t. w* WZZ UngdWt* ttt*. mÄ ibeitrt»f ddS. 8Hk Ular»«� 8i Wtj : alle mW ersammwX 61»atW' KZ i« 4Ä� «89. Sotmabe«� de« 8. Dezember 1888 s. Mtinm, icherlich, den Arveitern z-. ist zu' Brgan für die Interessen der Arbeiter. (Eingetragen in der Da»„Berliner VolkSblatt" 6 Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis fvr Berlin frei monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement f. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-BIlüt" 10 Pf. Postzeitungspreisliste für 1888 unter Nr. 849.) JnsertionSgebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Ucbereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachinittagi m der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Senthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. hv österreichischen Ausnahme- gesetzgevuns. »Oesterreich hat kein förmliches Sozialistengesetz, wie wir «Ktichideutschen, aber es hat dafür gesorgt, daß die �terbewegung der diskretionären Vollmacht der Polizei j�Wroortet ist. Dieiseit« und jenseits der schwarzgelben �»ipfähle derselbe Faden, nur eine andere Nummer! » Sior kurzem mußte nun auf Antrag des Abgeordneten �'«erstorfer die Verordnung, welche die Schwur- Wie für„anarchistische Verbrechen" aushebt, d. h. für � Sozialisten das gemeine Recht illusorisch macht, im Ab- '�rdnetenhause eine erste Lesung durchmachen. Der Ab- Wnete Dr. Kronawetter, ein ehrlicher bürger- gP Demokrat alter Prägung, nicht im Stile der Hof- f�en, rückgratlosen Demokratie k la Sonnemann und Wsrten, ergreift die Gelegenheit, um die Regierung nach �"Gründen zu fragen. Der neue Justizminister, ein sla- Rer Chauvinist mit deutschem Namen, Graf Schönborn, Mtea. FW �Urrlfpfinr hör �iirtÄtiniSpni Fir Wen, der zuckersüße Herr' Zucker steckte mit der Geduld W zum Springen über den Stock dresstrten Pudels Ohrfeige ein, welche Kronawetter dem Justiz- Uchuß, dessen exiritu» rector der Zucker ist, in seiner applizirte. Run, schon der König von Hannover lN°uptete, daß galante Damen und Profesioren zu iW zu haben sind. Herr Zucker wenigstens hat den Qttj&eroei« nicht erbracht. Und das nennt sich Lehrer t«'. hg.wit theilen die Rede Kronawetter'S in wörtlichem /Rrucke mit: sie kennzeichnet die Zustände in Oesterreich � wirft grelle Streiflichter auf ein unseren Lesern nicht W«»bekanntes Nachbarland. , Abgeordneter Dr. Kronawetter: Hohes Haus! Ich f** heute nicht die Absicht, über diesen hochwichtigen rjenstuud, welcher unsere Staatsbürger eines ihrer �inalr echte, das ihnen durch die Staatsgrundgesetze �hrleistet ist, nämlich des Rechtes, daß sie ihrem Etlichen Richter nicht entzogen werde« können, beraubt, J*. Meritorische« zu sprechen. Die Gelegenheit dazu W sich ergeben, wen» der Gegenstand daS zweite Mal J da» hohe Hau« kommt. Ich will mir nur in kurzem Qß formale Bemerkungen über diesen Gegenstand er- L, �nächst habe ich gestaunt, in welcher Art und Weise � Gegenstand auf der heutigen Tagesordnung annonzirt lz». i®4 heißt dort:„GeschästSordnungSmäßige Behand- �8 der Regierungsvorlage..." [30 IeuilTeton. Raskolnikow. Roman von F. M. Dostojewski. de« Russische» übersetzt von Wilh. Henckel. VI. k&ttn war er hinausgegangen, da stand er auf, hakte zu und band da« Bündel auf. das Rasumichm toj,* gebracht und wieder zusammengepackt hatte, dann be- � sich anzukleiden. Sonderbar, jetzt schien er plötzlich �Hig geworden zu sein; weder ein finnloses Phanta- »och«ine panische Furcht, wie in letzter Zert, waren LWbar. E« war der erste Moment einer ergenthüm- NTf, plötzlichen Ruhe. Seine Bewegungen waren sicher %% T' eine feste Absicht schien ihn zu beseelen.„Heute Mte«och!" flüsterte er. Er begriff rndeß, daß er noch % bewach sei. aber eine mächtige Energie des Geiste« die «t R* l>aß � auf der Straße nicht hinfallen werde. Als �s?°-u angekleidet hatte, blickteer auf das Geld, welches W lch lag, überlegte und steckte es m dre Tasche, 5° Zw Rrsumichin zurückgebrachte Kupfergeld nahm �ppe h? er leise den Haken lo«. ging h'nauS. die »wih'°°b und blickte m die weit offen stehende Küche, %tt drehte ihm den Rücken zu und bemerkte ,hn nicht. Ärd«»' le auch ahnen können, daß er fortgehen Wk in der nächsten Minute war er auf der sSffo J0®?, ach> Uhr, die Sonne ging unter. Die Luft wi« früher, dennoch aber sog er diese stinkenoe, ?e Zi.Wadtlust gierig ei«. Er fühlte etwa« wie Schwindel; ' in£! net9'e funkelte in seinen entzündeten Augen Wncin eingefallenen, bleichen, gelben Antlitz. Er Ich möchte wiffen, ob diese Worte„Geschäftsordnung»- mäßige Behandlung" irgendwie eine besondere Bedeutung haben? Meiner Ansicht nach sind alle ordnungsmäßig zu behandeln und nicht bloS die Regierungsvorlage allein. Bei den anderen Regierungsvorlagen liest man die Worte .Geschäftsordnungsmäßige Behandlung" nie, so heißt e« nur hier bei dieser Vorlage. Ich habe nun mit einigen Herren privatim Rücksprache darüber genommen, was denn die Worte„GeschäftSord- nungSmäßige Behandlung" heißen solle», und da ist mir allerdings nur privatim von einigen Kollegen gesagt worden, daS heißt: bei der ersten Lesung dieser Vorlage rst Mund- sperre, da darf über daS Meritorische der Sache nicht ge- sprachen werden. Da will man alle Künste der Geschäfts- ordaung, insbesondere der§§34 und 35 dazu mißbrauche», um zu verhindern, daß jemand bei der ersten Lesung über diesen Gegenstand, von dem man überhaupt nicht gerne spricht, redet; man will diese Sachen nur thun, aber reden soll Niemand darüber(Sehr gut! link«); man will auf diese Weise sang, und klanglos über die erste Lesung glücklich hinüberschwimmen. Eine» Anhaltspunkt für diese BeHand- lung der Sache will man darin finden, daß et im§ 34 der Geschäftsordnung heißt(liest):„Gesetzentwürfe, welche im Hause als Vorlagen der Regierung oder des Herrenhauses, als selbststäadige Anträge von Mitgliedern oder Auischüffe« eingebracht werden, werden einer drei- fachen Berathung unterzogen", und man wollte nun so argumentiren; die jetzige Regierungsvorlage ist kein Gesetz- entwurf, sondern nur eine einfache Vorlage, folglich ist sie nicht dieser dreifachen Lesung zu unterziehe«. Man über» sieht aber dabei gleich da« fünfte Alinea de« darauffolgenden§ 35, wo es beißt(liest):„Vorlage« der Regierung" — also da steht nicht« mehr von Gesetzentwürfen, da heißt es Regierungsvorlagen im allgemeinen—„werden, wenn da« Haus kernen Beschluß faßt, nach der erste« Lesung einem AuSschuffe zugewiesen." Ich würde mir daher, wenn ich heute über da« Meri- torische dieser Vorlage spreche» wollte, da« Recht wohl kaum nehmen lassen, auf Grund der Geschäftsordnung die« zu thun. Ich will es aber nicht thun, ich will nur in formeller Hinsicht noch einiges bemerken. Ich staune nur, wie die Regierung in der un» ge- machten Vorlage über ein so wichtige« Gesetz,— denn ihre Verordnung soll ja Gesetz werden dadurch, daß wir nicht widersprechen, und faktisch ist sie schon Gesetz— einfach sage« kann(liest):„ES kann von der Darl gung der Gründe Umgang genommen werden, welche für die Regierung bestimmend waren." Also wir, dai hohe HauS, sollen diese Gründe gar nicht wiffen, e« kann von unserer Kenntniß dieser Gründe Umgang genommen werden. Ja, wer sagt denn dies der Regierung? Mir gegenüber kann davon nicht Umgang genommen werde« wußte nicht und dachte auch nicht daran, wohin er gehe; er wußte nur eine«:„ A l l e S d i e» muß heut»och ein Ende nehmen, auf einmal, sofort; wußte, daß er sonst nicht nach Hause zurückkehren dürfe, weil er so nicht länger 'eben wolle. WaS für ein Ende? womit enden?— davon hatte er noch keinen Begriff, wollte auch gar nicht daran denke». Er verscheuchte diesen Gedanken, der ihn quälte. Nur eines fühlte er, daß alles anders werden müsse. „So oder so, gleichviel wie!" wiederholte er Verzweiflung«- voll, mit harwäckiger Entschlossenheit. Wie gewohnt, richtete er seine Schritte dem Heumarkt zu. Bevor er dorthin gelangte, begegnete er einem jungen, schwarzgelockte» Leierkastenmann, der vor einem Kram- laden stand und eine sehr sentimentale Romanze orgelte. Er akkompagnirte einem auf dem Trottoir vor ihm stehen- den fünfzehnjährigen Mädchen, das, mit Krinoliae, Mantille, Handschuhen und Strohhut mit feuerfarbener Feder versehen — alle« alt und vertragen,— in Erwartung eine« Zwei- kopekenstücke« au« dem Laden, ihre Romanze mit dröhnender, nicht unangenehmer Stimme sang. RaSkolnckow blieb nebe» ein paar Zuhörern stehen, hörte zu, nahm ei« Fünfkopeten- stück au« der Tasche und legte eS dem Mädchen m die Hand. Diese brach bei der höchsten und gefühlvollste» Note vlötz- lich ab, rief dem Gefährten scharf ein„genug" zu und beide begaben sich zum nächsten Laden. — Hören Sie gern den Straßengesang? wandte sich RaSkolnikow plötzlich an einen neben thm stehende», nicht mehr jungen Mann, der einem Bummler ähnlich sah. Dieser starrte ihn verwundert an.— Ich hör' ihn gern, fuhr RaSkolnikow fort, aber mit einem Ausdruck, als ob gar nicht von Straßengesang die Rede sei:— ich habe eS gern, wen» an einem dunkeln und nasse» Herbstabend«ach dem Leierkasten gesungen wird, aber eS muß unbedingt naß sein und die Vorübergehenden müsse« grünlich bleich und krank- GaSlaternen_ entschuldige« Sie... brummte (Sehr gut! links), ich verlange von de» Herren der Regie- rung. daß sie mir diese Gründe sagen, ich habe al« Ab- Seordneter und als Vertreter aller meiner Mitbürger da« kecht, diese Gründe kennen zu lernen.(Beifall links.) Die Herren von der hohen Regierung verletzen mit dieser Vorlage aber auch zugleich da» Gesetz vom 23. Mar 1873, R. G.-Bl. Nr. 120, welche» im§ 1 wörtlich erklärt (liest):„Die Regierung ist verpflichtet, diese Verordnung unter Darlegung der Gründe"— ich bitte die Herren von der hohen Regierung aufzumerken, wa» ich lese(Lebhafte Heiterkeit link»)—„unter Darlegung der Gründe beiden Häusern des Reichsraths«. vorzulegen." Wie wird diese« Gesetz von der hohen Regierung ausgeführt? Daß sie un« in der gemachten Vorlage wörtlich sagt:„Es kann von der Darlegung der Gründe Umgang genommen werden." Das ist die Durchführung unserer Gesetze von Seite der Regierung. Die Achtung vor dem hohen Hause und die Achtung vor der gesammten Bevölkerung— denn ich ver- lange, daß auch die Regierung vor der Bevölkerung Respekt hat(Sehr gut! link«), deren Gut und Blut sie für ihre Zwecke unausgesetzt bi« zum höchsten Grade der LeistungS- fähigkeit in Anspruch nimmt(Beifall links— hätte es er- fordert, daß man. bevor man dem Volke sein staatSgrund- gesetzliche« verfassungsmäßiges Recht, daß es nur vor dem ordentlichen Richter sein Recht zu nehmen hat, entzieht, ihm auch die Gründe dafür rückhaltlos sagt. ES müssen traurige Gründe sein, denn offene und ehrliche Gründe hätte man offen und ehrlich auch sagen könne«.(Beifall link«.) Ich finde aber auch einen formalen Fehler in der Vor- läge der Regierung. ES wird unS da einfach gesagt, der Oberste Gerichtshof habe sei« Votum über diese Geschichte abgegeben und dem war die Sache auch recht. Warum wird un« denn diese» Votum de« Obersten Gerichtshöfe« nicht vollinhaltlich, wie e« abgegeben worden ist, mitgetheilt, warum ist e« der Vorlage nicht beigedruckt worden? Bei einer so wichtigen Vorlage, wie diese ist, wäre e» doch auf eine Druckseite mehr nicht angekommen; man hätte da« auch noch thun können— es werden ja die Regierungsvorlagen oft sehr dickleibig gemacht. I« dieser Vorlage heißt eS aber nur: der Oberste Gerichtshof hat auch seinen Segen dazu gegeben(Heiterkeit links) und fertig! Wir wollen aber daS Votum des Obersten Gerichtshof» im vollen Wortlaut kennen lernen, ja wir wollen noch mehr, wir wolle« weiterS noch die Informationen kennen lerne», auf Grund deren der Oberste Gerichtshof zu seinem Votum gekommen ist. Denn wir wisse«, daß die Herren vom Obersten Gerichtshofe gewöhnlich mit den Sozialisten, Anarchisten, und wie diese Leute alle heißen, gar keinen Verkehr haben(Heiterkeit links), dieselben nur vom Hörensagen und der Herr, durch die Fragen und da« sonderbare Aussehen RaSkolnikow« erschreckt und ging auf die andere Seite der Straße hinüber. RaSkolnikow sckritt weiter und kam bi« zu der Ecke am Heumarkt, wo der Krämer mit seiner Frau stand, die damals mit Ltsaweta sprachen; jetzt waren sie nicht mehr da. Als er die Stelle wieder erkannte, blieb er stehen, schaute sich um und wandte sich dann an einen junge» Burschen, der an der Thür einer Mehlhandlung lehnte und gähnte. — Der Krämer mit dem Frauenzimmer, seinem Weib, der hier an der Ecke handelte, wie heißt er doch gleich? — Hier handeln verschiedene, antwortete der Bursche. RaSkolnikow von oben herab anschauend. — Wie hieß er doch? — So, wie man ihn getauft hat, so heißt er auch. — Ach, Du bist doch nicht etwa aus Saraiik? Au« welchem Gouvernement bist Du eigentlich? Der Bursche schaute RaSkolnikow nochmal an - Bei uns, Zhro Erlaucht, giebt eS gar kein Gouver- »ement, nur emen Krei«; und der, welcher immer die Reisen machte, da, war mein Bruder, ich aber habe immer zu Hause gesessen weiß also auch nichts. Bitte, verzeihen Sie großmüthigst, Eure Erlaucht. — Ist das eine Wirthschaft da oben? ~®aa Ist ein Gasthaus, auch ein Billard ist da; Sie finden auch Prinzessinnen dort... trala! RaSkolnikow ging weiter, über de» Platz. Dort, an einer Ecke, stand eine dichte Menschenmenge, lauter Bauern. Er drängte sich mitten hinein und blickte alle an. Am liebsten hätte er mit ihnen ein Gespräch angeknüpft. Die Bauern aber achteten gar nicht auf ihn, sondern räsonnirten unter sich. Er blieb stehen, dachte nach und ging dann rechts da« Trottoir entlang dem W.