ib. 294. Freitag, de« 14 Dezember 18MK 5 IWwi* kS BtD tt»' K�i >iedcrhc� ziehe«>Z; Aw -K der vwL ehen. � Verein � cineW > ist.«d Brgan für die Interessen der Arbeiter. Da»„B erlitter BolkSblatt" Scheint täglich Morgen? außer nach Sonn- und gefttagen. WonnementSpreit für Berlin frei S Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mar?, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 4 Mark. Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummcr mit dem.Sonntags-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1888 unier Nr. 849.) Jnsertionsgebühr die 4 gespaltet« Pctitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. ifträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachm beträgt für größeren Aufträgen hoher L______ m der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-� Erhöhung des Preises, angenommen. Bei mittag» lureaux, ohne m» '°th bZ , Di-b- tenkaS� wegen] onelli, % i'i? kirchh-s? egraden? , der r escli� tüB auf ÄP »onfi StönsTjt straße, ff *18» B l«. "»10 Redaktion: Deuthstratze 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. n8-� Die gegenwartige Wirthschafts- krist». n. » Zm zweiten Theile seiner Schrift versucht Herr Wolf, tvch bestimmte Ursache« die Krise zu erklären. Dabei tritt fr zunächst der Behauptung der Bimetallisten, die sich Haupt» sichlich aus deutschen Agrariern rekrutiren, entgegen, daß Krise hervorgerufen worden sei durch die Einführung j*r Goldwährung in Deutschland, welche ein Steigen der «vld» und ein Sinken der Silberpreise bewirkt habe. Der Preisfall de« Silbers wird zugegeben, ebenso die Nichtig- 'eit der Theorie, daß, wenn einer gegebenen Waarenmenge weniger Geld gegenübersteht, die Waarenpreise sinken und �gekehrt. Aber es wird bestritten, daß eine Verwinde- Ntng in der Menge des kauffähigen Geldes eingetreten sei Und daß die Bimetallisten die Theorie von der Bildung Urs WaarenpreiseS aus dem Verhältniß der ZahlungS- Littel zu den Waarenmengen für ihren Standpunkt heran- �rhrn könne«. Durch weitere Ausführungen wird der Ver« >nch der Bimetallisten und Agrarier, die Krise durch die Goldwährung zu erklären, widerlegt. Doch können wir Urnselbe», weil wir damit zu weitläufig würde«, nicht ''Igen. Herr Wolf seinerseit« erklärt sich die Entstehung der Mse au» einer merkwürdigen Häufung von Vorgängen »UrchauS verschiedener Natur.„Zeitlich und nach ihrer Äc- urulung in erster Linie steht hier die amerikanische «etreidekonkurrenz, welche die niedrigen Preise Uer landwirthschaftlichen Produkte und durch diese eine ver- Minderte Kaufiraft der landwirthschaftlichen Bevölkerung Mchuldet hat. Auch die amerikanische Konkurrenz wäre 2 ihrem ungeheuren Umfange nicht möglich gewesen ohne th» verhängnißvollcS Zusammentreffen einer großen Zahl sie fördernder, aber in sich ftemdartiger Momente. Dies Krise von 1873 hatte in de» amerikanischen Ost- Wen eine große Zahl von Existenzen vernichtet und Viele MäftigungsloS werden lassen. Diese alle begannen eine Widerung nach dem Westen des Kontinents. ES traf sich ßiinstig, daß die Kulturzone zu dieser Zeit an die unbewal- *te Prärie vorgerückt war, welche eine außerordentlich viel laschere Aufschließung deS Bodens zuließ, als die ftüherc» M Waldboden errichteten Farmen. Die Ansiedler erhielte» Sen Bode» fast umsonst, zu Preisen von 15 bis 30 Franken J10 Hektar, was ihnen einen Ungeheuern Vorsprung gegen *e» europäischen Bauer gab, der eine hohe Grundrente in norm von Schuld- oder Pachtzins zahlt. Daß die uner- Übliche Ebene ein besonders günstiges Terrain für den essonbahnbau und zwar für den billigen Eisenbahnbau ab- daß gleichzeitig die Frachten nach Europa sanken und S ein großer Theil Europas während des vorigen Zahr- [35 :rtl< beg IeuMeton. i- Kaskowikom. Roman von F. M. Dostojewski. *W dem Russische« übersetzt von Wilh. Henckel. «, Draußen hörte'man übrigen» Stimmen, die vom Upital sprachen und daß man sich hier nicht belästigen zu Pm brauche. Man braucht wohl auch nicht ,u sterben?— rief i3orina Zwanowna und wollte eben die Thür öffnen, um mit einem Donnerwetter den Standpunkt klar zu als sie an der Thürschwelle mit Madame l>«�Wechsel selbst zusammentraf, die erst jetzt von dem Un- 5* erfahren hatte und nun gekommen war, um Anord- zu treffe«. Es war dies eine zänkische, geschäftige R, 3» ihrem abscheulich-kauderwelschen Russisch verlangte A?» Quartierwirthin, daß der Verunglückte sofort MS geschafft werde. % Katharina Jwanowoa, die dieser Frauensperson gegen- �.stett eine» hochmüthigen To» anzunehmen pflegte- da- „ihre Stellung" nicht vergesse— konnte es auch zetzt KHUMUHW MW SV-. fü»Ä' ä lassen. Sorgen Sie dafür, daß er wen.gstenS ilÄ? sterben kann: sonst, Sie können sicher darauf rechnen, morgen der äteneral.Gouverneur selbst, wie Sie sich be- »Z? haben. Der Fürst kannte mich scho«. als ,ch noch un- C�achr, war und«innert sich Ssemjon Sacharowitschs. zehn» fast ununterbrochen von Mißernten heimgesucht war. welche ein Sinken des GetreidepreiseS verhinderten— all das kam der amerikanischen Konkurrenz zu gute und aus dem Zusammenwirken dieser Umstände erwuchs sie zu ihrer überwältigenden Macht. Die amerikanische Weizenausfuhr war von 12 Millionen Hektolitern in den ersten siebziger Jahren auf 53 Millionen Hektoliter in den Zahren 1880 und 1881 gestiegen. Noch hatte sich der Getreidepreis er- halten. Man notirte in Korschach Ende 1881 Weizen zu 33 Fr. Man versah sich merkwürdiger Weise keiner Aenderung in der Situation. Da begann plötzlich der Getreidepreis rasch und stetig zu sinken. Tute Ernten waren auch in Europa eingekehrt; eine Sturm- fluth europäischen Getreides begegnete den ame- rikanische» Exporte« und schließlich hatte sich auch in Ostindien ei« neue« AuSfallSthor für Weizen aufgethan. Heute notirt Weizen in Rorschach zu 20 Fr. also zu einem nahezu 40 pCt. niedrigere« Preise als Ende 1881. Aehnlich ist der Preisrückgang auf de« übrigen europäischen Märkten. In Europa ist nun die mittlere jährliche Weizenernte rund 490 Millionen Hektoliter. Hierfür werden jetzt um 5 Milliarden Franks weniger gelöst wie früher. Wenn auch nicht aller Weizen deS Bauers auf den Markt gelangt und wenn auch die Getreidezölle hier und dort den Preissturz gemäßigt haben, so kommt auf der andere« Seite in Betracht, daß das Sinken des Preise« sich auch auf die andere» Eetreidegattunge» erstreckt, derart, daß man eine Verminderung des Jahreseinkommens der euro- päischen Landwirthschast um etwa 10 Milliarden Franks ohne weiteres als ei« Minimum bezeichnen darf. Bedenkt man, daß dieser Periode der Einkommensverminderung durch niedrige Preise eine Einkommensverminderung durch Miß- ernte vorausgegangen ist, so wird man die traurige Lage, in der sich die europäische Landwirthschast befindet, begreifen. Der Grundbesitzer ist konsumunfähig geworden für alles, was nicht Gegenstand der unbedingtesten LebenSnothdurft ist. Daß eine so enorme Unterkonsumtion aber Absatzstockungen auf dem industrielle» Gebiet nach sich zieht, bedarf keines be- sonderen Beweises. Unglücklicher Weise traf nun diese Unterkonsumtion mit einer ausgesprochenen Ueberproduktion auf vielen Gebiete» der industriellen und montanistischen Erzeugung zusammen. DaS seit 1879 merkbar gewordene Auflebe» der Geschäfte war nach seiner Bedeutung allgemein überschätzt worden und nachdem man Jahre hindurch in den Zeiten der Krise mit Investitionen zurückgehalten hatte, glaubte man nun, Versäumte» mit Hast nachhole» zu müsse». Man ging zu weit, verschieden weit in verschiedenen Industrien; am weiteste« in einer der ausschlaggebendsten Produktionen, in der Eisenindustrie. Nordamerika war 1880 mit starker Nachfrage an de« Eisenmarkt getreten. Ei» Eisenbahnfieber hatte die Union ergriffen; man baute von er sie nur auS Edelmuth vernächlässigte, weil er seine unglllck- liche Schwäche kannte; jetzt aber(sie zeigte auf RaSkolnckow) — protegirt uns ein großmüthiger, junger Mann, dem Mittel und Verbindungen zu Gebote stehen, de» Ssemjon Sacharowitsch schon als Kind kannte; und seien Sie ver- sichert, Amalie Zwanowna... Alles das wurde mit übersprudelnder Hast, je weiter, desto schneller hervorgebracht, bis ei« Hustenanfall der ganzen Beredsamkeit ein Ende machte. Jetzt kam der Sterbende zu sich und stöhnte; sie lief daher zu ihm. Der Kranke öffnete die Augen, ohne jemand zu erkennen und ohne etwa? zu begreifen; er athmete schwer und tief, an den Mund- winkeln zeigte sich Blut; Schweiß trat ihm auf die Stirn. Er sah sich unruhig nach allen Seiten um, erkannte aber RaSkolnikow nicht, welcher«eben ihm stand. Katharina Jwa- nowna sah ihn traurig, aber mit einem strengen Blick an, auS ihren Augen flösse» Thränen. — Mein Gott! Die ganze Brust ist eingedrückt! Welche Blutmasse! rief sie in Verzweiflung. Man muß ihm die Oberkleider ausziehen! Drehe Dich ein wenig um, wenn Du kannst, Ssemjon Sacharowitsch, rief sie ihm zu..„ Marmeladow erkannte sie. — Den Priester! brachte er mit heiserer Stimme �°Katharina Zwanowna trat an» Fenster, lehnte die Stirn an den Rahmen und rief verzweifelt: — Oh! vermaledeites Leben! — Den Priester! wiederholte der Sterbende»ach längerem�Schweig., �rie Katharina Zwanowna an; er war folgsam und schwieg. Mit schüchternen, gramvollen Blicken suchte er sie; sie kehrte zu ihm zurück und stand am Kopfende seines Lager». Er beruhigte sich ein wenig, jedoch nicht lange. Seine Augen bliebe« bald auf der kleinen Lidotschka(seinem Liebling) haften, die in einem Winkel stand, zitterte und ihn mit verwunderten, kindlich-parren Auge« anblickte. 1880 bis 1882 4300 Kilometer Eisenbahnen, d. i. meinem Lande, welches bereit» ein verhältnißmäßig dichte» Eisen« bahnnctz besitzt, binnen drei Jahren fünfzehnmal so viel Eisenbahnen als die Schweiz heute hat. Die Eisevpreife stiegen; allerorten blies man Hochöfen an. Die Länder der Eisenproduktion erhöhten dieselbe von 11879 aus 1882 um 70 Millionen Meterzentner, d. h. um 50 pCt. Als der amerikanische Bedarf erlosch und binnen kurzem 40 Eisenbahnen mit 20 000 Kilometern Länge bankerott wurden, als gleichzeitig eine andere Nachfrage, welche durch den allgemeinen Uebergang vom Holzschiff zum Stahlschiff in de» ersten Jahren unseres Jahrzehnt» herbei- geführt worden war, verschwand, da zeigte eS sich, daß die reguläre Nachftage nach Eisen die Leistungsfähigkeit der Hochöfen nicht einmal zur Hälfte zu erschöpfen ver- mochte. Aehnlich ging e« auf anderen Gebiete», obschon die Ueberproduktion nicht durch besondere Momente, sondern einfach durch den Umstand herbeigeführt worden war, daß man vie 1879 eingetretene Besserung nach ihrer Bedeutung überschätzt hatte. Eine weitere Steigerung erfuhr die Krise aber interessanter Weise durch sich selbst, indem die niedri- gen Preise oft statt zu einer Verminderung der Produktion zu einer Erweiterung derselben führten, in Anbetracht dessen, daß, je umfangreicher die Erzeugung ist, desto billiger da» einzelne Stück erzeugt werden kann. Eine weitere Steigerung der Krise erblickt Herr Wolf in den von 1876 datirenden Schutzzöllen, wovon nament- lich Belgien, die Schweiz und England am härteste» betroffen wurden. In Frankreich wird die Schwächung der Konsumtion»- kraft auch in den Kosten de§ Krieges mit Deutschland ge- sucht, der da» Land nicht 5, sondern 15 Milliarden gekostet hat. Die Schadensumme, die in den Weinbergen die Reb- lauS angerichtet, wird auf 10 Milliarden Franks geschätzt. Während unter der Krise alle Leute gelitten habe» sollen, werden von dieser Schädigung die Arbeiter und der K l e i n h a n d e l ausgenommen. Die Lage der erstere» hat sich angeblich gebessert, oder soll doch zum mindesten gleich geblieben sei», indeß die kleinen Händler sich dabei bereichert habe«. Die erstere Behauptung ist nach unserer Ueberzeugung etwas fabelhaft, während un» diezweite über- trieben erscheint. Merkwürdiger Weise soll aber gerade der Kleinhandel der Schlüssel sein, mit dem die Lösung der Krise zu bewerkstellige» ist. „AuS der Verminderung im Preise der Konsumartikel hat zunächst der Kleinhändler, nicht der Konsument, an den er abgiebt, Gewinn gezogen. Für jene, deren Einkommen durch die Krise vermindert worden ist und die ihr Ein- kommen voll verausgabe», würde es eine Aufhebung der Krise bedeutet haben, sobald sie für ihr vermin- derteS Einkommen auf Grund der niedrigen Preise die- — A... a..., er schaute unruhig auf sie hin und schien etwas sagen zu wollen. — WaS giebt'S nun wieder? schrie ihn Katharina Jwanowna an. — Barfuß! Barsüßchen! brachte er, den halbblöd- sinnige» Blick auf die nackten Füßchen gerichtet, hervor. — Schweig! schrie Katharina Jwanowna gereizt, weißt selbst, weshalb sie barfuß ist! — Gott sei Dank, der Arzt! rief RaSkolnikow erfreut. Der Arzt trat ein, eS war ein alter, pedanttscher Deutscher, der sich mißtrauisch umsah, zum Kranken heran- trat, ihm den Pul» befühlte, den Kopf aufmerksam be- tastete, mit Hilfe von Katharina Jwanowna das mit Blut getränkte Hemd entfernte und des Kranken Brust entblößte. Sie war zerquetscht und zerfleischt, mehrere Rippe» der rechten Seite waren gebrochen. An der linken, über dem Herze«, befand sich ein unheilverkündender, großer, gelblich. schwarzer Fleck, die Folge eines fürchterlichen HufschlaaS. Der Arzt machte ein bedenkliches Gesicht. Der Polizist erzählte ihm, daß der Verunglückte von einem Rade ergriffen und etwa dreißig Schritt weit auf dem Pflaster mitgeschleppt worden sei. — Wunderbar, daß er wieder zur Besinnung ge- kommen rst, flüsterte der Arzt RaSkolnikow zu. — WaS meinen Sie? ftagte dieser. — Er wird gleich sterben! — 3? wirklich gar keine Hoffnung mehr vorhanden? „— die geringste! Er ist in den letzten Züge». Auch der Kopf rst sehr gefährlich verwundet... Hm! man könnte allerdings noch eine Aver öffnen, aber es wäre unnütz. In fünf bis zehn Minuten stirbt er sicher. — Lassen Sie ihn immerhin zur Ader! — Meinetwegen... übrigens sage ich eS Ihnen zum voran», e« ist durchaus nutzlos. Jetzt hörte man abermals Schritte, die Menge im Flur theilte sich und ein Priester erschien auf der Schwelle; ein grauer, kleiner Alter, mit de« Sterbesakramenten. Ihn hatte einer von den Polizisten geholt. Der Arzt überließ selbe« Massen Waare« hätte« kaufe« könne«, wie früher für daS höhere. Der Kleinhandel hat nun die Lösung hinauszuschieben, aber doch nicht aufzuhalte« gewußt. Sie vollzieht sich nunmehr langsam, aber sicher. Insbesondere der Landwirth, dessen verminderter Kaufkraft ich zum großen Theile glaubte die Krise zuschreiben zu sollen, wird hier- durch kaufkräftig, so wie früher zur Zeit der höheren Te- treidepreise. Ist man so weit, so hat die Krise auch für die Industrie ihre Schärfe eingebüßt- der Konsum kehrt wieder, die Lager lichten sich. Das Sinken im Preise der Rohprodukte, welches nach der einen Rrchtuvg— durch die Verminderung der Konsumtionsfähigkeit(soll wohl heißen: Kaufkraft. D. Red.) der Erzeuger— die Industrie ge- schädigt hat, kommt ihr«ach der andere« Richtung zu gute. Weiß sie auch noch die Kosten der Erzeugung herab» zudrücke», und daß sie eS vermag, zeigt die Erfahrung der letzten Jahre, so ist ihr neben dem Absatz für ihre Pro- dukte der Gewinn gesichert; der Unternehmerlohn, wenn auch ein mäßiger Untern ehmerlohn, hält wieder seinen Einzug. Die Kapital« n l ag e erhält eine« Theil ihrer Rentabilität zurück, das Kapital ist infolge dessen gesuchter als bisher, der Zinsfuß steigt. Dies ist der Weg, auf dem die Krise ihrer Lösung entgegengeht und eine neue Periode des Fortschritts sich an. bahnt." Man muß gestehen, daß Prof. Wolf sich die Lösung der Krise ungemein leicht macht, er mischt Optimismus mit Naivetät glücklich zu einem Ganze«, das ihm gestattet, so aalglatt und spielend über die schwierigsten Fragen Hinwegzugleiten. Sei» größter Kummer scheint der„Unternehmerlohn" zu sein. Auch daS Gesetz von Angebot und Nachftage scheint er einen Augenblick vergessen zu haben, sonst mußte er sich doch an den Fingern abzählen, daß die Verbilligung der Waarenpreise durch Auf- räumung des Kleinhandels auf alle Einzelheiten im wirth- schaftlichen Organismus zurückwirkt und daß diese Reflexion zweifellos eine» weiteren Druck auf die Lohnhöhe, auf daS Einkommen des Arbeiters wie de« kleinen Handwerkers und LandwirtheS ausübt und in kurzer Zeit den alten Zustand, wenn nicht noch verschlimmert, herbeiführen müßte. Daß der Zwischenhandel allmälig, wenn auch sehr langsam ver» schwinde« wird, ja für die Zukunft ganz verschwinden muß, davon