-es u». vor und. nmerten. Dr. 260. Sonntag, den 4. Uonembrr 1888. 5.###. > rag iinuten v m um.. fügen. Drt» ile" m< so nicht y BerliiKrlolUloll. Brgan für die Interessen der Arbeiter. __ Da»„Berliner BolkSblatt« ?.??" tätlich Morgens autz« nach Sonn- und Festtagen. AbonnementSprri» für Berlw frei . vierteljährlich 4 Mark, mortallich Man, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement ■wmt Einzelne Nmnnler 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntogs-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in der Ponzeiwngsvreisliste für 1888 unter?tr. 849.) Insertion» gebühr deträgt für die 4gefvaltete Petitzeile oder deren Raum LS Pf. ZIrbeitSmarkt 10 Pf. Be> größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Ucbereinkunft. Inserate werden hiS 411k Rachinittagi in der Expedition, Berlin SW" Zimmerfttaße 44, sowie von allen Annoncen- Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. KedaKtio«: Keuth�raße T.— Expedition: Zimmerstraße 44. dt. »Sft tk.�?!!—««-» N«««»» liegt für»«fer» Abonnent»« int 1 �rflissmigskaiiipf i« der Schweiz. d Schweiz, dieser kleine vielgestalttge Bundesstaat, vis ei* iebbaft bewegt von mancherlei Strömungen, die A«endernun g derBundesverfassung w in- Das Militär will, entsprechend den Wehr- anderer Staaten, eine zentralisirte und Verwaltung haben. In weiten Arbeiter- �.wünscht man eine Revision der Bundesverfassung in s,.?"stischem Sinn, um dem Lande eine allgemeine Un- und Gewerbegesetzgebung verleihen zu hio�.-e Dinge, denen der Föderalismus unangenehme Ih, ff® bereitet. Schließlich wünschen alle diejenigen �"t, welche mit dem Vorgehen des Bundes- �2, in innerpolitischen Angelegenheiten, waS W �e und Sozialdemokratie betrifft, nicht einver- ijj stnd, eine Abänderung der Verfaffung dahin, daß � undeSrath vom Volke gewählt werden und Bolke ein obligatorisches Referendum tö bed«» �...�orschlagS recht in Gesetzgebung»- und -nmantet r f g ssungSfragen verliehen werden soll. L Diese Dinge, welche die innersten Angelegenheiten der berühren, werden in allernächster Zeit zu lebhaften Kämpfen führen. fetü. in der schweizer Verfassungsfrage auf die den» wo�Jigen, die eine Zentralisation anstreben, 'der vlaübe« nicht an die Wunder de» Föderalismus, 'krd. ct. den alten Demokraten so oft angepriesen .. 88 Co«. daß die Zentralisation auch die aatlicher Freiheit bedeute, .— abgedroschene Phrase; die Zentta- d»b fix hann erst die staatliche Freiheit befestigen �dqescki*7� machen. Alle großen Wandlungen der �viider%... find nur durch die Vereinigung vorwärts Zeicht wn�. i-8, niemals aber durch deren Zersplitterung N einer �uch etuc kräftige Sozialreform kann nur b�gcsOkJ" zentralisirten Initiative ausgehen, resp. �nid"""bcn; der Föderalismus wird ihr immer • Die»i�entretcn. ? � ShÜ*4, e™8 Zentralisation der öffentlichen Gewalt � nicht SJ uiürde nur die Bureaukratie verstärken, theilen Mcheg, braucht nur die Zentralisation in demo- Aren iinbv und mit demokratischen Kautelen auSzu» 7% burA iK',e"Panischen Gesetze darnach einzurichten. Dann �.te Zentralisation nicht die Bureaukratie, sondern " verstärkt werden. mmäntcl Nark an. »gefühlt KA, Ei# bends 81 ärünftt-' che ng:. mg und fcvtU "->-.1 Jeuilketon. iber, dl chnen mne" jji® im v__—-v» ö.-mi..-u u n u it iu» 1 1. E heimrath Rottenburg, wird in dem neuen Etat der Reicks- kanzlei eine Erhöhung des Gehaltes gefordert und mit deffm umfangreicher Thätigleit begründet, welche in der Vermittelung des amllickcn Verkch.s der Reichskanzlei mit dm Reichsrefforts und den Ministerien besteht. Dl« alte Schachtel„Oozlal-Eorr«fpo»d«n»"i regt stch darüber auf, daß die heranwachsende Generation des w e i d- lichen Proletariats fick nicht mehr zu Gesinde» diensten bequemt. Räch Berlin, jammert sie, ziehen jährlich an 57 000 weibliche Personen, darunter 54(XX) allein- stehende.„Die meisten Fadrckmädchen werden durch die kürzere Arbeitszeit am Tage angezogm, während städtische Dienstbotm in der Regel der Herrschaft von früh 6 bis 8 Uhr Abmds zur Verfügung stehm müssen." Dies ewige Geschrei der Bour- geoifie über den Mangel an Dienstboten ist ein außer» ordentlich erfreuliches Symptom für das zu- nehmende Klassenbewußtsein unter den Arbeite- rinnen, die nicht mehr Lust haben, fich in die H a u s s k l a v e r e i des modernen Dienstbotenthums hineinzwängen zu lassen. Aus denselben Ursachen zetert das Großbauern» und Groß» grunddesitzerthum über den Mangel an Dienstboten, an Knechten und Mägden. Diese Erscheinung kann der denkende Ardeiter nur ledhaft begrüßen. ZPi« Entscheidung der Reichskommissto« betreffend da» Verbot der„Kremer Kolkozeitnng". Wir haben be» reits mitgethellt, daß das durch den Bremer Polizeisenat er- folgte Verbot durch Entscheidung der Reichskommission aufge- Hoden worden ist und iheilen nachfolgend die Begründung von Sellen der genannten Kommission mit, da dieselbe gewiß von allgemeinem Interesse ist.— Die Reichskommisston sagt:„Nach § 11 des Sozialistengesetzes kann bei periodischen Druckschristm, sobald das Verbot einer einzelnen Nummer erfolgt, das Verbot auch auf das fernere Erscheinen erstreckt werden. Unzweifelhaft kann hiernach sogleich mit dem ersten Verbot einer einzelnen Stummer das Verbot des ferneren Erscheinens verbunden wer- den, und wird hierbei die G-sammthaltung des Blattes wesent« lich ausschlaggebend sein. Nichtsdestoweniger erscheint das im vorliegenden Falle eingeschlagene Verfahren, wonach eine ganze Reihe von Nummern. 13 an der Zahl, deren Erscheinen sich fast über einen Monat rückwärts erstreckt, zugleich verboten und hieran das Verbot des femeren Erscheinens geknüpft wird, als ein der Abficht des Gesetzes wenig entsprechendes. Wenn die verbotenen Nummern wllllich etwas Gesetzwidriges enthielten, so mußten sie— bei der imperativen Fassung des Gesetzes in Absatz 1— alsbald nach ihrem Erscheinen verboten werden, nicht aber durfte durch Zögern bei Redakteur und Verleger der Jrrthum erweckt werden, als hielten fich die betreffenden Num- mern noch innerhalb der Schranken des Gesetzes und sei bei fortgesetzt gleicher Haltung em Verbot nicht zu besorgen. Freilich bleibt das degründete Verbot der einzelnen Nummer der Verspätung ungeachtet nickt weniger gerechtfertigt, aber bei der in das Er- messen der Behörde gestelltm Frage, ob das fernere Erscheinen zu verbieten sei, würde doch erwogen werden müssen, ob nicht vielleicht die Haltung des Blattes eine andere geworden wäre, wenn die Landespolizeidehösde bei der ersten Uedcrschrellung zeitig eingeschritten wäre. Sticht entsprechend der Vorschrift deS § 13 des Sozi listengesetzes erscheint aber vor allen Dingen die Begründung oer angefochtenen Verfügung, insofern fich dieselbe begnügt, zu sagen, daß in der„Bremer Volkszeitung"„na- m ntlich in den Leitartikeln" gesetzwidrige, näher dezeichnete Tendenzen zu Tage getreten seien, daß stch hierin„insbesondere die Nummern 34, 35 u. s. w. auszeichneten" und daher die ge» nannt n Nummern verbotm würden, während es Aufgabe der vom Gesetz erforderten Begründung gewesen wäre, die einzelnen Artikel namhaft zu machen, in weichen die Behörde eine gesefc» widrige Tendenz und Haltung finden zu sollen glaubte, und die Gründe darzulegen, weshalb das der Fall sei. Bei der hier deliebten böckst summarischen Begründung ist eine Nachprüfunq in der Besch werdeinstanz zum Mindesten sehr erschwert, das Beschwerderecht selbst aber geradezu illusottsch gemacht. Falschheit der nihrlistischen Moral zu beweise«; ein edler Mensch geht zu Grunde, weil er an die falsche nihilistische Moral geglaubt hat. und er erhebt sich wieder, al» er im Christcnrhum seine Welt findet. Aber man kann den Roman noch anders auffassen, al« ihn der Dichter selbst aufgefaßt hat; die Wahrheit dringt durch die falsche Weltauffassung de» Dichter» durch; ohne es zu wissen und zu wollen, hat Dosto- jewSki die Falschhell und Unnatürlrchkeit der sozialen Ver» hältniffe bewiesen, unter welchen ein so edler Mensch, wie RaSkolnikow, zum Verbrecher werden konnte und werden '""�SBei uns in Deutschland pflegen die Studenten au» den mittleren Kreise« der Bourgeoisie hervorzugehen, in Rußland gehören sie dem Proletariat an. RaSkolnikow bekommt von seiner Mutter nichts al» das Geld für seine Kollegien, daS Uebrige muß er mit Stundengeben sich selbst verdienen. Als er seine Stunden verloren hat, steht er ohne jede Mittel da; er lebt von den Ueberbleibseln, welche ihm da« Dienstmädchen der Wirthin aufhebt. Er hat An- läge zum Wahnsinn, er ist Hypochonder, und diese Anlage tritt in seiner Einsamkeit und in der Roth, in der er lebt, immer mehr hervor. Um ihm die Mtttel zum Studium zu verschaffen, will sich seine Schwester mit einem reichen, aber ihr widerwärtigen Man« verheirathen. Er hat autgerechnet, daß er zehn Jahre lang warten muß, bis er eine Stellung bekommen kann; selbst wenn er diese Zeit durchmacht, wa» sollen seine Schwester und Mutter in der Zeit anfangen? Sie werden zu Grunde gehen. Zwei, vielleicht drei gute Menschen werden zu Grunde gehen, weil ihm dreitausend Rubel fehlen, um sich zu erhalten, bi» er angestellt raub. Wäre e» nicht richtig gehandelt, wenn er, um diese dreitausend Rubel zu erlangen, irgend einen übnflüssige» oder aar schädlichen Menschen tödtete; wäre eS nicht moralisch, um drei gute Menschen am Lebe« zu erhalten. »-Ich- ih. ,.» Mord »irr-r lomm, i» trinm einfume««tübeln»och aus einem anderen Wege zum Morde. Alle großen„elden, Wäre nun der Inhalt der Leitartikel in allen, oder einigen, oder einer der verbotenen Nummer« ein derartiger, daß offensichtlich die Merkmale vor lägen, welche§ 11 des Sozialistengesetzes zum Verbote erfordert, dann könnte man über den for- mellen Mangel der Begründung hinwegsehen. Das ist aber nicht der Fall. Ohne Zweifel ist die„Bremer Volkszeitung" ein sozialdemokratisches Blatt, aber die Leitartikel unterscheiden fich in ihrer Kritik der bestehenden staatlich-n und gesellschaftlichen Zustände weder r ach Inhalt noch Form von demjenigen, was auch dienichteigentlichsozialistischen, radikal- demokratischen Zeitungen täglich und zum Theil in noch viel roherer Form dringen, und wo sie sozialrstische Tendenzen hervortreten lassen, ist doch die vom Gesetz vorausgesetzte Friedensgefährlichkeit der Form der Kundgebung nicht erfindlich, wenn fie auch nahe genug hrnan- stressen mögen. Die Reichs kommisston. Herrfmth."— Der Verlag der„Bremer Volkszeitunz" bemerkt hierzu in einem in Bremen am Sonntag in vielen tausend Exemplaren verbreiteten Flugblatt: �.Dieser Entscheidung der Reichskommissto« ist vom rechtlichen«tandpunkte aus wohl kaum etwas hinzuzufügen. Nach derselben ist die von der hiesigen Behörde verfügte Maß- regel als den Intentionen des bez. Gesetzes nicht entsprechend, denselben vielmehr geradezu widersprechend, aufgehoben und und das Weitererscheinen der„Bremer Volkszeitung" nun- mehr gestattet. Die juristische Wiedereinsetzung in den vorigen Stand deckt stch jedoch leider keineswegs mit dem durch das ungerechtfertigte Verbot geschaffenen wirklichen Stande der Dinge, denn jenes Verbot hat nicht nur die Wirkung ge- habt, den hiefizen Arbeitern, wie überhaupt allen wahrhaft frei- sinnig denkenden Elementen der hiestgen Bevölkerung ihr Organ, das rückhaltlos für Recht und Wahrheit, für die Interessen des Volkes kämpfte, vorübergebend, d. h. bis zur nunmehr getroffenen Entscheidung de: höchsten Reichsinstanz, zu rauben, sondern es hat diese Wirkung auch für die Folge behalten, trotz der durch jene Entscheidung geübten Rektifikationen der hiestgen Behörde. Die, wie nunmehr feststeht und offen ausgesprochen werden soll. völlig ungesetzliche Unterdrückung der„Bremer Volkszeitung" durch die Polizeikommisfion des Bremischen Senats, eine Maß- regel, der fich die von derselben Behörde verfügte, später als un- berechttgt vom Senat wieder zurückgenommene Ausweisung eines der Redakteure des Blattes würdig anreiht, hat den Verleger finanziell auf das Schwerste geschädigt und zwingt ihn, zu seinem tiefsten Bedauern, allen ehemaligen Lesern der„Volks zeitung", allen Freunden der Wahrheit und Gerechtigkeit, in Beantwortung zahlreicher Anfraaen, die Eillämng adzuzebm, daß an ein Wieder- erscheinen der„Bremer Volkszeitung ttctz der Wiederauthedung des Verbots leider nicht gedacht werden kann. Im übrigen über- läßt derselbe, hinweisend auf diese Folgen des Vorgebens der hiestgen Behörde, die Beurtheilung desselben vertrauensvoll allen gerecht und dillig denkenden Manschen." A«»�£rip,ig wird telegraphisch von geheim« iß» in einer sol- vollen Verhaftungen gemeldet, und zwar i che« Form, daß der arglose Leser, der die herrschenden Piak« ttken nicht kennt, unwilllürl'ch aui den Gedanken kommen muß, die betreffenden Verhaftungen stünden mit dem kaiserlichen Be- such in Verbindung und die findige Polizei habe wieder einmal ein Attentat verhütet. Obgleich nun Leipzig vor und während dem kaiserlichen Besuche in bekannter Weise mit Polizei über- schwemmt war, so haben doch, wie uns mitaetheill wird, jene Verhaftungen weder einen geheimnißvollen Charakter, noch hän- gen fie irgendwie mit dem kaiserlichen Besuche zusammen. Drei Tage vor demselben— vorigen Sonntag Abend— wurden in einer Leipziger Vorstadt einioe Arbeiter verhaftet, von denen ein zufällig herankommender Polizeideamter annahm, fie hätten stch„geheim" versammelt. Kurz, eine jener Verhaftungen, wie fie unter dem Sozialistengesetz alle Tage vorkommen, und wie fie unter dem Sozialistengesetz jedem, auch dem polttisch un- schuldigsten, jeden Tag passtren können. Bei dieser Gelegenheit muß erwähnt werden, daß das Benehmen der imvortirten Polizei, die sich thetlweise in die absonderlichsten Verkleidungen geworfen hatte und ihre Stretfzüze bis auf drei und vier Slunden im Umkreis von Leipzig ausdehnte, weder einen guten noch einen imponirenden Fang gemacht hat. Ein Pastor Trautloff, natürlich ein Sächser, hat dm Schlüssel zur Lösung der sozialen Frage gefunden. Auf der Diözesanversammlung in Rochlitz hat dieker erzlluge Herr, der in d m industriellen Hartmannsvorf die Lämmlein auf die geistige Weide treibt, u. a. gesagt:„Nicht die schwere Arbeit, nicht die ungesunde Luft der Arbeitsstätten, sondern Unfittlich- keit und Ausschweifung find der eigentl-che Grund so mancher Krankheit und bitteren Roth." Die Weder, die 16 Stunden hausindustttell fich abrackern, die Wirker, die am Koulirfluhl schanzen, bis sie zusammenbrechen, in ungesundesten Arbeits. räumen bei einer Ernährung, die haupssächlich aus Brot und Kartoffeln besteht, find ja ganz verfluchte Kerls. Die gehen Abends in die feinsten Restaurants und verschlampampm mit Balleteusen und Schönheiten der Halbwelt ihren Riesevlobn— so 1 M.' 50 Pfg. p.o Trg etwa— in Austern, Fusarien, Burgunder und Seit. Der Herr Trautloff leidet gewiß an Kurzfichtigkeit und ver wechselt die Vertreter der goldenen Jugend mit den Proleiariern. Gewiß, die Gesetzgeber, Könige haben gemordet. Napoleon hat Millionm gemordet; ihm wurden Denkmäler aufgestellt, man nennt ihn einen großen Mann, einen Wohlthäter der Menschheit; einen gewöhnlichen Mörder richtet man aber hin. Aber einem großen Menschen ist es erlaubt, zu morden, einem gewöhnlichen Menschen nicht. Wmn man einen höheren Zweck erreichen will, so darf man morden. Dieser zweite Gedankengang setzt sich in seinem Gehirn fest, er wird zur fixen Idee. Und nun führt RaSkolnikow einen Mord aus, er tobtet eine alte Wucherin, um zu sehen, ob er ein Napoleon ist; wenn er wirklich ein großer Mensch ist, so darf er ja tobten, und er wird also keine GewtssenS. bisse habm. Man sieht schon an der nüchternen Inhaltsangabe, daß man e» nicht mit der That eines freien Menschen zu thun hat, sondern daß RaSkolnikow geistig gestört ist, als er feine That begeht. Schon während des Morde» verliert er die klare Be- sinnung; er raubt nicht die dreitausend Rubel, sonder» er nimmt einige Pfänder, die ihm gerade in die Hand kommen; durch einen Zufall gelingt eS ihm, sich zu retten, so daß kein Verdacht auf ihn fällt. Also er hatte sich getäuscht, er war doch kein großer Mensch, seine Verwirrung während der That hatte er be- wiesen. Und nun folgt der eigentliche Inhalt deS Roman«, die Schilderung der Scham, der Reue, der Furcht, der geistigen Umnachtung, bis RaSkolnikow sich selbst dem Gericht stellt, nach Sibirien geschickt und dort gläubig wird. Dostojewski hat da« Hauptgewicht darauf gelegt, daß RaSkolnikow eine falsche Moraltheorie befolgt; daS ist seine Schuld; diese Schuld büßt RaSkolnikow ab, und nun beginnt für ihn ei» neue« Leben. Der Sozialismus hat eine andere Betrachtungsweise des Verbrechens; ihm ist nicht die Schuld da» Letzte, et geht weiter, und fragt: Wie kommt der Mensch zu dieser Schuld? Die Antwort lautet: Die sozialen Verhältnisse find daS Veranlassende. Nicht die Personalst verantwortlich für ihre Thaien, sondern die Verhältnisse, in denen sie lebt, die sie zu ihren Thaten trieben. Au« den gegebenen Ur» B o u r g e o i s s p r ö ß l i n g e, die ihre kranken Lünzen w*! � Magde Riviera oder in Meran kuriren lassen, find Opfer der» Saal« sch weifung, und ihnen mag der„theure Gottesmann'%««miung d< Strafpredigten hallen. Wir müssen es uns aber verbitten,* W beschäst die durch die kapttalistische Ausnützung ruinitten Acdeitei s Mken Rege den frommen Seelsorgern auch noch verhöhnt werden dt# Jwite der weil fie im Interesse des Untemehmerthums zu Gnmdi 1 Wer das Z richtet werden.,!?"»" fpta Znr Srotvertheuernng wird der„Vosfischen Ztg.