Ko«ttabe«d, de« 17 November 1888. 5#«&** � noch � Intctfuig m obcito Den licht fi irenen % lefönji [Hut Ä> ßontfU et lUs- laugh )er B# ag wol» 0«. Krgan für die Interessen der Arbeiter. »a«„Bef l t««r Bolk«Sl«tt« Sorm- und Festtagen. Abonnements?«« fSr verttn frei monatlich 1�5 Marl, wöchentiich 85 Pf. Postabonnement n o S onmags- Nummer mit dem.SonntagS'Blatt" 10 Pf. in der PostzeitungSpreiSllstk für 1888 mnm Nr. 849.) JusertionSsebühr deträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. ArbeitSmarft 10 Pf. größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Fnserate werden bis 4 Uk NachmtttsgS in der Expedition, Berlin SVA, Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen- Aurea ux. oh« Erhöhung deS Preises, angenommen. Kedaktis»: Keuthftraße S.— Grpedttio«: Zimmerstraße 44* gen. t die d«. nur � Hausttcher Zwist. ** 4 eine alte Geschichte, wenn Noth und Elend in keaelin»�� ihren Einzug halten, dann stellt sich fast flfahn& auch Zwist und Zank unter den Familienmit- siir i? DaS, was aber für die Familie gilt, gilt auch ltoftp» größere Gemeinschaft und speziell auch für die ,*. m politischen Verbindungen, die Parteien. So lange «»i> Ten am gewinnt, an Ausdehnung, Bedeutung ii«>- � q Sfu� zunimmt, so lange kann die Leitung immer A-,.ßf tt«ie[ mmun8 zu ihren Maßnahmen rechnen, und die min«r(iil? Truppen werde«, auch wenn sie'einmal in dem Wferk r anderen Punkt abweichender Meinung sind, doch ! 1*11 uus Liebe zum Ganzen und um die Aktionsfähig- zu schwächen, zurückdrängen. % anders gestaltet sich aber die Sache, sobald die ■Niederlage auf Niederlage erleidet, ihr Anhang zu- �"�schrumpst und ihr Einfluß auf den Nullpunkt herab- rei 5;;} L.' Dan« beginnt das Klagen und Schmähen, die unzu- 5 �<■" � k.€n Element werden laut und gewöhnlich beginnen Pcht �ie verkannten Größen, deren es ja überall V ö. M wieder breit zu machen und suchen sich für Erinnerung zu bringen. Zn befindet sich nun der bürgerlichen Innerhalb weniger °S h-n. % K M !■? SaD des Bedarfs ■ hat diese Partei bei 4 Wahle» schwere Niederlagen ' I# ui W daß der Kremser wirklich nicht zu groß zu sein . und sowohl im Reichstag wie im preußischen lag ist haS Fähnlein dieser Partei so sehr zusammen- wenn Herrn Eugen Richter einmal die Lust an- icht ��snn leinen Getreue» einen Ausflug nach den . A%eberIö*«P�� oder in den Grunewald zu machen. Diese k*. haben nun neben dem erklärliche» Spott und Ti i» Hs»r öRprttts»i* nnA nrnfct» llmufriehßnbcit a WY unMa der Panel . Wi�n �2en Richter aufhalsen. scht.-sW W i. ,lln" nun gerade keine besonderen Verehrer des im W�'ch1«, denn gerade sein Verhalten unserer Partei fu/ � fpi,wf?.öt uicht nur allezeit ein ungemein gehässiges .„gm, �seliges— wa» uns sehr kalt gelassen hätte—, �«s0!!n �odezu bornirte». Und über diese Bornirtheit- httifm fc�io �..�ichler, die es ihm heute noch glaub- rrDi�lM feinen läßt, daß die sozialdemokratische oo-'.N Sil. Ä« Existenz und Stärke dem Lieb- l3, lvkilavd Herrn!Ri«mnrrf mit fll, i'i S"»«£0>bem stehe» wir aber nicht an, unsere Meinung % ibw�ppechen, daß Herrn Richter Unrecht geschieht, »» M bw Schuld an dem Unglück seiner Partei zuge- ist-r � v, �Jeui Teton. weiland von Bismarck mit verdankt,- habe« wir uns schon manches Mgl ge- (12 WotP'l, v gfe.. liaskotnikow. ®®i«on von F. M. Dostojewski. kann� � � Russischen übersetzt von Wilh. Hencke l. � träumte ihm, daß er mit seinem Vater auf zum Kirchhof sei und daß sie bei der Brannt-, �. vorüber kommen; der Väter bält ihn an der furchtsam nach. oer Schenke um. diesmal seine Aufmerksamkeit , nie bei einem Volksfest; ein Weiber mit ihren Männern und twvx hpft. gä? vw*..lle sind betrunken, alle singen, WerW'"Mng der Schenkt steht ein Bauerwagen, 9lo|ta o8!' Kroßer Bauerwagen, einer von denen, die uiikaJ,)stti,en bespannt werden.und auf denen man bitlt �Wwniroeintomitn zu führen pflegt. Er hatte MtVjh � i langn.ähftigen Lastpferde: gern gesehen, c sei,»«» betf»9�1' hellbraune Bauernmähre eingespannt,' net}« einer Fährte-stecken geblieben sind; und ■feiT konnte; Mütterchen führte ihn, hinweg. Jetzt begann plötzlich n kamen aus der Schenke mit schoben wird. Wir glauben im Gegentheil, daß, wenn heute überhaupt noch eine deutschfreisinnige Partei existirt, dies ausschließlich das Verdienst des Herrn Richter ist. Seiner rücksichtslosen Energie, schneidigen Beredsamkeit und der außer bei ihm bei keinem der Führer der bürgerlichen Par- teien vorhandene Much, dem Kanzler auch in den kitzlichsten Punkten Opposition zu machen, hat es nur fertig gebracht, daß überhaupt noch ei» Häuflein Mitglieder des Bürger- thumS vorhanden ist, das sich getraut, Opposition zu machen. Hätte Richter gefehlt, die Hänel und Rickert säßen längst mit an der reich besetzten Tafel, an der sich'S die National- liberalen in Gesellschaft der KardorfS, Puttk-rmerS und WedellS so wohl sein lassen. In einer Zeit, wo für unsere Bourgeoisie nur noch das Guizot'sche:„Bereichert Euch!" als Richtschnur für ihr politisches Verhalten gilt, und wo von dem allmächtigen Vertreter der Regierung als einer ihrer Zwecke offen proklamirt wird:„Millionäre zu züchten", da ist es immerhin ein Kunststück, ein auch nur kleines Häuflein von Bourgeois von der allgemeinen Jagd auf die Beute, welche der Staat'zu vergeben hat, zurück zuhalten. Dieses Kunst- stück hat aber Eugen Richter, man mag sagen, waS man will, doch fertig gebracht. Unterstützt hatte ihn darin bis zur Katastrophe im Kaiserhaus allerdings die feste, wenn auch nicht offen ausgesprochene Hoffnung, daß der Thron- Wechsel gleichbedeutend mit einem Systemwechsel sein werde, und daß dann die liberale Gesinnung mit ein Anrecht auf das Miteffen aus den gefüllten Schüsseln des Staates geben werde. Diese Hoffnung ist nun freilich zu Grabe getragen worden, und wenn deshalb der Wfall von dem„ewigen Nörgler" Richter in der nächste« Ztttt ein> noch größerer sein wird, als er es bisher schon war, so wird daS niemanden Wunder nehmen, am allerwenigsten aber uns. Wir wundern uns nur, daß eS in der bürgerlichen Welt immer noch hie und da Idealisten giebt, welche der Meinung sind, der Abfall von der deutschfteisinnigen Partei hätte sich dadurch auf- halten lassen, wenn die freisinnig-demokratischen Grundsätze schärfer betont worden wären, und wenn die Partei m allen sozialpolitischen Fragen und besonders auch in der Frage des ArbeiterschutzeS eine klarere Stellung einaenom- men Hätte. Diese Idealisten sind e» auch, welche eS der Parteileitung besonders verargen, daß sie die Abhaltung eines allgemeinen ParteikongreffeS bisher zu hintertreiben verstanden hat. Run, wir glauben, Herr Richter und seine eingewejhtere» Freunde haben sehr genau gewußt, warum sie diesen Parteikovgreß nicht berufen hgben. Wäre er berufen worden, so ist Ein« gegen Hundert zu wetten,.daß daS Endresultat eine allgemeine S ch wenkung nach rechts gewesen wäre.. Man mag über die Gesetzgebung der letzte» 10 bis 15 Jahre sagen, was man will, das..eine wird ihr nie de- Geschrei, mit Gesang, mit Balalaiken-s) herau», toll und voll betrunken, große Kerle in rothen und blaue« Hemden, die Oberkleider auf die Schultern gehängt, — Setzt euch drauf, sitzt euch alle drauf! ruft einer, ein junger Kerl mit breitem Nacken und einem fleischigen, rothen Gesicht;— setzt.euch auf, ich nehme euch alle mit! Alle lachten und schrien: — Solch eine.Mähre, die wird viel ziehen können! — Bist du denn bei Sinnen, Mikolfa'), daß du eine schwache, elende Stute an solch ein Lastfuhrwerk ge-. spannt hast!- — Die Hellbraune hat doch gewiß schon ihre zwanzig Jahr auf dem Buckel! t. — Setzt euch nur drauf, ich nehme euch alle mit I schreit Mikolka wieder, indem er auf den Wage» springt, die Zügel ergreift und' sich in Lebensgröße vor» hinstellt. — Den Braunen' hat Matwej") vorhin mitgenommen, ruft er vom Wagen herunter; diese elende Stute aber ärgert mich schon lange, Brüder; am liebste» möchte ich sie umbringen. eS ist. nur ein unnützer.Fresser. Ich sage euch, setzt euch nur drauf! Rennen laß. ich. sie, rennen muß fiel Und jetzt nimmt er die Peitsche-» die Hand, unt mit Wollust die Hellbraune zu hauen..>■. - Nun, setzt euch dsch, ihr hört'4 ja, sie soll ja rennen!.... spottet die'; — Seit zehn Jahren ,st we mcht mehr gerannt, mein' ich... -— Wird schön springen!...:\■ '— Kein Mitleid, Brüderchen, jeder nehme ferne Peitsche zur Hand... und nun macht euch fertig.—•- — Nun loS! Haut sie!. Mit Gelächter und Gespött kletterten alle ausiMikolka« MK U.ÄW ; ffeÄSfi'Ä **) Matthäus. stritten werden können, sie wahrt die Interessen der be- sitzenden Klaffen nach allen Richtungen. In diesem Um- stand liegt auch daS Geheimniß des allmächtigen EinfluffeS und der zweifellosen Popularität deS Reichskanzlers in allen den Kreisen, die sich— mit Recht oder Unrecht bleibe dahingestellt— mit zu den besitzenden Klaffen zählen. Die Schutzzöllnerei, die indirekte Besteuerung, die Ausnahme« gesitzgebung gegen die Arbeiterbesttebungen, eS sind lauter Maßnahmen, gewesen ganz nach dem Herzen und den Wünschen der überwältigenden Mehrheit aller derjenigen, welche sich nicht zu der Arbeiterklaffe zählen. Und eS wählt deshalb mancher heute aus alter Gewohnheit deutschfreisinnig, der in seinem innersten Herzen ein begeisterter Verehrer BiSmarck'S ist. DaS, was man politische Ideale nennt, da« sind für unsere Bourgeoisie längst Dinge geworden, welche sie in die Rumpelkammer gelegt hat. Und im übrigen hieße eS wieder der Wahrheit die Ehre nicht geben, wenn man nicht anerkennen wollte, daß unsere Bourgeoisie gar keine Ursache hat, sich über Mangel an politischer Freiheit zu beklagen. Alle jene kleinlichen Quälereien, über die zum Beispiel die Arbeiterpartei, ganz abgesehen von den Wirkungen deS Aus- nahmcgesetzeS, so viel zu klagen berechtigte Ursache hat, die finden gegenüber der Borgeoisie, selbst so weit sie oppo- sitionell ist, keine Anwendung. Man denke da nur an die Handhabung deS Vereinsgesetzes. Eine aufgelöste Ver- sammlung ist für die Freisinnigen eine eben so große Selten- heit, als sie für die Arbeiter etwas alltägliches ist. E« ist also durchaus erklärlich, wenn das Bürgerthum von der Opposition gegen den Reichskanzler und sein System nichts wiffen will. Sicher ist ja, daß es für den that- kräftigeren Theil der Bourgeoisie ein unangenehme« Gefühl sein muh, daß er von dem. Mitregieren so ganz und gar ausgeschlossen ist. Und hierin liegt ja mit der wesentliche Unterschied zwischen den Nationalliberalen und dem GroS der Deutschfteisinnigen. Die ersteren begnügen sich, wenn sie nur Gaben empfange«, wenn dieselben auch von fremder Hand kommen, die letzteren dagegen machen Anspruch darauf, die Gaben sich selbst zuzutheilen und zieren sich, dieselben als Geschenke von ihren alten politischen Gegnern anzu- nehmen. Die Gaben selbst aber wollen die einen wie die anderen. Die Bourgeoisie will herrschende Klaffe sein, und sie ist e» trotz alledem und alledem auch in Wirklichkeit bei uns. Die einzig in ihrer Art dastehende Stellung, welche der Reichskanzler in Deutsch- land einnimmt, sie ist nur möglich und nur erklärlich, wenn man sich stets vor Auge« hält, daß Fürst Bismarck es ver- tanden hat, wie selten einer vor ihm, die Interessen der herrschenden und tonangebenden Klassen zu wahren und zu ördern. Diese Klaffen repräsentiren aber nicht die Herren von Kleifl-Retzow und von Miningerode, sondern der Millionär Dr.Hanunacher und der Jndustriekönig von Stumm. Die politische Opposition ist für unsere Bourgeoisie ein —. Sie war geputzt,' knackte Nüsse und war lehr vergnügt. Die Menge ringsumher lachte es war ja auch zum Lachen. daß solch eine hinfällige Mähre diese Last ziehen und«och dazu rennen soll! Zwei Burschen auf dem Wagen nahmen ihre Peitschen zur Hand, um Mikolka zu helfen. E« erschallt ein Hüh! die Mähre zerrt aus Leibeskräften, kommt aber bäum Schritt vor Schritt vorwärts, krächzt und knickt vor Schmerz von den drei Peitschen, die wie Hagel ans sie niederfallen, ein. DaS Gerächter im Wagen und in der herumstehenden Menge verdoppelt sich, doch Mikolka ärgert sich und peitscht wüthend auf die Stute loS, als'ob« sie wirklich zum Rennen bringen wolle. — Laßt mich auch mit, Brüderchen, ruft ein Bursch au« der Menge, der gleichfalls Lust bekomme« hatte, nnit- zuthun....".-' dabei haut er. und haut und weiß vor Raserei nicht,.wo- mrt er wohl noch hauen könnte.' � M ä 'S w"' � — Hast denn du kein Kreuz,*) Elender! ruft ein Alter aus der Menge. j- v •— Hat man je schon so etwa« gesehen, eine, fe dekommt tri eben lang nicht *) Bist du denn kein Christ! Jeder der-Tmife ein Kreuz umgehängt, da« W wieder ablegt. Luruiartikel geworden, auf den sie gerne verzichtet, sobald ihr nur im Prositschneiden keine Schwierigkeiten bereitet werden und die herrschende Staatsgewalt vor allem dafür sorgt, daß die Arbeiter in ihren Ansprüche« höchst genügsam Hetben. E» giebt nur eine Klasse von Staatsbürgern, denen es mit der Opposition ernst ist. Dies sind die Arbeiter. Nur wer die Interessen dieser Klasse auf seine Fahne schreibt, der hat auf Heerfolge bei den Massen zu rechnen. Dazu wird sich aber die deutschfreisinnige Partei nie entschließen können, denn sie ist eine Bourgeois- Partei und wird auch eine solche bleiben, bis die letzten Reste »o« ihr verschwunden sein werden. Als BourgeoiS-Partei wird sie aber in allen entscheidenden Augenblicken die Loosung wählen: Lieber Lucius als Kapell! Ner inielnaiionake K nw�clla�s-Rongre� in iCondon. Vierter Verband! ungstag. Vorfitzender» Stellvertreter Christensen, Kopenhagen. Zu Beginn der Verhandlung wird folgende Resolution ange« ,l0mmtn„Die Arbeite. Parteien in den verschiedenen Ländern werden aufgefordert, die Abschaffung aller Ges>tz-, natio- naler wie internationaler, welche die freie Vereinigung der Arbeiter hindern, in ihr Programm aufzunehmen und dafür zu agstiren." � Darauf schlägt K e ir Hardie(Cumnock) folgende Orga> nisation vor: Jede Gewerkschaft wählt ein Exekutivkomitee. Aus dm Exekutirkommitee's soll ein nationaler Gmeralrath hervorgehen, in dem alle Gewerbe vertreten find. Die Gewerk- sthaftm eines Gewerbes sollm jährlich internationale Be- rathungm pflegm, und ein allgemeiner internationaler Kongreß soll alle Nalionm und Gewerbe von 3 zu 3 Jahren vereinigm. — Dies wäre seiner Meinung nach der Rahmm für eine inter« nationale Verbindung, an der auch polstijche Körperschaften thellnchmen könnten. Frau Annie Besant(London) ist gegen eine solche .....-..---— 1 Organisation, welche den kontinentalm Bedürfmffm nicht erst» spreche. Ein großer Theil der französischen und alle deutschen Vereine wären von der Verbindung ausschloffen. Sie dürfen— sagt sie, indem sie sich zu den Engländem wendet— nicht von ihren engherzigen und veralteten zünftigen Joem ausgehen, wmn sie wtrlltch eine internationale Organisation gründm wollen.