It. 87». Dienstag, den 87. November 1888. s. MiittMüblÄ. Lrgan für die Interessen der Arbeiter. * Ret Em�lne?ks?Ma ö_ ißinoefess» w*« Poft)eitungSpr«Äist« für 1SS8 SousLagZ-Nsins« aä de» 10 Pf. -"•—---«da«r. 84a.} KedaktLs«: Kevthstrsß«%— Gexeditis«: Zi««erstraKe 44. Proletarierleven. , Die Sorge, daß sich die Arbeiter mit Gänsebraten und ,??en Konditorwaarea den Magen verderben möchten, auch dem Fabrikbesitzer PeterS in Neviges den Schlaf w7rt Zu haben, und so setzte sich denn dieser wackere Pa- nationalliberale ReichStagSkandidat und Mitunter- M«er des nationalliberalen Wahlaufrufs zu den Land- gswahlen hin und stellte einen Küchenzettel für eine Pro- srctierfatnilie von vier Köpfen in„sehr dürftigen Verhält- zusammen, bei dessen Einhaltung eS möglich sei, bei bescheidensten Verhältnissen noch den Hunger zu stillen »v natürlich auch noch einen Nothgroschen für Fälle der Bsdeitslosigkeit oder Krankheit tc. zurück zu legen. Bemerkt 5? ß Herr PeterS den Speisezettel für vier„erwachsene °�Bllienmitglieder" berechnet hat. Sehen wir also zu, mit *"9 lukullischen Gerichten der rheinische Fabrikant und na- 'wialliberale Arbeiterfreund und Sozialreformer den Tisch Arbeiter decken will. Der Speisezettel lautet: ._ Sonntag. � Pfd. Sauerkraut..... 9 Pf. t S„ Kartoffeln......!5„ 44 Pf. |%„ frischer Speck..... 20„ J Montag. U Pfd. Erbsen in Suppe... 25 Pf.) 6„ Kartoffeln...... 18„ 47 Pf. 1„ frische Schweineknochen. 4„ J D i e n st a g. X Pfd. Gerste in Suppe.... 10 Pf. 1 6„ Kartoffeln...... 18„> 35 Ps. Wurstbrühe oder Buttermllch.. 7„ J i._ Mittwoch. t'«To. weiße Bohnen in Suppe. 24 Pf.] n.. Kartoffeln...... 15„ 43 Pf. Vd und Zwiebel...... 4„ j ? Donnerstag. Kartoffeln...... 21 Pf. t f''�elsauc- mit O.l..... 4„ � 45 Pf. S Pfd. Panhas(Kaldaunen?).. 20„ J \ Pst». Kartoffeln. 12 Pf. r «. Buchweizenmehl in Plan» I ,q m? kuchcn...... 20„ zu Suppe und Oel zu Kuchen 7„ J ,_ Sonnabend. I Pfd. Reis in Suppe.... 9 Pf. l '«& IÄ::::::'1: 1 28 w- � Summa 2,81 Mark. unseren Lesern nicht der Mund«ach der Wurst- �°der nach den Zwiebeln in Oel? Jeuilleton. Kaskowikam. [20 » Roma« von F. M. Dostojewski. de«, Russische« übersetzt von W i l h. H e« ck e l. *», Petrowitsch! fing der Sektretär besänftigend B« aber abbreche« und den richtigen Moment ab- ML,, dta« den hitzige« Lieutenant konnte man nur durch »Mn- an den Hände» bändigen, der Sekretär wußte �Ecfahrung. -ibe,' prächtige Dame aber sing an zu zittern und zu dem Donner und Blitz; aber sonderbar, je zahl- 1».t. UMh----:(----'*--- � � jci..... C™ haÄf Tj ll*|V~ v•••• V V«»*/; ww*-- � J,. y y i�'ichpv unzweideutiger die Schimpfwörter wurden, desto �Läch.'ourde ihr Aussehe«, desto bezaubernder wurde . dem donnernde» Lieutenant gegenüber. Sie 2? l 4 Fleck, wo sie stand, knixte fortwährend Jülich rf mit Ungeduld den Augenblick, wo es ihr Qß � würde, zu Wort zu kommen; endlich kam die �ät lein Lärm und Prügelei waren bei mir, Herr k.J&'c'm I1! plötzlich zu plappern an. zwar mit pro- C» lei» onU1»�em®CCSnt' aber doch fließend russisch,— läge' i a Skandal, und sie kamen betrunken, und k: ich bnr. Herr Kapitän, und ich bin nicht schuld W'8«?? anständiges Hau», Herr Kapitän, und an- selbst.olung, Herr Kapitän, und ich wollte niemals, �°'°m°l- Skandal. Aber sie sind ganz betrunken m!«&U ei«.. i?oen dann«och drei Flaschen oerlangt, und V er bqU? 0at' star keine Manieren, habe ich gesagt. Flasche und er hat alle mit der Flasche Kestoße«. Und wie ich da gleich den Hausknecht Doch das nur nebenher. Wir konstatiren also, daß Herr PeterS bei der Auf- stellung seines Speisezettels nicht ein einziges Mal in der Woche Fleisch vorgesehen hat, dagegen kehren allerdings die Kartoffeln mit einer verzweifelten Regelmäßigkeit Tag für Tag wieder. Der Speisezettel des Herrn Peter» will nur für erwachsene Persoven berechnet sein, das ist aber ei» Unding. Arbeiterfamilien, die nur aus 4 erwachsenen Personen bestehen, zählen so sehr zu den Ausnahmen, daß sie kaum in Betracht kommen. Soll also da» Rezept de« Herrn Peters irgendwie einen Werth haben, so muß es auf die Arbeiterfamilie, wie sie wirklich ist, Anwendung finden. Und in diesem Sinne wollen wir deshalb den Speisezettel des nationallibecalen Sozialreformer» etwa» näher betrachten. Herr PeterS läßt also die sieben MittagSmahlzeite« einer Woche für 2.81 M. herstellen. Da» macht pro Jahr 146,12 M. ES ist gewiß nicht zu hoch ge- rechnet, wenn wir annehmen, daß für die übrigen Mahlzeiten des TageS eine gleich hohe Ausgabe in Ansatz zu bringen ist. Macht also für Essen allein pro Familie und Jahr 292,24 M. Nun kann aber keine Familie bloS mit Essen allein bestehen. Wohnung. Kleidung ec. sind unent- behrliche Dinge. Sehen wir also zu. wie hoch sich diese absolut unentbehrlichen Ausgaben des Jahre» über be- laufen. Also: Wohnung pro Jahr.. 72,00 M. Brennmaterial„„.. 52,00„ Licht„ ,,,. 5,00 ,, Steuern„„.. 5,00„ Kleidung, Schuhzeug k.„„.. 75,00„ Wäsche, Seife K.„„., 6,00„ Krankenkasse„„.. 10,00„ 225,00 M. Da der Betrag für die Mahlzeiten, nach dem Speisezettel de» Herrn PeterS gerechnet, 292,24 M. ausmacht, so ergiebt sich also eine GesammtjahreSauSgabe von 517,24 M. Nun ist aber in dieser Aufstellung noch so manches nicht angegeben, was bei einem Familien- JahreSbudget gerechnet werden muß. Es ist kein Pfennig sür ein GlaS Bier oder Schnaps angerechnet. Zwirn, Stopfgarn, Näh- und Stricknadeln, Haften und Bänder sind ganz unerläßliche Ausgaben in einer Familie. Soweit ei« kleines Kind da ist, erwachsen auch noch für Milch, Zucker ec. Extra-AuSgaben, welche in den Kosten de» mehr als bescheidenen Speisezettel» nicht einbegriffen sei» könne«. Auch das Salz zu den Kartoffeln hat Herr Peter» ver- gessen. Von Ausgaben für eme Zertung oder ein Buch, oder von Verein! beiträgen wollen wir gar nicht reden, ob- wohl ein guter und loyaler Arbeiter doch Mitglied eine» rief und Karl kam, hat er Karl das Auge zerschlagen und Henrielten hat er auch daS Auge zerschlagen und mich hat er fünfmal auf die Backe geschlagen. Und daS ist nicht fein in einem anständigen Hause, Herr Kapitän, und ich habe geschrien. Er aber hat, nach dem Kanal zu, da» Fenster ausgemacht und hat auS dem Fenster wie ein kleine» Schwei« gequiekt, und daS ist eine Schande. Wie kann man nur aus dem Fenster auf die Straße wie ei» kleines Schwein quieken? Pfui, pfui, pfui! Und Karl hat ihn von hinten am Frack vom Fenster weggezogen und ihm dabei, — ja, das ist wahr, Herr Kapitän,— feine« Rock zer- rissen. Und dann hat er geschrien, daß man ihm fünfzehn Rubel Strafe zahlen müsse. Und°!ch habe ihm selbst, Herr Kapitän, fünf Rubel für seinen Rock bezahlt. Und das ist ein unanständiger Gast, Herr Kapitän, und er hat allen Skandal gemacht. Ich werde, hat er gesagt, über euch eine große Satire drucken lassen, denn ich kann in allen Zeitungen über euch schreiben. — Also einer von den Zeitungsschreibern? — Ja, Herr Kapitän, und wa» ist da» für ein unan- ständiger Gast, Herr Kapitän, wenn er in einem anständigen — Nun, nun, genug! Ich habe Dir doch gesagt, gesagt habe ich Dir doch... — Jlja Petrowitsch! sagte nochmals bedeutungsvoll der Sekretär." Der Lieutenant blickte nach ihm hin; der Sekretär nickte leicht mit dem Kopf.*, t x*« ..... Also ich sage Dir nochmals, hochgeachtetste Lawisa Jwanowna, und sage e» Dir zum letztenmal, fuhr der Lieutenant ruhiger fort, wenn bei Dir, in Deinem anständigen Hause, nur noch ein einziges Mal Skandal vor- kommt, so werde ich Dich selbst beim Wickel nehmen, wie r£ itä für seinen Rockschoß hat bezahlen lassen? So sind sie, diese Zerren Literaten! und er warf einen verachtungsvollen Blick Rsiolnito«,.%oW«« bidWeGe, schichte, zu Mittag gegessen, wünscht aber nicht zu bezahle»; Kriegervereines oder einer sonstigen christlich-sozialen-anti- semitischen Vereinigung sein soll. Es unterliegt also nach der obigen Ausstellung gar keinem Zweifel, daß die Ausgaben einer Arbeiterfamilie, vorausgesetzt, daß dieselbe ihren Hunger, wenn auch nur mit Kartoffeln, stillen will, nicht unter 600 M. per Jahr betragen könne«. Und nun vergleiche man mit diesen Ausgaben die Einnahmen der Arbeiter. Um 600 M. per Jahr zu verdienen, muß der Arbeiter einen regelmäßigen Verdienst von 12 M. per Woche haben. Wir behaupten nun, daß nur ein verhältniß- mäßig sehr geringer Theil von Arbeitern diesen Ver- dienst erzielt. ES scheiden hier zunächst einmal die gesammte« Arbeiter in der Land- und Forstwirthschaft au». Unter diesen Hunderitauscnden, ja Millionen Arbeitern ist wohl schwerlich 1 Prozent, die auf einen Jahreslohn von M. 600 kommen. Ebendahin gehört zum weitaus größten Theil die Arbeiterschaft der gesammten Textilindustrie. Im Handwerk sind eS nur ganz vereinzelte Branchen, welche einen höheren Durchschnittslohn erzielen, große Gewerbe wie die Schuhmacher und Schneider haben diesen Durchschnitts- verdienst nicht. Daß die Arbeiterschaft in der gesammten Hausindustrie mit verschwindenden Ausnahmen ebenfalls weniger wie M. 600 verdient, ist eine allgemein bekannte Thatsache. E» steht also fest, daß die Niaiorität unserer Arbeiterschaft eine» JahreSvcrdienst von M. 600 nicht hat, daß also in Wirklichkeit der Speisezettel, wie ihn Herr PeterS für eine Familie in sehr dürftigen Verhältnissen aufgestellt hat, noch zu oppulent ausgefallen ist. Wer aber zwerfel« sollte, daß unsere Angabe« über die Löhne der Arbeiter richtig sind, den verweisen wir auf die vom Reichs- VerficherungSamt veranstaltete Zusammenstellung der Durch- schnittSlöhoe au» den Lohnlisten behufs Durchführung der Unfalloersicherung, wo der Durchschnittslohn etwas über M. 600 per Kopf angegaben ist. Nun handelt eS sich aber bei dieser Zusammenstellung ausschließlich nur um Industriearbeiter, die Löhne der lavdwirthschaftlichen Ar- beiter, sowie der weitaus meisten Handwerksgesellen fehle« in diesen Zusammenstellungen. Die Löhne, wie sie die Mehrzahl der deutschen Ar- beiter erhält, reichen also nicht einmal au», um den Hunger der Familie mit Kartoffel«, Sauerkraut und Wurstbrühe zu stillen. Begreift man jetzt, warum die Berichte der Fabrik- inspektoren eine stetig wachsende Zunahme der Frauen- und Kinderarbeit konstatiren? Der Lohn des Mannes ist eben zu niedrig, und so muß die Frau fort von der Familie und hinein in die Fabrik, und ebenso wird dai Kmd, so- bald e» da» zwölfte Lebensjahr überschritten hat, in da» harte Joch der Arbeit gespannt. Denn nur wenn alles zu- fammen hilft, Vater, Mutter und Kinder, dann ist bei ich, sagt er, werde das alles in einer Satire beschreiben. Auf dem Dampsboot auch, ein anderer, in voriger Woche hat die achtbare Familie eine» StaatSrathS, Frau und Tochter, mit de« gemeinsten Wörtern geschimpft. Auch auS einer Konditorei wurde einer letzthin hinausgeschmissen. So sind sie alle, diese Herren Schriftsteller, Litcraten, Studenten und Zeitungsschreiber... pftii! Und Du, packe Dich jetzt! Ich werde selbst bei Dir vorkommen... nimm Dich in acht! Hast Du gehört? Luise Jwanowna begann mit erhöhter Geschwindigkeit nach allen Seiten hin zu knixen und knixte so bi» zur Thür; in der Thür aber stieß sie von hinten mit einem stattliche» Offizier zusammen. Er hatte ein frische», offenes Gesicht, einen dichten, blonden Backenbart— es war Nikodim Fomitsch� selbst, der Ausseher dcS PolizeibczirkS. Luise Jwanowna knixte eilig, fast bis zur Diele und hüpfte, trippelte, flog au» dem Bureau hinaus. — Wieder Gepolter, wieder Donner und Blitz, Wirbel- wind und Orkan! wandte sich Nikodim Fomitsch lieben»- würdig und fteundschastlich an Jlja Petrowitsch.