r. 261. int it. Dienstag, den 6. November 1888. 5. Jahrg. Berliner Volksblatt. agazin ücke). [ 819 ung! Berlin er d. J. r. 93 af in Wollwaar rfetts. m billige iebes Co Baar 10 Jäger) 1,20 103 fg. Tch 75 irt, vorzüg Pfa. Pfg. Organ für die Intereffen der Arbeiter. Das Berliner Boltsblatt" fcheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei ' s Saus vierteljährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mart, wöchentlich 35 Bf. Bostabonnement Mart. Einzelne Nummer 5 Bf. Sonntags- Nummer mit dem, Sonntags- Blatt" 10 Bt. ( Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1888 unter Nr. 849.) der Redaktion: Beuthstraße 2. Bi beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Naum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bet größeren Aufträgen hoher Rabatt nach lebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Simmerstraße 44, sowie von allen Annoncen- Bureaugene Erhöhung des Preises, angenommen. Expedition: Zimmerstraße 44. mokra Münchener Geheimbunds-| bündelei fämmtlich im Gefängniß faßen, eine gewisse führende deſſen amtlicher Thätigkeit dieser vierte Münchener GeheimProzek. Rolle gespielt hatte, stellten die Angeklagten die doppelte Bahl von Entlastungszeugen gegenüber. | bundsprozeß hauptsächlich zu verdanken ist. Nach Herrn Gehret's bei den Anklageaften befindlichen Beweismaterialien mußte man glauben, daß die Existenz einer geheimen Verbindung in München, organisirt in Gruppen und Klubs und geleitet von einem Ausschuß, beren Hauptzwed sei, massenhaft verbotene Schriften zu verbreiten und die Vorbereitungen auf den fünftigen Umsturz der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung zu bes Das freisprechende Urtheil der Münchener Straffammer statten. Der Kronzeuge der Anklagebehörde, der Vertrauens Hierbei kam ein Umstand den Angeklagten besonders zu Geheimbundsprozeß gegen Auer nnd Genossen ist in den geplätt teften Kreisen der Bevölkerung mit Befriedigung aufge. Wissen hauptsächlich stüßte, war mittlerweile wegen eines mann der Polizei, der Schuhmacher Fürst, auf den sich ihr age werden darüber erboft sein und werden mit einigem feiner Wirthin in Augsburg, in Untersuchungshaft genommen men worden. Nur die Nichtgentlemen und ihre Schüß- Sittlichkeitsvergehens, begangen an der 12jährigen Tochter Unbehagen die Motivirung vernehmen, daß auf Aussagen, worden und erschien aus dem Gefängniß vorgeführt in Be treiben, unzweifelhaft sei. Aber Herr Gehret wußte noch die auf ihre Wahrheit nicht geprüft werden können, kein Hark Gewicht zu legen fei. Diese Anschauung über die unkontrolirbaren Aussagen liche Eindruck, den die Vorführung dieses Vertrauensmannes der Polizei im Publikum und ein Glieb einer geheimen, über ganz Deutschland verbreiteten Verbindung, an deren Spizze geheime Obere stehen, ber Nichtgentlemen, auf welche die Polizeibeamten in manchem Richtern hervorrief, wurde noch verstärkt durch die Aus- denen die Mitglieder unbedingten Gehorsam schulden. Prozeß fich stüßten, hat das Münchener Landgericht nicht sagen einer Reihe von den Angeklagten geladener 3eugen, Außerdem giebt es in dieser Verbindung nach Herrn Gehret eit übergamer gehabt. In verschiedenen Geheimbundsprozessen haben aus denen hervorging, daß dieser Fürst ein ganz ver se 4, pati 139, Federn. 12 Die Aussagen der nicht kontrolirbaren und unbekannten lichen Lumpereien bereits zu schulden hatte kommen lassen. Wenn man einem solchen Menschen nachweist, daß er ein armes Dienstmädchen um seine ſauren Ersparnisse unter aros- Hanbuf diese unbekannten Hintermänner gestütten Angaben der Don 25 intermänner der Polizei eine große Rolle gespielt. Die Bolizeibeamten find als unanfechtbare Wahrheiten anerkannt worden und haben die Gründe zu schweren Verurtheilungen schwindelhaften Vorspiegelungen prellte, einen Bekannten um geliefert. Und das Reichsgericht hat auf erhobene Revision seinen Roffer betrog, seinem Miethsherrn, einem Dienst auszeichnet. diese Anschauung des Münchener Gerichts gutgeheißen und ak billigste dienung midt rüde6 skt. roben t. en u. Cu er Werk tet, zu 997 Fol tr. 50 p 155, fa derm Ya, part eg. Herre und Fanbe on Budiski 1480 uswahl Bungen!( 4 mittel t! POMADES Sig. Firma und k. fche Sorten ck. mache ic ein Geschäft Tumen 2 [ 803 850 and Auslegung gegeben, an die der Gesetzgeber seiner Beit werlich bachie mann, einen goldenen Ring ftahl, so fragt man wohl, wie kann ein solcher Mensch noch Vertrauen verbienen. Und doch geschah das unerhörte, daß der Staatsanwalt, Das ist ja leider in Deutschland nichts Neues mehr. Reisenberg ist der Name dieses Herrn, denn er verdient ge Judikatur des Reichsgerichts hat unsere Rechtsbegriffe Subjekts beantragte, während er später gegen die Vereidi nannt zu werden, die Vereidigung dieses verkomme ch verschiebenen Seiten hin in einer Weise erweitert, daß der Bum Ueberfluß marschirten noch drei Führer der Münchener Liberalen, die Herren Kommerzienrath Haenle, Kommerziens rath von welche bestätigen belangen mußten, daß fie bem Surft auf Grund die frühere Interpretationskunft des preußischen Obertribuhals feligen Angebenkens stümperhaft erscheint. Wir erin nern nur an die Auslegung, welche das Reichsgericht dem $ 128 über geheime Berbindungen und dem Begriffe der Berbreitung von verbotenen Druckschriften gegeben hat. Es lag fein Grund vor, anzunehmen, daß das Mün dener Landgericht von seiner früheren Auffassung des Werthes polizeilicher Angaben, die sich auf sog. Vertrauens- hätten. manner füßte, auch diesmal abgehen würde, wenn nicht die Magetlagten, insbesondere der Hauptangeklagte Auer, den machten. ihrer Bekanntschaft aus der 1887 er Wahlagitation mit Darlehen von je 50 bezm. 100 M. unter die Arme gegriffen, aber dieselben nicht zurückerhalten Es bebarf wohl nicht erst der Versicherung, daß dieser „ Mildherzigkeit" der drei lebenden Größen wesentlich politische Motive zu Grunde lagen. Herr Fürst hatte " zwei Arten von Mitgliedern, die Eingeweihten, welche den eigentlichen 3weck der Verbindung fennen, und die Uneingeweihten, die nur die Werkzeuge bilden. Das äußere Erkennungszeichen für die Zugehörigkeit zu dieser geheimen Verbindung bildet eine gewiffe Sorte von Papier des Sozialdemokrat", das sich durch Stärke und weiße Farbe Herr Gehret nennt dieses Papier das Organisationspapier". Wer im Besitz dieses Papiers bes Sozialdemokrat" ist, gehört nach ihm un= zweifelhaft zu dieser staatsgefährlichen Verbindung, und unglücklicherweise hatte der Angeklagte Birk, der nach dem Angeklagten Auer der größte Uebelthäter in München ist, eine Anzahl Nummern des„ Sozialdemokrat" von diesem Papier, die er auch an die andern Angelagten verbreitet haben sollte. Herr Gehret war bereits im besten Buge, alle diese in ben Aften niedergelegten Angaben vor Gericht zu wieder holen, als ihn der Vertheidiger Bernstein unterbrach und fragte, ob er alle diese Angaben aus eigener Wissenschaft habe und auf seinen Eid nehme. Herr Gehret stuzte, ber Staatsanwalt tam ihm zu Hilfe und bestritt dies. Der Vertheidiger aber blieb dabei, daß der Beuge alle seine Aussagen auf seinen Eid zu nehmen habe, da in der polizeipräsidentlichen Vollmacht keine Einschränkung für seine Beugenaussage gemacht sei. Während der Gerichtshof sich Polizeipräsidenten ins Gerichtsgebäude; es beginnen Kons ferenzen zwischen Staatsanwaltschaft und Polizeipräsident, beren Resultat ein sofort ausgestelltes Schreiben des letteren ist, worin dem Polizeikommissär die Wahrung des Amtsbiger nannte, burch Sammlung des Entlastungsmaterials bei den Stichwahlen in München nach Kräften zu Gunsten zum Beschluß zurückzieht, rufen Polizeibeamte eiligst den die Vertheidiger durch ihre Taktik diese Absicht unmög- der Liberalen zu wirken gesucht. So war der Kronzeuge beschaffen, an den StaatsDies fonnte nur geschehen, indem die belastenden Aus- anwaltschaft und Polizei sich krampfhaft klammerten, mit ingen und Angaben der Polizeibeamten in ihrer ganzen dessen Hilfe sie die Verurtheilung der Angeklagten zu er Bindigkeit und Unhaltbarkeit auch dem blödesten Auge langen hofften. Und dieser von Rachegefühlen gegen feine geheimnisses auferlegt wird. Erst jest, nach einer vollen fühlbar bargelegt wurden. Den Belastungszeugen, die sich ehemaligen Genossen beherrschte Schwindler mußte obendrein Stunde, fehrt der Gerichtshof zurück und verkündet, daß der theils als Polzeibeamte, theils als Personen entpuppten, zugestehen, daß er die gravirendsten Aussagen nicht aus welche fich von der Polizei zum 3eugniß hatten bestimmen laffen, barunter der Kronzeuge Fürst, der früher selbst der Bartei angehört und im Wahlkampf Februar 1887, als die eigener Wahrnehmung, sondern auf Mittheilung seines Eine faum günstigere Rolle, als der Kronzeuge Fürst, Beuge nicht verpflichtet sei, seine Gewährsmänner vor Ge richt zu nennen. Herr Gehret war dadurch nicht gerettet. Die Vers theidiger und der Angeklagte Auer nahmen nunmehr Herrn leitenden Röpfe der Münchener Partei auch wegen Gebeim spielte der Hauptbelastungszeuge, Polizeikommissar Gehret, Gehret so in die Scheere, daß dieser nach jeder seiner Aus. Seuilleton. Blogbrug verboten.] Raskolnikow. Aus dem Russischen überseht von Wilh. Hendel Roman von F. M. Dostojewski. Erster Theil. gegen ihn im Schilde führen. Aber das Stehenbleiben auf der Treppe, das Mitanhören von allem Unfinn, dieses All tagsgeschwät, das ihn nicht interessirte, das unaufhörliche [ 2 Erinnern an die Zahlung, diese Drohungen, Klagen und babei seine eigenen Ausreden, Entschuldigungen, Lügen nein, lieber schon wie eine Raze durchschlüpfen, um von niemand gesehen zu werden. Auf die Straße tretend, fiel ihm übrigens diesmal die Angst vor der Begegnung mit feiner Gläubigerin felbft auf. Mit einem solchen Vorhaben im Sinn- der= dergleichen Armseligkeiten zu fürchten!" dachte er mit Lächeln. fiel er in ein tiefes Nachdenken, in ein Versunkensein, und in diesem Zustand ging er weiter, ohne seine Umgebung zu beachten, ohne fie beachten zu wollen. Hie und da brummte er etwas vor sich hin, es war die Gewohnheit zu monolos gifiren, der er vorhin selbst erwähnt hatte. Bei dieser Ge Legenheit wurde es ihm klar, daß seine Gedanken sich zuweilen verwirrten und daß er sich sehr schwach fühle; ſeit zwei Tagen schon hatte er fast nichts gegeffen. Er war so schlecht gekleidet, daß selbst ein daran ge wöhnter Mensch sich geschämt haben würde, am hellen Tage in solchen Lumpen auf der Straße zu erscheinen. Die StadtAnfangs Juli, es war eine außergewöhnliche Hiße," Hm... ja... der Mensch ist zu allem fähig und doch gegend war übrigens eine von denjenigen, in welcher man Bar R- brüde hin. ... Das ist schon richtig... Was fürchten die Menschen ständiges Wort fürchten sie am meisten.... Uebrigens, ich trat ein junger Mann gegen Abend aus seiner Rammer, läßt er sich alles vor der Nase wegnehmen, nur aus Feigs durch schlechte Kleidung schwerlich irgend jemand in Erstaunen welche er bei einer Stubenvermietherin in der S- gaffe heit inne hatte, auf bie Straße und ging langsam, unentschloffen wohl am meisten? Einen neuen Schritt, ein neues, felbft einer gewissen Sorte von Wirthschaften und besondees die Ereppe glücklich vermieden. Sein Rämmerlein befand sich Vielleicht schwaße ich auch, weil ich nichts thue. Erst wäh- gehäuft ist, gaben öfters Anlaß, dergleichen Menschen zu sehen, Er hatte ein Begegnen mit seiner Wirthin auf der schwaße zuviel; daher thue ich auch nichts, weil ich schwah. Mitte Petersburgs belegenen Straßen und Gassen zusammen Blich eher einem Raften wie einer Wohnung. Seine Wirthin, ganz oben, unterm Dache eines fünfftödigen Hauses und rend des legten Monats habe ich das Schwagen gelernt • versezen konnte. Die Nähe des Heumarktes), der Ueberfluß Arbeits- und Handwerkerbevölkerung, die in diesen, in der fo daß die einzelne Figur feine Aufmerksamkeit mehr erregte. Die Seele des jungen Mannes war auch bereits mit soviel bie ihm auch Mittagstisch und Bedienung lieferte, wohnte Märchen dachte. Weshalb gehe ich nun eigentlich? Bin ich Haß und Galle überfüllt, daß er, ungeachtet seiner zuweilen ine Treppe tiefer und jedesmal, wenn er ausgehen wollte, denn fähig, so etwas zu thun? Ist denn da 3 mein noch sehr jugendlichen Empfindlichkeit, sich seiner Lumpen Außte er unbedingt bei ihrer Küche, welche fast immer weit Ernst? Reine Spur, alles blos Spiel der Phantasie, Tän- überhaupt nicht mehr schämte. Etwas anderes war's allers offen ftand, vorbeigehen. Und jedesmal, wenn er vorüber- delei, wahrlich, blos Tändelei!" sing, empfand er ein schmerzhaft- ängstliches Gefühl, deffen Es war fürchterlich heiß draußen, dazu eine Luft zum Staub und jener spezifische Sommergeftant, der jedem Petersburger, der nicht im Stande ist, eine Landwohnung zu miethen, alles dies berührte die ohnehin schon zerfich fchämte und das ihm eine Grimasse abnöthigte. Er Ersticken, ein Gedränge, überall Ralf, Gerüste, Siegelsteine, Betrunkener, der zufällig gerade die Straße entlang fuhr, war der Wirthin Geld schuldig und fürchtete daher, ihr zu bedings beim Treffen mit Bekannten oder ehemaligen Kollegen, benen er überhaapt nicht gern begegnete. Indeß, als ein ihm plöglich zurief: He, du, deutscher Hutträger!" und aus voller Rehle schreiend, mit dem Finger auf ihn wies, da Nicht daß er etwa feige oder schüchtern gewesen wäre, so bekannt ist im Gegentheil, aber seit einiger 3eit war er in gereiztem rütteten Nerven des Jünglings auf das empfindlichste. Ein nach seinem Hut. Es war ein hoher, runder 3ylinder, schon und aufgeregtem Bustande, wie hypochondrisch. Er hatte unausstehlicher Dunst aus den Bierkellern, deren es in fehr vertragen, mit röthlichem Schimmer, durchlöchert und fich fo in fich felbst verkrochen und von allem zurückgezogen, diefem Stadttheil besonders viele giebt und Betrunkene, die voller Flecken, ohne Rand und in grotesker Weise schief baß er jebe Begegnung fürchtete, nicht nur die mit seiner trotz des Werkeltags beständig auftauchten, vervollständigten gedrückt. Aber nicht Scham, sondern ein ganz anderes Ge Birthin. Die Armuth laftete auf ihm; in letzter Beit hatte das ekelhafte und trübfelige Kolorit dieses Bildes. Ein fühl, übrigens feine bedrängte Lage aufgehört, ihn zu drücken. lich beschäftigungslos. Irgend eine Wirthin zu fürchten, lich schöner Mann, mit prachtvollen, dunkeln Augen, brünett, Seine Berufsarbeiten hatte er liegen gelassen, er war ganz- feinen 3üge des jungen Mannes. Er war ein außergewöhn fiel ihm im Grunde gar nicht ein, möchte die Gott weiß was Gefühl des tiefsten Abscheus verzog einen Augenblick die über mittelgroß, schlank und gut gewachsen. Bald aber ver eine Art Schrecken ergriff ihn. *) Der s. g. Heumarkt dient vorzugsweise für den Verkauf von Rabrungsmitteln und Hausbedarf, der Handel mit eu, früher Hauptsache, ist jetzt daselbst nebensächlich. fagen erklären mußte, das habe er nicht aus eigener Wahrnehmung und mehrmals seufzend zur großen Heiter teit des Publikums in den Schmerzensruf ausbrach:„ Ach wenn ich das wüßte." Die aktenkundig gemachten Wahrnehmungen des Herrn Gehret gingen auch noch in anderer Weise in die Brüche. Eine Rellnerin, welche nach dem Wortlaut der polizeilichen und gerichtlichen Protokolle besonders belastend ausgesagt hatte, trat auf und erklärte mit größter Entschiedenheit, daß fie das ihr in den Mund Gelegte gar nicht gefagt, daß sie verschiedenes, was man fie fagen laffe, gar nicht verstehe, daß der Untersuchungsrichter ihr das Protokoll, das sie unterschrieben, nicht vorgelesen habe, was der sofort geladene Untersuchungsrichter nicht bestreiten konnte, und Saß sie überhaupt in der Birk'schen Wirthschaft, auf welche sich ihre Aussagen bezogen, nichts Verdächtiges bemerkt habe. Nicht minder schlecht erging es Herrn Gehret mit einem feiner eignen Unterbeamten, dem Kommissar 3immermann, welcher aussagen mußte, daß mehrere besonders markante Säße in dem von ihm verfaßten Bericht über eine angebs lich geheime Versammlung in Pasing von ihm nicht herrührten, wie andererseits der als Beuge geladene Bürgermeister von Pasing erklären mußte, daß die Vorgänge ganz andere als im Bericht geschilderte gewesen seien und er nichts Auffallendes in jener 3usammenkunft bemerkt habe. Es entsteht noch eine andere Frage: Ist es Pflicht der Staatsanwaltschaft, auch dann die Anklage aufrecht zu er= halten, wenn selbst dem beschränktesten Laien einleuchtet, daß die Anklage unhaltbar geworden ist? Ist es Aufgabe der Staatsanwaltschaft, die Verurtheilung der Angeklagten auch dann noch um jeden Preis herbeis auführen, oder hat sie nicht vielmehr vielmehr die Pflicht, im Interesse der Gerechtigkeit, welche der Staat als oberster Hüter des Gesetzes repräsentirt, als Organ dieses Staates, die Anklage fallen zu lassen und für Freisprechung statt auf Schulbig zu plaidiren? Auch der als Belastungszeuge verhörte Polizeikommissar Auer mußte sich von dem als Entlastungszeugen geladenen Buchbindermeister Schneider ins Gesicht sagen lassen, daß er, Schneider, Angaben über die geheime Verbindung der Sozialdemokratie in München, ihm Auer gegenüber nie gemacht habe und nicht habe machen können, da er nie hiervon das Geringste gewußt habe. 3um Ueberfluß bestätigten auch die Beugen Bebel und Singer, daß die Angaben über eine über ganz Deutschland verbreitete geheime Verbindung, an deren Spize unbekannte Obere stünden, wie die Behauptung, daß es zweierlei Parteigenossen gebe, Eingeweihte und Nichteingeweihte, Erfindung sei, und die Polizei nicht im Stande sei, den Beweis hierfür zu führen. Diese Frage haben sich Tausende und aber Tausende gestellt, welche jenen Verhandlungen in München folgten. und schon aus den sehr kurz und mangelhaft gegebenen Berichten der Presse erkennen mußten, daß diese Anklage in allen ihren Theilen erschüttert war und fallen mußte. Aber noch eine dritte Frage entsteht. Liegt nicht ein Mißbrauch des§ 53 der Strafprozeßordnung vor, wenn die Polizeibehörden das Privilegium, das ihnen dieser Paragraph gewährt, dahin ausnuten, auf Angabe elender Subjekte die schwersten Anklagen zu erheben, ohne die Ver pflichtung zu besigen, ihre Gewährsmänner für diese Anlagen zu nennen? 3um ersten Male ist im Münchener Prozeß einer dieser Vertrauensmänner" an das Tageslicht getreten, und dieser Vertrauensmann hat sich als ein so kompletter Lump erwiesen, daß einer der Vertheidiger, Herr Löwenfeld, dem Staatsanwalt mit Recht zurufen konnte: ,, Sie werden diesem Menschen keine 5 Pfennig anvertrauen, aber sein 3eugniß genügt Ihnen, um dreizehn Angeklagte ins Gefängniß zu bringen?" Vernichtender für die Anklagebehörde ist noch nie eine Anklage in fich zusammen gebrochen, als in diesem Münchener Prozeß. Ein Anklagepunkt nach dem andern war im Verlauf der Verhandlung unhaltbar geworden, und als der Staatsanwalt schließlich das Wort ergriff, um zum größten Erstaunen des Publikums die Anklage voll und ganz aufrecht zu erhalten, stand er vor einem Haufen Trümmer, bie wieder aufrichten zu wollen eine Sisyphusarbeit war. Das mochte ihm endlich klar werden, als die beiden Vertheidiger und der Angeklagte Auer seine Rede Punkt für Punkt widerlegten und die Anklage in Stücke zerrissen. Er verzichtete auf eine Entgegnung. 