(Leb- haster Beifall, Widerspruch.) Die englischen Trades Union s haben von jeher Tagelöhner und unqualiffzirte Arbeiter(nn- skilled labonr) ignorirt oder verachtet.(Rein, Nein! bei den mglischen Delegiitm.) Doch! S e behandeln den Tagelöhner» wie die Bourgeoifie Ihre Väter behandelt hat.(Rein, Nein! und ledhafter Beifall.) A n se c l e erllärt, daß er die Kraft und Disziplin der mglischen Gewerkschaften bewundere; sie müßten sich jedoch auf breitere Grundlagen stellen, wenn sie im Kampfe mit der wachsenden Macht des Kapstals nicht untergehen wollm. (Bestall.) Carling(Durham) versichert, daß die Durbamer Kohlm- aräber sehr gerne eine Verbindung mit den Bergleuten anderer Länder anknüpfen möchten, weil fie wissen, daß ihre Interessen identisch seim. Wie könne abcr an eine inrrrnationale Ver- etnigung aller Berufsgenoffm gedacht werden, wenn fie in einem Lande nicht in vollkommener Weise zu Stande ge- kommen sei?(Hört, Hört!) Gels beantragt im Namen der französischen Delegirtm: Die Ardester aller Länder aufzufordern, sich inG e« werkfchaften zu organifiren; die orgamfirtm Gewerkschaften einzuladen(mit oder ohne Hilfe der Ge- meinden) Arbeitsdörsen zu gründen, welche zum Zwecke der Statsttil unter sich Verbindung herstellen sollen. Die so organ strtm Ardeiter sollen sich im Gegm- sotz zu allen anderen politischen Parteien, sowohl in politischer wie ökonomischer Hinficht als Klasse konstituiren und die Erringung polstischer Macht in der Gemeinde, der Proainz und dem Staate anstreben. Die Arbeiterparteien der verschiedmen Länder sollen nationale Komitee's bilden» welche in beständigem Zusammenhange unter einander sieben und so eine Verständigung der Ardeiter der ganzen Welt in allm Fmgen möglich machm, welche fie gemein- som beiübren. Ein internationaler Kongreß soll jedes Jabr stattfinden, womöglich in einem der betdelligten Länder. Auf d» m nächsten Kongreß sollen die Einzelheiten der Organisation festgestellt werden." Für dtetcn Antrag stimmen 12 Engländer, 14 Franzosen, 10 Belgier. 9 Holländer, 2 Dänen und 1 Italiener. Dagegen 30 Engländer und 1 Franzose. Derselbe ist also mit 5 gegm 1 Nation oder mit 48 gegen 31 Stimmen angenommen. solchen Mähre so schwere Last ziehen zu lassen! fügt ein anderer hinzu. — Du wirst sie noch umbringen! ein dritter. — Laßt mich zuftieden! Sie gehört mir! Ich thue, was ich will. Setzt euch, setzt euch alle drauf! Ich will fie schon noch rennen lassen l... Plötzlich erschallt allgemeine« Gelächter, das alle« über- tönt. Dre Stute kann die immer dichter fallendm Schläge nicht länger ertragen und fängt an auszuschlagen. Sogar der Alte mußte mitlachen. Es war auch zu komisch; solche elende, alte Stute fängt noch an auszuschlagen! Zwei Bursche auS der Menge Holm noch Peitschm herbei und fangen an daS Pferd von beiden Seitm zu haum. — Auf» Maul, auf die Augen peitscht es, auf die Augen! schreit Mikolka. — Ein Lied, Brüderchen! ruft jemand auf dem Wagm, und alle, die im Wagen sitzen, stimmen an. Ein fteches Lied erschallt; da« Tambourin klingt, der Reftain wird ge- pfiffm. DaS Weib knackt Nüsse und lacht vergnügt. ... Er läuft zum Pferde hin, er läuft voraus, er sieht, wie man es auf die Augen schlägt, gerad auf die Augen! Er weint. DaS Herz quillt ihm über, die Thränm fließen. Einer der Peitschenhiebe streift ihm daS Gesicht; er fühlt eS nicht, er ringt die Hände, schreit, läuft zu dem Alten mit dem grauen Bart, der mit dem Kopf schüttelt und alleS mißbilligt. Ein Weib nimmt ihn bei der Hand und will ihn fortführm; aber er reißt sich loS und läuft wieder zu ocm Pferd hin. Dies ist am Ende seiner Kräfte, fängt aber noch einmal an auszuschlagen. __ Daß dich der Teufel hole! schrest Mikolka in voller Wuth. Er wirft die Peitsche weg, bückt sich und holt eine lange, dicke Deichselstange vom Wagen, hebt sie mrt beiden Händen und holt mit der größtm Anstrengung au». — Er schlägt sie nieder, rufm die Umstehenden. — Er tobtet sie!..• Sie ist mein Eigenthum! schreit Mikolka. und läßt mit wuchtigem Hieb die Deichselstange fallen. Man hört de» schweren Schlag. Hierauf wird eine von Lazzeri beantragte Resolution, welche sich gegen den Chauvinismus erklärt, der die Völker trenne, einstimmig angenommen. Zu dem Punkte der Tagesordnung: Beschränkung der Produktion durch Verkürzung der Arbeits« zeit, liegen eine ganze Reihe von Resolutionen vcr, welche einen internationalen Normalardeitstag an- streben. Es entspinnt fich eine lebhafte Debatte, während welcher Herr S h i p t o n, welcher sich nach der vorhergehenden Ab- stimmung offenbar sehr unbehaglich fühlte, die erlösende Ent- deckung machte, daß es 5 Uhr geworden seh Unter leb hasten Protesten der fremden Delegirten und ohne seinen Stellvertreter zu hören, erklärt er die Sitzung für geschloffen, nimmt seine Papiere unter den Arm und macht fich elligst aus dem Staube. In großer Entrüstung und Aufregung über diese Unaezogenhett beschließen die fremden Delegirten unter dem Vorsty Christensen?, den nächsten und letzten Tag der Verhandlungen um 9 anstatt um 10 Uhr Morgens zu beginnen. (Schluß folgt.) Politische Ueverstcht. „Gablet— gleich allen Fransofrn— strebt nach der Wiedererobcmng Elsaß-Lothringens. Trotzdem detheucrt er die friedlichen Adstchten Frankreichs." Also zu lesen in unseren Kartellblättern. Angenommen nun, ein ftanzöfisches Kartelldlatt (zum Glück für Frankreich find fie dort weit seltener als bei uns), wir meinen ein Boulanger- Organ, imperialistischer oder royalistischer Kouleur, würde schreiben:„Fürst Bismarck's ganzes Dichten und Trachten ist darauf gerichtet, Frankreich zu über- fallen und aus der R.ihe der Großstaaten auszustreichen. Trotz- dem betheuert er die friedlichen Adfichten Deutschlands. Man sucht vergebens nach einer maßvollen Bezeichnung solchen Ver- Haltens, unwahr ist das mlldeste Wort, welches fich dafür finden läßt.— Wes uürden unsere Kartcldlätter hierzu sagen? O, diese verkommenen Franzosen, die unsere friedliebende Re- gierung verleumden und die Frechheit haben, den klarsten und bündigsten Versicherungen nicht zu glauben! Wohlan, ganz daffelbe werden die ftanzöfischen Kmtellbrüder von jener Un- gezogenheit unserer Kartellp-cffe sagen. Zrm Glück, wie schon bemerkt, ist der Eirfluß der ftarnöfischm Kartellbrüder bei weitem nicht so groß, als der Einfluß der unsrigen. und fie baden namentlich weit weniger Preßorgane zur Verfügurg. Bei dieser Gelegenbett noch einmal die Frage: Was wird mit diesem Gehetze und Geschimpfe auf Frank- reich denn eigentlich bezweckt? Was hat man an der jetzigen radikal- demokratischen und deshalb friedlichen Re- gierung denn auszusetzen? Daß fie friedlich ist? Es steht fast so aus, läßt fich jedoch nicht annebmen, wenigstens nicht beweisen. Daß fie radikal- demokratisch? Das erscheint ja sehr natürlich, allein es rechtfertigt doch das Schimpfen in keiner Art. Vor- ausgesetzt, daß die Pindter und Konsorten nickt blos gleich den Fischweibern von Billtngsgate„schimpfen, weil es ihnen Spaß macht"— müssen wir anmhmen, daß fie einen vernünftigen, wenn auch nrcht gerade guten und ebrenbaften Zweck verfolgen. Was aber kann dieser Zweck sein? Doch offenbar nur: die französische Regierung in ihrem Ansehen zu schädigen, oder nnndestens fie zu ärgern. Thatsächlich hat das Geschimpfe jedoch die entgegensetzte Wirkung. Es stärkt die Regierung und giebt ihr Stoff zum Lachen. Das Ansehen einer Regierung w rd allerdings durch diese Schimpfereien und Hetzereien ge- schädigt, allein eS ist nicht die französtiche Regierung. Für Frankreich ist also die Thätigkeit der Pindter und Genoffen nur ersprießlich. Die Franzosen find nun einmal entschloffen, diesem Gekeife die vollständigste„Wurstigkeit" entgegen zu setze», und so ist keine Expiofion zu befürchten. Die Regierung des Herrn Flcquet aber gewinnt durch das günstige Zeugniß. welckes die Wurhausdrüche der Pindter und Konsorten ihr ausstellen, täg- lich an Festigkeit, und der Einzige, der Ursache hat, unzufrieden zu sein, das ist das Schoßkind der Pindter und Konsorten, Herr Boulanger, der von unseren zärtlichen Kartelldären lang- fem todtgedruckt wird. Da die radikale Demokratie, welche mit der Zeit zur Sozialdemokratie fich entwickeln muß, den Frieden bedeutet, so können auch wir uns über die Thätigkeit des Herrn Pindter aufrichtig fteuen. Möge er nebst seinem Geschwister nur hübsch weiter sck mp'cn, keifen und hetzen! Kcherz nnd Ernst Em beliebiger X. im„Rew-Nork Herald"— eimm Blalt, das in der Ma�enzie- Sache durch Publikation gefälschter Auszüge den Hetzern auf die„Eng- länderin". den„englischen Cdarlatan" und— andere Leute einem höchst verdächtigen Dienst geleistet hat, veröffentlicht eine Zukunstslandkarte, auf der Frankreich nur als kleines Ländchen erscheint— der Rest ist unier die Nachbarn rertheilt. So erzählen die Kartellblätter und nennen das einen„Scherz". Und dreselben Kartellblätter erzählen in derselben Notiz von einer zweiten Zukunftslandkarte, die ein Franzose gegen jene Karte veröffentlicht und in der er nach dem Grundsatz„Wurst wider Wurst" das Deutsche Reich ziemlich übel mitgenommen hat. Das ist aber kein Sckerz, sondern bitterer Ernst, der Grundgedanke, der in jedem Franzosen schlummert— schreiben dieselben Blätter. Es ist wirklich fast wunderbar, zu welchen — Peitscht sie, peitscht zu! WaS gafft ihr denn! rufen Stimmen aus der Menge. Mikolka holt zum zweitenmal au«, und ein zweiter Schlag fällt mit voller Wucht auf den Rücken des Unglück- lichen ThiereS. Es sinkt auf das Hintertheil nieder, springt aber wieder auf und zerrt, zerrt mit den letzten Kräften nach allen Seiten hin, um nur von der Stelle zu kommen' aber von allen Seiten fallen die Peitschenhiebe auf das arme Vieh nieder, die Deichselstange fällt zum dritten, dann zum vierten Male, regelmäßig, mit Wucht nieder. Mikolka ist rasend, daß e« ihm nicht gelingen will, daS Thier auf einen Schlag zu tödten. — Sie bat ein zäheS Leben! ruft man. — Gleich wird sie niedersinken, Brüder, hier wird sie verenden, schreit einer auS der Menge. — Gieb ihr ein« mit dem Beil, macht ein schnelle« Ende! ruft ein anderer. —- Ach, daß dich die Mücken beißen! Platz gemacht! schrert Mikolka wüthend, wirft die Deichselstange fort und holt auS dem Wagen eine eiserne Brechstange. Acht gegeben! ruft er und»erfttzt seinem armen Thier mit voller Wucht ernen Hieb; die Mähre schwankt, knickt zusammen, will an- ziehen, aber die Brechstange fällt nochmal« mit voller Kraft auf ihren Rücken— und sie sinkt nieder, als ob ihr alle vier Beine auf einmal abgeschlagen wären. — Macht ihr den Garau«! schreit Mikolka, und springt wie von Sinnen vom Wagen herunter. Mehrere Burschen auch bettunken und ro,h vor Auftegung. raffen auf, was thnen ,n die Hände kommt— Peitschen. Knüppel, Deichsel. — Er hat ihr den Rest gegeben! — Weshalb wollte sie auch nicht rennen! « Eigenthum! sch eit Mikolka, mit der Brechstange m der Hand und mit blutunterlaufenen Augen' gleichsam bedauernd, daß nicht« mehr zum Schlagen da sei — Nun wahrlich, du mußt wohl kein Kreuz am Leibe tragen I rufen mehrere Stimmen au« der Menge. >1 Albernheiten und Inkonsequenzen fich der Chauvinismus»� irt der Kartellblüder versteigt.«ird wahtschei Zu de« neuesten Abänderungen am Alter»'' Oirtlib.) und i Invatidenuerstcherung»- Gesetzentwurf sagt die»»i stehenden Z Zettung" u. o.: Die Adänderungm bettcffen lediMs«mnehren als führungsdestimmungen zu dem Prinzip der Zwangsvnfls ur Sattler Richtig ist es ja, die Bettäge der Renten möglichst den#(fttif.) 649. denen Lohnsätzen m sprechend verschieden zu tarislret Der eni wachsen in demselben Maße für die Ausführung der W Garantie leist« veificherung und die Verwaltung der Verficherungsanpa« Aaveiz für di Schwierigkeiten. Zunächst hat die Verschiedenheit der N Russisches Blat auch eine Verschiedenheit der Marken zur Folge, die a«it und Unre O ittungsdücher als Belag für die Zahlung der Beitw uieqensche Re zukleben find. Indem die Quittunasdücher nß*° harmlos w verschiedene Marken verschiedener Ortsklaffen aufweisen w Kufe ruhig ru gewinnen fie noch mehr den Charakter eine» A»lußland i deitsduches, da fie nun auch bis zu einem gewifiea darüber Ausweis geben, inwieweit der Ardeiter an vefl� jjw Tasche ste �ie Bankiers Orten bisher gearbeitet hat. Die verschiedene ÄbshiW Rente ist auch von Bedeutung für den Begriff der, Validität. Bisher sollte als Invalide derjenige weiden, welcher nicht einmal den Jahre� detrag von durch seine Arbeiten zu erwerben im Stande war.% an die Stille des Betrages von 120 M. der Mricks? der Jnoaliteniente, also nach Verschiedenheit der Ort« ein Mindestdetrag von 72 M., von 96 M., 120 M, 163 Mark. Für die niedrigen Ortsklassen wird also X'iuii. tjutz vit mcviiuci» �/bisuunw» wnv i«pv» gnff der Invalidität verschärft, für die höheren Ortslm' Kmmdreisren � Publikum «sreit, dann I schönen ru Schaden hat r Kaden nicht- wÄW mildert." � Nicht geHaue« und nicht gestochen waren* Ordnungen, die der Bundesrath in Sachen der arbeit dem Reichstage angeblich vorlegen wollte,- jetzt ojflziös versichert wird, ist selbst diese Kleinigkeit groß, und in Wirklichkeit wird nicht daran gedacht, mit diesen schwächlichen Vorschlägen vorzutreten. D« Ztg." wird nämlich offiziös folgendes geschrieben: gingen genaue Angaben durch die Blätter über~M welche der Bundesrath bezüglich Verordnungen� Sonntagsfeier zu machen entschloffen sei; dieses fich an Anträge anschließen, welche von anderer SosL früher angeregt worden waren. JnBund esrath»�, ist davon bis j tzt nicht das Mindeste beko»>� will dort auch um so weniger daran glauben, als na annehmen will, daß die Regierung ihr»,' '5/ herigen oft detonten S�tandpunkt _______________ NU______ bestehenden Vorschriften vollständig ausreichten und�"� ühg roe.(.!) Danach herrschten allerdings Zweifel Mhrbest mcht bisher in den Einzelstaaten vorhandenen VorW'� � atedaltion! Sonntagsfeier einer Erweiterung bedürften; es'W>-°sis ins( bekanntlich eine Untersuchung angestellt worden. w e r d e.(!) die die % gebniffe derselben haben zu der Uederzeugung gesüft� rtrtfTftntihtrt nitftrpirfif. n ilttÖ i» Eingreifen des Reiches nicht erforderlich sei. Hienrt wie uns mit Bestimmtheit gemeldet wiid. nichts W regierungsseitig seien Vorschläge nächsten Session nicht zu erwarten, lautet, daß die Parteien, welche bisher die Frage feier im Reichstage zur Anregung gebracht hotten, Anträge in dieser Richtung zu erneuern entschlösse' feiff s »fChs; M &Ä fteilich| ** Ebenfalls Aegeu) wurden, vergleicht. Damals erhielten: von Borth(dtlchfr.) 1402. Döschcr(Welfe) und Most 1620 Stimmen. Es baden also verloren die 3424, die~......' nommen__________________________ «venia er als 425 Stimmen, um 23 P ozent. hg#" und Deustchfieiffnnigcn nur einigermaßen ihre Ltimw� � -....