rnibuw>» auf Swk» ' 9WW Ruhe rs* NA! �föin»W f« halte.# Tarife e die«st ile WtJ« zu enK-lle«- SirfiÄ»' den aü«* Alter«» und du? zu w«ui > M rieben* einen, V Sufam�- !?»S Januar««; S'Ä ÄZk a©terfjj »ficht»L «S abzuk?*' .IKM* andienst? MM» nanda>? Ä| Rest«»? lia' efanl :onl ä��r, % % chwr«� k»87. Do««erstag. de« 6. Dezember 1888. S. H»b»U« SerlimMM Brgan für die Interessen der Arbeiter. Da»„Berliner Volksblatt" Meint täglich Morgens außer nach Sonn- und Fcfttagen. Abonnementspreis für Berlin frei hauS vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 4 Mark. Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Vlatt" 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1888 unter Nr. 849.) Jusertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag» m der Expedition, Berten SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen.—«• Redaktion: Keuthstraße Ä.— Expedition: Zimmerstraße 44. Die Kolonialpolitik. », Von allen Seiten ist die Kolonialpolitik des Deutschen Wichet angegriffen worden und auch in den Etativerhand- ÄNt des Reichstage« hat es an scharfen Vorstößen gegen nicht gefehlt. Die Vertheidigung wurde von den jWnuvgimännern, sowie von den Patronen deS Deutschen •Wottialoerem« und der Ostafrikanischen Gesellschaft nur Wvach geführt, weil eben die kümmerlichen Erfolge, welche � Kolonialpolitik aufzuweisen hat, nicht zur Vertheidigung �selben dienen können. Man ist sich nachgerade darüber geworben, daß e» nur die g r o ß e n H a n d e l S» '�rr en und Kapitalisten sind, die ein wirkliches �tereffe an jenen Unternehmungen haben können, und diese haben schon niederschlagende Mißerfolge erfahren "üssen. Da nun eine Vorlage der Regierung über Ostaftika ?»warten steht, so muß man sich fragen: Was kann die Gerung bezwecke««ollen? . Wenn sie eine G e n u g t h u u n g für die in de» An- gelungen der Deutschen ostasrikanischen Gesellschaft vir- %% Gewaltthaten erlangen will, so werden die eigent- Schuldigen nur schwer zu erreichen sein. Man kann Me Dörfer in Brand schießen, und die Eingeborenen, die Jp« zu Grunde gehen, sind eS nicht gewesen, welche die ?»de an den deutschen Kolonisten verübt haben. Die z�plschuld an den ganzen traurigen Ereignissen hat ohne Deisel der Sul.tan von Sansibar auf sich ge- . jj- �e«, dessen trügerische Manipulationen bei der Ab- im j der Küstenstriche wir schon wiederholt gekennzeichnet lord-��. f»:..1* w ist seltsam, wa« alles von den Kolonialschwärmern � der Regierung verlangt wird. Da» Zentrum hat einen Antrag behuf« Unterdrückung der Sklaven- !*ide» und de» Negerhandel« eingebracht. Für versteht ei sich von selbst, daß wir die entschiedensten �ner alle» Menschenhandels sind, auch da, wo er an Ederen Stellen und in andere» Forme« als Afrika betrieben wird. Aber in diese» Tagen geberden N eine Menge von Leuten, als ob die Abschaffung de» �»Handels für un» da« Wichtigste auf der Welt wäre, r«be als ob in unserem Vaterlande sich Alle» in � schöner Ordnung befände und eine so große �medenhest herrschte, daß wir un» nur noch um jMärtege Angelegenheiten zu kümmern brauchten. Da» Uhr M "dS l!rJ W Z Ä $ bJ&S nds SV. %Hr Wittige lösche Reich" hat mit England einen Vertrag bezüglich t'4 BlokadeversahrenS zur Unterdrückung de« �»Handel» an der ostafrikanischen Küste abgeschlossen. «nv damit wäre vorläufig einmal genug geschehen, ,Mn kann in aller Ruhe abwatten, welchen Erfolg da» We fofiem habe» wird. Ohnehin ist die Sache nicht so ■ als man sich manchmal am Schreibtisch vorstelle« JeuMelon. Paskolnikow. [28 $ Verl n-t-r-'A tri«" � Roma» von F. M. Dostojewski. � dem Russische« übersetzt von Wilh. Henckel. 4 JJWolmloro selbst lag die ganze Zeit über schweigend W". Kh den Eingetretenen starr und anscheinend ge- �Cv. Sein Geficht war außerordentlich blaß und - als oh er soeben eine qualvolle Operation oder eine "W verstanden hätte. Der eingetretene Herr zog aber iL.'I,tht seine Aufmerksamkeit auf sich; eS begann sich kqP"n Gefühl der Unruhe, de« Mißtrauen« und fast Jkitic. Furcht zu regen. Nachdem Sossimow, auf ihn fe ÄK g-sagt hatte:„Da- ist Ra«koln,kow" erhob er ®le w. ane aufspringend, setzte sich auf« Bett und a«t herausfordernder, aber schwacher Stimme: .». 3»! Zch bin RaSkolnikow! Wa« wollen Sie? MoüT East blickte ihn aufmerksam an und sagte mit . Rackdruck: Uf�.P«er Pettowitsch Lushi«. Ich habe die begründete S büt|i'e baß mein Name Zhnen nicht ganz unbekannt hks�j�asfoinckon), der etwa« ganz andere« ermattet �nk�'e. sah ihn, ohne zu antwotten, stumpf und hvre ai1' � 2ushmS Namea zum ersten Sollten Sie bi« jetzt noch gar keine Nach 'ieve�psangen haben?- fragte Peter Pettowitsch, un- k ttj i berührt. JK S1 � antworten, ließ sich RaSkolnikow Wiederaus« st-ckte die Arme unter den Kopf und stierte J»! tz°n. Auf Lushin« Gesicht drückte sich Verlegenhett 'htn w 5� und Rasumichi» blickten thn neugtertg an wurde unbehaglich. mag. Die Disposittonen der Blokadegeschwader habe« wegen der Beschwerden, die da« Klima und die unaufhör- liehen Regengüsse verursachen, abgeändert werden müssen und die Wirkungen de« Fieber« haben sich sehr bedenklich gezeigt. E« ist also nicht so einfach, inOstaftika eine große Aktion zur Unterdrückung de« Sklavenhandels zu organisiren, wie die Herren vom Zentrum zu glauben scheinen, welche e« gar so eilig haben, Afrika für„christliche Gesittung" zu gewinnen, wie e« in ihrem Antrage heißt. Der mtli- tärische Aufwand kostet in Europa gerade genug, so daß für Ostafrika nicht viel übrig bleibt. Aber wenn die Herren vom Zenttum für„christliche Gesittung" in Aftika wirken wollen, so möge« sie darnach streben, dem Verttieb von schlechtem Sprit nach Afrika Schranken zu ziehen, welcher die Neger in Massen korrum- pitt und entnervt. Man weiß wirklich nicht, wa« schlimmer ist: der Negerhandel, welcher die Neger zur Waare degraditt, oder der Spiritushandel, welcher sie zu Trunkenbolden und verthietten, blöden Geschöpfen macht. Es sind sonst, recht„chttstliche" Leute, welche denSprit nachArftika impottiren, und sie ruiniren dott die Kraft und die Gesund« heit der Neger mit derselben Seelenruhe, mit der m Nord- amettka die Indianer durch das„Feuerwasser" der Ameri« kaner und Engländer, in China große VolkSmassen durch da« englische Opium ruinirt worden sind. Die„Kultur« Missionen", die der H a n d e l unternimmt, sind un« immer etwa« zweifelhaft erschienen, denn der unverhüllte EgoiSmu», der stets mit dem Handel verbunden ist, schließt alle idealen Bestrebungen bei seinem Vordttnaen in fremde Gebiete auS. Uebervortheilung und Gewinn sind die Leit- sterne de« Handel«. Wir beschweren un« nicht minder über die Korruption der Neger durch den SchnapSexpott, al« über den Sklavenhandel. Ja, was kann man da mache»? wird man un« antworten. Nun, wir glauben schon, daß man nicht viel mache» wird, wenn man auch manche« machen könnte. Aber man rede nur nicht immer so viel von der„christlichen Ge- sittung", die man verbreiten will, während man nicht den Willen hat, der Verderbniß zu steuern, die der deutsche Fusel unter den Negern anrichtet. Unter diesen Umständen kann man nicht energisch genug Front machen gegen die Bestrebungen derOstafrikani- schen Gesellschaft, die immer noch hofft, die M i t t e l de« Reichs für ihre Kolonialunternehmungen heran- ziehen zu können. Die Gesellschaft ist der Meinung, e» fände sich im Reichstage eine Majorität für ihre Pläne. Das glauben wir nicht. Wenn auch viele Abgeordnete zu de« Kolonialschwärmern gehören, so wird die Majorität doch sich besinnen, ehe sie die Kasse de« Reiche« für die phantastischen Projekte der Herren Peter« und Genossen öffnen wird. Die Ostaftikanische Gesellschaft will vom Reiche ein Darlehn von zehn Millionen Mark — Zch setzte voraus und rechnete darauf, begann er wieder, daß ein Brief, der schon vor über zehn, ja wohl am Ende schon vor vierzehn Tagen abgesandt worden ist... — Hören Sie mal, was bleiben Sie denn so da an der Thür stehen?— unterbrach ihn plötzlich Rasumichi»; — wenn Sie eine Erklärung zu machen haben, so setze« Sie sich doch, für Sie und Nastaßja ist'« dort zu eng. Nastaßjuschka, mach Platz, laß ihn durch! Trete» Sie näher, da ist ein Stuhl, drängen Sie sich nur durch! Er rückte seinen Stuhl vom Tisch ab und drückte sich selbst etwa» zurück, um dem Gast die Möglichkeit zu geben, sich hindurch zu quetschen. Dieser konnte nicht gut refüsiren und drängte sich daher, so gut e« gehen wollte, hinein. Als er den Stuhl erreicht hatte, setzte er sich und schaute Rasumichi» fragend an. — Sie brauchen sich übrigen» nicht zu gemren, platzte dieser lo«,— Rodja ist schon seit fünf Tagen krank und hat drei Tage phantasirt, jetzt ist er übttgenS wieder zu sich gekommen und hat sogar mit Appetit gegessen. Jener da ist sein Arzt, der ihn eben untersucht hat. ich aber bi« sein Kamerad, auch ein Ex-Student, und pflege ihn jetzt; also achten Sie nicht auf un« und geniren Sie sich nicht, sondern fahren sie fort. �,._, — Ich danke Zhnen. Falle ich auch dem Kranken durch meine Gegenwart und mein Gespräch nicht vielleicht zur Last?— wandte sich Lushin an Sossimow. — Oh nein, brachte Sossimow langsam hervor,— Sie werde» ihn sogar damit zerstreuen;— und er gähnte Oh, er ist schon längst wieder bei Besinnung, seit heute früh! fuhr Rasumichi» fort, dessen Familiatttät so ungekünstelt und bieder schien, daß Lushin sich wieder be« ruhigte; vielleicht auch deshalb, weil dieser freche, zerlumpte Mensch sich al« Student vorgestellt hatte. — Zhr Mütterchen... begann Lushin. — Hm! ließ sich Rasumichi» vernehmbar hören. Lushin schaute ihn fragend an. haben, da« mit 3'/- Prozent verzinst werden soll. Aber die Geschäfte, welche diese Gesellschaft bi« jetzt gemacht hat, find keine sonderliche Garantie für die Vottrefflichkeit dieser Kapitalanlage und e« gehört eine feste Stirn dazu, nach der Katastrophe in Ostaftika mit einem solche» Verlangen an da« Parlament zu kommen. Man denke an S a m o a. Wir hoffen, daß der Reichstag denn doch die Interessen der Steuerzahler wahren und die Herren Peters und Genossen auf ihren eigenen Geldbeutel verweisen wird. N«t»r Krrufnng auf§ 11 des Preßgesetzes und mit Bezug auf den Atttkel„Der Offenburger P-ozeß und der§112 der Strakvrozeßordnung" in Nr. 253 unseres Blattes ersucht uns die Offenburger Staatsanwaltschaft um Aufnahme folgen« der Berichtigung: „1. Es ist nicht wahr, daß die bei Dr. Walther auf der Brandeck vorgenommene Durchsuchung kein Ergebniß baffe. 2. Es ist nicht wahr, daß Adolf Geck in der Untersuchung gegen Klein und Gmoffen verhaftet worden.?? 3. Es ist nicht wahr, daß die Staatsanwateschatt die Un« drauchbarkeit der Aussagen de« Josef Klein zuge« geben hat. 4. Es ist nicht wahr, daß Josef Klein fich im Zustande vollständiger Unzurechnungsfähigkeit oder im Zustande von Unzurechnungsfähigkeit überhaupt befand oder dem Wahnfinn nahe war. 5. Es ist nicht wahr, daß außer den Angaben des Josef Klein keine Beweise gegen die übrigen Angeklagten vor» lagen. 6. Es ist nicht wahr, daß die Strafkammer die Angeklagten wegen gänzlichen Mangels an thatsächlichem An« klagematerial freigesprochen. Offmburg, 30. November 1888. Gr. Staatsanwalt. Leipheimer." Wir kommen auf diese„Berichtigung" noch zurück. GriglUllk-Konespollämzeu. Zürich, 3. Dezember. Die unglückliche„politische Polizei" wandert in der ganzen Schweiz in allen kantonalen Rathssalen hemm. Bekanntlich ward die erste bezügliche Interpellation von Advokat v. Arx in Solothmn gesteM. Es folgten dann hintereinander solche Interpellationen in Basel, Appenzell, Zürich, Thurgau und in den letzten Tagen in Bern und Luzern. Mit Ausnahme von Bern wurde von Seite der de» antwortenden RegierungSver'reter überall erklärt, daß man fich nicht veranlaßt gesehen hat, auf das mysteriöse Kreisschreiben in denen die soziale Organisation ausländischer Staaten besprochen wird, überwachen sollen. Doch betonte auch der Bern'sche Regierungsvertceter, daß fie die bloße, theoretische Diskussion über die soziale Organisation aus« — Nicht«,... das war blo« so; fahren Sie nur fort... Lushin zuckte die Achseln. — Ihr Mütterchen begann noch während meiner bor« tigen Anwesenheit einen Brief an Sie. Nachdem ich nun hier angelangt war, ließ ich absichtlich noch einige Tage ver« steichen, ehe ich zu Ihnen kam, um vollkommen sicher zu sein, daß Sie bereits von allem unterrichtet seien; aber jetzt sehe ich zu meinem Erstaunen... — Ich weiß, ich weiß schon! sagte RaSkolnikow mit dem Ausdruck de« ungeduldigsten AergerS,— Sie sind der Bräuttgam, ich weiß schon! Genug! Peter Petrowitsch fühlte sich entschieden beleidigt, schwieg jedoch. Er strengte sich an zu begreifen, wa« das wohl alle« bedeute» könne. Da« Schweigen dauerte eine Minute. Unterdessen begann RaSkolnikow, der sich bei seiner Antwort wieder etwas umgewandt hatte, ihn auf« neue auf- merksam und mit einer gewissen Neugier anzuschauen, al« ob er ihn vorhin noch nicht genügend betrachtet hätte, oder al« ob ihm»och etwas neues aufgefalle» fei. Wirklich Lushin« Aussehen verrieth den„Bräutigam".- wie ihn RaS« kolnikow soeben verächtlich genannt hatte. Er hatte die Zeit benützt um sich in der Residenz von Kopf bi« zu Fuß neu zu kleiden; alles war eben erst vom Schneider gekommen und war aufs Feinste gemacht, nur zu neu war alle« und verrieth daher zu sehr den bestimmten Zweck. Auch der ganz feine, neue, elegante Zylinder stand damit im Einklang, ebenso die reizenden lila Handschuhe von Zouvin. In Lushin« Anzug prävalnten helle und jugendliche Farben, er war mit der feinsten und neuesten Wäsche versehen und e« stand ihm alles vorzüglich. Sein Geficht, das frisch und nicht unschön war, sah jugendlicher aus als fünfundvierzig. Die Haare hatten zwar einen kleinen Anflug von Grau, waren aber beim Haarkünstler gekämmt und gekräuselt, übrigen« nicht auf die gewöhnliche lächerliche Weise, die ein dumme« Aus« sehen verleiht. Wenn also in dieser ziemlich wohlgebildeten und soliden Physiognomie etwa« Unangenehme« und Ab»
roärtifier Staaten nicht behindern wollen. Darnach wäre die ergriffene Mahregel der Bernischen Regierung nur gegen die Propaganda der That gerichtet. Somit hätte der Bundckrath mit seiner Altion bei den kantonalen Regierungen Fiasko gemacht. Da ist es auch ganz natürlich, dah in einer solchen Situation die Begeisterung der freistnnigen Parteien für Zentralisation auf Nullpunkt gesunken ist. Die Frage der eidgenössischen Verfassungsreoiffon soll ihre Lösung nicht durch die Volksinitiative, sondern durch die Bundesversammlung finden. Im elfteren Falle wäre die Sammlung von 50000 Unterschriften für das bezügliche Begebren nothwendig gewesen. Obwohl diese Unterschristmzahl zweifellos in kurzer Zeit erreicht werden wäre, wurde davon Abstand genommen und soll durch Einreichung von Petitionen der Bundesversamm« lung Gelegenheit gegeben werden, ihre volksfreundliche und freiheitliche Gefinnung zu detbätigen. Eine solche Petition mit einer längeren, vorlr.fflicken Metioirung ist bereits aus dem Kanton Graubünden nach Bern abgegangen. Folgende vier Forderungen werden aufgestellt: 1. Uebetragung der Wahl des BundesratheS auf das Schweizer wik und Beschränkung der Wiederwähldarkett der Bundesräthe. 2. Ersetzung des fakultativen durch das odligatoristche Refc- rendum für alle Bundesgesetze wichtiger Natur und für Staats- Verträge. 3. Ergänzung deffelben Artikels, Einführung des Gesetzes» vorschlagsrrchtes des Volkes(Initiative). 4. Unzweideutige Gewähmng des Rechtes des Volkes zur Andegehrung und Äeschließung einer Partialrevifion der Bundes- Es muh abgewartet werden, ob die Bundesversammlung diesem Begehren Folge leistet! tbut fie es nicht, so werden vorauefichtlich die 50 0C0 Unterschriften unverzüglich gesammelt werden. An Stelle des verstorbenen BundeSpräfivmten Herten- stein, welcher der ltderal-lonseroativen Partei angehörte, dürfte der Demokrat Waltber Hauser, Mitglied der Zürcherischen Regierung und des Ständcraths, gewählt werden. Mit ihm käme in den Berner Bundespalast wohl wieder etwas frisch« Freifinn, ein Artikel, an dem dort kein Uednfluh zu sein scheint. Der schweizerische Grütliverein zählt gegenwärtig 309 Sektionen mit zirka 15000 Mitgliedern. Die sämmtlichen Bibliotheken der Sektionen enthalten ca 40000 Bände. Welch' humane und christliche Anschauungen in den„besseren" Kreisen der Schweiz gegen die Armen herrschen, mag folgende Notiz beweisen, die wir dem„Aargaucr Anzeiger" entnehmen: ,,M
