»».»SS. So«nabe«d, de« IS. Dezember 1888. S. K-krU. Brgan für die Interessen der Arbeiter. «scheint täglich M vi Haus merleljäl ♦ Mmt. Einzelne a ' 10 � (1� il! Da»„Berliner Volksblatt" außer nach Sonn« und Festtagen. Abonnementsvreit für Berlin frei 4 aJkrf, monatlich 1,35 Marr, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement er 5 Pf. Sonutagi-Nummer mst dem»SonntagS-Bla� 10 Pf. in der PostzeitungSpreis liste für 1888 unter Nr. 849.) Insertion» gebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbestsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittgzt m der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, oh« Erhöhung des Preises, angmommen. Redaktion: Kenthstraße 2.— Grpedition: Zimmerstraße 44. Da« Weißbnch. Run kommt etwat mehr Klarheit in die o st a f r i k a» Aschen Wirre«, von denen bisher nur unzusammcn- «ngende und widerspruchvolle Nachrichte« zu u»S gelangte«. Weißbuch über Ostafrika enthält eine Reihe von Schriftstücken, welche über die Stellung der Regierung und chrer Vertreter zu der ostafrikanischeo Frage Aufschluß jKben. Sie bringe« den Kolonialschwärmern eine gewaltige «uttäuschung und bekunde», daß die Regierung gar keine M hat, den Phantasien der PeterS und Genossen die Bedeutung beizulegen, die ihnen von kurzsichtigen Kolonial- �Phufiasten und geldgierige» Handelsherren zugeschrieben wird. Die ostafrikanische Gesellschaft erfährt °urch£ttt Schreibe» des Reichskanzlers selbst eine derbe Zurechtweisung, die sie nicht hinter de« Spiegel decken wird. Angesichts dieses Aktenstück« werden die Patrone der ostafrikanischen Gesellschaft im Reichstage wohl »um den Much haben, einen Kredit von 10 oder gar von Millionen zu verlangen, damit die Gesellschaft ihre Stellung in Afrika befestigen kann. Man wird mit Fug dvd Recht einem solchen Ansinnen entgegenhalten können, °aß die deutschen Steuerzahler wirklich kein Interesse daran baden, die von ihnen aufzubringenden oder doch zu verzinsenden Littel in solcher Höhe einer Gesellschaft anzuvertrauen, die w wenig Einsicht in die Verhälmisie gezeigt hat und bie absolut keine Garantie dafür bieten kann, daß sie Er» wlge erziele» wird, welche das deutsche Interesse zu förder» isetgnet wäre». Ueberhaupt verhalten wir u«S dem Ka- pitel der„deutschen Interessen in Ostafrika' jegkuüber sehr skeptisch, denn eS sind weit weniger die deut- njen Interessen, um die es sich dort handelt, als die Fehler, ostafrikanische Gesellschaft gemacht, und der Wirr- darr, welchen sie dort angerichtet hat. Es ist m dem Er- laß deS Reichskanzler« betont, daß gegen die Eingeborenen du allgemeinen wenig und nur im Bereich der SchiffSge- schütze etwaS auszurichten ist. Das wird richtig sein und vielleicht recht ernüchternd auf jene Schwärmer wirken, die m geberdeten, als sei mit ein paar hundert pwnn ,m Handumdrehen ganz Ostaftika zu erobern. Ganz besonder« ernüchternd aber wird da« Weißbuch für jene besondere Art von Phantasten sich geltend machen, welche bie Rückerinnerung an die schöne Zeit der Kreuzzüge nicht w« werde« können und welche untere Zeit mst ihrem auf �tische Ziele gerichtete» Wesen mit dem Mittelalter ver- Achseln, indem sie glaube«, daß dessen trübe Schwärmerei vud grobe Unwissenhest auch noch in diesem Jahrhundert °rhanden sei. Wir meinen die religiösen Fanatiker, welche r* Meinung find, bei der ostaftikanischen Angelegenheit ?vnble e« sich in erster Linie darum, mit den Waffen T"«eich« dem Christeathum Ausbreitung in Afrika �verschaffen. Der Antrag de« Zentrum« im Reichstage, [36 tu*®?- Jeuilrelon. KaskolnikoW. Roma» von A. SR. Dostojewski. de» Russische« übersetzt von Wilh. He»ck-l. Vj- Endlich hat er sei« Ziel erreicht! rief Katharina «jvvwna, die L.iche ihre« Manne» betrachtend;— wa« i?«u»! Womst soll ich ihn beerdige«? Und womst soll to>e morgen füttern? �»«kolaikow trat zu ihr heran.. Hm � Katharina Zwanowna, begann er— vonge Woche verstorbener Man« mir sein ganze« Leben mst tz'�wzelhesten erzählt. Ich versichere Sie, daß er von wU schwärmerischer Achwng gesprochen hat. Sest Kbend, al« ich erfuhr, wie er Ihnen allen zugethan * wie er besonder« Sie, Katharina Zwanowna, trotz � unglückselige« Schwäche achte und liebe, fest, jenen, la, wurden mst Freunde... Erlauben Sre mir also s L." beizustagen...um meinem verstorbenen Freund .. etztcn Dienst zu erweisen. Hier... zwaaztg Rubel 4• Und Ihnen da« al« Hilfe dienen kann, so... ÜL'%ii einem Worte, ich komme wieder vor.- ganz % jui•.. ich komme vielleicht morgen schon... Lebe» wvhj j MF SjÄ'teÄ <1 eQU nicht wieder gesehen hatten, erkannte»h» � Fomitsch doch augenblicklich. _ Sie fmb biet? staate er ihm wennschon er die die Unter djrückung de« Neger« Handel« al« seinen Zweck bezeichnet, ist von einem ähn« lichen Geiste getragen. Indessen hat der Reichskanzler offenbar nicht die geringste Lust, dieser Sstömung die Unter- stützung der deutschen Waffen zu leihen, und er hat die« in einer Antwort auf die Vorschläge eine« Apostel« der neue» KreuzzugS-Zdee, de« Kardraals L a v i g e r i e, auch ganz offen ausgesprochen. Er betont, daß man nur mit den schwersten Opfern an Geld und Menschenleben ständige Garnisonen im Znnern Ostaftika« errichten könne. Der Kardinal hatte auch, wie mancher andere Kolonialmissionär, von 500 Mann gesprochen, mit denen sich nach seiner Meinung die ganze Sklavenftage lösen läßt. Man wird sich also in den ostaftikanischen Gewässern auf die mit England vereinbarte maritime Aktion be- schränken. Wie beglüßen die Abweisung, welche die Kolonial« pastioten und ihr Geschrei in dem Weißbuch erfahren, mst auftichtiger Genugthuung. Aber, ftagen wst nun, wenn man in der Kolonial- Politik feiten« unserer leitende« Kreise eine solche Vorsicht anwendet und offenbar löblicher Weise entschlossen ist, mit dem Blute und der Gesundheit der Marinesoldaten möglichst sparsam umzugehen, wa« bedeute« denn da die 117 Millionen, die für die Neugründung einer Flotte, resp. die Schaffung emer richtigen Schlachtflotte aufgewendet werde» sollen. Au« dem Weißbuch könnte man doch, ohne Ausschmückung, die Ueberzeugung gewinnen, daß man in Berlin entschlossen ist, keine maritime Politik in größerem Stil zu treiben; man könnte entnehmen, daß man bei dem bisherigen System bleiben will, da« sich damit begnügt hat, die Mittel zu einer wirksame» Küstenvertheidiaung zu beschaffe». Mit cwkm Mal befinden wir uns zwischen zwei Widersprüchen: auf der einen Seite die wohlbercchnete Zurückhaliung de« Kanzler« in der Verwendung der Flotte in Sachen der Kolonialpolitik, auf der andern Seite die wahrlich nicht geringe Forderung von 1 1 7 Millionen, die indessen nur derVor- läufer neuer und größererForderungen sein kann, da ja der Be- stand und dieUnterhaltung einer großen Schlachtflotte alljährlich die Aufwendung einer riesigen Summe erfordern wird. Wie dieser Widerspruch sich lösen soll, wissen wir nicht. Wir glauben aber, daß für diejenigen Mitglieder de« Reich«- tage«, welche die Küstenvertheidigung für genügend halten, da« Weißbuch ein ganz werthvolles Material liefern wird. Das Landheer erfordert gerade Geld genug und der Augen- blick ist nichts weniger als geeignet, um eine große deutsche KnegSmarine schaffen zu wollen, deren wir auch gar nicht bedürfen, wenn wir un« nicht auf waghalsige Verwickelungen einlassen wollen. Wir wollen hoffen, daß da« Weißbuch auch in diesem Sinne eine gute Wirkung thut, zu welchem Zwecke aller- diogS schwerlich seine Veröffentlichung erfolgt ist. schon die Schwindsucht... Sie stnd ja ei» guter Mensch, ich weiß e«... fügte er spöttisch hinzu, indem er ihm gerade in die Augen blickte. — Wie Sie sich aber mit Blut besudelt habe«, be- merkte Nikodim Fomitsch, der bei dem Licht der Laterne ftische Blutspuren auf RaSkolnikow'« Weste erkannte. — Za, ich habe mich besudelt... bin ganz voll Blut!... äußerte RaSkolnikow mit eigenthümlicher Be- tonung, lächelte dann, nickte mit dem Kopf und ging die Treppe hinab. Er ging langsam, fieberhaft erregt und, ohne e« selbst zu ahnen, von einem neuen, unermeßlichen Gefühl de» plötzlich über ihn hereingebrochenen, vollen und mächtigen Lebens erfüllt. Die» Gefühl kann nur mit der Empfin- dung eine« zum Tode Verurtheilten, dem plötzlich und un- erwartet Gnade zu Theil geworden war, verglichen werden. Mite« auf der Treppe holte ihn der Priester ei», welcher im Begriff war, nach Hause zurückzukehren; RaSkolnikow ließ ihn vorbeigehen und sie verabschiedeten sich schweigend. Al« er auf den letzten Stufen angekommen war, hörte er plötzlich eilige Schritte hinter sich; es suchte ihn jemand einzuholen. Polenka war e«; sie lief ihm»ach und rief: hören Sie, höre» Sie! Er wandte sich um. Sie war eine Stuft höher, dicht vor ihm, stehen geblieben. Ein schwacher Lichtschimmer drang vom Hof herauf. RaSkolnikow konnte da« magere, aber liebliche Gcsichtchen deS Kinde«, welche« ihm zulächelte und ihn kindlich heiter anblickte, unterscheiden. Sie kam mst einem Auftrag, der sie augenscheinlich selbst interessirte. — Hören Sie, wie heißen Sie,... und wo wohne« Sie?— fragte sie eilig mit athemloser Stimme. Er legte beide Hände auf ihre Schultern und blickte sie an, ttr« ob ihm ein Glück widerfahren sei!— er wußte Si. — Schwesterchen Ssonja hat mich geschickt, antwortete da« Mädchen, noch heiterer lächelnd. Politische Ueberstcht. A«« de« Reichstag. Also gestern sollte ein„großer Tag' sein, wenigsten« war ei so angekündigt. Man merkte aber nichts davon. Da« Haus ist reibt mäßig besetzt und unter den Machern„nationaler Thaten" henschr nicht jene feierliche Stimmung, welche Auguren zu haben oder drch zur Schau zu tragen pflgen, ehe fie unter sich find und ob der— Biedermänner, die nicht alle werden, in das bekannte sprich» wörtliche Lachen ausbrechen. Die Herren Macher sehen eher etwas verlegen aus. Die Verhandlungen hinter den Kouliffen haben nämlich kein sehr günsttges Resultat ergeben— die Zabl derer, die in der Kolonialpolitik ein Haar gefunden haben und lieber ein anderes Objekt patriotischer Begeisterung und natto« nalcn Aufschwungs wünschten, ist dock größer, als den Herren die Regierung hat Bedenken. ihr wie eine Kanonenkugel am nicht günstig für eine„große" einen„großen" Parlamentärs- Machem lieb ist. Und auch Die englische„Allianz" hängt Bein. Kurz, die Umstände find Haupt- und Staatsaktion und schen Tag. Die„großen" Macher halten stch deshalb auch klugerweise im Hintergrund. Der Bennigsen will schweigen und der W ö r m a n n soll reden. Damit ist der Komödie von vornherein ihr Gepräge auf« gedrückt. Es wird eine lederne Geschichte werden. Und da« wurde es auch. Herr W i n d t b o r st degründete seinen Antrag so diplomatisch und unpolitisch wie möglich— auch so harmlos wie möglich. Hätte nach ihm kein Mensch gesprochen, so wäre der Antrag fast einstimmig angenommen worden. Allein nun kamen die Macher, die kleinen; erst der Wörmann, dann der Hell« dorff und arbeiteten mit 10 Pferdekräften an der Bierpumpe „nationaler Begeisterung". Es kam jedoch nichts zum Vorschein, als altes abgestandenes„Bräu"—„Bierneigen" aus dem Wahl« rummel. Fascbing des Iadres 1887. Es war recht katzenjämmerlich. Dann produzirte fich der junge Staatssekretär Graf Bis« IT 0 � J'1"'"ste große Rede halten, und hiett WA der„Rede" stand? Daß wst mit England „verheirathet" find(od standesamtlich, od kirchlich, oder od blos „wild, das wurde lewer nicht verrathen)! daß die Regierung :"«ä Äs.jr-BW Menschm; daß die Regierung den Reichstag viel zu hoch schätzt. um ohne seinen Rath in einer so hochwichtigen Angelegenheit vorzugehen; daß fie aber, wenn der Reichstag ihr den Weg zeigt, auch freudig den Weg des Reichstags gehen wird(inAfrika!). Der junge Herr Staatssekretär stottert wie sein Herr Vater— IMtÄW&tKä" G""""* w �ftriflnnigen Sprecher Bamberger war es ein Leichtes, die Wölmann.Helldorf'schen Phrasen in ihr Nichts aufzulösen. Noch einige schmetternde Tiraden des Herrn von Kaidorff, kurze Erklärungen deS Eisäffers Grad und - Da» dachte ich mir. daß Schwesterchen Ssonja Sie geschickt haben wird... - Auch Mütterchen hat mich geschickt. Als Schwester. chen Ssoma mich schickte, kam Mütterchen hinzu und sagte: „Lauf geschwind, Polenka!" — Lieben Sie Ihr Schwesterchen Ssonja? ..~ liebe fie mehr als alle! sagte Polenka mit be- sonderer Festigkeit und ihr Blick wurde ernster. — Würden Sie mich wohl auch lieben können? — Anstatt der Antwort sah er, wie da« Gesichtche» de« Mädchens sich ihm näherte und die schwellenden Lippen sich ihm naiv zum Kusse entgegenstreckten. Plötzlich umfingen ihn die dünnen Aermchen und drückten ihn fest, ganz fest an sich, da« Köpfchen lehnte sich an feine Schulter und das Kind, mtt dem Gesicht fest an ihn ae« schmiegt, weinte leise. 