— ist Ihr Herz wieder einmal übergelaufen, hat'S gekocht? Schon auf der Treppe Hab' ich'» gehört. — Ach, wai! sagte Jlja Petrowitsch mit nobler Ron- chalance und ging mitPapieren m der Hand zu einem ander« Tisch, wieder mit den Schultern zuckend; da, belieben Sie zu schauen: ein Herr Schriftsteller, das heißt Student, wollt' ich sagen, ein gewesener nämlich, zahlt nicht, stellt Wechsel au», räumt die Wohnung nicht, fortwährende Klagen! ... waren aber doch beleidigt, daß ich in ihrer Gegenwart eine Zigarette rauche! führen selbst ein lüderlicheS Leben; da bemühen Sie sich ihn anzuschauen; so sieht sie au», diese Sorte, in ihrem äußerst reizenden Exterieur! — Armuth ist kein Laster, Freundchen,... nun ja, ich weiß schon! Bist wie Pulver, konntest Dich nicht über- winden. Sie fühlten sich gewiß irgendwie von ihm gekränkt und konnten sich selbst nicht beherrschen, fuhr Nikodim *) Nikodemus, Sohn deS Thomas. vnseren Löhnen, wie sie im Durchschnitt bezahlt werden, Aussicht vorhanden, daß so viel verdient wird, um die Fa- milie vernünftig zu nähren und zu kleiden. Wer wird nicht, wenn er den Peters'schen Küchenzettel liest, unwillkürlich an die Verpflegung erinnert, wie sie Sträflinge in Gefangenen- Anstalten erhalten? Nur daß bei diesen in der Woche ein oder zwei Mal auch von etwas Fleisch die Rede ist. Da nun, wie wir gezeigt haben, der Speisezettel des Herrn PeterS thatsächlich noch für eine große Reihe von Arbeiterfamilie« zu reichhaltig bemessen ist, wer kann sich da noch wundern, wenn die Fälle— beson» derS in der Winterszeit— sich immer mehr häufe», daß einzelne Personen sich gegen das Strafgesetz vergehen, bloS um Unterkunft in den Gefängnissen zu finden? Weiter aber fragen wir: Wie schwer versündigen sich Jene am allgemeinen Volkswohl, welche durch Einschränkung und Unterdrückung des Koalitionsrechts den Arbeitern die einzige Möglichkeit nehmen, eine weitere Herabdrückung der Löhne zu verhindern, oder, wenn die Konjunktur günstig ist, die Löhne zu steigern? Zum Schluß aber noch eine Bemerkung. Herr PeterS ist Nationalliberaler und Fabrikant, also Schutzzöllner und Anhänger der WirthschaftSreform. Seit beinahe zehn Zah- ren erfreuen wir uns nun bereit» der Segnungen dieser Re« form, und was bat sie den Arbeitern gebracht? Antwort: Man lese vc» Speisezettel des Herrn Fabrikanten PeterS auS Neviges. Grigmak-Komspodttlzen. Zürich, ven 24. November. Am 9. Dezember gelangt im Kanton Zürich das vom Kantone rathe beschlossene neue Volks« schulgesetz zur Volksabstimmung. Seit andcrtbald Jahr- zehnten wird an der Schulreform aearbeitet, aber alle Vorschläge die gemacht wurden, fanden beim Volk keine Gnade und wurden verworfen. Das neue Schulgesetz setzt den obligatorischen Schulbesuch auf 8 Jahre, vom 6. bis zum 14. Altersjahre fest. Die Zabl der Unterrichtsstunden, namentlich in der 7. und 8. Schulklasse erfährt eine bedeutende Vermcbrung. Dahingegen wird die Zahl der in einer Klaffe zuläsfigen Schüler von 100 auf 70 reduzirt. Die wichtigste Neuerung in dem vorgelegten Schulgesetze ist die Einführung vollständiger Unentgeltlichkeit der dreijährigen Sekundärschule, auch in Be» zug auf Lehrmittel und Schreibmaterialien. In den Kreisen der Kapitalisten ist man aber für diese Neue» nina. die in der Haupisache dem unbemittelten Familienvater zu Gute kommt, nicht besonders begeistert, und darum kommt sie auch nicht als inhaltliche Bestimmung des Gesetzes, sondem für sich besonders zur Abstimmung. Es ist daher ihre Annahme noch nicht über jeden Zweifel hinaus gefichert. Im Falle der Annahme erwachsen aus dieser Neuerung dem Staate Mehraus- gaben in Höhe von 255 000 Fr Bekanntlich grasfirt in der Schweiz, wie dieS gegenwärtig Mode zu sein scheint, auch der Chauvinismus mit der, /Schwaden- frefferei" im Gefolge. Während aber in Deutschland z. B. der Nationalitätenhaß schon durch geeignete Aufsätze in den Schul- büchern den Kindern eingeimpft wird, sind die schweizerischen Schultücher vollständig davon frei, aber hier wird der Cbauvi- nismus prallisch gezüchtet. Nur wirklich edel gebildete Männer und die Sozialdemokraten sind davon völlig frei, in allen übrigen Kreisen herrscht der Nattonalitätendünkcl. Wie derselbe überall gezüchtet wird, besonders in der Frmllie, hat man oft Gelegenheit, sogar auf der Straße wahrzunehmen. Kleine Kinder, die kaum lallen können, führen schon den„halbe Schwaben" im Mund-, und so gebt es durch alle Altersstufen durch bis zum alten Greise. Es ist das etwas häßliches, um so häßlicher, als z. B. Deutsche und Schweizer sich nicht als wildfremde Nationen gegenüber stehen, sondern stammverwandt sind und durch taufen« derlei Verbindungen, gemeinsame Interessen rc. zusammenhängen. So find denn auch edle Schweizer von einem solchen Chauvinismus wenig erbaut, die folgende Aeußerungen des hochgesinnten Vö gelin zeigen, die er gelegentlich eines Vortrages that und denen wir hier Raum geben wollen, auch zu Nutz und Frommen nicht schweizerischen Chauvinisten: „Es ist serner die Schw-izergeschichte bisher dargestellt worden als ein unausgesetzter V.rsuch der Oesterreicher, unsere Freiheit zu unterdrücken. Daraus mußte ein glühender Haß gegen die österreichischen Vögte entstehen und dieser Haß gegen die Vögte mußte zum Haß gegen Ocsterreicher und gegen Deutschland überhaupt ausarten. Wer nun den Nationalyaß für ein Unglück hält, darf ihn also der Jugend nickt schon mit der Schulmilch eintränken. Aufhören muß eine Darstellung, wo wir immer Recht haben, die anderen dagegen Unrecht, ja wo diese inszesamu t als Buden, Freiheilsschänder u. s. f. er» scheinen. Jene Erzählungen von den Schandthaten der Vögte, Fomitsch, sich liebenswürdig an RaSkolnikow wendend, fort, — aber das war ganz unrecht; ich sage Ihnen, er ist der liebenswürdigste Mensch auf der Welt, aber Pulver, daS reinste Pul-er! Aufgeflammt, abgebrannt— und alles vorbei! AlleS dahin! DaS Resultat aber ist— ein goldene? Herz! Schon im Regiment nannte man ihn nur Lieutenant Pulver. — Und noch dazu was für ein Regiment! rief Jlja Petrowitfch au», sehr befriedigt, daß man ihn so angenehm gekitzelt hatte, aber noch immer schmollend. RaSkolnikow fühlte daS Bedürfniß, ihnen alle» etwas Angenehmes zu sagen. — Aber ich bitte, Herr Hauptmann, fing er unge- zwungen an, sich plötzlich an Nikodim Fomitsch wendend,— bedenken Sie meine Lage... Ich bin sogar bereit, den Herrn um Verzeihung zu bitten, wen» ich gefehlt haben sollte. Ich bin ein armer, kranker Student— durch Armuth niedergedrückt. Ein ehemaliger Student, da ich jetzt nicht im Stande bin, meinen Lebensunterhalt zu verdienen, aber ich werde Geld bekommen... und dann zahlen. Ich habe Mutter und Schwester im Gouvernement R'... man wird mir Geld schicken und ich werde alles bezahlen. Meine Wirthin ist eine gute Frau, aber sie ist so boshaft geworden, weil ich die Lektionen verloren und seit vier Monaten nicht» gezahlt habe; sie schickt mir sogar kein Essen mehr.. Ich begreife gar nicht, wa« daS für ein Wechsel ist! Sie ver- langt jetzt von mir Zahlung laut Wechsel, wie kann ich denn zahle«, urtheilen Sie selbst!... — DaS geht uns gar nichts an... versuchte der Sekretär zu bemerken... — Erlauben Sie, erlauben Sie, ich bin mit Ihnen ganz einverstanden, erlauben Sie mir aber. Ihnen klar zu machen, unterbrach ihn RaSkolnikow wieder, indem er sich nicht an den Sekretär, sondern immer an Nikodim Fomitsch und möglichst auch an Jlja Petrowitsch wandte, odschon dieser that, als ob er in Papieren wühle und ihm, miß- achtend, keine Aufmerksamkeit schenke,— erlauben Sie meinerseits die Erklärung, daß ich schon gegen drei Jahre bei ihr wohne, seit meiner Ankunft aus der Provinz und früher... ftüher... weshalb sollte ich es leugnen, gleich die ja zum Glück ins Reich der Fabel, beziehungsweise der Lüge gehören, müssen fallen. Es itt freilich wohl möglich, daß dann von jener wunderbaren lltationalhcnlichkeit einiges abfällt; aber es dient unserm Volle offenbar nicht zum Un- segen. wenn es von seinem Nationaldünkel etwas adgiebt." Diese Worte sollten fich alle lliationaldusler beberzigen: Wozu die kapitalistische und profitwüthige Partei fähig ist, wenn fie gegen einen Mann tiefen Haß gefaßt bat, zeigt das Vorgehen der Liberalkonseroativen anläßlich der Nationalrathswahl im Kreise WInterthur. Wie losgelassene Furien fällt die ganze Klique Über den demokratischen Kandi- daten Locher her. Da fie seiner persönlichen Ehrenhaftigkeit und seinen geistigen Fähigkeiten nichts anhaben können, nennen fie ihn den Kandidaten der„Sozialdemokraten", den Anwatt „fremder Wähler", dm Macher des Züricher Schlosserstreiks rc. und stellen seine Wahl als eine„Gefahr für das Vaterland" hin. Der rothe Lappen, recht kräftig vor dem politisch unaeschulten Bauersmann und Handwerker geschwungen, tbut ja immer noch seine Schuldigkeit, und das gute, dumme Volk geht immer wieder auf den Leim. Ach, wenn es nur einmal dieses plumpe Spiel durchschauen könnte und dm Bauern- fängern dm Rücken kehrte. Steigt da ein Winterlburer Millionär, ein großer Fabrikant in's„Voll" hinab, um es auf die Lochcr'sche Vaterlandsgcfahr auf- merksam zu machen. Trotzdem dieser gefährliche Locher in Winterthur sein Unwesm treibt, hat die Fabrik, bei dem der obenerwähnte millionärische Agitator betheiligt ist, im verflösse- nen Geschäftsjahr einen Reingewinn von 1 200 000 Fcks. erzielt!— Welch' charakterlose Taktik die Liberalen in diesem Wahlkreise verfolgen, zeigt, daß fie einen Großgrundbesitzer, der „Auchdemokrat" fern will, aus dm Reihm der demokratischen Partei fich holten und als ihren Kandidaten proklamirten; aber trotz all' dieser Machinationen wird morgen Redakteur Locher als Sieger aus der Wahlurne hervorgehen. Die Parteigenossen des Regierungsrathes Spiller, der in Angelegenheit des gebeimen Krersschreidms die Interpellation Müller(Advokat in Wintcrthur) beantwortete, sind wütbend auf ihn, daß er eine solche Antwort gab. Die„N. Z Ztg." ist von dem Verhalten ihres Parteigenossen förmlich entrüstet. Nun, uns kann's recht sein. volitischr Uebrrstcht. Da» Wandat de» gegenwärtigen Reichstage» reicht bis zum 21. Februar(ausschließlich) des Jahres 1890. Nachdem die Möglichkeit einer Auflösung vor Ablauf des Mandats bereits wiederholt in's Auge gefaßt worden ist, so sei auch einmal die Frage ins Auge gefaßt, wann wir den Termin der Neuwahlen für dm Fall zu erwarten haben, daß die(dreijährige) Normal- dauer des gegenwärtigen R-ickstags keine Kürzung erleidet. Eine direkte Bestimmung dcr Frist, innerhalb deren die Neu- wahlm vorzunehmen find, besteht leider nickt. Die Reichs- Verfassung hat nur für dm Fall einer Auflösung eine be- stimmte Frist für die Anbeiaumung und Vornahme dcr Neu« wählen festgesetzt. Indirekt gebunden ist die Reichsregierung dagegen durch mehrere Artikel der Reichsoerfassung, von denen der eine(Art. 18) die alljährliche Berufung des Reichstages festsetzt, der andere(Art. 5) festsetzt, daß die„Uederetnstimmung der Mehrheitsbeschlüsse" des Bundesraths und Reichstags„zu einem Reichsgesetz erforderlich" ist. Da nun dcr Reichshaushalt alljährlich dem Reichstage vorzulegen ist, und ohne den Reichstag nicht ReickSgesetz werden kann, so ist die Reichsregicrung oller- dingS nicht in der Lage, die'Neuwahlen so weit hinauszuschieben, daß ein Jahr ohne Reichsgesetz über den Haushaltetat ver- geht. Der gegenwärtige Reichstag hat in einer vierten Session noch Zeit, dm Reichshaushalt für 1890—91— das heißt für die 12 Monate vom 1. April 1890 bis zum letzten März einschließlich des Jahres 1891— zum Reicksgesetz zu machen. Darüber hinaus kann er aber nicht gehen. Die Reichsregierung ist alsotgmöchigt,�den?neucn Reichstag so früh zu berufen, daß er für den Etat------''----- von 1890 91 noch ein Reichsgesetz— und sei es auch nur ein sog. Nothgesetz— zu Stande dringen kann. Die Wahlen müßten demnach spätestens in den ersten Monaten des Jahres 1891 erfolgen. Man steht aus dieser Darlegung, daß die Reichsregierung, abgesehen von der Möglichkeit der be- liebigen Auflösung d.s jetzigen Reichstags auch in der angenehmm Lage ist, im Falle dcr N i ch t o u f l ö s u n g die Neuwahlen in jeder beliebigen Zeit zwischen Februar 1890 und Februar 1891 zu verlegm. Zur Mahl des Reichstags-Prästdente». Ein Theil der Presse macht die angäbe, die bei der Wahl des Herrn v. Levetzow zum ersten Pcäfidenten des Reichstages adge- gedmen weißen Zettel rüh ten von den Sozialdemokraten her. Diese Angabe ist schon deshalb falsch, well nur 5 sozialdemokratische Abgeordnete in jener Sitzung anwesend waren, und wir wissen'bestimmt, daß, soweit diese wählien. fie Herrn v Levetzow ihre Stimme gaben. Der Grund ist, daß Herr v. Levetzow im Gegensatz zu den früheren, liberalen Präsiventm— wir erinnern nur an Herrn v. Forckendeck— durch größte Unparteilichkeit in der Führung der Geschäfte fich auch die persönliche Achtung der sozialistischen Abgeordneten erworben hat. Die anfangs gab ich da« Versprechen, daß ich ihre Tochter heirathen würde, ein mündliches Versprechen, ei» ganz freiwilliges... Es war ein Mädchen... übrigens gefiel fie mir sogar... obschon ich nicht in sie ver- liebt war... mit einem Wort, Jugend; d. b. ich will sagen, daß die Wirthin mir damals Kredit gab, viel Kredit; ich führte damals ein solches Leben... ich war sehr leicht- sinnig... — Man verlangt von Ihnen gar keine solche Kon- sidenzen, mein Herr; wir haben auch keine Zeit dazu, unter- brach ihn grob und feierlich Jlja Petrowitsch, aber RaSkol- nikow war in Hitze gerathen und fuhr, trotz der Mühe, die es ihm jetzt zu machen schien, fort: — Aber erlaube» Sie, erlavben Sie mir doch, daß auch ich meinerseits erzähle, wie alles war... obschon eS überflüssig sein mag, eS zu erzählen, ich bin ganz mit Ihnen einverstanden,— aber vor einem Jahr ist dieses Mädchen am Typhus gestorben, ich aber bin, wie vorher, Miether geblieben, und die Wirthin sagte mir, wie sie in daS jetzige Quartier zog, sagte mir freundschaftlich... daß sie Ver- habe... ob ich ihr aber nicht lieber eine« trauen zu mir Leihbricf im Betrage von hundert und fünfzehn Rubel auö- stellen möchte, da ich ihr soviel schulde. Erlauben Sie, sie sagte ausdrücklich, sobald ich nur dies Papier ausgestellt haben würde, so würde sie mir so viel ich wolle kredi- tiren, und daß sie niemals, nie, ihrerseits... das waren ihre eigenen Worte... niemals von diesem Papier Ge- brauch machen würde, bis ich von selbst zahlen würde... Und nun, da ich meine Lektionen verloren, da ich nichts zu essen habe, verklagt sie mich... Was soll ich denn dazu sagen? — Alle diese sentimentalen Details, mein Herr, gehen un» nichts an,— unterbrach ihn Jlja Petrowitsch kurz,— sie müssen eine schriftliche Erklärung und Verpflich- tung abgeben; ob sie nun da verliebt waren oder nicht,— um alle diese tragischen Tiraden haben wir uns hier nicht zu kümmern. — Du bist aber auch... zu hart, brummte Nikodim Fomitsch, sich an den Tisch setzend, um Papiere zu unter- schreiben. Er schämte sich sörmlich. g» P e a Sir. i SYlaubt Kudnhw neun weißen Zettel dürften wohl von solchen Abgeordneten% P'«such rühren, welchen die Unparteilichkeit des tzenn v. Levetzo» m#' P'!