dem W* c, um k 888. Mittwoch, den 5» Dezember 1888« S. IowiK» %% Äg !ues OW i bafür«W ineinen mit de«. -ArkttfltjJ däude de» Kollege», ucndurg�. ierlinn ßg war »"»Z ZarmorlB»?. >e (ewicfe»- J, eschä'tigt«- keines Ucn; °V . Stein-» ststr. 2l. MmMkidlM Krgan für die Interessen der Arbeiter. Da»„Berliner Volksblatt" ad Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei __________ i,35 Marl, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement nnjcine oiummn o Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Scmntags-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1888 unier Nr. 849.) JnsertionSaebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags m der Expedition, Berlin SW� Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Keuthstraße 3.— Expedition: Zimmerstraße 44. Uoch einmal die Invalidenverstchernng. ii. siW" . �ie Niedrigkeit der Rente wird also nebe« anderem 3«it der mangelnden Leistungsfähigkeit der Betheiligten r* ben Rücksichten auf die Exportfähigkert der Industrie Mbidet. Wir wollen zunächst dahin gestellt sein lassen, % recht habe«, welche behaupten, daß mit den pro- Besträgen bereits höhere Renten geleistet werden als thatsächlich vorgesehen sind. ES ist bei Be- l. jj' ilven bslündigk J Mnlung der Frage nicht zu übersehen, daß eine Organi- nvlunge»" �»�von�dem Umfange, wie sie die geplante Alters- und jjty u � tadeln. Wir stimmen y ww orm urnjung� wie]ie uie gepiume ziutiv* uuu Maliden-Versorgung sein wird, bis jetzt ohne Beispiel da- 2 und daß Vorsicht deshalb unter allen Umständen noth Ntpnn Soaflnfh Sit» phpf etmas 211 BoA ., Wenn deshalb die Beiträge eher etwas zu hoch als »«lebrijj gerechnet sind, so ist da» gewiß eher zu billigen ,.„(i? u W tadeln. Wir stimmen auch darin den Motiven zu, ..indeiai�, � eine�Heraufsetzung der Rente später eine viel d i-ck H � Veräußerung oer menie Sparer rmr vir» ungr- "-istel� M?» Maßnahme sei« würde, als eine Heruntersetzung Beifügt,?�cn. Auch daß die Beitragssätze für die Arbeiter jetzt aedunge« � so hoch sind, daß sie nicht wohl eine Steigerung _ gl Men, geben wir unbedenklich zu. Ein Arbeiter, der für rte in �8, 60 Pf. bis zu 1 Mark für seinen„Herrn" frohnden % wie es bei den landwirthschaftlichen Arbeitern und der nkünve� M i» der Hausindustrie sehr" häufig der Fall ist, oer der r{1' auch die 6 Pf., die er in der ersten Klaffe zu bezahlen llnV» mir-S XtoA lim fn mpfxr n0f foim n„ schcÄ, Ä Ott. gen. £,dÄ wenn � ei % i in 4 ntrvori est, bei FbneN n AnttA/ B zu MÜ»� [27 Und zwar wird dies um so mehr der Fall sein, M�Jierade diesen ärmsten und wideistandSunfähigsten rn gegenüber die Arbeitgeber am ehesten zu der übergehe» werde«, ihre» Anthcil an dem Ver- gsbeitrag durch Lohnkürzungen ebenfalls auf die '�iter abzuwälzen. Wenn wir aber auch zugeben, daß die jetzt vorgesehenen 'äge vielleicht keine höheren Renten erlauben, und wenn ?! anderseits eS auch keinen Augenblick bestreiten, daß den Aitern nicht gut mehr aufgebürdet werden kann, als es 24 die Vorlage schon geschieht, so müssen wir doch bei "em Verlangen stehen bleiben, daß die Rentensätze er- werden. DaS Minimum erscheint unS dabei für den gelohnten, ländlichen Arbeiter 150—200 M. zu oährend für die Keffer gelohnten und in den Pro- mit theurerem Lebensunterhalt wohnenden Arbeitern % das Maximum, sondern der Durchschnitt der Re»te ■JJ». betragen müßte. man un« nun ftagt, woher die Mittel zu diesen �Hungen genommen werden sollen, dann antworten L' che muß der Staatssäckel, d. h. das Reich liefern. Hj.�'ssen wohl, daß man uns darauf antworten wird, |u w unmöglich. Wir aber sagen, so gut sich die Mittel ��-�mZah�au��ahi�ii��in�halb�Nilli� KeuiCeton. KasKowiKow. h Roma« von F. M. Dostojewski. � dem Russischen übersetzt von W i l h. H e« ck e l. k» r" Ach, ich spreche jetzt nicht von Beweisen, sonder« Fragestellung, von der Art und Weise, wie sie ihre \ fassen!... davon ist die Rede, zum Teufel! wurde gedrückt, gepreßt und auf jede Weise ge- beh/ er endlich gestand: nicht auf dem Trottoir, Styu? in der Wohnung, wo wir anstriche», fand ich daS milche»._ Auf welche Weise?— E< war so: wir de» ganze» Tag. bis Abends 8 Uhr gearbeitet und fi*;,, �de» im Begriff fortzugehen, da nahm Mitrij den ' schmierte mir damit Farbe inS Gesicht und lief ich ihm nach. Ich laufe also und schreie, wa» *** kann; wie ich aber von der Treppe hinab unter den <«(% komme, fliege ich in vollem Lauf gegen den HauS- .der mir mit emige« Herren— wie viele eS waren, er- mich nicht— entgegen kam; der Hausknecht schimpfte ' ändere Hausknecht schimpfte auch, und da» Weib „ knechts, die aus ihrer Wohnung herauskam, schimpfte dd«in Herr, der mit einer Dame von der Straße «">li)'.<)!?Men war, schimpfte unS ebenfalls, weil wir, ich quer im Wege lagen; ich hatte Mit'ka an den 3 i» Ldpackt, hingeworfen und schlug ihn, auch er war iS» k d Haare gefahren und schlug mich gleichfalls. Wir m iB Q* aber nicht au» Bosheit, sondern bto» spielend j w??kr Freundschaft. Dann machte sich Mit'ka frei, ...die Straße hinaus und ich ihm nach, konnte ihn %™ einholen und kam daher allein in die Wohnung �»«set'be� C»»% benn wir mußte» noch auftäumen. Ich fing tnvenw* ih». dufzuräumen und wartete auf Mitrij, um dann znv--. ,>n._____ Deutsche, welche jüngst Mpwapwa verließen, find# 5%� v schollen und muthmaßlich umgekommen. Drei arabische wj 1# i' wanen mit Sklaven und Elfenbein schlugen fich durch die f iff,»*. i j «Note wohl l Landge «ngellag Ob ständischm Küstenstämme nach Bagamoyo durch; die Dei bewaffneten sodann die Unyanweze- Träger mit Hinter und sandten fie zurück, um die Stämme zu bekämpfen-. Küstenstämme errichten Bru st wehren längs derK« zum Schutz gegen das deutsche Bombenfe»' Die Europäer in Sansibar nehmen eine bcmcrkenswerthe änderung im Gebühren der eingeborenen Bevölkerung Dieselbe tritt weniger achtungsvoll und mehr herauerori auf.— Jede neue Post aus Sansibar zeigt, daß der Aal fortwährend im Wachsen ist und der Widerstand der borenen mit der Zell lediglich zunimmt. Die Nachricht deutschersstts eifalaten Bewaffnung von Unyinweje- Träger» darf der näheren Erläuterung. Di» ostafrika»isch» Klokad» ist nunmehr am in Kraft getreten. Die betreffende vom„Rstchsanz." m.v-„ Bekanntmachung ist datitt auS Sanfibar, den 30. NorK»* und lautet wie folgt:„Auf Befehl unserer hoben Regier� und im Namen Sr. Hohstt des Sullans von Sanfibar wir, die kommandirenden Admirale des d.utschen und em Geschwaders, hiermit die Blokade der ununterbrochenen i linie des Sultanats von Sanfibar mtt E.nschluß der 3? Wt Mafia, Lamu und anderer klstner nahe der Küste liegsK»fe L Inseln zwischen dem 10. Grad 28 Minuten und 2. 5 S 22 a?" 10 Minuten südlicher Breite. Die Blokade ist jedoch nur t» die Einfuhr von Kriegsmaterial und Ausfuhr, von Skla«OJ richtet. Die Blokade wird in Kraft treten am Mittag, 2 2. Dezember ds. Js. Dcinhard. Frcmanlle."— NafflT Londoner Meldung der„Voss. Ztg." gingen am Sonntag, Blokadezeschwader nach den ihnen angewiesenen Stellung�- der Küste ab. Das Fieber unter den Mannschaften des Geschwaders ist im Zunehmen. Da« erst» petitionauerzeichnik im Reichstags. stngegangen. Von den 2133 Petitionen, welche darn«� Reichstage eingelaufen find, befassen fich allein 1846»«j jj&e ZM J Alters- und Invalidenversicherung. Diese Petitionen A j? Jtti zum tri! den Arbsttern die Verpflichtung auferlegt, Quittungsbüt« � führen. u!%ch Kjrj, polizeiurrordnnngen gegen den Kopfgenickk»!�, j�ober oud Die»Norddeutsche Allgemeine Zeitung" berichtet offiziös JWesiä Bei des: Wie aus den über die Gehirn Rück.-nmarlshaut-� dung oder den Kopfgenickkrampf(Ueningitig cerebrvj,..% angestellten Ermittelungen hervorgeht, ist diese KraM# öffentl schleppbar und ansteckend, und bringt dieselbe den von®. y fallenen oerhältnißwäßig häufig den Tod oder anpa�V k.®"* Sft Siechthum, insbesondere führt fie oft J" rt obei "fien wl ttner J2- Jim .Monate 5 Ottbüßt. war munilier '.es fj e btnwe ist und bei Kindern zu Taubstummheit. Es Aufgabe der SanitätSpoltzei, der Verbreitung Krankheit entgegenzutreten. Zu diesem Zwecke dedarf«j, gender Maßnahmen: 1. Die Aerzte müssen verpflichtet#5 jeden zu tdrer Kenntniß gelangten Fall der ttrankhea- säumt der Ottsoolizeibehörde anzuzeigen; 2 erkrankte sind abgesondert zu halten; 3. Kinder aus einem& in welchem ein Fall der Krankheit besteht, find vom such fern zu halten; 4. die Krankenzimmer, die Ausa--, die Wäsche(namentlich auch Schnupftücher), Kleider Äs während der Erkrankung benutzten sonstigen Effekten des-» find zu reinigen und zu desinfizirm. Es wird bca»A entsprechende Bestimmungen im Wege der Polizei»»»�' zu erlassen. � „W-hlthiitig ist de« Fenee» Macht". wcnn Af Wünschen des Abbrennenden so entgegenkommt, wie,>,i der Sächsischen Nähfadenfabril in Wttzl�p der Fall ist. Wie das„Leipziger Tagblatt" mittheilt,/-F die Verwaltungsorgane der Gesellschaft auf der kürzl»* W fundenen außerordentlichen Generalversammlung, sprießliche Reorganisation deS Unternehmens nur —- jjf laufen waren und sich niemand mehr unter weg befand, ruhig hinunter. ES hat ihn vielle�u» jemand gesehen ohne ihn zu beachten; mancher g"„st' vorbei! Und da« Etui verlor er auS der Tasch»-., hinter der Thür stand und bemerkte e« nicht,® Wichtigeres zu denken hatte. DaS Etui aber r daß er gerade dort gestanden haben muß. So Sache! — Das ist schlau! Rein, Brüderchen, da« ist ie" Da« ist sogar zu schlau! — Ja, weshalb denn, wieso denn?# — Deshalb, weil alle« so schön klappt..-'. ander greift... gerade wie auf dem Theater..< zr - A— a— och! rief Rasumichin noch,— ,6 Jw, aber wurde die Thür geöffnet und ei trat eint keinem der Anwesenden gekannte Person ei«. V., ,($ Es war ein Herr in reiferen Jahren, er aus, war stattlich, hatte eine unsympathische, louer�< sioanomie und führte sich damil ein, daß er<« stehen blieb, fich mit nicht zu verkennendem/. Erstaunen umschaute und mit de» Blicken zu> Lanr üuaeii Uteur dl 'tt, zu di janiß v .flant übe ch der 'Lohn», « Ich peniitenk. ui tey richtete er dann die Blicke auf RaSkolnikow, der ungekämmt, ungewaschen auf feinem erbärmlich�' y Sopha lag und der ihn gleichfall« unverwandt. betrachtete er ebenso bedächtig die zersauste" Figur RasumichinS, der seinerseits, ohne sich V üivjwv vrr leiner elrs, uyn* r-7.p rühre« ihm stech und stagend direkt in dl-»'» Diese Situation dauerte wohl eine Minute folate, wie zu erwarten war. eine kleine �arifsivlt' änderung. Schnell hatte der betteffende Hett �.gbe hier m dieser Schiffskajüte und unter de«°°w* Nandcn. eine smione nicht am f 4»«, rn oie,er �cylpsraiure und unter standen, eine würdevoll strenge Miene nicht � wurde etwas� geschmeidiger und höflicher �en Ro oder Srt:an ornmi »S SS m »i s!?.?, b»?, BS und seine Worte und Silben deutlich Frage an Sossimow: ch n dn« l< idcrbal nachgei die Svlnnerei eingehe und die Zwirnerei allein fort« weide. Vor wenigen Tagen nun brach in der Fabrik aus, daffelde legte aber nur die alten Svinnereigebäude «ite, während die Z virnerei völlig unvnsehrt blieb. Ein waufbau ist unter diesen Umständen nicht nöthig; die liinen find verfichert. Das nennt man doch Glück! 1 nach. »r. Sit.» Elberfelder„Geheimbnudsproreß" schreibt die SiZ!*2�''?reic Presse�: In verschiedene Zeitungen ist die »ifcÄ» Ä Mcht übergegangen, als ob mit der Zustellung von Seiten � Uatelsuchunqsrichters an die in Sachen des hicstgen Ge> daß die Voruntet suchung geschloffen ist. Ebenso unstcher Sah' derjenigen festzustellen, die in die Untersuchung rithtn nn rootöen find. Es ist vorgekommen, daß Personen zuerst B«.�en und dann als Angeschuldigte vernommen wurden. Xü � der Presse theils von 130, tbcils von 250 Angeschul- „ x M die Rede gewesen. Bis jetzt läßt sich wohl noch gar ?. ü.;i ff, die Zahl derjenigen feststellen, die als Angeklagte ' tinh iff Zf"" werden. Allerdings ist als feststehend betrachtet tlr» daß unter 100 Angeklagte nicht auf Iii Anklagebank erscheinen werden und daß die «Vilich en Verhandlungen die Dauer von o n a t e n erreichen werden. Ein solcher Riesenprozeß dürste wohl bis j.tzt einzig in Deutschland dastehm. In un« «mdgerichtsgedäude ist kein geeigneter Saal zur Aufnahme angeklagten nebst den in Ausficht gesteAen Zeugen vor« f. Od mit dem Prozeß nicht zu warten wäre, bis das in Ausficht genommene Justizaebäude fertig gestellt ist? Adeiterkreisen ist dagegen die Meinung vertreten, daß zu «erHandlungen der große Saal des Jobannisberges Raum " biete, und da in diesem mächtigen Saal so oft zu den gesprochen worden, könne man auch die Gerichts» cr-wümgen über das, was dort gesprochen, abhalten. Pro- �«et. Bei dieser Betrachtung scheint es am Platze, einmal n, wie viel die Untersuchung zu diesem Prozesse den eingetragen hat. Am 4. April d. I. wurde mit den �rjochsuchungen begonnen und bis in die letzten Tage damit »I'ichren. Die Zahl derselben ist wohl schwerlich festzustellen, �Me der davon Betroffenen es nicht laut werden ließen, Sourdft, stch geschäftlich m schädigen. Verschiedene Hundert l? kt aber zweifellos. Am selben Tage mit den Haus« wurden in Elberfeld 15 Verhaftungen vorgenommen, 2 Zner einzigen Ausnahme lauter Familienväter. Die �llaffung, gegen Kaution, erfolgte am 7. Juni, die letzte Jp. Juni. Es find im Ganzen über 1095 Tage oder «tonoje 5 Tage oder 3 Jahre und 5 Tage UntersuchungS« oerböjjt. Der Verlust sur die Familien der inhastirt Ge« war groß, und kaum war der letzte aus der Unter- „-hast entlassen, als ein polizeiliches Verbot erschien, für narrrllien der inhastirt Gewesenen zu sammeln. Wie es für die meisten der Entlassenen war, über diese e hinwegzukommen, vermag nur derjenige zu ermessen, der cher Lage fich befunden. Die Summe der Kautionen, hinterlegt werden mvßten» beträgt nahezu 10000 M, nicht verzinst werden. Dazu kommt noch die ungeheuer J)# der Vernehmungen, welche am 4. April begannen «Ück* op zum 21. November stch erstreckten, an welchem Tage U___ L____ )ie Teiüsi Hinters impfen- der KS den swerthe keruna erausfor der Aul 3 der bricht .e-TräzM am 50. Roo»» i RegienA nstdar e»55 und ENI denen iß der äste l und 2. och nur n« Landtag aufgestellt. Dsege» einer PreSbeletdiguug ist der verantwortliche ur des dcutschstcifinnigen„Siegener Volksblatt", Joh. gw, zu der ungewöhnlich hohen Strafe von 1 Jabr G e» i'�gniß verurtheilt.