- ur Herr •T«______ ie Deutschsreifinnigen 666, die Weifen baden allein die-Sozialdemokraten und j?Vlden, 21. Februar 1887 gewahrt, so wäre es zur dem neuernannten Obrrpläfidentcn von Hanrof�j m sozialdemokratischen Zigarrenardeiter aus Kelllngbub� � Aber auch so können wir mit dem «AÄWZW SaBfl utid d 'KM sein. Während im vorigen�Jahre auf den soz'ü� zft Kandidaten nur knapp T sielen, votirten diesmal... traten. Di- Steigerung der soz'alvemokrattschen folgende Ziff.rn auf: 1884: 644, 1837: 1824, Wird von den Genossen im 18. hannöocriscben der bisherigen Weste weiter gearbeitet, so ist die L fern, wo Herr von Bennigsm die Säule des Jw mus. in seinem„angestammten" Wahlkreise#(, rn, Sozialdemokratie kreisen muß. Glück auf den Reifen u Der arme Knabe ist ganz».p.. er sich durch die Menge zum Pferde hin, umarm j j mit Blut überströmtei Maul und küßt es, Augen, auf die Lippen... Plötzlich küß'� wirft sich in voller Wu'h mit seinen kleinen � Zn diesem Augenblicke(Sel'NS* p der ihn schon längst zu fassen suchte, ihn cn ...•|i Mikolka. e« (i und aus dem Gedränge hinauSzubringen. — Komm, laß uns g'hen! sagt er ihlU Hause!«.- � — Väterchen! Weshalb haben sie-' bck Pferdchen..... todtgeschlagen! jii geht ihm au« und der gepreßte« Brust em Schluchzen.' — Sie sind betrunken, Kind, treibe» un« nicht« an, komm! sagt der Vater. M ,« ftP um den Hal« de« Vaters, aber fern* � zusammengepreßt. Er will Athem holen,, und envacht. bic Er war ganz in Schweiß gebadet;% ihm naß in« Gesicht, er war außer Alhcw, Angst und Schrecken erhob er sich.-— � sta An« verschiedenen Gegenden#•«**»'"(i Nachrtchten über Brotzertheueiurg. Ja Erlang die iteignurg deS Preises 2 P-. pro Pfund- zogenaurach wird Ver Laib Brot, drr sctlhrti, jetzt ,u 60 Pf. verkauft.— In Lauf ist der Pe» pro Laib um 5 Pf. erhöht. MM WZ '04 u"» i W -Ui4 id Ii . f?,»( „Gott sei Dank, es»ar nur ei« � a» «.... stand I �ite""e Kote,,« Er Ii sich unter einen Baum setzend und stb «Aber was kann das wohl dedeuten?~ � ein beginnendes Nervenfieber?..- � ltl)' Traum I"■' Sein Körper war ganz wie zerschlage war's in seiner Seele. Er setz» die Knie und stützte den Kopf auf beide l! g i-t»«w- M- erbrechen flehten- und 8�,'«e ein Schloß erbrechen, stehlen mtt Blut befleckt mich verstecke.- TI i" Hand... Herr Gott, ist's denn mogl'� Mi'»-' Er zitterte wie Espenlaub. ..Was thue ich denn- _____"eigentlich!" whigend. tief bestürzt fort,-„«h®uljtf � 'ch es nicht würde ertragen können, iniimul 4 «tdie, ngsvaD zsl den* tarifin� 10 SPSfS -r'B-W» KL-Ä r einet g°«i�1 in ve�sM Abstu� iff de-. enige °°n L, war.% d also? waren% öonrl ÄWJ »aebi,% ibet il Ä- ,#*$ der R»ich»tag»ersatzWadl l« Melle-_ »Itb wahrscheinlich eine Stichwahl zwischen Dr. Saltle: lnatlib.) und von Arnswaldt(Welse) erforderlich sein, da die »ui siehenden Dörfer jedenfalls die Slimmen der Weifen stärker wrtnehren als die der Nationallibcralen. Bis jetzt find gezählt mr Saitler 2652, für von Arnswaldt 2732, für Droop sfreis.) 649. m Der europäische Friede« ist wieder einmal gesichert. Garantie leistet die„Braunschw. Landesztg." Als vollgilligen Beweis für die Friedlichkeit Rußlands führt sie an, daß ein «ssisches Blatt schreibt, es wäre eitles Geschwätz, auf llnwissen- tat und Unredlichkeit beruhend, daß der General Gurko eine lmgnische Rede gehalten habe. Rußland ist furchtbar friedlich, i» hannlos wie ein neugeborenes Kind. Wer also Geld hat, laufe ruhig russtiche Anleihe. Es baden stch Bankiers gefunden, % Rußland 500 Millionen zum Kurse von 82% pCt. pumpen. Bankiers wollen selbstverständlich die Obligationen nicht in 25 m0'*6 stecken, sondern ste gönnen ste dem Publikum. Hat Publikum erst die Bankiers von den russischen Obligationen tarnt, dann kann Rußland wieder kriegerisch sein, dann können ta schönen russischen Papiere wieder ihren Werth verlieren, den c-haden hat nur das dumme Publikum und— die Dummen Jtafwn nicht alle. Also, wer noch etliche tausend Mark befitzt, «er glaube auf das Wort der„Landesztg." an das unschuldige, i-tedliebende Rußland, und kaufe russische Papiere. . Deutsche prehfreiheit. Die„Köln. Ztg." versteigt sich ""•n 1, 2 net Palemik gegen die Londoner„Times" zu folgender Ortsu» Mindreisten Aeußerung über die Freiheit der Preffe in Deutsch« i i»Wir meinen, ein Blatt wie die„Times" sollte fich schä» N' ivlchcs haltlose Gerede auf den Markt zu bringen. Das wtchsprcßgesctz braucht den Vergleich mit den englischen Rechts« Mmmungen über die Preffe nicht zu scheuen und es würde £5»Times" sehr schwer fallen, das Eisen nachzuweisen, unter Um Belastung die deutsche Presse leiden soll. Gerade die Mßkrungkn der deutschfreifinnigen und ultramontanen Blätier, „ta deren moralische Verwerflichkeit, wie sie die Worte des ..�.gezeichnet haben, kein Zweifel bestehen kann, find juristisch sv&t geblieben und der beste Beweis dafür, was man im 0%,% Reiche ungestraft sagen kann." Die Macher der scheinen ihre Zipfelmütze bis in den stocken ge« 'ti'ß ihr'w Et fl-Jv M m M tn 9% haben, damit sie nicht sehen, was um ste herum vor« (s-r.'OMn offenbar kennen sie weder das Preßgesetz noch das �Ä-setzduch, noch yaoen)te eine Aynung von oem«eiieueri .�vzialislengesetzes, sonst könnten sie solchen Blödsinn nicht K& Die Wahrheit ist. daß die„freie" deutsche Preffe die ifo? mf? tacht mehr offen sagen darf, wenn sie nicht will, daß ei Redaltionen leer stehen und.die Redakteure sammt und t,R? ins Gefängniß wandern. Die unabhängige Presse .. webt jeden Tag zwischen Thür und Angel. Sie muß in ivm?vfllosen Lage ihre Eriftenz dadurch sichern und ihre Mei» 3 badurch wahren, daß ste Vieles mit Schweigen übergeht "vieles Andere so schonungsooll bespricht, daß schon eine Se politische Reife des Lesers erforderlich ist, um die Ge« 30 der Redaktion zwischen den Zeilen zu lesen. Die„Köln. aj Keilich hat es gut. Einem so kläglichen Reptil, dessen »i, v-ofrssionsmäßige Lobhudelei ist, kann man nichts anhaben. �meiheit, das zu schreiben, was die Regierung defiehll, soll �>>-denfalls keine Preßfreiheit sein?_ tn die KufiSsuna der freistunige« Wahl- n Bei-Ä �Uervrrsammluag in Posen ist seitens der Partei« ute eine Beschwerde beim Polizeipräsidium eingelegt. In TTJm« F ry-lbert mlrh n,,S»-.siiI>rt. NaK Vif b'"'~" noch haben sie eine Ahnung von dem Bestehen S wird ausgeführt, daß die betreffende Versammlung _...... Idet und g ausze. Beginn der % olh & Äklfift# u UUS>|Jv| uyifcf vud Vit W in zu Recht bestand, ste war polizeilich angemeldet und �Berhli, Ölungen waren noch nicht eine Stunde lang a ~»WMMWWUMMM 4 bn Versammlung ankündigte. :__ gj- ttte �'CU Aantorowicz seine Rede hielt. Zu �Handlungen hatte Herr Ehlers eine Ansprache gehalten, v"tQUf&/%,- CtmkTa Xaw hctti M heir Rechtsanwalt Fahle den Beginn des. Es war damit gar nicht en, daß auch auf diesem politische Reden gehalten fvtar�' und daraus, daß die Polizeibeamtm im Saale blieben, kuwelder»»Kjelden ebenfalls diesen Theil d« VV®-»»!""" V»V|VM„ ohne Bei-�ouunlung detrachteten. «lasenig��ung im Saale geblieb> des Abends als an« Andernfalls wären fle „-.-.g im Saale geblieben. Der Polizettnspektor ufamZ"' löste aber die Versammlung auf, weil diese gesellige NijeiS?'1 keine angemeldete Versammlung sei.- Das tae polizeiliche Anmeldung unterlassen haben. «« i tß M evd! 1 er ItW � UufpJjii % a--. fi ttiit// > fep*k»« Jrtehpu b»* I-tt mag es betrachtet werden, daß x ääawää JJbuna?°Kiiehende Petition im Werke, in welcher die Re« �--helf«» � werden soll, einem längst gefühlten Bedurfniß &i& bf. ol= den Stadthäuptern, wenigstens soweit ste zu« h ausüben, möglichst geschmackvolle und zu« Mi�LUht einflößende Uniform zu verleihen. ichttnen der Schleppsäbel und die Epaulettes den Sieg gester», als ich zur Probe gmg, gestern Ü« mL""ch doch vollständig davon, daß rch es nicht S I,7?°bnngen würde. Wozu quäl« ich mich denn nun -h(*7' deshalb zweifle ich denn immer noch? Ich sagte «V» al« ich die Treppe hinabstieg, daß es SW(> v niederträchtig sei... schon der bloße R°i wacht mich krank und ich schaudere!" H S« 4 werde, ich kann eS nicht ertragen! Mögen n»* Megen alle diese Berechnungen genau stimmen, nji« i, i» was seit einem Monat beschlossen wurde, ®nu i1?ag und richtig wie ei« Rechenexempel fern. Ä ha,./''sh werde mich ja doch nicht dazu entschlreße«! �0(6 tiiAt miÄ eS tttAl lUUJCflC!•.• Wt stand aufrYchaute" stch"erstaunt um.' wunderte sich re. et h-orher gerathen sei und ging auf die T. n» r»?Q8 stöbe ich denn bis jetzt 35%' � ouf, schaute sich erstaunt zu ie et h-erher gerathen sei u>.„-d-=•.... >» 1 war blaß, seine Augen brannten, alle Glieder »Sn.ff108' aber eS schien ihm. al« ob er wieder frerer .w fn vpe Er fühlte, daß er diese fürchterliche Last, dre Hu �er � bedrückt hatte, abgeworfen habe und ihm wurde friedlicher zu Muthe.„Herr Gott," betete er Weg und ich eptsage diesem verfluchte» Stbilde?«""» (Fortsetzung folgt.) .„«.Äf» Kunst und Zebeu. V bi( j)®taöfltf„«?T?,elbe war verschwunden. Eine kurze Um« Hindus kstzustellen. daß die Heerde der Elephanten He? der Nähe gestanden hatten, und un« Spuren bewiesen, daß eS die Genoffcn des Erlegten davon zu tragen.— Wie wäre es mit der Einfühmng der alten würdigen Zopftracht? GeHerreich-Ungar«. Der Abgeordnete Kronawetter hielt eine sensa« tionelle Rede über den Gesetzentwurf, betr. die bäuerliche Erb« folge Derselbe fühlte aus, das Gesetz würde ein riefiges An« wachsen des Proletariats bedeuten und die meisten Bauern zu Sklaven machen. Kronawetter bekannte fich als radikaler Demokrat. Dänemark. Aus Kopenhagen lassen fich die kartellbrüderlichen „Hamb. Nachr." unterm 11. d. schreiben:„Unsere Sozialdemokratie hatte gestern im Folkething einen großen Tag. Nicht weniger als drei private Gesetzvorschläze von dieser Partei befreundeten Abgeordneten der Kammer lagen gestern in erster Lesung vor, nämlich ein Gesetzvorschlag zur Verbesserung der ökonomischen Lage des ländlichen Proletariats, ein Vorschlag, beinfiend Aenderungen im Wahlgesetze, und endlich ein Gesetz- vorschiag Bergs, betreffend kommunale Wahlbestimmungen. Sämmtliche Vorlagen wurden Ausschüssen zur Begutachtung überwiesen. Der erwähnte Gesetzoorschlag, betreffend Aenderun« gm im Wahlgesetze vom 12. Juli 1867, bezweckt namentlich die Einführung geheimer Abstimmung bei dm Reichstagswahlen. Die Kammer, wie auch der Minister des Innern, stellten fich wohlwollend zur Vorlage, deren Prinzipien überall in Europa Anerkmnung und Geltung gefunden haben. Der Minister widersetzte fich jedoch der«eniaer glücklichen Redaktion des Textes und machte zugleich auf Unzuträglichkeiten aufmerksam, welche, abgesehen von großm Kostm, der Administration aus dieser Neuordnung erwachsen würden. Was endlich die er« wähnte Berg'sche Vorlage detrifft, so vindizirt dieselbe u. A. auch den Frauen, welche ihr 25. Lebensjahr vollendet haben, ein Wahlrecht. Der Minister des Innern stellte die Nothwendig« keit der Vorlage in Abrede, da die destehende Ordnung gut sei, und wurde in dieser Auffassung von verschicdmen Abgeordneten gestützt.„Sozialdemokraten" erblickt in diesen Vorlagm, selbst wenn diese nicht gleich zu Gesetzen reifen sollten, eine fruchtbare Aussaat für die Verwirklichung bock fliegender Pläne im In« tereffe der Partei. Ueberhaupt macht stch in diesem Hauptorgan unserer Sozialdemokratie neuerdings ein Bestreben bemerkbar, jede, auch die gelindeste Regung zu registriren, welche mit den Absichten der Partei nur einigermaßen in Einklang gebracht werden kann." Gro-KKrttunni-n. Unterhaus. Unterstaatssekretär Fergu ss on erklärte auf eine Anfrage, er habe noch nichts davon gehört, daß die Befehlshaber der deutschen und englischen Kriegsschiffe vor San« fibar die Details für die Blockade der Küste bereits festgestellt hätten. Die französisch e Regierung nehme nicht an der Blockade der Küste von Sansibar Tbeil, habe aber ein Kriegsschiff abgesandt, um speziell jedwedm Mißbrauch derftan« zöfischen Flagge zu beobachten und zu verhüten. Das Durch- suchungsrecht sei von Frankreich als ein nothwendiger Zwischm« fall, den die Blockewe mit fich dringe, anerkannt, aber der Wortlaut und die Grenzen der fraglichen Anerkennung seien noch Gegmstand weiterer Erörterung zwischen der englischen, franzöfischen und deutschen Regierung. Sklaven, die an Bord von Fahrzeugen gefunden werden soMm, würden, gleichviel welche Flagge das Schiff führe, in Freiheit gesetzt werdm. Die Vorlegung des auf die Angelegenheit bezuglichen Sckrtstm« Wechsels sei gegenwärtig nicht erwünscht.— Der erste Lord des Schatzes, Smith, theilte mit, die Regierung sehe stch infolge des langsamen Fortschreitens der Budgetberathung ge« nöthigt, die Zehntenbill, die irische Drainirungsbill und die Bill betreffend die Bildung eines Ackerbauministeriums zurück- zuziehm. Er werde kommenden Montag eine Vorlage eindringen wegen Bewilligung von weiteren 5 Millionen Pfund zur Ausdehnung des irischm Pachtankaufgcsetzes und hoffe, das Haus werde die Bill in der nächsten Woche in allen Stadim erledigen. Anlangend die Zehntenbill, so hoffe die Regierung, daß dieselbe in der nächsten Session dm ersten BerathungSgegenstand bildm werde unv daß alsdann die Bill, betreffend die schottische Lokalverwaltung, zur Beratbung ge« lange. Gladstone erklärte, er werde die Bill betreffend die Ausdehnung des irischen Pachtgutankaufgesetzes durch eine die Rückstände der irischen Pacht zinsm detreffende Vorlage bekämpfen. Die Polizei verhaftete in Killarney den Abge« ordneten Sheehan und einen dortigen Führer der Nat'onalliga, Namens O'Conror, in deren Häusern die zum Markte nach der Stadt gekommenm Bauern Versammlungen abgehalten hatten. Die Häuser beider wurden nach Schrift« stücken durchsucht, die geeignet wären, sie wegen Ausreizung zum Feldzugsplan zu belangen. Sheehan wurde später gegen Stellung von Bürgschaft wieder auf fteim Fuß gesetzt. Der irische Abgeordnete Redmond wurde wegen mißlicherGesundheit aus dem W-xforder Gefängniß entlassen, trotzdem, daß er noch drei Wochen zu verbüßen hatte. Redmond sagte, er wolle keine Gnade, da ihm die Annahme ÄÄ' ür ÄÄffi«Twl? waren, welche d-ssen Leichnam durch eine dichte Dschungel von Bambusrohr über 500 Yards(1500 Fuß) wevAeschafft hatten. Der mächtige Koloß lag in dem Bette eines Gebirgs« stromes. Wie fich nach eingehenderer Untersuchung ergab, wurde der erlegte Elephant durch die Dschungel bis an dm Rand des aaa't.z'&r&wÄ: S&Ä* Ä Zk.7. srarwÄÄ s?»ä-sä Sct-neiße bis an den Rand des Abhanges hinführte. Daß er L.»»«%«'ÄÄ g'Ä"«.»' ÄÄÄ ÄS 1lÄ"i«M,r tn»«..»