett müsse er aber bestretten, daß er das Buch aus den Akademischen Lesehallen mtt- genommen habe, um es für fich zu behalten oder zu verfilbem, er habe es mtt nach seiner Wohnung genommen, um es zu einer literarischen Ardett zu benutzen, und in der theilweisen Mttnahme etwas Strafbares nicht erblicken können, da dies von manchem Besucher der Lese- hallen geschähe und die Bibliothekare es, wenn auch nicht aus- drücklich gestatteten, so doch in Ausnahmefällen duldeten. Er habe annehmen müssen, daß man auch bei ihm ein Auge zu- drückte, als er ftei und offen mtt dem dicken Bande davonging. Der Staatsanwall Hütt diese letzteren Angaben nicht für glaub« hast, er nahm an, daß der Angeklagte in der Adstcht der rechts- widrigen Aneignung das einen Anschaffungswertb von 70 M. habende Werk mttgenommen habe; er beantragte daher wegen Diebstahls eine Woche Gefängniß. Der Ver- theidiger bat dagegen, den Angaben des Angeklagten Glauben zu schenken. Aber selbst wenn dies nicht im vollen Umfange geschähe, so könne der Gerichtshof dennoch eine mildere Auffassung gewinnen. Vom juristischen Stand- punkte aus könne man den Besucher der Lesehallen, dem man ein Werk zur dortigen Anficht anvertraue, während dieser Zeit als den Besitzer ansehm und sei dies der Fall, dann könne man die Handlungsweise des Angeklagten nicht als Diebstahl, son- dern als Unterschlagung ansehen, eine Stratthat, die das Gesetz mit Geldstrafe zu ahnden gestatte. Merlwürdiger Weise habe sich das trübe Geschick des Beschuldigten seit jenem Gipfel des Elends freundlicher gestaltet, derselbe habe mit dem Bekanntwerden der von ihm begangenen Strafthat eine ihm zusagende ltterarische Beschäftigung erhallen. Der Gerichtshof folgte insoweit den Ausführungen des Vertbeidigers, als dem Angeklagten geglaubt wurde, daß derselbe bei Mitnahme des Buches nicht die Abficht einer rechtswidrigen Abficht gehabt; das Urtheil lautete daher nur wegen Unterschlagung auf 20 M. Geldstrafe. Gi« außerordentlich kindisch»« NeranLgeu, welches fich der im Lebensalter über die Grenze ver Jugendthorhetten schon weit vorgeschrittene Schlächter Gottfried Baumann oe- macht hat, bat demselben eine Strafe in Höbe von 25 M. eingebracht. Wenn in der Badstraße Abends 6 Uhr der Elsen- dahnzug die Straße kreuzt, pflegt fich regelmäßig eine Schaar von Müßiggängern auf die absperrende Baniere zu lehnen und allerlei Unfug zu treiben. Als die Bahnwärter dies eines Tages ernstlich untersagten, hat es den p. Baumann so ver- schnupft, daß er seitdem täglich um 6 Uhr an der Barriere war, den Beamten die unglaublichsten Grimassen schnitt und die Länge setner Zunge zeigte. Den Beamten ging der„Spaß" schließlich zu weit und auf ihren Antrag wurde gestern der fleißige Mimiker wegen Unfugs und Beleidigung zu 25 M. Geldbuße vcrurtheilt. Uereine«nd Nersammlungen. Der Fachoerei» der Kchlosstr hielt am Montag, den 29. Oktober, eine gutbesuchte Versammlung bei Feuerstein, Alte Jalodstraße, ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag deS Herrn Kendziora„Ist der Arbeiter befähigt oder auch wohl verpflichtet, fich zu bilden". 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Revisorenwahl. 