— M.yer war wegen eims Artikels vom ylani»der das Verhalten der Kartellbrüder gegen Kaiser ich der Beleidigung des Mitinhabers der nationallideralen »Ähn-Ztg.", Heinrich Klein, beschuldigt. .A»rg»« Votteslakerung«ud Neligionebeschimpfnng � der Redasteur Fritzsch von der„Antisemitischen Koire- nz" zu einer WocheGefängniß verurtheilt. Es l fich dabei um den Inhalt des unlängst beschlagnahmten "«mitenkatechismus. Kchweix. Jm Luzernischen Großen Rath wurde wegen lesräthlichen Kreisschreidens interpellut. d. der Interpellant, erinnerte an die früheren Untersuchungen in Luzern, welche indeß zu nichts ge« >K>.vatten, wie die Polizeidirestton vorausgesehen. Das bundes« Zirkular sei nur ein Abklatsch aus dem monarchischen n t an' r«st >reltu' : dedar S& ankte :m H vom Auswi iletder ten des irv lizeii wenn vüe M irut % L,/- Rodion Romanytsch RaSkolnikow, den Herrn Stu« Ulf.j; 1 � oder ehemaligen Studenten?... �. �°sfimow hätte vielleicht geantwortet, wenn rhm Rasu« 'D den die Frage gar nicht gerichtet war, nicht zu« kommen wäre:, den��ort liegt er auf dem Sopha! Und Sie,— was r familiäre„Was wollen Sie" verschnupfte de» �'Ueu Herrn; er hätte sich fast gegen Rasum.chm ge- �' hielt aber rechtzeitig inne und richtete feinen Blick iH1 tragend aus Sosfimow. st sagend auf Sosfimow. hß. � Da« ist Raskolnikow I- brachte Sossimow, au HJ-aiilett hinweisend, hervor und gähnte dann außer Aj'ch lange und mit weit aufgesperrtem Munde,-danr brachte Sossimow, auf hinweisend, hervor ur h k? lange und mit weit aufgeL......••... ��»t s g stlne dicke, goldene Remontoir-Uhr� aus�der 4 öffnete sie, schaute darauf und steckte sie ebenso und phlegmatisch wieder ein. (Fortsetzung folgt.) ifi,. An» Kunst und Kebe«. ßRWWäK"' %%» �'./�erlobungs. und Tooesanzeigen aua, orn Ausland. Statt Geheimpolizisten in Arbeiterversammlunaen zu schicken, brauche die Regierung nur ein schweizerisches Arbeiter- blast zu adonniren, um fich wöchentlich zwei Mal über das, was in Ardesterkreisen vorgehe, zu orimtirm. Es sei von Interesse, zu vernehmen, was der kantonale Polizeidirektor in Sachen des Zirkulars zu thun gedenke. Herr Regierungsrath Schobinger antwortet, die Regierung habe vom bundesrätblichen Schreiben Kenntniß erhallen und dasselbe der Polizeidtrektion übermittelt. Was dasselbe bedeutet, haben andere Kantonsregierungen bereits gesagt, und Herr End bätte die Anficht des Luzernischen Polizei- direktors auch auf dessen Bureau vernehmen können.(Ein Mitglied des Großen Rothes wird doch nichts Unschickliches begehen, wenn es im Rathssaal seine Frage stellt. Die Red.) Ich habe mich bis jetzt nicht veranlaßt gesehen, der Regierung in Sachen von irgend welchen Maßnahmen, die auf Grund des Zirkulars getroffen worden wären, Kenntniß zu geben. Per» sönlich hat die Polizeidircktion das Schreiben, das fie in seiner Redastion nicht beschützen möchte, immer nur in seinen natur- gemäßen Schranken beustbeilt und deshalb aucy keine besondern Maßnahmen getroffen. Daß Polizeiagenten in Arbester« und anderen Versammlungen in Uniform erscheinen, ist nicht nöthig, da fie ja nur zum Zweck der Information hingehm und diese Jnfoimation— und nichts wdteres— wird eben a> ch durch das dundisräthliche Schreiben bezweckt. Daß die Grenzen der polizesttchen Nachforschungen in Luzern zu wett gezogen werden (Eindringen in geheime Versammlungen u. s. w.) sei nicht zu defürchten, zu solchen Leistungen liege keine Veranlassung vor. Herr End erklärt, von der Antwort des Polizeidircktors„durch» aus nicht befriedigt" zu sein. Fr ei bürg. Herr Schaller hatte im Großen Rathe eine Interpellation des Herrn Bielmann detreffend der Mädchen zu deantwosten, welche mit priesterlicher Pro« t e k t i o n in eine Seidenfadrik zu Troyes geschickt wurden» wo man fie grausam ausbeutete. Herr Schaller räumte ein, die gesetzlichen Vorschriften seien unbeachtet ge» blieben; die Lage der Mädchen sei eine schlimme, doch seien die Eltern in erster Linie verantwostlich. Von dieser Antwost nicht befriedigt, ftagte Hen Bielmann, ob die Regierung etwas zu thun gedenke, um die betrogenen Mäschen wieder heimzudc- fördern. Herr Schaller antwortete, er müsse vorerst die Sache dem Staalsrath unterbstiten. Herr Berset protesttste energisch gegen diesen Export junger Mädchen nach Frankreich und tadelte hettig die Geistlichen, welche ,u solcher Werbung die Hand reichen. Wenn jene jungen Mädchen heimkehren, so find fie entweder phystsch geschwächt oder fittlich verdorben. Herr Hug unterstützte Herrn Berset, Herr Python nahm die Geistlichkest in Schutz. Herr Bielmann verlangte, daß die Veranstalter dieses Mädchenexports gesetzlich bestraft werden, ohne Rückficht auf ihre Pastei. «roKbritauui»». Dir irische Landankaufsdill liegt jetzt zur dritten Lesung vor, nachdem fie oereits acht Tage in Anspruch ge« nommen hat. Sie bestand ursprünglich aus einem Paragraphen, aber der irische Sekretär sah fich veranlaßt, dem Drängen der Pmnelliten und Liberalen nachzugeben und einige Amendements anzunehmen, welche zwar dem Prinzip der Vorlage leinen Ein« ttag thun, aber im einzelnen einige unbedeutende Zugeständnisse machen. Test bekannt geworden, daß nicht nur der Herzog von Abercorn, der ältere Bruder des Marinemir.isterS, sondern auch noch der Vizekönig von Irland selbst, Lord London- d e r r y, ihre zur Zeit unverkäuflichen irischen Befitzungen gegen dreiprozentige KonsolS auszutauschen beabsichtigen, find die Ministeriellen etwas veinlaut geworden und man Höst gar wenig mehr von der Behauptung, die Vorlage sei für die Vazifikation Irlands nöthig und eine Wohllhat für die Pächter. Die bisher veröffentlichten Tabellen haben außerdem den Be- weis geliefett, daß westaus der größere Thell der bisher aus« gesetzten fünf Millionen in dem protestantischen Ulster ausgegeben worden ist, wo die Pächter größere Pachtgüter de« fitzen und fich eines verhältnißmäßigen Wohlstands erfreuen. Sehr dezeichnend ist es auch, daß die Regierungsmehrhett, die bei der ersten Lesung der Bill achtzig überstieg, in den Ad- stimmung der letzten Tage auf 50 und 40 sank und sogar ein- mal 27 erreichte. Ein Grund dieses Rückganges muß in Lord Randolph Churchills Haltung gesucht werden. Dieser Tory Demokrat hielt anläßlich der zweiten Lesung eine Rede, in welcher er zwar die Vorlage unterstützte, aber mst Gründen, später vorzuschlagen, in Anbetracht, daß absolut keine Sicherheit für dm Vorschuß vorhandm sei.(!) Zehn Millionen könne man unter Umständen noch verschmerzen; ein Experiment sei ein kleines Opfer wohl wetth, und dergleichen mehr. Diese Rede hat die Minister mürber gemacht als alle rhetorischen Er- güsse der Parnellitm. Das Aergerlichste für die Minister war jedoch, daß fie nach diesen Erklärungen es nicht mehr wagen durften, den Debattenschluß anzuwmdm. Die Folge davon ist, daß die wenigen Gcsetzesvorlagen, welche die Regierung durch- zusetzen hoffte, keine Ausstcht mehr haben, diese« Jabr dem Ge» setzbuch einverleibt zu werdm. So sehr find die Minister ins auch im Streite—(höflich gegen ihn. Erinnere Dich, daß Du zu idm aufsähest,(als er Dein Bräutigam war— steh' jetzt nicht auf ihn nieder. 8) In angemessenen Zwischenpausen lasse ibn auch einmal mehr wissen als Du; es wird sein Selbst« gelühl erhallen, und Dir bringt es Vortheih wenn Du einmal zugiebst. nicht ganz unfehlbar zu sein. 9) Sei Deinem Gatten eine Freundin, wenn er ein kluger Mann ist; ist er es nicht. so suche ihn zu Deinem Freund zu erHeden. Erhebe ihn. aber steige nie zu ihm nieder. 10) Achte die Verwandten Deine« Mannes, besonders seine Mutter; fie liebte ihn weit früher als Du! Ate Nesnmatio» d«r Winnebago-Indianer in der Nähe von Red Wing, Minn., wurde vor wenigm Tagm der Schauplatz eines haarsträubendm Verbrechms, hervorgerufen durch eine jener wildm, abergläubischen Sitten, welche trotz Christenthum und Zivilisation noch unter den Indianern fort« leben, immer und immer wieder dm Damm der aufgepftopften Moral durchbrechen und die braunen Krieger, wo fich nur die Gelegenheit bietet, zum Rückfalle in schamlose Barbarei ver« letten. Der Hauptanstifter bleibt natürlich immer— das Fmerwaffer". Die Veranlassung zu dm neuesten Unthaten gab der Beginn der Jagdsaison, von den Jndi�ern stets mit aroßm, tagelang andauemdm Festlichkeiten gefeiert, bei welchen MW Gedränge gerathm, daß fie fich genöthigt sehen, abermals Kredit« voten auf Rechnung zu verlangen, und man spricht sogar von der Nothwendigkeit, die Sesston bis in dm Januar zu ver» längem! Thaisächlich find die irischm und schottischen Etats, sowie mehrere englische Ziviletats noch nicht zur Behandlung ge» kommm, und'wie lange die Nationalisten die irischm Etats hinausschleppen werden, kann niemand sagen. Sie thun'sseltm unter einer Woche und da die Regierung in einem Anfall von Großmutb oder Schwäche die Verhaftung der angeklagten Par» nelliten aufgeschobm hat, bis die Etats zu Ende berathen find, muß man fich auf eine lange Besprechung gefaßt machen. Dos Parlament fitzt, die Herdstferien abgerechnet, nun schon seit nahe« zu neun Monatm, und diese Thatsache allein sollte den meisten Staatsmännern die Nothwendigkeit der Home Rule nicht nur für Jcland, sondern auch für Schottland und England llar machen. Die Ernennung des Herrn Monroe zum Poll, ei» Cbef in London hat die Bedeutung, daß in Zukunft der Mi» nister des Innern�(Matthews) eine direttere Konttole über das Polizei wesm aus üben wird als zuvor. Mouroe war Chef der Geheimpolizei und fuhr nach seinem Rücktritt im August fort, im Home Office dem Minister als Rathgeber zur Seite zu stehen. Monroe war früher in Indien Polizeichef. Er ist lahm infolge eines Unfalls, den er erlitt, als er persönlich einen Dieb, der über eine Mauer geklettett war, einfangen wollte. In seinem Amtseifer spornte Monroe sein Pferd an, dem Diebe nachzusetzen. Ein Beinbruch war die Folge. Mit dem Militärregime ist es jetzt zu Ende. Doch soll das ganze System von oben bis unten reorganifirt werden. Das geschieht bekanntlich alle paar Jahre, gewiffermaßm zum Zeitvertreib in allen Verwaltungszweigen. Warum nicht auch frn Polizei» wesm? Frankreich. D e p u t i r t e n k a m m e r. Bei der Berathung des Bud- aets für den öffentlichen Unterricht wurde ein Antrag Millerands auf Streichung des für die an dm Lyzeen fungirenden katholischen und protestantischen Geistlichen sowie für die Rabbiner geforderten Kredits mit 283 gegen 234 St. abgelehnt. Kpattie«. In der Kammer der Deputirten brachte der Minister des Innern einen Gesetzentwurf betr. die Einführung des allgemeinen Stimmrechts ein. Amerika. Wie die Frauenarbeit in Amerika bezahlt wird, darüber derichtet Frau Barry, welche unter der Aegide der K. of L.(Ritter der Arbeit) die Arbeiterinnen zu organi« firm sucht, folgendes:„Ick möchte," so sagt dieselbe,„von einer oder zwei besonderen Klassen von Arbeitem sprechm, w.il ich hoffe, daß die Generalversammlung Mittel und Wege finden wird, den vorhandmen Ueberständen abzuhelfm, oder fie doch zu mildem. Ich spreche von dem Kontraktardeit« und Schwitzsystem, welches die Arbeiterinnen physich und moralisch schädigt, und die reelle Industrie derselben Branche dadurch dem Ruin entgegenführt. — So werden Männerhosen, die im Detail 1—7 Doll. (4,20—28,40 M.) eintragen, vom Kontrattor zu 15 Cents (60 Pf.) pro Paar üdemommen. Die Ardetterinnen werden im engen, schlecht gelüsteten Raum zusammengepfercht, wo die auf der Maschine Ardettmden ihre Maschine selbst liefern müssen, an den Hosen fast die ganze Arbeit allein verrichten und dann 5 Cmts(20 Pf.) per Hoscnpaar erhaltm. Und sechs Bosen bilden ein Tagewerk! Männer-Westm werden mit 10 Cents (40 Pf.) per Stück derechnet. Die Hände erhalten 2% Cents (10 Pf.). Zwanzig Westen bilden ein Tagewerk. Und doch verlangt die Gesellschaft, daß alle in dieser Weise adgelohnt n Mädchen ehrlich und tugendhaft bleiben. Namentlich in Penn« sylvanien werden die Gesetze über Frauen- und Kinderarbett schmählich übertreten und es wird die Anstrengung aller Mitglieder des OrdenS erfordern, um den Gesetzsorschlag zu unterstützen, den ich vorbereitet habe und der künftigen Staalslegislatur unterdresten werde bezüglich der Kleinen, von denen in diesem reichen Staate 200000 ohne Schulbildung bleiben und 125 000 in den Fabriken dabinfiechen." Auch von Chicago wußte Frau Bany über trübe Erfahrungen zu berichten: Da sah ich ein Basementlokal. in welchem viele Frauen den ganzen Tag über bei Lampenlicht arbeiten, wo niemals ein Sonnenstrahl seinen Weg hinfindct. Es war mir schwer, aus den Frauen und Mädchen Angaben über ihre Lage herauszubringen, da der Untemehmer �de Einzelne mit dem Versprechen engagitte, über ihre Lohnhöhe nichts zu sagen, angeblich, weil er immer der betreffenden Einzelnen mehr geben wolle, als ihren Kameradinnen, während fich nachher herausstellte, daß alle den nämlichen I immerlohn erhalten: 2,50 Doll.(10,50 M.) bis 5 Doll.(21 M) per Woche.