0 Minute, ihr �rweintes'" GesiP �heblnd� u»w die°Thränm fügte sie mst jenem Hinz«, den die Kinder zuweilen anzunehme» pflegen, wenn sie wie die Großen sprechen wollen. — Hat Euch Väterchen geliebt? „- 2�0'Wft h"» mehr al« un« andere geliebt, fuhr sie. er°sth°ft jort,- weil sie noch klein ist, auch de-halb, werl sie kränklich ist; er hat ihr immer Naschwerk mitgebracht un- nber hat er lesen gelehrt, mich sogar auch Grammatik und Religio», fügte sie würdevoll hinzu;- Mütterchen sagte zwar nicht« dazu, wir wußten aber wohl, daß sie e« gern hatte und Väterchen wußte e« auch; Mütterchen will mich auch ftanzöfisch lehren, denn e« ist Zeit, daß ich au«. gebildet werde. — Könnt Ihr auch bete«? ,,- Oh, gewiß können wir'«, schon längst; weil ich schon groß bm, so bete ich für mich allein, Kolja') aber und Lidotschka beten mit Mütterchen zusammen laut; erst *) Kolja, Timinuitio für Nikolai. Singer's, welch' letzterer kurz darlegte, warum die Sozial- demokraten nicht für den Antrag Windborst stimmen können, — ein kurzes Schlußwort Windthorst's und die Komödie war zu Ende. Die Kartellbiüder baben gefunden, daß die Luft eine an- dere ist, wie in der Faschingszeit 1887 und— die Kolonial- Politik wird uns noch viel Geld kosten, was übrigens auch dann geschehen wäre, wenn die Komödie fich nicht abgespielt hätte. Schließlich wurde der Antrag Windthorst angenommen. Sonnabend leine Sitzung. Das ferienlustige„Haus* ist schon mit einem Fuß im Eisenbahnwagen und nicht mehr zusammen- zuhatten. Zläckste Sitzung am 9. Januar: Etat. In der zweiten Sitzung noch den Ferien sollen die WaKlpmfungen daran kommen. Ganz bestimmt— wenn's nicht wieder anVers wird. Der Fall Ghrenberg. Der„Nordd. Allg. Ztg." liegt die Ehrend, rgrade>m Magen. Da sie aegen die Darstellungen des Abg. Bebel im Reichsiag sachliche Gründe nicht vorbringen konnte, druckt fie einen Art kel aus dem„Züricher Stadtdoten* ab, in welchem die Ausführungen des genannten Abgeordneten auf den Kopf gestellt und eine Reihe von Behauptungen ge- macht werden, die wir mit einem gut deutschen Wort als grobe zsSg-n oez ichncn müssen. Der Zorn des„Züricher Stadtboten" überrascht uns nicht. Hatte Ehrenberg einen Helfershelfer, so besaß er ihn in dem Redavcur jenes Winkelblättchens, dem in der ganzen Schweiz sattsam bekannten Major Attenhofer. Heber diesen Herrn ein Wort zu verlieren, erachten wir unter unserer Würde. Leine Darstellung der Ehrendergiade wird durch die Ergebnisse der militärrechtlichen Untersuchung, an die der Abg. Bebel fich strenge hielt, widerlegt. Das kann die„Nordd. Allg. Ztg." bei ihren Beziehungen sehr leicht erfahren. Verschmäht fie diese Erkun- digung und druckt fie statt dessen die verlogene und gefälschte Darstellung des„Züricher Stadtboten" ad, so dock wohl nur, um tbie L ser irre zu führen und den Eindruck de: Enthüllungen über das Irriben Ebrenberps und da? gegen ihn beobachtete Verabien abzuschwächen. Die Broschüre„Bismarcks politisch- s Testament" ist eingestandenermaßen von Ehrenbcra geschrieben: fie wurde von Enrenderg in der Schweiz zu seinen Gunsten zu ver« wenden versucht, um den Verdacht, im Interesse des deutschen Alliirten Italien an der Schweiz Landesverratd geübt zu haben, zu zerstreuen. Das Pseudonym E. Fat vre in der Weise der 7 312654 unterden Buchstaben stehenden Zahlen gelesen, ergiebt denVornamn Ebrendei g's„Alfred" und den Anfangeduchst den seines Familrn- namens. Das scheint der„Stadtbote" bei sein, r Lüge, der Ver« saffer sei ein in Zürich bekannter Sozialdemokrat, nicht beachtet zu haben. Und da der Zü.tcher„St-dtbote" auch wieder auf die bekannte Bollier« Angelegenheit zurückkommt, so sei weiter de. mertt, daß dieselbe sehr gern vom Abg. Bebel im Reichstag zur Sprache gekracht worden wäre, wenn das Schreib, n des Advo loten Weily dort zum öffentlichen Vortrag kam. Da dies nicht geschab, fiel die erwünschte Gelegenheit von selbst. Des Einen kann der„Züricher Stadtdote" und s ine Schutzpatronin, die „Nordd. Allg. Ztg", stcher sein, hätte der Abg. Bebel Gelegen- Herl, auf diese Angelegenheit im Reichstage zurück, ulommen, er und seine Fnundc würden schwerlich erbaut davon Herr Bolller...MW sein. Hat doch Herr Bollier im„Anzeiaer des Westens", der in St. Bo-s(Ver. Staat.) erscheint erklären lassen, daß er erst aur Doringen seiner F'eunde fi» berdeigelaffen habe. Vollmacht zu dem Schreiben Wei'q's zu ertbeilen.Z Herr Bollier wer« allerdings fich selbst am dtsten zu toxiren. «»löge» wie telegraphirt. Der Unfug der Telegraphen- dureoux ist schon oft an oe>. Pranger gestellt worden, ovne daß es disiang etwas genutzt hätte. Diese Bureaux find eben keine vereinzelten Einrichtungen, sondern fie gehören organilch zu dem Eymm. welches die öffentliche Meinung durch Reptllienfonds u>d ähnliche Hebel der Korruption zu fälschen sucht. U tcr den Telegrapbendureaur treibt es wobl am tollsten und schäm losesren das amerikanisch--uropärsche Cadle Bureau, welches die Nachrichten zwischen der alten und der neuen Welt vermittelt. Es lügt m.t einer Unverschämiheit, die den Neid ein es strebsamen deutschen R-ptiis erregen lönnte. Nimertlch bat es die Mission, alle auf Vre Arbetterdevegung bezüglichen Vorkommnisse und Th.ts-chen so zu entstellen, daß fie entweder lächerlich oder verächtlich ericheinen, oder das rotbe Gespenst herau beschu örcn. Wrr haben schon verschiedentt.che Beispiele dieler Ait mittdeilen können— vor nicht langer Z.tt noch die Schau-rmä-chen über Dynamit-Komplotte in Chitago. Jetzl ist es die Eralr-de Liedknechts, welche her- halten muß.„L edknecht abgeführt,"„Liedknecht hat die Ent- waffauna Deutschlands vorgeschlagen," und ähnlicher Blödsinn hat das Ca�ledureau nach Amerika telegraphirt, wo frelltch nur ganz geba len» und gefinnungkloie Blätt-r darauf„herein- gefallen" find. Durch dieses neueste Stückchen ist der Zusam- wen dang unserer Rvlrlienwi-thschast mit demT.legrapdendureau und insbesondere mrt dem Cadledureau wiedir einmal schlagend bewiesen worden... «mint soziatdewokratifchem Klatte— so werden unser- Leser m.tnen— mutz der folgende etnfichtsvolle und vorti-fflche Situation- bericht über Belgien und seine Ar- sagen sie daS Mutter-Gottesgebet auf und dann noch ein Gebet:„Herr Gott, vergreb und segne Schwesterchen Ssovja," und dann noch:„Herr Gott, vergreb und segne unsern zwerten Vater;" denn unser erster Vaier rst schon {estorben und drei ist unser zweiter; für den ersten Vater eten wir auch. — Poletschko, ich heiße Rodio«; betet auch für mich; sagt nur:„und für den Knecht bei Herrn, Rodion"— weiter nicht«. — Men ganzes Leben lang werde rch für Sie beten. sagte da« Mädchen eifrig; lächelte wieder, warf fich ihm um den Hals und drückte rhn fest an sich. RaSkolnikow sagte rhr seinen Namen und seine Adresse und versprach, morgen bestimmt wieder zu kommen. DaS Mädchen grng, ganz entzückt von ihm, hinauf. Es war in der elften Stunde, als er auf die Srraße trat. Nach fünf Minuten stand er auf der Brücke, grade an derselben Srelle, von der sich daS Weib vorhin in» Wasser gestürzt hatte. „Genua I" sprach er entschlossen und feierlich,— fort mit den Halluzinationen, fort m t dem trügerischen Schrecken, fort mit all' d,esen Gespenstern!... E« gnbt noch ei« L-den! Hobe ich etwa jetzt nicht gelebt? Mein L- den ist no o nicht mir dem von jener Alten dahm!... Goit schenke ihr da« Himmelreich;— und nun genug, Mütter- chen! mach', daß du zur Ruhe kommst I Jetzt beginnt da« Reick der Vernunft und d.» Lichte... de« Willen« und der Kraft... und dann wollen wir sehen! Wollen uns dann ewmal messen!" fügte er herausfordernd, sich gleich- sam an eine siastere Macht wendend, hinzu...„Und ich wollte mich schon daretn ergeben!..." Nur schwach bin ich noch in diesem Augenblick, aber'.'.. die Krankheit scheint vorder zu sem. Ich wußie wohl, als ich vorh,» ausging, daß fie vorüber gehen würde. Apropos, das Porschivkowscke Hau« ist ja nur zwei Schritt wen von hier. Natürlich gehe ,ch jetzt, auck wenn es weiter wäre, zu Rasumichrn,... mag er ferne Weite gewinnen I Er soll sich auch freuen; und sollte er sich über mich lustig machen wollen,— so mag er es thun. Kräfte, Kräfte aber brauche ich; ohne Kräfte wnd nicht« au« mir; physische beiterzustände entnommen sein:„Unstreitig hat die Lage in Belgien wieder einmal eine sehr ernste Gestalt angenommen. Man hatte fich schon der Hoffnung hingegeben, daß das Jahr 1888 ohne die Ruhestörungen verlaufen werde, welche in dm Jahren 1886 und 1887 unser Staatswesen erschütterten, als plötzlich, an der Scheide des Jahres die trüben Berichte aus der Provinz Hennegau eintrafen. Die Ardeiterfrage ist wieder akut geworden, und die belgische Regierung muß dieselbe, od fie will oder nicht, in ernste Erwägung ziehen. Wir wissen nicht, od der Beschluß der allgemeinen Ardeitseinstellung, welchen der Kongreß von Chatelet faßte, wirklich eine so große Ausdehnung des Streiks zur Folge haben wird, wie fie die Aufwiegler wünschen. Od aber der Streik zunimmt oder nicht, od die Ar« better, durch Hunger und Notd gezwungen, vordem Großkapital wieder zu Kreuze kriechen, oder nicht— was ändert dies an dem krankhaften Zustande, welcher am belgischen Staatslö-per hastet. Der Emst der Lage liegt nickt in der Streikbewegung, sondern in den ungesunden sozialen und polttischen Verhältnissen, welche hier herrschen. Solange die Grundlage der Unzufrieden- heit, welche fich einer großen Anzahl belgischer Staatsbürger de- mächtigt hat, nicht entfemt ist, wird Belgien fortgesetzt inneren Krisen autgesetzt sein, bis eines Tages durch das Zusammen- wirken verschiedener Umstände der gewaltsame Um stur i des Heu- tigen politijchen und sozialen Systems erfolgen wird. Die Haupt- Ursache, weshalb die Äcketterbewegung gerade in Belgien eine immer akutere Form annimmt, liegt in der Thatsache, daß unsere politischen und sozialen Verhältnisse fich seit Jahrzehnten nickt geändert baben, während alle Länder rings um uns herum nach jeder Richtung hin fortgeschritten find. In Frankreich und Deutsch- land� find den arbeitenden Klaffen ausgedehnte politische Rechte gewährt worden. Sie befttzen Vettreter im Parlamente und können somit ihre Klagen und Beschwerden in gesetzlicher Weise zum Ausdruck bringen. In England ist dos allgemeine Stimmrecht zwar nickt eingeführt, der Wahlzensus ist aber vom Ministerium Gladstone so herabgesetzt worden, daß jeder Haldwegs tüchtige Arbeiter diesen Wahlzensus zu erschwingen vermag. Ebenso hat das ko servati.e Ministerium Heems- kerl in Holland die Zahl der Wähler von 150010 auf 350 000 erhöbt und damit wenigstens einem Theile der Arbetter das Wablrccht verschafft. In allen diesen genannten Staaten haben die Regierungen aber auch sonst für die arbeitenden Klaffen ge« sorgt. Die allgemeine Bildung hat in.allen diesen Ländem große Fortschritte gemacht, und die Regierungen lassen es fich angelegen sein, den Arbeitern eine möglickst tüchtige Ausbildung zu verschaffen, damit fie den unvermeidlichen Kampf ums Dasein leichter fühten können. In Deutschland und Holland ist auch die soziale Gesetzgebung in sehr durchgreifender Weise in An- griff genommen worden(hier müssen wir allerdings verschiedene Fragezeichen machen. Red. des„Berl. Volsdl."), und fort und fort wird am Ausbau dieser Gesetzgebung gearbeitet. Nur in Belgien ist seit 1830 für die Ardeiter nichts geschehen. Die 116 000 bevorrechtigten Wähler, welche ganz allein über das Geschick deS Staates entscheiden, baden fich niemals dazu verstehen können, den übrigen Staatsbürgern irgend ein politisches Recht einzu- räumen. Sie allein bestimmen durch ihre Abgeordneten und Senatoren, wie viel Steuern die Staatsbürger zu zahlen haben. Die große Mehrzahl der letzteren muß fick mit der bescheidenen Rolle begnügen, das Geld in den Staatskassen zu tragen. Die privilegirten Wähler bestimmen ferner, wie viel„Blutsteuer" die — anderen zu entrichten haben: denn fie selbst kaufen ihre Söhne um 1600 Franken los und lassen die„unteren" Klaffen für fie der Militärpflicht genügen. Ihr Grundsatz lautet: Wer den Geldsack hat, darf mitreden, sonst nie- mand. Selbst eine hervorragende Bildung und Intelligenz ist nach Anficht unserer Gesetzgebung durchaus leine Be- sähigung für die Ausübung polittscher Rechte. Leute, welche die Univerfiiärsstudien vollendet haben und seit Jahren ein R chieramt bekleiden, oder als Beamte fungiren, defitzen nach belgischem Reckte kein Wahlrecht, wofern fie nickt emen ge- nügend hoben Gehatt beziehen, um mindestens 42,32 Frk. jährlicher direkter Steuern zu zahlen. Dagegen ist der erste beste Kneipwirth oder Branntweinschänker, der ein X von einem U nicht zu unterscheiden vermag und Zeilledens nie eine Schule be- suchte, eine„poltttsche" Persönlichkeu, deren Votum über das Schicksal des Staates entscheiden kann. So verbält es fich mit der politischen Seite unseres Staatswesens. In sozialer Be- ziehung steht es womöglich noch trauriger aus. Keiner Regierung, od liberal oder krenkal, ist es noch eingefallen, den obligaten Schulunterricht vorzuschlagen, durch den allein das belgische Volk aus dem tiefen Abgrund der Unwissenheit herausgebracht werden könnte, in dem es fich heute defindet. Im Gegenrhetl! Die 116000 Wähler, von denen gut die Hälfte selber nicht lesen und schreiben kann, schwärmen für den„steten" Schul- Unterricht, d. h. für die Freiheit, gar keinen Schulunterricht zu genießen. Deshalb dürste es außer Spanien und den orten- talischen Ländern kaum ein Land in Europa geben, welches eine so große Anzahl von ganz Ungebildeten aufweist, wie Belgien. Eine Statistik darüber befitzen wir leider nicht. Doch girtt es Anhaltspunkte genug, aus denen wir lebr reiche Schlüsse ziehen können. Dos hiefige Blatt„Eioile beige" Kräfte erlangt man nur durch Willenskraft,— da« wisse« sie nicht", fügte er stolz und selbstbewußt hinzu und ging, kaum noch im Stande, die Füße zu bewegen, von der Brücke hinab. Sein Siolz und sei« Selbstbewußisein wüchse« zusehends in der �nächsten Minute war er schon ein ganz anderer Mensch. Wa« war denn aber eigentlich geschehen, das ihn so verändert hatte? Er wußte eigentlich selbst nicht; e« ging ihm plötzlich, wie jemand, der, um sich zu retten, nach einem Strohhalm greift; e« schien ihm, al« ob auch er noch leben, als ob es auch für ihn noch ei« Lebe« geben könne, al« ob sein Lebe««icht mit dem jener Alte« abgeschlossen sei. Vielleicht hatte er sich aber mit diesem Schlußsatz doch zu sehr übereilt,— daran dachte er aber jetzt nicht. „Und für Rodio«", den Knecht de« Herrn, soll fie beten— fuhr e« ihm plötzlich durch den Sin«....„nun ja, da« kann doch... für alle Fälle I"... fügte er hinzu und mußte über seinen kindlichen Einfall lächeln. Er war in der prächtigsten Gemüthsverfassung. Rasumichin« Wohnung fand er bald; im Hause Pot- schinkow kannte man den neuen Einwohner schon und der Haueknecht zeigte ihm sofort den Weg zu ihm. Kaum war er auf der Treppe angelangt, da hörte er auch schon den Lärm und da« lebhafte Gespräch einer größerenGesellschaft. Die Thür nach der Treppe war weit geöffnet; man hörte streiten und lebhaft debatttren. Rasumichin« Zimmer war ziemlich groß, e« mochten fich etwa fünfzehn Menschen darin be- finden. RaSkolnikow blieb im Vorzimmer stehen. Hier, hinter einem bretternen Verschlag, waren zwei Mägde der Ouartierwirthi» mit zwei großen Ssamowar«, Flaschen, beschäftigt. Tellern, Schüsseln mit kalten Speisen und Pirog.. Ra«tolnikorv ließ Rasumichin herausrufen; dieser war entzücki, ihn;« sehen; man sah ei ihm auf den ersten Blick an, daß er vrel getrunken habe, und odschon er sich eigentlich nie betrank, konnte man diesmal doch etwa« derartige« wahrnehme«. — Höre, sagte ihm RaSkolnikow— ich bin blo« ge. kommen, um Drr zu sagen, daß Du die Wette gewonnen hast und daß wirklich niemand weiß, wa« mit ihm passiren kann. Dort hineingehe» aber kann ich nrcht, denn ich bin bat vor einiger Zeit die Bemerkung gemacht, daß zwei Drittbeile der Parlamentswähler weder lesen noch schreiben lönnen, weshalb die Regieruna eine« mechanischen Wabloorgana erfand, wodurch das Ausfüllen da Kandidatenlisten üderflülfig gemacht wird. Bei den alljährliche« Rekrutenaushebungen, wobei der Bildungsgrad der Rekruten konstatirt wird, ist die Zahl der Analphabeten eine geradezu er- schreckende. In der inneren Stadt Brüssel, die mit Sckulea bedeckt ist, können regelmäßig 12-15 pCt. der Ausgehodenm weder lesen noch schreiben; weitere 15 pCt. können gerade ihren Nrmen zu Papier bringen. Wenn dies in Biüffel geschiebt. wie muß es erst in den Dörfern und Ardeiterorten aussth-n? Die Regierung macht fich darüber gar keine Sorge und erschrickt förmlich, wenn ihr jemand von der Nothwendigkeit des odli- gasen Schuluntenichts spricht. Die nämliche Sorqlofiakett zeigt fie in der sozialen Gesetzgebung. Die zahllosen Unglücksfälle in den Kohlengruben bewegen fie nicht, irgend ein scharfes Hast- pflichtgesetz tu schaffen. Sic kümmert sich nicht darum, ob hoch« tckwangere Frauen 800 Meter tief in die Erde steigen, um die Zwangsarbeit in den Kohlengruben ,u verrichten, und läßt es ruhig geschehen, daß achtjährige Kinder in den öchwefelfadrike« Flanderns den Tod etnatbmen. Diese Dinge hat die Unter- suckungs-Kommisston von 1886 zu Tage gefördert. Seither find mehr als zwei Jahre ins Lmv gezogen, und unsere Kammern, welche soeben den ersten Monat ihrer sogenannten„Thätigkeiu mit interesselosem G schwätz verttöbelten, find soeben im Be- griffe, in die— Weih nachtsferien zu gehen. Es ist begr ifitck, daß ein Zustand, welcher 116000 Staatsbürger zu unu»- schränkten Herren über nahezu sechs Millionen andere Staats- dürger macht, nickt ewige Zetten dauern kann. Nach und nack ist trotz der von der Regierung geflissentlich verbreiteten Finster- niß ein Lichtstrahl in die rechtlosen und dem Elend preis- gegebenen Ardeitermaffen gedrungm. Sie seh.n, daß es ihre Berufsgen offen in Deutschland, Frankreich, England und Holland in jeder Hinficht besser haben, und rufen nach politischen Rechten und Brot. Die Regierung dagegen, welche es nilv gerne ficht, daß diese Rufe ins Ausland dringen und dort die belgischen Zustände in settsamem Lichte erscheinen lassen, will nun glauben machen, daß dlos einige Hetzer an der Unzuftiede»- heit der arbeitenden Klaffen schuld seien. Wenn TsfuisseM- Migoon, Mareille U- s. w. e.ngcsperrt find, so meint man# der Rue de la Loi, werden die wild gewordenen Ardcißt wieder zahme Lämmer werden. Seltsame Selbsttäuschung. Hetzer hätten ihre Worte umsonst verschwendet, wenn sie n»' im intellettueUen und materiellen Elend der Arbeiter** mächtigsten S'ützpunlt gesunden hätten. Mit diesem Ell» sollte fich die Regierung in erster Linie beschäftigen, statt* Arbeiterbewegung mit Staatsanwälten und Gendarmen bewälw gen zu wollen."