4. Arbeitsnachweis-Angelegenheiten. 5. Verschiedenes und Fcagekasten.— Nachdem das Protokoll der vorigen Versammlung verlesen und eine Aenderung an dem- selben vollzogen war, erhiell Herr Kendziora das Wort zu seinem Vortrage und führte ungefähr folgendes aus. Es sei Thatsache, daß man heute mehr noch als in ftüberen Zeiten einen schroffen Unterschied macht zwischen den Gebildeten und denen, die man, in diesem Falle mit Geringschätzung, Volk»u nennen beliebe— den Arbeitern. Es sei die auch technisch so- genannte allgeimene Bildung, die bei dieser Frage das Streit- odjekt bildet. Unter ihr sei die Lebensanschauung zu verstehen, die das Ergebniß der gewöhnlichen Gymnafial- und Uni- versttätsdildung ausmacht. Sie destehe mit anderen Worten in einem über die verschiedenen Gebiete des Wissens fich er- streckenden Uederblick, der zu einer selbstständigen Urtheilsfähig« keit im prallischen Leben qualifizirt. Daß es mtt beiden bei den heutigen Gebildeten übel genug bestellt sei, ergebe sich einfach aus dem Mangel aller gründlichen phllosophischen Studien in der Gegenwart, sowie aus dem totalen Manko aller wissenschaftlichen Kenntnisse in der Ethik. In letzterer Be- ziehung habe es vor hundert Jahren viel b e s s e r um unsere Univerfilätm gestanden. Alle Studirenden in Deutschland hätten damals eingehende Kenntniß von Kant's großen und schönen Prinzipim der Moral gehabt; in Leipzig habe selbst der Studenk Göthe— mtt Hunderten anderer— Geliert's berühmte Vorlesungen über Sittenlehre gehört. Jene allgemeine Bildung, deren fich der höhere Mittelstand als seiner Präro- gative rühmt, sei demnach ein Besitz von sehr geringem Werthe, der Arbeiter könne fich vielleicht sogar freuen, daß er mit diesem zweifelhasten Helldunkel nichts zu schaffen hat. Und dock, wenn er weniger davon besitze, was sei die Ursache hiervon? Ihm fehle das Geld und die Zeit für länger dauernde, anstrengende Geistesarbeit, keineswegs aber die natürliche Befähigung für dieselbe. Beweise seien: Der Metstersänger Schuhmacher Hans Sachs im 16., der Teosoph Schuhmacher Jakob Böhme im 17. Jahrhundert; ein Uhrmacher habe die Dampfmaschine er- funden, ein Goldardeiter das Dampfschiff, für welche Erfin- düngen die Menschheit diesen Handwerkern auf Jahrtausende hinaus zu Danke verpflichtet bleihe. Daß die Söhne von Ar- bettern, die für gewöhnlich immer wieder Arbeiter wurden, zu- weilen auch zu der höchsten Geistesarbeit befähigt feien, hatten bewiesen der Sattlersohn Kant, der Tuchmacher söhn Herder, der Landardeitersohn Fichte. Männer, bei deren Namen schon jedes hätten also lange vor dem prahlerischen 19. Jahrhunderte die Frage über die Bildungsfähigkeit des Arbeiters bftahend entschieden. Nur HÜ Herren zum Beitritt in den Verein. Der dritte Punll der Tagesordnung wurde durch die Wahl der Herren Frttsche, Schmidt und Bethke erledigt und zu Punkt 4 mitgethctlt. daß der Arbeitsnachweis für den Norden fich im Lokale des Herrn Nürnberg, Anllamerstr. 