•""«g nehme Aufga! rich der le, vobtthäti: ÄÜ? I?;« zu No Amtlich k Arbeit erftl deren i Li i ML l, toffi«. 9 fe® Sie de �weniger anoerc ver o« vre ernre iöö» mrioeiirmmeno tji, ,» dem Durchschnitt der Jahre 1878 bis 1887 veranschlagt. w'M»g?1.«.-» erheblich hinter den gezablten Preisen zurückbleibt. Die Msij' Wj stetgcrang kommt allenthalben auch in den Brotpreisen be«® zum Aue?ruck. Wer aber bish« die Darstellung v«sucote, M an der Steig rung des Brotes nur die Bäck« schuld seien. dmch den Etat selbst eines And«m belehrt. Hin zeigt st» eben, daß die Naturalien selbst, ehe fie zur Veimahluna komnA bereits«Kedlich! Hemer als früher find, in einzelnen Fällen zu 20 Prozent. Gegen die Innungsprlvilegie« in Bezug auf# Halten von Lehrlingen richtet fich eine Petition des Gewem' veieins in Halle a. S. an den Reichstag. Die gch.i(% innung in Halle habe bei einer ganz geringen MitgliedelB dieses Pttvilcgium«langt, obwohl cinsthafter Weise von ebo „bewährten Thätigkeit dieser Innung auf dem Gebiete � Lehrlingsw, sens" nickt die Rede sein lönne. Die gleich� priollfgiite Baugewecksinnunz ist rücksichtslos gegen bewü?» Gewerksgenoff n vorgegangen, um denselben das Hallen Lehrlingen unmöglich zu machen. In dieser Baugewerlsimv« aber hielten einzelne tonangebende Mitglieder Dutzende Lehrlingen, außer allem V«hältniß zur Zahl der Geselle». deren Ausbildung fie stch bei dem Umfange ihres(3eß% notorisch weit wenig« bekümmern, als die i» dcr AusdUl� tüchtiger Gesellen und Lehrlinge bewährten älteren Getvo? genossen, welch: d« jetzigen Innung nicht beigetreten find,«r Lehrlinge nicht weiter annehmen dürfen. In zahlreiche« ijr nungen find Elemente bevorrechtete„Jnnungemeist«" gew«*» welche wev« Gesellen- noch Meisterprüfung abgelegt,»st#? nickt einmal ihre L-Hrzeit ordnungsmäßig auszehalten b*": während gerade alte, geprüfte Me st« den neuen Jnn� fern bleiben. ,.KSnia»tre«r" und„dentschnattonale" Arbeit« %% ?Wen1 Letten fei wolle rss OitaH I im M Bode Ü >•«lfl sind nc vtt-i.llo«ng'n. Nachdem in octIm, Breslau. Liegnitz..>?? der O.ffntlichkett, die Gründung sogenannter(än'L —Mf-'-i-u-Ä, Vit ignuuvung lügenannKi f-yw Kk T,' treuer Ardeiteroernne vollzogen ist, bat man neu«dings«uo" fc�die Ents Ausschluß treuer Arberniviniu- uuujugen in, cur man neuer enngn u-— w»i Hannover versucht, unter dem Namen„Deutschnoiio"� iüffne Ben Ardeiterdund" etwas ähnliches ins Leben zu rufen, t am Freitag Abend von einem Herrn Majewski einbeW /fi Versammlung waren ungefähr 1500 Personen erschien».* wurde aber, bevor man noch von den Statuten des* iw.u rc ÄS ""igen Hai Sa eUndigu vroklamii �-»Haltung genommen, die Beziündung deffelben V reii s Kenntniß gelehnt. a Zlnter äußerst schwere««»dvrtvweb»» hat fwr auch das Organ d« Münchener Kattelltnuder. die Nach richten", ihr Unheil üb« den Sozialisten-rozeß u#, 29. November zu Stande gebracht:„Das Unheil, welibs» 2. Noacmbcr vcm Landgericht München I Im letzten(e# fefctn G-Heimbundprozeß gefällt wurde, liegt uns tut mm � Wonlaute vor. Dasselbe ist zwar von Seite der Staats' Anhoben. «btt Gm en «t Ct der tfag w SS&ä sckaft durch Revision angefochten und deshalb noch nickt t'fli kräftig geworden; allein da die Revision fich nach ges% iiuiiig gca-mucn, uuem uo vre vrevrnon nw naw tut jur* Vorschrift nur auf etwaige Formfehler und juristische Un% leiten, nicht ab« auf Bemängelung d« im Utiheil sestgemfS Thatsachen erstrecken darf und kann, so läßt stch jetzt(e% ganz: Proz ß in Bezug auf die durch denselben llar 0« Thatsachen als ein adgeschloffencs Ganze d.trachtm. Und auf die juristische Seite der Sache, sondern nur auf die fachen und die hieraus fich«gebenden Schlußfolgerungen'v es der öffentlichen Meinung und ihrer V«tret«!n, dtt+ ankommen. Diese Taatjachen und Schlußfolgerungen» find wichtig und dedeutend genug, eine näd.re Betrav Tj rechlfeltigcn. Den Angellagten und, wie wir% zu von Hallunken vordrängen, aber Tüchtigkeit fehlt entsch'� Tüchtigkeit findet man noch sehr selten. — Zch bin mit Zhncn nicht einverstanden, Peter Petrowitsch mit sichtbarem Behagen;— eS giev'� dings Uebertreibungen, Unregelmäßigkeiten, man muß � auch nachsichtig sein. Ueb«treibt man, so zeugt das. für einen zu großen Eis« und von ein« falsch« W j) in der sich unsere Angelegenheiten befinden. Ist Wir i � jj» nur noch wenig geschehen, so war ja auch die Frist � kurz, um mehr zu leisten. Von den Mitteln rede ichJV mein« persönlichen Ansicht nach ist, wenn Sie wollen, e� bereits gethan; es sind neue, nützliche Ideen verbreitet, yji nützliche Werke, im Gegensatz zu den früheren, schw��p schen und romantischen erschienen; die Literatur* eine reifere, solidere Richtung an, viele schädliche Voru' � sind ausgerottet und lächerlich gemacht.... Mt' Wort, wir sind von d« Vergangenheit eadgrltig loS(ß" und das ist mein« Ansicht nach schon etwas....W — Auswendig gelernt,.... um sich zu empstii rief RaSkolorkow plötzlich. f — Wie? fragte Pet« Petrowitsch, d« nicht hört zu haben glaubte, bekam ab« keine Antwort. "nd bei, kraft für "«ü am )as O b e jMutsankau W einziger , h Werft P Di- Sä? H r°'ch b, "rge S _ ei Thci! kr»? daß — Das ist alles ganz richtig! beeilte sich einzuschalten., — Nicht wahr? fuhr Peter Petrowitsch fort, freundlich anblickend. Auch damit werden Sie einven. sein,— wandte er sich an Rasumichin, diesmal I« � einem gewissen feierlichen und gönnerhaften Ton, be»»" er sogar hmzugesügt„junger Manu"— daß ei» vS0�/ oder wie man sich jetzt ausdrückt, ein Progreß, westgl � dem Gebiet der Wissenschaften und der ökooom>IE rechtigkeit existirt... — Redensarten!.u» K — Rein, keine Redensarten! Wenn man spielsweise bisher sagte:„liebe deinen Nächste«" stV dies Gebot befolgen wollte, waS entstand daran«! f.i.____ c__ a»«' Peter Petrowitsch mit übergroßem Eis« fort"0-� meinen Mantel in zwei Hälften, um ih««" J;% Nächsten zu th eilen und wir blieben beide halbnackt, russischen Sprichwort:„Wer zwei Hasen nachjaö- A mt
-sfiondi- »um p Rrflnlw werdw, liegt. i Finanz« jÄ eine ; Gegen ist M liebe II«' Prozck :«„mW )tt gegen nflHA« ic für die Rogg«. Et-tej-dr nack de« 1887 N 35. Slr-t AZ 0,41)% m Mon� M fcn de«i» ucpfe, M a komniZ Fällen W fflcmcfi* SchneltZ ölicdeq-Z von evn Ä :Iten � erlsinWiK tzende '«Z luSbW find. � eicke« m Jnnuns» H üK: K tttmgflL» aatban% H festa-'t� St i« lar gel«K UnveZ .f di-P 'TM S&jj :D 4 illen, m ZK LZ ; e'mpf-� icht reih� � i bgen dürfen, dem öffentlichen Rechtsbewußtsein 'ck das freisprechende Urtherl Genugthuung ge« _ und das stets dewährte Vertrauen, welches das bayrische M für die bayrische Gercchtigkeitspflege erfüllt, hat auck in WM Prozesse keine Enttäuschung erfahren." Die„N. N." Wen ihre längeren Ausführungen mit folacnden für die »semmtpolizei beherzigenswerthen Worten:„Jedenfalls aber 7 wir überzeugt, daß aus dem letzten Sozialistenprozeß und Za richterlichen Beurtheilung die Polizeioderleitung Vcran- ?wig nebmen wird, sie an die wahren, nützlichen und wür« � Aufgaben ihres Amtes zu erinnern. Tann wird dieser der letzte seiner Art und sein Ergebniß endlich doch noch whlthätiaes und erfreuliches gewesen sein." ..«ine Interessante predigt, welche auch für weitere Jwe Interesse erregen dürfte, hielt am Bußtage der Orts» r-R zu Nossen in Sachsen. Er sagte:„Die heutige Predigt 'tyentlich keine Predigt, sondern eine Betrachtung der Lage Arbeit erstandcs. Da find z. B. die Weber; die Maschine r®' deren Löhne herunter und macht sie brotlos. Es wird geklagt, daß Ueberproduktion herrsche, daß aber daran e ifadrikherrcn selber schuld find, geben diese nicht zu. Sie rJMfn immer nicht genug gemacht bekommen. Alle Tage Mn Preise ausgefchricben, die Maschinen immer besser und „..»-.-„.get zu machen, um dadurch immer billiger fabrizirm 7 waren. Wir haben vor kurzem in unserer Nähe in Zella Dampspfl ig arbeiten sehen, Sie alle find hinausgegangen, * dies« Maschine anzustaunen. Gehen Sie jetzt hinaus und Mi Tie den Herrn von Zella, wie viel Arbeiter er nun da- weniger braucht. Und diese Gier nach immer mehr Arbeit » immer weniger Händen, die fortwährende Herabdrückung �«'deitslohnes, sie zwingt die Arbeiter, jede Spanne Zeit Awutzen, damit die Familie keine Nolh leide. Ihre häus« %«rdeit müssen ste Sonntags verrichten, mithin können fie aicht zur Kirche kommen. Wir wollen heute dlos durch tioffen gehen, wie viele Meister und Gesellen werden wir Odetten sehen; aber fie find dazu gezwungen, wenn fie durch« Zpn wollen." Dies und ähnliches sagte der Herr Pastor, S, � fürchten gar sehr, bei„seinen" Zuhörern ist es auf N Boden gefallen. w»« deutsche Lberseeische Auswanderung über deutsche Antwnpen, Rotterdam und Amsterdam betrug im Monat Ly* 1888: 9754 und in der Zeit von Anfang Januar bis Moder 1888: 39 785 Köpfe, Im gleichen Zeiträume der M- wanderten aus: 1887: 9793 bezw. 90 556. 1886: '«1». 70 841 und 1885: 8999 bezw. 100031 Personen. &** Glsass-Lothrivgrn» 3 Dezember. Dem„Lorrain" ,,T sted neuerdings ausgewiesen worden: die Henen > f"rä Barths in Hattigny(Kanton Lörchingen) und Pierrot, früherer Anwalt, der einen ThcÜ des Jahres in Deutsch- ■"""igen zuzubringen pflegte. Auch dem penfionirtcn ftan« !n Aeieral MSna, welcher in Heming(Kanton Lörchingen) Unzen hat, ist die Aufenthaltserlaubniß entzogen worden. n«? f e r h a u s. Fergusson erklärt, auf die Depesche ch« n l i s b u r y' s vom 29. Oktober, betreffend das Durch- «izßrecht und die AnHaltung von Schiffen, sei von der tz «. q-'l�en Regierung noch keine Antwort eingelaufen. Aus »AMndigung in der heutigen amtlichen„Gazette" sei aber �'ich, bay die gewöhnliche Blokade an der ostafrikanischen � vrollamirt ist, wodurch das Recht der Durchsuchung und �Haltung von Schiffen, welche dieselbe verletzen, gewährt »h T Der Staatssekretär des Krieges, S t a n h o p e, er- fj die Entsendung englischer Truppen nach Suakim sei auf fßjwue Verantwortlichkeit der Regierung erfolgt Die Mili- "Wörden in Egvvten hielten die Stteitkraft für diesen Zweck Zureichend. Militärische Ratbgeber hätten jedoch Vorstell- 1*7«Hoden, infolge dessen sei nach Egypten telegraphitt wor« O»bei Grenfell's letzte Depesche habe desagt, er sei mit der Wattigen Slreitkralt des Erfolges ficher. Churchill dcan« Ä�dte Vertonung des Hauses, um gegen einen übereilten yitei der Unzulänolickkcit der Streitkraft»u protestiren. wirv nach LZsiündiger Debatte mit 231 gegen 1S9 Wtm abgelehnt. Im Laufe der Debatte beklagt Stanhove» i?Ehurchill die Regierung von seiner Abficht nicht informirt und betonte, die Behörden in Egypten erachteten die Alraft für genügend, die Vorstellung von Militärbehörden V> er't am Abend zugegangen. Lfas Oberhaus nahm die zweite Lesung der irischen Mutsankaufebill an. Die dritte Lesung der Eidesbill .Lohne Abstimmung defintttv angenommen. xy'c vor einigen Tagen in London vollzogenen allgemeinen L»lraths wählen, über die wir deieits kurz berichtet � haben deachtenswerthen Aufschluß über die gegenwärtige ev bish� ;rist" aa» ten" -'S 0 , Sv V"' WvlU�t Uli«. S&f&m VVII»' _«Jache wohnen; nicht wahlberechtigt find namentlich alle «ther. Der Londoner@ Allrath desteht aus 55 Mit« liJ'®«I4e listenweise in 11 Wahlbezirken gewählt werden. 'Üble Zahl der zu wählenden Mitglieder für die einzelnen — JU? Die Wissenschaft dagegen lehrt: liebe vor . Zuerst dich selbst, denn alles in der Welt ist auf �Rfönliche Interesse basirt. Wenn man nun in erster selbst liebt, so wird man seine eigenen Angelegen- l(iL9ni besten ordnen und eines jeden Mantel wird ganz i•• Die ökonomische Gerechtigkeit aber fügt hinzu, We Mehr es in der Gesellschaft gut geordnete Einzel- Senheiten, sozusagen„ganze Mäntel" giebt, desto mehr � Jy Grundlage» vorhanden, und desto mehr wird "fe? Allgemeinwohl gesorgt sein. Folglich, wenn ich und allein ausschließlich etwas für mich erwerbe, so 'ch dadurch gleichsam auch etwas für's Allgemeine kS dahin, daß mein Nächster schon einen etwas �? Thcil des allgemeinen Mantels und zwar nicht von �dthäiigkeit der einzelnen Privatperson, sondern au» Ä ,?etfluß Aller erhält. Der Gedanke ist einfach, nur Zeit hindurch vom Zdealitätsschwindel und der �»li» b°'sterei verdrängt worden und doch ist eS äugen- " daß eS nicht viel Scharfsinn braucht... (Fortsetzung folgt.) .&** Kunst und Zebe«. NlOU« au» Gifersucht find nicht blos das Vorrecht der um'env unter den zivilistrten Nationen, sondern kommen Wilden vor, wie ein aus Neuseeland einlaufen- llhrt. Einige Tagereisen von Auckland mtfernt, ein neuerdings ausblühender Badeort, Te-A�ha, ?be fich ein ziemlich beträchtlicher Stamm der Mao- mtvohner von Neuseeland, anaefiebelt hat. Ein dort zuk Mischer schildert nun in einem der„Tgl. Rund- svi,.5�fügung gestellten Briefe den erwähnten Zwei- PO"bkrmaßen:„Vor einigen Tagen besuchte mich ein [.Mltteger, der fick mit mir bereits seit einiger Zeit w,'' und mir vielfach interessante Aufschlüsse über und Eigenthümlichkeiten seiner Landsleute gegeben £!n,Q' lud er mich nun ein, einem Zweikampf beizu« öwischen zwei junaen Häuptlingen seines Stammes chie il. werden sollte. Die Veranlassung zu dem Streit 'UNge Maori'Schöne gegeben, um deren Gunst fich Bezirke verschieden, die City, Southwark, Greenwich und Ost- Lambeth haben nur je 4, Ftnsbury, West-Lambeth und Mary- ledone je 6 bezw. 7, die übrigen je 5 Mitglieder zu ernennen. Das Wahlsystem ist ein recht wunderliches, indem der Wähler eines Bezirks seine 4 bis 7 Stimmen nach Belieben auch auf einen einzigen Bewerber vereinigen kann. Die Minderheits- Parteien pflegen deshalb in den einzelnen Bezirken nur soviel Kandidaten aufzustellen, als fie mit Hilfe solcher Stimmen- Häufung glauben durchdringen zu können. So hatten die So- zialisten 1885 nur je einen Bewerber in vier Bezirken und erzielten insgesammt 8532 von etwa 1700 Wählern abgegebene Stimmen. Heuer hatten fie in fieben Bezirken je einen Be- werber und erhielten insgesammt 49 830 von etwa 10000 Wählem abgegebene Wahlstimmen. Frau Annie Besant und Herr Headlam wurden gewählt, die elftere an der Spitze der Liste ihres Bezirks(Tower Hamlets). Außer ihr werden noch drei radikale Damen im Londoner Schulrath fitzen: Erau Ashton Düke, Frau Maitland und Fräulein Davenpott- ill. Außer Herrn Headlam gehören von den 20 Reverends (Predigern) des neugewählten Raths noch 6 zur fortschrittlichen Opposition, welche im Ganzen 24 Mitglieder umfaßt gegen 19 im Jahre 1885. In dem Programm, auf Grund dessen Frau Besant und Herr Headlam zu Mitgliedern der Londoner Schul- Verwaltung ernannt wurden, wird verlangt: Unentgeltlicher weit- licher, gewerblicher Schulzwang für alle Klaffen; volkstbümliche Aufficht über alle aus öffentlichen Mitteln unterstützten Sckulen; Einrichtung von abendlichen Fottdildungsklaffm in allen Schul- rathsbezirken; Offenbaltung der Spielplätze zum freien Gebrauch für alle Kinder während der Abende und Feiettage; die Schulen sollen den Einwohnern für öffentliche Versammlungen zur Ver- fügung stehen; dedürftigen Kindern soll täglich ein freies Mit- tagsmahl verabreicht werden. Der Angelpunkt dieses Programms ist die geforvette Verweltlichung der Schule, für welche in dem bibelfesten England außer den Sozialisten nur noch die frei- denkerischen Radikalen eintreten; Uncntgeltltchlett des Schul- Unterrichts, Schulzwang und die übrigen Forderungen bis zu dem freien Mittagsmahl werden auch von den gläubigen Radikalen und einem großen Theil der Liberalen getheilt. Den Freitisch will man zunächst durch freiwillige Gaben ein- richten. Die letzte Sonnadendsitzung des Hauses der Gemeinen wurde mit einer kleinen Szene erööffnet, in der der erste Lord des Schatzamtes, der radikale Abg. Graham und der Sprecher mitspielten. Cunningbam-Graham richtete an den ersten Lord des Schatzamtes Smith die Frage, ob er vor dem Ende der Sesfion einen Tag bewilligen würde für die Erörterung des von dem Mitglied für Dudley(Brooks Robinson) angemeldeten Antrages betreffs der Ketten- und Nägelmacher in Cradlcy Heath(deren traurige Lage der Arbeiter- statistiker des Handelsamts, Mr. Burnett, jüngst in den düsterstm Farben geschildert hatte). Smith antwortete, die Angelegenheit findet die ernsteste Aufmerksamkeit der Regierung, aber er könnte keine anderen Vorschläge mit BeM auf den Gang der parla- mentarischen Geschäfte machen. Graham: Der sehr ehrenwerthe Herr hat meine Frage nicht deantwortet. Ich fragte, ob er Leichtigkeiten gewähren würde für den von dem Mitglied für Dudley angemeldeten Antrag. Wenn er dies nicht tfmn will, muß ich sein Vorgeben als ein unehrenhaftes Manöver ckarakterifiren.