SctJUS"* k 888. Freitag, de« 7. Dezemder 1888. S. HadRA 9%'t S-Ä 1« . 6b% SellimZÄsdlli» ♦ Lrgs» für die Interessen der Arbeiter. JnsertiouSaebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag« m der Expedition, Berlin SW., Zimmcrstraße 44, sowie von allen Annoncen-Burcaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. Äi A 'S*f> Gl«„Mythus". 0S b'of.fy rioi ' szM . Herr Staattsekretär von Bötticher ist persönlich A liebenswürdiger und jovialer Herr und pflegt seine jr# im Reichstage zuweilen mit einem leichte», burschikos Wt>»endea Humor zu würze», womit er sich manchmal Dinge hinweghilft, die bei einer ernsten Erörterung zu Mi ganz angenehme» Auseinandersetzungen führen könnten. C* ist ganz geschickt und wir wollen die Gewandtheit, die ? Mannte Staatsmann bei solchen Gelegenheiten schon Thesen hat, nicht verkennen. Allein wir sind ziemlich'ae- rMhafl in unserer Betrachtung der politischen An- »�geahriten und wenn die Mehrheit des Reichs- auf Anregung des Herrn Staatssekretärs � diesen oder jenen Gegenstand mit Heiterkeit MM gegangen ist, so ist das für uns kein �«d, da« Gleiche zu thun. Wir lassen uns im Gegen- M nicht abhalten, diesen Gegenstand nachher noch recht �Merksain unter die kritische Lupe zu nehmen. , 3a der Sitzung de« Reichstags vom 28. November tV.stch der Abgeordnete Liebknecht mit Recht über die tl�tiöse Presse und über den Unfug, den sie treibt, �?wert; namentlich hatte er auf die Kriegshetzerei hin- A'isen, in welcher unsere Offiziösen oft den französischen jMvinisten eine völlig ebenbürtige Konkurrenz machen. � von Bötticher»ahm die Sache sehr leicht und meinte, Offiziöse Presse beginne nach und nach ein Mythus zu �den. die es 'S®»1 Ä* Reichstag lachte über die Bemerkung und v"** war vorläufig erledigt. Für uns tst sie �»egs. Selbst wen» man nicht wüßte, daß es ein l i t e r a r i- a u gt«bt, das aus dem geheimen Di»- de« preußischen StaatSministerium« unter- wäre die Existenz einer offiziösen Preß- srweu reicht zu konstatiren. Man kann bei gewissen Sössen unschwer erkennen, daß in einer Reihe von Ottern nach einer Parole gearbeitet wird, welche auS ge- Josten, der Regierung nahestehenden Kreisen zu kommen W Oder soll vielleicht da« Publikum glauben, daß die jMner im literarischen Bureau etwa im Dienste irgend r* Opposition« partei ständen, oder gar, daß sie Gdhättgige Schriftsteller seien? Für un- Essige Schriftsteller braucht die Regierung kein 'arische« Bureau einzurichten und wird eS auch nicht so i h(n» e« ist heute nicht mehr Sitte, wie im alten | für die um die öffentlichen Angelegenheiten ver- k �» Männer ein Prytaneum zu errichten, wo sie öffent« .' cr\~» Iii**.**.,! fcSJ. AkAl | � werden können. Da« literarische_93uicau ist Ä Prytaneum für gewisse„schmiegsame" Seelen. Im �krr von Bötticher hätte sich übrigens von der Thätig- offiziösen Presse, wenn diese für ihn als ein Mythus t eii' vt, W!! > KeuMeton. [29 Kaskowikow. Roma» von F. M. Dostojewski. b* Russische» übersetzt von Wilh. Henckel. m Sie, ich bin auch nicht sehr scharf- Ki» �niicymotgen«>,e, ioj om«uu/ Bvvyi ,«,>«» ,- �Merbrach ihn Rasumichin schroff,- darum wolle« �fhöre». Ich habe auch nur eine« bestimmte» . mir diese« ganze nur selbstgefällig in ei» günstige« wegen davon angefangen, sonst ist mir diese« ■ity 7' wu dem man sich nur zetongefau'g m ein te letzen sucht, find mir alle diese endlosen Gemeinplätze, i-tzt seit beiläufig drei Jahren immerfort zu höre« �„ �. schon so zum Ekel, daß ich, bei Gott, schamroth werde, (jM. �osfimöw, lim das vorige Gespräch mit ihm si5�?ar�°wttsch wor so gescheit, der Erklärvyg Rasu- bch et �uben zu schenken. Er beschloß übrigens, � � im?®, sehen Sie, e« aiebt jetzt so viele Art ***4 2�. tona 2" Vorwand, für'- öffentliche Wohl zu sorgen, M � die. ste berühre», im eigenen Interesse so verhunzen, \ u#?Q?äe Angelegenhett gründlich verpfuscht worden ist. k � genug davon!,. VttÄl Z�'.��ushin��ch in di- Brust webend, JXjtten Sie vielleicht die Absicht, auf diese unzeremo- C\r ÄU hifirtimtz#« Kn« miÄ tHT) <45ei?D vw.UVlU�» v»*. ww, v.v, fttt«s' Pasumichin kurz ab und wandte Nun aber sich unver- t , i-.. vsiauDen zu schenlea. Uff oeiqiop «wei Minuten lang da zu bleiben. " h°ffe» daß die jetzt angeknüpfte Bekanntschaft, gilt, noch au« Anlaß derselben Reichstagsdebatte über- zeugen können, in der er von diesem Mythus sprach. Liebknecht verwahrte in seiner Rede sich und seine Partei gegen den Verdacht antideutscher Gesinnung für den Fall eine« deutsch- ftanzösischen Kriege«. Er sagte, er habe einflußreichen französischen Politikern keinen Zweifel gelassen, daß wir Deutschen im Falle eines ftan- zöfischen Angriffskrieges bis zum letzte» Sozialdemokraten verpflichtet seien, gegen Frankreich zu marschiren. Diese freimüthige Erklärung, welche den für den europäischen Friede» plaidirenden Redner in Bezug auf seine deutsche Gesinnung in einem weit günstigeren Lichte erscheine« lassen müßte, als alle Kriegshetzer viesseitS und>enseitS de« Rheins, hätte alle Diskussion über eine antideutsche Ge- stnnung deS Redners abschneiden müssen, denn vernünftige Leute können sich doch nicht auf jene knaben- hafte Anmaßung einlasse», welche behauptet, man sei nur dann ein richtiger Deutscher, wen» man zugleich konservativ oder nanonalliberal gesinnt sei. DaS Ziel der Arbeiterpartei ist der gesicherte Weltfriede und die Freundschaft und Brüderlichkeit der Völker; aber sie ist deswegen ebensowenig deutschfeindlich al« chau- vinistisch. WaS geschah nun nach jener Aeußerung Liebknecht'«? Sofort kam durch Vermittelung des bekannten Wagner'schcn Bureaus ein Telegramm auS Pari«, in welchem behauptet wurde, die Rede Liebknecht'« fei daselbst„mit Behagen" aufgenommen worden und kein Franzose hätte eS wagen können, in einem französische» Parlament eine solche Rede zu halten. Nach diesem Telegramm hätte man glauben können, Liebknecht habe den Franzose» für den Fall eine« Angriffs auf Deutschland ein Bündniß mit seiner Partei angetragen. Und die» Telegramm gtng durch alle Blätter, die sich ihrer„patriotischen" Gesinnung sonst so sehr zu rühmen pflege». Nein, Herr Staatssekretär von Bötticher, die offiziöse Presse ist kein Mythus und was wir hier anführe«, beweist doch wohl zur Genüge, daß sie kein Mythu« ist. Denn wer sonst könnte dann ein Interesse daran haben, die Rede Liebknecht« und ihre Wirkung in einer solchen Weise darzustelle»? Man mußte fürchte«, die alte Verleumdung, die man gegen die Sozialdemokratie zu schleudern pflegt, daß sie, wie man in der„Nordd. Allg. Ztg." so oft lesen konnte, in geheimen landeSvenätberischen Beziehungen zu den Franzosen stehe, sei nun enolich für immer abgethan. Aber halt— im kommenden Jahre muß da« Sozialisten- g e s e tz zur Berathung kommen und bis dahin muß da» Arsenal der konservativen und nationalliberalen Staat«» männer mit dem nöthigen Rüstzeug versehen sei«, um die Sozialdemokratie möglichst in's Schwarze malen zu können. Der günstige Eindruck von Liebknechts Rede muß u m — wandte er sich an RaSkolnikow,— in Anbetracht der Ihnen bekannten Verhältnisse, sich nach Ihrer Genesung»och mehr befestigen wird... Besonder« aber wünsche ich Ihne« Gesundheit... RaSkolnikow wandte ihm nicht einmal den Kopf zu. Peter Petrowitsch machte Anstalt aufzustehen. — Der Mörder war sicher einer von de» Pfandgebern! sagte Sossimow. — Ganz bestimmt ein Pfandgeber! bekräftigte Rasu- michin. Porphyriu« verräth zwar seine Gedanken nicht, fährt aber fort, die Pfandgeber ins Verhör zu nehmen. — Die Pfandgeber? fragte RaSkolnikow laut. — Ja!— nun, weshalb die Frage? - Nicht«. — Wo nimmt er sie aber her? fragte Sossimow. — Einige hat ihm Koch bezeichnet; die Namen von andern waren auf den Umschlägen der Sachen notirt, einige kamen auch von selbst, als sie hörten... — Nun, das muß doch wohl eine geriebene und er- fahrene Kanaille gewesen sein! Welche Frechheit! Welche Entschloflenhett! — Durchaus nicht, da» ist'S[a eben! unterbrach rhn Rasumichin. Diese Ansicht bringt euch alle von der Fährte ab Ich sage— er war nicht gerieben und nicht erfahren, und-S war sicherlich sein erster Fall I Wenn Du schlaue Berechnung und eine gewandte Kanaille annimmst, so wird'S unwahrscheinlich. Nimmst Du aber einen unerfahrenen Ver- brecher an, so folgt daraus, daß ihn nur der Zufall gerettet haben kann, und wa« kann man nickt alle« dem Zufall ver- danken I Ich bitte Dich, er hat vielleicht mHt einmal Hinder- risse vorausgesehen? Und wie hat er die Sache ausgeführt? N mmt Dinge im Werths von zehn, zwanzig Rubel, stopft sick damit die Tasche» voll, wühlt im Koffer, ,n den Lumpen jeden Preis verwischt werden. Und die Offiziösen de» eilen sich, diese Arbeit zu besorge». Oder giebt e« wirklich keine Offiziösen und haben wir Leute in Deutschland, welche die« edle Geschäft freiwillig besorgen? Wen» ja, so wissen wir nicht, was schlimmer ist. Leider ist die Langmuth deS Publikums, mtt der e» diese offiziösen Windbeuteleien noch immer gläubig aufnimmt, auch kein MythuS. Vngmak'Korresxouämzev. Hamburg, den 5. Dezember. Die hochgehenden Wogen der Aufregung über den hier vor kunem verübten Mord be- ginnen sich zu legen, nun va das Opfer beerdigt und der Thäter in sicherem Gewahrsam sich befindet. Schließlich wild die Sache denn auch schon alt, und man muß einen neuen Ge« svrächs- und Klatschstoff haben. Billig verwundem muß man sich jedoch, daß die Aufregung unter einem Thelle unserer Be« völkerung eine dcrattige werden konnte, daß bei der muthmaß- lichen Ankuntt des Mörders Morgens schon um 6 Uhr also noch bei stockfinsterer Nackt und der jetzigen Jahreszeit tausmde Menschen am Bahnhofe sich versammett hatten, nur um ihre niedere und gemeine Neugierde zu befriedigen. Noch mehr erstaunen muß man aber, wmn man vemimmt, daß die Mehr» zahl der am Bahnhofe Anwesenden aus Angehörigen des schönen Geschlechtes bestand, welche mit Geschrei und Ver« wünschungen sogar noch der Droschke nachrannten, die den D a u t h zum Gefängnisse führte, und Miene machten, ihn zu lynchen, so daß ein bedeutendes Aufgebot von Polizeikräften erforderlich war, um Ausschreitungen zu verhindern. Der Mörder ist jedenfalls ein rohes und moralisch verkommenes Sub- jekt und von seinem Opfer darf man jetzt nach dem Sprich- worte:„Von den Tobten rede nur GuteS", nichts weiter sagen; vielleicht, daß die Gerichtsoerhandlung über die Art und Weise seiner Wechselgeschäfte mit den Auswanderern noch manches zu Tage fördert. Mordthaten ereignen sich ja überall und leider zwar häufig des sogenannten schnöden Mammons willen, dem ja gerade die oberen Zehntausend am meisten nachjagen. Wo« her denn die außerordentliche Aufregung diese« Mal in Ham« die Leute mit ihren detaillitten Schilderungen des traurigen Er- eigniffes gruseln und„die Weiber zu Hyänen" machten. Der „grobe Unfugs-Paragraph" existitt hierfür freilich nicht. Die Gesittung der sogenannten besseren Stände aber kennzeichnet fich bei solchen Veranlassungen dadurch, daß der von Loyalttät triefende, nationalliderale ZeitungSleser das ganze Rüstzeug der Folterkammer wieder hervorgesucht habe« möchte, um dem armen Sünder vor seiner Hin» richtung noch das Fell zu schinden. Wahrlich, in diesen gcbil- dtt sein wollenden Kreisen verbirgt fich noch mehr Rohhett der Gesinnung, als man gemeinhin glaubt! Durch die Ausschließung der 600 Werftarbeiter in Flensburg durch die dotttge„SchiffSdaugesrllschaft" wer- erster Versuch, er war verwirrt! Nicht Berechnung, nur Zu- fall hat ihn gerettet! — Sie sprechen, wie e« scheint, von der kürzlich statt- gefundenen Ermordung der alten Beamtenwittwe, wandte sich Peter Pettowitsch an Sossimow; er war schon aufgestanden und wollte vor seinem Fortgehen noch ein paar kluge Worte zum beste» geben. Es war ihm sichtlich um eine» gute» Eindruck zu thun und die Eitelkeit überwand die Vorsicht. — Ja; haben Sie davon gehört? — Natürlich, in der Nachbarschaft... — Kenne« Sie die Einzelheiten? — Da« kann ich nicht behaupten, mich interessirt dabei überhaupt nur ein Umstand, sozusagen eine besondere Er- scheinuvg. Ohne mich über die Thatsache zu verbreiten, daß sich die Zahl der Verbrechen in den untere« Klassen sett fünf Jahren auffallend vermehrt hat, von den überall vorkom- menden und ununterbrochen fortdauernden Raubanfällen und Feuersbrünste« abgesehen, scheint c« mir ganz besonder» be- merkenSwerth, daß, gleichsam in paralleler Steigerung, die Ver- breche» sich auch ,» den höheren Gesellschaftsklassen vermehre». Dort, hott man, beraubte ein ehemaliger Student die Post auf offener Straße; hier fabriziren Leute, die zur bessere» Gesellschaft zahlen falsche- Papiergeld; in Moskau entdeckt ma« eme ganze Gesellschaft, welche Billete der Prämien- Anleihe fälscht, und einer der Hauptschuldigen ist Lehrer der Weltgeschichte; dort, im Ausland, wird au« räthfelhaften Ursachen ein Sekretär unserer Gesandtschast ermordet... Und sollte jetzt diese alte Pfandverleiherin von Jemand au« den höheren Ständen getödtet worden sei»— denn Bauern versetzen doch keine Goldsachen,— so tritt die Frage an un« Hera«: wodurch ist oiese Sittenverderbniß im zivilisitte» Therl unserer Gesellschaft zu erklären? — Es sind da in letzter Zeit viele ökonomische Um- walzungen vorgekommen... erwidette Sossimow. - Sie wünschen eine Erklärung? fuhr Rasumichin ken auch die Kreise der hiesigen Werftarbeiter in Mitleiden« schaft gezogen» da ein Thetl der FlenSburger Arbeiter dem „Verbände deutscher Werstarbeiter" angehört. Die Former» die auf jmer Werst die Veranlaffung zu dieser Aussperrung der Arbeiter'1nd, gehören ihrer eigenen Fachorganisation an. Es scheint, dasi unter den Formern der Eisenbranche eine Bewe- aung für Abschaffung der Akkordarbeit im Gange ist und diese Fordemng soll abseilen der Direktion der Werste alS besonders unannehmbar dezeichnet sein. Die hiefige„Reform", be« kanntlich ein Freiffnn- und Fortschrittsorgan der tzirsch-Duncker- shen Harmonie Duselei-Richtung, läßt sich von ihrem Flens- durgcr Korrespondenten unter dem 28. November darüber schreiben: „Die hiefige Schiffsrrerst hat heute Abend ihre Werkstätten geschloffen und sämmtltche Arbetter entlassen, es find also, weil 70 Former unerfüllbare Forderungen(?) stellten, zirka 900 Arbetter, größtentbcils Familienväter, brotlos gewordm. Bon den gestellten Forderungen der Former find es namentlich zwei, auf welche die Ardettgeber niemals eingehen werden. Es find das: die Abschaffung der Akkordarbett und Einführung eines Minimallohnes, sowie die Errichtung eines Arbeiter- Nachweisungsdureaus. Was die erste Forderung ande» trifft, so machen die Arbeitgeber dagegen gellend, daß bei der ANordarbeit solche Arbeiten nicht dezahlt werden, die wegen Fehler beim Formen im Guß nicht gelingen. Es hat daher der Arbetter von vornherein ein Jotercffe daran, seine Sachm so zu machen, daß ein Mißlingen nicht stattfindet. Wenn nun aber im Tagelohn gearbeitet wird, so ist es dem weniger gewiffen- hasten Arbetter glcichgillig, wie seine Arbeit ausfällt, da ihm sein Tagelohn unter allen Umständen werden muß. Dadurch geht aber dem Arbettgeder nicht allein der gezahlte Arbeitslohn verloren, sondern es entsteht ihm ein Verlust durch dopvelleL Schmelzen, durch mehrverdraucktes Heizmaterial und Eisen, sowie durch Zeit. Unter diesen Umständen kann der Fabrikant nie mit festen Zahlen bei seiner Kalkulation rechnen, und die Fabrik bleibt, da bei der jetzigen Konkunenz scharf gerechnet werden muß, nicht konkurrenzfähig." Nach den Ansichten deS ehrenwerthen Korrespondenten find die Arbetter überhaupt ein ganz gewiffenloses Volk, dem es einerlei ist. ob das Werk seiner Hände gelingt oder nicht, wenn nur am Zahllage der Lohn eingeheimst werden kann. Aber gerade solche Behauptung ist die bodenloseste Niederträchtigkeit und Verleumdung! Wer selber irgendwie nur Be« griff hat von den Vorgängen in größeren oder kleineren Werk- stätten, der weiß, daß gerade die Ardeiter, welchen die schwie« rigeren Arbetten anvertraut werden, selbst bei den unzureichm« den Löhnen mit einer gewissm Zärtlichkett ihrem eigenen Werke anhangen und mit Stolz erfüllt find, wenn die Arbeit ihrer Hände ihnen gelingt, trotz des oft mangelbast gelieferten Ma« terials. Das Mißlingen einer Aufgabe erscheint dem Arbeiter an und für fich schon als Strafe genug, wett eS ihn in dm Augen seiner Mttardetter herabzusetzen geeignet ist. Daß aber überall einmal etwas und»war unter Anwendung aller Vorficht und der allernächstm Aufficht der Werkstrhrcr, Meister und selbst Direktoren, und gerade dann bäufig am meistm miß« glückm kann, ist selbstverständlich. Ader man möchte auch uderall und immer die pekuniäre Einbuße nm ein« seitig dafür dem Arbeiter aufhalsen! Die Former werdm wohl gegründete Ursache haben, gegen die Akkordarbett fich zu wmden, nicht aber, um nur gewissenlos dm Lohn für verdorbme Arbeit in die Tasche zu steckm. Gerade durch das Schinden bei Akkordarbeit entstehen ja leider die meisten Fehler, die bei ruhiger und gediegmer Lohnarbelt nie gemacht würden. Am Schlüsse der angeführten Korrespondenz heißt es noch: „Unter den übrigen Arbeitern der hiesigen Eisenfabriken henscht übrigens eine große Aufregung und Entrüstung, daß die pekuniär am besten gestellten Former solche Forderungen stellen, wodurch sie ihre Mitarbeiter, die über nichts klagen, brotlos machm und deren Familim dem Elend preisgedm. Werdm daher die Former die wesenttichstm ihrer unannehmbarm For« derungen nicht bald zurückziehen, so find gewaltthätige Aus« schrettungm zu befürchten." Das klingt beinahe so, als od der Schreiber dm Formem eine gehörige Tracht Prügel von dm übrigen Werftarbeitern gerne gönnte. Es wird aber wohl nur ein liberaler Unkmruf sein. Werftarbeiter und Former werden schon brüderlich zu« sammmhalten!