-Prospekt zu. Nachdem er den Platz überschritten hatte, gelangte er in eine Gasse. Auch früher schon war er in dieser, ein Knie bildenden Gasse, welche vom Platz au» in die Gartenstraße führt. gewesen. I» letzter Zeit, wenn ihm übel zu Muthe ward 1 au« der Zeitung kennen, daß sie keine direkten Wahr- »ehmungen über die Zustände machen könne», die sie bc- urtheilt haben, daß sie auf Grund von Informationen, die ihnen gemacht werden von Seite der Regierung, geurtheilt WW. Wir möchten auch wisien, woher die Regierung da« Materiale zu diese« Informationen sich geholt hat; wir wisse« ja, au« welch bedenklichen Quellen eS gesammelt wird, oft au« Mittheilungen gewöhnlicher D e t e k- tive«. Diese Informationen, auf Grund deren diese« Gutachte« de« Obersten Gerichtshöfe« gefällt worden ist, gehen mir auch ab, diese hätten dem Motivenberichte beige- druckt werden sollen; dann erst hätte ich mir ein Urtheil fälle« können über den Werth der Aeußerung de« Obersten Gerichtshöfe«, denn nach den Leuten, die da« Materiale für diese Informationen zusammengetragen haben, bin ich überzeugt, daß, wie in Deutschland, auch bei u«» alle« erstunke« und erlogen ist, wa« sie berichtet habe« und wa« als Wahrheit hinge- stellt wird, um derlei Vorlagen zu rechtfertigen. Die Herren vom Obersten Gerichtshofe glauben, daß die« alle« wahr ist, wa« in den ihnen feiten« der Regierung zugemitteltea Informationen steht, sie stehen' nicht mitte« in den Ereignissen drin, sie haben keinen unmittel- bare« Verkehr mit dem Volke, sie haben gewiß sich nicht in eine Prüfung eingelassen, ob da«, wa« ihnen al« informa- tive« Materiale feiten« der Regierung gegeben wurde, ge- gebe« wird, auch in den Thatsache« seine Begründung hat oder nicht. Ich halte daher, nachdem schon so viele Bedenke» for« maler Natur— die meritorischen lasfd ich heute ganz unbe- sprachen— dieser Vorlage anhaften, eine ganz besondere Behandlung derselben für nothwendig. ES beruft sich die Regierung in ihrem Motivenberichte immer darauf, daß sie rn schönster Harmonie mit dem AnarchistengesetzauSschusse de« Hause« steht, daß e« nur eigentlich vre Kürze der Zeit gewesen ist, welche sie hin« derte, den förmlicken gesetzgebungSmäßigen Weg für ihre Maßnahme» zu betreten, daß sie gar keine« Zweifel hegt, daß alle ihre Anschauungen auch von unserem Ausschusse de« hohen Hauses getheilt werden; und in der Thai, der Ausschuß ist in seinen Berichten, die er un« über solche Sachen bringt, genau so stillschweigend und geheimnißvoll wie die Vorlagen der Regierung selbst. Ich möchte daher haben, daß ei» besonderer Ausschuß für diese Angelegenheit gewählt wird, nicht der jetzige Au«- schuß, der derlei Sachen in der Hand hat, auf den habe ich gar kein Vertrauen(Oho! rechts), ich sage, nicht da« allermindeste Vertrauen iZ da« Vertrauen ist doch etwa« Subjektive« und e« braucht sich Niemand gekränkt zu fühlen(Lebhafte Heiterkeit), wenn man ihm keine« entgegen- bringt. Ich möchte haben, daß dieser Ausschuß, welcher sich mit der heutigen Regierungsvorlage zu beschästigen haben wird, sich eine« Antrage« erinnere, den ich schon längst eingebracht habe; bevor man über solche Dinge ein Gesetz macht, soll man von unbefangener Seite die wirklichen Thatsachen erheben lassen und kennen lernen. Leider hatte dieser mein Antrag bisher noch nicht da« Glück, die erste Lesung zu passiren. Ich erinnere an andere Par- lamente; da« englische Oberhau« hat e« in allerneuester Zeit nicht unter seiner Würde gefunden, über die Klagen anläßlich de« sogenannten Schwitzsystem«— wa« man bei un« Sitzgesellenwesen heißt— eine eingehende Enquete zu pflegen. In England macht man es aber nicht so wie bei un«, daß Jemand, der als Experte vernommen, im Ab- geordnetenhause Depositionen macht, deswegen auf de» Schub geschickt wird, wie e« einem Deponenten in jener Enquete ge- schehe» ist, welche das hohe Hau« in der vorigen Session über die gewerblichen Verhältnisse veranstaltet hat; in England habe« alle Leute da« Recht, ihre Depositionen für solche Enquete» schriftlich oder mündlich abzugeben, alle Leute könne» da« im ganzen Lande thun, ob aufgefordert oder nicht aufgefordert, die Fragen, deren Erörterung man wünscht, werden der Bevölkerung durch alle Mittel der Publikation bekannt gegeben, die Verhandlungen der Enquete stenographisch aufgenommen und vollinhaltlich ge- druckt.. Bei uns lauten die Ausschußberichte über derlei Vor- lagen, wie e« die heulige ist, im wesentlichen immer dahin: Die Regierung hat un« im Ausschüsse über die Ge- schichte« etwa« ins Ohr erzählt, sie hat aber gesagt, wir zog e« ihn zuweilen sogar in diese Gegend, damit ihm noch übler werden möchte. Diesmal aber war er absichtslos her- gekommen. E« befindet sich hier ei« große« Hau«, in welchem viele Bier- und Branntweinkneipen sind; fortwährend schlüpfen dort Frauenzimmer, die in der Nachbarschaft wohnen, ohne Kopfbedeckung und im bloßen Kleid herein und hinaus. An zwei, drei Stellen, besonder« beim Eingang in Parterre- Lokalitäten, in denen sich zwei Stufen abwärt« Vergnügung«- lokale ganz eigener Art b» finden, dränge« sie sich auf dem Trottoir in Gruppen zusammen. In einem solchen Lokal war in diesem Augenblick ein Heidenlärm, der über die ganze Straße hinschallte; eine Guitarre ertönte, Lieder wurden gesungen, e« ging sehr lustig her. Eine größere Gruppe Frauenzimmer drängte sich am Eingang zusammen, einige saßen auf den Stufen, andere auf dem Trottoir, wieder andere standen und sprachen mit einander. Nebenan, auf dem Pflaster, taumelte ein betrunkener Soldat mit brennen- der Z'garrette; e« schien, al« ob er vergessen habe, wohin er eigentlich gehe» wollte. Ein Zerlumpter schimpfte einen andern von gleicher Sorte und ein besinnungslos Betrunkener wälzte sich im Schmutz. Raskolnikow blieb bei einer Gruppe Frauenzimmer stehen. Sie unterhielten sich mit heiseren Stimmen, allen waren barhaupt, einige über vierzig, andere nur etwa siebzehn Jahre alt, fast alle hatten blaue Flecken um die Augen. Dieser Gesang, dieser Höllenlärm da unten interessirte ihn.... Mitten im Lachen und Aufkreischen hörte man, wie jemand nach der Guitarre und dem sistulirende« Gesang einer tollen Tanzmelodie umherhüpfte und mit den Absätzen de« Takt dazu schlug. Er horchte eifrig, düster und nach- denklich, am Eingang stehend, sich bückend und neugierig in da« Hau« hineinschauend. Raskolnikow hätte gar zu gern mitangehört, wa« da drinnen gesungen wurde, al« ob ihm die« jetzt von besonderem Interesse sei. Sollte ich nicht auch hinein gehen? dachte er. Sie lachen dort, weil sie betrunken sind. Wie wär'S, wenn ich mir auch einen R usch anlegte? — Wollen Sie nicht eintreten, lieber Herr? fragte ei» Frauenzimmer mit»och ziemlich wohlklingender Stimme. Sie war jung und nicht ganz so widerlich wie die andern. sollen e« nicht weiter erzähle«, darum thun wir da« auch nicht(Heiterkeit link«), und wir haben aber alle« ge- glaubt, wa« un« die Regierung erzählt hat, darum nehmen Sie die Regierung«vorlage nur an, e« ist schon alle« so recht, wie e« darin steht. Auf diese Weise darf man mit den Grundrechte» der Staatsbürger aber nicht umgehen, diese Dinge erfordern eine gründlichere Behandlung, und weil bisher der Anar- chistenauSschuß diese Angelegenheit nicht so gründlich be- handelt hat, wie e» bei der Wichtigkeit diese« Gegen- stände«, welcher eine Aufhebung eines StaatSgrundgefetze« in sich schließt, nothwendig ist, bin ich der Ansicht, daß em eigener Ausschuß für die Antragstellung über diese Regierungsvorlage gewählt werde, und ich möchte vorschlagen, daß zwei Mitglieder au« jeder Sektion gewählt werden, denn ich glaube, daß in de» Sektionen(Rufe links: Abtheilungen!)— Sektionen ist ja nur der lateinische Ausdruck(Heiterkeit)— die Parteioerhältnisse nicht gar so schroff zur Geltung kommen, daß da mitunter doch ein unabhängiger Mensch, der sich nicht mit Leib und Seele schon einem Klub verschworen hat(Heiterkeit), Sewählt werden kann. Dieser Ausschuß hätte dann zuerst ie Aufgabe, vom Standpunkt der vollsten Oeffentlichkeit in der von mir beantragten Enquete die Thatsachen fest- zustellen, und auf Grund der objektiv gewonnenen That- fachen mit Anträgen vor da« hohe Haus zu treten. Das, wa« die hohe Regierung thut, ist furchtbar und ge- fährlich. Den Geschworenen, unseren Mitbürger», nimmt sie die Judikatur weg, und giebt dieselbe Richtern, die noch hunderttausendmal weniger geeignet sind zu der Beurtheilung gerade der Delikte, um die e« sich hier handelt. Ehe ich zum Beispiel dem Prager AuSnahmegerichtShof, von welchem ich bei der letzten Budgetdebatte gesprochen habe, solche Delikte zur Aburtheilung zuweisen würde, möchte ich sie lieber allen Geschworenengerichten in der Welt zuweisen, weil idh weiß, daß bei einem jedem Schwurgerichte der Welt dre Angeklagten eine vorurtheilSlosere und gerechtere Behandlung finden würden, al« dort. Ich erlaube mir sohin folgenden Antrag zu stellen (liest): „Die Regierungsvorlage ist einem besonderen, von den neu» Abtheilungen de« hohen Hause« zu wählen- den Ausschüsse von 18 Mitgliedern zuzuweisen."(Lebhafter Beifall link«.) Natürlich wurde der Antrag Kronawetter'S mit 101 gegen 95 Stimmen abgelehnt. Wir haben de» ausgezeichneten Ausführungen de« wackere« Volksmanne« nichts hinzuzufügen. Politische Ueberstcht. Die Vrklärung de» vffenbnreer Ktaatsavmalt- schnft«Nr. 287 v. Bt.) gegen den in Nr. 253 uns. res Blattes veröffentlichten Artikel„Der Offen burger Prozeß und der§ 112 der Strafprozeßordnung", ist von einer Gereiztheit diktirt, die verrätb, daß unsere Angriffe auf derartige Vorkommnisse sehr berechtigt waren. Mit Ausnahme der Thatsache, daß Adolf Geck nicht in der Untersuchung gegen Klein und Genoffen verhaftet wurde, sondern in der Untersuchung gegen Arnis-Pinkert und Genoffen in Freidura i. Br., bezieht sich die„Berichtigung" auf Punkte, welche für das schließliche Ergedniß des Prozesses gleichgitli» find und in der berichtigten Gestalt nur durch die Brille der Staats- anwallschast erscheinen. Was wir über das Ergedniß der Haussuchungen, das that- sächlich vorliegende Anklagematerial und den eeislizcn Zustand des Angeklagten Klein aussühtten, ist auch von anderen Zeitungen, z. B. der„Franks. Ztg.", berichtet worden und ent- sprach dem Ergedniß der Prozeßoerhandlung. UnZ ist die Gereiztheit der Offenburgcr Staatsanwallschaft in Rückficht auf das Endergebniß des Prozesses sehr erklärlich. Es kann in Anbetracht des Aufsehens, das der P ozeß gegen Klein und Genoffen weit über die Grenzen Offendurgs hinaus gemacht hat, auch der Staatsanwaltschaft nicht glcichgillig sein» ihre Anklage zusammenbrechen zu sehen, wobei noch der auf- fällige Umstand jedermann in die Augen sprang, daß das that- sächlicha Anklagematerial die verhängte sechswöchentlichc Unter- suchungshaft höchst unbegreiflich erscheinen ließ. Die Offen burger Staaisanwal-schaft hat fich alles andere als Lor- beeren in diesem Prozeß geholt. Für uns steht feit, daß fie künftig fich hüten wird, auf ähnliche BelastungSgründe hin die Untersuchungshaft zu dean- tragen. Wir wünsch:« aber noch mehr, daß der Offenburger Untersuchungsrichter und das Offenburger Landgericht fich weigern — Schau, schau, wie nett! antwortete er, sie an- blickend. Sie lächelte, das Kompliment hatte ihr gefalle». — Sie sind ja selbst sehr hübsch, sagte sie. — Aber wie Sie elend sind!... bemerkte eine andere mit einer Baßstimme; Sie kommen wohl eben au« dem Hospital? — Schaut einmal, schaut die GeneralStöchter an,— lauter Stumpfnasige!... fiel ein hinzugetretener, ange- heiterter Bauer ein; seine Kleidung war voneinander ge- rissen, er lächelte schlau.— Hier geht's mal lustig zu! — Marsch, mach' daß Du vorwärts kommst! — Ich gehe schon. Schätzchen! Und er stolperte hinunter. Raskolnikow war im Begriff, weiter zu gehen. — Hören Sie, lieber Herr! rief ihm da« Mädchen«ach. •— Was? Sie that verlegen;— ich würde Ihnen, lieber Herr, gern Gesellschaft leisten, bin aber so verwirrt in Ihrer Gegenwart. Bitte, liebenswürdiger Kavalier, schenken Sie mir sechs Kopeken zu einem Schluck! Raskolnikow griff in die Tasche und gab ihr drei Kupferfünfer. — Ach, wa« für ein gütiger Herr! — Wie heißest du? — Fragen Sie nur nach Duklida. — Nein, wie ist so etwa« nur möglich, bemerkte eine andere au« der Gruppe, den Kopf schüttelnd. So zu betteln, da« würde ich nicht zu Wege bringen! Ich müßte, glaub' ich, vor Scham versinken. Raskolnikow blickte die Sprechende neugierig an. E« war ein pockennarbige« Mensch, etwa dreißig Jahr alt, mit blauen Flecken im Gesicht und geschwollener Oberlippe. Sie sprach ruhig und ernsthaft. Wo habe ich nur gelesen, dachte Raskolnikow im Weitergehen,— wie ein zum Tod Verurtheilter eine Stunde vor seiner Hinrichtung denkt oder spricht, daß, wenn er irgendwo auf einem Felsen, in der Höhe, auf einem Raum, der grade nur Platz für zwei Füße hat,— ringtum Ab- gründe, ei» Ozean, ewige Finsterniß, ewige Einsamkeit und möchten, diese auf ähnliche Gründe wie im Falle Klein- WHss zu verhängen. Das Ansehen der Rechtspflege wird dadmch nw gefördert. Herr Pindter hat wieder einmal gelogen, und zw« d» nunziatorisch gelogen, was bei diesem Herrn freilich nicht m# überrascht. In einer redaktionellen Notiz über de«»5. zcmder" sagt er, der erste der neuen deutsche« Kaiser sei«? einem Menschen verwundet worden, der unter de« Einslu! sozialdemokratischer Ideen gestanden habe.# betreffende Mensch, der nicht namhaft gemacht wird, kann Nobiling sein. Und von Nodiling ist«S dokumentan'. festgestellt, daß die einzige Partei, mft welcher er überhau«! e Verbindung stand, die nationalliberale war. Und aus dem kannten, seiner Zeit vom Abgeordneten Liedknecht im Reit» tage verlesenen Briefe des Arzte«, welcher Nobiling nach W Attentat dehandelte, erhellt klar, daß der Attentäter in(fW lichten Augenblicken noch entschieden auf monarchistischem Bodo stand und daß ihm der Gedanke vorschwebte, eine liberale — oder deutlicher: einen dem Lideralismus vortheilh# Thronwechsel herbeizuführen. Herr Pindter weiß zwar!? wenig und er kennt häufig nicht die elementarsten Dinge, die Thatsache, daß Nodiling ein Nationallid er aler war und f dem Atttentat höchstens noch mit Stöcker oder doch dcßO Sippe verkehrte, ist eine so offenkundige, daß wir die Ott* Unwahrheit des Herrn Pindter nicht auf Rechnung sein«' allerdings phänomenalen— Unwissenheit setzen Kj®* sondern für eine adfichtliche, vorbedachte Lüge erttoO müssen. Der Zweck der Lüge liegt auch greifbar zu% gewisse Leute haben es nöthig, für die Zeft, wo die ZM' des S o z i a l i st e n g e s e tz e s den Reichstag beschäftigen# Stimmung zu machen. Darum hieven wir eS auch für P» wendig, die Pindter- Lüge gebührend anzunageln. Zur Krotverihenernng. Aus Schierstein amR°« wird geschrieben:„Nicht allein in den Stästm, auch aus«J Lande wacht fich die Getreidevertheueruna bemerkbar. De» tr; einigen Wochen hier eingetretenen Ausschlag des Brotprciscs"f 8 Pfennig ist ein weiterer um 2 Pfennig per 4 Pfd.