Mte ftlfc» Z8S. lache» 1 ■ WZ SZ sm>b«r 188S. S. M»» sz esang»� nliiuillMlalL Krgan für die Interessen der Arbeiter. Sa# Dolks»!stt- MÄnt tägtich Nsrgrn« mißer nach Hsav« ani Hnsttag«.!Ifes«nta«s%wil JBi BsM frei mfrttüiikiyb 4 SRist,««atiich 1,35 S�i, tsiÄfjtüich SS Pf. Kc�ftabotUiMeÄ M«ort. SrntcLnt ylextma 5 Pf.«St iaa-Ssoafcg�SHatt* iO Pf. zrtrsKk» te te PeftxwmsSrrnMstr fit 1889 ksw 3Jy. 848.) Jasertionsqebähr ' ArdtttSimutt 10 Pf.«A w«vn, bis 4 " v yimnwrftraftt 44, fowtf von aSkn An Erhöhung b«S Preises, angenomwm. beträgt für di« 4 grfviliek PrttJjieik oder deren Raum'25 Pf. ärgeren Aufträgen hoher Rabatt nach Nebeveinkunft. Inserat« me ut da Erpedttt»«, BeUt» SW., dimmerftra&e 44, sowie von»Sfe Kedaktis«: Kesttzftrsß» Ä.— Evpedtti-»: Zi««erstr»ße 44. matK i| Z B Abonnements-Einladung. den Monat Dezemd««öffnen wir ein neues Abonne» das «Kertlner Uolksblatt- ** dem wöchentlich erscheinenden K»mrtas»bl«tt. Da» Lerlwe» U»Ur»blatt" vertritt in jeder Beziehung en der wertthätigcn Bevölkerung. Jetzt, wo hoch- SU int. z S 'Ä '-K 1 1 i d f.« I m* cbe Ä i ;5 -L- fft Mi« Reichstagsvnhandlungcn, die das Jntneffe der Arbeiter ? höchsten Grade berühren, vor der Thür stehen, ist es Pflicht 2%* Jeden, dem das Wohl da Arbeiter am Herzen liegt, ein �*2 der sozialdemokratischen Arbeiterpartei zu lesen. �Sticht die Organe spekulativer Kapitalisten werden die Ar- üb« ihre eigentliche, jammervolle Klaffenlage aufklären,— �«egeniheil. fie haben ein ausgesprochenes Jnter.sse daran, das arbeitende Volk in der Gleichgilligkett zu«halten. unwissende Leute find willige Objekte der Ausdeutung und Ansucht uns«« Gegnn. ins, fort mit den Bourgeoisblät mpft und»«spottet werdet, jd ht. um Euer Orgi Seite steht, welches Emanzipation des � Im Jseuilleton uns«es Blattes vnöffenllichen wir den de- *W(R Roman des russischen Realisten Dostojewski: Raskolnikow. z�Aeu hinzuttetenden Abonnenten wird d« bieh« erschienene des Romans gratis nachgeliefert. > tD« Zebonnrmentopreis beträgt frei in» Laus monatlich Jtafc 85 Pf., wöchentlich 83 Pf. Bei Seldstadholung Expedition, Zimmerstraße 44, WU� 1 Mark pro Monat.'MV ha�Rellungm w«den von sämmttichen Zeitungsspedrteuren, Zr°on bet Expeditton unseres Blattes, Zimmnstraße 44, ent- Zugenommen. k. Mr auß«halb nehmen sämmtliche Postanstalten Vestelllingeil «n Monat Dezemd« gegen Zahlung von 1 M. 34 Pf. an. sie Kedaktio«»nd Grpeditio« des „Kerliner Kolksblatt". Uotitische Heuchelei. L, Herren Freisinnigen haben wieder einmal Ä- �usche» de« Zeit emmal das Vol.„______ ryr ongeregr yaveu Arbeiterfrage (L' wirklich den Namen, den fie Zollen beweisen, daß fie für dre JeuMeton. KasKolniKow. [23 . Roma» von F. M. Dostojewski. � de« Russischen übersetzt von Wilh. Henckel. er heim kam, war eS schon Abend: sechs hLy" lang war« also gewandert. Welche Wege er »UtiÜ** hatte, wußte« nicht mehr. Er entkleidete sich, «cL/ch, zitternd wie ei« abgehetztes Pferd, auf's Sopha, M mit seinem Ueberrock und verfiel der Bewußt- • Sin fürchterliches Geschrei brachte ihn plöhlich JW�fich. Gott, was war da« für ein Geschrei! Solch "he Töne, solch Geheul. Gestöhn. G-knirsche. Werne«, Str«;xu®b Schimpfworte hatte« noch nie gehört. Er Ä ein solche« viehisches Treibe« gar mcht denken. U:?�licher Angst richtete et sich empor und setzte sich ßwJ* lNt unbeschreiblich. Da« Prügeln, Schreien und Ki��ude imm« ärg«. Plötzlich untnschied er ,u & htuu0" Erstaunen, die Stimme seiner Hauswwthm. . daß winselte und betete hastig, verschluckte die Worte, n und e» war __________------.rügelte jf auf'v— er stößt sie mit Füßen, schlagt ihren Stufen- das ist llar, man hört es am To« den Schlägen! Was ist daS! geht die Welt z ÄW® h5t» die Menschen auS allen Stockwerken, von \ ttn5«Ppe zusammenlaufen, Stimmen, Ausrufe«- läuft, klopft, schlägt die Thüren zu, rennt hin V«ständniß haben, und wollen auch dafür angesehen wer, den, als feien sie empfänglich für die Ford«ung p o l i t i- scher Freiheit. Freilich, wenn eine solche Partei nach so langem Be- stände noch bestrebt sein muß, sich«st in den Ruf wirk- licher Freifinnigkeit zu bringen, dann ist es schon übel mit ihr bestellt und sie kann bei denkenden Leuten auf kein Verstauen mehr rechnen. Aber die Frei- sinnigen sind auch schlechte Musikanten, denn die Kund« gebung, durch welche sie ihre Aufrichtigkeit betheu«« wolle«, ist so ungeschickt abgefaßt, daß man ohne Mühe«kennen kann, wie der Partei eS nur um den Scher» volkSthüm- licher und freisinniger Tendenzen zu thun ist. Es sind drei Resolutionen, welche die Freifinnigen im Reichstage eingebracht habe«. Die«sie verlangt G e» werbegerichte, gewählt zu gleichen Theilen auS Ar- beitgebern und Arbeitnehmern in geheimer und gleicher Ab- Gut; damit sind wir gewiß einverstanden. Die stimmuna. zweite Rej zweite Resolution verlangt einen Nachtrag zur Gew«beord nung„behufs Ausbildung der Arbeiterschutz- gesetzgebung in Ansehung der Frauen- und Kinderarbeit". Hier beginnt schon die Heuche- lei, wie wir zeigen wollen. Bekanntlich hat sich in d« freisinnigen Partei eine kleine Gruppe gebildet, welche den groben Manchesterlehren entsagen will. Die erste Probe der freisinnigen Sozial- Politik zeigt nun schon, mit welchem Widerwillen die Partei an diese Fragen geht. Mit dem Ausdruck„Arbeiterschutz- gesetzgebung" ist nicht viel gesagt, seitdem die Parteien ihn der Sozialdemokratie entnommen und ihn als Schlagwort so sehr gemißbraucht haben. Ab« die Freisinnige» sagen nicht einmal, welcher A r I bk Maßregeln sein sollen, welche sie in Bezug auf die Frauen- und Kinderarbeit«- greifen wollen. Sie machen eS sich bequem und überlassen eS d« Regi«ung, Vorschläge zu machen. Dabei stellen sie sich, als wüßten sie gar nicht, welchen Stand- punkt die Regierung in d« Frage der Arbeiterschutzgesetz- gebung einnimmt. Und doch wissen sie so gut wie wir, daß die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schon wiederholt den Standpunkt d« Reginung in dieser Frage präzisirt hat. Die Rezi«ung hat keinen Zweifel darüber gelassen, daß sie sich vorläufig zur weit«en AuS. bildung der Arbeiterschutzgesetzgebung ablehn end ver- hält. Wenn man also auf diesem Gebiete ernsthaft vor- gehen will, so muß man selber Vorschläge machen und muß durch die Znitiative deS Parlaments die Regierung vor- wärtS zu treiben suchen, wennschon wst glauben, daß auch auf diesem Wege nur wenig zu«reichen ist. Ab« die Art, wie die Freisinnigen ihre Resolution formulirt haben, be- weist, daß es ihnen nur darum zu thun ist, den Schein zu erwecken, als neigten sie zu weiter« Ausbildung der Arbeiterschutzgesetzgebung. In Bezug auf das Sozialistengesetz wird da« und her!...„Aber weshalb denn, wofür denn und mit welchem Recht?" wiederholt er sich und glaubt v«rückt zu werden. Aber nein, er hört es ja deutlich! Also wird man gewiß auch gleich zu ihm kommen, denn,... daS ist doch gewiß nur dafür... für das von gestern... .Herr Gott!" Er will die Thür zuhaken, ran» ab« den Arm nicht erheben... und dann wäre eS ja auch nutzlos gewesen. Die Angst lag wie ein EiSblock auf sein« Seele, hatte ihn erdrückt, erstarrt.... Endlich— ein Ende.... nach und nach wurde es ruhiger, etwa zehn Minuten lang mochte eS gewährt haben. Die Wtrthin ächzte und stöhnte. Zlja Petrowitsch drohte und schimpfte noch. Endlich ist auch er still geworden, man hört ihn nicht mehr; sollte er fort gegangen sein? Herr Gott!... Ja auch die Wirthin entfernt sich, noch rmmer stöhnend und weinend... jetzt wird bei ihr die Thür zugeschlagen.... Die Menge zerstreut sich— man hört noch ächzen, strerten, zurufen, iheils schreiend, theil« flüsternd. Es müssen sehr viele dagewesen fern; daS ganze HaS war zusammen gelaufen. „Aber, um GotteSwille«, ist denn das mogltch!... und rae%la«fÄro fftUi auf das Sopha nieder, konnte aber die Auge« nicht mehr schlreßen; eme halbe Stunde etwa lag« in solch«nem Zustand, m solch ernem Gefühl des unausstehlichsten, grenzen� esten Schreckens wre er ihn noch nie empfunden hatte. Plötzlich wurde es hell in seiner Stube. Rastaßja kam mit einem Licht und emem Teller voll Suppe herein. Nachdem sie ihn aufmerksam be- b« Tlsch� �wiß wieder seit gesttt« nicht- gegessen� und Dich den ganze« Tag umh«getr,eben, während Dich ia8 d-%SeIte:. weshalb hat man die Wirthi« ge- schlag«� aufmerksam an. Trugbild des„Freisinns" völlig entschleiert. Die freisinnige Resolution verlangt, d« ReichSkanzl« solle darauf hin» wirke», daß die verbündeten Regi«u«gen ihre Behörden mit Instruktionen versehen, dahin gehend, daß die§§ 9 und 28 deS Sozialistengesetzes in Zukunft genau bc» obachtet werden. Sehr schön! Bisher haben die Herren Freisinnigen immer den Glaube» zu erwecken gesucht, sie seien Gegner des Sozialistengesetzes; nun wollen sie auf einmal dasselbe genau ausgeführt haben. Sie wer» den sagen, daß sie damit bewirke« wollen, daß die Behörden die ihnen vom Sozialisten- gesetz vttliehenen Befugnisse nicht zu weit ausdehne«. Allein man weiß, daß das Charakt«istische deS Sozialistengesetzes eben gerade darin besteht, daß es den Behörden in gewissen Dingen fast unbeschränkte Befugnisse giebt. DaS Ausnahmegesetz kann in seinem„Geiste" nach allen Richtungen interpretirt werden. Wir wollen nur den angc« zogenen§ 28 herausgreifen. Derselbe handelt von der Vtthängung deS sogenannten kleinen Belag«ungSzustandeS und seine Hauptbestimmung ist, daß„P e r s o n e n, von denen eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zu besorgen rst", der Aufenthalt in den Orten»«sagt w«den kann, wo der § 28 zur Anwendung kommt. Daraus geht denn doch ganz klar hervor, daß es ganz allein d« Behörde zukommt, darüber zu be» finden, von welchen Personen eine„Gefährdung der öffentlichen Sich«heit und Ordnung" zu besorge« ist, und eS kann gegen eine solche Maßregel auch keine höh«e Znstanz an- gerufen werden. ES will also gar nichts heißen, wenn man die Behörden auf genaue Beobachtang dies« gesetzlichen Vor- chriften verweist, denn diese lassen den Behörden völlig reien Spielraum. Sonach ist die fortschrittliche resp. fr«- innige Resolution nur eine armselige Spiegelfechterei, die ogar ein indirektes Zugeständniß an das Sozialistengesetz enthält. Die Freisinnigen kommen, wie eS scheint, noch hinter die Nationalliberalen zurück. Denn diese verlangten vor einiger Zeit die Aufhebung b« AuiweisungSbestim- mungen. die Freisinnigen aber wünschen, daß sie genau ausgefübrt werden. Auch eine neue Art von„Freisinnig- keit", mit welcher die„ K r e u z- Z e i t u n g" völlig ein» verstanden sein dürfte. Mit diesen Resoluttonen werden die Freisinnigen daS Gegentheil von dem«reichen, was sie davon erhoffen. Sie wollen sich mit den drei Resolutionen wie mit einem oppositionellen, demokratisch-liberalen Mäntelchen drapiren und in Sozialpolittk machen. DaS Mäntelchen ist ab« so fadenscheinig, daß eS nichts verbergen kann, und man steht deutlich wied« die politische Heuchelei, die sich unt« dem Mäntelchen hat»«stecken wollen. Die Arbeiter werden üb« solches Gebahren mit nicht mißzuverstchenden Geberden zur Tagesordnung über» g hm. — W« soll denn die Wirthin geschlagm habm? — Vorhin, vor einer halben Stunde, auf d« Treppe, Zlja Petrowitsch, der Gehilfe de« Polizeiaufsehers.... Weshalb hat« sie so geprügelt und.... weshalb ist et gekommen? Rastaßja runzelte die Stirn und sah ihn lange schwei- gmd an. Die« Anstarren wurde ihm unangmehm und ängstlich. — Nastahja, weshalb schweigst Du denn? fragte er schüchtern und mit schwach« Stimme. — DaS ist das Blut... sagte sie endlich leise und wie mit sich selbst sprechend. — Blut?... wa« für Blut?... murmelte«,«, bleichend an die Wand rückend. Rastaßja fuhr fort, ihn zu fixiren. — ES hat niemand die Wirthin geschlagm, sagte sie endlich streng und mit entschiedmem Ton. Er blickte sie an und athmete kaum. - Ich hörte es doch.... schlief nicht... ich saß auf, sagte er noch schüchtern«.- Ich habe lange gehorcht. Der Gehilfe des Pol,zetaufseh«S war eS... Auf der Treppe sind alle zusammen gelaufen... — ES ist niemand dagewesm! DaS ist da« Blut, welche« bei Dir rumort. Wenn eS keinm Ausweg hat und stockt, dann kommt einem solch« Unsinn ins Gehirn... Wirst Du nun etwas essen? Er antwortete nicht. Rastaßja stand noch eine Weile da und schaute ihn an. — Trinken.... Rastaßjuschka. Sie ging hinunt« und brachte ihm Wass«;— weiter konnte er sich an nichts mehr erinn«n. Rur daß« einen Schluck genommen und sich dabei begossen hatte. Dann verlor er wied« das Bewußtsein. in. Während sein« Krankheit war« nicht immer besinnungslos, es war ein fieberhafter Zustand, der mit De- lirim und theilweifem Bewußtsein abwechselte. Manches Tngmak-KorresMämM Zürich. 26. November. Die Ardeiter und Demokraten im Wahllreise Winterthur haben bei der gestrigen Ersatzwahl in den Nationalrmh glänzend gesiegt. Alle Machinationen. Verleumdungen, Lügen, Verdrehungen und persönliche Verun- glimpfungen des Kandidaten Locher erwiesen sich als fruchtlos: er siegte mit 9409 gegen 5754 Stimmen, die auf den Kandi- datm der Liberalm en> fielen. Unter der Arbeiterschaft Winter« thurs herrschte bei Bekanntwerden ihres Steges große Be« geisterung, die noch dadurch zu demonstrativem Ausdruck gelangt, daß heute Aomd von den Demokraten und der orga» nifirten Arbeiterschaft dem neugewählten Nationalrath ein Fackelzug gebracht wird. Dag liberale Kapitalistenthum versuchte alle Mittel, für sich dm Sieg zu erringm. In den meisten Ortm de« Wahl- kreises hatten sie Agenten engagirt, welche gegen einen Tage« lohn von bis zu 10 Franks von Haus zu Haus gehm und Mann und Frau in gleicher Weise präparirm mußten. Am Sonnabend Abend machte die„anständige"„N. Z. Ztg." noch einen unqual fist, baren Ausfall auf Locher, also in letzter Stunde» so daß nichts mehr darauf geantwortet werden konnte. In gleicher Weise verfuhr das in Wintetthur erscheinmde liberale Blättchen, das im Geiste des Attmbofer'schm„Stadtdotm" gehalten ist und daS mit seinm 900 Abonnenten sich nur be- baglich fühtt, wenn es recht rohe und gemeine Ausfälle gegen Demokraten und Sozialisten machen kann. Dabei ist der Re- datteur dieses Blattes ein früherer Schriftsetzer, also selbst Ar« better gewesen. Da auf seinm Moniteur außer den Fabrikanten und ähnlichen Leuten niemand abonnirt, müssen seine Patrone jährlich mehrere tausmd Franken daraufzahlen; aber das gmirt sie nicht, die Arbeiter bringm's ja ein, sie müssen die Mtttel verdtmen, mit dmm sie beschmutzt werdm. An der Wahl im Wintetthurer Wahlkreise habm übrigens auch noch viele andere Leute großes Interesse genommen. Man würde eS z. B. zweifellos viel lieber gesehm haben, wenn der Gegenkandidat, Hauptmann Berschinger, ge« wählt wordm wäre, als der völlig unabhängige Locher- Was man in Bern will, find Leute, die ein Interesse daran habm, mit dem Bundesrathe auf gutem Fuß zu stehen, also z. B- auch Offiziere, über deren Aoanzcment der Bundcsrath beschließt. Diese Abhängigkeit so vieler National« und Stände- räth: von der obersten Landesbehörde erklärt auch, warum die« selbe in der Bundesversammlung fast ke ne ernstliche Opposition erfährt. Soweit aber tbatsächliche Abhängigkeit noch nicht de« steht, sucht man trotzdem die Freundschaft mit dm Herren gut zu erhaltm, well ein fettes Pöstchm noch erreicht werden könne. Gerade in den letzten Jahren find nach Bern verschiedme inter« nationale Bureaus verlegt bczw. kreirt worden. Das Alkoholmonopol hat viele nme Beamtenposten geschaffen, desgleichen der Erfindungsschutz und nun steht die Einführung der staatlichen Unfallververstchcrung in naher Zukunft bevor, wodurch wieder neue Beamte nothwendig werdm u. s. w. Man steht, auch die repudlikanitchm Behörden haben sehr wirksame Mittel, die Zuneigung der Volksvertreter zu gewinnen.