?«66 Sonntag, den 11 November 1888. S. ZotzrK. ;kass9 Drgan für die Interessen der Arbeiter. „Berliner«olksdlatt- Sonn- und ssesttagen. Adonnemcnt»?rril fiir Berlin frei ________ monatlich 1,35 Marl, wöchentlich 35 Pf. Poliabonnement Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nuinmer mit dem.SonntagS'Blatt� 10 W. (Eingetragen in der PoftzeichlngsprriSüst« für 1888 unwr Ztr. 849.) Jnsertto«»aebühr beträgt für die 4 gespaltete PctitzeUe oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bell aröfiercn Aufträgen hober Rabatt nach Ucbereinkunft. Inserate werden biZ 4 Uhr Nachmittag! m der Expedition, Bcrlm svr, Zimmerstrahe 44, sowie von allen Annoncen- Bureau� ohne Erhöhung deS Preises, angenommen. Nedabtum: Kevthstrahe 2.— Grpeditio«: Zimmerstraße 44* tt ku Um««»» liegt fix mtfm Abonnent»« 59 v»..».«nt.g.-«tntt" bei. * mXi �#�en 001 etlichen Tagen im Anschluß an eine« ln ,,? sich abspielenden Prozeß eine Besprechung der Weise, wie in Deutschlaad über Beschuldigte die in direktem sie wre Mittags M IT. 33! J mml� Kit„Vertrauenswürdigen� & � Hintermänner. » SSit RaL— oahl. i, Eimy ----- Ig I-«w-iie, joie in%jeui|a�iunu uusi ocjivuiuiyic u« «fkk# dw?,"ß��si verhängt wird, gebracht und wie wir glauben I ivttleglich gezeigt, daß die von Richtern und Staats» nette»,* auf diesem Gebiete geübte Praxis in' bmM\: k; Ij�ch mit den gesetzlichen Vorschriften steht, Annens«l>r�* 112 der Strafprozeßordnung enthält. WVW'I ii,, �ider steht aber der Fall, daß durch die Praxis Schutze dcS Beschuldigten in dem Gesetze festge ij�. Bestimmung unbeachtet bleibt, durchaus nicht ver- °a, sondern die AuSlegekunst unserer Juristen % baS Göthe'sche Wort anzuwenden ist:„Legt Ihr ti,{ m' so legt Ihr unter"— hat eS fertig gebracht, 'tf. Reihe anderer, ebenso klarer Bestimmungen deS ü tvf. 1° ziemlich in ihr Gegentheil zu verkehren. Einer �Wurnnften Fälle dieser Art ist nun die heute bei häufigen Sozialisten- und Gehe>mbundS» ganz allgemein übliche Weigerung der vor- Behörden, die als Zeugen auftretenden, geordneten Polizeiorgane in Bezug auf ihre Be- �unge» oder die Quellen, aus denen sie ihre Angaben fy"««' ,Bow AmtSgcheimniß zu entbinden. Erst in dem d«'sst�?�°chene« Münchener EeheimbundSpiozeß kam ®ieder zu ungemein erregten Szenen, weil die M ort'Wahrscheinlich aus Vergeßlichkeit msprüng« Zmmel nich» s' �Miein übliche und beliebte EinschränkungS- '"Anwendung brachte, der zu vernehmende «ellen ,u:«ehret sich aber trotzdem weigerte, seine ,&n, ei»»„ J6"» und die Richter sich schließlich herbei bind-.,, t r ä g l i ch erst herbeigeholte Einschränkung (m, w lue den Zeuge» anzuerkennen. ES ist dieS beutf?ct ungeheuerlichsten Vorgänge, die jemals vor nie w?? � richte gespielt haben. In seiner ganze« welck-?an»ha aber erst erfassen, wenn man weiß, _«oOröudfpfcitttftow Sor fflofpkrtpfipr vor 5 nt, ihren j.i"Wnopii-�iese Vor» l! r Jr? dem z53 der R.-St.-P.-O. niedergelegt binden, in seinem hier ausschließlich in Betracht »w«.«. gbfatz: Wox. :!a!tel• sten. iste r igsstelle >on der idbendel! Fischt werden uer» ».* «Ä tinjenf�. earb «bPgSj üner M mfl' a i®eiten Lknehmigung darf nur versagt werden, h r.'1 ��e9u«8 des Zeugnisses dem Wohle st..,.i�lches oder eine» Bundes- _ 88 Na ch t h eil bereite« würde." lUtD Keuill'eton. Kaskolnikow. [7 ..»W vo» F. M. Dostojewski. �? �fischen übersetzt von Wilh. Henckel. Pawlowna will Dich bei der Polizei �a.Sie jie. d-r-Lj- T'" eine Grimasse. Wa« will sie den»? � � �'ch/�lst�«»e Miethe und ziehst auch nicht au». ' V.�irsch��uf.l.'da« fehlte auch noch! brummte er rt brn Zähne»;— nein, daS paßt mir fetzt SfH if Gans ist sie, fügte er laut hinzu. Ich Jehen und mit ihr sprechen. n, e— t KD. ste, da« mag schon wahr sei«, ebenso L H* '"Jl- Nichts«H�ilt- weshalb thust Du denn wa«... brummte RaSkolnikow barsch Zn! Nest� l Arbeit? m«eh,e cht � au leicht zum Lache» bringen kann; sie Also, eine so hohe Sache, wie daS Wohl des Reiches oder eines Bundesstaates, müßte nach dem Gesetze auf dem Spiele stehe», wenn ein Jhring. Mahlow vom AmtSgeheimniß nicht entbunden werden solle. Und nun frage man sich, ob eS wirklich das Wohl des Reichs oder eines Bundesstaate« gefährdet, wenn die Welt erfährt, daß Subjekte k la Fürst die„vertrauenswürdigen" Quellen sind, auf deren Denun» ziationev hin die Gehret, Jhring-Mahlo», Engel u. s. w. rhre Angaben unter Zeugeneid vor den Gerichten machen? Gewiß, das Wohl jener schuftigen Denunzianten k la Fürst dürfte gefährdet sein, ihr schmutziges Handwerk ihnen gelegt werden, wenn das AmtSgeheimniß der Polizeibeamten sie nicht wehr decken würde. Was aber hat das Wohl des NothzuchtsverbrecherS, Betrügers und Schwindler« Fürst mit dem Wohle des bayerischen Staates zu thun? In diesem einen Falle hat ja zwar die Polizei ihre Quelle genannt. Die Polizei war eben unvorsichtig genug, sich um da« Vorleben des Fürst nicht zu kümmern, und da« Verbrechen gegen die 12«- jährige Tochter seiner Logisftau beging er erst, als die Anklage gegen die„Geheimbündler" schon erhoben war und der Name de« Fürst berettS neben den Zeugen Gehret, Auer u. f. w. auf der Zeugenliste stand. Die Quelle war also bereit« aufgedeckt, sie konnte hinter dem AmtSgeheimniß nicht mehr in Sicherheit gebracht werden. Wer aber steht dafür gut, daß die Quelle«, aus denen anderwärts geschöpft wird, reiner und besser sind als die, aus denen der Polizeikommissar Gehret in München ge- schöpft hat? Und um solche Dinge zu ermöglichen, um Leute k la Fürst als Gewährsmänner verwende» zu können, da giebt man dem§ 53 der St.-Pr.-O. die Auslegung, daß das Wohl be« Reich« oder eine« Bundesstaats gefährdet werden könnte, wenn ein Gehret oder Engel sagen müßte, woher er seine Wissenschast hat!— Und diese Deutung der Bestimmungen der Strafprozeß- ordnung kommt nicht etwa von irgend einem obskuren Ge- richt her, sondern sie beruht auf Entscheidungen deS Reichs- gericht«, welche« gerade aus Anlaß von Prozesse«, in denen Herr Polizeckommissar Gehret in München at« Zeuge mit „vertrauenswürdigen" Hintermännern und unter dem Schutze des Amtsgeheimnisses eine Rolle spielte, entschied, daß die Berufung auf§ 53 Absatz 2 der Strafprozeßordnung zu Recht angewendet sei. Sollten die Er- fahrungen der letzten Zeil nicht zu der Erkenntniß geführt haben, daß daS Einschränkungsrecht, da« die Strafprozeß- ordnung in ihrem§ 53 für Zeugenaussage» von Beamten zuläßt, eine viel zu weit gehende Anwendung gefunden habe, unter der nachgerade die Sicherheit und Ruhe der Bürger de« Reiche« zu leiden beginnt? Mit Recht fragt das führende Organ der bayrisch-patriotischen Partei:„In welchen Händen ruht Glück und Ehre so vieler Männer und Familie», wenn die Aussage» eine« Fürst eine Rolle in politischen Prozessen zu spielen vermögen?" lachte fast unhörbar, wackelte aber mit dem ganze» Körper, bi« ihr fast übel wurde..„„. — Hast Du Dir schon viel Geld ausgedacht? konnte sie endlich hervorbringen. — Ohne Stiefel kann man nicht gehen Unterricht er- theilen, übrigens spucke ich drauf. — Spucke Du nicht in den Brunnen!*) — Für« Unterrichten wird mit Kupfergeld bezahlt. Wa« fange ich mit den paar Kopeken an.— fuhr er nachlässig fort, gleichsam seine eigene» Gedanke» be« antwortend� � möchtest lieber ein ganze« Kapttal auf einmal haben?. Er schaute sie ganz ergenthümlich an. _ Ja, ein ganze« Kapital auf einmal, antwortete er nach kurzem Schweige« mit fester Stimme. — Nun. nur nicht so hitzig, sonst muß man sich ja fürchten! Soll ich Dir jetzt eine Semmel holen? — Wie Du willst. — Ach, fast hält' ich'« vergessen! Gestern, während Du fort warst, kam ein Brief für Dich an. — Ein Brief, für mich! von wem? — Von wem er ist, weiß ich nicht. Ich habe drei Kopeken für den Briefträger ausgelegt; wirst Du sie mir wiedergeben?��, � um Gotte« willen, bring' ihn Herl rief er in voller Auftegung,— Herr, Gott! Der Brief erschien; er war wirklich von der Mutter, ™#' w f«t; .i Svucke nickt in den Bmnnen-Du wirst daraus trinken müssen:— ein ruffische« Sprichwort. Und sie spielen eine Rolle, die Aussage» dieser Fürst und Konsorten, denn nur Subjefte dieser Art geben sich dazu her, unbescholtene Mitbürger zu denunzire« und ganz unschuldige Vorgänge in geheimnißvolle und mit dem Strafgesetz kollidirende Thaten umzulügen. Braucht doch keiner dieser dunklen Hintermänner mit seiner Person für seine Aussagen einzustehen, deckt ihn ja doch der zeugende Beamte, den selbst aber wieder das AmtSgeheimniß vor jeder Fährlichkeit schützt. DaS ist ein Zustand, wie er unleidlicher gar nicht gedacht werden kann. Zeder Verbrecher, mag ihn nun ei» Vatermord schänden, oder er der Mordbrennerei be- schuldigt sein, er lernt die gegen ihn auftretenden Zeugen kennen. Aug in Auge kann er sich gegen die erhobenen Beschuldigungen vertheidigen. WaS aber dem gemeinsten Verbrecher das Gesetz gewährt und sichert, da« hat eine wunderbare AuSlegungSkunst dem wegen angeb- licher Zugehörigkeit zu einem Geheimbund angeschuldigten sozialdemokratischen Arbeiter entzogen, sobald e« den oberen Polizeibehörden beliebt, über die Quellen, au« denen ihre unteren Organe ihre Informationen ziehen, de« Schleier zu ziehe«. Wir würden die Frage aufwerfe«, ob e« nicht Auf- gäbe de« Reichstags wäre, durch eine authentische Jnter- pretation deS Absätze« 2 de«§ 53 der R.-St.�Pr.-O. der jetzt beliebten Auslegung dieser Bestimmung ein Ende zu machen. Aber wer wirv von dem jetzigen Reichstag einen solchen Schritt erwarten? Was kann von Nazareth Gute« kommen? Es bleibt deshalb nicht» andere« übrig, als diesen so ungeheuerlichen Zustand, der außerhalb der deutschen Grenzen, in der ganren gesitteten Welt ohne Beispiel da- steht, der öffentlichen Meinung zu denunzire«, die ja hoffent- lich auch bei unS noch einmal die Kraft finden wird, diese« wie so manche« andere Hebel in unserem öffentliche« Leben zu beseittgen._ Jer international®cn)«6(clmff8-l,ongreß in 2. Berhandlungstaa(7. November). Vorfitzender Shipton, Stellvertreter A n s e e l e, Gent. Die GeschäftSordnungs Kommisfion dericktet über die Piü» fung der Mandate. Die Herren V i l l a r e t und Ginge, welche die Christticke Seidenwebergesellschast in Lyon vertreten und die stch als„Sweaters"(d. h. ausbeutende Mittelsmänner) entpuppen, müssen den Kongreß verlassen. Andere Mandate find noch unter Bcrathung. Vor dem Eintritt in die Tages. ordnung ricktet A n s e e l e an das Parlamentarische Komitee der T. U. die Anfrage, warum man Deutschland, Oesterreich und Rußland vom Kongreß ausge- s ch l o s s e n h a b e. Die Versammlung hätte durch die Bethel. ligung der Deutschen nicht blos in Bezug auf ihren internatio. nalen Charakter, sondern überhaupt an Interesse gewonnen. da hast Du Deine drei Kopeken, nun packe Dich ge- schwind! Der Brief zitterte in seinen Händen; er wollte ihn nicht in ihrer Gegenwart öffnen, er wollte mit diesem Briefe allein sein. Als Nastaßja hinausgegangen war, führte er den Brief an seine Lippen und küßte ihn; dann liebäugelte er noch lange mit der Handschrift der Adresse, dieser ihm so bekannten und lieben, feinen, schrägliegenden Handschrift seiner Mutter, die ihn vor Zeiten lesen und schreiben ge- lehrt hatte. Er zögerte, eS schien fast, als ob er etwa« fürchte. Endlich öffnete er ihn; eS war ei« großer, dicker, zwei Loth schwerer Brief; zwei große Briefbogen waren mit feiner Schrift und rund herum vollgeschrieben. „Mem'Uber Rodia*)", schrieb die Mutter,„eS sind schon zwei Monate verflossen, seit ich mich mit Dir zuletzt brieflich unterhielt; ich habe selbst darunter gelitten und manche Nacht vor lauter Nachdenken nicht schlafen könne». Du wirst mich aber wegen meines unwillkürlichen Schweigens gewiß nicht verdammen. Du weißt ja, wie ich Dich liebe wir habe« ja nur Dich, ich und Dunja"). Du bist unser alle«, unsere Hoffnung, unsere Zuversicht. Was habe ich ausgestanden als ich erfuhr, daß Du schon sett einigen Monate» die Universität verlassen hast, weil Du keine Existenzmittel mehr hattest und Deine Stunden und übrige» Einkünfte aufgehört hatten. Wie hätte ich Dir auch mit meiner Pension von jährlich hundertzwanzig Rubel helfen können? Die fünfzehn Rubel, welche ich Dir vor vier Monate« schickte, hatte ich, wie Du selbst weißt, in Rech- nung dieser Pension bei unserem hiesigen Kaufmann Wassilij Jwanowrtsch Wachruschin geborgt. Er ist ei» guter Mensch und war noch ein Freund Deine« Vater«. Aber nachdem ich ihm das Recht auf den Empfang meiner Pension über- tragen hatte, mußte ich warten, bis meine Schuld getilgt war, und da« ist erst jetzt geschehen, so daß ich Dir während •) Rodja— Schmeichelform für Rodion. **) Dunja, Dunetschka, Schmeichelform für Awdotja(Eudoxia). Die Abwesenheit der Deutschen.fei auf das lebhafteste»u bedauern. Warum ist das Parlamentarische Komitee den Deut- schen nicht entgegengekommen, um die in der Gesttzgebung des Landes begründeten Schwierigkeiten zu beheben?(Lebhafter Beifall.) Shipton erklärt, er sei bereit, zu antworten, möchte dies aber lieber— um dem Kongr-.ß Zeit zu ersparen— privatim thun. Anseele besteht unter Zustimmung der Versammlung auf einer öffentlichen Antwort, welche man der gesammlen Arbeiter« schast der Well schuldig sei. Shipton erklärt darauf in gewundener Rede, daß das Parlamentarische Komitee nicht unabhängig gehandelt habe. Es sei ein alter unverletzlicher Grundsatz der Trades Unions, als Vertreter derselben nur wirkliche Arbeiter an- zuerkennen, und sie hätten annehmen muffen, daß fie es mit Richtarbeitcrn. Zeitungsschreibern und dergleichen zu tbun hatten. Sie— die wohlgenährten Herren des Pari. Com— seien auch Arbeiter— gewesen(!). In der gedruckten Einladung habe man alle Bedingungen mit- getheilt. Wenn die Deutschen nicht in der Lage waren, fich denselben arnupaffen, so ist das doch nickt Schuld des Komitee's! Die Trabes Unions können doch nicht ihre ganze altehrwürdiae Organisation in Frage stellen um der Deutschen willen. Er achte, er bewundere die Führer, sehe aber keinen Weg zu deren Theilnahme am Kongreß. Anseele antwortet leidenschaftlich und unter großer Auf- regung des Kongreffes; die Behandlung der Deutschen zeige eine grenzenlose Ignoranz der deutschen Verhältniffe. Weiß man nicht, wer Beoel und Liebknecht seien?(Lauter Beifall.) Haben ste nicht ihr Leben dem Dienste des arbeitenden Volkes geweiht, Verfolgungen und Kerker mannhaft erduldet in diesem Dienst? (Stürmischer Beifall.) Bebel ist sogar nach London gekommen, um über die Bedingungen der Theilnahme am Kongreß zu unterhandeln. Es war noch Zeit, ste zu ändern, aber man hat nichts in dieser Richtung gethan. Die deut- schen Arbeitervertreter find Arbeiter, Bebel ist Arbeiter und steht im Dienste der Arbeit. Seine mächtige Stimme, seine reichen Elfahrungen würden auf diesem Kongreß von unschävbarem Stutzen gewesen sein zur Belehrung und Organisation der Muffen! (Lang andaltender stürmischer Beifall.) G a l b r a i t h(London) vertheidigt das Parlamentarische Komitee, worauf L a m s im Rainen der französtichen Delegirten dem lebhaften Bedauern über die Abwesenheit der deut- schen Arbeiter Ausdruck giebt. Er erinnert die Ver- sammlung in wmmen, dankbaren Worten an den furchtlosen Protest Bebels und Liebknechts im Norddeutschen Reichstag gegen den Bruderkrieg von 1870. Das französische Voll wird diese That nimmer vergcffen.(LanganhaUender stürmischer Betfall.) Shipton(und Herr Broadburst neben ihm) befindet fich offenbar nicht wohl. Es liegen 2 Resolutionen vor. welche dem Bedauern über die Abwesenheit der Deutschen Ausdruck ge- geben. Sie werden der Geschäftsordnungs-Kommisflon zur besseren Formulimna überwiesen.