— Es giebt ca. 80000 Frauen und Mädchen in Chicago, welche solcher Gestalt schändlich ausgebeutet werden." . dasselbe über Geficht und Schädel. Einm Moment standen ie anderen Tänzer still und blickten athemlos, mft glühenden Augen auf die Szene, und dann— stürzten fie fich nicht etwa auf den Mörder, sondern warfen fich heulend zwischen die anderen Frauen und Mädchen, einige derselben in den Kreis schleppend, wo das gräßliche Schlachten fortgesetzt wurde. Der Rest der Weiber, von den wenigen anwesenden Weißen mft ihren Waffen gedeckt, entfloh in die Reservation, welche seitdem von dem markerschütternden Geheul der Todtenklagen ettönt. Bis diese graufige Mär die nächste Stadt, Red Wing, erreichte, waren die Mörder längst ernüchtert und— wohlbekannt mft der ihnen drohenden Strafe— in die Wälder geflohen. Eine Zahl von Männern unter der Führung von John Walker, eimm bochzivtlistrten Indianer, und Sguire Barclay, beide aus Red Wing, ist auf der Suche nach dm Flüchtigen, um dieselben der Gerechtiakeft zu überliefern. «iftfpwne. Im südlichen Rußland kommt eine unge» mein giftige Spinne vor, Cara Curt oder ver„schwarze Wols" genannt, welche an größeren und kleineren Thieren, die fie beim Weidm in das Maul oder in die Zunge sticht, einm fich»ach Millionen beziffernden Schaden anrichtet. Dmn die durch den Biß vergtstetm Thiere sterben in kurzer Zeit. Nach den Unter» suchunaen von Prof. Brieger in Berlin findet steh das Gift in allen Theilm der Spinne, selbst ihre undebrüteten Eier find &»&%%% ausmacht,»u den sogenannten Fermenten. Tucch Erwärmen auf 60 Grad Ce fius, sowie durch Alkohol wird es unwirksam; w den Magen eingeführt, erweist es fich als wirkungslos, wo- gegen es bei direkter Emfuhmng in die Blutdahn eine derart mtenfioe Wirkung hat, daß'/>- Milligramm auf 1 Kilogramm Korpergewicht gmugt, um den Tod des Menschen oder irgend eines warmblutigen Thieres Herbeizuführen. Das Spinnmgtft ubertttfft demnach an Heftigkeit der Wirkung sowohl die Blau» saure, als auch die gefährlichstm organischm Alkaloide und kann nur mit dem Scblangengifte auf eine Stufe gestellt werden.— Zwei andere in Rußland sehr gefürchtete Spinnm, Phalanchium und Trockosa(Tarantel), habm fich dagegen als ungistig er- wiesen. Untersuchungen, welche Prof. Dr. Brieger mit ver» schiedenen deutschen Spinnen angestellt hat, ergaben nur für die Kreuzspinne, und zwar in ihrer Jugmd, das Vorhandensein eines Giftes. Theater. Dezember. Bor- Mittwoch, den 5. Don Juan. Sch«»f»t»U»a»». Geschloffen. MaUUM-Ttzeat»». Madame Bonivard. her: Der dritte Stopf. »-Theate». Nora. Uheatee. Die bcidm Leonoren. - MitheimKadtisch»»«tzeate». Die Fledermaus. Vihtarlii-ChMtor, Die Reise in die Pyre- nSen. eatee. Abbe Constantin. Der Meineidbauer. D»Ul»-Ul»»at»». Berliner. Die sieben Todsünden der Theate». Gebrüder Foster, oder: DaS Glück mit seinen Launen. GmrtRat-Ttzoat«. Schmetterlinge. Ad»ts Gmeft-Tleeat»». Die drei Grazien. «««'«»a""-....." F«ri6t6. Epeztalttäten-Vor- - Uheate». Spezialitäten- Bor» Utzoato»»»»#**4* WWm; Spezialitäten- Maitz«««. ezialttäten-Vorstelluna. Berliner Theater. Mittwoch, den 5. Dezember: — Eva«— (Eva: Hedwig Niemann.) — Anfang 7 Uhr.— Donnerstag, den 6. Dezember: Demetrius. — Anfang 7 Uhr.— Freitag, den 7. Dezember: 12. Adonnements-Borstellung. — Eva»— (Eva: Hedwig Niemann.) — Anfang 7 Uhr.—_ Cirkns G. Schamann. Friedrich- Karl> Ufer. Ecke Karlstraße. (Im früheren ZirtuS A r e m b s e r.) I»r Tirtzu» ist gut geheizt und gegen Zug geschützt. Mttwoch, den S. Dezember, Abends 7\ Uhr: «roste Grtra Norstelluug. Besonders hervorzuheben: Ein Karouffel mit 8 Hengsten, dargestellt von Hm. Max Schumann. Auftreten der Villions-Tmppe und der lleinm IGr. öffentl. Artieitertnnen UersammlS am Donnerstag, den 6. d. M., Abends 8\ Uhr, im Lokale von Nieft, Weberstrasse 17. Tages-Ordnung: Der Stand der Arbeiterinnen-Kewegnng 2jährigen Saidy. Auftreten des Jockey Retters Mr. Jos Hovgini. des Saltomortal» Reiters Referentin: Frau«. Ihrer aus Velten. n, Männer baden als Gäste Zutritt. Zur Deckuag der Unkosten sindet Tellersammluna j» Mr. Franconi, der Rettkünstlerinnen Miß Adele und Terzy. Die Schulpferde Brillant und Posttllon, geritten von Fräulein Martha und Herm Ernst Schumann. Zum Schluß der Vor- stellung: Die Aagd bei Kolto», interessant� Jagdbttd, geritten von Damen und Herren der Gesellschaft. Tanzeinlage: Der Jägertanz zc. sc. Donnerstag, dm 6. Dezember, Abends 7i Uhr: Große Vorstellung mit neuem Programm Der erße Wcßtgentteman auf dem Zeugen stände. Bericht über den Münchener Geheimbundsprozeß am 26. und 27. Oktober 1888 vor de« gericht München'. KT* Preis 25 Pfennig."WW Wiedcrverkäufer erhalten Rabatt. ja beziehe« durch die Expedition, Zimmerstraße 44 S k 28( Kunzes Heu I Concert- Hallen. 958] Der (getzatteu Heu I American-Theater. Falluertzhcetepatrasse Hr. 15. Berliner Seböntaelts- Koufcorrenz. Die Tableaux werden von in Kerlin ge- boreuen KchSutzeite« dargestellt. Erstes Bild: Aschenbrödel nach F. Hiddemann: FtL Martha Kögel. Zweites Bild: Dlnter Kosen nach P. Thumann: Frl.*. Drittes Bild: Ooffuung nach C. v. Bodenhausen: Frl.—. Viertes Bild: Da» Masser nach G. Gräf: Frl.—. Fünftes Bttb: Lachen- de» Himmel nach Raphael: Fräul. 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Haugk Weiallratze 2L7 Uerstlberer. langt bei Rostig, Grüner Der Arbettsnachwa-' �3 61« KrrrsÄjg* MS M- S M statt. Berantwortttcher Redakteur: U. Sramtzeüs in«mtn Druck und Vertag von Ztza» Kabiz, in»erlin äW. Die JlrfcetteserwtHeixa�E��»#'' 2. �**** »miß Uhr, nmlinM llN Dm W* 44. Beilage zum Berliner Volksblatt. h 886. MMmoch» den S. Dezember 1888 S. Inn»«. gßwß 1 !»- V- s 5- Ä !? im ; des Jandi lllas, dt. Parlamentsberichte. Ae«tfch«r Krichstag. 7. Sitzungvom 4. Dezember» 1 Uhr. .. Tagesordnung: Fortsetzung der zweiten Etats« "kathung» Mtlitaretat. Marineetat. ,»« Tische des Bundesrathes: v. Boetticher, Bron» �rt von Sch ell-.ndorff. ».«astdent v. ftvtlfcm eröffnet die Sitzung um U Uhr. � Bänke des Hauses find schwach disetzt. » in das baus eingetreten find die für Gumdinnen« Ellerburg und Anklam» Demmin neugewäblten Abgeordneten **III(t und Freiherr v. Maltzahn-Vanselow. . Beim Oidinarium des MtlUäretats und zwar beim Kapitel '�rr pflegung" fragt Abg. Ganmbach(dfr.) an, ob der von den Sozialdemv' .7? In diesem Äause zuerst angeregte Gedanke, ein Gesetz zu welches Fürsorge für die Angehö igen der zur Uebung wen Wehrpfiichtigen trifft, in dieser Sesfion verwirklicht solle. Nachdem bereits im vorigen Jahre Erhebungen «m Gegenstand stattgesunden, liegt diese Frage sehr nahe. «laß eines solchen Gesetzes sei nöihig nicht blos im In- „ i der Tagelöhner, sondern auch der Akkordarbeit und ge- Bauarbeiter, die Arbeiten in Pausch und Bogen zu liefern haben und durch die Ableistung militärischer L ÄSm erhebliche Einbuße erleiden. Die relativ günstige Lage ?«eichetzudgets sollte man zur Erfüllung derartiger Wünsche «rfni, da man nicht wisse, welche Uederraschungen der j�nwtat und andere Forderungen der verbündeten Regierungen jfelkgsminifler» Schellendorff erwidert, die Thätiakeit � Ailltärdehörde zu diesem Zwecke sei bereits abgeschlossen, liege die Sache bereits bei einer anderen R.ichs« Staatssekretär». Kötticher bemerkt noch, die anders Be« sei er. Tie Vorarbeiten seien so weit beendet, daß ein Mentwurf der gewünschten Art jetzt in Angriff genommen könne. Auch werde er für möglichste Beschleunigung Abg. Nichrrt(dfr.) bittet den Kriegsmlnister um eine Aus- [ Uber die Vorgänge bei dem Kriegerverein in Horka. Dieser ein habe fich mit Wahlagitationen beschäftigt. Daß eine die staatliche Genehmigung erhalten, sei doch nur denkbar unter der Voraussetzung, daß fie sich nur und zu Unterstützungszwccken thätig zeigen. Trotzdem WZ kr auf eine ganze Reihe von Kriegervc reinen hinweisen, «i den Wahlen agitatorisch vorgegangen seien. In Jser- jP tabe der Vorstand eines solchen Vereins sogar versucht, Müder, welche freifiantg gewählt hätten, zu ächten. Neuer- ßj« hatten der Kriegsminister und der preußische Minister des Kr# durch Erlaß den Kriegervereincn verboten, fich niit Politik tZ/Wigkn zu befassen. Trotzdem habe der Kriegerverein in i?", und zwar dessen Vorsttzendcr, ein Lar.dratd, die frei- _ Krieger für Deserteure an der königlichen Fabne erklärt. %s neuerdings habe ein braunsck wein scher Kriegcroerein Statut seinen Mitgliedern die„Bethätigung einer poli- AcHnnunn" verboten, welche„bin Zwecken des Vereins eche". Derselbe Verein habe ein Milglied, das in iem Sinne agitirt habe, verwarnt. Von Hoher Stelle in . md, von dem Großherzog von Hessen, sei ein solcher cher Uedereiker eines Kricgeroereins ausdrücklich zurückge- 'worden! Redner geht dann nähe- auf den Horkacr Fall «iner Mittheilung des„Reuen Görlitzer Anzeigers" zu- habe der Premierlteutenant Bertram eine Anzahl Krieger- 1 iUsammenberufen und denselben erklärt, er habe den« % alle diejenigen Krieaervereine, deren Mitglieder vor- h freifivnig gewählt hätten, unter ganz besondere Aufsicht 'n. Eine ihm selber zugegangene Nachricht Wage, der .�ssjier Albert in Horka habe ebenfalls in einer Versamm- dortigen Kriegervereins erllärt, er habe Auftrag vom sj �'nister. freisinnige Kriegervereine unter direkte Ausficht �"?tMvsfiziels zu stellen. Zur Zeit liege die Sacke so: die Krregcroneine Regiemngspolitik, dann ist es keine u- me fie treiben; treiben fie dagegen freifinnige Polirik, #*&iben fie P litil!(Sehr richtig und Heiterkeit.) �"egsminister v. Schellendorff erwidert, er habe als Kriegs- PL den Krieger vereinen nrchls zu tdun, als daß er den- Wilt Blühen wünsche. Mit dem eigentlichen Verhalten der nichts zu tbun. Nur. wenn es fich um Verleihung . handele, habe er mit ihnen zu schaffen. Er habe bw'P Sksstzlicheg Mittel, irgend etwas in dem vom Vorredner �"len Sinne zu thun. Selbst die Statutengevebmigung sei � Landraths. Wenn der Lieutenant v. Äldert gesagt lr � keine(v. Albeir's) Erklärungen gksckähen im Auf- . s« Kriegsministers oder gar im Allerhöchsten Austrage. Si h/J?" das nicht gut glauben. Alle jene Angaben seien M, � als anor yme Zeitungsmittdeilungen. Jede Be- K-�olge er nur, wer» fie eine Unterschritt einer dasur k Mlichen Person aufweise. Was Herr Rickcrt hier er- Nt N?' habe er gewiß in gutem Glauben erzahlt, aber— "i r�tt sei ja hier im Reichstage unverantwortlich.(Heiter- .'«no», ter» (dfr.): Herr Rickert stehe hier als Adgcord- h'k Abgeordneten seien verantworttrch ihren Wahlern kXhV Der Herr Kricgsminister bade fich auf den formellen Miie-»hksch�änlt. er vermisse die Beglaubigung; die grund- —---"" ührt, ob es er- politischen Ange« . uf seine amtliche Kriegsministers sollten Vereine Fahnen bekommen. Ader in : ein neuer Verein eine Fahne erhallen, a[i.dem dortigen Pos-merster. einem Orflzrer, ��l�knister vo« Schellendorff beharrt dabei, daß er & l ÖÄrtÄÄ WÄ Äeschtj. dei Nähe unserer Grenzen, und auch in Rußland W# v,,?.' ko daß sich die Kriegsverwaltung die Frage *rteS ob das Gleichgewicht nickt in gefährlicher M hii.J' Warden sei Darüber schweben zur Zeit torrgeji, die nicht abgeschlossen seien. Für die � �kölnischen Zeitung" jedoch fehle es an jeder �bJ�-bthorst(Zentr.) spricht den dringenden "•b endlich einmal mit Milrtärforderungen aufgehört werde. Er schließt fich den Beschwerden der steifinnigen Vorredner über die polirische Agitation der Kriegervereine und über das Verhalten des Kriegsministers gcgenüberden bezüglichen Anstagen an. Abg. Rickert(stets.) protestirt in scharfer Weise dagegen, daß die von ihm mit Angade aller bealettenden Umstände und mit Nennung von Namen vorgebrachten Mittheilungen vom Kiiegsmimster als anonyme Mittheilungen bezeichnet werden, welche in den Papierkorb gehörten. Das sei nickt die Art und Weise, wie ein Minister einem Mitgliede der Volksvertretung gegenüberzutreten habe. So habe fich noch kein Minister be- nommen. Kriegsminister vo« Schellendorff wiederHoll, daß er mtt den Kriegeroereinen nichts zu thun habe. Er destreitet, daß er einer Anfrage ausgewichen sei. Der Abg. Rickert habe noch nicht den Namen desjenigen genannt, von dem er die obigen Mitthrilungen habe.(Abg. Rickert ruft: Brauereimeister Hencke). Kriegsminister»o« Schellendorff: Was geht mich Hemke an?(Große Heiterkeit.) Es liege vorläufig gar keine Veran- laffuna vor, einzuschretten. Abg. Kaamvach- Altenburg(Reichsp.) vertheidigt die Auf- fassung, daß vie Kriegervereine eine der Politik des Kaisers freundliche Hallung einnehmen müßten. Abg. Richter pclemifirt gegen den Vorredner. Keine Partei dürfe von den Kriegeroereinen ausgeschloffen werden, auch die sozialdemokratische nicht.(Widerspruch rechts.) Habe doch der Abgeordnete Liebknecht erst neulich ausdrücklich erklärt, daß alle Parteien nölhigenfalls zur Vertheidigung des Vaterlandes zusammenstehen würden. Abg. Dr. Mindtstorst fordert alle Abgeordneten auf, jeden Fall von polttiicher Agitation in den Kriegeroereinen, der zu ihrer Kenntniß komme, mit Angabe aller Einzelheiten dem Kriegsminister mitzutheilen, der dann wohl die nöthigen Schritte werde thun müssen. Abg. v. Helldorff(kons.): Durch den Abg. Rickert direkt provozirt, erkläre ich, daß ich die Aeußerung des Kriegsministers gegenüber Ausführungen, die sich lediglich auf Zettungsnotizen stützen, so schlimm nicht auffassen kann, wie der Abg. Rickert. In Bezug auf die Verantwortlichkeit der Minister find zum Theil Theorien konstruirt worden, die bei ruhiger Erwägung nickt getheilt werden können. Der Minister ist zu Erklärungen nicht veipfl chtet gegenüber jeder Ausführung eines Abpeord- neten, namentlich wenn dieselbe in so liebenswürdiger Form gemacht wird.