— Wenn es fich aber um Dinge handelt, wie politische Polizei, geheimes Kreisschreiben k., da find energische, unabhängige Charaktere wie Curti, Locher u. a. erforderlich. Das vom„Berl. Volksbl." veröffentlichte Formular betteffs Auskunfterlangung von Sette schweizerischer Behörden bat auch dm Bundesrath in Bem beschäftig und bringt hierüber die „N. Z. Ztg." folgendes anschcinmd offizielles Telegramm auS Bern: „Bern. Von dem im„Berliner Volksblatt" veröffmtlichtm und von mchrerm Schwetzerblättern nachaedrucktm Polizei« formular, welctus an schweizer Behörden zur Auskunftsertheilung über d utsche Sozialdemokraten gerichtet werdm soll, hat das eidgenösfische Justiz« und Polizeidepartcment keine Kenntniß. Ein solches ist ihm nie zugekommen, womit auch die dem Bundes« rath gemachten Vorwürfe gegenstandslos find. Man ist hier folglich auch nicht in der Lage zu konstattrm, od der im genannten Berliner Blatte mitgetheüte Wortlaut des Formulars authmtisch ist. Wmn dergleichen Formulare wirklich an schweizer Behörden abgegangen find, so müssen fie an die kantonalen Polizetorgane gerichtet worden sein. Od diese den ihnen gemachten Zumuthungen willfahtt haben, was das wichtigste an der Sache ist, darüber werden die kantonalm Po-izeiorgane am besten Auskunft erthellm könnm. Sollte es geschehen sein, so wüide dieses den Anweisungen, welche vom Bundesrath den Kantonsregierunaen wiederholt er« theitt worden find, widersprechm. Die kantonalen Polizei« organe find wederfverpflichtet noch befugt, der deutschen Polizei mitzutheilen, od ein deutscher Reichsangeboriger, der tn der Schweiz fich aufhält oder daselbst aufgehallen hat, fich als An- Hänger der Sozialdemokratie bemerkbar machte. An und für fich ist dieses noch nichts Rechtswidriges. Erst wenn die in der Schweiz wohnendm dnuschen Sozialdemo- kratm durch ihre Thätigkell(Beispiel die fünf Züricher Sozial« demokraten) die innere oder äußere Sicherhett der Schweiz ge» konnte er sich später noch erinnern. Zuweilen schien es ihm, al» ob eine Mmge Menschm um ibn versammelt sei, die ihn irgend wohin tragen«ollen und sich um ihn streitm und zanken. Dann war er wieder allein im Zimmer, alle waren fortgegangen, als ob sie sich fürchteten; nur zuweilen wurde die Thür ein wenig geöffnet, man betrachtete ihn, man drohte ihm, man verabredete sich mit einander, man lachte und reizte ihn. Er erinnerte sich, daß Nastaßja öfters bei ihm war, konnte auch noch jemand, einen Bekannten unterscheiden; wußte aber nicht, wer eS eigentlich sei, und daS quälte ihn, er weinte sogar darüber. Zuweilen schien es ihm, als ob er schon einen Monat lang so daliege, ein andere» Mal— als ob eS immer noch der nämliche Tag sei. Aber an jene» Ereigniß dachte er gar nicht mehr; dabei aber schien e» ihm fortwährend, al« ob er etwas ver- geffen habe, wa» man nicht vergessen dürfe,— er quälte und marterte sich, um sich darauf zu besinnen, stöhnte, ge» rieth in Wuth, oder eS überfiel ihn eine unerträgliche Angst. Dann wollte er aufstehen, wollte flehen, immer aber ver hinderte ihn jemand gewaltsam daran und er verfiel dann wieder in Schwäche und Besinnungslosigkeit. Endlich kam er wieder ganz zu sich. Da» war eme» Morgen« um zehn Uhr. An heiteren Tagen zog zu dieser Stunde immer ein Streife» Sonnen- licht über die rechte Wand seiner Kammer. Neben seinem Bette stand Nastaßja und noch jemand, ein ihm gänzlich Unbekannter, der ihn neugierig bettachtete. E« war ei» junger Mensch in langem Rock, mit einem kleinen Bärtche»; er sah einem Kontordiener ähnlich. Durch die halbge- öffnete Thür guckte die Wirthin herein. RaSkolnikow richtete sich ans. — Wer ist da«, Nastaßja? fragte er, auf den jungen Mann deutend.. i_ — Sieh mal,... er ist zu sich gekommen! sagte fie. — Wahrhaftig! bestätigte der Kontordiener. Die Wirthin machte die Thür zu und verschwand. Sie war von jeher blöde, und Gespräche oder Erklärungen waren ihr lästig; e« war eine dicke, wohlgenährte Vierzigerin mit schwarzen Augen und Brauen, gutmüthig au« Faulheit und Phlegma, ziemlich hübsch, aber unbeschreiblich schüchtern. fährdm, begehen fie eine arge Richtsverletzung und können aus« gewiesen werden. Wenn auch nicht zu denken ist, daß eine kantonale Regie- runa die im Polizeiformulare gewünschte Auskunft wirklich er« thellt hat, so wäre dies doch möglich. Deswegen sollten ein« heilliche Bestimmungen über die Fremvenpolizei aufgestellt und vorgeschiieden werden, daß die ausländischen Bet örden in sol« chen Pjlizeisachen nur mit dem Bundtsralh, nicht mll 25 verschiedenen kantonalen Polizeiorganen, von denen das eine thut, was das andere läßt, in amtlichen Verkehr treten können" Das Alkoholmonopol scheint auf den Schnavs» konsum doch von Einfluß zu sein, da derselbe unter der Herr« schaft des Monopols beietts um die Hälfte der früheren Quan» tttäten zurückgeganam ist. Demgemäß reduzirt fich auch der erwattete Reingewinn, den man auf 8-9 Mill. Frks. berechnet hatte, während er für das Budgetjahr 1889 nur in Höhe von 300 000 Mill. Frks. angesetzt werden konnte. Die schweizerischen selbstständigen Friseure haben i, der schon ca. 400 Mit« fich zu einem Zentralverdande organifitt,......_______ gliever zählt und der nach dem Vorbilde deutscher Zünftler in aller Eile beschlossen hat: Obligatorische Lehrlings« und Meister- Prüfung; unfähigen Meistem das Halten von Lehrlingen zu verbieten; obligatorisches Arbeitsbuch für die Ge« Hilfen, in welches denselben Vorschriften über Aufführung in und außer dem Hause gemacht werdm, Minimaltarife)C. Die nächste praktische Folge, die fie mit ihrer strammen Orga« nisation erzielten, war die, daß fich auch die Gehilfen stramm organifitten und nun den Herren zeigm werden, daß fie auch noch ein Wort mitzureden haben. Diese Woche wird in der Schweiz die Volkszählung durchgefühtt, die auch für eine Gewerbestatistik Material er« geben durfte. Politische Ueberstcht. De» Krche«fchaft»b«richt«dir die Ausführung de» Kozialtsteugefetze» tn Berlin wird von demjenigen, der die seinen Inhalt bildenden Vorgänge verfolgt hat, mit Verwunde- rung gelesen werden. Der Bericht beginnt mit dem Satze: „Im Juli v. I. gelang es, das sozialdemokratische Zenttalkomi« tee bei einer geheimen Sitzung zu überraschm." Das Landae- richt ist damals zu dem Ergebniß gelangt, daß die nach der Be» hauptung der Anklage das Zentralkomitee bildenden Personen (Ferkel und Genoffen) nicht das Zentralkomitee darstellien, son- dein blos Theilnehmer einer geheimen Verbindung waren. Der Bericht stützt fich also nicht auf daS Uttheil des Gerichts, son- dein lediglich auf die Behauptungen von Polizetvtgilanten. Daß dieselben übrigens das Komitee bei einer Sitzung überrascht hätten, haben fie selbst nickt einmal behauptet.— Ad 2 wird berichtet:„Im Mai d. I. gelang die Äuifindung einer voll« ständigen sozialdemokratischen Gehetmdruckerei." Die„Geheim« druckerei" bestand nach der Beweisaufnahme des Gerichts de» kanntlich nur in der Phantasie eines Vigtlanten.— Wir verzichten auf die Kritik der weiteren„Thatsachen", welche der Be> richt enthäll, und erst recht auf die Kritik der„Schlüsse", die er aus diesen„Thatsachen" zieht. Wir lassen hier den Hauptinhalt aus den Rechenschastsde« richten auS den übrigen Städten folgen: Aus Stettin wird berichtet, daß der von dem ausgewicse- nen Buchdrucker Fritz Herbert in Stargard gedruckte„Stettiner Vorbote" heimlich in Steltin verbreitet werde(ist denn die offene Verbreitung verboten? Die Redaktion.) Nach Auswei« sung der Hauptagitatoren und infolge der Schließung mehrerer Fachvereine hätten fich jetzt die Sozialisten in Vergnügungsoereinen, insbesondere dem Klub„Komet" ver- bunden. Die Stadt sei in fieben Revieren eingetheiü mit je einem Führer. Auch der Streik in den Werkstätten des„Vulkan" im Juni d. I. sei auf sozialdemokratischen Ursprung zurückzu- � Auch aus Frankfurt a. M. wird von dem Bestehen einer geheimen Parteiorganisation derichtet, welche mit so viel Vorficht und Geschick operire, daß es nicht möglich gewesen sei, Beweis« Material für eine strafbare geheime Verbindung beizubringen. Mit derselben Regelmäßigkeit, wie ftüher, besorgt die Kommisston auch jetzt die Korrespondenz mit der Zentralleitung der Partei, regelt den Bezug und die Verbreitung verbotener sozialvemo- kratischer Druckschriften, insbesondere des„Sozialdemokrat", ver« mittest die Einziehung regelmäßiger Parteibeiträge, die ramm« lung sonstiger Beiträge für Parteizwecke und die Unterstützung der durch die Handhabung des Sozialistengesetzes betroffenen Patteigenossen und derer Angehörigen. Bis jetzt hat fich die Geschältskommlssion auch immer sofott wstder ergänzt, wenn eines ihrer Mitglieder ausgewiesen worden war. Massenhaft würden sozialdemokrat.sche Druckschttften verbreitet. Em starkes Bindeglied der Sozialdemoktaten seien die gewerkschaftlichen Verttne; auch sogenannte Gesangvereine verfolgen gleiche politische Zwecke. Die wahren Bestrebungen dieser Ver« einigungm zeigten fich bei den oft veranstalteten Festlichkctten. Die dabei erscheinenden Massen seien von dem Gefühl der Interessengemeinschaft und dem Bewußtsein der Zusammengehörigkeit durchdrungen Die Ueberschüsse würden in die — Wer sind Sie? fragte RaSkolnikow, sich an den Kontordiener wendend. I« diesem Augenblick aber wurde die Thür weit geöffnet und Rasumichin, sich ein wenig bückend, um nicht anzustoßen, ttat ein. — DaS ist ja eine wahre Schiffskajüte, rief er eintretend, fast immer stoße ich mit der Stirn an— und das soll eine Wohnung heißen! Ah, Brüderchen. Du bist wieder bei Besinnung! Paschenkctt) sagte eS mir soeben. — Eben ist er zu sich gekommen, sagte Nastaßja. — Jetzt eben! bejahte der Kontordiener lächelnd. — Und Sie,— wer belieben Sie zu sein? fragte ihn Rasumichin. Ich bin nämlich Rasumichin, Student, Sohn eine« Edelmannes, und jener dott ist mein Freund. Nun, und Sie, wer sind Sie? — Ich bin aus unserem Kontor, Kontordiener vom Kaufmann Schelopajew, bin in Geschäften hier. — Belieoen Sie fich auf den Stuhl da zu setzen; Rasumichin setzte sich auf den andern. DaS hast Du recht zemacht, Bruder, daß Du zu Dir gekommen bist, fuhr er ott, sich an RaSkolnikow wendend. ES ist der vierte Tag, eitdem Du fast nicht» zu Dir genommen hast, höchstens ein paar Löffelchen Thee. Zweimal schon habe ich Sossimow hergebracht. Erinnerst Du Dich SossimowS? Er hat Dich aufmerksam untersucht und gleich gesagt, es sei nicht« wich- tige»— ein Blutandrang gegen den Kopf, irgend ein Nervenunsinn, Mangel an Nahrung sagte er— daher die Krankheit. Aber daS macht nicht», so etwas kommt und ver- geht wieder. Ei« fixer Bursche, dieser Sossimow, hat gut angefangen zu kuttren. Nun also?— ich will Sie nicht aufhalten, wandte er sich wieder an den Kontordiener,— ist'S Ihnen gefällig, uns Ihr Begehr mitzutheilen? Denk, Rodja, schon das zweite Mal kommt jemand auS dem Kontor, vorher war ein anderer da, mit dem ich schon gesprochen habe. Wer war doch da«, der damals kam? — Ach. das war, glaub ich, vorgestern; ganz richtig, da« war Alexej Ssemjonowitsch; auch einer au» unserem Kontor. *) Paschenka, Koseform für Paraskewa, Praskowja, ein weiblicher Taufname. sozialdemokratische Patteikaffe abgeführt. Auck mit be« Sozialdemokraien der Umgegend und den Gesangverein« derselben destehe eine rege Verbindung. Eine wesenumt Stütze findet die sozialdemokratische Bewegung in verschieden« Witthschasten, welche von bekannten Sozialviinokraten gelma werden. Unter den zahlreichen ausländischen HandwettSgesiU« befinden sich auch österreichische Schneidergesellen, welche 1«« in ihrer Heimath an anarchtstischen Bestrebungen thrilgenowin« haben. Ein in Oesterreich schon bestrafter Anarchist und M ausgewiesene czechische Sckneiderzesellen hätten sich längere 3« in Frankfurt a. M. aufgehalten. Ueder Hamburg, Altona und Umgegend wird berilbtei: Die sozialdemokratische Bewegung dauere noch immer an m>» daß ine besondere eine geheim: Organisation daselbst„auch jv noch desteht und nicht ohne Erfolg demüht ist, die unter« Volksklassen aufzuregen und den Zwecken der Patteileitw« dienstbar zu machen.... Die geheime Organisation weiß m den empfindlichen Schlägen gegenüber, welche ihr durch rttheilungen und Ausweisungen der Patteiführer versetzt w« den,» dadurch zu behaupten, daß im Voraus bestimmte Ersap männer sofort an die Stelle der entfernten Genossen tret«- Die Zähigkeit, mit welcher diese Organisation gepflegt wmi beweist, welchen Wettb die Pattei derselben beilegt und weM Vettrauen fie in ihre Wirksamkeit setzt." Der Bericht schilbrrt wie mittelst der Fachvereine und der Führung in de: Loh»«' wcgung der Sozialdemokratie Anhänger gewonnen werden. � seien 20 neue Ausweisungsbefehle ergangen. Von 131 lichen Versammlungen, welche angemeldet wurden, seien 33 m» genehmigt. Da- Ecforderniß der polizeilichen Genehmigung PJ* eine erhebliche V-rcingerung der öffentlichen Versammlung� herdeigefühit.„Gerade dieser Vorschrift ist es zu danken, � sozialistische und sozialdemokratische Grundsätze und füyrungen in letzter Zett weniger tn die Oeffentlichleit geb«"' gen find." � Ueder Leipzig bettchtet die säet fische Regierung. die Pattei selbst an Stätte und an Bedeutung eine liche Einbuße nicht erfahren und ein gegen früher wesentlich beschränktes Äaitatiorisgcbiet sich zu erhcu« gewußt, wie denn auch die Agitationsmittel, in deren dung ein- Erlahmung nicht eingetreten ist, die gleichen find. Von dm Fachvereinm habe fich die Agitation mein gewandt und trete dafür in der Lohnbewegung in den grosm? Gewerkschaften des Ardeiter- und Handwerkerstandes desto V in den Vordergrund. Infolge deffm seien tn den größer ev� werkschaflen fast jedes Jahr Arbeitseinstellungen zu verzciflsf Neben diesen ziemlich offenkundig betttcdenen Bestredu»! mterhält aber die Parteileitung fortgesetzt in den Arbeiter-� «flstikel n -«hm- dies �Arbeiter! wäre fit gratr »ß-m Kr»! jä s Gerung n ß ÄS jÄ! toen, Fst *». Unr Hanvwettettreisen eine nicht minder wirksame, weit oerzfljg geheime Agitation, die in der regelmäßig wahrnehmbaren, � selten unter Anwendung von Zwang und allerhand chika»� Maßregelungen gegen den Widerwilligen zur Ausführuv«? langenden Erhebung von Geldbeträgen für Parleizweck«•*: vor allem in der Vermittelung des Bezuges und in der � brcitung sozialdemokratischer Druckschttften sich äußett.", � Auch aus Offenbach a. M. bettchtet die hessische R(ß%S daß die gehttme Organisation der sozialdemokratischen v?" im Kreise zweifellos fortbesteht. Die gewerkschaftlichen ifa®*,. eine stehen fortdauernd unter sozialdemokratischem Emfluß baden in diesem Jahr wiederholt Feste abgehalten, bei D« fast sämmtliche Heroorragende Mitglieder der sozialdemokriml� Pattei in Offenbach erschienen waren. Man sieht, das Bild der verichiedenen Rechcnschastsjj«*!, ist ein durchaus glttchattiges. Man hat durch die AufM der politischen Verttne der Sozialdemokratie nirgend die�� organisation zu stören vermocht, sondem nur aus der BTL lichkeit in das Gehttme zurückgedrängt. Auch die zat�a Prozesse und harten Strafen wegen gehttmer während des letzten Jahres haben fich dmchaus unwstv�g� «TM*__ a__&.i___ cv_x.�__ an wiesen. Die Sozialdemokraten haben in den Fachvereines..s Wo es möglich gewesen ist, gegen diese Fa*% für Arbeiterintereffcn Handhaben zu volizcilichm und strastt� Stütze. .»>___________ nu' lichen Vettolgunaen zu gewinnen, haben fich die SozioWrJ traten in Vergnügungsverttnen Ersatz geschaffen. Das Sterttnsleben zu unterdrücken, ist beutzutage unmöglich un» � halb auch jede Maßnahme gegen besondere politische unwirlsam. Die Beschränkung der polttischen Agitation dieselbe auf das Gebiet der Lohnbewegung. Die einer festgeschloffmen geheimen und darum edensowoHJ öffentlichen Kritik wie den Behörden unzugänglichen saiion ist also die Frucht des zehnjährigen Bestehens VeS listcnaesctzcs. Die Gegner desselben haben eine solche Bst wie fie jetzt von den Behörden zugegeben werden muß- Vings von Anfang an vorhergesagt. � #* wird hell« in den dicksten Köpfen� Die sto>M vative„Badische Landpost" ist plötzlich vom Geiste der httt erleuchtet wordm, ls fielen ihr die Schuppen%" Äug-m über die Krönung der Sozialreform durch die. veisicherung. wie fie vom Bundesrath anaesttebt wird. niedersten Rente von 72 M. klingt dem Blatte„wie Hohn"; mit Recht behauptet es, daß die so hättcr und qualvoller stt, je untergeordneter fie ist. Est Sie d-r — Jener ist aber doch wohl geschttter al« Sie, nicht? — Ja wohl, da habe» Sie ganz recht solider. — Sehr lobenSwerth von Ihnen; nun, bitte, T Sie fori. rtitf4 - Die Sache ist die: von Wassilij Jwano«, Wachruschin, von dem Sie, wie ich vermuthe, schoOgg, gehört haben, ist, infolge einer Bitte Ihrer Frau unser Kontor eine ZahlungSordre für Sie aao' an begann der junge Mann, sich an RaSkolnikow we>> s Im Fall Sie bei Bewußtsein find— soll ich jgj, unddreißig Rubel einhändigen, wie Wassilij Jwaao � auf Ansuchen Ihrer Frau Mutter, mttgetheilt hat. Sie ihn? — Ja... ich erinnere mich... Wachrusch'"' sagte RaSkolnikow sinnend._ — Hören Sie, er kennt den Kaufmann Mach w � rief Rasumichin,— ist also bei vollem Bewußtsew- bemerke ich übrigens, daß auch Sie ein ganz S' Mensch sind. Nun, weise Reden hött man gern- �.sklil — Ganz recht, derselbe ist'S, Wachruschin, qjt Jwanowitsch; und auf Ersuchen Ihrer Frau Mutter,-j schon früher einmal, auf dieselbe Weise, 3(l"en ,. % ll K im 5?K D Kä An» Knust und zebe«. �,, Mi««* im Feudal- Landtage d«« beiden- % afuuicuvujys in vev wiuui amuujui,-..