** wenn Sachsen, 1. November, geschrieben: In dem ti h« m®8 der uberwack �»"iVel v™ Reaieru Sami „Die K. m Städtchen Grimma bei Leipzig find im Oktober b. I. baf... dortigen Bäckern und Brothändlern Erhebungen über die* �uflösun tigen Brotp reise angestellt worden. Dabei hat fick im Jahrei» ein Durchschnittspreis von 0,l9 M. pro Kilogramm, im d. I. aber ein solcher von 0,2 1 6 M. herausgestellt. Der M aufwand, der einer 4—5 Köpfe zählenden Familie hier»»� wächst, beziffert stch also auch dort auf mindestens 1 � wöchentlich. u An einer amtliche» Mahlflatistik über das ErM der preußischen Urwahlen zum Landtag febll«- bemerkt die„Franks. Ztg.". schon seit länger als 20- Da aber sämmtliche Wahlalten an das Haus der Abgea gelangen und daselbst während der Dauer der Wahl verbleiben, so würde es möglich sein, durch das Butea«' Abgeordnetenhauses eine solche Wahlstatistik aufstellen zu» wenn im Etat des Hauses entsprechende Gelsmittel fiüj geeignete Hilfskräfte ausgeworfen werden. Aus einer w Statistik würde man endlich zuverlässtg erfahren, wie kW'," Betheiligung der Wahlberechtigten bei den Urwahlen Städten und auf dem Lande in den verschiedenen Abtl ist, wie groß die Zahl der Wahlberechtigten in den' Abthellungen ist und wie dieselben nach der Steuers um abzweigen. Allem Anschein nach hat fich in dm höh ss*� theilungen die Zahl der Wahlberechtigten im VerhäBjM dritten Adtheilung fortgesetzt vermindert, Wähler der Einfluß auf die Wahlen während in der dritten Adtheilung funden hat. Gin Mahre« Wort.„Die wirthschaftlichen VerM lassen keinen Raum für romantische Auffassung....� gewiß, vom abstraften humanen Standpunfte au», -■". itnf/rt~ ife/ff1 Men Gru W-Ä" M Mndes un' 19 manntet v£SÄ NN Ja««-™ der: n.• vy 8e««t Ä Ä handelt fich heute th-ttsächlich nicht darum, das Kleingi einem großen Aufwände von Kosten und Mühen zu oder besser gesagt, seine Lebensverhältnisse noch aus eff hinaus hinzuschleppen. Im Gegmtheil, diese dur unpraktische Produktionsform muß werden.... Das Kleingewerbe muß auf einem glatten Wege umgeformt und übergeleitet werden in t Arbeitsform, die Fabrik." So zu lesen in einem Artis t Remscheider Hrndelskammersekietärs Dr. R. Stegew»?. der„Zeitschrift für Handel und Gewerde", dem Orga» deutschen Handelskammern. our»� Ä Äf» ber b freuliche Beobachtung, wenn wir In stetiger Folge?! unA Kleinbetrieb nach dem anderen aus dem Zustaiu'» ftfangnifc in �reihest in denjenigen der Unftetheit übergehen sehen,-�y Zwisch� U ÖK U Einen Krenzzng gegen die Aeabee predigt � NKlaß ei> Man müsse von ReichswegM»� Mau.s� „Berliner Tageblatt", tutan mupe von Aeichswegen"tj» ürr-intwen „überschüsfigen deutschen Menschenmaterial" 1000 i�Madell anwerben und derart Reichskolonialtruppen bilden. Die*?A f�wnir.P in Ostafrika müßten in Reichsoerwallung genommen„TW habe Festungen müßten gegen die Araber angelegt werden, Wä Wen Pia? dergleichen abenteuerliches und dreistes Zeug mehr ist-|i,% schwebl dem„überschüsfigen deutschen Material" find die arb-'M e* v Schq Arbeiter gemeint, die nun nach dem Vorschlag des edlen?? danralh v.. ,1------™ Worn, den schwarzen Welttheil mit _ irft ihrem Blute düngen soAl Grund und zur höheren Ehre des prioatkopttalistisch� k*%% Br , W.... am»Lettembergil'chiN'A� jMM db wird offiziös gemrioet._öo{j die Nachricht eines sM ßc. bade. duftionssystems. in den Vorgängen »v.vv w| i v,- v— jjw.-v» vwp V» V Ulj' VM»*«» Blattes über daS Entlassungsgesuch des württemdergil»� sammtministeriums erfunden sei. � Eeheimbnndeprozrtz in München. Die 0%� des Münchener Landgerichtes hat, wie schon kurz gc#;� wegen Geheimbündelei angeklagten Sozialdemokrat�� und Genoffen) steigesptocken. Bemerkenswerth im*3� zu niilen ähnlichen Prozessen neuerer Zell gegen � kraten ist die Begründung dieses Urtheils. Dieses dem„B. T." zufolge, daß diejenigen Zeugen, die ajiLV Wahrnehmung delastend ausgesagt, theils unzuveri theils in der Verhandlung ihre Aussagen abgef® zurückgenommen hätten. Die Aussagen der Polizei aus die Mtti Heilungen Dritter, die aber wegen dcs A> rnffes verschwiegen bleiben mußten. Dadurch sei die keit dem Gericht entzogen, die Richtigkeit dieser Anl prüfen. Auf unlontrolirte Angaben aber sei eine V< nicht zu stützen. Uederdies seien in diesen Angab«" Jrcthümer nachgewiesen, insdisondere wäre der v» Polizeikommissar Gehret, von einem gewissen SudI-! nicht freizusprechen. Die Verdachtsmomente wären dur� als einen Gebeimbund leicht zu erklären.— Wir den Pwzeß noch ausführlich zurück. fachen folgen mit unerbtttlicher Rothwendigkeit V dieser Ursachen. Wenn einem Stein die Unterlage„ff Os W Ü wrrd, so fallt er, und wenn ein Mensch in best""»j* Kältnisse gebracht wird, so handelt er so, wie er s"7iy Verhältnissen handeln muß. Der Stein ist( daß er fällt, und der Mensch ist nicht schult», handelt. t tf P RaSkolnikow ist Hypochonder; offenbar � '\er ift. Mensch etwas dafür, daß er Hypochonder ist. zieht sich in die Einsamkett zurück, weil er H-,.„y,, Er muß hungern; er kann nicht« dafür, daß er" dient. In der Einsamkeit, in dem Hunger.>" ß» chondrtschen Launen bildet sich eine eigenthürnU�-chk ''""atz i is 5% Ms Schi soU� a ?5n eine eigentyuni'-jT sfl oi? sträng bei ihm heraus; eS ist nothwendig, W' yü% die Unterlage entzieht. rnreriage enizteht. J Bringt diesen Mörder in eine andere Umg thnt eine sorgenfreie Existenz, da« heißt, die 5 f oerdienen. und�er��� hungern, nicht einsam sein, sein Geist wird werden, er wird nicht tödte«. Nicht er ist& Morde, sondern die Gesellschaft, welche ihm der Existenz entzog.... � de*. Mit der Vergangenheit, mit den allen Trad'tto" Aeich ligion und Gewissen, mit all dem Geschwätz."�-, lassen. Er ist ein neuer Mensch,_ welcher d«"�" ob W h° e( zu Grunde gehen, auch wenn sein Gedanke Wichtig ! , , Magdeburg, 31. Okiober. Die am Diensta? Abend im ?�en Saale der„Buckauer Bierhalle" angesetzte öffentliche Ver» »»mmung der im kaufmännischen Gewerbebetriebe und Nestau« a. beschäftigten Arbeiter, Hausdiener u. s. w. war trotz des ™en Regenwetters zahlreich besucht. Nach der Bureauwahl ?cheiste der Vorsttzende dem ehemaligen Regierungsbaumeister WIer das Wort, der über die„Nothwendigkeit einer Organi« ,. sprach. Als er die Anwesenden aufforderte, wach zu m Ztg.° j,."' wenn die neue Zeit hereinbreche und nicht unvorbereitet 5-? �8 der Erlösung herankommen zu laffen, erfolgte durch * überwachenden Volizeikommissar im Namen des Gesetzes die Auflösung der Versammlung. nzen an fer der -mann >erbitte«,d Ä Gründet aber v»» t£ e Hieraistens 13» das Erget« Ada« : Wah i Butt«*, llen zu ittel st» einer wie k ahlen in Abt' den uersuwa», ' Höh r» krhälttit hierft«� i g der Versammlung. ».. Schm-i?. c. 3 Öl i ch. Die Pelition, detrenend den Erlaß einer «treikverordnung, ist, mit 2064 Unterschriften versehen, «u Aegierungsrath zugegangen. In Anbetracht des nicht ge» «ngm Sammeleifers ein magerer Fang! oSraKbritauuien. vu», ooiDoqi oie �age oes uic vun wen beanspruchte Lohnerhöhung nicht rechtfertige(?), die M-nb-fitzer in Dorkshire dm Kampf nicht gänzlich auf eigene VkJp l°-lsttzen würden, nachdem die Grubrnbefitzer in anderen des Landes eine Lohnerhöhung bewilligt haben. Die �rubenwerke in Derdyshtre haben die Lohnerhöhung � vCt. ebenfalls zugestanden, so daß der Ausstand lhat« ch beendet ist. «!;l Jfr der Verhandlung gegen Parnell und Genossen der Vertreter der„Times", Attorney« General Sir R. den ersten wichtigen Zeugen in der Person des früheren EU, und Kollegen Parnell's, Kapitän O'Shea, vor. �««t? vertrat von 1860 bis 1885 die irische Grasschaft Cläre wz�/uerhause. Im Jahre 1886 wurde er für Galway ge- w« kßte aber schon im Juni sein Mandat nieder, und da- «aiÄ-le auch seit 1880 bestandene Freundschaft mit Oer)whL»,«nicrqanoiunaen, rotiaje 1001 unv Nell'ö liberalen Regierung zwecks der Befreiung Par- aesz.uub anderer irischen Abgeordneten aus dem Kilmainham- der KU® Dublin gepflogen wurden. O'Shea fungifte als htzi�lchengänger zwischen der Regierung und Parnell, welch' lhfSn.tr Unterhandlungen ohne Wissen seiner Kollegen zum «if fS? brachte. Er verpflichtete sich, falls er und seine Kollegen Fuß gesetzt würden, den Ausschreitungen und dem bEn. ln Irland Einhalt zu thun, vorausgesetzt, daß die alle? Unterhause eine Vorlage eindnnge, derzufolge Z», Mündigen Pachtzinse in Irland erlassen werden sollten. vwhS. mUug nahm diese Bedingung an. und am 2. Mai Äit» �rnell und Dillon aus dem Gefängniß entlassen. auf das die Ermordung von Bmke und Lord Fr. C'Sh» � m Phönix- Park verdammende Manifest bemerkte Wfff1,' � wäre ein' Jnthum, zu sagm, daß Parnell gegen -Ines solchm Manifestes gewesen. Er hätte nur den fefjr'nfä-n Stil des von Michael Davftt veftaßtm Mani- 1% wItadklt. Der Zeuge fügte hinzu, das tragische Ereigniß hätte Parnell tief erschütteft, und seine Ge- VÄniS. SS,be darunter lange gelitten. Nach dem Erlaß des er- n Manifestes hätte ihm Parnell gesagt, daß er in Lebens- IHeirf,.'wwebe, und ihn ersucht, ihm von der Regierung der po- bei» ü'«chuy zu vermitteln, der ihm von Sir W. Harcouft, Jjj �awaligen Minister des Innern, auch gewährt wurde. -Sisch-»' les ober. im Oieseld? 'ie-u-.. MverM' nur ver- erkenne. lest d'« erlag- �'5 best'w� ist m ult», ti-nt r'i! ble Bmke's sagt, daß letzterer sein Schicksal D'Zbea„. fragte ihn, od er die Unterschrift eurnne. « sei m�ÄN-bete, er wäre kein Sachkundiger; er glaube aber, -5 Unterschrift. Der Zeuge tdentifizlfte auch die Kenten. V„?wmell's in fiedm anderm Bftefm und Doku- Air Charl-«»witKapitän O'Shea von dem Beftreter Parnell's, L? tnteieffg.�Mel, angestellte lange Kreuzverhör brachte u. a. Air William e- batsache»u Tage, daß er auf Veranlassung von unterHand,..„O�ouft und Gladstone 1883 sämmtliche auf die -iängni« �8-u zwischen ihm und Parnell im Kilmainham- Ulitisch�. �'Ughadenden Memoranda vernichtete und zwar aus & Morde Ä"- O'Shea wiederholte, daß Parnell durch �'breibkn.«�Phönix- Park tief erschüttert wurde und ein !?iitisiben"bftone richtete, worin er sich erbot, stch vom cift Parnews zurückzuziehen. Er dehauptfte, daß die Unter- «ch nickt r" den ihm gezeigten Briefen echt sei. Er tonne "m sagen, wer die Briefe geschrieben habe. � Jnd-eR.». Frankreich. Matirten �?I ,?esache deS Deputiften A n d r i e u x gegen den �?srumdun„ k �ard-Depaftements, N u m a G i I l y, wegen furchten ng durch den den Mitgliedern der Budgetkommisston �rgffon�, des Schwindels und Betrugs, beschloß die des Gerichtshofs von Nimes, den Angeklagten ssch n�ck� wfein A-danke ist nicht richtig. RaSkolnikow quält Weil{ei-(�n. Morde, nicht weil er gemordet hat, sondern •torbet Hot e n'c�t richtig war, aus dem heraus er ge- rd A itiofl-* m# M ibe«, wan ganz abstrakt überlegt: Soll man einen %un( e!! dürfen, weil durch seinen Tod mehr Glück bei» S durch sein Leben, so wird man nothwendig baß kommen, zu dem auch RaSkolnikow kam, r bald»,.�?�dingS einen Mensche« tödten dürfe. Aber yXn diesen abstrakten Gedanken in Wirklichkeit um- °b'SS"Sd«'�d.K « b�n v®söck erzeugt wird, als durch sein i,"—21 kennt das Leben des zu Tödtenden so > ie.».°b« sagen kann: der Mensch ist schädlich: St Sm i o'�anb-i«�»woften; auf die zweite Frage kann aber 1 kupk. ne Antwoft geben, denn die Komplikationen der ' Niemand ausrechnen. � kan»� �em. Mege der Berechnung, wie es RaSkolnikow 1 btett darf ln"'cht entscheiden, ob man einen Menschen Abe"'cht- ot06«t doch die Thatsache vorhanden, daß die �oibe* bil'8e6et und Könige Millionen von Menschen �zen der �°be Leute das Recht in sich hätten, über die e4 sür am �?�kichen Menschen hinauszugehen, sobald Sg Dies, rg Tätern. %�d, welches«"".8 Nabkolnikow'S ist nicht richtig. Das . NaSkolnikow ermordete, war eine Wuchert«. �ii�.