sind auch wir überzeugt. Eine bloße auS bestimmten Ursachen veranlaßte Verminderung deS Zwischenhandel«— die übrigens, nebenbei bemerkt, gegenwärtig noch nirgends konstatirt ist— kann für sich allein, ohne daß da« Herr» schende WirthschaftSsystem eine radikale Umwandlung er- fahre«, eine Lösung der Krise nicht herbeiführen; daS ist unsere Ueberzeugung, die durch die schönsten Deklamationen der Leroyer, Baulieu, Wirth, Wolf und der ganzen Armee der bürgerlichen Oekonome« nicht erschüttert werden kann. Triginak-Korrespon�mzen. Hamburg, den 12. Dizember. Einer großen Schaar Ar» beiter und ihren Angehörigen in Rorddeutsckland scheint in diesem Jabre ein trauriges Weihnacklsfest bcschieden zu sein. Der Streik der Gerber und Lederarbeiter dauert biS zur Stunde unverändert fort, trotzdem schon auf Wunsch der Fabrikanten selber eine Eintgungskommisston von fünf Personen seitens der Arbeiter gewählt worden war. In der gemein- schaftlicken Sitzung mit den Abgeordneten der Fabrikanten stellten letztere jedoch solche Bedingungen, daß von einem Ein« gchm auf dieselben von Seiten der Arbeiter nicht wodl die Rede sein konnte. Es sollte nur eine Er- Mäßigung der Arbeitszeit um eine Halde Stunde eintreten, überdies sollten nicht alle Ausstehenden wieder in Arbeit ge< nowmen werden, sondern nur etwa 60—70, nach Auswahl der „Heren" Fabrikanten. Als Ause-wähltc hätte man jedenfalls nur die Blanchirer genommen» welche augenblicklich wohl am nötbigsten zur Fertigstellung von Waare find. Uederdics sollten die schwarzen Listen fortbestehen u. s. w. Angtstchts solcher Anmaßung und Hartnäckigkeit der Fabrikanten- Vertreter blieb den Ardestern nichts als eine kurze Absage übrig und beschloffen fie, wenn schon, denn schon, nun auch ruhig Weihnachten und Neujahr herankommen zu laffen und im Widerstande auszu- harren. Größere Dimcnfionen, als anfangs glaublich, hat die AuS« sperrung derWerftarbeiterinFlens bürg angenommen. Plan spricht von insgesammt 12CO Arbeitern. Wenn man zu diesen vre Famllienangebö igen rechnet und ferner diejenigen, welche durch die Vcrdienstlrfi.keit all' dieser Leute weitere Ein« büße erleiden, so kann man stch wohl denken, daß der größere ihm sofort seinen Platz und wechselte mit ihm bedeutung». volle Blicke. RaSkolnikow bat de» Arzt, noch etwas dazu» bleiben. Dieser zuckte die Achseln und blieb. Alle traten zurück. Die Beichte war kurz. Der Ster- bende hatte wohl kaum sein volles Bewußtsein; er brachte nur abgebrochene, undeutliche Töne hervor. Katharina Jwa- «owna nahm Lidotschka und den Knaben bei der Hand und kniete beim Ofen, im Winkel mit ihnen nieder. Da« Mädchen zitterte nur, der Knabe aber, auf den nackten Knieen stehend, erhob regelmäßig die Händchen, bekreuzigte sich nachdrück. lichst, beugte sich bi« zur Diele nieder und stieß mit der Stirn an den Boden, e« schien ihm daS ein besondere» Vergnügen zu machen. Katharina Zwanowna biß die Zähne aufeinander und suchte ihre Thränen zurückzuhalten- sie betete wohl auch, vergaß dabei aber doch nicht, das Hemdchen de« Kindes zurecht zu zupfen und die nackten Schultern de« Mädchens mit einem Tuche, daS sie, ohne sich zu er» heben, von der Kommode erreichen konnte, zu bedecken; dabei aber fuhr sie fort zu beten. Unterdessen wurde die Thür zu den inner» Zimmern abermals von Neugierigen geöffnet. Im Flur hatten sich die ganzen Einwohner de« HauseS zusammengedrängt, übrigens ohne die Zimmerschwelle zu überschreiten. Ein einziger Lichtstumpen erhellte die ganze * Zn diesem Augenblick drängte sich Polenka. die zu der Schwester geeilt war, vom Flur her durch die Menge. Sie war athemlo« vom schnellen Laufen, nahm das Tuch ab, suchte mit den Blicken die Mutter, trat zu ihr heran und sagte:„fie kommt gleich, ich ttaf sie auf der Sttaße". Die Mutter drückte sie neben sich auf die Kniee nieder. Dana, unhörbar und schüchtern, drängte sich ei» Mädchen herein, dessen Erscheinen in diesem Zimmer, unter Armuth, Elend Tod und Verzweiflung, einen sehr eigenthümlichen Eindruck machte. Sie war gleichfalls, sozusagen, in Lumpe« gekleidet; ihr Anzug bestand nämlich au« Troschenwaare und war nur für die Schaustellung auf der Straße be- rechnet; sie war nach dem Geschmack und der Gewohnheit jener eigenen Welt, mit grell in die Auge» fallender, schmachvoller Absicht gekleidet. Ssonja blieb vor der Schwelle stehen, schaute wie verloren um sich, schien da« Vorgehende Thell der Flensdurger Bevölkerung eben nicht heiterster Stim« muna dem devorstehenden Feste entgegen geht. Der Verband der Werstarbester Deutschlands ist noch zu jung und kann un» möglich allein die Mittel aufdringen, so viel Leute ausgiebig zu untelstützen. Hier müßten schon alle anderen Gewerkschaften eingreifen! Sonderbar nimmt es fich dabei aus, wenn man aus einem Rundschreiden des Flensburger Lokalverbandes der Werftardester vernimmt, daß der Lehrer in einer biestgen Knabenschule am Tage der Werstschlicßung diejenigen Klnder, deren Vater Former und auf der Werft beschäftigt sei, aufforderte, aufzustehen; da nun von dieser Spezies niemand dabei war, so mußten diejenigen Kinder fich von ihren Sitzen erheben, deren Vater überhaupt zu den mitentlaffenen Werstardcsteen gehöre, woraus der Lehrer den Kindern über die vermeinstichen„Sün> den" ihrer Väter einen längeren Vortrag hielt. Man sollte es kaum für möglich hallen, daß es unter den Volksschullebrem solche tadellose— na, sagen wir es gerade heraus— Esel geben könnte! Sie selber deschweren stch immer über ihre kärgliche Besoldung, Penfionstung u. s. w., und da kommt so ein armes Schulmeistertcin und hält den Kindern eine Strafpredigt, weil deren Väter vielleicht beffere Lohn- und Ardestsbedingungen anstreben oder gar ganz unschuldiger Weise von den Fadrikdefitzern von der Arbeit ausgesperrt wurden! Einer Beförderung kann der„brave" Streber übrigens unter den heutigen Verhältnissen ficher sein, und weiter hatte eS wohl auch keinen Zweck. Bei den schon denkenden Knaben hat er aber an Hochachtung wohl schwerlich gewonnm; od ihm üdcr> Haupt daran gelegen ist? Dem edlen Beispiele der Flensburzer Werftinhader find>nun auch die Hamburger Eisenindustriellen gefolgt: am 6. Dezember wurde in sämmllichen Eisengießereien Ham- burgs eine Akfiche folgenden Inhalts angeschlagen:„Hiermit fordern wir unsere Former auf, durch Unterschrift zu erklären: 1) daß fie das Ardeitsnachweisungsdureau der Eisenindustriellen Hamburgs anerkennen; 2) daß fie daffelbe im Falle der Arbeits- lofigkeit denutzen wollen und 3) daß fie mst den Formern, die von dem Bureau engagirt find, kollegialisch zusammenardestcn. Eine Verweigerung der geforderten Unterschrift würde uns zu unserm Bedauern veranlassen, die detreffenden Former am 6. Dezember zu entlaffen, resp. zu kündigen." Folgen sämmt» liche Unterschriften der Hamburger Eisengießereibefitzer mit einer Ausnahme. der Firma Schmtlinsky Söhne. Der ArbettsnalbweiS der Former hat bis jetzt zu beider- seitiger Zuftiedenheit funktionirt, nur daß dabei die Arbeiter fich nach Anficht der Fabrikanten vielleicht einer in ihren Augen gewissermaßen zu großen Unabhängigkeit erfteuten. Die Former haben denn auch sämmtlich ihre Unter- schrist verweigert, und so ist die Aussperrung von 220 Formern hier am Platze 14 Tage vor Weihnacht perfell geworden. Daß diese Sache übrigens von langer Hand abseilen der Gießerei» befitzer vorbereitet war, beweist, daß fie tschechische Arbeiter schon in größerer Anzahl kommen ließm, bevor sie ihr Ultimatum dm hiefigen in Arbeit stehenden Formem stellten. Die böhmischen Arbester erschienen in TruppS von 5 oder 6, denen immer einer beigegeben war, der genügend der deutschen Sprache mächtig war; die üdrigm konnten nur ihr tschechisches Jviom. Trotz alle dem haben fich bis jetzt die Mehrzahl dieser Böhmm al« gute Kameraden dm ausgesperrten Formern gegenüber verhalten, ob auf die Dauer, ist eine andere Frage. Im übrigen haben die Former bekannttich eine gute Organisation, die zum mindesten«eiteren Zuzug dmtscher Kollegen fern hält. Die Elsmindustriellen mögen immerhin das Stillstehen ihrer Werke aus einige Wochen aushallen können. Sie benutzen die Zeit vielleicht zu nothwmdigen Reparaturen, Inventur, Jahres- abschluß u. s. w. Daß unterdeß ihre braven Arbeiter, durch deren Arbeitsertrag fie Reichthümer sammeln, dem Weihnachts» feste,„dem Feste der Liebe", mit Sorgen und mit Kummer entgegen gehen, waü kümmert ei fie? Derweilen steuern fie irgend einen Beitrag zu einer mildtbätigen Stiftung, und ihre Töchter und Frauen gehen in die Fünfzigvfennig'BazarS, um Geschenke einzulaufen zur„Weihnachrsdescheerung für arme Kinder"; auch gedm oder fahren fie am Feiertage zur Kircke und hörm andächtig eine Predigt über die Worte:„Friede auf Erden und dm Menschm ein Wohlgefallm." Potttische Ueberstcht. Di« Nachmeisung über di» gesamtute« Kechnnng«- «rgednissr der Unfallvers tcherungs» Berufs« genofsenfchaften für das Jahr 1887 ist dem Reichstag zugegangen. Die Hauptergebnisse derfelbm find folgmde, wobei wir bemerken, daß die in Klammern angeführten Zahlen fich auf die Ergebnisse des Jahres 1883 beziehen. E« bestanden im Jahre 1887: 62(62) Berufsgenoffen» schaften mst 366(366) Sellionm: 731(742) Mitgliedern der Genoffenschastsvorfiände; 2331(2356) Mitgliedern der Sek- tiovsvorstände; 6750(6501) Vertrauensmännern; 39(39) angestellt n desoldetm Revifionsingen teuren, welche die zur Ver« hütung von Unfällen von den Berufsgenoffenschaften angeord- neten Schutzmaßregeln zu untersuchen haben; 405(404) Schieds- nicht recht zu begreifen und dachte gar nicht an ihr vom Trödelmarkt stammmde«, unanständige», hellseidmeS Kleid mit lächerlicher Schleppe und unförmlicher Krinoline, welche die ganze Thürössnung verdeckte. Sie trug, trotz der Abend- stunde, einen Sonnenschirm, hellfarbige Stiefelchm und eine» rundm Strohhut mit feucrrothcr Feder. Unter diesem knabenhaft auf da» eine Ohr gedrückten Hütchen blickte ein mageres, blasse» und erschrockenes Gesichtchen, mit offenem Munde und den vor Schreck unbeweglichen Augen hervor. Ssonja war von kleinem Wüchse, etwa achtzehn Jahre all, eine magere, aber ziemlich hübsche Blondine mit merkwürdig schönen blauen Augm. Sie blickte starr auf das Sopha, auf den Priester, und war von schnellem Laufen außer Athem. Dai Flüstern und einige Worte aus der Menge schlugen an ihr Ohr. Sie senkte de« Blick, überschritt die Schwelle, blieb aber auch im Zimmer an der Thür stehen. Beichte und Spendung der Sakramente waren beendet. Katharina Jwanowna trat wieder an das Lager ihres Mannes. Der Priester zog sich zurück und wollte vor seinem Fort« gehen noch ein paar Worte deS Tröste« an Katharina Jwa« »owna richten. — Wohin aber soll ich mll diesen hier? unterbrach fie ihn gereizt und frech, auf die Kleinen deutend. — Gott ist barmherzig; hoffen Sie auf die Hilfe de« Allmächtigen! begann der Geistliche. — Ja, schon gut!... darmherzig— nur nicht für un« I — Da« ist Sünde, Sünde! Madame, bemerkte der Priester, de» Kopf schüttelnd. — Und die«, ist da» etwa keine Sünde! rief Katharina Jwanowna, auf den Sterbende» deutend. — Vielleicht lassen sich diejenigen, welche die unwill- kürliche Schuld daran tragen, bestimmen. Ihne« wenigsten» einen Theil de« Verlustes ihrer Einkünfte zu ersetzen... — Sie verstehen mich nicht! schrie ihn Katharina Jwa- nowna gereizt an;— was ist da zu ersetzen! Er ist ja selbst, betrunken, unter die Pferde gestolpert! Was für Einkünfte? Von Einkünfte» war bei ihm gar keine Rede, nur von Qual und Sorge«. Der Trunkenbold hat ja alle« eerichten: 2407(2445) Ardeitervertretern bei 319453 (269 174) Betrieben mll 3 861 560(3 473 435) v» sicherten Personen. Die für die Umlagen anr«b> nungsläbiaen LöKne betrugen 1887: 2 389 349 536,39 R. gegen 2 228 336 865.59 M. im Jahre 1836. Der in Ansatz kommende Durchsebnittslohnsatz betrug hiernach also rund 619 N- gegen rund 641 M. im Vorjahre. Nach diesen Durchschnittszahlen ergiedt fich eine Er mäßi« gung des Durchschnittslohns im Jahre 1887 gegen das Vorjahr um rund 22 M. Allein die vorliegende Statistik bildet keine genaue Unterlage der wirklich gezahvcn Löhne. Eimvai wird für die Zwecke der Umlagen der über 4 Mark v« Tag dettagende Arbeitslohn nur mit einem Drittel berangezogerr, dann wird für jugendliche und nicht ausgebildete Arbeiter der ortsübliche Tagelohn Erwachsener angesetzt, außerdem werde» in einer Reche Gewerbe die Ardeller nicht das ganze Iaht hindurch beschäftigt. Fassen wir alle diese Umstände zu- sammen, so ist der Schluß gerechtfertigt, daß der Durch schnittslohn mehr unter als über der angegebenen Grenze zu suchen sein dürste. Das ist kein glänzendes Resultat für die Lage der Arbeiterklasse. An Entschädigungsbcträgen wurde» gezahlt 5373 496 46 M.(1 711 699,98 M.). diese haben fich als» mehr als verdreifacht und zwar wesentlich infolge der Rente»- zahlunzen, welche vom Vorjahre mit übernommen werden mußte». Die Verwaltungskosten betrugen 1887: 2897165,87 M. qcge» 2 324 299,32 M. in 1886. Die weiteren Ausgaben an Koste» der Unfalluntersuchungen und der Feststellung der Entschädigunge» an Schiedsgerichts« und Unfallverhütungskosten betrüge» 725 619,66 M. gegen 277 247,60 M. In den Reservefonds flössen bis zum 15. August 1887: 9 935 438,94 M. gcgi 5 401 878,20 M. bis zum 1. September 1886. Tie noch«5 zum Abschluß gelangten Kosten der ersten Einrichtung belaufe» fich, einschließlich der Ausgaben auf Grund übernommener U»' fallverficherungeverträae, für sömmtliche 62 Berufigenoffenschastt» auf 225673,92 M.(590 133,24 Mark). Im Ganzen wurden ausgeaebm 19 157 394.85 M. t» Jahre 1887, gegen 10 305 253,20 M. im Jahre 1886. DieSfr- nahmen betrugen 22266 783,85 M. gegen 12 381 958,76 3� Am Schluß des Rechnungsjahres verblieben Bestand 3 109,088,9' Mark und betrug der Reservefonds 15 720 841,66 M. Außer den in den Berufsgenoffenschaften verstcherten sonen haben auch die Reicks- und Staatsbetriebe(Marine m» Heeres verwallung, Post- und Telegravbenverwaltung, Eisendab»' Verwaltung u. f. w.) inSgesammt 259 977 Personen verfilmt für welche über die in Bettacht kommenden Löhne und bälter nicht angegeben find. Verausaabt wmden insgesammt� UniallentschSdigungen jc. in den Reichs- und Staatsbctrie» 575 203,16 M.(212130,65 M.). Die Anzahl der neuen Unfälle, für welche im Jahre 1% Entschädigungen festgestellt wurden, beläuft stch für den Be«» der Berufsgenossenschaften auf. 15 970(9 723) der Reichs- und Staatsbetriebs auf 1 132(817) zusammen 17102(10540) 1887 überhaupt zur Anmeldust Die Zahl der im Jahre gelangten Unfälle betrug: bei den Berufsgenoffenschaften... bei den Reichs- und Staatsbetrieden 105 897(92 319) 9 578(7810) 115 475(100, 59) Die Zahl der Unfälle mit einer dauernden EcwerdSunfM' keit betrug 1887: 3166(1778). Die Zahl der Unfälle mit tödtlichem Ausgang betwS 3270(27! 6). Die Zahl jeder Kategorie ist hiernach im Jabre 1887 i* Verhältniß erheblich höher gewesen als im Jahre 1886. Die Zahl der von den im Jahre 1887 getödteten PersoM» hinterlaffenen entschäoigunasdercchtigten Personen betiug: 214* (!802) Wittwen. 4723(3949) Kinder und 217(184) Aszendent» Im Ganzen also 7083(5935) Personen.. Die verletzten Personen, für welche im Laufe des Rechnun»? iahreS Entschädigungen festgesttllt woiden find, vertheiien fich»» Zahl, Alter und Geschlecht also. Es entfielen: männl. weidl. auf die Berufs« genossenschaften die Reichs- und Staatsbetriebe Jugendliche unter 16 Jahren männl. weidl. 14 974 560 383 53 I 128 4-- zusamt»� 16970 1 133 Zusammen... 