— Ueber den Stand des Streiks der hiesigen Gerber und Lederzurichter ist leider von einer günstigm Wendung noch nichts zu derichtm. Alle N,chrichten liberaler Zeitungm von einer Beendigung des AusstandcS zu Gunsten der Ardeiter oder umgekehrt find bis dato erlogen! Politische Ueberstcht. & nicht« enthielt, was nicht schon in den Motiven zu lesen war. Zum Schluß oersuchte Herr v. Bötticher einen höheren Schwung anzunehmen, was dem etwas phlegmatischen Herrn nicht sonder- lich gelingen wollte. Nach dem Staatssekretär sprach der sozial« — Wie memm Sie da«? — Was antwortete z. B. jener Lehrer in Moskau auf die Frage, weshalb er die Billete gefälscht habe?„Alle suchen sich auf verschiedene Art zu bereichern und deshalb wollte auch ich schnell reich werden." Den Wortlaut weiß ich zwar nicht mehr, aber der Sinn, daß er mühelos schnell reich werden wollte, ist richtig. Wir sind gewohnt, daß uns die gebratmm Tanben ins Maul fliegm, daß man uns am Gängelbande führt, uns alles vorkaut, damit wir es nur hinunter zu schlucke« brauche«. Nun, und schlägt alsdann die große Stunde, dann zeigt es sich, wozu ein jeder von un» fähig oder vielmehr unfähig ist. — Aber wo bleibt denn da die Moral? Und fozu- sagen die Gesitze... — Za, um was streite» Sie sich dm» eigentlich? mischte sich Raskolnikow ganz unerwartet ins Gespräch, — da« paßt ja gerade in Ihre Theorie! — Wieso, in meine Theorie? — Nun, führen Sie da», was Sie vorhin predigtm, bis zur äußerstm Konfequmz, so gelangen Sie bi» zur Maxima, daß man Menschen tödten darf... — Aber ich muß bitten!... rief Lushi». — Nein, so ist das nicht gemeint, fiel Sossimow ei». Raskolnikow lag schwer athmmd, bleich und mtt zuckender Lippe da. — Alles hat seine Grenze», fuhr Lushi» hochmüthig fort;— die ökonomische Gerechtigkeit kann ma» doch nicht als eine Aufforderung zum Mord bezeichnm, und nimmt man an... — Apropos, sagen Sie mir doch einmal,— unterbrach ihn Raskolnikow mit vor Bosheit zitternder Stimme, der man die Freude, seinen Gegner zu beleidigm, anmeikte, — ist eS wohl wahr, daß Sie an dem Tage, als Sie von Ihrer Braut das Jawort erhieltm, die Aeußerung thaten, eS freue Sie ganz besonders» daß sie eine Bettlerin sei- dm» e» sei vortheilhaster, seine Frau au» dem Elend zuerhebm, um dann wtllkürlich über sie schalten und walte»... und ihr jederzeit vorwerfen zu können, daß sie mit Wohlthatm von Jhnm überhäuft worden sei!... — Mein Herr! rief Lushi», erbost und gereizt,— demokratische Abgeordnete Grillenberge r. Fn sachlicher Weise legte er dar, wie mangelbast die Vorlage sei, nicht blos nach dem Urthett„reichsfeindlicher Verführer", sondern auch nach dem von Leuten wie Schäffle, v. d. Borght(Handelskammersekretär in Aachm), Prof. Platter u. A.,— so mangelhaft, daß einer Kom- mtssionsberatbung die einfache Ablehnung vorzuzrehen wäre. Der Redner bleibt— trotz des Widerlp-uchs der Rechten— dabei» daß es fich bei der„Sozialreform" um eine anderweitige Regelung der Armenpflege handle und die Arbeiter nur nm belastet werden. Im Einzelnen bekämpfte er die Art der Organisation, die niedrige Rente, das Qmttungsduch und vieles Andere, erkennt aber an, daß mit Recht nicht den Be- mfsgenoffmschaften die Verwattung Übertragen werden solle. Hervorzuheben ist auch die Bemängelung der in der Vorlage angewandtm Statistik;„diese Art Statistik kann uns nicht imponiren, fie erinnert zu sehr an die spiritistischm Klopfgeister". Zuletzt bezeichnete es der Sprecher der Sozialdemokratie als eine niederträchtige Verlmmdung, wenn man behaupte, diese Frattion wolle keine guten Gesetze zum Schutze und Nutzen der Arbetter: gäbe man nur GuteS, so würde sie gern dafür stimmen.— Auf die zweistündige Rede Giillmberger's erwiderte der dadische Be- vollmächtigte v. Marschall, der fich aber darauf beschränkte, die Sozialgesctze gegen den Vorwurf, sie seien wesentlich nur eine Amderung der Armenpflege, zu vertheidigm. Bei d»» Kerathung des Gesetzentwurfs über die Alters- und Jnvalidmversorgung der Ardeiter, welche gestern im Reichs« tag degonnm hat, wird derselbe auch die Petitionen in Berück» fichtigung zu ziehm habm, welche von dm verschiedensten Seitm eingehen und neben vielem, was von unserem Standpuntt zu verwerfen ist, auch manches mthallm, das derückstchtigt werdm muß. soll das Gesetz einigermaßen dm Wünschen der Arbeiter entsprechen. In nachfolgmdem sollen kurz die hauptsächlichsten Puntte bervorgehodm werdm, die in dm eingereichten Petitionen und Resolutionen als besonders deachtenswertb erscheinen. Vom Zentralverband der dmtschen Fndustriellm liegt ein Bericht vor über die Verhandlungen seiner Delcgirtenversamm- lung vom 29. September d. I, nach welchem die Versamm- lung beschloß: a. in erster Linie als Grundlage für die Organisation die Gründung einer Reichs-Versicherungs« anstatt zu befürworten; d. zu verlangen, daß an Stelle des Kapitaldeckungs« Verfahrens, wie es der Entwurf vorschlägt, das Um« lageverfahren stete; c. vom Standpunkt des Arbeitgebers zu erklären, '''......"Inführun daß der Zentralverdand auf die Einführung des Quittungsbuches keinen Werhlege und ihm jedes andere gleich wirksame Mittel zur Feststellung und Kontrole der gezahltm Beistäge edmso genehm sei. Die Handelskammer zu Barmen schlägt vor: a. Die Wartezeit für die Altersrente von 30 auf 10 Fahre herabzusetzen; d. die Attersrente von 120 M. auf die Maximalhöhe der Invalidenrente, also auf 250 M. festzustellen; c. das Umlageverfahren allgemein einzuführen; d. als Träger der Versicherung die Unfall- Berufsgmoffen- schaftm nur bedingungsweise ins Auge zu fassen; e. den Kreis der Versicherten auf solche Personen einzu« schränken, die Lohn- oder Fahresgehatt bis ,u 1500 M. (statt wie im Entwurf vorgeschlagm 2000 M.) be« f. da�lr die gleichzeitige Versicherung der Wittwen und Waisen einzuführen; g. Portofreiheit. So die Barmer Handelskammer. Der Dstektor der Wächtersbacher Stetngutfabrik Max Rösler verlangt in setner Petttion, daß die Organisation der Alters- und Jnvalidenverficherung im Anschluß an die Bestimmungen des Krankcnkaffengesetzes gesucht werde; daß bei Bemessung der Renten und Beiträge, der vorhandenen großen Verschiedenheit im Erwerbe und in dm Ledmsansprüchen Rechnung getragen werde; die Rentengewährung auch bei vorüber« gehender Invalidität eintrete; die Renten mt« sprechmd den Beiträgen abgestuft und gegenüber den vorge- schlagenm Sätzm entsprechend erhöht werden. Femer schlägt der Petent vor, eine Wittwen- und Waisrnverficherung einzu- richtm und die freien Hllsskaffm bei der Wahl der Ardeiter« Vertreter zu derückfichtigm. Er erklärt fich gegen das Marken« qutttungsbuch; gegen die große Zahl von Ehrenämtern; gegen dai Kapttalveckungsverfahren. Erklären fich die hier mitgetheilten Stimmm aus Unter» nehmerkreisen in dm wesentlichsten Punkten gegen dm Entwurf der verbündeten Regierungen, so zeigt fich, daß es auch in Ardeiterkreism nicht eine Seele giebt, welche an dem Ent- wurf ihre Freude hätte. Daß die Sozialdemokraten an der Vorlage sehr viel auszusetzen haben, wird von Seiten der Re< gierungen von vornherein als selbstverständlich angesehen werdm. Auch daß die fortschrittlichen Gewerkoereine an dem Entwurf sehr Sie entstellen de« Sin» meiner Worte! Verzeihen Sie, aber ich muß Jhnm sagen, daß derartige Gerüchte, die zu Ihnen gedrungen, oder noch besser, die Jhnm absichtlich zugestagm wurden, auch nicht eine» Schatten von Grund haben, ,ch... hege de« Verdacht... mit einem Wort ... dieser Pfeil... Ihr Mütterchen!... auch sonst schim sie mir, ihre übrigen vortrefflichen Eigmschasten in Ehren— etwa« schwärmerisch und romanttsch angelegt. Deffmungeachtet aber war ich tausend Werst von der Vor« auSsetzung entfernt, daß Sie meine Worte so falsch verstehen, verunstalten oder verdrehen würde... Und endlich... endlich... — Wissm Sie was? rief Raskolnikow, sich aufs Kiffen erhebend und ihn mit durchdringendem, funkelndem Blick starr ansehend,— wissen Sie was? — Nu» was denn? Lushin wartete mit beleidigter und herauSfordemder Miene. DaS Schweigm währte einige Sekunde«. — Wenn Sie sich»och einmal... unterstehm... meiner Mutter auch nur mit einem einzigm Wort zu er« wähnm, so fliege» Sie kopfüber die Treppe hinunter. — Was ist mit Dir? rief Rasumichin. — Ah, so steht die Sache! Lushi« erbleichte und biß sich in die Lippe». Härm Sie, Herr,— begann er mit Betonung und mächtig an sich haltend, dabei aber fast athemloS— schon vorhin, beim ersten Schrttt, errieth ich Ihre Feindseligkeit gegen mich, blieb aber, um mich noch gründlicher davon zu überzeugm, absichtlich hier. Einem Kranke», einem Verwandten kann ich viel verzeihen, Ihnen... aber, jetzt... nie... — Ich bin gar nicht krank! schrie Raskolnikow. — Um so schlimmer... — Scheerm Sie sich zum Teufel! Lushi« ging, ohne seine Rede zu beenden; abermal« mußte er sich zwischen Tisch und Stuhl hindurchdränge«. Rasumichin stand auf, um ihm Platz zu machen. Niemand ansehend, nicht einmal Sossimow zunickend, der ihm längst schon Zeiche» gegeben hatte, den Kranken in Ruhe zu lassen, ging Lushl«, vorsichtig seinen Hut schützend und sich unter der Thür bückend, hinaus. Der Krümmung seine« Rücken« viel auszusetzen haben, wird von Regierungssette noch erklit« lich gefunden worden. Daß aber auch die k önigstreut? gesinnten Ardeiter eine Kritik an der Vorloge üben, die i» ihren wesintlichsten Punkten mit der Anschaung.der Sozialdemokraten übereinstimmt, dürfte über- rascht baden. Und doch liegt auch dafür ein Beweis vor» einer Petition aus Hannover, unterzeichnet von 3476 W fönen, welche fich ausdrücklich als Arbetter deze'chnen, dir auf dem Boden der heutigen Staats» un« Gesellschaftsordnung stehe«. Zunächst erflätt» die Petenten die in Ausficht genommenen Rente» betrage für erheblich zu niedrig; fie verlangen* Abstufung derselben nach Klaffen und in Beträgen, die annäham mtt dem wirklichen Verdienst deS Ardeiters in Einklang" Die Wartezeit erscheint ihnen zu lang, fie verlangen, da! nach einem Fahre nach Inkrafttreten des Gesetzes der A.-VJ im Falle der Fnvalivttät die Rente beziehen kann. Für der Bezug der Altersrente solle das vollendete 65. LebensjA die Altersgrenze bilden. Die Organisation der Kassen solle fi» möglichst an die Krankenkaffenorganisatton anschließen. Ferner» klären sie fich für Aufdringung der Betträge auf dem Wege da Umlageoersahrers, wie dies für die Kranken« und Unfall»er stchn rung auch destehe. Auch erklären fich dieselben sehr entschiede« gegen das Quittungsduch und verlangen die baldige Von» eines Gesetzes, betreffend die Wittwen« und Waisenvcrsorgutt der Arbeiter. Die Petenten bezeichnen die Verwirklichung dieser W Forderungen als durchaus nothwendig, solle das Gesetz* Ansprüchen und Erwartungen der Arbeiter entsprechen und«» den von den Regierungen deabstchtigten Zweck erreichen»* Arbeiter mit den bestehenden Zuständen auszusöhnen.• Diese von den verschiedensten Seiten gegen den EntM gemachten Einwendungen dürften den Regierungen die o*- Uederzcugung beibringen, daß der Entwurf ohne eine s" gründliche Umgestaltung einfach unannehmbar ist. Die Sozialdemokrat«« können mtt den offiziellen � offiziösen Erlärungen, welche in der Dienswgs-ReichstagsMJ in Bezug auf die Kriegeroereine, den Boykott gegen die-■ demolraten und ähnliche schöne Dinge abgegeben wurden, l@5 zufrieden sein. Die Erklärungen enthalten zwar manche« Unangenehme, wie z. B. daß das Paradies der Krlegeroerelm bösen Sozialdemokraten verschloffen sein müsse; und daß j® Arbeitgeber Staat fich nicht an der Arbeit böser SoziaV? kraten dereichern dürfe. Fndeß das Angenehme überwiegt? bei Weitem. Wie wir am Dienstag erfahren haben, Hältte der Sozialdemokraten aus den einen oder«#5 Gründen zum Militärdienst nicht zu gebrauchen. Nun I5B»5 zwar nicht leugnen, daß das„Dienen dedeutende Vor theile«� mancherlei Vergnügltchketten mtt fich dringt, allein es ßi(W™ KS iv «iptfroge. O Mt««ich schwer «dlungen fte?"1' ' b« Gene WM nil �derFü! kAntden �wendig Imme fe'.".1 Li.>0 gffton fern Erlegen he Stf. Z nicht Wenige,"ja"sogar recht Viele, wffche das Lernen� die geschäfrltche oder gewerbliche Arbeit dem Lebe*. der Kaserne vorziehen, und für all diese mtt etwas mangelhaftem �Ehrgefühl", die jedoch sonst» liche und höchst nützliche �laatsdürgcr find, ist das der vorgestrigen Reichstagsfiyung ein außerordentlich gw-. Bisher neigten fie fich zwar heimlich der Sozialdemokratie? scheuten fich aber aus weltlichen Rückfichten, ihre heimliche zu gestehen. Jetzt ist die Sache anders. Sie brauch»? bisher verborgene Liebe blos an die große Glocke zu W&t und in 50 Fällen von 100 werden fie vom Militärdienst% bundm. Bisher höchstens in 25 Fällen von 100."j, Chancen haben fich also genau verdoppelt. Die v»: demokratie wird den Gervinn daraus ziehen; fie fäw profitabel zu werden. Da» Spiel der Gffiziöse» richtet fich dermale» gegen Rußland, indem ste vor der rusfischen Anleihe. Es ist noch nicht so lange her, daß fie das entgegengestv� � fahren beobachteten, und dem deutschen Kapital den Rußland wiesen. Es ist unglaublich, wie leicht das fich beeinflussen läßt. Wenn«ine solche Beeinflussung � zu seinem Besten geschieht, so ändert das an der Thatsock' fich nichts. wW Der sozialdemokratische Antrag auf Anfh'�A der KoruzöUe ist außer von allen Mitgliedern der 1% demokatischen Frattion von dem Volkspatteiler Kröber Deutschreisinnigen Buddebcrg, Virchow, Munkel und Langer*� unterzeichnet. � Zleber die Stellung der«atioualliderale» Srt*y. zur Aitervveisorgungsoorlaze aiedt eine Koiresponve»««- „Hamburger Nachrichten" aus Berlin nähere Auekunst- nach hat eine dcUWWW"""' Gesetzes vordcrathen, die Ergebnisse dresr»»■»»,.......,,»......- Mehrzahl der Frattion will aus politischen und recho�r Erwägungen dem Gedanken einer Reichsver �i rungsanstalt den Vorzug geben vor den Entwurf vorgeschlagenen Terrttottalanstalten. Uebrigen»' der erste Fraktioneredner, Dr. Buhl, nicht dazu destim»* 1 1 diesen Gefichtspunlt zu entwickeln. Fn der Korresponv�i l es, daß vielleicht ein zwetter oder dtttter Redner der«r in der Generaldebatte diesem Gedanken AuSdruck gebt»- fcgfkf.. Ä-S toSM 'Mnen oern �Vi. K, �•rftorbe ven r Tagi »de B m < . ne Und äwr, UN irj-vw ui S' streicht S Falle �.5i«»a N nur Ob Gest Lto-Mucm ta*' Mi u, p» miSnoW m rli' sah man es sogar an, daß man ihn fürchterlich � hatte. — Aber wie kann man, wie kann man nur i sagte der verblüffte Rasumichin kopfschüttelnd.. pt — Laßt mich, laßt mich alle in Ruhe! kolnikow wüthend.