»s. Mittwoch, de« 12. Dezember 1888« s. wm > mit% so w«» ,'LÄ lefetn wJ =1 W# # ifho?W* Brgan für die Interessen der Arbeiter. ier � s�\ #1# BecrwA Neudeutsche Moral. SBom ein Fremder sich überzeugen wollte,, welche «undsätze im Deutschen Reiche die herrschenden sind, so %be er natürlich, so weit er sein Urtheil aus öffentlichen Organen zu bilden gewillt wäre— nach denjenigen gittern areifen, welche sich selbst gern als die tonangeben- ?«> bezeichnen und von denen bekannt ist, daß man in Jtan Spalten die in den maßgebenden Kreisen herrschenden «»sichten und Grundsätze widergespiegelt findet. An der spitze dieser Organe steht nun zweifellos die„Nordd. Allg. 3%.", deren Beziehungen ja bekannt sind und in deren «palten darüber, was als deutsch und reichstreu zu gelten W und waS undeutsch und reichsfeindlich ist, am entschieden- sien und für da« ganze Chor der Reichstreuen maßgebend bbgeurtheilt wird. Sollte nun einem solchen Fremden die Abendausgabe °ir„Nordd. Allg." vom Freitag voriger Woche zu Gesicht Mmen, so dürfte derselbe merkwürdige Ansichten von der ** Deutschen Reiche herrschenden Gewohnheit, die Staats« SMetzt zu beobachten uno zu befolgen, gewinnen. Die »Aordd." vertheidigt nämlich in der bezeichneten Nummer ** Theorie, daß die Verletzung gesetzlicher Vorschriften und �»rmen durchaus nichts TadelnSwertheS sei, sobald diese �«letzungm nur den Zweck verfolgen, der Regierung be- Mich zu sein und dieselbe in ihren Bestrebungen zu unter- Men. DaS offiziöse Organ macht sich also ganz und gar ben angeblich jesuitischen Grundsatz!„Der Zweck heiligt die Mtel" zu eigen, und außerdem findet e« noch eine weitere «atschuldiguna für die Gesetzesverletzungen der Regierung?- »»Hänger varrn, daß e« meint, die Gegner der Regierung tyw da« ja auch. »»laß>u diesen, der Spitzbubenmoral so ähnlich Sie ein Ei dem anderen sehenden Ausführungen gaben w* Blatte die Debatten im Reichstag über da« Herein- liehen der Kriegervereine in die Wahlagitation. Leugnen, daß die Kriegervereine als solche an der Wahlagitation theilgenommen haben, ging angesichts der »ssenkundigen Thatsachen dieses Mal natürlich nicht an. @Wo wenig läßt sich aber die andere Thatsache au« der Mt schaffen, daß durch diese« Verhalten die Kriegervereine sich einer groben Gesetzesverletzung schuldig gemacht haben, daß, wenn bei un« in Deutschland wirklich alle Bürger dem Gesetz gleich wären, die Staatsanwälte sich gar Manches Kriegervereins hätten annehmen müffen, so gut wie sii dies mit den Arbeiterfachvereinen von jeher bereits ge- !N. Up W, tat* K5.................| d#<) haben und in Zukunft wohl auch noch thun werden ttfliP � Politik treibenden Kriegervereine sind aber bis heute undjjjjj �n% �«Nordd. Allg. Ztg." die Gesetze"ja verletzen. oer 25 Doch hören wir va« Blatt selber. hWftJ ii.-') Kaskowiko«?. Roman vou F. M. Dostojewski. Au« hm Russischen übersetzt von Wilh. Henckel. „„Nun, und waS wäre dabei?... meinetwegen!" sagte » Hann entschlossen, setzte sich in Bewegung und nahm die rfyung nach dem Polizeibureau. Sein Herz war hohl und \ er wollte nicht denken. Sogar die ftühere Beklcm- 2�0 war vergangen, keine Spur mehr von der Energie, tz�«er er vorhin, als er den Gedanken fastte: JeuMeton. dachte werden!" au« dem Hause ging. Vollständige hie war eingetreten. �...,,. «Sollte da« wohl auch ein Abschluß se,n? .am und schlaff läng« dem Ufer des Kanals. werde aber d e n n o ch ein Ende machen, ich w,l H ahn �ch ein Abschluß fem? Ach, emerle. ncyi i Acy... v.. C" Wf;3 Ä $ trti v;; w dann h, paar Schritte. Al« er aber bis zur ersten «ilAe» war bli. Ecke lenkte in J- war, blieb er stehe», dachte nach,_ '«tn und machte einen Umweg, durch zwei okaßen .b".> „Wenn die Kriegervereine, so heißt eS dort, oder richtiger einzelne derselben, bei den ReichStagSwahlen im Zahre 1887 gegen diejenigen Parteien einzutreten für ihre Pflicht hielten, welche in dem aufgelösten Reichstage oie Militärvorlage zu Falle gebracht hatten. so mag man vom Standpunkte politischer Ideale dagegen mancherlei einwenden können." Wie hübsch man doch zu verdrehen weiß, nicht wahr? Rickert und Bebel verlangten im Reichstag, daß für die Kriegervereine dasselbe Recht gelten solle, wie für die Ver» eine der Oppositionsparteien auch. Kein Wort war von diesen Herren gefallen, daß e« politische Ideale verletze, wenn Kriegervereine sich an der Politik betheiligen. Wir wissen nicht, wie Herr Rickert in diesem Punkte denkt, aber von Herrn Bebel glauben wir sicher annehmen zu dürfen, daß er ganz damit einverstanden »st, wenn auch die Kriegervereine Politik treiben, nur wird er mit uns verlangen, daß dann daS, was den Kriegerver« einen recht, auch den übrigen Vereinen und vor allem den Arbeitervereinen billig ist. Nicht also daß die Kriegerver« eine Politik treiben, sondern daß sie diese» unbestraft thun dürfen, obgleich sie doch unpolitische Vereine sein wollen und die Privilegien derselben ausnützen, während man an« deren Vereinen diese sofort entzieht und sie auch bestraft, sobald sie sich in Politik einmischen, daS ist e«, worüber sich die Opposition im Reichstag— und zwar mit Recht - beschwert hat. Die„Nordd. Allg. Ztg." fährt dann fort: „Wenn aber diejenigen, die sich diesen Vereinen gegenüber zu solcher idealen„Höhe" aufschwingen möchten, selbst anderen Vereinsorganisationen in sehr realer Weise für ihre eigenen Parteizwecke zu operw ren gestatten, dann wird man doch ernsthafter Weise nicht damit auskommen können, zu sagen: Ja Bauer, da» ist ganz was Andere«!" WaS sagen unsere Leser dazu? In einer Zeit, wo jede nach Art der Krieaervereine zentralisirte Arbeiterverbindung unbarmherzig der Auflösung und Bestrafung verfällt, sobald nur ein einziger dieser verbündeten Vereine— nicht etwa offiziell sich an politischen Wahlen betheiligt,' nein, son- dern nur ein Thema, wie etwa den MaximalarbeitStag oder die gesetzliche Einschränkung der Kinderarbeit in seinen Versammlungen bespricht, da kommt der OffiziosuS und behauptet, daß die Sozialdemokraten nichtpolitische „Vereinsorganisation in sehr realer Weise für ihre eigenen Parteizwecke" ausnützen. Und er behauptet dieses nicht nur, nein, er bringt auch Beweise bei. Man höre nur: „Herr Bebel eilte bekanntlich herbei, um seinen Kollegen Rickert auch in dieser Sache zu unterstützen. Aber kann der Führer einer Partei, welche sich in den sogenannten zentralisirten Kranken- lassen— eine Krankenkasse ist doch gewiß kein Kopf und sah, daß er bei jenem Hause stand, grade am Thorwea. Seit jenem Abend war er nicht wieder hier gewesen" Ein unabweisbarer nnd unerklärlicher Wunsch hatte ihn hergezogen. Er ging hinein, durchschritt den Thorweg, trat in den ersten Eingang rechts und stieg auf der bekannten Treppe bis in« vierte Stockwerk hinauf. Auf der engen und steilen Treppe war es sehr dunkel. Er blieb auf jedem Treppenabsatz stehen und sah sich neugierig um. Auf dem Flur deS ersten Stockwerks war der Fensterrahmen herau«- genommen,—„da« war damals nicht," dachte er.„Dort, in der Wohnung de« zweiten Stockwerks arbeiteten damals Nikolaschka und Mit'ka; sie ist jetzt geschlossen und die Thür ist neu angestrichen; die Wohnung soll also vermiethet werden. Da ist da« dritte Stockwerk und hier da« vierte... Hier war'S!" Er war unentschlossen, die Thür zu jener Wohnung stand weit offen, e« waren Leute darin, man hörte Stimmen j— da« hatte schwankte noch ein wenig, dann ging hinein. Auch diese Wohnung wurde bester darin; er schien betroffen. hatte er sich eingebildet, daß er würde, wie er e« damals verlassen hatte; vielleicht soaar die Leichen am Boden, auf denselben St.llen. Jetzt aber fand er kohle Wände, keine Möbel— sonderbar! Er ging an« Fenster und setzte sich aufs Fensterbrett. ES waren zwei Arbester da, jung« Burschen; einer von ihnen war noch sehr jung. Sie beklebten die Wände mit neuen Tapeten, weiß mit lila Blümchen, anstatt der frühern, gelben, verblichenen und schmutzigen. RaSkolnikow war recht ärgerlich darüber, er blickte diese neuen Tapeten an, al« ob e« ihm leid sei, alle» verändert zu finden. Die Arbeiter hatten sich augenscheinlich verspätet, jetzt rollten sie eilig ihr Papier zusammen und schickten sich an, fortzugehen. RaSkolniiowS Erscheinen hatte kaum ihre Aufmerksamkeit erregt. Sie sprachen mit einander. RaS- er nicht erwartet. Er trat er näher heran und restaurirt, e« waren Ar- Ohne zu wissen weshalb, alle« ebenso wiederfinden politischer Verein— eine Organisation zur Sammlung ihrer politischen Klienten geschaffen hat, gerade für sehr befugt gelten. al» politischer Sittenrichter für Andere sich aufzu- werfen?" Also, da haben wir'«. Die zentralisirten Hilftkassen find Sammelpunkte der sozialdemokratischen Klientel. Nun gut, zugegeben, daß diese Behauptung eben so wahr wäre, wie sie selbstverständlich erlogen ist, begreift denn die„Nordd. Allg. Ztg." nicht, daß e« ein himmelweiter Unterschied ist, ob ein Hilfsverein sich aus Gesinnungsgenossen zusammen thut, die aber im Verein selbst nur den HilfSzweck ver- folgen, oder ob eine Verbindung, wie die Krieaervereine, erklärt, nur kameradschaftliche und unpolitische Zwecke zu verfolgen, in Wirklichkeit aber Polittk treibt, Angehörige gewisser Parteien grundsätzlich ausschließt und bei Wahlen in corpore an die Wahlurne schreitet und in öffentlichen Aufrufen sich in bestimmtester Form für die eine Partei- richtung ausspricht und ihre Mitglieder zu deren Wahl ver- pflichtet? Daß e» in den zenttalisirten Hilftkassen viele Sozial- demokraten giebt, ist richtig, wo aber kann der Artikel- schreiber der„Nordd." auch nur einen Schatten von Be- weis herbringen, daß eine dieser Kassen auch nur den Versuch gemacht hätte, sich polstisch bemerklich zu machen, oder gar auf die Wahlen zu wirken? Die„Nordd. Allg. Ztg." kann diesen Beweis nicht erbringen, denn wäre ihr auch nur ein einziger derartiger Fall bekannt, so hätte sie denselben längst denunzirt, und die betr. Kasse wäre längst unter Anklage gestellt, prozessirt und'wahrscheinlich aufge- löst. Die„Nordd. Allg." hat also einfach wieder einmal gelogen, al« sie schrieb, die Sozialdemokratie mißbrauche die »entralifirten, freien Hilftkassen zu politischen Zwecken, wie die« allerdings seitens der Kartellparteien mit den Krieger- vereinen geschehen ist und sicher auch in Zukunft geschehen wird. Hat doch dieser Mißbrauch, gegen den sich schon im Reichstag von zuständiger Sette au« kein Wort de» Tadels fand, jetzt auch die Sanktion der„Nordd.", und die weiß ja, was heute bei un« wohlgefällig und erlaubt ist. Hören wir also, wie sie die GesetzeSverhöhnuno, welche in dem Eingreife» der Kriegervereine in die Wahle» liegt, zu recht- fertigen weiß: „Die Kriegervereine haben den ausgesprochenen Zweck, patriotisches Empfinden und Vaterlandsliebe zu pflegen, sie wollen die Wehrhaftigkeit unserer Nation kräftigen, indem sie die Männer, welche durch die Schule der Armee in Krieg und Frieden hindurchgegangen sind, in geistigem Zusammenhange mit der Armee erhalten, und nicht minder halten sie für ihre Pflicht, den monarchischen Geist, der im Herzen des Volkes lebt, zu erhalten und den nachkommenden Generationen, unvermindert durch die von kolnikow verschränkte die Arme auf der Brust und hörte ihnen zu. — Sie kommt also des Morgens zu mir, sagt der ältere zu dem jüngern— ganz ftüh Morgens, und recht aufgedonnert. Wozu ihust nur Du so schön, wa« zierst Du Dich denn eigentlich so vor mir?— Ich will Ihnen, sagt sie, Tit") Wassiljewitsch, von jetzt an ganz zu Willen sein.— Also da« ist e«! und wie sie geputzt war— wie ein Journal, ganz wie ein Journal!" —„WaS ist denn das, Onkelchen, Journal?" ftagte der Junge; augenscheinlich lernte er bei dem„Onkelchen". —„Journal, Brüderchen, daS sind solche Bilder, an- gemalte Bilder; die kommen vom Ausland mit der Post hierher, an die Schneider; jeden Sonnabend kommen sie an; zu dem Zwecke nämlich, w,e sich jeder kleiden soll, sowohl das männliche, wie auch da« weibliche Geschlecht. Eine Zeich- nung nennt man da«. Da« männliche Geschlecht wird meist in langen Ueberröcken gemalt, für da« weibliche Geschlecht aber�giebt e« so viele verschiedene bunte Bilder, daß Du Dir. Brüderchen, gar keine Vorstellung davon machen kannst." -„WaS es doch in diesem Piter") nicht alle« giebt!" nef der züngere ganz begeistert-„alles- nur keinen Vater und keine Mutter!" ,~ Ausnahme von diesen, findest Du alle» hier," entschied belehrend der ältere. RaSkolnikow stand wo ftüher Koffer. Bett daS Zimmer schien ihm noch die nämlichen, auf lich die Stelle sichtbar, hatte. Er sah sich um früheren Platz zurück. der Seite an. auf und ging in« andere Zimmer, und Kommode gestanden hatten; jetzt so klein. Die Tapeten waren der Tapete, in der Ecke war deut- wo der Heiligenschrein gehangen und ging dann wieder an seinen Der ältere Arbeiter schielte ihn von *) Titus. **j Volksthumlich für Petersburg. demokratischer Seite fortgesctzt unternommene« Abbröcke- lungSversuche,»u überliefern. Ja allen ousen Punkten hatte die Majorität deS auf- gelösten ReichttagS, welche die Militärvorlage scheitern ließ, gegen den Volttgeist gesündigt. Die Wahlen vom 21. Fe- bruar vorigen ZahrcS haben sie darüber belehrt. Wenn man also in Kriegervereintkreisen meinte, man sei eS seiner Sache schuldig, Zeugniß für dieselbe abzulegen, so hat man damit vielleicht deu„hohen Sbealen" nicht entsprochen, welche die Demokratie— insbesondere anderen zur Nachachtung— aufgestellt hat; aber mag man auch dabei seitens der-Kriegervereine sich formal ins Unrecht ge. bracht haben: real hat man nur Beispiele nachgeahmt, die von Seiten derer längst gegeben waren, die nun im Reich«- tage sich bitterlich beklagen." Da« ist neureichSdeutsche, offiziöse Moral. Gewiß, formal mögen vielleicht— dieses„vielleicht" ist köstlich— die Kriegervereine Unrecht gethan haben, aber der hohe Zweck, ven es zu erreichen galt, nämlich eine Hurrah- Majorität zu schaffen, der entschuldigt alle«, und die Krieger- vereine, welche dem Gesetz und ihre« Statuten zum Hohn in geschlossenem Glied an die Wahlurne marschirten, sie haben sich um— da« Vaterland verdient gemacht. Warum übrigen« auch nicht? Ist doch auch CrispinuS ein Heiliger geworden, obwohl er da« Leder gestohlen hat, au« dem er Schuhe für dre Armen machte. Grigmllk-Korrtsxou�mzW. Mönchen, 10. Dezember. Im Laufe der vorigen Woche haben hier mehrere sehr gut desuchte fachgewerbliche Versamm- lungen stattgefunden. Die hiesigen Hafner(Töpfer), welche noch immer in zwei Organisationen aespasten find, machten den Versuch, diesen Zwiespalt aus der Welt zu schaffen, indem sie eine Kommission einsetzten, welche die Aufgabe hatte, einen Organtsa ionsentwurf auszuarbeiten, der als Basis zur Vereini- gung der beiden bis jetzt getrennt marschirenden Gruppen dienen sollte. Dieser Entwurf wurde nun am letzten Mittwoch einer öffentlichen tzafnerversammlung vorgelegt. Trotzdem daß nach einer sehr eingehenden und t beilweise stark animirten Debatte die Versammlung sich mit 100 gegen 99 Srimmen für die Vereinigung aussprach, kam es zu derselben doch nicht, da die Minorität darauf bestand, an ihrem Fachverein festzuhalten und die Vereinigung in der Weise herbei geführt haben will, daß die Majorität in den bereits bestehenden Fachverein ein« trete. Hoffentlich wird das für dieses Mal mißglückte Ver» einigungsbestteden in Zukunft doch noch mit mehr Erfolg de- gleitet sein. Denn der Zwiespalt der Arbeiter würde auch bei den Hafnern, so gut wie üderall anderwärts auch, nm dm Meistem zu Gute kommen. Am Donnerstag tagte eine Versammlung der Vorstände der hiesigen freien Htlfskaffen, sowie der Bevollmächtigten de? hier vertretenen zentralisitten Hilfskassen. Auf der Tagesord« nung stand Stellungnahme zu der geplanten Abänderung de« KrankenkaffengesetzeS. Nach einem einleitenden Referat und einer sehr gründlichm Diskusston über die Mängel des Kranlmkaffengesetzes und die bis jetzt laut gewordenen Vorschläge zur Abänderung des Gesetzes, wo- bei auch der Wünsche der Zünftler und der bekannten Licht- und Schattenrede des Herrn Staatssekretär v. Bötticker gebührend gedacht wurde, faßte man den Beschluß, vorläufig von einer Petttion an den Reichstag abzusehen, dagegen aber eine Kam- misston einzusetzen, welche sowohl über den Umfang de« Hilf«- kaffmwesens hier am Orte statistisches Material sammeln, sowie auch jene Punkte feststellen soll, in welchen das Krankenkassen- gesetz auch nach hiefigen Erfahrungen einer Abänderung de- dürftig ist. Sobald dann die angekündigte Novelle zum Krankenkaffengesetz an den Reichstag gelangt, soll dieselbe hier in einer öffentlichen Versammlung besprochen und eine dann abzufassende Petttion eventuell an den Reichstag gesandt werden. Die in der Versammlung gewählte Kommission besteht aus fünf Mann, von denen zwei den zentralifirten und zwei den lokalm freien Hilsskaffen angebör-n. Gegen Schluß der Ver- sammlung, als von mehreren Rednern die Beschlüsse des deut« schen Aerztevereinsdundes kritifirt wurden, kam es zwischen den Rednern und dem überwachenden Polizeibeamten zu einem kleinen Renkontre, weil der lctztere der Meinung war, diese Kritiken gehörten nicht mehr zur Tagesorvnung. Da eS mittler« weile auch 12 Uhr geworden und der Zweck der Zusammenkunst erreicht war. schloß der Vorfitzende die Versammlung, bevor es pider sonst wahrscheinlichen Auflösung kam. Zum Freitag hatten die Schreiner(Tischler) eine Ver« sammlung berufen mit der Tagesordnung: Der Tischler- kongreß in Braunschweig. Die Versammlung war sehr zahl- reich besucht und das ziemlich große Lokal beim Kreuzdräu überfüllt. Nach einer längeren Diskusston wurde mit allen gegen 10 Stimmen die Beschickung des Kongresses be« — Wa« suchen Sie hier? fragte er plötzlich, sich an ihn wendend." Anstatt zu antworten stand RaSkolnikow aus, ging vor die Thür und zog an der Glocke. Es war derselbe blecherne Klang! er zog ein zweite« und dritte« Mal, horchte, und rief sich die Begebenheit in« Gedächtniß zurück. Sein damalige«, gräßliche», angstvoll-quälende« Gefühl fiel ihm immer deutlicher und lebhafter ein, er fuhr bei jedem Klingelzug zusammen, aber e» schien ihm wohler zu mS � Za, wa» willst Du denn eigentlich bier? Wer bist Du? rief der Arbeiter, zu ihm hinaustretend. RaSkolnikow ging wieder hinein. — Ich will die Wohnung miethe», sagte er— sie an- fc&cttb. — DeS Nacht« miethet man keine Wohnungen; über- die» müssen Sie mit dem Hausknecht kommen! — Die Diele ist gewaschen; soll wohl auch neu ange- striche« werde«? fuhr RaSkolnikow fort,— ist kein Blnt mehr da? - Wa« für Blut? — Nun, von der Alten und ihrer Schwester, die hier ermordet wurden! Hier war eine große Pfütze. — Ja, wa« bist denn Du eigentlich für ei» Mensch? rief der Arbeiter unruhig. - Ich? — Ja. — Da« möchtest Du also wisse«?... Komm in« Polizeibureau, dort will ich'« Dir sagen. Die Arbeiter schauten ihn verblüfft an. — Wir müssen fort, haben schon Zeit genug vertrödelt, kommt Aljoschka'). Es muß hier zugeschlossen werde«, sagte der ältere Arbeiter. — Nun kommt! antwortete RaSkolnikow gleichgiltig, und ging langsam, ihnen vorau«, die Treppe hinab.