Ät&i«9. St. N°is nitmalt e nister h-ie t�r Pm«» lagen HM er Perso- übren, m# am 2i«' aig anWj ignabme J .'eis üb« t- der HM fahren 0 ng mit» s Borgm en" W- n beimd« mg de§ � enthalte» i ein CM orgänge«» ahe liege. Kreisen' >e Gmif und Dank erhielt nalS legramm .'it in W wurde. Donnerstag, den 15 Uovemder 1888. 5. Zahr«. ScrüierdolUlall. Brgan für die Interessen der Arbeiter. Da«»Berliner Bolksblatt" wr 10»• Juserttensaebühr '•i tt. tviv.t van allen Ännaw Erhöhung deS Preises, angenommen. Redaktion: KenLhstraKe 2.— Srpeditio«: Zimmerstraße 44. �uS es wirklich in der Welse t&äi. getrieben werden? c•'Hd_■_____ sich«rfi 3-i. � �ßt sich gar nicht in Abrede stellen, daß seit einiger � � v.®«euer Geist in die vielbenannte Reichskammission, biher«��iltige Entscheidung in Sachen sozialistengcsetz- wzr./°krbote übertrage« ist, gefahren zu sein scheint. tue«!- ,B �üheren Jahre» die Aufhebung eines Verbots il i.e,.net Druckschrift geradezu zu den Ausnahmen zählte »»s x et« Bestätigung derselben thatsächlich meist mehr �� Herausgeber und Verleger der Druckschrift als auf (L.. Wt derselben gesehen wurde, hat in der letztere« fcr Beziehung eine wesentlich andere Praxis Platz 3«*«• Der durch ein Verbot Betroffene kann jetzt mit «ehr Sicherheit als früher darauf rechnen, daß, im ifoft � Beschwerde führt, die Reichskommission ihre Ent- hL uicht mehr darnach fällt, wer der Beschwerde- CT sti, sondern daß beim Entscheid nur auf den Inhalt «vm Verbot betroffenen Druckschrift gesehen wird. J*,, b fJ61 veränderten Praxis verdanken wir eine Reihe � w;*l �(tbungen, welche für die Arbeiter von höchster 3 ß"b. Die ursprüngliche Handhabung des Sozia- ?rst� mgent f :bf. m; h einejft ?| a 1 Ocdtt� ba a« Kreis m rbamM ntlicht SansM i�i e d mdaul bring«1 iren M Setzei ging ja bekanntlich dahin, alles, was von ausging, die nicht in Jünglings- oder Krieger- i organisirt waren, zu unterdrücken. Die Moti- I 7*%« dieser Verbote beschränkten sich gewöhnlich darauf, Klären:„der Herausgeber und Redakteur sind notorische mokraten, deshalb ist die Annahme gerecht- daß die verbotene Druckschrift auf den Umsturz k. t* �Bestrebungen verfolgt." Oder°wenn eS sich um �rer« handelte, so genügte eS für das Verbot, wen» diesem'»„amtsbekannte" Sozialdemokraten waren. lenbur„. wurde besonders unter dem„loyalen" 'entwi�b-itet und das„richterliche Element", um 'te �4 der verstorbene LaSker so riesige Mühe .'i«wter es in die ReichSkommissioa hinein brachte, Pfifferling genützt. E« war von der ersten fj** d(U polizeiliche Erme ssen, das in der stfio» ausschließlich den Ton angab, und ei ist > heute noch so. Aber auch in dem polizei- �messen ist e« ein Unterschied, von wem es auS- und da wollen wir denn gerne zugeben, daß der skute die ReichSkommissio» beherrscht, sehr vor- % � gegen die Art und Weise, wie diese hat"%e Entscheide in frühere» Jahren ge- werden� jetzt von der Reichskommission Grundsätze den gebracht, die gewiß ganz und gar to».«wer loyalen Handhabung deS Sozialistengesetzes die man aber in früheren Entscheiden vergeben? »U*P I?Äik._ Aeuilleton. wl« «4 Kaskolnikow. JW von F. M. Dostojewski. . Russischen übersetzt von W i l h. H e a ck e l. lw S .fa w7 schaute er auf und blieb stehen. I... fttf«icht fein? Was wirst du de WWW Das kennen wir, das sind Wechsel auf Hm'. a°et jetzt, gleich? E« muß ja gleich, muß B bu a-V Seschehen. begreifst du da-? Und wa» kv l�t? Du beraubst sie ja selbst. Ihr -. ia von de» SwidrigarlowS und auf !» foNd k VW#. V.M-...V wkj Bettelpension. Und w i e wirst du sie vor bu � 00t WassU'l Jwanowitsch Wachruschi» �bestin,I.7�stiger Millionär, du ZeuS, der ihr Schicksal vjtchten�' Nach zehn Jahren vielleicht? Ja, in k b«* rej1,ann chie Mutter leicht vom Sticke» und Stricken . tasten vielleicht auch von de» Thränen und k«sttt s% an der Auszehrung sterben; und die kSch# überlege mal, was mit der Schwester zehn cj*? geschehen sein kann, und wai während Ty« Jtchie geschehen könnte? Hast du'S er- %-%%%% Mich be.''e'ne erst jetzt aufgetauchten, sonder« alte, I r««b T.J,nte Fragen. Schon seit langem marterte» O8**. lällett schv" oft da« Her, zerfleischt. Schon ochsen&■ Beit war diese Qual in ihm entstanden, ' tzatte sich angesammelt, war gereift und hatte sucht. So wurden beim Erlaß des Ausnahmegesetze« die feierlichsten Versicherungen von allen Seiten gegeben, daß durch daffelbe das Koalitionsrecht der Arbeiter nicht be- troffen werden sollte. In welcher Art diese Versicherungen aber gehalten wurden, darüber brauchen wir uns unsere» Lesern gegenüber nicht weiter auSzulaffen. Es genügt, an den zahllosen Auflösungen der fachgewerklichen Organisationen und an den famosen Streikerlaß de« Herrn v. Puttkamer zu erinnern. Diesen Vorgängen gegenüber ist e« nun nicht ohne Werth, daß jetzt eine Aeußemng der Reichskommission vor- liegt, welche klipp und klar ausspricht, daß das Ausnahme- gesetz für Fälle, welche unter das Koalitionsrecht fallen, nicht gegeben ist. Die Entscheidung der Reichskommission, in welcher dieser Grundsatz ausgesprochen ist, bezieht sich auf ein Flug- blatt der Hamburger Tischlergesellen, in dem eine Dar- stellung deS Tischlerstreiks vom Standpunkt der Streiken- oen au« gegeben wurde. Die Hamburger Polizeibe- Hörde, welche, seitdem ein nationalliberaler Polizeiherr ihr vorsteht, sich bereit« durch eine Reihe der überraschendsten Maßnahmen gegen die Arbeiter bemerkbar gemacht hat, verbot dieses Flugblatt, weil darin beschimpfende Angriffe gegen das deutschfreisinnige Hamburger „Fremdenblatt" und die nationalliberalen„Hamburger Nachrichten" entha ten gewesen sein sollen, und weil daffelbe die Hamburger Tischlerinnung des Kontraktbruchs bezichtigte. Letztere Haudlung wurde als besonders schlimm angesehen, weil die Innungen„ein öffentlich-rechtliches, mit der Ver- tretung gewerblicher Interessen staatsseitig betrautes In- stitut" seien. Diese« Verbot de« Flugblattes hat nun die Reich«- kommisfion aufgehoben und in den Entscheidung«- gründe» ausgeführt, daß„die Polemik, welche das Flug» blatt gegen die Hamburger Tischlerinnung und die deren Interesse» vertretenden Preßorgane führt, nicht unter daS Verbot des Gesetzes vom 21. Okiober 1878 fällt. Die Vertheidigung des Hamburger Tischlerstreiks kann den streikenden Tischlern gesetzlich ebensowenig ver- wehrt werden, wie ihre in dem Flugblatte als be« rechtigt vertheidigte Vereinigung zum BeHufe der Erlangung günstiger Lohn- und Ar- b ei t S b ed in g u« g e n mittelst Einstellung der Arbeit. Hat der Verfasser de» Flugblattes oder haben dessen Auftraggeber sich hierbei Beleidigungen oder Verleumdungen öffentlicher Behörden oder einzelner Personen zu Schulden kommen lasse», so unter- liegen sie dem allgemeine« Strafgesetze, welches den Verletzten in den§§ 185 bis 187 des Reichs- Strafgesetzbuches genügenden Schutz bietet. Das Ausnahme- die Form einer furchtbaren, wilden und phantastischen Frage angenommen, die sein Herz und seinen Verstand zermarterte, eine unabweisbare Lösung heischend. Und jetzt ttaf ihn der Brief der Mutter plötzlich wie ein Donnerschlag. E« war klar, daß jetzt keine Zeit zum Stöhnen und zu passivem Dulden sei, zu Reflexionen über die UnlöSbarkett dieser Fragen, sondern eS mußte unbedingt gehandelt sein und zwar schleunigst, sofort. Um jeden Preis mußte ei» Entschluß gefaßt werden, irgend einer, oder... „Oder gänzliches Verzichtleisten auf alle«, was Leben heißt!" rief er plötzlich verzweifelt aus;„oder geduldig sein Schicksal auf sich nehmen, es komme, wie e« komme; ein für alle mal alles in sich ersticken,— dem Rechte, zu wirken, zu leben und zu lieben, gänzlich entsagen." „Begreifen Sie, begreifen Sie, Herr, wa« es heißt, keinen AuSweg mehr zu haben?" fiel ihm plötzlich die gestrige Frage MarmeladowS ein:„jeder muß doch die Möglichkett irgend eines AuSwegS haben"... Plötzlich fuhr er zusammen; ein Gedanke, auch ei» gestriger, ging ihm durch den Kopf. Doch nicht die» war der Grund seine« ZusammenfahrenS; er wußte eS ja, er ahnte eS, daß dieser Gedanke kommen müsse, er erwartete ihn und dieser Gedanke war ja auch nicht erst von gestern. Der Unterschied bestand nur darin, daß vor einem Monat, ja sogar gestern noch, dieser Gedanke nur ei« Hirngespinst war... daß er jetzt aber, jetzt, plötzlich, nicht mehr al« Hirngespinst, sondern in einem neuen, furchtbaren und ihm völlig ungewohnten Lichte erschien.... E« war wie ei« Schlag vor den Kopf— eS wurde ihm schwarz vor de» Auge«. Er schaute sich hastig um, als ob er etwa« suche. Er fühlte das Bedürfniß, sich hinzusetzen und suchte nach einer Bank; er war auf dem K. Boulevard. Etwa hundert Schritt weit vor ihm befand sich eine Bank; er eilte so schnell er konnte hm; unterwegs aber begegnete ihm ei» kleine« Abenteuer, da« auf ewige Minute» seine ganze Aufmerksamkeit fesselte. Als er nach der Bank ausschaute, bemerkte er etwa zwanzig Schritt vor sich ew Frauenzimmer, beachtete sie «setz vom 21. Oktober 1878 ist dagegen für olche Fälle nicht gegeben." Dieser Entscheid ist für die Arbeiter von großem Jnter« esse und sie thun sehr gut, sich ihn ins Gedächtniß einzu- präge», um ihn übereiftigen Polizeibehörden gelegentlich vorhalten zu können. Daß derselbe gegenüber der Ham« burger Polizeibehörde gefällt wurde, erfüllt uns aber mit doppelter Genugthuung, denn gerade diese„republikanische" Behörde hat im Verlaufe der dortigen Lohnbewegung im letzte« Sommer eine Reihe von Maßnahmen gegen die streikenden Arbeiter ergriffen, für die wir nach einer gesetzlichen Unterlage vergeblich suchten. Wenn wir aber, unserem Grundsatz, der Wahrheit überall die Ehre zu geben, getreu gerne, konstatiren, daß sich bei der Behörde, deren spezielle Aufgabe es ist, Beschwerde« über da« Sozialistengesetz zu prüfen, in letzter Zeit eine entschiedene Wendung zum besseren eingestellt hat, so möch- ten wir, angesichts anderer Vorgänge, die sich in letzterer Zeit überraschender Weise mehren, un« doch die Frage er- lauben: Muß eS wirklich in der Weise getrieben werden? Wir meinen hier jene kleinlich gehässigen Nörgeleien gegenüber den als Sozialdemokraten bekannten Arbeitern, die man an verschiedenen Orten meist unter Anwendung der geschraubtesten Auslegungen des gewöhnlichen Rechts oder alter und längst überlebter Polizeioerordnungen zur An- wendung bringt. Wir verweisen hier nur auf die That- fache, daß man in Bremen und Frankfurt den Versuch ge- macht hat, daS Sammeln von Unterstützung für Srreikende als Bettelei zu bestrafen. Die Gerichte habe« Siar an beiden Orten diese polizeilichen Interpretation«- nste für»ick>tig erklärt und die Aageklagtev»fteigesprochenZ; aber welche Gefüble müssen die Arbeiter beschleichen, wenn sie sehe», daß in einer Zeit, wo es bald keine„nattonale Größe" mehr giebt, für welche nicht schon der Klingelbeutel im Lande herumgegangen ist, es ihnen als Bettelei auSzu- lege« versucht wird, wenn sie ihre im Lohnkampf befind- lichen ArbeitSbrüder mit ihren sauer erworbenen Groschen zu unterstützen bestrebt find? Wen« aber in Frankfurt und Bremen die Gerichte zu Gunsten der des BettelnS Angeklagten entschiede», so hat sich in Gera ein Amtsgericht gefunden, welches in einer gleiche« Anklagesache sogar aus fünf Tage Gefäng- »iß erkannte. Wir sind nun zwar keine» Augenblick im Zweifel, daß am Landgericht— wo sich glücklicherweise der Einfluß jene« juristischen jungen Deutschland«, daS seit der Zett unserer„nationalen Wiedergeburt" herangewachsen ist, weniger bemerkbar macht— ebenfall» eine Freisprechung erfolgen wird, aber, frage« wir. warum denn erst solche Anklagen erheben, die vie Gefühle der nützlichsten und zahlreichste» Klasse der Staatsbürger auf aber anfangs nicht, ebensowenig wie er andere Gegenstände, die bisher flüchtig an ihm vorübei gezogen waren, beachtet hatte. Es war schon häufig vorgekommen, daß er z. B. nach Hause ging, ohne sich im geringsten des Wege« erinnern zu könne«, den er gekommen war; e« war ihm zur Gewohnheit geworden, so in Gedanken versunken zu gehen. Aber an dem vor ihm gehenden Frauenzimmer war etwas so Sonderbare» und auf den ersten Blick in die Augen Fallende«, daß nach und nach seine Aufmerksamkeit auf ihr haften blieb,— ansang« mit Unlust und Äerger, später immer aufdringlicher. Er wollte endlich klar wissen, wai denn eigentlich an dem Frauenzimmer so auffällig sei. Erstens schien e« ein noch sehr junges Mädchen zu sein, sie ging bei dieser Hitze bar- Haupt, ohne Sonnenschirm und ohne Handschuhe und schlenkerte eiaenthümlich mit den Händen. Sie trug ein leichte« seidene» Kleid,«achlässig angezogen, kaum zugehakt; hinten, unterm Leibchen, war der Rock zerrissen und ein Fetzen hing herunter. Ein kleine» Tuch war um den bloßen Hals geworfen, saß aber ganz schief. Das Mädchen ging unsicher, stolperte, wankte sogar hin und her. Diese Erscheinung fesselte endlich RaSkolnikow'S ganze Aufmerksamkett. Er erreichte daS Mäd- che« dicht vor der Bank; al« sie bei der Bank angelangt war, fiel sie schwerfällig darauf nieder, ließ den Kopf hinten« übersinken und schloß die Augen, wahrscheinlich vor Er- schöpfung. Al« er sie genau betrachtete, sah er, daß sie total bettunke» war. Eine sonderbare, fremdartige Er- scheinung, er traute seinen Augen kaum! Vor ihm befand sich ei» sehr junges Gesichtchen, etwa scchSzehn Jahre alt, vielleicht auch nur fünfzehn— klein, blond, hübsch, aber ranz erhitzt, gleichsam aufgedunsen. DaS Mädchen war !aum«och bei Bewußtsei»; sie hatte ein Bein über« andere geschlagen und e« dadurch mehr als schicklich entblößt, allem Anschein nach wußte sie kaum, daß sie auf der Straße sei. RaSkolnikow setzte sich nicht und wollte sich auch nicht entfernen; er stand unentschlossen vor ihr. Dieser Boule- vard pflegt überhaupt ziemlich öde zu sein, jetzt aber, i» der zweiten Stunde und bei dieser Hitze, war er fast menschenleer. Nur seitwärt», etwa fünfzehn Schritt weit ■fcal Tiefste verletze« und im Widerspruch stehen mit den Rechttanschauungcn der ganzen Ration? Begreifen denn gewisse Leute gar nicht, daß Zeiten kommen können, wo das Deutsche Reich der Hilfe des letzten seiner Söhne bedürfen wird, um die Stürme, die eS umtoben, zu bestehen, und daß es deshalb politisch unklug im höchsten Grade ist, die Bürger zwecklos zu drangsaliren und zu quälen? Oder ist ein polizeiliches Strafmandat wegen Tragen «ne» rothen ShlipfeS, wie solche Mandate in letzter Zeit sehr oft erlassen wurden, wirklich etwas anderes, als eine zwecklose Quälerei Andersdenkender, durch welche nur Er« bitterung erzeugt wird? Wir fragen noch einmal: Muß et wirklich in der Weife getrieben werden? Politische Jeberstcht. Ate„Norddeutsche Allgemeine" scheint eingesehen zu haben, daß fie mit ihrem„wilven Land" sich nur lächerlich ge> macht Hot, und so versucht fie es denn in anderer Form»u vindlern. Jetzt wird z. B. ein etwas chauvinistischer Artikel des Pariser„Rappel" herausgegriffen, und tzerrFloq uet, der früher in engen Beziehungen zu diesem Blatt stand, für den« selben verantwortlich gemacht mit dem üblichen:„Da steht man, wer kriegerische Atfihten hat; natürlich nicht wir Pintier und Konsorten." Run. zur Zeit, wo Herr F.equet die intimsten Be« ziehungen zum„Rappel" hatte, waren st- nicht intimer als die deS— deutlchen Reichskanzlers zur„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung". Seit Herr Flcquet Minist erpräfivent ist, hat er aber mit dem„Rappel" so gut wie gar nichts mehr zu thun— wie seiner Zeit in allen Zeitungen zu lesen war. Jndeß lassen wir das ganz bei Seit«, was wird Herr Pindter antworten, wenn der„Rappel" ihm erwidert, „Liebe„Norddeutsche" zupf Dich an der eigenen Nase. Wenn Flcquet für diesen Artikel verantwortlich ist, dann sagen wir, daß Fürst Bismarck für die unzähligen Schimpf« und Prooo- kationsartikel verantwortlich ist, die seit Jahren in Deinen Spalten zu finden find, und verglichen mit denen unser Ar- tlkel, der Deine Entrüstung hervorgerufen hat, als das reine Zuckerwasser erscheint." Was wird Herr Pindter antworten? Herr Pindter wird den Mund halten, wie immer, wenn ihm die Parade durchbauen ist. Der„Anarchist" Sroppmanu fitzt noch immer. Es wird den davijchen Behörden offenbar sehr schwer, dm letzten Strohbalm, an den fich die Attentatsaerüchts- Fabrikanten der letzten Katserreise klammerten, fahren lassen zu müssen. Es wird nun in der Schweiz noch weiter recherchtrt, und namentlich sollm in St. Gallen noch wettere Zeugen vernommen werden können, die über die Vorgänge in der bekannten Versammlung Aufschluß geben könnten. Da die Veisammlung außerordentlich zahlreich besucht war, so febll es ja nicht an Leuten, welche es bestätigen können, daß Troppmann fich wie ein Lockspitzel benommen, jedoch nichts gethan oder gesagt hat, was ihm eine Anklage auf Maje- stätsdeleidigung oder Hochverrath zstziehen könnte. Es scheint aber in der Schweiz keine sonderliche Neigung vorhanden zu sein, dm dmtschen Behörden in dieser Sache zu Diensten zu sein. Wir ersehen das aus einer Notiz in dem„St. Gallener Stadtanzetger", dahin gehend, daß es fich in dem vorliegmden Fall jedenfalls um Erörterunam, betreffmd ein politisches Vergeben, handle, und daß dieser Umstand es den schweizerischen Behörden verbiete» dm deutschen Behördm dringend Vor- schub zu leisten. I» näher die Wirdererösfnung de» Deutsche« K»tch»tagev heranrückt, desto lauter w rdm auch wieder allerlei «egedrltchleitm der Agrarier, die daran gewöhnt worden find, daß fie nie ganz mit leeren Händen von einem Bittgange zurück- kommen. Sogar die allm Geschäfte zwischen agrarischen und industriellen Schutzzöllnern, nach der Regel des dekannten cko nt des, werden wieder in Ausfickt genommen. Die Agrarier wollen anaeblich in der bevorstehenden R�ichstagsssssion