— das Blatt, dem dieser Bericht entnommw- ist die„Krenzzeitnng", dieselbe„Kreuzztg.", die für die u» darmherzigsten Vertckärfungin des Sozialistengesetzes, für Knebelung j der Regung des deutschen Ardeitrrsiandes dam „Staatsanwälte und Gendarmen" mit allen Mitteln der% leumdung und Lüge eintrttt. Die„Kreuz-tg." hat durch jr Aufnahme d>s Artikels über die belgische Arbeiterbewegung ß* und ihren Bestrebungen selber das Urtheil gesprochen. Der Entscheid der WnhlprLfnngekomMtssto»' Wahl d>s tamo-en„ich trink se nämtrch manchmal e Depp«? über'n Durst" Dr. Götz für Leipzig- Land für gilrig zu ertlärnl- hat den Leipziger Kartelldlättern wieder einmal Anlaß geaebw- die Fabel vom Wolf aufzuwärmen, dem das Lamm das WM trübte. Die Blätter schreiben nämlich, daß dieser Entscherb«* allen Kreisen der reichstreuen Beoöckerung— wo man ein IT Ichlechtcs Gewissen zu haben scheint— mit Freuden w. genommen worden fei."_ Dann wird erzählt, daß die So»«»; n, wer das„arme Volk vergewaltig na we der ein da frei di dl die i »n «i sä «t «he„och ä«« Bo sei Listen ig Awerei und jnw Vor i Herr „..-flt ein A" Ui & .J»ert 3% die * ,l>®, Ob i Macht! der 3lt ch en, ti W Hilgen% eines Nadir, feffl Uussche U % Nationcr ?!-» R.iä «L fet demokraten sehr gut wissen, — was allerdings richtig ist— und dann fährt der dedauettck' """"-*' Gerade im Wahlkreise LeiM "wen dii werthe Wolf Kartilldruder fort r___ Land, dm die Sozialdemokraten"schon lange als ein Haui Versuchsfeld ihrer umstürzlerischm Tdätigkeit bearbeiten, wirb? sehr stark empfunden, in welcher W tse die Masse der ArbeM devöllemng gerade bei da letzten Reichstage wähl, ebenso� bei der vorjädrigen Landtagswahl, von Seiten der sozialst� kratischen Agiiaioren eingeschüchtert wordm ist. Derlei oeidT, »anirorn l»a>lulvlcn cuini|iouujicii wviven n».-iaua freilich die Führer der Sozialdemokratie bei Abfassung und sendung ihrer Wahlproteste regelmäßig; es ist aber do« 0 und nöthig, die herrm von Zeit zu Zeit daran zu erinn" daß gerade fie selber im Punkte der Vergewaltigung des«sM Volkes wie ihrer eigmen Gegner die zahmsten nicht find- Ganz einverstanden! Es soll von Zett zu Zeit daran erw werden, mit welchen schmachvollen Mitteln das jjjj Volk um sein Wahlrecht geprellt wird, und deshalb v" auch wir eine von den Annoncen hierher sctzm» wie„ eine ganze Anzahl Firmen und Großfadrilantm kurz_ � der Faschinas wähl 1887 in dem Leipziger Landkreis zur«-Tj klärung" für ihre Arbetter veröffentlicht hadm. Hier ist � dieser Musterexemplare: Arbeiter! so schwach, daß ich umzufallen fürchte. Somit gute« und adieu! morgen aber komm zu mir... — Weißt Du wa«, ich werde Dich nach begleite«! Wenn Du selbst sagst, Du seiest I so...., Wt — Aber Deine Gäste? Wrr ist der Krauskops, ebm herauSgeguckt hat? — Der?... der Teufel weiß«»! Vielleicht er« � kannter meine« Onkel»... Ich lasse den Onkel hier, � ei» prachtvoller Mensch; schade, daß Du jetzt Bekanntschaft machen kannst. Uebrigen«, mag fie all« Teufel holen! Sie brauchen mich jetzt nicht und mir ich mich ein wenig abkühle; denn, BrtijS«# A vom 80«» %% �-Dr. 3i % #! z %%% ut, wenn u bist zu guter Stunde gekommen, zwei � V später hätte ich mich dort wahrscheinlich herumgeprüg�' � Gott! Sie schwatzen alle einen solchen Unsinn zusa' � schwatzen alle einen solchen Unsinn Du kannst Dir kaum eine Begriff davon machen, � Mensch alle« zusammenschwatze» kann! Uebrigens, auch nicht? Als ob wir selbst nicht auch Unfinu 0� zusammenschwatzen? Mögen sie immerhin schwatze«, � leicht werden sie e« dann später desto weniger thu«- Dich einen Augenblick, ich will Sossimow herausruft«r. Sossimow eilte mrt einer gewissen Hast aus nikow zu: man sah ihm eine eigenihümliche Reug � ßif- sein Gesicht heiterte sich aber, al« er ihn erblickte, 0»* — Sofort schlafe» gehen! entschied er, de« a Eile beobachtend— und �ur Nacht womögu� rn schon einnehme». Wollen Sie? Ich habe besorgt... ein Pülverche». — Meinetwegen zwei, antwortete Raskolnitow- � Da« Pulver wurde gleich auf der Steu nommen. (Fortsetzung folgt.) - i'-m" •VC, l«; .Di. im Aberglauben deS Atter thv ms und ves v« � � eine bedeutende Rolle die kendragore(SUtaun), Aüst" wie DioslorideS erzählt, stets ein«estandthett der»»| zwei lese« 13 eine» llen»« ährlicbe» R-kruie» idezu er- Schule» ehodene» ive ihre» geschieh usschen? erschtil» >eS odli« keit ,ei»t ksfälle w es 5>aft- od bot- um die lädt d elfakuike» le UnltK über st»» kimmern, HStigkeit� im Be- !egr iflich, n unua»- e Slaiö- und nao nFinst«' ib preit- 6 es M and uv» naiürlich beißen:„arbeiten lassen": denn die„wir", welche die Annonze veröffentlichen ließen, pehen natürlich der Ardeü resveltooll aus dem Wepe.) Es ist Pflicht eines j-ven Wabtos, dann sofort zur W-blurne zu eilen» da solche um 6 Uhr geschloffen wird. Ein jeder wähle frei nach seiner Uederzeugung, erwäge aber auch die Folgen. Siegt die Rrgierungepartei. so blüht dieJndustrie Wiederaus; der Friede bleibt erkalten. Siegt die OvvofÜion. so haben wir Krieg sicher, und numitteldar nach einem solchen Mahir snltat werden wir die Hälfte d-r Arbeiter entlassen und achrsinndige Arbeitszeit einführen Müssen. In gleicher Lage defiiiben sich dann s ä m m i l i ch e Fabriken. Damm, Arbeiter, bedenkt Wner Mohi. Reudnitz, den 19. Februar 1887. Preuße u. Co." �Dieser Aufruf wurde nickt nur in dm Blättern veröffent- 2' sondern auch in den Fabiikm angeschlagen. Und nun che noch einer bin und bestreite, daß in Leipzig. Land das Boll" nicht von den— Sozialdemokraten vergewaltigt sei. � Den armen Negern erstehm jetzt überall Freunde. Am S®sten Sonntag wollen auch in Blünchen die Gegner der ?ul«rei in— A'rila sich zu einer Versammlung zusammm- und man hofft, daß bei dieser Gelegenheit Gerhard Rolfs ."in Vortrag halten wird. In dem einberufenden Komitee «sin hnren vom Kartell sowie Ultramontane und Dculschsrei- ""mge einträchtig zusammen. E- ist wirklich reizend, die bcy- «Iwn Ultramontanm, die das siebente Schuljahr abschaffen ®<%i, als Vorkämpfee für die Ausklärung der— Neger wirken v sehen und auch dm bayrischen Liberalen, weiche in ihren k'tnvnken in der Oberpfalz und im bayrischen Wald noch eine r�eitezeit bis zu 18 Stunden eingeführt haben, steht der Kampf -yn die Ausbeutung der„atmen Neger" durch die Araber sehr !u G ficht. 0 diese Heuchelei! ...®b eine Kegeisternngskom die für neue kolonial, Mde Bahnen rn Oltasrrta währmd der parlam ntarischen Nmachtöferim im Volke aufzuführen versucht werden wird - � der Kartellbrüder, darauf darf man, so meint die„Frei- # Ztg.", einigermaßen gespannt sein. An sich gehört es ja M Liebhabereien der Kaitellparteien gerade in solchm 3en, in welchen sonst politische F. rien im Lande staltfinden, � einen„nationalen" Tamtam zu inszeniren. In der all- fernen Stille macht in dieser Zell sich jedes polüische Ge- Mehr bemerkbar. So wurde bekanntlich in den Weih- �Jwserien von 1884 85 das Prestige Deutschlands in der auS> �hgen Politik gerettet durch die Agilatronm für vre Bewilli- 1") eines dritten Direktors im auswärtigen Amt. Später hat .Allerdings ein volles Jahr gedauert, bis dieser Direktor üoer- angestellt wurde. In den Weihnachtsferien 1886/87 �«e durch„nationale" Kundgebungen für das Seplennot die Unabhängigkeit Deutschlands gegenüber einem angeb Mtig�j ■*.tP 1? d ohenom Angrrff Frankreichs gerettet. Freilich ist die �'.chiscke heeresversiärkung, von welcher damals so viel Wesens �cht wurde, taotsächlich nachher nicht eingetreten.— Lebende Cffi. wie sie jetzt im Gürzenich in Köln zum Besten von iL,™'0 gestellt werden, find allerdings bei den früheren •--" nd der kannten --------- WW U � eutschen L%0, seiner Frau und seinem Vieh arg mitspielte., Freilich (L Ka t.Uvubluum will auch in der„nationalen" Unterhaltung n-üerne Abwechselung haben. Sehen wir zu, was die nächsten �ben biinoen Vi» GrhShnng der Zinilliste des Kaisers wird von �Nemenlaien Blättew wieder in dm Vorderanind gell. Die„Kölnische Zeitung" bespricht die lllothwendig- er Ertödung der Zw lliue und kommt dabei zu dem jjncnz»,»ab eine solche EroShung, an der ste nicht zweifelt, & vom Reiche, sondern von Preußen zu leisten sei. �nlich halte fich schon der„Hamburger Korrespondent" ge- i- Di« Kart»Ub»Ld«r Kriegen Angst l Aus Anlaß der »äs K iNell ungünitig ausgefallenm R.ichstagswahl schr-iben ?»Dr. Nrch-.", es liege darin ein wobl zn beachtender Wink z? bie staalserhaltenden Parteien, als Reichstags-Kan» �aten nickt solche Personen aufzustellen, die im Laufe ?? Reickstagsperiove einer Beförderung im L*0 t s d t e n st e theilhastig werden könnm." Das arme LT'll! Die schönen, klingen om Titel, der weitreichende Ein- fcij.pet Beamten— wie wobltbätig äußerten sie fich auf die �-.biermafien. Nan ist es wieder nichts; die B.amten werdm �"en und ihre Mandate gehen in den Nachwahlen verloren. R* aber die Krndidatm der Kartellbrüder aus den Be- v/llkr eisen verpflicktm sollm, für die Dauer eines Reichstags � wir haben das nächste Mal mit fünf Jahren zu aT jede Beförderung»u verzichten, so werdm die- Iii«?"ch für das Mandat bedanken, denn das wäre ja die k>n, Insubordination, wenn ste eine Beförderung ablehnen ™ Tamit aber flehen die Kartellbrüder vor dem Kandi- ten iskopf. i« S? mir ÄK-j rsa* t* % lg angewendeten Liebestränke gewesen ist und deren «I......»..,. o___ �___■ n'— i- 7 Cj. LT�el sldon zur Zeit de? Pyihaporas und noch im 17. Jahr CT* als Zeubermittel(Aliaunmärnckm) .... e»*— 1— 1*4«!« Jota u ,Qblt wurde. Als Arzneimittel wuroe oie wianoiu» ?>»- der Zeit d,s Hyppokiat.s an hoch geschätzt: fie Dianen � ���wiltel, lhells als Anästhelikum bei Opk- �frolifcbe Wirkung der Mandragora war im Alter» %l( J�elamt, daß man von einem beirunkevm Menschen < bade Mandragora getrunken. Die Alten benutzten vorzugS- H mis.ekochtm Saft der braunen, saftigen Wurzelrinde .'%l, 1.'dn mrt Wem und Waffer gemischt. Blätter und -Sz. ber Mandragora besitzen die nämliche Wirkung, aller- ,%i 0 schwächerem Maßstabe. Die V.rwmdung des Saftes tli W S,f Liebestränken war uralt. Schon in der Genefis X iitk.Sohmlied Salomonis weiden die Mandragorabetren /dapfkl erwähnt. Die Art und Weise, wie die Wurzel, bertkräftig und wunderidätig wirken sollte, g prab.n Abdü,»luffe, wurde von den Wurzrlgräbern und Kräuter- »« älteren Zeit als tiefes Geheimniß gehütet. Im _______________ viel begehrt war und Arzneimittel wurde die Mandra- l%i älteren Zeit als tiefes ZNeyeimn.«„ro--.. u'Z'»� J Caf��bundett glaubte man, daß die Wurzel nur durch � 6e(* i? iib jti.h1}"? Hundes aus der Erde geholt werdm könne, ■f- Oözdaen in" 11,01 man der festen Hebe zeugung, daß die s�u-tal- ji�beni ��iandragorawurzeln) als st) mannte Galgmmännchm x. m mürbstn und daß fie beim 3"~ fV? klemm Ki- de gleich fich die Ohrm ver- Hund einem ""Ten.-"Mtmne, oti i.c grabe, müffe ältere'' L"0chek Dloskorides- Handsch-ift, der in der Wiener i/?'»le x, Gliche codex neapolitanng Die sexuellen Bei- r» llt x.,.