(Laute Rufe„zur Ordnung".) Der Sprecher: Das ehrenwerthe Mitglied deträgt fich in höchst unparlamen- tarischer Weise, indem es fich einer derarttgen Sprache bedient. (Rufe„Zurücknehmen".) Graham: Ick nehme niemals etwas zurück. Ich sagte, was ich meinte.(Rufe„zur Ordnung".) Der Sprecher: Ich muß den ehrenwerthe» Herrn ersuchen, seine Wotte zurückzunehmen. Graham: Herr Sprecher, ich will nicht unhöflich gegen Sie sein, ich bin dies niemals vorher gewesen; allein ich muß das Vorgehen des sehr ehrenwetthen Herrn (Smith) als ein unehrenhaftes Manöver charatterifiren.(Rufe „Oh" und„zur Ordnung",„Ordnung".) Ich weigere mich. meine Worte zurückzunehmen. Der Sprecher: Dann muß ich den ehrenwetthen Herrn ersuchen, fich aus dem Hause zu ent- fernen. Graham erhob fich sofott und mit dem Bemerken: „Gewiß, mein Herr, ich gehe und zwar nach Eradley Heath," verließ er den Sitzungssaal. Ein Abgeordneter(muthmaßlich Cor.ydeare) ttef ihm nach„Bravo Graham!" Kelgie«. Der Redakteur des„Peuple", Jean Volders, und das Mitgliedsdes Generalraths der Arbeiterpartei, Verrycken, die jüngst beide an der Abhaltung von Meetings unter freiem Himmel durch das Einschreiten des Bürgermeisters B u l s ver- htndett wurden, haben gegen diesen gettchtliche Klage wegen willkürlicher Verhaftung eingeleitet. Buls' Taktik, welche die rein kommunal-polizeilichen Bestimmungen über Menschenanhäu- funacn und Verkehrsstörungen gegen die klaren Verfassungs- bestimmungen über das Versammlungsrecht ausspielt, wird all- gemein veruttheilt. Die Angelegenheit wurde auch im Brüsseler Gemeinderath durch eine Anfrage Martin yZ zur Sprache gebracht, auf die der Bürgermeister in ziemlich autokratischer Weise unter Ablehnung jeder Begründung setner Präventiv- polizei antwortete. beide Herren sttttten. Als fich die Dame von dem Einen ent- führen ließ, hatte der Andere den glücklichen Nebenbuhler gc- fordert.— Als wir die zum Kampfplatz ausersehene Walvlich- tung betraten, fanden wir die Männer des ganzen Stammes schon versammelt; von den weiblichen Mitgliedern des Stammes war nur die umstrittene Schöne und deren Mutter anwesend, die beide zur Seite ihres zulünf- tigen Gatten bezw. Schwiegersohnes Platz genommen hatten. Diesen Damen war in dem zu ermattenden Schauspiel ebenfalls eine Rolle zuaedacht.— Die beiden Kämpfer waren in einer angemessenen Entfemung. vielleicht 30 Schritt von einander aufgestellt worden und sahen fich mit wüthenden Blicken an. Es wurven nun dem Verschmähten, der die Forderung er- lassen hatte, fünfzehn hölzerne, mit eisernen Spitzen versehene Lanzen eingehändigt. Auf ein von dem Stammesättesten ge- gebenes Zeichen warf er diese Sperre mit fabelhafter Geschwin- digkett gegen seinen Gegner, der durch Abwehren mit den .Händen und durch Zurseitespringen die gegen ihn fliegenden Geschosse unschädlich zu machen suchte, was ihm auch bei allen fünfzehn aus's Beste gelang. Inzwischen sammelte die Maori- Schöne die weithin zerstreuten Lanzen und übergab dieselben sodann ihrem Geliebten, der nicht minder schnell und geschickt die Speere zurückschleuderte und mit dem zwölften seinem Gegner den linken Arm durchbohtte. Dm„offiziellen Schluß" des Kampfes deutete endlich die Schwiegermutter dadurch an, daß fie die fünfzehn zerstreuten Speere sammelte und über ihrem Knie zerbrach. Ein allgemeines Festmahl, an dem ich aber wegen der mangelhaften und verdächtigen Zubereitung einiger Speisen lieber nicht Theil nahm, beendigte in versöhnender Weise den Streit. Der Verlauf des Kampfes hatte für mich dadurch noch besonderes Interesse gehabt, daß, wahrend Ursache und Art der Herausforderung ganz europäisch waren, der For- demde und nicht wie bei uns der Geforderte in der oben geschilderten Weise einen erheblichen Votthetl vor seinem Gegner �Gi«»8»lock hohe« Gebäude, ein solches Wunder der modernen Baukunst, konnte nur Amerika hervorbringen Aus einem uns zugegangenen Privatbrief, so schreibt die„Vo ks. Ztg., mit beigefügter Zeichnung entnehmen wir. daß dieses Riesenhaus Ä« ZA MZMZHWZ ___ Rußland. Den„Most. Wjed." wrrv aus St. Petersburg gemeldet: „Aus zuverläsflger Quelle verlautet, daß die Resultate der Untersuchung des Eisenbahnunfalls bei B o r k i folgende find: Die Lokomotiven find auseinander genommen, befichtigt, vermessen und als in vollständig gutem Zustande befindlich er- klätt worden, mit alleiniger Ausnahme eines Weftinghouse- Krahnes am Tender der zweiten Lokomotive. Der Bahndamm ist unbedingt befriedigend, die Schienen find gut; ste find alle im Jahre 1886 gegossen, haben fich verbogen, find jedoch ungeachtet des schrecklichen Druckes während der Katastrophe nickt gebrochen, die Schwellen find durchweg tauglich und im Jahre 1886 in den Damm gelegt. Das Radwerk des Waggons des Ministers der Kommunikation befindet fich in der größten Un» Ordnung, doch ließ fich nicht konstatiren, daß dasselbe die Kate» strophe veranlaßt hat. Die Wagenköcper des Waggons des ganzen Zuges waren nicht stark genug an die rollenden Theile befestigt. Das unmäßig rasche Fahren, welches weder den Typen der Lokomotiven, noch dem Gewicht des Zuges(28000 Pud), noch seiner Länge(134 Faden) entsprach, hat die Kate» strophe veranlaßt. Die Administration des Zuges ist für zu komplizitt und den Anforderungen gefahrloser Bewegung nicht entsprechend erklätt worden. Bezüglich dieses Punktes haben die Expetten ein umfangreiches Memorandum aufgesetzt." Gerichts-Zeitrnig. Ueber da« strafbare Verbreite» verbotener Druck» fchrifte« bat fich das Reichsgericht in einem Urthetl vom 13. Juli 1888 R d. G. Bd. X S. 478 anläßlich eines Falles, in welchem zwei Personen von einem Schutzmann dabei betrvffm wurden, als fie ein Packet mit verbotenen Druckschriften ob» wechselnd trugen, um es im Auftrage eines Patteigenossen an kine dritte Person zur Verbreitung abzugeben, wie folgt ausge- sprochen:„Ja oen Handlungen der Angeklagten ist eine selbst- ständige Verdreitungsthätigkeit vom ersten Richter gefunden worden, aleickwodl anerkannt, daß dieselben die Verbreitung ver» botener Druckschriften nur bezweckten, daß dadurch diese Schriften an Andere gebracht werden konnten und sollten, daß fie die Verbreitung ausführen sollten; es ist aber keine Handlung fest» gestellt, durch welche das Verdretten selbst für begonnen erocht.t werden konnte, so weit die Thätigkeit der Angeklagten unabhängig von der Thätigkeit ihres unbekannten Auf- traggedcrs in Betracht fällt. Die Druckschttften, ihrer Sudstanz nach, find durch die Angeklagten keinem Andern zugänglich gemacht; dies aber gehört zum Beginne des Verdreitens im Sinne des§ 19 des Sozialistengesetzes. Zwar wird der äußere Thatdestand des Verbreiten» verbotener Druck- schnften nicht erst erfüllt durch Hinzutritt des Umstandes, daß Andere sie gelesen und vom Inhalt Kenntniß genommen haben. Andererseits wird jener Thatdestand aber noch nicht erfüllt, so lange für Andere die Möglichkeit gar nicht gewährt wird, die Schriften einzusehen oder zu lesen. Ihr Umlauf soll verhütet werden; fie tollen nickt in Verkehr gesetzt werden; deshalb ist das„Verbreiten" mit Strafe bedroht. Das Verbreiten geschi ht dadurch, daß die Schrift einem größeren Personentreise z.- gänglich gemacht wird. Es kann gegeben sein durch Ansbän» digen eines einzelnen verbotenen Blattes an eine einzelne P.r» son, wofern dies mit dem Bewußtsein geschieht, daß das Blatt noch an Andere gelangen könne oder werde. Es kann gegeben sein durch das bloße Hinlegen einer verbotenen Druckschttst an eine Stelle, an der fie von Andern gesehen und so ihnen ,u- gänglich gemacht werden kann und soll, also durch Hinlegen z. B. in eine von Andern desuchte Destillation. Es kann ge- geben sein durch bloßes Tragen in der Straße, wofern eben dadurch die Druckschrist Vorübergehenden zum Entnehmen oder auch nur zum Selbstlesen dargeboten wird. So wenig aber ein Tragen lediglich zum Zweck des Anschlagens, des Ausstellen», des Auslegens an einem für des Publikum zugänglichen Ott dies Anschlagen, Ausstellen, Auslegen selbst schon darstellt, so wenig stellt fich ein Verbreiten in einer Handlung dar, welche lediglich das Hinbringen einer verbotenen Druckschrift nach einer Stelle in fick schließt, an welcher demnächst das Zugänglich- machen für Andere erst beginnen soll. Der Fall unterscheidet sich wesentlich von der Aufgabe solcher Druckschristen auf die Post: denn mit dieser Aufgabe ist die ausschließliche Herrschast des Ausgebers oder seines Auftraggebers bereits aus der Hand gegeben." Haben sonach im vorliegenden Falle die Angeklagten auch noch nicht mit der Verbreitung ihrerseits begonnen, so kann doch, wie weiter ausgeführt wird, ihre Freisprechung nicht erfolgen,„denn nach dem ersten Urtheil hat der Auftraggeber der Angeklagten diese als seine Partei» genoffen benutzt, um durch fie den Umlauf der verbotenen Schttften herbeizuführen: er seinerseits hat auch mit dem Verbreiten dadurch begonnen, daß er die Druckschriften an die Angeklagten gab, fie ihnen aushändigte mit dem Bewußtsein, hierdurch die Zugänglichkeit auch für andere herbeizuführen. In diesem Sinne ist der Auftrag auch von den Angeklagten nach dem ersten Ui theil— indem ste als untergeordnete Patteimtt» glieder dezeichnet find— angenommen und auszuführen de» Riesengebäudes befindet fich ein Glashaus, von welchem au man eine prachtvolle Aussicht genießt. Das erste Stockwer bildet eine große Rotunde mit zwölf Fahrstühlen und zwe Treppen, welche sich im Zentrum des Gebäudes befinden. Dt Fahrstühle verbinden je zwei Stockwerke direkt mit einande: Im ganzen Gebäude wurde beim Bau kein Holz verwandt, si daß Thurcn und Fensterläden das einzige Hol, werk bilden. Ii den äußeren Mauern befinden fich zugleich die feuerficheren Ge wölbe, welche mit den einzelnen Bureaus in V-rbindung stehen Durck die neu patentirte Eisenkonstruktion des Architekten wndei die Mauern nicht dicker zu sein brauchen, wie zweiundzwanzti Zoll, so daß das Gebäude nicht halb so schwer sein wird» wi ein aus Steinen errichtetes Haus, und es konnte dabei vie schneller und billiger aufgerichtet werden. Das Rtesengcbäud wird eine Grundfläche von 800 Fuß im Quadrat bedecken unl wird 350 Fuß hoch werden. ES wird nach seiner Vollendun, 727 große Wohnräume entHallen, welche alle nach außen zu be legen find.— Wie klein und stwpel kommen einem dagegen dil Berliner Bauverhältniffe vor! Was würde die Berliner Bau polizei sagen, wenn hier einmal ein solches Riesenwerk geplan würde? Jedenfalls ist der Eiffelthurm in Patts durch dieses amerikanische Bauwerk bei weitem übertroffen worden. I« Köln gerieth vor kurzem ein junger Mann in di Gefahr, rn seinem Berte zu ertrinken. Das Bett hatten ihn seine Eltern, denen der auswärts Wohnende unerwatttt eine, Besuch abstattete, in aller Eile in der Badestube ihrer zwe Treppen hoch gelegenen Wohnung, und zwar in der Badewann selbst aufschlagen lassen. Der Sohn fühlte sich dort auch„reck mollig" schlief ttn. erwachte aber mit quälendem Dmste. E griff nach einer Tasse und drehte am Hahn der Wasserleitung vergeblich, das Waffer war abgesperrt, was, wie der Besuche lp«« erfuhr- der im Erdgeschoß wohnende Wirth allabendlid pünktlichst desorgte. Der junge Mann suchte weiter und fan! endlich eine Flasche mit Tttnkwaffcr. drehte dann, nach seine Meinung, den Hahn zu- in Wahrheit aber vollständig au und schlief dann beruhigt ein. Am Morgen ertönt ein furckt .5?,�!�2eschrei; sämmtliche Hausbewohner strömen der Un glucks itatte zu und finden den jungen Gast erschrocken unl zitternd im unerwatteten und unfreiwilligen Bade. Das Dienft madchen des Witthes hatte in gewohnter Weise um sechs Uh Morgens den Haupthahn der Leitung geöffnet und kam nui auch, wahrend Alles den Kopf verlor und man schon die Feuer wehr alarmiren wollte, um die tosenden Wafferfluthen zu de waltigen, zuerst auf den schlauen Gedanken— die Krahnei wieder zu schließen. i
tot «uw». Mf Berbreitmigsthä igkeit des AustraggederS also simÜich durch die That unterstützt. Es steht danach in äfräge. od«if Eirund des§ 19(Soz.>Ges.) in Verbindung mit § 49 d«S Ste.-G.'B. auf Strafe zu erkennen sei. Es bleibt»u erwäge», daß jedenfalls dann die Annahme strafbarer Beihilfe — od« hei einer möglicherweise fich ergebenden Acnderung des Sachverhalts auf einer Mitthäterschatt— ein Bedenken nicht finden könnte, wenn festgestellt wird, daß die Annahme der Druckschnften zur Weiterverdreitung auf ausdrücklicher oder stillschweigender Abrede zwischen den Angeklagten und dem un- dekannten Verbreiter erfolgte und die Angeklagten dieser Abrede gemäß zu handeln deabfichtigten." Aoziales«ud Arveiterbemegnng. inftnf an die Arbeiter Deutschland« Aus �e n s d u r g, den 3. Dezember� 1888, wird uns geschrieben: rch die Arbeitseinstellung der hiestgen Former find auf der hiefigen Schiffswerfte zirka 900 Ardeiter durch die allgemeine Aussperrung von sciten der Werftdirektion brotlos ge» worden. Da die Roth eine große werden wird, weil ander- weitiae Beschäftigung schwerlich zu finden, ist auS der Mitte der Ausgesperrten ein Komitee ernannt, um Unterstützung und Nachweis von Beschäftigung entgegen zu nehmen. Arbeiter aller Crten, bethätigt Eure Solidarität! Unterstützungen und Briefe find zu senden an das Bureau des Untcrstüyunas- komiteeS d« ausgeschlossenen Werftarbeiter, Ztorderstraße 61. Schnelle Hllte thut noth.— Alle ardeiterfteundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Amwe»nd UersammlNUge». w»__— �....... a.. � 91 � M— I X** SHu Jtae U»rfa««l»»g der Arbeiter Oertwa behufs Be« sprechung des Unterrichts über die erste töilfe bei Unglücksfällen waren ca. 130 Personen im Lokale des Herrn Feuerstein erschienen. Der Reserent Herr Dr. Bernstein erklärte, wie nützlich eS für Jedermann, namentlich für den Arbeiter sei, einem Ver- unglückrcn bis zum Eintreffen des Arztes die nöthige Hilfe leisten zu können, da durch unrichtige Behandlung des Ver« unglückten leicht größere Schäden entstehen. Um nun diesem vorzubeugen, ist es nothwendig, daß fich reckt viele Arbeiter die dazu erforderlichen Kenntniffe aneignen. Dieses erreichten fie fast kostenlos, wenn fie fich an dem in diesem Winter statt- findenden Unterricht betheiligtrn. Er hofft, durch Vorttäge und praktische Uebungen es sowett zu bringen, daß bei etwaigen Unglücksfällen jeder, der an diesem Unterricht theilgcnommen, in der Lage sein wird, die nöthigen Arordnungen zu ttcffen, bis der Arzt die weitere Behandlung übernimmt, auch wenn kein regelrechtes Verbandsmaterial zur Hand ist. Der Unterricht wird fich auf dieBehandlung von Wundcn(Verdinden, Blutstillen), der Knochenbrüche, Wiederbelebungsversuche bei Ertrunkenen, Erfrorenen und Erstickten, Transpott Verunglückter unv Bc- Handlung vergifteter Wunden erstreckm. Die Uebungsstundm werden alle 14 Tage unter Mitwirkung von vier anderen Aerzten abaebaltm werden. Die erste findet am 10. Dezember, Abends 8 Uhr, in obigem Lokale statt. Die Versammlung be« schloß, den Montag als Uedungstog beizuhehalten. Als Lokal wurde vorläufig, so lange es genügt, das Lokal des Herrn Feuerstein, Alte Jakobstr. 75, angenommen. Zur Einzeichnung in der ausliegenden Liste wurde die Versammlung um z?hn Minuten vettagt. ES hatten fich 87� Personen eingettagen. Anmeldungen nehmen die Herren und®. Dietrich, Z�ffenerstr. 