— Werdet Ihr mich nun eadl'ff lasse«, Ihr Quälaeister! Ich fürchte Euch fürchte jetzt niemand, niemand! Fort von hier allein sein, allein, allein!, � — Komm! sagte Sossimow, Rasumichin — Erbarme Dich, kann man ihn den« M lassen? — Komm! wiederholte Sossimow beharrlich u hinaus. Rasumichin besann fich und holte ihn — Wenn wir ihm seinen Willen nicht aetb* hätte es noch ärger komme« können, sagte der Treppe. Man darf ihn jetzt nicht reizen — Was mag er nur haben? — Wenn man ihm nur eine neue, wo dankenrichtung geben, könnte, das wäre vaS b war er schon ziemlich bei Kräften... Weißt etwas habe«,»aS feine» Geist bedrückt, was»v- j läßt... Ich fürchte sehr... h m SÄ — Ist es vielleicht dieser Herr, der, d � nach zu uttheile«, seine Schwester HettatHe«®.�jt r erhielt unmittelbar vor dem Ausbruch der Kr« � Brief... iV — Kann sein; diesen Mensche« hat irf>ef zck rechter Zeit hergeführt; er hat vielleicht all-» darben. Aber bemerktest Du, daß ihm,.�e W einen Punkt, der ihn außer sich bringt, alle«„itf' iltig ist. daß er für nicht« Interesse hat--' ord... lOtf i Mist! Sc&f« M Bumptr MÄe, eil ?? Uder Eu »«n Gren um ein spy 25 dem Rai jte Ihr m k.t vm m fe m der Ar tn. P 1°°uf d H Gtoi Freilich! stimmte Rasumichin Ä* W'WIk I"»«Ä, fä* SA?| werde Dir dann auch etwa« mittherlen. A , der üb* bci k u«d etnätfli 2 S ßiM ?ensiK o&fW rentt* Sm & [fotgial hs und®® w,•* Entu� neii� ;« 1! !Z mA H nen!«? MK Die nationallibeiale Partei will sodann Vorschläge machen, Me bei durchschnittlich niedrigen Prämiensätzen durch« «Atlich höbere Rentensätze zur Folge haben. Die zweck« ■tfge Bemessung der Rente erscheint der Fraktion als eine Mpitrage. am Platze.~ Die Kanellparteien werden in g-Ceti. Poltt. Nachr." aufgefordert fich in der General« Mte nicht auf Auffassungen festzunageln, von denen selbst mn schwer loszukommen ist, wenn fie fich im Laufe der Ver« Ablungen als ungangbar erweisen. Die Kattellpaiteien werden gefordert, fich präjudiziellen(vorher entscheidenden) Erklärungen b ber Generaldebatte fem zu halten, da es in diesem Zeitpunkt JJ® gar nicht möglich gewesen sei, mtt der Regierung auch nur •jwet Fühlung zu gewinnen, welche von der Vorlage ab« Mmden Wege überhaupt gangbar find, oder welche mit Aihwendigkeit zu einem negativen Ergebnisse führen müssen. Hmmer weitere vrhöhunge» de« MilitSretat« ?ben geplant. Von zuverlä figer Seite erfähtt die„Franlf. daß gegenwärtig eine große Enquete eingeleitet ist zu dem � ein e allgemeine Erhöhung der Offizier« Uhälter herbeizuführen._. U, sogen kleine« Fraktionen de» Reichstage« find Aietzt sehr schwach.besucht. Von den Pokn ist kaum ein Ll-xrie. von den Elsaß'Lothringem find nur 2 Mitglieder, die Ag« Grad und Mühleisen, anwesend, und es verlautet, daß �Mehrzahl der Landsleute der letzteren der gegenwärtigen ?"ion fern bleiben wollen, zumal speziell elsaß-lothrtngrsche Agelegmheiten den Reichstag nicht beschäftigen werden. U Mit sich« Pikriniste««nd Metiniriftr«- schreibt r-mlf. Ztg." aus Anlaß der Wahl in Melle« Diepholz— Wbos allgemeine, gleiche Wahlrecht schon kurzm Prozeß ge« »Ah als Nummer steben mag Offenburg-Kehl, als Miiner acht P e i n e« G i f h o r n die Verlustliste der Kartell« Ach» vermehren. u S, Tagen fixirt werden. Die Wählerlistm Dezember ab öffmtlich ...I..... sollm vom ' �zemoer ao oyrenura ausgelegt werden. ull» Frankfurter Polkspart-i. die unter der Lertung -T Herrn Eonncmann schon längst den eigentlich demokratischen Walter abgestreift hat. beabfichligt, bei der nächsten Reichs« politisch völlig abzudanken. Wie die„Frk. Tgp." Mich von zuverläsfigster Seite erfährt, wird Herr Sonnemann Mehr als Reichstagskandidat austreten, sondem es wird, ich um den Sozialdemokraten um jeden Preis zu beseitigen, nl?rt einFortschrittler aufgestellt werden, für den "bei ber eventuellen Stichwabl auch die— Nationalliberalen feistem vermögen. Der Mann darf, um letzteres zu er« »chen. natürlich nicht weit her sein, d. h. nicht zu weit links 0*. Und ein solcher Mann soll Kandidat der„Demo- werden! AlleS Mos, um die Sozialdemokratie in unterzukriegen I Das letztere wird aber trotz alledem E' erreicht werden. Die ehrlichen Demokraten werden in S? Rolle sofort für den Sozialdemokraten stimmen und der AritUiche Connemann's.Kandidat wird gar nicht zur Stüh« �kommen!— ...SU Kartelldrüder find für unsere Reichstagsabgeordneten M nur Objette, an welchen fich die Nothwendigkett der sozta- N�en Gestattung der Gesellschaft in ernsthafter Weise auf �.Einleuchtendste demonstriren läßt, fie sorgen auch zugleich S?. daß unfern S « das unfern Abgeordneten' bei" dieser Arbeit der Humor ausgeht. Beweis hierfür ist der Brief eines Kartellbrudcrs, «Ä c angt� tz % ine jS % Ä „K-' letzt» i !-» f fmK"5 � von Doftmund auf an den Abgeordneten L i ebk�ne ch t ---------------------------------........ ??rr Leser vollinhaltlich ab:„Du miserabler elender Mord- jiumpenbub, daß Du bist(überhaupt Ihr seid Alle Äblc, elende Mord- und Lumpenbube und vergeht nicht, M über Euch Elende von uns verhängt ist. Haltet Euch nur ijen Grenzen der gesetzlichen Bestimmungen, oder rvirma v um einen Kopf kleiner! Paßt nur auf Fhr Hunde). Du Ubtsbotf abgesandt wurde und mit verstellter Handschrist ge« M>en ist; wir druckm die amüsante Epistel zur Erheiterung jMtJL"'----"'«»«'« Speztalititen-Vor- fhmtMM*• Thente». Spezialitäten- Vor» inr BorfttOuni » Spezialitäten» ezialitäten-Vorstellung. American Theater. WallncrtheatapstrasM Mr. 15. Berliner Schönheit«•Konkurrenz. Di« Tableaux werden von in Kertt» ß» bntntu Schönheiten dargestellt. Erstes Vitt»: Aschenbrödel nach F. Hiddernann: Frl. Martha Kögel. Zweites Bild: Unter Wesen nach P. Thumann: Frl.*■ Drittes Sosstrnng nach C. v. Bodenhausen: Viertes Bild: Das Masser nach i.(BrSf: Frl.**. Mnstes Bild: Lache«. de» Aimnut nach Raphael: Fräul. Elise ElSner und die übrigen vier Damen.(Die mW***** bezeichneten Damen wünschen ungenannt zu bleib ew) Reu!! Alpenveilchen- Terzett. Austr. des Schattcnstlhouettisten Gsbar Alberti, ves urkomischen Kendl» und Peumann JÖIiemchen". Anfang 7i Uhr. Sonntags 61 Uhr. 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Die Schulpferde Brillant und Postillon, geritten von Fräulein Martha und Herrn Ernst Schumann. Zum Schluß der Vor- stellung: Die Jagd bei Kolto«, intereffantes JagddWd, geritten von Damm und Herrm der Gesellschaft. Tanzeinlage: Der Jägertanz rc.»c. Sonnabend, den 8. Dezember. Abends 7i Uhr Große Vorstellung mW neuem Programm. Dafjwl«». 9 58.- Nur noch einig 10 A. erBmno Zum ersten Male: Drttte Reise durch Spanien. Karrrlona. e Tage: Potsdam und Trauerzug Kaiser Friebrichs. "' Bf-, Rir------- Zntree» Cycl. 20 Pf.. Kind nur 10 Pf. Rbonn. Unserm Freunde B. Lerche zu seinem heu tigen Geburtstag ein kräftiges Hoch.[1456 (Od hei sich rvat merken läßt.) Dein« Freunde in S. O. Kunze'« Concert- Hallen. Alexanderplatz(Grand Hotel). Täglich: Conrert««»• NorfteUnng. Anfang 7 Uhr. Entree 30Pf. Sonntags 50 Pf. uetav Kunze. Muffen!! Zufall bL» la,e >(dn'ch c azte pelzmuffe«_. ' 4 58. Opossum 5 58. pelz» garniture« Stück 1.25 58. 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It.« 9,< Am s «"»niffari Msend d L Metallarbeiter Kerlins! Groffe öffentliche Metallarbeitelverfammlg. aller Krauche« am Freitag, den 7. Dezember, Abends 8i Uhr, in Sanssouci, Kottbuserstraße 4a. Tagesordnung,: Die Vorkommniffe in der Fa- brik von Emst Sommerfeld. 2. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bitten 1463 Die Gemaffregelte«. Fachverein der Tischler. Morgen, Sonnabend, den 8. Dezember, Abends 8i Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28: Mitglieder-Versammlulig Fachvemu der Nohrltj'l Sonntag, den 9. Dezember, Vormittags 11 � ��bei Feuerstein, Alle Jakobstraße 75� MF" Versammlung"W Tagesordnung: � 1. Wie stellen sich die Rohrleger BerllB I' der Lohn- und Akkordarbeit der nW Ba.weriode? 2. Freie Dislusston. Vers, 3. Verschiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. 1450]__ Der DorsW* Allen Freunden und Bekannten empfehle Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Stöhn. 2. Ver» einsangelegen hellen. 3. Fragekasten. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufge- nommen. BilletS zum Weihnachtsvergnügen werden in der Versammlung ausgegeben. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 1455] Der Vorstand. w«u tjicuiivtii unu«ciamuen empscmb W-iff und Kairifch-Kier-ß-tj sowie FrLhäuch, plittig- und AbendM w. Haugk« 1005[ 22 Wein»'a0«»?t Interejsenverein d. Tischler. V Uhr. Sonnabend, den 8. Dezember, Abends Adalbertstraße 8. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Zadel. 2. Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. Abrechnung der Billets vom Stiftungsfest. 1457 General-Versammlung des lltttlvs\nt Wshravs der lotmjfrn d. Klavlerarbelter u Kerufsgkll. Sonnabend, den 8. Dezember, Kommandanten« straße 77—79(Gratwetl'sche Bierhallen). Tagesordnung: 1. Ecgänzungswahl dcs Vorstandes: des 1. Vorsitzenden, des 1. Schriftführers, dcs 2. Kasfi- rers, 1 Beifitzer und 2 Revisoren. Wahl der ArbeitsvermittlungS- Kommisfion und der Rechtsschutz-Kommisston. 2. Aufnahme neuer Mttglieder. 3. Werkstatt- und Vereinsangeleaenheiten. NB.: Es wird eimm jeden Mitgltede Pflicht gemacht, pünllltch zu erscheinen. 1452] Der Vorstand. Oauferftofff »twa»»«r«ebt, Mir. 2off' 1 Meter breit Mir. 70� Einzelne � Sopha-DezügeU !**«ip», Damast««d Fantastestof für die Hälfte! %%fEmll Lefevre,�"»» B Staats ZM Men gest �es kar $t,' Ikn 3 f«r tL sn 4 � % KKrin o Innern Syn Win %% Regt �Wochen VÜ !�ks amr �»grund KS ist d A« thcil dev M öSf �bren Migcn.( »g v M mche 5« aufmerksam, daß ich die im Versatz verfallt hocheleganten � «nd Damen-Minter-PaUA Aerre« Herren-»nd Knaben-Anzüge. DafAf ' ViJy zur Große öffentliche Uersammlung Sonnt, in( der (ernmacher Berlins u, Umgeg. z. den 9. Dezember, Vormittags 10t Uhr, nadt's Restaurant, Brunnenstraße 38. Tagesordnung: I. Beschlußfaffung über die von der Statuten- bcrathungskommisfion entworfenen Statuten. 2. Mitgliederaufnahme und Wahl deS Vor» standes, Revisorm rc. 3. Verschiedene Vereins» angelegenheiten. 1451] Di« Aommisston. Kerem für Wahrung der materiellen Interesse« der Kteiutrager «nd verwandten Kernfsgenoffe« Kerlin». Vormittags 11 Uhr, Öonntai bei den 9. Dezember, _ cheffer, Jnselstraße 10, 2 Treppen: M" Versammlung Tagesordnung: 1. Das UnfallverficherungSgesetz mW Anschluß der Alters« und Jnvalidmversorgung. Referent Herr Wilhelm Lstfländer. 2. Vereinsangelegen- Helten. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist zahlreiches u. pünktliches Erscheinen nothwendtg. 1449] Der»orstaafe. ZUglMtiae Kravkkv- onb Sterbekaffe der Mktalistbkiter H. 29 Hamburg), Filiale Kitdorf. Sonnabend, dm 8. Dezember: Monat»-Versamm!«ng. Kinder-Kleid�. Vstren, Kette»,- � «. f. paffend als We hnawlsgeschen»� kaufe, um bis Weihnachten damit zu wr* zu erstaunloh. 8 billigen PreiSf Locke, Neandcrstr. «du Schmidstr. 1454 �Me j�Mvali Herreu- und Knaben-Garderode« eigener Merbstatt. 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Aentfch»» Neichstag« 9. Sitzung vom 6. Deiembet, 12 Uhr. . Am Tische des BundesratheS: v. Bo etlicher und ««miffarien. Eingegangen find der Zusatzvertrag eines Handelsvertrages *t Deuischland und der Schweiz und der Gesetzentwurf, be« Uend die Vorarbeitm sür das Nationaldenkmal Kaiser _, Gegenstand der Tagesordnung ist die erste Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Alters» und Jnva» liditStsversicherung der Arbeiter. � CtaatsselretSr». DSttiche»: Ich muß meinen einleitmden Ertrag mit einer captatio benevolentiae beginnen, nicht etwa Al,die Mehrheit dieses Hauses zu einer wohlwollenden Prüfung «M Gesetzesvorlage aufzufordem— die Mehrheit hat fich be auf den Boden der Sozialpolitik der verbündeten Regie- �."gen gestellt und wird gewiß auch der Lösung der vorliegenden ptzgedetischen Aufgaben ein erhöhtes Jntereffe zuwenden— Mdern in meinem eigenen Jntereffe, well ich bei der Fülle des Mes kaum werde erschöpfend sein können. Andererseits hat r*r eine ganze Reihe von Bemerkungen, die in der O.ffmtlich. r über den Gegenstand gemacht worden find, schon 2 hn Borstadien ihre Erledigung gefunden, und dann M> man ja bei den einzelnen Paragraphen alle etwaigen �denken genügend würdigen können. Der Gesetzentwurf Wnicht aus dem Aermel geschüttelt. Er hat eine große Reihe 2» Lorstadien dmchgemacht und eine Kritik in der Presse und 2, wissenschaftlichen und Fachzellschriften erfahren wir kaum je» ein anderer. Die verbündeten Regierungen find für diese Wk dankbar, nammtlich für denjenigen Theil, welcher, von Mmiern der Wissenschaft und der P.axis ausgegangen, für , �Fortbildung des Gesetzentwurfs eine ganze Reihe von nütz» rfn Winkm ergeben hat. Weniger dankbar find die verbün- Regierungen demjenigen Thell der Krllik, welchem aus- Nviochen oder doch offensichtlich eine pollllsche Tendenz zu ?umde lag. Dieser Tbell der K-llik litt vorwiegend an dem Mr. daß er zu schnell, zu plötzlich und ohne die Unterlage Jws gründlichen Studiums der Motive abgegeben war.„Schnell %% ist die Fugend mit dem Wort," und es müssen in der IjW theilweise recht jugendliche Gestatten gewesen sein, die rWt, bevor der Gesetzentwurf in extenso publizirt war, und 2*% ihm die Gründe betgegeben waren, nach dem bekannten §f8rhend und sechlich geprüft und nutzbar Mach hat fich die Kritik— und davor mö JM, fich zu hüten— auf Einzelheiten des Gesetzes gerichtet, N« ihren Zusammenhang mit dem ganzen System zu berütt gemacht worden. möchte ich das Haus lm. Gestatten Sie mir nun die hauptbeder.ken gegen die Mye zu beleuchten. In§ 1 finden Sie eine wesentliche Ad» Mung von dem bisher beim Aufdl "ung beobachteten Grundsatz. tbuten des Gesetzes auf die„._.. Ärbetterschaft des deutschen Voltes. Man hat uns auf b einer nicht zu unterschätzenden Erwägung entgegen ge- >, wamm wir die Verfichemng nicht auf den Kreis der» i«n Personen beschränk baden, welche schon gegenwättig von ? Unfallgesetzgebung getroffen find, bei einer so schwerwiegen- 2» Motette sei es doppelt geboten, schrlltwetse vorzugehen, um ?bn Hand der Erfahrung den Wetth oder Unwerth der gc- N-ncn gesetzgedettschen Disposttionen prüfen zu können. Die Rundeten Regierungen waren der Anficht, daß eine Alters- SS», Jnvaliditätsverfichcrung ttlliger und zweckmäßiger M den ganzen Kreis der Arbeiter jetzt gleich er» müsse. Bei den Wirkungm der Freizügigkeit der auf den Wechsel ihrer Thätigkeit würde es cjfi unbillig sein, wenn man dem Ardeiter, der seinen JStaigen Wohnott verläßt, die Wohlthaten eines Gesetzes, für !!/w*s er vielleicht Jahre lang Övfer gebracht bat, die Ge- Wsr.______________ ,1 tz�wrufsgcnoffcnjotlbouemh jenwßen. Wenn man ein» N?iit nehmen wollte, durch eine Fottsetzung des Belsicherungs» fcj�jftnissls fich diejenigen Vortheile zu sichern, welche andere öffentlichen Mitteln auf Kosten des Reiches einen Thell invalden Arbeitet zuzuwendenden Beträge deckt, dann auch alle Arbeiter an den Wohllbalen dieses Rttchszu- thttlnehmen- Allerdings dezieht fich 8 1 auf nicht weniger fcii* Millionen Arbeiter im Deutschen Reich. Zweck der Mnung ist eine Rente für den attm und invaliden Ar» llw SMon hat darüber gestritten, ob es rationell sei, die L�ttlte beizubehalten und ob man fich nicht vielmehr auf �.Mvolidiiätsrente zu beschränken habe. Wer im hohen CL.Noch arbeitsfähig fei, dem brauche eigentlich eine �Nutzung aus öffentlichen Mitteln nicht zugewende zu Ich glaube doch, daß der Gedanke der kmserltchen vom November 1881, welche neben der Jnva» «Kn�auch eine Altersrente in Aut ficht nahm,, ein sehr kCj« und gesunder ist. Es ist klar, daß für die ar» �de Bevölkerung die Aussicht, dermaleinst in den fichcren Mz Mmmten Genuß ttner Rente zu kommen, auch ohne Ruck- ihre Invalidität eine außerordenttich beruhigende fem An Unfälle, an Krankbell denken wenige von unseren All tu werden hoffen fie alle, und die Beschran- WWflBHMBWW ist für sie von nicht zu unterschätzendem UUerth.