16 102 564 383 53 TTH Auf 1000 verfickerte Personen kamen biemach durchsch»� lich 4,15 Verletzte. Von den insgesammt Verletzten littenJJ vorübergehender Erwerbsunfähigkeit von mehr als 13 2Bo®*T bis zu 6 Monaten: 2204 Personen. Länger als 6 MoiA dauernde Erwerbsunfähigkeit war vorhanden und zwar tht'j. weise bei 8462 Personen, völlige bei 3166; g e t ö d U wurden 3270. Von den insgesammt zur Anmeldung gclavö'ss. Unfällen im Jahre 1887 in Höhe von 115 475 find dem»»ö 98 373 in kürzerer als 13wöchentlicher Frist wieder hergestf� woiden. Die Kosten hierfür fielen in der Hauptsache auf � Krankenkassen. versoffen! Bestohlen hat er un«, und alle« in die Knf� geschleppt, daS Lebe» der Kinder und da» meinige in°, Kneipe zu Grunde gerichtet! Gott sei Dank, daß er st*' Hoffentlich werden wir jetzt weniger leiden.. — Vergeben müßte man da in der Sterbestunde;»?? Sie da sagen ist Sünde, Madame; solche Aeußerunge« r sehr sündhaft I, Katharina Jwanowna machte sich mit dem Kranke» L schaffen, sie gab ihm zu trinke», wischte ihm den Sch�i. und das Blut ab, rückte sein Kopfkissen zurecht und sp� WWW WW» UW, lUUlt| vi«« OVyf>|U||CII JHVCVV« Uliv]r dabei mit dem Geistlichen, nur hier und va sich einmal� ihm wendend. Jetzt aber fuhr sie ihn plötzlich, fast a sich vor Verzweiflung an: — Ach, Väterchen! Da» sind Worte, nichts als � L Vergeben!... Da, schauen Sie, wenn man ihn nicht« gequetscht hätte, so wäre er heute betrunken nach Hausi, kommen, er hat nur noch ein einzige« Hemd, und auch v* ist schon in Fetzen, dann hätte er sich in« Bett ge«°ts„ und wie ein Sack geschlafen, ich aber würde bi« zum T?S � anbruch im Wasser geplanscht, seine und der Kinder[4"% Wäsche gewaschen, vor dem Fenster gettocknet und da«» j Tagesanbruch gleich auch geflickt und gestopft haben; wäre meine Nacht gewesen! Wa« ist da noch von f gebung zu reden! Ist daS nicht etwa Vergebung 0i? J}?. Em arger, fürchterlicher Husten unterbrach ihre Sie speite in ein Tuch und schob es dem Priester"«'ri Augen, mit der andern Hand hielt sie die schmerzende � DaS Tuch war voller Blut.. Der Priester neigte den Kopf und sprach kern � Marmeladow war in der Agonie: er wandte kein von Katharina Jwanowna, die sich wieder über � gebeugt hatte. Er wollte ihr immer noch etwas faÖe Lui» gann auch mühsam die Zunge zu bewegen und � liche Worte hervorzubringen; aber Katharina 3»««, ä« die errieth, daß er sie um Verzeihung bitte» wolle, ftn- barsch an:.6 cjo», — Schweig nur! Nicht nöthig!... Ich we'tz wa« Du sagen willst!, Ali« Und der Kranke schwieg; jetzt fiel sein«read iiMWiMti in f»lall», Dynamit in Holland, Dy iamit p Etratzen, unter Brücken, in Studen, auf dem F�lve— MiwunU überall. Wunderbar nur. das> das Dynamit rcgel- entdeckt wird, ehe es Schaden anrichtet. Und natürlich l«i ja die Polizei, welche das Wunder verrichtet. Apropos, •w« die belgische und holländische Polizei einmal ihre Ad» %mg gegen die Eozialdcmolraten überwunden und fich dazu Wichen wollte, ihre Unterstützung in Anspruch zu nehmen, so vde die natürliche-Erllärung des Wunders bald gefunden M. Wir wetten 1000 gegen 1. .In$*Uda-Pnv|(tt hat der Wahlkampf mit einer Wedltchrn Nrederlage der Kartelldrüder geendigt. I««wen Ordnungsmänner! Sie werden jetzt stöhnen:«Und *um Räuber und Mörder?— Der Ausgang dieser Wahl— wich es fich nur um einen«Sturm im Glas Waffer" »Wie, hat aber wieder einmal gezeigt, daß die ganze Kartell- Ätchkeit auf einem Kartenhaus ruhte, und zwar auf dem «enhaus der famosen Kriegslügen. das jetzt glücklicherweise «mnengeblasen ist. Freilich—«die Dummen werden nicht (k" und das Kartenhauebauen ist ja kein schwieriges Mäit. , Li» fach fischen KarteUbrnder find durch den Ausfall t T«me>noewahlen— die meisten Gemeindewahlen in Sachsen Wen während der Monate November und Dezember statt— 'picht geringen Schrecken versetzt worden. Durchgängig hat fich ' Rückgang der Kartcllbrüderschaft kund getban, und namcnt- der«eiserne Ring", mit welchem die„Hochburg" Leipeia den sozialdemokratischen Vorstädten umklammert iit, hat fich 1 sehr«eisern" gezeigt, so daß es den braven Kartelldrüder» angst und bange zu werden deginnt. Sie merken, daß Tage gezählt find, wenn nickt irgend ein— Wunder ge« Jk ein wirilichrö oder ein künstliches, in der Weise des «n Biedermannes Riccaut de la Marliniiie, welcher das zu„koriiairen" verstand. . In den Arbeiter koloniin wird daS Alter der Neuauf« gwimeren festgestellt. Von den im Monat September d. I. ** aufgenommenen 371 Kolonisten waren 15 unter 20 Jahren 92: 20-30« 113: 30-40« 81: 40-50« 53: 50-60« 17 über 60 � Unter den Proletariern, welche die moderne Produktions. N- auf die Landstraße hinaus peitscht, suchen wir vergeblich ? lllücklichen 70jähligen Greis, dem die Altersrente von 20 Pf. "Äk blüht. U Ich listen» pr-lrtarier find mit einer neuen Haus. ?us>iie«beglückt" worden. In Mittenwalde werden �»ackunoslist.n für Zigarren auS Palmdlättern gefertigt. Die Anne Wirth'cha'tsgel»ichte denunzirt zwar deredt und beweis. ?»>» den furchtbaren Jammer und die absolute Verwerflichkeit �«utigen Heimarbeit, die alle Arbeitspetn und alles Elend t ArbeiterNaffe in höchster twtenz entbält, aber die Apostel 1 Haubindustrie, die Winköpfe des Kleinbürgerthums und die �Nlen des allein von der Heimarbeit profitirendm kaufmänni- Kopitals plädtren und ogitiren allerorten für diese ab- Aende Produklionssorm, die fie umschwindeln wollen in ein Mmsttel sür nothleidende Bezirke. Ja. man sucht die 5%n, verelendetsten Distrikte deshalb auf, weil fich dort daS '�rstandsloseste, willigste, wohlfeilste, zu jeder Ab: ackerung Wieste Menschenmaterial vorfindet. Statt der Sozialreform, Jl. der demokratischen Sozialreform, bekommen die Proletarier Schürfung ihrer llioth als frrundl.che Gabe der in dieser Be. mw.- w W-w. je dcs Herrn. Iiach dem Amtskalender für die e v a n g e. l!>hen Geistlichen im Königreich Sachsen waren �er den 17 vom 1. Septimder 1887 bis 31. August 1888»er« gdenen emeritirten Geistlichen 8 im Alter von 86- 80, 4 von jM6, 2 von 73-71, und 3 von 68-33 Jahren. Zahlm » ät'htt berichtet die«Strafib. Post": A 8 Dezember, Abends 8 Uhr, wurde der Dr. Ludwig Reservearzt der franzöfischen Armee, festgenommen, als ? wieder nach Fcanlreick zurückreisen wollte. Derselbe war, e�dem ibmsam 4. d. M.. weil er die nöihigen Poplere nicht We. bet Aufenthalt in Elsaß-Lothringm versagt worden war. � Umwegen der Paßkontrole entgangen und in« Reichsland Ni. G. stein' Abend nun erreichte ihn die Nemefis: Der Doktor wurde der Kreisdirektion vorgeführt.— Der Emi- SJl Joseph Distel aus Stammdach, welcher ebenfalls zuruck. Mesm war, wurde auf dem Landweae. auf welchem er sein N erreichen wollte, festgenommen. Ein gleiches Schick'al er« Me zwei Schiffer. Der eine hatte Papiere auf den Namen C�fcrmdruster aus Wolxheim lautend, während der zweite 'K Geburtsschein des elfteren vor rißt«, jedoch, wie fich schließ- � beraut stellte, Lorenz Noirel heißt. den Knchdrnckern, welche fich dmch Ur. iJWitnung für die Unterstellung ihres Vereins unter die Auf- der Polizei entschieden, haben selbst die Metall- � die Thür, und er erkannte Ssonja ße nn* ni** b.merkt sie stand im i % . �____________. Bit jetzt hatte noch mcht' bemerkt, fie stand im Schatten. Wer ist das? wer ist da»?— brachte er plötzlich u-'.erer, athemloser Stimme hervor. Er wurde unruhig, �(l( mit den Augen auf die Thür, an der Ssonja stand, wollte fich aufrichten. - Bleib liegen I schrie ihn Katharina Jwanowna an. Mit unglaublicher Anstrengung gelang e« ihm aber til fich auf die eine Hand zu stützen. Wild und starr er eine Zeit lang auf feine Tochter, als ob er fie A fich vom sterbenden Vater zu verabschieden. Leiden lag auf ihrem Geficht. - � Ssonja! Tochter! Vergieb! schrie er auf und ihr die Hand entgegenstrecken, aber er verlor d,e kam auS dem Gleichgewicht und stürzte vom Sopha, mit dem Gesicht auf den Fußboden. Man sprang hob ihn auf. legte ihn wieder hin, aber er war C«tn verscheiden. Ssonja schrie auf, lief hinzu, ifi«.—w fe um» ihn und verlor da« Bewußtsein. Er starb I» ihre« (Fortfetznng folgt.) . Aus Kunst und Kebeu. % iSn neuen Kostüm in den Käfig deaeden, um wie gewöhn- K** den dortigen Löwen und dem Königstiger eine Vor- K9 1» geben. Beim Eintritt in den Käfig verlor fie einen und glitt zu Boden. Der Königstiger stürzte fich so'ort %be, packte fie am Halse und zerflischte mit snnen S�ULren Obertörper. Der Menagerie- Jnhaber wie der eilten herbei und bearbeiteten das wütbend« Thier mrt Zangen: trotzdem ließ der Tiger sein Opfer nicht loS, ardeiter der Hirsch. Duncker'fchen Gewerkvereine ihre Selbstständigkeit zu wahren gesucht, indem fie die Ein« reichung des Statuts zum Zwecke der Genehmigung mit 5208 gegen 2489 Stimmen ablehnten. Damit hat der„Generalrath" der Gewerkoereine Hirsch'« eine Niederlage von erheblicher Be« deutung erlitten. L»r» o. pnttstam«» hat in seiner beschaulichen Zurück- gezogenheit in Htnterpommern einen kleinen Trost erhalten: der landwirthschaftliche Verein Stolp-Schlawe-RummelSdur� hat ihn zu seinem Ehrenmitgliede ernannt. In einer der letzten Sitzungen des Vereins war Herr von Puttkamer erschimen, die Versamm- lung erhob fich von den Plätzen und brachte Se. Exzellenz, welche ihr„die Ehre seiner Anwesenheit schenkte", ein dreifaches Hoch aus. Herr v. Puttkamer dankte, indem er gleichzeitig sein Be- dauern ausdrückte, daß der Verein eine sehr große geschäftl'che Förderung von ihm schwerlich mehr erwarten dürfe.— Des weiteren bemerkte Herr von Puttkamer:„Ich muß wohl sagen, daß es mir ein großer Trost gewesen ist, bei den Katasttophen, die mich in politischer Hinficht und sonst getroffen, hier eine Heim- stätte zu finden und gedenke ich diese, so Gott will, nicht zu verlaffen und hier meine Tage zu beschließen."— Wir freuen uns, in diesem Wunsche mit Herrn v. Puttkamer ganz einver« standen zu sein. Zwei Norlaa«« über sntznentiouirte Dampf«rlinien find, nach der„Kreuzztg.", für den Reichstag zu erwarten, ein- mal im Jatereffe der Zteuguinea-Kompagnie und dann im In- tereffe der ostaftikanischen Gesellschaft. Die Dampferltnie nach Ostafrika wird damit zu begründen versucht, daß man unab- hängig vom Auslande fich machen müffe im Verkehr mit den Schuvacbieten. Di» Komntisston des U»ich«tna» für die Alters- und Invalidenversicherung hat fich beute unter dem Vorfitz des Abg. v. Franckenstein konstituirt. Dieselbe desteht auS folgenden Mitgliedern: von dm Konservativen: Frhr. v. Friesen, Frhr. v. Manteuffel, v. Saldern, Deltus, Hahn, Wichmann; von der Reichspartei: Fürst Hatzfeld, Lohren, v. Kulmiz; von den Nationalliberalen: Buhl, Oechelhäuser, Gebhard, Veiel, Struckmann, Niethammer, Sieale, Kleine: vom Zentrum: Frhr. v. Franckenstein, Hitze, Stötzel, Biehl, Spahn, Frhr. v. Wendt, Frhr. v. Gagern, Graf Adelmann; von dm Deutschfreistnnigm: Schräder, Rickert, Schmidt. Oefterr-ich-Ptig«»*. Der Wiener Setzerstreik hat mit dem Siege der Setzer geendet. Die Prinzipale nahmen den neum Tarif an. Kchm-is. In Form eines Schreidens an die Kommisston des Nationalraths für die F r e m d e n p o l i z e i hat der B u n- desrath endlich den Wortlaut des.ckonfiventtellm" Zirkulars, deffen Veröffentlichung soviel Staub aufwarf, mitgetheilt. Einen anderen Sinn giebt der Druck dem Zirkular nicht. Es stellt fich heraus, daß vom schweizerischen„Sozial- demokrat" dlos die Einleitung wegg- laffm war und alles übrige textuell wiedergegedm wurde; die Einleitung aber enthielt nur Ztrate aus früheren Aktmstückm, aus welchm niemand auf die in dem Zirkular getroffenen Anordnungen schließen konnte. Der Bundesrcuh hat es deshalb für nöihig gefunden, dem Abdruck des Zirkulars auch denjmigen seines Briefwechsels mst dem Staatsrath von Neumdurg betzufügen, welcher eine Interpretation sein sowe. aber hierfür nicht„unzweideutig" gmug war, wie die Züricher Regierung es in ihrer bekanntm Erklärung nannte. Das Zirkular findet nirgends mehr Vertheidiger; aber die Mehrheit in den Rathen wird durch eine motivirte Tagesordnung dem Bundesrath den Rückzug decken und de« Bundesrath« gute Absichten betheuern helfen.«Ganz selbstverständlich", heißt es in dem kurzen Schreiben des Bundesraths an die Kommtlston, «konnten wir uns in Ausführung Ihres BeschluffeS vom März nur von denselben Adstchten leitm laffm, welche für Sie selbst maßgedmd gewesen find, nSmlrch die Bundesverwaltung innerhalb ihrer verfassunasmäßigm Grenzen in den Stand zu setzm, das Verbaltm der Anarchisten, der Spione und der Agent» provocateur» zu überwachen." Ganz selbstverständlich!? «rotzbritsttnie«. Die Regierung ist in einer argen Klemme. Der Leiter deS Unterhauses, Smith, deffen beschränkter Minister- verstand den Ernst der Lage lange nicht erkennen wollte, ist schließlich zur Erkenntniß gekommen, daß nur mit genauer Roth die Herdstsesfion kurz vor Weihnachten zu Ende gebracht werden kann; er bat die Volksvertreter in kläglichem Tone ersucht, ihm aus der Patsche zu helfen, und der kecke Balfour selbst, der seine irilchm Etats noch lange nicht ins Trockene gebracht hat, ist den Nationalistm gegenüber urplötzlich versöhnlich, ja unter- würfig geworden. Die Minister haben die Verlegenheit, in der fie fich befinden und die darauf hinausläuft, daß das Parka- ment in Permanenz bleidm wird, fich selbst zuzuschreiben. Die irische Lanvanlaussdill hat alle gemachten Berechnungen zu Nichte gemacht und trotz DedattmschluffeS und Verlängerung der Sitzungm über Mitternacht und der Beanspruchung der vollen Zeit deS Unterhauses für die Regie- rung ist die Ueberzeugung da, daß die Sesfion von schleppte vielmehr die Aermste in die andere Ecke deS Käfigs, wo er derselben den Hals dmchdiß. Nach langem Kampf konnte endlich die blutüdersttömte, vollständig zerfleischte Thier- dändigerin hervorgehott und nach dem nächsten Mmageriewagen gebracht werden, wo fie zwei Minutm später verschied. Gegen Kludsky. welcher selbst zugtedt, daß dieser Königstiger bereits drei Opfer gefordett habe, wurde die � strafgerichtliche Untersuchung eingeleitet. Die Panik währmd der geschflderten Szene war unbeschreiblich. Die Besucher drängten maffenhaft den Ausgängen zu, wobei zwei Frauen ohnmächtig zusammen- brachen. Zntgendortmnnd. Eine tragikomische Geschichte trug fich hierselbst vor einigen Tagen zu, derm Thatdeftand kurz folgender ist: Eine hier wohnende arme Wtttwe erhielt plötzlich die unvermuthete Nachricht, daß fie von einem verstorbenen Verwandten in Amerika ein Baarvermögm von 60000 Dollars geerbt habe, deffen Auszahlung bei einer Dottmunder Firma erfolge. Die Freude der reichm Erbin war natürlich noch größer als ihre frühere Armuth; auch fehlte es ihr nicht an theilnehmmden guten Freunden, die fich gegenseitig in der Ertbeilung weiser Rathschläge überboten. Die Kunde von dem glücklichen Ereigniß drang auch wie ein Lauffeuer nach Neu- Crengeldanz, woselbst die glückliche Eidin zwei verheirathete Töchter wohnm hat, die sofort zu ihrer Mutter Mm, um deren Angelegenheit in Ordnung bringen zu helfen, waS jedoch auf Anrathen der treubesorgten Hausfreunde schnöde abge- lehnt wurde. Wäbrend die Töchter niedergeschlagen ihren Rückweg anttaten. fuhr die in ftoher Ermattung zlttemde Mutter mit zwei der treuesten Hausfreunde in einer von diesm bereitwilligst gestelltm Miethkutsche nach Dortmund behufs Erhebung der Erbschaft. Belavm mtt leerm, langen Geldsäcken, die eigens zur Unterbringung des GeldeS angefertigt wordm, langte der Wagen wieder hier an, wäbrmd die Frau mit ihren Freundm am Abend per pede» apost jlorurn einrückte, reicher geworden um eine sehr bittere Enttäuschung und drmnend vor Begier, des boshaften Spaßvogels habhaft zu werden, der bis heute noch unentdeckt ist. Daß die Temperatm der HauSfrcundschast aber eine erhebliche Abkühlung erlitten, dedarf wohl nicht erst unserer Versicherung.