31, 3 am 10. Dezember, Abends 8 Uhr, Zeichnungen geschehen. Dt» Kommissto« jnt Anaarbeitnng de» Magistrat«» vorlag», bi» Kohnstatistib der Arbeiter und Ardeitettnnm im Schneidergewerde betreff, nd, hat ihre Arbeiten deendtt und hat, um der Oeffenllichkeit Gelegenheit zu aeben, die Beantwo» tungen der Fragen in der Vorlage zur»enntniß zu nehmen eventuell dieselben zu ändern, eine öffentliche komdinirte Ver- sammlung zum Montag, den 10. Dezember, Abends 8 Uhr, im Schmidt, Laufitzerstr. 3, Cr, entgegen. Auch können in genanntem Lokale Ein- Lokale Sanssouci, Kottduserstraße 4a, veranstattet, zu« liier alle Kollegen, Frauen und Mädchen freundlichst eingeladen# Brost» Matinee, ver an stall, t vom Verein zm Wahmi der matettellen Jntereffen der Steinträger und verwandten L» rufsgenoffen Berlins zum Besten der Weihnachtsbescheerung der Kinder HUfsbedürfliger Vereinsmitglieder am Sonntag, W 16. Dezember, Vormittags 11 Uhr, in Kaukmann's (Stadtdahnhof Alexanderplatz, Könrgstraße), bestehend in IWj und Konzert. Kollegen und Freunde werden des guten Zjwbj wegen ersucht, fich recht �ahretch daran zu betheiligen. ä 30 Pf., an der Raffe 50 Pf., find in allen Lokalitäten, J-J die Plakate aushängen, zu haben. Außerdem bei folgend« Herren: W. Gaßmann, Ex-rzierstraße 8; F. Schröder, Amalie» straße 5; A. Pälaen, Gipsftraße 16 a; R. Kohl, StegHW straße 5 u. 6; E. Weder. Schwerinstraße 2, 1 Tr.; G. Ha»N Grünauerstraße 34; O. Rcnnthaler, Falkenstcinstraße E. Hoffmann. Lübdenerstraße 28; K.sBceskow, Laufitzerstraße f- H. Weigk. Oppelnerstraße 24; B.Kohlstädt. Buy.-rstraße A I. Mahron, Pücklerstraße 13; 31. Beierling, Maaßenstraßt A. Paul Meinaß, Groß-Göischenskaße 21; I. Würges, 9lnW' straße 71; K. Kandale, Andreasstraße 71; I. Motz, Lauste fttaße 45; H. Engel, Eisendahnstraße 5. Derband deutscher Zimmerleute. Generalverl-»» luna sämmtlicher Bettiner Lokalverdände am Sonnte» P 9. Dezember d. I., Vormittags 10 Uhr, Kommandantenfir. Neues Klubhaus. Tagesordnung: Die Vorlage: Kürzung* Arbeitszeit und Lohnerhöhung. Endgillige Beschlußfassung% Berliner Lokal aerbände. Das Erscheinm aller Mitglstda ß Ehrensache. G«Deutlich» Dersammluug b«r im gesamw" Achneibergewerb» beschSftigte» Arbeiter«nb r' beiterinnen für Zivil-, Militär-, Damenmäntel- und Kostü» Schneiderei Montag, dm 10. Dezember. Abends 8 Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. Tagesordnung: Die stati Erhebungen d.s M igistrats über die Lohn- und Arbeits! niffe im Schneidergewerde. »». 2 8. _ Die i Ktgesetzt. , �.Bei lustilverw« Theater. Donnerstag, den 6. Dezember. GPoiatz»»» Tannhäuser und der Sänger- krieg auf der Wartburg. AchavsPieltzaa«. Geschloffen. Mal*»»-Sweater. Madame Bonivard. Vor« ha: Der dritte Kopf. ' i-Shoat»». Seraphine. #***#-#%»***« Seraphine. jfvwAw- Mtihtt« p«dtisch»««tzeat»». Der Mikado. Nitttvrta-«i,»at»r. Die Reise in die Pyre« näen. Z»st»»»z»UH»ater. Adbs Constantin. Kestoa« ta»c»-UH»at»r. Der Rattenfänger von Hameln._, Dotk»-«>»,at»». Othello, der Mohr von saochrtijtibtir*»« Uheat«». Gebrüder Foster, od«: Das Glück mll seinen Launen. BamtwWK*»#*»*. Schmetterlinge. Die drei Grazien. Spezialitäten-Vor« stellung. Spezialitätm« Vor« Tviuvvbt*- Theate», stellung. #%»#*#*»»» M»ich«haii»»i Spezialitäten« » aetteilunu. Spezialitätm- Vorstellung._ Cirkus Ü. Schumann. Berliner Theater. Donn . dm 6. Dezember: Demetrius. — 3lnfang 7 Uhr— Freitag, den 7. Dezember: —©wo.— (Eva: Hedwig Niemann.) — Anfang 7 Uhr.— Sonnabend, den 8. Dezember: —©va»— (Eva: Hedwig Niemann.) — Anfang 7 Uhr.— Sonntag, den 9. Dezember: Der KSuigalieuteuaut.(Friedrich Haase.) — Anfang 7 Uhr— Friedrich. Karl» Ufer Ecke Karlstraße. (Im früheren ZirkuS K r e m b s e r) WM#*» Clrktt« ist gut geheizt»nd gegen Ana geschützt. Donnnstaa. den 6. Dezember, Abends 7i Uhr: ©r»|c©rtra Vorstellung. Aus dem rcichhaltigen Programm find beson« deis hervorzuheben: Austreten der Villions« Truppe und der kleinen 2jährigen Saidy. Bolero, spanischer Nationaltan,, geritten von F.iulein Adele und Herrn Ernst Schumann. D« mglische Klown Rosco mit seinen dresstrten Sch meinen. RococoOluadrille, geritten von 12 Damen. Mr. Jcö Hovgini als Jongleur zu P erde. Mr. Victor Bedini als Jock.y. Grand American Theater. Wail««rthMtopan Mnm Kniiis mi> WMö am Freitag, den 7. Dezember. Abend« 8 W im Gesellschaftshaus Ostend, RüderSdorferstr � _ Der Ginberufer: H. Jaensch«� �.«bg. Minister d »«halte ich Antrag zi Jw 30.% ««nuth-i ästuvg, b Alche die Zivifproze bte iv nkt n (C»ur( M«fr« Wn aus Mem SÄ. Sititen v 'Dst! xr Kr Ech-Mmb «roßm Si »M bei ih Kz »«kttt zu «rfi' Mens wi �fferAng 1440 Gr. öffentliche Former- UersammtM am Sonntag, den 9. Dezember, Vormittags 10# in Faustmann s Lokal, Invalidenstrasse 144« ö« "och auf) 8%» 3* groß Mwcsm U« «mstskanj Nozeffes r % «tads'el Tage««Ordnung: 1. Da« bisherige Resultat und dl« Stellnngnahm» der Berliner Fo»*� der eingesandten Ktettiner Arbeit. 2. Verschiedenes. 1439] Der©inberafe�. fe* hisbai Een Aobert Alum und seine Zeit Wilhelm von Liebknecht. Der i Möglich Wommen Nne pn] verbü boch Heft 3 I nicht I gül ist«schienen. Rrei» pro Keft S5 Pfennig. Zu bezieheu durch die Crpedition. Zimmerstraße 44« aar Wi»b»r»erl»ii«f»r erhalten Rabatt. b« die Verband deutscher Mechaniker «nd vermandten Krrnfsgenosten (Zahlstelle Berlin.) III. Stiftongs-Fest am Sonnabend, dm 8. Dezember 1888, PSHmifchen Lranhans», im PSHmifchen Oranhanfe, Landsdng« All« Nr. 11-13. (Pferdebahn-Verbindung v. Svittelmarkt, Hasen- Haide und Ringbahn.) Grosses Instrumental- Konzert, nach dem Konzett Kall bei dovoeltem Orchest«. ©»tr« i»W. Kall 50 Pfg. Eröffnung jS UHr.- Ansang präzise 49 Uhr. Brllets find zu hadm in'"' dm mit Plakatm belegten Handlungen,' sowie bei den Herren C. Spieß, Adalbertstraße 71~ ..._. R. Weinett, Grün. tbalerslratze 63: Al. Schöncmann, Kottbus« Damm 19; H. Pinn, Rosenthalerstraße 16-17; W. Broske jnn., Waffetthorstt. 37; H. Trepplin, Zoffmerstr 13; Bäck«. Lothttngerstraße 8; E. Schmidt, Gartenstraße 56. Kolleam und Freunde werben«sucht, fich recht zahlreich daran zu btthelligm. __ Der Uorstand. Centraikranken- u. Sterbe� der Töpfer. Mitglieder-Nerfamwl»� am Sonntag, dm 9. Dezember. Vorm- � im„Palmen-Saal", Reue Schönhauser Tagesordnung: z.» 1. Neuwahl der örtlichen VerwallurV'KpM in letzter Versammlung zurückgestellten � y« 3 V«schiedene KaffmangelegenhettA-. gie liches und zablreiches Erschttnen ditt st Bitte Wegen des flauen Wetters noch in großen Massen vorhandenen i rn grogm blassen vorya»�"-« � Minterpatetot� sowie Atting*, Röcku.'Saqnet-. I � Hitte. Ketten». f- � fei tn u. .Mi Preisen. A. Wergien» Sitte ad« sehr, recht gmau am Nummer zu achten. L«antwottlich« Redaktem: R.©»«»h»t« in»«Itn. Druck und Verlag von»a» Kadtn, in B«lia 8W.. Beutbsnaj» 3. Ol»»»»
Beilage zum Berliner BolNlatt. »». S87. Donnerstag» de« 6, Dezember 1888. S. Parlamentsberichte. Dextscher Reichstag. 8. Sitzung vom 5. Dezember, 1 Uhr. Die zweite Berathung ves Militäretats wird Bei Kapitel 18 der fortdauernden Ausgaben„Militär- Mfyverwaltung" Titel 1„Generalauditoriat 83750 Marl" de- Adg. Kickert(dfr.): Ich möchte an den Herrn Kriegs» wwister eine Frage richten, und nach dem Ausfall dieser Frage «halte ich mir vor, bei der dritten Lesung einen eventuellen Antrag zu stellen. Die Frage hat eine lange Vorgeschichte. «« 30. März 1870 hat der Reichstag einen Antrag Laster- «nnuth-Hoverdeck angenommen, in dem eine Revision der Gesetz- Sebung, betreffend die Militärgerichtsbarkeit, verlangt wird, durch Ffichc die Mltttärstrafgesetze mit den wesentlichen Formen des "ivilvrozeffes umgeben werden und die Zuständigkeit der Militär« ßsrichte im Frieden auf Dienstvergehen der Militärpersonen de» intt wird. In den folgenden Jahren ist die Sache wieder- zur Sprache gekommen. 1884 gab der Kriegsminister eine rg rrsreuliche Antwort auf denselben Antrag, indem er stch «hin aussprach, er halte es für gar nicht unmöglich, daß dem «ntrage unter gewissen Bedingungen entsprochen werde. Mtdem hat die Frage vollkommen geruht. Liegt nun der Awurf ncch innerhalb der technischen Behörde? Ich Mschte, daß der Herr Kriegsminister in dieser für ganze deutsche Vmk wichligen Materie wenigstens � Erklärung von 1884 wiederholen möchte. Vielleicht luvten wir uns bei der dritten Lesung darüber einigen, unter «eglaffung der Oist>iere a. D., den Antrag anzunehmen. Die bisherige Einrichtung widerspricht der Rechtsanschauung Ueßkr Kreise des deutschen Voltes. Ich verweise auch auf eine Uchüre des Majors a. D. Hilger„Unsere Oifijiere a. D.. ein ?>dattmdUd aus dem sozialen Leben", worin derselbe auf die Noßen Schwicrigkestm hinweist, welche die Offiziere a. D. haben, bei ihrer noch rüstigen Kraft in irgend einem Privatdienst Verwendung zu gelangen, weil Kaufleute Anstand nehmen, �filiere a. D. wegen ihrer Stellung unter der Milttärgerichts- Ich erlaube'mir danach zwei Fragen an den Herrn Minister: swns wie steht es mst den allgemeinen Revistonsarbeiten in �»Angelegenheit, und zweitens für den Fall, daß der Antrag diitter Lesung vorgebracht würde, steht der Kriegsminister "och auf dem Standpunkt von 1881? i, Kriegsminister Kr-nsart v. Kchellendorff: Der Umstand, TS auf dem Gebiete des Ztotlstrafvrozeffes seit einem Jahre P* große Bewegung existirt zum Zwecke von Abänderungen M wesentlicher Punkte, ist gerade nicht ermuthigcnd für uns, ** F age der Militärgerichtsbarkeit für die verabschiedeten Offiziere M Abschluß zu bringen. Es liegt deshalb auch dem Herrn Tp-Htskanzla zur Zeit kein Entwurf eines neuen Mtlitärstraf- Lesses vor, und es ist auch durchaus nicht zweckmäßig, damit Fftugehen. ehe nicht die auf dem Gebiete deS Zivilstrafprozeffes bebenden Fragen erledigt find. v. Meine persönliche Stellung zu dieser Frage ist noch genau zfielbe. wie vor vier Jahren. Ich betrachte die Unterstellung w ganz aus der Armee geschiedenen Otfijtere im wesentlichen Zur alS eine Belastung der Militärverwaltung. Diese Unter- «Gung hatte aber damals ihren Grund darin, daß als Strafe «i der Verabschiedung mancher Offiziere auf die Penstonsent- gfkung erkannt wurde. Die ohne Pension verabschiedeten �isi.Iere stehen auch heute schon nicht unter der Militär JStchtsbarkeit. Die mit Pension verabschiedeten Osfiziere ffttgen müssen natürlich dieser Gerichtsbarkeit nnterstellt Herr Abgeordnete hat richtig zitirt, daß ich damals * r** ausgesprochen habe, daß. wenn ein Antrag auS dem Hause s �dieser Richtung die Majorität fände, ich es gar nicht für füglich hielte, daß dann in dieser Jsolirung die Sache an- Wommen würde. Ich bemerke erber, ich spreche immer nur 5»ne persönliche Anficht hierbei aus. Ich würde aber selbst verbündeten Regierungen nicht rathen, einen solchen Antrag .Zubringen, denn es würde den verbündeten Regierungen ' J?' angenehm sein, wenn der Antrag abgelehnt werden . J?",, weil die Bewegung auf dem Gebiete des ZivilstraftechtS t � nicht abgeschloffm ist. > �aS die Zahl der hier in Betracht kommenden ,välle an- lo im Ganzen 101 Untersuchungen durch die Mllttärgerichte f kennet worden. Davon handelt es sich bei der Hälfte um reine gjjwwllen, wie Duellftagen u. s. w. Sie werden mir zugeben, L?«iese Zahlen die ganze Sache als von keiner materiellen •Ortung erscheinen lassen. #-»rrnnth(nl.): Ich bin der Ueberzeugung. daß Milstärgerichlsbarkest an einer großen Zahl von Mimgeln SB iUUCftClltyiöülttlCU UU D �Ir» an_ n Abschaffung durchaus punf�sroert�w&fc�n. Abg. Reckert in _-Wf.„ l v Utu�uuy rvn.»!----------- Nraa%V» in Ausficht stellte, einen diesbezüglichen ö°use k �5 dritten Lesung einzubringen, so lönnt« ich dem SOfn-h, zur Annahme nur empfehlen. Denn die .«ifn,}« M Herrn KrieaSministers war ja durchaus keine Wiek j"!®r' sondern seine Aeußerung verschloß unS jedm Aus- Nn Zukunft. Nach seiner Antwort ist nicht abzusehen, Ws ,,%e Sache endlich zur Erledigung kommen soll.(Beifall � M den Nationalltberalen.) toSera i***"*: Ich schließe mich der Meinung de» Vor- allen Panttm an und wü de mich freuen, wenn die ilbieU. c* 6 Hauses bei der dritten Lesung einen Antrag annehmen würde. Der Herr Knegsminister hat Zesq Sl"} rönne dem Bundesrath doch nicht zumuthen, in ?ese»�"ratelie die Initiative zu ergreifen. Nun, % H rrf* �tssta w»r m w£ iraph, der anbe»"8®cn r>er wvru, u»o ,u,..................._ �roBfu? ssroßen Parteien, wenn ich einen solchm Gesetzes- **rtu"«n einbringe, was ich mit meinen Freunden erwägen Nicht»»: Die gestrige Erörterung des Falle« Ehren« r%rat, zu welchen Unzutläglichketten die Kompetenz ...'�Senchte über solehe Personen führt. Das Privat- �»ine» xl.verabschiedeten O fiziere entzieht sich voll- finb Kennlniß der Mllitärbe Hörden, welche nicht in der Ju�'one'n.�e bürgerlichen Behörden, darin strafrechtliche Jal udm. Wie sehr in der That ein dringendes , �"e Neuregelung der Frage vorliegt, zeigm °uvr W 3n Elberfeld Ist ein verabschiedeter Offizier *5%!, zi.i_?�dcbahngesells»aft geworden. Wegen der unter- abstrafe n%-8 J*1 Pferdebahngeleise ist gegen ihn eine der worden. In zwei Instanzen ist die Kom- diese«glichen Behörde hierzu anerkannt; nun aber » Sache vor das Militärgericht Sin analoger Fall Mllch gekauft haben, haben keinen geringen Schreck bekommen, als fie eines Tages eine Vorladung vor dos Kriegsgericht bekamen.(Heiterkeit) Wenn die Militärgerichtsbarkett aegm verabschiedete Osfiziere auch nicht ganz ausgeschloffen werden rann, so kann ste doch ein- geschränkt werden, wie gegenüber den Offizieren der Reserve und der Landwehr. Im Gesetz von 1845 find die betreffenden Fälle aufgeführt worden. Wenn man solche Einwendungen macht, wie der Kriegsminister, so würde man wohl niemals zu einer Aenderung der Gesetzgebung kommen können. Die Aende- rungen, welche bisher im Reichsstrafprozeß getroffen worden find, die Einführung einer Berufungsinstanz in Strafurtheilen und Beschränkung der Kompetenz der Schwurgerichte, find nur von verschwindender Bedeutung gegenüber der Frage, ob das bisherige ganz veraltete Verfahren des MmtärstrafprozeffeS, also Geheimhaltung und Schriftlichkeit, der Umstand, daß der Ankläger zugleich als Verthcidiger fungirt, beibehalten werden soll, und damit Einrichtungen, welche dem ganzen Geist der neuen Justizgesetzgebung zuwider find.(Beifall links.) Damit schließt die Diskussion. Der Titel wird bewilligt, ebenso der Rest des Kapitels. Bei Kap. 24„Geldvervflegung der Truppen" dringt. Abg. Aaarman»(nl.) Mißstande zur Sprache, welche fich dei der augenblickl chen Handhabung des Meldewesens heraus- stellten, insbesondere seien die Entfernungen zwischen den Wohn- orten der einzelnen Melvepflichriaen und den Zentralmelve- bmeaus häufig sehr beträchtlich. W.rnn auch durch die Etnrich- tnnz von besonderen Meldetagen diese Uebelstände in etwas ge- mildert würden, so sei es vielleicht doch praktisch, die Einrich- tuna bei einigen Bezirkskommandos zu verallgemeinern, daß der Bezirksfeldwebel auf den verschiedenen Stationen allwöchentlich anwesend sein müsse. Auch im Entschädigungs- und Gebühren« wesen stellen fich bei der jetzigen Einrichtung mancherlei Benach« thelligungen der betreffenden Perionen heraus. Generalmajor». Klnm»: Die Mllitärverwaltung sucht in dieser Hinsicht den Wünschen der Bevölkerung in vollem Maße gerecht zu werden und hat fich deswegen mit den Ziollbehörden in Verbindung gesetzt, um mit ihnen gemeinschaftlich über die Ein- richtung des Melvewesens zu berathen, und den Wünschen der Zioilbehörden ist fast ausnahmslos Berücksichtigung zu'Theil geworden. Auch darüber hinausgehende Anordnungen find mehrfach sestens der Militärverwaltung getroffen worden.