- m»%«» der Siad! Sternberg dam erwählt ist, be" sulf unb w. Mauern aufzunebmen. Gemüthlick, nach Väter brauch, unterziehen sich Rut r und LandsiäniK W- Beide Vettretungslörper wählen aus ihrer Mitte j-j v Kommitten, die. jede für fich, Vormittags von 10• j W. alle Vorlagen einer Vorprüfung unterziehen- Mittags vereinigen fich Ritterschaft und Landstan % • i, mit M ."'KS verschieVeM raten g-lem SDerksgesell« welch« Icdo» zcilgenowwK ii!t und Mi längere on> iid berichtete imer an w» VÄ PirteileitM ion weiß im zr durch&' oerfeö immte StW* nossen trew- «pflegt% t und um# iL-'SS ,"Ä seien 33 ni» hmigunz V* üfommlwW banlen, W und flen# chkett gedvi»' � Artikel mit den Worten:„Wir find überzeugt, daß bei Wchms dieses Gesetzes ein Schrei der Erbitterung durch die A Arbeitermelt ertönen würde, der um so bedenklicher, weil Aizt wäre." Man darf der süßen„Landpost" zu dieser Mit gratuliren, man muß ihr aber die Heuchlermaske vom J®i reißen und sagen:„Der Anhang der„Landpost" und ? u«igen kartellbrüverlichen Zeitungsschwestern ist dafür ver« T""*, daß an sehr vielen Orten in Dmtschland den Ar- ~jn nicht gestattet wurde, Versammlungen abzuhalten, um ?»orher gegen den„Hohn" zu protestiren. Die nachherige Merung wurde die Ardeiterschaft nur mit den von der JJWst" gehätschelten Ausnahme« Gesetzen in Berührung .Di» Fachkammisston»« d»« Reichstag» haben fich in Mdn Weise konstitutrt: j; Die Kommisston für die Geschäftsordnung besteht aus v. Bernuth, Vorsttzender, Ackermann. Stellvertreter Sehr. v. Ackardstein und v. Kehler, Schriftführer; Dr. TWetus, Francke, v. Helldorff, Klotz, Frhr. v. Landsbelg- Mut, Dr. Porsch, Graf von Pcaschma, Struckmann und ch& Unruhe. Bomst. v�.Die Kommisston für Petitionen bilden die Adgg. Srhr. �i'Berenberg, Vorsttzender, Reich, Stellvertreter des Bor« ; Graf von Douglas, Gröber. Kulemann und Temper, biet; Bmvach, Graf von Arnim. Bergmann, Bohtz, wa. Fritzen, Geibel. Dcjanicz, von Gliszcyaski, Goeser, dfu«, Goldschmidt, Haderland, Hegel, Hitze, Hoffmann «g), von Kehler, Dr. Kohli, Lüders, Meuzer, Parey, und Siegle. � Die Kommission für dm Reichshaushaltsetat besteht Dr. v. Bennigsen, Vorsttzender. Freiherr von Stellvertreter desselben, Dr. von Frege. Hennig, Freiherr ' em Arnbach und Dr. Tröndlin, Schriftführer; Dr. (Berlin), Graf von Behr- Behrenhoff. Dr. Bürllm, Dr. Delbrück, Dissens, Freiherr von und zu Francken« von Galen, Dr. Hammacher, Dr. Hartmann, Hesse, r/Jt. Lingens. Dr. von Marquardsen, Müller(Marien« %n der Osten, Roß, von Saldern>Ablimb-Ringm« Strombcck, von Wedell-Malchow. v. Weyrauch und wjX, Die Kommisston für die Rechnungm über den Reichs« M bilden die Abgg. Horn, Vorsttzender, Baumbach TW, Stellvertreter desselben, Münch und Steinrück, WwSter, Brand. Haupt und Letocha. ».Die Kommisfion für die Wahlvrüfungen desteht aus Dr. von Marquardsen, Vorsttzender, Kochann, •�«tretet desselben, v. Rhein baden und Schmidt(Eich« W�riitsühier, Freiherr von Friesen. Dejanicz von Glisz« 0 Gröber, Hegel, Dr. Hermes, Müller(Marimwerder), j"! uon Puttkamer-Plauth, Scheider und Veiel. »echt klar« Meberstcht Sb-r de«««««« Gtat „Ratton" in ihrer letzten Nummer. Die eigenen Ein« iffi1 des Reiches find, vornehmlich infolge der neuen Jü�uer, um 23% Millionen, die Summe für Ueder« an die Einzelstaatm infolge der Zölle und Steuer- Die ie Wf*» m ■v des letzten Jahres ist um 15 Mill. gestiegen. Ader �Mehreinnahmen werden nicht blos durch die höheren S-fttt— 26% Millionen— des neuen Etatsjahres verzehrt, bleiben sogar um 2 Millionen hinter ihnen zurück, so 0tse Summe wieder in Form von Mairikularbeiträgen ein« P* werden muß. Die böherm Ausgaben von 25% Mill. der Hauptsache auf den MUitär-, dm Marine- und Aenelat der Reichsschuld. Der Marineetat verlangt 117 jjjnen für Panzerschiffe während der nächsten sechs Jahre. Ablese und andere Forderungm liquidirt werden, und da Va Mill. für die Altersversorgung abgehen, so werden die äPMm das jetzt aus Zöllen und Steuern erhaltene zurück« % süssen in Form von Matrikularbeiträzm, und die Finanz- %%% wieder so wenig befriedigend sein, daß man fich nach Heuern umsehen muß. Fachelzag der Fresla««» Arbeiter zu Ehren des »8fahtt in dem O-oan der schlestschen Zentrumspartei, »�Aiestschen Volksztg.", eine eigenthümliche Beleuchtung, merkwürdiger ist, als der katholische Arbeiterverein in Jy?,®1 der Spitze des Fackelzuges marschirte. Das katho« Mit schreibt: es platt heraus zu sagm, dieser Fackelzug war im Grunde nichts, als ein von kartellbrüverlicher Seite in« l Wahlkoup. Wer das nicht schon vorher merkte, der ei aus dem ersehen, was hinterher in der Kurzen Gasse Vi; Dort wurden die Worte des Kaisers alsbald zu Wahl- is Ykstgetretm. Nach unseren Informationen konnte man .Vv Pm Oberprästdium und dem Polizeipräflvium dem Ge« Ardeiterfackelzuges keinen Geschmack abgewinnen, bis aus die Weisung kam, die Macher gewähren zu H.�haiatteristisch für das ganze Unternehmen ist noch der Jf:*' daß es vorher hieß: das nöthige Geld ist da, maffen« �taTr.dcnr Fackelzuge aber erlas man's anders: die �erheblichen Kostm find bei weitem noch nicht gedeckt." Sie, .e d-» bitte, fe. % .- zur gemeinschaftlichen Bcrathung; jede Körper- ■ate'Mit für fich, und um 4 Uhr Nachmittags geht man lÄ,' um nach gethaner Arbeit der Erholung zu leben. , ZZdM der Dauer des Landtages refidiren zwei schwerin« % und ein strelitzer Minister in der Landtagsstadt (eten die betreffende Landesregierung.— Zum . �urdiger Vertretung schickt man aus Schwerin und 'C �Hofküche und Hoffouriere hierher, damit die Minister j&n Mm Haus holten können. Täglich ergehen Emla- �*8 dem einen oder anderen Minister an Ritterschaft stände zum Mittagsmahl. Die Zahl der Geladenen "temals die Ziffer 32, da für größere Gesellschaften Unzmeichend find.— Die Durchschnittszahl der an« ...Ändtagsmitglieder deträgt 100 bis 120.- Ritter .Mnde wohnen mit wenigen Ausnahmm bei den Jto Stadt. Während des Landtages wird eine Halde J®0 Ändtagsdoten' wohnen, unter Begleitung der «Hu�tniugenD, zum Zeichen, daß die Assemdleen oder soll*9 Aber Elsten Arbetten und Pflichten zu Ende und die i. des Landtages suchen ihr Heim auf, um am nächsten neuen' Kräften ans Tagewerk zu gehen.- �e,. Land stände im ersten Gasthaus der Stadt ver« iTJ-Hl während sämmtliche Bürgermeister dermecklen- ilsMnde ki,., die Rechtsgelehrte ohne Ausnahme find, die : V Erst. wit Ausnahme der Städte Wismar und Neu- * i#„ Ä# 3)." Stadt ist wegen der Ansprüche Schwedens noch und �e. i, �uretung auf dem Landtage zugelassen, während .«s R��enz des GroßherzogS von Mecklenburg- >. unbekannten Gründen unvertreten bleibt.— Gegen thMtz"�"wiung auf dem efiP"'1 r b � Ä zu«im Vi« Statistik de» deutsche» Reich«-Rost-««d T«lrg»aphenve»wattung für das Jahr 1887 ergiedt abermals ein« erhebliche Ecwetterung des Post« und Telegrophenverkehrs. 1887 17 347 63 850 43 010 88 606 Die Gesammtzahl der Postanstalten betrug...... Die Zahl der Postbrieflasten........... Die Zahl der Orte, in welchen Briefkasten aufgestellt waren Das Gesammtpersonal zählte Personen........ Briefe wurden befördert(einschließlich der Zustellungs« Urkunden)................ 811 855 330 Postkatten................. 261 200 780 Drucksachen und Geschäftkpapiere......... 269 256 900 Woarenproben................ 18 899 700 Postanweisungen............... 61 414 373 Postauftragsdriefe............... 4 750 062 Postnachnahmebriefe.............. 2 953 024 Zeitungsnummern............... 516 238 374 Außergewöhnliche Zeitungsbeilagen......... 34 0 5 944 1886 16 592+ 61 141■+■ 42 014+ 85 550+ 774 300 930+ 246 342 350+ 242018 660 4- 18 831 540+ 53 847509 4- 4623 577-+- 3 173 600- 448 542 912+ 31 516 373+ 755 2 709 998 3056 37554 400 14 658 430 27 238 240 68160 2 566 864 146 485 220576 67 725 462 2499 571 Hierzu kam weitet: Packete ohne Werthangade Packete mit Werthangabe Briefe mit Werthangade. Zusammen Briefsendungen 1 980 614 487 88209 373 2 482 113 7450 375 1828167451+ 152 447036 83 318 680+ 2477 970+ 6 997 000+ 4 890693 4143 453 375 Jnsgesammt, Brief«, Päckerei« u. Geldsendungen. 2 078 756 348 1 920961 101 4- 167795247 Der Gesammt-Wetthdetrag der durch die Post ermittelten Mark. Mark. Mark. Geldsendungen betrug............ 17 035 916 945 15 838 250 384 4- 1 197 666 561 Das Gesammtgewicht der durch die Post beförderten Päckerei« Kilogramm. Kilogramm. Kilogramm. sendungen war.............. 364 975 550' 352111620 4- 12863 930 Die Gesammtzahl der im Postbeförderungsdienst beförderten Sendungen betrug im Jahre 1887 insqesammt 2 322 317 387 Stück. Davon blieben innerhalb Deutschlands 2041 467 691 Stück. Nach dem Ausland« gingen 103 973 866 Stück. Aus dem Auslande kamen 95 366 533 Stück, und den Durchgang durch Deutschland» machten 81 009 343 Stück. Die Gesammtlänge der Telegraphenlinien war Ende November 1887: 77 609,30 Kilometer. Ende 1886; 74 690,43 Kilometer, also mehr 2918,87 K-lom. Telegraphenanstalten gab es Ende 1887: 13 215, Ende 1886: 12 682, also mehr 533. Die Zabl der beschäftigten Personen betrug 4470 gegen 4062; mehr 408. Die Gesammtzahl der betörderten Telegramme belief fich im Jahre 1887 auf 19 858 819, im Vorjahre auf 18 659 706, betrug also im Jahre 1887 mehr 1199113. Das find sehr respektable Leistungen, mit denen fich die Reichspost sehen lassen kann. Kchwei?. Basel, 25. November. Es dürste in Staaten mit stehendem Heere Interesse erwecken, zu wissen, wie hoch fich das schweizerische Militärbudget deläuft. Dasselbe ist pro 1889 mit 22 316 526 Fr. Ausgaden und 5 706 390 Fr. Einnahmen normirt. Unter dm Einnahmen stehen die Munitions- und Waffenfabttkm in erster Linie, dann folgt die Hälfte der seit einigen Jahren einge« sühtten Militärpflichtersatzsteuer, während die andere Hälfte den Kantonen verbleibt. Unter den Ausgabm ist natürlich die Ver« waltung der Hauptkonto, Fabrikation von Waffen und Munition decken fich ungefähr in Einnahmm und Ausgaben, während die Pferderegie eine Mehreinnahme aufweist. Es ist noch zu de- merkm, daß die Eidgenossenschaft zur Hebung des Infanterie- schießwesms den bei dezüglichm Vereinen betheiligtm Schützen eine dedeutmde Preisermäßigung für die Munition zugesteht. FruttKr-ich. Paris, 26. November. Die Feinde Boulangers, in erster Linie die Gemäßigten und Opportunistm, machen es diesem wirklich zu leicht. So jubeln fie heute in ihren Blättem wie auf Verabredung:„Die gestrige boulangistische Kundgebung ist jämmerlich mißrathen." Der Leser greift zum Berichte über diese jämmerlich mißrathene Kundgebung, und was findet er? Daß General Boulanger inmitten von 200 begeisterten Anhängern meist jugendlichen Alters und besseren Standes ge« speist hat, daß nach dem Gastmahl etwa 8000 Personen an ihm vorübergezogen find und ihm ihre Aufwartung gemacht haben, daß ein noch größerer Andrang nur darum nicht stattgefunden bat, weil fast tausend Schutzimte die Mmge gewaltsam ver- binderten, bis zu Boulanger zu gelangm, und daß ein großer Wagenzug ihm am Schlüsse des Festes lärmendes Geleit bis an sein Haus in der Rue Dumont d'Urville gegeben hat. Was ist nun an dieser Kundgebung mißrathen? Sie ist im Gegen- theil glänzend gelungen, und fehlgeschlagen ist höchstens die Hoffnung der Feinde Boulanger's, baß seine Anhänger fich zu Ruhestörungen auf der Straße hinreißen lassen würden, welche der Regierung den ersehnten Vorwand geboten hätte, rückfichts» los gegen die Boulangisten und wenn möglich gegen Boulanger selbst vorzugeben. Es ist nicht möglich, eine geheime Eni- täuschung einfältiger zu verrathen, als es die opportunistischen Blätter beute thun, indem fie von der„kläglich mißrathenen" boulangisttschen Kundgebung sprechen. Die Wahrheit ist, daß Boulanger geschickt, zielbewußt und stchtlich erfolgreich an der Eroberung von Paris arbeitet. Diese Gastmähler, bei denen er dm Vorfitz führt, diese Aufzüge in offenem Wagen, diese Empfänge im eigenen Hause und in öffentlichen Räumen werben ihm jedesmal Tausende neuer Anhänger, und wmn es heute zu einer Abgeordnetenwahl in Paris käme, so dürfte er hier ebenso glänzend aus der Urne hervorgehen, wie nur irgmd im Nord oder in der Somme. Dänemark. Kopenhagen, 25. November. Der Abgeordnete Hörup hielt am Donnerstag im lideralm Verein Kopmbagener Wähler eine Rede, in welcher er den zur Zeit in Dänemark henschmden Ad« solutismus und die Estrup'schen provisorischen Gesetze folgender» maßen kritifirte.(Die Rede könnte in mancher Beziehung auch in Bezug auf deutsche Verhättnisse gehatten sein.) Sie lautet: „Das Regiemngsjubiläum ist vorbei, die Fackeln der Frmde find verlöscht, und nur die Fackel ver Provisorien wirft noch, wie sett drei Jahrm, ihrm grellen Schein über das Land. Hat man fich daran gewöhnt? Schreitet doch das Leben und der Verkehr im Großm und Ganzen seinm unaestöttm Gang, als wmn wir noch eine Verfassung hätten, nach welcher die Volks- Vertretung über die Mittel des Landes verfügt? Es werdm Stimmen laut, es sei kein Unterschied, od so oder so; ja, scharf- Cnnige Leute wollen gar beweisen können, die Zustände unter m Provisorien seim viel besser.„Denn," sagen ffe,„in den »erflofsmm 25 Jahren der Regierung Christians I. ist unsere Handelsflotte und die Einwohnerzahl gewachsen. Moore find ge« trocknet und in fruchtbares Land verwandelt, Wälder find ge- pflanzt und ein Eisenbahnnetz ist angelegt worden, auch der Viehbestand deS Landes hat fich bedeutmd vermehtt. Freilich, wenn Alles dies die Regierung besorgt hätte! Daß aber ein Land dm Fortschritten der Zeit«unter einer schlechten Regierung ge.olgt, zeigt nicht, wie weit dasselbe Land es in der- selben Zett unter einer guten Regierung gebracht haben wurde. Haben wir wir unter einer schlechten Regierung einmal eine gute Ernte, während dieselbe vielleicht in anderen Ländern miß- glückte, so steigt der Wohlstand bei uns. und der denkende Bürger sagt:„Wie schön unter'« Absolutismus!" Kehren fich die Verhältnisse� um, dann sagt er:„Da sehet ihr, wozu.der ��9tebnHdr sprechen jetzt unsere Regierung und deren Anhänger. Läßt fich so der Nutzm provisorischer Zustände nicht ausfindig machen, so ficht man auch nicht sofort dm unmittelbaren Schaden derselben. Es ist eben die Zahl derer, die durch die Regierung mtt Gaben überhäuft werden, größer als die Zahl derjenigm. welche durch das Provisorium einen direkten Nachtheil erleiden. Der„kluge" Bürger weiß dies und richtet seine Haltung darnach ein- deshalb sehen wir keinm Unterschied zwischm dem soeben gefeierten Jubiläum und anderen in den letzten 200 Jahrm gefeierten königlichen Festlichkeiten. Wie nach dem Staatsstreich des Jahres 1660, so wird auch jetzt die Einführung des Absolutismus hoch gepriesen..Dessen ungeachtet fürchte ich den nmm Absolutismus nicht. Er wird mmm abscheuliche Früchte: Geistige Unselbstständigkeit, persönliche Feigheit, spießbürgerliches Kriechen vor der Macht, das Pochen auf die Gesetze und die Rtchterstühle, das Appellirm an den Zwang in Sachen der geistigen und bürgerlichm Freiheit. Keiner darf das Verderben geringschätzen, das fich allmäkig in die Gesellschaft einschleicht, so daß ein Mann nicht nm dem Urthell seiner Mitbürger Rechnung stehen muß, sondern auch erwägen muß, wie großen ökonomischm Schaden es ihm dringt, wenn er seine Meinung rein und frei ausspricht. Für uns, die wir weder die Macht, zu zwingen, noch das Vermögen, zu be» lohnen, besttzen, ist das einzige Kampfmittel, die Demonstrationm unserer Gegner durch Gegendemonstrationen zu schwächen." Schwedett nud Uormege«. Stockholm, 23. November. Die Wahlen für dm nor» wegischen Storthing find jetzt beinahe beendet. Jedenfalls ist das Schlußresullat ficher. Dasselbe weist einen großen Gewinn für die Konservativen auf, welche früher so viele Niederlagen erlitten baden, aber durch Schaden klug geworden find. Aus der Gehäsfigkeit zwischen den beiden Gruppen der ehemaligen Linken, der ministeriellen und oppofittonellm, bat die Recht« große Vottbeile gezogen. Für die nächsten drei Jahre wird dir Stärke der Parteien im Storthing etwa folgende sein: Rechte 50, ministerielle Linke 22, oppofitionelle Linke 38 und Wilde 4. Während der letzten Legislaturperiode war die Parteistelluag eine wesentlich verschiedene. Im Anfange derselben(1886) standen 83 Mitglieder der vereinten Linken, welche auf das Pro» gramm„Zutrauen zu Johan Soerdrup" gewählt worden warm, gegenübe: etwa 30 Konservativen, aber am Schlüsse war die Masorität in zwei Gruppen zerfallen, von denm die ministerielle Linke 30 und die oppofitionelle Linke 52 Mitglieder zählte. Außerdem gab es 2 Wide. Die Stellung des Ministeriums Soerdrup wird sehr schwierig sein; einige alte Programmpunkte wird dasselbe mit Hilfe der opvost'ionellen Linken durchführen können, bei anderen wird das Ministerium von der Gnade der Rechten abhängen, welche es für ihre Dienste wird belobnen müssen. Augmblicklich ist jedoch die Stellung der Regierung nicht dedroht, erstens weil dem Könige sein ehemaliger Feind Soerdrup jetzt sehr gut gefällt, und zweitens weil die Reckte noch nickt die Regierung übernehmen will. Ihre jetzige Stellung ist auch stärker, als wenn fie Regierungspartei wäre. Für die Linke, besonders für die oppofitionelle Linke wäre augenblicklich eine kon« seroative Regierung am wünschenswerthesten. Eine Lücke in der Regierung muß jetzt ausgefüllt werden und wahrschein- lich wird dies, wie letztes Mal, durch einen„gemäßigt lonser» vativm" geschehen. Das Ministerium Soerdrup ltebäuaett gegenwättig mtt den„gemäßigt konservativen", da es eine Ver« einigung von„gemäßigten" Elementen aus beiden früheren Par« teien für möglich hält, allein die Sverdrup'schen finden kein Entgegenkommen, da der Reichsgerichtsprozeb von 1834 zwischen ihnen und der Rechten liegt. Von den Führern der beiden Gruppen der Linken find die hervorragendsten nicht wieder» gewählt worden. Kelgie«. Brüssel, den 26. November.