— He, Hausknecht! rief er, al« er unter dem Thorweg angekom- men war. t �,, Mehrere Mensche« standen an der Straße vor dem Deminuitio für Alexis. schloffen und der Parquetbodenleger Gorschi einstimmig zum Delegtiten gewählt. Aus der Debatte ging hervor, daß die in neuester Zeit innerhalb der deutschen Gewerkschaftsbewegung sich geltend machenden Zcnttalisations- Bestrebungen auch hier bei Einigen Anklang gefunden haben. Es war von den Leitern des Fach- Vereins der Scbreiner ein Antrag eingebracht, welcher zwar dem Kongreß seine Sympathien aussprach, die Beschickung aber ablehnte, weil sich ein Erfolg von solchen Kongressen nicht ver- sprechen lasse. Die Versammlung wollte sich jedoch, wie bereits dewerkt, mit diesem Sympathiedeweis nicht begnügen, und sie trat mit erdrückender Mehrheit der Anficht b-i, daß auf einem deutschen Tischlerkongreß die Münchener Gehllfenschast nicht fehlen dürfe. Wie überall, so machen sich auch hier die lheueren Getreidepreise in Geftalt von Vertbeuerung des Brotes bemerk- lich. Ein Fünfzig.Pfennig-Brot ist heute um\ Pfd. leichter, wie es vor der Preissteigerung war, und dabei wird noch eine weitere Veitheuerung des Roggens angekündigt. Kommt zu dem theacren Brot auch noch ein strenger Winter, dann— wehe den Armen. Der über München« Grenzen hinaus in Arbeiterkreism de« kannte Polizeikommissar Gehret soll so schwer erkrankt sein, daß seine Auflösung in den nächsten Tagen defürchtet wird. Ein schweres und bisher vernachlässiigtes Nierenleiden soll die Gefahr einer Katastrophe nahe gerückt baden. Gehrets Zeuge, der Schuhmacher Fürst, ist vor einigen Tagen in das hiesige Zucht- Haus in der Au eingeliefert worden, wo er jetzt während seiner 1 jährigen Mußezeit Gelegenheit hat, über seine staatsretterische Tyätigkeit nachzudenken. Politische Ueberstcht. Di« gestrig« Reiwvtaczvfthnug nahm einen uncr« walteten Verlauf. Ter erste Theil der Tagesordnung, an dessen dedattelose Erlediaung man allgemein geglaubt hatte, führte— bei Anlaß des Handelsvertrages mit der Schweiz— zu einer großen Debatte über Freihandel, Schutzzoll, Sozialpolitik. Keines Handwerl und sonstige Dinge. Herr Staatssekretär v. Bötiicher überraschte das Haus, und namentlich die sozialdemokratische Ecke, durch die Präzision, mit welcher er die Unmöglichkeit darlegte, den Kleinbetrieb, diesHandweberei in dieser Zett deS Großbetriebs vor dem unvermeidlichen Untergange zu retten. Es ist nur zu wünschen, daß der Herr Staatssekretär mit derselben wissenschaftlichen Schärfe auftritt, wenn die Ackermann'schen Quacksalbereien zur angeblichen Rettung des Kleinbetriebs in Gestalt deS Handwerks im Reichstage herumhaustrt werden. Die Wablprüfungen, die gestern zuvickgestellt wurden, werden hoffentlich heute durch die Anträge Hitze und Genossen nicht allzusehr in den Hintergrund gedrängt werden. „D« Uoelromst"(Die„Zukunft"), das in vlämischer Sprache erscheinende Organ der delgischm Sozialisten, vcröffent- licht eine Statistik über den Zustand des Kohlenbergbaues und die Lage der Ardeiter in demselben im Jahre 1887 in Belgien, der wir folgendes entnehmen. In diesem Jahre wurden im ganzen 18 378 624 Tonnen Kohlen ausgebracht p einem Werth von 147 074 000 Frks. Die Förderung auf den Kopf eines Arbeiters betrug in diesem einen Jahr 15 Tonnen mehr, als im Vorjahre. Die Gewinnungskosten wären per Tanne um 40 Cts. gesunken. Die 90 vorhandenen belgischen Kohlenminen brachten den Unternehmern im Jahr 1887 die Summe von 10 289 000 Frks. al«„Entbehrungslohn" ein. Die Gesammtzahl der Arbeiter in diesem Jahre betrug 100 379. von welchen 75 445 in den Bergwerken, der Rest am Tage beschäftigt wurden. Die Größe der Ausdeutung ver Ar- briter durch die belgischen Kapftalisten zeigt sich aber in der hohen Rate der beschäftigten Frauen, Knaben und Mädchen, die über 20 pCt. der sämmt'ichen beschäftigten Arbeiter betrug, nämmlich 20 6:6. Darunter befanden sich 6963 Frauen, 9671 Knaben und 3982 Mädchen unter 16 Jahren. Wer Zola's „Germinal" gelesen hat. kennt die Demoralisation, welche sich unter solchen Verhältnissen in dem Zusammenarbeiten der Ge» schechter in den Tiefen der Erde bei unmäßigster Hitze entwickelt. Alle, welche die Zustände in Belgien und den französischen Bergwerken an der belgischen Grenze kennen. stimmen darin überein, daß das Echaueraemälve Zola's nicht üdertrieden ist. Und die Besitzer dieser Minen, welche dm aus den„schwarzen Diamanten" ge- wonnenen Goldregen schmunzelnd als ihr„Recht" einstreichen, sind die ersten Säulen der belgischen Gesellschaft, sie gellen ohne Ausnahme als Muster von Frömmigkeit und bürgerlicher Tugend- doldenh n'ligkeit und fitzen auf den Minister- und Deputirten« fesseln als die Regier er und Berather des Landes. Sehen wir nun p, wieviel der Lohn der Ardeiter für ihre mühseligen Anstrengungen deträgt. Nach der Aufstellung eines der Untcrnehmerklasse durchaus nicht feindselig gesinnten Sta- tistikeri drtrug der jährliche Durchschnittslohn eines erwach- senen männlichen Arbeiters 727 Frks.(581 M 60 Pf.) in der Borinaae: 852 Frks.(681 M. 60 Pf.) in dem Centre; 793 Fr«.(634 M. 40 Pf.) im Bezirk von Charleroi; 730 Fr«. Thorweg, unter ihnen waren auch die beiden Hausknechte, sie musterten die Vorübergehende«; RaSkolnikow ging grade auf sie zu. — Wa» wünschen Sie? fragte einer der Hausknechte. — Warst Du im Bureau? — Soeben erst; weshalb? — Zst noch jemand dort? — Ja. — Zst der Gehilfe auch da? — Er war eine Zeit lang da. Weshalb? RaSkolnikow antwortete nicht und blieb, in Nachdenken versunken, neben ihnen stehen. — Er hat sich die Wohnung besehen, sagte der ältere Arbeiter, hivzutretend. — Welche Wohnung? — Die, in der wir arbeiten.„Weshalb hat man daS Blut abgewaschen?" sagte er.„Hier ist eine Mordthat ge- schehen, und ich bin gekommen, um zu miethen," sagte er. Auch an der Klingel hat er gezogen, hätte sie fast abgerissen. „Komm in« Bureau, da werde rch alles anzeigen," hat er gesagt. Ordentlich zudringlich ist er gewesen! Der Hausknecht blickte RaSkolnikow stirnrunzelnd und mißtrauisch an. — Wer sind Sie denn eigentlich? so fuhr er ihn barsch an. — Ich bin Rodion Romanytsch RaSkolnikow, ehe« maliaer Student, und wohne im Hause Schiele, hier in der Gasse, ganz in der Nähe, in Logis Nr. 14; frage nur den Hausknecht dort, er kennt mich. RaSkolnikow hatte eS langsam und nachdenklich, ohne sich umzuwende», gesagt; er blickte in die dämmernde Straße hinaus. — Weshalb find Sie denn eigentlich in die Wohnung gekommen? — Um sie anzusehen. — Wa« ist denn daran zu sehen? — Ach was, nimm ihn fest und führe ihn in« Polizei« bureau! siel plötzlich eine neue Stimme ein. Ratkolnikaw schaute den Sprechenden über die Schulter an und sagte ebenso leise und langsam: — Komm!... (534 M.) in der Provinz Namur; 910 FrkS.(728 M.) im Lut- ticher Bezirk. Der Duribschnitsverdienst einer Frau belief sich auf 1 60 Eis. p o Tag(1 M. 44 Pf.); eines Knaben auf l 45 Cts.(1 M. 16 Pf.); eines Mäd-bens auf 1 Frks. 25 6& (1 M.). Hinzugefügt sei, daß der Lebensunterhalt in Bclgiai sehr theucr ist, und die außerordentlich anstrengende Arbeit«> den Kohlenminen die Kräfte rasch aufreibt. Nach diesen Loh» sätzen erkläet fich die gährende Unzuftiedenheit der Arbeiter. Gin sozialdemokratisch«« Kais««. Erzherzog ftoP' milian von Oesterrreich, später Kaiser von Mexiko und schliehlia als Hochomäthcr von den Republikanern standrechtlich erschösse« — beiiäufiz ein hochgebildeter Mann, der auch das Herz am dem rechten Fleck hatte und nur durch schändliche Ränke za dem„Abenteuer" verleitet werden konnte, das ihm das Lebt» kostete— dereiste als 20 jähriger Jüngling Spanien und lam dabei nach Valencia, wo er sich in einer Seidenfabrik beru» führen ließ. In dem dritten Band seiner— sehr interessanter —„Rctstskizzen" Seite 109 schreibt er über diesen Bcsutl „An was ich mich noch immer nicht gewöhnen kafl»- das ist zu seben, wie der reiche, aussaugende Fabw' desitzer in Massen herstellt, was den unmäßigen Lup» der Reichen befriedigt find ihre Prachtliebe kitzelt, währeab die Ardeiter durch sein Geld geknechtete Lei»' eigene, dloßeSchatten wirklicherMensche n ssn» die in gänzlicher Seelenverdummung ihren Körper seinem Tel» sack zur Stillung der Bedürfnisse ihres Magens in mäßigem Talle opfern. Einer geistreich erdachten M, lieb l meine unseres... �........ des Erzherzogs von Oesterreich und Kaisers von Mexiko»»' 1873 erschienen sind— sie wären sonst unfehlbar auf Gni» des Sozialistengesetzes verboten worden.. In parlamentorische« Kreise« verlautete, es würde«' folge der Vorgänge an der o st a f r i k a« i s ch e n Küste ta» Geldforderung an den Reichstag gelangen. Dem zweite« Derzeichnktz der bei dem ReichStaSs eingegangenen Petitionen rst folgendes zu entnehmt»; Eine Anzahl von Petitionen betrifft die Abänderungen det deiler-Krankenversiche-ungs-Gesetzes. Eine größere Anzabl ff P-tenten bittet um Aufhebung des Impfzwanges bczw. 9'% gesetzes. Mehrere Petenten bitten, keinem Gesetzentwurfe«J» die Alters- und Jnvalidenversscherung zuzustimmen, welcher JJr Arbeitern die Pflicht auferlegt, Quittangsdücher zu führen. deutschen Gewerkoereine bitten, den Gesetzentwurf betr. Alters- und Jnvalidilätsoersicherung abzulehnen und a Erlaß eines Normativgcsetzes für freie Atters- und JnpoIL� lassen nach Art des Hilfslaffengesetzes hinzuwirken, event- vorliegenden Gesetzentwurf abzuändern. Abänderungen der Kailitärgerichtsordn«»«.%% dem Gesetzentwurf, welcher die Militärgerichtsbarkeit für r verabschiedeten Ossi irre aufhebt, hat die freifianige P»? (Rckert und Genossen) noch folgende Resolution deanttajr „Die verbündeten Regierungen zu ersuchm, mit thunlim»" Beschleunigung dem Reichstage dm Entwurf einer Strafprozeßordnung vorzulegen, tn welcher das Militär-�« verfahren mit den wesentlichen Formen des ordenwK? Strafprozeffes umgebm und die Zuständigkeit der MU#! gerichte im Frieden auf Dienstvergehen der Militärpersone«* schränkt wird." KSnigstrrue Arbeiterverein». In Ber'in hiev b» neugedtldete„lönigstrcue" Arbefterverein am Sonnabend'S Versammlung ab. Von oben' herab wird die Bildung% Vereine jetzt überall angeregt. In Anklam sollen Inhaber»ss Eisengießerei Gedr. Atünter die Begründung eines ZweizSvrt»� in die Hand genommen haben. Aus Spandau und WietbAss lagen in der Berliner Versammlung Zuschriftm vor.—* sollten Fach vereine einmal wagen! Wi« sehr d«r Abg K»b«l Recht hatt«. als Reichstage behauptete, daß die Kttegervereme von oben zur politischen Agitation verwandt würden, beweist fo!#**, Vorlommniß: Der Oberbürgermeister von Remscheid, vo»•*, das geflügelte Wort„Lumo— Sozialdemokrat" h�st?-o> sandte an den Vorstand des Bliedinabauser Kttegerverkin»' gendes Schreiben:„Remscheid, 14 Nov. 1888. An stand des Bliedinabauser Krieger-Vercins hier. Bevor die wtlligung zum Führen einer Vereinssache nachgesucht kann, ist es erforderlich, daß die Statuten Ihre« Verein« � «» p* bestehmden Bestimmungen angepaßt werden. Letzteres jetzt noch nicht der Fall.§ 18 deS Statuts muß ganz fallen. Das Statut muß die vorgeschriebenm Bestimm»� noch erhallen, und ferner wäre es sehr wünschenswert wenn in den Statuten eine entsprechende Bestimmung dar>A aufgenommen wüide, daß P.rsonen. welche der soziall�, klat schen Partei angehören, von der Mitgliedschaft ausgesrm»»� Es dürfte fich empfehlen, die Statuten neu onf(%, werdm. uueiie(i'j) rinpieylm, enc-sianuen neu enn-e—jj, und in Douplo hier einreichen zu lassen. Der OderdM. meister: von Bohlen."— Wie dürgermeister von Remscheid dm Geist man hier fleht, hat der% der Zeit richtig — Ja, führt ihn nur hin!— fuhr der»»Ä Sprecher fort. Weshalb kümmert er fich darum, wa« r er im Sinn, he! Betrunken ist er nicht, weiß Gott, wa» er will!-' brummte der Arbeiter. � — Was wollen Sie dmn eigentlich? schrie ih» � Hausknecht wieder an; er war ernstlich böse geworde» was drängst Du Dich hier auf? y — Hast Du etwa Angst vor dem Polizeibureau? � worteteie ihm RaSkolnikow spöttisch. — Angst, wieso? Packe Dich lieber! — Ein Spitzbube! rief ei» Weib. — Ach, wa» ist da lange zu reden, rief der»*% Hausknecht, ei» baumlanger Kerl,— Marsch!..- vielleicht wirklich ein Spitzbube... Packe Dich!.$ Er nahm RaSkolnikow bei der Schulter and wall.v auf die Straße hinau«. Er stolperte und wäre f*Rß, falle»; nachdem er das Gleichgewicht wieder gefunden r blickte er nochmal» alle an und ging weiter. — Ein sonderbarer Mensch sagte der Arbeiter. � — Ja, heutzutage wird die Menschheit immer w»» liehet, sagte daS Weib. — Hätte man ihn doch lieber int Bureau fügte der vorige Sprecher hinzu. — Es lohnt sich nicht, mit solch einem a«i entschied der große Hausknecht;— es ist sicher ein j'* bube, der ei nur darauf abgesehen hatte, sich?e,r � drängeln; wenn man sich mit ihm abgiebt, so wa» ih» nicht wieder loS... wir kennen da»!. t jMr „Soll ich gehen— oder nicht?" dachte Raskol»� mittm auf der Straße, an einem Kreuzweg stehe»""ggsss und sich umschauend, als ob er ein entscheidendes � von irgend jemand erwarte. Aber es erfolgte keine � wort; alles war stumm und todt, wie vre Stett» i# denen er stand; tobt für ihn, für ihn allein. W0*| gi# der Ferne, etwa zweihundert Schritte weit, ganz der Straße, unterschied er in der anbrechmden D»» i» einen Zufammenlauf, er hörte Geschrei... V. einem Menschenhaufen stand ein Wage«. Ei« wegte sich längs der Straße.„Wa» mag e» dort v i 9««„9««tsch» Wochenblatt" jammert, daß der deut en Kaiserkrone keine,' finanzielle Ausstattung gegeben , Das„Deutsche Wochenblatt" scheint zu vergefien, daß die loanzielle Ausstattung" der höchsten Ehrenämter gegen die Wpim der deutschen Reichsverfassung ist, wie aus der titenlosigkeit der Reichstagsabgeordneten i» ersehen. So lange die Diätcnlofigkeit der Rcichstagsabgcord> «ten Gesetz ist, kann ein reichstreucr Ma�-n von Logik an nne„finanzielle Ausstattung" der deutschen Kaiserkrone garnicht «nkm. Kegiernngvprastdettt von Crouach in Hannooer hat wnmehr den erbetenen Abschied erhalten.— Es steht jetzt ®ts mehr entgegen, den Landrath Grafen Wilhelm Bismarck « diese Präfidentenstelle zur Teste des Herrn von Bennigsen >» befördern. . Irland in pmtsse«. liebet die Lohnverhällniffe auf %n oberschle fischen Dominien wird durch eine Jerichtsverhandlung in Neustadt, Oberschl., Licht verbreitet. W Schöffengericht zu Neustadt verhandelte gegen eine vierzig« Mig« Dominialarbeiterin in Kujan, welche der Aufforderung W Zmtsvorstehers, fich eine Wohnung zu verschaffen, nicht Abgekommen war. Nach der vom Amtsvorsteher und einem Mgkn bestätigten Aussage der Angeklagten beträgt ihr Tage- % 35 Pfennige. Sie ist nicht im Stande, mehr als ' Sl monatlich Miethe zu zahlen und dafür ist keine der vier beistehenden Miethsstuben in ihrem Heimalbsdorfe Möschen zu «den. So hatte Venn die Angeklagte seit vier Monaten in Wt Scheune in Kujan gewohnt. Das Gericht verurthellte die Obdachlose zu drei Tagen Hast, nach deren Abbüßung fie wohl Jjider tztt Scheune beziehen wird. Ein Tagelohn von 45 Pf. Männer beim Verladen von Zuckerrüben und von 35 Pf. en.