jffentliäni xu 30.' fiJ.V inrall�nw N fiatt«-W ten GtstM i»; und Jnv--l £11 c?Sw damit as lcUtä0ff JA D unaenau� m Ges� N s lb m nsi S en stcb% mgen der lücklich itwurf i das Ä b i Irb. on der munbtoM wollt! de. D mmai.. Lrautwew� angen ww »70. Freitag, den 16. November 1888. S. K»brg. Lrgan für die Interessen der Arbeiter. BolkSil-tt« cien. Avonnementtvrei» für Berlin frei wvchentlick 35 Pf. Postabonncmnrt eint dummer a Pf. SonutagS-Numma mit dem.EonntagS-Rlatt* 10 Pf. �ii'.ze tragen in der Post�eitungspetislist« für ILM vn«r Nr. 849.) InsertionSgebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsinarkt 10 Pf. K«t aröfieren Autträgen Röder Rabatt nach Nebercinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr RachmittaZK in der Expedition, Bert» SW., Zimmerstrah« 44, sowie von allen Annoncen, Buceaux. ichä* Erhöhung des Preises, angenommen. KedabtLs«: Keuthftraße 2.— Grpebitio«: Zimmerstraße 44. kr Triumph der Kchutzzollner. b«%% �"nte heutzutage schon glauben, man lebte in ooe." jt1 duiJ«'Wen Welt, und an Ueberraschungen, geeignet, e®J*Äen zu verstärken, fehlt eS gewöhnlich nicht. Än M 6oJ«. cl Engerer Zeit schien die Bewegung gegen die innn eise r« �u�Qc der nordamerikanischenUnion DlhenW Ä«iAt!-K?l*e geworden, daß man eine Herabsetzung, wenn W®e Beseitigung derselben als unvermeidlich be- He» �®8 trat, durch die Einnahmen aus den Schutz- &T �vorgerufen, die sonderbare Erscheinung auf, daß Schatzamt zu Washington eine solche Menge baaren .anhäufte, daß die werfen Staatsmänner der Union, W• r � gute Kaufleute sein wollen, nicht wußten, was mit JHilen(Selbe anfangen. Sie waren kindlich genug, Mvanzkalamität aus dem Ueberfluß an baarem Geld Uchte«, während man sonst in dem Mangel an ifer'fth«, Krügl zenkr, iännl ose, eit" A lännl ittcrstraßt lbendS »deutscht dtischen länner» rhalle, änner» Allg. lbends »rends'si . Rest Dcutsl n Heil endS ö US ta M->ll . Verein/ 1 Reichel 9 Uhr.�,, b" .est»» ff er tie Im 5P ®elb die größte Finanzkalamität zu erblicken pflegt. �ewegung gegen die hohen Schutzzölle aber machte so «ärm, daß der demokratische Präsident Cleoeland ?> die Zeit zur Revision des Zolltarifs sei gekommen. neue Wahl deS Präsidenten bewies das Gegentheil; ttaud fiel durch und sein Gegner, der Schutzzöllner .tri s o n, ist zum Präsidenten der Vereinigten Staaten Nordamerika gewählt worden. fa®or fünfzehn Jahren wurde der Kampf zwischen Msollnern und Freihändlern auf blutigen Schlacht» 2** mit den Waffen. in der Hand auZgefochten. Da- unterlagen die Freihändler oder Demokraten, irich für Aufrcchterhaltung der Sklaverei kämpften, trpudlikanischen Schutzzöllnern des Nordens, welche die beseitigt wissen wollten. Die Sklaven frage war ». scheinbar der Hauptanlaß zu jenem großen % gB)yl Trage, ob Schutzzoll, ob Freihandel, war es, da». V�ung dem Schwerte anheim gegeben war, wie dela». k' �atur der großen Union entspricht, um gungen einen großen Kampf zu liefern. Nun- haben auf tzene unblutigen Schlachtfelde der Wahl Ann»'/! Schutzzöllaer gesiegt. y! JJ/ch hat der Shstemwechsel keine große Bedeutung. tzjl�mokraten mögen sich ein wenig mehr dem Födera« - L. Republikaner mehr der Zentralisation zuneigen len h� das wenig zu besagen. Die Normen, Gleiche; r r w.». wuiivhi v»»vv vwv, der afjli � R; 7 dem Siege bei der Präsidentenwahl theilten sich : Bu�f M..»er in die„Beute", d. y. eS wurden alle irgend- werwo�jlf StaatSstellen mit' Gesinnungsgenossen de» '1839..� ��hlten Präsidenten besetzt. Der einzige Präsident, a V., IeuMeton. [" Kaskolnikow. Rom«« von F. M. Dostojewski. dem Russische« übersetzt von W i l h. H e n ck e l. ltlicheS�f 0%� b?iS Mädchen! sprach er, auf die leere Ecke der 0 ftAirf.J j�d... Wenn sie zu sich kommt,�wird sie weinen, mit en er ffÄ) SWfe" cS Tie""Mutter,- wird sie schlagen. rr-w; St. Wuschen; Schmerzen und Schande wird sie ertrage jN) tiU( eicht jagt man sie gar davon. Wenn sie ade» r dos„"�stoßen wird, irgend eine Darja Franzowna wird Mihi» s��plthen, und mein Mädchen wird bald hier, bald Mnenml� llpse». Dan« kommt das Hospital(so geht's %ii denen, die bei den Müttern anscheinend ganz e./n. aber heimlich sündigen),... nun, und dann - Hospital... der Branntwein... die Kneipe Ws nd Verl # Oer« -1«Jbl.J®8 VospUal.' und mit neunzehn oder gar mit Jahren ist sie verkommen. Als ob ich solche >ren...____ ,.W»..... Und wie wurden sie so? Ganz ,.. wraB � gmg eS zu!... Pfui! Doch, wa, Wch an? Man sagt ja, daS sei so m der sich«0 und so viel Prozent, sagt man, müssen M Gründe gehen,-»um Teufel gehen sie wahr. ÄMZr »t'oliij v nbe gehen,-_ WW QWi die übrigen frisch und gesund bleiben können! 5* be�/P�Uich, schöne ErklS' WM" l* Pr°J�?de wissenschaftliche ��i�Ö'Äcfcht t""d-re- Wort wäre.�nun dann Erklärungen hat man letzt, Worte. Man sprecht sich weiter nicht zu alteriren. ~Tünre nun dann... aber �lchka». 1'�'. beunruhigender.... Wenn nun av. .. � das et» J0 ir?£t,d wie unterS Prozent gereethe ?Ka�FZ!���° Sehe ich"dmn' eigentlich hin?« dachte er Dird uderbar l Ich hatte doch eine Veranlassung i wob�� 1 8U ich den Brief gelesen hatte, ging ech welcher dieser Korruption fest und ehrlich entgegentrat, JameS Garfield, fiel unter der Kugel eines fanatr- schen Meuchelmörders. Man wird von Seite der europäischen Mächte keine begründete Beschwerde darüber erheben könne«, daß die nordami rikanische Union de» Wall von Schutzzöllen be« stehen läßt, der sie umgiebt. Wir halten das allerdings für einen Rückschritt, aber die Union thut nur, was mit Ausnahme von England ganz Europa auch thut. Sonder- bar! Während sich alle Verkehrsmittel entwickeln und wäh- rcnd die meisten Fortschritte der Neuzeit sich auf diese Ent- Wickelung gründen, ist man bestrebt, die Handelsbeziehungen zu Gunsten einzelner Interessengemeinschaften mit allen mög- lichen Einschränkungen zu bedenke«. Unsere Industriellen können bei dieser Gelegenheit einmal die schlimmen Wir- kungen de» Schutzzollsystems am eignen Körper erprobe«. Sie wachen ängstlich darüber, daß Deutschland seinen engen Gürtel von Zöllen behalte. Aber sie haben endlich auch schon große Hoffnungen darauf gesetzt, daß sie mit dem Fallen oder mit der Herabsetzung des nordamerikanischen Zolltarifs ihr Absatzgebiet in Noroamerika bedeutend hätten erweitern können. Die Hoffnungen müssen nun zu Wasser werden und unsere Herren Industriellen haben nicht einmal ein Recht, sich zu beklagen, denn die Nordamerikaner treffen gegen unsere Jndustrieprodukte nur dieselben Maßregeln, die von dem Deutschen Reich gegen die Produkte der nord- amerikanischen Landwirthschast getroffen werden. Man kann sich auch leicht denken, wie daS Volk in der Union gegen eine Herabsetzung oder gar Beseitigung deS Zolltarifs eingenommen worden ist. Man brauchte ihm nur zu sagen, mit der massenhaften Einfuhr ftemder Jndustrieprodukte werde auch die Einwanderung fremder Arbeiter steigen, welche die Löhne herab- drücken und längere Arbeitszeit als die Amerikaner sich ge- fallen lassen. Auch das Schreckbild einer vermehrten Chineseneinwanderung ließ man emporsteigen. Man muß gestehen, daß eS angesichts so verworrener Ver- Hältnisse den Massen allerdings schwer fallen muß, dem Leitfaden von Prinzivien zu folgen; der große Haufe wird sich naturgemäß auf daS stürzen, was ihm als Interesse zu- nächst zu liegen scheint. Die Engländer werde« wohl am meisten über daS Ausbleibe» der Tarifreform erregt sein. Ihre Industriellen hatten schon lange auf die Beseitigung der Schutzzölle ge- lauert und hatten diesmal sicher darauf gehofft. Sie werde» sich nun ohne neue Absatzgebiete behelfen müssen. Der Unterschied ist dabei nur der, daß die alten euro- päischen Staaten in ihrem Schutzzollsystem sich selbst ein- engen und ihre letzten Kräfte ersticken werden. Die Kon- fumtionSschwäche mit der darauf folgenden„U e b e r» Produktion" wird, wenn es so fort geht, bei unS allen wirthschaftlichen Aufschwung lähmen, und dabei müssen wir nach Wassilij Ostrom, zu Rasumichin... richtig, dahin also, jetzt erinnere ich mich. Aber weshalb denn eigent» lich? Und auf welche Weise ist mir die Idee in den Kopf gekommen, zu Rasumichin zu gehen? Merk- würdig!" Er wunderte sich über sich selbst. Rasumichin war einer seiner ftüheren Universitätikamcraden. Als RaSkolnikow noch die Universität besuchte, hatte er fast gar keine« Kameraden, er hielt sich von allen fern, besuchte niemand und liebte eS nicht, wenn man zu ihm kam. Auch wandten sich bald alle von ihm ab. Er nahm keinen Antheil, weder an Zusammenkünfte», noch an Unterhaltungen, noch an Vergnügungen. Er arbeitete angestrengt, ohne sich zu schonen, dafür wurde er zwar geachtet, doch niemand liebte ihn. Er war sehr arm, aber hochmüthig und nicht mittheilsam, ali ob er etwa» zu verheimlichen habe. Einigen Kameraden schien eS, als ob er sie alle wie Kinder behandle, von ober herab; als ob er, sowohl in der Entwicklung, al« auch an Kennt- nissen und Ueberzeugungen, alle überholt habe, und auf ihre Interessen und Ueberzeugungen wie auf etwa« Unfertige« herabschaue. Nur mit Rasumichin war er etwa« vertrauter, d. h., necht eigentlich vertrauter, sondern nur mittheilsamer, aufrichtiger. ES wäre übrigens auch schwer gewesen, sich mit Rasumichin anders zu stellen. ES war die» ei» außerordentlich heiterer und mittheilsamer Bursche, gutmüthig und einfach. Unter seiner Einfachheit verbargen sich aber Tiefe und Würde. Nfo die besseren unter seinen Kamerade» begriffe» ihn, alle aber liebten ihn. Obschon er zuweilen recht simpel zu sein schien war er doch nichts weniger als dumm. Sei« AeußereS war ausdrucksvoll; er war groß, mager, immer schlecht rasirt, schwarzhaarig. Zuweilen liebte er Krakehl; auch hielt man ihn für einen Herkule». Einst, de« NachtS, fällte er mit einem einzigen Hiebe einen baumlangen Nacht- wächter Saufen konnte er unendlich,— konnte e» aber auch gänzlich lassen; zuweilen machte er auch Dummheiten, foaar unverzeihliche, doch konnte er auch ganz artig sein. Rasumichin hatte auch die Eigenheit, daß kein Meßgeschick noch einen so große« Theil deS Ertrages der nationalen Arbeit für die„friedlichen" KriegSrüstungen abgeben. Während wir uns so innerlich schwächen, erstarkt Nord- amerika. Wenn es einmal seine Industrie so weit entwickelt hat, daß es seine Zölle abzuschaffen sich entschließt, dann wird eS von dem geschwächten Europa wohl kaum mehr eine gefährliche Konkurrenz zu befürchten haben. Nie Mim- nnJ Inoa�enoer Gerung. dieses Schmerzenskind unserer sozialpolitischen Geheimräche, hat eine neue Verwandlung erlebt. Indem wir uns vor« debalten, auf die vorgenommenen Abänderungen des Näheren zurückzukommen, geben wir zunächst den offiziösen Bericht, der über die detreffenden Verhandlungen des Bundesrathes vorliegt: „Der Bundesrath hat gestern(Mittwoch) die Plenar« berathungen des Gesetzentwurfs, detriffend die Alters- und Jnvalidenverstcheneng, deendet. Der Entwurf wurde mit den Abänderungen, welche von der zm Voroerathana mehrerer noch eingegangener Vorschläge detrauten Subkommisfion empfohlen wurden, angenommen. „Aeeßer der bereits angedeuteten Umgestaltung in der Be« meffung der R.'vte und dementsprechend auch der Beiträge be« f zen sich diese Anträge auf einen anderen prinzipiell wichtigen unkt. Im§ 48 des bisherigen Entwurfes war nämlich be« mmt, daß für den Bezirk einer jeden Verstcherungsanstalt zur Wahrung der Interessen der übrigen BerstcherungSanstalten und des Reichs vom Reichskanzler im Einvernehmen mit den Re« gierungm der detheiligten Bundesstaaten ein Kommissar destellt werden sollte. Nach dem nunmehr genehmigten Antrage der Subkommisfion soll dieser„Kommissar", dessen Bezeichnung „R e t ch s k 0 m m i s s a r" in Wegfall kommt, von den Landes- regierungen in Einvernehmen mit dem Reichskanzler ernannt werden „Wa« sodann die Aenderung in der Bemessung der Rente detrifft, so ist darüber nunenehr im Entwürfe folgendes bestimmt: Die sämmtlichen Ortschaften des Deutschen Reiches wer« den nach der Höhe des für ste festgesetzten ortsüblichen Tage« lohns gewöhnlicher erwachsener männlicher Tagearbeiter in ö Ortskiaffen eingetheilt. Jede O tsklasse umfaßt diejenigen Ortschaften, in welchen dieser Tagelohn innerhalb der nachstehend aufgeführten Grenzen liegt, nämlich in Ortsklasse l........ bis zu 1,00 M. „ 11...... von 1,01 bis 1,40„ : v;:::::: Ä«f" Als Jahreslöhne kommen in den einzelnen Klassen in Anrechnung: in Ortsklasse I der Betrag von 300 M. "" Iii""" fnh" "" itt""" 52�" n» IV» n n 000„ n II M tt n 700„ ihn je in schlechte Laune versetzen und keine üblen Ver« Hältnisse ihn niederdrücken konnten. Ob er unterm Dache wohnte, ob er einen Höller.hunger oder die ärgste Kälte auszustehen hatte— nicht« brachte ihn außer Fassung. Er war sehr arm, schlug sich aber durch allerlei Arbeiten, ohne fremde Hilfe, ganz allein durch. Er hatte eine Menge Quellen, au« denen er schöpfte, selbst« verständlich nur Arbeitsquellen. Einst konnte er eine» ganzen Winter hindurch seine Stube nicht heizen und be« hauptete dann, daß eS sogar angenehmer sei, weil man in der Kälte besser schlafe. Jetzt hatte auch er die Univer- sität verlasse« müssen, jedoch auf nicht lange; er suchte enit aller Anstrengung, seene Angelegenheiten zu ordnen, uin seine Studie» wieder fortsetzen zu können. RaSkolnikow war seit etwa vier Monaten nicht bei ihm gewesen und Rasumichin kannte nicht emmal dessen Wohnung, Vor ungefähr zwei Mannten hatten sie sich auf der Straße be- aegnet, RaSkolnikow aber wandte sich ab und ging sogar auf die andere Seite hinüber, um nicht bemerkt zu werden. Rasumichin halte ei wohl gesehen, ging aber, um seinen Freund nicht zu irritiren, ohne ihn anzureden, vorbei. V. «Ach ja, ich wollte ja Rasumichin unlängst noch um Arbeit bitten, er sollte mir Unterricht verschaffen oder sonst etwa«"... entsann sich RaSkolnikow,„womit aber sollte er mir jetzt wohl helfen können? Angenommen, er würde mir jetzt werklich Lektionen verschaffen, angenommen sogar, er theilte seinen letzten Groschen mit mir, wenn er selbst einen hat, damit ich mir Stiefeln kaufen und mich ordentlich an« ziehen kann, um im Stande zu sein Stunden zu geben ... hm... nun, und was weiter? Wa« könnte ich denn mit dem bißchen Kupfergeld anfangen? Ist es etwa da«, was mir jetzt noth thut? Es ist rein lächerlich, daß ich zu Rasumichin gehe..." Die Frage, weshalb er jetzt Rasumichin aufsuche, be« unruhigte ihn mehr, als e« den Anschein hatte; mit Unruhe Di- Renten werden für Kalendei jähre, und zwar in Thetlbeträgcn des Jahrlohnes dcrjentaen Orteklasse de« rechnet, in welcher die Verficherungsbeitläge für den Empsangsberechtigten entrichtet find. tisind für einen Verficherten Beitläge in verschiedenen OrtSllaffm gezahlt, so wird der Berechnung der Rente der Durchschnitt der Jahreslöbne, nach welchem die Beiträge entrichtet finv, zu Grunde gelegt. Dieser Durch- schnitt wird in der Weise ermittelt, daß für jede Beitrags- woche der Jahreslohn, nach welchem in derselben Beiträge entrichtet wurden, in Ansatz gebracht und die hieraus fich ergebende Summe mit der Zahl der Beitragswochen ge- theilt wird. Bruchtheile des Durchschnitts werden auf ganze Zahlen nach oben abgerundet. Die Invalidenrente für männliche Personen beträgt jährlich 24 Hundertstel des Jahreslohns, welcher der Be« rechnung zu Grunde zu legcn ist. Pom Ablauf der Wartezeit ab steigt die Invalidenrente mit jedem vollen- Veten Kalenderjahre um einen weiteren Thellbetrag des vorstebend dezeichneten Jahreslohns, urd zwar in den nächstfolgenden 15 Kalender jahrm um je 4 Tausendstel, in den dann folgenden 20 Kalenderjahren um je 6 Tausendstel, von da ad um je 8 Tausendstel bis zum höchstbt trage von jährlich 50 Hundertstel des betreffenden Jahreslohns. Die Altersrente für männliche Personen beträgt jähr- sich 24 Hundertstel des Jahreslohns. Die Bestimmungen über drs Höhenmah der Renten der weiblichen Personen(zwei Drittel derjenigen für die männlichen), sowie die Grenzen für den Eintritt der Berechtigung zum Bezüge der Rentm find aufrechter- halten worden. „Räch dieser Bemcffungsart würde jetzt die höchste Jnva- lidenrente in der 5. Klasse fick auf 250 M. belaufen und die Altersrente in derselben Klasse 168 M. betragen, die höchste Jnooltdenrente in der 1. Klaffe würde 150 M. und die Altersrente 72 M. betragen. „Da dieser ganzen Bemeffungsait der ortsübliche Tage- lohn ju Grunde gelegt ist, so ist außerdem bestimnit. daß vor der Fests.tzung der letzteren, die bekanntlich gemäß§ 8 deS Krankenverficherungsgesetzes durch die höhere Verwaltungsbehörde nach Anhörung der Gemeindebehörde stattfindet, der Vorstand der Berficherungsanstalt zu hören ist. „Hervorzuheben ist noch, daß auch in der Definition des Begriffes„Erwerbsunfähigkeit" eine Aenderung ein- getreten ist. Als erwerbsunfähig gilt jetzt derjenige, welcher in« folge seines körp.rlichen und geistigen Zustanves nicht im Stande ist, durcd die gewöhnlichen Arbeiten, welche seine bis- berige Berufstdät-gkeit mit fich bringt, oder durch andere, seinen Kräften und Fähigkeiten entsprechende Arbeiten, den Mindest- detrag der Invalidenrente derjenigen O r t s k a s s e zu erwerben, in welcher für ihn während der letzten fünf vollen Kalenderjahre am längsten Beiträge entrichtet worden find. „Dem abgeänderten BerechnungsmoduS der Rente ent- sprechend, ist auch die Aufdringungsart der Besträge movlfizirt worden. Dies-lden werden für männliche und weib- liche verficherte Personen besonders, im übrigen für alle in der Verstchemngsanstalt veifichertrn Personen in gleichen Thell- betlägen des Jahreslohncs festgestellt. Dabei können ste jedoch für einzelne Berufszweige verschieden bcmeffm wcrdm. Bis zur Jnkraftretung eines anderen Beitrages find in jeder Versicherungsanstalt an wöchentlichen Betträgen zu er- Heden: für männliche Personen in Ortsllaffe l. 12 Pf., in IL 15 Pf, in lu. 20 Pf., in IV. 24 Pf., in V. 28 Pf., für weidliche Personen in den entsprechenden Klassen 8, 10, 12, 14 bezw. 16 Pf. „Deepleichen haben die Bestimmungen über die Erbedung der Bertläge, resp. das Markenwesen die infolge der Umge- ftallung nolhwendtgen Abänderungen erfahren. So sollen nun- mehr von jeder Verfichminpsansialt für die einzelnen in ihren Bezirken vorhandenen Ortsllaffen Marken mit der Bezeichnung ibres Geldwcrthes und, falls die Beiträge für die einzelnen Berutc zweige verschieden bemessen find, für den betreffenden Berufezweig ausgegeben werden. „Von den übrigen getroffenen Abänderungen wollen wir noch erwähnen, daß die Bestimmung, wonach denjenigen Per- sor.en, weiche ihre Erwertsanfähigkett durch Betheiligung an einer Schlägeret oder bei Begebung eines Verbrechens fich zugezogen, ein Theil der Invalidenrente aus BilligkettS« gründen vorübergehend oder dauernd bewilligt werden konnte, a u f g e h o d e n ist, und daß nunmehr die Landesregierungen die Oc« ane der Krankeirlaffen auf Antrag der Versicherurgs- anstalien verpflichten können, gegen eine von den letzteren zu gewährende Vergütung, über die in ihren Bezirken fich auf- haltenden Renrenempfänger eine fortlaufende Kontrole auszuüben. „Die dritte Berathung des Gesetzentwurfs hat gestem (Donnerstag) im Plenum des Bundesralhes stattgefunden." suchte er irgend einen ominöse« Sinn in diesem anscheinend ganz harmlosen Vorhabe». „WaS fällt mir denn ein, meine Angelegenheiten durch Rasumichin ordnen lassen zu wollen, in Rasumichi« den Retter zu suchen?" fragte er fich erstaunt. Er dachte nach, rieb fich die Stirn und, sonderbar, n plötzlich, wie von ungefähr, nach sehr langem Nach- en, kam ihm ein erwünschter Einfall. „Hm... zu Rasumichin," sagte er ruhig, wie im Sinn erneS endgiltigen Entscheid«,—„zu Rasumichi» gehe ich natürlich, aber— nicht jetzt... Ich gehe zu ihm den folgenden Tag,... nachher, nachdem Jenes gethan ist, wen» da« neue Leben beginnt." Plötzlich kam er zur Besinnung.. „Nachher!" rief er. von der Bank aufspringend,— „ja wird denn da« geschehe»? Sollte e« wirklich geschehen können?" Er eilte wetter, er lies beinahe, anfangs wollte er»ach Hause zurückkehren, doch da« war ihm zuwider; in jenem Winkel, in jenem schrecklichen gelben Kasten war seit einem Monat ein fürchterlicher Gedanke in ihm gereift— er eilte vorwärts. Sein nervöser Zustand wurde förmlich fieberhaft, er empfand sogar Frost; bei dieser Hitze fröstelte ihn! Mit größter Anstrengung, fast unbewußt, gleichsam infolge einer inneren Nöthigung. begann er seine Umgebung in fich auf- zunehmen, als ob er eine Zerstreuung für leinen Geist haben müsse; doch es gelang ihm nur schlecht und er verfiel immer wieder inS Grübeln. Wenn er dann, zusammenfahrend, de» Kopf wieder erhob und sich umblickte, hatte er sofort wieder vergessen, woran er soeben erst dachte und wa« er eben erst gesehen hatte. Auf die Weise war er durch ganz Wasfilij Ostrom gekommen, war bi« zur kleinen Newa ge- langt, über die Brücke gegangen und wandte sich jetzt den Inseln zu Das grüne Laub der Bäume und dt« fttsche Luft thatcn seinen müden Auge«, die an städtischen Staub, an Kalk und an große, eng aneinander gedrängte, erdrückende Häuser gewöhnt waren, wohl. Hler war ferne Luft zum Ersticken, kein Gestank, keine Kneipen. Bald aber gingen auch diese neuen und angenehmen Empfindungen in krank- Drigmllk'Korrespou�ellzm. Hamburg. 