k 891. Sitt tschinkow, 47, Babuschkin!— vergiß e« nicht! RaSkolnikow ging bi« zur Gartmstraße und wandte sich um die Ecke. Rasumichin schaute ihm sinnend nach. Endlich machte er ein Zeichen der Resignation und wollte eben in» Hau« gehen, blieb aber mitten auf der Treppe stehen. „Hol'« der Teufel!" fuhr er fast laut fort,.er spricht ganz verständig und doch ist'S, als ob... Zch bin aber auch ein Narr!... als ob Verrückte nicht auch vernünftig reden könnten? Und e» scheint mir, als ob Sosfimow etwa« derartige« fürchtet!" Er klopfte mit dem Finger an die Stirn.„Wenn er nun jetzt... aber wie kann man ihn nur in diesem Zustand allein gehen lassen? Er ertränkt sich vielleicht gar... O weh, da Hab' ich einen Bock ge- schössen! da« gebt nicht!"— und er lief zurück, um Ra«- kolnikow einzuholen; dessen Spur aber war längst ver- schwunden. Er spuckte au« und eilte zum Krystallpalast zurück, um Sawetow au«zuftagen. Ra«kolnikow ging geradewegs zur'Brücke, stellte sich in der Mitte derselben an« Geländer, lehnte sich mit beiden Ellbogen darauf und blickte in die Feme. Nachdem er sich von Rasumichin getrennt hafte, war er wieder so schwach geworden, daß er fich kaum bi« hierher hatte schleppen können; am liebsten hätte er fich irgendwo auf der Straße hingesetzt oder hingelegt. Ueber da« Wasser gebeugt, blickte er gedankenlo« den Kanal entlang; sah auf den rosenfar- denen Widerschein der Abendröthe, auf die Häuserreihen, die in der beginnenden Dämmerung verschwanden, auf ein ent- femte« Fenster, irgendwo hoch oben in einer Dachstube, welche«, vom letzten Sonnenstrahl erleuchtet, wie im Feuer glühte, auf da« dunkle Wasser de« Kanal«;... und e« schien ihm, als ob er mit besonderer Aufmerksamkeit dort hinunter blicke. Endlich drehten fich rothe Kreise vor seinm Augen, die Häuser, die Vo, übergehenden, da» Ufer, die Equipagm— alle« drehte fich und tayzte im Kresse. Plötzlich fuhr er auf,— ein schauerlicher, ungehmerlicher Anblick hatte ihn vor einer Ohnmacht bewahrt. Er fühlte, daß sich jemand nebm ihm. an seiner recht« Sette befinde; er blickte auf und sah ein große« Fraumzimmer, mit einem Tuch um dm Kopf; ihr Ae 8* der österreichischen Arbeiterwe't ungetheilte Zustimmung. „Gleichhell" vilöffatlickt in jeder Nummer eine Anzahl stimmungm aus allen Tbeilen der Monarchie. Wie»ir vernehme«, wird gegen das Verbot bei Breslauer Polizeipräfioiums, iür Wahlzwecke Geld zu sammeln- seitms der Bree lauer Sozialist« Beschwerde an den Mmift« des Innern ei ho den werden. Eine solche Beschwerde ist aufl durchaus nothwendig. damit festgestellt wird, ob auch da preußische Minister des Innern die Sammlung von Gelder« für Wahlezwecke als eine„auf dm Umsturz der bestehende» Staats- und Gesellschaftsordnung" gerichtete Thätigkeit anslebt Einstwellen sei bewerft, daß. wenn die Bc.slauer Polizei ihren Rayon die Aufforderungen zu Sammlungen verbot, st' nicht verhindern kann, daß einzelne Personen freiwilliß dem Wahlkomitee Geld schenken. Wem außerhalb der Maua» Breslaus das Wahltomitec nicht bekannt ist. mag seine« Beitrag an einen der sozialistischen Reichstagsabgeordnetm«* senden. s» Leipzig wurdm kurz vor dem Besuche des Kaisers-7 anläßlich der Einweihung des Reichsgcrickts— dekannM 10 Sozialdemokraten verbastet; und die Replilprcsse tbat dv mals so, als fiündm diese Verhastungm mit dem Besuch** Kaisers im Zusammenhang. Kurz das Publikum wurde l#* malisch zu dem Glaubm verleit-t, es sei irgend etwas rtttl Entsetzliches, z. B. ein Attentat geplant gewesen. Wir rraren«> der Loge, die Sache sofort richtig stellen zu lönnm. Es W delte sich um eine jener Massenvelhaftungm, wie ste sell Herrschaft des Sozialistengesetzes in Deutschland alltäglich V worden find. Die Berboftetm sollen eine„geheime Zusawr««' lunft" gehabt und natürlich einen„Geheimdund" organE haben. Nachträglich wurden noch drei weitere Personen in W genommen. Nachdem vorige Woche die Voruntersuchuna schloffen worden ist, soll nun der Prozeß am nächsten Sov"' abend— dm 15. d. M.— vor dem Landaericht Leipzig# Verhandlung kommen. Nach den bisherigen Entscheidungen«JJ Leipziger Landgerichts zu urtheilm— dessen Verurtheilun«? seit einigen Jahren die kältesten in derartigen Prozessen in Deutschland sind—, dürfen fich die Angellagtm und ihre 3«F Höftgen auf ein hübsches Weihnachtsgeschenk gefaßt machen-� Zur Aufhebung der Militärgerichtsburkeit üt« verabschiedete Offiziere ist nunmehr entsprechend der Anlii«� gung im Plmum sellens der ftcifinnigen Partei ein Get� cntwuft im Reichstage eingebracht worden. � lieber neue Kämpf» in Deutsch-Gstafrika maHl deutscd-ostasftkanischc Gesrllschaft seit, st jetzt folgende MtttdeibjjJ Vom 5. bis 7. Dezember haben bei Bagamoyo heftige gegen die Rebellen stattgefunden. Die Rebellen steh« der Führung des Arabers Äuschiri, welcher auch s. Z. denw« Aufstand bei Panaani ins Leben gerutm bat. Unsere«W* schast hält den Platz Bagamoyo. Ein Wvlff'sches TeleM»� aus Sansibar meldet, daß gegen Bagamoyo ftn Angriff* aufständischen Araber stattgefunden hat. weicher mit Hille � Mannschaften des vor Bagamoyo anwesenden KriegsW� „Leipzig'' zurückgeschlagen wurde. Eine Londoner Meldung«y. .Voss. Ztg." beftchtet�über die Kämpft bei Bagamoyo wte% lrkiter «Ren »am' »aden. taben fcSel Jüinui wmifl «klärt j S2 % fa&mlu! fcfteit i Elende b Sulu & lere S te *1 i «•olta uwt. v.t J.wu'f t UI.1.cuuumu.ji/'-i« Am Freitag besetzte Buschfti mtt 2500 Mann, die größteKb� mit Hinterladern bewaffnet sind, und zwei Kanonen die öj« Bagamoyo und verschämte fich in einer 500 Nards von befestigten Lager der Angestellten der deutsch« Gesellschaft fernten Stellung. Die Aufständisch« umzingell« W W* wodurch der Rückzug nach der Küste abgeschnttten ist. Sie binderten erfolgreich das Landen von Booten der Kftegt schiffe. Letztere beschossen hieraus die Siadt, w�djjr mehrere britisch« Jndiern gehöftge Häuser zerstört wurden. entscheidendes Treff« steht bevor.. � Hinauvg-fchobeu. Der Reichstag wird, wie na». „K. Z." feststeht, sich am 15. d. M. vertagen. Bis dahi"� noch die erste Lesung des Gmossenschastspesetzes erledigt wrr� Der Antrag auf Aushebung der Gelrcidezöllc käme nf z, den Ferien— im Januar— zur Verhandlung. Das% Nationallidcralen schon recht, denn ihn« und ihren dem ist es sehr unbequem� je länger es also hinau?ge>lt� WWW' fe taten, %n d S fei l'foinli fei p % ffljkn E Vi-. «ten wird, desto besser. Das Partftdlatt der Nationalliderale» ihm ohnehin schon jeden praktischen Werth aba lich; denn diese Hab« ja hilftftche Hand gelftst-t, die Kg auf die erorditante Höbe hinaufzuschrauben, auf welcher stehen. Dem Volle freilich ist es nicht gieichgittig, Ar.tioa zur Verhandlung kommt. Löbliche(Offenheit. Die nationalliberalen Biedern» die in der„Deutschen Ardeiterzeitung" ihr Wesen(reiben, dem die Arberter zu Massen Petitionen für 7z Quittungsbuch alias Arbeitsbuch auf. welch«« die Altersverficherung eingeführt werden soll. Und warv� für dies Arbeitsbuch agttirt werden? Well mtt demsetdc« Polizei leichter und sicherer ihre Leute..�e troliren kann und weil der g u t e und vernuni T,« Ardeiter dann leicht bessere Arbeit bekommen wird!! hier also geradezu als ftn Vortheil des sog.„C jUtungs» � gepriesen, daß es eine Unterscheidung zwischen„guten „schlecht«", z wisch«„verständigen" und„unoerstan' d. h. zwischm kaftclldiüverlich« und— sozialvemou Gesicht war länglich, gelb, aufgedunsen, mit gerö'� eingesunkenen Augen. Sie blickte ihm in« Gesicht,| aber augenscheinlich gar nicht und konnte überhaupt a unterscheiden. Plötzlich stützte sie sich mit der eine«- � auf das Geländer, erhob das rechte Bein, � Urj zp über das Gitter, dann da« linke— und stürzte sich** Kanal. sff Da« trübe Wasser öffnete sich und verschla«? p Opfer, gleich darauf aber kam da« Weibsbilds pl die Oberfläche und schwamm langsam stromabwärt»'. zs und Füße hing« unterm Wasser, nur der Rücken wie ein Kissen aufgeblähte Rock war« sichtbar._ w# Eine Ertrunkene! eine Ertrunk«e! schrren*£T jtl von Stimmen; Mensch« lief« herbei, die Ufer su yj/t, Q..fx_____'. cnLnj».___ M„-ensnikoS r A- Pstm S ui JtebM 5»mni fr8-' Zfe "tttuni bp % d '.tat «ffu pbo fe N mit Zuschauern; auf der Brücke, um RaskolvikoS � versammelt« sich Leute, die ihn drängt« und dru t pei mmelt« sich Leute, die ihn drängt« und oru pv — Herr Gott, da« ist ja unsre Afroßinjuschk �e«- eine weibliche, weinerliche Stimme in der Nähe. rettet sie, zieht fie heraus!.}le«9j; — Em« Kahn, ein« Kahn! rief man tn 0 Ein Kahn war aber nicht mehr nöthig;«*»- �e«, soldat lief die Stuf«, welche zum Kanal h � t« hinunter, warf Rock und Stiesel ab und t* I 1 Sttesel ad uno** 5, Wasser. Die Arbeit war leicht, die Ertrunkene iE ge 1* jwei Schritt vom Ufer«tfernt heran, tt*9�* bte Ertrunkene ward herausgezogen. Ncan � � 1. Granitplatten der Treppe. Sie kam bald m n setzte fich auf, fing an zu nies« und zu iE Meid strich sich, ohne ein Wort zu sprech«, das« I> � den Händen herunter.... � ... vi. schnttt«. Ich war nur in d« Laden geg �.gpasst' ein kleine« Mädchen bei ihr gelassen, um *) Korrumpirt für Euphrofwe. i -bot w ammeln. M-niS« ist au» auch W Geldmi flebenb» Ä Ä.ki Mauer» CÄ ffl* lefiufi det ade "SJ! pli» f usaniw«' IÄ ijuno 91' n S°-r' -ipM A anacn* -Heilung» n ln g«"1 hrt W icheir- M M 5f� i i von� 1 Arn. Ö" k n--b A dahin p 3un& der-�K. O d-r»< O T Ä'4 cstin' not Leitern gestattet.— Man wird dieses EIngeständniß den vmtn Nationalliberalen im Reichstage unter die Nase hatten, »am fie für das„unschuldige" Quittungsbuch einketen »»den. G»ge« di« Getreidetöll« Inden Nachbarorten Bremens mden in diesm Tagen Volksversammlungen statt, in welchen ja Redakteur Dehme über die„Getreidezölle und die Bcotver Ahnung" sprach. Ueberall wurde folgende Resolutton ein» Mmig angenommen:„Die heutige öffentliche Versammlung aklärt fich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden »pb erblickt in der durch die heuerliche Erhöhung der Getreide- Me hervo gerufenen Vertheuerung des wichtigsten Volksnah- toagsminels, des Brotes, eine neue und höchst unae« tochte Belastung der Arbeiterklasse. Die Ver- mmlung protestirt gegen diese durch nichts gerechtfertigte Be- Aberung einer kleinen Anzahl von Großgrunddefitzern auf Nen des arbeitenden Volkes, und verpflichten fich die An« Wenden, mit allen gesetzlichen Mitteln darauf hinzuwirken, daß to Zukunit nur solche Volksvertreter in den Deutschen Reichs« H gewählt werden, welche fiw verpflichten, auf Grund des »Mistischen Programms die Abschaffung deS Systems der nttietten Steuern und die Einführung einer einzigen pro- MRom Einkornmersteuer auf gesetzgeberischem Wege zu erstreben. ~ Die heutige Versammlung verlangt, angefichts des durch die Moettbeuerung hervorgerufenen hochgradigen Ztothstandes, daß hc Getreidczölle sofort abgeschafft werden Ferner ersucht die Artige Versammlung die Arbeiter Deutschlands, zu dieser Hoch» tochtigen Frage Stellung zu nehmen." .„Nie rheinische KozialdemoKratie scheintbei den nach« Reichstags wählen ihr Absehen in erhöhtem Masse auch auf he bisher von ihr wenig bearbeiteten Zentrurnswahllreise richten % wollen. So wird aus Neuss berichtet, daß dort bereits jetzt Mrengungen gemacht würden, und auch die Thatsache, daß Jn der bevorstehenden Ersatzwahl im Kreise Kempen ein sozial- 5n>olratischer Kandidat aufgestellt werden soll, scheint für diese WnaHme zu sprechen. Das Zentrum wird also Gelegenheit er- seine Behauptung, daß seine Partei der beste Schutz %n dos Vordringen der Sozialdemokratie sei. zu deweisen." 7 kllso zu lesen im„Hamb. Korresp." Die Herren Olfiziösen rwim demnach bisher nicht aeglaudt zu haben, daß dos Jen- Mein Schutz gegen die Sozialdemokratie sei. Das macht Scharfsinn wirklich Ebre. i, Ztn» Aeilbronn. 