den An« trag°uf Einführung eines WollzolleS stellen. Von der Uaterstutzung dieses Antrages wollen fie ihrerseits die Unter- stützung der in industriellen Jnteressmtenkreisen geplanten neuen Zölle für Eisen und Garne abhängig machen. Die Wollzölle haben den Reichstag schon einmal beschäftigt, und selbst nationalliderale Blätter erinnern angesichts der neuen schütz- zöllnerischen Vellertäten daran, welch ein glänzendes Fiasko der damalige Antrag gemacht hat. Es war die Pommrrsche ökonomische Gesellschaft in Stolp von welcher der erhabene Gedanke zuerst ausgegangen war. Sticht einmal alle konservativen Groß- grundbestyer, geschweige denn alle nicht Wolle produztrmden Konservativen, waren für den kecken Versuch zu gewinnen, und auch die Regierung hatte fich, obwohl nicht dirett adlebnend, so doch in leiner Weise zustimmend verhalten. Es ist die Frage, od die Agrarier jetzt mehr Glück haben werden. Die oben zitirtm Organ der nationMberalen Partei, welch' letztere ja den Am schlag im Reichstag geben könnte, stellen fich gar entfernt, war am Rand des Boulevards ei« Herr stehen gebliebm, der augenscheinlich große Lust hatte, sich dem Mädchen zu nähern— er mochte einen besonderen Zweck verfolgen. Wahrscheinlich hatte auch er sie von weitem bemerkt und einzuholen versucht, ÄaSkolnikow aber war ihm in den Weg gekomme». Er warf wüthende Blicke auf ihn, bemühte sich aber, sie vor ihm zu verbergen, und wartete ungeduldig auf das Fortgehen de» ihm im Wege stehenden scheinbaren Lump«. Die Sache war klar. Der Herr war etwa dreißig Zahre alt, kräftig, rund, wie Milch und Blut, mit rothen Lippen, einem Schnurr- bärtchen und sehr stutzerhaft gekleidet. RaSkolnikow ward wüthend; er verspürte plötzlich Lust, diesen dicken Stutzer zu beleidigen. Er verließ das Mädchen einen Augenblick und ging auf den Herrn zu. — Heda, Sie, Swidrigailow! was suchen Sie hier? schrie er ihn an, ballte die Fäuste und grinste mit vor Wuth schäumendem Mund. — Wa« soll da» heißen? fragte der Herr streng, runzelte die Augenbrauen und blickte ihn von oben herab verwundert an. — Packen Sie sich, heißt das! — WaS unterstehst Du Dich, Kanaille! Und er erhob fem Siöckche«. RaSkolnikow warf sich mit de« Fäusten auf ihn, ohne zu bedenken, daß der kräftige Mann eS wohl mit zweien solcher wie er würde aufnehme» können. Doch in demselben Moment ergriff ihn plötzlich von hinten eine derbe Faust und ein Polizist stand zwischen ihneM-- � nicht prügeln auf öffentlicher Straße. Was wollen Sie, wer find Sie? wandte er sich streng an RaSkolnikow, dessen zerlumptes Aeußere bemerkend. RaSkolnikow blickte ihn aufmerksam an; es war ei» treuherziges Soldatengesicht mit grauem Schnurr- und Backen. bart und mit verständigem Blick. Sie gerade Sie brauche ich! tief er, ferne Hand ergreifend. Ich bin ei» ehemaliger Student, heiße Ra«. kolnikow... das mögen auch Sie wissen, wandte er sich zu dem Herrn;— und nun komme« Sie mal mit, ,ch will Ihnen etwa« zeige»... entsetzt über die neuen agrarischen Wünsche und halten es für unmöglich, daß fich ein Reichstag finden könnte, welcher einigen hinterpommerischen Schafzüchtern zu Liebe die Wolle vertheucrn wollte. Das„große Wort" vom Schutz der nationalen Arbeit trifft in diesem Falle weniger als sonst zu. weil Deutschland gar nicht im Stande sei, seinen Bedarf an Wolle aus Eigenem zu decken und weil es gar nicht einmal wünschenswctth er- scheine, daß dies geschehe. Deutschland müßte fich in eine einzige große Weide verwandeln, um so viele Schafe»u er« nähren, wie zur Deckung des einheimischen Bedarfs an Wolle nölhia wären Das ist jetzt recht gut gesagt und gewiß durch- auS richtio. Wenn nur aber die Vergangenheit der national- liberalen Prrtei dafür bürgte, daß dieser edle Abscheu gegen Schutzzölle im parlamentarischen Schachkrieg- anhielte und fich in die That umsetzte. Warum hat fich die Partei in der letzten Zeit nur so ängstlich um«ine Erörterung des Zusammenhanges zwischen Brottheuerung und unseren höchsten Getreidezöllen herumgedrückt? Da» drutsch-englifche Abkomme« bezüglich der oft« afrikanischen Blockade wird im„Reichsanzeiger" vom Dienstag Abend veröffentlicht. Dasselbe ist festgelegt in einer vom 3. d. M. datirten Note des deutschen Botschasters in Lon« von, Grafen Hatzfclvt, an den Lord Salisdury, und in einer vom 5. d. M datirten Antwoitnote des letzteren. Beide Noten find im wesentlichen gleichlautend. In derjenigen des deutschen Botschafter- beißt es:„Angefichts der zunehmenden AuSdeh- nung der Feindseligkeiten, mit welchen die Sklavenhändler ara- bischer National tat der Unterdrückung des Negerhandels und dem legitimen Handel der christlichen Völker mit den Einge- borcnen Afrikas entgegentreten, schlägt die Kaiserliche Regierung der Regierung Ihrer britischen Majestät vor, gemeinschaftlich und mit Zustimmung des Sultans von Sanfidor die zum Ge- biete dieses Herrschers gehörigen Küsten von Ostafrika zu blockiren, um die Ausfuhr von Sklaven und die Einfuhr von Waffen und Knegsmunition daselbst zu unterdrücken. Ueder Einzelheiten betreffs Ausführung der Blcckade werden der deutsche und der englische Admiral in Sanfidar zu verhandeln und eine Vereinbarung zu treffen haben. Um die Blockade wirksam gegen den Sklavenhandel zu machen, wird es erforderlich sein, daß die Kriegsschiffe der beiden Na- tionen jedes verdächtige Fahrzeug, unter welcher Flagge es auch fahren mag, durchsuchen und gegebenen Falles aufdringen. Die Regierung Seiner Majestät d>s Kaisers ist bereit, in Gemein- schuft mit der Regierung Ihrer Majestät der Königin bei den anderen Mächten die nöthiaen Schritte in diesemSinnrzulhun. Da der Negerhandel, sowie die Rüstungen und die Feindseligkeiten der Sllavenhändler fich auf das angrenzende portugiesische Küstengebiet bei Sanfidar erstrecken, so wird es nützlich und wün'chenswerth sein, die Mit- Wirkung und Zustimmung von P o r t u g a l zur Ausdehnung der Blockade auf den dieser Macht gehörigen Thetl der Küste zu erlangen." I«r Affäre Geffcke« meldet die„Coblenzer Zeitung", daß von Dr. Averbcck, dem Befitzer des Bades Laubbach bei Kodl> nz. ew ärztliches Gutachten über Herrn Gcffcken eingefordert worden ist, der im vorigen Sommer daselbst zm Kur war. Im Personalbestände de» Reichstages find seit der Sesfion tm Juni verschiedene Aenverungen eingetreten. Da- mals war nur ein Mandat erledigt, nämlich Vf. Berlin(Hasenclever). Seitdem ist für Vf. Berlin Liebknecht gewählt, ferner find durch Rangerhöhungen und ähnliches der Abgg Dr. v. Bennigsen, Freiherr von Maltzahn-Gültz, Dr. Sattler und Dr. Scheffer die Mandate 18. Hannover, 1. Stettin, 5. Hannover. und 7. Marienwerder, sowie durch den Tod der Abgg. Dr. Freiherr von Gruben. Kräcker, Pfaff.rott, Saro und«scy- bolv die Mandate 1. Oberpfal?, 7. Breslau, 9. Düffeldorf, 3 Gumbinnen und 3. Mittelfranken erledigt. Die Abgg. Dr. Sckeffer und von Bennigsen wurden wiedergewählt, und in 3 Mittelfranken ging das Mandat von dem nationalltberalen Siydold auf Kröder von der Volkspartei über. Danach find gegenwärtig noch 6 Mandate offen, doch fand berests am 13. November die Ersatzwahl in 6. Hannover für Dr. Sattler statt. Von einigen anderen Abgeordneten, die auf neue amt- ltche Posten berufen wurden, find Mandats niederlequngen bis« her nicht erfolgt.— Das Siärkeverhältniß der Fraklionen stellt fich jetzt, wie folgt: 75 Deutschkonservative(gegen 77), 39 Deutsche Rttchspartei, 99 Zentrum(gegen 101), 13 Polen, 96 Nationalliderale(gegen 98), 36 F eifinnige, 10 Sozialdemokraten und 23 Wilde, darunter 14 Elsaß Lothringer. Die Maßnahmen de» Ha«ptfoUa«t» zu Zittau be« treffs rer zollfreien Einfuhr von Brot und Mehl find, wie nunmehr Mannt wird, mit ausdrücklicher Genehmigung des sächstschen Finanzministeriums erfolgi, so daß es also von vom« herein als ausfichtslos eischcint, auf dem Wege des Petitionirens eine Abstellung der dadurch hervorgerufenen Härten im Grenz» verkehr zu erreichen. D.e Hauptzollämter zu Bautzen und Annaberg h-ben übrigens gleichzeitig ähnliche V rfügungen publizirt. Die Mißstimmung der Grenzbewohner ist eine all- gemiine. Da eine strenge Durchführung der erwähnten Maß« nahmen in manchen Orten geradezu unmöglich erscheint, so Und den Polizisten bei der Hand nehmend, zog er ihn zur Bank hin. — Da, schauen Sie, fie ist gänzlich betrunken, kam �ben den Boulevard entlang, scheint nicht eine von den Handwerksmäßige« zu fern. Gewiß hat man sie irgendwo betrunken gemacht und verführt... zum erstenmal... Sie begreifen?... und dann hat man sie auf die Straße ge« stoßen. Schauen Sie, wie das Kleid zerrissen ist, schaue» Sie, wie fie angezogen ist, sie kann sich nicht selbst ange- kleidet haben, das waren ungeübte Männerhände, da« sieht man. Und jetzt schauen Sie hierher, sehen diesen Stutzer, de« ich soeben prügeln wollte; ich kenne ihn nicht, sehe ihn zum erstenmal; aber er hatte sie auch schon aufs Korn ge- nommen, die Betrunkene, Bewußtlose. Er möchte jetzt gar ie in solchem icher, glauben 'elbst gesehen, zu gern herankommen, sie abfassen— und Zustand irgendwo hinführen. Da» ist ganz Sie mir, ich täusche mich nicht. Ich habe wie er sie beobachtete und verfolgte, ich war ihm im Wege und er wartet jetzt nur, daß ich gehe. Jetzt hat er fich etwa» zurückgezogen, thut, als ob er eine Zigarette drehte.... Wie machen wir'S nun, sie ihm zu entziehen? Wie' könnten wir sie wohl nach Haufe schaffen?— über- legen Sie mal! Der Polizist hatte im Nu alle» begriffe« und er- griffen. WaS der dicke Herr wollte, war ihm klar, das Mädchen noch nicht ganz. Er beugte fich nieder, um sie näher zu betrachten, und in seinen Züge« zeigte sich innige« Mitleid. — Ach, wie schade! sagte er, den Kopf schüttelnd,— «och da» reinste Kind. Daß man fie verführt hat, ist sicher.— Hören Sie mal, Mamsell, fing er an, wo wohnen Sie? Da» Mädchen öffnete die müden, ttüben Augen, blickte stumpf dm Fragenden an und wehrte mit den Hände» ab. — Hören Sie, sagte RaSkolnikow jetzt—(er scharrte in der Tasche umher und brachte zwanzig Kopekm zum Vorschein), da nehmen Sie eine Droschke und lassm Sie sie nach Hause bringe». Wenn man nur die Adresse er» fahren könnte! — Fräulein, Fräulein! fing der Polizist, da» Geld darf man sich schon jetzt auf zahlreiche Zollprozeffe Med in 1 machen. Ä�umg. Di» Disposition»« bezüglich der Arbeit»* M taaiit j Reichstage» find, wie offiziös gemeldet wird, so gedachl,«°er Erwachf in dem erstm Abschnitt der Sesfion, also in der Zell% ihunlic 22. November bis gegen v.'n 20. Dezember, der Thell* P die Ei Etats, welcher im Plenum zur Erledigung gelangt, Merrffe m schluß gebracht wird und die erstm Lesungm des»rdeW Mn._ Alters- und Jnvalidm-Versorgungs- und des GenossensM putsche Gesetzes, welche dann einer Kommlsfion überwiesen r* da» hi stattfinden können. Nach Neujahr würde dann das gleichM iv�s&en- Arbeiten mit dem Landtage beginnen. Es würde indessen billige die ausgedebnte Kommisfionsarbeit des Reichstages dem für tage völlig Raum gegönnt fein, feine Arbeitm und nament'»«ir die Unt die Beratbung des Staatshausbalts zu fördern.„ Pbehiei Maßregel« gegen die presse, als Wiederherstellung n qse nothwen Kautionen für Zeitungen, des Zeitungsstempels, Einführung.�"M da auf Befähigungsnachwelses für Redakteure und was Ai, n, schöne Dinge mehr find, sollen nach„Gerüchten" in Sickl»uch die„o, Offiziös wird diesen„Gerüchten widersprochm."'getornmen, inner» uns, daß vor nicht langer Zeit dieselben»Äer aufz> austauchten, wie schöne Dinge trotz wurden., Zöllner und Pharisäer. Aus Linderode bei M. (N.'L.) wird geschrieben: Wir haben berests berichtet, M j hiesige Einwohner, nachdem fie auf Grund des VcrdachM Vergehms gegen das Sozialistengesetz in Haft und Untern genommen worden waren, kürzlich, nachdem fie zwei darin geschmachtet, auf Antrag der Staatsanwaltschaft zu% wegen Mangel an Material aus der Haft und außer Verfolgung gesetzt wurden. Bemerkt mag noo � dm. daß eine zu Anfang der Hast eingelegte Beschwerde� wir auch wissen, daß verschiedene �Seifen, da# offiziöser Dementis uns dennoch bisS� pgcn wird, der Inhaftnahme vom k. Landgericht zu Guben verworfen> "itung. M K � abwarte &«. vonen da die Haft durch genügend vorliegen' Nrieben mm' mm i RatuiW.: �en Material g e r e ch t f e r t i gercchtserttgt erscheine. regten die besagten Vorfälle hier und in der meine Aufmerksamkeit, welche noch gesteigert unuv-,„y--»«v der hiesige Pastor Schnitze in einer Sonntage predigt die W WMen kommenm Verhaftungen in gerade nicht liebenswürdig» 3, � ficht d aam in Erwähnung brachte und dies Thema in einem% d« redigirten frommen Sonntagsblättchen weiter ausspann- falls hat der christliche Diener Gottes damals noch nMsfS S» gedacht, daß auch ihn nach Verlauf von wmigen Polizei beim Kragen nehmen und in die Haft abfüb allerdings nicht wegen sozialistischer Umtriebe. Am j wird. erellte ihn das unwillkommene Schicksal, daß er auf Ann<:»h Reißnc Igl. Staatsanwaltschaft wegen Unterschlagung�� Fälschung verhaftet und in das Justiz- Gefängniß eingeliefert wurde. Nach vorginommenec Prüfung der'"'.u lassen und Rechnungen seitens eines Konfistottal-Rechnu* soll fich bis jetzt schon ein Fehlbetrag von über 3200 M baden. Der Herr Pastor hatte ein jährliches EinkoM� 5100 M. und kann ihn die Roth sicher nicht zu% griffen in die ihm anvertrauten Kassen bewogen haben.% seiner zehnjrbrigen Amtsthäiigkeit hat fich der Pastor 9*7] tich- sozialer Agitator in der ganzen Nicderlaufitz belang macht(da mögen am Ende die 3200 M. gute Dienste i' haben); we riger bekannt dürfte eS fein, welche Umg Beschwerden gegen ihn in dm letzten 8 Jahren seiner% fich angehäuft haben. Nun hat dieser ewige Kampf Jj, Stöcke»'schen Zeloten ein Ende gefunden, wie es wohl vorausahnte. U 8in€ 1 2W V-Ms-ibe. voraueaynre. a Die Spitze« der ZLnftterpartei, der VorMil vereinigten Zmiral-Jnnungsoerbandsvorständ- Deutschs/ Dai _____ Mi Plötz! Herren Obermeister Faster, Meyer und Brandes, v""* etwo Fürsten Bismarck in Friedrichsruh empfangen wo�°>p Ai v'ötzlich zur Famillentafel gezogen, lliach der»Nordd. Allz. war mit klärte der Herr Reichskanzler den drei Odermeist rn, lrV lallz seir für dringend notwendig, daß die sozialpolitischen � sonders das Krankenverstcherungsgesetz, eine AbänderunS, LWgw � um den Innungen die Einrichtung von Kcankenkaffen»u lichen.— DaL kann der Reichskanzler unmöglich%de fe, denn das Krankenver ficherungsge setz hat die krankenkassen ausdrücklich als zulässtge ficherung der im Handwerk deschäftiaten Gehilfen anest�i ....... Zur Ki«der«rb»it. Die„N. A. Ztg."... mit den jetzt veröffentlichtm ausführlichen Ergebniffen zählung vom Jahre 1885 und macht dabei folgende dep�i» Bemerkungen:„In Deutschland find unter 100 Ei» 35 unter 15 Jahre alt. Unsere Bevölkerung besteht also als einem Drittel aus Kindern, die weder durch V' deitskrast noch durch Erfahrungen und Kenntnisse schattlich erheblich nützlich sein können, sondern von den ernähtt werden müssen; in Oesterreich-Unaarn ist das dasselbe, in Großbritannien fällt sogar ein noch etw) g< arun ?bare nick 1882: 85 jt, ste IS in««ler«ezieyung vier guninger, oa oorr nur cei"« � Viertel der Bevölkerung aus Kindern— Personen �# zehn Jahren— desteht. Das macht einen gewaltig� & einsteckend, auf» neue an,— ich werde gleich ein*., nehme» und sie selbst heimführe». Wvhin befehl wie? wo ist Ihre Wohnung? — Fort!... was verfolgt Ihr mich! W � � Mädchen und wehrte von sich ab.,/ tzr 3- als — Aber, aber, wie ist das garstig! f Ho 3*! ur Schande, welche Schande, Fräulein! Er schüt>*i de» Kopf, sie beschämend und bemitleidend.$ — Das ist eine schwierige Aufgabe! wand» an RaSkolnikow und bettachtete ihn flüchtig von$ zu Fuß. Auch der schien ihm verdächtig: selbst Lumpen gehüllt, spendet aber doch Geld! — Haben Sie sie weit von hier gesunde « ihn._____».„h Hill 1 W -34 Zh--» j-.�- I- hier auf dem Boulevard. sie darauf bin._ — Ach, wa» eS doch jetzt für Schändlich�' Welt giebt, Herr Gott! Ein solch junges M« betrunken! Man hat sie verführt, da«'st st? auch ihr Kleid ist zerrissen... Ach, was da» fu«' zucht ist! Vielleicht ist sie gar von guter( auch von armer.... Heutzutage giebt e« vi u Dem Anschein nach gehört sie zu den Feinen,' ä,. wie ei» Fräulein au«!— und er beugte fieh 80. j' Vielleicht wuchsen auch bei ihm solche „ganz wie die Fräulein und von den Feinen, nach wohlerzogen und k la rnode..._ K — Die Hauptsache ist, eiferte RaSkolniko � j(s NWWMS--M einen verachtungsvollen Blick auf ihn Z* w � in ii.,8 l>»!,. ing er»och etwa zehn Schritt absetts und '««.., pia" — Daß der fie nicht bekommt, dafür kan w, »«ho. ozcsit 8 gg|n der Bertheilung der Ardeittkräste. Bei einer «tt»» ««l n�wrr'uvtMC,un WUÖl, Wie er Zeit, � thunlicher Herdeiziehung--------------........... c Theil W uns die Einschränkung derselben, welche im gesundheitlichen zt, zum Kliffe notbwendig erscheint, fällt volkswirthschaftlick sehr des�tiibeiv Eine schöne Behauptung. Das große mächtige noffenstM �euilche Reich kann die Kinderarbeit nicht entbehren! Hier steckt rsen»«S das Hinderniß, welches sich jeder irgendwie angemessenen ?•MibcH U'Uduiimi. and Altersversorgung der Arbeiter entgegenstellt. Arbeit der Greise und Invaliden läßt fich noch indessen r* outge Arbeit der Greise und Invaliden läßt fich noch � entbehren. Wo man selbst die„im gesundhestlrchen Jnter. erst-UM Z�xothwendige Kinderarbeit nicht entbehren will, wie w>rd nführung/"w da auf die der Invaliden und Greise verzichten wollen< f.'HW.f-Äif! billige i>.• V�L � ♦ P**#— r" r"»r— v—-" r �,-- r—,»_---»-■ ?