Sonntag, de» S. Dezember 1888. S. HabrG Brgan für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliner Volksblatt" Meint täglich Morgens außer nach Sonn- und Feftt eigen. Wonnementspreit flir Berlin frei Vi Haus vierteljährlich 4 Marl, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 4 Marl. Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" (Eingetragen in der PostzeiKmgsvreisliste für 1888 unter Nr. 849.) 10 Pf. Jnsertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags m der Expedition, Berlin SW_ Zimmerstraße 44, sowie von allen Anuoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. v 9*r Ijnrtlo»» Ibmmmr liegt fSr«nfm Ab-nnent»» 63&**„Aometago-Olatt" bei. Sie imperialistische Republik. j, Sie ist unzweifelhaft das Ziel, auf welches der ?°ulaugi«mus lossteuert. Boulanger und feine 5�termäuuer wolle» den Senat abschaffen, nicht etwa aus �akratischer Ueberzeuguag' und weil sie daS Zweikam- �ijstem an steh verwerfen, sondern weil sie glauben, daß v* Senat gegen eine Diktatur des Paradegenerals Bum «#en nachhaltigen Widerstand leisten werde. Die Radikalen, �Iche schon seit Zahren die Abschaffung deS Senats als ihr N verkündigt habe«, befinden sich dabei in einer Zweifel- «ften Situation und werde« nicht recht wissen, ob sie � Abschaffung bei Senats auch ferner eintreten und �Ait Boulanger unterstütze«, oder ob sie die an sich reak- �(ke Institution des Senats aufrecht erhalten sollen. i Lorläufig hat eS de» Anschein, als ob die Chanze» BoulangiSmu« immer noch im Steigen begriffen seien. die Revisionskommission der Kammer arbeitet dem *riteudenten in die Hände, sei eS nun gegen ihren Willen �kr mit demselben. Zwar hat daS Verhalten BoulangerS £ der republikanischen Demonstration am Sonntag gezeigt, **« zaghaft ist; er hat sich von Paris an dem kritischen entfernt, für den eine Menge von düsteren Prophe- Mtgen ergange» waren. Eme Heldenrolle scheint diesem in der Weltgeschichte nicht vorbehalten zu sein. J?Wge» dürfte es als eine der sonderbarsten Komödien der �Itgeschichte erscheinen, wenn eS wahr wäre,«aS man \ttK dab nämlich der ganze Boulanger- Rummel nur e f ch 2 f t ist, da« ein reicher Amerikaner mit de« tchistea abgeschlossen hat. Darnach hätte dieser latwe Kopf den Monarchistrn gegenüber sich verpflichtet, . Republik abzuschaffen und hätte die ungeheuren Geld- Jjtol vorgeschossen, welche erforderlich sind, um Boulanger HanSwurst-Hcldenrolle spielen zu lassen und die Tfpublik zu unterhöhlen. Wenn dann die Republik Mnmengebrochea und eine Monarchie errichtet ist, ? wird der künftige Beherrscher Frankreichs den beiden {f°e» der Komödie, dem Amerikaner und dem General ""langer, ihr«„Provision" zahle«. V Fürwahr, ein Spektakelstück, wie e» grotesker auch die "taste emes Shakespeare nicht ersinnen könnte! Wenn abspielt, wie eS geplant ist, dann ist aber auch die i,% Unfähigkeit der französischen Bourgeoisie, den Staat C* gestalten, zur Evidenz erwiesen. Freilich fehlt zu ""v Beweise jetzt schon kaum»och ein Tüpfelchen. L, hilft nicht«, wen« man sich über die gegenwärtige y Wuscht, und e« ist besser, sich bei Zeiten die Wahrheit »«stehen. Niemandem kann der Hanswurst Boulanger er erscheine« als un», und dennoch müssen wir Ieuilreton. Kaskolnikow. 131 t Roma» von F. M. Dostojewski. � Russische« übersetzt von Wtlh. Henckel. �Ü'dlich hatte er gefunden, wa» er suchte und begann l«, Z» lesen; die Zeilen flimmerten vor seine« Auge», er %%% Ungeduld zitterten ihm die Hände beim Um- �isch� der Blätter. Plötzlich setzte sich i-mand an seine» "h blickte auf— e« war Sametow, derselbe Sametow n«ht�twat�9" eein®e�t""" etroo1 ,,om' ST»®«! Sie hier? begann Sametow erstaunt und mit - J**. ol« ob er eine» alte« Bekannten vor sich habe, , SU...3�neR••• �■ätUu.0ia,tora hatte sein Herankommen»«ahnt. Er legte ?d«u iQo8e" weg und wandte sich zu ihm. Auf seme« �»tertf y\. spöttisches Lächeln, eine gereizte Ungeduld �whindurch. , ich weiß, daß Sie bei mir waren, antwortete er, m3«* davon. Sie habe« den Strumpf gesucht... Ä�ie w�'.d°b Rasumichin ganz in Sie verliebt tht« waren ja auch bei jener Lawise Jawanowna • wissen Sie noch, deren Partie sie damals «Ur«-�winkten dem Lieutenant Pulver zu, er be- "«ht gleich; erinnern Sie sich? Wie konnte er % I ?«siehe«, daß er aller Wahrscheinlichkeit noch seinen Erfolg aben wird, wenn auch vielleicht nicht so, wie er ihn wünscht. Man spricht von der Einheit der R e- publikaner, die alle« retten kann. Aber e« giebt unter den Republikanern so viele unzuverlSssige Leute. Wer hat Rochefort, Raquet, Laguerre und andere, die sich zu Schildknappen deS Generals Bum erniedrigt habe«, nicht für gute Republikaner gehalten? Nein, die Wendung, die sich i» der öffentlichen Stimmung Frankreich« vollzieht, ist dem BoulangiSmuS günstig, und fie vollzieht sich mit un- heimlicher Schnelligkeit. Man mag es Wahnwitz nennen, daß die Franzosen von einer Diktatur BoulangerS ein neue« Heil erwarten. Thatsache ist, daß die tiefe Unzu- friedenheit, die durch da« Land geht, sich im BoulangiSmuS Luft macht, und daS ist Frankreich« Unglück. Wir fanden ftüher, daß man dem BoulangiSmuS zu viel Wichtigkeit beilegte, wenn man ihn in Parallele stellte mit jenen beiden Epochen, in denen Napoleon I. und Napoleon III. sich zur höchste» Gewalt emporschwangen. Heute ist der Vergleich schon mehr zulässig, wen» auch Boulanger nicht« weniger als ei» Staatsmann oder Feldherr von der Qua- lität der Napoleon«« ist. Da« allgemeine Stimmrecht soll auch ihm emporhelfen, wie e« den Napoleonen in seiner Verfälschung als Mittel zur Bestätigung ihrer Erhebung gedient hat. Aber die Napoleonen brauchte« beide Gewaltstreiche, um ihre Diktatur zu begründen. Boulanger wird dessen nicht be» dürfen; da« Listenflrutinium wird ihn zum.Großwähler" machen und wen« eine auf seine» Namen gewählte Majo- rität in die Kammer einzieht, dann wird e« wohl kam eine« StaatSsteichS mit den Waffen in der Hand bedürfen, um feine Diktatur, vom allgemeine» Wahlrecht bestätigt, aufzu- richten. Dan» wird die imperialistische oder cäsaristische Republik erscheinen, die in Frankreich schon zweimal die Vorläuferi» deS Despotismus gewesen ist. Napoleon I. hielt fie vier Jahre am Lebe» und regierte ali Konsul Frankreich so ziemlich absolut, bis er endlich sich zum Kaiser machte; Napoleon III. brauchte auch etwa vier Jahre, um mit seine» Jntriguen und Gewaltthätigkeiten über die imperialistische Republik zu seinem Thron zu gelangen. Man sieht, Bou- langer kopirt; aber er wäre wohl kaum fähig, diese historische Kopie durchzuführen, wen« ihm nicht die öffentliche Stim- mung Frankreichs so sehr entgegen käme. Man kann sagen, daß wir Schwarzseher seien und wir wünschen nur, daß man un« mit Recht al« Schwarzseher bezeichnete. Aber wir wüßte« nicht, wozu wir un« eme Nebelkappe über Augen und Ohren ziehen und über die traurige Wirklichkeit in Frankreich täuschen sollten. Da« Traurigste dabei ist, daß die Diktatur Boulanger zugleich auch die Diktatur de» Chauvinismus in Frankreich bedeutet, und daß der Krieg, vor dem sich die da« nur nicht begreifen— die Sache war doch klar... nicht? — Wa« das aber für ei» Krakehler ist! — Der Lieutenant? — Nein, Ihr Freund Rasumichin... — Wa» Sie aber für ein gutes Lebe» habe«, Herr Sametow; zollfreien Eintritt in die angenehmste» Häuser! Wer hat Ihnen den» dort Champagner in den Hal« ge- gössen? — Jawohl, wir haben da zusammen ein« getrunken; ... Warum nicht gar... in de« Hals gegossen! — Honorar?... wie? ist alle« mitzunehme», nicht wahr? RaSkolnikow lachte auf. Hat nicht« zu sagen, mein guter Junge, macht nicht«!— fügte er hinzu, Sametow auf die Schulter klopfend:— ich mein' e« ja nicht böse, nur so, in aller Liebe, blo« zum Spaß", wie jener Arbeiter 'aussagte, der de« Mit'ka prügelte,... in der Angelegen- heit mit der Alten. — Wa« wisse» Sie den« davon? — Ich weiß vielleicht mehr davon, al» Sie! — Wie sonderbar Sie sind.... Sie find gewiß noch sehr krank? Hätte« eigentlich«och nicht ausgehe» iÜrfe!l Also ich scheme Ihnen sonderbar? — Ja. Wa« lesen Sie da;... die Zeitungen. — Ja, die Zeitungen. — Steht viel von Feuerschaden dann? — Nein, die Feuerschäden interessiren mich nicht.— Er warf eine« eigenthümliche« Blick auf Sametow. em höhnische« Lächeln kräuselte wieder seme Lippen. New, nicht tmmeL' Hö'ren Sie mal, Sie find doch ei« gebildete, Mensch. in der Literatur bewandert,... nicht. Republik so sorgfältig gehütet hat, dann mit der Zeit schier unvermeidlich erscheint. Schon um des Frieden« willen muß man den Triumph der Republikaner über Boulanger wünschen. Und wenn dieser Wunsch sich erfüllen sollte, dann wird sich Nie- mand mehr fteuen, daß wir un» getäuscht habe», als wir selbst. Politische UeKerstcht. Die„Kpionrnriecherei in Frankreich" wird von unserem Vindter in schlagender, ja geradezu vernichtender Weise an den Pranger gestellt, indem er den Nachweis liefert, daß vom 20. September bis zum 17. November d. I. nicht weniger als 13— wir schreiben: dreizehn!— Offiziere aus— Deutsch« land ausgewiesen worden find! Ja, aus Deutschland! Es warm nämlich französische Offiziere. Wie gesagt, aber nach Peter Paul Pindter beweiset das„die Spionmriecherei in Frankreich". Wer's nicht glaubt, der lese die„Nord» deutsche" vom Mittwoch. Peter Paul Pindter ist edm ein un» bezahlbarer Humorist. Ana dem„aemüthlichen Sachs««" schreibt man uns: Etnm Vorgeschmack dessen, was wir von den Kartellbrüdem bei der nächsten Reichstagswahl zu erwarten haben, bekommt setzt die gute Stadt Würzen, aus der ich schon verschtedmtliche militärische und nichtmilitärische(dämm aber auch nickt zivile) Heldentbaten der Ordnungs- Muüergesellschaft zu vermelden hatte. Am Dimstag fanden dott Etsatzwahlcn für das Stadt- verordnetm- Kollegium statt. Unter dm Ausgeschiedenen find die zwei prononzirtesten Opponenten des städtischen KartellringS und de« Lokoldiktators, eine« gewissen Juel oder Joel— des- seldm Pfi'fikus, der das Rezept für die Lösung der— sozialen Frage durch dm Militarismus(„nur immer mehr Soldaten!") entdeckt hat. Die Wahl dieser beiden toll nun um jeden Prei« verhindert werden,- und die Kartellbrüder haben lehr guten Grund dazu, denn ihr Lokal« diktator ist seinm Gegnern auf parlamentarischem Gebiete leider nicht gewachsen, und ein Lokaldittator, gleich einem anderen Diktator, muß Mittel und Wege suchen, um seine Gegner mund« todt zu machen. Genug— die beiden Oppofitionsmänner sollen um jeden Preis aus dem Stadtverordneten- Kollegium fem ge« hattm werdm. Einer derselben wollte nun am vorigm Mitt« woch eine Wähleroersammlung abhatten und über den städtischen 2?� Wae war gemiethet— Alles in Ordnung. Da— in letzter Stunde trat der Wtrth zurück, und die Versammlung mußte unterdleibm. Daß Wirthe unter ähnlichen Umständen von ihrm Versprechungen zumcktreten, ist etwas sehr Gewöhnliches im neum Deutschen Reich. Aber ungewöhnlich warm die Gründe dieses Wirthes. Es war ihm mit einem Krawall gedroht worden, und zwar mtt einem Krawall der OrdnungSmänner.„Entrüstete Kartellmeier— natürlich„aus den besten Ständen"— drohtm, die Versammlung zu sprengen und dem Wtrth sein reichsfeindliches Treidm gelegentlich einzutränken— durch Entziehung deL Mi« lttärs u. s. w. Der Wirth, der sein Wort einlösen wollte, begab sich auf die Polizei, um fich Schutz für die Dauer der — Ich bin bis zur sechsten Gymnasialklasse aekommm, antwortete Sametow mit Würde. — Bi« zur sechsten I... Ach du mein Spätzchm, mit Scheitel und Mit Ringen geschmückt— ein reicher Mensch! Pfui, wa» Sie für ein nette« Jüngelchen sind! — RaSkolnikow lachte ihm mit seinem nervösm Lachm grade in« Geficht. Jmer fuhr zurück, nicht grade beleidigt, aber doch sehr erstaunt. — Ah, wie sonderbar!.... bemerkte Sametow ernsthaft. Mir kommt e» vor, al« ob Sie noch immer phantasiren. — Ich... phantafirm? Da« lügst du, mein Spätz. chm!... Also ich scheine Ihne« sonderbar? Aber doch auch interessant, wie? — Jawohl, gewiß. - Sie möchten doch, zum Beispiel, jetzt gern wissen. wa« ich da wohl gelesen habe; wa» ich j« de» alten ZeiwngSnummer» suchte. Schau, wie viel Nummer« ich mir habe herschleppen lasse»; ist das nicht verdächtig, he? — Aber, sagen Sie nur... — Haben Sie«un die Ohren gespitzt? — Wa« soll da« nun wieder heiße»! .