{ diese paßt, und kommen vielleicht thellwcise aus dem Kreise Mi N wach engeren Parteigenossen. Herr Kchweinburg detreibt den blühende» 6'"' del mit Gesetzentwürfen auch in der neuen RetV tagssesston mit ungeschwächter Kraft. Herr Schweinbmg � früher als dcr Reichstag selbst in den Besitz deS Reich«' haus Haltsetats gelangt und hat ihn natürlich in seiw» „Berl. Pol. Nachr." nach Kräften verwerthet. Es muß M? diese Praxis entschieden protestirt werden.„Das ist ein W stand," sagt treffend die„Germania",„auf welchen immer m» immer wieder hingewiesen werden muß. Er widerstrebt vco Amtsaebeimniß, verletzt die Würde des Reickstags und kann zu allerlei Ungehörigkesten, z. B. geschäftlichen Spekulationen, genützt werden.... Die Klage über den Handel mst Mick- entwürfen ist schon oft vorgebracht wurden, ohne daß es cw» genützt hätte; vielleicht könnte einmal im Reichstage mit StotJ druck darauf hingewiesen werden." Gewiß. Der Reichstag«W einmal ein Excmpel ftatuiren. Beim Allers- und Invalide gesetz scheint übrigens etwas Aehnliches vorgekommen zu nw- Die„Nat.-Ztg." veröffentlichte bereits am Sonnabend»l» mitlag den Entwurf, während die Begründung zu demse>«w noch gar nicht fertig ist und der gedruckte Entwurf balb erst am Montag oder Dienstag nächster Woche an w Reichstag gelangen durfte.. Der Entwurf de» Gesetze» zur Alter«- und f' valideuver stcheruug der Ardeiter ist veröffentlicht.*£ dieser Entwurf inhaltlich schon längst bekannt»nd besprochen� so unterlassen wir den Abdruck des 150 lange Paragraphen L.««nsch fassenden Entwurfs. da, Zleber die Zeit der«Schste« aUgemeiue« tagswatzle«, ob fie schon im Herbst 1839 oder erst im jmw jähr 1890 stattfinden werden, sollen, wie die„Nat.-Lid. Low hört, in den maßgebenden Kreisen noch keinerlei Erwägung stattgefunden haben. Auch über den Zeitpunkt der erneu«- gesetzgeberischen Inangriffnahme der Sozialistenfrage sollen keine Entschließung m getroffen sein.— An derartige Dem««» ist man ja gewöhnt. D-r jünsst» Kongreß der Maurer DevtschluA welcher im Mai in Kassel tagle, hat, wie wir bereits milg% an den Bundesrath, den Reichstag und das Reichsamt Innern eine Petition gerichtet, welche die gesetzliche stellung des Koalitionsrechtes der Ardeiter? Gegenstande hat. Es wird in derselben darauf hinge«!"? daß das Koalitionsrecht den Arbeitern in der Gewerbeowr zwar ausdrücklich eingeräumt sei, daß aber die Absicht d»� setzgebcrs, die ohne Zweifel darauf gerichtet war, den Arde«? >» b .■• und te Ä8 un! ST Mde. % i '-Kr liDBCUVi», Vit- VM»V VUVUUs UCUUJltl UJUt, Vvil die Eiringung günstiger Lohnbedingungm zu erleichtern,% wärtig in allen deutschen Bundesstaaten vereitelt werde. wird in folgender Weise näher auseinandergesetzt:„Nu»™ aber in allen deutschen Bundesstaaten ohne Unterschied s�Ä und Tag die Arbeiter- Koalition zerstückelt, innerlich 0«%% kampfunfähig oder wohl aar gänzlick unmöglich gemacht WL, daß die kompetenten Behörden die Bestimmungen der ben'y den dundesstaatlichen Vereins- und Versammlungsgcseke die gewerlschaftlichen Arbeitervereinigungen mit rückffck»«!� Strenge in Anwendung dringen. Auf Grund dieses VerWL aeben die betreffenden Behörden an: die gewerksckam®. Koalitionen der Arbeiter seien„politischen" 6�% indem fie fich der Verfolgung politischer Ziele widmen. Als l'jjjj werden angenommen' �- -~-t»— o——"*�7 v ,»„,„ nni rommen: die von den Ardciterfachvereinen«% w Erlaß guter Aldeitcrschutzgesetze(Moximalarbettstag, rathungen und an den Reichstag gerichteten PetUio#,# find aber auch Fälle zu lonstatiren, in denen die Bckör�-.flie Wr* fJrTi'flftllRft hpffpper tmh rtfitfunie�r 9TrT>pMäiflVi'.l.*« mi wo, bftr., p •i x. jc.) gepflogen«" K puff m M I•••--"-----» o——-•" v»b«v/vhv.i tenviv /'ynfit* tri» die Ellcngung besserer Löhne und verkürzter Arbemze�Lw« Kn.% die auf Strestangelegenhesten gerichtete Tbätigkeit der nfo, v®"! Koalition als eine„politische" im Sinne der Vereins- uN°.� tzT-°aß l sammlungSgesetze erachtet haben. In vielen Dutzenden von haben Polizeibehörden'-..... beiterfackvereine oder h,n R-m-is erblickt, daß es fich dabei um solche � gk den Beweis erblickt, daß es fich dabei um. p, Verbindungen" Handelle, welche nach den Vereins- un» p sammlur.gsgesetzlichen Bestimmungen nicht zuläsfig st"®- betreffenden Körperschaften wurden polizeilich aufge!o>## Mitglieder zu Geld- oder Gefängnißstrafen verurthem-A» solches Locs traf manche Mitglieder von Arbeitcrfack�M Vorständen, Streik und Lohnkommisfionen, selbst in de?W- daß fie mit anderen Kö'perschaften gleicher Art lediglich� halb sich in Verbindung gesetzt hatten, um in der LohndeM ein gemeinsames Vorgehen zur Erlangung besserer dedingungen herbeizuführen, die Mittel zur UnteM" streikenver und wegen ihres Auftretens gegen die pemaßregelter Personen aufzudringen. Die Auidring�M Geldmittel zur Unterstützung streikender Arbeiter du«� nähme von Sammlungen freiwilliger Beiträge in andern p betterkrcisen haben Polizeibehörden schon öfter dadurck r «tei #2 fe 88 — Schreiben Sie also, sagte der Sekretär 1" kolnikow.«. — Was soll ich schreiben, antwortete dieser 0tC' — Ich werde Ihnen diktiren.. � � RaSkolnikow hatte den Eindruck, al« ob ih«® � kretär jetzt, nachdem er seine Beichte abgelegt achtender und geringschätziger behandle,— aber,(ij eS war ihm das jetzt völlig gleickgiltig. Wenn er« h» wenig nachgedacht hätte, so würde er sich gewiß haben, wie eS überhaupt möglich sei, mit diesen"Ä diese Weise zu sprechen und sich sogar mit seinen® ihnen aufzudrängen. Woher kam ihm plötzlich Mentalität? Ja, selbst wenn die Stube nicht mit 9- 0Jt sondern mit seinen intimsten Freunden angefüllt 9 � wäre,— jetzt würde er wahrscheinlich nicht vertrauliche« Wort für sie gefunden haben, solch a, war plötzlich in ihm entstanden. Ein melancholisch� der quälendsten, unendlichste» Vereinsamung und Cntsr � trat plötzlich wahrnehmbar vor seine Seele. Es w CS'M �( Enterb A -&'■ WkW S7 3a' C« da? Gefühl der Beschämung, seine HerzenSergießu 5� Zlia Petrowitsch verschwendet zu haben, noch die Cmp>' ff daß dieser Lieutenant jetzt über ihn triumph're,- - m-- !lsf plötzlich so umgewandelt hatte«. Oh, waS jetzt seine eigene Schmach, dieser ganze Ehrgeiz, nantS, Geldforderungen, Polizeibureau u. 1-: man ihn jetzt zum Scheiterhaufen vcrdammtz i ä sich kaum gerührt, da» Urtheil kaum angehört habe«- � durchaus ftemdartigeS, neues, unerwartete? und. dagewesenes hatte sich plötzlich in seinem Innern. aM_ flllt ßtlt.../ti eS war kein eigentliches Erkennen,— nur»» intensives Gefühl, daß er künftig weder solche st Ergüsse wie vorhin, noch überhaupt irgend � denzen diesen Leuten im Polizeibureau, selbst wen � ■--- cn�-.v______ v«OrE'V i SM «t SWUssW-S' "■ dabei war, S pfindung gehabt: und das Quälendste handelte sich nicht etwa um einen klaren SJegri��ck kennen, sondern um ein Gefühl, wie er seinem ganzen Leben»och nie gehabt hatte. ... T eS peinig ßM !n?'.we '"KGj :fen(ten W oetzow mal reise Ml icinbutfl m KS "SS? immer urd erstrebt be» >nd l-mn f "SÄ «Ö j dnnselv� mutfor che an W •% itlicbt g «#' ?«ersucht— wie erst kürzlich wieder in Frankfurt a. M.— ? w diese Sammlungen von behördlicher Genehmigung ad- M machen wollten. Ja, es ist selbst vorgekommen, daß Mdehörden solche Arbester, welche derartige Sammlungen len, wegen„Bettelei" im Sinne des§ 361 Abs. 4 >fg«setzbuches bestraften. Ebenso haben viele ,,.örden, besonders in Preußen und Bayern, sich be- ' die gewerkschaftlichen Arbeiteroereinigungen deshalb, well « �-Streikunterstützung. Wanderunterstützung, Unterstützung iewissen Fällen der Arbeitslosenunterstützung«. leisten, als Naatltchen Genehmigung bedürfende„Ber» L'�unas an stalten" zu behandeln, worüber es zu .Asren Stwfpiozeffen wegen angeblicher Uebertretung des Ar. 9 des Strafgesetzbuches gekommen ist.". Die verlangt gesetzliche Vorschriften zur Sicher» ber durch§ 152 der Gewerbeordnung gewährleisteten «�nsfreiheit. Zu dieser Petition hatte der Kongreß der �«toe Denkschrift beschlossen, welche indessen Polizei- !,i»?«ieschlag belegt wurde. Hiergegen erheben die s K1 �r Petition beim Reichstag Beschwerde, in welcher "8" Rücksicht auf die Wichtigkeit der Sache haben b«"vH�' die gerichtliche Entscheidung der Frage:„ob es ."«Haupt gesetzlich zulässig ist, daß eine Polizei» eine für die obersten Behörden des Reichs und den iraphen .« st im M sollen r»f, ie •a« wSjwJJ 'Cibeott'r »lern,% verde. i ckfkbtsbj! % n. 3# logen» A mt nvon bestimmte Petition zur Geltendmachung berechtigter und Forderungen einfach mit Beschlag belegt, ..V-b solch eine Maßregel nicht geradezu eine Verhinderung .behördlichen und gesetzgeberischen Thätigkett rückstchtlich der Ä! und des Entscheides der vorzulegenden Beschwerden «unsche ist," nicht abwarten zu sollen. Wir können nicht Siu i Mi das Petitionsrecht unserer Auftraggeber, welches bedeutend ist mit dem Rechte von nahezu 50000 ihrer • J L%? ganz Deutschland, abhängig sei von einem durch Lib. Emu, � Milbelte Verfahren der hiesigen Polizeibehörde provozirten ZrwägM K Kn Entscheid........... iet erneut» l.«HWagnahmte 3_________ gftnn bis zum Zusammentritt des hohen Reichstags noch �rlbazu da wäre, und der Kostenpunkt nicht in Betracht � bitten den hohen Reichstag, diese unsere Beschwerde des Petitionsrechts zu entscheiden, eoent. von der izeidehörde die Herausgabe der von ihr beschlag» iut Einreichung an das Bureau des Reichstages be- T Ex-mplwe der Denkschrift zu' Unbedenklich würden wir deshalb auch Denkschrift wottgetreu aufs Neue drucken ... Meitnn in Gummiwaarenfabrsten zu verlangen." von ZiTbeW-ri««»» und jugend> m �,uinu»waarenfabrsten bei der Anfertigung '�.Präservativs und dergl. ist durch den Bundesrath « Ä forden. In einer dem Reichstag zugegangenen Denk- LMd dieses Verbot näher begründete ii�brr di» Nackw«� � liegt jetzt daß Reichstage in<$««- Endresultat vor. Danach ' Üft iL* � vux» v�livvv|w»4uv �unuuy 2. kOe des verstorbenen Staatsanwalts Saro der Ober- ?ungslath Dodillet mit 8456 Stimmen gewählt worden; Ä�ntge Gegenkandidat, Gutsbesitzer Maul-Sprindt, er» M Stimmen. Tie Majorität für Dodillet beträgt also «Stimmen, während dieselbe am 21. Februar 1887 6159 gwen betrug. Am 21. Februar 1887 erhielt Saro 12290 <(ii 5' bie Konservativen haben also 3334 Stimmen ver» Ui,,'steifinnige Stimmen wurden damals abgegeben 6082, �November d. I. aber 7342; die Zunahme beträgt also stimmen. % Leipziger Gar»if»»kom«a«da hat, wie der kj-skr mit! heilt, seinen Untergebenen verboten, die Re» �wnen„Neuer Gasthof" in Gohlis,„Beroschlößchen" in »efelv,„Goldene Krone" und„Waldschlößchen" in >--itz zu bcsuchen. Das genannte Arbeiterblatt knüpft J folgende Betrachtungen:„Wenn der Besuch dieser Re- für die Gemüthsruhe der Soldaten derart aufregend f ist, daß dies die Garnisonverwaltung zu einer solchen >den Handlung veranlaßte, so muß mindestens bemerkt baß die Zivilisten der Leipziger Bevölkerung sammt nbers die Anficht haben dürsten, daß die Garnison- ave, ��»undet-«�"sowenig wie irgend jemand anders das de- nen � hat, andere Leute durch Verrufserllämngen er w-rdx L-.öu schädigen. Die Gastwirthe müssen für ihr lesctzt& � da» Steuern zahlen und haben deshalb unserer Ansicht be< u L�beftrellbare Recht, zu verlangen, daß sie der Staat -" �»n schützt Ausübung ihres Gewerbes gegen jeder- Laudeoverrath« wurde in Trier, wo er fich ge- Mnfe Mdielt, der in der Artillerie- Werkstatt zu Straßburg . I». �mitd Casting in Haft genommen. Rtainz, 24. sstovember, wird der„Frankfurter Ztg." E stern gegen Abend fand hier das Begräbniß Mitgliedes der Arbeiterpartei statt, welchem sehr viele 'ii�Mgenoffen das Geleite gaben. Auf dem Friedhofe W. Polizei zahlreich vertreten, da Demonstrationen befürchtet Mu> Landtagsodgeordneter Jöst konnte indessen dem Dahin« CT«i,? einen warmen Nachruf widmen, ohne von der i i�nterbrochcn zu werden. Als aber einer der Leidtragen- Ce'nnen der Mainzer Sozialdemokratie" einen Kranz niederlegen wollte, hob der anwesende Polizei- un»; i ohndM rer A» "« ff? 2 STV" x gr°b' ihn i U eßw«� «5 TÄ ben- klare», # .sS k Sekretär fing an, ihm die Form einer in solchem r«�("�'ichen Erklärung zu diktire», also: Ich kann rn Zahlen, verspreche ei zu dem und dem Termin HOnnn) zu thun, werde mich au» der Stadt nicht ' werde meine Habe weder verkaufen noch ver- 5.f- w. cv.Abet Sie können ja gar nicht schreiben, die Feder ° rNey ja au? der Hand!— bemerkte der Sckre- neugierig betrachtend:— sind Sie etwa — mich schwindelt!... diktiren Sie nur fc;. fertig; unterschreiben Sie. ��ekretär nahm da» Papier und beschäftigte sich (Fortsetzung folgt.) »Ev�erlinep Tst»at«r" feictte vorgestcrn das Schau- Ifl ri®.von Richard Voß einen großen Erfolg. Richard »iew.�.Bichter von ausgeprägter Individualität, das wird torbtn o Abstreiten können; seine Sprache ist von einer ?ik; seine Charaftere find von einem tiefen Empfin- beyt.'