�ucher 2;4 �' daß irgend ein mittelalterliches Gesetz ß>i- roürfU 5" Tode bestrafte. Ein mittelalterlicher �asloi»;» �kso daS Weib habe« tödten lasse», de Auttow sie tödtfte; und dieser Richter diese That keine Reue empfunden Gilly vor das Ende dieses Monats zusammentretende Schwur- geeicht zu verweisen. Der Maire von Bordeaux hat infolge angeblicher Ruhestöiungen, welche die erste Sitzung des 3. Kongresses der Ardeiter-Syndikate begleiteten, jede weitere Ver- sammlung im Weichbilde der Stadt verboten. Die Mit- glieder des Kongresses nahmen bereitwillig das Anerbieten des Maires von Bouscat, eines Voroftes von Bordeaux, an, der ihnen den Saal des Stadthauses zur Verfügung stellte. Dort wurden zwei Sitzungen gehalten; in der ersten empfahlen alle Redner die Gründung von Arbeitsbörsen in sämmtliche« Arbeitszenken, und in der Zwesten einigten sich die Arbetter darüber, daß der allgemeine Streik das beste Mittel ist, der Ausbeutung durch die Kapitalisten ein Ende zu machen und die Emanzipirung der Arbeiter zu fördem. Nach einer gründ- lichen Brandmarkung des Ministeriums, der Polizei und des Gemeindevorstandes von Bordeaux wurde die zweite Sitzung geschloffen. Der Präfeft der Gironde hat nun drei Erlaffe ver- öffentlicht, wonach 1. das Aufstecken der rothen Fahne im ganzen Depaftemenl verboten ist, 2. der Maire von Bouscat angewiesen wird, gegen die Zuwiderhandelnden einzuschreiten und 3. dem Maire von Bouscat befohlen wird, einen delegirten Beamten den Sitzungen des Kongresses beiwohnen zu laffen. Als Antwoft auf diese Anordnungen des Präfeften gab der Maire den Mitgliedern des Kongresses die Verstcherung, daß, „falls ein Spitzel Unruhen hervorrief, er ihn sofort in Haft nehmen laffen würde." K-tgi-n. In Belgien ist das gerichtliche Nachspiel der Arbeiter- unruhen von 1886 noch nicht zu Ende. Die Gemeinde Jumet, auf deren Gebiet stch die damals zerstöfte Glasfabrik von E. Baudoux befindet, ist durch Uftheil des Landgerichts von Charleroi zu Schadeneftatz verurtheitt worden und hat Berufung eingelegt, während der genannte Fabrikant auf demselben Wege eine um mehrere Millionen höhere Ent- schädigung beansprucht, als ihm vom ersten Richter zuerkannt wurde. In Holland erhält fich haftnäckig das Gerücht, daß die Regierung des langen und aussichtslosen Kiiezes mit A t j e h, welcher berests Unsummen verschlungen hat, mude, die Räumung des erwähnten Landes beabfichtige und nur für den Leuchtthurm auf Pulu Bras eine kleine Besatzung an der Küste zu hallen entschloffen sei. Jetzt heißt es, eine derartige Vorlage werde demnächst an die Generalstaaten gelangen. Rußland. Wie der„Regierungs- Anzeiger" meldet, wurden bei dem Eis enbahnunfalle in der Nähe von Borki der Kaiser am Fuße verletzt, die K a i s e r i n an der Hand verwundet. Dem Flügeladjutanten Grafen Scheremetlcff ist ein Thril eines Fingers abgerissen und die Brust gedrückt worden; das Hoffräulein Gräfin Golenitschew-Kutosow ist am Fuße beschädigt. Hausminister Graf Worontzow- Daschkow, Kriegsminister Wannowski und die Flügeladju- t a n t e n Danilowitsch und Tscherewin erhielten erhebliche Kon- tufioncn. Der Ober-Jnspektor der Eisenbahnen Stiern- wall, wurde so schwer verletzt, daß er auf einer Bahre in den Sanitätswagen ged acht wurde. Von den Bediensteten wurden insgesammt 21getödtet, 37 mehr oder weniger schwer verwundet. Von letzteren ist einer bald gestorben. Ueber die Ursache der Entgleisung berichtet der „R.'gierungs'Anzeiger", daß der Kaiser an Oft und Stelle einem Gendarmerie-Offizier persönlich einen Theil einer verfaulten Schwelle eigenhändig behufs Vorlegung bei der Untersuchung übergab. Wie eine Depesche aus Odessa meldet, bat fich daselbst der Direktor der laukastschm Eisenbahnen, Staatsrath Alennikow, erschossen: der Selbstmörder hinterließ einen an die Adresse des Zaren gerichteten Blies. Amerika. Der Kongreß hat seine Arbeiten bis nach den Wahlen eingestellt. Die prophezeite Anarchisten- oder Sozialisten- btll ist nicht gekommen. Es war nur ein Schreckschuß für alte Weider männlichen Geschlechts. Ebenso ist es still von dem C h i c a g o e r Dynamitattentat. Der Streik in Chicago ist zu Ende und Herr Bonfield braucht deshalb keine Ver- schwörungen mehr zu machen., ,, Das landwifthschaftliche Departement schätzt die amerikanische Weizenernte in diesem Jahre auf 411 Mill. Busdels in runder Zahl, während fich dieselbe 1887 auf 456 Mill. Bushels belief; die Weizenernte der ganzen Erde wird für 1888 auf 1832 Mill. Bushels geschätzt, gegen 1977 Mill. im letztoeraange- nen Jahre. Hierzu kommt, daß der in den Vereiniaten Staaten gewonnene Weizen von leiner besonders guten Qualität ist. Trotz alledem befürchtet man nicht, daß die Bevölkerung der Union allzu sehr unter der verringerten Weizenernte zu leiden Vor'ungefähr 2 Jahren wurden auf Grund eines Kongreßbeschlusses genaue statistische Angabm über die in den Ver- haben; RaSkolnikow aber empfand Reue; die That ist demnach eine solche„Ueberschreiwng der Grenzen", welche nur den großen Männern freisteht, nach RaSkol- nikow'S Theorie; der mittelalterliche Richter ist aber durch- aus kein großer Mann, er ist ein gewöhnlicher Mensch, wie ���Afto°nicht auf dem Wege der Berechnung der Nützlich- keit oder Schädlichkeit eine« Menschen, und auch nicht auf Grund einer Berechtigung, die man als„großer Mann" hat, darf man die Wucherin tödten ohne Reue darüber zu empfindeiUxa�e. � � j>ie« oder da« tbun, ohne darüber Reue zu empfinden, wird einfach durch das Gewisse» ent- schieden. DaS Gewissen ist durchaus nichts Mystisches und GeheimnißvolleS, nicht eine„Stimme Gottes im Herzen der Menschen", wie er die Religion darzustellen pflegt, sondern es ist lediglich eine Fähigkeit, welche ihre Bedeutung durch die Erziehung und Lebenserfahrung bekommt. Alle bis- herigen Lebenserfahrungen haben dem Feldherrn gezeigt, daß man in gewisse» Fällen Menschenleben opfern darf- und er opfert diese Menschenleben; die Lebenserfahrungen haben den mittelalterlichen Richter gelehrt, daß er die Wucherei tödten darf— und er tödtet sie. Aber die Lebens- erfahrungen haben RaSkolnikow nicht gelehrß daß er die Wucherin tödten darf, und deshalb erhebt sich be, ihm die Stimme de« Gewissens........ 1 Da« ist das Unglück RaSkolmkowS, daß er erne That gethan hat. die nicht der vernünftige« Ueberlegung nach verbrecherisch ist, aber dem allgemeinen Bewußtsein nach. In dem allgemeinen Bewußtsein ist er erzogen und aufge- Macht über seine vernünftige Ueberlegung, dre er erst mit einigten Staaten stattgefundenen Ehescheidungen ver- anstallet. Die Untersuchungen umfassen einen Zeikaum von 20 Jahren, von 1866—1886; ihr Ergebniß wird wahrscheinlich der werden können. Der Bericht erstreckt fich aber nicht auf die Scheidungen allein, sondern giebt auch auf Grund der Gerichis- alten die Ursachen der Scheidung, des Alters der Geschiedenen. die Zahl der Kinder, den Oft der Scheidung, die Dauer der Ehe und manche andere Umstände an, welche Licht über den Gegenstand verbretten. Außerdem wird die Arbeft möglichst genaue Angaben über die in dem erwähnten Zeftraum ge- schloffenen Eben enthalten und über alles, was in den be- deutendsten Ländern Europas hinficktlich der Ehescheidungen statistisch festgestellt ist. Vorläufig find 30000 Dollars zu dem oben erwähnten Zwecke bewilligt worden. Uereiue und Versammluuse». Ueber die Versammlung von 300 Vorstandsmitglieder» der in Berlin vertretenen freien eingeschriebenen Hilfskassen» die am Donnefttag in Jordan's Saal, Neue Grünsk. 28, stattfand, liegt noch folgender aus- führlicher Bericht(vergl. gestr. Nummer) vor: Die Einberufung dieser Versammlung ging von einem Komitee aus, das in einer am 12. September stattgehabten engeren Versammlung von Vorstandsmitgliedern erwählt worden. Ueber den Zweck der Versammlung berichtete Herr Heinrich Nöske. Vorstandsmitglied der zentralifirten Hftfskaffe der Tischler: Dem vorausfichtl-ch bald zusammentretenden Reichstage düftte die Regierung in Gemäßheit der Ankündigung des Ministers von Boetticher auch einen Entwurf dekeffs Abänderung des Hilfskassengftetzes unterbreiten, der— nach der Aeußerung des Herrn Ministers zu schließen, das Krankenverficherungsgesetz vertheile Licht und Schatten nicht gleichmäßig; es belaste die Oftskrankenkassen mehr als die fteien Hilfskassen,— die Lebensfähigkett der freien Kassen in Frage stellen dürfte. Die Feindschaft der Otts- krankenkaffen, wie der Jnnungsvorstände, deren einer auf dem Jnnungskongreß die freien Hilfskassen die Brutstätten der Sozialdemokratie genannt und direft ihre Be- seitigung gefordert hat, laffen dies befürchten. Man dürfe angefichts dieser Umstände die Hände nicht in den Schooß legen, sondern müsse dem Reichstage so zeitig als möglich durch ein zahlreiches Material den Beweis liefern, daß Licht und Schatten fteilich nicht gleichmäßig in der Kranken, verfichemng veftheill sei, daß aber der Schatten fich auf Seiten der Hilfskassen und nicht der Oftskrankenkassen befinde. Zum Beweise defien fühlte der Redner mehrere Fälle der Begünsti- gung der Oftskrankenkassen durch die Behörden und Drang- salimng der freien Hilfskassen an. Er bat, alle diese jedem Vorstands mitgliede einer freien Hilfslasse nur zu gut bekannten Mißstände und alles einschlägige Material von einer zu wählen- den Kommisston zu einer Petition verarbeiten zu lassen und dem Reichstage zu unterbreiten. In einer lebhaften Diskussion, an welcher fich auch Fräulein Jagert in ihrer Eigenschaft als Vor- stavdsmitglied der Offenbacher Fcauenkrankenkasse bftbelligte. wurde den Ansichten des Redners zugestimmt und ein Komitee von 17 Personen mit der Ausarbeitung der Petition beaustragt. Sämmtliche freien eingeschriebenen Hilfskassen, deren es allein ca. 60 in Berlin giebt, sollen diesem Komitee baldmöglichst das in der betr. Kasse gesammelte Material unterbreiten. Nach erfolgter Ausarbeitung soll die Petition einer neuen Versamm- lung der Kassenvofttände zur eventuellen Genehmigung unter- breftet werden. Dem Komitee wurde anheimgeaeben, auch in Berlin Massenversammlungen der den Hilfskassen angehörigen Arbeiter einzuberufen, um die Petitton durch entsprechende Reso- lutionm zu unterstützen. Die Versammlung der Vorstandsmit- glieder selbst nahm einstimmig folgende Resolution an:„Die am 1. November 1888 in Jordan's Saal, Neue Grünsk. 28, von 300 Vorstandsmitgliedern freier Kassen besuchte Versamm- lung erklärt: Es ist Pflicht der Presse, dafür zu sorgen, daß in gani Deutschland freie Kaffenversammlungen zusammenketen, um in Form von Petitionen dafür Sorge zu tragen, daß der Reichs- tag bei der Äerathung des Kranken-Belficherungßgesetzes die Wünsche der freien Kassen berücksichtigt. Als Grundlage wäre diel Denkschrift des Geraer Kongresses zu betrachten, welche ja in diesbezüglichen Versammiungen unterstützt oder, wenn mög- lich ergänzt werden kann." Der dritte Punkt der Tagesorv- nung„Verschiedenes" wurde mit mehrfachen Beschwerden über die Denunziationssucht der Oftskrankenkassen-Vofttände gegen die fteien Hilfskossen ausgefüllt. Frl. Jagert betonte hierbei besonders, daß die Männer ihre Frauen nicht genug zu de« Beitritt zu den Frauenkassen und zu Bestrebungen der Arbeiterinnen veranlassen. Freie Vereinig««« der Schneider Kerli»«. Ver- sammlung am Dienstag, dm 6. d. Mts., Abends 8i Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48. Tagesordnung: 1. Wie stellt fich die Freie Vereinigung der Schneider Berlins zur Frchzeitung der Schneider und der Filiale des Deutschen Schneider-Verbandes? Referent: Täterow. 2. Wichtige Ver» Der Vofttand ersucht jeden Kollegen, in zu erscheinen. einsangelegenheften. dieser Versammlung auffassen; Dostojewski gebraucht e« hier in einem an- deren Sinn, als ich e« in der Analyse avge- wendet habe:„Abschon er sich prüfte, fand sei« verstocktes Gewissen dennoch keine außergewöhnlich schwere Schuld in seinem Vorleben, höchstens einen ganz gewöhn- lichm Mißgriff, der Jedem hätte passiren können. Rammt- lich schämte er sich darüber, daß er, RaSkolnikow, so blind- lingS, hoffnungslos, stumpf und dumm, wie durch dm Richteftpruch eine« blinden FatumS, in sein Verderbm ge- stürzt war, und daß er, nur um sich einigermaßen Ruhe z« verschaffen, gezwungen war, sich zu demüthigm, sich einem sogenannten UrtherlSspruch, einer solchen Absurdität zu unterwerfen." So denkt RaSkolnikow noch in Sibirien. Die Reaktion deS allgemeinen Bewußtseins, welche sich äußerte in der Verwirrung während der That, war also das Erste; das sofort darauf Folgende war die Scham, die Scham darüber, daß er dieser Reaktion unterlegen war, und daß er nun doch also nicht ein großer Mann war wie er eS geglaubt hatte. Und hier zeigt der Grundirrthum RaSkolnikowS zum zweiten Male seine verhängnißvolle Kraft: zuerst hatte es ihn angetrieben zu der That, jetzt nach der That quälte und marterte eS ihn mft den entsetzlichen Peinigungen der be- schämten Eitelkeit.— DaS ist in abstrakten Worten der Inhalt deS gewal. tlgen RomanS; schon aus diesen,»othwmdiger Weise dürftigen und ungenügenden Ausführungen wird man die Größe de« wunderbarm Werkes erkennm können; und daS ist schon ein seltener Beweis für diese Größe, denn e« giebt wenige Werke der Poesie, welche eine nüchterne Darlegung ihres Inhaltes ertragen können, ohne vollständig ihr An- ziehendes zu verlierm. Einen vollständigm Begriff von dem gewalttgm Werke, dem großartigsten der neueren Literatur und vielleicht der Literatur überhaupt, jenem Werke, das neben seinem litera- rischen Werths auch von der größten sozialen Bedeutung ist, kann man natürlich nur durch die Lektüre gewinnen. Wir hoffen, daß daS eingehende Studium des Roman« für unsere Leser von dem Nutzen ist, dm wir von ihm er- warte». Theater. Sonntag, den 4. November. Hier- Tell. Montag: Die Schauspieler des Kaisers. auf: Coppelia. Aldaafpiotka««. Geschloffen. Montag: Geschlossen. MaKaor-Eheater. Madame Bonivard. Vor» her: Der dritte Kopf. Montag: Dieselbe Vorstellung. z«nteg-8!lf-ate». Ein Fallissement. Montag: Zwischen zwei Herzen. Doatsche» Theater. Der Pfarrer von Kirch- Montag: Die Jüdin von Toledo. Frtedrich. Wtlh-tmstädttsche« Theater. Die Prinzessin von Trapezunt. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kest>««t-Theater. Antoinette Rigaud. Hierauf: Das Blaubuch. Montag: Dieselbe Vorstellung. UoUr«- Theater. Die Räuder. Montag: Dieselbe Vorstellung. KeNeatlianre-Theater. Die ichöne Sara. Montag: Dieselbe Vorstellung. AS»it«stS>tifch»» Theater. Kean, oder: Leidenschaft und Genie. Montag: Dieselbe Vorstellung. Gratrat-Theater. Die Schmetterlinge. Montag: Dieselbe Vorstellung. DiKtarta-Theater Die Kinder des Kapitän Montag: Dieselbe Vorstellung. Kdatf«rnst-Theater. Die drei Grazien. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ma«ftmm«'» Karittt. Spezialitäten-Vor- stellung. «»»rardia- Theater. Spezialitäten» Bor« Theater»er Neichehattea r Spezialitäten« «orNelwna. Wathalla. Spezialitäten-Vorstcllung. Berliner Theater. Sonntag, den 4. November: Die«eschwister. Schauspiel in 1 Akt von Goethe. Michel Perria. m Lusspiel in 2 Akten n. v. Französ. des Meies« ville u. Duveprier von L. Schneider. Wiener in Pari». Genrebild in 1 Akt von tzoltei. (Friedrich Haase.) Anfang 7 Uhr. Montag, den 5. November: Demetrius. (Clara Zieglcr.) Anfang 7 Uhr. Dienstag, den 6. November: Der Köaigslirutenant. t Friedrich Haase.) mr Anfang 7 Uhr.-MS Cirkus G. Schamann. Friedrich« Karl« Ufer. Ecke Karlstrasse. (Im früheren Zirkus Krembse r.) Sonntag, den 4. November: Zwei grosse Extra-Vorstellungen Nachm. 4 u. Abends 74 Uhr. In der Nackmittags-Vorstellung bat jeder Besucher das Recht, ein Kind unter 10 Jabren frei miteinzuführm. Beide Vorstellungen find mit verschiedenen glänzenden Programmen aus> gestattet. In beiden Vorstellungen Austreten sämmtlicher Spezialitäten, Künstler sowie Künst lerinnm. Reiten und Vorführen der bestdresfirten Schul- und Freiheiispferde meines Marstalles (Original- Dressur). Komische Entrees sämmtlicher Clowns. Zum Sckluss der NachmMags-Vorstellung: De» betrogene Kanfmaa» oder Die«nrahig» Dilla. Komische Ballet- Pantomime. Montag, den 5. November, Abends 74 Uhr: Grosse Brillant-Vorstellung mit neuem Programm._ Pen. Zu« 1. Mal i« Derli«. De«. Königs-Tunnel im«raad Hotel»lermrderplah. Sonntag, 4. November: Täglich grosses Konzert der derühmten Ungarischen Ncuional-Kapelle Patsy Bertalan aus Liptü-Szent-MiklüS in Original-Cstkos'Costumes. Brossartige Solo-Vorträge auf Violine, Cymdel und Clarinette. NU. Die Kapelle spielt sämmtliche Piecen ohne Noten. Entree an der Kasse 25 Pf. Im Dorv erkauf SO Pf. im Zigarrengeschäst von Herrn Mar», Alexanderplatz im Grand Hotel. Programm an der Kasse. Anfang 7 Uhr. Gustav Kunze. _-jfc. Passage 1 Tr. 9 M.- 10 A SmW Kalaer-Panorams M Neu! Reise durch Unteritalien. Ausgrabung von Pompeji. Potsdam und der Trauerzug Matse» Friedrich». Entree i Cocl. 20 Pf.. Kind nm 10 Pf. Adonn. American-Theater. Direktion A. Reiff. Tallnartheaterstrasse Nr. IS. Sonntag, den 4. November: Zum 58. Male: Die Weisheit Salomoneky's. Berl. Lokalpoffen-Pantomime von R. Anger. Debüt des vortrefflichen Salon-Humoristen Herrn Emil Neumann, genannt „Kliemche«'. Auftreten des urkomischen B e n d i x in seiner neuesten Glanzmimmer als Stuben- dohner Franz. Austreten des Jnstmmentalisten Herrn Krüger und des Mimikers Herrn Rivoli. Anfang 64 Uhr. Entree 60 Pf., Billets vorher im„Jnvalidendanl" und Vormittags von 11 bis 1 Uhr an der N.Theaterkasse. Urania Mraugrlstr. 9/10, nahe der Köpnicker Brücke. Jeden Sonntag Großer Kall. Die KaUmustk wird von einem grossen Orchester ausgeführt. Entröe 20 Pf. Herrm, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. 598 G. F Walter. K.Uietsch, Hanz-D-WK.«, Neue Lehrkurse f. Damen uav Herren beginnen Sonntag, 4. November. Nachmittags 4 Uhr. Meldungen Adalbertstr. 93 und bei Beginn des Unterrichts.[1088 Im 2. Inftitut DttlkbergerAr. 