(Gaunereien in der Stadt« Verwaltung.) In den letzten Tagen find neue Enthüllungen über die von städtischen Beamten mittelst gefälschter Brüsseler Stadtloose verübten Betrügereien an das Tageslicht getreten, welche eine geradezu beispiellose Mißwirthschatt in der Brüsseler Stadtverwaltung aufgedeckt haben. Zuerst hieß es, es seien 32 625 Fianks unterschlagen, dann deckte die eingeleitete Unter« suchung 120000 Franks an Unterschlagungen auf; jetzt erscheint ein Bericht des die Untersuchung leitenden Finanzausschusses, der bei den letzten vier Anleihen 236 502 Franks als unter» schlagen findet, aber gleichzeitig ankündigt, daß, da noch lange nicht alle Obligationen geprüft find, die ganze Spitzbüberei noch nicht festgestellt werden kann; fie wird aber diese genannte Summe weit übertreffen. Dieses Versteckspielen war ohne Ee- folg, denn, nachdem eine Brüsseler Zeitung verrathen hat, daß die Unterschlagungen mehr als 1 200 000 Franks betragen, ge» steht man städtischerseits ein, daß die Stadt durch zweimal ge» zahlte Zinskoupons allein um 1 Million Mark betrogen worden ist. Da hierzu noch die doppelt gezahlten Gewinne kommen, so kann man fich den Umfang der Betrügereien ausmalen. Aus alledem folgt, ganz abgesehen von dem Verluste der Stadt, daß bei den im vorigen Jahre stattgehabten Hunderten von LooS« ziehungen die inländischen und ausländischen Loosinhaber. da die Beamten mittelst gefälschter Loose G.winne erhoben, schwer geschädigt worden find. Es liegt auf der Hand, daß eine solche Mißwirthschaft den Kredit der Stadt, so sehr man fich auch beeisert, alle Schuld auf Todte abzuwälzen, untergraben muß. Koziales««d Arbeiterbewegung. Anfrnf. An die Former, Gürtler, Gelbgießer nn» Kernfsgenossen. W-rthe Kollegen! Wie vielen von Euch bekannt sein wird, ist hier in Flensburg ein Streik der Former, Gmtler, Gelbgießer und Bemfsgenoffen ausgebrochen, nachdem die vorangegangenen Verhandlungen theilwetse fruchtlos qe« blieben find. Unsere Fordeningen find: 1) Gänzliche Ad« schaffung der Akkordarbeit 2) Zehnsiündige Arbeitszeit. 3) Einen Minimallohn von 35 Pf. pro Stunde. 4) Gründung eines Arbeitsnachweisbüreaus. Es find hier 75 Mann zu unterstützen. Wir ersuchen im Interesse aller Kollegen, hier Euer Solidadräts» gesühl zu beweisen und uns nach besten Kräften zu unterstützen, was wir bis jetzt gethan und auch ferner thun werden.„Die schnellste Hilfe ist die stcherste." Alle Briefe und Geldsendungen erbitten wir an Hermann Jensen, per Adresse Chr. Rfl-'s, Flensburg, Schleswiger Chaussee Nr. 6. Flensburg, im November 1888. I. A.; I. Jrcodi. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Theater. Freitag, den 30. November. Der Rattenfänger von Hameln. Kchnaspiothav«. Geschloffen. MaNaoe-Utzeater. Madame Bonivard. Vor- her: Der dritte Kopf. 0 Der Pfarrer von Kirch- feld. ftU&rtäi. WUheimstSdttsch«««heate». Pariser Leben. GiktertO-Ttzeater. Die Reise in die Pyre- näen. Aoftdmq-TIffeater. Adbb Constantin. FeNoaStaaee-Gheate». Der Rattenfänger von Hameln. Die sieben Todsünden der Berliner. OSaiastiidttsch»» Utzeate?. Die schwarze Dame. ««»trat-Utzoator. Schmetterlinge. Adolf Brnsi-Kiieater. Die drn Grazien. Aaafiaaa«'» Uarlttt. Spezialitäten-Vor- stellung. »oaeordl«- Utzoato». Spezialitäten- Vor- Utzoat»»»»» Spezialitäten- Walhalla. ezialitäten-Vorstellung. American Theater. WallMrthMitapstrasM Hr. IB. Berliner Schönheita- Konkurrenz. Die Tadleaux werden von in Kerlin ae- kmrnttn Schönheiten dargestellt. Erstes Bild: Zlschendrödel nach F. Htdvemann: Frl. Martha Kögel. Zwettcs Bild: Hinter Aafen nach P. Thumann: Frl.*. Drittes Bild: Hoffnung nach C. v. Bodenhausen: Kl.**. Viertes Bild: Da» Wasser nach T.Gräf:Frl.—. Mnftes Bilo: Lachender Himmel nach Raphael: Fräul. Elise Elsner und die übrigen vier Damen.(Die mit ♦***** dezeichneten Damen wünschen ungenannt zu bleiben) Neu!! Zllpenveilchen- Terzett. Auftr. des Schattenstlhouetttsten Oskar Alberti, des urlomischm Kendi» und Neumanu „Bliemchen". Ansang 7& Uhr. Sonntags 6% Uhr. Billet-Vorverlauf ohne Aufgeld im„In- 11— 1 Ufr v llidendank" und Vormittags von an der Taeatertaffe. [80t Berliner Theater. Keitag, den 30. November: 11. Abonnements- Vorstellung. Wedea. (Medea: Rosa Keller-Kauenthal�om Kzl. Theater in Hannover als Gast.) Sonnabend, den 1. Dezember: — Eva.— (Eva: Hedwig Niemann.) — Anfang 7 Uhr.— Sonntag, den 2. Dezember: — Eva»— (Eva: Hedwig Niemann.) — Anfang 7 Uhr.— Cirkus Ü. Schumann. Friedrich- Karl- Ufer. Ecke Karlstraße. (Fm früheren ZirluS K r e m b s e r.) SfiT Der«irku» ist gut geheizt und gegen Zug geschützt."Wp Freitag, den 30. November. Abends 7t Uhr: Kroße KrMant-DorsteUnng Besonders hervorzuheben find: 4 Rapphengste, in Keihett dresfitt, vorgeführt von Herrn Max Schumann. Auftteten der Villons-Troupe und der kleinen 2jäbr. Velozivedistin Daisy. Grand Quadrille des Cloches de Corneville, mit Glocken- spiel, ger. von 6 Damen und 6 Herren. Auftr. der musik. Clowns Gebr. Kulper. Ballet k la Romaine von 16 Damen. Djalma, Schimmelhengst, in der hohen Schule ger. von Herrn Max. das Schulpferd Brillant, ger. von Fcl. Martha Schumann. Zanzibar, in Freihett dressirt, vor- geführt von Herrn Emst Auftr. der Drahtfeil» künstlerin Miß Adele. Kom'sche Entrees sämmt- licher Clowns, ic. Sonnabend, den 1. Dezember, Abends 7i Uhr: Große Gala-Vorllellung. Kunzes Concert- Hallen. Alexanderplatz(Grand Hotel) Täglich: Concert««» Anfang 7 Uhr. Entree NiW. Sonntags 50 Pf. Guetee Kunze. IgULLJ. vorstellnug- : 30 Pf. Sonntags 50 Pf Große össentlliche I Q Volks-Bersammlung 3 am Freitag, den 30. Uovemlier. Abends 8 Uhr, i» der„Tonhalle", Frl-drichstratz- Iis. TaAesorduung: Die Alters- und Invaliden- Versoraung k Arbeiter.(Referent: P. Singer.) Der Einberufe ß» 882 i 13821 Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Tischler K erlins am Montag, de« 3. Dezember. Abend» 8 Uhr, im Lolale Sanssouci. Aottbasersst Tagesordnung: Abrechnung der am 9. April gewählten Kommission über die freiwillig geWLi Beiträge für die im Lohnkampf gewesenen Kollegen der Stäste Solingen, S.iPJ" 9 � t»»»h CSnmKtirÄ t �«ItftClltC derseld«-. 1. 6. Si 9 S» M �»ltzahn, ».Das Hau vchhluß des wid Einsalzen �rzinnungs- desondei Mtwerbeordni Mwird da P Felle nichi *"8 mit der «« und Al Scho* tnniitt« 2. 3. und Hamburg. Bericht über die Thätigkeit der Kommisston und Wie stellen sich die Tischler Berlins zu dem in diesem Fahre findenden allgemeinen deutschen Ttschlerkongreß? zu Um zahlreiches Erscheinen ersucht Siehe am Montag die Anschlazsäulen. Der Einbere**), Vereilt der Sattler trnd Fackgenollen. MitglitderVtrsammluilg Fachverein der PB 3 iM jgal�te.l�gr. g M.- 10 A. r-Panorama I. Reise durch Afrika. Reunion, Teneriffa. V'auritius. Ausgrabung von pompefi. Potsdam und der Trauerzug Mais»» in Enttee t Cvcl. 20 Pf., Kind nm 10 Pf. Adonn. 1390] am Dirukag, den 4. Dezember, Gratwcil» Kierhallrn, Kommandanten- sttaße 77—79. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Heitsch. Thema: Die Uebelstäade der heutigen Produktions« weise. 2. Besprechung über die Statistik in unserem Gewerk. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Uorstaud. 1. Geschäft: Oranieneilr. 194. Theodor Fricke Strickgarn- und Arlllllpfumrtlt' gÄ! Mungsprr anst' tluch die «. ?wgem Um " Wicht lichen B Mitg ieder-Kerssmmlt� am Sonntag, den 2. Dezember, Vornr�ft im Lokale des Herrn Scheffer, Faselt Tagesordnung: � 1. Bericht des Vergnügungs. Kom'l� vtzite j« ger Beschlußfaffung über die noch unede'wJM Anstiche A denen Geschä'tssachm des abzuhaltenden�»�wlgungsp Halles. 2. Wie find die gegen?ä tlgen Emissär( u.id Lohnverhältniffe unter den Mckglie�z) �® mm e 8. welche Aussichten bietet das kommen�. Desgleict und wie kommt der vom Focdvereto.Eel l�twurf, b gegebene Tarif zur Anwendung? 1*� t d von Rechtsschutz, und Unterstütz unsv'p 4. Innere Vereinsangelegenheiten. � schiedenes. 1391] Der»»*#> Avis. Die Mitglieder werden DigW merklam gemacht, daß laut Beschluß Versammlung Listen in der Vcrsam>»°� liegen, worin sich alle diejenigen tAAl muffen, welche den Rechnenkursus wollen. Da ich. Sutern meine sechswöch<«�t' S&f" .«8 folg J1 gebrachte, �wrg: De h§ 43�« Lkutsche Ret Reichstag vo nach Sankt Rumelo angetreten Hab- Ms 5« Soziald« Freunden und Genossen ein � Nzler zu er' obl. allen Lebewol Weu eröffnet: 2m Geschäfts Jannowitzbrücke fl. Ecke Alexandergtrasse. Theodor Fricke � Strickgarn- und Strmnpfmaaren- Fabrik. I5EBESEH25E «bu beoboi d Einzelne Sopha-Kezüg | in Kip», Damast und Fauiasi'� für die Hälftei LeföTre.17� BsasesasE! Heul Neu! 958] Der Nolksfreund (gehalten wie die„Ueue Mrlt") und Die franzSftsche Revalatian, liefert die Kuchlfsndlung von R. Kohihardi, Srandenburgstraff« S6. :mr frei in« Daus."M» tigfttcßn, 1216 größte Auswahl, jedem Geschmack entsprechend, von 3 M. per 100 an zviederverkäusern Rabatt. Takake der renommirtesten Fabriken. Santadak von G. A. Hanewaoker in Uordhausen. Lager sämmtlicher Kohtabak» Wilhelm Liesegang, via-ä-via der Straußbergerstraße. llikm§iß einen Ülat-firik und Sie werden mein steter U erj NlN, Kunde bleiben. 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Bmeaustunven� BerantworUrSer Revatteur: Druck und Verlag von Mar.»«»!», in Berlin kW.. Beutbstroße 2. Gier»» fi** beC* � « -4 M r. Beilage zum Berliner Bolksblatt. h«8S. Freitag» den 30. November 1888 5* Jabetz. V arlamentsberichte. Deutscher Reichstag. L. Sitzung vom 29. November. 1 U h r. Am Tische des Bundesrathes: von Boetticher.von «altzahn, von Marschall. Dos tzauS genehmigte in erster und zweiter Berathang den «Wlch des Bundesraths, daß die Anstalten zum Trocknen jj>b Ewsalzen ungegerdter Thierfelle, sowie die Berdleiungs-, �iinnungs« und Verzinkung! cm stalten in das Verzeichniß der w« desonderen Genehmigung dedürfenden Anlagen(§ 16 der «Werbeordnung) aufzunehmen find. Der Beschluß des Bundes» wird dadurch begründet, daß das Trocknen und Einsalz-n *8 Felle nicht blas wie früher angenommen wurde, in Verbin- «ag mU bereits genehmigungspflichtigen Anstalten(Schlachte» Mi und Abdeckereien), sondern auch in selbstständigen An» Mm inmitten von Städten vorkommt; so werden z. B. in ?irltn in 9 Anstalten 40 000 Häute und Felle getrocknet und ■*12 Ansialten 170000 eingesaizen.'Das abfließende Blutwaffer Wt in Fäulniß über und dlldet die Quelle übler Gerüche, welche ?/i«hdarn belästigen, während die dabei entstehenden flüchtigen Uetzungsprodukte Gesundheitsstörung veranlaffen und die Ver» Mung ansteckender Krankheiten in hohem Maße begünstigen. flüsfigm Abgänge find ein besonders günfiizer Nährboden i* MfektionSkeime. w Auch die Verbleiung, Verzinnung und Verzinsung kann, in größerem Umfang betrieben, die Arbeiter und die Um> «�end belästigen. Wenn fie in den Betrieden einzelner Hand- r*, z. B. der Gelb- und Zinngi-ßer, nur gelegentlich in JUnn Umfang vorgenommen wird, so fällt die Genehmi- AMpflicht selbstverständlich fort, ebmso wie im landwirth- AMichen Betried daS Trocknen und Einsalzen der Felle und Amte t» geringem Umfange keiner Genehmigung bedarf. Stur > Anstalten für die genannten Zwecke sollen ge» ngspflichtia sein. In diesem Sinne beantwortet der .--...iffar Geh. Rath Lohmann eine Anftage des Abg. �»«meS. u Desgleichen wird in erster und zweiter Berathung der Ge« etojSi �Mtwurf, betr. Abänderungen des Gesetzes über die Ratio- iiUJüt der Kauffahrteischiffe und ihre Bcsugniß N. Führung der Bundesflagge vom 25. Ottoder 1667 ohne « M Matte genehmigt.(Di- Abänderungen betreffen die ��riften bezüglich der Eintragung der Rheder und Mit» Es folgt der von den Abgg. Rickert und Hermes "ite, von der deutschfreifinnigen Fravion unterstützten L-r-m. Der Reichstag wolle beschließen, mit Rückficht auf die ? den letzten Jahren vielfach vorgekommenen Verstöße gegen M§ 43 Absatz 3, 4 und 5 der Gewerbeordnung für das Mische Reich, gegen§ 17 des Wahlgesetzes für den Deutschen ?mchstag vom 31. Mai 1869 und gegen die§§ 9 und 28 des f acs Reichsgesetzcs gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen ls«.gW 58 Eozialdemobatte vom 21. Oktober 1878 den Herrn Reichs- ti r* i i Niler zu ersuchen, darauf hinzuwirken, daß die verbündete >te nachgeordneten Äehöeden mit Jnstmttion dahin die genannten gesetzlichen Vorschriften in Zukunft .let werden. b Die angezogenm GesctzeSoorschristen lauten:§ 43 der «»erbemdnung, Absatz 3, 4 und 6:„Zur Vertberlung von Ai mmzetteln und Druckschristrn zu Wahlzwccken bei der Wahl P gesetzgcbenvm Körperschaften ist eine polizeiliche Er» Mniß in der Zeit von der amtlichen Bekanntmachung der SW biS zur Beendigung des Wahlaktes nicht erforderlich. .�affelbe gilt auch bezüglich der nickt- gewerbsmäßigen Verlhei« Mg von Stimmzetteln und Druckschriften ,u Wahlzwccken.— geschlossmen Räumen ist zur nichtgewcrbsmäßigen Ver- . lng von Druckschriften oder anderen Schriften oder dweiken eine Erlaubniß nicht erforderlich." *.§ 17 des Wahlgesetzes;„Die Wahlberechtigten baden das CrEy zum Betrieb der den Reichstag betreffenden Wahlange» Vereine zu bllden und in geschloffenen Räumen UN- Öffnet öffentliche Versammlungen zu veranstatten. Die Le- tajunungen der Landesgesetze über die Anzeige der Vcrsamm- j?!»en und Vereine, sowie über die Uedcrwachung derselben nden unberührt." 3 des Sozialistengesetzes detrifft die Auflösung bezw. das sUot sozialistischer Versammlungen i§ 28 die Verhängung des » Dw-... LM am 6. Mär, d. I. verhandelt worden find. Bei der L?°lvrufung des Herm Abg. v. Kulm'tz wurden u. A. auch 25"% gegen Art. 43, Abs. 3 der Gewerbeordnung urgirt, Z?»elchem eine polizeiliche Erlaubniß zur Verthestung von CT%tt(In und Flugblättern zu Wahlzwecken in der Zelt von �awtlicben Bekanntmachung des Wahltages bis zur Beendi» 52Z.de« Wahlaktes nicht erforderlich ist. Bei der Wahl des von Kulmitz wmde nun ein Zigarrcnarbeiter durch einen Sergeanten bei der Vertheilunz von Stimmzetteln verhaftet Stunden in Hast gehatten. Die Wahlprufungskom» hatte nicht einmal Veranlassung genommen, diesen Fall tzjUn. besonderen Antrag zu urgiren. und ich bebe mein Be» hatfih.-'r SWhff fAHnt iltt 2�0lfC unb QUCD it* $ «ö.Tfnpr»»u sein. In jedem anderen lonimuiioneurn cwwe jSlf1« solcher Fall allgemeine Auftegung und Empörung ver» WC5'. und man hätte unbedingte Remedur verlangt. Leider «K in Deutschland nicht Gesetze, wie in England, um offenbarer Gesetzwidrigkeiten zur Sttafe zu ziehen. bi« ßvtt find ferner die Klagen wegen Verstöße gegen den§ 9 tzit Mialistengesetzes. Auf Grund dieses Paragraphen können »ÄTSn% MMUM Wm. wie jeder andere, in einer Versammlung aufui» Mun," nur nicht dabei etwas Anstößiges sagt. In r* imäs einer gleichen Sache detraut gewesen. Das y* et« fcj".verfügt« an den Landrath von Gotha und dieser �i�vultheißen. daß Versammlungen ron vornherein zu I inen, wenn durch dieselben eine Gefährdung derj öffentlichen Ordnung zu defürchten sei oder wenn noch wettere Thatsachen der im§ 9 des Sozialistengesetzes bezeichneten Art vorlägm. Eine solche Thatsache werde z. B. dann als vorhanden anzunehmen sei, wenn in der beabfichtigten Wahlversammlung ein Sozialdemokrat als Redner austreten wolle, der berettS in einer früherm Versammlung, wie dies seitens des Kaufmanns Bock geschehen, über den Zweck einer Wahlversammlung hinaus- gegangen sei und allgemein sozialistische Bestrebungen zu fördern gesucht habe. Mit dieser Interpretation können Sie jede sozial» demokratische Versammlung einfach verbieten. Das war aber nickt der Sinn des Gesetzes. Herr v. Bennigsen war mtt uns 1878 der Meinung, daß es fich nur um einen vorübergebenden Ausnahmezustand handeln könne. Müssen nicht große Massen des Volkes erdtttert werden, wenn die Ausnahmegesetze in dieser Art gehandhabt werden? Die Bundesregierungen sollten es als ihre wichtigste Pflicht ansehen, derartige Empfindungen durch eine strenge, absolut unparteiische Handhabung der Ge» setze nicht aufkommen zu lassen; derselben Meinung ist auch der Abg. Miquel gewesen. Im vorigen Jahre sagte er, er hatte die Auflösung von Wahlversammlungen lediglich, well ein Sozial» demolrat seine Anfichten darin entwickelt Habe, um für seinen Kandidaten zu werben, für unzulässta und gesetzwidrig. Auch der Staatssekretär des Innern hat hier erklärt, daß die Regie- rung dasselbe Interesse habe, wie wir, daß die Gesetze beobachtet und auftecht erhalten werden. Wenn er aber hinzu fügt, daß derartige einzelne Fälle keinen Anlaß böten, um in eine allgemeine Erörterung ver Sache einzutreten, so weiß ich nicht, wie man fie sonst anfassen soll. Der Bundesrath hat dock ver- fassungsmäßig über Mängel bei der Ausführung der Reichs- gesetze zu beschließen. Um meine Behauptungen zu belegen, könnte ich Ihnen eine ganze Reihe von Fällen aus den Wahl» alten vorführen. Ich erinnere nur an die Wahlen der Herren Clauß, Panse, Richter und Gottburgsen. Da ich nickt annehme, daß die Tendenz meines Antrages irgend einen Widerspruch finden wird, so will ich mich auf Details nicht wetter einlassen. Der Abg. v. Bennigsen hat am 6. März beantragt, unseren da» maligen Jnttiativantrag der Wahlp üfungSkommisfion zur Vorprüfung zu überweisen. Es hat mich nicht überrascht, daß man unserem Antrage die schwärzesten Absichten untergelegt hat. Wir find daran als„Reichsfeinde" gewöhnt und machen uns aus allen diesen Ve: hetzungen und Verleumdungen nichts. Man steht daraus nur, daß unsere todtgesagte Partei doch noch die größte Aufmerlsamkeit erregt, und daS erfüllt mich mit Genugthuung. In jedem konstttutionellen Staate ist es die erste Sorge der Regierung und auch des Parlaments, daß bei der Ausübung des Wahlrechts die Willensmeinung des Volkes unbehindert zum Ausdruck gelangt. In dem Augenblicke, wo Sie die freie Meinung des Volkes fälschen, nehmen Sie dem Parlamente seine Bedeutug und Kraft. In meinen Auseinandersetzungen weiden Sie nichts gefunden haben, was irgend eine Partei verletzen könnte. Unsere Partei will vor den übrigen nichts voraushaben. Wir wollen Ihnen nur die Hand bieten — die Form ist uns gleichgiltig—, um die Bundesregierungen zu bttten, in Zukunft nach Kräften dafür zu sorgen, daß die unteren Organe, namentlich in den Landkreisen, fich nicht mehr derartige Verstöße zu Schulden kommen lassen, wie fie in den letzten Jahren leider sehr oft vorgekommen find.