〃 De bie davon p Siegerin, fo Dinge so tr Jahre weder Fronde thre Was so und so vielten Male Geltung erlangt. Die Verleger verbotenen Blattes, Schönfeld und Harnisch, werden gegen Verbot Beschwerde erheben. Dresden ist ruhig. Aus Wirn, den 3. November, wird urs geschrieb Seit Sabren lag fich die österreichische Arbeiterpartei, gefpall in zwi Parteien, in den Haaren und bekämpfte fich zur Fre ihrer Gegner als„ Radikale" und" Gemäßigte". Endlich i turs gemelde Stunde gekommen, wo diesem Bruderzwist ein Ende gem Freisprechung wird und wo in Desterreich wenigstens eine Partei befte die näheren die unberührt von dem lleinlichen unfruchtbaren Rtionalität Grade intere bader, ohne Rücksicht auf Sprache und Nationalität ibrethren Bertr hänger sucht und ihr Biel zu erreichen trachtet. Die neue fe den fau Nummer der„ Gleichhett", sozialdemokratisches Wochenblatt, ler der Be hält an ihrer Spige einen Aufruf, durch welchen die fobiefigen Buc demokratischen Arbeiter zu einem öffentlichen Parteitag ein einer Haus laden werden, der vom 30. Dezember bis zum 1. Januar fafchriften betr foll. foll. Der enge Nahmen unseres Versammlungsgefees Sozialdemo schränkt die Theilnahme auf namentlich geladene Gät der Hauptve heißt es unter Anderem in dem erwähnten Lufruf. Die The demokrat" 5 nehmer sollen fich bei einer der unterzeichneten Redaktion Schieden in S melden, von welchen die Einladung zum Parteitag ausgebt, beſtehe. awar find unterzeichnet: Die Redaktion der Arbeiterstimm Rechtsrath D Brünn, die Renattion der Gleichheit", Wien, hre Aussag Redaktion des„ Hlas Lida" Proknis, die Nedalbes Ariete Des„ Rovurst" Brünn, Brünn, die Redaktion Des Voll des indeß verstan freund" Brünn. Wir wünschen diesem nach langer ifante, bis zum ersten Male wieder ftatifindenden Parteitag der öfter Dem sozial gte er aus fchen Sozialdemokratie den besten Erfolg. Schuhmacher Dieses Wort des Vertheidigers beleuchtet grell die Situation, in welcher wir in Deutschland uns befinden. Heute stehen hunderte von Lumpen die Herr v. Puttdie Herr v. Puttfamer höflich als Nichtgentlemen bezeichnete als Vertrauenspersonen" im Dienste der politischen Polizei, jeden Tag bereit, ehrliche Leute an den Galgen zu bringen. Soll das noch länger so bleiben? Politische Uebersicht. be 5 Bei der Stichwahl im Reichstagswahlk Ansbach- Schwabach erhielten in 118 Wahlorten Strnter falsche Wollspartet) 7120 und Lerchenfeld( Startell) nur titte Schäfer Stimmen. 9 Bezirke stehen noch aus. Kröber ist mit ungrünen Bau 2000 Stimmen Mehrheit zum Reichstagsabgeordneten gemi über die Be An Einzelresultaten ist zu melden, daß in Ansbad Kröber 1210, auf Lerchenfeld 1032 Stimmen entfielen. Schwabach fiimmten 1204 Wähler für Stöber, während Startellfandidat nur 185 Stimmen aufbrachte.( Wir stellen Vergleichung das Etimmenverhältniß hierher, welches fich ersten Wahlgange am 22 Oktober ergab: Kröber 2975, Le felb 3233, Leidig( deutschfreifinnig) 1449 und ( Sozialdemokratisch) 701 Stimmen. Ansbach gab dama Kröber 816, Lerchenfeld 800, Leidig 129, Schönlant 55 Sperr Beuge men ab; in Schwabach zählte man 837 Stimmen für An und 165, 101 und 96 für die übrigen Kandidaten in Reihenfolge wie oben. Schönle folche, die in Für den flint b nigten, öffnen, Der foziali treten." A Referenten den Ver stelletchi in wäre aben feines Wegen Theil theilte thn Bochen Gef heuerliche Be Serr Schäfe Die Erklärung des Reichsanzeigers" geg freifinnigen Blätter Berlins wird von den fonservativen Kartellorganen ohne Kommentar abgedruckt. Die meisten finnigen Blätter antworten bereits und weisen die Vermut daß ihre Haltung gegenüber der Ansprache des Kaisers auf Verabredung berubte, als unbegründet zurüd Sie erklären die Anschauung des Kaisers über ihre Haltung auf falfder Information beruhen müsse, und fte bezeichnen die tiläre es al aussetzung, daß fie den städtischen Behörden irgend einen Mit den üblichen Bauernfängerkniffen sucht die Reptilpreffe jezt die Thatsache der Brotvertheuerung durch die Kornzölle aus der Welt zu lügen. In den Vereinigten Staaten find ebenfalls die Getreidepreise in die Höhe gegangen, und hieraus folgt nun, nach der agrarischen Reptillogil, daß nicht die Korn zölle, sondern die amerikanischen Spekulanten und„ Kornwucherer" an der B: otvertheuerung in Deutschland schuld feien, und daß Die Kornzölle gar nichts damit zu thun haben, fintemalen ja nach einem berühmten Weisheitsspruch das Ausland den Boll bezahle. Nun ist es allerdings richtig, daß in den Vereinigten Staaten die Kornpreise in die Höhe gegangen find, was einestheils auf den schlechten Ausfall der Ernte in verschiedenen Ländern, anderntheils auf willkürliche Spekulation zurückzuführen ist. und wir wollen auch gern zugeben, daß es ein Vortheil wäre, wenn man der Kornspekulation in allen Ländern ein Biel sezen tönnte. Dies würde jedoch den Herren Agrariern durchaus nicht von Nugen sein, denn unsere agrarischen Kornproduzenten find ausnahmslos Kornspekulanten, die den Preis des Korns auf jede Weise in die Höhe zu treiben suchen, nament. Nachdem nunmehr die Angeklagten, wie vorauszusehen und gar nicht anders möglich war, freigesprochen find, ents steht die Frage: kann ein Beamter, wie der Polizeikommissar Gehret, dessen Aussage, wie die Entscheidungsgründe des Gerichtshofs selbst anerkennen, von, Subjektivismus" nicht freizusprechen ist, sich zu ,, gewagten Schlußfolgerungen" lich versteigt und diese mit den thatsächlichen Wahrnehmungen so vermengt, daß nicht mehr kontrolirt werden kann, was fichere Thatsache ist wir fragen, fann ein solcher Beamter noch im Amte bleiben? Gesetzt den Fall, die Vertheidigung wäre weniger ges schickt gewesen, und es hätte den Angeklagten ein Mann wie Auer, der überall den Dingen auf den Grund ging und die Gegenbeweise und Entlastungszeugen be schaffte, gefehlt, so wäre 1000 gegen 1 zu wetten, die Angeklagten wären auf die subjektiv gefärbten Anklagen und gewagten Bes hauptungen des Herrn Gehret, die der Ges richtshof ohne genügenden Gegenbeweis für wahr annehmen mußte, verurtheilt worden, wie frühere Angetlagte in früheren Geheimbundspro zessen in München auf diese gleichen und ähnlichen Angaben des Herrn Gehret hin Dußend weise verurtheilt worden sind. Welche Gefühle müssen die Richter beherrschen, die früher auf die Anflagen und Aussagen eines Gehret hin verurtheilten, wo sie heute freisprechen? Wahrlich, diese Vorgänge find himmelschreiend und verlangen Abhilfe. das Dem fozialde tag beiwohn balts gefaßt fluß gestatten, als thatsächlich unrichtig. Das„ Berl. Tageblat und der Börs. Courier" erklären, daß sie sich in dem Gebrau des verfaffungsmäßig freien Wortes nicht beschränken laffen nach wie vor des Kaisers allergetreuefte Oppofition" bleiben den. Die Voffische 3tg." glaubt in dem jezigen Vorgange ersten Symptome eines neuen Eystems gegen die kommu finnige Preffe werde ihre Unabhängigkeit ebenso gegen den Selbstverwaltung und die Preffe zu erkennen und sagt, die f gistrat und die Stadtverordneten wie gegen jeden Anderen Schw. vertheidigen wiffen, der fte bedrohe auch durch die Kornzölle. Und da wären wir gerade an dem Punit angelangt, um ben es fich handelt. Die Kornpreise in Deutschland find nämlich um den Betrag der Kornzölle, ja um beträchtlich mehr, über den durch die ameri fanische Preiserhöhung bedingten Say hinaus gestiegen. Und diese fünftliche Theuerung ist einzig und allein die Folge der Koinzölle, die einen schlimmeren Kornwucher" bedeuten, als er von jüdischen und christlich- germanischen Privatspekulanten Dachte ich's doch! brummte er betroffen, ist das ärgste! Irgend eine solche Dummheit, eine jämmer, liche Kleinigkeit kann das ganze Vorhaben scheitern machen! Ja, ein auffallender... ein lächerlicher und darum in die Augen fallender Hut... Bu meinen Lumpen gehört unbedingt eine Mühe, eine flache, unscheinbare Mühe, nicht aber eine solche verfrüppelte Angströhre. Niemand trägt der gleichen, eine Werft weit fällt er auf und prägt sich dem Gedächtniß ein... und der Beweis, die Ueberführung ist heimen Ver in obigem Daß es Int melden, ist d Dauerlich. Schuhmacher Gin k mlofen R brt hatte, Citer von babes Duge blichen ein Ein hochangesehener Serr muß der nationalli Herr Staatsarchivar Dr. Sattler fein. Durch die Ka preffe geht nämlich folgende Notiz:" Für den Reich abgeordneten Dr. Satiler, der infolge feiner Ernennung Geheimen Staatsarchivar sein Mandat für den 5. Sabli Brosinz Hannover niedergelegt hat, ist eine Neuwahl bes auf ben New nid t liches Metie Augen abzu 13. d. M. anberaumt worden." Const pflegt man die or Gricheir wahlen für die betreffenden Wahltreise anzuberaumen, für die Kandidaten. Vermuthlich soll mit der Neuerung aus awifchen a aur Stelle ganz unbefa Diefen Vorb jemals verübt worden ist. Uebrigens sollte der Umstand, daß gedrückt werden, daß der Wahlkreis des Herrn Sattler weg om zur S an den deutschen Grenzen überall das Getreide billiger ist als in Deutschland, unseren agrarischen Bauernfängern eigentlich den da ist, nicht umgekehrt. Parlamentarisches. Es scheint jetzt ficher zu sein bo Refährlichtet Muth benommen haben, das Publikum in so unverschämter die neuen Tagungen der Parlamente ungefähr zu benfel Beitpunften beginnen werden, wie im Vorjahre. Im vorilebigung Weise anzulügen. Aus Dresden, 4. November, schreibt man uns: Wieder einmal ist der Staat gerettet. Die bieftige Kreishauptmannschaft macht bekannt, daß die Nr. 81, 83 und 90 des hier erscheinenden Abeiter organs, des" Sächsischen Wochenblatt", auf Grund des Sozialistengesetes verboten worden find. Die in diesen Num mern auf den Umsturz der bestehenden Staats- und Gesell schaftsordnung" gerichtete Tätigkeit besteht darin, daß in den felben Artikel aus anderen Beitungen, die bis heute un. beanstandet erschienen sind, abgedruckt wur den, darunter ein Artitel ber Franff. 8tg" über das Sozialistengeset. Die feiner Beit von Herrn von Gneist vertretene Theorie: es fommt nicht darauf an, was man brudt, sondern wer es druckt, hat hier wieder zum es schon von früher, er hatte die Lokalität studirt und das ganze Ensemble gefiel ihm; in solcher Dunkelheit war auch ein neugieriger Blick nicht gefährlich. Wenn ich jetzt schon so ängstlich bin, wie wird's erst dann werden, wenn ich die That wirklich begehen sollte?" dachte er unwillkürlich beim Emporsteigen bis zum vierten Stoc. Hier vertraten ihm verabschiedete Soldaten und Laftträger, welche Möbel aus hinaustrugen, den Weg. Er wußte schon von früher, daß Jahre trat der Reichstag am 25. November zusammen; diesjährige Termin wird um einige Tage früher fallen die Bereitstellung des Reichshaushaltes durch den Bund Irath früher als im vorigen Jahre zu erwarten ist. Die öffnung des Landtags ist für den legten verfassungsmäßig läfftgen Termin, d. h. für den 15. oder 16. Januar in Aus Auf die genauen Gewinn- und Verlustziffern bürgerlichen Parteien aus den Landtagswahlen wird man einige Tage zu warten haben. Sie find aber auch nur untergeordneter Bedeutung, da man weiß, daß wesentliche genommen. Staatsanwa Flett. D Mobles un änderungen im Befisstande nicht vorgekommen find, fond nur belanglose Korrekturen. So sehr die nationalliberale Bal Sie schon da waren, fagte die Alte, ohne indeß ihre frage den Blicke von seinem Gesicht abzuwenden. jezt bin ich wieder da, fuhr Nastolaifow - Nun also einem ähnlichen Geschäftchen fort Geric Sombor en flamb befind Lambjäger sgedehnt Lichen Befeh bieroon pfli Berr Br Ilu ber aus der Tu Studfeite e fablern. Th geftern war Id etwas verwirrt und über das Mißtrauen der Alten ve Vielleicht ist es so ihre Art, dachte er, und ich bulben G einer Wohnung merkte es früher nur nicht; war aber doch unangenehm wundert. berührt. Die Alte schien mich gebul Da bertaufe. nachzusinnen, trat dann etwa b bedingt nothwendig... Kleinigkeiten, Kleinigkeiten sind oft sieht also jetzt aus, mithin ist im vierten Stock, auf dieser zur Seite und sagte, auf die Thür des Wohnzimmer die Hauptsache!... Diese Kleinigkeiten verderben in der Regel alles. Treppe, eine Beitlang nur die Wohnung Das ist günstig.. auf jeden Fall. die Klingel an der Wohnung der Alten. der Alten befeßt. dachte er und zog Die Glode tönte zeigend: Treten Sie ein, Väterchen. Die kleine Stube, in welche der junge Mann jetzt ein Swanowna 23 Du meiner An ich Ihnen Ge Schritte es waren; von seinem Hausthor an gerechnet gerade schwach, als ob sie aus Blech sei. Er hatte den Klang trat, hatte gelbe Tapeten; am Fenster waren Geranien n neu fü Er hatte nicht weit zu gehen, er wußte sogar, wieviel Siebenhundertdreißig. Als er einst in Gedanken dahin ging, dieser Glocke schon vergessen, jest war es ihm, als ob er ihn an etwas erinnere öffnete sich die Thür, aber nur eine schmale Spalte weit. Die Bewohnerin betrachtete durch diese Spalte den An aut zu merken. Es war nichts besonderes vorhanden. Di bem ie wieber An Shnen bas hatte er sie gezählt. Damals glaubte er selbst noch nicht seine Nerven waren sehr empfindlich geworden. Bald darauf fuhr es ihm durch den Kopf und er warf einen flüchtigen Blick durchs Zimmer, um sich dessen Einrichtung mögli omme bo Monat später, fing er an, die Sache schon anders aufzus tömmling mit offenbarem Mißtrauen, nur ihre funkelnden Möbel aus gelblichem Holze waren sehr alt, ein Divan mi feine eigene Kraftlosigkeit und Unentschlossenheit, gewöhnte dem Treppenabsatz viele Menschen sah, so beruhigte sie sich Divan, eine Toilette mit Spiegel zwischen den Fenstern, Stübl Augen waren in der Dunkelheit sichtbar. Da fie aber auf großer, gebogener hölzerner Lehne, ein ovaler Tisch vor d an seine Phantasiegebilde, er erhitzte sich blos an ihrer un geheuerlichen und verführerischen Frechheit. Jetzt aber, einen faffen, und ungeachtet aller selbstquälerischen Monologe über er sich nach und nach daran, die ungeheuerlichen" Phan tastegebilde als Möglichkeiten zu betrachten, obschon er sich selbst noch nicht ganz traute. Diesmal war er sogar im Begriff, eine Probe seines Unternehmens zu versuchen, und mit jedem Schritt, den er that, steigerte sich seine Aufund öffnete die Thür ganz. Der junge Mann trat in ein dunkles Vorzio mer, das durch einen Bretterverschlag, hinter stand schweigend vor ihm und sah ihn fragend an. Es war finden. An aunt. 08 rid. De B er im B. er tein los beshal Geben Die 2 Ginter ben an den Wänden und ein paar billige Bilder in gelben Rahme - das war die ganze Einrichtung. In der Ede, vor einem dem sich eine kleine Küche befand, abgetheilt war. Die Alte fleinen Heiligenbilde, brannte das Lämpchen. Alles wa sehr reinlich, Möbel und Diele waren wie gewicht, alle eine fleine, bürre Alte von etwa sechzig Jahren, mit scharfen, glänzte, Das ist Lisawetas Geschäft", dachte der jung boshaften Aeuglein, fleiner, spiger Nase, in bloßem Kopfe. Mann. In der ganzen Wohnung war fein Stäubchen ,, Bei boshaften, alten Wittmen pflegt immer folde ein kolossales Haus, dessen eine Seite dem Kanal, die andere Um ihren dünnen, langen Hals hatte sie einen Flanelllappen Reinlichkeit zu herrschen," fuhr Raskolnikow in Gebant Kleine Wohnungen und war von allerlei unbedeutenden zerlumpte und vergilbte Pelzjacke. Die Alte frächzte und welche in die zweite, fleinere Stube führte, in welcher Dieses Haus hatte lauter gewickelt und über den Schultern hing, trotz der Hiße, eine fort und schielte nach dem Rattunvorhang vor der Th Unter den hustete beständig. Der junge Mann mochte sie wohl beson- das Bett und die Kommode der Alten befanden; bort hatte regung. Unter Herzbeklemmungen und Nervenzittern fam er an der straße zugewandt war. Handwerkern und dergleichen Leuten bewohnt. Unter den beiden Thorwegen und auf den Höfen schlüpften beständig Herein und Hinausgehende an einander vorüber. Drei oder vier Haustnechte waren zur Aufsicht vorhanden; der junge Mann freute sich, keinem von ihnen begegnet zu sein, und er schlüpfte unbemerkt, den Thorweg paffirend, rechts auf eine Treppe. Sie war dunkel und schmal, er wußte Die hellblonden, wenig ergrauten Haare waren stark geölt. bers aufmerksam betrachtet haben, denn in ihren Augen zeigte sich wieder das frühere Mißtrauen. Ich bin Raskolnikom, Student, war vor einem Monat bei Ihnen, sagte der junge Mann, sich leicht verneigend. Ja wohl, Väterchen, ich erinnere mich sehr wohl, daß fid er noch nie hineingeblickt. Die ganze Wohnung beftand mur aus diesen zwei Stuben. Stube tretend und sich ihm gerade gegenüberstellend, um ihm -Was wünschen Sie? fragte die Alte troden, in bi direkt in die Augen zu blicken. Ich habe da ein Pfand gebracht!- Er nahm と So * Ba Verleger den gegen b die davon profitit, jubeln mag, ist sie doch nicht die eigentliche| Siegerin, sondern die Regierung, der fich bei fiuger Tattit die Dinge so trefflich gefügt haben, daß fie für die nächsten fünf -3 geschriebe Jahre weder von der Oppofitton ihrer Gegner, noch von der artei, gefpall Fronde ihrer Betreuen etwas zu fürchten braucht. ficb zur Freud ift d f. Die The be Publikum ausdrücklich aufforderte, nicht blos den Gerichtssaal, sondern das Gerichtsgebäude überhaupt zu räumen. So fonnte nun unter dem Schuß schußfertiger Büchsen und unter den Argusaugen der Späher die Verhandlung ungestört vor fich gehen. Dieselbe nahm den ganzen Tag in Anspruch. Das nach 5 Uhr Abends verkündete Urtheil lautete auf 2 Jahre Buchthaus, abzüglich 6 Monate für die erlittene 10 monatliche Untersuchungshaft. Etter war, wie wir hinzufügen wollen, derjenige, welcher dem Lodspitel Schröder in Zürich die viel besprochene Kiste Dynamit zur Aufbewahrung übergeben hat. Der Lockspitel geht frei aus, Mangels eines auf seinen Fall anwendbaren schweizerischen Dynamitgefeßes. Wie's gemacht wird. Durch die Preffe ging die Nach richt, die auch wir übernommen hatten, daß ein von dem Petroleumtönig Nobel in Baku dem Kaiser von Rußland zu Ehren gegebenes Frühstück 41 000 Rubel und der bei dieser Gelegenheit der Kaiferin überreichte Bouquethalter 17 000 Rubel loftete. Im Intereffe des Sicherheitsdienstes während der Anwesenheit des Kaifers soll der gesammte Betrieb der Naphtha werte in Batu geftodt haben und der Petroleumindustrie ein Was die Polizei alles glaubt. Wir hatten bereits Endlich furz gemeldet, daß ein Geheimbundsprozeß in Augsburg zur Ende gem Freisprechung des Angeklagten geführt hat. Jetzt werden nun Bartei bel die näheren Einzelheiten der Berhandlung belannt, die im hohen N tionalitäten Grade interessant find, weil sie zeigen, was der Polizei von lität ihre thren Vertrauensmännern" alles aufgebunden wird, und daß Die neue den fauſtdiden Lügen dieser Lumpen Glauben schenken. ochenblatt, Hier der Bericht: Augsburg. Der als Radtreiber in einer en die foji hiefigen Buchdruckerei beschäftigte Johann Jädle war bei Barteitag ein einer Haussuchung im Befiz einer Anzahl verbotener Druck - Januar ta fchriften betroffen worden und daraufhin wegen Verbreitung des Sozialdemokrat" und wegen„ Geheimbündelei" angeklagt. In ngsgefeßes ladene Gähe der Hauptverhandlung am 19." Oftober gab er zu, den Sozial bemofrat" bezogen und verbreitet zu haben, stellte aber enten Redaktion schieden in Abrede, daß in Augsburg eine geheime Organisation ag ausgeht, bestehe. Als Belastungszeugen wurden zwei Polizeibeamte, Arbeiterstimm Rechtsrath Megger und Oberwachtmeister Ob ich vernommen. Wien, Shre Aussage, soweit fie allgemeine Dinge betraf, war im Genre die Nedal des Arteter'schen Leitfadens gehalten. Herr Megger des Bondeß verstand seine Zeugenaussage noch ganz besonders durch mach langer ifante, bis dahin unbekannt gebliebene Einzelheiten zu würzen. der öfter Dem fozialdemokratischen Parteitag in Bruggen bei St. Gallen", gte er aus,„ baben von Augsburg zwei Genoffen, nämlich der gswahlkr Schuhmacher Schäfer und der Weißgerber Scheller, letterer orten Rrobanter falschem Namen, angewohnt. Einige Wochen später refe. Attien! ft mit unge grünen Bäumle" hier vor Augsburger und Lechhauser Genoffen neten gemi über die Beschlüsse des Parteifongresses und besonders über folche, die im offiziellen Protokolle nicht aufgenommen wurden. 