- Laib f folgt. Die h'cstge Fabrikbevölkerung, insbesondere mtt ihr«i, der Regel zahlreichen Familien, empfindet diese Vertheuerung ß nothwendigcn Lebensmittel als sehr drückend." Ueber de« Aufstand a« der deutsch-ostafrikanis«? Küste wird sowohl dem„Berl. Tadl." aus Sanstbar als f der„Voss. Ztg." aus London derichtet, daß die Z ustö»� immer ernster werden. Die Jahreszeit für B« stellung£ Felder ist erschienen, aber die Bauern wagen fich längs � ganzen deutschen Küste aus rhren Zofluchtstätten nicht aus Furcht, von den aufständischen Küstenstämmen mrfgeflw? und als Stlaven verkaust zu werden. Die Folge ist, daß? Gefahr einer Hungersnoth droht. Die ftanÄ Mission in Bagomoyo beheibcrgt und speist derells 3000 0% lose Eingeborene. Die britischen jndier verließen ihre in Bagamoyo.— Aus den obigen Stachrichten erhellt, daß T die Lage in Bagamoyo, welche bisher von der deutsch osiost? nischen Gesellschaft noch gehalten wurde, immer bedenUicher»»? Die Blokade scheint also auf die Eingeborenen bisher das theil der beabsichtigten Wirkung auszuüben. Die Grfatzwahl für de« Wahlkrei» Glfenburg-�� ist auf den 11. Januar anberaumt.— Die Sozialdemol�' haben den Redakteur A. Geck a!« Kandidat aufgestellt.. Der von den Nationalltberalen vorgeschlagene BurgeiMds Gelvreich in Oberkirch soll fich noch weigern, die Kandis anzunehmen. Di- N-«wahl in«tt»-tl--- It. M-nd-i-»»»S. Wilson wohnte ver Sitzung bei. i« a,e Deputirtenkammer genehmigte im Fortgang der Sitzung �udget für die Kulte. W« o u i a n g e r hat die Wahl für das Departement du »im/ngenommen; infolge dessen müssen für die Dkparte und Charente inferteme Neuwahlen vorgenommen -Ä?° b o t ist an Stelle des verstorbmen Rampont zum 0' d.s Senats gewählt wordm. Kalka«lS«d-r. > l a n' s Tyrönchen ist devenklich �% tP ceren drei ■ß er. etrva TI m. v ,, u, v...,.——. im llLacheln offiziösen Vertuschung steht es fest, daß dcr durch �Malloe Tapferkeit ausgezeichnete Herr aller Serben in �'�ung sehr bedroht ist. Die holde Natalie, seine ge- Gattin, wird fich ihre schönen Augen über Milans anheilen nicht roth weinen. kfchw nn» Aersmnmlnnzm. KlVfjWkr»« und frri» Ailfokass,« bildete das Thema b streich besuchten Versammlung des Unterstutzungsvereins Mk? im Westen Berlins. Herr Pankow, welcher das M �Übernommen hatte, führte ungefähr folgendes aus: R N Fahre 1384, als das Krankmverficherungsgesetz tn ""d jeden Ardeiter zwang, einer Kasse anzugehören, manchen die Frage herangetretm, welche Kasse bietet ß welcher Kasse schließt man fich an? Von dm ver- NV Kassen, als da find: Ortskassm. Jnnung-kaffm. 9 N°n. Baukaffen, Knappschastskaffen. Hilfskassen, sollte M„WS« *' ibe aus zwei Drittel der Mitglieder und ' Anschein N« ___ ein DrMel „Kurten würden; dock ist dem nicht so. denn die des Ardeiters von dem Unternehmer zwingt ihn is f. K« .. m-jr:-----«Ivererrv«VI, Uli» W". jede ffitV i C#kn hat. sonst aber nichts weiter. Wie anders -.b �ner HUfelaffe! Hier wählen fich Vi- Arbeiter ihren lh Äe Einwirkung des Ardeitgebers, auch ohne Be- ; die Behörde. Alle Jahre wird von neuem ge- asJ«eyoroe. eeue>zayle wuv»»» eitBn � fomit immer in der Lage, diesmigen Beamten. der man stände ist, wird bei der Octskasse ausgeschlossm. Wie schwer es nun ist, bei Arbeitslostgkeit fich die Rechte an der Kasse zu er- halten, können gerade Maurer am besten deurtheilm, besonders im Winter. Stellt man hter wieder der Ortskaffe die freie Hilfskasse gegenüber, so ergiebt fich, das hier ein Mitglied fich stets, auch bei Arbeitslostgkeit, seine Rechte fichem kann, indem ihm eine Zeit von drei Monaten, unter Umstän- den noch darüber hinaus, zur Zahlung gesetzt ist, und er somit der Armenunterstützung enthoben und seines Wahlrechts nicht beraubt wird. Was nun die Unterstützung anbetrifft, so Leisten in den Stawtm die Oltskaffen ganz besonders, in der_ hingegen sehr wenig. Im Statut verspricht man bis 52 Wochen Unterstützung, ebenso auch Sterbegeld für die Ehefrau. Doch macht man die Unterstützung von 52 Wochm von der ein jährigen Mitgliedschaft abhängig, wogegen sonst nur 13 Wochen gezahlt werden; ebenso liegt's auch mit dem Sterdegelv der Ehefrauen, welches von einer ISjährigen Mitgliedschaft ad« hängig ist. Wmn man aber tn Betrracht zieht, wie schwer es ist, fich solche lange Mitglied schaft zu erhalten, daß außer dem schon angeführten noch der Wechsel der Arbeit hinzukommt, so ist es klar, daß nur sehr Wenigen diese volle Unterstützung zu Theil wird. Abge- sehen hiervon zahlen auch die Ortskassen die eisten drei Tage gar nichts, und außerdem ist das Mitglied stets der Gefahr aus gesetzt, in sein Quitwngsduch, welches fich stets in Händen des Arbeitgebers befindet, ein kleines Zeichen zu bekommen, welches ihm beim Arbeilsuchen sehr hinderlich werden kann. Was man von dem freien Arzt und Medizin zu halten hat, dürfte auch zur Genüge bekannt sein. Beispielsweise kommen auf eine Kon sultalion kaum 10 Pf. Ebenso schafft man beim Arzt schon zwei Eingänge, einen für Kassenmttglieder, vielleicht durch den Hof, den anderen für„Herrschaften" von vorn, von der Straße aus. Man hat auch wohl zwei Sprechzimmer, das eine jür Kaffenmilglieder, daS andere für Herrschaften. Auch wohl zweierlei Untersuchungen u. s. w. Diesem allen man aus dem Wege, wenn man fich einer Hilfskasse anschloßt, und hier verdienen die zentralistrten Hilfskaffen den Vorzug. Hier kann man in dem kleinsten Orte Deutschlands arbeiten, stets hat man seine Rechte an der Kasse. An Stelle des freien Arztes und Medizin gewähren diese Kassen ein erhöhtes Ver- pflegungsgeld; den Mitgliedern steht demnach die Wahl des Arztes frei. Auch führt dos Mitglied stets sein Kassenbuch mit fich und zeigt es nur zur Kontrole vor, es können somit jene „ursichtbaren" Bemerkungen darin nicht vorkommen. Was die Beiträge anlangt, so ist es Thatsache, daß die Hilfskassen ein wenig theurer find, als die Lrtskaffcn, weil der Arbeitgeber bei den letzteren ein Drittel zuzahlt, doch wiegen diese paar Pfennige den unge- Heuren Votthoil der Hilfskaffen nicht auf. Außerdem ist es für einen Arbeiter entwürdigend, fich zu den zu leistenden Kassen- beiträgen etwas zuzahlen zu lassen. Gebe man dem Ardeiter einen Lohn, wodurch er im Stande ist, in gesunden Ta�en so viel zu opfern, um auch in kranken Tagen seine Unterstützung zu erhallen, ohne den Emdrittel- Leitrag der Arbeitgeber. Darum auf, Arbeiter! Alle in die freien Hilfskaffen!— An der Diskussion detheiligte fich Niemand. Vi«e schwach besuchte öfseutliche Mersammlung der Zuschneider, Korrichter«nd Ktepper Kerlin» fand im Königstadt-Kafino, Holzmarktstraße 72, mit der Tagesordnung: 1. Bericht der am 18. November 1888 eingesetzten Kommission. 2. Gründung des Vereins„Freie Vereinigung der Zuschneider, Vorrichter und Stepper Berlins" statt. Der Kommisfionsdertcht wurde von Herrn Eberl wie folgt erstattet: Die Kammisston hat folgende Punkte derathen: 1. Würde es den Zuschneidern, Vorrichtern und Sieppern Berlins etwas nützen, dem Ottsverein der Zuschneider, Vonichter und Stepper beizutreten? Diese Frage wurde einstimmig mit nein beant- wo-.tet. Die Kommiffion hatte ungefähr folgende Gründe da- für: Der Ortsverein hat während den Jahren seines Bestehens für die Oeffenllichkeit nichts gethan, und die Mitglieder des- selben würden, wenn fie nicht den verschiedenen Kassen innerhalb des Vereins angehörten, schon längst ausgetreten seien. Es wurde in der Versammlung vom 18 November gesagt, daß der OrtS- resp. Gewerkoerein eine Statistik aufgestellt hätte Es fragt fich nur, was für eine, und was für Matettal dazu ver- wendet worden ist! Sollten es etwa die 400 ausgegebenen Fragebogen sein, wovon nur 23 pE'. ausgefüllt eingelaufen find? Auf Grund dieser„Leistungen" können wir uns mll den Orts- resp. Gewerk zereinen nicht einverstanden erklären, sondern wir selbst müssen eine kräflige Organisation haben, welche alle zu- jammenhält und das Wohl der Zuschneider, Vorrlchter und Stepper Berlins im Auge hat. Was dm zweiten Punkt ande- trifft, od wir uns dem Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher anschließen sollen oder n cht. so wurde beschlossen, Fühlung mit diesem Verein zuhalten, da derselbe uns auch große Sympathie entgegenbringt, denn er hat unS ja den Beweis ge- liefert, daß er trotz seines kurzen Bestehens doch schon viel geleistet hat. Aus diesem Grunde find wir zu der Ueber- zcugung gelangt, daß es an der Zeit wäre, selbstständig vorzu- gehen und einen neum Verein ins Lebm zu rufen. Wir find zu folgendem Resultat gekommen: 1. Fühlung mll anderen Ver- et, en, welche ver gleichen Tendenz huldigm, zu behalten[und 2. Die Gründung des neuen Vereins durch folgendes Proaramm zu bewerkstelligen: 1. Keine Politik im Intel, sse des Vereins zu trttdm. 2 Eine feste Organisation auf solider Bafis zu schaffen und mit allen unS gesetzlich zu Gebote stehenden Mitteln unsere Rechte geltend zu machen, das heißt Regelung der Ardeitszell, unbedingte Beseitigung des LehrlingSunwesens und Lohnverbesserung zu erlangen. Die Kommisfion ist demgemäß zu dem Resultat gekommen, einen Verein im Interesse der Zuschneider, Vorttchter und Stepper Berlins ins Leben zu rufen und zwar unter dem Namen„Freie Vereinigung der Zuschneider, Vorrickierund Stepper Berlins". Aus oben anae- führten Gründen ist der Verein gebildet wordm. Die fich darübir entspinnende Diskusfion föiderte nichts wesentliches weiter zu Tage. Einige Redner wie He>r Blöhdorn und Klingner sprachen fich in warmen Worten für Gründung eines solchen Vereins aus, dagegen sprach Herr Scharf wohl auch für Giündung eines solchen Vereins, aber gegen die aufgestellte Tendenz desselben. In den Vorstand des neuen Vereins wurden als erster Vorfitzender Hen Edert, als zweller Vorfitzender Herr Wuttke, als Schriftführer Herr Bothe und als Kasstrer Herr Hattmann gewählt. Gin- öffentlich- N-rsammlong f»««tlich»» an «oltb arb-itnngomafchin-n b-schSftigt-e A-b-ite- fand am Montag, den 3. d. M, tn Keller s Salon, Andreasstr. 21, unt>r Voifie des Herrn Friedrich statt. Auf der Tagesordnung stand: Beschlußfassung über die von der Gewerbedeputation dem Vorstand des Fachoereins zugesandten Fragebogen. Stach längerer Diskusston wurde fich die Versammlung schlü fig, die Fragedogen, so gut es ginge, gewiffenbast zu deantwotten. Bei der Duichberathung der LohnoerhÄtmffe stellte fich jedoch die Schwierigkeit der Beantwottung heraus, da die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der verschiedenen Branchen sehr ungleich find. Es gelang nur nach langen Debatten, die Lome einzelner Broschen festzustellen. Schließlich wurde beschlossen, die Beant« woriung dcr Fragen, sowell es tn der Versammlung nicht ge- schehen, dem Vorstand des Fachvereirs zu überlassen. Nachdem dcr Vorfitzende des Fat Vereins die Versammelten aufgefordert hatte, fich alle dem Fachverein anzuschließen und die Vereins- Versammlung, welche am Montag, den 10. d. M., bei Säger, Grüner Weg 27, stattfindet, bekannt gemacht hatte, wurde die Bersommlung geschlossen. nächst�angÄhrt. daß es endlich wieder an der Zeit wäre. mit der gewerkschaftlichen Frage näher zu befassen, da von Ein- halten der zehnstündigen Arbeitszeit keine Spur mehr vorhanden sei. Da es dem Verein durch die vielen hier beschäftigten in- differenten Kollegen unmöglich gemacht wird, das Errungene aufrecht zu erhalten, sei es Pflicht eines jeden weiter denkenden Kollegen, die Werkstattagttation eifrig fortzusetzen und die In» differenten der Vereinigung zuzuführen. Nur Einigkeit und eine gute Organisation der Gesellen sei im Stande, die lange Ar- deitszeit verschwinden zu lassen, die zehnstündige Arbeitszeit einzuführen und somit die große Anzahl arbeitsloser Kollegen, welche durch die lange Arbeitszeit brotlos gemacht werden, von der Straße verschwinden zu lassen. Zu Punkt 2, Vereinsangelegenheiten, wurde beschloffen, für die obligatottsche Einführung unseres Fachoraans vorläufig von jedem Mitglied einen Mehrbeitrag von 5 Pf. pro Woche zu erHeden. Ferner wurde angeführt, daß der Arbeitsnachweis von den Arbeits- gesellen sehr nachläsfig besucht wird. Es sei daher nothwendig, um den Arbeitslosen die Wichtigkeit dieses Arbeitsnachweises vor Augen zu führen, denselben mehr zu besuchm und fich mit den Zugereisten mehr vertraut zu machen. Nach Erledigung mehrerer Fragen wurde die Versammlung geschlossen. Di- Grt»»-r«al<«t»g K-rlin III der Urreinigung htt Drechsler Deutschland» hielt am Montag bei Saeger, Grüner Weg 29. ihre regelmäßige Versammlung mit der Tages- ordnung: 1. Durchderathung deS Statuts. 2. Wabl eines Delegirten. 3. Gewerkschaftliches. 4. Verschiedenes. Um die bei Deigmüller tagende öffentliche Drechslerversammlung be- suchen zu können, entschied man, die letzten Punkte fallen zu laffen. Es wurden zur Generalversammlung kleine Umände- mngen des Statuts als Anträge vom Vorstand sowohl, als auch von Mitgliedern verlangt, und wurde beantragt, den unentgelt- lichen Rechtsschutz bei Lohnstreitigkeiten in den Statuten auf- zunehmen, ein Punkt, welcher, wie ausgefühtt wurde, von Gewerkschaftsorganisationen so lange verlangt werden müsse, bis man zu seiner endlichen Verwirklichung gelange, zumal man jetzt Hoffnung auf dieselbe haben könnte(ohne als Verstcherungsanstalt angesehen zu werden), in der jetzt herrschen- den„milden"(?) Aera. Auch soll die Generalversammlung ihre Meinung äußern über die Frage: Zentralorganisation oder Lokalvereinigung? Außerdem geht ihr ein Antrag vom C. L. zu, welcher heißt: Da es dem Zweck unserer Ver» einigung widerspricht, wenn Mitglieder derselben die Bestre» bungen der rückschrittliche Ztele verfolgenden Innungen fördern helfen, so wird beantragt, die Generalversammlung möge be- schließen, daß alle Mitglieder der Vereinigung, welche fich des angeführten Vergehens schuldig machen(indem dieselben fich in den Gcsellenausschuß wählen lassen u. dgl.), aus der Mitglieder» liste gestrichen werden. Aus der Wahl zum Delegirten ging Kollege Lei pari hervor. Nächste Versammlung am 17. d. MtS. ebendaselbst. Zlllgr«-t»« Krank-«-««d Kt-rd-kass- d«r W-taU- arbeit-r(E. H. 29 Hamburg), Filiale Rixdors. Sonnabend, den 3. Dezember, Mitgliederversammlung. N-r-in zur Wahrung der Int-r-ss-n d-r Klavier- arb-it-r und Berufsgenoffen. Generalversammlung am Sonn» abend, den 3. Dezember, Kommandantenstraße 77—79(Grat» weil'sche Bierhallen). Tagesordnung: 1. Ecgänzungswahl des Vorstandes: des 1. Vorsitzenden, des 1. Schriftführers, des 2 Kassi» reis, 1 Beisttzer und 2 Revisoren. Wahl der Arbeitsvermittlung�' Kommisfion und der Recktsschutz-Kommisfion. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Werkstatt- und Vereinsangelegenheiten.. Es wird einem jeden Mitgliede zur Pflicht gemacht, pünktlich zu erscheinen. Fachv-r-i« d»r Tischl-r. Sonnabend, den 8. Dezember, Abends 8V Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstraße 28: Mit» gliederversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Stahn. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Fcagekasten. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Billets zum Weihnachtsvergnügen werden in der Versammlung aus» gegeben. Int-r-lf-nv-r-iu d-r Ttfchl-r. Versammlung Sonn« abend, den 3. Dezember, Abends 8t Ubr, Adaldertstraße Z.Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Zadel. 2. Auf« nähme neuer Mitglieder und Verschiedenes. Abrechnung der Billets vom Stiftungsfest. AUgemeinr Grtskrnnk-ndnss- g-W-rblich-r Arbeiter und Ardeitettnnen. Ordentliche Generalversammlung am Sonn- 2. Wahl eines Ausschusses von 5 Mitgliedern" zur Vorprüfung der Jahresrechnung pro 1888(§ 54 des Statuts). 3. Berothung eines Nachtragentwurfs»um Statut, hinfichllich der tn der Land- und Forstwitthschaft beschäftigten Arbeiter. Schluß der allge» meinen Generalversammlung. Es findet dann die Wahl der Arbeitnehmer zum Vorstande statt, an der die Delegitten der Arbeitgeber nicht theilnehmen dürfen(§ 36 des Statuts).- Es ist unbedingt nothwendig, daß sämmlliche Delegitten vollzählig erscheinen. AUg-m-iu« Krank-«-«nd Kt-rb-kasse d-r M-tall- arb-it-r(E. H 29, Hamburg), Filiale IV. Versammlung am Sonntag, dm 9. Dezember, Vormittags 10t Uhr, bei Keller, Andreasstraße 21. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Verschiedenes. G.ff-ntlich- Persammlung i« F-iedrichskag-n am Sonntag, den 9. Dezember, Vormittage 11 Uhr. im Gesellschaftshause. Tagesordnung: Die Asters- und Jnvalidenver« fichenmg der Arbetter. Referent: Herr Max Schippe!. Fach»-r-in d-r Metallschranbe«-, Fasondrekrr und Berutsgenoffen Berlins. Generalversammlung am Sonntag. den 9. Dezember. Vormtttags 10t Uhr, im Salon Deigmüller, Alte Jakodftr. 48a. Tagesordnung: 1. Antrag eines Mitglieds betreffend Unterstützung. 2. Neuwahl des Gesammtoorfiandes sowie der Fachkommisfion. 3. Verschiedenes. Bei der Wichtig- keit der Tagesordnung ist es Pflicht der Kollegen zahlreich und pünttlich zu erscheinen. Wr-ß- öffentlich- Uersammlnng d-r Kernmacher Berlins und Umgegend Sonntag, den'"" 10t Uhr, in Gnadt's Resraur ordnung: 1. Beschlußfassung berathungskommisfion entworfenen Statuten. 2. Mitglieder aufnähme und Wahl des Vorstandes, Revisoren zc. 3. Ver- schiedene Vereinsangelegenheiten. an« Sonntag, den 9 Dezember. Vormittags 11 Uhr. bei Scheffer, JnselsttÄe 10, 2 Treppen: Versammlung. Tagesordnung: 1. Das Unfalloersicherungsgesetz mit Anschluß der Alters- und JnvÄlioenversorgung. Referent Herr WUhelm Liefländer. 2. Vereissangelegenheiten.- Der Wichtigkeit der Tages- ordnung wegen ist zahlreiches und pünttliches Erscheinen noth- wendig. ..---«ininignns d-r Dr-chsl-r D-ntschland», Orts» Berlrn 1. Versammlung am Montag, den 10. Dezember, Abends 8s Uhr, Alte Jakodstraße 38, bei Schumann. Tages» ordnung: 1. Geschäftlich z, 2. Durchderathung des Statuts der Vereinigung. 3. Verschiedenes. ?-r-i»ia«»g d-r Dr-chsl-r D-ntfchland«, Ottsver» wallung U(Stockoranche). Montag, den 10. d. M., Abends 8 Ubr, Mllgliederversammlung in Deigmüller's Saal, Alte Jakodstraße 48 a. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Ver» öffentlichung der Lohnstatistik. 3. Besprechung über Anträge der Statutcnändemng. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Theater. Sennabenb, den 8. Dezember. •fwwhaw« Ring der R berlungen. SchaafPteU»«»». Geschlossen. Wataee-ChMte». Madame Bonivard. Vorher: Der dritte Kopf. fffltaM-SIpatar. Seraphine. Gtzeate». Der Pfarrer von Kirch- feld. WM*- tori*-»Uhelmstiidttsch—«heate». Der Milado. VUrteetck-Ttzeater. Die Reise in die Pyre- ncken. Upftdeaz-Shenter. Adbö Constantin. Gheato». Das elfte Gebot. Hierauf: Madame Flott. WaUw-Gheat»». Othello, der Mohr von ASa�ttiidttl'ch», Theat»». Steffen Langer aus Glogau. «pawal-Ttzeat»». Schmetterlinge. ' 1«rast-Ehente». Die drn Grazien. l'» Maritet. Spezialitäten-Vor« Cirkas 6. Schumann. - Kar!- Ufer.____»ich»h»lle» i Spezialttäten- «orstelluna. Spezialitäten-Vorstellung. Berliner Theater. Sonnabend, den 8. Dezember: — Goa»— (Eva: Hedwig Niemann.) — Anfang 7 Uhr.— Sonntag, den 9. Dezember: Der KSuigolieuteuaut. —(Thorane: Friedrich Haast.)— — Anfang 7 Uhr.— Montag, den 10. Dezember: — Gva»— (Eva: Hedwig Niemann.) — Anfang 7 Uhr.— In Vorberettung: Dt« Wilde Jagd. Von Ludwig Fulda. American Theater. WallmrtliMtoruti Mr. 15. Berliner Bcbönheite•Konkurrenz. Die Tableaux werden von in K«rtiu g»- horene» Schönheiten dargestellt. Erstes Bild: Asch«udrod«l nach F. Hiddemann: Frl. Martha Kögel. Zweites Bild: Unter U-sen nach P. Thumann: Frl.*. Drittes Bild: Hoffnung nach C. v. Bodenhausen: Frl.-. Viertes Bild: Da» Wasser nach G. Gräf: Frl.—. Fünftes Bild: Lachen- d»r Himmel nach Raphael: Fräul. Elise Elsner und die übrigen vier Damen.(Die mtt*** bezeichneten Damen wünschen ungenannt zu bleiben) Reu!! alpenoeilcheu» Terzett. Auftr. des Schattenstlhoucttislen vodar Atberti, des urkomischen Kendi» und Uenman« .Bliemchen". Anfang 7t Uhr. Sonntags 6% Uhr. Billet-Vorverkauf ohne Aufgeld im„In- validendank" und Vormittags von 11—1 Üb an der Tbeaterkaffe.[80: Rettkünstlerin Miß Arn?, der mechanische Esel, sowie komische Entrees sämmtlicher Klowns rc. Sonntag, den 9. Dezember 1888, zwei große Vorstellungen, Nachmittags 4 und Abends 7; Uhr. Nachmittags 1 Kind frei Nachmittags Die goldene Flöte, komische Ballet« Pantomime. Kunze# Conceri- Hallen. Alexanderplatz(Brand Hotel). Täglich: Concert«"> Anfang 7 Uhr. Entree Jtorstellnug. Pf. Sonntags 50 Pf uata* Kunze. _ 10 3l" Zum ersten Male: Dritte Reise durch Kvauien. Farreloua Nur noch einige Tage: Potsdam und Trauerzug Kaiser Friedrichs. Untre«» Eycl. 20 Pf.. Kind nur 10 Pf. Abonn. Freunden und Bekannten, sowie einer weichen Nachbarschaft empfehle mein[726 Weiß- und Kairisch-Kierlokal. Paheuhofer u. helle» Kairisch» ff. Meihdier. W. Richter Adalbertftr: 83, Gcke Waldenrarstr. Restaurant von # mtan, Wleneratr. 81, yis-a-via vom Görlitz«» Sahnhof. Dollstäudig reuooirt,»orzug- '» Kpeife» 814 liche» Weiß- und Sairifchbie», in bekannter Gute. Allen Freunden und Bekannten empfehle mein Weiß- und Znirifchdin-Mnl mit Billard und 2 heizbaren Kegelbahnen. Johann Gnadt, Sruuueustraß« 38.[1192 jbestcht seit 1860� €n. Scharnow s älteste und leistungsfähigste Uhren- Fabrik, Berlin 8., am Moritzplatz, Oranienetrasoen-Ecke. Größer Rtew seit iseoj Weihnacht«-AvSdlrKaus. Anerkannt billigste Sefugsqurlle. Regulator-Uhren...... von 10 M. an. 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Dezember» 11 Uhr. _ Um Tische des Bundesrathes: v. Boetticher, von Marschall, v. Xylander. » Eingegangen ist die Nachweisung der gesammten «tchnungsergeb nisse für 1887, betreffend die B e» 'uftgenossenschaften. . Die erste Berathung des Gesetzes über die Alters« und Invalidenversicherung wird fortgesetzt. Abg. Dr. Kühl(natl.) dankt für die frühzeitige Veröffent« des Gesetzentwurfs. In keiner der vorliegenden Fragen »ine er solche politischer Natur erblicken; zu prüfen sei nur, «n-weit es möglich sei. den Arbeitern zu Hilfe zukommen und Met der gangbarste Weg hierzu sei. Dem Abg. Grillenbergcr >0« er entgegenhalten, daß dieser zuerst in dem Gesetze ein yWthen Wohlwollen gesunden habe, dann wollte er es Mnine abweisen und schlich lich machte er eine Reihe von Ver- Ttlttungsvolschlägen. Was den Gesetzentwurf selbst anlange, » würde, wenn man dem Wunsche des Abg. Grillenberaer M-nd die Alteisgrenze unter 60 Jahre herabsetzte, ein Zu- M von 80 pCt. nothwendiz werden. Das sei e.ne koloffale Melastung. Einige seiner Freunde meinten, es wäre zu M», od nicht der Altersversorgung die Entschädigung der Mwalidität vorzuziehen wäre. Dieser Gegenstand be« Me einer Prüfung in der Kommission, er glaube aber nicht, 2 die betreffende Ansicht Ausficht auf Erfolg haben Mr. Ebenfalls zu erwägen wäre die Gewährung einer Eni. Migung für die vorübergehende Ganzinvalidität. Die Ver> SFMig der weidlichen Personen anlangend, beweisen die in den M'ven angegebenen Zahlen, daß die weibliche Arbeit nur der Mtagang zur späteren Selbstständigkeit resp. Verheirathung sei. Sahi der weiblichen Personen, welche in den Genuß einer ??te kommen würden, sei eine sehr kleine. Man werde also müssen, ob die weiblichen Personen überhaupt in dem ??etze bleiben sollen oder ob eine Rückoergütung bei der Ver« Mhung w. einzutreten habe. Eine weitere Frage sei die �jervirung der erwordenen Rechte. Hierfür mußte vielleicht £>efeillige Versicherung weiter ausgedehnt werden, als es in A.Gesetze geschieht. Jedenfalls müßte der finanzielle Effekt Auft werden. Eine Erhöhung der Rente werde vielleicht möglich Lp" wenn andere Staaten uns auf dem sozialpolitischen Wege A*. Jetzt sei dos nicht möglich wegen ver Konkurrenz auf A Weltmarkt. Nach der Schilderung deS Abgeordneten �Menberger habe man annehmen muffen, als falle jeder Arbeiter iL, Armenpflege anheim. Zur Ehre der Arbeiter müffe er kon- Uktn. daß dtes nicht der Fall ist. In Berlin würden z. B. 28 000 Mter auf Grund dieses Gesetzes eine Rente empfangen, AkMd jetzt nur 4000 ArdeUer unter der öffentlichen Armen« Me stehen. Damit falle aber die ganze Schwarzmalerei des W- Trillenderger. In der Einführung von Lohnklassen würde er eine V-rbcfferung sehen. Die erforderliche Lohnstatistik r* R nicht für|o schwierig, da ein Analogon schon bei dem Menkaffengesetz bestehe. Den Beitrag dem Arbeiter abzu- zfflvl und Dem Arbeitgeber zwei Drittel aufzubürden, sei un« �» gegenüber dem lletnen Ardettgeder. Die Reglerungsvor- M welche dem Reiche, dem Arbeitgeber und dem Arbeiter je ? Drittel auflege, treffe nach seiner Ansicht das Richtige. Eine verstcherung gründen auf Kosten der Arbeitgeber und er allein, die öffentlichen Lasten erleichtem ohne Zuschuß .öffentlichen Mitteln wäre eine schreimde Ungerechtigkeit. ./»er ging hierauf auf die Uebergangsbestimmungen näher 2- und gab der Kommission anHeim, die Beiträge für die zehn Jahre nach der Vorlage zu akzcptiren, aber in den �Wn«sdestimmungen weiter zu gehen als es die Vorlage ££ 38« soll nun Träg« dn Versicherung sein? Seine r�be seien der Ansicht, daß durch das in der Vor« I« System unsagbare Schwierigkeiten ent» ke man sich doch einmal die Rechnung cs, d« 50 Jahre in den verschiedensten �beschäftigt war. Ein Zusammenlauf de? ganzen Risikos ��.Reichsanstalt würde hier wesentliche Erleichterungen nach i«!w*ichtungen dringen. Das sei auch eine nothwendiz« Kon« des Reichszuschuffes. Die Krankenkaffen denken sich iiC meunde nicht als Träger der Organisation, wohl aber als rjjs�utzliche Organe d« Versicherung; denn es werde zu sein, wie die Gemeindeorgane, die ohnehin bereits schon LJMIW seien, durch andere Organe zu«setzen seien. Die Ladung d« freien Hllfskassen mit diesem G-setz- würde allzu große«Schwierigkeiten machen. In der Kom» w«de geprüft weiden müssen, ob die Marken zu«setzen to�Rden und in welch« Weise das evmtuell zu geschehen b j. Die kleineren Gew«dtretdenden würden sich die Marken verschaffm können, und das würde Aergcr und s�Mh erregen. Etwas Befferrs als die Marken wisse er XbJy Zeit noch nicht;« hoffe nur, daß sich eine einfach«? namentlich für die Millionen seßhafter Arbeit« finden ?Rbk. Unfug mit den Marken fürchte« nicht, besonders * M das Zwangsarbeitsbuch daraus entstehen könnte. . o weniger würde«, wenn etwas and«es an die öes OuittungSbuchs gesetzt werden lönnte, darin eine Verbesserung sehen. Redner schloß mit dn Hoffnung, gelingen werde, einen weiteren Schritt auf dem Wege Men Friedens zu thun. kZüerÄ Nitz»(Z.): Wir stehen diesem Gesetzentwurf mit Zeitnahme gegenüber, und wenn wir in eine Kritik des- iJiJsireten, so geschieht es, um ihn so zu gestalten, daß er «Arn F.ieden mit den arbeitenden Klaffen und zum ?? Kation zu gneichen geeignet ist. Ich beabsichtige % T» Standpunkt meiner Fraktion im Einzelnen sestzu« '0tbem spreche nur in meinem Namen und für meine Gesetzentwurf bedeutet nicht eine neue Organi- Ndr � Armenpflege, sondern enthält neue Maßnahmen, »brit�Uch, um. wie Hnr Grillenbergrr will, den Antheil der ei �er nationalen Produktion zu«höhen. Mit Recht t �iten de« Bundesratbs darauf hingewiesen worden, ?d«ltz�'nd es sich bei d« Armenpflege um na Almosen Wäter �5 eine Leistung vorliegt, die auf Grund m 7, Beiträge und eines Rechtsanspruchs ge- ptvkA*; Es handelt sich auch um ganz and«e bei diesem Gesttze als bei d« Armen- „u-Onn'"�b(ge Untnsiützte giedt es ad« in Deutschland ÄktonV' wobei noch eine große Zahl von Gebrechltchm, Ä?' Hinfälligen und Schwachen eingerechnet ist. W» jfcJrSi in Dtutschland 92 Millionen an Armenuntn« während die Alters- und Jnoalidenvnfichemnz »ttt,..Mi llionen erfordert. Gestützt auf den Gedanken «otbb.,?