___...... Da« dnrch vi»«liphanten in München herbeigeführte Unglück scheint jetzt dott ein Nachspiel vor Gericht zu dekommm. Von verschiedenen Sellen werdm, wie es heißt, Ansprüche auf Entschädigungen für die Beschädigungen geltend gemacht. DaS Zentralkomitee für die tzundettjahrsfeier" hat wegen der Ent- schädigungs-Forderungm bereits zwei geheime Sitzungen im 1838 fich— bis ins nächste Jahr verlängern wird, selbst wenn alle noch vetsprochenen Gesetzesvorschläge über Bord geworfen werden. Diej Minister machen verzweifelte Anstrmgungm, um die Bill in Betreff der Haftpflicht der Arbeit« geber zu rettm, und zwar trotz dem entschiedenen Widerstand der Vertreter der Arbeitervereine, welche nichts davon wtffm wollm. Das Ministerium hat jedoch die Zell nicht, eine be- anstandete Bill dmchzusetzen. Sett Lord Randolph Churchill offen die Flagge der Rebellion aufgepflanzt hat. erhält jede, auch die unverfänglichste Debatte einen trittschen Charafter. Der diplomatische Etat ist noch nicht zu Ende berathen; Lord Sackoilles Maßregelung durch den Prästventen Clevcland wird unzweifelhaft zur Sprache kommen und es ist bekannt, daß der Führer der Torydemokraten auf eine sofottige Wiederbesetzung des erledigten Postens dringt. Die Allianz mit Deutschland in der Blokade wird beim Votum für die Konsuln in Sansibar zur Besprechung kommen und hier ist ebenfalls Churchills Stellung von derjenigen Salisbury's verschieden. Kein Wunder, daß die Minister mtt Angst und Bangen in die Zukunft schauen. Das Allerärgerlichste ist obendrein, daß die mllttäri- sehen Operationen vor Suakim gerade während der Parla« mmtssesston stattfinden. Lord R. Churchills Behauptung, daß die nach dem Sudan deorderten britischen Truppen laut ���leley's Anficht ungenügend find, erhält durch die Mitthellung, daß die Derwische bedeutende Verstärkungen erhalten haben, noch größeres Gewicht. Ueberhaupt wird durch sein entschiedenes Auftreten in dieser Angelegenhett die liberale Doktrin, daß das Parlament vor dem Anfang eines Krieges befragt werden soll, bedeutend unterstützt. Die Tortes find vor Aer�eiymßer sich und der edle Lord wird von ihnen buchstäblich Auf denGütern in derGegend vonGweedore stehen nächster Tage Ausweisungen bevor. Vor einigen Tagen hielten die Pächter eine Versammlung ad, wobei der anwesende Priester M'Fadden voischlug. die streitigen Fälle durch ein Schiedsgericht entscheiden zu lassen. Die Regierung wurde ferner aufgefordert, Nothbauten zu deginnen. Koziales und Ardeiterbemegnng« An» Ften-bn-g schreibt man uns: Der hier Enve November ausgedrochene Formerstreik dauert unverändett fort. Wir sehen uns veranlaßt, die Kollegen über unsere Lage und die Vorkommniffe hier am Orte aufzuklären. Daß aus Anlaß unseres Streiks die hiesige Schiffswerft geschloffen wurde und dadmch über Tausend Arbetter brotlos geworden find, ist Euch schon dmch unsere Fachzettung und andere Arbeiterdlätter bekannt gegeben. Von allen Sellen sucht man aufßuns einzuwirken, die Arbeit unter den alten Bedingungen wieder aufzunehmen, wel- chem Anstnnen wir aber nicht nachkommen können, denn dann würde dieses Mittel auch auf andere Gewerke bei eventuellen Stteiks in Anwendung gebracht, wenn die Herren Ardeitgeber sehen würden, daß es fich bewährt. Wir sehen nun die Schließung der hiestgen Werst von einer anderen Seite an. In erster Linie waren es die geheimen Wünsche der Herren Ordnungsmänner, die ausgcschloffmen Werftarbeiter möchten fich zu Ruhestörungen hinreißen lassen, um dadurch den„Kleinen" für Flensdmg zubekommen, und die sogenannten Aufwiegler aus Flensburg auszuweisen. Besonnenere Arbetter auf der Werft forderten dmch gedruckte Zettel ihre Mitarbeiter auf, fich ruhig zu verhalten und nicht, wie man dmch das Schließen der Werft deabficktigte, ge« waltthätig gegen die streikenden Former vorzugehen. Dieser Auf- forderung kam man auch allersells nach, so daß die Rechnung ohne den Witth gemacht war. Es ist nun in mehreren hiesigen Blättern durch„Eingesandt" versucht worden, unseren Stnik als ungerecht hinzustellen und den weniger aufgeklärten Leute« Sand in die Augen zu streuen. Diesem traten wir aber durch eine Erwiderung ganz energisch entgegen, so daß wir die Sym- paihie aller deffer Denkenden auf unserer Seite haben. DaS hicfige Annonzcnblatt, welches politisch farblos ist, schreibt über unseren Streik:«Die Frage an fich, wer Recht hat. der strei» kende Former oder der Werftvorsland, muß von den Bethei» ligten beantwortet werden und unterliegt nicht der Ent- scheidung der Presse. Unsere Anficht geht dahin, daß die Minimallohnforderung von 35 Pf. pro Stunde durchaus den tbatsachltchen Verbaltnissen entspricht. Die Arbellskraft ist eine Waare, die dem Arbeitgeber für einen destimmten Preis offcritt wird; findet er fie zu hoch, dann kann er ablehnen. In dem ganzen Vorgange, wie er fich hier auf der Werst abspielt, find die Grenzen des Erlaubten nicht überschritten, strafbar macht fich dagegen derjenige, welcher einen anderen hindett, die Arbeit wieder aufzunehmen. Daß die Werst überhaupt sofort gr- schloffen wmde, mag ja vom Standpuntte des Vorstandes der Werst. aus /orrett erscheinen, praktisch dagegen dürfte dieser Schritt fich schwerlich rechtfettigen lassen." Nach einer öffent« lichm Erklärung der Former ist von deren Seite an ein Nach- geben nicht zu denken, und. od eS der Werft gelingt, Former aus Schweden oder aus Oesterreich heranzuziehen, wissen wir nicht; nur das steht fest, daß eine Schiffswerft ohne Former nicht existiren kann. Ein Einlenken auf deren Rathhause abgehalten und seinerseits einstimmig allen und jeden Entschädigungs-Anspruch zurückgewiesen. Sämmtliche Herren waren der Anficht, daß die Abtheilung(Kaufleute), welche die Elepbanten dem F stzuae eingestellt hat. auch haftbar sei. Kerthn Rother hat dem alten Brauche gemäß als Guts« Herrin von Fleffenow dem Großherzog von Mecklenburg go- schworen,«Sereniaaimo treu, hold und gewärtig" zu sein, wo- gegen dieser fie mit„Ehrsame. Liebe, Keusche" anzureden hat. «inem suddents'chen Klatt» ist aus seinem Leserkreise SeWungsausfeWÜ eingesandt worden, in welchem ein Bittgesuch merkwürdigster Form enthalten ist:„Dieser Tage" — so erzählt die vergilbte Zeitung, deren Datum leider mcht erhalten ist—«wurde bei der betreffenden Behörde in Wien ein Bittgesuch um die Befreiung vom Militär eingereicht, daS der Veröffentlichung wetth ist. Das Gesuch lautet: 1) Ich Franz und fie Matths O..., Eheleute mit Tisch und Bett, kümmerliche Sorgen und ff eben erzeugte Kinder in der Ehe be» lastet, wobei bemerkt wird, vier Buden und drei Mädchen, acht» unddreißig Jahre als getreulicher Untetthan bei den theueren Zeiten in einem fori eheliche Treue gepflogen. 2) Ich als väter- licher Ehemann fiedenundfünfzig Jabre lang geboren, dabei immer mühselig und nicht mehr im Stande, meine Arbeitsam- keit zu erzwecken. 3) Und die weibliche Mutter Therefia ditto, welche mtt obigen sieben Kindem von Atter. schwachheiten zittett, wovon vier Kinder am Leben find, zwei Buden und zwei Mädchen.(Wonach bc. SÄ=%%& K unseren»weiten Sohn Stephan gestorben, welcher als Gemeiner das irdene Jammerthal mtt demokratischen Bleffuren fluchwür- diger Weise verlassen hat. wogegen 5) ein fortlaufender Sohn Nr. 3, welch« auf den Namen Zacharias hört und taubstumm ���"---Uwser Magenschwäche und tobsüchtigem Athem de- reitS als tövtlicher Hausgenosse in miserablen Betracht zu ziehen kommt. 6) Nur ist unser bisher letzlicher Sohn Simon, obwohl von Jugend auf mit einem frommen, tugendhaften Lebenswand» l angethan, zu berittener Kavallerie numeritt, wo unterschiedliche Zugellofigkeit losgehen. 7) Daher bitten wir täglich segensreich. daß unser zwangsweise reitenden Simon nicht zu Schanden werden möge, weil selber als letztes mannbares Erzeugniß in der Wirihschast unentbehrlich anzusehen ist, und verdlribm in ergebungsvoller Armfeligkett Eines wohlallerhöchsten Reskript«. N. N." Fordeningen tnufc also seitens dcS WerftvorstcmdeS über kurz oder lang erfolgen, da selbstredend die halbfertigen Schiffe nicht unvollendet stehen bleiben lSnmn. Die Organisation der Former und ähnlicher Branchen ist eine so weit ver» zweigte, daß mit derselben, al» mit einem wichtigen Faktor, gerechnet werden muß. Kollegen, Arbeiter! Ihr erseht nun aus Vorstehendem, daß wir fest entschloffen find, auszuharren und keinen Deut nachzugeben, wenn Ihr uns nur in hinreichendem Maße untersiützt. Denn bedenkt, daff außer den unverheiratheten Kollegen noch rund 60 Kollegen Familienväter ffnd. Wir oppelliren daher an Euer Solidaritälegefühl, mit allen Kräften für uns einzutreten, hastet den Zuzug fern und sendet Briefe ac. an H. F e n s e n, per Adr. C h r. R a l f s, Schleswiger Chauffee 6. Mit kollegiattschem Gruß und Handschlag, Das Streikkomitee. I. A.: I. Jakodi.— Alle ardeitersreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Uereine rnifr Versammlungen. 9tt Lachveret» der N-hrleg-r Kerlin» hielt am Sonntag, den 9. d. M, in Feuerstein's tlokal, Aste JakobS- straße 75, feine Versammlung ab. Zum ersten Punkt der Tagesordnung:„Wie stellen sich die Rohrleger Berlins zu der Lohn- und Akkordarbeit in der demnächstigen Bauperiode?" referirte Herr Rtckner. Redner führte sehr treffend an, wie sich die Arbeitgeber vereinigt hätten, um gemeinsam gegen die Arbeitnehmer vorzugehen. Es sei daher im Interesse der Selbst- erhastung nothwendig, darauf hinzuweisen, Vereinigungen zu schcffen, um gemeinsam— auf acsetzlichem Wege— die Lage der Rohrleger zu verbeffern. Rconer berührte eine Lohnstatislik der Ardetter und bewies in längerer Ausführung, daß die Ar- beiter Deutschlands bei diesen Hungerlöhmn nicht in der Lage find, ein menschenwürdiges Dasein zu führen. Redner wies ferner darauf hin, daß in den meisten Fällen die Mißgunst der eigenen Kollegen Schuld an der Rothlage trage und gab in seinem Schlußwort seinem Wunsche Auedruck in den Worten:„Es falle Haß, es falle Reib, es lebe hoch die Einig« keet!" Nachdem sich verschiedene Redner im Punkt 2(freie Diskussion) im Sinne des Referenten ausgesprochen, gab Kollege Reckaer noch seinem Bedauern Ausdruck, daß bis jetzt kern Kollege irgend eine Pfuscharbeit, die uns selbst am meisten schädigt, dem Vorstand angezeigt hat, da es doch Pflicht eine? jeden reell denkenden Rohrlegers ist, etwaige durchs niedrige Preise dedingte, in den meisten Fällen die öffentliche Gesund- heit schädigende Pfuscharbelten an's Licht zu zieben, eventuell die Behörde davon in Kenntniß zu setzen. Zu„Vaschiedenes" brachte Kollege Reckner einen Antrag ein, die glmaßregelten Arbeiter der Sommerfeld'schen Lampenfabrik zu unterstützen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Es fand zu dem Zwecke am Schluß der Versammlung eine Tellersammlung statt. Betreffs der Fragebogen, die vom Magistrat an den Vorstand behufs Ausüllung gesandt wurden, beschloß die Versammlung auf Antrag des Kollegen Müller, dem Magistrat lund zu geben, daß wir augenblicklich nicht in der Lage find, eine genaue Lohn- statistik einzureichen. Nachdem der erste Vorfltzende noch der Versammlung daS„Berliner VollSdlatt" und„Volkstribüne" zum Abonnement empfohlen, machte derselbe nochgdekannt, daß die nächste Ansammlung am 13. Januar 1889 in demselben Lokal stattfindet. Der Jfachvmi» fBr Schlosser und Keruf« genösse« hiev am Montag, den 10. Dezember, in Feuerstein's Tunnel seine Mitgliederversammlung ad. Zu derselben hatte Herr Kendziora das Referat übernommen. Nachdem das Protokoll der letzten Versammlung verlesen und genehmigt war, wurde Herrn Kendziora von selten des Vorsitzenden das Wort zu seinem Vortrage:„Welchen Schutz hat das Staats- oder Völkerrecht dem Arbeiter zu gewähren?" crthellt. Derselbe führte folgendes auS: Die Erörterung des Ardeiterschutzes ist nicht aus den Kreisen der Juristen auf die Tagesordnung gestellt. Der Ar- better selbst, durch die große Industrie in den Zentren derselben 8 großen Gemeinschaften angesanurett und mit der Zeit über n« Nothlage aufgeklärt, hat zuerst, und zwar er allein, sein Recht gefordert und, so viel er cS vermochte, geltend gemacht. Was alle sogenannten„Arbeiterfreunde" geleistet haben in dieser Sache, ist lediglich abgedrungmrs Zugcständniß. Dos prattische Recht hintt noch heute nur mühselig mit seiner Gesetzgebung hinter jenen Forderungen her. Wohl aber haben Männer der Wissenschaft und ideal gerichtete Geister sich auf die Seite der Arbetter gestellt. Schon Ct. Simon, der wie Fourier, sein ganzes Leben in den Dienst der großen Idee der Massen-, der Arbeiter-Wohlfahrt gestellt hatte, weist in seinem -c&Wchlsme des iudastrielles" 1823 nach, daß der ganze Staat auf den Leistungen der Arbeiter dafirt, und darum der Höchsten Fürsorge seitens des Staates dedarf. In neuester Zeit hat es dann die deutsche Nationalökonomie,— wir haben in Wahrheit nur eine,— die von Marx,— mit sieghafter Evidenz erwiesen, daß die Ardett die ewige Grund- läge aller Gesellschaftsformen, mithin aller Staaten Ist. Die R e ch t s- I d e e, von der aus sich die Nothwendiakeit des Ar- deiterschutzes ergiebt, findet sich oft wieder schon der den Philo- sophen von Plato's„Staat" an bis zu Kant, Fichte, Hegel hin. Die Idee, die praktische Forderung dcS Rechtsschutzes trat leider nicht früher auf, alS drS inko'ge des gegenwärtigen volkS- wirthschaftlichm Systems die Roch der Industriearbeiter wahrhaft bimmelschreiend geworden war. Dos dieberige R.cht, wesentlich Prioalrecht, dast end auf dem hergebrachten Rechts- begriff d.s Privaltigenthums, nützte dem Arbeiter, dessen Eigen- thum gleich Rull war, sehr wenig. Mußte doch selbst die Frei- hett der Person erst in jenen schönen Stunden des 4. 5. August 1789, von denen, wenn irgend sonst wovon, das Wort grlt: „Durch Nacht zum Lickrt", in Paris dem aacien rtgiwe abgerungen worden. Für Preußen gar bedurfte es noch zweier Jahrzehnte der blutigsten Weltkriege und schließlich der Gefahr der Vernichtung des preußischen Staates, ehe hier durch Gesetz vom 9 Oktober 1(07 die Erbuntelthänigkeit aufgehoben wurde— unter heftigstem Widerstreben des Adels natürlich. Dann ruht wiederum die Gesetzgebung nach dieser R cktung hin— bis 1381 die sogenannte soziale Reform in Angriff gc« nommcn wird. Wenn wir diese Thatsache vergegenwärt'M werden wir uns nickt mehr darüber wundem, daß der der alle schützen soll, st) schwer daran gebt, die Arbeit»' devölkemng von zirka 40 Millionen Seelen in Deritschlavd» dem zu schützen, was die Natur ihnen gern gewähren im gesicherten Besitz der RotHdurft und Nahrung deS Ln» und Lebens. Der Staat, der diese Verpflichtung anerkevrit,* der sittliche Staat. Bis heute haben wir aber n« dt« Rechtsstaat. Die Fabel vom christlichen Staat wird beute köj irgendwo Glauben finden.— Als der Redner nun daS ha# StaatSsystcm einer Kritik vom philosophischen Standpunkt« c» unterziehen wollte, fühlte sich der überwachende Beamte ven» laßt, die Versammlung auf Grund des bekannten§ 9 zulösen. 1 Der Herein zur zpahrurg der materielle«##ür esse» der Kteintriiger und verwandten Bemfsgmaffen D» lins hielt am Sonntag, den 9. Dezember, in Sckrffer's Sw* Jnselstr. 0, seine Mitglieder-Versammlung ab. Auf der Tai? o dnung stand: 1. Das Unfallversicherunpsgesetz mit Ansam der Alters- und Jnvaltdlnversorgung. Rrterent Herr Liefländer. 2. Vereins angelegen hettcn. Die Versammlung zunächst den verstorbenen Kollegen Gottlieb Zumpe durchs heben von den Plätzen. Herr Liefländer hielt sodann ein<* gehendes Referat über den bekannten Gesetzentwurf. 8** Diskussion sprach Herr Wallenthin. Hierauf wurden die c* einsangelegenheiten vorgenommen. Der Vorsitzende macht« J" Vorschlag, die Kinder des verstorbenen Vereinskollegen mit ß* lieben Gegenständen nach vorheriger Recherche zu beschertj Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Herr Gettner hat für die Unterstützung, die ihm gewährt dem Verein seinen Dank zugestellt. Der Vorsitzende führt«* daß die Lohnstatistik auszufüllen nicht möglich sei. well HP schwer wäre Herr Rennthaler meinte, wenn die GewerbeW«' trtlou damit einoerstanden sei, daß die Steinträger resp ss Verein nach ihreib Ermessen auf einigen Bogen genau � ickrieben, wie die Lohnverhältniffe lägen, daß man diese wj einschicken wollte. Die nächste Versammlung findet am 1» � nuar statt. u Fach verein für Kchlosser und Ker»f»ge«-ss«»? Monta«, den 17. Dezember, findet in Feukrfiein's Alte Jskobstr. 75, eine außerordentliche Mitglieder vrA«� lung statt. Da sehr wichtige und Interesse erregende zur Berathung gestellt find, wäre es Pflicht aller Mitglieds? dieser Versammlung, we che die letzte dieses Jahres sei«"L zu erscheinen. Gäste find stets willkommen. Mi'glieder«g? in jeder Versammlung ausgenommen.— Das dirsiäbrige nachtS Vergnügen, bestehend in Theater, komischen ulführts�! Weihnacktsbeschecrung und Ball findet am 29. Dez««*?. Schweizer-Garten am Friedrichshain statt. Da der % weder Kosten noch Müde gescheut hat, dieses Vergnügen zu«"Jj wirklichen Ardeitervergnügen zu gestalten, wäre zu wünsch«?-« alle Freunde des Vereins sich dort einfänden. Konen s*®? sind bei allen Vorstandsmitgliedern, sowie beim haben. Theater. Freitag, den 14. Dezember. ##**#*»#. Der Ring des Nibelungen. her: Der dritte Kopf. Lessflas-Uhvater. Nora. %«#%*#» Thenter. Galeotto. zrtevrid�.Mtryeimktqdttsch»»«heate». ZUrtrrtn-Gtzenter. Die Reise w die Pyre- nacii. Keftd ant-Wz«»!«*. Abbs Constantin. ZeAmrtUnne»«henter. Der Rattmfänger von Hameln. D»U»»-Gh»at«». Der Glöckner von Rotre« Dame. � MZ>» t««Sd tische»«heate». Steffen Langer aus Glogau.„ SchmMerttnge. WmweM#- Tstente». Spezialttäten• Vor» stellung. ffchMte» de»>l»ich»tz«Ue», Spezialitäten. «»rsteLung. Berliner Theater. Theodor Fricke Frettag, den 14. Dezember: Die wild» Aa»d. (Melanie: Hedw. Niemarnt.) Sonnabend, den 15. Dezember: Der KSnigvti utenant» —(Thorane: Friedrich Haase.)— American Theater. WaHn»pth«atcrstPMM Hr. 18. Berliner BehOnbeita- Konkurren*. sigss, ___ Himmel—| dtenet und die übrigen vier Damen.