4. Dezember, wird geschrieben: Dem Mimten Schreiner Waiblinger, der seit einiger Zert in Hell- Mm, Sichererstraße 19, wohnt, wurde am Morgen des 3. Tlmrber eine originelle Überraschung dereitet. An mindestens Am Dutzend Stellen des Hauses, wo Waiblinger wobnt, war »n Schadloner.schiift in großen schwarzen Buchstaden zu lesen: Kier wohnt Polizeispitzel Waiblinger." Die �.wchversuche zur Entfernung dieser originellen Malerubungen Mnren nur an einzelnen Stellen; da, wo dieselben auf Stein, A Thürgewänder, Fenstergefimse rc. angebracht find, kann man unbewaffnetcm Auge alles noch dcullich lesen. Die Farbe 'Wnt echt zu sein. O-st-rr-ich Ungar«. Der Setz er streik in Wien dauert an. Die„Volksw. �chenschritt" schreibt dazu:„Die Setzer verlangen eine Ver- Gerung ihrer Stellung, welche fick theils auf die Lobnbe»uge, Mls auf die A'beitszeit dezieht. Die Mehrzahl der Druckerei- M?r ist der Meinung, dvß die Lage des Geschäftes eine Ge« Wmung der Forderungen nicht gestatte, und da also die letz- 5% ibre Wünsche nicht erfüllt sabm, so haben fie zum Theile AArbeit vollständig eingestellt, zum Theile gekündigt; aber N jene, welche während des Kündigungstermins in den Dffi- PW eikcheinen, beschränken ihre Arbeitsleistung auf das ge« Wsfte Maß, so daß die Druckereien ihrerseits, welche der Mei- Mg find, durch Abwarten die Setzer zur Zurückziehung ihrer Gerungen bewegen zu können, nicht in der Lage find, die Mten in der gewohnten Ausdehnung zu liefern. Und nun ? stereotype Nachsatz:„Eine für Sonntag einberufene Ver- �wlung der Setzer wurde behördlich verboten." Fr a«>»»»ich. � Bei dcr Wahl eines Deputirten im Departement Var Atobe General Cluserot, ehemaliges M i t g l i e d d e r Immune, mit 14776 Stimmen gewählt. Im Departement todennes ist eine Stichwahl nöthig geworden. � In St. DI«(Vogesen« Departement) fand eine Z u s a m- �genommen: es kam zu Tbätlichkeiten. wobei mehrere Personen �Mundet wurden. Die Polizei nahm Verhaftungen vor. 0. Numa Gilly erklärt in einem Briefe an den Deputtrtm tzKttrrr, er sei in keiner Weise an dem Buche, betitev:„Meine rWi", bethllltat; er kenne dessen Inhalt gar nicht und habe die Veröffentlichung untersagt. Kpanie«. «„.9n Madrid fand ein Mtntsterrath statt, welcher bis >jUhr Abends dauerte. Nach demselben überreichten sämmt« Minister dem Ministerpräsidenten Sagasta ihre En*« �'ungsgesuche, um fie der Königin- Regentin zuzustellen. im mußte da« Unglück passiren! Sie ist eine Klein- JN«, Väterchen, gehört zu uns; hier nebenan, da« kite Hau« von der Ecke, gleich hier.., Die Volksmenge zerstreute sich, dre Polizei machte sich lioi � der Ertrunkenen zu schaffen, jemand rief:„Jas �nzerbureau RaSkolaikow betrachtete dies alles mit »%%* zu sehen," fügte er hinzu- liy. /Ünger zu warte«. Was'st ow_ 1 j-p«» „es lohnt sich nicht, %-»»er zu warren.-uau»»st's mit dem Polizei- SX'■• weshalb ist Sametow mcht ,m Bureau?«ach "A Uhr müßte es doch offen sein.. Er wandte dem "»er de» Rücken und sah sich um. (Fortsetzung folgt.) , Au» Kunst und Zeven. ■ — Die Königin beauftragte den bisherigen Ministerpräfidenten Sagasta mtt der Bildung eines neuen Kabinets. Gerichts-Ieitnng. Gin Mau«, de» alle» kaufe««ächte, trotzdem er keinen rothen Heller in der Tasche hat, ist der Restamateur Aldin Haufe aus Dresden, welcher fich gestern wegen vollendeten und versuchte« Betruges zu verantworten hatte. Derselbe scheint inzwischen in Dresden als Erzschwindler erkannt worden zu sein. Unter dem Vorgeben, dos Cafs Fran?iis in Dresden kaufen zu wollen, ist es ihm gelungen, einem biederen Beamten, dem er eine Anstellung in dem Restaurant in Aussicht stellte, eine sogenannte Kaution in Höhe von 1500 M. abzuschwindeln. Er hat mit dem Betrogenen dann noch eine arge Komödie ge- spiett und es dauerte ziemlich lange, ehe derselbe merkte, daß seine sauren Ersparnisse auf Nimmerwiedersehen verschwunden waren. Trotzdem der Angeklagte nm ganz oberflächlich einmal mit dem Besttzer des Cafö Franeais unterbandest hatte, hatte er sich in Dresden überall als Käufer des Cafö aufgespielt» so daß ihm der Befitzer diesen Unfug ernstlich untersagen mußte. Als ihm in Dresden der Boden unter den Füßen zu heiß wurde, wandte fich der Angeklugte nach Berlin und von hier aus hat er genau denselben Schwindel wiederholt, indem er einem Manne, den er für ein angeblich in Leipzig zu kaufendes Weingeschäft engagirte, eine kleinere Kaution abnahm. In einem dritten Falle, wo er fich als Käufer des Sternecker- Kruges aufspielte, ist es beim Versuch geblieben. Der Staatsanwalt beantragte gegen den gemeingefährlichen Schwindler 2 Fahre Gefängntß und der Gerichtshof erkannte auf 1 Jahr 6 Monate Gefängntß und 2 Jahre Ehrverlust. Soziales und ArveiterbemeMng. tu» Flensburg, 9. Dezember schreibt man uns: Durch treik der biefigen Former und durch die Schließung der Schiffswerft ist für manchen Flensburger die Ausficht auf ein vergnügtes Weihnachtsfest geschwunden. Denn was es für eine Stadt mit 35 000 Einwohnern heißt, wenn 1200 Arbeiter brotlos werden, das spüren nickt nur die zunächst Betheiligten, auch Kaufleute, Händler und Handwerker werden es spuren. Augenblicklich find die Verhandlungen der Former mit den Fabrikanten abgebrochen: wir hoffen jedoch, daß nicht allein die Former, sondem alle Arbeiter den gemeinsamen Gegner im Auge behalten werden.— Wohl zu keiner Zeit macht fich der Mangel eines Organs, das für die Interessen der Arbetter ein» tritt, so fühlbar, als wenn der Kampf zwischen Kapital und Arbeit in seiner schroffsten Form wüthet. Unsere städtischen Zeitungen thun denn auch redlich das ihrige, der Ardeitersache zu schaden; nur mit vieler Mühe ließen fie fich bewegen, einen Aufruf zur Unterstützung der Hilfsdedürf- tigen aufzunehmen, dagegen find fie stets dereit, von den Herren Unternehmern Beschönigungen ihrer Handlungsweise, ganz Un» detheiligte brotlos zu machen, aufzunehmen.— Vergessen haben die tzenen bei ihrer Berechnung nur, daß Millionen Arbeiter die gleichen Interessen haben, wie die Flensburger Arbeitet! Heute wüthet der Kampf bei uns, morgen bei Euch, steht uns zur Seite und vergeht die Adresse des Unterstützungslomitees der ausgeschlossenen Werftarbeiter nicht. Sie lautet: H. Bachmann, Flensburg, Nordstr. 61. 1. Ziehung der 3. Klasse 179. König!. Preith. Lotterie. Ziehung vom 10. Dezember 1888, V-rmteeag». Nur die Gewinn- über 155 Marl flnti den betreffenden Nummern in Purenthefe beigefügt. (Ohne Gewähr.) 83 85[2001 632 60 840 63 76 1038 587 695 908 8113 209 71 468 584 688 803 47 96 3020 30 250 345 481 511 44 691 733 55 69 83 819 48 910 51 4278 79 382[5001 467 577 84 605 30 794 95 816 57 79 88 987 5064 277 428 511 97 640 745 90 921 70 6149 53 206 60 77 389 508 27 672 816 82 924 7077 136 282 395 736 64 80 825 8258 306 63 443 85 651 94 823 975«298 459 540 622 53 720 38 61 63 85 815 938 16011 14 47 65 212 28 65 328 62 413 685 792[200] 1 1007 163 79 261 340 46 62 70 80 559 654 87 741 92 943 63 64 72 12056 277 83 304 12 37 404 590 773 801 4 78 989 1 3210 19 20 388 93 443 59 500 50 95 613 17 66 69 957 14017 40 99 170 289 348 97 509 54 76 671 704 811 1 5010 27 137 73 82 216 33 301 460 507 57 95 685 765 67 818 913 78 16121 48 72 209 15 22 28 44 308 39 511 12 22 42 631 95 812 49 53 1 7044 74 98 255 98 396 545 673 704 82 866 89 987 18020 122 289 313 480 86 88 93 581 96 714 1200! 857 75 902 1 9012 121 51 84[200] 96 204 93 560 67 85 626 27 800 953 84 a«K)20 31 138 63 266 313 471 514 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18 86 473 76 645 721 971 1**000 117 226 52 64 316 443 642 667 70 987 1*0177 299 308 1600) 30 418 20 520 33 746 50 977[3001 1. Ziehung der 3. Klasse 179. Königl. Preuh. Lotterie. Ziehung dom 10 Dezember 1888, tMndimiliagS. Nur di- Gewinne Uber 155 Mark find den betreffenden Nummern in Par-nlhei- beigefügt. (Ohne Gewahr.) 94 109 46 47 205 348 82 445 511 643 748 827 54(2001 956 92 1 021 146 221 61 317 600 709 96 951 2009 49 1«) 272 368 456 85 644 619 67 756»11 62.»036 48 171 76 501 52 603 908 87 4017 147 286 336 68 490 531 37 617 805 5021 28 42 225(2001 64 96 322 498 589 699 714 834 919 22 32«027 102 41 249 66 96 338 96 463 664 655 870 3070 124 84 2:35 90 358 417 22 85 581 657 72 708[3001 67 804 35 918 *019 104 66 278 88 552 630 49 878 9000 98 498 621 54 614 43 799 839 1 0092 134 79 203 9 473 92 545 64 601 6 8 744 83 927 61 1 1004 150 206 344 64 414 525 86 745 69 90 849 54 81 960 84 1*135 42 60 883 485 63176734 846 906 60 1000510819 358 72 416 80 638 68 12001 660 840 906 81 1 4065 89 116 97 277 359 467 94 797 857 65 86 91 95 15006 92 397 600 63 780 878 81 939 I«074 300 49 79 442 661 781 836 1 7009 80 92 166 238 94 366 478 91 96 517 30 49 708 39 1*044 73 113 306 93 470 762 815 19[300 I»055 73 245 331 73 424 49 526 56 78 6i«025917?<2,2994873758474 929660 611 31 78 87 735 45 99 815 22 70 8 1 082 131 517 637 44 706 949 87 88065 168 654 688 740 71[2001 816 920 8:*021 229[2001 59 361 423 543 611 819 961 84309 11 695 739 966 85108 374 79 429 37 607 23 32 600 766 76 823 64 942 78 8 0013 31 280 324 409 81 93 664 95 808 24 47 64 78 971 77 8 7066 70 122 63 258 387 489 728 995 8*116 29 33 684 675 8«057 181 98 227 371 92 502 653 IM»0 12*235 383 429 61 618 648 709 46 68 74 983 89»1 101 203 77 394 414 501 614 24 30 44 803 23 59 901 8»8024 87 150 217 95 312 39 98 433 72 83 504 11 722 895 924»»128 41 203 351 603 31 794 886 56 142529|20o} 6»H004 m�lS�ZMßOO) 91 507% 56 787 7»v034�44 332 68j4»lof"4347353y294i433441174 607 70 755 90 833 41013 188 235 mi 1« 417 23 99 507 603 44 702 815 38 »«161 285 496 502 966«1327 31 433 630 813 9:15[209[«8218 74 311 437 628 678 705 951«:»052 16t 223 402 38[500. 511 639 7«; 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Dienstag, den 11. De»«mber. #«»»*%**#. Der Ring des Nibelungen.— Zweiter Abend: Die Walküre. her: Der dritte Kops. tesßwa-Ttzmcke». Die große Glocke. f esttAtM«henter. Die stch lmgwcilt. fsfetorl«-»üh-lMstLdtisch««h—te». Der Mikado. WiKtaris-etz»««»». Die Reise in du Pyrenäen. KsKde-q-Thenter. Abb« Constantin. - Thente». Das elfte Gebot. Hier-ulf: Madame Flott. U»Ue»-«I»Mt»». Othello, der Mohr von »S»t,»fcWch«»«hoato». Steffen Langer aus Glogau. T<»t»lU-Gtz»»t»». Schmetterlinge. Grust-iUwnte». Die drei Grazien. gisafmmmM'0 Unrtcktt. Spqialitäten-Vor- SreunGU- Ttzente». Spezialitäten- Vor» de»< Spezialitäten� rMustdUmg. Berliner Theater. Dienstag, dm 11. Dezember: Michel perrin.—»«. November. «ine Pnrthie piqnet. (Perrin. Meisler u. Rocheferrier: Friedr. Haase.) - Anfang 7 Ubr.- Mittwoch, den 12. Dezember: —«wn.— (Eva: Hedwig Niemann.) — Anfang 7 Uhr.— Donnerstag, den 13. Dezember: Zum 1. Male: Die milde Jagd. Von Ludwig Fulda. — Anfang 7 Ubr.—_ American Theater. «■ManTthnntcrstrasne Mr. IB. Berliner MehBnbelta.Konkurrenz. Die Tabieaux werdm von in Kerlin g« d-renen Schönheiten dargestellt. Erstes «ild: Aschenbrödel noch F. Hiddemann: Kl.«.Kögel. Zweites Bild: Unter Kosen nach P. Thumann: Frl.*. Drittes Moffnnns nach C. v. Bodenhausen: '. Viertes Bild: Ja» Masser nach J. Gräf: Frl.**. Mnstes Btt� Lachen. der Himmel nach Raphael: Fraul. Elise Elsner und die übrigen vier Damm.(Die mW****** bezeichneten Damen wünschen ungenannt zu bleiben.) Neu!! Alpenveilchen«erzett. Nustr. deS Schattenstlhouetiistm«»knr Alb-rti. deS urkomischen Kendir und Menmnnn „Bliemchm*. Anfang 7% Uhr. Sonntags Uhr. Bi�et-Vorverkauf ohne Aufgeld tm�stl- valwendank" und Vormittags von 11—1 Üb« an da Tbeaterkaffe.[806 Medrich-Karl'1 Oirkns H. Schumann. __-Ufer. Ecke Karlstraße. früham ZirluS Krembser.) .»«irbn» ist gut geheizt und "gegen Ana geschüht.-M« Dimstag. den 11. Dezember, Abends 7t Uhr: «roß»«rtra-V-rstrllnng. Besonders bervorzuheden: Vorletztes Auftreten da Billions' Truppe. Sckul-Quadrille, ga. von d. Grschw. Schumann. 4 Rapphengste, vorgeführt von Herrn Max. 3 Akrobaten G-druber Gozzini. Reckkünstlerin Riich. Julia Macarthy. SaUomortal Reiter Mr. Schreiber. Mufik-Klowne Gebr. Kulper. Restkünstlerin Miß Adele. Qrmd Batoude aiflericain. Zum Schluß der ftcllung: Die Jagd bei Bolton. Komische Entrees sämmtlick-r Klowns%. ic. Mtttwoch, dm 12. Dezember, Abends 7t Uhr: Große Gala- Vorstellung zum Benefiz der Villions- Truppe.