— Die angeregte Fraae der Kompetenz wird die Militärverwaltung in wohlwollende Erwägung ziehen; fie ist für die Bevölkerung nicht von großer Bedeutung, weil die Zahl der Fälle eine außer- ordentlich geringe ist. Abg. Dr. Kammacher ftagt an, welche Zwecke die Militär- Verwaltung mit der Abficht, eine Äiliiärpostanstalt in Berlin einzurichten, verbinde, ob denn die Reichspostverwaltung nicht ausreiche. Kriegsminister Kranfart v. AcheUendorf erwidert, daß eine ähnliche Einrichtung bereits fest längerer Zeit destehe, durch welche eingeschliedene Briefe, geheime Schriftstücke jc. mit größerer Sicherheit und Schnelligkeit befördert werden könnten, als mit der gewöhnlichen Post. Jetzt sei eine Erweiterung des Betriebes erforderlich. Eine Betheiligung der Zivllbevölkerung an diesen rein militärischen Einrichtungen sei natürlich auige- Das Kapitel wird bewilligt. Bei dem ebenfalls der Budgetkommisfion überwiesenen fol- genden Kapitel„N a t u r a l v e r p f l e g u n g" ergreift Abg. Dr. Köckel das Wort. Die LanVwirthschaft leide und der Absatz der Produkte werde ihr erschwert durch einen schmarotzerhaften Handel, der stch herausgebt det habe. Die Ar- meeoerwaltunz könne hier helfend einschreiten und es hätten fich schon Genossenschaften gehllvet, welche mit der Verwaltung in Verbindung treten könnten. Redner berichtet über einen in Koblenz bestraften Milchhändler Salomon, der wegen Milchsäl- schung verurtheilt, die Armeeiieferung dennoch weiter erhalten habe. Solche Armeelieferanten seien Schmarotzer am Baume der Landwirthschaft und die Armeeoerwaltung sei in der Lage, durch Beseitigung dieser Lieferanten der Landwirthschaft ein Absatzgebiet zu schaffen. Ec wolle nicht hinzufügen, welcher Nationalität diese Lieferanten seien(Heiterkeit), er bitte aber den Kriegsminister, diesem Lieserantenwesm näher zu treten. Abg. Nicht»»(oft.): Betrügereien würden überall vorkom- men, wo Lieferanten in Frage stehen. Betrüger gebe es überall und erinnere er nur an den Fall, daß ein früherer Offizier auch wegen Mtlchfälschung zur Untersuchung gezogen sei, und das war doch ein„Evelster der Nation." Der Vorredner de- schränke seine parlamentarische Thätigkeit in einer ganz be« stimmten Richtung, hebe aber ein sehr dürftiges Material vor« gebracht. Wer liefere, sei ganz gleichglltig, es frage stch nur, wie geliefert werde. Die Tmppentheile seien bekanntlich immer bestrebt, so billig wie möglich einzukaufen. Kriegeminijler». Kchrlleudorff«klärt» daß er den Fall der Mllchiäischung untersuchen lassen werde, denn es würde ein großer Mißgriff der Mllttäroerwattung sein, wenn fie den wegen Milchfälkchung bestraften Lieferanten beibehalten kälte.(Ruf links: Wie war es gestern!) Die Angaben Böckels konnten doch nicht die Bebeurung haben, die er ihnen beilege, denn alle Besch lverven würden von der Verwaltung jedes Truppenthetls streng untersucht. Abg Dr. Köcket erwidert dem Abg. Richter auf eine Be- merkung, daß, wenn demselben die Juden sterben sollten, seine Partei nicht wissen würde, wo ste bleiben sollte.(Heiterkeit.) Abg. p Freg»(deutsch Ions.); Die Budgetkommisfion war mit der Militärverwaltung einverstanden und ihr dankbar für die starke Betonung des direkten Bezuges der Fouragcartikcl aus der Hand der Produzenten. Besonder« gebührt dieser Dank dem sächsischen Kciezsministerium, welches diesen direkten Bezug fortzesttzt hat. obgleich manche Landwirthe nicht so prak- tisch(Vorgegangen find und die Mllitäroenvallunz nicht so unterstützt haben, wie wir es erwartet hätten. Ich wünsche, daß fetten« ver Land-vüthschift die Geteaenheit zum direkten Verlauf mehr benutzt werde. An dir Mcktäroerwoltung richte ich die Bitte, obgleich in diesem Jahre in einem großen Theile Deutschlands geringe Ernten vorliegen und infolge dessen die Lieferungen seitens kleinerer Landwirthe, auf die es in erster Linie ankommt, nicht in so großem Umfange, um den Bedarf der Magazine zu decken, erfolgen werden, fich nicht abhalten WWWM! f°U-echts.) Wir vemrthcilen den Schwindel, gleich- GestnmmgSgenoffen Beiträge, aber die Berliner Konservativen nahmen von einem Juden 10000 M. für die Abstandnahme von der Kandidatur deS Herrn Cremer. Für oder gegen Herrn Böckel hat noch niemals ein Jude auch nur eine Marl dezahlt. (Heiterkeit.) Der Vergleich zwischen der Behandlung settens deS Kriegsministers, die wir gestern, und der, die Herr Böckel heute erfahren hat, lag zu nahe. Auf die Behauptung deS Herrn Böckel über einen Fall, in welchem auch nicht von einer Privatperson im Instanzenwege eine Beschwerde erhoben ist, hat der Kriegsminister— woraus ich ihm auch keinen Vorwurf mache, ich erkenne vielmehr an, daß er fich heute dem Reichstag gegenüber korrekter benommen hat alS aestem— sofort eine Untersuchung zugesagt, hat auch keinen Anstoß daran genommen, daß Herr Böckel nicht für seine Aeußemngen hier verantwortlich ist. Der Herr Minister meinte, er habe gerade aus dem von dem Herrn Böckel berührten Gebiet eine reichere Erfahrung, als auf dem gestern dehandelten Gebiet. Wie kann er aber auf dem letzteren reichere Erfahrungen sam» __ v_„«•».—-■ � m r* fft r M mein, femer, alle an______ W.>W wM und S kommt darauf an, ob in die Rechtssphäre der Personen des Bemlaudtmstandes durch Beeinflussung bei den Wahlen eingegriffen ist. Ich bedauere, daß der Herr Minister es abge« lehnt hat, eine nähere Aufklärung darüber zu geben. Kriegsminister v. Kchettendorff: Alle die politischen Fragen, die gestern berührt find, interesstren mich sehr wenig, und ich habe nach keiner Richtung hin die Absicht, mich in vergangene, ge« genwärtige oder zukünftige Wahlen zu mischen, will mich weder alS Hindemiß noch alSVor spann für solcheDinge benutzen lassen. Deshalb habe ich gestern bestimmt abgelehnt, auf den Fall einzugehen. Außerdem erklärte ich. daß ich begründetste Veranlassung hätte, anzunehmen, daß der Fall, wie er hier mitgetheilt ist, nicht vorgekommen ist. Daraus mögen die Herren entnehmen, daß ich von dem Fall doch etwas- mehr weiß, als von irgend einer Mllchvcrfälschung in einem Lazareth. Ich kann verfichcrn, daß mir an der Erhattung eines kranken Soldaten mehr liegt, als an den ganzen Wahlverhäitnissen hier.(Lebhafter Beifall bg. v. Kardorff(frk.): Herr Richter hat heute eine Be- hauptung wiederholt, die vor einiger Zeit in der„Freifinnigen Zeitung" stand, daß die Armeeverwaltung mit den von den Produzenten direkt bezogenen Lieferungen schlechte Erfahmngen gewicht habe. Wenn dieser Behauptung nicht widersprochen wird, so geht es durch die ganze fteistnnige Presse: der Behauptung hat Niemand widersprochen, folglich ' ist ste wahr, und trotzdem hat der Kriegsminister wieder erklärt, daß die Armeeverwallung wieder von den Produzenten lauten werde. Ich bitte dm Herrn Minister deshalb um eine Erklärung in dieser Sache. Kriegsminister Kronfart v. Kch«tt»«d»»ff: Mir ist nichts anderes bekannt geworden, als daß die Armeeoerwaltung mit den direktm Ankäufen deim Produzentm die allerbesten Er« fahrungm gemacht hat.(Beifall rechts.) Mir ist noch keine Klage zugegangen, daß dieses System auch bezüglich der finanziellen Verhättnisse nicht gut wäre. Ob in einem«inzelnm Fall ein Produzent versucht hat, zuviel zu verlangen, oder ob die Verwattung auch einmal betrogen worden ist nach der Theorie deS Staatsanwatts, das kann ich nicht wissen, das kann passsrt sein; aber soweit übersehe ich meine Verwaltung, daß im großen Ganzen dieses Softem stch bcwädrt hat, das übrigens nicht neu, sondern ein altes und nur in Vergefienheit gerathenes ist, dmn unsere alte, von Sr. Majestät erlassene Magazinorb- nung bekundet schon die landesväterlichc Fürsorge für die Landwirthschaft. Dieses System ist eine Zeit lang nicht de« folgt, vielleicht aus Bequemlichkeit wegen der Buchführung hat man eL vorgezogen, von größeren Kaufleuten zu kaufen, ober seit einigen Jahren wird das alte System wieder be» sol�, und zwar mtt allerbestem Erfolge.(Lebhafter Beifall tz�hg. Richter r Das würde noch viel üderzeugmder sein, wenn uni Thatsachen berichtet würden, wie fich die Preise da« bei stellen, und ein Vergleich gezogen würde zwischm der Ver- a-duirg der Lieferungen an Produzmtm und an Lieferanten. Wir stehen dazu ganz unparteiisch, wir habm weder an Pro« duzenten noch an Lieferanten ein Interesse, wir wünschm dm Weg verfolgt zu sehen, auf welchem die Versorgung der Armee am wohlfeilsten und besten erfolgt. In der gestrtgm Sache sagt der Kriegsminister bmte, daß er mehr wußte, als er gesagt habe. Trotz der Autorität des Kricgsministers in technischen Fragen können wir uns hier nicht auf dm Autoritätsglaubm stützen. Weshalb suchte er nicht auch in uns die Ueberzeugung hervor zu rufen, daß der gestrige Fall nicht richtig sei? Präsident v. Zevehou» macht den Redner darauf aufmerk- sam, daß es sich um das Kapitel„Utawraloerpflegung" handele, nicht um die gestrige Diskussion. Abgeordneter Nicht»»: Ich erwidere nur auf die Be« merkungen, welche der Herr Kriegsminister vor fünf Minuten gemacht hat. Prüstd««t: Der Herr Kriegsminister bat Ihnen geant« wortet. Sie haben die Diskusston hervorgerufen und ich bitte Sie, fich möglichst zu beschränkm. Abg. Richter: Wohin sollen wir kommm, wenn man nicht mehr repliziren darf aus Aeußcrungm eines Ministers? Der Herr Kriegsminister interesstrt fich überhaupt nicht für Wahlen und wünscht von Politik in seiner Verwattung nichts zu hören. Sehr schön! Damit find wir ganz einverstanden und wünschen nur, daß das überall bethätigt wird, und daß bei der Wahl zum Reserveoffizier, bei Vergebung von Lieferungen jc. nicht mehr nach der politischen Parteistellung geftagt wird.(Leb« haste Zustimmung links.) Abg. Nickert: Hätte der Kriegsminister gestem die Ec« klänrng abgegeben, daß er„die allergegründetste Veranlassung" zu der Annahme habe, daß ver Fall, wie er vorgetragen, nicht richtig sei, so hätte ich ihm die konkreten Fragen vorlegen können. Ich ftage ihn daher jetzt: Ist es Pflicht deS Kriegs- Ministers von Preußm, fich darum ,u kümmern, ob ein Offizier in Uniform- Präfident». Krvehaw: Wir haben es jetzt mit der Naturalverpflegung der Armee zu thun, nicht mtt der gesttigen Diskussion. Abg Rick»»t: Ich weiß nicht, ob unS dann die Freiheit der DiStuiston noch gewahrt ist. Ich will nm fragen, ob es nicht ebenso wichtig ist, wie um kranke Soldatm fich zu küm« mern, auch zu untersuchen, ob Offiziere in Uniform fich in Wahlangelegenheiten eingelassm habm. In der gegcnwäNig.n Sache find alle Pa.teim einverstanden mtt dem Bezug von Produzenten dirett, wmn es vortheilhast ist; aber ich habe früher nach glaudhastm Mitthellungen von Herren von der Börse aus meiner Heimath Danzig nachgewiesen, daß die Mili. täraerwaltung in einem Jahre für den Hafer hat mehr bezahlen müffm, weil fie dieses Verfahren eingeschlagm hat. Jedes Ding hat zwei Seiten, ich bin weder für daS eine noch das andere System leidenschaftlich eingenommen, i
Kriegsminister». Krousart: Jse ganze Frage in der„Fre>sttinigen Zeitung" nach meiner Erinnerung seit Wochen und Monaten aar nichts ge- standen als der Abdruck einer Notiz aus einem Lokalblatt, in welchem behauptet war, daß man an einem bestimmten Ort davon zurückgekommen sei, von den Produzenten direkt zu kaufen. Die Erregung des Herrn von Kardorff über die„Fceifinnige Zeitung" und die frc.sinnige Preffe muß doch etwas tiefere Gründe haben. Abg. Ktöcker: Der Abg. Richter bat gesagt, daß hier in Berlin Vre konservative Parteikaffe 10000 M. bekommen habe und daß infolge dessen Herr Cremer zum Rücktritt von seiner Kandidalur bewogen sei. Ich kann dies für eine Unwahrheit erklären. Was damals in Berlin an der Spitze der Wahl« geschälte stand, war nicht die konservative Partei, sondern ein Gemisch aus mehreren Parteien, welchem ich den Namen der konservativen Partei in leiner Weise dellegen kann. Ich bin in der Leitung der konservativen Partei in jener Zeit gewesen und kann diese Behauptung für eine Unwahrheit mit gutem Gewiffen erklären. Abg. v. Frrge: Ich möchte die Naturalveipflegung unserer Armee nicht vom pcntilularistischcn Slandpuntte des Herrn Kröber ansehen. Deutschland, speziell Nordveutschland ist stark genug, um unsere Armee zu verpflegen. Abg. Nicht«»: Herr Stöcker hat von Unwahrheiten ge« sprocken. Ja. es handelt fich hier um eine Unwahrheit in dem spezifischen Sinne des Herrn Slöck-T. Wabrheit ist, daß Herr Crewer im Kreise Tcltow-Beeskow-Storkow aufgestellt war als Kandidat der Konservativen und Nationalliberalen. Wahr ist, daß derselbe Herr Cremer jetzt in allen Kreisen für konservative Wahlen agitirl und daß für ihn alle Konservativen und die nächsen Freunde des Herrn S'öckcr hier in Berlin ge» stimmt haben. Wahr ist, daß Herr Crcmer infolge einer Zu» Wendung des Herrn Bleickröver im Betrage von 10 000 M. an den Wadlfonds fich bat bestimmen lasten, von dieser Kmrdtvatur im 5. Berliner Wahlkreise als Kandidat der vereinigten Konser» vativenßund Nationalliberalen zurückzutrctm. Wadr ist aller- dings und das rst dasjenige, was Herrn Stöcker von den übrigen Konservativen scheidet, und ich erkläre das zu seiner Ehre, daß er seinerseiis öffentlich seine Mißbilligung über diese« bedauerlichen Handel der Konservativen autgesprochen hat. Ader Herr Stöcker ist nach w:c vor im Bundegmit oen Konservativen und ich sage: sage min, mit wem Du umgehst und ick will Dir sagen, wer Du bist. Und deshalb fällt auch diese Sache auf Herrn Stöcker zurück. Abg. Kröche»: Ich kann nur wiederholen, daß Herr Richter zum zweiten Male irrt und dicemal in Widerspruch mit seinen eigenen Worten. Erst sagt er, daß eine Verbindung von Konservativen und lltationalltberalen damals dies-s Geld em> plangen bätte. zugleich wieder, daß die konservative Partei es empfangen. Ich erkläre, daß die konservative Partei an diesem ganzen Handel nicht bethclligt war, wenigstens nicht offiziell. (Ada! links Heiterkeit.) Abg. Rtchtir: Od die konservative Partei als solche offiziell oder oüstös dabei betheiligt gewesen, rhut bei der fittlichen Beurtdeilung der Sache nickt das Geringste. Thaisacke ist, daß Geld gefloss-.n ist in die Kaffe zwar nicht der Konser- vativen allein, sondern der verbündeten Konservativen und Na» tionalliderolen und daß diese Suv.me für gemeinsame Wahl- zwecke verwendet ist. Avg. Köckel: Herr Richter bat mich gewiffermaßm auch in Verbindung mit dem Wakllchacher Bleichröder- Cremer gkbrackt. Ich muß dagegen proreftwen. Ich kenne Herrn Cremcr gar nickt, Bleichröder noch viel weniger, denn mit Juden verkehre ich nicht.(G.oße Heiterkeit.) Ich wM die Gelegen» heit wahrnehmen— es ist nämlich dieser Wahlschacher gegen m ck in der Presse ausgedeutet worden oder wenigstens der Versuch dazu gemacht- um... Prafident v. Levrhow: Das gehört wirklich nicht zur Sache. Ada. Höckel: Herr Richter hat die Freundlichkeit gehabt, diesen Wablschachcr vorzubringen und ich muß öffentlich zurück» weisen... Pröstdent: Ihre Person ist bei diesem Wohlschacher mit keinem Wort erwähnt. Ada. Köckel(fortfahrend): Ich konstatire nur, daß ich mit diesem Wahescy.cher nichts zu lhun bade. Ich gehöre nicht zur konservativen, sondern zur seldstständrgen anlis. mitischen Partei. Abg. Ktöcker: Ich kalte eS nickt für erlaubt, einzelne Herren, welche»n die politische Bewegung von Beilen hinein- traten, ohne ein Mandat von unseren Berlmer Konservativen zu haben, mit der Berliner konservativen Partei zu tvenlifizeren. Ich glaube, es waren das wesentlich dieselben H-rrm, welche jetzt bei den Landtagswahlcn fick mit den übrigen Mck-elpai tele« verbunden baden, woraus Hell RMer schon sehen kann, daß die konservative Partei als solche mit dieser Sache nichts zu thun gehabt hat. Abu Nicht«»: Sie werden aus den letzten Worten ent» nommen Hav, ie, daß die Aeußeiung des Voerevners fich in der Sache gegen seine nächsten Nach da, n gek.d't hat. Ich erkenne an. daß Herr Stöcker überall öffentlich di.sm Vorgang getadelt bat, aber es bleibt an ihm der Vorwurf hatten, daß er gleichwobl mit denseldei. Herren fich an der Wahl deih.'ltgt bat. welche als Konservative. N iiionalliderale und Cdnstlichsoziale fich die>0000 M. zur Wahlagttatwn Nutz gemacht haben. Herr Böckel irrt, wenn er glaubt, daß ich rhn mit dem Wahlschacker in Verbindung gebracht habe. Ich de» zweifelte es, daß irgend Jemand dafür, daß Herr Böckel von seiner Kandidatur zurücktete, eine bohe Summe auch nur an- bieten würde. Für einen solchen Rücktritt würden nicht 5 M. gezahlt werden.(Heiterkeit.) Das Kapitel wird bewilligt. Schluß Uhr. Nächste Sitzung Donner st ag 12 Uhr. (Erste Lesung des G.