(. uM****** bezeichneten Damen wünschen ungenannt zu bleiben) Reu l! Zrtp»«vrilche«-«erzett. Auftr. deS Schattcnstlhouettisten e*k*r»lvertt. de« urtomischen Kendi» und Uenman« „Bliemchen". Anfang 7% Uhr. Sonntags 6% Uhr. Villet-Vorverlauf ohne Zlnfgetd im„In- oalidendanl" und Vormittags von 11—1 Ub an der Theaterkasse.[806 yäf 10 A Zum ersten Male: Drive Reise Rur noch einig feine i Cycl.'20 dmch»pnni' M e Tage: P« ' er Friedrich». n». Kareelona otvdam und ind nm 10 Pf. Abonn. Wo giedts die beste Weiße in Berlin? bei W. Haugk, 1079] Meiussraffe -MASERS straße 38, Laden links. i1488 1. Geschäft: Orallik« Straße --h« d»Ad-ib«str«z.. Strumpfwaaren-F abrik. GtrSsste Auswahl in Tricot Damen Taillen» Sommerstoff, a 2,75, 8,50, 5,00 Mark. Winterstoff, mit Fntter, a 4,00, 5.00, 6,00 Mark. Winterstoff, mit Fntter, reich verschnürt, a 5,00, 7,00 M. Gestrickte Herren-Westen» a 8,00, 8,50, 4,50, 8,00, 8,00, 10,00 bis 14,00 Mark. Gestrickte Damen-Westen» a 1,76, 2,50 3,00, 3,60, 4,50, 6,00 bis 7,00 Mark. Ges«ni»he!ts-Sch«»eiß-Sencken. a 1,75, 2,00, 2,50, 3,00, 3,50 Mark. Echte Stuttgarter Normal-Hencke«. a 8,00, 3,60, 4,00, 4 50, 5,00, 6,00, 7,50 Mark.] Normal-Keitckieider, a 8,00, 3,50, 4,00, 4,50, 5,00, 7,00 Mark. Mittelstarke und starke Winter- Seinkleider» a 1,25, 1,60, 2,00, 2,50, 8,00 Mark. Neuheiten in Damen-Capatten» a 2,60, 3,00, 8,50, 4,60, 6,00, 7,50 Mark. Tricat-Kinder Kleidchen(Winterstoff), a 2.75, 3,00, 3,50, 4,50, 5,00. 6,00 bis 8,00 Mark, 2. Geschäft: Jannalvitzblüät . i. o: Ecke Aleranderstrs� Illostrirte Preislisten gratis und franco. Cirkns Schumann. friedlich. Karl. Ufer..._ Ecke Karlstraße. (Im früheren Zirkus K r e m b s e r.) f Wer Cirkn» ist jirt geheizi med '**&**?«o Freitag, den 14. Dezember, Ab bendS 7% Uhr: Große Brillant-Vorstellung. DaS reichhaltige Programm enthält 10 der vorzüglichsten R pertoir-Nummern. Zum 2. Male: Di» schSn» H-fie oder$ch«l{« und WSver i« Orient. Gr. komische, historisch-vhantastische AuSstattungS- Ballet-Pantomime in 2 Abtheilungen und zrn Bitdern» mtt Grupp�rungw. Tänzen, mimischen Szenen und Gesprächen. Jnszenirt vom Dw. G. Schumann, dargestellt von ca. 100 Mitgliedern der Gesellschaft, mebreren Kindern und dem Curat de ballet. Sornabend, den 15. Dezember. Abends 7 i Uhr: Große Galla-Vorstellung. Zum 3. Male: Die fchS»e Kofi«. Unserer Freundin Neuer, genannt „S i e p e l", zu ihrem�eutigen Gedurtttag ein donnerndes Hoch, daß beim Kutter die Glaser wackeln.[1522) Die Genossen tm Westen. Odepfapuchee Fett-Sänse.(W) � n°uch ausgenommen und gelbcilt, Leder. Liesen und Gä'essein. � " r# ......... lum Wechnackis-Feste w grow Aussah.% i«ng. e-.be«-mpst_ Mild- und»»ssSg-'H�V Teppiche% worden sisd, werden, fvme'rt b�r"»-� r.th reicht, zu auffallend biUige« »reise« ausverkauft in der Teppich Fabrlkxi.d.ri�,. Muffen! S| lb«?ch inf.H -ite Pel? mnsse« (Ä'M Oranienstr. � Verantwortlicher Redakteur: NwmW»»»erlt«. Druck und Bertaa«»..|*M»rtbm tn BerUn-»t—-*** I Beilage zum Berliner BoWlatt. w V«%94 Parlamentsberichte. Dmiräj** K-ichstag. 14. Eitzuna v om 13. Dezember, 1 Uhr. Am Tische des BundesratheS:von Boetticher, von «chelli ng und Kommissarien. Zur ersten Berathung steht der Gesltzetitwmf, betreffend w Erwerbs« und WirthschaftSge Nossen» Ichaften. Abg. Kcheuck(dsr.): Diese Vorlage will wie die über allerg' und Jnvalidenverfichcnmg die wirthschaftliche Existenz Zahlreicher Klassen der Bevölkerung flchein; aber während die letztere ihre Zwecke durch Zwang und Etaatshilfe erreichen will, vient die vcilicgcndc Novelle den Bestrebungen, welche aus lreikr Jniiialive bervorsegangen find und auf der Selbstver- AuwAtung der Interessenten beruhen. Gegenüber den längst mannten Mängeln des jetzt geltenden Gesetzes ist dieser Ent- Wurf von den Genossenschaften allseitig freudig begrüßt worden, pdl er ihre Bedeutung und ihre Leistungen rückhaltelos aner- llnr.t und ihren Bedürfnissen entgegenkommt. So enthält rr eine Fortbildung des jetzigen GcnoffenschaftsrechtS. Aber wanche Bestimmungen des Entwurfs können nicht als Verbeffe« langen angesehen werden, da fie mit dem Wesen und der lrchllichen Stellung der Genossenschaften nicht im Einklang find Ad der Staatsbehörde eine mit ihren Zwecken unvertragliche Einmischung gestatten. Eine Verbesserung find die Vorschriften über Ansammlung von Kopital und Reserven, ohne die fie ihre Zwecke nicht eneichen können, und es ist deshalb mit Freude zu gfirüßen, daß die Ansammlung eigenen Kapitals nicht de« Kränkt werden darf. N cht einverstanden bin ich mit den Be« «vmungen über Erwerbung und Verlust der Mitgliedschaft. Fisher genügt die einfache schriftliche Erklärung des Beitritts dver Austritts und seitens des Vorstandes ist dem Gerichte ?,? Mitglieder verzeichniß vierteljährlich einzureichen, so daß Uo eine Feststellung der Mitgliedschaft jeder Zeit möglich ist. L« Entwurf geht aber wei er und behauptet, daß, um die Mitgliedschaft siebet feststellen zu können, die Erwerbung oder J« Verlust der Mitgliedschaft abhängig gemocht weiden müsse ®°rr der Eintragung in die öffentliche Liste bei Gericht. weitere Garantien in dieser Beziehung mögen gegeben werden, ül? fckfe Bestimmung ist nicht notbwrndig und wird die Ge> »wssenschaften schädigen, so daß die Vorthelle derselben durch widere Nachtheile weit überragt werden. Die Mitgliedschaft de« M auf einem Vertrag zwischen Mitglied und Genossenschaft, solches Rechts verhÄtniß darf nicht von der Tbätigkcit eines Dritten abhängig gemacht werden, auf den der Genoffenschaft Wid den MUgliedern kein Einfluß zusteht. Das Ausscheiden kwes Genoffen soll nach dem Entwurf nur am Jahresschluß "ach dreimonatlicher Kündigung erfolgen und von dieser Regel werden nur wenige Ausnahmen gestattet. Gegen diese Aus- "ahmen ist wohl nichts einzuwenden. Die Bestimmung, daß e>« Genosse auch im Laufe des Jahres ausscheiden kann, wenn er seinen Geschäftsantheil einem anderen Genoffen überträgt, «nn nicht für olle G-noffenschaften e llzemein aufgestellt, son> «ern muß dem Geschäftsvertrage vorbehallen bleiben. Die wich» Bestimmung des Entwurfs ist die Zulassung von Ge. Nossenschaften mit beschränkter Haftpflicht, die dne unadweisliche Forderung befriedigt. Das Gesetz darf den Mitgliedern keine größere Haftpflicht zumuthen, als für die Zwecke der Genoffenschaft nölhig ist. Diese Bestimmung wird «am entlich für die ländlichen Wirthschastkgenossenschaften von "ortheil sein. Bei den Genossenschaften mit beschränkter baft- "fiicht sollen die Mitglieder nur bis zu einem gewissen Theil �"s Vermögens hasten, der Charakter der Genossenschaft bleibt "der in jeder Beziehung erhalten; fie bleibt eine Personal« S»off.nschast. Wir können daher im Allgemeinen der Vorlage �stimmen. Neu und von großer Bedeutung find die Bestim« wungen über die Geltendmachung der Haftpflicht, über daS "iachschußverfahrcn und die direkte Haftpflicht. Diese Bestim wuogen müssen wir ändern. Tie direkte Sölidarhait ist durch ""b festzuhalten; auf dieser Kreditdafis beruhte Entwickelung und Erfolg der Genossenschaften, bevor noch das betr. Gesetz ?*H«nd. x>ie Grundlage muß besonders für die Kredllgevoffcn- s often beibehalten werden. Das durch das Gevoffenschasts« «letz eingeführte Umlageoerfabren, nach welchem die Genossen W Deckung des Ausfalls des Gläubigers Beiträge zu leisten haben, ««t an vielen Mangeln, well mit diesem Verfahren erst nach velle zum Genoffenschaftsgesetz eingereicht. Schulze> Delitzsch stellte fich nach Eliminirur.g einiger Bedenken bald auk die Seite meines Antrages, nur die Abgg. Lrsker und Rickert widersetzten fich ihm, und leider mit Erfolg. Die treidende Kraft in meiner mehr auf den Gmndbefitz hingewiesenen Partei konnte keine große sein, und nur die Zentrumsfraktion unter« stützte in höchst anerkennenswerther Weise meinen Antrag. Der Einfluß jener anderen Herren aber und ihrer polt« tischen Freunde war gegenüber den Wenigen, die mit mir Genoffenschasten mit beschränkter Haftpflicht einführen wollten, stark genug, die Angelegenheit nicht über die Kommisfions» derathung hinaus gedeihen zu lassen. Wir hätten damals sehr viele wirtbschaflliche Existenzen retten helfen können, wenn wir die neue Form der Genoffenschaft der alten hinzugefügt hätten, und die objektive Haltung des damaligen Abg. Schulze-Delitsch verdient die höchste Anerkennung. Der Abg. Laster aber miß« verstand vollständig die uns leitenden Absichten. Die Be> deutung der genossenschaftlichen Gesetzgebung wird in manchen Kreisen, auch von vielen meiner politischen Freunde unterschätzt; fie ist ein wichtiges Stück der sozialen Gesetzgebung. Wo die Kraft des Einzelnen zur Erreichung wirthschaftlicher Ziele nicht ausreicht, treten mehrere erfolgreich zusammen.- Zwar hat diese Vorlage nicht die Bedeutung der Alters« und In« validenverficherung. Die gigantische Aufgabe, 13 Millionen Deutsche ficher zu stellen, überragt bei Weitem den Zweck dieses Entwurfs, der freie Vereinbarungen zu wirthschast« liehen Zwecken will. Auch der wärmste und entschiedenste Verehrer der Alters« und Invalidenversicherung aber wird fich des Satzes bewußt sein müssen: benefiuia non obtrndnntnr. Der G.danke des Reichszuschuffes birgt auch gewisse Gefahren: der vorliegende Gesetzentwurf erweitert die bisherige Gesetz- gebung durch Einführung von Genossenschaften mit beschränkter Haftpflicht. Mit Recht ist das Prinzip der Solidarität der Haftung auch bei der beschränkten Haftpflicht festgehatten. Im anderen Falle kommt man in die Kategorie der Ättiengesell- schaften hinein. Die Bestimmung der Haftung mit dem ganzen Vermögen hat Wohlhabende mit ihrer Arbeitskraft und ihrem Vermögen von den G.'noffenschaften ferngehatten. Dem soll abgeholfen werden. Der Entwurf verbessert die bestehende Ge« setzgedung durch die Einführung der Reoiston. Das Maximum der Angriffe gegen diese Bestimmung stellt Herr Schenck vermöge seiner Stellung ali Anwalt des Genossenschaftkoer« bände? dar. Sollte das Wort:„Die Genossenschaften find be« gründet zu wissenschaftlichen Zwecken" nicht anfechtbar sein? Die Wohlthaten dieser Vorschrift bestehen in der Erweiterung der bestehenden Genossenschaften nach drei Richtungen: Neubildung einer großen Anzahl von Genossenschaften mir beschränkter Haftpflicht. Verwandelung der Genoff. nschasten mit unbeschränk« trr Haftpflicht in solche mit beschränkter, und Vermehrung der Genossenschaft, n mit Solidarhaft. Die Vorthelle überwiegen also bei Weitem die Nachtheile dieser Bestimmung. Wenn die Genossenschaften fich vermehren haben, auch die Regierungen die Pflicht, darüber zu wachen, daß fie ihren Zweck erreichen und Bestand haben. Auch bezüglich des Umlageverfahrens bietet das neue Gesetz wesentliche Vorthelle. Nach dem bestehenden Gesetz haktet ein Genosse dem anderen solidarisch, aber nicht der Ge« noffenschast; das neue Gesetz setzt die Haftung der Genoffen- schast gegenüber fest. Der Einzelangriff bietet für den noch nicht ausgeschiedenen Genossen keine Gefahr, weil doch schon eine erhebliche Zeit bei dem eigentlichen Konkursverfahren vor« übergegangen ist. Für den ausgeschiedenen Genoffen ist die Gefahr sehr gering, well fie überhaupt erst nach dem Konkursverfahren eintreten kann. Der Einzelangriff der Gläubiger muß deshalb auftecht erhatten werden, denn sonst würde das ganze System der Solidarhaft nicht durchführbar sein. Nach einer Richtung haben die bestehenden Genoffen« schaften ihre Aufgabe nicht erfüllt und nicht erfüllen können: einen ausgiebigen Kredit für kleine Leute zn gewähren. Dieses werden die Genoffenschasten mit beschränkter Haftpflicht thun, Äeren Vermögenslage stets klar und üderfichtlich sein wird, de« sonders wenn auch vermögende Genossen fich reichlich bethei« ligen. Die Gesckäftsantheile können verlorm gehen, aber die Garantie und Bürgschaft der einzelnen Personen schaffen eine bessere Bafis als die bestehenden Genossenschaften. Ich hoffe, daß auch die Reichsbank die Kreditwürdigkett der neuen Form anerkennen wird. In kurzer Zell werden wir ja auch über die Frage der Umwandelung der Reichsbank zu beschließen haben, deren gegenwärtige Gestatt nur bis zum 1. Januar 1891 feststeht. hoffentlich wird noch in dieser Session ein bezüglicher Entwarf dem Reichstage unterbreitet werden. Viel braucht hier ja nicht zu geschehen: StaatSeigenthum ist die Bank, und es fragt fich nur, ob vre Banlenthedseigncr beibehalten werden oder nickt. Ich bitte gleichfalls um Verweisung des Entwurfs an eine Kommifflon von 28 Mitgliedern. Abg. Dr.(nL): Meine Freunde begrüßen die Vorlage auch mit Anerkennung, fie beruht auf einer sorg- fälligen Ausarbeitung aller Vorschläge und Wünsche, die auf diesem Gebiete laut geworden find. Alle die Ideen von Schulze- Delitzsch find nicht nur berückfichtigt, sondem auch weiter entwickelt worden. Zuwett gegangen ist aber der Entwurf in der alles regelnden, ordnenden und strafenden Fürsorge des Staates. Die hauptvorthelle des Gesetzentwurfs find die Zu- laffang von Genossenschaften mit deschräntter Haftung, die vrffere Regelung des Umlageverfahrens, die Stellung der Mit« gliedschaft auf eine ficherc Grundlage und die Annerkennung der allgemeinen Revifionspflicht. Bezüglich des ersten Punktes stehe ich ganz auf dem Boden der V rlage, eS könnte höchstens zweifelhaft sein, ob nicht bezüglich der Kredit- genoffenschasten eine Ausnahme zu machen sei. Die vorfichtige Bestimmung des Entwurfs, daß bei Ge« nossenschaften mit beschränkter Haftpflicht der Konkurs schon im Falle der Ueberjchuldung, nicht erst im Falle der Zablungsun« fädigkeit eintritt, ist auch nicht zu verwerfen. Diese Frage kann aber in der Kommisfion noch näher geprüft werden. Schon Schulze Delitzsch hat e mit seinem prabischen Blrck erkannt, daß das Umlageoerfahren zum Nutzen der Gläubiger stattfinden müsse. Nach dem Entwurf leitet der Konkursver waller das Um« lageoerfadren und treibt im Jr.terisse der Gläubiger die Ga- rantievei pflichtungen der Genoffenschafter ein. Auch das ist «ine Verbesserung, daß das Umlageverfahren nicht erst nach Fest« stellung des Schlußvertheilungsplanes, sondern schon während des Konkursverfahrens, und zwar zuerst in Gestatt der Vorschußberechnung, dann der Zuschuß und ev ntuell der Nach« schußberechnung stattfinden kann. Dadurch können die GlSu« biger ihren Anspruch durch den Konlursverwatter in bequemster Weise geltend machen. Trotzdem ist aber die Einzel« Haft der Genossen festgehalten worden. Umlageoerfahren im Interesse der Gläubiger und Etnzelangriff ist aber nicht nöthtg und, wenn nicht nöthig, sogar schädlich, (Sehr richlig!) In der Frage des Einzelangriffs stehen aller« binas nicht alle meine Fremde auf meinem Standpunkt, die Mmverheit derselben ist für die Beibehaltung des Einzklanariffs. Es ist nicht richttg. daß der Kredit wrch Beseittaung des Einzel« imanffs leiden würde, denn der Gläubiger kreditirt nicht in Rückftcht auf die Etnzelhaftung, sondern auf die Solidarhaftung aller Es Handell fich hier nickt um eine Minderung der sSSfiSDMZ WSSM-M wenn er dieses verbesserte Umlageoerfahren gekannt hätte. Es hat fich unter den Genossenschaften eine Bewegung für Beseitigung des Einzelangriffs gebildet. In Kassel und Plauen ist dieser Beschluß einstimmig gefaßt worden. Allerdings hat in Erfurt der Anwatt des allgemeinen Genossen« schaftsverbandes durch seine ausführlichen Erörterungen die Majorttät von 78 gegen 71 Stimmen für seine Anfichten ge« Wonnen, aber die Bewegung geht Kotzdcm weiter. Herr Schenk hat allerdings in einem Schreiben an die Genossenschaften vor einer Betheiligung an dieser Agitation für Befestigung des Einzelangriffs gewarnt. Ader trotzdem haben fich von den 820 Vorschußvereinen, welche fich im Allgemeinen Deutschen Genossenschaftsverbande befinden, bereits 427 mit ihrer Unterschrift für die Aufhebung des Einzelangriffs erllärt oder doch ihre Unterschrist zugesagt. Die Wohlhabenden in der Gen offen« schast sollen nun mehr Interesse bekommen, wenn ihnen der Einzelangriff bevorsteht. Ich glaube, wenn man solidarisch haftet, ist das Interesse gerade groß genug, das man an der Genossenschaft nimmt. Das Interesse der Wohlhabenden beruht auch nicht darauf» sondern auf dem lebhaften Interesse, welches fie für die Vortheile der kleinen und geringen Leute, der Bauern und dergleichen haben. Im Gegentbell werden Wohlhabende schwerer fich zum Eintritt in eine Genoffenschast entschließen, wenn ihnen die Einzelhaft bevorsteht, fie fürchten den Einzelangriff und mtt dieser Furcht ist zu rechnen, selbst wenn fie ungerechtfertigt ist. Wir haben große Schäden durch den Einzelangriff gehabt. In