— Da» werde ich Ihnen später erkläre», jetzt aber, mern Liebster, theile ich Ihnen mit... nein, besser noch: ich gestehe Ihnen... nein, auch da« ist nicht daS richtige: fch lege ein Geständniß ab und Sie verhöre« mich! Also ich lege das Geständniß ab, daß ich gelesen, daß ich mich interessirt, daß ich aufgesucht habe... RaSkolnikow machte eine Pause und kniff die Auge« zusammen;— also, daß ich deshalb hierher gekommen bin, um die Berichte aufzu- suchen... von der Ermordung der alten Beamten- wittwe!... fügte er endlich, beinahe flüsternd und sei» Gesicht demjenigen SametowS nähernd hinzu. Dieser blickte ihn starr an, ohne sich zu rühre» und ohne sein Geficht zurückzuziehen. Sametow erinnerte sich später, daß sie beide dann eine volle Minute lang schwiege« und sich gegenseitig anstarrten. — Nun, was ist denn dabei, daß Sie da« gelesen Versammlung zu erbitten. Der Schutz wurde ihm ab» geschlagen. Polizei gegen Ordnungsmänner! Das wäre ja auch gar zu spaßig gewesen.— Gut— die Bedrohungen dauerten fort, und wurden immer heftiger, die Polizei versagt endgiltia ihren Schutz und so trat der geängstigt� Witth von seinem Versprechen zurück. Und das bei einer Stadtver» ordnetenwahl, welche die politischen Leidenschaften ver» gleichsweise nur wenig entflammt. Da kann man sich ungefähr vorausberechnen, wie es die Herren Ordnungsleute bei der Reichstagswahl treiben werden! Die Sozialdemokraten werden beiläufig nicht unvorberettet sein— fie werden ihre Privatpoltzei, die bei der letzten Land» tagswahl im Leipziger Landkreis so vortreffliche Dienste that, ganzen Lande mobil machen. Der wildeste Kartelldruder ,m wird lammfromm, wenn er einen kräftigen„Reichsfeind" an der Seite Hot.— Als Kuriosum sei noch erwähnt, daß der Wurzener Lokaldittator, der überhaupt„nach derühmten Mustern" arbeitet, vor einigen Tagm, um in der Wählerschaft die nöthige patriotische WabldctheUigung zu erwecken, seine Stelle als Stadtverordneten' Vorsteher niedergelegt bat!— aus Neroofität. wie er die Naioetät hatte, zu schreiben. Angegriffene Rerven können dm Anblick von Oppofitionsmännetn nicht ver» tragen. Also fort mtt thnm! Der große Mann muß gebeten werden, sein Amt wieder anzunebmen. Adreffensturm. Ent rüstungsrummel. OScktlda! OSchilda! Neben neu» Kämpfe i« Dentfch-vstafeika wird dem „Bert. Tgbl." aus Sanfirar gerüchtweise gemeldet, in Baga- moyo habe ein Kampf stattgefunden, die Dmtschm hätten stch auS Bagamoyo zurückgezogen und mehrere seien dabei getödtet worden. Wie„herrlich weit" wir es auch in finanzieller Be« ziehung mtt dem jetzigm„Milliarden- Reichs tage" gebracht haben, führt die„Demokrat. Corr." sehr treffend aus. Eine Milliarde dürfte dem deutschen Volke die Angstwahl vom 21. Februar 1887 in runder Summe kosten. Das läßt fich heute schon übersehen. Man braucht nur die Geldbewilligungen zu vergleichen, welche der 1881 und der 1887 gewäbtte Reichstag für militärische Zwecke„geleistet" hat. Der 1331 gewählte Reichstag war der liberalste seit der Begründung des Deutschen Reiches. Trotzdem hat er es an der Bewilligung des Roth» wendigen in keiner Weise fehlen lassen. Es wird Niemand behaupten wollen, wir seien in dieser Periode nicht genügend gerüstet gewesen. Merkwürdig ist sogar, daß in dieser Zeit, in welcher die Oppofitionsparteicn die Mehrheit hatten, wett we» Niger Besorgnisse cor einer Störung des Wettfricdms herrschtm, als heute. Eine Gegenüberstellung der in dm Jahren 1832-34 und der 1887—89 für militärische Zwecke bewilligten Summen ist außerordentlich lehrreich. Es haben in dm drei letzten Jahren die fortdauerndm Ausgaben fich gegen die Jabre 1882—84 von 1017,4 Mill. auf 1094 Mtll., also um 76,6 Mtll. und die einmaligen von 84,8 Mill. auf 643,8 Mtll., also um 559 Mill. gesteigert. Dazu kommt die daraus erwachsende Steigerung der Zinsm unserer Reichsschuld, welche von 15 Mill. auf 37,5 Mill. gestiegen find, also 22,5 Mill. jä rltch, macht für 3 Jahre 67,5 Mtll. Für die Marine werden neu gefordert 117,5 Mill. Diese Forderung wird fich aber in» folge der artilleristischen Ausstattung der neu zu daumvm Schiffe auf 175 MM. erhöhen. Eine Fordemna für die Feld» attillerie von 40—50 Mill. ist bereits angekündigt. Das macht zusammm genau 909,1 Mill. Von der Milliarde fehlm also Summa Summarum nur noch 90,1 Mill., vorausgesetzt, daß die neuen Schlachtschiffe und die Vermebrung der Fcldattillerie gmebmigt werdm. Da die Session noch lange nicht zu Ende ist, und Herr v. Bennigsen für diesen Reichstag noch eine vierte Session in Ausficht gestellt hat, so unterliegt es keinem Zweifel, daß die Milliarde voll gemacht wird. Fährt die Kartellmehrheit fort, in dem bisherigen Tempo zu dewilligen, so wird die Milliarde sogar bedmtend überschritten werden. Auch die Reichs- stmern find in der nämlichen Zell selbstverständlich dedeutend gestiegen. Der tzaushalttplan von 1884- 85 beziffert die Zölle und Verbrauchssteuern auf 353,4 Mill., derjenige von 1889-90 aiedt dieselben mit 528,1 Mtll. an. Die Lastm des Volkes find also seit 1885 um 174,7 Millionen per Jahr erhöht wordm. De« Antrag der Aosialdewobrate« auf B e s e i t i> gung der Getreidezörle begrüßt die„Franks. Ztg." mit Genugthuung und bemerkt dann welter zu ihm:„Die Ent- scheidung darüber, od in diesm Zeiten hoch gesteigerter Getreide- preise das Brot der Armm auch noch fernerhin mit dem höchsten Zolle der Welt belastet bleiben soll, nachdem selbst Portugal, das uns in dieser Beziehung gleichstand, mit einer wesenllichen Er- Mäßigung hat vorgehen müssen, slebt neben dem Zentrum Haupt- sächlich bei den Nationallideralen. Wir haben nun kürzlich schon festgenagell, wie fich die nationalliberale Partei-Korrespondenz gUick nach Bekanntwerden der Abstcht der Sozialdemokraten um die Notäwendigleit, Farbe zu bekennen, dadurch bcrumzudrücken suchte, daß sie dem Antrage jeden praktischen Werth absprach. Den Zweck wird er doch mindestens erfüllen, die Brotoer- theurer dem ganzen Volle in ihrer Glorie zu zeigen. Dies kann auch nicht dadurch abgeschwächt werden, daß die Diskusston deS Antrages dezeichnender Weise bis nach Weihnachten verschoben habe»? rief er plötzlich unwillig und ungeduldig;— waS geht das mich an! Was ist dabei? — DaS ist dieselbe Alte, fuhr Raskolnikow fort, aber- malS flüsternd und den Ausruf Sametows unbeachtet lastend, — dieselbe, erinnern Sie fich, von der man im Polizei- bureau ezählte, als ich damals in Ohamacht fiel. Wie, be- greife» Sie nun? — Za, was soll denn das heiße»? Was soll ich denn begreife«?— äußerte Eametow alarmirt. Da» unbewegliche und ernsthaste Geficht Raskolnikow» veränderte fich augenblich, und er brach plötzlich wieder, wie vorhin, in ein nervöse» Lache» aus; gerade als ob er «» nicht länger zurückhatten könne. Dabei fiel ihm sofort und in außerordentlicher Klarhett der Moment ei«, w,e er vor einiger Zeit mtt dem Beil in der Hand hinter jener Thür stand; wie der Hakeu hüpfte, wie man draußen schimpfte und stürmte, und wie er ihnen plötzlich zurufe», sie schimpfe», ihnen die Zunge zeigen, sie necken wollte und lachen, lachen, lache»!... — Sie find entweder verrückt, oder... sagte Same- tow— und blieb stecken, wie von einem ihm plötzlich durch- zuckenden Gedanke« betroffen. — Nun,„oder"? Was„oder"? Nun, waS den»! sprechen Sie es doch aus! — Nichts!... antwortete Sametow ärgerlich; lauter Unfinn! Beide schwiege». Nach dem plötzliche« Lachanfall war Raskolnikow nachdenklich und düster geworden. Er lehnte sich auf den Tisch und stützte den Kopf mtt semer Hand. ES schien, als ob er Sametow ganz vergeffe« habe. Das Schweigen dauerte ziemlich lange. — Weshalb trinke« Sie Ihre« Thee nicht?... er «ttd katt, sagte Sametow. — Wa«. Thee?... memetwege«... RaSkolnckow »ahm einen Schluck, steckte ei« Stückchen Brot in de» Mund, und schien fich, indem er Sametow anblickte, plötzlich an alle« zu erinnern und wieder zu erwache»; fem Geficht nahm abermal« den ftühere», spöttische» Ausdruck an. Er fuhr fort Thee zu trinke». — Jetzt komme« viele solche Schurkereien vor, sagte ist. Im Gegmthe'l die Zwischenzeit ist vielleicht recht gut da- zu geeignet, den Herren Nationallideralen gar manches aus einer besseren früheren Zeit vorzuhalten. Was sagt die Partei zu folgenden Sätzen, welche die„Nationalliberale Korrespondenz" im Jabre 1879 über den Beginn der wirthschastliwen Reaktion schrieb? Da hieß es gar mannhaft:„Wer die Zölle auf Brot, Fleisch, Schmalz u. dergl. für schlechthin verderblich hält und so bald wie möglich wieder adthun helfen will, der muß fich in Deutschlands heutiger Lage agitirend an die M a s s e n des Volkes und insbesondere des Ardeiterstandes wenden, des ländlichen wie des städtischen, denn wir stehen unter der Herrschaft des allgemeinen Stimmrechts und brauchen die Wahlzettel von Millionen für jede große, sonst nicht durchzusetzende Maßregel. Agitirend, d. h. aufklärend, sammelnd und vorwärtssührend. klaffenhaß und Klaffer verach- tung werdm wir dabei nicht prcdioen: das ist nicht liberale Art, wie Braun und Laster im Reichstage schlagend nachge- wiesen haben. Wir werdm auch keine demagogischen Künste gebrauchen. Ader ebenso wenig werden wir Liberale, wenn es fich um Befreiung der Lebensnothdurft des armen Mannes von Abgaben handelt, uns durch arg- listige fremde Velmahnung oder eigene philisterhafte Scheu zurückhalten laffen von der Aufbietung des vollsten rückfichts« losestm Ernstes bei diesem Verständigungs- und Werbung»- geschäft. Die Fackel der Erkeuntniß, welche nicht brennt, sondem nur leucht.t, wird mit der Zeit in jede Hütte gettagen werden. Kein Reichswähler darf unbekannt bleiben mit dem Einfluß, welchen die neuen Zölle auf seine und seiner Nachkam Existenz üben, sei es an stch, sei es unter Abzug der Steuern, deren Aufhebung im Austausche man uns— verspricht. Diese große Arbeit, im Grunde doch nicht für immer zu umgehen, jetzt aber ohne unser Zuthun ebenso gebieterisch als dringend geworden, muß und wird so planmäßig wie mög- lich angegriffen werdm von dem Tage an, wo der neue Zoll« tarif in Kraft tritt. Es wird ihr weder an Mitteln noch an Werkzeugen fehlen, nicht an einer umfaffendm wirksam en Organisation und nicht an Leitern. Schriflstellem und Rednem von der unentbehrlichm volksrhümlichen Gewalt. Des alles braucht fich keineswegs zu finden, es braucht nur zusammm- gefaßt und richtig verwendet zu werden. Insofern der große oeutsche Städtetag vom 17. Mai hierfür die Gelegenheit der ersten allgemeinen Verabredungen bot, wird er der Ausgangs- puntt der befreienden Bewegung bleiben, wie er durch Herm von Forckenbeck's pattiolische Auslastung und deien natür« liche parlamentarische Folge den letzten trügerisch e nS ch leter von der Beschaffenheit unserer Lage hinweggeriffm hat."— Einfach großartig, nicht wahr? Vor der schneidenden Selbst- kritik der Narionallideralm, die gerade jetzt, da die„befteiende Bewegung" von den Vertretern eben jenes„ArdetierstandeS" ausgehen soll, in„philisterhafter Scheu" zuruckweichm, kann jede sonstige gegnerische Bemerkung verstummen. Dt» Angst vor dem künftige« Reichstage scheint die Karttlldrüder infolge des Ausfalles der letzten Ersatzwahlen nervös zu machm. Die„Nationalliberale Korrespondenz" dringt wiederum einm bringenden Leitartikel, doch über die fernere Be- Handlung der Sozialistendewegung fich schon mit dem gegmwärtigm Reichstag zu verständigen, da„der künftige Reichstag ein unbekannter Faktor sei, auf den man noch keiner- lei Berechnungen gründen könne." Gi« Gefühl de» N-ide«, so schreibt der„Westfälische Merkur", deschlercht dm deutschen Steuerzahler angestchts ter koloffaken Steigerung der Mriitärlasten bei der Mtttbeilung, daß die Vereinigten Staaten Amerikas das nächste Jahr einen Uederschuß von 228 Millionen Dollars zur Schuldentilgung disponibel haben und ihre gesammte Staatsschuld, welche stch mtt dm Zinsen auf 1393 Millionen deläuft, im Jahre 1900 vollständig abgezahlt haben werden. Frellich werfen auch die Vereinigten Staaten nicht so gewallige Summen fürs Mllttär auS wie wir. Fürst Kismarck hat fich bei der Gießener theologischm Fakultät für die Verleihung des DoktortttelS bedankt und stch dieselbe damtt erklärt, daß er für„duldsames und praktisches Christenthum" eingetreten sei.