'ach W J Ä75» «Ä--- ch nach da» iichtcnl hr im •ihU ein„SizM tetanenfit|* •»IÄ ngverein M �nberaelstr. ß) Abends 8 oing", SM ir Abends! 8 bis 10, cher, und' Soerrfn Pmmerstas, 22. November 1888. S.?sch»T grüner ids 8i% � Emzeln-�-me SerlimrVMM Drgan für die Interessen der Arbeiter. UewnA i" Abends«L )i im chemaliger� jtautanl wg Wrangel™ ie 191. staurant thlichkeit" � - 161.-y 'SZ lauchklud % umpf.- , Abends em.. e Rathhaus� -er in der � 'ann ae eine lagisiratsA� nunmebl>.. K',% ütung S That int» ortC«!1�. M geklärt! K". tt Umn T«<„«-rli»-r Bolk«Slatt- : nach Sonn- und gdttaaen.»MnttwcnÖ�wÖ fftt L«kw frei udL monatlich IIS Man, mSchcntlich 86 Pf. Postabonuement Einzelne Stumm« 5 Pf. SonntaHS-Rrnnma mit dem»Konntagi.Blatt� 10 Uf. (Eingetragen in der PostzeitungSpreiMft« fir 1086 man% 849.) Jaserti-nSgebühr betragt für We 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 26 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Sit größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachi»!tt»gss in der Expedition, Berlin SW� Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen» Bureaux, ah» des Preises, angenommen. Kesthstrsße 2.— Zimmerstraße 44. sonderbares Geschenk. » ,�aa darf heute, angesichts der Umgestaltungen, bieder >)htutw urf für Alters- und Invaliden- *8*ag der Arbeiter erfahren hat, die Frage Zu welchem Zwecke soll denn diese„Wohl- �.�tung" eigentlich ins Lebe» gerufen werde«? Iii» k°�Zwsen und die lonservativ-liberalen VerHerr- 'J Sozialpolitik der Regierung werden darauf ein- teiJjf®otten: Um die Lage der arbeitenden Klaffe« zu »iibr � dem„armen Mann" eine Altersrente zu ge- entsprechend dem Autspruch eines bekannte« »ütilnavues:„Zeder Deutsche soll seine i r» r e n t e h a b e»!" MwM* Antwort hätte ihre Berechtigung, wenn daS, was Mlfin werden soll, als eine Altersrente betrachtet wer- Wir brauchen heute nicht mehr des weitere» »ü� �holen, daß diese Altersrente sich nur als eine .....'-~ mit llnÄ. n Sit �5 ifn, n o°nn der Armenv erp flegung darstellt, '"........ iß V>' � n u v" Armenv feinet � Sozialpolitiker der t no� 58 jn U gehabt, eine wirkliche Z e kam E »ortiget* n betan» Ä KV it tin«n% is�f. die tt>''■ g gelavS- lack de» l es bur.1 luifl cke Kranke ganz daß nunmehr für die Altersversorgung noch Beitrag zu leisten sei« wird. Regierung haben entweder die Alters- und Znvalidenversorgung .»den, weil sie einsehen, daß man de« alten, be- Kllfc?? und arbeitsunfähig gewordenen Arbeiter, der sein �'fA& mJ! lang der menschlichen Gesellschaft nützliche Dienste .dluagen �, Met hm. nicht ohne weiteres seinem Schicksal, resp. der P i St* Armenpflege überlassen darf. ** dann müßten sie die Altersrente auch aus- kttk bemessen. die bohen Sozialpolitiker haben geglaubt, es %»ur darum, einer Zeitforderung eine gelegentliche ae» zu machen, bei welcher die wirklichen »richtuv� �chst geringfügig zu gestalten, die bezüglichen -Mike» g,»der mit möglichst stolzen Namen auSzu- Me rl' Um der Sache ein Ansehen zu geben, als % alz in der That um eine Reform, die bestimmt * SoBtfnl et größten Wohlthaten für unser Volk durch 1 w stöberte zu leuchten. ! n,!ta,ttl9e Konzessionen haben A baj gesprochen. Wen» wir a. Jfur(«rT** besser ist als gar nichts, so können wir Einrichtungen als Reformen betrachten, die '»«�'.."ach dem sie benannt sind, auch genügen. S � atsprechend mußten wir den entschiedensten Ein- ■A 7o&c9en erheben, daß eine JahreSrente von 120 M. «�wu»k.** eine Altersversorgung sei. Dieser Ein- i uur von der Arbeiterpresse, sonder» von °bangigen Blättern und von allen Leuten er- r91sbfi?n e Meinung sind, daß der Arbeiter kein saiik�. Zeiten oder dritten oder gar vierten GradeS daß er als da» mit den schwersten Pflichten wir schon unsere auch der Meinung esthe» t) M .ÄßT Innern Vfc I 2% m. s.�§feuiCCefon. Kaskowikow. � t �"nan von F. M. Dostojewski. Russische« übersetzt von W i l h. H e« ck e l. [16 %es' vn. . wurde auch jetzt die Thür nur ein klein v�t, und wie damals lugten aus der Dunkel- ?arfe»ad mißtrauische Auge« ihn an. Da »«low au* der Fassung und machte einen auf- ffn. % ;üdung s die Alte könne, da sse mit ihm allein war, und, weil er nicht überzeugt war, daß sein """*" er an die daran zu gewahr Thür nicht wieder zurück, ließ aber auch ', so daß er sie mit der Thür beinahe j-.r- herauszog. Da sie aber quer vor der stehen blieb und auf diese Weise den Eintritt v«t | S? M' er dicht an sie heran. Erschrocken sprang Und��ssettvas sagen zu wollen, brachte aber mchtS te iKn an ........ �tten iM ste stehen und ging, ohne ihre Einladung lieber wo es hell *5« dorthin, .—.;.Y'n.»"t"* und ging, oh«..... hatte nl A'mmer. Die Alte lief ihm nach, thre - Ab stA endlich gelöst. Sie, �U>olle« Sre denn um Gotteswillen?... C,'Was wünschen Sie? st».' Jwanowna, ich bitte Sie... ein ''"taskolnikow... da, ich bringe Ihnen da» belastete Glied der Gesellschaft Anspruch auf eine höhere Werthschätzung hat, als sie in dem Atterversorgung»- Eni» wurf bisher zu Tage getrete« ist. Wir wisse« nicht, au« welche« Quellen die ozialpolttischen Autoritäten de» BundeSrathes ihre- An« chauungen von den Bedürfnisse« und Ansprüche« der Ar« eiterklasse geschöpft haben. Au« der versumpften bürger« ichen Nationalökonomie konnte ei« frischer Quell zeitgemäßer Auffassung nie und nimmermehr kommen; die Wahrheit läßt sich nur schöpfe« aus dem frischen und rauschende« Born deS Leben«, das uns ganz andere« Weisthum spendet, als da« Blätterrauschen dickleibiger Bücher. Aber au» diesem Born zu schöpfe«, find die Staat»« männer leider nicht gewohnt, und darum trat der Alter»« versorgungS-Entwurf gleich in verkrüppelter und verküm« merter Gestalt in» Lebe«. Der BundeSrath schien den allseitigen Einsprüche» Gehör schenken zu wollen, indem er de» Entwurf einer Um« arbeitung unterzog. Zuerst beseitigte er die Berussgenosse«« fchaften als Grundlage der neuen Einrichtung. Dann schien er plötzlich auch überzeugt zu sein, daß die AtterSrente, die man gleichmäßig für alle Arbeiter bestimmt hatte, zu niedrig sei, und er traf eine tiefeinschneidende Abänderung. ES sollen bekanntlich die Ortschaften in fünf Klassen eingetheilt und dieser Eintheilung soll der ortsübliche Jahres« lohn zu Grunde gelegt werde«. Darnach soll die Alter»- rente sowie die Invalidenrente 24 Kundert st el des ortsübliche» JahreSlohneS bettagen: die Invalidenrente soll sich bis auf 350 M., die Altersrente biS auf 168 M. belaufe« können. Die weiblichen Renten sollen zwei Drittel der männlichen betragen. Will man damit den Glauben erwecken, daß die Alter»« und Invalidenrente nunmebr erhöht sei? Da» könnte man nur, wenn in Deutschlanv sonst Niemand zu rechnen im Stande wäre, und wenn man nicht wüßte, welche« Stand die ortsübliche» Löhne erreichen. Die ursprüngliche Altersrente war fixirt, ohne einer Aenderung zu unterliegen. Nun ist e» ander« geworden; nun soll sich die AtterSrente mit dem Steige« und Sinken der Löhne auf und ab bewegen. Wer einen geringen Lohn hat, bekommt nun auch eine geringe Alter«- rente und die Altersrente wird für die Klasse mit de« niedrigsten Löhne auf de« Betrag zwischen TO und 80 M. hinabsinken. Wir wissen ja auch— und da» kann kein sozialpolitischer Geheimrath bestreiten daß die Arbeiter mit den niedrigsten Löhnen nicht»ur die Mehrzahl der Ar- beiterschaft ausmachen, sondern daß auch die Löhne bei der gegenwärtigen ProduktionSform die Tendenz habe», fort« während zu sinken. Sonach wird, wie wir berett» vor einigen Tagen ausgeführt haben, nach der neuen Ver« anlagung sich die Altersrente für die meisten Arbeiter noch Pfand, von dem ich letzt' in schon sprach.... Er streckte ihr das Päckchen entgegen. Die Alte warf kaum einen Blick darauf, faßte aber den ungebetenen Gast fest in» Auge: sie bettachtete ihn auf« merksam, boshaft und mißtrauisch. E» verging eine lange Minute, er glaubte sogar etwa» wie Ironie in ihren Augen zn entdecken, es schien, als ob sie seine Absicht errathen habe. Er fühlte, daß er verwirrt sei, es ward ihm angst, so angst, daß er, wenn sie ihn auf diese Weise, ohne ein Wort zu reden, nur noch eine halbe Minute länger fixirt hätte, da» von gelaufen wäre., — Weshalb blicke« Sie mich denn so an, als ob Sie mich nicht erkennen?— sagte er endlich ärgerlich; wenn Sie keine Lust haben, so lasse« Sie e« bleiben, ich gehe dann zu andern, ich habe keine Zeit. Er wußte kaum, wie ihm diese Worte, fast gegen seinen Willen, entfahren waren.,.. Die Alte beruhigte sich; der entschlossene Ton des Gaste» imponirte ihr. — Wa» wollen Sie denn eigentlich, Väterchen?... Was|öben Sie denn da? ftagte sie, auf da» Pfandobjekt bIt4e!_' Eine silberne Zigarettendose, ich sprach ja neulich schon davon. Sie streckte die Hand au».. — Wie Sie blaß find!... Ihre Hände zittern za? ... Hast Du Dich vielleicht gebadet, Väterchen? — Fieber I antwortete er karz— da wird man»ohl blaß... wenn man nicht» zu essen hat,... fügte er hm» ,u konnte aber die Worte kaum hervorbringe«. Die Kräfte hatte» ihn wieder verlasse«, feine Antwort aber schien wahr« heitSgemäß; die Alte nahm da» Pfandobiekt. — Was soll daS fem, ftagte ste, Raskolnikow noch ein» mal aufmerksam betrachtend und da« Päckchen in der Hand wiegend, �ne... von Silber... sehen Sie selbst. niedriger stellen, als zuvor, und«ur einige bevorzugte Kategorien werde» höhere Bezüge habe«. Die„Verbesserung" besteht also darin, daß die Alter»- rente nicht mehr unveränderlich fixirt, sondern dem Schwankungen de« Arbeitsmarktes preis« gegeben ist. Daß dabei für die Arbeiter keine Vorthelle herauskommen können, liegt auf der Hand. Wir müsse« bei dem Urtheil bleibe«, daß wir schon einmal an dieser Stelle abgegeben haben: Fast scheint es, al» ob ma» dahin komme« wolle, den Beweis zu liefern, daß die heutige Gesetzgebung eine zettgemäße AlterSversor- gung zu schassen nicht im Stande sei. Wir sind zwar über» zeugt, daß sie e» im Stande wäre. Allein, dann müßte man die Sache ganz ander« anfassen. Solcher Art ist nun das Geschenk, da« die Arbetter mit den Quittungsbüchern und lebenslänglichen Beiträgen bezahlen sollen. Ei« sonderbares Geschenk, das sie gewiß lieber gar nicht haben wollen!_ politische Ueberstcht. 5«» tze««nd Kangemachen gehört zum Inventar der modischen Reptilienkunst. Wenn eine Wahl bevorsteht, werden Melinitbomben fabrizirt und den Bauern die lehten Kühe aus dem Stalle geholt damit die letzten Ochsen beim „nationalen" Appell nicht fehlen. Und wenn der Nimmersatte ÄilitäifiskuS Geld haben will, dann steigen sofort am polttischen Theaterhimmel furchtbare Gewitterwolken auf, das Zucken der Kolophoniumdlitze jagt dem biederen Reichsdürgcr, der in der Kneipe soeben noch sein:„Wir fürchten Gott, sonst nichts aus Erden! gebrüllt, eine schlotternde Angst ein, so daß sich sei« ganzer Leid mu einer Gänsehaut überzieht, und daß er mit Freuden seine irdische und himmlische Seligkeit dahin giedt und alle Habe seiner christlichen Mitmenschen oben« drein, nur um momentan daS nackte Leben zu fristen. Hat man die Leute so wett, dann kommen die Millionen» und Hundeit Millionenforderungen, und der arme Teufel bewilligt blindlings mtt geschlossenen Augen und freut sich obendrein noch, daß er so gut weggekommen. Im gegenwärtigen Augenblick wird diese» zwar nicht geniale und auch durchaus nicht moralische, aber da» für desto wirksamere und erfolgreichere Spiel wieder mit ganz besonderem Eifer gespielt, und wir müssen als» darauf gefaßt sein, daß dem Reichstag in seiner bevorstehen« den Session sehr dedeutende Aehrforderungen für Infanterie, Kavallerie und Artillerie zugehen werden. Im Ausland kennt man schon diese Praxis, und sowohl die englischen als die ttanzöfischen Blätter fragen sich jedes Mal, wenn die deutsche Repttlpreffe einen tüchtigen Radau anfängt: waS hat man jetzt wieder in Deutschland vor? oder richtiger— denn der Zweck ist ja immer derselbe— wie viel Millionen oder Milliarden soll der deutsche Michel wieder einmal her» geben? Sehr schmeichelhaft ist das nicht gerade für unS— und leider hat es auch insofern Recht, als es stch mehr und mehr der ernsttichen Befürchtung hingiedt, diese eigentbümliche Praxis könne doch gelegentlich einmal zu einem Welt« — Die kommt mir gar nicht wie silbern vor,... wa» ist den» da so fest herumgewickelt? Während sie sich Mühe gab den Bindfaden zu lösen und sich dem Fenster zuwandte(die Fenster waren, trotz der Schwüle, geschlossen), mußte sie ihm während einiger Se« künden den Rücken zuwenden. Er öffnete den Ueberrock, machte das Beil bereit, nahm e» aber noch nicht hervor, sondern hielt e» nur mit der rechten Hand unterm Rocke, Seine Arme waren recht schwach, er fühlte ordentlich, wie sie mit jedem Augenblick mehr erstorrten. Er fürchtete da« Beil fallen zu lassen... plötzlich wurde ihm ganz schwindelig. — Wa» hat er nur da herumgewickelt! rief die Atte ärgerlich und war im Begriff sich umzudrehen. Kein Moment war mehr zu verlieren. Er zog da» Beil hervor, erhob e« halb bewußtlos mit beiden Hände» und ließ e», fast ohne Anstrengung, wie mechanisch, mit der stumpfen Seite auf ihren Kopf fallen. Kräfte hatte er nicht dazu gebraucht; nachdem er aber das Beil fallen ae- lasse» hatte, stellten sich seine Kräfte wieder ei» ._ D,e Alte war, wie immer, barhaupt. Ihre dünnen. hellen, mit Grau untermischten Haare waren, wie gewöhnlich' M««fem Rattenschwänzchen geflochten, und mtt dem Bruckstück emeS Hornkamm», der ihr am Hinterkopf saß, ztlsammengesteckt. Der Hieb war. bei ihrem klein« Wuchs, direkt auf den Scheitel gefallen. Sie schrie auf. aber nur sehr schwach, sank zu Boden, war aber noch im: stände beide Hände in die Höhe zu strecken;- in der einen hielt sie noch das Pfandobjekt. Dann schlug er ihr aus voller Kraft noch ein paarmal mit dem Beil auf den Schädel. Das Blut brach hervor und ihr Körper sank vornüber. Er ttat zurück, ließ sie hinfallen, bückte sich, um ihr ins Gesicht zu schauen und sah, daß sie todt war. Ihre Auge» waren hervorgequollen, als ob sie herausspring« wollten, die Stirn war gerunzelt und da» Gesicht krampf« hast verzerrt. Er legte da» Beil nebe« der Todten auf die Diele und fuhr in ihre Taschen, wobei er sich vor dem herabfließenden brand führen. Apropos, bei Besprechung der jüngsten Reden des englischen Premiers und des belgischen Königs thun unsere Rcptilienblätter so. als seien die in beidm Reden zum Ausdruck gelangten Befü'chtungen durch die tzaltuna Frankreichs veranlaßt. In Bezug auf Lord Salisduiy— über die Anschauungen des Königs der Belgier find wir nicht unterrichtet— find unsere Reptilien jeden« falls stark im Jrrthum. Bei weitem der größere Tbeil der englischen Presse, und namentlich auch die Organe, welche den Standpunkt der englischen Regierung vertreten, find keineswegs frei von Mißtrauen gegen die veutsche Politik. Und wir kennen kein einziges englisch« Blatt, welches die Franzosen für so oer» rückt hält, Deutschland angreifen zu wollen. Das Mißtrauen gegen Deutschland ist durch die Haltung unserer Revtilpresse und ganz besonders der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" hervor- gerufen worden. In England ist Herr Pindter noch nicht zur komischen Person geworden wie in Frankreich. Oder wäre Herr Pindter vielleicht doch nicht Mos eine komische Person? An« der Gesellschaft für Merbreitnug von bildnng. In Berlin tagte vor einigen Wochen die General« Versammlung der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung unter dem Vorfitz des Abgeordneten Rickert. Mit größerem Rechte könnte man die Gesellschaft einen Verein zur Ver« flachung der Volksbildung nennen. Bezeichnend für den Verein war die Behandlung des ersten Gegenstandes der Tagesordnung:„Die Betheiltgung der Arbeiter und der Land- bevölkerung an den Bildungsvereincn." Dr. Max Hirsch ver- stieg fich zu folgender Bemerkung:„Es müsse leider konstatirt werden, daß die Bildungsbestrcdungen sowohl unter der städti- fchen als auch unter der ländlichen Arbeiterdevölkerung seit dm letztm 20 Jahren ganz erheblich zurückgegangen seien!" Man ficht hieraus, was Herr Mcx Hirsch unter Bildung versteht; daß die Ardeiter heute sich nicht begnügen mit den phrasen« haften, schönschillemden Redensarten jedes flachkövfiaen, halb- studtrtm Faselhänschens. das erscheint ihm als Rückgang deS Bilbungsbestrebens. Diesen Rückgang schreibt er dem immer größer werdenden Materialismus unserer Zeit und den fich immer mehr zuspitzenden konfesstonellen und Klassmgegmsätzen zu. O weises Max Hirschchm, geh in den evangelisch- kirchlichen Verein: aber wir fürchten, dich nimmt selbst Stöcker nicht mehr. Was gerade die Signatur der Gegen« wart ist, das Bildungsbestreben der Arbeiter, aus derm Reihen tausende zu nennen find, die fich geistig, ja Wissenschaft- lich zu einer Herrn Hirsch, trotz seines Doktortitels, unerreich- baren Höhe emporgearbeitet haben, das ssebt der Gewerkoereins- Nasführer Max Hirsch nicht. Die Gesellschaft für Verbreitung von Vo'.kebildung kann und wird aus einem einfachen Grunde keinm Eifolg unter den Arbeitern haben, und zwar deshalb, well es ihr nicht zu thun ist um Verbreitung von Volksbildung an fich, sondern nur um Verdrellung solcher Bildung, welche de» Vertretern dieser Gesellschaft nicht gefährlich werdm kann. „In den Münzen(Bildungsstätten) läßt fie Wahrhell schlagen, — Die Wahrheit, die fie dulden kann. Verworfen— Sind alle Stempel, die nicht diesem gleichen."