14. November. Dieser Monat hat uns, und zwar zu früin eilig, richtiges Winterwetter g-bracbt. Zwar läßt der Schnee sich nock nickt blicken, aber unter dem trockenen, eifigen Heulen des Ostwindes, der auf den freien Plätzen und Promenaden ganze Wolken Staubcs vor sich herireibt, erstarrt alles zu Eis, sodoß die Schlittschuhbahnen bereits eröffnet wer« den konnten. Dem Fahrwasser der Elbe kann freilich dieser Frost noch nichts anhaben, aber in anderer Weise hindert der andauernde, starke Ostwind die Schifffahrt, da das Wasser so seickt wird, daß viele größere Sch ffe mit voller Ladung seeab- wärts auf der Elbe d.i Schulau festliegen und nickt bis zur Stadt gelangen können, da die dortigen Sandbänke schon immer ein Hinderniß für die Schifffahrt auf der Unterelbe bil« Veten. Zwar liegen den Sommer über dort fortwährend einige Bagxermaschinen, doch was dieselben fortschaffen, kommt immer bald wieder zu, und es müßten schon g ößere Mittel aufgewandt werden, um dieses alte, fatale Hinderniß der Eldschiff- fahrt zu beseitigen. Früher erhob das Königreich Hannover bekanntlich bei Stade einen Zoll von allen nach Homburg einzchmden Schiffen, ohne für die Instandhaltung des Elbsahrwaffers je einen rothen Pfennig zu verausgaben. Mit der Jnkorporirung der Eldufirstaaten in Preußen ist auch hierin nichts b.sser geworden. B-s jetzt muß Hamburg das Fahrwaffer der Elbe stromabwärts aus eigenen Mitteln regu- lire», so gut es gebt. Hamburg hat allein 70 Millionen und das Reich 40 Millionen Mark gezahlt, um die Einwohnerschaft der Hansastadt der Segnungen der deutschen Zölle tbeilhaft werden zu lassen. Hoffentlich wird die Reichsregierung jetzt in ebenso energischer Weise, wie ste den Zollanschluß Hamdmgs betrieben, auch dafür wirken, daß durch genügend hohe, jedoch in umgekehrt proportionaler Weise erbobene Beiträge, die Regu- lirung der U-rterelde in Angriff genommen und die Sandbänke welche bei Ostwind die Schifffahrt verhindern, auck bei Nebel vielfach erschweren, beseitigt werdm. Bei der neulichen„Kaiser- feier" scheint davon freilich nicht die Rede gewesen zu sein. Ebenso wenig verlautete etwas davon, als eine Woche später mehrere hundert Vertreter der deutschen Handelskammern hier anwesend waren, um die neuen Hafenanlagen in Augenschein »u nehmen und bei den Gaben der guten Hamburger Kücke ihrem gedrückten Fadrikantenherzcn in hochpatriotischen Reden Luft zu märten. Gastfreundswaft ist eine edle Tugend und soll geübt werden, sowobl im Volkleben, wie von poltti- scken Gemeinwesen. Die Gäste aber, welche Hamburg fich einladet oder welche fich selber bei ihm zu gewissen Gelegenheiten einladen, fie alle nehmen, durch die übergroße Opulenz, welche unsere„Kaufmannschaft- auf Kosten der Gesammfgcmeinschaft ihnen entgegen zu dringen fick gemüsfigt steht, den Eindruck mit, daß unser Hamburger Geldsack nickt allein groß, sondern auch noch viel zu sehr gefüllt sei unv daß derselbe noch viel mehr an- gezapft werden muffe. Dankbarkett ist Hamburg aus den mer- kant'.len Kreisen des Inlandes auch für die glänzendste Auf« nähme ihrer Vertreter noch nie zu Thell geworden. Im Gegen- tdeil, und auch wohl nicht ohne Berechtigung, da im Schacher Gefühl überhaupt ausgesckloffen ist! So zeigen jetzt die Fabrikanten des Zollinlandes durck Zir- kulare ihren hiefiaen Kunden an, daß mit dem Tage des Eintritts Hamburgs in den deutschen Zollver- band alle Preisunterschiede und Konditionen, die in Veranlaffung der freien ausländischen Konkurrenz hier bisher zur Geltung gekommen waren, in Wegfall kommen. Für manche und zwar sehr wesentliche Artikel schließt solche Maßregel eine Vcrtheuerung von 20—25 pCt. in fich. Kann man auch bierdei behaupten, das Ausland trage den Zoll? Kamen die Fabri- kanten mit den bisherigen für Hamburg gegoltenen Preisen aus, und darüber cxistirt wohl kaum ein Zweifel, für den Export müssen fie ja dock weiter konkuniren, dann baden die Herren die inländischen Käufer um die Diffmnz üdervortheilt. Das find die Segnungen deS übertriebenen Schutzzollsystems! Ja, wenn doch davon auch der großen Volksmaffe, den Arbeitern, industriellen sowobl wie ländlichen, etwas zu Gute käme. Das aber ist eben das Bcttübende, daß unkere gegenwärtige Staats- einrichtung durch ihre Gesetzgebung dahin wirkt nur das Unter- nehmerthum zu begünstigen und Besitz auf Besitz zu häufen, die wirklich Schaffenden und Erzeugenden jedoch mit einigen unaus- reichenden Unterstützungseinr-chlungen und zwar auf ihre eigenen Unkosten abzuspeisen, für den Fall, daß ihre K- äste vorüdgehrnd oder für die Dauer nickt mehr genügen, dem Untemehmersrande genügende Dienste zu leisten. Politische Ueberstcht. Herr Hindter, der fich darüber ärgert, daß es in Frank« kreich Leute giebt. die ibm und seinen Kollegen glauben! Das ist wirklich ein Schauspiel für Götter. Over hätte der Hans Narr drüben in F antreich, der auf eine Zukunftskarte ein zer- riffenes Deutschland gezeichnet hat, etwa nickt dlcs das für baare Münze genommen, was die Pindter und Konsorten tag- täglich über die deutschen„Reichsfeinde" fchreiben? Vielleicht ist Haft gereizte über. Zuweilen blieb er vor einer mit Grün umgebenen Villa stehen, blickte durch den Zaun, sah in der Ferne, auf Ballonen und Terrassen, schön geschmückte Frauen und im Garten spielende Kinder. Hauptsächlich aber be- schäfttgten ihn die Blumen, diese betrachtete er am längsten. Auch elegante Kaleschen, Reiter und Reiterinnen begegneten ihm, er sah ihnen neugierig nach und hatte, bevor sie noch seinen Augen entschwunden waren, sie bereits wieder ver- gessen. Emmal blieb er stehen und zählte sein Geld nach, e« waren noch dreißig Kopeken:„Zwanzig dem Polizisten, drei an Nastaßja für den Bnef— also habe ich gestern bei MarmeladowS siebenundvierzig bi« fünfzig Kopeken liegen gelassen," dachte er; aber bald hatte er die Rechnung wie- der vergessen und wußte nicht einmal mehr, weshalb er eigentlich das Geld aus der Tasche gezogen habe. Al« er bei einer gemeinen Speisewirthschaft voiüberkam, spürte er Hunger. Er ging hinein, trank ein Gläschen Schnap« und nahm ein Stück Pirog*), das er unterwegs aß. Er hatte schon lange keinen Branntwein getrunken, und obschon eS nur ein kleines Gläschen gewesen war, spürte er doch sofort die Wirkung. Die Beine wurden ihm schwer und er begann schläfrig zu werden. Er schlug den Rückweg ein, als er aber auf PetrowSkij Ostrom angekommen war, blieb er gänzlich erschöpft stehen, bog vom Wege ab, ging ins Gebüsch, warf fich inS GraS und schlief sofort ein. Die Träume eines in krankhaftem Zustand befindlichen Menschen zeichnen sich häufig durch ein besondere« Relief, durch Deutlichkeit unb durch eine ungewöhnliche Ueberein« stimmung mit der Wirklichkeit aus. Zuweilen sieht man im Traum ein ungeheuerliches Bild, dessen ganze AuSstat- tung und dessen Entstehungsprozeß eine solche Wahlschein- lichkeit und solche unglaublich feine und dem ganzen Ensemble entsprechende, künstlerische Details an sich tragen, daß der Träumende, selbst wenn er ein Puschkin oder ein Turgenjew wäre, sie in wachendem Zustande nimmermehr geschaffen haben würde. Solche Träume, solche krankhafte Träume haften in der Erinnerung und bringen auf den *) Ein pastetenmtlges Gebäck. W�nvahrun der Mann ein Kollege; jedenfalls aber hat er die famose MMXihning einzr im Geist Pindter's und der Pindter'schen Vorder-, Hinf«'?? kubischen V Seitenmänner gezeichnet. Nur daß das BUd etwas gesd)«p � und Stand. ist. Denn eigentlich hätte das Deutschlaud der Zulun# i v:eußischen V um mindestens die Hälfte kleiner sein müssen» sintemaM 1 Innung frei zu ä „Reichsfeinve" der Pindter und Konsotten sogar bei dn ln- �»isdienst treter >Boulanger°Reichtstagswahl noch die größere Hälfte der W» itmoren baden bildeten und unzweifelhaft in dcr Majotttät find. UndPiMÄinergreifiPo ch finden, daß die„Reichsfeiick« t um darzuthur sollte es doch ganz natürlich— n schon der Sicherheit wegen— vom Reiche lesze trennt wa« mn b-wuith, Wer ste dann bekommt, ist ja ziemlich„Wurst".% die z Genug— wir nageln die zwei Tbatsachen fest, da« n«in n Pxrsönlil Frankreich einen Pinsel giebt, der den Pindter ernst aenonwilf. baß auf 1 bat, und daß der Pindter fich darüber ärgett. WaM M eines Volks! Hut ab vor dieser Selbstcrkenntniß! Apropos, Pindter'ß. dm diese Tage Frankreich als komische Person so populär, daß epdort P# rllmiinelten jede! machen könnte— fast so gute, als sein Boulanger in DeMPmilbz tüchtiger, land. Will er nicht hingehen?—.«Ölungen, war Her Kernpunkt der Abmachung mit Engla«»,• Weisen, daß treffend die Blolave an der� afrikanischen Küste, bildet J« Jntben obliege u mclle Anerkennung des Sulians von Sansibar. Du# platzen die schönen Seifenblasen der Kolonialfexe, die Sw bereits von der deutschen Flagge überschatte! fiabeir. unj nationalen Milchmädchen, die schon so hübsche Luftsch� Afttka erbaut hatten, können mit zerbrochenem Krug nack geh»,— falls fie es nickt vorziehen, die wetthlosen 6, liegen zu lassen. Das Gefasel von einer„Kolonialtruppe, in Jndi-n oder Java angeworben werden soll, kann nur einem Quartaner ernst genommen werden, der die schichte der ostindischen Kompagnie in irgend Kinderbuch gelesen hat und fich einbildet, Afrika entbalK zweites Indien, das von den blinden Engländern, Fn, Holländern u. s. w. Jahrhunderte lang übersehen und M den luchsäugigen Kolonialf.xen entdeckt worden sei. Blokade""*'■ «Ibkt iditten 5 einzumischen lofern die d- Herr Hüt Äl" ffw Kammh ulls von den , Seinige Wzu leister lSS% die i günstigenfalls von sehr gettngem praktischen Nuyni' wird, wird von der gesammten englischen Presse, well»', Verhältnisse kennt, fast einstimmig zugegeben. Es Hanl# wesentlich nur um eine Demonstration, hintw der sich all«� verschiedene unausgesprochene Pläne und Absichten Natur verstecken mögen, die aber glücklichcrweis.-, wie die liegen, zu keinen emstlichen Nachtheilen führen kann. De» häusliche Iwift im Lage» de» Feeistnna an gewissen Stellen die alle Idee von einer Vereinigung liberalen Elemente unter Ausscheidung der Extremen, des Herrn Richter und seiner Anhänger. Sie hat, ob; Ausführung im Winter 1882 an dem Widerstand schritllichen Reichstagsfraktion gescheitert war, seitdem un» in einzelnen Köpfen sortgespukr und man darf sich dabei. � Änttlemmr, Wr- Der Z derelcher I ,'ei8en sich( werden. ssM m.. mo man varf nw oou»,� 5 � ver I< wundern, fie jetzt wieder ihre Aufwartung machen zu �'»ererbe, die Der Lideraliemus, so verkündet die ,,NationalzeitunA ,�p die sor der Fottschttltepartei kompromittirt worden; seinen Staate zu wahren, sei die Aufgabe der Nttionallidirale».� �t haben, mit werden die Herren böS anlaufen; schon jetzt bedeuln � Ausi der er Wiener„Politischen Korresponbttt�, �1887 eine 9 Verttetu.rg des Liberalismus, j0!� jj' diejeniae ein Offiziosus in seien nicht zur zu der mit den konservativen Patteien Ttiuf 21000 Unterstützung der Realerungspolttlk, das heißt a, was ge Namen des Fürsten Bismarck geräblt worden..% um 32 p zeitig liest man in der„Nordd. Allg. Ztg.", das Katt'iA 4 Drahtlichere zwei Klippen: die Zuneigung des linken nationalliberalen 0%) liftAwaischen »u Richter und dieiemae des äuftersten reckten lor.U�-jt..# obenan zu Rickter und diejenige des äußersten rechten konsn�, obenan Flügels zu Windtdorst, aber die elftere Zuneigung##5) bT* 89015 kere. Welches Schicksal den NitionalliberalismaS erwartet.,� Fahre.! , Aerwaltur JSS task »u seine Karte llpolitik an jener Klippe scheitern würde, weiß mann, aber mit Lootsen wie Miguel und Bennigsen wird das Sckiff der Partei gar keine Gefahr laufen._~ m tretung des Liberalismus, soweit ste wegen der WSHk* �'brockei wendig ist, wird die nationalliberale Presse ad und J); Duz be statten, beim parlamentarischen Appell darf dieser wifen J n$t.; es nicht getrieben werden, da gilt für den linken Flügel w» J�Jahte oh tells ganz dieselbe Parole, die für den rechten uniän#> v. Helldorff in die schönen Motte gesaßt bat:„Wir wum». dem Fürsten Bismarck gehen, wenn wir auch einmal einen erhalten." Do» ei»»» fonde»ba»e» Kandhabaug»** lSs«»e»r»cht» durch einen Poliznbecmlen weiß seid er„Fr. Pr." aus Elberfeld unterm 12. d. M. fo## erzählen:„Der Bollsbildungsverein loll f® selb nicht zu Stande kommen; dies scheint fich nnKj Polizeikommiffar Kammhoff zur Lebensaufgabe g#?, haben. Nachdem vor einigen Wochen eine Versamwli demselben Beamten aufgelöst wurde, fand gestern in ["lotionflifj .begrij M '0, iügenon netrn im, 1� fnletno -V/LWIiUW wwiywvi* IVWfcVV; IUIIV•" i» Lokale die zweite Verhandlung zu demselben Zwecke 1% Gewehr legte In kurier, treffender Weise die Nochwendia solchen Vereins für Elberfeld dar, als nach kurzen Bei»' einiger Redner Herr Je u p das Wort verlangte. Her*_ kommiffar Kammhoff, ahnend das Schiosal, welchem vo � entgegen geht, drohte mit Auftösung der VersammluriS-Ap Herrn Jeup das Wott etthettt werde. Auf Anfrage von. dcs Boifitzenden verzichtete derselbe aus das Wott, weI»SJp stand Herrn Grimpe Veranlaffung gab, gegen diese»** 3ahre 186 ..°uf 10 ebe lnne E E ele. Sprache. Niittellos, zerrütteten und ausgeregten Organismus de» Mensch�'" außergewöhnlichen Eindruck hervor.'C'�ltt Raskolnikow träumte einen fürchterlichen Traunn.#,"nb t sich in seine Kindheit, in sein Geburtsstädtchen � l' habe,. sah Er ist sieben Jahr alt und spaziert anginem FeiettaS- �' •J � fick Abend, mit seinem Vater vor die Stadt hinaus. Wetter ist trüb, der Tag schwül, die Gegend s», fich seinem Gedächtoiß eingeprägt hatte; jetzt, � war sie ihm sogar gegenwärtiger al« im Wachen. Städtchen liegt offen da, wie auf der Handfla«- Bäumchen ringsum; nur in wetter, wetter 8'#. gif äußersten Ende de« Horizonts, sieht man die eine« Waldes. Einige Schritt hinter dem letzten T-Ae* w#*«et J?®»! steht eine Branntweinschevke, eine große Branntwe die auf ihn immer einen unangenehmen Eindruck S.�� bi�cvwe ihm sogar Schrecken eingejagt hatte, jvenn er, in Vater spazierend, da vorüberging. so viel Menschen, die so schrien, E« waren anständig und heiser sangen MKMKL s» der�Nähe dieser Kneipe trieben sich immer n, 9etfkt � kM � ofn Wenn abscheuliche Fratzen umher drängte er sich dicht Ncken der Schenke und der Staub darauf ,�.„„.3. w. Ferne und etwa dreihundert Schritt wetter wnbieg c,f �««mmeni den städtischen Kirchhof. Mitten im Kirchhof JMj jä?»«d((#eü ih # «fier.b ien und c; stch n? und » ih den stadtischen Kirchhof. Mitten im«lr-yy»,> � strinern e Kirche mit grüner Kuppelei« die � einef" die lS-ÄuSNien wenn die Seelenmcffen für seine Großmutter, storben war und ES wurde dann lich mit Vater und Mutter zum MittagSgotteSdienfi g j'& "'"" mcffen für seine Großmutter. � � M der .-mal Kutsa'), aus chCffT y W"-# G. eine Serviette gehüllt, mitgenommen; die Kutj fn' tt(®u:ben Rei«. mit Zucket und Rosinen, welche m förmig hineingedrückt waren. Er lieb,e diese t, alierthümlichen Heiligenbilder, die meist ohne Rah � �* !?• 3 «SRWiMSiMK *) Ein ReiSgericht, welches zur Gedöchtnißfeiri lninh mit in die Kirche gebracht wird. . e famose W �nvahning einzulcgen, indem er ausführte, daß nach Art. 4 Hinter'*« mMchen Verfassung alle Preußen vor dem Gesetz gleich gZ geschWM M und Stande soorrechte nicht stattssnden, und nach Art. 27 r ZukunM n preußischen Verfassung jeder Preuße das Recht bat, seine sintemal!'1 wung frei zu äußern, und daß die Beamten, bevor fie in den bei berkt' mtsdienst treten, diese Verfassung, sowie die bestehenden Gesetze ste der M Maren haben müssen,„so wahr ihnen Gott helfe". Bei diesen Und ergreift Polizeikommissar Kammhoff das Wort, wabrschcin- eichsfemvi la um darzuthun, daß er den Erlaß des Ministers des Innern, brennt Herrfurth, richtig erfaßt habe und„Umficht und Ver- maiß sür die zu derathenven Gegenstände an den Tag lege, fest, daß er persönlich in die Verhandlungen eingreift und aus» rnst aenommizch daß auf der Tagesordnung der Versammlung die Bil> t. Wahl®# eines Volksblldungsvereins stehe und daß jeder Redner Bindter i!i d an diese Tagesordnung halten müsse. Obgleich nun die pdort na« bammelten jedenfalls hocherfreut waren über den unerwarteten zer in ovachz tüchtiger, rednerischer Kräfte in öffentlichm Vollsoer- «vailungen, war Herr Grimpe doch undankbar genug, darauf t-ngla«»'' Ameisen, daß die Leitung der Versammlungen dem Vor- dlldet du obliege und die zur Ueberwachuna von Versammlungen ir. DM" �m»«andirten Pol'zeibeamten fich in die Verhandlungen gar die Sa'1« einzumischen haben, dieselben vielmehr nur zu überwachen chen, v?v w, sofnn die destehenden Gesetze verletzt würden, aufzulösen LuftschW� mn. den Hüttmberger. welcher fich zur Geschäftsordnung rüg na* vj Met hatte, begann: Wenn Herr Jcup auf das Wort ver- losen va»»n, weil er--; bei diesen Worten erhob fich Polizei» ialtruppe, Kammhoff und lö ste die Versammlung auf, kann nur, mfM von dem Bewußtsein durchdrungen, daß er durch seine der die M das Seinige getdan habe, der Bildung des Volkes riest gen irgend w Mub zu leisten. Eine solche„Umficht" und solches„Ver- la entbal' dmß% jjj jU derathenven Angelegenheiten" muß unbe- rn, FruNj�«nerkennurg finden und— fie wird es auch, dcß find r und Me �Ulher. Der Zitatenschatz der Auflösungsgründe ist abermals > sei. XML rwm bereichert worden. Ä-'. a!? Zj�wd-» Urtheit. Die italienische Kammer, die 5 k �«öffnet worden ist, wird fich mit der bereits am „•i lamose Vorlage sehr verständig, wie folgt:„Die "------.'