*;te tT nimmt ttne Rente in Ausficht, welche vattitt nach Motz- vttsüblichm Tagelöhne an den verschiedenen Beschaf» "en und nach Maßgabe der Beiträge der V-rfichetten. die höhe der Rente bemängelt; man hat es ein DsMMOW U d'"» vielleicht nachher zu der Ueberzeugung zu kommen. . eire oder der andere der drtt verpfl�chtelen WssMsOM »nwen. Wir waren uns bewußt, daß d ese Rente nicht mmmm well über diese Disparttät. Wir haben diesen Klagen und Be- schwerden Rechnung getragen und in dem ottsüblichen Taaelohn, wie er nach Maßgabe bes KrankenverficherungSaefetzes für alle Ottschaften der Monarchie festgesetzt worden ist, einen ungefähren Anhalt für die lokalen Verschiedenhellen der Lebens' hallung der Ardellerwett gewonnen. In der Presse und auch hier im Hause hat man nun an Stelle der OttsNaffm Lohnkfaffen empfohlen. Ich halte den Gedanken für diskutabel, wie ich denn überhaupt hier an dieser Stelle glttch aus- sprechen will, daß die verbündeten Regierungen jedem besseren Vorschlage fich zugänglich zeigen werden(Beifall), daß fie dm Entwurf in forma producta keineswegs als ein nol! me tangere ansehen, welches in seinem ganzm Worllaut mit Ihrem Votum steht und fällt. Im Gegentheil, wir werden mit den Herren, welche uns Vorschläge dringen, gern und eingehend diskutiren und unS durch Gründe eines Befferm belehren lassen. Die Frage der Einführung der Lohnklaffen liegt nicht so ganz einfach. Ich sehe davon ab, daß mit der Einführung dieser Lohnllaffen ttne erhebliche GeschästSvermehruna für die Organe dieser Verficherungsttnttchtungen herbeigeführt wird, Jetzt haben Sie an jedem Ort des Deutschen Reichs, wenn Sie bei dem Vorschlage des Gesetzentwurfs bleiben, einen ein helllichen Beitrag, der fich nach dem ottsüblichm Tagelohn richtet, während Sie btt der Einfühmna der Lohnklaffen an jedem Ott der Monarchie alle möglichen Vattationen der Lohn klaffen" der mit der Berechnung des Lohnes für Akkordarbeit und die- jeniaen Gegenden, in denen der Lohn in natura gezahlt wird. Ferner würden wir dabtt einem deständigen Wechsel der Lohnhöbe gegenüberstehen und die Bttträge der Arbtttcr entweder erHeden oder herabsetzen müssen. Sodann de- fitzen wir gar nicht ttne zuverläsfige Lohnstatistik, und fie ist auch ohne ein lästiges Eindringen in die Lohnverhällnisse der Betriebe gar nicht zu erlangen. Aber wie gesagt, ich hatte den Vorschlag für diskutabel und würde mich freuen, wenn uns die Herren von seiner Dnrchführdarkeit überzeugten. Man hat eine Herabsetzung der Altersgrenze verlangt, well zu wenige Per- sonen 70 Jahre alt würden. Die Zahl dieser geht aber in die Hunderttausende. Bei der Grmze von 70 Jahren müssen für die Attersrente 4 pCt. der gescmmten Belastung aufgewendet werden, btt 65 Jahrm dagegen müssen Sie einen Zuschlag von 13 pCt. und bei 60 Jahren von 38 pCt. machen. Meint der Reichstag, daß das Opfer der Erhöhung der Rmte ohne Gefahr für das Gemeinwesen gebracht werden kann, so würde es fich nur um eine entsprechende anderwtttige Feststellung handeln. Aber Vorficht ist auch bier die Mutter der W.isheit und man begnügt fich besser mit Wmigem, ttne Erhöhung ist im weiteren Stadium Jederzeit möglich. Man hat unserer Rente den Makel angeheftet, daß fie nur ttne bessere Form der Armenpflege, ein Almosen für den Ardeiter stt, und neulich btt der ersten Etatsberathung hat der Abgeordnete Bebet gemeint, daß die Regierung selbst das Unfallverficherungsgesetz als eine Form der Armenpflege bezeichnet habe. In der Denkschrift dieses Gesetzes ist aber nur gesagt, daß durch die Einführung der Unfallverfichcrung ttn großer Theil der jetzigen Armenlast entbehrlich werde. In einer Zeitung— ich will den Namen nicht nennen, wttl man mir vorwetten könnte, ich wollte dafür Reklame machen oder fie schädigen— las ich heute fol- aendcn Aitikel:„Der Minister v. Bötticher bestritt jüngst im Reichstag, daß die Regierung selbst die ganze Sozialreform als eine Verbesserung des Armenwesens betrachte. Wir haben sttt Jahren öfter in diesem Blatte die Sache klargestelll und wie- derholen daher einfach folgende Worte auS den Motiven, mit welchen die Regierung die erste UnfallverficherungSvorlage ttn» führte." Nun kommt ein fett'gedruckter Satz und aus dieser Einleitung wird jeder annehmen, es kommt ttn PaffuS aus den Motiven. Dieser Passus ist folgendermaßen wiedergegeben: „In Wahrheit handelt es fich btt den Maßnahmen, welche zur Verbesserung der Lage der besitzlosen Klaffen ergttffen werden können, nur um eine würdigere AuSgestattung der staatlichen Armenpflege und der dieser»u Grunde liegenden Idee". Dann sagt der Ztttungsschrttbcr:„Das genügt hoffentlich auch für den Minister v. Bötticher." Das genügt mir nicht. Dieser Artikel enthält eine grobe Fälschung, denn der Satz lautet in den Motiven wirtlich:„Es handelt fich btt diesen Maß- nahmen, welche zur Verbesserung der Lage der befitzlosen Klaffen ergriffen werden können, nur um eine wettere Eutwickelung der Idee, welche der staatlichen Armenpflege zu Grunde liegt." (hört! hört! rechts.) Von der würdigeren Ausgestaltung der staatlichen Armenpflege, wie der Ztttungsvettaffer sagt, steht kttn Sterbenswörtchen darin. Ader schließlich werden auch solchen Täuschungen gegenüber dem Publikum die Augen aufgehen, daß es der Regierung nicht lediglich um ttne Verbesserung der Amcnpflege zu thun gewesen ist, daran kann man fich aus den Worten des Herrn RttchskanzlerS vom 2. April 1831 überzeugen:„Bor dem Verhungern ist ein invalider Ardeiter durch untere heutige Armenpflege geschützt, nach dem Landrecht wenigstens soll niemand verhungern; ob es nicht doch geschieht, weiß ich nicht. Das genügt aber nicht für den Mann, um mit Zuftiedenheit auf sttn Alter und in die Zukunft zu blicken, es l-egt auch in dem Gesetz die Tendenz, das Gefühl der Men» schenwürde, welches jedermann behalten soll, wach zu erhalten, daß der Arbttter nicht rechtlos dasteht, sondern ttn peculium in fich trägt, über das niemand außer ihm verfügen kann, das ihm nicht entfremdet werden kann und ihm manche Thür leichter öffnet, die ihm sonst verschlossen ist." Diese goldenen Worte sollte fich die Arbeiterwelt gegenwärtig halten und sollte nicht mehr den Verführern glauben, die fie glauben machen wollen, daß eS fich nur um ttn Almosen bandett.(Abg. Bebel: Die Thatsachen sprechen!) Daß die Mittel von den Arbeitern selbst, von den Arbellgebern und dem Rttch getragen merden sollen, darüber scheint man fich inzwischen beruhigt zu haben.(N.in! links.) Mch nicht? Dann werdm wir ja demnächst hören, wie es anders gemacht werden soll. Aus den Ztttungen der letzten Wochen habe ich entnommen, daß man dies nicht als ttne Kardinalkrage betrachtet. Der Beitrag des Reichs erklärt fich auS der sozialpolilischen Bedeutung und aus den sozialpolitischen Vortheilen, die aus der Vorlage für das Reich entspringen und ist ttn Ä quivalent dafür, daß der größte Thttl der jetzt noch nothwendipen, auf der Kommune lastenden Fürsorge für die nothletdende Bevölkerung wegfällt Man hat das Prämiendeckungsvcrfahren getadelt und namentlich indu> strielle Kreise wünschen dafür das Umlageverfahren. Dieser Vorschlag hat sehr lebhafte und wichtige Bedenken gegen fich. Durch das Umlagevettahrm würde man einen großen Thttl der Last, die von rechtswegen die Gegenwatt zu tragen hat, auf die Zukunft verwttsen. Dieses prinzipielle Bedenken gegen das Umlageverfahren fällt um so stärker ins Gewicht, je mehr man dasselbe kumulirt. Btt dem Umlagever- fahren hat man keine ausreichende Sicherhell in Zeiten, mo wir Krieg, Seuchen und wirthschaftlichen Nieder- gang haben, die Rente bezahlen zu können. Während eines unglücklichen Krieges können die Tröger der Versicherung leicht nicht im Stande sttn, die Rente zu zahlen. Außerdem würde beim Umlageverfahren ttn in jedem Jabr veränderter Beitrag erhoben werden und das würde das Erhedungkverfahren er» schweren. Außerdem würden die sofort beitragenden Arbeiter 'N einer doppelten Weise begünstigt, denn dieselben würden nicht so viel zu lttsten haben, wie die in Zukunft beitragenden Arbttter, die ihr ganzes Leben lang Prämien zahlen. Für uns kommt auch noch ttn politischer Grund hinzu. Btt dem Um- lageverfahren werden die jährlich zu zahlenden Beiträge fort« dauernd steigen und so ttne Unzufttedenheit unter den Arbeitern hervonufen, die von Jahr zu Jahr mehr zu zahlen haben, ohne daß ihnen etwas besseres dafür in Aussicht gestellt ist. Man wirft dem Prämiendeckungsverfahren vor, daß es zur An» sammlung großer Kapitalien fühttZ.und daß es irrationell stt, solche Kapitalien unbenutzt liegen zu lassen. Unbenutzt bleiben fie aber nicht, fie werden zinsbar angelegt. Allerdings werden der Jndusttte und Landwitthschast von Anfang an größere Summen entzogen, die anders nutzbar zu machen wären; aber man wird einen Weg finden können, diese Kapitalien denselben Kreisen, wenn auch nicht dem einzelnen ndividuum nutzbar zu machen. Auch Sparkassen und milde wirthschaftliche Itarden, bei Veificherungsansialten und Sparkassen find in Deutschland über 5 Milliarden angesammelt, wobei das Kapital von Kirchen und milden Stiftungen noch nicht in Rechnung gezogen ist Was die Organisatlonsftage betrifft, so wa-en schon in der Botschaft von 1881 für die Unfallverstch erring als Träger derselben aus den einzelnen Berufszwttgen gebildete Korporationen in Ausficht genommen. Nun macht man uns bei dieser Vorlage den Vorwurf der Inkonsequenz und sagt sogar, mit den Berufsgenossenschaften hätten wir Bankerott gemacht. Die preußische Regierung würde es heute noch gern sehen, wenn die Berufsgenossenschaften auch mit der Organi» sation auf Grund dieser Vorlage beschäftigt würden. Sie verkennt aber kttneswegs die Bedenken dieses Modus. Es ist etwas anderes um die Alters- und Jnvaliditätsversorgung, als um die Unfallversicherung. Bei der letzteren schließt fich die Versicherung an einem destimmten Beruf, und die Bil« dung der Berufsgenossenschaften als Träger der Verfichemng ist nur naturgemäß. Wir hatten schon in den Gmndzügen als subsidiäre Träger der Versicherung für alle die. welche Bemfs« genossenschaften nickt angehören, die weiteren Verbände in Aus- ficht genommen. Wenn wir damit wirvich die Allerhöchste Botschaft verlassen, so ist das kein Vorwurf, sondern nur die bessere Erkenntmß hat das Abweichen davon veranlaßt. Die preußische Regierung verkennt nicht, daß, wenn man einmal die Kommunalverbände zu subsidiären Trägern der Berficherung macht, es die Geschäfte verttnfacht, wenn man überhaupt die kommunalen Verbände zu Trägern der Verfichemng macht. Sie hat fich deshalb btt der Schlußadstimmung im Bundesrath den anderen Regiemngen angeschlossen, und so ist der Beschluß ttn- stimmig gewesen. Der Vorschlag, die Krankenkassen zu Trägern der Verstcherung zu machen, der in den weitesten Kreisen als prattikabtt angesehen wird, schttnt mir nicht durchführbar. Die Krankenkassen find die veränderlichsten Körper auf dem Gebiete unserer sozialen Gesetzgebung.(Sehr richtig! rechts.) heute entstehen Kassen, morgen werden fie getheitt und geändert, oder wieder aufgelöst und derglttchen. Ein so veränderliches Element zu Trägem der Verfichemng zu machen, würde die lebhaftesten Bedenken gegen sich haben, ab» gesehen von den Schwierigkeiten btt der Austtnandersetzuna im Fall der Verändemng solcher Kassen. Es ist gesagt, man könne die Krankenlasse zu tertttottalen Verbänden organifiren, dann haben Sie aber weiter nichts, als was hier auch vorgeschlagen wird. Nun habm die von uns vorgeschlagenen territorialen Verbände noch den Vorzug, daß fie alle Theile der arbeitenden Bevölkerung in fich aufnehmen, während zu den Krankenkassen ttn großer Theil von Arbeitern nicht gehört. Schließlich ist eine Rttchsanstall vorgeschlagen worden. An fich ist der Ge» danke, dieses große sozialpolitische Unternehmen ttner Zentral» anstatt zu unterstellen, welche für das ganze Rttch die Leitung und Durchführung übernimmt, sehr verständlich und diskutabel, aber auch dem Gedanken stellen fich große Schwierigkeiten in dm Weg. Ich will davon absehen, daß die Neigung hierfür doch nicht überall im Rttche so sehr bemerkbar ist. (Sehr richtig!) Dieser Weg würde außerordentlich verzweigt und kostspielig sttn. Entweder bestellt man dafür Rttchsbeamte in allen Theilcn deö Reichs, das würde ttne recht große Zahl werden, oder man verpflichtete die Landesregiemngen, durch ihre Organe das Lokalgeschäft zu besorgen. Beides ist nicht billig, und das eine wird hier und da recht unbequem werden. Die Kommunalverbände, die wir gewählt haben, habm fich schon auf ttner ganzen Reihe von Verwaltungsgebieten bewährt, fie werden diese Geschäfte mit Sachkunde und dem Zweck entsprechend verwaltm. Es wird auch verhältnißmäßig die billigste Organisation sttn. Schlechte Erfabmngen fürchte ich davon nicht. Gegen das Verfahren rückfichtlich der Feststellung der Invalidität gegenüber einem Antragsteller, der Anspruch auf ttne Rente erhebt, wird wohl kaum Wesentliches zu ettnnern sttn. Die lebhaftesten Bedenken, namentlich von sottaldemolratischer Seite, bat man aber gegen die Markm und Ousttungsbücher. Das Markensystem hatten wft nach langer Erwägung für das, was die Leistung eines Btttrages am ttnfachstm und bequemsten nachweist. Wollen Sie dafür besondere Quittungen oder Stempel, die in die Bücher ttngedrückt werdm, darüber wird sich reden lassen; es wird aber kaum etwas bequemer sttn, als die Marken. Btt dm Angriffen gegen das QuiltungsSuch ist ttn gut Theil politischer Tendenz. Daß es uns fern gelegen hat, dieses Quittungsbuch zu einem Arbeitsbuch zu gestalten, die Ge- leqenhett zu eröffnen für jeden Arbeitgeber, Bemerkungen über die Fuhrung des Arbetters in offenen oder versteckten Zeichen einzutragen, das haben Sie aus dm verschiedenen Kundgebungen der Regrerung ersehen können, Sie sehm es auch aus dm Be» tlmmungen über das Quittungsbuch selbst. Es ist positiv ver» iotm, daS Buch zu irgmd etwas anderem zu benutzen als zur Etnklebung der Marken, jeder andere Vermerk ist unter Strafe l«stellt, iedeS Quittungsduch mit einem solchen Vermerk wird asfirt und es muß ein neues dafür angefertigt werden. Ein Mißbrauch rst also kaum möglich und es stagt sich andererseits, wie sollen die Mißstände vermieden werdm, welche mit anderm Beweismitteln für die Leistung der Beiträge verknüpft sein wurden, der Beweis der Zahlung muß aber geführt werden, denn Sie könnm nicht jedem 70 Jahre altm Mann cder jedem, der fich als Invalide ausweist, ttne Rente geben, ohne zu berückfichtigen, wie lange und in welcher Thätigkeit er als Verfichetter zu den Lasten der Verficherungsanstalt beigetragen hat. Lossen Sie das außer Acht, so beschließen Sre eine Prämie auf die Faulhett und die Vagabondage.(Sehr richtig! rechts.) Die gelehrtesten Leute haben fich die Köpfe zerbrochen, wie dieser Beweis ge» fuhrt werden soll. Man kann ihn auf mannigfache Weise füh- ren, aber jede andere Unterlage als das Quittungsbuch hat er- hebliche Mißstände. Wie will wem den Arbeitein zumuthen, einzelne Quittungen 30 oder 70 Jahre lang aufzubeben und sie alle beizubringen? Tas ist absolut unmöglich. Wenn es nach meinen Wünschen gegangen wäre, so hätte ich das Quittungs- buch überhaupt und auf die Dauer eines Jahres gelten lassen, damit, wenn der Arbeiter das Quittungsduch verliert, er nur um den Beitrag eines Jahres geschädigt wird. Da hat man aber gesagt, das würde eine zu große Last für die Behörden sein wegen der Uebertragungen aus den alten auf die neuen Bücher. Auch ein Konto für jeden Arbeiter ist vorge- schlagen worden, welches von der Virficherungsanftalt zur Eintragung seiner Beiträge gefühtt werden sollte; dann brauche man nur an der Stelle, wo das Konto gefühtt werde, nachzuschlagen. Das ist bei unserer Frei« zügigkeit unmöglich, wo ein Ardeiter vielleicht an SO Otten gearbeitet hat und gar nicht mehr weiß, wo er angefangen hat. Wie soll der Ardetter all die Korrespondenz deswegen führen? Bringen die Herren noch größere Garantieen gegen den Miß- brauch der Quittungsdücher in Borschlag, so werden wir gern darüber verhandeln. Meine Herren! Sie haben es mtt einer Vorlage zu thun, die keineswegs den Anspruch darauf erhebt, daß fie die absolut feste Lösung des gesetzgeberischen Problems enthält. Wir werden, wenn man uns etwas Besseres dringt, es gern auf seine Durchführbarkeit prüfen und wir werden es, wenn wir uns von der besseren Qualität überzeugen, gern an- nehmen. Geben Sie mit uns in demselben Geist an die Ar- bei! und lassen Sie sich von dem Gedanken letten, daß es ein großes Werk ist, ein in der Geschichte zwar vielfach ersehntes, aber noch nie zur Durchführung gebrachtes Werk, dem auch Ihre Arbeit gilt.