(Letztes Auftreten.) Donnerstag, dm 13. Dezember, Abends 7t Uhr: Große Vorstellung. Zum 1. Male: Die schön« Kost« oder Kchnlze und Muller im Grient. Große Ausstattung« Ballet-Paniowime. Kunzes Concert- Hallen. Alexanderplatz(Brand Hotel). Täglich: Courert««d vorsteUnua. Anfena 7 Uhr. Entree 30Pf. Sonntags 50 Pf. Puppen. Gestricht« Damen- und Herren- Westen, Triro t- Taillen, Kleidchen, Anzüge etc. Normal- Kuter Kleider. Hallestelle da Pfadeeisenbahn: 27.«hansseestrahe«7, da Keffelstraße gegmüba. 1307] M. Gpeifenhagen. Elch KWWUlMHnsmiiiInß .für die Wähler des 14. Kommunalwahlbezirks Dienstag, den 11. Dezember, Abend« 8% Uhr, in den Ceutralfestsalen, Ornnienstraße 180. Tagesordnung. Rechnungslegung des Wahlkomitee's vom 14. Kommunalwahlbezirk. � Der Gindernfer. Neu I 958] j. tS« liefert die KnchhandlUNg Der Volksfrennd gehalten mie die„N«ne Welt") und Die frauzostsche Revolution sndlnng von R. Kohlhardt, Kraut Heul Krandenburgstraste 56, frei in* Kau». «. Kilberwaareu. KilligAe Kezngsqnelle für Gold- Zu Fabrikpreisen enpfehle: Armbander, Krache«, Ohrringe, Medaillon'«, King«, trenze. Ketten, Kimili,«arallen- und Granatmaaren« Trauringe stets vcnrä.hig. serkstatt für neue Arbeiten und für Reparaturen, VagoUungm und Vnfildcmngen. Einkauf von Juwelen; Gold und Silber. Reelle Bedienung und feste Preise.[1425 A. Oertel, Andenstraße 109. Damen- und Mädchen-Mäntelfadrik. 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Anzüge. ä, Brrantwortlichn Redalleur: Dl» E»«nheim in Berlin. Druck und Verlag�oon gfm Ksding in Berlin SW.. Bevtbstraß«. 2. Ol-— tf** Beilage zum Berliner Volksblatt. 29i. Dienstag den 11. Dezember 1888 5« Jahrg. P arlamentsverichte. V»«tsch»» K«ich»tas. 11. Sitzung vom 10. Dezember, 12 Uhr. Das äußerst schwach besetzte Haus fährt in der ersten Be« wifcunz des Al ters- und Jnvaltden-Versiche» kungsgesetzes fort. Dr.». KomiezowvKi(Pole) heißt die Borlage als den �chlußall der sozialreformatorischen Gesetzgebung willkommen. nebst seinen Freunden hätte jedoch drei Bedenken zu äußern, namal gegen den Reichsbeitrag, sodann gegen das Teckuims- Erfahren und drittens gegen die beadstchtigte Organisation. Die betroffenen müßten— worauf ja diese ganze Sozialreform be- ftche— selber die Träger des Systems sein, unter Ausschluß Ott nationalen Beihilfe des Reiches. Das Deckungsverfahren fttner werde zu große Kapitalien anhäufen, und eine geeignetere Grundlage als die territorialen Berbänve oder als die von Buhl gewünschte Zentral Reichs-Anstalt seien die Berufs-Ge- wffenschaften. Abg. Srnd(Elsäffer) spricht sich ebenfalls im Allgemeinen Wohlwollend über den Entw urf aus, erinnert aber, um die Un- iulängltchleit der in Ausficht genommenen Renten zu erweisen, % den stetigen Rückgang des Kaufwertbs von Geld. Schon *nnen 30 bis 40 Jahren würde die 120 Mark-Rente kaum noch Kren höheren Kaufwerth haben» als heutzutage eine Rente von »O M. Im Gegensatze dazu werde das ständige Sinken des ««sfußeS(sowie daneben die Bevölkerungszunahme) zur Folge |?ten, daß der RrichSzuschuß und infolge davon auch die steuern künftig werden erhöht werden müffen. Die Haupt- jjwde sei die Lebersfestigkeit des geplanten Instituts, um des» Millen möge man nicht zu rasch vorgehen. Besonders solle man torfichtig fein und nicht mehr versprech n, als man hatten wnne. . Abg. gplfrtn(Reichkpartci) hat das Zutrauen, daß es in tor Kommission gelingen werde, die wesentlichsten Bedenken, gegen deu Entwurf geltend zu machen seien, zu beseitigen. Außerordentlich bedenklich erschtme ihm vor allem die Besttm- tourg, daß bei vorübergehender Nichtzahlung der Beiträge ein entsprechender Betrag von der Altersrente in Abzug komme, Mosern der Arbeiter nicht hinterher die ausgefallenen Beiträge, und zwar nicht nur seine eigenen, wie auch die des Arbeit- ieberS und des Reiches nachzahle. Nach seiner Berechnung 'torrde infolge deffen beispielsweise ein Dienstmädchen, das vom bis 70. Jahre mit Unterbrechung von nur zwei Jahren Zre Beiträge gezahll habe, statt 48 Mark nur 301 Mark diente erhalten! Ueberhaupt seien die Bestimmungen des Gesetzes tesonders ungünstig für die weiblichen Arbeiter. An den Be« u Innungen über die Invalidenrente sei namentlich das Erfor- termß voller Ecwerbsunfähigkeit zu bemängeln. Gebe es denn Uberhaupt Arbeiterinnen, die nachweisen könnten, daß fie nicht Amal mehr 30 bezw. 16 Pf. täglich zu verdienen im Stande Nen? Die Arbeiterinnen würden also weder Invaliden« noch Altersrente zu erhalten in die Lage kommen. . Seines Erachtens müßte allen Arbeitem an Altersrente für *« persönlichen Beiträge wenigstens dasselbe gewährt werden, »ie die« feiten« irgend einer Prioatoerstcherungsgescllschaft ge. >ch«Ke. Zweitens müsse man bei drr Jnvalidenfürsorge den Berficherten aus den Beiträgen der Arbeitgeber und des Reiches wenigstens das gewähren, was nach den Grundsätzen des öffent- «chen Rechts und der Gesellschaft gewährt werden müsse. Die Arbeiterinnen dürfen also ihrer Beiträge nicht durch Berhei- tothung verlustig gehen, und jeder Arbeiter, der nachweislich Er» iiehung und Unterhalt seiner Kinder nicht aufbringen könne, Wusse dm dazu erforderlichen Zuschuß erhalten. ... Abg. Gechelhäufer(natl.) bekämpft lebhaft die Ortsklassen sptt die Renten admessuna) zu Gunsten des Prinzips der Lohn« Pjjffen. Letztere entsprächen der Gerechtigkeit gegenübrr dem Ar« Mkt mit höherem Einkommen, und auch die Verrechnung er- >ahre eine Vereinfachung, namentlich weil alsdann der Ortswechsel Betracht bleibe. Die Zahl der Lohnklassen sei auf etwa drei, Ostens fünf zu bemessen. Das System der Qutttungsbücher der Marken laffe fich wesentlich dadurch vereinfachen, daß, ?? die meistm Arbetter doch ansäsfig seien, etwa ein Kommunal- Fjwter im Nebenamt die betreffenden Bücher in Verwahrung *«Me und die Abrechnung mst Ardeiter und Arbeitgeber mo» oder vierteljährlich erfolge. Dann würden auch die Be- «fAtungm der Arbeiter betreffs der Qutrtungsdücher beseitigt, Vurchtungcn, die ja thatsächlich auch von Ardestern gehegt die im Kampfe gegen die Sozialdemokratie seien und vT dem Boden der gegmwärtigm Gesetzgebung ständen. Was r* Organisation der Alters und Jnvalidenverficherung an« so erscheine es ihm gefährlich, neue große Einrichtungen Kiffen; für eine durchaus geeignete Grundlage halte er die jf. Abg.»patz«: Die Uederlastung der Berufsgenoffmschaften Z Mß. wird aber durch die Aenderung der Befugnisse der L�ionm, die Abg. Oechelhäuser vorschlägt, nicht beseitigt wer- N? Der bureaukratische Zug, der durch das Gesetz geht, dem ganzen Gesetz. Die tenitoriale Entscheidung über ?Zerdsunfähigkeit muß durch Selbstverwattungsorzane ge« werden. Der Anschluß an die Berufsgmoffmschasten fich auch, well nur dann eine zutreffende Bnechnung L Anträge möglich ist. Ich hatte weder die OrtslMm noch �-ohnklaffen für eine zweckmäßige Einrichtung. Die Orts« Ajen würden entschieden zum Nachlhell der �anvwrrthschaft % Die Allersarenze derührt die Bcitragsfrage: der Eni« ItfS schlägt eine Wartezeit von 30 Jahren vor; mirschemt «Seine zehnjährige Wartezett ausreichend. Die Allersgrenze Zte vielleicht zweckmäßiger auf das 65. L-dcnsiahr gelegt, feä-ÄSÄ.-.fSä IW QQ-I JL3- e-JL-.C.. Hot vwnen fahren nuy» vir dcht �2 Reichszuschuß; eine Nvthwmdigkeit für ihn liegt Nutz. wenn man z. B. die ganze Verficherung beschränken Lossen m � von den Berussgmoffenschastm umschloffmm f) Pf.®0n Privatanstallen werden bei Wochenbetträgen von i aj�epBere Renten gezahlt, als in Ausficht genommen 1«.®T�fe des Reichszuschusses. vv i» v v*«%—-------- als hier in Ausficht genommen Dieser muß doch durch in- von den ärmeren ** ,,, k' � u�iiv/uiiu.... if«una einer Rente rreic,..... W?%«ja f1! Zu den Aufgaben deS Staates und bis tzu-, nirgends ein ähnlicher Versuch gemacht wor« 23%! dou�ix 1"? öit Schutzzölle weit mehr dahin, dem zu Beschäfitaung und dauernden, ausreichenden Gründe gegen das DeckungSoerfahren T�lfahrk?�-,� gegen das Umlageverfahren. Ein Um- �?eEi',i.�",?.it./tmkem Rcseroefonds wäre das zweckmäßigste. ------------- r-".» innerhalb der vor« Verficherung gemacht werden, so muß ein SelbstverwattungS« verfahren geschaffen werden, an dem Arbeitgeber und Arbeiter bethelligt find. In dem österreichischen krankenlaffenwesm haben fich diese als Thellnebmer der Verwaltung gut bewährt. Auch hier müßten sie bei Festsetzung der Beitrage, Höhe der Renten u. s. w. mttzuwirken haben. Dann würden die Schiedsgerichte und in weitetet Instanz eine Reichs Verficherungsanstalt in Funktion treten müffen. Ader auch bei Inkrafttreten des Ge« setzcs wird eine wirksame Ardeiterschutzgesetzgedung nicht zu entbehren sein; sie wird der Altersschwäche und Invalidität z. B. durch Beseitigung von kranlheitsstoffen in den Fabriken zweckmäßig vorbeugen können. Badischer Bevollmächtigter». Marschall: Der Herr Vorredner hat dedauert, daß die destehenden Bemfszenoffen- schasten nicht zu Trägern der Alters- und Jnvalidenvcrsorgung erwählt worden seien, und hat darin eine Preisgabe des derufsgenoffenschastlichen Systems seitens der verbündeten Re- gierungen geseben. Der Abg. Schräder ging sogar so weit, zu sogen, die Berussgenoffenschaften, früher ein Lieblingskind der verbündeten Regierungen, seien jetzt zum Stiefkinde herab« Sesunken. Diesen Behauptungen muß ich mit aller Entschieden« eit eutgegcntreten. Wenn die verbündeten Regierungen auf ihre ursprüngliche Jbee, die Atters- und Jnvalidenverficherung auf die Berufszenoffenschasten zu übertragen, verzichtet haben, so liegt darin weder eine Kritik des Systems, noch ein Miß- trauen gegen die Bemfsgmofienschaften überhaupt, am aller- wenigsten ein Bruch mit dem bisherigen sozialpolitischen System. Ich nehme gar leinen Anstand, hier zu erllären, daß trotz mancher Mängel auf dem Gebiet der Unfallverficherung die Berufsgenoffenscdattcn fich dewährt haben, daß insbesondere das Vertrauen des Gesetzgebers in die Opferwilligkeit und das Ver» ständniß der Bctriedsunternehmer gerechtfertigt worden ist. Die l ecbündeten Regierungen haben 1881 eine solche Reichsan statt vorgeschlagen, fie find später von d'esem Vorschlage wieder zurück- gekommen, weil fie fürchteten, diese Anstalt würde mehr Geschäfts« nummern haben, als eine Zentralbehörde bewälligen könne. Diese Befürchtung würde hier noch begründeter sein. Nach den statistischen Berechnungen wird die Zahl der jährlich hinzu« kommenden Invaliden 115000 betragen. Ueder jeden einzelnen Fall bedarf es einer eingehenden sachlichen Entscheidung. Rechnen noch dazu die undegründetm Anträge, so würden 7—800 Entscheivungen in kollegialer Form erlassen werden müffen. Das ist zu viel für eine Behörde. Es würde dann allerdings die Abrechnung unter den verschiedenen Anstalten in Wegfall kommen. Ader ich glaube, daß man hier doch zu schwarz fieht, und daß das Rechnungsdmeau mit seinem technischen Personal diese Aufgab ohne Schwierigkctt lösen wird. Auch ich glaube, daß die Krankenkassen zu einer nutzbringenden Thätigkeit bei diesem Gesetz verwendet werden können. Ich glaube, daß der Weg der verbündeten Regierungen auch in dieser Beziehung der einfachere ist. Anerkennen muß ich, daß der Abg. Buhl in seiner Kritik der Vorlage fich weder von prinzipiellen noch von politischen Gesichisp unlten hat letten lassen, der Abgeordnete Schräder hat natürlich einen andern Standpunkt angenommen. Er hat es neulich für nöihig gehalten, den schützenden Mantel seiner Beredsamkeit auSzubretten über den Retchsaedanken. den er für gefährdet ansah, wenn die von den verbündeten Regie« rungen vorgesehene territoriale Organisation ins Leben trete. Darauf erwidere ich nur: Die Tyatsache, daß das Deutsche Reich es ist, welches unter der Aegide seines ersten großen Staatsmannes dieses Werk vollendet, wie es ohne Vorgang in der Gesetzgebung anderer Länder ist, bekundet die Macht und Kraft des Reicksaedankens nach Außen und Innen hin in so augenfälliger Weise, daß die Frage der Organisation der Ver- ficherungsanstatten damit vollkommen in den Hintergrund ge« drängt wird. Der Dank des deutschen Arbeiters für dieses Ge- setz wird dem Deutschen Reich gehören, und er wird das Band der Freiheit festcr knüpfen, das alle Stämme Deutschlands und alle Klassen seiner Bevölkerung umschließt.