etnem Briefe des Vorstandes eines Kredttvereins an dessen Verbandsdirektor heißt eS, bei einem fallirten Vorschußverein hatten die destfituitten Mttglieder traurige Tage an der Konkurseröffnung bis zur Be- endigung des Konkurses durchgemacht, da fie von den unge« stümen Gläubigern bedroht wurden, daß dieselben fie zuerst an« greifen würden. Und so käme schon während des Konkurses die Solvenz der Anzugreifenden in Frage, wenn es auch gar nickt zum Angriff kommt. Der Einzelanariff ist, wenn die Gläubiger so energisch find, wie fie sein müssen, unnöihig. Sie haben es in der Macht, aber nicht die Genoffenschast, selbst dm letzten Pfennig von einem solventm Ge- noffenschaster herauszuquetschen. Wmn es auch nur seltm und nur bei geringen Summen zum Einzel« angriff kommt, wird der Konkurs- Verwalter eben dasselbe leisten können. Daß der Einzelangriff wegen der Regreßpflicht unschädlich sein soll, verstehe ich absolut nicht. Bei einem Einzelangriff kann der Angegriffene Haus und Hof verlieren, den dann ein spärerer Regreßanspruch nicht mehr retten wird. Ein Kollege erzählte mir, daß er und einige andere die einzigen Wohlhabenden im Bezirke ihrer Genoffen« schaft seien. Wenn fie durch einen Einzelangriff in Anspruch genommen würden, könnten fie daber unmöglich von den armen Leuten etwas eintreiben bei ihrer Stellung und ihrem Ansehen. Das ist ein schönes Regreßrecht, deffen Geltendmachung erst erfolgt, wmn man beretts animirt ist, oder wenn man keinen Gebrauch mehr davon machen kann! Ich glaube auch nicht, daß die Schulder leichter zahlen, wmn fie etnem Einzelangriff ausgesetzt find. Ein solventer Schuldner zahlt so wie so gleich und andere zahlen überhaupt nicht, sondern warten den An« griff gegen die solventen ad. Man hält es sodann für eigen- thümlich, daß die Genoffenschaster, welche 6 Monate vor dem Konkurse ausgeschiedm find, nicht mehr zum Um lageoerfahrm heran« gzzogen werden sollen, da fie einmal abgerechnet hätten. Sie haben allerdings abgerechnet, aber auf Grund einer vielleicht vollständig falschen Bilanz und auf Grund der Solvenz aller Mitglieder. Beides kann sich nachher als unrichtig herausstellen. Wenn es hart ist. einen, der bereits abgerechnet hat. noch zur Deckung des Defizits heran zu ziehen, so soll man ihn doch nicht dem viel härteren Einzelangriff aussetzen. Jeder wird lieber das Umlageoerfahren mit Regreßpflickt als dm Einzelangriff wäblm. Die Schävlichkeit des EinzelangriffeS besteht zum größten Theil ' dmn er wirkt als Schreck- in dem Bestehen des Einzelangriff«, gespmst. Der Direvor des schlefischm Gmoffenschaftsverdandes, Herr Morgenstern, schilderte bei den Verhandlungen in Erfurt, wie durch den Einzelangriff ganze Gegenden in gmossenschast« licher Beziehung verödet seien. Seit Einführung des Einzel- angrtffS haben die Genoffenschasten keinm Fortschritt mehr gezeigt. Beseitiat man den Einzelangriff nicht, so drängt man die Gmoffmschasten mtt unbeschränkter Haftung m die beschränkte Haftung hinein. Bezüglich der Entstehung und des Verlustes der Mitgliedschaft stelle ich mich im Wesentttchen auf den Boden der Vorlage. Das« selbe gilt bezüglich der Revifion. Das Recht, dm Revisor zu bestellen, darf aber nicht erst dm Rwifionsverdändm staatlich verliehen werdm, denn es Handell fich um rein private Gesell« schaften. Wo aber Schäden eintreten, muß der Staat das Recht haben, den Verbänden die Befähigung zur Bestallung der Reoisorm zu entziehen. Ganz ftemd in dieser Vorlage er« scheinen die Bestimmungen über die staatliche Aufficht der Re« vifionSverdände, wmn fie nur Versammlungen und dergleichen abhatten. Diese Revistonsverbände treiben doch nicht sozial- demokrattsche Agitation. Der Hinweis der Motive auf die Analogie mit den Jnnungsverbänden paßt nicht, dmn diese find öffmtliche, allermwdestms haldöffentliche Korporationen mtt wichtigen Rechten über dm Keeis ihrer Mitglieder hinaus. Die Zwecke der diesen Kreis nicht hinaus. des Geschäftsbetrieds auf die im Allgemcinm auf dem Genoffenschaft gehen über Bezüglich der Beschränkung Mitglieder stehm wir edmfalls Bosen der Vorlage. Dm MUgliedern mehrere Geschäftetheile zu gestatten, kann in einzelnen Fällen wünschenswerth sein, aber nicht ungcmcffm, sondem höchstens zwei oder drei Antheile. Aber ich bin damit einverstanden, daß jeder Gmoffe, auch wenn er mehrere Antb-ile hat, in der Gmeraloersommlung nur eine Stimme hat. Was die ländlichen Gmossmschaften betrifft, so wird von den Raiff« eism'scken Gmoffenschaften, vielleicht mit R.cht, gewünscht, daß die Geschäfte antheile nicht obligatorisch sein sollen. Bei dm kleinen ländlichen Genossenschaften kann man diese Ausnahme vielleicht zulvffen. Ich hoffe, daß die wirklich vorhandenen Mängel des Gesetzes in der Kommisfion beseitigt und ein Gesetz geschaffen werde, welches dem Genossenschaftswesen zum Vor- thett gereichen und das witthschaftliche Wohl des klein m Hand« werkers, und vor allem des kleinen Bauern fördem wird! (Beifall bei dm Nattonallideralen) Abg.». Lu-l(ZJ: Auch ich habe diesen Gesetzentwurf mtt Freude begrüßt. England bcsttzt sett den secheziger Jahren die beschränkte Haftbarkeit: andere Staaten, wie Frantte-ch. Belgien, die Schweiz. Italien baden das gemischte System. Die Emwmdungm gegen dieses Gesetz beziehen fich im wesent- lichen auf die Strafbestimmungen, die Revifionsd- stiwmungen und dm Etnzelangriff. hinfichtttch der Sttafdestimmungm hat der gmoffenschaftiiche Vereinsiag die Meinung geäußert, man bäite es gescheiter beim Alten laffcn sollm. Ich glaube nun, daß das dieherige geringe Strafmaß nicht mehr ausreicht und daß man recht getban hat, dies Gesetz in Uebereinstimmung mtt dem neueren Strafgesetzbuch und vor allem mit dem Akiimgesetz zu bringen. Was die Revifionsdestimmungen betrifft, so hat der Herr Staatssekretär erfteulicher Weise die Hand geboten zu einer etwaigen Verständigung über die Abmilverung derscldm. Selbst der Vereinslag hat eine periodische Revifion durch einm außer« halb der Genossenschaft stehenden Sachoerständlgm für angäi gig erklärt. Den Einzelangriff wollen die Gegner des Entwurfs wenigstens insofern abgeschafft wiffm, als er nicht gegen die- jenigen erfolgen darf, welche nach dem Nachschußvcrfahren püntt- lich ihren Ldliegmheiten nachgekommen find. Es wird als das geistige Testament Schulzc's bezeichnet, daß der Einzelangriff beseitigt werde. Es wird sogar behauptet, daß er unwkthschafttich und ur.fittlich sei. Auch ich neige dahin, den Einzelangriff lieber gleich jetzt abzuschaffen. Ich glaube aber, daß, wmn auch der Einzel. angriff diesmal nicht fällt, er bei der nächsten Revifion fallen wird. Dieses würde nur dem Gange der bisherigen Genossen« schastsgesetzgebung entsprechen. Meine Bedenken gegen diese« Entwurf find diese. Ich vermiffe in demselben klare Besti»« mungen über die rechtliche Natur der Gmoffenschaften und über die Grenzen des Geschäftsbetriebes, welche ihnm nach ihrer Statur zu ziehen find. Es ist allerdings schwer, die Grenze zu ziehen zwischen wirthschaftlichen Vottheilm und gewerbliche« Gewinnen. Man sagt, einen Gewinn zu erzielen, sei nicht Hauptzweck der Gesellschaften, sondern nur Nebenzweck. Wo ch nun die Grenze zwischen beiden? Die Wichtigkeit dieser Unterscheidung wäre besonders evidmt bei der Frage der Be« steucrung der Genoffenschasten. In Badm hat man die juri- stischen Personen zur Einkommmsteuer herangezogm. Man hat dabei gestritten, ob auch die Ger.osscnschastm, z. B. Konsumvereine mtt offenen Läden, Kredttoereine mtt dankähnlichem Bettiebe» unter dieselbe Kategorie zu subsumirm feien. Es wäre nun Aufgabe dieses Gefißes, fich über die rechttiche Natur der Ge« nossenschaften klar auszusprechen. Nach dem jetzigen Entwurf würden alle Genossenschaften steuerfrei ihre Geschäfte erledigen können, und nur diejenigen Kredttoereine, welche mit Nichtmtt- gliedern Geschäfte machen, als Bankinstttute behandett werden- Die Motive meinen, es sei durchaus unbedmklich, daß Konsmn- vereine mit Nichtmitgliedern Geschäfte machen. Wenn man aber Nichtmitgliedern die� Vorthelle der Vereine zukomme« 1. läßt, so werden fie den Genoffenschaftm nicht beitreten, und cs ist fraglich, od man diese Art von Konkurrenz gestatte« darf. In einer Petition zu der Vorlage wird ausgeführt, daß ein Konsumverein allein an Brot einm Umsatz von 55 000 M in einem Jahre und einen Reingewinn von 17 pEt. erzielte. Ein Konsumverein in der Provinz Sachsen mit 1700 Mitgliedern hatte einm Jahresumsatz von 84 000 Liter B rannt- wein. Und eine derartige Genossenschaft arbeitet steuerfrei und soll auch in Zukunft durchaus steuerfrei arbeiten! Die Frage, ob derartige Konkurrenz geduldet werden darf, muß in der Kommisfion wohl erörtert werden. Ich schließe mit de« Wunsch, daß der Gesetzentwurf segensreich werde für die Institute, die auf der Grundlage beruhen: viribus uniti». Abg. M-bb«(Reichsp.): Daß Betriede, die einm so großen Branntweinumsatz haben, von der Verwaltungsbehörde zu konzesfionircn find, halte ich für selbstverständlich. Die Ge« noffenschast ist natürlich eine juristische Person; es wird dies vielleicht noch exatter zum Ausdruck gebracht werden können. Im allgemein m aber ist die Fassunt des Gesetzes eine ganz ausgezeichnete; ich möchte es eine elegante Arbeit nennen. Die Vorlage verdient auch insofer« unsere volle Sympathie, als darin alle G�fichte punkte, die von sachkundiger und interesfirter Seite geltend gemacht worde« find, Berückflchttgung gefunden haben. Mit der Zulassung der Genossenschaften mtt beschränkter Haftpflicht ist meine Partei durchaus einverstanden: sie steht darin sogar eine wesentliche Er- Weiterung des gmossenschafllichm Gedankens, und wir hoffe«- daß viele Kreise, die fich bisher den Gmoffenschaften fern ge- halten haben, nicht mehr zögern werden, die Jn-tiatioe zu er« greifen. Von der Beibehaltung des Einzelangriffs mackm rvir unsere Zustimmung zu dem Gesetz nicht abhängig. Die je# stipulirte Form ist ein sehr wesmtticher Fortschritt gegenüber dem Gesetz von 1868; aber wir geben zu bedmkm, ob es nicht möglich wäre, den Einzelangriff, wie in dem prcußi« schen Waffergenoffenschastsgesctz von 1879, ganz zu W- seitigen. Die Haftbarmachung des Einzelnen wird auch da« durch herabgesetzt, daß das Umlageoerfahren nicht mehr a« Ende, sondern bereits am Anfange des Konkursverfahrens statt« findet. Bei dm Genossenschaften selast find übrigens die An« sichten über den Einzelangriff schwankend. Zu weit zu gehe* scheint es mir, daß dem Staat die Befugniß beigemeffm wirb, zu urtheilen, ob ein Verband die Reoiston auszuüben in der Lage ist oder nicht. Der Staat sollte nur eingreifen dürfe«, wenn thatsächlich die Revision ungenügend geübt wird.„ Hiernach wird die ersteBerathung geschloffen und der G-S- einer Kommisfion von 28 MUgliedern überwiesen. Schluß 5 Uhr. Nächste Sitzung Freitag 12 W (Handelsvertrag mit der Schweiz, klemere Vorlagm, AntoS Windthorst.) iben Wid> ro mündlic Die fibri '«tionsausfd Die Sk '«v elsch '»usschuffi Für die galten >bm. Der Die g einverst und de die dai thellun «stand Helms 1 meinsck glieder wird, u städt. l Gesun Diretti . waltet. 2. Die V dildenl werfen Kurato -.NU liehen Frar an de . könner «-Die! haldlg> 1. Api Elisab .gedenk k%ch km "*« zu. .Der M ,»ts am W der Ka Zttte Prei i iflut A .Die 5 L?!' Kommunales. Kindwerordneten-KersamMlung. Sitzung vom Donnerstag, den 13. Dezember- Ter Stadtverordneten-Vorsteher Stadtv. Dr. Stryck e* öffnet die Sitzung nach 5j Uhr mtt einer Reihe geschäftlichst Metthcilungen. Durch die Abthellungen ist die Wahl der* der vorigen Sitzung deschloffenm Ausschüsse vollzogen worde«- Nach Eintrttt in die Tagesordnung gelangen einige Rat« ralisations« und Pensionirungsgesuche zur schäftsordnungsmäßigen Eilediguna.. Ueber eine Anzahl von Petitionen beanttagt v'' Ausschuß für Petttionen Uedergang zur Tagesordnung.% unter befindet fich auch die Petition des Vorstandes de» freireligiösen Gemeinde um Wiederaew«? rung von G emeindeschulräumen zur Erthe» lung von Religions« Unterricht anKindervc freireligiösen Gemeinde. In dieser Petition erft? der Vorstand der fteireligiösm Gemeinde die Stadtverordnete� Versammlung, ihren Einfluß gettrnd zu machen, daß der meinde die ihr von der städtischen Schuldcputation mtzog�r, Schulräume für den Religionsunterricht wieder zur Ver'ugu� gestellt werden, da dem Vorstände auf sein an den Ma0#2 gerichtetes Gesuch, d?n Beschluß der Schuldeputation aufzubeben, am 19. November d. I. erwidert worden sei, Magistrat der Verfügung der letzteren beitrete un®„ der daher bei der ausgesprochenen Kündigung verbleiben müsse- Vorstand der freireligiösen Gemeinde hat eine Darstellung£ bezüglichen Vorgänge, des Schriftwechsels zwischen ihm,� städtischen Schuldiputation und dem Magistrat, sämmtlWJJ Mitgliedern der Stavtverordnetev. Versammlung zugesandt ritt h«, M beigefügt, iN I'tz- ein derartiges Druckexemplar der Petition beigefügt." in l-, aber ausgeführt, wie wünschenswerth die wettere Ueberlaffu� von Schulräumen für die freireligiöse Gemeinde sei und � dieselbe die Erwartung hege, die Versammlung werde de« � suche willfahren. � Ja dem schristlichm Bericht des Ausschuffes für$ ist der Antrag auf Uedergang zur Tagesordnung folgenver«�� begründet: ..Der Ausschuß glaubte der von dem Herrn Magistratsvertreter abgegebenen um so weniger einen dem Magistratsdeschluß widerfprc«"'� Vorschlag mackm zu können, als die dezeichneten Räuwe«�- freireligiösen Gemeinde seiner Z it(stehe dm Beschluß sammlung vom 22. Januar 1874, Prot Nr. 6) nur unter behalt jederzeitigen Widerruf» bewilligt worden find." fl Bettiede. wäre nun c der GeEntwurf erledig« Nichtmit- ■t werd«. i Konsum- inn man zukomm« ten, und gestatten ährt. daß 5 000 M. 17 pEt mit 1700 c Brannt- erfrei und )te Frage, ! in der mit de» für die iiti«. einen so igsbehörd« Die Ge- es wird aebracht Fassuni möchte es ch insofern die von it word« ÄS mtliche Er- vir hoff«. n fern ge- ioe zu er- nachm wir Die jist gegen üda tn, od es m pm BMI einer Gemeindewird nach dm Anträgm auch da- mehr off zrcns flatt- >s die An- »u geh« tffen wird. m in der en dürf«. d der G.E- 12 W n. Antros emder. t r u et eo- cschästlieier chi ZCR ie zur s«' ***** eng. , Sur die st ä d t i s ch e n Hospitäler und Eichen- paalten soll ein' gewerkschaftliches Kuratorium neu gebildet �«n. Der Ausschuß schlägt folgende Beschlüsse vor: l. Die Stadtverordneten- Versammlung erklärt stch damit einverstanden, daß für das Friedrich-Wllhelms Hospital und das neue Hospital in der Prenzlauer Allee sowie für die damtt verbundenen Männer- und Frauen-Siechenab- theilungen und das Depot— unter Aufhebung der bisher bestandmen besonderen Kuratorien für das Friedrich-Wll- Helms Hospital und für die städt. Siechenanstalten— ein gemeinschaftliches Kuratorium, bestehend aus 2 Magistratsmtt- gliedern, 8 Stadtorrordneten, 2Bürgerdeputirten, eingesetzt wird, und daß dieses Kuratorium die Angelegenheiten fürdte städt. Hospitäler und Sichenanstalten unabhängig von der Gesundheitkpflege- Deputation und der Armm- Direktion unter Aufficht des Magistrats selbstständig ver- waltet. 2. Die Versammlung ersucht den Magisttat, für das neu zu bildende Kuratorium eine Geschäftsanweisung zu ent> werfm, in welcher die Rechte und Pflrchtm des Kuratorium, sowie di» jenigen des Vor fitzenden und der Mitglieder festgestellt werden. *. Die Versommlung ersucht dm Magistrat, die erforder- ltchm Einrichtungen zu tteffen, daß die siechen Frauen ebenfalls in der neuen Anstalt an der Prenzlauer Allee untergebracht werden können. i Die Versammlung ersucht den Mogisttat um recht baldige Auskunft» in welcher Weise er die am 1. Aprll a. f. frei werdenden Anstaltsgrundstücke in der Elisabeth-, Sttalauer- und Gitschinersttaße zu verwerthm gedmkt. Aach kurzer Debatte stimmt die Versammlung diesen An< * zu. Magistrat hatte den Ankauf des Grund. ,» e s am O b e r d a u m 1/2 zur Anlegung eines Nothaus. der Kanalisation beantragt. Dem Ausschuß kam der ge« Preis viel zu hoch vor, und er beantragte folgmven ,: Die Versammlung lehnt dm Anttag des Magistrats M steihändigen Ankauf des dem Bankier Kanter gchörigen vberbaum 1 2 delegenenen Grundstücks für den Preis von R%0 M.