-E., betr. die Alters» und Jnva« tiditätsversicherung.) Lokales. Wen»#**» flocke» schwören muß, so ist das nach unserer Ueberzeuguna eine Sache, welche der öffentlichen Auf- merisamkeit bedarf, ja auch dann dieser öffentlichen Aufmerksam- keit bedürfen würde, wenn diese Eidesleistung nicht in off- ist- licher Gerichtssitzung stattgefunden hätte, denn einmal ist Herr Stöcker, der zweite Luther, ein Mann der Oeffentlichkeit durch und durch, und dann scheint er bei Eidesleistungen von dem Mißgeschick verfolgt zu werden, daß es Leute giedt, die ihm nicht glauben wollen. Solche Uebelstände werden unsercs Er« achtens am besten durch öffentliche Besprechungen in der Presse klargelegt, wo das Für und Wider, namentlich Herrn Stöcker gegenüber, ja genügend zum Ausdruck kommen kann. Wir hielten es für nöthig. diese kleine Erörterung über die Aufgabe der Preffe vorauszuschicken, denn es kann einem Redakteur leicht pasfircn. daß er im gegebenen Falle eine Lektion.zu hören bekommt darüber, wozu die Presse da sei und' wozu sie nicht da sei! Nim also zur Sache. Herr Stöcker mußte, irren wir nicht, so war es am 12. Oktober, vor der 23. Adtheilung des Amtsgericht 1 zu Berlin einen Eid als Zeuge leisten, in einer Streitsache, welch« der Kammerjäger Rtinholo Gr. gegen den Buchhändler M. anhängig gemacht hatte. Die Parteien bewohntm gemeinsam das auf den Namen des Hofpredigcr Stöcker im Grundbuche eingetragene Haus Johannstcrstr. 6. M war Buchhändler und Vizewirtb des Hauses, Gr. war Kammerjäger und Säckler in der St. Lukas- Gemeinde. Rechnet man Herrn Stöcker als Dritten im Bunde hinzu, so muß Einer von den Dreien von den Grundsätzen christlicher Friedfertigkeit, so in besagtem Hause als dem Heim der Berliner Misfions- Gesellschaft füglich walten soMen, wohl nicht viel profitirt haben. Der Säckler bezog in dem christlichen Hause eine Wohnung, deren Mietbszins der Vijewirth auf 270 M. festietzte. Ais nun der Söckl-r später erfuyr, daß sein Vorgänger für diese Wohnung nur 225 M. Miethe gezahlt habe. sitzte er fich mit Herrn Stöcker wegen dieser Steigerung— man steht, die Virewirthe steigern auch in dcn allerchristlichstcn Häusern— in Verbindung und nach seiner, des Säcklers Behauptung, hätte dcr Herr Hoiprediger versprochen, den Vize- milch anweisen zu wollen, die Miethsdifferenz an den Säcklcr zurückzuuchlm, demselben auch 15 M. für Verbesserungen, diecr an der Wohnung angeblich vorgenommen, zu erstatten. Weitere Streitpunkte zwischen Säckler und Vizewirth int-resfircn für die Eidesleistung des Herrn Stöcker zunächst nicht. Aus dem ge« schilderten Sachverhalt erhob der Säckler nunmehr gegen den Vizewirth gerichtliche Klage, da er in Güte trotz des anaedlichen Versprechens des Herrn Stöcker kein Geld erhielt, der Verklagte bestritt dm Anspruch, und nun mußte Herr Stöcker als Z.uge erscheinen. Was Herr Stöcker postttv deschworen, läßt fich aus dem uns vorliezmdm gerichtlichm Urtheil nicht ersehen; der Richter stellt nur fest, daß durch das eidliche Zeugniß des Hof- Prediger Stöcker nicht erwiesen sei, daß dieser dm Vizewirth angewiesm habe, die vorerwähnte Mietksdiffermz an dm Kläger zurückzuzahlen. Auf dieser angeblich von Hrn. Stöcker versprochenen Anweisung des Vizewirths war ab-r der Klageanspruch allein gegründet worden und müsse daber dessen Ab» welsung erfolgen. Nun ist zweierlei möglich: Entweder hat Herr Stöcker das von dem Sackler behauptete Versprechen über» Haupt nicht gemacht, dann wäre es doch das Einfachste gewesen, diese Behauptung unter dem geleisteten Zeugmcide zu wider- legen; oder Herr Stöcker hat das Versprechen wirklich gemacht — und das könnte man daraus folgern, daß er dies Verspiechm eidlich nicht bestritt—, dann bat er es unterlaffm, das Ber- sprechen zu erfüllen. Welcher Vorwurf von diesen beiden der schwerere sein würde, brauchen wir wobl nicht weiter zu unter» suchm.— Mit seinem wetteren Ansprüche wegen 15 M. für Verdesserungen an der Wohnung wurde der Säckler aus dem mehr formalen Grunde abgewiesen, weil einmal nicht nachgc» wiesen, od er diese Verbeffemngen wirklich vorgenommen, und dann hatte Herr Stöck.r beschworen, daß der Vizewirth ihm diese 15 M. bisher nicht in Abrechnung gestellt habe, die An- Weisung zur Zahlurg dieser 15 Mark aber nm unter der Bedingung erthetlt sei, daß der Säckler gewiffe Verbefferungen an der Wohnung vornehme. Der Säckler ist nun, mit seinem zwar nicht formell juristisch, wohl aber sachllch degründeten An» srruche abgewiesen worden und— wie es in solchm Fällen zu geschehen pflegt— das verletzte Richtsbewußtsein des Mannes scheint ihn von einem Anhänger des zweiten Luther zu einem Gegner derseldm dckebrt zu haben. Es ist das ja einigermaßen erklärlich, wenn der Mann nicht das nöthige Geld hat, um einen Advokaten»u dezahlm, der diesen Anspruch so degründet, daß er an allen Klippen glücklich vorbeikommt. Auf die Rechts« verhältniffe in dem Stadlmtsfions-Hause aber wirft die Sache ein dezeüdnmdev Licht. Die Diepofitionen trifft Herr Stöcker, die Ausführung derselben liegt dem Vizewirth od; hat dieser eine Anordnung des Herrn Stöcker nicht defolgt, so muß Herr Slöcker schwören, od er diese Anordnung getroffen habe. Je nach dem Ausfall dieser Eisesleistung des Herrn Stöcker gestaltet fich die Sacke juristisch mehr oder weniger kowpltzirt. Das find doch in der That Zustände, die man bei der Berliner Stadtmisfion am allerwenigsten er matten sollte. Bei dem vorhin geschilderten Sachverhalte war es einfach ein Alt der Billigkeit, den Säckler zu befriedigen, sobald er seinen, sachlich allcm Anschein nach wodlbegründeten Anspruch geltend machte; od Herr Stöcker per- sönlich oder sein Vizewirth der Verpflichtete war, ändert an der Sache wenig. Wenn dagegen die Verpflichteten es einfach auf einen Pro,cß ankommen lassen und aus der formell Mangel- hatten Kla redegründung Vortbell ziehen, wobei Herr Stöcker es auss Sibuören ankommen läßt, so ist das ein Beispiel, das gewiß Niemand zur Weiter befolrung empfohlen wird. Memand leistet gern einen Eid vor Gericht, wenn er als wohlhabender Mann in Sackm des eigenen Jntereffes, noch dazu wie hier um 45 und rcsp. 15 M. schwören soll; man dezahll, wer,« man irgend kann, eine solche Forderung, wäre fie auch juttstisch nicht ganz begründrt. Herr ktöcker scheint in diesem Punkte anderer Meinung zu sein, e; sckwört lieber! Daß di«««««»«» K»brit«rv«»stch«r«ngs» Gesetz« keineswegs leicht verständlich find, ist eine bekannte Tdarsache. Daß obtr selbst in die juttstischm Kreise daS Vetttändntß für diese G.s-tze noch nicht eingedrungen ist, daß felbft Gerichte höherer Orvnung über die wichtigsten und einfachsten Funda- mentalsätze des Kran kenverficherungs- Gesetzes noch zweUelhast finv, muß als höchst bedauerlich bezeichnet werden und ist sehr geeignet, die größte Verwirrung bei den Betbelligten hervorzu- rufen. Wir haben vor einiger Z it ein.s Erkmntmffes des Strafsenats des hiefigen Kammergerichts Erwähnung gethan, in welchem der durchaus falsche Grundsatz aufgestellt wurde, daß lediglich der Beruf des Arbeiters für die Zuständigkeit der Oltslror kenlllffe maßgebend ist, während doch nur die Att des Bettle des in Betracht kommt, in welchem er beschäftigt ist, so daß also ein in einer Malchrnenfadlik arbeitender Tischler nicht zur Trschlerkaffe, sond-rn zur Masitinendauerlaffe gehört. Es lteot uns nun deute ein Elkenntniß der VIII. Zivilkammer des hiefigen Land- aericktS l vom 5. November er. in Sachen der Allgemeinen Otts Kar, kenkasse wider den Steinmetz meist er Sck. vor. in welchem welchen fie dahin auslegt, daß die Vcrficherung bei einer niüt> zusrändigen Ortskrankenlasse von dcr Verfich mng bei da l» ständigen nicht defreie. Dieser Auslegung kann nicht deP- treten werden.(!) Wenn im§ 19 gesagt ist. daß die in*» einzelnen Betriebszweigen und Betriebsarten beschäftigte» W sonm, soweit fie verficherungspfl-chtig find, mit dem Tago f welchem fie in die Beschäftigung eintreten, Mitglied der fiaist werden, sofern fie nickt nachweislich einer der übrig« im Z 4 benannten Kassen angehören, so ist damit dem' lich zum Ausdruck gebracht, daß nicht nur die MitM» schaft einer Bau-:c. Krankenkasse, sondern auö die einer andern Orts-Krankenkasse von � Verpflichtung zum Eintritt in die zuständige Otts KrankenM befreit je" Nun ist aber jetzt wohr im ganzen Deutschen Rem' bei allen ausführenden Behörden, bei allen Kassen das Gege» theil von diesen Ausführungen des Gerichts anerkannt v» tagtäglich wird in der Praxis hicinach verfahren. Schone» oberflächliches Eingehen lauf die Entstehungsgeschichte, auf j* Motive des Gesetzes muß zu der dem Gerichte entgegergeKiR Auffassung führen. Zudem hat daS IgL Oderocrwalmngsgeri» schon in seinem Erkenntnisse vom 21. Juni 1886(Bd. S. 372 der Entscheidungen) die Frage gleichfalls entgegengei'U wie das hicfige Gericht entschieden und seine Entscheidung.� führlich und eingehend begründet.— G.'gen die vorelwaM Entscheidung des Landgerichts, wonach die Kasse mit ckA Anspruch von 80 M. abgewiesen ist, ist ein Rechtsmittel# gegeben, und die Kaffe hat noch eine große Anzahl genau% liegender Prozesse bei hiefigen Gerichten eingeleitet. Adgc von dem matettellen Verlust der Kaffe find die schädlichen falls das Gericht auch in den andern schwebendm Fällen seiner Auffassung ttebcn bleiben sollte, für die gcsammte W# Organisation der Ortk-Krankenverfichnung kaum abzusehen- ZH« allgemein« Ausstellung für Unfall onh*"**# beschäftigt fortgesetzt nickt nur die bcthciligten Kreise, sog auch die wettere Oeffentlichkeit in ganz hervorragender Nvi und nach den bisher bekannt gewordenen Einzelheiten dieselbe der Ausstellen a mif dem lRebiele d»r kendet n Verden dl wird man «ffser nu km Kut! beendete\ Atrickten vablikum § 23 de «ttflichte! deskdet, mrUich be edensolchn pojr dem fuhren; t M eigene v unten, r »om theor mne Zwe s° entsvnc etnw.l Stiefel eil Vit einem aus offene kr sich vr °iesen eint kn zustän uitzavc vrr wubiituung auf oem Viieorere o.r Hygiene, seiner Zeit in denselben Räumen des AusstellungsgebZuves� fand, in jeder Beziehung würdig zur Seite stellen. deutung dieser Ausstellung erhellt am besten aus der vom%%% sitzenden de� Ausschusses, Dttektor Roeflcke, in einem Istf »>....... W einem gemachten MtttheÜung, daß in den trieben 1886 etwa 100 000 Unfälle vorkamen, Dann s 10 pCt. entschädigungspflichtige. Die Anmeldungen stellung find so zahlreich eingegangen, daß es außeror«� neuunw|ifiu zu jayiuiaj eingegangen, OUR es schwierig sein wird, mtt dem vo handenen Räume auszulo»� Namentlich ist seitens der verschiedenen Ministerien cim� Betheiligung an der Ausstelluim deadfichtigt, insbesondere dieselbe darch den Minister v. Maybach aus den ue seinem Geschäftsdereiche gehörigen großen Bettteden— Eisenbahnen, Bergbau jc.— reich beschickt werden. Unter V Ausstellungs- G eaenständen, welche ganz desondere Anziel� kraft brfitzen weroen, werden noch genannt: die Sw.tLj- ganzrr Fahrstuhleinrichtunsen sowie ganzer Dampfkastwa�� % lnlagen, die allen Anforderungen dcr Unfallverhütung leisten. Ferner die vollständige Einrichtung einer mit allen Sickerheitszegenständen, dann ein Bergbau, eu» mühle, eine Brauerei— alle im Betriebe— sodann R« Hedevorrichtungen:e. jc. Die Ausstellung wird bestimmt sckon im Arril Jahres«öffnet werden und in ihrer Gesammtheit% Juli währen. Von da ab muß dos Hauptgebäude für � denuscke Kunstausstellung frei grmrrcht werden, dock'i.iMtf die folgenden Monate hindurch ein großer Theil der noch erhalten bleiben., fii Das geranschlos« Pflaster und die auf demf�'ce- rcnDen UnfäQe bttrfffanh h.if h<»r 9lprpln üW «Bein der durch die velcher de! «Zch Maßl Ukr Dr. eine in de unaui .•iw ouft b«Ite SB %ttnbed Mtt Iho ?roschkenki m emet ui Jjkn, nur «Hoben. «. I«» «o hat «u alle an! M- M unterbreiten: In der am 23. o. M. abgchalttnen S fiyung wurde wiederum die Frage venttlirt, auf es denn möglich sei, den auf dem sogenannte« ger«*' � Pflaster fich tagtäglich mehrenden Unfällen am gecizneM wirksamsten entgegenzutreten und dieselben zu deleu'S alle in dieser Angelegenheit durch Wort und SLrlst> meindebehörde gerichteten Vorstellungen und Befchwe-V � welchen duselbe von den auf dem qu. Pflaster fuö" Vtj Unfällen, herbeigeführt durch die mangelhaste%% und Pfl.ge desselben, zur Genüge informirt r bisher ohne Er'olg geblieben find, kam der dem Entschlüsse, fich nunmehr an den Vorstand der Berufsgenossenschaft zu wenden, um derselben ebenfalls Stellung zu dieser Frage zu nehmen. Dtt wurde bei diesem Entschlüsse von der Rnfickt, daß es gerade der Vorstand der qa. Berufs�eno� als aUl sei, welcher sowohl als Fuhrhcrr, wa. y_ amt-r ein hohes Interesse an der Beseitigung t-r U' stehenden Mängel haben müsse, da er als Vorsteher" werls- Berufsgenoffcnschaft gesetzlich verpflichtet Wß' verhütur gsoorschiiften zu erlassen. Durch die mangetvo... des geräuschlosen P flüstere würden aber diese sonsch gemacht. Die Unfallverhütungsrorsckriften«? auszudehnen, daß die Gemeindebehörde verrflicbter M Straßen und Plätze derart zu behandeln, daß Glätte jc. nicht cortommen könnten, sei unmöglich- werde aber die Gemeindebehörde, auf die Borstelüi�� hrl standes der qu. Bemfsgenoffrnschaft hin, deren SZLu- i m Forderungen eher b«ücksschligen, als dies bisher � gegenüber der Fall gewesen sei. Sollte dies aber warten dennoch nicht geschehen, so würde dem immer noch, gestützt auf die Bestimmungen des um z« rungsges.tzes. Der Weg der Beschwerde an eine rJJ offen dleiven. Aus diesen Gründen ersuäb'N, wir geboren, unsere Wünsche, welche auch die 3HM0gL|% i-ä; erf,Sl '«kn auf. ai Z°llzei hat Sfk torti Lander' P Ipi LMedene SSÄ Srftand,' «verführen veinem Vc �•8 oersuch M wärm! «lle an m te-6" Nb zur gc S-->° Mcken H tt Dachka M«ich # BMäcHoI % JH«Jbp gelt und p wie Uvvvm»i, unitiw«couniugt, uuw Vtzv vy-föiff-gg derückfichtigen zu wollen und wegen der brff-ren» nannten geräuschlosen Pflasters, welche ficherlick defieren Reinhaltung ur.D Bestreuung mit einer 1 �. stehen kann, bei den zuständigen Behörden vo:, jL(4id*Ml "■ anß«-o»d«ntlich schön« O «in« tu ebenso interessant wie fetten ist, bot ver st,_ borgen box, n*** o iTKr_sfmA_ o««nk y&fp ..... Um 9 Uhr etwa stand die Sonne j 0« und war von einem großen strahlenden st nldl� � dessen Abstand von der Sonne um Weniges Hinte.. Thefl eines Bogcns zurückdlicb, der die ganze st niü j kigel des Himmels uderspannt(der Abstand ' ftmn IR UfAtRojeN selbst, Schätzung etwa 15 Grab). Der Lichtbogen selbst- Wolr-n stehend. bot ganz die Erscheinung eine � Batuchof Schmargendorf an der Ringbahn- b>s£uae'%r im reinsten Blau sttuhlre. Stelle, an der Schreiber «Npmarge.ioon an oer rnrns»"�---, verfolgt werden. Wie schon neulich«n drrter. wurde, entstehen solch« Erscheinungen durw. � ....... Sonnmstrahlen in den in Den radeln destehendcn Zirruswolken. m» rr-r,„m v- man aus d m Auftreten dieses Sonncnring« Eintreten kälercr Wttteiuna schließen rvill-� DWp% AngestOit« hf D«» für das cht» De»«iufnhrnog d«» AM, 'ticke Droschkenrumwejcn in B lebW, Sr iAnunas % dur -Z -'S % r. pSS�WtsS� in welchem Die Fahrt begonnen und derj