— Wie die Kirche hat diese liberale oder liberalifi-ende und gegenwärtig immer mehr nach rechts schwenkende Gesellschaft festgcprägte, allein selig- machende Wahrheiten. Und wir machen denn da noch einm Unterschied; die Kirche hat mit ihren Wahrbetten, die fie aus dem Himmel holt, eine immer noch größere subjektive und mora- lische Berechtigung, als eine Gesellschaft, welche im Namen der Verbreitung von Bildung den freien Weg zu wirklicher Bil« dung versperren will. Sell zwanzig Jahren, sagt Max Hirsch, treten die Bildungsbestrebungen der Arbeiter zurück; seit der Zeit, wo die liberalen Wanverredner fich nicht mehr den Ruf wunder wie großen Freivenkerthums erwerben konnten, wenn fie mit spottwohlfeilen Kalauern über die Pfaffen und den Wunderglauben loszogen. wie es noch bis vor wenigen Jahren das Hauptthema der Wanderlehrer war, selbst nachdem fie in der Politik jeden Liberalismus schon längst preisgegeben hatten. In den fortschrittlichen und liberalen Handwerker- und Bilvungsvereinen galt früher der Arbeller, welcher die Schlag- worte hübsch nachzuplappern verstand, als eine besondere Er- rungenschaft der Aufklärung. Das bischen Spiritus, was die Volksdtlvungslehrer in früheren Jahren noch entwickelten, ist längst verflogen und der Rückstand ist so abgestanden, daß keine Würze ibn mehr genießbar machen Irnn. Wenn jemals der Ardettil Bildungsbestredungen zugänglich war, so ist er es 8 eute; es muß ihm nur die Bildung ohne Nebentendenzen gc- oten werden. Aus allen den Reden der Generalversammlung konnte man die Verzagtheit erkennen, die Arbeiter zu gewinnen; links sab man fie der Sozialdemokratie und rechts der kirchlichen Ortboroxie in das N-tz geben. Besonders drastisch drückte dieses der Breslaucr Rektor Dr. Carstädt aus, der ei- sah. daß die Ardeiter direkt nicht zu fangen seien, und daher empfahl, daß man, um ans die Ar zeiter zu wirken, die Ardritgeder und die Kriegetvereine zu gewinnen suchen müsse. Ktaatvrechtltche». Das„B. Vlld." bringt folgende interessante Abhandlung:„Die Reden bei der Grundsteinlegung des neuen Reichsgerichtsgedäudes in Leipzig bewegten fich in der bekannten Tonart und find arm an neuen Gedanken, so daß dieselben füglich undcsprochen bleiben könnten, wenn nicht Blut in Acht nahm. Er war bei vollem Verstand, weder Schwindel noch Geistesverwirrung störten ihn, nur seine Hände zitterten noch. Später erinnerte er sich, daß er sehr aufmerksam und vorsichtig war, um sich nicht zu besudeln... Er fand die Schlüssel; sie waren alle, wie damalS, an einem Stahlringe. Sofort lief er damit in die Schlafstube. Et war die« ein kleines Zimmer, in welchem sich ein großer Heiligenschrein befand. An der einen Wand stand ein große«, sehr reinliches Bett mit seidener, au« verschiedenfarbigen Lappen zusammengesetzter Bettdecke. An einer anderen Wand stand die Kommode. Es war eigenthümlich, als er eben im Begriff war, die Schlüffel anzuwenden und ihr Geklirr ver- «ahm, fühlte er plötzlich ein Zucken. Am liebsten hätte er alle« liegen laffen und wäre fortgelaufen. Die» Gefühl währte aber nur einen Moment; zum Davonlaufen wäre eS jetzt doch zu spät gewesen. Er lächelte sogar über sich selbst; plötzlich aber fuhr ihm ein anderer, beängstigender Gedanke durch den Sinn; er bildete sich plötzlich ein, die Alte könne vielleicht noch am Leben sein und sich erholen. Schlüssel und Kommode im Stich lassend, lief er eiligst zurück, ergriff da» Beil und holte auS;— ließ et aber nicht fallen: an ihrem Tod war nicht zu zweifeln. Er beugte sich über sie und blickte genau hin, der Schädel war eingeschlagen und hatte sich sogar ein wenig verschoben. Er war schon im Begriff, den Finger daran zu legen, um ihn zu befühlen, zog aber die Hand gleich wieder zurück; der Tod war augenscheinlich. Eine große Blutlache war in» zwischen entstanden. Plötzlich bemerkte er eine Schnur an ihrem Halse, er riß daran, aber die Schnur war stark und es gelang ihm nicht, sie zu zerreißen; sie war von Blut durchtränkt. Er versuchte e«, sie aus dem Busen heraus. zuziehen, aber vergebens. Zn seiner Ungeduld nahm er da« Beil und wollte die Schnur damit durchhauen, wagte et aber nicht; endlich gelang eS ihm, nachdem er sich zwei Minuten lang damit geplagt, Hände und Bell beschmutzt hatte, die Schnur zu durchschneide» und sie abzunehmen. Er hatte sich nicht getäuscht, et war ein Beutel daran. Auch zwei Kreuze befanden sich an der Schnur eine« aus Cnpressenholz, da« andere von Messing, außerdem em kleine« Heiligenbild von Email; ferner der kleine, lederne, die Rede des bayrischen Gesandten Grafen Lerchenfeld uns genügenden»»laß böte, auf dieselbe mit einigen Worten zurück- zukommen. In dieser Rede finden fich nämlich die Worte: „Ew. Kaiserliche Majestät..... wollen als Oberhaupt des Reiches..... den ersten Stein zu dem Bau legen." Nach der Reichsverfassung ist aber das Deutsche Reich kein Einheits- staat, sondern ein Bund der deutschen Fürsten und freien Städte, welchem, ohne daß seine Natur dadurch irgend eine Aenderung erlitten hätte, der Name„Reich" beigelegt wurde, und ebenso- wenig hat der bloße Kaisertttel, welcher dem König von Preußen in seiner Eigenschaft als Piäfident dieses Bundes von seinen deutschen Bundesgenossen verliehen wurde, auf das rechtliche Verhältniß des Bundespräsidenten zum Bunde und zu seinen Mitoerdündeten einen Einfluß geübt, geschweige denn, daß da- durch der deutsche Bund eine Monarchie und der Prästdent des Bundes, der König von Preußen, der Monarch oder das Oberhaupt des Bundes(Reiches) geworden wäre. Das Verhältniß des Königs von Preußen als Bundespräfident ist auch mit dem ihm als solchen verliehenen Kaisertttel zu seinen deutschen Mitverbündeten nicht ein Verhältniß der Unterord- nung, sondern das des primus inter pares(des Ersten unter Gleichen). Schließlich noch einige Worte bezüglich des folgenden Eingangs der Rede des bayerischen Gesandten:„Von Sr. Majestät dem Kaiser Wilhelm I. ist der Befehl ergangen, dem deutschen Reichsgericht ein würdiges Haus zu erbauen." Dagegen ist an keiner Stelle der Rede von dem Bundesrathe und dem Reick Siage die Rede, obgleich die Errichtung dieses Gebäudes dem Buniesrathe und dem Reichstage zu verdanken ist und der Kaiser W.lhelm I. den fraglichen Bau nicht anbefehlen konnte, denselben auch nicht anbefohlen ha», sondern gleich jedem anderen seiner Mitoerdündeten durch seinen Veettetcr im Bundesrathe seine Stimme für den Bau des Reichsgerichtsgedäudes abge« «eben bat. Der deutsche Kaiser Wilhelm i. hat kurze Zeit nach iner Thronbesteigung als König von Preußen der Jugend seines Landes das Studium der Geschickte empfehlen zu sollen geglaubt; wir sehen nun zu unserem Bedauern, daß es nicht überflüssig ist. einem bcy Irschen Gesandten das Studium des öffentlichen Rechtes an's Herz zu legen." Die Anleihe, welche zur Ergänzung des Etats für Zwecke des Heeres, der Marine und der Eisendahnverwal« tun« verlangt wird, deläuft fich auf 62 Millionen Mark. Etwa 10 Millionen davon sollen eingestellt werd-n als erste Rate für den Bau neuer Schlachtschiffe aus einer Gesammtforderung von 110 Millionen Mark. Ana Kachsen, 20. November, wird uns geschrieben: Am 10. Noaemder vorigen Jahres verunglückten in der Grude„Kon- stantinschacht" bei F'eiberg zwei Doppelbauer dadurch, daß beim Abbrennen von Schüssen plötzlich aus der aufgelockerten Gestein- masse eine enorme Waffermenge hervorbrach, welche die beiden Arbeiter sofort tödtete. Der Betriebsdirektor Sickel wurde darauf der fahrlässigen Tödtung angeklagt und der Fall stand dieser Tage vor der Sttafkammer des Freiderger Landgerichts zur Verhandlung, die mit der Freisprechung des Angeklagten endete. Die Beweisaufnahme ergab, daß die getödten Doppclhauer durch das Abbrennen von Scküffen in den von ihnen gegrabenen Bohrlöchern einen sett 1723 außer Betrieb gesetzten, unter Waffer stehenden benachbarten Schacht angebohrt hätten und dmch die mit 13 Atmosphären Druck der- eingebrochenen Waffermassen sofort erstickt wurden. Nach Ansicht der Sachseiständigen wäre einem mit solcher nachgewiesenen Stärke erfolgten Dmchdruch gegenüber alle und jede schutzmaß- regel durch Andringen einer Wafferdlende, Vordohrungen und dergleichen, deren Fehlen dem Angeklagten als verantwortliche Unterlassung seitens der Anklage zur Last gelegt wurde, ohne jede Bedeutung gewesen; überdies hätten auch keine Anzeichm vorgelegen, welche einen Durchdruch von solchem Umfang hätten voraussehen lassen und zum Unterlassen deS Baues auf der gedachten Strecke hätten Anlast geben können. Auf Grund dieses Sachverständigen» Gutachtens unter- ließ der Staatsanwatt die Stellung eines Strafantrags und der Gerichtshof sprach den Angeklagten frei. Das Unheil hat sehr getheitte Empfindungen hervorgerufen. Fest steht, daß der Angeklagte als Betriebsdirektor dieLage des uralten, außer Betried gesetzten Schachtes kannte. Er war demnach auch vervflchlet, seine Vorflchts- maßregeln zu treffen, da er jeden Augenblick auf das Anbohren des Schachtes oder den Einsturz des- selben infolge der Sprengschüsse rechnen mußte. Es konnte dem Angeklagten auch nicht unbekannt sein, daß der alte Schacht nach fast OOjähriger Außerbetriebsetzung große Waffermengen barg oder doch höchst wahrscheinlich beigen würde, die im Falle einer Anbohrung oder gar einer Sprengung mit furchtbarer Vehemenz einen Durchdruch suchen und leicht eine Katasttophe herbeiführen könnten. Wenn dennoch der An- geklagte die einfachsten Schutzmaßregeln unterließ, so liegt darin für jeden Denkenden eine Vernachläsfiaung seiner Amtspflicht und die Gefährdung des Lebens der ihm unterstellten Arbeiter. Daß der Angeklagte einen Durchdruch von solchem Umsturz, wie die Sachverständigen behaupten, nickt voraus sehen konnte. obgleich uns das nicht einleuchten will, konnte allenfalls straf- mildernd in Anrech' ung kommm. Zur Freisprechung lag unseres schmutzige Beutel mit Stahlbügel und Ring. Der Beutel war vollgepfropft; RaSkolnikow steckte ihn, ohne hineinzu- blicken, rn die Tasche; die Kreuze warf er der Alten auf die Brust, nahm diesmal aber das Beil mit und ging wieder inS Schlafzimmer. Er beeilte fich sehr, aber alles mißlang ihm; die Schlüffel wollten nicht passen. Et lag nicht so sehr am Zittern der Hände, al« an seinem fortwährenden Fehlgreifen. Er ver- suchte immer wieder den nämlichen Schlüssel, obschon er sich überzeugt hatte, daß er nicht paßte. Endlich gelang eS ihm, ruhiger zu werden und er überlegte, daß der größereSchlüssel mit dem gezahnten Bart keinesfallt zur Kommode gehören könne(wie ihm das auch das vorige Mal schon klar ge- worden war), sondern daß er zu einem Koffer gehören müsse und daß in diesem Koffer gewiß auch alle Werth- fachen verwahrt seien. Er ließ also die Kommode stehen und sah unterm Bett nach, wo bei alten Frauen sich ge- wöholich Kiste» und Kaste» befinden. Richtig, da stand ein großer, über einen Arschin langer Koffer mit bauchigem Deckel, der mit rothem Saffian und Stahlnägeln beschtage« war. Der größere Schlüssel paßte und öffnete. Oben auf, unter einem weißen Laken, lag ein roth über- zoaenet Pelzchen von Haseufell, darunter war ein selveneS Kleid, dann ein Shawl; weiter unten schienen blo» weibliche Kleidungsstücke zu liegen. Zuvörderst suchte er seine mit Blut besudelte« Hände an dem rothea Zeug abzuwischen: auf dem Roth ist da» Blut nicht so zu bemerken, meinte er; dann besann er fich plötzlich, erschrak und dachte:„Herr Gott I bin ich etwa venückt ge- worden?" Kaum hatte er die Kleidung« stücke berührt, al« er unter dem Pelzchen auch schon eine goldene Uhr hervorgleiten sah. Er fing an alle« umzuwühlen; richtig, unter den Kleidung«- stücken lagen Goldsachen— wahrscheinlich lauter Pfandstücke — Armbänder, Kette», Ohrgehänge, Busennadeln u. dergl.; einige in Futteralen, andere akkurat und sorgfältig in Zeitungtpapier eingewickelt und zugebunden. Ohne zu zögern und ohne die einzelnen Stücke anzusehe«, steckte er sich die Hosen, und Rocktaschen voll; aber er hatte noch nicht viel eingesteckt... Erachtens kein Grund vor. Die Bergarbetter deS. Grudenoereins find von dem Richterspmch nicht entzück-, Dreade», 20. November. Auf Requisition deS Elderstl* M lidiei Untersuchungsrichters wurde heute bei den Adgg. Singer»«Loche r'W Bebel eine Haussuchung vorgenommen. Bei ersterem rn# � uMJ ei Resultat Null, bei letzterem wurden drei Prioatbriefe delM NAnd nahmt, die aber kaum das gewünschte Resultat liefem dürft» WM Dir Unterfnchnng im Karmrn-Glbrrfrldrr i%„Ii1 bnndsprozetz fängt nach und nach an, für die särnrnil#% bekannteren Sozialdemokraten geradezu gemeingefährlich zu wno»� " wer! So wird jetzt, nachdem bereits zahllose Verneb'mungen und l suchungen in dieser Angelegenheit in allen Gauen und speziell in Rheinland-Westfalen stattgefunden baWn.«s„™ München berichtet, daß dortselbst am Morgen des 30, ftitn bei den früheren Reickstagsabgeordnettn Viereck und i Suchungen nach Korrespondenzen aus Elberfeld- Barmen ß#' oa gefunden haben. Und außerd m wurden die beiden GenamwJ ,« P r über ihre Beziehungen zur sozialdemokratischen Partei in sjjT«iellsc genannten beiden Städten kommissarisch verkommen. Auer jwjf � �l"el außerdem Auskunft geben über einen eingeschriebenen%% M den im August 1884 der ReichstaB- Abgeordnete f« Solingen, Schumacher, an ihn geschrieben haben soll. Daß jienen»Z, artige Vernehmungen irgend einen anderen Erfolg habe e,-.' als den, den Prozeß endlos zu oerschleppen, dürfte wohl für jemand Einficbtigen einem Zweifel unterliegen. Auch ein mittelmäßiger Untersuchungsrichter wird darüber nicht in 3 sein können, daß Leute wie Viereck und Auer, nai ihnen aus Hunderten von Zeitungsnotizen bekannt sein muß,, im Wupperthal wieder einmal eine Haupt- und S.'oatsf gegen die sozialdemokratische Partei ausgeführt werden Korrespondenzen mit ihren Parteigenossen in Elberfeld B — vorausgesetzt, daß sie solche pflegen— nicht aufheben» selbst nicht, wenn fich dieselben nur auf Gedurtetagss«' beziehen sollten. Heute von Leuten, die jeden W wenn die Gtocke klingell, ebenso gut die Polizei wie die frau vor der Thüre erwarten Können, zu glauben, daß. st wäre A- 3% wde Rai .in-br gel N Wied fctofüt1 ä .■....____________ tmar in Szene gesetzt werden, auch noch eine andere Sette. 0% lich wurden zu Beginn dieser Untersuchung eine Anzahl in Untersuchungshaft gesteckt und nur aegen Erlag einer von im Gesammtdetrag von ca. 15— 6000 M. auf freie« gesetzt. Wäre es damals nun nicht gelungen, diese Summ- zubringen, was bei dem Umstände, daß es fich ausswA» nur um Arbeiter oder Kleinbürger handelt, doch sehr le«?» Fall hätte sein können— so müßten diese Leute w.chl'S noch in Untersuchung fitzen. Oaer wäre in diesem Herumsucherei in ganz Deutschland nach dem Material, v» im 9MunnKrlImI Whff nirfit mpfimhfn m Fmh?n im Wuvperthal selbst nicht gefunden zu haben scheint,«j; blieben? D-eser Elderfclder Prozeß wird nach und j geradezu berüchtigt und scheint da wieder gaA J gar nach dm Rezrpt gearbeitet zu werde»! an Qualität fehlt, muß die Quantität ersetzen. JjJi gens wurde von Elberfeld aus schon einmal der gemacht, einen die gesammte sozialdemokratische u fassenden Prozeß in Szene zu setzen. Es war dies W' J dem Wiedener Kongreß. Die Untersuchung richtete fW®<5 gegen Hillmann und Genossen, und nachdem fie über ewA gelpielt hatte, bereitete ihr das Landgericht ein forrfW jJj• indem es die Angelegenheit nicht einmal zur Hauvtoe!b««?zs% y„'e. e. verwies. Nach der Länge der Dauer und dem UmWj �„ri o1 jetzigen Untersuchung zu schließen, soll der verunglückte��, '- � ifi'auch' en i m i.% auch j von damals j-tzt nachgeholt werden. Hoffentlich wird. dasselbe Schicksal bereitet wie seinem Vorgänger 1881. W» §« der Stadt Gssen haben in der vergangen»�», tadtverordnetenwahlcn stattgefunden. Wie schon M %% tortj®'16 welcher fünf Stadtverordnete ernennen durfte und auo Crt. während die übrigen 65 073 Einwohner von Essen(% letzten Volkszählung) nur das Recht hatten, sechs Heidt K können. Ein hübsch- s Wahlsystem, welches die in der Mden, 1 zeit der fünfziger Jahre erlassenen Städteordnungen ß" Sssttfe, jn il*---- bm»w ,d A®! »Sta- gung der Wähler von Jahr»u Jahr gesunken, so 1500—1600 eingeschriebenen Wählern keine hundert>�„1»%' recht ausübten und Stadtverordnete mit 84 Stimw-� Kollegium gelangten. Unter den Ardettem ist daher bei der vorjährigen Wahl die Frage angeregt worden, zweckmäßig wäre, auch einmal eigene Kandidaten a-j_. worauf zwar von verschiedenen Seiten entgegna�A daß es nichts nützen würde, da der hob«, Ans zieumunst-r wird nna«»er f Atadtverordnetenwahl geschrieben:„Bei der, November stattfindenden Stadtverordnetenwahl ist die J) im von 6 Mark Klaffensteuern resp. zirka 18 Mark Steuern die große Masse der Arbeiter von der schlösse, andererseits aber auch detont wurde, daß. welche das Wahlrecht hätten, es auch gebrauchen m« wenn es nur den Zweck hätte, die Spießdücger etw# Da hörte er plötzlich in der andern StuK.�, Alte lag, Schritte. Er hielt still und horchte:*�4 ruhig, e« schien also blo« eine Täuschung zu R aber hörte er deutlich eine» leisen Aufschrei, tiefes Stöhnen; dann wieder Todtenstrlle, eine, J � nuten lang. Er hockte vor dem Koffer� und lausch� K.'Iber- lo», plötzlich aber sprang er auf, ergnff da« hinau«. Mitten im Zimmer stand Lisaweta mit -wx& Bündel am Arm und blickte, wie versteinert, mordete Schwester. Sie war todtenbleich und& g, die Kraft zu schreie». Al« sie den wildfremden � � fing sie an zu zittern, ein Schauder überlief sis � ficht zuckie krampfhaft. Sie erhob die Hand, Mund, schrie aber nicht, sonder« retirirte. anstarrend, lautlo« in den Winkel; e« schie«,*-efii] Luft auSgegangrn fei. Er stürzte mit dem Bei m ihr Mund verzog sich kläglich schief, nne bei ss 1 Kindern, die sich fürchten und eben lotwemen w.„»l unglückliche Lisaweta war so einfältig, verschuck«ziss ängstigt, daß fie sich nicht einmal getraute. erheben, um ihr Gesicht zu schützen, wa« doch �e, natürlichste Bewegung in ihrer Lage 0c®e'L;, ftteckj da« Beck schwebte schon vor ihrem Haupt. J3 die linke Hand, wie abwehrend, ihm kUtgegev- � mit der Schneide de« Beil« ttaf sie mitten a i w und durchhieb den oberen Tbeil der Snrn> pje?