(Beifall links.) Abg.(Soz.): Nach den Erfahrungen, die wir mit unseren, den verbündeten Regierungen überwiesenen Anregun» gen gemacht haben, möchte ich das Schreiben ihrers Vertreters zu dem eben motivirten Antrag nicht als Zustimmung auffassen. wie ich auch den Optimismus des Vorredners nicht theile. daß die Herren von der Majorität es gar so eilig haben werden, diesem Antrag in der Kcmarisfion und im Plenum zu ent- sprechen: eine Instruktion der Regierungen in dem gewünschten Sinne würde ja die Anwesenheit dieser Herren hier unmöglich machen. Die Majorität ist das Produkt der üblen Umstände, die der Vonedner nur zum kleinsten Theile dargestellt hat. Die Wahlprüfungskommisston müßte fich noch viel öfter und eindringlicher zum Sprachrohr der Klagen aus allen Thellen des Reiches machen. Aber schon die zur Kenntniß gebrachten Fälle verlangen einen Wandel in dieser Beziehung und der Reichstag sollte die verbündeten Regierungen darum nicht bitten, sondern als sein Recht proklamiren, daß die gesetzlichen Bestimmungen über die Wahlsteiheit beachtet werden. Für die Wahlbeein- flussungen der untergeordneten Verwaltungsbehörden müssen wir die verbündeten Regi-rungen verantwortlich machen, denn es ist unmöglich, daß all die Konflskalionen von Wahlaufrufen und Flugblättern, die Verhaftung von Stimmzetteloertheilern:c. nicht zur Kenntniß derselben gekommen sein sollten. Zwar nicht in den großen Städten und Industriezentren, wo die Wähler schon durch ihre Masse unabhängiger von den Behörden find, aber in den ländlichen Wahlkreisen, wo der Gendarm und der Bürgermeister die Macht haben, wo die Leute nichts gegen den Willen dieser gestrengen Herrn zu thun wagen dürfen, zeigt fich das Verderbliche der Wahlbeeinfluffangen. Um wirthschaftlichen Schaden zu vermeiden und fich nicht in Zwiespatt mtt den Äe» Hörden zu setzen» bleiben die Leute einfach von den Wahlen weg, und so wird das Wohlrechr illusorisch. Meiner Partei wird die Besprechung von Wahlangelegenhetten überhaupt unmöglich gemacht trotz des§ 17 des Wahlgesetzes. Der Reichstag hat wtederbott ausgesprochen, daß der Umstand, daß ein Referent oder Eindcrufer einer Volksversammlung Sozialdemokrat ist, lein Grund zum Verbot oder Auflösung der Versammlung ist. Ader in verschiedensten Theilen des Reichs— und da bewahrheitet fich einmal die deutsche Einheit, wenigstens seitens ver Regierungen— werden alle Bestimmungen des Wahlgesetzes und auch dieser Beschluß des Reichstags nicht respeltirt. Das Königreich Sachsen steht hier wieder an der Spitze. Nach dem Ausspruch des Ministers von Buttkamer, daß, so lange er Minister sei, mein Freund Bebel hier in Berlin nicht in einer Versammlung sprechen dürfe, dachten die sächst» scheu Behörden:„Haust Du meinen Sachsen, haue ich Deinen treußen", und verboten mir, in Sachsen»u sprechen Der todtrotk von Mcerane mottvirte das Verbot der betreffenden Versammlung damit, daß ich aus Berlin ausgewiesen sei wegen meiner Theilnahme an der Affäre J»ring-Mohlow, welche be- kanntlich darin bestand, daß ich Jhring, der fich sogar einer Majestätsbeleidigung schuldig gemacht hat, entlarvt habe. Eben- so ist es in Bayern. Dort wurde sogar eine Versammlung ver» boten, in welcher daS Atters» und Jnvaltdenvcrstcherungsgesetz besp'cchen werden sollte und, was besonders charattcrist.sch ist für die Stellung einer einzelnen Behörde gegenüber einer Vor- läge der verdündeten Regierungen, die bayerische Behöcde ent» schied, daß für das Verbot besonders in Betracht komme, daß das auf der Tagesordnung stehende Thema seiner Natur nach reichlich Gelegenheit biete, die bestehende Staats- und Gesellschafts- ordnung in gebässtger Weise anzugreifen. Wenn ein« von uns eine solcke Kritik an einer Regierungsvorlage üben wollte, wurde MMWMK daß solche Verbote ein für all« Mal unmöglich gemocht werden. Das wird aber so lange nicht anders werden. cuS bis das Sozialistengesetz beseitigt ist, das'Sie doch einmal besettigen müssen, das unendlichen Schaden angerichtet, aber niemals seinen Zweck erfüllt hat. Die Auflösungen der Versammlungen entbehren neben dem Ernst der Sache eines gewissen Humors nicht. Wäh» l-nd Minister v. Boetticher hier erklärt hat, daß der Entwurf der Atters, und Jnvalidmoersorgungsvorlage möglichst frühzeitig der öffentlichen Besprechung unterbreitet werden solle, lösten die uderwachenden Polizeibeamten Versammlungen auf, sobald nur darüber gesprochen wurde. In Berlin wmde eine Versammlung aufgelöst, als der R-ferenk sagte, daß die persön» liche Agitation wirkungsvoller sei, als alle Versammlungen. In einer anderen Versammlung ermahnte der Vorfitzcnde die Ver- sammlung, fich mhig zu verhalten, da es eine sogenannte Ges-tzgebung gebe. Der Polizcilieutcnant meinte, es gäbe keine sog. Gesetzgebung, sondern es gäbe nur eine Gesetzgebung, und löste auf. Eine Versammlung wurde aufgelöst, als der R ferent begann mit dem Zitat: Das Alle stürzt.(Große Hetterkcit.) Eine Versammlung des Stadtverordneten Tutzauer wurde auf« gelöst, als der Referent begann mit: Meine Herren.(Heiter- kett.) Ja, Sie lochen, aber die Tausende der Wähler verstehen es nicht und müssen fich für völlig rechtlos hatten. Als in einer anderen Versammlung eine Resolution zur Abstimmung gebracht werden soMe, in welcher an Stelle des Alters- und Jnvalidenverficherungsgese tzes die genossenschaftliche ProduktionS- weise als Maßregel zur Abhilfe der Notb des Ardeilerstandes empfohlen wmde, löste der überwachende B-amte die Versamm- lung auf. obwohl er die zweistündige Debatte über diese Reso- lution nicht für staatsgefährlich gehatten hatte. Will man ver- hindern, daß die Arbeiter zu dieser Frage Stellung nehmen, so freyt man im Widerspruch mit jener Aeußerung des Staatsministers von Bötticher. Die eben erwähnte Rrso» lution wurde am nächsten Tage in einer anderen Versammlung unter einem anderen überwachenden Beamten angenommen. Dadurch wird das Volk vermint und weiß schließlich nicht mehr, was es eigentlich noch für Rechte hat. Eine Versammlung in Charlottenburg wurde aufgelöst, als der Redner die von meiner Frattion beantragte Arbetterschutzgesetzgedung zur Beseittgung der traurigen Lage der Arbeiter empfahl. Ich will dabei bemerken, daß wir in den Ardciterschutzgesetzen allein nicht das Heil erblicken; eine wir'- liche Sozialreform ist in unseren Augen ganz anders beschaffen, aber die augenblickliche Lage der Arbeiter wird durch die Ar- beiterschutzgesetze wer.igstens gebessert. Wenn solche Dinge, mit denen fich fast alle Fraktionen des Reichstags beschäftigen, von dm überwachenden Beamten als auf den Umsturz der bestehen- den Staats- und Gesellschaftsordnung gerichtet angesehen wer- den, dann weiß ich nicht, wie nach dieser Richtung weiter operirt werden soll. Es liegt all.s in der Willkür der überwackenden Polizeibeamten, und das ist ein unwürdiger Zustand. Diesen zu ändern ist Zweck des Anttags. Um den Beschwerden über ungerechtfertigle Verbote von Versammlungen aus dem Wege zu gehen, ist man sogar auf das ingeniöse Mittel verfallen, die sozialdemokratischen Versammlungm überharpt dadurch zu hinter« treiben, daß man die Wirthe bestimmt, ihre Lokale zu solchen Ver» sammlungm nicht mehr herzugeben. In dieser Beziehung liegen die Verhällnifie in Sachsen besonders interessant. Wird für irgend ein Lokal eine sozialdemokratische Versammlung ange- meldet, so erscheint bei dem Wirth in der Person des Gendarmen ein Vertreter des Gesetzes, macht ihn auf die daraus für ihn entstehenden Unzuträgltchkeiten aufmerksam! und der Wirth fleht fich nun dem Einberufer mifzutheilen veranlaßt, daß er fernen Saal für sozialdemokratische Versammlungm nicht mehr hergebe. Das ist in Sachsen einfach zur Gewohnheit geworden. Ein anderes Mittel ist, dem Militär den Besuch derariigcr Lokale zu verbieten, oder man s.tzt fie auf Polizeistunde, oder man be» schränkt solche Wirthe in der Konzesfion; kurz, man sucht die Wirthe zu willkürlichen Werkzeugen der Polizei zu machen. In Dresden kann infolge dessen eine sozialdemokratische Versamm» lung sett langer Zeit nicht mehr stattfinden; alle Säle, die eine große Versammlung aufzunehmen im Stande find, find der Sozialdemokratie verschlossen. In Leipzig ist vor kurzem einem der größten Lokale plötzlich das Militär- verbot auferlegt und erst rückgängig gemacht wordm, nachdem der Wirth reumüthig das Versprechen abgelegt, nie wieder einem Menschen, der nur entfernt wie ein Sozialdemokrat aus» steht, das Lokal zu überlassen. Fachvereine nur waren eS, die dort ihre Zusammenkünfte abgehalten hatten und in denen rein technische Fragen verhandelt wurden. So verschließt man der Partei jeden Weg, fich öffentlich zu bctbätigm, um ihr dann eine Menge Geheimbund Prozesse an den Hals werfen zu können. ?ln einer kleinen sächsischen Stavt sollte ick einen Vortrag alten, die Versammlung wurde verboten; ich befand mich nun mit einer größeren Anzahl von Parteigenossen in einem engen WirthschafiLraum und tat deshalb dm Wirth, dm oberen, geräumigen Saal zu öffnen, damit wir dort in Bequemlichkeit wenigstens unser Bier trinken könnten. Beim Wirth fand ich dafür ganz williges Gehör, der Herr Gendarm sah darin eine ungeheuere Gefahr für die Sicherheit dcs Reichs. Ich habe übrigens dabei die Nachgiebigkeit des WirtbeS dewundert. Ich hätte mich, gestützt auf die gesetzlichen Bestimmungen, diesem Verbot des Gendarmen nicht gesügt, mir in mein Hausrccht nicht hincinsprechcn laffcn und abgewart.t, od ein Gerichtshof stch gefunden hätte, der dieser freien Ausübung des Gewe-bes ein HInderntß in den Weg gelegt hätte. Als der Polizeiverwaltung in Luckenwalde bekannt wurde, daß ich dort zu sprechen beadfichtigte, kamen der Lanvrath und der Bürgermeister zu dem Wiith und machten ihn darauf aufmeik» sam, daß eine solche sozialdemokratische Versammlung für Lucken» walde die Gefahr der Vcrhängung des Neinen Belagerungszu» standes herbeizufuhren geeignet sei; er möchte imLntercsse seiner Mttburger dies vermeiden; und es ist so in der That gelungen, d-n Mann zur Zurücknahme der Zusage zu bewegen. Die ein» dnngllche Mahnung des Landraths muß doch aus den Bürger» mcister sehr gewirtt haben; denn er hat Vorsschtsmaßregeln ge. troffen, um de» schrecklichen kleinen Belagerungszustand dauernd abzuwenden �r veranlaßte. daß der Gastwirthsverein in Lucken. walde seine Mttalreder verpflichtete, bei 150 M. Konventtonal- strofe ihre Lokale dem dortigen Arbeirerverein nicht ,u uderlaffen. Andererseits werden die sogenannten königs- tteuen Vereine in der Weise unterstützt, daß man ihnen Fackeln in die Hand giedt, daß die Kosten, die durch jhre Ovationen entstehen, gedeckt werden u. s. w. Noch in den tttzten Monaten ist die Hoffnung aufgetaucht, daß mtt dem Abritt Puttkamer s auS dem Ministerium des Innern nach dieser Richtung eine Aenderung stattfinden würde. Ick kenne die Ellaffe des Ministers Heirfurth in Bezug auf die Wahlen zum preußischen Adgeordnetenhause und betreffs der lieber- wachung von Versammlungm; im thatsächlichm praktischen Vorgehen hat nickt der geringste Wandel stattgefunden. Beim Amtsantritt des Ministers Herrfuttb schrieb die..Kreuzzeitung" er wurde der würdige Erbe dcs Ministers v. Puttkamer sei»' N»%&%%% letzten Taaen spielt, hat er sogar Herrn v. Puttlomer weit über» troffen. In dem uns in den letzten Tagen bezüglich des Be» lagerungszustandes in Berlin zugegangenen Rechenschaftsbericht, den Herr tzenfurth als preußischer Minister unterzeichnet hat, hat er es fertig bekommen, den Ausfall einer Wahl in sozialdemokratischem Sinne als(Stund für die Verlängerung des Belagerungszustandes anzusehen. Auf der einen Seite das durch die Verfaffung garantirte JJiecht der freien Wahl, auf der andern Seite das bei Ausübung dieses Wahlrechts in sozialdemokratischem Sinne über dem Haupte der Sozialdemokratie schwebende Damollesschwert der Aus» Weisung! Das find die ersten Früchte, die wir von Herrn Henfurth in dieser Beziehung zu verzeichnen haben. Ferner steht dies fest, daß 5 Sechstel aller Auflösungen, die ick aus den letzten Monaten geschildert habe, bereits unter dem Regiment des Herrn Henfurth in Berlin geschehen find. Also diejenigen Hencn, die da glauben, daß mit dem Eintrstt des Henn Hen- furth in daS Ministerium des Innern eine annehmbare thatsäch» liche Aendcrung eintreten sollte, sollten diese Ereigniffe ihrer Würdigung unterziehen, und fie werden mit mir sagen müssen, daß des, waS der sozialdcmokrc tischen Partei unter Herrn von Puttkamer auferlegt ist, unter dem Regiment des Herrn Herrfurth bis jetzt fich nicht geändert hat. Durch die vorgetragenen Dinge habe ich Ihnen gezeigt, daß wir von unserm Standpunkt verpflichtet find, defi Antrag Äicfcrt zu unterstützen. Ich habe keine Hoffnung, daß unter dem jetzigen System, das für uns nicht in Herrn von Puttkamer oder Henfurth, sondern in dem Reichskanzler personifizirt ist, die Zustände herbeigeführt werden, die wir im Fntenffe des gesammten öffentlichen Lebens dringend fordern müssen. Unsere Pflicht, die wir stets erfüllen werden, ist, Ihnen durch die thatlächliche Nachwetsung der Ver- hältniffe die Augm zu öffnen. Mag aus dem Antrage werden, was wolle, wenn Sie glauben, durch solche Resolutionen ouf die verbündeten Regierungen einzuwirken, dann werden Sie lange warten können, bis Abhilfe geschieht. Nichtsdestoweniger bin ich den Antrogstellem dankbar, daß fie mir wieder einmal Gelegenheit gegeben haben, einige der ungeheuerlichsten Dinge hier zur Sprache zu bringen, und die eine Hoffnung habe ich denn doch immer noch, daß gegenüber dielen Tbatsachen selbst die Hcrren ouf der rechten Seite auf die Dauer ihr Ohr nicht »erschließen können. Abg. KrSbe»(Volkspartei): Ich kann bestätigen, waS der Abg. Singer in Bezug auf Boyern sagte. Fch erkläre mich ent« schieden für den Antrag Rickcrt. Jstdoch dieses Sozialistengesetz, was die Beschränkungen der Versammlungen anlangt, gerade an der Volkspartei zuerst angewendet worden in einer Weise, die die bayerische Polizei geradezu berühmt gemocht hat. Ich erinnere Sie an den Fall, als der damalige Abg. Sonnemann in München über Reichstagsangelegcnbeiten sprechen wollte, daß der überwachende Polizeirath die Versammlung auflöste, da er Sozialdemokraten sah. So wird es mit der Versammlungs« deschränkung in Bayern auch beute noch gehandhabt. Dutzende von Versammlungen meiner Partei find aufgelöst worden, nur weil Sozialdc mokraten das Wort nahmen. Jcb selbst wurde in einem solchen Falle, wo icb mich nach der Auflösung— ich hatte prästdirt— sofort zurückgezogen hatte und mich im Neben- saale über den möglichen Grund der Auflösung mit einigen Bekannten unterhielt, sofort mit Arretirung bedroht, well Ich nicht sofort das ganze Gebäude verloffen tcktte. Die Militärverbote aller Lokalitäten, wo Sozialdemokraten verkehren könnten, find bei uns landesbekannt. Es geht da gerade so z i, wie in dem sckönen Lande Sachsen, wo der Gendarm ein- fach hinseht und den Wirth auf die Folgen aufmerksam macht, die es für ihn hat, wenn er sein Lokal zu solchen Versammlun- gen hergiedt. Bayern hat hierin vor Sachsen und Preußen nichts voraus. Unsere bayerische Polizei hat fich noch besonders berühmt gemacht durch die Anstrengung von Prozessen nach Art des letzten Mmchcner Gebeimbuntprozrffcs, wo das Gericht dem Hauptträger der Anklage, einem Vo'.izeikommiffar, unzwei- devtig zu verstehen gab, daß seine Glaudwürdigkett dezweifelt werden müsse, da er nicht aus eigener Wabrnebmung spreche und seine Hintermänner derartige Biedermänner seien, daß fie wenige Tage nachher wegen infamer Verbrechen zu anderthalb Fahren Zuchthaus verurthM werden mußtcm Was die Wahldeeinfluffungen detrifft, so will ich den 1887er Rummcl mit dem allen Schreckensberger nicht wieder au-wärmen. Ich will blos auf meine eigene, erst vor wenigen Wochen stattgehabte Wahl hinweisen. Wir baden in Baycm zwar keine Landräthe, aber unsere Herren Bezirksamtwänner verst-bm es ebenso gut wie jene. Sie lassen einige Tage vor den Wahlen sämmlliche Bürgermeister unter irgend einem Vorwand zusammenkommen und machen ihnen dann klar und deutlich, wie fie für„gute Wahlen" zu sorgen hätten.«Gute Wahlen", das beißt Wahlen im Sinne der sog. Kartellparteien, baten auch die Herren Bezirksamtmänner in Ansbach und in Schwadach gemacht. In einer Landgemeinde hat ein Polizeidiener jemanden adaefaßt der Wahlzettel hatte und gesagt:«Was treibst Du?" Ja, ich habe Wohlrettel für Kräder.—„Schmeiße fie weg und nimm andere, sonst sperre ich Dich sofort ein."