fctnbet worden ist, zusammen nur einmal in Ansatz gebracht «avin darf u. s. w. Bei genauer Prüfung dieser Bestimmung mrd man aber zu der Ueberzeugung lommen, daß fie den Wege- «iffer nur da angewendet wissen will, wo sich der Fahrgast mit «m Kutscher darüber in Streit befindet, in welcher Zeit eine «endete Fahrt zurückgelegt und wieviel an Fahrgeld bierfür zu mtrichten ist? Der Wezcmesser scll also dem Kutscher dem Piidlilum g-genüder als Ausweis dienen und ist nach s 23 des Reglements demzufolge jeder Droschkenkutscher «mflichtet, wäbrend er fich im öffentlichen Dienste «sii'det, ein Exemvlar des Reglements, sowie einen «allich beglaubigten Wegemeffer für den Polizeidezirk und einen 'densolchm für die Umgebung von Berlin in der jeweilig neuesten, «m dem Polizeivräftdium veranstalteten Ausgabe bei fich zu führen: welche Dinge jeder Droschkenkutscher, nebenbei bemerkt, eigene Kosten beschaffen muß. die aber erheblich geringer sein lrmten. wenn das Verlagsmonopol nicht wäre. So wenig auch «om theoretischen Standpunkte aus gegen den Wegemeffer und inne Zwecke, denen er zu dienen destimmt ist, einzuwenden ist, >» entspricht derselbe doch keineswegs der Praxis, wie fie fich gm einmal herausgebildet hat und die fich nicht in spanische «iiefel einschnüren läßt. Heute fällt es eben Niemand ein, fich ü»t einem Droschkenkutscher herum zu streiten oder gar mit ihm °uf offener Strohe den Wegemeffer zu studirm; jeder Fahrgast, wr fich von einem Droschkenkutscher iibcrvortdeill glaubt, wird mesen einfach wegen Tarisüderhebung zur Ar zstge dringen und es «n zuständigen Jnstanzm überlaffen, die Streitfrage zu entscheiden. Was kümmert ihn der Weaemcffer! So verliert schon durch die Praxis «»ein der Wegemeffer sein Bedeutung. Er verliert dieselbe aber wnch die Bestimmung des§ 40 Abs. 3 dcffelden Reglements, ümcher desagt:„Die Bezahlung der Droschkenfahrten erfolgt N Maßgabe der Zeitdauer sc." und muß aus diesem Grunde Met Droschkenkutscher realcmentsmäßig, wenn er Droschke Mrt, eine richtig gehende Udr bei fich führen, welche er bei beginn der Fahrt und nach Beendigung derselben dem Fahr- M unaufgifordert vorzuzeigen bat, und wird nach der bei der {fohrl aufgewendeten Zeit das Fahrgeld berechnet. Es ist dies S-t alte Widerstreit zwischen Uhr und Wegemeff r, und da der 7« unbedingt der Vorzug gegeben wird, so erscheint der Wege« thatsachlich überflüsstg und die Bestimmung, daß die >toschkenkutscher denselben im Dienste bei fich zu führen und ? einer um den Leib zu tragenden Ledertasche aufzubewahren Uen, nur geeignet, die lange Reihe der zu beachtenden Vor- !?"ften des Reglements noch zu vermehren und die Möglich- M der Bestrafung wegen Uedertretung des Reglements zu eehohen. Im antisemitischen Lager ist helle Fehde ausgebrochen. hat der„deutsche Reformverein" in.Dresden ein Zirkular "m alle antisemitischen Vereine versandt, worin zur Unterzeich- einer Erklärung aufgefordert wird, daß Dr. Böckel der M Zeit„einzig berufene Vertreter" einer„seldstständig auf- ffetenden antisemitischen und sozialreformatorischen Volkspartei Deutschland" sei. Die Herren Liedermann von Sonnenberg, Mg. Förster und Genoffen find damit von den Herren ?ockelionein in die Acht gcthan. Herr König verwahrt fich {fmerWts wiederum in der �Westfälischen Reform" gegen «est Erklärung und fordert die Antisemiten zur Ablehnung der- Wbtn auf., ,, Ei» Berliner Sanner ans N eisen. Die Londoner «wizri hat, wie aus der englischen Hauptstadt gemeldet wird, Mde voriger Woche einen auS Berlin gebürtigen Einbrecher Wander Schmidt verhaftet, in deffen Tasche fich ein an einen londoner Bankier gerichteter Brief folgenden Inhalts befand: j-efiein Herr! Meine langjährige Thäligkeit als Dieb und Ein- Lecher in Deutschland und vorzugsweise in Berlin bürgt da- !?.' daß ick im Stande bin, auch Ihre Kasse um große Kap!- Aien zu erleichtern. Sollten Sie es jedoch vorziehen, mir auf Michem Wege eine Abfindungssumme von 100 Psd. Steil, an Vlegedme Adnffe zu senden, so können Sie verfichert sein, daß est unbehelligt bleiben. Im anderen Falle werde ich mir er- Men, Sie demnächst durch meinen Besuch zu erschrecken. Der .««stand, daß es unter 18 Fällen erst einmal glückte, mich zu «erführen und zufassen, läßt eS für Sie sehr rathsam erscheinen, «einem Vorschlage nachzukommen. Sollten Sie meine Verhaf- «dg oersuch.n laffen. so werde ich Sie meinen zahlreichen Kollegen M# wärmste empfehlen. Bruder Goli th."— Der Verhastete «ite an mehrere reiche Londoner Kausteute bereits ähnliche Briefe Kkesavdt, wodurch man auf ihn aufmerksam wurde und ihn ' Beßlich verhaftete. � � Drei Personen durch Kohlend««, s» erstickt. Der ?Zttzer der Restauration im Hause Königstraße 62 wartete heute Esch zur gewohnten Stunde vergeblich auf das Erscheinen seines �enstperlonals, des Kellners Friedrich B. und der Dienst- Lochen Hulda K. und Anna Sch. Er begab fick deshalb nach «r. Dachkammer hinauf, die den drei Personen s?) zum Schlaf. , ,,üm dient, um die vermewtlichen Langschläfer aus den Federn ,11 rWen. Da ihm aber auf sein wiederholtes Rufen und An» nicht geöffnet wurde, so schritt er zu einer gewaltsamen Zstmung der Thür und fand nun zu seinem Schrecken in dem W?e>hlendunst erfüllten Raum die drei Personen anscheinend ci0* vor. Schnell wurde nun ärztliche Hilfe und Polizei hergeholt. Der Arzt fand bei allen Dreien noch schwache Lebenszeichen und veranlaßte daher die schleunige Uederfühmng verunglückten nach der Charitee. Selbstmord in einer Pross,«». Zu einem tragischen Ab- N?» gelangte voraestem etn unbedeutender Streit zwischen und Sohn. Der in der Alexandiinenstraße 67 wohnende Mcheiiidefiyer Thielke war mit seinem bei ihm beschäftigten W" in eine Differenz gerathm. Der Sohn verließ darauf in IfaÄI Temüthsaufregung daS Geschäft und lief den ganzen [UW] durch Bekannte, welche ihn in den verschiedensten N' Ki m i �dttt,« �9 DUannle. weiwe ryn u............... helfen, spater konstatirt wmde, in der ganzen Stadt « tu umher. Nachdem er fich einen Revolver gekauft, nahm �b',n der fünften Stunde des Nachmittags eine Droschke �fM Kutsch« seine Adnffe auf. Kurz vor dem Be- i, � 9 ßörte der Kutscher aus der Droschke heraus eine , wnation' er sprang vom Bock und fand feinen im Wagen ausgestreckt. Derselbe hatte fich eine � Kopf gejagt und da er dos Pistol mit Waffer . 11 b« i' e®01 der Schädel vollständig zertrümmert, so daß � schmutzt Gehirnmaffe das Jmwre d« Droschke � �—*--- ntuu*4 r s-it'nü7"���ästigt geii,r,»,r.,--------- W „?er Entlassung stellungslos war, hatte fich fett Wochen ."ach einer anderen Beschäftigung bemüht. Auch Frau .welche in treuer Liebe an dem gleichfalls noch « 0- hing, versuchte auf jede nur erdenkliche Weise z/Sstch. W finden. Indessen waren die Einkünfte so �4(e. die bitleiste Roth in dem Haushatt auf %... 1 blsa"' lein-i��erchvoUfii Objekte ins Pfandhaus gewandert fieJl�fich dj°«Deckung aufzuttnbm war. Diesen Umstand k�estisam R* 5?�-« so zu Herzen genommen haben, daß fie Fw#c9&&Ä geben beschloffen. Als eine Nach- "~•""•— on ew*,. und unmiltelbar neben ihm Frau W. Beide waren noch warm, jedoch ohne Lebenszeichen. Der hinzugerufene Arzt konnte nur noch den detetts eingetretenen Tod konstatiren, während die Polizei die lleberfühmng V« Leichen nach der Morgue anordnete. Potizelverickt. Am 3. d. M. Nachmittags fiel d« Maurer Halm auf dem Neubau Reinickendorfnsttaße 23 beim Abbrechen eines Stangengerüstes etwa 2 Meter hoch von ein« Rüstung herab und erlttt dadurch eine Verrenkung des linken Ellenbogen- gelenks, sowie einige leicht«? Kopfo«lktzungen.— Am 4. d. M. Nachmittags erschoß fich ein Kaufmann vor dem Hause DreSdenerstr. 93 während der Fahrt in ein« Droschke. Die Leiche wurde nach dem Leichenschauhause gebracht.— Zu der« selben Zeit wmde ein Kaufmann und seine Wttthschaft«w in ihr« Wohnung in der Schönholzerstraße«hängt vorgefunden. Die Leichen wurden nach dem Leichenschauhause gebracht.— Als der Kutsch« Schulz Abends in Begleitung eines 12 Fahre alten Knaben auf einem mit Maunstetnen deladenen Wagen die Reinickendorfnsttaße entlang fuhr, löste fich die Vordcischütze und fiel d« Knabe infolge deffen vom Wagen. Obgleich die Pfnde sofort angehalten wurden, war er doch von dem Vorder- rade erfaßt worden, so daß er infolge der Quetschung der Brust sofort verstarb.— Um dieselbe Zeit[wurde ein Schlächter an der Ecke d« Prenzlau« Allee und der Danzigersttaße von ein« Droschke überfahren und«litt anscheinend leichtne Verletzungen an beiden Unterschenkeln. Er würbe nach dem Krankenhause im Friedrichshain gebracht.— Kurze Zell darauf wurde an der Ecke d« Leipziger- und Fttedrichstraße ein Mädchen von ein« Droschke erfaßt und niedergestoßen und«litt dabei nickt unbe« deutende V«letzungen am Kopfe, so daß eS nach d« Charitee gebracht werden mußte. * NergnSgtmgs-Chro«ik. Im gross-« Saale de»„Schwelzergarte««" am Friedrichshain findet am Sonnabend, den 8. d. M.. Abends 9 Uhr, zum Benefiz des gesammten Hauspnsonals(Kellner tc.) ein Famtlienkränzchen mit diversen Votträgen und Vorstellungen statt. Jbre freundliche Mitwirkung haben zugesagt: Herr Opernsänger Emil Michaelis, der �urkomische" Martin Bendix, die beiden Ballttmeister Ricardo Riegel und tzenrico Rinde nebst der Solotänzerin Frl. von Pettowska, die 7jährige Miniatur- Soubrette Gettrud Gadenreich und d« Instrumental- Imitator Mr. Howard. Zur Aufführung gelangen u.*1. der ungarische Nationaltanz„Zcikos Remsk", die komische Ballet-Pantomime „Ter verliebte Rekrut" und vieles andere mehr. Das Entree beträgt für Herren 50, für Damen 25 Pf. Die Benefizianten bitten alle Freunde des Schweizergattens um zahlreichen Besuch. Sine gross« Pantomime mit Ballet bereitet die Direttion des Zirkus Schumann vor, welche an Großattigkeit der Ausstattung, cquisttischen Aufzügen und farbenprächtigen Bildern alles viSh« hi« Gesehene übertreffen wird. Die« selbe soll, wie wir hören, noch im Laufe dieses Monats zur Aufführung gelangen. Uebrigens haben die Gala-Borstellungen, welche H«r Direktor Schumann, mehrere Male in der Woche veranstaltet, dedeutenden Ruf; die hippologischen Vorführungen an jenen Adendm gebörm zu den bedeutendsten Leistungen, die wohl jemals in der Arena eines Zirkus gebotm worden find. Allabendlich erntet übttgens die Radfahrntruppe Villions rauschenden Erfolg. Friedrich Baase tritt am Sonntag, den 9. d. M., als „Königslieutenant" wieder auf. Die nächste Novität dieses Theaters, Ludwig Fulda's vierakliges Lustspiel„Die wilde Jagd" geht am Dienstag, den 11. d. M., zum nstm Male in Szene. Emst Wickert hat sein neuestes abendfüllendes Lust- spiel„Die Taube auf dem Dache" dem Bnlin« Theater im Manuskript eingereicht und das Stück ist vom Di- restor Ludwig Barnap sofort zur Aufführung angenommen worden._ Gerichts-ZeitZms. Dürfe« Mirth» i« letzter Ktvnde da« bereit« versprochene Persammlnngvlokal vermeiger«? Diese wich- rige Frage in in einem Prozeß, der ziemlich zwei Jahre lang von dem Schneid« R. Frank an Gerichtsstelle auSgefochten wurde, von der«sten Ziviliamm« des Landgerichts I, als der letzten Instanz, zu Gunsten der Witthe bejaht worden. Das betteffende Erkenntniß zeigt aber zugleich, wie es die Ardeiter in Zukunft bei schwankenden Wlrlhen zu halten haben: es bedarf der Schriftform, d. h. deSKontrakts. Als im Novemb« 1886 die Ersatzwahl im I. B«liner Reichstags- Wahlkreise anstand, veranstaltete auch die Sozialdemokratie zu Gunsten ihres Kandidaten, des Schriftstellers Jens L. Cbristensen, Wahlversammlungen. Zu einer solchm micthetc nun Frank von der Btsieeiin des„Louisenstädtischen Konzetthauses", Alte Jakob- straße 37, Freu Bemstein, den Saal. Trotz der d«eitS gegebenen Zusage der Genannten verweigerte fie später, nachdem baeits die üblichen Einladungen durch Plakat« anschlage, Inserate u. a. m.«gangen waren» die Hergäbe ihres Lokals. Das Erkenntniß der letzten Instanz aiebt die Grunde dieses Handelns wie folgt an:„Sie(Frau B«nstein) macht geltend, daß d« Kläg« ihr««schwiegen habe, daß es fich um eine sozialdemokratische Ansammlung handle. Dies« Umstand aber wäre für ihre Entscheidung wesentlich destimmend gewesen, da fie anderenfalls den Saal nicht hergegeben haben würde. Denn Gastwirthe, die auch nur in den Ver- dachtkämen, zur soziald emokratischen Partei in Beziehungen zu stehen, setzten sich seitens der Polizei den größten Unannehmlichkeiten a u s." Frau Bernstein hielt d« Klage fem« entgegen, daß es an einer Gegenleistung des Klägers und endlich auch an d« Sckttstform gefehlt habe. Frank bestritt sehr entschieden, der Beklagten den sozialdemokratischen Charav« d« Versammlung verschwiegen zu haben. Das Gnicht hat diesen Punv jedoch als nebensächlich angesehen. Es meint,„Kläg« war durchaus nicht in der Lage, anzunehmen, daß jed« Gastwttth die Ge- stattung ein« sozialdemokratischen Versammlung ohne weiteres von d« Hand weisen w«de. Die Erfahrung in Berlin lehrt das wenigstens nicht, und deshalb war eS Sache der Klägerin, fich durch eine Frage zu vergewissern, welcher Art die Versammlung sein werde. Ein gegen Treu und Glauben verstoßendes Verhalten des Kläger« liegt somit nicht vor." D« Ktäg« hatte auf 29 M. Schadenersatz geklagt. Das Ettenntniß füdtt nachstehende Gründe an. die zur Zurückweisung dieses Anspruches geführt haben:„Mit Recht behauptet nämlich die Beklagte, b:ß nach den Anführungen de« K-ägers ein klagbar« Vertrag zwischen den Patteien gar nicht geschloffen sei. Kläger stellt die'Verabredung so dar, daß die Beklagte die Abhaltung der V«s°mmlung gestatten und dagegen die Mttglleder der- selben ihren Konsum von d« Beklagtm dezieben sollten. Die levteren find nicht Konttahenten, eine Gegenleistung ihrerseits kann also nicht in Frage kommen. An einer V«pfl:chtung des KiägnS aber fehlt es ganz. Es findet in �n vorgebrachten Tbatiachm keine Begründung, wenn der erste Nicht« annimmt. d« Kläger habe die Aufwendung von Bemuyungen für das Zustandekommen der Vnfammlung versprochen. 3» dieser Be- SrJÄÄÄ Äffi SÄ Ä Ä »ÄS SÄÄ SÄ?® »ms Handlungen Dritter, nämlich die Beziehung des Konsums d« MUglieder von der Beklagten, versprochen hat. Da nun die Annahme einer bloS einseitigen Bindung der Beklagten ohne eine Gegenleistung des Klägers nach der Sachlage nicht geboten erscheint, so ist die Aeußerung derselben nicht als ein bindendes Versprechen, sondern nur als ein Jnaussicht st eilen im Sinne deS 8 3 Allgem. Landrecht 1 5 aufzufassen. Nimmt man ad« auch an, daß die Be« klagte fich dem Kläger gegenüb« einseitig gebunden habe, einem unbestimmten Personenkreise die Benutzung ihres Saales zur Abhaltung einer Versammlung zu gestatten, so würde ein solcher Vertrag doch, wie der erste Richter mit Recht annimmt, zu seiner Giltig- keit der schriftlichen Abfassung bedürfen. Daß eine solche Abfassung nicht durch einen von der Beklagten gemachten Vermerk in ihrem Buch, von drssm Inhalt Kläg« nicht einmal Kennt- niß gehabt zu haben behauptet, nickt ersetzt werden kann» dedarf keiner Ausführung. D« Schriftform ad« be» durfte der V«trag, gleichviel ob man denselben als einen Ver» ttag üb« Handlungen oder einen anderen Jnnominalkontratt auffaßt, und ob d« Gegenstand desselben den W«th von 150 M. überstieg od« nicht. Denn zunächst liegt kein Handelsgeschäft vor. Zwar ist Beklagte, da fie das Geschäft eines Gastwiithes betreibt, als Kaufmann, und zwar nach Att. 10 Handelsgesetzbuchs als Minderlaufmann anzusehen. Mit Recht hat aber d« Vorderttcht« den Att. 275 Handelsgesetzbuchs zur Anwendung gebracht. Der Saal, um den es fich bei dem Bettrage handelte, ist als Theil eines Gebäudes eine unbewegliche Sache und diese ist zugleich unmittelbar und Hauptgegenstand des Ver» ttages. was bei dem vom Kläg« angefühtten Beispiel des die Aufbewahrung von Handelsaut üb«nehmenden Spediteurs«- sichtlich nicht der Fall."— Wir greifen noch folgenden wichtigen Punkt aus den Entscheidungsgründen h«aus:§ 233 bestimmt ad«, daß, wenn eine unbewegliche Sache d« Gegenstand des Vertrages, und dies« nicht schriftlich abgefaßt ist, d« Ge» brauchende für einen bloßen Inhaber zu erachten und die Sache zu allen Zeiten auf jedesmaliges Erfordern des Einräumenden zurückzugeben schuldig ist. Damit ist ausge- sprachen, daß der mündlichenAbmachung jede rechtsverbindliche Kraft fehlt, und ergiebt sich auch hieraus die Hinfälligkeit desKlagean- spruches." Um unliebsamem Jrtthum vorzubeugen, sei übrigens bemerkt, daß Frau Bernstein setzt das„Luiscnstädttsche Konzcrthaus" an einen Pächter abgetreten hat. M- ist die Kardätsche? Diese„hochwichtige" Fase war gestern Gegenstand ein« V«bandlung des Schöffengerichts. Auf der Anklagedank saß der Kutscher Katzmarctzli ous Reinick.n» dorf und auf dem Zeugenstand d« Arbeit« Gcntz. Beide lebten früher in brüderlich« Einigkeit, die auch wohl niemals geh ött worden wäre, wenn der«stire seine Augen nicht zu seines Freundes Weib«Hoden hätte. Der Angellagte wohnte nämlich bei Gentz in Schlafstelle und wußte, daß dies« eine Kardätsche besaß. Da« als Kutscher jeden Morgen seine Pferde mit einem dnartigen Instrument putzen mußte, so er« suchte n Gentz, ihm die Kardätsche zu leihen und erhielt at ch die Erlaubnis-, das Ding mit nach dem Pf«destall zu nehmen. Nach einiger Zeit fand Frau Gentz es angemessen«, ihrem bis- hettgen Gatten die Thür zu zeigen und mit Katzmaretzst zu leben. Bei diesem„Umzug" vermißte Gentz die dewußte Kar- dälsche und da ihm gesagt wurde, daß dieselbe noch im B.fitz seines früheren Scklafburschen sei, so fordette n seine Frau auf, diesem zu sagen, daß er sein Eigenthum zurück wünsche. Katzmaretzki brachte ab« die Kardätsche nickt und Gentz ging deshalb zm Polizei, die d« Staatsanwaltschaft Mittheilungen machte, welche eine Anklage wegen Diebstahls gegen Katzmaretzki zur Folge hatten.