/ Scheitel. Sie stürzte nieder. Raskolnikow v � h'« gegenwart. er ergriff de« Bündel, warf ihn lief in« Vorzimmer. (Fortsetzung folgt.) % i sfc* v und Tc-u eine Ä Theater. Dolkathente». Romeo und Julia. Akten von W. Shakespeare. Es tm itiV*#! oorst llung, dw das„Volkstheater" zu Gamte � am Dienstag oel anstaltete, und Romeo und wähtt worden, um Fräulein Klare Meyer von» runke »in LA ei, w> Gunter "bi Ii tS RwW ft'iu bringen. Durch die Ziiederlaze der Weber bei dem lltzLckt.«MtWchen Strei!(noch heute ist eine große Zahl außer ieg ElderMk�i schien die Sache wieder aufgegeben zu.sein. In den Singtt jedoch tauchte die Frage wieder auf und so wurde war»e? einig, die Herren C. Horst und Chr. Zabel als riefe Mäwff�Wanbiöaten aufzustellen. Von einer öffentlichen efern dürstnMmon wurde abgesehen, da die Arbeiter überhaupt itr®ih«i»li, uederblick über ihre wahlberechtigten Kollegen hatten und !e sämmlW�.'Ui� die Hoffnung hegten, die Spießbürger zu über- � und beide Kandidaten durch uidrückm. Am Abend vor e jedoch, als in den Zeitungen nichts mehr bekannt ' Seiten neue Kandi- am andern Mon lich M.. linb i/Wtow». J J•'QV|vwu«/ U»i»»»» WO»« Deuttölwß'«den konnte, tauchten von drei S n baden. f0 daß durch den„Holst. Courier"— L.......... pfi 00 d. WE.ddft eine Ertraaufforderung in Gestalt eines Flugblattes r und SWfcr« � Inhalts, an den bisherigen Stadtverordneten fest- f i � lUÖQlTPfl w a. w. r o TT.. c— � �. w r w a..." �-t. I—■ � garmen icn Gen galtet in Z-Ä°Ä fÄ»i j habe kl sie wohl Auch ein (cht in 3 tuet,. sein muß, ) St" werden da von drei Seiten fünf neue Kandidatm erschienm, v r o n o n z i r t politische. Von Seiten der ellschaft, in welcher die Fabrikanten und höheren Be> «ltreten find, die durchweg kartellbrüderlich gesonnm, wenfalls eigene Kandidaten: Kauf, Eggers und Leder- �.�runing(letzterer schon zu wiederholten Malen Durch- Mdstxu) nominirt. Die Herren Fabrikanten u. s. w. er- gdenn auch erst in letzter Stunde von 12 bis 1 Uhr in . 0 k auf dem Wahlplatz; auch einige Arbeiter und waren deordert, auf Befehl zu stimmen. Die dritte M R chtung, die freistnnige, hatte fich gespalten: der aus- laceKaufmann Wohlers, von dem man in dem Gemeinderath ."«tojjeHSi� als böchstens einen Schlußantrag, war von beiden Mk« 6ft aufgestellt worden, nur der andere, Malermeister �dawe fich etwas Oppofition in der Schulfrage zugezogen. >»»e für 91ntinkmi> hM ßWiainfAuRpa a/fnroffien und fi.-fe lerf�ö Annahme des' Staatszuschuffes gesprochen und' fich S.« MS ärx« fften sehr f4on �% hmt Vlon und um 1 Uhr hatten Horst und Zabel � 8titffiS!ywjorität_ Nun änderte fich das Blld. Die Kastno- Beb die Parole aus, nur für Wohlers und Locht zu lind von da an hörte man weiter nichts, als Wohlers Horst und Zadel. Wäre jede Partei bei ihrem mungen'j .r&f nzahl g einer fil»? auf ftdfj, e SumnKÄ terial, V&j* scheint.« ach und a rt ga« j werden: ( fanfw L luptoetbu" � � inalüiße% Kronzeuge Hermann Münnich, früher Weber, jetzt wird IM vj?' auf; er will 12 Jahre in der Schweiz gelebt baden. Der- 1881. jaW 1 �.?uch als Agent provocateur aufgetreten. Vor einiger gangtnttosjz, derselbe mit einer Liste in Ohligs, gab an, von ie schon � �Kes gesandt worden zu sein, um dort für„Düffel- rg d weiz?�kr zu sammeln. Da die Betreffenden, o auÄ m.,. ach dieser dunkle Ehrenmann in Ohligs wandte, Zffen("% ,u dieser„Mission� hatten, blitzte der sechs wab � von H�. ah. Derselbe will auch namenllich in der Wen, w,„Sozialdemokrat" und andere Schriften erhalten angen 0" yferte,(„ �bann sofort dem Bürgermeificr in Hilden ab- .jjf J hat. ff?elchxw Orte der Ehrenmann Münnich seinen Wohn- bi* Sfollz in Düsseldorf garnisonirter Soldat befindet fich aUjabM Ntung d-s ine Anzeige des M. in Untersuchung wegen Ver- L?» lana?>!s-?l>iialdemokiat". Schreiner Johann Dietrich steht ßbin* da Polizei in Verbindung, seine Angaben wur- 7» geaki-wsort geladene Augenzeugen als vollständig aus der ___? der iistgeslellt. Weiter fungirte noch als Nichtgentle- aher ba'labritalbester R. Der Eindruck, den er machte, unter- den, o�»' � keiner Weise! von dem der anderen Nichtgentte- t-n wif4t\ der denkbar schlechteste. ei». ♦« Aackis««. Sonntaa »er ist »n y* Zk r wdert sO % 2®"» geblieben, hätten die Ardeiter gefiegt, aber man sah I Wtft wieder, daß gegen die Arbeiter alles eine rcattionäre «i'l m Das Resultat war daher auch nicht mebr zweifel- 494 abgegebenen Stimmen fielen auf Kaufmann U** 293, Malermeister Locht 232, Backermeister Horst 168, Zabel 166, Bäckermeister Stechet 66, Kaufmann * 21, Lederfadrikant Brüning 41, Landmann Kröger 1. be« in Düsseldorf stch abspielenden Geheim- stellt fich wieder einmal heraus, daß die Polizei Atenschen zur Herbeischaffung von Belastungsmaterial de« welchem Umgang zu pflegen fich sehr wenig Per- .Wiil staden dürften. Die Polizei scheint von ihrer litten idre �Gewährsmänner" nicht zu nennen, abzugehen, rte Gerichte diesen dunllen„Ehrenmännern" keinen n schenken. Als„Ziichtgentlemcn" wurden bis jetzt in en ilarot Wilhelm Schmidt, früher Tagelöhner, jetzt »Bd..Fleischbeschauer. In der Verhandlung vom Freitag demerke�swerthe Tvatsache festgestellt, daß Schmidt, »stauch die„Freiheit" vertticb, schon seit dem Jahre 1880 lu�chtevenen„Henen" unterstützt wurde. Polizeiinspektor � dete, daß er ihm Arbeit verschafft habe_jc- Ferner der I \ Best »b wo»®et Vortragende wies in tteffender use den Behauptungen der Agrarier die gen nia nb gerade um so viel die des Auslands der Zoll auf das Brotgetreide betrage und daß Sache willen mitwirtte, Gelegenheit zu geben. � in der Tk i, aufzutreten. Ihre Leistung hob fich denn oon denen der übrigen Mitwirkenden o"" stlara Meyer verfügt über ein ansehnliches Zjeniai. y.'. /„auch nicht auf den Ruhm Anspruch machen, Cc*, jwfst'dn zu sein, die mtt ihrer Aufgabe eins zu Lau», �.?d ihr mtt jedem Tone, jeder Gederde entspricht, « ob''» " W V._ der Hofbühne und den Schau- ' die Aufführung ein ihn n,°l« kÄ «M« ®Äl!L.'iSrSaÄÄ®. Ä bz/,°!vtl„ k t � den überaus schwachen Händen des Herrn M?>fand: doch sah das Publikum über dieses Mtßver- �biwOwe» und folgte der Aufführung mtt ungetherlter Schluß. "V Ausstattung war Theaters k�MMZ stch zufall, g im Bureau befand, auf dm dieser Tribut, den wir dm Agrariern in Gestatt der Zölle de- zahlen muffen, lediglich einer kleinen Zahl von Großgrund befitzern zu Gute käme, welche ihren Einfluß, dm fie gegen wärtig auf die Gesetzgebung auszuüben im Stande seien, dazu gebrauchten, um ihr Schiffchm ins Trockme zu bringen. Die Furcht vor der Sozialdemokratte hindere das Bürgertbum diese Bestrebungen energisch zu bekämpfen und so sei eine Aenderung dieser Dinge nur allein von den Arbeitern zu erwartm. Diese aber, obgleich kraftvoll emporsttebend, find immer noch nicht ge- nügend organifirt, um entscheidmd auf die Gesetzgebung ein« wirken zu tönnm. Deshalb vereinigt Euch! AnfgelSst wurde in Elberfeld eine Versammlung der Ver- einigung freifinniger Bürger, in welcher Herr Dr Rüdt auS Heidelberg einm Vortrag über„Selbstachtung und Personenkultus in polttischer und kommunaler Beziehung" hielt. An den Vortrag schloß fich eine freie Diskusfion, in welcher u. a. auch, laut der„Elderkelder Zeitung", Herr I. Jeup um das Wort bat. Der Voifitzmde erklärte, er sei von dem überwachenden Kommissar darauf aufmerksam gemacht wordm, daß Herr Jeup nicht redm dürfe. Als Herr Jeup dennoch das Wort nahm, erklärte der Polizeikommiffar die Versammlung auf Grund des § 9 des Sozialistengesetzes für aufgelöst. Gesterreich-Ungar»». Den Mitgliedern des Anarchi st engesetz- Ausschusses wurde mttgetheilt, daß die Regierung auf der parlamentarischm Erledigung des Anarchistengesetzes nicht mehr bestehe. Durch daffelde sollte bekanntlick die Aufhebung der Geschwormmgerichte für„anarchistische" Verbrechm im ganzm Reiche bis Ende August 1890 verlängert werdm. Die Vorlage ate jedoch, wiewohl im Ausschuffe votirt, und obgleich der t des Referenten vorlag, nicht mehr ins Plmum, da keine Aussicht auf eine Z weidrittel�Maj orität war. Nack Erlöschung der Giltigkettsdauer der Verordnung vom 2. August d. I., durch welche die Geschworenengerichte für anarchistiscke Ver- brechen in 15 Gerichtshofsprengeln bis zu Ende Juli 1889 ststirt werden, will fich die Regierung mit einem neuen Erlaß bebelfen und dann nach Bedarf die Geschwornengerichte für anarchistische Prozeffe in beschränktem Gebiet einstellen.— O wie gütig! Kchw-is. Im Züricher Kanlonsralh wurde die Regierung von demokratischer Seite über das bekannte bundesräth- liche Kreisschreiben bezüglich der Frcmdenpolizei inter- pellirt. Sie erklärte, es so aufzufassen, daß es nicht gegen Ein- beimische gerichtet, sondern lediglich zur Uederwachung der fremden Anarchisten und Polizeispitzel bestimmt sei. Der Inter- pellant erklärte fich damit zufriedengestellt. Die Züricher Regierung deantwortet die Inter« pellation wegen der Ausführung des bundesräthlichen Zirkulars mit der Erklärung, daß fie alle besonderen Anord- nungen unterließ, well fie glaubte, mit dem Bundesrathe durch die Wahrung der bürgerlichen Rechte nicht in Widerspruch zu kommen; fie erwartete von dem Bundesrathe eine öffmt liche Richtigstelluna. da das Zirkular Befürchtungen erweckte. Die Aufficht der Regierung wttd fich auch künftig nicht auf schweizerische Zettungen und Versammlungen erstrecken. Die Interpellanten erklärten fich befriedigt. Kchntedei» ttttfr U-rwegen. Aus Chrrstiania, 17. November, schreibt man: Je mehr die Reichstagswahlen fich ihrem Ende nähern, desto klarer stellt es fich heraus, daß die Veruneinigung der Linken ausschließlich und allein der Rechten von Nutzen gewesen ist. Von den 144 Wahlen find jetzt 98 vollzogen. Gewäbll find 33„reine" und 22 ministerielle Ltnkenmänner, sowie 33 Rechtenmänner. Bei dennoch zu vollzichmden 16 Wahlen wird die Rechte bestimmt 10 Plätze gewinnen. Die Stärke der Fraktion der Rechten würde dann 48 Mann stark sein. Es hängt von dem Ausfall der Wahlen in Nedenäs, Kragerö und Laurott ab, ob fie über 50 Plätze wird belegen können. Die Linke kann im günstigsten Falle noch zwei Plätze, wenn, was noch nicht stcher ist, die alten Vertreter in Nedenäs wieder gewählt werden, erhalten; verliert fie dieselben, dann haben die Ministeriellen Ausficht, fie zu gewinnen. Wahrscheinlich wird fich daS Ver- hältniß gestalten: Rechte 50, Ministerielle 24 und Linke 40. Da leider nicht daran zu denken ist, daß die beiden Linkengruppen fich wieder veittagen werden, so wird die Mehrheit des zu- künftigen Reichstages eine lideralkonseroative werden, in welcher der Schwerpuntt jetzt aber viel weiter nach rechts geschoben wer- den wird, als es in der letzten Legtslatmperiode der Fall war. Wenn die Rechtenführcr den Wunsch hegen, jetzt schon mit aus der Schüssel zu essen, so bleibt Johann Sverdrup nur die Mög- ltchkert, ein Koalitionsministerium zu bilden oder fich zurückzuziehen. Es kann aber sein, daß die Rechte es noch bis auf weiteres vorziehen wird, daS Soerdrup'sche Regiment zu unterstützen, ohne auf Ministersessel Anspruch zu machen, da ihr ge- heimer Herzenswunsch die vollständige Adwirthsckaftung des Liberalismus ist. Der Rechten würde dann die volle Erdschaft zufallen und sie würde ihres Befitzes um so ficherer sein, wenn die gegenseitige Bekriegung der Linken fich zu einem chronischen Uebel entwickeln sollte. zweiten Redatteur und auf einen harmlosen Besucher, welcher nur eine Annonze aufgegeben hatte. Alle Personen wurden mehr oder weniger schwer verletzt, der Angreifer selbst erhielt zwei Schüsse in den Oderschenkel, während einem Freunde, den er als Zeugen mitgebracht hatte, der Daumen ver rechten Hand zerschmettert wurde. Damit war denn die Sache erledigt, das Gericht wurde nicht erst angerufen, denn zwei Tage später tbeite der„Wirbelsturm" mtt, daß die Parteien fich versöhnt hätten und-- Triumph!— daß Mr. Walker, der Polizei- sergeant„eignet! the pledge", was so viel beißt als: er sei Temperenzler geworden und habe den Häßlichen Alkohol abgeschworen! N»» N-rtt. Die„91.-9. H.-Z." schreibt: Die Findigkeit unserer Geheimpolizei hat fich soeben einmal wieder glänzend dewährt, wie aus folgendem hervorgeht: Adolf Somdaltno war diS vor kurzem Kasftrer in dem Straußfedern-Jmportgeschäft von David Spero, 606 Broadway. Im letzten Frühjahre reiste Herr Spero, nachdem er JBle Leitung seines Geschäfts dem Sambalino anverttaut, nach Suropa. Kaum war der Importeur abgedampft, als auch der Kasfirer begann, ausstehende Gelder im Betrage von ca. 19000 Dollars durch Fälschung der Unterschrift seines Prinzipals einzuziehm und dieselben für fich zu verwenden. Um diese Unterschleife zu verdecken, nabm Sambalino die Bücher des Geschäfts mit nach seiner Wohnung in Brooklyn und steckte die tttztere eines Tages in Brand, bei welcher Ge- legenheit die Bücher ein Raub der Flammen wurden. Trotz dieser Vorficht entdeckte Herr Spero, dalv nach seiner Anfangs Juli erfolgten Rückkunft aus Europa, die seitens seine« Kasftrers verübten Schwindeleien und denachrichttgte Inspektor Byrnes, den Chef des Geheimdienstes, von dieser seiner Eni- deckung. Der letztere beaufttage die Dettktives Heidelberg und Dolan. den Sambalino zu verhaften. Doch dieser hatte recht- zeitig Wind von der ihm drohenden Gefahr erhalten und die Stadt verlassen. Um den neuen Aufenthall de« FlüchllingS aufzufinden, begannen die Detellivcs die in ihrer Wohnung zu Brooklyn zurückgebliebene Gattin Sambalino's zu beobachten. Die 32 Jahre alle Frau, eine sehr anziehende Erscheinung, hatte nach dem Verschwinden ihre« Gemahls ein Verhältniß mtt einem Manne, 91amens Trocy. angeknüpft und lebte mtt demselben zusammen. Den mtt Uederwachung der Frau detrauten Geheimpolizisten gelang e«, fich durch Einschleichen in deren Schlafzimmer in den Befitz einer Photographie Sambalino'« zu setzen, und ferner in Erfahrung zu bringen, daß Frau Sambalino häufig Briefe au« Belgien nhielt, wo der flüchttge Kasfirer vermuthet wurde.' Stach- «r-ßbritanul-». Oderhaus. Lord Salisburq erklärte, Lord Dunraven scheine das Memorandum des deutschen BotschastSjekre- tärs Leyden als eine Erklärung der Polttik Englands anzu- sehen, während daS einzige Schriftstück, welches England binde, die von ihm(Salisbury) selbst unterzeichnete Mitlheilung des Auswärttgen Amts an den Botschafter Hatzfeld! sei. Lord Dun» raven übertreibe den Effekt des deutschen Memorandums, in welchem die Drohung einer militärischen Aktion nur aus Vor» ficht angeführt sei; England sei nur verpflichtet, fich gewissen Flottenoperationen anzuschließen; es bestehe nicht die geringste Adstcht, fich an den milttärischen Operationen zu betheiligen, er habe gegen eine Unterbrechung jener Kommunikation mit der Küste Einwand erhoben und habe die Verficherung erhallen, daß eine solche Abstcht nicht vorhanden sei. Die ausgetauschten Noten deträfen nur das Verbot der Waffeneinfuhr und Sklaven- ausfuhr. England handle in Bezug auf die Blokade als Bundes- Senosse des Sultans von Sanfibar gegen die rebellischen Sklaven» ändler. Er glaube nicht, daß Frankreich den geringsten Zweifel hege über die Loyalität der von England eingenommenen Stellung. Eine Meinunasverschiedcnhett mit Frankreich sei nicht zu er- warten. Zwischen Deutschland und Frankeich sei betreffs dieser Operation lein Gefühl der Feindseligkett und keine Gefahr von Reibungen vorhanden. Frankreichs Interessen bezwecken, die unbillige Benutzung ftanzöstscher Papiere zum Mißbrauch dir franzöfischen Flagge zu verhindern. Die englische Regierung glaube, daß eine separate Altion des deutschen und englischen Admirals beibehalten werden solle. Wenn beide Admirale bei irgend welcher Operatton derselben Anficht sein sollten, so zögere er, den britischen Admttal durch absolutes Verbot zu binden, welches den Entschluß, unter Umständen nach eigener Diskcetton zu handeln, verhindern könnte. Er lege dem Gedanken, daS Deutschland und England von Eingeborenen verwechselt werden, wenig Gewicht bei, hoffe aber, daß die Operationen in EnglantS Jntereffensphäle von britischen Kriegsschiffen geführt werden. Lord Dunraoen sehe zu schwarz. Die jetzigen Operationen seien nur ein wirksameres Mittel gegen den Sklavenhandel, als was schon jahrelang gegen denselben unternommen worden sei. Daß man die aktive Hilfe einer so großen Macht wie Deutsch- land zur Unterdrückung des Sklavenhandels erlangen konnte, fei nicht zu unterschätzen. England sei dadurch in die beste Lage aedracht, seinem Bundesgenossen, dem Sultan von Sanstdar, in der Sicherung seiner Unabhängigkeit beizustehen. Er glaube, daß Portugal, den erhaltenen Versicherungen gemäß, kooperiren werde. Unterhaus. Der Staatssettetär des Krieges, Stan- Hope, erklärte, es seien egyptische Truppen von der Grenze zurückgezogen, um die Gamison von Suakin zu verstärken; es könnten daher 500 englische Soldaten zeitweilig nach Assuan gehen, um im Slothfalle bei der Vertheidigung der Grenze die früheren Truppen zu unterstützen. Es sei nicht deahfichtiat, britische Truppen nach Suakin zu senden. Ferner theille Stanhope mit, es seien mehrere tüchtige deutsche Arbeiter au« Solingen herangezogen worden, um englische Arbeiter in der Schmiedung von Hieb- und Stoßwaffen zu unterrichten. Die Kenntniß dieses Faches sei in England fast ganz auSge» storden. Die deutschen Ardeiter würden bald in ihre Heimath zurückkehren. Das Unterhaus lehnte im Fortgang der Sitzung das Amendement Gladstone's. betreffend die Rück- stände der irischen Pachtzinsen, mit 330 gegen 246 Stimmen ab und nahm sodann die irische Pachtanlaufsbill in erster Lesung an. Stach aus A u k l a n d eingettoffenen Nachrichten hat das englische Kriegsschiff„Hyccinth" auf den Hervey- Inseln die englische Flagge gehißt. Bei Beginn der Sitzung der Kommission in der Parnell'schen Angelegenheit richtete der