— DaS find die Löhne im preußischm Irland. R» Mestpreutzen, 8. Dezember. Die Ausweisungen Untcrthanen führen zu Unzuttäglichkeiten, wie ste "»tmjner nicht gedacht werden können. So wanderte vor Aezu 30 Jahren in Kulm der rusfische Untctthan Smigowski ** und ehelichte eine Westpreußin. Im Januar d. I. wurde �ausgewiesen und er zog mit seiner Frau nach Rußland; die Mche Behörde schickte aber die Frau zwangsweise nach Preußen Jetzt weigert fich die preußische Behörde, die alte ar» äh-ge Person zu unterstützen, well fie daS Weib eines Ueberläufers sei. «roAbritchnuie«. ,, Unterhaus. Der Staatssekretär des Krieges, Stanhope, mit, er habe aus S u a k i n ein Telegramm Grenfell's Zalten, in welchem Grenfell erkläre, angesichts der ihm wieder« U gemachten Anerdietung von Trupvenverstärkungen halte er N nicht für berechtigt, dieselben zurückzuweisen. Infolge dieses Ktegramms würden noch eine Schwadron Husaren und 300 «iann Infanterie von Suez nach Suaktn abgehen. In einem {Jiterrn Telegramme Grenfell's heiße es, er sei des Erfolges Jw. Abgesehen von der letzten Verstärkung defänden fich schließlich der exyptischen Truppen in Suakin 4500 Mann, Streitmacht des Feindes werde auf 1700 Mann ge« fbatzt, wovon sich 700 Mann bei Handud in Reserve definden Der Parlamentsausschuß, welcher den Fall des Sheehy zu untersuchen hat, dem von dem irischen Polizei« Men Sulliran eine Vorladung im Parlamentsgedäude über« Mut wurde, hat fich über den zu erstattenden Bericht geeinigt. �dem der Vorschlag John Morley's, einen Sa» in dem Be« M aufzunehmen, daß die Regierung der irischen Polizei Esting gegeben habe, die dem Hause schuldige Achtung zu ?sren, verworfen worden war, kam man zu der Anficht, daß das Beste sei, weder der Regierung, noch des irischen Ge- 5?Ianwalts Erwähnung zu thun, welcher angeblich die Ver« Mutig des genannten Mitgliedes anbefohlen hatte. Der Be« %% des Ausschusses, wie er dem Parlament übergeben wird, drückt die Meinung aus, daß der irischen dt- nStbifltn VerbaltungSmafiregeln hätten ge« /rtn werden sollen, um solche Vorkommniffe, wie den Sheehy' Wen Zwischenfall, zu verhüten. Schon vorher hatte die Kom« Nfion fich dabin geeignet, daß das Vorgehen de« Agenten JfuDioan allerdings eine Verletzung der Privilegien des HauseS Me. fix war aber davon abgestanden, gerichtliche Schritte gegen Pelden zu empfehlen. . Im Laufe der V e r h a n d l u n g e n v o r d er P a r n e l I« Immission wurde Patrick Molloy, der in Dublin verhaftet 2#*, weil er nicht freiwillig Zeuge für die„Times" sein x°Ute und als Gefangener nach London gebracht ward, verhört. bestritt, daß er ümals ein Fenier oder„Unbestegbarer" ge« N'n. oder daß er James Earey. den Angeber der Phönix Park« Silber oder irgendeinm der letzten gekannt habe. Er bestritt % dem Rechtsanwalt Walker in Dublin als Vertreter der i�Mes" irgendwelche Mittheilungen über die Morde im Phönix« ÄÜ gemacht zu haben. Der Generalanwalt wollte Walker ver- Alen laffen, um zu deweisen, daß Molloy ihm Mitthellungen uTie, aber auf Einwendung deS Vertreters der Parnelliten ent« y** fich der Gerichtshof gegen die Vernehmung dieses Zeugen, N �koluikow bog rechts ein und grva auf den Menschen« >el zu. Ei schien, als ob er sich absichtlich an alle» Emmern wollte und er mußte darüber lächeln; er an seinen festen Entschluß ins Polizeibureau zu und wußte bestimmt, daß dann sofort alle» beendet würde._(Forts, folgt.) Au» Kuuft und Leben. Kort„unten im KSdeu" darf der Schwindel noch in tS«Uropa längst abgeblaßten Gewändern auftreten; er findet i�Mves Publikum und- eine nachsichtige Polizei. Eine * III"-—•'"'" Qnren. Madame Marionette, die große drafilranische Heil« mit ihrem Stabe von zehn qualifizirten arztlichen Vi„'eutcn, ist in Kapstadt angekommen und wird Konsul« L%i in 3h. 8, New-Stteet. neben Pool-'» Hotel, vom Man« N',bln 15. Oktober, für die Dauer von 3 Monaten ertheilen. O derühmten brasilianischen Aerzte haben alle Thelle der «>!,? bereist und find so glücklich gewesen, einige der tz�-wsten existirmden Heilmittel zu erwerben, und es !S,b.?st°uniich. wie rasch die Lahmen wieder gehm, die 0�n wieder(eben und die Tauben wieder bören. Hier« W2 wird die Wirkung dieser außerordentlichen Heilmsttcl am Kj erwiesen. Während der letzten drei Monate find diese �dem lrch. daß Viele aus Transvaal und dem Freiltaate M' sogar aus Swaziland und Zululand und allen Theilen In Natal nannte man ste die„guten Samarster und iftSchte wunderbaren Kuren und deren unerwarteten Erfolg tti�ittn fie gewissermaßen diese Bezeichnung. Patienten, die chronischen liebeln leiden, gleichvicl, aus welchen Ur« entstanden, mögen getrost nach Newstreet Nr- 8 kommen, ��Konsultationen wie Rath werden gratis verabfolgt und K»Ä>ende sollte die Gelegenheit benutzen. Da fie nur die Vtftot von drei Monaten fich in Kapstadt aufhatten, so mögen »»Menten dieses berückstchtigen und zeitig kommen. Wer �ottonsstunden von 10—3 Uhr. wobei der Präsident das Verhör Molloy'S als werthlos und reine Zettvergeudung charatterifirte. EineVer samm lung von unbeschäftigten Ar« heitern, die am Freitag auf Elerkenwell-grem tagte, beschloß, ein Abordnung von 6 Personen zu Lord SaliSbmy zu ent« senden, um ihm einen Beschluß des Meetings zu überreichen, welcher in die Regierung dringt, Nothdauten und andere Maß« regeln zur Linderung der Noth der unbeschäftigten Arbktter Londons anzuordnen. Die Abordnung begab fich, begleitet von einem großen Haufen Beschäftigungsloser,- nach der Wohnung des Premiers. Derselbe befand fich ind-ß zur Zeit zum Besuch der Königin in Windsor, so daß die Arbeiter unverrichteter Sache den Rückweg antreten mußten. Es wurde indeß eine Abschrift der Resolution in der Wohnung des Ministers zurück- gelaffen. Frankreich. Die Deputirtenkammer genehmigte das Budget im Ganzen mit 383 gegen 115 Stimmen. Der Amortistrungs« bettag wurde auf 27 Millionen Frks. festgesetzt. Vor der Ad« stimmung hatte die Rechte erklart, daß fie daS Budget nicht für ehrlich halte, well dasselbe Ausgaben verheimliche und die gefordetten Reformen und Ersparnisse nicht verwirkliche. Sie werde deshalb gegen das Budget stimmen. Krtgie«. Die Verhaftungen und Haussuchungen in den Jndustriibezirkm dauem immer noch fort. Als Theilnehmer an dem Konqreffe von Chatelet find fiebm Personen nach Charleroi in Haft gebracht worden; außerdem im Centre etwa zehn Personen. Die Untersuchung findet in Charleroi statt. Der Administrator der öffentlichen Sicherhett will jetzt, wie ver- schiedenersetts angekündigt wird, das Fremdenaesetz mit Sttenge handhaben. Man will nämlich unter den Streikenden des Centte viel fremde Gefichter bemerkt haben. Auch werden alle jene Personen, die nur von fern mit republikanischen Vereinen in Beziehungen stehen, streng überwacht. Der Gouvemeur des Hennegaus benachrichtigte die Gemeindebe- Hörden, daß die Kommandanten der aktiven und nichtaltioen Büraerwebren fich bereit zu halten haben. Der Patrouillen- dienst im Centre und Charleroier Bezirk während der Nachtzett wird jetzt in ausgedehntem Maßstabe durchgeführt. Ein Svezial- zog brachte 70 Gendarmen aus Brüssel und La LouviSre. In Charleroi werden das Gefängntß und das Justizgebäude streng bewacht. Alle diese Maßregeln gehen wett über das noih- wendige Maß hinaus, da die Streikbewegung nach Anficht unterrichteter Leute wegen Mangels an Kohäfion eher im Ad- nehmen als im Zunehmen ist, obgleich im Borinage gegen 4500, in Charleroi noch gegen 1100 und im Centte mindestens 1200 Arbeiter noch im Streik find. JtaUe«. Der Deputirtenkammer wurde vom Deputirten G i o l i t t i als Kommisfions- Berichterstatter der Bericht vorgelegt, welcher die Ablehnung der von der Regierung vorgeschlagenen Finanzmaßnahmen deanttagt. Die„Agenzia Stefani bezeichnet das Gerücht als mibe« gründet, daß der italienische und der e n g l i s ch e Konsul in Tunis dem dottigen franzöfischen Generalrefidmten eine Note ihrer Regierungen zu überreichen beabstchtigen, wonach ste die Konsular- Gerichtsbarkeit an Stelle der franzöfischen treten lassen würden. Italien und England würden fich lediglich darauf beschränken, die Gerichtsbarkeit der ae« mischten Gerichte für die die Eintragung von Immobilien betreffenden Anaelegenhetten nicht anzuerkennen, da die ge- dachten beiden Mächte im Jahre 1864 eingewilligt hätten, für Angelegenheiten dieser Art die Kapitulationen zu Gunsten der franzöfischen Gerichte und nicht der gemischten Gerichte zu suspendiren. In S p e z z t a hat ein Marineiranken wärt er namens O r s i n i einen Kameraden, mit dem er einen Streit gehabt hatte, beim Appell durch einen Dolchstich getödtet und drei andere Mannschaften, die ihn entwaffnen wollten, verwundet. Der eine der Verwundeten starb kurz darauf. Der Römische Gemeinderath bewilligte einstimmig ohne jede Diskussion und unter ungeheurem Jubel der die Tribünen füllenden Zuhörer den Platz für vaS Giordano Bruno-Denkmal auf dem Campvfiori. Studenten und eine große Volksmenge durchziehen demonstrirend und mit Hochrufen auf Crispi in Prozesfion den Korso. Kvattiett. DaS neue Ministerium ist gebildet und wie folgt zusammengesetzt: Sagasta, Ministerpräsident, Veja de Armijo Auswärtiges, Capdepon Inneres, Canoiejas Justiz, Becerra Kolonien, Admiral Arlas Marine, Tiquena öffentliche Arbeiten, Gonzales Finanzen, General Chinchilla Krieg. Heber das Programm des neuen KabinetS hat eine Verständigung der Minister bereits stattgefunden._ Soziale» tut* Arbeiterbemegmtg- An dl« Arbeiter Dentschlund»! Braunschweig, den 19. Dezember. Daß wtt bereits feit 5 Wochen(mit 34 Mann) uns hier im Streik befinden, wird Jedem bekannt sein. Da von Seiten der Fabrikanten bis jetzt nichts erziett und es ihnen nicht gelungen ist. uns von unserem Beschluß, das Arbettsnach« wetsbmeau betreffend, abzubringen, so haben dieselben am Frei» tag, den 6. Dezember, eine Sperre über uns verhängt. Jedem Former wurde an diesem Tage ein Schriftstück vorgelegt, des Inhalts, daß der Unterzeichnete gewillt ist, die Ärdett nicht niederzulegen, falls Former ohne Benutzuna des Arbeits- naehweises eingestellt werden. Dieses Machwerk sollte unterzeichnet werden. Daß dies nicht geschehen konnte, wird Jedem klar sein. Es wurde darauf sämmtlichen, die nicht unterschrieben haben, gekündigt. Die Zahl, die in 3—14 Tagen arbeitslos werden, beträgt 169. Die Zahl der hier Arbeitenden beträgt 184. Wir haben also nur ein winziges Häuflein gegen uns. Es ist Pflicht eines jeden Arbeiters, uns in diesem Kampfe zu unterstutzen, denn unser Sieg befestigt die Arbeitersache. Wtt bauen auf das Solidaritäis- gesühl, denn auch wir haben bei jeder Gelegenhett Solidaritäts- gcfühl bewiesen. Wir bitten nochmals, den Zuzug fernzuhalten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Die Lohnkommisfion der Former Braunschweigs. An die Morstaade der»ingeschriebene«, fomit auf Grnud landesrechtlicher Vorschriften errichteten Alis«- Kassen. In der bei Eröffnung der gegenwärtigen Session des Reichstags gehaltenen Thronrede ist eine Abänderung des Krankenverficherunasgesetzes angekündigt. Diese Thatsache ver« onlaßte eine Anzahl Vorstände freier Krankenkassen in Hamburg- Siltona, die Frage zu derathen, was seitens der steten Kaffen ,u thun fei, wenn die Regierung solche Vorschläge macht, welche geeignet find, dm steten Kassen ihre ohnehin schwierige Existtn, noch mehr zu erschweren. Es wmde einstimmig für nothwmdig erachtet, in diesem Falle die Vorschläge auf einem Kongreß der freien Kaffen zu derathen, damtt eine einheitliche und ent- schiedene Stellung zu denselben eingenommen werben kann. Zur weiteren Verfolgung dieser Angelegenheit wurde die unter- zeichnete Kommission gewählt, weiche sich hiermit an die Vor- stände der freien Kaffen wendet mit der Bitte:„Vorbereitungen zu treffen, damit event. in türzester Frist ein Kongreß der freien Kaffen zusammentreten kann. Ais Ort für den Kongreß ist Berlin in Ausficht genommen, um Vertretern der veiscyie- denen Fraktionen des Reichstags, sowie Regierungsvettretem die Gelegenheit zu bieten, möglichst bequem den Sitzungm des Kongresses beiwohnen zu können. Sobald die RegicrungSvor« läge bekannt ist, werdm die Vorstände der freim Kaffen von Hamburg- Attona zusammentreten, um wettere Be« schlüsse zu fassen. Es ist nothwmdig, daß sämmtliche Kassm fich schleunigst darüber schlüsfig machm, ob ste de« Konareß beschicken wollm und daß fie im letzteren Fall» die Wahl der Delegittm vornebmm, damit keine Verzögerung S., m',,r,?lnn kei Kongreß sür nothwendig destindm wird. SDie Beschickung des Kongresses müssen fich die Kaffenvorstände hon deshalb angelegen sein lassen, um etwaigen Vorwürfen er Mitglieder vorzubeugen, welche möglicherweise dahin gehen, nicht alles geth an zu haben, um die Kaffen vor Schadm zu be- wahren. Diejenigen Kaffm, welche eventuell dm Kongreß de- schicken wollen, werdm ersucht, der unterzeichneten Kommission sobald als möglich davon Mitiheilung zu machm. Als» noch- mals:„Alle auf dem Posten, wmn der Ruf an Euch ergeht!" Hamburg. Altona. 10. Dezember 1888. Die Kommission: G. Blume, Vorfitzender der Zmttal-Kranken- und Sterbekaffe der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter(E. H). C. Detstnger, Vorsitzender der Allgemeinen Kranken« und Sterbekaffe der Metallarbeiter(E. H.). L. I. Lcvinson, Vor. fitzender der Allgemeinen Krankenkaffe zu Attona(E. H.)*B. Sämmtliehe Zuschriften in dieser Angelegenheit find zu richten an L. I. Levinson, Attona, Blummstr. 5a. Uerewe un* Mersammlungen. am 4. mit der Tagesordnung ab: 1. Vortrag über die„Revolution in der Ltteratur". 2. Diskussion. 3. Bc« richt der Revisoren pro November. 4. Unterstützungssachen. 5. Verschiedenes und Vereinsangelegenhelten. Nachdem das Protokoll der letzten Versammlung verlesen, erhielt der Referent S seinem Vortrage das Wort und führte aus, daß im Gegen» 5 zu der sogenannten idealistischen Literatur, welche dm Jnter- effen der Bourgeofie entspricht, die realistische Literatur die Intet» effm des Proletariats verstttt. Referent führte dann einzelne Beispiele an aus der russischen Ltteratur: Gogel, Tschernischewslt. Tolstoi und Destojewski, aus der norweaischm: Ibsen, Björn» son und Kiogh, aus der franzöfischm Zola. Diese realistische Bewegung in der Literatur sei gleichlaufend mit der proletari» schen Bewegung und entsplinge denselben Quellen. In der Diskussion nahm Herr Heinze das Wort und ermahnte die Versammlung, von dem Lesm der Bouegeoisblätter Abstand zu nehmen und sich lieber der Arbetterpreffe»vzu« wenden, wo ihnen wirkliche Aufklärung werde. Sovarn berichten die Revisoren, daß fie Kasse und Bücher in bester Ordnung befunden hätten.— Das Andenken des verstordmen Mitgliedes Richter wurde durch Erbeben von dm Sitzm geehrt und außerdem wurden den Hinterbliebenen 20 M. Extraunier» stützunq aus dem Vergnügungsfonds bewilligt. Herr Heinze empfiehll, die bis jetzt erschienene„Volks-Tridüne" zu beschaffen, dieselben einbinden zu laffen und der Bibliothek einzuoerleiden. Dieser Antrag wurde von der Versammlung angenommen. Außerdem wurde beschlossen, die folamde Statistikzu veröffevt» lichm. Die Einnahme betrug im Jahre 874,20 M, die Aut- gade 831,96 M. Zahlende Mitglieder waren 350. Unter» stützungm wurden gezahtt an 12 Mitglieder, welche erkranlt waren, in der Höhe von 486 M. AuS den VergnüaungSfonds wurden von den 12 erwähnten Kranken 3 mtt der Summe von 106 M. unterstützt. Mithin wmde eine Unterstützungssumme von 692 M. und zwar von November 1887 bis Ultimo 88 ge» zahlt. Im Anschluß daran wttd allen Kollegen aufS Wärmste empfohlm, fich dem noch jungen Verein onzuschließm, um dem» selben noch größere Leistungen zu ermöglichen. Der Herein in* Wahrung der Interessen d-r Wtether des Uoede« Kertin» hielt am Sonntag, Müller- straße 178 eine Miioiieverversammlung ab, welche sehr gut be« sucht war. Zum erstm Punkt der Tagesordnung. Vereii s« anaelegmheiten, sprach Herr Zachau in längerer, mit Beifall ausgenommener Rede über Zwecke und Ziele des Vereins. Namentlich versuchte Redner die anwesenden Gäste von dem, was der Verein zu leisten im Stande sein wird, wenn fette Mitgliederzahl eine gehörig starke sei, zu überzeugen: dies ge» lang ihm auch im vollen Maße, denn die Zahl der Aufnahme« der neuen Mitglieder war eine sehr bedeutende. An der lvis» kusfion bethelligten sich hervorragend die Herren Weise und Gletnert, welche die Schaven im allgemeinen bclciickteten, wäk« rend Herr Ptttsch über Vorkommniffe bei seinem Wiitsi, Dal!« dorferstr. 19, berichtete. Nachdem noch! Herr Zachau die Soli» darttät der Hauswirthe, welche er als die Macht des Kapitals hinstellte, gekennzeichnet hatte, gelangte folgende Resolution zur Annahme:„Die heutige Versammlung der MWher des Norden Berlins erkennt in dem heutigen System der Vermiether eine unbedingte Verletzung der Rechte der Micther und ver» pfl chtet fich, mtt allen gesetzlichen Mitteln dieser Ausbeutung feiten« der Vcrmiether in Form von Kontratten entgegen zu treten." Hierauf verlas der Kasfirer, Herr Matten, den Kassen» bettcht, welcher von den Revisoren als richtig anerkannt wurde; Herrn Marten wurde Decharge ettbeitt. Zu der am zwetten Feiertag im Eiskeller. Etadliffement, Chauffeestt. 38, stattfinden- den Matinee, deren Ertrag der Vereinskaffe zu Gute kommt, find Billets Ä 30 Pf. vorläufig bei Herrn Zachau, Bergstr. 59, 3 Tr.; I. Kabel. Jnvalidenstr. 22, Hof 1 Tr.; Kemnitz Ber» naueistt. 50; Marten, Liesenstt. 4, Hof 4 Tr.; sowie in den mit Plakaten belegten Geschäften zu haben. Kerichtigung. In dem Bettchte über die letzte öffentliche Töpferversammlung(Nr. 290) hat fich etn Jrtthum eingeschlichen. ES wurde nicht, wie der Bettcht sagt, über die von der Ge» werbedcputation deS Magistrats zu erhebende Lohnstatisttt ge» sprachen«diese Frage wird in der Verfammlung des Beretts „zur Regelung der gewerblichen Interessen der Töpfer Berlins" am nächsten Sonntag besprochen werden), sondern über eine allgemein»u erhebende Statistik sämmtlicher Töpfer Deutsch» lands. Diese Frage ist auf dem letzten deutschm Töpferkongreß zu Stettin aufgeworfen, und auf dem im nächsten Jahre statt« findenden Kongreß wird ein Punkt auf der Tagesordnung stehen, der das Ergebniß dieser stattstischen Erhebung bringt. Hierbei sei noch der Wunsch ausgesprochen, daß fleh die Töpfer Deutschlands an dieser Statistik mit größter GewtffenhastigkiU und ohne Ausnahme dethttligen möchten, damtt endlich einmal ein Ueberblick über die wirthschastliche Lage sowie das Lebens» aller der Ardeiter im Töpferaewerbe gewonnen werde. Au» Hannouer, 3. Dezember, wird uns geschtteben: Ganz anders, als in anderen Menschenköpfen, malt sich in diesem Kopf die Welt. Aber nicht allein in einem, sondern überhaupt in den Schädeln aller Kartellbrüder und nationalliberalen Mannesseelen hat fich ein Sckräudchen gelockert. Dies hat uns eine am Flettag im hiesigen Konzetthause abgehaltene Versammlung bewiesen behufs Gründung eines„nationalen Aibetterbvn- des", welche in aller Stille durch Einladunaskatten bekannt ge- geben wurde, die aber zur tiefsten Bctrudniß der natiorak« liberalen Veranstatter einer imposanten Volksversammlung glich; natürlich nahmen die Ardeiter von der gedachten Gründung Ad» stand. In verschiedenen Fabttken wurden acht Tage zuvor den Arbtttern von ihren Vorgesetzten die Einladunaskatten auSgc« händigt, und was Wunder, wenn von den sechszehnhundert ausgegebenen Katten sich allein fünfzehnhundert in Händen der sozialdemokratisch gesinnten Arbeiter befanden. Die Ett.lavcr waren den hiesigen Arbeitern als sehr zweifelhafte Ardettersteunde bekannt und so wmde von Sellen der elfteren auch im Stillen ogttttt, um recht zahlreich vettrtten zu sein. So war denn um 8 Uhr das geräumige Lokal stark angefüllt, und immer noch versuchten große Mafien sich Einlaß zu verschaffen. Be» stiedigt blickten dämm die Vcranstalttr auf die fich interesfirenden Ardttter und stellten fich schon im Stillen, dem MicheldieZipfelmütze nun noch einmal gründlich übet die Ohren gezogen zu baden. Aber o Schreck, der Schluß belehrte die Misch- Masch-Wau-Wau- Brüder, daß mit den intelligenten Arbettern nicht gut Kttjchen effm ist. Die Versammlung wurde um 9 Uhr eröffnet. Et« Herr Werkmeister Richter redete eine Rede über dm Zweck der .. bt# hiesigen Auch- Arbeiter» Verein!. Leider vermißte man bei dem Herrn Referenten den erst wenige Tage zuvor erhaltenen Knopflochschmuck(rochm Adler Orden 4. Klasse). Mit warmen Worten dankte auch er für das Jntereffe, welches die Ardester der Gründung entgegen brächten. Schon seit 20 Jahren, führte er aus, rege eS flch in den Reihm der Ar. bester, dieselben hätten erkannt, daß die wirthschaftlichen und politischen Verhältnisse wesentlich bessere geworden seien.