— Uebergang zur Tagesordnung: Bericht über die Arbeitsoerhältniffe in den ver- schiedenen Ländern. Delporte berichtet über Belgim. Die arbeitenden Klaffen Belgiens find von der Theilnahme an der Gesetzgebung ausgeschloffen. Rur wer eine direkte Steuer von 42 Frts bezahlt, befitzt das Wahlrecht in die Abgeordneten« lammer. Für die P ovinzialvertretung ist das Wahlrecht an eine dirette Abgabe von 20 Frks., für die Kommunalwahlen an eine solche von 10 Frks. gebunden. Für letztere Körper- f(haften kann das Wahlrecht auch durch ein Bildungs Examen erworben werden, welches aber die meisten Arbeiter nicvt be- stehen können, und das vor allem kleinen Beamten und Kauf- leuten zu Gute kommt. Belgien ist ein dichtbevölkertes und hochentwickeltes Land. Die Lage der Arbeiter ist eine sehr traurige und hat fick besonders in den letzten Jahren durch die Entwickelung des Maschinenwesens und die industriellen Krisen bedeutend verschlimmert. Die Erhebungen des Generalrarh-s der belgischen Arbeiterpartei ergeben ein Sinken der Arbeils- löhne in dm letzten 10 Jahren in allen industriellen Berufs- arten von durchschnittl'ch 10 pCt. In einzelnen Zweigen er- reicht fie 20, ja sogar 80 und 40 pCt. Ein derartiges Zurückgehen der Löhne, sowie der unglückliche Ausgang so vieler wichtiger Arbeitseinstellungm ist turch den Mangel einer strammen gcwerischafrlichen Organisation zu erklären. Die Auf- stände der Grubenarbeiter vor 2 Jahren find ebmfalls auf unerträgliche- Elend der Arbeiter zuiitckzulühren. Die von der Regierung eingesetzte Untersuchungs Kommission hat schauderbafte Zustände bloßgelegt; die Arbeiter haben aber wenig Vertrauen in die in Ausftcht gestellten aesetzlichm Maßregeln zu ihrem Schutze. Belgien hat keinen Normalarbeitstag, die Arbeitezeit ist deshalb sehr lang— in einigen Industriezweigen bis zu 14 Stunden— und die Löhne find niedrig. So verdienm Bäcker bei 14 stündiger Arbeitszeit 1,50 Frks.; Metzger 150 Frks.; F» 1 ck e r 2 Frks.; Bierbrauer höchstens) 4 Frts.; Schuhmacher an größeren Orten 3 Fcks., an kleineren weniger; Konfektionsschneider, welche meist dieser ganzen Zeit nichts senden sonnte. Jetzt aber, Gott sei Dank, glaube ich Dir wieder etwas schicken zu können; ja wir können jetzt sogar sagen, daß un« Fortuna lächelt, und ich will Dir das gleich mitlheilen. Also zuerst erräthst Du wohl, mein lieber Rodja, daß Deine Schwester schon seit anderthalb Monatm wieder bei mir ist, und daß wir uns auch künftig nicht mehr werden zu ttennen brauchen. Gott sei gedankt, ihre Qualen haben nun ein Ende, aber ich will Dir alle» der Reihe nach erzählen, damit Du erfährst, wie alle» zugegangen ist und was wir alle» vor Dir verHeim- licht haben. Als Du mir vor zwei Monaten schriebst, daß Du gehört habest, Dunja wäre vielen Unbildm im Swi- drigailow'schen Hause ausgesetzt und als Du von mir exakte Erklärungen verlangtest,— was konnte ich Dir da ant- Worten? Hätte ich die ganze Wahrheit geschrieben, so wärst Du im Stande gewesen, alles zu verlassen und im Nothfall zu Fuß hierher gekommen; denn ich kenne Deinm Charakter und Deine Gesinnungen, Du würdest es nicht geduldet haben, daß man Deine Schwester beleidige. Ich selbst war in Verzweiflung, aber was konnte ich thun? Die ganze Wahrheit kannte ich damals selbst noch nicht. Die Haupt- schwierigkeit bestand eben darin, daß, als Dunetschka im vorigen Jahre als Gouvernante in jenes HauS eintrat, fie ganze hundert Rubel voraus nahm, unter der Bedingung, daß dieselben ratenweise von der MonatSgage abgezogen werden sollten; daher konnte sie auch den Platz nicht eher verlassen, bevor die Schuld nicht getilgt war. Diese Summe aber(jetzt kann ich Dir alles gestehen, mein theuerster Rodja) war hauptsächlich dazu bestimmt, um Dir davon sechzig Rubel zu senden, die Du damals so nothwendig brauch: est und die Du auch im vorigen Jahre von uns empfingst. Wir haben Dich damals getäuscht, als wir schrieben, daß dies Geld von Dunetschka erspart sei; es verhielt sich nicht so, jetzt erst schreibe ich Dir die volle Wahrheit, da sich sitzt plötzlich alle« geändert hat, und zwar, vach Gottes Willen, zum Bessern, und damit Du weißt, wie Dich Dunja liebt und was sie für ein goldenes Herz hat. In der That. Herr Swidrigailow war anfangs sehr grob mit ihr und begegnete ihr unhöflich und rücksichtslos... Doch ich will mich jetzt in alle diese trüben Details nicht einlassen und Dich nicht zu Hause und 14—16 Stunden arbeiten, bis zu 4 Frks.; Schneiderinnen 2—3 Fcks. Die S p i tz e n i n d u u r i e ist in vollständigem Verfall und die Ursache großen Elends. Der Tagesverdienst einer Arbeiterin ist 75—60 Centimes. Schriftsetzer verdienen bei 9— lOstündiger Arbeitszeit 3 bis 5 Frks. täalich, muffen aber oft feiern. Lithographen sind etwas besser bezahlt. Männbche Leineweber bei 11 bis 12stündiger Arbeitszeit erhallen als Maximum 2,50 Frks.. weibliche 1,20 bis 2 Frks. Kinder von 50 Centimes bis 1 Frks.; Grubenarbeiter von 2,25-3 Fcks., Frauen 40—50 pCt. weniger. In der Borinage werden die letzteren noch in den Gruben beschäftigt, in den übrigen Basfins ver- wendet man fie nur zu Arbeiten über der Erde Bis vor einigen Jahren daben die belgischen Arbeiterver- eine keine organische Veibindung zwischen fich unterhatten. folitische Veleine, Produkliogenossenschaften, Konsum und rankenvereine, Wid rstandskaffen u. s. w. gingen unabhängig von einander ihren Weg. Im letzten Jahrzehnt hat fich das Bedürfniß eines einhelllichen org mischen Vorgehens gellend ge- macht und die..Belgische Arbeiterpartei", welche mit politischen Mitteln die Befreiung der Arbeiterklasse durch Abschaffung des Lohnsystems anstrebt, ist der Mittelpunkt und das leitende Organ der ganzen Arbeiterbewegung geworden. Die Belgier hoffen von den Engländern in Bezug auf die Ge- werkschattsorgantsation zu lernen. Andirerseits können sie fich der Erwägung nicht verschließen, was die englischen Arbeiter mittelst ihrer gewaltigen Organisationen zur Befreiung der ar- bellenden Klassen thun könnten, wenn fie fich entschließen würden, diese Macht polittsch und im Klassenintereffe anzu- wenden. Der Bericht schließt mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß der Kongreß die Grundlage der Vereinigung der Arbeiter aller Länder bilden werde. Der internationalen Gesetzgebung zum Schutze der Arbeit muß die internationale Vereinigung und Bei- ständigung der Arbeiter aller Länder vorangehen, der inter- nationalen Koalition des Kapitals die internationale Vereint- gung der Arbeiterklaffe entgegengesetzt werden. _(Forts, folgt.) Politische Ueverstcht. Ueichotag»- Sröffnung. Der„Reicksanzeiger" enthält folgende Verordnung, betreffend die Einbe- rufung des Reichstages. Vom 9. November 1888. Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen:c. verordnen auf Grund des Ättikcls 12 der Verfassung, im Namen des Reiches, was folgt: Der Reichstag wird berufen, am 22. November dieses Jahres in Berlin zusammenzutreten und beauftragen Wir den Reichskanzler mll den zu diesem Zwecke nöthigm Vor- bereitungen. Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedruckicm Kaiserlichen Inst gel. Gegeben Marmor-Palais, den 9. November 1888. (L. 8) Wilhelm. von Bismarck. Da» Revistanourtheil des Reichsgericht« in Sachen des aus Sutt n ausgewiesenen Buchdrucker Herbert wegen Bannbruchs gehört zu den Uitheilen, über welche Juristen- und Laienwelt schon s>it langem die Köpfe schütteln. Das Urthcil des Reichsgerichts stellt fest, daß Herbert sich eines Bann- bruchs schuldig gemacht, weil der Zug, mit dem er von Star- aard aus Stettin pasfirte, dort hielt. Daß Herbert den Wagen nicht verlaffm, käme nicht in Betracht, dagegen würde ein Bannbruch nicht vorliegen, wenn der Zug ohne Aufenthalt das Banngebüt passtrt bätte. Auf welche G.ü'de diese feine Unterscheidung des ReickSgerichls fich stützt, wissen wir nicht; es siel uns aber unwillkürlich eine Unterhaltung ein, welche vor Jahren einmal der verstorbene Reichstag eadgeord-rete Kayser mit dem gleichfalls schon verstorbenen Reichsiazeabgeordneien Dr. v. Schwartze über diesen Punkt hatte. Kayser, der bekanntlich aus verschiedenen Gebieten Deutschlands auf Grund eines richterlichen Urtheils, das ihn wegen Verbreitung verbotener Schriften mit zwei Monaten Gefängniß belegt halte, aus- gewiesen war, fragte eines Tages den Dr. v. Schwartze: ob er (Koyier) fich eines Bann druckt s schuldig mache, wenn er ohne Erlaudniß auf der Eisenbahn ein Banngebiet durchreise, ab r nirgends den Wagen oerlaffe. Dr. v. Sch rartze, Ver allgemein als einer der bedeutendsten Juristen angesehen wurde und in der Sozialistenzesetz-Kommisfioa 1373 Referent war, also mit dm Intentionen des Gesetzes beffer als irgend ein anderer ver- traut war, erklärte:„W enn Ste denBannkreis, ohne den Wagen zu verlassen, passiren. liegt kein Bannbruch vor, aber Sie müssen st eis Sarauf gefaßt sein, daß irgend ein Um st and, etwa ein Eisenbahnunglück» Sie zwingt, den Wagen zuverlassen, und dann habenSie Bannbruch begangen." Wir wetten Tausend gegen Eins, daß bei einer Umfrage unter Juristen und L-im Deutschlands die ungeheure Mehrhell der Auffaffung des Dr. v. schwartze und nicht der« unnützer Weise auftegen, da doch jetzt alle? vorbei ist. Kurz, ungeachtet Marfa Petrowvas, Herrn SwidrigailowS Gattin und der übngm Hausgenossen guter und wohl- wollender Behandlung, hatte eS Dunetschka doch sehr schwer; besonders, wmn sich Herr Swidrigailow unter dem Ein- flusse des Bacchus befand,— eine alte Gewohnheit vom Regiment her. Wa« aber zeigte sich später? Denke Dir nur, dieser Faselhans hatte schon seit längerer Zeit für Dunja eine Leidenschaft, die er unter der Maske der Grobheit und Mißachtung verbarg. Vielleicht schämte er sich auch und war in Verzweiflung darüber, daß er, in feinem Alter und als Familienvater, noch solchen leichtsinnigen Gedanken nachhing, und war deshalb auf Dunja böse. Vielleicht wollte er auch vor andern nur seine wahren Gesinnungen durch Grobheiten und Spöttereien verbergen. Endlich aber konnte er sich nicht mehr beherrschen und wagte eS offm, Dunja ehrlose Anttäge zu machen, indem er ihr eine große Belohnung versprach und ihr in Aussicht stellte, daß er alles in Stich lassen wolle, um mit ihr mtweber auf ein anderes Gut oder, nach ihrem Belieben, in« Aus- land zu ziehen. Du kannst Dir denken, was sie da leiden mußte! Das HauS auf der Stelle verlassen, konnte sie nicht, erstens der Schuld wegen und dann auch um Marfa Petrowna zu schonen, die sofort Argwohn geschöpft haben würde, wo- durch folglich Zwiettacht in der Familie entstand n wäre. Und auch für Dunetschka wäre e« ohne großen Skandal nicht abgegangen. Es waren da noch viele andere Gründe, so daß Dunja auf keinm Fall rechnen durfte, dieses schreck- liche Hau« vor Ablauf von sechs Wochen verlassen zu können. Du kennst ja Dunja und weißt, wie verständig sie ist und was sie für einen Charakter besitzt. Duneisckka kann viel ertragen und ist, selbst aufs Aeußerste gebracht, noch so hochherzig, daß sie nicht leicht außer Fassung geräth. Um mich zu schonen, schrieb sie sogar mir nicht alle», obgleich wir öfters Rachrichtm austauschten. Die Lösung aber kam ganz unerwartet. Marfa Petrowna belauschte einst ihren Mann, als er Dunetschka im Gartm um Erhörung bat, und, alle» mißdeutend, beschuldigte sie Dunetschka, an allem schuld zu sein. JmZGarten selbst entstand eine fürchterliche Szene; Marfa Pettowna schlug sogar nach Dunja, sie hörte jenigen des Reichsgerichts zustimmm würde, well die Ml v. Schwartze als die natürliche und st» verständliche erscheint. Ein Gesetz darf nicht anders ausgelegt werden, als daß es entlpricht. was der gesunde Menschenverstand sindit. Ein Gesetz wttd nickt der Juttsten wegen, sonder« Volkes weg n gemacht. Wer des Gesetz bcacktm soll, wu«' einem gesunvm Durckschnittsveistand ausgestattet daffeloe l versieben können. Sobald die Auslegung des Gesetzt» juristischen Kniffeleien und svitzflndigen Tüfteleim abhängt,1 liert es, und wenn es ein hundert Mal befferes Gesetz ist, das Sozialistengesetz, Allmälig kommt es bei uns auf dem' biete der paltttschen Strafrechtspflege so weit, daß dura mit äußerstem juristischen Scharfsinn ausgeklügelten Des eines R chieikollkgiuns des Reichsgerichts ein ganz nn>cs geschaffen wird, ern Recht, das eben so sehr mit dem Gesetzgebers, w'e mll den Anschauungen des Bolls im sa» Widerspruch steht. Wenn die Sicherheit des Reck» wichtigste Fundament der Staaten ist, dann sorge man« 1 Linie von oben, daß das Volk in seinem Rcchtsbewußtiem i verletzt und in seinem Vertrauen auf den Rechteschu» Staats nicht wankend gemacht wird. Es giebt aber viele- die in einer Judikatur, wie fie das Reichsgericht in BeW den vorliegenden Fall und ähnliche Fälle übte, aua „Untergrabung der bestehenden Staats- und GeftiM ocdnung" erblicken, und das kann doch unseren Sta unmöglich angenehm sein Zse« Reichstage sollen in seiner bevorst. h-nden auch die vom Bundesratbe vorzuschlagenden Verordnungen! die Regelung Jier Beschäftigung gewerbliches b eiter an Sonn- und Festtagen vorgelegt . ÄC__ wt------- m, r- biete Wischer od jwhenben Stl «eftrebung «nfammlungen asfi '■< zu: Ueberwr wen mll der «nsiänvniß fül «nbm. Bekanntlich find Berichte über die vom Reichskanzler vera» W Ropsch in I_________ den Abgeordneten», Tage ach gangen. Die Verordnungen sollen fich im AnW. r? Tiuckschsift ....."..... scher JnduftZZ L�e.K°tizeib Erbebungen berells im vorigen Jahre Vorschläge, die vom ZeMralver bände deutscher WAWEHWW Arbell an Sonn- und Festtagen entspricht der«Men äülj SÄ'cÄÄSa sä" unvermeldlich, soweit die Natur des Gewerbebetriebes eirs� sSS�te schub oder eine Unterbrechung aus technischen Gründen" inner stattet; zum. Zwecke der Ausfühiung von Rrparatpcenjz,% c® WMLMMUtiM Zw.ckeder RevifiomRiinigung oder Instandhaltung der undF�brikräume sowie endlichmsoweit. als fie durch die tza>»� e. ar dwi( °n Arbe ISSr Feststellung derjenigen«Atzt bezüglich deren die Nllur des Betriebes einen Aufi� eine Unterbrechung an Sonn- und Feiert agm aus tw G rinden nicht gestattet, ist Sache der örtlichen Ver»«, behörde. Der Erlaß allgemein giltizcr Bestimmungen Art der hierunter fallenden Gewerbebetriebe, sowie£?»• Nach de Maß der bei denselben an Sonn- und Festtagen%.svbeiter fr Arbeit— sei es im Wege des Gesetzes, sei es im%W| Zb�durch, Beschlußfassung des Bundesraths— wird weder als k MNung' noch mit Rücksicht auf die Verschiedenartigkeit der B-ttin und die ständig wechselnden Anforderungen der Te� ausführbar erachtet. 5) Die Genehmigung der Arbeit und Festtaa-n in anderen als den«nb 2 bezeichneten bleibt der Ortspolizeibehörde auf Antrag der Betherligt» lassen. 6) Als Arbeit an Sonn- und Fetttagen ist W Arbeit anzusehen, welche in der Zell von 6 Uhr Mar� 6 Uhr Abends fällt.— Wir kommen auf diese scha Bestimmungen noch zurück. IedenfaU« i« Zl»schl«ß an die vor einiger öffeml-chte Kundgebung des Ministers ve», n e r e n über größere Vorsicht bei Auf! S_Wi liehet Versammlungen und auf Anregung des*, Inneren haben, w e offiziös mitgetheilt wird, kürzlw gierungspräsidenten Anlaß genommen, M~/ räth e und städtischen Polizeiverwaltun»S, We-sungen zu versehen, um ungerechtfertigten Ausiöia"�« Versammlungen entgegen zu wirken. Es find feitet, gi rungSpräsidenten die geltenden Bestimmungen über v»' liche Ueberwaching öffentlicher Versammlungen in GS, gebracht worden mit dem Hinzufügen, daß die KenntM um so nothwendiger ist, als die Abhaltung öffenilw�u! sammlunzen in l ä n d l t ch e n Ortschaften bäufiä/.> Es folgt sodann die Anordnung über die Anmeldefrist Einholung der Genehmigung der Ortsvolizeibehörde, versagt werden darf, wenn aus Abhaltung der Leritz Gefadr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu � ist. Hervorgehoben wird auch, daß dm überwachenden' beamten auf ihr E ri ordnen durch den Vorsitzenden jS, über die Person der Redner zu gebm ist. �jeirO y I Ott °'>Ä ***** « Ii fe" tont, daß alle s o z i aldemo tr atisch en ic. ig| e auf nicht», schrie eine ganze Stunde lang und endlich in einem Bauerwagen sofort zu mir in b � Ihre Sachen, Wäsche, Kleider, alles wurde, ungeor � unverdeckt, in den Wagen geworfen und die dele.�».jitle�_ beschimpfte Dunja mußte während eine« tüchtigen V y Smu• s Tää? Wahrheit schreiben durfte ich nicht, daS hätte DtchSl mu l- gemacht, erbittert und empört, und waS hättest� 1*%, lönnen? Dich selbst hättest Du in« Verderben# wn t».�"t KÄ �unptCfhf/*• oinot* nbet lönnen? auch verbot es Dunetschka; einen Brief aber eschwätz zu füllen, während die Seele mit Geschwätz zu füllen, während die Seele mll belastet ist, da« konnte ich nicht. Einen.. dauerten die Klatschereien über diese Geschicks -----------»» vy v»v»vw UUCl VlCft � �'"r' 1.» �*4 Stadt, e» ging so well, daß wir nicht mehr de». gehen konnten, der verachtungsvollen Blicke flüsterS wegen, denen wir ausgesetzt waren; sog. Gegenwart wurde laut darüber gesprochen. � � g> gingen un« auS dem Wege, alle hörten auf, u � und ich erfuhr aus guter Quelle, daß ewig..... guter Quelle, daß unS die schwachvolle Beleidigung anthun � Hausthor mit Theer zu beschmierm, st> p-- wollte». wirth sogar verlangte, wir sollten ausziehen. —_.. Qm r evi_. r> war Marfa Petrowna schuld, sie hatte®umjt W Häusern angeklagt und angeschwärzt, ßw. un» /SlA-Vi. L*-----•* Y-----— T'r—'jbt! WIIV xi Stadt bekannt, kam damals fast täglich H�SheiU» a intimsten Angelez�» �[ sehr zu schwatzen und ihre mtrmstm»ng � v», zählen liebt, besonder» gern aber rg ha� mann verklagt, wa» doch sehr schlecht 1. per t kurzer Zeit diese ganze Geschichte �%!»] sondern sogar rm ganzen Bezirk herumgev. �el,. ganz krank davon; Dunetschka aber war J � iind 0%, M M ------.-vv..,«cuncxicyia aoer!>"" i- unb t» � hättest Du nur gesehen, wie sie alle« ertr. cin � noch tröstete und mir Muth einsprach- unsere Doch, durch Gottes Barmherzigkell nahm � �dell� an -i-.=«--—' schließlich ein Ende. bereute und stellte, magrzcyeiniiq QU»-�'''r->h seiner Frau vollständige und sichtbare Bew itl die W f oecb ieten find, welche auf Förderung sozlaldemolcatischer, nd silp Mistischir oder kommunistischer, auf den Umsturz der ; darf» Whmden Staats- und Gesellschaftsordnung gerichteter ia% es* Inlrebun gen hinarbeiten. Wo solche Bestrebungen in >crstand tS«"tanmlungen irgend welcher Art hervortreten, soll die Auf- ''-------' Mm"----------- Erlaß daß ...........»