Staatsan- walt die Aufmerksamkeit des Gerichtshofes auf einen Artikel Kerrys im„Sentlnei", dessen Etgenthümer, Evmond Harring- ton, einer der Angeklagten sei. Dieser Artikel b�schulviat den Gertchtsbof der Partettichkeit und dezeichnet denselben als Sefügiges Werkzeug der Regierung und als einen Mttver- hwörer der„Times". Auf Ersuchen des Advokaten von Har« rington vertagte der Gerichtshof die Berathung der Angelegen» heit auf morgen. Die Londoner S o z i a l i st e n begingen am Sonntag den Jahrestag der Ruhestörung auf Trafalgar Square und der Hinrichtung Ver Chicagoer Anarchisten durch ein Meeting i« V ktoriapark, an welchem fich mehrere Tausend Personen de» theiligt-n. Der radikale Abgeordnete Cuninghame Graham, Fürst Krapotkin und die Wittwe des in Chicago Hingerichteten Anarchisten Parsons befanden fich unter den Rednern. Die gefaßten Resolutionen mißbilligten das Vorgeben der Behör» den in London und Chicago und forderten die Freilassung des wegen Betbeiligung an den„Krawallen" in Trafalgar Square zu 5 Jahren Zuchthaus verurtheillen Sozialisten Harri» son. Di« Kundgebung schloß mtt dem Rufe:„Es lebe die soziale Revolution!" dem Frau Sambalino am 1. Oktober wiederum einen Brief aus Belgien erhalten, schiffte fie fich in Beglettung Tracy'« am 6. cr. auf dem Dampfer„Belgenland" von der Red Star Linie nach Antwerpen ein. Kaum war Jnspellor Byrnes von dttser Lage der Dinge in Kenntniß gesetzt worden, als er den Detektiv Heidelberg anwies, mtt dem an dems Iben Tage nach Havre abfahrenden Dampfer„La Gascogne" abzureisen und zu versuchen, Antwnpen eher als Frau Sambalino erreichen. DieS gelang dem Detettiv auch, da„La Gcscogne" eine sehr schnelle Fahrt m ickte, und er traf in Antwerpen 32 Stunden eher ein, als der„Belgenland". Als er fich bei Ankunft des letzteren Dampfers auf dessen Dock eingefunden, um Frau Sambalino's fernere Schritte zu beobachten, entdeckte er unter d-n auf dem Dock wartenden Personen auch den gesuchten Verbrecher. Heidel- derg wachte Sambalino sofort dingfest und wttd mtt seinem Gefangenen nach hier zurückkehren, sobald die Auslieferung«- Formalitäten erledigt sein werdm. «im geduldiger Schreiber. Bei dem Buchhändler Furchheim in Sleapet, Largo de' Matiri, liegt eine Feder arbeit zur Anficht und zum Verkaufe aus, welche das allgemeine Staunm und überdies das Interesse der Dantopdilm erregen muß. Es ist die„Divina Cornrnedia", deren 14 233 Verse, etwa 98000 Worte und 400000 Buchstaben auf ein Blatt Papier geschrieben und mittelst eines starken VergrößerungsglastÄ deurtich leSdar find. Ein Angestellter einer Pavinfabrtk in Podgora, Namens Cassovel, wird als der geduldige Schreiber, der einem Benevttttnerkloster des Mittelalters Ehre gemacht baden würde, genannt. Es wird hinzugefügt, daß er nicht er» dlindet sei. Zensur de» Neue« Testament». Sogar das Neue Testament ist vor den Strichen eines balltschen ZmforS nicht mehr fich-r. In einer vor kurzem veröffentlichten Druckschrift eines lioländischen Predigers find in dem Spruche 1. Kor. 23 —„den Juden ein Aergcmiß und dm Griechm eine Thor» bell"— die letzten Worte als unzett gemäß besettigt worden. Ferner ist die ganze Stelle 1. Johanne« 5, 4—„Unser Glaub« ist der Sieg, der die Well überwundm bat"— gleichfalls gestrichen worom. In dm baltischen Provinzen darf eben von „Steg" nicht mebr die Rede sein. Einige Bescheidenhett gehört immerhin dazu, fich für die„Wett" zu melden! Lrankv-ich. Ueber die oft afrtkan tsch c Blokade Hai der Mi- nister des Aeu�ern, Godlet, intereffante ErNärungen adae- geben. Goklet führte einem Wolff'schen Telegramm zufolae auS, Frankreich sei noch keine Verpflichtungen eingegangen, m i t Deutschland und En gland an der ostafrikani- schen Küste zusammenzuwirken.(Siehe England.) Deutschland und England seien an dieser Küste auf desondere Schwierigkeit gestoßen, und hätten Frankreich ersucht, die Durch« suchung seiner Sckiffe mit Rücksicht auf den Sklavenhandel und die Einfuhr von Waffen zu gestatten. Frankreich habe erwidert, daß, wenn die Blokade eine effektive wäre, daS Recht der Durch- suchung nach Waffen die natürliche Folge davon sein würde. Hinfichtlich des Sklavenhandels habe jedoch Frankreich nie- mals das Recht der Durchsuchung anerkannt. Einige Mißdrär-che könnten vorgekommen sein, hätten aber nicht die ernste Bedeutung, welche man ihnen beilegen möchte. Auf alle Fälle sei ein Schiff von der Schiffsabtheilung im indischen Ozean nach den Gewässern von Sansibar geschickt worden, um eintretenden Falls zn verhindem, daß der Sklavenhandel unter franzöfischer Flagge getrieben werde, cs sei aber keine Rede da- von, an der Blokade Theil zu nehmen. Wenn Frankreich um eine andere Mitwirkung ersucht werden sollte, so würde cs nach den jeweiligen Umständen handeln, ohne irgend etwas von dm Ueberlieferungm seiner Würde und seiner Jntereffm zu opfern. Hiernach hat also Frankreich die Theilnahme an der Blokade ausdrücklich abgelehnt. Die unbedingte Durchsuchung franzöflscher Schiffe erkmnt Frankreich nur an, falls die Blokade eine effektive ist, und auch dann nur in Bezug auf Waffm. Der ehemalige Finanzminister Raynal über- sandte an Numa Gllly einen Brief, in welchem erden- selben um Erklärungen ersucht über die Angabe, daß 14 Miß. Franks an Mitglieder des Parlaments anläßlich der Ueberein- kunft mit den Eismbahngesellschaften vertheilt worden seien: er fordert ihn auf, zu erllärcn, od auch er darunter gemeint sei; widrigenfalls würde er Gmugthuung durch Waffen fordern. Raynal bestimmte zu Zeugen Jules Roche und Martin FeuillSe, welche stch Vormittags zu Gilly begabm, der jedoch erst Abends aus Ntmes zurückerwartet wirb. Deputirtenkammmer. Bei der Berathung des Budgets für die Kolonim bespricht der frühere General- gouverneur von Jndo-China, Constans, den in Rede stehendm Kredit von 15 Millionen für Tongking und weist nach, daß der Effeklivbestand an Besatzunastrvppen, der gegmwärtig die Höhe von 14 000 Mann aufweise, vermindert werden könne. Die Besatzung von Cochinchina sei un- nütz. Die Besitzung der offenen Häfm würde für% und für Tongking ausreichen. Viele Postm könnten WwjfJ werden; darum könnte auch der Kredit von 15 Millionen werden. Die Westerbcrathung wird alsdann auf Domw vertagt. Kelgie». Die Arbeiterpartei hat eine neue Art des BerW lungsrechts durch, uiühren versucht: sie veranstaltete grstern- mittags auf der Place Liedts in Schardeek eine Versand» unter freiem Himmel, in welcher ein Mitglied deS Genera»« Laurent V e r r y ck e n, über die Verfaffungsreviflon W Nachdem der Redner eine Weile dieses Thema behM sollte.........................................,_ schritt die Polizei auf Anordnung des Bürgermeisters ein« verbot dem Redner, weiterzusvrechen. Als dieser ßW®' fortfubr, nahm die Polizei ihn fest und schickte fich an, dem Gemeindehause zu führen. Sie bemächtigte fli o«n>. bei dem Meeting aufgepflanzten rothen Fahne. Es kam hie� jedoch zu einem Zusammenstoß mit der zahlreichen MaW&J der Polizei die Fahne wieder entriß. Der Fahnensto»® hierbei entzwei. Der verhastete Verryckm, der wabm» Händel verschwunden war, hielt später ein P rötest- MeetA Lokale des„Progrüs" ab. 3 tr.»7i . Vor et «dneRorr «« öden Q jp5 M., Theater. Donnerstag, den 22. November. ##***&«»#« Der Seeräuber. Geschloffen. W iiA)t*»-TH»«t»r. Madame Bonivard. Vorher: Der dritte Kopf. £»sst»«-UH»«tre. Die große Glocke. Heatfaz»» Theater. Die beiden Leonoren. Friedrich- Withelmstadtifch— Theater. Pariser Leben. Miktaria-Theate» Die Reise in die Pyre- näen. UeRdew-Theat«». Papa Gustave. Wetieatliaare-Theate». Der Rattenfänger von Romeo und Julia. Theater. Die schwarze Hameln. Malka-Theate». MSaiastiidtische« Dame. Teatrat-Theate». Schmetterlinge. Zldeif Traft-Theater. Die drei Grazien. Maafiaa««'» Marittt. Spezialttäten-Vor- stellung. Taaeavdia- Theater. Spezialttätm- Vor« Theater de» Ueichahatiea» Spezialitäten« tßwrWmiq._____ Berliner Theater. Donnerstag, den 22. November: Die«efchwister. Di« Uerfacheri«. Iageadttebe. Anfang 7i Uhr. Frettag, den 23. November: 10. Abonnementtl-Vorstelluna. Driel Kcofta. — Anfang 7 Uhr.— Sonnabend, den 24. November: Zum ersten Male: vva, von Richard Voß. (Eva: Frau Hedwig Niemann.) — Aniana 7 Uhr.— Geftrichte Dam««- und Deere»» Weste«, Urica t- Haltestelle der Pferdeeisenbahn: 27. Thausseestrast«»7, der Keffelskaße gegenüber. 1307] Puppen. Taille«, Kleidchen, Anzüge et«. Uormat> Unterkleider. Hfl. Greifenhagen. WdT »a UÄ A-fultate der «"gaben. �.»ie Kol •5% unter um J Unter Allerhöchstem Proteetorate Ihrer Majestät der Kaiserin- Königin Angnsta Loos nur IM. k Loos nur 1 Zweit© Collier Lotterie mit Geldgewinnen. Kauptg.w. M.rk 15,000 baap ohne Abzug. Ziehung am 28. November 1888. Loose k 1 M.(für Porto und Gewinnliste 20 Pfg.) sind zu beziehen durch das Bankhaus Carl Heinlze, BERLIN W.a Unter den Linden 3. 1118 American Theater. Wallnapthaatepatpasa« Nr. IB. Berliner BchOnbelt.- Konhurrenz. Die Tumeaux werden von in Kerli» ge- borenen KchSnheite« dargestellt. Erstes Bist»: AfchendrSdel nach F. Hiddemann: Frl. Martha Kögel. Zweites Bild: Unter Kose« nach P. Thumann: Frl.*. Drittes Bild: Koffnnng nach C. v. Bodenhausen: Frl.**. Mertis Bild: Da» Wasser nach G. Gräf: Frl.***. Fünftes Bils: Zachen. »er Kimaeel nach Raphael: Fräul. Elise Elsner und die übrigen vier Damen.(Die mü* bezeichneten Damen wünschen ungenannt zu bleiben) Neu!! Alvenneilchen- Terzett. Austr. des Schctttenstlhouettisten vakar Alberti, des mkomischen Kendl» und Kenmann „Bliemchen". Anfang 7i Uhr. Sonntags 8i Uhr. Billet. Vorverkauf ohne Anfgeld im«Jtt' valtdendank" und Vormittags von 11—1 Ub an der Tbeaterkaffe.[80 BVV ganz aarzngliche alte Waare.....*Wnltoo' Hertrakt« von Mark 1,25 per Originalflasche an. GUihMeinertrakte von Mark 1,25 per Originalflasche an. Un«(Fa<;on) per Originalflasche...............„ 1,00 fite» Uordhänfer....................„ 0,75 «gdertiqnenr, hochfein..................„ 0,90 Gerltaer«etreide-KLmmel................„ 0,90 Krennfpirit«», ganz geruchlos................„ 0,60 empfiehlt 925 die Grost-Deftivati»« von lettan& Eeil, KophienKr. IS, nahe der Kosenthalerstr. Lirkus Ot. Schümann. Friedrich. Karl- Ufer. Ecke Karlstraße. (Im früheren Zirkus K r e m b s e r.) JMN- Der Kirim* ist g«t geheizt«nd gegen Zug geschützt."Wh Donnerstag, den 22. Nov-mder, AbmdS 7t Uhr: Große Vrtra-Uorstellnng. Aus dem retchhalligen Programm find beson- der« hervorzuheben: 12 Rarpdengste, in Freiheit dresfitt und vorgeführt vom Direttor. Zum 2 Male: Die Aog» bei K-lto«, geritten von Damen und Herren der Gesellschaft. Tanzein- läge: Der Jägertanz. Auftreten der Villons- Troupe und der kleinen Uäyrigen Velozipedistin Datsv. Die Sckulpferde Brillant und PosMon, geritten von Fiäulein Martha und Herrn Emst Schumann. Grand Batande amerimm, Salto- mortales über eine Anzahl Werde. Auftreten des JockevreiwS Mr. Joe Hodgint, der Rett- künstlerin Miß Anny. Komische EntteeS sämmt« licher Klowns»c. Freitag, den 23. November, AbmdS 7t Uhr: Große Brillant-Vorstellung mit nmem Pro- gramm. KBnigs- Tunnel am des Grand Hotel Azeranderpiatz. Täglich: Instrumental-Concepl. Anfang 7 Uhr. Enttee frei Buata« Kunze. »-! lOffA. Bmw Msk! Zweite bequeme Wanderung W durch Petersdnrg. Ausgrabung von P-MPeii« Potsdam und der Trauerzug K«tse» Gntree k Eyci 20%! Kind*nur 10 W. Abonn. Wiltn iwWn Eine Iiefigave für Knaben, Jünglinge, Mädchen, Jungfrauen. 15 K-ge« hochelegant gebunden PIK. 8. DaS vorliegende Buch dient lediglich zur Aufklärung und hält sich fern von allem digottm und verdummenden Treibm, dem wir so oft in den deutschen Juzmdschriftm de- gegnm. Daß man gleichwohl allem Guten, Edeln und Schönen gerecht werden, daß man alle Saiten des mmschlichm HerzenS auch ohne solche Zuthat anschlagen könne,— deß ist der Inhalt des Buches vollgittigfter Zeuge: Das hoffen wir getrost. Verlag von E. Thiele, Leipzig, Lcplapstr. 12. Z« beziehe» durch die Crpedition, Zimmerstraße 44. (Öfltbinm?. F Private!«ng lisch �' Etüden von 22 Mtt. v. Unmaß- Zwirn in i. 10-13 Mark,«wzelne 22 Mir. v Gardine«!! k 2,50 M.!! ZUnstrirte Musterbücher s"" Teppiche mtt vz.. s-lt-H iIacquard-K-pha-Teppich� W��3 M. 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Emmt» für«o«..lebte Biet« bietet— l OUa(ten versehen war, um Pehmen zu können, is 2*1* et so sehr südwärts getrieben 2�* es Terrainschwierigkeiten, die ihn Mchen Kurs zu ändem. �verr Ztansen langte in Godthaab erstlich nur in Begleitung A? seiner Gefährten an, in einem improvisi.ten Boote von mit den »ekannt und außerdem mit Jn- lm Ortsbestimmungen und Messungen ist es schwierig, zu verstehen, rts getrieben wurde. Wahrscheinlich dortigen mit In ahrscheinlich zwangen, seinen ur» und Säcken. Bermuthlich hatte er schon längere Zeit 5'aii» in einer tief ins Innere einschneidenden, wilden und �wohnten Fjordgegend auf eine Fahrgelegenheit gewartet, ? fich zu einem solch primitioen und gefährlichen Befö-.de- Mmittel entschloß. Seine übrigen Reisegefährten, welche fich 2?deffen von Seebunden und E odervögeln ernähren müssen, M>en----''-~' NUN L nachträglich abgeholt. Indessen wird die gezwungen sein, in der kleinen Kolonie zu überwintern, well das Dampfschiff„Fox" nicht __ mit seiner Abfahrt zögern durfte und fich bis zum Frühling keine Gelegenheit zur Uederfahrt mehr bieten 20-)� ,. Das„DaaMadet" bemerkt zu seiner ,e von Im von Dr. Nansen sei bis jetzt wohl r inrit'�«. J* es werde auch in Zukunft der Name Nansen in der Mlchte Grönlands nedm den übrigen Norwegern wie Erik der das Land entdeckt hat, und Hans Egede, dcr es ££0« aufsuchte, als es in Vergessenheit gerathen war, genannt 4«t' tr.(5% ii enb�pg Bedeon.�.�dessen einen Begriff machen zu können, welche dieser Reise beigelegt werden muß. soll hier der M nL �ähnt werden, die schon früher gemacht worden W der Verfasser des„Kongespejlet(Königsspiegcl), des 13. Jahrhunderts lebte, kannte das Innere so gut, wie wir es die her bekannt haben, denn JQteibt; �Auf deine Frage, od das Land eisfrei sei oder & ob eg bedeckt sei mit Eis gleich einem Meere, ant« dir, daß nur ein ganz geringer Thcil des Landes H ton M ist. giles Uedrige ist damit bedeckt und die Leute SicC-ssen nicht, od das Land groß oder klein ist, well alle iC.'W-rhöhiingen und desgleichen alle Thäler vom Eis über« „ Vj"1* von ihm nachgebildet find." % h/t Beisuche aber, welche gemacht wurden, das wahrschein- dtere tausend Fuß dicke Binnencis, welches Grönland .a! Lma! Willst Du aufstehen?" «»ff?. b"1*2. �"Sßejoaenes Gähnen wird im Alkoven hörbar. J/*** J�rrhebt sich aus dem Bette, verlängert sich, dann �»«fällig zurück. M Chen« klopft einige Male mit ihrem Besen fettende. * SC"--- ES ist sechs Uhr.... Lina!" Mte 2*ial hatte Eveline gehört. Sie steigt aus dem 1*»ck. bleibt in der Mitte der Portierloge stehen. Sie 5#0* gestern geschminkt und indem sie sich die Augen sp/Mchi sie die Tuschreste auf denselben. *! Das ist st ön 1" ruft Madame Chenn aus. k Dich, ob Du Dir gestern Abend nicht das Ge- Lochen konntest!" Ä?»abe keine Cold-Cream mehr gehabt." o*te Chenn wü het.„Du hast kein Cold-Cream *! Ich habe Dir vorgestern eine Unze ge- hast Du damit angefangen? Doch nicht ver« S tOltf ... bade Marie Bourgard davon geliehen." "ich* gleich auch Deine» Unter- sosttTsie�r/seife? Zhre Eltern sind Seifen- &§}$ habe ich..." „fa"* wirst Du immer Dummheiten begehen.� Vtama." keine Geschichten!... An die Arbeit." lNbinb.