° iden dargestkllten A.im führen— die mann- ,, j x�attimn., aa�agar» veraaJig, die weibliche die llandra- 1%"atOLs-x.fc x?1*" Mandragora utfii inarurn dar— ertlärm Ki �e»mf,".b Alien oftmals die kiä-ttgere Art als mann- ä>ild... Ä tll-ibiiche beznchnm. DoSkorideS und Pli- >»- ad t nrsrhinnnrn find Columella aber, der l�ge.lmm Sd�oWge "eiNand r geschlungen find. �KWMTZUZ datmmanzel. Die Beamten konntm fich's leisten, denn die be- kamen ja ihren Gehalt fort, die Gewerbetreibendm aber werden sich hüten, ihre Zeit zuzubringen, wenn fie dafür nicht reichliche Diäten erhalten. Der Patriotismus ist eben rar, wenn er Geld kostet. Wenn das Kartell obige Forderung stellen sollte, würde ihm wohl nichts weiter übrig bleibm, als notorische Sozial- demokraten aufzustellen, denn die werden nicht befördert oder höchstens ins Gefängniß, dies aber hebt bekanntlich das Mandat nicht auf. Für unrichtig erklärt die„Dem. Korrcsp." die Mit- theilung, daß die Demokraten in Frankfurt a. M. be- schloffen hättm, bei der nächsten Reichslagswahl auf die Auf- sstllung eines eigenen Kandidaten zu verzichten, daß fie dagegen für einen Fortschrittler votiren würden, für den auch die Nationalliberalen stimmen könnten. Die opferfrendigen Konservatioen. Trotzdem die Herren der„staatserhaltendm Partei" von eben diesem Staate, d. d. von dm R-gierunzm und der Parlamentsmehrheit jähr- lich Millionen erdaltm durch Schutzzölle, Jalandssteuern u. s. w., find ste doch nicht im Stande, oder vielmehr zu habsüchtig, ihre Parteisteuern zu bezahlen. In ihrem Vereinsblalt per November, das fich die Herren übrioens auch schenken lassen, muß der Vor- stand des konservativen Vereins im Königreich Sachsen daran erinnem, daß die Steuern pränumerando zu entrichten find, ein Tdeil der„verehrten Mitglieder" aber noch nicht bezahlt haben. Es müssen wohl sehr viele sein, sonst würde der Herr von Friesen nicht den ganzen Verein in einer großen Bekanntmachung auf diese Art blamiren. An» de« Knreanlokai der streikenden Former in Brannschweig wurden von ver Kriminalpolizei sämmtliche P p-ere und Bücher infolge einer Rcqutsttion der Chemnitzer Staa'sanwaltschaft abgeholt. Dieselbe scheint in dem Beschluffe des Chemnitzer Fachvereins der Former, eine Unterstützung an die stressenden Former in Braunschweig zu senden, und in der Absendung einer solchen an die Lohnkommiiston eine Ueber- tretung des sächstsckm Vereinsgesetzcs zu erblicken, wonach Ver- eine, deren Zwick fich auf öffentliche Angelegenheiten bezieht, sich nicht mit anderen Vereinm in Verbindung s-tzm dürfen. Dem Komitee der Braunschweiger Former wurden am folgmdcn Tage die beschlagnahmten Bücher und Papiere wieder zugestellt und nur ein Umschlag mit den eingegangenen Sammellisten und der Koupon einer Postanweisung aus Chemnitz zurück- behalten. An# Nürnberg schreibt man: Bei der Wahl der Bei- fitzer im gewerblichen Schiedsgericht aus dem Stande der Ar- beitgeber siegten die Sozialdemokraten. Frankreich. Dem„XIX. Jahrhundert" zufolge wird die Regierung der Kammer einen Gesetzentwurf vorlegen, welcher die Panama- Gesellschaft ermächtigt, ihre Zahlungen aus 3 Monate zu suspmdiren. Der Ministerrath wird heute Vormittag zusam- mentretcn, um die Zustimmung der Panama< Gesellschaft ent- gegenzunehmen. Inzwischen hätte die Panama- Gesellschaft beschloffen, die Einlösung der Kupons der Obligationen, welche am 15. d. M. fällig find, sowie des nächstfälligen Aktienkupons zu verschieben. Der Pariser Gemeinderath verwarf mü einer Majorität von 33 Stimmen das Prinzip der Errichtung einer internationalen Arbeiterausstellung im nächsten Jahre.... Da« gegen wünschte er mit der Ausstellungskommtsston dahin zu wirken, den Arbeitern oder Arbeiter- Syndikaten, welche inter- cffante Peodutte auszustellen hätten, den Zutritt in die Galerim des Marsfeldes zu erleichtern. Großdritannie«. Unterhaus. Unierstaatssekrelär Fergusson erklärte auf eine Anfrage, Poitugal habe fich nickt England und Deutschland hinstchllich der Blokade der Küste von Sanstbar an- geschloffen, jedoch fich verpflichtet, die E.nfuhr von Kriegs- munition, sowie die Auefudr von Sklaven an der Küste von Mozambique zwischen der Tungt-Bay und der Pomba-Bay zu verhindern. Deutschland habe am 20. Dezember Illbö einen Friedens- und Freundsckaftsv-ttrag mit dem Sultan von San- fivar unterzeichnet und sei 1886 formell der Deklaration vom Wärz 1862 betreffend die?lneikennung der Unabhängiokcit von Sanstbar beigetreten. Die Regierung sei in keiner Weise be- rechtigt gewesen. Vorstellungen zu wachen, die einen Zweifel in die Aufrichttgkett Deutschlands bei Eingehung dieser Vetpflich- tung involvirt hätten. Weiter erklärte Ferguffon, es sei kein Thetl des unter englischem P otettorot stehenden Oelflußgebietes an die Kolonie Lagos angeschlrffen worden. Wie das zwischen Lagos und Kamrrun gelegene Pnotektoratsgebstt. das nicht zu dem Lande der N gerkompagnie gehöre, zu verwalten sein dürfte, werde jetzt erwogen, dock sei noch keine Entscheidung getroffen. Salisbuiy sei im Begriff, eine aus Personen in unabhängiger Stellung bestehende �pezialkommisfion abzusenden, welche über alle Fragen bezüglich des Niger und der angrenzenden unter britischem Protekrorate stehenden Distrifte berichten solle. W i t w o r t h beantragt, das Haus möge dem Bericht des Aus« sckusses, nach welchem durch das Vorgehen eines tischen Polizisten gegen dos Parlamentemitglied Shcehey am 26. vor. Mts. .1 theilt, Abbildungen, nach denen die männliche Mandragorawurzel einem Mann, die weibl cke einem Weibe ähnett. In Deutsch. land identlstzi« man die Wrkung unserer geheimnißoollen Wurzel mit der der Alruna, der zauberkundigen, weiffagendcn Frau altgermanischer Vorzeit. Später deckte fich der Begriff Alraune, Alrune mit dem der Manv agorawurzel. Das eigentliche Msttelalter machte aus dem Alraun einen Talisman, der dem Besitz r Glück, dem Armen Geld bringt, dem Verliebten Gegenliebe verschafft und in allerlei Nöihen und G-fahren beisteht. Später erachtete man den vielbegehrten Besitz der Alraunwurzel -Lr teuflisch; ihre Besitzer wurden vom Hexenrichter verfolgt. Auck Jeanne d'Aic wurde nach einer Mandragora ausgeforscht (■quid fecid de n andragora aua). Im Jahre 1630 wurden zu Hamburg drei Weiber ausg. p rtscht, weil ste Mandragora ver« kauft hatten. Sehr theuer wurde dieselbe bezahlt. So erhan- bette nachweislich im Jahre 1675 ein Leipziger Bürger einen Alraun um 64 Thaler vom Scharfrichter. Den Glauben an die zauberkräitige Wirkung des Alraun wachten sich Landstreicher» Kiäuterkammler, Mönche sehr zu Nutzen. Sie schnitzten aus den Wur«ln der Bryonia oder au« denen von Arundo oder Phragnoitig, den Rohr- sckil hiromen, m>n>chenähnliche Figuren, die ste insgeheim für schweres Geld verlausten. Heute ist die Mandragora das Studium rriffenschastlicker chcmisch-botanischer Forschung, die aber dadurch erschwert wird, daß Zufuhren der echten Pflanze so gut wie gar nickt stattfinden. Die Alraunpflanze, welche bei dm Alten als Zaubermittel, als Amulet gegen Behexung, zur Bereitung von Liebesttänken un� sonstigem Hokukpotus benutzt wurde, gehört, so schreibt die „Magd. Zig.", zu der großm Familie der Nachtschattengewächse (8. laneen), ist also eine Verwandte des Bilsenkrauts, Stech« opfels. Tabaks:c. Am nächsten steht ste im Bau ibrer Blüthm und Flüchte der Tollkirsche(Atropa Belladonna). Mandragora oifiunarnm ist fiüher auf deutschem Boden, nämlich in Tyrol und in der Schweiz, Heimisch geworden, durch Wurzelgräber aber vollständig ausgerottet. Auf den in da« Mittel- meer Hineintragenden größeren Halbinseln, sowie auf den Inseln 1 Kreta und Sizilien, in Nordaftika und Syrim kommen beide Arten noch als endemische Pflanzen vor. Die zu dem oben er- wähntm Zauberwerk so viel verwendete Wurzel ist fleischig, möhrentörmia nach unten gabelig gespallen, wodurch fie eine menschenlei(-ähnliche Gestalt erhält, von narkotischem Geruch und widerlich bitterem Geschmack. Die Alraunpflanze wird in dm Gärten der Univerfitätm Berlin, Halle, Jma, Mar- bürg tc. gebaut. eine Verletzung der Privilegien des Hauses statt» gefunden hätte, zustimmen. Der Generalsekretär für Irland. Balfour, bekämpft den Antrag Witworth und beantragt Uebergang zur Tagesordnung. Das Haus nahm den Antrag Balfours mit 182 gegen 130 St. an. Einer Meldung veS„Standard" zufolge hätte O S w a n Digma ein Schreiben an den Befehlshaber der malischen Truppen in Suakin gerichtet, in welchem derselbe mittheitt, daß die vom Mahdi gegen Emin Pascka entsandtm Truppen md- lich einen Erfolg aufzuweisen hätten. Emin Pascha habe fich tapfer vettheidigt, aber seine Truppen hätten gemeutert und ihn sammt einem weißen Reisenden, der muthmaßlich Stau- ley sei, dm Mahdisten ausgeliefett. Osman habe seine Are- gaben mit Beweisen belegt. Italie«. Der Finanzminrster Magliani wird künstigen Sonntag in der Deputittenkammer über die Finanzen Italiens sprechen und seine Verwaltung rechtfertigen. Er gedenk also zu demisfioniren, wenn ihm die Kammer ein Mißtrauensvotum er» theilen sollte. Die Einnahmen aus den direkten Steuern, aus der Gewerbesteuer und aus den Zöllen haben in der Zett vom 1. Jali bis 30. November 39 423 000 Lire weniger ergebe» als in derselben Zeit des Vorjahres. An Zöllen wurdm ein» genommen in dm 5 gedachten Monaten 263 603 739 Lire und in derl-ldm Zeit des Vorjahres 298 995 283 Lire, mithin ergab fick bei diesem Einnahmezweige allein ein„Weniger." von 35 391 344 Lire» welches der Zollkrieg mit Frankreich ver- msacht hat. Asien. Ein Volksaufstanv ist in der chinefischm Provinz Formosa ausgebrochen, infolge der Vorkehrungm, welch« die Regierung zur Erhöhung der Grund st euer getroff.n. Die Unruhen brachen zuerst an der Ostküste aus und mehrere tausend Solvaten wurden ausgeschickt, um die Ordnung wieder herzustellen. Die Kreisstadt Tschtanhoa, 80 Meilen nördlich von Taiwanfu gelegen, wird von den Ausständigen fett dem 5. Oktober belagert. Die 8 Meilen westlich gelegene große Stadt Lokhang ist in Händen der Ausständigen, die das Salzsteueramt geplündert haben. Die Stadt Kagi ist gleichfalls umzingelt. Der Gouverneur. Lin Mingtschuan, hat nach Futfchu um Sendung weilerer 3000 Solvaten von der Truppe Tso Tsungtang's telezraphirt, die unter dem Befehl des Generals Tschung nach dem Schauplatz des Aufruhrs aufbrechm sollten.— Die Bevölkerung Japans bezifferte fich am Schluß des Vorjahr« auf 39 069 007 Seelen, wovon 19 731354 Männer und 19 337 653 Frauen. Gertcht«-Deit»»U. «iue eigenartige Anklag« wegen Anstiftung pnr Urknndenfiilschnng beschäftigte gestern die erste Straft. mmer deS Landgerichts zum zweiten Male, da das Reichsgericht das erste fteisprcckrnde Erkenntniß diffelbm Gerichtshofes aufgehoben hatte. Der 23jShlige Rrttergutsbefitzer Leonhardt Fischer aus MuSbach in Boyern, der fich auf der Anklagebank befand, ist im Besitze bedeutender Glückszüter und empfindet es daher dop- pett schwer, daß er nicht im Stande gewesen, fich das Zeugniß zum einjäbrig-freiwilligm Dienst zu erwerben, er hat drei Jahre lang als Gemerner beim 3. Feld- Ar tillerieregiment dimm muffen. Von seiner stark ausgeprägten Eitelkeit getrieben und in dem Bestteden, seine gesellschaftliche Stellung zu verbeffern, hat er versucht, einen eigenthümlichm Schwindel zur Ausführung zu dringen. Er erließ rn der„Vosfischen Zeitung" eine Annonze, nach welcher ein junger Mann unter Zusicherung der Verschwiegenheit eine geeignete Persönlichkeit suchte, die ihm zunächst das Reife-Zmgniß für Prima und dann das Abgangs-Zeugi/ß verschaffm konnte. Der stud. pbi'os. Dietsch, welcher annahm, daß es fich um Nachhilfestunden handette, meldete sich, horchte aber hoch auf, als der Angeklagte ibm dm Vorschlag machte, er solle an irgend ein auswärtiges Gymnasium gehen, um dort in seinem, des Angeklagten, Namen die Examina zu machen, zu welchem BeHufe er ihm seine Legitimattonspoviere aushändigen würde. Dietsch ging anscheinend auf dm Vorschlag ein, fand die ihm gebotene Summe von 700 Mark annehmbar und bestellte den Angeklagten zum folgenden Tage nach seiner Wohnung, wo eine bestimmte Abmachung stattfinden sollte. Als der Angeklagte dann zu Dietsch kam, wurde der ganze Plan noch einmal erörtert, aber vor dm Ohrm eines fich versteckt hallenden Kiiminalbeamten, der von Dietsch verständigt word-n war und den Angeklagten verhaftete. Der Gerichtshof sprach nach dm Ausführungen des Vertheidigers, Rechtsanwalt Wronker, den Angeklagten frei, weil derselbe einen rechte« widrigen Vermözensvonheil nicht erstrebt hatte, eine Auffassung, die vom Reichsgericht nicht getheilt wurde, dmn jedenfalls sollte Dietsch einen Vermözmsvortheil erreichen. Gleich nach seiner Freisp-echung hat der Angeklagte, um seiner Ertelkeit zu frühnm, wieder Streiche verübt, die ihn wiederum auf dicAnklagebankgrfühtt hätten, auch wenn die erste Freisprechung nicht aufgehobm worden wäre. Während seiner Dienst» zeit war er auch im Bureau beschäftigt gewesen, wo er Gelegen« heit fand, fich einen Urlaubsschein anzueignm. Diesm füllte er derart au«, daß der Portepee-Fähnrich Fischer nach seiner Hei» math Musbach beurlaubt sei und unterzeichnete diesen Schein mit dem Namen des Kommandeurs. Ferner ließ er sich eine elegante Fähnrich Uniform anfertigen und in dieser sowie mit einem Osfizicrsdegen anaetdan stolzirte er in seiner Heimath herum, wohin Berliner Zeitungen nicht zu kommen scheinm, denn sonst müßte der soeben gegen ihn stattgehabte Prozeß de» kannt gewesen sein. Der Angeklagte blieb in Betreff de« ersten Falles bei derselben Ausrede, die er früher gebraucht, er herbe fich nur überzeugen wollen, ob es wirklich Lmte gäbe, die solche Dienste verrichten, wie er sie dem Dietsch zugemuthet. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten diesmal zu einer Ge- sammtstrafe von drei Monaten Gefängniß und drei Wochen Haft; der Staatsanwalt hatte sechs Monate Gefängniß und sofortige Verhaftung des Angeklagten beantragt, da bei dessen grenzenlosem Leichtsinn Fluchtverdacht vorlieae. Wegen Beleidigung mittelst einer Posssatte hatte fich der Lehrer Lanaeheinecke auf die Privatklage eines Arbeiters vor dem htefigen Schöffengericht zu verantworten. Der Angeklagte, welcher wetteren Kreisen aus Vorträgen in antisemitischen Ver- sammlungen bekannt ist, beschäftigte fich in seinen Mußestunden als Buckdalier in einer hiesigen Möbelfabrik. In der letzteren war ein Ardeiter, welcher aus irgend einem Grunde aus dem Arbeitsverhättniß ausgeschieden war. wegen einer Lohnzahlung in Zwiespatt mit dem Arbeitgeber geralhen und hatte das Schiedsgericht angerufen, welches seine Forderung als berechtigt anerkannte. Als der Kläger ttoydem die kleine Summe nicht erhielt, machte er seinem Herzen in einem dem„Berliner Volksdl." zugesandten Artikel Luft. Bald darauf schickte der Angeklagte dem Kläger das Geld im Austrage des Arbeitgebers zu, versah aber die Rückseite d.r Postanwiisungskarte mit so eigenarttgm Komplimenten» daß der Adressat nunmehr die Privatbeleidigungeilage gegen den Lehrer Langedeinicke anstrengte. In den Postlatten-Bemerkunaen hllß es u. A.:„Da Sie mit Ihren sozialdemokratischen Gemeiw» heiten nicht zum Ziele gelangen, versuchen Sie es wohl auf eine andere Art. Ich würde mich schämen... rc. rc.— Rechtsanwalt Dr. Reiche als Vertreter des Klägers beantragte wegen dieser Beleidigungen eine nicht zu geringe Strafe, da es doch als eineUnfitte bezeichnet werden müsse, wenn gerade von gebildeten Leuten die ihnen entgegengesetzte politische Gesinnung zur Anbringung von Schmähungen und Beleidigungen ausgedeutet werde. Der Gerichtshof schloß fich diesm Ausführungm an und erkannte auf 50 Mark Geldbuße event. b Tage Gefängniß. Theatkr. Sonnabend» den 15. Dezember. Gpernha««. Carmen. Ka,a»spi«ltiau«. Wallcnstein's Tod. WaU»»r-Thr«»tev. Madame Bontvard. Vor der: Der dritte Kovf. Kisstng-TH-ater. Heimaefunden. Dentsch«« Theater. Frübling im Winter< Qnintna Horatiua Flaccus. Zwei Taube, Friedrta,• MilhrtmstSdtifches Theater. Der Mikavo. KUrtaria- Theater. Die Reise in die Pycc- näen. Kestdenz-Theater. Abbi Constantin. �»UeaUiaare-Theater. Auf eigenen Füßen, Noika-Theater. Der Glöckner von 5ioi Dame._ Königstädtische» Theater. Steffen Langer aus(Wogau. Central Theater. Schmetterlinge. Ad-tf-Sral» Theater. Die drei Grazien. Kaaf�aan»'» Darickt4. Spezialitäten> Vor ftellung. Tancordia- Theater. Spezialitäten< Vor ftellung. Theater de» Keichvhalle«. Spezialitäten� Vorstellung._ Berliner Theater. Sonnabend, dm 15. Dezember: See Königatiruten ant horane: Friedrich Haase.)