—- wichtiger. Die fallenden Miß» ______________|______. mehr derselben vor» � werden. Es ist eine überraschende und betrübende '£!nuns kür die Freunde des Boikswobles, daß die ge- t.r»■üermi>f»rUng der inneren Kommunikationsmittel, die INN. at, ob stand tdem v>>l____ fich dobSA der landwtithschafllickcn Prozeduren, die Hebung U..................... haben, den Strom der Emigration einzudämmen vre unmeoung zahlreicher Kreditinstitute, die * �'e.fortschreitende Donifizirung deS Landes, die ver» achen zu i��werde, die Entstehung " lrbrraleir,> bedeuf""=• cespond««»; und Sanitälseinrichtungen u. a. nicht ....... Strom der Emigration einzudämmen. die Auswandereizahl Großbritanniens in der Zeit von 1887 eine Vermehrung um 79000, d. h. 40 pEt., auf- diejenige Deutschlands von 76 000 im Ja-re °uf 210000 stieg, um 1887 wieder auf 100000 eißt uu' was gegenüber dem erstgenannten Jahre eine Ver- rden.. V'it zl.Un» 32 p6t. ausmacht, so zeigt fich in Italien eine las Kart'U.� � �nittlichere Zunahme. Die italienische Auswandemng iberaleno�, �.Maischen Ländern— unter denen Frankreich und n konsel� ,?mch obenan sieden— ist bedeutend, aber fast stationär. ng l-i 89015 Köpfe im Jahre 1876. 87 917 im letztver- erwart«�� Jahre. Die Vermehrung betrifft— und hierin liegt 'denlliche der Erscheinung— lediglich die überseeische 'derung. welche vom Mutterlande bedeutende Vollslräste Von 22 392 Köpfen im Jahre 1876 ist die- i bis aus 133191 im vergangenen Jahre öan �"2 bedeutet eine Vermehrung um III 009 Köpfe es ist mit Sicherheit zu erwarten, daß im >nnr«ZMe abmnalZ eine bedeutende Steigerung zu ver- De, weiß igsen a» lfen. c Wähl und zu. 4er Luk� i unlävsff�%�d. Ztach den Ursachen braucht man nicht Dir äff stellen der allgemeinen wirth» 'g..»r. W jiebt«.T?Men ist, ein. ungünstiges Zeugmß aus. toll d? ge� rsamwl n in dt ictfe statt wendil n BeM Hen. chem on J nmUMeM age oo? M \A füf � A hwng um das Doppelte übertrifft. Sie stieg UNßuMl» Uerno von 1278 Individuen im Jahre 1376 auf • Uchte 1887. in der Bafilicata im gleichen Zeitraum 10 642. Dem Italiener wobnt eine große e! er hängt an seinem schönen Vaterlande 3 eke. Wenn die Tausende von unwissenden, iiB iJÄ Sitte, Volksart. Verhältnisse gänzlich un- ,% I».�Nllosen Landl.uten fich von der Heimathlichen : 4 ,„e(5«t. um mit W-id und Kind über das Weltmeer ikißdu i i" nur die Ztoth fie dazu treiben. Die Re» ir, kA amttu. kür nölhrg gehalten, diesen naheliegenden % bie i] deuätigen zu lassen. Es werden Cihebungen l�l �»!ts. r vle 11 AU unen. �-v wwwi vfiy viMmv« L itn» der Auswanderung" angeordnet. AiS ob ° jemandem, der einmal einer Auswandererschaar Mensch" Trau>t- � und dessen er sich nicht einmal erinnern konnte, chem Ml Lt,'hm gesagt, daß er einen kleinen Bruder .. und jedesmal, wenn er den Kirchhof besuchte, m tea int®«" »ruck lÄW da» kleine Grab V""« seine» jüngeren Bruders, alt. gestorben war, den er auch nicht ge- kß' ijtfc»v r j Jvvvxmui# luciiii vv vtw !ijte ci Üch fromm und ehrerbietig vor dessen Grab, "ch und küßte e«. (Fortsetzung folgt.) * Kunst und Zeven. �3 d. schreibt man: Die am Freitag in Z%| �"dete Mary �ane Kelly war an Bildung ihren MM r ..................... überlegen. Nament- «•tgleit im Z iednen gerühmt. Ihre Angehörigen rland in auskömmlichen Verbällmssen und eine an einem hiesigen Theater angestellt. .>l.i-• s'« s»ä"' sr»s ... r'S Ä ää ..JT" von Duckst Habe. Der Trunk scheint das " Quam iU®lufe berabgedracht zu haben. AllMS Trotz aller Be» Blutlhat noch nicht • ra% äää v"Ub-N um wahrscheinlich, sobald fich die rung und die Wachsamkeit der br-nctK®ef£Sl i?abft1' blutiges tzanvwerk von neuem lerd- auf der Eisenbahn oder in einem Hafenorte begegnet ist, hätten zweifelhaft sein können! Der Präfekt von Campodasso antwortete:„Es ist das Elend, welches die Bauern zur Auswanderung drängt"; der von Cosenza:„Das Elend ist die Hauptursache der Emigration"; der von Catanzaro: „Die hervorragendste Uisache der Auswanderung ist die äußerst dürftige Entlohnung der ländlichenArdeiter und auch der Umstand, daß dieselben oft arbeitslos find"; der Präfekt von Potenza derichtete:„Die Löhne reichen nicht zur Befriedizuna der dringendsten Lebensbedürfnisse aus; die Wucherzrnsen erreichen oft llO pCt."; der von Salerno: „Die Auswanderung wird veranlaßt durch die Misöre und die unzureichenden Löhne"; der von Benevent:„Die Landardeiter erhalten einen Lohn, der kaum ausreicht, das Leben zu fristen"; der von Reggio in Calabricn: „Einzige Triebfeder der Auswanderung ist das Elend"; der von Avellino:„Das Elend ist die erste Ursache der Emigration" u. s. w. Dem gegenüber schlägt die Regie« rung ein Gesetz vor, welches die Möglichkeit der Auswanderung erschweren soll! Statt die Ursachen zu beseitigen, will fie die Resultate bekämpfen. Scharfe Beaufstchtigung der Aus- wanderungs« Agenten, Erschwerung der Auswanderungs- erlaubniß und der Verträge zwischen Emigranten und Schifffahrts» Gesellschaften, polt, eil che Vorkehrungen und Plackereien aller Art sollen die Elenden, welche anderwärts eine weniger stiefmütterliche Heimath suchen, an die Scholle bannen. Sie können selbstredend keinen anderen Erfolg haben, als die Auswandemng zu einer heimlichen zu machen und aus den nationalen noch den ausländischen Häfen zu treiben. Die Ergebnisse werden die sein, daß der Abficht des Gesetzes gerade entgegengesetzte Folgen eintreten. Die Erhebungen über die Auswanderung und die Auffindung von Heilmitteln für ihre wahren Ursachen werden erschwert werden. Der Auswanderer wird größerem R fiko und Aufwand unterworfen. Die inlän- bische schifffahrt wird zu Gunsten der ausländischen benachthelligt." Herr Crispi würde gut daran thun, wenn er seinem Freunde im Sachsenwalde, dem Fürsten Bismarck, von dem Resultat der amtlichen italienischen En q rete gelegentlich Mit- ihetlung machen würde. Der Herr Reichskanzler huldigt be» kanntlich der ebenso optimistischen, wie durch die Thatsachen nicht bekräftigten Anschauuna, daß die Leute aus lauter Wohlhabenheit zum Wandelstabe areifen und über das große Waffer gehen. Thatsächlich ist die Ursache der wachsenden Auswandemng das soziale Elend, die Roth, die Masscnarmuth im Staate des Sozialistengesetzes, wie im Lande, wo die Zitronen dlüb'n. Aber es ist nicht dlos auf den Fluren Hes- periens die Eigenthümlichkeit bürgerlicher Staatsweisbeit, an den Wirlungen hemmzuquacksalbem, anstatt dm Ursachm des Uebels auf den Leid zu gehen. Dr. Eisenbart ist noch immer nicht gestorben; auf dem Gebiete der Politik triumphirt er zum mindesten. Uon einem neue« Zwischenfall, der fich an der deutsch-französischen Grenze zugetragen haben soll, weiß das„Berl. Tagebl." zu melden. Es läßt fich au° der Stühe von Belfort folgendes telegraphiren:„In der Nähe von Chavannes les Grands verfolgten drei franzöfische Jäger einen angeschossenen Rehdock auf deutsches Gebiet; von einem hinzukommenden deutschen Förster aufgefordert, fich zurückzuziehen, leistttm fie nicht Folge, worauf der deutsche Förster schätz und einen der franzöfischen Jäger leicht verwundete. Die Geschichte ist bisher streng geheim gehalten wordm."— Bestätigung bleibt abzuwarten. Ma« beabstchtigt gewesen sei» soll. Die„Krzztg." schreibt in einer Erö temng über den Ausfall der Landtags- wahlm:„Hätte Se. Maj. der König, wie er es ursprüng- lich beabsichtigt haben soll, Herrn v. Puttkamer wieder zum Minister des Innern ernannt, so würde dieser eine entschiedenere Unterstützung denn je im preußischen Landtage gefuadm haben."— So, so! Znieressaut« Erfahrung»». Der„Vosstlchcn Zeitung" wird aus Dresden gemeldet: Die Mstitälintendantur benach- richtigte den LandeSkulturraih, daß übermäßige Preisforderungen nebst unzureichendem Angebote der Landwirthe den Proviant- ämtern die Bedarfsdeckung aus erster Hand unmöglich machten. Kci der Neichotago-Ersatzwahl in MeUe-Liephotk find bis jetzt für Dr. Sattler(natlib.) 2424. für v. Arnswaldt (Welke) 2060, für Droop(frcis.) 601 Stimme gezählt. Bei der Wahl am 21. Februar 1887 wurden von 18 896 Wahlberechtigten des Wahlkreises 14 866 giltige Stimmen abgegeben und Dr. Sattler mit 7628 Stimmen gewählt, während 1113 auf den frerfinnigen und 6130 auf den deutsch.hannoverschen Kandidaten Frankreich. Der französische Minister des Auswärtigen, G o b l e t, hat in der letzten Sitzung der Adgeordnetmkammer die Gelegenheit der Berathung des auswärtigen Budgets zu abermaligen ernsthaften Friedmsverficherungen benutzt. Weitet erscheint noch beachtenswerth die Abstimmung der Kammer über den Antrag, den Botschafterposten beim Vatikan admschasfen. Herr Godlet wollte dem Papst jetzt diese Demu» thigung nicht anthun, wenn er im übrigen auch die Wieder- deckung des ThäterS führen könnten. Es konnte nicht einmal Zett und Stunde des Mordes festgestellt werden. Eine Zeugin b.kundetc, daß fie am Donnerstag um Mitternacht die Ermor» d.-te in Begleitung eines Mannes ihr Haus betreten sah, und ste fügte hinzu, daß fie im Stande sei, den Mann zu identi. fiziren, wenn fie ihn wieder sehe. Andere Zeugen erklarten, daß ste zwischen 3 und 4 Uhr am Freitag Morgen Jemanden „Mord" schreien hörten. Eine Zeugin bekundete indeß, daß fie die Kelly am Freitag Morgen um halb 9 Uhr noch gesehen habe. Die Geschworenen gaben nach kurzer Berathung ihren Wahrspmch auf vorsätzlichen Mord, begangen von einer oder mehreren Personen, ab. «in? G»inn»r««g an Ktanliq theilt man der„Weser- Zeitung" auS B.üffel mit: Stanley hatte fich im Laufe der Jahre ein ganz ansehnliches Vermögen erworden; der„New- York Herald" hatte ihn glänzend desoloet, von Belgien bezog er als Ko.-rgogouvemeur jährlich 100000 Franks und seine Schriften hatten ihm auch die beträchtliche Summen eingebracht. So ließ er fich vor zwei Jahren in London nieder und bewohnte in der New Bondstreet ein Häuschen; er war 46 Jahre alt. Da lernte er eine anmuthize aber wenig de- mittelte junge Engländerin kennen, verliebte fich in ste und fand auch deren Zuneigung. So kühn und verwegen S'.anleu aber auf seinen Forschungsreisen war, so schüchtern war er in den Salons und bei Damen. Er traute fich nicht, der von ihm Geliebten seine Liebe einzugcsteben. und wandte sich daher an ess-Käes&s »te'wsiw»;« nach Kairo, der ersten Etappe des neuen Unternehmens, ab. mmm Herstellung der weltlichen Macht des Papstes für einen Wahn erklärte, an dessen Verwirklichung das republikanische Frankreich nicht mithelfen werde. Trotz dieser Rede stimmten alle R a- dikalen, also die Anhänger des Ministeriums, 217 Mann stark, für die Abschaffung der Botschaft und nur die 307 Stimmen der Rechten und Opportunisten retteten die Bot» schaft und Godlet. Weiter wird noch über die Sitzung berichtet: In der Kammer verlangte der Boulangist Köchlin-Schwartz, Elsässer und ehemaliger Maire des achten Pariser Stadtbezirks, die Abschaffung der ftanzöstschen Gesandtschaft in München und fragte, od es wahr sei. daß die Regierung das Recht der Durch» suchung französischer Sch ffe in den Gewässern von Sanfibar zu- gestanden habe.„Ich bin", fuhr er fort,„erstaunt und tief be« trübt, daß man in einem fremden Parlament hat sagen können, daß hier Minister fitzen, welche fröhlichen Herzens zugestimmt haben, daß deutsche Schiffe franzöfische anhalten, um fie dieser tiefsten Demuthigung der Durcksuchung auszusetzen. Nehmen wir die wahr Haft franzöfische Uederlieferung der Bewegung und des Handelns wieder auf, dann werden wir Vertrauen haben und wissen, daß wir auf Sie rechnen können. Seien wir vorsichtig! Gut. aber seien wir auch stark, fürchten wir nicht, es zu zeigen, damit alle Freunde wie Feinde wissen, daß Jeder, der die Spitze des Degens Frankreichs abfeilen will, uns zu allen Wichten bereit und zu allen Opfern entschlossen finden würde." Minister Goblet erwiderte:„Obne Zweifel rechtfertigt die aus- wältige Lage unsere ganze Wachsamkeit, aber wir können fie kallblütig beobachten. Frankreich bedroht niemand. Mit seinen inneren Schwierigkeiten und der Vorbereitung seiner Weltaus- stellung beschäftigt, hegt es leinen Plan ferner Abenteuer oder Eroberungen, der im Auslande Empfindlichkeiten wachrufen; könnte. Wo es stchere Rechte defitzt, da beabstchtiat Frankreich, fie mit Festigkeit, wenn auch mit der einer Großmacht ge» ziemenden Mäßigung zu üben. Meine Pflicht, der ich nicht untreu werde, ist, Frankreichs Würde und Interessen wahrzu» nehmen, ohne zu vergessen, daß der Friede dos höhere Interesse unseres Landes wie aller gefittetm Völker ist." Der sozialillische Deputirte Basly benachrichtigte den Finanzminister Peytral, daß er am Donnerstag einen An- trog auf Abschaffung der Getreidezölle einbringen werde. Kelgie«. Da die zehn Vorstädte der belgischen Hauptstadt ihre selbst- ständige Gemeindeverwaltung haben, so umfaßt die städtische Verwaltung Brüssels nur 177 523 Einwohner. Für diese Verwaltung find 259 Beamte angestellt, welche 690 000 Franks an Gehältern beziehen. Wie ansehnlich das ist, bewkist die Tbatsache, daß im Jabre 1869 die Brüsseler Stadtverwaltung 1 69 865 Einwohner umfaßte, also nur 7653 Seelen weniger als heute, und nur 305 000 Franks kostete. Trotz dieser Vermehmng der Beamten fehlt es an ernster Ordnung und Aufficht, und in der städtischen Kassenverwaltung herrschen erschreckende Zustände. Stachdem erst kürlich ein Kassenbeamter ein ganzes Packet Stadt- loose, darunter ein Gewinnloos von 100000 Franks, gestohlen und zum Thell verfUdert hatte, haben die jetzt bekannt gewor» denen Spitzbübereien, die seit 10 Jadren in der Ver» waltung der Anleihen verübt werden� eine um so hochgradigere Aufregung hervorgerufen, als bei der großen Verbreitung der Brüsseler Stadtloose in allen Ländern auch das Ausland an der geordneten Finanzverwallung der Stadt das höchste Interesse hat. Hat schon die im vori- gen Jabre stattgehabte Konvertiruug aller Loosanleihen Mißvergnügen hervorgerufen, so werden die in der letzten Sitzung des Brüsseler Gemeinderaths zu Tage getretenen Ent- hullungen auck» im Auslande ein berechtigtes Aufsehen hervor- rufen. Das Mitglied des Gemeinderaths, Herr Advokat Lepage, hatte eine Interpellation über die Unterschlagungen in der Stadtkaffe an das Schöffenkollegium gerichtit. Infolge dessen war der Sitzungssaal überfüllt; man erwartete Enthüllungen und die Verhandlungeit nahmen in der That einen geradem verblüffenden Verlauf. Nachdem Herr Lepage„im Interesse der Integrität der Stadtverwaltung" sein Bedauem ausgesprochen hatte, daß die Kenntniß von den Unterschlagungen nur durch die Presse in das Publikum gedrungen sei, während dos Kalle» gium die Pflicht halte, sofott öffentlich davon Kenntniß zu geben, forderte er eine„vollständige" Auskunft über die Unterschleife. Herr Kämmerer Walravens verlas eine lange Erklärung. Das Kollegium habe bisher nur die Beweise dafür, daß 32 625 Frks. unterschlagen worden seien; bei der Anleihe von 1872 seien je 15 000 Frks. zwei Male auf gefälschte Gewinnloose bezahlt worden und bei der Anleihe von 1867 seien auf dieselbe Weise 26.5 Franks unterschlagen. Die Beamten hätten, was seit 1884 abgeschafft worden sei, ohne Aufficht 14000 nicht nummerirte Obligationen zum Ersätze beschädigter Loose unter fich gehabt; die Unterschlagungen seien unter der früheren Verwaltung degangen und erst jetzt bei der Konvertirung entdeckt worden. Außer jenen 32 625 Franks seien aber noch wertere Unterschleife vorhanden; denn bei einzelnen Anleihen seien die vorhandenen Bestände nicht ausreichend, um die noch im Umlaufe befindlichen Loose einzulösen, bei anderen wären große Fehlbeträge vorhanden. Wie hoch die Unterschlagungen seien, wisse das Kollegium nicht, dazu bedürfe es noch„langer" Untersuchungen, unter der weniger entwickelte Junge vor. Es ist somit der Beweis ge- bracht, daß auch der Hai ledendige Junge zur Welt dringt, und die vielfach vertretene Anficht, daß seine Fortpflanzung nur durch Laichen erfolge, eine irrige ist. Aeltere in Marinediensten stehende Leute, welche mehrfach Gelegenheit hatten, an Bord während der Reise Haifische zu fangen, wollen übrigens eben- falls die Beobachtung gemacht haben, daß fich im Innern des Fisches lebendige Junge vorfanden. Der gefangene Hai wird von sachkundiger Hand zur Aufbewahrung präparirt. ,, Madras ist am 4. d. Mts. von einem heftigen Zyklon heimgesucht worden. Ein aus 19 Waggons bestehender Ersen» dabnzug wurde umgeweht. Dem Dampfer„Bhundara", welcher 627 Kulis an Bord hatte, wurden die Feuer von dem herein» strömenden Wasser ausgelöscht. 5 Kulis wurden getödtet und 14 etnstlich verletzt. Man hofft, daß auf dm Sturm allgemeiner Regen folgen wird. Mtttler weile werden Vorbereitungen ge- troffen, um der drohenden Hungersnoth entgegenzutreten. In Guzerat, Kankan, Kattyawar und Nasfik starben die Saaten ab, und im Punjab, den mittleren Provinzen, Rajpootana und Hyderadad leiden fie auch vom Wassermangel. In Orissa henscht schon jetzt große Roth, während im Garjam- Distrikt alles außer Rand und Band geratben ist. Es find großartige Korndrebstahle vorgekommen und 72 Leute verhaftet worden In Aska wurde eine Volksversammlung abgehalten, welche die Regiemna um milstärischen Schutz ersuchte und dieselbe auf« widerte, Nothbauten zu unternehmen. Der Steuereinnehmer in Vrzaaatapan hat auch telegraphisch um Entsendung von Truppen notS) Vizianagram gebeten. Angesichts der finanziellen Schwierig» keltm, welche im nächsten Jahre eintreten werden, ist eS jcbaffunz der Baumwolleneinfuyrzölle"w nochmalige°Eiwägung Lstlift- Kownoei,,@ouDememenfcä»3eitunfl". war man ge» vorzuschreiben, alles mit Kreide auf die Waggons Geschriebene auszulöschen. Diese Maßregel wurde dadurch hervorgerufen, daß in zahlreichen Fallen russische Handelsleute ihre Korrespondenz über Handels», Börsen« und andere Geschäfte durch kurze hieroglyphische Notizen auf den Eisenbahnwagen glücklich ersetzten. Die neue Verständigung war ihnen doppelt vorthellhaft; die Nachrichten wurden früher als per Post zugestellt und kosteten nichts. jetzigen Vknvalwng seien derartige Diese Srvämng rief einen wahrm Entrüslurgssturm Vorkommnisse unmöglich. ______________.>rm hervor, und nun folgten die üderroschendsten Enthüllunae» Schlag auf Schlag. Sofort erhob sich Herr Lepage:„Das Kollegium svricht nicht die Wahrheit; das Pudltlum muß die volle Wahr- heit erfahren; ich beantrage die Veranstaltung einer voll- ständigen Enquete." Obwohl Bürgermeister Buls sich dedlte. diesem Antrage„Namens des Kollegiums" beizutreten, half ihm das nichts. Herr Useux wies nach, daß das Kollegium schon seit Juni 1887 die Sachlage gekannt, aber verschwiegen hat. Herr Hlgvacrt berichtete, daß bei der Anleihe von 1867 92 000 Fils., bei der von 1374 94 000 Frks. fehlen. Herr Martin y glaubt nicht, daß den Tobten die Verantwortlichkeit aufgebürdet werden könne, und Herr Lepage erklärt, daß ihm der Kämmerer Walravens selbst schon im August mitg theilt habe, die bis dahin festgestellten Unterschleife überschritten 230 000 Frks.! Das mußte der Kämmerer eingestehen. Noch erbaulicher war eine weitere Enthüllung des Herrn Lepage. Darnach ist nicht nur die Stadt, sondern auch das Publikum schwer geschädigt worden.