(Ledhafter Beifall rechts.) Abg. Rickert: ES ist sehr auffallend, daß alle Redner an der Rede meines FceundesSchradermit Stillschweigen vorübergegangen find. Sollte man es nicht für opportun halten, darauf einzu- Öen? Nur der Vertreter der Regierung, Herr v. Marschall. darüber gespottet, daß Schräder einen„schützenden Mantel über das Reich ausgebreitet" hätte. Schräder hat nichts weiter als: in Bezug auf die Reichsoerficherungsanstall dürfen _.e fich keine so große Sorge machen, die Pattikularisten würden ihm doch ein Grab bereiten. Also mit anderen Worten, daraus wird nichts. Es ist auch bekannt, daß der Bundesrath der Reichsanstalt seine Zustimmung nicht geben wird. Die übrigen Redner haben auf die Vorlage eine Masse von Kritik gehäuft, die Lohren'schc Rede nahm fast den Charakter der Reichsfeind« schaft an. Wir stehen der Tendenz dieser Vorlage keineswegs feindlich gegenüber. Damtt ist nicht gesagt, daß wir nun mit Pauken und Trompeten für dieselbe stimmen werden. Eine Uederstürzung wäre hier der größte Fehler. Ich glaube, daß die Vorlage in dieser oder in einer folgenden Sesfion zu Stande kommt. Vor allem aber muß die Vorlage doch in den dctheiligten Kreisen bekannt sein. Glauben Sie, daß die Vorlage Paragraph für Paragraph bis in die ländlichen Kreise hinein gelesen worden ist. Selbst der„königs« treue" Ardeiterverein in Hannover hat den Wunsch ausgespro- chen. der Reichstag möge den Arbeitem erst Gelegenhett geben, ihre Meinung zu äußern. Inzwischen find auch schon wieder neue Steuerprojekte, z. B. eine Branntweinsteuer, aufgetaucht, die auch noch eine desondere Betrachtung verdienen. Ich will bier nicht von den Einzelbeiten de« Gesetzes sprechen. Das Ouittunasbuch hat man als etwas Harmloses hingestellt, das nur die Sozialdemokraten verdächtigten. Daß dieser Verdacht aber doch nickt so unbegründet ist. geht auS einer Sprechsaal« noti» der„Deutschen ArdAter. Zeitung" hervor, worin es heißt, vie Sozialvemokraten agittrten nur deshalb so h-fttg gegen diese als der Vagadond. Sehr interessant war mir die Lebhaftigkett, mst welcher man vom Regterungstische aus die Frage der Armenpflege aus diesem Gesetz herauebrmgen wollte. Sie haben doch alle erklärt, daß durch dieses G-setz eine Einwirkung auf die Armenpflege ausgeübt wird durch Eni« lasiung der Kommunen. Nach dem innersten Wesen deS deutschen Charakters sei es etwas durchaus Fremdartiges, daß die individuelle Thätiglett des Einzelnen aufgesogen werde durch die Thätlgkctt des Staates. DaS sei wohl bei roma« Nischen Völkern denkbar, bei uns aber sei immer die Freiheit, die indloivuelle Thätiglett das Eatscheidende gewesen. Sei man einmal zu einem sozlaldemokratischm oder dureau« katticken Staate gekommen, dann wurde der Kampf um mmmm Nationalliberalen. Selbst Professor v. Trettschke hat sich noch im I hre 1878 auf das Entschiedenste gegen eine sozialpolttiscke Stellungnahme des Staates ausaesprochen: wie er heute dar» über denkt, ist mir gletchglltig. Dieselben Z.ttungen, die noch 1884 auf das Schärfste den Gedanken einer Atters- und In» validenverfichemng bekämpften, wollen uns heute eine Krittl des Gesetzentwurfs verwehren. Im Jahre 1879 brachte der Abg. Stumm einen Antrag ein, wonach Beiträge der Ardeitgeber und Arbeiter eine Rente von mindestens 130 M. jährlich nach 30jähriaer Beittagszeit dem Arbeiter sichern sollten. Die Frau sollte SO. kleinere Kinder 36, grozere 18 M. jährlich erhalten. Von einem Reichszuschuß war leine Rede. Die Kommisfion beschloß damals nur eine Resolution, nicht den Antrag anzu« nehmen. Wie baden sich diese Dinge geändert! Der plötz- lichste Wechsel ist aber auf der rechten Sette des HauseS est» getreten. Und doch giebt es selbst heute noch, besonders in den östlichen Provinzen, Landwirthe, die ein Grauen haben vor diesem Gesetz, und die Landwttthe bedenken gar nicht die endlosen Plackereien, die es ihnen dringen wird. Das Gesetz wird nirgends die erwartete große Freude machen, besonders wenn cs seine gegenwärtige Gestalt dehäll. Was nun die Armenpflegeftage betrifft, so habe ick mich schon 1372 auf dem volkswirtbschattlichen Kongresse in Gemeinschaft mtt Viktor Böhmert vom Äefichtspunkte der Armenpflege aus für ein Eingreifen des Staats ausgesprochen. Die Devise: „Liebet die Brüder!" kommt mir gar nicht aus den Ohren— ich muß dabei immer wieder an die Bilder denken, welche uns die Debatten über den Getreideroll, den Pettoleumzoll, den Schmalzzoll vorführten. 150 Million m hat das Deutsche Reich in den letzten Jahren für Zölle auf die unenl» debrlichsten Lebensmittel— vom Schnapse abgesehen— aufgelegt. Wie steht es hier mit dieser Devise? Wir wollen ihr folgen, wenn fie ohne Beschränkung durchgeführt wird. Die Gefahr, die aus diesem Gesetz hervorgehen kann, ist viel größer, als Sie glauben. Sie wollen den inneren Frieden fördern; aber durch die Tendenz der Regulirung der Lohnver« bältniffe, der Veränderung der Natur deS Arbeitslohnes indem Sinne, daß der Lohn auch die Aliersoerficherung mit aufbringen muß, wird zunächst die allgemeine Erbitterung über die Niedrig» keit der Rente hervorgerufen werden» und dann werden die weiteren Fordemngen lommen. Und diese können mit dem all» gemeinen Wahlrecht schließlich, wenn auch nach schweren Kämvfen. durchgesetzt werden. D.shald sagen die Sozialisten mtt Recht: Was fie jetzt bringen ist»tein statt Brot, wir wer« den Sie aber bei Ihren Konsequenzen fassen. In einer Wahl» Versammlung in Danzig, der ich beiwohnte, sagte der Whrer der Arbeiterpartei, 360 M. sei das Minimum der Rente für den einzelnen Arbeiter. 540 M. für die Familie. Diesen Ausfüb- rungen folgte allgemeiner Beifall, ebenso der folgenden, daß» wenn der Staat einmal die Hand anlege, dann der Arbetter nicht mit einem solchen Brosamen fich begnügen dürfe. Solche Worte werden allgemein gehört und oerstanden. Es ist eine schöne Aufgabe, ein schönes Ziel, welches fich die Vorlage setzt. Ich bin aber wieder ernüchtert worden, als ich die Idee, an der ich mich Jahre meines Ledens hindurch berauscht bade, in die Millionen Kanäle verfolgte: da bin ich mit Herrn v. Bennigsen zurückgeschreckt vor dem Gedanken, die Sache in dieser Form zu gestalten. Dem Gedanken vollständig Freund, kann ich dieser Art von Ausführung meine Zustimmung nicht geben. Ich wünsche dringend, daß die Kommisfion dem Ernst der Sache entsprechen möge, daß fie fich aber nicht treiben laffe, sondern fich die nöthige Zett nehme, um die Sache, mit der eine schwere Verantwortlichkeit verbunden ist, ruhig, unbefangen und gründlich zu prüfen. Ich wünsche, daß eine Vorlage zu Stande kommt, welche die Gefahren, die ein verfehtter Versuch auf diesem Gebiet bat, vermeidet. Das wäre sonst nicht der Weg zum tnnem Frieden, das wäre der Weg zum innen» Kampf!(Beifall links.) Staatssekretär v.»Sttiche»: Ich kann nicht alle Details der Rede des Abg. Rickert berühren. Es ist mißlich, in der Generalviskusston einzelne Fragen namentlich nach ihrer arithmetisch-n Seite zu streifen. Eine Korrektur solcher Zahlen, wie fie die Abgeordneten Rickert und Lohren deigedracht haben, ist im Augenblick fetten möglich, und wenn möglich, so nimmt sie eine große Zett in Anspruch, daß der Voitheil einer Korrektur damtt in keinem Verhältniß steht. Ich behalte mir alle Klarlegungen darüber für vie Kommisfionsberathungen vor, und weiteres Material wird dort berettwillig gegeben werden. Die Rede des Vorredners erinnert an alles, was wir von seiner Partei bei den früheren sozialpolttischen Vorlagen gehört haben. Es ist die Negative, die uns entgegentritt, und die Verficherung, daß die die Herren redlich und ernst mitarbeiten wollen, kann nicht über den Eindruck hinweghelfen, daß alles menschenmöz- lich« Material zusammengesucht wird, um die Vorlage von vom berein zu diskreditirm(sehr richtig bei den Nationalliberalen). Wäre es die Abficht des Vorredners, die Mängel der Vor- läge zu besettigen, wäre es ihm emst mit der Devise: „Liebet die Brüder", und wollte er mit christlicher Charitas an die Vorlage herangehen, dann brauchte er diese Rede nicht zu halten. Aber feine Rede ist darauf gerichtet, nach Außen hin die Vorlage zu diskreditiren.(Sehr wahr! rechts.) Denn er hat nicht allein die Arbeiter vor den Wohl- thatm diese« Gesetzes gewamt, die von ihm erkauft und aufgewogen werden sollen mit schwerm Mißständen, sondern auch die Unternehmer, die Kommunen, die Landwirthschaft im Osten; ja schließlich bleibt kaum ein Bestandtheil der wirth« schastltchen Kreise unseres Landes übrig, welcher an dem Gesetz noch eine Freude haben könnte, wenn seine Warnung berechtigt wäre. Daß die verbündeten Regterunaen die Abstckt haben. demnächst auch die Fürsorge für die Wittwen und Waisen in Angriff zu nehmen, steht in der Begründung der Vorlage. Dort find auch die Motive gegeben, weshalb die Fürsorge für die Wittwm und Waisen für später vorbehalten wird; aufgeaeben ist fie keineswegs. Hält der Vorredner eine umfassende Orga« nisation auch fm die Wittwm und Waisen hierbei für nützlich, so möge er seine Anträge stellen. Er bemängelt dann, daß unsere Berechnungen immer nur für unsere Vorschläge gelten könnten, und jeder neue Vorschlag einer neuen Rechnungsunterlage bedürfe. Wer einen neuen Vorschlag macht, müßte eigentlich die Gmnde dafür selbst beibringen. Ich verlange das aber nicht und werde gern weitläufige mathematische Berechnungen bei» dringen. In Dänemark hat ein Arbeiterverficherungsversuch zu keinem Resultate geführt; in Schweden hat ein auf Anregung dei Königs Oskar ausgegangener Plan auch keine greifbare Ge« stakt angmommen. Die Verhandlungen in England find für unsere Berhältniffe nicht anwendbar. Die Idee Blakelcy's, für jenen Engländer, während der Zeit, wo er am leistungsfähigsten ist und emm Theil seiner Einnahme für die Altersversorgung opfern könne, also vom 18. bis 22 Lebensjahre, einen Beitrag zu erHeden, verdient alle Beachtung, und obwohl fie auch in England nicht für durchführbar erachtet ist, zeugt fie doch von dem großen Wohlwollen und der freundlichen Gefinnuna Blakelcy's. Für uns ist diese Sacke nicht zu machen, schon wegen der allgemeinm Wehrpflicht, da die Dienst» Pflichtigen gerade in dieser Zeit bei unS nichts oerdienen, und schon um deswillen, weil in diesen Jahren der Verdienst unserer Ardeiter aar nicht so bedeutend ist, daß fie in relativ kurzer Zeit die Mittel aufbringen können. Wettcres Material wird berettwilltg der Kommission zur Disposition gestillt wer« dm. WaS die„Armenpflege" betrifft, so stimme ich ganz denen bei, die diesen Theil der Erörterung einen Streit um Worte nennen; aber das Wort„Armenpflege" wird in der deutschen Sprache vielfach in gehässiger, aufreizender Weise gebraucht. Es ist vielleicht engherzig und innerlich nicht gerechtfertigt, daß der unglückliche Mensch, der aus eigener Kraft sich und die Seinen nicht mehr unterhalten kann, doch Anstand nimmt, die Armen« pflege in Anspruch zu nehmen, und daß damit ein ae« wiffer Makel im Volke und ein großes Mißbehagen beim Almosenempfängcr erweckt wird. Die Leute, welche unsere gesetzgeberischen Maßregeln diskreditirm, habm es sehr geschickt angefangen, indem sie den Arbeitern sagten, was man ihnen verspreche, sei nur ein Almosm. Sie können uns nicht verdenken, daß wir gegen diese Ausstreuung kämpfen, denn innerlich ist die hier gegebene Rente etwas ganz anderes, fie ist ein Anspruch auf die Fürsorge fürs Atter. Ich hoffe, daß über kurz oder lang, aber möglichst bald dem Arbeiter die Fürsorge zu Theil werden möge, welche ihm die große Mehrheit dieses vauses mit den verbündeten Regierungen zuwenden will. Wo ein Wille, ist auch ein Weg, und wir würden uns über den Weg verständigen.