13 loabit) Ntontag, 5. Novdr., Abends 8 Uhr, eld. werd. das. von Hrn Löther u. bei Beginn des Unterrichts von mir selbst entgegengenommen. Restaurant von F. Mltan, Wienerstr. 31, yis-a-yis»o« Gorliber Kahnhof. Vollständig renovirt, vorzugliches Meist-«nd Kairischbier, Kpeisen in bekannter Gute. 81 Unter Allerhöchstam Protectorate Ihrer Majestät der Kaiserin-Königin Augnsta A Loos nur IM.& Loos nur 1 M. Zw6lt6 Colner jLottoriO mit Geldgewinnen. Hauptgew. Mark 15,000 haar ohne Abzug. Ziehung am 28. November 1888. 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Keinen- nnd Kaum- rvoUrvaaren aller Art, Masche- gegenstanden ic. stelle ich inzwischen zum gaPlichenAusverkaus «A!"; 'Kneten den I r—, Million« � wissen wi Nickeln t iu den etthva: jnschi bedeck �was sie ldell. Di nst ist Hai den Bew ' das e - Jwwhe Msilhri � N«vhl i % verschie, und zwar sämmtliche Mode-Keuheiten für die Herbst, snd Minter-Kaiso». wie dieselben noch täglich bis zum Schluß der Saison einsteffen, zum Ii � preise, Lagerbestände theils Mr die Hälfte de» Kelbstk-steuprelsttll die t>� theils für jeden Preis!___ K Voaders ««km,« Die Anfertigung von Kinderkleider«, Kiudermäntel«, M-rgeurö Trirottaillen und Unterröcke« erleidet während deS AttSPerKllllsS kein Unterbrechung und werden Mastbestellungen oder Reparaturen ebenso prompt ledigt wie bisher. 8. Heine, Invalidenstr. 113 j zwischen Chausseestrasse ue'| dem Stettiner Bahnhofe. des Ä'Ä SPJ'I Itung.| Keine Ladenmiethe. JljllUS BGCk« Eigene Werk'** St hntld Strasse 8 psrt., gegenüber ktv Franzstraße, Wo inen. 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Werden die Stadtver« .' den Bedingungen zustimmen, unter denen die Pferde- dereit ist, ihre fünf Millionen Mark zur Berbreiterung der lunstrahe beizusteuern, oder werden ste es nicht thun? �lillionen,— wer solche ungeheure Summen aufbringt, wir ganz genau; wir selbst find es, die mit unseren yiiaeln den Grund legen zu den Bergen von Silber und � den gewaltigen Stößen verführerisch kntstemder Scheine 'Hvaplere. Der Mittler dieses Berkehrs abir ist der snschaffner. dessen ver! lammten, gerötheten, mit Frost- dedeckten Fingern man es wahrlich nicht anficht, daß ,i®as sie im harten Dienste berühren, sich in Golo ver- nft j«»Vosfische Zeiwng" schreibt hierüder: Ja, der m' und wenn fich trotzdem zu ihm so Viele drängen, -.. d Bewerbungen nicht entfernt entsprochen werden kann, das eben an dem heute zahlreichen Menschen so de- �.wmhen„stcheren Einkommen". An fich ist daff-lbe nicht tn r�m' ch. Der Schaffner tritt mit einem festen Gehalte »vi>»i.„.diu- dos fich im Laufe der Zeit steigert, aber erst ln�-n ��iger Dienstzeit die höchste Stufe von 100 M. er- %öv Hierzu gesellen fich indessen die Trinkgelder, deren sehr nZÄ. dach den Umständen und den befahrenen Strecken als»iii, machen ist, die aber doch selten täglich weniger Ii m, dringen und meist fich in dem Bettage von die tem bewegen. Es giedt Gegenden und Straßen, Alflen gut wie gar keine Sondrreinnahmm andere, zum (usiwiiT- i i eine große Anzahl Leure gurmurylg auf vre«er- �7�, des winzigen Fünfeis verzichtet. Eine wett verbreitete lhJ�uuabme läßt den Schaffner die Trinkgelder mit dem tea i** Heilen; sie gehören indessen ihm allein, und es steht Innern Belieben, ob und wieviel er davon dem Kutscher � will. Ziach einem durch den Gebrauch geheiligten Her- bewilligt der Schaffner seinem Fahrtgenossen für jede .5 Pf., doch ist dies eine freiwillige Leistung, keine Ver- 'Ung. So erfreut fich der Schaffner eines leidlich guten doch es bleibt zu bedenken, daß hiervon ein un- h» hoher Prozentsatz für Micthe abgeht, denn für leieapl™. dem Ausgangs- und Endziel seiner Thätigkeit nahe -Wohnung meist schwer und nur zu theurcm Preise zu —3% Dem unv.rheirathetm Schaffner bietet fich zwar die beim Schankwirth im Depot dar, die den ganzen >iwI?Mr, 2—3 M. kostet, aber diese Wohnungen find sehr ilih?>.?-h-t' denn na rirlich greift die Verwaltung, wenn es * m Mehrzahl der«chastner ist übrigens verdeiraih.-t, »�wan wohl gewahren kann, wenn um die Mittagszeit die Vnrn nj3� älteste Töchterchen das Mahl an den Wagen 1�,' Wenn es nur immer warm verzehrt weiden könnte! tcr h��bäuffz tretm Verspätungen im Betriebe ein, so daß Mann nur hastig ein paar Löffel voll zu fich "uiß. u»;!!!' der Rest aber unter die Bank geschoben w.rdcn weilen höh1 Ederen Ende der„Tour" kalt— im Winter bis- /Üllen ok af'�wen— genossen zu werden. Bereits 20 Mt- iUdf Uhr des Dienstes, der im Sommer bald nach Mann auf r!■Wüster bald nach sechs Uhr anfängt, muß der y�kechunm w? hosten fein. Er fährt nur mit ßki. v Wuno hie...._* sii i—vi i VMfr* �--.!••••••••------. ?ber djnn hE �'Ut nächtigen Beendigung des Betriebes, hat Bltajffxs.j�nachstm M-tlag frei. In Umstellung dieses Ver- «it Dkifn*. � auch freie Nachmittage, doch wird die freie ?bitntaas. �schränkt durch die Einsetzwagen, namentlich �'«cn OS-«?? die„Theater vagen"; die neuerdings einge- 'Srcnlm� l HnßCn der„Touren" haben ebenfalls manche .«njurg h-h,.,.» i« Wagen endlich z»dtt ssl.'■'"»"»usen, oer ajimu oes«cy-nners nocy nupr Mren nl danbett fich dann noch um die Abrechnung, das ®cldtS, das Einrollen der Nickelmünzen und dedinS:' �dct. � �-laufen, der Dienst des Schaffners noch nicht « �!�?iben mst dem Namen des Schaffners und der Nummer �les tft�E'-.�.dlich die Ablieferung an den„Kassenschaffner". «*'. b, der erste Schaffner, der„dienstfrei" gcwor- hat rn dann noch stundenlang mit der Nachrechnung zu %hT: ttvom Edtlwuth dcr Grsellschast giebt das folgende �chissn„ �eugniß: Penstonen an dienstuntauglich gewordene »n Pf-rdcbahn nicht, dagegen giebt fie gern T-R��g eine Anstellung: so sehen wrr gegenwärtig GerUner Kountagsplauderei. *. C. Nun nfoif« v«. an;_v. r.«..- v;.».nr-n fc' ■ bl; n� der Wind über die kahlen Stoppel- Wf ttft der einen Gesicht, wie unser Oberbürger- M DMWW ß��Len Stllb,. Bestreitungen zu hegen, und ließen die eisten hj. m, a" den Nägeln kauen, so aber sind die »..* Wohlthäter. ern- il-s»5 Qnnen Staubgeborenen war es vergönnt, b»b.Venen Studenten die den Vrosessoren Bergn **b Studenten, die den Professoren Bergmann ZUschauen. �".� Ovation brachten, von Angesicht zu Angesicht v sich Bn, wir waren erschreckt und erstarrt ob des Glanzes, d»zu t� unseren Augen entfaltete. So ein moderner, noch v�wr. 2% Student ist ein arges Erzeugniß unserer �.......... "M HB Biersöffel. Mit einem ------ m!,L - 7"-.�%vv* ww»,»»» v»»»v* � �• r"V I N' '•>mne« �d gar das Bild edler Männlichkeit, und nick».�"d Ehrfurcht blickt die miaera pleb» auf sie. }Ur..Ganze" trinken kann, zählt natürlich "& Sonntag, den 4. November 1888 3. Iftlpf« Geholtes bemessen find und die auch der Familie der Ange- stellten freie ärztliche Behandlung und Arzenei gewährt. Nach fünfjährigem Dienst wird außer dem Krankengelde das volle GeHall weller gezahlt, bei kürzerer Dienstzeit ein Thell des- selben. Der nächste Vorgesetzte des Schaffners im Fahrdienst ist der Kontroleur, der seinerseits durch den Revisor kontrolirt wird. Höhere Instanzen find der tzofverwalter, dann der Be- triedsinspektor, der Oderinspektor, endlich die Direktion mtt ibren verschiedenen Bureaus. Die erste Strafe, der ein Schaffner verfallen kann, besteht in Geldbußen von 50 Pfennig bis 1 Mark. Liegt Emsteres vor, so erfolgt eine Er- mohnung, an die fich im wiederbollen Falle eine Ver- nehmung mtt Rüge und Androhung der Entlassung schließen kann. Damit velbunden ist in der Regel der Fortfall der etwa in Ausficht stehenden Gehaltserhöhung und der Verlust des„Weihnachtens". Dieser tritt erst nach zwei- jähriger Dienstzell ein, beträgt alsdann 20 M. und steigt von Jahr zu Jahr um 10 M. Bei einer ernsteren Strafe verliert der Schaffner nicht blos dm Weihnachten für das laufende Jahr, sondem er fängt auch im nächsten erst wieder auf der untersten Stufe des Weihnachtsgeldes, d. h. mtt 20 Mark, an. Wenn wir dies wissen, so verstehen wir wohl, weshalb der Schaffner es mit der Beobachtung der Vorschriften so ängstlich nimmt und bierin bisweilen selbst rückstchtslos erscheinen mag. Für ihn steht gar viel auf dem Spiele: ein fröhlicher oder trauriger Weihnachten, ja ein empfindlicher Vertust auf Jahre hinaus. Deshalb mögen wir dem Manne, dessen Dienst fich mehr und mehr erschwert, ohne daß fich eine Erhöbung seiner Bezüge einstellte, und der gerade in der Zeit vor Weihnachten oft nicht weiß, wie ihm der Kopf steht, nicht unsererseits Schwierigkeitm bereiten. Gleich uns hat er Frau und Kinder, die auf Weihnachten rechnen— möge ihm diese Rechnung nicht verdorben werden! Die Mahl des Destillatenr« Fähndrich zum Ktadt- verordnete«(29. Bez. 3. Adth.) har der zweite Senat des Oberverwaltungsgerichts in seiner gestrigm«Sitzung für u n- giltig erklärt und damit eine bedeutsame, alle Stadtgemeindm im Geltungsgebiet der Städteordnung vom 30. Mai 18?3 angehende Entscheidung gefällt. Ausgangs 1887 wurde bei den Ergänzungswahlen zu der Stadtverordneten-Versammlunz im 29. Kommunalwahldezirk der dritten Wahlabtheilung in der Stichwahl der Destillateur Fähndrich mit einer Majorität von 33 Stimmen gegen den ausscheidmden Stadtoerordnctm Vits gewählt, der bei den Ende 1883 erfolgten Neuwahlen von diesem Bezirk in die Stadtoerordneten-Ver« sammlung entsendet worden war. Gegen die Giltig- kell der Wahl erhob der stimmfähige Bürger Herr Dr. Evers Einspruch unter Hinweis auf§21 der Städleordnung, wonach alle Ergänzungs- oder Ersatzwahlen von denselben Ad- theilungm und Wahldezirkm vorzunehmen find, von denen der Ausaejchiedene gewähll war, der 29. Kommunalwahlbezirk aber durch Abtrennung von 7 und Zutheilung von 19 Häusern seit der damaligen Wahl des Herrn VtlS eine andere Begrenzung erfahren habe. Die Stadtverordneten- Versammlung verwarf jedoch, dem Antrag ihres Ausschuffes folgend, den erhobenen Einspruch, worauf Herr Dr. Evers gegen dieselbe die Klage im Verwallungsstreitotifahren anstrengte. Der Bizirksausschuß wies die Klage zurück, da jener§ 21 dahin zu deuten wäre, daß nur eine erhebliche Aenderung der Grenzen der Wahlbezirke unzuläsfig sei, von einer solchen Aenderung gegenwärtig aber nicht die Rede sein könne. Gegen diese Entscheidung legte ver Kläger, vertreten durch Herrn Dr. Jrmer, Berufung ein. Das Oberverwallungs« ge.icht erkannte nach den Ausführungen Dr. Jrmers unter Auf- debung der Vorentscheidung auf Ungiltigkeit der angefochtenen Wahl mit folgender Begründung: Der Vordenichter legt den Schwerpunkt seiner Entscheidung darauf, daß es fich hier nicht um eine erhebliche Abänderung der Grenzen des Wahlbezirks handelt. Selbst wenn man seinem Standpunkt folgen wollte, daß der Gesetzgeber nur eine derartige Abänderung ausge- schloffen wissen wollte, so kann dieselbe doch nicht als eine un« erhebliche bezeichnet werden. Es ist aber mit dem Kläger anzu- nehmen, daß der§ 21 jede Veränderung der Grenzen des Wahlbezirks ausschließen will. — Es wird somit im 29. Bezirk eine Neuwahl zur Stadt- verordneten-Versammlung nöthiz. Gin«»«»« Mnlenm ist in dm letzten Tagm in Berlin in aller Stille begründet worden und wird wohl schon in wenigen Morsten ins Leben treten. Das neue Institut soll gleichsam eine Ergänzung unseres Museums sür Völkerkunde bilden. Es soll damit ein Plan in Erfüllung gehm, dm unsere dmtschm Ethnologen, Anthropologe» und Historiker längst gehegt haben, der schon in früheren Jahren oft erwogen und nur deshalb nicht zur Ausführung gekommm ist, weil die Entwickelung unseres Museums für Völkerkunde auf der einmal festgesetztm Grund- Bürger in Szene gesetzt werden, von geradezu bewäl- tigender Bedeutung sein müssen. Die Augen Europa» folgten jenem glorreichen Zuge, und wenn die jugendlichm Veranstalter ihren Katzmjammer verschlafen habm werben, so werden sie sich natürlich ungeheuer«forsch" vor- kommen. Der Staat und die deutsche Wissenschaft sind nunmehr wieder in Sicherheit gebracht und gerettet; Heil allen denen, die bei dieser Heldenthat betheiligt ge. wesen sind. Auch die LandtagSwahlen sind wieder unter Dach und Fach. Berlin blieb ruhig, aus dm Provinzen wurden keine Ruhestörungen gemeldet; der Bevölkerung scheint eS gleichgiltig zu sein, wer zu seinen eigenen Gunsten die Gesetze macht. Schließlich ist es auch unerheblich, ob man von einem feudalen Landlord oder einem freisinnigen Schornsteinbaron geschröpft wird. Die vereinzelten Hochrufe, die in Berlin ertöntm, gingen hauptsächlich von den Anhängern StöckerS au«, und wenn hin und wieder ein Anderer dazwischm rief, so meinte er hauptsächlich Herrn Tischlermeister Heinrich, der so gefühlvoll ist, auch Ander«- dmkendcn Eintritt in Stöcker'sche Versammlungen zu ver- schaffen. Wenn man die gehörige Portion Schlauheit be- sitzt, so gelingt das Schwerste, und hat man, um die süßen Worte des Herrn Stöcker mitanhörm zu könnm, keine Legi- timation, so aenügtm wenige Worte, um die Thürm und Thore des Buggenhagen'schm Saales sperrangelwell zu offen.„Zck arbeete beim Dischermeester Heinrich"-- aus dieses Zauberwort hin machten dre Stöcker'schen Portier« und Rausschmeißer tiefe Verbmgunam und ließen den Sprecher passire»; wer bei„Meefier Heinrichen" ar- beitet. muß ein gotteSsürchtigeS Her, im Busen ttaaen er ist eS werth. daß er als Schaaf von den Bocke» gesondert wird und während die anderen Sünder an dem kalten No- läge nicht gestört werben durfte:— die Errichtung eines Museums für deutsche Volkskunde. Während nämlich das Museum für Völkerkunde uns alle wilden und außereuropäischen Völker- schaftm in einer Fülle und einer U-berstchtlichkell vor'ührt, die absolut nichts mehr zu wünschen übrig lassen, konnte— aus Mangel an MUteln— die deutsche Volkskunde kaum in größerem Umfange derückstchtigt werden. Nun ist aber endlich nach län« germ Vorbereitungen und Verbandlungen des Komitees der erste Grund zu diesem nationalen Museum gelegt und sein Bestand gefichert worden. Es soll in setner Ausführung nicht etwa ein Sellenstück des Museums deutscher Altcrthümer oder des Märkischen Museums werden, sondern in großartiger Weise das Leben, das Haus, die Ardell und die Trachten aller Deut» schen Volksstämme vorführen. Auf die Trachten soll ein deson- deres Gewicht gelegt werden, da die verschiedenen Trachten der zahlreichen Stämme des deutschen Volkes immer mehr im Ver« schwinden begriffen find. Dieses Museum soll in anschaulichster und lebendigster Weise die Vergangenheit des deutschen Volkes vorführen und uns zeigen, was unsere Ahnen in früheren Jahr- Hunderten gcthan, wie fie gelebt und wie fie ausgesehen haben. Das Komitee hat fich nun nicht allein darauf beschränkt, d.-n Plan zu entwerfen, es ist bereits einen ersten Schritt weiter ge» gangen und hat den Grund zu dem neuen Museum durch zahl» reiche Erwerbungen gelegt, die vorläufig in einigen Räumen des neuen Pschon'schen Hauses Unterkunft gefunden haben. Be- züglich des Lokals, wo das Museum selbst in seinen Anfängen und seinem Ausbau Platz finden soll, werden Verhandlungen mit den zuständigen Behörden gepflogen. Jedenfalls wird das Entstehen des neuen Instituts in wissenschaftlichen Kreisen sehr ledhaft degrüßt. Di» Fachkchnl» de« Verein» der DamenmLntel- Schneiderzesellen verdient, daß fich ihr die Aufmerksamkeit der interesfirten Kreise zuwendet. Diese Fachschule, begründet im Hause Königstr. 