„Es ist mehr als wahrscheinlich, daß sicher mit großen Gewinnen herausgekommene Loose bei der Konvertirung nur 100 Frks. erhalten haben, weil die großen Gewinne schon bei der Vorzeigung der gefälschten Loose ausbe- zahlt worden waren." Schließlich fand der Antrag auf Ein- sevung einer Enquete einstimmige Annahme; es ist sicher, daß noch wettere Enthüllungen zu erwarten find. Der Kredtt der Stadt wird jedenfalls darunter schwer zu leiden haben. $***$*%. Die Ruhestörungen in Madrid hatten keineswegs blo§ den Charakter, daß die Studenten gegen die konservativen Maßnahmen protestiren wollten. Der Zivttgouverneur ettte her- bei, li-i die Theilnehmcr an der Kundgebung zerstreuen und neun Verhaftungen vornehmen. Er erließ außerdem eine Pro- klamation, durch welche jede Ansammlung auf der Straße ver« boten wird. Sagasta mußte der Königin- R-gentin von neuem berichten, wobei er konstatirte, daß nickt weniger als 15 000 Personen an den Demonstrationen am Sonntag Theil genommen haben sollen. Das Organ Canovas' del Castillo, die„Epoca", versichert, daß die Theilnchmer an den Ruhestörungen keines wegs wirkliche Studenten, sondern auch anderen Klassen ange- hörende Feinde der Monarchie waren, die zu wiederholten Malen den Ruf vernehmen ließen:„Es lebe die Repudlrk! Es lebe Zottlla!" Falka» lander. Es ging daS Gerücht, auf den Fürsten Ferdinand von Bulgarien wäre ein Attentat gemacht worden. Dieses Gerückt hat sich als unrichtig herausgestellt. Den Grund für sein Entstehen dürfte eine Meldung der„Korr. de l'Est" aus Sofia gegeben haben, wonach der cbemalizt� reichische Hauptmann Hertzberg, gegenwärtig Mitglied n Geheimpolizei, den Fürsten vor einem AnsMi stantinopeler>.____________...________________ seinen Thron, vielleicht auch auf sein Leben, gewarnt hat, i von einer neuen, in der Bildung begriffenen Bande«j soll. Behufs direkter Erbebungen sandte der Fürst zweit nach Konstantinopel.— Es handelt sich also anscheinend eine Polizeiphantafie. z >'. m AmerIK»., Bei den Wahlmännerwahlen in den Berel njOr Staaten find nach den neuesten Feststellungen NM 233, sondern 239 republikanische Wahlmänner gewählt Cleoetand wird also nur 162 Stimmen haben. Am Sonntag war der Jahrestag der Hinrichtunz Anarchisten in C h i k a g o. Zu ihrem G-däcktniß außerhalb des Weichbildes der Stadt eine, wie selbst blätter schähen, von etwa 5000 Menschm besuchte Vettam�.»st neuerl abgehalten Die gehaltenen Reden waren, derselben O## TO Fieber. E folge, gemäßigt. Es wurde ein Brief vorgelesen, welche»?' ,�°"da nach am Vorabend der Hinrichtung an seine Kinder geschrieben.«ete Ottscha Jag in welchem er fie zum Fleiße und zur Treue und Bei ermahnte. Auch an anderen Stellen fanden# Meetings statt, die fich durch ihre Würde und zeichneten. Theater. Freitag, den 16. November. Der Waffenschmied. i***. Geschloffen. ______ Madame Bonivard. Vor« her: Der dritte Kopf. fefttarCilMtar. Freund Fritz. Kitsches Theater. Die beiden Leonoren. Friedrich- WUheimstadttfch- Theater. Kakadu. Miht-ria-Theate» Die Reise in die Pyre- näen. Uep»«»» Theater. Die Wildente. LeileaAkmee-Theater. Der Rattenfänger von Hameln._ tvsUr» Theater. Die Burgfrau von Oestrot. KSartgstädtische« Theater. Kean, oder: Leidenschaft und Genie. Temtral-T hearer. Schmetterlinge. chdrtf«rach-Thrater. Die drei Grazien. tum»'»»~......" tzartchit. Spezialttäten-Vor« Smrerrdta» Theater. Spezialitäten« Vor« Theater de» fUichehalU« t Spezialttaten- «orttellung. Svezialitäten-Vorstellung. Berliner Theater. Freitag, den 16. November: 9. Abonnements- Vorstellung. Der Königotieutenant. Dramatisches Zeitbild aus Goethe's Jugend in 4 Atten von K. Gutzkow. (Friedlich Haase.) Anfang 7 Uhr. Sonnabend, den 17. November: Demetrius. Tragödie in 5 Akten von Schiller-Laube. (Clara Ziegler.) Anfang 7 Uhr. Sonntag, den 18. November: Uriet Arofta. (Esther: Clara Ziegler. Alida: Friedrich Haase.) — Anfang 7 Uhr.—_ American Theater. Walinerlheateretpasse Mr. 15. Berliner SctaOnheita-Konhnrrenz. Die Tameaux werden von in»»r»ta g» dar»«»« Kchö«heite» dargestellt. Erstes Bild: jifcheodrSdel noch F. Htddemann: Frl. Martha Kögel. Z veites Bild: Unter nach P. Thumann: Frl.* Drittes lüo: Haff«»«s nach C v. Bodenhausen: Frl.**. Biettes B-ld: Da» Wasser nach G. Graf: Frl.***. Fünftes Brl: Hache« der Himmel nach Raphael: Fräul. Edse Elsner und die übrigen vier Damen.(Die mit ♦ ♦♦*♦* bezeichneten Damen wünschen ungenannt zu bleiben) Neu!! Alpenveilchen- Terzett. Auftr. des Schattenfilhouettitten Gadar Aldeeti, des urkomischm Aendi» und Uenma«« „Bltemchen". Anfang 7* Uhr. Sonntag? 6% Uhr. Villet-Vorvelkauf ohne Aufgeld im„In validendank" und Vormittags von 11—1 uh an der Tbeaterkafie.[80 Oirkns(i. Schumann. Frtthrtch• Karl. Ufer. Ecke Karlstraße. (Im früberen ZirkuS K r e m b s e r.) tittSST Der Tirduo ist gut geheizt und Segen D»g geschützt. Freitag, den 16. November, Abends 7j Uhr: Graaae ausserordentl. Vorstellung. Brsondeis hervorzuhidenfind: Zum 2. Male Di» 18 Gladiatoren(Äannorbiider). _________________.W>........ Auf rrete« des berühmten Akrodatic- Bicyclists und Nonacyclists. Troupe Billion Grand. Quadrille deS Cloches de Corneville, m. Glockenspiel, geritten von 6 Damen und 6 Herren. Tandem mit vier Schulpferden, ger. von Herrn Ernst Schumann. Austreten der mufikaliscken Klowns Gebr. Kulper, des Jockeyreiters Mr. Bedini, des Jongleurs zu Pferde Jos Hodgini, Mr. Melas als Affenmensch. Aontmrenz- Springen der engl. Volldlut-Jaad- pferde Ringlet und Siegride, gerttten von Frl. Matths und Adele. Retonde americain, Salto- mortales über eine Anzahl Pferde. Ein Karoussel mit 8 Rapphengsten, dargestellt von Herrn Max Schumann. Komische Entrecs sämmtl. Klowns. Sonnabend, den 17. November, Abends 7( Uhr: Große Galavorstellung tntt neuem Programm. Königs-Tunnel des Grand Hotel am Aleranderplatz. Täglich: Instrumenftal-Concert. Anfang 7 Uhr. Entree stet. Gustav Kunze. Bf Me«! Zweite b queme Wanderung durch Peteeodnrg. Ausgrabung von Pompeji. Potsdam und der Trauerzug Aaifer Friedrich». Entree& Cycl. 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Adonn. OSttbrucher /elt-GSuse, auch ausgenommen und getheill, Leber, Liesen und Klein, sowie sämmt- liches GetlOgel empfiehlt billigst —— 514 5. Michaelkirchstr. 5. Muzelne Sopha-Hezüge!! in Rip», Damast nnd Fantastestoff»» für die Hülste! N# 158» SSfEmU LeföTre.?�- Soeben erschien: Aoöert Alum «nd seine Zeit von Wilhelm Liebknecht. „Nodert Dlnm«nd sein» Zeit" erscheint in 5 Heften, zusammen zirka 20 Bogen stark. Der Preis des Heftes beträgt LS P,'; nach auswätts erfolgt gegen Em. sendung von je 85 Pf. Frankozusenduna eines jeden einzelnen Heftes. Die fünf Hefte znfamme« versenden wtt franko zu Itt. 1,45 gegen Einsendung dieses Bekages in daar oder Marken. � �. Gebunden kann das Werk nach Erscheinen zu M. 1,75 dezogen werden. Wir unterlassen es, den Jnhatt des WerkeS besonders anzupreisen; der Stoff, welcher dem Werke zu Gmnde liegt, und der Name des Verfassers bürgen für eine äußerst gediegene Arbeit, die in keiner Arbeiterdibliothek fehlen sollte. Das Werk ist sehr gut ausgestattet, der Preis billigst gestellt._____ tmm Heft 1 und L sind soeben erschiene«. GWM Die GffpedMon. Zimmerttrahe 44. Wiederverb äufer erhalten Kabatt. Mg» uiÖMte Aus wahr, icotm Gesunnaa cnr.pc w»o, von 3 l»(. per iUU au. 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Um zahlreiches Erscheinen ersucht 1250] Der Dorstand. C ss-slliche llerfammliiiiz der Sattler u. Verussgen. von Kerlin und Kmgegeud om Sonnabend, den 7. d. Älts, Abends 8j Uhr, in Gratwett's Bierhallen, Kommandanten» straße 77-79. Tages-Ordnung: 1. Berichterstattung der Lrgmisations-Kom- misston. 2. Wertere Beschlußfassung über die Organi- sation. 3. Verschiedenes. KB. Das eigene Interesse unserer Kollegen, erfordert allseiliges Erscheinen. Zur Deckung der Unkosten Entree nach Belieben. 1249]__ Die Kommission. Die Mitglieder der Ortskrankenkaffe der Maurer werden zur Wahl von 216 Vertretern für die Versammlung auf General- Konnt'g, den 18. November ct., Vormittags 10 Uhr, nach Große Frankfn-terstraße 117 hierdurch eingeladen. Das Quittungsbuch berechtigt zum Eintritt.[1244 Der Dorstand der Ortskrankenkaste d.Manrer. L. Lüvke. Betdke. Reinickendolf. Große öffentliche Arbeiter- Httsmliniz am K-nntag, den 18. Nov., Vo-m. 114 Uhr, im Restaurant Lüdicke, Amenvestroße 1. Tages-Ordnung: 1. Di- Kozis r-f-r««nd die Alter«. und Invalide« o-rs-rgnng.(Referent: H�rr Otto Krumpf.) 2. Diskussion. 1251] Der Tinbernfer. Jede Ahr wird für M. 1,50 unter Garantie des Gut. gehens gereinigt und repariit. Wanduhren werden gratis abaebott und aufgehängt, auch auf sckriftl. Bestellung. Patentaläser 10 Pf. Uhrschlüffel grati».[1219 M GyOwrr 15. Möbel, Spiegel u. Roisterwaeren eigener Fabril�vegen Ettparung der Ladenmiethe Kager«nd Perkavf««r Hof pari. Zahlung nach Ueb ereinkunft.[802 Todes- Anzeig«. Am 14. d. M., Ztachmittags 24 Uhr, nach kurzem, aber schwerem Krankenlager Rest lieber älfann, der Restaurateur Gustav Trumpf) im 46. Lebensjahre. Die Beerdigung Sonntag Nachmittag 3 Uhr von der" Wilhelmsberg aus statt. % bis 150 E, Mf. Ztg." "rd-v, weil 'haben u bekannter' 5% sticht mehr, 'r der Gest 0 schlich Die trauernde Wittwe nebst 2� taüfjej£ Am 14. d. M., Nachm. 4 Uhr, v�... langem Leiden meine innig geliebte Ig Schwester Louise Krumholz im 29 Jahren. Die Beerdigung findet«*, 1 tag, den 18. d. M, Nachm. 3 Uhr, vo« un hause Kirckl irchhof, Landsberger Thor, aus statt. Mannes erwiesen haben, unfern innigst� V bei dieser 1248] Wittwe Znmpe und l°"'---- lH letzte Ehre, welche sie uns beim Begräbm gl die Stadt Wir sagen allen Kollegen, Verei.isafff! und Bekannten für die herzliche Theilnai�A lebte Ebre. welche fie uns beim Bearäbnu« en| odt. vorhanoenm 380 Mtut-rpaletot» u. 870 hochfeine«, Wintermäntel verkaufe ich nur bi» nacht n, um damit zu räumen, zu hochelegante« ji>Sfin22®e' WS™, (Weidenweg 5) nach dem St. � fi Itonbent der 3 I ialt, mein Wo kommen Sie mit dem schönen, ��iiille der Von aus der Neanderstraße- fedet New me unter ech-MlchbiV«>MN Lacke, AeudnM ___ Gcke Kchmidltroße. cWe Verhe Herren- und Knaden-Garderobeö eigener Werkstatt. Groß« Anomakl von Ktoffe» Anfertigung nach Maaß m eigener W' gut fitzend und sauber gearbeitet, r Preisen. Ad. Kunitz, S: SS„VÄ sÄsl Umtcrpalttoli für Herren und Damm, Anzüge. 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Druck und Verlag von War Osktng in Bettin 8W..«eutbfträß�- ebemdfj'f »U lornt hat, o* Sande cheinaid 0 Beilage zum Berliner Volksblatt. °nZ-'n'Ä''»'. m. gewählt ffc- HinrichtunS i-d-chtniß« Freitag, den 10, November 1888 5. Solu*; feibftswa®ö8 gelöe fie&er in Imcrila ifc Verk«!�» Die neuerdings in den Vereinigten Staaten ausgebrochene elben Dig yieder> Epidemie hat sich von Tampa und Jacksonville welchen?« 7 ,»wrida nach verschiedenen Richtungen weiter gesckried«! Ortschaften ergriffen. In Jacksonville � � dls 150 Eclrankungen—1- iMNtf. Ztz." oefichrichcn "d% ien Ge. und Ruhe Tampa und Jackkonville : verbreitet und _____________ kommen täglich .......... vor. Die Sterblichkeit ist, wie der arg.- geschrieben wird, in den letzten Tagen g-ringer «Ji t«veil alle Weißen, welche es konnten, die Stadt ver« M haben und die Neger selten an der Krankheit sterben. lk Uhr, ankenloga nP,V (igunfl der 1«aam und die Neger selten an der Krankheit sterben. drkannter Arzt in Jacksonville hat den Ausspruch gcthan, »lein Neger am gelben Fieber sterbe, es sei denn, daß er J Arzt rufen lasse." Zeitungen erscheinen an dem Unglücks- nicht mehr, und mehrere Berichterstatter auswärtiger Blätter, Ilba.Gefahr stch aussetzten, stnd ihr zum Opfer gefallen. fS'STOiedknen Gegenden der Vereinigten Staaten gehen zahl- J» Erträge ein, und die tzilfsausschüffe an Ort und Stelle, Muens aus Personen bestehend, die das Fieder schon gehabt »„Unde« Atübe. die reichen Gaben zweckmäßig zu vcrtheilen. �,A Aerjte und Wärter find von auswärts eingetroffen, darunter fodlechte Charaktere, die man wieder hat ausweisen t J# Leider baden sich auch Diebesbanden eingestellt, die r, vrtSlSj? jj.jWä und die tzilflofigkeit der Behörden denutzen. Als dte wurde, daß an die Bedürftigen Lebensmittel umsonst t im% bei„1?urden, strö-nten die Neger aus der Umgegend her« adet o»,� grkfw � diese Gelegenheit»u Nutze zu machen. Kein Zieger .. tathr„ die Möglichkeit steht, in Nichtsthun Feine Nahrungsmittel werden nur auf bZT der Aerzte für die Kranken verabfolgt. Ein Korre« % einer englisch- amerikanischen Z-itung telegraphirte: � der achte Sonntag sett dem Ausbruch der Epidemie. beute Nachmittag war die Luft klar, und es webte M sobald friste� im KL,„beute Nachmittag war die Luft klar, und es webte j��blerZLind. Wenn ich vom hohen Fenster aus den Bl'ck dii L, T�dt schweifen lasse, erscheint es beinahe unglaublich, dieser scheinbar heitern Natur in den geschlossenen »J?1} Elend, Zerstörung und Tod Hausen sollten. Leichen» «ifc. Jm n mit ihrer Ladung an meinem Fenster vorbei, lito w J!en fuhren Särge vom Bahnhofe nach den Maga- iüi/" W°�.Todtengläber. Diejenigen von uns, welche von An- ...* W« waren und hier geblieben find, haben fich an die tz�uille der Stadt so gewöhnt, daß fie kaum die Zerstörung , T'i* Sl eI!r. welche um sie her stattgefunden hat." Selten er« straßt- S.d't Mensch zum zweiten Male am gelben Fieder. Die uteo("Jl huSl n8e' welche fich in die Fichtenwälder begeben haben ü««» s�®0A unter Zelten oder kleinen Bretterduden leben, definden >ur dit � bL , L®wbe Furcht hat manche nicht weit von Jacksonville ge- »�Ortschaften vor der Einschleppun— t-t*— W v'" n,"a- erfaßt, und die Aus- >ur .cn Die . ar*«avannay m cgieoigra, wd nur ci| nmcu cu» Fieder .-Jttfie Verheerungen anrichtete, ist trotz ihrer ungünstigen su d« verschont geblieben. Die v-rschiedenen Ortschasten Misfisflppi, wo einzelne Erkrankungsfälle vorge- haben bewaffnete Schildwachen aufgestellt, und i�'s'nbaWr"�" nur mit Lebensgefahr fich ihnen nähern. Die lüffen tnü9! buchen in den Orten nicht anhalten, sondern idutchfniL net Schnelligkeit von 40 engl. Meilen die Stunde hnern, �us Jackson, einem Flecken von 1500 Ein» lizifttn äum stößt cn Theil aus Farbigen bestebend. find die AL" /N'fioh-n. Es heißt, die entflohenen Burger und »erbe tro en fast all« Lebensmittel mitgenommen, � �.Mngcl—........= v. ____ MM.■............. und bald swc an Brot eintreten. Uedrigens ist der Ort bei- %% i�t, und die Ueberlebenden machen Anstalten, im s* ben, Wx Zu beziehen. Eine Dip-sche aus Columbus So* i c§tQate berichtet:„Die Aufregung ist hier groß tum»,• Achsen. Zwei Kompagnien Bürgermilitär haben tltnM L-?igen Dienst gemeldet, und Niemand wird in -»toWii aineingelaffen, der aus einer angesteckten oder nur Wnh Irgend kommt. Keine Züge laufen auf den hier Aer üi u Eisenbahnen." Eine Depesche aus Meridian sagt: kann, der flieht. Man bietet 20 Dollars für die �it iu"Ufö Wagens, um damit nur drei englische Meilen r?»flen eu-v, mehrere Tage hinaus find die Gefäh'te r 1 n im voraus destellt. Der Bürger> Ausschuß *»ienWmn,f keine Züge auf der von Vicksburg . in dieses Counly kommen zu fassen." �en?,?�mphis, einer Stadt im Staate Tenneffee, ttahten die Epidemie wüthefe, bis zur Ionen die ............ wo vor ... wird gemeldet:„Seit . große Aufregung, welche fich am ianik steigette. Seit jenem Tage haben itadt verlass.n, meistens Frauen und hascht Hier C.......................................... ■ abt nicht Beförderungsmttt'el gcnug�vorhanden sein WK«ÖIULU ULUUII'"»«»»I»»»>» p.»«v..•»..»• Wl bt'pt. J,0n ihren Angehörigen nordwärts geschickt wurden, Met g.Juttbteten, daß im Falle des Erscheinens des Fieders t ftmie �Fluchtigen fortzuschaffen. Die Geschäfte 3v4mil iliiemand kann bei der eingeführten Ab- M 2 v°m Lande in die Stadt kommen, und jedes Neine K» fttennft letn hat stch gegen die Außenwelt abgeschlossen. , yw.... V-VW---'- U)| V»• W 1 1 y v' . MUiz einzuberufen und fie dem Kommando «!- K r Lake View, 20 Mellen von Memphis, ein, wobei von einer Polizei» Abtheilung in Empfang ge- Achsel„Men. welche scharf darüber wachte, daß der Wagen» Kr sich""» den verschiedenen Bestimmungsoit-n ohne Störung lSbÄUnb keiner der Flüchtlinge in Memphis absteige. WiiTbh Stadt, welche abwesend find, können nicht � Städtchen Decatm, im Staate Alabama, ist das W* löo Krochen und die Einwohner find entflohen bis auf ÜÜfiS Her. Fides*wP?e unterwegs irgendwie anhalten. MMS-M UiN bi"Ä Menschenliebe derichtet, aber auch über Falle, in tö®eft«n L""e rühmliche Ausnahme von allen Städten im �ir,," vn einer vom Mayor der Stadt einberufenen d«erzten und Bürgern wurde beschlossen, den Flüchtlingen ous den GeIbfieber»Distrikten die Thore Louis» villes zu öffnen. Viele Flüchtlinge find dv'.t deretts angelangt. Mit dtesem humanen Beschlüsse hat die Bürgeischast ihre edle Handlung von 1878 wiederholt. Die dortigen Aerzte behaupten» daß Loutsville durch seine Lage vor der Gefahr der Aue drei« tvng der Epidemie geschützt sei. Welche besonderen Gründe für diesen Glauben vorhanden find, wird nicht mitgetheilt. Die Stadt liegt nicht hoch und nicht well genug nach Norden, um ihn zu rechtserligen. Stnd doch selbst New« Dork und Philadelph a nicht vor Ansteckung ficher, und beide Städte haben Vorfichtsmaßregeln gegen Emschleppung der furchtbaren Krankheit angeordnet. In Ziew»Nork ist der englische Gelehrte Proetor, der Florida zu seinem zettwcüigen Aufenthalte erkoren hatte und von dort in anscheinend gesundem Zustande in der Metropole angekommen war, am Fieber gestorben. Im Jahre 1793 wurde das gelbe Fieber von den Antillen nach PMdelphia gebracht, von wo es fich nach New« Nork und sogar nach Boston verbreitete und furchtbare Ver- heerungen anttchtete. Noch im Jahre 1332 wurde New-Uork von dem gelben Fieber heimgesucht, und vor 30 Jahren ver» breitete es Schrecken und Verdeiben in den Dörfern am südöst« lichcn Ufer der Bai von New-Uork, wohin es durch Kleider von einem Schiffe aus West-Jndien gebracht worden war, die ins Wasser geworfen und ans Ufer geschwemmt waren. Der erste Frost vernichtet den Krankheitsstoff und die Bewohner sehen mit unbeschreiblicher Sehnsucht den ersten Bolen des Winters entgegen._ Kommunales. Ktadtverordn-trn-Nersam«l«ntzl. Sitzung vom Donner st ag, den 15. November. Der Stadtverordneten-Vorsteher Stadtv. Dr. Stryck er« öffnet die Sitzung um 5% Uhr mit einer Reihe geschäftlicher Mittheilungen. Die Abthellungen find zusammengetreten und haben die Wahl von 10 Mitgliedern für die gemischte Depu- tation zur Vorderathung über erforderlich erscheinende Abände- rungen der Baupolizei- Ordnung, von 15 Mitgliedern für die gemischte Deputation zur Vorbereitung der Wahl der Bezirks» kommijston für die krasfifizirte Einkommensteuer, von 15 Mit» gliedern für den Ausschuß zur Vorderathung der Vorlage, be« treffend die Verbretterung der Frlldrichstraße zwischen Behren« und Dorotheenstraße und die Anlage einer Pferdeeisendahn in der verbeiterten Friedrichstraße, von 15 Mitgliedern für den Ausschuß zur Vorderathung der Vorlage, betr. die Skizze zum Neubau einer Begrädnißkapelle auf dem Gemeinde-Frtedhofe bei Fricdrichsfelde vollzogen. Nach Eintritt in die Tagesordnung kommen einige Naturalisationsgesuche zur geschäflsordnungsmäßigen Er« ledigung. Es folgt die Berichterstattung, betreff. nd die Hergäbe eines Bauplatzcs zur Erbauung einer Kirche für eine von der Markusgemeinde abzuweisende neue K-rchengemeinde(auf dem stävtischen Armenbearädnrßplatz in der Fttedensstraße) und die Bewilligung eines Zuschusses(200 000 M.) zu den Kosten des Baues dieser Kirche. Der Ausschuß empfiett die Anträge des Magistrats zur An« nahnw.