>-, I»<»»»«»«'»->'«>. ■ lassung sei, weigerte er fich nicht länger. Redmond reiste nach Dublin. Den irischen Bischöfen ist vom Vatikan neuerdings formell anbefohlen, das ftühere Reskript gegen das Boycottm und den Feldzugsplan mit Eifer zur Ausführung zu dringm. Der Rucktritt des Leiters der Londoner Polizei, Sir Charles W a r r e n, ist von der Londoner Bevölkerung mit höchster Befriedigung aufgenommen wordm; im Unterhause wurde die Ankündigung, daß das Entlaffungk-« gesuch gewäbrt sei, seitens der Opposition mit lautem und an- haltendem Beifall deantwortet. Und es war in der Tbat Hohe Zeit, daß etwas geschab, um die Erbitterung zu besänftigm, welche durch die fortgesetzten Mordthaten in Whitechapel und die Ohnmacht der Polizei, die Thäter zu mtdecken, auf das äußerste gestiegm ist. Frankreich. Ja der letzten Sitzung der Deputirtenkammee brachte der Dcputirte Ä a s l y einen Antrag ein auf Auf- Hebung der Eingangszölle vonGetreide und Mehl, zog denselben jedoch später wieder zurück. Im weiterm Verlauf der Sitzung kam es anläßlich der Vorladung mehrerer Deputirten vor den Gerichtshof in NimeS in der Anklagesache gegen den Deputirten Numa Gilly zu einem lebhaften Wort- Wechsel zwischen dem Präfidenten der Budgetkommissto« Rvuvier, dem MinisterprSfidentm Floquet und dem Deputirten Cvssagnec Letzterer hatte erklärt, die Deputirten, gegen welche eine Bezichtigung erhoben worden sei, würden fich nicht der Verpflichtung entziehen können, der Vorladung Folge zu leisten, Nach der Sitzung schickten mehrere Deputirte anderen Deputirkerr ihre Zeugen zu. den letzteren gelang es jedoch, durch das Auswirken befriedigender Erklärungen einen Ausgleich herbeizuführen und das Stattfinden von Duellen zu verhüten. Von den Mite gliedern der Budgetkommisflon begaben fich dreizehn nach Nimes, um der an sie ergangenen gerichtlichen Vorladung Folge zu leisten. Im Einkauf der Kammer befindet stch ein von 156 Abgeordneten aller Richtungen eingebrachter Gesetzentwurfs dahingehend, den Frauen das Wahlrecht für die Handelsgerichte zu verleihm. In den beigegebenen Gründen wird daran erinnert, daß fich die Kammer bereits 1883 zu Gunsten dieser Reform ausgesprochen und auf die bedeutende Rolle hingewiesen habe, welche die Frauen im Handel Frankreichs einnehmen. Bereits habe ihnen das Gesetz von 1881 über die Postsparkassen im Widerspruche mit den allgemeinen Grund- sätzen des bürgerlichen Gesetzbuches ausnahmsweise das Recht gewährt, frei die Haushaltsersparniffe anzulegen. Ferner ist die Begründung bemüht, nachzuweisen, daß die Entbehrung des Wahlrechts für die Handelsgerichte einen Nachtheil für die ac- schäftstreibenden Frauen bilde, und daß dieser Nachtheil ohne Störung der in Geltung befindlichen gesellschaftlichen Grund- sähe beseitigt werden könne. Der Abg. Gaulier hat zu dem Einkommensteuer» e n t w u r f des Finanzministers einen Aenderungsantrag einge- bracht, wonach Personen, die mehr als 7 Kinder haben, gleich« viel wie hoch ihr Einkommen sei, steuerfrei bleiben sollen, wie diejenigen, die nur ein Einkommen von 2000 Frks. bezieben; für Familten mit 6 oder 7 Kinder auf 1 Drittel, für solche mit 4 auf die Hälfte, für solche mit 3 auf 2 Drittel, für solche mit 2 endlich um einen weiteren Bruchtheil ermäßigt werden, so daß nur diejenigen Familien, die blos ein Kind haben, den Vollbetrag zu entrichten hätten: andererseits würden Eheleute ohne Kind oder Wittwer ohne solche d. h. einen Zuschlag von 1 Sechstel, und volljährige unverheirathete Bürger sogar " u, also einen Zuschlag von 1 Drittel zu der nach seinem Ein- kommen geschuldeten Steuer zu entrichten habe». Bekanntlich hat die Schmeichelei, daß die irdischen Herrscher das Wetter machen, vor etwa 40 Jahren schon mit der K önigin Victoria begonnen, die bei ihren früheren Aufzügen zur Parlamentseröffnung stch oft unverhofft des besten Wetters zu erfreuen hatte. Seither hat man die Schmeichelet auf andere Herrscher übertragen, und jetzt ist der„Figaro" bereits so weit, ste auch dem General Boulanger gegenüber zu ge» brauchen Den heutigen Tag brachte der General in La Cha- pelle-eN'Serval auf dem Schlosse des Herrn Charles Lalou zu. „Bei der Abfahrt aus Paris", schreibt nun der„Figaro",„war das Wetter bedrohlich, aber man weiß, daß, so oft Herr Bou- langer reist, die Sonne fich erhebt." Also Boulanger» Wetter! Der Korrespondent des Boulevard-Blattes sprach im Park des Schlosses mit dem General über dessen Geldmittel� Dieser sagte:„Ich wäre recht dumm, nicht den Beistand derer anzunehmen, welche glauben, daß die Revision allein Frankeich retten kann. Heute erhalte ich nicht mehr blos chargirte Briefe. Jeden Morgen bringen mir Besucher die Mittel für den Wahl- kämpf im Jahre 1889. Man hat mir vorgeworfen, daß ich Geld aus Amerika erhalte. Man weiß nicht, daß dieses Geld von Personen kommt, die ich im Laufe meiner militärischen Mission kennen gelernt habe. Ich verhehle nicht, daß ihre Sympathie- beweise mich tief gerührt haben. Denken Sie, daß, wenn ich fast 400000 Frks. aus den Vereinigten Staaten erhalten habe» mir mehr als 4 Millionen zur Verfügung gestellt worden find." zu stärkeren Berauschungsmitteln, Laudanum und Morphium, bis er fich in einem Anfalle von Verzweiflung vergiftete. De» kleine ungarische Fleche« Salt(bei Budapest) war dieser Tage der Schauplatz eines gräßlichen Vitrioldramas. Der ,,P. Ll." berichtet darüber:„Ein treuloses Eheweib hat den betrogenen Gatten, weil er ihr über ihren schlechten Lebens- wandel Vorwürfe gemacht, mit Vitriol übergössen und ihm fürchterliche Verletzungen beigebracht. Georg Simon heißt dieses jüngste Opfer der so uderband nehmenden furchtbaren Frauen- räche, so weit in diesem Falle von der Rache als Motiv die Rede sein kann. Der 39jährige Mann, ein Hutmacher, kam darauf, daß seine um weniges jüngere Gattin mtt einem d« Gehilfen, einem gewissen Johann Worozna, intime Beziehungen unterhalte. Als schlichter Gewerbsmann vom Lande, gar nicht angekänkelt von den„ritterlichen" Geflogenhetten der„gebite deten" Stände, machte der betrogene Ehemann aus dem Volke seinen eigenen Richter, indem er den Störenfried weidlich durchprügette und aus dem Hause jagte. Für die Frau— in dieser Beziehung gab sich der betrogene Gatte als gebildeter Mann— sielen, wie gesagt, blos Vorwürfe ab. Dann ging der arme Teufel, wie ein Mensch, der das Seinige getban, mhig schlafen. In der Nacht aber weckten ihn fürchterlichc Schmerzen im Gesichte aus dem Schlafe. Er fuhr empor, ver- mochte aber, trotzdem Licht im Zimmer brannte, nicht recht zu sehen. Wohl aber erfaßte seine tzand. als er um Hilfe schreiend im Zimmer umhcrtappte. die Attentäterin. seine Ehefrau, welche in eine«cke geeckt stand, das geleerte Vitriolgefäß noch i« Händen. Auf das Geschrei Simons waren die Nachbarn her- beigeeüt, die eben noch zurecht kamen, um zu verhindern, daß b? i�recklich leidende und furchtbar entstellte Mensch sein sata- nisches Weib erwürge. Dem Armen hat das Vttriol gräßlich- Wunden in das Geficht gefressen. Man brachte ibn nach Buda- pest ins Rochusspital auf die Abtheilung Professor Napratils. Er wird gehellt werden können, jedoch mit Verlust des Augen- lichtes. Die verbrecherische Frau wurde von Gendarmen vechaftet. ...��kum-Lamp»« lasse man stets hell brenne» oder peiloiche sie ganz, denn beim Zurückschrauben des Dochtes ver- breitet fich, gar bei schlechtem Petroleum, im Zimmer ein Dunst, der, gemischt mtt einer Anzahl schwarzer Rußfleckcn, sich so auf die Augen. Nase und Athmungsorgane legt, daß man beim Ein- schlafen Gefahr läuft, in aller Form zu ersticken oder im günstigsten Falle einige Tage über schwerm eingenommenen Kopf und Athmnngsbeschwerden zu klagen haben wird. Theater. Sonnabend, den 17. November. Die Königin von Sada. Geschloffen. Bnttner-Uhrater. Madame Bonward. Vor- ha: Der drrtte Kopf. Die große Glocke. „hoachee. Die Jüdin von Toledo. . WUHelmstädtische» Eh—t»». Kakadu. Aikt»»ia-?i,eatrr Die Reise in die Pyre- näen. iriaitU,- Wich, Theater. Papa. Gustave. HekleaKianre-Theate». Der Rattenfänger von Hameln. M«Ul».«h»at-r. Maria Stuart. AK»täftii>ttf«h«» Theater. Kean, oder: Leidenschaft und Genie. Tetrtral-Theate». Schmetterlinge. AAatf Trast-Theater. Die drei Grazien. AnNtiaa««'» Marittt. Sxezialitäten-Vor- stellung. To» carbi«- Theater. Spqialitäten• Vor« Theater»er MeUhehaklea» Spezialitäten- «orttelluna. Walhalla. Spezialttäten-Vorstellung. Berliner Theater. Sonnabend, den 17. November; Demetrius. Tragödie in 5 Alten von Schiller-Laube. (Clara Ziegler.) Anfang 7 Uhr. Sonntag, den 18. November: Uriel Acosta. (Esther: Clara Ziegler. Akiba: Friedrich Haase.) — Anfang 7 Uhr.— Montag, den 19. November: Ate«eschwilter. Die Uersncherin. Jugendliebe. mtr An ang 7t Uhr.-M» American Theater. terstpasee Mr. IS. Rerliuer HchOnlieits-Kouknrrenz. Die Tatueavx werden von in Hertiu ge baren»« KchSuheite« dargestellt. Erstes Bild: Aschenbrödel nach F. tziddemann: Frl. Martha Kö�el. Z-vettes Bild: Unter Nase« nach P. Thumann: Frl.*. Drittes >ild: Koffnnng nach C. v. Bodenhausen: Frl.**. Viertes Bild: Da�Masser nach G. Gräf: Frl.***. Fünftes Bstn: Lache». »er Hi««»l nach Raphael: Fräul. Elise Elsner und die übrigen vier Damen.(Die mtt ♦ bezeichneten Damen wünschen unaenannt zu bleiben) Neu!! Alpenveilchen-Terzett. Austr. des Schalt, n silhouettisten vskar Alberti, des urkomischen Sendir und Meumann .Bliemchen". Anfang 7% Uhr. Sonntags 6% Uhr. 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Königs- Tunnel de« Grand Hotel «m Aleennderplah. Täglich: Instrumental-Concert. Anfang 7 Uhr. Enttee frei. Gustav Kunze. y&p 10 A. Den! Zweite bequeme Wanderung durch Peteeabnrg. Ausgrabung von Pompeji. Potsdam und der Trauerzug Mais»» ». Euttee b Cycl. 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. Restaurant von F. Jlitan, __ otr. 81| viB-a-via vom Görlitz ee j®1" irl« 81 Cigarrtn- n Tadak-Lagel von Axm-NwkI-FM Paul Böhm 2c. Chanssee Strasse 2c. am vranienbnrger Thor. Grosse Auswahl. Streng reelle Bedienung Kegeu-MSntel, neueste Faxons, 6, 7,50, 8, 10 bis 30 Mk. tintrr-PÖntd, oK Doamans, Paletots. J2, lattirte Kader M 13,50, 14, 15, 16 bis 50 Ml. allen Farben schon von an. in größter Auswahl, 6, 7, 7,50, 8, 9, 10 bis 25 Ml. Iaqnetts, Kinder-Wantel iu allen Größen. KeidettttmUtHe Kämmt Krocat-«. seidene Plnschmantel ____ i« grober Zluvmotzl._ 93� Unter AUerhöchstem Protector&te Ihrer Majestät der Kaiserin-Königin Augnsta i Loos nur IM.& Loos nur 1 M rinnen. 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B Vellage zum Berliner BolNlatt. U. 271. Sonnabend, den 17. November 1888 5 JawU. siffiS Der 25« li�hme» hol ■*, I Zokales. P8U Friedrich straß», deren beadstchtigte Verdreiterang 8eit daS öffmlliche Kitereffe in so hervorragendem Niahe Anspruch nimmt, ist gleichsam eine Verkörperung des durch ** Jahrhunderte sich hinziehenden Wachsthums Berlins, denn *» der Ausdehnung der Stadt ist sie auch immer größer ge« forden, bis sie schließlich die vieldewunderte Länge von fast «wt halben Meile erlangt hat. Die Friedrichstraße ist allmälig Atstanden und hat die verschiedensten Namen gehabt. In der Lorotheenstadt hieß sie zuerst„Der Tamm", demnächst„Quer- ir,, auf der Neustadt hieß fie„Potsdamer Straße HU und erst als die Frichdrichstadt vollendet war, erhiell T iL, o- ihrer ganzen Ausdehnung dm jetzigen Namen und D»nriedrichstraße". Die erste Anlage der Friedrich- lla. däU Adt begann vor jetzt gerade 200 Jahren, im Jahre 2% Der Grund und Boden, auf welchem dieser Stadttheil Mst worden und durch welchen ein gut Theil der Friedrich- SSjie sich hinzieht, gehörte ursprünglich zur Felvmark der Stadt und enthielt damals Gärten, Wiesen und Aecker. Der uuefte Theil der Friedrichstraße, von der Weidendammer Biücke 5-»hörte mit seinem Grund und Bodm zum kurfürstlichen dem jetzigen Monbijou. Die Weidendammer Brücke, Me zur Verbindung mst der Dorotheenstadt ange- M,«ar. erhielt ihren Namm von dem'mit Weiden 2Mkn Damme, der über den Wiesengrund von S«nden bis zu ihr angelegt war. Nachdem 7?»dachte Vorwerk aufgelöst war, wurde der an dieser Straße Grund und Boden parzellirt und zu Baustellen ver- MA DaS älteste Gebäude, welches daselbst entstand, ist nach 22*% das Nr 105. Vinter demselben wurde der Platz, Kiedrich II. im Jahre 1764 die jetzige Kaserne des Garderegiments erbauen ließ, zum Kirchhofe für die g"ptheenftadt eingerichtet. Auf der linken Seite der Friedrich- M war dai Terrain lange Zeit unbebaut. Hinter den Mmn 132 bis 136 befanden sich noch im vorigen Jahrhun- .«üe Fischteich-. Im Jahre 1720 reichte die Straße nur llf i!( 2. iuw ha.se Nr. 118, wo fich das Thorschreiderhaus und " iH?8ew,dct das Wachtbaus befanden. Das dahinter gelegene 5%»» Kenliner Fuhrherrea bestand, wie �Lrßofs. Ml'i n T Ii* om» ,,u* WW« vw»»ev**v der jetzigen Innung mitgetheilt wird, bereits im vor gen rdert, und zw« unter der Bezeichnung„Zunft der iATSuS" ber Charlotten- bis zur Wilhelmirraße erfolgte, wurde '*" durch königliche Räthe und die Zünfte EMI, > ßigf eMwnnen)macher, 9 derselben----------„—---------------------- e Zunfthäuser errichteten: 9ir. 3 die Holzhändler, —chldandler, Nr. 8 die Gold- und Silberdraht. 9 die Gärtner, Nr. 10 die Destillateure, Nr. 11 die Nr.]2 die Garlöche, Nr. 16(das Gymnasium) das Sattlergewerk, "" Damast- _..cher und "« Fuhrleute. Das erste Berliner„Fuhr-Reglement" » �dagegen schon vom Kurfürsten Friedrich HL unterm W%2*«700. Die Anführung einiger Bestimmungen aus purste für die Gegenwart nicht ohne Jatereffe sein. »gM?? Se. Churfürslltche Durchl.-c., Unser grädigster Herr, ermcfien, nach dem Exempel des tn Dero Pro- «Ä». tzutem Sueceß introduzirten Fuhr- Reglements dem „.�e-ro»um(X____ In »4IV,«uirm«uccetz rnlroouzuren �ugr-megiemmeü vri» lIihL>° Wj? Besten und zur Commodität der Reisenden in Dero d�en-?®h"if- Refidentz- Städten eine gewisse Verfassung zu % i'®lB Ltzen, ordnen und wollen Sie hiermit und krafft dieses, M j'"miete», ordnen und wollen Sie hiermit und krafft dieses, Intern rc Diejenigen, so mit Pferden. Caroffm. Chaisen. Lmrd- Aschen in gedachten Dero allhiefigcn Refidcny-Stadten «ei 9%% neiden und Leute für daS Lohn fahren wollen, fich ���Mkral-Erd-Post-Ambt .. wollen, fich Stelle, wo fie Aw ü Ewigen aber, so fich angegeben und ernoiurett &ttnLr One gewisse Beurt und Ordnung, wie fie im Fahren **0* der Reihe zu folgen, eingetheilet werden sollen. One letcht�doch" wo�deschwgene und"ut konditionirte feC8«fuhtroette verständiger" Wagenmeister-------"" mm&'»>> _ angenommen "R?lle'" der'ffuhrleutezu kontroliren wmM nrt 1 in der Postflraße verlegt haste. Aus der An- 7 �UliUlUßC UCIMTH* �WWV.