34—36 von einer freien Vereinigung der Gesellen, trägt auch den Wünschen und der Lage der Gesellen Rechnung. Das Honorar ist in Anbetracht der Kosten des Unterhaltes gering, und es wird noch dazu in kleinen Raten- Zahlungen entrichtet. Der Unterricht findet unter der Leitung eines dewährten Fachmannes und eines anerkannt besten Lehrers der Zuschneidekunst, des Schneidermeisters Herrn Schmidt, statt. Da sein System ein leicht faßbares und dem Begriffsvermögen eines jeden leicht zugängliches ist, find die Leistungen oer Fachschüler im Musterzeichnen und Zuschneiden von Damen- und Kindcrmänteln recht befriedigende, ja sogar überraschende, wenn man erwägt, daß die Schüler die ganze Woche phyfisch schwer und übermäßig lange arbeiten müssen und nur den Sonntag für ihre weitere gewerbliche Ausbildung übrig haben. Die Fachschüler find durch den Besuch des Unterrichts in Stand geietzt, nach einem gegebenen Maaß das Schnittmuster für jedes beliebige Kleidungsstück der Damenkonfektion korrekt, guisttzend und ohne irgend welche Hilfsmittel als die eines Lineals aufzuzeichnen. Die verwickeltsten Formen der so mannigfaltigen Bekleidungs« stücke der Damengarderode, welche die Augen eines manchen Meisters verwirren können, werden hier von den Gesellen auf die Grundformen, aus welchen dieselben entstanden, zurückgeführt. Das Bestreben des Vereins, tüchtige und leistungsfähige Zu« schncider aus den Kreisen der Gesellen heranzubilden, verdient um so mehr Anerkennung, da auch der Verein nicht vergißt, die Ardeiter der Branche zu organiflren und dieselben zielbewußter zu machen. In Sache« de» Kerlinee Postraul»«» bleiben die Hamburger Blätter dabei, daß am Donnerstag in Hamburg zwei Diebe gefaßt worden find. Nach dem„Hamb. Korresp." heißt der in Gemeinschaft mit dem ehemaligen Postbiifsbeamten Schröder Verhaftete nicht Kruse, sondern, wie jetzt festgestellt sei, Fritschke. Auch er soll früher bei dem Postamte, in welchem der Diebstahl ausgeführt ist, angestellt gewesen sein. Unter den beschlagnahmten Kupons sollen die gesuchte 1 Million Italienische Rente, 19 000 Dollars und und 15 000 M. in Rubeln sich befinden. Die beiden Verbrecher sollten von Berliner Kri« minaldeamten unter Begleitung von zwei Hamburger Beamten hierher geschafft werden. Man fahnde zur Zeit noch auf eine dritte Person, die besonders eifreig für den Verkauf der gc- stohlenen Papiere thätig gewesen, aber entkommen sein soll. Die beiden Verhafteten hätten abweichende Angaben über Namen und Person ihres Mitschuldigen gemacht. Ueder den Haupt- thäter schreibt ein Berichterstatter: Schröder war vor etwa 2& Jahren auf dem hiefigen Hauptpostamte angestellt worden und ihm der Dienst in ver Stadtbestell-Ädtheilung, Entlartung A. zugewiesen. Vor zwei Jahren wmde ein junger Posthilsebote der Hauptpost bei einem Diebstahl abgefaßt und der jugendliche Verbrecher gab an. zu der That von dem Schröder veranlaßt worden zu sein. Wiewohl dieser, der fich als fleißiger und ge« schickter Ardeller das Vertrauen seiner Vorgesetzten zu erwerben gewußt hatte, hartnäckig leugnete, gelang es doch, ihn der Thell- vemberabend ttampelnd auf der Straße stehen mußten, durfte der andere stolz erhobenen Haupte« in den durch« wärmten Raum treten, er durfte eine Zigarre rauchen und Bier trinken, nachdem er natürlich seinen Nickel als Ein- trittspreis geopfert hatte— die Reden giebt es bekanntlich gratts wie die Keile. Doch nichts ist so fein gesponnen, alle« kommt an das Licht der Sonnen. Herr Tischlermeister Heinrich ertappte letzthin si manden, der sich auf ihn berief, den er jedoch niemals in seinem Leben gesehen hatte, der auch garnicht bei ihm in Arbeit stand, der vermuthlich überhaupt nicht Tischler war. Zst eS ein Wunder, daß heiliger Zorn Herrn Heinrichs Seele entflammte, daß er mit Entrüstung die Zu- muthung von sich wies, daß der wildftemde Mensch bei ihm in Arbeit stehen sollte? Mit gewaltigen, zu Herzen gehenden Worten protestirte er gegen den Mißbrauch seines Namens, nimmermehr hatte er gerade diesen Menschen in seinen Mauern gesehen-- das Ende vom Liede war, daß der Eindringling ohne fernere Zeremonien an die Luft gesetzt w-rde. Und nun ist die Sache mit Herrn Heinrich zu Ende. ein Berufen auf fernen Name» giebt eS nicht mehr, der Pechvogel, der gerade auf Herrn Heinrich stieß, ohne ihn ,u kenne«, hat die Sache verdorben; Pechvögel richten überhaupt das meiste Unglück in der Welt an. _, Man rnuß bie Hoffnung niemals aufgeben, es findet sich vielleicht wieder einmal eine edle Seele, die Neugierigen Eintritt zu Herrn Stöcker verschafft. Herr Heinrich aber laßt vielleicht seine Arbeiter jetzt alle photographiren und stiftet dem christlich-sozialen Verein das Album, dann kann jeder gewiß sofort erkannt werden, Verwechselungen finden nicht mehr statt. Das allerbeste fteilich wäre, wenn die Stöcker'schen in Zukunft unter sich blieben.--- nähme zu übetfübren. Er kam in Untersuchungshaft und wurde sammt seinem Mitschuldigen zu GefSngnißstrafe verurtheilt, die Sir ihn anderthalb Jahre betrug. Vor einem Halden Jahre aus em Gefängnih entlofien, hatte Sch. keine Beschäftigung ge« funden. Es ist leicht möglich, daß die jetzigen Mitschuldigen Bekannte des Sch. aus dem Gefängniß find. Sch. ist 29 Jahre alt, vnverheirathet und entstammt einer„achtbaren" Familie. Das diebische Kleeblatt hielt fich in Hamburg vom Montag bis Donnerstag Vachmittag unbehelligt auf und scheint auch nicht die geringste Angst vor Entdeckung gehabt zu haben. In ihrem Logis lebten fie allerdings sehr einfach und zurück- gezogen, aber das Vergnügen, fich auch Hamburg bei Nacht an« zusehen, konnten fie fich doch nicht versagen, haben sich vielmehr auf ihren nächtlichen Schwärmereim äußerst splendid gezeigt und in den verschiedenstm Wirthschaftsetablissements vom Besten austischen laffen. Zleber die„Kunst,»in« Zigarre attptdiete«", ve» öffentlicht Julius Stettenhelm im jüngsten Hefte des„Humoristi- schen Deutschland" eine heilere Auseinandersetzung, die ebenso wahr als ergötzlich ist. Wir können natürlich nicht die ganze Theorie und Begründung der neuen Kunst hier wiedergeben, einen kurzen Auszug wollen wir aber folgen laffen: Es läßt fich darüber streiten, od es richtig sei, die Zigarre eines anderen zu rauchen. Man würde es deleidigmd finden, wenn uns jemand mit den Worten:„Ein Paar Strümpfe ge« fällig?" oder:„Schreiben Sie?" Socken oder eine Flasche Tinte anböte. In Gesellschaft raucht man natürlich die Zigarre des Wirthes, wie man deffen Wein trinkt, wenn es auch bei dieser Gelegenheit selbstverständlich ist, daß man nie die Zigarre erhätt, an die man fich gewöhnt hat. Man dekommt entweder eine beffere oder eine schlechtere, als die ist, welche man immer raucht, und beides ist gleich fatal, denn durch die bessere ruinirt man fich das Gefallen an der eigenen, und durch die schlechtere wird man zu boshaften Scherzen verführt, die sehr leise geäußert werden müssen, was sehr unbequem ist und mmschenfeindlich stimmt Ader das ist nicht zu vermeiden: der Wirtb kann es sich nicht gefallen lassen, daß seine Gäste ihre eigene Sorte mit- bringen, sie sei nun besser oder schlichter, als die von ihm präsentiite. Erstaunlich ist nur, bei wie wenigen Menschen die Kunst, eine Zigarre anzubieten, rein erhalten ist. Meist wird fie dilettanlen-, ja stümperhaft geübt, und schon bei dem ersten Wort venä'h fich der Pfuscher. Gewöhnlich läßt solcher ungentile Geber fühlen, daß er es mit jemand zu thun hat, der etwas geschenkt nimmt, und nun hat er das Bedürfniß. den Werth seines Geschenks durch Redens- arten zu erhöhen.„Wollen Sie mal etwas ganz Feines rauchen?" fragt er, während er mit der Hand nach seiner Zigarrentasche unterwegs ist. Das gan, Feine ist dann gewöhnlich eine Wald- und Wielen Zigane.„Es ist der einzige Luxus, den ich treibe," setzt der Lügner hinzu, denn seine Zigarre ist dann gewiß nicht mehr Luxus, als das Rauchen überhaupt ein solcher genannt werden kann. Endlich klappt er die Zigarrentasche auf, indem er noch sagt:„Aber schneiden Sie sorgfältig ab und zünden Sie fie gut an." So wird dem unglücklichen Nehmer die Gabe verleidet, indem ihm angedeutet wiro, daß er einer solchen garnicht werth sei und fie auch nicht im Entferntesten zu schätzen ��Die Taktlosigkeit in dieser Kunst offenbart fich auch in der ruppigen Phrase bei der Uederreichung:„Ader rauchen Sie fie mit Verstand!" Während es keinem gebildeten Manne ein« sallen würde, einem Freunde ein Buch mit den Worten: „Ader lesen Sie es mit Verstand!" zu überreichen, hält der Pfuscher des Zigarrenanbtetens solchen Appell für erlaubt und nöthig. Paul Lindau hat in seinem Lustspiel„Maria und Magda« lena" mit großer Virtuofität einen Typus der sogenannten guten Gesellschaft gezeichnet, einen Kommerzienrath, der eine Zigarre, die er überreicht, mit den Worten begleitet:„Bei Zigarren darf man ja den Preis sagen." Das Publikum nimmt diese gräu« licke Phrase stets mit großer Heiterkeit auf, weil es fie im Leben nur zu oft gehört und fich darüber als über das charatteristische Diktum des Parvenuthums geärgert hat. Der Mann, den Lin« dau in diesem Kommerzienrarh mit wenigen Strichen so frappant ähnlich porträtirt, lebte,— ich kannte denselben gut,— und er lebt auch heute noch in vielen tausend Exemplaren, und unter denen, die im Theater diese Redensart zu beklatschen pflegen, find gewiß sehr viele von ihnen. Sie zitirm den Lindau' schen Kommerzienrath nicht wörtlich, sondern machen es viel plumper, fie fragen:„Wissen Sie, was diese Zigarre kostet? Rathen Sie?" ober:„Was meinen Sie, was diese Zigarre kostet?" Und ohne die Antwort abzuwarten,— die beste wäre: die Hälfte!— nennt dann der unkünstlerische Spender einen Preis, der selbstverständlich viel zu hoch ange- geben wird. Gleichfalls unleidlich ist der Wirth, der seine Zigarre mit einer Reklame ankündigt, lang bevor die feierliche Uederreichung staltfindet. Diese Reklame ist ein Schatten, den das große Er- eigniß vorauswirft:„Meine Herren, nach Tisch giebt's eine Pcachtzigarre". oder:„Zum Kaffee werden Sie was zu rauchen kriegen,— Sie haben nie was Besseres geraucht." Gewöhnlich ist es auch eine Zigane,„die fich gewaschen hat", eine Havanna, „die nickt von schlechten EUern ist", eine Bock,„jeder Paff zehn Pfennig". Nulürlich hält die Zigane selten, was der Geber versprochen hat, es geht ihr wie vielem, dem die Reklame trommelwirdelnd voraneilt, die Zigarre ist häufig von den schlechtsten Eltern, der Vater pflegt einer jener nichtsnutzigen Tadalsgauner zu sein, welche Kohlblätter so beizen, daß fie wie ein ehrliches Euba Kraut aussehen. Das Hauptgesctz einer„Kunst eine Zigarre anzubieten", formuliit Stetlenheim wie folgt: Die Kunst, eine Zigane anzubieten, ist einfach wie jede Kunst, die der Natur nahe zu kommen trachtet. Der Meister wird seine beste Zigane geben und fich fteuen, daß fie dem Raucher Freude macht. Das ist die Bedeutung der Worte, welche Goethe die Grazie Aglaia sagen läßt: Leget Anmuth in � Einen Selbstmordversuch machte der Lagerverwalter der städtischen Stlaßenreinigungs. Anstalt, welcher an einer un- heilbaren Krankheit leidet. Er durchschnitt fich mit einem scharfen Messer den Hals. Man transportirte ihn, gegen seinen Willen, mittelst Krankenwagens in ein Krankenbaus. Es ist Hoffnung vorhanden, daß er dem Leben erhalten bleibt, da er die Schlag« oder am Hals nicht verletzt hat. Gin unbekannter Gauner bat am 26. v. M. Abends bei einem Z garrenhändler in Charlottenburg drei Zigarren ge- kaust und hie bei ein Zwanzigmarkstück in Zahlung gegeben. Als die Tochter des Zigarrenhändlers das aus dem Goldstück herauszugebende Geld auf den Ladentisch legte, nahm der Fr-mde das Zwanzigmarlstück heimlich wieder fort und de- hauptete, daß vie Verkäuferin das Goldstück in ein Palt gelegt h ibe. Während letztere in dem Pulte nach dem Goldstück suchte, suich der Fremde das auf dem Ladentisch liegende Wechselgeld ein und tief davon. Da der Gauner möglicher Weise auch Inefige Geschäftsleute auf gleiche Weise zu prellen ver- ichen wird, so ist es angezeigt, auf denselben durch Be« chreibung seiner Persönlichkeit aufmerksam zu machen. Derselbe ft etwa 26—23 Jahre alt, 1,65 Meter groß, hat schwarze Augen und Schnundart, frische Gefichtsfarbe und schlanke Ge- stalt. Bekleidet war derselbe mit schwarzem Gehrock, grauer �"�MndekanÄ-r T-dt-r. Am 2. d. M. Abends 11t Uhr wurde in der Bedülsnißanstalt auf dem Belle-Allianceplatz ein etwa 45 Jahre alter, den besseren Ständen angehöliger, unbe- kannter Mann todt aufgefunden und mm Leichenicbauhause ge« schaff-. Amcheinend i» derselbe vom Schlage getroffen worden. Der Verstorbene ist 1,62 Meter groß, von kräftiger Statur, hat schwarze Haare, kurzen schwarzen Vollbart und trug eine blaue Brille. Cr war dekleidet inst braunem Ueberzieher und braunem Filzbut und trug eine Taschenuhr mit Medaillon gez. L. K. Mach einer Mlittheilang«»«�Nauzig ist am 27. Ol- tober cr. Vormittoas dort die Wittwe Ernestine Pfuhl geb. Lämmer in ihrer Wohnung, Bartholomä'-Kirchgasse Nr. 4, er- mordet, und-Jind ihr nach bisheriger Feststellung 1 graues Kästchen mikMerthpapieren und Geld, 1 goldene Herren-Zylinderuhr Nr. 79 694 mit langer goldener Halskette und mehrere filderne Eß- und Theelöffel, gezeichnet E. P. oder E. L., geraubt worden. Es wird ersucht, den Verkäufer der geraubten Sachen anzuhalten und entweder der Danziger oder der hiefizen Polizei« behörde Mittheilung zu machen. Wege« Ansbrucha der Maul- und Klauenseuche unter den Schweinen ist der hufige städtische Zentral- Viehhof auf Grund des§ 56 des Reichsgesetzes vom 23. Juni 1880, betr. die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen, bis zum 15. d. M. gegen den Abtrieb von Schweinen abgesperrt. I» der Poliklinik für Kautkraukheite« von Dr. A. B l a s ch k o, A l e x a n d e r st r. 38, werden während des Wintersemesters die Sprechstunden täglich von 12—1 Uhr abgehasten. Unbemittelte Hautkranke erhatten daselbst unentgelt» liche ärztliche Behandlung. Kerichtignng. Der Vorfall, der unter der Spitzmarke „Ein Jrrfinniger" gistern an dieser Stelle mitgetheilt war, hat fich nach den Schilderungen eines Augenzeugen, des Schrift« setzers Herrn R. in Schönholz. in einem wesentlichen Stücke anders zugetragen, als angegeben. Es ist nämlich unrichtig, daß der Gendarm in dem„Skandalmacher sofort" einen Geistesgestörten erkannnte. Er fuhr dm unglücklichen Mmschen im Gegentheil sehr hart an und kam erst allmälig dahinter, mit wem er es zu thun hatte. Polizeibericht. Am 2. d. M. Morgens brachte fich ein Verwatter in seiner Wohnung, Kommunikation am Neuen Thor, in selbstmörderischer Abficht Verletzungen am Halse und an den Handgelenken bei, so daß er nach der Charitee gebracht werdm mußte.— Um dieselbe Zeit wurde im Thiergarten nahe der Rouffeau-Jnsel ein etwa 60 Jahre alter unbekannter Mann er- hängt aufgefunden. Die Leiche wurde nach dem Leichmschau- hause gebracht.— Vormittags wurden die Wafferrohrleger Flügge und Draeger, welche fich nach vollmdeter Nachtarbeit in dem Neubau Friedrichsstraße 101 zum Schlafen niedergelegt und zur Erwärmung des Zimmers einen Löthlorb mit brennen- dm Kohlen aufgestellt hatten, von dem Kohlendunst betäubt und bestnnunzslos aufgefunden und nach der Charitee gebracht. — Kurze Zeit darauf wurde am Maybach-Ufer, in der Nähe der Kottdulerbrücke, die Leiche eines etwa 25 Jahre alten, unbekannten Mannes aus dem Landwehr-Kanal gezogen und nach dem Leichenschauhause geschafft.— An demselben Tage Abends schoß fich ein Tapezirer in seiner Wohnung in der Schönlün- straße nach einem voranfgegangenen Familienstreite mittelst eines Revolvers in den Kopf, so daß er bald darauf verstarb. — Um dieselbe Zeit stürzte der berittene Schutzmann Schmidt vor dem Hause Blücherstraße 6 bei Verfolgung eines Fuhrwerks mit dem Pferde und zog fich eine Verstauchung des rechten Handgelenks, sowie eine Quetschung der rechten Brustsette zu. — An demselben Tage Vormittags entstand in dem Hause Klopstockstr. 