„Sceujjtg." mstlheiit, am Ende ihrer Mittel lnS?' und es werde schwer zu sagen sein, wie ihr „J? aufzuhelfen ist. Man werde wohl zu dem Auswege !, Jl!n'.daß die bisherige Gesellschaft einer Umbildung unter- ! gm wird, namentlich mst dem Hinblick auf eine andere "Uing. die Novelle zum Krankenkastengesetz, die dm ü, 8 beschäftigen wird, sollen, w e fich die„Köln. Ztg." iWnS Ä, ichreiben läßt, die Grundsätze des Gesetzes unberührt myni wesentlichen feien die aus Arbeiterlreisen Bundetrath gelangten Eingaben für die Feststellung der »agn».»ichläge maßgebend gewesen. Das wäre sa eine un h nvi!?/iorm, so unverhofft nach allen bisherigen Aeußerungen n�„Liters, daß man die Bestätigung der Rachricht wohl aowarten muß. »achseu, 12. November, wird der„Boff. Ztg." ge- * D t• �rgen das immer üppiger emporwuchernde anonyme %'.vs?'w% M SS'®» SÄS bttfeiu, die außerordentliche Uebertreibung des Inhalts 0)'Jl iL/. m ftflphoM«imW VtMMtstfrtT.n« 4*»«ifhf fiPz n Wl> führe, gung�v wißi».� GesterreichUngarn. IU'n Stück sogenannter Sozialpolitik, das --• i»»- na___ i. zen edene loch b:M »e bei Unteri zwei oft zu Haft eul nag no» h werde... ""'Ä rfr zu en. ienste "AP Vorfi�? m7K' ,ie t?6" in der ganzen Welt dieselben ffnv und überal.... i-ib'ö haben, ihre Uneigennüyigkeit zu bekunden. Es w�"?,die Ablösung der Regalien. Das ist eine Sto 1,�'% die gesammte grundbesttzenve Klaffe sehr nahe an- k»7"} bie mittleren und großen Grunddefieer haben bisher tii recht ausgeübt und sie sollen nun durch den Staat expropriilt werden. Das Verfahren der Be- in tioVfo'l,"U" ein sehr merlwürdiges gewesen, das zuweilm sj?.»Gebiet könlicher Komik streift. So lange es fich darum nach diesem Einkommen aus der Verpachtung der Re- euer zu zahlen, wurde daffelbe sehr niedrig einge- Das Regalrecht trug so zu. sagen gar nichls. & Steuer w"*"' plötzlich die Ablösung durch den Staat in S:cht. Das j"or etwa 2 bis 3 Jahren. Auf die erste Nachricht davon " ott das R galeinkommen in fabelhafter Weise. i' wit einem Male des armen Grunddefitzers einzige, " ffi,,le.ne allerbeste Hilft q iclle, die reine Goldgrube, und aj? d« m!»?an fich zu den höchsten Steuersätzen. Der Staat �.u cl�rkährt, Ä.ln Ungarn sehr grausam gegen den Grundbefitz ,,,„T* doch nicht- um ein echt österreichisches de MMÄLM 8?»uch nirw e'n Sules Geschäft machen; er möchte fich Bür� �"9 ium Ausb.utungsobjekt für die Ansprüche 3 seit SKtni,. Ergeben. Darüber herrscht große Entrüstung, b�ohi s.?? streitet man um jeden Punkt des RegalzeseyeS, »% SÄft«Iä patriott • iL8 4�mnoU, ist auf diesen Ausbruch von—..... A bitte fi°r? augenscheinlich doch nicht vorbereitet gewesen. Jätern n?, die»Gesetzvorlage gar nicht eingebracht. Schon % Sje �"Skndlicke, nach den Berathungen der Kommtsston, £tn �ande aus der Ablösung erwachsende Mehrauslage d-f-hl» elbst'P SS if. K TöchteZ,, ' dew ■&'aßte der Polizist nachdenklich. Wenn sie nur sagen man sie schaffen soll, so aber... Fräulem, • und er beugte sich wieder über sie. S» öffnete sie die Augen ganz, schaute aufmerk- als ob sie etwa« begriffen hätte, erhob sich von >d» c xi und kehrte wieder zurück nach der Richtung hm, issrieb�Vommen war.„Pfui, Schamlose! laßt mich fier I sagte sie, wieder abwehrend. Sre grng schnell, � in �"othtn, hin und her schwankend. Der Stutzer grng �W�r Seitenallee nach, ohne sie au« den Augen zu fyte v Sie nur ganz ruhig, ich laffe sie ihm nicht, � Schnurrbart entschloffen und folgte ihnen. ""b feuf�' diese Unzucht heutzutage I wiederholte er laut WÄch war'» Raskolnikow, als ob ihn eine Schlange . � er war wie umgewandelt. '»NwHören Sie mal. be! rief er dem Schnurr- er war wie umgewandelt. «achten Sie mal. he! ��'Xdte fich um. %! 9� Sie'«! Wa« kümmert'S Sie! Mag sie Sie ihm seinen Spaß(er zeigte auf den Der mT 8e� Sie an? �luikvw � Erstand nicht und sah ihn groß an. wQ � 1 meinte der Polizeisoldat, winkte abwehrend kann „ x> häniir�?�g Kopeken hat er weg," sagte RaSkol- dit�»o« v! a ei allein gebliebe» war,— nun, mag 4% lauk., andern was nehmen und da» Mädchen u W..i n laffen, damit wird'S wohl ende«... Und ffiu1* ÜVd':\r0am: w'rv s woyl i 1k be�, 23 Millionen Gulden aus, wobei immer berechnet werden muß, daß die Regierung auch urspiünglich durchaus nicht zu hart mit den interesstrten Kreisen verfuhr. Dieses Plus von drei« undzwanzig Millionen ist ein Geschenk der aesammten Steuerzahler an die grundde« sitzende Klasse, die sich überdies für das Geschenk aar nicht bedankt, sondern daffelbe grollend und schmollend in die Tasche gleiten läßt. Auch in so fem hat dieses Stück Sozial- Politik eine auffallende Aehnlichkeit mit berühmten ausländischen Mustern, als es wieder einmal die Städte find, welche doppelt zahlen. Während nämlich überall auf dem Lande das Regal- einkommen stetig abnahm, der Staat also eine finkende Geld- quelle ablöst, ist daffelbe Einkommen in den Städten rapid in die Höhe gegangen, so daß der Staat hier ein Einkommen ab- löst, deffen künftige Entwickelung vorläufig gar nicht ermessen werden kann. Es ist zwar destimmt worden, daß die Städte außer der Ablösungssumme an dem späteren Gewinne des Staates eine Betheiligung erhalten sollen; aber das steht noch in weiter Ferne, und die Betheiligung wird fie auf keinen Fall für den Entaang eines so steigerungssähigen Einkommens ent- schädigen. Es ist seit langer Zeit der erste Fall, daß Herr v. Tisza innerhalb seiner Partei einem emsten Widerstände de- gegnet und daß dieser Widerstand ihn zwingt, von einem seiner Borsätze abzugehen. Es wird in offener Sitzung nach v ele Stürme geben, und aller Voraussicht nach wird die Reaierung zu den bisherigen Konzessionen später noch neue Konzessionen machen müffen. Fallen wird fie darüber nicht, der Kasus ist aukgeschloffen. Ader fie wird fich's gesagt sein laffm und wird wohl auf geraume Zeit nicht verlangen, mit der praktischen Sozialpolitik in Berührung zu kommen. Großbritannie». Von der Parnell-Kommission wurden am Freitag die Gutsbesitzerin Blake von Connemara und Frau H. Blake, die Frau des ermordeten Agenten Lord Clanricarde's, verhört. Beide schilderten, wie seit der Gründung der Landliga die Pächter systematisch gegen ihre Gutsherren aufgehetzt(?) worden wären. Die Bemerkung des Anwalts Pamell's. Sir Charles Ruffell, daß die Untersuchung aufhöre, eine gerichtliche zu sein, falls die Zeugen vorbrächten, was sie nur vom Hörensagen wüßtm, wurde vom Vorfiyenden strenge gerügt. Bei dem Verhör der Frau H. Blake kam die interessante Thatsache ans Licht, daß ihr ermordeter Mann Lord Clanricarde brieflich angerathen hatte, die Pachtzinsen herabzusetzen. Der Gerichtshof verfügte die Vorlegung des gepflogenen Brief« Wechsels. Aus London wird geschrieben: Der erste Jahrestag des sogenannten„blutigen Sonntags", d. h. des von der Polizei am 6. November 1887 vereitelten Versuches, eine Volksversammlung auf Trafalgar Square abzuhalten, wurde am Sonntag im Hydepark durch eine Versammlung von etwa 4000 Personen gefeiert. Viele der Theilnehmer an der Kundgebung trugen rothe Fahnen mit Jnkchriften wie„Erinnert Euch an Trafalgar Square!"„Erinnert Euch an Chicago, November 1887". Der Sozialistensührer William Morris, der radikale Abg. Cun- nighame Graham und die Wittwe des in Chicago hingerichteten Anarchisten Parsons hielten Ansprachen. Die angenommenen Re- solutionen verdammten die Ausbeutung durch Kapitalisten, verlang- ten die Enllaffung des Polizeichefs Warren und des Ministers des Janern, Matthews, sowie die Freilassung des wegen Be« tbeiligung an den Kravallen auf Trafalgar Square im vorigen Jahre zu fünf Jahren Zuchthaus verurthellten englischen Sozia« listen Harrison. Starke Polizeimannschaften waren im Park ftationirt, aber das Meeting verlief ohne Ruhestörung.— Ein Wunsch der Versammlung ist bekanntlich inzwischen erfüllt. Der Polizeipräfident von London, Wanen, hat seine Eni« lassung eingereicht, und dieselbe ist, wie der Minister de» Innern im Unterhause msttheilte, von der Regierung ange- nommen worden. Das englische Parlament hat fich schon in seiner letzten Sesfion mit einer Aenderung des Haftpflicht» ge setz es beschäftigt, ohne zu einem Resultat zu gelangen. Die Oovosttion der Arbeitgeber gegen die Erweiterung und Verschärfung des Gesetzes von 1880 ist eine sehr hartnäckige. Dieser Tage nun empfing der Minister des Innern eine äußerst repräsentative Deputation der Vereinigten Gewerk- schaften Englands(Traäes Unions), welche gekommen war, um ihm Vorstellungen über die mangelhaften und unge- nügenden Bestimmungen des jetzt in Berathung befindlichen Gesetzentwurfes zu machen. Die Delegirtcn aus allen Gegen« den Englands waren von sieben Parlamentsmitgliedern be« gleitet und würben dem Minister von Mr. Broadhurst vor- gestellt. Den Vereinigten Gewerkschaften(Grubenarbeiter, Eisenardeiter und Schiffdauer, Weder, Bauleute und Eisenbahn« angestellte), ungefähr eine Million Wähler zählend, hatten sich Abgeordnete der drei größten Krankengesellschaften Englands angeschloffen, welche zusammen anderthalb Millionen Mit- glirder und ein Kapital von 11 Millionen P'und Sterling oder 275 Millionen Franken aufweisen. Die Deputation er- klärte, daß die Ardeiter lieber unter dem alten Gesetz von 1880 bleiben, als die Bestimmungen de» Entwurfes von 1888 an- E« wurde ihm sehr schwer um« Herz und er setzte sich auf die Bank. Seine Gedanken waren zerstreut... er war nicht im Stande, folgerichtig an irgend etwa» zu denken. Am liebsten hätte er sich und alle» andere vergessen, um später erwachend, ein neue» Leben zu beginnen. (Fortsetzung folgt.) Aus Kunst und Zeven. Ntünchhauseniad»»de» nicht? Ein französischer Ingenieur versichert, eine Erfindung gemacht zu haben, mittelst deren die Schnelligkeit des Reifens bis zu zauberhafter Ge« schwindigkctt entwickelt werden kann. Die Strecke von Paris nach Calais soll in einer Stunde, jene von Paris nach St. Petersburg in 8 Stunden zurückgelegt werden können! Die Erfindung deruht auf einem neuen System der Lokomotiven, welches ein Lastschiff, ein Lustgeleise und einen Motor umfaßt und mit dem Wesen des Lustballons nichts gemein hat. Der Erfinder ist, wie man dem„N. W. Abenddl." schreibt, der Pariser Ingenieur Jules Jmds, der auch Pcäfidmt der Syndikatekam« mer der Erfinder ist. welcher er einen seiner ersten offiziellen Be- richte erstattet hat. Das Luftschiff ist von länglicher Form und genügend groß, um 150—200 Reisenden aufnehmen zu können. Es ist gänzlich gedeckt, jedoch mit Vorrichtungen versehen, um Lust und Licht eindringen lassen zu können. An demselben ist eine bettächtliche Anzahl vertikaler Räder angebracht, die fich in einem unteren Gelerse bewegen; überdies wird es austecht er- halten durch ein System horizontaler Räder, die in ein oberes Geleise eingefügt find und die jederlei Entgleisung unmöglich machen sollen. Auch Zusammenstöße sollen unmöglich sein, da das System der Lokomotiven selbst es unmöglich macht, ein Luftschiff in Bewegung zu setzen, wenn die Bahn nicht frei ist. Die Bahn, auf welcher daS Schiff fich bewegen soll, ist eine Art durchbrochene Brücke, die fich aus durch Balken mst einander verbundenen Pfeilern zusammensetzt. Da das Schiff eine ziemlich beträchtliche Länge hat, so vetthellt fich natürlich auch sein Gewicht auf eine deträchttiche Oberfläche. RWWSW WWW#-rrtr x' Die Belastung ist sehr leicht ge« nehmen wollten, indem ihnen durch die beabsichtigte„Verbesserung" jenes Gesetzes das größte Unrecht geschehen würde. Sie betonte speziell, daß je größer die Entschädigung, desto kleiner die Zahl der Unfälle sein werde, indem der Z oeck nicht der« jenige sei, Kompensation zu erhalten, sondern Unfälle zu ver« hindern. Ferner beharrte die Deputation darauf, daß unter keinen Umständen ein Fabnlant das Recht haben solle, seine Ardeiter auf irgend eine Weise zu zwingen, fich außerhalb des Gesetzes zu stellen. Der Minister gab den durchaus repräsenta« tiven Charakter der Deputation und die Bedeutung der ge- fallenen Voten zu, indem er sagte, die Reaierung werde fich schlüssig machen müssen, ob es angesichts dieser entschiedenen Opposition seitens der Ardeiter nicht besser wäre, den Gesetzent- wurf zurückzuziehen. Die Regierung wünsche die Interessen der Ardeiter zu berücksichtigen, und wenn der neue Entwurf dieser Klaffe keine Befriedigung gewähre, so sei es nicht der Mühe werth, denselben zum Gesetz werden zu lassen. Einst- weilen wird also wohl das Haftpflichtgesetz von 1880 bleiben wie es ist. KvftttKv-t*. In Lille standen die Adgg. Basly, Camelinat und Millerand (von der„Justice") einer antiboulangistischen Ver» s ammlung vor, in welcher der gedeihliche Fortdestand der Republik von einer friedlichen Verfassungsreviston abhängig ge« macht wurde. Es ist dezeichnend, daß die Boulangisten, welche im April und bann wieder im August in Lille so gewaltigen Lärm machten, fich ganz ruhig verhielten und dem Meeting ihrer Gegner fernblieben. D e p u t i r t e n k a m m e r. Bei der Berathung des aus- wältigen Budgets erklärte Ferronays(Rechte), er sehe in der Politik Goblets seit 6 Monaten nichts zu kritifiren. Bei der Schilderung der allgemeinen Lage betonte Goblet, mm könne derselben getrost entgegensehen. Frankreich bedrohe niemanden und sei stark genug, um keine Provokation zu fürchten. Da es keine Eroberung deabstchtige, so-könne es auch die Empfindlichkeit Niemandes wachmfen. Die Regierung müsse die Würde Frank- reichs vertheidigen, ohne zu vergessen, daß die Erhaltung des Friedens das höhere Interesse des Landes sei. Goblet verwirft das Amendement, wonach die Botschaft beim Vatikan aufge- hoben werden solle, ssund erklärt: So lange wir unter dem Re« gime des Konkordats leben werden, ist es nothwendig, Beziehungen zum Vatikan wegen der Disziplin des Klerus und der Ernennung der Ka dinäle und Bischöfe zu erhallen. Die Bedeutung unseres Protektorats in den Ländern des Orients erfordert ebenfalls, daß wir diplomatische Beziehungen mit dem Vatikan unterhalten. Das Protektorat ist uns von den rivalifirenden Mächten streitig gemacht; die Freundschaft des Papstes ist uns daher werthooll. Er werde selbst die Er« setzung ver Botschaft durch eine Gesandtschaft nicht genehmigen und fügt alsdann hinzu: der Papst habe ja seine Kümmernisse, es liegt uns also ob, ihm keine neuen hinzuzufügen. Man te jüngst, daß der Papst nur auf Frankreich zählen könne. las will nicht sagen, daß Frankreich einschreiten könnte, um die weltliche Macht des Papstes wieder herzustellen, sondern daß, je mehr der Papst aus der weltlichen Macht verdrängt sei, desto mehr Frankreich sich selbst ehren müsse, indem es nichts von seiner Achtung für die hohe Autocttät, die der Papst repräsen« tire, schmälert.— Das Amendement wird hierauf mit 307 gegen 217 Stimmen abgelehnt und sodann das Budget für das Auswärtige ebenso wie das Budget für das Innere ge- nehmigt. AtaHe«. Nach einem Beschluß der Kammer müffen künstig Ver- sammlungen 24 Stunden vor der Abhaltung polizei» lich angemeldet werden, während bisher hierin volle Frei- heit herrschte. Ein Zeichen„steigender Wohlfahrt"! Und ein zweites wird folgen: Die Wiedereinführung der abgeschafften zwei Zehntel der Grundsteuer sowie die Erhöhung des Salz- Preises. Die finanzielle Lage Roms soll sehr bedenklich ftin; man fürchtet den Eintritt einer Krists. Nicht schlechte Wirtb'chaft soll die Ursache sein, sondern die Höhe der ff tanziellen Verpflichtungen, die man in kurzer Frist eingehen mußte, um die Folgen stüherer Mtßwirthschaft zu heben. Kelgir«. Der Arbeiterbund des Kohlenbassins von Möns hat im Namen von 20 000 Kohlenarbcitern sämmt» liebe Kohlenwerke aufgefordert, die Arbeitslöhne um 20 pCt. zu erhöhen. Die„Gazeta Handlowa" vertchtet, daß die in W a r s ch a u lebenden ausländischen Juden, welche nicht russische Unterthanen geworden find, von der Warschauer Polizei den Befehl erhalten haben, binnen 28 Tagen nicht nur Warschau, sondern auch das russische Reich vollständig zu verlassen. stellt, so daß die Luftbahn, welche konstruirt werden muß, nur Lasten von 200 bis 250 Kilogramm per Meter zu ertragen habe. Die Bahn selbst braucht durchaus nicht horizontal zu sein. Sie kann, wie Rutschbahnen, sogar wellenförmig sein. Nur müffen Kurven vermieden werden, und aus diesem Grunde könnte man auf allen Posten, welche man ebensogut Bahnhöfe nennen kann, die Richtung der Bahn entsprechend modifiziren. Worin besteht nun der Motor? Herr Jmds setzt auseinander, daß es ihm hauptsächlich dämm zu thun war, ein Mittel aus- findiazu machen, durch welches die Bahn nicht delastet werden solle. Der Motor also, dessen Gewicht immer kolossal ist, wird fich nicht deplaziren, er wird zu L mde(nicht in der Luft) sein, und sein fixes Verbleiben auf demselben Punfte wird gestatten, unvergleich« liehe Schnelligkeit mittelst des Enttollens und Zurollens bieg« samer Kabeln zu realistren. Herr Jmds bemerkt, daß man m der That Spindeln ungeahnte Umfänge und Schnelligkeiten verleihen kann, indem man Sorge trägt, die Wirkungen der Dislokation zu neutralifiren, welche eine sehr entwickelte zmtri- fugale Kraft schaffen würde; es genüge, zu diesem BeHufe leichtes und widerstandsfähiges Material»u wählen und die Spindeln mit T rlilretfcn zu versehen, damit fie fich nicht spalten. Um nun eine Schnelligkeit von 400 Kilometern per Stunde zu baden, brauche man nur eine Schnelligkeit von III Metern per Sekunde zu entwickeln, was leicht zu erlangen sei. Man brauche also dem Luftschiffe bloS die Schnelligkeit des Ad- und ZurollenS- eines biegsamen Kabels, der auf sehr ge- schwind fich drehenden Spindeln untergebracht ist, zu über- tragen, und das kann auf verschiedene Weise geschehen, entweder, indem man daS schiff an einem Kabel zieht oder, indem man an den äußersten Punkten eine« endlosen Kabels das Lustschiff anbringt oder noch, indem man es an sukzesfioen Kabeln vor» wäcts- oder zurückbefördert. Herr Jmds giebt fich der Hoffnung hin, sowohl für Passa- giere wie für Frachtbeföidemng ein neues Vehikel von rapidester Schnelligkeit gefunden zu baden, welches übrigens die Eisen« bahnen insofem nicht überflüssig machen und ihnen keine geschäftliche Konkunenz vermsachen könnte, als das System der Luftbahnen nur große Distanzen erfordert. Herr Jmds glaubt an seine E.findung und zweifett nicht daran, daß ihm die fran- zöstsche Regierung ihre Unterstützung angedeihen laffm werde. Er will binnen kurzem in der Umgebung von Paris Exp.ri» mente anstellen, und vielleicht werden dann Fachmänner in der Lage fein, fich über Werth und Wesen dieser EifindunF auSzu- sprechen. Theater. Donnerstag, den 15. November. VPeeätzaa». Die Quitzow'S. Geschloffen. Madame Bonivard. Vor« her: Der dritte Kopf. Ueftwa-Ttzente». Em Falliffnnent. BaHMw* Theater. feld. Der Pfaner von Kirch- frUfwiäi- Mklhelmstadiische» Theater. Kakadu. KIHt-ria-Theater Die Reise in die Pyre« näen K»st»»«�-Sh«ater. �Die Wildente. Hameln. -Theater. Der Rattenfänger von MaUra-Theat«». Die Burgftau von Oestrot. »«aSdttfche» Theater. Liane, die zweite Frau. Temoeat-Theater. Schmetterlinge. heater. Die drei Grazien. ffartttt. Spezialitäten>Vor« Taaearvta- Theater. Spezialitäten» Vor« Theater»es Ueich»h«li»»i Spezialitäten« Vorstellung. Spqialttäten-Vorstellung. Berliner Theater. Donnnstag, den 15. Ztovember: Zlriel Acosta. (Esther: Elara Zregler. Aktba Friedrich Haase.) — Ansang 7 Uhr.»