� Gesetzes sind die Sozialdemokraten bestrebt, die 3h%g des Arbeiters zu«höhen. D« Zweck d« "Nvalidenvnfichrrung ist ad« gnade, die Prämie Si zu einem wirllich dauernden Bestandthefl des Lebensunterhalts d« Arbeiter zu machen; und wir hoffen, daß d« Unterhast und der Arbeitslohn um diese Prämien sich steigert. Wegen der NievrtgkeU der Rente darf dieselbe d« Armenpflege nicht gleich» gestellt w«den. Im großenGanzen haben wir es mitFamilienvätnn zu thun, die bei ihren Kindern wohnen, da ist eine g«inge Rente auch schon eine Wohlthat; der alte invalide Arbeiter, der eine steine Rente bezieht, wird bei seinen Kindnn, in d«en Haushalt er sich ja noch nützlich machen kann, ein willkommen« Gast sein, während er beute von einem Kinde zum and«en abge» schoben wird. Die Rente zu«höhen, wären wir übrigens gem derest, wenn wir nicht dann auch die Beiträge«höhen müßten. Der Abg. Grillend«ger meinte, die Mindestrente dürfte nicht unter 120 M. heruntergehen, und hat über die geringe Steige- rung der Rente seinen Spoit ausgegossen; die höchsten Renten würden bei dem frühzeitigen Tode der Arbeit« nur in ge- ringem Maße zur Auszahlung kommen. Aber in demselben Maße. als die Invalidenrenten nicht in Anspruch genommen find, find wir ja in der Lage, die Renten zu erhöhen. And««- seits lönnen wir nicht jetzt hohe Renten gewähren und sie nachh« heruntersetzen. Eine andere Abstufung der Renten- deiträge, a's in der Vorlage, muß all«dings stattfinden. Auf« gäbe der Verstcherung ist, das Mindestmaß des Lebensunter- Haltes dem Arbeit« zu sichern, und da da dies« nach den verschiedenen Gegenden verschieden ist, so muß die Rente sich auch verschieden bemessen. Ader auch bei diesem Standpunkt aenügt der jetzige Vorschlag noch nicht, weil der ortsübliche Tagelohn sich nicht blas nach dem Ledensunterhall, sondem auch nach Angebot und Nachfrage richtet. Die Rente muß sich also!mm« nicht blos nach den verschiedenen Gegenden, sond«n auch dem verschiedenen individuellen Verdienst d« Ar- deiter bemessen. Die Krankenverstch«ung kennt ja auch drei- fache Löhne: den individuellen Lohn, den durchschntttlichen Lohn ver Berufsllasse und den Mindestlohn. Auch in ander« Beziehung ist in der Vorlage etwas zu bureaukratisch verfahren, nämlich bei dem Begriff„Invalidität". Wir müssen Halb« und zeitweise Invalidität zulassen. Ein invalid« Arbeit« z. B., der seiner Frau spulen hllft und dabei das Mindestmaß von 150 M. verdient, würde nach der Vorlage der Jnvaliditätsrente verlustig gehen. Die Knarpschaften haben die Halbinvalidität. Der Arbeitged« ist andererseits bis jetzt geneigt, seine allen, treuen Arbeiter, die zu schweren Arbeiten unfähig geworden find, nicht zu entlassen, sond«n mst leicht«en Arbeiten zu be- fchästigen. ES würde ihm ad« nicht einfallen, sich wester mst einem solchen Arbeit« zu belästigen, wenn« weiß, daß dies« einen Anspruch auf Invalidenrente hat. Wird dagegen Halb« invalidität zugelassen, so wird der Arbeiter seine halbe Jnvaliditäts« rente beziehen und durch weitere Arbeit dieselbe vielleicht bis auf sein volles Einkommen«gänzen. Mit Einführung der Halb- inoalidstät würde also dem Arbeit« wie dem Arbeitged« ge- dient sein. Dieser Anschluß an die Krankenkassenvnstcherung fehlt absolut. Die Krankenkaffen nehmen bekanntlich invalide, halbe Kranke einfach nicht auf, um die Kassen nicht zu belasten; man hat hier immer auf Abhilfe durch die Jnoaiidengesetzgebung gehofft; die wird in d« Vorlage ad« nicht geboten. W« 13 wöchentliche Krankenunterstützung genossen hat, würde jetzt ins Freie fallen. Das ist absolut nicht angängig. WaS die Frage betrifft, wer Träger der Verstcherung fein soll, so schwärmen mir für eine Reichsanstalt gar nicht. G«ade die kleinen V«dSnde wirken wirthschaftlick sorgsam«. Die Knavvschafts- Berufsge« nossenschaft hat ihre Organisation dahin getroffen, daß sie ihren Schwerpunkt in die Sektionen legt; ihre Verwaltungslosten de- tragen deshalb auch nur 5 pCt. der Umlage. Die Frage ist speziell die: Sollten wir die Berufsgenoffenschasten bei Seite schieben od« auch zu Trägem d« neuen Organisation machen? Es find dieselben Arbeiter, dieselben Fabrikanten, dieselbe Art der Fürsorge bei d« Unfall- wie bei dcrJnvaliditSHverficherung; ferner find dieselben Funktionen zu leisten: Feststellung der Beiträge, des Unfalls bezw. d« Invalidität, Kontrole, schiedsgerichtliche Entscheidungen u. f. w. Dieselben Organe könnten in denselben Sitzungen die eine wie die and«e Frage«ledigen. Die ganze Organisation d« Berufsgenoffenschasten war ja auch ursprüng« lich mit zu dem Zweck ins Leben gerufen, um alle Aufgaben dn Arbeiierverfich�runz auf sich zu nehmen. Die geschäftliche Belastung der Berufsgenossenschaften kann nicht gegen den An- schluß angeführt werden; denn, werden sich denn geeignete Leute finden, welche neben den Geschäften d« Berufsgenoffenschast auch die Arbeiten einer neuen Organisation zu übernehmen de» reit find? Sowett üd«haupt die Berufsgenoffenschasten in der Lage waren, ein Urtheil abzugeben. D« Berufsgenoffenschafts» tag bat sich für den Anschluß d« Jnvaliditätsverstcherung an die Berrfsgenoffenschaften erklärt. Man kann allndings zu- geben, daß die B«ufsgenoffenschasten alsdann ein« Reorga» nisation bedürfen 1. dahin, drß verwandte Berufsgenoffen» schasten zusammengelegt werden, das heißt die Lasten zusammen tragen, und 2. daß mehr Dezentralisation innerhalb d« Be« misaenoffenschasten, das heißt in den unt«en Verwattungs« bezirken lokale Organe geschaffen w«den.?tur wenn die Jnvaliditätsverfichemng an die Berufsgenoffenschasten angelehnt wird, ist eine A stufuna der Beiträge möglich: dann ist eS un« geheuer einfach, die Beiträge und die Rente individuell festzu« setzen. Mit der Erhebung d« Beiträge könnte der Arbeitgeber dt traut werden, der von dem Lohne den Arbeit«» den Beitrag abzöge und am Schlüsse des Jahres mst dem eigenen Beitrage abliefnte. D« Ardest« ginge bei seinem Austritt aus seiner Beschäftigung zu seiner Gemeindebehörde, ließe die Betträge in das Ouittungs« ov« Bettragsduch eintragen, das dirett von einer Gemeinde an die and«e übertragen würde, so daß weder Arbeiter noch Arbestgeber das Buch zur Einficht«halten. Das Markensystem und das Oulllungduch wäre damit desestiat. Auf diese Weise würden auch Arbeit« und Arbeitgeber vereinigt w«- den. Dadurch unterscheidet fich unsere deutsche Arbeitergesetzgebung von der englischen, daß die Ardeiter und Arbeitgeber nicht deson« ders organisirt sind. Nichts wirkt onsöhnlicher als eine solche Ver« einigung. Sluch eine zweckmäßige Vertheilung der Belastung ist nur im Anschluß an die Berufsgenoffenschasten möglich. Nach dem vorläufigen Vorschlage fände eine Belastung einzeln«, namentlich d« landwirthschastlichen Gew«de zu Gunstin and«« statt. Ein Gefahrentarif wiederum verlangt eine sorgfältige Be« Handlung im einzelnen, so daß d« Vorzug d« Einfachheit, den das jetzige System für fich hat, wieder verloren ginge. Das Verfadren, wie es jetzt in Betreff d« Jnvaliditätserklärung ge« dacht ist, scheint mir nicht zum Ziele zu führen, da das Gut- achten der Krankenkasse nicht entscheidend sein könne, well diese Veranlassung hat, den Invaliden abzuschieben, und ebenso wenig aus dem gleichen Grunde das des Vorstandes d« VnficherungS- anstall. Es w«den hi« S-lbsto«waltungsorgane nothwendiz sein Gerade Schäffle hat hervorgehoben, daß es nothwendiz sei, die Verwaktungsbeamten bei der Feststellung der Invalidität WM-MD kommt doch darauf an, ob die Rikmse berechtigt waren od« nicht, und in sehr vielen Fällen hat das Reichsverficherungsamt ja zu Gunsten d« Versicherten entschie» den. Wir müssen diese Berufung um so mehr aufrecht er» hatten, als d« Begriff der Invalidität sehr schwankend ist. Die Berufsgenossenschaften können wir auch deshalb nicht entbehren weil nur bei einer solchen Organisation das warme Interesse für Krankheitsv«hind«ung vorhanden ist. Eine übermäßige Arbeitszeit, Sonntagsarbett, zu große Inanspruchnahme von Kindern und Frauen wirken eben auf Unfälle und Invalidität hin. Bei bemfsgenoffenschastlicher Organisation wird es sodann auch leichter sein, die Rente für die einzelnen Arbesterkategorien zu«höhen. Berufsgmoffenschafllich sind allndings zunächst nur die industriellen Betriebe und die Landwirthschaft organisirt. Eine Ausdehnung auf die handwnksmäßiaen und das Handels« gewerbe find ad« in Ausficht gestellt. Vielleicht empfiehlt es sich, mit dem Jnvalidttätsaefctz bis zum Abschluß d« Unfall« gesetzgebung zu warten. Mit dieser Dretbeit: Industrie, Land- wirthschaft, handwerksmäßige und Handelsgewerde würden wir auch schon eine gewisse Gefahrenklaffeneintheilung gegeben haben. D« einzige imponirende Gesichtspunkt des jetzigen Vorschlags ist die bureaukratische Einfachheit. Es kann ab« doch nicht die Aufgabe sein, die Sache so einfach als möglich, son- dem so gut als möglich zu machen. Mir schewt die Organi« sation umgekehrt um so deff«, je mehr Träger sie hat. Auch für die Unfallversichemng ist doch die große Zahl der Berufs- genoffenschaften geschaffen, und die Krankenv«stch«ung läßt 6 bis 7 Formen zu, und cs ist nicht darüb« geklagt worden. Was den Reichsbettrag betrifft, so hat das Zentrum bei d« Unfall« versich«ung dagegen gestimmt; es wird sich jetzt kaum and«s stellen. Für sehr gefährlich HÄt Redner den Reichsbettrag. Auf» gebracht w«de d«selde doch selbstverständlich durch Steuem, und wer zahle dieselben— namentlich bei dem jetzigen indirekten Steuersystem? Die breiten Massen des Volkes! Zur«sten Ein» richtung wolle n fich den Reichsbettrag gefallen laffen, zur Ent« lastung derjenigen Ardeiter, die unv:rmö,end seien, Bei« träge zu zahlen. Ab« als ständigen Zuschuß müffe er den Reichsbettrag v«werfen. Ebenso verwerfe er die Kapitalsansammlung auf dem Wege des Anlageverfahrens. Die Arbeit« würden dadurch zu Gunsten der Zukunft belastet. Das sei um so wenig« angebracht, als die Arbeit« in Zukunft, wenn sie den Segm dies« ganzen Vnfichnung kennen gelernt haben würden, viel mehr als jetzt berest fein würden, Beiträge zu zahlen. Auch die Verweigerung der Rück- Vergütung von Besträgen an Ausscheivende, besonders weibliche, sei eine Härte, die ausgeglichen werden müffe. Auch der Wieder- eintritt Ausgeschiedener dürfe nicht drdurch erschwert werden, daß man denselben zumuthe, die ausgefallenen Beiträge auch der Arbeitged« nachzuzahlen. Er wiederhole schließlich die B«eU« willigkest des Zentrums, daran mitzuwirken, für den sozialen Frieden, für die Versöhnung d« arbeitenden Klaffen neue Grundlagen zu gewinnen. Abg.*>. Helldorf(kons.) stimmt diesem neuesten sozial« politischen Schritt grundsätzlich zu. Im einzelnen finde er im Gegensatz zum Vorredn« namentlich auch den Reichsbettrag als durchaus gerechtfertigt, denn das Reich habe ein Jntensse daran, für den wirthschaftlich Schwachm einzutreten. Wenn Vorredner unt« Hinweis auf die indirette Steuerpolitik den Reichsbettrag »«werfe, so stelle fich derselbe in Widerspruch zu der ganzen Witthschaftspolitik des Zentrums. Die(von Grillenberg« und Hitze gewünschte) Einbeziehung von Wittwen und Waisen in das Gesetz würde zu große Mittel in Anspruch nehmen. Mit einer Rücko«gütung gezahlter Besträge an Ausgeschiedene könne er unter gewissen V'-rhättniff-n einverstanden sein. Von dem Marken- wesen und Quittungsbuch erwarte er keine Unzuträglichkeitcn für die Arbeit«. WaS die Frage betreffe, ob Umlage« oder Deckungs» Verfahren, so hatte er für seine Person das Deckungsverfabren für das Richtigere. Ad« viele seiner Freunde feien darüber abweichend« Meinung. Bedenklich würde auch ihm, d« er für das Deckungsverfahren sei, die Ansammlung des gefammten Kapitals in einer Hand«scheinen, deshalb sei« gegen nur eine Versicherungsanstalt. Keinesfalls halte« die Berufsgenoffenschasten für geeignete Träg« dieser V.-rstcherung. Abg. Kchrader(dfr.): Der Entwurf, d« uns vorliegt, ist in wesentlichen Puntten ein ganz and«er, als der früh« publi- ziite. Meine Aufgabe wird es zunächst sein, auf dem Boden dies« Vorlage und unter V«meidung prinzipiell« Ecört«ungen zu prüfen, od d« Zweck der Vorlage auf diesem Wege«reicht w«den kann und eventuell wie wert. Ich muß dann einige all- gemeine Gestchtspunkte h«vorheben, auf welche man zu meinem großen Erstaunen bisher hier nicht gekommen ist. Eine Vor- tage von so weit greifender sozial« und polstisch« Bedeutung wie diese, hätte wohl v«dient, auf ihre voraussichtlichen Wir- kungm näher geprüft zu werden. Es kann nicht genügen, nur zu sagen, wir wollen die sozialen Zustände dess«n, und wir hoffen, daß dies Gesetz sie bessern wird. Nur darauf ist schon richttger Weise hingewiesen worden, daß man große Klaffen zur Versicherung heranziehen muß, die später doch keinen Vor- theil von ihr haben, nämlich solche Arbeit«, die spät« in ein seldstständiges Erwerbsledm übergehen, und die Frauen, die durch ihre V«heirathung fich« gestellt werden. Das für diesen Fall vorgeschlagene Hilfsmittel ad« ist ein sehr zweifelhaftes, denn die Zahlung des dreifachen Beitrages, wie cs jetzt geford«t wird, ist für die große Mehrzahl der hi« in Betracht kommenden Personen unwahrscheinlich od« ganz unmöglich. Eine Rückzahlung d« Beiträge in größerer Zahl würde einen so erheblichen finanziellen Effekt haben, daß mir d« ganze Bor« schlag sehr zweifelhaft«scheint. Für die Berechnung d« Rente selbst fehlt es uns durchaus an sicheren Unt«lagen. Deshalb wird man bei Bcmeffun, d« Renten und Beiträge sehr vorsichtig sein müssen. Ich möchte den Reichstag warnen, über das hinauszugehen, was die verbündeten Regierungen für zulässig hatten, denn diese könnten ihm im Falle ein« Kalamität den Vorwurf machen, warum er nicht bei den vorgeschlagenen Sätzen stehen geblieben sei. Wir rechnen jetzt mst gunstraen Verhältniffen. Ab« denken Sie nur an die 70« Jahre. Würden Sie damals der J idustrie und den Arbeitern gleiche Opf« zugemuthet haben? Hierbei kommt noch die Altersgrenze in Betracht. Wenn die Rente«st im 70. Jahre gewahrt wird, dann ist die Altersgrenze nicht von großer Bedeutung, sie wird es ab«, sobald man die Alters- grenze herabzieht. Dann wird die Belastung eine nhedlich größere. Bei d« Berechnung d« Renten und Beiträge soll.n die Ortsklassen zu Grunde gelegt w«den. Ich halte die Be« Messung nach den Jndividuallöhnm für durchaus richtig. Ad« die Durchführung dieses Gedankens würde die ganze Organi« sation für die Arbeitgeb« und Arbeit« so«schweren, daß ich mir wohl denken kann, daß man Bedenken trägt, eine an sich richtigere Einrichtung zur Ausführung zu bringen. Die Sätze, welche der Ardeiter beziehen soll, sind so niedrig demeffen, daß der Ardeiter in den meisten Fällen damit nicht ausreichen wird. 33'/, od« 20 Pf. können selbstverständlich nur ein Zu- schuß sein. Ei handelt sich ab» keineswegs blos um den ein« zelnen Arbeit«. Eine ganze Reihe von Arbeitern wird in einem Alter invalide, in welchem ihnen noch die Sorge für ihre Fa» misten obliegt, wie sollen sie da mst 100—120 M. eine mehr« kSpfige Familie emöbten? In der ersten Zett soll die Rente sogar unter diesem Satz bleiden. Bei der Frau ist die Rente gar noib niedriger. Selbst bei einer höheren Rente wird der« jenige Arbeiter, der nur auf sie angewiesen ist, vor der Armen« pflege nicht zu schützen sein. Mit dem Augenblick aber, wo die Annenvflege hinzutritt, ist jeder Vortheil dieses Gesetzes für den Arbeiter verlorm, denn die Rente geht dann an die Armen- Verwaltung und