(Beifall.) Hätte der große, unvergeßliche Kaiser, dem Deutschland die Gedanken der No- v-mderdotschaft v.rdankt, die Erfüllung dieses Planes erleben können, so würde ihm damit— und das darf ich versichern aus mannigfachen Kundgebungen mir gegenüber— so würde ihm damit die größte Freude seines Lebens geworden sein.(Beifall.) Sein in Gott ruhender sitochfolger, der edle Kaiser Friedttch, war von demselben Gedanken getragen, deß find seine März- kundgedungen Zeugniß. Und des regierenden Kaisers Majestät ersehnt mit seinen hohen Verbündeten die Vollendung dieses Werkes, von dem wir die Stärkung deS inneren Friedens des Landes, Förderung der Wohlfahtt und der Ruhe des Reiches erwarten und des, so Gott will, eines der schönsten Blätter der Geschichte der Entwickelung des deutschen Vaterlandes sein wird.(Beifall.) Lassen Sie sich, meine Herren, bei den Berathungen, in die wir ernst und cifttg eintreten wollen, von der Devise lesten: Liebet die Brüder! (Lebhafter Beifall.) Abg. Vrillruberger(£-oz.): Es handelt sich allerdings um einen wichtigen Att der Gesetzgebung, obwohl wir uns zu der Uederschwänglichkeit der Worte des Ministers nicht auf- schwingen können. Wir find bereit, in die Berathung der Vor- läge mit vollstem Ernst einzutreten. Wir find keineswegs Gegner des Gedankens dieser Vottage, sondern wünschen nur, daß etwas wirklich Brauchbares daraus hervorgehe. Der Ge- danke ist übttgens durchaus nicht neu, sondern schon auf dem Ardeitcrtage zu Rürnderg 1868 und in Berlin bereits 1849 von der Scbumann'schen Porzellanmanufaktur angeregt worden. Die große Wichtiglett ver Vorlage finden wir nicht in dem, was fie bietet, sendern dattn, daß fie die Möglichkeit giedt, einmal das Maß der Ardeiterfreundlichkeit der herrschenden Klaffe an praktischen Vorschlägen zu ermeffen. Der Minister sprach von goldenen Worten des Fürsten Bismarck, von goldenen Thaten haben wir bisher noch nichts zu bemerken vermocht. Vor ganz kurzer Zeit erst hat der Bundesrath eine Anzahl von Vor- schlagen des Reichstags, die sich auf einige recht untergeordnete Punkte der Arbeitcrschutzgesetzgebung bezogen, abgelehnt, ohne etwas anderes dafür in Ausficht zu stellen, und der Reichs- kanzler hat sich ausdrücklich als Feind einer konsequent durch- geführten Sonntagsruhe erklärt. Ein besonderes Vettrauen können teehalb die arbeitenden Klassen den Gesetzgebern und den henschenden Klaffen nicht entgegenbttngen. Rechnet man dazu, was auf politischem und steuergesetzlichem Gebiet fortgesetzt gesündigt wird, so hat man keine Ursache, zu behaupten, daß die Animofität der Ardeiter gegen das vorliegende Gesetz auf dm Einfluß der Führer zurückzu'ühren sei. Es ist ja einiger guter Welle vorhanden, etwas zu thun, aber man will den Pelz waschm, ohne ihn naß»u machen; um des Himmels willen nur nicht zu tief in die Taschen greifen,— das ist der leitende Gedanke. Andererseits ist ein so großes Maß von Konfusion in der Vorlage vorhandm, daß die Herren, die fie ausgearbeitet, und die, die fie mit Begeisterung begrüßt babm, äußerst wenig davon verstehen müssen, wie es wirklich mit der Lebenshallung der Ardetter aussteht und was ihnen noth thut. Denn sonst könnten fie nicht konsequent den für dieses Gesetz durchaus falschen Ausdruck„Sozialreform" gebrauchen. Darunter ist rare zu verstehen: Steigerung des Antheils der Arbeiter an dem Ettcag der nationalen Arbett: diese Gesetzgebungsversuche aber bewegm fich auf dem Wege einer, wenn auch veränderten Ar- tnenvflege. Speziell dieser Auffassung wegen hat der Minister von Verführern der Arbeiter aesprochm. Es hött fich so son- derbar an, wenn Mäaner wie Brentano, Schäffie, Dr. Platter, Dr. van Borght hier von der Tribüne des Reichstags herab vom Minister als Verführer gestempelt werden; denn fie haben hauptsächlich jenen Standpuntt vertteten. Der Minister hat freilich die dösen sozialdemokratischen Agitatoren im Auge ge- habt, die aber gar nicht zuerst auf diesen Einfall gekommen find. Haben wir bei Berathung der früheren sozialpolitischen Gesetze stets den Rützlichkeilsstandpunlt eingenommen, so müssen hier auch politische Gefichtepur.de in Betracht gezogen werdm, schon damit die Begriffe, die fich an die Sozialreform knüpfen, nicht verdunkett werden. Eine solche Verdunkelung ist es, von einer Krönung des Gebäudes der Sozialreform zu«dm, während nur eine andere Eintheilung der Armenpflege vorliegt. Wenn das Krankenkassmgesetz nicht viel weich ist, weil es alle gute Organisationen zerstört hat und nicht ausreichend für die Arveiter sorgt, und das UnfallvcrficherungSgcsetz durch die Art der Organisation und durch die Art. wie man bei dn Aus- führung dm henschenden Klaffen die Zügel schießen aßt, für dm Ardetter nicht nützlich ist, wett mebr find diese beiden Ge- setze dmn doch weich als das hier projettitte Gesetz, und man sollt- es ihnen nicht anthun, diese Gesetzesmache als die Krönung der vorausgegangenen Gesetze zu bezeichnen. Es wäre deshalb am wünschenswerthestm. wenn dieses Gesetz einer Kommrsstons- berathung überhaupt nicht unterzogm, sondern von vornherein abgelehnt würde, und zwar nichr aus den Gründen, die He« p. Bennigsen und He« v. Boettichec uns neulich zu imputiren gesucht haben, sondem well aus diesen Grundlagm etwas Brauchbares nicht hervorgeben kann, wir dies aber dttngend wünschen. Die„Grundzüge" schon hadm das Erstaunen der Arbetterwelt«regt, noch mehr die Umarbeitung und der vor- liegende, nochmals umaearbettete Entwurf hat sie erst recht enttäuscht. Die Motive zum Unfallverficherungsgesctz sollen in einem Arbeiterblatte falsch zitttt sein. Es heißt in den Motiven aber wörllich:„in Wahrhett han- dttt es fich um eine Weiterentwrckeluna der Idee, welche der Armenpflege zu Grunde liegt". Ich vermag zwischen diesen Worten und den Ausführungen jenes Blattes einen xMMWM WsZMMB ,ür besondere Kategorien von niedrigen Beamten; z. B. bei der bayerischen Eisendahnbeviensletm-Penstonekasse. Tne Motive zur Vorlage find so ausführlich, daß man meinen mußte, es lönnte eigentlich gar nichts dazu mehr geltend gemacht werben. Die Ausführlichkeit scheint aber lediglich den Herren von den regie- rungsfreundlichen Parteien, die zu der Vorlage das Wort er- greifen wollen, die Mühe«leichtern zu sollen; man kann dar- nach leicht eine hübsche Rede halten.(Heiterkeit). Unsere Hauptbeschwerdepunkte find die Art der Organisation, die Art der Vertheilung der Beiträge, der späte Beginn d« Altersversorgung, die Niedttekeit der Rmte, die zweckwidrige und widcrfinnige Ansammlung des Kapitals, der Begriff d« dauernden Erwerbsunfähigkeit, der Mangel einer Rücko«gütung an die Arbett«, die austreten, das Quittungsduch und noch verschiedene andere Kleinigkeiten. Die Umarbett« der„Grundzüge" verdienen dafür Dank, daß fie wentgstms auf den Wunsch d« Arbeiter eingegangen find, die Berufsgenoffenschaftm nicht mit der Durchführung dieses Ge- setzes zu betrauen. Die Berufsgenossenschaften genießen dazu zu wenig das V«trauen der Arbett«; fie find nichts anderes, als Organisationen d« Unternehmer und großen Kapitalisten, und durch das Umlagcverfahren wird dem Klaffenegoiemus der ausbeutenden, besitzenden Klaffen aller mögliche Vorschub ge- leistet. Um möglichst wenig Umlage zahlen zu müssen, wurden üd«all, wo die Festsetzung der Unfallrente dem freien Ermeffen untnliegt, so niedrige Renten bezahlt, daß das Vertrauen der Arbeiter völlig geschwunden ist; namentlich gilt dies von Fällen thellweiser Erwerbsunfähigkeit. Der für Entschädigung theilweis «w«dsunfähig geworden« Ardetter aufgestellte Tarif ist so dardattsch, daß die Arbeiter mit Händen und Füßen fich wehren werden, daß den Berufsgenossenschaften weitere Befugnisse üdettragen werden. Ein Artikel aus der Zeitschrift„Die Be- rufsgenoffenschaft" von einem gewissen Wenzel schwärmt aller- dings für die Vnbinduug d« Alters- und Jnvaliditätsverficherung mit den Berufsgen offenschaften, weil die Grenze zwischen Unfall und Invalidität häufig zu schw« zu ziehen sei. Allen den dott vorgedi achten Schwierigkeiten könnte man aus dem Wege gehen, wenn man das Reichsverficherungsamt auch als höchste Be« rufungsinstanz für Jnoaliditätsfälle einrichtete. D« Artikel schlägt dann weiter für die Arbeiter das Prämienverfahren vor, während für das Reich und die Unternehmer das Umlagev«- fahren gelten solle. Ginge dies durch, so würde man fich wahr- scheinlich bemühen, möglichst viel von der Unfallversichnung ab- und der Jnvaltdttäteverficherung aufzuwalzen, damit die Arbeiter allein zu zahlen haben. Schon damit diese Ungnechtigkeit nicht eintrete, find wir gegen den Anschluß an die Berufsgenossen« schaften. Wir würden vorschlagen, als Unterabtheilungen des Reichsve-ficherungkamts sogenannte Kommunal-Ver« bände zu bilven, aber nicht wie in der Vorlage, sond«n gewissermaßen Filialen des Reichso-rstcherungsamts. in ähnlicher Weise wie die Filialen der freien Hilfskassen orga- nifitt find. Die tz«ren Gehcimräthe könnten hier einmal von den Ardettern etwas lernen. Die Vnschiedenartigkeit der Bei« träge der Ortsklassen soll nach der Vorlage durch ein Rechnungs- vettahren ausgeglichen w«den. Die Sache wird sehr veriin- facht, wenn man solche Filialen oder die Krankenkassen als niedttgste Träger annimmt. DaS Markensystem ist infolge der Annahme d« fünf verschiedenen Oltsklaff>-n zudem ungleich komplizirter geworden. Durch das Marken- und gegenseitige Venechnungssystem würde die Verwaltung des Verfichecungs« Wesens noch kolossal« werden, als jetzt de! d« Unfallverfiche- rung. Räch unserem Vorschlage würde das Verrechnungswesen wegfallen, weil die gesammten Gelder an die Zentralstelle ab- geliefett werdm. Sind nun in irgend einer Filiale mehr zu Unterstützende vorhanden, als Geld in d« dottigen Kaffe ist, so wird aus der Zentralkasse einfach der Zuschuß gezahlt. Wenn die Krankenkassen einschließlich d« lokalen und zentrali- firten freien Hüfskaffen— denn diese haben das Recht, in allen Organisanitiovsfragen ebenso gefragt zu wnden, wie die sogmannten organistrten Kassen— verwalten, dann kostet die Verwaltung so gut wie nichts. Der Krankenkaffentag in Elberfeld hat ausdrücklich beschlossen, daß die Krankenkassen, wie in d« Lage, so berett find, die ganze Arbett d« untrem Verwaltungsorgane zu übernehmen. Bei Kommunolverbänden wird ein Kommunal- oder Staatsbeamter mit d« Arbeit allerdings betraut werden müssen, aber die Kontrole durch den Ausschuß od« Vorstand oder Verwaltungsralh geübt, der zu gleicher Hälfte aus Untrenehmren und Arbeitern zusammengesetzt ist, d« ab« selbstverständlich aus freien Wahlen hervorgehen müssen wird. Eineiseits will man die Krankenkassm mit d« Sache §ar nicht befassen, andererseits räumt man den Vorständen d« iwanaslaffm, die mit der Sache sonst nichts zu thun haben, das Wahlrecht ein. Diesm Widerspruch lönnte ich mir nicht er- klären, wenn ich nicht wüßte, wie man über das Wahlrecht d« Arbett« in den Kreism der Urheber dieses Entwurfs denkt. Man sträubt fich bekanntlich aus dem gleichen Grunde gegen die Ein- führung d« gewerblichen Schiedsgerichte. Bei der bayerischen Eifmbahnbedimsteten'Pre sionstaffe ist dem Arbeit« das Wahl- und Verwallungsrecht in ziemlich weitem Sinne gewähtt. Ebenso gut könne man es bei de: Reichsverficherungsanstatt auch. Was die Art der Vretheilung der Betträge anlangt, so geht mir der Reichszuschuß nicht wett genug. Die arbeitmden Klaffen find in den letzten Jahren durch die indirekten Steuern ohnehin schon weit üb« ih« Kräfte hinaus herangezogen wer- den. Man hat deshalb auch in Preußen eine Anzahl der nie- drigsten Steuerklassen von d« Steu« befreit. In Konsequenz dessen find wir der Anficht, daß auch bei d« Atters- und In« vallbenverficheruna die untersten Klaffen frei gelassen wreden sollen. Bis zur Einnahmehöhe von 700 M. sollte der Beilrag nicht von den Ardettern, sondern von dem Reich getragen werdm. Im Uedrigen find wir mit der Art der Vrety eilung einverstandm. Ein wetterer Punkt, gegen dm wir uns wen- den, ist d« späte Beginn der Altresvreficheiunz. He« von Böttich« meint zwar, daß die Lasten bei einer Herabsetzung der Attersgrenze erheblich größ« würden. Die statistischen Be- rechnungen der Vorlage beruhen aber auf durchaus unzureichen- dem Material, auf willkürlichen Schätzungen. Man hat fich Elsmbahnbeairte, einen Theil der Eisendahnardeit« und die Bergarbeiter herausgesucht nud danach Zahlen zurecht ge- baut. Es sollten Zahlen herausgeklopft weiden, wie sie gerade in dm Kram paffen. Diese statistischen Klopfgetster können uns mtt ihr« Arbett ganz und gar nicht imponiren. Ab« selbst wmn die Zahlen richtig wären, so würden die Ardetter g«n ein Drittel mehr bezahlen, um in den Lefitz einer ordmtlichm und frühreen Rente zu gelangen. Gewundert habe ich mich, daß He« v. Böttich« so warme Motte für die Attersverfichemng hatte, während« im Vollswirthschaftsralb und hi« im Hause im vongen Jahre fie rare als eine Att dekoratives Betwerl für das Verfichreungswesen darstellte, das man nur bttdehaltm, weil man gebundene Marschroute gehabt habe, d. h. weil in der kaiserlichm Botschaft die Attresverstcherung mit betont ist. Dann sollte fie ab« wenigstens auf der Grundlage jen« bayerischen Pmstonskaffe«lichtet werden, welche eine Bestimmung enthält, wonach Mitglieder, welche 65 Jahre alt find und 30 Jahre der Kaffe angehött haben, des Nachweises der Ardetts- Unfähigkeit nicht dedürfen, um die höchste Jnvaliditäts- rmte zu erhattm. Jedmfalls muß mit d« Attres- destimmung heruntergegangen werden; selbst dos 65. Jahr ist noch zu hoch gegriffen. Ein Pnvatorefichreungsvreein in Nürnberg für alle Berufskiaffen zahtt bei denselben Beiträgen, wie fie das Gesetz will, schon vom 56. Jahre etwas üb« 300 M. Hier ist also das 56. Jahr als die Grenze bezeichnet, wo die Ardettskräfte dreatt nachlassen, daß Pension nothwmdig ist. Das Allermindeste wäre das 60. Lebensjahr. In dm Grund- zügen sowohl, wie in d« eisten Vorlage, ist eine einzige gleich- mäßige Altersrmte von 120 M. festgttetzt, eine Summe, die zugleich als Anfangsrente für Jnvalididät angenommen war. Bei d« Begründung wurde darauf hingewiesm. daß dies« Betrag zur Bestreitung des nothvürftizsten Lebensunterhaltes an einem billigen Otte dienen sollte, wozu« ab« keineswegs ausreicht. Für die Armenpflege wreden zuweilen Höhree Bettrage ausgegeben. Wenn d« Minister die Kostcn diese auf jährlich 55 Mark pro Kopf dreechnet hat, st ist damit nur gesagt, daß die Armenpflege ihre Au!