(Ledhafter Beifall � Ein Schlußantrag wird angenommen. Abg. Hinge»(zur Geschäftsordnung): Nachdem die Ma« Ißai""'■ jorttät, einer neuen Prons folgend, die Diskusston nach einer Rede vom Bundesrathstisch geschloffen hat, konstatire ich, daß ich mich noch zum Worte gemeldet hatte, um die Angriffe auf den Abgeordneten Grillenberger zu widerlegen; daS ist mir nach dem Schluß der Diskussion nicht möglich. Ich dehatte mir vor, das in der zweiten und dritten Berathung nachzu« holen. Abg. Nickert(zur persönlichen Bemerkung): Ich verwahre mich dagegen, daß ich die Absicht hatte, die Vorlage zu diskredittren. Niemand hat das Reckt, mir Absichten unterzustellen, die ich nicht ausgesprochen habe. Ich habe nicht gewarnt vor der Vorlage, sondern nur wie alle Redner Bedenken hervorgehoben, die der Herr Staatssekretär leider nicht wtederlegt hat. Wir wollm nicht negiren, sondern unS ledhaft an der Arbeit betheiliaen. Daß nicht Material aus dem Auslande vorliegt, habe ich der Re« gierung nicht vorgeworfen, sondern nur dedauert. Wir denken ferner gar nicht an eine dilatorische Behandlung. Ich habe auch nicht der Rente den Charakter der Armenpflege bei- gelegt. Darauf wird die Vorlage an eine Kommission von 28 Mitgliedern verwiesen. Schluß 5% Uhr. Närdite Sitzung Dienstag 1 Uhr.(Nationaldenkmal für Kaiser Wilhelm, Gesetz über die Nattonalität der Kauffahrtei« schiffe, Handelsvertrag mtt der Schweiz, Wahlprüfungen.) Kokale». In Kezng auf dl» berühmten 10 000 Mark Ad- standsgeld erwartete man am Freitag in einer Versammlung der Chnstlich-Sozialen, die bei Buggenhagen stattfand,„authen- tische Aufklärungen" seitens des Stöcker!! Die„Post" schreibt: „Auf den Vorstandstisch wurden sowohl vom Bmeau aus, wie auch von anderen Seiten Zettungen niedergelegt, welche sich im Anschluß an die Erklärung des Freiherrn von Zedlitz über die Angelcgenbett geäußert haben. Hofprediger Stöcker über- flog auch vor Beginn der Verhandlungen cintae dieser Blätter, derührte während der Sitzung selbst aber die Sache mtt keinem Worte." Glaubt denn die„Post" wirklich, daß durch eine Er« klärung deS Stöcker die Wahrheit an den Tag gekommen wäre? Der„Volks-Zeitung" geht in detselben Angelegenhett nach« stehende Mtttheilung zu: So mannigfach auch bereits das von dm Blättern zusam« mengetragene Matertal über dm Auskauf der Kandidatur Cremer ist, so bedarf es doch noch einer Vervollständigung durch eine in weiteren Kreisen bisher noch bekannte nmerliche Aeuße« rung deS Herrn Cremer selbst. Cremer nahm am 30. November in einer von dem konservativen Berein zu Steglitz einberufenen Versammlung Gelegenheit, sich über den Gegenstand auSzulaffen, und zwar, nach einem Bericht des„Stegl. Anz.", in folgender Weise: „Die 20000 M. des Herrn Bleichröder seim nicht dem Kartell gegeben worden, noch viel weniger unter der Bedin« gung. daß er, Revner, zurücktreten solle, sondem einem Privat- mann«, einem Christen, mit der Bestimmung, das Geld nach Belieben für lönigstrme Wahlzwecke zu verwmden.(Ruf Hört! hört!) In einem Moaditer Verein habe er, Redner zu jmer Zeit über das Kartell gesprochen und nachher erst er« fahrm, daß kurz vor dem gewünschten Vortrage der Verein sich gegen daS Kattell ausgesprochen hatte. Aus diesem Zufall wäre die Legenve entstanden, er sei für 20000 M. von der Kandi« datentiste zurückgetreten." Selbstverständlich interesfirt diese Auslaffung Cremer's nicht deshalb, well sie etwa zur Klarstellung der ganzen Angelegen- heit deitrüg". Die Wiedergade derselben ist nur um deswillen von Werth, weil man dadurch von neuem bestätigt erhält, mit welcher Dreistigkeit Ci einer von der Wahrhett abweicht, selbst out die gewiffe Gefahr, hinterher Lügen gesttatt zu werden. Nachdem er im Februar 1887 im„Deutschen Tageblatt" er- klärt, daß er zurücktrete,„damtt dem Ausschuß 10000 M. für den Wahlfonds ausgehändigt werden", wagt er jetzt seinen Ge- treuen in Steglitz und Umgegend die Mör aufzubinden, an die Bedingung seines Rücktritts sei damals gar nicht zu denken ge« wesen. Die Art, wie er die angebliche„Legende" durch einen „Zufall" motivirt. stellt sich übrigens als eine so gröbliche Epe- kulatton auf die Dummhett Anderer dar, daß man das Publikum, dem er dergleichen bieten ,u dürfen glaubt, nur herzlich bemitleiden kann. Nebenbei bemerkt; bandelt es sich eigentlich um 10 000 M. oder um 20000 M.? Im Februar 1887 svrach Cremer nur von 10000 M. in Steglitz ausdrucklich von 20000„und nicht 10000"! Sollte vielleicht auch hinter dieser Differenz noch ein interessantes Gebeimniß stecken?! Da« i« Hache» d«r MeeKrettertttt» de» Feledrich- straffe vom Mmrster Maybach erlassene Reskript ist nunmehr vom �Rag'ttrat der Stadtverordneten> Versammlung mitgetheitt worden. Der Magistrat bätt dadurch die ganze Angelegenheit für abgeschlossen und fügt nur noch hinzu, daß er alsbald die nötbigen Vorbereitungen treffen wird, um festzustellen, an welcher Stelle mittelst einer Pferdebahn eine Kreuzung der Straße Unter den binden in der Richtung von Süden nach N rden stattfinden kann, beziehungsweise soll, in die Wege lettcn "k■«» Direktor der städtische« Fleischscha«, Herr Dr. Hertwig. derichtet dem Kuratorium des flädtrschm Zentral-Vieh« und Schlachthofes einige bemerkenswerthe Thalsachen, die eines größ-ren Jnterefsts nicht entbehren und gewissermaßen einen Blick hinter die Kuliffm gestatten. Herr Dr. Hertwig saat näm« lich in seinem Berichte nach Mittheilung der„Telear. Viehm.« Ber.": Wenngleich in jedem Jahre wahrend der Wtntermonctte eine Zunahme kranker, vorzugsweise tuberkulöser Rinder infolge der zu dieser Zell im Allgemeinen vermehrten Schlachtungen stattfindet und daher die Zahl der Kranken zu der der geschttrch. teten in einem entsprechenden Verhättniß steht, so ist letzteres in dem laufenden Berich« jabrc nicht der Fall gewesen, sondern es hatte die Zahl der tuberkulösen Thiere in ebnem ganz unge« wöhnlichen Verhältnisse zugenommen. Diese Zunahme ist sett dem Juli 1887 geradezu auffallend geworden. Während indem ersten Quartale deS Berichtsjahres von 28965 Rindern 685 an der Tuberkulose gelitten hatten, von denen 148 zmückgewiesen werden mußten, steigt rm folgenden Quartale die Zahl der tuberkulösen Rinder auf 811 von 31 034 geschlachteten, von welchen 250 zurückgewiesen werden mußten. In d;M nächsten Quartal macht sich allerdings ein geringer Rückgang bemerkbar, indem unter 33 621 geschlachteten Rindern sich 674 Stück tuberkulöse befinden, von denen 233 zurückgewiesen werden mußten. Im folgenden Quattal aber wurde bei einer nur unerheblich vermehrten Schlachtung von 37 003 Rindem die sehr dedeutende Zahl von 2130 tuberkulösen Thieren gefunden, von welchen 345 Stück zurückgewiesen wurden. Diese sehr erhebliche Zunahme sowohl der tuberkulösen Rinder im allgemeinen, als auch speziell der wegen dieser Krankhett zurück- gewiesenen Tdiere scheint seinen wesentlichsten Grund in der von den hiesigen Viehkommisstonären sett dem 1. Juli 1887 errichteten VeDcherungsdank für Vieh, welches nach dem Schlachten krank befunden und zurückgewiesen wird, zu haben. So große Vortheile diese Versicherung unbestritten dem Vieh« Handel treidenden Publikum gewährt und so große Anerkennung der Opferwilligkett der Kommissionäre einerseits gezollt werden muß, mit welcher fie ohne Rücksicht auf ihre eigenen großen Nachtheile die Versicherung durchgeführt habm, so wenig kann andererseits destritten werden, daß gerade infolge dieser Versicherung eine größere Menge kranker, nament- lich tuberkulöser Rinder nach dem Berliner Viehhofe geschafft worden ist, als es früher der Fall gewesen. Die ursprünglich geringe Gebühr von 2 M., welche nach kurzer Zeit auf 3 M. erhöht und während der Dauer des Berichtsjahres auf dieser höhe erhalten wurde, gab den Viehbesitzem die günstigste Ge- legmheit, sich ihrer zweifelhaften Rinder in einer möglichst vor- thellhasten Weise zu entledigen. Die einzige Schutzwehr, welche gegen die mißbräuchliche Benutzung der Veificherung errichtet werden konnte, war die, daß bei der veterinärpolizeilichen Revision der Viehaustriebe die im leberden Zustande für krank oder krank« heitsverdächtig erkanntm Thicre von der Versicherung ausge« schloffen wurden. Daß diese Bestimmung nur einen sehr unvoll- kommenen Schutz gewährt, leuchtet ein, wenn man bedenkt, wie schwierig die Feststellung der Tuberkulose bei lebenven Thieren ist, besonders bei der Revision einer so großen Menge Viehes, wie solche martttäglich in Beilin aufgetrieben wird. Ein eigen- thümlicheS Licht auf die Einfuhr von tudeikulosen Thieren nach Berlin wirft nachstehender Fall: Einem SchlächterjBurden an einem Tage im September v.J. von 14 Kühen 12 Stück wegen allgemeiner Tuberkulose in den öffentlichen Schlachthäusern zurückgewiesm. An demselben Tage fand im polizeilichen Schlachthaule unter anderem die Konfiskation von 7 Kühen aus demselben Grunde statt. Die Recherchen ergaben, daß diese 20 Rinder zu einem und demselben Transport gehört hatten, welcher Tags zuvor aus Mecklenburg hier eingefüh't war. An demselben Tage wurden von 25 ebenfalls aus Mecklenburg ein« geführten Kühen 9 wegen allgemeiner Tuberkulose und Waffer« sucht zurückgewiesen. Alle diese Rinder waren versichert. Zled»» Berliner stadtische Kruckeubauten bringt die „Deutsche Bamtg." folgende Mitth-ilungen: Der Entwurf für die Bukower Brücke ist fertig gesteM und wird nunmehr bei den Gemeinde- und den zuständigen Staatsbehörden behufs der Geldbewilligung und der landespolizellichen Genehmigung zur Vorlage gebracht werden. Der Entwurf für den Fußstcg im Zuge der Albrechtstraße harrt noch auf die landespolizeiliche Genehmigung: im Uedrigen ist alles sowett vorbereitet, daß mit Ausschreibung der Verdingunzen sofort vorgegangen werden kann. Dagegen ist die landespolizeiliche Genehmigung für den Entwurf zur Albrechtshofer Brücke nock nicht erthcilt Der Entwurf befindet sich indessen in der Einzelberathung. Dem Entwurf einer Brücke über den Landwehrkanal im Zuge der Alexandrinenstraße ist man näher getreten; auch diese Brücke soll massiv hergestellt werden. Sehr eifrig wird an dm Entwürfen für die aus Anlaß der Spreeregulirung umzubauenden Brücken gembettet und es haben die Arbeitskräfte infolge dessen nicht unerheblich vermehrt werden müssen. Die Friedrichsbrücke wird ebenfalls in Massivbau hergestellt werden. Die Spree« breite beträgt an der Baustelle z. Z. rund 77,00 Meter; diese Brette wird jedenfalls eine Einschränkung erleiden. Entworfm find drei Oeffnungcn von 12,50 bezw. 13,80 Meter Lichtweite. Ais Wöldlinie ist der Korddogen gewählt. Seldstoerständlich erhält die Brücke eine Werksteinverklcidung. Die Kurfürsten« brücke wird bei ihrem Umbau eine geringe Verbreiterung er- fahren können. Während die mittlere Ocffnung, über welcher sich daS Standbild des Großen Kurfürsten befindet, erhalten bleibt, werdm die zur Zell vorhandmen übrigen 4 Oeffnungen in zwei zu je 14,7 Meter zusammen gezogen; auch hier wird die Bogenform eine Kordllnie werden. Die Mühlendamm« und Fischerdiücke müssm aus Eisen hergestellt werden; die Entwürfe sind gleichfalls bereits in Arbeit. Gleichzeitig mit dem Bau dieser Brückm werdm die fiskalisckm Bautm, als Schlmsen, Wehr und Ufermauem von der Friedrichsdrücke bis zum Mühlendamm in Angriff gmommm. In nächster Zell wird man auch einem Brückmbaue im Zuge der Paulstraße zur Ver- bindüng zwischen Moabit und dem Westm der Stadt näher treten müffen. Da««eriicht von de» geplant»« Derlegung de» Botanischen Garten« ist nicht so unbegründet, wie es zu- nächst dm Anschein hat, wenn auch die Ausführung des Planes, wie wir erfahren, vor anderthalb Dezennien kaum zu erwarten sein dürste. Thatsäcklich