___ o—_______________„___ i_____ Be- 3 Gesc?e§ Wim mit der nothwendigen Umficht und Energie auch das n abhängt,«nftändniß für die zur Berathung gestellten Gegenstände ver- Gesetz ist, Wm. s auf dem Mit Vrauft« muß jeder liberale Spießbürger einen Be- daß dura'«dt lesen, ver der„Boss. Ztg." aus Mkckiendurg.Schwerin tcn Deßailit* wimn 7. November zugeht. Da heißt es nämlich: Seit einigen mz neues% Wen macht fich unter den Sozialdemokraten unseres Landes zem Willens Mchiedenen Punkten eine gesteigerte Regsamkeit bemerkbar. er einigen öffentlichen Versammlungen, in welchen die es- und Jnvalidenverficherung der Ardeiter den Gegenstand Verhandlungen bildete, zeigte fich dieselbe in der Verthei« i von Druckschriften, welche am letzten Sonntag gleichmäßig verichiedenen Orten erfolgte. In den Städten Doberan und ZVelin wurde maffenhaft ein Flugblatt verbreitet, welches die Nchrift„unsere Landleute, Handwerker und Arbeiter" trug zum Anschluß an die Arbeiterpartei, an die„känp senden >er" aunordcrt. Den fich Anschließenden werden goldene rge als Wirksamkeit der Partei in Ausficht gestellt(„Goldene 'ii als Wirksamkeit" find gut. Red. des„B. V."), gegen die senden wird gehetzt, dabei aber immer das letzte Ziel der mdemokraiie verhüllt.(Die„Enthüllung" wäre auch zu Merlichi Red.) Das Werk schließt mit einem Hoch auf die �wolratische Partei. Als Drucker und Verleger nennt fich ■i Jlöpsdj in Chur. In der Stadt Bützow langten an dem» ,-.�Z.Tage acht sozialdemokratische Sendboten aus Rostock mit im{? Druckschrift an und vcrthellten dieselbe von Haus zu Haus, W-ßolizeibehörbe dazwischentrat, die Druckschriften fich aus- H und die Namen der Verbreiter auszeichnete. Auch Zelltage« � Dörfer erstreckte fich diese Thätigkeit. Aus Lichtm- thuirli«�„ dei Warnemünde wird gemeldet, daß fich dort am letzten zu bcze!ai>oT m., � iwei auswärtige Männer einfandm. fich an der Kirch- jerrscherrbsu ßi,,.. Wellten und jedem Besucher des Gottesdienstes eines agen ist'"v, gu? �«tler in die Hand drückten. In etwas adweichmdcr r.kaä»hunr Mack». ba m.«n, iedes stch die Partei vor etwa vierzehn Tagen in runden ßy®J0/,7!n bemerkbar. Hier wehte eines Tages auf einer hohen larature«. i j, r?«n bat Chaussee von Schwerin nach dem nahen Ostorf, nes ft'*%K kJmfbe der Artilleriekaserne, eine rorhe Fabne von beträcht- rden m*? auf welcher man die Worte las:„Zur Erinnerung >g derZv�z; r$f, zehnjährige Bestehen des Sozialistengesetzes vom dieH«Wt ltfZ.lv* 1878." Die Fabnc wurde sofort von der Polizei '"'Wt."_(=rf,rcrfHA I ©chiffflj t. ist �°�in�hat seinen Abschluß �dahrn gefunden, daß der Land- che levis)" Schrecklich, schrecklich! Kampf der beiden Landräthe in Dramburg- nigen Dramburg mit 102 Stimmen gegen 92 über den a AufW'.x, von Schtvelbein gesiegt hat.— Lied Vaterland kannst aus M*5w L'f«! m Vers�Ä(?;■,;*'>» dreiste» Anstnne» ist von den Konservativen in nungev.� ei Q" Arbeiter gestellt worden, die deutschfreifinnig gewählt sowie Nach der„Danz. Ztg." erhielt eine Anzahl dorriger sttagen er�ll üüi v;?"ter folgendes Schreiben;„Ew. Wohlgeboren ersuchen z im �Ferdurch, Donnerstag, den 8. d. M, Abends 8 Uhr, in der r als**2|| k v�rlung des konservativen Vereins anwesend zu sein, um b�viUve: zu oerantworten, aus welchem Grunde Sie bei der .vi am 30. Ottober liberal gewählt haben. Der Vorstand �«servativen Vereins."— Das ist der Segen der offenen .Nie koUfrei» vinfuhr von ZKeht soll dem Anscheine 1°uch an 0« deutsch holländischen Grenze in der nächsten .Schwert werden. Die preußische Zollbehörde hat schon , Maßnahmen getroffen, namentlich auch nach der„Barm. M für jeden der Grenzorte über den Mehlhandel eine bSÜ. �»eordnet. mit welcher preußische Privatleute gegen er Betch der ilrbeit a« stchnete« i-theiligs zen ist Ihr Mors lese sch einiger flu<>«/ fTNstigK*»to„Deutsch, Arbeiterzeitung», welche die z Mnist�q, sogar d» n?'??.Kommerzienrärbe gegründet haben, bat fich ''' duuriellrr-MMtführer des Zentralverdandes deutscher In- Atßert.»%((f, in einer Ausschußfitzung abfällig ge- tl'tu«S�«Nustft°n...«�alverband sollte nämlich dahin wirken, die AustSso�l Mr-N. feerr m k Deutschlands für diese Zeitung zu inter- 1 icütti Wj biffjj j, Bueck erklärte, das Direktorium habe geglaubt, 1 über die �«%$ nicht nachkommen zu können, weil ein der- , in ErfjS baltisch m verbreitetes und redigirres Unternehmen nicht K-nnta'«� er eine Zeitung, die in Berlin in doktri- öffentliiifi M-i e M e abaefafet werde und die blos sozialpolitische iufi.««' eldefrist S und die blos sozialpolittsche bringe, sei der Arbeiter Dinltorium es kaurn sür tzenden*£' !s wird W �6«uw cane oas �»rrrrorrum es ruui» ,ue Sch fn 1 � allgemein gehallene Zeitung in einer Weise VlstiL�'utoUen. daß das Fntereffe der Arbeiter an die & Uff.!!?" fragen gefesselt werde. November. Gegen das Urtheil der hiefigen k l'Utn ikl e, �en Bauer Josef Klein von Zell-Riedle von I?«o*ia«f,"bobentn Anklage wegen Vergehens gegen§ 19 ««Nstengesetze» und die§§ 47 resp. 49 Str..G.-B. frei- ungeord-� £ bei«? '• ii(arf Dar DuniaS Brief, den sie schon ftüher, noch &"ffen f. sie mit ihrem Mann im Garten an- 0? ,nünbIiAte'«�m öu schreiben genöthigt gewesen war, cnüvlfl �ehves �-».��rungea und heimliche Zusammenkünfte ligen Ä�str,&■ Dieser Brief war nach DunetschkaS Abreise in zernwag �5 �ssallowS Händen geblieben; sie hatte ihm in auf De jr Ärbio®a"i entrüstet und auf das Entschiedenste sei« 1 �•winöilJ x-»orftoJen/�men' namentlich Marfa Petrowna gegen- � 5?«»f nz-n A; pU«. stch? di« K(Fortsetzung folgt.) «WM 'S-'° r'n Knust und Kebe«. & der abgeschmackteste Ab-rglaub- r»?en auf das Landvolk noch befitzt und welche _• w � � � SirMtkolfiinft MMMSM % mmämsm zers wurde bestimmte --------— gemartert � r Änt- S;' Ist babe et dnD uun diesem fürchterlichen Schicksale ,u ent- lich' �elchx d Wr Anzeige gebrachte strafbare Handlung Geführt«I i1 eingeleiteten Erhebungen zufolge that- worden war. sprach, hat die hiefige Staatsanwaltschaft die Revision beim Reichsgericht eingelegt. Die Freisprechung der übrigen drei Be- theiligten ist somtt rechtskräftig. Konstanz, 6. November. Gestern hatte fich die Straf- kammer wieder mit der Aburthellung zweier Sozialisten zu be- faffen. Es wurdm Karl Rheinbold von Konstanz und Gottlob Schlagenhauf von Ebingen wegen Vergebens gegen§§ 128 und 129 des Str.- G.-B. und wegen Vergehens gegen§ 19 des Sozialistengesetzes und zwar Rheinbold in eine Gefängnißstrafe von 10 Monaten, Schlagenhaus in eine solche von 2 Monaten verurtheilt. Die„Konst. Ztg.", die sonst aus- führlich über Strafkammerfitzungen derichtet, meldet bedauerlicher- weise nur das Endresultat der Verhandlung. Da» Abkomme«, welches die englische Regierung bezüg- lich des Sklavenhandels an der afrikanischen Küste mtt der deutschen und der französischen Regierung getroffen bat, ist das Todcsurtheil für die Kolonialpolitik der Roblfs, Peters und Konsorten. In dieser Beschränkung des Abkommens auf die See und in der Hinzuziehung Frankreichs drückt fich der Ent« schluß aus, keine gemeinschaftlichen Landexpedttionen zu machen. Und da unter solchen Verhältnissen die Arbeiten und Geschäfte der Peters und Genoffen wahrscheinlich thatsächlich beendigt find und Höchstens noch ein Fliduflier-Nachspiel haben könnte— das indeß sehr gefährlich wäre— so werden die Herren Beters und Genossen allerdings, wenn fie klug find, keine andere Wahl haben, als zu„liquidiren." Sind fie nicht klug, nun, so unter- lassen fie es, und versuchen es mtt etwas Abenteueret aus eigene Faust. Aber, wie gesagt, die Sache ist gefährlich. Ob der Gang der Verhandlungen mtt England den Wünschen der deutschen Regierung so ganz entspricht, wie jetzt offiziös behauptet wird, das wollen wir dahin gestellt sein lassen. Jedenfalls ist das, was erreicht worden ist, nicht das, was von unfern Kolonialschwärmern auch in offiziösen Zeitungen als crstrebmswerth, ja als nothwenvig hingestellt worden ist. Unter allen Umständen aber kann das deutsche Volk fich Glück wünschen, daß die deutsche Kolonialpolitik durch die Logik der Thatsachen wieder in ungefährliche Bahnen gedrängt worden ist. Es bestätigt fich auch hier wieder die alle Wahrheit: die Verhällniffe find vernünftiger als die Menschen. Ketreffa der zollfreie« Einfuhr»»« Orot» Mehl, Katter»»d Fleisch hat das Hauptzollamt ,u Zittau noch eine wettere Bekanntmachung erlassen, auf Grund deren im Anschlüsse an die§§ 21 und 36 des Vereinszollgesetzes vom 1. Juli 1869 weiter angeordnet wird, daß die zollfreie Einfuhr nur auf den Zollstraßen erfolgen darf. Die eingeführten Waaren find unmttteldar nach der Grenz- überschmtung bei dem nächsten Zollamte anzumelden, und jede Zuwiderhandlung gegen diese Bestimmungen soll unnachstchtlich zur Bestrafung herangezogen werden.— Aus Adorf im Erz- gebirge wird gleichzeitig derichtet, daß ein Gutsbesitzer aus dem im Grenzdezirke gelegenen Dorfe Redersreuth, welcher an einem Tage dreimal je 6 Pfd. Mehl für seinen Hausbedarf aus Böhmen eingeführt hatte und dabei von einem sächstschen Zoll« deamtcn betroffen wurde, eine Geldbuße von 13 M. zahlen mußte und außerdem des von ihm eingeführten Mehls für ver- lustig erklärt wurde. Schweiz. Eine Delegirtenversammlung der aar- gauischen Grütlivereine hat betreffend das bundes- rätbliche«schreiben vom 11. Mai die Resolution der jurasfilchen Grütlivereine angenommen. Dieselbe lautet:„1. Die Delegirtenversammlung der aargauischen Grütlivereine protestirt gegen die versuchte Einschmuggelung des neuen, monarchischen Staaten nachgeahmten Instituts der polttischm Polizei. 2. Falls die Landesdebörden finden sollten, eine derartige Einrichtung ver- trage fich mtt unseren Jahrhunderte alten Freiheiten, so verlangen wir, deß dem Schweizervoll Gelegenhett geboten werde, fich hierüber auszusprechen." Großbrttnitttie«. Unterhaus. D.r erste Lord der Admiralität, Lord Hamilton, erklärte, die Zahl der britischen Kriegsschiffe an der ostafrilanischen Küste werde durch das eben dahin beoroerte Panzerschiff„Agamemnon" auf sieben erhöht. Der Unterstaats- serretär des Auswärtigen, Ferguffon, erklärte ferner, er glaube, es sei gegenwärtig deabstchtigt, daß das brttische und das deutsche Geschwader zur Unterdrückung des Sklavenhandels an der oft- afrikanischen Küste getrennt vorgehen sollen. Die deutschen Schiffe würden wahrscheinlich ihre Aufmerksamkeit dem unter deutschem Einflüsse stehenden Küstengebiete schenken.— Bei der Berathung des Etats sür das Unterrichtswesen er- klärte Hart Dyke, die Regiemng werde den Bericht der Untersuckungslommisfion auf das Sorgfältigste prüfen und in drr nächsten Sesfion ihre Absichten hinsichtlich der Empfehlungen des Berichts kundgeben. Im Lande herrsche eine starke Ver- muthung, daß die Regierung deadfichtipe. einen Angriff auf das gegenwärtige System des Elementar-Unterrichts auszuführen. Ihm, dem Redner, sei von einer derartigen Absicht durchaus nichts bekannt und würde er jeglichen Versuch, den durch das Gesetz von 1370 geschaffenen Zustand umzustoßen, mit der größten Besorgniß ansehen Ein solcher Versuch würde sofort die Unter« richisfrage in eine schwierige Kontroverse stürzen und die Ent- wickelunz des E�ziehungswesens nur verkürzen. Bei dem Banket des Lord-Mayors in Guild- Hall beantwortete S a l i s d u r y den Toast auf das Ministe- rium: Die Regierung sei fortan entschloffen, ihre eigene Politik fortzusetzen. Der Sackoille-Zwischenkall sei mehr Wablmanöoer als diplomatische Angclegenhett. Englands Beschwerden über das Vorgehen der Staatsmänner in Washington berühre keines- wegs die Beziehungen der beiden Nationen. Das Resultat der eben stattgehabten Wahlen zeige, daß das amerikanische Volk keineswegs das Verhalten der amerikanischen Regierung billige. — Der Aufstand in Afghanistan sei unterdrückt; es liege keine Veranlassung vor. Mangel an Loyalität seitens der Nachkam zu befürchten.— Die Vorgänge an der ostaftikanischen Küste seien weniger beachtenswerth, als die in Suakin, obwohl auch diese nicht zu Befürchtungen Anlaß gäben.— England habe seine Verpflichtungen gegenüber Egypten noch nicht erfüllt, allem die Zeit werde kommen, wo fich Egypten auf seine eigenen Kräfte verlassen könne und England nicht mehr gezwungen sein werde, dasselbe zu unterstützen. Da aber fortgesetzt von Fanatismus und von Sllaven Handel interesfirte Elemente die Grenze de- drohen und die Wachsamkett der Befehlshaber erfordern, so sei es klar, daß England die Pflicht zu erfüllen Habe, für Aufrecht- erhallung der Ordnung eimusteben und für die Srckemng dn SS? SÄ ÄÄ% K«,« mmmm# Reue anerkannt fehe, die Rüstungen zu vermehren. Da die Rüstungen alljährlich fich steigerten und ganz ungeheure Summen für V-ttbeidigungszwecke ausgegeben wurden, muß man fragen, obschon die Regietungen derselben stets den Frieden begünstigten, gebe es doch einen Tbeil der Bevölkerung, der den Krieg eifrig wünsche. England befinde sich nicht in einer solch nachthefligm Lage, denn während seine Regiemng unausgesetzt vor allem den Frieden wünsche, vertrete dieselbe in der That nur die Wünsche des Volks, dessen Anficht in dieser Beziehung eine vollständig einige und übereinstimmende sei. Am 9. Tage der Verhandlungen der Parnell-Kom- Mission wurde mit dem Verhör der von den„Times" zur Stütze ihrer Behauptungen vorgebrachten Zeugen fortgefahren. Der erste ausgemfene Zeuge war der Korrespondentdes sNew-Bork Her.", Joes, welches 1879 mit Parnell und Dillon zusammen auf dem Dampfer„Scythia" die Reise nach New Nork gemacht und die von ihm mit dem irischen Führer gepflogene Unterhaltung in seinem Blatte veröffentlicht hatte. In dem detreffenden Artikel, welcher im Gerichtssaal verlese« wurde, hieß es, daß nach Pamcll 25 000 Personen bis zum Febmar 1889 am Hungertuche nagen würden. Parnell gedachte freilich von Amerika Geld zur Abhilfe der Roth aufzutreiben; sein Hauptzweck bestand aber darin, stch Mittel zur Aufrechter- hallung der Agitation der Landliga zu verschaffen. 25 0r0 Doll. waren seiner Meinung nach genügend. Vor allem müsse der feige Sinn vieler irischer Pächter gebrochen und ihnen ihr An- sprach auf das Land khrgelegt werden. Parnell erklärte, daß diejenigen, welche fich der Agitation nicht anschließen würden. nicht mit Glacehandschuhen angefaßt werden könnten. Hierauf legte Sir Richard Webster die Registrirungsu-kunde der Zei» tungsgesellschaft„United Jreland" dem Gerichte vor. Patrick Egan hatte 237 Attien, Parnell 237, Kenn« 10, Biggar 10, W. O'Brten 2, Justin M'Carthy 2, und Lawler 10. Die Aussagen der sodann vorgeführten Zeugen sollten die Verbindung, mit welcher die Landliga zu dl« agrarischen Morden und zum Boycvtten stand, er» weisen. Der Polizeirichter Lewis datirte die Unruhen von der Gründung der Landliga im Jahre 1880 her. Zuerst sei ihm. nachdem er gegen einige detrügerische Pächter gerichtlich vorgegangen sei, sein Vieh auf dem Jahrmartt geboycottet, dann sein Heu angezündet und 1885 fast sein ganzes Haus in die Lust gesprengt worden. Der Gerichtsbote Frnlay sei wegen seiner amtlichen Eigenschaft ermordet worden. Der Priester Faby habe ihm(Lewis) sogar ins Geficht erkiätt, daß er um- Leben gebracht würde, wenn er fich nicht gütlich mit seinen Pächtern einigte. Im Jahre 1887 sei Lewis das Holz ver- brannt, seine Waldung niedergeschlagen und seine Zäune seil« niedergeschlagen worden. Der nächste Zeuge war dn Guts- Herr Lambert aus dem Kreise Galway. der am 21. Juni 1881 einen Schuß erhielt, und dessen gesammte Ardetter sich weigerten. für ihn zu arbeiten. Weitere Zeugen waren der Wtrth White, der geboycottet wurde, weil seine Schwester einen Verwalter von Mr. Lewis aeheitrathet hatte, und der Konstablerunteroffizier Coursey, welcher die Er- mordung des Gerichtsboten Finlay beschrieb, für welchen kacm ein Sarg aufzutreiben war. Alle Zeugen stimmten darin üoer- ein, daß die Unruhen mit der Gründung der Landliga degomren hätten. In einem Zimmer eines Hauses in Dorsetstreet-Whitechapel wurde eine Frauensperson ermordet vorgefunden. deren Leiche angeblich furchtbar verstümmett war. Der Mord scheint in die Kategorie d.r Verbrechen zu gehören, die vor wenigen Wochen London und ganz England erschütterte!:. Weitere Einzelheiten find bis zur Stunde nicht bekannt. FrattKreich. Als Jules Roche, der Referent der Budgetkow» Mission, in der bedeutenden Rede, die er während der Ge- neraldebatte in der Kammer hielt, auf das tragrsche Verhängniß aufmerksam machte, welches die Staaten Eueopas zu so unge» Heuren Rüstungen zwinge, behauptete die„Nordd. Allg. Ztg.", wahrscheinlich obne die Rede in einer anderen Form, als st- das Wolff'sche Telegraphendureau wiedergab, zu kennen, daß das Gegentheil von dem, was Jules Roche sage, richtig sei, daß die Rüstungen Frankreichs ganz Europa so große militärische Lasten auferlegten. Ein beute in der Kammer stattgehabter Zwischenfall beweist, daß die Regiemng in Frankreich den Vo:- wurf des Kanzlerblattes nicht verdient. Es stand ein Amende- ment des Abg. Dreyfus zur Diskussion, welcher beal sihtigte, die 42 Millionen, die einem aus der Initiative der Kammer her- vorgehenden, aber noch nickt dielutirten Gesetze zufolge zur Befestigung des HafcnS von Cherdourg verwendet werden sollen, für den Bau von Schiffen und die Vermehrung des Flottenmaterials auszugeben und dem Marinebudget einzuverleiben. Dreyfus begründete seinen Antrag unter anderem dadurch, daß die gewaltigen Ausgaben von 200 Millionen Mark, welche die deutsche Regiemng vom Reichstage für die deutsche Flotte zu verlangen im Begriffe stehe, der franwfischen Nation die Ver» stärkung ihrer Flotte zur heiligen Pflicht mache. Der Marine» minister widersprach diesem Antrag auf das Energischste und rief