« gäbe auch nicht«füllt. In der bayerischen Armer- gesetzgcbung wird es als Aufgabe d« Armer pflege hingestellt, den ganz o:« tbcilweise erwerbsunfähigen Personen zu Nab- rung, Kleidung. Wohnung, Heizung und Pflege zu verhelfen, wozu ab« 55 M. wohl bei weitem nicht ausreichen würden. Wenn die Kosten d« Armenpflege im Deulschen Reiche stck wirklich so ntedttg bemessen, dann liegt es daran, daß In Preußen geradezu die Armenpflege unter aller Kritik ist. 8« Bayren werden dafür pro Kopf nnd Woche 2 M. an baarc« Gelve ausgeaebm, wozu noch Wohnung, Heizung u. s. w. kom- mm. Der Durchschnittssatz der bayerischen Armenpflege ist höher, als das, was durch vorliegendes G-setz dem Arbett« ge- boten wird. Gegen die einheitliche Festsetzung einer Rente ist auf die verschiedene Lebenshaltung, z. B. eines ostvreußische» Landarbeiters und eines süddeutschen Jndustttearbeitres hinge- wiesen. In den jetzt vorgeschlagenen 5 Ortsklassen aber stuft fich die Rente nach unten bis 72 M. ab. Man findct also jetzt mit einem Male, daß es noch billigere Orte und einen noch nothdürftigerm Lebensunterhalt giebt, als den frühreen, zu dem 120 M. ausreichen sollten. Eist Schrei der Entrüstung ging schon damals durch die gcsammte dmtsche Arbetterwelt. Was cb« bei diesen Sätze» von 72 und 96 M. die Regierungen sich gedacht haben, ist mir völlig unbegreiflich. Man hätte mindestens von 120 M. ast aufwärts gehen sollen. Die allermeisten Arbeiter werdm niw einmal die dritte Ortsklasse e«eichm, sondern in den beide» untresten bleiben. Authentische Anhaltspunkte über die Lohnhöhe hat man nicht. Bei einer Rmte von 72 M.«käst da männliche Arbeit« täglich 20 Pf, der weibliche 13'/, Pf. 2öJ soll fich dafür d« Rentner— wenn man dieses Wott W überhaupt gebrauchen kann— kaufen? Sie wissen doch,«wi das Brot nach Einführung und Erhöhung der Gttreidcpreist jetzt kostet. Ein solches Bettelgeld sollte man doch dem invalid«» Arbett«, d« fich nicht blos im Jntreeffe des Unternihmat, sondren im Jntreeffe der ganzen Gesellschaft gemüht hat, w anzubieten wagen, sondern ihn so stillen, daß er nicht mtt Erl- setzen und Grauen an sein Alter zu dmken braucht. Soll de»» d« Arbeit« nie aus seinem Elend berauskommen? Nur wen» man sich auf den Standpuntt des Reichskanzlers bei der F-oist der Sonntagsruhe stellt und einm Durchschnittslohn ro« 14 Groschen täglich annimmt, ist eine so niedrige Rente einigt' maßen begreiflich. Die„Vettührre", von denen man g sproä»» hat, wreden untre diesm Umständen noch lange nicht vrelotst» werden, wie Herr v. Bennigsen und auch Hc« v. Bötticher stj sehr optimistisch geäußett haben. Sie haben uns allerdings«"• Kräften gehindert, in öffentlichen Versammlungen über den wurf zu reden, und was in d« Presse geschrieben worden, ist nur einem Thell der Ardetter zugänglich. Nach BerechnunS!» d« offiziellen Statistik werden die Arbeit« nur zu 20 oder � Beitragsjahrcn kommen» demnach also Sätze»wischen 90 u»1 210 M. erlangen. Es existiren nun Privatveisicheiungskostk»- die«heblich wehr leisten und von den Arbeitern cw« nicht höhere Beiträge fordern, als hier das Rß* R-cht wohl möglich ist es aber, an Stelle d« Om' klaffm Lohnklaffen einzuführen. Bei der genannten W- rischen Eiscnbahnkaffe find drei verschiedene Lobnkategor"» eingreichtet, und man ist hier von der Annahme ausqcgang«»' daß der Ardetter auch über 700 M. vredienen kann. Nach � voriiegmden Entwurf scheint es ab«, als od der Arbeiter»f nickt die Möglichkeit hat, über 700 M zu verdienen. Schwieriakert des Rechnungswesens bei Festsetzung von Lest»' klaffen wird fich auch überwinden lassen. Es ist nicht ri# daß wir in Deutschland keine Lohnstatistik hadm. Nur** Material in Bezug auf. die ortsüdlichen Tagelöhne ist% Wohl aber stnd in vielen Berufsgenossenschaften flow* stbc Tabellen aufgek ellt, die hier mit Erfolg zu gebrauäA waren und uberall eingeführt werdm müßten. Aus dreStatm der Berufsgenossenschaften«giedt fich erst vre DurchschntttslrO Oft werden die Leute Jahrzehnte lanr in derselben LohnfW» bleiben, während bei Festsetzung von Ortsklaffen eine Ungere», tigkett gegenüber den qualifizirtm Arbeitern liegt, die oft o- und mehr Mark verdienen und infolge dessen auch als JnvaliJS gesteigette Bedürfnisse hadm. Jetzt aber wird selbst der künstless� gezogenen Z- entbinde 7; die weg, Km. Wo 2°uf Hochs fe jjWnessiück M aus bei �denMck A» etwa Wtb *11 Mmiri I gebttdete Arbett«, der Bildhauer, Lithograph re., oft auck dem niedrigsten Satz vottied nehmen müssen, wenn er fällig im Regierungsdezirk Gumbinnen seinen Wohnsitz,% schlägt, während ein gewöhnlicher Arbeit« in Berlin oft d* Dreifache«hatten wird. Selbst auf die Gefahr hin, Beiträge zahlen zu müssen, wird vielen Ardeitern mit ciiw höheren Rente gedient sein. Es müßte diese auf 66% p# v; vollen Lohnes festgesetzt werden. In Berlin existirt eine% dir nach 30jähriger Beitragszeit diesen Satz als Rente»1% zahlt- Es heißl die Ardetter verkmnm, wenn man glaubt-* würden durch eine hohe Rente zu Verschwendung und latton verführt werden. Derarttge ardettsschcue Leute gitbv' untre den Arbeitern gewiß nicht mehr als in den andreen sellschaits klaffen und es ist völlig geschmacklos, wmn meN Motiven gleichsam eine Statistik der Arbeitsscheuen beifl#' 4 hat. Es find in dem Entwurf Bestimmungen getroffen, Q, bestimmte jetzt cxistirmde Kassen den Vrefickertm nur Zus»� gewährm dürfen. Man legt es diesen Kassen greadez» eine Reduktion eintreten zu laffm, damtt der Arbett« ja viel erhalte und zu Simulation verführt wrede. Der ArW. wird sich ad« durchaus nicht an die Rente drängen, den»„ bezieht nach dem Begriff von Invalidität nur derjenige der nicht nur durch sein Geschäft, sondem auch dutck eine Hanttrung nicht so viel vredienm kann, als die R##*, trägt. Bei einer Rente von jährlich 120 M. dezieht de»* beiter täglich 33'/, Pf. Er wird aber stets noch im 0% sein, etwas mehr zu verdienen. Es giebt heute Fadrilbetr-A wo jugmdliche Ardeiter bis zu 50 Pf. täglich«halten. L Stelle dies« wird der Unternehmer aber jetzt einm alten be't« setzen, dem er 33'/, Pf. giebt. Dann ist scheinb«°, Nachweis geliefert, daß hi« eine Invalidität noch nicht»° liegt. Die Möglichkeit ist gegebm, dm Lohn zu dcu» � denn der Mann muß so dillig arbeiten, will« ni»'°jf Mi&ys j." r ästä nttot. Wre stehts denn mit denjenigen, welche bei � famosen Krar.lenfürsorge nach 13 Wochen noch"n; arbettsfahrg find? Herr v. Böltich« sagte neulich mit jetzt seien fast alle Arbett« für dm Kcankhettsfall vttt-A Diese Kranlenverfichreuna ist aber gar keine, well fie eme lnnreichmd lange Zeit ausgedehnt ist. Bei dem Gelde, das die Arbeit« bekommen, können fie verdungen nach 13 Wochen verfallen fie wegen ihr« Arbeits unfähiS�'�ii fach der Armmpflege. Was geschieht nun mtt einem Arbett« unt« diesem Gesey? Invalide ist« nicht, nur ß, roetfe invalide, von der Kronkmkaffe erhält« nichts mevr-« � sorgen Sie dafür, daß der Begriff der zcttweisen J�aV dieses Gesetz hineinkommt. Es ist in dem Geletze racht gcsagt, wie für dm Rentmempfäng« im Krankh«�'� gesorgt wreden soll. Ist« nicht in der Krankenkasse der Gemeradeverficherung geschieden, so fällt er einfach wieget, Armenpflege anHeim und geht, wett« fich den Luxus krank zu werden, sein« dürgrelichen Rechte verlustig. von gefunoen Arbeitslosen infolge der neuen L# Lage, regelmäßig fortlaufende Beiträge zu& bcitei werdm dann ein großes Lumpenproletariat blld w Wc Z \ /ozial ali � ungerechte Btstimmung dieses Gcsitzes ist auch die, daß dick «eiisjahr auf 47 Wochen festgesetzt ist. Saisonarbester und % die im freien arbeiten, wie Maurer, Zimmerer, Pflasterer ; J- w. haben unter keinen Umständen 47 Wochen im AM zu thun, auch dann nicht, wenn fie im Winter eine 7# Beschäftigung haben. Die fostwährenden Krisen infolge striegsbeunruhigungen wirken lähmend auf die Arbeits- ?!'Senhesten ein. Mit Recht will man die zum Militär gezogenen und die Kriegspflichtigen von dem Bei- Ae entbinden und ihnen die Rente sichern, bezüglich derjenigen die wegen des Krieges ardettslos geworden, ist nichts vor« Mm. Wollen Sie gerecht sein, so müssen Sie das Geschäfts- ? auf höchstens 40 Wochen bemeffen, zumal bei der lang- Jw Steigerung der Rente. Nachdem die Wartezeit herum ist, Jp�die Rente per Jahr um''1000. Das macht bei 100 M. ' pro Jahr. Es ist lächerlich, den Arbestern zuzumuthcn, u-- eine Steigerung zu erblicken. Ferner ist zu bemängeln, Z leine Rückvergütung vorgesehen ist, während jetzt denjenigen, Me aus der Eisen'*'"----.....—"* eine Milliarde betragen. Ich kann nicht daran daß die Jnoaliditäts- und Sterbeverhältniffe bei den N bezahlten Lohnarbeitern dieselben sein sollen, wie bei .a Eisenbahn- und Bergardestein, die, wenn auch eigentlich dlos Jronnirte P, olktarier, doch wenigstens nicht hungern müssen. �behaupte deshalb, es sterben viel mehr Ardester, bevor fie �bezugsberechtigt sind, und deshalb wird auch viel weniger Kenten ausgegeben werden und das angehäufte Kapital wird j? 17 Jahren vielleicht auf 2 Milliarden gesteigert haben. C Felge wird ein erheblicher Zirssiurz sein. Und wozu wird �napital verwendet werden? In der Hauptsache wird es c den Grundbesitzern,„den Edelsten der Nation" zu Gute Sjtoen. Es wird in den Hypotheken auf große Güter anfgc- M sein. Dadurch wird anderes Kapstal frei werden und der Wu| füt Sparkassengelver und für das Kapital des kleineren herabgedrückt werden. Infolge dieses Gesetzes wird 2%$ B. fitzer der größten Anzahl Hypotheken auf Grund K.Men sein. Jnvolvirt das nicht eine große Gefahr für v*' otnmrrl pl« hpwrtfrnflf gar fojlcil' Stüch durch k. Denken Sie einmal, ein demokratisches oder gar ÄMisches System macht einfach einen dicken Strich-----. �-Apotheken, betrachtet sich als Eigenthümer des ganzen hypo« Mlchen Landes und konfiszirt dasselbe! Sorgen Sie also lieber vf'baß doppelt so viel Rente gezahlt wird, dann laufen Sie keine &x- Ader im Ernste gesprochen» wozu brauchen Sie denn Jwupt bei einer derartigen Organisation einen so großen �vefonds? Ist der Staat nicht Garantie genug? Meine , und Hauptdeschwerde richtet sich gegen das Quiitungsduch. � Arbeiter, und nicht etwa blos die sozialdemokratischen, de- 2%, dasselbe lediglich als verkapptes Arbeitsbuch. Der ?, Minister meinte freilich, man verfolgte damit keinerlei po- Denzen. Mag sein, aber eine Gewißheit giebt unS k Zusicherung nicht. Offiziell wird zwar nicht gelogen, aber �uian bei derartigen Geschichten im Hinterhalt hat, pflegt S nicht offen und ehrlich heraus zu sagen. Vielleicht wan mit diesem Quittungsduch zwei Fliegen mit ? Klapp- schlagen und die Konservativen und das .Am, die immer nach dem Arbeitsbuch rufen, beschwichtigen. Cvlirfcm Gesetz soll der Unternehmer für den Arbeiter die J? in das Qutttungsbuch einkleben und abstempeln. An« »Mgey u. s. w. sollen verboten sein. Ader wer ver» 2* ihn denn, die Marke verkehrt einzukleben und dadurch Y'netn anderen Unternehmer ein Zeichen zu geben, daß der mne Arbeiter sich an einem Streck detheiligt hat u. s- w- Annern sich, daß s. Z. in Rheinland und Westfalen die »Deber nur denjenigen Arbestern Beschäftigung gaben ßS* �Q8 Zeugniß ausgestellt war, daß fie„ordnungsgemäß feien. Wo dieses Wort„ordnungsgemäß" fehlte, die Annahme zur Arbeit im ganzen Bezirk verweigert. artiges zu verhüten, hätte der Bundesrath dieses so tief --»f System durch ein brauchbareres und gerechteres er« r" sollen. Wenn Sie einmal ein solches Quittungsduch ein- Abi wollen, so sorgen Sie dafür, daß der Arbeitgeber es in die Hände bekommt. Auch seine praktische Brauch» : ist zu bezweifeln. In den Motiven ist ausdrücklich k-, daß durch den Verlust des Quittungsbuchs der Elende seine Rente verlieren kann, wenn er nicht den >s liefert, daß er die Beiträge bezahlt hat. kann nicht pasfiren, wenn die Behörde ein ■rv über die bezahlten Beiträge führt. Hunderte �.«rbeitervelsammlungen haben in Resolutionen und !,"°nen fich gegen dieses Quittungsduch ausgesprochen, und Namen dieser Ardeiter Protest gegen dasselbe ein. Metter haben fich deshalb dazu entschlossen, lieber ganz ßt,%«lters. und Invalidenversicherung zu verzichten, als Mkürzung ihrer Freiheit in den Kauf zu nehmen. Es 2» falscher, als zu behaupten, wie der Minister und Herr gethan haben, daß wir blos deshalb gegen ein W? Gesetz find, well wir durch die Durchführung der 4 Sjftm den Boden in den Arbeitermaffen verlieren wur» kkauden gar nicht daran, daß wir nur auf gewalt- fL Mege eine Aenderung der jetzigen Produltionsrveiie er» K'°xnen. Wir glauben im Gegentheil, daß eine gute !%stfäutz Gesetzgebung und andere sozialen Gesetze dem Snf W Hstfe kommen müssen. Arbeiter mit gutem Em- Und für unsere Ideale jedenfalls viel leichter zu begeistern »elche auf dem tiefsten Standpunkt des Lumpenprole- \ �gekommen find. Die bisherigen sozialpolstischm Gesetze % gou Ardeitern go .-m, schaffen, dann werden Sie uns auf Ihrer Seite A> �enn Sie uns vorwerfen, daß wer Ihre guten Ab« ? jCJr�ug auf die Sozialreform vereiteln wollen, so könnten AlM mit viel größerem Rechte sagen: Sie wollen die Äi2�Ledung gar nickt im Ernste, das ist ein Schwindel Sie wollen die Arbeiter zu einem Putsch provoziren, S i-I vtl JjMin werden" wir dafür stimmen, aber Plomben Sie 3. die deutschen Arbester die ungerechte Hand sie die das Ausnahmegesetz gegen fie handhabt, "ähS WMK %% IsääS'ä | M MJ? S Sff'Ä L die Bi®en dreizehn Millionen deutscher Arbeiter �MioliiA ��flege stellen wollen, ist, um mich auszudrücken, ein so absonderlicher, daß 2 �te, er könnte hier stgend einen �'»'tv.M'"der allerdings außerhalb des Hauses ftnh 3�, �emüther genug, welche diesem Gedanken "vraussetzuna des Rentenanspruchs du Bedürftig- keit des Betreffenden hingestellt.(Sehr gut! rechts.) Und diese ist doch die Grundlage jeder Armenpflege. Aber ich lege darauf kein Gewicht. Die Mehrzahl der Arbeiter wird eben dedürftig sein. Der entscheidende Punkt liegt darin, daß bei der Armen- pflege keine genügende Leistung stattfindet, während es fich hier um einen klagbaren Rentmanspruch handelt. Die Herren, die dieses übersehen, verfolgen entweder agitatorische Zwecke, oder aber es find diese den realen Verhättnissen und Anschauungen des Ledens vollständig fremd.(Sehr richtig' rechts.) Diefer Unterschied ist keineswegs ein abstrakt juristischer: er wird in unserem Volksleben tief empfunden, und man hat in Arbeiterkreisen ein empfind- liches Gefühl und eine sehr feine Distinktion für die Frage, od die Unterstützung, mit der jemand sein Leben fristet, den Charatters eines Almosens hat oder auf einer klagbaren Rente beruht. Die Armenpflege wirft auf die bürgerliche und politische Stellung einen moralischen Schatten, wie er vielleicht gar nicht von dem Gesetzgeber beadfichtigt war. Derjenige, welcher einen klagbaren Anspruch auf eine Rente hat, wenn fie auch eine ver- bältnißmäßig minimale ist, wie frei wird dieser Mann sein Haupt tragen. Der Reicbskanzler hat in seiner zitirten Rede von 1881 auf diele Verhältnrffe hingewiesen. Es waren in der That goldene Worte, denn fie geben ein vollommcn zu- treffendes Bild der Verhältnisse auf dem Boden der Armen- pflege. Zwischen diesen beiden Arten von Empfängern besteht eine Kluft, die durch keine oratorische Dialektik ausgefüllt werden kann. Und wer behauptet, dem deut« schen Arbeiter sei es gleichgillig, od seine Bezüge den Cdarafter eines Almosens oder einer klagbaren Rente tragen, beleidigt geradezu den Arbciterstand, w il er ihm eine Ge- finnungslostgkeit unterschiebt, die bei ihm gar nicht vorhanden ist. Herr Grillenberger und seine Freunde mögen einmal die Probe auf das Excmpel machen, und sie werden sich überzeugen, daß selbst seine Parteigenossen über den Bezug der Rente anders denken, als er. Herr Grillenberger wird fich mit der empfangenen Antwort sicherlich bescheiden in sein stilles Kämmerlein zurückziehen. Der Entwurf will nicht die Armen- pflege regeln, sondem die Arbeiter gegen die Armenpflege schützen und verhindern, daß derjenige, welcher sein ganzes Leben lang fleißig gearbeitet hat, am Schlüsse desselben auf die unterste Stufe sozialen Daseins zurücksinkt. Das ist die Ent- Wickelung der christlichen Idee, von der in der Botschaft von 1681 die Rede ist und die Herr Grillenberger vollkommen mißverstanden hat, vielleicht deshalb» weil er mtt dem Gedanken der christlichen Idee nicht völlig vertraut ist. Die Stellung der Sozialdemokratie zu diesem Gesetz ist eine außerordentlich charakteristische. Herr Liebknecht scheute fich neulich nickt, zu erklären, daß gegenwärtig kein deutscher Arbeiter irgend etwas bekomme, was er nicht vor Erlaß der sozial- politischen Gesetzgebung auch schon bekommen hätte. Und dies angesichts der Thalsache, daß höchstens 20 pCt. der Unfallrente beziehenden Arbeiter auf Grund des Haft- Pflichtgesetzes etwas bekommen hätten. Derartige Ueberireibungen der sozialdemokratischen Partei liefern uns den Beweis, daß wir uns auf dem richtigen Wege befinden.