hat sich eine Kommisston, der u. a. der Hofgattendirettor Jühlke, Gattendttektor Gärdt und Oekonomie« iath Späth angehören, bereits eingehend mit der Frage de« schästigt. Veranlassung zu dem Vorhaben bildet die rapide fottsckreitmde Umbauuna des Gartens mit hohen Wohnhäusern, welche der Anlage in erheblichem Maße Licht und Luft weg- nehmen und sie dadurch jmer natürlichen Bedingungen berauben, welche namenttich da voihanden sein müssm, wo der Anbau von Pflanzen im Interesse der Lösung wiffmschastltcher und prasti« scher Fragm erfolgm soll. Der nme Botanische Garten wird vorauSfichilich in der Nähe von Sckildborn errichtet werden. Der alte Gartm, der 200 Jahre der Wissenschaft gedtmt best, vorher aber lange Zeit als kurfürstlicher Küchengattm in Äe- Nutzung war, soll als Gattenanlage erhatten und dem Publikum als Ott der Erholung zugänglich bleiben. Auch das Palmen- hauS gedentt man stehen zu laffm. In Hinblick auf die ge- plante Verlegung ist der deadfichtiate Neubau eines Direktorial» gebäudes autgegeben. Der neue Direstor wird in seiner Villa in Fttedenau wohnm bleiben und nm Arbeitszimmer im alten Haus erhatten. Gl»„gut»»" Fang. Am Sonntag Vormittag gingm die Herrm Apselgrün und Köpke die Prinzenstraße mllang. Der erstcre trug ein ziemlich umfangreiches Packtt mit Schriftm, auf welckem sttn Name groß und deutlich gcschtteden stand, auf der Schulter. An der Kreuzung der Stallschreiber- und Prinzmsiraße standen drei Geheimpolizisten. Als 21. und K. nun diese passtren wolltm, trat der eine von ihnen auf fie zu, erklärte sie für seine Arrestantm und fordette fie auf, ihm nach der Wache »u folgm. Seldstvetttändlich wurde dem Folge gegeben. Auf der Wache wurde das verdächtige Packet geöffnet, es enthielt— Bilderbücher. Urb»»»l«»« Unglücksfall auf dem Maadrbnrg»» bringt das„B. T." folgende Darstellung, nach weicher es sich nicht nur um ein Unglück, sondern um ein Verbrechen zu handeln scheint. Am Freitag Abend kurz nach 7 Uhr fuhr der Kutscher eines Steinwasens in ziemlich scharfer Gangart die Magdedurgerstraße entlang, als vom Zoologischm Garten kom- mmd ein Pferdebahnwagen der Kreuzung der Lützow- und Magdedurgerstraße nahte. �Obwohl der Pferdebahnkulscher reckt- zettig mtt der Glocke das Signal gab, so hatte der auf dieselbe Straßenkreuzung zufahrmde Steinkutscher nöthig erachtet, seine Pferde anzuhatten, es doch nicht für er fuhr vielmehr un- bekümmett welter, und zwar derart, daß er direkt die Mitte des dicht mit Passagieren besetzten Pfcrdebahnwagens faßte. I« Moment des Zusammenstoßes ttß er zwar seine Pferde so statt zurück, daß diese hoch aufbäumten und die Deichs-l mit empor- hoben. Hierdurch wurde zwar verhütet, daß die schwere Deichselstange mitten zwischen die Passagiere bineiittuhc und diese verletzte; dagegen zertrümmerte sie das Mittclfenster de§ Pferdedabnwagcns unterhalb des Verdecks und zwar mit einer solchen Wucht, daß auch ein Theil des Verdecks mit abgehoben wurde. Angesichts des Unheils, das er angettchtet, riß nun der Kutscher des Sieinwazens sofott seine Pferde nach Ilms zur Seite und jagte sodann hinter dem Pferdedahnwagen über die Kreuzung hinweg die Magdeburaerstraße entlang nach de« Schörederger Ufer zu. um sich der Verantwortung zu entziehe». Der Pferdebahn- Ko.rdukteur lief jedoch dem davon raffelnden Fuhrwerk nach und es gelang ihm auch, den Pferden deffelben noch auf der Magdeburgerstraß- in die Zügel zu fallen. Der Steinkutscher hieb jedoch auf die gehetzten Thiere noch weit« ein, so daß diese unaufhaltsam fottsturmten, den Kondukteur umrissen und eine Strecke fortschleiften, bis derselbe kraftlos die Zügel fahrm ließ und unter den brttträdttgen Wagen geriet h, der ihn nahezu zermalmte. Den Stttnkutscher rührte das ab« nicht, er ttted die Pferde vielmehr noch nachdrücklich« an, und er vermochte leider auck, nach dem Schönederg« Ui« zu entkommen. D« arme Kondukteur, d« über und über blutete, wurde von Paffanten aufgenommen und zunächst in dm Flur eines benachdmtm Hauses getragen und sodann durch V«- mittlung der Polizei nach d« Charttee üdettühtt. Dort kon- statttten die Aerzte an dem Unglücklichen einen Schädelbruch, einen Rippendruch und außer anderen leichterm äußeren Ber- wundungen auch noch so schwere inn«e Verletzungen, daß j-d« Hoffnung auf die Erhaltung seines Ledens ausgeschloffen erscheint. Von Seiten der Polizeibehörde sind inzwischen alle Maßregeln getroffen worden, um dm mit dem G-fähtt em- kommenen Miffethäter nachträglich zu ermitteln und festzunehinen- Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die breiten Räder, welche den PfndedahN'Beamtm zermalmten, statte, unauslöschlich* Blutfl« cke zeigen, und dieser Umstand dürste wohl auf die Spur des Gesuchten letten.— Nach ein« anderen Meldung soll tut Kutscher bereits verhaftet sein. Gin»»»n» Art von Kri-fanfschrift«« findet in Eng- land und seit kurzem auch in Oesterreich) mehr und mehr Anwendung, welche recht prattisch ist, und deren allgemeine Ew' sührung sehr zu wünschen wäre. D« Briefumschlag wird naa der neuen Methode durch einen wagerechten Strich in j®4' Thcile getheilt, von dmen dn od«e zur Niednschrift des Bf stimmungsortes ic., der untere zur Angabe des NammS w? näheren Bezeichnung des Adressaten bestimmt ist. Die F#" marke kommt auf den oberm Th-il. Eine Adreffe sieht demnaa folgendermaßen aus: Nach Hamburg. Marke Herrn Richard Kchulz». Breitegasse 24. Die Adresse setzt sich also aus zwei Theilm zusammen,»f® dmen der eine nur für die Beförderung, dn andere nur für** Bestellung in Betracht kommt. Jed« Beamte braucht also denjenigen Theil anzusehen, welchen er zu bearbeiten hat. Ml die Postbeamten, namentlich die befördernden, würde die»«* Adreffmatt sehr viele Vortheile bietm.. GW vi»»z,h»jShrig»r Tertianer, d« Sohn ein«» Hauswirthes in der F-iedrichstraße, ist seit einigen Tagen uattt Mitnahme seiner Sparkaffe mit ca. 100 Mark Inhalt vck schwunden, und zwar, wenn nicht alle Zeichen trügen, nur att Lust an Abenteuern. Schon vor einiger Zeit war der jurtl Ausreiß« einmal aus d« etteilichen Wohnung Diifchroun*®; Damals Hatte« den giünen Strand der Spree überhaupt«»»* verlassen, sondern ausschließlich Berlin„bereist" und fstb Sohn des„Bürgermeisters von Cottbus" in einem hkssg'" Hotel einquattirt. Außerdem scheint das abcnteuerluMr Bürschchen selbst davon überzeugt gewesen zu sein, daß«. seinem Reisegelde nicht allzuweit kommen würde, denn«*% vor s in« jetzigen Fluckt bei Freunden der Familie, voraeb»® im Austrage seines Vaters, dm freilich erfolglosen V«st®® gemacht, von ihnen Kronen und Doppettronm mit dem BW nisse Kais« Friedrichs herauszulocken.. P-Uk-ib»richt. Am 8. d. M. fiel d« Kutsch« Klein<£ d« Ecke der Krausen- und Kommandantenstraße von Müllwagen, wurde dabei von einem gerade vorübettahlen«-? Geschästswogen«faßt und«litt dadurch eine d«aln«f Quetschung des rechten Oderschenkels, daß et nach dem llronktt? Hause in Moadtt gebracht werden mußte.— Nachmittags bra» ein Agmt, von einem Schlaganfall detroffen, vor Lützow-Uf« 21 plötzlich bewußtlos zusammen und verr>�, gj dem Transpott nach d« Polizttwache.— Zu derselben 3rtt dem verstarb a"! ein 7 Jahre aller Knabe vor dem Hause Grüner Weg w> Oberschenkel. mit seinem Vcloziped um und brach den' rechten In der Nacht zum 9. d. M. glitt ein Polizei. Wachtmeister der Ecke der Münz- und Allen Schönhauserstraße aus, ffe- C Boden und erlitt einen Bruch des rechten Beines, so daß_ sich nickt fottdewegen konnte. Von einem Vorübergehende» f" dies« Lage gefunden, wurde« nach dem katholischm Krame«' Hause gebracht.— Am 8. d. M., Vormittags entstanden B-h"?, straße 25 26 und am 9. d. M, früh, in d« AnbaltstraßeS kleine Feu«, ohne besond«en Schaden anzurichten.— Am 9. d- � vvfuitv�Wl WUfUVtil UII<)UIIU/1CII.- jmäT* Morgens, wurde ein Droschkenkutscher vor dem Hause Königgräv� straße 126 während der Fahrt von Krämpfen befallen�F� stürzte infolge dessen vom Bock auf den Straßendamm Da er nicht wieder zum Bewußtsein kam und durch den dedeutende Verletzungen im Geficht erlitten hatte, wurde et»_ d« Chatttee gebracht.— Als eine Frau 3 Neubau Straße 7B Nr. 3 mit der Reinst beschäftigt war, lief ihr 13 Jahre all« Sohn, vn«,» Arbeit half, aus Unachtsamkeit in die Glasscheibe des fenstns, daß sie zerbrach, und zog sich hierbei eine sckwtfe letzung im Gesicht zu.— Zu dnselben Zeit wurde ein auf dem Dachboden des Hauses Freienwalderstraße 5 erv»'� vorgefunden. Die Leiche wurde nach dem Leichenschaubautt bracht.— Kurze Zeit darauf wurden die Arbeiterinnen Neu? und O czewski in ihr« Stube im Hause Köslinerstraß« wußtlos vorgefunden. Die soiort angesteMen Wiederdell versuche waren nur bei der Olczewiki von Erfolg.*£*.*Lfi Neumann war der Tod bereits eingetreten. Die W. per wurde nach dem St. Hedwigs- Kranlenhause und die Neumann nach dem Leichenschauhause gebracht. Augen!«»' liegt nur Vergiftung mittelst Kohlenoxydgases vor, weWe»' vermuthlich bei der Bneitung des Mittagessens in dewypi denutzten Ofen entwickett hat.— Im Ziaufe des Tages i?>»«er nur auf die ihm vom Schatzmeister üderwiesmen �inen erstreckte. Der Angeklagte bestritt, etwa durch Leicht- 2 und übertriebenen Aufwand zu den Unredlichkeiten ge- N zu haben, stellte fich vielmehr als ein Opfer seiner Gut« Miteit hin. Er erklärte, daß er von Verwandten viel Udeutet worden sei, manchmal über seine Kräfte hinaus M Freunden aus der Loge und aus dem Amte über matte hinaus beigesprungen und dadurch seit Ansang der Ä« Jahre in Verlegenheit. n gerathen sei. Als Begiunder L LUlehnsvereins der Magistratsbeamten und als Vorfitzender >.>-,Mgistratsdeamtenoereins habe er, weil man seine Gut« Jfskit kannte, auch vielfach Gelder aus seiner Tasche her« sTU, welche er nie wieder erhielt, und schließlich sei er da« w eine ganz schiefe Lage gekommen� daß er bei dem Bc> 2�urrein in Hannover eine größere summe aufnahm, um >2 �ogendruver, der bei dem Ankauf von Terrain in Lichter» jjj>» Verlegenheiten gerathen war, beizuspringen. Auf diese R habe er immer ein neues Loch aufgemacht, um ein altes und die Sache sei ihm über den Kovf gewachsen. u"w w,t--......_. «2« einziger Zeuge war der Rechnungsrevisor Knaufs ge« p1' welcher fett 36 Jahren im Dienste des Magistrats steht. wurde am 29. Mai vom Oberbürgermeister v. Forcken» hjjwtzlich damit beauftragt, die Büeher des Angeklagten zu xjfren, und versteht jetzt das Amt des Rendanten der beiden L%gtn. Er hat festgestellt, daß noch im Jahre 1888 bei ( Jtftoiiafiiftung 2532 M., bei der Kaiser Wilhelmstiftung unterschlagen worden seien. Zlach der Anficht des Bücher« 2 � muß die unterschlagene Summe einen weit höheren Betrag rächen, da er glaubt annehmen zu können, daß dieselben W,"ot zehn Jahren begonnen und durchschnittlich einen Um« Jä Jon 3000 M. jährlich angenommen haben. Der Angellagte dies und wies darauf hin, daß er und seine ganze r* schon alles, was fie besaßen, hingegeben haben, um den n möglichst wieder gut zu machen.— Der Staatsanwalt Äe 3 Jahre Gefängniß und 3 Jahre Ehrverlust, wo« der Vertheidtger, Justizrath G e r t h, einige mildernde tvunkte geltend machte. Der Gerichtshof hielt mlldernde lde nicht für vorliegend, da der Angellagte außeroroent- 1*4 in seinem GeHast gestellt war und er fich an milden i�Men vergriffen, welche dazu bestimmt waren, die Ätolhlage 5.�enmxnschen ,u mildern. Aus diesen Gründen wurde auf v/fre Gefängniß und b Jahre Ehrverlust erkannt. I» der Kernfungninstans hatte stch gester« der Re- dr des„D. Tagebl.", Dr. Fr. Pfannkuch wegen Beleidigung Pariser Korrespondentm der„Franks. Ztg.", Herrn Dr. Wng zu verantworten. In Nr. 108 des„D. Tagebl." be« unter der Uebeischrift„Parteinahme für Frankreich" tz?lUel, in welchem die politische Haltung der„Franf. Ztg." »�«istrt und mitgetheilt wurde, daß von allen deutschen IC'IWndenten, welche der„Matin" einer Besprechung unter« lL,eJ' nur Dr. Mühling rückhattlos belobt werde. tlu-Mikel deutete dann an, daß Dr. M. seinen eigenen ßö. Kollegen der franzöfischen Regiemna„gelenn- bade und schloß mit den Worten:„Wir gönnen ihuMnzosm die Erwerbung dieses Mannes."