11 Ansbad entfielen. während Wir stellen elches fich bel 2975, Lad und Schönl Pflicht der Genossen, die Telegraphen zu ver nigten, die Beughäuser und Buchthäuser zu Schaden von ca. 1 Millionen erwachsen sein. Der Zweck dieser Nachricht leuchtet fett erst ein, wo mitgetheilt wird, daß ein Konsortium beabfichtige, die Aktien der russischen Naphtha Produktions- Gesellschaft Nobel an der Berliner Börse einzuführen. Damit dies unter besonders günftiger Stimmung geschehen kann, mußte die Zeitungsnotiz als Vorläufer dienen. 1 Millionen Verlust und trotzdem ein Frühstück für 41 000 und einen Bouquethalter für 17 000 Rubel! Da muß noch ein Geschäft zu machen sein. Also kauft NobelEin schönes Lied. Doch das Licht thut's nicht allein, Freudigkeit muß auch noch sein, Heute giebt es nicht nur Licht, Dividende" fehlet nicht!!" So heißt ein Lied, welches auf der Generalversammlung der Dortmunder Aktien gesellschaft für Gasbeleuchtung( laut der„ Dortm. 3tg.") im Gasthofe zum Römischen Kaiser" gesungen worden ist. Wir glauben wohl, daß den Aktionären bei ihrem opulenten Abend bemerkt die„ Dortm. 33" noch, daß man sich über die herzliche und fröhliche Gemüthlichkeit hinsichtlich der hohen Dividende" nicht verwundern könne! Wir verwundern uns auch nicht und öffnen, für jet set aber erneut und verstärkt für Verbreitung effen, in Hinsicht der hohen Dividende" recht wohl war. Auch der sozialistischen Drudschriften und für die Agitation einzu treten. Auf die Frage, warum in diesem Falle gegen den Bab damals Referenten Schäfer nicht eingeschritten worden sei, erklärte der Sta nen für An den Vertrauensmann, und weil demselben fragen nur, ob sie in ihrer Begeisterung ob der hohen Dividende auch dabei an die armen Arbeiter, an die Arbeitslosen und an ten intelleicht doch kein Glauben beigemessen wors die Wohnungsfrage gedacht haben? s" geg fervation e meisten te Vermut affers auf d te erklären in wäre, geschehen sei. Beuge Obich bestätigte die An seben feines Chefs. Die Straflammer sprach den Angeflagten lung fand in Braunschweig im„ Odeon" statt. Auf der wegen Theilnahme an einem " Geheimbund" frei und verur " Tagesordnung stand die Alters- und Invalidenversicherungsvor lage, über welche der Reichstagsabgeordnete Frohme in han nover referiren sollte. Der Saal war gedrängt voll. Die Ver theilte ihn wegen Verbreitung des Sozialdemokrat" zu drei Bochen Gefängniß. Gegen die vorstehend mitgetheilte unge heuerliche Beugenaussage des Rechtsrath Megger veröffentlichte fammlung wurde von Herrn Bigarrenmacher Hermann, als einen Herr Schäfer folgende Erklärung: Jch Unterzeichneter, der ich auf falldes em sozialdemokratischen Parteitag in Bruggen beigewohnt habe, Fin ichnen die o zend einen Berl. Tagebla Dem Gebrau nten laffen n" bleiben m tag beiwohnte, daß hierbei Beschlüffe des oben angeführten Inbalts gefaßt wurden, daß ich über jenen Parteitag in einer ge heimen Versammlung dahier referirt und solcher Beschlüsse, die in obigem Sinne gefaßt worden seien, Erwähnung gethan habe. Da es Individuen giebt, welche der Polizei solche Geschichten melden, ist glaublich, aber daß die Polizei es glaubt, ist bes Vorgang dauerlich. Augsburg, den 22. Oftober 1888. A. Schäfer, fagt, bie f gegen den nationallib ch die Sa en Reid Ernennung uwabl man auf ben bie nid t Schuhmachermeister. der Einberufer eröffnet. Zum ersten Vorsitzenden wurde der Maurer Lüttichau, zum zweiten der Maurer Nieke, zum Schrift führer der Buchdrucker Günther gewählt. Während diese bas Bureau einnehmen wollten, erklärte Herr Hermann, daß Herr Frohme behindert und ein anderer Referent bestellt sei, worauf fofort der überwachende Polizeibeamte die Versammlung auf Löfte. Leipzig. Am Dienstag wurde der legte der in dem Steinmez Geheimbundsprozeß Verurtheilten, H. Jakob, aus dem Gefängniß entlassen und da er seine Aus weisung aus Leipzig vor ca. 4 Wochen im Gefängniß erhalten hatte, mußte er bis Donnerstag Abend Leipzig verlassen haben. Am Mittwoch( Reformatione feft) batten die Steinmeßen eine Festlichkeit, nämlich das 25jährige Fahnenjubiläum. Steinmet Jakob war seitens der hiesigen Polizei aufgefordert worden, dieses Fest zu meiden, denn er würde für jede etwaige Demon stration verantwortlich gemacht werden. Da es mit den Gin belagertes Landgericht präsentirte fich, wie das en Anderen Schw. Wchbl." erzählt, in Stuttgart am 31. Dktober dem Sarmlofen Neugierigen, den sein Weg in die Ulrichstraße ge irt hatte, um der Verhandlung gegen den Schreiner Martin Citer von Gönningen beizuwohnen. Auf dem Korridor ein bes Dugend Landjäger, die Büchse schußfertig im Arm, das Sichen eine Schaar von Menschen, denen ihr geheimpolizei- Demonstrationen" so eine eigene Sache ist, weil man schon er 5. Sables Metier an den spähend jeden Antömmling musternden Augen abzulefen war. Im Gerichtssaal selbst und unmittelbar Dor Erscheinen des hohen Gerichtshofs wurde der Angeklagte beraumen, mischen set ebenfalls mit Büchsen bewaffneten Landjägern Neuerung ausur Stelle gebracht; von seinen Begleitern poftirte fich der eine = Sattler weg zur Seite, der andere hinter ihm, während die Lippen des ganz unbefangen dreinschauenden angeblichen Dynamiterichs ob rzu sein, besen Vorbereitungen, die ganz allein ihm und seiner Gemein = zu denfelefährlichkeit galten, ein leichtes Lächeln umspielte. Sofort nach Erledigung der üblichen Formalitäten erhob fich der Herr Im vorig ufammen; her fallen n ift. Die D Den Bund Tungsmäßig uar in Aus luftriffern wird man auch nut wefentliche find, fond lliberale Pa lebt hat, daß ,, Demonstrationen" mitunter gemacht" werden, so sagte fich Jalob, es ist beffer, du meidest deine Freunde, als daß du Anlaß zu ,, Demonftrationen" giebst. Und so ging er aus Leipzig, ohne seinen speziellen Freunden und Kollegen nach langer Abwesenheit ein Lebewohl gesagt zu haben. Alle seine Freunde mögen dies hiermit entgegen nehmen. Bum Bau des Nordostserkanals. Bekanntlich wird bie Unterbringung und Verpflegung der Arbeiter am NordOstseekanal durch eine besondere Baradenverwaltung bewirkt. Es find für die ganze Linie 4 Baradeninspektionen in Aussicht genommen, deren jeder ein höherer inattiver Offizier( Stabs Bobles und der Staatssicherheit Ausschluß der Deffent. offizier) vorsteht. Die Leitung und Beaufsichtigung in größeren Bleit. Das Publikum mußte den Saal räumen, um in geheimer Sigung Draußen auf dem Gerichtshof zu ermöglichen, Sombor entstand ein Konflikt zwischen einem der auf An fland befindlichen Landiäger und einigen Reportern, indem der Lambjäger den Ausschluß des Publikums auch auf den Korridor Ben Befehle passiven Widerstand entgegenseßten, machte er gebebnt wiffen wollte. Da die Betroffenen dem landjäger betoon pflichtschuldigft Melbung, was zur Folge hatte, daß Der Berr Bräfident demnächst bei Verkündung des auf Aus fluß der Deffentlichkeit ergangenen Gerichtsbeschlusses das aus der Tusche eine alte, flache, silberne Uhr, auf deren Südfeite ein Globus eingravirt war, die Rette war eß ihre frage eber da, stolaiłow Der Alten und ich forh Des be unangenehm bann Räblern. Bestern war der Termin! " Baradenlagern führen Militäranwärter, in den lleineren Hausväter, wozu zum Theil Brüder aus dem Rauben Hause" in Horn bei Hamburg ausersehen sind." So berichtet die W.- 3. -Es scheint darnach, als sollen Rafernenstyl und Muderei gemeinsam den Arbeitern in den Baracken das Hirn ver Kleistern. Oesterreich- Ungarn. Das Abgeordnetenhaus bat f. 3. dem Budgetausschuffe den Antrag Pernerstorfer zugewiesen, welcher die Vorlage der Protokolle der Kommission über die Zustände im Allge. meinen Krantenhause in Wien verlangt. Das Parla Aus Kunst und Leben. Amerikanische Wahrsagerinnen. Die Wahrsagerinnen Ameritas laffen fich in mehrere Klaffen eintheilen. In erster Linie find diejenigen in Betracht zu ziehen, welche zu den Aristokratinnen ihrer Klaffe gehören. Das find solche Frauen, Ihr früheres Pfand ist auch schon verfallen; vorgebulben Sie sich noch ein wenig. Ich zahle Ihnen die Zinsen für den nächsten Monat, die in eleganten Quartieren wohnen, nie anzeigen und nur hängt von meinem guten Willen ab, ob ich und Bekannten empfohlen worden find. Man muß es also mich gebulben werde oder ob ich ihr Pfand schon jetzt gewiffermaßen noch als ein Glüd ansehen, von einer dieser etwa laufe. Wohnzimme Das Swanowna? ein unb Rieviel leihen Sie mir auf die Uhr, Aljona") vornehmen" Weisſagerinnen eine beträchtliche Anzahl hier und Klaffe angehörigen Dame empfangen zu werden. Es giebt der fte sollen auch alle gute Geschäfte machen. Ihre Kunden find Börsenbarone, alte Damen und sonstige der begüterten meiner Ansicht nach ist sie nichts werth; für den Ring gab dem anderen Grund fich Raths bei ihnen erholen zu müssen Du kommst nur immer mit Dummheiten, Väterchen; Wingerheit angehörige Berfonen, die aus dem einen oder Nann jetzt Ihnen voriges Mal zwei Bettel**), der Juwelier verkauft glauben. Ist doch der Aberglaube nicht blos in den Geben Sie mir vier Rubel für die Uhr, ich werde ingerem Maße, in den sogenannten böchften Kreiſen verbreitet. Geranien ne schien hell fo leuchten tung mögli Die mit hn neu für anderthalb Rubel. untersten Boltsschichten, sondern auch, und in nicht viel geWer tennt nicht die Geschichte von Napoleon 1. und der„ be fie wieber einlöfen, sie ist noch von meinem Vater her. I rühmten" Lenormand, die ihm verschiedenes geweiffagt haben Einen flücht belomme balb Geld. ein Divanen das recht ist. rhanden. Tifch vor be enftern, Stühle gelben Rahme aunt. Anderthalb Rubel und die 3insen voraus, wenn Underthalb Rubel! rief der junge Mann er soll, was später angeblich auch eingetroffen ift! Die größten Staatsmänner, Feldherren und Gelehrten find oft die aber Beichen und Traumdeuter, gläubigften Personen gewesen. Wahrsagerinnen und Astrologen hat es stets gegeben und wird Wenn wir alle Lächerlichkeiten und Krähes wohl stets geben. Wie's beliebt! Und die Alte reichte ihm die Uhr winkeleien des antilen Aberglaubens durchgehen," sagt ein Schrift Ede, vor eineid. Der junge Mann nahm sie und war so ärgerlich, fteller, so sehen wir, daß antifer und moderner Vollsglaube gewicht, alle et teinen andern Ausweg habe und daß er auch nicht los deshalb hergekommen sei. Geben Sie her! sagte er grob. te der jung Stäubchen at immer fold in Gebant vor der Thi in ihrer Wesenheit übereinstimmen." Bur zweiten Klaffe tönnen wir diejenigen Wahr fagerinnen rechnen, die der ärmeren Klaffe die Bu verkünden funft und Rath in vielen Angelegenheiten begehen. aber feine unredlichen Handlungen ertheilen, aber leine Die Alte holte ihre Schlüssel aus der Tasche und ging Eigentlich müßte man, ftreng genommen, das Betreiben des hinter den Vorhang, in die andere Stube. in welcher fi ben; bort hatt ng beftand nur froden, in bi ellend, um ihm Er nahm ( Fortsetzung folgt.) Rorrumpitt für Helene. Banknote zu einem Rubel. Wabrfagegeschäftes an und für fich als eine unrebliche Hand lung bezeichnen; aber, da es in vielen Fällen harmlos ist und nur solche betrogen werden, die betrogen werden wollen, so läßt fich eben nicht ganz der verurtheilende Maßstab bei der Sache anlegen, zumal es vielen Personen ein Bedürfniß ist, fich etwas über ihre Bukunft vorgaufeln zu laffen, und da ihnen gewöhnlich nur Schönes und Angenehmes gefagt wird, so ist ihnen noch ein billiges Vergnügen bereitet worden, das man ihnen Eine Wahrsagerin hat es auch in der gerne gönnen mag. Macht, gutes zu stiften. Wenn fie den Unglüdlichen und Leicht gläubigen, denn folche sind es gewöhnlich nur, die fich an fie ment hat es aber abgelehnt, den Ausschuß zu beauftragen, mit möglichster Beschleunigung" Bericht zu erstatten. Wir haben Beit. Großbritannien. Die legte Verhandlung vor dem Ausschusse welcher die von den Times" gegen die Parnelliten erhobenen Anschuldigungen untersucht, bot nur wenig, was neu oder intereffant genannt werden fönnte. Die von den„ Time" als Belastungszeuge vorgeführten Polizeibeamten, welche als stenographische Berichterstatter der Regierung bei den von den Landliga in 1880 und 1881 veranstalteten Meetings fungirt hatten, wurden von dem Vertreter Parnell's einem längeren Kreuzperhör unterzogen. Der Oberkonstabler Jewin rämte auf Befragen ein, daß, soweit seine Erfahrung reiche, Ausschrei tungen in Jrland in dem Maße sich vermehrten, als die Bächteraustreibungen zunahmen. Beuge gab auch zu, daß die Geheimbunde, welche zu Ausschreitungen ermunterten, in Kerry, Clare, Galway und anderen Grafschaften, insbesondere die Führer derselben, Gegner der Landliga waren. Buweilen wurden Landliga Versammlungen durch Geheimbündler aufgelöst. Er tannte Führer der Landliga Bewegung, welche die Verübung von Ausschreitungen nach Kräften verhinderten. Der gefürchtetfte Geheimbund war der der Revolver Boys", welche die meisten Gewaltthaten verübten, in der Regel des Nachts. Zeugen befunden, er hätte niemals gehört, daß Ausschreitungen fabrizirt" wurden, um von don B hörden Schadloshaltung zu erlangen. Gleichwohl hätte es solche Fälle gegeben. Der zunächst verhörte Obertonstabler D'Malley machte ähnliche Zugeständnisse mit Bezug auf die Uebelſtände, welche die Wurzel des irischen Problems bilden. Schließlich wurde die Untersuchung bis zum nächsten Dienstag vertagt. " Eine Art von Nachspiel fand die Verhandlung in einer dem Justizpalast gegenüber gelegenen Taverne, wo zwet von den Times" vorgeladene Beugen aus Frland, Namens Joseph Kavanagh und Patrid Lane, mit einander in heftigen Streit geriethen, der damit endete, daß lettgenannter dem Kavanagh sein volles Glas an den Kopf warf, worauf letterer einen Revolver zog und auf seinen Landsmann abfeuerte, thn aber glücklicher Weise nicht traf. Ravanagh wurde verhaftet und wird heute dem Polizeirichter in Bowstreet vorgeführt werden. Der radikale Abgeordnete Labouchere sagte in seiner vorgestern in Hull gehaltenen Rede, es würde be wiesen werden, daß die Parnell unterschobenen Briefe Fälschungen feten. Rußland. Sechszig Köche und hundert Lataien haben den Baren auf seiner Reise durch den Kautasus begleitet. So erzählt der Petersburger Korrespondent der„ Times", welcher gleichzeitig mit dem ruffischen Kaiser den Kautasus bereiste. Bet der Benutzung der großen Militärstraße nach Tiflis hatte der felbe große Mühe, den Köchen und Lalaten, welche 100 Poft pferde und 20 Wagen und Omnibusse brauchten, zuvorzu tommen. Balkan länder. Milan eröffnete den Verfassungsausschuß. Auf Antrag des Königs wurde faft einstimmig beschlossen, nicht die gegen wärtige Verfassung zu revidiren, sondern eine ganz neue auszuarbeiten. Ein Subkomitee von neun Mitgliedern( drei Mitglieder aus jeder Partei), wurde gewählt, deffen Sigungen der König zeitweise selbst präsidiren wird, im anderen Falle präfidiren die Vizepräsidenten des Ausschusses. Die Sigungen des Subkomitees finden im Magistratssaale, die Plenarsizungen im Ronat statt. Literarisches. Im Verlag von M. Ernst, München, Senefelder straße 4, ist eine Broschüre über die Verhandlungen des legten Münchener Geheimbunds- Prozesses erschienen, welche eine ause führliche und gewiffenhafte Darstellung dieses denkwürdigen Prozesses enthält, die wir allen unseren Lesern zur Anschaffung bestens empfehlen. Der Titel der Broschüre ist:„ Der erste Nichtgentleman auf dem Beugenstande. Bericht über den Münchener Geheimbunds. Prozeß am 26. und 27. Oftober 1888 vor dem Landgericht München I. Briefkasten der Redaktion. Bei Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Brieflide Antwort wird nicht ertheilt. C. Br. Der Furthum ist doch zu unwesentlich, als daß er berichtigt zu werden brauchte. Wir wollen Ihnen aber den Gefallen thun und an dieser Stelle mittheilen, daß es in dem Bericht über die legte Versammlung des Fachvereins der Rohr leger an einer Stelle nicht heißen muß im weiteren Verlauf des Abends", sondern im weiteren Verlauf der Sizung". Der Fachverein hat nämlich am Vormittag getagt, und bei der Kors rektur des Berichtes ist der Ferthum entstanden. wenden, einen vernünftigen Rath giebt, so hat sie die ihr bezahlte Gebühr redlich verdient. Wie viele thun es aber? Dienstmäd chen, Fabrikmädchen und Arbeiter, deren Scharffinn gerade nicht sehr start ausgebildet ist, gehören zu den besten Kunden Der zweiten Klaffe. Wie leichtgläubig und wie schnell zu befriedigen diese Runden find, beweist das Folgende: Mit demselben Schiff, auf welchem ich herüberkam, langte auch ein deutscher Hand werker an, dem es eine Zeit lang sehr schlecht ging, weil er feine Arbeit finden konnte. Ein Jahr nach ihrer Ankunft traf ich ihn in New York wieder, er fab aber ganz verändert aus in Kleidung und Haltung, die darauf hinzudeuten schienen, daß es thm woblergehen müffe. Nach gegenseitiger Begrüßung gab ich meiner Freude Ausdruck, daß er allem Anscheine nach eine gute Beschäftigung gefunden habe. Sch nicht, aber meine Frau," fagte er etwas verschmigt lächelnd. Dann erzählte er mir, wie fehr lange fte zu kämpfen gehabt hätten, bis fte eines Tages umzogen und in ein Haus tamen, das einer Wahrsagerin gehörte. Dort babe seine Frau die Erfahrung gemacht, wie wenig dazu nöthig sei, um eine Bauberin zu werden. Menschentenntniß mit etwas Humbug gemischt", hatte ihr die Etwas Hausbefizerin im Vertrauen gesagt, das übrige ergebe sich von selbst. Und das übrige ergab sich auch von selbst. Die Frau des Handwerkers lauschte ihrer Lehrmeisterin ab, wie die Karten zu deuten, etablirte fich dann bald darauf als eine der Frauen, die unter einem Firstern, mit dem fiebenfachen Schleier oder einem zweiten Geficht geboren worden sind und machte solche Iutrative Geschäfte, daß ihr Gatte fich den Lurus erlauben fonnte, als ihr Geschäftsführer faullenzend in der Stadt zu lustwandeln. Bur dritten und legten Klaffe der Wahrsagerinnen find die jenigen zu rechnen, welche nur das Wahrsagen als Deckmantel für it r verbrecherisches oder unmoralisches Treiben betrachten. Diese Klaffe benügt das ihr entgegengebrachte Vertrauen zu Gelderpreffungen oder anderen selbstischen Zweden. Sobald fte ein Opfer erlangt bat, fucht fie es auf die bestmöglichste Weise auszubeuten und läßt es nicht eher los, als bis fte gewiß ist, daß nichts mehr bei ihm zu holen ist. Manche geben fich nur als Wahrsagerin nen aus, um Männer in ihr Verließ zu locken. Andere be nüßen es als Aushängeschild für Ruppler- und ähnliche Dienste. Ueber das Treiben dieser Klaffe liefern die Polizei Annalen einen Nachweis, obgleich vieles unter den Augen der Polizei paffirt, was fie nicht des Eintragens weth findet, welches aber doch hübschen Stoff für eine Kriminalnovelle abgäbe. Theater. Dienstag, den 6. November. Opernhaus. Carmen. hauspielhaus. Geschlossen. Wallner- Cheater. Madame Bonivard. Bor ber: Der dritte Ropf. Keffing- Theater. Ein Falliffement. Beutsches Theater. Die beiden Leonoren. Friedrich- Wilhelmstädtisches Die Bringeffin von Trapezunt. Theater. Bendent- Theater. Antoinette Rigaud. Hierauf: Das Blaubuch. Bolks- Theater. Dorf und Stadt. Bellealliance- Theater. Die schöne Sara. nightädtisches Theater. Kean, oder: Leidenschaft und Genie. Kentral- Cheater. Die Schmetterlinge. Viktoria- Theater Die Kinder des Kapitän Grand. Adolf Graft- Theater. Die drei Grazien. Baufmann's Variété. ftellung. Concordia- Theater. ftellung. Spezialitäten- Bor Spezialitäten VorTheater her Reichshallen: Spezialitäten Horftellung. Berliner Theater. Dienstag, den 6. November: Der Königelieutenant. Dramatisches Beitbild aus Goethe's Jugend in 4 Alten von R. Guglow. ( Friedrich Haase.) Anfang 7 Uhr. Mittwoch, d. 7. November: Die Brant von Messina. Ein Trauerspiel in 4 Alten von Fr. v. Schiller. ( Clara Biegler.) Anfang 7 Uhr. Donnerstag, den 8. November: Der Probepfeil. Luftspiel in 4 Atten von Dstar Blumenthal. ( Friedrich Haafe.) Anfang 7 Uhr. American- Theater. Direttion A. Reiff. Wallnertheaterstrasse Nr. 15. Dienstag, den 6. November: Bum 60. Male: Die Weisheit Salomonsky's. Berl. Lokalpoffen- Bantomime von N. Anger. Debüt des vortrefflichen Salon- Humoristen Herrn Emil Neumann, genannt Eliemchen". Auftreten des urtomischen Bendir in seiner neuesten Glanznummer als Stuben. bohner Franz Auftreten des Instrumentalisten Herrn Krüger und des Mimikers Herrn Rivoli Anfang 6 Uhr. Entree 50 Bf., Billets vorher im Invalidendant" und Bormittags von 11 bis 1 Uhr an der Theaterkaffe. Cirkus G. Schumann. Friebrich Karl- Ufer. Eigene Fabrikation von Damen- Mänteln Warwar& Leiser, Rosenthalerstrasse Nr. 1617, empfehlen zur Herbst- u. Winter- Saison: 765 Regenmäntel in größter Auswahl in anschließend und halb anschließend, von 10 M. an, bis zu den feinsten Qualitäten. 