(Heiterkeit rechts.) Die Frage ging dabin, ob eine Anordnung Sr. Majestät an ihm untergeordnete Offiziere best.ht. Darauf würde ich als Kriegsmintster unter keinen Um- ständen antworten. Sehr bedauern würde ich, wenn die Kciegeroereine fich als politische Vereine konstituiren wollten. Aber die natürliche Wirkung der Thätigkeit und des bloßen Bestehens dieser Vereine könnte die sein, daß fie auch politisch nach einer bestimmten Richtung hin wirken. Ich will nicht sagen, daß fie fich einer politischen Partetrichtung im All- gemeinen anschließen, wohl aber kann das Verhalten d-s Vereins in einzelnen Momenten einer Partei gegen- über ausschlaggebend sein. Es ist das eine Tyatsache, mit d.r die Heuen zu rechnen fich werden gewöhnen müssen. (Abg. Winvtborst: Sie auch!) Abg Nickeot: Was die letzte Interpretation anlangt, so kennen wir d.n Henn ja. Wie Herr o. Helldorff zu unseren rerfassunasmäßigen Rechten steht, wissen wir ja hinreichend aus seinen Reden über das geheime allgemeine Wahlrecht. Was die liebenswürdige Form anlangt, so bemerke ich, um keine Ver- dunkelung eintreten zu lassen, daß ich den Kriegsmintster bei meiner ersten Erörterung absolut nicht genannt oder angegriffen habe. Ich habe nur einfache Thatsachen dargelegt und sogar behauptet, doß der Kriegsminister sachlich wahrscheinlich auf dem- seiden Boden steht wie ich. Die Antwort des Kriegsministers war allerdings keineswegs liebenswürdig. Eine Kadinetsordre deda f zu ihrer Giltigkeit der Konttestgnatur deö Ml« nisters. Ich möchte wissen, ob Herr von Helldorff der Met- nung ist, daß wir uns um Kabinetsordres nicht mehr kümmern. Ich würde mich auch dmüder nicht wundern, bei dem Herrn ist alles möglich. Kriegsminister». Schellendorff: Se. Majestät erläßt in Kriegsangeleg-n heilen vielfach Kabinersordres obne Kontrefignatur. (Abg. Rickert! In politischen Angelegcnhetten?) Auf die Frage, ob eine bestimmte Kadinetsordre ergangen ist, verweigere ich grundsätzlich die Auskunft, well Kabinetsordres nickt der Kritik des Reichstages unterliegm. Ich lasse mir nichts abfragen über Allerhöchste Ordres des Kaisers an seine Offiziere. Der Abg. Rickert hat mich als einen sehr unböflichcn Menschen hin- gestellt, ich hälte gesagt, seine Rede verdiente in den Papierkorb geworfen zu weiden. Ich bade nur gesagt, seine Angaben aus den Zeitungen hätten den Werth von anonymm Angaben, und anonyme Angaben gehöiten in den Papierkorb.(Ruf: DaS ist daffride!) Ich habe nicht von seiner Rede im Allgemeinen ge- sp-ocken. Der Abg. Rickert wird mir vielleicht sagen, was er mit anonymen Angaben macht.(Heiterkeit.) Abg. Nichte»: In Bezug auf Gewöhnung ist daS eine eigene Sache. Herr v. tzelldmff hat bekanntlich vor kurzem in einer Wäbleroerfemmlung geäußert, die Konservativen müßten regierungsfreundlich und gouvernemental bleiben, wenn fie auch ab und zu einen Fubtrttt erhietten.(Heiterkett links.) Der Kriegsminister hat die Frage wieder auf ein anderes Gebiet ge- führt, auf das, wie weit zur Gritigkeit einer Ordre die Gegen- zetchnung des Ministers erforderlich sei. Die Frage, od in einer militärischen Angelegenhett die Ordre des Königs einer Ver- trctung des Kriegsministers dedarf, will ick nicht erörtern. Hier liegt eine Frage vor, die fich nicht auf dos Jnternum der Mlltlär- bedörde bezieht, sondern hinausgreitt über die mllitärischen An- oelegenheiten in die bürgerlichen Verhältnisse; es handett fich um rinc Einmischung in die Verbättniffe von Personen de« Beurlaubten fiandes als politische Bürger, nicht als Militär- personen. Also liegt ein Mißbrauch der Militärgewalt vor. Ich werde, solange ich keine Antwort erhalte, annehmen, daß die Militär gemalt generell gemißbraucht wird zur Schmälerung der bürgerlichen Rechte, insbesondere zur Schmälerung der Wahl- Abg. Windthorst: Herrn v. Helldorff sage ich. daß Ueber- eifer unter Umständen recht schädlich werden könne. Das Kommando der Armee steht allein Sr. Majestät dem Kaiser und König zu, und in dieses Kommando hat der Reichstag nichts ,u sagen. Etwas anderes ist es, ob irgend eine bestimmte F:aae das Kommando der Armee betrifft oder darüber hinaus- mm## daß in den Kriegervereinen naturgemäß eine Tendenz und Auf« fassung gepflegt wird, welche auch auf das Berhalten der Mir« glieder als Staatsbürger einwirkt. Henn Rickert bemerke ich, daß es eine Entstellung meiner Rede war(Präsid ent: Ich bitte den Abg. v. Helldorff, nicht von der Entstellung der Rede eines Abgeordneten zu reden), eine verkehrte Darstellung also war, wenn er sagte, ich hätte von Kabinetsordres gesprochen. Ich habe nur von einer Anordnung Sr. Majestät an ihm unter« geordnete Offiziere gesprochen; das Wort„Kadinetsordre" habe ich gar nicht gebraucht. Herr Richter hat dann eine Wahlrede von mir zttirt. Ich habe in ledhaster Darstellung in einer Bei- sammlung Worte gebraucht, die mir ausgelegt worden find als Aeußerungen deö äußersten ServlliSmus. Es ist unter meiner Würde, darüber noch ein Wort zu sagm. Die ganze Art und Weise, wie die Sache ausgedeutet worden ist, kennzeichnet fich als Versuch, über die Erörterung des Ge- dankens in Anklammerung an die Form hinwegzukommen. (Beifall rechts.) Abg.: Der Gang dieser Debatte ist sehr zu meiner Befriedigung ausgefallen, und wenn der Herr Kriegsminister auf die Jnterpellalton nicht eingegangen ist, so sage ich:„Keine Antwort ist auch eine Antwort." Gerade die systematische Unterstützung von hoher und höchster Stelle ist ein Beweis von der Erkenntniß der Wirksamkeit dieser Organisationen. Dagegen hätten wir nun nichts, wenn nur die Kriegerveceine als politische Vereine dehandell würden. Nach gesetzlichen Be» stimmungen in Sachsen, Bayern und anderen Staaten, ausge» nommen Württemberg, Baden und Hessen, werben Vereine, so« bald fie fich um Politik kümmern, auch als politische behandelt, werden polizeilich bewacht und dürfen nicht mtt anderen Ver- einen in Verbindung treten. Die Polizei, die mit Argusaugen die Gewerlvereine dewacht, ob fie politische Fragen erörtern, die verhindert, daß die Fachvereine irgendwie in Verbindung treten, hat ruhig gesehen, wie bei dm letzten Wahlen die Krieger« vereine in Verbindung getreten find und aufgefordert haben, für be- stimmte Kandidatm zu stimmm. Es ist eine Mißachtung der Gesetze durch die Verwaltungsbehörden, wenn diese bei der ellatantm polttischen Thätigkeit der Kriegervereine nicht einge» griffen haben. Inwieweit die Kriegervereine von der Militär- deHörde abhängen, lasse ich dahingestellt. Daß aber der Herr Kriegsminister fich zur Anwort veranlaßt gesehen hat, zeigt ent» weder, daß er seine Kompetenz überschritten hat oder daß er die Vereine als Werkzeuge des Militärstaats für politische Zwecke gebraucht. Wenn aber bei den nächsten Wahlen oder sonstigen politischen Akten fich herausstellt, daß ein Kriegerverein im Widerspruch mit seinen Statuten sich in politische Agitation eingemischt hat, werden wir uns, wie der Abgeordnete Windthorst es schon geäußert, direkt an den Kricgsminister wmden und alle Parteigenossen auffordern, bei den Lokal-Polizei- deHörden Anzeige zu erstatten. Die Lokal-Pollzeibehörden wer» den dann die Gerichte anrufen oder die Kriegervereine auflösen muffen. Die Aeußerung des Herrn sächsischen Bevollmächtigten über die unpolttische Haltung des sächstschen Kriegerbundes hätte ich, wenn ich von dem Gang der Debatte vorher gewußt hatte, durch die Verlesung des Aufrufs selbst widerlegen können. Auch aus den Ausführungen des Ada. Baumdach ist zu ersehen, daß die Kriegeroereine sammt und sonders eine bestimmte politische Tendenz verfolgen. Wenn in dieselben Sozialdemokratm nicht aufgenommen werdm dürfen, dann dürften fie auch nicht in die Armee aufgenommen werden. Treue gegen den König und Vaterlandsliebe hadm fie als Soldaten zu zeigen, und könnten das auch in den Kriegervereinm, sobald sie in das bürgerliche Lebm zurückgekehrt find. Jetzt werden ja nach der verschiedenen Richtung der Vorstände bald Sozialgcmokraten, bald Deutsch- freistnnige, bald Anhänger der Zentrumspartei von den Kriegeroereinen ausgeschlossen. Es tritt eine vollständige poli- tische Proskription ein. Schon im Jahre 1878 gabm Unter« nehmer in Fabrikvistriktm öffmtlich die Erklärung ad, keine notorischen Sozialdemokratm in ihre Fabrik aufzunehmen. Heute würden diese Herren einsehen, daß fie bei Durchführung dieses Satzes oft die ganze Werkstatt entlassen müßten. Nur bei Mtlitärfragm dauert eine Aechtung noch fort. In einem Zirkular„Allgemeine Bedingungen für Uebernabme von Liefe» runam" werden die Unternehmer angewiesen, keine Arbeiter zu beschäftigen, die einem unter das Sozialistmgesttz fallenden Vereine angehören oder ähnliche Tmdmzen verfolgen. Ich würde eine solche Bestimmung erklärlich finden, wenn die Militärver» waltung auch dafür sorgte, daß Sozialdemokraten nicht zu den Steuern beizutragen hätten oder vom Kriegsdienst beftett würden. So aber werden einfach die religiösen Aechtunam des Mittel» alter« auf politische Verhältnisse der Gegenwart übertragen. In unserem Zeitaller der Humanität werden polttlsche Verfolgungen dazu benutzt, die Anhänger einer Partei zum bürgerlichen Tode zu vcrurthrilm. Wenn die Privatunternehmer für das Militär diese Verpflichtung, keine sozialdemokratischen Ardeiter zu de» schattigen, strenge hatten würden, dann würde der Herr Minister nicht im Stande sein, die Armee schnell auszurüstm. Tausende von Arbeitem müßten dann entlassen werdm. Wie vtttrogt fich eine solche Bestimmung mit der Pflicht des Arbeiters, dem Vaterlande als Soldat zu dienen? Zwei Drittel von den 763000 bei der letzten Retchstagswahl sozialdemokratisch Stimmenden werden gezwungm, die Waffen zu ttagm. Ganze Bataillone und Regimenter müßten ausge- löst werden, wenn die Soldaten auf ihren politischen Sinn geprüft würdm. Ich bitte den Herrn Kriegsminister um Auf- klärunz, od auch hmte noch dergleichen Bestimmungen für die Unternehmer existlrm. Ich komme jetzt auf den Fall E h r e n b e r g. Als ich am 30. Januar d. I. bei Beralhuna der Vorlage des Sozialistengesetzes die Person v. Ehrenberg in Ä%% Irt Herr vor sw»fÄ%'n.f, SÄSTÄ ■iirftt�rR�n en�.P1» 1 1 kann dem Herrn Redner nicht gestatten, derartige Zvorte im Deutschen Reichstage auch nur iu verlesen. .„Aög-(fortfahrend): Der Grund, diesen Aufruf zu verlesen, Itm für mich in dem Verhallen unserer Behörden gegen S Ä ASK%%%' aast'S Prozeßordnung der v. Ehrenderg sofort hätte abgeführt werden «üsitN, was aber nicht geschehen ist. Ader andere Aktenstucke beweisen ebenfalls, daß auch der schweizerische Bundcsrath zur Uederzeugung gekommen ist, daß v. Ehrcndcrg gegen das Deutsche Reich Gewaltpläne richtete, und in Frage gezogen hak, ob dem v. Ehrenderg nicht der Aufenthall auf schweizerischem Boden zu ve.dieten sei. Seine Festungshaft in Wesel hat Ehrenderg benutzt, die dortigen Veihältniffe genau kennen zu lernen, und hat dann Pläne von Wesel mit genauen Instruktionen der französischen Regierung zum Verkauf angeboten. Ferner hat er zugleich die Offerte gemacht, im Falle eines Krieges zwischen Deutschland und Frankreich die Sozial- demokratcn zu bewegen, mll Frankreich gemeinsame Sache zu machen. Es ist das der Landcsoerrath in höchster Potenz. Gegen den Bankier Treysuß in Zürich hat Ehrer.berg ebenfalls sehr gravir ende Aeußerungen gemacht. Ferner konstatut ein Zeugnin des Dr. Gottfried Kinkel, daß Earenberg vnschiedcne revolutionäre Pläne gehabt und die schwersten Majestätsbeleidi- gunpfn gegen Kaiser Wilhelm ausgesprochen hat. Ein Zeugniß des Obersten Karl Biuntschli sagt ebenfalls gegen Ebrenderg aus. Eyrenberg habe sich bei ihm vorgestellt und Artikel für eine schweizerische Militär- Zeitschrift geschrieben. Es sei ihm aber der Verkehr mit Ehrenberg wegen seiner fortwährenden beleidigenden Aeußerungen über die deutsche Regierung unmög- lich gewesen. In der„Arbeiter st mme" ging er darauf aus, die Arbeiter zu unterweisen, wie man bei einer Revolution mit dem Militär fertig werden könne. Mit seinen Artileln bat er de« sonders in L fi.iersluiien großes Aufsehen erregt. Weiter habe ich unter meinem Eide ausgesagt, daß Ehcenberg 1884, als ich zum ersten Male in die Schweiz kam mir hochvmäthcrische Vorschläge gemacht und sich erboten habe, mir Unterricht in der Militärwissenschaft zu geben, um die Partei überall unter die Waffen zu bringen. Schon 1833 hatte er sich an Vollmar gewendet und ihm Anträge gemacht, im Falle einer Rerolution zuerst die Offiziere zu beselligen und ihm dann den Plan einer militärischen In- surrektion voroelegt. Auch der frühere Abg. Viereck konnte be- zeugen, daß Ehrenberg ihn in derselben Weise zu beeinflussen gesucht habe, ihm besonders auseinandersetzen wollte, wie man beim Ausbruch einer Revolution die Pulvermagazine u. dergl. in die Hände der Aufständischen bringen könne. Alle diese Thatsachen in Verbindung mll den unanfechtbaren eidlichen Aussagen mußten es als seldstoerständlich erscheinen lassen, daß Ebrenderg sofort gefaßt und unter Schloß und Riegel gesetzt wurde. Man vergleiche jedoch nur las Verfahren des Militär- gerichts mit dem gegen Geffken. Der Herr G.ffken hat ge- filßiibt— Vizepräsident Dr. Kühl: Der Fall Geff.'en hat nichts mit de« Kriegsministirium zu thun. Abg. tibtl(fortfahrend): Ezrcnberg hatte die Unver- schämtheit, Alles zu leugnen und das, was er gcthan hatte, mir unterzuschieben. Ich soll sogar gesagt baden, wie man es machen könne, unsere Leute in die Osflzierskafinos als Diener hineinzu- bekommen. Ich bin nie Soldat gewesen und habe keine Ab- nung, wie es in solchen Kreisen zugebt. Ein ähnlicher Gidanke hat mir ganz ferngelegen. Das Militärgericht soederte mich auf, den erwähnten Aufruf im Original herbeizuschaffen, und ich bin mll dem Erfolge meiner Bemühung sehr zufrieden. Auf meinen Wunsch, dem bereitwillig Folge geleistet wurde, bin ich am 20. August mit Herrn v. Ehrenberg in Karlsruhe konfrontirt worden.(Unruhe rechts.) Ich muß diese Dinge vordringen, denn eS bande t sich im ein allgemeines Interesse.