�tt aus der Portierloge, den Besen mit sich A bei' den ihr die Mutter in die Hand gab. Sie ______ � geht zum Brunnen, schöpft zwei Eimer �§*0** j h'lft die Stiege auswaschen. die jenseitige Küste zu erreichm trachtete. Der abenteuerliche Zug mißglückte gleich im Anfang. Die erste Reise sodann, welche ein Europäer auf dem eigentlichen Binnenland- Eis gemacht hat, war diejenige Dallagers im Jahre 17kl. Er bestieg das Eis ungefähr unter dem 62. nördlichen Breitegrad und versuchte von hier aus die Ofiküste zu erreichen. Ein Grönländer hatte ihm nämlich mitgethM, daß er gelegentlich eines Jagdstreifzuges so hoch ge- kommen sei, daß er die Berge auf der Ostküste sehen konnte. Dallager erreichte auf seiner Wanderung allerdings einige Berge, welche aber nm ein paar Mellen von der Küste gleich Inseln aus dem Eise emporragten, sogenannte„Nunatakker", Nunll-Zackm, wie solche Eisberge von den Eskimos genannt werden- Der Amerikaner Hayes, der bekannte Nordpolfahrer, kam bei einem Aufstieg unter 78 Grad nördlicher Brette sechzig englische Meilen vorwärts(im Jahre 1860), wo ihn aber Sturm zwang, in einer Höhe von fünftausend Fuß wieder um zukehren. Whymper, der im Jahre 1867 nach Grönland kam, hatte die Abficht, mittelst Schlitten und Hunden das Binnenland- Eis zu bereisen; kaum war er aber auf das Eis hinauf- gekommen und einige Meilen gefahren, so zerschellten die Schlitten, worauf die Grönländer, welche mtt ihm waren, den Muth gänzlich verloren, so daß er gezwungen ward, bald wieder umzukehren. Der Aufstieg wurde von einem Fjord in der„Diskobugt" nördlich des„Jalodshavn" aus unter nommen. Nordenskiöld hatte ebenfalls im Sinne, für seine Polar- fahrten Hunde, welche die einzigen nationalen Hausthiere in Grönland find, zu verwenden. Er gab jedoch den Gedanken bald wieder auf, nachdem er Gelegenheit gehabt, diese Thiere und ihre Eigenschaften näher kennen zu lernen. Nordenskiöld berichtet, daß er mehrere Männer, welche in Grönland de« kannt waren, befragte, wie es wohl am besten gelingen würde, quer über die Eisfelder Grönlands zu gelangen, und daß er die einstimmige Antwort erhielt, es sei eine Unmöglichkeit, auf dem Binneneis eine längere Strecke weit vorzudringen. Die Tour, welche er im Jahre 1870 mtt dem Botaniker Berg« gren unternommen, ist nur ein kleiner Einwanderungsversuch gewesen. Er bestieg das Binnmeis am 19. Juli und war nach vier Tagen Wanderung in einer Höhe von 2200 Fuß und 56 Kilometer vom Rande des Binnen»E-ses entfernt, sah fich hier aber genöthigt, aus Mangel an Proviant umzukehren. Lr mußte dieselbe Erfahrung machen wie Whympcr, daß nämlicd die Eskimos für solche Binnenlandsfahrten absolut untauglich find, denn nach vier Tagen kehrten dieselben zum Zeltlager zurück. Die Eskimos hegen nämlich eine furchtbare Angst vor dem Binncneis, abgesehen davon, daß fie glauben, dasselbe sei von„Kiviiokern" dewohnt, einer Art Gespenster, welche fie für halb geistige und halb törperliche Wesen halten, die Rennthiere ohne Waffen jagen und ohne Weg und Steg wilde Gebirgs- gegenden, Fjorde und Abgründe überschreiten können. Im Jahre 1878 rüstete die dänische Regierung eine Expe- bitton nach Grönland aus, an welcher der Seeoffizier Jensen, der leider zu früh verstorbene Geolog Kornerup, der Architekt Grotb und ein Grönländer Thell nahmen. Während Nordensliölv sowohl mit seiner Fahrt im Jahre 1870 als 1883 den Aufstieg vom„Autlaveitfivik-Fsore" au?, südlich von der„Diskobugt" unternahm, begann diese Expedition ihre Reise unweit der Stelle, wo Dallager seiner Zeit aufge» stiegen war, unter 62 und 63 Grad nördlicher Breite, nördlich der Kolonie„Fredrikshaad". Diese dänische Expedition gelangte bis zu einigen„Nunatakker" in einer Höhe bis zu 4000 Fuß über Meer und zirka acht geographische Meilen von der Stelle entfernt, wo fie ihren Aufstieg bewerkstelligt hatten. Um diese Strecke zurückzulegen, hatten fie 11 Tage gebraucht. Wegen Un- weiter waren fie dann noch gezwungen, während 7 Tagen auf einem„Nunatakke" zu verbleiben, bevor fie den Rückzug antreten konnten. Für die Expedition im Jahre 1888 waren im Ganzen nan Mann, darunter zwei Lappländer, ausersehcn und ihre Bagage wog bei 20 Zentner. Nordenskiöld hat dabei jeden« falls angenommen, daß das Innere von Grönland nicht ganz mit Eis bedeckt sei. ES ist auch zu vermuthen, daß seine Forschungsreisen ins Innere zum Theil dezweckten, eisfreies Land zu suchen, ein Suchen, dos bis jetzt steilich vergebens war und wahrscheinlich auch künftig ein vergebliches bleiben wird- Nordenskiöld drang auf dieser Reise 120 Kilometer auf dem Binneneis vor und erreichte eine Höhe von 1510 Metern. Während dieser Zeit ist Herr Chenn aufgestanden und hat Milch geholt, Feuer angemacht, die Milch aufgewärmt, den Kaffee vorbereitet und nun ruft er seine Frau. Madame Chenn kommt, begleitet von Eveline, die Stiege herunter. Sie nimmt eine der Kaffeeschale» und setzt sich mit ihrem Gatten zum Tisch, während Eveline, auf einem niederen Stuhle sitzend, den Kaffeetopf zwischen de« Kniee», ein große« Stück Brot in denselben taucht. „Sieh' da!... noch ei» Attentat!" „Wo denn?" fragt Madame Chenn. „Zn dcr Ruede Puebla... Eine Frau, welche man ermor« det, in der Küche fand... Offenbar ei» Pendant zum Morde in der Passage Soulnier!" Eveline hat sich genähert, ihr Haar flechtend. Madame Chenn bemerkt sie und giebt ihr eine« Stoß. ''Was... O, Mama? Schämst Du Dich nicht, noch dieser Stunde hier zu sei«... Deine Lektton!" „Ich werde mich nicht verspäten." „Fort, oder ich will Dir helfe«!" Ein Inwohner tritt in die Portierloge.„Wie, Madame Chenn, Sie zanken sich mit Ihrem Fräulein?" „Sprechen Sie nicht von der, man muß immer hinter ihr her sein; ist da» nicht niederträchtig? Ei» Mädchen, welche« bald vierzehn Jahre alt ist!" „Schon? Wie da» wächst I" „Da« wächst und schlägt- aui." „Und die Oper? Sind Sie zufneden?" „Zufrieden, zufrieden... e« ist nicht zu viel... fie ist ja schon|ü»f Jahre beim Ballet." ''.Za� fielst mtt achteinhalb Jahre» eingetreten.., und ist noch immer nur in der ersten Quadrille... al« ob fie nicht schon eine Koryphäe sein könnte!" „Wie ist da« möglich?" »u Im Jahre 1866 unternahm der Amerikaner Peary mit seinem Asststenten, dem Dänen Maigaard, eine äußerst merk- würdige Tour auf dem Binnen- Eise und zwar vom Pakttfok- Fjord aus unter 69si Grad nördlicher Breite. Auch er ge« dachte anfänglich Eskimos, Hunde und Schlitten zu verwenden; ein Theil der Eskimos verließ ihn aber schon, bevor noch die Fahrt mit den Hunden besonnen hatte. Peary und Maigaard unternahmen deshalb die Reise ganz allein mit zwei Schlitten und für 30 Tage Proviant. Vom 6. bis 18. Juli legten fie eine Strecke von 23 dänischen Meilen quer über die Eisfelver zurück. Auf der Rückfahrt wurden die Schlttten in Eisbote mit Segeln umgewandelt, was fich äußerst praktisch zeigte, indem fie nur 4 bis 5 Tage für die Rückreise bedurften. Die Höhe, welche Peary und Maigaard erreichten, delief fich auf 7520 Fuß. Diese Reisen hat nun Nansen, wie wir sehen, glücklich er« gäntt, indem er zum ersten Mate das Binnentanoeis über- schritt, und bald werden nähere Berichte aus Norwegen uns die Resuttate seiner Forschung überliefern können. Kommunales. Ate gestrige außerordentliche Magistratvsttznng begann mit der Feststellung des Etats der beiden Krankenhäuser im Fiiedrichshain und Moabit für das Verwaltungsjabr 1889—90. Der Eiat des Krankenhauses Friedrichsbain schließt in Einnahme mit 206 830 M. und in Ausgabe mtt 608 372 M. ab, so daß ein Zuschuß von 401 542 M. erforderlich wird, d. h. 22 608 M. weniger, als im gegen wältigen Verwaltungsjahr. Dieser geringere Zuschuß hat seinen Grund darin, daß bei den nach den gesetzlichen Bestimmungen über die Krankenversicherung der Arbeiter zu erstattenden Vervssegungs- und Kurkosten höhere Einnahmen angesetzt find. Die tägliche Krankenzahl ist wie im laufenden Etatsjadre auf 650 Köpfe angenommen; die Verpflegungs« und Bekleidungskosten erfordern die Summe von 324 040 M., die der ärztlichen Behandlung 69 646 M.— Der Etat des Krankenhauses zu Moabit ist in Einnahme auf 92 600 und in Ausgabe auf 439 200 M. festgestellt, also mit einem Zuschuß von 396 600 M., d. h. um 51 820 M höher, als im laufenden Etatsjahre. Dieser bedeutende Zuschuß rührt daher, daß auf dem Terrain des Krankenhauses fünf neue Baracken erbaut werden sollen, welche einen Kostenaufwand von 63 420 M. erfordern. An Verpflegungs- und Bekleidungs» kosten find 227 000 M, an ärztlichen Behandlungskosten 40 130 Mark festgesetzt: Der Etat des Arbeitshauses zu Rummels« bürg ist in Einnahme auf 112416 M. und in Ausgabe auf 490 806 M., mithin mit einem Zuschuß von 378 390 M. festge« stelltlund zwar beträgt derselbe 52 603 M. mehr als im gegen« rvärtigen Etatsjahre. In der Zeit vom 1. Oktober 1887/88 betrug die durchschnittliche tägliche ZaKl der Häuslinge inkl. der im städtischen Obdach ständig beschäftigten 16 Häuslinge 1987. Von dem Monat März d. I. ab hat fich die tägliche Durch. schnittszahl Indessen fortdauernd vermindert, so daß am 1. Okt. 1888, mit Ausschluß der in Obdach jetzt befindlichen 20 Haus- Unge, nur noch dieselbe 1855 betrug und ist fie somit erheblich unter den Durchschnitt gesunken. Od dieser günstige Umstand fortdauern wird, ist nicht voraus zu sehen, indessen nach den Erfahrungen, welche auf Beobachtungen mehrerer Jahre bafiren, darf wohl eine Vermehrung der Frequenz erwartet werben. Die Verpflegungskosten wurden für den Kopf und Tag um 5 Pf. erhöht, so daß bei einer täglichen Durchschnittszahl von 2100 Personen fich dieselben um 38 325 M. erhöhen.'— Der Etat der Irrenanstalt in Dalldorf ist in Einnahme auf 20 310 331, in Ausgabe auf 1 800 960 M., mithin mit einem Zuschuß von 1 599 650 M, d. h. gegen den laufenden Etat um 78 610 M. festgestellt worden. Die durchschnittliche tägliche Bevötkeiungs« zahl ist auf 2660 angenommen, und zwar für die Hauptanstatt mit Kolonie 1350, für Prioatanstalten 1270 und für Privat« pflegestellen 75. Für die Jdiotenanstalt find 200 Kinder, für die Privatpflegestellen derselben 40 Kinder in Ausficht ge- nommen. Der Atuschrtst der Stadtverordneten- N-vsamm- t««g, welchem die Vorberothung der die Verbreiterung der Friedrichstraße betr. Magistratsvorlage überwiesen ist, trat heute in die weitere Erörterung der Angelegenheit. Die Pferdebahn« gesellschaft hat auf eine an fie gerichtete Aufforderung des Magistrats jeden Kostenbeitrag zur Verbreiterung der Friedrich« straße abgelehnt. Das Schreiben lautet wörtlich: Ent'prechend dem in der beutigen Sitzung unseres Auffichts« raths erfolgten B-schlusse, beehren wir uns ergeben st, unst re Erklärung dahin abzugeben, daß nach der vom Ausschusse aus« gesprochenen grundsätzlichen Ablehnung der Verttagsverlängerung „Werl es Ungerechtigkeiten giebt... Protektton ist Alle«... und man heißt da« in einer Republik leben!" Hier unterbricht fie eine ernste Stimme, es ist die ihres Gatten. Madame Chenn dreht sich lebhaft um. „Nun! Was den»?... Ist das nicht wahr, was ich sage?" Herr Chenn zieht die Augenbrauen zusammen. „Da« ist möglich, aber Du hast es nicht«öthig, die Politik einzumischen." „Du findest also, daß Deine Tochter wirklich nur neun, hundert Franks verdient und nicht tausend?" „ES handelt sich nicht darum!" „Parbleu! Das scheint Dir egal zu sein... Du bist nicht ehrgeizig, daS muß man sagen..." Dann ruft sie Eveline zu:„Und Du... Worauf wartest Du? Marsch zu Deiner Lektion!" Eveline hatte in einer kleinen Ledertasche ei« Paar Strümpfe, ein Mullkleidchen zum Tanzen, ein Korset, ein Hemdchen, einen Kamm, einen Spiegel, eine Schachtel Poudre de Riz, ein Stück Brot, zwei Sardinen, Aepfel und eine Flasche rothgefärbten Wassers gelegt. Sie hat ihren Mantel umgehängt, ihren Hut aufgesetzt, sie umarmt ihren Vater und ihre Mutter und geht, kehrt aber alsbald wieder zurück. „Was hast Du wieder vergessen?" „Mama, meine Medaillen!" Und ganz außer Athem stürzt Eveline in da» kleine Kabinet und holt aus demselben drei Medaille» von Heili- gen und zwei kleine Kreuze, welche sie sich um den Hals hängt. DaS sind ihre Fettsche. Eveline ist jetzt armirt von Kops biS Fuß. Sie eilt fort, steigt den Montmartre hinunter, durchschreitet die Rue Lepic, die äußern Boulevards, erreicht die Rue Pigalle, die Chauffse« d'Äntin und langt vor der Oper an. Es ist dreiviertel auf Neun. Die kleine Tänzerin geht rasch an dem Portier vorüber, steigt fünf Etagen hinauf unsere Offerte vom 11. dieses Monats als erledigt zu de» trachten ist. Unsere Gesellschaft glaubt bereits in den im Vertrage vom 26. Juli 18. August 1880 übernommenen schweren Ver» pflichtungen ein voll ausreichendes Aequivalent auch für die ihr in diesem Vertrage(§ 92) mitgenchmigte Bahnverbindung zwischen der Werder-, Breiten« und der Behrenstraße unter Ueberschreitung der Straße Unter den Linden geleistet zu haben. Wir haben die vorangegangene Erklärung über die Ueber« nähme eines Kostenbeitrages ohne Rückficht auf die höchst zweifelhaften Vortheile für unsere GescUs»aft und vorwiegend in Anbetracht der Jnterrffen des öffentlichen Verkehrs und der Stadtgemeinde an der Verbreiterung der Friedrichstraße und der Herstellung der Bahnverbinvung abgegeben und voraus- gesetzt, daß uns wenigstens in der bedungenen Vertrags- Verlängerung doch eine Gegenleistung geboten werden würde und bedauern, wenn dies nicht g schehen kann, eine Kostendertragsverpfl chtung nicht übernehmen zu können. Gegen die dortseits vertretene Anficht einer diesseitigen Verpfirchtung zur Leistung eines Kostenbeitrags aus dem ge- dachten Vertrage müssen wir namentlich aegenüber den die vor« gängige Vereindaruna vorbehaltenden Bestimmungen des§ 9 diffelben entschieden Verwahrung einlegen. Die Direktion. Der Aueschuß war allgemein durch diese unerwartete Er- klämna überrascht, um so mehr, als die Gesellschaft noch vor zwei Jahren ihre Bereitwilligkeit zur Uebernahme eines Kosten- deitrags ausgesprochen hat, wenn die Ueberschreitung der Straße Unter den Lmven gestattet werde. Daß die Erweiterung des Bahnnetzes, welche durck die Verbreiterung der Friedrichstroße eimögllchr wird, der Pferdebahngesellschaft einen wesentlichen Rtitzen dringt, wurde von keiner Seite bezweifelt. Die Mehr- heit war daher auch der Meinung, daß die Zahlung eines an- gemeffenen Beitrages seitens der Gesellschaft verlangt werden müsse. D.r Ausschuß beschloß dementsprechend mit großer Majorität, der Vorlage nur unter der B-dmaung zuzustimmen, wenn die Gesellschaft stch zur Zahlung eines Kostendcitrages von 1% Millionen Mark bereit erklärt. Des weiteren wurde de- schloffen, den Magrstrat zu ersuchen, für den Fall, daß eine Einigung mit der großen Berliner Plerdedahn-Gesellschaft bis zum 27. November nicht zu Stande kommt, von den der Stadt- gemeinde nach den Vertragen zustehenden Rechten(Aufhebung der fraglichen Konzesston) Gebrauch zu machen. Der Vertrag wurde sovann mit diesen Modifikationen einstimmig ange- nommen. Lokales. Po« Kette« der hi'stgen königl Kteruwarte erhalt der" in Angelegeiiyeiten des öffentlichen Zeitdienstes solgenve MiUheilung:„Durch das Entgegenkommen des Herrn S.aal-. stlrelärs dcS Reichsponamtes, Dr. o. Stephan, wird schon in nächster Zukunft ein ansehnlicher Fortichrtlt in der einheit« lichen Z Uregulirung ermöglicht werdtn, und zwar nickt blos für Berlin, sondern für alle diejenigen Städte des Reichsvost- und Telegrapbengebiets, welche Fernsprecheinrichtungen defitzen. Es ist nämlich d,m Ingenieur C. A. Mc-ychofer, Direkter der Generalunternehmvng für elektrische und Luft« und Wasser- druckdelriede, gelungen, eine Rihe von Einrichtungen herzu« stellen, durch welche das F rnspiechleetungsnetz zur Richtighaltung von UKren bei den Abonnenten in vollkommen zweckmäßiger und für den Fernsprechdetiieb selber nicht im mil desten störer der Weise verw-nddar wird. Und zwar geschieht dies dadurch, daß von gewissen Zentrolpur kten aus, an denen die Uhren aus Grund der Zeitmessungen der Sternwarte richtig erhallen werden, täglich in einem geeigneten Z ltp-inkee (Morgens um 5 Uh), wo der Fernspr chdetrieb vollfrändig ruht, alle Leitungen zu den detbdligten Abonnenten durch die regulirende Zentraluhr selbsttkätig mit einem Signalgeber verbunden werden, und daß gleichzellig die bei den Abonnenten auf. est- Dien Ubren sich für die Dauer von wenigen Minut n ebenfalls stlostihäiig mit der Fernsprechleitung verbin- dem Wäh.end der Dauer dieser Veroindung empfangen sie dann einen elektrischen Stiom, welcher, vo" dem Signalgeber der Zentraluhr ausgehend, alle die einzelnen Uhren jevesmal auf die Minute richtig stellt. Nachdem dies geschehen, löten sowohl die Uhren der d>tbeil gten Abonnenten als auch die Zentaluhr wiederum seldstlhätig ihre Verbindung m't den Fernsprech- leitungen, so daß cm Ende dieser w. ntgen Minuten, in denen das Lellungsn-tz tür die einhellliche Ze-tregulirung gedient hat, Alles wieder im vorigen Stande und für den Fenvprechapvarat unverändert bereit ist. Auf Grund eiuer eingehenden Prüfung dieses Projekts ist das Reichspostamt in seiner unabläsfigen Fürsorge für die Vervollkommnung der Verkehrs einrichtungen darauf eingegangen, dem genannten Teckniter die Einfügung der ed.n beschriebenen V.rar.stallungen in den Fernsprechanlagen und hiernach euch die E öffnung von Abonnements für die Richtighaliunz der Uhren der Fernw-ech- Abonnenten zu gestalten. Der Unternehmer, dessen Normal- und Zentral uhien theilo unmitrelbar durch Ferr sprich- Verbindung mit der hiesigen königlichen Sternwarte, tbeils mittelbar durch Ar schlr-ß an vre Angatnn und die R guliiungs-E nrichiungen des von der Sternwarte geleiteten Normaluhren Eystems in zuverläistgster Weise richtig erhallen werben, wird nun«unäckst sür Berlin zu Aronnemenrs auf die Richtig Haltung der Udren der Fernlprech- Ato n-rt n einladcm E-n so ches Abonnem-e-t wird nicht nur die R chilgballur g je einer Uhr bis auf die Minute verbürgen, und bleibt vor der Garderobe stehen, wo sich ihre Käme- radinnen der ersten Quadrille ankleiden. Zn fünf Minuten hat sie ihr Probekostüm an, eine dekolletirte Chemisette mit kurzen Aermcln, ein Mousielineröckchen, rosafarbene Strümpfe, ein Halsband, einen blauen Gürtel und im Korset versteckt die Medaillen, ihre» Talisman... Eveline steigt zwei weitere Etagen empor, um in de» Probesaal zu gelangen, einen großen Saal, der sich unter der Kuppel der Oper befindet. Em Sessel für den Ballet. meister, ein zweiter für den Violinspieler und Stützbarren bilden das Meublement. „Auf den Platz, meine Fräulein I" Bei diesem Appell des BalletmeisterS plazirt sich die Tänzerin an einen Barren und bald mit der rechten, bald mit der linken Hand sich festhaltend, dreht sie sich, über- schlägt sich, indem sie ihr Bein bis zur Höhe ihrer Schulter hebt, und beginnt sich auf diese Weise sür die eigentliche Leknon vorzubereiten. Nach diesen Uebungen beruft der Balletmeister die Elevinnen in die Mitte deS Saale» und erst dann beginnen die Altüüden, die Arabesken, die Pirouette», die Fußwechsel, die Kapriolen, Entrechat». Daria besteht die Lektion, aber Eoeline, welche„vor- wärt« kommen" will, stellt noch andere Uebungen an, welche die Elastizität ihre Beine befördern sollen. Die Lektion ist zu Ende. Es ist elf Uhr. Eoeline kehrt athemlo« m ihre Loge zurück um die Wäsche zu wechseln. Tann zieht sie auS ihrer Lederiasche die Provision hervor, die sie mitgebracht hat und legt sie auf den Tlsw, wo sie m t ihren Kameradianen dejeunwen wird. Jede von ihnen thut deSglelchen und es giebt Ausrufe und Jnter- pellationen ohne Ende: "D-is�is�mcht Schinken, da« ist konseroirte« Riad- fleisch." sondern zugleich die Füi sorge des Unternehmers für die ord« nungkmäßige Instandhaltung und den regelmäßigen Aufzug der Uhr fichern. Letzteres geschieht bei dem Luft- unv Wasserdruck« system, wie es z. B. in den Räumen der hiestgen Fondsbörse und des Potsdamer Bahnhofs in zuftiedenstellendem Betried ist, durch Benutzung des vorhandenen Wasserdrucks. Für geeig- nete Fälle hat der Unternehmer auch eine Einrichtung heraestellt, welche dcn innerhalb einer Woche oder eines Monats stets in genügendem Grade und genügender Dauer vor- handmen Winddruck zum Uhrenaufzuge bequem verwerthbar macht, und es ist nicht daran zu zweifeln, daß eben dasselbe nöthigenfalls auch noch auf andere Weise selbst- thätig mit gesicherter Regelmäßigkeit durchführbar sein wird. Der große wiithschastliche Fortschritt, welcher durch die Ber- werthung des Fernsprechleitungsnetzes zur umfassenden einbeit- lichen Zeitregulnung verwirklicht wird, eröffnet zugleich die Hoff« nung, daß es nun auch gelingen wird, die Einheitlichkeit der Zeitangaden an den öffentlichen Plätzen und Straßen in höherem Grade als bisher zu fickcrn. Die in Berlin bereits vorhandenen Normaluhren reichen hierzu erfobrungsmäßig wegen ihrer ge- ringen Anzahl noch nicht aus. Sie dedürfen einer Ergänzung durch die öffentliche Darbietung einer viel größeren, möglichst gleichmäßig veithcilten Anzahl von Zeitangaben, welche durch seldstthätige Regulirung bis auf die Minute richtig erhallen wer- den.