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Der Einberufer: Nr. 2 Paul Brake, Wafferthorstraße 37. Verband deutscher Mechaniker fel. Sm und verwandter Berufsgenossen. ( Bahlstelle Berlin.) Mittwoch, den 7. November, Abends 8 bei Lammer's Rommandantenstr. 71/72: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Huber über und neue Welt". 2. Distuffton. 3. Verschieben 4. Fragelaften. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitgliede Um recht zahlreichen Besucht bittet 1153] Der Vorstand Versammlung der Miether des Norden Berlins Schönhauser Allee 156/157, Deutsches Boltstheat Vertrag des Herrn Grothman Aufnahme neuer Mitglieder. Gäfte willfon 1135 Ural bes Men nach ferr Alterthum Fall bu lung elli man in Graphen. AIS Geschwin mußte fid Strom hi in jeber Wie der erste Jalischem nun bal triebes b bangigle in die E Scheinen. Erde to Strom f Leitungs fach aus Draht mi Holirende Guttaper Der Vorsta material. 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Drud und Verlag von Mar Sabing in Berlin SW., Beuthstraße 2. Sier eine Beilag lichst to So verjer e ng fsgen 6 83 te Jalos erung der c.) cht. Belleben cafe 37. Beilage zum Berliner Voltsblatt. Nr. 261. 600 Elektrische Kabelleitungen. Uralt schon, wie Verkehr und Handel, ist das Streben be Menschen, wichtige Nachrichten mit möglichster Schnelle nach fernen Ländern gelangen zu laffen. Schon aus grauem Alterthum berichtet die Eage, daß die kunde von Troja's fall durch Signalfeuer nach Griechenland gesandt worden aniker fet. Im tömifchen Reiche dienten Feuerfignale zur Übermitt Men. lung elliger Nachrichten. Im vorigen Jahrhundert aber hatte man in Frankreich bereits ein ausgedehntes Net optischer TeleGraphen. 8 71/72: g. über al fchieden Mitglieder rftand J Berlins oltathesis man illlom Borfta [ 1106 e!! Roff e! ranim .158. ark berzeug 25 f Breite, Dandlung parterne 1% ng! 288 Berlin .. 93 Uwaard ts. 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Unsicherheit des Be triebes der oberirdischen Leitungen, leichte Zerstörbarkeit, Abhängigkeit von Wetter und Feuchtigkeit ließen unterirdische, in die Erbe versenkte Telegraphenleitungen wünschenswerth er scheinen. Ein einfaches Verlegen der Leitungsdrähte in die Erbe lonnte dazu natürlich nicht nüßen, da der elektrische Strom fich alsdann nicht die Mühe machen würde, durch den Leitungsbraht nach der Endstation zu laufen, sondern fich ein fach aus dem Drahte in die Erde verlöre. Es muß also der undurchdringlichen, Holirenden Hülle umgeben werden. Die Entdeckung der Buttapercha, 1846; gewährte ein ausgezeichnetes Isolationsmaterial. Schon 1848 begann daher Preußen mit dem Bau unter irdischer Telegraphenleitungen. 1850 war bereits ein ausge bebntes Netz im Betriebe und 1852 bereits sämmtliche Leitungen nbrauchbar geworden! Die ungeschüßte Guttapercha erwies fich gegen Luft und Waffer als nicht genügend widerstandsfähig and außerdem fanden ste Mäuse, Ratten und andere Nagethiere recht ichmadhaft. Man mußte also die unterirdischen Leitungen aufgeben und mit dem Errichten der Telegraphenstangen beginnen. Erft feit 1875 find in Deutschland- hauptsächlich zu militärischen Sweden wieder unterirdische Rabelleitungen gelegt worden. Jest aber besteht das deutsche Telegraphenlabel aus einem ganzen Bündel- gewöhnlich 7- Leitungen, deren jede wieder aus 7 Kupferdrähten zusammengeflochten und mit Doppelter Buttaperchaschicht umgeben ist. Das ganze Leitungsbündel ist nochmals mit theergetränitem Hanf umhüllt und burch schraubenförmig barum gewickelte Eisendrähte geschütt, die besonders bei Flußübergängen sehr statt genommen werden. Diefe Telegraphentabel baben sich ausgezeichnet bewährt. Sie werden in Chauffeen, Eisenbahndämmen 2c., in der Tiefe von 0,5 Meter eingefentt. Um diefelbe Zeit aber, als Preußen mit seinen unterirdischen Telegraphenleitungen solche schlechten Erfahrungen machte, ver Juchten anderwärts die Elektrotechniker gerade, das erste Kabel unter dem Meere zu legen. 3wischen Dover und Calais be abfichtigte Brett durch eine Leitung Frankreich und England zu verbinden. Man legte 1850 einen mit Guttapercha umhüllten Kupfer draht in der Länge von über fünf geographischen Meilen durch ben Kanal. Am ersten Tage gelang es, durch ihn zu telegra phiren. Aber schon am nächsten Tage blieben die Telegramme mis: an den Felsen des Meeresgrundes hatte fich die Guttas perchabülle abgescheuert. Erst am 25. September 1851 wurde ein hrhundert im Betriebe. Dienstag, den 6. November 1888. Meer, nachdem die Rabellegung soweit fortgeschritten ist, daß die dem Meere anvertrauten Leitungen am besten geschüßt, am fichersten gelagert find. Jest verbinden nicht nur zahlreiche Leitungen England und Frankreich mit Nordamerika, sondern eine weitere Leitung geht von Europa nach Südamerika( Pernambuco in Brafilien); längs der Westküste Europas und Afrila gehen Leitungen nach Capstadt, an der Dstlüfte Amerilas bis nach Brafilien her unter u. f. w. Indien ist mit England sogar durch drei Leis tungen verbunden, von denen die eine durch das bengalische, perfische, rothe, mittelländische Meer geht, eine andere, den Rüften Chinas entlang, Anschluß findet an den russischen Ueber landfelegraphen, der Sibirien der Länge nach durchkreuzt. Selbst bis Australien und nach Neuseeland spannen fich die Telegraphen tabel und bald giebt es teine weltverlorne Insel im Dzean mehr, nach welcher der elektrische Funke nicht die Botschaft bringt von den Siegen der Kultur und Zivilisation. Als Kuriosum wollen wir noch erwähnen, daß vor einigen Jahren sogar die russische Regierung ein Telegraphenfabel durch das laspische Meer legte und daß fie zum Legen dieser kurzen Strecke gerade doppelt so viel Zeit brauchte, als man jest gewöhnlich zu einem transatlantischen Kabel braucht charakte ristisch für Rußlands Bustände. Lokales. In freireligiösen Vereinen hat eine Berfügung der Berliner Echuldeputation einiges Aufsehen erregt. Nach der selben dürfen die Klaffen biefiger Gemeindeschulen nicht mehr zum Unterricht der Kinder der freireligiösen Gemeinde benut werden. Die Geschichte dieser Verfügung ist für die Beurthei lung unserer Zeit lehrreich und dürfte die wettesten Kreise inter efftren. Im Sommer dieses Jahres flagte nämlich der Stöder'iche Reichsbote" in seiner gewöhnlichen denunziatori schen Weise die Berliner Gemeindebehörden an, daß fie Schul tlaffen für die freireligiöse Gemeinde hergäben. Einige Bei tungen entgegneten auf diese Angriffe und vertheidigten die Berliner Behörden. Nach einiger Beit erhielt der zeitige Jugendlehrer der freireligiösen Gemeinde eine Aufforderung von der Schuldeputation, nach welcher das Minifterium der geistlichen Angelegenheiten, durch Zeitungsnachrichten aufmerksam geworden, von der städtischen Schuldeputation verlangte, Erfundigungen anzustellen, ob der Lehrer den Unterrichts Erlaubnißschein habe, und sollte derselbe noch Auskunft über Verschiedenes geben. Der Lehrer, der im Befiz eines vorzüglichen Beugniffes der Berliner Behörde ist, antwortete barauf nicht. Der Vorstand der freireligiösen Gemeinde aber theilte anfeiner Statt der Schuldeputation mit, daß ebenso wenig wie irgend ein Pfarrer einen Erlaubnißschein von der Schuldepu tation brauche, um die Kinder in irgend einer Religion zu unterrichten, auch nie ein solcher von einem Jugendlehrer der freireligiösen Gemeinde verlangt worden sei; es hätten eben verschiedene Mitglieder der Gemeinde, die dazu geeignet waren und das Vertrauen der Gemeinde hatten, den Unterricht der Rinder in der Sittenlehre im Sinne und den Anschauungen der Eltern geführt. Dieses Schreiben blieb unbeantwortet, aber am 27. v. M. erhielt der Vorfigende der freireligiösen Gemeinde eine Verfügung der Schuldeputation, worach die Benutzung der städtischen Schulen nur noch bis zum 31. Oktober gestattet sei. Dem Rufer im neuen Streit, dem ,, Reichsboten", mußte endlich doch ein Opfer gebracht werben, und da es nicht aut mehr angeht, ingen Opfer gebracht werden, und da es nicht aut mehr angeht, irgend einen Gottesleugner zu verbrennen, so griff man zu dem modernen Mittel der Ausweisung; die Kinder der freireligiösen Gemeinde, ca. 200, mußten innerhalb vier Tagen die Klaffen der Gemeinde schulen, die fte 15 Jahre lang benugt haben, plöglich räumen, England und Frankreich versenkt. Es war dies das erste ge lungene Unterseetabel und war daffelbe noch nach einem Biertel haltung der Schulen, sondern auch für die Kirchen Anders Bald darauf wurde nun England mit Frland, Holland 2c., bunden, burch bas Mittelmeer geitungen gelegt und so Guror hische Berbindung gefest. allen feinen größeren Inseln und Nachbarländern in telegra 1856 gründete Cyrus Field eine Aktiengesellschaft, um Amerita Dies ermuthigte zu weiteren, großartigeren Unternehmungen. mit Europa telegraphisch zu verbinden. Vermessungen des bie tas Kabel verientt werden mußte. Reeresgrundes ergaben Tiefen von über einer halben Meile, in Am 7. August 1857 begann die Legung des ersten trans allantischen Rabels von Jrland aus. Daffelbe bestand auß leben zusammengeflochtenen Rupferdrähten, die mit einer dreis Da #ab รวม 5. Jahre. anderen Würdenträgern zusammen, Schüler" oder Leute, die auf Avanzement oder sonstige Vortheile hoffen, find thres Wintes gewärtig; andere Blätter und deren Redakteure haben das Intereffe, fich mit der Autorität und deren Anhang gut zu stellen. Alles schließt trefflich zum Ringe zusammen. Mit lauten Posaunenstößen wird der Beliebte gelobt und das Echo funftvoll verbreitet, und ebenso laut und tunstgemäß wird der Migliebige heruntertrompetet. Mündliche Unterredungen, In triguen, Drohungen und dergleichen helfen nach Alles wohl eingehüllt im Mantel der Wissenschaft, be gleitet von Achselzucken und Bedauern und begründet auf einzelne Fehler und Schwächen. Das wird gewerbs natürlich mäßig Jahre lang fortgefeßt, möglichst viele abfällige Aeußerungen werden hervorgerufen oder herbeigewünscht und eifrig veröffentlicht, während jedes Lob und jede Vertheidigung abgewiesen oder in einer Weise angenommen wird, daß der Dieser ist Geschädigte froh sein darf, wenn fie unterbleibt. mithin ziemlich mundtodt, faft wehrlos gemacht. Als Fachmann befigt er fein Publikum, wie der Künstler und Literat, bet dem er Berufung einlegen tönnte, seine wenigen Leser und Benußer find zugleich seine Richter, und davon verspürt schwerlich jemand Und von deren Luft, fich mit der Autorität zu überwerfen. Rohheit und Gewiffenlosigkeit macht sich nur der einen Begriff, welcher fie tennen gelernt hat. Es scheint fast, je elender das Fach, um so fleinlicher und erbärmlicher die Menschen. Fällt etn Straßenräuber einen anderen an, so ereilt ihn das Straf gericht, in der Wissenschaft gilt Todtschlägerei als harmlose Nebenbeschäftigung. Talente ersten Rauges, aber dabei em pfindliche Naturen, wie Gutschmidt und Jakob Burd barot, find leicht geneigt, fich durch das Unwesen vom Beröffentlichen überhaupt abschrecken au laffen, und darunter leidet die ganze Wissenschaft. Es bleibt nur: Freude an der Arbeit und Verachtung der Menschen." Wie fleinlich, brot neidisch, gehäfftig die deutschen Gelehrten find, dafür find zahl. lose Beispiele vorhanden. Mit welchen Waffen der Kampf gegen den Gegner geführt wird, hat man in dem Streit Gerhard Bergmann contra Madenzie zur Genüge erfahren. Wenn fich nun die Mandarinen deutscher Wissenschaft gegenseitig so an ben Böpfen sieben, daß ein Kollege fogar fich nicht nur darüber entrüftet, sondern dieser Entrüftung öffentlich Ausdrud verleiht, so beweist das, wie weit unser gelahrtes Chinesenthum bereits gelommen ist. Darum ist es gnt, daß ein deutscher Profeffor feinen Mitprofefforen solch eine derbe Standrede hält. Und wir hielten es für unsere Pflicht, die Leser eines Arbeiterblattes mit dieser Strafpredigt bekannt zu machen. Das Programm nebst Baufkigge für die neue städtische Frrenanstalt bei Lichtenberg, für welche etwa 400 Morgen von der Stadt angelauft find, ist der Stadtverordneten Bersammlung bereits im Juni d. J. vorgelegt worden. Mit Rücksicht auf den mit 5,800 000 m. abschließenden Kostenanschlag setzte die Versammlung zur Vorberathung dieser Angelegenheit einen Auss schuß ein, welcher unter dem Vorfige des Stadtverordneten Geb. Raths Spinola über dieselbe in zwei Sigungen eingehend be rathen hat. Die Anstalt soll zur Aufnahme von 1000 Jrren, mit Ausschluß von epileptischen Kranten, für welche in Rigdorf eine besondere Anstalt erbaut werden wird, dienen und einem ärztlichen Direktor unterstellt werden. Dies Programm wurde vom Ausschuß im allgemeinen, jedoch mit Ausnahme des einen Punktes, wonach die brei Hauptabtheilungen der Jrren, nämlich die ruhigen und Rekonvaleszenten, die Aufnahme und Beobach tungsstation und die Stechen, nach den Geschlechtern getrennt, in drei verschiedenen zweistödigen, also in sechs Gebäuden, unters gebracht werden sollen, angenommen. Ueber die Frage, ob die Gebäude nicht dreistödig( Erdgeschoß und zwei Treppen) gebaut werden könnten, entstand eine längere Distuffton. Die Ver trosdem die Eltern berselben so gut wie unsere in tonfeffionellen treter des Magistrats hielten an der Anficht fejl, baß nach ben Kirchen stehenden Mitbürger ihre Steuern nicht nur zur Er gläubiger beitragen müffen. Im Jahre 1845-1849 zablte bie Stadt Berlin der freien Gemeinde jährlich 1000 Thaler und gab ihr die Klosterkirche zur Mitbenugung. Der zweite Bürger meiſter Naunyn fammelte in der gleichen Beit für die Gemeinde 3000 Thaler und heute verwehrt man den Kindern der frei religiösen Gemeinde die Benugung von zwei Schulllaffen und warum? Weil die Eltern nicht beucheln mögen, weil sie den Muth haben, ihr Bekennen ihrer Erkenntniß unterzuordnen. Ein wahres Wort. Ein deutscher Universitätsprofeffor, der Historiker Julius von Pflugt Harttung, fällt ein vernichtendes Urtheil über die deutsche Gelehrtenzunft in einem Artikel: Geschichtsforschung und Geschichtsschreibung", veröffentlicht in der Münchener Allgem. Beitung", dem Profefforenblatt ersten " Er neuesten Erfahrungen die drei verschiedenen Krankheitsformen in verschiedenen Gebäuden unterzubringen seien, da es schwer möglich sei, die Beobachtungsstation mit der Station für Rubige und Retonvaleszenten, und die Station für Steche mit der legteren zu vermischen, ohne fortwährende gegenseitige Störungen und Beunruhigungen hervorzurufen, wodurch der Heilungsprozeß wesentlich beeinträchtigt würde, ganz abgesehen davon, daß durch die Erbauung dreifiödiger Gebäude die Ver waltung fich vertheuern und dadurch die Ersparniß an den Baukosten aufgewogen werden würde. Die große Mehrheit des Ausschusses glaubte jedoch mit Rücksicht auf die von dem Stadtbaurath Blankenstein bezifferte Ersparniß von über 300 000 m. barauf bestehen zu sollen, daß die sechs zweistödigen Gebäude für die Unterbringung der Frren in vier dreistöckige Gebäude zusammengezogen werden. Die Mehrheit glaubte annehmen zu können, daß es der Verwaltung bei einigem Entgegentommen wohl gelingen würde, die brei verschiedenen Krankheitsformen auch in zwei Gebäuden von einander zu trennen. fachen Buttapercalage und außerdem noch mit theergetränkter Ranges. Pflugt Harttung spricht zwar fpesiell nur von der Jute isolirt und durch achtzehn fiebenligige Eisendrähte geschüßt historischen Reitit, aber was er sagt, paßt auf die in der ganzen waren. Nach vier Tagen waren hundert Meilen versenkt Merriß das Kabel und versant in eine Tiefe von einer halben schreibt: Die tiefen Schattenfelten des wissenschaftlichen Deuts Melle. Man hatte nicht mehr genug Kabel, um von neuem be ginnen zu lönnen, und lehrte daher nach England zurüd. Aber Im folgenden Jahre schon wurde von Amerika aus mit der Legung eines neuen Rabels begonnen. Nachdem dasselbe zweigonnen war, wurde das Ende des Kabels endlich am 5. August Unwissenheit, Leidenschaft, Streberei, Leichtfertigkeit, Freund daß zwischen den Organen der Verwaltung und der Rechtspflege gelungen. 