„Wer fich," sagt der Reichskanzler,„der eigmen Unzulänglichkeit be- wüßt ist, wird in dem Maße, in welchem Alter und Erfahrung seine Kmntniß der Mmschm und der Dinge erweitern, dulosam für die Meinung anderer".— Spät kommt Ihr, doch Ihr kommt, Graf Jsolan... Wenn der Fürst Bismarck seine Lebensweisheit praktisch anwendet, so muß er für R e d e-, Preß-, Vereinsfreiheit und für Aufhebung des Sozialistengesetzes eintteten. Und was er will, geschieht doch im Deutschen Reich. Wir sehen mit gerecht- fertigter Spannung dm detreffmdm Regierungsvorlagen entgegen, eingebracht und begründet von Fürst Bismarck, Doctor theologiae. Fachv»nei« den Reptilien. Die„Freist Ztg." berichtet auf Gnrnd eines vertraulw en Zirkulars über eine neue Organt- satton der ofN�iösen�Provinzialpre�sse, die stch auf einem am 7. Oktober in Berlin abgehallcnen Kongreß zu einem „Verein der mtschieden regierunaSficundlichen Provinzialpreffe" zusammengethan hat. An der Spitze der Organisation stehen Sametow. Noch unlängst las ich in der Moskauer Zeitung, daß man dort eine ganze Bande Falschmünzer eingefaugen habe. Es war eine ganze Gesellschaft; sie hatten Billette nachgemacht. — Oh, da« ist schon lange her! Schon vor einem Monat la« ich davon, antwortete Raskolnikow ruhig.— Also Ihrer Meinung nach sind da« Schurken?— fügte er lachmd hinzu. — Natürlich, wa» denn sonst? — Da«?.. Kinder sind es, Gelbschnäbel, aber keine Schurken! Ein ganzes halbes hundert Leute vereinigt sich zu solch einem Zweck! Ist denn da Sinn darin? Drei wärm schon zu viel, und auch die müffm sich so auf einander ver- laffm könnm, wie jeder einzelne auf sich selbst. Es braucht ja nur einer fich im Rausch zu verplappern und alle« ist beim Teufel! Gelbschnäbel sind es! Nehme» unzuverlässige Leute, um falsche Billette umzuwechseln; solch eine wichttge Sache dem erste« besten anzuvertrauen! Nun, angenommen, e# wäre diesen Gelbschnäbeln gelungm; jeder hätte sich eine Million eingewechsett, aber dann?... während des ganzen übrigen Lebens? Jeder vom andern abhängig, das ganze Lebm hindurch! Da wäre e« doch gescheiter, sich lieber Sleich aufzuhängen! Nicht einmal da« Einwechseln haben e verstanden. Da hatte einer in einem Kontor fünftausend zu empfange«— und fängt an zu zittern. Viertausmd zählt er nach und da« fünfte steckt er ungezähtt ein, nur um schneller fortzukommm. Natürlich war der Argwohn sofort erweckt. Und so ging alle«, de« einm Dummkopf« wegen, in die Brüche. Ist denn da» eine Art? — Daß ihm die Hände gezittert haben, fiel Sametow ei»,— ist schon möglich. Ja, ich bin fest davon überzeugt daß dergleichen vorkommm kann; man kann da» zuweilen nicht unterdrücke«. — So etwa«? — Als ob Sie im Stande wärm, es Keffer zu machm? New, wmigsten» ich könnte e« nicht! Für ewe Belohnung von hundert Rubel so etwa« zu rislirm! Mtt falschen Billetten in da« Komptoir eine« Bankier« zu gehen, wo man auf dergleichm Dinge einexerzirt ist—«ein, ich würde in Berlegmhett gerathen. Sie etwa nicht? und Albert Clor k ist Wilhelm(ftähff die Herren Ludwig Sckaper in Görlitz Lieanitz.„Schatzmeister" der Gesellschaft Ntthan) Schlesinger in Cbarlottendurg. © dies« Kehre»! Wie man dem„LandeLb." aus Man«- heim derichtet, wurde der Hauptlehrer M, Redalleur der Scdm- zettung, wegen einiger Artikel, die gegen dm Oberschulra», speziell gegen dessen Direktor, gerichtet warm, aus dem Schuldienste entlassen.— Es ist etwas Entsetzliches, wenn ein basischer Lehrer eine eigene Meinung äußern will! Dänemark. Aus Anlaß der Verhaftung streikender Schuhe mach er stellte der sozialdemokratische Abgeordnete Holm«> kurzem im Folkething folgende Interpellation an den Justv minister:„Billigt der Herr Minister: 1. die von der Kopc» Hagener Polizei vorgenommenen Maffenoerhattimgen von Schuh- mochergesellm? 2. die BeHandlungsweise, die den Verhastetca zu Theil geworden ist? 3. die von der Polizei voigenomm-'U! Ausweisung eines der unschuldig Verbastetm? und, wenn die nicht der Fall, was deabfichtiat der Herr Minister aus Anlai des von den betuffenden Behördm bei den gedachten Gclegca- betten beobachteten Verfahrens vorzunehmen?" Nach eint«« Tagen kam die Interpellation zur Behandlung im Thing. dem Holm die Sachlage dargestellt hatte, ergriff der Juw minister das Wort. Er begann mtt der Bemerkung, daß fich in einem starken Jnthum befinde, wmn er glaube, daß«- der Minister, etwas über die Gerichte zu sagen habe. Daß dl» nickt der Fall sei, könne jeder aus dem Grundgesetz erst»"- Die Verhaftungen seim auf Veranlassung dcs Richters gescheht* und darüber könne er keine Kritik üben. Was die BehandlA der Verhaftetm betreffe, so sei dem Minister keine Klage daw� zugegangen, und che dies nicht geschehen, könne er nichts in N Sache vornehmen. Bezüglich der Ausweisung endlich sei auS keine Ungesetzlichkeit v orgckommm; die vorsckriftsmäW* Bcdingungm für die Ausweisung seim vcrhandm namentlich habe der Arsgewiesene keine Subststenzmittel geh*''' Der Minister könne also durchaus nichts in der Sache thitt-Jj Bei dieser„Rede" werdm fich die Sozialdemokratm gerade beruhigen. Das Unterhaus bat den von B r o a d h u r st eingebi� und gegm die Erwägung des Berichts des ständige»� schuffes über die Novelle zum Haftpflichtgesrtz gerichteten mit 202 gegen 141 Stimmen abgelehnt. Von mehr als 3000% rbeiternin Diensten derB«�. Hematite Jion and Steel Cowpassy wurde gestern infolge e* Lohnstreites mtt den Hochofenardeitem eine Ardeitsspertt!? geleitet. 11 Hochöfen und die Stahlwalzmühlm des EtM� ments feiern. Der englische Premierminister hat wieder einmal burß/L t brutalen Slnmanfelunam ein aanträ*Pn!f mif das ♦IE tibget « beantrc t einer «Ö auf i; fe' 5 Stimm Met de U. •Wen i gpenbui M vorn D ?kn fr Stell Ut Ssj C seiner brutalen Anwandlungen ein ganzes Volk auf das—-u, beleidigt. Vor einiger Zeit verglich Lord Salisdur?�, Jrländer mit„Hottentotten" und rief dadurch bei dea � wohnern der grünen Insel große Austeaung hervor. A#: er in einer Rede zu Edinburgh anläßlich einer Besprechung letzten Wahl im Londoner Bezttk Holborn dm " tnuht wng« und gelehrten Indiek Dadadhai Naorojtt. welcher frübtt�c, Kandidat von den Liberalm in demsrldm Wablbe»w� gestellt war, verächtlich als einen„schwarzen Mann' Dieft Bemerkung hat in England und in" Indien einen erregt. Die angloindischen Lord Salisbrny's telegravhisch ........ TVg ist, haben zuerst Zweifel darüber ausgesp*� % % der Entrüstung der Ausfall worden od der Premier wirklich fich so, habe, zugleich aber hinzugefügt, wmn er so gesprochm habe, „Der Bericht," sagt der„Pionier" verlegen, und unglaublich; wmn aber..... ficb der geringste politische Anfänger schämen liberalen Blätter w London gehm dem Maiquis »u Leide. In einer Zuschrift an die„Daily New Bemerkung Lord Salisbmy's eine„feige and finnlose � gung von Millionen seiner Mitbürger in Indien" un° � % sjte *5«, il- Ks 5? nicht Awrovi ?den kör «rganifi erne K ps Ü offen Abbitte leisten Uz ... 1er" verlegen,„ist u*&|k* wmn aber wahr, so ist es ein F.0% f* sollt me sei noch e." WZ „schamlose Rede" genannt. Mr. fitaorojii stehe an v— � � rnd Wessen dem Lord Salisdury nicht im Geringsten n*?, übertreffe ihn in vielen Dingen. Der To:y-Führer v*'».»«*' Tbat einen schweren Fehler gemacht» invcm er in einem blicke der Schwäche seine geheimsten Gedanken über de» eines von England unterworfmen, aber viele Millionen i � dm Volles venieth. Unterdrückte Nattonen, welche fi".. jcj Stärke bewußt werdm und nach Gleichstellung"LßW herrschenden Raffe streben, können durch nickt« mehr werdm, als indem man sie wegm dieser ihrer Unterm � verhöhnt. Augenblicklich tagt in Kalkutta ein Kc"igr'°,� Jndiern und wenn man die von dmselden aufgestellte»» t4 Beschwerden und Wünschen durchficht, wird man dieselben meist jenen, man möchte saam sentimentalen 4 tragen, von dessen Bedeutung Lord SaliSduiy leine Ayn» haben scheint. Frankreich. In der Kammer wurden gestern die letzten Regier Nn'sche |Ls ««ufgebi fes .a-chUNß fc Raskolnikow kam die Lust an, ihm die Zung* � rßff cv»- fr ,1 f*• f-t---. OO /A tt_ zustrecken. Ein Frösteln überlief seinen Rückm. — Ich würde e« ganz ander« gemacht haben, weit ausholend an. Ich würde folgendermaßen pf sein. DaS erste Tausend würde ich viermal, an* Ecken durchgezählt«rW:-v~-——»--»rächtet vTw« dann würde ich da« e« etwa bis zur Hälfte K 4,: «TN di eine Fünfzig-Rubcl-Note herausgezogen, gegen b* j» gehalten, umgedreht, und wieder gegen da» Licht geh,,,& :, und hätte bei der GistegcP � Rubel eingebüßt habe,. ;anze Geschichte erzähtt *"9* tutiuyiuyic erzayu. Wmn ich dann a»* ausmd gekommm wäre, so hätte ich da«»wette» � ml vorgenommm, unter dem Vorwande, das ew gge? mal M SÄTÄlS?. % hart ich e« mit allm Fünftausend gemacht,--„b*3 dann geendet, hätte ich nochmal« au« dem fünft" � dem zweiten Tausend einen Zettel heraus 0e«O9, VrTi an« Licht gehalten, wieder Zweifel geäußert: �""f ©te sie um I"- ich hätte den Äassirer zur gebracht, er hätte vor Angst nicht wissen. mich loS werden solle! Wmn ich dann enW*"J «orde« wäre und die Thür schon geöffnet abermals zurückgekehrt, hätte mich emschuld»«*-> »ge°d etwa» geftagt, eine Erkundigung i'°gc;°», hatte ich'« gemacht! etÄ K'Äli" SM m-inte Sametow lachmd.- Aber' i-V V*"'" Sie um ein Gespräch, in der Wirklichkeit würd� �t. auch daß gestolpert nicht nur sein. Ich sage Ihne». unsereiner, sondem sogar ei» ßg ein verwegener Burs'chV'w ftlchem Fall kann. Doch, wa« suche» wir wett: d���dtth� 0' mar Srtffi v._____ at»r*%'«%%%"Ä mni-kan-t— itjlll 0 fCfl1 doch""p worden— aber die Hände müssen ztttert habe»; da« Stehle» hat er S" "« i in a ei« i« im(ftäfc ag MM' jet Schul» afchuliuA :m SÄich ein buvi> Schuh' Holm tcl len ÄiM" )et KM» ton Schuh' BetWd» lenomnu« wenn dm aus Aiilq i Gelege» ch einig« °°Z daß Ho» ctz eise»» M %% i sei di-ch iftsmöW' " 8«% ttel 8# ic gerade ww SS detB�! ifolge f», sspnre s~ hybflelg des Unterrichtsministeriums durchbe- . Bei dem Kredite von 600 000 Franken, welcher für die ung von Lehrerstellen und die Gründung von Mädchen« ! in Gemeinden von mekr als 600 Einwolmern bestimmt deontragte Montaut eine Erhöhung von 30 000 Franken de« einer p ogrelfiven Sluf befferung der Lebrerdesoldungen von J® auf 1200 Franken. Regierungskommissar Buisson machte ' es Prinz'p durchführen wolle, votirt werden, worauf 332 gegen , uar«tuiciiviiuHw Montaut verwarfen. Bei dem Met der schönen Künste trug der zuständige Minister Lockroy s eine Schlaipe davon mit einem Abstrich von 10000 bei dem Personal des Rifforts. Der Ausschuß hatte .r�en vorgeschlagen und der Berichterstatter Maret auf die Mendungen des Ministers geantwortet, die Herabsetzung de» *we vornehmlich, daß eine ernste Reorganisation der Veriral- M der schönen Künste gewünscht werde. Hierauf beantragte Met, ein Provinziale, die Aufhebung der Subvention der Men Over, welche durch nichts gerechtfertigt werde, da ste ** eine ÄilJungsstätte sei, sondern lediglich ein Bergnügungs- 2 Was bliebe davon übrig, wenn man die prächtige Treppe ? die Beine der Tänzerinnen wegnähme? Und dann werde % W freien Eintritten ein sschmählicher Mißbrauch getrieben, W Couffet fort; halb Paris besuche die Oper gratis. Bericht- Mter Maret suchte dem Manne begreiflich zu machen, daß * großen Theater eine Zierde großer Städte, Anziehungs- Mo sind; Regierungskommissar Larroumet nahm die Frei- M in Schutz, welche man der Puffe schuldig sei» und ohne S?