— Sonntag, dm 16. Dezember: Die wild» Jagd. Slelanie: tzedw. Niemann.) ontag, den 17. Dezember — Ena.— (Eva: Hedwig Niemann,) American Theater. VaOnwthMtaiHttrass« Kr. IB. Herliner Schönheit«.Houkorrenz. Di« Tadteaux meiden von in Kertia ge- da»»«»« Kchöuheite« dargestellt. Erstes Bild: Ascheabrödel nach F. Hiddemann: Frl. Martha Kögel. Zweites Bild: Unter Aase« nach P. Thumann: Frl.*. Drittes Bild: Kalk»»» nach C. v. Bodenhausen: Frl.**. Viertes Bild: Da» Masser nach G. Graf: Frl.—. Fünftes Bllo: Lachen- »«» Aiurwet nach Raphael: Fräul. Elise Elöner und die üdrigm vier Damm.(Die mW****** bezeichneten Damen wünschen unamannt zu bleiben.) ?tm!l Klpeuueilch-»- Terzett. Auftr. d«S SchattmAhouettisten vvkar Klberti. des uaomtfchm Feudi» und Zlemuau« «Bltemchm*. Anfang 7i Uhr. Sonntags 0i Uhr. Billet-Borverkauf ohne Aufgeld im«Fn oakidmdanl" und Vormittags von 11—1 Ub an der Tbeaterkaffe.[80 Cirkus Ü. heim mann. Friedrich. Karl. Ufer. Ecke Karlstraße. (Fm früheren ZirkuS K r e m b f e r.) aaar#*#«irk«, iß gut geheizt und gegen Zug geschützt.'»K- Sornabmd» dm 15. Dezember, Abends 7& Uhr: Große Galla- VorsteSunq. Das Programm desteht aus 10 der vorzüg lichstm R.pirtoir Nummem. ErsteS Gastspiel des unübertrefflichen japanefischen Seil-Equili- dristm Mr. O'Toria. Zum 3. Male: Di» fchSu« Jossa oder Kch«lk» und Müller im Grient. Gr. komische, histortsch-phantastische Ausstattungs- Ballet-Pantowime in 2 Adtheilunzm und zehn Liitdern, mit Grupplrungm, Tänzen, mimischen Szenen und Gesprächen. Fnszentlt vom Dir. G. Schumann, dargestellt von ca. 100 Mit glt«d«n der Gesellichast, mrbrerm Kindern und dem Curpa de ballet. Sonntag, dm 16. Dezember: Zwei«r-ffe Norss-llange«>»g bmittag 4 und Abends 7£ Uhr. Nachm'ttag ein Kind frei. Passage 1 g M 10 A. K»l«ei>P»norwn« Zum ersten Male: Dritte Reise — durch Ivauie«. Karreloua Rm noch einige Tage: Potsdam und Trauerzug Kaiser Friedrich». Kntree»(iycl. 20 Pf.. Kind nur 10 Pf. Adonn. Empfehle meinen echtm �[1270 gojährigen Nordhauser sowie meine best anerkannte Weiße. Robert Nürnberg, Audlamerftr. 49. Ecke Streliherstraße. Allm Freunden und Belanntm empfehle mein Anß. mi Klirischditt-M»I mit Billa d and 2 heizbaren Kegelbahnen. 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Boet- sicher hat den Gemüsezoll auf Grund der preußischen E.-.quete Wrückgewiesen: ich muß ihre Beweiskraft in Zweifel ziehen. SMan hat viel mehr Zwischenhändler und Handelsgärtner als oduzenten gehört und zahlreiche P.titionen namentlich aus der heinpiovinz nicht deachtet. Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß die Lage des deutschen Gemüsebaues eine fehr gedrückte ist jffld daß seine Rertabilität von Jahr zu Jahr abnimmt. Bei dem Wachten der ausländischen Einfuhr wird schließlich unser deutsches Gemüse vollständig den inländischen Martt verlieren, wenn wir nicht einen Gemüsezoll einführm.(Beifall im Zentrum.) Abg. Tritttbom(Zentr.): Ich konstatire, daß durch lehnung der Kommrsstonsberattung eine Prüfung der Wünsche der niederrheinischen Seidenindustrie verestelt worden ist, daß »an es vor und bei den Verhandlungen vermieden hat, die Jntercffentcn zu hören und man den Reichstag in die Zwangslage versetzt hat» entweder den Vertrag anzunehmen »der ihn bei Ertöhuna des Seidenzollcs abzulehnen. Durch l«ne Erhöhung von 600 auf 600 M. ist der inländilche Markt mr die Keimische Seideninduftrie zurückerobert werden, infolge «r Ermäßigung wird er abermals von schweizerischer, Ualieni- '.wer und ftanzöstscher Waare üderschwemmt werden. Der Nnh- Mei der Weder ist nicht gehört, die in letzter Stunde einge» «Ufcnen Prtrlionen find gar nicht geprüft worden. Wir werden Legen dm Vertrag stimmen. Abg. Ktrümel(dfr.): Die niederrheinische Seidmindustrie wird aus der Herabsetzung der schweizer Zölle auf Seiden« waaren doch auch bedeutende Vortheile ziehen, und vielleicht Klingt es, durch zollfreie Zulaffung feiner Baumwollengarne Kr für dm Export von Halbseidm zu h-lfett An *5 Herabsetzung der schweizer Zölle find noch andere «adustrien betheiligt, welche dieser Veitrag nicht berückfichtigt, e Beispiel die künstlicher Dungmittel. Ferner wird man großartigen Export deutscher Wollwoaren nach der Schweiz vor einer drohmden Zollerhöhung bewahren wüsten. Hoffmtlich werden diese Wünsche bei dem Kum Vertrage mit der Schweiz im Jahre 1892 berückstchtigt werden. Abg. Ham«ach«r(nl.): Die Petitionen aus Elberfeld wid Krefeld auf Abänderung des handelt Vertrages find sehr Jwgenügend substantiirt. Niemals ist eine Behauptung wie die, Ml die deutsche Seidenindustrie der ausländischen gegenüber wrrnentlich wegen der höheren Löhne aufhören würde, konkurren,« Khig zu sein, so oberflächlich begründet worden. Man könnte ** Krefeldrr und Elberfclder Industrie viel wirksamer unter jpie Arme greism durch Herabsetzung des Zolles für feine Garne, r M« fte jetzt einen unerträglichen Zoll zahlen muß, da das rland nur 2— 3 pGt des Bedarfs deckt. Bei dem neue» Ver> rge mit der Schweiz wärm noch folgende Wünsche zu berück fichtigen: Von unseren nach der Schweiz zum Aufstellen beutscher Dampfkeffel hingeschickten Montmrm wird an Ort wrd Stelle eine Gewerdesteuer erhoben. Diese Abgabe erscheint wir widerfinntg, denn die Maschine ist doch erst fertiggestellt, nach brm ste ausgestellt ist. Es dürste nicht schwer sein, die schweizer Re pnung zu überzeugen, daß ihr Verfahren den allgemeinen Ge> Kbm widerspricht. Ein weiiercr Uedelstand beruht darin, daß M schweizer Fabrikanten aus Grund deutscher Patente herge» «lllc Waaren nach Deutschland schicken. Durch das dekannte �leichsgkrtchtserkenntniß wird nicht verhindert, daß z. B. ein TUscher Färber stch solche Waarm von einem schweize Kchen Fabrikanten schick n läßt. Gegm diesm Mißbrauch deutschm Patentschutzes müßte entschiedm Front gemacht werden. �.Staatssekretär##% Kotticher: Daß eine Steuer von den -waschen Monteuren in der Schweiz erhoben wird, ist mir nicht li* köre soeben, daß, wahrscheinlich durch eine Unglück- Ue Verkettung ungünstiger Umstände, Petfttonm, die an das ?*ÜMomt deS Innern übermittelt werden sollten, dort nicht �gegangen find, was mir sehr leid thut. Man würde gar Mt die Handelsvert! agsverhandlungen abzuwartm nöthig ge- M' haben, um diese begründeten Klagen zu deiückfichtigcn. !,*■ Frage des erweiterten Patentschutzes wird ihre Erledigung bei der neuen Patmtnovelle, welche wir in Arbeit Den Wunsch des Herrn Vrömel auf heradminderung Zölle für lünstlichen Dünger werden wir bei künftigen Verhandlungen gern in derartige Berückfichtigung Wünsche aus Trimborn SiS jetzt find uns Mb e* bricht mtgegengetreten. Dem Abg. Trimbom nm von ganzem herzen bezeugen, daß er fich der noch. Weberei am Niedenhein mit großer Wärme angc- Wew'?, bat, und bedauere nochmals, daß eS nicht möglich ge- «w dm Wünschen der niederrheinischen Seiveninbustric k Haltung der bisherigen Zölle gerecht zu werden. Mag «L r bamft trösten, daß der gegenwärtige Vertrag doch nur tz�'urze Daercr haben wird, und daß man bis zu dem neuen ktfir® vne Untersuchung darüber anstellen wird, od die In« «ft, ohne diesen höheren Zoll nicht fertig werden Abg. Grafen hoenSdroech erwidere ich, daß ein jsh von keinem deulschm Staate gefordert wordm ist. Ä�be dabei, daß ein Gemüsezoll dm Aufschwung des �ibt- Gemüsebaues in keiner Weise defördern wird, und ?elmehr, die Anstrengungen deffechen würden an Jntm« buch J�ehmen. Schließlich thcile ich noch mit, daß gestern öchen»!? biger, lebhafter Debatte, in der namentlich die agra- .>ft>ter,ffen vertaten wurden, der Handelsvertrag in der Neb» brit großer Mojoeiiät angenommen worden ist. Es außerordentlichem Werth für unsere industrielle %% 2% sein, wenn das gute und intime Verhältniß, welche» M. Schweiz bestanden bat. in diesem Handelsvertrag . dekräftigt wird.(Beifall rechtS.) � � Wwdttz-rst! Diesm Wunsch theistn auch wst. Klaj�bber der hen Staatesekrelär von einem Gemüsezoll die iTWkTjj« riner intenfiveren Wüthschast defürchtet, so S3l hätte S nöt.jH- beigebracht werdm löiu k�",35qe von Nutzen gewesen lönnen. Im Gegmtheil find Man braucht nicht erst % »iethaudel carte blanche. Damit wird der Vertrag in allen feinen Thellm gegm die Stimmen des Zentmms genehmigt. Es folgt die Berathuna des Antrags des Abg. W i n d t Horst, betreffend die Bekämpfung des Neger Handels und der Sklavenjagden in Afrika: der Reichstag wolle beschließen, dm verbündeten Regierungen gegen- über nackstehmde Erklärung abzugeben: 1. Der Reichstag spricht auch seinerseits die Uederzmgung aus, daß. um Afrika für christliche Gestttung zu gewinnen, zu- nächst die Bekämpfung des Negerhandels und der Sklavenjagden nothwendig sein wird. 2. Der Reichstag wird dereit sein, die Maßregeln, welche die verbündeten Regierungen zu diesem Zwecke vorzuschlagen ge- denken, in die sorgsamste Erwägung zu ziehen und auch seinerseits zu unterstützm. 3. De: Reichstag spricht die Hoffnung aus. daß es gelingen wird, die übrigen betheiligten Mächte zur Mitwirkung bei Ausführung dieser Maßregeln zu bestimmen, insbesondere auch dabin, daß die in dm verschiedenen Ländern zum Zwecke der Bekämpfung des Negerhandels und der Sklavenjagden fich vor- bereitenden Unternehmungen nach einem einheitlichen, durch Vereinbarung festzusetzenden Plane durchgeführt werden. Abg. Mwdthorst: Der Antrag hat durchaus nur dm Zweck, die Befestigung der Sklavenjagden und des Sklaven- Handels berbeiführm zu helfen, andere Tendenzm find mit ihm in keiner W ise verbunden. Man hat verschiedme andere Ge- gmstände mit ihm in Verbindung bringen wollm, diese kommen aber für mich nicht in Frage. Man hält auch die Form des Antrags für eine ungewöbnliche, behauptet aber nicht, daß er deshalb unzuläsfiz sti. Der Antrag ist veranlaßt durch die große Bewegung, welche stch über ganz Europa bezüglich der isllavenverhä'tneffe in neuerer Zeit ausgebreitet bat, und ferner durch eine Aeußerung der Thronrede. Man könnte, nachdem die Thronrede in so anerkmnenswerther Weise diesen Gegen- stand berührt hat, ein Vorgehen des Reichstag» nicht für er- forderlich halten, und diese Erwägung bat mich und meine Freunde sehr lange beschäftigt, ehe wir uns zu dem Antrage entschloffen. Die Sitte, daß der Reichstag die Thronrede nicht im Allgcmcinm beantwortet, ist zweckmäßig und hat fich de- währt, aber es können dadurch wichtige Punkte dieser Rede leicht unberührt bleiben, so daß damit den Erwartungen der Nation nicht entsprochen wird. kann aber auch dm Rcgiemngm nur willkommm sein, dem Reichstage heraus eine allgemeine Sywpathieäußerun, ihre Bestrebungen zu vemehmen. Das Gebiet, auf dem Antrag st.ht, ist ein hochwichtiges, und wenn die Regierungen vom Throne herab die Sache zur Sprache bringen, könnte es uns wohl ziemen, eine solche Sympathieäußerung auszusprechen. Das ist der Zweck des Antrags, und dadurch war auch die Form mit Rückficht auf die besonderen Verhältnisse des Reicks lags zu den Regierungen gegeben, wie fie hier vorliegt. Will man eine andere Form, so habm wir nichts dagegen, denn unS kommt es nur auf die Sache an. Man hat wohl auch nur die Form bemängelt, um überhaupt etwas zu bemängeln, denn es ist in Deutschland hergebracht, daß nichts geschehen kann, ohne daß eine Anzahl von Leuten äußerlich Mängel findet, ehe sie auf den gutm Kern der Sache kommen. Die Sklaverei ist schon seit JabrHundcrten bekämpft worden und noch dauert fie fort. Es find Verträge zwischm verschiedenen Regierungen geschloffen worden; auf dem Wiener Kon gr-ß und oftmals später ist den, daß die Sklaverei aufhören fort. Nicht nur in Afrika sehen sondern auch im Orient giebt e» schlecht behandelt«erden, wie die auf den Plantagen in Afrika. Die Abmachungen mit England und die weiteren VerHand- lungen mit Portugal beweism, daß dieser Gedanke des Zu- sammengchens mit den anderen Mächten Erfolg hat, und ich habe nur zu bedauern, daß wir aus dem Weißbuch nicht sehen, in welcher Weise Frankreich fich zu dieser Sacke verhalten will, welches ein besonders lebhaftes Jntereffe für diese Bemühungen haben sollte, da ja von einem seiner Söhne die Hauptanregung dazu mst ausgegangen ist. Ich zweifle nicht, daß der Reichs- lanzler mst gewohnter Energie diese seine Tendenz fortsetzen wiiv, well nur, wenn alle Mächte Zusammenwirken, die Sache gelingen wird.— In Nr. 3 unseres Antrages halten wir es für nothwendig, daß die Unternehmungen, welche in den einzelnen Ländern vorbereitet find, nach einem gewissen Plane vor fich gehen. Es könnten sonst leicht Kolltfionen entliehen, die im höchsten Grade für das ganze Unternehmen bedenklich sein würden. So sehr ich glaube, daß nicht viel Zeit zu verlieren ist, so ist es doch besser, einige Zeit für einen solchen gemeinsamen Plan zu verbrauchen, als daß die einzelnen Unternehmungen verunglück». Wir fühlen sehr wohl, daß das nur allgemeine An- reguvgen find und wir im wesentlichen mit diesem Antrage nichts thun, als daß wir den Bestrebungen, die in der Thron« rede und dem Weißbuch dezeicknetfind. eine Sympathieäutzerung entgegendringen. Ich wiederhole, daß stch der Antrag lediglich mst der Sklavenfrage beschäftigt und nicht alle anderen daran geknüpften Angclegenhesten berührt. Wir wollen damit gar nicht sagen, daß wir diesen fich daran knüpfenden oder daran geknüpften Angelegenheiten kalt gegenüberständen. Im Gegen- Iherl, dos Jntereffe daiür ist lebendig genug, aber es ist durch- aus nicht ohne weiteres zu übersehen, in welcher Richtung es fich zu dethäligen hat. Für diese Angelegenheiten und im Be- sonderen für die ostofrikanischen Unternehmungen, wie fie von der ostafrikantscken Gesellschaft geplant find, müssen wir die volle Jnstiative der Regierung allein überlassen. Sie allein hat das Biaterial, sie allein wird die Aasführung deS Unternehmens haben, fie allein kann deshalb uns auch nur vorschlagen, wie die Dinge gemacht werden sollen. Eine Erörterung darüber heute würde uns zum Ziele nicht führen können, und wir sollten fie vorbchslten bis zu dem Augenblick, wo die Negierung in dieser Beziehung ihre Vorlage macht. Wir präjudtztren mit diesem Antrage in keiner Weise, die Entscheidung bleibt vielmehr voll- kommen in unserer Hand. Ich kann nur wünschen, daß der Reichstag fich entschließen könnte, diesen Antrag in dem Sinne, wie ich ihn vorgelegt habe, möglichst einstimmig zu votiren, damit wir der ganzen Welt ein Zeuaniß ablegen, wie in dem Deutschen Reiche der feste Wille existirt, überall, wo es fich um einen wahrhaft humanen Zweck bandest, einstimmig einzutrrten, ohne Rückstcht auf Partei, ohne Rückficht auf Konfession, ohne Rückstckt aus die Dinge, die uns spalten, hier müssen wir einig sein, damst endlich der fluchwürdige Sklavenhandel und die fluchwürdige Sllavenjagd ein Ende nimmt.