1858 an der trischen Küste gelandet; das Unternehmen schien Über schon nach wenigen Wochen begannen die Telegramme ambeutlich zu werden und Ende Oktober versagte die Leitung gang; die folitung war ungenügend gewesen für diese unge heure, im Meer versentte Strede. schen: der Mangel an Achtung vor fremden Talenten, vor Leistung und Anficht des Nebenmenschen, oft gepaart mit be wußter Kliquenmache und unbewußter Verehrung" der Autorität und eigenen Person, haben fich hier traurig, selbst bis zur Borber aber hatte es der englischen Regierung noch einen Aroßen Dienst geleistet, ihr eine Million Franken erspart. Wegen des indischen Aufstandes waren nämlich die tanadischen Truppen zurüdberufen worden. Als sich nun aber die Ver hältniffe in Indien günstiger geftalteten, ermöglichte das Kabel nicht meistens, weiß fich der Rezensent im Voraus darüber flar. es der englischen Regierung, die Einschiffungsordre noch recht zeitig zu widerrufen und so die bedeutenden Transportkosten zu erfparen. Run folgt eine lange Bauſe in den Versuchen der telegra phischen Berbindung Europas mit Amerika, hervorgerufen durch bie finanziellen Schwierigkeiten, die sich dem in Migkredit ge tommenen Unternehmen entgegenstellten. Erst 1865 wurde ein neues, ähnliches, aber fefter gestaltetes Rabel angelegt, zerrik jedoch wieder mitten im Dzean und versant! und Feindschaft." Nach dieser treffenden Einleitung lanzelt der Herr Profeffor seine biederen Kollegen folgender maßen ab:„ Die Rezensenten zerfallen in zwei Haupts gruppen: in gewerbsmäßige Kritiker, die alles beurtheilen, was ihnen in die Hände geräth, und in Gelegenheitskritiker. welche ein persönlicher oder sachlicher Anlaß zur Besprechung führt. Diese leisten bisweilen Gutes, ja Bedeutendes, doch es steht zurück vor der Maffe und dem Beeinflußten. Weil sich an fedem Buche tadeln und loben läßt, so kann man mit Leichtig teit die eine oder die andere Seite hervorkehren. Oft, wenn Ist der Autor sein Freund oder einflußreicher Mann, so be spricht er ihn womöglich gut; schlecht, wenn er fein Gegner oder wiffenschaftlicher Konturrent; gut mit Beimischung, wenn er ihm unbekannt; gleichgiltig, wenn er nicht gerade Kopfweh hat. Manche Besprechungen werden baar bezahlt, fie tönnen vom Buchhändler oder Autor berrühren, wovon lettere Art als Selbstanzeige so manches für fich hat, sobald fie fachlich bleibt, wie fie z. B. des öfteren von Wais gehandhabt wurde. Die gewiffenlose Leichtfertigkeit geht so weit, daß Bücher und zwar als die Einleitung, ja vielleicht die nicht einmal gelesen hat. Und folches Unwesen findet bisweilen Rückhalt bei den Herausgebern von Rezenftonsblättern, muß es finden, denn fie gebrauchen zum bes ftimmten Tage maffenhaft Manuskript. Erweitern Noth und Gewohn jenes zu allen anderen Verwendungen wegen seiner Ungeheuers zwischen England und Amerika. Auf dem Rüdwege fischte es noch das abgeriffene Ende des Kabels von 1865 auf und voll. Leitungen mit Europa verbunden war. Endlich im folgenden Jahre vollendete der Great Eastern, sehr, sehr viele besprochen werden, ohne daß der Rezensent mehr endete dies gleichfalls, so daß Amerika sogleich durch zwei heit das Herz des Herausgebers bei ihm gleichgiltigen Werken, so verbunden. Speute find alle Kulturländer der Erde telegraphisch miteinander Dies war die Legung des ersten großen Unterseelabels. lichst wenig Lettung dem Meere überantworten zu müssen, Hatte man damals die kürzeste Strede gewählt, um mögfo verfentt man jest fiets möglichst viel Telegrapğenlabel ins hat er die Besprechungen ihn angehender schon dadurch ziemlich in Händen, daß er fie an gewiffe Mitarbeiter vertheilt. Er und seine Freunde bilden mithin eine Macht, weshalb auch jebe Autorität" bestrebt ist, ein Blatt zur Verfügung zu be tommen. Vermittelst deffelben ist fte im Stande, für und wider Stimmung zu erwecken, alles unter dem Scheine der Wissen schaft. Durch Akademien und gemeinsame Werke hängt fie mit " Die Bahl der beim Betriebe der Pferdebahnen Verunglückten ist, nach der Voff. Stg.", erheblich größer, als man im Allgemeinen annimmt. So find allein bei der Großen Berliner Pferdebahn im Jahre 1887 992 Personen von Unfällen betroffen worden, darunter 43 schwere und tödtliche ein großer bat fich berausgeftett, Meinungsverschiedenheiten in Betreff der rechtlichen Natur der Pferdeelſenbahnen bestehen. Die Frage, ob Pferdebahnen im Sinne des Haftpflichtgesetzes vom 7. Juni 1871 als Dampfeisenbahnen zu betrachten seien, ist selbst von den obersten Gerichtshöfen verschieden beantwortet worden. Das frühere Reichs Oberhandelsgericht und das Reichsgericht haben sich dahin ausgesprochen, daß die Betriebsunternehmer von Pferdes bahnen derselben Haftpflicht wie die von Lokomotivbahnen unterliegen, also ebenfalls für den bei ihrem Betriebe durch die Tödtung oder förperliche Verlegung eines Menschen entstan benen Schaben einzuftehen haben, sofern sie nicht beweisen, daß der Unfall durch höhere Gewalt oder durch eigenes Ver fbulden des Betödteten oder Verletzten verursacht ist. Gleichwohl treffen die unteren Gerichte, insbesondere beim Vorhandensein besonderer, den Unfall begleitender Umstände, nicht selten abweichende Entscheidungen. Ein weiterer Mißftand ist der, daß in Preußen nur für die dem Eisenbahngefeße vom 3. November 1838 unterstellten Eisenbahnen eine einheitliche und den besonderen Bedürfnissen ders selben entsprechende Gefeßgebung besteht. Die Pferdeeisenbahnen unterliegen nach§ 37 der Gewerbeordnung der Regelung durch die Ortspolizeibehörde und nicht, wie die Dampfeisenbahnen, den Bestimmungen des§ 6 der Gewerbeordnung und dem Gefeße vom 3. November 1838, wonach die Handhabung der Bahnpolizei nach dem darüber vom Handelsminister zu erlaffenden Reglement der Gesellschaft zu übertragen ist. Endlich ist von verschiedenen Seiten getadelt worden, daß die Bestimmungen der§§ 315 und 316 des Strafgefeßbuches auf die Gefährdung des Transportes auf Pferdeeisenbahnen feine Anwendung finden ( Entscheidung des Reichsgerichts vom 19. Mai 1885), wogegen der ursprüngliche Entwurf der Novelle zum Strafgesetzbuch vom 26. Februar 1876 auch für die Pferdebahnen eine diesbezügliche Strafbestimmung enthielt. Um nun allen diesen Uebelständen abzuhelfen, liegt es schon seit einiger Zeit in der Abficht der Staatsregierung, die Verhältnisse des gesammten Straßenbahn wesens einer allgemeinen Regelung im Wege der Gesetzgebung entgegen zu führen. Zwischen den betheiligten Refforts haben bereits Verhandlungen stattgefunden und es dürften die vorbe reitenden Arbeiten in Bälde zum Abschluß fommen. | des Defteren diese Hiße unangenehm bemerkbar macht, zumal in jenen glühend heißen Winden, welche man in Stalten unter der Bezeichnung Sirocco", in der Schweiz als Föhn" kennt und fürchtet; aber der allgemeine Nugen überwiegt doch bei weitem die Nachtheile, welche hin und wieder entstehen. Ferner saugt die Sahara den Ueberschuß an Feuchtigkeit hinweg, welcher in Europa vorhanden ist. Wir tönnen darnach etwa ermeffen, wie viel Regen wir in diesem fönnen darnach etwa ermeffen, wie viel Regen wir in diesem eben verstrichenen Sommer noch hätten hinnehmen müssen, wenn nicht im Süden ein so mächtiger Abnehmer dafür vorhanden wäre. Leider steht die Eristenz dieser beiden großen Defen Europas, des Golfftromes sowohl als auch der Sahara, feines wegs so außer Frage, wie es für uns und unsere Nachkommen, wenn auch erst in man weiß nicht wievielter Linie, wünschens werth erscheint. Der Golfftrom fann seinen Lauf ganz aut eines Tages ändern, wie es denn feststeht, daß er bereits früher andere Bahnen gewandelt ist und eben in jüngster Beit eine wenn auch noch unwesentliche Abweichung von seiner bisherigen zeigt. Die Sahara aber will eine Spekulation, deren Konse quenzen weder politisch noch wissenschaftlich zu ermessen find, bekanntlich in ein Meer verwandeln. Damit würde auch Europa seinen großen Ofen im Süden einbüßen und zu einem wesentlich tälteren Klima verurtheilt werden. Für eine Redaktion giebt es nichts Unangenehmeres, als während der Redaktionszeit durch unnöthige oder über Be Darf ausgedehnte Besuche belästigt zu werden. Da heißt es: Der läuft uns unnüß über den Hals, wirft die Pepiere durch " tungen der Windrose hierher, das feifte Federvieh nicht Logis und u rechnet, welches allein von der nächsten Umgebung auf den Birthin, weld des Berliners geliefert wird. In den Markthallen find daß es fich n Gänse geradezu aufgeftapelt, fogar der Höler im Keller biel gelegt hatten, dieselben neben seinem Brüntram zum Verkauf aus ein wieder fein al weis, wie beliebt der Braten und wie groß die Nachfrage ba berfelbe bis nach in ganz Berlin ift. Dumm wie eine Sans" daß des ganzen T Ein gli das Sprichwort, in welchem fich getreulich die Ansicht spiege welche wir im Allgemeinen von diesem Vogel haben. Nid in Befiz sein bestoweniger existiren Fälle, aus welchen genau das Gegenth gefohlen wor hervorgeht. In unserer Familie," erzählt ein gewissenhafte in Lichtenberg Beobachter des Thierlebens, gab es eine Gans, deren obfuhrwert vor Schnabelhälfte bedeutend nach links gebogen war. Info Schriftsmäßige Dieser Abnormität lonnte das Thier die auf den Hof an, um den ftreuten Körner nicht aufpiden. Die Frauen des Haus Ramen, der insbesondere ein zwölfjähriges Mädchen, ließen daher der an dem 2 Gans während der Fütterung regelmäßig aus der Schürze free atung erklä Die Folgen dieser außergewöhnlichen Behandlung offenbart gar nicht!" fich denn auch bald genug auf ebensolche Weise. Der Bolichtem Ber hielt fich nämlich viel weniger zur Heerde, um so mehr aber fürstenwalde ben Hausbewohnern. Diese Anhänglichkeit nahm schlich führer folle einen so hohen Grab an, daß die Gans völlig zum Haus bureau fahrer wurde und die Menschen sogar begleiten wollte, wenn fie diesem und gingen." Bu einem Braten dürfte fie fich allerdings wen noch ein Frie geeignet haben; denn bekanntlich werden die Gänse, welcheng des Mag ihrem zarten Fleisch und der schön knusprig gebratenen dem Li bei Tisch unserm Gaumen so trefflich munden, einem gan ann im G stimmten Fütterungsprozeß unterzogen. In einem bunlaß er den Menge Brot Raum gehalten, der faum hinreicht, daß sie sich bewegen, martistraße i den fte, genudelt". Dies Verfahren besteht darin, daß ihnen eine teigige Maffe, selbst wenn fie dieselbe nicht frnst Schürt wollen, in den Schnabel stopft. Diese Fütterungsmethode Frage des B übrigens so graufam, daß der Thierschutzverein wiederholt giderte er diefelbe Stellung genommen hat, da es nicht selten fommen ist, daß die armen Gänse bei dem Eszwang, fie unterworfen wurden, plößlich erstickt find. nok gens international und graffirt jenseits des Ozeans so gut wie gens international und graffirt jenseits des Ozeans so gut wie in Europa: nur darf man in Amerika es wagen, fich unnöthige Besuche in überaus deutlicher Sprache vom Libe zu halten, bei Europens übertünchter Höflichkeit" geht das nicht allemal an. So fand sich eines Tages an der Spige des„ Little Rod- Blade" So fand sich eines Tages an der Spise des Little Rod Blade" ( Arkansas) folgende Warnung:„ Wir möchten Samuel Dickinson anrathen, uns nicht zu häufig in unserem Sanftum zu behelligen, sonst tönnten seine Schienbeine die Bekanntschaft mit unseren Stiefelfohlen machen." Der in Pueblo( Süd- Colorado) erschei nende Pueblo Chieftain" hat in seinem Bureau auf dem Schreibs tische der Redaktion einen Todtenschädel mit folgender englischer Unterschrift stehen: Dieser Mensch vagabundirte in diesem Santtum, stahl die Tauschblätter, molestitte den Leiter dieses Blattes au ungelegener Beit und suchte ihn durch Tabate qualm zu erstiden. Seine Kinnbaden wurden ihm zwar zurecht gefeßt, aber leider viel zu spät. Pilger in diesem irdischen Jammer thale, hüte dich!" Der gemüthliche Reimspruch des deutschen Granada Banners", ben wir jeden empfehlen möchten, lautet: " Spar' Dir unnüße Worte, stiehl uns feine Beit, so bleiben wir ohne Aerger und heil dein Kleid!" Der Redakteur des in Trinidad balb in englischer, halb in spanischer Sprache erschei. nenden Blattes, Diario" schrieb an seine Hausthür: Mensch, bist Du im Bweifel, ob Du hier eintreten darfft oder nicht, so überlaffe Dich Deinem Bweifel und gebe weiter!" Draftisch ist enrich bie Ueberschrift an einem Revaltionslolal in Waterloo, Jowa: Verbotener Eingang. Wer hereinkommt, wird hinaus geschmissen!"- Praktische Leute das! " дог weld Laube Felnem Low Mann mach fchon mehr und alle glü eines Fuhrm Beftoblene, 7 Uhr von Der Berliner Der Habicht, welcher vom Thurme der Jerufalemer Ribat er aber aus seine Raubzüge unternommen und fich aus ben schaaren der Umgegend täglich seine Beute holte, die er und auf der publico zerpflückt und verzehrt hat, ist endlich von Schicksal ereilt worden. Von einem in der Nähe der Kir legenen photographischen Atelier aus hat ihn gestern ein mann durch einen wohlgezielten Schuß vom Leben zum bracht. Der gefiederte Räuber llafterte über einen Meter 250 Dollars Belohnung find ausgesezt auf mittelung von William Higbey auch Rugby Foster, Anfangs Ottober auf gefälschte Pfandbriefverschreibung Produktenbörse in New York 190 000 Dollars gezahlt hat. Die Tödtungsversuche mittelt des elektrischen Stromes haben in lester Beit mehrfach von fich reden gemacht und es war ganz natürlich, daß man bei diesen Versuchen zu nächst an die Tödtung der Schlachtthiere dachte. Die selbst in ben größten Schlachtanstalten gebräuchliche Art der Tödtung hat für den zufällig Anwesenden noch immer recht viel Abstoßendes und die Betäubung großer Schlachtthiere durch Schläge auf den Kopf vor der Blutentziehung ist ein schwieriges Verfahren, das eine fichere und träftige Fauft erfordert und auch dann für die Anwesenden nicht ohne Aufregung bleibt und, wenn diese durch längere Gewohnheit überwunden ist, jedenfalls die Empfindung nicht veredelt. Wenn trozdem die Schlachtung noch immer in dieser äußerlich gewaltsamen Art vorgenommen wird, so liegt dies wesentlich daran, daß die Versuche. Thiere mittelst Elet trizität zu tödten, nicht sehr erfolgreich gewesen find. Das elektrische Verfahren ist nämlich darauf gerichtet, einen so träftigen Strom durch Gehirn und Rückenmark des Thieres zu leiten, daß eine sofortige Lähmung dieser wichtigen Bentralorgane aller Lebensfunktionen und damit der Tod des Thieres eintritt. Es ist eine Eigenthümlichkeit der Elektrizität, daß ein Strom in mäßiger Stärke angewendet die Lebensfunktionen in Den durchströmten Organen fördert, ja sogar vorhandene Läheinander und raucht uns die Bude voll." Das Leiden ist übri mungen hebt, während ein zu starker Strom die gegentheiligen Wirkungen und namentlich Lähmungen erzeugt. Bei den an Schlachtthieren angestellten Versuchen zeigten fich nun große Schwierigkeiten bei der ungefähren Abschägung der Stromstärke. Während der Strom bei gleicher Stärte einige Thiere sofort tödtete, waren andere Thiere derselben Gattung nur betäubt und tehrten allmälig wieder zum Leben zurüd. Dieser Mangel, der beim Schlachten weniger erheblich ist, weil hier schon eine Betäubung genügt, würde ja nun wohl durch die Anwendung genügend starker Ströme gehoben werden fönnen, allein die Hinleitung des Stromes nach den verschie benen Schlachträumen eines großen Etablissements und mehr noch die nicht ganz einfache Manipulation und Vorbereitung zur Einleitung des elektrischen Stromes in das Sentralnerven fystem des thierischen Körpers verursachten bisher so viele Um ständlichkeiten, daß man lieber an der alten Schlachtmethode festhielt. Um die Einleitung des Stromes zu bewirken, hat man nämlich bisher das Verfahren angewendet und ein einfacheres und befferes ist noch nicht gefunden worden, dem zu tödten den Thiere ein durchnäßtes Tuch auf das Rückgrat zu legen, in welches der eine Bol der elektrischen Kette eingeleitet wird, und um den Kopf einen eisernen Reifen anzubringen, welcher den andern Pol der Rette aufnimmt, während Gehirn und Rückenmart, die zwischen den beiden Leitungsdrähten liegen, das verbindende und schließende Glied darstellen und von dem Strome, sobald die Kette geschloffen ist, durchlaufen werden. Man fann fich aber vorstellen, daß diese Prozedur, die auch einigermaßen forgfältig vorgenommen werden muß, wenn fte wirksam sein soll, selbst für den größten Ochsen nicht ganz be haglich ist und daß man mit Recht befürchtet und auch praktisch die Erfahrung gemacht hat, daß das liebe Rindvieh fich diese Dinge nicht so ruhig gefallen läßt. Aber gemacht war doch nun einmal diese schöne Erfindung und man wollte fte nun auch praktisch verwerthen. Hatten auch die Ochsen gegen ihre elettri sche Beförderung ins Jenseits mit Erfolg protestirt, so sollte es doch dem sprühenden Götterfunken Elektrizität nicht erspart bleiben. neben feiner ruhmvollen Arbeit im Dienste ber Kultur und Geftttung zum Dienste der Unkultur einem Henteramte herangezogen und der Unfitte, zu zu werden. Jm Staate New- York wurde beschlossen, die Hin richtungen vom Jahre 1889 ab mittelst Elektrizität vorzunehmen. Die zum Tode verurtheilten Verbrecher sollen dann nicht mehr durch Erhängen, sondern durch einen elektrischen Schlag ge hu töptet werden. Sonderbare Humanität, die sich um die bu manste Art der Tödtung von Verbrechern streitet! Vor einigen Jahren erörterten die Franzosen nach standalösen Vorfällen bei einer öffentlichen Hinrichtung die Frage der Verbrechertödtung und es wurde unter anderen der Vorschlag gemacht, den Vers brecher zum Genuffe eines Löffels Blausäure zu nöthigen. Man hat nicht gehört, daß diese geniale Joee weiter verfolgt worden wäre. Nun haben die Amerikaner in dem großen Wettrennen auf dem Gebiete der Menschlichkeit geftegt- fite werden thre zum Tobe Verurtheilten todt elektrifiren! Fürwahr, die amerikanischen Menschenfreunde werden ein wonniges Behagen empfinden, wenn ihnen die Beitungen die erfte neue Hinrichtungsprozedur ausführlich schildern, wie der Verbrecher in naffe Kleider gesteckt, ihm der Eisenring auf den Kopf gedrückt wurde und er mit so und so vielen natürlich möglichst genau gezählten- Budun Budun gen seinen Geist aufgab. Nur was ein richtiges Rindvieh ist, qualifizirt fich noch nicht für dieses Tödtungsverfahren. Ja, ja, man meilt doch gleich, daß wir im Jahrhundert der Elektrizität leben! Reichskaffenfcheine( Nichtfaser) vom 11. Juni 1874, fowohl 3wanzig wie Fünf Markscheine, werden von den Reichs faffen nicht mehr in Bahlung genommen. Eine derartige Vers fügung ist bereits vor vier Jahren ergangen. Dennoch befinden fich immer noch Raffenscheine vorgedachter Art im Umlauf. Im allseitigen Interesse sei hiermit darauf hingewiesen, daß die tönigliche Staatsschuldenverwaltung zu Berlin( Oranienstr. 