— Das SL�lMcht hatte in den Schlußausführungen den schweren Wt �bickt, daß Dr. M. seine eigenen Landsleute zur N ung denunzirt habe und da für diese Behauptung keine {k �«che Unterlage vorhanden war, hatte es Herrn Dr. Pfann« �K�J�skidigung aus§ 186 zu 500 M. Geldbuße event. iß verurthestt.— In der Berufungsinstanz die Wahrheit der in dem Attikel '--•- Nat.. i des ___________________......... Beweisauf« "°ch dieser Richtung hin ad, well der Ausdruck„kenn- �„ kdiglich ein Unheil enthalte, ohne daß dasselbe auf Ä>»z?�'daren thatsächlichen Unterlage ruhe. Rechtsanwalt ? ti»�mtte, daß die in dem Atttlel enthaltene Beleidigung anständigen Journalisten eine dagegen bat um Herabsetzung . r«.. m. m* w sehr schwere sei, der Strafe,„da die Mr weitere Kreis« höchst wichtige gestern die 91. Adthetlung deS Schö v«r �0(Ö".—---------____ ivli�O im lür vorliegend und setzte die Strafe Marl Geldbuße eventuell 20 Tage Gefängniß frag« be« engericht». vielen in Nordha usen wohnenden Befitzern von Innereien ist ein heftiger Konkurrenzkampf ausge« ft.yn Theil derselben vertreibt nur Nordhäuser als L�bt.�'mt' während ein anderer auch an Destillateure so« tS abgiebt, mittelst derer die Besteller durch Zu« fnC, Wch und Wasser den Schnaps selbst herstellen. L'lm Mrter Nordhäuser soll nach der Anficht der erstge »Ä�'kanten die Bezeichnung„echt" nicht"" -ich, haben fie fich deshalb vereinigt, eine ver» J.T1 nr..— 7— Entscheidung herbeizuführen. Das � t)iei,I m' Deteltto« Institut erhielt den Auf- % v, m.'"" Destillateuren, welche die Fabrikatton �iaar, �kise selbst betreiben, Einkäufe zu machen % Beschul rQt� dort zu schicken. Dies ist in über fünfzig Kr MtflenV1? dürfen die Verkäufer gewärtig sein, eine � Q�fUnaSmlttelDerfälsd)un8, verbunden mit Be« (LMS ss dem Destillateur Mellmann geschehen, C1 � Jnststws�en eröffnete. Ein Angestellter deS vor« tiaschx"uts verlangte tn dem Mellmann'schen Geschäfte -> v°n"cchtn."'Nordhäuser und erhielt für den !d«Ml>titen Pl- eine Waare, welche die f ß. Puno«...».».destehende Sachverständigen» Kommisston USsÖäflle„ i und für unecht und minderwerthig hielt. l\.y tzM'ern auch viele Fabrikanten in Nordhausen sei aus Dr. zu beantworten, welcher Nordbäuser die Bezeichnung„echt" ver- diene. Im Allgemeinen werde wohl vorausgesetzt, daß echter Nordhäuser gewisse charakteristtsche Eigenthümlichkeitm besttze, welche aus einer bestimmten Fadrikationsmethode resultiren. Früher wurde Nordhäuser aus Kam gebrannt und das durch die Kam- maische erzeugte Fuselöl bilde eben das Bezeichnende des„echten" Nordhäuser. Nun sei es aber bekannt, daß Nordhausen in kolossaler Menge Kartoffelsprtt beziehe, welcher natürlich zur Schnapsfabrikation verwendet würde. Vorausgesetzt, daß Kornfuselöl und kein Kartoffelfulelöl diesem Kartoffelsprit zuge« setzt werde, könne bei diesem Verfahren von einer Fälschung wohl nicht gesprochen werden. Der Inhaber der Firma Schipp und Sander aus Nordbausen bekundete, daß die von Mellmann bezogene Würze aus Kornmatfche hergestellt und bester Qualität sei. Von dm 73 in Nordhausen bestehmden Brennereien verkaufe der größte Theil ähnliche Würze. Der Vertheidtger, Rechtsanwalt Fr. Fiiedmann, stellte die Behauptung auf, daß ein Unterschied zwischen echt und unecht nicht existire. Es bestehe weder eine bestimmte tzandelsusance noch eine bestimmte chemische Zusammensetzung, nach welcher Nordhäuser hergestellt werden solle; hierüber er in der Lage, viele Gutachten von Firmen den verschiedensten Städten beizubringen. Herr Bischoff setzte seinem Gutachten noch hinzu, daß ein . tz, welches den Minimalgehalt des Nordhäusers an Fuselöl bestimme, nicht existire. Er hatte es für nothwendig, daß ihm die betreffende Flasche, die aus dem Mellmann'schen Geschäft mtnoirmm sei, zwecks einer chemischen Untersuchung zur Ver- sügung gestellt werde und gleichzeitig eine durch Destillat her- gestellte, sogenannte„echte" Waare. erst dann könne er ein de- finttiors Gutachten abgebm. Der Gerichtshof beschloß zu diesem Zwecke die Vertagung. Gl« KttgeKUgt-?, der ziemlich„schwer geladen" hatte. stand gestern in der Person des Schubmachers Johann Karl Emst Krüger vor dem hiefigen Schöffengericht. Derselbe dettat recht schwankenden Schrittes die Anklagebank und schnitt so seltsame Grimassen, daß man über feinen Zustand nicht im Zweifel sein konnte.— Präs.: Sie scheinen fich sehr viel Muth getrunkm zu haben?— Angekl.: Ick bin nie nich ohne Muth; labet dct ick eenen uff de Lampe jcjoffm, det is ja richtia, det will ick nich widerstreiten, det is so klar wie Torf. — P r ä s.: Na. ich will Sie von vornherein darauf aufmerksam machm, daß ich Sie sofort einsperren lasse, wenn Sie fich ungebührlich betragm.— Angekl.: Nich in't Jeringste jar nich, Herr Jerichtshof, wir wissen, wat fich schickt, un von wejen Skandal is nich! Ruhe iS de erste Bürjerpflicht, aber ick bin immer derj-nigte, welcher— Präs.: Sie scheinen keineswegs zu wissen, was fich schickt, sonst hätten Sie in Ihrem Schubmacherkeller in der Mittcnwalderstraße nicht Ihre Frau dermaßen geprügelt, daß 50 bis 60 Leute stehen geblieben find und an der Szene Aergemiß genommen haben. Sie find des« halb wegen Erregung eines Auflaufs angeklagt.— Angekl.: Habe ick de Leute injcladen, det se Maulaffen vor meinen Keller feil hallen sollen? Mein Haus is meine Burg un wenn ick mir dadrin Aeppel brate oder meine Frau verwichse— wat seht det de Lette an?— Präs.: Sie haben aber Ihre Frau so schreck» lich geprügelt, daß Ihre Tochter die Kellertreppe hinaufgelaufen ist und gejammert hat, daß Sie die Mutter todt geschlagen hätten.— Angekl.: Wat versteht so'ne Jähre von solche Sachen! Die Alle kann schon en Puffverdragen.— Präs.: Außerdem waren während dieser ganzen Szene die Fenster offen. Der Schutzmann, der schließlich herbeigeholt und von Ihrer mißhandelten Frau um Schutz angerufen wurde, hat dies gesehen.— Angekl.: Wat hat er jesehn? Det Fmsters jeht ja gar nich uff, denn dadran hängen alle Stiebeln und Pariser. Det is also man blos Falle! Nee, nee, Herr Schutzmann, so wat haben wir nich jekocht. Vorläufig findswir noch nich in's Hospital, vorläufig find wir noch anständiger Staatsbürger erster Jiete und bezahlen sehr propper unsere Steuer— so ville, wie en Schutzmann noch nie nich uff eenen Haufen beisammen jesehen hat.— Präs.: W shalb sind Sie denn überhaupt so brutal gegen Ihre Frau vor« fr garigen?— Angekl.: Det find eheliche Anjelejenherten. )avon schweigt det Sängers Höflichkeit. Sie hat immer so dnnliche Einfalle, wie'n altet Hintergebäude, un da habe ick ihr zeijen müssen, wer Herr im Hause is.— Die Beweis- aufnähme ergab vollständig die Schuld des Angeklagten, so daß der Staatsanwalt gegen denselben 5 M. Geldbuße wegen Er« regung eines Auslaufs beantragte. Dieser Antrag war offenbar nicht nach Krüger's Geschmack, denn derselbe hielt eine längere Rede, die immer wieder zu der Schlußweishett kam:„Ick schmuse uff de Olle!"— Staatsanwalt; Ich beantrage jetzt gegen den Angeklagten noch eine Haftstrafe von 3 Tagen wegen ungebührlichm Betragens vor Gericht.— Angekl.: Wie kann man nu blos gleich s o find. Wenn ick sage,„ick schmuse uff de Olle", so is des keene Beleidigung nich, nee, det is cen Studentenausdruck un ick kann mir jewiffermaßen ooch zu de Jebilveten rechnen.— Der Gerichtshof glaubte doch auch die vom Angeklagten bewiesene Rohheit, welche zu dem Auflauf Veranlassung gegeben, in Betracht ziehen zu müssen und ver« urtheill ihn zu 3 Tagen Haft und außerdem wegen Ungebühr vor Gericht zu einem Tage Haft.— Präs.: Von der so- fortigen Vollstreckung dieser Ordnungsstrafe haben wir diesmal noch Abstand genommen.— Angekl.: Sielfind sehr jietig, aber verlassen Se fich druff: in meinen sämmtlichen Oogen iS die Strafe doch en disken happig I Uerewe«nd- Versammlungen. Eine öffentliche Männer- und Franenoersammlung tagte am 6. d. M- rm Artus« Hof(Moabit) unter Vorsitz des Herrn C. Weise. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag deS Herrn Canitz über Rheumatismus, seine Ursachen, Verhütung und naturgemäße Heilung. 2. Welche Vortheile bietet der SanttätSverein beiderlei Geschlechts den Mitgliedern der freien Hllfs« und Ortskrankenkassen. Der Refermt, Herr Canitz, sprach in längerer Rede über die Behandlung des Körpers, über die Fiebererscheinung und deren Beseitigung, und detonte Haupt« sächlich, daß das Fieber nicht mit Medizin zu kuriren wäre, man unterdrücke hierdurch nur dasselbe» um es nachher womöglich noch stärker hervortreten zu machen. Redner verbrettete stch dann noch ausführlich über den Rheumatismus, sein Entstehen und seine Hettung. Herr Dr. Sommerfeld sprach sich auch über das Fieber und andere Krankheitserscheinungen aus, konnte fich aber mit einzelnen Punkten des Referates nicht einverstanden erklären und widerlegte dieselben. Herr Canitz erwiderte seinem Vorredner hierauf, daß er weder Zett noch Lust habe, sich hier mit Medizinern herumzustreiten. Zum zweiten Punkt erhielt Herr Koopmann das Wort. Derselbe beleuchtete eingehend die Vortheile, die der Sanitätsverein den Arbeitern biete, und forderte zum Bettrttt in denselben auf. Es sprachen hierauf noch die Herren Reckner, Weise und Feist; fie erklärten stch vollkommen mtt den Ausführungen des Herrn Koopmann einverstanden. Herr Weneker suchte die Vortheile der Ortekranlenkassen klarzulegen, wurde aber von Herrn Koopmann gründlich widerlegt., «in« ösfentUch» Maurerversammlung tagte am Frei« tag im Lokale„Ostend", Rüversdorferstr. 45. Auf der Tages« crvnung stand:„Die gegenwärtige Lage des Baugewerbes in Deutschland, und was ist zu thun, dasselbe zu heben". Herr Fiedler, welcher mit der Lett- na der ziemlich stark desuchten Ver« sammlung bettaut wurde, hob hervor, daß fich das Baugewerbe hielten. Dieselben müßten doch mindestens so beschaffen sein, dflfi fie als auskömmlich dezeichnet werden könnten. Leider wird ja da» große Publikum durch verschiedene Ardeitgeber getäuscht. habe aber bis jetzt noch kein Arbeiter geglaubt. Man habe ei vielmehr versucht, die Maurer durch künstlich geschaffene Jnmrnzs- Gesellenausschüffe zu bekämpfen. Diese Versuche seien aber stets abgeschlagen worden, well die Bestredungm dieser Jenungs« beiden längst bekannt find und noch Niemandem etwas genützt haben. Trotzdem daß ihnen ganz andere Machtmittel zur Ver» fügung stehen, werden fie niemals an Bedeutung ge« Winnen, wenn man die Maurer auch überall in ibren Bestrebungen zu hemmen versuche. Es sei daber Pflicht eines Jeden, auf die Kollegen von außerhalb in Güte einzuwirken: man könne denselben keinen Vorwurf daraus machen, wenn sie leicht für die Sympathien dieser Jnnungshelden zu gewinnen find, weil fie in Unkenntniß der Sache handeln. Man müsse suchen, stch mit ihnen zu ver» ständigen, damit man stets einig und kampfbereit dastehe. Ter B msch windel steht gegenwärtig in schönster Blüthe, so daß sich die Uedelstände, welche daraus erwachsen, kaum mtt Worten be« zeichnen lassen. Dieses sei nur bei dem bisherigen Verhalten der Maurer möglich gewesen. Man müsse daher alle Kollegen, welche noch fern stehen, aufllären und mit den wahren Verhältnissen bekannt machen. Herr Hintze knüpfte an die Aus« fübrungcn des Vorsitzenden an und ist ebenfalls der Meinung, daß die auswärtigen Maurer nicht so scheel angesehen werden dürften, wie es öfters der Fall sei. Herr F. Müller betonte, daß fich die Jnnungsmeister erlauben dürften, über Fragen politischer Natur zu debattiren, was den Gesellen nicht im Entferntesten gestattet sei. Herr Karl Schmidt ist der Anficht, daß es bester wäre, die Blicke nicht so weit hinaus schweifen zu lassen und sich nur mit den Berliner Verhältnissen zu beschäftigen: es sei nicht so leicht, auf