(Rufe rechts: nein.) Ist Landesverrath kein allgemeines Interesse? Diesmal doch wohl deshalb nicht, well es flch um einen der Edelsten der Ratwn handelt. Beträfe es einen Sozialdemokraten, so hätte schon der zwanzigste Tbeil des Vorliegenden_ju einer schweren Bermtheilung ge> ügt. Ich will das eigenthumliche Verfahren de« Militärgerichts bekannt machen und vom Krtegsminister eine Antwort haben, wie er dasselbe rechtfertigen will. Die deutsche Gesandtschaft in Bern hat trotz genauester Kcnntniß des Ehrenberg nichts gethan, um die Militärgerichte gegen ihn zum Ein- schreiten zu bewegen. Aus den schweizerischen Gerichtsakten ergiedt fich, was Alles bei seiner Verhaftung im März 1837 an Material gefunden ist, unter Anderem Artikel mit Andeutungen, wie man bei einer Revolution daS Militär in den Städten unwirksam machen, wie man Barrikaden bauen könne. Ferner hat v. Ehrenberg im Frübsabr 1686 anläßlich der Ardeiterunruhen in Belgien Artikel veröffentlicht» in welchen er den Insurgenten in Belgien Rath- schlüge gab. Ar s allen seinen Auslaffungcn leuchtet ein ganz besonderer Haß gegen seine stüheren Kollegen, die Offiziere. hervor, man müßte vor ollem darnach trachten, die Soldaten zur Desertion zu ver führen. Rack den vom schweizerischen Bundesrath dem Militärgericht im Oriainal übermittelten Akten hat steh bestätie-t, daß der Aufruf von Herrn v. Ehrenberg that« sächlich herrührt. Auch meine sämmtlichen übrigen Behaup- luogen erwiesen sich als wahr; es kam sogar noch neues, schwer besaitendes Material hinzu. Hätte bis dabin das Militärgericht noch irgend einen Zweifel pkhabt— von diesem Tage an mußte er entschieden sein. Herr Ehrenberg hat im Frühjahr dieses Jahres ein Pamphlet veröffentlicht, indem er alle gegen mich vor Gericht ausgesprochenen Behauptungen auch öffenUich wiederholte. Alle diese Behauptungen wurden aber schon durch die Vorleguna meines Brieswechstls mit ibm aus dem Jahre 1884 in ihr Riedis zurückgewiesen. Unbegreiflicher Weise ließ daS Militärgericht auch jetzt noch nicht Ehrenberg ver- haften, obwohl durch die Vorlegung des Aktenmaterials auch noch bekannt wurde, daß Ehrenberg der Versaffer der 1887 erschienenen Broschüre war:„Bismvrck's polltisch s Testament od.r der geheime deutsch- rusftkche Vertrag", in welcher Broschüre er durchaus für Frankreich Partei ergreift und gegen das barbarische Rußland und halb barbarische Preußen steh ereifert, wie er flch überhaupt als franzöfischer Republikaner aufspielt und die Wiedcreroberung von Elsatz-Lothringcn sür un- erläßlich erklärt. Ich stehe nickt an, das Verfahren des Mrlllär- gnichts als einen Schandfleck in der preußischen Militär- justi-pflege zu bezeichnen. Stach all diesen Thatsachen ist eS wund rbar, daß Ehrenberg erst vor Ii Monaten steckdricfl ch verfolgt ist, nachdem Herr Ehrender« bereits Monate lang fest dem Frühjahr v. I. unter dem Namen eines Herrn v. Ernst in Wiesbaden gelebt hat. Stach§ 99 der preußischen Militär- Strafprozeßordnung hätte er unbedingt in Haft genommen werden müssen. Nach all diesem und nachdem noch in jüngster Zeit die„Kreuzzeitung" Herrn v. Ebrenderg als einen Ehren- mann bezeichnet hat, giedt es für mich nur zwei Mögl.chkestcn da Erklärung. Entweder hat Herr v. Ehrender« in den höchsten Kreisen da Gesellschaft Schutzpatrone, welche die Wirk- samkest des Militärgerichts zu lähmen im Stande waren, oder Ehrenbeig hat in der That im Dienste da Polizei ge- standen, ohne daß der Krtegsminister etwas davon zu wissen brauchte. Agentv provocatems find in Preußen nichts Neues. Ich er nncre nur an Stieda, an den Kölner Kommunistenprozeß von 1858, an den Prozeß Ladendorf und an den Prozeß Wrli deck. Hätte nicht die Zürich« Regierung Ehrmderg festnehmen lassen, weil man ihn in Verdacht hatte, daß er gegen die Schweiz Land.sverrath übte, wäre nicht bei dieser Gelegenheit all' jenes Aktenmatnial zu Tage gefördert worden, so ist es nicht undent- bar. daß man nachh.r die ganze Sache gegen uns gewendet hätte. Ich bin fest übazeugt, daß Ebrenderg ein Werkzeug in den Hänven der politischen GeHein pslizei gewesen ist, dazu bestimmt in einem Augenblick, wo uns da Gegenbeweis nicht mehr möglich war, das Material für neue Anklagen wegen Hoch- verrat hs gegen m s zu l« fern. Wenn B. im Falle eines eurcpäischen Krieges uoer ganz Deutschland da große«e- lagnungszustand verhänat wurde und solche Verdachtsmomente Sen uns an den Tag gekommen wären, so wurden ae Führer einfach vor em Keiegsgaicht gestellt und ,u den härtesten Strafen vaurthrilt worden sein. Ein solch« infernalisch« Budenstreich ist da Geheim- »olizei zuzutrauen.(Präsident: Ich kann r.ich, gestatten, _ da Redner eine außahalb des Hauses stehende Person der- artig angreift.) Ich glaube, da Herr Kriegsminister bat im Laufe des Scmmers Gelegenheit genommen, fich die Akten des Mrlitärgerichts in Karlsruhe kommen zu lassen. Es wird im iöchsten Interesse der Mllitürverwalturg selbst liegen, wenn der Kriegsminister uns jetzt hier AuHckluß darüber geben wollte, wie es möglich war, daß das Militärgericht nicht zur Verhaftung v. Ehrcnderg's schritt.(Beifall bei den Soziaidemo- kraten.) Kriegkminista v. Dchellenborff: Tie Bestimmung, daß Sozialdemokraten von Lteserungsgeschäften an Militärbehörden auspejchirffen find, besteht noch und wird bestehen, so lanoe ich die Ehre habe, an da Spitze der Militärverwaltung zu stehen. Wir haben ein Interesse daran, die Armee so wenig wie möglich mit der Sozialdemokratie in Verbindung zu brinpen, weil diese beiden Dinge fich scheide»', wie Feuer und Wasser. Was die Sozialdemokratie in der Armee detrifft, so muß ich sagen, es ist ja möglich, daß junge Leute vor 20 Jahren als Rekruten mit etwas verwirrten Begriffen in die Armee kommen, daß ste ab« nav vier Wochen unter der Leitung ihrn Unteroffiziere und Lsfiziae der Einwirlung ihrer Verführer entrückt find.(Heiterkeit.) Uedrigenk dizwe fle ich, daß zwei Drittel ron den fozialdemo- kratisch Stimmenden im Kriegsfalle zur Flinte greifen müßten. Die Hälfte davon wäre als geistes- und lörpafchiach nicht ein- stellungsfähig und bezüglich der anderen Hälfte rolltöge fich derselbe Prozeß wie bei den Rekruten. Im Kriege ist von So- zialdemokrutie oder einer anderen Partei keine Rede. Bei den Ausführungen des Harn Bebel über v. Ehrenberg war mir und wohl auch Ihnen das Interessanteste das besondere Ji tereffe, das Hnr Bebel daran hat, daß endlich dieser Majestätsbelei« biger seine verdiente Strafe«halte. Ich möchte nur wünschen, daß er jede Majestätsbeleidigung, die zu seiner Kenntniß kommt, zur Verfolgung bringt. Ich habe mir nun für diesen Fall die Akten gar nicht kommen lassen und werde sie mir vielleicht auch gar nicht kommen lassen. Dieser Fall bat sür mich ein viel ge- ringaes Interesse als ande weitige Hochverrathsprozesse da neuesten Zeit. Diese P'.ojekte, dieser angebliche Venath von Festungsplänen— ich habe im Anfang Einblick in die Alten gaommm— find so überaus kindischer Statur, daß ich wirklich lagen kann, würden mir ähnliche Pläne aus Frankreich angeboten, ich gäbe keinen Eildergroschen dafür. Wäre Herr von Ehrendng wirklich so eminent gefährhch, wie Herr Bebel es darstellt, dann härten wir allerdings ein Interesse gehabt, schon vor einigen Jahren Kenntniß von diesen Dingen zu bekommen. Tann hätten wir den Mann beobachten und ihn unsckädlich machen können. Ada ich halte ihn sür sehr wenig schädlich, wenngleich seine Absichten gewiß sehr frevelhaft und schlicht ge- westn find und wenngleich vor allen Dingen seine Majestäts- beleidigungen bei mir wie bei jedem ehrlichen und anständigen Menschen die tiefste Entrüstung erregen muß. Was das Milttär- gericht betrifft, so spricht Herr Bebel gewiß nur das, was er glaubt. Wenn Hm Bebel es urgirt, daß das Militärgericht in Karle ruhe v. Ehrender« nicht rechtzeitig in Haft genommen, so glaube ich kein Wort darüda verlieren zu sollen, daß keine preußische Militärbehörde es erforderlichen Falls an fich fehlen lassen wird, wenn es fich um Majestätkbeleidigungen und Landes- und Hockvenath handelt. Ferna kann ich hier mit da vollsten Bestimmtheit verfichan, daß an jedem Militärgericht jeder Versuch einer geheimen politischen Polizei oder Partei, einen solchen Mann durch Läsfigkeit seiner Strafe zu entziehen, ganz und gar abprallen würde. Auch die Voeauesetzung, daß man ein Interesse hätte, Herrn von Ehrendaz wegen seiner gesellschaftlichen Beziehungen der Strafe zu entziehen, ist eine vollkommen unbegründete. Ich kann mir einen solchen Fall üdahaupt gar nicht denken. Ich bin im Augenblick auch gar nicht in da Lage, üda die einzelnen Punkte hier Nachricht zu geben, well das zunächst auch gar nicht meine Ausgabe ist. Dos Militärgnicht steht üderkaupt urter mir als Kriegsminister gar nicht, ebensowenig wie die Zivllzcrichte unter dem Justizmintster. Das Generalauditoriat ist die Aufstchtsbe Hörde über die Militärgerichte, und ich hege keinen Zweifel, daß do.t eine sachgemäße Prüfung stattfinden wird. Man sollte also zunächst diese Prüfung abwarten, che man den Fall Ehrenbag sür»einen Schandfleck da preußischen Milllärgerichtsdartett"«klärt.(Beifall rechrs.) Abg. Hartmann: Herr Bebel hat ganz R cht gehabt, daß die Soziaidemottaten mit dem Verlauf dieser Vabandlung zu- frieden sein lönnen. Er brauchte überhaupt gar nicht zu sprechen, denn Herr Rrcht« hat die Interessen da? oziaidemokralie so gewahrt, daß diese Partei einfach die Flüchte da Thätizkeit einer anderen Partei einzuheimsen brauchte. Die Aufnahme von Sozialdemokraten in MUttärvereine hat mit der allgemeinen Wehrpfludt gar nichts zu thun. Da«ste Zweck der Krieger- vaetne aber ist statutenmäßig, Treue gegen Kais« und Reich zu pflegen. Mit Gott für Kaiser und Reick, für König und Votnland! Kann ein echt« Sozialdemo« trat diesen Spruch unterschreiben, ohne zum Lügn« zu werden? Können Sie ihn unterschreiben, Herr Bebel, ja od« nein?(Abg. Bebel: Tarauf brauche ich nicht zu antworten!) Diese Anwort genügt. Eine Partei, die fich tag- tägl ch sür eine internationale, antimon.archische«klärt, kann diesen Spruck ohne Heuchelet nickt zu d m ihrigen machen. Herr Eugen Richter suchte die sozialdemokratische Partei heraus- zuhauen mll dem Hinweis auf Lublmdst'e Ausspruch, daß die Sozialdemolrellen dem Vatnlande ihre Dienste»eicht versagen würden, wenn es angegriffen würde. Hell es Herr Richtn üd- r« sehen, daß diese Zusage nur cine devingungsweise war? Ich glaube» die große Masse des Volt.s macht diesen Vorbehatt nicht, wie Herr Licdimcht, zu« tschnden, od in diesem od« jcwm Fall wir die Angreifer find oder etwa die Franzosen. Das Volk sagt, ein Hundsfott, der das Vaterland veiläßt. (Beifall rechts.) Abg. gebet: Es könnte fast scheinen, als wenn»"s viel daran liege, aufsjjeden Pieis unsere Genoffen in die Krieger- vereine zubringen. Wir haben mit dcnK.ügnvminen gornichts zu thun. Wa-n aber ein Sozialdemokrat dennoch der Meinung ist, seine stüheren Beziehungen zu den Kameraden in einem Kiieger- vaein wettersühren zu sollen, dann kann ibm auf Grund da Stellung, welche die Kriegeroeretne in da Gesellschaft als u» politische Vc reine einnehmen, der Eintritt nicht versagt werden. G.schieht dies dennoch, so ist dies ein Beweis, daß diese Vaeine poilltsche find und als solche dem Vaeinsgesetz unter- liegen. Herr Hartmann ist Staaisamrolt, und ich will ab. warten, was er thun wird, wenn ein sältflschaKricgervereir po> l tischer Tcndenz-n bezichtigt wir\ Freilich vcrdanlt er diesen Vereinen im Wesentlichen seine Wahl. Wenn Herr Hortmann Liebknecht der Heuchelei beschuldigt hat, so weise ich dies entschieden als Belcivrsung zurück. Will konsequent sein, so muß er dafür sorgen, Sozialdemokrat Soldat wird. Wenn sozialdemolratischen Gesinnungen unter harmlcs stände, wie es der Kriegsminister nach Außen darstellt, dann könnte man nicht de. reifen, warum so bäufi«, zweimal mindestens im Jahr eine Untersuchurg der Sachen nach sozialistischen Schrillen staitfindet. Dann hat der KnegS- mintsta mll einem merkwüldigen Mohla ollen ivn Ebrenbe-g gesprochen(Lachen rechte.). Wenn von S iten eines Militär- gaichts ein Steckvritf w gen Hock- und Landesvrnath gegen Ehlenderg im„Staats Anzeiger" steht, dann bin ick doch ersraunt. daß der Kitegs minister so wohlwollend, so human von Ehrendng spuedt. Könn n die Hochveirathep äne wirklich so komischer Natur sein, wenn das Militäraer cbt einen Steckbrief gegen den Belchubtgten sür nöchi« hält? U.brigens ist mrr das schriairchc Material«st im Lause dieses Jahres in die Hände gekommen, ick konnte also auch nicht früh« vorgehen. Mir lag daran, die Sache öffentlich vor da WeU darzulegen, deshalb mußte ich da Kistgsminista daß üdei hre-xt kein es wnilch mit dem M-Illär so mich an den Kriegsminista und nicht an daS Generalauditockt wenden. Kriegsminista»o» Kronsort: Ich bin mir nicht bemÄ mst Wohlwollen von Ehrender« gesprochen zu Hadem JA W; mll Entrüstung von dm Majestätsbcleidiaungen gesprochen M nur gesagt, daß das, was im Anfang der Unlersuchung zu meM! Kenntniß gekommen ist von Landesverratb, den Eindruck des RW schen und Ungefährlichen auf mich gemacht hat. Wenn das GerW Ebrenbag wegen Hochvarath verfolgt, so wird es gewiß seine zw« Gründe dafür haben. Ich kenne diese Gründe noch nw Was die Durchsuchung nach sozialdemokratischm Schrifken«' trifft, die immer Wieda vorgenommen werden soll, st jr es damit dieselbe Berrandtniß wie mit jeda anderen rnil# schen Untersuchung. Wir halten auf Reinlichkell und und wenn wir auch eines guten Resultates gewiß find, st W wir doch immer wieda nach. Weiß denn Herr Bebel, was t® Resultat dieser Durchsuchungen nach sozialistischen Schriften's- (Bebel: Ja!) Nun ja, die Haren hadm ja eine dessnesgrw»� fördert, 3 mit Nachhaft delegt wurden, obige 973 wegen BettelnS, 504 wegen Arbeitsscheu, und l'v5\ef wegen Sittlichlellsvagehen." Und üda die P-ost>tutst js das Jahrbuch:„Es standen unta fittmpolizeilicha Kow Jahrcsansang 3724, im Laufe des Jahres(1885) 1243, oir.gen ad wegen EinKitt in ein Arbeits- un"Dkn � niß 536. Verheirathuna 57, Fortzuges von Bnlin 436 schaft und Krankheit 19. Bat""~..... stoiden find 35, es blieben das Vorjahr weniger 3.4 p� 11 157), davon wegen verbot widrigen Aufenthalls o2,.gM stellung zur Untersuchurg276. lüdalichen Umhert�iden» AufentbaUs bei Ke pplern 1317, Verdachts da Soweit die„osfiziellen" Angaben, die freilich den auf den G-urd gehen. Was die große Zahl da Bettle so sitzt fick diese aus Arbeitern, Kausleuten, Kellnern* sammen Während in den meisten deutschen Stäben. p hastung jena Armen durch uniformirte Beamte jn Bnlin fast nur„Geheime" mit dem„Fange Höchst silten schreitet ein schon an seiner Kle'.dm S Schutzmann zur Sistirung eines um eine Gabe]A Nicht wenig kommt es freilich vor, dvß nament..» xi.e. Wintertagen ein Bettler es so einrichtet, daß ihn®% tbucnde U ikormirte unbedingt sehen und verhai Wenn da Körpa ermattet und auck kein Obdach w- waden. Wieda in die Hööe gela gen. Da man% 1% loffung aus da Hast nicht sofort Nchrung anS kommen findet, muß man seldstoerständlich w «Thuren klopfen". Inzwischen ist die Kl-idung no« tC gewotbtn ui.d der„Geheime" bemertt den