dem Abg. Drcysus von seinem Platze aus zu:„Wenn der Reichstag die 200 Millionen votirt haben wi>d. so würde ich von der Kammer einen Kredit von gleicher Höbe verlangen", und die Kammer klatschte ihm Beifall. Der Marineminister webst fich also dagegen, die Fiottenmacht Frankreichs zu verstärken, bevor Deutschland die seinige verstärkt hat, und sträubt fich dagegen, einen zur V e r t h e i d i g u n g der Küsten destimmten Kredit für die Flotte zu verwenden, welche zur Ver» thstdigung und zum Angriff bestimmt ist. Und die Majorität der Kammer ist der Anficht d-s Ministers. Ihrer ablehnende» Hallung gegenüber zog Herr Dreyfus seinen Antrag zurück. Holland. Wenn diezweiteKammer wieder zusammenttitt, wer» den die Abgeordneten eine ziemlich bedeutende Arbeit zu bewäl- tigen haben. Außer dem Seefischercigesetz hat das Nerikale Kabinet auch einen Gesetzentwust bezüglich der Arbeit von Frauen und Kindern in Fabriken eingebracht, und zwar auf der Grund- läge des bekannten Berichts, welchen die Enquete-Kommisston im Vorjahre veröffentlichte. Mit Ausnahme von Feldarbeit und leichter Hausarbeit ist jede Kinderarbeit bis zum 12. Jahr untersagt. Für einzelne, besondeis genannten Arten von Ärheit kann dieses Verbot bis zum 16. Jahr ausgedehnt werden. Nacht- arbeit in Fabriken ist für Frauen durchaus verboten, wäyrend junge Leute unter 18 Jahren im Sommer nicht länger arbeiten dürfen, als von 5 Ubr Morgens bis 7 Uhr Abends und im Winter von 7 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends. Außerdem wird ihnen, wie den Frauen, eine tägliche Ruhe von 2 Stunden gesichert. Die Sonntagsardeit ist untestagt. Auch dürfen Frauen in den ersten vier Wochen nach ihrer Entbindung nicht arbeiten. Dies find die Hauvtdestimmungen des Gesetzes, welches die Regierung am 1. Mai 1889 einzuführen beabsichtigt. Afrika. Nach über Benghazi eingegangenen Nachrichten fand in dem Gebiete des Sultans vo n W a dai, östlich von Tar'ur ein Zusammenstoß zwischen Mahdisten und der B e v ö l l e r u n g° 0 n W ad a i statt. Die Mahdisten sollen in stner Starte von 70000 Mann unter Gianud die Stadt Wadai angegriffen haben und mit einem Verluste ron 3000 Todien zurückgeschlagen worden sein. Bei einem erneuten Angriff nah- IS51! wa'u? siegreich ein. Der Sultan mußte tn das Ghiri-Gebirge fluchten. � Amerika. , Die repudlikanrsche Majorität im Reprä. * a ntenhause wird nach den nunmebr vorliegende« Wahlberichten auf etwa 15 Stimmen geschätzt. Ueber die kün- trge Zusammensetzung der Legislatur von Virginien hensci t nrch immer Ungewißheit, der donige demokratische Gouverneur wurde mit einer Mehrhett von 900 St. gewählt. Theater. #*;**##***.%)(( Hugenotten. Montag: Geschloffen. Kehaasptolha»». Geschloffen. WaLner-Theater. Madame Bonivard. Vor« her: Der dritte Kopf. Montag: Dieselbe Vorstellung. A»sa»»»She«t»r. Unkraut. Montag: Ein Fallissement. F�vtsch«» Theater. Die beiden Leonoren. Montag: Faust. Srtäiritti- Wilhelmstädtisch«» Theater. Kakadu. Montag: Dieselbe Vorstellung. »«ade»,'Theater. Die Wildente. Montag: Dieselbe Vorstellung. ZloUra-Theater. Dedorah. NackmitiagS 4 Uhr Schülev Vorstellung: Die Räuber. Momag: Die Stütze der Hausfrau. Fekleakttaaee-Theater. Der Rattenfänger von Hameln. Montag: Dieselbe Vorstellung. Aiin-rvSädttsch«» Theater. Marianne, eine Mutter aus dem Volke. Montag: Kabale und Liebe. Tratrat-Theater. Die Schmetterlinge. Montag: Dieselbe Vorstellung. Mitdarta-Theater Die Kinder des Kapitän Grand. Monrag: Dieselbe Vorstellung. Afeetf«rnS-Theater. Die drei Grazien. Montag: Dieselbe Vorstellung. ßemgwwgm'* Paritt». Spezialitäten-Vor- T»»e»»dia- Theater. Spezialitäten« Vorstellung. Theater»er Keiehehalle»: Spezialitäten- Torstellmrg. Mathalla. Speziilitäten-Vorstellung Berliner Theater. Sonntag, den 11. November: Der Königslieatenant. Dramatisches Zendild aus Goethe's Jugend in 4 Alten von K. Gutzkow. _(Friedrich Haast.) PV Anfang 7 Uhr.-M» Montaa. den 12. November: Uriel Arosta. (Friedrich Haast.) Anfang 7 Uhr. Dienstag, den 13. November: Demetri«. — Anfang 7 Uhr.— American Theater. Direktion A. Reiff. Up. IS. Sonntag, den 11. November: Zum 65. Male: Die Weisheit Salomoeekye. „FUeauhrn". Auftreten des urkomischen B e n d i x in setner neuesten Glanznummer als Stuben- dohner Franz. Auftreten deS Jnstrumentalisten Herrn Krüger und des Mimikers Herrn Rivolt. Anfang 6t Uhr. Entree 50 Pf., Dillets vorher im„Jnvalidendank" und Vormittag von 11 bis 1 Uhr an der Theaterkaffe. mW Cirkus Ü. Schumann. Karl- Ufer. Ecke Karlstraße. (Im früheren ZirkuS K r e m b s e r.) Der Girstn» ist gut geheizt."VS Sonntm, Den 11. Nooemver: S grosse Extpa-Vopstel'ungen. Nachmittags 4 und Abends 7t Uhr. Ja der Siachmittags-Vorstellung hat jeder Besuter das Recht, ein Kind unter 10 Jabrm frei mtteinzuführen. Beide Vorstellungen find mit verschiedenen glänzenden Programmen aus- gestattet. In beiden Vorstellungen Auttreten sämmtlicher Spezialitäten, Künstler sowie Künstlerinnen. Resten und Vorführen der bcstoresfirten Schul- und Freiheitspferde meines Marstallcs (Original. Dressur). Komische Entrees sämmtlicher CownS. Zum Schluß der Nachmsttaas-Vorstellung: Die goldene Flöte. Komische Ballet- Pantomime. Montag, den 12. November, Abends 7t Uhr: Große Brillant-Vorstellung mst neuem Pro- gramm. L tzteS Austreten der berühmten Velozipedisten Geschwister Ballons. 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Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar»obing w tl erlin SW.,«ealhuraß» g. Ater»» 1. Beilage zum Berliner Volksblatt. #% 266, Sonntag» den 11, November 1888 T. Iatzr«. - KoKales. , ei« Fi»««?»« von Pari» n»d Orrlin im Jahre »«88 de,». 1887/88:_. ter etat der Stadt Paris für 1888 dilanzirt in einnahmen wd Ausgaben mit 304 424691 Franken(243539993 M). der« gdat oon Berlin für 1887 88 mit 60860 416 M. D-r Pariser »wt ist also viermal größer als derjenige von Berlin. Paris Berlin otdentliSen Einnabmen 260 300691 Fr 52 952326 M. * außkrordentlichen ein» nahmen...... 44 124 200„ 7 908092- "n ordentlichen, beziehentlich außerordentlichen Aasaaden rzirte das Budaet von Paris, Berlin hatte 49 765 442 M. 3. 11074976 M. m„ v Die hauptsächlichsten einnahmeqaellen von Paris find *b(: Oktroi............ 137 746 448 Fr. «mmunolabgoben, Spezialauflagen, Hunde» Iteuer............. 33 153 900„ der Abgaben der Gaskompagnim.. 18 96u 000„ &ÄÄ: IS®: w.« � w» 768382._ Amtliche Fuhrwesen...■••• 5 367 000 ,, Berlin lieferten an ordentlichen einnahmen Haupt. Sf�mmoltun«......... 30 203 643 M. Kapital, und Schulvenverwaliung... 8 606 897„ z�rvaitang der städtischen W.rke(Heber« MUß der Gas und Wafferwerke, des r. L-°K°lviehhofs)......... 6 595 828 w v. �Uenichtiv�rwaliung........ 1 GOO 897„ �uver waltung.......... 1 430 250„ «on den ordentlichen Ausgaden trafen auf v.. Paris. B e r 1 i n. �Lihuldenverwalwng.. 106139057 Fr. 10433 857 M. SBSa: Ä®"•lUU>- 20— 22049 045„ 6 426 366„ �Amtliche Wege... 20511691,- � 1 1 257 659„ " 498�359. - i=: & Eine genaue Verglcichung der Ausgaben und einnahmen L beiden Weltstädte läßt sich kaum ziehen, dazu find die Ein. £Sken zu verschieden. Zwei Posten find augenfällig in den W«Aken Budgets und bei beiden fällt der Vergleich zu von Berl'N aus. Paris zieht eine gan, immense "vk«?,,'«stier Einnahmen aus den indirekten Steuern(Ottroi), tfi w sehr geringem Umfange kennt, und außerdem als das n?�«�badzct von Paris ein unvergleichlich höderis, wann w«? �lin. Die Versckönerungsausgad-n unter haust. kost-n' �brnid der Regierung Navoleons DI. und die Kriegs- ui« 28, entnommen. %«>"h«»ist..krankhette« ansteckend»irkeu. � Gku�ung. die in dm»reisen der Aerzte gegenwärtig 5%%* gemachter erfahrungen mit großer entschiedenheit Sit h«itb- Einen im hohen Maße interiffanten Fall Robert Wollenberg. Asststenzarzt an der MMnenanstalt zu Nietleben bei Halle a. S. in dem %%% lchen Archiv für Geistes, und Zi-rvmkcankkeiten mit. !?"« Fall betriffr dir Familie eines geborcnen Ber- Adl»« StewsetzmeisterS August B. und seiner beiden � 00n gefunden Eltern abstammend, von heftigem tlfciu aber guten Anlagm, widmete fich der Malerei, l>t l„'Pa,''t Z�cbenuaicriichl und von seinen Bildern sollen rf*tn'm der hiefiaen Schlöffer hängen. Im Jahre 1848 S'&nW'fcüV� vorher ocibiiratbet kalte, aus politischen ßßei, w? Berlin verlaffm und fiedelte nach einer kleinm sachfi- � VVrvoinzialstad t über. Sein«ünstlerstol, und seine an geb. *) die Kosten der Zentral Präfekturverrvaltung. . bve die Beiträge des Staats. Gerlmer Sonntagsplauderei. ,; �«Es giebi ein südliche» Kreuz, die Naturgeschichte «isera�.HauS kreuz, hin und wieder befitzt jemand ern o � und nun habe» wir Berliner auch noch ein fr. � Di«-t�.biuue« Kreuz— e« ist ein zu närrisches Ding. S» fcre desjenigen KölpertheilS, welcher gewöhnlich unter >r'.� fitz», zeichnet sich bei den Edelsten der Nation, a�Wr� eiteten Agende zufolge, durch eine gewisse i der Kouleur aus, während nur das Blut dieser 'S sein soll. Aber wir Anderen, wir sollen jetzt S elenvU�e Stegen, wenn wir hübsch folgsam sind und «S �ohol und allem, was mit ihm zusammen» ftga« gewissen Gründen über ein roch getünchte« Riech- '0Se wl,9ten' den freundschafilichm Rath, sie sollten * b(% Me». bi« die Nase blau würde- natürlich nur N for«f. wenn die rothe Nase sie gemrte. Und WMßMW h die W''?«ebliebmer Poet giebt seiner Begeisterung Sit,«uXnly. Augen seiner Angebetete« m dm zarte» ..§1)% ist doch die Thräne einer Braut, WMMH �stueutenant von«nobelSdorff und dm anderm lichen Bezi> bunam zu großm Männern ließen ihm dm Verkehr mit den»l.instadtem nicht standesgemäß elscheinm. Er hatte inzwischen ein Grabsteingeschäft eingerichtet und hierbei kam er mehrfach in Streitigketten, die gerichllich zum Austraa ge» bracht werden mußten, wobei sich bei B. ein aewiffer Groll gegen die Richter eingestellt zu hadm scheint. Seine Farnttie bestand aus Frau und vier Kindern; von den letzteren waren jedoch nur noch zwei Töchter, Pauline und Mathllde, zuhause. Im Winter 1879-80 hatten diese drei Frauen vor Gericht in einer Angelegenheit des alten B. eine(entlastende) Aussage zu machen. Im Anschluß an die damit verbundene Erregung de» gann zuerst die jüngere, damals 34 jährige Mathilde Verfolgungs. Ideen zu äußern: Sie behauptete, die Richter erschienen des Nachts an ihrem Fenster, um ihren Ruf zu schädigen. Die 37jährige Pauline sträubte fich anfangs und erklärte die Behauptungen der Schwester für Phantasten; aber unter dem fortgesetzten Einfluß der Schwester erlahmte allmälig ibre geistige Widerstandskraft, fie nahm die Wahnidem ebenfalls auf und half der Schwester, dieselbm zu einem komplizirten Svstem auSzu» bauen. Die Schwestem desuchten nun ffeißig die Kirche, wo fie aus der Predigt des Geistlichm alle möglichen, fie detreffendm Dinge heraushö.ten. Bald setzte fich bei»bnen die Uederzeugung fest, fie seien gegen ihren Willen von der Kanzel herab(Pauline mit einem Freiheam, Mathilde mit einem bürgerlichen Beamten) aufgeboten und nach einiger Zett wieder geschiedm. Beide führten öffentlich die Namm ihrer Ehemänner und machten auch ab und zu einmal in der Zeitung ihre Ansprüche geltend. Dann stellten fich andere Wabnidcm ein; große Geldsummen waren von ihren angeblichen Männern an fie abgeschickt: da die Summen nicht eintrafen, so mußten fie naturlich unter» schlagen sein. Die Wahnideen wurden immer ärger; Matbilve behauptete, ein Telephon an ihrem Ohr und den elettrischen Strom auf ihrer Zunge zu spürm; fie scheint die Uebertragung ihrer Wahnideen auf ihre Schwester bewirkt zu haben, denn bald behauptete auch diese, die gleichen Empfindungen zu haben.— Die Eltern verhielten fich den Er- zählungen der Töchter gegenüber durchaus ablehnend. Als aber die 84 Jahre alle Mutter im Jahre 1885 starb, schloffen fich die Töchter enger an den Vater an und begannen allmälig, den Alten in ihr Wahnsystem zu ver» stricken, der sich zwar anfangs mtt wunderbarer Energie wehite, aber doch bald den Töchtern immer mehr und mehr Glauben schenkte. Zunächst machte er die Wahn« idee, daß die Richter seinen Töchtern nachstelltm, zu der (einigen; dann ließ er sich auch die angebliche Verhettathung und Scheidung aufdiängen, und als im Jahre 1836 die Familie in Geldverlegmhett gerieth, war er dereUs sowett, daß er auf die angebliche Geldsendung wartete und stich wegen der Unter- schlagung des Wittwengehaltcs seiner Töchter an dm Minister mtt einer Beschwerde wendete.— Im Jahre 1887 erreichte d!e Sache nun ihrm Höhepunkt. Alle drei führten ihre Jcrreden übereinstimmend, wie aus einem Munde. Die ganze Well hatte fich gegen fie zu einem VornichtungSkomplott verschworen; die Umgebung ihres Hauses sei der beständige Tummelplatz einer Bande von ehr- und fittenlosen Schuften der besten Stände. Die beiden geschiedenen Ehemänner, der Landrath u. A. machten fich ein Vergnügen daraus, durch wüste Reden und Orgien die Augen und Ohren der Mädchen zu verletzen. Vergedms zieht fich die Familie in ein ganz mgeS Hinterzimmer zurück. Die „Verbrecher" dringm nach und verüben allerlei Unfug: be» schmutzen die schönen B-lver des allm B., oerderben die Möbel und legen den alten B. und seine Töchter durch Elektrizität lahm, namentlich der Mathilde legm fie den elettrischm Strom an die Zunge und zwingm fie dadurch, die scheußlichsten Zotm, die fie selbst garnicht versteht, nachzusprechen. Die Kranken ver» riegeln die Thülen, verstopfen die Schlüffellöcher, schließen die Fensteiläden, um von dem Unfug nichts zu sehen, und als alleS nicht httft, läßt der alte B. gehamischte Beschwerdm an die Behörden los, in denen er aufs Ausführlichste diese ganze Geschickte erzählt, was dann die Ueberführung der Familie in die Irrenanstalt zur Folge hatte. Hier wurden die drei anfangs getrennt, dach litten die Schwestern unter der Trennung so sehr. daß man stc wieder zusammenbrachte. Nun kamen die äußeren und inneren Aehnlichk iten der Beiden erst recht zur Geltung. Beide find unzerttmnlich von einander; lachen, weinen und sprechen gleichzeitig, wobei die eine oft den von Veränderen be« gonnenen Satz zu Ende führt. Den Gruß deS ArzteS erwidern fie durch einen völlig parallelen Kmx, zeigen auch sonst eine völlige, in dm Einzelheiten oftmals komische Uebereinstimmung. Wäscht sich die eine, so häll die andere das Handtuch und trocknet fie ab; kann die eine nicht effm, so weist sicher auch die andere die Speism zurück, und liegt die eine zu Bett, so weicht die or dere keinen Augenblick von ihrer Seite. Mtt dem alten B.. dem die Töchter innig zugethan find, werben ihnen in erlauchten Gründern der Gesellschaft mit dem blaum Kreuze der tiefgefühlte Dank ihrer Mitbürger werde»; fie nehmen uns zwar da« braune Bier, dafür aber geben sie uns das blaue Kreuz. Die Herren wissen in dieser Beziehung Bescheid und verfügen über Kräfte, die in ihrem Fach Einziges leisten, ja geradezu unerreicht dastehen. Wenn wir soviel Macht besäßen, wie Herr Stöcker beispielsweise, so würden wir einfach an den Hausvater der Christliche» Her- berge zur Heimath die bescheidene Frage richten, wie viel Mitglieder er nur ganz allein der blauen Kreuzgesellschast bereit« zugeführt hat. Berlin würde wahrscheinlich in Staunen versetzt werden, wenn man Über die äußerst segenbringende BundeSthätigkeit dieser Herren r» authen- tischer Weise aufgeklärt würde. Und dennoch brauchen die ftommen Herren kein Hcxenmlttel, keinen Zauberstab: ein einfacher Kantschuh, ja ein handlicher, Gummischlauch, mit etwas Blei verbrämt, genügt vollständig, auch dem- jmigev, der dem Alkohol noch nicht gänzlich entsagt hat. in verhältnißmäßig kurzer Zeit da« Kreuz recht intensiv blau zu färben. Also der Anfang ist da, und ist der erst gemacht, so kommt das andere ganz von selbst. Der Anfang nur ist schwer. Wa« hat das unnütze Trinkm überhaupt für einen Zweck, wozu da« alberne Kannegießern am Biertisch,— wen» man ausgeht, so hat man vollständig daran genug, wenn man einen Stöcker'schea Theeabend besucht, steigen den Zuhörern die Reden nicht in den Kopf— der Thee thm'S wahrhaftig nicht, denn der soll häufig von einer so schwäch- lichen Konstitution sein, daß er kaum allein au« der Kanne laufen kann. Aber wie schön wäre e« doch, wen»-- ach, man darf dm Gedankm nicht ausdenken, denn die Leute thu» eS ja doch nicht! Aber wmn die irregeführten Menschen, die fich heute immer»och eivbildm, daß auch sie ein Recht zum Lebe» auf der Welt haben und daß der Gänsebraten achttägigm Pausm Zusammenkünfte gestattet und alle drei ver» langen dann sehnlichst ibre Entlassung aus der Anstalt. An ihren fixen Ideen ballm fie krttiklos fefi und bei dem vorge« sch ittenen Schwachsinn aller ist an Heilung nicht mehr zu denken. Vi» Krttnngsapparat. Ein vom Königsberger Uhr« wacher Fr. Rosengart konstruirter Rettungsapvurat, der die Selbstrettung von Menschen bei Bränden gestatten soll, wurde gestern Mittag auf dem Hauptdepot der Feuerwehr einer Probe unterzogen. Der Apparat denutzt den durch Windflügel er- zeugten Luftdruck, sowie vier Zahnradübettragungen zur selbst« ibätigen Regulirung des Ganges eines Seiles, an dessen einem Ende der Rettungssack befestigt ist, während an dem anderen ein nach der Höhe des Gebäudes anzustellendes Gewicht hängt, welches einersetts