die Kollegen Deutschlands einzuwirken. Man wöge ein starkes Augenmerk auf die neue Vereinigung der Maurer Berlins richten, denn diese biete eine gewisse Garantie, wenn dieselbe zum Frühjahr eine reckt starke Mitgliedcrzahl aufzu» weisen hat; diesem Verein würden auch die Meister nicht so leicht wie im Jahre 1885 den Fehdebandschuh hinwerfen. Hierauf wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: „In Erwägung, daß nur durch allgemeines Sandeln eine er» freulicke und gedeihliche Entwicklung unserer Organisation her» deigeführt werden kann, verpflichten fick alle Anwesenden, drm neugegründeten Jntereffen-Verein der Maurer Berlins beiz»:« treten, auch für die größtmögliche Ausbrettung desselben beizutragen, um im nächsten Frühjahr gerüstet auf dem Kampfplctz zu erscheinen und die gestellten Forderungen zur Durchsübrung zu bringen. Nachdem noch unter„Verschiedenes" Herr Görlich die Akkordarbeit einiger hiestaer Kollegen kritistrt und Herr Mehlis und Andere einige Fälle erwähnt hatten, welche fich jedoch dem Interesse der Allgemeinhett entziehen» ergriff Hirr Wernau das Wort und ermahnte die Anwesenden. sich zu er» mannen. Ec stellte hierauf den Antrag, drei Personen zu wählen, welche einen Aufruf an die Kollegen Deutschlands aus» arbeiten sollen, in dem die Motive llargelegt werden sollen, welche die Maurer Berlins veranlaßt haben, die Fordenina von 60 Pf. Stundenlohn und 9 stündige Arbeitszeit im nächsten Frühjahr zu stellen. Dieser Vorschlag fand allgemeinen Anklang; das Bureau, welches die Versammlung leitete, wurde hiermtt beaustragt. Hierauf erfolgte Schluß der Versammlung. Verband deutscher Jimmerleute, Lokalverband Berlin Ost und Umgegend. Mittwoch, den 12. d. MtS., Abend« 8 Uhr, Versammlung im Lokal des Herrn Hoffmann, Große Frankfurtersttaße 72—73. Mitglieder werden aufgenommer. Gäste willkommen. Frei» Vereinigung aller in der chirurgische« Krauche beschäftigten Berufsgenoffen. Versammlung cm Dienstag, den 11. d. Mts., Abends 9 Uhr, tn den„Armin» hallen", Kommandantenstr. 21. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Gäste willkommen. «auvereiu Kerliuer Kildhaner. Dienstag, den 11. Dezember, Abends 9 Uhr, Annenstraße 16: Burliothek« abend. Gesang-,«uru-«ud gesellige Vereine am Dienstag. Gesangverein„Gutenberg" Äbends 8i Uhr im Restaura» t Quandt, Stralauerstraßc 43.— Gesangverein„Alpenglühen- Abends 9 Uhr im Restaurant Hildebrandt, Prinzensttaße 97._ Schäfer'scher„Gesangverein der Elfer". Abends 9 Uhr bei --- fYrn.V!,---- r, r- SKSflltCt* .Steinnette" toaste 66 57. ■—» rr—-',""fiT w»| v»-»- v Wolf und K ruaer, skalitzerstraße 126, Gesang aesangverein„Gartenlaube" Abends 9 Uhr im Kottbuserstraße 22.— Männeraesangveretn Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, Stettir»»..»..»» — Gesangverein„Harmonie" Abends 8 Uhr in Neukam'» Bierhaus, Große Frankfurterstraße 49.— Männergesangverein „Echo 11" Abends 9 Uhr im Restaurant„Zum Flügel", Loch* ringerstraße 60.— Gesangverein„Sängerhain" Abends 9 Uhr im Rest. Kaiser Franz Grenadierpl. 7.— Gesangverein„Hoffnung Moabit Abends 8( Uhr Wilsnackerstraße 63, im Restauram Jlges.— Gesangverein„Felicitas" Abends 9 Uhr im Restaurant Nebelin, Langestt. 103— Gesangverein„Liederlust" Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann, Naunynstr. 44.— Männergesangverein .Llccordia" Abends 9 Uhr der Weich Alexanderstraße 31.— Gesangverein Ludwig'scher Männerchor Abends 9 Uor Linden» straße 106, bei Poppe, Uebungsstunde. Gäste find willkommen. „Deutsche Liedertafel" Äbends 9 Uhr Oranimstr. 190.— ZitheÄub„Ämphion" Abends 9 Uhr in Triebel's Restaurant, Sohcr Steinweg 15.— Turnverein„Froh und Frei"(Männer» itheilung) Abends 8; Uhr Bergstraße Nr. 57.— Berliner Turngenoffenschaft(V. Männerabtheilung) Abend» 8i Uhr tn der srädtischen Tumhalle, Wassertdor« straße Nr. 31.— Turnverein„Hasenhaide"(Männer» Abtheilung) Abends 8 Uhr Dicffenbachstr. Nr. 60/61.— Verein ehemaliger Schüler der 37. Gemeindeschule Abs. 9 Uhr im Rest. Kinner, Köpnickerstr. 68.— Verein ehemaliger Schüler der 44. Gemeindeschule Md. 9 Uhr im Restaurant„Albrecktsgarten-, Wichelmstraße 105.— Arends'scher Stenographenverein„Apollo« bund" Abends 8% Uhr Brunnenstraße 129 a.— Areudlcher Stenogravhenverein Abends 8j Uhr im Restaurant„Zum eisernen Kreuz, Lindenstraße 71.— Deutscher Verein Arends'sch« Stenographen Abends 3* Uhr in Randel's Restaurant, Brunnen» straße 129 a.— Verein„Roe" Abends 8t Uhr im Restaurant Eltze, Alexandrincnstr. 99.— Unterhaltungsverein„Harmonie" Abends 8 Uhr Wrangelstt. 136, im Restaurant Schimpke.— Vergnügunasverein„Mollig" Abends 9 Uhr im Restaurant Reinicke, Gipsstraße 3, jeden Dienstag nach dem 1. und 15. — Zttherllub„Amphion" Abends 9 Uhr im„Münchener tzof", Spandauerstr. 11—12.— Rauchklub„Zum Wränget" Abends 8 Uhr bei Hcrschleb, Adalbertstraße 4.— Rauchklub„Deutsche Flagge" Abends 8 Uhr im Restaurant Händler, Wrangelstr. 11. — Rauchllub„Friedrichshain" Abends 9 Uhr im Restaurant Kipping, Landsbergerstr. 116a.— Rauchklub„Lustige Brüder" Abends 8t Uhr bei Grothe, Fürstendergerstraße 2.— Rauch« klub„Ohne Zwang" Abends 8t Uhr im Restaurant W. Haugt, Wetnstr. 22.— Vergnügungsverein„Fröhlichkeit", Grüner Weg 29. Große Gesellschastsstunde, verbunden mtt Vorträgen. Gäste willkommen. Entree frei. Sprech saal. Die Redaktton stellt die Benutzung de» Sprechsaal», soweit Raum dafstr adpigede» ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesse« zur Bersügung; fie verwahrt sich aber gletchjeitig dagegen, mtt de» ZnhaU desselben identisizirt zu werden. Bezugnehmend auf die Veröffentlichung der Abrechnung des Wahlkomitees vom 14. Kommunal- Wahlbezirk steht fich Herr Blum veranlaßt, durch Zettcloertheilung' eine Art von Gegen» abrechnung zu leisten. Dos, was Herr Blum unter Mrcchnuv» versteht, hat folgenden Wortlaut: Nachdem im„Berliner VolkSblatt" und in der„Berliner Volks-Tribüne" vom Kassirer des Wahlkomitecs des 14. Kom» munal- Wahldezttks, Herrn F. Winter, Manteuffelstraße 6, 1B, 1. eine Abrechnung, 2. eine Schluß-Abrechnung gebracht worde« ist, erlaube ich mir, folgende Letzte Abrechnung und Berichtigung >u veröffentlichen. Der Uederslbuh des 14. Kommunal-Wahldezirks betrug nickt 18t M. Ol Pf. sondern ISS M. 70 Pf. davon gingen ab an den 37. Kommunal-Wahldezirk 60 SR., davon zuiückerfiattet 5 M. 30 Pf., mit« bin ab........ 54 M. 70 Pf. nachträglich an Herrn Winter. 16, 36» somit ab im Oanjen.......... 71»06* 124 M. 64 Pf. bleibt ein Bestand von....... Obige Summe bleibt laut Beschluß als Wahlfonds für die nächsten Stadtverordneten- Wahlen, und fordere ich hiermit Herrn Winter auf, die nachträglich bei ihm eingegangenen 35,90 SR. aus seiner Schlußabrechnung an mich abzuliefern. Die Beklagten wegen Flugblattveitheilung wollen und wer« den, wie stets, die Konsequenzen ihrer Handlung selbst tragen. Im Auftrage: H. R. B l u m, Vorfitzmder des Arbester-WahllomiteeS im 14. Kommunal« Wahldezirk. In der nächsten Kommunalwähler- Versammlung erfolgt wettere Aufklärung. Herr Blum behauptet hier, daß nicht 181,01 M., sondern 195,70 SR. vorhanden waren. Nun war Herr Blum trotz mebr» maltgcr Einladung nicht bei der Abrechnung zugegen Er wußte, daß abgerechnet werden sollte und aus seinem Nichter» scheinen schloß das Komitee, daß er die Abrechnung mit Abstcht zu verzögern suchte, und rechnete infolge deffen ohne Beisein des Herrn Blum ad. Daß 60/0 SR. an den 57. Bezirk zur Stichwahl aezahtt wurden und dieselben nicht abgerechnet wurden, ist einzig die Schuld des Herrn Blum, da derselbe weder Geld noch Beläge an den Kasfirer d«S Komttees abgeliefert hat. Nachträglich, da wir saben, daß man den Posten in der Abrechnung anzuführen ver- geffen hatte, war sowohl Herr Blum sowie die anderen Komitee« Mitglieder damit einverstanden, daß der Betrg von 60 Mark dem Komitee im 6. Reichstagswahlkreise in Zahlung gegeben werden sollte. Diese« Komitee hatten wir hiervon in Kcnntniß gesetzt. Daß vom 37. Bezirk 5,30 SR. zurückgelicfert wurden, weiß außer Herrn Blum kein Komiteemitglied, und ist es des« halb die Schuld des Herrn Blum, wenn die Rechnung durch diesen Posten nickt richtig sein sollte. Herr Blum war nämlich verpflichtet, das Geld an den Kasfirer abzuliefern. Die Differenz. die zwischen den beiden Rechnungen liegt, würde deshalb 3,63 Mark betrogen. Thatsächlich besitzt Herr Blum aber nach der Abrechnung die Summe von 5,30 SR. mehr, die er vom 37. Be« zirk zurückbekommen, ober bis heute noch nicht angegeben hat. Nun kommt Herr Blum mtt dem Satz:„Obige Summe bleibt auf Beschluß als Wahlfonds für die nächsten Stadtverordneten» wählen und forderte ich den Kasfirer auf, die nachträglich eingegan» genen 35,90 SR. an mich abzuliefern." Ein derartiger Beschluß est niemals im Komitee gefaßt worden, oder ist Herr Blum in der Lage, den Beweis dafür zu erdringen? Wie kommt Herr Blum dazu, den Kasfirer aufzufordern, das G.ld an ihn abzuliefern, da gerade der entgegengesetzte Beschluß gefaßt worden ist. Wwollen wk; Handlung F*> Zu dem letzten Satz: „Die Beklagten wegen Flugdlattoertheilung weiden, wie stets, die Konsequenzen ihrer tragen," ist jeder Kommentar überflüsfia. Wenn jemand mu M Abrechnung des Komitees nicht einverstanden war, so w«° berechtigt, an eine öffentliche Versammlung zu apoelmn Wohin sollten wir kommen, wenn jeder, der einmal in em»' Komttee fitzt, fich weigert, gesammelte Gelder adzulieser«## dieselben an fich behält? Im Uedrigen wäre es dringend erwünscht, wenn Blum die Gnade haben und einer größeren Oeffentlichkeit theilen wollte, in weffen„Auftrage", wie er in seinem betont, er eigentlich gehandelt hat.„ Um die Angelegenheit klar zu stellen, sah fich das SW komitee veranlaßt, eine Versammlung der Kommunalwähler 14. Bezirks zu heute Abend 8, Uhr in den Zentral Fest!" Oranienstr. 180, einzuberufen. Im Auftrage des Wahl' F. Winter, SRanteuffelstr. 6, 11L Krirftrasten der Redaktion.. � G. D. 1. Wir können unmöglich die Ledensschicksafr auch nur den Geburtsort von denjenigen wiffen, über rveWJz von uns gebrachten Gerichtsverhandlungen berichten. 2.*■ Vorwurf, daß jemand unbefugt einen fremden Brief Ä Hobe, enthäll eine Beleidigung, welche aber dann stwfloTJ wenn man fie in Wahrung berechtigter Interessen auszespn«? hat. Der Beweis der Wahrheit ist jedenfalls auf das©* maß von Einfluß. E Tapiffnie. II KkitmaM&llllSlMimfl! Tapisserie. # 5 SR!., 5 SRI. garnirt «roß» Kardeieobehalter mU feinster Pilitpointß-St'ckerei garnirt Kroite Handtuchhalter in Stuß bäum mtt großer Pettlpointsst ckerci Gckdretter, antique geschnitzt, mtt feinen Tuch Lemdrrq.iins garnirt... Ranchtische, antique geschnitzt, mit keinen Tuck-Lambrequins garnirt... Hosenträger in feinem Leder, mit Kreuzstich Blumcnstickcrei garnirt... Attdentsche Kiepe« mtt feiner Tuck- Stickerei und Pompon garnirt... 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Sport-Bekleidungtl Kämmtlich« Strnmpfwaare». Tricotageu---KantajÜ Artikel. Gnstav Steide)» gz �»sichten «palten M und i TO, und �bgeurthe , Soll % Deuts »Aordd." 2* Theo, jotwen men.: i? an0<' Awel" z «Ntfchttb BuS Kerlin SW, 67 Zeipftgrrstraff« Jllustrkte Preiscvurante gratts, «»l- ein( Blat frehen de Leug ZllitdtmVtschtvkpMj! i-mvsedie tfh Rildcr nnn feXTnUe Ullb ilder von Lassall« und JA als Präsident des Allg. Arbeitervereins. Lassall» u. Mar» empfehle ich Bilder Kasrnelever und O.lvruck. Gruppenbild«» der � ordneten. Aniettigung jeder Art RiWrUfl stellungen nach außerhalb werden prowfr«�. Glaserei°on v. Sch�y 8«. Wra«g«lstr»fl- 8-ö G.Stranß, Schneiders" 17a. Waflmannstraß« 17a, . 17». 25% empfiehlt fich zur Anfertigung slsst»»«/'. Garderoben. Für guten Kih üVÜjjjr Arbeit wird garantttt. Lager von vfü„i in großer. g«schmack»oll«r_ .oulante Zahlungs-Bedingungd. RoUerKanarieuhöh� und Weidchen von 8—30 SR. veikaust« i 1412] Kerkhah«, °ssenkund L'enso n ä; d« S? 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