|# March?n Fällen ein Stück die erste Probe schlecht de- !*. Couffet ließ sich aber nicht bekehren, er verlangte einen wch von 50 000 Franken, und dieser wurde ihm m,t 273 M 210 Stimmen bewilligt, was Hern: Lockroy in hellen Zom 2#. Im Laufe des Abends hieß es allgemein, der Unter« Ärtnister Lockroy sehe fich durch seine letzten Mißerfolge in ? Budgetdebatte gezwungen, seine Entlaffung zu nehmen. Z? diesem Gerüchte trat die offiziöse Agentur Havas in einer **< entgegen, die um Mitternacht dm Blättem zugestellt eW 'jag buNf ' I H »SA i ich A „Senat Jtalie«. Der Gesetzentwurf über Reform der Mdent Erispi, er sei gegen die Okkupation von Maffauah N Affad gewesm. Die Behauptung von Maffauah sei wegen Ms nolhwendig geworden. Italien wolle fich jedoch hier« M Nicht in eine Situation bringen, in welcher beim Hinzu« �.europäischer Komplikationen seine Streitkräste oermindert Merr könnten. Es handele fich jetzt darum, die lokalen Kräfte Manifiren, die Reaicmng wolle keine Eroberungen in Abyl« Machen. Der Minister glaubt nicht an die Wahlschein« eines nahen Krieges, obwohl die Lage Europas immer« eine ernste sei Die Beziehungen mit Frankreich seien Metig gewesen, doch seien die Schwierigkeiten jetzt über« ffgen. er könne versichern, daß in diesem Augenblicke dre Jwhungen zwischen den beiden Ländern normale und lorrelle K*- Der Minister stimmte mit Corte darin üderein, daß ein M mit Frankreich ein großes Unglück sein würde; sicherlich Me die italienische Regierung in dieser Richtung nie heraus. ?d«ld auftreten, ihr ganzes Bestreben sei darauf gerrchtet, . iN solchen Krieg zu vermeiden. Redner weist auf die mehr wachsenden Rüstungen hin und hebt hervor, könne doch nicht müsstg dastehen, wenn eS um sei» Zlnterefie. um eingegangene Verpflichtungen und ndele. Die beständigen Bemühungen m l* nge h- b-n, % das H Erhaltung des Friedens gerichtet as che Unternehmen dürfe nicht dahin führen, daß man die zpt, für alle Eventualitäten bere t zu sein, aus den Augen Z/k.(Scifpl klaubt nicht, daß man die afrikanischen Blsttzun« Ntüfgeben könne. Italien übe in Afrika eine zivilisatorische Mvn aus und könne von derselben nicht zurücktreten. Corte Att fich von den Ausführungen des Ministerpräfidenten nicht Mengestellt, bringt jedoch keinen Antrag ein. ?sie Kommission der Depuirtenkammer zur »yMunp der von der Regierung vorgeschlagenen Finanzmaß« Auen wählte Giolitti zum Berichterstatter und beauftragte O�lben, den ablehnenden Bericht am Sonntag der Kommisfion Zulegen. gewählte B u d- der Regierung Kpaui-tt. I(»i le von den Abtherlungen der Kammer gl ÄV.w Mission dcstebt aus 21 Anhängern- S'4 Mitgliedern de, Opposition. Mehrere Blatter wollen der Finarzminister hatte infolge dieses Ausfalls der demissionirt und es hätte darauf auch der Mmister de« die Entlaffung eingereicht. W W « .ge», � i �N. hat', Nicht durchgeführt; der Augenschein Hat'S be- �aiiolnikow schien ordentlich btleidigt. L 2 So. hat er'- wirklich bewiesen? Ab-r so fangen ">u doch! rief er, Sametow schadenfroh reizen d. Nun, was ist dabei, man wird ihn schon fang«». ktC Wer? Etwa Sie? Wollen Sie itz fangen? Da f- u Sie lange springen müssen 1 Ber Ihnen tst ja du 'a Paletots..#m 16 Mk.«n 4$djlofrodu. von 9,— Mk. an Anmge...» 21 Mk.. Knad.-Anzüse. S»»s Mk.. Hosen... SMk..�. do. Paletot». S.soMK. � Westen w Piqns und Seide von 4*50 Mk.°n. Waa�besteUnng»«� Aohtaöak Grösste Auswahl, billigt Preise» reelle BedienunO l Silifi.. Spandauer Brücke� a« Hackesch«« Markt. Robert 2 Marianneu-Stra� Möbel-, Kpiegel-«ab Polstermaaren-Magazia Franz Tutzauer, von KSpnickerstrasse 24(nahe der Kopnickerbrückel. «ar K«ell» Maare. Prompte K«dien«ng. 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Wichen die Verhandlungen zwischen den dctheiligten Behörden ««»er ausgenommen, denen ein von uns seiner Zeit mit- WWHer Entwurf zu Grunde gelegt wurde, bei welchem eine Unterführung der Liesmstraße unter die Geleise der Berlin» «ettiner Kahn in Aussicht genommen war und der °?e Verdcfferung der UrdelstSnd« erwarten ließ. Die »Mische Baudeputation glaubt« dieses Projekt im Großen j®d Ganzen nicht von der Hand weisen zu dürfen, sondern W den Gemeindebehörden die Ermächtigung zum Abschluß torS Vertrages mit dem Etsmbahnfiskus nach M�ß- des besprochenen Projekts nachsuchen zu müffcn, lÄoch unter der Voraussetzung, daß die Grenzstraße als Fahr» ®«fce aufrecht erhalten bleibt, und daß ferner an der Kreuzung ml der Liesenstraße eine weitere von der Eisenbohndirektion in misftcht gestellt« Hebung der Geleise zur Ausführung gelangt. J*i(t) ein Eingehen der Efendahnvnwaltung auf die letztere " rg wurde nicht nur eine Verkürzung der von der Unter» . stelle ausgehenden steilen R rmpe der dort zusammen- Straßen und ein günstigeres Eteigemngsverhältniß "f* die fahrbar bleibende Grenzstraße erzielt, sondern auch eine Vinstigerc Gestallung der Entwässerungsanlagen für die tief senden Streeken der LIesm, Garten- und Ackerstraße ermög« Nachdem der Magistrat fich mit den Anstchtm der Bau» ?rivaltung einverstanden erklärt, hat auch die Stadtverordneten- «stamm Irma den Magistrat ermächiigt, auf Grundlage dieses ektes mit dem FiSku« einen dahinzielenden Vertrag adzu- i. Die Verhandlungen werden voraussichtlich in nicht ger Zeit zum Abschluß gelangen. . Di»»enlich»«rch den Versuch einer hiesigen ?»n»iv«»grs»>fch«ft wieder angeregte Hoffnung, wäyrend Winters geheizte OmniduS» und Pferdebahnwagen zu er- Mm. scheint, wenigstens hinfichtlich der Pferdedabnwagcn, von r* Estullung noch sehr weit entfernt zu sein. Ein Artikel in Fachblärt„Die Straßenbahn" spricht fich nämlich schlank- ?? Segen solche Hei, Vorrichtungen aus. Es wird ausgeführt, die Heizung der Gesundheit des Publikums„schädlich" sein würde.„Sobald ein gehetzter Wagm einigermaßen gefüllt ist," ?. heißt eS,„entwickelt stch eine AtmospbSre, welche unleidlich *5® und zur Folge hat, daß so viele Passagiere wie möglich dm Perrons Zuflucht nehmen oder die Fadrt nach Möglich- lest ablürzm. Außerdem wirkt das Einströmen kalter Luft in 2 warmen Raum beim Ocffnm der Thürm namentlich Zst die dm Thürm zunächst Sitzenden höchst unangmchm. .•«blich ist e« ein Hauplübelstand, daß der zweimalige bedeu- Me Temperaturwechsel kurze Zett hinter einander, beim Be« «igen und Berlassm d«S Wagens, und der kurzen Zeitdauer KS-bst ungünstigen Einfluß ausübt und erfahrungkmäßig 'kältrmpm iSuflg Veranlassung gtcdt."— Die« sollen die niffe der Erkunoigungen in verschiedenen Städtm, in gebeizte Pferdedahnwagen laufm, sein. Die E.kun» «Mngen bältm wohl aber nicht so weit hergeholt zu werden brauchm, da die Lösung der Frage in allernächster Nähe studirt werden kann— bei der Stadtbahn und anderen Bahnen, wo beheizte Wagm schon lana» eingeführt find, ohne daß man je »«hört hätte, daß diese Wohlthat irgmd einem der Fahrgäste Gesundheitliche Rachtheste gebracht hätte. Das Publikum wird M in seinem berechtigten Verlangen, im Winter die Pferde- ®%wagm durchgeheizt zu finden, durch solche kaum ernst �nehmmden Etnwmvungm stcherlich nicht wankend machm .Et« interessant«« Aktenstück wird, wie die„Post" I�eidt. seit längerer Zeit unter dem Titel �Reporter- Phan- !�?n" in der Krtminalrcgistratur deS hiefigen Po!i,eipräfidiums rPchtt. Dieses Aktenstück, zu welchem fast jeder Tag neue Bei- ö!' liefert, enthätt dujmigm Zeitungsausschnitte, welche über �«twaelle. der Poli�idebörde unbekannte„Tagesereigniffe" achten. Nebm dem etngeklebtm AuSschnstt ist die betreffende {"«Kg und die Nummer derseldm angegeben. Darunter steht 2 Dekret zur Recherche und daS Eraedniß der letzterm. In Zw«ststm Fällen lautet daffelbe, daß trotz der sorgfältigstm �chfarschungen in Betreff der smsattonellm Thastache nichts zu Twsttttn ist. So ging es auch in den letzten Tagm mit den hiesigen Moracndlältcrn gebrachten Nachrichtm, einen am äi. November verübten„frechm Raudanfall" Unter den Lmden L°.einm Rühr-Arttkel,„Vater und Sohn" betitelt, detreffmd. N dm letztm Arttlel anbelangt, so soll am verflossenen Mon» Kerlmer Kon«tagspla«derei. B C. Die Früchte de« Herbstes find eingeheimst, die -rW" und Znvattdenverficherung kommt bald unter Dach, Kit»'.wud Zooalrdniverficherung kommt bald unter Dach, st. �schenken beladm strebt der Reichtbote seiner Heimath &&», von«ufreibmder Arbeit wollen die Gesetz s- bic müden Glieder im Schatten des WeihnachS» ausruhen. weih�?.?�»ehmm Sttaßm und Schaufenster das Gepräge an. An der Ecke steht der kleine "tit dem Hampelmann und dem Schäfchen, er b?.,. Wh« Finger in die Reste seiner Hosmtaschen Kaft � bbingend, daß man ihm eine Kleinigkeit abkaufe. �»le�'�als bleibt ei» Passant stehen; wer die Armuth "WiLJ r? will, braucht es wahrhaftig nicht an der u ��aß« necke zu ihuo, wo es Niemand sieht— ist btt,«ohlthälig, so stellt man sein Licht nicht unter siozia.(2!�!"» m den WohlthätigkeitSbazaren ist die wo der wahre Werth wirklicher Menschen- w hT*1*„ einzig und allein richtig geschätzt wird. pbe» B?wste« Dame« und die nobelstm Herren ».1*4''• S. Jahrg. ?iliedrichshain dabei betroffen haben, wie derselbe alS„Messer» eld" einen Paffantm zu Boden gesidlagm habe.— Wir haben von beiden Artikeln, da uns die Flunkereien der betreffenden Reporter zu unwabricheinlich schimen, keine Notiz aenommen. Per dicht« Nebel, welcher am Freitag Vormittag die Lust erfüllte, hat auf der nach dem Spandauer Berg fübrmdm Chaussee in der Nähe von Ruhledm ein schreckliches Unglück mittelbar veranlaßt. Etwa um 9 Uhr wurde auf dem Geleise der Lehrter Bahn, welche diesseits der Milttär-Schießschule die Chaussee durchkreuzt, ein Einspännerwagm von einem Eisen bahnzuge überfahren. Der Wagen wurde vollständig zertrüm mrrt, das Pferd furchtbar zerfleischt und sofort aetödtet und der Kutscher, welchm der Zug erfaßte und eine Strecke mit fort- schleifte, lebmsgefährltch verletzt. Stach dem„A. f. H." scheint ebenso, wie der Kutscher, auch der dort stationirte Bahnwärter nicht im Stande gewesen zu srin, das Herannahen des Zuges rechtzeitig zu bemerken, denn die BarriSre soll nicht geschlossen gewesen sein. Eine aufregende Kzen« spielte sich am Donnerstag in der Bellealliancestraße ad. Ja der Nähe der Baruthnstraße wollte das l 9jährige Dienstmädchen Elise B., welches ein zwei» jäbiigei Kind auf dem Arme trug, den Fahrdamm überschreiten und schlüpfte an einem dort haltenden Pferdedahnwagen vorbei, ohne zu beachten, daß ein anderer Pferdedahnwagen in entgegen» gisrtzter Richtung das zweite Geleise defubr. Im nächsten Augen- blicke schon war daS Mädchen und das Kind zu Boden gerissen und. trotzdem der Kutscher sofort hemmte, ging der schwere Wagen über Beide hinweg. Zum Glück jedoch find die Ueder- fahrenen ohne jede Verletzung davon gekommen, da dieselben zwischen das Schienengeleise zu liegen kamen und der Kasten des Vorderpenons, welcher über sie hinweg ging, der B. nur einige leichte Schrammen an der Stirn zugefüat hat. Gin Hochzeitvfist, das eine schreckliche Wendung nahm, verbreitete dieser Tage Kummer und Unglück über das junge neu verbundene Paare wie über die deidersesttaen Familien der Angehörigen desselben. Am Mittwoch wurde in einem hiesigen Hotel die Verbindung des 28jähriaen Kaufmannes B. mit der einzigen Tochter de« Fabrikanten W. gefeiert. Bei dem Fest» mahl hatte man den jungen Eheleuten wie üblich Toaste. Reden und Lieder dargebracht, und gegen Ende des Mahles erhob sich der Bräutigam, um seinen Dank auszusprechen. Hierbei verrieth er jedoch eine ganz auffällige Erregung, die stch allmälig bis zur Winheit steigerte und plötzlich brach er in ein schrilles Gelächter auS und schleuderte sein gefülltes Glas mitten zwischen die Gegenstände der dichtbesetzten Tafel, stürzte von dem Tische hinweg und rannte, heftig gestikulirenv und deklamirend in dem Saale hin und her. Jeder Versuch, ihn zu beruhigen, mißlang; man mußte zum Entsetzen Aller zu der Erkenntniß gelangen, daß der junge Mann, der