---- Suh�I. wichen Postwagenmeisters geht hrrror, daß ge- •miv tu Jahre die ersten Fiaker, 16 an der Zabl, schreibt fich �4 heutio. den„entollirten" Fuhrleuten » fL ntnnun0 der„Rollkutscher" her. ss ss ist um eine Bearbeitung der Muschelschalen entwickeln fich große Mengen dichten P-rlmutterstaubes, welche die Atmosphäre der Arbeits- räume erfüllen und, von den Ardeitern eingeathmet, direkt in die Lungen gelangen. Bei der Untersuchung des Staudes ergab fich außer kohlensaurem Kalk ein organischer Stoff, der Conchiolin genannt wurde. Letzteres soll nun nach der Annahme der Aerzte der schädliche Stoff sein, welcher bei den Perlmutterdrechslern, namentlich den jugendlichen Arbeitern, eine eigenthümliche Knochenentzündung hervorruft. Gewöhnlich tritt plötzlich unter heftig reißenden Schmerzen an irgend einem Knochen eine An- schwellung auf, welche die darüber liegenden Weichtheile in Mit- leidenschast zieht und nach kurzer Zeit bei paffender Beh indlung zurückgeht. Es ist charakteristisch für diese Krankheitserscheinung, daß fie fast nur bei jugendlichen Personen beobachtet wird, und daß dieselben, wenn fie einmal davon ergriffen waren, fast regel- mäßig von einem neuen Anfall an demselben oder einem anderen Knochen heimgesucht werden, sobald fie ihre Beschäftigung wieder aufnehmen. Htnstchtllch der Mittheilnngen über die Ilnter- schlagnngen de» Kneeanvorsteher« Lehman« wird uns von zuständiger Seite mitgetheilt, daß nicht die Kaiser Wilhelm-Stiftuna die betroffene Stiftung ist, sondern vielmehr find es„der Berliner Verein der Kaiser Wilbelm-Sttftung" und die„Viktoria-Natio- nal-Jnvalidenstif tung", Stiftungen privater Natur, bei welchen fich L. als deren Rendant Veruntreuungen zu Schulden kommen ließ. Dieses Amt steht außer Zusammenhang mit seinem Amt als Magisstats-Bureauvorsteher und kann die ganze Angelegenheit mst der städtischen Verwaltung auch in keinerlei Verbindung gebracht werden. Auch die übrigen An- gaben, so namentlich über die höbe der unterschlagenen Summe, entsprachen den wirklichen Thatsachen nicht und find daher un- richtig. Uebrigens ist die Untersuchung im vollen Gange und werden wir zur Zeit in die Lage versetzt werden, über diese Angelegenheit richtige Mittheilungen zu machen. Die(Ofenklappe— welche letzthin erst wieder in einem der Berliner Vororte Unheil gestiftet hat— ist für Berlin zwar ein überwundener Standpunkt, doch find die eisernen Oefen geblieben, gegen deren Verwendung fich ebenso große Bedenken geltend machen lassen, ja deren die menschliche Gesundheit schädigenden Einflüsse unstreitbar nachgewiesen find. Die erste Opposition gegen eiserne, insbesondere gußeiserne Oefen, welche durch Kohlen geheizt' werden, ging von Frankreich auS. Es sandte nämlich im Jahre 1865 Dr. Carr-t, Arzt am Hospital zu ChamdSiy, über die schädlichm Wirkungen, welche er überall dort, wo eiserne Oefen Im Gebrauch waren, beobachtet zu haben glaubte, an die- franzöfische Akademie einen Bericht, in welchem er unter Anderem eine ganze Epidemie beschrieb, an welcher seiner Anficht noch nur eiserne Oefen Schuld hatten. Von da an begann man sowohl im Publikum wie in ärztlichen Kreisen der Sache größere Beachtung zu schenken. Die Akademie schloß fick damals indessen den Anfichten an, welche Regnault und Chevreul darüber äußerten. Die genannten waien nämlich der Meinung, daß der Antragsteller übertrieben hätte, und daß die in seinem Berichte erwähnten Erkrankungen eher von einer mangelhaften Ventila- tion der betreffenden Räume, als von den Oefen hergerührt haben möchten. Die Sache wurde darum«ä acta gelegt. Dr. Carret setzte indessen seine Beobachtungen fort; er stellte Untersuchungen und Thieroersuche an und schrieb einen neuen Bericht, welchen er 1867 an daS Handels- und Ackerbauministe-. rium einsandte, von wo aus derselbe an die berathende Gesund- heitskommisfion zur näheren Prüfung gelangte. In diesem Bericht führt der Verfasser nun zunächst aus, wie jenes epidemische Leiden, welches fich durch aufsteigende Hitze und Blutandrang nach dem Kopfe, dann Schwindel, Kopfschmerzen in f. w. zu erkennen gäbe, nur im Winter austrete und dann nur in Räumen fich zeigte, in welchen man gußeiserne Oefen denutzte, daß dieses Leiden aufhörte, wenn die Kranken nach Oertlichkeiten übergeführt wurden, wo man nur in Kaminen oder in Fayence- Oefen heizte; daß im Lyzeum zu Chambery die Krankheit erst dann ausgebrochen wäre, als man eiserne Oefen eingeführt halte, und daß fie wieder aufhöite. als man seinem Rothe Folge »'SS ÄS' äää-V* an und es zeigte fich dabei, daß die Personen nach nur kurzem Aufenthalt in einer geschlossenen, mst einem gußeisernen Ofen geheizten Räumlichkeit sammt und sonders erkransten. An Tdieren(Kaninchen, Tauben) angestellte Versuche ergaben ein gleiches Resultat; diese Thiere wurden sogar von«/phydie �" der Aihmungswerkzeuge) befallen. Dr. Carret erklart (Lähmung der Athmungswertzeuge) Betauen.%%. uarni erirarr diese gefährliche Wirkung, welche ein stark erhitzter eiserner Ofen aus- übt, aus der großen Porofität des erhitzten Eisens, infolge deren die gefährlichen Verbrennungsprodukte, namentlich dasKohlenoxydgas, SS ÄÄÄÄlf pÄZKASs'&TSä'ra « S Vr KAfS fr&r sää SSSSäSäS mögen."— Die Untersuchungen des Engländers Graham haben ergeben, daß das rothglübende Eisen 4.15 Mal sein Volumen (Maffe, Körperinhatt) an Kohlenoxyb aufnimmt, wenn es einer dieses Gas enthaltenden Lust ausgesetzt wird. Das auf der inneren Fläche des Ofens absorbirte Kohlenoxyd drffandirt also durch das Eisen hindurch in die den Ofen umgebende Luft und dieser Proz-ß geht unabläsfig weiter vor stch. Hieraus entsteht jenes Unwohlsein, welches man empfindet, sobald man fich in einem Räume aufhält, welcher durch gußeiserne Ofen geheizt worden ist. Trotz der wissenschaftlich nachgewiesenen gesundheit« schädlichen Einwirkungen find bei uns noch immer eiserne, durch Kohlen, Koaks u. s. w. geheizte Oefen, die man Magazin-, Spar-, Regulir-, Füll- u. s. w. Oefen genannt hat, an der Tagesordnung. Der schneidig» Wind, der fest einigen Tagen durch unsere Straßen fegt, hat wieder ein ganzes Heer von Krank- heitern hervorgerufen. Aus den Schulen werden Kinder wegen eines beginnenden Keuchhustens und der damit verbundenen Ansteckungsgefahr vielfach nach.Hause geschickt und die Sprech» stunden unserer Augenärzte find zahlreich besucht, denn der schneidige Wind erzeugt jenes schmerzhafte Augenüdel, das den Aerzten als Augenschnupfen wohl bekannt ist. Bei vielen oorfichtigen Leuten gehört deshalb die mattgefärbte Schutz« drille zur Wintergarderobe und ist an solchen Tagen von großem Nutzen. Di« Zahl der Sterbefälle im preußische« Staate war im Jahre 1887 ungemein gering. Sie betrug 730 076 gegen 786 465 im Jahre 1888 und 761 130 im Jahre 1885. Es find also im vorigen Jahre 56 389 Menschen weniger gestorben als im Vorjahre. Die Abnahme der Sterbefälle beträgt mithin 7 2 pCt. Unter den Verstorbenen befanden fich 382 607(1886 412 493) männliche und 347 469(373 972 weidliche Personen. Abgenommen bat insbesondere die Zahl der verstorbenen Kin- der bis zu 15 Jahren, die 360 710 betrug gegen 409 816 und 384 339 in d n Vorj-Hren. Erwachsene starben 325 460 gegen 333 058 und 352 671 in den Vorjahren. Die Zahl der im Atter von 80 bis 90 Jahren verstorbenen Personen betrug 23 119, die der im Alter von 90 bis 100 Jahren verstorbenen 2042, die der über 100 Jahre alten 83(darunter 61 Frauen) 1786 geboren waren 24, 1785 10, 1784 3, 1783 4, 1782 5, 1881 4, 1780 2, vor 1780(leider find die Geburtsjahre nicht angegeben) 10. Zum postdiebstahl erfahren die„N. N.", daß Schröder vor mehreren Monaten die Absicht hegte, fich auf ebenso ein« fache wie ingeniöse Art eines sogenannten Geldkarriols zu de» mächtigen, welches mehrere Male des Tages, von der Hauptpost kommend, sämmtliche große Postreviere Berlins durchläuft und diesen die bei der Hauptpost eingegangenen bedeutenden Baar« mittel zuführt. Ein solches Kaniol hat nicht selten auf seinen 4 Rädern die Kleinigkeit von mehreren Millionen Mark und enthält theilweise Goldstücke in kleinen Ledersäcken& 10 000 M. oder auch in einzelnen Packeten mehrere 100000 M. in Bank« noten. Schröder, welcher den postalischen Verwaltungsapparat mit den Augen eines Verbrechers studirt zu haben scheint, wußte ganz genau, daß fich besonders das sogenannte Morgen-Karriol, welches auf den im Zentrum gelegenen Aemtern oft schon vor Tagesanbruch eingeht, zu einem solchen Gaunerstreiche eignete, zumal ihm hierbei nicht, wie bei dem später ausgeführten Raube, Werthpapiere, sondern direkt baares Geld in die Hände fallen mußte. Sein Komplize Braun sollte bei diesem Vorhaben eine stumme, aber sehr wichtige Rolle übernehmen. Den Hergang scheinen fie fich folgendermaßen zurechtgelegt zu haben: In jedem Postamt exlstirt ein sog. Schlüffetkasten, welcher vorschristsmäß'g geschloffen sein sollte, leider aber meistentheils offen steht. Dort hängen an langen Stahlketten die Karriolschlüffel, welche, wenn das aoldbeladene Gefährt einläuft, von dem dienstthuenden Unterbeamten zur Ausschließung derselben denutzt werden. Sehr oft nun kommt es vor, daß Unterbeamte, die am nächsten Morgen Frühdienst haben, mit Rückficht auf die Möglichkeit des VerschlafenS diesen Kasten absichtlich offen lassen, damit in ihrer Abwesenheit auch ein anderer ihren Dienst versehen kann. Darauf scheinen die Gauner spekulirt zu haben. Mehr aber noch auf einen zweiten Weg, um fich in den Besty des werthvollen Schlüssels zu setzen. Vorschriftsmäßig sollten alle Postbeamten in Dienstuniform erscheinen; dagegen ist es notorisch, daß de« sonders die höheren Beamten, voran die Direktoren bis zu den Asfistenten herab, innerhalb der Diensträume in Zivil fich be- wegen. So ist es denn unlängst vorgekommen, daß ein neu eingetretener Asfistent, als er den in Zivil gekleideten Direktor dem Gelddriefbotentische stch nähern sah, denselben scharf zurück» wies und— ihm die Thür zeigte. Weiter ist im Postvienst« reglement vorgeschrieben, daß alle zum Tragen eines Degens berechtigten Beamten, soweit fie beim Karrioldienst in Betracht kommen, denselben als Erkennungszeichen mit der Uniform an« legen sollen. Theilweise. aber nur in vereinzelten Fällen geschiebt das auch, doch werden solche gewissenhaften Beamten von ihren etgenen Kollegen einfach als übereifrig geneckt. Schröder hatte also, im Besitze der beim Trödler Epstein in der Rosenstra�e gekauften alten Uniform und der vorhandenen Portion Unverschämtheit, bei der Ausübung seines Planes ver« haltnißmaßig leichtes Spiel gehabt. Der auf dem Wagen fitzende Postillon ist Morgens gewöhnlich noch so verschlafen, daß er, wenn in der Dunkelheit eine uniformirte Person mit dem Schlüssel herantritt und die kostbaren Sendungen citato euren ablädt, den Abnehmer nicht auf seine„Originalität" zu prüfen vermöchte. Ein Leichtes wäre es dann dem Schröder ge« wesen, mit dem Gelbe, allen Polizeirecherchen zum Trotz, den sicheren Boden des Auslandes zu gewinnen. Es galt nur, den in Frage kommenden Beamten auf irgend eine Weise..kaltzi!- stellen", was stch unschwer hätte machen laffen. Wie uns ver« sichert wird soll gerade im Kanioldienst jetzt eine verschärfte Wachsamkett geübt werden; der degleitende Schaffner wird dimuthuenden Beamten immer erst aus a ft sä aä" z U-MMsMZSSZ anßntltbn vorgelesen, worin fie mit Rücksicht auf den Fall Ko�th-vobde immer wieder zur allergrößten Vorficht bei der Aushändigung des Geldes und beim Betreten fremder Woh- nungen ermahnt werden. So erklärt es fich. daß selbst seßhafte Mtether, welche den Beamten persönlich nicht bekannt find, es fich gefallen laffen muffen» daß der Wirih seinen Raren als Burgen mit auf die Quittung setzt. Die Briefträger sollen stch auf Legitimationen irgend welcher Art nicht mehr einlaffen. Weiter soll der bis jetzt übliche Modus des Herauswcrfens der Postbeutel aus den durchfahrenden Kourierzügen auf kleineren Stationen eine wesentliche Umänderung erfahren. weil KS-SKNWW druck unter die Räder des Zuges gerieth und ganz und gar »erstört wurde. Auf alle diese Punkte hat der Fall Schlöder> Brunn die Aufmerksamkeit der leitenden Postdehörden gelenkt» und wir dürfen aus zuverlässiger Quelle versichern, daß in dieser Beziehung tiefgreifende Reformen im Innen- uud Außendienst zu erwarten find. Die vorbereitenden Schritte hierzu sind de- reits gethan. Die beiden Beamten übrigens, der Schaffner und der Postillon, welche sich von Schröder haben übertölpeln laffen, sind inzwischen von der vorgesetzten Behörde entsprechend be straft worden und haben dabei ein sogenanntes„Protokoll" be kommen; um ein Haar wäre ihre Entlaffung als Ahr.dung ihrer Leichtgläubigkeit cr'olgt. Schröder hat vor der Polt, ei. als man auf seine Vorstrafen zu sprechen kam, erklärt:„Die Postgehilfen bekommen lä�l ch ungefähr 2 Mark, wovon noch das Kleider geld und andere Ablnapsungen abgerechnet werden. Bei solchem ...... lohn muß man ja mit Gewalt stehlen!" In aus wältigen Postkreisen scheint man sich übrigens gerade darüber zu freuen, daß der Koup nicht auf einer Uebergansstation, sow dem gerade in der Zentrale Berlin, die sonst immer als muster hast gilt, verübt worden ist. Ctrrnswotke« zeigen sich in der letzten Zeit häufig in den RachmillagSstunden, um gegen Abend wieder zu verschwinden. Wir würden den Lesern nicht von einer Sache berichten, die sie auch ohne uns längst bemerkt haben werden, wenn diese Sache nicht ihre Bedeutung hätte, und zwar Bedeutung für die Gc staltuna des Wetters in den nächsten Tagen. Das Austreten dieser Cirrus- oder Federwolken deutet stets auf eine Aenderung der Witterung hin und zwar in dem Sinne, daß die Tendenz besteht, an die Stelle einer Wetterlage mit hohem Lustdruck (Barometerstand)— ein sogenanntes Maximum— eine solche mit niedrigem Luftdruck oder eine Depression tteten zu laffen. In Südd. utscMand haben sich in der That an mehreren Punkten bereits Spuren einer solchen Depression gezeigt, die in Karls- mhe in plötzlichem Barometerfall mit schneller Erwärmung und Regenfall sich äußerte. Auch für uns deutet das Austreten der Ctrruswol?en mit Sicherheit darauf hin, daß die Zeit der trocknen Kälte demnächst einer solchen mit Schneefällen weichen muß. Die Cinuswolken sind übrigens besonders intereffant als die höchsten Wolken in unscnr Aimosphäre. Sie find immer höher als 6000 Meter. Sie besteben aus Eiskrystallen und bringen durch diese zuweilen die schönsten Lichtbrechungs- und R.fl, kiionserscheinungen zu Wege. Die erste Sendung Weihnachtsbäume kam am Mitt- woch zu Waffer in Berlin an und fand sofort reißenden Absatz. Die Käufer waren zumeist Geschäftsleute und Rcstaurateure, so- wie Gärtner, welche die Bäume zu Dekorationen brauchen. Uebrig-ns beginnt das Großgeschäft mit Weihnachtsbäumen erst in 14 Tagen. Zumeist find es Siltertannen und Weibmuts- kiefern, welche in Berlin abgesetzt werden. Der theuerste Baum ist die SUbertanne, deren glatter, brauner Stamm in hübschem Gegensatz zu dem hellen Nadelschmuck steht. Die stärksten Zu- fuhren in Weihnachtsbäumen gelangen aus Schleswig-Holstein, Schlesien und dem Harz nach Berlin; dort befinden sich die Berliner Aufkäufer schon seit Anfang dieses Monats. Welche Mengen Weihnachtsbäume Berlin verbraucht, deweist eine von Fachleuten aufgestellte Berechnung, wonach die Millionenstadt nicht weniger als 180 000 Christdäume zum bevorstehenden Weih- nachtsfeste anzündet. Grstarrt vor Kälte wurde gestern Nachmittag ein ob- dachloser Ardeiter in dem Haueflur Seydelstr. 