die durch die Zahnräder und die Windfläzel erzeugte Hemmung erböben soll, anderntheils aber auch dazu dient, den entleerten Rettungssack zu weiterer Benutzung wieder in die Höhe zu zieben. Im Fall der Gefahr wird der etwa 40 Ctm. lange, 25 Ctm. breite und etwa 20Ctm. hohe Apparat an einem zu diesem Zweck bereit zu haltenden Haken ge» hängt. Der Gefährdete besteigt den Rettungssack und gleitet hinab, wobei Windflügel, Zahnräder und Kontreaewicht die Geschwindigkeit reguliren und ein allzu schnelles Fallen ver« hindern. Der Preis eines Apparates beträgt 100 Mark. Bei der Probe funktionirte der Apparat an fich zur vollen Zufriedenheit, trotzdem wurde dem Erfinder von den sachver» ständigen Offizieren der Feuerwehr der wohlmeinende Rath ge» geben, kein weiteres Kapital in die Erfindung zu flecken, da kaum zu ermatten ist, daß der Apparat großen Absatz finden wird. Für denselben Zweck exiftiren nämlich bereits etwa 20 Apparate verschiedenster Konstruktion, darunter eine ganze Reihe von solchen, die bei einfachster Einttchtung den» selben guten Erfolg zeigen. Dahin gehören vor allem die einfachen Sellbremsen. wie fie bei der hiefigen Feuer» wehr selbst eingeführt find, und deren eminente Brauchbarkeit durch die Güte des Branddirektors Stüde den Erschienenen ad ocnlos demonsttttt wurde. Bei diesen wird ein Seil ohne Ende durch mehrere Löcher eines kleinen Mesfingblockes geschlungen, an dem zugleich der Haken fitzt. Die Reibung des Seiles ge« nügt vollständig zur sicheren Regulirung des Gang s. Der kleine Bolzen läßt fich überall leicht anbringen und ist schnell zur Hand zu nehmen, während das Einhängen des kompendiösen Rosengatt'schen Apparats Rahe und einige Sorg-alt bedingt, damtt die Windflügel auch ficher funttioniren können. Außer« dem find die Setlbremsen von jeder beliebigen Höhe aus ver« wmddar, während der Rosengatt'sche Apvarat für eine ganz be» stimmte Höhe eingestellt sein muß. Endlich verdient ja an fich schon bei allen derartigen Apparaten der einfachere den Vorzug vor dem komplizirterm und namentlich vor Konstruktionen mit Windflägeln und Zahnrädern und Kontregewichten, die an Ge« stmsen hängen bleiben können. Die Dächer i» Kerlin find aus so verschiedmattigem Material hergestellt, wie wohl kaum die Dächer in einer anderen Stadt. Daß man in nicht zu weiter Entfernung vom Weich- bilde Berlins, so namentlich in dem vielbesuchten Stralau noch recht viel Strohdächer findet, dürfte bekannt sein: aber weniger bekannt ist jedenfalls, daß fick gerade in dieser Gegend Fabrik« gebäude befinden, zu deren Bedachung ganz neues und eigen» attiges Material Verwendung gefunden hat. Es find hier mtt Ausnabme der in Süd- und auch wohl in Mitteldeutschlaad ge» bräuchlichen Schindelbedachung so ziemlich alle Arten deS Be» Vachungsmaterials vertreten, neben dm vorerwähnten Stroh» dächem die rothen Ziegeldächer, schwarze Pappdächer und Dächer aus Tafelstein. Zu den neuerdings dort errichteten Fabrikgebäuden aber wurden Eisenplatten als Bedach angsmaterial verwendet und zwar nachdem diese Platten, um fie gegen Rost zu schützen, mit einem Metallüberzüge von Zink versehen waren. Das neue Material bewährte fich ganz gut, vermochte aber in einzelnen Fällen, wo Feuchtigkeit oder Dämpfe aus den Fabttkräumen fich ihnen mittheitte» dem schäd« lichen Einflüsse dieser Nässe nicht zu wiederstehen, namentl'ch wenn diese aus der Werkstatt Säuren oder andere ätzende Stoffe mit fich führten, welche das Metall statt angriffen. Bei einem neuen Fabttkgebäude an der Oberspree werden deshalb gegen« wättig große viereckige Eismtafeln verwendet, die aber nicht ver« zintt, sondern emaillitt find und deshalb dem Einfluß solcher, dem Eism schädlicher Säuren wiederstehen sollen. Die Anbrin» gung der Fenster für den Bodenraum ist als Oeffnung in diesen Eisentafeln angeordnet, in der ein eiserne« Fmstergestell befestigt und verglast wild. Für die Einttchtung von Oberlicht soll sich das neue Material zum Decken der Dächer besonders gut eignen. Da» Zeitangswefe« i« Kerlin ist nach den neuerm Forschungen des Archivars Professor Dr. Koser älter, als man bisher angenommen hat. Die erste Zeitung in Deutschland er« nicht ausschließlich für Hof- und andere Prediger erfunden ist, wmn diese Leute in sich ginge», und sie kämen wirk« lich zum Thee trinken! Ach, welch' ein Anblick, wenn diese reuigen Sünder dann zu Füßen der Herren Stöcker und Diestelkamp säßen, dm heißen Theetopf in den Händen, an dem fie sich die Finger wärmten, indem sie das Getränk kalt pusten— und wenn Herr Stöcker ihnen dann erzählen könnte von dem erbärmliche» LooS der Reichen, die des Nacht« nicht ruhig schlafen können, weil sie nicht wissen, ob sie russische Papiere kaufen sollen oder nicht! Davon weiß der Arme in seiner gottseligen Einfachheit nicht«, er ahnt selbst nicht, wie glücklich er ist, daß ihm Börsm- und andere Fürsten großmüthiger Weise die Geldsorgen ab« nehmen, er braucht sein armes Köpfchen nicht mit solchen verzwickten Dingen abzuquälen. Und Herr Stöcker würde mit ihnen betm und sie ermahnen, er würde ihnen mit flammenden Worten sagen, daß e« ein Frevel ist, sich gegen die göttliche Weltordnuvg aufzulehnen, daß es gemein ist, SchnapS und Bier zu trinken: Thee allein ist das einzig Wahre, man behält dabei einm klaren Kopf und lernt weit sehen, und neben der Belohnung im unbekannte« Zenseit« erhält der Gutgesinnte hier bereit»„das blaue Kreuz!" So geht eS zu im Reich der Gottesfurcht und ftommen Sitte. Hinaus also aus den Kneipen und Restaurationen, wo der Teufel und seine liebenswürdige Großmama herrschen, und hinein in die heiligen Theeabende, wo Friede und Freude, Tugend und Friedfertigkeit unter den sanften Ochsenziemern der Rausschmeißer aus de« christlichen Her- bergen zur Heimath blühen. Das meint Herr Stöcker— und sein Wille c*s schehe!--- schien in Straßburg im Jahre 1609, und bald hatte auch Berlin eine solche. Die ältesten erhaltenen Z�itungsblätter stammen jedoch erst aus dem Jahre 1684. Sie führen den Titel„Der Postillon". Da ihr Inhalt aber sehr dürftig war, so las man in Berlin meist Hamburger Blätter. Ale Kaukost«« der neue» Keitig-Kreukkirche stellen sich, wie die nunmehr unter Leitung des Baumeisters Kleinau erfolgenden Abschlüsse ergeben, doch wesentlich höher, als man die her angenommen. Der Bau bat nicht etwas über 400 000 M., sondern mindestens 670 000 Mark erfordert. Da die Kirche rund 1400 Sitzplätze enthüll, lostet jeder Platz somit fast 500 Mark! Heilig« K«ll««r und g«f«nd« Jungen. Hat man schon Feuer und Waffer friedlich mit einander gesehen? Der geneigte Leler wird uns ohne Zweifel antworten, daß ein solches Zu» sammengehen nur im Feuerwaffer, dem Branntwein, zu merken s.i. Gegen den Branntwein nicht nur, auch gegen das Harm- lose Bier zieht die famose„Gesellschall vom blauen Kreuz" zu Felde. Sie will den Berlinern das Trinken abgewöhnen, mll allm Mitteln, nötigenfalls sogar durch einen Gesang, der Steine erweichen, Menschen rasend machen kann. Blaues Kreuz und rothe Nase—„des is mich zu bunt", wie jener brave Geiger zu Dievenow sagte. Nun wollten wir aber eigentlich weniger von dieser bunten Neuheit der Rcichshauptstadt sprechen, als von dem Versuche, Feuer und Waffer zu vereinen. Den braven Jünglingen und Männem, die uns das erfrischende und er- regende Naß in den Schänkm darreichen, soll bei Waffer, Limo- nade und Bibelsprüchen der rechte Sinn für des Ledens Freud' und Leid beigebracht werden; der„Christliche Verein junger Männer" will die Kellner in seine Obhut nehmen und wird ste allmälig zu heftigen Verächtern der feuchten Stoffe, die ste der schlemmenden Menschheit zu verkaufen gezwungen find, heran- bilden, was fich ohne Zweifel im praktischm Verkehr sebr stimmungsvoll machen wird. Auf der vollen Höhe jener Tugend- boldenhaftigkeit, wie der christliche Verein junger Männer ste versteht, werden die geheiligten Kellner stehen, wenn ste dem Gast, der einen zweiten Schoppen bestellt, mit wohlwollender Miene und vertraulichem Schulterschlag die diessettigen und jenseitigen Folgen des feuchten Lebenswandels vor Augen halten und das Trinkgeld als Sündenlohn zurückweisen werden. Sehr erbaulich ist die Tdatsachc, daß das Fachdlatt„Der Gastronom Organ des deutschen Kellnerbundes", einen ganzen Leitartikel daran setzt, die Gastwirthsgehilfen für die Betheiligung an der Muckerei und S'.öckerci breitzuicklagen. Offenbar ist der Stern des Vereins christlicher junger Männer im Sinken; die bisher eingetretenen Jünglinge werden erklärlicher Weise sehr bald den Geschmack an Wassersuppen und Salbadereien verloren baden— dazu ist die Jugend in Deutschland denn doch zu frisch und zu hell—, und so kommt es darauf an, den heiligen Jünglingen ein neues Aufgebot zuzuführen. Wohlgefällig ruht das Auge der Frommen auf den Kellnem, deren Zahl eine de- trachtliche ist. und ein Gastwiiths-Fachblatt, wie das genannte. gievt st» wirklich und wahrhaftig dazu her, die Lärmtrommel für die Betbrüder zu rühren. Daß der Reklame- Artikel nur aller- Hand Gemeinnütziges von dem„christlichen Verein" zu rühmen weiß, den Pferdefuß des Muckerthums aber sorglich verhüllt, mag einen Vorgeschmack geben von der Aufrichtigkeit und dem ernsten Wohlwollen der durch das Kellner Fachdlatt lang ge- priesenen Bestrebungen. Nun, die Kellner mögen genau prüfen, was man mit rhnen vorhat. Und wenn ste es thun, so werden ste gewiß einen 2 chens wandet vorziehen, der ihnen gestattet, Treu und Redlichkeit zu üben auch ohne die Vermittelung jener Frommen, bei deren Reden und Thaten man stets die mißtrauische Frage de« reit halten muß: Was mögen fic damit bezwecken? Wir hoffen, daß unsere Gastwitthsgehilfm nicht httlige Kellner werden, son- dem aesnnde Jungen bleiben werden. U«b«r«in pi'olr»d««U mit blutigem Ausgang, das am Donnerstag in dem Waldvestande links vom Wege nach Joachims'hal stattgefunden, berichtet das„D. Tgdl.": Einer der Du- llanten war mit seinem Sekundanten und dem Arzt in einer Drosckke nach JonchimsrHal gefahren, während die andere Partei die Bahn denutzt hatte. Das Duell, bissen Ursache wir so wenig feststellen konnten, wie es uns gelang, die Personen ihrem Stand und Namen nach zu ermitteln, fand„5 Schritt Barriire" statt. Der eine der Duellanten erhielt einen Schuß in die Brusl während der andere ganz leicht am Arm ver- wundet sein soll. Die erstere Verwundung kann jedoch nicht ledensaetäir.lich sein, denn einmal erdielt der Kutscher, der den Verwundeten fuhr, die Anweisung, scharf zu fahren, was doch kaum geschehen sein dürfte, wenn ein schwer Verwundeter im Wagen lag. und dann haben auch die übrigen Herren, die bei dem Dmll zugegen waren, nach dcm'elden gekneipt. Nachdem die Gesellschaft abgereist war, erfolgte aus einem Berliner Cafö tebphonisch Nachfrage wegen eines in Johannisthal zurück. gebliebenen Verbandkastens und eines Stockes. Der in Nieder. schön weide, ganz nahe am Paukplatz wohnende Gendarm war zur Zeit des Duells gerade in Köpenick; sonst dürften die D ellanten nicht in der Lage gewesen sein, ihre Abstcht auszu- führen.— Das ist einfach schneidig! Das Gesetz schrestet gcg n diele Rau'bolde, wenn überhaupt, so in der sattsam de- fa.uit-n Weise ein. Da» Hammettreiv«« auf der Prenzlauer Alle« war für die dortigen Anwohner von jeder ein Gegenstand des Sckr cke s und zeit gte besonders zur Sommerszeit bei staubiger Landstraße aeradezu unhaitbace Zustände. Alle hiergegen unter« nomm-nen Ich itte hatten sich bislang erfolglos erwiesen. Nun- mihi et läßt unterm 5. d. M. der Polizeipräfident von Berlin nachstehende Poiizeiverordnung:„Auf Grund der§§ 5 und 6 des G.fees über die Polizeiverwattung vom II. Rai 1850, Gesetzsa' mlung Seite 265, und der§§ 143 und 144 des Gesetzes übet die allgemeine Landesverwatlung vom 30. Juli 1883, Geseefa nmlung Seite 195 ff., wird unter Zustimmung des Ge- metndegorstardes folgendes oerordnet: Die in Ver Polrzeiverordnung vom 18. Februar 1881 (Sammlung der Polizei Verordnungen Seite 297), betreffend die Zulassung von Treibestraßen für Schafvieh unter Ziffer 3 getroffenen Bestimmungen, welche eine Treibe- stiaße auf der Prenzlauer>llee von der Weichdildgrenze bis mr Tanz-g rstraße und weiter zulaffen, werden hier- durch aufgehoden." Die Prenzlauer werden im wahrsten Sinne des Wortes „aufathmen". nun das„Hammeltteiben" für immer von ihnen genommen ist.__ ,, Di« statt»« Million an« d«m Poftdiebstastt ist««. f unfern Ja der„P-st" schreibt wahischeinttch em Poltzist: Wie schon vorgestern mitgethütt, wurden die drei Verbrecher Schröder. Brunn uud Ftitzsche von Berliner Kriminalbeamten in Hamduraadgeboll und langten vorgestern Nachmittag um 1 Uhr 50 Minuten auf dem Lehrter Lahnhof an. Die dcci Veidrecher wurden geschloffen und streng isolirt transpoltirt. Swröder ha' auch heute noch leine Ahnung davon, daß Brunn ges-aßt ist Er möchte gerne den Aufenthaltsort des Brunn an- geben, wenn er rhn nur wüßte, klagt er immer. Es will ihm aarnicht einfallen, die Schuld allem zu tragen, wo rhn Brunn dock verführt habe. Auf der Eisenbahnstation legte Brunn dem ib i beaUuenden Kiiminalschutzmann Michael das Geständniß ab, daß er den auf ihn entfallenden Antheil der B.ute mit Ein- fdiluft der noch fehlenden Halden Million Italienischer Rente in einen grauletnenen Koffer gep.ckt und seinem Schlaf-virth Jensen in Hamburg zur Au'vewahrung ubergeoen habe. Durch letzteren MOMUKW J», vektor Slüwe empsanoen. Schröder und Ftitzsche wurden vorn im Warlesaal untergebracht» wahrend Kri- minal- Inspektor Stüwe fich besonders mit Brunn ad- gab. Brunn zeigte fich gleich zu Anfang von der liebens- würdigsten Säte; er ist ein zwar vielbestrafter, aber„gemüth- licher" Verbrecher, von welchem ein tüchtiger Kriminalbeamter alles erfahren kann. Als Brunn von dem Berliner Beamten in freundlicher Weise angeredet wurde, ging ihm gleich das Herz auf und emphatisch rief er aus:„Ja den Berlinern ge- stehe ich alles ein; die Hamburger hätten lange darauf lauern können; lieber hätte ich mich halb todt schlagen lassen, als daß ich ein„Atom" gesagt hätte."— Als er in die Polizei- wache gefuhrt morden war, wurden ihm die beiden Dienst- mänr.er vorgestellt, durch welche er während seines hiefigen Aufenthaltes einige Koupons spanischer Rente& 60 Franks und der rusfischm Niko'ai-Witebsk Bahn& 10 Franks halte umwechseln laffen. Während ein Bankier in der Mauer- straße dem einen Dienstmann die Umwechselung verweigerte, be- sorgte der zweite dies bei den Bankiers Fr. u. G. Brunn wartete so lange im Cafö Bauer, bis die Dienstmänner zurück gekehtt warm. Als Brunn gestern die Dienstmänner sah, rief er dem Inspektor Stüwe zu:„Ach lassen Sie man. Herr In- spektor; die brauchen mir nicht zu rekognosziren; die rekognos' zire ich ganz alleine."— Nachdem fich Brunn durch eine Tasse Bouillon gestärt und eine halbe Flasche Rotbwein vorgesetzt erhalten hatte, gab er seine dem Schutzmann Michael bereits gemachte Aussage zu Protokoll mit den Worten:„So eine Be- Handlung läßt man fich doch noch gefallm. Ich weiß wohl, daß 10 000 M. Belohnung ausgesetzt find und die sollen meine gute Berliner verdienen, die wenigstens mit einem umzugehen ver- stehen." Nach aufgenommenem Protokoll fubr Kriminalkommissar Zillmann sofort wieder nach Hamburg zurück und beute früh wmde denn auch der inhaltsreiche Koffer bei Wirth Imsen im Rauchfang gefundm. Jensen war außer fich; er leugnet, daß er gewußt habe, was im Koffer ist, und will überhaupt nichts wissen. Wahrscheinlich wird derselbe nun auch nach Berlin transpottirt werden. Die Deutsche Bank und die kaiserliche Oberpostdirektion find sofort benachrichtigt worden.— Ganz merkwürdig spielte der Zufall bei der Ergreifung des Brunn. Derselbe hatte fich, um fich unkenntlich»u machen, den Bart ab« nehmen laffen. Er war nun in der That völlig unkenntlich. Unsere Kriminalpolizei war aber in den Befitz einer Photo- grephie des Brunn gelangt aus der Zeit, wo Brunn noch keinen Vollbatt trug. Der jetzt bartlose Brunn ist auf der Photographie auf den ersten Blick zu erkennen. Die Belohnung von 10000 M. dürfte nun hauptsächlich den Berliner Kriminal- beamten, insbesondere dem Schutzmann Michael zu Gute kommen. Polizeib«richt. Am 9. d. M. Nachmittags sprang ein Photograph, vermuthlich infolge religiösen Wahnstnns, aus seiner in der Rüdersdorferstraße im ersten Stock belegenen Wohnung auf den Straßendamm hinab und erlitt einen Bruch des linken Hüftgelenks, sowie eine Erschütterung des Rückenmarks, so daß er nach der Cha-itee gedracvt werden mußte.— Um dieselbe Zeit wurde vor dem Hause Prenzlruerstt. 43 ein Arbeiter durch einen von dem Handelsmann Hinke geführten Geschäftswagen überfahren und erlitt eine Quetschung des rechten Knies. Er wurde nach dem Krankendause im Friedrichhain gebracht.— In der Nacht zum 10. d. M. stürzte fich ein Kanzleibeamter in einem Anfall von Verfolgungswahn aus seiner in der Seller- straße im 4. Stock belegenen Wohnung auf den Hof hinab und erlitt einen Schädelbruch, so daß er auf der Stelle verstarb. Die Leiche wurde nach dem Leichenschauhause gebracht.— Am 9. d. Abends brannte die Bronzewaa-enfadrit von Wander u. Heinicke im Quergedäude des Hauses Waldemarstraße 51 völlig aus.