49, befindet; hierzu wurde eine Koni- misfion bestehend aus den Herren Bemdt, Hütter, Schulz, Schmidt, Sieben, Lampe und Miller gewählt. Zum letzten Punll meldete fich der Kasfirer, Herr Äuldmann, um einen genauen Bericht, der in letzter Versammlung von Herrn Miethe verlangt worden, zu verlesen; es wurde aber hierauf einstimmig verzichtet. Hierauf wurde die Versammlung geschloffen. Der Fachverein sämmtlicher an Holzbearbeitnngs- Mafchi«»« beschäftigter Arbeiter hielt am 29. Oktober seine Mitgliederversammlung im Sacger's Lokal, Grüner Weg 29, ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Innere Vereinsangelegenheiten. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Nachdem das Protokoll der voraufgeaanaenen Versammlung verlesen, brachte der Vor« fitzende ein Schriftstück in betreff der ungenügenden Wärme, welche in iden Werkstätten im Winter hensche, zur Verlesung. Hierauf folgte eine längere Diskusfion, an welcher sich die ganze Versamm« lung recht rege detheiligte; die meisten Mitgliederersuchten, zu dieser Sache eine öffentliche Versammlung der Berufskollegen einzu« berufen, um über diese Angelegenheit zu sprechen, wie da am besten Abhilfe geschaffen werden kann, da doch nur bei den meisten Unglücksfällen im Beruf im Winter die Kälte die Ursache sei. Hierauf wurde abgestimmt und der An» trag fast einstimmig angenommen. Darauf wurde ein Mitglied gewählt, welches erbötig war, zum Montag, den 5. November, Abends 84 Uhr, ein Lokal sowie die erforderliche Eclaudniß zu beschaffen, und bemerkte daffelbe, daß die Anzeige zu dieser Ver- sammlung am Sonnabend oder Sonntag im„Berl. Vollsbl." stehen würde. Nachdem noch einige interne Angelegenheiten sowie der Fragekasten erledigt und der Votfitzende die nächste Versammlung, welche am Montag, den 12. Nov., in demselben Lokal stattfindet, bekannt gemacht, wurde die Versammlung ge« schloffen. Gin» Uerfammlung von 300 Dorstandsmitglieber« der in Berlin vertretenen freien eingeschriede- nen Hilfskassen fand am Donnerstag Abend von 10 bis 12 Uhr Nachts in Jordan's Saal, Neue Grünstraße 28, statt. Die Einberufung dieser Versammlung ging von einem Komitee aus, das in einer am 12. September stattgehabten engeren Versammlung von Vorstandsmitgliedern erwählt worden, lieber den Zweck der Versammlung berichtete Herr Heinrich Nöske, Vorstandsmitglied der zentcalistrten Hilfskasse der Tischler. Dem vorausfichtlich bald zusammentretenden Reichstage dürfte die Re« gierung in Gemäßheit der Ankündigung des Ministers von Boetticher auch einen Entwurf betreffs Abänderung des HUfs« mehr als die freien Hilfskaffen. Man dürfe angefichts dieser Um« stände die Hände nicht in den Schoß legen, sondern müsse dem Reichstage so zeitig als möglich durch ein zahlreiches Material den Beweis liefern, daß Licht und Schatten freilich nicht gleich- mäßig in' der Krankenvcrficheiung vertheilt sei, daß aber der Schatten fich auf feiten der freien Hilfskaffen und nicht der Ortslrankenkassen befinde. Nach längerer Debatte nahm die Versammlung folgende Resolution an:„Die am 1. November 1888 in Jordans Saal, Neue Grünstr. 