stch vor einigen Fahim einmal eines Nervenleidens wegen in einer Kalt wasser'Heilanstalt befunden hatte, in Wahnsinn verfallen war. Ein herdeigerufmcr Arzt konnte diese traurige Tbatsache nur bestätigen, und der unglückliche Bräutigam, deffm Zustand in vollständige Tobsucht ausgeartetet war, mußte überwältigt werden, um ihn aus dem Hochzeitssvale hinweg nach der Wohnung seiner Angehörigen und demnächst in eine Heilanstalt zu übe' fuhren. Die dellagenswerthe Braut wurde, als ste aus ibrer Ohnmacht erwachte, mittelst daS HochzeitwagenS in das Haus ibrer Eltern zurückgebracht, wo fie seitdem krank darniederliegt. Od eine Wiedervereinigung beider so jäh und schnell einander entrissenen Gatten überhaupt je wird stattfindm können, ist fraglich. Feuer in Kastan'» panoptikn«. Die'Meldung„Groß fevrr" derief am Sonnabend, VormiltagS gegen Iii Uhr, größere Adtheilungen unserer Feuerwehr nach dem Pschorr'schen Bterpalast, an der Ecke der Behren- und Friedrichstraße. Da« selbst war in dem fest kurzem neu eröffneten Castan'schen Panoptikum auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise, und zwar in dem Saale, in welchem die„optische Jllufion der schönen Galathse" aufgestellt ist, ein Feuer ausgebrochen, welches mit rasender Eile um fich griff. Die wenige Minuten nach erfolgter Meldung eintreffmdm Löschmannschaften erstickten die Gefahr mit anerkennenswerther Energie, konntm trotzdem aber nicht abwenden, daß der ganze bezeichnete Saal ausbrannte. Et» entsetzticker Unglücksfall ereignete fich am Freitag Stachmittag in der Csaufleestraße. Fn dem Hause Str. 3 dieser Straße warm mehrere Männer beschäftigt, mittelst Taue Bier» tonnen hochzuheben. Plötzlich riß das Seil und eine schwere Tonne rollte wieder in dm Keller hinab und verletzte den Ar» bciter P., welcher gerade dm rechten Arm an eine zweite Tonne gelegt und gegen welche die zurückrollende mit furchtbarer Ge» walt anprallte, sehr schwer. Der rechte Vorderarm des P. wurde zerschmettert, so daß von der nahebelegenm SanitätSwache au» die Uedcrführung de» Verletzten nach dem Lazarus Krankmhause angeordnet werden mußte. An eine« bedanerliche» Unfall hat der dichte Nebel, welcher in der Stacht zum Frettag herrschte, geführt- Als der noch einmal so leicht ei»„Zeitungsschreiber"— daS Wort ist bekanntlich jetzt reichttagsfähia—, der so mühelos zu bestimmm wäre, Name» und Kleidung der„Gnädigen" auch einem größerm Publikum zugänglich zu machen. Zeder Mensch, sei er Christ oder Frau Lina Morgenstern, hat zu Weihnachtm da« Bedürfniß, seinen Mitgeschöpfe» und sich selbst Gute« zu thun; seinen Mitgeschöpfea thut er eS mit den abgelegten Sachen und für sich selbst sorgt er, daß er nicht zu kurz kommt. Das ist da» Gebot der Frömmigkeit, mit der eS eine ähnliche Bewandtniß hat, wie mit dem öffentlichen Wohl: man spricht viel, aber man merkt wenig davon. So hat ein Zeder seine Weihnachtsfteude. Die Ge- schäftsleute rüsten sich, um sich für die schlechte Zeit des Jahre» zu mtschädigm, und der Handel mit Weihnacht». bäume« treibt ungeahnte Blülhen. Allerdings wird auch das beste Geschäft für dm zu Wasser, der sich deS nöthigen Betriebskapital« nicht bemächtige» kann. Wa« nützt un« der bestbekannte Förster, wenn er seine Bäumchen nur gegen baare Kasse nach Berlin senden will, und baare Kasse ist unter Umstände« ein so seltene« Ding. Man würde ja so gern in der zugigsten Bahnhof« Halle ftieren, wenn man damit nur einen gewissen Gewinn erzielen könnte— doch auch der kühnste Geschäftsgeist erlahmt, wenn er vor dem gänz- licheu Nicht« steht. Da sind die Antisemiten andere Kerle, die habm Geld im Ueberflub, zehntausend Mark können sich bei denen so verkrümeln, daß kein Mensch weiß, wohin sie eigmtlich gekommen sind. Don Chistobal Cremer sollte eS eigentlich wissen, aber in diesem Falle hält er eS für aut daS Gehege seiner Zähne nicht zu öffnen und die Welt un Unklaren zu lassen, wofür Herr Bleichröder eigentlich Tischler K. in der detreffmdm Nacht gegm 12 Uhr die Ge' richtSstraße pasfirte, um stch nach setner dasdbst belegenen Wohnung zu bmeben, mußte er dm Fahrvamm überschreiten und konnte infolge des dichten Siebeis die Bordschwelle nicht er« kennen. K. lief gegm dieselbe an, wodurch er stürzte, und zwar so unglücklich, daß die Sttm eine klaffende Wunde erlitt und das rechte Auge schwer verletzt wurde. Der Besinnungslose wurde nach d.r Sanitätswoche Wedding geschafft und erhielt hier einen Nothverdand; leider ist wenig Hoffnung auf Er» haltuna der Sehkraft des rechtm Auges vorhanden. Kckwe» geschädigt durch Unterschlagungen zweier Hand» lungsgedilfen ist der Inhaber eine« in der Königstadt defind» lichen Manusakturwaarm-Geschästs en gros. Bei demselben waren zwei Brüder, der 24jährifle Max und der 2ljährige Emil H., als Stadtreisender relp. Lagerist seit mehreren Jahren thättg und gmossm daS volle Bertraum des ChrsS. Gest etwa sechs Monatm fehlten fortwährend Waaren und die nicht un» dettächllichm Mankos veranlaßtm Herrn K., auf Anrathm de» Lagertftm H. zwei in seinem Geschäft angestellte Expedimtinnm zu entlassen. Wie es fich aber jetzt herausgestellt, haben beide Brüder H. daS unsaubere Diedeshandwerk gemeinsam detriebm; durch Zufall erfuhr Herr K. von einem Kundm, welcher ihn de« suchte, daß verschiedme Waaren, di- ihm vom Lager offeri't wurden, von dem Stadtteismdm H zu erheblich dilligeren Preisen, angeblich für eine andere Firma, angcbotm und durch Dimstleute mit quittitter R chnung gesandt worden feien. DaS edle Brüderpaar, deffm Vater, ein wohlhabender Rmtter in der Provinz, den Schadm. welcher fich aus mehrere Tausend Mark beläuft, gedeckt, befindet fich bereits auf dem Wege nach Amerika. — Umgang mit lüderlichen Fraumzimmern und Hobes Spiel haben die geschäftlich tüchtigen jungen Leute auf die Bahn des Lasters gefühlt. PoUk«ib«richt. Am 7. d. M. Morgens wurde in der Brunnenstraße ein 7 Jahre altes Mädchen und Abends in der Rosenibalerstraße ein Knabe üderfahrm. Beide erltttm nur leichte Verletzungen.— Vor dem Hause Belleallianceplatz 18 wurde Mittags ein unbekannter Mann, welcher trotz fortgesetzten Läutens dcS Kutschers dicht vor den Pferden eines im Gange befindlichen Pferdabnwazms stehen blieb, von denselben nieder- geriffm und vom Wagen überfahren. Schwer verletzt wurde er nach der Revierwache gebracht, wo er nach kurzer Zell verstarb. — Nachdem Abends an der Ecke der Lützow- und Magde» dmgerstraße ein Zusammenstoß zwischen einem Pferdebahnwagen und einem Ardeitswagen stattgefunden hatte, wollte der Schaffner Reinhold den Führer des schnell davonfahrmdm Ar» beitsfuhrwerls feststellen, lief ihm deshalb nach, aerieth dabei jedoch unter den Ardeitswaam, so daß er überfahren wurde. Er erlitt mehrere Rippmdrüche, einen Schädelbruch und inner« liche Verletzungen, so daß er nach dem Elisabeth Krankmhause gebracht werden mußte. Der Führer des Arbeitswagens wurde verhaftet.— In der Nacht zum 8. d. M. wurde ein unde» kannter, etwa 25 Jahre alter Mann an der Ecke der Brunnen« und Jnoalidmstraße mit bedeutenden Verletzungen am Kopf, welche er sich anscheinend beim Fallen zugezogm hatte, aufge« sunden und nach der Charit« gebracht. ♦ Nerguüg»ngs-Chrouik. Urojektirte» Uepevtoir der KSnigüche« Kchn«. spiele vom 9. Dezember bis 17. Dezember. Im Opernhause. Sonntag, dm 9.: Die Quitzow«(Herr Mitterwurzer, Herr Matkowski als Gäste); Montag, den 10.: Der Waffen» schmied(Herr v. Szpinger als Gast); Dienstag, den 11.: Der Ring deS Nibelungen. Zweiter Abend: Die Walküre(Herr Stiemann); Mittwoch, den 12.; Der Trompeter von Sälltngm; Donnerstag, den 13.; Die Qultzows(Herr Mitterwmcer, Herr Matkowiki als Gäste): Frettag, den 14.: Der Ring de» Nibelungen. Dritt« Abend: Siegfried; Sonnabend, den 15.; Carmen; Sonntag, dm 16.: Die Königin von Sada; Mon- tag, dm 17.: Der Ring des Nibelungen. Vinter Abend: Götterdämmerung.— Im Schausptelhause: Mittwoch, den 12., zum 1. Male; Letzte Liebe; Donnerstag, den 13.: Stradella(Herr v. Szpinger als Gast); Freitag, den 14.: Letzte Liebe; Sonnabend, dm, 5.: Wallmstein'S Tod(Herr Mitter- würz«, Herr Matlowski als Gäste): Sonntag, den 16.: Letzte Liebe; Montag, dm 17.: Die Weisheit SalomoS. A« Berliner Theater geht das Fulda'sche Lustspiel „Die wilde Jagd" nicht am Dienstag, sondern om Donnets» tag, den 13 d. M. zum ersten Male in Szene.— Am Dienstag tritt daselbst Friedrich Haasein dm 3 Lust- spielen„Pattie Piquet",„30. November" und„Michel Petrin" auf. ?«r Direktion de» Zirkn» Achumann ist vor einigen Tagen die polizelliche Erlaudniß zur Aufführung der großen, aus zwei Adtheilungen bestehenden DarstcllungS-Pantomime „Die schöne Sofia" ertheilt worden und die Premiöre derselben auf Donnerstag, dm 13. d. M., angesetzt worden.„Die schöne diese dedeutende Summe gezahlt hat, mit der man hätte so manche Thräne trocknen und manchen Ehrmschein einlösm könne«. Zetzt aber will kein Mensch das Geld empfangm habm; Wilhelm Pickenbach klopft auf die Tasche», in dmm kein Nickel schlummett, und gläubige» Kopsnicken bewegt sämmtliche Antisemitenhänpter. Er hat e» also nicht. Wer denn? Herr Crem« schweigt sich auS und doch wäre er wohl derjmige, welcher Auskunft geben könnte, wma ex wollte, und nun will er nicht. Ein merk- würdige« Mißgeschick schwebt über diesen Leuten: wenn sie reden könnten und müßten, verlegen sie sich auf» Schweigen und die Welt tappt im Dunklen. Allerdings, Herr von Bleichröd« wird v«gessea haben, wem und für was er jme Summe gegeben hat, die für ihn eine so genüge Ba- gatelle darstellt, daß« unmöglich sein sinaazbeschwerteS Haupt damit läng«? Zeit belaste« könnte. Und so muß man sich dmn»ach und nach an dm Ge- danken gewöhnen, daß eS von jetzt ab ein Geheimniß mehr auf der Welt giebt. Diese» Geheimniß freilich wird zu de» sogenannte» offenen zählen, und diese sind unter Umständen viel unangenehmer wre die geheimen Geheimnisse. Herr Stöcker natürlich steht groß da, er ist der Mann, vem nicht so leicht nachgesagt werden kann, daß er für Geld etwa« thut. Und so lange die christlich.sozialm Antisemiten auf einen solche« Häuptling blicken, steht e» nicht schlecht um ihre Sache,— aber e« steht auch nicht gut um dieselbe, fie steht eben gar nicht. Mögm sich also diese Edelsten und Beste« des Volke» noch lange mit ungeschlachten Kräftm in ihre« Haaren und Glatzm liegen, die Welt wird immer und.immer rufen: „Ehrenmann« sind fie Alle I" Sofia", welche eines politischen Beigeschmacks nicht entdebrt, ist richt humoristisch gesaßt und dürfte dmch die farbenprächtigen Bilder und geschmockooll arrangirte markante TableauS die Auf- merkfamkeit des Publikums durch Dreiviertelstunde feffeln. Heute, Sonntag, finven wie stets 2 Vorstellungen statt, in denen die Elite der Künstler des Zirkus Schumann mitwirkt; für die Nachmittagsvorstellung ist unter Anderem die Pantomime„Die goldene Flöte" angesetzt. Abends Gala-Vorstellung. Gertchts-Zettmtßu Welch wüste Kkene« sich bisweilen in Nacht- Cafö's ab- spielen, dewies eine Verhandlung, welche gestern die 91. Ad- theilung des Schöffengerichts beschäftigte. Der gefährlichen Körpcrverlltzung d schuldigt, wurde ein unter fittenpolizeilicher Kontrole siebendes Mädcken, die unverehelichte Henriette Schwarz aus der Untersuchungshast vorgeführt. In der Nacht zum 24. v. M gegen 4 Uhr Morgens, befand fich die Ange- klagte im Cais Plötz in der Lothringerstrahe. An einem Neben« tische saß die unverehelichte Hühner. Wegen einer geringen Veranlaffung gcriethen beide in Streit und hüben wie drüben flogen Redensarten. Der Oderkellner machte kurzen Prozeß, er ergriff die Angeklagte, die stark angetrunken war, und führte fie zur Thür Hivaus. Als die Angeklagte dabei an ihrer Gegnerin vorübergehen mußte, ergriff fie plötzlich ein Seidel und bevor der Oberkellner es zu vehindem vermochte, warf fie es der Hühner gegen dm Kopf. Die Getroffene erlitt eine nicht unerhebliche Verletzung. Der Staatsanwalt wollte die That mit zwei Monatm Gefängniß bestraft