(der Besitzer hat das Grundstück vor 2 Jahren für M. gekauft) ab, fie ermächtigt dagegen dm Magistrat, leguna eines Nothauslaffes, sowie zur Verbreireiung —„e Am Oderbaum nothwendigm Thell des Grundstücks «nteignungsverfadren zu erwerben. Der Antrag des Ausschusses wttd angenommen. �Die Vorlage betreffend die Auswahl der im Etatsjahre ,„ 1889,90 neu- bezw. umzupflasternden Straßen und tll'tz e beantragt Stadtv. Langerhans einem Ausschuß zu rS; �"dtv. Gnadt macht auf die Mängel des Asphatt- €für Fuhrwerke aufmerksam und bedauert, daß man die aufgegeben habe, bei Parallelstraßen die eine mtt gepflastert zu laffen. Auch sei das Asphallpflaster nicht so dillig, wie immer behauptet werde. Der Anttag Langerhans wird angenommen. a Durch dab Ausscheiden d>S Stadtv. Fähnrich ist je p«teile freigeworden; a) in der Brennmaterialien-Deputation. Gewählt wird Stadtv. Matern e. b) tn der Steuer-Deputation: kMo. fc Off m a n n ll schlägt dm früheren Stadtv. vor, dessen Mandat wieder in Geitung ttete. seit die l des tzerm Fähnrich für ungllttg erklärt wordm sei. Ltadtv. Meyer l hält dm Antrag für unzuläsfig. Das (bat des Herrn Vits sei erloschm, sobald die Einführung «tadto. Fähnrich stattgefunden habe. z�Stadto. H o f f m a n n II hält das alte Mandat erst er- 2*", wenn ein richtig gewählter Stadtverordneter ein- sei �.Der Vorsteher erklärt den Vorschlag des Stadtv. Hoff- kür unzulässig. Zvväbll wird Stadtv. Fürst. ikj™ Anschluß hieran deantragt Stadtv. Neumann, alle Kenten Urtheile des Oder Verwaltungsgerichts in stteiligen ««�»'üwahlllngclegen heilen im Auszug im Kommunaldlatt öffentlichen. w. Horwitz und Meyer I bekämpfen den tde-d-t E ird ion...... erordnet«' ion ö*® ■n sei. tellung 2 ihm,? ämmllWJ esandt in b leberl' st und t de« � P.tit< k�'odtv. Sing troik' daß dies rthe'' �ttchast zugangl.�,------ e r vel �Der Antrag deS Stadtv idnet«' �it°i�dtt TageSordni .er trttt warm für daß diese Erkenntnisse den t zugänglich gemacht würdm. Neumann dmselbm ein. Es sei weitesten Kreisen der wird mit geringer -nÄm.. f nach W irtläTungt* Ivtcienlen ftiumt bee '6 bnSef unin Svc Sänget' uns Sto, itflJTti&A äffen. ige an unf Mut oimb übte Hefe ftäorbnimf nt werben- yerorbneten '•—it bie % Tagesordnung erschöpft , Uhr. eine nicht öffentliche Sitzung. Lokales. Mahnung vor der iZangeeb s ti-t"� Sz»?5, tnfft Mahnung vor der Auowavderuug richtete gestern Abend im Klub der Landwirthe der uT-ei»®" Wochen aus Amerika heimgekehrte Profeffor ??üe deutschen Landwirthe. Profeffor Kitstein folgte rn„"�"bten einem Rutt nach Chile, um dort an die Spitze 0 landwirthschafilichen Lehranstalt zu steten. ? tzi,.??)°ngel und die Jntereffelofigkett der Regierung, sowie LAj��uchteleim der bisher auf dem Gebiete des landwirth- (Ktv" Unterrichtswesms dominttenden Franzosen ließen den rfcnt 1 kn gewünschter Weise zur Ausführung kommen, so X.,*™ Hirstein nach Ablauf seines zunächst zweijährigen MiA�.uach Deutschland zmückgekehrt ist. Sein Aufentball t b,« o 1 tmmkrhm, einen genauen Einblick in die Verhält- E%n zu gewinn?». Er bat vor allem auch die ?k>> Kolonien besucht; dos Bild, welches er von ifastn war ein höchst trauriges. Im uNien die chilenische Regierung in 4 Jahren 1073 U« 4937 Personen zur Einwanderung nach Chile k.oljj L optuntet 21 pCt. deutsche Reichsangehörige und b�'bre o(üst Schweizer, 24 pCt oller Kolonisten haben be- ffbioth /'ojonitn wied.r verlassen, fie find mtweder in die 'vUckgek. hpt, oder noch Argentinien gcgomm, oder yitiSLS®«« Hondweik gegriffen. Die Regierung gicbt jeder tlS SIi 40 Hetlote Lanö, ein Areal, das nach Redners O>eis»u klein(ft i„h mindestens auf 100 Hettare er- tcbih IS'», |>, wußte. Versprochm werden ferner von ocn 'uh u JP1 ouf Kosten der Regierung überall thätig find, in de�OO Bretter. Die Kub, welche der Kolonist b g Seit nothwendig gebraucht, wird jedoch oft 01 b<>su°°"' tiliefert Der über die Kolonie gcsctzte »ttrei Q üe zurück. Der Kolonist erhält fern-»««Oer, S;,.®irtf. 5 Scheffel Sämereien und W�ohle ik DstsoS monatlich taares Geld. 5 WWW � iieflgen Riese lgüler krumme mu 7 Zoll tief und der Graswuchs im Sommer gleich Null. Die ättesten dmtschen Kolonisten, die nunmehr vier Jahre in Chile leben, kämpften immer noch in elenden Hätten ohne Fenster, keiner von ihnen hatte auch nur einen Groschen eiüdiizt, dabei sollm die Leute nun mtt den Abzah- lungen beginnen. In Villoria, einer der größten Kolonien, erfriert zumeist alles im Frühjahr. Dabei ist die Behandlung der Kolonisten von Seiten der Chilenen eine geradezu schamlos«, Raub und Mord find an der Tagesordnung. Die Land- wirthschast ist überhaupt auf durchaus niedriger Stufe, zumeist wird Raubbau betrieben, die Viehzucht leidet unter unpassenden Kreuzungsversuchen. Der Redner warnte zum Schluß noch vor der Abficht, als Inspektor oder Administrator nach Chile gehen oder dort größeren Grundbesitz fich ankaufen zu wollen. Selbst die tüchtigsten Landwitthschaftsdeamten können nur schwer Stellung bekommen. Dem Vortrag folgte noch eine Diskusston. in der der Referent in Veranlassung von Fragen auf die Möz- lichkeit eines Importes von deutschem R-ndoieh und ostpreußi- sehen Pferden hinwies und zu diesem BeHufe die Einsendung von Pdotoaraphien empfahl. Sie«is»»bah»en zwischen dem Westen«nd KSde« Kerlin», also die Geleise der Potsdamer, Anhalter, Dresdener und Verdindungs-Bahn, welche der Stadtverwaltung und dem Säckel derselben bei der Durchlezuna der Norksttaße schon ein- mal schwere Sorge gemacht haben, scheinen dazu destimmt, diese Rolle noch ferner jedes Mal zu spielen, wenn es fich darum bandelt, eine Verbindungsstraße»wischen dem Potsdamer und Hallcschen Viertel herzustellen. Ein Blick auf den Plan von Berlin beweist das. Von der Königgrätzerstraße an, wo diese Schienenwege angeben, aiedt es darunter hinweg als Ver- bindungen für diese volkreichm und blühenden Quarttere nur die Uferstraße am Kanal und neuerdings die Norksttaße. Wie sehr die ersteie durch schwere Fuhrwerke aller Art belastet ist, weiß jeder, der einmal in die Lage gekommen ist, den Weg von der Potsdamer bis zur Halleschen Brücke entlang zu gehen. Die Norksttaße mit ihren vielfachen Einengungen an den Stellen, wo die Schienenwege über fie hinwegführen, wird schon in allernächster Zeit nicht mehr im Stande sein, den weltstädti- schen Verkehr, welcher stch hier entwickelt, auch nur im mindesten zu fassen. Dann ist die Frage nach einer weiteren Verbindung zwischen dem Westen und Süden von neuem entfacht und zugleich mit ihr taucht die Erinnerung auf an die mannigfachm Sünden, welche in dieser Hinficht früher begangen wurden. Als in den Jahren 1837 bis 1838 die Potsdamer Bahn, also der erste jener Schienenwege gebaut wurde, war man einstehtsvoll genug, drei Uebergänae zu gestatten: im Zuge der Lützow, der Kurfürsten und der Groß. görschenstraße. Die beiden erster« find im Laufe der Zett auf- gehoben worden, während der dritte am Fuße des Matthäi- Kttchbofes noch fortbesteht. Es klingt beinahe unglaublich, daß Uebergänge, welche man seiner Zett jenen Stadtthellm zu Gute kommen ließ, als fie noch in ihrer Entwickelung fich befanden, aufgehoben wurden, nachdem dieselben die großartige spätere Blüthe gewonnen hatten. Was die Verwaltung der Potsdamer Bahn nicht that, darin half Ihr die später hinzugekommene Anhalter nach; alle diese unerhörten Verkehrsadsperrungen wären aber unmöglich gewesen, wenn nicht der damalige Ressortminister seine Zustim- mung gegeben hätte. Zweien Aktiengesellschaften zu Liebe durften jene uralten Verkehrswege zerstört werden, die schon be- standen hatten, wenn auch nur als Fußwege, als an die Be- bauung jener Gegenden noch nicht zu denken war. Man er- wäge nur, welches Leben würden die Teltower- und Lützowstraße aufweisen, wenn fie nicht Sackaaffen wären, sondern die natür- liche Verbindung zwischen dem Süden und Westen bllden dürften. Auf eine oder die andere Weise wird man dieselbe gleichwohl wiederherstellen müssen, sobald jene Unzulänglichkeit der äugen- blicklich destehmden Verkehrswege, welche immer näher heran« rückt, fich erst mit allen ihren Schäden bemerkbar gemacht Hoden wird. Sch»«» bleibt in diesem Jahr« verhältnißmäßig lang« au«. Während sonst Snd« November die wdfjcn flocken schon wieder holenllich die Sttaßen Berlins eingehüllt baden, will der lustig wirbelnde Gast diesmal noch immer nicht Einkehr halten. Wie sehr die Menschheit gewohnt ist, ihn im November bei sich zu sehen, lehrt schon der Sp-üchwortsedotz unserer Vorfahren, der aus der Erfahrung seine Regeln schöpft. So erwartet man den Schnee gewöhnlich schon den 11. November, am Martinstage, an welchem man, wenn die weißen Flocken vom Himmel herabfallen, mtt hübscher Umschreibung zu sagen pflegt:„Der heilige Martin kommt auf seinem Sehimmel angeritten." Äehn- liches gilt vom 23. November, dem Feste der heiligen Katharina, von welcher man, da fie gewöhnlich schon Schnee bringt, zu sagen pflegt: fie kommt weiß gekleidet. In den lateinischen Ländern heißt es von ihr nicht weniger bezeichnend,„daß fie einen Sack mtt Mehl ttage." Zeigt fich auch die beUige Katha- rina in dieser Hinficht unzuoerlesstg, so ist aber St. Andreas, dessen Namenstag auf den 30. November fällt, ganz bestimmt ein Schneedringe r, wie der Landmann in dem allgemein ver« breiteten Ep�uchwort ausdrückt:„Andree— Bedeckt mit Schnee." Also bis auf einige schüchterne Versuche zur Flecken dild ung, welche ncch dazu zu nächllicher Stunde jüngst staltgefunden, hatten wtt in diesem Jahre noch keinen Schneefall zu verzeichnen. Das ist schade, da man gerade um diese Zeit am meisten auf ihn rechnet. Der Londwann draußen steht ihn gern, damit der Frost, sobald er einmal tüchtig einkehrt, die Felder schon in eine schützende Decke eingehüllt findet Ueberdies nimmt man an, daß der Schnee den Saaten wie den G filden üderb-mpt zuträglich ist, well er eine düngende Kraft desttzm soll. Wtt in der Stadt sehen ihn schon deshalb gern, well er der Grau-in-Grauphystog- nomie des November eine angenehme Koloritändeiung verleiht. In jedem Falle ist der Schnee dem Regen und Nebel vorzu- ziehen, welche fich sonst die Alleinherrschaft über diesen Monat anmaßen. Die weiße, glitzernde Decke, in welche Berlin fich dann büllt ethcM uns wenigsten« die ohnehin kurzen Tage dieses Monats, man braucht nicht allzufrüh daran denken, mit Gas oder Petroleum eine künstliche Beleuchtung zu erzielen. Von den Straßen Berlins verschwindet der November-Schnee allerdings mcisiens sehr schnell; wenn er während der Nacht ge- fallen, pflegt er bei der Ordnung, wie fie bei uns herrscht, so schnell von dm TrottoirS und Dämmm zu verschwinden, daß ein echter großstädtischer Lanaschläfer seiner kaum noch gewahr wttd. Nur die liebe Schuljugend konnte gerade noch so viel erhaschen, um gegensetttg die Straßenkämpfe aufzuführen, bei denen der Schneeball sett Alters her seine wichtige Rolle zu spielen�derufen btr Stadt#«*11«. der Woche vom 18. bis 24. November d. I. fanden 272 El schließungen statt. Lebendgeboren wmdm 834 Kinder, darunter 91 außerehelich, todtgeboren waren 37 mit 9 außerehelichen. Die Ledeadgedorenen find 29,7, die Todtgeborenm 1.3 pro Mille der Bevölkerung, die außerehelich Gebormm find bei dm ochentage wie folgt vertheilm: Sonntag 95, Montag 81, Dienstag 86, Mittwoch 64, Donnerstag 69, Freitag 74, Sonnabend 92. Von dm Gestorbenen erlagen an Masern 11, Scharlach 5, Rose 3, Diphtherttis 27, Bräune 1, Keuchhusten ö. Kindbettfieder 4, Typhus 3, Ruhr 0, SyphlliS 2. Altersschwäche 23, Gehirnschlag 22, Lungenentzündung 53, riungcnichwindsucht 74, Diarrhöe 5, Brechdurchfall 9 Magendarmkatarrh 5. Durch Vergiftung kam 2 Peron um(beide durch Seldsimord). Eine« gewaltsamen Todes starben 10 Per- MMMW'WW benm: unter 1 Jahr alt 168(29,9 Prozent der Ge* sammtsterblichkeit), 1—5 Jahre 93, 6—15 Jahre 21, 16 bis 20 Jahre 9, 20-30 Jahre 38, 30-40 Jahre 45, 40 bis 60 Jahre 81, 60—80 Jahre 88, über 80 Jahre 18 Personen. In hiesigen Krankenhäusern starben 123, einschließlich 12 Auswärtige, welche zur Behandlung hierher gebracht waren. Auf die Standesämter vetthellen fich die Todesfälle folgendermaßen: Berlin-Köln- Dorotheenstadt(I) 18, Friedrichstadt(II) 8, Friedrich- und Schöneberger Vorstadt(Hl) 30, Friedrich- und Tcmpelhofer Vorstadt(IV) 50, Louisenstadt jenseits, westlich (Da) 43, Louisenstadt jenseits, östlich(Vb) 32, Louismstadt dies« seits und ffieu-Köln(VI) 46, Stralauer Viertel, westlich(Vlla) 38, Stralauer Viettel, östlich(Vllb) 42, Königstadt(VW) 42, Spandauer Viertel(IX) 34, Rosenthaler Vorstadt, süd« lich(Xa) 30, Rosenthaler Vorstadt, nördlich(Xb) 28, Oranimburger Vorstadt(XI) 41, Friedrich- Wilbelmstadt und Moabit(Xll) 49, Wedding(Xlll) 30. Die Sterbefälle find 20,0 pro Mille der fortgeschriebenen Bevölkerungszahl (1 466 387).— Die Sterdlichkeitsziffer in folgmdm Städten des Deutschen Reiches mtt mehr als 100 000 Einwohnern betrug in Aachen 20,1, Altona 18.6, Barmen 17,5, Bremm 18,4, Breslau 25,2, Chemnitz 30.6, Danzig 21,6, Dresden 21,5, Düsseldorf 18,2, ElberfeU» 18,8, Frankfurt a. M. 14,0, Hamburg mtt Vororten 21,3, Hannover 25,6, Köln 18,0, Königsberg 28,3, Leipzig 22,1, Magdeburg 22,1, München 31,7, Nürnberg 16,9, Stettin 22,6, Sttaßdurg i. E. 19,3, Stuttgart 16,3 pro Mille. In anderen Großstädten Europas mtt mehr als 300000 Einwohnern betrug die Sterdlichkeitsziffer in Amsterdam 16,1, Budapest(Vorwoche) 27,4, Dublin 25,9, Liverpool 21,1, London 17,2, Paris 18,5. Petersburg(Vorwoche) 22.6, Warschau(Vor* woche) 31,3, Wien(Vorwoche) 23,2 pro Mille.— Es wurden 3232 Zugezogene, 2228 Weggezogene gemeldet, so daß fich die Bevölkerung mit Einrechnung der nachttäglich gemeldetm Ge* dorenen und des Zuschlages, der den Weggezogenen erfahrung«* mäßig zugerechnet werdm muß, um 1090 vermehrt hat; die Einwohnerzahl beträgt sonach am Schlüsse der Berichtswoche 1 467 477.— In der Woche vom 26. November bis 1. Dezember kamen zur Meldung Jnfektions-Erkrankungsfälle an Typhus 16, Pocken 0, Masern 186, Scharlach 103, Dwhtherttis 114, Kind- bettfleber 10. Polizeidertcht. Am 11. d. M. Nachmittags fiel(in der Neufilderfadrik von Fürst u. Co., Chausseestn 63, ein Laufbursche von der Treppe und brach dm linken Oberschenkel. Der Verletzte wurde nach der königlichen Klinik gebracht— Mn 12. d. M. Morgens wurde an der Ecke der Jäger- und Friedrichsstraße ein 75 Jahre aller Lederzurichter von einem Geschäftswagen überfahren und erlitt einen Beinbruch, so vi« innerliche Verletzungen, so daß er nach der Charitee gebracht werden mußte.— Vormittags wurde vor dem Hause Pols- damerstraße 83 ein Steinsetzer von Krämpfen befallen, so daß er niederfiel und fich eine nicht unbedeutende Kopfwunde zuzog. Er fand im Elisabeth-Krankenhause Aufnahme.— AI« der Kutscher Diitmann gegen Abend vor dem Hause Lützow-Ufer 31 neben seinem mtt Bauholz beladenm Wagen stand, wurde er von einer vorüberkommmden Equipage erfaßt und üderfahrm. Er erlttt eine Quetschung de« rechten Unterschenkels.— Abends wurde ein Schneider in seiner Wohnung in der Manteuffelsttaße todt vorgefunden. Augm» scheinlich hat er in selbstmö.derischer Abficht dm Verschluß der Gasröhre entfernt und stch durch das ausströmende Leuchtga« vergiftet. Die Leiche wurde nach dem Leichenschauhause gebracht. — In der Nacht»um 13. ds. Mts. fiel ein Dienstmann in der Trunkenheit am Weinbergsweg zur Erde und verletzte fich be» deutend am Hinterkopfe, so daß er nach der Charttee gebracht werden mußte.— Zu derselben Zett brannten im Keller der Markthalle am Louisen- Ufer mehrere Verschlüge, in welchcn Maaren aufbewahrt wurden.— Außerdem fanden im Lauf« des TageS an vier verschiedmm Orten kleinere Brände statt. Oerichts-Zettung. Gin« für Schlächter wichtig« Vntfcheidnng fällte am Dienstag die 94. Adldeilung des Schöffengerichts. Nach der bisherigen Gerichtspioxls wird ein Schlächter nicht durch die auf dem Viehhofe von städtischen Thierärztm vorgmommene Untersuchung geschützt; falls bei einer in der Marktkalle von dm Polizei- Thierärzten ausgeführten Revifion ein Stück zu beanstandendes Fleisch gefunden wird, so wird der betreffend« Schlächter wegen fahrlässtgen Feilhaltens verbotener Nabrungs» mittel in Strafe genommen und die von einem so Gemäß- regeltm beantragte richterliche Entscheidung hat bisher keinen Erfolg gehabt. Der Gerichtshof nimmt an, daß ein Schlächter ebensogut Sachverständiger ist, als ein Thierarzt. Wie kürzlich die„All?. Fleischer Ztg." miltheilte, hat sich der Verein der Berliner Engros-Schlächter in einer Petitton an den Odermäst- dentm v. Achenbach gewandt und um Abhilfe dieser für d!