(Wer lacht da?) Um aber weitere Fortschrstte zu machen, habe «an beschlossen, diesen Bund zu gründen, um für die «Liebe zu Kaiser und Reich, für religiöse Grundsätze und Bstdunfl unter den Massm zu wirken und so das Wohl deS Arbeiters zu fördern. Außerdem solle der Bund ein politischer sein und könne da ein jeder seine Meinung frei äußern.(Das ist doch stark.) Leider bestehe eine Ardeiter' bewegung, gegen welche die Regierung durch Gewaltmaßregeln bade Front wachen müssen, und nun habe er(Referent) im Frühjahr 0. I., im Einverständniß mst ca. 80 Interessenten, Unternehmern und Ardestern, beschloffen, eine„gemäßigte Ar» betterpartei" zu gründen, und er schlage daher vor, die Grün» sofort vorzunehmen. Eine Diskusfion sei also darüber nicht mehr nüthig. Die prompte Antwort auf J)ie oft % durch emste und scherzhäfte Zwischenrufe. unterbrochene Rederei t Verlang« war daS allsettige Verlangen nach einer Diskussion. Vergebens versuchten die Herren, einer solchen aus dem Wege zu geben; das stürmische Verlangen nötbigte die jetzt sehr verlegenen Ver» anstalter, ihm durch einen' GeschäftSordnungsantrag zu will» fahren, und so setzten der Reihe nach eine Anzahl Arbestcr dieses Machwerk in daS rechte Licht. Zuerst war eS' welcher in gebührender Weise die Pläne der Kartellbrüder unter stürmschem Beifall aufdeckte und dieses Verfahren als nationalliberale Wahlmache bezeichnete, wodurch man den Oechelhäuser'schen Jveen Eingang verschaffen wolle. Er wies auf die beutige Arbeiterbewegung hin, die flch das Ziel gestellt hat, auf gesetzlichem Wege die Gleichberechtigung Aller zu erringen; aber durch ein fest einem Jahrzehnt bestehendes Gesetz, welches namenloses Tausende von Staatsbürgern gebracht und welches Elend über„------- nur durch die nationallideralen Volksvertreter möglich geworden ist, sei der Kamvf für diese Bestrebungen mst den größten Ge« fahren, mit persönlichem Ungemach ic., verknüpft. Er warnte vor der Gründung, da der Bund die Äbhängigkest der Ardeiter noch verstärken und das Denunziantenunwcsen zum üppigsten Gedeihen dringen werde. Was einem Puttlamer trotz aller -m- 1--» Jt a-»••' Mütje nicht gelungen sei, werde dem nationalen Sund erst recht nicht gelingen, nämlich die Arbeiter von ihren Führern zu trennen und auf falsche Wege zu dringen. Ebenso schneidig sprach Herr Bärrer; er wäre zu der Ueberzeuguna gekommen, daß die Wieder« erstehung des„Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins" gefeiert werden solle; aber nun höre er. daß es stch um die Geburt einer Partei handele, die schon lange auf den Beinm und eine reguläre Mißgeburt sei. So komm noch verschiedene Redner, die daS Kind beim richtigen Ramm nannten, nämlich„Ardesm verein" für nationallideralen Stimmenfang. Nur schrva«, � suchte der Referent daS zu widerlegen, was ihm vcm öw» sämmtlicher Redner entgegen geschleudert wurde. Er bsthg»» seine gute Abficht, sowie keine Thiilnahme für den Arbea� Ebenso könne er auch auf Ehrenwort versichern, daß die liberale Partei nicht dahinter stehe.(Wie naiv!) Er Weg' das Beste im Auge: wurde aber energisch zmechtoewW» Nach langer heftiger Diskusfion wurde zur Adstinwum geschritten und siehe da, ca. 20- 30 waren für den SW und etwa 2000 waren dagegen, worauf schleunigst die � sammlung geschloffen wurde. Somit wird die nationalKWJ»l Kl'que in Hannover auf andere Mittel zu sinnen haben, wie? Wahlkreis den Ardeitern zu entreißen sei. Es kann aber Jj* gelingen, die klassenbewußten Arbester zu ködern, das beW» selbst der Kautschuckmann,„Hannoverscher Courier" genanvtg vor Wutb über den mißlungenen Plan auf die Bäume IWg möchte. Mögen die Arbeiter allerorts aber auf der feut Kg um dem mit dem Tode ringenden Kartell dm letzten SwiJ' versetzen und so wie hier es bald von der Bild flache� schwinden zu lassen. Dem„Courier" aber rufm wir die M' Stelle aus„Othello" ins Gedächtntß: „Wer ein vergang'nci Unglück stets beklagt, Ist Einer, der nach neuem Unglück jagt!" fc. 12.« «"schal „.Sur erst detr Wilh< . Die Vo Nwen n "«nuing oi Das Ho SÄI Theater. Mittwoch, den 12. Dezember. Martha, oder: Der Markt zu Richmond. ' her: Der dritte Kopf. Gheate». Der Pfarrer von Kirch- «tzeate». MUrwedr-Theat«». Die Reise in die Pyre- näen. t Constantin. ______. Der Rattmfänger von Hameln. ysIkw-Thtat«». Othello, der Mohr von Venedig. Thentee. Steffen Langer aus Glogau. «eawal-Utzmrte». Schmetterlinge. Zidets Geaft-Sheat»». Die drei Grazien. Aemfia««'»»aritt». Spezialttäten-Vor- stellung. Taawrdi#■ Theater. Spezialttäten* Vor- »«ier�ie» Ileichahave«: Spezialttäten« Verstellung. Berliner Theater. Mittwoch, dm 12. Dezember — Eva»— (Eva: Hedwig Niemann.) Donnerstag, den 13. Dezember Zum 1. Male: Air wilde Jagd. Lustspiel in 4 Akten von Ludwig Fulda. —(Melanie: Hedw. Niemann.) Freitaa, den 14. Dezember: Die wild« Jagd. (Melanie: Hedw. Niemann.) American Theater. VaitawUiMtaratrasse Mr. 18. Berliner BehAnheM«■ Konkurrenz. Die Tabieaux werden von in Leriiu g« kfwmtu Schönheiten dargestellt. Erstes Bild: Aschenbrödel nach F. Hiddemann: . Martha Kögel. Zweites Bild: Xlnter se« nach P. Thumann: Frl.*. Drittes Aoflstmng nach C. v. Boden hausen: iertes Bild: D« Wasser nach Unfles BUd: fachen- WU_ Mnffes Bstv:_ de» Aiwwel nach RaphtiS" SrÜ 1005f aa littet Echten Aordhanftt� r 80 Pf., im Restaurant von i Emil Böhl, Frankfurter HlWj*- «esW� # M_.___% # Natur. St?1'" S& m*' ut h die S nur �Sachew �«e K Pkg Weinet dS Oswald •M.i«*uMn pri* fÄ h, fawmeti BERLIN ÄJ Jsolae hft i Muffen!! nde ai gegen auch (durch?nf«a spottbillig). O t» Velzwnssen 1.50 M- Geyte pelzw-rssen bäe 4 M. Gpossnm 5 M. garnitnren Stück 1,25 M Oranimstr. 158. H Skkomm untnögi siaea-Lager sämmtlicher Systeme»% >asch- und WrwMaschinen.[im Emil Franke. r««u. Kähmaftzj (Jirkus(i. Schumann. Friedrich,«od. Ufer. 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Abänderungen des Gesetzes über die Nationa« t der Kauffahrteischiffe und die Befug» zur Führung der Bundes flagge vom �Oktober 1867, und geht dann über zur ersten Berathung �.Zusatzvertrages zu dem Handelsvertrag ?'schen Deutschland und der Schweiz vom � Mai 1881. "bg. z«cw»(Zentrum): Ich bebaute, daß in dem neuen e mit der Schweiz auf die Gemüse» und Obst» keine Rückcht genommen ist. Nachdem die Ge- ~vW. einen Schutzzoll bekommen haben, haben cPt Klienten erwartet, daß auch ste mit einem Schutz �bedacht werden würden. Die Obst« und Gemüsebauern durch die Konkurrenz Italiens und Hollands AMßten Schaden. Es liegt mir eine Petition von dieser 2* vor, aus welcher hervora-ht, daß diese Gärtner ihre Pro» ™ fast zu dem halben Preise gegen früher verschleuvern �7 vir isreuern uno genügen.*.ie vetuiivcu> nur einen Luxuszoll auf feineres Gemüse. Jedenfalls ist ��«he wichtig genug, um gründlich untersucht zu werden, rJch bitte Sie daher, diese Vorlage einer Kommission von �»gliedern zu überweisen. *,*(%. Stint bor Ii(Z.): Der Zoll für Seidenwaaren soll ? dem Vertrage mit der Schweiz von 800 auf 600 M. herab» 2« werben. Diese Herabminderung würde die nieder- Mische Seidenindustrie und eine nach vielen Tausenden Köpfe g**be Weberbevölkerung arg schädigen. Die Wichtigkeit � ganzm Sache ergiebt sich schon daraus, das die Schweiz »-.�frabsetzung dieses Zolles als conditio sine qua non hin» Er* bat. Nachdem für die Halbseide nichts hat geschehen (jv*"« hat man fich in diesen Jndustriebezirken den ganz Z?vrn und koulcmseidenen Waaren zugewendet und dies mit i?Lußerstcn Erfolg, lieber 5000 Handweber, die sich früher �««vmetarbeit befleißigten, konnten für die Seidenindustrie jSMchäfligt werden und das frühere Elend in den Weber» �ren hat sich dadurch ganz erheblich vermindert. Die Ein- BtoS?" Seidenwaaren hat fich fest Erhöhung des Zolls um cWonen Mail im Werthe vermindert, so daß die Bedeutung hLollerhöhung aar nicht in Abrede gestellt werden kann. der Zollerhöhung sind großartige Färbereien in Krefeld Umgegend er'aut worden. Diese Anstalten würden wieder rdc geben, wenn das alle Verhältniß einträte. Es find gegen die Zollerhöimng nicht nur die Seldenfadriianten. auch der ganze Niederib. inIsche Weberbund, der aus .selbstständigen Webermeistern besteht, und dann sämmt- ärbermeister. taatssekretär v Kötticher: Niemand kann mehr bedauern, ' daß es nicht gelungen ist, die schweizerische Handels- «kommission von dieser Forderung auf Herabsetzung des >iolles zurückzubringen. Diese war aber eine Bedingung, veren Erfüllung überhaupt das Zustandekommen des Ver» unmöglich erschien. Nun ist klar, daß, wenn wir zur ugung gekommen waren, daß ein überwiegend inländi- ntereffe es verbiete, diese Bestimmung zu konzediren, die °nung der Forderung gegeben war. Zu dieser Ueberzeugung sonnten wir nicht kommen. Die verbündeten Regierungen �.inner Zeit nicht der Meinung, daß der Scidenzoll von aj M erhöhen wäre. Ste halten keine Forderung auf .Ving gestellt, und erst in der dritten Lesung, ich kann ja üSfu, im Eifer des Bestrebens, allen möglichen Wünschen v*?!* gerecht zu werden,—(Abg. Bamberger:„Eine Loscht die andere") fand fich eine Mehrheit für Erhöhung volles auf 800 M. zusammen. Gegenüber der schmelze» Forderung konnten wir nicht zu der Ueberzeugung : daß die Zollherabsetzuna eine pemiziöse Folge haben übrigens bemerke ich hier, daß von der gegenwärtig �«en Verabredung mit der Schweiz nicht alle Seiden- ftfov.ps'toffm find, und es ist auch beispielsweise nicht recht W,,' weshalb der Vorredner fich breit ausgelassen hat tm Jabre 1885 vergeblich angestrebte ndmission tem- tzz.'Lösche fich auf die Einführung von Baumwollengarn � ��nrn die Waaren, welche mit Baumwollengarn versetzt ?!>> m* von der gegenwärtigen Zollerhöhung gar nicht ge- 5 tW?n einer Verheißung der verbündeten Regierungen IStol höheren Waarcnzoll an Stelle des verhaßten ad, P 8o rfwporaire ist mir nichts bekannt. Die Zollerhöhung !v fc.,.®!, ain« nnrt h»r Nks krause u�td� von der Mstte des Hauses aus. Die Einfuhr � �wamen in Deuischland betrug 1884 6526 Doppel- ?'vuber einer Autfuhr von 53717 Doppelzentner. fiß nU �otrug die Einfuhr 4921 Doppelzentner, die «. 70 Doppelzentner. Man könnte geneigt fem, diese l der Einfuhr der im Jahre 1885 beschlossenen - zuzuschreiben. Allein zu diesen 4921 Doppelzentner lleten noch hinzu 377 Doppelzentner für Krepp, Flor «n!.?-6 vermöge einer veränderten Einschreibung in istik nicht bcrückfichtigt find, und dann erklärt auf die speziellen Einfuhrzahlen in der seit 1830, dvß die Schwankungen der einzelnen «ins,? ouf. bald hinuntergingen, so daß man aus diesem o->- orresultat keinen sicheren Schluß ziehen kann. Wenn Steigen der Ausfuhr an Seidenwaaren in Be» »etben Sie zum Schlliffe kommen, daß unsere �bo�x"k�uffteigen begriffen ist(Widerspruch des 3m Jahre 1880 betrug beispielsweise die ge« Sie an 8 Wim aus Rohseide u. s. w. 492 Dovvcl» ihrer Forde:ung b.'harrie, am Niedenbein besonders für die B> am Herzen liegt. mir ja bekannt Besserung der dortigen Allein, wenn man ffJW : lk�brn°m vee«».. i &%%% bei bU.«" nicht mitmachen. Einmal ban» '" Ani'eln gar nicht ausschließlich um solche, die von der Handweberei hergestellt werden, zweitens ist die Prosperität der Handweberei gar nicht abhängig von diesm Zoll» sätzen. Der Niedergang der Handweberei ist ein unabwendbarer Prozeß, den wir vielleicht durch künstliche Mittel hinhalten, aber nicht abwenden können. Der gefährlichste Feind der Hand» weberei ist die Maschinenweberei. In dem Jahresbericht der Handelskammer in Krefeld für 1887, der sich anschließt an eine gleichartige Aeußerung in Krefeld, heißt es:„Schon in unserer vorigen Berichterstattung äußerten wir, daß der plötzliche Auf schwung der Handweberei nach dem bösen Winter von 1885,86 für dieselbe lein Glück gewesen sei. Heute können wir sagen, er war höchst bedauernswerth für dieselbe. Er hat den Prozeß des Ueberganges der Hausweberei zur mechanischm nur aufgehalten, ohne ihn verhindern zu können. Hunderte von Handwebern, die längst zu anderen Erwerbszweigen übergegangen wären, find zum Zwesten Male und in schlim» merem Maße ins Elend gestürzt worden." Daraus ergiebt fich unzweifelhaft, daß das Argument, es müsse im Interesse der Handweberei auf Beibehaltung des böheren Zollsatzes be» standen werden, nicht verwerthbar ist. Ich bearüße mit großer Freude alle die menschenfreundlichen und wohlthätigen Unter nehmungen, welche die Arbeitgeber am Niederrhein auf da« Ziel hingerichtet haben, den Uebergang von der Handweberei zur Maschinenweberei schonend zu vermitteln; aber die Regie» rang kann fich um so weniger entschließen, dem Wunsche des Vorredners nachzugeben, als dieses Nachgeben verknüpft sein würde mit eincm Nichtzustandekommen deS Handelsvertrages. Unsere Handelsbeziehungen mit der Schweiz haben fich zu außer» ordentlich intimen und glücklichen gestaltet. Vermeiden Ste es, diese Handelsbeziehungen zu stören, denn Sie wissen nicht, ob die Nachtheile einer Ablehnung nicht größer find, ats die imazi nären Voitheile, welche wir durch die Beibehallung des Seiden zolles von 800 M. gewinnen.(Beifall links.) Abg. Kroemel(bfr.): Die Lage der verbündeten Regie» rungen ist keine angenehme, nachdem von der großen Mehrheit des Hauses ein entschiedener Widerspruch gegen einzelne Bestimmungen des Vertrages fich erhoben hat. DieSstuation würde geradezu mißlich werden, wenn der Regierung dazu von sreihändlerischer Seite ein volles Lob zu Theil würde; denn oft genug ist uns entgegengehalten worden, daß nichts die Re gierung in ihren Schritten bedenklicher mache, als eine Zustim mung von unserer Seite. Ich unterschätze den Wetth des Ver» trags nicht, aber auch die verbündeten Regierungen werden nicht bestreiten, daß Oesterreich einen Vertrag von ganz anderem Um» fang zu Stande gebracht hat als die deutsche Reichsregierung, daß Oesterreich ganz anders in der Lage gewesen ist, feste ge sicherte Absatzverhältniffe auf dem schweizer Markte fich zu ver» schaffen. Aus der Begründung ist zu ersehen, daß die Schweiz die Absicht hatte, den Vertrag zu kündigen, wenn nicht die deutsche Regierung bereit wäre, dem schweizer Export bessere Absatzverbäitniffe auf dem deutschen Markte zu gewähren; die deutsche Regierung habe einen Theil dieser Forderungen ab gelehnt. Es ist daraus deutlich erkennbar, daß der aktive leitende Theil der Verhandlungen die Schweiz ge wesen ist: die Schweiz hat Forderungen gestellt, die deutsche Regierung hat in der Hauptsache fich ihnen an« bequemen müssen. Wie kommt es denn, daß ein politisch und wirthschaftlich so starker, fast übermächtiger Staat wie daS Deutsche Reich von der politisch und wirthfchastlich kleinen Schweiz in solchen Fragen eine conditio sine qua non sich stellen lassen muß? Das liegt daran, daß die deutsche Regierung bei Abschluß der Handelsverträge nicht dm klaren Willen hat, durch weitgehende Konzesstonen ihrerseits größere Konzessionen zu erlangen. So ist es urs auch bei den Verträgen mit Spanien, Italien und Griechenland ergangen. Wer bei dem Ab» schluß solcher Verträge ein klares Ziel, Erleichterung des Ver» kehrs, verfolgt, hat von vornherein einen großen Vortheil über den anderen Kontrahentm. Es sollte das eine dringliche Mah» nung für die Reichsregiemvg sein, aus dem handelspolitischen Gebiet die Herstellung der Verträge nicht immer einseitig den anderen Staaten zu überlassen, sondern ihrerseits den Abschluß solcher Verträge selbstständig in die Hand zu nehmen; die Mahnung ist um so dringlicher, da 1892 die wichtigsten Kon» ventionallarife in dem europäischen Handelsoertrage überhaupt ablaufen. Staatssekretär v. Kötttcher: Es wäre auffallend gewesen, wmn die Zufriedenheit des Vorredners mit dem stipulirten Vertrage eine ganz ungetrübte geblieben wäre, und bin ich des> halb gar nicht erstaunt, daß er es am Schluß seiner Betracht tungen neben einer Mahnung für die zukünftige Handelspolitik auch roch an einer Parallele zwischm der deutschen und öfter» reichischen Regierung nicht hat fehlen lassen. Es ist ja das ganz deutsch. In der Geschickte der Postillone schlägt jeder den andern Juden, bei uns schlägt jeder die eigene Regierung, und Ich würde mich gar nicht wundern, wenn in Wien dieselbe Be« merkung gemacht wird, die deutsche Regierung hätte mehr er» reicht und vorsichtiger operirt. Nun wird es mir nicht schwer, diese Bemerkungen auf ihren wahren Werth zurückzuführen. Der Vonedner vergißt, in welcher Rolle fich zwei Kontrahmten eines Handelsoertrages befinden. Eine conditio sine qua non kann fich auch der schwächste Mensch' erlauben(sehr richtig! rechts), wenn er eben das, was man von ihm verlangt, nicht anders hergeben will oder kann, als unter dm Bedingungen, die er verlangt. Was damit die Macht des Staates zu thun hat, verstehe ick nicht. Aus einer Reihe von Punttm haben wir auch conditio sine qua non gemacht. Der Abgeordnete Broemcl stellt fich vie Sache so vor. als ob wir dagesessen und ruhig gehört hättm, was die Schweiz fordert, und uns dann bestens bemüht hätten, der Schweiz entgegenzukommen. Die Sache hat vielmehr den Verlauf ge« nommm: die Schweiz verlangte die Revision des Vertrages, und diese Gelegenheit ist auch von der deutschen Regierung be» nutzt worden, prüfen zu lassen, welche Mängel der bisherige Handeisverttag für uns hat und welche Wünsche im Interesse unserer Industrie zu stellen sein möchten. Diese gegenseitigen Wünsche find zur Verhandlung gebrocht worden, und bei ver» schiedenen Punttm wurde von beiden Seiten gesagt: ohne dies können wir feinen neuen Vertrag schließen. Daß die öfter» reichisch- R-gierung mehr verlangt bat, liegt darin, daß es fich dort darum handette, einen vollständig neuen Vertrag zu schließen?; wir waren mit der Schweiz daran einig, daß wir den gegmwättigm Vertrag in der Hauptsache auftecht erhalten müssen. Ich weise also diese Parallele zurück, nammtiich weise ick an der Hand eines gutm Ge« Wissens den Vorwurf zurück, als ob wir nicht alles aeldan hättm, für die deutsche Industrie so nützliche Bedin» aungen als möglich zu erhallm. Was die Winke des