(Ledhafter Beifall im Zentrum.) m �._. Adg Wörm«««: Gestatten Sie mir zunächst, meine Freude darüber auszusprechen, daß der Abg. Windthorst uns Gelegenheit aeaeben hat, in einer Aufgabe, welches im wahren Sinne eine Aufgabe der christlichen Kultur ist, mit ihm zusammen, u. oeben, daß er einen Antrag gestellt hat, welchem wir, welcher Partei und welcher Konfesfion wir auch angehören, gern zu- stimmen können, und von diesem Standpunkte aus kann ich auch im Stamm meiner politischm Freunde erklären, daß wir darüber verhandelt wor- solle, indessen fie mährt wir die Sklavereizüchtung, noch Sklaven, die ebenso der bis mtt eine für dm Antrag stimmen werdm. Es liegt aber in der Natur der Sache, daß die Ausführungen, welche ich zu mrchm hasten werde, zum großen Tbeil meine perfönlichm Anschauungen find. Ich brauche auf die Darstellung, welche der Adg. Windthorst über die Sklavenjagd und die dadurch mtstandmm Verhältnisse gegeben hat, nicht weiter einzugehen. England hat am Ende des vorigen Jahrhunderts zuerst angefangen, Sklaverei energisch entgegenzutreten. Es hat seitdem in die letzten Jahrzehnte hinein auf dieses Ziel großer Behanstchkett bingeardettet, und es liegt mir ..... Tabelle von 189 Verträgen vor, welche England mit dm verschiedenen Nationm in allen Gegenven der Welt, in Amerika, Afim, Aftika, Europa zu diesem Zweck geschloffen hat. Aber nicht nur solche Verträge bat England geschlossen, sondern auch große Opfer gebracht, um die Aufhebung der Sklaverei in der ganzen West durchzusetzen. Es hat eine große Flotte aus- gerüstet, welche Jrhrzehnte lang eifrige Seepoliz-i auf den Meeren getriedm hat, um Sklavmschiffe aufzufangen, Sklaven zu defreien und diejenigen zu bestrafen, welche stch dem Sklaven- Handel gewidmet haben. Die Erfolge find ja bekannt; ein hauptettolg ist, daß es gelungen ist, die Sklavenausfuhr von der Westküste Afrikas zu verhindem, von wo zu Anfang dies-S Jahrhunderts noch der hauptsllavenbandel nach'Nordamerika, C stindien und Brasilien stattfand. England hat hier Verträge mit hundertm von eingeborenen häuptlingm geschloffen; überall an der Küste, wohin es kam, wirkte es dahin, daß die HSuvt« linge die Sklaverei aufhoben. Wir habm zu den verdündetm Re- gierungm und insbesondere zu dem Reichskanzler das Vertrauen, daß die Vorschläge derart find, daß fie unter allen Umständen der Allgemeinheit zu Gute kommen, daß die bew lligten Gelder von den richttgen Leuten verwendet werdm und daß die rich- tigen Personen die Entscheidung über alle Vorgänge zu treffen haben werdm. Alles, was geschieht, wird ja nicht soirnt Nutzen dringen, sondern ist ein Wechsel auf die Zukunft. Wenn wir nur bewußt die noch wendigen Schritte tbun, so werden wir fie gegen unsere Wähler und gegen die Nachwelt verantwoiten können. Die Nachwelt wird dankend anerkennen, wenn wir auf diesem Wege vorgeschrittm find. Ja. vielleicht würde fie eS nicht begreifen können, wenn Deutschland auf dem bisherigen Wege stihen geblieben und nickt weiter gegangen wäre.(Leb- bafter Beifall) Deutschland hat in den letzten Jahren auf den überseeischen Gebieten und in der ganzm Welt eine ganz andere Stellung eingenommen als bisher. Die Engländer fühle« das auch. In dem Bericht des Gouverneurs von Lagos cm die englische Regierung wird aukgesprochm, daß Deutsch« land wie in anderen Theilen der Welt, so auch dort, ent« schloffen sei, den Handel mtt England zu theilen. Diesen Entschluß wollen wir auck in dem vorliegenden Falle fest« halten, die Gedanken der Menschlichkeit, welche in dem An- trage Windthorst ausgesprochen find, oerwiiklicht zu sehen, und andererseits, daß Deutschland an dem Ei folge Tbeil hat, wenn Afrika in weitem Maße der Zivilisation erschlossen ist. (Beifall.) Abg. v. AUldorff: Die ganze Bewegung gegen die Sklaverei ist von latholischcr Seile ausgegangen; wir werden aber festhalten muffen, daß es die Gesamwtaufgade der christ« lichm Zivilisation ist und ein gemeinsames Vorgehen hier ge« botm ist. Der Antrag deS Abg. Windthorst hat in feinem Wortlaut die Frage sehr richtig begrenzt. Der Antrag enthält eine E muthigung an die Regiemng, mit prak- tischen Vorschlägen an uns heranzutreten. Ich möchte aber aussprechen, wie ich mir ungefähr die Maßregeln als Einrichtung einer Landblokade zur Unterstützung der Seedlokade denke,(hört! hört! links.) Daß es stch hier um dm Schutz deutscher Jntereffen handelt, wird von Allen anerkannt werden müssen, ohne daß es in dem Antrage steht. Unser Beschluß wird nicht allein die Wirkung hoben, humanitäre Bestrebungen zu unterstützen. Er wird noch eine besondere Bedeutung habm, wenn wir das Gebiet betrachten, um welches es fich handelt. Unsere Hoffnungen für die Zukunft im Auslande konzentrirm sich in Ostafrika. Darüber ist gar kein Zweifel, daß in dem Augenblick, wo wir den Fuß dort zurückziehen, das Ausland dort seinen Fuß hinsetzt. Wir können uns nicht auf andere Unternehmungen einlassen, wie fie andere Nationm gemacht haben— ich erinnere nur an die traurigen Dinge auf Madagaskar—, aber diese Unterneh« mungen dokumentirm doch die Werthschätzung aller handeistrei« denden Nationen für den kolonialen Befitz, um deffeniwillen ihnen der Preis ungezählter Millionm und taufender von Mm- schenleden nicht zu hock war. Unser Beschluß wird dem AuS« lande gegenüber den Effekt haben, und darum wünsche ich, daß dieser Beschluß möglichst einmüthig gefaßt werde, daß, wo im- mer wir in der Welt den Fuß hingesetzt haben, wir unter keinen Umständen wegzugehm mtschloffen find.(Lebhafter Betfall rechts.) Staatssekretär Graf v. Bismarck: Die Eindringung des Antrags, der uns heute beschäftigt, hat in wetten Krcism un- serer Bevölkerung ledhafte Gmugrhuung hervorgerufen, und ich bin überzeugt, daß der Inhalt der heutigen Debatte lies noch in erhöhtem Maße innerhalb unseres Vaterlandes thun wird. Ich darf mich persönlich dahin aussprechen, daß der Gang der Debatte mich mit großer Genuathuuna erfüllt hat, und am meisten, daß die hervorragendsten Mitglieder des Hauses ein sehr warmes Interesse dekundm an der Uedemahme der großen Aufgabe, an der Unterdrückung deS Sklavenhandels und an den kulturellen Anslrmgungen der deutschen Pioniere der Zivilisation, lieb« die Sache, die uns heute beschäftigt, ist schon so viel Vortreffliches und Eingehendes gesagt worden, daß mir zu sagen fast nichts mehr übria bleibt. Trotzdem möckte ick die Herren bitten mir einige Minuten Gebör zu schenken. Ueb« die Lage d« Dinge in Ostafrika selbst sind die herrm durch die im Druck ihnen vorgelegten Depeschen orientirt wor« den, in soweit dies gegenwärtig möglich war. Es hat fich fett d« Vorlage des sogmannten Weißbuches nichts Wesentliches geändert,— ich glaube nur insofern, als jetzt auch Poitugal faltisch dm Biokademaßregeln beigetreten ist und fich in dankmswerther Weise bereit erklärt hat(Bravo), mit heträcht- lichm Kräften einen großen Thcil, 24 Breitengrade, nahezu 40 deutsche Meilen, sein« eigmm, an die Sansibar. Küste an- Srmzcnven Kolonie Mozambique in Rloladezustand zu er» ären. Im Uedrigm ist über die Zustände in Ostasriia Er- fceultches leider jetzt nicht viel zu sagen. Ehe wir uns mit weiteren Maßregeln befaffen, w«den wir noch die Einziehung von Erkundigungen fortsetzen bei orts- und sachkernvigen Leuten. An«st« Stelle haben wir in dies« Beziehung die Ver« günstigung, daß der von den Herren Vorrednern auch schon ge- nannte und so rühmlichst bekannte wiehlte Herr Wißmann, der unter unS weilt, uns mit seinem Rothe momentan zur Verfügung steht G«adc aus verschiedenen Untnhaltungen, die ich mtt diesem hnrm gehabt habe, habe ich die erste Ermuthtgung, an Ausarbeitung einer Vorlage zu denken. Nach den Angaben dieses H«m als auch«fahren« und viel g«eist« Kausleute, die Beziehungen mtt Afrika baden, würde es gar nicht einmal nöthig sein, sehr bedeutmde Kräfte in Bewegung zu setzm, um den Sllavmjägern und Menfcheamördem das Handwttk zu ■fcfitn: wir haben bisher zwar nur Material Hetawmelt und «IS streng konstitutionelle Leute an eine Ausarbeitung der Vorlage nicht gehen können; wir wollen m>r «vem die nöibige Basis haben, das heißt die El' «wthigung und Unterstützung des Reichstags, welche wir jetzt «obl erbosten dürfen. Ich will einstweilen nur andeuten, daß mach dem. was diese Herren sagen, es sich nur um einige bun- dert Polizeisoldaten in den einzelnen Stationen bandeln würde, Polizeriolraten, welche vielleicht im Namen der Gesellschaft, die dort die Oberhoheit von dem Sultan übertragen erhalten hat, «der auf irgend eine andere Weise angeworben werden könnten. g* streife dieses hier nur und bemerke, daß wir uns alle Ent« schlüste vordebalten, bis wir die Vorlage eindringen. Wir wer- den sehr dankbar sein, wenn uns ars der Mitte des Hauses, da die Hirren ja zum Theil intime Beziehungen m't Ostafrika- rdsnden haben, Winke und Rathsckläge zugehen, während wir an der Ausarbeitung der Vorlage find. Ich möchte auch den Punkt mir durchaus aneignen, den der Herr Antragsteller de. rührte, nämlich, daß wir möglichst einig nach außen «scheinen, wie wir es innerlich voMommen find. Es bandet sich wohl höchstens um verschiedme formen. .gch bin aber überzeugt, daß die Tislusfion alles beizubringende Material so weich hämmern wird, daß wir dasselbe in die richtige Form bringen lönnen, und bei der D-skusfion, die uns in einigen Wochen, denke ich, bevor- steht, eine voPe Einigk.it in der Beziehung nach Außen erreichen werden. Wir wetten uns genau in dm Grenzen halten, die der Reichstag uns dann zieden wird, wie wir uns bisber— das ist heule auch von der Tribüne zu meiner Befriedigung anerkannt worden— genau an die Greme gehalten haben, welche durch die feiner Zeit kundgegebenen Prinzipien über die Stellung des Reiches zu den kolonialen Bestrebungen seiner Angehöligen gezogen find. Mein verehrter Herr Vorredner hat davon gesprochen, die Marine zu entlasten, und ick glaube in der Thai, daß das angezeigt sein würde, denn die Marine hat eine sebr schwierige und weite Aufgabe; sie soll eine Küste von ra. 8 Bletlengradcn bewachen; es wird oft nickt möglich sein, in den duntlen Tropennächten, in denen ein Sklave' schiff ohne Lichter bei dm dort ziemlich regelmäßig webenden Winden in fünf Stunden nach der Insel Sanfiaar von dem Festlande hin- überfährt, deff Iben badbaft zu werden. Es wird flch also im Sinne des Herrn Vorredners empfehlen, daß wir den von Herrn v. Helloorff angewandten Ausdruck in die Praxis übersetzen und an eine Landbwkade denken. Ich nehme diesen Ausdruck adstchtlrch Her auf, weil er ein umtaffender ist und sich alles Mögliche darunter verstehen läit. Mir ist gesagt wor- den, daß 7-900 Schwarze mit eiwa 30 weißen Führern ein- schließltch einer Reserve in Sansibar genügen würden— wenn 4 Punkte zugehalten werden sollen. Das Minimum für jeden Punkt würden 100 Schwarze mit einigen weißen Führern sein. Das führe ich nur infmtiQlorisck an, wie ich es selbst nur als Information bekommen bade: ick kann eine Garantie da'ür nicht üdernehmen. Daß der Sklavenhandel seit dem Auftreten der Engiändtl im Jahre 1873 schon wesentlich abgenommen bat, ist Thatsacke. Wenn die Henen gestatten, darf ich vielleicht einen ganz kurzen Auszug aus einer Schritt zitiren von Dr. Fischer: »Mehr L'cht im dunkeln W.ltth.il", Hamburg 1885. Da ist gesaat:„Der Sultan von Sar.fidar hatte vor dem Jahre 1870 SO 000 Sklaven, jetzt bat er nur noch 10 000; also innerhalb 15 Jabrm ist die Zahl auf ein Fünftel gesunken. Aus dem im Jahre 1872 erschienenen Buche von Burton über Sanfibar «giedt fich(Volumen l. Pag. 483 und 465), daß die Skiav n- verlorgung der Insel Sanfibar eine Anzahl erforderte, welche noch dm Schätzungen zwischen 1700 und 6000 schwankte, während für den Export noch 12000 bis 16 000 v rdlieden Den höchstm Import hatte das Iah: 1860 61 mit 19 000 Sklaven Mlfzuwerscn." Es werdm von dm Inseln viele von diesen un- «lückseltgen Sklaven teiderlei Geschlechts nach Maskot und P>rstm gebracht, viele kommen um. Die Anzahl der Umge- komwenen üdeischrUtet nach mein r Anficht die weitgehendsten Schätzungen. Ick habe von einem der Herren Vorredner ge- hött, daß Afrika jäh lich um zwei Millionen Seelen mtoölkert werde. Man muß noch in Anschlag dringen, daß eine Menge junge Leute und Kinder«schlagen werden, weil fie den Maisch der Karawanen nickt mitmachen lönnen, es wird dadurch deren Wachbthum, selbstständige Entwickeln ng und H-uestandgründung verhindert. Ich glaube, daß hier mit der Keimerü ckung noch sehr viel m hr zerstört wird, als die genannte Zibl, und ich wundere Mick, daß ein groß« Theil Asitlas nicht noch m-'hr entrötteit ist, als es durch dieses Ungezie'er von Arabern, welches stck dort eingenistet hat, dish« geschehen ist. Wenn ich zum Schluß komme, so darf ich nur wiederholen, daß wir es uns angelegen laffen s«n ««den, auch die anderen seefahrenden Nrtronen zu gewinnen, daß sie uns wirksam unterstützen. Wir find auck. wie aus dem Wi>ßduche hervorgeht, mit dem Kongonaat, der uns bereitwillig entgegengekommen ist, darüber in Verhandlung, wir werden mit der holländischen R gierung Verhandlungm anbahnen. Holland hat selbst keinen Befiv in Afrika, es hatten aber Holländer dort Fakiorcten, die mit Waffen handeln, im Konaostaat und in f-anzöfischm oder portuaiestschm Kolonien Westasrikas ibre Rudeltasiungm haben. Von dort geht es dm Kongo hinauf, bis rief in das Innere. Man weiß nickt, wie die Lmte die W.ffm bekommen, ad« fie haben ihre Stationen vorgeschoben dts zu dm großen afrikanischen Binnenseen; ich glaube, bei« nahe 200 deutsche Meilen von der Küste. Die Endpunkte der Kwaw i' enstraßen find dii jenigen, cur w.lcke wir unser Augen- merk richten muffen. Wir hallen zunächu Bagamcyo; der zweite Halm Dar- es' Salaam ist, glaube ich, als Endpuntt einer Kara- wrnenftraße mckt von Wtckttgkeir. Em dritter Haken von B-- deutung beißt Panaaai, und diesen wü den w« wieder nedmen nrüfim. Auck noch der Angabe des Herm Wir mann würde das nickt mit d.sond«m Sckwierigtettm verdunden sein, sobald man nur eine Anzahl von einigen Hund.rt schwarzen Polizeriolva'en angeworden und gedttllt bat; an Muth seh t es dusen L.uten nicht, schließlich würden fie ja auch für rhr eigenes Ledm, ehre Existenz und F'ttbe't und die ihrer vielen, von den Sita.enhändeern devrohtm L-ndsleute im Innern Afrikas zu fechten haben. Also würbe es im doppelten Sinne nuylich und ,u rechtferiigm s.tn, daß man tie Eingeborenen zu Soldaten verwendet. Welche Raffe derselben den Vorzug verdient, wird von R ttaschlägen abhängen, welche wir von Sacknelständigen und solchen Ret, enden NN arten, die dort ihre Erfahrungen ge- sammelt haben. Meine Herren, ick bin schon h,«h t gekommen in der Hoffnung, daß wir die nolhwendige Ecnmthigung finden wü dm. um an diesem großen und hehren Werke nicht nur mtlzuwirkm, sondern, wie die Henen Vorredner gesagt haben, die führende Rolle, welche die kaiserlche Regierung j.tzt übernommen hat und welche dmck d'e Trronreve sank- twnut ru, beizubehalten suchen. An nölhiger Lust zur Arbeit, um diese Linie einzubauen, wird es n-cht fehlen. Wir werden uns dieser Aufgabe mit noch mehr Fcmdiakett wrvmm, wenn wrr die Milwirkung des R ick? tags in dem Um- fange erdaltm, wie es h>u>e den Ar.sch.in hat, und ich hoffe, daß wir, wenn wir noch einigen Wochen wieder zusammentreffen wexdm. mit möglichst allsetlig« Zustimmung des Hauses zu etn« Vorlage, die Nutzen bringen und d« deutschen R gierung «nd d.m Deutsch- n Reichstage einen Edrenv amen für vlle Zettm fickem wrrd, gelangen werd-n.