(Die vorhandenen Normaluhren werden daneben als die Vertreter der bis auf die Sekunde richtigen Zeitangode ihre de- sondere Bedeutung behalten.) Jedenfalls wird die Möglichkeit, mit Hllfe des Fernspreckileitungsnetzes in beliebigen Stadtgegenden auch gewisse Zieden-Mittelpunkte der einheitlichen Zeitauslhellung richtig zu erkalten, von entscheidendster Bedeutung sein; denn von solchen Neden-Mittil unkten ausgehend, wird man in engeren Gruppen mit Lust- und Wafferdruck oder in etwas größerem Umfange auch mit elektrischen Veranstaltungen die Richtigbaltung der Minute sowohl an beliebig zahlreichen öffenllichcn Stellm als bei solchen Privatleuten, welche nicht mit dem Fernsprechney verbunden stnd und stch um den Anschluß ihrer Uhren dewerben, mit Sicherhett verbürgen können. Un-.«» dem Titel:„Denkmale de» lebendigen Gott«»" hat der Misfionsprediger Joh. Hübner eine Samm- lung„aeschichtlicher Thatsachen" herausgegeben, welche in der „Kreuzztg." folgendermaßen empfohlen wird:„Diese Schrift eni- hält eine umfangreiche Sammlung geschichtlicher Thatiachcn, die manchem sehr erwünscht kommen dürfte. Die mitgetheillen, meist älteren Zettschriften und anderen Werken entnommenen denkwürdigen Thatsachen haben alle das eine Ziel, nicht nur das Dasein, sondern vor allen Dingen auch f aS Walten Gottes im menschlichen Leben vor Augen zu führen? Dies dürfte in unserer Zeit, wo die Wogen des Unglaubens sehr hoch gehen, besonders heilsam sein. Der Verfasser dringt seine„Denkmale" unter 6 Rubriken:(GLitlichc) Träume, das Gewissen, Reaierung und Fürsorge Gottes, Wirkungen des Geistes Gottes, Gebets- er Körungen und Strafgerichte. In diesen 6 Äbtheilungen werden 268 lärgere und kürzere wahre Geschichten mitgetbeitt, die alle vre waltende Hand des ledendigen Gottes zeigen. Romane und ähnliche Schriften stellt man, nachdem fie durchgelesen find, alsbald bei Seite; nicht aber solch ein Buch. Hier ist ein Jnball, der dedacht und ins Herz gefaßt sein will. Man liest diese Schrift darum auch nicht hinter einander zu Ende, sondern nimmt hecaus, wozu einen das Herz drängt und die Umstände veranlassen. So kann es lebenslang nützlich werden." Nergiftung durch Herbstzeitlose. Em höchst merk- würdiger Fall von V>rgitlung durch die im Sväthndst, ohne Biätt.r, herrlich lila blühende Herbstzeitlose(Colthicrnn autnm- nale) kcm in der letzlen Sitzung der„Gesellschaft Naturforscher-- der Freunde" zur Sprache. Der Dr. S., Lehrer an einem der hiestgen Gymnafien, halte in diesem Herbst aus der botanischen Adtd-ilung des hiestgen Humboldldains eine größere Anzahl von Blüthen der so zart und sonst aussehenden Herbstblume erkalten und dieselben, unter Auftrennung der langen, ziemlich fleischig n Peiigonröhre, zw-schen 8 und 9 Uhr an ca. 30 Schüler v rtbeilt. In der nächstfolgenden Stunde wurde der Lehrer von so schwer m Unwohlse n plötzlich überfallen, daß er sich mit Mühe und Noth noch bis zum Lehrerzimmer retten konnte. Hier verfiel er in einen stairkrampfähnlicken Zustand, nachmals noch mehrere Stunden in Blmdhett, bis fich der gefährliche Zu- stand nach etwa 24 Stunden gelegt hatte. Nach dem eigenen Bekennlniß des L- hrers ist demselben Saft von den Gestblumen über die Finger gelaufen, er hat dies nicht weiter beachtet und gleich darauf, ohne fich-u reinigen, ein Butterdrot verzeblt. Hierbei muß ein geringes Quantum Zeitlosensaft mtt verschluckt worden sein, imm.rbin aber groß genug, um den Patienten nahezu zu tödten. Bisher kannte man nur die eminent giftigen Eigenschaften der Wurzel und der Samenlömer, woraus das Colch ctn herg stellt wird. Cinen vang durch die Irrenanstalt des Dr. Edel in Cbarloitenduig untelnahm vorgestern der Peofessor Mendel mit seinen Piallikanten. Großes Interesse fand hieltet ein 29jährigcr Müllergeselle, der fich in der Anstalt„zum Qvemsänger aus- bildet" und dann am königlichen Schauspielhause eine Anstellung erbofft. Auigefoiderr. seine Kunst hören zu lassen, sang er mit gewaliiaer Stemme„Heil dir im Siegerkranz", bei der S weiten Strophe d-ard er jedoch plötzlich ad.„Na," meinte jrofeüor Mendel,„Sie find wohl etwas belegt?"—„Belegt« — Nein, aber ich möchte schon gern etwas„Belegtes" essen." — Am hiufigsten unter den Pensionären der Anstatt begegnet man den„Propheten*. So fiellre fich ein Prediaer vor, der eine neue Religion erfunden halte und fich von göttlichen In- „Giebst Du mir ei» Stückchen?" „Wer hat Salz?" „Agathe, aieb mir mein Brot!" „Schließt doch das Fenster!" „Ich verkaufe meinen R ttig.. ,.AH! Fanny hat Hühnerfleisch!" Dann werden Tauschgeschäfte gemacht. Evelina tauscht eine ihrer Sardinen gegen einen Erdapfel ein und asiozirt fich mit Marie Bourgard, um einen Rettig zu kaufen Aber man käutet schon zur Probe. Sie müssen aus die Bühne und dort ihr Dejeuner beenden, während der Regisseur die Vorbereitungen trifft und der Balletmeister fich mit dem Kompositeur unterhält. „Vorwärts, meine Fräulein, wenn'« beliebt!" Die Tänzerinnen gruppiren sich. „Wer fehlt dort?" „Da« ist die erste Bertrand.. „Immer dieselbe... wo Ehenn?" „Hier, mein Herr l" „Nimm ihren Platz ein!" „Vorwärts!" ruft der Balletmeister, mtt dem Stocke klopfend. Die Musiker spielen ein Ritornell und die Probe be- ginnt. beginnt von neuem. „Vorwärts, mein Fräulein! Nur noch einmal" Und die Probe dauert bis vier Uhr.''' Die Tänzerinnen kehren in die Garderobe zurück Eveline entkleidet fich. zieht ihre Sirahentoilette an und verläßt die Oper. Es ist fünf Uhr, als fie auf dem Montmartre a». langt. Madame Ehenn steht vor dem Hause.„Ah, bist Du endlich da?" spirationen beglückt wähnte. Er hatte fich eine» Gott delLÄ« Wofl 1 und der Vergeltung konstruirt, und der Reftain seines Pf: gromms lautete:„Ich Jrtn sein Prophet!" Auck* � Oflrnni selbstbewußt auftretender Mann mit einer riefizm moppe unterm Arm erschien unter den Patienten. W> ein„Wellveidcsserer", der fich bereit erklärte, auf Verla»! eine andere Regierung einrichten zu wollen. Nach ihm piäs tute fich eine Prinzetfin in eigenartigem Aufzuge. Ihre To# war nämlich ganz und gar mtt künstlichen Sonnendluwe» m» Spitzen besäki, denn diese Dame hielt stch sür eins Somf Prinzessin. Endlich wurde auch ein Kranker vorgeführt, vxW» vor einigen Jahren in der Presse durch seine genialen Strr von stck reden gemacht hat. Es war derselbe, welcher fich Herzog Karl von Württemberg ausgegeben und durch sein fich Auftreten— er besaß eine lr-xurtös eingerichtete Wohniwa der Voßstraße— alle getäuscht hatte, so daß er überall in«iß» kratischen Kreisen Aufnahme fand. Gänzlich mtttellos, wußte« seine Gläubiger über seine V-ihättnisse� völlig irrezufÄl»"J/Önter t Sogar ein Droschkenkutscher ließ fich„foppen". Dieser fuhr* W« übe ihm nach dem kaiserlichen Palais, der„Herzog" stieg aus- � an r Jebl � alatt Lestbädi Wl *,». Z von gen N t-A siv: dem Le >il «tirn zu aber nicht ins Schloß, sondern kam durch den andern Auie an der Behrenstraße wieder zum Vorschein. Der Kutschers das Nachsehen.— An die hochinteressante Demonstration' fich ein Gang durch das für seine Zwecke vortrefflich ringi Haus. „Fanler Zander". Ein aller, recht plumper Schi ist am Sonntag Abend von einem Gauner unter der eines Zaudelkünstlers in dem stark frequer.tirten C. schen Restaurant in der Straußderaersir. 4 verübt worden dieses Lokal kam, wie das„Kl. Journ." erzähll, ein jw Mann, der fich dem hochgeehrten Publikum mit angenoMW fremdländischem Akzent als ein Künstler der Magie voiM und den Gastwirth um die Erlaudniß bat, einige kleine seiner schwarzen Kunst zum besten geben zu dürfen. NwJJ der Altist einige hübsche Kunststückchen produznt, bat« ein kleines Honorar und versprach gleichzettig zum&_____„ als„Gratiszugade" noch eine sehr effellvolle Glanznur�l��?- Al des Liedlingskunststück des rusfischen Zaren, aufzuführen � diesem Zweck kiempte er fich die Rockärmel auf, erbat . oldene Damcnringe und ein dito Medaillon, legte � Filzhut auf das Billard und sprach mit gewichtiger „Meine geehrte Publike. Sie sehe, ich had die Gegenständ in die Hand, gehe jetzt vor die Thür und so klopfe ich" an selbige— sein ckangirt Goldsachen unter die Hut Der redegewandte Jüngling ging, aber vergeblich wartctt auf das Klopfen, und als nun der Wirth nach seinem forschen wollte, machte er die überraschende Wahrn.cbmuvs? der Kloplgetst die Auegangsthür von außen adaeschloss« S Der ingeniöse Zauderlünstler war und blieb mit dcn Goldsachen spurlos verschwunden. Der zurückgelassene Filz ist kaum einen Nickel weith. Der„Zaudelkünstler**5 andirswo seine gefährlichen Gastrollen wiederholen, wÄ� warnend auf ihn cufmerlsom machen. Er ist von Statur, hat schwarzkrauses Haar, jüdisches Aussehen, trägt � Joquette und spricht in näselndem Ton. S« der„glücklichen Entdeckung" gelegentlich% mittelunaen wegen des großen PostviebstahlS waren voriger Woche Andeutungen gemacht worden. Paris« fyf lüften jetzt den Schleier in dieser Angelegenhett. Dana«-«« delt eS stch um keinen anderen als den in zwei gesuchten früheren Bankdirektor Hugues Loery. der sw�gn in Paris an der Spitze des Instituts„La Petite recte" vcstanden hat. Derselbe war am 7. tllovewdv y Mitnahme von mehr als 400' seinem bisherigen Wirkungskreise Geiichtsdehörde glaubte ihn mi großen Wassers, als er plötzlich w.»„ Flagge mit mehreren Komplizen auftauchte. sehr scharf auf die Postdiede fahndete, wurde f. nebenbei durch Zufall in einem großen Zentrums aufgescheucht und ein ganz* Theil tes gcraubttN Geldes in seiner sunden. Leider scheint auf irgend eine Weise der d' von dieser Operation Wind bekommen zu haben, cSi»£ idm gelungen, dem schon ausgespannten Netze zu Die bei ihm beschlagnahmte Summe beträgt über(%,, � welche auf Riquifitton der Pariser Unterkuchungsdeliö«s der biestgen Bolichaft inzwischen„reklamirt" worden fi�„ y der Komplizen les Loevy war in Berlin verhaftet auch bei diesem noch andere Werthe gefunven verlautet noch nichts. Loevy selbst soll fich noch in ä.'aiP herumtreiben, und die Pariser Polizeipräfettur# M « fich L®S5i "Ä Ö»otl rZ"°nzu � tottal' ®«flaust Ä Di. bei S �»lötzlic «ü Ä® seiner Ergreifung sämmtlichen deutsAen Polizeidirell�% genaues Signalement mit Photographie zugehen Paris ....... ist auf Grund der bei dem Komplizen b-s�Aä� Briefe nun aurd die Frau des Thäters wegen HedleM�� worden. L. scheint übrigens trotz seiner früheren aroütN Nariser(WnunprnpfpTTfAmff m hflbtfV �«T ür ow»wciwen. ia |it der Nacht vom Montag zum Dienstag iN halb der Siadt eine Droschke von der Eisentahv � worden. Ein Zweiggeleise führt von. der Ii s „Aber. Mama, die Probe ist erst jetzt J"®n,o'/ „Immer dieselbe Geschichte I Du I wieder herum?" „Aber, Mama!" � «Aber, Mama!".... Nimm rasch be» v hilf mir Kartoffel schälen.".% Eveline verschlingt rasch die So eisen und kehrt'. v verschlingt rasch die Speisen und WP£'$1 zur Oper zurück. Man spielt ein fünfakttges, erscheint im ersten Akte, sie giebt erne» �»(f »weiten und tritt im große« Divertiffemvtt"� i«P Akte« auf. Während de« vierten Aktes ble'bt p Atte« auf. Garderobe. Alsbald heißt ei: zu Ende." die Stiegen hinunter, stürzt sich auf die 0%% � � Serade recht, um mit den andere» Töchter» der v Versenkung zu verschwinden..-, y;,. ,,.. Der Vorhang fällt. Eoeline err-'cht° kleidet fich aus und kleidet sich wieder endlich nach Haufe. E« ist fast ein Uhr � J als sie am Thore läutet. Madame Ehen« �„je«7 -/.Endlich!" ruft sie,„Du bist die letssft � 0 m- f*r�®Den?e antwortet nicht, sie vermag e�n», yj» legt sich nieder und schläft ein.... Die Tänzer« hat ihr Tagwerk beendet- ott der Nil Wo*.?ei der Kreuzung der Mühlcnstraße kam eine Droschke seines tä' J«Emotive in den Wea; der Fübrer war in einen Kaffee- Auch? j fangen, um etwas Warmes zu fich zu nehmen. In dem ien Schleid' �adlicke, als der Koblemug in Sicht kam. muß das Pferd rt. Es Mgen baden, die Lokomotive erfaßte die Droschke und zcr- s Verla»»« A«eite sie gänzlich. Das Pferd ist merkwürdiger Weise un- ihm» öl» M geblieben, die Lokomotive scheint die Droschke hinter dem Ww*", 11 wfa.W evvllCUCIi� l>lCi gcnsta»b se ich � rSiS mm So'i •.ebmuofcjfc mSg ffen- l" Ä" rrifö fV Gerichts-Ieituttg. � N ergehen« gegen da» Kosialistengrsrh «trieb von Sammelbons entgegen dem potizerrichen »vm 26. Februar 1683, mußte der Testier. Friedrich llkstem vor der 91. Abtheilung des Schöffengerichts er- ls Zeugen waren der Denunziant Schuhmacher raufe, Friedrichsgracht 37 wohnhaft, und der Schrift- randt geladen worden. Letzterer hatte fich durch ein die entschuldigt, in welchem er anzeigte, daß er fich auf Ärwi� �schaft habe begeben wüffm und daher nicht zum Wd«scheinen könne.— Der Angeklagte bestritt, Bons ver- teil � baden: die Denunziation sei nur aus Rache erfolgt, «w,»ch mit dem Denunzianten erzürnt habe.— Zeuge Wl L m sich zur Zeit mit noch drei Personen beim Karten- �ü.- arls'schen Lokal befunden und dort von dem Ange- 3%«nen Bon für 10 Pf. gekauft haben. Auch den anderen habe der Angeklagte Bons verkauft. Auf Befragen zugeben, daß er später zur Polizei gelaufen ist und iL,™ hat, weil er seiner Angabe nach von dem Angeklagten Jv-B' worden war.— Der Gerichtshof beschloß, einen neuen �»anzuberaumen und diePirsonen als Zeugen vorzuladen, � damals mit Krause am Spieltisch gesessen und ebenfalls . L°uft haben sollen. Hi 9.»tt �i»r schlechte» Scher? hatte fich der jugend- eu5°anardeiter Brunn einer Dame gegenüber auf der Straße Die letztere war nämlich gerade im Begriff, einen wt Ringbahn in der Straußbergerstraße zu dcsteiaen, � O otzlich ohne jede Vcranlaffung derart mit Straßen- Lr beworfen wurde, daß das beschmutzte Kleid einer tzjNesanstalt übergeben werden mußte. Ais die Dame fich �«i e? iieoelthäter umsah, erblickte ste einige Sch irte von nnem«»* i*r®tandounlt zwei daldwüchfige Burschen, die über den naclÄ#„Spaß" aus vollem Halse lachten. Glücklicherweise ad d»?Ä I tj/1 Schutzmann in der Nähe und diesem gelang ls nach gst A*« einen der Amreitzer zu fassen. Auf der Wiche an, daß nicht er, sondern sein Begleiter, der oben �bwnb- �«junn, geworfen habe, was fich später auch als richtig Angeklagte bestreitet die That richt, wrll aber q?b°cht gehabt haben, die Dame zu tnssen. Uedrigens n?fen, den nicht Straßenschmutz, sondern Thon ge- ««> Hab,»on einem vorüderfahrenden Rollwagen genom- N avn,� Nrch dem Zeugniß der geschädigten Dame ließ Htiirlich�?'.»- daß der Angeklagte fie vo. sätzlich ui.d äugen- Asch i,./»« Etraßer schmutz beworfen hatte Der Staats- iSSJk kür die Roheit eine Woche Gcfängmß. Der �lb«nid, ,, sollte jedoch dem bisher unbestraften Anacklagten 3o«ttTjofifinbc zu und verurlheilte ihn zu einer Geldstrafe .«i»,.'»'»«. 4 Tagen G.fänpniß. � w 'Jkntrt* ZS«»»»nsterkarte von Ktrafthati« fielen dem S» un, Kamins h) zur Last, denn derse de hatte fich % ig i»Otantwortcn. Der noch recht jugmdliche Arge- %% ein ausgedienter Verbrecher und hat schon Um Geföngnifie zugebracht. Jetzt handelte es fich 2% bol».11 dreiste Geniestreiche dcffelden. Der Ange- iMr„Braut", welche bei einem hicstaen Post- N reis,«. Als der letztere mit seiner Frau ins C'f. i,,«ollte, fand fich der Angeklagte auch zu- SLStierw, Wohnung ein und die Herrschaft nabm Un> �dteten des letzteren, die Koffer zur Bahn ?? für.sollen, mit Freuden an. Der Angeklagte hielt es .'de ' 60 OG Ä luv � s M S-dl m ' Ir'ji t,?-" ilt lut'NU �yrtuoen an. vei ftbt M'ner, den Auftrag nicht»u erledigen, unt-r-cklug 3 H �Koffer n.bst Inhalt im W.rtbe von 600 M. und zKbet J mä>t blicken. Den zweiten Streich vollführte er V"'».'°°» w«« hi»bie.)»»»