- Freitag, den 16. November: 9. Abonnements- Vorstellung. Der Königslieotenant. Dramatisches Zestblld aus Goeihe's Fugend in 4 Asten von K. Gutzkow. (Friedlich Haase.) Anfang 7 Uhr. Sonnabend, den 17. Novembst: Demetrius. Tragödie in 5 Alten von Schiller-Laube. (Clara Ziegler.) Anfang 7 Uhr. Königs- Tunnel des Grand Hotel am Kleranderplah Täglich: #m«#rwmen#al-Concert. Anfang 7 Uhr. Entree frei. Gustav Kunze. Passage 1 Tr. 9 M.- 10 A. K«r Kaiser« Panorama Rflr Pen I Zweite bequeme Wanderung durch Petersburg. Ausgrabung von Pompeji. Potsdam und der Trauerzug Kaiser Friedrich». Entree t Eycl. 20 Pf.. Kind nur 10 Pf. Abonn. American Theater. WalinertHsaterstrasss Kr. IB. Berliner Schönhelta•Konkurrenz. Die Tadieaux werden von in Pertia a« ........."rstcs dorene« Schönheite« dargestellt. Erstes Bild: KscheubrSdel nach F. tztddemann: Frl. Matths Kögel. Z nettes Bild: Unter Kose« nack P. Thumann: Frl.*. Drittes Bild: Hoffnung nach C. v.Boden hausen: Frl.**. Viertes Bild: Da» Masser nach G. Gräf: Frl.***. Fünftes Btl o: fachende* Himmet nach Raphael: Fräul. Elise Elsner und die übttgen vier Damen.(Die mit****** bezeichneten Damen wünschen ungenannt zu bleiben) Neu!! Zilpeuveilchen- Terzett. Auftr. des Schattenfflhouettisten vskar Klberti, des urkomischen Kendi» und Keaman« «Bltemchen". Anfang 7\ Uhr. Sonntags 6% Uhr. Billet-Vorverkauf ohne Aufgeld im«Fn validendcml" und Vormittags von 11—1 Üb an der Tbeaterkaffe.[80 Cirkns 6. Schumann. Friedrich• Karl« Ufer. Ecke Karlftraßc. (Fm früheren ZirkuS K r e m b s e r.) WtT Der«irku» ist gnt geheizt.-WU Donnerstag, den lö. November, Abends 7i Uhr: Grosse Extra- Vorstellung. Aus dem reichhattigen Programm sind hervor« zuHeben: Drittes Auftreten des derühmten Ako- batic-BIcycltsts und Nonccyclists. Troupe Villte Grand. Quadrille des Cloches de Cmneville, mit Glockenspiel, geritten von 6 Damen und 6 Herren 12 Rapphengste, in Freiheit vorgefühlt vcm Direvor. Großes Ballet- Potpourri vom ge- stimmten Ballelkorps. Auftreten der Reitkür.st- lertnnen Miß Victoria und Adele, des Fock,y reiters Mr. Fcö Hodgini, des Jonaleurs zu Pferde Mr. Hodgini. d. Reitkünstlerin Miß Julia Macattbp. Hcnz, Trakehner-Fuchshmgst, in der hohen Schule getttten von Herrn Ernst Schu mann. Zum ersten Male: «rohartige» Marmor- Tableanr, dargestellt von 13 Personen der Gesellschaft, je Freitag, den 16. November, Abends 7k Uhr: Große Uorftevnng mtt neuem Programm. Die von m!r gegen den Zimmermann Herrn Johanne» Ken sing, Ruppinerstr. 48, 4 Tr.. wohnhaft, ausgesprochene Beleidixung nehme ich hiermit zurück und erkläre denselben für einen Ehrenmann.[1240 Möbel, Spiegel u. Polsterwaaren eigener Fabrik wegen Ersparung der Ladenmiethr billig Krunurnttratze%8. Fager und K erkauf nur Hof part. Zahlung nach Uebereinkunft.[802 Soeben erschien: Zlobert Alum und seine Jett von Wilhelm Liebknecht. „Ködert Hln« und sein» Zeit* erscheint in 5 Heften, zusammen zirka 20 Bogen stark. Der Preis des Heftes bettägt»5 Vi; nach auswärts erfolgt gegen Em. sendung von je 35 Pf. Frankozusendung eines jeven einzelnen Heftes. Die fünf Hefte zusammen versenden wir franko zu M. 1,15 gegen Einsendung dieses Betrages in boot oder Marken. Gebunden kann das Werk nach Erscheinen zu M. 1,75 bezogen werden. Wir unterlaffen es, den Jnhatt des Werkes besonders anzupreisen; der Stoff, welcher dem Werke zu Gmnde liegt, und der Name W Verfassers bürgen für eine äußerst " die in keiner Arbetterbibliothel fehlen sollte. Das Werk ist sehr gut gediegene Arbett, die ..s-ch.»-,».o.— Die Grpedition, Zimmerstraße 44. Wiederverkäufer erhalten Kadatt. ttWM» Dnier AUerhöchsttm Protectortte Ihrer Majestät der Kaiserin-Königin Augnsta ü Loos nur 1 M. 1 Loos nur 1 M. Zweite Golner Lotterie mit Geldgewinnen. Hsuptgsvr. Mark 19,000 baar ohne Abzug. Ziehung am 28. November 1888. 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Besprechung des Gesetzentwurfs, betr.„die Alters- und JnvalidenverM� der Arbeiter.(Ref.: Herr Dolinski) 2. Diskusston. 3. Verschiedenes., Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Kollegen, am Platze|u 1» s ig«....._ MK_, Zur Deckung der Unkosten Entree nach Belieben. Näheres Säulenanschlag._ 1242] Der Einberu'er: Hermann Müller. Gttmm'tratze 37, 4 Tr. tz». m Soeben erschien; Die franzästsche Revolution. Von M. Bios. •Ä" Ii Heft 8. «'••wimat wrichtung einande ifdes zur A ihstt Preis»0»fg. Zu beziehen durch die Srpedition de»„Herl. Nolhsdlatt-, Z immer steah» � ■ iadervsrkAuf sm Rabatt. hkll*; "ntetgebi Bot. A Ift % m z. S Neuerl ffe befot Loose ä eine Mark, 11 Stück 10 W Gr. Lotterie zu Weimar, Ziehung 15.— 18. Decbr. cr> Hauptgewinne i. 23. c. 25 000, 5000, 1000, 500 Morst tU' Verlegung der Ziehung, sowie Keduzirung der Gewinne ausgeschlossen. Berliner» usstellungaloo.e, Z ehung IM. und 19. November er. KOIner Geldlotterie, Ziehung 28. II oi», Hauptgewinn IS 000 M. ba«r (Po:to und Liste 20 Pf. exlra) empfehlen und versenden auch gegen Coupons oder Briefmarken Oscar Brjiaer4Co.,Ä Herlin G ardinen zu Fabrik« preisen auch an rivate! Tnglisch TLll.in itücken von 22 Mtt. v. 12— 36M Di matt- Zmiru in Stücken von 22 Mir. v. 10—13 Mark. Einzelne Lenker Gardinen:: ä 2,50 M.!![772 WM' Illuflrirte Musterbücher franco. Teppiche mtt geringen Webefehlem selten billig: Maeqnard Kopha-Teppiche, Stück • ���3 3B. Double-Srüssel-Teppiche. 2 Mtt. groß. Stück 6Ä. Herrlich» alon-Tepplche stück 12, 15, 20—100 ollständig fehlerfreie Teppiche von 10 bis 150 M. Wollatla»- Steppdecken imtt.,v. 7t bis 13 M. Ausführliche Preisbücher franco. F'ag�m Emil Leffeyre, Berlin S., Oranienstr. 158, zwischen Moritzplatz u. 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Nov., VormittaaS findet im Lokale Weberstr. 17, bei K Versammlung der Arbeitgeber, we> träge zur Kasse aus eigenen Mitteln leist Tagesordnung: Wahl von 53 Vertretern zur Generaloerß '."-.N!?-' In demselben Lokale und findet eine Versammlung__ Raffe(Arbeitnehmer) statt ■ Tages-Ordnung. Wahl v. 106 Vertretern zur Generalversa Nur denjenigen Mitgliedern ist der. gestattet, welche großjährig und im dücaerlichm Ehrenrechte find. ,Mi ist bafff Quittungsbuch legitimitt und Eingänge den Kontcoleuren voriuzeigen-� Das Kaffenlokal ist an diesem Tage 0' Der Vorstand. J.A:« Plötz Lands'' DMe lesen Sie > Im Versatz verfallene i J Winterpaletots,*75' in alt und neu für Herren u. DaAst tuet»,. Ii sowie Anzüge, Röcke, Iaquet». Stiefel, Hüte, Ketten, Uhren u.(-#, sehr billig zu verkaufen bei yr vrutg zu vettaufen bei A. Wergien, ZstalitzetS� Ith#*«f#iht«oMtittt dltf Z J Kitte aber recht gen an aas� nnd Kammer»n achten: ZnrLckges tzt« Pamenhemdeo, 7,50 Mark. 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Beilage zum Berliner Bolksblatt. >».»«». $**& � ZoKales. «, de» nennt Krankenhanfe» um Urban "en'0' wie bei dem Krankenhause am Friedrichshain, das Pavillon-System zur Durchführung gebracht. Diese nnchtuna desteht darin, daß eine größere Anzahl einzelner, khL"»F völlig getrennter Gebäude errichtet wird, deren rinlJS Aufnahme einer bestimmten Art Erkrankter besonders Ä M- Den Anlaß zu dieser Einrichtung gab die �.ooachtmig, daß bei zusarnmenhängmden, großen Gebäuden lui��Uung ansteckender Krankheiten von einzelnen dort «!?ten Krankheiten auf andere nicht ganz zu vermeiden �.�„ Außerdem lassen fich Lüftung, Heizung und Beleuchtung gi,�?wvkenrSume durch das Sonnenlicht in solchm kleineren Art* V�er regeln und den Verhältnissen der besonderen m.L,;" Erkrankungen gmauer anpassen, als es in großen Wauden möglich ist. Auch in unserer Charitee ist W dem Pavillon« System übergegangen und alle br. er- itck 'IT««. er cc* ""Ä : den iben 15 kajsk ;»i»" nund« itgliede» ses. Ü'SSfj i: aloersl derb :Mitg! für uK dort errichteten Gebäude find eigentlich Stationen NlSfiliI» Krankheiten. In jeder dieser Stationen werden loliW fJ �e Kranke untergebracht, die an gleichartigm oder M?? Aankheiten leiden, die eine gleichartige Behandlung kut, wachen und so findet man denn auch in dem Kranken- init*1?n Friedrichshain in dem einen Pavillon fast nur Kranke drück?>" Verletzungen, Arm-, Bein- und andere Knochen- inner«, o einem anderen Pavillon Kranke mit entzündlichen Allel» Krankheiten, gastrische und typhöse Fieberkranke u. s. w. Wefer«u, tu'ent) der Fortschritt nun auch sein mag. der in obackt».."ll gemacht worden ist, er erweist ssch, neueren Bc- vor infolge, bei weitem nicht als ausreichend. Bereits tuna... wurde in englischen Spstälern die Beobach- »nsiM.�wacht, daß die tsolirten Stationen solcher Kranken- find di. wenn diese Stationen mit Kranken delegt in(U t an ansteckenden Krankheitcn leiden, eine große Gefahr bnb Diese Beobachtungen, die anfangs nur in Eng- i""* rw v» m r W ist doffe� ÄÄÄ ,m,._.— Typhus-Erkrankungm... HorhlL � Anstalt auf andere Insassen derselben üdetragen >,? waren. Als ganz besonders gefahrvoll hat fich hierbei i-M i-- ag'-mg von Scharlach erwiesen und deshalb wird es im, P arztlichen Kreisen als Grundsatz anerkannt, Isolirhäuser iZz vkm Hauptgebäude nicht mit Scdarlachkranken zu belegen. «d Ja auch, und wohl mit Recht, die Frage erörtert, LJ? ,.Nch nicht empfehle, beim Herrschen ansteckender ?Myeidm den Besuch aus der Stadt zu unter- Dabei ist es eine vielfach wahrnehmbare Erichei- rj,,?' daß die in den Spitälern vorgekommenen Ansteckungen �.lchwerer verlaufen, als außerhalb einer solchen Anstalt er- Z/vow, und besonders Operirte zeigen eine große Neigung für ? Ansteckung durch Scharlachkranke.— Aus diesen Erirä- Algen bürste auch wohl der erst iürzlich bei uns gefaßte Ent- hervorgegangen sein, die Errichtung eines Kinderhospstals ürw 1?. Unterbringung von ansteckend kranken Kindern in An- Qieir Sla RffNefta SIImTa/yo omos©pltCllÖ werden . m von N�vimaßer, oder durch einen breiten Gürtel fahr bet äi"!8"1 getrennt sein soll. Die große Ge- solche k.r �stckung in den Krankenhäusem wurde durch leider Jsolirspitäler allerdings gemindert, aber kr(i*,"? keineswegs ganz ausgeschlossen. Die Verwaltungen zelnm n,_r..K.--- vj.e— wichtigen Punkte unaus- «rtsVt;™«ufmerlfamlett zuwenden müssen, und es wäre ge- Mq �freulich, wenn wir aus unseren öffentlichen Hell- lvva f., von Maßnahmen hören könnten, die nach dieser Rich- h»«,»..�rossen werden. Es giedt doch in der That�kaum ein Mensch iqyj*»1•••VIiM» WCiUCII- VVUf III VW k zn-.�klnrubigcnderes als den Gedanken, deß «ed�Fererlangung seiner Gesundhett in ein Krankenhaus geht kr hoch mehr als außerliald der Heilanstalt der Ge- l-iti foii Ansteckung mit gefährlichen Krankheiten ausgesetzt »ingetrete«- scharf« Kalt« hat zur Arbelt«, F Folge gehabt, daß auf fast allen Bauten vre S«Uo, eingestellt werden mußten, da die Unternehmer mit »K cket 0 •soflr icW sfi� SchriTS«**4'" �inmrr von metr ais z yjrao xaue a/iaui«' Aeil« ausgeführt werden dürfen. Da alle anderen Bau- >»1°«.??. öem Fortschritt der Maurerarbeiten mehr oder ° z?natg stnb, so ist auch für diese eine Zeit dcr un« %% min, ��igungslofigkeit angebrochen, bis die Witterung ������eworder�ist�a�mar�nit�ückfich�u�ie�wch Walter und heißer Grog. [% Vt"' 3«", ich danke für heiß, ich nehme lieber kalt," ktt% Kräft zu seinem Freunde Zan Block. Die Bei- N Sjr v alte Schiffsmaaten, sich in den letzten Jahren 4)1 b-m �kommen, hatten sich heute wieder getroffen und tijkametaben den Vorschlag gemacht, in Lee vor no' vR ÄneiPe vor Anker zu gehen und das un- >. c�woersehe» durch ein anständige» Glas Grog zu rr:le Beiden gehörten noch zu der alten Sorte kj ß Seeleute, die allmälig ausstirbt, seit der 1®. Segel verdrängt und die Schiffe zu Omnibussen %lt te waren verdammt fixe Kerle an Bord, das �°>ent � besten, denn sie hatten jahrelang unter mir Astn erwiderte Zan auf Peter'« Bemerkung, in- Me* at jR verwundert anschaute,„seit wann hast Du denn *6 Dy w�öerliche» Geschmack? Ich weiß doch von ftüher, ».«6aR. Balten getrunken." i fe- 4* 9'' das stammt auch erst von meiner letzten »'°ll dm?.r ein Haar in dem heißen gefunden, mich " geärgert und geschworen, keine« mehr an- 4? Dir etwa de« Mund daran verbrannt?" ' et w,. w Vicht einmal spanischer Pfeffer etwa«— m.* was anW.e" Donnerstag» den 15. Kavemder 1888 .was anderes. bnm schieß' los damit, Deine Art, so im Garne im Kabelgat aus Deiner Zunge und --Au« K'icht M Peter: Nebel es ist doch herum zu aufzustauen. dann steuere nicht vorgeschrittene Jahreszeit wohl erwarten kann. Trotzdem find die Folgen besondeis jetzt, wo die Löhne der kurzen Arbeitszeit von 8—9 Stunden wegen sehr geringe find, für viele Arbeiter sehr empfindlich. Auch auf die Physiognomie der Straßen macht die Einstellung der Bauarbeiten ihren Einfluß geltend; überall fleht man Gruppen Arbeitsloser, besonders die Straßen in der Nähe von Arbeitsnachweisen find davon erfüllt und in letzteren selbst herrscht ein äußerst reger Verkehr. Tritt der Winter mit derselben Strenge auf, mit der er fich ankündigt, so können die meisten Arbeiter nur mit Sorge in die Zukunft blicken, wo ihnen Ardeitslofigkeit und in deren Gefolge Kätte und Elend entgegenwintten. DieFragrder iweckmästigst««,«m nicht»« sagen beste«, HeizungSart zu erörtern, ist angefichts des hereingebrochenen schneidigen Winters ficher zellgemäß. Daß Viele, vielleicht die Meisten, über diese Frage nur einer Meinung find, beweist ein Blick auf die ungeheuren Kohlenmassen, welche im Winter zu Heizungszwecken verbraucht werden. Wenn man fich aber ver- gegenwärtigt, daß der Brennstoff der Kohle nur einzig und allein in gasförmigem Zustande rationell ausgenutzt werden kann, so muß man fich schier wundem, daß unter den modernen Heiz- Mitteln das Gas noch eine so untergeordnete Rolle spielt. Schon seit Jahren find die Gasanstalten bestrebt, den Verbrauch des Gases zu Heiz- sowie zu Kochzwecken einzuführen, bezw. zu ver« größern. In England und Amerika wird das Gas schon lange zu Viesen Zwecken verwendet, wogegen bei uns in Deutschland erst in neuerer Zeit dem Gegenstande die aebübrende Aufmerk samkeit geschenkt wird. Beachtet man den Umstand, daß an den Orten, wo man bis 15 Pf. für das Kubikmeter zahlt, das GaS nicht theurer zu stehen kommt, als Kohle, und betrachtet man ferner die Vortheile der Gasfeuerung gegenüber der Heizung mit festen Brennstoffen, so ist es klar, daß die Gasfeuerun immer mehr Verbreitung finden muß und die alte Gewohnhei der Hantirung mit Kohlenschaufel und Schüreisen immer mehr abgelegt wird. Frellich würden unter diesem Kulturfottschritte wiederum eine Reihe von Gewerben empfindlich zu leiden haben, doch kann man fich aus diesem Grunde unmöglich einer bessern« den Neugestaltung der Verhältnisse entgegenstellen. Hierin ist auch nicht der Grund dafür zu suchen, daß sich die Gasfeuerung bisher so wenig eingebürgert hat, der Grund hierfür ist viel- mehr hauptsächlich auf technischem Gebiete zu suchen, indem die Konstruktion der Gasöfen bisher noch immer eine so Mangel- 'aste war, daß die Gasfeuerung die Kohlenfeuerung nicht zu er- ctzen. geschweige denn zu verdrängen vermochte. Die Gasöfen der Berliner Firma Krause u. Mödebeck werden von Sach kennern heute als die besten dieser Art dezeichnet, wenn auch damit nicht ausgesprochen sein soll und kann, daß in der Kon- struktion von Gasöfen berells das Vollkommenste geleistet wor- den ist. Jedenfalls ist der Technik hier noch ergiebiges Feld zur Bethätigung offen. Die Vortheile der Gasfeuerung für Heiz-, Koch-, Bügel-, Röst- und andere Zwecke kann man allgemein, wie folgt, zusammenfassen: 1. Bequemlichkeit. Die Herde find tragbar, überall anzudringen, selbst da, wo kein Schornstein vorbanden ist, find durchaus feuerficher, bedürfen keines Herdeischaffens ron Brennmaterials, keines Wegschaffens der Asche, keines Zeitaufwandes beim Anzünden, das lästige und oft beschwerliche„An- machen" und noch viel unbequemere Jnstandhalten des FeuerS fällt fort. 2. Reinlichkeit. ES wird der ewig lästige Schornsteinfeger überflüsstg. weil kein Rauch, Staub. Ruß over Asche vorhanden ist. Die Gasfeuerung verbindet also die höchste Reinlichkeit mit höchster Bequemlichkeit der Bedienung. 