(LebhafUs Biavo! nchrs.) Ab»«ambergen: Als ich heute Morgen von mernen dem Antrage Windtborft sullm sollte, wert wir den Grund- geraaten V-ffetden, w.e ja Niemand zweifeln kann, durchaus hall gen, weil wir aber wegen der Durchführung des Grund- aedantms und rammilch d« ungeaöynttchen Form deffeldm Autumd nedmen, ihm auch formell unsere Z ist, mmung»ugeden. Rremand kann zweifeln, daß unter allen Parteien Demschlands wie in der ganzen Bevölkerung die innigste Sympathie mit den Bestrebungen rxistirt. gegen den Sklavenhandel und die Sllaverei in Afrika vorzugehen. Die Frage ist nur die, od es noch nothwendig sei gegenübet allen den Manifestationen, die bereits ins Land gegangen find, noch einen besonderen Beschluß des Reichstags zu exttahiren. Wir haben schon deshalb unsere Bedenken dagegen, weil die Erfahrung gelehrt hat, daß Zuflch«ungen, die unter Mitwirkung des Reichstags in unbe« stimmt« Weise der Regierung gegenüber ertheilt worden find, zu Konscqumzen führen können, die der eine Theil nicht ins Auge gefaßt hat. Bei diesem schwierigen Gebiet ist Vorficht um so gebotener. Die Regierungen haben auck gar keinen Grund, daran zu zweifeln, daß alles, was fie in der von Windthorst angedeuteten Richtung thun werden, auf dm vollen Beifall in Deutschland zählen kann, und zwar datirt dies nickt erst von heute. Die deutsche Nation hat fich von jeher f«n ge- halten von jeder Sympathie mit der Sklaverei und dem Sklavenhandel. Zur Ehre der deutschen Nation darf ich daran erinnern, daß wir die einzige große Nation waren, die im am«ikanischen Sezesfionslriege offen auf Seiten dcs Nordens stand. Selbst England sympaihifiile mit dem Süden, allerdings wohl aus politischen Gründen. Männer wie unser früh«« Kollege Kapp und unser Landsmann Karl Schurz haben sich um die Befreiung d« Sklaven Verdienste er- worden. Gcgenüb« solchen Tha'.sachcn erschien es sckon an und für fich gänzlich üdciflüsfig, daß wir dem Antrag Windt» Horst noch ausdrücklich unsere Zustimmung geben sollten. Man hält uns die englischen und holländischen Kolonien Indien und Java vor, aber welcher Untnschied ist zwischen jenen von ein« kultivirten Bevölkerung dewohnten Gegendm und den Gegen- den in Afrika? Seit 600 Jahren stehen die seefahrenden Na- tionen mit Afrika in Verbindung, man hat es aber bis zuletzt liegen lassen, weil das tropische Afrika nicht taugt für euio- xäische Untern- hmungen. Auch die Franzosen haben diese Er- fahrung gemacht, sobald fie von Algier weiter nach Süden vor- dringen wollten. In Afrika giebt es entweder Gegmdcn mit Waffer, und da ist Fieder, od« ohne Waffer, und da ist keine Vegetation. Die Pläne von Kultivirung u. dergl. m. machen fich auf dem Popi« recht schön, ebenso die Schilderungen der Reisenden, wenn fie durch blühende Gegenden gekommen find. D-e holländische Kolonie, die übcrschuidet war, konnte 1795 nur durch Ucb«nahme sei- tens des Staates K«ettet werden. Von dem berauschenden Eindruck, den solche Sch'lverunaen machen, bis zur Realität ist ein ungeheu« weiter Weg. Denselben Fehl« hat die Ostafrika» Nische Gesellschaft gemacht. Sie ist h«vorgegangen aus doktri- nären und romantischen Jveen. Der He« Staatssekretär hat mit Recht das Lob der kühnen Pioniere gesungen, die fich allen Mühseligkeiten tropischer Wanderungen aussetzen. Allen Re- spekt vor ihrem Muth und ihr« Ausdauer. Ader es ist etwas ganz anderes, ein tapferer Soldat zu sein, der, weil er im Frie- den nickt deschäfttgt ist. hinausgeht auf Entdeckungen, und ein gut« Kaufmann und Kolonisator zu sein. Bei der Samoa- vorläge habe ich schon gesagt: wer mit Mufil ins Geschäft hin- eingeht, kommt mit znriffenen Sohlen wieder heraus.(Sehr richtig! linke.) Bei solchen Untnnehmung-n darf man nicht die Dilettanten, die Reisenden, um ihr Urthcil fragen, son- dern die L.ute, die mit ihrem Vermögen für das Ge- lingen solcher Unternehmungen eintreten. Ich dedauere, daß man über unsere Hamburger Landsleute so absprechend urtheilt, weil ste für solche abenteuerlichen Dinge nicht zu haben find. Sie find eben nicht so wie die, welchen ein anerkennendes Wölkchen von oben viel mehr als die Realität ihr« Hoffnungen ist. W«-n Herr von Bennigsen neulich üb« den Hamburg« Zollanschluß so anelkennend sprach, so habe ich nie bezweifelt, daß man in Hamburg gut kochen kann, und daß man bei dm Zullanschlußf-ierltchkeiten sehr gut gegeffen und getrunken hat. tHeiterkest.) Ab« von da bis zum Beweis, daß der Zollan» schluß heilsame Wir kirn gen habe, ist es noch sehr weit. Ich könnte einm ganzen Haufen von Zettungen vorlegen» die voll find von Klagen über die Mißstände infolge dcs Zollanschluffcs. (Ovo! bei den Nitionalliä«alen.) Die Hamburg« haben ganz Reckt, wenn fie fich nicht von kühnen Offizieren zu Handels- unteincbmungen führen laffen. Wenn unsere Kauft- ute mit ihiem Kopital so wirthschaften, wie die kühnen Reisendm diesen vorschlagen, so würde uns« Vaterland dabei nicht wohl fahnn. Es ist wohl empfehlenswcrth, wenn unsere Konsuln zur Vo-b.rettung für ihren Bnuf bei Kaufleuten in die Schule gehm, ab« nicht, daß uns«e Kaufleute bei O fizieren in die Schule gehen.(Heit«feit.) D« Hen Reichs- kanzl-r hat ja selbst anerkannt, daß die Ostafrilaniscke Gesellschaft nicht mit der nöldigen Vorficht vorgegangen ist. Ob es gerecht war, dieser Geiellschaft einen Schuydrief zu geben und den Konsul des Deutschen Reichs im Namen der Gesellstatt doit auftreten zu laffen, will ick nickt untei suchen; nach den Ferim können wir uns damit beschäftigen. Das Vorgehen der Gesell» Ichalt kommt eben daher, daß man nicht mit eigenen Kapitalien und im eigenen Inten sse wirthschaftete, sondern von einigen Entbufiasten die Mittel«hebt, die unt« der pattiotischen Schraube, Idie man jetzt so gem anwendet, wenn die Freiwillig- lest nicht vorhanden ist. hergegeben werden. Was nun gelchehen soll, weiß ich nicht. Es geht über unsere Aufgabe hinaus, irgend welche Vorschläge über eine wettere Kriegführung zu machen. Darin lasse ich der Regierung vollständig die Initiative. Es verstößt gegen das parlamentarische tz«lommen, wenn ich solche Andeutungen unterschreiben sollte, wie fie heute gemacht find, inwief«» der Krieg zu Waff« und zu Lande wett«gcführt w«dcn soll. Ick verwähre mich dagegen, daß das Piogromm unserer Kolonialpolitik von 1884 zu Gunsten der Abschaffung der Sklav«ei verlaffen wird. Ich verwahre mich dagegen, daß es die Meinung dcs deutschm Volkes sei, daß die Koloniolgesellschaft, welche unvorfichtig vorgegangen ist, aus Mitteln der Steu«zahl« unt« stützt werde, daß wir Kolonial- Politik nach Att derer von Tongking und Maffauah treiben. Dagegen würden wir ein klares und entschiedenes Nein sprechen. (Verfall linlS) A- g. v. Kardorff: Ich kann dem Abg. Windthorst nicht verdenken, daß er, nachdem ein so hockskstellt« Mann, wie der Kardinal Lavigerle, fich in so hinreißend« Weise über diese Sache ausgesprochen, so eilig diesen Antiag hier eingebracht hat. Ich möchte hin zunächst an einen H«os in der Kolonialgelchickte erinnern, an den Genna! Gordon. Es wird eins der dunkelsten Biäit« in der Geschichte dcs englischen Volles sein, wie cs diesen Mann ohne Unt«- stütz-ng gclaff n bot. Der Antrag hat eine durch und durch internationale Natur und haben wir deshalb Abstand genommen, diejNr. 4 der in d« Ansammlung im Gürzenich ge« faßten Beschlüsse hinzuzufügen. W>r find üderzeugt, daß die verbündeten Regierungen die'« Pflicht gegen die deutschen Jniereffm fich imm-r bewußt sein werdm. Zu mein« Freude hat He« v. H.llto ff in rühmlich« Weise des Dr. Peters ge» dacht. Wenn PeterS ohneVordenitung, ohne Waffen in dieses Land acht und es ihm glückt, dies-s ganze Land zu«werben und die Vnhältniffe zu regeln, so ist das ein Ruhm für ihn, d« ihm ewig bleiden wird. Dm Ansprüchen der G-sellschaft in Betreff der ganzen Verwaltung mag« vielleicht nicht ge- nügm, aber seinen sonstigen Ruhm kann ihm Niemand streitig machen. V rgessen wir nickt, daß es fich um etn Gebiet handelt, welches drei Mal so groß ist wie Deutschland und das nack der Meinung von Kaufleutm, Missionären, etknographischm Forschem und Jägern im Gegensatz zu v« Anficht des Ada Bamberger als das einzige Gebiet des tropischen Afrikcs de- ss« Voiland des Kiltma Ria o er des wundervolle Gebiet mit der U-b«zeugung angesehen habe, daß nur kurze Z«t vor- andere Männer, die dort gewesen find; nur die hnrm v«m Freisinn, von denen gewiß Niemand dort war, wissen-s beffer. Charakteristisch ist auch die Thatsache, daß die Engländer fich den Zugang zu den großen Sem für ihre Zwecke zu stckern ««standen haben. Darum find wir auch darauf angewiesen, Hand in Hand zu gehm mit England zur Bekämpfung des Sklavmhandcls, d« fich England ebenso venig entzieht. wie Deutschland. Die Aufgabe ist auch nicht so ge« waltig, wie fie von vielen Seiten dargestellt wird. Es find nur wenige hund«t Sklavenjäger, die bald für immer beseitigt werden können. Ich begreife vollständig, daß die Henen, die immer der Kolonialpolitik feindlich gegenüd« ge- standm haben, alle Anstrengungen machen, diesen wettavollsten deutschen Kolonialdefitz in Ostafrtka zum Ausgeben zu dringen. Wenn ihnen dies gelänge, wäre es vielleicht mit der deutschen Kolonialpolitik für immer vorbei. Dazu wird fich der Roichstog jetzt nicht mehr entschließen, nachdem die Zeiten fich wesentlich geändert haben. Auch das deutsche Volk steht in überwiegender Majorttät dm kolonialen Bestrebungen freundlich gegenüber, die auch schon in Rückficht auf uns«e junge Flotte wünschenswerth find. Diese kann und muß noch g ößer werden, und koloniale Bestrebungen können ihr nur förderlich sein. Ich hoffe, daß das heutige Votum des Reichstags den Gräueln in Afrika ein Ende machm wird, wenn auch endgittige Ordnung der dortigen V«hältniffe nicht in nächster Zeit zu«warten ist. Ick schließe mit d«Acuß«ung des Henn Fabri auf dn Gürzmick-Versamm« lung in Köln, daß solchem Vorgehen der Segen Gottes nickt versagt bleibm kann. Abg. Grad(Elsäss«): Ich erkläre kurz meine Zustim- mung zu den Anträgen und hoffe, meine Worte werdm auck jenseirs d« Vogesen bei meinen ehemaligen Mitbürgern Widerhall finden; Frankreich wird zur Mitwirkung nicht adge« neigt sein. Abg. Singer: Wenn der Antiag Windthorst einfach vor uns läge, würden wir uns mit demselben einverstanden erllären können. Er wird ab« benutzt werden, um der Regierung oerte blanche für kolonialpolitische Abenteuer zu geben, die wir nickt billig n. Odaleich die Grundgedanken des Antrages, Bekämpfung d« Nege.'jazden unvZAufhebung der Sklaverei, uns durchaus sympathisch find, müssen wir gegen den Anttag stimmen. Damtt schließt die Diskussion. Das Schlußwort«hält der Anttagstellcr Abg. Windthorst: Ich kann meine Befriedigung über die Mittherlung des He«n Staatssekretärs des Au- wärt igen Amts, daß auch Frankreich bei unseren Bestrebungen nicht zurückstehm wird, hier aussprechen. Ich baW in der Geschichte Franireichs immer gefunden, do« es bei humanitärm Zwecken mitzuwirken g«n bereit war. Unser großes Ziel kann auch nur in Gemeinschaft aller Nationen «reicht werden, und ich werde mit ängstlich« Spannung der» Vorgehen des Reichskanzlers auf diesem Wege folgen. Wenn Herr v. Helldorff sich darüber beklagt, daß ihm der Antrag vor' h« nicht kommuniztrt worden ist, so erlaube ich ibm, auch seiner' seits Anträge zu dringen, ohne mich davon vorher zu benack' richtigen. Man hat ja sogar im Stillen Kartelle g-mickt- Mein Antrag ist im Wortlaut klar und bestimmt, Amend«' ments find nicht gestellt und können deshalb auch nickt angenommen werden. Es bleibt also bei mein« Formulirang des Antrages. Weitergehende Anschauungen einiger Herren Redner kann ich in kein« Weise unt«stützen. Allerdings kann ich leinen Zweifel darüb« laffen, daß auch ich der 3JW' nung bin, die Sklavenfrage wird fich ohne materielle Mittel nicht lösen laffen. Ueder den Umfang dies« aber behalten wir uns eingehende Erwägungen vor, ab« nur soweu ste zur Beseitigung des Sklavenhandels dienen, zu anderen Zwecken nicht. Wäre der Antrag im August od« September gestellt, so hätte wahrscheinlich niemand andere Zwecke mit dcw' selben verbunden. Die Herren Sozialdemokraten mögen es m-' nicht übel nehmen, ad« wenn fie gegen diesen Antrag stimmen, so schlagen fie fich ins Geficht. Ich hoffe, daß unter Z"- stimmung d« anderen Nationen etwas Schönes und 6r' Sehendes erreicht werden wird, und ich wäre glücklich, wefls leutschland bei diesem großen Unternehmen an der SP'r stehen würde. Der Antrag Windthorst wird in seinen einzelnen Theilea und darauf im Ganzen gegen die Stimmen d« Sozialve»�' (raten und der Freisinnigen(mit Ausnahme des Abg. Gow' schmidt) angenommen. Schluß 4% Uhr. Nächste Sitzung: Mittwoch, W 9. Januar 1889, 1 Uhr.