�dt�£ u„ e r j. qs schont, daß daS Losungswort der Kreuzzeitungspartei und der Orthodoxie das Losungswort deS Berliner Magistrats geworden ist. Immer mehr Kirchen wer« den gebaut, immer mehr Geld für diese Zwecke ausgegeben. (Zuruf: Gewiß, das ist ja sehr hübsch.) Schade, daß der Herr Siadtrath Schreiner nicht zugegen ist, er könnte vielleicht am besten darüber Auskunft geben, wie diese Beziehungen zwischen Magistrat und Orthodoxie zu Stande gekommen sind. Eine schöne Anregung ist ja erfolgt, den Weg der Gottseligkeit zu betreten. Ich wünsche dem Magistrat Glück dazu. Ich halte es für unsere Pflicht, die Vor- läge abzulehnen. Einmal bestimmen uns unsere allen Gründe dozu, die schon angeführt find. Andererseits find die Ausgaben für unproduttive Zwecke in letzter Zeit in die Millionen gewachsen. Es find große Summen für Kirchen» bauten, Stiftungen, Denkmäler, Hulvigungsgeschenke ausgegeben worden, die ich mit einer unverdaulichen Speise vergleichen möchte, die dem Magistrat noch lange im Magen liegen wird. Wenn wir demgegenüber daran denken, daß der Winter bevor- steht, wo die Armuth ihre Biöße nicht decken kann, so möchten wir wünschen, daß diese kolossalen Summen für bessere, edle Zwecke verwendet würden. Glauben Sie doch nicht, daß Ihnen die Mehrzabl der Berliner zustimmt. Es zeigt stch, daß die städtischen Körperstasten nicht für wirkliche Volksvettrewngen stch ausgeben können. Es ist eigcnthümtich, daß der Magistrat ....... Privatangelegenheit der Gemeinde von während er gleichzeitig einer Berliner Aberglauben und die Heuchelei in bekämpft und Sittlichkeit und Ver- sutt, das Leben nach Möglichkeit ._____.... Das ist nicht wohlaethan. Ich bedauere besonders, daß derjenige Mann, der das Schulwesen in Berlin in erster Linie vettritt, seine Hand zur Unterschrift für diese Vorlage gereicht hat. Die Vorlage hat das Gute, daß fie zeigt, »u welchen gar nicht zu rechtfertigenden Machinationen gegriffen wird, um gewtffen Wünschen nachzukommen. Dabei hat doch der Kredit der Heiligen abgenommen. Früher hatte St. Markus geben vor. dm geistigen Fottschritt zu untersiutzm. durch die 99 pCt. von Ihnen gar nicht so kirchlich gefinnt, wie Sie fich SMW-ÄVD � �Zum�Wott� meldet fich Niemand, und die Vorlage wird MMMAs«s Nach weit«er,°?ä�«er'DiS!usfion wird der Antrag Vllchow ongemtrnmMU � MagistratSantränge wird durch s ch uUe a?dttStr°b" so g?htm°ewn Ausschuß!"benso* die fich so heftig für die St. Markus engagirt, Schule, die den den oberen Klaffen nunft zu fördern schwer zu machen sucht. Vorlage, betreffend die Erwerbung des von den Grundstücken Alt-Moabit Nr. 23 und 24—25 zur Straßen Verbreiterung er» forderlichen Terrains. Einige Rechnungm werdm dem Rechnungsausschub öder« wiesen. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Schluß 8 Uhr. Es folgt eine nicht öffentliche Sitzung. Kokales. Zur NnrsttzfBhvttng. Ein guter Vorfitzender ist, wie wohl allgemein bekannt, die Seele jedes Vereins, der einen solchm zu defitzen das Glück hat, und umgekehrt kann man sagen, wo es in einem Verein hübsch drunter und drüber geht, da liegt die Schuld am Vorfitzenden. Damit soll indeß nicht gesagt sein, daß die geschäftsführende Person des Vorstandes alles allein mache, immer nur ihrm Kopf durchzusetzen suche und die Mitglieder sozusagen als Stimmvieh behandele; nein, ein guter Vorsitzender thur dies eben nie. Er beschränkt fich nur darauf, fich über alles im Verein und über alles, waS den Verein betrifft, auf dem Laufmden zu halten und die auf» tauchenden Meinungen unter den Mittgliedern, sowie stch de» merklich machende Köpfe, gleichviel ob Parteiführer oder nicht, zu studirm. Wir wollen uns nicht des Breiteren in alle die Obliegen« heiten und nothwendigm Eigenschaften eines guten Vorfitzenden heute vertiefen, wir wollen nur, weil sehr zeitgemäß, jeden Theil der Vorfitzendenpraxis ein wenig ins Licht rücken, bei dem es fich am meisten zeigt, weß Geistes Kind der Votsitzende ist: die Lettung der Versammlung. Diese Leitung setzt fich aus zwei Elementen zusammen, erstlich der Vorbereitung der Versammlung, zweitens der Lettung der Debatten in derselben. Gemeinsam ist man geneigt, das letztere für daß Schwierigere zu halten, meinend, die Vorbereitung einer Versammlung vollziehe fich sozusagen von selber oder jedock durch das Zuthu« einer Reihe von Personen; das ist jedoch ein Jrttbum, der fich u. a. auch doiin zeigt, daß dort, wo ihm gehuldigt wird, nur Ver- sammlungen gehalten werden, wenn„Stoff" da ist, während in gut geleiteten Vereinen die Versammlungen regelmäßig statt- finden und dabei Immer intereffant find. Wir behandeln demnach auch den unseres Erachtens leichteren Tbeil der Vetsammlungs» leitung leichter, den schwierigen Thell hingegen aber etwas ein« gehender. Um die Diskussion einer Versammlung mit Geschick zu führen, dazu gehören ein gutes Auffassungsvermögen, ein wenig Energie und eirige Kenntniß der parlamentarischen Gebräuche. Elftere beiden Requisiten find persönliche Eigenschaften, die, wo fie vorhanden find, fich wohl ausbilden, die fich aber nicht von außen her erwerben lassen: wer fich aber nicht ficher we ß, der sollte nicht nach dem Amt eines Vorfitzenden streben. Die Kenntniß der parlamentarischen Gebräuche erwirbt man sich am besten in gut geletteten Versammlungen, und solche zu besuchm, bietet fich in allen größeren Orten Gelegenheit, in kleineren ist das Studium der käuflich zu habenden Geschäftsordnungs-Zu« sammenstellungen zu empfehlen. Mit diesen drei R-quifiten ausgerüstet, wird ein Bor» fitzender die Debatten nicht durch unnöthige Zwischenredereie» verlängern oder verwirren, er wird fie ficher und mit sachlichem Erfolge leiten— wenn dieselben gut vorbereitet waren. Vor» berettungen erfordert eben jede parlamentarische Debatte, und wenn es die des Reichstages wäre. In unseren Kreisen hapert es aber damit vielfach, auch„schneidige" Vorfiyende machen oft. Fehler, und die Diskusfionsobjette selbst, wie auch das Interesse an den Versammlungen kommen dabei zu Schaden. Darauf hinzuweisen ist in der bewegten Gegenwart von ganz besonderer Wichtigkeit. Beispiele deweisen, sagt daS Sprichwort, dämm wollen wir uns, ehe wir in den Gegenstand selbst eintreten, in der jetzigen Praxis etwas umschauen. Viele Vereinsleiter machen, wie schon angedeutet, den Fehler, daß fie die Dinge an fich heran- kommen lassen, während fie ihnen klaren Kopfes entgegen gehen müßten. So lassen fie entweder den Stoff fich häufen, bis er für eine Versammlung„zulangt", oder fie verlaffm sich darauf, daß andere etwas bringen werden; meist verlieren sie dann die Herrschast über die Motette oder fie werden die Geister, die fie riefen, nicht wieder loS. Manchmal ist auch das verehr- liche Votttandskolleglum nicht mtt dem Vorfitzenden in solcher Ueberttnstimmung, daß dieser von allem unterrichtet sttn könnte. und am meisten ereignet es fich, daß die Vorfitzenden den TageS» Ordnungen kein für die Mitglieder anziehendes Aeußere zu geben wissen. Da find vor allem zwtt Ausdrücke, hinter denen fich gar oft die größte Gedankenlofigkttt versteckt; es find dies die Worte:„Verschiedenes" und„Besprechung über Lohnauf« beffemng". Unter„Verschiedenes" versteht man unter den Mitglieder« kreisen nicht mehr und nicht weniger als das, was ,. B. meist in den Korrespondenzen zu lesm ist. Wegen solcher Mttthtt» lungen geht kein Mensch in eine Versammlung. Ost genug aber taucht in dem und jenem Verttne hinter dem unlcheinbaren Wölkchen eine ganz selbstständige Frage von großer Wichtig« kett auf, und mangels genügender Information entsteht eine Mttnunasoerschieoenheit von selcher Länge, daß darüber die ganze übrige Tagesordnung dre Bank herunterrutscht. Die Nlchtdagewisenen wundern sich dann, daß man über einen Gegenstand verhandelte, der Alle interesfitte, der aber nicht auf der Tagesordnung stand. Von ominöserer Wirkung noch ist das Rubrum„Be- svrechung über Lohnaufbesserung". Dies ist eine ausgezeickrnte Eselsbrücke bei Stoffmangel, denn darüber läßt fich immer etwas sagen, und wenn dem verehrlichen Vorstande einmal der Faden ausgeht, spinnen ihn andere Leute schon weiter. Leider kommt dabei häuflz nichts heraus, und das aus dem Grunde, weil diese standige und vetttählte Redensart auf die Mitglieder keine Zugkraft übt, well fie oft genug schon enttäuscht aus einer solchen„Besprechung über Lohnaufbesserung" nach Hause gingen. Der ttne lächelt, wenn er den Ruf vernimmt über den seiner Meinung nach vorausfichllichen„Kohl". der zweite furchtet schon den Streik, der dritte freut fich auf den Streik, der vierte glaubt, ihm solle der Kopf aewaschen werden, und erst der fünfte bereitet fich auf Eventualitäten vor; wenn dann die Mitgliedschaft, die stch regelmäßig aus diesen fünf Fünfteln zusammensetzt, zur„Be- sprechung"' kommt und der Vorstand schlecht dittgirt, dann behalt das erste Fünftel recht, es springt dabei nichts heraus als— Kohl. „So ging eS und fo geht eS noch heute." So soll es aber nickt geben und eS ist deshalb nöthia, daß die Vorderettung der Versammlungen darnach eingettchtet werde. Es nützt einem Vorfitzenden auch die glänzendste Debattcnfübrung nicht«, wenn es ihm nicht vorher gelungen, sämmtliche Fäden des Vereins» ledenS in sttner Hand zu verttnigen, natürlich nicht zu de» Zwecke, um wie auf dem Puppentheater zu diripiren, sondern nur. um über alles informirt zu sein und allen Eoentualitätsn gegenüber die Fassung zu bewahren. Zu einer zweckmäßigen Norbcreitung der Versammlungs« leitung gehört in erster Linie, daß der Vorstand von allen Vor« gängen im Verein untcnichtet ist; wie er sich diese Kenntntß «erschafft, ist nickt nöthig auseinander zu setzen, ein intelligenter Aopf wird sich schon zu helfen wissen. Zweites Ersordermß ist, daß das Vorstandskollegium vor der Versammlung stets solidarisch erscheine, das heißt, daß es wenn es eine Meinung anzugeben hat, über einen Punkt nur einer Meinung Ausdruck gebe. Stellt der Vorsitzende dann eine Versammlungs- Tagesordnung fest, so gewinnt er sawmt seinem Kollegium eine fichere Stellung und wird von der Meinung der Versammlung und ihrer Parteien nicht überrascht. Die Tagesordnung selbst soll ein solches Aussehen baden, daß fie den Mitgliedern Interesse einflößt; es muß ihre Fest» Kllung daher im Einvernehmen mit den Wortführern resp. An» lgstellern erfolgen und dabei find alle zweifelhaften oder viel» sagenden oder stereotypen Ausdrücke und Wendungen zu vermeiden. Ucber„Stoffmangel" wird ein ordentlicher Vorfiyender nie zu klagen haben, denn erstens ist er selbst unterrichtet, zwei» tens hat er„seine Leute" und drittens wird er dem, was im Vereinsorgane steht, stets die größte Aufmerksamkeit widmen. Zu jedem einiaermaßen bedeutungsvollen Berathungspunkte wird am besten ein Referent bestellt, derselbe kann sowohl dem Vorstands- lollegium als der Versammlung entnommen werden, auch ist eS tar nicht nothwendig, ja in vielen Fällen gar nicht einmal der ötellung des Vorfiyenden dienlich, daß dieser das Referat selbst giebt. Für großeVereine undVersammlungen wird es flch auberdcm auch als sehr zweckmäßig erweisen, wenn zu dem Referenten ein Korreferent gestellt wird, der den vorliegenden Gegenstand von einem anderen G.ficht?punkt als den des Referenten erläutert. Die Versammlung erhält auf diese Weise von vornherein ein klarcs, deutliches Bild der Sache und dies ist für die endliche Meinungsadgabe unzweifelhaft v.n Vortheil. Auch auf den Versammlungsbesuch kann eine dcrartiae Einrichtung nur be- lebend wirken; denn wenn auf der Tagesordnung schon be- kannte oder deliebte Kollegen als Referenten resp. Antragsteller erscheinen, werden fich weit mehr Mitglieder in der Versamm- lung einfinden, als wenn fich der ganze Gegenstand hinter einem nichtssagenden Stichworte verbirgt. Garz besonders ist die zweckmäßige Versammlungsvorbereitung bei einer in Fluß befindlichen Lohnbewegung von Röchen. Hier darf fich kein Versammlungsleiter üderraschen lassen, er muß über alles unterrichtet sein, er darf den„Stoff" nicht an fich herankommen lassen, er muß den„Stoff" schaffen, indem er hincingr-ift ins volle Menschenleben und dcm Gefundenen eine anziehende Form giebt. Bestimmte Kapitel, bestimmte Punkte, destimmte Vorkommnisse, bestimmte Wünsche müssen auf die Tagesorvnung gesetzt und methodisch dehandelt werden, dann werden die Kollegen auch in die Versammlung kommen, dann werden auch Einzelheiten, trockene Dinge, denn mit Pathos ab» solut nicht deizukommen ist, die gebührende eingehende Erö.terung finden Eine fernere, in jetziger Zeit überaus bedeutungsvolle Auf- gäbe ist es, die Abgrenzung der Debatten innerhalb der bestehenden Gesetze zu halten, dabei aber nickt das für ein Vereinsleben so wirkungsvolle und erhebende politische Intellekt zu verletzen. Gestattet find at Vereine, welche fich rein sachlich halten, und dann in Verbindung treten können mit anderen Vereinen deHufs Zentralisation zur Einführung von Besserstellung durch Nach- weise- Bureaus, Reise- und andere Unterstüeungen, kurz, durch Regelung von Angebot und Nachfrage; d) Vereine, welche von der erstgenannten Haltung wenig erwarten und daher eine B-fferstclluna des Einzelnen, außer der gewerblichen Haltung. «och durch Erziclung von Gesetzcsdestimmurgen kerberführen wollen. Derartige Vereine dürfen aber nicht mit Vereinen gleicher Art(das„gleicher Art" wird bald herausgefunden) in Verbindung treten. Ader auch wenn dieselben fich rein örtlich bewegen, so droht das Damoklesschwert der„Auflösung durch das Sozialisten- gesrtz", wenn in den Debatten rmmer wieder das soziaidemo- «arische Prinzip als das allein richtige und zu unterstützende hingtstell! wird. Nicht die Erörterung von politischen Thematas ist daher untersagt, nicht die Anrufung der Gesetzgebung, son- dein der Hinweis darauf, daß es nur allein durch die von der sozialdemokratischen Partei verlangten staatlichen Einführungen und Umänderungen möglich ist, eine dauernde Besserung zu erzielen. Bedeutungsvoll wird es okt für einen Verein und dissen fernere Entwickelung, wenn ein Voisitzender zu dieser Stellung nicht durch seine Fähigkeiten, sondern durch den Einfluß einer Leinen Partei gelangt, weil er zum Beispiel ein guter Kollege ist oder in einflußreicher Stellung fich befindet. Derartige Personen geben sehr leicht übereifrigen oder schlecht unterrichteten Beamten gegenüber Rechte des Vereins, also von Staatsbürgern, preis, während es gerade ihre Aufgabe ist, die- selben durch intellektuellen Widerstand zu schützen. Roch ge- fährlicher kann ein derartiger Vorfitzendcr für die Bestrebungen der Mitglieder werden, eine allgemeine Besserstellung zu er- ringen. Pflicht eines Vorfiyenden ist es gerade hierbei, nicht seine Stellung als Norm oder lang eingewurzelte traurige Zu- stände als„unabänderlich" zu betrachten(denen man möglichst rockt gute Seiten abgewinnt), sondern rücksichtslos für eine Besserstellung zu agitircn. also die Indifferenten aufzurüiteln und die Zufriedenen zur Thellnahme zu veranlassen. Die wahr- haste Begeisterung und konsequente Haltung findet ihren Ausdruck in der Stütze des einzelnen Mitgliedes auf den Verein, und des einzelnen Vereins auf die Prinzipien der allgemeinen Ardeilerberregung. Derjenige Versammlungsleiter, welcher in der angedeuteten Weise den Vorfitz führt oder zu führen gewillt ist, der wird über mehr als eine angestammte kleine Anhängerschaft zu verfügen haben und der Gesammtgeh Ifenschaft zu Dank arbeiten, und dem Vereine, der einen solch n Vorfitzenden hat, wird man es anmerken, daß er von einer Seele belebt ist, deren Harmonie durch Widerwärtigkeiten— nicht ge- stört wird. Nach Ansicht des burgrrparteilichen Ktadtverord- trete» Hoffmau» ist die Verbrertcrung der Friedr ch naß' schon deshalb vrmaend nothwendig, dam t fich die Trupp nmärsche durch diese Straße effekivollcr gestalten. Im Anschluß an diesen geistvollen Ge ranken geben die„Lustigen Blätter" folgende „Berliner Topozravhie": Die Leipzigerstraße ist zu dem Zweck enichtet worden, damit das Krtegsministerium eine Umgebung habe Zahlreiche Passanten bevölkern die Trottorrs, um die beiden Wachiposten vor Lange- weile zu bewahren. Die Straße Unter den Linden füllt die leere Mäche zwischen der Ruhm es Halle und der Brandenburger Thor Wache aus. Sie hat neu-rvings elektrisches Lrckt erhalten, damit jeder Offizier bei Rächt erkennen kann, ob die Rockknöpfe der ihm begegnenden Einjährigen blank geputzt find. Die gewaltige Strecke Chaussee> Friedrich< Belle« Alliance- straße vermittelt oie Verbindung der Maikäferkaserne mit dem Dmp-lhofer Exerzierfelv. Zivilisten dürfen den gesammtm Weg, soweit der Raum diensttich freigegeben werden kann, auch denützen. Die Bedeutung des Gendarmenmarktes ist nicht klar. Für einen Kasernenhof ist er ,u groß, für einen Manöverplatz zu klein. Das Schauspielbaus wiederum ist als Schanzweil zu hock, als«eodachtungslhurm zu niedrig; die ganze Anlage muß «ithin als ein milttärisches Monstrum bezeichnet werden. Dem Vernehmen nach wird der Verein für die Geschichte Berlins die Sache demnächst gründlich untersuchen und jene Bauwerke dem märlrschen Prooinzialmuseum überwerfen. Kerliner Konditoreien. Mit ein charakteristischer Aus- druck heutigen Lebens find die Konditoreien. Gewiß, fie haben fich im Laufe dieses Jahrhunderts gewallig verändert und der Kulturhistoriler hat recht, wenn er meint, daß die Vereinigungs- punkte für literarischen, polstischen und gesellschaftlichen Ge- dankenaustausch aus ihnen verschwunden seien. Man spiest viel- fach die„Wiener CaW gegen die Konditoreien aus. nicht ganz ohne Begründung. Diese Schöpfungen der Neuzeit spiegeln getreulich den Kulwrfortschrttt, den Glanz und das Wachsen der „Weltstadt" wieder. Es ist nicht zu leugnen, daß die Berliner „Wiener Cafsb" ein hochmodernes Gepräge tragen; fie verleihen dem nächtlichen Verkehr eine eigenartige Phyfiogvomie, fie dringen die verschiedensten Gesellschaftsklassen zusammen, fie zeigcn wie prompt die„Bedienung" des Publikums sein kann und fie schaffen endlich zum Tbeil— die Märkte, auf denen die verlorenen Kinder des Volles fich dem Höchslbietenden leib- lich überliefern. Dem Tagesdedürfniffe dienen nur weniac„Cafss", so„Bauer" Unter den Linden,„Kaiserbos",„Börsen-Cafs" und ,Kchiller-Ca�". Ihr Publikum, das fast nur der reichlichen Journalleltüre und des Schach- zc. Spiels wegen erscheint, setzt fich aus Fremden und Einkeimischen gleichmäßig zusammen. Die Konditoreien haben ein