3. Sofortige Bereitschaft. Die Drehung eines Hahnes ge« nügt, um sofort die zum Heizen, Kochen, Braten und so weiter erforderliche Hitze in jedem Augenblick zu erhalten, und zwar mit einer solchen genauen Regelung, wie sie kein Ofen oder Herd mit Holz-, Kohlen- oder Koaksfeuerung zu leisten Billigkeit. Das Heizen und Kochen mit Gas stellt fich sehr billig, sobald das richtige Einstellen dcr Flammen erlernt ist und kein Gas mehr unnutz verbrannt wird.(Kommt doch selbst in den Kohlen bezirken, wo die Kohle billig zu haben ist, das Heizen und Kochen mit Gas nicht theurer als die Kohlen- oder Koaksfeuerung.) Die Hitze bei den gebräuchlichen Koch. Herden fliegt zu neun Zehntel in den Schornstein und nebenbei, vorzüglich im Sommer wird die Küche trotzdem unnütz und unerträglich beheizt. Hierzu kommt noch die große Zeltersparniß. Mit Gas heizt, kocht und bratet man fast in der halben Zeit, als wie mit jeder anderm Feuerung. Der allgemeineren Einführung des Gases zu dm erwähn- ten Zwecken standen und stehen außer der oben gedachten, nun- mehr aber bedeutend gehobenen, mangelhaften Konstruktion der Gasöfen als größte Feinde die theuren Gaspreise(die aber für „Ja, siehst Du, Zan, die Sache war so. Auf der letzten Reise schwalktm wir eine« Wintertag« in der Nord- see herum mit einem Wetter zum Gotterbarmen, Regen, Schnee, Hagel— eine« schlimmer al« da« andere, und da- bei wehte e« fast jeden Tag, daß sieben alte Weiber keinm Besenstiel gerade rn der Luft halten konnte«. Wen« e« einmal am Tage flau wurde und wir ein paar Lappen Segel fetzen konntm, dann war e« so ficher, wie zwei mal zwei vier, daß wir Nacht« auf unsere Freiwache wieder hinau« mußte«. Da«„Reewe! Reewe!"*), wa» der Steuermann alle Augenblicke in die Logisklappe hinunterschrie, kam uns schlreßlich so zum Halse heraus, daß e» mich nur wundert, wie da« Schiff nicht unter der Ladung von Flüchm zum Sinkm kam, die wir hinter dem Steuermann her- donnertm. „Nun, eine Nacht hattm wir un« schon unsere ganze Wache lang gehörig abrackern müssen und waren kaum vor einer halbe« Stunde in die Koje gekrochen, da hörte« wir schon wieder da» verdammte„Reewe!", merkte« aber gleich- Zeitig am Schiefliege« de« Schiffes und an dem tollen öumpsen der See, daß wirklich Roth an Mann war. Des« halb verkniffen wir uns das Fluchen diesmal et»a« und suchte» so schnell wie möglich in die Kleider und nach oben zu komme«, den« Du werßt ja. Ja», wenn erst die Stengen und Raaen von oben breche» oder die Segel wegfliege», dann giebt e« um so viel längere und schwerere Arbeit. „Wir hatte« eben die Nase au« der Logiskappe gesteckt, da sagte un« auch schon ei« ganz gehöriger Weißkopf„Guten Morgen", der sich über den Bug wälzte und un« nicht nur gründlich die Auge» autwusch, sondern uns auch die See- 6. kleinert) *) Ruf für„Alle Mann", wenn die Segel gerefft(ver« ert) werden sollen. gewerbliche Zwecke bereits herabgemindert find), sowie die liebe Gewohnheit entgegen, welche letztere namentlich bei alle« Ncu.'rurgen reckt hinderlich zu sein pflegt. Sind diese Feinde erst gänzlich überwunden, so dürfte auch die Gas« feuerung wettere Anwendung finden, als es bis heute der Fall ist. De» Kchlittfchnhlport steht schon jetzt in vollster Blüthe; nach der langen Zeit der Pause, welche durch den Sommer und die ihn angrenzenden Monate hervorgerufen wurde, sucht ein jeder nach Krätten die frühere Gewandtheit auf seinen stäblerne« Schuhen zurückzugewinnen. Und nach dem Geficht, welche« der Winter zeigt, darf man wohl annehmen, daß der Schlittschuh« spart diesmal fich sehr ansehnlich gestatten dürfte. Da muß ma« unwillkürlich an die Schwierigkeiten denken, die ju bewältigen waren, bevor er fich auch nur einigermaßen einbürgerte. Zwar dem Manne verdachte es keine Seele, wenn er fich auf diese Weise auf der spiegelglatten Eisfläche tummelte, aber der Frau wurde diese Art der Erholung und Belustigung als wenig ge« mm .emacht hat. Auch die Galanterie findet ihr Heim auf solchem E'spletze, und mancher Herzensbund, welcher später auf dem Standesamte fich zur Ehe verdichtete, fand seine ersten holden Anfänge beim Schltttschuhlaufen. So ersetzt dasselbe gewissermaßen den Tanz im Ballsaale oder sucht zum wenigsten eine Stelle daneben];« behaupten. Nach unserer Meinung mit vollem Recht, denn wenn wir beide Arten von Vergnügen mit einander vergleichen, möchten wir dem Schlittschuhlaufen einen unbedingten Vorzug einräumen. Vor allem ist er gesunder, da der Aufenthalt in der frischen Luft dem Körper zuträglicher sein muß, als derjenige im dumpfigen Saalraum, wo Staub und Hitze, verbunden mit der schnellen Bewegung, den Lungen manche Krankheit zuführen. Dann aber ist das Schlittschuhlaufen, selbst wenn man fich die beste« Halifaxschuhe anschafft, nicht im entferntesten so kostspielig, wie so ein Ball mit seinem Tollettenluxus und den übrigen Extra« vaganzen, in denen fich diese Phase des modernen Gesellschafts« leben» gefällt. Das Surrogat für das Schlittschuhlaufen, der Skatsport, hat fich bei uns nicht zu halten vermocht. Die Be» liebthett, welche er zuerst bei seinem Auftauchen hier fand, büßte er allmälig wieder ein, und der große Rink, welcher in der Bernburger sttaße für die Freunde des Rollschuhs gebaut wor- den war, wurde in einen Konzettsaal, die heutige Philharmonie. umgewandelt; wogegen fich der Eissport ungeschmälert wetter erhalten hat und sogar in jedem Jahr, sobald der Winter die glitzernden Tanzplätze dafür hergestellt, an Beliebtheit zu ge« Winnen scheint. Gin seltsam»» Dorlrommniss, dessen Mittheilung man für einen schlechten Scherz halten könnte, das aber jetzt durch ein ausführliches Referat des Stabsarzt K. in der Bettiner „Klinischen Wochenschrift" bestätigt wird, bat fich vor einiger Zeit in der hiefigen Anatomie zu- nung des Leichnams fand fich im Kehlkopf dicht unter dem rechten Stimmbande ein— veritables Emmarkstück! Das Er« eigniß trug fich in Gegenwart mehrerer jungen Mediziner zu und man hätte an eine abfichtliche Irreführung denken können, allein diese erschien nach dem weiteren Leichenbefund ausgeschloffen. Nicht blos zeigte das Markstück eine völlig schwarze Farbe infolge des längeren Aufenthalts an diesem Ort, sondern es fand fich auch an der betreffenden Stelle des Kehlkopfs ein deutlich markitteS sogenanntes Druckgeschwür, das durch daS Matt- stück erzeugt sein mußte. Das allgemeine Erstaunen der Anwesenden löste fich in einer Reihe von Scherzen auf; nachdem einer der anwesenden jungen Mediziner die Jahreszahl 1876 auf dem Mattstück entziffert hatte, kam er zu dem kühnen Schlüsse, daß die Münze wohl nicht länger als höchstens zwölf Jahre fich in dem Kehlkopf befunden haben könne. Ein anderer war zweifelhaft, wie man solches Halsleiden bei einem Kranken am richtigsten bezeichne; in keinem Falle, so meinte er, könne man einen solchen Kranken einen„armen Schlucker" nennen. Die medizinische Literatur, die zwar nicht arm ist an Fällen, wo es fich um ein längeres Verbleiben von Fremdkörpern im Kehl- köpfe handelte, wird durch dies Vottommniß um einen neuen von oben voll füllte. Nun, bei 5 Grad Kälte war ieS gerade kein Vergnügen, aber was half eS? wir mußte« damit noch oben auf die Raa, um die Fock festzumache«, die wie verrückt im Winde peitschte. DaS Segeltuch war so geftoren, daß man fich die Fingernägel daran zerbrach, und wen« wir es endlich auf der Raa zu haben glaubten, dann nß e« uns der Sturm immer wieder aus den Fäusten. Dabei witschte un« der Hagel in'« Gesicht wie ebenso viele Messer- lingen, und al» wir endlich nach einer Stunde fettig wur- den, konnten wir kaum wieder die Wanten') herunterkomme«, so steif waren wir, und in unsere« Seestieseln hätte« wir Schlittschuh laufen können. „DaS Schlimmste aber war, daß wir nach all' der Arbeit nicht einmal ein Tröpfchen bekamen, um un» aufzu- frischen. Unser Kapitän war ja ein ganz netter Kerl und wir hatten sonst nicht zu klagen, aber er gehötte zu de« Neumodischen, die de» unschuldigen Rum für Gift halte» und statt dessen nur Kaffee gebe« ließ. Zch will nun gerade -egen de« Letzteren nicht« sagen— aber Jan, Du weißt, Srog bleibt einmal Grog! er erwärmt einem die Knoche» ganz anders." Zan nickte verständnißvoll und fügte nur hinzu: .Vorausgesetzt, daß man ihn zur rechten Zeit und genug avon hat." „Nun wir mußten un« zuftieden geben. Me halbe Freiwache war herum, aber wir hatten immer«och zwei Stunde« vor un«, und in der Zeit schläft fich ei« ordentlicher Matrose schon ei» gute« Stück zusammen. Also schnell herunter mtt den nassen Kleider», die See- siiefel jum Austrocknen verkehrt aufgehangen und dann inein tn die warme Koje! Wie mollig da» war und e« ') Seitliche Haltetaue der Masten, mtt Strickleitern ver» sehen. riJf intereffanten Zoll bereichert. B» merkt zu werden verdient, daß der Kranke bei Lebzeiten nie über Schmerzen im Kehlkopf klagte; die nothwendigen Störungen, welche das Münzstück er- zeugte, find wahrscheinlich unter den Leiden der Schwindsucht dem Kranken garnicht recht zum Bewußtsein gekommen. Die NtLhr de« Gerichtsvollzieher». Der Gerichts- Vollzieher ist ohne Zweifel eine schöne Einrichtung für diejenigen, welche seines einnehmenden Wesens bedürfen. Der große leidende Theil der Menschheit aber, welchem die Gerichte die Lehre von der Seligkeit des Gebens mit unangenehmer Deut- lichk.it zu predigen pflegen, ist in Bezug auf die Herren mit der schlichten blauen Mütze entschieden jener Entsagungsgröße geneigt, die fich mit der Anschauung mancher Dinge und Leute aus möglichster Entfernung gern begnügt. Es hilft nichts— der Gerichtsvollzteder ist ein nothwendtgcs Uebel, er ist sogar eine Säule der staatsbürgerlichen Ordnung; also muffen wir uns darein fügen. Aber die Frage, od nicht bei der Hand- habung des Vollstreckungsgeschäfts Mißstände fich herausgebildet baden, die beseitigt werden könnten, ohne daß der Z oeck der THStiglcit des Gerichtsvollziehers gestört würbe, diese Frage liegt auf Vieler Lippen, und insbesondere die Geschäftswelt wird sehr dereit sein, fie zu bejahen. Der. GerichtsvollzicKer ist nicht ausschließlich Exekutor(Voll- strecker), er ist zugleich Zustellungs-Beamter und w rd auch zur Aufnahme von Wechselprotesten verwendet. In welcher Eigen- schaft der Mann mit der blauen Mütze ein Lokal oder eine Wohnung betritt— ob er eine Vorladung brinat, ob er eine Pfän- düng vorzunehmen hat— das weiß die liebe N rchbw sckast nicht; aber fie wird mit der dekannten Nächstenliebe stets das Schlimmste unterstellen. Wozu trägt der Gerichtsvollzieher die blaue Mütze? Zur Sicherung seines amtlichen Ansehens,— so pflegt die Ant- woit auf diese Frage zu lauten. Wir aber find der Meinung, daß diese Antwort die Belä'iguna des Publikums durch das äußere Zeichen des Gerichtsvollzieher Besuches nicht zu rechtfer- tigen vermag. Die Kriminalpolizisten, die ohne jedes Uniform- adzeichen ihres Amtes walten und die mit ihrer metallenen Er- kennungsmarke ganz gut auskommen, baden von vornherein mit weniger friedfertigen, leichter zum Widerstand geneigten Per- sonen zu thun, als die Gerichtsvollzieher. Laffe man doch die für die Förderung der amtlichen Wirksamkeit des Gerichtsvoll- zichels völlig gleichgiltige Dienstmütze zu Hause! Es wird keinem Gläubiger dadurch ein Pfennig entgehen, daß man die Voll- strcckung richterlicher Urtheile von der Zuthat der äußerlichen Kennzeichnung der davon Betroffenen frei hält. Wir meinen, das wäre ein so bescheidenes Zugeständnis an die Menschlichkeit bei Vermeidung jeder Gefährdung des Amts, weckes, daß recht wohl eine Verfügung in dieser Richtung erlcffm werden könnte. zUb»r ein* interessante Kallonfahrt berichtete in der letzten Sitz mg der„Meteorologischen Gesellschaft" Dr. Kremser. Mit dem Ingenieur v. Stegsfeld war derselbe am 23. Juni, Vormittags 9 Uhr 20 Minuten von der Schöneberger Gas- anstalt aus aufgestiegen, um wiffenschaftliche Forschungen und Beobachtungen anzustellen, die namentlich für die Erforschung der mechanischen Wärmetheorie, des Ursprungs der athmosphäri- schen Elektrizstät, des verschiedenen Verhaltens der Lufl'trö' mungen-c. von Einfluß sein dürften. Nachdem im Jahre 1813 der belpische Physiker Robertsen von Hamburg und zwei Jahre später Professor Jungius von hier aus zu wiffenschaftlichen Zwecken aufgestiegen waren, trat in diesen Versuchen eine lange Pause ein. Erst jetzt find in Deutschland die Versuche wieder aufgenommen worden, nachdem in England und Frankreich schon lange ein reges Interesse für diese Bestrebungen fich kundzethan hat Der am 23. Juni von den genannten Herren bei einem Sommermcximum unternommenen Fahrt sollen zunächst noch fünf weitere Fahrten folgen, und zwar eine noch bei einem Sommer moximum, zwei bei Wintermarimum und zwei in der Nacht. Das Volumen des am 23. Juni benutzten Ballon be< griff 1536 ibm; er verdrängte 40 Ztr. Luft und hatte 20 Ztr. Tragkraft. A's der Ballon in die Höhe stieg, hatte der Wind eine Stärke von 8 rn per Sekunde, die fich vis 1250 in Höhe auf 11 m per Sekunde steigerte, in größerer Höhe aber wieder geringer gewesen sein muß. Denn die Vergleichung der durchlaufenen Strecke mit der gebrauchten Zeit ergab eine mittlere Geschwindigkeit von 9 m 40 cm per Sekunde. Die Empfindungen, die die Reisenden während der Fahrt hatten, waren im großen und ganzen nicht unangenehm. Nur im An- fang bei dem rapiden Steigen des Ballon, der in den ersten 8 Minuten eine Höhe von 1000 m erreicht hatte, stellte fich starkes Ohrensausen ein, das jedoch nach erreichter Gleichheit in der Biwegung aufhörte. Außerdem empfanden fie während der ganzen Fahrt und noch eine Stunde nachher ein starkes Durst- aeiuhl. Dr. Kremser bemerkte noch, daß sein Gr ficht nach der Fahrt stark gebräunt gewesen und von der trocknen Luft so aus« getrocknet gewesen sei, daß die Haut später förmlich in einzelnen Stücken fich abgetrennt habe. Der Ballon schlug alsbald nach seinem Aufsteigen die Richtung nach Westen ein, die er auch bis auf kleine nordwestliche Abweichungen beibehielt. In fast scknurgrader Linie trieb er über Stendal, das er um 12, und Kardelegen, das er um 2 Uhr erreichte, bis in die Nähe von Celle, wo er oegen 3 Uhr landete. Nur wenn der Ballon über Wälder oder Wafferläufe dahinflog, wich er von der graden Linie in einem nach unten gehenden Bogen aus, eine Folge der Zyklone, die fich wegen der über Wald und Waffer auch in derHödegertvgeren Temperatur bilden und den Ballon in ihre nach unten rotircnde Bewegung hineinziehen. Kurz vor der Landung zeigte sitz noch eine andere interessante Beobachtung, die, wie auch die obige, mehrfach schon von Offizieren der Lufischiffer-Adtheilung bei brauchte auch keine fünf Minuten, bis ich wieder im schönste« Schlafe lag. Leider sollte eS nur nicht lange dauern. „Mir träumt so leicht nicht etwa», aber diesmal mußte der Teufel sein Spiel haben und es ging gleich los damit. Ich hatte irgend einem alten Weibe— Du weißt ja, Jan, bei schlechtem Wetter träumt man nur von Pferden oder alten Weibern— einen Di nst geleistet. Sie bezahlte mich ganz anständig und ftagte zu guter letzt, ob mir auch ei» GlaS Grog schmecken würde. Nu«, dergleichen schlägt Unsereiner nicht so leicht auS und so sagte ich natürlich nicht Nein. „Kalt oder warm?" fragte die Alte.„Recht heiß, Madame, wenn'« beliebt," erwiderte ich,„und ja nicht zu stark von Waffer", denn in diesem Augenblicke fühlte ich gerade wieder so recht die Kälte in meinen Knoche», noch von dem stundenlangen Liegen auf der Raa her und dem Waffer in de» Stiefeln. „Gut," sagt sie und geht in die Küche, um mir einen Steife» anzurühren, während mir schon da« Waffer im Munde zusammenlief, obwohl ich eine ganze Zeit warten mußte, weil wahrscheinlich das Wasser noch nicht recht kochte. „Endlich kam sie wieder und trug ei» GlaS, nicht zu klein, und an der Farbe konnte ich schon von Wettern sehen, baß sie am Rum nicht gespart hatte. Er dampfte wie ein feuerspeiender Berg und der Geruch kitzelt mir noch in der Nase. Er roch so schön, wie ein Scheffel Veilchen. „Hier, Peter," sagte sie,„es ist wa« gute« und so steif wie eine doppeltgereffte Mastsegelkühlte; den Rum hat mein Seliger«och selbst von Jamaika mitgebracht, wo er wild wächst.".,~* „Aha," denke ich,„die ist eine von unserer Farbe und eine SeemanuSftau. Infolge dessen erschien sie mir jetzt plötzlich jung und ich war d'rauf und d'ra», ihr eine» Kuß Auffahrten gemacht worden ist. Der Ballon war schon eine längere Zeit geschleift, weil er fich nicht mebr heben konnte, als er fich einer Gruppe 15—20 Meter hoher Eichen näh nie, deren Laudkronen dicht verwachsen waren. Plötzlich hob fich der Ballon dicht vor den Bäumen und flog in einer Höhe von 10 Meter über die Bäume hinweg, um jenseits derselbe» sofort wieder sehr schnell zu finken. Diese Erscheinung war eine Folge der Stauung des Windes vor den Bäumen. Was die während der Fahrt gemachten Beobachtungen der Temperaturadnahme detrifft, so stellte fich dieselbe unier Berücksichtigung der wäh« rend des Tages eingetretenen Schwankungen und der dezüg« lichen Beobachtungen zu Berlin, Hamburg und Gardelegcn bei einer Höhe von 0—1134 Meter für 100 Meter auf 0,99 Grad, bei 1134-1763 Meter auf 0,83 Gr.. bei 1763-2250 Meter auf 0,75 Gr., und bei 2250—2405 Meter auf 0,41 Gr. Wenn man nun damit die Thotsacke in Verbindung bringt, daß an selbigem Tage zwischen Eichberg und der Schneekoppe bei einer Entfernung von 1300 Meter auf 100 Meter eine Abnahme von 0.73 G. kam, so bestätigt fich auch hier die Erfahrung, daß in freier Lust die Temperaturadnahme viel stärker ist, als bei Erd- erheb ngen. In de« Kreise« der Kommunalverwaltung erregt gegenwärtig ein- Unterschlagung Au' setzen, welche fich der Bureauvorsteher Lehmann zu Schulden hat kommen lassen. L., welcher im Miethssteuerburcau seit längerer Zeit als Vorsteher dieser Adtbeilung angestellt war, genoß bei seinen Vor- gefetzten den Ruf als achtbarer und solider Mann, so