— Außerdem entstanden im Laufe desselben Tages an drei verschie- denen Stellen kleinere Brände, welche ebenfalls von der Feuer« wehr gelöscht wurden. Nergnügungs-Chronik. Projektirt«» N«p«rtoir der königlich«« Kchnn- ftri«!« vom 11. bis 19. November. Im Opern hause. Sonntag, dm 11.: Die Hugenotten; Montag, den 12.: III. Symphonie; Dienstag, den 13.: Die Quitzows(Herr Mttterwurzer, Herr Maikowski. als Gäste); Mittwoch, den 14.: Tell; Donnerstag den 15.: Die Quitzows(Herr Mitterwurzer, Herr Matkowsli als Gäste); Freitag, den 16.: Der Waffenschmied; Sonnabend, den 17., neu einstuditt: Die Königin von Sada: Sonntag, den 18.: Die Quitzows(Herr Mitterwurzer, Herr Matkowsli als Gäste); Montag, den 19.: Die Zauderflöte. — Im Schauspielhaus?. Keine Vorstellungen. Im„Denischrn Theater" wird heute, Sonntag,„Die beiden Leonoren, und morgen, Montag,„Faust" gegeben. Das weitere Repertoir dieser Woche ist folgendermaßen festgestellt: Dimstag, dm 13.:„Die beiden Leonoren"; Mittwoch, dm 14: „Der Königslieutenant"(Anfang 7V Uhr); Donnerstag, den 15.: „Der Pfarrer von Kirchfeld"; Freitag, dm 16.:„Die beiden Leonorm"; Sonnabend, den 17.:„Die Jüdin von Toledo"; Sonntag, den 18.:„Die beiden Leonoren", und Montag, den 19.:„König Richard der Dritte". Di««irnvprnbilferr aus dem zugkräftigen und luftigen Schwank des WallneNheaters„Madame Bonivard", welche vor wenigen Tagen im Kunsthandel erschienen find, erfreuen fich einer ungewöhnlich ledhaften Nachfrage seitens des Publikums. Dieser Umstand de weist wieder, welch nachhaltigen Erfolg „Madame Bonivard" in der trefflichm Darstellung des Wallner- theatet-Ensemble davongetragen. Der sprechendste und für die Direktion erfreulichste Beweis hierfür find übrigens die all- abendlich ausverkauften Häuser, welche mit lautem Jubel und Beifall jede humoristische Pointe zu begrüßen pflegen. Gerichts-Ieitnng. * Di» Folg««»in»« nn-nngincktrn Angelparti« waren gestern Gegenstand der Untersuwung vor der Schöffen« abthellung des Landgerichts I. Der 23. Juli war ein sehr schöner Tag, ungehindert sandte die Sonne ihre heißen Strahlen auf das Häusermeer Berlins und wer fich einen„blauen" Montag leisten konnte, nahm die Gelegenheit wahr, um den den« lichen Sommertag bei Mutter Grün zu verleben. Diesen Ge- danken hatten auch der Drechsler Lietzmann, der Arbeiter Wellmann und der Echankwiith Dittmann zum Beschluß er- Hoden, indem fie den Vorsatz gefaßt hattm, vereint nach dem Reinickendorfer See zu wandern, in welchem fich nach der Be- schreidung neben diversen Blutegeln, Fröschen und Unkm auch noch Fische, wirkliche lebende Fische definden sollen, die gierig nach den dekannten Ptäsern schnappen. Ueberzeugung macht wahr, was Wunder, daß auch unsere drei Männer von dem besten Willen beseelt waren, in eigener Person von der behaupteten Thatsache Kenntniß zu nehmen, was ihnen um so nolhwendiger erschien, als böse Zungm wissen wollten, daß aus dem Tümpel höchstens einige todte Härtnge gefischt werden könnten, vre neben anderem Unrath in dem Wafferloche eine Ruhestätte gefundm hätten. An dem genannten See liegt eine Wiese, welche dem Ackerpächter Krüger in Reinickendorf gehört. Auf dieser Wiese etblickten die Angler eine große Anzahl von Maulwurfsdaufm, woraus fie folgerten, daß daselbst auch die nothwendigm Piäser zu finden sein würde-. Ach was, dachte Lietzmann, wenn die Maulwürfe hier wühlen, so können wir das auch, und flags gab er seinem(leinen Bruder, einen Schulknabm, der fich der Pattie angeschlossen halte, die Weisung, nach dem gewünschtm Köder auf dem Felde zu suchen. Als der Knabe gerade beim besten Suchen war, kam der Pächter Krüger mit einer Hacke über der Schulter hinzu und jagte den Junam mit einem lauten„Donnerwetter!" davon, dann wandte er fich an Lietzmann und rief diesem zu: Sie st d mein Arrestant, folgen Sie mir nach dem Ämtsbureau! Nach der Aussage des Krüger erhielt er als Aniwott von Lietz- mann einen Schlag mit einem Holzscheit ins Geficht und als er hierauf mit seiner Hacke wieder schlug, fielm mehrere| sonm über ihn her, um ihn gemeinschafttich zu mißhandele. I*wi 9600 R. gl daß er mehrfach zu Boden fiel und solche Verletzungen zwetten'= trug, daß ste ihn 14 Tage an der Arbeit binderten. Als«if* �nerttd) sein i Skandal einige in der Nähe beschäftigten Arbeiter herbei hg J�jotilung jen hätten die betr. Personm von weiteren Mißhandlungen Abg«imnten Schri! genommen. Wer von den drei Angeklagten geschlagen Hot.»* Anweisung er nicht sagen, weil er fich die Leute in dem Moment niaft vraen Sie hie(5 genau angesehen habe. Lietzmann behauptete hingegen, con**n9623 DJ. für Krüger zuerst mit der Hacke geschlagen worden zu sein!* ver Angeklagte seinen Hilferuf seien dann Wellmann und Dittmann W# Mn Geberm: kommen, um den Krüger von weiteren Mißhandlungen«jnrate jedoch halten und Frieden zu stiften. Er bade zur Zeit g«***«r fich(„% schlagen können, weil er seinen rechten Arm in der Binde t!***?weffe gegen i Krüger zu Helfe eilten, wurde Wellmann mit Bestimmtheit*Me er fejn der Hauptschläger bezeichnet, während von Diitma'N keiner» Mißlich nach e Sicherheit bekunden konnte, od derselbe geschlagen bade»'«fich auf eiret nicht. Der Staatsanwall wollte Dittmann mit 2 und»M bekunden sc beiden anderen verunglückten Angler mit je 3 Monaten gj* Berlin gen fängniß bestrast wissen. Der Gerichtshof sprach jedoefc* fffiobtit Hobe. ....."Ü M'ifn, Betrug"das Ba ?in AW dS luft vciurt Mn« �«Oeffs elfteren frei und verurtheilte Lietzmann zu 6 Wochen, B�ttrage nicht mann jedoch zu 3 Monaten Getängniß- u jf. Stoßet fear ♦ FS««in« arm« Kamill«, der Familie seines Freg« dem frechen Puhlmann, hatte der Arbeller Johann Dieker in Marig MH.Aiidtbewei eine Sammlung unternommen, well Puhlmann eine vierir liche Gefängnißstrafe antreten und seine Frau und Kinl der bittersten Noth verlassen mußte. Es gelang ihm auch. Anzahl Kollegen zur Zeichnung von Beiträgen auf eine zubewegen, die er fich zu dem Zwecke eigens angelegt« Nach seinem Zugeständniß ist es ihm ferner gelungen, W 12—13 M. in der genannten Weise zusammen zu bttngÄi welcher Summe er der Frau Pohlmann jedoch nur 8 M. u# DieListe behielt Disker bei dieser Gelegenheit in der Hand uttb'L gr�unotnei Frau Puhlmann ihn ftug. was ste ihm für die gehabte M««niß mit schuldig sei, zeigte er ihr 95 Pfennige, welche er von dem Sr-S die« das er fich für seine Unkosten von der Sammlung oWr ftlout habe, noch übrig behalten habe. Die Frau, welche nicht g? i wie viel der„Wohlthäter" zusammengebracht hatte, iJrmtn®t,- Gunsten des Sammlers auf die 95 Pf. verzichten zu als ein Rath eines Bekannten hinterher von I g Als fie auf den _■____ � im v o Liste verlangte, erklärte dieser, das Papier bereits verbiß n"* Fallgrub m' IrSemachtnut haben. Auf Betreiben der Geber gelangte zu Ohren der Polizei, welche der Staatsanwallschl Mittheilung machte. Gestern hatte fich nun Disker Anklag? wegen Unterschlagung vor der Schöffenabt Landgerichts I' tu verantworten. Er mußte zugeben, cmrw genannten 95 Pfennigen noch 3 Mark und 5 Pfennige gesammelten G.lde für fich verbraucht zu haben; er habe dem Abzug berechtigt geglaubt, weil er Auslagen in' Dr. Höhe bellte' Der Gerichtshof war jedoch der Anficht, £««wesen «ä S'7r MUt' sonder Äf unter! tzV w"* gegen '1 Z ier es ihm um Klarstellung des Saa»A' t oegt e, so hätte er der Frau Puhlniaitf.'S Frau Das habe er aber abstchtlich unt'jjj jg� in mit" Angeklagten eine solche B rechtigung nicht zugestanden könne, da er weder die Geber noch die gefragt habe. Wenn es ihm um Klarstellung zu tbun gewesen wäre. r""-~ die Liste vorgezeigt. Das yave er aver abstchtlich um-� woraus heroorgehe, daß er die fehlende Summe unieig* wollte. Das Urtheil lautete nach dem Antrage des � anwalts auf 14 Tage Gefänaniß. j K«i Abschluß von Mieth»oertrng«n genügt dr- dem Vermieiher den Betrag für dm Stempel zu dezahle* dern der Miether muß fich, um von Stempelstrafe verf werden, auch vor Ablauf der 14lägigen Ptällustvftist üdc daß die Stempelung bis dahin auch geschehen ist. Di deachtung dieser Vorsichtsmaßregel führte heute die Auguste Leb mann vor die Schrämen der 96. Abthei Berliner Schöffengerichts, um fich wegen Stempel! zu verantworten. Dieselbe hatte Anfangs April er., Hauseigmthümer Mennicke einen Mletd? vertrag Wohnung im Betrage von 600 M abgeschloffen und vew die beiden vollzogmen Konttallsexemplare deHufs lung zurückgelassen, auch den auf ihren fallenen Betrag bezahlt. Mennicke hatte der Abficht, Aenderungen an dem Vertrage vorzuneW� Stempelung unterlassen, und kam es darauf, da eine � zwischen den Prtteien nicht zu erzielen war, zum P-* welchem der ungestempelte Miethsoettrag vorgelegt wut»]j hiervon dmach richtigte Steuerbehörde nahm beide Kon» in je 11 Mark Stempelstrafe, bei welcher nur Mennicke ruhigte, während Frau Lehmann auf ttchterliche E>w antrug. Trotzdem der Ar geklagten klar gemacht wurde. von der Bestrafung nicht verschont werden könne, beaw E laß des Urtheils, um auf Grund desselben den Ecg Mennicke regreßpflichtig machen zu können. So mußte der Gerichtshof zu 14 M. Strafe veruttheilen..... Gin An»ISnfe«r, der den deutschen Gerichten hoffen gemacht hat, ist der in Brüssel ansäsfiae"Tr Ä (W? ge: S«klärt, da W.'U nehm i> gewrs. nicht für Ettesandrc 'Auf B- MK M W >7»Tz w* i antiaoe d £Vic J zu schaffen gemacht hat, ist der in Brüffel ansäsfige- gulius Söder, welcher aestern der dritten StrafkoM>?F Landgerichts 1 aus der Untersuchungshaft, in der er M# i.._____ in oer t» viele Monate de findet, vorgeführt wurde. Es schwebt klage gegen ihn wegen wiederholten Betruges „Lemwandneppem" in ebenso großartiger als Lr-men�.'- betrieben jiaben. Der äußerst redegewandte und� � l4n[leT�lew Ms tnocB vericmevene Anzeigen erngeiausen, wonrey rinnen fich durch ihn betrogen wähnten. Entweder r einzelnen Stücke Leinewand nicht die veriprocheneo oder es stellten fich auf der Rechnung bedeutend«*'jp) 'Jz »um Nachtheile der Käuferinnen heraus. Sowohl roiejn Lüneburg hat Soder wegen Betrugs unter � ben standen, in beiden Fällen ist es ihm aber gelungen,* g*. freriprechenden Erlenntniß durchzuschlüpfen, weil'".nn verhalt nicht genügend aufklären ließ.''Vor zwei er Hier verhaftet, weil wiederum� zwei Anjägen. wes� � j�oten IV m on gegen ihn eingelaufen waren. Gegen eine Raution von � rL".» S'sSi Ab''� ÄSÄ«ÄtLNks- Februar d. I. ist.er dann in Genua ermittell und hierv-�?«>! U---------------------«.W.W.«.Hl.«, V».—-- rn iftllet I pottirt worden. Der gestrige Termin oerfikl wtedtt��S? Nebz�-Ml tagung, well mehrere auswärts wohnende Zeugen-m- verhindert waren, und Soder wird vorausfichtlich �ori Zeit im Untersuchungsgefängnisse verbleiben müffen. Antrag auf Haftentlassung wmde abgelehnt..ut ät «in»« fei« nnoerwüstlichsten Tasch««�'*�n ' ,W— tDflcptt ß'nSM weger ist der Schneider Adolf Sch'äffer,---- einmal vor der IV. Strafkammer wegen�versuchten seitv«� � C m % zur Verantwottung gezogen wurde. Der Mann Beispiel von dem Fluche der„bösen That". dennl"� S einem Menscheralter den ersten Griff in frento{iiii ist« aus dem Zvchthause nur vorübergehend her�, gbi MWWNWW demelkte der Krimmalschutzmann Winter den% ft «NMKMWW! erhielt aufs neue'6�Jahr?Zuchtdau?�ttck ohne auch nur mll der Wimper zu zucken. „»lSmet!„ r ftt. S«r TheAfnir*««, Kammerdiener B-nUy, welcher am 21 August v.J. durch«tnen aus i imhlttt � �*"9 W Bankhaus Delbrück, Leo u. Ko. um die Summe tnißharWfli»w 9600 M. aedracht hat, stand gestern zum zweiten Male vor tzunaen M# � Weiten Strafkammer hiesigen Landgerichts>. Wie noch cn. Als«np«mnerlich sein wird, hatte ein Fremder jenes Bankhaus zur ir beriet l®*»'�jamunp jener Summt bewogen, indem er in den wohl- tlunzen AdM««annten Schriftzügen des Geb. Raths von Mewissen in Köln klagen hrach jedotb Wochen. seines t in Mi eine vb l und Kinl. ihm auch. 1 n auf ein' s angele«!% ungen, unffn zu dringe»,? ur 8 M.«W! Hand und � ;e gehabte H von de«�, rlung ab�lr lcke nicht istte, chtcn r von sitz vei gt- die A maüschrffji! IFWKDB terfa'i bes Oberförsters Dehme gehört, und seine Ehefrau hält N-it�u�deliedhaberin mehrere Hunde. Während anfänglich das " a ru- t dem Amtsvorsteher ein fieundnachbarltchis war, 3,5* später in das Gegentheil um und das Ehepaar Amuw! Raubte zu bemerken, daß die Amtemaßnahmen des »ersönk� �Ä nicht immer nach sachlichen, sondern auch nach ' � iefiärti u Besicht- punkten sich lichteten. Diese Meinung wurde t EjLy kiü'j.Lf, Mn bis dahin von ihnen benutzter Weg von dem A»*-> gesperrt oder wie Herr Dr. V. sich ausdrückte, I W, ZjMUgtuben nach Art derjenigen der Franktireurs unweg- Dij wt w->?�t wurde" und als allerlei Zwistigkeiten wegen der Hunde wallscho�ß jj»»lau Dr. V. entstanden. Speziell sollen zwei Hunde Disker fäf, gewesen sein und der Herr Amtsvorsteher machte eines enabthMzA t|>wn Prozeß und ließ von den angeblich auf Wild los- geben,«Wr** Hunden den einen todt und den andern anschießen. 'rennige irld. sl..?wde für die Hunde ein Zwinger gebaut und als der- ; er gu'�'ig war, hielt ihn der Amtsvorsteher nicht für mis- llagen in f�g w. sondern verlangte in einer Verfügung die Beseitigung llnsicht, � wi ß. r. Unter p, n fr nnn fiO.CS'prftpft-n ,estanda> pfänzerin ZZMelMM «u stlich ime unieil age des genügt� zu bezahle» rase verp ivfrist üd ist.' die detaj 5. Adthe imveld Ip.il ct. vertrag � >n utib vew 'fs ihttZ Iren at'.e»W ootJtttKBÄ da eine l zum 3* liegt reuiW- side Kontt" M-nnicke iche E zt wurde. ne, deanr den Eli ?o mußte richten j' iÄ.%, der et r, Ä Letzterer hat nun Strafverfolgung beantragt, weil jener Kreisausschaß-Verhandlung seine amtliche eine„Chikane" genannt habe. Die Ohren- Llji.y' haben aber nur im Allgemeinen etwas von gehört, ebenso der Landrath Scharnweber, welcher I li»-!k� rt, daß nach seiner Meinung die Aeußerung nicht sehr I �.."w zu nehmen war. Die Erregung der Frau sei wohl sehr 4 gewcsen. Er habe f. Z. schon die Versperrung des nicht für berichtigt erklärt und auch diesmal hide der ,»sschuß dem Amtsvoisteber Unrecht geben muffen. Die s lresandrobung von 60 M. sei zudem etwas Ungewöhn- .,«uf Befragen bestätigt Gih. Ralh Scharnweber, daß WkkLr Oder'öistcr namentlich von dem Dienstpe-sonal Nlrhrmals eingegangen seien. Als Oberförster Dehme SltrtVn n„leider das Unlück habe, seine Dienstboten aus rvedrr s muffen", berichtigte ihn Landrath Schorn» """bchen n„Ä%' baß die beiden in Frage kommenden Dienst- unene itrkr �lbleften stammten.— Der als Zeuge ver- Hundes Ü-' Zedlitz u. Neulirch erklärte das Tovlschießen - bifi J �-anzlid) unangebracht und weiß vom Hören- sich hl t ute vielfach der Meinung find, daß der Oder- m lernen Amtshandlungen nicht ausschließlich von totrven leiten laffe.— Die Angeklagte erklärte ihre rM' daß der Oberförster in jenem Termin Zwinger noch die beiden doch einen erschaffen habe und bandele. Der Staatsanwalt Gerichtshof erkannte aber nach ....llo auf Freisprechung. t* Inttefw?'' für aufgeklärt hielt, im übrigen aber auch iL ben vollen Schutz des§ 193 zubilligte, wenn »4ttanRa" xn�9en'Stelle das Streitverfahren ihres Gegners �i»»„ barle. en zu müssen vermeinte. --- Hkandatchronik g vor Augen geführt, die gestern vor Landgerichts I stattfand. Der„Artist" unverebel. Karoline Sievert defanden sich K...bft Nr»,... gen, wodurch ein Scheidungsgrund gt schaffen wwumuw nüffen, WSWWW» l'bn � Jevers in Verbindung. Er wußte sie zu de- -' halten. Degner erhielt die verabredete Summe, q«ttk siegen versucht, welches ihm eine Die zweite Köchin «Mraak««»-- G üP-s t aber Ä"' Elgenschaftrn Angeklagte sich ihres erbot, Bräutigams ihr aus mm besann sich.......». des LiebtstrankS einen Vorschuß von '.�""Ntstras:- �"aver wurde wegen beider Fälle mit ul);>[(■(,{- von 9 Monaten Gefängniß und 2 Fahren «' wältigen Gegner des Blattes eine Denunziation eingegangen war, fand ein Ermittelungsverfahren statt, welches nun diese Anklage zur Folge hatte. Der Staatsanwalt hatte es im vorigen Termine für zweifellos erachtet, daß diese räumlich und zeitlich getrennten Artikel doch unmittelbar zusammengehören und der zweite Artikel den Fürsten Bismarck als dem durch eine Sammlung aufzuhelfenden„unbemittelten Millionär" im Auge habe, denn es sei„notorisch", daß sich Professor Biedermann hervorragend an den Sammlungen zur Bismarck-Spende betheiligt habe. Auf dm Antrag des Vertheidigers Rechtsanwalt Cassel ist Prof. Biedermann zunächst über diesen Punkt kommissarisch ver» nommen worvm. Er hat ausgesagt, daß er Mitglied des Zentralkomitees für die Bismarckspende nicht gewesen sei, sich an der Agitation für dieselbe auch nicht hervorragend bethetligt habe. Er sei aber ein großer Bewunderer des Fürsten Bismarck und habe s. Z. bei der in Aussicht stehmden Kanzler- krise eine Adresse an den Fürsten Bismarck angeregt, was ihm von freifinniger Seite unter dem Hinweis darauf sehr verübelt worden sei. daß er zu seinem 70. Geburtstage eine Spende er- halten, an welcher Fürst Bismarck lebhaft betheiligt war.— Auch nach dieser Auskunft hielt der Staatsanwalt daran fest, daß sich die inkriminirte Notiz im Anschluß an den ersten Artikel auf den Fürsten Bismarck beziehen müsse. Die Beleidigung sei sehr schwer, und da eine Geldstrafe doch nicht vom Anae- klagtm selbst bezahlt werden würde, empfehle sich eine Ge- iängnißstrafe von 3 Monatm.