Arm� � it'u fönst. So folgt eine Straf« der anderen und da? r ä Rummelsdurga„Ardett- Haus" Erst gi.bt cs24stu folgt eine-Steigerung bis zu drei Wochen und en xas mm befto schlaffer wird da Unglückliche,- erbärmlichsten Fusel Betäubung des E.ends »�rdetttscheu"! Nicht nur der Spießbürger verultheilt benimüf», Mm diese« Wort anhängt; und doch ist der wegen M- «"stscheu" bestrafte ebenso des Erbarmens und der Entslhuldi- ßwß werth, wie irgend ein Anderer, den Verhältmffe, Elend Verrweiflang zum Betllir. Diebe und Mörder gemacht wen- Man darf z. B. das„Städtische Obdach" sechsmal hinter. mimder besuchen, wer durch die No!h getrieben zum siebenten Male kwmt, wird verhaftet und nach dem„Molkenmarkr"� überführt. vier gilt es, vor dem Polizeirichter den Beweis führen, daß sich während der sechs Tage um A beit bemüht hat. Aber «ie Mehrzahl verzichtet auf einen solchen Beweis. Man ist nicht »»«et gewillt, eine lange Untersuchungshaft über sich ergchen f1* den betreffenden Arbeitgeber zur Zeuzenschaft laden zu Aen. Wer dies aber dennoch thut, muß gewärtig sein, daß der »elabene ihn nicht wieder erkennt. Nein, lieber steckt man die '«rdeitsscheu" ein und man ist nach wenigen Tagen wieder ein Jwier Mann", man kommt dann auch nicht in den Verdacht, die Untersuchungshaft Mos auf sich nehmen zu wollen, um eine gute U und beffcre Behandlung zu erhalten. In Zeiten der Ucber» Wung des Poltzeigefängniffcs in der Perlebcrgerstraße oder wenn �lBechaftete, der zum ersten Male vor den Rechter tritt, schnell und duzend einegutc Entschuldigung vorzubringen weiß, wird wohl M nur ein„Verweis" ertheilt. Dieser besteht eben darin, daß man B bei Vermeidung der gesetzlichen Strafen im Laufe weniger �ze ein„Unterkommen" verschaffen soll. Am tiostiosesten ist wSchickial der Kinder, welche wegen Bettelns aufgegriffen °>iwen. Von den im Elend lebenden Eltern und Pflegern den Bettel oder Handel mit Streichhölzern, Blumen u. s. w. Zugeschickt, fallen sie nur zu bald in die Hände der Polizei. in verderbtester Gesellschaft lebend und jedes freund- euch es entbehrend, wachsen diese armen Kinder all- roststuirten. Zuhältern und Verbrechern heran: die aber zärlt fie zu dem„Auswurf", dem lein Mit- — keine Thcilnohme gedübrf. Allenfalls rafft man stch zu »viagdalknenstistcn", Erziehungshäusern für„verwahrloste «tader"»c. auf und glaubt mit diesen kleinen Lrnderungs- Alchen wunder was Grobes geschaffen zu haben. befleht bekanntliä die Absicht, eine Eisenbahn k/�dahn) von der Berliner Nordbahn und einem Puntte in des Bahnhofes über Reinickendorf, Irrenanstalt Dall- ta?.Md Tegel nach Vellen und E emmen zu erbauen. Da die �>sche Irrenanstalt zu Dalldorf an dieser Bahn insofern ein M* Jntereffe hat, als es ihr dutch Ausführung derselben Mgsicht werden würde, ihren auf ca. 60000 Zentner anwach- Mn jährlichen Bedarf an St-in und Braunkohlen wohlferler « bisher unmittelbar aus den Gruben in die Anstalt zu er- tapta will die Stadt Berlin unter gewiffen Voraussetzungen ?den Beitrag von 10000 i". für den Bau der Bahn leisten. Sta Zeil schweben noch Verhandlungen zwischen dem Kreisius- d« Kreises Nrederdarnim und dem Berliner Magistrat die Frage, welche Lage die anzulegende Haltestelle bei M°rf und die Bahn im Verhältniß zur Anstalt er< ««n soll. »t» Ab«ria««g de» KeeUner Arbeiter gegen die �Magsarbeit dokumenlirte sich cm letzten Sonntag. Noch- beim Ausbruch eines Feuers in der Schinkestraße. Dort, ».tat bekannten R rvorfer Brandstätte, flnd mehrere neue Ptbif der-w*v>.Dv,__,------ SJtaaet angesammelt, die von den Tischlern zur Hilfeleistung »fordert wurden, diese aber sehr entschieden ablehnten. Das ■>,tar richtige Lohn für Eure Sonntagsarbkit!" bekamen die Nler mehr als ein Mal zu hören, und ohne eine Hand zu Öt'n gingen die Nachbarn zu Hause, drren Hilfsbereitschaft y W den Mrh fach in der dortigen Gegend ausgekommenen �sbrünsten sonst stets dewLbrte. » Die Direktion der«rosie« Kerttner Pferdebahn- ?«sellschaft hat sich gestern definitiv dahin schlüssig gemacht, ?» Magistrat zu erklären, daß fie unter keinen Umständen mehr £ U Million Mark Zuschuß zu der Verbreiterung der �edrichstraße geben kann- Bleibt der Magistrat bei seiner "rtatung stekm, so ist das Projekt definitiv gescheitert. „feine Einkauf vo, flen ist ein hiesiger Fuhrunter. ?ta>er mehrfach von einem Heuverkäufer in einer ganz eigen. ?taen Weise geschädigt worden. Der Verkäufer hielt mst fta« Heuladung auf dem Oranienplatz an den dort üblichcn /tainorkttagen, und der Fuhrunternehmer kaufte wieverholt die Ae Ladung, da der Verkäufer den Preis für die Waare ver- «Nniin�qg niedrig stellte. Der Preis wurde pro Zentner und dann das Gewicht der Ladung in der Weise >nnbart und dann das Gewicht der Ladung in der Wetsc jtajwttst, daß die ganze Fuhre auf der öffentlichen Woae am »ltenplatz gewogen wurde. fLetfibet wird dann ein Wiese» nJ'. tait Angabe des Gewst 'NN Beamten ertheilt, uno oer>z.'yaver oes-rLo»r>,»> ta>burd) das Recht, nach der Entlastung seines Fuhrwerks v" ta(t Angabe des Gewichts, welches die Fuhre ttgeben Beamten ertheilt, und der Jr Haber des Wogen.! L.t* OQ�-urA bftä rnA hpf(Sr.ffnfliinQ seir.es»vublt Hierüber wird dann ein Wiege. .eben hat, agens er< w Gewicht deffelbm .wieder auf dem feststellen zu lassen/ welches letztere Wiegcschein bescheinigt wird. Dee �kn»"zwischen beiden Gew1ct,7sdetr/gcn"crgi°dt das Gewicht S�HseS ... veu«. Der Verkäufer hatte es nun ver- Tax gewicht, wenn man es so nennen will, möglichst einzurichten; wenn er das Gewicht des Wagens fest to entfernte et nicht nur die große fcgelartlge Decke %tay*er die Heuladung bedeckt gewesen war und die zuerst dßSjao» wurde, sondern auch den schweren, mehrere Zentner 52%« Heudaum, der zur Befestigung der Ladung über sst- �"»clegt wird. Zum Bebe, floß fühlte er einen kleinen � g tait sich, wie ihn fich die Fuhrleute zum Aufbewahren von iu halten pflegen, und dieser unscheinbar?, vorn auf dem Gunter dem Heu stehende Kasten wurde, kurz bevor das nach Berlin hineinkam, mit einigen schweren steinen r?' n>it der Heuladung mitgeuogen, aber vor Abwiegung Mecs von demselben entfernt, so dcß der Käufer das Z'tC! der Decke, des H.ubaumes und des Kaste- s mst WUMWM mä MSKWWN mm Echadowstraße 14, wo die Dame angeblich im Zwesten Stock wohnte, um nunmehr die Erfahrung zu machen, daß er zum zweiten Mal geprellt worden war. Das Haus, in dem fich an der„Unter den Linden" belegenen Seite das Aquarium befindet, hat zwei Ausgänge und die„Dame" haste einlach den zweiten Ausgang benutzt, um in dem Mnschengenühl„Unter den Linden" zu verschwinden. Alle weiteren Nachforschungen warm vergeblich und der B.lletoerkäufer des Aquariums crklälte dem dupnten Kutscher, daß derartige Fälle schon öfter in dem Hause konstatirt wurden. Erkundigungennach dem bewff.ndenOifister hat der Kuischer nicht unternommen, weil das vorausfichtlich doch erfolglos gewesen wäre, da der Herr fich fest in seinen Mantel gehüllt hatte und der Geprellte somit gar nicht im Staude war, dcffen Charge zu erkennen. In s»ibftmSrd»»isch»» Absicht sprang heute früh der Handelsmann Friedrich S. an der Weidenvammer- Brücke in die Spree, wurde aber noch rechtzeitig von Schiffern her- ausgezogen und durch das 6. Polizeirevier einem Krankenhaus überwiesen. Die Gründe zu der That find noch nicht auf- geklärt. Gin schwerer Unstnckvfall ereignete fich gestern Vormittag in dem Hause Belle-Alliancestraße 82. Dortselbst stürzte der in Tempelhof wohnhafte, erst ISjährige Arbeits- bursche Willi Sch., welcher in der zweiten Etage an einer Windevorrichtung beschäftigt war, infolge Ausglestms kopfüber hinunter und blieb bcwußt'os liegen. Der bedauerns- weithe Knabe wurde sofort einem Krankenhause mittelst Droschke zugeführt, doch wurden dortselbst, außer Schädel-, Arm- und Beinbrüchen, so schwere innere Verletzungen konstatirt, daß an dem Aufkommen des Verunglückten gezweifelt werden muß. Fenerbericht. Gestern Nachmittag um 7t Uhr wurde der Zug V nach der Köpnickcrstr. 112 gerufen, um einen unbe» deutenden Stubenbrond zu löschen. Wenige Minuten später veranlaßte übergekochtes Fett eine Alarmtrung nach der Zoffmer- straße 2. Geg>n 1 Uhr am heutigen Nachmittag wurde von Charlottenstr. 34 aus Feuer gemeldet. Es hatte fich hier die Balkenlage unter einem Kochherd entzündet. Durch einen Ktnrz aus der 2. Etage eines Neubaues in der Franse cklstraße hat jjestein Vormittag der dottselbst be- schäftigte Maurergeselle Wilhelm Sch., Schönhauser Allee wohn- Haft, sein Leben verloren. Infolge eines Fehltrittes stürzte der unglückliche Mann kopsüder zur Erde und verstarb infolge schwerer innerer Verletzungen sowie heftiger Gehirnerschütterung auf dem Transport nach einem Krankenhause. Keim Laternenan stecken av.f einem Sp ditionehof in der Lüneburgersttaße war der Bodcnarbeiter Theodor L>. auf einen Stellwagen gestiegen und von da auf die Leiter, um an die an der Stadtbahnmauer angebrachte Laterne heranzukommen. Plötzlich zogen die Pferde des Wagens an, S. kam mst dem rechten Bein zwischen Wagen und Mauer und so wurde ihm das Bein zermalmt. Der Verunglückte fand in einem Kranken« Hause Aufnahme. Kewegnng der KevLlkernng der Stadt Kerlin. In der Woche vom 11. bis 17. Nov.mber d. I. fanden 315 Eheschließungen statt. Lebendgeboren wurden 885 Kinder, darunter 100 außerehelich, todtgeboren waren 33 mst 6 außerehelichen. Die Ledendqeborenen find 31,6, die Todtgeborenen 1,2 pro Mille der Bevölkerung, die außerehelich Geborenen find bei den Lebendgeborenen 11,3, bei den Todtgeborenen 1,2 pCt. Die Zahl der gemeldeten Stcrbcfälle betrug 569, die stch auf die Wochentage wie folgt vertheilen: Sonntag 89, Montag 90, Dienstag 75, Mittwoch 74, Donnerstag 77, Fwitag 82, Sonnabend 82. Von den Gestorbenen erlagen an Ma- fem 8, Scharlach 4, Rose 0, Diphtheritis 29, Bräune 5, Keuchhusten 4, Kindbettfieder 6, Typhus 1, Ruhr 0, Syphilis 3, Altersschwäche 11, Gehirnschlag 20, Lungenentzündung 40 Lungenschwindsucht 97, Diarrhöe 13, Brewdurchfall 8, Magendarmlatarrh 10. Durch Vergiftung kam 1 Per on um (durch Selbstmord). Eines gewaltsamen Todes starben 10 Per- sonen, und zwar durch Verbrennung oder Verbrühung 1, Er- trinken 2, Erhängen 4, Ersticken 1, Sturz oder Schlag 2, Uederfahren 0. Hierunter find 6 Todesfälle durch Selbst- mord herbeigeführt. Dem Alter nach find die Gestor- benen: unter 1 Jahr all 164(28,8 Prozent der Ge- sammtsterblichkeit), 1—5 Jahre 92, 5—15 Jahre 26, 15 bis 20 Jahre 9, 20-30 Jahre 40, 30-40 Zahrc 53, 40 bis 60 Jahre 93, 60—80 Jahre 84, über 80 Jahre 8 Personen. In hiesigen Krankenhäusern starben 136, einschließlich 9 Auswärtige, welche zur Behandlung hierher gebracht waren. Aus die Standesämter vertheilen sich die Todesfälle folgendermaßen: Berlin- Köln- Dorotheensladt(!) 16, Friedrichstudl(II) 25, Friedrich- und Schöneberger Vorstadt(>ll) 22, Friedrich- und �empelhoser Vorstadt(IV) 55, Louisenstadt jenseits, westlich (Va) 43, Louisenstadt jenseits, östlich(Vb) 29. Louisenstadt dies- seiis und Zieu-Köln(VI) 44, Stralauer Viertel, westlich(Vlla) 37, Stralauer Viertel, östlich(V.lb) 46, Königstadt(VIH) 37. Spandauer Viertel(II) 36, Rosenthaler Vorstadt, südlich(Xa) 33, Rosenthaler Vorstadt, nördlich(Xb) 23, Oranienburger Vorstadt(Xi) 37, Friedrich- Wilhelmstadt und Moabit(XII) 4t. Wedding(Xlll) 45. Die Sterbefälle find 20,3 pro Mille der fortgeschriebenen Vcvöllerungszahl (1 465 582).— Die Sterblichte itsziffer in folgenden Städten des Deutschen Reiches mit mehr als 1 00 000 Einwohnern betrug in Aachen 15,4, Altona 21,9, Barmen 13,1, Bremen 21,0, Breslau 28,4, Chemnitz 27,7, Danzig 25,1, Dresden 14,8, Düffeldorf 17 4, Elberfeld 23,0, Frankfurt a. M. 13,0, Hamburg mit Vorm im 20.8, Hannover 21,7, Köln 22.6, Königsberg 27,9, Leipzig 17,2, Magdeburg 21,6, München 29,3, Nürnberg 23,7, Stettin 24.6, Straßburg i. E. 22.4, Stuttgart 15,9 pro Mille. In anderen Großstädten Europas mit mehr als 300 000 Einwohnern betrug die Sterblichkcitsziffer in Amsterdam 21,3, Budapest(Vorwoche) 26.7, Dublin—, Liverpool 22,2, London 19 7, Paris 20,1, Petersburg(Vorwoche) 23 4, Warschau(Vor- moche) 24.9, Wien«Vorwoche) 23,3 pro Mille.— Es wurden 8560 Zugezogene, 2807 Weggezogene gemeldet, so daß fich die Bevöllerung mit Einrechnung der nachträglich gemeldeten Ge- borenen und des Zuschlages, der den Weggezogenen erfahrungs- mäßig zugerechnet werden muß, um 805 vermehrt hat; die Einwohnerzahl beträgt sonach am Schlüsse der Lerichtswoche 1 466 387.— In der Woche vom 18. November bis 24. November kamen zur Meldung Jnfektions-Erlraiilunasfälle an Typhus 112, Pocken 1, Masem 230, Scharlach 105, Diphthertt-s 12. Kind- bCtlflf5e»llner Im velflossenen Monat Nooemder cr. nächtigten im Männer- Asyl 8900 Personen, davon badeten 1426 Personen; im Frauen-Asyl 1465 Personen, davon dadtten 122 Personen. pottzeibericht. Am 3. d. M. Vormittags wurde ein Hutmachcr vor dem Hause Alexanderst oße 70 von einem Pferde- dahnwagen überfahren und erlitt eine V.rrenkung der linken Schulter, sowie nicht unbedeutende Verletzungen am Kopfe, so rdOismFztms von Hoffmann u. Thiede, Bellealliancestraße 81. aus �eigener Unvorsichtigkeit auf den Hof hinab und zog fich einen Schädel- b uch und einen Bruch des rechten Unterarmes zu. Der Ver- ST SnT& mmmm Charitee gebracht werden mußte, während Hirseland mit einigen leichteren Verletzungen davonkam.— Zu derselben Zeit sprang ein 24 Jahre aller Arbeiter vor dem Grundstück Gö-litzer Uker 40 aus Uebermuth in den Landwehr- Kanal und ertrank. Die Leiche wurde erst nach zwei Stunden aus dem Waffer ge« zogen und nach dem Leichenschause gebracht.— Als N-chmittogS der Arbeiter Dullin eine Marmorplatte aus dem Hause Unter den Linden 35 nach seinem auf dem Lastwege stehenden Wagen trug, fiel er damit zur Erde und erlitt einen Broch deS rechten Unterschenkels, so daß er nach der Charitee gebracht werden mußte.