40 in einer Wohnung ein kleiner Brand, welcher durch die Feuerwehr gelöscht wurde. Nergnügnngs-ChroniK. projektirtes Krpertoir der Königliche« Schau- ftrtele vom 4. bis 12. November. Im Opernhause. Sonntag, den 4.: Tell; Montag, dm 5.: Die Schauspieler des Kaisers(Herr Matkowski als Gast) Coppelia; Dienstag, dm 6.: Carmen(Frl. Weiy als Gast); Mittwoch, dm 7.: Der Trom- peter von Säkkingm: Donnerstaa. dm 8.: Turandot; Freitag, den 9., zum ersten Male: Die QuitzowS(Herr Matkowski und terr Mitterwurzer als Gäste); Sonnabmd, den 10.: Maria -tuart(Frl. Ulrich als Gast); Sonntag, den 11: Die Afrika- nerin; Montag, den 12.: in. Symphonie. Im Schauspielhaus e. Keine Vorstellungen. Direktor Aasemann, der Leiter des vom Glück be« günstigun Wallnertheaters, hat bekanntlich für den Monat Juni mit Direktor Maurice einen Vertrag abge- schloffen, infolge dessen das treffliche Ensemble dieser deliebten Berliner Bühne im genannten Monat am Hamburger Thaliatheater mtt„Madame Bontvard" und anderen dewährten Zugstücken gasttren wird. Jetzt ist an Di- reltor Hasemann eine Einladung gelangt, welche das„Wallner« theater" zu einem Gastspielzyklus in Amerika auffordert, da man auch dort die lustige„Madame Bonivard" in der erfolg- reichen Besetzung der Berliner Bühne zu sehen wünscht. Der Letter des Wallnertheaters aber, dem im Vaterlande alladend- lich ausverkaufte Häuser deschieden find, hat dem unternehmenden amerikanischen Impresario ablehnend geantwortet. Gertchts-Deituug. Gin„humaner" Armenarzt! Unter dieser Ueberschnft brachten wir in der Nummer 156 unseres Blattes vom 6. Juli dieses Jahres im Sprechsaal einen Artikel, der uns von dem in Rixdorf wohnhaften Tischler Paul Großmann zugesandt wurde. In diesem Artikel behauptete der Einsender, von dem in Rixdorf praktizirenden Armenarzt Dr. Voigt in der gemein- stm Weise beschimpft und schließlich zur Thür hinausgeworfen worden zu sein. Der Vorfall wurde in dem Artikel folgender- maßen geschildert: Großmann hatte ein krankes Kind, welches er auf den Rath eines Arztcs ins Krankenbaus bringen wollte. Da er aber nicht die Miltrl besaß, die Kurkosten im voraus zu entrichten, so wandte er fich an das Amtsdurcau mit der Bitte, ihm einen Eck in auszustellen, auf Grund deffen die Unter« dringung des Kindes in eine Heilanstalt erfolgen könne. Die entstehenden Kosten werde er monatlich entrichten. Hierauf wurde ihm der Bescheid, er möge zu dem Dr. Voigt geben und fich von diesem nach erfolgtir Untersuchung des Kindes dm de- züplichen Aufnahmeschein ausstellen lassen. Großmann kam der Aufforderung nach, traf aber nicht den Doftor Voigt, sondern deffen Stellvertreter an und von diesem erhielt er. nach dem das Kind untersucht wordm war, den Bescheid, daß die Sache so schnell wie möglich besorgt werden solle. Dies war am 27. Juni. An demselben Tage wurde auch die Frau Groß- mann entbunden und das Kind mußte der nothwcndigen Pflege gänzlich entbehren, weil nun auch die Mutter darniederlag und der Vater seiner Aibett nachgehen mußte. Als am 3. Juli noch keine Nachricht über die gewünschte Aufnahme des Kindes ins Krankmhaus eingetroffen war, ging Großmann wiederum zu Dr. Voigt, um die Sache zu deschleunigen, well das Kind schon keine Nahrung mehr zu fich nehmen wollte. Diesmal war Dr. Voigt persönlich anwesend und Großmann trug ihm sein Anliegen vor. Nun sprang Dr. Voigt auf und fuhr den Hilfesuchenden mit den Worten an:„Sie arbeitsscheuer Bummler, Sie fauler Kopf! Sie wollen Almenunterstützung haben, Sie Lump Sie? Heirathm Sie doch nicht und setzen Sie keine Kinder in die Welt--!" Auf die Einwmdungcn des Großmann, daß er doch gar keine Armmunterstützung beanspruche und ihm doch gestattet werdm möge, seine Sache in Rube vorzubringen, sei er von Dr. Voigt gepackt und förmlich zur Thür hinausgeworfen worden.— Durch vorstehende Schilderungen fühtte Dr. Voigt fich beleidigt und stellte sowohl gegen Großmann als auch gegen den Redakteur unseres Blattes, Reinhold Cron- heim, Strafantrag. Im ersten Termin wurde dem Anttag der Vertheidigung auf Vertagung der Sacke und Ladung mehrerer Entlastungszeugen Folge gegeben. Gestern wurde nun zum zweitm Mal in der Angelegenheit vor der zweiten Straf- kammer des Landgerichts I verhandett. Dr. Voigt stcltte den Anttag, ihn als Nebenkläger betrachten und den Rechtsanwalt Birlner als den Vettreter der Klage zulassen zu wollen, was ihm durch Beschluß des Gerichtshofes gestattet wurde. 7 aellagter Cron he im erklärt, die Verantwortung f« Artikel übernehmen zu wollen, er habe dabei in gutem klagen. Auf Befragen meint Zeuge, daß er fich der eÖ Worte zwar nicht mehr genau entfinnen könne, doch sei» als od es dieselben Worte waren, die der inkttmintrtt* wiedergebe. Von anderer Sette sei ihm während' AmtsthStigkeit leine Beschwerde über Dr. Voigt zugtW — Z uge B aldrusck at war frühcr bei der PferdeM' dimftet. Als er eines Tages zu Dr. Voigt kam, um(Üfi kranken Fuß kuttren zu lassen, habe dieser zu ihm gn Krankheit sei eine Fairlhett, er könne seinen Dienst thui'. hat fich darauf an einen andern Arzt gewandt.— Dr.»i bewerft hierzu, daß Baldruschat früher schon 22 Wach« Billard: T flSrndt M dach mal, n Draußen we «rauf nach »michten, tin Nugdla ™ doch t Anzeige unt gestellt «er von de Wesen sei. Art Stf lür' N der An rung thatsär N« nach oewesen und feinen Anordnungen damals nicht Restaurateur M ü l l e r' s ck e n Eheleute und der Ein» i Hillgner können nichts Nachtheiliges über Dr den.— Zeuge Eisen dreher Hertel hat sich auch bei 1%$ behandeln lassen. Er gencth wegen Zahlung einer v?» Hertel seiner Meinung nach schon einmal dezahlt Strett und Dr. Voigt äußette hierbei:„Sie überW� ihren sozialdemokratischen Kassen, Sie wollen urs aussaugen!"— Z uge Katzmareck war auch einmal� Voigt, um fich etwas verschreidm zu lassen. Dr. 3% ihn angefahrm und gefragt:„Soll ich Ihnen Beefi»" eine Pulle Wein verschreiben?" Als Zeuge erwiderte- danke Ihnen, Herr Doftor!" habe Dr. Voigt ihm ......... 1 Scheerm Sie fich raus!"— Zeuge Becke t"hatte eine Sacke und Zahngeschwüre im Mund. Er wandte Dr. Voigt und dieser erklärte ihm. er solle fich dm 3% spülen und lauwarme Wasserumschläge machen. gegnete, daß er diesen Vorschlag bei der Arbeit nicht könne, weil dort lein warmes Waffer vorhanden sei, bitte er, ihm auf einige Tage einen Krankmschein auss wollen.„Quatschen Sie nicht so dumm, Keil," Dr. Voigt zu und als er hierzu noch ttwas sage« würbe er vom Henn Doktor gepackt und zur T avsgeschmissm. Becker ist dann nach der k. Klinik gegangen und hat fich dort kuttren laß. Dr. Voigt bestreitet die Aussage des Zeugen; derj�v wohl bei ihm gewesen wegen schlimmer Zähne, aber nicht mit dem Zahnziehen abgebe, bade er ihm theilt, nach einer Klinik zu gehen. Im übrigen wflÜU' bemerken, daß er gerade Kassmmitgliedem gegenüber vorsichtig sei und am allerwenigsten dcrattige AeußE. brauche.— Zeuge Amtsvorsteher B oddin spttcht% aus, daß nach seinem Wiffm bis jetzt nur zwei 0% gegen Dr. Voigt wegen grober Behandlung eingelaw? Dr. Voigt habe jedoch die in dem Schreiben behauptr� fachen in Abrede gestellt, und da nur Aussage gcge« stand, sei keine Veranlcssung zum Einschreiten vorhanden — Damit ist die Beweisaufnahme geschloffen. Ss" Krobitsch hiell beide Angeklagte der öffentlichen Bclei die Presse schuldig: er sei der Meinung, daß die Schimpfworte von Dr. Voigt nicht gebraucht wurden. T« laufe darauf hinaus, den Beleidigten um sein Renommee il und ihn zu sckädigm. Deshalb beantrage er gegen gellagten eine Geldstrafe von 100 M.. eventuell 10 fängniß.— Veriheidiger Rechtsanwalt Dr. Reiche:™ tSs M Mußwort Unserer r I I. HHII____ Aussagen nach mit großer Vorficht aufgenommen werden. Daß nicht glimpflich mit den Patienten verfahre, erhelle den Aussagen des Zeugen Becker, und selbst der Amt» habe bekundet, daß Klagen über den Armen»? gelaufen seien. Dr. Voigt sei Armenarzt J großer Tbeil der Bewohner von Rixdorf müsse in seine Behandlung begeben; zu einem Arzt, ve solchen Schimpfworten hinreißen lasse, könne aber kein Vettraum haben, und wenn die behaupteten Btt@%' des Großmann auf Wahrheit beruhten, was na« gedniß der Verhandlung wohl nickt zweifelhaft sew" war es ein gutes Werl die Thätigkeit des* etwas näher zu beleuchten. Das ganze Uli ®ent »ssnfc» Montag. solche Äußerungen' zutrau en' könne" denn des Klägers spreche dafür,_ daß ..Solch' ein" Vieh bin lch'nicht!" toffm zu seinen Patienten schließen. Sollte der Geci&ts�L# iza der wissentlich falschen, wohl aber der öffentliche« s-bulvrg und veruttheilte Cronheim zu einer 8%:< 100 und» Großmann zu einer Geldstrafe von 5° K- SySi wurde auf die Unbrauchbarmachung der nock Ex mplare jener Nummer und Publiziruna des U Spitze der Bttlage zum„Berliner Volksblatt"« Gerichtshof ging hierbei von der Ansicht aus, Urtdei?/ Msc in x daß S S v':' u>ng hteibei von der Anncht c�nt,"j De- Voigt zwarals ein etwas erregter Mensch ctt» etwas schroffer Weise vorgehe; derselbe bade aber die Aeußerungen zcugeneidlich in Abrede gestellt und � her angenommen werden, daß er fie nickt getha« ha° J rechtfertige sich die Veruttheilung der Angeklagten- M L1* v»r Verbreitung verbotener Drncksck�'� hatten schon vor einiaen Taaeu auf den -..- vor einigen Tageu auf Um nun N.'umann zu utzen, aer„V"-fc'fäe sitzenden Herren rot he wie fie fich ausdrückten— auch ein paar Kreds� SoZ HL I '«u Nan zog Neumann sein rothaestreistes Taschm« - hervor und warf es mit dm Worten auf das Bmard: DaS ist meine Farbe! worauf ihm der daneben Ntzende Marineunteroffizier Stierte zurief: Zeigen Sie soch mal, was Sie denn eigentlich haben. Neumann entgegnete: Eutzen werde ich Ihnen etwas geben, und als der Soldat kurz ««auf nach dem Hofe des Hauses ging, um ein Bedürfnis zu uemchten, eiste Neumann ebenfalls hiraus und übergab ihm fr Nugblatt, indem er ihm zuflüsterte: Ihr von der Marine m doch bessere Kerls! Der Soldat brachte die Sache zur «»zeige und Neumann wurde später ermittelt und unter An- y Bestellt. Er leugnete nicht, Sozialdemokrat zu sein, will «er von der Sache nichts gewußt haben, weil er betrunken ge- M>en sei. Der Staatsanwalt beantragte vierzehn Tage Der Angellazte habe das Flugblatt verbreitet, «gleich dasselbe bereits seit einigen Tagm verbotm . Vertheidiger Rechtsanwalt Arthur Stadthagen W; v t?.1 nichtschuldig. Zur Bestrafung sei erforderlich, 5?°«er Angeklagte das Verbot kannte und daß die Verdrei- «»B thatsächlich erfolgte. Der Angeklagte habe es seiner An- aber erst an demselben Tage erhalten und das �gmtheil sei nicht bewiesen. Nach einer Entscheidung des «tochsgerichts sei das Geben an cinm Einzelnen noch keine xeroreitung im Sinne des Sozialistengesetzes, wenn die ��»«rung getroffen sei, daß der Empfänger das nicht weiter geben solle. Das sei vorliegend aus- � mlchlossen, denn der Angeklagte bade das Blatt ganz vertraulich fmS � �us jurist.schcn Gründen bitte er um Frei- &ng. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten dms m � � Wochen Gefängntß, weil derselbe erstens ««««bot zweifellos gekannt habe und zweitens auch anzu- «%» sei, daß er die Absicht hatte, das Flugblatt durch den „Langer weiter verbreiten zu lassen. Diese Annahme werde stir bt durch die Thatsache, daß der Angeklagte das Schrift- ihito»-a»orher schon einem anderen Henn hingeschoben habe. >ährend p �«wildernd käme zwar die Trunkenheit des Angeklagten in >t zug«« biätt»!»»dererseits müsse aber der Versuch, solche Schmutz« rurde.- tung ß-. ÄÄ? - inÄ i habe o> neu.-® -r Weise« che.- W* »rücke nÄ Ige sei»«' cr-u» das Kind' .s AmtÄ- Einwende« .ade.sM nicht heb? i! Tu« n und en» n, witpi mit der ' diese öner >rte heb« n aud,., habe i4J euman' rA och"et� ninirte ß'erdek# um fw" hm gel st thun- - Dr. das Heer werden. oder>die Darum Marine gelangen zu lassen, sei, wie geschehen, erkannt , Vo> bei ■ZA irsW, rtejl hm zufS e einel� wandte P irs forilT, eangercr meoe oen ucutz-n »inmal � k..�te sthließlich zur Beschickung des r.$0#,, a».>, �ewerksangelegenheiten dort a BeesMZ widerte werden könnten. Jereiue««d AersamM!>mAe«. �'ine öffentliche Nerfammlnng der MetaUarbeiter >«t«» und Umgegend fand am Sonntag, dm 28. Okwder, r Schützenhause statt. Referent war Herr Schulz, Sw... Die Tagesordnung lautete:„Stellungnahme zum «..seinen Deutschen Metall Ardeiter-Kongreß". Der Vor- �err Waschkau erläuterte einige Punkte der Tagcsord- d-in? u»,t> ertheille dem Referenten das Wort. Herr Schulz sartll??;n längerer Rede den Nutzen einer Organisation und Gothaer Kongresses auf, am bestm besprochen und ,------- iui'. i>&'. ü. In demselben Sinne sprachen noch k kSy Bartelt, Volmer, Waschkau und Badecker. Schließ- �../schloß die Versammlung, den Kongreß zu deschickm, und M'te Hnrn Waschkau mit großer Majorität. In seinem s.�»«wolt ermahnte der Referent die Versammlug, treu zu- , Menzuhalten und festzustehen zu dem Programm der Ar- �'»«tei: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Nach einem Besqlof� Zielbewußten Arbeiter wurde die Versammlung ,. Lachschul« de« Vereins der Damenmäntelschneider- /etll«. Am Sonntag, dm 4. November, beginnt ein neuer J�utsus im Musterzeichnen und Zuschneiden von Damen« Kindermänteln. Meldungen sind an den Lehrer der Fach- 54e. F. Schmidt, Königstraße 34—36, zu richten. Wir be- n wig' hIaSL ausdrücklich, daß auch Nichtvereinsmitglieder unter dels?v Bedingungen an diesem Kursus theilnehmen können. '"' H-ut? �"�ssungsverein Fröhlichkeit.(Gegründet 1880.) tanz.' �'achmutags 5 Uhr, Grüner Weg 29 große Versamm- auder�?''�rank««- und Sterbekais« der Tischler und stelle R-,,,�'»'»elilichrr Arbeiter. Oertliche Verwaltungs- Mitglied». Montag, den 5. November, Abends 8t Uhr, Kraße 75 A»mmlung im Vereins Haus„Südost", Waldemar- 2. Aers� /»Besordnung: 1. Kassenbericht vom 3. Quartal. «ünktlich�m� Kaffenangelegmheiten. Um zahlreiches und vi«..- Kleinen wird ersucht. «iWö 1. Bericht der Revifionskommisfion über die mit dem Vorfitzenden der Lohnlommisfion. und Stellungnahme zu derselben. 3. Ver« !■ m % s# s Große öffentliche Schuhmache»- Versammlung am Montag, dm 5. d. M., Abmds 8t llbr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jatobstraße 37. Tagesordnung: Bencht- erstattung der Delegirtm vom Kongreß. Große öffentlich« Versammlung der Kteindrucker «ud Lithographen Montag Abend 8t Uhr Altes Schützen- Haus, Linienstt. 5. Wichtige Tagesordnung. Um recht zahl- reiches Erscheinen wird ersucht. Verband deutscher Zimmerleute, Lokalverband Berlin- Moabit. Versammlung am Montaa. den 5. d. M., Abends 8 Uhr, im Lokale Stromstt. 28. Tagesordnung: 1. Vortrag über:„Das deutsche Zunftwesen im Mittelalter." Referent Herr Dr. Baumgart. 2. Wahl eines Schriftführers. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Freie Vereinigung der Graveure, Ziseleur« und Kerussge«. Versammlung am Montag, den 5. November, Abmds 8t Uhr, im„Dresdmer Garten", Dresdenerstraße 45. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Herrn Gutt- mann über den Einfluß der Mode auf die Industrie. 3. Ver- schiedenes. Ein Kränzchm findet am Sonnabend, den 10. November, Oranienstr. 170 statt. Fachverei« der Tischler. Montag, den 5. November, Abends 3t Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstt. 28: Außerordmtl'che Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Die Gewerkschaftsbewegung und unsere Ziele. Referent: Theodor Glocke. 2. Berathung eines Flugblattes. 3. Vereinsangelegm- heilen und Fragekastm. Billets zu dem am 7. November in Fordan's Salon stattfindcndm Kränzchen werden auf den Zahl- stellen, sowie in der Versammlung ausgegebm. Fachverei« der Kuchbiuder und verwandten Berufs- genossen. Montag, den 5. November. Abends 85 Uhr, Vereins- Versammlung im Louisenstädtischen Klubhaus, Ännmstr. 16, I. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Julius Steinschneider über„Feuerbestattung". 2- Verschiedmes und Fragekastm.