wiffen, der Ge- richrshof trug aber der Erregung Rechnung, in der die Ange- klagte fich befunden, und erkannte nur auf drei Wochen Ge- fängniß, wovon eine Woche durch die erlittene Untersuchungshaft abgerechnet wurde. Der Wagistrat«- Korrauvorsteher§. Lehman«. ~» h» W.TUnpr welcher fich als Rmdant der Berliner Vereine der Vittoria- Nation al'Fnvalidenstistung und der Kaiser-Wrlhelmstiftung so großer Unterschlagungen schuldig gemacht hat, wird fich bereits morgen, den 10 d. M., vor der ersten Strafkammer hiefigen Landgerichts I zu verantworten haben. Lehmann defindet fich in Hast._ f ereilt*»n> Nerf«mml»NAe». Dir Drechsler und Kernf-genoste« hieltm am Mon- tag, den 3. Dezember, eine öffentliche Versammlung ad. Zum 1. Punkt der Tagesordnung, die Beschlüffe der Meisterversamm- lung vom 23. Oktober d. I, detreffend die Gründung einer Jnnungskaffe für Meister, Gesellen und Lehrlinge und Er- langung des§ 1« 0 k des Jnnungsgesetzcs, Erhebung der Beiträge von Meistern und Gesellen zu den Einrichtungen der Innung, erhielt Herr Hildedrandt das Wort zum Referat. Redner de- sprach die Lehrlingekontratte und krrtifirte die Audienz des Serm Obermeister Meier beim Fürsten Bismarck abfällig. r ging dann zu dem§ 100k selbst über, welcher desagt, daß Nichtinnungsmstglteder zu den Kostm des Fnnungswcsens herangezogen werden könnm, und beleuchtete dann die§§ 100 m und 100 g. Zum Schluß des Referats stellte Redner ein Exempel auf. durch welches jedem einzelnen die Augen aufgehen mußten über die Ausgaben, welche die Henen Jnnungsmeister machen möchtm im Verbällniß zu dm Einnahmen, welche fie haben, dann würde die Taxe von 5 Pf. wöchmtlich, welche die Gesellenschaft pro Mann bezahlm soll, bald auf 10 und 15 Pf. steigen. In der Diskussion sprachen fich sämmtlick Redner gegen das Gedobrm der Innung und de- Herrn Obermeisters aus. Zum 2. Punkt der Tagesordnung referirte Hen Pindrex über die Stellungnahme des Jnnungs- gtscllenaueschuffes. Redner beklagt fich zunächst über den schwachen Besuch der Versammlung(etwa 80 Kollegen waren anwesend), und bemerkt, daß ibm unter solchen Umständen fast die Lust zum Reden vergehe. In kurzen Worten hebt er hervor. dcß fich die Gesellmschaft entschieden von der Meisterschaft absondern müsse, da dieselben niemals Hand in Hand gehen können, und empfiehlt zum Schluß, keinen Fnnungsgesellmaus- schuß zu wählen und der Vereinigung der Drechsler Deutsch- lands deizutretm. In der Diskusston hierüber wird zunächst von zwei anwesendm, ehemaligm Ausschußmitgliedern Bericht erstattet. In dem Bericht trat das Treiben der Innung und namentlich des Herrn Obermeisters Meier einem Jeden klar vor Augen, und es wurde auch hierauf folgende Re- solution einstimmig angmommm:„Die heutige Ver- sammlung der Drechsler und IBerufsgenoffen erklärt fich entschieden gegm jede Wahl des Gesellen- ausschuffes zur Innung und fordert sämmtliche Drechsler und Berufsgen offm au», insgesammt der Vereinigung der Drechsler Deutschlands als natürliche Vertreterin der Ardetterschaft in unserer Gewerkschaft beizutreten." Unter„Verschiedenes" wurde der Streik der Stockardetter Hamburgs in der Werkstatt Hopfmmartt 18—20 erwähnt, um den Zuzug fem zu hatten. Nachdem noch zu den Mitgliederversammlungen der Ortsver- wattung 1, Atte Jakodstr. 38, und Ortsverwattung II, Alte Jakodstr. 48a, bei Deigmüller, beide am Montag, den 10. Dezember, eingeladen worden, schloß der Vorfitzmde die Vcr- sammttmg.� tiut««nossenschaft» Oürkerei in Berlin ins Leben zu rufen, hatte bekanntlich in der verfloffmen Woche eine Volksversammluna dahin Stellung genommen, daß sie eine Kommisston von 7 Mitgliedern beauftragte, in allen Stadttheilen B-rltns Versammlungen zur Besprechung und Auf- klärung der Ardeiter über Genoffmschasten einzuberufen. Die beauftragte Kommisffon hatte nun zu Frettag Abend eine wettere Versammlung nach der Brunnenstraße 140 einbemfen, die unter Vorfiy des Herrn Nürnberg abgehalten wurde. Herr Hoppe(Bäckerl sprach in dieser über die Frage:„Ob die Ardeiter Berlins Genoffenschasts- Bäckereien gründen sollen?" bei deren Behandlung er mtt den in der ersten Versammlung über diese Frage gegebenen Motiven dm Anwesenden empfahl, fie in bejahendem Sinne zu beant- woitm Er schilderte die traurige Lage der Backer und die ErfolglrfitteU der von ihnen zur Hebung derselben unternommenen Schritte, welche sämmtlich an der Hartnäckigkett der Meister gescheitert seien, und demerkte, daß die Genoffenschafts- glündung als letztes Mittel gegen die egoistische Ausübung der Jnnungsmacht angewendet werdm sollte. In der fich an- schließenden Diskusfion wurde von Anhängern dieser Maßnahme betont, daß jede kapitalistische Ausdeutung der projektirten Ge- noffenschaft ausgeschwffm wäre, da nur Antheiischeine von 5 M. und nicht mehr als 30 an eine Person abgegeben werdm sollten, und daß jeder Inhaber von Antheilscheinm, ohne Rückstcht auf die Zahl der in seinem Lefitz befindlichen Stücke nur eine Stimme für die Generalver- scmmlungcn erhalten iolle. Die Antheiischeine entnehmenden Arbeiter ei hieltm ,hr Kap tat„verzinst" und die U-derschüffe der Gmeffmschaft oder Genoffmschasten sollten zur Errichtung von mehr Gen- ffenicdaften dienen, bis die gesammte Bückeret Deutsch- lands in Genoff.nschaften aufgegangen sei, deren Arbeitsertrag den Arbeitern zu Gute kommen und die der Allgemeinhett durch Herstellung billigen und gesundm Brotes großm Vortheil bringen würden. Herr S p a h n erklärte fich gegen d� Projekt auf Grund der Ertahmrgen. die er mtt dn Buchdrucknei- ÖÄÄÄ% ÄÄ« jeder für fünf Pfennige abkaufen; das Geld sei verloren. Die Bäcker sollten allein eine Genoffenschaft giundm, wmn fie eS für gut d. finden, unterstützt wurden sie schon werden; aber es solle jeder die Solidarhaft beruckffchtigen. Andere direkte Jntereffenten als Bäcker dürften nicht geschaffen werdm. Mch Herr Krankemann meinte, es wurde durch die Entnahme der Antheiischeine eine Ausdeutung der Arbeiter durch Ardeiter hervorgerufen.„Die Attionäre" sorgten erfahrungsgemäß dafür, daß Genoffmschaftsarbeiter ausgebemet werden, um ohne eigme Arbeit Gewinn zu erzielen. Herr Rackwitz erklärte es bei der projeltirten Arbettszett der Genoffenschaft bei fottwährender Arbeit für eine zu lange Ardeitszett, daß 12stündige Arbeits- schichten eingeführt werden sollm. Andere Redner stimmten ihm bei und b mertten, daß im„Arbetterschutzgesetzentwurf" für solche Fälle drei Schichten ä 8 Stunden verlangt werden. Schließlich meinte Herr Brochmann und andere Redner, daß die sozialdemokratischen Prinzipien in der Genoffenschaft nicht zur prattischm Ausführung gelangm könnten, und daß daber dagegen Stellung genommen werden müsse. Obgleich der Re- ferent und einige Redner die Gründung der Genoffenschaft empfohlm und bezüglich des Verlanaens, leine anderm In- tereffenten als Bäcker dabei zu schaffen, bemerkten, daß die Bäcker nur die Unterstützung der Ardetter Berlins zugestchert haben wollm und fie sofort, nachdem dies geschehen sei, 5000 bis 6000 M. zur ersten mtt 10000 M. ins Leben zu rufendm Genoffenschaft zeichnen würden, mtschied fich die Majorität der Versammlung nach längirer Diskusfion für die von oerschiedmm Selten eingelaufeneniResolutionen, in denen die Versammlung auf die Gründung von Bäckereigmoffenschaften verzichtet und über die Sache zur Tagesordnung übergeht. Zum Schluß verlief die Ver- sammlung durch plrsönliche Angeleamheiten und den Gegensatz der Meinungm über die Materie etwas unruhig. De» Unterstütznngsbnnd de» Hausdiener Kerlius hielt am 4. Dezember er. seine Mitgliederversammlung ab. Nach Erledigung verschiedener, unwesentlicher Mittheilungen wurde in die Erörterung von Punkt 2 der Tagesordnung: „Unser Weihnachtsfest" eingetreten. Es wurde beschlossen, am 26. Dezember ct. in Hetdrich's Festsälen, Beuthstraße, ein Weih« nachtefest mtt Bescheerung der Kinder abzuhatten. Billets für Mitglieder 4 30 Pf. find bis zum 15. Dezember bei dm Kollegen O. Wiemer u. Ziersch abzuheben. Die Anmeldung der Kinder zur Bescheerung muß bis 10. Dezember, Abends, beim Kollegen Oscar Krüger, Schönleinstr. 33, erfolgt sein. Des weiteren wurde deschloffen, dm stellmlosen, unverheiratheten Mitgliedern je 7 M, dm verheiratbeten je 10 M. und dm Wtttwen verstorbener Mitglieder je 15 M. zum Weihnachtsfest zu bewilligen. Bei der jetzt folgenden Neuaufnahme von Mitgliedern wurde Herr Restamoteur Kanzow als außcrordmtltches Mitglied und 26 Kollegen als Mitglieder aufgenommen und nach Erledigung von„Verschiedenes" und Fragekasten die gut desuchte Versammlung geschloffen. F»«i»»ligtos« Gemeinde. Rosenthalerstr. 33. Sonntag, den 9. d. M., Vorm. 10 Uhr, Vortrag des Herrn. Dr. Spazier Übet:„Selhstbildung". Damm und Herren als Gäste willkommen.— Abends 7 Übt ebendaselbst: Gesellige Versammlung und Verkauf von Gegmständm(Bazar). Gäste, durch Mitglieder eingeführt, willkommm. Ueefammlnng de» Wietster de« Horden K erlins. Heute, Sonntag, Vormittags 10 Uhr, im Wedding-Restaurant, Müllerftr. 178. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mit- alieder. Der wichtigm Tog.sordnung wegen ist zahlreicher Besuch erwünscht. «rsße öffentlich« Kchnhmacherversammlnng am 10. d. M., Abends Öi Uhr, im Louisenstädtischen Montag, den 10.. Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37. Tagesordnung: Die Beitrags pfltcht der außerhalb der Innung stehenden Schuhmacher zu dm Kostm derselben. De» Lrhrknrfn« dffe"Jl, neuen Flagge in Bagamoyo gegen die dort wehende Suv»� flagce beobachtet wurde. Wenn auch wirkliche Ge»»� thätigkeiten nicht vorgekommen find, so hätte doch die Wirkung der Matrosen unseres Kriegsschiffes beim HwuntermW"? der Flagge und des Flaggenstocks, wodurch die ersten unwa?». Berichte an den Sultan über Verletzung der Flagge w seiner Hobeitsrechte veranlaßt wurden, unterbleiben sollen. M Die Frage, od der Wali mit seiner Weigerung, die°? hettae Flagge auf dem Hause des Sultans einzuziehen, f*%L im Rechte war oder nicht, ist dabei nicht entscheidend. Rechtspunkt hätte seitens der Gesellschaft überhaupt nicht(»#* Vordergrund gestellt werden sollen, sondern angesichts, v schwachen Stellung der deutschen Verwaltung mußte diel�* unter Schonung aller nationalen Vorurtheile der Bevöllsvw durch geschickte Behandlung des Sultans und setner Walls 9* rade diese ihren Zwecken dienstbar zu machen M*u Das Verfahren ist, wie mtt scheint, mehr energisch umfichtig gewesen, und dtt Energie ist in diesem außerhalb der Tragweite unserer Schiffsgeschütze mtt unverhättnißmäßigen Opfern durchzuführen.. aez. von Bismar»* Seiner Hochwohlgeboren dem Kaiserlichen Generalkonsul Heim Dr. Michahelles, Sanstdar."_ Die folgenden Berichte des Generalkonsuls in Sam*� welche die Nummern 6—17 und 19 und 20 der vorlieg»� Sammlung umfassen, schildern den Beginn, daS Waches. und dtt thettwette Riederwerfung des Ausstandes in den N>e laffungen der Ostafrikanischen Gesellschaft Pangani, Lindl, Mikindani, Bagamoyo, Kilva, Dar es Salaar». j Berichte umfassen dm Zettraum vom 18. 3. November d. I.— Es folgen sodann mehrere Attem*� über dtt Bewegung zu Gunstm der Unterdrückung des Sllo�, I Handels, welche von dem Kardinal Lavigerie angeregt»'''A ist, wetterhin dtt diplomatischm Verhandlungen mtt Ei#- und dm übrigen europäischen Kabinetten betreffs der nahmen zur Unterdrückung des Sllavenhandels und ß eine Note vom 4. Dezember, durch welche sämmtlichm deuf�, Boischaftem und Gesandtm aufgettagm rvird, dm Regier»�' den Beginn der Blokade zu notifiztten. 