daß ihm seitens einer hiestgcn Stiftung das Amt als Rendant derselben übertragen wurde, weiche Stellung er gleichfalls seit mehreren Jahren bell idete. In dieser Stellung hat fich L- die Unterschlagung beträchtlicher Summen»u schulden kommen lassen, die vor etwa 14 Tagen von dem Kuratorium entdeckt wurde und sofort zur Verhaftung des Destaudavten führte. Das„Dtsche. Bl" weiß folgendes über den Vorfall zu berichten. Darnach ist L. Rendant der Kaiser W U b e l m s st i f t u n g gewesen und hat aus deren Kasse 80000 Mark unterschlagen; das ver- drecherische Treiben des L. ist durch einen merkwürdigen Zufall entdeckt worden. Ein hnfiger Kommerziemath, der regelmäßig jedes Jahr der Stistungskoffe beträchtliche Summen zuwendet, vermißte auf der Liste den Namen eines Verwandten, von dem er wußte, daß dieser ebenfalls im Laufe der letzten Jahre beige- steuert hatte. Dieser war im B.fitz einer Quittung und wandte sich mit einer Anzeige an das Kuratorium, welches sofott eine Kaffinrevifion ve> anstaltete und dabei die Unterschlagungen er- mitlelte. L. versuchte nach der Einleitung der strafrechtlichen Verfolgung den„wilden Mann" zu svielen. Der Ernte der Teltower Rüde hat der anhaltende Frost der letzten Tage ein jäheS Ende dereitet. Ganze Felder der deliebten Wurzelfrucht sieden noch draußen und find völlig werthlos geworden, da die Rü?e zwar Kälte gut verträgt, aber bei so unerwartet stark m Froste den Geschmack verliert und in kurzer Zeit zu faulen on'ängt. Bei dem hohen Preise, welchen die Tellower Rüden-Produzenten erzielt haben, ist ihr Schaden um so empfindlicher. Tie Feinschmecker aber werden sich den Genuß der Teltower Rüben versagen müssen. Di« Wild««t«n scheinen fich in Berlin trotz des regen Treibens der Großstadt sebr heimisch zu fühlen. Dieselben find unter dem ihnen zu Treil gewordenen Schutz im Tylergarten im Laufe der letzlen Jahre zu großen Schaaren angewachsen. Nachdem die stillen Gewässer des Thiergartens durch die Winter« kälte mit starrer Eisdecke überzogen find, haben fich die Enten in den Schifffabrtslanal geflüchtet und ergötzen in ganzen Herden die Paffanten der Königin Augusta- Straße und des Lüyow- Ufers durch ihr munteres Wesen Infolge der steten Berührung mit Menichen find fie halb zahm geworden und nehmen gern die Brorstücke, die ihnen von Vorübergehenden zugeworfen werdrn. Di« Kerline« Polizei bat, wie ein Berichterstatter meldet, anläßlich der beim großen Postdiedstahl gepflogenen Ermittelungen ganz durch Zufall in Berlin einen berüchtiaten Hochstapler großen Stils gefunden. Uedcr den Namen wird das strengste Geheimniß beobachtet. Nur so viel verlautet, daß bei dem Gauner ganz erhebliche Summen vorgefunden worden find, über deren rechlmäß gen Erwerb er keine gkaubwürdige Auf- klärung zu aeden oermochre. Da» Tragen von Stöcke« hat neuerdings einen un- heimlichen U nfang angenommen. Bei der plötzlich eingetretenen Kälte wird daffclte zu einer allgemeinen Belästigung. Die Träger wollen die Hände in die Taschen stecken und belästigen beim Gehen sowie beim F-hren in Omnibus und Pferdebahn ihre Nebenmenschen. Das Paffanten gefährdende Tragen eines Stocks oder Schirmes ist übrigens polizeilich verboten und wird mit Geldstrafe geahndet, auch wenn kein Unglück gc- schiebt. I«m Ztostdiebstahl erfährt die„Beil. Ztg.", daß am Freilag die> och fedlenven Wertbe kaum ftstaestellt und gericht- lich)„assortirt" waren, als auch schon die Poltzeidirektionen in den europäischen Hauptstädten telcgrophisch davan in K nntniß gesetzt wurden, so daß die tott angestellien Ermittelungen fallen gclaffen werden konnten. Am Sonntag erschien in säwmtichen römischen Blättern ein amtlicher Bericht der dortigen Questura, worin es beißt:„... Was die italrenischrn Rentendriefe anlangt, so find dieselben all- aufgefunden worden." Inzwischen haben in der Angelegenheit vor dem Landgerichtsrath Dr. Holtmann vielfache Vernehmungen stattgefunden. Die belheilraten Poltjeiorgane und Postbeamte, welche letzteren den Schröder vor der A sführung des Diebstahls umherstehen sahen, haben zu geben, aber eS kam ander«. Sie reichte mir das GlaS, ich lache über das ganze Gesicht und nehme den Grog g'rade in die Hand— schwupp! Da höre ich einen dumpfen Stoß und statt de« schönen, heißen Steifen habe ich den ganzen Mund voll von kaltem Seewaffer.. „Nun, da« ging mir denn doch über den Spaß! Wie der Teufel springe ich auf und will eben einen herzhasten Fluch vom Stapel lassen, da bekomme ich einen Schlag vor den Kopf, daß mir Hören und Sehen vergeht, und wenn die Planken von meinem Hirnschädel nicht so gut verbolzt und kalfatert gewesen wären, hätte ich au« dem letzten Loch gepfiffen. „Und weißt Du, Ja«, woher der ganze Radau kam? Eine schwere See war übergekommen, hatte die LogiSkappe weggeschlage«, u»S einen Besuch in unseren Kojen gemacht und ich war beim Auffpringen mit zehn Meilen Fahrt gegen da« Deck gesegelt, wunderbar genug, daß eS dabei keine schwere Havarie gab. '„Nun, daS passirt indessen andern auch wohl einmal und man vergißt e« wieder; aber, Jan, wa« ich nie ver- gcssen werde, ist, daß ich so dumm war und mir heißen Grog bestellte, auf den ich so lange warten mußte. Siehst Du, hätte ich die Alte um kalten gebeten, so war er gleich fertig und ich hätte ihn längst hinuntergehabt, ehe die See überkam, die alle da« Unheil anrichtete. DaS hat mich so geärgert, daß ich seitdem keinen heißen Grog mehr an- rühre." Jan saß noch ein Weilchen nachdenklich, dann sagte er: „Du hast Recht, Peter, e« passiren Unglücksfälle, über die Unsereiner nicht so leicht wegkommt, und ich kann eS Dir nicht verdenken. Doch jetzt wollen wir darauf anstoßen, daß die nächste Reise glücklicher ist," und der heiße wie der kalte Grog verschwanden in einem Zuge bi« auf die Nagelprobe. ihre Aussagen schon gemacht. Von der Hauptarbeit ist n#' �1- Fieber 33 U Scharlach e lich dem Untersuchungsrichter kaum etwas übrig geblieben.%—, wiegend handelt eS fich darum, festzustellen, was die Diebe m jn m, ,, den nicht gefundenen Cheks und dem noch feblenden Baav w gelde angefangen haben. Bei der Gemüthlichkett, � pnwche. m,„ welcher die Spitzbuden ihre Lage auffassen, wird es nicht W®® rntj, s5(en halten, auch über diese Puntte in kürzester Frist Aufklärung!» kirn und gan« erhalten. ,. etnlMeder b, Di« kostbar« West« Unter den Gegenständen, md* in Damia der Polizeidencht als gestohlen meldet, befinden fich auch f"' Äsiille An gende: Am 2. September er. eine seidene goldgelbe'.nen, aus benei einreihig— durchwebt mit Haldmondflguren, innen auf o® 1%®e(j. linken Seite eine Tasche, außen eine Brusttasche links, im*- die Sterblich und links eine Schooßtasche, eine goldene Ubrkette mit grW r-sden, Frank1 länglichen Gliedern, in letzteren defanden fich nochmals(lriitf zm-ir längliche Glieder und zwar die ganze Kette hindurch in i«*J[ München' großen Gliede zwei kleinere Glieder, zum Anhängen der»(>« m'; befand fich an derselben ein starker Goldttng mit Schieber, n® k-, schau, St goldene Remontolruhr mit goldenem doppelten Deckel, an°« mtunflen wurd Kette befand fich noch eine kleine goldene Kette mit kleinen tat Ntiania und lichen Gliedern, an welcher fich noch ein gölten es Ei mit r® Zahl»ur blauen Steinen(Saphire) besetzt(ein Stein fehtte) als MedaM �rleibstvpbuS befand, auf dem Ei waren in rusfijcher Schrift vier Bucbfiad» indert, in Ödes sowie die Jahreszahl 1884 eingravirt, das Ei mar zum Oefft®»d Paris fall d eingerichtet und war innen ebenfalls in rusflscher vchrift et®»%% aus Bei eingravirt, ein Brillantring mit etwas gelblichem echten% rJ in gefteiaeH ein goldener Ring mit blauem Stein(Saphir), eine blaulant® W Ebinburg U! Kravatte, darin ein goldener Ring mit großem länglichen bta®«ierungsdezirk Stein(Saphir), welcher mit zwölf kleinen Brillanten ringsha»'� vereinzelte besetzt war. eine Erkrar I« Kpa«da« ist setzt da» H-lzkrok-dil, das,«ü«« gnt. vor einiger Zeit meldeten, aus der Havel gefischt wurde,® Miß« jn° Fundsache meistbietend verkauft worden. Es wurde vom W'r JJ Keuchhuste rateur Fräde für 20 Mark erstanden, der das Schaustück rk Tvdessäli- Besten einer Wechnachtsbescheerung öffentlich ausstellt. A schafft der„Ulk" mit dem nachgemachten„Hamburger Krota® schließlich doch noch Nutzen.— Hoffentlich gelingt es der dauer Polizei, nun auch bald den„Spandauer FrauenrnW, und den„Spandauer Boulanger" einzufangen, damit MT Ruhe und Sicherheit wieder in die Mauern der Havelstadt" ziehen!.. Di« Dahl der Unglücksfälle, welche durch das D«°? fahren verursacht wurden, hat fich im Laufe der letzten 9«? bedeutend vermindert. Während im vorigen Quartal ApNj? Juli die Zahl der durch das Treiradfahren verunglückten T sonen 82 betrug, find im Quartal Juli bis Oktober nur 29? artige Verunglückte lonstarirt worden. Dieses pünstigett? gebniß ist wohl darauf zurückzuführen, daß vor Allem �!. i ML ............................................... M Polizei mit SKenge gegen diejentgen vorgegangen, welche ü%en Qn fahrschein die Straßen der Stadt passiiten; auch Hab« Jyt, wenn Das fich tscis unsere Kutscher mit der ihnen anfänglich verhaßten zum größten Theil ausgesöhnt und legen den beim Ausweichen keine Schwierigkeiten mehr in Radfahrer, wie auch das die Fahrwege passtrende PUfNt entwickeln mehr Aufmerksamkett gegen einander unv(6% ist seitens unserer Fahrer die genaue K-nntniß der geleite erlernt worden, was früher zum großen Thell nich> Fall war._»», am I««I« nicht gering»» Entsetzen W«rd«««« r'i»„Nwnkung tag die Beamten der in derKochstraße wohnenden Rechtsan®»'.».Mtyphus G. und L. versetzt. Während fie emfiz an ihrer Arbeit str dlie wurde plötzlich das ganze Gebäude des Hinterhauses durchs(Mb«; n Stoß erschüttert. Die Stühle und Tische des zeigten »WM' I, tfiS' nach der Ursache dieser Erschütterung zu erkundigen, da ge®C gesteigc es an der Wand einenjlaffenden Riß, und die Decke 0IaJu: ärz heftigen ff Fußboden des ganzen Raumes hatten" fich mindestens um g�fnien etw halben Fuß gesenkt. Wie sich bei einer näheren Unterf»®� jj'oiip" her uszestellt, ist diese Senkung lediglich nur einem weichen der Mauer nach der Seite hin zuzuschreiben, glitt er auf der durch d-n Frost und den Reif glatt gevorv- aus denen Berichte vorliegen, in verminderter, nur aus % k ää g# ÄÄS hrt Ätüt w*ni* m' Breslau, Hamburg, Hannover. Königsberg, Hn»& srÄÄ Äw�tsr-Ä alSjRed�W mar tn oetitn, Pen uno«r. Perersourg vri- rt mV" Cbefsa und Kopenhagen etwas vermehrt, in London C/Ml,* 4j(itiß fftfr VI« ä-T�J Jt.-, i—(TIawmaaAa#****<» •§ Eijtntt M| ket Sahl jut Anzeige gebracht.— Die Zahl der Sterbe fälle an �ckiditpobu« war in Berlin, Pes m Odessa is fast die aus Berlin.______. W.,. gesteigerter Zahl gemeldet.— An Flecktyphus kamen j""»T.'ÄfiiilKil kinWv'i""SU5> u>ar tn verrm, Pest und St. Petersburg ver- ier Buw Odessa und Kopenhagen etwas vermehrt, in London 1 �,5� fast die gleiche wie in der Vorwoche. Erkrankungen %%°us Berlin. Hamburg, Pest, Kopenhagen. St. Peters- r echten in gesteiaerter Rjfil aemcldet.— An �lecktvobus kamen ine dl, nglichen dl tm rings» t, das, wie dt wurde.» de vom Schaustück ausstellt.. iZ arger Krolo (BÜJw""*5"" oayt gerat toei.— An_ |®Wnmtt8 und St. Petersburg je ein Todesfall, aus dem �unssdezirl Stettin, aus Wien, Edinbmg und St. Peters« i Erkrankungen zur A� zeige. Aus Nürnberg Erkrankung an epidemischer Genickstarre derichtet.— Entzündungen des Zellgewebes der Haut wurden !n o vi Nennenswerther Zahl Todesoeranlaffung.— Hin Auchhusten hat in Hamburg und London etwas tmknül �sälle hervorgemfen. Erkrankungen kamen aus (j. ut.S und Kopenhagen in verminderter, aus Nüm» gesteigerter Zahl zur Kenntniß. Vereinzelte ''- ue«» Pocken wurden aus Trieft, London und St. kldet, mehrfache aus Paris(3), aus Lemberg lug 97;ri'u«u(je 4), aus Prag(16). Erkrankungen wurden jQaoclitad � � Hamburg und Pest je 2, aus Wien 3, aus lb daS Dre� WtstustanMn Berlin war auch in dieser Be- * h in% mn gunstiger, die Sterblichkeit eine noch geringere larlal Arn-! Vorwoche. Erkrankungm an Darmkatarrhcn und >ngluckten � L, urch fallen der Kinder baden abgenommen, die Zahl der »der niflfffei b�ootgttufentn Todesfälle sank auf 38. Auch die gunfltg» � Säuglingsalters an der Sterblichkeit war eine Allem u" ich kleinere als in der Vorwoche. Dagegen wurden Er« m. welche., � agen an akuten Entzündungen der Athmunosorgane u»««enn sie auch bis jetzt meist n chten Drein Ä'Äi mit günstigem gang , Das Vorkommen der Infektionskrankheiten blieb wwpeu tt'J1" ahnliches wie in der Vorwoche. Erkrankungen an den �..i"."® Scharlach kamen etwas mehr zur Anzeige, und «utiitnt f'b erftere in Moabit, in der Rosenthaler und wJN" Vorstadt, letztere im Stralauer Viertel und in der � Vorstadt am Häustasten, dagegen haben Erkran« 5® Diphtherie, die in Moadtt und in der diesseitigen b&tT. am zablreichstm auftraten, etwas abgenommen. *w a« k�ankung an Pocken kam zur Anzeige. Erkrankungen an Rechtsana�. � nretyphus kamen etwas mehr als in der Vorwoche z»r »r Arbeit K u�UNg, blieben aber sehr beschränkt. Erkrankungen im ases durchs, k JMt und nn rosen»tigen Entzündung n des Zellgewebes be des Bur�»eigten gegen die Vorwoche keine wesentliche Ver- igen Stoß-% jC'g tn ihrem Vorkommen. Auch das Auftreten des Keuch- ? blieb tin ähnliches, wie in der vorangegangenen Woche. 2® gesteigerter Zahl kamen rheumatische Beschwerden der 1 iur ärztlichen Beobachtung, während akute Gelenk« etwas seltener wurden. «»„«.»tidjt. Am 12. d. M_■ linjtalt von Röffemann u. Kühnemann, Gatten« �chünneister Kramer dadurch innerliche Ver« prang, tu* en, da gei Decke ut-j- istens um% IM n Untettuck� Am l2. d. M. ZiachmittagS erlüHn der m auf ein E# ing festj eint%"®on einem Kohlenwagen überfabren und erlstt Dberf*' on der linken Hand ein Quetschung des »°e»ls. so daß o-tZlT'®' lo daß er nach dem Krankenhause in M werden muhte.- Um dieselbe Zeit wurde im r rLr�ksttoen Bahnhofes ein Schuhmacher bewußtlos .>r let(W» rrfl'u'c" �oagn�cy« ein wimuuuvvv Wlra Mutenden Wunde am Hinterkopfe aufgefunden, - stch wahrscheinlich durch einen Fall zugezogen lL? �%fe des Tages entstanden an vier verschiedenen -re Brände, welche durch die Feuerwehr gelöscht latt gepori außer met mußte in chlechter ße.»kla. TmttVA I tu Uergnügungs-Chronik. unter den�� ��>j„5,Jiegler> von ihrer Unpäßlichkeit genesen,----... evortirt" Aufführung von„Uli et Acosta" im„Berliner chfellentzu �«.We„E st h e r" und am Sonnabend im„Derne- � �"�fa" spielen. i»ail M 3,6,« ?»,,, wird in r Gerichts-Zeitnng. Kernfungsinsta«?. Die Stroskammer i, bz 1 verhandelte gestern gegen dm Tischler i,\ i» vf J1 dt, welcher, wie seiner Zeit gemeldet, in erster ,.N tu* ra Monaten Gefängniß veruttheilt worden war, i der j?-Parteigenossen vor einem Polizeibeamtm gewarnt i-n Aus»" Kitzeln" wolle. Berndt behauptete allerdings, rtrKrnuAf Hl hrthpit. tlOCfe Meineid» bis- t eine Verhand- len%-«u»ujuigciiu»i um Landgerichts 1 be» w. Pu-."irjilbau �"iger Zeit hatte dos Kriegsgericht zu Glogau K5«. tc", ur?'. den früheren Schläettergesellen Krieg, 4:9,' in«� -blichst'". gemächt hätte. Krieg erklärte vor der ge verschiedmer Verbrechen adzu« schwerer e!>aß er miMeinem Gewissen reinen Tisch machm .-rannte freiwillia. daß er im April des vorigen - �"°nnte freiwillig, daß....... sHKMMZEäZ von Hersel instruirt, deschworen, daß er dessen habe Hensel den Prozeß gewonnen er... w««•.!- eine mmm n -% & &#n für den Meineid ein Jacket und »USS'öSS f.&dntS»�"Ue. Als die Ermittlungen ergaben, daß das awLf � allen Punkten auf Wahrheit de- (L'bt und% ihn schwebende Verfahren auch auf Meineid «M--W-NS i � � stch w�m AnMtMg zu ' iu' behauptete dagegen, daß er seinersetts keine Uederredung oder Geschenke aufgewandt, sondern Krieg stch frei- willig als Zeuge angeboten hatte. Die Beweisaufnahme ergab für den Angeklagten ein so erdrückendes Resultat, daß die Ge« schwärmen nach kurzer Berathung den Schuldigspruch fällten. tensel wurde nach dem Antrage des Staatsanwalts»u einer uchthaue strafe von drei Jahren und fünf Jahren Ehrverlust verurtheill, auch wurde ihm dauernd die Fähigkeit abgesprochm, als Zeuge aufzutreten. Zu einer wahren Keefchlaug« gestaltet stch ein Be« leidigungsproztß, der seit ungefähr zwei Jahrm gegen den Be« richterstatter Bennemann und den Gutsbefitzer Banne« w i tz schwebt. Die Anklage resullirt aus zwei Zeitungsnotizm, die im Sommer 1886 im„Lokal-Anzeiger" erschienen und von Bennemann auf Gtund des ihm von Bannewitz zugetragenen Materials verfaßt find. In denselben wird behauptet, daß in den königlichen Forsten bei Bernau in ziemlich umfangreicher Weise Holzdiedstähle degangen würden, deren Ausführbarkeit nicht angängig wäre, wenn nicht die Forstdeamten es an der nölhigm Pflichttreue und Aufmerksamkeit im Dienste fehlen ließen. Es wurde besonders eines Falles er« wähnt, in welchem der Oberförster und Amtsvorsteher K. einem Anwohner des Forstes unberechtigte Zuwendung von Hölzern gemacht haben sollte. Es haben diese Beschuldi- gungen in jener Gegend großes Aufsehen erregt und viel Staub aufgewirbelt. Seitens der obersten Forstdehörde find Haus« suckungm ausgeführt und eing! Haide Ermittelungen angestellt worden, wodurch zwar gewisse Pstichtwidrigkeiten seitms einzelner Beamten festgestellt find, im Wesentlichen sollen die Angaben der Angeklagten eine Bestätigung aber nicht gefunden haben und fie find Leshalb zur Vecantwortung gezogen worden. Es haben schon verschiedene Termine angestanden, die alle der Ver- tagung verfielen, da stets neue Beweisanttäge gestellt werden mußten, um den von den Angeklagten angetretenen Wahrbeitsbeweis durchzuführen. Dazu ist der Amtmann Phil-pp zu Neuhof, der Pächter eims bei Bernau belegenen gräflich v. Redern'schen Gutes, als Nebenkläger aufgetreten, da er als diejenige Person bezeichnet wurde, welche durch pflichtwidriges Verhalten des Oberförsters Kauffmann unerlaubte Vorthefle bezogen hat. Beide Parteien stellen stets nme Beweisantiäoe und so geschah es auch im gestrigen Termine, nachdem der Oberförster Berthold, ein Vorgesetzter des Oberförfteis Kauffmann, bekundet hatte, daß dem letzteren thatsächlich Vorwürfe wegen seines dienstlichen Ver- Hallens zu machen seien. Da auch der Amtmann Philipp durch die Bewcisaufi.ahme in ein nicht gerade günstiges Lickt gestellt wurde, beantragte dessen Vertheidiger sein persönliches Erscheinen, damit er stch der wider ihn erhobenen Beschuldigung erwehren könne, und der Gerichtshof gab diesem Antrage statt. Die Ver- hanvlung wurde wiederum vertagt. * Gl«»hemaliaer Kout»nrt>r«der der ftüheren studen« tischen Verbindung„Vratislawia" stand gestern in der Person des Kommis und Stadtreisenden Friedrich Schirmer vor der 3. Strafkammer des Landgerichts L Der Angeklagte ist der Sohn eines hiefigen Brauer eidirettors, hat aber seinen Eltem ficherlich noch keine Freude dereitet, denn er ist wegen diverser Schwindeleien bereits mehrfach destraft worden. Trotzdem hat er in der letzten Zeit wiederum verschiedene Gaunerstückchen verübt, die ihn als einen gefährlichen Schwindler erscheinen lassen. Es war ihm gelungen, indem er fich als Student vorstellte, Mitglied der genannten Vereinigung zu werden, die, wie alle derartigen Verbindungen, ihre bestimmten Kneipabende hatte. Am 1. Juli wurde der Student der Philosophie, Hensel, als neues Mitglied in den Verein aufgenommen und zur Feier dieses Ereignisses fand eine solenne Kneiperei statt, bei welcder den Gettänken in reichlichem Maße zugesprochen wurde. Plötzlich verm.