— Ausgabe der Billets zum Tanzkränzchen am 10. November 1888 in den Bürgersälen, Dresdenerstraße 96. Entree für Herren 60 Pf., Damen 40 Pf. Verband deutscher Zimmer leut«, Lokalverband Berlin Nord und Umgegend. Versammlung am Montag, den 5. d. Mts., Abends 8 t Uhr in Köllner's Restaurant, Alte Hoch« straße 32». Tagesordnung: 1. Gewerkschaftliche Lage. 2. Verschiedenes. 3. Fragekastm. Vereinigung deutscher Stellmacher, Mitgliedschaft Berlin. Montag, den 5. d. Mts., Abends 8t Uhr, Versamm- lung im Lokale des Herrn Funk, Bergstr. 12. Kollegen, welche gewillt find, am geichnmkursus des Vereins theilzunehmm, werdm in dieser Versammlung aufgmommm. Große öffentliche Versammlung der Vosameutiere und Berujsaenoffen am Dienstag, dm 6. November, Abends 8t Uhr. Tagesordnung: 1. Die Alters- und Jnvalivm« verficherung der Arbeiter. Referent: K. Baake. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Mitgliederversammlung der Maler etc., Filiale III (Ost), am Dienstag, den 6. November, Abends 9 Uhr, Lichten» deraerstr. 21 bei Heise. Tagesordnung: 1. Monatsabrechnung. 2. Mitgliederverlesung. 3. Wahl eines Bibliothekars. 4. Ver- schiedenes. Der ZluterstLtzuugbuud der Sausdiene» Kerlin» hält am Dienstag, den 6. November, Abends 9 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75, I, eine Mitgliederversammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Mittheilungm. 2. Abrechnung vom Stiftungsfest: Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedmes. 4. Erledigung der Tagesordnung der letzten Ver- sammlung und Fragekastm.— In dieser Versammlung werden die Billets zu dem am 18. November in Heidrich's Festsälen, Beuthstraße, stattfindenden Familienfest zum Bestm der Weih« nachtsbescheerung ausgegeben. zlnterstutzuugvverei« der Maurer Kerlin». Dienstag, den 6. November, Abends 8 Uhr, Versammlung in Scheffer's Salon, Jnselstr. 10. Tagesordnung: 1. Vortrag:„Was lehrt uns die Statistik?" Referent Herr Wernau. 2. Diskussion. 3. Bericht der Revisoren pro Oktober. 4. Abrechnung vom Kränzchm. 5. Unterstützungs- und Vereinsangelegenheiten. Um recht zahlreiche Betheiligung wird gebeten. Turn» und gesellig« Verein« am Sonntag. LübeLscher Tumverein(2. Lehrlingsabtheilung) Abends 6 Uhr Elisabeth« sttaße 57—58.— Turnverein„Wedving"(2. Lehrlingsabtheiluna) Nachmittags 4 Uhr Pankstr. 9.— Tumverein„Froh und Frei" (Lehrlingsabtheilung) Nachmittags 4 Uhr Bergstr. 57. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine etc. am Montag Gesangverein„Unverzagt" Abends 84 Uhr im Restaurant Goering, Köpmckerstraße 127».— Gesangverein„Sängerlust" Abends 9 Uhr im Restaurant, Landsbergerstraße 80 — Männergesangverein„Weiße Rose". Abends 9 Uhr im Restaurant Kleine, Gerichtsstr. 10.— Männergesaimverein„Ein- tracht 1" Abmds 9 Uhr Köpmckerstraße 68, im Restaurant.— Gesangverein„Echo 1872" Abends 9 Uhr Oranienstr. 190.— Turnverein„Hasenhaide"(Lehrlingsabtheilung) Abmds 8 Uhr Dieffmbachstt. 60—61.—„Berliner Turngenoffenschaft" (7. Lehrlingsabtheilung) Abends 8 Uhr in der städl. Turn» balle, Britzerstt. 17—18;— desgl. 6. Männerabtheilung AbmdT 8 Uhr in der städtischen Tumhalle, Gubenerstr. 51.— Lübeck» scher Tumverein(Männerabtheilung) Abmds 8 Uhr Elisabeth« sttaße 57—58.— Verein ehemaliger Schüler der Vll Ge» meindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Lindm» sttaße 106.—„Uedrichs-Verein"(ehemalige Zöglinge dcS großen Friedrichs-Waisenhauses der Stadt Berlin) Abends 84 Uhr bei Bormann, Ohmgasse 2.— Vergnüaungs» verein„Lustig" Abends 9 Uhr bei Thomm, Schönhauser Allee 28.— Verein„Ratibor" Abends 84 Uhr im Restaurant Fritze, Elisabethstt. 30.— Arends'scher Stenographenverein„Mercur" Abends 84 Uhr im Restaurant»Baatz" Blumenstr. 10.— Arends'scher Stenographenverein„Apollo- bund" Abends 8% Uhr Thurmstt. 31(Moabit.)— Wissenschaft» licher Verein für Roller'sche Stenographie. Abmds 84 Uhr im Münchener Bräuhaus, Neue Friedrichsstr. 1, Unterrichts- und Uebungsstunde.— Rauchklub„Hellblau" AbmdS 49 Uhr, Slalitzerstr. 143. Merarisches. Von der KroschLre: Die Ardeiter und die Landtagswahlen in Preußen. Nach der Rede von Max Schippe!. Gehalten in der Tonhalle am 16. Oktober 1888, wurde wegen der fortgesttztm Bestellungen von Auswärts eine Ueuauflag« veranstallet. Einzelpreis 15 Pf. Bezugspreis für Spediteure 10 Pf., bei großen Bestellungen entsprechmder Rabatt. Zu dezieben durch die Expedition des „Berliner Volksdlatt", Berlin SW., Zimmersir. 44, sowie die Expedition der„Berliner Volkstridüne", Berlin 80., Dränier.» straße 23. Ueneste Nachrichten. »R«ich«'Mkrig«r'" enthält- allerdings in seinem nichtamtlichen Theile, aber deswegen nicht weniger amtlich— folgende Erklärung:„Die an dieser Stelle in Nr. 275 ver« öffentlichte Allerhöchste Erwiderung auf die Adresse des Magistrats und der Stadtverordneten von Berlin hat trotz ihrer unzweideutigen Klarheit zu gleichzeitig widersinnigen und bös- willigen Entstellungen in einem Theile der Berliner Presse, namentlich in den Organen der sog. freifinnigm und ulttamon» tanen Parteien Veranlassung gegeben.— Da es den Anschein hat, daß die bezeichneten Blätter nach einem verabredetm Plane dm Versuch gemacht baden, die Tragweite der kaiserlichm Aeußerung zu entstellen, so haben Se. Majestät der Kaiser und König ausdrücklich zu erklären befohlen, daß es der Inhalt und die Tonart der freifinnigm Berliner Blätter sei, welche Allerhöchst» seine Gefühle verletzt haben.— Bei den Beziehungm, in dem« die Berliner Stadtbehörden gerade zu dieser Seite der Presse stehen, haben Se. Majestät angenommen, daß dieselben zu einer Mitwirkung bei Abstellung des gerügten Uebelstandes in der Lage und, nach Maßgabe der von ihnen ausgesprochenen Ge» finnungen, auch geneigt sein würden."— Wir haben von dem Vorgange, der zu dieser„Erklärung" geführt hat, bisher keine Notiz genommen. Die Angelegenheit kommt aber allmälig in ein Stadium, in dem auch die Ardeiterkreise ihr Interesse ad« gewinnen. Die Dummschlauheit der deutschfreistnnigen Presse— nur die„Volks-Ztg." macht eine Ausnahme—, so zu thun, als hätte der Kaiser die Kartellblätter gemeint, die in einer ihn verletzenden Weise„seinm Vater gegen ihn zttirten", rächt fich für fie bitter. Vielleicht findet fich nun doch eine Gruppe in der Stadt- verordneten- Versammlung, welche die Angelegmhett dort zur Erörterung bringt. Briefkasten der Redaktion. »ei Anfragen bitten wir die AbonnementS-Quittung beizufügen.»riffHÄf Antwort wird nicht ertheilt. Kredonr. Wegen Raummangels gekürzt. Schriftführer der Verfammlung der Vorstande der G. fr. Hilfskasten. Em Bericht über diese hochwichtige Ver» sammlung ist uns leider von Ihnen bis heute nicht zugegangen. Wir bitten, künftig dafür Sorge zu tragen, daß wir nicht hinter Bourgeoisblättern in der Berichterstattung über so wichtige Ardeiterangelegenhetten zurückbleiben. Wir sind gern bereit, wmn es gewünscht wird, einen besonderen Berichterstatter in solche Versammlungen zu schicken. fern wackeren Freundin 5S ihr««,_ J®hanna Jagert �lation1 Geburtstage die herzlichste £-?• 8' S. G.. E. I.. A. R.. I. C., G.S.� W. TJ.y«4. t/i.f>J« W« W» «Generalversammlung � Ortskranken-Kaste der Kordmacher „ T-C.« Adaldertfk. 21. I' V,;; dreier Vorstandsmitglieder. ?er Jzb.�'er Ausschußmitglieder zur Prüfung ____ Der Vorstand. den 5. November, Abends 84 Uhr, «epsammlung i Wfj, % 'JmS iahe- Ä M eotschenSchneiderbaudes ln Kommanvanlenskabe 20. Ver Vorstaud. �fsammlung des Fachvereins dn Austulkateure Berlins n den 5. November. Abends 8 Uhr. -»Z-Kal. Fischerstt. 10, 1 Treppe. >-Kesordnung: � r°ir. S.*en Vottrages halber ersucht um mg Der Vorstand" Centraikranken- u. Sterbekasse der Tischler »ud anderer gewerblicher Arbeiter. Gertliche Verwaltungsstelle Kerltn A, Montag, den 5. November. Abends 84 Ubr, im Nereinshaus„KSdolt", Waldemarstraße 75, Mitglieder-Nerfammlung. Tages-Ordnung: 1. Kassenbericht vom 3. Quattal. 2. Verschiedene Kassenangelegenheiten. Um zahlreiches und pünttliches Erscheinen ersucht 1138] Di««rtsuerwaltung. öffentl. Versammlung der Sieindrucker und Lithographen am Montag, Abends 84 Uhr, im Alten Schützenkaufe. Linienstraße S. Wichtige Tagesordnung. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht 1134 Der«inberufer. Die «itglicdtt-lltrsllmmluilg des Vereins mr Unterstützung erkrankter«nd verunglückter Mitglieder der Maurer des Weste« Ker ns straße 31, statt. Tages-Ordnung: 1. Wissenschaftlicher Vortrag des Herrn Dr. Baumgart. 3' Bwichterstättung und Neuwahl eines Re- .MsGSr kauverein Berliner Bildhauer. Dieustag. den 6. November, Abends Punkt 9 Uhr, im Restaurant Annenstraße 16: Avßeroldtvtl. Gktlkrllloerslmmltmg. Tagesordnung: 1. Vortrag des Hm. Prof. Dr. Bruno Mcyer. 2. Mahl d. No> stände« d. Unterstutzung«- »erelns der Ktldhauer Deutschland»«nd der Nev'.sore«. 3. Wahl des Verwatters des Gauvereins Berlln.[1149 1133 am Große öffentliche Versammlung der Posamentirer u. Berufsgen. Dieustag. den 6. November, Abends 84 Uhr. TageS-Ordnung: 1. Die Alters- und Jnvalidenverstcherung der Arbeiter.(Referent: Herr Baake.) 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Zur Deckung der Unkosten Entree nach Belieben. Gäste find willkommen. Der Einberufer: Paul Krake, Wasserthorstraße 37. Mitglieder-Versammlnug der 1145 Maler«nd Kernfsge». .„ SilWe Hl(Off) am Dienstag, den 6. November, Abends 9 Uhr, im Lokale Heise, Lichtendergerstraße 21. Tagesordnuna: 1. Monatsabrechnung. 2. Mitgliedsoerlesuna. 3. Wahl eines Bibliothekars. 4. Verschiedenes. /achverein der Dilchdinder »ud verwandten Kerufagenoste«. Konvabend, de« 10. November 1888: Tsn)-Krd>ychen in den festlich dekorirten Räumen der Bürger-Säle, 96. Dresdener- Straße 96. Enttee für Herren 60 Pf., Damen 40 Pf. Anfang 8 Uhr. Um rege Bethelltgung bittet 1115] Der Vorstand. Billets find Montag Abend in der Vereins« Versammlung, Annenstraße 16, und bei sämmt- lichen Vorstandsmitgliedem zu haben. Eine fteundl. Schlafstelle ist zu vermiethen Manteuffelstr. 51», H. 1 Tr. d. Schnitzer. De« Töpfern Kerlins hiermit zur Nachricht, daß der Arbeitsnachweis des V<™i«» ,«r Regelung der gewerbliche» Verhältnisse der Töpfer Kerltn« am Montag, den 29. Oktober, im Lokale des Herrn Belüg, Klosterstraße 98, eröffnet wird. Die Arberlszuweisung geschieht bis auf wetteres Wochentags von 7—9 Uhr Abends, SonntaaS von 10 bis 12 Uhr Vormittags. Die Kollegen werden ersucht, von jetzt an das belästigende An- sprechen auf den Bauten u. s. w. zu unterlasse« und sich nur an den Arbeitsnachweis zu wenden. Die Arbeitszuweisung ist unentzelllich, auch an Ntchtoereinsmitglieedr.[1003 Wo man fingt, da laß Dich ruhig nieder, Wo man trinkt, fingt man auch frohe Lieder. Ich halte au» nur gutes Bier.[1140 Hier an der Ostbahn Nr. 4.«. Trumpf. Arsteitsmarltt. Gellbt« platteufchneider werden verlangt 1141] Geauieustr. 183 bei p«p». .. Schneider finden hellen Platz bei 1142 Kruzdowici, Kroncnstr. 40, 4 Tr. Der Arbeitsnachweis des Vereins der Damenmäutel-Kchuelder- gefelle«. Kugler. St'pper«. Znfchueidee befindet fich 1124 Niederwallstroße 36 bei Salrfchke. Auch für NichtMitglieder ist derselbe geöffnete Sleifetvfcff», durchweg Elle 20 1 Waffeldecke mü Franzen 75 Pf. t Dovpeltbreite �ttloer-�amen-�ucye Elle ÖO% 1 Stück 20 Meter Hemdentuch jetzt 5 M.* Dutzend v.»Servietten 50 Pf. 1 in schönster Ausführung Elle 25 Pf. 2 Ellen breite Kleider-Kawa» Elle 45, Schwer reinl. Bett-Laken ohne Naht, 2 Meter lang 1�2 M. Reste. Gardinen. Stück 25 Pfg. 3 Posten fehlerhafter Sopha»Teppiche 2 M., 3 M.. 4 M.. 5 M. Saal-Tephlche, 3 Meter lang mit kl. Farbenfehlern. 8 M., 13 M.. 16 M. Central-Depot für Gelegenheitskäufe, Jerusalemerstrasse 62.- f. 1 Posten Serba-Kl-iderstoff«. jetzt Elle 22 Pf. Kleider�- d. reinl. schwere Taschentücher 1 M. 1 reinl. Drell-Tischtuch 90# � 2 Wollhemden und 2 Paar Herren-Unterhosen 3 Ät« Wm-KWttllms.� Lmnchus-Haltestelle am Schönhauser Thor. � �~-------------' Zxcmpl.!) 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Das Wasser ist zur Existenz der lebenden ZiaturkSrper eben« '°wentdehrlich. als die almosxhäriscbe Lust, und seine Eigen« ,'�?"ea sind von so maßgebendem Einflüsse auf unser Leben und «lere Gesundheit, daß wir nicht versäumen wollen, uns bei uniern Spaziergängen mit der chemischen Natur desselben be» SL.%"wchen, da wir nur auf diese Weise zu der so wichtigen SfUfÜ? der Ursachen gelangen können, welche dem Waffer gute w« schlechte Eigenschaften verleihen, sowie auch Mittel zu finden, /rttrc zu vernichten oder in anderen Fällen ihr Entstehen zu «lhlndän. b, htnfichtlich der auf der Erde vorhandenden Menge ist das z??sZ wohl der verbreitetste Stoff, denn er dedeckt nicht nur 5, �fertheile der gesammten Erdoberfläche bis zu einer oft un« x�annten Tiefe, sondcm bildet auch drei Viettel des Gewichts rfLt nfben Thiere und Pflanzen, beim menschlichen Körper «nfalls über zwei Drittel desselben. Der erwachsene Mensch li�licht in der Form von Getränk und Speisen durchschnitt« N KSfich etwa vier Pfund Wasser, von dem ein Theil durch der Haut ausdunstet, und diese Verdunstung auf der 6tmuWlm Lberfläche des Körpers ist, worauf schon stuher hin« u-v™ wurde, ein sehr wichtiges HUfs« und Regulirungsmittel, «äcme des Körpers in gleichmäßiger Höhe zu erhalten. JirfSrl seines Lösungsverinözens ist es ein wesent« aurb � für die Verrichtungen unseres Organismus, wie Eigenschaften der einzelnen Organe, welche diese zum wefnifr* eon ihnen zu leistenden Thürigkeiten haben müssen, rnZryich durch dm Wassergehalt der betteffenden körperlichen Elog�.�stimmt werden, wie z. B. ihre Feuchtigkeit, Weichheit, Hd- w. Hierbei ist es wichtig, zu bemerken, daß gerade JÄ Thcile des Körpers das meiste Waffer enthalten, höchsten, schwierigsten und verwickeltsten Lebens- M Ä. zufallen; so hat das Gehirn einen Wassergehalt von •ftiw die Muskelfaser 75, während die festen, den andern SJL 1L*um Gerüst dienenden Theile, also die Knochen, viel Uf!®!1 Wasser enthalten, obgleich selbst die feste, hatte Zahn« ??*"och 10 Prozent Wasser aufweist. ZtU.j; wird außer Zweifel sein, daß die Eiaenschaftm des llir«»."�sonders desjenigen, welches wir als Getränk unserm Brf�ju, seiner Erhaltung zuführen, von größerem Einfluß auf ql,, Wohlbefinden sein müssen. Schon die meist unbeachtete ilj�Mi°figkeit des Wassers ist für das thierische Wohlsein was uns erst dann recht klar wird, wenn wir das ZZ�uns mit der entgegmgesetzten Etgenschast degabt denken. Urs». Gerüche erquicken zwar unserm Geruchsfinn, aber vwt Gesundhett würde leiden, wenn wir uns in ItlJ: fortwährend mit Wohlgerüchen erfüllt m Luft auf- würden, ebenso wie starke Gewürze zwar manchen S£v en einen angenehmen Geschmack verleihen, )a, —.—'•,—-— r fc et beflanbtgcr . siez m« des Gaumens aber bald schädlich wirken. Die Nerven inaQ&il 5eiiiü,etuölg' und Geschmackssinns vertragen eine fortwährende fc iung nicht, auch leidet der ganze Körper, wmn ein einzelner ü> ozT�usgksetzt in Anspruch genommen wird. Das Waffer, stst nd�nrthalicn und so ost zugeführt, muß also nothwendig ■zcheil �.rruch und starkem Geschmack sein, damit es in jeden '"„zu foa«r,pttö gelangen kann und ihn wieder verlassen, ohne % Mchdt den Nerven bemerkt zu werden, und diese Mitten sich, wie bekannt, auch bei der Berührung des 5"izundeten I�.wit dem Waffer geltend; an die zartesten oder jW erzeugen r5v'e kann es treten, nicht nur ohne Schmerzm �bioend/, m}}nn bei geeigneter Temperatur mit erquickmder, v Das"lung. oindung»n�fkr ist. M chemischer Körper betrachtet, eine Ver« � einen Grundstoffe, nämlich des Sauerstoffs, den wir öjai� wengtlieii L�st bereits kennen, und eines an- Ane alle e*, Wasserstoffs, und wir können das Waffer auch �Nzen in nw. ßleü und ohne Zuhilfenahme fremder Sud- ytom, vpr'e beiden Bcstandtheile zerlegen. Der eleltttsche „den wcltuwspannendm Drähten des Eilige g. wst Blitzesschnelle läuft, besitzt auch die ? wenia,. l?afi- chemisch zusammengesetzte Sudstanzen Element, �fawmengesetzte, oder aber, wie hier, in »Jben einer llr„zerlegen. Läßt man die beiden Draht- rLin flenfln�niWen Batterie in zwei kleine Platten eines JSfW tiefe rü i Alderartig aussehenden Metalls enden und N sich> Gesäß mit Wasser, so bemerkt man sofort, ?