— In der Nacht zum 4. Ä. M fiel ein Handelsmann an der Ausladestelle vor dem Grundstück Schiff Zauerdamm 1 in die Spree, wurde jedoch, ohne Schaden genommen zu haben. aus dem Waffer gezogen und nach der Charttee gebracht. * ZtergnSg««gs-Chrsnik. Um da« Repertoir so abwechs-lungsreich wie möglich z» gestalten, wird die Direttion des Volkstheaters am r.är» sten Donnerstag Shakelpeme's Othello in neuer EinstudV rung geben; die Titelrolle spielt Herr Ernst Benzinger. Gerichts-Ieitnng. Glne nnnberiegte jähzornige Sandtnng führte gestern die Waschfrau Marie Rolegeit unter der A klage der schweren Körperverletzung in einer das Leben gefährdenden Weise vor die vierte Strafkammer des Landgerichts I. Die Angeschuldigte� welche an einem August. Nachmittage auf dem Hofe des Hauses Köslinersttaße 22 m t Waschen beschäftigt war, hatte von einer Anzahl ungezogener Rangen viel zu leiben, nicht nur wurve sie verböhnt und beschimpft, sondern man warf auch mtt Steinen nach ihr. Schließlich suchte fie sich der Buben dadurch zu er» wehren, daß fie einen Napf mit Waffer über sie ausgoß. Zmir Unglück hatte fie aber lockendes Wasser ergriffen und dies traf nicht einmal einen der Schuldigen, sondern einen bei Seite stehenden siebenjährigen Knaben, der so erhebliche Brandwunden auf dem Kopf und im Gefichte erlitt, daß er wochenlang in ältlicher Behandlung gewesen ist. Die Angellaate schien die That sehr zu bereuen und führte in glaubhafter Weise an, daß fie fich nur vergriffen habe. Der Gerichtshof bezweifelte dieS nicht, berücksichtigte auch, daß fie im hohen Grade gereizt wotbm war, bei den schweren Folgen, die hätten entstehen können, hielt er aber immerhin eine Gefängnisstrafe für angemessen und er» kannte nach dem Antrage des Staatsanwatts auf eine solche von 14 Tagen. Die ans dem Hamburger Güterbahnhofe beschäftigt gewesenen Arbeiter Lettmann und Goloschmidt haben längere leit unter einem schweren Verdachte gestanden, der gestern durch Urtheil der 89. Adtheilung des Schöffengerichts von ihnen ge- nommen wurde. Die Angeklagten waren an einem Juni- Nachmittage mtt dem Entladen eines Waggons beschäftigt, ver steuer- Pflichtige Güter enthielt. Als zufällig einer der Steuerdeamtc» den halbdunllen Wagen betrat, sah er Leitmann in verdächtiger Weise hinter einem W-infaffe lauem, während Goldschmidt daneben stand. Eine nähere Untersuchung ergab, daß das Faß,- welches Portwein enthielt, angebohrt war. die Bobröffnung war mittelst eines frischgeschnittenen Holzstäkchens verschlossen. In einer Ecke des Wagens wurde eine mit Portwein gesültte Kaff c- kanne und eine mit demselben Getränk gefüllte Bie-flasche ge- funden. Diese Umstände sprachen nach der Anficht der Steuer« dehöcde deutlich genug gegen die beiden Arbeiter, die trotz der Verficherungen ihrer Unschuld sofort entlassen und zur Anzeige gebracht wurden. Die Anklage lautete auf Diebstahl wegen Eni- wendung des Portweins, auf Steuerhinterziehung, well ver entwendete Wein nicht zur Verzollung gelangen konnte und auf Sachbeschädigung wegen Anbohrung des Faffes Leitmann gab im Verhandlungstermin folgende Dar« stell ung des Sachverhalts: Um das Rollen der Fässer während des Transports zu verhüten, werden dieselben »wischen Leisten gelegt, die an dem Boden de» Wagens festaenagett find. Als er damit beschäftigt gewesen sei. eine dieser Lersten durch Hammerschläge zu leckem, müsse er fehlgeschlagen und das Faß getroffen haben, durch die Er- schutterunz sprang ein kleiner, unsichtbarer Holzpflock, der eine früher gebohrte L-effnuna verschloß, heraus und ein Strahl des Weines quoll hervor. Ec habe denselben mit dem Finger nicht gan, zurückzuhalten vermocht und Goldschmivt ihm die beiden einzigen Gefäße, die zur Hand waren, gereicht, die er voMaufen ließ, während Goldschmidt schnell einen neuen Holzpflock! schnitzte. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Th Friedmann, hob die Natürlichkeit dies-r Erklärung hervor und wies besonders auf die allgemein bekannte Thatfache hin, daß die Fässer mit Wcin bereits auf der See in der angegebenen Weise angebohrt und wieder verschloffen zu werden pflegen. Da auch ein als Zeuge vemommener Steuer beamtet das häufige Vorkommen solcher Anzapfungen bestätigte, so fand stch der Gerichtshof nicht veranlaßt, dm bisher unbescholtenen Angeklagten keinen Glauben zu schenken, sondern fällte ein freisprechendes Urtheil. Gin alter Ackwindrl, der nicht einmal geglückt ist, hat dem„Albeiter" Gustav B anbenburg, der gestern vor der Zeiten Strafkammer des Landgerichts I stand, eine einjährig- Gefangnißsttafe eingetragen. Brandenburg erschien am 4. No- TS i5 Ä ÄrÄ« W.£ 50 4 Zehnpfennigstücke heraus. Während er das G ld vom Tische nahm, vertauschte er mit großer Geschicklichkeit vaS Funfzigpfennigstuck mit einem Zchnpiennigstück, das er in der H-nd verborgen gehalten und behauptete dann, daß der Ber- taufer stch versehen habe. Dieser war seiner Sacke aber sehr gewiß, er bestand darauf, daß Brandenburg seine Rechte öffne und fand das silberstuck zwischen den Fingern versteckt. Aus dem umstände, daß Brandenburg dies Betrugsmanöoer immer wie- der ausfubrt, troydem er dief-rhald bereits im Z ichthause saß. ist anzunehmen, daß viele Geschäftsleute fich von ihm über« tö'v'ln ließen. Der Staatsanwalt wollte den Unverbesserlichen diesmal auf 1% Jahre ins Z achthaus schicken, der Gerichishof ließ es aber mit Rückficht darauf, daß es nur bei einem V"» suche geblieben, bei der obengenannten Strafe sein Bewenden haben. fchäftigtej gesternte b�mb�ttcht�U�Auf der Anklagebank mußte der Vorarbeiter Arbeiter Leitet u- ter der Be» m seht unbeUebt gewesen zu sein, anderenfalls dürfte fich wohl i'sr eu äs"Äffe'Äs ÄS . D0:i?i4 feineibtellung aufzugeben, weil er sich vre unverdiente Zuruckjetzung dm anderen Kollegen gegenüber Direktion untersuchte die Angelegenheit jtrot, fand aber keine Ursache, gegen den Angeklagten Vorzug' hen. Nun nahm die Staatsanwaltschaft die Sache in die Hand und das Resultat der Untersuchungen war die Erbebung der Anklage gegen den Vor- ardetter.— Zum gestrigen Termin waren 16 Zeugen refp. Sack- ve, ständige vorgeladen, deren Vernehmung einige Stunden in Anspruch nabm. Der Angeklagte stellte die Vergehen entschieden in Abrede; er habe nur solche Arbeiten anfertigen lassen, die für den Betrieb desteM waren. Die Anzeige könne nm aus Rache erfolgt sein.— Zeuge Stellmacher Rensch hat gesehen, dah sein Kollege Jähnichen das Gestell zu einem zweirädrigen Handwagen auf erfolgte Anweisung des Leitet anfertigte; die Räder dazu habe er(Zeuge) selbst gemacht. Dieser Wagen hatte die Form eines Postkarrens und war so klein, daß er zum praktischen Dienst nicht verwendet werden konnte. Von Nähkasten und Bett'üßen habe er nichts gesehen, doch sei ibm gesagt worden, dasj die Kollegen diese Dinge für den Angeklagten hergestellt hätten.— Zeuge Jäh« nichen bekundet, das; er die Sertentbeile des Karrens auf Befehl des Angeklagten anfertigen mußte; der fertige Karren sei später in einen Eisenbahnwagen gepackt und nach Berlin gebracht worden. Auf die Frage des Vertheidigers Rechtsanwalt Rosen- bäum erklärt der Zeuge, daß er allerdings einmal für fich einen Holzstiel gemacht habe, dabei aber von Leite! getroffen worden sei. Aus dessen Anzeige hin habe er dann SM. Strafe an die Direktion zahlen müssen.— Zeuge Werkmeister Rehse hatte zur Zeit die Arbeit aus, r geben; ein derartiger Wagen sei aber nicht destellt worden. Möglich sei es wohl, daß derselbe im Eisen- bahnwagen weggeschafft worden sei. Das Mrterial werde zwar kontrolirt, doch gebe es manchmal Abfälle, die zur Herstellung der in R�de stehenden Gegenstände ausreichten.— Sachver» ständiger Werkstäitenvorsteher Zimmermann schildert dem Gerickts« Hof die Art der Kontrole über die Materialien. Das Holz werde auf Grund eines Buches verabfolgt, das der Vorarbeiter dem Materialien Verwalter vorzeige; das übrige Hol, erhalte der letztere zurück und das Buch werde vom Werkführer stzätroldck. Von dem etwaigen Abfall dürfe ohne Erlaubniß Niemand etwas nehmen.— Zeuge Ehners bat damals, im No» v mber 1886, den kleinen P stkarren oder Wagen gesehen; er hat auch bemerkt, daß der Kollege Hackemesser zwei Kästen in der Form wie Nähkästen anteriigt Diele Kasten wurden von Mahagoniebolz hergestellt. Hackemesser habe ihm damals gesagt, daß er die Kälten für den Angeklagten mache. Solche Kasten kommen für den Betried nicht zur Verwendung.— Zeuge Hackemrsser giebt zu, die Kästen angefertigt zu haben, dieselben waren jevoch seinem Wissen nach für Bureauzwecke destimmt.— Zeuge Riemann hat Mahagoniekiötze an der Bandsäge ge- schnitten, nachdem ihm das Holz vom Kollegen Albert dazu eingehändigt war.— Zeuge Albert hat die Anweisung dazu von Leite! empfangen und es wurde ihm auch gesagt, wenn Revision käme, so solle er nur auf eine etwaige bezügliche Frage antworten, daß die Zuschnitte zu den Dresdener P.asancnwagen gebraucht werden sollten. Das geschah auch als der Regierungs- baumetuer Bahl revidirte. Albert und Riemann können fich nicht entstnnen, daß jemals Mahogonieholz zu den Füßen der Bänke in den Personenwagen verwandt wurde; dazu sei stets rotbbuchen Holz genomnen worden.— Zeuge Werk- führrr Rehse erliä t jedoch, daß auch einmal Mahagvnie- holz genommen morden sei.— Z-uge Barsche ist damals freiwillig von der Werksläite geschieden, weil der Angeklagte zu ungerecht war. Die Mahagonikasten schloß der Kollege Hacke- meffer sorgsam in lein Spinde, wenn er nicht daran arbeitete. Er sei fünf Jahre dort lhätig gewesen, habe aber nie grseben, daß solche Kasten für den Betrieb gebraucht wurden. Jähntchen habe er an dem Wagen arbeiten sehen, der nach der Mittheilurg der Kollegen heimlich hinausgeschafft worden sei. Zeuge muß die Mabagonikästen näher beschreiben und der Wcrkführer Rebse erllärt nun, daß solche Kästen für den Betrieb nicht de- stellt wurden.— Zeuge Jahaichen bemerlt nock, daß, als der Jaspek-or Schwan gekommen sei, um zu revidiren, Leit.l ge- rufen bahe:..Wer die Wchrheit sagt, der kann sehen, wo der Zimmermann das Lach gelassen hat."— Auf Wunsch des Ver- lheidrgers wird noch ein Zeuge oernommen, der bekunden sollte, daß Boische dem Angeklagten feindlich acfinnt sei. Der Zeuge bekundet bei seiner Vernehmung, daß Borsche auf Leite! geschimpft und g sagt habe, dem werde er das befolgen.— Der Staateanwail sprach fich in seinem Antrage dahin aus, daß es auf iha den Einvruck gemacht habe, als od die Zeugen mit der vollen Wanrheit zmückgebalten hätten. Soviel sei jedoch genügend bekundet, daß der Angeklagte fich der Unterichlaguna durch die Anfertigung des Wagens schuldig aemacht habe. E- sei auch glaubhaft nachgewiesen, daß dieser Wagen he mlich in einen Waggon geschafft und so fortgebracht wurde Und da ein derartiger Wagen nach den Erklärungen der Vorgesetz'en gar nickt für den Betrieb bestellt worden sei, so sei der Beweis unzweiseldast als erbracht»u betrachten. Er müsse deshalb eine Gelängnrßstrafe von 14 Tagen beantragen. — Der Vertheidiger bcar tragtc Freisprechung. Selbst wenn angenommen werden sollte, daß der Wagen auf Befehl des An- pellagren ange'eltigt worden sei, so bade dieser doch nicht das Bewußls in der Rechts ridrigtrit gehabt, da das Material jeden- falls nur aus den Abfällen bestand.— Der Gerichtshof hielt die Sache nicht für ger ügend aufgeklärt und sprich deshalb den Angeliagten frei. Die Angelegenheit datire so weit zurück, die Anfellt.unft des Wagens sei vor aller Augen geschehen und den Zeugen Jähnichen und Rensch sei nicht überall Glauben gc- schenkt wotven._ Soziales und Arbeiterbewega»s � Ka» Muster«i->er Fakrikordnnug ist die der„Patent- listen- uno Hot wawenfabrel" fAtnen Gesellschaft, Direktoren: Leuduscher und Hetncmann), die uns zur Verfügung gestellt wird. Wir heben aus ihrem Inhalt ohne weiteren Kommentar folgende Paraar-phen hervor: ,§ 7. Jeder Arbeiter hat fich so zeitig emzustirven, daß er zur feitgesttzten Zell mit der Arbeit deginnt. W r zu spät kommt oder vor Schluß der Zeit aebt. zahlt nach V rhältmß der Zritaersäumniß 0,10 bis 1,00 M. St afe.§ 10. Auf Verlangen ist jeder Ardetter gehalten, gegen enlspreckenven Laim oder Alko dprersen nach Feierabend oder Somuags zu arbeiten.§ 11. Be,uch von fremden, nicht in die Fabrik gehö igen Petsonen, also auch von Fremden und Anver- wmdt n, beso delS aber von F»lluen und Kindern der Arbeiter in der Fabrik ist ohne Erlaubniß nickt gestattet.§ 19. Der Auirnthalt in den einzelnen W rknätt-n ist nur in denselben beschäftigten Arbeitern gestal-et.