94/97) ben tostenfreien Umtausch solcher Scheine bis auf Weiteres noch bewerkstelliat. erhalles Hafe auf dem traf, daß ebst der La die Freude Ein Cafe Metro Don einem Nr. 7, überf erhebliche 31 Foster ist 49 Jahre alt, fast 6 Fuß groß, 190 W schwer, hat dunkle Gefichtsfarbe, volles Geficht, gerade bunkelbraunes, in der Mitte gescheiteltes, am Hinterkopf befanden hinter den Ohren etwas gelocktes Haar und dunklen Sch bart; Bart und Kopfbaar find etwas grau melirt, ände Finger auf den Außenflächen mit Haaren bewachsen. Stimme ift tief, dabei wohlklingend, und geftitulirt er weiten Sch Der November bringt zahlreiche Sternschnuppen - nicht Sternschnupfen, wie eine äfthettiche Jungfrau höheren Semesters fich ausdrückte, denn mit Affeltionen der Athmungsorgane haben die Sterne nichts zu thun, und selbst wenn das Der Fall wäre, mürden fie fich so anständig schneuzen", daß nicht das ganze W Itall Zeuge wäre. nicht das ganze M Itall Beuge wäre. Bunächst haben wie in der Zeit vom 12. bis 14. November den Schwarm der„ Leoniden", so genannt, weil alle diese Sternschnuppen aus dem Sternbild bes Löwen, senkrecht unterhalb des großen Bären, zu kommen scheinen. Nachher, am 27. November, geräth unsere gute alte Mutter Erde dann in jenen Strom minimalfter Weltförper, beren scheinbarer Ausgang im Sternbilde der Andromeda liegt, das auch dem Laien bekannt ist durch seinen Nebel und den Umstand, daß in ihm vor einiger Zeit ein sogen. neuer Stern aufleuchtete. Der Verein der Terrarien- und Aquarien- Liebhaber hielt Freitag Abend im Tettenborn'schen Restaurant seine Sti Turk Sprechen. Die Kleidung, in welcher er zuletzt gefehen bestand aus einem grauen Tuchanzug und einem Stofful Unter dem erschwindelten Gelde befanden fich 6 Gold- Bertifi 4 auf 1000, 2 auf 500 Dollars lautend. Foster führte bel zwei gelbe Gladstone Taschen, eine mit Hänge die ande gewöhnlich m Schlof. Seine Photographie befindet sich be Kriminalpolizei. Schußmanne Ballnertheat Straße geführ Die Bergeler f Rirdbofe in gefüllt, mel gaben; der ftorbene ge Trauerrebe bie Bruft g Der Rinder. Siftir Sarl Moris chstraße In der Postdiebstahls- Angelegenheit werden amtlicher Seite folgende Mittheilungen gemacht: Das der beiden Boftbeutel ist bei dem hiesigen Stadtpoftamte festgestellt worden. Die ungefäumt nach dem Verbleibe genommenen Ermittelungen ließen leinen Zweifel darübe die Beutel nur durch einen in raffinirter Weise ausgeführ Diebstahl abhanden gekommen sein konnten. Die weitdem Bolize suchung lenkte den Verdacht der Postbehörde sehr bald auf einen fie einer to früheren, wegen Unterschlagung aus dem Postdienste Posthilfeboten Schröder. Es wurde ermittelt, daß entlaffenen Dieler fich Berbad Aogen, wob Nachdem fchreiten b nannten R nach Hamburg begeben hatte, zur Beit des Diebstahls aber Der Jolira dort abwesend gewesen war. Gleichzeitig gelang es ben efti momente beizubringen, welche auf die Spur des Mitthäl Bemühungen der hiefigen Kriminalpolizei, genügende bake führten und ebenfalls nach Hamburg wiesen. Es wurde fofort feitens der Postbehörde zur weiteren Berfolgung Arimi Thäter ein Poftinspettor nach Hamburg entsandt, dem ba fige Polizeip aftoium bereitwilligst einen bewährten beamten zur Unterstützung beigab. Durch die auf Anregun dritte Sigung ab. Den Vortrag des Abents hielt Herr Nitiche diesseitigen Beauftragten von der Polizeibehörde in Ham über die Einrichtung von Aquarien. Er verwies darauf, daß Aquarien möglichst direkt an das Fenster au stellen find, jeden falls muß das Licht von oben einfallen tönnen; die Himmels richtung ist für die Aufstellung nebensächlicher. Nothwendig ist eine möglichst große Oberfläche für den Luftzutritt. Runde Gläser find daher nur bis zur Höhe der größten Ausbuchtung zu füllen. Für große Aquarien find nur Spiegelscheiben, nicht Doppelglas rathjam. Springbrunnen find wünschenswerth, müffen aber mit dem Bederwaffer selbst gespeist werden. Als Bodengrund empfleblt fich vor allem reingewaschener Flußfand. Muscheln sind unpraktisch, weil sie den Schmutz aufnehmen. Die angeordneten energischen Maßnahmen gelang es, die Wo Ge der Thäter in Hamburg zu ermitteln und in derfelbe Hauptschuldigen Sch öder festzunehmen. Bei Schröder außer zwei Handkoffern, welche einen Theil der gefto Wertheffekten enthielten, auch ein Gepäckschein vorgefunden welchem hervorging, daß die Diebe einen Theil ihres bereits auf dem Benlo'er Bahnhofe abgegeben hatten diese Weise wurde nicht nur das Gepäck des Schröder, fo mit den beschlagnahmten Wertheffetten 2c. heute( Sonna Aufstellung von Felsen ist für gewiffe Thiere, wie die Olme, stellung der einzelnen Stüde werden dieselben den berech Kaffee- Trinken und Blindheit. Das Septemberbeft der North American Review bringt unter der Ueberschrift Kaffee Trinken und Blindheit" einen J. M. Holaday unter zeichneten Artikel, welcher auf die Gefahr aufmerksam macht, die ein starter, andauernder Kaffeegenuß für das Auge nach fich zieht. Holaday erzählt von fich felbst, daß er ursprünglich im Befit eines vorzüglichen Auges, bei häufigem Genuß von Raffee bemerkte, wie seine Sehlratt auffallend schwächer wurde. Er war bei seinem das Auge sehr anstrengenden Berufe in der Lage, zu konstatiren, daß schon eine einzige Taffe Kaffee eine zwar schmache, aber merkbare nachtheilige Wirkung auf sein Auge aus übte. Als er infolge deffen den Genuß des Kaffees einschränkte, gewann sein Auge die frühere Schärfe und Widerstandsfähigkeit auch gegen erhebliche Anstrengungen wieder. Holaday macht fich auf den Einwand gefaßt, daß es doch zahlreiche Personen gäbe, die regelmäßig Kaffee genießen, ohne fich irgend welcher nach theiligen Folgen für die Gesundheit bewußt zu sein. Er ent gegnet hierauf, daß der Schaden wie dies auch in anderen Fällen erwiesenermaßen geschieht und geschehen ist sich nicht immer schon in derselben Generation fühlbar macht und daß der gewohnheitsmäßige Genuß von Kaffee in Amerita erst wenig mehr als eine Generation zurüddatirt. In Deutschland haben die Raffeetrinker nun allerdings eine Reihe von Ahnen aufzu weisen und troßdem haben unsere Augenärzte teine parallelen Entdeckungen bisher gemacht. Daß die Kurzfichtigkeit zugenom men, steht wohl fest; dafür find aber andere Ursachen ziemlich nachweisbar, überdies soll hinsichtlich der Bahl der Brillenträger Spanien, das Land der Chokolade, mit Deutschland, dem Lande des Kaffees, erfolgreich fonfurriren. unerläßlich. An diese Ausführungen, die später fortgefeßt werden follen, schloß fich eine Diskuffion. Bum Schluß der Sigung er folgte die Vorrührung von Thieren und Pflanzen Im Inferatentheil eines Wiener Blattes finden wir ein höchft originelles Heirathsgesuch eines edlen Aftaten. Das felbe ist in franzöftcher Sprache abgefaßt und lautet zu Deutsch auch das feines Mitschuldigen erlangt. Der Poftinfpetto Hans Brödel, Schriften beit des S wurde er a Wartt fiftir allaffen. Beschlo Poliz alte Tochter Dem Stopfe toleumlam Des Rinde tounden erl Empfängern bezw. den Eigenthümern zugestellt werden. Verfolgung des Mitthäters, welcher nach dem Ergebni bisherigen Untersuchung noch bedeutende Werthe in Bin haben muß, wird auf das eifrigfte weiterbetrieben." Somet amtliche Darstellung, durch welche die noch gestern be in den Hamburger Blättern enthaltene Nachricht, folgendermaßen:„ Ein an einem europäischen Hofe aftreditirter zwel Diebe hinter Schloß und Riegel figen, widerlegt wi Diplomat aus einer vornehmen aflatischen Familie wünscht eine Europäerin mit höherer Bildung, ein junges Mädchen oder eine Wittwe, noch nicht dreißig Jahre alt, zu heirathen. Die Be treffende müßte gefund sein, schöne Hände und Bähne, schwarze Augen und Haare, sowie eine wohlgebildete Figur haben. Es ist nöthig, daß fie französisch und englisch geläufla spricht und schreibt. Ernstgemeinte Meldungen find an den Kolonel Alla harub, Kaiserhof Hotel in Berlin, zu richten. am 3. b. Reubau Fe war, fiel th ftein auf d Die Hamburger Berichte bringen mancherlei Einzelheiten die Angelegenheit und wollen bereits wiffen, was der angebli zweite Verhaftete Kruse Fritsche vor dem Untersuchungsri ausgesagt hat. Aber alle diese Berichte laffen unschwer Feder und die Phantafie des gewöhnlichen Beitungsrepor ertennen. erlitt. ST Brenzlauer erlitt bierb Derfelben feinem 2 in den M einem Ga Frember in wurden na bekannt, daß noch etwa die Hälfte der gestohlenen Werthgege Weiter wird gemeldet: Bum Berliner Poftraub wird me stände vermißt wird. In dem Koffer des vorläufig entwif Dieses gewagte Runststüdchen brachte vor einigen Mitschuldigen des Schröder, der nach Hamburger Bla Brünn heißen soll, haben sich nur 19 000 Dollars amerilanif Papiere vorgefunden. Der erste Verräther von Schröder ift de Mit seiner eigenen Schwiegermutter durchgebrannt. Tagen ein biefiger junger Ingenieur fertig. Seit ungefähr sechs Monaten war er mit der hübschen fiebzehnjährigen Tochter einer sehr gut fituirten Wittwe verlobt, und am Dienstag sollte das junge Paar vor den Standesbeamten treten. Aber: Bebüt' Dich Gott, es wär' so schön gewesen, behüt' Dich Gott, es hat nicht sollen sein." Am Montag Abend wandte sich der zärt liche Bräutigam mit der dringenden Bitte an seine Verlobte, hat. Hier hatten fte ein Zimmer gemiethet und in b den legten Abend nicht vorübergeben zu lassen, ohne noch einen äußersten Versuch zu machen, seine Eltern, die von der Verbin dung absolut nichts wiffen wollten, zu versöhnen. Gern machte fich die liebende Braut auf den Weg, und ihrem Flehen und Bitten war es denn auch wirklich gelungen, die Zürnenden zu Jum 4. b. beiter bilf Der Charit in el Mariannen Am 4. Solbat i wurde jeb Dem Garn mittags Frau bur Bierwagen 6 Jahre a bem auf einem Leer mittags mo Jahre alte berlief, vo fel und u Ueberfahre Beinen er Gothmann burch eine legt murd und Mar Feuerweh auffällig große Nase gewesen, welche einem Boftbeamten, bei dem bestohlenen Wagen zu thun hatt, aufgefallen war Imit dem Poftbeutel nach der Landsbergerstraße gefab mittelt it der Droichtenkutscher, welcher die beiden Thi felben den Raub getheilt, worauf fie wieder nach Hamb lich festgestellt ist, schon etwa dret Wochen vor Ausführung retften. Dort hatte Schröder, wie nach der ,, Samb. Ref." a Diebstahls mit Bünn, welcher fich für einen Mechaniler gab, Bei den Mühren gewohnt und fich ohne Arbeit umb perföhnen. Freudig bewegt trat fie den Heimweg an, um ihrem getrieben. Beide waren auf die Namen Meier und Neuma Beide thr Logis unter der Angabe, eine Anftellung Fabrik in Altona gefunden zu haben und zwar für Nacht Am 20. Abends lehrten die Beiden zurüd, während Schröder in einem Hotel am Schweinemarkt Logis nab ging Brünn in seine alte Wohnung. Bei den Mühren i er, daß die Nachtarbeit so sehr mühevolle unn schwere Arbeit sei, daß er diefelbew gegeben habe und nunmehr entschloffen sei, mit dem frübe nebmen. Er set in den verflossenen Tagen nicht in das zurückgekehrt, weil es ihm zu beschwerlich war, am Abend wie den weiten Weg nach Altona zu machen. Schröder Die natürliche Heizung Europas ist weit ansehn licher, als man im allgemeinen annimmt; ohne dieselbe follte es uns trop Stein und Breßtohle, trop Holz und Torf sehr schwer werden, den Winter in diesen Gegenden zu überdauern. Der Ursachen, welchen unser Erdtheil diese günstige Erwärmung au danten bat, giebt es vor allem zwei. Da ist zuerst der Golf firom, jene warme Wellenmaffe im Atlantischen Ozean, welche, aus den Aequatorialgegenden tommend, den westlichen Rünen ländern, welche er bespült, diejenige natürliche Heizung zu Theil werben läßt, infolge deren wir überhaupt nur den augenblic lichen Rulturzustand erreichen fonnten. Frankreich, Großbritannien, Deutschland, die standinavischen Reiche würden ohne die anhaltende Wärmezufuhr des Golfstromes Winter auf weisen, wie wir sie nicht einmal in den schlimmsten Ausnahmefällen bisher fennen gelernt haben. Ein nicht geringerer Hei zungsherd für unsern gesammten Erdtheil ist die Sahara, jene mächtige nordafrikanische Wüste, welche uns, wie der Golfftiom von Westen her, so vom Süden aus den nothwendis gen Wärmebedarf zuschickt. Es ist wahr, daß sich auch Verlobten die frohe Botschaft zu überbringen. Ach! Die Aermste ahnte nicht, welch' bitteres Geschickt ihrer harrte. Denn während fie bei seinen Eltern um den Segen flehte, war ihr Herzaller. liebster mit ihrer Mutter, einer noch sehr lebensluftigen, wohl Lonfervirten Dame, durchgebrannt. Auf dem Tische lag ein Rouvert mit der Summe von zehntausend Mark in Banknoten und ein mit Bleistift geschriebener Bettel, worin ihr der„ ge. treue" Bräutigam eröffnete, daß er sie nicht ehelichen fönne, weil er ohne seine Schwiegermutter nicht zu leben vermöge. Seiner Wirthin erzählte Log Wohin fich das zärtliche Päichen gewendet, hat bis jetzt noch Logistollegen Schröder eine Verschreibung nach London an nicht ermitt It werden können. Der Gänsebraten ist augenblicklich das Gericht, welches in den Tafelfreuden Berlins den Ausschlag giebt. Barze perleb Waggonladungen von Gänsen fommen täglich von allen Rich auch am 29. und 30. vielfach mit seinem Freunde Brünn in feim Male Un Im Raimond bereits al met un man Ba Dem Sti Aiden S eh nicht uf den en find Reller bi Logis und unterhielt fich mit ihm heimlich und lange. Die Birthin, welche nichts Auffälliges an Beiden bemerkte, glaubte, daß es fich nur um ihre Abreise, die sie auf den 2. d. M. feftgefest hatten, handle. Als Entschuldigung, daß Schröder nicht ein wieder sein altes Logis eingenommen habe, gab Brünn an, daß achfrage bederfelbe bis zur Abreise noch in Altona in der Fabrik während das des ganzen Tages und der Nacht verbleiben müsse. ficht fpieg Ein glücklicher Bufall bat einen Geschäftsmann wieder ben. Nid in Befis feines Fuhrwertes gefeßt, das ihm vor einigen Tagen Gegenth geftoblen worden war. Mittwoch Nacht fah der Gendarm Höhne ewiffenhafte in Lichtenberg auf der Frankfurter Chauffee ein zweispänniges Deren obfuhrwert von Berlin aus daher fommen, bei welchem die vorar. Info fdriftsmäßige Beleuchtung fehlte. Der Beamte hielt den Wagen den Hof an, um den Führer aufzuschreiben. Lepterer nannte einen des haueamen, der nicht mit dem Namen W. Tamm, Berpenschleuse" daher der an dem Wagen stand, übereinstimmte. Infolge diefer Beob chürze freffen achtung erklärte der Beamte:„ Der Wagen gehört Ihnen ja offenbat gar nicht!"" Det stimmt meinte der Führer in unver Der Bo falschtem Berliner Jargon " id soll' n och man blos nach mehr aber ürstenwalde fahren!" Da der Beamte nun verlangte, der m fchliebrer folle den Wagen umlehren und mit nach dem Amts. im Haust bureau fahren, widersetzte sich der Kutscher, es tam awischen penn fie diesem und dem Beamten zu einem Handgemenge. Da tam ings wen noch ein Friedrichsberger Einwohner des Weges, der die Fühe, welcheng des Wagens übernahm, worauf der Transport des Arreftanten atenen dem Lichtenberger Amtsgefängnisse gelang. Als fich der Als fich der nem ganj ann im Gefängniß befand, gestand er ohne weiteres ein, tem buna er den Wagen auf welchem sich nebenbei bemerkt eine Menge Brote und diverse Waaren befanden- auf der Holz marliftraße in Berlin gestohlen habe, und daß er, ein gewiffer nicht funft Schüride, in genannter Straße wohnhaft sei. Auf die smethode tage des Beamten, was er mit dem Wagen anfangen wollte, Derholt gwiderte er froden: Na id wollte wieder mal' n wilden Mann machen und den Wagen verkoofen!" felten Do ng, weld wegen, , daß fchon mehr Fuhrwerke gestohlen?" forschte der Beamte. Ja unb alle glüdlich verkloppt!" geftand der Dieb ein. Dadurch falemer at er aber den Verdacht wachgerufen, daß er auch der Dieb Den Tau eines Fuhrwerts ist, welches vor 4 Wochen in Berlin gestohlen die er con und auf der Tour nach Fürstenwalde verkauft worden ist. Der Don Felnem Der Stirde Meter auf ofter, und geistreicher geschildert wurden. Das Stüd entbehrte so ziemlich Alles, was man sonst von einem Schauspiele verlangt. Die Person, die den sogenannten tragischen Knoten hier schürzt, lommt man weiß nicht woher und fie geht man weiß nicht wohin. Das Stüd hat effettio feine Handlung, die man erzählen lönnte. Gespielt wurde recht wader, Herr Rosenberg hat, wenn wir recht gesehen haben, etwas Bäderbeine", er past daher eigentlich etwas schlecht zum General; Herr Brandt gab seine Lieutenantsrolle mit etwas zu viel Verve und Pathos, Herr von Horar befriedigte voll ftändig. Von den Damen zeichnete fich Fel. Bipser wieder durch the Mondscheinspiel aus, während Frl. Kronau etwas leichtere Töne hätte anschlagen können. Dem Schauspiel ging ein Einafter vorauf, eine dramatische Kleinigkeit mit einer spaßhaften, aber ganz unmöglichen bee. Sie wurde der Idee entsprechend recht munter gespielt. Die Ausstattung war namentlich in dem Echauspiel etwas schreiend. Gerichts- Beitung. Eine böse Bierreise legte der Arbeiter" Auguft Michaelis am 25. Oftober in einigen Stunden zurüd. Er hatte nämlich an diesem Tage eine längere Freiheitsstrafe in Plögen fee verbüßt und war um die Mittagszeit entlaffen worden. Bei feiner Entlassung wurde ihm eine Summe von 14 M. 25 Pf. ausgehändigt, die er während der Strafzeit verdient hatte. Die goldene Freiheit erschien ihm im Befige der süßen Last doppelt werthvoll, denn nun war es ihm möglich, fich endlich wieder einmal an einem guten Schlud des edlen Gerstensaftes zu laben, nachdem er seit Monaten nur schales Waffer hatte genießen können. Die gesuchte Kneipe war bald gefunden und Michaelis begann, fich in den Genuß des braunen Getränks gründlich zu vertiefen, und Genehmigung der Statuten verweigert worden, in welchen als 3wed angegeben war, neben der Treue zu Fürft und Vaterland auch Treue zu Kaiser und Reich zu pflegen; 9) daß einem Unterzeichner dieser Statuten, dem Steuerauffeher Lieppold, iegt in Altona, deshalb seine Stelle gekündigt worden ist; 10) daß bei der Einweihung des Greizer Kriegerdenkmals lein Geistlicher des Landes die Einweihung vornehmen durfte, fo daß ein Geistlicher aus Weimar berufen worden set, welcher nicht im Drnat erscheinen durfte; 11) daß der Fürst fich nicht bei der Begräbnißfeier des Kaisers Wilhelm 1. betheiligt habe; 12) daß er der einzige deutsche Fürst gewesen, welcher bet der Reichstagseröffnung durch Kaiser Wilhelm II. weder persönlich erschienen ist, noch einen Vertreter entfandt bat; 13) daß noch am 2. September 1888 bei der Enthüllung des Kaiser Wilhelm Denkmals in Greiz beide fürstlichen Schlösser sich vollständig schmucklos zeigten. Während der Staatsanwalt diese Anträge vollständig unerheblich erachtete, beantragte Rechts anwalt Dr. Joers, als vollständig einwandsfreien Beugen den Fürsten selbst über die qu. Thatsachen zu vers nehmen. Der Gerichtshof behielt sich einen Beschluß vor. Der Staatsanwalt beantragte das Schuldig, da sowohl der Ar titel wie das Epigramm zweifellos Beleidigungen des Fürften Reuß enthalte. Er beantragte je einen Monat Feftungshaft. Rechtsanwalt Dr. Joers verwies auf den ganz analogen Fall, welcher bei dem Landgericht in Halle verhandelt worden und mit Freisprechung endete. Die dortige Staatsanwaltschaft habe gegen das freisprechende Erkenntniß das Rechtsmittel der Revifton nicht ergriffen; um so mehr sei es zu verwundern, daß der Vertreter der hiesigen Staatsanwaltschaft in dem Falle ganz ben Standpunkt des Fürsten Reuß vertrete. Das Gericht zu Halle habe durchaus autreffend ausgesprochen, daß eine Herabwürdigung des Fürsten Reuß nicht vorliege, weil es ganz unzweifelhaft set, daß derselbe auf seinem Terrain von 6 Quadratmeilen als Bundes fürst durchaus souverän sei und es eine Beleidigung nicht dar ftelle, wenn ein solcher souveräner Herr nach eigenem Ermeffen Die Genehmigung eines Plages in seinem Ländchen zu Zweden eines Dentmals nicht ertheilt. Ebensowenig sei es beleidigend, wenn jemandem partikularistische Neigungen nachgesagt werden. Die Angeklagten haben die von der Köln. 3ta." mitgetheilten Thatsachen nach allem, was aus dem deutschen Vaterlande Reuß schon gemeldet worden, durchaus für wahr gehalten und fich dc Reich und den Kaiser Wilhelm schwer verlegt gefühlt. Was das Epigramm betrifft, so sei daffelbe zwar fatyrisch, aber durch aus nicht beleidigend und so empfehle fich in erster Reihe tie Freisprechung, event. aber das zulässige niedrigste Strafmaß. Denn in der That müfe man immer in erster Reihe davon aus gehen, daß der Fürst Neuß über sein Ländchen souveräner Herrscher sei, ja, die Konsequenz dieser absoluten Souveränetät innerhalb der Landesgrenzen gehe jogar so weit, daß der Fürſt, falls etwa Die Greizer Bürgerschaft wegen feiner Verdienste gesonnen wäre, thm bereits bet Leb zeiten ein Standbild zu errichten, selbst dieses, gleich viel aus welchen Gründen, durch ein bloßes Machtwort behin dern tönnte. Der Gerichtshof hielt eine weitere Beweiser hebung nicht für erforderlich, da er die qu. Artikel in der Form für beleidigend erachtete. Mit Nüdficht darauf, daß den angeklagten der Schuß des§ 193 zur Seite stehe und biefelben als reichstreue Männer durch das Gemeldete in Erregung ver segt sein dürften, verurtheilte der Gerichtshof jeden der dret Angeklagten zu 1 Monat Feftungshaft. zwar so gründlich, daß er sich mehr auf den Händen wie auf den Füßen vorwärts bewegte. Als die Sonne zur Neige ging, war er glüdlich bis nach Weißensee gekommen, wo er sich in den Laden des Posamentiers Specker begab, um fich, wie er sagte, ein Paar Tragbänder zu laufen. Als die im Laden anwesende Frau Speder die gewünschten Dinge vorlegte, zog sich 7 Uhr von der Straße gestohlen worden war und der die wilfe Michaelis zunächst den Rod aus und begann dann damit, fich per Telegraph traf, daß sein Fuhrwert angehalten worden sei. In diesem die Freude des Mannes läßt sich daher leicht erklären. n ein G der Berliner Polizei in Anspruch genommen hatte, saß gerade auch die Hosen abzuziehen, was die Frau veranlaßte, thren durch in threm Innern und in