> tur einen benachbarten Gastw'ith die Gelder «Marken gelieferten Speisen und Getränke einzu- ®l�rauen zweier ihm dekannten Leute um Ä ÄÄ �k'lvÄ.enden Inhalts abgab:„Liebe Frau, bitte gieb viert« zl» ™ UpKvXV>5nyaus adgad:„�leve C�iofa s®Ö«mann gelangt ist. A.hnlich erging es einer -'dwarz. welche folgenden Zettel enthielt:„Lrede % E Zi W iZ Q'. Toigenocn seuc» umv»"*• U �htcn.' Vre Feder, um an Dir ein Paar Zeilen � kränk '« dieser daß eworden. Es grüßt Deine Schwägerin. ettel ist der Angeklagte ermsttelt worden; dieselben von seiner Hand herrühren, vre WMMW hl* �etau'stcht. MMMM- '»ÖaH*<5?»trag auf W«cd>reinsltzurg in den oori «tese darf nach§ 44 I. c aber ausbleibt ein ge- vorigen nur dear- b. »«rhindert worden ist. Hiernach muß tele mit einem Strafbefehl bedachte Person, welche Einspruch gegen denselben erhoben hat, außergewöhnlich pünktlich in dem zur Verhandlung anberaumten Termine erscheinen, um vor nicht mehr gut zu machendem Schaden bewahrt zu werden. Dem Schlächtermeister August Rostin war Ende Mai cr. ein amtlicher Strafbefehl zugegangen, nach welchem er wegen übermäßig schnellen Fahrens eine Haft strafe von vier Wochen verbüßen sollte. In dem zum 23. August cr. anbe« räumten Termine erschien R. erst nach erfolgtem Aufruf und infolge seiner Nichtanwesenheit erging ein den Einspruch ver- werfendes UrtheU. Zu seinem Glück hatte er fich aber den Beweis dafür gefichett, daß durch Beschädigung eines Roll- wagens das Geieis der Pferdebahn auf der von ihm denutzten Linie um etwa 7 Minuten gesperrt gewesen und er nur deshalb ,u spät erschienen ist. Diese Betriebsstörung erachtete die 96. Äbtheilung des Berliner Schöffengerichts für einen unab- wendbaren Zufall im Sinne des oben angezogenen§ 44 des Strafprozeßordnung, und der Angeklagte wurde in den vorigen Stand wieder eingesetzt. Im neuen Termin nun wurde der Angeklagte auf Grund des von ihm geführten Beweises, daß seine Pferde durchgegangen waren, freigesprochen. * Mit dem Gerichtvvollsieher»st nicht zu spaßen; das mußte auch der Hofschlächtermeister Michael Häuseler erfahren, der gestern wegen Beleidigung und Vergehen gegen die öffent« liehe Ordnung vor der 89. Adthciluna des Schöffengerichts stand. Der Gerichtsvollzuher hatte fich im Auftrage eines Rechtsanwatts zu dem Angeklagten begeben, um eine Forderung, welche aus einem P-ozeß resulirte, einzuziehen. Er fand aber keinen freundlichen Empfang, denn Meister Häuseler entgegnete auf die bezügliche Mrltheilung:„WaS wollen Sie erbärmlicher Wurm? J.tzt ist keine Geschäftszeit, machen Sie, daß Sie rauS kommen, Sie Lausekopp!" Dieser Aufforderung kam der Ge- richtsvollzieher zwar nach, aber nur um stck von der Polizei- wache Eukkurs zu holen und nach wenigen Minuten mtt zwei Schutzleuten zu erscheinen. Auch nun verweigerte der Ange- klagte noch die Zahlung der verlangten Summe und der Mann des Gesetzes legte infolge dessen das übliche Siegel an eine Porzellanschüssel, in der fich etwas Fleilchwaare befand. Dies erregte den Zorn des Meisters im höchsten Grade; er riß das Siegel einfach ab und warf es dem Geiichtsvollzicher unter diversen Verwünschungen mit der Weisung vor die Füße, fich doch nach dem Telephon zu scheeren und nachzu« fragen, ob die Forderung nicht schon auf Grund einer mtt dem Kläger getroffenen Vereinbarung hinfällig geworden sei. Inzwischen hatie fich aber Frau Häuseler bereits ins Mittel gelegt, indem fie die verlangte Summe von 200 M. aus der Wohnung g bolt und dem Beamten übergeben hatte. Damtt war die Angelegenheit vorläufig erledigt.— Im Termin machte der Angel agte geltend, daß er in Betreff der Forderung mit dem Berechtigten bereits ein Abkommen getroffen hatte, nach welchem die Summe vorläufig aus destimmten Gründen nicht von ihm erhoben werden sollte. Deshalb habe er dem Gerichts- Vollzieher auch den Vorschlag gemacht, fich doch durch telephonische Anfrage sofort von dieser Tdatsache zu überzeugen. Hierauf sei derselbe jedoch nickt eingegangen. In der Erregung habe er dann wohl einige Worte des Mißfallens geäußert, aber nicht in dem von der Anklage behaupteten Sinne.— Der als Zeuge erschienene Gerichtsvollzieher bekundete den Hergang in der ge- schilderten Weise.— Von Seiten des Vertheidigers wurde her- vorgehoden, daß fich der Beamte gar nicht in der berechtigten Ausübung seines Amtes beim Verfiegeln des Porzellantellers befunden habe. Derselbe hätte zunächst nacks.hen müssen, ob kein Baargeld oder Werthpapiere vorhanden waren und erst dann, wenn er dies nicht vorfand, war er zur Pfändung anderer Gegen- stände berechtigt. Statt also in der vorgeschriebenen Weise zu han- dein, b-rbe er den Teller, auf dem ein Stuckchen Speck im Werthe von ungefähr 50 Pfennige lag, verfiegelt, obwohl fich in unmittel- barer Nähe die Ladenkaffe bekunden habe, und er fich sagen mußte, daß das angebrachte Siwel von den Kunden gesehen werden konnte. Da die Vollstreckung nicht in ordnungsmäßiger Weise erfolgt sei, so könne fich der Angeklagte auch nicht durch die Entfernung des uvdercchligten Siegels des bezeichneten Ver- gehens schuldig gemacht haben und rechtfertige fich mtthin in dUsem Punkte die Freisprechung. W�s die Beleidigungen de- lr ffe, so sei in Erwäaong zu ziehen, daß der Angeklagte die- selben in begreiflicher Erregung acthan habe, was ihm mildemd angerechnet werden müsse.— Der Gerichtshof fand den An- geklagten im vollen Umfange der Anklage für schuldig und veru tbeilte ihn für die Beleidigungen zu einer Geldstrafe von 200 M., wegen der Entfernung des amtlichen Siegels aber zu einer�ocke�Gef�g vorsatzlicher Krandstiftung, welche gester., das Schwurgericht nea Landgerichts 1 deschä'tigie, entrollte ein Bilv tiefen sozialen Elends. Auf der Anklagebank beMnd fich die 38jSb ige Arbeiterfrau Juliane Pape, welche be- schuldigt war, aus Rache gegen ihren Ehemann das von ihnen bewohnte Haus in Brand gestickt zu haben. Die Beweisauf- nähme hatte folgendes Ergedniß. Die Angeklagte ist dem Trinke verfallen, woraus fie durchaus kein Hcbl macht. Die Familie Pape hatte im Hause Ruhcplatzstraße 14 in der vierten Etage>ine kleine Wohnung inne. Das Haus enthält viele Wohnungen für Leure aus dem Arbetterstande und birgt eine Menge Personen. Als der Ehemann Pape am Sonntag, den 9. September, gegen Mitrag nach Hause kam, fand er seine Ebcftau wieder in völlig betrunkenem Zustande vor, fie vermochte fich kaum auf den Beinen zu halten. Wie sein 12jähriger Sohn ihm miitheilte, hotte ste viel Schnaps getrunken und ihn in ihrer Trunkenbett oh.-e hgend eine Vcranlaffung mit dem Beile bedroht. Pcpe trug die Frau von der Küch. nach der Stube und legte fie aufs S vha. damit fie ihren Rausch ausschlafen sollte. Gegen Abend gmg Pape aus und kehrte um 10 Uhr zwuck Ein unertrag- K mfüllte Wasserglas reichte, zitterte fie so stark, daß fie es nicht zu halten vermochte, und nun übermannte den Ehemann Wuth und Ekel derart, daß er mit dem Glas einen wuchtigen Httb gegen«br K, acht führte und ihr dadurch am reckten Auge eine erdedliche Verletzung zuiügte. Sodann riß er fie vom Bette empor und hieß ste vor die Tbür, worauf er dieselbe von innen verriegelte. WWWMK 2% sä Ä'SÄr,". ÄWS; ■ wchi»um Z?eck«. dorthin zu fluchten, S anzulegen, fie glaubte, sondern um fich ihr Mann nähere fich wieder" um fie noch weiter zu mißhandeln. Der Ehemann sowie die Kinder der Angeklagten belasteten fie stark, üdereln- stimmend bekundeten die Zeugen aber, daß die Angeklagte zur Zett der That noch betrunken war. Es konnte fich bei der Sckuldfrage nur dämm handeln, ob die Angeklagte infolge ihres Zustandes zurechnungsfähig war oder nicht. Der Staats- anwalt Unger vertrat den elfteren Standpunkt, die von der Angeklagten folgerecht vorgenommenen Handlungen könnten nicht von einem Menschen begangen werden, dessen freie Willens- bestimmung ausgeschlossen sei. Zweifellos habe die Angeklagte fich an ihrem Manne wegen der Mißhandlungen rächen wollen und deshalb den ungeheuerlichen Plan gefaßt, ihm im wahren Sinne des Wortes das Dach über dem Kopfe anzu- zünden. Die Geschwormen müssen mit dem Vettheidiger Rechtsanwalt Kempener wohl der Anficht gewesen sein, daß die Angeklagte für ihre Handlung nicht verantwortlich gemacht werden könne, denn fie vemeinten sowohl die Schuld- stage wegen vorsätzlicher wie wegen fahrläsflzer Brandstiftung. Die Angeklagte ging daher frei aus. S*fe»»>«»fair4ftt»9t welche so milde lag, daß der Gerichtshof fie nur mit einem Tage Gefängniß ahndete, unter» lag gestern der Prüfung der zweiten Strafkammer des Land- �"chtsl. Der Fleischhändler Fr. erhielt im Juni von dem Schlächtermeister D. aus Burgsdorf eine Sendung geschlach» teter Kälber, die wie üblich von dem Ursprungsattest begleiiet war. Diese Bescheinigung war geschrieben und nicht gedruckt. Fr. fürchtete, daß man ihm auf dem HIefigen Untersuchungs- amte Schwierigkeiten bereiten würde und vermochte deshalb seinen bei ihm �wohnenden Neffen, den stuck, theol. Eck.» einige gedruckte Formulare bei einem hiestgen Drucker anfertigen zu lassen und diese entsprechend dem geschriebenen Atteste auszufüllen und mit den Namen der betreffenden Thier. arzte zu unterschreiben. Diese Atteste wurden dem Unter» suchungsamte anstatt der geschriebenen vorgelegt. Der Student behauptete, daß er derartige Atteste nicht für Urkunden gehalten bade. Im Uebrigen wurde bewiesen, daß die Angeklagten die Onginalatteste nach einigen Tagen nachgebracht hatten und die vernommenen städtischen Thierärzte bestäiigten, daß auch die geschriebenen Atteste nicht beanstandet worden wären. Das Verfahren der Angeklagten ist somit ganz überflü'fiz gewesen. D. wurde freigesprochen, well er mit der Unterschiedung nichts zu thun hatte, und die beiden anderen Angeklagten, die einen rechtswidrigen Vermozensvortheil ja nicht erstrebt hatten, wurden wie Eingangs dieses erwähnt, bestraft.! Freiburg» 17. Novdr. Heute früh gegen 9 Uhr wurde in dem gestern begonnenen Sozialistenprozeffe mit dem Verhör der Angeklagten fortaefabren. Es wird sodann durch Vo:» legung der amtlichen Gepäckscheine festgestellt, daß im Laufe d s Juli und August zwei Kisten mit verbotenen Schritten von Lör» räch abgegangen seien. Es stimmt diese Feststellung auch voll» kommen mit den Küheren Angaben der Mitangeklagten Pinke» t überein. Interessant waren die Ausführungen der Angcvagtc» Fanny Zwick, die fich durch den Empfang eines Briefes aus Base', in dem ein Gepäckschein und ein Kofferschlüffek fich befanden, verdächtig gemacht hatte. Um diesen Brief verständlich zu machen, schmuggelte die Angeklagte aus dem Gefängnisse einen Brief an eine Freundin in der Schweiz, in welchem fie dieselbe btttet, ihr einen Brief zu schreiben, der den Empfang des Basler BriefrS verständlich mache. Die schweizer Freundin hat aber den Zwick' schen Brief nicht kopirt und eine höchst konfuse Antwort gegeben, die natürlich in die Hände des Gerichts fiel. Die An- gcilagte b-streitet übrigens jede Spur. In sehr geschickter Weise vertheidigt fich der Angeklagte Adolph Geck, der flch als zuge- hörig zur sozialdemokratischen Patte! bekennt. Belastend für diesen Angeklagten ist das Aul finden eines BtteKs des Sozia- listenführerS Pinkett in Basel, der zwar an den Mitangeklagten Basler gettchtet war. fich aber in einer W-ste des Geck befand. Bezüglich des„Sozialdemokrat" fühtt Geck aus, daß er dieses Kampfblatt in seiner derben Schreibweise überhaupt nicht für ge» eignet halte zur Propaganda für die Sozialdemokratie. Gegen 12 Uhr wird zum Zeugenverhör übergegangen. Aus dem Zeuaenverhör speziell der Gendarmerie gebt hervor, daß die Pinkert längere Zett aus Angst vor den Basier Sozialdemo« Katen nach der Verhaftung mit ihren Aussaren zurück- hielt, später aber ein umfassendes Geständniß abgelegt bat, worauf die Verhaftung des größeren Tbeiles der jetzigen Angeklagten erfolgte. Dieselbe habe fich ferner dahin ausgesprochen, daß die meisten Sendunzen nach Offenbura gingen, von wo die Weiterdeförderung besorgt werde. In der Nachmitlagsfitzung gab u. a. der Polizeikommiffar Greif eine Schilderung des Schriftenschmuagcls in früheren Fällen, der fich mit dem im vorliegenden Falle deckt. Eine Anzahl Zeugen bekundet, daß fie niemals sozialistische Schttften bei Geck gesehen oder oon ihm erhalten hätten. Eine weitere Anzall Zeugen bestätigt feiner, daß Geck zu der von der Anklage angenommenen Zeit nicht in Basel gewesen sei, was füglich auch vom Staatsanwalt zugegeben wird. Nach Schluß der Beweisaufnahme— es ist zu kommendem Montag nur noch ein Zeuge telegraphilch geladen— stellt Rechtsanwalt Muser den Antraf, die Angeklagten, bei denen kein Fluchtverdacht vorliege, in Frei» heit zu setzen, da nach Entlaffuna der Zeugen von einer Kon» klufionsgefahr keine Rede mehr sein könne. Auf Antrag des Staatsanwalts lehnt der Gerichtshof den Antrag ab, worauf die Sitzung auf Montag vettagt wird, wo die Plaidoyers begannen. — Das Urtbcil haben wir bereits mitgetheilt. Der„Fürste«?e«g»", welcher im Münchener GeheimbundS» prozeß als vertrauenswürdige Quelle für polizeiliche Rapporte feine dekannte Rolle gespielt hat, ist am 19. d. Mts. vom Land- gertcht Augsburg wegen Verbrechens der Unzucht, begangen an einem 12iiahrigen Madchen, zu U Jahren Zuchthaus und öJadren Ehroerlust oerurlheitt worden. Vorläufig legenhett mehr haben, Rapporte über die düngen" der Sozialdemokraten zu erstatten. sandte, geheimen Verdin» Kereitte«n* Derlammimtse»» Eine öffentlich», von ungefähr 1500 Person»« tz». sucht« Maurer n-rsammwug tagte am Dienstag in der „Tonhalle", Fttedttckstr. 112. Die Tagesordnung lautete- 1. Definitive Beschlußfassung über Gründung eines Maurer» Vereins; 2. Berathung des Statutenentwurfs und Beschluß» fafiung hierüber; 3. Wahl eines provisorischen Volstandes- 4. Aufnahme oon Mttgliedern; 5. Verschiedenes. Nach Wahl des Bureaus, aus den Herren Wernau, Grothmann, Kettten und Muller destehend, wurde die Gmnvung eines Vereins einstimmig d««on der in Strecker's Salon gewählten Kommisfion ausgear- bettete �atutenentwurf von Herrn Karl Schmidt verlesen und in eine Spezialdiskusfion Hieruber eingetreten. Der Verein de- »weckt: Wahrung der Rechte und V-rbefferuna der Lage der Maurer BettinS in materieller, geistiger und filtlicher BeZiehuna. Dies soll gcschehm: 1 durch Erzielung möglichst günstiger, mit de» Zettverhaltniffen in Emllang stehender Arbeitszeit und Lohn. verhattmffe, sowie durch strenges Innehatten der gesetzlichen orerzehntagigen Kündigungsfrist(der letzte Passus:„sowie-c." war auf Antrag des Herrn Grothmann hinzugejü,zt roorten); 2. Abschaffung aller Akkord- und Pfuscharbeit, Beseitigung oller Sonntags- und Ueberstundenarbcit(Ncth- fälle, in denen Gefahr für Leben und Gesundheit anderer Pettoric« vorhanden ist. finden Berücksichtigung). 3) Durch möglichste Cr» stredung gesundhertsdienitcher, im Winter heizbarer Baubuden auf den Arbeitsplätzen. 4) Durch Erhattung eines Rechts» schutzrs, sowie sachverständigen Beistond in begründeten Reckls- streitiglelten. 6) Durch Belehrung der Mitglieder in technischrr prakrijcher und wissenschaftlicher Beziehung auf allen Gebieten deS gesellschaftlichen LebenS. 6) Durch Pflege der G selligkeit. Diese Bestimmungen des Entwurfes wurden einstimmig zu rechtsverbindlichen Etatutsparagrephen erhoben. Ein Geschäfts- ordnungsantrag, einem gewiffen Berichterstatter sftüheren Maurer), der gewöhnlich lügenhafte Berichte über die Versammlungen in die gegnerischen Blätter dringt, den Eintritt zur nächsten Ver» sawmlung zu verwehren, falls er auch diesmal die Wahrheit in gewohnter Weise entstellt, wurde angenommen. Es wurde nun in der Berathung des Statuts fortgefahren. DaS Eintrittsgeld soll 30 Vf. betragen, der monatliche Beitrag 20 Pf. Der Vorstand besteht aus 1 Vorsitzenden und 4 Stellvertretern(einer für jeden Bczirl, 0, S., W. und N.), einem Kasfirer, 4 Hilfskasfi- rem und 4 Schriftführern. Dieser Vorstand wird auf die Dauer von drei Monaten gewählt. Außerdem werden Z Revisoren mit Smonatticher Amtsthätigkett gewählt, von denen der älteste immer nach drei Monaten ausscheidet und eine Neuwohl stattfindet. Die Versammlungen finden an folgenden Terminen statt: in S. und N. alle 14 Tage vor dem 1. und 15. eines jeden Monats; in 0 und W. alle 14 Tage nach dem 1. und 15. Alle Vierteljahre findet eine Generalversammlung statt.— Der 4. Punkt„Aufnahme von Mitgliedern" wird hierauf zum 3. gesetzt und eine Pause von 10 Minuten findet ,u diesem Behufejtatt.(Wie wir hören, haben sich ungefähr 300 Maurer als Mitglieder einzeichnen lassen.) Nach Wieder- eintritt in die Tagesordnung wild Herr Wernau als Vorfitzender, Hnr Wilh. Schulz als Kasfirer und Herr Ferd. Müller als Schriftführer in den provisorischen Vorstand gewählt. Unter „Verschiedenes" wurde mitgcthdlt, daß am 27. November bei tztydrick, Beuthstraße, das Stiftungsfest des Untcrstützungs. verems für Maurer stattfindet; femer, daß an den ehemaligen Vorfiyenden des Unterstützungsrereins, Herrn Wernau, Fragebogen des Magistrats deHufs Aufstellung einer Statistik gesandt worden seien. Es wird hiezu beschloffen, die Fragedogen dem jetzigen Vorfitzenden des Unterstützungsrereins zu über- senden.— Herr Grothmann: Es habe stck ge- zeigt, daß ohne eine Vereinigung die Lage der Maurer immer mehr zurückgeht: die Maurer Berlins hatten nun einen Schritt vorwärts getban und eine Vereinigung ge- schaffen: jetzt sollten fie aber auch für dieselbe arbeiten unn da- für sorgen, oaß die Vereinigung im Frühjahre wenigstens 6000 Maurer umfasse, damit fie dann gerüstet den Uedergriffen der Bauherren entgegentreten kann. Herr Jäckel wünscht dem jungen Verein im Namen der Zimmerleute gutes Gedeihen und brachte ein Hoch auf denselben aus, in das die Versammlung kräftig einstimmte. Nach einigen warmen Worten des Herm Wernau wurde die Versammlung geschloffen. Di« Grt«ve»«attung Kerlin III der Dereinißnng nredjsU« Deutschlands hieit am Montag ihre rcgcl- müßige Versammlung in SägerS Lokal, Grüner Weg 29, ad mit der Tagesordnung: 1. Die Generalversammlung der Ver- em'gung der Drechsler Deutschlands vom 27.-30. Dezember in Magdeburg. 2. Austbeilung der Fragedogen zur Lohnstatistik im Kleinen, und 3. Verschiedenes. Nachdem der Vorfitzende ein Schreiben des Zentralvorstandes verlesen, worin die vollwich- tigen Gründe klargelegt wurden zur Abhaltung der General- Versammlung, wurde deschloffen, einen Delegirten zu schicken und die Wahl desselben auf die Tagesordnung der nächsten Ver- sammlung zu setzen, welche am 3. Dezember ebendaselbst statt- findet. Gemäß Pankt 2 begann die Austheilung der Frage- bogen, welche der Wahrhett gemäß auszufüllen versprochen wurden und die bis spätestens am 3, Dezember abzugeben find. Unter„Verschiedenes" kanr ein„Eingesandt" der Fachzeitung des Jnnungsvribandes der Drechsler zur Verlesung, worin ein Hamburger Meister stch bitter deklagt od der Schutzloshalwngt?) wählend des Hamburger Streiks seitens der Behörde. Mit Recht fragte Kollege R., ob der betr. Einsender wohl an die schwarzen Listen dächte. Z m Schluß kam der am Sonnabend, den 24. Dezember, in Säger's Lokal, Grüner Weg 29 statt- findende Herrenabend zur Sprache, welcher ein gewüihlicher zu werden verspricht, zumal hoffentlich die Verwaltungen I und ll ihre Vertc-ttr in gehöriger Zahl dazu entsenden werden, wie es so Eitle und Gebrauch unter Kellcgen ist. D«r Fachverein der Fith-graphiesteinschUifer und Birufögenoffen hielt am 19. d. M. seine Versammlung ab. SLs der Tagesordnung stand ein Vortrag des Herrn Schäfer über das Thema: Allgemeine Bildung und soziale Reform. Allgemeine Bildung, sagte Redner, sei einerseits die harmonische Bildung der Leides-, Gefühls- und Verstandeskraft des Ein- zUnm, andererseits die eber mäßige Ausbreitung dieser Bildung auf alle Stände und Völker. Leider bade es den Anschein, als od das Interesse der betreffenden Klassen erstorben sei. Wenn der vierte Stand, der Stand der Arbeiter, erst gelernt hat, sein Recht zu wahren, wird er es auch lernen zu begreifen.