ßßhafteres, beinahe ausschließlich aus Berlinern bestehendes Publikum, den sogenannten„Mittelstand". Bei„Kranzler" Unter den Linden mag es allerdings anders sein: Hochstapler, Aristokraten, alle M-lllionäre und reiche Börsenjobber sitzen gemeinsam auf der„Terrasse" und lassen ihre Stiefelsohlen und ihre häufig recht zweifelbaslen Gefichter von der vorüberwaller den Menne in Augenschein nehmen. Im Zentrum, in der Nähe des Rathhaus.s und in anderen Vierteln schaut es weniger scheckig aus, da überwiegt der Kaufmannsstand, dort das Beamtenthum u. s. w. Es giebt Inhaber von Kon- ditoreien die im Laufe der Jahre Hunderttausende von Mark ansammeln: der Verkauf von Backwaaren k. und Kaffee, Cdokolade und Tbee geht dabei Hand in Hand. Vorn ist der Verkaufsstand, im Hintergrunde oder zur Seite liegt das„Lese-" oder„Rauchzimmer". Die letzteren Räume werden in einer im Janern der Stadt bclegenen Konditorei von früh 7 Uhr bis Abends 11 Uhr nach ungefährer Schätzung von 400—500 Menschen besucht. Eine dumpfe Luft, Zigarren- und Zigar- ttenrauch lagert über dem Gelasse, aber die Leute hier scheinen kein Unbehagen zu empfinden. Es ist zum Theil ein merkwürdiges Publikum, das oft stundenlang bei einer Tasse Kaffee zu 25 Pf., einer Cbokolade zu 30 Pf., oder bei einem Stückchen Apfelkuchen zu 15 Pf. verwellt und die 150 deutschen, franzöfischen und englischen Zeitungen und Wochen- schriften auf den Inseraten- oder den redaktionellen Theil hin prüft. Greifen wir einige Typen heraus. Da fitzt ein Herr, über dessen„urgermai.ische" Herkunft lein Zweifel walten kann. Allwöchentlich kommt er einmal, um die„Jü Zische Presse", das „Jüdische Literaturblatr" u. a. ähnliche Organe auf das Ein- gchendsie zu studiren. Bisweilen bricht er im Lesen ab, um lange Sätze in dem vor ihm liegenden Noiizbuche niederzu- schreiben. Ist dies geschehen, so wird die Abl'chr.ft nochmals sorgsam mtt dem Original verglichen. Der Liebhaber Vilser Lektüre ist— ein hier„Material" sammelnder Anrisemitenfübrer und ein vertrauter Gesinnungsgenosse jenes veiflussenen Herrn Bickenbach, aus dessen kunstvollem Haus- Mcsssngscklld einst das Wäschen„Stadiverorduetcr" prunkte; a. D. setzte dann einst ein Unbekannter daneben. Run eine andere Persö- lichleit. F üa und Abends erscheint ein aller Herr, dm nichts als der Börsmtbeil der Zcitungcn und der Käsekuchen inUr-sfirt. Da er bei diesem ebenso angcncbmen, wie schmockdosten Geschäft unbewußt laut vor fick hin spricht und das G. ficht jeoe innere Regung wiedergiebt, so weiß man immer, od des Allen Papiere gut oder schlecht stehen. Wenn Frellag Mittag die neuen illustrirten Journale an-angen, ge- wahrt man auch eine im„mittleren Aller" befindliche, unbemannte Dame, die miil Hast 4—6 Romanfoit Atzungen hintereinander liest, mit der Weiner-Bürstenbinder beginnt und mit der Verfasserin des„Gänseblümchen" endet. Die begüterte Jungstau hat keine männliche Annäherung zu defürchten; ganz anders ist's mll den zwii„böbeien Töchtern", w-icke fich wage- halstg in die überwiegend von Herren frcquinlirte Konditorei begeben baden, um einen Windbeutel mit Schlagsahne zu ver- zehren. Unablässig ruhen die Blicke auf den Sckönen, man sucht in ihre Röhe zu gelangen, ihnen kleine Aufmerk- samkeit zu erwies, n. Und die Damen selbst brausen— gar nicht auf. Es feilt an dem erwähnten Tage auch nicht der überall beliebte, so überaus als witzig geltende„junge Mann". Mit rühmlicksler Aufmerksamkeit nimm» er von dem Inhalte der neuesten„Fliegend-.n B«ätter", der„Wespen" und V.s„Schalkes" Kcnnlmß Ein Gegenstück ist der in den zwamster Jahren stehende Kommis, der seit einigen Wochen pünitlich um aät Uhr früh eimritt und bei einer Tasse„Mokka" d-.e Annonzen ließt. Welche Veränderung der äußere M.nsch doch währec d der stellungslosen Zeit crfahrm hat. Der ehema.s„p>ckfeine" Anzug wird nicht m.hr getragen, andere, etwas fadenscheinige Sachen bilden den Anzug, auch nach der Taschenuhr wird längst nicht mehr gebl dt. Das ganze Sinnen dieses Besuchers gip'dt darin:„Wi st Tu unter hun> Velten von Bewerbern Glück Halen?" Bllitt l tzieres aus, dann find dinncm k.-rzcm alle die Mittel verbraucht und der „Konditoreien-" und„Cafö" Besucher von ehedem versuchte nun mit dm„Lesehallen", um für 5 Pf. die Inserate zu lesen. Und mdlich nachdem jede Hoffnung dahin ist und fick keine Rettung mehr bietet, kommt als letzte Station das„Asyl für Obdach- lose." Dann gehis, strahlt kein Stern mehr, mit rasender Schnelligkeit tiefer und tiefer in den Abgrund des Vagabunden- oder gar d.s Verbrechcrl.dens. Von Roth und Elend kennt nichts das Lieber paar, das allabendlich in einer ander n Konditorei zusammentrifft. Hier bieten fick dem Pabli-- lum wie in dm meisten dieser Stäiten nur an 20— 30 Zeitungen, aber auch hier find Kellner und Trinkgelder unbekannte Drnge. Freundliche Mädchen os.r Lehilrnge warten üeerall auf. Ader das Liebespaar! Abieits von den übrigen Gästen auf einem Sopha sttz.nd, veriorgcn fich die Zwei, die nickt mehr jung find, mit einer Unmenge B.ärter. Auf dem Schöße, hinter d-m Rücken und wo sonst noch we dm die Schätze verborgen. Eine Stunde scheint Jeder nur in die Leklüre vertieft, dann aber kommm„Kreuzzerru u" und„Post" an die R ihe. Nun weiß Alles, das jetzt das Gekost uns Minnen beginnt. Hinter d.m gioßm, schützenden Furmat der erwähnten Blätter, angefichts der gedruckten Wo le des frommen Herrn von Hanm.rstcin vergessen diese Menschen die ganze Umgebung. Ja, über- laschend reich find die Berliner Konditoreien an Stoff zu lustigen und ernsten BeirachtU'aen. Di» Zeit de» Zvahnen« und Einklage»» älterer Forderung«« ist wieder g. kommen. Mit dem Aolauf des Kulmdeijuhies gehen bekanntlich die Fristen einer großen Reihe zivllrichtlicher Ansp.üche zu Ende, und will fich der Gläubiger vor Schaden hüten, so muß er dem Schuldner bis zum 31. De- i mder die Klage oder den Zahlungsbefehl zustellen. Es genügt also nicht, daß die Klage oder der Antrag auf Erlaß eines Zahlungsdefebles vor Jahiesschluß beim G.richt eingenicht ist, sondern es muß auch die Zustellung der Klage nebst Ladung oder des Zahlungsbefehls an den Schuldner noch vor dem 1. Januar erfolgt sein. AuL dies.m Grunde empfiehlt es fich ganz besonders, mcht bis zu den letzten Tagen des Jahres zu warten, well dann die Ge. echte und Gerichtsvollzieher überaus stark delastet würden und manche Zustellung nickt rechtzcitig erfolgen lönnte. Kürzer und einfacher als die Klage ist der Antrag auf Erlaß eines Zahlungobefehsts, schon um deswillen, well dieser blos in einem, jene aber in mehreren Exemplaren eingereicht werden müßte. U-drigenS wird auch die Verjährung durch jedes gegenseitige Anerkennlniß des Schuldners unter- drochm, sei es, daß es ausdiückiich. sei es, daß es stillschweigend durch Handlungen, z. B. Sicheiheitsdestellung und Annahme derselben, sei es durch Zins- oder Abschlagszahlungen, erklärt wird. In diesem Falle beginnt die Frist aufs neue Vellung, die das Tage an zu laufen, an welchem die letzte Zins- oder �«erden konnten Zahlung bezw. das Anerkenntniß des Schuldners erfoM ein iRittetflöd verjähren nun am 31. Dezember d. I. die Forderung"'' ichivedisch dän'isci dem Jahre 1886: 1. der Fabrikunternehmer, Kaufleute, Imdelt? Von Künstler und Handwerker für Waaren und Arbeiten, s®®, moderne Dichter Apotheker für Arzneimittel, mit Ausnahme solcher Foideu» der Darstelluna welche in Bezug auf den Gewerbebetrieb des Empfänge Leistung bot nui standen find, 2) derselben Kategorien wegen der an ib« fleni glauben d beiler gegebenen Vorschüsse, 3) der Schul- und mar, der aeäcktei anstellten aller Art für Unterricht, Erziehung und Uni» Mten mij 4) der Lehrer für Honorar, 5) der Fabrikarbeiter, Geselle« Herr Beaurepair Handarbeller wegen rückständigen Lobnes, und 6) dtt' I fcte Hälfte leute und Schiffer wegen Fuhrlobnes und FsM Itiel haoette es sowie ihrer Auslagen, 7) der Gast- und Sw We Mühe auf für Wohnung und Beköstigung.— Aus dem w 1834 vei jähren am 31. Dez-mber dieses Jahres die rungen 1) der Kirchen, Geistlichen und Kirchend« weaen Gebühren aus kirchlichen Handlungen; 2) ver« missarien von öffentlichen Behörden, Anwälte und �« Medizinalpcrsonen:c., der Zeugen und Sachverständigen%! ih er Gebühren und Auslagen; 3) der Haus- und Wn 3*1 , ��2, Ottober osfizianten/dcr Handlungsgehilfen und des Gesindes#««langte. Es" halt, Lohn und anderen Bezügen; 4) der Lehrherren«w' wnb schon im 5 Lehrgeldes; 5) der Rückstände an vordedungenen»(Hießen des L Micths- und Pachtgeldern, Penfionen, Besoldungen, AiW ßt treffen; dem Renten oc.; 6) wegen Rückstände und Abgaben, die inW-; vier verabfolgt. vom Staate besonders verliehenen Berechtigung an w Mi und wand sonen zu entrichten find, als Wege-, Brückengelder icd' j%t:„Ich 5 Ecstattung ausße'eatet Prozeßkosten von dem dazu verB-- mvlroliren und Gegner; 8) auf_ Nachzahlung der von den Gerichten-.»� Mmen sollte, kommisfionen, Reoifionskollegien und Verwaltungsbeb«� nicht oder zu wenig eingeforderten, oder auf Erstattung dieselben'zu viel gezahlten Kosten, mit Einschluß ber»g und Portogefälle— ausgenommen bleiben jedoch stempel, welche mehr als ein Prozent betraaen oder zu oder Äckuldverfchreifungen zu verwenden find. Innnngsbrüder beim Keichokanster. Hiesig»''" berichten: Die von den Jnnungsdrüveln erhofften Anträge des im August abgehaltenen deutschen JnÄ, find bis jetzt ausgeblieben; die In nungsm cister maßen den Zwischenbehörden der und beschlossen, den R direkt in Friedrichsruh aufzusuchen. Die Tage dai�y drei Odermtister Mener, Brandts und Faster dahin ff.« dem fie das hieflge Polizeipcäfidium davon denachiick»� um— in Friedrichsruh nicht verdächtig zu erscheinen.-.1? um sechs Uhr kamen fie an; der einzige Gasthof w« liner Pcli isten von oben bis unten besetzt. In nannten Penflonat, einem nur für den Sommer Haus ohne Oesen, fanden fie ein Unterkommen,---«xmcii, Stunden zu ruhen. Dann ging es nach dem Scklc«'�! i-�e. Aus Rath Rottendurg hielt es für unmöglich, daß fie �'ckchen Leb schästigter. Reichskanzler sprechen könnten. Odermeistee>«Vgen aber t widerte, daß et nicht eher von Friedrichsiuhe weggeben�» �ung resp. « wiuci&t, vuö«v vun»yiu'UMwmuge p der Reichskanzler von einer Piomenade mit sein-M» Grafen Wilhelm, zurückkehre, traf er die Herten rwn mußte. Schlosse und ließ fich von ihnen auf- und abgehend e> � Mer gehenden Bericht erstatten. Dann führte er fie ins 2�ung a!s den mit den zahlreichen Jubelgeschenken geschmückten»{ anzetr» lud sie zum Frühstück im Kreise seiner Familie blc lange( Handwerksmeistern zu Ehren bestellte er schließlich«'-,.>?Atrf ct besonders guten Wem. Auf ihre Entschuldigung, bm habe. Er lostdare Zeit so lange in Anspruch genommen hätten, pmofft worden, er,„dazu haben wir hier immer Zeit, nur nicht � jflfss mußte, 1 gnügen!" Und als Obermeister Mey.'r andeutete, oiy wohl h<»m Npsili'sit» SftßntltArn fK-hr/turh trmffeptt fonttC. f siT wU ,7,»ch heraus st um voll fich Gel 1 M seiner A der Reichskanzler: ander. Das kann „Wir habm hier leine G.keimm'�, 0■ a« ging her -------------> Jeder wissen— selbst Eugen| den m �ntter Der Reichskanzler ließ seine Gäste zur Bahn#4 von Hamburg lomm-nde Expreßzug auf telegraphss»«" na&*J'Wei*( 1«ySvl Starz au« dem Leu Her. In einem Haust"�.über 3 3 firaße, w der Nähe der Kesseistraße, wohnt der Giacstjii, In einem Haust b* ße, wohnt der Gra� stiner Familie, destehmd aus seiner Frau und Die vierjährige Marie, das jüngste der Kinder, vorigen Jchre von einem Augtn leiden befallen und?> zi Vater beachte auf Anrathen seines Hausarztes dos hieflge Augenkl nik; dock die Kunst der Ae.'zte und das Kind erblindete vollständig. Kö perl'ch geistig geweckt, suchte Marie ihr: Spielkameraden b'l dem der Nachbarin. Das Heus, in weich- m der wohnt, hat nach dem Hofe hinaus einen mit einer.-*, versehenen Bai kongang, welcher zur Hintertreppe sowohl aus T.'s als auch aus der Wodnung de«' ff münden Thurm auf diesen Bellkon hinaus. fich nun die K-.nder oft zu gemeinschaf"'®-�' was auch am Mittwoch Vormittag wieder de« � fie suchten fich zu haschen und pasfirten dabei* Thür n, sondern auch eines der Fenster, durch den. Baikon hinaus fliegen. In ihrem Eifer aber Wü K blinde Marie zu einem Fmsrer gelaufen, bis Balkongastlte nichts füzrte und stürzte aus der den Hof hinab Durch das Geschrei der anderen merisam gemacht, eilten die Hausbewohner herbei, � Mutter des Kindes vor Schreck ohnmächtig au! zusammenbiach. Em in der Nähe wohnender Ei Pcobsch ftlückirch-r Weise an dem Kinde nur eine Vers®„ f anbei linke n Fußes und eine undedeuiende Versttzm-S Kaw Ellenbogengeimk konstatiren. DaS blinde Kind' kurz zuvor angefahrenen Haufm Kiessand gefallen, Gewalt des Sturzes in so dedeutender Werst wurde.„[rti} Nie feLher lange Jahre Karistrass» L** zelmstr. 25 belegen gewesene Poliklinik für fcb. und Hclsleidende beflnfcet fich j.tzt Kallstroße A � -.......... e Ohren-, Nasen- und »Ä"Si teisj W II 0 Han »s ÄHN links. Unbemittelte daseidst täglich zw-schen 8 Polizeibericht. Am..._ Landwehrlanal an der SchUfischm Brücke � g» Schneideis aufgefunden und nach dem Leichenschau� rjtf - Um dieselbe Zeit fi l in dem Neubau<1 bettet Maue etwa 3; Meter hoch von der Leite« u� � G-fän ZU an -Keiner Brecht u. Borkenhagen, Ädaldertstr. 95, Z®®'-,�1«x« dienende Bllken erne�r zur�Aufdewahrung von%$$$ ü '(iw-»?.uf einet Zwischendecke, so daß vre Bretter herabfielen. -' erlitt SMWsMZKiKW gebracht der Alexanderstr. lletnere Brände, t, welche von der Feuerwehr gelo! Theater. V-lk»theater. Mlltwock, 14. November- von O-jirot. Schauspiel in 5 Akten von Henw Drama rst ein Jugmvwerk des Dichters. Es)... 3 tt, wo er noch ganz im Banne der m wo kaum die Keime seiner späteren Eigenatt Wie mag Ibsen jetzt selbst über dieses Werk 1? I-tzi leio» uoer oicics jji-u«- p,-nx c.r-'lube f. daß in dem Stücke ly-.lsche Sedönheiien«utv schiel» »»b in vem«ruwe lyclilye ivevonome» dringliche Stimmungt bildet, die selbst durck Me das Drama im Volkstheater fand, nicht verdorben '..«'qtn konnten. Mas soll uns aber das Kanre? JLas soll uns ■ �. konnten. Was soll uns aber das Ganze? Was soll uns üLW�lstück. das eine verworrene Episode der norwegisch >s. lt vas eine verworrene Episode der norweglsch- oiS. ftd K u'? dänischen Geschichte des Jahres 1528 verworren de- Sf.« fnc» S._ Von diesem alten Plunder wird Ibsen, der � Efei�tet, jetzt selbst nichts mehr wiffen wollen. Von ßLSd»«�9 ist nichts gutes zu sagen. Eine annehmbare *«i L ff"? dot nur Herr Waldemar. Ihm konnte man wenig- �»lauben, daß er ein greiser, reckenhafter norwegischer E vier MZiX 5,� Seächtet in der WilSniß lebt. Die übrigen Darsteller .% m ihren Sollen nichts anzufangen. Am ärgsten war cr L M Beaurepaire. Er versprach sich nicht selten und verschluckte s iimfili wJ t H°iste seiner Sätze regelmäßig. Mit dem Zusammen- id SpeilMiEi.-»»e es auch._D%e Regie hatte augenscheinlich nicht die is dem �KircheM !ü IW rständi. und W Gesindes � Herren« enen ig an elver jc. ja >azu verp�W erichten> �siattMA luß ver � doch bie<1 oder zu Ml ifftenÄZ, en Inn- "Jx. lachlich Heine« m nmer men-L. fl w. Hfen' aus der er gestern zur Aburtheilung vorgefühlt � � Aus den Akten ergicbt sich, daß der Angellagte im tBfk milie ießlieb Sfg oft Gerichts-Ieittmg. Mit einem psendo- Kriminalbeamten hatte sich ,'N dje.3. Stiafkammer des Landcsgerichts I zu beschästigen. J5, 4: Oktober erschien in später Abendstunde bei dem Schanl- Kluger in der Hirtenstraße ein Mann, der ein Glas Bier ?*'• Es war beleits gegen Mitternacht und der Wirth R&njr'M im Begriff, die nothwendigen Vorbereitungen zum " des Lokals, in dem nur noch wenige Gäste saßen, ™; dennoch wurde dem Ankömmling vas gewünschte � veramolgt. Ziach einigen Minuten erhob sich der neue a«b wandte sich mit folgenden Worten an den Lokal- tZM'«Ich bin vom Wachtmeister geschickt, um Ihr Lokal zu Itml, and Feierabend zu bietin. Wenn nach mir Kontrole kellte, welche Ihr Lokal noch geöffnet finden würde, so oi)1 das sthr unangenehm!"— Nach diesen Worten ging silii«" hinaus und drückte die Thür hinter sich wieder sorg- itth, x �)cm Wirth war das scheue Wesen des Fremdlings 1» der Umstand aufgefallen, daß derselbe die Thür hinter sich schloß; deshalb trat er zur Thür hinaus, (AWb �bleib des angeblichen Beamten zu beobachten. Er Ulld-i« letzteren im Gesgräch mit dem Revierwächter flMttfiSfÜ1 Schutzmann, welcher auf dem Bürgerstcig der die K«,! senden Straßenseile standen. Krüger ging nun über send»! am sich bei den Beamten nach dem Grund zu der bma w polizeilichen Visite zu erkundigen. Dabei stellte sich loed-»' il Bch der„Kriminalbeamte" seinen neuen Bekannten ler Gefangenenaufseher aus Kottbus vorgestellt hatte. Äer«1 Beamte mußte nun zunächst eine derbe Lynchjustiz »o m* c ßoben laffen und wurde dann zur Wache geführt, In(1,7 herausstellte, daß man es mit dem Maurer Julius Stutz �0. Stutz wurde deshalb wegen unbefugter Aus- öffentlichen Amtes unter Anüage gestellt und in "'«Yen Leben nur einmal wegen eines leichten Vergehens, j.|.iafn aber vom Militärgericht insgesammt mit 12 Jahren tgcben'-■,!!„ �"3«sp. Gefängniß besttast worden ist, von welcher Strafe lnem(j seiner Angab- 7 Jahre zu Kottbus in Einzelhaft ver- UP** rr.llfcfj» her Tie»« fF.lnhriisf Ptrcß rtpiffta Stutz, der den Eindruck eines geistig n Menschen macht, giebt die vorliegende Be- ng als richtig zu; er sei an dem Abend wohl .. angetrunken gewesen; andererseits habe aber oic lange Einzelhaft in Kottbus seine Gesundheit derart daß er oft nicht die richtige Ueberlegung bei seinem habe. Er sei als kranker Militärgefangener nach KoitduS worden, wo er sieben Jahre lang in Einzelhaft ver- #1 Mußte, und bei der Hast bekomme jeder einen„Vogel". tcte, o)%- Mte wohl„Wahnsinn" heißen! Anmerk. der Red.) Aus önne, �/Bekundungen des als Zeugen vorgeladenen Schankwirths cheimyilM(s, 3er ging hervor, daß der Angellagte sich nicht direkt als Eugen, �beamtet bezeichnet hatte. Zeuge st.llte auch in Abrede, sw-mb� geschlagen zu haben, was dieser aber destimmt "Ürfiren � Staatsanmoi�1" Gerichtshof vcrmtheilte dem Antrage des : tyiaJjSt fangnje Mprechend den Angeklagten zu 3 Tagen Ge- aphs>ol iiachtst m?!. durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt , hft gsn bereits ,i? Stutz defand sich vom 22. Oktober an, also «Mr 3 G-ttn,nitz. n�zwci'»»ht rafstnirt Angelegter K-trugoverfnch, rhM. ühaffemmer Üi o ttolfchung, wurde gestern vor der zweiten % 34.., i des Landgerichts I gegen den Schloffergcsellen �eren verhandelt. Der Angeklaate wohnte seit «r« I" mtt dem Schlosser Robert Tresche zusammen, kiehendN««.""d nach mit dessen Familienvcihältniffcn aufs % A nn�f�v"1 �urbe. Im Februar erhielt der in einer � ttinem �� dt lebende Vater des Tresche eine angeblich gki Uln f-ohne an ihn gerichtete Depekche, in welcher der je Zusendung von 130 M. bat, die er zur kamion b-nöthigte. Die Zusendung sollte gen. Der alte Tresche deeilte sich, i?« aber'�Txit de« Sohnes nachzukommen. sanvte das wf1' Sofim? vostlatmrnd, sondern an die bisherige Adresse Rbtt£"n£ legramm folgte am nächsten Tage ein nnh.