.bas allerdings durchaus nicht moderner Natur ist; im M seinen Helden unwillkürlich an die Gestallen, lilnrns �Sen Jahrhundert das Entzücken des empfindsamen t* waren. Diese eigenthümlichcn. etwas altmodischen Die Fabel des Stückes ist einfach: Graf v-uiri � an einem Schwindelunternehmen betbelltgt, v"®00" und entzieht stck durch den Selbst. Sort�anfce, welche die Katastrophe über ihn bringt. Der g, der sich durch seine eigene Kraft ans ärmlichen Fabrikanten emporgeschwungen bat, nimmt tilgt sie und beirathit Eoa, die Tochter des m,,*-- In ihrer Ehe lernt Eoa ihren früheren kommiffar auf Grund des Sozialistengesetzes die Versammlung auf und gebot den Anwesenden, ruhig auseinanderzugehen. Ohne Zwischenfall löste fich die Versammlung auf. Mieder ist ei« Koidatenl'chindrr der gerechten Strafe verfallen. Das Kriegsgericht zu Mainz hat den Betreffenden, Unteroffizier Kind von der 6. Kompagnie des 2. Nassauischen Jnfanterreregiments Nr. 88, zu einer Festungsstrafe von fünf Jahren verurtheilt. Der Mensch muß es also schon sehr arg gettieben haben. Dänemark. Im Reichstage des Jahres 1887 machte der Redakteur Berg in der Eisten Kammer einen Vorschlag, welcher darauf ausging, den Frauen Gelegenheit zur Theilnahme am kommunalen Leben zu geben. Er schlug vor, daß die mündige Frau wahlfähig zur Armendireftion, zum Kirchen- und Schulrathe und zur Gesundheitspflegedirektion werden könne. Diesen Vorschlägen wurde betreffs des Schulrathes und der Armendireftion sowohl in der Ersten als in der Zwesten Kammer beigestimmt. Der Reichstag übersandte folglich an die Regierung ein Schreiben mst der Bitte, die bestehende Gesetz- gebung dahin abzuändern, daß die gegenwärtigen Hindernisse, welche die in kommunalen Angelegenheiten stimmberechtigte Frau in den Schulrath und in die Armendirektion cingewählt zu werden verhindern, befestigt werden möchten. Ein Jahr und fünf Monate find seitdem verflossen, ohne daß die Regierung diesen Wunsch des Reichstages zur Ausführung gebracht hat. Aber da die nöthigen vorbereitenden Maßregeln schon getroffen find, hofft man, daß der Vorschlag zu den genannten Gesetzcs- verändcrungen bei dem im Januar zusammentretenden Reichs- tage vorgelegt werden wird. Um mdeß den in der Frage zunächst tnteresfitten Personen eine Gelegenheit zu geben, fich öffentlich auszusprechen, hatte der„Verein für das Eigenthums- recht der verheiratheten Frau" eine öffentliche Versammlung an- geordnet, welche von vielen Fachmännern besonders auf dem Gebiete des Schulwesens besucht war. Nicht eine einzige Stimme sprach fich gegen die Angemessenheit der Einwählung der Frauen in den Schulrath aus. Die Versammlung erklärte fich einstimmig für die Vorschläge des Redakteurs Berg. und hofft, daß der im Schreiben des Reichstages dargestellte Wunsch so schnell wie möglich zur Verwirklichung gebracht werden möchte. In Finnland, England und Amerika fitzen Frauen schon fest Jahren in den Schulräthen. welches für die Entwickelung des Schulwesens fich sehr vortheilhast erwiesen hat. Groflsbritattttiett. Die zur Untersuchung der Londoner Bauamts- s k a n d a l e eingesetzte Kommisston empfiehlt in ihrem Bericht, daß angesichts der zu Tage gefördetten Mißstände die Annahme von Geldern, Geschenken oder Vergütungen irgend welcher Art seitens öffentlicher Beamten oder Korporationen, sowie auch das Anbieten solcher Geschenke rc., strafbar gemacht werden solle. Von einer Beaufsichtigung solcher Beamten oder Körperschaften ist merkwürdigerweise gar keine Rede, obschon bei einer gehörigen Äeausstchtigung Mißbcäuche, wie fie im Londoner Bouarnt vorkamen. nicht stattfinden könnten. Ende dieser Woche wird das Ministerium einen Nachfolger für den hauptstädtischen Polizeipräsidenten, Sir Charles W a r r e n ernennen. Die Wahl soll thatsächlich nur zwischen dem früherm Deteftivchef Monro, einem großen Günst-ing des Ministers des Innern, Matthews, und einer Persönlichkeit, welche weder dem Mstttär, nach der Polizei an- gehört, schwanken. Frankreich. Deputirtenkammer. Der boulangistische Abgeordnete L a i s a n t brachte einen Antrag ein, die Uebeneste des am 2. Dez. 1851 gefallenen Deputirten Baudin in das Pantheon zu übertragen. Der Radikale Borod et konstatirte, daß er einen gleichen Antrag berests gestellt habe. Floquet gtcbt seinem Erstaunen Ausdruck, daß dieser Antrag nunmehr von einer Kammerfraktion ausgehe, welche mst den Bonapartisten verbündet sei, denn Baudin sei Republikaner gewesen. Floquet bestätigt zugleich die Angabe Barodet'S und nimmt für deffen Antrag die Priorität und die Dringlichkeit in Anspruch, im übrigen gehe der Antrag Barodet weiter, als derjenige Laisant'S» denn er erstrecke fich auch auf die Uebcrreste von Hoche und Marceau. Laisant tritt für die Priorität seines Antrages ein und sagt, er sei Republikaner, aber von der gegenwärtigen Repu- blik nicht befriedigt, welche durch die Orleantsten geleitet werde. Floquet erwiderte, er habe niemals in irgend einer Verbindung mit dem Grafen von Patts gestanden.(Beifall.) Die Kammer bewilligte dem Antrage Barodet die Priorität und lehnte mit 470 gegen 21 Stimmen die Dringlichkeit des Antrages Laisant ab. Boulanger wohnte der Sitzung bei. Nach der Abstimmung in der Kammer über die Behandlung der Anträge Barodet und Laisant wurde die Be- rathung des Budgets wieder aufgenommen. Boulanger wohnte dem weiteren Verlaufe der Sitzung nicht btt. Der Quästor des Senats und ehemalige General- direvor der Posten, Ramport, ist gestorben. Der„Gaulois" will wissen, in einem Minister- k o n s e i l sei die Auflösung der Patttotenliga zur Sprache ge- fie nur für einige Zeit gebrauchen will, um fie dann wieder weg- zuwerfen, tödtet fie ihn. Im Gefängniß erhält fie die Ver- zeihung ihres edlen Gatten und seiner greisen Mutter. Man steht: das Stück konnte nach dieser Fabel durchaus im vorigen Jahrhun- dert geschrieben sein, wo man bekanntlich immer den ehrlichen und edlen Bourgeois dem verkommenen Attstolraten gegenüberstellte, und auch die weichliche Empfindelei und Rührstimmung paßt ganz aut zu jener Zeit. Das Stück erinnett zuweflen auffallend an Björnson's„Fallissement"; aber man braucht nur die aröbsten Umttffe zu vergleichen, um zu sehen, welcher von beiden Dichtern der wirklich moderne ist. In Björnsons„Falliffement" handelt es fich um Bourgeois und Proletatter; wie in„Eoa" die poli- tischen Kämpfe des vorigen Jahrhundctts zum Ausdruck kommen, so im„Falliffement" die Kämpfe unserer Zeit; Björnson zeigt, wie der ehrliche Arbeiter, der Kommis des reichen Handelsherrn, den bankerotten Bourgeois errettet, indem er ihn seine Weltanschauung lehrt; Björnson hat auch nirgends jene weichliche Empfindelei, sondern seine Gefühle find sämmtlich durch- aus männlich und kräftig; bei ihm wird die Versöhnung der Kon- flitte nicht durch eine Rührszene herbeigeführt, sondern durch eine peinlich genaue und tiefgehende Analyse des moralischen Zu- standes der Handelnden. Frau Niemann< Rabe führte fich mit der Rolle der„Eoa im„Btlliner Theater" ein, und obgleich die Rolle ihrer künst- lettschen Eigenart wohl nicht so sehr zusagt, trat doch in einigen Zügen ihr elementares Talent hervor; Herr Barnay hielt durch seine Darstellung allein die Rolle des Hartwig und machte durch die Treuherzigkeit und Einfachheit seiner Darstellung allein den Charafter wahrscheinlich. Auch die übrigen Darsteller lttsteten Vorzügliches. Ans Kunst nnd Keben. Die«aus« Rmgeb«»« von Kalgi Tarja« in Ungarn folgte mit fieberhafter Spannung während dreier Tage den fort- gesetzten Versuchen zur Rettung der zwanzig im Josef-Sefcacht eingeschloffen gewesenen Bergleute, welche durch gefährliche Gase und die entfesselte Wafferfluth von der Außenwelt abgesperrt gewesen und kühn mit dem Tode gerungen haben. Die Ber- gung der lebendig Begrabenen konnte nur durch ein kräftiges und energisches Zusammenwirken aller Faktoren in so glücklicher Weise durchgeführt werden. Von Seiten der Budapester Berg« werlsleiter war die Ordre ausgegeben worden, um jeden Preis— möge damit welche Schädigung des Bergwerkes kommen und sei eine Entscheidung darüber auf Dienstag ver- schoben. Die Rede, welcheDsroulöde in der V ersamm lung der Patriotenliaa hielt, beschäftigte fich vorwiegend mit der inneren Politik, unter Ruhmeserhebungen auf Boulanger und heftigen Angriffen gegen Ferry, Floquet, die Opportunisten und das Parlament führte Dsrvulsde aus, daß die Patrioten- liga zwar stets eine patriotische, aber vor allem eine mehr wie jemals Boulanger ergebene Vereinigung sei. Boulanger sei nicht der Angreifer, sondern der Vertheidiger.„Wir wollen die Re- publik, den Fottschtttt, Gerechtigkeit, Freiheit, die Revision und Neuwahlen. Wir vergessen nicht die Befreiung des Gebiets, aber wir wollen nicht den Ktteg, wir wollen die nationale Ver- tbeidigung. Nieder mit der parlamentattschen Republik, es lebe die nationale Republik!" Herr Wilson hat in der„France" das Autogramm Veil-Picards veröffentlicht, worin derselbe dem, der ihm seine Ernennung zum Ritter der Ehrenlegion anzeigt, 20000 Franks verspricht. Das Autogramm ist von ttner Blüthenlese von Beleidigungen gegen Ch. Laurent und den Besitzer des„Paris" begleitet, welche deren würdig zur Seite stehen, die in diesem letzteren Blatt fast vor einem Jahre gegen Grevy und Wilson gerichtet warm. Hm Wilson spiest in diesem Kommentar den Antisemitm; er nennt Veil-Picard einen elenden jüdischen Banquier.„Das Unglück, das Sie angerichtet haben," so heißt es da,„ist nicht wieder gut zu machen. Aber es ist gerecht, daß die öffentliche Meinung wiffe, welche Menschen den Schlammstrom entfesselt, welches der moralische Werth des Banquiers ist, der diese An- griffe bezahlt hat. Was wird Frankreich sagen, wenn es endlich die Wahrhest erfährt, wenn es weiß, daß für Rechnung eines jüvischen Barquiers, Veil-Picard, Herr Ch. Laurant den Feld- zug eröffnet hat, der den Sturz Gie&ys zur Folge hatte und die Republik erschütterte?" Herr Veil-Picard behartt darauf, daß das Autogramm falsch sei. Er erklätt im„Paris", daß er nur noch die Publikation des Dokumentes Nr. 2 abmattet, das schon beim Graveur sein soll, um das Parlament zu ersuchen, ibm die gerichtliche Vettolgung Wilsons zu gestatten.— Herr Numa Gilly ist bis jetzt von Gerville-RSache, Salis, Blantin, Lalande und Frau Allemand, der Befitzerin der Saela und des Eldorado, infolge seines Buches verklagt worden. Der Justiz- minister hat fich bis jetzt noch nicht darüber geäußert, ob er den Gesuchen der Abgeordneten Folge leisten wird. Hm Andrieux publiztrt in der„Petite RSp. fran?.", deren Redaktion er übernommen hat, einen Brief an Numa Gilly, worin er mitthttlt, daß er weder ihn, noch seinen Verleger gettchtlich verfolgen lasse, sondern die Arbeiterpartei im Parlament auffordern «erde, seine Ebrmhaftigkeit zu prüfen. Wenn fie auch nur den geringsten Makel an derselben entdecken könne, so würde er sein Mandat niederlegen. Der Brief beginnt mit folgendem liedens- würdigen Scherz:„Mein lieber Kollege! Habm Sie das Buch gelesen, das der Verleger Saoine soeben unter Ihrem Namen herausgegeben hat und welches den Titel:„bles Dossiers" trägt?" Aus dem Brief geht ferner hervor, daß auch er glaubt, es säßen, wenn auch nicht in der Budgetkommisfion, so doch in der Kammer 22 Wilsons. Kelgie». Um den sozialistischen Volksversammlungen auf den öffentlichen Plätzen Brüssels ein Ende zu machen und ihr Verbot durchzusetzen, hatte der Btüsseler Bürgermeister, Herr B u l s, die Bürgermeister der zehn Brüsseler Vorftädle nach dem Rathhause geladen. Obwohl er„im Interesse der öffentlichen Ordnung", von mehreren Bürgermeistern unterstützt, für das Verbot entschieden eintrat, lehnten ein fortschrittlicher, ein liberaler und ein klerikaler Bürgermeister jedes Hemmen dieser Versammlungen als im Widerspruch mit der Verfassung, welche daS Versammlungsrecht gewährleistet, ab und so ging die Versammlung resultatlos anseinander. Infolge dessen veran- stalten die Sozialisten übermorgen zwei große Verfammlungen auf öffentlichen Plätzen. Noch mehr Erfolg haben die Sozialisten in dem Hennegau. Die niedrigen Arbeitslöhne, die schlechte Kattoffelernte, die Steigerung der Brotpreise haben unter den Kohlenarbettern Nothzustände geschaffen; die sozialistischen Agitationen haben dadurch Erfolg. In allen Koblen- basfins Belgiens treten sett vorgestern Arbeiisausstände auf, um höhere Löhne zu erzwingen; dazu starker Arbeitsmangel in den größeren Städten, so daß für Belgien ein schlimmer Winter bevorsteht. ftalie«. om zufolge haben in C o m o 10 000 Seidenweber die Arbeit eingestellt. Der Streik breitet fich über die Umgebung aus und ist der größte, dm es je in Italien gegeben hat._ Dereine und Versamminnge«. Gt«« öffentliche Tapezirerorrfammlun« tagte am Sonnabend tn Feuerstttn's Salon, Alte Jakobstr. 75, unter Vorsitz des Herrn Thiemann. Auf der Tagesordnung stand: Welche Stellung nehmen die Berliner Tapezircrgehilfm zu einem immer verbunden sein— alles Erdenkliche zur Be- frei mg der von den Elementen Zemirten zu unternehmm. Das Gelingen desRetwngswettes ist der rastlosm Anstrengung, dem persönlichen Muthe des Oberverwalters Gerber und des Berg- Zngeniems Panzl zu verdankm. Unverdrossen setzten fie die Hllfsarbeiten fort, trotzdem fie selbst mehr wie einmal halb leblos in die Höhe gezogen werden mußten. Man hatte genau be- rechnet, wo die Arbeiter fich befinden mußten und man hat fich w dieser Berechnung nicht getäuscht. Nachdem man mehrere Male vergeben« von oben versucht hatte, zu den Arbettern zu gelangen, drang Gerber mit fünfzehn Bergleuten gestern Nach- mittag von unten her vorwätts; oftmals durch Stickgase zurückgejagt, drangen fie, durch den besseren Waffetttand begünstigt, immer weiter vor. Um 7 Uhr hatte Gerber bereits die feste Zuversicht, daß er bis in die Schicht, wo die Bergleute gearbeitet, vordringen werde und sandte einen Bergmann zur Verwaltung, damit unter allen Umständen ärzt- liche Hilfe vorhanden sei. Er glaubte aber, man müsse sich mehr auf einen Leichentransport vorbereiten, denn er hegte nicht die Hoffnung, die Arbeiter noch lebendig vorzufinden. Um acht Uhr endlich erreichte er die völlig erschöpften Arbeiter, die beim Anblick der ersten Grubenlampe in ein lautes Frcudenaeschrei ansbrachen. Die vor Kälte zitternden Arbeiter folgten ihrem kübnen Führer und nach elf Uhr Nachts athmeten sie wieder frische Lukt. Sie wurden, von ihren Kameraden fteudig be- MÄ»« M K nifse wahrend der 24 Tage klingt wie ein spannende- Roman- kaptt l. bar!»Wochenbl. f. Baukunde" fol- Wiener Vlatt.s wird unter'ven Aenen�Sftllm di!