§ 27. Am ersten Zahltage werben dem Ardeiter je 3 M. als Kaulion zurückbehalten, welche bei geordnetem Austritt z�rückarzahlt werden." Weretue muh VerfommltMUe». " Fuchverciu der Putzer hielt am 2. d. Mts. seine reaelmaßg. Versarn mir- ng ao. Zum 1. Punkt der Tagesord- nuna wurde vom Vergr ügungitomi-ee mitgctbcllr, daß der in Ausäckt aenomm.ne Masw ball im Lokal der Friedrichs Hain- Brauerei°m 26 Jrnuar 1889 stattfindet. Der 2. Punkt der Tagesordnung l-me e: Wie find d.e gegenwS.twn ArdestS- so t Heuer wie mö„l ch zu verkaufen, UUÄ muffe es rn Zukunft Auflade sein, dre Grundidee, das et eben noch gen osser.schatt. licher Organisation der Arbeit, nach Kräften zu fördern. Nachdem Redner noch darauf hingewiesen, daß dos kommende Jahr eine rege Bauthätigkeit in Aukficht stelle und somit ein günstiges zu werden scheine, forderte er die Kollegen zu einmüthigem Zusammenhalten auch bei ungünstigen Zeiten auf. Denn nur Einigkeit mache stark. In der hierauf folgenden Debatte sprachen fich alle Redner in demselben Sinne aus. Kollege Dietrich hebt noch besonders diejenigen Mängel hervor, welche eS dem Ardetter erschweren, seine berechtigten Wünsche durchzuführen. Da sei in erster Linie die Beschränkung des Koalittonsrechts, welche es sehr erschwert, die Indifferenten auf« zumuntem und zu gemeinsamem Handeln heranzuziehen. Da- gegen stien die Kapitalisten nur zu gut organifirt, indem der Bund der Bau-, Maurer« und Ztmmelmeister über ganz Deutschland und darüber hinaus verzweigt sei. Dieselben sollen dm Beschluß gefaßt hoben, im kommenden Frühjahr eine all- gemeine Lohnreduzirung über ganz Deutschland durch- zuführen. Darum sei es doppett unsere Aufgabe, uns zu organifirm, damit wir dem gemeinsam entgegen tret-n iönnm. In seinem Schlußwort fordeit Referent now die Kollegen zu reger Thätigkett auf. Es sei eines jedm Pfl cht, dafür zu agi- tirm, daß es in Zukunft keinen Putzer gebe, der nickt im Ver- ein sei, dann wird es auch möglich sein, den Machinationen der Arbettgeder mergisch und erfolgreich entgegm zu ttetm.?iach Erledigung einiger Rechtsschutzsachm machte- der Vorfitzende noch bekannt, daß in der am 19. dieses Monats stattfindenden Abend- Versammlung ein Vortrag üb«: Zeitlohn und Stücklohn? ge- halten würde und wünschte regen Besuch derselben. Hierauf trat der Sckluß der gut desuchten Versammlung ein. Di» für Ia««tUche Kchnhmacher Kerlin» am Abend des 3. d. M. nach den„Bürgerfälen"(Dresdener straße) einberufene öffentliche Schuhmacherversammlung war recht rege besucht. Die Versammlung war einberufen zum Zwecke einer Besprechung d« obligatorischen Beitragspflicht der außerhalb der Innung stehendm Schuhmacher Berlins zu den Kosten der Innung und fand unter Vorfitz des Herrn Kördet statt. Der Referent des Abends, Herr R. Baginslu, stellte zunächst die Berechtigung der von der hiefigen Schuhmackninnung in Szene gesetzten Maßregel, destehend in der Heranziehung vorläufig dcr Meist«, welche außnhatv der Innung stehen, zu den Kosten der Innung, denen die Gesellen bald folgen dürften, in Zweifel. Dre Innungen im ollzemeinen wie im besonderen wären von jeder arbetterfein.dlich gewesen, hätten fich dem Kapttal gegmüder stets sehr zahm benommen, zum Dank für die ihmn gewährten Vorrechte in den Dienst d« reaktionären Parteien gestellt und für fie bei den politischen Wahlen ge- stimmt. Durch die Beiträge zur Innung würden Meister wie Gesellen, die im Kampfe ums Dasein kaum zu bestehen v«- möchten, noch mehr geschädigt, während die Kapitalisten frei autgehen. D« Arbeitsnachweis der Innung decke seine Kosten allein, sei überhaupt nicht zweckdienlich, da er nicht dedeutend sei und auch nicht unentgeltlich, wie beides bei dem Gesellen- Nachweis, Weinstratze 11, der Fall sei. Die Herberge der Innung verdiene laum diesen Namen, dieselbe sei an einen Restaurateur verpachtet, sei viel zu theuer und zu klein, werde deshalb von den Gesellen wenig oder gar nicht in Anspruch genommen. In der Gesellenhnd«ge, W.-instraße 11,«balle jed« Zug«tiste 75 Pf., wofür n nächtigen un? frühstücken lö.nie. Die Innung zahle auch Reisegeschenke, jedoch nm an Gesellen, welche bei Jnnungsmcist«n gelernt haben. Und doch sollen lämmttiche M«st« und Gestllen zu diesen Kosten bei- tragen! Die übrigen Wohlfahttseinrichtungen, Fachschule, Schiedsgericht ic. seien ebenso zwecklos und bedeutungslos, wie die vorgenannten. Pitt dem Schiedsgericht habe fich die Innung geradezu den Birltner Schuhmachern aufgedrängt, Niemand habe darnach verlangt. Bei dies« Gelegenheit deleuchtete Redner auch den Gesellenausschuß und seine Bedeutung und wies auf die Nothwendigkeit hin, eine solche Wahl energisch zmückzu- weisen. Nachdem der Referent derartig nachgewiesen, daß die Wohlfahrtsctnrichtungen der Innungen zu d«en Kassen die Ntchtinnungsmitglied« bettlagen sollen, durchaus nicht„zweck- dienlich find, wie daS Gesetz es vnlanae, äuß«te derselbe seine Meinung dahin, daß Meist« und Gesellen eine Beschwerde- schuft an die obere Verwaltungsbehörde deHufs Aushebung der von dem Polizeipräfidium etthctlten Genehmigung zur V«- werthung d« im§ 100 f der Gewerbeordnung den Innungen gewährleisteten Rechte richten sollten, da auf dem Klagewege mcht dagegen anzukämpfen sei. Die von der Innung«- gangenen Zahlungsaufford«ungm entbehren nach der Meinung des Ref«enten jedwed« B«echttgung, da zuvor Rücksprache mtt den int«esstlten Arbettgedern(die Gesellen w«den natür- lich nicht gefragt) stattfinden müßte, was nicht geschehen sei. Auch sri der angelegte Maßstab viel zu hoch und nicht dn ge- setzlichen Bestimmung entsprechend, nach welcher die Nicht- innungsmttglieder nur in demselben Maßstäbe, wie die Jnnungsmttglicd« zu den entsprechenden Kosten hnangezogen w«den dürfen. Diese letzteren bezahlten nun 1,20 M., wovon 80 Pf. entfallen für Unterstützungszwecke, zu denen die Nicht, innungsmitglied« nicht beizutragen haben. Demnach könnten dieselben höchstens mit 40 Pf. herangezogen werden. Redner empfahl zum Schlüsse nochmals eine Beschwndeschiift und dm Bettritt zum V-rein zur Wahrung d« Jnt«essen d« Schuh' mach«, auch den Kleinmeistern, welche nun wohl bald einsehen lernen würdm, daß fie mtt den Ardeitnn zu gehen hätten. (Großer Beifall) Tu-.ch die Anwesenheit veischicder.« JnnungS- freunde wmden die Verhandlungen viefach gestöft und gestatteten fich dieselben recht lebhaft. Die ganze Innung! henlichtcit wurde ihres ganzen, falschm FlittertramS total entkleidet und wurde den Anwcsmden in sein« ganzen Hohlhctt und Nacktheit gezeigt. Nachdem einige Redn« zur Tagesordnung gesprochen hatten, entspann fich eine läng«e GeichästsordnungSdebatte darüb«. ob es zweckmäßig« sei, eine Pttilion auszuarbettm und hinzu Unt«schriften zu sammeln, od« ab« massenhaft Be« schwerdrn an die Gewerbe-Deputation des Magistrats gelangen zu lassen. Die Ansammlung entschied fich für das«sine und stimmte ohne Wtrnspruch folgender Resolution zu:„Die heute, den 3. Dezemd«, in den Burg«-Sälen, Drcsdenerstraße 96, tagende, von Arbeitgebeen und Ardettnehmnn besuchte öffent- liche Schubmach- rocrsammlung hält die Verfügung deS Berliner Poliznpräfidiums, betr. die Bettrogspflicht all« der Innung mcht angehörmdm Arbeitgeber und Arbettnehm« für unbe- gründet, well laut§ 100 f 6« neuen Jnnungsnooelle nur für solche Emrichtunam d« Innung von außnhalb dnscldm stehen« dm BnusSgenosstN Beiträge«hoben werden dürfen, welche ihre Zwecke erfüllen, v. h. für die große Masse dn Bnufegenoffen nützlich und nothwendig find. Die Versamm- lung ist nun der Uederzeugung, daß diese Voraussitzung des Z 100 k der neuen Jnnungsnooelle bei dm Einrichtungen d« B.lttn« Eckubmachn-Jnnung nicht zutrifft, und beauftragt dm Verein zur Wahrung d« Jntneffen dn Schuhmach« und vn- wandten Berufsgenoffen BnlinS, fich der Sache anzunehmen und dem Pslt-etpräfid um eine Beschweide unter Darlegung der that'äcklichen Vethällmffe im Schuhmachergewerbe vorzulegen." — Nach Annahme dieser Resolutton wurde ein Antrag gestellt, jedem Redner nur zehn Minuten Redezett zu gestattm, da fich eine lange Reihe von Rednern hatte einzeichnen lassen. Dies« Antrag wurde inv.ffen aus onschiedenm Gründen abgelehnt und in der Besprechung d« Tagesordnung fortgefahrm.— H«r Müller nahm hi«det Gelegenheit, fich der Versammlung als Eind«ufer ein« öffentlichen Schuhmach«, Ver- sammlung vorzustellen, welche schon vor drei Monaim hätte stalthaben sollen und zwar mit derselben Tagesordnung. Diese Versammlung sei damals von d« Polizeibehörde verboten wor- den, angeblich weil d« in Ausstcht genommene Ref«ent anstößig gewesen sei. Derselbe sei ab« nach Anficht des Redners durch- aus ein Ehrenmann. Die Betörde messe ab« mtt zweierlei Maß und dies sei nicht richtig. Dn Grundsatz: Freiheit, Gleechdeit, Brüdnlichkett muffe zur Geltung kommen, dann wurde es auch beff« wnden.— Nach dies« R.dewmdlMI'v folgte die polizeiliche Auflösung d« Versammlung auf 9«" des§ 9 des Sozialistengesetzes.— Dem Bedauern über d« vorzeitigen Schluß d« Vnsammlung ledhaften Autba» gebend, gingen die nahezu 800 Anwesenden in Ruht w einand«. Die nächste Veisammlung in diel« Angelegetib» findet Montag, dm 10. d. M.. Abends 8t Uhr, im Low# städtischen Konzerthaus, Alte Jakodst-aße 37 statt. Dir Fach ver ei« der Marmor-«nd Vranttarbett» Kertin« hiev am Sonntag, den 2. d, in Deigmüller's Alte Jakobstr. 48 a, seine regelmäßige MitglievelverlammlM ab, welche sehr zahlreich besucht war. Die«sten Punkte» Tagesordnung wurden ohne Diskusston erledigt und erst b™ dritten Punkt(Verschiedenes) mtspann fich eine Debatte. Vorfitzenve, Herr Pauli tat, bekundete, daß erst 6 Tarife» verschtedmen Wnlstellen eingelaufen seien; gnade die em Aufgabe wäre es, so schnell wie möglich dem Vorstande dtt r« fehlenden zu übermitteln um einen Einheitstarif zu kW* Auch kritifirte d« Vorfitzende das Verhalten d« älteren KvW Segen den Fachverein, die fich noch imm« der Eir.fibt W hlössen, daß es gerade der Verein ist, welch« den ÖW Kollegen den größten Vorthett bietet. Mtt dem Atter«J schwinden die Kräfte und somit auch dn Verdienst, und da? dm schlechtm Verdienst, welch« zum Leben zu n#* und zum Verhungern zu viel, entsteht dann Jam»« und Elend und zu auterletzt noch Unfrieden° der Familie. Darum ist es Pflicht eines jedm Einzelnen,** Verem beizutreten und durch festes und einmütbigcs Zusann�' halten die traurigen Verhältniffe aus der Welt zu(dy Sodann wurde vom Vorstand beantragt, die Dezemder-� sammlung ausfallen zu lassen und dafür am 20. Januar außerordentliche Mitoliederversammlung einzuberufen und säwfl liche Kollegen(auch Nichtmitgltedcr) als Gäste einzuladen. DW Antrag wurde auch von der Versammlung angenommen.;% theiltm verschiedene Kollegen mit, daß die Mehrzahl d«% Mitglied« glaube, der Verein sei nur da, um einen Streiln proklamiren und ihn deshalb meiden. Diese irrige Anficht im Allgemeinen zurückgewiesen. Wenn fich alle Kollegen»*' Verein anschließen und fest zusammenhalten, wird kein gebet in der Lage sein, eine gerechte Ford«ung abzulehsn- sondern vielmehr gezwungen se'n, dieselbe anzu«imnen._ berliner Krgetarter-Uerrin. Mittwoch, dm& zember, Abends 8% Uhr, im vegetarischen Sveisebause, Schst? stiaße 53 I: Vortrag des Herrn eaud. philo«. Peus„lieber � Leidenschaften". Nertzand deutscher Mechaniker und verwandten«' rufsgenossen(Zahlstelle Bnlin). Versammlung am Mittag den 5. Dezember, Abends 8* Uhr, bei Lammers, Kommando»»' straße 71—72. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herr« Bentendorff. 2. Diskussion. 3. Besprechung üb«„die„ Magisttat eingelaufenen Frogebogm." 4. Verschiedenes. 5. est* kästen. Aufnahme neuer Mitglied«. Gäste willkommen, i Gesang», Turn- und gesellige Kereine am MiMZ Männergesangverein.�lugendlust Abends 8t Uhr im Restau� Paffod, Gartenstr. 162.— Männergesangverein„(Iäcilia"8W° 9 Uhr im Restaurant, Köpnikerslraße 127a.— Gesangrekä' „Männerchor Linde" Abmds 8». Uhr im Restaurant HüA Naunynsttaße 70.— ffUänneraefangterein„Sangesfrernu' Abends 9 Uhr im Restaurant Musehold, Lands dngerslr. 31- � „Freya", Gesangv«ein der Freireligiösen Gemeinde, 8t Uhr im Restaurant Benecke, Große Hamdurgnstraße 1� Huvvert'sche Sängervneinigung jeden Mittwoch nach de« im Monat, Abds. 9 Uhr, im Restaurant Heise, Llchrenbngerst-�! -„Seeger sch« Gesangvnein" Mends 9 Uhr im Schulz, Prenzlauerftr. 41.— Gesangverein„Schwuch� kr. ,8? Abends 6j Uhr im Restaurant Sahm, Änncn'straße Sninfincrnplnnillieri-in(II o III,,]_. JWfj« Männergcsan!w«ein„Lorbeerkranz" Abends 9 Ubr rm Mann«gesangv«cin„Schneeglöckchen" Abmds 9 Uhr' Restaurant Doberstein, Mariannenstr. 81— 32.—®efanaw: „Sängerrunde" Abends 8t Uhr Buckowerstraße 9.— „Sangesttme" im Restaurant Hmckel, Brüderstt. 26. 1. tUWC stunle von 3t bis 11 Uhr Abends.— Gesangverein dund" Abends 9 Uhr bei Pätzoldt, R-ichcnbergentt. l»,,u Lübeck'sch« Turnverein(1. LehrlingSabtheilung) Abends 8 T Elisabethsttaße 57—58.— Turnverein„Wedding", Pankfit�, Männer-Abtheflung von 31, bis 10� Uhr � gleichen 1. Lehrlings- Abtheilung von J8 bis lö� Abends.—„Mehr Licht", V«ein für Scherz und Abends 8j Uhr im Restaurant Heid, Fruchtstraße 38» Schlefisch« V«ein„Hollei" Abends 9 Uhr im Res Hmkc, Hollmannsttaße 33.— V«anügunasv«ew ,9*3, lichkett" Abends 9 Uhr im Restaurant Säger, Grün« — Schlefisch« V«ein„Hottet" Abends 8t Uhr Prinzenstt. 18°.-. Gchrt.— Wissenschaftlich« V«eln für Roller'sche StenogS Abends 8t Uhr im Restaurant Bcese, Aste Schöi sttaße 42, Unterricht und Uebungsstundc.— Rol Stenographenv«ein„Süd- B«lin". Abends 8t 1, Restaurant Prinzenstraße 97 Sitzung und Uebungsl — Arends'sch« Stmographmv«ein„Amicitta" Abends im Restaurant Behrends, Schönebergerslraße 6.— Areiur�A Stenographmv«cin„Phllia" Abends 9 Uhr im ReMSJ „Wilhelmsgarten", Hochstraße 7.— Verein ehemalig« ver 22. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant ilejÄjj Kurfürstens ttabe 31.— R«lin« Rauckklub.Ntranael" B Kurfürstmsttaße 31.— Bnlin« Rauchklub„Wrangcl" 9 Uhr im Restaurant Foae, Köpenickersttaße 191.— 3�% klud„Havanna 80" Abends St Uhr im Restaurant Reichmb«gersttaße 16.— Rauchflub„Gemüthlichkeit" 9 Uhr im Restaurant Achsel, Köpenickcrstraße 161.—%% tlub„Columbia" Abends 8t Uhr im Restaurant Prinjenftr. 96.— Rauchllub„Frisch gewagt" Abends 8)� im Restaurant Tempel, Breslauerstt. 27.— Rauchllub Piepe � Abends 8t Uhr Ostdahn 4 bei Trumpf.— gungsv«ein„Fröhlichkett", gegründet 1880, Abends Grün« Weg 29. Lelegrsphische Depeschen «schienen. Tie Franzöfische Revolution wird umfassen men. � vr Der fierr, dn gestern Abend in dn Redaktion vertauscht hat, wird ersucht, den Austausch in der dieses Blattes. Zimmerstt. 44, zu bewirten. (Wolff'L Telegraphm-Bureau.) Ketgrad. Dimstag 4. Dezember. Tie außnhalb Gerüchte üb« neundtngs in Enbim stattgehabte 00«�» fürchtete Unruhen find völlig unbeglündet. Betreffs d** gy saffungsfrage herrscht zwischen allen vrei Parteien völliges vernehmen.. Utt Das Subkomitee des VerfaffungSausschuffes beendete Arbeiten und wird am Donnerstag eine Plenarfitzung ve» faffunasausschuffes stattfinden.. Vom. Dienstag 4. Dezemd«. Der vulkanische auf der Insel Vullano(Liparische Inseln) steht in Verv>fl� mit einer unterseeischen Eruption etwa einen Rilo««" aDv d« Insel, an welcher Stelle, wie v«Iautet, unt« schäumender Bewegung der See Steine und Bimstet» geschleudert werden. Kriefkaste« der Redaktio«.�. 0«t»nft-a«, bitten wir dt« Adonnenuntd-Quittung detiuftia««- >lntw«rt wird nicht erttzeUt. ,.nA,d» Karbqe K. P. Beide Werke find noch nickt vom» »öfiscke Revolution wird wohl, Kvi �«rantwarkl,w« �«otttur: it. in Laltn. Druck und Verlag von»te»»«»w, in««im sw„ Beuthstraße 3.