(Zustimmung rechts.) Wir werden dadurch bestärkt, auf der Bahn zu bleiben, welche seit 1881 beschritten. Solche Reden werden vielleicht einzelnen die Gesetzgebung diskreditiren; eS giebt große Anzahl von Ardeitern, welche daß der vorliegende Entwurf der dem deutschen Arbeiter während eines als die ganze Sozialdemokratie ihm Zeit« Ardeitern ae aber Gottlob eine einsehen werden, minimalen Rente Jahres mehr bietet, ledens gewäbren wird.(Beifall rechts.) Um 4 Uhr vertagt das Haus die wettere Berathung auf Freitag 11 Uhr. Der Präsident beraumt die Sitzung auf eine so frühe Stunde an, um die erste Berathung womöglich zu Ende zu führen._ Kommunales. Ktidtver-rdn-t-n-UevfaMMlnng. Sitzung vom Donnerstag, den 6. Dezember. Der Stadtverordneten-Vorsteher Stadtv. Dr. Stryck er- öffnet die Sitzung um ös; Uhr mtt einer Reihe geschäftlicher Millheilungen. Der Fachverein der Droschkenbefitzer richtet an die Versammlung eine Petition, der Verbreiterung der Friedrich- straße nicht zuzustimmen.(Heiterkeit.) Nach Eintritt in die Tagesordnung werden einige Vor- schlüge des Ausschusses für die Wahlen von unbe» soldeten Gemeindebeamten geschäftsordnungsmäßig erledigt. Der Ausschuß, der zur Vorprüfung der V o l a g e wegen Enteignung und Erwerbung des von den Grundstücken Alt- Moabit Nr. 23 und 24/25 zur Verbreiterung dieser Straße erforderlichen Terrains niedergesetzt war, deantragt durch seinen Referenten, Stadtv. Kalisch, die Annahme der Magistratsvorlage. Stadtv. Langerhans hält die Verbreiterung für nicht so dringlich und beantragt die Zurückweisung der Vorlage an den Ausschuß. Stadtv. Wieck widerspricht dieser Anficht. Nach weiterer Diskusston wird der Antrag Langerhans ad- gelehnt und der Ausschußantrag angenommen. Um 6 Uhr findet die Wahl eines unbesoldeten Stadtraths an Stelle des verstorbenen Stadtrath Wolff durch Stimmzettel statt. Gewählt wird der Stadtv. Schmidt auf die Zeit bis zum 1. Januar 1895 mit 96 Stimmen. Die w i d e r r u f l i ch e Genehmigung eines Dampf. straßenbahn-Betriebes in der Kurfürstenstraße von der Zwölf. Apostelkirche ab bis zur PotSdamerstraße wird ertheilt. Die Stadtv. Leo und Genossen ziehen ihre Anfrage, die Durchlegung der Charlotten st raße betreffend, zurück, da in dem Schreiben deS Magistrats die Durchlegung der Friedrichstraße detreffend die Antwort enthalten ist. Die Errichtung zweierBadeanstaltenam linken Ufer der Untersoree wird deantragt...... Stadtv. Mühlberger beantragt die Ueberweisung der �°�tadtv.�utza�l e?unterstützt diesen Antrag. Die Magistrats- vorläge wolle die Errichtung zweier getrennter Klaffen in der Badeanstalt, die eine für die Mindcrbemittetten. die andere für die Bemittetten. Begründet werde diese Einrichtung mtt dem Hinweis darauf, daß so mehr Annahmen zu erzielen waren. Durchschlagend sei dieser Gmnd necht. Sonst habe man bei der Errichtung von Badeanstalten stets darauf httrgewiesen, daß man s ZWW keit sei aber vorhanden, auch wenn nichtzweigetrennte Kossen eingerichtet würden. Wolle man zwei Abtheilungen einrichten. so möge man die Erwachsenen von den Kindern trennen. Diese ÄSÄ'i.... " 0"einige Rechnungen gehen an den Ausschuß für Rechnungs- �Es folgt zum Schluß der dringliche Antrag der 3tiÄl&#Wwmnß durch den Stadtv. Meyer I �fi«"Tetklärt: Die Verhandlungen find Erfolg begleitet sein werden und ob der Magistrat fich entschließen wird, auf Grund dieser Verhandlungen eine neue Vorlage einzureichen. Wetteres zu sagen, gehe vorläufig nicht an, weil eine gewisse Diskretion zur Bedingung ge» macht sei. Die Angelegenheit ist mit dieser Antwort erledigt. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Schluß 7% Uhr. Es folgt eine nicht öffentliche Verhandlung. Au« de? Magistrats fltznng am Freitag. Das Magistratskollegium setzte in seiner heutigen Sitzung die Etatsderatbungen für das VerwaltungSjahr 1889 90 i n seinen einzelnen Titeln fort. Der Etat detreffend das neue städttsche Krankenhaus am Urban, dessen Eröffnung erst vom 1. Oktober 1889 ab erfolgen kann, ist demgemäß auch nur für den Zeit- räum vom 1. Ottoder 1889 bis nit. März 1890 festgesetzt werden. Die Krankenanstalt wird zwar für 500 Kranke sein, in« dessen wurden für die Feststellung des Etats nur 400 Kranke zu Grunde gelegt. Demgemäß ist die Einnahme auf 45 200 M. und die Ausgabe auf 204 550 M. festgesetzt worden, es wird hiernach ein Zuschuß von 159 350 M. eiforderlich. In den Einnahmen find 44000 M. an zurück zu erstattenden Kur- und Verpflegungskosten, welche für den Kopf und Tag ab 1,75 M. festgesetzt find, enthalten. An Ausgaben figuriren 13 000 M. an Besotdungen und Löhnen, für Krankenbehandlung 89860 M., für Hausbedürfnisse 65 100 M.- Der Etat für die Turnhallen der städtischen höheren Lehranstalten schließt ab in Einnahme mit 13 907 M. gegen bisher 12525 M., also mehr 382 M., in Ausgabe mit 154 876 M., es wird also ein Zuschuß von 140 969 M. erforderlich.— Der Etat für verschiedene Einrich» tungen für die höheren Lehranstalten wurde in Einnahme auf aus 150 M. und in Ausgabe auf 136 640 M. festgestellt, es ist also ein Zuschuß von 136 490 M. erforderlich.— Der Etat für die fünf köderen Mädchenschulen ist in Einnahme au f 393246 M. un d in Ausgabe auf 471 776 M. festgestellt, so daß der Zuschuß 78 530 M. de. trägt. Davon kommen auf die Margarethenschule 21 652 M. auf die Charlottenschule 11 651 M., auf die Sophienschule 14 657 M., auf die Viktoriaschule 13 814 M. und auf die Luisen« schule 16 756 M.— Der Etat für die fünf bereits de stehenden höheren Bürgerschulen und für die zum Ottoder 1889 vor dem Halleschen Thor zu eröffnende sechste ist in Einnahme auf 106 252 M. und in Ausgabe auf 269515 M. festgefetzt, so daß der Ueberschpß 163 263 M de» trägt. Die sechste Schule wird zunächst mtt 3 Klassen eröffnet werden._ Lokales. Die«nterzrichoete« Mitglieder der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion veröffentlichten folgendes: Wir thetlen unseren Parteigenossen hierdurch mit, daß für den Unter st ützungsfonds für die Familien ausge» wiesenerund politisch gemaßregelter Partei» genossen vom Juni bis Ende September folgende Beiträge eingegangen find: D. Stuttq. M. 50,—, Deutscher in Genf M. 140,—, Aus Hamburg M. 2000,—, Hannover M. 150,—, Br. Pforzheim M. 3,—, Darmstadt M. 100,—, Hannover M. 200,—, Dresden- Altstadt M. 150,—, Dresden rother Teufel M. 50.—, Augsburg M. 35,—, Würzen M. 10—, Bautzen M. 25,—, Florestan M. 4,—. Karlsruhe M. 50,—, R. F. M. 20,—, 19. lächfi« scher Wahlkreis M. 50,—.Florestan M. 5,—, Pegau M. 20,—, Plauen i. V.M. 16,—, Buckau M. 30,—, Hamburg M. 2000,—, Rüßdorf i. Sachs.- Altenb. M. 50.—. Halle a. S. M. 100,—, Dresden A. M. 50,—, Minden M. 50,—, Brandenburg M. 30, Düffeldorf M. 10,50, Erfurt M. 30-, Aachen M. 5,-, Apolda, M. 5,—, Braunschweig M. 100,—, Potsdam M 40, Baetge Magdeburg M. 150,05. Brandenburg M. 25,—, Itzehoe M. 10,50, L. G. M. d. Sch. in Cöln M. 6,50, Granschütz M. 15,-, Potsdam M. 40, Brandenburg M. 20, Sprcmbcrg M. 50, Muskau M. 10,—, Brandenburg M. 20,—, Hagen-Wetter M. 8,50, Nordhausen M. 20,—. Reichstags-Wahlfonds: Von Mai bis Ende September: Fr. E. London M. 100,—, X. B. Z. M- 100-, 19. sächsischer Wahlkreis M. 41,-, Vom Mann im Mond M. 1000,—, Von der rothen Kompagnie M. 1600,-, Hoch d. C. Erfurt M. 12,31, Gera M. 20,-, Döbeln M. 20,-, Berlin V. M. 200,-, 16. sächsischer Wahttreis M. 300,-, Dresden- Altstadt M. 50,-, Vom Mann im Mond M. 600,—. Hasenclev er- Fonds. B. W. Hamburg M. 14,80, C. I. P. Hamburg M. 32,—, Goslar a. H. M. 7,—, K. aus Holstein M. 11.—, Aus Zürich M. 503,35, München M. 35,10, H. Elberfeld M. 5,-, Wald i. W. M. 11,10, Remscheid M. 21,65, Lennep M. 10,-, Ronsdorf M. 10,44, Ohligs M. 8,07, Schwelm M. 3,—, Velbert M. 20,—, Z. in Barmen M. 1,70, Remscheid M. 9,—, G. Elberfeld M. 2.—, Remscheid M. 10,—, Geestemünde M. 66 20,„Wähler" Leipzig M. 56 95, durch K. Braunschweig M. 226,—, Bovenden M. 10,—, B. u. C. Berlin M. ISO.—, Volksverein Chemnitz M. 60—, 16. sächfischer Wahlkreis M. 40-, Niederzwönitz M. 6,-, Aus den Vereinigten Staaten durch Lb. M. 340,—, Teuchel» M. 15,—, Güstrow M. 36,—,„Wähler" Leipzig M. 6,—, Wunen M. 33,—, Verden M. 10,—, Ohlau M. 10,—, Minden M. 15,—, Wilhelmshaven M. 50,—, Kellinghusm 2. R. M. 10.—, Segeberg M. 9.45, Brandenburg M. 45,—, Glück» stadt M. 45,-, Aachen M. 40,-. A. Bcb.l. C. Grillend- rger. W. Liebknecht. H. Meister. P. Singer. Zlrde?»ine Aufsehen»»regend» Polizeimaßnak«» wird uns in folgendem derichtet: Am Dienstag, den 27. No- vember, detraten zwei uniformirte Schutzleute das Lokal des Restaurateurs Herrn Haugk, Weinstraße 22. Die Schutzleute gingen durch das Lokal hindurch und verließen dasselbe, ohne ein Wort zu sagen. Eine Kalbe Stunde später erschienen wieder zwei Beamte. Als der Wtrth diese nach dem Grunde ihres Erscheinens ftaate, entgegneten fie, fie hätten den Befehl, das Lokal zu revidircn. Am folgenden Tage erschien die Schutz- mannspatrouille gegen jlO Uhr Morgens, der Besuch wiederholte fich von einer Halden Stunde zur andern, während der Mittagszett kamen die Beamten sogar viertelstündlich. Herr .Haugk richtete inzwischen eine Beschwerde an das köniphche Pol.zeipräfidium, die jedoch bis heute ohne Antwort qeblieden ist.— Am folgenden Sonntag überbrachte ein Schutzmann Herrn Haugk die Aufforderung, zum Polizeilteutenant auf dos Polizeidureau zu kommen. Der Lieutenant eröffnete die Unter« reduna mtt der Bemerkung. daß Herr Haugk wohl schon von der Maßregel in Kenntniß gesetzt sei, die über ihn verbärgt wäre. Als Herr Haugk betheuerte, hiervon keine Kenrtmß zu befitzen, daß es ihm aber im höchsten Grade interessant wäre, den Grund der fortgesetzten polizeilichen Vifitationen zu Polizeilieutenant dahin, daß„die ro- lttische Polizei keine Lust mehr habe, ihre Beamten in dem Lo- kale des Herrn Haugk fortwährend hänseln zu lassen."- Es ist oaS??5ß8 vorgekommen, daß Herr Haugk einem Beamten der politischen Polizei, der fich mtt einer unpassenden Bemerkung an einem Rundgesange anderer Gäste bethettigte. die fernere Vcradfolgung von Getränkm verweiaerte.— Am Mittwoch Abend kam Herr Haugk von einem Gange nach seinem Lokal« zurück. Hier saß der Hutmacher Herr Post, der den eintretenden Werth, der nebenbei bemcrtt erblindet ist, ftagte, ob er bereits von dem Leitartikel der„Volkszeitung" Kenntniß habe. Haugk verneinte dies. Post las nun Herrn Haugk den Artikel vor, und als man eben das Gehörte desorechen wollte, fisttrte einer der Schutzleute den Vorleser zur Wache zugleich mit dem Bild» Hauermeister Düsterderg, der das Lokal wieder detrat, nachdem CC(I fSt dtutt Augenblick vnlafsen hatte. Ton der Woche wurden die Sistirten übrigens bald entlaffcn. Herr Haugk aber hat immer noch den„EchutzmannSdesuch". U«« de» SttUntv Schreiber«. Neben dem Kauf- mannsstande, so schreibt die»Hoff. Ztg.", übt daS Bmeaufach die gröhte Anziehung aus auf die Angehörigen aus der Schul« entlaffener Knaben.„Kanzlist", Bureaubeamter, Abschreiber-c. kann jeder werden, dem eine halbwegs gute Handschrift und nur ein wenig Auffaffungsverwögm eigen ist. Und so kommt es, dach sich nicht nur junge Leute um solche Posten bewerben, sondern dach auch stellungslose, in Roth geratbene Kaufleute, Beamte, Handwerker und Techniker stch in Mengen um die ausgeschriebenen Stellungen bemühen. Selbst akademisch Ge« bildete find oft glücklich, wenn fie auf eine gewiffe Zett eine noch so gering besoldete Stellung als Schreiber erhallen. Man ardellet sich bald ein in den Gang der Rechtsanwalls« und Gerichtsvollzteher-Kanzleien. Die Gehälter betragm für die „besseren" Kanzlisten monatlich 30—60 M. Wer davon leben will, Irnich sich naturgemäß auf das Nothwendtgste beschränken. Jüngere Schreiber und Lehrlinge empfangen durchschnittlich IS— 20 M. pro Monat. Abschreiber, sogenannte Kopisten de- kommen für dm Bogen 20—30 Pf. Unserer Zeit ist der Per- einigungSdrang eigm, nicht nur Arbeiter und Handwerker ver« binden stch, um vortheilhaftere Lohn» und Lebensbedingungen su erreichen, auch alle anderen Klaffen und Berufe gründen Beretne zur Wahrnehmung ihrer Jntereffen. So haben sich auch die Bureau« und Prtvatdeamten zusammengethan und Arbeitsnachweise-, Kranken« und Unterstützung skaffm ge« schaffen. Leipzig und Magdeburg machten den Anfang und find bisher mustergiltig geblieben; man hat dort recht gute folge erzielt. Auch in Berlin besteht seit einigen Jahren ein Verein von Beamtm, die bei Rechtsanwälten und Gerichtsvoll ziehern beschäftigt find. Sehr stark wird selbstverständlich der Arbeitsnachweis in Anspruch genommen, auch von solchen, die de« Verein nicht angehörm. Geschäftshäuser u s. w. geben Tausmde und Adertausende von„Adressen" zum Schrcidm auf, andere verlangen einen Schreiber auf Tage oder Wochen. Die Bezahlung ist verschieden. Manche bezahlen 1000 Adressen womöglich mit nur 1 M.(10— l2stündige TKStigkell), Freigebigere rntrichtm für die gleiche Anzahl 3—5 M. Nur zeitweise be« schästigte Schreiber müssen stch mit einem Tageslobn von 1,50 HL 3,00 M. begnügen. Wenn Wahlen vor der Thür stehen oder während der verschiedmen Geschästs«„Satsons" laufen die meisten Bestellungen ein und das Bureau hat oft Mühe, die röldigen Kräfte zu finden. Auch ein eigenes Fachorgan, die „Schreibstube", hat der Berliner Büreaubeamtenverein gegründet. Unter allen Umständen geschah mit der Gründung dieses Ver« eins ein gutes Werk, Man geht wohl nicht fehl, wenn man für Berttn an 50 000 Lobnschreiber, diätarisch beschäftigte Bureaudeamte und ohne feste Stellung ledende Kcpistm an- nimmt. Ein Theil schwingt fich mit der Zeit zu Winkel- Advokatm empor, ein Theil ardellet bis ans Lebensende im Bureau, ein Theil lebt kärglich von den zcllweiligm Bestellungen und der Rest, die jungen Kräfte, glaubt mll dem Eintritt inS Milllär und späterem Weiterdienen eine glänzende Zukunft vor Augen zu haben. Wie viele begnügen fich heute mit dem Ad« schreiben häufig recht unleserlicher Manuskripte mit 10 und 15 Pf. für dm Bogen! Der schlechtcstgcstellte Arbeiter ist besser daran. Di» Keamte« eines hiestgr« Postamtes find kürzlich, wie die„Staatsbürger Ztg." erzählt, durch eine junge Dame in nicht geringe Verlegenheit gesetzt worden. Gedachte Dame trat an das geöffnete Schaltcrfcnster, legte ein größeris Geldstück auf die Zahlplatte und redete den expedirendcn Beamten in un- versiändlichm Kehllauten an, die fie auf die Frage des Beamten nach ihrem Begehr wiederholte. Letzterer glaubte„Postmarke" velstanden zu haben und reichte ihr eine solche zu 10 Pf. hin. Sie schüttelte das Haupt.„Vielleicht eine Briefmarke zu 20 Pf.?" Jbrersells dieselbe Kopfbewegung. Nun öffnet er seine Mappe, in welcher die Postwerthzeichen aufbewahrt wer« dm, und zeiat ihr mit fragender Gebärde nacheinander sämmt« liche Marlensorten vor.— Sie verneint! Jetzt geht es an die Postkarten.„Eine Postkarte zu 5 Pf.? Auelands'Postkmte? Vit llcicht Postanweisung?"— Sie schüttelt mit dem Köpfchen. Ter vielbeschäftigte Beamte wird ungeduldig und nickt un« schlüssig auf dem Stuhle hin und her. Da kommt ihm ein findiger Kollege zu Hllfe.„Vielleicht wünscht die Dame undelledte Formulare?" Fwgs werden ihr solche vorgelegt, jedoch fie re« fusirt. Man überlegt: Offenbar ist die Dame nach ihrem dunklen Teint, ihrem ganzen Aeußern und nach den eigenthümlichen Sprach- il-utm zu urtheilen eine Ausländerin!„Parlez-voris fianjais?" Die Dome schüttelt lächelnd den Kopf.„Ach. bitten Sic doch tze.m N. hierher," befiehlt der Beamte einem Postschaffner,„N. spricht ja englisch!" Der G-rufcne erscheint.