Abg. Brokmel für die Zukunft anlangt, so erkläre ick: wenn wir es im Jntcrrffe unserer Industrie finden, Tarifverträge anzustrebm, fo werden wir die Jnitiattve dazu ergreifen; wir werden aber nickt um des Prinzips willen Tarifverträge machen, die wir nickt im Interesse unserer Industrie erachten. Wir treiben weder Schuezoll« noch Freihandelspolitik, sondern rationelle Handelspolitik, die darauf gerichtet ist, die Bedürfnisse desLan- des zu erforschen und zum verttäglichen Ausdruck zu bringen. (Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Webvkq(nationalliberal): Ich spreche nickt im Ramm meiner F-attion, sondern für mich persönlich. Es ist außerordmttich hart, wenn der Reichstag schon drei Jahre, nachdem einer Industrie ein Schutzzoll gewährt worden ist, von dessen Nothwendigleit er fich dock überzeugt hatte, in die Zwangslage versetzt wird, ihn ohne Weiteres aufzuheben, wmn nicht andere große Nachtheile für die Gesammtheit eintreten sollen. Die Seidmindustrie wehrt fich gegen diesen Verkag nicht nur mit Rückficht auf dm schweizerischen Zoll, sondern auch auf dm Verkehr mit den meistbegünstigten Ländern, mit Italien, Oesterreich, Frankreich, welche Länder in hohem Grade konkurrenzfähig find. Richt blos Krefeld und Elberfeld, sondern auch das sudliche Baden und Elsaß« Lothringm find hierdurch in Mitleidenschaft gezogen. Dieselben Bedenken gegen den Vertrag wallen seitens der Taschmubrm>Jndustrie und der sächfischm Industrie der Stickerei ob. Und diese Kreise wissen noch nickt einmal, daß ihnen eine Herabsetzung der Schutz-ölle droht. Da kann man dm kurzm Aufschub durch eine Kom» misstonsbcratbung nicht zurückweisen. Dadurch wird der Gegen« stand nicht für dieses Jahr ganz zurückgestellt, die Kommisston kann in zwei Tagen fertig sein und die Verhandlung im Plenum bis zum Sonnabend erledigt weiden. Ich kann mir nicht denken, daß die steine Schweiz, der in dem Vertrage große Vorthelle gewährt find, schließlich eine conditio sine qua non gestellt hat. Wmn der Reickstag den V orttag nicht gmehmigte, würde fich wohl darin etwas ändern. So ganz ausfichtSlos würde also eine Kommisstonsberathung nicht sein. Abg. Aultzsch(kons.): Für die Mehrzahl meiner Freunde liegt die Frage so, daß wir mll gebundenen Händen vor der Alternative stehen, entweder anzunebmm oder abzulehnen. Dte Verantwottung für die Ablehnung können wir nicht übernehmen. Es ist ja zu beklagen, wenn nicht alle Wünsche der Industrie in diesem Vertrage erfüllt find. Auch mein mgercs Vaterland ist davon bettoffen, namentlich die Stickerei im sächfischm Erz» gebirge. Aber man muß fich bescheiven, daß nicht mehr zu er« reichm gewesen ist; die'verbündetm Regierungen haben sicherlich die Wünsche der Industrie bei dm Vertragshandlungen auf das Wärmste vertreten. Wir müssen uns mit ver Hoffnung ttösten, daß eine spätere Wiederaufnahme der Verhandlungen diese Wünsche noch befriedige. Wir danken der Regiemng für diesen Verttag, dem wir im allgemeinen zustimmen. Auch eine mög» lichst rasche Erledigung ist geboten, denn die Nachtheile einer vertragslosen Zeit sind für den Gesammthandel weit größere, als die Nachtbeile dieses Vertrages für einzelne Jadusttiekreise. Unsere Industrie ist so thatkräftig und energisch, daß sie d'e Verhältnisse benutzen und aus jedem Ver» trag Vorthelle ziehen wird. Das Interesse unserer Industrie erfordert möglichst ausgiebige Tarif> Verträge. Der jetzige Verttag bedeutet immerhin einen Fortschritt gegm- über dem im vorigen Jahre uns vorgelegten. Unsere Jndusttie würde fich auf die Dauer auch an einen schlechten Vertrag ge» wöhnm. wmn er nur stabil ist, am schlimmsten ist aber die ewige Unsicherheit einer vertragSlosen Zeit. Die Mehrheit meiner Freunde begrüßt also den Verttag mit Freuden und würde ihn sofort in zwellcr Lcsung annehmen.(Beifall rechts.) Abg. Dr. Windtharst: Die Behauptung, daß fich unsere tJLtjtJL.!***. cn-~l---* J auch auf einen schlechten Vertrag einrichten könnte, wenn er nur stabil wäre, ist in ihrer AllgemeinheÜ nicht auf- recht zu erhallm, aber immerhin kann ein schlechter Tarif durch die Dauer erträglich werden. Wir haben bei dem Tarif vo» 1885 alle verschiedenen Interessen gegen einander abgewogen in der Meinung, daß dieser Tarif dauernd sein würde, statt dessen findet aber eine stete Abbröckelung auf Grund dieser Verträge statt, die ja nicht vermieden werden können, die aber schließlich unsere Mitwirkung bei der Festsetzung der Tarife illusorisch machen. Hier find eine ganze Reihe von Tarifpositionm aufgegeben worden. Ich begreife, daß der Abg. Broemel und seine Freunde diesen Vertrag mit Enthusiasmus begrüßen.(Abg. Rickert: Mit gedämpftem Enthustasmus!) Es war ein Triumphmarsch mit gedämpften Trommeln. (Heiterkeit.) Dieser Verttag führt direkt zum Freihandel zurück. Die Zahlen des Herrn Staatssekretärs vermag ich hier nicht im einzelnen zu prüfen, mir kommt es aber auf eine Prüfung an, und die muß in einer Kommisfion erfolgen. Die Zahlen allein könnten mich vielleicht von meinen Skrupeln befretm. Evt- scheidend ist hierbei die Frage des Seidenzolls, weil davon ein großer Theil unserer Industrie abhängt; Südbaden und der ganze Niederrhein find daran betheiligt. Wer die Roth am Nieverrkein infolge der wechselndm Seidenzölle gesehen hat, wird fich bewußt sein, daß diese Jndusttie nicht von neuem in Gefahr gebracht werdm darf. Ich will den Ruin dieser In» dustrie nicht auf dcm Gewissen haben, oder es muß mir die absolute Nothwendigleit dieser Maßregel bewiesen werden. Durch die Zölle auf Baumwollcngarne wurde die niedcrrheinische Seidenindustrie gezwungen, fich auf die Ganzseidenweberei zu werfm, und hat dte kostbarsten Einrichtungen dafür gett offen, und nun soll das alles wieder ruinirt werden! Die Sorg- samkeit der Regierung will ich nicht bemängeln, aber die R.» gierung hat zu meinem Bedauern gar keine Ursache gehabt, die Schäden für unsere Seidenindustrie in die Waqschale zu werfen, da sie diese Schäden eben nicht annimmt. Ich bin auch ein Freund der Landwirthschast, und diese kommt auch in Frage, wenn ihre Abnehmer oerarmen dadurch, daß die Industrie ver- nichtet wird. Es ziemt uns, in Ruhe zu erwägen, ob wir nicht eine Aenderung herbeiführen können. Ist nichts Anderes zu er» reichen, so werden die Betheiligten wenigstens die Ueberzeugung haben, daß wir die Sache in Ruhe überlegt und nicht übers Knie gebrochen haben. Es ist eine ganz kuriose Methode, daß man uns in die Lage bringt, in zweimal 24 Stunden Ja oder Nein zu sagen. Wenn die Positionen der Skidenindustrie nicht geändert werden, sage ich Rein. Bei beiderseitigem guten Willen wird fich die Verlängerung des einstweiligen Zuslandes auf ei» paar Monate erreichen lassen. Abg. Dr. jf»hl(natl): Der Herr Vorredner bemäifgelte . daß unser Generaltarif allmälig abgebröckelt werde. Damit schließt er die Möglichkeit aus, überhaupt Handelsverttäge ab- zuschließen, denn die Voraussetzung ist dabei, daß für die Kon» zesfionen von der anderen Seite auch von uns Konzessionen gemacht werdm. Wmn wir am Normaltarif nichts ändern wollten, würden viel gewaltigere Interessen auf dem Spiele stehen. Das System der Handelsverttäge können wir nicht oer» lassm, da es für unsere gesammte Jndusttie von der aller» größten Bedeutung ist und unsere Ervortindustrie lebensfähig -rhält. Die Unficherheit, ob und inwiefern ein Handelsvertrag mtt der Schweiz wieder zu Stande kommm werde, hat auch in den mtt nahestehenden Kreisen große Erregung hervorge» rufen. Auf Grund des Vertrages werden fich die Verhältn sse zwischen Deutschland uud der Schweiz weiter entwickeln. Es ist vom Vorredner anerkannt, daß für die Industrie die un» sicheren Zustände ganz besonders verhängnißvoll find. Eine Vir» tagung des Beschlusses, d. h. ein NichtZustandekommen des Ver» irages wird durch die Ungewißheit die Industrie mehr schädigen, als es der Vertrag schlimmstenfalls thun könnte. Es ist Uebung des Hauses, falls von einer größeren Anzahl von Mitgliedern Kommissionsderathung gewünscht wird, diese auch eintreten zu laffen, falls nicht gerade besondere Gründe dagegen sprechen. Diese Gründe liegen aber hier vor in der Geschäftslage des Reichstags. Der Bertrag muß bis zum 1. Januar genehmigt sein, und es ist ein offenes Geheimniß, daß der Reichstag nur noch in dieser Woche Sitzungen halten wird. Der Vertrag dürfte nicht zu Stande kommen, selbst wenn eine dahin zielende Absicht in der Kommission nicht besteht. Die einschlägigen Pe« titioncn sind bereits in der Petitionskommiision eingehend ge> prüft worden, und das Resultat dieser Prüfung wird noch beute nach der zweiten Lesung mttgethellt werden. Die Jnter« effenten werden in diesen sie derührenden Fragen jedenfalls ge> hört werden. Abg. Grad(Elsaß-Lothringen) wünscht, daß der Gegen« stand in einer Kommission gevrüft werde. Die Schweiz hat sich auch über den bisherigen Vertrag nicht zu beklagen, denn die Einfuhr und Ausfuhr decken sich fast. In der letzten Zell haben sich die Zustände für die Schweiz noch gebeffert, was in noch höherem Maße eintreten wird durch die Herabsetzung des Seiden« zolles von 800 auf 600 M. Mit dem Abg Trimdorn bedauert Redner die Lage der Handwederei am Rhein, die vorzugsweise durch die Konkurrenz der Lokomobile herbeigeführt sei. In Peti« tarnen aus dem Elsaß werde ferner gegen die Herabsetzung des Uhrenzolles geeifert, und zwar mit vielem Grund. Auch hier durste die Kommisfionsberathung am Platze sein. Abg. Kambrrger: Ich würde die Debatte in diesem ersten Stadium nicht verlängern, wenn ich nicht davon dmchdmngm wäre, daß hier das Schicksal der Vorlage entschieden wird. Eine Produktion zu ermuntern, sie zu erhalten durch Schutzzölle ist ja die allgemeine Ansicht der Schutzzöllner, aber eine Jnvustrie erst darauf zu gründen, daß ihr erst ein Zoll gewährt wird, sie aufzuführen hinter einer Schutzmauer von Zoll, das ist die gewagteste Konsequenz» die man aus dem Schutziollipstem ziehen kann. Wer bat denn jemand entschädigt, als 1878, 1879, 1885 mit einem Male das ganze System des deutschen Zollwesens auf andere Füße gestellt wurde? Und hier kommt mit einem Mal diese Frage bei der Herabsetzung des Zolles um 200 M. bei einem so enorm theurcn Artikel. Das ist das große Ge- schrei gar nicht Werth. Davon kann die Industrie weder leben noch sterben. Erwägen Sie dock die Erfahrungen anderer Länder mit einem solchen Zollkrieg» wir haben es zwischen Rumänien und Oesterreich erlebt, und erleben es jetzt an dcm Zustand zwischen Frankreich und Italien: eine Roth, wo Jeder zuletzt auch in seinem poiut'bomrenr engagirt ist, nicht nachgeben zu können, wo Jeder im Stillen seufzt über das maßlose Unheil durch die Verwinung in dem hartnäckigen Zollkrieg. Wenn zwei Länder sich aus diese Weise entzweien. ist immer ein lachender Erbe da, ein tsrtrns gaadens, der erbt zum Schaden derer, die sich entzweit haben. Wir haben Vor« theile genoffen und ziehen noch beständig Vortheil, und je wuch« tiger sich Frankreich und Italien bekriegen, um so größer'ist unser Vortheil. Unsere Industrie freut sich dieser Verwirrung, und kämen wir mit der Schweiz in diese Lage, würden namentlich Oesterreich mit seinem soweit gehenden Bündniß mit der Schweiz und Frankreich, das nur darauf lauert, uns etwas zu entreißen, sich über die Maßen fteuen, daß wir durch unsere thörichtm Ver« bandlungen ihnen die Wege geebnet haben. Und sind einmal die Bahnen des Handels geändert, dann werden die alten ver- lorenen Wege nicht so schnell wiedergefunden. Damm weg mit dem Vorschlag, mit diesem Vertrag noch zu zaudem und ihn in «ine Kommission zu verweisen. Nehmen Sie ihn an und die ganze deutsche Jnvustrie, der ganze deutsche Handel wird ihnen dankbar sein! � �. Damit schließt die erste Berathung. Der Antrag auf kom- mtssarische Berathung wird gegen die Stimmen des Zentmms und der Nationalliberalen Websly, v. Fischer, Engler und des Elsäffers Gl ad abgelehnt. Bei der zweiten Berathung werden die einzelnen Artikel des Vertrages angenommen, nachdem der Abg. K r a f f t(nl.) das Be« dauern der Gypsintereffenten zum Ausdmck gebracht, die gehofft hätten, daß der nur auf schweizerischer, nicht auf deutscher Seite erhobene Gypszoll in Wegfall kommen würde. Er hoffe, daß auf den Wunsch der Jntercffenten bei Wiederaufnahme der Verhandlungen noch zurückgekommen werde. Namens der Petitionskommtsfion derichtet darauf Abg. Kiegle über die zu dem Vertrag, namentlich auch aus Krefeld, emgegangenen P-titionen, und deantragt, dieselben durch die gefaßten Beschluffe für erledigt zu erklären. Abg. Trimbor«: Es ist betont worden, daß der bisherige Zoll seine Rechtfertigung hat, well in der Schwei, und Italien die Weberlöbne fast halb so hoch sind als bei uns. Bezüglich der Vorhaltung über die Ansicht der Krefelder Handelskammer, daß der Uebergang von der Halbseide zur Seide der Handweberei nicht zum Vortheil gereicht habe, bemerke ich, daß heute in ganz Krefeld nur eine einzige Stimme herrscht:„Verwerfung der betreffenden Zollpofition de« Zusatzvertrages". Früher waren die Jntereffenten in Krefeld uneinig, weil die frethändlerisch angehauchte Handelskammer sich jeder Zollerhöhung widersetzte. Von den 150 Jntercffenten haben 100 der Zollerhöhung widerstrebt. die sich heute ebenfalls dekehrt haben. Das Haus vertagt sich um 4t Uhr. Nächste Sitzung: Mittwo ch 1 Uhr.(Anträge, betr. Befähigungsnachweis, und Wahlpiüfungen.)_ Lokale». Di» vharlottenstraffe ist durch den ablehnenden Bescheid des Kaisers bezüglich der Durchlegung der Pferdebahn durch die Friedrichstraße zu einer größeren Beanspruchung des öffenllichm Jntereffis gelangt, als dies früher der Fall gewesen ist. Unter den vier großen Parallel-Adern, welche die Frtedrichstadt durch- schneiden, war sie in früheren Jahrzehnten daS Aschenbrödel. Wenn sich auch die Markgrafen- und Jerusalemerstraße, was die Großartigkeit des Verkehrs anlangt, nicht mit der mächtigen Lebensader meffen können, welche vom Oranienburger bis zum Halleschen Tbor und noch über dieselben hinausreicht, so haben sie vor der Charlottenstraße doch dm wesenllichen Vortheil vor- auö, daß sie nicht in eine Sackgaffe münden. Denn ungünstiger kann unmöglich eine große, sckön angelegte Straße anhedm und adschließm, wie dies bei der Charlotrmstrk ße der Fall ist— an der einen Seite begrmzt von dem ewig stillen Enkeplatz, an der anderm von der Dorothcenstraße in ihrem verkehrärmsten Theile. So kann sich der heutige Berliner kaum vorstellm, wie todt, wie verloffm diese schöne Straße noch vor zwei Jahrzehnten lag. Leben brachte erst die Pferdeeisenbahn hinein, die Grund- stücke stiegen im Werth, die winzigen Häuser, aus der gemüthlichen Zeit Alt-Berlins stammend, wichen großen Prachthauten. Die Charlottenstraße mag sich damals wie Dorn- röschen vorgekommm sein, da es aus einem langen Schlaf erwachte, denn Jahrhunderte hat es auch gedauert, bis fie die Bedeutung für den Verkehr erhielt, welche fie der Länge und Jahre nach längst verdimte. Ist fie nun erst an der Stelle zwischen der Behrenstraße und Unter den Lindm verbreitert und über die Dorotheenstraße hinausgeführt, dann kann fie bester als die Friedrichstraße und jede andere ihrer Parallelen dm Ver« kehr bewältigen, welcher mit der Anlage der Pferdedahn noth« wendig verbunden ist. Zwar im Süden kann die Charlotten- straße keine wesentliche Aenderung mehr erfahren. Ueber die Kochstraße hinaus wird fie immer still bleiben. Und eine Wetter- führung über den Enkeplatz hinaus bis etwa in die Lindm- straße erscheint nach menschlicher Berechnuna für alle Zeiten aus« geschloffen. Um so wichtiger aber wird diese Umgestaltung für den Norden Berlins werden, welcher endlich einmal dmch eine zwette Verkehrsader mtt dem Mtttelpuntte der Stadt verdundm werften wird. Zumal die Gegmd zwischen Leipziger- und Lra« niendurgerstraße dürfte Werth und Leben dadurch gewinnen. Vielleicht dekommt bei dieser Gelegenheit auch die Uferstraße „Am Kupfergraben" die wünsch enswerthe Umgestattung, deson- ders auf dem Theile nächst der Weidendammer Brücke, wo fie augenblicklich ein einer Weltstadt mehr als unwürdiges Aus- sehen hat. Geplant ist all das freilich schon längst, aber es wird endlich auch Zell, daß es zur Ausführung gelangt. Zu de» Schulkrankheiten gehört in erster Reihe die festliche Rückgratsverlrümmung, Schiefheit,' Skoliose. Ueber dieses Thema sprach in der letzten Sitzung des Berliner„medi- zinisch-pädagogijchen Vereins" Dr. Kom, indem er weiter aus- führte: Wir betrachten hier nur die aus schlechter Körperhaltung entstehende Verunstaltung. Sie ist eine der häufigsten des mmschlichen Köipers, wird in ihrem Entstehen leicht verhütet, wenn entwickelt, schwer oder gar nicht geheilt. Bei keiner Krankheit gitt der ärztliche Grundsatz:„wirke den Anfängen entgegen", mehr als bei dieser. Geht man von der Anschauung aus, daß einseitige Belastung der im Wacksthum befindlichen Wirbelsäule die Hauptursache bildet, so dildct die Schreibhaltung der Schulkinder die häufigste Gelegenheit zur Entwickelung der Skoliose. Die im Entstehen begriffenen, noch nachgiebigen Ver- krümmungen(das erste Stadium der Krankheit), denen man im frühen Schulatter außerordmtlich häufig begegnet, lassen sich im Eltemhause mit Unterstützung der Schule noch leicht heilen. Eulen- bürg fand unter 1000 skoliotischen Patienten die Skoliose 564 Mal bei Kindem im Alter von 7—10 Jahren, und Adams die geschttderte Krümmung unter 599 Belasteten 470 Mal, und diese entspricht der fehlerhaften Schreidhaltung der Schulkinder. Läßt man daS Kind die Arme über den Kopf halten oder den Kopf vorne überbeugen bis zu gleicher Höhe mtt dem Becken, bei gestreckten Beinen und schlaff herunterhängenden Armen, dann verschwinden Krümmungen ersten Grades. Zeigen sich bei dieser Vorbeugehalrung seitliche Ausbiegufig und Erhöhung der einen Seite, dann haben wir es auch nicht mehr mit dem ersten Stadium der Skoliose zu thun. Für das erste Stadium ist unter anderem zu empfehlen: vor allem Vermeidung der falschen Schreidhaltung im Hause und in der Schule. Dazu gehört die Einführung praktischer, zweckmäßiger Sitze in Schule und Haus, sowie genugende, geeignete Beleuchtung; ferner der schiefe Sitz(Volkmann), die Schwede, und