25 an der Erde liegend aufgefunden. Infolge des Frostes war er schon ieit einiger Zeit arbeitslos, Noth und Entdebrrn g haben seine Kräfte aufgezehrt. Auf Veranlaffung des 40. Polizeireviers fand der unglückliche Mann in einem Krankenbause Aufnahme. Das Polizei-Kommando z« Zürich stellt Ermtttelunaen nach einem Manne an, welcher in Zürich wohnte und seit Mitt« woch, den 7. d. Mts, vermißt wirb. Derselbe ist 35 Jahre alt, sehr groß, schlank, bat blonde Haare, blonde Augenbrauen und Vollbart, mtttlere Stirne, blaugraue Augen, große Nase, mittl-ren Mund, gute Zähne, ovales Geficht, raschen Gang mit ledhafter Bewegung der Arme, spricht deutsch, Zürcher Dialekt, trägt golvene Brille, grauen Sommelüberzieher» dunkle, elegante Kl-idung von gleichem Stvss schwarzen, weichen Filzhut und goldene Uhr, Kette und Medaillon. Der Vermißte rann ver« unglückt oder geisteskrank sein; vielleicht liegt auch ein Ver- hrechen vor. Auf die Ermtttelung des Verschwundenen oder die Entd.ckung des ltwa vorliegenden Verbrechens wird eine Hohe Belohnung zugesichert. Di» U»»haft««g de» Geschäftsführer« des Herren« aardcroden- Atetrers K. N, Unter den Luiden, über welche wir bereits berichteten, zieht immer weitere Kreise, denn inzwischen wurden auch der Buchhalter und Vorschneider dieses Etadliffe- ments verhaftet und die Geschäftsbücher auf Antrag der Staats- anwaltschaft mit Beschlag belegt. Den Verhafteten wird zur Last gelegt, daß sie das Konto eines in der hiesigen Lebewett als„Freund" der ehemaligen kleinen Operettensängerin D. de« kannten jungen Mannes B. dadurch zu einer außerordentlichen Höhe gebracht haben, daß sie darauf nicht nur die für sich an- geferrigten Äaroerobensiücke, sondern auch die allerhand unsicherer Kunden und Gläubiger des betteffenden B.(Kellner, Nestau- rateure u. s. w.) gesetzt haben. Auf diese Weise soll, wie das Jll. I." versichert, Herr B. dcm Atelier Zt. in einem Zeitraum von einigen Monaten für„Kleider" über 15000 M. schuldig geworven sein. Die Untersuchung wird in alle diese unkontro« kirbaren G rückte Klarheit bringen. Gin Detern« der Innft der Taschendiebe. Gestern Nachmutag wurde einer Dame, als sie ir. mitten eines Auflaufs von Menschen in der Großen Frankfurterstroße stand, aus der äußeren Manteltasche das Portemonnaie entwendet. Eine hinter der Bestofrenen stehende Frau hotte den Diebstahl wahrge« nommen und veranlaßte die Festnahme des Thäters, in welchem ein ergrauter Taschendieb, der bereits elf Mal— zusammen mit 36 Jahren Zuchthaus— destrafte Vergolver Rudolf Franke er« mitte» wurde. Bei dem letzteren wurde ein aleichfa'..L gestohle- ncs Portemonnaie mit 10 M. und in das Mützenfutter einge- näht ein Baardetrag von 135 M. vorgefunden. Geständlich rührt auch dieses Geld von Taichendtebstählen her. Am 8. d. M. will Franke in der Andreassttaße einer Frau ein Por e- monnaie mit ungefähr 17 M, zu Ostern d. I, in der Pius» Kapelle einen Beutel mit 52 M. und vor drei Wochen auf dem Scklefischen Bahnhof einer Frau ein Portemonnaie mtt etwa 20 M. gestohlen haben. Die Etgenthümer, welche Diebstahls- Anzeigen nicht erstaitet haben, werden ersucht, sich bei der Kri- minalvolizet zu m-lden. Et« recht jugendlicher Selbstmörder war es, welcher am Dienstag aus„L>edesgrcm" seinem Leben ein Ende machte. Der sechzehnjährige Sohn eines in der Swinemünversttaße woh- nenden Gastwirthes hatte trotz setner Jugend bereits ein„Ver- hältntß" mit einem etwa gl-tckfalls 16jährigen Mädchen unter- halten. Dies erfuhren die Eltern d-s jungen Menschen und unterstützten die Liedes-Jllusionen deffelben durch eine gehörige Tracht Prügel. Da auch der jugendlichen„Braut" von ihren Eltern eine gleiche Züchtigung zu Theil wurde, schrieb dieselbe einen Absagebrief an den„Geliebten ihres Herzens", der darauf- hin seinen Eltern erklärte, nicht mehr länger leben zu wollen, eine Betheuerung, die natürlich nicht ernst genommen werden konnte. Als sich aber die Mutter des Knaben eine Stund: später nach der in dem Hinterhause belegenen Stube ihre« Sohnes begab, fand sie denselben am F-nsterkreuze hängend, als Lerche vor; der leidenschaftliche Knabe hotte sich richtig mittelst seines Taschentuches aufgeknüpft!! Potizeibeeicht. Am 13. d. M. Nachmittags wurde der Kutscher Schnelle, als er. auf einem mit Rüstzeug hoch beladenen Wagen fiyer.d, in den Thorweg des Hauses Bellealliancestr. 80 einfuhr, derartig gegen vre Decke gedrückr, daß er einen Rippen- bruch erlitt und nach dem Elisabethkrankenhause gebracht werden mußte.- Am 15. v. M. Nachmittags fiel der Kutscher Zemke bei der Einfahrt in den Zimmerplatz von Fritzsche, Lehrter- straße 36—40, von dem mtt Brettern beladenen Wagen vor das Vorderrad deffelben und wurde überfahren, so laß er einen Bruch deS rechten Oberschenkels erlitt. Der Verl.tzte wurde nach dem Krankenhause in Moabit gebracht.— Um dieselbe Zeit wurde ein 5 Jahre alter Koabe vor dem Hause Borstgstr. 16 mit einer stark blutenden Kopfwunde aufgefunden und nach der Charttee gebracht. Der Knabe hat sich wahrscheinlich an einen vorüberfahrenden Wagen gehängt und ist dann zur Erde ge- fallen.— In der Nacht zum 16. d. M. stürzte sich ein Regie- rungebauführcr im Fieberwahn aus seinem in der Händelstraße im zweiten Stock belegenen Schlafzimmer auf den Hof hinab und verstarb auf der Stelle infolge des erlittenen Schädelbruchs. — Im Laufe des Tages fanden an sechs verschiedenen Osten kleinere Brände statt. Gerichts-Zeitnng. * Gin alte» Keüannter in den Gestchtssälen zierte gestern wiederum die Anklagedank der Strafkammer des Land- gerichts U. Es war dies der Fuhrknccht Rudolf Donath aus Rixdorf, der trotz seiner Juaend bereits eine stattliche Anzahl von Bestrafungen wegen Diebstahls hinter sich hat. Diesmal lag der gegen ihn erhobenen Äntlage wiederum ein Dtcdftahl zu Grunde, der vor einiger Zeit bei dem Fuhrherm Köppen in Rixdorf passist ist. Der Angeklagte wurde nämlich ad und zu von Köppen zur Aushilfe beschäftigt und war daher in der Lage, sich mit dessen Gepflogenheiten vertraut zu machen, sowie die Räumlichketten der Köppm'schen Wohnung kennen zu lernen. Vor einiger Zett zahlte der Fuhrherr seine Leute in der zu dem Hause gehörenden Veranda aus und ließ bei dieser Gelegenheit seinen Schlüssel zum Geld dehält er auf dem Zahllisch liegen; als er nach einigen Augenblicken wiederkehrte, war der Schlüssel ver- schwunden. Zu den Personen, die zur entsprechenden Zett in der Laude gewesen waren, zählte auch Donath und Köppen hatte ihn stark in Verdacht, dm Geldscb üssel behufs späteren Dieb- stahlS an sich gebracht zu haben. Nach einiger Zett gerieth die Sache jedoch in Vergessenheit und Donath wurde von Köppen nach wie vor bei bestimmten Anlässen in Beschäftigung ge- nommen. Am 28 September hatte sich Köppen aus geschäftlichen Gründm von Hause fortbegeben müssen und auch seine Frau mußte zufällig eine nothwendige Besorgung verrichten, so daß niemand in der Wohnung zurückalciden konnte. Als Köppen zurückkehrte, waren ihm 67 Mark aus seinem Geldkasten ver- schwunden. Nun cstnncste er sich wieder an dm gestohlenen Schlüssel und in Verbindung mit dieser Thatsache an Dona'.h. dem der Diebstahl wohl zugettaut werden konnte. Sein Ver- dacht erhielt nme Nahrung, als ihm mitgetheilt wurde, daß Donath am Abend desselben Tages verhällnißmäßig größere Ausgaben gemacht hatte, obgleich derselbe Tags zuvor Geld borgen wollte. Am folgenden Tage traf der Kutscher Just den Verdächtigen und rief ihm zu: Warte nur, Köpven wird Dich einstecken laffen, well Du ihm das Geld gestohlen hast. Wie Donath dies hörte, lief er, so schnell ihn seine Füße tragen konnten, davon. Der Kutscher folgte ihm jedoch und es gelang ihm schließlich mit Hllse einer dritten Person, den Flüchtling fest- zunchmen. Der Angeklagte leugnete die That m t aller Entschiedenheit; er habe sich 9 Mark gespart und von diesem Gerde allerdings einige Ausgadm gemacht. Da aber durch einen anderen Zeugen festgestellt wurde, dr.ß der Angeklagte an dem fraglichen Abend mindestens 7—9 Thaler im Portemonnai hatte, so gelangte der Gerichtshof zu einem Schuldig und Donath muß auf 2 Jahre ins Zuchthaus wandern. * Den Ing»« verpasse« ist immer eine mißliche Sache, namentlich wenn es sich um den letzten Zug handelt und den Säumigen alsdann weiter nichts übrig bleibt, als die Meilen mit Schuhmachers Rappm zu messen. In einer solchen fatalen Lage defand sich am 26. August eine größere Gesellschaft von Herren und Damen, welche den Sonntag im Freien verbracht hatten und nun mit dem letzten Zuge von Südende nach Berlin zurückdamvfen wollten. Gerade als d r Trupp in den Bahnhof einbog, böste man den schrillen Pfiff der Lokomotive und im nächsten Moment rollte der Zug davon, begleitet von einigen Dutzend Verwünschungen der zurückgebliebenen Paffagiere. Dem Schneidermeister Johrnn Döring trollte es gar nicht so recht einleuchten, daß der Zug der ganzen Gcsell'chast so zu sagen vor der Nase wegwischen konnte und deshalb rief er dem Schnellläufer einigemale ein donnerndes„Hall" nach, was na- türlich nicht den geringsten Erfolg hatte. Aergerl'ch über das Malheur und in der Meinung, daß der Zug 2 Minuten zu früh abgefahren sei, wandte sich Döring darauf an den Dienst habenden Bahnwärter Weinerl. den er bei der Gelegenheit mit den Worten: Ein Lump sind Sie! beleidigt haben soll. Außerdem soll er dem Weinest noch einen Schlag oder Stoß mit dem Fuß versetzt haben. Döring will weder geschlagen noch beleidigt baden. Der Zug sei nach seiner und der Meinung der ganzen Gesellschaft zu früh abgefahren, was um so unangenehmer ge- wesen sei, als die Wartenden fast durchweg mit R.tourdillels versehen waren und sich auf die Rückfahrt mit dem planmäßigen Zug eingerichtet hatten. Aus diesen Gründen habe er den Be- amten zur Rede gestellt und das Beschwerdebuch verlangt, um den Vorfall einzutragen. Z.uge Weinest behauptet dem gege- über, von dem Döring in der angegebenen Weise beschimpft worden zu sein. Ob ihm Döring auch dm Schlag ober Stoß versetzt hat, kann Zeuge nicht mit voller Best-mmthett bekunoeu, weil er die Mißhandlung auf dem hinteren Therl seines Körpers empfangen habe, als er sich eben gebückt hatte, um etwas unter die Thür zu setner Bude zu legen, damit diejelde der vor- herrschenden Hitze halder geöffnet bleibe. Nach dem Stoß habe jemand seinm Fuß zurückgezogen und seiner Meinung nach sei das Dörings Fuß gewesen.— Der StaatsanwaltZhiett sowohl die Beleidigung, als auch die Mißhandlung für erwiesen und deanttagte gegen den Angellagten 3 Monate Gefängniß. Die Strafkammer sprach Döring jedoch von der Mißhandlung frei, verustheilte ihn aber wegen der Beleidigung zu 14 Tagen Gefängniß. ♦ Zwei Kngelfncher, die Arbeiter Gavronski und Maym, hatten sich gestern wegen unberechtigter Aneignung ver- schossmer Munition vor der Strafkammer des Lanbaerichts II zu verantworten. Beide waren am 13. Mai von dem oeritlenen Gendarmen Krüger beim Auflesen von Gewehrkugeln auf dem Tegeler Schießplatz angettoffen worden und sie stellm auch gar nicht in Abrede, einige Bleistücke aufgehoben zu haben, doch sei da« nur des Scherzes halder geschehen, da sie nur versuchen wollten, wer mit den Kugeln am besten werfen könne. Nach der Aussage des Zeugen, Gendarmen Krüger, gehen ungefähr 10 Kugeln auf ein P'und und seiner Schätzung zufolge mochten die Angeklagten, in G.meinschast mit einer dritten Person, einem gewiffm Nicke, ungefähr vier bis fünf Pfund in den Taschm haben. Od sie nur die Absicht hatten, sich mit dem Blei zu werfm, weiß Zeuze nicht, nach der damaligen Haltung der Beschulvigtm habe er das nicht annehmen können. In Andettacht der Thalsache, daß die Angellagten nicht als ge- werdemäßlae Munitionssucher anzusehen seien, da sie die wider« rechtliche Aneignung nur gelegentlich eines Spazierganges aus- führten, beantragte der Staatsanwalt, eine Geldstrafe von 10 M. gegen jeden Angeklagten in Anwmdung zu bringen. Der Gerichtshof sah die Sache noch milder an und erkannte auf je 6 M. even«. 1 Tag Hast. Durch vetspielt»»«nvorstchtige» Umgehen mit Denkt» rft ein bedeutendes Schadenfeuer entj-anven, welches pestern die dritte Sttafkammer des Landgerichts 1 beschäftigte. Der fahrlässigen Brandstiftung beschuldigt befanden sich der Lehrling Georg Stresow und die Fadrrtanten Gustav Marold und Leopold Stern auf der Anklagebank. Die beiden Letzt- genannten betreiben in der dritten Etage des Hauies Teltower- straße 6 die Fabrikation von Brjouteiicwaaren. In einem der Arbettsräume befinden sich vier offene Töpfe mit Benzin, welches zur Entfettung der FadrikalionSzegenstände denutzt wird, indem ein Sieb mtt den zu reinigenden Sachen hineingeßA wird. In demselben Raum befindet sich ein Ofen, der zm w tzung von Lauge dient. Am 4. August d. I. erhielt W den, ehrlinz Stresow den Auftrag, den Ofen zu heizen. Er zerkleiimli Matlon sei zu diesem Zwecke etwas Holz, nahm dann einen Spahn, deii«»»iime Eitzu in den zwei Meter entfernt stehenden Benzintopf tauchte im t,ct setzte denselben mittelst eines Zündholzes in Brand. Er ha® kine �artrizi sich aber auch die Finger benetzt, konnte den brennenden 6m% Dos ß, nicht kalten und ließ ihn fallen. Durch die Handhabung#«?(?) und 3 dem Benzin war auch der bretterne Fußboden theilweise$ nett worden tränkt worden, im Na stand er in Flammen. Das F uer» griff den Inhalt des zunächst stehenden Benzintopfes und spwl»seine Wei mit außerordentlicher Schnelligkeit auch zu den übrigen Tösl» sei.< über; der Lehrling hatte Noth, sich selbst in Sicherheit Ij Äildemokrati bringen. Der Brand nahm einen dedeutenden Umfang an,» Lokale ist ein Schaden von 4200 Mast entstanden.'Nack cm« M«menhing. Polizeivcrordnung dürfen überhaupt nur zwei Kilo Wraten, de in Räumen, die zum Aufenthalle von Menschen die»« irxd; verfolas auibewahrt werden. Daß diese feuergefährliche und«E gerori ordentlich flüchtige Flüssigkeit in verschlossenen und°u»Iosen Ins offenen Gefäßen aufbewahrt wird, ist nicht vorgeM% ihn auf sondern wohl als selbstverständlich angenommen werden. m, h,; Becke Anklagcdehörve hat deshalb nicht nur den eigentlichen Uihnfflst Biet zu des Brandes, sondern auch die Fadrikinhaber zur Vn�FMior Adel wortung gezogen. Die letzteren erklärten, daß nicht vier, dem nur dtei Benzintöpfe zur Verwendung gelangen s' der vierte sei trotz ihres Verbotes von den Ardeitern richtet worden, um in demselben das unbrauchbar get» Benzin zu sammeln. Es sei der Befehl gegeben worden, Benzin nicht zu sammeln, sondern jedes Mal ins Klos-t gießen. Der Staatsanwalt schloß schon aus letzterer Bemerlt der angellagten Fabrikanten, daß in ihrem Betriebe höchste? sinnig mit dem Benzin umgegangen worden wäre, denn« leicht könne ein Besucher des Klosets aus prophylaktisG Rücksichten sich eine Zigarre anzünden wollen und* berechenbar! s Unglück herbei führen. Er hielt � Fabrikanten für weit strafbarer, als den jugendlichen Legfl und beantragte gegen elftere eine Gelbstrafe von je 500 W? gegen den Lehrling 50 Mark. Der Gerichtshof« einen «ranlassen, Tmache. g konsta ;ear gewoi , dcs» wurd ikret» jÄ'"' an den Lehrling zu 25, die beiden Fabrikanten zu je 150 Geldstrafe. Gin» Wichtigthrrerei führte gestem den Kanzlisten Strtetzel unter der Anllage der unbefugten» Übung eines Amtes vor die dritte Strafkam« Landgerichts>. Der Angeklagte besuchte im August d. Restau.ant mit Damenbcdienung. Der ihn bedb Kellnerin gegenüber gab er sich als ein Krimtnalbeat der mit den wichtigsten und schwierigsten Misstone« werde, so habe er u. a. an demselben Morgen erst d!c 2 Haftung einer Kellnerin vornehmen müssen, während diest«? Ritte: f&l bis »as d Mg FJtoijei, weg FS* CT*- nickt da yareunz einer»eunerrrr vorneymen musjen, wahrend mm.'