der Arbeiter steht unter der doppelten Kontrole der Armenpflege und der Invalidenversicherung. Der Arbeiter soll nun erst dann zum Empfange der Invalid, tätsrente bercch. tigt sein, wenn seine Erwerbsunfähigleit nachgewiesen ist. Ein objektives Merkmal aber, daß der Arbeiter so erwerbsunfähig ist, daß er die Mmimalrente von 72 M. nicht mehr verdient, dürste schwer zu sinken sein. Es kommt da ganz aus die lokalen Erwerbs vcrhällmffe an. Es können nun Fälle vorkommen, welche dem Arbeiter sehr nachthellig find. Die Arbeitgeber können Veranlassung haben, die Arbeiter für invalide zu er- klären, um sie los zu werden oder um dillige Arbeitskräfte zu bekommen. Der erste Fall ist vielleicht nicht selten. Gerade die Unfallversicherung fuhrt jetzt sehr viele Arbei'geder dazu, die Verwendung von weniger qualiflzirten Arbeitern zu ver- meiden, well sonst viele Arbeiter einer Unfallgefahr außerordent- lich ausgesetzt find. J.tzt ist die Möglichkeit, daß viele Arbeit- ruber, die bisher aus Humanität sich enthalten haben, ihre Arbeiter zu enllaffen, den Arbeller viel früher für invalide er- klären, als es diesem erwünscht ist. Dazu kommt, daß die Bestrebungen. welche jetzt für die Alters. und Jnvalidenver« ficherung der Arbeller von Vereinen im Werke find, sehr leicht einen Stillstand erleiden tönnm. Diese Kaffen haben aber erheblich günstigere Bestimmungen und können ste haben als eine allgemeine JnvalidUätsoersorgung ste haben kann. Um den Reichszuschuß zu decken, werden wir von neuem ge- nöthigt sein, die Steuern zu erhöhen, und zwar die indirekten, denn zu einer diretten Einkommensteuer für die wohlhabenden Klaffen würden Regierungen und Reichstag stch doch wohl nicht verstehen. Nationalliberale und Konservative haben fich früher entschieden gegen den Reichszuschuß erklärt, und derselbe wurde denn auch abgelehnt; damals führte ein konservativer Redner aus, es sei gar nicht»leichgi.'tig, ob die Unterstützung den Charakter einer Armenpflege oder der Sclbsthllfe habe,(hört, hört! links.) Wenn man die Arbeller von Jugend an gewöhne, fich nicht auf ihre eigene Kraft zu verlaffm, sondern auf den Staat, dann dürfe man sich nicht wundern, daß er nichts leisten könne oder wolle.(Abg. Rickrrt: Das ist ja de: reine Manchester- mann!) Dieser Redner war der jetzige Vertreter der verbündeten Regierungen, Herr v. Marschall!(hört! hört! Heiterkell links.) Diese prinzipiellen Bedenken existrren jetzt nur noch beim Zen- trum. Die Frage, inwieweit der Ardeiter oder der Arbellgeber den Beitrag zu zahlen hat, wird allerdings eine Frage des einzelnen Falles sein. Im Großen und Ganzen wir der Arbell- aeber die Last auf dm Arbeller abwälzen, und zwar gerade der Großindustrielle. Wer Taufende von Mark an Beiträgen zu zahlen hat, wird leicht in die Lage kommen, von den ArdeUem durch Ermäßigung der Lözne diese Beiträge wieder einzuziehen. Die Arbeiter find nicht stark und organifirt genug, um dies von sich abzuwehren. Das QulltungSduch ist, wie die Konstmltion des Gesetzes nun einmal ist, immer noch der bequemste und sicherste Weg. Die Ausstellung separater Qullwngm und die Führung von Konten ist sehr gut in lleinm, beschränken Ver- hältniffen und bei destimmten Arbeiterklaffen. Bei einer so großm allgemeinen Versicherung werden aber Ardeiter und Ardertgeber viel schwerer auslommm und die Gefahr des Verlustes einzelner Quittungen noch größer sein, aber ich bin weit entfernt, daß das Quittungsauch empfehlen«» werth sei aus anderen Gründm. Wenn ein Mißbrauch mit demselben befürchtet wird, so sind gerade die Parteien daran schuld, welche stets für die Ärbeilsdücher eingenommen waren. Stach den Erfahrungen, die mit diesen gemacht find, kann man dem Ai bester es nicht verdenken, wenn er fürchtet, daß Sie es mit dem Qulltungsduch so machen werden, wie ste es mit dem Arbeitsbuch woMen. Es dedurfte nicht sozialdemo- kratischer Versammlungen, um gegen das Qulltungsduch aufzu- regen, sondern die Aufregung war berells vorhanden. Merk- würdtgerweise hat zu Gunsten dieses Gesetz, s, das zum Besten der Ardeiter sein soll, keine einzige Ardeiterversammlung einen Beschluß gefaßt.(Sehr wahr!) Das zeigt das Mißtrauen der Arbeller gegen diese Gesetzgebung. Allerdings haben die ver- bündeten Regierungen stck-er nicht die Abficht gehabt, mit dem QuMungsduch ein Arbeitsbuch einzuführen, aber eine andere Frage ist, ob nicht dieses Buch dennoch einen solchen Dienst erfüllen kann. Sicherlich weist das Quillungs- buch wenigstens nach, bei welchem Arbellgeber ein Arbeller gearbeitet hat. Es muß doch irgendwie kontrolllt werden, daß die Marken richtig entwerthet find, und deshalb muß mit Namen bezeichnet wer dm, in weffm Händm ste gewesm find. Das ist schon im Volkswirthschaftsrath für nothwendig erklärt worden. Jever folgende Arbellgedir wird also sehen, wo der Arbeiter früher gewesm ist, od». B. in einer Fabrik, wo ein Streik stattgefunden bat. Außerdem ist auch die Eintragung kleiner Zeickm in das Qulltungsduch möglich. Es ist wünschms- we'th, daß dieser Uedelstand in irgmd einer Weise befestigt wird. Wenn es möglich ist, das Qulltungsbuch in die Hände der K-ankenkaff-n zu legm, möge man es thun, aber das ist schwierig, weil wir keine allgemeine Krankenlaffmorgantlation haben. Dieselben müßten also etnhellltch zusammengeschloffen werden, und das wäre mir nicht wünschenswerth. Ich bin derell, Befferungsvorschläge anzunehmen, aber für die bis jetzt gemachten kann ich mich nicht erwärmen, denn sie erweisen sich nicht als prakrisch. Ich bin auch der Meinung der Regierung, daß die Uedertragung der Verficherungsarbeit auf die Be- rufsgenoffenschaftm nicht zweckmäßig sein würde. Ich glaube auch nicht, daß dieseL Haus die BerufSgmoffmschaftm wieder in das Gesetz hineinbringm werde, auch nicht, wmn die Regte« runa es thun wollte, umsoweniger. da die Berufsgmoffm- schatten nicht gmeigt find, die neue Arbell zu übernehmen. Die neue von den verdundetm Regierungm vorgeschlagene£ cgani- sation hat im Hause wenig Freunde gefunden. Sicher ist fie auch unliebsam, denn fie schiebt wieder ein neu.s Med in daS Veeficheru gswesen ein und erschwett den anderen Gliedern das Ledm. Die anderen Vorschläge haben kaum geringere Schwierig- kellen. Es ist wieder die allgemeine Retchsverficherungsanstalt in dm Vordergrund gestellt worden. Wmn die Regierung auf eine Reichsanstatt eingehen sollte, müßte ein viel stärkerer Druck aus d-m Hause kommen, als vorhanden»st. Eine so ausgedehnte Rerchsoerficherungsanstall würde zu einer großen Kom- vlizirung führen. Der Gedanke ist sehr schön, aber wenn das Rerch finanziell und politisch bei dieser Anstatt engagirt wäre, würde es es einen sehr großen Einfluß auf die unteren Organe ausüben, es würde zur Komplizllung der Geschäfte, zu großen Schreidardellen und Hemmung der unteren Organe fuhrm. Ein anderer Gedanke ist der, mit der ganzen disherigm Organi- sation reine Bahn zu machen und Kranken, Unfall-, Alters- und Invalidenversicherung zusammen in eine Organisation zu drinom. Gewiß würde diese Organisation leichter«bellen und die Feidionen zwischm den einzelnen Gliedern des Versiehe- ZMI-UMH den. Da wäre es noch viel einfacher, dmch Staatsorgane über- Haupt das Ganze zu machen, wre d e Sozialdemokraten es wollen, und wie die Beamten jeden Arbeller zum Staatspen- stonär zu machen. Dieser Weg der Sozraldemokcaten ist daS schließliche Resultat dieser Art von Verficherung. Sie wird für den Arbeller nicht viel leisten, und was ste leistet, wird der Ar- Keller selbst bezahlen. Das wird nicht zum sozialm Frieden bei- tragen. Alle diese Bedenken müßten aber zurückgestellt werden, wenn der große Erfolg, dm man fich verspricht, wirklich kommen könnte, wmn das Resultat wirklich sein würde, daß der soziale Friede hergestellt oder wmigstens angebahnt würde. Ich bezweifle dieses Resultat. Wird damit Zufriedenheit erreicht, daß man dem Unzufrieden m verbricht, ihm aus den Mitteln Anderer zu Hilfe zu kommen? Es ist vielmehr eine Prämie auf die Unzufriedenheit, wenn man ihnen entgegenkommt. Wenn man dem Arbeiter immer sagt: es ist nichts für Dich geschehen, wird dann der Arbeiter bescheidener sein, als andere Berufszweigc? Hat die große Liebe für die Landwltthschaft, hat die Schutzzollpolitik dahin geführt, daß die Landwirthschaft und die Industrie zufrieden find?(Widerspruch rechts.) Nein, die Zölle find Ihnen noch immer nicht hoch ge- nug. Wollen Sie es dem Arbeller verdenken, wenn er eben- falls zu immer neuen Forderungen schreitet? Wenn Sie eine durch Gesetz verändrrliche Rente festsetzen— wie wollen Sie es vermeiden, daß die Klaffen, welche an der Erhöhung der Rente ein Interesse haben, bei dm Wahlm immer wieder die Rentenerhöhung als Schlagwort de« nutzen? Zu diesem schlimmen Weg führt unsere hmtige Sozialpolllik, indem wir immer Zusagen machen, die wir nach- her nicht voll erfüllen können. Mir ist aufgefallen, daß Herr v. Bmnigsm von England Sukkurs erwartete, zur Niederhal« tung der sozialvemokratischm Bewegung. Ich komme auf Eng« land nur, weil es Herr v. Bennigsen neulich berührt hat, sonst würde ich es nicht tbun, well man es mir übel nehmen könnte. Die Verhältnisse in England find nicht durch Zwangs- und Aus- nabmegesetze herbeigeführt, sondern da ist gerade der entgegen- gesetzte Rechtszustand. Vielleicht werden Sie doch ndch den Weg des allgemeinen Vcrficherungszwanges verlaffm. Od die anderen Wege ebenso schnell zum Ziele führen, weiß ich zwar selbst nicht; jedenfalls aber wird das Interesse der Ar- bester Keffer von ihnen selbst wahrgenommm werden. Auf so« zialem Gebiete ist nichts falscher, a!s zu glauben, daß nur ein Mittel anwendbar ist. Man muß auf die allerentschiedenste Weise den allerentschiedensten Verbältniffen gerecht zu sein suchen: durch die Förderung des Erwerbes von Grund und Boden und des Erwerbes von Häusern, durch die Begründung von eigenen Kassen u. s. w. So werden Sie viel mehr leisten, selbst wenn eine Staatsbehörde auch hier nicht zu vermeiden ist. Vielleicht ist es nickt unmöglich, daß wir gemeinsam den Weg der Selbsthilfe einschlagm.(Beifall links.) Abg. Lenschner(Reickspartei, Eisleben) hat die Vorlage der Regierung zu einer Brochüre verardcllet, mit deren Verlesung er das Haus ermüdete. Um 4h Uhr wird die wellere Berathung bis Montag 12 Uhr vertagt. Zur Berathung ist außerdem gestellt der Gesetzentwurf, betreffend die Vorarbellen für das National- denlmal für Kaiser Wilhelm 1. Lokales. In Kezng auf die Verbreiterung der Friedrich- straffe ist vom Kaiser an dm Magisttat ein Schreibm ringe- gangen, dmch welches die Genehmigung zur Anlage einer Pferdedahn in der Friedrich st raße über die Linden hinweg abgelehnt wird, da die pro- jettirte Breite doch für dm vorhandenen Verkehr zu gering sei. Es würde jedoch der Ueberschreitung der Linden mittelst der Pferdebahn an einer anderen Stelle derselben vorausfichtlich nichts im Wege stchm und würden dicserhald neue Projekte vorzulegen sein. Wie Kapital entsteht. Ein amerikanisches Ardellerblatt giedt hierüder folgende leichtfaßliche Erllärung: Lmte, die„zu etwas gekommen", pflegen gewöhnlich zu sagen, daß fie fich daS ihrige„erspart" oder„zusammengespart" habm; daß, wer nicht „spart, auch zu nichts kommen kann. Richtig ist zuweilen das eine, daß Manche die ersten paar Thaler, welche die Grundlage Sj ihrem späteren Kapital gebildet haben,„ersparten", unrichtig t aber, daß reiche Leute ihr„Kapitql"„erspatt"haben. Wenn du von 1000 Tblr. jährlichen Einkommens 200 Thlr. zurücklegst, so find die 200 Thlr., als Depositum in der Bank, oder in Börsenpapieren angelegt, wohl ein Eriparniß, aber kein Kapllal; und selbst wenn du jedes Jahr 200 Thlr. zu deinen ersten Er- spatniffm hinzulegst und die Summe durch ZinS und Zinseszins in etlichm Jahren auf 2000 Thlr. steigt, so ist dein Geld immernoch lange kein„Kapital". Kaufst du aber von dm erstgespaftm 200 Thlr. vier Ardeitsinsttumente, sagen wir, vier Nähmaschinen und stellst an jede Maschine einen Mann hin, um in deinem Auf« trage gegen Lohn zu arbeiten, so habm fich deine 200 Thaler plätzlich in Kapital verwandett, welchem die Eigenschaft inne- wohnt, Kapttal wieder zu erzeugen. Wie geht das zu? Die von dir deschäfttgten Leute haben dir für den ausdedungmen Lohn(gleichviel ob Tag- oder Stücklohn) ein gewiffes Quantum Arbeit zu liefern. Wmn dieses Quantum Arbeit nur so viel werth wäre, wie der ausbedungme Lohn, hättest du kein Jnter« esse, die Lmte zu beschästigen; jeder also, der von dir einm Thaler Arbeitslohn erhält, muß dir Arbeit liefern, welche mehr als einen Thaler werth ist. Du legst z. B. deinem Ardeiter einm Stoff hin, den er verardetten soll; der Stoff habe zwei Thaler gekostet: für die Zuthaten, inkl. Bmutzung und Ab- Nutzung der Maschine auf einm Tag rechnest du t Thtt., für Miethe und Licht ebenfalls k Thlr. Das wären 3 Thlr.: nun kommt der Arbeitslohn von 1 Thtt. hinzu; so daß dich das fertige Stück Waare 4 Thlr. kosten würde. Wmn du nun daffelde bald für 5 Tblr. verkaufst, so ist die Differenz(der Unterschied) zwischm den Herstellungskosten(Pro- duttionskostm) und dem Verkaufswerth(Markwerth) 1 Thlr. Dieser 1 Thlr., den wir„Mehrwerth" der Arbeit über den ge. zahlten Arbettslohn nennen, bildet die Grundlage des späteren Reichthums, wmn du jene Operation fortsetzest und vervielfachst, statt vier Ardetter vierzig und mehr beschäftigst. An dem einm Thaler, den du am ersten Tage deines Etabliffemmts dmch die Ardett eines Einzigen verdient hast, bist du»war nicht reich ge- worden, jener 1 Thlr. hat dir aber einen Wink gegeben, au» der 1 eine 100 zu machen, sobald die Umstände es gestatten, nämlich statt eines Arbeiter» womöglich hundert zu beschäftigen. Das ist das ganze Geheimniß der Kapttaldildung. Das Kapital entsteht, wie wir sehm, mcht dmch die ausschließliche Arbeit oder gar das Genie des Kapitalistm, sondem durch die von ihm bezahlte fremde Ardett. Je mehr fremde Ardett der Kapitalist in seine Dienste zieht, desto größer ist der„Mehrwerth", dm er aus der gemietheten oder gekauften Arbeitskraft herausschlägt. Der Kapitalist mag unter Umständen„mitarbeiten" oder mag einm Geschäftsführer miethen oder kaufen, das ändert an dem Resultat und defsm Entstehung nichts. Die Hauptsache ist, daß der Ärdettgeder die Waare nicht ohne ftemde Arbeit