°sser, beiden Platten kleine Glasbläschen in dem Ä?' ähnlich wie bei dem Beginn des Siedens Sj* oeri4mi„K ��cke in die Höbe steigen und an der Ober- w'««mein• l- � können diese Bläschen leicht auffangen S�Weme J?" nehmen zwei an dem einen Ende luftdicht nenp. tlikfif /II r �3� 2t.--- a,. n« ämj3 orm- lölzs1 aie«l baf l Geübten, füllen sie mtt Waffer an, «2* ond dreben«?nde mit dem Finger oder der Hand« UMMZZW �nÄ�er. BwL geradeso wie bei der Oueckfildersäule im Wir Wasser und füllen die Röhren allmälig «nx�ien Plattt dnü bie interessante Bemerkung, daß an viel Gas entwickelt wird, als an der 'teste m VMW 'Ic«l dem Gewichtsverhältniß nach das Wasser Sonntag, den 4. Uovemder 1888 auS nm einem Neuntel Wasserstoff und acht Neunteln Sauer« stoff. So wie beide Gase aus dem Waffer durch Zersetzung desselben erhallen werden können, gelingt es auch, ihre Vereint« gung zu Waffer wieder zu Stande zu dringen, denn daS ange» zündete Wafferstoffgas verbrennt an der Luft zu Wafferdampf, der sich an einem über das blaffe Flämmchen gehaltenen Glas- scheidchen alS Waffer niederschlägt. Mischt man reines Sauer« stoffgas und Wasserstoff und entzündet dieses Gemenge, so ver- einigen sich diese Elemente ebenfalls zu Wafferdampf, aber diese Verbindung geht unter einer gewaltigen Explosion vor sich und giedt Veranlassung, ein solches Gasgemisch mit dem Namen „Knallgas" zu bezeichnen. Die bei dieser chemischen Vereini» Sing entstehende Hitze ist die größte bisher erreichbare, und in rer Gluth wird selbst die gegen Hitze unempfindliche Kreide zum Weißglühen gebracht. Insofern das Waffer das Verbrennungsprodukt des Waffer« stoffs im reinen Sauerstoff oder in dem der Luft ist, find die angegebenen Mengenverhältnisse absolut richtig; indessen kommt in ver Natur nie völlig reines Wasser vor, sondern es sind in ihm stets fremde Sudstanzen vorhanden, die ihr Dasein der Lösungsfähigkeit des Waffers verdanken, welches an jedem Otte, an dem es sich aufhält, das überhaupt lösliche aufnimmt. Ge- rade diese gelösten Stoffe find es aber, welche dem Wasser seine für uns nützlichen oder schädlichen Eigenschaften verleihen, und ihnen werden wir unsere Aufmerksamkell zu schenken haben. Daß das Wasser der Seen, Flüsse, Bäche und Quellen Substanzen gelöst haben wird, die in seinem Bette enthalten waren, ist un- schwer einzusehen und da solche löslichen Stoffe im Erdreich allenthalben vorhanden find, wird das Waffer der natürlichen Wafferläufe und Behälter nie frei von solchen Beimengungen sein. Der Apotheker berellet sich absolut reines Wasser durch Destilltren des gewöhnlichen Brunnenwassers; beim Kochen desselben entweicht der Dampf desselben, welcher in einem ge« küblten Gefäße sich verdichtet, während die nicht verdampfdaren gelösten Stoffe in dem Kochgefäße zurückbleiben. Da wir nun unser Regenwaffer, das uns die Wolken niedersenden, ebenfalls der Verdunstung des Waffers auf der Erdoberfläche, also einer Destillation im Großen verdanken, sollte man meinen, dasselbe müsse thatsächlich solches reine Waffer sein: dieses ist indessen nicht der Fall, denn dasselbe enlhäll nicht nur den in der Luft schwebenden Staub, der sich ihm mechanisch beimengt, sondern auch Spuren einiger in der Luft regelmäßig vorbandenen Gase, wie der salpetrigen Säure und anderen. Die Farbe, welche daS Waffer der Flüsse und Seen befitzt und d e denselben oft ihren desonderen Namen verliehen hat, rübtt weniger von den wirklich gelösten, als von mechanisch losgerissenen, mllgeführtm und im Waffer fein ver- theilten Körperchen her. Fließt ein Sttom beispielsweise zwischen zwei rothen Kallfelsen dahin, die viel Eisenoxyd ent« halten, so erscheint auch das Waffer auf weite Entfernung hin roth gefärbt, während das Sandsteinbett der Elbe in Sachsen ihre gelbe Färbung verleiht und das Wasser in Torfgegmden eine braune Farbe befitzt. Unter den mineralischm sowohl als pflanzlichen und thieri- schen Stoffen, welche das Wasser auf einem Laufe antrifft, piedt es viele, die sich auflösen, oone dem Waffer irgend welche Färbung mitzutheilen und deren Anwesenheit sich daher durch das Auge nicht entdecken läßt. Sind solche mineralischen Sub« stanzen, allgemein„Sal-c" genannt, in solcher Menge vorbanden, daß sie dem Waffer einer Quelle einen ganz bestimmten Geschmack verleihen oder gar vermöge ibrer physiologischen Wirkungen als Heilmittel zu befrachten find, so pflegen wir ein solches Waffcr als„Mineralwasser" zu bezeichnen. Die Wirkung eines solchen, die sogenannte„Heil- kraft", hängt lediglich von der Att der in ihm gelösten mineralischen Stoffe, sowie von ihrer Menge ab, und da diese Salze unseren Chemikern längst bekannte Sachen find, die fich auch anderwärts natürlich vorfinden oder fich aus Produtten des Mineralreiches herstellen lassen, so ist es klar, daß die käuflichen „künstlichen" Brunnenwasser, wenn sorgfältig bereitet, den natür- lichen durchaus nicht nachzustehen brauchen, denn keine mystische Wassernixe fitzt beispielsweise in der kreuznacher Quelle und ver- leiht ihr die heilsamen Eigenschaften, sondem lediglich die chemische Zusammenstellung der im Wasser gelösten Stoffe, bier deS jod« und bromhaltigen Kochsalzes, der Fod- und Lckhiumverbindungen, ist die Ursache der günstigen Wirkung deS Quells. Feder Fluß und jedes noch so winzige BSchlein fühtt auf seinem Wege fottwährcnd Stoffe aus dem Erdreich fori, die fich in ihm lösen und mit ihm den größeren Strömen und schließlich dem Meere zuwandern. Hier bleiben die gelösten Substanzen zurück, während das Waffer unausgesetzt von neuem verdunstet, als Regen wiederum im Innern der Wett« (belle niederfällt, abermals neue Vorräthe an mineralischen Stoffen auflöst und dem Meere zuführt. Auf diese Weise haben fich im Laufe der Zeit im großen Wellmeere salzige Stoffe an- gehäuft, bis sein Waffer den salzigen und bitterm Geschmack angenommen hat, dem gegenüber wir das Waffer des Binnen- landes als„süßes" bezeichnen. In kleineren, abgeschlossenen Meeren wird diese Anhäufung noch eine viel bedeutendere sein, besonders in heißen Gegenden, wo bei manchen Binnenseen die schnelle Verdunstung und Sellenheit des Regens den Zufluß überwiegt und eine stetige Abnahme des Waffers und Zunahme an salzigen Bestandthcilen herbeiführt. Eine solche Anfamm« lung findet beispielsweise im Kaspischen Meere und im Tobten Meere in Palästina statt, und im Laufe der Geschichte der Erde, bei welcher„tausend Fahre wie ein Tag" find, wird in solchen Binnenmeeren ein Zustand eintreten, wo das Waffer ganz verschwunden ist und die nicht verdunsteten Salze trocken zurückbleiben, den Grund des früheren Meercsbasfins ausfüllend. Auf diese Weise find z. B. unsere großen Suinsalzlaqer von Staßfutt entstanden, in denen fich alle die im Meerwasser gelösten Salze schichtenweise über- einander gelagert finden, die schwer löslichen unten, die am leichtesten löslichen oben liegmd. Das Tobte Meer im gel.bten Lande, dessen Dasein wir nach der biblischen Legende dem schmählichen Lebenswandel der bösen Sodcmiter und Gomorhaner verdanken, kann man wohl als einen in der Umwandlung in ein Salzlager befindlichm See betrochtm, denn während das Wasser des Atlantischen Ozeans 3 bis 4 Hundettstel Prozent an salzigen Stoffm gelost enthätt, findet man davon im Todten Meere bis ein Zehntel Prozent. Besonders reich ist dieser beruh»tt See an Salzen des Metalls Magnesium, welche ihm seinen berüchtigten bitteren Geschmack verleihen und für lebende Wesen unerträglich machen._____ «ertcht-Zeitm,,. Allerneuestes! Eisenbahn- Unglück! Extrablatt!" schreien- Er hatte in der am Morgen desselben Tages herausgegebenen Montagsnummer des„Kleinen Journals" gelesen, daß Tags zuvor eine, wie fich herausstellte, ohne von ernsteren Folgen begleitet gewesene Entgleisung auf der Strecke Potsdamer Bahnhof- Wilmersdorf stattgefunden, und in dem Glauben, daß die von dem Blattverkänfer vertriebene Nummer des„Kleinen Journals" nicht mit der Morgennummer identisch sei, sondem nähere Mit« ibeilungen über den Unglücksfall enthalte, kaufte er ein Exemplar. Als er aber sah, daß der Extrablatt-Ver« käufer ihm nur eine Morgennummer in die Finger gesteckt, hielt er fich für betrogen und verlangte, daß das Kaufgeschäft rückgängig gemacht werde. Der Händler weigette fich und während des Wortwechsels erschien ein Kriminalschutzmann, der die Persönlichkeit des Händlers als die eines gewissen Karl Detloff feststellte, welcher fich daraufhin gestern wegen Bettuges zu verantwotten hatte. Da der Ange« klagte berells wegen Eigenthumsvergehens eine Vorstrafe er« litten, so vemrtheitte ihn der Gerichtshof zu 14 Tagen Ge« fängniß, und zwar deshalb so empfindlich, weil der Extrablattschwindel außerordentlich schwer auszurotten sei und in den seltensten Fällen die Betrogenen zur Erstattung einer Anzeige fich verständen. Vermischtes. U«t»«v die Folgen de» Kokainsucht schreibt ein Arzt nach seinen persönlichen Erfahrungen der„Schlefischen Zeitung" folgendes:„Vor etwa anderthalb Jahren machte ich in einem der ostafiatischen Häsen die Bekanntschaft eines schweizerischen Kollegen N., der, wie ich, als Schiffsarzt auf einem großen Paffagierdampfer thätig war. Als wir durch den täglichen Ver« kehr enger befreundet wurden, vertraute er mir an, daß er un« heilbar der Kokainsucht verfallen sei. Als die ersten übertriebenen Berichte über die Vorzüge des neuen Wundermittels in die Welt drangen, war N. noch ein vielbeschäftigter Arzt in einem kleinen Städtchen seiner Heimath. Aus nicht näher zu eröttern« den Gründen hatte er fich an das Morphium gewöhnt, und obwohl seine kräftige Natur eine Zeit lang das Gift ohne er« lennbare Folgen ertrug, griff er doch, um fich von seinem Dämon zu befreien, degierig nach dem Kokain, welches damals zur Ad- gewöhnung des Morphiums warm empfohlen wurde. An einem Äonntagnachmittag, als er müde und verstimmt von seiner um« fangreichen Landproxis zurückgekehrt war, hatte er dm ersten Versuch mtt dem damals noch toeuren, von den jetzigen Präpa- raten grundverschiedenen Mittel gemacht. Wenige Minuten nach einer Einspritzung von 0,05 Gramm Cocain war. hatte ein angmehmes Wärmegefühl seinen Körper durchriesell, der Herzschlag war voller und schneller geworden, und ein bisher nie gekanntes psychisches Woblgefühl hatte fich seiner bemächtigt. Die psychische Lust und Kraft schien aufs Höchste ge» steigett,ohnedaßdieVerstandesthätigIeit im Mindesten getrübt war. Alle Muskelbewegungen gingen mit außerordentlicher Leichtigkeit von statten, ein Umstand, der ihn zu rastlosem Umherwandern im Zimmer veranlaßte. Die Dauer des psychischm Glückselig« kettsgefühles delief fich auf etwa eine Viettelstunde. Eine Ein« spritzung von 0.1 Gramm Kokain, eine Stunde später gemacht, hatte dieselben Erscheinungm, nur in noch höherem Grade und von etwas längerer Dauer im Gefolge. Dann kehtte allmälig der normale Zustand ohne jedes Mißbehagen zurück. Spätere Einspritzungen hatten nur einen vermehrte Pulsschlag, eine lang dauernde Schlaflosigkeit ohne Langeweile, aber keine besonders angenehmm Empfindungen mehr zur Folge. In den nächstm Tagen wiederHolle fich dasselbe. Dann kamen andere Präparate in den Handel. Keines derselben brachte auch nur annähernd dieselben Wirkungen hervor. Im Gegentheil trat jedesmal nach der Kokain-Einspritzung ein Gefühl tiefer allgemeiner Bedrückt» heit des Gehirns und des ganzen Nervensystems ein, ein Zu« stand, der dem erstbeschrrebenen völlig entgegengesetzt war; dann kamen die eigenthümlichen Halluzinationen, Stimmen- geflüster und Verfolgungswahn. Von einer unwiderstehlichen Macht getrieben, mußte mein Freund kreisförmige Bewegungm vollführen, und er war beständig bemüht, lleine Gegenstände, wie(Nadeln, auf dem Boden zu suchen, obschon er wußte, daß sie nicht dalagen. Hatte sich nach einer zur Hälfte schlaflos ver» brachten Nacht der Schlaf über die müden Augen gesenkt, dann trat wieder ein normaler Zustand ein, aber bald erwachte von neuem der unwiderstehliche Trieb nach dem tückischm Gifte, das ihm nun so viele Qualen brachte. Schlaf und Appetit wurden unter der fottwährmden Zufuhr gesteigetter Mengen des leben- zerstörenden Giftes immer geringer, so daß der starke kräftige Mann nunmehr einem Schatten glich. Mit dem letzten Reste der Energie, die ihm geblieben war» probirte es der Unglückliche, durch eine Reise in die wette Welt seinem Dämon zu entfliehen, in der Voraussetzung, daß der Ruf des Kokains noch nicht in die fernen Welttheile gedrungen sei und er bei der Unmöglich« kett, das neue Danaergeschenk der Mdizin zu erlangen, geheitt werden könne. Vergebliches Bemühen. Uebcrall, selbst im fernen Arabien(Aden), in Indien und den vornehmsten Häfen Ost- Indiens waren die Apotheken mit dem neuen Mittel verseben. Er griff zu immer größeren Kokaindosen und wußte die üblen Folgeerscheinungen durch große Mengen Morphium einigermaßen zu dämpfen. Nur wenn sein Vorrath während langer See« reisen erschöpft war, erholte fich sein Körper von den Folgen des Giftes, und sein Zustand wurde wieder annähemd normal. Als wir Abschied von einander nahmen, drückte er mir in dumpfer Verzweiflung die Hand, denn er sah sein trauriges Schicksal vor« aus..." Der Bericht schließt mit der Angabe, daß der Un« glückliche nach einem halben Jahre durch den Kinnbackenkrampf von seinen Leiden erlöst sei. «w Kampf mtt einem Kare« fand dieser Tage im Zoologischen Garten in Stuttgart statt. Dort wurde letzter Tage ein Wätter, der sich in den Zwinger des Malayenbären begeben hatte, von dem plötzlich wild gewordenen Thiere ange« griffen und nach heftigem Kampfe überwältigt. Auf die Hilfe« rufe des Wärters ritten mehrere andere Bedienstete des Etabllffements herbei, denen es nach einiger Zeit gelang, durch wuchtige Hiebe mit eisernen Stangen den Bären einzuschüchtern "nd von seinem Opfer loszudringen. Mtt vieler Mühe wurde der blutüberströmte Watter aus dem Zwinger herausgeschafft nnd nach dem Krankenbause gebracht. Seine Wunden find ziemlich dedeutend, indessen nicht lebensgefährlich. Durchdissen find die rechte Wade und die rechte Hand. Heftige Schmerzm bereiten dem Wätter auch die verschiedmm Quetschungen, die er erlinen. Das gerichtliche Nachspiel deS Renkontres zwischen dm vier Offizieren und dem Chemiker Dr. W. beginnt setzt. Nachdem Dr. W. Mtttwoch von dem Hauptmann Gieschke Hierselbst über den Vorfall vernommen worden ist, hat er nun« mehr auch eine Vorladung vor dm Auditor Fustizrath Lieber» luhe aus Glogau erhatten„zur Vernehmung als Zeuge in der Ermittclungssache wider den Sekondelieutmani Zenker u. Gen" Dem Generalkommando des 5. Armeekorps in Posen ist der Vorfall von Dr. W. direkt mitgeihellt worden. Beim lieben Gustav Schultze S Schuhmachermeifter r Oranlenstr. zur schlanken 0 Erlaube mir alle Freunde und Bekannten wie eine werthe Nachbarschaft auf mein in der Oranien-Stpasse 5, S.O. seit 29 Jahren bestehendes, bestrenommirtes Schuh- und StiefelVaaren- Geschäft (Eigene Fabrikation) aufmerksam zu machen und gestatte mir femer zu bemerken, daß ich durch den große» Umsatz im Stande bin, meine so keliebten Herrenrugstiefel mit Doppel.ohlen jetzt schon für 8,50 Mark verkaufm zu können. 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KA Verantwortlicher Redakteur: R.«rontzetm in»erlin. Druck und Verlag von War Andtag m Berlin SW. Beuttiwane z W u«