°ttnes Oestmeicher gelegentlich die Güte, eine Erklärung des räthsel- boffen Titels zu versuchen. Das„Verdeutschungs-Wörterbuch" läßt uns hier leider völlig im Stich. Kostend« Li«b«. Bäuerin:„Schau, Hans, wo i no jung g west bin, hast mi all weil prügelt, jetzt aber thust gar nix der» gleichen. Spurst denn ka Liab mehr z' mir?" Bauer:„Dees scho' aber— z' faul bin t." deutschen Tavezkeikongreß und einem allgemeinen Tapezdcr- verbände? Herr Wildberger referiite. Auch Berlin, � sagte Referent, habe ,u dem von Hamburg ergangenen Rufe Stellung zu nehmen. Es sei ja wahr, daß die LohnvcrdSltniffs sehr schwankend wären, und es sei auch auf den ersten Blick sehr verlockend» wenn der Hebel in Gestalt einer strammen Zentrali' sation an diese Mißstände angesetzt werden solle. Die Borthelle einer Zentralisation seien durchaus nicht zu verkennen, wenn mm aber ehrlich sein wolle, so muffe man auch ihre Rachtheile in Betracht ziehen. Man sei gezwungen, sich nach den bestehenden Gesetzen, Ministerialcrlassen, Polizeiverordnungen u. s. w. lichten, und unter diesen Umständen könne von einem Zentralverbande gar keim Rede sein, wenn man nicht wolle» daß ein ganzes Gewerk unter «mfstcht gestellt werde. Was solle sonst noch au Kongreß erörtert werden? Er sei also gegen einen wenn die Tapezirer aber durchaus einen Kongreß be wollen, dann sollten sie Vertreter zu dem im Februar Polizei. dem ölchen, chicken statt' findenden Satilerkongreß entsenden. Wie könne denn nun aber dir Lage der Tapezirer durch lokale Vereine gehoben werden? Die Antwort sei: durch Aufklärung, durch Verbreiten sozial« politischen Wissens unter den Mitgliedern. Das sei das ein- »ige, was auf gewerkschaftlichem Gebiet geleistet wer« den könne.(Lebhafter Beifall.)— Herr Sander bezeichnet die Ausführungen des Referent m als falsch. Er sei für rein gewerkschaftliche Organisation; es sei eine Schande, daß die Arbeiter alles andere sein wollten, nur keine Gewerkschafter. Erst solle man starke Gewerksverdände gründen, und wenn man durch diese bessere Löhne erzielt habe, dann wäre immer noch Zeit genug, Sozialpolitik zu treiben. Im wetteren Verlaufe der Diskusfion sprechen noch die Herren Freiwald. Blähdorn und Aßmann gegen und die Herren Otto und Engel für Zentralisation. Es traten hierbei die ver- schiedenstm Anficbtcn zu Tage; von der einen Seite wurde darauf aufmerksam gemacht, daß der§ 152 der R-G. O. völlig illusorisch geworden sei durch das Sozialistengesetz. Auf der anderen Seite wunderte man fich sehr därülur, baß man heute so sehr gegen eine Zentralisation sei, während man doch bei Gründung der Krankenkossen gar nicht so sehr dagegen gewesen sei. In seinem Schlußwort bemerkt Herr Wildberger, daß bei Schaffung des Krankmkaffengcsetzks die Polizei« ausficht mit auf den Weg gegeben war, und daß fich nichts dagegen habe thun lassen. Ganz andirs verhalte es fich aber bei der heute vorliegenden Frage. Unsere Väter und wir hätten bis 1886 ohne die Ein« schränkung gelebt, und das Frciheitsgefühl eines jeden Mannes müsse fich gegen eine solche Bevormundung aufbäumen. Da er nun gegen eine Zentralisation sei, zur Besprechung anderer Punkte ein Kongreß nicht von Nochen sei, und er auch keine Vottbeile aus demselben erwachsen steht so sei er gegen eine Beschickung des Kongresses, und er fordere die Tapezirer auf, eine dahingehende Resolution zu fassen.(Ledhast.r Beifall.) Es wurde hierauf folgende Resolution angenommen:„Die heute in Feuerstein's Salon tagende öffentliche Tapezirer- Versammlung erklärt fich dirett gegen eine Zentralisation, da eine solche bei der gegenwärtigen Auslegung der Gesetze zu einer Unmöglichkeit geworden ist und die Tapezirer nicht gewillt find, fich unter Polizeiautficht zu stellen. Die Versammlung empfiehlt dagegen aufs Wärmste die Gründung von Fach« vereinen und den Beittttt zu denselben." Di» Uerrinianvg der Drechsler Deutschland», Ortsverwattung II(Stockoranckc), dielt am 20. d. M. eine Mtt> gliederversommlung ad mit der Tagesordnung: 1 Geschäftliches. 2. Vortrag des Herrn Dr. Benkendorff. 3. Besprechung der am 27.-30. Dezember d. F. stattfindenden Generalver- sammlung. 4. Verschiedenes. Gegen 9 Uhr wurde die Ver» 20 find Iheils unvollständig, theils leer und wird in der« s sammlung eröffnet und machte der Vo fitzende die Mit daß Punkt 2 der Tagesordnung wegfallen müsse, b*,. Dr. Benkendorff nicht erschienen sei. Zum dritten Puim« Tagesordnung wurde zunächst ein Schreiben aus HawW? lesen, betreffs der Delegirtenversammlung, und ersuchte da v fitzende die Kollegen, hierzu Stellung zu nehmen,»ufi s Eröffnung der Diskussion lief folgender Antrag ein:, heutige Versammlung protcstirt gegen den BistfM de»' standcs der Vereinigung der Drechsler, daß da? Mitglied»— Delegirtenstcuer zu zahlen hat, und beschließt die BeriammliM � den von der Ortsverwattung U zu sendenden Delegüten l» 1|P, schädigen und pro Mitglied der Oitsoerwattun? l> 30 erhebe,'." Der Antrag wurde mit 25 gegen 7 Stimmen« nommen, mehrere enthielten fich der Abstimmung. X#. Wahl wurde Herr Pindrix einstimmig zum Dklegirien g«' Unter Verschiedenes theilt der Vorsitzende mit, daß von da eingegangenen Fragebogen nur einige 70 derathungsfab'S.� ■»i!i Versammlung die fich daraus ergebende Statistik onofta»«« werden. Ferner wurde auf das am 8. Dezember fü#* 0Wc{" SVnmkKirnfrftmAim utih mtf h*n frorrennhonh nnn vw*. 1*)' Familienkränzchen und auf den Herrenabend von der twj* j, J£ia'' waltung tll am 24. November aufmerlsam gemrcht. tu � J noch die neuerrichtete Herberge zum Gegenstand der •»vu� v»v•li.wvvviu�.v««. nuiu,«.u«IC iOianins» sp:cchung gemacht war, wurde das Weitere in di.ser W'vJ zu,.,"""" heit dem Vorstande überlassen und die Versammlung A#) rfiWgf.m n «ziku-— AnnenstZ�LZj v «Yauv.rrin Keeliner Kildhaner. Annenst�. �lation» Heute, Dienstag. Versammlung. Tagesordnung: 1-%= lichcs. 2. Fortsetzung der Diskusfion über die General»«� lung in Stuttgart. 3. Verschiedenes._«v s 9«« D „Derein ffir Technik und Gewerbe." Mi�AV-ris'tu« mn* hßW 9fi ßl Uhr- !Knmg" d Mittwoch, den 28. November. Abends 8j Uhr: Mtnt's itfotzi, Herrn Dr. Paul Förster:„Die Ideale unserer Zeit,"' ntn Theater. Bonivard. Bor- Dienstag, den 27. November. Kpernlpm». Der Waffenschmied. »chansPieUz«»«. Geschloffen. Malwee-Ttzeater. Ma h«: Der dritte Kopf. ZellffnU-Thenter. Nora. Heatsche« Theater. Die beiden Leonoren. Krtemch- MilhetMstitbtische» Theater. Pattser Leben. VÄterta-Thrater. Die Reise in die Pyre- tuietu Kestbenz-Theater. Papa Gustave. Vorher: Das Blaubuch. KekleaAtanre-Theate». Der Rattenfänger von Hameln. MvUw-Theater. Die fieden Todsünden der Berliner. ASaeaftadttfch», Theater. Die schwarze Dame. Aeatral-Theate». Schmetterlinge. «raft-Theate». Die drei Grazien. Karfia««»'» Uarittt. Spezialttäten-Vor. stellung. Taaearvi«- Theater. Spezialitätm« Vor- Theate» der Keichahalle», Spezialttäten- Tnrstellung._ American-Tlieater. ••linarthaatarstpaac* Hr. IS. Berliner SchOnhelts•Konkurrenz. Die Tadleaux werden von in Kerlin g« barene« KchSnhrite» dargestellt. Erstes Bild: Zlschenbrodel nach F. Hiddemann: Frl. Mattha Kögel. Z nettes Bild: Unter Kose« nach P. Thumann: Frl.". Drtttes Bild: H»ff»««s nach C. v.Boden Hausen: Frl.**. Viertes Bild: Da« Wasser nach G. Gräf: Frl.***. Fünftes Brld: Fachender Dimwel nach Raphael: Fräul. Elise Elsner und die übrigen vier Damen.(Die mit****** bezeichneten Damen wünschen ungenannt zu bleiben) Neu!! Alpenveilchen-Terzett. Auttr. des Schattenfilbouettisten Gvkar Alberti, des urtomischm Kendl» und Denmann „Bliemchen". Anfang 7\ Uhr. Sonntags 8% Uhr. Billet-Vorverkauf ohne Aufgeld im„Fn- validendanl" und Vormittags von 11—1 Ukr an der Theaterkasse.[80 Berliner Theater. Dienst (Eva . den 27. Stovember jemetrin». — Anfang 7 Uhr.— Mittwoch, den 28. November: — Gva.— Frau Hedwig Niemann.)— Ans. 7 Uhr. Donnerstag, den 29. Nooemder: Der Probepfeil. «T Anfang 7 Uhr."## Königs-Tunnel des Grand Hotel «« Ateranderplah Täglich: Instrumental-Concert. Anfang 7 Uhr. Entree frei. Gustav Kunze. Passag» 1«». 9 M.- 10 21. Kala« mlserPsnoram» L Reise durch Afrika. Reunion, Teneriffa. Mauritius. Ausgrabung von Pompeji. Potsdam und der Trauerzug Kaiser Cirkus(i. Schumann. isriedrich- Karl« Ufer. Ecke Karlsttaße. (Fm früberen ZirkuS K r e m b s e r.) 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Nackivem der »ik nMöltm l�'S"™ ncgciegm not, die Verfügung der städtischen Schul' h««atOd wegen Entziehung der Eclaubniß zur Benutzung von '.* Lt c«li Awiadcschulläumen bebufs Abhaltuna von Religionsunterricht M Minder der freireligiösen Gemeinde rückgängig nstand d« hat fich der� Vorstand der freireligiösen Gemeinde an diiser AnZ� MM« �unss-M hr: Vor« r Zeit.' M ietil er, leffj, Wj eri1'» �U*»lU» OWVI*UIIW I VtttHkyivifcH VI/V»»»V»MVV w«. f�vtadtverordneten-Vlrsammlung mit dem Ersuchen gerichtet, Mbc möge ihren Einfluß geltend machen, daß der frei- ginneiiW Gemeinde die ihr von der städtischen Schul« . 1 Kiilit e�iatron ganz plötzlich ohne Angabe von Gründen entzogenen Gcneralovi"' M � den Religionsunterricht wieder zur Verfügung ffifdrttittiU Millionen Mark in Angelegenheit der Ver- NsiM � der Friedrichstraße ju zahlen, wenn ihm die Kon> Heirichtung der Pferdceisenbahn in der Friedrich« die Straße Unter den Linden erthcilt wird.— «.,-—-�.richten zu Folge soll fich auch die Direktion der Berliner Pferdeeisendabn-Gesellschaft entschloffen haben, dMorttitcn U Millionen Mark zu zahlen, indcffen ist ein .Mors Bekar.ntgeben bei der Gemeindebehörde hierüber noch ersolgt.___ Lokale». •»be* die Gntvtckelnvg«nd die Wohuungs» 'e Kerlin» feit vem Fahre 18TO dringt das„Grund- eine Fülle statistischen Materials, aus welchem fol- ,...n von allgemeinem Interesse find: Fn den auf das 1870 folgenden 17 Jahren hat fich die Bevölkerungszahl lt, oder fti hat, genau gerechnet, um enommen. Die Zunahme betrug also l�ymituid) im Jahre 87 592 Einwohner. Dieser Durch. ftSg zu seh SÄ W zu die-»>-' ÜÄ4 Sss� wurde überschritten in den Jahren 1871, 1872 und kL4®iä 1887. In den Jahren 1673 bis 1881 blieb 0* der DmchschnUtszahl. Die Zahl der ___________ nahm in denselben 17 Jahren um vder durchschnittlich im Jahr um 364 zu. Diesen Durch- überschritten die Jahre 1873 bis 1878, während die .1871 und 1872 und 1872 und 1879-1887 unter dem z�oichnitt blieben. Auf ein bebautes Grundstück kamen im ?e Iftfy 56, 1875 fO, 1879 61, 1883 65 und 1887 71 Ein- Z™#- Die Be v ölkerungsdichtia kcit hat som t fottwäbrcnd zu- m�winen. Der Durchschnitts Mieihspreis für eine Wohnung 2*0» 479 M. im Jahr- 1870 auf 642 M. im Jahre 1887 ge- BJ?- Das Ocgan der Grundbefitzer sucht an den Durch- k?Vsjahlen der einzelnen Jahre den Nachweis zu führen, daß u'/aiethsvreise in Berlin die Wirkung der allgemeinen wirth- •rWichm Verhältnisse find und weder von dem Willen der »itther, noch demjenigen der Mtether abhängen. K» der Häuserzeile der Ntarkgrafeustrage befindet «ne Lücke. Ein sivn alcs Haus, gegenüber dem Schauspiel« i*' ist adgeriffen. hinten auf dem Grundsmck befindet fich Kr�Minend unscheinbares Seitengebäude, dessen hinmelan- »zblit �„"«tsstver Schornstein allein aus seinen Charakter als itf läßt. Und in der That handelt es fich um eine ,(•:°der was sie schafft, läßt fich nicht mit Händen soffen Jlt doch joj, ewigem Werthe: es ist die Zentralstelle für isihNMung des elektrischen Lahts eines großen Theilcs der y>1."A"adt. U.aschcindar ist das Gebäude genannt worden. erste Ewdruck verwandelt sich in das Empfinden 1 Astauncns' wenn man einen Schritt weiter mitten in .�triebe steht. Nimmermehr hat der Vorübergebende, an i'iChr nicht das leiseste Geräusch tönt. eine Vorstellung sw sinnverwirrenden Getriebe» das nöthig ist, um das fcfnige Lämpchen glühen zu lassen. Das find Eisenwerke, riestge Kohlenlager, das find weite » mU schwingenden Rädern, pustenden Ocfen. .e Kolben und zierliche Drahtleitungen find in organische *>*,,-«ig gebracht. Das pustet und stampft und rauscht K Vvnder wie die Windsbraut und der losende Sturm. t�huoxcnrcich hat fich aufgethan. Hunderttausende von N bS, Un») Rädchen greifen ineinander, mächtige Kabel lasten Müuly**" Gestellen. Beängstigend klein erscheint fich in ? und Eisenreich der Besucher, und er klammert fich , Qn den W ssenden, der mit lächelnder Miene in dem � einherschreitet, mit einem einzigen kurzen Kommando- '»gas Ganze halt!" gebieten zu können. Es wurde am Sonnabend der Versuch gemacht, einem Kreise geladener ,, seit wenigen Tagen in vollem Betriebe befindliche 5 iu erklären. Vergebliche Mühe. T'otzdem auf je zwei ß, Jw Erklärer kam, war kaum ein Wort zu verstehen � verstanden worden wäre, wenn das körperliche £%« aufgefangen hätte, das geistige wäre ihm ver« i'- �. i �eben. Wohl faßten wir es— so erzählt die„Rat.