ßte der Student Zielke seine Uhr und die Kommilitonen begaben sich mit ihm auf den Hof, um dort nach dem verschwundenen Zell- meffer zu suchen. Nach längerer Suche machten fie die Ent- deckung, daß fich die gesuchte Uhr in der Hosentasche ihres Elgcnthümers befand, wobincin dieser fie aus Versehen plazirt hatte. Nach Beendigung dieses glücklichen Feldzuges kehrte die G-sellschast vergnügt in das Zecbztmmer zurück, wo Schirmer allein beim Bier zurückgeblieben war, um nunmehr die Wahrnehmung zu machen, daß der Zurückgebliebene inzwischen mit dem werthvollen Spazierstock des Hensel„ver- duftet" war. Am nächsten Morgen stellte fick ferner heraus, daß auch die Vereinskaffe, welche in einem Blechbehälter auf dem Klavier gestanden hatte, einen ungewöhnlichen Weg aus dem Lokal gefunden haben mußte, denn man konnte weder von dem Bebälter noch von dem Gelbe eine Spur zu finden. In- folge dieses Vorfalles schöpften die B.tbeiligten zwar gegen Schirmer Vervacht, wagten aber nicht, damit öffentlich hervor zu treten, und somit war der letztere in der Lage, seine Thä.ig- keit noch weiter fortsetzen zu können. Eines Abends bat er den Studenten Zielke, wegen der vorgerückten Zeit die Nacht in seiner Wohnung verbringen zu dürren, was ihm auch gestattet wurde. Zielke hatte seine Studentenkalte frei auf der Kommode zu liegen und dieses günstige Moment benutzte Schirmer, um fich in den Lefitz der wichtigen Legitimation zu setzen. Hierauf radirte er den Namen aus und setzte seinen eigenen aus die Karte, mit der er dann zu dem Optiker Thiele wanderte, bei dem er fich einen Krimmstecher und ein goldenes Pineenez bestellte. Die Bezahlurra dieser Gegenstände sollte in monat- liehen Raten erfolgen. Der Optiker ließ fich auch wirklich auf das Geschäft ein und Schirmer nahm die Bestellung in Em« pfang. Kurz darauf erschien er zum zwellenmal bei Thiele und bat diesen, ihm den Krimmstecher gegen ein Mikro- skop umzutauschen, weil er zu der Untersuchung der Pflanzen bei seinen naturwissenschaftlichen Studien ein derartiges Instrument nothwendig gebrauche. Schirmer erhielt auw that- sächlich das gewünschte Mikroskop, welches einen Werth von 72 Merl repräsentirte. Der Optiker erhielt aber weder Geld noch das Instrument und eben so wenig das goldene Pineenez zurück. Am 14. Jali wurde Schirmer auf erfolgte Anzeige in Halt genommen, aus der er dem Gerichtshof gestern vorgeführt wurde. Er bestreitet sowohl den ihm zur Latt gelegten Betrug, als auch die beiden Diebstähle; nur die Fälschung der Karte räumt er ein, doch well er dieselbe in einem Gartenlokal ge- funden haben. Bei seinem Leugnen verwickelt der Angeklagte stch fortgesetzt in Widersprüche, was den Präfidevten schließlich veranlaßt, aus den Akten festzustellen, daß die Vorstrafen aus ganz ähnlichen Fällen reurltirten. So hatte der Angeklagte damals aus einem Uederzieher ein goldenes Pineenez gestohlen und vor Gericht behauptet, der Eigenthümer Hube es ihm selbst auf die Nase gesetzt und er habe nur vergessen, das Ding wieder abzunehmen. Ein anderes Mal war er aus Höflichkeit bereit, einem Trschgenoffen ein Zwanzigmarlstück zu wechseln, damit derselbe einem Blumen- mävchen für einen gekauften Strauß 20 Pf. bezahlen könnte. Er ging mit dem Mädchen ans Büffet, wechselte dort das Goldstück und gab der Wartenden die 20 Pf., um hinterher mit dem Gelde zu verschwinden. Die Zeugenaussagen bestätigen durch- weg die Behauptungen der Anklage und der Staatsanwalt de- antragte deshalb gegen Schirmer. der ein listiger und frecher Schwindler sei. für die Diebstähle und den Betrug! Jahr und 4 Monate Getängniß und für die Fälschung 6 Wochen Haft. Der Gerichtshof verurthellte den Angellapten zu 1 Jahr Ge- fänaniß und 4 Wochen Haft, von welcher Strafe die Haft durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wurde. Im große« Kchwurgerichtosaate begann gestern vor der 1. St.°fle.mmer hiefigen Lända-ri»» I ein Prozeß. welchem man namentlich seitens der Bewohner des Stadttheils M-WR-ZW-W DSMA-WIM'' Schwester Klara Steinlein, geb. Kelch, vorsatzlich und durch eine das Leben gefährdende Behandlung körperlich mißbandelt und es unternommen zu haben. eine dritte Person zur Ableistung eines falschen Eides zu verleiten. De» Vorsttz im Gerichtshöfe führte Landgerichtsrath Braun, die Anklage vertrat Staatsanwalt Müller, die Vertbeidigung führten Justizrath Hagen und Rechtsanwalt Dr. Sello. Als Sachverständige find zur Stelle: Prof. Dr. Sonnenburg, Dr. Holstein, Geh. Rath Dr. Long, Dr. Oppenheim und Dr. Großmann.— Das Amt der Vertreter der Ncbenklägerin, Rechtsanwälte Thelen und Wronker, war damit erledigt, dafi fie eine Erklärung der verletzten Frau Steinlein überreichten, wonach dieselbe fich dafür entschieden hat, ihre Aussage zu ver« wergern und ihren Strafantrag zurückzunehmen. Das Äeweis-- material besteht auS 19 Be- und 8 Entlastungsreugen. Die Anklage behauptet, daß der Angeklagte am 11. Febmar o. I. seine Schwester, welche mit ihm in seiner Wohnung wegen Gelvangelegenhciten in Streit gekommen war, die Treppe seiner Villa hinabgeworfen habe, so daß dieselbe unten liegen geblieben fei und eine Verletzung des Halswirbels und Lähmung des Rückgrates davongetragen habe. Der Ange» klagte erklärt fich für nichtschuldig. Er stellt die Sache so dar: Er sei an dem fraglichen Tage spät Nachmittags nach Hause gekommen und habe gehört, daß seine Schwester bereits zwei. Stunden auf ihn warte. Dieselbe sei mit einer andern Frau gekommen, und nachdem die letztere von ihm weggeschickt wor» dm, habe Frau Steinlein ihn ganz wüthend angefahren, dafi „fie ihr Geld haben wolle". Er habe seine Schwester an den mit Anweisungen versehenen Justizrath Hagen gewiesen, fie sei aber dabei geblieben, daß fie das Geld von ihm habe» wolle, und habe fich so ungebührlich betragen, daß cr gezwungen war. ste schließlich zum Hause hinauszuweisen. Die Schwester sei aber nicht gegangen', habe viel» mehr mit dem Schirm eine Fensterscheibe eingeschlagen und plötz« lich laut um Hilfe gerufen. Da habe er fie angefaßt, vom Fenster weggezerrt und zur Treppe hinuntergeführt, es sei ihm aber nicht gelungen, fie zum Verlaffen des Haukes zu bewegen, vielmehr habe sich dieselbe energisch gegen die Taür gestemmt und mit einem sonderbaren Akzent und umheimlich verdrehte» Augen immer lauter um Hilfe gerufen. Er habe schließlich die lar-m zu bändigende Frau mit aller Kraft auf die Treppe nieder» gedrückt und ihr die Hände festgehalten, um schleunigst einen Schutzmann herbeiholen zu lassen. Da habe dm» die Frau sich bereit erklärt, gutwillig zu gehen; als er fie losließ, sei ste aber wieder die Treppe hin aufgelaufen und habe mit dem Regenschirm noch mehrere bunte Scheibe» eingeschlagen. Schließlich sei es ihm aber doch gelungen, die Frau zur Thür hinauszubringen und die Thür zuzuschlagen. Er habe dieselbe dann durch die Scheibe noch beobachtet und ge» sehen, wie auf den fortgesetzten Hilferuf der Frau schließlich ein Mann herbeikam, welcher fie endlich vom Hause fortgetrieberr habe. Er habe dann noch bemerkt, daß Frau Steinlcin ganz aufrecht und obne äußerlich auffallende Erscheinungen davon» gegangen sei. Er habe seiner Schwester die gefährlichen Körper- Verletzungen nicht beigebracht; denn er habe fie keineswegs die Treppe hinabgeworfen und wisse, daß dieselbe am nächste» Tage ganz ruhig ausgegangen sei.— Auch das Unter- nehmen einer Verleitung zum Meineide bestritt der Angeklagte. Ja dieser Beziehung liegen folgende Thrtlachen vor. Eines Tages erschien bei dem Dienstmädchen der Frau Steinlein der Sohn eines dem Angeklagten dekannten Schloff.-rmetsters, welcher mit derselben ein Liedesverbältniß anknüpfte und ihr i» Ausficht stellte, ste zu heirathen. Derselbe habe dann das Ge» spräch auf den Vorfall mit dem Angeklagten gebracht und ist wiederholt mit der Frage auf das Mädchen eingedrungen, od nicht Frau Steinlcin schon vor jenem 11 Februar krank gewesen sei. Schließlich habe er damit gedroht, daß er st? nicht heirathen würde, wenn sie in dieser Beziehung nicht die Wahrheit sage» sollte. Der Angeklagte erklärt, daß er von diesen Vor- gangen gar nichts wisse. Er sei nur mit dem betreffenden Schloffermeister bekannt und habe demselben im Gespräch die fatale Geschichte mit der Schwester erzählt.— Für die fernere Behandlung der Anklage kemmt es in Frage, ob nur der § 223a St. G. B.(Körperverletzung mittelst einer das Lebe» gefährdenden Behandlung) oder auch der schwere§ 224 anae- werden muß, welch letzterer Zuchthaus bis zu fünf Jahren, be» ziehungsweise bei mildernden Umständen Gefängniß nicht unter einem Jahre androht. Der Ange lagte hat in dem Falle eine». derartig veränderten Anklage- Gestchtspanltes das Recht, eine sofortige Auslassung zu verweigern und einen neuen Termin zu beanspruchen. Der Vorfitzende vernimmt deshalb zunächst die Sachverständigen darüber, ob bei der Verletzten das„Siechthum" im Sinne der Entschei- dunst des Reichsgerichts und der wissenschaftlichen Deputation vorliegt, d. h. ein chronischer Krankheitszustand, welcher den ge» sammteri Organismus ergriffen und eine körperliche Hinfällig. keit zur Folge gehabt hat. Das Gutachten des Medizinal» kollegiums steht in diesem Punkte im Widerspruch mit dem- jenigen der dehandelnden Aerzte und bestreitet das Vra Händen- sein von Stechihum.— Prof. Sonneirburg, welcher die Patientt« über ein Jahr lang in Behandlung gehabt hat. erklärt, daß dieselbe einen Halswirbelbruch erlitten habe und eine Komvresfion des Rückenmarles nachweisbar war, welche fich in Läbmungs- erschernungen, abnormer Haltung des Kopfes, großen Schling» bischweiden rc. kundgab. Nrch einem langen, unsäglich schweren Krankenlager, bei welchem die Patientin Wochen lang in einem Apparat lag und künstlich ernährt werden mußte da eine Ernährung durch den Mund lange Zeit nicht möglich' ist die Krankheit selbst gehoben, indessen hat stch ein sehr ner» vöser Zustand herausgebildet, der in der Form jener schwere» Hysterie auftritt, welche fich oftmals bei Eisenbahn Unfällen in- folge von Erschütterungen des Rückenmarkes zeigt. Die Fron leibe heute noch unter schweren Störungen ihrer Gesundheit und liege nach seiner Meinung der Zustand des SiechthumS vor.— Medizinalrath Long hat Frau Steinlein nur einmal be- sucht, als es fich um die Frage bandelte, ob dieselbe vor Gericht erscheinen könne. Bei dieser Gelegenheit habe er nicht den Ein- druck deS Siechthums erhalten.— Dr. Oppenheim, welcher die Kranke in dem Sanatorium behandelt hat, giebt ein Bild von der geradezu jämmerlichen Lage, in welcher sich die Kranke während ihres furchtbaren Krankenlagers befunden, und von den Prüfungen, welche dieselbe durchzumachen hatte. Auch er hält den Zustand derselben für Siechthum.— Die Verthei- digung macht darauf aufmerksam, d°ß die hochgradige Nervo« fität, welche Prof. Sonnenburg jetzt als eine Folge der Körper- verlevunst botrachte, bei der Frau schon lange vorher beobachtet ward-n sei Infolge dessen deantragt die Vertheidigung. dezüg- achtens desselben zu laden. Dagegen beantrogt die Vertheidl- gung, die Anklage wegen der Verleitung zum Meineide z» Ende zu verhandeln, da gerade diese die schwnx HsZ-'Ä. in Gegenwart der dehandelnden Aerzte die Frage des Stech- thums ,u entscheiden und den betreffenden Bericht neb" den Akten der wiffenschaitlichen Deputation für- oefi Medizinalwesen zur Elstattung eines Supcrarbitriums zu unterbreiten. Die Vorladung eines M.tgliedes des Medizinal- kollegiums würbe abgelehnt und die Fortdauer der Unter» suchungshaft angeordnet. Jfi(Trlborf«t«iheimlm«d»pro,eß. In der gestrigen Verhandlung begannen bie Zeugenvernehmungen. Als erst« Zeuge wurde unbeeidigt Herr Bebel vernommen. Da» Verhör dauerte über 2 Stunden. Sodann kam der bekannte H«r Polizei-Inspektor K rieter auS Magdeburg an die Reihe, rvobei die Ciffenllkbleit ausgeschloffen wurde. Die Vernebmung des Buchdwckereidefitzers Ernst auS München bildete dm Schluß der gestrigen Verhandlungen, über welche wir noch eingehend berichten wilder._ Soziales«nd Arbeitervemegang. A« die Arbeite» Deutschland»! In der Eisengießerei und Maschinenfabrik von H. Bolze u. Ko. baden sämmtliche 34 Former, darunter 19 Berheiratbete, unter Billigung sämmt- licher Former Braunschweigs am ö. Ztovember die Arbeit nieder- gelegt. Die hiefigen Former haben einen Arbeitsnachweis ge- gründet, der von den meisten hiefigen Fabrikanten anerkannt wird. Die Vorthelle eines solchen Arbeitsnachweises und vor ollem seine Bedeutung für die Festigung des solidarischen Zu- sammenhangs der Arbeiter, aus welcher allein eine Bcfferung der Arbeiterlagt hervorgehen kann, brauchen wir wohl nicht näher auseinander zu setzen. Von Seiten der hiefigen Former war denn auch beschloffm— denn nur so hatte der Arbeits» Nachweis eine Bedeutung— gegen jede Umgehung deffelden Front zu machen. Da diese Umgebung seitens der oben ge« nannten Fabrik stattgefunden, so haben in Gcmäßheit dieses Beschluffes deren sämmtliche Farmer am 5. d. Mts. die Arbeit nieder� el gt und ist in einer allgemeinen öffentlichen Former-Ver« sammlung am Abend deffelben Tages beschtoffen worden, die An- gelegenheit der Bolze'schm Arbeiter als eine sämmtliche Former betreffende zu betrachten und die Streikenden nach Kräften zu untersiützen. Es handelt fich hier um eine prinzipielle Ange» legenheit, deren Verfechtung die ganze Arbeiterschaft angeht und die deshalb um jeden Preis fiegreich ausgefochten werden muß. Es ist sehr möglich, daß der Streik weitere Ausdehnung gewinnt, und daher müssen wir in jedem Fall schon im Voraus ijerüstct sein. Wir fordern daher unsere jämmtlicken Kollegen, owohl speziell die Former, wie auch alle anderen Ardeiter auf, unS in diesem Kampfe zur Seite zu stehen, vor allem bis zur Erledigung der Stccitfrage jeden Zuzug fern zu halten und uns jede mögliche thatkrästige Unterstützung zu Theil werden zu lassen. Die Lohnkommission derFormer Braun» f ch w e i g s.— Alle Briefe und Sendungen find zu richten an die Adresse: Former Louis Fischer, Braunschweig. Wendenstraße Nr. 63, Stadt„Lüneburg".— Alle arbeiter freundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. ||tb*v den Fleischverbrauch von jKerli», Münch»« «nd Wie« weiß eine amtliche Publikation der daqenschen Re» aierung folgendes zu melsen. Es hat fich ergeben, daß per Jahr und 1000 Einwohner geschlachtet werden in Berlin München Wien Großvieh 72 221 142 Kleinvieh 288 883 267 Schweine 263 304 232 Es weist also von den drei aufgeführten Großstädten Isar- Athen die günstigsten, die Weltstadt Berlin die un» günstigsten Ziffern auf. Derartige Zahlen spiegeln recht anschaulich die wirthschaftliche Situation wieder. Do, wo die kolossalste Masse Reichthum alkumulirt ist, in Berlin, da ist auch die größte Summe Elend aufgehäuft, da findet fich dos weit- städtische Proletariat, dessen wachsende Roth bekundet wird durch den geringen Fleischverbrauch. Mo» Neichvverstcheruugoamt Im E nverständniß mit den Vorständen der betreffenden Berufsgenoffcnschasten hat das Reichsverficherungsamt festgesetzt, daß, wenn der Unter» nehmer einer Regiedauarbeit die zum Bau erforder» liehen Steine auf seinem Grundstück selbst brechen läßt, ohne im übrigen einen Steinbruch zu betteiben, die Ardeiter, welche bei dem Brechen der Steine beschäftigt werden, bei den Verfiche» rungsanstalten der Bau ge werks» bezw. der Tiefbau» Berufsgenoffenschaft zu verfichern find. Auch»in Erfolg. Der von unS schon öfters zitirte „Generalvericht über die Sanitätsoerwaltung im Königreich Bayern" meldet u. a.:„Im Bezirke Wolfratshausen(bei München) ist eine Zunahme der Syphilis bei der Landbevölkerung nicht zu verkennen; theils wirkt der Ver» kehr mit der Stadt ein, theils bringen herumziehende Weibs- Personen(Haustrerinnen), theils zurückkehrende Soldaten und Landwehrleute diese Krankheit mit." Non der Kindersterblichkeit. Die unehelich geborenen Kinder haben bekanntlich eine geringere Lebensfähigkeit, als die ehelich geborenen. Dies ist eine natürliche Wirkung unserer Sozialzustände. Denn die unehelichen Kinder stnd zum allergrößten Theil vom ersten Augenblick ihres Da« seins zu einen Leben voll Elend und Entbehrungen vcrurtheilt, sie müssen nrr zu oft der mütterlichen Pflege entbehren, fie find mit einem Wort von Anfang an die Parias der Ge» s e l l s ch a f t. Die Medizinalstatistik aiedt darüber recht de- lehrende Aufschlüsse. In Bayern z.B. starben im 1. Lebens» jähr an ehelich geb. unehelich geb. Kinder Kinder Ernährungsstörungen 1876-1883. 