„Do yon speak english?" Keine Antwort! Doch der Kollege S., welcher setner Zeit in Konstantinopel war, spricht türkisch und italimisch! Schlmnigst wird er herdkigeholt— doch auch seine Bemühungen, sich mll der Dame zu verständigen, find erfolglos. Nun war der Sprachschatz erschöpft, die Beamtm find in Verzweiflung, und das Publikum, welches ruhig der Abfertigung Harri, de« lustigt fich über die Noch und Verlegenheit der Stcpha sjünger. Da kommt einem derselben ein großer Gedanke. Er reicht der Dame Papier und Feder hin, indem er die Bewegung des Schreibens macht. Sie nimmt lächelnd das Dargebotene, de- giedt fich an das Schreidpult und wirst schnell einige Zeilm auf das Papier, sodann kommt fie heiteren Anttitzes zum Schaller zurück und reicht dem Beamten das Geschriebene hin. Neugierig dangen sich alle hinzu, um die Schrift zu mtziffern, ein Lächeln hascht über ihre Züge, denn dastand im schönstm Deutsch:„Ich wünsche 2 Postkarten mit Antwort und bitte zugleich wegen der Ihnen verursachten Mühe um Entschuldigung— ich bin nämlich — taubstumm." Tadlcau!!'! Der Keirathsschwindlev MtiHleubaue» Hermann Schniktr beschäftigt ledhaft die hiesigen und auswärtigen Polizeibehörden. Derselbe ist bekanntlich ein alter Zuchthäusler, hat fich aber deffenungeachtet so trefflich konservill. daß es ihm sehr leicht geworden ist, eine ganze Menge heirathslustiger Damm durch geschickt ausgcsonnene Schwindelmanöver auf den Leim zu locken. Mit besonderem Raffinement verstand er eS, Inserate abzufassen, welche ihm seine Opfer zuführten. Mit Vorliebe gab er fich darin als Wittwer in„nicht vorgeschrittmen" Jahren auS, der geneigt sei, auch eine Wittwe mit wohlerzogenen Kindern heimzuführen. Natürlich liefen auf solche Anzeigen zahl« reiche Anerbieten ein, von welchen er die auswählte, die sich für seine gaunerischen Zwecke am geeignetsten erwiesen. Er in- glirte fast täglich in den für solche Annonzen wirksamsten ISttern und bezahlte die Inserate von dem seinm zahlreichen „Bräuten" abgeschwindelten Gelde. In seinem Besitze fand man» «IS eine fiühere, ebenfalls von ihm stark geschröpft«„Braut" ihn auf der Straße erkannt und hatte festnehmen lassen, einen ganzen Berg von Liebesbriefen, aus denen hervorging, daß Schnitzer sich bei seinen Operationen der verschiedensten Nomen und Tllel bediente. In den meisten Fällm gerirle er fich als Beamter der Reichsbank, der Kaution zu hinterlegen hatte, und diese pflegte er seinen Opfern dann abzulockm. Der alle„Stamm- aast" aus Sonnenbmg wußte sehr„forsch" aufzutreten und, um noch mehr als„Zukünftiger" zu imponiren, trug er meist eine aanse Kette mit Ordensdekorationen und mitten auf der Brust t&'JSS&SZ Jf Ä rr. um feine„Auserwählten" noch hinzuhallen und jeden etwa auftauchenden Zweifel zu heben, dieselben nach dem Standesamt begleitet, um fich dort zu erkundigen, we che Papiere fie zu der Trauung beizubringen hätten. In seinem Befitze wurden mehrere Verlodungsringe ohne Namen, alle aus imitirtem Gold, vorgefunden. Vrcle der Geschädigten haben sich wohl aus Sckamaefühl bisher noch nicht gemeldet. Die Polizei nimmt diesbezügliche Anzeigen jederzeit entgegen. Polizeibericht. Am 6. d. M. Morgens wurden in einer Kammer im dritten Stock des Hauses Königstraße 62 ein Kellner und zwei Dienstmädchen bewußtlos vorgefunden und nach erfolgreichen Wiederbelebungsversuchen nach der Cbaritee gebracht. Anscheinend liegt eine Vergiftung durch KoblenoxydgaS vor.— Nachmittag« wurde vor dem Hause Frankfurter Allee 93 ein 7 Jahre alter Knabe und vor dem Hause Taudenstraße 3 ein 6 Jahre alles Mädchen überfahren. Beide erlitten Verletzungen. — In der Nacht zum 6. d. M. fand in einem Tanzlokol in der Neuen Schönhauserftraße zwischen einem Barbier und einem Pferdehändler ein Wortwechsel statt, welcher auf dem Hofe fort- gesetzt winde und zu Thätlichkeiten überging. Hierbei erlitt ersterer mittelst eines scharfen Instruments so bedeutende Ver« lctzungen am Kopfe, daß er nach dem St. Hedwigs- Krankenhause gebracht werden mußte. Gerichts-Jeiwng. De» bekannt» auf Grund de« Koziali stengefetz»» an« Krrtin an» gewiesen» und nach Brandenburg verzogene Vergoldermeister Ewald war auf Grund der Verordnung vom 12. Juli 1869, weil er rämlich seine Kinder am Religions- Unterricht in der Mittelschule nicht hatte theilnehmen lassen, an- geklagt, aber vom Schöffengericht freigesprochen worden» weil angenommen wurde, daß materiell die Kinder des E., da dieser Disfident sei, am Religionsunterricht nickt theilzunehmen brauchen. Die Strafkammer aber verurthetlle E. wegen nachgewiesener viermaliger Ueberttetungsfälle zu 12 M. Strafe, indem fie an- nahm, daß E. bis zur Erbringung des Nachweises, daß er den Kindern in seiner Religion anderweitig von einem dazu Bercch- tigten Unterricht erthetlen ließ, verpflichtet gewesen wäre, die Kinder an dem Religionsunterricht in der Schule theilncbmen zu laffen. Auf die Revision des Angeklagten erkannte heute der Strafsenat des Kammergerichts folgendermaßen: Wollte der AngeNagte die Theilnahme der Kinder am Rcli- gionsunterricht nicht, so hätte er die erforderliche Dispensation nachsuchen müffen. Da er dies nicht gethan, so war er aller- ding« strafbar, da aber aus der Vorentscheidung nicht hervor- geht, ob ihm die auf G.und des Gesetzes vom 12. Juli 1869 erforderliche Ermahnung, die der Einleitung des Strafverfahrens vorherzugehen hat, seitens der Behörde zu Theil geworden, so müsse die Sache behufs Prüfung nach dieser Richtung noch einmal in die Vorinstanz verwiesen werden. * bZegen Dieustbvte« und Hunde darf man fich eine „gelinde Züchtigung" erlauben. Bei Dienstboten erlaubt es die schöne Gefindemdnung, wenn dieselben ihre Herrschaft zum Zorn reizen; Hunde kann man ebenfalls bis zu einem bestimmten Grade prügeln, nur darf die Prügelei nicht in Thierquälerci ausarten. Wo bei Dienstboten die„leichte" Züchtigung„auf- bört" und wann die Thierquälerei„deginnt", ist schwer festzu- stellen und deshalb den Gerichten zur Entscheidung überlassen worden, die dann auch gegen die Menschenschinder und Thierquäler die Strafen zu verhängen haben.— Was fich ein armes Dienst- mädcken alles von seiner netten Herrschaft gefallen laffen muß, zeigte eine Verhandlung, die gestern vor der 8. Strafkammer des Landgerichts I geführt wurde. Auf der Anklagebank mußte der Hauseigen tbümer und Großkaufmann Maaß, Lüneburgerstr. 7 wohnhaft, unter der Beschuldigung Platz nehmen, fich der Frei- deitsberaudung und Mißhandlung seines Dienstmädchens, Ida Weidcll. schuldig gemacht zu haben. Der Angeklagte, welcher fich natürlich einen Bertherviger mitgebracht hatte, will durch das Benehmen des MädcheaS zu der„Bestrafung" gereizt worden sein. Seine Frau habe ihm erzählt, daß fie von dem Mädchen irS Auge geschlagen worden sei, und deshalb habe er die Weidell zur Rede stellen wollen. Zu diesem Zweck bade rr das Mädchen zu fich gemfen und ihr zunächst eine Ohrfeige gegeben; als fie daraus so sehr schrie, daß er Skandal befürchtete, habe er die Thür zugehalten, damit die Geschlagene fich itwaS beruhige. Er habe ihr im Ganzen nur zwei Ohrfeigen oersetzt und nachher nur noch einen Schlag mit der Reitpeitsche(!!) gegeben, aber nicht mit dem Sttelende dieses Instruments.— Zeugin Ida Weidell schilderte den Vorgang folgendermaßen: Am 24. März schloß fie auf Befehl der Frau des Angeklagten den Boden zu. Als sie wieder in die Stube kam, bemerkte fie, daß ihre Kleider, welche beim Fortgehen noch auf ihrem eigenen Koffer gelegen hatten, inzwischen muthwillig auf die Dielen niedergeworfm waren. Da cs einem armen Dienstmädchen sehr schwer wird, fich etwas anzuschaffen, so wurde fie überdies« anscheinend aus purer Boshett verübte Ungezogenheit sehr miß- gestimmt und diese Mißstimmung steigerte sich noch, als ihr mit- getheilt wurde, daß die Kleider von der wohlerzogenen Frau Maaß einfach auf die Dielen gischmtssen wurden. Als fie fich hierauf an die Frau Maaß wandte und zu dieser sagte, daß die That doch dlos eine Niederträchtigkeit sei, wurde die Hausfrau gewaltig zornig und sch lug dem Mädchen in das G. ficht. Wci- tere Schläge habe fie sich durch Vorhalten der.Hände abgewehrt. Sie habe nicht wieder geschlagen und auch nickt bemerkt, daß Frau Maoß irgend eine Verletzung am Auge hatte. Mittags, als fie dem Angeklagten das Essen in die Stube brachte, schloß derselbe die Stube plötzlich ab und hieb unbarmherzig und in der rohcsten Weise auf das Mädchen los; zuerst mit der Faust und später mit der Reitpeitsche. Als fie nun nach Hilfe rief, habe der Dienstherr fie festgehalten und so sei fie nicht im Stai.de ge- wesen, fich dm weiteren Mißhandlungen zu entziehen. DcS Zimmer hatte drei Ausgänge, zwei nach dem Korridor und einen nach dem Ballon; nach dem Ballon habe fie nicht hinaus können, weil der Angeklagte fich vor die AusgangSthür gestellt habe und die beiden Zimmerthüren zum Korridor waren ver- schloffen. Ob in der einen Thür noch der Schlüssel steckte, könne fie nicht mit Besttmmthett sagen, da fie in der Angst nur gespürt habe, daß beide Thören zu waren.— Nach dem ärztlichen Attest hat die Zeugin unter dem linkm Auge eine bläuliche Anschwellung, mehrere Hautadschürfungm, Schrammen und blutunterlaufene Stellen davongetragen.— Zeugin Krähe hat die Kleider des MädchmS auf der Erde liegen sehm und auch später deren Hilferufe gehört. Bei der Frau Maaß habe fie kein beschädigtes Auge gesehen, doch habe dieselbe eine rothe Bocke gehabt und erzählt, daß fie von dem Mädchen geschlagen worden sei.— Zeugin Witte soll dekundm, daß die Geprügelte stch unpaffmder Redensarten gegen die Henschast erlaubt habe. Zeugin erklärt auch, einmal gehört zu haben, daß das Mädchen zu dem Angeklagten sagte: Herr Maaß, Ihre Frau lügt.— Es folgt nun dte Vernehmung der Frau Maaß, welche nicht genau angeben kann, od fie von dem Mädchen damals geschlagen wurde oder ob fie fich währmd des Trubels mit demselben viel» leicht selbst verletzt habe. Sie sei zur Zeit sehr erregt gewesen und müsse zugeben, in der Erregung die Kleider des Mädchens auf die Dielen geworfen zu haben. Die Erregung sei erklärlich, weil das Mädchen zu anderen Hausbewohnern geäußert habe, daß fie(Frau Maaß) noch viel zu jung und zu dumm sei, und daher erst Lebenserfahrungen machm müsse.(Frau Maaß zählt bereits 19 Lenze.) Tas Mädchen habe fick nicht gut betragen und deshalb schrieb fie ihr schon vor dem Abgang ein Zeugniß ins Dienstbuch, nach welchem das Betragm viel zu wünschen übrig.'äffe.— Nach der Aussage der kommissarisch vernommenen Zeugin Bradel habe die Ge- plügette zu der fraglichen Zett laute Hilferufe ausgestoßen. Zeugin war auf dem Korridor und hörte die Frau Maaß rufen: „So, nun mache die Thür auf, jetzt hat fie genug." In dem- selben Augmdlick wurde die Thür geöffnet und das Dienst. mävchm stürzte blutend hinaus. Zeugin hat die Gimißhandelle gefragt, warum fie dmn das Zimmer verlassen habe. Darauf sei ihr von dem Mädchen erwidert, daß die eine Thür»uae- wesm sei und vor der andern der Angeklagte gestanden habe. — Der Staatsanwalt deantrage für die Mißhandlung eine Geldstrafe von 100 M. und für die Freiheitsberaubung 3 Tage Gefängniß. Der Gerichtshof war jedoch der Anficht, daß# Freiheitsderaubum müsse, daß der gesteckt habe. Für__ 100 M., event. 10 Tage Gefängniß zu divttt. Dereiiu med Versamml»»«»» Groß» öffeutlich» Nolkeveesammluua am den 7. Dezember, Abends 8 Uhr, in Feist's Salon, Brm»» straße 140. Tagesordnung: Wie stellen fick die Ardeiter lins zur Gründung von Genossmschafts-Bäck-reim?_ Große öffentlich» Persammlung de» Pia«»»» � linS und Umgegend am Freitaa, den 7. Dezmbr., AddL. au* Sanssouci, Kottduserstroße 4a.— Kollegen! Wie Ihr alle vw ist die am Freitag, dm 23. November, tagende VersamomW der Metallarbetter durch Flugblätter bekannt gemacht Dies gab dem Lampmfadrikantm Emll Sommerfeld, Ufer 37, Veranlassung, einige Arbeiter wegen Anbestflri j* Flugblätter in der Werkstatt zu maßregeln. Da stch die AlWJ» dies nicht gefallen ließen, ist es zur Arbettseinstellung gekow»� Metallardritcr Berlins! Zeigt, daß Ihr nicht gewillt seid, über Euch ergehen zu laffen. Vereinzelt find wir nichts, vem» alles. Es wttd ersucht, Zuzug fernzuhatten und in dieser w sammlung zahlreich zu erscheinen. Di» Mitglieder- Uersammlnng der Pari«#* Kranken- und Kterdekaff» der Drofchkeukutsch«» verwandten Bemfsqenossen(E. H. Nr. 75) für die zum Berlin gehörigen Mitglieder findet am Freitag, den 7. DO�r Abends 9 Uhr, im großen Saale des Vereinshauses(Hanvox� verein), Sophienst-. 15, statt. Tagesordnung: 1. Wahl der»? geordneten zur Generalversammlung. 2. Entgegennahme rn Anträgen und Beschwerden in Angelegenheitm der Kasse. schiedenes. Mitglieder, welche mit ihren Beiträgen länger� 8 Wochen im Ruckstande find(§ 18 ack 4 des Statut?) fiwj� der Theilnahme an der Wahl ver Adgeordnetm und der keit, als solcke gewählt zu werden, ausgesckloffm. Alle berechtigten Mitglieder werden zu dieser Versammlung st�Y liehst eingeladen und ist das Erscheinen derselben dringend wendig. Nur das Mitgliedsbuch legitimirt zum Eintritt.�. Di» von der Kommissto« der Kchueide» nach% souci einberufene Versammlung zur Beantwortung der% gistraiSvorlage wurde seitens deS lönigl. Polizeipräfidiuwk � gmebmigt. Derdand deutscher Mechaniker und verwandten rufsgcnossen(Zahlstelle Berlin). Drittes Sttftunpsfest? Sonnabend, den 8. Dezember 1888, im Böhmischen Braoh�! Landsberger Allee Nr. 11—13.(Pferdebahn- Berbindung Spittclmartt, Hasenbaide und Ringbahn.) Großes JnstruM�? Konzert, nach dem Konzert Boll bei doppeltem Orchester. inklufive Ball 50 Pf. Eröffnung 48 Uhr.— Anfang TC 49 Uhr. Billets find zu haben in den mit Plakaten del straße 79(Gartenzimmer). Neue Mitglieder beiderlei Gescd� und jeglichen Berufs vom 14. bis 45. Lebentjahre werblti jeder Versammlung, sowie bei Ed. Kühnelt. Tritowerstr-'! Hof pari.; Fritz Hillriegel. Kaiser Franz Grenadier-PloV�A und beim Kalfirer I. Schumacher, Mariannmstr. 8, 9# Abends 8—9 Uhr, Sonntags 10—1 Uhr aufgenommen w, Grosse»ff-utliche Former«-rsammluug am Sow»? den 9. Dezember, Vormittags 10 Uhr, in Faustmann's � Jnvalidenstr. 144. Tagesordnung: 1. DaS bisherige R''% und die Stellung d-r Berliner Former zu der eingesät Stettiner Arbeit. 2. Verschiedenes._ Gesaug», Guru- uud gesellig» Dereiu» am Gesangv-Bretzelschluß Abends 9 Uhr bei Körting. Drcsdenenst�j Kaiser scher Männergesangver. in Abends 9 Uhr im ReWM Tamm, Schönhauser Allee 28.— Gesangverein„PauseU� Abends 8 Uhr im Restaurant Hcnsel, Alerandrinenstt. 1 6. tafel der Maler Berlins" Abends 9 Uhr im Restaurant Kl a, Brandenburgstt. 60.— Gesangverein„Flöter'sches Ouartett� Abends 9 Uhr im Restaurant Musehold, bergerstraße 31.— Gesangverein„Fortschritt" Abends 9 Restaurant, Blumenstroße 46.— Gesangverein„Lssian 9 Uhr Dresdenerstr. 85 bei Gustavus.— Huppert'sck« Vereinigung„Harmonie" Abends 9 Uhr bei Rieft, IM sttaße 17.— Gesangverein„Bouvardia"(Männerchor) 84 Uhr im Restaurant„Teutonia", Belforierstraß« Liedertafel des Fachvereins der Steinträger Berlins. 8 Uhr Gr. Hamdurgerstr. 4 Üedungästunde.— GesonSA« „Ohnesorge" Abends 84 Uhr Buckower Garten.— Gest „Wiederhall" Freitag Abend 9 Uhr, im Restaurant derger, Köpnickeritt. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. Turngenoffenschaft(V. Männerabth eilung) Abends/ m der städtischen Turnhalle, Waffertborslraßc Turnverein„Hasenhaide"(Männer- Abtheilung) 8 Uhr Dreffenbachstraße 60,61.- Turnverein„Frob, :«(Männerabtheiluna) Abends 84 lllir Bergstt-" "".-"yu-uiu," Krebs, Friedrichstt. 208.— Voigt schi# tanten-Orchesterverern. Abends 84 Uhr Uebunasstunde stermant Lehmann, Alerandrinenstt. 32.- Zitherverew- vetlehen" Abends 8» Uhr im Restaurant„W°bW<'MN alliancesttaße 89.- Rauchklub„Westend" Abends Hohenzollerngarten, Steglitzerstt. 27.- Rauchklub„Wri®i Abends 8t Uhr im Restaurant, Skalitzerstr. 147a. Neirste Nachrichten N»»„Neichvanzeiger" veröffentlicht folgri AMM �rund von§§ 11 und"12 des Reic�gesetzks gegen die � Kreir Hauptmann schaft: v. Salza und Lichtenau— L«antwortlich«r Redaktrur: M.«routz-im in Berlin,»ruck und Verlag von Ms»»s»iu» in Berlin SV?,«euthstraße 3.