(Etat.) Zokales. Siftirnng. Als d« Zeitungsspediteur Raschle, Wiese*' straße 8 wohnhast, am 13, d. M. gegen 4j Uhr Abends?r{ der Arbeit kam, wurde n von einem Beamten zur Wache fiw"' Hier wurde« nach seinem Namen gefragt und dann wieve» entlasten. He« Raschle hatte dadurch einen Zettoerlust von eme> halben Stunde.... Gin schlagfertiger Priester der katholischen Kir«' ist der Eczpliester B-y r in Potsdam, welcher im„Polsoowt Jntelligcnzdlatt" vom 12. d. Mt?. mit seiner Namensuntnsckttn folgende Historie vnöffentlicht:„Zur Warnung: Gest-rn Uw ein jung« Mann zu mir und sagte,„er wolle katholilch werdet»- Auf meine Frage:„warum?" kam nach einigen Umschwfist h«aus, daß er hoffe, dann von mir Uatnstützung zu erhall� Darauf habe ich ihm eine derbe Ohrfeige gegeben und ihn lu Thür hinausgewiesen. Ich ntheile gern dem Zweifelnden Rath, dem Unwiffcnden oder tzeilsdegehrenden Untetwetsu� und Belehrung, so oft ich darum«sucht werde; wenn jemand die Religion zum Deckmantel d« Bettelei od« gar Handelsartikel machen will, d« verdient solche Abfertigung � oben." Es ist hierzu zu bemerken, daß Hen Erzprtester seit Jahren der Proselytenmach«« verdächtigt wird und das � in Potsdam eine allgemein verbreitete Anficht unt« der ärtntf Bevölkerung ist, daß man bei einem Uebettritt zur katboln®. Kirche ca. 60 M. ausgezahlt«hält. Dieses Gerede wollte Beyer offenbar— niederschlagen. De» Patetotdieb, welcher in der hiefigen Unlverfi' sein Unwesen trieb, ist gestern in der Person des stuck. jur; A auSKulm verhaftet worden. Es ist ein düst«es Bild,«Jjj» bei dem Geständniß der junge Mann von seinem Leben entrv. Sein Bat« war in Kulm Kreisgerichtssekrctär und wollt- � seinen Kindern„was Rechtes" machen. Er legte fich und st'" Ehefrau We fchwerften Entbehrungen auf, nur um Vre dc> Sohne studiren laffen zu können. So kam der Aeltest«% einigen Jahren zur Unioerfität, machte dumme Streiche1' iuletzt seinem«grauten Bat« solchen Kumm«," alte Mann seinem Leben durch einen Pistolenschuß ein � wachte. Obgleich die unglückliche Mutter nun allein'".fl Welt stand, wollte fie den Wunsch ihres dahingesch'-" 9 Mannes wenigstens an dem jüngeren Sohn erfüllt sehe». sandte denselben zur hiefigen Umvnfität, und zwar m>t e• � W.chsel von monatlich fünfzig� Mark. Mehr adzuv � war die Frau nicht im Stande, ad« es war- � blieb selbst für die geringsten Ansprüche w H. versuchte zwar durch Ertheilung von U"'Ä»S kncppes E.nkommen aufzubeffern, doch es gelang nickt i g(, und so will« schließlich auf den v«zweifeltm Gewn, � kommen sein, fich durch Diebstahl die nothwendigen«gWe ääwä» ss/s'S in der Charitee ausgeführt zu haben und hö deretts � zugegeben. H. woönte, wenn« einen Diebstahl' igutj den medizinischen Vorlesungen bei und zog«ach« � 0wt derselben in der Garderode einen Paletot an, wahre Paletot gekommen war. Die Paletots versetzte er «MI in der Reael auf den vollen Ramm des rechtmäßigen l«sei>thümers, dessen Legitimationskarte er in der Brusttasche des «l-t°ts fand. Man hatte schon längst bei der Kriminalpolizei Fr Bermuthung, daß der Thäter nur ein Student sein könne; rasfinirte Ausführung der Diebstähle fichcrte aber den Dieb, ihn, wie die„Post" meldet, gestern Abend bei einem Prond- w in der Karlstraße sein Geschick ereilte. Dieser Pfandleihcr um die Paletotdiebstähle in der Charttee, und da ihm tz. lndäcktia vorkam, ließ er ihn verhaften. �, Vntik-idericht. Am 11. b. M.. Nachmittags, wurde ein jähre alier Weder in seiner Wohnung in der Pallisaden« 'che erhängt vorgefunden. Die Leiche wurde nach dem Leichm- whause gebracht.— Gegen Abend ging dem Droschkenkutscher "hegast in der Friedrichstraße, nahe der Behrenstraße, das 'erd durch und konnte erst an der Dorotheenstraße dadurch % Stehen gebracht werden, daß die Droschke mit einer andern d'wmenfuhr. Als Gadegast nun mit der deschädigten Droschke "b Hause fahren wollte, ging das Pferd an der Schloßdrücke üwnals durch und stieß an der Schloßsteihcit mit zwei ■Nckken zusammen, wobei er vom Bock geschleudert wurde. m Pferd, welches fich bei dem Zusammenstoß vom Wagen Rlennt hatte, lief sodann nach der Bcüderstraße zu und riß % dem Hause an der Stcchbahn 5 eine Dame zu Boden, so Mi dieselbe mehrfache Quetschungen erlitt und mittelst Droschke U ihrer Wohnung gebracht werden mußte. Der Kutscher Wfc keinen Schaden erlitten. Theater. Jw Nolkvtheater ging am Donnerstag„Der Glöckner Sn5tolre-Dame" von Ch. Birch Pfeiffer, nach dem aleichnam'gen ««an von Vrttor Hugo, über die Bretter. Es ist wunderbar, M wie zäbes Leben diese alren Fabrikate der ehrwürdigen Dame «en. Schon der Roman ist nichts werth; er besitzt alle Eigen- Mlichleiten der Hugo'schen Poesie: die schwulsiige mit An«. «kn aufgeputzte Sprache, die unnatürliche Charaltenstik, die Wahrscheinliche Fabel; noch schlimmer ist aber das aus dem %an zusammengeschnittene und zusammengeklebte Stuck, das diese Mängel auf einen engen Raum konzentritt. Die i�'lellurig war eine ziemlich gute; namentlich ist Herr Tyr» %r hervorzuheben. Auch die Herren Pollandt und Waldemar ,„f erlinet Theater" Allele aufgeführt wurde vorgestern eines jener SMe aufgeführt, die den ersten schüchternen Versuch machen, ?!' der althergebrachten Schablone endgiltig zu brechen. Der lirnfa* n �__ i. o»—«4 in hnä ntrih�rns» rix/ uuwctmw'uu#M.ii WIVWVW.IV u,"'-7----.---- Mer. Ludwig Fulda, greift mit kudner vand in dos moderne Msetliche Leben und versucht an wirklichen Vorgängen die ?tte Haltlosigkeit dcr heutigen Gesellschaft llarzulegcn. Aller- Mls svielr des Stück in den Kreisen, die heute immer noch ?»Alles Gute und Schöne" schwärmen, sich dabei j � banalsten Erbärmlichkeiten erschöpfen. Die subtile jedoch in 2 banalsten Erbärmlichkeiten erschöpfen.>»0!,« Seelen- lUerei. die künstliche Ausklügelung von Gefühlen der sellsamsten 5 bildet nicht einmal das praktische Leben von heute; der �l'ae Bourgeois verachtet tbatjächl ch alle Gefuhlsdusclei. aber M der Bühne will er sich mit allen schönen Eigenschaften des 'i�ns und Geistes ausgestaltet sehen. Es gelingt dem Dichter mehrfach, mit feiner Ironie die Schwächen moderner Salonmenschen zu geißeln, und der Phi- lister ist— das Beste an ihm— gutmüthig oder beschränkt genug, über fich selbst zu lachen. Ohne Künstler und Künstlertnnen, ohne Barone und reiche Leute geht es frellich nickt ab, sie bilden im wirklichen Leben sowohl wie auch auf der Bühne das Ideal unserer dühnenkundioen Theaterbesucher. Ein guier Theil deS Erfolges ist auf Rechnung der treff- lichen Leitung des Berliner Theaters und auf das außerordent- lich fein abgetönte Spiel der mitwirkenden Künstler zu setzen. Tie Vorstellung war einfach mustergiltig, ebenso wie die Regie äußerst geschmackooll und reich war. Vereine«nd Uersamminngen. Tambonroerein„Gi-etglreit«acht stark". Humo- ristische Azendunterhaltung, verbunden mit Tanzkränzchen, zur F.ier des zweiten Stiftungsfestes, heute, Sonnabend, 15. Dezember, im i-aale des Mehlhauses, Kantiar platz am Kupfergraden. Eröffnung 8 Uhr. Anfang mäz. 8t Uhr. Kranken- und Kegrabnißkasse de« Herein» sLm«t- licher Keenfvklasten(E. H.). Versammlung am Sonnabend, den 15. Dezember, Abends 9 Uhr, bei Baitelt, Flottwellstt. 5. Aufnahme neue: Mitglieder von 15—45 Jahren daselbst und beim Kasfirer M. Ze>fiz, Hornstr. 16. Tischler Verein. Heute, Abends 9 Uhr, Kottbuserstt. 4a Generalversammlung. Wahl des gesammten Vorstandes. Fachoerein der Metallarbeiter in Ca«-. Master» nnd Dampfarmaturen. Sonnabend, den 15. d. M., Abends 8i Uhr, der Heidrich, Beuthstr. 22, 1 Treppe: Mitgliedcr-Ver- sammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Pirch über Gewerbeschüdsgerichte. 2. Wahl eines Beisitzers. 3. Verschie- dcnes und Fraaekasien. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Quittungsbuch legitimirt. Fachverein der Tischler. Sonnabend, 15. Dezember. Abends 8i Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstraße 28, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Die Gewerkschaftsbewegung in Amerika. Referent: Th. Glocke. 2. Vereins- angeleaenheiten. 3. Fragekasten. Tischler- Verein. Generaloersammlung am Sonnabend, den 15. d. M., Abends 9 Uhr, im Lokal Sanssouci(großer Saal), Kottbuserstt. 4 a. Tagesordnung: Wahl des gesammten Vorstandes für das Jahr 1889. Billets zum Weidnachtsvcr- xnügen find in der Versammlung zu haben. Nur Mitglieder haben Zutritt. Das Quittungsbuch legitimirt. Herein der Kattler nnd Fach genossen. Versammlung am Sonnabend, den 15. Dezember, Abends 8 Uhr, in Gratweil's Bie- hallen, Kommandantenstraße 77—79. Tagesordnung: 1. Vortrag über Zweck und Ziele unseres Vereins. Referent Kollege Wirlhs. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten.— Gäste willkommen.— Zu der am 1. Weihnachtsfeicrtag stattfindenden Abendunterhaltung, mit Belcheerung verbunden, find Billets a 40 Pf. inkl T-mi in der Versammlung zu baden. Here n Herliner Nagelschmiede. Generalversammlung am Srnntaz den 16. Dezember, Vormittags 10 Uhr. bei Herrn Heise, Lichtendergerst. 21 Tagesordnung: 1. Neuwahl des Gejammtvorstandes. 2. Die Fragebogen des Magistrats. 3. Ver- schievenes. Gesang», Tnrn» und gesellige Per eine am Sonnabend, verein„Harmonia" Abends 8 Uhr im Restauv �...________________ jront. Alle Jakobstr. 38.— Männergesangverein„Treue" Abends 9 Uhr im Restaurant Andreasstt. 9.— Männergesangverein„Erato" Abends 9t Uhr bei Schläwicke, Kleine Kurstraße 1.— Lüdeck'scher Tumverein(1. Lehrlingsabtheilung.) Abends 8 Uhr Elisabethstt. Nr. 57—53.— Turnverein„Wedding", Pankstt. 9, Männer- abtheilung von 8%— 10% Uhr Abends: desgl. I. Lehrlingsabthei» lung von 8 bis 10 Uhr Abends.— Arends'sche Stenographen» llafse des berliner Handwerkervereins" Abends 3t Uhr Sophien- sttaße 15.— Theater- und Vergnügungs-Verein„Caritas" Abends 8 Uhr im Louisenstädtischen Bierhause, Admiralstt. 38.— Theater- und Vergnügungsgesellschaft„Treue" Abends 8Vi Ubr in Bobert's Ballsalon, Weinstraße 11.— Vergnügungsverein „Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr in Vettins Bierhaus, Veteranen» straße 19.- Geselligkeitsklub Lustig" Abends 9t Uhr im Restaur. Weichett, Taubenstt. 45.— Verein der Taubenfteunde Abends 3', Uhr im Restaur. Hillmann, Manteuffelstt. 68.— Dänischer Verein„Freya" Abends 9 Uhr im Restaur. Poppe, Lindmstt. 106. — Verein der Württemberger Abends 8', Uhr bei Vaihinger, Dorotheenstt. 84.— Verein ehemal. Schüler der 34. Gemeinde» schule Abends 9 Uhr im Restaurant, Koppenstt. 58.— Verein. ehem. M. C. Lutherscher Schüler Abends 9t Uhr im Restaurant Bormann, Ohmgaffe 2.— Rauchklub„Qualm"� Abends 8 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28.— Ver- flingsverein..Lustige 13", Abends 9 Uhr im Restaurant echt, Ännenstr. 9. »elegriqchische Depesche« (Wolssts Telegraphen-Bureau.) Uenmnnster, Freitag, 14. Dezember. Die Zahl der Per» sonen, die bei dem gestrigen Brande der Aalbeck'schen Tuch- fadrlk das Leben einbüßten, dettägt 13; 9 andere wurden schwer verwundet. pari«, Freitag. 14. Dezember, Abends. Von den durch. die Burcaux der Deputirtenkammcr gewählten 22 Mitglieder der Kommission zur Berathung dcr Panama- Vorlage find 17 gegen die Vorlage. Zwei Mitglieder find für die Annahme der Vorlage und die 3 übrigen noch unentschieden. Zwischen Clemenceau und dem ehemaligen Deputirten des Var-Dcpartements, Maurel hat heute bei Enzhien ein Duell stattgefunden. Clemenceau ist leicht an der Schulter verwundet. Kairo, Freitag, 14. Dezember.(Telegramm des„Reuter» scken Bureaus".) Das dem englischen Befehlshader in Suakin, Grenfell,_oon Osman Digma zugegangene Schreiben enthält Details über die Uedergade der Äcquatorialprovinz an die Mahdisten und über die Gefangennahme Emtn Paschas und eines weißenReisenden. In das Schreiben eingeschloffen war die Ab* fchrift eines von dem Oderhaupte der Derwische an den Kha- lifen gerichteten Briefs, in welchem als Tag der Uebergabe dcr 10. Oktober angegeben wird. Die Mittheilung Osman Diamas entkielt ferner einen den weißen Reisenden, der mit Emin Pascha gefangen genommen wurde, abgenommenen Bci.f, der augenscheinlich die Abschrift eines vom Kvedive am 2. Februar 1887 an Stanley gerichteten und letzterem bei seiner Anwesenheit in Kairo eingehändigten Briefes ist. ikcht). d. Lithographiesteinschleifer u. Berussg. ! Wti iL Versammlung -NN»lonton den 17. Dezember ct., Abends 9 Ubr, bei Seefeld, Grenadierstraße 33. rag des Hrn. O. Thierbach«der Gewerbefchiedsgerichte. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste haben Zutritt. NB. Am ersten Meihnachtvfeiertog. Vo-mittazs 11 Uhr, Crosse Matinee im Englischen Göttin, Altrandersiraße 27, erMitzung der ktlfsvedürftlgen Familie eine« Kolleaen uns Mitglieves.[1624 Billets& 30 Pf. sind iu kabi'N hei F. Rose, viirsgvrn»Nr. 10 D-r Norssand. Äerein der Einsetzer a.(Tischler). General Versammlung � Sonntag, den 16. d. M., Vorm. 10% Uhr, > Neue Friedrichstr. 44. c�gesordnung: 1. Vorstandsantrag. 2. Wahl istsaininten Vo: :standes. K y Verein feiert sein ,. itlftmngifest Weianachtsfei-rlag Drälel's Fest- ' Ji'ue F tedr chstr. 35, veiku den mit � Konzert und Gesang .�M>'NiW-FM Paul Böhm 3c, ChansseeStrasse Sc. am Oranienburger Thor. Grosse Auswahl, Streng reelle Bedienung Regen-Mäntel. MK 10 ig»«ter;p8tttel, AI Mattirte Räber jv,"';,, l4on-°» laqnett«, So Ä'■'■50-»■ 9- __ Kinder-Mäntel in allen Größen. $ntt»te Kämmt Krmni-». sribene»Uischmäntel _ in grosser An««»«, dl. gzq Große öffetttliche Töpfer-Versammlimg findet am Mon'ag. den 17 Dezember, Abends 5) Uhr, im Schützenhaus, Linienstr. 5, statt. Tagesordnung: Wettere Besprechung zum Baujahr 1889. 1530] Her ffilnbernfer. n-Ho». �.«nwerlente könnet des ArvettsnachweiseS Maq tf1 Berlins und Uma. lade ich zum Ä'trf 4 �ckulz. auf das Gedeihen des -enen ein. Unterhaltung amütant. H Jäcktl Krattken-Klnterstützvngsbttnh der Schneider. Donnerstag, den 27. Dezember(3. Weihnachtstag): Wechnochtsfeier in der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57. $r.(nstrumental- onzert u. Sali, sowie für die Kleinen W e i h n a ch t s l o t t e r i e (Loos gratis). Herren, welche am Tanz theil- nehmen, zahlen 50 Pf. nack. Eröffnung 5 Ubr. Eatree 30 Pf. Anfang 6 Uhr.[1026 B llets find vorher zu haben: Krausenstr. 11 im Bur.au; Grenadierstr. 33 bei Seefcld und Anncnsttaße 9 bei Baum. Um zablreichen Be- such bittet Hoojtomltee " Ilm bie M'Mnde J J O.Pfaff fim IlfetlW MMM I. A: PiiUarg, Lehiterstt. 22. Eine Schlafstelle z. o. Laufitzerstr. 19, v. 4 Tr. l. Ciprrca- n Tabak-Lager von[985 Ernst WiEschke 1. Junkerstr. 1. Ecke Markgrafenstraße. Wegen nur Bestellungsgeschäft deabfichttge ich mein Lager von WinterLberrlehern, kompl. AnzSgen, Frack», Kosen, Westen n. f. w. zum Kelbstkollenpreise zu verlaufen.[657 Alb. Schwarz, ,2Är SkalitzerAraße 125(Laden) M«che Sie aufmerksam, daß ich die im Versatz verfallenen hocheleganten Herren- und Hamen-Winter patetot«, Herren- u. d Knaben-Anziige, Dawen» n. Kinder-Kletder, Uhren, Ketten, Ring» n. s. w., paffend als We.hnachtsgcschenke, oer> kaufe, um bis Weihnachten Samtt zu räumen, zu erütaunlch billigen Preisen Lacke, Neanderstr. 9, 1518 Tcke Achmidstr. 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Die Beerdigung findet Sonntag ZüräMwZ um 3 Uhr vom Moadster Barocken-Lazareth � statt. Otto Funke* Freunden und Bekannten, sowie einer r»eM Nachbarschaft empfehle mein Weiß- undSairisch-Sierlok� Patzemhofer u. helle» Kairisch, ff. Weißst W. Richter Adalbertstr. Ä3, Ecke Walde««»� Elkgante /ihhüte sowie Zylinderhüte neuester Fa?ons für W* Knaben und Kinder zu ganz besonder» bilstP' preise« empfiehlt die iduttabrik von Ca I Raettig, FebrbrUiuerSraS« part. links. Eigarren und Tabake. DD« O. Klein, Ritterstr. 0- Da»'. Zahlstelle d. Gürtler u. Bronzcure(E- Zusammen! unft der feinen Puppen-Welt Haltestelle der Pferdeeisenbahn: »7 Ghausseeltraß- 27. der Kessel st raße gegenüber. 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