28, von 300 Vorstandsmitgliedern freier Kassen besuchte Versammlung erklärt, es sei Pflicht� der Presse, dafür zu sorgen, daß in ganz Deutschland von „ der . enoerstcherungsgesetzes die Wünsche der freien Kassen berückfichtigt. Als Grundlage wäre die Denk« schrift des Geraer Kongresses zu betrachten, welche in diesbezüg» lichen Versammlungen unterstützt oder, wenn möglich, ergänzt werden kann." Fachoerei« der Tischler. Sonnabend, d. 3. November, Abends 8 Uhr, Jahrestag des Arbeitsnachweises: Gemüthlichcs Beisammensein im Lokale deS Arbeitsnachweises, Alle Jakob« straße 33. Derei« der Kattler««d Fachgenofleu. Sonnabend, den 3. November, Abends 49 Uhr, in Gratweil'S Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Aßmann:„Der Mensch, das Prodult seiner Erziehung. 2. Gewerkschaftliches. 3. Verschiedenes. Gäste willkommen. Gischler-Ner-i«. Heute, Abends 9 Uhr. Kottbuserstr. 4a, Versammlung. Tagesordnung: Vortrag des Turnwarts Herrn fltauke. Ausgabe der Billets zum Stiftungsfest. Intereflenoerein der Tischler. 8. Stiftungsfest heut-, Sonnabend, den 3. November, Abends 8 Uhr, im Königstadt- Kafino, Holzmarktstr. 72. Alle Freunde und Gönner des Ver- eins find willkommen. Billets find zu haben bei Lackur, Admiralstraße 26; Lerche, Fruchtstr. 52; Vollmer, Solms. straße 30, und im Cigarrengeschäft. Holzmarktstr. 72, Hof links. Fachschul» de» Derei»» derDamenmäntel-Kchneider- aeseilen. Am Sonntag, den 4. November, deginnt ein neuer LehrkursuS im Mustcrzeichnen und Zuschneiden von Damm- und Kindermänteln. Meldungen find an den Lehrer der Fach- schule, F. Schmidt. Königstr. 34-36, zu richten. Wir be« merken ausdrucklich, daß auch Nichtvereinsmitglieder unter gleichen Bedingungen an diesem Kursus theilnehmen können. aa: lung. Tagesordnung: 1. Diskussion über die Frage de« Kollegen Donaths„Was ist verwerflicher: Das System der Putzmeisterschaft oder das Geben von unerhört hohen Grati« fikatwnen? 2. Antrag Ditrich: Einführung eines unentgeltlichen Rechmkursus. 3. Antrag des Bibliothekars um Ver« moßemng der Vereinsbibliothek. 4. Erledigung von Unter- stutzungsaesuchen. 5. Erledigung von Rechtsschutzgesuchen. 6. Verschiedenes. Die Mitgliever weiden ersucht, in der Ver. sammlung rechtzeitig zu erscheinen. Derei» der Ginsetzer(Tischler). Sonntag, den 4. d. Mts., Vormittags 104 Uhr, Neue Friedrichstr. 44, Mitglieder. Versammlung. Tagesordnung: Verschiedene Vereinsangelegen- heiten. ,. I" der freireligiöse« Gemeinde. Rosenthalerstraße 38, spricht am Sonntag, den 4. dö. Mts, Vormittags 10 Ubr willkommen. «WfSUl'k 2. Aerscyteoenes. Bitt~ Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste haben Gesa»»-, Turn-«nd gesellige Derei«« am Sonnabend. Gesangverein„Hannoma" Abends 8 Uhr im Restaurant, Me Jakobstr. 38.— Mannergesangverein„Treue" Abends 9 Uhr im Restaurant Andreas str. 9.— Männergesangverein„Erato" Abends 94 Uhr bei Schläwicke, Kleine Kurstraße 1.— Lübeck'scher *%%% klaffe des„Berliner Handwerlervereins" Abends 8t l" striche 15.— Theater- und Vewnuaungs-Verein„Caritas" abends 8 Uhr im Louisenstädtischen Bierbause, Admiralstr. 38.— Theater- und Pergnügunasgesellschaft„Treue" Abends 8'/, Uhr in Bobert's Ballsalon, Weinstraße 11.— Vergnügungsverein „Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr in Vettins Bierhaus, Veteranen- steche 19.— Geselligkeitsklub„Lustig" Abends 9i Uhr im Rcstaur. Weichelt, Taubenstr. 