(WaS Herr Schäfer damit gemeint hat, ist uns nicht klar. Red.) Vor allem müßten die herrschenden Klaffen das Verlangen des Arbetters nach allgemeiner Bildung zu fördern suchen, und die Hauptdedingungcn wären: Höherer Lohn und Verlürzung der Arbeitszeit, damit dem Arbeiter mehr Zeit und «rast bliebe, fich für andere Dinge zu interesfirm. Redner sagt weiter: Die technische Bildung, d. h. die Geschick- ttchkett, gehöre mit zur leidlichen Bildung des Menschen und dieö müßte mehr gepflegt werden. Bildung ist Reichthum(? Red.), dtnn ein gebildeter Mensch besitzt eher die Fähigkeit, Schlüsse zu ziehen aus ver Vergangenheit und Gegenwart für die Zu- ki.nfr. An der Tislusston bctheiligen fich die Herren W. Zcchert und Schmidt und erklären sich mit den Ausführungen des Re< ferentcn im Wesentlichen einverstanden. Hierauf wurden noch verschiedene Vereimangelegenbeiten erledigt und deschloffen, zum B-sten der hilfsbedürftigen Familie eines Kollegen am ersten Weihnachtsfeiertag eine Matinee im Englischen Gartm, Alexander- straße 27, zu veranstalten. Der Fachverrin der Former und verwandten Berufs- gencffen h'.elt am Sonntag, den 18. d. M., in Faustmann's Eaton, Jnvalidenstr. 144, eine Versammlung mit folgender Tagesordnung ad: 1. Vortrag des Herrn Kendziora über:„Was I hfl die Moralwiffenschaft von der Handarbeit?" 2. Diskusston. 3. Bedliothek. 4. Verschiedenes und Fragckasten. Der Referent wies auf den Werth der Handardett rm Allgemeinen, sowie die Ursache der Arbeiterfrage, die fich seit Jahnehntm tn Deutsch- land oufgeihan habe, hin. Welchen Werth die Handarbeit hat, darüber habe die gegenwärtige Nationalökonomie entscheidend« Antwort gegeben. Redner betont auch zugleich, daß die Hand« ardett die erste und bleibende Form und ewige Naturdedingung des menschlichen Lebens ist. Praktisch diese Wissenschaft der Nationalökonomie und Moral zur Gellung zu brinam» sei die schwerste Aufgabe der Geccnwart, vor allem aber die Aufgabe der Handarbeiter selbst. Ale dann sprach Redner noch über Moral» Wissenschaft, Sitten- und Glaubenslehre und die Entwickelunader Ruttonaiökonomie. Nachdem fich einige Herren an der DiS» kusfion betheiligten, wurde zum dritten Punkt der Tagesordnung geschritten und einstimmig deschloffen, eine Bibliothek zu gründen. Als Bibliothekar wurde Kollege 31 Körsten gewählt. Zu„Ver- scktedenes" kam u. a. die Beschickung des Vletallarbeiterkongresses zur Sprache. ES sprachen jedoch mehrere Kollegen stch dahin aus. den Kongreß nicht zu beschicken, da wir näcbstes Jahr selbst wieder einen Kongreß in Ausficht haben. Nach Erörterung und Klarleaung einiger Fragen erfolgte Schluß der Versammlung. Dl« Filiale II(M«st) der Dereinignng der Mal«», laifci»«». Anstreiche« und verwandten Berufsgenoffen Deutsch- l-nvs hiett am 19. ds. ihre Monatsversammlung ad. Auf der ###* Reddin zunächst das Wort. Derselbe ist entschieden gegen das Vereinslokal und btttet, ein anderes zu besorgen. Siedel trttt für das Lokal ein; es liege ganz günstig für uns und es wäre so leicht kein paffendes gefunden. Nachdem noch veischic- dene Kollegen für und gegen gesprochen, läuft folgender Antrag ein: Stelle den Antrag, das Lokal zu verlegen und eine Kom> misfion von 5 Mann zur Auftreibung eines anderen Lokals zu wählen. Bei der Abstimmung wird der Antrag angenommen und die Kollegen MinNt y, Rast, Hasche, Krüger und Sy werden in die Kommisfion gewählt. Bei„Verschiedenes" macht der Be- vollmächtigte den Vorschlag ,_ das von Kollege Schweitzer empfohlene Buch„Natürliche Schöpfungsgeschichte" von Häckcl Bibliothek anzuschaffm. Nach längerer Debatte erklärt Mr die.... M fich die Versammlung hiermit einverstanden. Kollege Link emvfiehtt, einzelne Werke nicht in jeder Filiale anzuschaffen, die Mitglieder hadm das Recht, auch aus anderen Filialen Bücher zu entnehmen. Kollege Wentler meint, die Filialen könnten ja von Zeit zu Zett ihre Bücher gegenseitig umtauschen. Schweitzer bittet, daß auch einmal ein ll ines Vergnügen veranstaltet wird. Die Versammlung ist damit einverstanden und ein Komitee wird gewählt, welches in nächster Zeit das Nöthige zu besorgen hat. Kollege Lange meint, der Fragekosten müßte so stehen, daß er nicht beobachtet werden könne, damit jeder ohne Scheu seine Frage hineinwerfen könne. Dem tritt Ltten entgegen: es brauche fich keiner, der eine Frage thun wolle, zu schämen. Schweitzer fräat an, od schon ein Jnnungsausschuß gewählt ist. Ausschluß: es sei ein provisorischer Aus- Siedel giedt hierüder. �. schuh, bestehend aus Meisterssöhnen(Zwischenrufe: Hött! Hört!) ernannt. Im Fragekasten find verschiedene unbedeutende Fragen Nachdem dieselben erledigt find, schließt der erste Bcvollmäch- tigte die Versammlung. Ewe»rv&e D-lbevers'awmknng tagte am Sonntag, den 18. November, in Reinickendorf Amcndestraße 1, unter dem Vorsttz des Herrn Brinkmann. Herr Otto Knauf referirte über die Sozialreform und die Alters- und Jnvalidenvelficherung der Arbetter. Nachdem der Referent in einigen Worten der Schwie- rigkett gedacht hatte, ein Lokal zu einer Versammlung zu be- kommen, da auch hier das Saalabtreiben von gewisser Seite praltizirt würde und die Wirthe auf alle erdenkliche Weise „graulich" gemacht würden, ging er auf das eigentliche Thema über, um in Ijjstündiger Rede eine scharfe Kritik an der Sozial- reform und dem vorliegenden Gesetzentwurf der Atters- und Jnvaltdenversorgung zu üben, welcher durch die neuen Ver- änderungen nichts von dem verloren hat, was die Arbetter de- kämpfen, sondern noch etwas verschlechtert sei, indem die Altersrente noch mehr erniedrigt wäre. Die Aibettcr werden fich, so schloß der Redner, für eine derartige Sozialrefcrm bestens be- danken. In demselben Sinne sprechen fich die Herren Leh- mann, Ebrlich, Chemnitz u. A. aus, die fich an der Dis- kusfion betheiligten. Es wurde folgende Resolution verlesen und einstimmig angenommen:„Die heute, den 18. November 1888, in Reinickendorf. Amendesttcß? 1, tagende Vollsversammlung erklärt fich mtt den Ausführungen des Referenten cinvcrjiondcn, erklärt ferner den uns vorliegenden Entwurf zu einem Gesetze der Alters- und Jnvalidenoersorgurg als eine Abwälzung der Armenunterstützung von den Schultiin der Kenimunen auf die Arbeiter und hofft, daß die Ardeihlvatreter im Reichstage mit aller Entschicdenhctt gegen die E.nführurg dieses Gesttzes Front machen und dabin zu wirken, daß der Ausnutzung der Arbetter durch einzelne Kapitalisten ein Halt geboten wird durch dahin zielende Gesetze, als welches unter dem heutigen System tn erster Linie das seinerzett von der Arbeite, Partei cm gebrachte Arbeiter- schutzgesetz zu betrachten und ferner die Lösung der sozialen Frage nur in der Verwirklichung des Programms der sozialdemokca- tischen Partei zu hoffen ist." Nachdem der Referent zum Schluß die 3lnwesmdm aufgefordert, tüchtig für die Arbeite! pattei zu agttiren und dafür zu sorgen, daß auch der Wahlkreis Nieder- darnim einen Albettervertreter in den Reichstag sendet, wurde die Versammlung nach einer kurzen Ansprache mit einem drei- malioen Hoch auf die Sozialdemokratie vom Vorfitzenden ge- atlarvelter.'Kerlin»! Laut Beschluß der letzten öffentlichen Metallarbetter-Versammlung in„Sanssouci" vom 22. Oftoder d. I. sind Unterzdchncte bcaust-agt, mit nach- folgender Tagesordnung eine öffenttiche Versammlung sämmt- lieber Metallarbeiter Berlins einzuberufen. Dieselbe findet statt cm Freitag, dm 23. November, Abends 8 Uhr, im Konzert Haus „Sanssouci", Kottduserstr. 4a. Tagesordnung: 1. Stellung- eines Berliner Metall- nähme zur Gründun arbeiter-Vereins. Referent: Kollege August Meyer. 2. Eventuell Wahl einer Statuten berathungs- Kommisfion.— Metallarbeiter Berlins! Büchsenmacher, Bohrer, Ziseleure, Dreher. Drücker, Former. Feiienhauer. Gürtler, Graveure, Gelbgießcr, Golvardettcr, Hilfsarbeiter, Hobler, Instrumenten- macher, Kernmacher. Klempner, Kupscischmiede, Kesselschmiede, Maschinenbauer, Mechaniker, Radier, Rohrleger, Schlosser, Schmiede, Schraubendreher, Schnttta. Letter, Schleifer, Stanzer» Sttderorbeiter und Uhrmacher! Nun rufen wir Euch allen die Mahnung zu: Seid alle Mann om Platze, wo eS heißt, Eure Interessen zu vertreten und ein Gewerkfchaftsbündniß zu schließen, um in geschlossenen Reihen den edlen und gerechten Kampf für unsere Exist,nz und Er- Haltung unserer Familien mit allen gesetzlichen Mitteln aufzu- nehmen; ein solches Zirl ist aber natürlich einzig und allein nur durch festes Zusammenhalten sämmtltcher Branchen zu er- reichen. Metallarbeiter Berlins! Nun ist es Pflicht jedes edel- dcnkendm Arbeiters, diejenigen aus ihrem Schlaf aufzurütteln, welche noch nicht erwach», oder aber nicht so viel Pflichtgefühl im Herzen traorn, wie es ein zirilistrtc: Ardeitrr haben muß. Damm sei unsere Losung: Alle Mann zur Versammlung, um die von Nah und Fem auf uns blickenden Gewerlsgenoffen wissen zu lassen, daß wir Berliner Metallardeiter Männer find, wie es deutsche Ardeirer sein müssen! Es falle Haß, es falle Neid, es lebe hoch die Einigkeit. I A.: Otto Klein, Ritter- straße 15. Emst Fahrenwald, Dirffendachstr. 72. Fach»»»«fct>»» Hteindrnrtrer und Kitstogravhen K«»U«». Versammlung am Donnerstag, dm 22. d. Mls., Abends 8t Uhr, in Gratweil's Bierballen, Kommandanten- straße 77—79. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Canitz: Der Maam, seine Pflege im gesunden und danken Zustande. 2. Bericht und Reuwahl des Bibliothekars und Stellenver- mttllers. 3. Abrechnung vom Herrenabend. 4. Verschiedenes und Fragekasten. »0,«««i««»-anke«. und Aterd, Kasse de» Metall- «rvitte»(E. H. 29, Hamburg). Freitag, den 23. ds. Ms., A�ds�t�h�Nme Friedrichstr. 44, Versammlung der OrtS- Alexander platz(blauer Saal) einen öffentlichen Vortrag über die naturgemäße Behandlung von Diphtbcritis. Die»remke«-«nd Kegräbniffkasse des Vereins sämmtltcher Bemfsllassen Berlin 1 hält om Sonnabend, dm 24. d. M, Abends 8 Uhr, Blumenstr. 78 eine Versammlung ad. Anmeldung der Kinder zur Weihnachtsdescheerung. Neue Mit- glieder ohne Unterschied des Berufs und G.schlechls von 14 dis 45 Jawn nxrden in jeder Versammlung, sowie bei dm Herren 48; Geelhaar, Höchstestr. 20; Hamann. Neue Grünstr. 27; Kuhlnny, Landsbergerstr. 105; Cohn. Christinen- straße 7. und Schilling, Koppenstr. 48, aufgenommen. Deret»**»«einhaner Kerliv» und Umgcgmd. Sonntag, dm 25. d.M.. Vormittags 10 Uhr, Gmeralverfamm- lung Gartenstr. 123 bei Kmger. Die Mitglieder werden er- sucht, zahlreich zu erschetnm. DrAckfekter-Kerichtigung. Der in der Versammlung der Zuschneider, Strpper ic. aufgetretene Gewerloereinler(stehe gestrige Rümmer) heißt P i o ch nicht Pirch. Gesang-, Unrn-««d gesellige K ereine et» Donnerstag. Männcraesangverein„Lätitia" Abends 9 Vettin's Restaurant, Veteranmstr. 19.— Gesangverein. schluß" 3lbmds 8t Uhr im Restaurant Schumann, 3lltt straße 38.— Männergesangverein„Nordstern" Abends 9 Restaurant Jacob, Lindowersk. 26.— Schäfer'scher# verein„der Elfer". Abends 9 Uhr bei Wolf u. Krüger,% strecke 126, Gesang.— Gesangverein„Blüthmkram" 9 Uhr im Restaurant Dresdenerstr. 40.— Manne« „Alexander" Abends 9 Uhr im Restaurant Rose, S—., straße 3.— Männergesangverein„Licdesfrciheit" Abends A im Restaurant Siemund, Linienstt. 8.— Männergesang»: »Firmitas" bei Kinner, Köpnicknstr. 68.— Gesang Männerchor„St. Urban" Abends 9 Uhr Ritterstraße 1% Gesangverein„Deutsche Liedertafel� 3Ibmds 9 Köpnickerstraße 100.— Gesangverein„Norddeutsche SÄ Abends von 9—11 Uhr, Michaelkirchstraße 39.— oerein„Hasmhaide"(Lehrlings-Abth.) 3lbmds 8 Uhr A bachstr. 60-61.-„Berliner(1 linas-Abtheilung) Abends Bntzerstraße 17—18; Abends 8 Uhr in der städtischm Tumhalle,- � straße 51.— Lübecksscher Turnverein(Männer- Atth� 3lbends 8 Uhr Elisabcthstraße 57,58.- Allg. Aren« Stenographenverein, Abth.„Louismstadt", Abmds 8t% Restaurant Preuß, Oranimstraße 51.— Armds'scher h.»76 araphmverein„Phalanx" Abends 3t Uhr im Rcstaurmtt�«forfnl ts« Buckower Garten", Buckowerstraße 9.— Deutscher,° Armdslcher Stenograpim Abends 9 Uhr in Heidlls$ rant, Koppenstt. 75, Untenlcht und Uebung.— Berliner W graphen- Verein(System Arends) Abends 9 Restaurant Friedrichstraße 208.— Stolze'scher-. graphen-Verein„Nord-Berlin" Abends 9 Uhr SchlegelD� — Verein der Ziaturfreunde" Abends 9 Uhr im Restes Wienerstraße 35.— Verein der Unruhstädter 3ldends« im 4kömgstadt-Kafino", tzolzmarftstr. 72.— Verein ehe»» F. W. Rettschtag'scher Schüler am 1. und 3. Donnerstag Monats im Cafe Schüler, Landsbergerstr. 73, Abends 8 W, Rauchklub„Kernspitze" Abends 8j Uhr im Restaurant," marftstraße 44.— Rauchtlub„Arcona" Abends bei Brandt, Forsterstraße, Ecke der Reichmbe — Rauchllub„Dezimalwaage" Abends 9 Uhr im grj rant Lock, Krautsstraße 48.— Rauchklub„Vorwärts% 9 Uhr bei Herrn Tempel, Restaurant„Zum Ambos,? � M""—'"Ii" ._ tems i58ort. E lauerstraße 27.—„Orientalischer Rauchklub" im Restaurant Wicchett, Lranicnstraßc 8. Abends i Kleine Mittheilunge»., >. Vor einigen Tagen beim Morgengrauen WL- Bahnwärter auf dem Eisendahngeleise, welches von M ooi P � vom J Köln. ft89' Ol «acnwarker aus dem Eilenvahngeleife, welches von straße(Neustadt) nur durch ein Trehk euz abgesperrt% p Mann liegen, dem beide Beine abgefahren worden mLwl p Bein und ein Fuß, sowie der blaue Kittel und die Verunglückten lagen dreißig Schritte von dem Körper W Die Feuerwehr schaffte den noch lebenden Mann ins Wj wo derselbe bald darauf starb. Seine Jdentttät ist festgestellt; wahrscheinlich ist es ein Bauer aus Kölns._ u Mainz. Im Laufe des Montags wurde unsere S>�ü einer Verbrecherdande gesäubert, welche schon seit gerau>»°� fich recht unangenehm durch Einbrüche und Diebstähle � schiedensten Art bemerlbar gemacht hatte. Du ch einen nPiff vo "—..................• .. av U.«8be der �«verfiel ( ??sse» Pia tchei l«, mu oon wer ""«Will Anvere l K.r Nacht vom Sonnabend gelangte unsere Kriminalpolizei len vom *..... F w,® 0 J i 0 so, auf Sonntag ausgeführte» ui>ic»«mumiupolizet auf die Spur der und wurden im Laufe des Tages nickt weniger als»W,(n, Burschen im Alter von 16 bis 24 Jahren verhafte. V« 5°« betör ni sämmtlick thells beschuldigt, thcils sckon überführt� jüngsten Einbrüche oder Diebstähle ausgeführt zu babtt- t-i London. Die Entdeckung des Verüders der l' Morde in Wditechapel kommt um keinen Schritt vorwärts nimmt die Polizei eine Menge Verhaftungen vor, gä# die allerwemzsten von der Presse gemeldet werden. abend wurde ein geachteter Birmiohamer Arzt bei 1".� fünft in London oon Geheimpolizisten� in Empfadg�� M. men und auch mehrere, di.cft von Deutschland Kaufleute mußten ein strenges Verhör bestehen- angeblich mit dem Mörder eine auffallende Aehnlicb«� Telegr-Ptzisch? Zepesches- (Wolff's Telegraphen-Bureau.) Ktrassbnrg i. E.. Mittwoch, 21. November. zcitung für Elsaß-Loldrinften" meldet aus AoricourbAt». von franzöfischm Blättern berichtete Zwischenfall, Verhaftung eines französischen Bahndofedeamten, bei » dersell besä bas reduzire, daß ein französischer Bahnhofebedieniieter Avricourt am 18. d. M. wegen Diebstahls veH 20. November aber wieder aus der Haft entlassen London, Mittwoch, 21. November. In Sitzung der Kommission in der Parnell'scken sprach der Präsident der Kommisfion eine Geldstrafe gegen Edward Harrington, den nationalistischen TW' Kerry, aus, wegen des im„Kerry Sentincl" ve«« Artilels, welcher eine schwere Beleidigung gegen den* enthielt. In dem Bttikel. auf welchen der Geneid» � ö? gestern hingewiesen hatte, war ausgeführt worden, TW richtshof nur eine Kreatur der R-'gteruna und der yn fcorriraten hatte auf fflefraaen des N äfidenteN Hmrington hatte auf Befragen des Pcäfidenten die Verantwortung für den Artikel übernehme. Kriefkasten der Zledaktis��»- »et Anfragen bitten wir die Zibonnementb-Quitlung beizusti-»' Antwort wirb nicht ertheilt..„>» 1000. Die Kaiserinnen> WUtwen beziehen � keinerlei Einkommen, sondem werden, abgesehen® � künften ihres Privatoermögens, vom Kaiser unterya- ---'' 1. Wenn auf Grund vcs� zip K fe IJ�ich0 M #.®. vpprln-rstr 1. Wenn auf Grund» geslM vermtyeilenden Erkenntnisses Ihnen gehörige SaS � 2.� werden, so können Sie JnterventionSftage erkevcn-. unter die w bei passender Gelegenheit den Herren unter ww � #!"«.»6. Der Bai» ist zur fi setzlieh verpflichtet. Sein Einwand, daß früher ein uneheliches Kindes hatte, greift selbst Von er dem Mädchen ein schriftliches Eocversprec�n ß 0-ie als„> I- F L. Klumenflraff». 3llte Gewichte�- � Eisen mit verkauft werden sollen, unterliegen nähme. Legen Sie Beschwerde ein... a .v. W,* ,a" viin Arbeiter, der fich ,�chu»% ä?« yarzi s- � . versetzten Gegenstandes kann � � jitf Pfandlecher einlösm und den Versetzer wegen iösurg aufgewendeten Betrages verklagen. A. L.»000. Die Strafverfolgung wegen jährt in 20 Jadren. Berantwortlich« Redaktem:».•ttmütim in«eriin. Druck und Verlag von M«».»w. in Berlin SW. Beuchftreck« Vergl. unsere i- R. Sie brauchen nur dem htefigen Mc>ßjs ginn und die Art Ihres Gewerbes anzuzechen- 'K W »de, m au* in». S*-** M si!�» Ks äi