« Schlächter unerträglichen Zustände gesucht; die amtliche Untersuchung müßte den Schlächter wenigstms vor Strafe schützen. Am Dienstag ist das Gericht zum ersten Male von der bisher gcüdten Praxis abgewichen, es sprach einm Schlächter, welcher Fleisch von einem wassersüchtigen Hammel feilgebaltm, frei, well auch dem auf dem Viehhofe thättgen Thierarzte der krankhafte Zustand deS Fleisches entgangen war. Gin« grmSthltch« Nerstandlnng spielte stch gestern vor einer Adtheilung des hiefigm Schöffengerichts ab. Vor derf-lbm erschien die Gemüsehändlerin D i l l m a r. welche wegen Melde- Kontravention ein Strafmandat in Höbe von 5 M. erhallen hatte.— Präs.: Nun, liebe Frau, weshalb bemühm Sie fich nun erst hierher, wenn Sie zugebm, das bei ihnm wohnend« Dienstmädchen nicht rechtzeitig angemeldet zu haben.— A n gekk.: Jolle doch, meine Herren, bedenken Se doch, die 5 Mark, die kann ich mer doch nich aus de Rippen schneiden.— Präs.: Darunter können wir aber doch nicht gehen, denn 5 M. ist die niedrigste Strafe.— Angelt: Seh'n Se man zu, vielleicht jeden Se Ihrem Herzen en Stoß— 5 Mark! Herr Du meine Jüte, was kann ich dafür die Kinder schon zu Weihnachtm aufbauen? — Präs.: Es thut mir sehr leid, aber es geht beim besten Willen nicht, die Strafe zu ermäßigen.— A n g e k t: Mein juter Herr, wenn ich aber recht schön bitte! Vielleicht machen Sie't doch billiger, 5 Mark ist heutzutage ein Haufen Geld.— Präs.: Um so mehr sollten Sie fich wenigstens die Kosten eines Erkenntnisses sparen und den Einspruch zurück nehmen.— Angell.: Ei. Du meine Jüte! Noch mehr soll die Geschichte kosten? Und Weidnachten steht vor der Thür und die Kinder schreien noch Brot und ich bin'ne arme Wtttwe mtt vier leben» dige Jöhren— da beruhige ich mir denn doch lieber un nehme meine Einsprache wieder zurück und retuhr.— Präs.: Daran thun Sie sehr recht.— Angelt: Aber woher soll ich diese Menge Geld bloS nehmen? Vielleicht schreiben Sie mir'ne Bescheinigung, dc-ß ich bis nach's Fest mtt warten kann.— Amtsanwalt: Na, liebe Frau, da gehen Sie nach dem Polizetp�äfidium, machen einen recht schönen Knix und dttte« darum, daß man Ihnen Theilzahlungen gewähtt.— Angekt: Ach, da danke ich recht schön. Ich werde mir von meiner liebenswürdigsten Seite zeigen.— Amtsanwalt: I« Uebrigen verdienen Sie doch in der Mmvhalle das Geld scheffelweise.— Angekt: Ich wär schon zufrieden, wenn es blos en halder Liter wäre.— Amtsanwalt: Na hören Sie» der Kohl wird doch immer themer!— Angekt: Ich möchte dem jeehrtrn Herrn JerichtShof nich wünsch«, daß er meine Kinder und meine Schulden hat! Da pfeift er vielleicht auf ein anderes Loch.— Präs.: Nun geh« Sie nach Hause, liebe Frau, und sehen Sie zu, ob man Ihnen Theilzahlungen de- willigt.— Angekt: Na dmn«die auch und recht ver» jnügte Feiertage! IttcfN»«l» Jfetrumml«*#«*. WWM M ♦_ �.... X. OO A...-.- R.... �--*- _______,........... roioenommiung tn xingmuuer o«oicu, Alt« Jakodstr. 48a, ad. Auf der Tagesordnung stand: 1. An» dag eines Mitgliedes wegen Unterstützung. 2. Neuwahl des G.sammtvorstandes sowie der Fachkommilfion. S. Verschiedenes. Zu Puntt 1 wurde beschlossen, ein Mitglied, welches alS ge» was>regelt anerkannt wurde, mit 12 M. wöchentlich bis zur nächsten Generalversammlung zu unterstützen. Darauf wurde Neuwahl des Gksammtvorstandes geschritten, wobei die I des 1� Vorfitzenden bis zur nächsten Versammlung vertagt wurde. Als 2. Vorfitzender wurde Herr Hirsch und als Rendant ferner wurde Herr Theil als erster, christsührer, die Herren Baumann und Bergemann als Beisttzende und die Herren Fickert, Lehmke und Zimmermann als Revisoren, Herr Voigt« länder als Adjunkt und Herr Magnus als Bibliochekar onrähB. Dagegen wurde die Wahl der Fachlommisfion wegen der Kürze der Zeit ebenfalls bis zur nächsten Versamm- lung verschoben. Zu Verschiedenes theilte der Vorfitzende das Schreiben eines Dresdener Kollegen mit und warnte zugleich die Anwesenden, fich nicht verleiten zu lasten, dort nach Arbeit anzuftagen, indem die Verdimste weit übertrieben seien und hinter den hiesigen noch zurückstehen. Femer theilte der Vor« fitzende mit, daß die seiner Zeit nicht abgelieferten Beiträge des früherm Vertrauensmannes Roßdeutscher durch Zahlungsbefehle zurückerhalten find und somit die Sache ihren Abschluß gefunden hat. Darauf ehrte die Versammlung das Andenken des ver« storbenen Kollegen tzirst durch Erheben von den Plätzm. Die vom Der» in de» Nahmaschinen- und Dand- «(keUetinnen Kerlin» einberufene Versammlung mit der Tagesordnung: 1. Geschäftsordnungsvorlage, Verschiedenes, ist poltzeiltch nicht genehmigt. Freie Vereinigung de» Zuschneide», Vorrichter und Klepper Kertin». Erste Riitglieder« Versammlung im Restaurant Reier, Alte Fakobstraße 88, Abends 8t Uhr. Vortrog üeS Herrn Richard Baginski über Zweck und Ziele der Bereini- auna. Diskussion. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste will« tommen. Rewt zahlreiches Erscheinen ist Pflicht eines jeden Kollegen. Das Eintrittsgeld beträgt 25 Pf., der Monatsbeitrag Zjj Kranken-«nd Kterbrkasse der Metall- ardeiter(E H. 29, Hamburg). Sonnabend, dm>5. d. M., Abends 9 Uhr, bei Ackermann, Lothringerstt. 81, Mitglieder« Versammlung. Tagesordnung. Kaffmdencht und Verschiedenes. Kranken-«nd Kegrätmißkasse de» Verein» sSmmt- Ucher Keenfdklasse«(Verwaltungsstelle Berlin 3). Mit« alicderversammlung Sonnabend, Admds 8 Uhr, Brunnenstraße Nr. 33. Gäste willkommen. Personen beiden Geschlechts und jeden Berufs ron 14-45 Jahren werden in jeder Versamm» lung, sowie vom Kasfirer H. Rudolph, Koloniestr. 150a, als Mitglieder aufgenommen. Auskunft ertheilen: W. Baschke, Griedenowstraße 3; P. Schindler, Ackerstr. 172; G. Holtzt, Ackerstr. 101. Gesang-, Turn-«nd gesellig» Verein» am Freitag. Gesangv.Bretzelschluß Abends 9 Uhr bei Körting. Dresdenmstr. 40. Kaiser scher Mannergesangver. in Abends 9 llbr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28.— Gesangverern„Pausebeutel' Abends 8 Uhr im Restaurant Hensel, Alerandrinenstr. 15.-„Lieder« tafel der Maler Berlins" Abmds 9 Uhr im Restaurant Kleine. Brandendurastr. 60.— Gesangverein„Flöter'sches Doppel- Quartett" Abends 9 Uhr im Restaurant Musehold, Lands« bergersttaße 31.— Gesangverein„Fortschritt" Abends 9 Uhr im Restaurant, Blummsttaße 46.— Gesangverein„Lssian" Abends 9 Uhr Dresdenerstr. 85 bei Gustavus.— Huppert'sche Sänger- Vereinigung„Harmonie" Abmds 9 Uhr bei Niest, Weber« sttaße 17.— Gesangverein„Bouvardia"(Männerchor) Abends 8% Uhr im Restamant„Teutonia", Belforterstraße 15.— Liedertafel des Fachvereins der Steinlräger Berlins. Abends 8 Uhr Gr. Hamdurgerstr. 4 Uedungsstunde.— Gesangverein „Chnesorge" Abmds 8t Uhr Buckower Gatten.— Gesangverein „Wiedcrhall" Freitag Abend 9 Uhr, im Restaurart Schweitz« derger, Kövnickerstr. 3. Aufnahme nmer Mitglieder.— Berliner Turngcnossenschaft(V. Männerabtheilung) Abends 8Vi Uhr in der städtischm Tumhalle, Waffetthorstraße 31.— Tumverein„Hasmhaide"(Männer- Abrheilung) Abends 8 Uhr Dieffmbachstraße 60,61.— Tumverein„Froh und Frei"(Männerabtheilung) Abends 8t Uhr Bergstt. 57.— Wiffenschafllicher Verein für Roller'schc Stenographie. Abends 8t Uhr im Restaurant Ziethm, Dorothccnstt. 31, Unterttcht und ide.—„Allgemeiner Arends'scher Stenographen- »ou, Ztlanannmptay Ii.— ArenvS'jcher«stenograpyenverern „Apollobund" Abends 9 Uhr im Restaurant, Seyoelstr. 30.— Verein ehemaliger Dr. Doebbelin'scher Schüler" Abends 9 Uhr im Restaurant Krebs, 208. Voigt'scher Dilet« -stunde im Re« zemerein„Alpen« ..... Belle- alliancestraße 89.— Rauchklub„Westend" Abends 9 Uhr im �ohmzollerngatten, Steglitzerftr. 27.— Rauchklub„Weichselblatt' Ibends 8t Uhr im Restaurant, Skalitzerstr. 147a. >»l»gr«plzisch» Depesche». (Wolssis Telegraphm-Bureau.) Kerli«, Donnerstag, 13. Dezember. Der Bundesrath schloß in seiner hmttgen Sitzung, das Einführungsgesetz zu Entwmfe eines bürgerlichen Gesetzbuches und einer~ ordnung zu veröffentlichen. Kamvurg, Donnerstag, 13. Dezember. Der Pi „California" der Hamdurg.Amerikanischm Pockettahtt«! gesellschaft hat, von Rew-Nott kommend, heute 9 Uhr M«! Lizard pasfirt. Kiel» Donnerstag, 13. Dezember. In Nmmünsta aestem Abend die Äaldeck'sche Tuckfabttk niedergebrannt. Theil der im ersten Stock bei der Wederei beschäftigten A> vermochte fich nicht zu retten. Tie Zahl der Verunglückte« noch nicht festgestellt, die Angaben schwanlm zwischm 12' 20. Festzustehen scheint, daß vier verheirathete Männer Frau und mehrere schwedische Arbeitettnnm in den umgekommen find. Das Feuer ergriff auch dm in der gelegenen sog. Kaisersaal und zerstötte zum Theil das zm Börse". Kern, Donnerstag, 13. Dezember. Der Nationalraft mit 92 gegen 34 Stimmen den Handelsvertrag mit Oester Ungarn angenommen und ebenso mit 105 gegen 10 Sti» den Zusatzvertrag zum Handelsoettrag mit Deutschland nehmigt. Kern, Donnerstag, 13. Dezember. Die Bundes lung wähtte heute zum Mitglied des Bundesraths Hauser Zürich(radikay. Zum Bundespräsidenten für 1889 Hammer von Solothum(kons.), zum Vizepräsidenten Ri von Waadt(radikal), zum Präfilentm des Bundesgeri-- � 1889 90 Stamm von Schaffhausen(radikal), zum Vizepräüdft Blaefi von Solothurn(radikal) gewähtt. Pari», Donnerstag, 13. Dezember. Bei den Schier Übungen des Panzerschiffes„Admiral Duperre" im 31 von Jouan zersprang ein 34 Zentimeter-Geschütz, wod Personm, darunter ein Offizier, getödtet wurden. � London, Donnerstag, 13. Dezember. Der UniondaA „M,xican" ist gestern aus der Heimreise von Capetow» m gangen. den. wird. Tcdesanzeige. Allen Kollegen, Freunden, Bekannten und Verwandtm die Anzeige, daß am 11. d. Mts., Abmds 9% Uhr, nach kurzem aber schwerem Krankenlager mein lieber Mann und unser guter V-ter. der Kernmacher Gustav Neuhoff im 58. Lebensjahre an der Lungenmtzündung gestorben ist. Derselbe ist 38 Jahre in der früher Egell'schm, jetzigen Fabrik„Germania" zu Tegel in seinem Beruf thätig gewesen. Die Beercigung findet am Sonntag, den 16. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, vom Trauer- Hause, Tegel. Berlinerstr. 38, nach dem Kirchhof statt. Die Hinterbliebenen. in Tegel statt. Kenrlett» Urnstoff, gest. Kay. Gmit und Klar«. Fachverein der Tischler. Morgen, Sonnabend, 15. Dezember, Abends 8j Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstraße 28: Witglieder-Uersammlung Tages-Ordnung: 1. Die Gewerkschaftsbewegung m Amerika. Refeient: Th. Glocke. 2. Veremsangelegenhetten. 3. Fragelasten. Am eisten Weihnachtsfeiettag findet wie all- jahrlich das Wcihnachtsfest vis Vereins in der„Berli n er R e sso urc e", Kommandantenstraße 57, statt. Dasselbe besteht aus Konzert, Theaterauffühmng und Ball. Für Kinder findet eine Ausloosanq von Geschenken statt. Ziäheres besagen die Programms. Billets hierzu werden auf allen Zahlstellen, sowie bei folgenden Herren ausgegeben: Apell, S.dasttanstr. 27—23(Möbelhandlung); W ede« mann, Foiswstc. 50, 3 Tr.; Schulz, Blitzer- striche 42, 4 Tr.; Glccke. Eiscnbahnstt 32, 2Tr., Noak, Forst.lstr.57, v. i Tr.; Postel, Manteuffel- straße 22, 3 Tl.; Merkel, Mittmwalderstr. 13, H. 4Tr.: Witte. Möck-rnstr. 95, 3 Tr.; Millarg, Lehtterstraße 22, 2 Tr.; Bruns, Reichenberger« straße 105; Bielstein» Gattenstraß: 3a, 4 Tr. bei Biedermann; Haberland, Reichenbergerstr. 161, o. 2 Tr; Engeler. Gilschinerstr. 32, v. 2 Tr. bei F-. Schmidt; Müller, Hollmannstr. 23, Hof I. 2 Tr.; Hannemann, Kleine Andreasstr. 14, 3 Tr. hei Sachse; Marlmann, Breslauerstr. 6, Hof 3 Tr. bei Sttopp; Normann, Steinmetzstr. 75, issof_ D»» V-rllavk. Verein der Sattler und Fachg. Versammlung am Sonnabend, den 15. Dezember, Abends 8 Uhr, in Gratweit's Bielhallen, Kommandanten stiaße 77—79. Tagesordnung: 1. Bortrag über Zweck und Ziele unseres Ver- eins. Referent Kollege Witths. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten.,~. Gäste willkommen. Um zahlreiches E scheinen ersucht De» Vorstand. Zu der am 1. Weihnachtsfeiertag stanfinden« dm Adindunterbaltung. mit Vefcheramg ver« dulden, find Billets a 40 Pf. tnkl Tanz in der Versammlung zu Haben._[1516 Tiachlap-Verain. 1509 #*w»»«t-si*»r#Mi«i««0 am Sonnabend, den 15. d. M., Abends 9 Uhr, im Lokal Sanssouci(großen'Saal), Kott duser. ÄÄLffi.«Ä Weihnachtsvergnüaen find in der Versammlung Haben. Nur Mitglieder haben Zutritt. Das sbuch legitimirt. Der Vorstand. Fachverem der Former «nd verwandte« K«r«f»gi nasse«. Sonntag» den 16. Dezember, Vorm. 10 Uhr, in Heydrich's Lokal, Beuthstr. 20: N»rlammlt»ttg. Tagesordnung: 1. Vorstands wähl. 2. Arbeitsnachweis. 3. Bibliothek. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 1512] Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung der Kernmacher Berlins u. Umgegend findet am Sonntag, den 16. Dezember, Vor- mittags*10 Uhr, im Lokale Brunnenstr. 38, statt. Tagesordnung: 1. Vorlegung der von der Kommission auSge« mbetteten Statuten. 2. Mitglieder-Aufnahme. 3. W.chl des Vorstandes. 4. Verschiedenes. Die K-mmlsfio«. Soeben erschien: Di« franzSstsch« Nevolntto«. Von V. Bios. � Heft 10. Drei»»0 vre. Zu beziehen durch die Grpeditwn de«„Kerl. VollwkUtt Zimmerst-aff« � «ioMorworkBuf«pn Rabalt. ■■■ Meachteaswerthl Fachverein N. Metallarbeiter in Gas-, Maffer-«. Dampf- Armaturen. Sonnabend, den 15. d. Mts., Ab«nds 3t Uhr, bei Heidttch, Beuthstr. 22, 1 Treppe: »evester Uodev für den halben Preis! Ich löse mei» Kteiderstoss- Lager i« Folg» V»rgr»ßer«ng meiarr Gar- di»»«-«. Teppich-Fabrik vollständig a«f u. verlause ich den noch vorhandenen Mitglieder« Versammluug. � Tagesordnung:|"-» 1. Vorkag des Herm Pirch über Gewerbe« schiedsaecichte. 2. Wahl eines Beisitzers. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste, durch Mitglieder eingefühlt, haben Zutritt. Quittungsduch legttimirt. 1516] Der Vorstand. I selten billig!! 1 Robe Wollen Cachcmir 1 Robe Tuch-Lama..... 1 Robe Erspe-Congo, reine Wolle 1 Rode Damm'-uch, reine Wolle. 1 Robe Tricot-Tuch, reine Wolle 1 Rode bochelegante Neubeiten 6 Mk. 6 Ml. 8 Ml. 9 Mk. 9 Mk. 10 Mk. Zum nachts- Weih- Feste. Echte Velfmvsse« für Damen 1,50 Mk. Mafchbär 4 Mk. Gpossnm 5 Mk. Pelf» Garnitare« 1 Mk.— aget Emil Lef evpey" «Km s. Oranienstraße 158.* B Jede Uhr wird für M. l,50 unter Garantte des gehms gereinigt und repatttt. Wan« werden gratis adgehott und ausge! auch auf schttftl. Bestellung. P 10 Pf. Uhrscklüfiel grati«._ _». G-ll««r. Pttny-ni� Kerli« S Immer Leute, heran, heran! Seht doch das neue Wunder an; Christdäume giebt's sehr viel in der Stadt, Ader keinen so, wie GrOger ihn hat. Denn wie die Uhr die Sekunden zeigt, Also Ihr seht's— und staunend Ihr schweigt— Ganz genau sich das Bäumche« bewegt Und tn den Asten noch mancherlei trägt. Hei, wie das blitzet, strahlet und flimmert, Wie voll Goldks« Glanz alles hier schimmert, Ubren und Ketten tn trautem Verein Strahlm in prächtigem glänzmden Schein. Ringsherum in funkelnder Pracht Hängen Uhrm gar lunstvoll gemacht, Blickm Dich an und rufen Dir zu: „Komm' herein und kauf' uns im Nu!" Darum nicht all zu lange besonnen, Frisch gewagt ist ja halb gewonnen. Tretet rasch ein mtt frohem Much, Denn hier ist Alle» billig«»d g«t. Albln GrOger, Ubrmacher, 1 Granienstraße 1, Ecke Manteuffelstraße. Möbel, Spiegel u. Polsterwaaren eigener Fabrik wegen Ersparung der Ladenmteche billig KnrauntOraft»«8. Lager«»> Ueekaaf*«r Aof park. Zahlung nach Uebereinkunft.[802 Ich«che Sit aufmnlsam, daß ich die im Versatz verfallmen hocheleganten 8»rre»-««d Vamen-Wtnter-Valetot», trvttt-»vd Knaben-Anzüge.%)««*»« zu erstaunlioh billigen Preisen. Lacke, Neanderstr. 9, ■ So geht's nicht weiter! sprach Hugo, mir fehtt em( WinteppaletotJ� 900 hochelegante Winterpaletots für Damen, Damen« und Kindettleider>�st� Betten, Stiefel, Goldsachm und 200 Knabenanzüge verkauft fabelhaft billig. Lacke's Pfandlea1 66 Prinfe» straße 66. jtd Auch Sonntags bis 10 Übt Admds�D� Billige Rester zu Knaben- u. sowie Regm«, Double« u. Plüsu,-�.--. Tttkots, Morgenlleider, Sammet, AttaS� U. s.w. Karle, etwa«»«»webt, Wte. 1 Meter breit Mtr. 1°* Einzelne< Sopha-KeMg-u in Sip». Damast««d Fant-st«�, für die HSlste!.. SSsEmllleßTre.güt 1516 Sek» Kchmidstr. Herren-«nd Kuabett-Gardervbe« »ige»»» Merkstatt. #»»#» K««w«bl von Ktosse««. T«ch»« Anfettigung nach Maaß in eigener Merkstatt Mt fitzend und sauber geardetttt, zu soliden en. 1428 Arbettsmarkt Tüchtige Kchraubendreh� q'M nach außerhalb finden sofort dauern ———-———._...Tx«- Rahw'�sib� Verlangt wird ein Arbeit er, zusammmzustellm versteht.. Zu melden von 10-12 Vorm. u- I Räh-" Kanari rnhähn» zu wrl. Mattmdorferstr. 14, Hof 4 Tr., rechtS. � Rä8maschd>«si Berantwottlich« Redakteur: K. Trantzeim in Betttn. Druck und Bettag von Ma» Babing t» Berlin 8W„ Beuchstraß« 2.