(Hört! bört! links.) In einer anderen Landgemeinde hat d-r Bürgermeister selbst einem Stimmzettelverthciler meiner Partei gcsagt: �Schmeiß' den weg und rimm den unsrigen; ich gebe Dir 3 Mark." Die Staatsbeomten haben die abhängigen Leute, vor allem die Forstbeamten, Kopf vor Kopf unter Ueber- wachung an die Urne geschleppt, um gute Wahlen »u erreichen. Bei den Essendahrbeamtin war dies erfreulicher Weise nicht so generell wie bei den Forstbeamten. Ein D-vck hat aber auch hier stattgefunden. Im allgemeinen Hot man in Bayern kein Mittel verabsäumt, selbst Drohungen nicht, um „gute Wahlen" zu erreichen. Ich bitte Sie, den Antrag anzu- nehmen. "■». Marquardt»« erklärt fich dastir, den Antrag der Wablrrüfunpstommssston zu übe: weisen. So sei schon in der vorigen Sesfioa mit dem gleichlautenden Antiag der freifinnigen Partei auf Antrag des Herrn v. Bennigsen verfahren worden; die Sache sei aber dekannllich nickt zur Erledigung gelangt, in- dem die betreffende Sitzung der Kommisfion infolge des Todes des Kaisers Wilhelm abgesagt wurde und dann überhaupt nicht m br stattgetunden habe. Die Gründe, die für den Artrag sprechen, find heute noch dies Iben wie stüber. Die Akten werden nachhaltiges Material ergeben, den Antiag weiter zu begründen. Es haben in einer ganzen R ibe von Fällen Verstöße gegen verschiedene Vorschriften der Gewerbeordnung, der betreffenden Bestimmungen der Wahlgesetze und auch deS Sozialistengesttzcs sattgefunden. Wir stehen der Regierung ganz anders geginübcr, wenn wir beweisen kö-wen. daß hier und dort ungerecht verfahren ist. Durch solche N ichweise wird auch den Regierungen ein Dienst erwiesen, welche fick solcher Tbatsacken nicht schuldig g> macht haben, auf die der A ttag Richert hir zielt. Die Entscheidung wird auch diesnial ouf dem in der vorigen Sesston vorgeschlagenen Wege ertolaen müssen. Bezüglich der Aeußerung des Abg. Sinoer über den W�th einer Resolution dee Reichstags bin ich entschieden anderer Meinung. Ml Bemg auf die Bemerkung des Abg. Kröber, betreffend die Beeinflussung der Wahlen in Bayern erinnere ick daran, daß der früvece Abg. Prpellier hier wieverbolt ausd ücklich hervor gehoben bat. daß j.des Mal ror den Wabten in Bayern eine Re�ierunasveisü ung ergeht, wonach die Wahl frei und un« beeinflußt durch die Beamten stattzufinden b-be. Ich bitte also, den Antrag der Wabkp ütungs Kommission zu überweisen. Abg. Klemm(Sachsen): Die Anklagen des Abg-ordneten Singer"vatz ich und weine säckfisch-n Fremde die B.fieer von LokllitAen in st- übt bälle, ihre Lotale für sozialdemokratische Versammlungen nickt hirzueeden, find du chaua nicht ricktig. Wir baden nickt da- an gedacht, in dieser Weise mit ver Polizei ine V rnehwen zu treten, und wir werden nickt daran denken. Auch von einer ungastlichen Aufnahme dcs Abg. Singer in Dresden ist mir durchaus nichts bekannt. Auf mich hat seine Art und Weise, gegen uns hier aufzutreten, den Eindruck gemacht, als handele es fich um eine agitatorische Demonstration oder um eine demonstrative Agttation.(Große Hetterkeit.) Damit schließt die Diskusston. Zum Schlußwort erklärt der Abg. Kickert seine Zustim« mung zur Herbeischaffung des amtlichen Materials und bittet um schleunige Behandlung!der Angelegenheit. Er sei mit dem Abg. Singer der Anficht, daß durch die Stellung dieses An« ttages in leiner Weise eine Zustimmung zu den betreffenden Bestimmungen des Sozialistengesetzes ausgesprochen werde. Die Bestimmungen schadeten, je länger fie beständen, desto mehr dem deutschen Volke, und er würde den Augenblick begrüßen, wo das Ausnahmegesetz beseitigt würde. Abg. Kittger(persönlich): Der Ada. Klemm hat mich mißverstanden. Ich habe nur gesagt, daß die Kartellparieien in Sachsen mit den Behörden Hand in Hand gehen. Ich habe Niemand aus dem Hause angreifen wollen. Bezüglich der letzten Bemerkung, daß ich nicht ungastlich in Dresden empfangen sei, erwidere ich, daß, wenn ein Nachgehen auf Schill t und Tritt, ein hindern jeder freien Bewegung, ein Verbot jeder Rede nicht ungastlich genannt wird, so möchte ich wohl wiffen, was GasUichkeit denn eigentlich ist. Der Antrag Rickert wird darauf fast einstimmig der Wahl- prüfungskommisfion überwiesen. Schluß 3* Uhr. Nächste Sitzung Freitag 1 Uhr.(Zweite Berathung des Etats.) Kommunales. At«dtv»rord»«tet»-Nersa««t«ng. Sitzung vom Donnerstag, den 29. November. Der Stadtverordnetm-Vorfteher Stadtv. Dr. Stryck er- öffnet die Sitzung um 6 Uhr mit der Bemerkung, daß er auf Grund des Ersuchens mehrerer Mitglieder die Sitzung aus« nabmsweise um 6 Uhr, anstatt wie sonst üblich um Uhr anberaumt habe. Er bittet nachträglich um Jdemmtät. Nach längerer Debatte über diesen Punkt zur Geschäftsordnung wird dem Vorsteher Jdemvität ertbellt. Die Vorschläge des Ausschuffes, betreffend die Erwerbung der von dem Grundstück Neue Königstr. 76 zur Reaulirung der Gollnowstraße erforderlichen Parzelle, und betreffend die Verbreiterung der Gollnowstraße zwischen der Neuen Königstraße und der Georgenkirchstraße werden ohne Debatte angenommen. Die Versammlung erklärt fick mit der Ausführung des ganzen Radialsy stemö IX der Kanalisation, sowie des ganzen Radialsystems X der Kanalisation einver« standen. Es folgt die Vorlage, betreffend die Beschlußfassung der Stadtverordneten> Versammlung wegen Verbreiterung der Friedrichsttaße zwischen der Behren- und Dorotheenstraße vom 22. November 1838. Bekannllich hat der Magistrat hierauf ein Antwortschreiden erlassen, in welchem die Unausführdarkett dcs gefaßten Besckluffcs klargelegt wird. Stadtv. Meyer und Geneffen beantragm, den Beschluß vom 22. November wie folgt zu crläutcm und zu ergänzen: l. 1. Die Versammlung erachtet die in dem gedachten Beschluß unter 3b enthallene Bedingung durch das Aner« bieten der Große« Berliner Pferdebahngcskllschaft, zu den Kosten der Verbreiterung der Fricdrtchstraße einen Bei- ttag von Ii Millionen Mark zuzahlen, für erfüllt, jedoch nur in dem Falle, a) daß die Direktion der gciiannlen Gesellschaft sofort diese Erllärurg unabhängig von der Ge» ncbmigung der Gmerasversamtnlung definitiv ab» giebt, b) daß diese Gesellschaft fich verpflichtet, zu jeder an die kontrahir-nden Banken nach Maßgabe des vor- erwähnten Beschluffes zu 2ck zu zahlende Rate drei Zehntel beizutragen. 2. Die Versammlung erkennt die Berechtigung der ge- nannten Gesellschaft an, vom Vertrage zuruckzuttetcn, falls ihr von den Staatsbehörden auf ungesäumten Antrag entweder die Genehmigung zur Anlage und zum Betriebe einer zweigeleifigen Pferdebahn durch die Friedrichsttaße von der Kochsttaße bis zum Schiff- dauerdamm einschließlich der Ueberfü'arung der Bahn über die Straße„Unter den Lirrdeu" ver- sagt, oder nur unter solchen Bedingungen crthellt wird, welche von den bisher üblichen so sehr ab» weichen, daß die Gesellschaft aus diesem Grunde den Bau und Betrieb dieser Strecke ablehnt. Der Ablehnung steht es gleich, wenn fich inner Haid 14 Tagen nach erfolgter Aufforderung seitens des Magistrats die Gesellschaft nicht verpflichtet, den Bau innerhalb der zu stellenden Frist auszuführen. Im Fall der Ablehnung erlischt jede Berechtigung der Großen Pferdeeiscndohn- Gesellschaft auf die mehrgedachte Linie oder einen Therl derselben. 3. Die Versammlung ersucht den Magistrat, die Große Pferdceisenbabn- Gesellschaft zur sofortigen Erklärung über ihr Einverständniß mit den»ub 1 und 2 enthaltenen Bedingungen und Bestimmungen aufzufordern und der Versammlung so zettig Mitrhetlungcn von den Er- klärungen der genannten Gestllschaft zu machen, daß im Falle der gänzlichen oder thellweisen Nichtannahme die Versomnlung über den von Westerhagen'schen Antrag vom 26. November ds. Js. noch vor dem 6. Dezember d. I. Beschluß fassen kann. Die Versammlung ersuckt den Magisttat, fich für den Fall des Zustandekommens dcs Vertrags mit der Dresdener Bank und der Bayerischen Vcretnsbank über V�rbretterung der Friedrtchstraße damit einverstanden zu erklären: 1. daß die zur Verbrctterung der Friedrickstraße erforderlichen Koft>n vorschußweise aus bereiten Mitteln entnommen werden, 2. daß die definitive Verausgabung aus Anleihemitteln er« folat. und zwar entweder aus der Anleibe vom Jahre 1886 oder aus einer neu aufzunehmenden Anleihe, über deren Höhe und Bedingungen event. Vorlage des Maaistrats gewärttgt wird. Die Versammlung ersucht endlich den Maglsttat, bei der zu- ständigen Bebö-de die Genehmigung nachzusuchen, daß die Kosten der Verbreiterung der Frledrichsttaße aus Anleihemitteln gel», ckc werden und behält fich im Falle der Nichtgenehnv.gung wetteren Beschluß vor. Stadtv Hoffmann hält die Sache für zu wichtta, um fie mit einer Schnelligkeir zu behandeln, die fast einem Jagd- vergnügen alerche. Er widerspricht der sofortigen Berathung, da die Vorlage noch nicht zwei Tage in den Händen der Mitglieder sei und einer reiflichen Durchficht zu Hause bedürfe. Stadtv. Na ms lau widerspricht dem Vorredner und d>r letztere wird vom Vorsteher ersucht, den Aue druck„Jagd- vergnügen" zurückzunehmen. Nachdem dies geschehen, erllärt die Versamwllung den Antrag für dringlich und ttttt sofo t in die Berathung ein. Siadtv. H o r w i y spricht seine Verwunderung darüber aus, daß der Magrstrat zur heutigen Versammlung keine Vertreter msckickl habe, und meint, daß die Verhandlung dadurch nur den Werth von Monologen habe. Stadtr. S p i n o l a hält die Vorlage des Magistrats ffo �ur„mWA höchst wunderbar. Der Magistrat komme ihm vor wie fi» � Kutscher, der fich festgefahren habe. Erst habe er daS£ aufgeworfen und in der gesammten Bürgerschaft ein- Interesse dafür wachgerufen und jetzt, nachdem fich Scku. � ketten zeigten, ziehe er fich zurück. Der Redner hält die Sa» kür dringlich und bittet, die Annahme der Anträge der StaJ» i Meyer und Gen offen zu beschließen.. Stadtrath Neubrink erwidert darauf, daß die von* Pferdebahn- Gesellschaft ausdrücklich gestellte Bedingung, neben anderen Behörden auch die Verkehrspolizei ihre_, nehmignng zur Anlage der Pferdebahn durch die Frievii», straße ertheilt haben müsse, in der Vorverhandlung nicht tn den\ Maße vorgesehen sei. Ebenso sei die Gesellschaft darauf hinge'| wiesen worden, daß eine Bereitwilligkeit ihrersetts zur tyv- lung irgend eines Beitrages nur unter dem Vorbehalte«!« i Genehmigung durch die Generalversammlung für die Etaw| gemeinde ganz belanglos sein würde. Wenn die Dttestion M I trotz dieses Hinweises wieder diesen Vorbehalt macht, so ihm I» c dies nach der Anficht des Magistrats bewußt und adfichtlich I der Magistrat könne darauf nickt weiter eingeben. Stadtv. Reichnow beantragt: Die Zahlung der S Mu» onen vorschußweise aus den beretten Mitteln der SechtW* lasse zu entnehmen und ferner: dm Magisttat zu ersuw* nach Abschluß des Vertrages mit den beiden Banken wü* Versammlung in gewischter Deputation über die AufdrinM der Mittel in Verhandlung zu treten."_ Stadtv. Jakobs widerspricht dem Antrage Reichnow,# darauf abgelehnt wird. Die sammllichen Anträge Meyer'S und Getwffm gelwv' sodann zur Annahme. Damtt ist die Tagesordnung erschöpft. Schluß 8 Uhr. zokale». Ein» Denkschrift Lkrr dt» Ka»»»»d»r»i in haben die hiesigen vereinigtm Weder- und Wirker-, R#n% und Tuchmacher-Innungen an den hohen Bundes rat h beschloffen, um von demseibm Abbllfe der großen%% Weder zu erflehen. Besagte Dmkschrift, welche uns iwj�i laute vorliegt, ist insofem interessant und bemerkenswert»'£ fie ziemlich rückhaltlos die herrschenden Verhältnisse t»" Wederei klargelegt und eine allerdings traurige Jllust« heutigen Manchesterwirthschaft bildet. Die Berliner industtie, so heißt es in der Denkschrift, beschäftigt selbst und in nächster Umgebung etwa 5000 Wedstühle verschiedenen Branchen. Die tzausweberei wird in de« betrieben, daß die Großindustriellen(Kausleute und Fe den Meistein das nöthige Material(Kette, Schuß und geben und der Weder die fertige Waare nach einem von' Fabrikanten festgesetzten Lohnsatze, welcher fich nach M des Geschäfts und der Nothlage der Weder richtet, zurua» Die ganze Einrichtung des HausdetriedeS ist also alleinigt gäbe der Meister, welche dafür keinerlei Entschädigung fr»?"? Die Meister beschästigm nicht nur ihre FamilienrnitS�� sondern auch Gesellen, Lehrlinge, Schülerinnen u. f. w- vor etwa 10 Jahren die Staats r?aierung mit der der Schutzzölle auf die aus dem Auslande eingeführten vorging, waren es namentlich die Weber, welche mit setzlichcn Mitteln für die Schutzzölle agttirtm, weil sie selben eine Besserstellung ihres Standes erhofften. 3«.,«$ Bezichung haben wir uns aber sehr getäuscht, denn die Herstellung von Webewaarm, namentlich Stoffen. Wlmtf Zeit verdoppelt und verdreifacht hatte, wurden die Löht" iLk schlechtere. Sie find namentlich jetzt auf ein Niv-iw W gedrückt, daß fie selbst dem besten und fleißigsten mehr gestatten, ein menschenwürdiges Dasein zu führe«.■- K die Adb- wurnmert. C »iAmSwerth ,.9** E« Anschein SN« für l 5. ckktrischer «Wb nur: *rajßen nacht sie die ?MmsSprodr xS-Z %% N d-s Be! M die bei« L?«einen �»chtungsari Abrechnet i SMhleuchtu! Roftenpr m Hierzu 1 im m ich.'qu sond I Bett. BSV*® a'C Uie elektrih �«tusbeleuc SÄ N-rlm. bi diese t Eo fi Verhältniß herrscht aber nicht nur hier in Berlin- '"""-der fl 7 beide« |®| an allen Orten des Landes, wo Weber für in Berlin beschäftigt find. Nammllich in dm bc>----., �, Jahren find die Arbeitslöhne so sehr gedrückt, daß fie l'L, nach den verschiedenen Branchm 20 biS 76 Pf. niedriger � als zu jener Zeit. Eine Ausficht, daß sich die schlirr-we � bessern würde, ist leider nicht vorbandm. Der Zustand ein völlig unhaltbarer und ganz dazu angethan, die Mißgünstigen und Unzufriedenen bedeutend zu»en7in Schuld an dem ganz abnormen niederen Zustande der trägt nicht etwa der Zwang der Verhättniffe und die Kor- des Auslandes, nein, einzig und allein die maßlose' lationswuth d.r Fabrikanten, von dmm eS immer ein« andern an Billigtest zuvorthun will. DaS Geschäft low% immer mehr in die Hände der Kapitalsmacht und der y meistcr sank immer mehr zum Spielball deS Fabrikanten Die Massenproduktion durch dm Großindustriellen ist«y der Ruin des Handwerkes. Verschiedene Wege schon WW eingeschlagen, um höhere Löhne zu erzielen. Vor zwei JjJa hatten wir auch eine Anzahl von großen Fabrikanten daß fie fich schriftlich verpflichtetm, unS 4 bis 8 pCt./M gung zu zahlen. Ohne Kündigung aber haben fich die � zahl derselben dieser ihrer Verpflichtung entledigt und,;« zelne br zahlen jene Vergüttgung noch jetzt. p1 Fabrikanten haben dieselbe einfach am Lohne gektM?'. y Grund für das Heraddrückm der Löhne liegt auch in dem Umstände, daß die verschiedmen Artikel leine»# Lohnsätze vertrügen; im Gegentheil bringen die Artist W# daß die Löhne recht gut höhere sein könnten. Die fällt also lediglich auf die Fabrikanten, welche die 9%% Weber benutzen, den Lohn im Winter oft biS auf dte�c l» berabzudrücken und dadurch die Weberei in Berlin �$ Dauer unmöglich zu machen.— Was hier von benjm; sagt ist, ist ein Spiegelbild unserer heutigen Verhältnisse. Ebenso wie die Weber find auch die 1. F Arbeiter der Willkür der Kepitalmacht wehrlos preiSgege», A wie die Mackt des K- mlals über die Arbeit ausgerwi. J das sagt die Denlschrift in deutticher Weist. Um so w.a« man fich darüdtr n untern, durch welche Mittel Abhilie m zu iönnm erhofft wird. Gleich dem Doktor Eisen darr, y# die Leute auf seine Art lurirte, dmken die Väter d M schrift durch Gründung von Innungen, Besteuerung..� f schinm, Verbot der Fraumarbett in mechanischen Fo-'?�%| dergleichen schöne Dinge mehr eine Besserung der Weder Herdeiz führen. Da wird wohl nach wnge d«.� »ettel deS hochweisen rheinischen Schornstein-Barono Weber maßgebend bleiben. jnt Der M»cha»i«mu» unserer Kriefkäst«« recht häufig schadhaft zu werden und zieht dann.-< Störungen für das Publikum nach fich, da in\ola� schadhafte Kasten zum Etnwerfm der Postsendungen bonutzen ist. Am Montag war der sonst viel benutzte � M �Uedergan Je desto noch w! ,,»ugän jfuefen! £ billiger gl«« d< (Z-M �ahre �''ojistatii s�gebung Wen Sfiauj � Witte, Kst "■ nur In mach 3« zun MS i am Haupt- Telegraphenamt außer Funvion �«1 seines Bodens ding offen herab, und ein auf fcnutztjj Hebtet Zettel kundigte an, daß dieser Kasten mw« � den könne. Diese Anlündigung hatte fich aber(«M; nicht in allen Fällen w rksam erwiesen, wie mehrere- � � -e? W durch c #1 ostmvar davon ycnuhrtm, daß trotz»er �1% rt �- vot der Uobenutzdarkeit dcs Briefkast n« dennoch Briefe C'tiunf gesteckt worden waren, die dann sofort durch den n L �"8 feit arsfÄr siäs Maßnahmen bewogen gefunden zu badm, hWbe« �ach dcs Kastens unmöglich zu machen. wurf-klappen mar ein so großes daß das nothwendige Aufhedm dieser �... stehen Kraftaufwand nicht möglich war und dann� �--'n � dm ganzen Kasten von oben unten me % Am umwickelt. Aehnlicbe Ersckeinungen find auch in an- «rtltii Stadtgegcnden nicht selten. Auch andere Störungen kann das Pwu--»Sster beobachten. So ist das Glas über der Mittdeilung, f(äfmimc Ü-e die Adbolungsjieiten enthält, sehr oft bei den Briefkästen L wr&A �""nert. Es dürfte sich doch fragen, od diese ziemlich tbeure «-nttung.- ein solcher Brieflasten kostet 200 Mark- der©wt» Wchkngmedb ist. w,. nM, sa ,, 9** Vasticht und da» elektrische Ficht werden fich dtt von � gm Anschein nach brüderlich in die Beleuchtung unserer ihre S die Zukunft t heilen. Für die Beleuchtung von [A Jjwn, in denen größere Menschenansammlungen stattfinden, M?��ater, Konzertsäle, Restaurationsräume, ist die Einsühmng Ä-K..... T bebafie«g �e2 nachthMgen Wirkungen einzig zweckmäßige und denn fie weist die ._______ aller Beleuchwngsarten auf, fie die geringste Ansammlung gesundheitlicher Ver 7. fctnti) L"" wie gmngiic miiuiiniiiuiig gr,u»>,i�u»u,r»«tv c Die o. Mnungsprodukte liefert, die bei Oel', Kerzen» und PetroleuMl Mtung sehr bedeutend ist und dem Gas gegenüber fich durch ml? �deutende Verminderung der bei dieser Beleuchtung fich � M UnerträglichkeÜ steigernden Wärme und der Feuersgefahr der L-iK mken mit W AufbrinM �eichnow»* link«*<-11� 4( v Iii««iiiiiiiu yviiwyvtkv w»*rv.