— Rechtsanwalt Cassel hielt es für undenkbar, daß hier eine Beleidigung des Fürsten Bismarck untergelegt werden könne, denn es sei lein Schimmer von Beweis dafür erbracht, daß diese Briefkastennotiz auf einen drei Tage vorher gebrachten Artikel, der sich in einem von einem ganz anderen Herrn rediairtm Thell des Blattes befand, sich beziehen solle. Zudem sei in dieser Notiz vom Fürstm Bis- marck mit keiner Silbe die Rede. Wenn der„Winkaeber" de- leidigt sein solle, so könnte doch schließlich nur die„Nat.-Ztg." oder ihre Hintermänner beleidigt sein, denn von ihr sei jener erste Artikel ausgegangen. Eventualiter aber sei der Angeklagte subjektiv n'cht strafbar, denn die Briefkastennotiz, für welche er verantwortlich sei, enthalte an sich nichts Strafbares; sie werde nur verdächtig durch die künstliche Kombination mit einem anderen Artikel, für welchen ein Anderer verantwortlich sei.— Der Gerichtshof ging von der Anficht aus, daß die qu. Brief» kastennotiz allerdings nur dann eine Beleidigung enthalten könne, wenn sie zweifellos in Verbindung mit dem drei Tage vorher erschienenen Artikel stände. Da aber der Angeklagte die Behauptung aufgestellt halte, daß er seinerseits jenen Artikel des Hauptblattes gar nicht gekannt habe und diese Behauptung dem Gerichtshofe auch nicht für widerlegt erschien, so erkannte der- selbe auf Freisprechung des Angeklagten. Der Mardprozess gegen die GSrtnervfra« Weber findet am 22. d. M. vor oem Schwurgericht des Landgerichts I statt._ fmiu***> NersammwWKM. Gine öffentliche Hteinmetzennersammlnng, die stark besucht war, tagte am Freitag unter Vorsitz des Herrn Eltzchig im Restaurant„Königshof", Bülowstr. 37. Herr Baake referirte über den Gesetzentwurf der Alters- und Jnvalidenversorgung der Ardeiter. Redner ging eingehend auf die Bestimmungen desselben ein, kritistrte sie allen Punkten und desprach die Statistik des deutschen Steinmetzenverbandes über die Todes- fälle von Steinmetzen, die in den Jahren 1886 und 1887 in 15 gi ößeren Städten erfolgt find. Es geht aus ihr hervor, daß von den 87 im Zeitraum zweier Jahre gestorbenen Steinmetzen 82 Lvngenkrankheiten zum Opfer gefallen sind und daß das Durchschnittsalter der Steinmetzen 33 Jahre beträgt; die meisten starben, von der herrschenden anarchischen Wirtbschaft aufge- rieben, in der Blüthe der Jahre. In der Diskussion sprachen die Herren Meyer, Eltzchig, Scker, und Süßmayer, pflichteten dem Referenten in allen Punkten bei und detonten besonders, daß der Fall, daß ein Steinmetz 70 Jahre alt werde, höchstens alle hundert Jahre einmal vorkomme. Ferner wurde festgestellt, daß bei den Steinmetzen alle Jahre ungefähr 5 pCt. mit Tode abgehen; das sei ziemlich derselbe Prozent- satz der Verluste in einem Feldzuge. Für die Wittwen und Waisen der gefallenen Krieger werde gesorgt, wer aber sorge für die Hinterbliebenen der auf der Wahlstatt der Arbeit gefallenen Kollegen?— Hierauf wurde von Herrn Sasse ein Antrag gestellt, eine Petition an den Reichstag zu senden, denselben zu ersuchen, den vorliegmden Gesetzentwurf abzulehnen und den Bundesrath mit der Ausarbeitung eines neuen innerhalb zweier I.hre zu beauftragen, nach welchem die Alters- und Jnvalidenversorgung den freien Arbeiter- und Unternehmerkaffen übertragen wird. Dieser Antrag wurde abgelehnt, dagegen fol- gende Resolution angenommen: Die heutige, im Restaurant „Königshos" tagende öffentliche Versammlung der Steinmetzen Be.lins erklärt den Gesetzentwurf betreffend die Alters- und Jnvalidenversorgung der Arbeiter in seiner jetzigen Gestalt und Verfassung für unannehmbar, da wir Steinmetzen überhaupt nicht in die Lage kommen können, von derselben Gebrauch zu machen, da unser Durchschnittsalter nach der aufgestellten Statt- stik nur 33 Jahre aufweist, und erwarten wir, daß eingreifende Umgestaltungen stattfinden, z. B. Beseitigung der Quittungs- dücher, bedeutende Herabsetzung der Altersgrenze:c. Die Versammlung beauftragt ferner die Vertreter der Arbeiterpartei, energisch gegen den Entwurf zu proteftiren, indem wir lieber auf den ganzen Gesetzentwurf verzichten, als ihn in seiner jetzigen Form anzunehmen. Die Ktnckatenre für Kauarbeit hielten am Montag, den 5. Nooemder, in Kfinski's Lokal, Fischerstr. 10, ihre Vereins- Versammlung ab. Die Tagesordnung lautete: 1. Vortrag des Rechtsanwalts Herrn Wreschner, über:„Die Lösung des Ar- beirsvertrages der gewerblichen Arbeiter. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Der Vorsitzende, Herr W. Schulz, eröffnet die Versammlung um&9 Uhr und ertheilt nach Verlesung des Pro» tokolls Herrn Rechtsanwalt Wreschner zu seinem Vortrage das Wort. Derselbe leitet seinen Vortrag ein mst der Betonung, daß die Gesetzeskunde über die Lösung des Arbestsoertrages von ungeheurer Wichtigkeit für die Arbeiter sei. Redner führte aus, daß nicht nur die Lohnarbeit, sondern auch die Akkord arbeit eine 14tSgige Kündigungsfrist erbeische. Dieselbe findet jedoch keine Jnnehattung. wenn der betreffende Arbeitnehmer den Arbeitgeber getäuscht oder aber wegen Diebstahl oder Betrug je. destraft wird, oder aber wenn der Arbeitnehmer sich weigert, etwas ihm aufgetragenes zu thun, oder aber wenn derselbe sich an Angehörigen des Arbeitgebers Vergehen zu schulden kommen läßt, welche den Gesetzen und guten Sitten zuwider- laufen. Redner führte noch mehrere Gründe an, durch welche die 14tägige Kündigungsfrist von beiden Thetten nicht innegehalten werden brauche und beleuchtet noch zum Schluß das sogenannte „Trucksystem". Auf eine Anfrage von Seiten mehrerer Kollegen über dm Zweck der Arbeitsbucher. kennzeichnet Redner dieselben als etwas dem Arbester Unwürdiges. Hiermit war der 1. Punkt der Tagesordnung erledigt und geht man zum 2. Punkt. Ver» schiedencs, über. Der Kassirer. Hm Paethe, meldete, daß sich ein Kollege, Herr Michael Grube, aufnehmen lassen wolle. Hiergegen wird vom Kollegen Katzemir Protes erhoben. Die Sache wird erledigt durch einm Antrag Jänicke, hinter den mwmM Groß, welcher Rüstung gebaut, noch nicht erledigt sei. Nachdem das Vergnügungskomitee noch bekannt gegeben, daß am erstm Weihnachtsfeiertag ein Vergnügen, verbunden mit Bc- scheerung, stattfinden solle, schließt der Vorfitzende die Versamm- lung um 12 Uhr. Dl« Filiale 1» der Vereinigung der deutsche« Maler etc hielt am 6. November ihre Monatsversamml"'-g ab. Die Tagesordnung lautete: 1. Monatsabrechnung. 2. Mitgliederverlesung. 3. Wahl eines Bibliothekars. 4. Velschiedenes. — Kollege Kube eröffnete die Versammlung und theilte den Anwesenden mit, daß in der Sitzung der Grenzregetungskom- Mission beschloffen sei. die Grenzen der Filialen find gleich den Grenzm der Hilfskaffenfllialm, jedoch übt die Grmze keinerlei Zwang aus auf die Mitglieder. Danach verliest Kollege Fehl- Hader den R.wifionsbericht des Monats Oktober. Zum 2. Punkt verliest Kollege Lindau die im Monat Oktober eingettetemn Mitglieder. Die Wahl eines Bibliothekars traf dm Kollegen Donert, zugleich wurden die Bibliothekstundm auf Montag und Donnerstag von 7—9 Ubr Abends festgestellt. Zu„Ver- schiedenes" machte Kollege Link bekannt, daß der Unterricht der Fachschule Sonntag Vormittags von 8—12 Uhr, Montags, Mittwochs und Donnerstags von 7—9 Uhr abends stattfinde. Kollege Wentker machte den Vorschlag, in der nächsten Ver- sammlung eine Vorlesung aus den Darwinschen Werkm vorzu- nehmen. Dieser Vorschlag wurde angenommm, und weil alle Punkte erledigt waren, schloß Kollege Kube die Ver- sammlung. Der UnterstLstungsbnttd der Kau« die« er K erlitt« hielt am 6. Nooemder c. bei Feuerstein seine regelmäßige Mit» gliederoersammlung ab. Nach Erledigung der Mittheilungen und der Abrechnung vom Stiftungsfest, welche, da noch ein« Anzahl Billets ausstehen, nicht vollständig gegeben werden konnte, erfolgte die Aufnahme von 29 neuen ZItitgliedern m den Bund. Bei Punkt„Verschiedenes" wurde bekannt gegeben, daß alle Gesuche um Rechtsschutz in Lohnstreitigkeiten an den Oinncmn Kollegen Oswald Grauer, Alte Jakobstt. 134, zu richten find. Es folgte die Wahl des Vergnügungskomitees, in welches die Kollegen Döse, Keßlinke, Dahlenburg, Schindler und Ackermann gewählt wurden. Nachdem auf das am 18. November c. in Heidrich's Festsälen, Beuthstraße, stattfindende Familienfest zum Besten der Weihnachtsdescheerung des Bundes aufmerksam ge» macht und zu recht reger Betheiiigung aufgefordert worden, wurde der Fragelasten erledigt und die gut besuchte Versamm- lung geschlossen. Verein zur Wahrung der Interesse« de» Kchnh» macher. Die gestern, Sonnabend, in der„Berliner Volks» tribüne" auf Montag bekannt gemachte Versammlung in Gründer's Saal, Schwerinstr. 13, findet nicht statt wexm Zurücknahme des Saales, wie schon am Schluß des Versamm- lungsberichtes der letzten öffentlichen Schuhmacherversammlung bekannt gegeben ist. Kerichtigung. In dem Versammlungsberichte der Ver- einigung der deutschen Stellmacher(Nr. 264 d. Blattes» muß Punkt 1 der Tagesordnung heißen: Wahl eines Revisors. Es wurde Herr Habermann zum Revisor gewählt. Vrtvkrankenlrass« der Tischler«nd planoforte- Arbettrr Kerlias Sonntag, den 11. November, Vormirtags 10 Uhr, bei Secfeldt, Grenadierstr. 33: Delegirten-Versammiung. Tagesordnung: 1. Beschluß des Bezirksausschusses betreffs der 3 Taae Karenzzeit. 2. Besprechung der Vorstands wähl. In der freireligiöse« Gemeinde, Rosenthalerstraße 38. Sonntag, den 11. ds. Mls, Vormittags 10 Uhr, Vortrag drS Herrn Dr. Völkel- Magdeburg üler:„Paulus nnd Seneca." Damen und Herren als Gäste willkommen. Abends 7 Uhr ebendaselbst gesellige Zusammen kunst. Vortrag des Herrn Dr. Völkel-Magdedurg über:„Dos Glück in Sage und Dichtung." Gäste, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Verein zur Wahrung der materielle« Interesse« der Kteinteäger und verwandten Berufsgenossen BerUnS. Versammlung am Sonntag, den 11. November. Vormittags 11 Uhr, bei Scheffer, Jnselstr. 10, 2 Tr. Tagesordnung: 1. Ersatzwahl eines zweiten Vorsttzenden und eines Fachkom» misfions> Mitgliedes. 2. Vereinsangelegenheiten und Verschic» denes. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Fach verein der Buchbinder und verw. Beru'sgenofferr. Montag, den 12. November, Abends 8% Uhr, im Louisen- städtischen Klubhaus, Annenstraße 16: Vereins Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Mar Baumgart über„DaS Z tnftwesen im Mittelalter". 2. Verschiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Verein zur Wahrung der Interesse« der Fackirer. Montag, den 12. November, Abenvs 8 Uhr, Kommandanten» straße 72, Mitglieder-Versammlung. Tagesordnung: 1. Zweck und Ziel des Vereins. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Verein Berliner Hansdiener. Montag, den 12 Nov. d. I., Abends 9 Uhr Neue Glünstr. 28: außerordentliche Generalversammlung. Versammlung de« Verbandes deutscher Zimmer» lente(Lokalverband Berlin West und Umgegend). Montag, den 12. November, Abends 8 Uhr, in Sanges Saal, Steglitzer- straße 27. Tagesordnung: 1. Vortrag über die Arbeit. 2. Wahl eines zweiten Kontroleurs. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Der Verein der Modelltischler hält am Montag, Abends 8& Uhr, seine Versammlung im„Vorstävtischen Kastno", Ackerstr. 144, ad. Auf der Tagesordnung steht: 1. Vereirsan» gelegenheiten. 2. Fragekasten. Der Arbeitsnachweis des Ver- eins befindet fich beim Kasfirer W. Röde, Feldstraße 9, vorn 2 Treppen. Zentral-Kranken- und Kterbekass« der Tischler:c. (E. tz. zu Hamburg.)— Berlin B. Montag, den 12 November, Abends 8t Uhr, im Lokal des Herrn Gerth, Prinzenstraße 106: Mitglieder-Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal und verschiedene Kassen-Angelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Fachverein sämmtlicher au Holzbearbeitung«- Maschinen beschäftigter Arbeiter. Montag, den 12. November, Abends präzise 8i Uhr, in Säger's Lokal, Grün« Weg 29: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Zadel über Lungenkrankhetten. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird ersucht. Der deutsche Kchueiderverbaud hält am Montag, de» 12. November, im Neuen Kludbaus, Kommandantenstr. 72 sei« Stiftungsfest ab, wozu alle Freunde und Gönner des Ber. dandcs freundlichst eingeladen find. -x' Versammlung der Grtvkrauke»- NN» Kterbekasse der Böttcher Berlin« am Dienstag, den 20. November. Abends 8V Uhr, in Heise's Salon. Tages- Ordnung: 1. Ergänzungswahl für die drei ausscheidende« Vot- standsmitglieder. 2. Verschiedenes. Das Erscheinen eines jede« Delegnten ist nothwendig. « Ferband deatscher Zimmerleute. Lokalverband Berlin- Zentrum. Versammlung am Dienstag, den 13. Novemb-r. Abends 8t Uhr, im Neuen Klubhause, Kommandantenstr. 72. Tagesordnung: 1. Vortrag über den§ 1 des Verdandsstatutt. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Reue Mitglieder werden aufgenommen. Auch werden die Mitglieder ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Die freie Kranken-«ud Kegräbnikkass« der Schuhmacher«nd Kernfsgenosse« Kertin«(E. tz. 9L 2:1 feiert am Sonnabend, den 17. November, ihr 17. Stiftungss.st im Königstädtischcn Kastno, Holzmarktstr. 72. Billets find bei den Vorstands- und Ausschußm tgliedern zu haben. Zentral-Kranken-«nd Kterbekass« der Tischte» tc. Oerlltche Verwaltungsstelle Berlin A. Den Mitgliedern der. BrnvaltungZstclle Beilin A jut Nachricht, daß die ZaMelle von der Wtencrstroße 27 bci Moud nach der Reichenderzer« und �orsterstraßen» Ecke bei Herrn Rscher oerlegt worden ist. Die Mitglieder werden ersucht, di�se Ztachricht zu verbreiten. U«r«-««d gesellige Vereine am Sonntaa. Lübeck'scher Turnverein(2. Lehrlingsabtheilung) Abends 6 Uhr Elisabeths Gesang-, Turn-«nd gesellige Vereine etc. am Montag Gesangverein„Unverzagt" Abends 8i Uhr im Restau» rant Goering, Köpmckerstraße 127 a.— Gesangverein„Sängerlust" Abends 9 Uhr im Restaurant, Landsbergerstrahe 80 — Männeraesangverein„Weiße Rose". Abends 9 Uhr im Restaurant Kleine, Gerichtsstr. 10.— Männeraesangverein„Ein- trocht 1" Abends 9 Uhr Köpnickerstraße 68, tnt Restaurant.— Gesangverein„Echo 1872" Abends 9 Uhr Oranienstr. 190.— Turnverein„Hasenhaide"(Lehrlings ab th eilung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstr. 60—61.—„Berliner Turngenoffenschaft" (7. Lehrlingsabtheilung) Abends 8 Uhr in der städt. Turn- Halle, Britzerstr. 17—18;— desgl. 6. Männerabth eilung Abends 8 Uhr in der städtischen Tumhalle, Gubenerstr. 51.— Lübeck» scher Tumverein(Männerabtheiluna) Abends 8 Uhr Elisabeth» straße 67—58.— Verein ehemaliger Schüler der VU. Ge- meindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Linden- ße 106.—„Friedrichs-Verein"(ehemalige Zöglinge des aisenhauses der Stadt Berlins lann, Lhmgasse 2. � Vergnih ormann Abends — Verein naatl 9 Uhr bei Thamm, „Ratibor" Abends 8i III — Arends'scher fftaurant Fritze, Elisabethstr. 30.— graphmverein„Mercur" Abends 8V Uhr im Restaurant Blumensk." 10.— Arends'scher Stenographenverein ends ngs- ön» ir im steno- aatz" pollo- bund" Abends 8% Uhr Thurmstr. 31(Moabit.)- Wiffenschast- licher Verein für Roller'sche Stenographie. Abends 3* Uhr im Münchener Bräuhaus. Neue Friedrichsstr. 1, Unterrichts- und Uedungsstunde.— Rmrchllub �Hellblau" AbendS&9 Uhr. Skalitzerftr. 143._ Kleine Witcheiwttgen. Meuenhaw. In einem hiesigen Hause sielen gestern Abend mehrere Schüffe. Als man nachforschte, entdeckte man in einem Winkel des Speichers einen jungen Mann von hier, der sich aus Liedeskummer dorthin zurückgezogen ha te und seiner verzweifelten Stimmung durch Revoloerschüffe Luft machte. Jedenfalls dürfte dieser etwas eigenthümlich: Ausdruck seiner Gefühle für den Liedes kranken noch ein unangenehmes Nachspiel haben, da wir auch hier unter der Herrschaft des„kleinen Be- lagerungszustandeS" stehen. NordtzNUst«. Der„Arbester" Machlitt von hier, welcher zur Zeit eine wegm Brandstiftung über ihn verhängte Ge< fängnißstrafe in der Slrafanstalt Lichrenderg verbüßt, hat ge- standen, daß er vor zirka 10 Fahren an dem Maschinenbauer Kahle aus Ellrich, deffen Leiche damals im Mühlengraben der Rosenmühle an der Zorge aufgefunden wurde und an welchem man damals Selbstmord als Todesursache annahm, einen Raub- mord verübt habe. Infolge deffen wurde auf Anordnueg des Gerichts dos Grab des Kahle zur nachträglichen Untersuchung der Leichenreste geöffnet. JllSnch»». Der Fabrikant Ungerer ließ Dienstag Abend gegen 6 Usr die letzten Gegenstände aus dem Gebäude der Kraft- und Ardestsmaschlnen- Auestellung herausschaffen. Als nun der schwer mit Röhren und einem Dampfkessel bc- ladene Wagen um die Ecke des Ausstellungsgebäudes fuhr, gegenüber der Eisenrieth'schen Schankwirlhschast, ge- rieth der Wagen inS Schwanken, rutschte„ Troltoir zu und siel um. mit gewaltigem Gepolter den W die Wand des Hauses Nr. 2 am Jsarthorvlay schleudernd. Ardeiter, welcher die Pferde lenkte und dieselben sofort Deichsel losmachte, wurde hierbei von der Deichsel erfazl- hoch in die Luit geschleudert. Der Unglückliche erlitt � Rippendruch. Man brachte ihn sofort in das Kranken Koei Gin« Manseplage henscht gegenwärtig im KönM Landkreise, wie sie noch nicht beobachtet worden ist. Schaden, den diese Thiere an dem ungedroschenen Gel rem den Scheunen anrichten, ist außerordentlich groß. Aus' Besitzung bei Mollehnen ist z. B. ein 20 Fuder Roggen tender jSchober derart von den Mäusen heimgesucht, daß einen Erdrusch von fünf Scheffeln Körner ergeben hat- angewendeten Mittel zur Vertilgung der Thiere errverstii als unzureichend und die Leute stehen thotsächlich rathl« Je, 26 Lelegrirphifche Depesche». (Wolssts Telegraphm-Bureau.) Pari», Sonnabend, 10. November. Infolge W schluffeS des Senats auf Wiedereinstellung der Paiiser ausgaben in das Staatsbudget hat der Staatsrath auf Floquet's die Prüfung des Entwurfs eines Dekrets, welches gewisse Adtheilungen zur Pariser Poll. auf die Präfektur des Seinedepartements übernommen sollten, einstweilen verschoben. N«« Vorst, Sonnabend, 10. November. In den bei Putsburg fand eine Explosion statt, wodurch 160 arbeit, r verschüttet wurden; man befürchtet, daß alle find. Loose st, eine Mark. 11 Stück 10 M. Gr. Lotterie zu Weimar, Ziehung 15.