unter den turne- rischen Freiübungen solche wie Armheden seitwärts, Zehenstand mit oder ohne auf den Kopf gelegtes Kissen. Das ge- wöhnliche Turnen ist nützlich, aber nicht ausreichend. Wün- schenswerth bleibt, daß die jungen Schulkinder möglichst wenig schreiben. Zurückgewiesene Seschwrrde. Im Laufe des ver- gangenen Monats sanft in Randel's Salon eine Arbeiterinnen» Versammlung statt, aus welcher die Männer polizellich verwiesen wurden. Die seitens der Einderuferin, Frau Antonie Leuschner, beim Polizeipräsidenten erhobene Beschwerde ist in folgender Begründung zurückgewiesen worden:„Auf die Beschwerde vom 19. November erwidere ich Ihnen, daß ich die von dem Polizei« lieutenant ZieSle vor Beginn der am 15. November in dem Lokal Jnvaltdenstraße 1 abgehaltenen Frauenversammlung zur Auftechtcrhalwng der Ruhe und Ordnung unter den deretts Versammetten, sowie im stcherheitspolizettichen Interesse ge- troffenen Maßregeln nur zu billigen vermag. Zunächst ist Ihre Annahme, daß der genannte Beamte zu den ftaglichen Maß« regeln deshalb nicht befugt gewesen sei, weil er nicht mtt der Ueberwachung der Versammlung beauftragt war, eine irrige. Denn diese Maßreg'.ln finden nicht in dem der Polizei in Bezug auf Versammlungen eingeräumten UederwachungL« recht, sondern in der generellen Vorschrift des all« gemeinen Landrechts Thell il, Titel 17§ 10, wonach es der Polizei obliegt,„die nöthigen Anstalten zur Erhaltung der öffentlichen Ruhe, Sicherhett und Ordnung zu treffen" ihre Be- gründung. Die einzelnen Punfte Ihrer Beschwerde anlangend, so war bei der thatsächlich vorhandenen U.derfüllung des Ver- sammlungslolals eine thettweise Räumung desselben als noth- wendig zu erachten, und die settenS des Polizeilieutenants Zieske getroffene Anordnung, daß die anwesenden Herren das Lokal verlassen sollten, um so mehr gerecht« fertigt, als nur eine Frauenversammlung angemeldet war, und die zu derselben erschienenen Herren mithin nur als Gäste anzusehen waren. Ihre Angade ferner, daß die Ueberfüllung des Hauptsaales erst durch die von dem Polizettieutenant ZicSke angeordnete Leerung des Nedensaales hervorgerufen sei, ist durch die angestellten amtlichen Ecmtttelungcn nicht bestätigt worden. Vielmehr war die Ueberfüllung des Hauptsaales schon vor der Leerung des Nebensaales vorhanden. Die Leerung des N-bensaales aber zu fordern, war der Beamte berechtigt, wett einerseits ohne diese Maßregel die erforderliche Freihaltung eines Nedenganges in dem Hauptsaale vor den Verbindungslhüren desselben mit dem Nedensoal unmöglich und die Ueberstcht über die Versamm« lung für den Uederwachungsbeamten mindestens sehr erschwert gewesen wäre, auch war der Nedensaal nach der Angade des Wirths des Lokals für die Versammlung nicht mitoermiethet. Ich weise Ihre Beschwerde daher als unbegründet zurück. Der Polizeipräsivent v. Richthofen. Gegen Fräulein Jagert, welche in jener Versammlung gegen die Ausweisung der Männer pro- testirte und allein die Eindemferin als zum Einschreiten derrchtigt ansah, ist die Untersuchung eingeleitet worden." Folgend» Statistik über Todesnefacken flieht eine Zettung des vorigen Jahrhunderts. Sie schreibt: Im vorigen Jahre starben: infolge von Doktor und Rezepten. well sie nicht geadelt wurden.. aus Neid......... aus Aerger über die Wahlen zur Akademie........ venückt durch Finanzoperationen. unbekannte Launen...... Schreibsucht........ tzochmuth wegen Rangerhöhung. well von anderen mehr gesprochen wurde......... Eheleute» die vom andern Thell todt geärgert wurden.... Gram über strenge Kritik.... Verdruß über Untauglichkeit der Dienstboten........ Zu stark geschnürt...... Kinder, die zu weichlich erzogen wurden......... liebe* denüZlngluckafall Zehrte* Sahn hinler Ruhleben berichtet der„Anz. f. d. Havel« land" noch folgendes nähere: Als der Vormiüags 8 Uhr 48 Minuten vom Lehrter Bahnhof in Spandau abgefahrene Vorortszug sich der Charlottenburger Chaussee näherte, war gerade hier infolge der Nähe der Wiesen und des Svreelaufes der Nebel außerordentlich dicht und man konnte kaum 10 Schritte wett schon. EinigePaffagiere bemerften aber von den Waggon- fenstern aus einen Brauerwagen, der unmittelbar vor der Loko« motioe das Geleise passirt haben mußte. Diese Wahrnehmung war in der That richtig. Es war ein Flaschenbierwagen der Berliner Unionsbrauerei, welcher fast um Haarbreite gleichfalls vom Zuge erfaßt worden wäre. Der Kutscher dieses Wagens war auf dem Spandauerbock mtt dem Führer des Friesecke'schen Gefährts zusammengetroffen, und beide hatten sich verabredet, noch auf dem Stresow im Kunze'schen Lokal zusammen einzukehren. Sie traten die Fahrt nach Spandau auch zu gleicher Zett an, und der Bierkutscher hatte einen ganz geringen Vorsprung. Als er eben über das Bahngeleise fuhr, sah er plötzlich in seiner nächsten Nähe den Zug hwandrausen, und nun wurden die Pferde plötzlich wild und jagten in rasen« der Karriere davon. Erst dieffetts Ruhleben hat der Kutsche* die Pferde beruhigen können, und als er in Spandau anlangte, wußte er nicht, was einen Schritt hinter ihm an der krttischen 196 Männer, 255 Frauen ans dem Geleise de* Stelle pasfitt war. Das Unglück selbst ist, als öS geschah, r» den wenigsten Paffagieren des Zuges wahrgenommen worve». Erst als der Zug dicht vor der Durchfahrt durch den Tunmi des Bahnkörpers der vom H-mburger Bahnhof verkehrend« Vorottszüge plötzlich anhiett, erfuhren fie, was sich soeben j» getragen hatte. Dcm Anscheine nach hatte die Maschine in ihrn ganzen Breite das Pferd erfaßt und, es zermalmend, mtt fia fortgerissen. Große Fleischstücke und Knochen des Thintt basttten an den Rädern der Lokomotive und wurden von d«' selben nunmehr entfernt. Der Kutscher lag, aus einer Kerl' wunde blutend, in der Nähe der Unglück-stätte rcchts oo« Bahnkörper besinnungslos an der Erde. Er war bei dem df sammenstoß aus dcm Wagen geschleudert und mit Vebemeni niedergefallen. Der Wagen war zertrümmert und die LadM, meist Räucherwaaren, lag zersdeut umher. Als der Zug hi«, ttat wehklagend der Bahnwärter, ein erst kürzlich vereideter w heiter, Namens Schüler aus Spandau, an den Zugführer hcn» und rief aus:„Sie hätten auch vorher pfeifen sollen: K muß ich sehen, wie der Mann und das Pferd todtgefahren«- Nach einem Rufenthall von etwa 15 Minuten setzte der K» seine Fahrt fort, und vom Bahnhof Westend wurde das wjjj glück nach dem Lehtter Bahnhof in Spandau gemeldet, wor«! dann der verunglückte Kutscher sofort adgeholl wurde. Der d« Bahnwärterdienst verrichtende Arbetter wurde bald darauf wflp löst. Es steht fest, daß die Barriören nicht geschloffen war« Der Kutscher ist am Sonnabend infolge der erhaltenen»> letzungen gestorben. ri<. Znm Drostelfang Nns«S derichtet die„Monatsschrift� Deutschen Vereins zum Schutz der Vogelwelt":„Daß i™ unserer und verwandter Vereine Anstrengung dem MrffenM der Drosseln im neuen Vogelschutzgesetze doch nicht Einhalt than wurde, ist tief zu deklagerr. Doch dürfen wir, auch in der nächsten Zeit kein Erfolg zu erwarten ist, in der Azitati« gegen dieses Unwesen nicht müde werden. Pflicht bleibt aw» ohne Erfolg Pflicht. Von 100 von einem Jäger eingelttfotn „Krammetsvögeln" waren 97 Singdrosseln, 3 Weindroffcln, lein einziges Stück Wachholderdroffel! Die WachholderdroW und Amseln fangen sich schwerer, leicht dagegen aber den herrlichen, den Wald mll fröhlichem Gesänge deledern� Singdroffeln auch viele andere nützliche Vögel, wie Rothkeh� Grasmücken, die gutmüthigen Gimpel, später die schönen Seib«� schwänze u. s. w." Di» ehenralig« Schlächternrief» vor dem HafleW* Thore ist jetzt in voller Entwickelung zu einem neuen ß**, theile mit schönen, breiten Straßen begriffen. Das ii«R Geschlecht kennt kaum mehr dm altm Namen, das ältere noch die Heelden der Kölnischen Schlächter hier weiden W ist in der Jugmd über den breitm Plan am türkischen R? Hof vorbei zum Turnen nach der Hasenbaide gewandert, jr älteste Geschlecht aber hat wohl auch als Bürgerwehr hier Oberst Aschoff bei Julihitze cxerzirt, während die Herren nach Schluß der Schule herausströmten, um„Vaters H� thaten" zuzusehen und ihm wohl auch stolz den Kahfuß Hause zu tragen. Heute umspannen die ehemalige Wiese dew" auf drei Seitm die Urban-, die Bärwald- und die straße. Dazwischm aber liegen noch städtische SteiiiMZ Zimmerplätze u. dergl. Hier wohnm die Leute in Berlin ganz ländlich in leichtm Fachwerk-Häuschen, die von Gärten umgeben find, um deren Dächer Tauben scbwm' und auf deren Höfm Hühnerschaaren fich tummeln. � allen Seitm her aber rücken die Micihskasernm bttl'? Idyll näher, und bald wird man auch von ihm nur T" „fingen und sagen" wie von der ganzen ehemaligen©rhIW wiese. j, Polizeibericht. Am 10. d. M. Vormittags wurde � Schuhmacher in setner Wohnung in der FranIfurterstrM?� hängt vorgefundm. Die Leiche wurde nach dcm LeichenjflZ Hause gebracht.— Als der Kutscher Sommer cch mittags � seinem Wagen in das Grundstück Kottbuserdamm Nr.% einfahren wollte und die Pferde zu diesem Zweck beim 2» führte, wurde er durch die Spitze der Deichiel derartig die Wand gedrückt, daß er schwere innere Verletzungen und nach dem Krankcnhause Bethanien gebracht werden Abends wurde an der Ecke der Waßmann- und Weberstts*�, Arbeitsbursche von einem Möbelwagm und vor dem Kottduser Ufer 34 ein Bierverleger von einem überfahren. Beide erlttten ziemlich bedeutende— und mußten nach dem Krankenhause gebracht iwrt%a Mittags entstand in der Seifenfabrik von Spielhazen, Äjg straße 30, Feuer, welches von der Feuerwehr nach dreislu»" Thätigkett gelöscht wurde. Gerichts-Ieitnug. * Gin Nachspiel zu d»n S-m«nnal»ahi»» gestern vor der 4. Strafkammer des Landgerichts I Zeit der Wahlen im 14. und 24. Kommunal-Wahlbejirk von Seiten der Sozialdemokratm in beiden Bezirken verbreitet, welche unter Darlegung der vorhandenen~ zur Wahl sozialdemokratischer Vertreter aufforderten. D» � brettung wurde theilweise dmch offme Hingabe, theUweti* � auch in der Weise dewirkt, daß man die Blätter in verschloß, auf welchen die Adressen der Wähler oertn�, waren. Am 10. Juni fand die Verbreitung des beM p> Flugblattes für den 14. Wahlbezirk statt und eine grö?� A- zahl von Personen hatte sich zu diesem Zwecke nach zirl begeben, um die Vertheilung vorzunehmen. Dttv$ wollte jedoch die Verbrettung deS Flugblattes verbinde« � es war deshalb ein starkes Aufgebot von Kriminalbeamten 2» bin beordert worden, welche auf die Verbretter fahnden' pf Es wurden denn auch folgende neun Personen angeha»?� zur Polizeiwache fistlrt: Töpter Leo Profos, Rudolf Klau, Arbetter Otto Rennthaler,-y ''------- �bert Fricke.> Ä A»! Hermann Apfelgrün, Tischler A l b e r i F r i cke, dinder Otto Galle. Tischler Friedrich G-°,iS Weber Hermann Mähler und Mechaniker Fn� Schräder. Bei den Genannten wurden«ear�� weniger Exemplare von dem Flugblatt für den 14. f und bei Galle, außer einem Exemplar für den 1*-, Mhin Exemplare des 24. Wahlbezirks vorgefundm, währenv nm Flugblätter des 24. Wahlbezirks bei sich hatte. Aul der polizeilichen Erhebungen wmdm Profos, Klau un'W thaler angeklagt, ohne polizelliche Gmehmigung"' an öffentstchen Orten verbreitet zu haben, Fricke, Galle, Giedow, Mäkler und Schräder unbekannten Personen, welche ohne polizeiliche Druckschristen an öffentlichen Orten verdretteten, zur— dieses Vergehens wissentlich Hllfe geleistet zu jj! der Vernehmung erklärten fich sämmtliche Angelds Sozialdemokraten, destrtttm aber die Verletzung der an« Bestimmungen des Sozialistengesetzes und vsk � Ministerialverordnunz.— Angeklagter P r o f o 8jirB die Anklage folgendermaßen aus: Ich erhielt die'' psts� an jenem Tage von einem Freunde, der nm oustru»' nach der Wrangelstraße zu dringm, wo fie in � Häusern verthellt werden sollten. Alle Blätter 1% schlossenen KouvertS. welche die Namen der � �f � Häuser mthieltm. Einen Auftrag, die Flugdla>. Straße oder an sonstigen öffmtlichm Ortm i» omv ich mcht; ich habe nm zwei Exemplare in 8°"°** I a können, well ich verhaftet wurde.— Angeklagter weigerte die Auskunft darüber, von wem« 8�% empfangen habe. Dieselben waren ebenfalls in»eu � Als er in einem Hause die Vertheilung vornehmen o0n er verhaftet.- Angeklagter Rennthalerwur 0 Bekannten ersucht, bei der Verbrettung behilflich% Gesuch kam er nach und deaad fich mit hsn ne f vertS in ein Haus, um die Einladungen an Vre Neben. Auk der Treppe sei er dann rem einem Herrn gefragt worden, wes er mache, worauf er sich an den Herrn mit der Mge gewandt bade, ob er auch Wähler des Hauses sei. Nun orbe der Betreffende sich als Kriminalbeamter legitimirt und ihn affgesmdcrt, mit nach der Polizeiwache zu kommen.— Singe» Wter Apfelgrün weife nicht mehr, ton wem er die Flug- blatter erhalten hat. Der Inhalt sei ihm auch unbekannt ge- Wesen und habe er die beschriebenen Kouverts nur an die de» töwmten Adreffen befördern wollen. Als er einen Wähler nicht ausfinden konnte, bade er einen Herrn, der geradeaus der Treppe w dem Hause stand, danach gefragt; darauf sei er von dem derrn verhaftet werden.— Angeklagter F r i ck e traf einen Be» «unten, der ihn zur Vertbeilung der Briefe aufforderte. Als H eben im Begriff war, mit dem Austragen zu beginnen, wurde « von einem hinzutretenden Kriminalbeamten verhaftet.— An- Magier Galle: Meine Flugblätter waren nicht in Kouverts; «d trug dieselben ganz frei unter dem Arm, hatte aber keines- w?gs die Absicht, sie öffenllich zu verbreiten, sondern nur den Wählern des H mscs zu geben, in dem ich wohne. Zu diesem Zweck wrrendieDruckschristen mirvon einem Freund eingehändigt worden. »ls ich an d.m bezüglichen Tage in der Langestrafee bei meinem ikitungsspediteur stand, wurde ick von einem Mann gefragt, was ich habe. Ich erwiderte, er möge doch nachsehen. Darauf wurde ich verhaftet. Zu einer Verbreitung der Flugblätter bin nicht gekommen. Auf dem Wege zur Polizei saate der Be» o«te:„Sie haben die Blätter doch schon verbreitet?" Ich ent» Eignete:-N-in!" Später wollte der Herr mich zwar der Ver- biettung bezichtigen, doch mufete er schließlich zugeben, mich nur wit den Blättern unter'm Arm gesehen zu haben.— Angell. «iedow erhielt die Flugblätter in der Wrangelstraße, um sie toä) der Köpnickerstraße zu dringen. Die Kouverts trugen be- Mmte Adreffen, an welche die Beförderung stattfinden sollte. rto der Köpnickerstraße wurde er mit den Briefen getroffen und 5nhastet.— Angell. Schräder: Ich war davon unterrichtet, # die V-rtbeilung staltfinden sollte und hatte mich deshalb W dem Wahlkomitee gemeldet, um zu helfen. Abends vorher wurde mir ein Packet mit kouvertirten Flugblättern zugestellt; sum nächsten Morgen hatte ich mir schon Helfer zum Austragen 'Kellt. Diese kamen aber leider nicht und so mußte ich mich auf den Weg machen. Als ich die Klingel zu einer Woh- in der Pückeerstraße zog, kam der Kriminalbeamte Feld- M» und riß mir einen Brief aus der Hand. Als er denselben Mete, protestirte ich dagegen, weil meiner Auffaffung nach der verr kein Reckt hatte, das Bricfgeheimniß zu verletzen. Dar» 'uf wurde ich von ihm autgefordert, mit nach der Wache w kommen.— Angeklagter Möhler war nickt zum Termin Mienen; derselbe befindet sich zur Zeit im Gefängniß und durste deshalb die Borladung wohl nicht erhallen haben.— Es Me nun die Vernehmung des Kriminallommiffar R a u m e r. «erselde konnte nicht bestimmt angeben, od alle Kouverts be» schrieben waren. Er habe die Angellagtcn polizeilich vcrnom- wen. deren Geständniß sich aber lediglich darauf beschränkt habe. «ß sie die Absicht hatten, die Verbreitung zu bewirken. Für 14. Wahldezirk sei die Genehmigung zur Verbreitung nach- gesucht, aber nicht bewilligt worden, während für den 24. Wahl- «Jitl überhaupt kein Gesuch erfolgt sei. Ob die Angeklagten jstuon etwas wüßten, sei ihm nicht bekannt. Galle sei aber Mn aus einem ähnlichen Grunde einmal bestraft, während «iedow beim Anlleben der dekannten rothen Zettel delheiligt Neesen sei. Soweit ihm bekannt, hätten sich die Angeklagten S* zur sozialdemokratischen Partei bekannt.— Auf Befragen Märt Galle, daß er zwar einmal auf Grund des Prefegesetzes wit 30 M., aber nicht schon wegen des vom Zeugen ange- whrten Vergehens bestraft worden sei.— Damit ist die Be- Weisaufnahme beendet und es erhält nunmehr der Staatshalt das Wort: Die Beweisaufnahme habe ergeben, daß nur 'ei Gaue offene Exemplare des Flugblattcs vorgefunden Wurden: bei den übrigen Angeklagten sei nur festgestellt, Nß sie die Flugblätter in Kouverts hatten, welche mit Messen versehen waren und daß sie sich dereit erklärt �ien, dieselben zu»erdreiten, zum Theil auch bereits verbreite- M. Eine derartige Verbreitung in g.schloffenen Kouverts ver- fleU das Sozialistengesetz nicht und demnach müsse er Frei- wrechung deantragen. Bei Galle liege die Sache anders; verleibe habe die Druckschriften geständlich von einem Bekannten ftr Verbreitung erhallen; angeblich sollte er fie nur an de- mmmte Personen in einem Hause abgeben. Od der Auftrag so Nelautet habe, wisse man nicht; da ihm aber eine Verbreitung Mt bewiesen sei, so liege eben nur sein Zugeständniß vor und Hushin könne eine Verurtheilung nicht erfolgen. Demnach g auch Galle freizusprechen.— Lertheidiger Rechtsanwalt Dr. Deiche schloß stch Viesen Ausführungen an und stellte außer- den Antrag, den Angeklagten die Kosten des Prozesses zu Men, ne l die Anklage erHoven worden sei. obgleich die pol:- reiche Vernehmung schon den vorliegenden Thatdestand ergeben «>be.— Nach längerer Berathung erkannte der Gerichtshof Mr dem Vorsitz des L-ndgeiichlsdirektors Martius auf Frei- chung sämmtlicher Angeklagten. Auch wurde deschloffen, den »klagten, außer Galle, die Kosten des Prozesses zurückzuer- v* Wege» Anstiftung zu- Merbreitung verbotener jhckrchrifteu hatte stch gestern der Schanlwirth Robert . Arnberg vor der vierten Strafkammer des Landaerichts I '•verantworten. Der Angeklagte band stch eines TagcS in .wer» Lokal die Schürz- ad und bei dieser Gelegenheit sollen N. Exemplare des„Sozialdemokrat" aus einer Falle der zshze gefallen sein. Ob es in der That zwei Rummem jener hckschrift gewesen find, ist in der Verhandlung nicht festge- M worden, wohl aber, daß irgend ein Späher der Polizei C derartige Mittheilung gemacht haben muß, und daß Jl darauf eine Haussuchung bei dem Angeitagten vorge- wurde. Hierbei wurden 33 Stück Sammeldons mit Q Bebel, sowie 1 Exemplar d.s sozialdemokratischen Lieder» �.vorgefunden. Diese Druckschriften wurden beschlagnahmt ÜL-Nürnberg unter Anklage gestellt.