- , lw Großen und Ganzen, daß die Kohlen erst in Fahr« Obergeschossen und dann in Trichtern bis vor die »Nwr kommen, daß neun Dampfst ss-l da find, die unter JK Verbindung st hen und doch von einander getrennt v®n«Kn, daß unter diesen Kolossen von Dynamomaschinen Strom für je 1600, andere für 3000 Glühlampen baß während des Baues dieser Station noch Er« gewacht wurden, um die Stromerzeugung sowohl zu Kr oil im l 5# '5b- Ks- � ipi 0"'l wuroen, um oie siromerztugung ivwvm zr , r«ie st? stetiger zu machen und daß eine fich aus 1*"?bben�.>audcr und imponircnd ausnehmende Einrichtung mi von Griffen und Uhren bezweckt, eine Regulirung jeder z, �"ve im Ärbeitskreise dieser Station zu erinöslichen L, Hflet tZr**»m»lOeilSlWIC VWICl Wiuuuu 0« riinwiiU4Vii das„Was" auch zu begreifen war, das„Wie" muß füglich den Mitgliedern des elcstro« ereins überlassen bleiben.-Ich weiß, die meisten von mit dem Gefühl der Demüthizung hinfort, gar davon gehabt zu haben, wie viel ihnen zum Ver- U'sserer Zeit fehlte. Eisen oder Stahlgegenwart hat .Benannt. Mir kam es wie ein Trost vor, daß dieser durch eine Kupferumgürtung zusammengehalten * �i°n in der Markgrafenstraße erzeugt mit ihren »Maschinen einm Strom für 23030 sechezehnkerz'ge "• Der Wasserverbrauch würde für eine Stadt von Einwohnern genügen. Die Gesammteinrichtung cw-vtn genommen auf den vermuthlich bevor« i%. h�bruch der Station in der Fciedrichstraße neben Cafb Emgehen durch die geplante Verbreiterung noih' Der Betried von dort wird hier mit untergebracht ttlri, hat die elektrische Beleuchtung etwas später be- Q., Mn transatlantischer Vorläufer, ebenso wie das Aber wie bei dem letzter» hat es auch bei der eiektri- in �rna_ nach Umfang und Güte der Leistungen fich iff*1*»« i£fsD W % jjj Wickler W �vbeitenttt, U.°ndere W % hat 2?'1..... es �.-.--isinus. � mit al % tz!) die Umfi Q""MI an die ÄjR A: 1 ein un n Verbin Junge , Vcrbri Wonsmllt �Mwlur.gc Sn-J&ese Ätotcn. Di, IäT ttutben Den Soz eines solchen durch dieStraßenBerlins schleichendenKartost mit der Frage heran, od er gute Waare habe, handelte fcbijaV um den Preis und erkätte fich zur Abnahme einiger reit- Der Kartoffelhändler fuhr dann gewöhnlich gleii.*# dem bezeichneten Hause, dem Angeklagten wurden die 9%# Kartoffeln nach und nach auf die Schultern geladen n- Händler wartete nach Abttagung des letzten Sackes eWy« geduldig auf Bezahlung, dann wurde er ängstlicher u«« 0 er genauer zusah, entd.ckte er, daß er betrogen stellte fich nämlich jedeimal heraus, daß das Haus,««*# Eingang der Händler mit seinem Wagen hiell, auf bj; ff feite noch einen Ausgang nach einer anderen Straße b«,.«Ä wartete--------- bald dort Gaunerpaar v.». w.uuvt, um««*uuuie rr. verkaufen. Schließlich ist es doch gelungen, des Betrugg»� fe�on Pmnann stir C Das S �Mittel bei .er S!Ä Haft zu werden, �nachdem berei i es oow gerungen, oes«ein-wr.mW seine Braut wegen dieser Gern? Gefängniß verurtheill worden« j,l lereits zu drei Monaten i � �, y mmnwem wutw- die Thatigkeit des Angeklagten auf diesem Gebiete umfangreiche gewesen, bewies eine Bemerkung des anwalts, wonach noch eine ganze Reihe neuer Sirai«M (regen den Angeklagten eingelaufen ist und die Bel � 5&% i fei Nds Ii LZK! Familie des mll in Thätigkeit getretenen Mädchens W � Erträgnissen dieses Schwindels längere Zell gelebt Rückficht auf die Gemeingefährlichkeit dieses Treibens tdeilte der Gerichtshof den Angeklagten zu sechs Mo" Gefängniß. Noch immer werde« die Gerichte mit der schäfltgt, ob Herr Medailleur Oskar Krohm ein ist oder nicht. Im Züricher„Sozialdemokrat" balle „Eiserne Maske" bekanntlich als solchen an den Pranger K und in einer sozialdemokratischen Versammlung, welwe Konzellhause Sanssouci abgehalten wurde, hängte ein Zw« jV Herrn Krohm diesen Titel gleichfalls an. Von beiden� j» fachen harte die„Berliner Zeitung" All genommen, da� Herrn Krohm Anlaß zur Einleitung einer Beleidigv j gegen den Redakteur Paul Ehrcntraut gegcvem Möglichkeit eines Wahrheitsbeweises wurde dadur fitn*.-""'1 eitelt, daß der Polizeiprästdent seine Genehmigung Zur jV«n mien Z liehen Vernehmung der betreffenden Polizeideamten,"J P. n*'«Wen Krodm angeblich in Verbindung destanden hat, versag« � Schöffengericht hatte nun die Beleidigung für eine 1«# erachtet, daß es auf 3 Wochen Gefängniß erfa" Lediglich wegen der Höhe dieser Strafe hatte der Dev � des Angeklagten, Rechtsanwalt Ullstein Berufung A welche gestern die Ettaskammer Via beschäftigte. zl- kammer war mit dem Vertheidtzer der Anficht d«ß> W Sttafgll, als auch die Strafhöge, welche das vchöffens�� wählt, nicht zu rechtfertigen seien; fie hob deshalb ba« niß auf und ermäßigte die Strafe auf 200 M- Gelob B 20 Tage Gefängniß..„..�r ein» grobe Wißhandlnng eines serner Urb � gestern den Ztmmermeister Johann K l'« m bWÄ KZ« .1. 5 rrn E -h dt, Anklage der schweren Körperverletzung kammer des Laadgerichts I. Der Angeklagte hie»'» rechtigt, den Zimmergesellm Hornstein am 10- 311,0 % en. i »N, cismateckl i» Strafk-m«- »ld Schmi» tagszech ume erb««'« i-.tdcckt uwlX )dc fand"taJ n den urg«' veil si» wg befand. tZa n Boden W zhrrehma Häusan.i? t veidasv .; einer 6®J eincfra?»� vzZ Hat m# m Boden � - 3euge Z« l einen Ä? zu entlassen, weil derselbe gewisse Arbeiten nicht zu seiner Wedenbeit aue geführt hatte. Wie Hornstein unter seinem erklärie, hat er fich nur die Gegenrede erlaubt, er möchte � auch sofort seinen Lohn haben, als der Angeklagte ihn an � Kehle packte und würgte, ihn zu Boden ?nf und ihn dann nicht nur längere Zeit mit Faust in's G esicht hieb, sondernihm auch mehrere wuchtige Fußtritte gegen den «ib versetzte. Dann schloß der Angeklagte die Thür der Miksiatte, wo diese Szene sich abgespielt hatte, zu und entfernte Hornstein hat mittelst eines Brettes, an welchem auf dm Hof hinunterrutschte, fich die Freiheit ver- müssen. Klieme war wegen des letzteren Ber- ».....- auch noch der Freiheitsberaubung deschuldigt. j�ir Mißhandelte war Vermaß en zugerichtet, er vierzehn Tage lang arbeitsunfähig ge» J'Jen ist. Im Verhandlungstermine behauptete der Ange» aazie, daß er zuerst hinterrücks von Hornstein angegriffen wor- sei und fich somit im Zustande der Nothwehr befunden Als Beweismittel unterbreitete er dem Gerichtshofe einm Mnlichen Büschel Barthaare, den Hornstein ihm bei dieser ?uegenkelt ausgerissen habe. Die Beweisaufnahme fiel aber zu Ungunsten aus, wenn auch zugegeben werden mußte, daß » w Baithaare in dem Kampfe verloren habe. Bei der großen Meit, die der Angeklagte an den Tag gelegt, billigte der Mtshof ihm mildernde Umstände nicht zu, sondern erkannte W dem Antrage der Staatsanwaltschaft wegen der schweren �merletzung auf zwei Monate, wegen der Frei- oettsderaubung auf drei Tage Gefängniß. i»or dem Kammrrgrricht stand heute Termin an in 2 dekannten Beletdigunosprozeß des Abg. Singer gegen den � dalteur Dr. B.chler. Wegen Erkrankung des letzteren wurde Uandlung bis zum 20. Dezember vertagt. Idsseldorfee Vehrimbundoprozest. Düsseldorf, den >Jiovimder. Zu den Plaidoyers ergriff der erste Staats- Malt das Wort. Es sei, so sagte derselbe, ein elgenthümliches «Mmenticffm, daß beute vor 40 Jahren gegen den„bekannten" verhandelt wurde, angeklagt, den Aufruhr und den W»$8 gepredigt zu haben. Die heutigen Angellagtm seien »•.�jWngci seiner Lehre. Zwar predigten fie nicht offen den ; und die Empörung, fie führen den Kampf gegen die wi-�kOrdnung nicht öffentlich von Geficht zu Geficht, sondern z,, �lsteckter Minenarbeit. Sie wollen einm Staat gründen, lLi.il, en als Vorbild vorschwebt, den Staat der Freiheit, %eü, Brüderlichkeit. Welch' ein Wahnfinn! Der Zu- Msfiaat dieser Träumer ist ein Wahnfinn. Die Besten und Listen des Volkes haben sich mit der Verbcfferung der Lage �aroeitenden Klassen befaßt, allein die Angeklagten glauben IW?.? Weise die Volksbeglücker zu spielen und dringen ihre n unter das Volk, fie spiegeln dem Volke vor, was nie Was wollen die Angeklagten? Der Zeuge w' ,T" r» gesagt: auf staallichem Gebiet die Republik, � religiösem den Atheismus, im bürgerlichen Leben den Mlismus. Er desprach dann das Gothaer Programm, nach mit allen Mitteln die Beseitigung des modernen Staates Mseden sei; die Religion, so heißt es in dem Programm, sei Miacke. Der größte Theil des genannten Programms mt- lu die Umsturzlehren, wenn man auch einzelne Punkte des- unterschreiben kann. Es wurden dann der Regierung Ä'kl an die Hand gegeben, gegen diese Bestrebungen erfolg» 2* vorzugehen. Durch das Gesetz vom 21. Oktober 1878 �de die Regierung mit Vollmachten ausgestattet, das Uebel ? Keime zu ersticken, an der Wurzel auszurotten. Der Staats- ÄM ging sitzt auf die einzelnen Paragraphen des Gesetzes Ar ein und erwähnte des§ 1, der das Verbot der soziali- Men Verbindungen und Vereine enthält, des§ 9 über die Nammlungen, der§§11 und 19 über die Druckschriften und Verbreitung. Die Regierung hatte als wichtige peckentWl'y Mtionsmittel der Sozialdemokratie angenommen die ib ein'U;,,(ctoRmilungen und die Presse, welche eine große Macht dc- GeriMv�A H�Diese zu b seltizen war Zweck des Gesetzes. Der Erfolg, ber Aw demselben erwartet hatte, trat ein, die Agitation iiilhnxJ" wurde lahmgelegt, die Vereine verschwanden von der «erbmL' Versammlungen und die Parteischriften wurden Lf,*.Die Maßregeln wurden strenge duichgeführt und der liv-s. �l sprach es off.n aus, durch die Wirkungen des Ge> ».wurden die sozialdemokratischen Blätter unmöglich. Wm.?» Sozialdemokraten blieben nach Erlaß des Sozialistm- W""r zwei Agitattonsmittel, die Wahlagitation und die i&S!,on 00n Mund zu Mand. Es muß gestattet sein, daß itzwlann seine Ideen mit Bekannten ungehindert austauschen C Dos Sozialistengesetz hat die früheren gesetzlichen Agita- �Mittel beseitigt, deshalb mußte das Wort„gesetzlich" aus �'�othaer Programm gestrichen werden. Damit war die 0»$ der späteren Bewegung gegeben. Die Partei wandte w~"ttel an, die Wirkungen des Sozialistevaesetzes illusorisch zu foSt- Es dienten dann die abgehaltenen Wahlversammlungen �u�tausch der sozialdemokratischen Ideen und zur Agitation für wüster. Dann die Presse, welche die Partei zu Agitationszwecken Es find hier verschiedene Arten der Druckschriften �liürscheidev. Früher konnte das Strafgesetzbuch und das %°�!ctz in Anwendung gebracht werden, allein es hielt schwer, in JWoknes Druckerzeugniß rechtzeitig zu fassen und unschädlich � t., deshalb kamen die Bestimmungen über die Verdrei« °!?iwlistischer Druckschristen in das Sozialistengesetz. <0 o®* gefährlichste Druckschrift ist der früher in Zürich, jetzt �»ndon erscheinende„Sozialdemokrat". Wenn Bebel gesagt W? en, Abgeordneten sei nur eine Spalte zur Verfügung ge- %.könne man darauf nicht viel geben, denn das gehe aus �rb- ich darin enthaltenen Stellen hervor. Das Blatt , oerboten, allein das Verbot wurde umgangen und das »it r, 8«mlich verbreitet. Der erste Staatsanwalt ging dann auf WL�Jn Betracht kommenden§§128 und 129 des Strafgesetz- und hob die in denselben enthaltenen juristischen Sehij�we hervor. Aus den erbrachten Beweisen müsse man auf eine .�Berbindung schließen. Gleichwie man von dem Blitz auf ji�andeneS Gewitter und von den Kreisen auf dem Waffer % in der Tiefe befindliche Bewegung schließe, so könne N K® den zu Tage getretenen Beweisen in dieser Verhandlung hüb und Herz dieser weitverbreiteten Verbindung schließen oo Beweise sollten dafür erbracht werden. Zunächst sei "aide eine Verkehrsstelle errichtet, für Deutschland eine «nisation verabredet und in's Werk gesetzt, die fich bis Inen Orte erstreckte. Man muß annehmen, daß in ' die Verbindung destanden bat, die Wirkungen des iu entkräften, auf welche Weise, war den Anhängern og- Die angewandten Mittel wurden von dem Staats- v, z,?n Einzelnen beleuchtet.,,, diesem führte Assessor Dr. Cretschmar die einzelnen Nr«TWomente in längerer Rede vor. würdigte die hierfür Kel,*. Zeugendeweise und hob die Thättgkeit der einzelnen h a,,?gten hervor. Als Leiter der geheimen Organisation, die ZOki�«anz Deutschland erstrecke, bezeichnete der Vertreter der die rit' gege vaw 4i e-ÄTL In dem Sozialistenprozeß wurde geheimen lokalen Verbindung zu ' Ist. Feiner wurden verurthellt: bis 3 Wochen, ein Anstifter zur ».—>» oeroorener ivwrlrlen zu einer Woche Gefängniß. �Rgeliagte wurden freigesprochen. .#-mw m» Vrrssmml»UKe«. Nt d-- St»i«dr«cker und Lithograph»« % tnL22- d. M. bei Gratweil. Kommandamenstr. 77-79, �irsowmlung ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag des Herrn Canitz: Der Magen, seine Pflege im gesunden und Iranken Zustande. 2. Bericht und Neuwahl des Äiblio» thekars. 3. Abrechnung vom Herrenabend. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Der Vortragende führte aus. daß der Magen in der Kultur sowohl, als wie im sozialen Leben die hervor- ragendste Stelle(?) einnimmt. Man muß demseben die größte Aufmerksamkeit zu Theil werden lassen, und alle Speisen dürfen nur gut gekaut in den Magen eingeführt werden. Der Arbeiter muß danach streben, daß er auch immer die richtige Zeit zum Essen habe und fich nicht noch durch Ueberstunden und Sonn- tagsardeit dieselbe verkürzen. Um ein paar Groschen Mehrocr- dienst giedt man seine Gesundheit dahin. Nach einer eingehenden Schilderung des Magens und der Verdauungsapparate nebst einigen Anweisungen, wie man die Speisen genießen soll, be- sprach der Vortragende die Pflege des kranken Magens. Er führte die verschiedenen Mittel und Wege zur Wiedererlangung der Gesundheit an, keine Medizin, sondern gute Pflege sei die tzaupsache. In der Diskusfion beantwottete Referent einige auf den Vortrag bezügliche Fragen. Bei Punkt 2, Wahl des Bibliothekars und Stellenoermittlers, wurde als Bihliothekar Herr Scheivenreich wiedergewählt, ebenso verblieb der unentgeltliche Arbeitsnachweis in den Händen des Herrn Scheidenreich, Elisabethufer Nr. 42. Punkt 3, Abrechnung vom Herrenabend, konnte nicht verhandelt werden, weil noch nicht alle Billets abgerechnet waren. Unter „Verschiedenes" wurden innere Vercinsangelegenbeiten erledigt. Gleichzeitig forderte Herr Preuß auf, recht zahlreich auf das Gehiiferorgan„Graphische Presse" zu abonniren, Listen find beim Vorfitzenden Herrn Sillier, Krautsstraße 26a, zu haben. Kollegen, welche noch vom Winterfest abzurechnen habm, werden ersucht, dies der nächstens erfolgenden Abrechnung wegen sobald als möglich bei folgenden Herren zu thun: Leuschner. U.. Ackerstraße 73, l.; Handel, N., Schönhauser Allee 70b, III.; Siemer, N., Weddingstr. 2; Knaack, N., Gerichtsstraße 60, 11.; Becker, 8., Fürbringe', str. 28; Burgdorf, N., Schwedterstraße 35. Die nächste Versammlung findet am 20. Dezember in demselben Lokale statt. Gin» stark besucht» öffentlich» Mrtallarbeiter- versammiung tagte am Freitag im Lokale„Sanssouci", Kost- dusetflr. 4a. Auf der Tagesordnung stand: I.Stellungnahme zur Gründung eines„Berliner Metallardester« Vereins". 2/ Eventuell Wahl einer Statutenberathungs'Kommisfion. Nach der Wahl der Herren Klein, Bredow und E. Fabrenwald in's Bureau erhielt Herr Aua. Meyer das Wort zum Referat. Der letzte verunglückte Streik, so ungefähr führte er aus, habe in allen Theilen Deutschlands den Ruf nach einer großen, kräftigen Organisation erweckt; es sei zu diesem BeHufe zur Beschickung eines Kongresses von verschiedenen Seiten aufgefordert worden. Die Berliner Metallarbeiter hätten diese Frage reiflich erwogen und seien zu dem Entschluß gekommen, den Kongreß nicht zu dc schicken: fie hatten denselben für verfrüht; die Verhältnisse find derart, daß an ein Zustandekommen einer großen zentralen Organisation nicht zu denken ist; andere Fragen können ohne diesen Kostenaufwand ebenso gut in den Vereinen diskutirt werden; außerdem sei es ein Unfinn, Delegirte zu schicken, die nicht einmal wissen können, wie viele Ardeiter hinter ihnen stehen. Diese Gründe hätten die Ber- liner Metallarbeiter bewogen, fich nicht am Kongreß zu de- theiligen; fie hätten dagegen beschlossen, Lokalvereine zu gründen und, trotzdem es ihnen schon zweimal mißglückt sei, es zum dritten Male zu versuchen. Es entsteht nun die Frage, welche Art von Lokalvereinen man wählen wolle? Ob einzelne Branchen fachvereine oder e i n allgemeiner Berliner Metall- arrbeiter-Fachverein ins Leben treten sollen? Er(Redner) habe fich nach reiflicher Ueberlegung zu letzterem entschloffen. Denn die Arbeiten eines Metallarbeiters könnten fich jeden Tag ändern; heute sei er Schloffer, morgen Maschinenbauer, der qualifizirte Ardeiter verschwinde mehr und mehr. Es seien ja doch die Interessen aller Arbeiter dieselben, die Interessen eines jeden Metallardeiters würden in einem allgemeinen Verein gleich gut vertreten werden. Er hoffe, daß in dieser Richtung der Widerspruch nicht groß sein werde; man solle auch bedenken, daß eine zerstückelte Masse bei weitem nicht das leisten könne, was ein geschlossenes Ganze durchführen kann; man sehe es an den kleinen Fachvereinen. Wenn es den Arbeitern nun einmal verboten sei, einen Zentral- verband über ganz Deutschland zu bilden, dann solle man wenigstens einen solchen für Berlin schaffen. Auch den- jenigen, die immer sagen, fie möchten gern einem Fachverein beitreten, wenn fie einen hätten, sei dann geholfen. Er empfehle also nochmals die Gründung eines Berliner Metallarbeiter- Vereins, die Wahl einer Statutenderatbungs- Kommisston und nach erfolgter Ocganistrung die Wahl einer Kam» misston zur Schlichtung gewerblicher Streitigkeiten. Er hatte es für ein leichtes, 3—4000 Mann in diesen Verein hineinzu- ziehen; die Agitation sei sehr erleichtert, da doch gewöhnlich eine größere Anzahl zusammenarbeiteten. Die Diskusston werde ja die Angelegenheit von verschiedenen Seite beleuchten. (Lebh. Beifall.) Eine Diskusston schließt fich an. Es spricht in derselben zuerst Herr H i tz l e r: Man habe die Erfahrung ge« macht, daß Fachvereine nur Palliativmittel wären. Man solle nicht glauben, daß durch einen solchen Verein eine Besserstellung der Lage der Metallarbeiter geschaffen werden könne, er könne nur die Masse zum Bewußtsein bringen und eine Schule bilden für spätere Arbeit.(Rufe: Das genügt ja!) Redner ergeht fich nun des längeren über diesen Punkt und kommt immer wieder auf dieselben Motte zurück. Die steigende Unruhe und die fortgesetzten Schlußrufe veranlaßten den Vorfitzenden, dem Redner das Wort zu entziehen. Herr Gustav Schulz ist der Meinung, daß auch dieser Verein verfrüht sei, die Verhältnisse lägen noch zu schlecht; der Verein werde bald aufgelöst werden. Er kommt alsdann auf eine in der letzten Versammlung gefallene Aeußerung zurück, daß der Klempnerstteik ohne die Unterstützung der anderen Ar- beiter ins Waffer gefallen wär'. Hierzu bemerke er, daß es Pflicht und Schuldigkeit eines jeden rechllichen und sozial denkenden Arbeiters sei, den anderen zu unterstützen.— Herr Pi rch hält die Meinung seines Vorredners, daß ein Verein jetzt noch nicht an der Zeit sei, für ganz falsch. Ebenso solle man fich nicht an die Maßregelungen von oben kehren, das seien noch nicht die schlimmsten. Viel mehr seien die von unten zu fürchten, der Jndifferenttsmus. Den Vorwurf, daß die Fachoereine noch nichts geleistet haben und daß der Fachverein daran schuld sei, müsse er entschieden zurückweisen; daran seien die Leute schuld, die fich nirgends sehen ließen und„hinter dem Ofen gehockt haben".(Unruhe). Er(Redner) würde fich sehr freuen, wenn es dem zu bilvenden Vereine gelänge, die zer- spiengten Elemente unter einem Hut zu sammeln, man solle aber nicht von den destehenoen Fachvereinen verlangen, daß fie fich auflösen und dem neuen beitreten. Hierzu bemerkt Herr Bredow» daß man durchaus nicht glauben solle, daß die Fachvereine fich auflösen sollten, man wolle nur den Branchen, die fich noch nicht oiganifirt haben, Gelegenheit geben, fich einen allgemeinem Fachoereine anzuschließen. Auch sei der Vorschlag, dm neuen Verein zu gründen, nicht von dmcn gekommen, die hinter dem Ofen gesessen haben, sondern er sei aus der Mitte'der Ardeiter gekommen.(Beifall). Herr B e n a d o: Man habe schon Metallardeitergewerkvereine gehabt, aus diesen sei nichts geworvm, die Versammlungen seien von 30 Mann besucht worden. Als die Sturmperiode im Jahre 1886 gekommen sei, da habe der Vorstand die Büchse in's Kom ge- motten, und Herr Fahrenwald, der fich heute so sehr für die Gründung des Vereins in die Schanze schlage, habe den Antrag gestellt, den Verein aufzulösen. So werde es auch jetzt gehen; er warne deshalb davor, diesem Verein beizutreten, und empfehle, lieber einem Verein, der im Norden im Entstehen ist, beizutreten, einem allgemeinen Arbeiter-Bildungsverein. (Lebhafter Beifall.) Herr Klein stellt die von Herrn Benado erhobenen Anschuldigungen dahin richtig, daß der Vorstand keine Versammlungen mehr genehmigt bekommen bade, und daß Gründe obgewaltet hätten, die er in öffentlicher Versammlung nicht klarlegen könne. Hierauf hatte fich Herr Hitzter noch- mals zum Worte gemeldet, es wurde ihm jedoch durch B.schluß der Vettammlung verweigert. Herr Hltzler mußte sodann, da er fich nicht beruhigen wollte, aus dem Saale geleitet werden. Im weiteren Verlaufe der Diskusston sprachen noch die Herren Gottfr. Schulz, Kersten, Gu st. Schulz, Miethe und Pirch und traten für die Gründung eines allgemeinen Metallarbeiter-Fachvereins ein. In seinem Schlußwort wendet fich Herr Meyer gegen einen in der Fachzeitung enthallenen Artikel von Herrn Pirch, in dem derselbe behauptet, daß die» jenigen» die gegen die Beschickung des Kongresses ge- sprachen hätten, kein Solidatttätsgefühl in fich hätten. Herr Pirch solle fich die Leute erst ansehen, ber« er so etwas schreibe. Auf die Angttffe des Herrn Bmado er» widert er. daß er nicht hinter dem Ofen gehockt habe; es gebe drei Gebiete der Arbeiterbewegung; das gewcrlschaftliche, da? politische und das Krankenkassen- Gebiet. Auf einem habe er aber gearbeitet. Schließlich bemerkt er noch, daß die destehenden Fachvereine sich durchaus nicht aufzulösen brauchten, sondern daß beide nebeneinander marschiren und kämpfen wollen. Haß und Neid werde fallen, trotz alledem, wenn nur der rechte Wille da sei.(Lebhafter Beifall.)— Herr E. Fahrenwald zur Benchtigung: Der Verew, der auf seinen Antrag hin aufgelöst wurde, wäre auf dem Wege gewesen, dasselbe zu werden, was der Buchdruckerverband ge» worden ist. Er habe eine Auflösung des Vereins für besser ge- halten, als ein Leben unter solchen Umständen und von vittem Gefichtspuntt aus den Antrag gestellt.(Beifall.) Hierauf wurde folgende Resolution verlesen und mit allen gegen vier Stimmen angenommen: Die beute den 23. November im Lokale „Sanssouci" tagende öffentliche Metallarbeitervettammlung er» klärt fich mit den Ausführungen des Referenten voll und ganz einverstanden und beschließt, eine Kommisston von 9 Pettoncn zur Statutcnberathung zu wählen.— Nach einer längeren Ge- schäftsordnungsdc hatte wurden von den voraeschlagenen Herren folgende gewählt: Max Fahrenwald, Otto Mein, Pirch, E. Fahrenwald, Reckner, Bredow, Kofflisky, Pfannebecker und Gottfried Schulz. Nach einer Ermahnung des Vorfitzenden, die gewählte Kommisfion nicht zu verlassen, sondern kräftig zu unterstützen, und einem kräftigen dreimaligen Hoch auf die neuen Vereine wurde die Versammlung aeschlossen. K»richtig«ng. Herr Aug. Meyer theiltluns mtt, daß in dem Bettcht der Metallarbeiteroersammlung vom 22. Ottober ein Fehler untergelaufen sei. Er habe gesagt, daß der Kongreß 3000 M. gekostet habe, während in dem Berichte steht, daß er den Berlinern so viel gekostet habe. Gl«»«»«« GrLndnng. In der„Post" finden wir einen Versammlungsbettcht, den wir unfern Lesern unverkürzt erhalten wellen. Auck ist jeder Zusatz überflüsfia, die Sache spricht für sich. Der Bericht lautet:„Eine neue Ardeiter- partei, welche fich ohne Anlehnung an andere Patteirich- tungen streng auf den Boden der Königstreue stellen will, hat fich gestern(Sonntag) Abend im Freytag'schen Saale in der Beußelstraße Nr. 9 konstituirt. Die Anregung zur Begründung der Pattei ist aus Ardeiterkreisen selbst hervorgegangen. Ein kleines Komitee, an dessen Spitze der Ardeiter Silvester Ballach (Thurmstraße Nr. 65 a ouf dem Hof im Keller wohnhaft) steht, erließ am Freitag in Moabit und Charlottenburg einen Säulen» anschlag, durch den zur Versammlung eingeladen wurde.„Nur Arbeiter, hieß es auf dem Anschlag, welche nicht Handwerker find, haben Zutritt, weil der zu bildende Verein nur ge» wöhnliche Arbeiter als Mitglieder aufnimmt. Jeder Arbeiter, der seinem Könige treu und ergeben bleiben will und dem wirklich am Herzen liegt, seine Lage zu verbessern, wird gebeten, zu erscheinen." Der Anschlag hatte nur wenig Beachtung gc- funden. da er namentlich in Berlin sehr bald uderttebt worden war. Der Einladung Folge gegeben hatten etwa 60 Personen, darunter auch 10—15 Sozialdemokraten. Ardeiter Ballach eröffnete die Verhandlungen mit einer kurzen Ansprache, in der er aus- fühtte, daß der Arbeiter bisher vielfach von anderen Parteien in deren Interesse mißbraucht sei, daß aber gerade die Lage des Ar- beiters ihn zwinge, für fich selbst einzuttetm. Eine Besserung seiner Lage könne der Arbeiter nicht ermatten von denen, die fich feindlich gegenüberstellen den Machthabenden, wirkliche Hilfe könne nur kommen von der Seite, die auch die Macht zur Hilfe in den Händen habe, vom Staat, vom König. Deshalb sei es nöthig, fest zum Staat zu halten, treu zum König zu stehen, um dessen Wohlwollen, dessen Interesse zu erwecken� Auch der König sei nur ein Mensch, der seinen Freunden eher helfen werde, wie seinen Feinden. Nachdem dem Kaiser ein Hoch ausgebracht war, wurden die provisorischen Statuten ver» lesen und die Frage an die Versammelten gerichtet, od fie auf Grund derselben einen Verein begründen wollten. Die Mehrzahl der Anwesenden antwotteten mit Ja, nur die Sozialdemokraten verneinten die Frage und suchten zum Wott zu kommen. Da jedoch die sich Meldenden Handwerker und nicht gewöhnliche Ardeiter waren, wmde ihrem Wunsche nicht entsprochen und sofort zur Mitgliederaufnahme übergegangen. Alsdann erllätte der Vorfitzende die Angelegen- heilen der öffentlichen Versammlung für erledigt, eröffnete eine Mitgliederversammlung und ersuchte die NichtMitglieder, den Saal zu verlassen. Die Sozialdemokraten machten noch einige Anstrengungen, ihr Verbleiben zu erwirken unter dem Ver- sprechen, Ruhe halten zu wollen, der Vorfitzende aber dehartte mit Zustimmung der Mitglieder auf seinem Willen und so mußten denn die Sozialdemokraten den Saal räumen. Als Name des Vereins wurde„Ardeiterverein KönigStreu" an- genommen. Die Statuten wurden in den Hauptpuntten wie folgt festgesetzt: Zweck des Vereins ist nach§ 1, die gewöhnlichen Arbeiter in Treue und Liebe zum Herrscherhaus zu stärken, den Kaiser in seiner Regierung nach Kräften zu unter- stützen, die Interessen der Arbeiter zu fördern und Moralität und Sitte in den Arbcitettamilien zu pflegen. Mitglied kann nach§ 2 jeder gewöhnliche Arbeiter werden, der nicht ver sozial» demokratischen Partei angehött. Nach§§ 3 und 4 will der Verttn auch für den Nachweis von Beschäftigung und je nach dem Stande der Kasse für Unterstützung, Gewährung von Vorschüssen in Unglücks- und Krankheitsfällen sorgen. Als monatlicher Bei» trag find in§ 7 25 Pf. festgesetzt. Die Begründung von Zweigvereinen ist durch§ 5 in Ausficht genommen. Der Vor- stand, der nach§ 6 drei Jrhre amtirt, wurde wie folgt zu- sammengefetzt; Julius Czebock(Charlottenburg, Bismarck- straße 85, pattcrre), Vorstsender, Silvester Ballach, Stell- vettreter, Johann Hänsel(Charlottenburger Ufer 5a, Hof L) Kasfirer. Heinrich Schulz(Stromstraße 36, Hof i) und August Czebock(Charlottenburz, Wallstraße 32a), Revisoren, Friedrich Tismer in Charlottenbmg(Sophie-Charlottenstraße 33, parterre) und August Schmidt in Chaclottendurg(Wallstraße 30a,) Schrift» führer." Nortrag. Der Neue Berliner Thierschutzverein veranstakt t heute, Mittwoch, den 23. Oktober, Abends 8 Uhr, im Etablissement„Eiskeller", Chauffeestraße, eine öffentliche Versammlung für Damen und Herren, in welcher Herr Dr. P. Förster über Thierqaälerci und Thielschutz in der Haupt- und Refidenzstadt Berlin sprechen wird. Hiernach Erledigung des Fcagekastens. «rsang-, Rur«- und geftlllg« Vereine am Dieustax. Gesangverein„Gutenberg" Abends 8i Uhr im Restaurant Ouandt, Stralauetttraße 43.