« ü,'"- da im Bette lag. Diese in seiner Idee Hohe Stellung MZ S stattsint Veradfolgung eines Trinkgeldes nicht zu. der schückterae �j�ckfeiin< such der Kellnerin, von dem Gaste ein Glas Bier erhalten, wurde vielmebr von diesem mit den Worten: denken Sie von mir? Ich könnte Sie sofort lassen!" zuiückgewiesen. Nach 14 Tagen ersckie» Angeklagte wiederum in dem Lokale und diesmal spielte noch wichtiger auf. als das erste Mal, drohte wiedirlolif eine Veianlaffung mit Verhaftung und gederdete sich üb so, daß man die Echtheit seiner Beamteneigenschaft bez« Da er nicht zu bewegen war, sich zu legttiminn, so gW�I nach und ließ ihn durck�| fein( herstelle ,-'Uwte stie Ä" � Äffen häti F.' dem V . ie Herren auf, d enllarvt strafft. � 2agt� ihm nach seiner Entfernung Schutzmann zur Wache bringen, wo er bald Der Angeklagte glaubte wohl selbst kaum, daß er gehen würde, und doch kam es so, denn der Gericht mit dem Staatsanwälte der Ansicht, daß in dcm Verl Angellagten noch nicht die Thätigkeit eines Beamten werden könne, es sich vielmehr nur um den Streich „Narren" bandele. Düsseldorfer«ehrimbnndepr-keß. 13. A Im hufigen Sozialist.-nprozeß wurde am gestrigen T« wir bereits kurz miltheilten, der Reiche tagsabgeordnete als Zeuge vernommen und gab ein vollständiges Bild WL, bältmsse des Züricher„Sozialvemokrat". Ders.lbe sei 18'%. Unterstützung ver Reichstagefraltion von in der Schwei» den deutschen Sozialdemokraten degründet worden und Eirentzum gewesen; die U berschüffe hätten sie der P wiesen. Die Reichstagsfrallion habe stets nur einen a! Ernfluß auf die Haftung dcs Blattes ausgeübt, der Redaktion nicht von»citweisen Angriffen auf die Frakliod halten habe. Seit 1886 habe die Reichstagsfraktion je" hällniß zu dem Blatte gelöst. Mit der, tbe ls durch the-ls dmch Versendung an unverdächtige Personen, Deckadressen, erfolgenden Verbreitung des Blattes habe die Fraktron, noch Zeuge persönlich befaßt; diese se Sache der Expesition. Die Parteileitung liege in den der Fraktion. Eine über ganz Deutschland sich veri Organisation, an deren Spitze die Fraktion stehe, Einzelne Orte mit lokalen Organisarionen seien oorhanN* dws in verschiedenen Prozessen zur Sprache gekommen Agitations- und Flugschriftenfonds seien von der C deS Züricher„Sozialdemokrat" zusammengebracht und oder 1883 eingegangen. Für W ah lz wecke und Unter,-. werden von der Rrichstagestattion öffentlich Sammln�? onstaltet. Diese bleiben in Deutschland und unterließ Verfügung der Fraktion. Wenn im Züricher„Sozialvr?, die R we von eimr Organisation der Partei sei, so 1%% auf unklaren Vorstellungen der Redaltwnsmitglieder l llärung des„Sozialdemokrat", unterzeichnet die verttetung", stamme nicht von der Fraktion, sondern von der Redallion, die einen derartigen Mißbrauch „.. wegc lNssung n wler Raun erscht 1 �ttlieuiei Ks sei W II , HZ aus �bne Frei Beifa -.der 3 im H der n>mbc G-f,« »Oer\ Armen K- et»'; °e W von ver lacoomony vie einen oeraillgen 2)ttvorau«' iZi'"» � gangen habe, um ihren Erllämngen eine größeleBeveuv�* önl zulegen. Bei der gegenwärtigen etwas mrlverm unh des Sozial, stengesetzes hätten die Parteigenoffen Gelegei��es�. d w' die ntchtvcrbotcne sozialdemokratische Preffe und für%%% wirken. Mtt den Fachverernen stehe die Frallwn in k��tl Auii. M bindung: über deren Werth seien selbst unter den AM die Ansichten verschieden. Der Zeuge wurde durch beschlaß undceivet gelassen.—»Nächster Zeuge war ort.. Inspektor Krieter in Magdeburg, Verfaffer einer Bros» die geheime Organisation der deutschen Sozialvemokrat»', des lebhaften Protestes der Vertheidiger beschloß das bei dessen V.rhandlung die Oeffentlichkeft aus wurde die Vernehmung in öffenllicher 'Frau sich er könne deshalb das Verlangen der Vnttheldigun? füllen, die detreffende Stelle des„Sozialdemokrat zeichnen; seine Kenntnrß beruhe vielmehr auf„vertraue, tbcilungen". Rechtsanwalt Dr. McschelsoHn hM.cS� kenswerih, daß einem Höheren Polizeideamten bei er, llchm Zeugenaussage„Jrrthümer" pajfiren. Der erklart demgegenüber, daß dies bei dem welches der Zeuge zu bestehen hatte, wohl»u � sei.— Polizei- Inspektor Abel aus Duffelvo Emzelhetten über die Anfänge der sozialdemokcl»� wegung in Düsseldorf aus den Jahrm 1882 und u ihm gewordenen Mi,»Heilungen habe Weihnachten 2°� J.» sangvercin Orpheus eine Verloosung sozialvemokram lachen stattgefunden. Er habe seiner Zett rtT. t? mwen innegerunoen. zzr bade seiner Ben uu" vel Fcohme nach Düsseldorf gekommen sei, um eine in � trtjen Restauration geplante geheime Versammlung � Ä' Berg JÜ'rtel Et habe sich Deshalb in das bezeichnete Lokal begebe. Hab« jedoch«och nicht begonnen gehabt unv sei dw. zwischenkunst vereitell worden.— Der nachltt Flerschdeschauer Sckmldt aus Düsseldorf, der n?® JU % Angade bv ,üm J-w 1W1 ei!� d« thättgst-n Aus hineingeßA � Sojialbtmofraiie in Düsseldorf war. Er hat die„Freikeit" . der W? yl.vtoft verbreitet und später unter Benutzung von Deck- - erhielt« Men den„Sozialdemokrat" bezogen. Zeuge behauptet, die Er zerkleu«» Motion sei zumeist von Mund zu Mund erfolat; eigentliche ff �unße« halten nicht stattgefunden. G.lder für die t heil weise t®fert worden. Ueber die von dem Polizei-Jaspektor Adel F uer� Veiloosung des Vereins Orpheus bekundet Zeuge, daß es und ipml �nne Weibncchtöbescheerung von Spielzeug, Kuchen u. dgl. eigen To»!» sei. Es habe zwar an demselben Tage eine Ausloosung Sicherheit i» Mdemokratischer Drucksachen stattgefunden, die aber in einem insang an,;°yen Lokale stattfand und nicht mit dem Verein Oipbeus «A�uhing. Letzterer Verein bestand zwar meist aus Sozial- K'lo Bevp graten, doch wurden bei den Vercinsadenden nur mustkalische lschen dien.� verfolgt; der Leiter des Vereins sei ein christlich-religiöser ! und wir Mnitt gewesen. Die vorgelegten Vercinslieder find sämmilich 1-ja« Sa �"balts. Frohme sei nach Düsseldorf gekommen, er vf'geiw*«f M auf d.m Bahnhof abgeholt, dort sei verabredet wor- 2,*"cker gegen Abend zusammen zu kommen, um beim ilchiN Uch'j'_, s Siet zu plaudern. Ein aewisser Wabl" lich: iur cht vier, =':,a zu plaudern. Ein gewisser Wahl habe dem Polizei« m(>t;iu r.�hkl die Mittheilung gemacht und habe stch dann L, r;1' einen recht großen Kreis von Bekannten zum Erscheinen "w--"' jT°eranlaffen, damit es den Eindruck der geheimen Versamm« heitern(% J9 mache. Richtsanwalt Dr. Meschelsohn stellte fest, daß hier ar gewore» im konstalirt werde, wo ein Polizetagent zum Agent pro- worden,. �enr geworden fei Der Staatsanivalt beantragte die Ver- ns Klostl � Mung dcs Zcugen Schmidt, jedoch vom Gerichtshof rer Bemerk �lehnt wurde. >e höchst p? �- S,ä Iwtliit«»d NerssmmwNKm» lUlfi*rii VtUf'"" % jf e 150 anzlist«� gten*5 «fkai igust d. dedie olbeamtel� mi........ fort oßCL»?' auf die Rednertribüne und rief von dort herunter, daß erschien. � r"«nae stch ruhig verhalten soll und die Herren dm Saal spielte L'Mm hätten. Es kehrte fich Niemand daran. Frl. Jagert oiedertolt� bl?e dem Beamten hierauf, daß er nicht das Recht dazu stch ub(%k jiNte Herren aus dem Saal zu weisen, fie forderte aber die rft bezpe�».?r auf, doch das Lokal zu verlassen, da sonst die Ver» , so gWL, l x Mg wegen Uederiüllung nicht stattfinden könne. Dieser hn durch IJ* VPfnmn wurde sofort Folge gegeben und so wenigstens mtlarvt LWet Raum in der Mitte geschaffen. Der üderwachmde r strasipi,� erschien hierauf, die Versammlung wurde eröffnet und SerichtslSA vUerlieutenant mußte schleunigst den Saal verlassen.— Verhal�A Ä �iahl der Damen, Frl. Jagert, Frau Lcuschner und Frau eomtm Bureau, ergriff Frau Ihrer das Wort zum Referat, Streich � �»/.".«Besetz. ntwurf der Alters« und Fnoalidenversoraung � il Ache'tfT'nncn"- Ungefähr folgendes führtejle an: Auch deo, siul" und hinten, jeder irernne maum war oejevr.en, s thade iese sei in den mmen 5&&n..... e müsse fich klar werden über eine Maßnahme, sniwurf wie die Arbeiter, fie müsse wissen, was MiömiSf k und aussprechen, was fie von einer Alters- und „"v gung erwarte. Referentin entwarf hierauf ein ein« > �lreues Bild des geplanten Gesetzes und kam zu dem L N Melde in allen Punkten mangelhast, ja sogar in un.," Arbeiterin mehr schade wie nütze, und deshalb unminehmbar für dieselbe sei. Außerdem werde auch hier. Ä' ber weibliche vor dem männlichen Arbeiter zurück- uz �Arbeiterin habe also wieder einmal erfahren, daß -.Alensch zweiler Klasse betrachtet werde. Sollte das kür fie sein, dagegen zu protestiren und für die die der vsion �">,1 annage wn Sie lautet:»Die heute, i." ueovemoer, m Hmsel's Salon, Brunnen- «na,, Arbeitecinnenversammiung steht in dem vor« »er ,°e k'Mn»> ��ulwurf, betreffend die Alteis« und Invaliden« und A bw»i ft A'beiter beiderlei Geschlechts, nur eine Umande- Unterst"�? Nervo»,» �npstege. Die winzigen Vortheile werden wieder immlun�>p g# durch hie einseitige Verwaltung, in die nur mann- dmck die viel zu geringe Rente, Zozialv«� J Wartezeit und das für die Arbeiter ganz unan« so jf A bja �.uittungst uch. Die Versammlung deauftragt die Ver- bei ei� Ä % b'�auen und Mädchen" zu thun bade; fie LÄb, g/ffkn, hie Bewegung, die so hohe Ziele verfolge, protcstire verrichten und werfen. Sie schließt an die Ar- ProschW mostattt-H�j,., ,,x,�-•»«,, vre«ewegung, vre jo oop ch v°s: der nur Quacksalderdlenste chließ?-. um ldnne, in einen Topf zu werfen. fortgab s-�dem Beifall mit der Auffordemng sein?�?N! iefon.' � nnmüthig zu erheben und treu zr cnnf angl -A'. Wöett«�'S08 f'äher auf die Abänderungen ein, die in L 1 verwerfe aus diesem Grunde das Gesetz dm Arbeitern die Gründung von eigenen l________&. 9T}«iffor �il'ätaffmUn0yo�en, ungefähr nach dem Muster der Kassen...—.....-.. zweitens konnten die : Überhaupt für Selbst- MNZMM f Manchestermannes herausgehört. Diese Manchesterleute ver« würfen auch das Alters- und Jnvalidenversorgungsgesetz, aber nicht aus den Gründen, aus denen die Arbeiter es verwerfm, sondern nur darum, weil die Arbeitgeber und der Staat einen Beitrag leisten muffen und der Beitritt obligatorisch sei. Derselbe Grund stimme auch die Manchester- männer so freundlich für die Bestrebungen des Frl. Wabnitz- schen Vereins. Da wollten fich die Arbeiterinnen mit ihren eigenen Groschen unterstützen, und würden vom richtigen Wege abgelenkt weiden, vom Wege, der fie zur sozialen und politischen Gleichstellung mit dem Manne führt. Er empfehle zur Ver- breitimg der richtigen Ideen und Aufklärung der Arbeiterinnen die Gründung von Arbeiterin Bildungsvereinen. Im weiteren Verlaufe der Diskusfion sprachen noch die Herren Äoake, Lind« heim, Thierbach und Eltze und die Frauen Frl. Jagert und Frau Gubela. Es wurden hierbei verschiedene Mißstände, die unter der Arbeiterinn mbevölkemng herrschen, aufgedeckt, und alle Redner und Rednerinnm sprachen fich für die Gründung von Fachvereinen aus.— Es wurde aufgefordert, fich event. denselben anzuschließen, da dort die Arbeiterin am besten über dm Grund ihrer schlechten Lage aufgeklärt werde und fie mit den Mitteln zur Besserung deiselbm vertraut werde. Frau Gubela fordert nochmals zum Besuche der Versammlung am Frettag auf, Frl. Jagert hebt hervor, daß man erst sehen müsse, was Frau Gubela wolle und macht auf die Vortheile der Offenbacher Frauen« krankenkaffe aufmerksam. In ihrem Schlußwort theilt Frau Ihrer vorerst mit, daß die in der letzten Versammlung gewählte Kommisfion beschlossen habe, fich aus gewissen Gründen aufzu« lösen, daß aber jede Privatperson berechtigt sei, eine Ver- sammlung einzuberufm. Sie hoffe, daß sich Frauen finden werden, die das nöthige veranlaffm werden. Sie hoffe auch, daß fich die Arbeiterinnen nicht mehr wie früher werden schieben laffen, sondern daß fie mit Hand und Verstand ein- greifen in das Getriebe, um fich gerade so, wie der Mann, auf die Höhe der Zeit zu schwingen. Denn früher oder später würde den Frauen die Selbstständigkeit doch auigezwungm Wersen; die Roth des Daseins werde die Vorurtbeile brechen. Wenn Sie milschaffen beifm— so schließt die Rednerin— d. h. für fich und Ihre Miischwestern hier auch ferner kräftig eintreten, so werden wir nicht nur für uns allein bessere Ledmsbedingungen und gerechte Anerkennung schaffen; wir werden durch Besserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse auch moralisch auf die 30000 Prostituirten, die im Juli allein in Berlin gezählt wur« den, einwirken können, wenn wir gemeinsam erringen, daß die Lohnverhältniffe solche werden, daß eine Arbeiterin ihr reichliches Auskommen bei der Arbeit findet. Wir wollen gerne zum arbeitenden Volke g, hören; aber nicht zu jenem Theil, der nur mechanisch wie Maschinen lebt, nur um zu arbeiten, zu essen und zu schlafen, sondern zu jenem Tbeil, den man in aller Welt für voll anerkennt» weil er auch geistig rege ist. Immer wollm wir denken: Nur Arbeit ist Leben und geistiges Nichtsthun der Tod.(Lebhafter Beifall.) Ein Antrag der Frau Rothkopf, die heut gefaßte R.solution dem Reichstage zur Einsichtnahme zu- zusenden, damit derselbe erfährt, wie die Arbeiterinnen Berlins über den Gesetzentwurf denken, wurde angenommen und Frau Leuschner mit der Einsendung der Resolution beauftragt. Hierauf wurde die glänzend verlaufene Versammlung ge« schloffen. Die von den N-rttfinde« freier»ingrfchrirbenrr Hilfsstrasse« niedergesetzt« Kommissto» hat in dieser Woche eine Sitzung abgehalten, in welcher namentlich auch die Be» schlüsse bis vom 14—16. November 1886 in Gera abgehaltenen Kongresses eingeschriebener sowie auf Grund landesrechtlichcr Vorschriften errichteter Hilfe lassen Deutschlands einer eingehen- dm Prüfung uninoaen wurden. Die Kommisfion setzte schließ« lich eine Subkommiifion, bestehend aus den Herren Sander, Schütte und Pankow, nieder, welche den Entwurf einer Petttion an den Reichstag auszuarbeiten und der Kommisfion in deren in kommender Woche stattfindenden Sitzung zur Berathung vorzulegen hat. In der Generaloerfammlnng de« demokratische« N«r»in»?