45.— Verein der Taubenfreunde Abends 8*'' Uhr im Restaur. Hillmann, Manteuffelstr. 68.— Dänischer Berein„Freya" Abends 9 Uhr im Restaur Poppe, Lindenstr. 106. — Verein der Württemberger Abends 8'/, Uhr bei Vaihinger Dorotheenstr. 84.— Verein ehemal. Schüler der 34. Gemeinde _________ s 9 Uhr im Restaurant, Koppenftr. 58.— Verein ebem. M. 6. Lutherscher Schüler Abends 9� Uhr im Restaurant schule Abends 9 Bormann, Ohmgaffe 2.— Rauch klub jDualtn" Abends 8 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28.— Vergnügungsverein„Lustige 13", Abends 9 Uhr im Restaurant Aldrccht, Annmstr. 9._ Neueste Nachrichten. Kerbote« wurde auf Gmnd der§§11 und 12 des So- palifwngcsetzes das Flugblatt mit der Ueberschrift:„Zum 21. Oktober 1888", beginnend mit den Worten:„Heute zum 21. Oktober sehen wir uns verpflichtet" und schließend mit den Worten:„Mit Herz und Hand! Die Ardeiter des 1. Anhalt- sch.n Wahlkreises". Druck von L. Hübscher, Hottingm-Zürich,— durch die anhaltische Regierung. Ueber die Ginbmxfnng de« Reichstage« ist, wie die„Kreuzztg." hört, eine endgillige Bestimmung noch nicht getroffen; dock ist es wahrscheinlich, daß dieselbe auf die Tage des 20. oder 22. November erfolgen wird; ein bestimmter Entschluß ist erst in einigen Tagen zu erwarten. Im vorigen Jihre war als Eröffnungstag der 18. November ins Auge ge> faßt, der Abschluß der vorbereitenden Arbesten gestattete aber die Einberufung erst am 25. November. Die kaiserliche Verord- nung über die Einberufung wird vorausfichtlich, wie früher, erst etwa 8—10 Tage vorher ergehen. Ar» Anarchist Gtter, ein gedorner Württemberger, wurde vom Stuttgarter Landgericht zu 2& Jahren Zuchtbaus verurtheill wegen Vergehens gegen das Dynamitgesetz. Die Ver« Handlung fand bei Auslchluß der Ocffentlichkeit statr. Nrlegravhssche Depesche«.. (Wolff'S Telegraphen-Bureau.) Derltn, Freitag, 2. November. In der am 1. d. M. abgehaltenen Plenarfitzung faßte der Bundcsratb über die Zoll- behandlung mehrerer Gegenstände Beschluß. Die Uebci ficht der Ausgaben und Einnahmen der Landcsverwaltung von Elsaß- Lothringen für das Etatsjabr 1887—88 und die Vorlage, de treffend die Gestattung der Durchfuhr von Schaf- und Rindvieh auf der Eisenbahn von Jägerndorf in Oesterreich, durch Preußen nach'Riedel Lindewiese in Oesterreich, wurden den zuständigen Ausschüssen zur Vorberathung überwiesen. Hamburg, Freitag, 2. November, Nachm. 3 Uhr. In der großen Koopmann'schen Export-Schlächterei ist heute ein erheblicher Brand ausgebrochen, der zur Zeit noch nicht bc- wältigt ist. Petersburg, Freitag, 2. November. Wie dem„Grash- danin" weiter über die Ursache des Eisenbabnunfalls bei Borki berichtet wird, entgleiste eigentlich zuerst nicht die Lokomotive, sondern der masfive Waggon des Verkeh'.sministers. Aller- dwgs ging der kaiserliche Extrazug nur mit einer Geschwindig- keit von 40 Werst pro Stunde, aber die Stöße des ib. �chweren�Ministerwagens waren so bestig, daß fie vor und � demselben Verwüstungen anrichteten, Wagen zertrümmerte«.