8er, mai '»Sei« iiSf»« t Seiegraxhifchr Depeschen- (Wolsfls Tettgraphen-Bureau.) Varl«, Sonnadmd, 8. Dezember. Der Freycinet bestrafte den Schwiegersohn Boulangers, ygJL K- Driant, wegen deffm ohne Genehmigung der zustanvig» � Hörde veröfferttlichtm mttttärischm Broschüre zu etnmonat Arrest. Boulanger benachrichttgte seine Wähler in den Depattz�p- Somme und Eharmte ins-Lieure, daß er die Wahl F. jM' temmt du Nord angmommm habe und dankt kür vre stützung, welche dtt drei Departcmmts der Sache der � haben angedeihm laffm. Die Stunde der allgemeinen«er» � des Volkes nahe fich;(einig wie die Boulangisten seien- das Resultat nicht zweifelhast sein.,_. f* nnadrib, Sonnabend, 8 Dezember. Es bestätigt N das Kabtnet seine Enilaffung eingereicht hat. W Fo»dö«7 Sonnabend, 8 �ezembm Der UnicÄ- eftern von Southampeon auf der Ausren „Durdan" ist gestern gangen. M ts- und 49 W. kanisch» n: zeniabo« die V-l- 'Beiiüit wärtis» ndluage« e Dur» g folg» BsW# Sansid-r rwaltM mboßw* es k-isa' !>crnahi»t neitS» und W* ickiwiai» ZS onsul* Ziehung vom 15. bis 18. d Mts. Verleg««« der Ziehung sowie Rrdu>ir««g der Gewinne ansgeschlosse«. Grosse Lotterie zu Weimar. www i b.. 25,000, 5000, 1000, 500 M. etr. %] Loose 1 Mark. 11 KtöM 10 Utk.(Porto und Liste 20 Pf. extra.) 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Die Beerdigung findet Mo» tag, de« 10. d. M, Nachmittags 2t Uhr, vom Trauerhause, Cisenbahnstr. 36 aus statt Um zahlreiche Beth-iligung ersucht 1482 Der Korstand. Fachnerein der Posamentiere _«nd Kernfsgenoffen._ WM" Versammlung �MW am Montag, den 10. Dezember, Adds. 8t Uhr, Holzmarktstr. 72. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herm Paul Ernst: Die Re- oolutwn in der Literatur. 2 Wahl eines 2. Vor- fitzenden. 3. Zestungsangelegenhest. 4. Verschie« deneS und Fragekasten. Der wichtigen Tagesordnung halber ist zahl- reiches Erscheinen erwünscht Gäste willkommen. 1469] Der D-rstaud. NB.: Die Inhaber von statistischen Fragedogen werden ersucht, dieselben ausgefüllt daselbst beim Vorstand abzuliefern. Verein der deutsche« Muler, Kackirer. Anstreicher«. verwandte« Kerufsgenoffe« (Filiale l Berlin).[1468 Mtglttdtr-Vnsaulmliuig Dienstag, den 11. d. M, in Deigrnüller's Salon, Alle Jakobstraße 48a. Tages-Ordnung: 1. Wahl eines Schriftführers. 2. Antrag, de- treffend Reiseunterstützung an Fachvereinsrnit- glieder. 3. Vortrag des Kollegen Schweizer über moderne Natmerkenntniß. 4. Verschiedenes. Versammlung der Miether de» Warden Herlins Heute(Sonntag), Vormittags 10 Uhr, im„Weddina-Restaurant", Müllerstraße 178. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mit- glieder. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist zahlreicher Besuch erwünscht.______ Verein\n Wahrung der Iatereffen der Kerliver K«opfnbeiter.- Montag, den 10. Dez., Abends 8 Uhr, im Restaurant Böttcher, Köpnickerstr. 150/151, Mitglieder-Versammlimg. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. phil. M. Baumgart über:„Die praktische Kriminaljustiz- pflege während des Mittelalters, mit beson« derer Berückfichtigung der einschlägigen Ver- hältniffe in Berlin und in der Mark Bran« den bürg". 2. Besprechung über das erste Stiftungsfest und Wahl eines Vergnügungs-Komstees. 3. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste willkommen. 1464]_ Der D-rst-nd. Verein der Maler, Kackirer» Anstreicher und oerwanbten B-rufsgeuosfeu» Flliale Berlin 5, Nord. Mittwoch, den 12. Dezember, Abends 8 Uhr, im Saale des Herm Cothmann, Brunnenstr. 34: Mitglieder-Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag übet engl. Trades-Untons. Referent W. Schweitzer. 2. Wander-Unterstützung u. HerbergSwesen. 3. Lohnstatistik der JnnungSmeister Berlins. Referent Hohlwegler. 4. Verschiedenes. Jede Mitglieder-Versaimnlrag findet immer dm 2. Mittwoch jedm Monats statt. Gäste haben Zutritt. 1468]__ Der Uorstanb. daß' iermit zur Nachricht, 9 für dm flPesten reunden und ich am 1. Januar 1 und Umgegend eine 1472 Zeitungs- und Journal-Expedition eröffne. Bestellungen nimmt schon jetzt Frau Wittwe Kleinert, Äolzstr. 4, Hof r. lll entgegm. Ferd. Kleiner#, Relchenbergerftt. 33,1. Vorn I.Januar 1889 Golzstraße 4 Möbel, Spiegel u. Poieterwaaren eigener Fabrik wegen Ersparung der Ladenmiethe dillig Pruuueustrast«»8. Agger und Derkauf nur Hof»nri. 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M. excl.N Kl 2,00 Ii ci Dereine und Versammlungen. Ein» nußerordenttiche Tap»zir»r»»rsn«ml«ng fand W Dienstag Abend in der Berliner Ressource statt. Die «WSotbmmg lautete:„Wie stellt sich die Berliner Tapezirer» Mfenschaft zur Eindewfung ewes Kongresses, event. welche Llganisation ist dem Gewerbe am vortbeilbastesten?" Da Kreits eine vor lur»em stattgehabte öffentliche Tapezirer« Versammlung zu dieser Frage Stellung genommen. indem die- jefcijede Zentralisation verwarf, sich für Grün« Jung von Fachvereinen erklärt und somit einen Kongreß vor- U.fifl für ühprstüfffft ffrhnltrn bot.(n niatioirte Kolleae Sander motioirte Kollege Sander damit, daß er fich mit Mg für üdeiflüsstg gehalten hat, so «u Einberufung dieser Versammlung,~-0—— j m Resultat der letzten Versammlung nicht einverstanden er» l«e, da der Besuch derselben nur ein schwacher war. Nachdem jw Kollegen WUdberger, Thiemann und Kirchner die zeilung der Versammlung übertragen war, nahm als Referent Kollege Sander daS Wort. Derselbe führte u»gesähr folgendes aus. Die Hamburger Kollegen tKvdten sich kürzlich in einem Aufruf an die gesammtm Kollegen Deutschlands mit der Frage, ob cS nicht an der Zeit K dem Gedanken einer Zentralisation näher zu treten. Die« Wb-N hoben in dem Aufruf hervor, daß sie die Errungen« Waffen der letzten Lohnkämpfe infolge der ungünstigen Zeit» oerWItmffe bereits wieder schwinden sehen, und es daher wohl Pvten sei, unter Berücksichtigung der Zentralisation der Kongreß« Wje näher zu treten. Es ist nun, so führte Referent wester M. die Zentralisation in der letzten Versammlung zwar abge« *W, aber in der Zwischenzeit ist von Seiten des Landgerichts Hamburg eine bemerkenswerthe Entscheidung getroffen, welche Ave Zentralisation, wie fie nach dem Frankfurter Kongreß de« «nden, wohl rrmögllcht: es ist entschieden, daß ein Ausschuß Wer eine Kommisston, welche von einem Kongreß mit einem En» destimmten Auftrag das und das auszuführen ge- JJlWt sei, nicht als feste Vereinigung zu betrachten und unde« Wobei mit anderen Vereinen Verbindung anknüpfen könne, ohne fich dadurch strafbar zu machm; es schwebe zwar noch der Wiche Prozeß gegen die Maurer, deffen Ausfall noch nicht JWaos zu sehen sei. Die Befürchtung, daß eine Zentralisation m Form eines Unterstützungsvereins als Verstcherungkgesellschaft Wsehen werden könnte, sei auch hinfällig, da gerichtlich fest- Mellt ist, daß Vereinigungen, welche gerichllich nicht einllag« **% Unterstützungen gewähren, nicht unter das Verficherungs- fcsetz fallen. Ferner sei die Befürchtung der Polizeiautstcht bei gKm Unterslützungsverein, ähnlich dem der Buchdrucker, de« ZngloS; er(Referent) habe stch informirt und ein neues Aorut der Buchdrucker zur Hand; eS wäre da vieles dicht so schlimm, wie eS gemacht würde. Jedenfalls m diese Organisation für ihn(Referent) noch eine chsene Frage, da das Einholen der Genehmigung zur Abhaltung Wler Versammlung ebenso demülbigend wäre, alS die Bestäti« song des Vorstandes durch die Polizei. Nun solle nur eine totale Organisation nach Anstcht der Zielbewußten besser aufklärend wirken können: zugleich erstredt man eine Anlehnung an andere verwandte Gewerbe, wie in einem heute Abend hier Oertheilten Flugblatt ausgesprochen werde. Diese Anlehnung irft Referent aber aus taktischen Gründen. Was einer ■m-xn Organisation, wenn sie einflußreich und mächtig wird, »sfirt, wollen wir erst abwarten.— Vom Kollegen«reflel aing «auf folgende Resolution ein, welche zugleich mit zur Dir- -isston gestellt wurde:„Die heutige außerordentliche Versammlung der Tapezirer Berlins erklärt stch aber- wvls gegen jede Zentralisation, da keine Aussicht vorhanden, eine wirklich starke Zentralisation ins Leben i» rufen; dieselbe ist in jeder Weise gehindert, öffentliche An- Stiegen Helten zu besprechen, dagegen können lokale Organisationen «ritgehmder wirken, und verpflichtet fich die Gehstfenschaft, ener« Sffch sür eine lokale Organisation einzutreten." In der sehr «dhaften Diskussion wmde dem Referenten zunächst entgegnet, daß derselbe die Einberufung der heutigen Versammlung in keiner Weise rechtfertigen könne, da bereits eine öffentliche Ver« sammlung ihre Meinung geäußert. Zu welchen Konsequenzen Jurte es z. B. führen, wenn diejenigen, deren Ansichten heute bicht aenüaend Rechnung getragen wird, abermals eine Ver« Hyalung an; hervorgehoben wurde, daß eine festgeschlossene kontralifirte Organisation die beste sei, aber unter den gegen« Ästigen Verhältniffkn nicht möglich wären. Auch die Berech« Zungen, welche Referent angestellt, träfen nicht zu, denn bei der Mutigen geschäftlichen Kalamttät könnte garnicht so viel gesteuert JJoeden, als nothwendig nach Anficht des Referenten an Unter« ""wrng gezahlt werden müßte. Von Seiten der Kommission, das Flugblatt verbreitet hatte, wurde dem Köllme» F�der erwidert, daß e« keineswegs Abstcht märe, die bestehen« ZU lokalen Organisationen aufzulösen resp. zu vereinigen; im Watheil, dieselben, wie auch die Fachorgane, sollten wester rUehen und neue gegründet werden: nur in klein««, Städten, � welchen die einzelnen verwandten Gewerbe zu schwach ver« « snSr.Ä vößte Fcind d« zielbewußten Arbeiterbewegung, "eenu ver jinueiouBim—, ZuismuS. Die Ausführungen des Herrn _ der Fndiffe- KK# säKEWAMW rg erklärt deutschen mm mmmm ohne vorherige Diskussion ebenfalls zur Abstimmung gelange. Das Bureau trat dem entgegen, da in der Resolution so viele für die Aibeitersache bedeutsame Punkt berührt würden, und wollte die Resolution zur Diskussion stellen. Zugleich lief von Kollegen Greffel ein Antrag ein, den Kongreß abzulehnen und die wettere Resolution Sand« dem in Ausficht gestellten Kongreß sämmtlich« in d« Leder- brauche beschäftigten Arbeitern zu überweisen. Hinauf reichte Kolleae Sand« folgende Resolution ein, indem« die«ste zurückzog:„Die am 4. Dezemd« tagende, außerordentliche Tapezirel'Versammlung erklärt stch mit all« Entschiedenheit für Einberufung eines deutschen TapezirN'KongnffeS, um dort Mittel und Wege zu dnathen, in welch« Form eine für daS Gewnde vorthesthafte Organisation geschaffen werden kann." Derselbe führte zugleich aus, daß wohl die Zentralisation abgelehnt, üb« den Kongreß ad« noch nicht Beschluß gefaßt sei. Die Versammlung verlangte nun die Abstimmung dies« Resolutton. Dieselbe wurde mit 106 Stimmen angenommen. Hinauf fordert« d« Vor« fitzende die Anwesenden, namentlich ad« diejenigen Kollegen, welche für dm Kongreß gestimmt haben, auf, in den nächsten öffentlichen Versammlungen nun auch am Platze zu sein, damit fie dm zu wählmden Delegirtm erstens sagm könnten, was die« selben dort vertreten sollen, denn jede Zentralisation sei doch vorhin abgelehnt worden, und zweitens auch für di» nöthigm Geldmittel einträten. Kollege Tiemann machte hinauf noch aufmerksam, daß fich d« Arbeitsnachweis dn Tapezirer jetzt Schüvenstr. 