12,7 pCt. 17,7 pCt. 1884... 13,9 pCt. 17.6 pCt. 1885... 13,3 pCt. 17,3 pCt. Ecnähruncsstörungen, d. h. irrationelle, mangelhafte Emährung, d. h. soziale Misere stempelt die Kinder der Liebe zu Märtyrern des Todes. Pereiue und Versamml»«se«. Der zlnterstühungvveeei« de» Maurer Kerlius hielt am Drenstag, den 6. Ztovemder, eine Versammlung in Schcffer's Salon, Jnselstr. 10, ab, mit der Tagesordnung: 1. Vortrag: Was lehrt uns die Statistik? Referent Herr Wernau. 2. Diskussion. 3. Bericht der Revisoren pro Ottober. 4. Abrechnung vom Kränzchen. 5. Unterstützungs- und Vereins» angelegenhetten. Nachdem das Protokoll der letzten Versammlung v. riefen war, erhielt Herr Wernau das Wort zu seinem Referat, in welchem cr dm Werth der Statistik und die Mängel, die ihr jetzt «och anhaften unter dem Beifall der Versammelten auseinander- setzte. In der Dt-kusfion sprach Herr Kliemann sein Bedauern über dm schwachen Besuch der Versammlung aus. Bei Puntt 2 der Tagesordnung bekundete Herr Metzke als Revisor, daß er die Kasse in der destm Ordnung gefunden habe. Sodann verlock der Vorsttzende, Herr Kerstm, die Abrechnung, welche eine Einnahme von 281,90 M. und eine Ausgabe von 222,30 Mark ergiedt, mithin ein Uederschuß von 69,60 M.»e bleibt. Femer wurden auf Antrag des Herrn Müller dem kranken Mit« gliede Richter 6 M. pro Woche auf die Dauer von 14 Tagen dewilligt. Herr Miyke erinnert die Mitglieder, an Versamm- lungsadenden die Mitgliedskarte nicht zu vergessen, weil das immer dem Tbürkontrolmr Unannehmlichkeiten verursacht. Sämmtliche Unterfrützungsgesuche find diS 4. Dezember direkt an folgende Vorstandsmitglieder zu richten: Kersten, Lüdbener- straße 4 vorn 3 Tr.; Rindermann, Ackerstr. 134 vom 3 Tr.; Hermerschmidt, Koppenstr. 92 Ouergeb. 1 Tr. Die nächste Ver- sammlung findet am 4. Dezember, Jnselstraße, statt. Es wird gebeten, das Stiftungsfest am 27. November gut besuchen zu wollen. Wo dasselbe stattfindet, wird noch bekannt gemacht ��«»rbavd deutscher MechauiKer«ud verwandte» Derufaaen-sse» Die Zahlstelle Berlin hiett am 7. d. M. eine aut desuchte Versammlung ad, in welcher Herr Dr. Huder einen Vortrag hielt über:„alle und neue Welt".- Redner erläuterte die Auffassungen der allen Religionen über die Ent» stehurg der Well, sowie der deS Menschen, und wies an der Hand von Beispielen aus der neuerm Forschung die Unmög» lichkeit alter Ril'gionslegcndm nach, wie fie au» heute noch in der chrisilichen Kirche gelehrt werden. Der Mensch, welcher schuldlos und rein von Gott erschaffen sei, gerieth durch den Sündenfall in Ungnade und wurde dafür zu ewiger Arbeit verdammt. Dieser Fluch lastet nach dem Redner noch heute auf der Arbeit. Nach Anschauungen, wie fie von Lamark und Darwin gelehrt werden, habe fich der Mensch nach und nach entwickelt und sei zu immer höherer geistiger Vervollkommnung bestimmt. Er sei durch die Erziehung und durch fich selbst das oewordcn, waS er ist, und sei deshalb nur fich selbst für seine Theten verantwortlich. Für jeden sei es Pflicht, seinen Körper weiter zu bilden, ihn heilig, d. h. gesund zu erhalten, und nie- wand dürfe daran gehinvert werden. Keiner solle mit Arbeit überbürdet werden und die Löhne müßten auf einem menschen» würdigen Niveau erhalten werdm. Die alte Weltanschauung habe den Menschen zur Maschine des Priestertbums gemacht, die neue werde denselben zu einem denkenden Wesen erziehen und der wahren Menschenliebe zum Durckbruch verhelfen. Nach Be- endigung des beifällig aufgenommenen Vortrages erböltHerr Apfel» grün das Wort. Anknüpftvd an einen früher gehörten Vortrag meint Redner, Herr Dr. Huber scheine mit seinen Vorttägen in Arbeitervereinen Stimmung für den Liberalismus machen zu wollen. Es wäre gut, wenn der Herr Dr. Huber seine Stellung zu der Forderung eines Normalardeitstages, des Äinimallohncs kundgeben würde; nach seinen heutigen Aus'ührungen hätte er zu dilsen Forderungen gelangen müssen. Herr Dr. Huber er- klärt dem gegenüber, daß er gar keiner Partei angehöre, sondern ganz auf wissenschaftlichem Boden stände. Für ihn sei es Haupt- fache, das Volk aufzuklären. Im übrigen ständen diese Fragen in keiner Beziehung zu seinem heutigen Vortrage. Herr Kunert erwidert hierauf, daß diese Fragen in ganz natürlichem Zu- sammenhana mit dem Vortrag ständen. Daß jeder seines eigenen Glückes Schmied sei, wie Herr Dr. Huber behaupte, sei unbe- dingt nicht richtig unter heutigen Umständen. Nach der modernen Auffassung sei der Mensch ein Produkt der ihn umgebenden Verhältnisse. Nicht jener sagenhafte Fluch sei an der schlechten Lebenslage der arbeitenden Klaffen schuld, sondern die brutale Auknützung des wirthschastlich Schwachen durch den wirthschastlich Stärkeren von Urdeginn an. Die Macht d,s Kopitals, die ganze heutige Produktionsweise drückten den Arbeiterstand nieder. Als wahr- baft ethische Forderungen seien deshalb zu nennen:„1. Das Recht auf BUrung, 2. das Recht auf Arbeit." Herr Dr. Huber scheine die Schriften eines Friedr. Engel, eines Karl Maix noch nicht gelesen zu haben. Ueberhaupt würde Redner es mit Freuden begrüßen, wenn der Herr Doktor, da er die Arbeiter doch aufklären wolle, mehr Farbe dekennen würde. Herr Dr. Huder bekannte hierauf, daß er die gesetzliche Regelung der Arbeitszeit wotl für möglich halte und fie zu fordern als Recht der Arbeiter anerkenne, und ebenso jsei auch den produzlrenden Arbeitern ein Antheil an dem Unternehmergcwinn zuzuerkennen. Im Uebrigen bleibe er dabei, daß diese Ausführungen mit seinem heutigen Vortrage nichts gemein hätten. Di» regelmäßige Versammlung de» Fachvereins fLr Schlosser und Kerufsgeuosseu fand am Montag, den 12. November, Arends 9 Uyr statt. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag des Herrn Otto Thierbach über„Gewerbliche Schietsgerichte". 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Arbeits- ncchweisangelegenheiten. 4. Verschiedenes und F agekasten. Nachdem das Protokoll verlesen und an demselben eine kleine Aendening vollzogen, erhielt das Wort zu seinem Vortrag Herr Thierdach. Er führte diesen Entwurf, wie er dem Stadtacr- ordnetenkollegtum vorgelegen, an, unterzog die einzelnen wich- tigen Paragraphen einer eingehenden Kritik und erklärte der Versammlung, daß dieser Entwurf schon längst in Händen des Regierungspräfidenten von Brandenburg, Herrn von Achendach sei, drß derselbe aber auf die lange Bank geschoben zu sein scheine. Redner schloß seinen Vonrag mit einem warmen Appell an die Arbeiter, damit fie fich alle organistren sollen und darauf dringen, daß dieser Entwurf zum Geiev erhoben würde. An der Diskusfion betheiligten fich die Herren Mietbc. Puch und Warneke und wieverlegten die Ausfübrungen des Referenten in einem Punkt, weil derselbe glaubte, daß dem Schiedsgerichte die wenigsten Arbeiter unterstelli seien, da den Innungen das Recht zu stände, eigene Schiedsgerichte zu gründen. Tie Redner hobm ferner hervor, daß bei der heutigen kapitalistischen Produktions- weise die Innungen immer mehr und mehr verschwinden und folglich mit der Zeit die meisten Arbeiten Sem Schiedsgericht unterstellt würden. Zum 2. Punkt, welcher in Aufnahme«euer Mitglieder bestand, wurde die Versammlung um zehn Minuten vertagt. Es meldeten fich 5 Kollegen. Zum 3. Puntt, in Arbeitsnachweis- Angelegenbett. n, wurce der Versammlung bekannt gemacht, daß der Kommt ston die Sache im Norden Berlins allein anheimgestellt bleibe, femer wurde ein Antrag gestellt, den Arbeitsnachweis im Süden, Rttterstt. 123, zu verlegen, da der Wirth, Herr Stramm, die Interessen der Ärb iter nicht vertritt, im Gegenthett denselben zum Schaden ist. Unter„Verschiedenes" brachte Herr Mtethe ein drastisches Beispiel, wie heute zu Tage in einzelnen Fällen die sogenannten Sachverständigen verfahren, indem fie die Zeit, wofür fie gut besoldet w>rdcn, in die Länge ziehen, um dafür auf anderer Leute Kosten gut zu frühstücken. Nachdem sonst noch einige belanglose Sachen zur Sprache gekommen, noch ein- zelne Fragen deantwortet, ermahnt der VoRtzende, Herr G.ürdel, oie Kollegen noch, daß fie auf die Arbeiterpresse, b. stehend in „Berl. Volksblatt" und„Volkstribüne" fleißig abor.ntten sollen. Hiernach würbe die Versammlung geschloffen. Vergeblich mar die Keschwerde, welche gegen die Auflösung der Volksversammlung, die am Sonntag, den 28. Ol- toder, in„Sanssouci" stattfand, beim Polizeipräfidenten ein- 6elegt worden war. Der Vorfitzende, Tifchler Herr F. Winter, atte folgendes Schreiben an den Poltzeipräfiventen gerichtet: „Berlin, den 2. November 1833. Ew. Hochwohlgedoren, dem königl. Polizeiprästdentm, erlaubt fich Unterzeichneter, folgende Beschwerde zu unterbreiten: Am Sonntag, den 28. Ott der, Vormittags, fand im Lokale Kottdustrstr. 4a eine Volksversammlung statt, deren Eindemftr und Letter Unterzeichneter war. Dieselbe wurde von dem überwachenden Beamt.n aufgrlöst bei den Motten des Herrn Schippel, daß die damal'ge Regierung mit Dänemark Frieden schloß, dlos um die Truppen gegen Berlin zu gebrauchen. Sie gab zwei Provinzen preis, trotzdem fie Sieger war. Dies würde man jetzt Landesvenath nennen, wenn das Volk es befürworten würde". Unkerzeichneter steht die Auflösung für nicht gerechtfettigt an, da mit den letzten Motten ausgesagt sein sollte, daß, wenn die Arbettcr es befür» warten würden, zwei Provinzen an einen Nachbarstaat abzu- treten, dieselben dann des Landesverraths bezichtigt würden. Unterzeichneter bittet Ew. Hochwohlgedoren, den königl. Polizei- präffdenten, der Anficht dcS Ultterzeichmten beizutreten und die Auflösung der Versammlung für ungerechtfettigt zu erttären. F. Winter, Manteuffelstraße 6.— Auf dieses Schreiben ist Herrn Winter folgende Antwort zugegangen: Berlin, den 8. Ncvemder 1888. Euer Wohlgeboren erwidere ich auf die Beschwerde vom 2. d. M. ergeben st, daß ich die auf Grund des§ 9 des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878 erfolgte Auflösung der am 28. v. M Kottbuserstiaße 4 a adge» hallenen öffentlichen Volksversammlung für gerechtfertigt erachte, da in dem Vortlage des Referenten die in dem gedachten Ge- setzesparagraphen näher charaktettstrten Bestrebungen deuttich zu Tage getreten stnd. Der Polizeipräädent. v. Richthofm. An Herrn Friedrich Winter, Wohlgedoren hier." AUgemeiue Kraukeu-»»> Kteebekasse de» Metallarbeiter(E. H. 27, Homburg) Berlin I. Sonnabend, den 17. Nov-mder, Abends 8, Uhr. Lichterfelderstr. 8, Restaurant Winter, außerordentliche Mttgliedervcrsommlung. Tagesordnung: Kassenbericht. Ersatzwahl ausscheidender Onsverwalrungs Mit- glieder. Innere Kassenangelegenheiten. Zu dieser diesjähttgen letzten Mitglii derver sammluna werden die Mitglieder ersucht, voll» zählig zu erscheinen. DaS Mitgliedsbuch legttimttt. Arbeitertuue» Kerlius! In der öffenfli-w beiterinnenversammlung, welche am Dienstag, den 30. O im Louisenstädtischen Konzerthaus stattgefunden hat, ist der® laut geworden, daß auch im Norden Berlins cfoi' beiterinnenversammlung zu dem Alters- und Jnvalidewg nnrgs-Gesctzentwurf Stellung nähme. Es ist daher zu � Zwecke eine Ardeiterinnenversammlung geplant, hie beute,!-! nerstag, den 15. d. Mts., im Hensel'ichen Saale Rondel), Brunnen- und Jnvalidenstraßen-Ecke, stattfin Frau I h r e r aus Velten wird über den genannten Gest_ sprechen. Die Versammlung ist von äußerster WitltoW! alle Arbeiterinnen. Wie die männlichen, müssen auch die� lichen Arbeiter fich eingehend mit der Alters- und Jnvs verficherung, diesem wesentlichsten Stücke der sagnf Sozialreform der Regierung, beschäftigen. Gerade für W detterin enthält der Entwurf in seiner jetzigen Gestall i# günstigere Bestimmungen, als für den Ardeiter. Sie ff zwei Drittel der kümmerlichen Pfennigrente erkalten, männlichen Ardeiter zugedacht ist. Wenn sse durch Verhebf aus einem festen ArbeitSrnrbältniß und damit Versicherung ausscheidet, so werden ihr die BcttrSge, j» selber gezahlt hat, nicht zurückerstattet. Das find unaerca� Benachtheiligungen der Arbetterinnen bei einem Gests' der noch in vielen anderen Beziehungen zu den denken Anlaß giebt. Wenn die Arbeitettnnen fich mühen, fich über die einschneidenden Bestimmungen klar zu werden, wenn fie nicht lartt und nachdrücklich Benachtheiligung und Zurücksetzung in dem Entwurf Pf1 dann brauchen fie fich nicht zu wundern, wenn das% Jnoalidenverficherungsgesetz ohne Kenntniß und ohne auf ihre Wünsche und Forderungen erlassen wird. Ar' Berlins! Keine von Euch darf daher heute von der lung fern bleiben. Macht Euch nicht selber mundtodt alle beute zur Stelle und sagt selber, was Ihr wollt!. Verein für naturgemäße KeilKuud«. Mjj den 15. d, Abends 8% Uhr bei Gratweil, Kommandar� Nr. 77—79. Vortrag des Herrn Rettor Trautwew- menschliche Stimme und Sprache, Sprachstörungen ui» Abstellung durch untenichtlich- erziehliche Metkode.".. vesong-. Turn-««» gesellig- Verein«.f. DonnerstU. Männergesangverein„Lätitia" Abends 9% Vettin's Restaurant, Veteranenstr. 19.— GesangvereA' schluß" Abends 8t Uhr im Restaurant Schumann,% straße 38.— Männergesangverein„Nordstern" Abends'J Restaurant Jacob, Lindowerstr. 26.— Schäfer'schK, verein„der Elser". Abends 9 Uhr bei Wolf u. Krch straße 126, Gesang.— Gesangverein„Blüthenko 9 Uhr im Restaurant Dresdenerstt. 40.— Mänw „Al�ander" Abends 9 Uhr im Restaurant Rose, straße 3.- Männergesangverein„Liedcsfreiheit" im Restaurant Siemund, Linienstr. 8. �Firmitas" bei Kinner, Köpnickerstt.»u.—«-;• Männerchor„St. Urban" Abends 9 Uhr Ritterstraft Gesangverein„Deutsche Liedettafel" AbendS Köpnickerstraße 100.— Gesangverein„Norddeutsche Abends von 9-11 Uhr, Michaelkirchstraße 39.', oerein„Hasenhaide"(Lehrlings-Abth.) Abends 8 bachstr. 60—61.—„Berliner Turnaenosscnschaft" I linas-Abtheilung) Abends 8 Uhr in der städtischen Bntzerstraße 17—18;— desgl. 6. Männer- Abends 8 Uhr in der städtychen Turnhalle, straße 51.— Lübeck'scher Turnverein(Männer- Abends 8 Uhr Elisabethstraße 57 58.- Allg. Stenographenverein, Abth.„Louisenstadt", Abends Restaurant Preuß, Oranienstraße 51.— Arends'st araphenverein„Phalanx" Abends 3t Uhr im Rest® Buckower Gatten", Buckowersttaße 9.— Deutst Arendsstcher Stenographen Abends 9 Uhr in Hei" rant, Koppenstr. 75, Untenicht und Ueduna.— Ber graphen» Verein(System Arends) Abends 9 Restaurant Friedrichstraße 208.— graphcn-Verein �Nord-Berlin" Abends 9 Uhr S#' s# Seit «tte. anhöu iianne anzka rchten, SIC fe hp„ Ü eguvl «nu Wa �ordamer Mit di kuterlr HUich fi �ubltfan «er 8«; Fr — Verein der Naturfreunde" Abends 9 Uhr im �|ber«n AJS? Wienerstraße 35.— Verein der Unruhstädter Adenf�L»tfchei Im 70_ N»rnn'.'In»«III fcp, im„Königstadt-Kafino", Holzmarttstr. 72.— Verein F. W. Rettfchiag'scher Schüler am 1. und 3. Donnt Monats im Cafe Schüler, Landsbergerstr. 73, Abends Rauchllub„Kemspitze" Abends 3t Uhr im RestmN« marktstraße 44.— Rauchllub„Ärcona" Abends bei Brandt, Forsterstraße, Ecke der Reil — Rauchllub„Dezimalwaage" Abends 9 Uhr rant Lock, Krautsstraße 48.— Rauchllub„VorwaA, 9 Uhr bei Herrn Tempel, Restaurant„Zum Ar lauerstraße 27.—„Onentalischer Rauchllub" im Restaurant Wicchett, Oranienstraße 8. Aelegrazchische Depesch� �. r (Wolff's Telcaraphen-Bureau.)«a* w Kerlin, Mittwoch, 14. November. In der opn ebattenen Pienarfieuna genehmigte der Burj die r.,»er«r ÄteÄ Mr da wc abgehattenen Pienarfitzung genehmigte Etatscntwürfe ver Post- und Teleg Reichsdruckerei zum Reichshaus Halts(lim im ioo�-. r, läge betr. die Vermessung der Schiffe für die Suezkanal wurde den Ausschüssen für Handel und das S ewesen zur Vorderathung überwiesen, inßdie Beratdung über den Gesetzentwurf, best, d« p Jnvolidenverficherurg der Arbeiter, eingetreten,� � rathung wurde nicht zu Ende geführt, vielmehr v>* �***■ tagt. Auch am 13. und 14. d. M. fanden Plenom« BundeSraths statt. In denselben wurde mit dtt A deS Gesetzentwurfs, betreffend die Alters- und 3% sicherung fottgefchren. Dem Entwmf wurde in die Zustimmung ertheilt. gj Ktade, Mittwoch 14. November. Amtliches/ am 10. d. M. im gehabten men erhic. JM arbeitet Molkenduhr(Sozialdemokrat) ä«". e», 880 und Dr. Barth(Wiesbaden, dfr.) 736«l. mithin gewäblt. m, yn. Kr-»la«, Mittwoch, 14. November. Bei Stadtoerordnetenwablen in der dritten Abtheilung meinsam von den Kattellparteien und dem Zenlru.$ Kandidaten, ferner 2 deutschfreifinnige und 2 letn Partei angebörige Kandidaten gewählt. mx Dresden, Mittwoch, 14. November. Schiffsverkehr auf der Eide ist wegen starken gestellt. Pari», Mittwoch, 14. November. Die! hat fich für die Aufhebung des Senates und der der Republik ausgesprochen......Mils. London, M'ttwoch, 14 November. Beralhuna des Ausgadebudgets b»antraate vr«,�.-» um m Position für die Polizei der" Metropole die Streif N batts für den Poliz ichef als Protest gegen Ministers des Innern bei der Unterdrückung. Versammlungen auf Trafalgar Square. Der 207 gegen 91 Stimmen abgelehnt. Kriefkaste« der Redakti�. ««i wifra,-» bitten wir bü«d-mnem-ntt�wittims K«" 81,0» ort wird nicht«r»b«Ut.,% Klub Tu« Tu«. S« Wfet; rSii spielen detitnb, hat zebn Pfennige in die K°d �i« ff'S K k-- So nommen. Damit ! verantwortlicher Redattem: IL Grouff-i« in Berlin. Druck und Verlag von »«»tu« in«ettin SW„«euthstraße 2.