ihren Gefühlen gegen das Deutsche um Toxuf dem Molker marktt, als die Meldung ethal ung von 190 B abit gerade Entertopf fen. ulirt er Hote Stin beis efehen wu n Stofful lo- Bertil Cafe Metropole in der Alexanderstraße. Gin Huglücksfall ereignete fich gestern Mittag vor dem Don einem Wagen des Bierverlegers Arndt, Landsberger Allee Eine Dame wurde Straße geführt. fi befanden, schienen die Verlegungen der Berunglückten sehr Elen Schhebliche zu sein. Hände Shumannes nach ihrer nahegelegenen Wohnung in der Ballnertheaterstraße gebracht. Der Kutscher wurde durch einen zweiten Schußmann nach der Polizeiwache in der Holzmarkt Die Beerdigung des verunglückten Kutschers geler fand vorgestern Nachmittag 3 Uhr auf dem Eliſabeth gefült, welche der Leiche des Verunglückten bas legte Geleit gaben; der Berliner Landwehrverein, deffen Mitglied der Verftorbene gewesen, war fast vollzählig erschienen. Nach einer Trauerrede wurde der reich mit Blumen geschmückte Sarg in die Bruft gefentt. Der Verstorbene hinterläßt eine Frau und Die Dame wurde in Begleitung eines führte bel ie ander et fich werben Das oftamte Berbleibe Darüber ausgefib wetter Unters alb auf einen Der Rinder. Ehemann herbeizurufen. Dieser forderte nun den ungenirten folg, denn der Unbekannte machte in seinem trunkenen Bustande Miene, fich vollends zu entkleiden. Da weiteres Bureden nichts half, wurde der Betrunkene bis vor die Thüre geschleppt, wo er fich auf auf die Schwelle niederließ, um sich nun auch noch bie Stiefeln auszuziehen. Inzwischen waren der Gendarm Münchow und der Amisbiener Schwarz herbeigeholt worden und da Michaelis angab, im Drte zu wohnen, auch Straße und Nummer nannte, bemühten fich die beiden Beamten, ihn nach Der angegebenen Wohnung zu bringen. Vor dem von ihm genannten Hause angekommen, erklärte der Transportirte, daß er überhaupt nicht wohne" und so blieb nichts weiter übrig, als ihn nach dem Amtsbureau zu führen. Hatten die Beamten den Betrunkenen bisher halb tragen müfen, ſo ließ derselbe fich nun gänzlich aufzustehen. Auf die Aufforderungen des Gendarmen, frizu folgen, erwiderte er mit Schmeichelworten", unter denen die Titel: grüner Affe" und" dummer Junge" noch die gelindesten waren. Gestern hatte fich die Schöffen abtheilung des Landgerichts I mit der Angelegenheit zu befaffen. Der Angeklagte, welcher aus der Untersuchungshaft vorgeführt wurde, wollte von der ganzen Sache nichts wiffen. Er sei am nächsten Morgen Rarl Moritz und Bernhard Conradi von dem Bau Georgen Siftirung. Am vergangenen Dienstag wurden die Maurer fchstraße 62 plöglich von zwei Schutleuten abgeholt und nach wahrgenommen, daß er sich im Gefängniß befand. Wie er da dem Bolizeibureau nach der Königstraße fiſtirt. Hier wurden fe einer förperlichen Vifitation nach verbotenen Schriften unter fte entlaffenen ogen, wobei jedoch nichts gefunden wurde, und dann verhört. biefer fachdem man die beiden Leute noch ungefähr 4 Stunde in Der Jolirzelle behalten hatte, entließ man fte wieder. Das Ein. ben elfhreiten der Polizei wird auf die Denunziation eines foge be Berba nannten Rameraden zurückgeführt. es Mittbät wurde erfolgung dem ba en Arim Anregung in Sam Die Wo derfelbe Bröder gefto gefunden bres G atten. Ober, fond tinfpelt ( Sonnab affenden bered werden Ergebni in Sand Gomelt 3Lben eftern chricht Derlegt wi elheiten Der angebli chungbrid unfchwer ungsreporte wird well Werthgen I entwife der Blatte merilanti der ift def beamten, en war ben Thi Se gefab und in bo bobe mals in Haft gebracht worden sei, sei ihm bis heute noch nicht flar; von dem empfangenen Gelbe habe man nur noch 10 Bf. in feinen Taschen gefunden. Von den Beugen wurden die Behauptungen der Anklage durch weg bestätigt; Gendarm und Amtsdiener fanden den Angeklagten halb entblößt vor der Thür des Posamentiers figen und mußten ihm erst die Hosen wieder anziehen, weil er die Unaussprechlichen Derselbe nicht finnlos betrunken, weil er sich immer nur auf Eines ebenso Schändlichen als raffinirten Betruges war der polnische Arbeiter" Julius Myl beschuldigt, welcher geftern vor der 91. Abtheilung des Schöffengerichts stand. Am 14. Mai d. J. lernte er hier einen Landsmann, den Arbeiter Rogalsky, kennen, der sich in einer überaus traurigen Lage be sämmt fand. Rogalsky flagte ihm, daß er auf der Reise nach Amerika begriffen, auf dem Wege von der Heimath hierber feiner fan lichen habseligkeiten, einschließlich seiner Papiere, verluftig ge gangen und nun, des Deutschen völlig unfundig, mittellos in ber großen Stadt daftände. Er habe aber bereits nach feiner Heimath geschrieben und erwarte in den nächsten Tagen einen Geldbrief. Myt nahm fich des Verlaffenen in anscheinend hilf retcher Weise an. Zunächst brachte er ihn zu einem am Schlesischen Thore wohnenden Agenten für Auswanderer; dieser rieth dent Angeklagten aber, seinen Landsmann vorläufig ein Asyl für Obdachlose unterzubringen. Hier haben beide denn auch mehrere Nächte zugebracht. Am 16. Mai begleitete My! den Rogalsky zum Poftamt in der Köpniderstraße und erfuhr hier, daß thatsächlich ein mit 28 Rubeln beschwerter Gelbbrief Hansfuchung. Gestern wurde bei dem Klempner Herrn fonft auf der Straße verloren hätte. Shrer Meinung nach war Schriften vorgenommen. Die Haussuchung wurde in Abwesen weichen Boden niedergeworfen, auf dem Straßenpflaster das heit des Herrn Brödel vorgenommen, eine halbe Stunde später aber unterlassen habe. wurde er aus der Werkstatt abgeholt und nach dem Molten flagten des groben Unfugs, des Hausfriedensbruchs, der Be lt Nogaisty eingetroffen. Der Angeklagte batte er bet brief für Bausius ueden verschiedene Drudſchriften schuldig für diese Bergeben beantragte er eine Gesammitirafe Beschlag belegt worden sein. de Tochter des Buchbinders Linke, Wilhelmstr. 119-120, mit Polizeibericht. Am 1. d. M. Abends fließ die 11 Jahre Dem Ropfe gegen eine in der Küche hängende brennende Be toleumlampe, welche infolge dessen herabfiel und die Kleider des Rindes in Brand sette, so daß dasselbe schwere Brand tunden erlitt und in der Nacht zum 4. d. m. verstarb. am 3. b. M. Morgens der Zimmermann Straußmann auf dem Reubau Fennstr. 53-54 mit dem Kanten von Bauholz beschäftigt war, fiel ihm aus einer Höhe von etwa acht Metern ein Mauer fein auf den Kopf, so daß er eine nicht unbedeutende Verlegung Brenzlauer und Linienftraße von einem Wagen überfahren und elitt.- Nachmittags wurde ein Handelsmann an der Ede der erlitt bierbet einen Bruch des linken Oberschenkels. Derselben Beit machte ein Rattundruder in einer Droschfe feinem Leben durch in den Mund ein Ende. Der Charitee gebracht. Als Bu einen Schuß mittelst Revolvers -Ebenfalls Nachmittags wurde in In der Nacht Am 2. d. M. fanden Küftrinerplay 9, Don 3 Monaten Gefängniß und 4 Wochen Haft. Das Urtheil des Gerichtshofes fiel noch weit strenger aus, denn es wurden dem vielfach vorbestraften Angeklagten 5 Monate Gefängniß und 6 Wochen Haft auerfannt. Der regierende Fürst Reuß ä.., bezw. deffen Haltung bem deutschen Kaiser und dem Deutschen Reiche gegenüber bildeten gestern vor der 3. Straflammer des hiesigen Land gerichts 1 den Mittelpunkt richterlicher Erörterungen. Es handelt fich um den bekannten Artikel der Köln. Stg." über die Vor gänge in Greiz bei der Frage der Errichtung eines Denkmals für Kaiser Wilhelm 1. Der Artikel ist f. 8. aus der Köln. 8tg." in verschiebene andere Beitungen übergegangen und hat bereits in mehreren Fällen zu Anflagen wegen Beleidigung eines deutschen Bundesfürsten geführt. Diesmal hatten fich die Redakteure der„ Täglichen Rundschau", Dr. Eugen Sierde, Dr. Friedrich Lange und L. Hermann wegen deffelben Bergehens zu verantworten. In Nr. 81 der Tägl. Rundschau" war jener Artikel der Köln. Btg." abgebrudt worden, in welcher ( prächen bet dritten Personen für Jogalsty ausgegeben und that Dies auch den Postbeamten gegenüber, die er um Aushändigung des Werthbriefes bat. Man bedeutete ihm aber, daß er irgend eine Legitimation beibringen, müsse und forderte ihn auf, in Ermangelung einer anderen fich einen Schein von dem Inspettor Des Afyls für Obdachlose ausstellen zu laffen. Der Angeflagte, der sich in Gegenwart seines Begleiters deffen Namen beilegen fonnte, ohne daß der ein Wort Deutsch verstehende Rogalsky biergegen Einspruch er hob, erhielt auch von dem Inspektor die Bescheinigung und be gab sich nun allein wieder zum Poftamte. Hier hatte man aber Dennoch Bedenken gegen die Auslieferung des Geldbriefes und wollte sich von den Klagen des angeblichen Nogalsly nicht rühren laffen. Da fragte ihn einer der Oberbeamten, ob er denn nicht irgend iemand in Berlin lenne, der ihn zu relognossiren vermöge, worauf der Angeklagte den Auswanderer Agenten nannte. Es wurde ihm nun ein Geldbriefträger mit gegeben, der ihm den Brief einhändigen sollte, wenn der Agent ihn als den Abreffaten bezeichnete. Wyt, der nach einem wohl gegenüber als Rogalsky bezeichnet und der Geldbriefträger vær abfolgte ihm in Gegenwart des Agenten den Brief, nachdem Dieser den Angeklagten refognoszirt. Am folgenden Tage stellte fich der wahre Nogalsky in Begleitung einer deutschsprechenden Frau bei dem Postamte ein und erfuhr hier zu seinem Schrecken, daß sein Landsmann ihn in fo arger Weise hintergangen habe. Es ist erst später gelungen, des Verdächtigen habhaft zu werden und diefer fand es für gut, die ganze Geschichte abzuleugnen, darauf fußend, dok der Betrogene nicht mehr zu ermitteln gr wesen. Auch im Termine blieb er hartnäckig dabei, daß er und der Betrüger nicht eine und dieselbe Person seien, die geladenen Belaftungszeugen lannten ihn aber mit der größten Bestimmtbe t wieder. Nach dem Antrage des Staatsanwalt erkannte der Ge richtshof gegen den Angeklagten auf eine Gefängnißftrafe von 3 Monaten. einem Gasthause in der Krausenstraße ein dort eingekehrter Fremder in seinem Bimmer erhängt aufgefunden. Beide Leichen mitgetheilt wurde, daß aus dem Lande Reuß feltfame Dinge durchdachten Plane verfahren, hatte sich auch dem Agenten tourden nach dem Leichenschauhaufe gebracht. In der Nacht Jum 4. b. M. wurde auf dem Stettiner Güterbahnhof ein Ar beiter hilflos liegend aufgefunden und mittelst Droschke nach Mariannenstraße 17 und Gneisenaustraße 6 fleine Feuer statt. Am 4. b. M. Morgens sprang an der Treptowerbrüde ein Solbat in felbstmörderischer Abficht in den Landwehrkanal, wurde jedoch noch lebend aus dem Waffer gezogen und nach dem Garnisonlazareth gebracht. An demselben Tage Vor mittags wurde vor dem Hause Alexanderstraße 17 eine Frau durch einen von dem Kutscher Bohnenstengel geführten Bierwagen, Nachmittags vor dem Hause Andreasstraße 29 ein 6 Jahre alter Knabe von einem Kohlenwagen und Abends vor bem Hause Kastanien Allee 6 ein 7 Jahre alter Knabe von einem leeren Breat überfahren. An demselben Tage Nach mittags wurde vor dem Haufe Greifswalderstraße 34 ein 11 Jabre alter Knabe, während er neben einem Pferdebahnwagen berlief, von einem anderen Knaben gestoßen, so daß er zur Erde fel und unter den Pferdebahnwagen gerieth. Er hat durch Ueberfahren anscheinend nicht unbedeutende Verlegungen an den Gothmann, Brunnenfir. 34, eine Schlägerei, wobei ein Soldat burch einen Mefferstich in den Rüden anscheinend schwer ver und Markgrafenftr. 39 fleinere Brände statt, welche von der Feuerwehr nach furzer Thätigkeit gelöscht wurden. ach Samb Ref." a führung baniler theit umb b Neuma bls verli ng in el urid, Tir Nacht Beinen erlitten. legt wurde. Logis nab bren aur arbeit Diefelbe au nbon an Das Log bend wi Der verleb em frübe an in fein Un Abends entstand in dem Tanzlokale von demselben Tage fanden Röpniderftr. 55 B Theater. Male Antoinette Rigaud Im Residenztheater wurde am Sonnabend zum ersten ein Schauspiel in drei Alten von gemeldet würden, welche an die Beiten der feligen Fürstin Karoline erinnern und ihren Gipfelpunkt in der Thatsache ge funden hätten, daß der Fürst die Hergabe eines Blazes in Greiz zum Zwecke der Errichtung eines Denkmals für Kaiser Wilhelm 1. nicht genehmigt habe, da er feinen Fuß breit Greizer Erde" dazu bergeben wolle. In der vom Angeklagten Dr. Lange redigirten Unterhaltungsbellage zur„ Tägl. Rundsch." veröffentlichte sodann der Angellagte Hermann ein fatyrisches Epigramm, in welchem er den Inhalt jenes Artikels gloffirte. Der Fürst von Reuß ä. L., Heinrich XXII., hat die Ermächtigung zur ftrafrechtlichen Verfolgung beider Veröffentlichungen ertheilt und so ist die Anklage gegen die brei Angeflagten erhoben worden. Die letteren bestritten durchaus das Vorliegen einer Beleidi gung und erklärten, daß sie die Mittheilungen der Köln. 3tg." für wahr gehalten und in ihren Gefühlen für das Deutsche Reich und den Kaiser Wilhelm verlegt worden seien. Solche auffallenden Thatsachen dem deutschen Lesepublikum mitzutheilen, haben fie für ihre publizistische Pflicht gebalten. Der Berthei biger der drei Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Joers, trat zum Bewelse dafür, daß die in dem Artikel enthaltenen That fachen den sonst befannt geworbenen Anschauungen des Fürsten Reuß a. 2. nicht widersprechen, einen umfangreichen Wahrheits beweis an und zwar dahin: 1) daß auf den fürstlichen und Staatsgebäuden zu Kaisers Geburtstag und zum Sedantage niemals gepflaggt worden; 2) daß der Fürst am Sedantage regelmäßig verreist und den fürstlichen Beamten untersagt wor den ist, an der Sedanfeier Theil zu nehmen; 3) daß die preußen und deutschfeindliche Landeszeitung im Fürstenthum Reuß ä. 2. auf besonderen Wunsch des Fürsten im Sommer 1885 begründet worden ist; 4) daß sämmtliche Behörden ange wiesen find, ihre Inserate dieser Beitung zuzuweisen; 5) daß es den Geistlichen verboten worden ist, den deutschen Kaiser in das Wilhelms I. ein einfündiges Trauergeläut gestattet worden ist; 7) daß der Militärverein Beulenroda genöthigt wor aus der Inschrift auf seiner Fahne das ift, wet und ein halber überflüssig, den dritten haben wir Landesgebet einzuschließen; 6) daß lediglich am Begräbnißtage man Ron Gaëta bis Königsgrät" gelesen. Es bleibt also von bem Stud nichts anderes übrig, als daß die Typen des franzö ben Richen Salons in anderen Stücken viel glänzender, pikanter Wort„ Kaiser" zu entfernen; 8) daß eineni anderen Verein die Mit Freisprechung endete eine Verhandlung gegen den Weber Franz Klein, welcher gestern unter der Anklage ber gemeinschaftlichen Körperverlegung mittelst eines gefährlichen Werkzeuges vor der Schöffenabtheilung des Landgerichts It stand. Der Angeklagte verbüßt zur Zeit in Neu Ruppin eine Gefängnißstrafe von 2 Jahren und 4 Monaten, zu der er vom Schwurgericht wegen Rörperverlegung mit tödtlichem Ausgange verurtheilt worden ist. Die damalige Anklage hatte ursprüng lich auf Mord aelautet. Diesmal handelte es sich unt eine Brügelet in Friedrichsberg, bei welcher der Angeklagte mit einem Stod oder Gummischlauch geschlagen haben soll. Der Vorfall hat fich bereits vor zwei Jahren, am 11. September 1886 abgespielt und es hat in der Angelegenheit auch schon eine Verhandlung stattgefunden, in der awet andere Theilnehmer an der Rohheit mit Gefängnißfirafen belegt wur den. An dem genannten Tage war Rlein mit mehreren Be fannten in dem Lüde'schen Lokale zu Friedrichsberg. Auf ter Treppe zu der Eingangsihür faßen an dem Abend mehrere Frauen, darunter auch eine Frau Beder, deren Mann fich ebens falls im Lokal befand. Pöglich tam Klein mit seinen Freunden dem Lokal und beim Hinabgeben der Stufen stolperte er über die Frau Becker, infolge dessen er selbst. aus S und auch die Frau binstürzten. Die Frauen schlugen| ftunden und Allorbarbeit vor Augen uud sprach die Buversicht hierauf Lärm, die Männer tamen hinzu und es entwidelte fich eine allgemeine Reilerei, bei der Becker mit di verjen Instrumenten übel zugerichtet wurde. Der Angeklagte beftritt, geschlagen zu haben, und die Beugen tonnten sich der Geschichte nicht mehr genau entfinnen. Soolel ließ sich zwar feststellen, daß Klein über die Frau Beder gefallen und auch fonft bei dem Spektakel thätig gewesen war, aber ob er abficht. lich über die Frau gestolpert und später mitgehauen batte, fonnte niemand mit Gewißheit sagen. Nach dieser Sachlage ließ der Staatsanwalt die Klage fallen und der Gerichtshof mußte auf Freisprechung erkennen. Der Verlagsbuchhändler Jakob Schorer, Heraus geber von Schorer's Familienblatt, stand gestern unter der Anflage des verbotenen Nachdrucks vor der fiebenten Straflammer bes Landgerichts I. Die Schriftstellerin Frau Hedwig Schobert hat einen Roman, betitelt Fürstliches Blut", geschrieben, deffen Bertrieb als Feuilleton für Beitungen fie dem Bernstein'schen Berlage übertrug. Später trat fie das Verlagsrecht des Romans n Buchform an den Beschuldigten ab, bemerkte aber dabei, daß bas Buch vor dem 1. Mai d. J. nicht erscheinen dürfe, ba bis dahin dahin ihr Vertrag mit dem Bernstein'schen Verlage laufe. Herr Schorer ließ nun einen Theil Der ersten Auflage bereits im Februar erscheinen und verstieß dadurch gegen das Nachdrucksgesetz. Im Verhandlungstermine gab er die Thatsache zu, erklärte aber, daß nur eine Vergeßlichkeit seinerseits vorgelegen, welche bet bem großen Umfange seiner Geschäfte entschuldbar sei. Die mündliche Abmachung mit der Verfasserin sei bereits im Februar 1887 geschehen und jenes Bunttes seitdem teine Erwähnung mieder geschehen. Der Gerichtshof schenkte dem Angeklagten Glauben und hielt nur eine Fahrlässigkeit für vorliegend, die mit einer Geldstrafe von 30 M. eventuell drei Tagen Gefäng niß hinreichend gefühnt sei. Auch wurde auf Einziehung der vor dem 1. Mai fertig gestellten Eremplare erfannt. und im . aus, daß es in furzer Beit gelingen werde, wieder eine feste Vereinigung der Maurer zu schaffen, um die albekannten üppig wuchernden Uebel und Misstände mit der Wurzel auszus rotten. Wie nicht anders zu erwarten war, hat die Bau gewerts Beitung", natürlich in ihrer Art, zu den im nächsten Frühjahre zu stellenden Forderungen der Maurer( neun ftündige tägliche Arbeitszeit, 60 Pfg. Minimal Stunden Lohn und Festhaltung an der gesetzmäßigen vierzehn tägigen Kündigungsfrist) Stellung genommen. Herr Fiedler brachte das Machwert zur Berlesung und Inüpfte baran eine entsprechende Kritit. Es erübrigt wohl, näher auf den Artikel Der Baugewerks Beitung" einzugehen, da ja die Taltik dieses innungsmeisterlichen Drgans männiglich bekannt ist. Um jedoch einen ungefähren Begriff davon zu ermöglichen, hier nur ein Beispiel. Unter Anderem meint Ontel Felisch":" Man solle nicht glauben, daß die vorgenannten Forderungen die legten seien, welche die Maurer stellen würden. Bald werde die Fors berung eines achtstündigen Arbeitstages folgen. 8 Stunden Arbeit, 8 Stunden Vergnügen, 8 Stunden Schlaf würde bald Die Parole lauten!" Das genügt! Gegenüber der kund gegebenen Abficht der Bau- Jnnung, den langen Winter dazu zu benutzen, um den Forderungen der Maurer die nothwendigen Begenmaßregeln der Bau- Arbeitgeber vorzubereiten, ermabnte Redner die Gesellen, fich ebenfalls durch Vereinigung start zu machen und den langen Winter nicht unbenust verstreichen zu laffen, sondern fich vorzubereiten für die Durchführung der zu stellenden Forderungen im nächsten Frühjahre.