�� dem Wagen, in welchem fich die Majestäten defanden, wurdl' Boden herausgerissen, die Insassen stürzten auf den BahA und wurden mit dem Waggondach bedeckt. Die ErofP Olga saß im nächsten Wagen, welcher nach rechts hin°»! schleudert wurde. Die Prinzessin fiel den Bahndamm � blieb jedoch unverletzt. Großsürst Michael, der sich mit P Eltern in demselben Wagen befand, lag einige Minuten« den Trümmern, wurde aber gleichfalls nichts verletzt.% ungeheuren Heftigkeit des Stoßes, den dieser erhielt, sowie von der Größe der Lebensgefahr, in votW' Kaiser und die Kaiserin schwebten, zeigt die Thatsacke, Ml nur zwei Schritte vom Kaiser stehende: Diener, der ihm iZ, Kaffee reichte, und der Hund des Kaisers neben ihm wurden. J London, 2. November. Wie die„Times" aus&K von gestern melden, bombardirte gestern die deutsche i korvette„Sophie" das nördlich von Bagomoyo gelegene � Whindt, dessen Einwohner den Aufftändischen in Boge" Waffen, Munitton und bewaffnete Sklavm geliefert! Malrosen landeten und äscherten das Dorf ein. Kriefkasten der Redaktio«. Bei Anfragen bitten wir die AbonnementS-Quittung beizufügen. Antwort wird nicht ertheitt. N Mantenffetst». Die„stumme Jule" ist gänzlich unbekanntes Spiel. Wir können also nicht richter sein. Knut tä fnUTi 12000 alte und neue Herbst- II. Winter-Ueherzielier von 8-36 Mark. compl. Rock- u. Jaquett-Anzüge, Ginsegnnnes-Anznge. einzelne Rocke, Jaquettes, Hosen, Westen, Lelbröck». Kellnerjacken, Uhren u. div. Goldsachen sollen schleunrgst zu jedem nur annehmbaren Gebote ausverkauft werden im Leihhans-Ansverkanf 72 72. 485] Man hüte sich vor falschen Leihhaus-Ausverkäufen und lasse sich durch"70 Deren Anreißer nicht irre führen, sondern achte genau auf die obige Ztr.* � In der Damen-Mäntel-Falrik von I. Gumpert, 66 Kommandanten Strasse 66 findet man stets die größte Auswahl in: Regenmäntel von 7k Mark an. Bondagenmäntel von 13 Mmk an, Jagnets von 5 Mark an, Winter- Doilmans und Paletots von 14 Mark an. Wferdebakn n. Gmnibn« wird nergLtet._ M. Greifenhagen, Berlin ü., 27. Chausseesir. 27, empfiehlt: Miuter-Trirot-TMen..... a 2,25 M. Kerren-Mesten....... a 1,65 M. Damen-Westen � a 1,00 M. Trirot- nnd andere Minterkleidchen von 1,25 M an, sowie alle anderen Artikel zn bekannt billigen preisen. 951 Weil-Mick!-KM Faul Böhm 3c. Chanssee-Strasse 3c. am Granienbnrger Thor. Grosse Auswahl. 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T* b diesem Kursus theilnehmen I, SÄ.81" AkbÄZiiichmis fnc flf Der vom Fachverein der Tischler Arbeitsnachweis befindet fich Alte j im Restaurant Schumann. vermittclung geschieht für Meister u". verminciung geicyieyr für wlen«" (auch NichtMitglieder des Vereins) Die Adressenausgabe erfolgt»» M»„i von 8k W» 10 Zlhr Abends. /"� von 0 bis 11 phr Vormittage- die 4 Kasfircr de��öttskrankeist��» % i 'hn dais und Pianofortcarbeiter Berlins" verpt �HMstep_ fich ihrerseits jeder Adressenausgabe»"te" ersuchen wir, nnr den obeng"«""� di- t, beitsnachwei» zu benutzen. 796'-• z,,r V"r Freunden und Bekannten, sowie ein� Nachbarschaft empfehle mein. 1 W-iß-«ndK.i,isch«/V 5' pahenhofer u. helle« Katrisch. v- � � bei 1079] W. Sauf WeiastraSe* und s, «erantwortlicha flWwfttur:«. Eronhei« In«ettw. Druck und Verlag von PU» Oabtns in Berlin sw„ Beiühstraße 2.