herstellen kann, und daß ledig- lich diese Ardett anderer die RohproduKe in eine Markwaare verwandett, welche einen höheren Marttwerth hat, als das Roh- produk und der Arbeitslohn zusammen ausmachen. Der Ar« deiter, welcher 1 Thlr. den Tag erhält, liefert nicht für 1 Thlr. Ardett, sondem viel mehr als daS, und diese überschüssige Arbeit bildet die Quelle des Reichthums für den Kapitalisten, d. h. dm Ardetter. Wenn nun der durch fremde Arbeit Reichgewor« dene sagt, er habe„gespart" und„sesammett", so ist das wohl in gewisser, aber nicht in jeder Beziehung richtig. Er hat„gespart" und„gesammett", was andere erarbeitet haben. Das ist kein Kunststück. Di» Uertheiltma der Pramir**# P-fidiebstahl hat, wie man hört, in Postkreisen überrascht, tnsofem, als man hier erwartete, daß auch der Postbeamte, Iwelcher zuerst auf die Spur Schröder'S hinlenkte, bedacht werden würde. Derselbe war dekanntttch auf die große Nase des Diebes aufmerksam ge« wordm, und ohne dieses gewichttge„Indizium" wäre es da Polizei wohl schwer geworden, so schnell die Schuldigen nedß dm gestohlenen Werthen zur Stelle zu schaffen. Ziichtsdeßo- weniger ist jener Beamte völlig leer ausgegangen, wie überhaupt außer dm Polizeideamten hier in Berlin kein dritter einen Tbeil der Prämie erhalten hat. In Hamburg dürften bei der Ver- theilung durch das dortige Präsidium auch einige Privatpersonen bedaedt worden sein. Inzwischen hat die Oderxostdirevion schon eine ganze Reib« von Vorsichtsmaßregeln angeordnet, um eine Wiederholung des Gaunerstreiches zu verhindem. Die Fenster, welche von der Hintertreppe nach der Kleinen Poststraße führen und den Spitz- dubm dm Kopp so erleichterten, werden mtt so engen Wen- traillen versehen, daß es in Zukunft absolut unmöglich ist, einen Beutel oder irgend einen anderen Gegenstand auf diesem Wege auf die Straße zu befördern. Dagegen ließ fich Mangels Raum die Abficht nicht durchführen, die anfahrenden Kariris und Postwagen so zu isolirm, daß kein Unbefugter in ihre Nähe gelangen kann. Indessen ist die Wachsamkeit bei der Ab- und Annahme entsprechmd verschärft wordm. In Zukunft dürste fich also ein Streich nach dem alten Muster nicht mehr aus- führen laffen. D«r Warnung. Vielfache Anzeigm find bei der hiefiM Staatsanwaltschaft gegen eine in Paris ansässige Schwinller- bände eingelaufen, welche in Berliner und auswärtigen BWera fast täglich vielversprechende Anzeigen veröffentlicht, in de«« allerlei pikante Dinge» besonders aber Bücher und Photogrovhie» angepriesen werdm. Viele Personen, die darauf hineinfiele». erhiettm von Paris aus einen bombastischen Prospekt mtt de» genauen Katalog der zu unglaublich themen Preisen angeboten«» Bücher rc. Wer aber vorher das Geld einsendet, der bekomm eine vier Quartsetten starke Rekle me, die mit irgmd welche» ltterarischen Kohl bedruckt ist, etwa im Werthe der Zehnpfemüs' Kouvleilieder, die auf der Stoße ausgeboten werden. Viele Einsender— und das ist wohl die überwiegende Zahl— halten auf ihre Geldsendungm überhaupt keine Antwort. Thüringisch« Glasbläser find in letzter Zeit in größerer Anzahl zu dauerndem Aufenthalt nach Berlin gekommen. Erweiterung der elektrischen Beleuchtung und die damit dundene Massenfabrikation von Glühlampen hat diese Lcv» hierher gezogen. Als die elektrische Beleuchtung noch in de« ersten Anfangsstadien fich befand, bezog man die Lamom verschiedenen Glashütten Thüringens. Die Umständlichlett u«J die durch den Transport veranlaßte Vertheuemng destinuch jedoch die Letter der hiesigen elektrischen Beleuchtung, zurät» einige jüngere Glasbläser nach Berlin kommen zu laffm. dem fich diese hier häuslich eingerichtet hatten, folgtm W? ganze Familien nach, um stch hier eine neue und voraus silbtm« dauernde Existenz zu gründen. Namentlich sind für die au meinen Elettrizitätswerke mehrere Thüringer Glasbläser nur Herstellung der kleinm Glühlampen engagirt...„ An- der„besten" der Welte«. Entsetzliches zeigte stch heute in aller Frühe den Paffanten an der Sk# Nm Kölln am Waffer. Hier lag, nur dürftig gekleidet, mit ri aehärmtem Gesicht, erstarrt von Kätte und Frost, ein«*e» Weib bewußtlos an der Erde. Vor Hunger mtkräftet, war»e Unglückliche hier zusammengebrochen. Ein palrouillirevv» Schutzmann brachte die Unbekannte nach der Königlichen Cheuuee, woselbst ihr sofort sorgfältige Pflege zu Thett wurde; vock# das Bewußtsein noch nicht zurückaekehrt. Konntag Nachmittag 5 Uhr veranstaltet der Gesa»? verein Brunonia unter Leitung seines Dirigenten Hnj» Schulken in Keller» Festsaal, Ändreasstt. 21, ein großes Bokab und Jnstmmental-Konzert, unter Mitwirkung der Hauslap«»- des Ballettänzerpaares Geschwister Nosrer und des Gef## Humoristen Herrn Schleuß. Nach dem uns vorliegenden äramm verspricht der Abend ein sehr genußreicher zu»%% Nach dem Konzert findet ein Tanzkiänzchen statt. BcUe» b 30 Pf. find in den mtt Plakaten delegten ZigarrenhandlunZ" zu haben. � polizeibericht. Als der Maurer Hoffmann am 4 d. Nachmittags, auf einem Gerüst unter dem Dache des neuerdame» Spirttusspeichers auf dem Grundstück Warschauerstraße UrL beschäftigt war, stieß er mtt dem Kopf derartig gegen(% eisernen Träger des Dachoerdandes, daß er das Gleichgew�-. verlor und etwa 14 Meter tief in den Speicherraum hinrij» Er erlitt hierbei einen Bruch des linken Armes und eine letzung der Ziase, so daß er nach dem Krankenhause? Friedlichshain gebracht werden mußte.— Am 6. d. Morgens, versuchte ein Zimmermann am Humdoldthain, dem Humboldt-Denkmal, seinem Leben durch Vergiftung eni»� Zuckersäure ein Ende zu machen. Obgleich er dadurch nicht � dedeutende innerliche Verletzungen erlitt, vermochte er st®»> nach seiner Wohnung in der Avolfstr. zu begeben, mußte le°°. auf ärztliche Anordnung nach der Cbaritee gebracht werden. mittags wurde ein 7 Jahre altes Maschen vor dem Hause K�" straße 60 von einem leeren Geschäftswazen überfahren u»t>„ litt anscheinend innerliche Verletzungen.— Um dieselbe 3 wurde ein Handelsmann in der elterlichen Wohnung J» fin Bücklerstraße erhängt vorgefunden.— Abends wollte � 12 Iahe atter Knabe vor dem Hause Stallschreiberstraß: 34�. auf einen mtt Fäffern beladenen Wagen springen, si« � dabei wieder herab und gerieth unter das Hinterrad, so eine Quetschung des rechten Unterschenkels erlitt und>wA � Charttee gebracht werden mußte.— Als um dieselbe Zeu» auf dem Schiefischen Bahnhof bei dem Restourateur im v*1' befindliche Hausdiener Meyer fich nach dem BahnsteM geben wollte, wurde er von zwei unbekannten jungen Man» � anscheinend sogenannten Zuhältern, muthwilliger Werse rannt und demnächst obne jede weitere V-ranlossung mit» � Messer in den linken Oberschenkel gestochen. Die Thäter kamen leider. Gerichts-Zeitnng.... Weg«» Verbreitnug von Druckschriften ohne licke Genehmigung standen gestern die Herren Tischler Hoffmann, Stuckateur Georg Braun, Uhrmacher Julius Buchbinder Otto Galle und Stellmacher Carl Böhm»».„m ersten Strafkammer des Landgerichts 1. Es handelte n» y die VerbÄtung de« Flugblattes, in welchem die soMv�z ttatrsche Partei zur Wahl des Gastwirths Herrn Tea®»M- Stadtverordneter aufforderte. Die Angeklagten, die bei der � thrilung der Blatter betroffen wurden, entschuldigten Hauptverhandlung damit, daß fie von dem in Frage komme A Verbot keine Kenntniß gehabt und mtt Ausnahme des Ruger, der eine hervorragende Thäliglett entwickelt have- � und deshalb zu einer Woche Gefängniß verurihrilt wurde, den ste mit einer Geldstrafe von je 20 M. deleat.«mb- «w Kchö»»b«rg«r Willi-uä- vor �Äfegnet* wald ist der Name jenes mit Glücksgütern retch �ies� Schoneberger Ackerburgers. welcher wegen wiederhol e»� ß* stahlS vor der zwetten Strafkammer des Landgerichts � verantworten mußte. Die Anklage warf ihm vor, raß» itta. Jahren 1885 bis zum April 1888 dem Fuhib«rn deffen verstorbenen Vater aus einer auf dem Grundstua �,nv ttoiponii Mtgniß hkori, N Kurz eine Falle eines Tages meinschastlich zur" Hälfte benutzte', dieBrettcr wand derart losgelöst warm, daß ein Mann bequem»u** v- �«fdewahrten Heuvonäthen stch Zugana verscbaffen könnt». höhnisch geworven, beauftragte Herr Kur, seinen Stall« !£n, stch an dem dezeichneten Orte auf die Lauer zu legen. N«ad zweier Tage lieh stch niemand dort sehen, am dritten Tage �betrat Buchwald den Verschlag des K., indem er ein «Brett der Zwischenwand zur Seite schob; er war nicht Mich erbaut, als ihm der wachsame Stallmann aus seinem Erhalt plötzlich mit der vielsagenden Frage entaegentrat: «ru. wat is denn hier los!* Verlegen stammelte Buchwald, Miabe nur einmal nachsehen wollen, od seine Milchkanne hinter «verschlage stch befände", und schleunigst entfernte er stch. Kurz hatte schon öfter ein unerklärliches Schwinden � heu-, Stroh« und Milchvorräthe wahrgenommen; die JjJ«n eines seiner Kutscher und des bei Buchwald gewesenen welche Beide wahrgenommen, dah Buchwald wiederholt 'Heu gefüllte väcke aus dem Kurz'schen Vorrathsraum ge- hatten eine Anzeige gegen Buchwald wegen Diebstahls Im gestrigen Audienztermin versuchte der Ange- lP«, dem Gerichtshof mit seiner angeboren Bauernllugheit zu Mirena u. A. behauptete er, daß die Säcke nicht mit Heu, mit Kleie gefüllt gewesen seien, er habe nur mit Heu cr«>chn, welche die Säcke gehabt, zugestopft. Dem Gerichts- "ueponirte dieser Einwand keineswegs, vielmehr wurde der gW Diebstahls bereits vor Iahren vorbestrafte Angeklagte des Mabls in zwei Fällen für schuldig erachtet und zu 6 Wochen �vriß veturtheilt._ IttfiKf«it* Kersa««w«WM. . Et«« groß« öffentlich»?ischlerveesam«lnng tagte Dezember, Abends, im Lokale Sanssouci, Kottbuserstr. 4a, 7! dein Vorfitze der Herren Winter und Millarg mit folgen« �rgesordnimg: 1. Abrechnung der am 9. April d. I." TT C— Vi.- ff aw SU tyt 4 �«Ordnung: 1. Abrechnung der am 9 April d. I. ge. Kommisston über die freiwillig gesammelten Beiträge LZM Lihnlampf gewesenen Kollegen der Städte Solingen, (j?*»adf und Hamburg. Referent herr haseloph. 2. Bericht .Ujjv Tbätigkeit der Kommisston und MandatSniedcrlegung Referent Herr Schmidt. 3. Wie stellen stch die hrvJ/oalins zu dem in diesem Jahre in Braunschweig statt» allgemeinen deutschen Tischlerkongreß? Referent Zum e'sten Punkt der Tagesordnung erhielt Herr das Wort zu seinem Kastendertcht. Er führte unter tjjjw an. daß die Einnahme stch folgendermaßen gestaltet V Ä. Vereinnahmt durch Listen 4677 M.; b) durch ein- Verträge aus verschiedenen Werkstätten 53 Mark i>wMtoe; c) Einnahme durch Tellersommlung in fünf Tischlerversammlungen 167 M. 68 Pf. In Summa h 38 Pf. Die AuSgabe detru�dem gegenüber 4705 JJl. daß ein Bestand von 192 Ä. 68 Pf. verbleibt. Der Mrde, da alles in bester Ordnung geführt war, von jyffisown bestätigt. Bis auf einige Ästen, derm Inhaber bekannt gemacht worden find, welche entweder anged» ü�uoren gegangen oder durch die Polizeibehörde deschlag- �Worden, ist alles da. Hierauf wurde Herrn Haseloph Decharge erthellt. Darauf wurde von hirm Müller � uag gestellt, der Kommission eine von Herrn Müller •�jJvMiannfe Entschädigung zu gewähren. Die Kommisfions- '»er lehnten alle, außer Herrn haseloph, die Entschädigung Ndk halber ad, würden aber des Prinzips wegen büw annehmen. Dieses wurde von der Versammlung PW£. v, Zum Punkt 2 der Tagesordnung legte Hm Unw,$ie Thätigkeit der Kommisston in der Zeit von Anz bis jetzt klar. Die Kommission konnte nur 1104 Listen da die Polizeibehörde das Weitere verbot und sich Zeitig erbast"di� Kommisfion sollte ihre Statutm einreichen. als Veistcherungsgesellschaft angesehen werde. N« — 1—.—, stlachdern ISZ geschehen, bekam Herr Zubell als hauptauSgeber der nn Strafmandat zugeschickt über 30 M. Hierdurch ent« (f-W» ein Prozeß, der zu Ungunsten der Betheiligten aus- Kommisston bestand auS folgenden Herren: Zubell, R'trer. s-chmidt und Neumann. Alsdann machte �.Mzmlvt über die Streiks in Solingen, Halderstadt und j�urg einige Mitthellungen. hiernach find die beiden Streiks uUingen und halberstadt zu Ungunsten der dortigen Tischler lausen, da es ihnen an einer festen Organisation gebrach und t-pnnülhige Zusammenhatten fehlte- Anders in Hamburg, wo einen Kampf der Innung gegen den Fachverein handelte. u, �etst der Tischler Hamburgs war die Ursache, daß dieser k Uwf zu Gunsten der Arbeiter trotz aller Machinationen vMster, die holländische Tischler einfühlten, entschieden % Der Streik kostete 87 703 M.. die höchste Summe, lm Ttscklergewerde bisher gekostet. Jeder Ham- A, Kollege hat 40 M. im Durchschnitt zugesteuert. Da einen v, ber obigen Summe die Verdandskaffe geliehen hat. so bie Hamburger Tischler noch einen Thell an die Ver« Zurückzuzahlen. Dmaufhin wmde ein Antrag des �iedemann, den Rest von 192 68 M. nach Abzug der Prsammlungskosten nach Hamburg zu schicken, um den Kollegen die Schuldenlast zu erleichtern, ange- rat#.Hierauf entspann sich eine rege und scharfe 1%%, ubrr unsere hiefiae Laar bei der jetzigen �uuwnsweise. Die Herren Glocke. Millarg. Zubeil, Wmter. «chmtdt u. s. w. sprachen den Wunsch auS, daß alle Kräften dahin streben müßten, eine starke, feste su schaffen und nach Möglichkeit sich dem Fach- fytii»* �Mler anzuschließen, da nur dann etwas errungen Z»,,.,"ute. Dann legte die Kommission ihr Amt nieder. �tler. J* kührte Hm Ritter an, wie sich die Berliner ? RonÜi?cm am 26. dtS 28. Dezember in Braunschweig tagen« Sie*..$ verhielten Redner führte einige in Ausstcht ge- % Zunlie der Tagesordnung des Kongreffes an und \* ber Versammlung anheim. wie sie darüber denft. 