( Lebhafter Beifall.) Herr Bankow bielt es auch für überflüssig, den Artikel der Baugewerks- Beitung" einer näheren Besprechung zu wür bigen; er betonte des weiteren die Nothwendigkeit einer fach gewerblichen Organisation. Derselben Anficht war auch Herr gewerblichen Organisation. Derselben Anficht war auch Herr Schmidt, welcher seine Rollegen aufmunterte, fest zusammenzu Schmidt, welcher seine Rollegen aufmunterte, fest zusammenzu ftehen zur gemeinsamen Durchführung der beschloffenen Forde rungen. Herr Kliemann berührte in seinen Ausführungen auch die Ungeheuerlichkeiten des Lehrlingswesens und den übermäßigen Andrang von Arbeitskräften zum Baugewerbe als dem einzigen, in welchem die Maschine noch nicht dominire; er hielt demzu folge eine Berkürzung der Arbeitszeit im allgemeinen Intereffe für bringend geboten. Der Versammlung wurde folgende Resolution unterbreitet: Die am 2. November im ,, Rönigshof" tagende öffentliche, sehr zahlreich besuchte Versammlung der Maurer Berlins und Umgegend beschließt: In Erwägung, daß das Maurergewerbe durch die Buführung von durch die Maschinen in anderen Be rufen überflüffig gewordenen Arbeitskräften immer mehr über füllt wird, fodaß die Arbeitslofigleit im Maurergewerbe immer mehr zunimmt, in fernerer Erwägung, daß es den Maurern nicht mehr möglich ist, den an fie von Staat und Kommune gestellten Anforderungen gerecht zu werden, mit aller Energie für eine tägliche neunstündige Arbeitszeit und einen Stunden Lohn von 60 Pf. im Frühjahre 1889 that träftigst einzutreten." Diese Refolution machte die Versammlung gegen 2 Stimmen zu der ihrigen. Unter Verschiedenes" wurden Mittheilungen gemacht über Arbeitsverhältniffe auf Bauten und nahm Herr Fiedler noch Gelegenheit, das Ueberhandnehmen der Allordbauten vor Augen zu führen und eine lebhafte Agitation gegen diefelben zu empfehlen. Mit einem dreifachen Hoch auf das Weitergedeihen der Berliner Maurerbewegung wurde die Versammlung geschloffen. Zwei Anklagen wegen fahrlässiger Brandstiftung, welche wiederum zu äußerster Vorficht mabnen, tamen geſtern nor hiefiger Straffammer zur Verhandlung. Die erste führte den Kaufmann Max Fabisch und den Laufburschen deffelben, Mar Ritter, auf die Antiagebant. Herr F., welcher ein Geschäft in Der Köpniderstraße befigt, lam eines Abends, als er sein schon völlig finster gemachtes Geschäftslokal verlassen wollte, auf den Einfall, fich von seinem Laufburschen die Hose abbürsten zu laffen. Dieser fand nicht gleich die Bürfte und suchte nach der jelben, indem er ein Streichholz anzündete und Laden umherleuchtete. Dann nahm er den Reinigungs. aft vor, indem er abermals mit einem brennenden Streich holz leuchtete. Bald nachdem das Geschäftslotal verlaffen und ordnungsmäßig verschlossen worden war, tam in dem. felben Feuer aus, welches nur dadurch entstanden sein kann, daß ens der weggeworfenen glimmenden Streichhölzer in das unter bm Ladentisch aufbewahrte Papier gefallen ist und daffelbe in Brand gesezt hat. Die von der Anklagebehörde auf den An pellagten Fabisch gewälzte Haupt- Verantwortlichkeit für den Brand wurde von dem Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. N. Wolff zwar bestritten, der Gerichtshof erachtete fie jedoch für vorliegend, ba gerade ein Erwachsener eine derartige Beleuchtung mit Stretchhölzern nicht hätte gestatten sollen. Während Herr Fabisch au 100 m. verurtheilt wurde, kam der Bursche mit einem Verweise davon.- Die zweite Anklage richtete fich gegen den Arbeiter Ernst Sudert. In dem Haufe Alexanderstraße 26 befindet sich das Galvanische Institut nebit Dampfschleiferi von Oberned u. Lehmann. Zur Schleiferei werden daselbst Lumpen verwendet, welche mit Del getränkt und mit Stüden ungelöschten Kalles durchsetzt sind. Am 26. Febr. fam in dem Schleifraum Feuer aus, welches nach den ange ftellten Ermittelungen dadurch entstanden sein muß, daß die in bem Arbeitsraum zusammengefegten Lumpen nicht vorschriftsführungen, auf die wir hier nicht näher eingeben, weil Berichte mäßig in einen eisernen Raften geworfen, sondern sich selbst überlaffen worden waren und fich durch den Kalt selbst entzündet batten. Dies Versehen fiel dem Angeklagten zur Laft, welcher Deshalb zu 15 M. Geldbuße verurtheilt wurde. Fachverein der Taprşirer. Am 29. Oltober fand in Feuerstein's Salon, Alte Jaloostraße 75, die zweite Mitglieder Versammlung des Fachvereins der Tapezirer statt, die gut be 11 Gesang-, Turn- und gesellige Vereine am D Gefangverein Gutenberg" Abends 8 Uhr im Re Quandt, Stralauerstraße 43. Gefangverein Alpeng Abends 9 Uhr im Restaurant Hildebrandt, Prinzenstraße Schäfer'scher Gesangverein der Elfer". Abends 9 Wolf und Krüger, Staligerstraße 126, Gesang. gefangverein„ Gartenlaube" Abends 9 Uhr im Restaurant Rottbuserstraße 22. Männergesangverein Stein Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, Stettinerstraße - Gesangverein„ Harmonie" Abends 8 Uhr in Ne Bierhaus, Große Frankfurterstraße 49. Männergefang Echo Abends 9 Uhr im Restaurant Bum Flügel, ringerstraße 60.- Gesangverein„ Sängerhain" Abends im Reft. Kaiser Franz Grenadierpl. 7. Gefangverein o Moabit" Abends 8 Uhr Wilsnackerstraße 63, im Re Ilges. Gefangverein Felicitas" Abends 9 Uhr im Re Rebelin, Langestr. 108-" Gesangverein Liederlust" Abend im Restaurant Lehmann, Naunynstr. 44. Männergefang Accordia" Abends 9 Uhr bei Weid, Alexanderstraße Deutsche Liedertafel" Abends 9 Uhr Oranienstr. 19 Bitherklub Amphion" Abends 9 Uhr in Triebel's Re Hoher Steinweg 15.- Turnverein Froh und Fret"( abtheilung) Abends 83 Uhr Bergstraße Nr. 5 cheint tä Berliner Turngenossenschaft( V. Männerabtheilung)' s Haus 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, MaMart. straße Nr. 31. Turnverein Hasenhaide" Abtheilung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstr. Nr. 606 Verein ehemaliger Schüler der 37. Gemeindeschule Abs. 9 Rest. Rinner, Köpniderstr. 68.- Verein ehemaliger Sch 44. Gemeindeschule Abd. 9 Uhr im Restaurant„ Albrecht Wilhelmstraße 105.- Arends'scher Stenographenverein, bund" Abends 8 Uhr Brunnenstraße 129 a. Stenographenverein Abends 8 Uhr im Restaurant Bum Kreuz", Lindenstraße 71. Deutscher Verein Aren Stenographen Abends 8 Uhr in Randel's Restaurant, straße 129 a.-Verein Roe" Abends 8 Uhr im Elge, Alexandrinenſtr. 99. Unterhaltungsverein Abends 8 Uhr Wrangelstr. 136, im Restaurant Sd Vergnügungsverein Mollig" Abends 9 Uhr im Reinide, Gipsstraße 3, jeden Dienstag nach dem 1. -Bitherklub Amphion" Abends 9 Uhr im München Spandauerstr. 11-12.- Rauchklub Bum Wrangel 8 Uhr bei Herschleb, Adalbertstraße 4.- Rauchklub Flagge" Abends 8 Uhr im Restaurant Händler, Wran Area Br S Man h eine authent an der oftaf giebt man jenen Rüften leiern. 1 eine Aufme men einige plöglich hen geflo bes behaup hehlen bin gegen bie Rauchtlub Friedrichshain" Abends 9 Uhr im Ripping, Landsbergerstr. 116a. Rauchflub Luftige Abends 8 Uhr bei Grothe, Fürstenbergerstraße 2. flub Ohne 3wang" Abends 8 Uhr im Restaurant Weinstr. 22. Vergnügungsverein Fröhlichkeit" Weg 29. Große Gesellschaftsstunde, verbunden mit Berben, ei Gäste willkommen. Entree fret. Kleine Mittheilungen. bie Deu rechte Bebri ben tommen tanische Gef vertrieben h Niema Stammesge Zu dem großen Brandunglück in Hünfeld noch folgende Einzelheiten gemeldet: Die andererseit jeden thatsächlichen Anhalt verbreitete Nachricht, es feien bezw. vier Menschen in den Flammen umgekommen freulicherweise unrichtig; nur ein Feuerwehrmann hat offen ist. einen herabfiürzenden Balken eine Verlegung erhalten, ind vernich fich jedoch auf dem Wege der Befferung. Auf die vo Seiten ertönende Frage, wie es möglich war, daß am ipornen, Ratastrophe sucht war. Auf der Tagesnrdnung ſtand: 1. Vortrag: Die Tage bei mehr als ausreichend zur Stelle befindlichen vermeiden. Moral des allgemeinen Glüdes. Referent Herr Dr. Wille. 2. Distuffion. 3. Begründung eines Arbeitsnachweisebureaus event. Wahl einer Kommiffion. 4. Vereinsangelegenheiten. Fragelasten. Herr Dr. Wille erwarb fich durch seine Aus 11 wehren der Brand eine solche furchtbare Ausdehnung fonnte, muß erwidert werden, daß durch den starken Feuer fortgetrieben wurde, sodaß es mehrfach vortam, wohner entfernterer Straßen, welche ihr Befigthum auß stehend glaubten und zum Löschen und Retten an bal ben the eigenl daß das Feuer ganze Straßen übersprungen und Befigthum angezündet oder doch in unmittelbare bracht hatte. Es brannte dadurch an verschiedenen Gefahr ge Eden Stadt zugleich, wodurch eine förmliche Panit entstand unb erich über diesen Vortrag bereits gebracht worden find, den lebhaften Ausgangspunkt des Feuers eilten, nach furzer Belfa Dank der Versammlung. Eine Disluffton fand nicht statt. Buntt 2 der Tagesordnung wurde durch die Wahl einer Rom miffion von 7 Bersonen erledigt, welche den Arbeitsnachweis regeln soll. Unter Verschiedenes" wurde die Bahl der Mits glieder angegeben, welche die stattliche Bahl von 156 ergab. Außerdem wurde bekannt gemacht, daß die fünftigen Mitglieder Bersammlungen am 12., 26. November und 10. Dezember vor läufig in obigem Lotal stattfinden. Bum Schluß wird noch um Erweiterung der Bibliothek und um fleißige Benutzung derselben gebeten. Der polizeilichen Auflösung verfiel die Versammlung Brand tourbe einheitliche Leitung des Rettungs- und Löschwesens wurde. Auch glaubte man nicht, daß der furchtbare Dimensionen annehmen würde, der Hoersfelder Feuerwehr auf telegraphische zuerst erwidert, thr Rommen sei unnöthig, fte nachher per Extrazua hinreisen mußte. war es, daß die Fuldaer Bahnhofs Feuerwehr schon Ein Des Arbeitsnachweises Stegligerstr. 27 vom 3. November d. J. Frühe am Plage war, sonst würde mohl faum ein Hau bei dem Schlußwort des Referenten Werner, indem derselbe folgendes ausführte: Ein Schauspiel für Götter, wenn Sie einft in Ihrem Nachweis, sofern derselbe feft geregelt dastebt, erleben werden, daß selbst diejenigen, welche heute Ihre Arbeitgeber find, zu Ihnen tommen, um Arbeit zu erhalten, dann werden Sie erleben, daß diefe trotz Ihrer Korpulenz nicht in der Lage sein werden, ein Brett von 1 Meter Länge hochzuziehen. Doch deren Kräfte find nicht durch Ausnutung ihrer phyfischen Kraft zerstört, sondern fe haben den Ertrag, den fie als Arbeit Bon hoher Bedeutung dürfte für Mitglieder von Janungen, welche Krankenkaffen eingerichtet haben und in deren Statuten den Mitgliedern die Verpflichtung auferlegt ist, ihre Arbeiter bei der Jnnungstaffe zu verfichern, eine gestern gefällte Entscheidung der 97. Abtheilung des Berliner Schöffengerichts fein. Der feit Anfang d. J. der Damenschneider- Innung an gehörende Damenschneidermeifter Gustav Schröder stellte im März und April d. J. die Mäntelnäherinnen Anna Schreiner und Laura Schulz in seiner Werkstatt ein und meldete dieselben am Tage nach ihrem Eintritt in Gemäßheit der Vorschrift des Janungsstatuts bet der Jnnungskrantenfaffe als Mitglieder an. Die Dtstrantentaffe der Schneider, bei welcher Schröder vor Eintritt in die Innung seine Arbeiter zu versichern hatte, fühlte sich durch die unterlassene Anmeldung dieser beiden Arbeiterinnen geschädigt und verlangte von dem Arbeit geber nicht nur die Zahlung der Kaffenbeiträge, sondern erftattete auch bei der Amtsanwaltschaft Anzeige wegen Verstoßes gegen das Krankenkaffengeset. Schröder wurde infolge deffen megen unterlaffener rechtzeitiger Anmeldung zweier versicherungsgeber fich verschafften, also den Mehrwerth des Produkts-verpflichtiger Arbeiter in Gemäßheit der§§ 49, 81 des KrankenLaffengesetes durch Mandat zu 3 M. event. 1 Tag Haft ver urtheilt. Hiergegen erhob er Widerspruch und machte vor Gericht geltend, daß er beide Arbeiterinnen rechtzeitig in einer dem Gesetz entsprechenden Kaffe angemeldet habe. Der Gerichts hof war aber mit dem Amtsanwalt der Meinung, daß die Ar heiterinnen bis zu ihrer Aufnahme in die Janungslaffe der Detstrantentaffe angehören und deshalb unter allen Umständen bei berselben gemeldet werden mußten. Für die Unterlaffung ist der Angeklagte zu 2 Mark eventuell 1 Tag Haft verurtheilt worden. Bereine und Versammlungen. Der Fachverein der Tischler hielt am 23. Oktober seine ordentliche Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung fland: Kaffenbericht, Bericht des Vorstandes und der Kommissio nen, Ersatzwahl des Vorfigenden und Wahl eines Rontroleurs. Der Rendant erstattete zunächst den Raffenbericht. Darnach be liefen fich die Einnahmen des 3. Quartals auf 391,80 M., die Ausgaben betrugen 867,61 M. Der gesammte Raffenbestand betrug am 1. Ditober 1190,67 M. Hierzu tommt noch der Unterstügungsfonds in höhe von 417,40 M. Auf Antrag der Kontroleure wird dem Rendanten Decharge ertheilt. Aus dem Bericht des Vorftrndes ist der des Bibliothekars hervorzuheben, nach dem die Bibliothek von 111 Mitgliedern benugt wurde. Im Arbeitsnachweise gingen 365 Adressen ein, von denen 227 erlebigt werden konnten. Bei der hierauf folgenden Ersagwahl bes Borstandes wurden wiedergewählt die Kollegen: Avelt, 2. Vorfigender, Merkel, Rendant, Haberland, 2. Raffirer, Schmidt, 2. Bibliothekar, Wiedemann, Erfagmann. An Stelle bes Kollegen Mir wurde Rollege Martmann zum 2. Schrift Nachdem verschiedene Vereinsangelegenheiten führer gewählt. theils erledigt, theils vertagt worden waren, machte der 1. Vor figende auf die äußerst wichtige Tagesordnung der nächsten Berfammlung aufmerksam, Eine öffentliche Generalversammlung der Maurer Berlins und Umgegend fand bei regster Betheiligung unter Borfig des Herrn Fiedler am 2. b. M. im Königshof", Bülow ftraße 37, statt. Ueber den ersten Bunkt der Tagesordnung: Besprechung über die neunstündige Arbeitszeit im nächsten Schlemmt auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes aufge löst. Gegen diese Auflösung wird Beschwerde eingereicht worden. Es fiel außerdem auf, daß der Lieutenant schreiend befehlen fonnte: Schmeißen Sie die Rerls raus." Trogdem verließ die zahlreich besuchte Bersammlung in Ordnung den Saal. Freie Vereinigung des Schneider Berlins. Vers fammlung am Dienstag, den 6. November, Abends 8 Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jakobftr. 48a. Tagesordnung: 1. Wie geblieben sein. Landrathsamt und Amtsgericht find fi zum Enge t blieben; die gegentheiligen Nachrichten find unrichtig ist eines der bekanntesten Häuser, das Hotel gebrannt. Mit welch' furchtbarer Intensivität der B wüthet, geht daraus hervor, daß auf der Brandstätte Fachwert, Ballen 2c. fast gar nicht zu ſehen fin hat die Bluth entzündet und vernichtet, ein großer Trümmerhaufen, aus dem kaum die steinernen mauern hervorragen. Ein grauenhaftes Bild der Ver und des Elends bietet sich dem Beschauer! Die Kind Abgebrannten find nach Fulda gebracht worden, den Gra bega die Mehrzahl hat fich nach außerhalb zu Verwandten Inen find 80 Güterwaggons vorläufig zum Obdach ange ein Theil tampirt in den Kirchen und der Buderfabril dem Aufbau von Baraden ist begonnen worden. Brot toffeln treffen von auterhalb stündlich fuderwetse ein Wiederaufflackern des Feuers in gestriger Nacht wurde Der Gesammtschaden übersteigt ficherungs- Gesellschaften betheiligt.- Dilfe thut noth energisch unterdrückt. zur Fachzeitung der Schneider und der Filiale des deutschen stellt sich die Freie Vereinigung der Schneider Berlins Millionen Mark und find daran die meisten größere zur Fachzeitung der Schneider und der Filiale des deutschen Schneiderverbandes. Referent: Rollege Täterow. 2. Wichtige Meerane. Ein erschütterndes Ereignis spielte 31. v. M. hier ab. Die 23jährige Ehefrau des Mufilo Engelmann tödtete infolge plöglicher Umnachtung bes leine bloße Boswilligle Daß b gegen die 3weifel. man ein beffen Ber erften Erf namentlich Mißtrauen folcher Geb worden. in Oftinbie Diefe Em lo lange m m Ausb ronen Somein Jungen, beißen, Fanatismu In Ba trag des Herrn Prof. Dr. Bruno Meyer. 2. Wahl des Vor außerordentliche Generalversammluna. Tagesordnung: 1. Bor standes des Unterstüßungsvereins der Bildhauer Deutschlands und der Revisoren. 3. Wahl des Berwalters des Gauvereins Berlin. Gauverein Berliner Bildhauer. Heute, Dienstag, ihr ca. einjähriges Kind und versuchte sodann, fich felbft mi Vergnügungs- Verein„ Fröhlichkeit", Grüner Weg 29. Abends 9 Uhr, große Gesellschaftsstunde, verbunden mit Vorträgen. Entree frei. Verein zur Wahrung der Jntereffen der Miether des Norden Berlins. Mittwoch, den 7. b. M., Abends 8 Uhr, im Lolale des Herrn Vogel( Deutsches Voltstheater), Schönhauser Allee 156-157. Vortrag des Herrn Grothmann: Wie verhält fich der Miethszins zum Eigenthum das Großlapitals? Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mit glieder. Rind Зубро einer Art das Leben zu nehmen, wurde aber von einer wandten überrascht und ins Krankenhaus, das tobte bie Leichenballe transportirt. Tags vorher war ein ca Rind der E.'schen Eheleute gestorben und im Schmers um verlorenen Liebling mag der Reim zum Ausbruche des finns gelegen haben. ( Dep foll Parts. In den Kohlengruben von Campagnac ment Aveyron) fand eine Explofton schlagender Wetter wobei gegen 40 Personen das Leben eingebüßt haben 19 Leichname find bereits zu Tage gefördert. Aus der Schweiz. Im Jahre 1882 wurden in Ri die Eheleute Schultheß ermordet und beraubt. Jest erft gelungen, den Thäter ausfindig zu machen. In Buenos weil er mit dem Rüsnacher Morde prahlte. 8wel schweiz wurde nämlich vor kurzem ein Bauer aus Bürich verb lente, Lokalverband Berlin Süd", am Donnerstag, den 8. No vember, Abends 8 Uhr, Mariannenstraße 31-32. Tagesord nung: 1. Vortrag über Gratsparren eines Ruppeldaches. 2. Befprechung über den Unterricht durch einen Arzt bei der erften Hilfe bei Unglüdsfällen. 3. Verschiedenes und Fragelaften. Jeder Bauhandwerker hat Butritt. Neue Mitglieder werden auf genommen. Versammlung des Verbandes deutscher Bimmer- Beamte reisen demnächst über den Ozean, um den Berb Arbeitsnachweis für Tischler. Der vom Fachverein der Tischler begründete Arbeitsnachweis befindet fich Alte Jalob. Straße 38 im Reftaurant Schumann. Die Arbeitsvermittelung geschiebt für Meister und Gesellen( auch Nichtmitglieder des heimzuholen. Telegraphische Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) 9 Bel Hamburg, Montag, 5. November. Der Poftba gesellschaft ist, von New- York tommend, heute Morgen auf der Elbe, und der Dampfer Rhaetia" derfelben G Dort eingetroffen. zweiten Bunkt der Tagesordnung: Die Baugemeris- Beitung", tagen von 8 bis 10 Uhr Abends, Sonntags von 9 bis 11 Uhr den Herausgeber und den Beichner eines Wigblattes wegen einem Versammlungsbeschluffe folgend, Herr Fiedler. Derselbe berührte zunächst die Ursachen, welche die Maurer zwingen, immer wieder neue Forderungen zu stellen. In anschaulicher Weise führte derfelbe die schädigenden Wirkungen der Sonntagsüber Berantwortlicher Nebatteur: Vormittags. Da fich die 4 Raffirer der Ortstrantentasse der Tischler und Pianofortearbeiter Berling" verpflichtet haben, fich Tischler und Pianofortearbeiter Berlins" verpflichtet haben, fich threrseits jeder Adressenausgabe zu enthalten, ersuchen wir, nur den obengenannten Arbeitsnachweis zu benugen. Paris, Montag, 5. November. Der Affffengerichtsb Armee beschimpfender Rarrikaturen zu zwei Monaten Gefan Iluce" ist heute früh aus Konstantinopel hier eingetroffen Triest, Montag, 5. November. Der Lloyddampfer und 500 Frants Geldstrafe verurtheilt. B. Cronbets in Berlin. Druck und Verlag von Mar Sabing in Berlin SW. Beuthftraße 2 Eingeboren Bagbrud Aus b Der mar, hord bie obere Tasche viel größe nicht von Raften of Die Roff bas alles ben Sin Die anderthal Boraus. zufolge unddreiß Banzen ba find De Geld. als ob zu miffe Pfand, bofe und ich Baterche