— Der Angeklagte be« «h stch als Sozialdemokrat. Auf die Frage des Vorfitzenden. 0 nicht eine Rolle in der sozialdemokratischen Organtsation '-ly erklärte er, daß ihm eine solche Organisation mckt bekannt ' daß er daher auch keine Rolle in derselben spielen — genannten Schriften habe man Zwar Befunden, aber er habe die beiden Bucher '" kannten zum Privatgebrauch und nicht mg gekauft. Unter dies« Bedingung bei von zur habe «u: wt& m* mm WA SM ' welche derartige Bücher 'einbinden lassen. polizeiliche Verbot der Sammlungen zu sozlaldemokra« tischm Zwecken sei rein formal und muffe jedes- mal erneuert werden, wenn die Sammlung nach einem anderen Modus stallfinde. Das letzte Verbot habe die Samm« lungen für die Familien der Ausgewiesenen getroffen; hier werde auch von den Jnhaftirten auf den Bons gesprochen und mithin könne das Verbot hierauf keine Anwendung finden. Der Begriff der„Beihilfe" sei vorliegenden Falls auch nicht gegeben, well ohne dieselbe die That gär nicht möglich werde, andernfalls mache man sich der Beihllfe schuldig, wenn man einem Bettler eine Gabe verabfolge oder einen Beitrag zu einer Kollekte leiste, die nicht polizellich genehmigt sei.— Staatsanwalt: Ich möchte doch den Herrn Vertheidiger bitten, stch mit dem allgemeinen Landrecht bekannt zu machen.— Rechtsanwall.M e s ch e l s o h n: Ich möchte mich meinerseits ein für alle Male dagegen verwahren, daß mir Rechts- telehrungen von dem Herrn Staatsanwall zu Theil werden.— Staatsanwalt: Ich hatte nur die Abficht, den Herrn Ver- theidiger darauf aufmerksam zu machen, daß Beihilfe nur bei Verbrechen und Vergehm möglich ist.— Der Gerichtshof er» kannte dahin, daß der Angeklagte sich nur in einem Falle, durch Ankauf der Sammelbons der Anstiftung schuldig gemacht habe und dafür mit einer Geldstrafe von 50 M. event. 5 Tagen Gefängniß zu bestrafen sei. Hinsichtlich der Bücher habe der Gerichtshof die Schuldfrage verneint, weil angenommen worden sei, daß der Angellagte sich dieselben nur zum Privatgebrauch beschafft habe und in dem Hingebm zum Einbinden auch kein Dolus gefunden werden könne. * Gin» starke Gavrrplosto« fand am 6. September in dem Hause Äohrenstraße 26 statt. Am Morgen dieses Tages bemerkte die in dem Hause beschäftigte Frau Tauer einm starken Gasgeruch, der aus einem Zimmer zu kommen schien, welches kurz zuvor von den Malern renovirt worden war. Sie theilte ihre Wahrnehmung dem Maler Köpke mit und dieser ging mit ihr in das verdächtige Zimmer, um nach der Ursache zu forschen. Hier beschloß Köpke, mtt einem Streichholz die Gasleitung ad- zuleuchten und mndete zu diesem Zwecke ein Streichhölzchen an. In demselben Moment erfolgte ein starker Knall, das ganze Zimmer schien ein Feuer zu sein und Frau Tauer wurde von dem Druck bewußtlos zu Boden geschleudert. Als fie wieder zu stch kam, stürmten Feuerwehr und Polizei bereits die Treppen berauf. Auf Anordnung der Polizei wurde die Verletzte zur Sanitätswache gebracht, wo man ihr die erllltenen Brandwunden vorläufig verband. Infolge der erhaltenen Verletzungen blieb fie fünf Wochen arbeitsunfähig. Ader auch Kövle mußte für seine Unvorflchtigkeit schwer büßen, denn er hatte eine vier- wöchentliche Kur im Krankenhause durchzumachen. Die ange« stellten Recherchen ergaben, daß man in dem betreffenden Zimmer den Kronleuchter abgeschraubt hatte, ohne die Oeffnung hernach wieder zu verschließen. Der Leuchter mar den Malern bei der Arbeit sehr hinderlich gewesen und da zufällig einige Metallarbeller in dem Hause mit dem Ordnen der Lellungen beschäftigt waren, so wandte man fick an diese mit dem Ersuchen, die Krone ab- zuschraudm. Der Metallen beirer Senf weigerte sich zwar zu- rächst, dem Wunsche der Maler nachzukommen, well er keinen Verschluß zur Stelle hatte, veranlaßte aber schließlich doch die Abschraudung, als ihm gesagt wurde, daß der Eigenthümer Arndt erklärt habe, vor dem 15. September werde kein Gas gebrannt. Zeuge Arndt will diese Aeußeruna nicht in dem Sinne gebraucht haben, während der Zeuge Maler Backhaus das so verstanden hat. Der letztere bekundet auch, daß er nach Becndi- gung der Malerarbellen dem Angeklagten Senf davon Mit- theilung gemacht habe.— Der Staatsanwalt war der Anficht, daß Ems für das angerichtete Unheil verantwortlich zu machen sei. Als Sachverständiger hätte er die Oeffnung sogleich oder binnen kurzer Frist schließen laffen müssen; das sei aber nicht geschehen, selbst dann nicht, als ihm der Zeuge Backhaus von der Beendigung der Arbeiten Kunde gegeben habe. Die Fahr» läsfigkeit bleibe auch dann an ihm haften, wenn angenommen werde, daß der Eigenthümer veifichert habe, vor dem 15. September werde dos Gas nicht benutzt. Die Sache liege zwar sehr milde, da der Angeklagte den Malern nur eine Gefälligkeit er- weisen wollte, und deshalb empfehle stch eine Geldstrafe in Höhe von 80 M. Dieser Auffaffung trat auch der Gerichtshof bei und Senf wurde zu der beantragten Strafe vemrtheiit. Ein mehren« Kt««»»»««»füllender Kampf«m die Freiheit eine« Menschen, welcher gestern vor der Berufungs- «Strafkammer VI des hiesigen Landgerichts l ausgefochten wurde, erweckte die lebhafteste Theilnahme von Laien und Juristen. Es handette sich um die Erlebnisse des Kolporteurs Gustav Heinrich D i t t m e r, welchen das hiefige Schöffengericht unter Vorsitz des Amtsrichters Dr. Dickel wegen Hausfriedensbruchs und Körperverlitzing zu 1 Jahr 4 Monaten Gefängniß verunheilt hat, nachdem der Staatsanwalt nur 6 Wochen Gefängniß als hinreichende Sühne in Antrag gebracht hatte. Der Angeklagte, welcher für das zu Gunsten der inneren Misston herausgegebene Werk„Dr. Martin Luther" Abnehmer sammelte, kam am 4. August auch zu der in der Lünedurger- straße 7 vier Treppen hoch wohnenden Kaufmannsfrau M t e l k e und soll sich nach deren Behauptung sehr roh benommen haben. Er soll beim Oeffncn sofort den Fuß zwischen die Thür ge- klemmt und als ihm dies untersagt worden war, mit der Faust nach dem Kopfe der Frau M. geschlagen und noch einen zwellen Schlag haben folgen lassen, als er von der Hilfe rufenden Frau verfolgt wurde. Der Angellagte dagegen behauptet, daß Frau Melle ihm auf sein Anerbieten des Buches geantwortet habe: „Laffen Sie mich mll dem Dr.. zufrieden", worauf er sich zu der Bemerkung habe hinreißen lassen:„Von einer Kaufmannsfrau hätte ich etwas mehr Bildung erwartet!" Darauf habe die Frau die schon geschlossene Thür wieder geöffnet und ihn mll der Hand ins Gesicht gekratzt, wogegen er fich nur in der Notbwehr mit seiner Hand vertheidigt habe. Das Schöffengericht glaubte der einzigen Belastungszeugin in jedem Punkte und erkannte auf jenes Aufsehen erregende Strafmaß, well es wohl annahm, daß der Slngeklagte ein Rowdy sei, welcher allein ,n ihren Wohnungen weilenden Feaucn gefährlich werde. ES wurde auch als erwiesen ange- nommen, daß der Angeklagte nach dem Attentat stch sofort ins Redenhaus geflüchtet und auf einer Hintertreppe versteckt habe. Die gestrige äußerst eingehende Beweisaufnahme halte nun zu« nächst das Resultat, daß der Angeklagte thatsächlich das Werk „Dr. Martin Luther" kolportiit. Demselben wurde sowohl von seinem Vorgesetzten, als auch von seinem Schlafwirthe das beste teurniß gegeben und letzterer bestätigte ihm. daß er an jenem bend mit einer zerschrammten Nase nach Hause gekommen sei. Mehrere Frauen, bei denen der Angeklagte an demselben Tage das Buch angeboten,«klärten, daß fich derselbe ihnen gegenüber durchaus ruhig und anständig betrogen habe, und zwei Zeuginnen sagten auf der anderen Selle der Frau Mielke räch, daß dieselbe eine leicht erregbare Dame sei. Abgesehen davon aber wurde in dieser Instanz auch klargelegt, daß der Angellagte durchaus nicht von der Hintertreppe res Nebenhauses, wo er fich„versteckt" aebal- ten. heradgehott, sondern in diesem Nebenhause seinem Geschäfte weiternachgegangen und ganz ohne Zwang die Tre ppe herab gekommen sei.— Staatsanwalt Dr. Menge, welcher im allge- meinen zugab, daß der erschwerende Verdacht, welcher auf dem Angellagte« lastete, hinfällig geworden sei, kam doch zu einem überraschenden Schluß, indem er beantragte, die Strafe nur um 3 Monate zu vermindern.— Vertheidiger Rechtsanwalt Th. F riederici hielt es für ganz ungeheuerlich, daß der Antrag des Staatsanwalts durch einen Gerichtshof um das drei- , e b n f a ch e überschritten werde. Die Darstellung des Ange- klagten habe viel mehr Wahrscheinlichkeit für fich als die der Krau Mielke; aber selbst wenn man der letzten folgen wolle. liege doch nichts vor, als höchstens die Ungeschliffenheit eines aufdringlichen Kolporteurs, für welche einige Wochen Gefängniß eine mehr als hinreichende Sühne seien.— Die Berathung deS Gerichtshofes war nur eine kurze. Der Präsident erllärte, daß der vorliegende Fall wegen des außer- ordentlich hohen Strafmaßes allerdings ein bedeutendes Auf- sehen erregt habe und es sei deshalb der vorige Termin vertagt und eine ganz eingehende Beweisaufnahme angeordnet worden, um den Sachverhalt nach allen Richtungen hin zu llären. Die beutige Verhandlung habe nun ergeben, daß der Verdacht, der Angellagte habe noch schlimmere Absichten gehabt, nicht be» gründet sei; wenn ein solcher Verdacht noch vorläge, würde der Gerichtshof vielleicht vas vom Vorderrichter erkannte Strafmaß für anaemesien gehalten haben. So blieben aber nur ein ein- facher Hausfriedensbruch und zwei Körperverletzungen übrig, die objettiv zu beurtheilen seien. Der Gerichtshof habe da? erste Urtheil aufgehoben und für alle drei Strafthaten auf eine Gesammt strafe von sechs Wochen er- kannt, die durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt anzusehen seien. Das Publikum brach nach der Urtheilsver» kündigung in laute Beifalls-Aeußerungen aus, die der Präsident fich energisch verbat._ Soziales und Arveitervewegaug. Aufruf an die Metallarbeiter K erlitt« ttttb Mm- gegend. Die am 7. Dezember in Sanssouci tagende Be:» sammlung erllärte stch mit den gemaßregelten Kollegen der Sommerfeld'schen Werkstatt, nachdem dieselben die Sache klar gestellt und sämmtltche Redner sich für Unterstützung ausgesprochen» für solidarisch und wurde ein Anttag, etne Kommisfion von 5 Mitgliedern zur Regelung der Unterstützung zu wählen, ein« stimmig angenommen und die Kollegen Otto Klein, Ritterstr. 15 pari.; Ernst Fahrenwald, Dieffenbachstr. 72; Paul Merk, Lausitzer» straße 32; Gottfried Schulz, Adalberistr.94; und Reckner, Bitlen» straße 76, gewählt. Listen resp. Gelder werden von der Koni» Mission verabfolgt resp. in Empfang genommen. Kollegen! Trotz der schlechten und ungünstigen Geschäftszeit haben wir durch obigen Beschluß die Pflicht, die gemaßregelten Kollegen zu unter- stützen, und da unsere Geldmittel zur Zell ein Nichts find, ersuchen wir Euch jetzt, voll und ganz einzutreten und frisch ans Werk zu gehen; nehmt die Sammlungen bei Euren Kollegen mit ganzer Kraft auf und defürchtet nicht, daß die Mittel zum Fonds zu reichlich werden könnten. Denn dadurch, daß unser Fonds wächst, gewinnen wir an Ansehen denjenigen Fabrikanten gegenüber, welche mit allen Mitteln ihre Arbeiter auf das Feld der Schundarbett durch allzu große Abzüge und Einstellung von Mädchen zu drängen suchen, wodurch selbst die befferm Fadri» kanten, welcke fich dagegen sträuben, viel zu leiden haben. Kollegen! Wir rufen Euch nochmals zu, steuert mtt freudigem Herzen je nach den Mitteln, welche Euch zu Gebote stehen, bei, denn selbst die kleinste Gabe bildet in Masse ein GroßeS; schnelle Hilfe ist doppelte Hilfe. Die Kommisfion. Kernt«»«rb Kersmuml»»«!». Nerbaud deutscher Mechaniker und oeewaudter Kerufsgenofle«, Zahlstelle Berlin. In der am 5. d. Mtk. im Lokale von Lammers, Kommandantenstr. 71— 72, abgehaltenen Versammlung hielt Herr Dr. Benkendorff einm Vortrag üdtr „Straßenhygiene". Redner führte ungefähr folgendes aus: „Luft, Ltckt und Wärme seien jedem warmdlüligm Lebewesen zu seinem Gedeihen unentbehrlich. Der Mensch könne nament. lich die Lust als sein eigmtliches Ledenselement ansehm. Der» selbe könne wohl schlimmsten Falls, wie ja einzelne Hunxer» künstler bewiesen haben, 30—40 Tage ohne feste Nahrung bc» stehm, sei aber nicht im Stande, es auch nur wmige Minuten gänzlich ohne Luft auszuhatten. 9000 Liter stische Lust ver» brauche ein erwachsmer Mensch in 24 Stunden. Um so mehr müsse man deshalb für die Reinerhaltung der Stthmungsluft Sorge tragen. In großen Städten könne dies nur durch«öa- lichst schnelles Beiseiteschaffm der Niederschläge. Tageswäsirx, sowie aller menschlichen und tbierischm Abfallstoffe erreicht wer- dem Ein großer Schritt zur Besserung in sanitärer wie ästhc» tisch« Beziebung sei durch die Einführung der Kanalisation geschehm. Seit jenem Zeitpuntt haben fich die Steiblichkeits» verhaltmsse in Berlin bedeutend gebessert. In den 50« Jahren starben von 1000 Menschen in B. 31,5, heute 24 7 von 1000 - Großen Einfluß auf die Athmungsluft habe fern« die Feuchtigkeit des Bodens. Die meisten epidemischen Krankheit, n fänden in den Grundwäffnn ihren Ursprung. Die Trocken» hallung deS Bodens, sowie möglichste Sicherung gegm Verun. reiniaung sei deshalb ein Haupterfordemife d« öffentlichen Ge» sundhettspflege und könne n« durch ein für Feucktigkeitm un» durchläsfiges Pflaster erreicht w«dem Wiffmschaftlich sei länast festgestellt, daß das Asphaltpflast« in sanitär« Beziehung, wie auch in Hinsicht auf den Wagenverkchr allen Anforderungen am besten genüge, und es sei deshalb zu verwundem, daß von dm 50 Meilen Straßenlänge Berlins erst ca. 6-7 Meilen mit Asphall belegt seien, da es fich noch dazu in d« Herstellung, sowie an Unterhaltungskosten billiger stelle, als Pflaster 1. Klaffe. D« überaus größte Tbeil der bisher asphaltirten Straßmflächm entfalle auf das Zentrum dn Stadt. Recht wohlwollend hätten die„Vät« der Stadt" diesm an und für fick gesündesten Stadttheil auch mit dem ge» sündestm Pflast» bedacht, während viel ungesün» d«e Slrafeenzüge desselben noch entbehrm, wie auf einem vom Redn« vorgezeigten Plane zu ersehen war. Di« diesem Pflast« oft zum Vorwurf gemachte Glätte sei dm Thinm wmig« gefahrlich als es scheine. Es seien also 1887 50 pCt. weniger Pferde gestürzt als 1885. Der vieldeklagte Staub rühre wenig« von dem Pflaster als vielmehr von dem durch dm Wagenverkehr zermahlenen Viehdünger h«. Etne rationelle Behandlung der Straßen, öst«e Waschungm. könne hi« viele« bessern. Auf 500 Quadratmet« Straßmfläche komme in London 1. Kehrer. in Berlin je 1 Straßenfeger auf 8000 Quadratmeter. Auch sei d« Waffemerbrauch pro Kopf der Bevölkerung ein viel geringerer. Redn« besprach hi«auf die schon vor Jahren von d« Firma Hmschel h«gestellte patentirie Straßenreinigungi- Maschine, welche leid« vom Magistrat einer Prüfung noch imm« nicht unterzogm sei. Auch zog Redn« die Must«. karte des Berliner Trottoir's, die vnschiedenen Belmchtungsartm in dm Kreis seiner Bettachtungen und plävirte femer für billigere Ga-preise und damit allgemeine Einführung der Gasheizuna Redn« schloß mit dem Wunsch, daß die anwesende jüngere Gm«ation die benliche Zeit noch erleben möge, wo da« Wort: „Es werde Licht!" sich in seinem ganzen Umfange bewahrheitt» MMMM sprechung und sodann Ausgabe d« vom Magistrat zugesandten Frageaogm statt. Kollegm, welche solche in Empfang ge» nommen seien hittdurch nochmals«sucht, dieseldm gewissenhaft auszufüllen und baldmöglichst an den Vorfitzendm adzu» uefern. Die große öffentlich« Formeroerfam« Inng, welche am Sonntag, dm 9 d. M. in gaustmann's Salon. Jnoaliven» straße 144 tagen sollte, wurde von vornh«ein polizellich v«» boten. Die Tagesordnung war: Das bisherige Resultat der eingesandten Stettin« Arbett und die allgemeine Stellung der Berlin« Former dazu. Ein Referent war nicht anMebm. Es ist Beschwerde eing«eicht und dürste d« eventuelle Bescheid sehr interessant ausfallen, da die Form« Berlins glauben, daß sie fich in ver Angelegenheit bisher auf vollständig gesetzlichem Bodm bewegt haben. Auch die Slrbeitgeder d« Branche scheinen mit dm Arbeitern g«ade in dies« Frage ewig zu sew. da die Anf«tigung d« von Stettin nach hi« gesandttn Ar» betten von den meisttn und zwar von dm bedeutendsten Firmen mndweg abgelehnt wurde. Dieses anerkennenSwerthe Pol! G-h Bnhalten der Fiimm ist hauptsächlich auf die einmuthige Haktuna der Bertiner Former zurück zu führen. Wie verlautet, ist die Arbeit gar nicht mehr in Berlin, sondern aller Wahr- scheinlichkeU nach in Landsderg a. W. Dt» Ftttal« III(vft) der N-rewigung der deutschen Mater jc. hielt am Dienstag, dm 4. Dezember, im Lokale Heise, Lichtenbergerstr. 21, ihre Monatsmrsammlung ab. Tages- ordnung: 1. Ersatzwahl der Arbeitsvermittlungskommisfion. 2. Verschiedenes(Lohnstatistil). 3. Verlesung aus dm Darwin« schen Wer km. Der erste Punkt wurde durch die Wahl der Herren Hmtze und Krenz erledigt. In Betreff der Lohnstatistik ging Kolleg« Schweitzer auf die von der Innung und Ortstrankm- kaffe nach Angabe des Statistischm Bureaus aufgestelltm Löhne der Maler und verwandten Berufsgmoffen ew. Hiemach de- tragm die Löhne: a) Jnnungsmeister: Gehilfen bekommen 20—24— 36 M. pro Woche, Tagelöhner„ 12-15-18„„„ m Für Sonntagsarbeit und Ueberstunden& 0,50— 0,75 M., R-chtstunden& 1,50 M. t?!) b) Ortskaffe: allere... 24,00-25,50- 30,00 M. pro Woche, ehllfen.. 18,00-20,00-24 50„„ Anstreicher. 12,00-13,50-18,00„ Redner weist hierauf nach, daß diese Angadm der Löhne viel zu hoch gegriffen find, und daß die Löhne im günstigsten Falle höchstens 600-800 M. aufs Jahr betragen, denn cs ist unmöglich, daß ein Malergchllfe einm Durchschnitts- lohn von 24 resp. 20 M. pro Woche habe(nach Angade der Janungsmeister und Ortskaffe), da derselbe durch ungünstige Witterung und Mangel an Arbeit gezwungen wird, oftmals 12—20 Wochen im Jahr zu feiern. Es klinge wie Hohn, wenn behauptet werde, ein Gehilfe erhalte für eine Sunde Nacht- arbeit 1,50 und für eine Uederstunde 0,75 M. Da man aus diesm durchaus falschen Angaben sehe, wie die Herren Meister destrebt find, die Löhne ihrer Gehllfm in möglichst rofigem Lichte darzustellen, jedoch mit dem wahren Sach»erhalt nicht hervorkommen, so ist es unsere helligste Pflicht, dieselben durch wahrheitsgetreue Statistik zu wiederlegm» um im Falle eines Streiks das Publikum auf die Seite der Arbeller zu ziehen. Redner empfiehlt, die in kurzer Zell von dem Vorstande der Bereinigung zur Verausgabung gelangenden statistischen Frage« dozm recht gcwiffenhast auszufüllen und rege daran theilzu« nehmen.