— T« Angeklagte nklätte, daß« nicht wisse, wo die Kardätsche ge- blieben sei, nach seinem Wiffen habe er das Ding sogleich wied« zurückgegeben.— Zeuge Gentz bekundete aber, daß« den fiag- ticken Gegenstand nicht«halten habe und seine Frau habe ihm gesagt, fie wisse auch nicht, wo derselbe sei. Auf Befragen muß Zeuge zugeben, daß er den Angeklagten wed« mündlich noch brieflich zur Ablieferung der geborgten Kardätsche aufgefordert bat; nur seine Frau habe« beauftragt, dem Angeklagten seinen Wunsch kund zu aeben. Ob daS geschehen sei, wisse« freilich nicht, denn seine Frau sei mit Katzmaretzki in d« Wobnuna ge- blieben, während man ihn exmittut habe. Das sei alles Kinst- lich gemacht worden, ebenso hätten fich der Angeklagte und seine Frau besprochen» wie fie in Betreff der verschwundenen Kar« dätsche aussagen wollten. Die bitteren Klagen des Zeugen erzielten jedoch nickt die beabfichtigte Wirkung, denn d« Staats- anwalt sah fich veranlaßt, noch Lage der Sache die Freisprechung des Angeklagten zu beantragen, auf welche der Gerichtshof auch erkannte.— Zeuge Gentz konnte fich noch nicht so schnell mit der Sache abfinden, sondnn begann noch einmal, dem G«ichts» Hof sein Leid vorzuttagen. Erst nach einer enngischen ErktSiung des Vorsitzenden, daß die Geschichte nun beendet sei, verließ er kopfschüttelnd den Saal. * Gin» gute Nertheidigungared» hielt der Kutsch« Carl Günther, welch« fich aeste m vor der Sck offen ad t Heilung des Nmtsg«ichts 11 wegen Mißhandlung mittelst eines gefähr- lichen Wettzeuges zu verantworten hotte. Der Anaeklagte war am 5. August in dem Mülln'jchen Tanzlokal zu Reinickendorf und aerieth dort mit dem Kutscher Hoffmann in Streit, weil derselbe mit seiner Braut getanzt halte. Hoffmann ging nach einiger Zelt in den Garten, um fich»u erfrischen und Günther, d« schon längst auf»ine paffende Gelegenheit gewartet hatte, folgte ihm ins Freie. Draußen begann nun der Streit auf's neue und endete damit, daß Günther seinem Gean« einen Schlag auf den Kopf mit einem Bierglas versetzte. D« Schlag war so heftig, daß das Seidel in kleine Stücke znsplittere und tzoffmann betäubt zu Boden stürzte. Das Klirren des Glases lockte sowohl den Gastwirth als auch den gnade anwes«.den Gendarm Engl« in den Gatten und Güntb«, der sckon im Begttff war, auszureißen, wurde vorläufig angehalten..Hoffmann kam glücklicherwerse bald wied« zu fich und hat nach fein« eigenen Angabe auß« einer Beule auf dem Kopfe keine ernstliche Verletzungen davon getragen.— Der Staatsanwalt wollte den Zlngellagtcn mit 4 Monaten Gefängniß bestraft wiffen. Günth« destritt die That, die er gar nickt verübt haben könne, weil nicht anzunehmen sei, daß Hoffmann eimn Schädel befitze, du dick genug sei, einem solchen Schlage mit dem schwuen BirrglaS zu widerstehen. Da d« Verletzte nur eine Beule auf seinem Kopf entdeckt habe, so müsse vielmehr angenommen wuden, daß dettelde fich die Verletzung in ander« Weise zugezogen habe, und deshalb erwarte er seine Frei- sprechung.— Der Gerichtshof sprach den Angeklagten ober nicht frei, sondem veruitheilte ihn auf Grund d« Zeugenaussagen zu 3 Monaten Gefängniß. Unter dem schwere« Verdacht«, in demselben Hause, das« behüten sollte, einen Einbrucksdied stahl begangen zu haben, stand gestern d« Portt« Julius Hermann Voigt vor der dritten Strafkamm« des Landgettchts I Dn Angc» klagte war Potti« im Hause Rosenrhalettttaße 57, in defstn Parterreräumen fich die H«ling«'sche Restauration befindet. DaS Schlafzimmer des Restauratmrs ist von den Geschäfts- räumen durch einen Flur getrennt, der nach dem Hofe fütrt, und von hi« aus kann man durch das Nachbarhaus nach der Gormannstraße gelangen. Infolge dieses Durchgänge« muß d« Rcstauratmr sein Schlafzimmer stets»«schloffen halten. Am 4. Oktob« d. I., Abend« gegen acht Uhr, fand dettelde sein Zimmer von fremd« Hand geöffnet und ein Blick in's Innere üd«zeugte ihn, daß Diebe ihm einen Besuch abge- stattet hatten. Ein Pult und eine Kommode waren erbrochen und wie fich im ecken Augenblick feststellen ließ, eine Briestasche und eine fildnne Schnupftabaksdose gestohlen. Herrlinger rief sein Pnsonal zusammen und während man den Fall besprach,
kam der Angeklagte durch die Hosthür auf den Flur. Er hatte de« Hut nicht auf dem Kopfe, sondern so, dah derselbe den oberen Thell des rechten Armes verdeckte. Man machte ibm von dem Einbrüche Miüheilung und berieth mit ihm die ersten zu unternehmenden Schritte. Piötzlich flüsterte die Kellnerin des Bestohlcnen demselben zu:„Der Portier hat die Briestasche unter'm Arm", und als Hmlinger dies ebenfalls zu sehen glaubte, forderte er den Patier auf, sich doch zu bedecken. Nach wiederholter Aufforderung leistete derselbe Folge und nun kam die bisher durch den Hut verdeckte Tasche zum Vorschein. Der Angeklagte wurde sehr verlegen, als man fie ihm abnahm, er behauptete, er habe die Tasche, in der stch auch die stlberne Dose befand, auf der Schwelle der Hosthür gefunden, als er den Flur detrat und sich nicht einmal überzeugt, welcher Art der gefundene Gegenstand war. Das Benehmen des Portiers war so verdächtig, daß man ihn festhielt, bis der geholle Kciminalkommiffar zur Stelle war. Dieser hielt in der Wohnung des Portiers eine Haussuchung ad und fand dabei ein Bund aller Schlüffel und ein kleines Brecheisen, welches genau zu den Eindrücken paßte, welche das Instrument des Diebes in dem erbrochenen Pulte hinterlaffen hatte. Auf Gmnd dieser schweren Verdachtsmomente wurde Voigt der Thäterschast be« schuldigt. Im Verhandlungstermine verstcherte der bisher völlig unbescholtene Angeklagte hoch und theuer, daß nur ein unglückliches Zusammentreffen verschiedener Umstände ihn in den falschen Verdacht gebracht. Er habe thatsächlich die Tasche vor der Hofthür gefunden und da er bei der geringsten Erce- gunz am Kopfe schwitze, habe er die Angewohnbell, dm Hut in der Hand zu halten. Ein Zufall sei es gewesen, daß er da- mit dm Fundgegenstand dedeckte, ein Zufall, daß das Brech- eisen, welches er zu häuslichen Verrichtungen gebrauchte, zu dm erwähnten Eindrücken paßte. Durch die Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß der Angeklagte erst um 7* Uhr seine Wohnung verlaffen hatte. Ferner wurde erwiesen, daß er vom Augenblicke seines ersten Zusammentreffens mit dem Bestohlenm seine Wohnung nickt wieder hatte detrctm können, eS blieb»aber unerklärlich, wie das Brecheisen, wenn es zum Einbrüche benutzt worden war, in die Wohnung gekommen und ebenso unerklär- lich blieb es, daß der Angeklagte dann nicht auch die angeblich gestohlmcn Gegenstände besetltgt hatte. Der Staatsanwalt hielt den Angeklagten dennoch für genügend überführt und beantragte S Monate Gefängniß, der Vertbetdiger Rechtsanwall Dt. Voß- mann plaidirtc unter Hinweis auf die nicht aufzuklärenden Punlle auf Freisprechung. Der Gerichtshof hielt den Angeklagten nur der Fundunterschlagung für schuldig und verurtheilte ihn dieserhalb zu einem Monate Gefängniß, welche Strafe durch die erlillene Untersuchungshast für verbüßt erachtet wurde. Wi«a«s! Die Frage, ob der kategorische Imperativ, welcher einem unangenehmen Eintretenden durch das Wort„Hinaus!" entgegm geschleudert wird, eine Beleidigung für denselben mt- hätt, ist von zwei gerichtlichen Instanzen in bejahendem Sinne entschieden worden. Der Kaufmann Baron war mit dem Direstor Dorn ctnm Sozietätsoertrag bezüglich der Verwal tung des Wintergartens eingegangen. Das gute Ver- hältniß zwischen den beiden Kompagnons wurde aber gelockert rmd Herr Baron schob die Schulv daran dem Theaterogenten Wolff zu, welcher vom Direktor Dorn als Gmeralheooltmäch» tigter angenommen worden war. Aus irgend einer Veran« laffung hatte nun Baron gegm Wolff einen Prozeß zu führm, welchen er auch schließlich gewann. Am Tage der Entscheidung eitte er steudig erregt in das Bureau des Wintergartens, theilte dort dm Ausfall der Sache mit und erstärte sehr bestimmt, daß Wolff nun nicht mehr in daS Bureau kommen solle. Kaum hotte er das kühne Wort gesprochen, als fich die Thür öffnete und Wolff ganz harmlos ins Zimmer trat. Dieser Anlaß machte tzerm Baron außerordentlich zornig, er fuhr dem Ein- trctmden wüthcnd mtgegen und herrschte ihn mit dem Worte „Hinaus!" so nachdrucklich an, daß derselbe in der That das Zimmer verlaffm hatte. Herr Wolff sah in dem Worte „Hinaus!" unter diesen Umständen eine grobe Beleidigung und das Schöffengericht hat ihm darin Recht gegeben, indcm es Herrn Baron zu 30 M. Geldbuße verurtheilte. Das dogegm eingelegte Rechtsmittel der Berufung war ohne Erfolg. Koziales und Arveiterbewegnng. Zimmrrleute Kertins««d Umgegend. Alle diejenigen Plätze und Bauten, welche noch nicht im Besitze einer Sammel- liste fich definden, ersuchen wir auf Grund des Beschluffes der letzten großen Tonhallen-Versammlung, einen Kameraden sofort zu entsenden an H. Fackel, Schönhauser Allee l?7b, 2 Hof Parterre, oder um es möglichst bequem zu machen, auch Abends von 7 bis 10 Uhr, Beuthstr. 10, Restaurant Schulz, um daselbst die Listen in Empfang zu nehmen. Wir ersuchen alle Kameraden, diese Nachricht möglichst zu verbreiten. Auf Verlangen werden die Listen auch ins Haus gesandt. Auch find nunmehr die Lohnzettel der Gewerbedeputation spätestens bis Sonntag einzusenden._ 9«Ki«*«»d NersmmuimzgR». Groß» öffentlich- Krbeit-rinnen-Nerfammlnng Donnerstag, den 6. d. M., Abends 8* Uhr, im Lokale r am _... von Niest, Weberstraße 17. Tagesordnung: Der Stand der Ar- deiterinnenbewegung. Referentin: Frau E. Ihrer aus Vellen. Männer haben als Gäste Zutritt. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Gin„rektiflzirier" polizeilientenaut. Gegen die Auflösung einer Malerversammlung, die am 14. November stattfand, war Beschwerde erhoben worden. Hierauf ist folgende Antwort erfolgt:„Berlin, den 25. November 1868. Euer Wohl- geboren erwidere ich auf die Beschwerde vom 17. d. M. er- gebenst, daß ich die auf Gmnd des s 9 des Reichsgesttzcs vom 21. Oktober 1878 erfolgte Auflösung der am 14. d. M. abgehaltenen Versammlung der Filiale V Nord der Vereinigung der Mater, Lackirer, Anstreicher und verwandten Bemssgenoffen nicht für gerechtfertigt erachte und den mit der Uederwachung beauftragt gewesenen Beamten hiervon in Kenntniß gesetzt habe. Der Polizeipräfident v. Richthofm." Z« deutsch-sozialen Ueformvereiu wird am Freitag, den 7. Dezember, Abends 8 Uhr, der Vorfitzende, Dr. Hermann Stolp, einen Vortrag über„Soztalreform und Sozialismus" halten. Gäste find willkommen. Lokal: Hotel Janson, Mittelste. 53. L-hrknrsn» der erste« Kilfe bei Uuglückefällrn. Herr Gustav Dietrich bittet uns, mllzutheilen, daß er Zossen er- straße 38 wohnt. U»r»l» der Kureaubeamten der Rechtsanwälte, Notar»«nd Gerichtsvollzieher in Kerl in Donnerstag, den 6. Dezember, Abends 8 Uhr, Monateversammlung in Gratwell's Bierhallen, Kommandantcnstraße 77—79. Tages- ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. phil. Baumzart„U-ber das deutsche Zunftwesen im Mlltelaller". 2. Besprechung etwaiger Rechts» und Kostcnfragen. 3. Fragelasten. Zu dieser Ver- sammlung werden die geehrten Mrtglieder und Gäste ergebenst eingeladen. Vorher: Sitzung des Vorstandes der Hilfskaffe zum Zwecke der Aufnahme neuer Mllglieder, Zahlung der Kckß»%#. detträgt und des Verkehrs unter dm Mllgltedem._ Donm Gesang-, erstag. «nrn-«nd grstllig« U-r-tn«* lännemesangverein„Lätitia" Abends 9 Ufr jf VeMn's Restaurant, Veteranmstt. 19.— Gesangverein ,#8#* t Schumann, Alte Fav' schluß" Abends 8t Uhr im Restaurant Schumann,—«> straße 38.— Männergesangverein„Nordstern" Abends 9#* Restaurant Jacob, Lindowerstt. 26.— Schäfer'scher Gesa» verein„der Elfer". Abends 9 Uhr bei Wolf u. Krüger, straße 126, Gesang.— Gesangverein„Blüthenkranz" kue» 8 Uhr im Restaurant Dresdenerstr. 40.— Männergesang« „Alexander" Abends 9 Uhr im Restaurant Rose, SttauÄa straße 3.— Männergesangverein„Liedesfreiheil" Abends 9) im Restaurant Siemund, Linimstr. 8.— Äänneraesang« �Firmitas" bei Kinner, Köpnicknstt. 68.— Gesavgvaa Männerchor„St. Urban" Abends 9 Uhr Rllterstraße 1%-' Gesangverein„Deutsche Liedertafel" Abends 9 W Köpnickerstraße 100.— Gesangverein„Norddeutsche SWf> Abends von 9-11 Uhr, Michaellirchstraße 39.- verein„Hasenhaide"(Lehrlings-Abth.) Abends 8 Uhr hachstr. 60—61.—„Berliner Turngenossenschaft"(?- lings-Abtheilung) Abends 8 Uhr in der städtischm Ti Britzerstraße 17—18;— desgl. 6. Männer- AI.. Abends 8 Uhr in der städtischm Tumhalle, straße 51.— Lübeck'scher Turnverein(Männer- Abmds 8 Uhr Elisabethstraße 57/58.- Allg. ArevM Stenographenverein, Abth.„Louisenstadt", Abends 3t Restaurant Preuß, Lranienstraße 51.— Arends'scher graphenverein„Phalanx" Abends 3t Uhr im Restaurant Buckower Garten", Buckomerstraße 9.— Deutscher Ärmds'icher Stenographen Abmds 9 Uhr in Heidr's rant, Koppenstr. 75, Unterricht und Uebung.— Berlin« graphen» Verein(System Arends) Abends 9 Restaurant Friedrichstraße 208.— Stohe'scher graphen-Verein„Nord-Berlin" Abends 9 Uhr SchlegelsW*/ — Verein der Naturfreunde" Abends 9 Uhr im Wienerstraße 35.— Verein der Unruhstädter Abends« Verein ehe«� ste tägv Rauchklub„Kernspitze" Abmds 6t Uhr marktstraße 44.— Rauchtlub„Arcona" Abends bei Brandt, Forsterstraße, Ecke der ReichenbergE idfi 9 Uhr im% im Restaurants � Rauchllub„Dezimalwaage" Abmds 9 Uhr im rant Lock, Krauts straße 48. � Rauchklub„Vorwärts"� � 9 Uhr bei Herrn Tempel, Restaurant„Zum lauerstraßc 27.— Orientalischer Rauchllub" im Restaurant Wiechert, Lranienstraße 8. Ämbos",-51, Abends S w Selesraphisch» Depesche». (Wolff's Tetegraphm-B urec-u.) Part», Mittwoch, 6. Dezember. Die betreffend. misflon hat die Ermächtigung zu gerichtlichem Einichceitea Wilson ertheilt. Zur Prufimg .,_ des von dem Fm eingebrachten Gesetzentwurfs betreffs einer Emkomnn.� eine Kommisston ernannt worden. Die große Majorit« Kommission ist gegen den Entwurf. Kamburg. Mittwoch. 5. November. Die Amenlantsche Packettahrt-AVimgesellschast eröffnet am l-�i 1889 eine regelmäßige Dampferlinie zwischen HambulS Baltimore. Herr *.« St S1. ÜebmSw 25? im Rei Jwtevbca 2 Dmge\ hat, Zuhast i, �Sinheitm Ks »cht ab �Merksam p L, 3« der « fich tzet« Ä« j i ö s e .�wert Mw/rn J�vmiste» 2� von Bö te»' Puppen. «»strlrkt« Dam«»-«nd A»rr»«- Mrsten, Erir»* Saitt»«, Klridchrn, Anzug«»t». Uormal- U«t»rkt«ld«r. Hallestelle der Pferdceismbahn: »7. Etza«ss«»st»aß-»7, d« Keffelsttaße gegenüber. � GfeiffCBlilSigCtt 1307] Den Mitgliedern Begrabnlßkaffe der Frau Pusch am 3. d. M. gestorben ist... Die Beerdigung findet am DonnerMz 6 d. M., Ziachmttt'lgs 2 Uhr, von der V : Hedwigskirchhofs in Weißensee aus !__ Der !AionSfo»dt « wird, «kell lei< «>?' Nej!ailrü«t F. Uitch Wienerstraße 81 Donnerstag, den 6. Dczdr., von 10 Uhr ------• 5■ vtä Wiltn InWer KMchch Kine Kefigaöe für Knaben, Jünglinge, Mädchen, Jungfrauen. 15 Koge» hochelegant gebunden Mb. 3. Das vorliegende Buch dient lediglich zur Aufklärimg und hält fich fern von allem digollen und verdummenden Treibm, dem wir so oft in den dmtschm Juzmdschristen de- gegnen. Daß man gleichwohl allem Guten, Edeln und Schönen gerecht werden, daß man alle Saiten deS menschlichen Herzens auch ohne solche Zuthat anschlagen könne,— deß ist der Jnhall des Buches vollgilligsln Zeuge: Das hoffen wir getrost. Verlag von E. Thiele, Leipzig, Leploystr. 12. Z« beziehe« durch die Grpeditto», Zimmerstratze 44. Volks-Bazar Manasse& Co., Alte Jabobftr. 93. Gtozelverkanf zu Fabrikvreise« in posamentier-, Weiß- und Wolleuwaare«, Ktrickgarnen«. Corfrttv. 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