(j v*v iÄ14 Sehältniffc ist es nicht zweifelhast, daß die gleiche Licht» ,i:r Rdi mit Gaslicht billiger herstellen läßt, als mit elektrischem Lt, hierzu kommt noch, daß bei Beleuchtung von We QfV" und von Alleen es fich nicht empfiehlt, vere Lchtqucllen, also große Bozenlicht> Lampen ein» sondern eine Anordnung»ahlreicher kleinerer zweckentsprechender ist, was bei der clek» JP* Beleuchtung noch Schwierigkeiten haben soll, �./ind die Anlage kleinerer Gasflammen sich sehr bequem de- Äftä. Wenn man in Betracht zieht, daß für die Straßen- Mu>ng die Wärmeans-mmlung des Gaslichts gar nicht in kommt und diese Beleuchtung dennoch den Vorzug K« Billigkeit hat. so ist es wohl gerechtfrrtigt. wenn un» ��leuchtungstechniker für große europäische«Städte die Gas» �Aung als die für die Straßmdeleuchwng geeignetste hallen « jf« elektrischen Lampen mit ihrer bedeutenden Leuchtkraft JpMdkleuchtung betrachten, die nur da anzubringen fich wo eine besonders strrke Lichtquelle nölhig ist, was CA" einer ausgiebigen Straßenbeleuchtung nicht sagen kann. kreinch liegt die Sache da, wo durch Wasserläufe mit C.mhigen Gefälle die Triebkraft der Motoren ersetzt wer» durch deren Unterhaltung die elektrische Beleuchtung �TWren Orten so theuer wird. Indessen wird überall da, wo, Mchnct. Däaegen erfordert fie als Einzelanlage noch immer ? lostspielige Einrichtungen und da das elektrische Bogenlicht starke Lichtquelle ist, für welche nicht immer und nicht Ml das Bedürfniß vorhanden ist, so sehen wir in unserer M die beiden Beleuchtungsacten friedlich neben einander. M meinen die Anhänger der einen oder der anderen �»chtungsart, das sei nicht rationell, aber mll der Thatsache gerechnet werden.— Was fich der Einführung der elektri- _ ,.„,«1?? Beleuchwng bei uns so sehr hindernd in dm Weg stellt, ssm geww- �«r Kostenpunkt. Es ist heute nicht mehr zu bezweifeln, daß I«®uf der Billigkeit, welcher dem elektrischen Licht aus ?Zka her voranging, fich bei uns nicht dewährt. In den filmischen Städten ist die Herstellung des Gases 4 bis 5 ?Ü f» theuer wie bei uns, wodurch der Ruf deriBilliglell des >en Lichtes in Amerika gmügend erklärlich wird. Für ei w fjl Raschm-� stS» llust« iin er tiqt ok-w, t:} 'Stz NN vo» � 2# i m M "UÄ! x-D die KonM W lhon U m M uABerlin, die elek tische Beleuchtung neben der Gasbeleuchtung töC k'Efe weiteren Verbesserungen entgegengesührt werden So sebm wir überall in den tüuerstraßen, welche die de leuchteten Straßen kreuzen, die Gasflammen in jenen gelben Schein, der von dem Auge unangmehm empfun- ??d und der auch auf die aus einer hellerleuchteten in wliche Straße Einbiegenden störend wirft. Hier sollten stärkere Gasflammen angebracht werdm, um den plötz» ' rgang von der elektrischen zur Gasbeleuchtung abzu- Je mehr fich also die elektrische Straßenbeleuchtung t, desto mehr bleibt nach jener Richtung den Gas- noch zu thun.— Wir müssen offen gestehen, daß wir >$», Interesse der weiteren Kreise der Bevölkerung ein und allgemeines Durchdringen der elektrischen Be- gewünscht hätten, denn diese hat unserer Zeugung nach gesundheitliche Vorzüge, indem fie das i weniger angreift als das Gaslicht. Indessen sMer Vorzug kommt bei der Siraßmdrleuchtung weniger Macht. Bei einer weiteren Ausdehnung der elektrischen g würde dieselbe auch den Werkstätten in größerem •f zugänglich geworden sein. Wie die Dinge aber gegen» . liegen, werden wir wohl abwarten müssen, bis irgend f( E.flndung das elektrische Licht für die europäischen t billiger macht. de« Kchwammspinuer werden behördlicherseits m d« L-» ged« irons 'Jlk [ehern maen rtzte > �» 7 Fahre bereits zum zweiten Male Anordnungen erlassen. W, stotirt worden, daß Bäume, Zäune und Mauern in dn?gebung Berlins auch jetzt wieder mit den Eiern dieser «yn Raupe delegt find, trotzdem erst vor einigen Monatm dh. Dichtung der vorfindlichm Eier an den Brnistätlen ange- Miliar Erfahrungsgemäß widerstehen diese Eier dem Ein- Ji, A" Witterung und rs laßt fich mit Sicherkell ooraussehin, hzÄ" nicht rechtzeitig die E er vernichtet werden, die Raupen 4jJ™n Frühjahr noch größeren Schaden anrichten würden »1'"Wngenen, wo über den Raupenfraß große Klage ge- S vfb«. Besonders haben dann Obstgärten und Allem "d Insekten zu leiden. Diesem drohender� Schadm SN Ii1 vorgebeugt werdm, wenn die Schwamm» den darin enthaltenen Eiem noch vor Beginn des töLiAMöri werden, denn ein Schneefall würde diese Arbeit % machen. Die Zerstömng der Nester geschieht am kS»f«fifr einer scharfm Bürste oder mit einem Besen. Die ä» Jllde unserer Nachbardörfer haben unter diesen Um- M Zerfrören der Schwammnester in der gedachtm zum Dezember d. I. angeordnet, und zwac unter f die Bestimmung des§ 368 Abs. 2 des Sirat- wonach mit Geldbuße bis zu 60 M. oder mit Haft Aagen destraft wird, wer das durch gesttzliche oder i, I.& Zuordnungen gebotene Raupen unterlaßt. T.itt brs noch l«n größerer Schneefall ein, so ist zu "■ die Aufforderungstrist verlängert wird. I�'dillet» auf der Pferdebahn. Einem hlefigen d geschnedm:„Ich d> nutze täglich verschiedene Maie !akn und höre dort oft von Hrrrm, die gleich mir ,''tote E iropas desacht haben, Vernleiche mit dem �auJh.Jtod Omnibusverkehr in London. Paris und Wim; � Ar,, lobt die vorzüglichen Einrichtungen unseres In- SB ftWy jSn£* ln einem Punkt wird uns.re P-erdedabil von den �.s�vtslädten üdertroffm: das ist In der EivrichtuNg MMWMH aus oder Potsdamer Thor fuhren will. Und so vielen Linien. Diese Einrichtung wurde ermög- Man auf einer Strecke, wie Leipziger straße oder ___«o viele L nien gehen, wenn der Wagen der t, in ve»!� touj i 11% den Wagen einer anderen Llteie für die >» SSnl �.""tzen könnte. Die Pferdebahn dedurfle zu dieser Aus Cet iL'"" neuen G- leise. Linien, Beamten, sondern ml zu Sc, Sorte BiUfte; und dem Verlehr wäre sehr vie 4 lfln Billft wird zweimal kouprrt, erst von er deib�.,?" � iu'h�her pon dem zweiten©choffnet; Die Linien, für W» SSS riad) 0,1 � von unserer Seile bereit« zu vecschiedmen �-'nfuhrung der„Umstcigebillets" angeregt worden 'ZW K# Mm ist. Sogar in Dresden ist man darüber schon längst hinweg. Die Sachsen find eben helle! Norsehe»! ist eine recht zweckmäßige Warnung auf der Straße, und jeder entfernt fich sofort von der problematischen Stelle, allein doch höchstens auf 10 bis 12 Schritte. Niemand denkt aber, daß es fich um eine ballistische Leistung— das heißt um eine Wurfleistung handelt— und jedermann ist ficherlich nicht angenehm überrascht, wenn ihm, wie gestern Abend um jö Uhr in der Beuthstraße zahlreichen Personen ge- schah, plötzlich eine Ladung Sand über die Kleider oder gar in's Geficht fliegt. Der Sand, welcher so seinen Beruf verfehtt, ist für das durch Regen glatt gewordene Asphalt bestimmt. Diese Bestimmung kann aber doch jedenfalls in zweck« entsprechenderer und weniger anstößiger Weise erfüllt werden. Zu« Hamburg»? Mord«. Wie der„Hamduraische Korrespondent" berichtet, ist der Raubmörder Dauth gestern, Mittwoch, �Nachmittag in Karlsruhe verhaftet worden. Diese Nachricht ist wahrscheinlich nicht zutreffend, denn das hiefige Kriminal-Kommissariat des Polizei- Präsidiums versendet heute folgende Bekanntmachung, die ihnen settenS der Polizei» behörde zu Hamburg zugegangen ist: 1000 Mark Belohnung. Der Steward und Krankenwärter Joseph Christoph, genannt Karl Dauth, geboren am 21. Ottoder 1856 zu Frankfurt a. M., ist dringend verdächtig, in der Nacht vom 23. zum 24. d. Mts. den Spediteur L. A. Hülseberg hier ermordet und demselben außer einem größeren Baardetrage folgende Gestände geraubt zu haben: 1 golvene Savonnet-Remor.wic- Ankeruhr Nr. 15736, deren beide Kapseln gereift und mtt kleinen runden schlichten Platten verseh n find, nebst starker goldener Panzerkette, 18 karätig, an den Enden dünn auslaufend, aus röthlichem Gold. An der Kette definden ficht ein Zehn» ptsosstück, in Größe eines Einmarkstückes, auf einer Sette eine Dame, welche fich auf ein Schwert stützt, ein Zweidollarstück in Gold, ein Eindollarstück in Gold, ein Uhrschlüffel, einen Fuchs- köpf darstellend, mit rothem Stein am Ende des Halses, ein goldenes Album mit drei Bildern, eines allen Mannes, einer Frau und eines Knaben. Der Ubrkettenhalter ist ein an beiden Enden mit Knöpfen versehener Knebel. Ferner ein goldener Trauring, gezeichnet A. 11. 19. Mai 1885, ein goldener Siegelring mit schwarzem Stein, in dem ein Ritterkopf eingeschnllten ist, ein grvßer, dreller Ring mit einer 2 Zintt. langen schwarzen Platte, deren Kanten nach oben abgeschliffen find und auf der ein golhisches ,,H" mit Schrauben defestigt ist, unten mtt Gold- platte. Eine Portemonnaie mit Stahlbügel, ziemlich groß, ab-» getragen, innen ein zweiter Defekter Büqel, eine rothdraun» lederne Brieftasehe mit Notizbuch, ein mtt Nrckeldügel und Nickel» schild versehenes Etui aus blankem, gelbem Hol», enthaltend: eine ca. 10 cm lange schlanke Zigarremvrtze und eine Zigaretten- spitze. Signalement des p. Dauth. Größe: 1,65 m. Statur: untersetzt; Haare blond, halblang: Augendrauen danke!; Nase etwas spitz, an der linken Seite eine Warze; Bart: blonder Schnurrbart; Geficht: rund; Gefichtsfarbe: frisch; Sprache: hoch- und plattveutsch, englisch, auch franzöfisch; desondere Kenn- zeichen: etwas langen Hals, zieh: den Kopf zwischen die Schul» kern, trägt an einem Finger einen Ring mit schwarzem Stein mit weißem D. und vor diesem Ring einen goldenen, adgctra- genen, schlichten Trauring; Kleidung: blauer Jvqiretamug(See- mannekieidung), langer, blauer Uederzrehcr,»iemlichhoher, schwarzer, steifer Filzhut, weiße Wäsche, Klcppkragen mit kleinem, dunklen SHÜp-i vermutlich einen lleinen Seqeituchkoffer bei fich führend. — Für die Habhaftmochung des p. Dauth wird hierdurch eine Belohnung von 1000 M. ausgelobt. Ktaoirrschtrbrr. Die Behörden beschäftigen fich, wie eine Kiestge Korrespondenz schreibt, wieder einmal mtt den Klavier» schiedern, d. h. mit einer Art von Geschäftslmien, welche den Pwninohandel nichts weniger als reell betreiben. In Berlin giebt es eine ganze Reihe von„privllegirten" und anderwcttig „ausgezeichneten" Pianofabriken» deren Inhaber thatsächlich noch nie in ihrem Leben ein Instrument haben bauen lassen und die überhaupt keine Fahrtk defitzen, sondern die Klaviere erst aus , melier und dritter HanD beziehen, um fie mit Hilfe pompöser Titel und schwunghafter Reklame in Massen zu vertreiben. Es giebt sogar sogenannte„Hoflieferanten", welche ebenfalls eine Fvbcik, auf welche fie jenes Piädrkat erwarben, niemals be» srssen haben. Jeder Sachverständige, der den„Rummel" kennt, weiß auch, wer hier gemeint ist. Viele solcher Firmen kaufen gebrauchte Instrumente zu Spottpreisen auf, lassen fie erneuern und bringen fie gegen unverhällnißmäßig hohe Preise als neu und meistens gegen Abzahlung an den Mann. Das auf Ratenzahlung angewiesene Publikum pflegt bei seiner Kritik nicht streng zu verfahren und nimmt, was man ihm bietet, wenn es nur keine Anzahlung und keine hohen Monatsraten zu leisten bat. So erklärt es fich, daß gewisse Firmen in der Lage sind, für ihre Reklamen enorme Summen zu verwenden. Es giebt sogar mehre Geschäfte, welche unter verschiedenen Firmen- dezeichnungen täglich ihre Waaren feildicten, indem fie den Irr- tbum zu erwecken suchen, es handle fich um verschiedene Fabriken. Andere Firmen haben Hunderte von Privatpersonen an der Hand, welche Prooifion beziehen und„aus Roth" oder mit anderen packenden Spitzmarken die Instrumente einzeln anbieten müssen. Klagen wegen solcher Uedervo.theilungen laufen un» glaublich zahlreich an amtlicher Stelle ein und wie jetzt stcher v r lautet, wird die Behörde dieser neuen Schwindelspezies ener« pisch auf den Grund gehen. Dabei dürften recht drastische Einzelheiten über die Gepflogenheiten jener Pseudofabrikanten, über ihre prunkvollen Medaillen und Prädikate, namentlich aber über die mit dem Handel viclsach verbundenen Geldgeschäste ans Lrcht kommen. Es giebt in Berlin Kapitalisten, welche nur auf Klaviere Geld verleihen und an die so eine Fabrik hunderte von Leihkontrakten, ohne die Käufer von der Schiedung zu be- naib richtigen, verpfändet. Mancher Käufer ist dadurch schon zu recht unliebsamen Uederraschunzen gelangt und hat fich sogar nolens volens auf Grund der ihm unbekannten Schiebungen dm Bftuch eines Gerichtsvollziehers gefallen lassen müssen! Es ist erfreulich, daß diesem unredlichen Treiben endlich mit Hilfe des Betrugsvaragraphen gesteuert werden soll. Für Zlnb-mittrUr. Unentgeltliche Behandlung, Plombiren uns Aueziedm kranker Zähne erhallen Unbemittelte täglich, mit AuS abme Sonntags, Morgens von 8— 10 Uhr, Invaliden- straße 1"5 11 l. polizeibericht Am 28. d. Mts. Morgens wurde eine Handelt frau, als fie mtt ihrem Obstwagen die Pcenzlauerstraße entlan-r fuhr, in der Nähe der Allen Schützenstraße von einem ihr entoegenlvmmendcp GeschästSwagcn derartig gegen dm linken Faß gefallen, daß sie einen doppelten Bruck des Knöchel- gelenks erlitt.- Vo. mittags stürzte fich eine 78 Jahre alte Frau aus dem F.nster ihrer im zwetten Stock am Plan-Ufer belegenen Wodnung auf den Hof hinab und verstarb auf der Stelle.— Um dieselbe Zell wurde ein Hand.lsmann vor dem Hause Fennstroße Nr. 30 von einem mit Mauersteinen beladenen, von dem Kutscher Finte geführten Arbeitswagen überfahren und erlitt anscheinend schwere äußere und innerliche Verletzungen, so daß er nach der Cbarilee gebracht werden mußte.— Mittags wurde ein Ardeiter in seiner Wohnung in der Sttomstraße erhängt vorgesundm. dem Leilt-mschauhouse gebracht.— Nachmittage der Tischler Lenz vor jurleistr. 95 damit beschäftigt war, D- stellt n rnitteift eines Sch-rürgmtS festzubinden, fiel Lenz, als der Gurt dabei plötzlich zerriß, rückwärts auf den-traßendamrn WWUWW Die Leiche wurde nach Als an demselben Tage dem Hause Große Frank- auf seinem Wagen Bett- etwa 1 Meter tiefe Grude und erlitt dabei Verletzungm am Knie und Oberschmkel, so daß er nach dem Elisabeth- Kranken« hause gebracht werden mußte. * Nergttügungs-Chronik. Mit Urb«»»W«rdig»r Anfmerklamkett hat F ran, Wal In er, der Verfasser des erfolgreichen Einatters„ D e r d r itt eK o p f"allen in seinem Stück beschästigtm Darstellern des Wallner-Theaters gedantt. Die Herren erhielten gestern gelegentlich der fünfzigsten Aufführung kostbare goldene Busennadeln, die Damen wertbvolle Broschen, welche anmuthige in Gold getriebene Köpfe mit der Unterschrift„Wo ist der dritte Kopf?" zeigen. Der liebenswürdige Einakter ist der un- zertrennliche Begleiter der lustigen„Madame Bonivard" und wird mll dieser vereint an allm Theatem Deutschlands gegeben. _ Di« lleliebtrste« Gesangsnummern aus den„7 T o d» sunden der Berliner" werden in den nächsten Tagen in einem dekannten Mufikalienverlage erscheinen; namentlich der allabendlich im Volkstheater unzählige Male cka capo verlangte Humpa-Marsch dürfte bald überall bekannt sein. An d-r«Schst«« Aufführnng des„U r i e l A c o st a" im Berliner Theater am Montag, d en 3. Dezember, wird der Urtel wieder von Ludwig Barnay dargestellt werden. Gerichts-Zeitims. Di« Korv«kt«r«in«» Kchr«it>f«hlers lag gestern der zweiten Strafkammer am Landgericht II od und machte eine vollständige Gerichtsoerhandlung mit allen Formalitäten erfor» derlich. Auf der Anklagedank stand der Tischler Gustav Madiaski aus Berlin. Derselbe gehörte zu jener Gruppe von Sozialdemokraten(Böhm und Genoffen), gegen welche am 18. Mai d. I. vo: derselben Strafkammer wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt, Beamtenbeleidigung und wegen Ber» aehens gegen das Sozialistengesetz(Betheiligung an der Grünauer Lassalle-Feier im Jahre 1887) verhandett wurde. Madiaski wurde damals in zwei Fällen der Beleidigung und in einem Falle des Vergebens gegen das Sozialistengesetz für schuldig befunden und zu 7 Wochen Gefängnis) verrrrtheilt. Die Verurtheilten legten sämmtlich Revision ein, die aber in allen Fällen verworfen wurde. Nur in Bezug auf Madiaski war eine Ausnahme gemacht worden. Bezüglich dessen ergab nämlich das für die Prüfung der Nichtigkeitsbeschwerde maßgebende Ver» hanblungs» Protokoll, daß der Vorderrichter für die erste Be« leidigung 3 Wochen, für die zweite 2 Wochen und für das Vergehen gegen das Sozialistengesetz 10 Tage angesetzt hatte, was nur eine Gesammtstrafe von 6 Wochen und 3 Tagen ergab, während das U.ftheil auf 7 Wochen lautete. Da aber§ 74 des Strafgesetzbuchs vorschreibt, daß bei der Zusammenfassung mehrerer Freiheitsstrafen unter die Gesammtsumme deradgc- gangen werden muß, so wurde in Bezug auf Madiaski zwar die tbatsächliche Feststellung des Vorderrichters aufreckt erhalten, die Sache aber doch zum Zweck der anderweitigen Feststellung des Strafmaßes an die Vorinstanz zurückoerwiesen. Die erneute V.rhandlung gestaltete fich scbr kurz, weil eine Beweisaufnahme nicht erforderlich war. Der Gerichtshof erinnerte fich, daß für jede Beleidigung drei Wochen Gefängniß angesetzt worden waren und somit nur ein Schreibfehler vorläge. Dieser Schreib« fehler wurde korrigirt und die Gesammtstrafe auf 7 Wochen Gefängniß belassen. Di« vo» d-m