-tt�ttft seines Sohnes versehener Brief, in welchem zte«>-- cluff ven b« i der ch i g&SB k. � Qn<»»-•».'jl eise " als�deilte, daß er das Geld zu einer Kaution brauch-, die >7-lltcrdeba��'-*— ri"—«u».. Sten Ä�dwthnfchaffnet stellen müsse. Beide Scdri'tstucke Liesch. si lischt und wurde der Betrug schon entdeckt, als h unerwartet die Geldsendung erhielt. Der Verdacht . lenkte sich auf den Angeklagten. Zweifel- ," ein?!« das Urspiungstelegramm wie der Brief .�7' zirzl' Vligi- J.Hand her und eine von dem Angeklagten ge- rWinudA v 1 dem d'schrift sah diesen Schriftstücken so ähi lich, wie ein «Är � � S&ori Adeien. Dazu kam noch, daß der Angeklagte >. aar � i flitzet l �ution mit einem„tz" schrieb und denselven ** rco'-'J s�lLtpn v der Fälscher gemacht. Der Gerichtshof hielt den adö' �Ndxji/�.denn auch trotz seines Leugnens für uderfuhrt und 'oW ni lj" nach dem Antrage des Staatsanwalts zu vier '«.�ttängniß., � Autmarder stand gestern in der Person des 3. Strafkammer des sehr oertraute Angc- Vorliebe Garderoden- »>"' ob ä«r-rroraten verxywtnoen laffen. Am Abend d.tt°NNte»/ befand sich der Schneider Leidger mit mehreren 2 sie o j n dem Geyer'schen Bierlokal m der Oranimsstaße, WKWMMZM I Qtmipr EttTi in fpfiptr triftT. Ge ClinnciXC Ä' JM k I Ki rfe «.< 4' # DCtl I >ie £j schließen'»�.'Ünd als" Leid ?3f mit L Daumen hielt, sah er den Menschen W W Gesuch» Hut zwischen den Knien gepreßt sitzen. jb» Oerr JflG eine 9» 4 Jttne Kopfbedeckung wieder zu geben, er- T,c, sich in„ fbe von Schimpfworten als Antwort, was Schy,-' bequemte' SU w" Lokalinhaher zu wenden. Als dieser inter- Mugez�»» der ungemürhliche Gast schließlich, den Hut i"l bi,?ud da.nsim'ber wurde sofort an die ftilche Lust de« !» di,-ur sji�S'ß gerade ein Wächter vor der Tbür stand, WWW tt darau» wieder hinzubiingen.„Kellner ' loirgegangen, während er mit dun fremden Hute im Lokal geblieben sei. Der Leidger habe ihn beschimpft und bedroht, deshalb habe er sich zunächst geweigert, den Hut wieder herauszugeben. Auf Befragen durch den Vorfitzenden, edt der Angeklagte zu, daß sich das Futter aus seinem schäbigen .ute später als zweites Futter in dem Hute des Herrn Leidger defand. Der Staatsanwalt hielt die Erzäblung des Angeklagten für ein Märchen und beantragte 1 Jahr Gefängniß, auf welche Strafe der Gerichtshof auch eilrnnte. Gin« nächtlich« Sitnt im Thie?aart«tt lag einer An- klage wegen gemeinschaftlichen Raubes zu Grunde, welche gestern vor dem Schwurgerichte des Landgerichts 1 gegen die beiden Kellner Eugen Albert und Karl Petri verhandelt wurde. Während der erstere seine Schuld bestritt, erklärte der letztere sich kür schuldig und gab von dem Vorfalle folgende Darstellung. Er habe am 14. September d. I. von dem aus Halle stammenden Mit- angeklagten Albert Besuch erhalten und des Abends mit dem- selben mehrere Ca! 5s besucht. In einem derselben hätten sie den bereits stark angetrunkenen Oberkellner Käding kennen ge« lernt und dann zu dreien die Bierreise fortgesetzt. Dieselbe sollte im Caf5 Nationale beschloffen werden. Während bis da- hin Albert die gemeinsame Zeche beglichen hatte, zog Käding im Cafö Nationale die Börse. Bei dieser Gelegenheit sahen die Angeklagten, daß Käding im Besitze mehrerer Hundertmark- scheine war. die er in ein Kouvert that und in die Brust. tasche steckte. Petri will von Albert einen Blick erhalten baden, den er verständnißinnig dahin auslegte, daß sie gemeinsam den Käding berauben wollten. Als man das Cafö verließ, nahm Petri eine Droschke und das Kleeblatt fuhr bis ans Brandenburger Thor. Hier wurde der halb be- rauschte Käding unter beide Arme gefaßt und nach dem Thier- garten geiübrt. In der Nähe des Golefischteichs riß Petri dem Käding plötzlich den Ueberzi-her auf, griff ihm in die Brust- tasche und holte das Kouvert mit dem Papiergeld hervor. Dann schlug er sich seitwärts in die Büsche. Wie P-tti be- hauptet, hat Albert dem Käding während der Beraubung die Hände festgehalten. Der letztere riß sich aber loS und setzte dem Petri nach. Er mag wohl die Nutzlosigkeit der Veefolgung eingesehen haben, denn er kehrte bald wieder um. Als er Albert noch auf derselben Stelle sah, warf er sich auf diesen und brachte ihn zu Falle, Albert ließ durchdringende Hilfe- rufe ertönen. Diese wurden von Petri gehört, der ebenfalls wieder umkehrte und auf dem Schauplätze zugleich mtt einem herbeigeeilten Wächter eintraf. J.tzt stellte Petri sich, als od er eine bei dem Vorfalle gänzlich undetheiligte Person sei, welche zufällig durch das Hilfegeschrei herbeigelockt wurde; er ging auch auf die Aufforderung des Wächters als Zeuge mtt zur Wache. Das Merkwürdige dabei ist, daß der Bestohlene ihn nicht als seinen früheren Begleiter wiedererkannte, Getränke und Aufregung hatten ihn fast unzurechnungsfähig gemacht. P-tti wurde bald wieder auf der Wache entlassen, er ist nach Cöln gefahren und hat das Geld verjubelt. Der Mitangellagte Albert versicherte unter Thränen, daß die Darstellung des Petri auf döswilligen Enistellmtg-n de- ruhe, er sei ordentlicher Leute Kind und mit genügenden Mitteln nach Berlin gekommen, um sich hier eine Stelle zu suchen. Von jenem vielsagenden Blick im@0*6 wisse er so wenig, wie von dem Raube, P-tri müsse im Halbdunkeln auf eigene Hand operirt haben. Seinem Vertheidiger Rtchisanwalt Dr. Gerson g lang es auch, die Geschworenen in Betreff des Albert zu einem Nichtschuldigspruche zu bewegen, Petti wurde dagegen nicht des Raubes, sondern nur des einfachen Diebstahls für schuldig gesp ocken und zu Ii Jahren Gefängniß verurtheilt. Gin MerftoH gegen die allgemein anerkannten Negeln der Kaukunst führte gestern den Maurermeister Karl Dräger vor die zweite Strafkammer des Landgerichts L Auf dem vom Angeklagten aufgeführten N udau Tburmftraße 61 war vor einigen Tagen das Gesims auf dem Mauerwerk des dritten Stcckwerks angebrccht worden, als es am 2. August mit großem Gekrach wieder herunterfiel und den mit Baumaterial angefüllten Vorgarten mit seinen Trümmern bedeckte. Der Unfall hätte von den schwersten Folgen begleitet sein können, wenn an jenem Tage nicht die Arbeit wegen deS starken Regens eingestellt worden wäre. Im gestrigen Termine erklärten die Sachverständigen, Baurath Stuck- rad und Bauinspevor Ttemann, die von dem Angellagien aufgestellte Behauptung, daß der Unfall eine Folge des Regens sei, für durchaus hinfällig, die Elsenstange, welche dem G-fims als Unterlage diente, sei aber weder verankert noch durch Verbindungeschienen befestigt und deshalb außer Stande gewesen, der ihr zugemutheten schweren Last einen genügenden Widerstand zu bieten. Zweifellos sei hierin ein Verstoß gegen die allgemein anerkannten Regeln der Baukunst zu erblicken. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten eine Geld- sttafe von 500 M. ev. für je 10 M einen Tag Gefängniß und der Gerichtsbof erkannte nach diesem Antrage. Der Düsteldorfer Vrheimbundvprozeß. Dritter Verbandlungotag. Dieser SitzungStag fand noch unter Aus- schluß derOl ff-ntlichk-it statt. Es wurden, wie zum Tb-tl auch am zwetten Tage, die Kongreßprotokolle, AM. l. Korrespondenzen u. s. w. aus einer Anzahl Rummern des Züricher„Sozial- demokrat" verlesen.— Vierter Verhandlungstag. Die Ver- Handlung begann um 9 Uhr. Der H.rr P äfident stellt die Anwesenheit von 79 Zeugen fest, 7 fedlen, darunter der Reichs- tagsabgco dnete Frohme. Der Siaaksanwalt deantragt gegen Fcohme eine Geldstrafe von 100 M, die Vertheivigunz wünscht, daß bis morgen gewartet werde, vielleicht sei Frohme auf irgend eine Art vei hindert gewesen. Der Gerichisoof erkennt nach kurzer Beratbunz auf eine Geldsttafe von 30 M. event. auf je 10 M. ein Tag Haft und Tragung der Kosten, die durch des Zeugen- Auebleivm entstanden. Es wurde nun deschloffen, die von weit hergereisten Z-ugen zuerst zu vernehmen. Erster Zeuge ist R-ichstogeabgeordneter Bebel. Der Zeuge wird vorläufig nicht vereidet. Nach seiner Auslassung war das Abonnement des„Sozialdemokrat" diS zum Jahre 1886 gestattet. Um jene Zell wurden die Beziehungen der sozialdemokratischen Fraktion zu diesem Blatte gelöst. Zeuge giebt auf Befragen zu, daß er in einen gleichen Prozeß verwickelt und auf Grund des§ 129 des Str-G-B mit 9 Monaten Gefängniß bestraft worden sei. Für den Inhalt des„Soualdemokrat" könne man die Fraktion gerade so wenig wie den Fürsten Reichskanzler und Herrn von Puitkamer für die„Norddeutsche" verantwortlich machen. Die letzteren Herren haben sich häufig genug gegen einen derartigen Vorwurf verwahrt, obwohl die„Nordd. Allgem. Zeitung" in Berlin und der„Sozialdemokrat" in Zürich er- scheine. Die Redaktion des letzteren sei gänzlich unab- bängig von der Fraktion, da diese vor dem Erscheinen des Blattes in keinem Falle von dem Inhalt deffelden Kenntniß erhallen. Richtig ist, daß früher sog. Antheilschetne für die GenossenschaftSdruckerei in Zürich& 4 Mark ausgegeben worden seien. Später aber sei in dem„Sozialdemokrat" aufgefordert worden, diese Anthcllscheine zur Einlösung zu präsenttren und die präsentirten Antheilschetne seien sämmtlich eingelöst worden. Die Druck- r-i sei Privateiaenthum. Fraktion und P rrtei haben keinen Antbeil. Auch mit der Verbreiiung hat d'e Fraktion nichts zu tbun, obwohl ihm persönlich bekannt sei, wie seit 1887 die Zustellung des„Sozialdemolrar" vor sich gehe. Die Exemplare werden über die Grenze geschmuggelt und dann d id in größeren oder kleineren Packrten an verschiedene Adressen befördert, thellweise werde auch brieflich die Zustellung besorgt, in vielen Fällen werden auch Deckadressen benutzt. Daß die Fraktion die Leitung der Partei sei. giebt Z mge zu. eine Organisation aber destrettet er, auch kenne die Fraktion sogenannte Vertrauensmänner nicht. Daß eine aebeime Organisation vorbanden sei, wird vom Zeugen aufs entschiedenste bestritten. Es möge einzelne Orte aed-n, wo solche Verbindungen desteben. damtt Waber die Fraktwn nichts aemein wenn auch eventuell einzelne Mitglied« Kenntniß von solchen Verbindungen haben mögen, was ihm persönlich all«. dings nicht bekannt sei. Daß Fonds existiren, ist richtig, ad« die Sammlungen für diese Fonds seien nicht gebeim, sondern öffentlich. Heb« die Verwendung der Geld« wird theilwcise durch Zirkular, thellweise durch Publikation in der „Frankfurt« Zeitung" und in der Berliner„Volks- Zeitung" Rechnung gelegt. Eine Steu« wird nicht erhoben. Bei Inkrafttreten des Sozialistengesetzes hat die Frattion die Organisation für aufgehst erklärt. Weiter ließ sich der Zeuge noch über dos Treiben des früh«en Parteigenossen Most aus und über die Gründe, welche die Ausschließung desselben bedingten; er verurtbeilte die Handlungsweise von Most in scharfer Weise. Auf Antrag des Staatsanwalts wurde Bebel, da er wegen eines gleichen Vergehens bestraft ist. auch nach ad» gegebener Aussage nicht beeidigt— Nächster Zeuge war Herr Polizeiinspettor Krieter aus Magdeburg, für dessen Vernehmung auf Antraa des Staatsanwalts die O-ffenilichkeit ausgeschlossen wurde. Mtt der Vernehmung des Zeugen Ernst, Buchdruckerei» defitzer aus München, welcher bekundet, daß« im Jahre 1886 im Auftrag des Angeklagten Horn 6000 Flugblätter:„Volk der Arbeit aufgewachr", die hi« verbreitet wurden, gedruckt habe, schloß die öffentliche Sitzung. Der heutigen Verhandlung wohnte ein zahlreiches Publikum bei. Fünfter Verhandlungstag. Die Sitzung wurde 9 Uhr Morgens eröffnet. Die Staatsanwaltschaft berichtet über ein Schreiben, das fie«halten und welches die Erkrankung des Reichstagsabgeord« neten Frohme mittbeilt. Der He« Obnstaatsanwolt will in Hannover anfragen laffen, ob die Erkrankung des Zeugen eine derartige fei, die ihn verhindern könne, überhaupt während der ganzen Verhandlung vernommen zu werden. Der Präsident läßt nun im Protokoll konstatiren, daß die Verbandluna eine öffentliche sei. Hierauf wurde Zeuge Poiizeiinspeltor Kriettr aus Magdeburg weiter vernommen und zwar unter Beibehaltung der Oeffentlichkeit. Zeuge bekundet, daß in Magdeburg im Jahre 1886 eine Spaltung der sozialdemokratischen Partei stattgefunden habe in zwei Theile. Die Abthctlung U hätte keine schriftcn mehr von Zürich bekommen, erst durch Intervention Bebel'S sei die Sperre aufgehoben und de: Abtheilung 11 wieder Druckschriften aus Zürich zugesandt worden. Auf Befragen des He«n Vertbeidlg« Dr. Mcschelson bekundet der Zeuge, daß ihm diese Mittheilungen von Personen der Abtherlung U ge« macht worden seien. Auf Befragen des Herrn Oderstaats» anwalts bekundet Zeuge wettcr: daß vor der Auflösung der „Vereinigung der Metallarbeit« Deutschlands" im Jabrc 1886 vom tzauvtvorstand in Mannheim ein hektographirtes Schreiben an alle Mitgliedschaften der Vereinigung ergangen sei, des I/.» Halts, daß all?s, Geld und sonstiges Weahoolle zu beseitigen sei, da voiausfichtlich die Vereinigung aufgelöst werden würde. Zeuge sei selb« im Besitze eines solchen Schreibens und glaubt, daß hi« sehr einheitlich verfahren worden sei. Der Zeuge wurde hierauf vereidigt. Zweit« Zeuge war Herr Polizeiinlpeltor Abel aus Düsseldorf. Inzwischen war ein Telegramm aus Matjde- dura eingelaufen, worin man um Entlassung des Henn Polizei- Inspektors Krieter bat, da seine Anwesenheit vortseldst sehr noth« wendig sei. C« eben genannte Zeuge gab Auskunft über eine Zusammenkunft in einer hiesigen Wirthschast, bei d« auch der Reichslagsadgeordnete Frohme anwesend war, und hält dies nach seiner Meinung für eine geheime Versammlung. Dann giebt Zeuge noch wttter Auskunft über im Jahre 1681 erfolgte Ausspielungen von Gegenständen, Büchern, Bildern jc. vom Gesangverein„Oiphcus", der sein« Meinung nach ein Venin sogenannter demokratischer Tendenz gewesen sei. Hierauf erfolgt die Vereidigung des Zeugen. Zeuge Alois Mackenzie bekundet, das er seiner Zeit für den„Düsseldorfer VolkSfteund", ein Blatt sozialisitscher Tendenz, welches in Duisburg gedruckt wurde» wirkte mit einem Geholt von 25 Thlr. monatlich. Auch giebt « zu, auf dem Gotha« Kongreß gewesen sein. Mereiue und Versammlungen. Die erfie Mitglieder»' ersammlnng der neugegründrten Filiale V, Nord, der Vereinigung ver deutschen Mal«, Lackst«» Anstreicher und verw. BerufSaenoffen. die am Mittwoch unter Vorsitz des Herrn Schulz in Cothmann's Lokal, Brunnensir. 34, stattfand, endete mtt polizeilich« Auflösung. Auf der Tages- ordnung stand: 1. Wahl des Vorstandes; 2. Vortraades Herrn B. Schweitzer über„Rechte und Pflichten der Mitglied«; 3. Wahl ein« ArdeitsvermittelungS-Kommission; 4. Verschiedenes. Der erste Punkt d« Tagesordnung fand seine Erledigung durch die Wahl der Herren Schulz als Lorfitzend«, Stöpel, Kassieer» Hornemann, Schriftführer, Welling und Heidemann als Beisitzer und Hilpert und Raschle als Revisoren. D« zwette Punkt der Tigcsoidnung:„Vortrag des He«n Schweitzer", mußte ver- schoben werden, da der R-kerent noch nicht erschienen war; es wurde somit zunächst zur Wahl dn Arbeitsoermittelungs-Kom- Mission geschritten und die Herren Witte. Kaireit, Bölke und Hilpert durch Stimmzettel gewählt, ssiach ein« Pause von»eh» Minuten, während welcher sich verschiedene H«ren als Mtt« glieder einschreiben ließen, erhiett an Stelle des Henn Schweitzer, der immer nock, nicht erschienen war, He« Link das Wort. Jeder, der der Ocaanisatton beitrete, habe mit dm ihm zufaUen« den Reibten auch Pflichten übernommen, die er bestimmt ausfüllen muß. Die erste und größte Pflicht der Mitglieder sei, üd«all, wohin fie auch kommen, die indifferenten Kolle. en aufzurütteln» fie aufzuklären und sie der O.ganisation zuzuführm, überall Wiffen auszusäen. Bei diesem ihrem Werke würden fie kräftigst unterstützt durch ihr Fachorgan; es sei also nötbia, dasselbe überall zu verbreiten und zum Lesm zu empfehlen. Eine wertere Pflicht der Mitglied« sei es, darauf hinzuwirken, den Arbeitsnachweis ganz und gar den Händen der Innung und Orts« krankenkassen zu entziehen und in ihre Hände zu bringen; die JnnungSmeister wendeten ja alle Mittel an und zwar nicht immer die redlichsten.... Bei diesen Worten«hob stch d« überwachende Beamte und«klärte die Versammlung auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes für aufgelöst. Nach einer Auf- forderung, den Saal zu verlassen, verließen die Versammelten kopfschüttelnd und in größter Rübe den Saal. Der Fach«»rein der Rohrleger hielt am Sonntag, den 11. November seine Generaloersammlung bei Feuerstein, Alte Jakovstraße 75. ab. Die Tagesordnung lautete: 1. Vierteljahres- und jährlicher Kassenbericht des Kassirers. 2. B«lcht des Vorsitzenden. 3. Neuwahl des gesammten Vorstandes. 4 Verschiedenes. Zunächst drückte der Kasstrer, Kollege Krebs, sein Bedauern darub« aus, daß er in diesem Jahre habe 69 Mitglieder streichen müssen wegen rückständiger Beiträge, ob- wohl dieselben doch nur wöchentlich 10 Pf. betragen, und de- merlte, daß die Rohrleger noch lange nicht genügend zielbewußt wären, sonst würde so etwas nicht vorkommen. Auch der Revisor Kollege Becker bedauerte diesen Jndifferentismus der Rohrleger und«klärte, daß er bei der Einficht« nähme in die Büch« stch gewundert, daß sich Kollegen Wen einschreiben lassen und dann den V«ein nickt mehr besucht baden. Es wurde dem Kasstrer dann die Decharge ertheilt. Zu Punkt 2 führte der Vorfitzende an, daß der Verein in diesem Jahre 23 Versammlungen abgehalten habe. Zwei Ver» sammlungen wurden polizeilich aufgelöst. Sechs Vorträge wur- den gehalten, davon war ein Vorttag bezahlt. Sodann wurde zur Wahl geschritten. Es wurden folgende Kollegen gewählt: 1. Vorsitzender Rockel, Monbijouplatz 10; 2 Vorsitzender Glane, Kastanien-Allee 57; 1. Schriftführer Müller, Gceifswalder« fttaße 9; 2. Sch-iftsühr« Linke, Gciedenowstt. 4; 1. Kasfi:er Krebs, Chauffeestr. 73; 2 Kasfir« Hi'.sch, Naunynsttaße 36. In die Kommission wurden gewählt: Fröde, Markmann, Karvenkiel, PuinSly, Seid ler, Freese Rißmann. Als Revisoren wmden die Kollegen Becker, Breitholz und Domke gewählt. Dann wurde»u„Verschiedenes" geschritten. Der Kollege Reckner v«las eine Lohnstatisttk- Liste, welche d« Magistrat respektive tet Stadtrath Ederty dem Vo, fitzenden des Fachvereinö der Aohrleger zur Ausfüllung zugesandt. Der Vorfitzende bemerkt dazu, daß diese Liste wahrheitsgetreu ausgefüllt werden soll, da- mit der Maginrat einen Einblick nehmen kann in die Lobnver- hältniffe der Rohrleger. Dann legte der Vorfitzcnde noch Listen zur Unterzeilbnung vor, wo Bauarbeiter die erste Hilfeleistung bei Unglücksfällen auf den Beuten auszuführen erlernen können und dafür monatlich nur 25 Pf. zu zahlen haben. Bei dieser Gelegenbeit führte noch ein Kollege an, welcher auf dem Neu- bau des Polizeipiäfidiums am Alixanderplotz beschäftigt ist, daß diese Listm wirklich etwas Nützliches bezweckten, und thcilte mit, daß vor kurzem ein Bauarbeiter auf obigem Neubau herunter- gestürzt fei und noch über i Stunde ohne Verband auf der Baustelle habe vwdleiben müssen. Trotzdem 3 Bauführer vor- Händen, wrßie keiner, wo die Sanitärswache ist. Groß» öffentliche Versammlung sSmmtlicher Graveure, Ziseleure und verwandten Berufsaenossen Berlins am Freitag, dm 16. November, Abends Sj Uhr, in Feuerstein'S Salon(oberer Saal), Alte Jalobflraße 75, Ecke Roßsteaße. Tagesordnuna: 1. Besprechung des Gesetzentwmfs, betr.«die Alters- und Invalider Versorgung der Ardeiter.(Referent: Herr Dolrnski.) 