18—19 im„Restaurant Freigang" befindet. Di» groß», öffentlich», stark besucht» Arbeiterin»»«- Dersammlnng, die am Donnerstag in Nieft's Salon, Weber- ftraße 17, tagte, verfiel bei dm Äusführungm des Tichlers Franz Bnndt der polizeilichm Auflösung. Räch 9 Uhr wmde, obgleich der Polizeibeamte noch nicht«schimm war(« kam verschiedene Minuten spät«), zur Bureauwahl aeschrtttm, und die Damm Frl. Fagert, Frau Lmschn« und Frau Schul» ge- wählt. F au E. Ihrer aus Velten erhiett hierauf das Wort zum Referat üb« JDer Stand der Ardetterinnmdeweguna". Jede Zeit, so führte Frau Ihr« aus, habe ihre Fragen, die fich mit ein« gewissen Dringlichkeit im öffentlichen Leben eines jeden Volkes geltend machen; find nun diese Fragm de« irnrnstm Bedürfniß des Volles mtsprungen. treten fie bei vnschiednren Nationen zu gleich« Zeit an die Obnfläche und demächtigen fie fich imm« breiter« Volksschichten, dann gehörm fie un- flreitig zu dm brennenden. Dann nützten weder hochmüthrgrs Jgnortten, noch Vnsuche, die Bewegung zu untadrückm: fie würde nm imm« mehr in den Vord«grund gedrängt. Eine solche brennmde Frage sei die„Fraumstage. Diele w«de nun auf die vnschtedenste Art zu lösen v«sucht. Ein Thell dn Frauen, die sogenannten„Frauenrechtlerinnen", verlangt die politische Gleichstellung dn Geschlecht«, ein and«« kämpfe auf wirthschastlichem Gebiet, um alle die höheren Bemfszweige, Beamtmstellm, die diSb« nm den Männnn zugänglich warm, auch dm Frauen zu«öffnen. Wied« andere glaubten noch an die guten Wirkungen von WobsthätiglettSanstaltm und gründeten solche, um ihr mahnendes Gewissen wenigstens etwas zu beschwichtigen. Auch die Arbeiterin sei seit einigen Jahren in dm Emanzipationskampf hineinaetretm, doch für diese habe d« Kampf eine wesentlich andere Richtung als fÄ die Erstgenannten. Für die Arbeiterin bandle eS stch hauptsächlich um die wtrthschaftliche Gleichstellung des weidlichen mtt dem männlichen Ardeiter. Vor noch garnicht lang« Zelt hätte man, wenn von d« wirthschastlichm Stellung d« Frau die Rede war, nm an ihre Stellung im Hause ge« dacht. Doch seitdem die Arbeiterin stch am öffentlichm Leben beiheiligt, sei es ganz selbsto«stSndlich geworden, daß bei dm einschneidendm wirthschafllichcn Fragen auch d« Ardetterin ge- dacht wiid. Rm geringer Anregung habe eS bedurft, um ganz besonders dem ardettmdm Volke klar zu machm. daß auch die Arbcttnin an allen Vorgängen im öffentlichm Leben betheiligt sei, daß die A r b e i t e r i n n m b e w e g u n a nm ein T h e i l, eine Erscheinungsform der sozialen Frage sei, nur ein Thcil deS großen EntwickelungS« und Emanzipations- kampfcs. Diese Bewegung beruhe auf d« Thatsache, daß die Stellung des Weibes im öffentlichen Leben eine viel ungünstig«« ist, als die des Mannes, und auf der festen Uederzeugung, daß diese Stellung zunächst v«beffert, mit d« Zett ab« d« deS Mannes gleichgestellt werden müsse. DaS seien also dieseldm Ziele, die fich die„Frauenrechtlerinnen" gesteckt haben; die Wege ab« seien ganz and«e. Diese suchtm ihr Ziel durch Petitionen, Schriften-Agitation u. s. w. zu«reichen, in denen ste die Männ« auffmdem, ihnen diese Rechte mtgegm zu bringm und »u schmken. Die Arbeitnin dagegm wolle fich ihre Rechte«- kämpfen und damit beweisen, daß ste seldstständig geworden sei und vermöge dies« Seldstständigkett auch im Stande ist, daS Selbstbesttmmungsrecht auszuüben. Eine Betrachtung d« heutigen Verhältnisse naede. daß die Lage d« Arbeiterin eine sehr ungünstige sei im Vnhältniß zu d« des Ardeiterl. Zum Theil sei daran das Herabsinken der Löhne für weidliche Arbeiter schuld. Es dränge fich nun die Frage auf, warum der letztere für die gleiche Arbeit schlechter dezahlt werde, wie v« männliche, wamm daS Weib auch vor dem Ge- setz(Eh«echt, Erdrecht) in jev« Welse beeinträchtigt«erde. Was berechtige nun den Ardettgeb«, die Arbeit der Frau gering« je bezahlm, als die des Manne«? Daran sei erstens cm altes Vomrtheil schuld, daS der Frau imm« erst den»wetten Platz einräumt. Dieses Vorrecht sei aber nm auf die rohe, physisch« Kraft begründet und stammt aus ein« Zeit, in d« nur die Muskelkraft geachtet war. In der Gegenwart hat die Ietzt«e längst aufgehört, der Maßstab für höhere und gering«« Leistung zu sein. Dieses Vorrecht sei also unter dm heutigen Verhältnissen ein Umecht. Der»wette Grund d« schlechten Lage ver Frau sei darin zu suchm, daß ein groß« Theil d« Frauen gar kein V«langm danach habe, diese für fie unwürdigen Zustände geändert zu sehen. ES läge also hier in der Macht d« Frauen, Aenderung zu schaffen.— Man werde ja allgemein wissen, daß, um diese Uebelstände zu hebm, vor einigen Jahrm ein ArbeU«is.nmv«ein gegründet wurde, d« aber leid«, als die Bewegung recht gut im Zuge war und d« Verein einige Vori helle aufzuweism hatte, geschloffen wurde. Man sei nun Wied« mtt dem Plan einer Organisation hnoorgetreten. Das richtigste Mittel »in Abhilfe so manch« Schadm wäre ja die Gründung von Fachvereinen. Doch augenblicklich wärm dieseldm auch noch vnfrüht. Erst müßten Vorarbeiten gemacht werden, und dann sei auch zu bedenken, daß Fachvereine für Fraum nur auf Grund des§ 152 d« R-G..O. aufgebaut werdm können. Die Fachvereine v« Männer find polttisch, doch Frauen und Unmündige haben kein politische« Recht.(Leb- Haft« Bestall). Es könnten also nm gewerkschafiliche Fragen aßitert werden, Debatten üb« volkswirthschastliche., B. über die Altns- und Jnvalidmverstch-rung. seien nicht gestaltet. Ein allgemeiner Ardeiterinnen-Verein. wie der, welch« bestanden habe, und dm welch« j�t gegründet worden ist sei nicht im Stande, die vielseitige Arbeit d« verschiedenen Branchen ,u bewältigen. Richtig dagegen sei es, dort juerst Abhilfe zu schaffen, wo d« Schuh am meistm drückt; daS Wichtigste seien Lohnkommissionen für die einzelnen Gewerbe. Es solltm für jedes Ge- w«be öffenlliche Versammlungen einbnufen und die Lage des« selben eingehend besprochm w«den. Aufgabe der Kommtsfionen würde es fern, Lohnstatisttkm aufzustellen; an d« Hand dieser könne man dann wett« arbeiten und, wmn die Vnhältnisse geklart find, an die Gründung von Fachv«einen denken. Wenn auch aeirerkschaftliche Organisationen nicht im Stande seien, große Erfolge nach außen zu erringen, so stehm fie doch dem Arbeiter im Kampfe gegen die Uebnmacht des Kopttals helfmd mr Seite. Um wie viel größ« aber w«den die Erfolge d« Arbeit« sein, wmn die Ardeiterinnenbewegung sich der Arbett«- deweaung anschließt; denn beide gehören zusammm und nur gemeinsam können sie dm Sieg üb« die heutigen unwürdigen Zustände in den Arbeits- und Lohnverhältniffen davontragen. (Lebhaft« Beifall.) Man sage, daß dnjenige der größte Wohl- tbät« eines Landes sei, der es verstehe, dem Boden da zwei Kornähren abzugewinnen, wo vordem nur eine wuchs. Gewiß, ad« ein noch größ«« Wohlthät« wäre d«, d« es vermöchte, diesm Uederschuß dm Tarbendm zuzuwenden, dann«st wäre der v«doppette Segm auch zum Glück geworden.(Stürmischer BeifallZ Diese letztne Art des Ausgleiches sei das Ziel der neuen Bewegung. Zunächst ab« gehöre zu einem Erfolge für die ersten Echrttte: Einiges Zusammenhalten. Ueb« dm materiellm Jnt«.ssen dürfe man jedoch nicht die geistigen vergessm. Man solle zu«st mit ein« Reform der Erziehung an fich selbst beginnm; dmn man schaffe damtt nickt nur für fich selbst, sondem für Alle einen Vo, theil. Jeder Fortschritt des einen Geschlechts sei auch in Wahrheit eine Wohlthat für das andere und übt seine gute Wirkung auch dort. Ebenso wabr sei eine zwette Behauptung, daß das, was von dem einen Geschlecht vernachläifizt wirb, fich an dem andnn strafe. Es sei ein Trug- sckluß, wmn man d« Meinung sei, es schade nichts, wenn dm geistigen Bedürfniffm d« Frau nicht Rechnung getragen werbe. Doch bevor man fich der geistigen Ausbildung der Frau widme, muffe man zuerst daS Augenmerk auf das materielle Gebiet richten,«st die Ideen in die f«nstehmdm Kreise tragen. Jetzt würden wohl Viele die Achseln zucken, wenn die Bewegung ad« erst Tausende«griffen hat, dann werde man dieselbe als eine Macht anschm, mit d« man rechnen muß; dann erst könne daS erreicht werden, was man fich als Ziel gesteckt habe. Vor d« Hand sollten die Arbeitninnen ab« deweisen, daß sie ihre Aufgabe«faßt haben, dadurch, daß ste für die Verbreitung ihr« Jdem überall eintreten. Es sei bis jetzt«st ein Leines Häuflein, das stch aufgerafft habe und zu» sammmgetretm sei, um gegm das diS jetzt stillschweigend ge« duldete Unrecht d« Lohn Verkürzungen Front zu machen. Dieses kleine Häuflein solle ab« desto eifriger für die V«wirklichung der Ziele eintreten und sich nicht vom richtigen Wege abbringen lassen durch Wohllhätigkettsanstalten. Das seien nur Schön- bettspfläfterchm. die wohl für eine Weile die Wunden und Schäden verdecken, aber nie dieselben heilen werden. Das Ver- wohl einige Zeit, ab« diese Zett sei verloren für die wirkliche Heilung der Schäden der Frauenarbeit! V«einigungen» wie ste(Rednenn) erstrebe, feien keine Unterstützungs- und keine Vnsorgungs- Anstaltm. fie bastrten auf d« größeren Selbstständigkeit der Frau. Darum, Arbetterinnm, so schloß Rednnin, reicht Euch die Hand zum Bunde, d« in auf« opf«nd«Thätigkeit durch die Kraft all« die Roth d« einzelnen b'stegttZ wird! Wir werden stark sein, wenn alle Arbeiterinnen vereint vorwärts gehen, von einem einzigen Gedankm beseelt, Härle sich vollständig mtt dem Referat einverstanden. Auch fie owofiehU die Wahl von Kommisflonm zur Ausarbeitung einer selbe lolte«m eine kleine Hilfe sein und nurden Unverschämthettm d« Arbeitgeb« mtgegentreten.(Beifall.)- Herr Eltze: In den Köpfm der Spießbürger herrsche die Anficht, daß die Frau ub«haupt nicht nöthig habe, am öffmtlichm Lebm Theil »u nehmen. Dock sei diese Anficht nicht einmal ganz berechtigt gewesen zu d« Zeit,„als der Großvater die Großmutt« nahm, viel weniger jetzt. Früh« im engeren häuSltchm Kreise habe die Frau ein gewisses Recht gehabt, fie habe nicht unterm, son- dem neben dem Manne gestanden. Sie habe früher kein Interesse am öffentlichen Leben gehabt. DaS habe fich mit einem Male geändert, als die Großproduktion ihren Anfang nahm und die Frau infolge der ökonomischen Sntwickelung aezwunaen war, in die Fabrik zu wandnn. Von diesem Augenblicke an konnte ihr die Oeffentlichkeit nicht mehr gteichgiltta sein; es konnte ihr nicht mebr gleich- giUig sein, ob der Mann in ungesunden Werkstätten arbeitete, ob« soviel»«diente, daß er den Anforderungen. die an ihn gestellt w«den, auch nachkommen kann, od Ardeiter- schutzgesetze erlassm werden od« nicht. Ars diesm Gründen balle« die Auttlärung d« Frau für schr nothwcndig und ford«e« die Ardetterinnen auf, eifrig an der Bewegung Theil »u nehmen.(Beifall.) Frau Ihrer theilt mit. daß dem Vor- stand deS Schneidnfachvereins Fragebogen zur Aufstellung ein« Lohnstattstik zugegangen seim, und daß von demselben«ir Regelung dies« Angelegenheit eine komdinirte V«sammlung auf Montag, dm 10. Dezember, nach Sanssouci, Kottbusnstr. 4a, eindnusm sei, und ford«t die Anwesmdm, namentlich die Dammschneiderinnen auf, recht zahlreich dort zu nscheinm. Frau G u b e l a hält den Gedanken d« neuen Bewegung für recht gut, glaubt aber nicht, daß etwas«reicht werden würde, da die Einigkeit fehle. Sie fordere auf, dem Verein der Maschinennähttinnm deizu- ZWWW solle stch nicht davon abhatten lassen, trotzdem so viel dagegen gesprochm werde. Fraul. Jagert«widnt hierauf, daß Nie- wand von den Lohnkommisfionen eine Errettung erwarte, das %wmb##1 Ebenso wenig sei gegen den iderein d« Nähmaschlnen-Arveiterinnm gesprochen worden. Es möge dort�eder eintrrtm. der die Lust da,u verspüre; fie halte aber don Vnein für verstuht, und eine andere Meinung lasse fie fich �».wjfbeängm. tzeir Franz B erndt wendet fich gegm - AuMbrungm de« Herrn Eltze; die Frau sei früh« ebenso Sklaveret gewesen, wie heute; fie litt damals ebenso Ar wie jetzt unter dm»nhSllnissen. Die ganze m?rou muffe stch auf die Bekämpfung d« individua- listischm Produkttons weise richten, denn nur dmch diese entstehe daS ganze Unglück. Redn« führte diesen Gedankm etwas wettrr aus. Bei dm Worten:„Durch die steigende Brotlofig« kell und das Elend d« Masse zerstückelt fich das System von stlbst, das d« Arbeiter bekämpft",«klärte d« überwachmde Beamte die T«sammlung auf Grund des§ 9 für aufgelöst. Unter brausmdm Hochs und dem Gesänge der Arbeit:- Marseillaise verließ die wohl 2000löpfize Menge den Saal. Der Gesang setzte stch auf d« Straße fort. Prüfet und urtheilet selbst. Amerikanische Verkaufs-Hallen. OMgste Kesugsquelle fSr Herren-Garderobe und Damen-Mäntel, parterre und erste Etage. Spuidancr-Brttcke 1», parterre und erste Etage. Es ist kein Märchen, sondern die Wahrheit, was die A«e»tit«mksche« Verkaufs-Halle« stets ankündigen, darum laste Ztiemand die günstige Gelegenheit zum Einkauf, welche fich wo anders wohl nie im Leben bieten dürste, als gerade hier, ungenützt vorübergehen Colossale Auswahl särnmtlicher Artikel* Folgende Artikel heben ganz besonders hervor. Herren- Anzüge»rÄfc'iW w sm Herren-Anzüge. Herren-Anzüge. 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