früh«»«« Minist«» v. PuttKame» d«n Unterstützung»««»«;««« gegenüber zur Gellung gebrachte Auffassung, daß dieselben als Versicherungs-Gesell» s ch a f t e n anzusehen und find als solche der staatlichen Aufficht unterliegen, ist neuerdings auch vom Oberverwaltungs- Gericht als unrichtig bezeichnet worden. Das erst gestern der dethcUigten Partei zugesteMe umfassende Eckenntniß nimmt auch noch aus einem anderen Grunde ein hochbedeut» ames Interesse in Anspruch, indem darin die Zuläsfigkert dar- tethan wird, gegen die vom Berliner Prästdenten(im Auf- i ch t s w e g e) erlassenen Verfügungen Klagen im Verwaltungs- lreitver fahren anzustrengen. In allen bisherigen Fällen halten die von der Verfügung des Polizeipräsidenten betroffenen Vereine nach erfolgloser Beschreitung des Beschwerdeweges bei dem Minister von Puttkamer, dessen Anweisung die ibm unter- stellten Behörden ja nur gefolgt waren, ihre Auflösung be» wirkt. Dagegen war der Fachverein der Buchbinder und verwandten Berufsgenossen zu Berlin dem Rathe des Rechtsanwalts Freudenthal gefolgt und hat gegen die Polizeiverfügung vom 9. Mai 1887 die Klage beim BeürksouSschuß erhoben. In der qu. Verfügung waren, da der Verein die staatliche Genehmigung gar nicht einmal nachgesucht, geschweige denn erhalten bat, die Vorstandsmitglieder von Aufsichts wegen aufgefordert, binnen 8 Wochen zur Vermeidung der zwangsweisen Schließung der Kasseneinrichtungen bezw. des Fachvereins und der strafrechtlichen Verfolgung der Bftheiligten den Nachweis zu führen, daß die staatliche Zu- lossung der in Rede flehenden Unterstützunaskassen für Preußen erfolgt oder wenigstens inzwischen zuständigen Ort in Antrag gebracht ist. Der Bezirksausschuß wies durch Urthell vom 13. September v. I. die Klage ab, weil die im Ausfich'swege erlassene Verfügung des Polizoipräfidenten fich nicht als eine von ihm in seiner Eigen. s-haft als Ortspolizei. Behörde erlassene polizeiliche Verfügung darstelle. Auf die gegen diese Entscheidung seitens der Kläger eingelegte Berufung änderte der dritte Senat des Oberverwaltungsgcrrchts in seiner Sitzung vom 19. d. M. das anaefochiene Urtheil dahin ab, daß die Ber» fügung des Polizeipräsidenten außer Kraft » u s e tz e n und die Kosten beider Instanzen dem beklagten Polizciprostdenten aufzuerlegen find. Der sehr interessanten Be» grüudung entnehmen wir folgende Stellen:„Für die Entschei» düng kommt es zunächst darauf an, ob die angefochtene Ver» mg, welche den fläzenden Verein wegen strafbarer Betbeil!» gung bei einem der staatlichen Zulassung entbehrenden Verfiche» rungsuntetnehmen mll Schließung bedroht, als v o Ii z eilt che und insdesoondere als ortsvolizeiliche Verfügung an zu» sehen ist, mithin gemäß§ 128 des Landes oerwattunBgeseves mtttelst Klage bei Dem Bezirksausschuß angefochten werden konnte. Daß die Verhinderung strafbarer Handlungen zu dem Amte der Polizei gehört, ergiebt fich aus dem den Wirkungskreis der Polizei degrenzenden§ 10 Tit 17 Thl. II A. L.-R. Es gilt dies namentlich auch von der Ver» ##### d'ho dm begründenden gesetzlichen Bestimmung den Orts» volizeidehörden zusteht. so würden über den ortsvolizeilichen Chatatter der angefochtenen Verfügung des beklagten Polizei» prafiventen Zweifel nicht bestehen können, wenn nicht der Bekiazte aeltc.rd machte,_ daß er diese Verfügung nicht als PNizftdeho.de, sondern als RegierungspräfiDent in Ausübung deö„staatlichen Aufstchtsrechis" erlassen und dieser seiner Ad» icht durch Emschiedung der. Worte„von A»affichtswegen" Ausdruck gegeben hätte. Nach eingehenden Erwägungen gelangt das Ooeroerwallungsgericht zu d.r Annahme, daß es sich vor« liegend nicht um ein dem Gediete des Aufsichtsrechts im engeren kondnn eine ausschließlich dem polizeilichen Gediete an« gehörige Verfügung handle. In der Begründung wird dann fmtaefahren: ,,Jn der Sache selbst ist dem klagenden Fach» «rein darin beizutreten, daß weder der Urterstützunasverdand, noch der Fachoerein selbst als Verstcherungsanstalten im Sinne d«S Gesetz S vom 17. 5. 53 anzusehen find. Der Begriff der Berficherung, sowohl der Sachen-, als der Personenverstchcrung, ist vadmch bedingt, daß für den Fall des Eintritts eines schädigenden Ereigniff.s eine Leistungspflicht übernommen wird. Dies trifft weder bei dem Unterslützungsverbande, noch bei dem Fachoereine zu. Ersterer hat aus seinem Statut die Bestimmung, welche unter den Mitteln zur Erreichung vcs Vereinszwecks „die Gewährung eines Reisegeschenks und wenn möglich Ge«- Währung einer Arbeitslosen> Unterstützung für verheirathete Mitglieder" aufführte, entfernt; von einem Rechtsanspruche der Mitglieder auf diese Leistungen kann daher überhaupt nicht die Rede sein. Zwar dezeichnet auch das gegenwärtige Statut als Mittel zur Erreichung des Vereinszwecks„„Unterstützung solcher Mitglieder, welche für ihre Thätigkeit für den Verband besagter Vereine oder infolge getroffener Maßnahmen durch denselben arbettslos werden", allein abgesehen von der sehr zweifelbasten Frage, ad die Zuficherung einer Schadloshaltung unter den Begriff der Berficherung zu bringen ist, crgiedt fich aus§ 32 des Statuts, daß es sich auch in diesen Fällen nicht um einen Rechtsanspruch der Mitglieder auf Schadensersatz, sondem ledig- Itch um eine nach dem Ermeffcn des Verbandsvorstandcs zu gewährende oder nicht zu gen ähi ende und im erstem Fall ihrer Pöhe nach zu destimmende Unterstützung handelt. Ebenso ist «S völlig zweifellos, daß auch aus§ 2 des Statuts des Fach- v-reins, welches von einer Unterstützung in allen vorkommenden Fällen des Berufs redet, irgend welche Rechtsansprüche für die Mitglieder nicht herzuleiten find." Amt« med Kerfimnnlmqw». Eine große ösfentlich», von 1%00 Person e» besuchte Ztnnnorerversa« m tung tagte am Dienstag in der„Tonhalle", Fricdiichstr. 112, unter dem Votfitz des Herrn Seitzt. Auf der Tagesordnung stand:„Stellungnahme zu einer Verkürzung der Arbeitszeit und zu einer Lohner höhuna. Hierüber referirte in kurzen Worten Herr Tb. Glocke. Wenn man die heutigen roirthschaftlichen Verhältniffe betrachte, so sehe man fich einen Nrozcfi entwickeln, der auf der einen Seite die Reickthümer an» bärist, aus der anderen dagegen die Armuth immer größer werden, läßt; es sei der kapitalistische Produktionsprozeß. Durch diese Produktionsweise schlüge auch der Vortheil, den die Maschine bei vernünftiger Anwendung für den Ardestcr hat, in das gerade tfjrgenthcil um. Die Maschine nehme den Arbeitern einen großen Theil der Arbeit ad; es würde auf diese Weise «ine Menge Handarbeit überflüsfig gemacht und viele Arbeiter auf die Straße geworfen. Anstatt nun diesen Arbeitslosen durch Verkürzung der Arbeitszeit Unterhalt zu ver- schcffm, werde immer darauf los gewirthschaftet. Da die Arbeit- §eder nie eine Acnderung hierin eintreten laffen würden, müßten ie Arbeller fich selbst zusammentbun und für eine Verkürzung der Arbeitszeit auftreten. Diese Forderung sei gerecht, denn die Arbeiter, als die Hervorbringer allen Reichthums, hätten auch ein Recht, einen Lohn zu fordern, von dem fie wie Menschen leben können. Die Arbeitgeber würden natürlich ditsen Forde- rungen entgegentreten und es sei deshalb nöthig, daß die Ar- better fich fest organiflren und Mann für Mann für ihr gutes R«6t eintreten.(Beifall.) Eine Dislusfion folgt. Herr Wolter: Es sei eire Thatsache, daß der eiserne Arm der Maschine immer mehr Arbeiter zur Disposition stelle, d. h. dem Hunger über- liefere, es sei ferner eine Thatsache, daß fich der Lohn nach Angebot und Nachfrage regele. Je mehr Angebot, desto geringer der Lohn. In Berlin allein seien Jahr aus Jahr ein ungefähr 1000 Gesellen: diese drücken fortwährend auf den Lohn der Ardettenden. Man solle fich einmal überlegen und ausrechnen, was schon durch Fortfall der Ueberstundena.belt geschaff.n werde. Jeder Geselle mache durchschnittlich jeden Tag eine Stunde Uederstundenarbeit, bei 40 Wochen Arbeit, die Woche zu sechs Arbeitstagen gerechnet, das mache pro Mann 240 Stunden im Jahr; nun arbeiten in Berlin 7000 Zimmerleute, das scirn also lm Jahre 240 X 7000= 1 480000 Stunden, die Ik beistunden in Berlin gearbeitet werden, d. h., es wird die Arbeit von 700 Gesellen durch diese Ueberstundenardeit verrichtet; wenn nur noch die Arbeitszeit auf 9 Stunden reduzirt werde, so könnten sehr gut 1400 Gesellen mehr Arbeit bekommen und die ewige Lohndrückerei wäre fortgefallen.(Stürmischer Beifall.) Äiachdem zwei Resolutionen der Herren Hugo Lehmann und Jäckel verlesen worden, sprachen im weiteren Verlaufe der DiS- l-flbn die Herren Meißner. Papst, Martin, Aug. Hinze, Schreiber, Pirch, Bähr und Darie- In den Ausführungen dieser Herren sprach fich vollständige Ein- müthigkett aus, die auch die ganze Versammlung zu beseelen ch!cn. Sie alle traten voll und ganz für einen 9 stündigen Arbeits- og ein, verwaifen jede Akkord' und Sonntagsarbeit und empfahlen den Bestritt zum„Verbände deutscher Z'mmerleute". Es wurde hierauf zm Abstimmung über die Resolution des Herrn Leh- mann geschrstten und dieselbe einstimmig angenommen. Sie lautet: Die heute, den 27. November, in der Tonhalle tagende Generalversammlung der Zimmerlcute Berlins und Umgegend beschließt, in Erwägung, daß die Technik im Maschinenwesen von Jahr zu Jahr fortschreitet und eine zunehmende Arbeits« loffglest erzeuot, und infolge dieser das Elend und die Brot- lostgkeit von Jahr zu Jahr unter der arbeitenden Bevölkerung »mummt und auch zunehmen muß, so lange die vorhandenen Arbeitsmittel Privatelgentbum der defitzenden Klaffe find, et klärt die V rsammlung, daß die Hebung der sozialen Lage des Ar- destilstandcs nur durch die Vergesestschaitlickuitg der vorhandenen Ardestsmittel geschehen kann. In Anbetracht, daß die obige Forderung unter der heutigen gesetzgebenden Kötperschast keine Ausficht hat, zur Durchführung zu gelangen, hofft und fordert die heutige Versammlung von der gesetz- gebenden Köipeischaft die Annahme und Durchfühning eines wirksamen ArdeiterschutzgesctzeS, in welchem u. a. die Festsetzung eines 9stündigen Ardeitstaaes und ein Ruhetag in jeder Woche rorgesehen werden muß. In fernerer Erwägung, daß die Pro- duftionSweise speziell in unserem Gewerbe in ein Stadium ge- treten, in welchem nicht allein die Maschine und Etsenkonstmktion eine tiefeingreifcnde Umwälzung hervorgerufen, sondern auch die überhandnehmende Spekulation im Baugewerde die Wirkung hrivorgedracht hat, daß Arbestgebcr ganze Bauten mit 4 oder 6 Zimmergesellen fertigstellen(nöthiaenfalls werden 12 bis 14 Stunden und auch Sonntags gearbeitet), und fich hierdurch mit Nothwendigkeit ergiedt, daß trotz der guten Bauperiode die Ardeitslofigkeit in unserem Gewerbe eine immer größere wird und die Löhne von Tag zu Tag mehr sinken, de» schließt die Versammlung, da auf gesetzlichen Schutz nicht gewartet werden kann, mit aller Entschiedenheit und mit ollen Mitteln zum nächsten Frühjahr folgende Forderungen zu stellen und zur Durchführung zu dringen: 1. Einführung eines 9 stündigen Ardeststages; 2. Lohnerhöhung auf 60 Pfennige pro Stunde: 3. Verwerfung und Bekämpfung jeder Akkordardett; 4. Verwerfung jeder Ueberstundenardett; 5. Verwerfung jeder Sonntagsarbeit. Ausnahmen von den Forderungen 4 und 5 find nur dann tzulässtg, wenn Gefahr für Leben und Gesundheit der Bevölke- ÄT ÄS'« beschließen, dieselben zur Durchführung zu bringen, bleibt der nächsten Versammlung üderlaffen, welche noch vor Weihnachten einberufen werden muß..,..„..... Die Ansammlung hofft ferner. d müthlichkeit blieb man noch Stunden hindurch»ufamm«». Krrlinrr Ne«t» für volir»vrrlts»dltch«#4" heitvpst.g- m»d Natnrhrilkuude. Freitag, den» vemder, Abends Lss Uhr, bei Bugaen Hagen, am Norist Vottrag des Herrn Hermann Canitz über:„Die GrundsK Natur und Medizinärzte bei der Behandlung von entzündungen und Kehlkopfleiden und die Folgen bei»« Handlungsmethoden." N-m Fach verein de» Wetallschraube«-, W drehe» und Berufsgenofsen Berlins findet am L den 1. Dezember. Abends 8 Uhr, in Deigmüller's Salt*. Jakodstraße 48a, ein Mitgliederkränzcken statt. Einig find beim Renvanten Herrn Magnus, Mantmffelstraße 2* 3 Treppen, zu haben. Diejenigen Kollegen, welche tr# Befitze emer Einlaßkarte find, erhalten freien Eintritt dw» Qutttungsduch. Kravken-»ud KegrSdnißkasse de» Merei«&*. liche» Fernfsktassen(Verwaltungsstelle Berlin 3: gliederversammlung am Sonnabend Abend 8 Udr firaße 38. Gäste willkommen. Personen jeden Gest. Berufs von 14 bis 45 Jahren werden in jeder Verb sowie vom Kasfirer H. Rudolph. Koloniestraße 150». giteder aufgenommen. Auskunst erthellen: G. Hol straße 101; P Sckindler, Ack-rstraße 172; K. Wilsnacketttraße 52; W. Raschle, Griebenowstraße 3.> 5»» Vauvrrrin Kerliner Kildhanrr unteriti«. Sonntag, dm 2. Dezember, Nachmittaos 2 Uhr, eine B des Römerdades, Zimmerstraße, Ecke Wilhelmstraße.! mhmer versammeln fich daselbst im Restaurant. Oeffentliche Urrsammiung der Metall schUi'� Berufegenoffen findet am Sonntag, den 2. Dezember, tags 10i Uhr, in Krieger's Salon, Waffetthorstr. l Tagesordnung: Die Alters- und JnvalidmverfichauifjK ferent: Ernst P-üfer. Um zahlreiches Erscheinen wird Merein der Kauanschläger Oerli»» und Versammlung Sonntag, den 2. Dezember. Vormittag Oranienftraße 51 bei Pceuß. Quirtungsbuch legitimiit- Neffe« liche Kchueiderversammlnvg am M' 3 d. M, Abends 8% Uhr, im„Louisenstädtischen Koi Alte Jakodstr. 37. Tagesordnung: Vottrag des R-, geordneten Frohme. Die Versammlung fängt pünlim werden die Kollegen gebetm pünktlich zu erseb einen. Drechsler«ud Kerufsgenoffe«. Große öffi fammlung am Montag, den 3. Dezember, Abends. Deigmüller's Saal, Alte Jakobstr. 48». Taaesordnuvl Beschlüsse der Meister Versammlung vom 23. Oktober d- die Gründung einer Jnnungslrankmkaffe für Meist«, und Lehrlinge und Erlangung der Rechte de»§■}' Jnnungsgeseyes. Erhebung der Berttäge von AW" Gesellen zu den Einrichtungen der Innung. RefnenU Hrldedrandt. 2. Stellungnahme zur diesjährigen Jnnunzs Gesellen'Ausschufi.s. Referent: Kollege 3. Verschiedenes. Der wichtigen und intcreffant«> ordntmg wegen ist das Erscheinm aller Kollegen dt forderlich. >t tägl Abo %' l«ri b«« wöck Gesang-, Turn- vnd gesellig» Nerein» als 3*1 Gesangv.Brevelschluß Abends 9 Uhr bei Körting. DresbffSal Kaiser scher Männergesangver in Abends 9 Uhr im■ Tamm, Schönhauser Allee 28.— Gesangverein„f Abends 8 Uhr im Restaurant Hmsel, Alerandrinenstt.» jfi tafel der Maler Berlins" Abends 9 Uhr im Resto-�v -- n. mtei- „Reichs fien Gi zKb' ihn Ä arb Kwiffendr Jucht uns, Mm. A >N Fhr t der de ch n ttnt Zeuill. Romai - Gesangverein„Flöter'Aj! ds 9 Uhr im Restaurant Muf*p\ 60. Brandenburastr. Ouartett" Abeuv» c uyi»I, �iqmuium xJiuisrr'ö bergerstraße 31.— Gesangverein„Fortschritt" Abenl*« Restaurant, Blumen straße 46.— Gesangverein„Off?/ 9 Uhr Dresdencrstt. 85 bei Gustavus.— HupperfM Vereinigung„Harmonie" Abends 9 Uhr bei N% straße 17.— Gesangverein„Bouvardia"(Männ«*% 8i Ubr im Restaurant„Teutonia", Beltorlerl� Liedettafel des Fachvereins der Steinträger Berlik; 8 Uhr Gr. Hamvurgerstr. 4 Uedungsstunve.— „Ohnesorge" Abends 8) Uhr Buckower Gatten.—-. „Wtedtrhall" Freitag Abend 9 Uhr, im fiieftaut** berger, Köpnickeritr. 3. Aufnahme neuer Mtlgliever" Turngenoffenschaft(T. Männerabtheilung) Abetw* in der städtischen Turnhalle. Wafferthottaaßt Turnverein„Hasenhaide"(Männer- Ablheilung� 8 Uhr Dicffenbachsttaße 60 61.— Turnverein Abends 84 Uhr Frei"(Männerabtheilung)----- Wissenschaftlicher Verein für Rollcr'sche Stenogravb�ß� 3- Uhr im Restaurant Ziethen, Dorotheenstt. 31, Uebungsstunde.—„Allgemeiner Arends'scher E oerein", Abtheilung„Vonvärts", Abends 8t Uhr r Koll, Mananncnplatz 11.— Arends'scher Stent" jMpollobund" Abends 9 Uhr im Restaurant, Sez,-« Verein ehemaliger Dr. Doebbelin'scher Schüler" im Restaurant Krebs, Friedttchstt. 208.— Vow'L t tantm-Orchestcwerein. Abends 8t Uhr Uebunr" staurant Lebmann, Alcrandttnenstt. 32.— Zill veitchen" Abends 8% Uhr im Restaurant alliancestraße 89.— Rauchllub„Westend" Abends Hohenzollemaattm, Steglitzetttt. 27.— Rauchllub«■ Abends 8» Uhr im Restaurant, Slalitzerstt. 147»- Die 5, rank o u wbeti bedrc ®tfchei: m Selegraphische (Wolff's Telegraphm-Bureau.) Hamburg, Donnerstag, 29. November. M „Moravia" der Hamb uro- Amerikanischen Packetfav- � schaft ist, von New-Uork kommend heute Morg'" der Elbe eingetroffen.«.z ffrüffrt, Donnerstag, 29. November. Wie a» � berichtet wird, hat sich die Ardeilseinstellung deutc � Kohlenwerk Ba-.coup erstreckt, ist aber noch Zentralbaffin beschränkt._ HMS" XJ& qai pciuin oem Plasioenlen ver auf Genehmigung zur gcttchttichen Verfolgung lassen. Die Anträge find von den Depuntten � poy'.e, Gerville-Rcache und Salis eingebracht. w,rv die Anträge heute in der Kammer wt»» i�it dürsten nack dem herkommen den Bmeaus uv» �(i Madrid, Donnerstag, 29. November, stattgeyodlen Vet'ammiung der Majorität der � w cker mit Ausnabme des KricgsministerS alle Mw> � j uu;, türm zu oicioen, otucrre teilt seirgen Kundgebungen gegen Canooas del � suckle die Konservativen im Interesse des o" um Mäßigung. Hrirfk-fte« der im Briefkasten nicht etthellen. find icdock � t Heilung bereit.. Im � W. S Aliraudria»«?»«!!» 2. In nächster Nummer. 1. Lerantwortlich« Redaktem:».« Betti». Druck und Verlag von»«.»adi«, tn«ettrn 6*. Beuthitroße 1