2. Diskusfion. 3. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Kollegen, am Playe zu sein. Zur Deckung der Unkosten Entree nach Belieben. Näheres Säulenanlchlag. Allg-meinr Krauken- und Kterbrkafle der Metall- arbeiter(E. H 29, Hamburg) Filiale 8, Berlin. Sonnabend, dm 17. November, Abends 8 Uhr, Mitgliederversammlung Bad- strafie 16, bei D. Hagen(früher Pflangang). Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Wahl eines stellvertretenden Bevollmächtigten Kranken- und KegrLbnißkasse de» Verein» sämmt- licher Kernfv Klasse«(Verwaltungsstelle Berlin 3). Mit- tliederverfammlung morgen, Sonnabend, Abends 8 Uhr, irunnenstiaße 38. Gäste willkommen. Neue Mitglieder jeden Geschlechts und Berufs, von 14 bis 45 Jahren. werden in jeder Versammlung aufgenommen, ebenso von H. Rudolph, Koloniestr. 150a; K, Ludwig, Wilsnackerstr, 53; P. Schindler, Acker str. 172; G. Holtzt, Ackerstr. 101; W. Raschle, Griebenow- ftraße 3. 3. Innere Kaffenangelegenheiten. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metall- arbeiter(E. H. 27, Hamburg) Filiale Berlin'V. Sonnrag, den 18. d. M, Vormittags lOi Uhr, Gartenstr. 123 bei Krüger: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Wahl eines Revisors. 3. Innere Kassen angelegenbeit. Verein der Kauanschläger Berlins und Umgegend. Versammlung am Sonntag, den 18. d. M, Vormittags 10 Uhr, Oranicnstraße 51 bei P reust. Tagesordnung: 1. Statuten» deratkung. 2 Fragekastm. Quittungsbuch legitimlrt. Vereinigung der Drechsler Deutschland«. Orts- Verwaltung B rlin>. Versammlung am Montag, den 19. November, Abends 8i Uhr, Alte Jakobstraste 38 bei Schümann. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Besprechung über die stattzufindende General- Versammlung. 3. Gewerkschaftliches. 4. Veischiedenes. Gesang-, Turn- und gefellige Vereine am Freitag. Gesangv.Bretzelschlust Abends 9 Uhr bei Körting. Drcsdenenstr. 40. Kaiser'scher Männergesangver in Abends 9 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28.— Gesangverein„Pausebeutel" Abends 8UhrimRestaurantHcnsel,Alerandrinenstr. 16.-„Liedertafel der Maler Berlins" Ahends 9 Uhr im Restaurant Kleine, Brandenburgstr. 60.— Gesangverein„Flöter'sches Doppel- Quartett" Abends 9 Uhr im Restaurant Musehold, Lands- bergerstraße 31.— Gesangverein„Fortschritt" Abends 9 Uhr im Restaurant, Blumenstraste 46.— Gesangverein„Ossian" Abends 9 Uhr Dresdcnerstr. 85 bei Gustavus.— Huppert'sche Sänger- Vereinigung„Harmonie" Abends 9 Uhr bei Niest, Weber- straste 17.— Gesangverein„Bouvardia"(Männerchor) Abends 8* Ubr im Restaurant„Teutonia", Belforterstraste 15.— Liedertafel des Fachvereins der Steinträger Berlins. Abends 8 Uhr Gr. Hamdurgerstr. 4 Uebungsstunde.— Gesangverein „Ohnesorge" Abends 8s Uhr Buckower Garten.— Gesangverein „Wied.rhall" Freitag Abend 9 Uhr, im Restaurant Schweitz- derger, Köpnickerstr. 3. Aufnahme neuer Mitglieder.— Berliner Turngenossenschaft(V. Männerabtheilung) Abends SV« Uhr der städtischen Turnhalle. Wasserthorstraste 31. tn Turnverein„Hasenhaide"(Männer- Abtheilung) Abends 6 Uhr Dieffenbachstraste 60 61.— Turnverein„Froh und '—......... 84 Uhr Bergstr. 57.- '■____ t* att__ v.s rei"(Männerabtheilung) Abends 8., wissenschaftlicher Verein für Roller'sche Stenographie. Abends 8i Uhr im Restaurant iethen, Dorotheenstr. 31, Unterricht und llgemeiner Arends'scher Stenographen- verein, Äbthellung„Vorwärts", Abends 3j Uhr im Restaurant Koll, Mariannenplatz 11.— Arends'scher Stenographenverein �Apollobund" Abends 9 Uhr im Restaurant, Scpdclstr. 30.— Verein ehemaliger Dr. Doebbelin'scher Schüler" Abends 9 Uhr im Restaurant Krebs, Friedrichstr. 208.— Voigt'scher Dilet- tanten-Orchesterverein. Abends 8« Uhr Uebungsstunde im Re- staurant Lehmann, Alerandrinenstr. 32.— Zithcrvcrein„Alpen- Veilchen" Abends% ühr im Restaurant„Wahlstatt", Belle- alliancestraste 89.— Rauchklub„Westend" Abends 9 Uhr im Hohenzollernaarten, Stealitzerstr. 27.— Rauchklub„Weichselblatt" Abends 84 Uhr im Restaurant, Skaliyerstr. 147a. Uermischtes. Im Kaltischrn Meere hatte stch am 19. Oktober v. I. ... t*— 3 tXA»_.■. Ä~—... C\ T--- 4 � � auf offener See ein grausiges Drama zuaetrogen. Am 12. Ol tobcr war das Schiff, Lohannes" von Riga aus in See ge- Sachen, bestachtet mit Balken und Brettern, die nach Schottland estimmt waren. Die Bemannung bestand aus Kapitän Bkhr- tng» Steuermann I. Ruck und sechs Matrosen. Einer der flatrosen, Jahn Umdo, war kurz vor Abfahrt des„Johannes" auf seine Brtte angenommen worden, hatte fich aber bald darauf heimlich vom Sch.ffe entfernt und dabei ein Schiffstau wie auch mehrere der Mannschaft ge- hörige K emigkeiten mitgenommen. Da man in Erfahrung brachte, daß er fich auf irgend einem im Riga'schcn Hafen ankern- den Schiffe versteckt hielt, so wurde er bald ermittelt und zum „Johannes" zurückiransporlirt. Tags darauf stach das Schiff in See. Auf Anordnung des Kapiräns Behrfing wurde Umdo für seinen Diebstahl einer körperlichen Züchtegung unterzogen und da er leugnete, so wurde diese Züchtiguna so lange wieder« holt, bis er geständig war. Auch für seine Trägh.tt und son- stigen Vergehen» die er fich auf dem Schiffe zu schulden kommen liest, zog er fich häufig Strafen zu, wobei dieselben jedoch das Maß der gewöhnlichen Bestrafungen, wie ste auf dem Schiffe üblich warm, nickt überstiegen. In der Nacht zum 19 Oltoder defand das Schiff fich auf offener See. Steuermann Nack und drei Matrosen schliefen in ihren Kojen, während der Kapitän Bebrfingmtt der übrigen Mannschaft auf Deck war. Gegen 4 Uhr Morgens erwachte Nack infolge eines heftigen Schlages, der gegm ihn geführt woiden. Aufspringend, sah er Umbo vor fich mit einem Beile in der Hand, der ebm zu einem neuen Schlage aus- Nun entspann fich in dem engen Räume ein fürchter- i loste. ..cher Kampf zwischen den beidm, ein Kampf auf Leben und Tod. Nuck wurde schwer verwundet, allein auf seine verzweifeltm Hilferufe regte fich nichts auf dem Schiffe, dasselbe schim wie ausgestorben. Doch auch Umdo hotte an dem ki ästigen Manne einen tüchtigen Gegner gefundm, der trotz der schweren Vnwundungm nicht so leicht zu bekämpfen war. Umbo sprang aus der Kajüte und suchte dem Nuck, selbst geschützt, auf heim tückische Art deizukommen, indem er die Thür verrammelte und ihn durch's Fenster, welches er einschlug, zu verwunden suchte. DaS gelang ihm jedoch nicht, da Nuck seinen Schlägen auswich und die zur Kajüte des Kapitäns fübrmde Thür emschlagmd, ins Schlafzimmer des Kapttäns flüchtete und die Thür verschloß. Mit einigm Schlägen sprmgte Umdo diele Thür und stand wieder mtt erbobmem Beile vor Nack. Letzteren verliest aber auch jetzt die Geistesgegenwart nicht. Mit erhobener Hand drohte er Umbo, ihn mit einem Revolver, obwohl er einen solchen gar- nickt besaß, niederzusldiesten. L-tztercr, in der Meinung, daß Nuck wirklich einen Revolver auf ihn gerichtet halte, ließ von ihm ad, nahm einen Enterhaken, befestigte an demselben ein Messer und suchte auf diese Weise Nuck von außen niederzustechen. Doch es gelang ihm nicht, sein Opfer, welches bei jedem nach ihm geführten Stoße geschickt zur Seite sprang, zu treffen. Jetzt faßte Umbo einen teuflischen Gedanken. Er ver« nagelte die Thür, versperrte das Fenster und öffnete eine über der Kajüte befindliche Lücke, durch welche er Kerofin in die ffajüte goß. Darauf fertigte er aus Werg eine Zünd- schnür an und tränkte dieselbe mit Kerofin. Nachdem er diese Vorbereitungen getroffen hatte, die Nuck gewahrte und die ihn, in der Aussicht, lebendig verbrannt zu werden, fast zur Verzweiflung trieben, begab er fich in die Kajüte, um Zündhölzer zu holen. Mit dem Entschlüsse, lieber ermordet, als verbrannt zu werben, kletterte Nuck durch die Luke auf das Dach und erwartete, mit einem dicken Bambus: ohr bewaffnet, das Er- scheinen Umbo's. Als derselbe erschien, versetzte Nuck ihm plötz- lich mit dem Bambusrohr einen so wuchtigen Schlag gegen den Kopf, dost er zu Boden stürzte. Daraus warf fliuck fich auf ihn und nun entspann fich ein neuer heftiger Kampf, der damit endete, daß Umdo, dem von Nuck die Kehle zugepreßt wurde, letzteren um Schonung seines Lebens dat. Darauf fesselte Nack ihm die Hände und schnürte ihn an den Mast des Schiffes. Als Nuck ihn fragte, wo die Besatzung des Schiffes geblieben, erklärte der Bösewicht ihm in aller Ruhe, daß er dm Krp'tZn und die fünf Malrosen ermordet und über Bord geworfen habe. Von der schrecklichen Wahrheit dieser Aussagen des Mörders konnte Nack stch sehr balv überzeugen, dmn als er Umschau auf dem Schiffe hielt, fand er auf den vcrschiedenm Stellen, an denen Umbo seine Opfer erschlagen, deutliche Blutipuren. Sowohl der Koffer des Kapitäns Bekrfirg, wie auch die Kisten, in welchen die Matrosen ihre Sachen aufbewahrten, waren von Umbo erbrochen und ihrer werlh- volleren Gegenstände, welche er bereits in seinen Kasten gepackt, beraubt. Dann hatte Umdo auch schon ein Rettungsboot, jedenfalls um fich damit vom brennenden Schcffe zu entfernen, mit allem Röthigen ausgerüstet ins Wasser niedergelassen. In Anbetracht seiner hilflosen Lage hißte Nuck die Noihflagge. Der von Riga kommende Dampfer„Morso" nahm vcn etwa eine Melle von der schwedischen Küste mit dem Winde treiben- den„Johannes" ins Schlepptau und dugfirte ihn in dm Hastn von Kopenhagen. Die Erzählungen Nuck's fanden ihre volle Bestätigung nicht nur durch die Blutspurm und die Mord- w.rkzeuge, welche auf dem Schiffe gefunden wurden, sondern hauptsächlich durch die schweren Verwundungen, die er selbst davongetragen, wie auch dadurch, daß fich sowohl in den Taschen, wie auch in der Kiste Umbo's alle werlhvolleren Sachen des er- moi Veten Kapitäns und der Mannschaft vorfanden. Der erst 23jährige Mörder Jahn Umbo. welcher von der Insel Küno stammt und schon mehrfach wegen Vergehen vorbestraft ist, wurde nach P.tersburg transportirt und hatte fich am 12. d.M. wegen des sechsfachen Mordes vor den dortigen Geschworenen zu oerantworten. Er dekannte fich der Mordthaten schuldig, bestritt aber, mtt Uebcrlegung gehandelt zu haben. Er sei fortg s.tzt vom Kapitän und den Matrosen miß- handelt worden und habe ersieren aus Rache hinterrücks mtt einem Holzscheit niedergeschlagen und ihn dann über Bord geworfen. Um der Strafe zu entgehen, Hobe er sodann beschlossen, die ganze Besatzung zu ermorden. Heimlich schlich er fich an den bei der Signallaterne wachhabenden Matrosen heran, streckte ihn durch einen Faust chlag nieder und warf ihn über Bord; ebenso verfuhr er mtt dem am Steuer thätigen Matrosen. Durch den unregelmäßigen Gang des seiner Leitung beraubten Schiffes erwachten die drei übrigen in ihren Kojen schlafenden Matrosen und begaben stch einzeln auf Deck, woselbst Umbo an der in den Schfffscaum führenden Treppe mit dem Beile stehend, jed.m der nichtsahnenden Matrosen den Schädel spaltete und die tobten Körper ins Meer warf. Nun blieb nur noch der Steuermann Nack nach, dessen Schicksal vorstehend erwähnt ist. Unter Zubilligung von Milderung!» gründen wurde der sechsfache Mörder zu 10 Jahren Zwangs-- arbett verurtheilt. Die Iaht der Geisteskrank»« in de» Irrenanstal- te« p reust»»» bekug nach der„Statitiischen Correspondenz" im Jahre 1866 37 892, während zehn Jahre vorher nur 20 748 gezählt wurden. Unter Abzug derjenigen, welche im Jahre 1886 in mehrerm Irrenanstalten nach einander untergebracht waren, ergiedt fich eine Zahl von 35524 P rsonen gegen 20 115 im Jahre 1876. Daiunter befanden fich 19 245(1876 10 754) männliche und 16 276(9361) weibliche. Unter 100 Geisteskranken wurden alio 60(1876 56) Männer und 40(44) Frauen gezählt. Was die KrankyeitssormeN betrifft, so Ittim 47,0 (1876 54 3) pEt. der Männer und 78.3(81,2) pCt. der Frauen an einfacher Geistesstörung; femer 17,0(16,4) pCt. bezw. 5,2 (3,7) pEt. an paralytischer Geistesstörung, 7,9(8,9) bezw, 7,2 (7,4) pC». an Imbezillität, Jdtotiste oder Kictiniemus und 20 6 (13.7) pCt. der Männer, sowie 1,5(0,8) bezw. 1,3(0,2) pCt. waren als nicht geisteskrank und nur zur Beobachtung:c. tn dm Anstalten. Die Zunahme des Säufer wahnfinns ist nach obigem ungemein stark. Meneste Nachrichte«. De»„Keich»an,»ig»r" enthält folgende Bekanntmachung: Auf Grund des§ 12 des Reichsgesctzes gegm die gemein- gefährlichm Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Ottoder 1878 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß I. das Flugblatt mit der U berschrift:„Ar, die In« d i f f e r'e n t e n!", beginnend mit den Worten:„Ar- beiter! Ihr habt die Worte jenes Menschen gehört", und mit dem Schluß:„Zu den Waffen!", II. die Broschüre:„An die Landarbeiter!", de- ginnend mit den Worten:„Wer und was find wir?" und mit dem Schluß:„Es lebe die soziale Revolution, es lebe die Anarchie!" beide ohne Angabe des Druckers und Verlegers, nach Z 11 des gedachten Gesetzes durch den Unterzeichneten von LandeSpolizet- wegen verbotm worven find. Berlin, den 15 November 1888. Der königliche Polizeipräsident. Frhr. von R.chlhofen. Telegraptztsche Depesche«. (Wolsss Telegraphm-Bureau.) K»rU«, Donnerftag 15. November. Der Bundesrath hat in seiner heutigen Plenarsitzung den Gesetzentwurf über die Alters- und Invalidenversicherung der Ardetter tn zweiter Lesung genehmigt. Dr»»d««» Mittwoch. 14. November. Der gesammte Schiffsverkehr auf der Elbe ist wegm starken EiSgangeS ein- gestellt. Park», Donnerstag 15. November. Heute Vormittag fand ein KadinetSrath statt, welcher fich mit der Sanfidar Frage und mit dem wegen Herstellung einer Blokade an der ost- afrikanischen Küste zwischen Deutschland und England ge- troffenen Heber« Wommen, daS den Mächten mitgetbeilt werden soll, beschäftigte. In Erwartung dieser Mttlhetlung wird die französische Regierung einstwellen die erforderlichen Maß- regeln für wirksamere Uederwachung des Sklavendandels t-eff-n. Ja der vergangenen Nacht ist die Waffenfabrik in Chatel- lerault durch eine FeuerSdrunst thellwerse zerstört worden. Menschenleben find nicht zu beklagen, doch ist der ma- feststellen lassen. sacke.. Agn St an t w•v........ w,.„v*."..„..."D", für schuldig des Mordes unter Ausschluß mildernder U-rst die Mitangeklagten Ga cia, unverehelichte Daull, Roberto» und Dbanes für schuldig mit mildernden Umständen;»» geklagten unverehelichte Mamicette Couronneau, die Forestier und die verehelichte Pablo für nicht t# Auf Grund dieses Wahrspruches der Geschworenen* der Angeklagte Prado zum Tod, die Mitangeklagten zu 5 Jahren Einschließung, unverehelichte Daull zu 2 und Roberto Andres und Noanes zu 4 Jahren Gefäng> Pari«, Mittwoch, 14. November. Die Revifionekoni»- hat sich für die Aufhebung des Senates und der schaft der Republik ausgesprochen., m», Paris, Mittwoch, 14. November. Das Institut M ist heute tn Gegenwart des Präfidenten Earn». Mehrzahl der Minister und anderer hervorragender P»' ketten eröffnet werden. London, Mittwoch, 14. November. Unterhaus. Berathuna des Ausgadebudgets beantragte Bradlaugh Pofitlon für die Polizei der Mettopole die Stceichuns Halts sür den Polizeichcf als Protest gegen das Ver. Ministers des Innern bei der Unterdrückung der(., Versammlungen auf Trafalgar Square. Der Antrag 207 gegen 91 Stimmen abgelehnt. Einze (E Kriefkasten der Redaktio».�, Bd»nsragen bitten wir die Sbennementb-Ouittung beizufügeii. � Antwort wird nicht ertheilt. i dieil» 52. C. g. Die Ortslrankenkasse verweigert lung des Krankenscheines dann mit Recht, wenn OZ ''tot ander de aus Lieb 2%* sch« °nderi !"ne ' 4.49*4 VV*4VVHJV4*"V ft-l F iE Krankenunterstützung von der pünttlichen Zahlung bei � für••*Jc abhängig gemacht ist. Anderenfalls ist die Kasse nur die rückständigen Beiträge von dem Krankengeld' Dadurch, daß Sie einer anderen Kaffe beigetreten% Sie Ihre Mitgliedschaft zur Ortskrankenkaffe nicht Ihre Bemerkungen zu 2 find uns nicht verständlich- A. H. 1. Ein Kiiminalschutzmann kann in amMsi schaft zu jedem Kränzchen Zutritt verlangen. WW Zutritt verweigert, oder er zum Verlaffen des Lokals und stellt fich heraus, daß er nicht zum Zwecke a.-. � richtungen oder Beobachtungen dageblieben ist, so wur� allerdings des Hausstiedensbrucks schuldig mache». anderen Fragen können wir Ihnen nicht beantworte». � R. K Wenn wir recht verstehen, find Sie,»<*% schriftlich Kündigung ausgeschlossen hatten und drei«5 f arbeitet haben, aus der Arbeit ausgetreten und h�y wieder bei demselben Meister Arbeit genommen, Neuem die Kündigung auszuschließen. Unter diese» können Sie Lohnentschädigung für 14 Tage fordern- 124 S. Em Scklafwirth kann die retinirten durch einen Gerichtsvollzieher verkaufen lassen,»»*%< Schlafburschen verklagt hat und auf Grund des Zahsungsbefehls) die Sachen durch einen GerichtsvvWQ pfänden lassen. jF: Kt. 100. Zu den Beerdigungskosten.� welche kM' zu erstatten haben, zählen die Ausgaben für ein» � oae schmaus nicht.„aFlO'Mvlzev knfc ©. U 51. Wenn Sie fich mit dem Abzüge d»°°p geldes wegen Verspätung einverstanden erklärt»nTT. auch nur stillschweigend, so können Sie dasselbe nicht ufn» w- 1 ...... glp'ebetlf"-- Niederlag ichrumpft Dann bex <» Elemev ju: auch die flch wred. »all des Be ' ,s°lch' I LK!lich bi Jrfnron, die i hat diese fr' und fi S. ist das lich einklagen. Verthetdigung zü übertragen ®. I. Zeitz. bastenen An ob die nicht an, waren. A. I. 1 Die schriftliche Verabredung der strafe ist rechtsgiltig: Ihr Sohn darf, falls nicht' Umstände vorliegen, in dem angegebenen Zettraum Jf£r W,"8 St. llunz annehmen. Zu näherer mündlicher Auskunft w. war bereit. �'»dseliges I. F 1. Für die Zeit, während welcher�-.. ei# Krankhetl nicht arbeiten konnten, haben Sie Lohn �. verr#~ —-»»-••—.— � rtl r i--- ansp rucken. 2 vereinbarten Lohn nicht Der Ardetter braucht fich� einen�Abz»�� R« gefallen zu lassen. er, wenn er dagegen remonstrirt, seine Entlassung% der Arbeitgeber durch � fich gung. Strafbar macht Abzug nicht. I. F. in V. Reichstagsabgeordnete erhatte» keine Diäten, obgleich der Reichstag dahingehen� mehrfach gefaßtt hat. Landtazsabgcorvnete erhatten 15 M. pro Tag. fci |l. fi. 54, Wenn Ihre verstorbene Sck»*»'. � recktsgiltigen Testament ihren Mann zum allem» � eingesetzt hat und der Mann später gestorben Lol,« Frau keine Rechte gegenüber dem Nachlasse des Am« mehr erben dessen Geschwister auch dasjenige, wa» verstorbenen Schwester herrührt. A Kd 36. Nack dem tn der preußischen AI �(J. tigen Recht kann ein Mädchen, das schon vorbe anderen außerehelich geboren hat, für ein zwefls». hf Alimente fordern. In den andern deutschen St«»' darüber die verschiedensten Rechtsdestimmungen.,% 100. Wenn der betreffende nachweisen während der Zeil krank war, kann er Gehalt schävigung bis zum 1 Januar beanspruchen. Du ttsche Anstellung erfolgt sei, muß daß dlos diätarlsche Anstellung 13% r.ÄWÄÄ K Mein 4" Ruf K «u# tri »um S vorüi m "Ä «aantwortticher Redakteur:».#»«Wm in«erttn. Druck und Verlag von w Berlin«»uthstraße 2. räumen Zu dem Ter min werden Sie musterungsschein genügt als Legitimation.� willtaung dedarf es nicht. 2. Ei die Polizeibehörde Ihres jetzigen L. deHörde brauchen Sie nicht anzugczen.� Zt. K. Sie müssen Alimente gebrachten Einwendungen würden ©. W 101. Wenn Jh Frau geholfen hat, ist wegen Hausfriedens »um Diebstahl strafbar. % " W» W'