'tzM�kntspann sich eine vielsellige, aber einwütbige S n' in welcher von den Herren Apett, Wiede« Zubeil, Millarg, Glocke und Bahr darauf hin- '".sSJU'de, wie nöthig die Beschickung deS KongresieS ' Antrag des Kollegen Schmidt wurden hierauf drei stnvählt und zwar die Hmm Wiedemann, Glocke L 1. Da.... Tages« Ordnung: WS'—'" ---------------—_ i�J'njgung der Vergolder und Apelt. Dm Deleatrtm wurden 7 M. Spesen pro Tag und die Reisekosten bewilligt. Daraufhin wurden die Herren Winter, Buchholz, Monin, Schmidt und Haberland gewählt, welche die hierzu nöthigen Gelder sammeln und die entstandmen Unkosten hiervon decken sollen. Unter dreimaligem Hoch auf die Tischler Berlins, in das die Versammlung begeistert einstimmte, schloß der Vorfitzende die von 1200 Tischlern besuchte Versammlung. Jeder, der die Versammlung verließ, sagte sich, daß wieder in Berlin ein Schritt vorwärts gethan sei. Gin« stark besucht« öffentlich« Formerversammlung tagte am Sonntag, den 2. Dezember, in Faustmann's Salon, Invalidenstraße 144, unter Vorsts des Herrn Köisten. Die Tagesordnung lautete: Wie verhaltm stch die Berliner Former zu der eingesandten Stettiner Arbeit von Möller u. Holberg? Der Vorfitzende legte der Versammlung die V-rhättniffe der Firma vollständig klar; den Formern wurden nach und nach fortwährend Abzüge gemacht und zwar immer einzeln, Prozent« weise, damit es nicht so auffalle. Auch wurde der Former für poröse Gußstücke verantwortlich gemacht, welche beim Drehen oder Hobeln für unbrauchbar erklärt wurden. Für solche Ardett sollte der Former den Dreher» resp. Hodlerlohn bezahlen. Unter diesen und noch anderm Verhättniffen erklärten stch sämmtltche Eormer berett, eine Forderung von 35 Pf. pro Stunde aufzu- ellen. Es wurde eine Kommission gewählt, welche mit der Direktion unterhandelte, aber von der Direttion rund weg ad« gewiesen wurde. So kam es, daß am 22. v. M. ein Streik ausbrach. Die Direttion hatte nichts eiligeres zu thun, als mit Berliner Gießereien in Verbindung zu treten, um dm Guß von ihnm zu beziehen. Es trafm auch Kisten voll Modelle hier ein, und es wurde auch unter andern die Firma Hummel damit deauftragt, eine der geachtetstm und größten Flrmm hier. Redner führte an, daß es eine Schmach für die Berliner Former wäre, wenn die Arbeit hier gemacht würde, während die Kollegen in Stettin, meist Familienväter, auf die Landstraße geworfen würden. Dmn eine Fabrik, die ibrm Formern keine 35 Pfennige pro Stunde zusichere, sei nicht werth, daß sie femer cxistire.— Kollege Schäfer tritt den Ausführungen des Kollegen Körsten voll und ganz bei, und hat nur den Wunsch, daß doch die Berliner Former das Ewsehen baden möchten, daß es ihnen nicht zum Vorthell, sondern zum Schaden sein würde, wmn die Arbett hier gemacht würde, denn das Solidaritätszefühl der Berliner Former würde zur Stunde aufhören, wmn nur ein Stück der Srettiner Arbeit hier in Ar« bett hier genommen würde. Kollege Rohlandt theitt der Ver- sammlung mtt, daß er in der Gießerei von Hummel in Arbeit stehe und betonte, daß zwar Arbeit von Stettin da wäre, dieselbe aber noch nicht ausgegeben wordm sei. Es seim aber schon Einrichtungen dazu getroffen. So viel er wiffe, soll die Arbeit am Montag, den 3. d. Mts., vergebm werden. Der Redner theitte auch mtt, daß er mtt seinem Meister darüber schon Rückiprache genommen habe; derselbe habe auch versprochen, sein Möglichstes zu thun. damit die betreffmde Arbeit wieder zurückgeschickt würde, wohin fie gehört. Kollege Rohlandt forderte seine Mttarbetter auf, ihn dabei zu unterstützm. Darauf wurde folgende Resolution verlesm und einstimmig angenommen:„Die Former Berlins erklären stch mit allen Formern anderer Städte solidarisch und betrachten es als eine Schmach für das Gewerk und die Nächstenliebe, wenn ein Berliner Former die Arbeit machen würde, die man Famttimväter in einem anderen Ort durch die angegebene Manipulationen entzieht. Vielmehr ver« vftilbtm ste sich, alle Kollegen, welche einen rechtschaffmm Lohn- kämpf führen, thatkrättig zu unterstützen." Kurz vor Schluß traf ein Kollege von Stettin ein, welcher noch einmal die Sach« läge auseinandersetzte und die Berliner ermahnte, sie in ihrem Lohnkampf zu unterstützen Eine Tellersammlung für die streikmdm Kollegen in Flensburg wurde von dem überwachenden Polizeibeamten tnhibirt, weil dieselbe nicht an richtiger Stelle gemeldet war. Der Vorsitzende thcilte der Versammlung noch mit, daß am Montag Abend eine Zusammenkunft im Wedding- Park stattfinde, um das Resultat zu verkünden, das am Montag bei Hummel erzielt worden sei. Mttzul hellen vom Montag ist, daß die Kollegen von Hummel am Montag früh eine Kommisfion von drei Mann wählten, welche erst dem Formermcister, dann dem Herrn Prinzipal den Beschluß der Versammlung unter- breitete. Es ist ihnen gelungen, durch ihr musterhaftes Zusammenballen zu erzielen, daß vorläufig kein Stück von der Ardett gemacht wird. Sollte eS aber dennoch dazu kommen, daß durch Zwang die Ardett sollte gemacht wer« den, so werdm fie auch zeigen, daß fie ebenfalls so einig wie am Montag zusammenhatten werden. Wir aber rufen den Berliner Formern zu, daß fich ein jeder ein Beispiel an den Kollegen von Hummel nehmen möge, denn nur durch Einigkeit kann erzielt werden, was wir wünschen. Aufruf au die Tischt«» S«rli«« l In der am Montag, den 3. Dezember, stattgefundenen Tischlerversammlung im Lokale Sanssouci wurde desebloffen, den zu Braunschwetg am 28. Dezember stattfindenden Tischler Kongreß zu beschicken. Es wurden 3 Delegirte gewählt, welche die Berliner Tischler auf den Kongreß vertreten sollen. Gleichzeitig wurde ein Komitee von 5 Per- sonen gewählt, welchen die Aufgabe gestellt wurde, zur Deckung der Unkosten deS Kongreffes freiwillige Beiträge in Empfang zu nehmen. Wtt fordern hierdurch die Kollegen in den Werkstätten auf, durch Sammlungen zu den Unkosten beizusteuern und die Gelder an das unterzeichnete Komitee abzuliefern. Karl Haber- landt, R-ichmbergerstr. 161, 2 Tr.; Franz Monim, Kreuzberg« straße 9, Quergedäude 3 Tr.: F. Winter, Manteuffelstt. 6, 3Tr.; Bucholz. Frucktstt. 69, 1 Tr. bei Hagen; Robert Schmidt, Wrangelstt. 127. Verein d«, technisch«« Kühnenpersoualo. Sonn« abend, den 8. Dezember, Abends 11 Uhr, Fischerstraße Nr. 41 Versammlung...____. In der humanistische« Gemeinde» Kommandanten« straße 78, hält am künftigen Sonntag, Abend« 7i Uhr, Herr Schäfer einen Vortrag über die gegenwärtige Lage der freien Gemeinden.„ i_ »er N»»ei« der parquetdodenlezer hat am Sonntag, den 9. Dezember, Abends 6 Uhr, bei Dräsel, Neue Friedrich« straße 33, eine gemüthliche Zusammenkunft mtt Damen. Um zahlreichm Besuch wird gebeten. Geueralversammiuug de« Verein« der Freie» Vereinigung der Fachgeuaffe«»er Maurer Oerlin« Sonntag, den 9. d. M, Vormittags 10 Uhr, in Sterneck r's Bürgcrsälen, Dresdenerstr. 96. Tagesordnung: 1. Vortrag über Zweck und Ziele des Vereins. 2. Wahl des Vorstande« sowie der Revisoren. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Er» fcheinen wird gebeten- Ientralkrankeu» und Kterbekaffe der Töpfer. Mit« gliederversammlung am Sonntaa, den 9. Dezember, Vo .,-----------*-0. ww r w## v�jveeawa.« 10 Uhr, im„Palmen-Saal", Neue Schönbauserstraße Rr. Tagesordnung: 1. Neuwahl der örtlichen Verwallung. 2. Die in letzter Versammlung zurückgestellten Anträge. 3. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen bittet die bisherige Verwaltung. Verein der Varquetbvdenleger Kerliu». Sonntag, den 9. Dezember, AbendS 6 Uhr, im Lokal deS Herrn Dräsel, Neue Friedrichstraße 35, gemüthliche Zufammenkunft, verbunden mtt Tanzkränzchen. Gäste find herzlich willkommen. Versammlung der Iackirer Kerliu«, Filiale iv der Vereinigung der deutschen Maler, Lackirer, Anstreicher und verw. Berufsgenoffen, am Montag, dm 10. Dezember, Abends 8% Uhr, Annenstraße 9. Tagesordnung: 1. Vortrag über Pflichten und Rechte der Mitglieder. Referent: Kollege Link. 2. Diskusston. 3. Diskussion über Lohnstatistik. 4. Verschicdmes. Die Kranke«» und KegrSknistkaff« de« Verein« sämmtlicher Kerufsklassr«(E. H. 2) hat nach dem letzten Monatsbericht einen Vermögensbestand von 16 974,04 M., mithin pro Mitglied 19,24 M. Diese Kasse nimmt Personm ohne Unterschied des Berufes und Geschlechts im Atter von 14 bi» 45 Jahren jederzeit auf, und destehm verschiedme Verstcherunas« klaffm. Für die geleisteten Wochenbetträge von 18 bis 60 Pf. wird bei Erkrankungsfällm eine Unterstützung von 4,50 bis zu 15 M gewährt, bei etwaigem Todesfall den Hinterbliebenen ein Begräbnisgeld von 45 bis 150 M. gezahlt. Für Berlin find fünf örtliche Verwaltungsstellen errichtet, wo jederzeit Beitrittserklärungen mtgegen genommen werdm, und zwar: Berlin l: Kasstrer E. Schilling, Koppmstraße 48. Berlin U: Kasstrer I. Schumacher, Mariannmstraße 8. Berlin in. Kasstrer H. Rudolph, Koloniestr. 150a. Berlin IV. Kasstrer M. Zeisig, Hotnstr. 16. Berlin V. Kasstrer Beyer, Moabit, Stromstr. 37. Charlottenburg: Kalfirer Ft. Ziel cke. Berlinerstr. 147. Ferner beim Vorsitzenden W. Saffe. Hasen» Haide 48. Außerdem beim Hauptkafsirer Ed. Kühnett, Teltower» sttaße 13a, wo auch jede gewünschte Auskunft ertheilt wird. Gesaug-, Turn- und gesellige Vereine am Sonnabend. Gesangverein„Harmonia" Abends 8 Uhr im Restaurant, Alle Iakobstr. 38.— Männergesangverein„Trme" Abends 9 Uhr im Restaurant Andreasstr. 9.— Männergesangverein„Erato" Abend« 9t Uhr bei Schläwicke, Kleine Kursttaße 1.— Lübeffsch« Tumverein(1. Lehrlingsabtheilung.) Abends 8 Uhr Elisabothstv Nr. 67—58.— Tumverein„Wedding", Pankstt. 9, Männer» abtheilung von 8%— 10% Uhr Abends: desgl. I. LchrlingSabtdei« lung von 8 bis 10 Uhr Abends.— Arends'sche Stenographen- llasse des„Berliner Handwerkervereins" Abends 8t Uhr Sophien- sttaße 15.— Theater« und Vewnügungs-Verein„Caritas" Abends 8 Uhr im Louisenstädtischen Bierbause, Admiralftt. 38.— Theater« und Vergnügungsgesellschaft„Trme" Abends 8'/» Uhr in Bobert's Ballsalon, Weinsttaße 11.— Vcrgnügungsverein „Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr in Vetttns Bierhaus, Veteranen» straße 19.— Gcselligkeitsllub �Lustig" Abends 9t Uhr im Restemr. Weichelt, Taubenstt. 46.— Verein der Taubenfreunde Abend« 8'/» Uhr im Restaur. Hillmann, Mantmffelstt. 68.— Dänischer Verein„Freya" Abends 9 Uhr im Restaur. Poppe, Lindenstr. 106. — Verein der Württemberger Abends 8'/, Uhr bei Vaihtnaer, Dorothemstt. 84.— Verein ehemal. Schüler der 34. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant, Koppmstt. 58.— Verein ehem. M. C. Lutheftcher Schüler Abends 9t Uhr im Restaurant Bormann, Ohmgasse 2.— Rauchllub„Qualm" Abends 8 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28.— Ver- igungsverein„Lustige 13", Abends 9 Uhr im Restaurant >recht, Annensrr. 9._ »«legraphtsche Depeschen. (Wolffs Telegraphcn-Bureau.) Gharleroi, Freitag, 7. Dezember. Der Präsident des in Cbatelet abgehaltenen SozialistenkongresseS, Laloi, und Mignon, Mitglied des GeneralratheS der sozialistisch-republikanischen Partei, find in Chatelineau verhastet worden. Ein anderer Führer der Sozialisten, Defuiffeaux, wurde in Brüssel verhaftet und hierher gebracht. Madrid, Freitag, 7. Dezember. Der Kriegs miMer Caffola hat seine Entlassung genommen. Der„Epoca" zufolge dürfte eine Umbildung des Ministeriums unier Sagasta als Präsident mit Hinzuziehung Gamazos erfolgen. Kanstda», Freitag, 7. Dezember. Von dem deutschen Blokade- Geschwader wurde am 5. d. M. eine arabische Dhau mtt 87 Sklaven aufgebracht und dabei eine Anzahl Araber ge» fangen genommen.__ Kriefkasten der Redaktion. Bti»n fragen bitten wir die rdonnem-nii-Ouittung deizufügen. Brieflich» »ntwort wird nicht ertheilt. #. Former Die ReichStagsverhandlungen nehmen den Raum unseres BlatteS so in Anspruch, daß Sie nicht unge» duldia werden müffen, wenn ein VersammlungSdericht ein od« zwei Tage zurückgestellt wird. G., Kanuover. Bei dem großen Stoffandrang in diesen Tagen können wir einen ausführlichen Bericht über die Ver» sammlung zu unserem Bedauern nicht bringen. Von dem Vor- gange, der fich ähnlich ja auch hier und in Breslau abgespielt hat, haben wir bereits kurz Notiz genommen. Dabei muffen wir es leider bewenden lassen. Besten Gruß!____ --'"'21 M"21 MW#■ WV" iu und Fachgenossen. WMdtr-vllsammllwg '•Aort. �aaeiordnung: JnÄ�fomn Zubell üb«: Gmerk. t�tz�kmmftt. Mitglieder werden auf« Der Vorstand. Fachoerein der Schlosser und _ Kerufsgenossrn. Versammlung"WDW am Montag, den 10. Dezemb«, Abends 8t Uhr. bei Feuerstein, Alle Jakobstraße 75. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Kendzwra: Welchen Schutz hat daS Staats- und Völkmecht dem Ardeiter zu gewähren? 2. Aufnahme neuer Mitglied«. 3. Verschievenes und Fragekasten. 1427 % Bill sowie_ Jrikotä, u. s. w. K Rester zu Knadew u. len«, Double« u. Plus Rorgenkleider, Sammet, AtlaS, Spitzen ■H«, Lausitzerpl. 1, Ecke Waldemarstr. Schwssabrechnmtg de» Wahtkomiteeo vom 14. Kommunal- Wahlbezirk. Nach d« Abrechnung vom 30. Oktober d. I. waren 181,01 M. vorhanden, welche auf Be« schluß des Wahttomiteis dem 6. ReichStags- wabltreise überwiesen wurden. Nachttäglich eingekommen durch die Wahl- komitee-Mitalied«: R. Frank.. 32,55 M. F. Winter• 3,35„ Summa: 35,90 M Obige Summe von 35.90 M. bleibt auf Be« schluß deS Komitees zur Deckung der Unkosten, da noch gerichtliche Versahren schweben wegen Flugdlattvertheilung. NB.: Das Wahlkomitemttglied H. Blum, Wranaelsttaße 10, ist dem Beschluß des Komi« tees, dm Uederschuß von 181,01 M an das Wahllomitee im 6. Reichstagswahlkreise sein« Zeit adzuliefem, nicht nachgekommen. Das Wahlkomttee fordert ihn hiermtt auf, die Angelegenheit so zu ordnen, wie es seiner Zeit beschloffm ist.[1461 Das Wahllomitee im 14. Kommunal-Wahldezirk. I. A.: F. Winter, Manteusselstr. 6, III. ■üt die vielen Beweise der Liebe und Thei'» nähme, welche unS bei dem Dahinscheiden im» seres lieben Sohnes und Bruder« Karl zu Thell geworden find, insbesondere dem Gesangverein „Orpharion" sagen wir unseren herzlichstm Dank. Magdebmg, dm 7. Dezemb« 1888. 1463 Familie Kiemann» Fachv. sämmtl. au Holzbearbeituugs- Maschwe» beschast. Arbetter. Mitglieder-Nersammlung Tagesordnung: 1. Vortrag des Rechtsanwalts Herrn Dr. Loewy ud« Civllprozeßordnung. 2. Verschie« denes. 3. Fragekastm.— Gäste willkommen. Neue Mitglieder w«den aufgenommen. Um recht zahlreiches und pünktliche« Erscheinen«sucht 1458] V«r V-rftand. Ein Anleger und ein Vogen fanger finden Beschäftigung bei Friedberg«. SUbersteiu, Luxuspapierfadrik. Elisabeth«Ufer44. Prüfet und urtheilet selbst. Amerikanische Verkaufs-Hallen. KtUtgste K-zugsquelle fLr Herren-Garderobe und Damen-Mäntel, parterie und erste Etage. Spandaaer-Brttck« la, parterre und erste Etage. Es ist kein Märchen, sondern die Wahrheit, was die A«eriKlmischea N«rstaufs-Hallen stets ankündigen, darum laste Niemand die günstige Gelegenheit zum Einkauf, welche fich wo anders wohl nie im Leben bieten dürfte, als gerade hier, ungenützt vorübergehen. Goloseale Auswahl sämmtlicher Artikel* Folgende Artikel Heden ganz besonders hervor. Iaquet, K�se«.�Meste das Stück Herren-Ariziigr. Herrrn-Anzügr ,-5'.�-°?°°"»-»-. 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