— Hierauf sprachen noch verschiedene Kollegen und zeigten durch Angabe ihres eigmm Verdienstes, daß die Angaben der Jnnungsmeister und der Ortskaffe auf Unwahrheit beruben. Ferner giebt der Streik der Lacktrer im Frühjahre dmseldm Beweis, denn die Jnnungsmeister haben ihnen bei lOstündiger Arbeitszeit nicht 0,38 M. auf die Stunde dewilligt, aber nichts- d.stoweniger ist der Durchschnittslohn der Lackirer auf 24 M. pro Woche berechnet(nach Angade des statistischen Bureaus).— Hierauf wurde folgende Resolution einstimmig argmommen: „Die heute in der Lichtenbergerstr. 21 bei Heise tagende Ver« Sammlung der Maler u. s. w. der Flliale III(Ost) Berlin er- krärt stch mit den Ausfühmngen der verschiedenen Redner über die mangelhafte und unzuverlässige Lohnstatistik der Innung und Ortskaffe Berlins ganz einoerstanven, und deschließt, daß rua eine gewiffendaste Lohnstatistil, von den Gehilfen aisgestellt, Licht über die traurige Lage der Maler u:d verwandten Berufsgenoffen Berlins verbreiten mag." — Ferner wurde zu„Verschiedenes" der Antrag klänge- nommen, daß die Bibliothek ohne Pfand den Mitgliedern zur Vertüzuna gestellt würde.— Der 3. Punkt wurde der vorge« rückten Zrll wegen zur nächsten Versammlung vertagt. Darauf Schluß ver Versammlung. Friedrichshage». Am Sonntag, den 9. d. Mts, fand im„GesellschastShause" eine gut besuchte öffentliche Versamm- lana statt, in welcher der Buchdrucker Herr Werner über das „Mers- und Jnvaltdenverficherungsgesetz" sprach. Der Referent legte in packender Weise die Gründe klar, durch welche dieses Gesetz für die Ardellerpartci völlig unannehmbar sei, und erntete für seine lichtvollen Ausführungen, die häufig von rauschender Zrstim mung unterbrochen wurden, den ledhaftesten Betfall der Anwisenden. Nach angeregter Diskusfion wurde von der Ver- sammlung die folgende Resolution des Herrn O. Schmidt „Die heute am 9. Dezember 1888 in Friedrlchshagen im„Gesellschaftshause" tagende öffentliche Versamm- lung eillait fich mit dem Referenten voll und ganz einverstanden und verwirft hiermit den ganzen Gesetzentwurf aus folgenden Gründen: 1) weil das Alter von 70 Jahrm nur von einer kaum nennensweithen Zahl von Arbeitern erreicht wird, weil von der festgesetzten Altersrente nicht einmal ein Kind an der Mutterdrust, viel weniger ein er- wachsenec Mann ernährt werden kann, weil die Qulltungsdücher nur zur Kontrole der Arbeller von den Arbeitgedern denüyt werden würden" einstimmig an. Unter lebhaften HochS auf die Arbeiterpartei wurde die Versammlung hierauf geschloffen. Mereiuigung der deutsche« Kchmied«. Versammlung an Mittwoch, den 12. Dezember, Abends 8V Uhr, Kaiser- 4. »«fang-, Turn- und gesellige Mereiu« am Mittwoch Männergesangverein„Jugendlust" Abends 84 Uhr im Restaurant Paffod, Gartenstr. 162.— Männergesangverein„Cacilia" Abends S Uhr im Restaurant, Köpnikersttaße 127a.— Gesangverein „Männerchor Linde" Abends 8', Ubr im Restaurant Haller, Niiuny:»straße 70.— MännWesangverein„Sangesfreunde" Aoends 9 Uhr im Restaurant Musehold, Landsbergerstr. 81.— „Freya", Gesangverein der Freireligiösen Gemeinde, Abends 64 Uhr im Restaurant Benecke, Große Hamdurgerslraße 16.— Huppert'sche Sängervereinigung jeden Mittwoch nach dem ersten im Monat, Abds. 9 Uhr, im Restaurant Heise, Lichtenbergerstr. 21. —„Seeger'scher Gesangverein" Abends 9 Uhr im Restaurant Schuh, Prenzlauerstr. 41.— Gesangverein„Schwungrad" Abends 6t Uhr im Restaurant Sahm, Annenstraße 16.- Männergesangverein„Lorbeerkranz" Abends 9 Uhr im Restau« rant Karsch, Oranienstr. 190.— Gesangverein„fftord-Jubal" Admds 9 Uhr in Vettin's Bierhaus, Vetcranenstr. 19.— Männergesangvercin„Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr im Restaurant Doberstein, Mariannenstr. 31—32.— Gesangverein „Sängerrunde" Abends 8j Uhr Buckowecstraße 9.— Verein „ Sangestreue" im Restamant Henckel, Brüderstr. 26. 1. UebungS- stunde von 84 bis 11 Uhr Abends.— Gesangverein„Bruderbund" Abends 9 Uhr bei PStzoldt, Reichenbergerstr. 16.— Lübeck'scher Turnverein(1. Lehrlingsabtheilung) Abends 8 Uhr Elisabethsllaße 57—58.— Turnverein„Weddang", Pankstr. 9. Männer-Abtheilung von 8% bis 1% Uhr Abends; des- gleichen 1. Lehrlings- Abtheilung von 8 bis 10 Ubr Abends.—„Mehr Licht", Verein für Scherz und Ernst, Abends 84 Uhr im Restaurant Heid, Fcuchtstraße 36a— Schlefischer Verein„Holtet" Abends 9 Uhr im Restaurant Henke, Hollmannstraße 33.— Vergnügungsverein„Fröhlichkeit" Abends 9 Uhr im Restaurant Säger, Grüner Weg 29. — Schlefischer Verein„Holtet" Abends 84 Ubr Prinzenstr. 106 bei Gehrt.— Wissenschaftlicher Verein für Roller'sche Stenographie Abends 84 Uhr im Restaurant Beese, Alte Schönhauser- stricke 42, Unterricht und Uebungsstunde.— Roller'schei Srenographenverein„Süd- Berlin". Abends 84 Uhr im Ji'raÄ w« „Wilhelmsgarten". Kochstraße 7.- Verein ehemaliger Schuler der 22. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaura, it Lehmann. Kurfürstenstraße 31.- Berliner Rauchklub„Wrangel" Abends 9 Uhr im Restaurant Foge, Köpenickerftraße 191.- Rauch- 2) 3) klud„Havanna SO" Abends 8t Uhr im Restaurant Paetzoldt, Reichenbergerstraße 16.— Rauchklub„Gemüthlichkeit" Abends 8 Uhr im Restaurant Achsel, Köpenickerftraße 161.— Rauchklub„Eolumbia" Abends 8% Uhr im Restaurant Beyer, Primenstr. 96.— Rauchllub„Frisch gewagt" Abends 84 Uhr im Restaurant Tempel, Äreslauerstr. 27.— Rauchklub„Krumme Piepe" Abends 84 Uhr Ostbahn 4 bei Trumpf.— Vergnü- gunasverÄn„Fröhlichknt", gegründet 1880, Abends 9 Uhl Gruner Weg 29. Telegraphische DepeschsT. (Wolffs Telegraphen-Bureau.) Lomdo», Dienstag, 11. Deznnber. Unterhaus. Ferguffon erklärt, Bagamoy- sei keineswegs ein Platz von löbsterWiSlig- kell, derselbe wer nur für den Handel gewählt, weil er diquem für die Karawanenroute gewesen sei. Es scheine, d-ß Häuptlinge aus dem Innern mit großer Streitmacht mit Kanonen veiseben die deutschen tzandelsstationen angriffen, plünderten und den Platz niederbrannten. Selbstredend fielen die Verluste hauptsäch- lich auf den Sullan und die Handelsgemeinschaft, darunter die britischen Jndier und die deutsche ostafrikanische Gesellschaft. Die Deutschen vertheidigten fich mit Hilfe ihrer Kriegsschiffe, worauf fich die Insurgenten in das Innere zurückzogen, sämmt- liche Kanonen zurückiaffend. Die Deutschen verblieben im B'- fitze des Platzes. Der Entsatz deutscher oder britischer Posten oder Stationen habe nickts mit der Blokade zu schiffen. Eng- land würde, wenn der Fall eintrete, seine Lands leute ebenso vertheidigen, wenn dieselben angegriffen würden. Die Insel Pcmba sei nicht im Rayon der Blokade, werde aber überwacht. Kriefkasten der Redaktion. »«<«vfragm bitten wir die NbomernnttWimitun* bdiufflaen. Brieflich» »ntwori wird nicht ertheiit. Freidenker Kerlt«. 3 M. für den Wahlfonds er» halten, B. Mr. 80. Das ist uns auch unbekannt. P M. Am lö, kündigen, wenn man am 1. ziehen tmB. KV K. Natürlich muß der„Herr" Alimente zahlen. W« find zu weiterer mündlicher Auskunft dereit. A. H. Dennewitzstraffe. Wenden Sie fich an Bras» und Rothenstein, Friedrich- und Franzöfischc-Straßen-Ecke. A. G. Die R den find nicht stenographisch. #.«• Sch. Martiuickenfelde. Stargard liegt in Hinter» pommern. Ur, 100. Zu dem Zwecke meldet mon fich schriftlich bei« Polizcivräfidtum.' Piiionergejangverein Giympia. Sie haben den Tag Ihrer Zusammenkunft anzugeben vergessen. G. A. Dlmena«. Die Millionenfrage zu lösen ist uri nicht möglich.— Es ist eine Sage. G. K. Gartenliraffe. Sie muffen Ihr Recht weiter«l- folgen. Wenn Sie fich auf unsere Redaktion bemühen wolle», wird Ihnen weitere Auskunft ertheilt werden. G. K MnsKa«. Sie drücken stck in Ihrem Schreit« nicht verständlich genug aus. Wenden Sie stch an einen Reckt«- verständigen dort am Platze. M. T. 100. Darüber giebt Ihnen am besten Ihr Kaff«' vorstand Auskunft. 090?. Reichstags- Abgeordnete erhalten keine Spes«- Preußische Lmbtagsabgeordnete erhalten 15 M. pro Tag. 2. Ziehung der 3. Klaffe 179. Königl. Prellß. Lotterie. Ziehung vom 11. Dezember 1888, Normieeag». Rur die Gewinne über ISS Mark sind den delressenden Nummern in Parenthese beigesügl. (Ohne Gewähr.) 31 35 77 91 105 285 378 416 25 94 839 938 43 1 073 312[2001 68 97 536 755 60 803 94 97 944 67 4029 278 311 24 35 86 532 63 624 28 44 76 95 702 6 76 96 833 52 905(2001 87 3091 295 98 353 437[200] 72 85 97 537 625 741 817 4054 106 18 57 237 61 83 391 428 52 701 85 862 95 933 5157 229 56 317 414 22 32 502 934«019 82 129 288 363 [2001 66 410 88 539 63 702 48 874 86 7257 586 698(2001 782 913 27 54 (2001 8044 103 29 277 328 61142 80 701 35 45»172 7781 493 528 687 700 10007 102 56 534 94 706 72 1 1218 56 605 19 38 770 99 887 12013 158 75 81 239 53 455 58 75 605 745 818 30 31 81 940 70 13037 74 200 63 65 85 313 424 70(300) 532 64 711 855 64 92 I 4129 69 326 90 441 50 53 773(2001 888 988 15313 67 433 500 917 38 73 1 0085 1300J 97 166 93 203 43 344 412 723 65[5001 840 75 954 1 7067 350 99 410 28 500 76 711 819 949 52 90 1 8089 127 304 23 424 638 84 739 937 1»056 299 312 34 57 495 617 54 752 85 847 48 20018 33 136 245 302(6001 11 421 50 81 508 74 605 81 716 901 54 2 1 026 45 70 84 167 250 51 316 24 12001 563 635 900 2 2018 102 324 459 596 629 23 056 104 7 263 353 427 92 510 81 689(2001 729 70 80 908 72 2 4153 206 302 71 417 66 504 72 618 849 66 87 2 5002 146 267 510 39 096 713 807 919 22 20084 238 89 330 99 671 736 835 89 941 43 2 7 292 97 329 75 555 792 864(3001 72 948 86 28085 112 49 375 96 426 572 600 964 2U062 308 672 866 69 951 59 78 »«»28» 684 632 785 II 1010 220 434 70 547 62 73 964(2001 89 32072 89 119 60 233 50 80 334 968 78 97»3064 228 71 357 576 98 646 876 918 34017 77 126 79 267 399 443 95 97 512 21 655 721 70 901 35021 35 191 203 325 412 45 93 6!6 71 705 24 808 982 96 3 0031 205 309 71 52» 90 643 48 709 914 53 69 37479 550 66 72 726 38002 58 82 84 90 116 220 59 79 89 464 97 552 669 888 926 39241 77 373 488 678 12001 911 .40101 754 66 98 803 78 4 1 017(3001 92 172 207 21 43 387 91 440 I 42 521 657 58 709 79 865 42075 217 404 501 29 61 603 38 47 12001 60 79 1300J 753 69 944 4 3132 209 353 626 37 813 47 71 81 92 918 2.3 4 4000 34 III 261 98 307 99 415 560[2001 652 64 725 69 845 45054 204 20 49 378 410 603 71 785 828 61 989 40252 366 641 785 829 925 87 4 7056 173 81 205 63 328 62 75 545 629 751 4*218 313 16 24 39 424 83 758 59 916 93 4»007 17 30 39 135 247 341 404 535 642 790 844 61 72 939 85 5 0047 102 19 361 80 456 572 688 730 894 981 5 1 070 235(500] 72 82 327 4 7 67 441 569 655 754 80 819 907 5*038 323 511 62 65 652 701 917 13001 53325 528 76 614 99 989 54126 236 38 57 308 53 72 89 438 64 530 64 704 65 87 869 74 908 46 55075 153 200 21 494 97 546 5 0202 351 84 455 515 57 65 603 710 22 841 63 57169 399(2001 416 57 659 62 861 68 86 902 46 5*016(200i 113 120O] 25 43 70 93 243 46 300 479 512 623 719 812 77 89 97 5U158 286 422 47 68 95 582 758 94 949 00083 100 25 65 210 73 334 77[2001 539 40 655 702 67 814 28 « 1 214 330 33 406 98 782«*045 83 163 200(2001 62 500 701 8 56 947 «3063 299 655 56 713 889«4055117 25 211 357 438 45 687 767«5006 102 23 65 93 233 46 466 520 32 641 830 990« 6088 III 257 65 308 23 455 62 522 661 736 72 84 946« 7263 400 603 758 91 842 88 927 0*171 393 413 501 608«»000 42 84 256 336 457 632 68 81(2001 896 7«8)72 155 77 244 409 530 642 776 868 71005 120 29(2001 228 39 330 81 15000) 409 710 58 7*152 237 369 81 405 875 931 73114 208 13 375 1500, 80 504 632 723 31 855 996 74000 40 91 121 252 313 56 427 550 684 735 929 84 7 5088 235 307 56 477 504 93 754 936 55 81 7 6005 170 217 36 422 41 543 687 90 920 78 77162 360 85 414 527 52 773 878 934»7 7-.022(2001 138 309 593(30001 628 37 805 34 15001 967 7»007 101 54 221 629 63 858 927 98 *»"19 57 77 204 303 29 33 68 80 477 95 526 629 76 758 824 48 950(200]* 1 115 63 97 484 575 612 939**198 215 301 601 91 730 871 93 928 8 8335 76 91 93 446 79 516 44 74 922 68 87« 4212 34 304 73 545 661 763 804 17(2001 33* 5011 191 328 512 14 72 697* 6055 335 449 712 69* 7026 264 576 78 89 95 754 887 989**032 113 203 492 514 612 32(5001 59 709 81 943 94*»099 340 61 62 77 590 756 60 13001 64 853 91 00325 36 434 534 51 635 734 870 993 91048 78 86 87 155 O 558 97 704 59 87 88 820 29 72 948 9*138 455 58 537 58 600 9 95 71' (200J 49 78 859»3056 172 266 313 459 595 695 817»4063 88 91 358 761 68 818 54 969 O.i086 89 314 475 501 93 631 764 98(2001 Ä »«164 329[2001 61 408 624 708 13001 806»7075 159 350 507 52 7» 832 991 0*196 650 865»»007 117 293 323 82 538 74 811 20 943« 100068 211 94 414 600 52(2001 89 777 987 1 01163 66 513 633? 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Ziehung der 3. Klaffe 179. Königl. Preuh. Lotterie. Ziehung vom Ii. Dezember 1888, ViaaimittagS. Nur die Gewinne über 153 Mark sind den betreffe üben Nummern in Paremheie beigefügt. (Ohne Gewähr.) 47 57 229.398 447 85 503 616 64 66 92 857 1 011 133 280 362 444 683 728 73 809 61 946[2001 47 64*014 230 53 58 345 52 516 60 616 708 987 3126 47 96 231 403 648 729 38 47 66 4091 116 36 264 311 13 34 408 50 80 5.33 666 717 84(2001 809 42 989 5102 281 404 52 739 77 817 40 68 910 30 93«016 92 157 62 251(2001 780 809 67 98 7027 126 237 33 346 440 665[3001 803 20 934 55 72*009 97 272 516 43 830 41 o9 955«076 129 65 99 313 60 544 75 628 61 909 39 87[2001 1 0173(2001 213 48 71 364 459 619 773 98 899 940 67 1 1077 18s 277 1345 569 672 86 757 94 800 969 1*039 103 65 438 582 687 95 700 44 57 923 I 3181 242 1200) 64 483 570 80 92 686 708 73 87 856 954 14003 15 119 402 1200] 38 522 81 724 806 925 93 1 5002 30 139 273 444 58 92 652 61 I«155 204 365 944 92 1 7190 252 508 607 66 806 47 927 53 1*139 82 245 435 44 550 75 627 54 90 801 45 948 1 0017 259 313 79 481 583 642 775 819 46 74 909 47 *0073 310 29 413 671 779 881*1208 392 521 616 68 707 79 811 43**209 398 441 774(300) 940 86*3121 42 81 365 70 594 98 783 869 96*4185 249 308 600 718 844 82 90*5041 101 666 71 709 37 86 867 71 901[200] 92*«025 264 378 457 658 618 21 28* 7091 234 344(2001 94 539 59 603[200] 8 46 924**084 243 417 68 76 79 609 866*»014 116 70 280 309 29 400 20 706 63 979 95 »<>024 199 238 300 409|200| 42 503 54 729 54 31024 96 141 83 297 300 1 27 416 65 575 712 910 57 3*011 92 102 55 68 320 414 59 552 698 726 870 935(15001 33039 69 192 223 335 410 662 712 835 45 77 969 76 34114 277 345 422 42 92 558 913 59 3 3067 96 586 628 734 952 3 6004 38 44 48 140 230 399 460 95 745(2001 86 959 3 7116 246 86 311 12001 35 72 482 615 47 840 947 94 3*006 133 83(3001 205 428 50 693 96 683 99 731 948 3U040 67 116 35 46 93 228 75 357 783 866 917 73 . 40090 130 51 314 24 61 405 15 32 75 83 536 41010 44 136 262 356 59 601 722 85 869 962 67 42093 110 291 327 37 46 75 407 503 18 68 71 673 765 89 921 54 4 8032 58 119 223 512 47 876 88 905 4 4011...■■■■■„-.------................ 19 52 257 80 93 493 97 515 24 40 95 828 57 992 4 5001 122 23 32 41 K22 719 50 908 46 141063 152 82 85 289 488 592 71 45 90 364 817 937 77 I«>«022 35 49 53 66 67 69 96 200 208 30.«ffk 49[2001 709 830(200! 83 946 1«>7048 98 282 750 8/4 932 42 l O---" 89 313 86 409 533 734 852 921 10»0)9 56 299 461 520 87 679 978 1 10197 247 361 566 66 1 746 845 918 III 216 38 44 356 61 41t% 519 81 96 785 865 I I*062 86 92 94 164 79 232 818 29 98 480 570"A 17 951 60 II 3074 III 216 85 90 364 89 493 644 70 705 31 84 98% 928 87 II 1112 374 406 81 512 44 66 602 4 744 89.3 967 I 1 5096 W 201 389 424 41 524 626 38 81 948 I I«OÖO 92 120 58 73 242 71 f!, 678 781(300] 91 839 50 99 1 1»085 220 532 61 73 851 966 I lKA 410 85 551 97 778 80 975 92 1 10030 95 277 383 95 461 559 672 751„wä 1*002.3 74 109 16 37 59 76 31.3 14 409 600 88 786 96 841 91 29 86 128 202 21 600(3301 1**105 7 223 379 13001 63 4 68 l**% 118 40 50 215 22 646 808 900 1**037 115 242 301 429 37 512 68."T} 60 1*5069 91 143 52 98.347 69 105 511 621 925 I*«050 197 2% 64 409 21 94 515 651 914 89 1*7308 57 486 96 527 56 s9 995 I**%? 618 644 815 924 38 40 67 1*0025 142 200 75 478 502 677 748 j 16 89 ,«( 130116 32 331 426 515 15001 58 973 1 31090 176 250 405 71% 869 13*149 229 4.3 78 349 561 631 81 708 80 818 931 41 I 3311% 4% 1 3 1002 71 185 316 401 28 33-y ________ 431 59 574 822 37 55 928<8 l:l«120 32 215 69 72 449 612 21 12001 749 808 91 91S 45 1 37056 p 293 348 68 92 94 423 39 761 909 89 640 47 895 994 1 35002 173 326 55 431 59 574 l2001 413 91 509(3001 681 97[30001 793 96 869 912 4 6057 132 77 8199 209 300 81 95 539 92 716 866 926 47022 140 267 346 592 749 822 32 951 4*005 75[6001 244 315 18 43 600 11 768 819 89 931 45 40297 307 433 94 527 717 821 53 50352 82 403 514(300] 696 705 809 5 1 086(500) 210 326 62 04 419 565 618 866 5*071 136 57 99 312 29 51[2001 59 423 54 575 706 879996 5 8090(2001 108 263 84 397 420 538 766 79 859 934 5 4080 95 100 14 466 612 700 834 5 5161 367 437 45 534 77 80 676 870 71 937 46 68 56016 12001 74 168 213 50 64 79 317 80 426 28 532 45 55 92 642 69 74 13001 715 48 94 922 5 7078 147 234 15001 508 611 61 735 925 5*008 88 221 57 76 337 74 439 629 711 64 876 946(300! 59035 109 693 662 41 66 OS ««021 60 101 86 292 329 477 735 42 66 839 72 946«1021 26 66 71 103 5 292 344[500) 54(5001 403 64 84 845«*074 84 124 303 91 510 74 606 6 8140 83 272 319 485 684 610 16 96 717(2001 842 0 4289 370,............... 446 513 37 115000] 607 89 718 26 66 1200] 800 7 900 53«5151 62 66 I 607 91 785 94 880 968 85 96 221 79 480 704 920««001 100 15 237 561 918 35«7016 136 317 31 i-41 403 16 19 602 734 37 406 53 80 1200) 589 91 794 97 890(2001««017 196 307 452 69 547 80' 10 007 24 48 72 89 96 96 603 717 802<50038 IIS 32 623 60 1 70008 260 355 506 647 798 81 890 AR 79 077 68 226 520 27 80 874 00 11600) 916 78 1 3*042 145 224 79 379 03 503 611 706 831 40 1 30130 75 464 541 72 841... 140033 146 79 81 367 713 111069 233 TO 80 335 53 62 78 41? 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