« Krrlia besprach der Geschäftsführer des Vereins, Herr Lehmann, die Beschlüsse des im September tn Leipzig stattgehabten Parteitages der demokratischen Partei. Die For« derung der Volke souverän etat, welche vom Partettag durch eine Aendcrung des§ 1 des Parteiprogramms mehr zum Ausdruck als nach dem bisherigen Wottlaut des Paragraphen gebracht wurde, und die in das Programm aufgenommene Forderung der Wahl der Laimrtchter durch das Volk behufs FejisteUung der Tha'.frage wurden nach kurzer Diskusfion von der Vereins« Versammlung einstimmig anerkanni Nach Erledigung innerer Vereirsangelegenheitm wurde noch mttgetheilt, daß der frühere Reichstagsabgeordnete Julius Lenzmann. Rechtsanwalt in Lüben« scheid, vom Parteiausjchuß aus der Partei ausgeschlossen unv aus der Mitgliederlifte des hrefigen Vereins, dessen Mitglied Lenzmann auch war, gestrichen worden sei. � 9«v N«r»in Kerline» K«««diene» hielt am 12. d. M. bei Jordan. Neue Grünstr. 28, eine außerordentliche Generalversammlung ab. Nachvem die Aufnahme von 14 Kollegen vollzogen, wurde zur Neuwahl des Ehrenrnths und Festkomitees geschritten; gewählt wurden in den Ehrenrath die Herren C. Arndt, Pickert, Martens, Boichert und Dodrat, zum Fest» komitee die Herren Grützner, Paul, Dobrat, W. Arndt und Wolke. Die nächste Versammlung am 26. v. M ist eine gesellige Zusammenkunft mit Damm. xnckruwald». den 10. d. M. Große öffentliche Versammlung. Der am 3. November degrünvete Arbeiter- verein zeigte trotz der zur Sckau gettagenen Abneigung der Fabrikherren ein reges Leben. Hunderte von Arbettern der ver« schiedensten Gewerkschaften ließen fich bei Beginn der Versamm« lung in die Vereinsltsten eintragen. Ein Vorstand wurde ge- wählt, erster Vorfitzender ist Herr Taberi Derselbe wies im Eingang der Verhandlungen daraus hin, daß nur eine Massen- betheiligung der Arbeiter den jungen Verein über Waffer zu er« halten vermöchte. Herr« u n e r t(Berlin) beglückwünschte den Arbeiterverein zu seinen ersten Erfolgen und referirte sodann in einstündiger Rede über das Thema: Der Kampf um den Fort« schritt in der Weltgeschichte. Der Referent wi«« diesen Fortschritt nach, indem er eine Reihe kulturhsstottscher Bilder von der Urzeit bis auf die Gegenwart vor seinen ZuHörem entrollte.— Hieran schloß fich eine lebhafte Diskusston. In einem kurzem Schlußwort nahm der Referent Veranlassung, zektTöKtan beuteten Gesinnung. Dre Versammlung nahm einen unge« ptten u�b�ürtjgen�rrioufe jm Konzcrthaus :####### Lothringerstr.l81 bei Ackermann. Tagesordnung: Kaffmberichi Ver schieden � KegrSlmißkass» de« Verein« Mitglieder von 14-45 Jahren, die gewillt find, einer gut .°. kä» s Ben0oTÄ«nWi« Verfammlnng de»»attler und Berufs« Oaar&e&EK „Salrs« OrganisationS-Kommisfion. 2. Weitere Beschlußfassung über die Organisation. 3. Verschiedenes. Das eigene Interesse unserer Kollegen erfordert allseitiges Erscheinen. Zur Deckung der Unkosten Entree nach Belieben. Fachoerein de» Former«nd verwandte» Ker«f«- grnoffen Sonntag, den 13. d. M., Vormittags 10 Uhr, in Faustmann's Lokal, Jnvalidenstraße 144: Versammlung'. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Kendziora über: Was lehtt die Moral-Wiss mschaft von der Handarbeit. 2. Diskusfion. 3. Bibliothek. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Billets zu dem am 3. Weihnachtsfeiertage stattfindenden Winterergnüzen find in der Versammlung beim Komitee zu haben. Neiuickendorf. Groß» öffentliche Arbetteroer- fammlung am Sonntag, den 18. November, Vormittags Iii Uhr, im Restaurant Lüdicke. Amendestr. 1. Tagesordnung: l. Die Sozialreform und die Alters- und Jnvalidenversorgung. Referent: Herr Otto Krumpf. 2. Diskusston. Geffentlich» V»»famml««g de» Nagelschmied« Ke»li«« am Sonntag, den 18. d. M., Vormittags 10 Uhr. Lichtenbergerstr. 21 bei Helfe. Tagesordnung: 1. Zweck und Ziele des Vereins. 2. Aufforderung des Diagistrats an den Verein betr-ffs Einsendung einer Lohnstatistik. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Die Filiale IV(Kackire» Kerlin«) der Vereinigung der Maler, Lacktrer, Anstreicher und verw. Berubsgenossen Deutschlands veranstaltet am Sonntag, den 18. November, Abends 6 Uhr, im Restaurant Annenstr. 9 einen gemüthlich-n Familienabend, verbunden mit komischen Vorträgen und Tanz. Gäste herzlich willkommen. Entree frei. Uerei» zw» Wahrung der Intereffe« de» Kord- «acher Kerlin« und Umgegend. Versammlung am Sonntag, den 18. November, Vormittazs 10 Uhr, bei Roll, Avalbert- straße 21. Tagesordnung: 1. Der Fragebogen der Gewerbe- deputation betr. die Lohnangelegenheiten im Kordmachergewerde und die Beantwortung desselben durch drn Vorstand. 2. Rech» nungslegung vom Kränzchen. 3. Verschiedenes. Der Fach verein de» Kau-Stuckatenr« hält am Montag, den 19. d. Mts., Abends 8 Uhr, in Kfinsk.'s Lokal, Fische-« straße 10, seine Mitgliederversammlung ab. Tagesordnung: 1. Vorlesung. 2. Bericht der Arbeitsnachweis- Kommisfion. 3. Antrag des Vorstandes, betr. Abschaffung der Lichtarbeit. 4. Verschiedenes und Fragekastm. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Freie Vereinigung de» Gravenre, Ziseleure und verw. Berufsgenoffen. Versammlung Montag, den 19. November, Abends 8i Uhr, Dresdenerstraße 45(im„Dresdener Garten"). Tagesordnung; 1. Vottrag des Herrn Dr. Jessen über: Die Benutzung kunstgewerblicher Vorlagen. 2. Verschiedenes. Ab« rechrung vom Kränzchen. Verband der Möbelpo lirer Kerlin»«nd Umgegend. Montag, den 19. v. Mts., Abends 8i Uhr, im „Andreasgatten", Andreas str. 26, Versammlung Tagesordnung: 1. Vottrag des Herrn Dr. Max Baumgatt über:„Die Idee des ewigen Völkerfri-dens." 2. Aufstellung von Kandidaten zur Dttegitten-Neuwabl bei der Ortskrantenkasse der Mödelpolirer. 3. Verschiedenes. Umtausch der Bibltothekdücher vor und nachher Versammlung. Alle Mitalieder werden ersucht, zahlreich und pünftlich zu erscheinen. Ebenso find die bisherigen Delegitten der Otte krankenkaffe zu dieser Versammlung eingeladen. Die Aufnahme neuer Mitglieder, sowie Annahme von Mitglieder» und freiwilligen Beiträgen erfolgt alle 14 Tage in den Zahl» stellen des Verbandes und zwar: bei Ecke, Zebdenickerstr. 2: Wirstng. Andreasstr. 44; Moritz, Manteuffelstr. 27. Achtung— Maurer Kerlin»! Dienstag, den 20. dS. Mts., findet in der Tonhalle. Friedttchstraße 1 12, behufs Grün« dung eines Vereins eine öffentliche Versammlung statt. Näberes am Sonntag Plakate an den Anschlagsäulen. Jeder Kollege hat die Pflicht, in dieser Versammlung zu erscheinen und dafür zu sorgen, daß dieselbe recht zahlreich des'cht wird. Gesang-, Tu»«, und gesellige Vereiu« am Sonnabend Gesangverein„Harmonia" Abends 8 Uhr im Restaurant. Alle Jakobstr. 38.— Männergesangverein„Treue" Abends 9 Uhr im Restaurant Andreasstr. 9.— Manneraesangverein„Erato" Abends 9i Uhr bei Schläwicke, Kleine Kurstraße 1.— Lübecksscher Tumverein(1. Lehrlingsabthellung.) Abeilds 8 Uhr Elisabethstr. ?tr. 57—58.— Turnverein„Wedding", Pankstr. 9, Männer» adtheilung von 8%— 10% Uhr Abends; desgl.>. Lebrlingsabth.l- lung von 8 bis 10 Uhr Abends.— Arends'sche Stenographen» klaffe des„Berliner Handwerkervereins" Abends 8i Uhr Sophien« straße 15.— Theater- und Vergnügungs-Verein„Caritas" Abends 8 Uhr im Louisenstädtischen Bierhause, Admiralstr. 38.— Theater- und Vergnügungsgesellschaft„Treue" Abends 8», Uhr in Bobett's Ballsalon, Weinsttaße 11.— Vergnügungsverein „Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr in Vettins Bierhaus, Veteranen» straße 19.— Geselligleitsklud„Luftig" Abends 9i Uhr im Restaur. Weichest, Tauben'tt. 45.— Verein der Taubenfreunde Abends 8' Uhr im Restaur. Hillmann, Manteuffelstr. 63.— Dänischer Verein„Freya" Abends 9 Uhr im Restaur Povve, Lindenstt. 106. — Verein der Württemberger Abends 3', Uhr bei Vaihingen, Dorotheenstr. 84.— Verein ehemal. Schüler der 34. Gemeinde» schule Abends 9 Uhr im Restaurant, Koppenstr. 58.— Verein ehem. M. C. Lutherscher Schüler Abends 9i Uhr Im Restaurant Bormann, Ohmgaffe 2.— Rauch klub„Qualm" Abends 8 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28.— Ver« �nüg-mgsmrein �Lustige 13", Abends 9 Uhr im Restaurant SelesrnPtzisch» Depesche«. (Wolff's Telegraphcn-Bureau.) Karts»«!»», Freitag, 16. November. Der Reichstags- abgeordnete für Offendurg, General Freiherr v. Dezenfeld, ist heute früh hier gestorben. Kronstadt» Freitag 16. November. Am 14. d. M. find alle Dampfer in See gegangen, nur die Segelschiffe find zmück» geblieben und werden hier wohl überwintern. London, Freitag, 16. November. Nach einem Telegramm des„Reuter'jchen Bureau" aus Sydney stellen dort eingetroffene Nachttchten aus Samoa das Gerücht, daß der deutsche Kreuzer „Adler" auf einiae Samoaner geschossen bade, wobei einige Kugeln in die Stadt Apia gefallen seien, dahin richtig, daß der „Adler" ledtalich auf das Kttegsboot„Mataafa", als fich das- selbe Apia näherte, gefeuert habe. Nach einer Meldung der„Times" aus Sanffdar dauette die feindseliae Stimmung gegen dl- deutsche Gesellschaft in den Südhäfen Kilwa und Lindi, welche mit Insurgenten angefüllt seien fott. Es bestätige stch, daß Minengani und Tunghi nieder- gebrannt seien. London. Freitag 16. November. Den„Times" zufolge wird Lord Dunraoen am Dienstag im Oberhause die Au»« merk'amkeit auf den Schriftwechsel bei effs der Unter« druckung des Sklavmhandels in den ostafttlamschen Gewässern lenken. London. Freitag, 16. November. Abends. Unterhaus. Der Unterstaat-sekretar Gorst theilte mit, daß Dlnizulu gestern in Mlal, und Tchingana im Zululand verhaftet worden seien. — Der Unterstaatssekretär Fergufion erklärte, daß der Ober» befehlkhaber der englischen Kriegsschiffe an der Küste oon Zanzibar keine speziellen Jnjtmktionen in Betreff der Sicherhett der englischen Unterthanen, denen der englische Konsul jede erforderliche Warnung habe zu Theil werden lassen, erhalten hätte. Die Blockade sei um eine Woche verschoben worden, damit stch die englischen Staatsangehörigen aus den bedrohten Bofitionen zurückziehen lönnten. Tri» st, Donneritag 15. November. Der Lloyddampfer �Tbaita" ist heute Nachmittag aus Alexandrien hier etngc» der WodMWr Aerlins und Umgegend am Sontitag, den 18. Novbr., Vorm. 10 Uhr, Ackerstraße 144. T.-O.'. Gesetzentwurf betr. Alters- n. Invaliden- Uersorgnng der Arbeiten. 12581 (Referent wird i« de» Urrfammlung bekannt gemacht.) Der Einberufer. Die Mitglieder der Ortskrantenkaffe der Maurer werden uit Wahl von 216 Vertretern für die Geaeral-Dersammlung auf Katmt'g, den 18. Novemder er., Vormittags 10 Uhr, nach Große FrauKfu terktraß« 117 hierdurch eingeladen. Das Quittungsbuch berechtigt zum Eintritt.[1244 Der Uorstand der OrtoKranKenKasted. Maurer« L. Lüdke. Betdke. Verein der Einsetzer (Sischl-r). Avßeroldevtl. GkveralversWmlvvg Sonntag, den 18. d. M.. Vormittags 10) Uhr, Friedrichstr. 44. Tages-Ordnung: 1. Vorstands- Antrag. 2. Abrechnung vom Sommerfest. 3. Verschiedene Vereinsangelegenheiten. 4. Fragekasten. m Mitgliedsbuch legitimirt. Neue Mitglieder werden vor und nach der Versammlung aufge- nommen. 1272] Der Vorstand. Fachverein der Tischler. Montag, den 19. November, Abends 8) Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstraße 28: Außerordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Wahl eines Ersatzmann s des Vorstandes. 2. Beschlußfassung über ein Flugblatt. 3. Antrag des Herrn B-uns auf Krankenunter- stützung für Vereinsmitglieder. 4 Beretnsangelegenheiten und Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Heute, Sonnabend, findet im oben genannten Lokal ein TanzKranschr» statt. 1273] D-r Vorstand. Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher und verwandten Kernfsgenossen. Sorntag, den 18. Novbr. Cemuthl. Beisammensein Lindenstraße 106. 12451 Achtungsvoll C. Gabbert, Kasstrer des Komitees, Philippstr. 15, 2. Port. 5 Tr. /achv. d DallZluckat-lltt Berlins»nd Almgegend. Versammlung am Montag, den 19 d. M., Abends 8 Uhr, in Kfinsl.'s LolaI, Fischerstr. Ztr. 10. Tagesordnung: 1. Vorlesung. 2. Bericht der Arbeitsnachweis- fommiifion. 3. Antrag des Vorstandes betreffs Abschaffung der Lichtarbeit. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Neue Mitglieder werden auf- genommm.- Da im Punkt„Verschiedenes" noch sehr wichtiges �r�Sprache kommt, ersucht um«cht zahlreiches anen 1265] Der Vorstand. Centraikranken- u. Sterbekasse der Tischler u. s. w. Gertlich« Verwaltnngvstrke Krrlin A. Den Mttgleeocm zur Nachricht, daß die Zahl» stelle von Wienerstraße 27 bei Maq nach Reickendergerstraße 71 bei Tifcher verlegt ist. 1263) Dt« Grtsverwaltnng. Fachverein der Kithagraptzie- steivschleifer w Kerafsge«. Montag, den 19. d.M., Abends präzise 9 Uhr, (Zrenadrerstraße 33: Vermammlung Vortrag M Hrn. Schäfer über„Allgemeine Bildung und fwlale Reform". Antrag des Vorstandes, Unter- iwtzungsgesuch detreffend. Gäste willkommen- 12671_ Drr Vorstand. mSSST «i Uhr. im Lokale des Herrn Bormann Odmgaffe 2, stch einzufinden._".74 Fre e Vereinigung der Vergolder und Fachgenossen. Montag, den 19. November, Abends 8% Uhr, in Schiffer's Salon, Jnselstraße 10: Mgiiedtt-Vttsammilllg. Tages-Ordnung: 1. Vortrog des Herrn Julius Türk über: Die moderne Poefie und die Ardeiterbewegung. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste willkommen. 1268] D«r Vorstand. Lauf epstof f e!! Meter 25 Pf. 1 Meter breit Meter 70 Pf. T eppichstof f e! in schweren Jacquard Geweden 1 Meter breit Mir. 1.50 Mk, 135 Ctm. breit Mtr. 2 25 Mk. Emil Leffeyre, 1107] Teppich-Fabrik, Merlin S, OpwSenstreavfe 158. Jede Uhr zu repartren und zu reinigen kostet bei mir unter Garantie des Gutgehens[1253 I Mark 50 Pfg. SUint Reparaturen billiger. U««« Uhren zu Fabrikpreis«». Uhrenfabrik von Udm Lewin, Pcinzenstraße 74. Möbel-, Spiegel- u. 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Zwei bi» drei ordentlich« Cigarrenmacher. welche auch selbst Wickel machen können, finden gute dauemde Beschädigung für auswärts. Zu erfragen d. W. zi»d««stSdt, Landsberzerfiroße _[1271 Nr. 72. außer Posamentier-Handarbeiterinnen in und dem Hause, sowie Lehrmädchen, verlangt 1261]_ f. p*lf«r, Sebastianstr. 76. Ein Kodenmacher wird verlangt 1278]_ Reichcndergerstr. 65. Ardeitsvalhivkis für Wchltt. �' Tischler Der vom Fachverein der Tischler degründete Arbertsnachwers befindet stch Alt« Jakodstr. 58 tm Restaurant Schumann. Die Arbeits. Vermittlung geschieht für Meister und Gesellen (auch NichtMitglieder des Vereins)»««ntg-tttich Dre Adreffenausgabe erfolgt an Wochentag»« vau 8t bi» 10 Mhr Abend», Sonntag» ff*.** � 11 Mhr Pormirtag». Da stch dre 4 Kasstrer der„Ortslrankenkafie der Tischler und Pianofortearbeiter Berlins" verpflichtet haben O Klein, Riste#. 15:1%%�%%:.'% Das. Zahlstelle d. Gürtler u. Bronzeure(E. H. 60). 679 b«ito»achw«i» zu benutzen. Der Vorstand. Jede MW, zu revariren und reiniacn� ' � t Kleine Reparaturen billiger. Lager s neuer Uhren. Belauf zu Fabo» E. Rothai t, Ä, Kein Laden, daher so •»»* Cigarre««nd von Liademann.„ Bei Abnahme von 85 Stärk niedrigung der Preise. ,1 �AMPE pr-i»s«krS«t-» Getreide-Knw� ist der dilligste und beste. SKW. älMk,, hatb-Ft-sch-/� Zu baden in Sb-r 1000 Kerlin»«nd in � de» Kst NN» in H»rlt« M«# Veteran«« st»� D -ch SfSt fe %%] � z« 4'a' Anklamerstr. 49, verantwortlicher Redakwer:».«»»«h«t« in«rrttn.»ruck und Verlag von Ms»»«dtn, in Berlin sw.. �eulbstroß, X Empfehle meinen echten c6j]l| Robert Mr-A M e«;