#8. Decbr. er. 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Wahl von 3 Revisoren zur$*1* Jahresrechnung. Der Beschluß des Bezirksausschuß» trcff der am 4. Juni d. I. Statutenänderung. 1205] Der bloi-1 d- � aus« K 3. 4. 5. 2,� W 2« mar d feÄ wurd Der Uisckler-V�ein feiert am. den 17. d. M.. im Konzerthaus Sanslo> 17« Stiftungsfest Gesangsvoitlil durch Tbeatervorstellang, Gelangsv Ball. Billets sind zu haben bei Tbufius, Narmynstt. 74; Winter, E Iis- Nr. 65; Kcenschner, Laufitzerstr. 45. v- SW hencke LD ober tobet de Der V-rein Kerliner 0�5 ------- m bält am Montag, den 12. d. M.,- N?ue Grünstraße 28 eine außeca�v Geveralversemmlung mit folgenv ordnuna ad: 1. Mlltheilung. 2. neuer Mitglieder. 3 Wchl bA SÖ1] F.stlomstees. 4. Verschiedenes und i 1214] Der N Der deutsche Schneidnvt bäll am Montag, den 1% II«»«1 Neuen Klubhaue, Kommanvante> nahe de« Park, empfiehlt sein Geschäft in: PI««»», Palmen»« eigen, Kouquet». Topfgewächse» und Kra«tkrän?en. Vereins- kränze mit Schlerfen und Druck werden auf, Bestellung sauder ausgeführt. Um Jrrthümer zu vermeide«, bitte ich meine geehrten Freunde und Bekannten, genau auf meine Adresse zu achten. 851 ab, Stiftungs-Fef* i, zu dem alle Freunde und Gönne« v lichst ■s» den dandes freundlichst eingeladen find. W Cigarren u. Tabake AugustSchweizer «itq Passage[1128 Ei«ga«g Dresdener ftratze 52. Jede llhr st. 1,50 unter Garantie wird für M. 1,50 unter Garantie des Gut gehens gereinigt und repattrt. Wanduhren werden gratis abgeholt und aufgehängt, auch auf schriftl. Befüllung. Patentgläser 10 Pf. Uhrschlüffel grati«.(1219 _ W. SöUner Prinzer str. 15. Vessentltch» Versamminag fuf &«%» /raunt �» am Dienstag, den 13. Ztovember, Gericktstr. 10 bei Sommerfeld(stur;, z T.-O.: Zweck und Ziele des der Ardeiter Berlins. Arbritsmartil Ei« KlempnerlehrliaS wird verlangt Steglitzerftt. 60. Gute Ofensetzer verl. Haaok, Bahnstraße 39. ock" Vi«»» Kistenmacher verlangt � 1206] Klefer, AlexandttNeNi�J Dr. Hoeach, Friedrichs. 108, I. 8 bis |—7 Uhr. Sonntags nur Vorm.[797 Möbel, Spiegel u. 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Beilage zum Berliner VoMlatt. 266. Sontttag, den 11. November 1888 S. Die deinen Pkaneteu. Planet ent- Jahre 1688 astronomische eines dieser S�' M. Zoli�ist mmcn i In dm*! 160 j alle Wien wurde dieser Tage der 279. ZT-. Welch' ein Unterschied zwischen dem % dem Jahre 1800. Jetzt nimmt die zwar noch Notiz von der Auffindung»,»%, "«fernchen, aber ohne eine sonderliche Jreude darüber zu Mfinden. daß die Anzahl derselben ins Ungemessene wächst. Zv anders im Jabre 1800, wie suchte man nach dem ersten, ™"tlchtt Jubel herrschte, als er sich zeigte, sollte er doch die �»monie in der Planetcnwelt herstellen.— Schon der große , 001 der Meinung gewesen, daß zwischen den beiden .«mlen Mars und Jupiter, wo ein außerordentlich großer Vochem aum ist. noch ein Planet fich vorfinden müsse. Ende Slün ♦ 0en Jahrhunderts glaubte man für die Abstände der f�meten von der Sonne ein ganz einfaches Zablengesetz gefun« haben. Bezeichnet man nämlich die Entfernung des wit 4, so ist die der übrigen Planeten wie folgt: �talur Venus Erde Mars Jupiter Saturn 4 7,5 10,3 15,7 53,8 98,7. nran andererseits zu der Zahl 4 nacheinander !.?> k, 12, 24, 48, 96, eine Zahlenreihe, in der, hin- V, 14, 41, lO, UU, 111.4'*» 4. wie «l ,*% jede folgende Zahl das DoppeUe der vorhergckcnden schilt man 4. 7, 10, 16, 28, 52, 100. Beide Reihen »ZT? ziemlich über ein, nur in der ersten fehlt die 28, hier hg, � Harmonie gestört. Später frelltch, als Galle 1846 SJrun auffand, zeigte es fich, daß obige Reize 'w* zufälliges Zahlenspiel war, denn die Ent> "lo'tSA&m'w iu���Oen soUle. 24 Ästronomen sollten nach einem de- stÄ Kch' _ �lenspicl war, paßt recht wenig zu derselben. es. den Planeten aufzusuchen, der die cn**v" svwit.««(«fcvovMiv*»|. 014»? Vane den Himmel durchmustern. Zu diesen gehörte a: lwL*t""»e mit starker Eigenbewegung, das nur ein Planet sein jeder. �%!, Im übrigen Europa konnte er nicht beobachtet werden. ilkdef1 1 jtoT• er banz neuen Methode berechnete der damals noch »im«.?85®au� aus den wenigen Beobachtungen eine Bahn Pliist� seiner Bestimmung fand Zach am 7. Dezember die .«f jL jT" Ziamen hatte der Stern erhallen— wieder. schuff�.� 3Sm, z41 Entfernung von 28,7 ordnete er fich vorzüglich ein. . war Häher sehr erstaunt, als am 28. März 1802 Olbers > kian JU'J'on Planeten, Pallas, entdeckte. E- folgte 1804 har- M b« Juno und 1807 C Ibers wiederum mit der Vesta. bz?Ulde weitergeforscht, aber es vergingen volle 38 Jahre. hnxc." genannten vier fich ein neuer hinzugelellte. 1645 Iftsn y�cke die Ästräa, 1850 waren es schon 13 Planetoiden, .beten 62, 1870 zählte man 112, 1880 kannte man 219 M dieser Woche find es 279 geworden. Eine ganze Reihe biesen Entdeckungen verdanken wir zwar dem Zufalle, die aber dem ausdauernden Fleiße der Astronomen und »oder der Astronomie, die unermüdlich die Ekliptikalregion HÜs-�uunels durchmustern. Die Vetbesserung der optischen und endlich die Anfertigung neuer und sehr genauer „ �rfoii ,,tn Hader, auch das ihrige dazu beigetragen, den großen die« irr"** und atifr VJw in diesem edlen Wellbewerbe aller Völker beor Jabr,, harten gebührt unstreitig Herrn Palifo, der seit Und d«,. zuerst auf der dalmatinischen Sternwarte Pola !?ddtckt- Wien fast ein Viertel aller bekannten Planetoiden hchhjj».�r�ltch nicht weniger wie 69 Stück. Welche Beharr- K'Üm(fr?! dazu, solche Resultate zu erzielen. Nicht m nder xeters jw ,,auf diesem Gebiete der Sternenkunde zeigt Herr nnl? ,o: der Sternwarte ur Ciir.ton, er folgt mit einer ,u?°? 45 Stück gleich auf Paltsa. Sehr viel im Verhält. iktor% dm ,u Gebote stehenden Hlllsmitteln hat Luther, ) 2., m, Sternwarte Bilk bei Düsseldorf, geleistet, denn er 22 Es kommen nun der Reihe nach' Watson �varls Z.� I'dnstdt und Borelli mit je 14. Hind mit 10, \ L' Bogson 8, die durch ihre Entdeckungen auf �. der Stcrnphvtographie bekannten Brüder Prosper * 6 u f. Homy mit je 7, Perrotin und Chakornac �»ndeü ,1'««f der Berliner Sternwarte find sechs auf- striorre durch den jetzigen ersten Odservator »"Uchi'.��tleinm Körperchm knüpfen fich nun eine ganze M fiinv i"10?01- Zunächst wober kommen dies Iben? Lange diesw�ne Hypothese von Oldcrs im höchstm Ansehen. Ncx qi, Astronom war der Meinung, daß dermaleinst ein k&re 7:?nei dort stand, wo wir jetzt die kleinen sehen, dann durch irgend welche inneren Kräfte zer- m«* Aden f„f >lMd rvt anteW fiir trümwert und so die kleinen entstandm. Diese Hypothese hat fich als unhaltbar erwiesen, so lbestechend fie auch aussehen mag, man vermuthet, daß die Planetoiden fich bildeten; aber viel weller kommt man damll auch nicht, und das Dunkel, das die Nsteroidengruppe umgiedt, ist vorläufig noch nicht gelichtet. Wunderbar erscheint eS. von wie außerordentlicher Kleinheit die meisten dieser winzigen Splitterchen im Wellall find. Da dieselben als Punkte erscheinen, gerade wie die Fixsterne, so kann man freilich die Größe ihrer Durchmesser nicht dirett messen und zu einer Bestimmung ihres Volumens kann man nur auf dem Umwege gelangen, daß man ihre Lichtstärke ab- schätzt. Unter der Annahme, daß die Asteroiden dem Mars in ihrem Reflerionsverwögen gleichen, findet Pickering aus seinen pbotometrischen Messungen den Durchmesser der Vesta zu 500 Kilometer, den der Pallas zu 270, der Juno zu 150, den der Eva und Menippe gar nur zu 20 Kilometer und da einige aus der Gruppe noch lichtschwächer find, so müssen dieselben auch noch kleiner sein. Wenn man alle bisher dekannten Pla- netoiden zusammen zu einem Kö-per vereinen wollte, so würde dieser unter der Annahme gleicher Dichte noch nicht ein Fünf- tausendstel der Masse haben wie unsere Erde. Eine wellere Frage ist die, ob die Anzahl der Asteroiden eine endliche ist, oder aber ob dies-lbe mit der zunehmenden Verbesserung unserer optischen Hilfsmittel ins ungemcssene wächst, indem immer wieder noch lichtschwächere, die für die schlechteren Femrobre unfichtbar waren, fich dem Auge ent« schleiem werden. Eine entscheidende Antwort läßt fich hierauf noch nicht ert heilen. Denn während die eisten vier der 7. Größenklasse zugezählt werden mußten, war man in der Mille des Jahrhunderts bereits bis zu 9,5 Größe herabgelangt und die Entveckungen der Neuzeit beschränken fich fast ausschließlich auf Sternchen 12. bis 14. Größe. Während einerseits dieser Umstand dafür sprechen würde, daß im Laufe der nächsten Jahrzehnte die Herabminderung der Helligkeit in gleicher Weise fortschreiten würde, so muß doch andcrersellS bemerkt werden, daß die erwähnten Giößentlassen noch lange nicht an der Grenze dessen stehen, was unsere heutigen Fernrohre unS fichtbar machen. Das würde also heißen, die jetzt gefundenen find bereits die kleinsten, die Anzahl derselben ist also eine rnd- iiche. Dieser Anficht scheint man fich mehr und mehr zuzuneigen. Dann könnte man also bei eifrigcm Foricken im Laufe der Zell die sämmtlichen Planetchen auffinden. Man kommt abcr im Gegentheile davon ab, diesem Ziele zuzustreben. Ein beson- dcres Interesse unter ihren h mmlrschen Mitgenossen können fie nicht in Anspruch nehmen; wohl aber erfordert ihre Berechnung und fortwährende Beobachtung eine ganz bedeutende Menge von Zell und Arbeitskraft. Die Berliner Sternwarte, sowie das Berliner R.cheninstitut, welche bisher hauptsächlich nicht sowohl die Auffindung neuer Sterne, als besonders die ge« naueste Oits- und Bahnbestimmung der schon vorhandenen als Spezialität betrieben hatten, wollen daher auch dies jetzt aufgeben und nur noch den hellsten und bedeutendsten unter ihnen ihre besondere Aufmerksamkeit widmen, da sonst der Geldaufwand in keinem Verhältniß zur aufgewendeten Zeit steht. Damll ist denn weiteren Entdeckungen ein Riegel vorgeschoben, weil die Mittel fehlen, festzustellen, od man wirklich einen neuen Planeten vor fich hat, oder einen bereits dekannten. Ganz merkwürdig ist die räumliche Anordnung der Asteroiden. Sie kreisen in einer Zone von etwa 450 Millionen Kilometer Breite, aber innerHaid derselben nicht, wie man denken sollte, gleichmäßig verthetlt, sondern neben deutlichen Anhäufungen findet man deutlich erkennbare Lücken, so doß mehrere Partial« ringe neben einander zu bestehen scheinen. Ohne hierauf näher eingehen zu wollen, seien noch zwei Eigenthümlickkeiten erwähnt: die meist sehr beträchtliche Abweichnnz ihrer Bahn von der Krelsform und endlich die großen Steigungen derselben. Wäb- rend unter den Hauptplaneten Merkur mll einer Exzentrizllät von 0,21 bereits alle anderen übertrifft, find unter den Aste« roiden Exzentrizitäten von 0,25 ganz gewöhnlich; ja dieselben steigen sogar bis 0,4 an, wodurch also eine stark elliptische Form zu Stande kommt. Daneden kommen allerdings auch Bahnen vor, die fast vollkommen kreisförmig verlaufen. Die Steigerungen wachsen bis zu 35 Grad. Ihre stderischen Umlaufszellen schwanken zwischen 3 und 8 Jahren. Zum Schlüsse sei noch erwähnt, daß der 279. Planet 13. Größe ist und bei seiner Entdeckung fich im Sternbilde der Fische defand. Gerichts-Ieit»««. «inAwssth»« evrtatnitr literarischer«eleidigungs- »rozeh wurde am Mittwoch vor dem Charlottenburger Schöffengerichte verhandelt. Privattläzer war der Schriftsteller Otto von Leixner, angeklagt war der Schriftsteller Karl Bleibtteu in Chenlottcndurg. Die Beweisaufnahme war nach dem „Neuen Jntelligenzblatt" eine so umfassende, daß die Verband« lung nahezu öf Stunden in Anspruch nahm. Die Verhandlung hatte in allen ihren Stadien etwas Dramatisches, in welcher nicht blas die handelnden Personen, sondern auch die in der Korona erschienenen sachverständigen Zuschauer(aus der Schrift- stellerwelt) ein gcwiffes Interesse erregten. Den Gegenstand der Anklage bildete folgendes: Im Verlage von Wilhelm Friedrich zu Leipzig erschien im Jahre 1888 ein dreibändiger Roman(aus mehr als 1200 Seiten) unter dem Titel„Größenwahn", ver« faßt von Karl Bleidtreu. In diesem Roman wird die Berliner Echriftstellerwell perfifflirt und vielfach auch das Privatleben ein« »einer hervorragender Kritiker gestreist. Der Privatkläger, Herr Otto von Leixner(Redatteur der Janke'schen Romanzeitung), hatte in einer Krittk Bleibtteu'scher Dichtungen sein Urtheil dahin zusammengefaßt:„Wer das drucken kann, ist lein Lyriker und kern Vollblutdichter." In derselben Kritik hatte von Leixner dem 29jShrigcn Bleib« treu die tiefere Lebenserfahrung abgesprochen, dabei aber ancr« kannt, daß in Bleibtteu eine recht tüchtige literarische Kraft vor« banden sei, die fich nur noch in die gehörige Selbstzucht nehmen müsse. Bleibtreu war durch diese Kritik offenbar verletzt und schrieb einige Briefe an v. L., um denselben zu einer Modifikation seines Urtheils zu bestimmen. Diese Erwartung erfüllte fich nicht. Bleibtteu schuf nun in dem erwähnten Roman „Größenwahn" eine Figur, welcher er den Namen Dr. von Feixeler(anklingend an Dr. von Leixner) gab. Dieser Roman« figur werden nun verschiedene schöne Dinge nachgesagt, wie Honorarunterschlagung, Rettung einer bemakelten Person durch Heirath, eigener unsittlicher Lebenswandel(der Verfasser drückt das in einem Dialog zwischen Leonhard, Schmoller und Erich von Lämmerschrcier, angenommene Namen für den Verfasser selbst, einen andern Schriftsteller und für den jugendlichen Schriftsteller oauck jur. von Hartleden— aus). Die Anklage behauptet nun, daß mit dieser Schilderung der Schriftsteller Otto von Leixner auf 21 Seiten des dritten Bandes so abgezeichnet sei, daß jeder in die literarischen Ver« bältniffe Berlins Eingeweihte ihn sofort erkennen mußte, und stellt der Privatkläger durch seinen Vertreter desbalb den Straf- antrag wegen verleumderischer Beleid gung aus§ 187 des Siraf- gesetzduchs. Außerdem wird die schärfste literariiche Lauge über den unglücklichen Dr. von Feixeler in dem Roman ausge« gössen. Der Privatkläger bat wegen dieser nur das literarische Gebiet berührenden Angriffe keinen Strafanttag ge- stellt. Nur die Beleidigung seiner persönlichen und seiner ManmSehre wolle er durch Bestrafung des Beleidigers gesühnt wissen. Die Zeugenvernehmung ergab, daß die Eingeweihten in der fraglichen Romanfigur sofort Herrn von Leixner erkannt hätten. Rechtsanwalt Geelltng betonte, daß eine Verurthellung seines Klienten einem Eingriff in die dichterische Freihell, die Figuren für den Roman oder das Drama aus dem Leben zu nehmen und mit dichterischen Zuthaten der Pyantnsie zu umkleiden, gleichkom« mm würde. Habe doch Paul Lindau in seinem Drama„Der Er- folg" die bekanntestm Kritiker auf die Bühne gebracht, ur>d hätten die Schauspieler sogar in der Maske sich bemuht, die gettoffenen Kritiker auch äußerlich abzukonterfeien. Habe doch gegen Goethe, welcher ebenfalls seine Romanfigurm aus dem Leben ent« nommen, niemand einm Strafantrag gestellt. Paul Heyfe habe auch in einem die künstlerischen Verhältnisse in München dar« Nellmden Roman bekannte Personen gezeichnet und ivealifiit. Redner plädirt für völlige Freisprechung des Klienten, zumal gewisse Züge des betreffendm Romanhelden, wie z. B. die be« mäkelte Frau, ja gar nicht auf den Privatkläger passen und offenbar nur eine freie Erfindung des Dichters seien. Auch die Identität der Romanfigur mit dem Privatkläger sei seines Er- achtens nickt erwiesm wordm. Der Gerichtshof hat angenommen, daß der genannte Bleib- trcu'sche Roman sich nicht als ein lllerarisches Kunstwerk, son« dern vielmehr als eine Schmähschrift charafterifire. Ferner hat er die Jventität des Prioatklägers mit der Romanfigur aus der Zeugen- und Sachverständigen- Vernehmung für völlig erwiesm erachtet: der emimuo injuriandl(die Abficht der Beleidigung) folge aus den begleitendm Umständen. Deshalb sei der Änae- klagte wegen verleumderischer Beleidigung zu einem Monat Ge- fängniß zu verurtheilen; die bezüglichen Kapitel des RomanS feien zu kalfiren und außerdem dem Privatbeklagten sämmtlichc Kosten des Verfahrens aufzuerlegen. �Geschäft: Oranienslr. 134. Theodor FricEce Strickgarn- imö �trllUlpsuWrtll' ««brik. At« r» a# - � % Weit eröffnet: 2m Geschäft: Jannowitzbrücke fl, Ecke Alexanderstrasse. � Theodor Fricke Strickgarn- und Strumpfwaareu- Fabrik. mein Km! Wo kommen Sie mit dem schönen Paletot her? Von aus der Neanderstraße. 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