— Gesangverein„Alpenglühen" Abends 9 Uhr im Restaurant tzildebrandt, Pttnzcnstraße 97.— Schäfer'scher„Gesangverein der Elfer". Abends 9 Uhr bei Wolf und Krüger, skalitzetttraße 126, Gesang.— Männer» aesangverein„Gattenlaube" Abends 9 Uhr im Restamant Firk, Kottbuserstraße 22.— Männergesangverein„Steinnelke" Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, Stettinerstraße 56 57. — Gesangverein„Harmonie" Abends 8 Uhr in Neutains Bierhaus, Große Frankfutterstraße 49.— Männergesangveret» Flügel". Loth. Abends 9 Uhr „Echo U" Abends 9 Uhr im Restaurant«Zum_ rinaerstraße 60.— Gesangverein„Sängerhain" Abends 9 im Rest. Kaiser Franz Grcnadierpl. 7.— Gesangverein„Hoffnung ÜÄoobtt" Abends 8 t Uhr Wilsnackerstraße 63, im Restaurant Flges.— Gesangverein„Felicitas" Abends 9 Uhr im Restaurant Redelin, Langestr. 108— Gesangverein„Liederlust" Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann. Naunynstr. 44.— Männergesangverein „Accordia" Abends 9 Uhr bei Weick, Alexanderstraße 31.— G sangverein Ludwig'scher Männerchor Abends 9 Uhr Lindenstraße 106, bei Poppe. Uebungsstunde. Gäste find willkommen. „Deutsche Liedertafel" Abends 9 Uhr Oranienstr. 190.— Sitherflub„Amphion" Abends 9 Uhr in Triebel's Restaurant, Hoher Steinwea 15.— Turnverein„Froh und Frei"(Männer- adtheilung) Abends 8% Ubr Bergstraße Nr. 57.— Berliner Turngenoffenschaft(V. Männerabtheilung) Abends 8% Uhr in der städtischen Turnhalle, Wafferthor- straße Nr. 31.— Turnverein„Hasenhaide"(Männer- Adtheilung) Abends 8 Dieffenbachstr. 5it. 60 61.— Verein i' Rest. Kinner, 44. Gemeindeschule Wilhelmstraße 105.— Arends'scher Stenographenverein„Apollobund" Abends 8% Uhr Brunnenstraße 129 a.— Arend'scher Sienographenverein Abends 8i Ubr im Restaurant„Zum eisernen Kreuz, Lindenstraße 71.— Deutscher Verein Arends'scher Stenographen Abends 8i Uhr in Randel's Restaurant, Bmnnen- straße 129 a.— Verein„Roe" Abends 3z Uhr im Restaurant Eltze, Alexandrinenstr. 99.— Unterhaltungsverein„Harmonie" Abends 8 Uhr Wrangelstr. 136, im Restaurant Schimpke.— Vergnügungsverein„Mollig" Abends 9 Uhr im Restaurant Reinicke, Gipsstraße 3, jeden Dienstag nach dem 1. und 15. — Zitherklub„Amphion" Abends 9 Uhr im„Münchener Hof". Spandauerstr. 11—12.— Rauchklub„Zum Wrangcl" Abends 8 Uhr bei Herschled, Adalbertstraße 4.— Rauchklub„Deutsche Flagge" Abends 8 Uhr im Restaurant Händler, Wranaelstt. 11. — Rauchklub„Friedrichshain" Abends 9 Uhr im Restaurant Kipping, Landsbergerstr. 116a.— Rauchklub„Lustige Brüder" Abends 84 Uhr bei Grothe, Fürstenbergerstraße 2.— Rauch- ilub„Ohne Zwang" Abends 34 Uhr im Restaurant W. Haugk, Weinstt. 22.— VcrgnügunAsverein„Fröhlichkeit, Grüner Weg 29. Große Gesellschaftsstunde, verbunden mit Vorträgen. Gäste willkommen. Entree frei. Telegraptzische Depesche 24, (Wolff's Telegraphen-Bureau.) tfevlin, Montag, 26. November. Die Post von dem am Oltobcr aus Shanghai abgegangenen Reichepostdampfer „Neckar" ist in Brindist eingetroffen und gelangt für Berlin vorauefichtlich am 29. d. früh zur Ausgabe. VuMbinnrn, Montag. 26. November. Amtliches Ergeh- riß der am 21. d. M. im 3. Wahlkreise des Regierungsbezirks Gumbinnen stattgehabten Reickktagswahl. Abgegeben wurden i« ganzen 15 776 Stimmen. Davon erhielt Oberregierungsrath Dodillot(kons.) 8426, und Gutsbrfitzcr Maud-Sprir.d(fortschr.) 7346 St. Ecsterer ist mithin gewählt. Kre«e«, Montag, 26. November. Die Rettungsstation Büsum telegraphirte: Am 25. November Abends von einer gestrandeten Bark die aus 13 Personen besteherde Besatzung durch das Rettangsboot der Station Büsum gerettet. Kt»aßb«?g t.®., Montag, 26. November. Die amtliche „Landcszeirung für Elsaß. Lothringen" bezeichnet den vom Re- dakteur des„Figaro", Theodor Cahu, verfaßten Beriet über die brutale Behandlung, die er an der deutschen Grenze in Deutsch- Avricourt bei seiner Reise von Paris nach Konstantiropel er- fahren haben will, als eine Unwahrheit. Cahu bade keine regel- rechten Papiere beseffen und sei demgemäß in höflichster Weise zurückgewiesen worden, während er fich selbst überaus heftig und unpaffend benommen habe, was aus den übereinstimmenden Aussagen zahlreicher Zeugen hervorgehe. K«r«, Montag, 26. November. In der gestern im Karton Bern stattgehabten Volksabstimmung wurde vre Frage, od eine partielle Revifion der kantonalen Verfassung vorgenommen wer- den solle, mit 28 820 St. gegen 23 183 St. verneint.— Im Kanton Zürich wurde gestern bei der Wahl eines Mitgliedes in den Nationalrath der radikalvcmolratische, von der Arbeiterpartei unterstützte Kandidat, Redakteur Locker, mit 8845 gegen 5597 Stimme, welche für den gemäßigtliberalen Kandidaten Bert- schinger abgegeben wurden, gewählt. Pari«, Sonntag, 25. November, Nackts. Seit 8 Uhr Abends hatte die Polizei den Wagenverk.hr in der Rue Richelieu, in welcher fich das Restaurant Lemardelay defindet, wo das Boulangistenbanket stattfand, untersagt. Es hatten fich nur wenige Neugierige eingefunden; drei oder vier Personen wurden verhaftet, weil fie:„es lebe Boalanger, nieder mit Floqint" gerufen hatten. Um 9 Uhr begannen die Theilnehmer am Banket einzutreffen. Die Ankunft Boulanger's veranlaßte keinen Zwischenfall, überhaupt fanden keinerlei Ruhestörungen statt. Um 114 Uhr Abends traf Boulaager wieder in seiner Wohnung ein; die in den Straßen, welche Boulanger paffiren mußte, aufgestellten Polizeibeamten rerhinderten jede Kund« gebung. Zablreicke Mitglieder der Patriotenliga, welche den Place de la Concorde hatten verlassen müssen, nahmen indessen Wagen, umringten mtt denselben den Wagen Boulanger's und brachten dem General Ooationen dar, als er den In- dustriepalast paffirte. Während des ganzen Abends wuroen etwa 40 Personen verhastet, von denen jedoch die meisten wieder freigelassen wurden. Pari«, Montag, 26. November. Bei dem gestrigen Banket hielt Boulanger eine Rede, in welcher er gegen die allgemein verbreiteten Anfichten protestirt, daß er aggresstoe Hinter« gedanken habe, und an die Worte erinnert, welche er 1886 bei dem Feste im Hippodrom sprach: Jedes Volk, welches leben wolle, müsse stark sein. Ja der gegenwärtigen Laae Europas, angefichts der von allen Stationen getroffenen Maßnahmen, wurde Frankreich weniger in Sicherheit leben, wenn es weniger gerüstet, weniger vorbereitet als seine Nachbarn näre. Frank- reich sei wohl eifersüchtig auf seine Rechte, trachtet aber doch nach dem Frieden und schütze die Arbeit. Er seinerseits, mehr Patriot als Soldat, wünsche sehnlichst die Aufrechterhaltung des Friedens; es gebe ober zwei Arten des Feiedens: den Frieden, um welchen man bittet, und denjenigen, welchen man durch eine feste und würdige Haltung auferlegt; der letztere sei allein derjenige, welcher den Franzosen gezieme. Boulanger fragt alsdann, od jemand wag n würde, eine andere Sprache zu führen, und vrrnünscht die gegenwärtige Politik, welche die Kräfte des Landes zersplitt.re und den trüzeriseben An- schein von Schwäche erwecke— er sage, einen rlschen, denn jeder Appell an das Vaterland würde inneren 3 vistigkeiten aufhören machen. Boulanger l hierauf die Politiker heftig an, welche, um die Flut» vorübergehen»cn Gewalt ,u erhallen, fast dienstfertig* Mitleid des Auslandes anflehten. Anspielend auf Ferrtz■ hauptet Boulanger, das Volk habe den wirklich Schuldh" dm Pranger gestallt; derselbe habe, obwohl er die Ge.-.� die Frankreich bedrohen, gekannt habe, Soldaten, Schisse l» Geld in Tongking verschleudert. Schließlich detont der die Nothwcndigkeit, das Uebergewicht der materiellen essen zu bekämpfen, die an Stelle von edlen Triebfeder» treten seien, und fordert seine Anhänger auf, der P> Beistand zu gewähren. Part», Montag 26. November. Deputirtenkammer. wohnte heute zum ersten Male nach seinem Prozesse der bei. Der Abgeordnete Mesureur stellte, auf die Anrw� Wilson's anspielend, den Antrag, die Sitzung auf eine zu vertagen, aus Gründen, die Jedermann begreifen og Der Bonavattist Cuneo d'Ornano sagte, die Kan mer W® wohlthun, sich überhaupt aufzulösen. Der Antrag MeW® wurde mit 385 gegen 30 Stimmen angenommen, die 6#" somit auf eine Stunde unterbrochen. Part», Montag, 26. November. Bei den gestrige» wählen zur Deputirtenkammer im Departement Cotes-du--*? wurden 2 Konservative gewählt, bei der Stichwahl im D«� ment Bar fiezte Cluseret. Pari», Montag, 26. November. Deputirtenkammer,� Wiederaufnahme der Sitzung beantragt der Deputirtc Millo® daß die Kammer, nachdem fie ihre Meinung genügend ps? kennen gegeben, die Sitzung fortsetzte. Demgemäß mu#! die Tagesordnung eingetreten und die Berathung des Bu-ff fortgesetzt. Wilson verließ, von Andrieux degleitet- p Sitzungssaal. tolldo«, Montag, 26. November. Die„Times" L_ ianfidar, die ern'te Krankheit des Sultans verzöge«? Beginn der aktiven Operationen; die ursprünglichen»»�- darungen seien dahin geändert, daß Deutschland den süw? und England den nördlichen Theil der Küste vioktre; die de«? Marinebcsayung in Bagamoyo habe fich wieder zurückM� Trirst, Montag, 26. November. Der Lloyd „Medusa" ist gestern Abend aus Konstantincpel hier troffen. Ue« Nork, Montag. 26. November. Gestern wütO. der ganzen allantischen Küste ein verheeöende: O.kan. heftiger seit dem schrecklichen Schneesturm im letzten Mcki'J wieder gewesen war Die Eisenbahnverbindung ist" Schnee unterbrochen, die Telegraphenlinien vielfach zahlreiche Schiffbrüche weiden gemeldet; der Schaden bedeutend. MW KtL?- 4 Kit q Der SSSebens Kriefkasten der Redaktion._ Kti anfragen bitten wir die Hbonneinentb«Cuittung beijustigen. Antwort wird nicht ertheitt. ,.i A- R. Mantevtf.lstr. 61. Ein Bericht ist uns»'? zugegangen. über i( jffR Puppen. ««strickte Point«- und Herren• Westen» Triro t- Taillen, Kleidchen, Anzüge etr. Ilormal- Zlnterkleider. Haltestelle der Pferdeeisenbahn: S7. Chansteestraße»7, der Kesselstraße gegenüber. 1307] M» Grebenhagen. Danksagung. � Allen Freunden und Bekannten, inöWfJJJ den Stockarbcitern Berlins für die zahlrÄs tbeiligung und andere Beweise der LieW Beerdigung unseres lieben Sobnes und des Drechslers Gswald Crtel, sagen mit unser» tiefgefühlten Dank. ; Die Hinterbliebene Mutier und Geschwister vaz wi Reis »chtul �«um. M Euch 5Ä Fat Ror der Versammlung Mether des Nor� Berlins ü am Mittwoch Abend S Zlhr�.Zl -— uifinwa 100 !! Neu eröffnet!I 100 Damen- n. M ädchenm äntelfavri ll. Durch Ersparung der Ladenmicthe sowie durch Fabrikation in eigener Werkstatt bedeutend dilliger als jede Konkurrenz. Damen- und Kindcrmäntel zu Spottpreisen. Regenmäntel von 5 Mark an. Wintermäntel von 7,50 Mark an. Kindermäntel von 2 25 Mark an. Moaßbestetl««sen«ad Modernistrttvgen werde« schnellste«» a»?gef«hrt. 1110] Verkauf von Stoffen und Besätzen. 100. Pallisadenstraße 100. !! Neu eröffnet!! 100 Jede Uhr zu repariren und reiniaen kostet bei I mir unter Garantie des Gutgchens nur 1 M. 50 Pf. Kleine Reparaturen billiger. 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D EHeyerson. 1254]_ Pofti'tosp 3. Sumatra iSWS-Si* Java um«»»»%'* Domingo VK'Carwex Umdlatt 90 Pf., sowie olle to'J&äUf ländischen Sorten in billigster l empfi.hlt_ 11 H. Herhol�i Brunnenstratze 14� Itt m je» Leid 'li\ & & St Bill sowie I Trikots, u. s. w e Refter zu Knaben u. großen Anzügen, egen-, Double- u. Plüsch. Mäntel,� Pelz Morgenkleider, Sammet, Atlas, Svitzcv Carle, Laufitzerpl. 1, Ecke Waldemarstt. Artieitsmarkt.� sK SsSS! W7K it kut «ei erfragen in der Exp. d. Mbw-Awmkmf." Abthettung: SchBnhauser Omnibus-Haltestelle am Schönhauser-u-zor. Exempl.!) Auch für lorpulente Personen passend vorhanden? 50VV Dame»«-»''��»' . Abtheitung: Louisen Ufer SS,[612«««nt«l(auch Regenmäntel)«oder« u. spottbiUis: 8000 Knabe»-, ß«'', tf-, 1v tut % & zimuttwortltcher Redakteur: M.«rozii-t« in Berlin. Druck uno Verlag von Ms« M-u-i«» in Berlin sw, Beuthswoße 1